Hr. 157 Erstes Blatt 187. Zahrgang Srettag.y.Zuli 1937 Erschein, täglid), auß« Sonntage unb Feiertag» Beilagen; Vie J Quittiert» Gietzenei ^-amilienblättei Heimat im Bild Die Scholl» Olonais-Beingsprets. Mit 4 'Beilagen NM 1.96 Ohne .IQuftrierte 1.8C Zustellgebühr . . -Lb Auch bet Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt isernfprechanschlüffe anter Sammelnummer 225) Anschrift sür Drahtnachrichten Anzeiger Siesten Postscheckkonto: Srantjurt am Main 11686 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vrucb und Verlag: Srühl'sche Untverstläls-Such- und Steinöruderet «.Lange in Stehen. Schrtftleitung und Geschäftsstelle: Schuistrahe 1 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8* /.Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von 70mm Breite 50 Rpf..Platzvorschrift nach vorh Bereinbg.25°/^ mehr. Ermästigte Grundpreise: Stellen-., Vereins», gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf, Familienanzei« gen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B 10,5 Mlliarden Franken neue Steuerlasten in Frankreich. Oie Auswirkungen eines Lahres Volksfront-Negierung. Das Konitzer Urteil Mit grsßem äußeren Aufwand hatte die polnische Anklagebehörde diesen Prozeß in die Wege geleitet unter dem Stichwort „Der Fall Kensau". Ein Teil der polnischen Presse hatte in maßlosen Ueber- treibungen die angebliche Staatsgefährlichkeit der jungen Angeklagten zu schildern unternommen. Wir halten der polnischen Empfindlichkeit, die aus der langen geschichtlichen Leidenszeit unseres Nachbarvolkes resultieren mag, manches zugute, wir geben auch zu, daß es allein die Sache des polnischen Staates ist, die gesetzlichen Strafbestimmungen gegen „Geheimbündelei" so scharf zu formulieren, wie er es für gut hält. Aber es ist eine ganz andere Frage, ob es im Interesse der gegenseitigen Verständigung der beiden Völker liegt, irgendwelche an den Haaren herbeigezogene, doch gänzlich harmlose Fälle jugendlichen Ueber- schwangs aufzubauschen und nach allen Regeln der politischen Propaganda gegen die deutschen Volksgruppen in Polen auszuschlachten. Man kann diese höchst kurzsichtige Handlungsweise nur bedauern. Denn der historische Sinn des Polen sollte ihn daran erinnern, daß in der Vergangenheit das deutsche Volkstum im Weichselgebiet immer nur aufbauende Kulturarbeit geleistet hat. Diese Tatsachen sollte man sich in der polnischen Oeffentlichkeit immer vor Augen halten. Worum ging es bei diesem Konitzer Prozeß und welches sind seine Hintergründe? Bekanntlich sind die Aussichten für die deutsche Jugend polnischer Staatsangehörigkeit sehr ungünstig geworden.. Fast alle Stellen der Verwaltung, der Offizierslaufbahn, aber auch in der Industrie sind ihr verschlossen. Der Abbau der deutschen Angestellten in den ehemals deutschen Bergwerken Ost-Oberschlesiens ist nur ein Beispiel für diese Entwicklung. Es hat sich dadurch fast von selbst ein Ausweg gegeben, den jungen Nachwuchs in landwirtschaftlicher Betätigung unterzubringen, wobei aber die fortschreitende Enteignung des deutschen Grundbesitzes ein neues Hindernis bildet. Die Deutsche Vereinigung in Bromberg hat die Not der Arbeitslosigkeit für die jungen Deutschen, gegen die der Staat nichts tut, dadurch zu lindern gesucht, daß sie Arbeitsgelegenheiten erschloß. Statt solche Initiative mit Dank anzuerkennen, ist der Deutschen Vereinigung ein striktes Verbot zuteil geworden. Auf ihrem Gute Kensau im Kreise Tuchel hatten nun die beiden Besitzerinnen, die bejahrten Schwestern Wehr, die Absicht, ein größeres Parkgebiet des durch die polnische Agrarreform stark verringerten Gutes in Gemüseland umzuwandeln. Zu diesem Zweck richteten sie an die Deutsche Vereinigung in Bromberg die Bitte, ihnen die für dieses Werk notwendigen deutschen Arbeitskräfte zur Verfügung zu stellen. Sie folgten damit einem Wunsche dieser Vereinigung, deren schätzenswerte Absicht, wie schon gesagt, darin bestand, möglichst vielen beschäftigungslosen Deutschen eine Arbeitsstelle zu vermitteln und die dieserhalb häufig an die deutschen Gutsbesitzer herangetreten war. Die Deutsche Vereinigung hat nun aber besonders gewissenhaft den Weg der Errichtung eines Arbeitsdienstes vermieden und eine Gruppe von 14 jungen Menschen zusammengestellt, die auf dem Gut als landwirtschaftliche Helfer ausgebildet werden sollten. Als Leiter dieser Gruppe wurde ein junger Mann aus Ost-Oberschlesien gewonnen, der für die Besonderheit dieser Aufgabe die Voraussetzungen zu besitzen schien. Durch einen unglücklichen Zufall wurde die polizeiliche Anmeldung dieses Leiters von dem Gute Kensau versäumt, während die 14 jungen Leute ordnungsmäßig angemeldet waren. Daraus schloß die polnische Behörde auf unzulässige Absichten der Veranstalter und verhaftete zunächst den Leiter der Gruppe. Als nun bei diesem auch noch ein Ausweis gefunden wurde, wonach er an einem Schulungslager der HI. in Potsdam teilgenommen habe, da stand für den Argwohn der Polen die Tatsache fest, daß es sich bei dem sozialen Unternehmen auf Kensau um eine „Verschwörung" gegen den polnischen Staat, um eine Geheimbündel ei handele, die mit Gefängnis bis zu drei Jahren, bei den Führern bis zu fünf Jahren bestraft wird. Es wurde also nicht nur gegen die landwirtschaftlichen Helfer, sondern auch gegen Männer der Deutschen Vereinigung in Bramberg das Verfahren eröffnet. In Anbetracht der geringfügigen Unterlassungssünde die sich einige der Angeklagten vielleicht haben zuschulden kommen lassen, mußte man von der Menschlichkeit und politischen Vernunft der Gerichtsbehörde eigentlich erwarten, daß den Verhafteten alsbald die Freiheit wiedergegeben würde Es ist doch nun einmal so, daß die Jugend oft tue Folgen ihres Tuns nicht bedenkt, ohne auch nur im geringsten etwas Schlechtes im Schilde zu führen. Die polnische Staatsführung dürfte gerade in dieser Hinsicht sehr reiche Erfahrungen im Nachwuchs des eigenen Volkes gesammelt haben. Große Teile der polnischen Jugend können sich mit den Absichten der Warschauer Regierung nicht befreunden, und kein Mensch wird darum die Sache Polens verloren geben. Bei den verhafteten Deutschen liegt aber eine ernsthafte Obstruktion um so weniger vor, als ja gerade der im nationalsozialistischen Sinne geschulte Jungmann weiß, daß die gegenseitige Achtung der Völker und die Anerkennung der polnischen Unabhängigkeit eine Hauptgrundlage der im Reiche geltenden Anschauungen bilden. Wie auch immer also die polnische Anklage den Tatbestand drehen und wenden mochte, sie konnte keine im europäischen Rechtsbewußtsein verankerte Handhabe zu ihrem Vorgehen gegen die 22 jungen Leute finden. Denn daß die deutsche Jugend m Polen heute gleichfalls erfüllt ist von den _Bor* * * * 5 gängen im Reich, das ist wohl die natürlichste Sache ' von der Welt, das konnte gewiß keinen Anlaß zur Paris, 9. Juli. (DNB.) Im Anschluß an den Ministerrat, der am Donnerstag um 21 Uhr zusammentrat, wurde folgende amtliche Mitteilung ausgegeben: „Finanzminister Bonnet hat die Maßnahmen auseinandergesetzt, die er für die finanzielle Wiederaufrichtung und die Herstellung des Gleichgewichts im Staatshaushalt vorbereitet hat. Diese Maßnahmen, die die Spekulation und den Steuerbetrug unterbinden, sowie eine Reihe von Anpassungen der Steuern und Taxen betreffen, sind vom Ministerrat einstimmig gebilligt worden und bilden den Gegenstand einer Gesetzesverordnung, die dem Präsidenten der Republik zur Unterzeichnung unterbreitet worden ist. Ein interministerieller Ausschuß ist ferner eingesetzt worden, um die Neuordnung der Eisenbahnnetze vorzubereiten. Er besteht aus dem Ministerpräsidenten, dem stellvertretenden Ministerpräsidenten, dem Minister für öffentliche Arbeiten, dem Finanzminister, dem Handelsminister und dem Arbeitsminister. Außenminister D e l b o s gab anschließend dem Ministerrat Kenntnis über die auswärtige Lage. Der Handelsminister teilte dem Ministerrat mit, daß die Verhandlungen mit Deutschland zum Abschluß eines deutsch-französischen Handelsvertrages geführt hätten. Der Landwirtschaftsminister hat dem Präsidenten der Republik eine Verordnung zur Unterzeichnung oorgelegt, die das Gesetz vom 18. August 1936 über das interprofessionelle Getreideamt ergänzt und abändert." Nach der französischen Finanzreform soll ein Mehrertrag der Einnahmen von jährlich 10% Milliarden Franken aufgebracht werden, und zwar 8 Milliarden zugunsten des Staates und 2% Milliarden für die Eisenbahnen. Die ersten Maßnahmen betreffen die Bekämpfung der Spekulation, der Steuerhinterziehung und der Steuerflucht. Weiter wird die allgemeine Einkommersteuer bei Einkommen von 20 000 Franken aufwärts um 20 v. H. erhöht. Außer Steuererhöhungen aus dem Verkauf von Grundstücken und Häusern, sowie der Wertpapiersteuer sollen die Steuern selbst für den 1. Januar 1938 neu veranlagt werden, woraus eine halbe Milliarde Franken Mehrertrag erwartet wird. Auch die sog. Erzeugungssteuer wird erhöht. Durch eine allgemeine Revision d e r Zollsätze und der Einfuhrabgaben für kontingentierte Erzeugnisse, die auf den Stand vor Oktober 1936 erhöht werden sollen, erwartet man sofort eine zusätzliche Einnahme von 500 Millionen, durch eine allgemeine Tarifrevision für 1938 eine Mehreinnahme von 1 Milliarde. Geplant ist ferner eine Erhöhung der Benzin- st e u e r für Lastkraftwagen. Dem Postministerium sollen 700 Millionen zufließen durch Erhöhung der Telephon-, Telegraphen- und P o st- gebühren. Der T a b a k p r e i s wird durchschnittlich um 20 v. H. erhöht. Eine allgemeine Reform der Eisenbahnen soll eine Einnahmeerhöhung um 2600 Millionen erbringen. In Erläuterung dieser Maßnahmen erklärte Finanzminister Bonnet, die finanzielle Gesundung werde nur durchzuführen sein, wenn die wirtschaftliche Gesundung damit in gleichem Schritt vor sich gehe. Die Haushaltsgesundung sei wiederum die Vorbedingung einer dauerhaften Wirtschaftswiederbelebung. Ministerpräsident C h a u t e m p s forderte im Rundfunk seine Mitbürger zur Mitarbeit an der Finanzreform auf. Die kürzlichen Ereignisse hatten bewiesen, daß die Finanzlage ernst sei. Die vom Land verlangten Anstrengungen seien schwer, aber unvermeidlich. 3n Serien gegangen. Paris, 8. Juli. (DNB.) Die französische Kammer und der Senat sind in die Sommer- ferien gegangen. Der Wiederzusammentritt des Parlaments ist noch nicht festgesetzt, dürste aber kaum vor Ende Oktober oder Anfang November erfolgen. Paris, 9. Juli. (DNB. Funkspruch.) Die kürzliche Anwesenheit des sowjetspanischen Oberhäuptlings N e g r i n in Paris wird nun nachträglich auch vom „Populaire" bestätigt, der sich veranlaßt fühlt, ein Dementi auszugeben über die Gerüchte, die davon sprachen, daß der Vertreter Valencias in seinen Unterhaltungen mit französischen Ministern die verzweifelte Lage der spanischen Bolschewisten dargestellt habe. „Mit keinem Minister", so schreibt das Blatt, „mit dem ,unser Freund NegriM Beziehungen ausgenommen habe, habe er eine ähnliche Sprache gesprochen." (?) „ß e Jour ", das Blatt, das bekanntlich die Anwesenheit Negrins in Paris enthüllt hatte und das gerade aufrechterhält, daß Negrin bei feinem Besuch in Paris in voller Verzweiflung eine rasche und wirksame naturelle Hilfe Frankreichs erbeten hat, enthüllt des weiteren, daß Negrin in der sowjetspanischen „Botschaft" nicht nur mit L6on Blum und D e l b o s zu- Oie Erhöhung der Bahntarife. Paris, 8. Juli. (DNB.) Das „Volksfront- Regime entwickelte in Belastung der breiten Massen eine große Konsequenz, indem jetzt die Eisenbahn! arife erhöht wurden. Getrieben von dem Druck der sich als immer unheilvoller für das Volk auswirkenden 40-Stundenwoche der Marxisten, beschloß der oberste französische Eisenbahnrat neben einer allgemeinen Personentariferhöhung von 5 Centimes auf den Kilometer die Preise in der 2. und 1. Klasse noch mehr zu erhöhen. Die Gütertarife sollen nicht einheitlich erhöht werden, sondern' nach der zu befördernden Ware wird die Erhöhung zwischen 10 und 30 v. H. schwanken. Man hofft, daß sich daraus eine Mehreinnahme von etwa 1,8 Milliarden Franken ergibt. Erst nach der Weltausstellung. Paris, 9. Juli. (DNB.) Der Vollzugsausschuß des Arbeitgeberverbandes des Hotel - und Gastwirt schaftsgewerb es gab am Donnerstagabend bekannt, daß der Verband das Abkommen vom 3. Juli in Uebereinstimmung mit dem Ministerpräsidenten dahin auslege, daß die Einführung der Vierzig st undenarbeitswoche bis nach der Weltausstellung verschoben werden solle. famm eng e fommen ist, sondern in der sowjetrussischen Botschaft in Paris Besprechungen mit leitenden Politikern und Finanzleuten gehabt hat. Auf Anraten der fowjetruffifchen Vertreter in Paris habe der fowjetspanische „Botschafter" Araquistain das auf seinen Namen bei der Handelsbank für Nordeuropa liegende französische Geld — 50 Millionen Franken — aus Angst vor einer Frankenabwertung in Pfund Sterling umwechseln lassen. (!) „Le Jour" veröffentlicht das Schreiben an Negrin, in dem diese Sicherung der sowjetspanischen Gelder gegenüber einer französischen Abwertung angeregt wird, und zieht daraus den Schluß, daß die spanischen Bolschewisten im Bunde mit den Sowjets gegen ben französischen Franken spekulieren. Verschärfung des Konflikts Marschau-Krakau Oer Erzbischof Fürst Sapieha macht Vermittlungsarbeit unmöglich. Staatspräsident keinerlei Anlässe zur Aenderung seines Standpunktes gefunden. Die Verfolgung der Angelegenheit bleibt weiterhin in den Händen der Regierung." In der polnischen Presse wird das Verhalten des Krakauer Erzbischofs schärf st ens gerügt. „Expreß Poranny" schreibt, der neue Schritt des Krakauer Erzbischofs werde gewiß auf gebührende Reaktion der Regierung und der öffentlichen Meinung stoßen. „Kurjer Poranny" spricht von einer „erneuten unerhörten Unverschämtheit des Krakauer Erzbischofs, der blühend voll Stolz und Einbildung weiter auf dem Wege der Friedensstörung und der Revolte gehe". Der Krakauer Erzbischof revoltiere nicht nur gegen das Staatsoberhaupt der Republik und die polnische Regierung, sondern verleugne und übergehe auch die Aufträge des Warschauer Vertreters des päpstlichen Stuhls, der alles zu tun bemüht war, um im Einvernehmen mit Minister B e ck eine würdige Art zur Erledigung der Angelegenheit zu finden. USA. unterstützen die deutschen Äordallantik-Flü^e. Probeflüge zwischen Frankfurt a. M. und Neuyork.—Der erste Start am 14. August. LPD. Frankfurt a. M., 8. Juli. Wie dem DNB. aus Washington gemeldet wird, gab Handelsminister R e p e r der L u f t h a n s a die Genehmigung zu acht Probeflügen zwischen F r a n k u r t a. M. und P o r t W a s h i n g t o n auf Song Island (Neuyork). Wie der stellvertretende Handelsminister Johnson erklärte, findet der erste Flug am 14. A u g u st statt. Die Flugstrecke nach Port Washington wird von Frankfurt a. M. bis zu den Kanarischen Inseln mit Landflugzeugen und von da ab über die Azoren und die Bermudas-Inseln mit Seeflugbooten zurückgelegt. Schon im vergangenen Jahre sind ähnliche Versuchsflüge unternommen worden. Warschau, 9. Juli. (DNB. Funkspruch.) Der Konflikt zwischen dem Krakauer Erzbischof und der polnischen R e g i e r u n g, hat entgegen den allgemeinen Erwartungen eine neue Verschärfung erfahren Bekanntlich hat der Krakauer Erzbischof Fürst S a p i e h a in dem Kurort Jurata dem Staatspräsidenten ein Schreiben überbringen lassen, von dem allgemein erwartet wurde, daß sein Inhalt dem polnischen Staatspräsidenten im vollsten Umfange Genugtuung leisten wird. Indessen wird bekannt, daß dieses Schreiben nichts weiter als eine neue Polemik in der Frage der Ueberführung des Sarges des Marschalls Pilsudski enthalt. Die polnische Telegraphen-Agentur gibt eine amtliche Verlautbarung bekannt, aus der hervorgeht, daß die polnische Regierung unmittelbar nach der Bekanntgabe der Absicht des Krakauer Erzbischofs, den Sarg des Marschalls Pilsudski zu überführen, den polnischen diplomatischen Geschäftsträger beim Vatikan zu einem Schritt beauftragt hatte, der am 24. Juni erfolgt ist. Hierbei sei der apostolische Stuhl auf die unzulässige Anordnung des Krakauer Erzbischofs aufmerksam gemacht und die Ueberzeugung zum Ausdruck gebracht worden daß der päpstliche Stuhl Mittel finden werde, um dem polnischen Staatsoberhaupt und den Gefühlen der polnischen Nation Genugtuung w geben. Der Warschauer päpstliche Nuntius, der im Perlauf der ganzen Angelegenheit großes Verständnis gezeigt und der sich mit dem polnischen Außenminister in Verbindung gesetzt „hatte, habe versucht, die Angelegenheit auf eine würdige Weise zu erledigen. Entgegen den allgemeinen Erwartungen unterscheide sich der Brief des Krakauer Erzbischofs, der am 8. d. M. dem Staatspräsidenten überreicht worden ist, so sehr von der zwi-chen dem päpstlichen Nuntius und dem polnischen Außenminister besprochenen Lösung, daß der Chef der Zioilkanzlei im Auftrage des Staatspräsidenten zu folgender Erklärung genötigt sei: Nachdem der Krakauer Erzbischof den Wunsch des Herrn Staatspräsidenten, der in dem Schreiben vom 22. Juni zum Ausdruck ge angt war ab gelehnt hat, hat der Herr Staatspräsident die Angelegenheit der Regierung überwiesen. In dem überbrachten Schreiben des Krakauer Erzbischofs vom 6. Juli hat der Herr Strafverfolgung geben. Auch der Polnische Weltbund in Warschau unterhält eine Organisation für das Polentum in Deutschland, eine Organisation, die ohne alle Schwierigkeit ihre Aufgabe erfüllen kann und deren Mitglieder keinerlei Verdächtigungen ausgesetzt sind. Wir wollen nicht Gleiches mit Gleichem vergelten, aber wir richten den Ruf über die Grenzen: Bleibt gerecht und hütet euch vor einer politischen Diffamierung, die euch selbst am schwersten treffen könnte! Das Urteil von Konitz können wir nur als unhaltbar bezeichnen, deshalb möchten wir der Hoffnung Ausdruck geben, daß die von der Verteidigung angerufene Berufungsinstanz den 22 jungen deutschen Volksgenossen polnischer Staatsangehörigkeit durch ein anderes, günstigeres Urteil mehr Gerechtigkeit zubilligen möchte. Ev- Gegen Kaution aus der Hast entlassen. Bromberg, 9. Juli. (DNB. Funkspruch.) Dr. Gero Freiherr von Gersdorfs und die beiden Damen Auguste und Margarete Wehr tue zu den gestern in Könitz verurteilten 22 Deutschen gehören, sind gegen Stellung einer Kaution vom Gericht in Könitz am Donerstagabend a u f f r e i e n F u tz gesetzt worden. Die Perteidigung hat ferner An- träge auf Haftentlassung der übrigen 19 Verurteil- ten gestellt. Verwunderung auch in Warschau. Warschau, 9. Juli. (DNB. Fllnkspruch.) Die Warschauer Presse veröffentlicht am Freitag das Urteil des Konitzer Bezirksgerichts gegen die 22 Mitglieder der Deutschen Verewigung Die führenden Blatter verzichten im allgemeinen auf eine eigene Stellungnahme zu dem Spruch, w den Ueberschriften wird jedoch die Strengendes Urteils hervorgehoben. „K u r j e r P or ann 9 l$Jeibtin einem Nachsatz zu dem Bericht der „PAT „Sas obige Urteil hat Verwunderung angesichts der unerwartet hohen Strafmaße hervor- gerufen." Die ungarische Regierung beschloß eine Verordnung über die Schaffung eines »nationalen Fonds -ur Gründung von Existenzen" Der Fonds dient der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit und soll inngen Leuten Schul-, chochschul- oder Fachausbildung sowie materielle Selbständigkeit sichern. Bei der Erwerbung des Darlehens werden Kriegsli-schadigt- und Frontkämpfer bevorzugt berücksichtigt. Oer „öonf" Valencias an Frankreich. Hiesige Frankenspekulationen aus sowjetrussischen Vat. // 25. Mai 1937 am 26. Mai 1937 am 27. Mai am 1937 1937 1937 1937 1937 1937 1937 1937 Mai Juni Juni Juni 1937 1937 1937 1937 1937 1937 1937 42 35 22 11 43 38 75 am am am am am am am am am am am am 30. 2. 3. 4. Mai Mai Mai Ium Juni Juni Juni 26 27 34 18 21 37 44 29. 30. 31. 1. 2. 3. 4. am 28. Mai am 29. Mai am 31. Mai 15 14 10 am 28. Mai 1937 28 2 10 10 6 Tonnen Metallgeräte Tonnen Stahl in Barren, Automobilfahrgestelle Ambulanzwagen Tonnen Metallgeräte Tonnen Chrom' Freiwillige Freiwillige Freiwillige Freiwillige Freiwillige Freiwillige Freiwillige. 20 Studebaker - Fahrgestelle 6-Zylinder London, 9. Juli. (DNB. Funkspruch.) General Franco hat dem Sonderkorrespondenten der „Time s" in Salamanca erklärt, daß er die Zurückziehung der Freiwilligen für nicht durchführbar halte. Als Grund gab Franco an, daß in Valencia keine Regierung bestehe und praktisch den dortigen Stellen die notwendige Autorität fehle, um ihre Anerkennung durchzusetzen. Der General erklärte weiter, daß er nichts mehr von Konferenzen mit den Bolschewisten hören wollte, nichts von Intervention der Mäche, weil die Nationalen nur ein Ziel kennten: den v o ll st ä nd i g e n Sieg. Der Korrespondent meint dazu, daß diese kategorische Erklärung kürzliche Berichte widerlegen soll, die anscheinend aus portugiesischer Quelle stammten und die eine Wandlung der Haltung Francos zur Frage der Zurückziehung der Freiwilligen angedeutet hätten. Der nationale Heeresbericht. Salamanca, 9. Juli. (DNB.) Im nationalen Heeresbericht vom Donnerstag heißt es: Front von Biskaya: Der Feind hat Donnerstag früh unsere Stellung von La Nevera angegriffen und wurde mit großen Verlusten zurück- geschlagen. Front von Aragon: Ein Angriffsversuch im Abschnitt von Albaracin wurde zurückgeschlagen. Der Feind hatte große Verluste. Front von Madrid: Der Druck des Gegners im Abschnitt von Villafranca de Castillo und Qui- jorna dauert weiter an. Alle Angriffe in diesem Abschnitt wurden zurückgeschlagen. Der Gegner verlor Hunderte von Toten. Im Abschnitt von Usera wurde ein Angriff energisch zurückgewiesen, durch einen Gegenantriff ein Schützengraben erobert. Der Feind hinterließ viele Tote. Tätigkeit der Luftwaffe: Vier bolschewistische Flugzeuge wurden abgeschossen. 3ur Woffenstreckung aufgefordert. Bilbao, 8. Juli. (DNB.) Nationale Flieger warfen am Donnerstag Tausende von Flugzetteln über der Stadt Santander ab, in denen die Bolschewisten aufgefordert werden, sich zu ergeben, da die nationale Offensive auf die Provinzhauptstadt nicht mehr aufzuhalten sei. Das neue Spanien, dessen vornehmste Aufgaben das Wohlergehen der Arbeiter und die Erfüllung der sozialen Gerechtigkeit sei, werde alle, die sich von den Irrtümern des Kommunismus lossagen, mit offenen Armen aufnehmen. „Wenn Aramrelch nicht dent der „Time s", daß weder die englische, noch die französische Regierung neue Vorschläge machen würden. Da es aber klar sei, daß die Nichteinmischung zusammbreche, wenn man keine Lösung finde, einen solchen Zusammenbruch aber anscheinend niemand wünsche, würde der Ausschuß seine Pflicht verletzen, wenn er nicht weitere Bemühungen unternehmen würde. Die Vertreter der Kleinen und der Balkan-Entente hätten am Donnerstag in London eine Sitzung abgehalten, um ihre Stellungnahme zu beraten. Man scheine aber zu keinen festen Ergebnissen gekommen zu sein, außer dem einen, daß man die französischbritischen Vorschläge unterstützen wolle. Der diplomatische Korrespondent des „Daily Telegraph" hält es aber für denkbar, daß in der Sitzung von den Vertretern der Kleinen und der Balkan-Entente ein Dermittlungsvor- schlag vorbereitet werden wird. Auch diese Staaten würden sich auf den Standpunkt stellen, daß der englisch-französische Vorschlag für die Seekontrolle der beste sei. Sie würden anregen, daß man festzustellen versuche, ob ein neuer Kontrollplan auf der Grundlage des englisch-französischen und des deutsch-italienischen Vorschlages aufgebaut werden könne. Sollte diese Methode allgemeine Zustimmung finden, glaube man, daß der Ausschuß die Vertreter von Norwegen, Polen und Griechenland mit der Ausarbeitung eines Plans beauftragen werde. Diese Staaten vertreten die Ansichten der nordischen Länder, der Staaten Mitteleuropas und des Mittelmeeres. Frankreich würde gegen einen solchen Plan keine Einwendungen erheben und bereit sein, jeden anderen Plan zu erörtern, der die Wirksamkeit des Ueberwachungssystems erhalten und erhöhen werde. Auch der diplomatische Korrespondent der „Daily Mail" hält Kompromißvorschläge von Vertretern der Balkan- oder der skandinavischen Länder für möglich. 70 Fahrgestelle von FRJD- Lastkraftwagen, Modell 85 Tonnen Aetznatron Ford-Fahrgestelle, Mod. 85 am 26. Mai 1937 17 Automobilfahrgestelle 77 Lastkraftwagen Tonnen Aluminium nien abgestoppt wurde. Das vorhandene Kontrollsystem setzte zum mindesten ein Höchstmaß von Solidarität voraus. Wie sich diese Solidarität nach dem Angriff auf die Leipzig" ausgewirkt hat, steht noch in frischer Erinnerung. Wir sind damit am Ende unseres mehr geschichtlichen Rückblicks auf die Politik der Nichteinmischung gegenüber dem Bürgerkrieg in Spanien. Was aber lehrt dieser Rückblick? Vor allem doch eines: daß es unnütz und vergeblich ist, Probleme, die Europa in seiner Gesamtheit betreffen, nur von sogenannten europäischen Gesichtspunkten aus behandeln zu wollen. Europa als solches ist gewiß mehr als nur eine diplomatische Fiktion, aber doch nur dann eine politische Realität, wenn man in ihm, von den weltanschaulichen Voraussetzungen ganz abgesehen, nicht eine inhaltslose Einheit, sondern eine Vielheit von sehr verschieden gelagerten Interessen sieht. England muß, um diese etwas abstrakte Feststellung zu erläutern, das spanische Problem anders sehen, als Italien oder Frankreich. Für England stehen in Spanien W e l t r e i ch s i n t e r e s s e n mit auf dem Spiel. Für Italien stellt sich die Frage der Stellung im Raume des M i t t e l m e e r e s. Für Frankreich wird das Problem der Verbindung zum afrikanischen Kolonialreich akut. Das entscheidende Kriterium der Nichteinmischung ist daher, ob es über die Einzelinteressen hinaus möglich ist, ein gemeinsames B e - dürsnis nach allgemeiner Neutralität politisch wirksam zu machen. Dieses gemeinsame Bedürfnis indessen kann unmöglich die Augen verschließen vor der Realität des Kriegsablaufs in Spanien selbst. Abg. Die Verlegenheit in London. London, 9. Juli. (DNB. Funkspruch.) Zu der heutigen Sitzung des Nichteinmischungsausschusses meint der diplomatische Korrespon- - Tonnen Chlorkalk, bei Le Perthus: Sine neue Absage Francos. Zurückziehung der Freiwilligen undurchführbar.-^Nichts mehr von Konferenzen mit den Bolschewisten." Frankreichs „Mchtemnnschimg". Zahlenmäßige Beweise für die Transporte über die französisch-spanische Grenze. Ferner sind aus Toulouse als „mobilisierte" bzw. mit vom spanischen Konsulat in Toulouse ausgestellten Ausweispapieren als angebliche spanische Staatsangehörige nach Rotspanien gelangt: -- 29. Mai 1937 - ...... Der Verlauf der nächsten Tage entscheidet mit einem hohen Grade der Wahrscheinlichkeit über das Schicksal der „Nichteinmischung". Grund genug, sich über ihren Charakter und über die Form, in der sie sich entfalten, oder auch nicht entfalten konnte, klar zu werden. Man wird bei solcher Betrachtung alle Sympathien und Anttpathien getrost schweigen lassen können. Denn: der Gedanke der Nichteinmischung wird auch dann nicht ad absurdum geführt, wenn er — nicht durch Deutschlands und Italiens Schuld — im spanischen Bürgerkrieg versagen sollte. Wir möchten ihn fast als deutsche Erfindung patentieren lassen; denn der Führer war es, der am 7. März 1936 erklärte, daß die deutsche Reichsregierung „jeder- zett bereit sei, einer internationalen Vereinbarung zuzustimmen", die in einer sorgsamen Weise alle Versuche einer Einmischung von außen in andere Staaten unterbindet und unmöglich macht, selbstverständlich unter dem natürlichen Vorbehalt, „daß eine solche Regelung international wirksam wird und allen Staaten zugute kommt." Die deutsch-österreichische Uebereinkunft vom 11. Juli 1936 brachte dann den praktischen Beweis auf die am 7. März des gleichen Jahres von Deutschland aufgestellte Forderung. Es ist also keineswegs so, als ob der ehemalige französische Ministerpräsident Blum, ober der britische Außenminister Eden die „Erfinder" der Nichteinmischung in Spanien seien und als ob diese durch ihre Erfindung den Werkzeugkasten der internationalen Diplomatie um ein neues, wirksames — geschweige denn erprobtes — Instrument bereichert hätten. Im Gegenteil: die von der Regierung Blum Anfang August v. I. erhobene Forderung nach Nichtintervention in Spanien war vorerst ein auf das außenpolitische Gebiet verlagerter innenpolitischer Trick! Die Regierung der „Front populaire“ war eben erst geboren, als unter dem Druck der kommunistischen Koalitionsgenossen eine Volksbewegung zugunsten der roten Regierung von Madrid entfesselt wurde. Die begeisterte Freundschastserklärung, die die am 14. Juli 1935 (!) gegründete „Front populaire" nach Spanien schickte, klang bereits in den Worten aus: „Es gibt keine Pyrenäen mehr!" Jetzt — ein Jahr später — wurde die Rechnung präsentiert. Leon Blum und der Außenminister D e l b o s waren sich wohl von vornherein darüber klar, daß der französische Staat den Wirt spielen mußte, ohne den diese Volksfront-Rechnung gemacht worden war. Politische Rücksichten sowohl auf die internationale Lage als solche, — noch immer stand die sogenannte Fünfmächtekonferenz im Bereich der Möglichkeit — wie auf das Kräfteverhältnis innerhalb der Volksfront-Regierung ließen die Proklamierung einer Politik der Nichteinmischung als den rettenden Ausweg erscheinen. Aus der Not wurde, wie so oft in der Politik, eine Tugend. Frankreich begab sich offiziell vor den Augen der Welt aller Verantwortung für das, was in Spanien geschehen war und geschehen würde, ohne praktisch die entsprechenden Folgerungen aus dieser neuen Haltung zu ziehen. Denn noch lange nach dem 7. August 1936 wurden in eigens errichteten Büros Freiwillige für Madrid geworben, rollten Waffen- und Muntionstransporte über die Pyrenäen nach Barcelona. Bei der engen Verbindung zwischen dem Quai d'Orsay und dem Foreign Office war von vornherein anzunehmen, daß Blum und Delbos nicht ohne Zustimmung Londons die Derlegenheitspolittk der Nichteinmischung ausgenommen hatten. Die offizielle Zustimmung Englands ließ auch nicht sehr lange auf sich warten. Bereits Ende August erließ Großbritannien ein Waffenaussuhrverbot nach Spanien und richtete eine Aufforderung an die übrigen Mächte, sich diesem Vorgehen anzuschließen. Deutschlands Antwort erfolgte in kürzester Frist. Ebenfalls noch im August erklärte sich die Reichsregierung bereit, ein Embargo auf Waffen und Munition nach Spanien zu erklären. Die nächsten Wochen verstrichen mit der praktischen Durchführung dieser einfachsten Form von Neutralität und Nichteinmischung durch die einzelnen Mächte. Es entstand der Londoner Nichteinmischungsausschuß, praktisch eine Art Botschafterkonferenz der am Hof von St. James akkreditierten Diplomaten der 27 europäischen Mächte unter dem Vorsitz eines hohen Beamten des britischen Außenamtes. Es folgte das Verbot der Ausreise von Freiwilligen. Englisch- französische Vermittlungsversuche zwischen den beiden ftreitenben Parteien in Spanien um die Weihnachtszeit scheiterten. Immer mehr wuchs sich die Nichteinmischungspolitik zu einem Wettrennen zwischen den militärischen Kampfhandlungen und einer stärkeren Wirksammachung der sogenannten Kontrolle aus; Die Diplomaten und Sachverständigen machten sich erneut an die Arbeit und beglückten dann sich selbst und die Welt mit jenem bekannten Schema, das folgende Punkte umfaßte: 1. Ueberwachung der spanischen Landgrenzen durch Kontrollbeamte (internationale an der französischen, englische an der portugiesischen und z. T. deutschen an der Grenze von Gibraltar); 2. Schaffung von Bestimmungshäfen, die von allen Schiffen mit Fracht nach Spanien angelaufen und in denen Ueberwachungsbeamte an Bord genommen werden müssen; 3. Aufteilung der spanischen Gewässer in vier Zonen, innerhalb derer deutsche, englische, italienische und französische Kriegsschiffe Patrouil- lendienste übernehmen und darüber wachen, daß kein Schiff ohne Ueberwachungsbeamten an Bord einen spanischen Hafen anläuft. Daß mit dem Anfang März angenommenen Kontrollplan durchaus nicht alle Möglichkeiten der Kontrolle und Nichteinmischung erschöpft sein würden, war den beteiligten Mächten nicht unbekannt. Die größte Lücke blieb ungeschlossen: Nach wie vor konnten Schiffe unter spanischer Flagge, ober Schiffe der nicht an dem Nichteinmischungsabkommen beteiligten Mächte Waffen, Kriegsgerät, Munitton, ja selbst Freiwillige nach Spanien befördern. Außerdem waren die an der Patrouille beteiligten Kriegsschiffe der ständigen Gefahr ausgesetzt, Opfer der Kriegshandlungen zu werden. Beide Befürchtungen erfüllten sich nur zu bald. Der Zwischenfall mit dem britischen Zerstörer „Hunter", der auf eine Mine lief, der Bombenabwurf auf ein italienisches Torpedoboot im Hafen von Palma bi Mallorca und auf das Panzerschiff „Deutschland" vor Ibiza", der Tor- peboangriff schließlich auf den Kreuzer „Leipzig" waren Beweis für die Lückenhaftigkeit, wenn nicht Fehlerhaftigkeit des Systems der direkten See- kontrolle. Ebensowenig aber konnten die englischen, französischen, deutschen und italienischen Flottenein- feeiten in den spanischen Gewässern verhindern, daß ter Strom von „illegalen" Lieferungen nach Spa- Der Moskauer Sender hat nach einer Meldung des „Kurjer Warszawski" mitgeteilt, daß die Frau des Außenkommissars Litwinow - Finkel- t e i n nach Swerdlowsk verbannt worden sei. Grund: sie habe sich etwas zu offen über die Mas- enmorbe in ber Sowjetunion geäußert unb bamit den Unwillen Stalins ausgelöst. Auch ihr immer dringlicher geworbener Wunsch, nach E n g l a n b, von wo sie herstammt, zurückkehren zu dürfen, hat ie verdächtig gemacht. Die Krönung des Ganzen ist bas Abrücken bes Außen kommissars von seiner Frau unb bie Abfassung eines Ergebenheitsbriefes an Stalin. Wie trostlos muß wohl die Lage des sowjetrussischen Außenkommissars sein, wenn er es nicht einmal fertig bringt, seine Frau zu schützen, ja, wenn er sogar noch gezwungen ist, seine Lebensgefährtin fallen zu lassen, und sie damit in bas Lager der „Verräter", „Spione", „Saboteure" verweist, aus dem sich die GPU. täglich massenhaft ihre Opfer teils für die Konzentrationslager, teils für den Hinrichtungsplatz holt. Aber so ist nun einmal das sowjetrussische Familienleben: der Mann darf nicht zu seiner Frau halten, die Kinder nicht zu ihren Eltern! Einer bespitzelt den andern, ein Familienmitglied überantwortet das andere dem GPU.--Henker, wenn es hofft, dadurch elbst ungeschoren zu bleiben. Welche Tragödien spielen sich in diesem „Arbeiterparadies" stündlich und täglich ab? Wir erinnern bei dieser Gelegenheit an den Fall T u ch a t s ch e w s k i. Seine Frau blieb zurück unb wurde wahnsinnig, die zwölfjährige Tochter^ in eines der berüchtigten Kinderheime gesteckt, beging Selbstmord. Doch das ist der sowjetrussische Alltag! Weitere Sowjetgrösterr verhaftet. Riga, 8. Juli. (DNB.) Aus Moskau hier eingetroffenen zuverlässigen Nachrichten zufolge, oll der Volkskommissar für Gesundheitswesen der Sowjetunion, Kaminski, seines Postens enthoben und bereits verhaftet sein. Sein Schicksal teilen die Volkskommissare für Gesundheitswesen einiger sowjetrussischer Unionrepubliken, z. B. Weißrußland. Ein weiterer Haftfall, der in den Kreisen der „alten Bolschewikis" großes Aufsehen erregte, ist das langjährige Mitglied der Kommis- sion für Parteikontrolle, Solz, der als einer der ältesten Mitarbeiter Lenins in Parteikreisen eine besondere Vertrauensstellung genoß. Auch der Vor» sitzende des Volkskommissarenrates der Großrussischen Bundesrepublik (RSFSR.) S u l i m o w, soll, wie von gut unterrichteter Seite aus Moskau ver- lautet, verhaftet worden sein. (Seine Abwesenheit auf der Mittwochsitzung des Zentraloollzugsaus- schusses der Sowjetunion war bereits ausgefallen. Die Schriftleitung.) Ferner wird von der Verhas- tung einer Reihe von Redakteuren der Mos- kauer zentralen Blätter „P r a w d a" und „I s • westija" berichtet. Was den neuen Opfern der Stalinschen Schrek- kensherrschaft im einzelnen vorgeworfen wird, bleibt, wie üblich, unbekannt. Jedoch sind diese Vorgänge eine bezeichnende Illustration zu den „demokratischen" Manövern des bolschewistischen^ Staates zu der Propaganda für „Verfassung" und „Sowjetwahlen", die aufs neue wieder in Moskau auf der Tagesordnung stehen, und die offensichtlich die Spuren der Ver- folgungs- und Terroraktionen verwischen sollen. Eine Bestätigung der vor kurzem erfolgten V e r- haftungsaktion innerhalb der sowjetamtlichen Telegraphenagentur „Taß" bringt der in Swerdlowsk erscheinende „Ural-Arbeiter" vom 3. Juli. In einer Glosse wird dort gemeldet, was die Mos- kauer Presse beharrlich verschweigt, nämlich die Verhaftung des bisherigen Direktors der Taß D o - lezki und weiterer führender Beamter der Agentur wegen „trotzkisttscher Umtriebe". Auf dem Bahnhof Friedrichstraße in Berlin traf der neue Botschafter der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken, Konstant Konstantinowitsch Ju- reniew, ein. Zu seiner Begrüßung hatten sich der Vertreter des beurlaubten Chefs bes Protokolls, Legationsrat Bolhe, sowie Vortragender Legations- rat Schliep vom Auswärtigen Amt und bie Mitglieder der Botschaft auf dem Bahnhof eingefunden. Ein Jahr Nichteinmischung. Oie Welt kann seststellen: Frankreich und England haben auf der ganzen Linie versagt. Roten in Spanien ergriffen werden sollen. Die französische Kommunistische Partei habe sich verpflichtet, bis spätestens am 15. Juli besonders in West- und Nordfrankreich 5000 Freiwillige anzuwerben und nach Spanien zu schicken. Die Moskauer Regierung habe beschlossen, den roten Machthabern in Valencia 200 Offiziere, davon 60 Flieger- und 35 Marineoffiziere, zu entsenden. Die Flieger sollen die neuen sowjetrussischen Wasserflugzeuge steuern, die kürzlich in Spanien eingetroffen seien, während die Marineoffiziere den Auftrag,hätten, die alten Torpedoboote und Hilfsschiffe der Valencia-Regierung wieder kampffähig zu machen. eingeschlfft. Die Einschiffungen erfolgen in kleinen Sport- unb Küstensegelschiffen. Die Angeworbenen kommen in der Regel von Narbonne in das Anwerbungszentrum La N o u v e l l e in einem Kraftwagen der Renault- Werke Nr. 1242/RK 9. Diese Freiwilligentransporte werden von einem Anarchisten namens Hernaz geleitet, der in Narbonne bei Lucien Casier, Mai- son „Gaillard", Route de Carvassonne, wohnt. Bei eintretender Dunkelheit geben die an der Küste liegenden Segelschiffe Leuchtsignale, die das Zeichen zum Beginn der Einschiffung sind. In der Regel gehen die Freiwilligen am Morgen nach ihrer Einschiffung in Port-Bou, in Rosas, in Llangsa oder in Palamos an Land. Es wird bekannt, daß auf der Insel Korsika Freiwilligenansammlungen von in Frankreich, Belgien usw. Angeworbenen beobachtet wurden. Die Freiwilligen werden in von Valencia und Castellon kommenden Schiffen nach Rotspanien gebracht. Vorzugsweise werden hierbei Schiffe benutzt, die nach Frankreich Fruchtladungen bringen. „Es wird bekannt, daß die Valencia-Regierung kürzlich den Ankauf von 200 schnettfahrenden Motorbooten vorgenommen hat, die mit einer Einrichtung für den Abschuß von Torpedos versehen sind. Der Preis dieser Motorboote sott 185 000 Franken pro Stück betragen. Es ist vereinbart, daß diese Boote in Gruppen von drei ober vier zunächst in französische Häfen nahe der spanischen Grenze gebracht werden, von wo sie die Weiterfahrt nach rotspanischen Häfen antreten. Bei dem Eisenbahntransport der Boote von Port-Vendres nach La Nouvelle wurden photographische Aufnahmen von diesen Booten gemacht. Die Motorboote werden erst in Spanien bewaffnet. Das hierfür bestimmte Material wurde zum Teil bei der Firma Charles le Borgne in Rouen angekauft. Dimittoff in Paris. In Frankreich wird den Bolschewisten weiter geholfen. Pa r i s, 8. Juli. (DNB.) Die politisch-literarische Wochenzeitschrift „Candide" weiß zu berichten, daß der Generalsekretär der III. Internationale, D i m i- troff, im vergangenen Monat inkognito in Paris weilte, um mit den Mitgliedern des Zentralausschusses der Kommunistischen Partei Frankreichs und des spanischen Komitees die neuen Maßnahmen zu erörtern, die zur Unterstützung der Deutliche Worte im englischen Oberhaus. London, 9. Juli. (DNB.) Im Oberhaus forderte am Donnerstag der Konservative Lord Newton den baldigen Rücktransport der in England befindlichen spanischen Flüchtlinge. Er erklärte, die Mehrzahl der Flüchtlinge sympathisiere mit den Nationalen. Die Unterbringung der Flüchtlinge in England sei von vornherein nicht mit einer (triften Neutralität vereinbar gewesen, sondern habe zur Unter- stützunader spanischen Bolschewisten und zur Verlängerung bes Bürgerkrieges in Spanien beigetragen. Die Machthaber in Valencia hätten die Takttk verfolgt, hinter Frauen und Kindern zu kämpfen und diese dann im Stich zu lassen. Frankreich und Sowjettußland hätten die größte aktive Rolle im spanischen Bürgerkrieg gefpielt. Diese beiden Mächte sollten daher auch die Flüchtlinge aufnehmen. Höchst zweifelhaft sei es, ob irgend jemand von den Flüchtlingen Lust haben werde, nach Sowjetrußland zu gehen. Lord Newton betonte bann nochmals: „Wenn Frankreich nicht seit einem Jahre an dem spanischen Bürgerkrieg teilgenommen hätte, dann wäre der Krieg bereits zu Ende." Lorb Plymouth teilte in seiner Antwort mit, der internationale spanische Unterstützungsausschuß habe sich verpflichtet, die Rückbeförderung der Flüchtlinge vorzunehmen, sobald die Umstände es erlaubten. Der britische Botschafter in Hendaye sei aufgefordert worden, einen Bericht über die Angelegenheit zu geben. Auf Grund dieses Berichtes werde der Außenminister die Möglichkeit haben, an den Flüchtlingsausschuß heranzutreten. Die englische Regierung lege der Rückkehr der Flüchtlinge nach Spanien keine Hindernisse in den Weg. Oas Sowjet-,,Paradies". Frau Litwinow verbannt? Berlin, 8.Juli. (DNB.) Von dem Transport von Freiwilligen und von Material für die rotspanischen Truppen über die französisch-spanische Grenze kann man sich aus folgenden jetzt befanntgeroorbenen Zahlen ein Bild machen, lieber Toulouse sind nach Rot- spanien abgereift: 3 Ford-Fahrgestelle, Mod. 85 15 Ford-Fahrgestelle, Mod. 85 5 Ford-Fahrgestelle, Mod. 85 v ---40 Ford-Fahrgestelle, Mod. 85. An der französischen Küste bei Na Nouoette- ©ete werden weiterhin Freiwillige nach Rotspanien Mobilisierte Mobilisierte Mobilisierte Mobilisierte - Mobilisierte. Don diesen „Mobilisierten" konnte ein großer Teil kaum spanisch sprechen In wenigen Tagen des gleichen Zeitraumes ging allein bei Den nachstehend benannten französischen Grenzorten folgendes Material nach Rotspanien: Bei derbere: f, japanische und chinesists Peiping, 9. Juli. (DNB.-Funkspruch.) (Ost- asiendienst des DNB.) Die in der Nacht zum Freitag nach Mitternacht aufgenommenen Verhandlungen, bei denen die chinesische Seite durch General Tschangyunjung, die japanische Kwantungarmee durch Major Matsui und die japanische Nordchina-Garnison durch Oberstleutnant Wachii vertreten war, führten am Freitag früh tim 4 Uhr zu einem vorläufigen W a f f e n st i l l - stand uni) zur Zurückziehung sowohl der japanischen, als auch der chinesischen Truppen. Die Bedingungen des Waffenstillstandes sehen vor, daß die chinesischen Truppen das Ostufer des Hun-Ho-Flusses und den Brückenkopf Kungtschiying (Wanpinghsien) räumen und bis auf Tschangkuotschuang, 3 Kilometer westlich vom Hun- Ho-Fluß zurückgehen. Die bisher westlich von Pei- xing in Garnison liegenden Truppen der 37. Division werden durch Einheiten der 38. Division ersetzt. Die Japaner räumen das westliche Ufer Les Hun-Ho und gehen in nordöstlicher Richtung Zurück. Die beiderseitige Räumung des Schauplatzes der Zusammenstöße wurde ent- Iprechend diesen Bedingungen sofort in Angriff genommen. Don drei kriegsstarken japanischen Kompanien rückte eine ab, während die Selben übrigen die Bewegungen der chinesischen Truppen weiter beobachten. Die chinesischen Truppenteile werden gleichfalls zurückgenommen und zunächst durch zwei Kompanien Gendarmerie ersetzt. Anscheinend führte aber ein neuerliches Mihver- ftändnis zur Wiederaufnahme der Feind- jeUg feiten, denn zwischen 5 und 6 Uhr war vus Richtung der Marco-Polo-Brücke trotz starkem Regen wieder heftiger Kanonendonner Zu hören. Nach zuverlässigen Angaben beliefen sich kdie Verluste bis zum Waffenstillstand von den Japanern auf 16 Tote und über 40 Verwundete mnd bei den Chinesen auf etwa 5 0 Tote. Sturm gegen den Jüdische llnersättli London, 8. Juli. (DNB.) Der Vorsitzende der Palästinakommission, Lord Peel, richtete am Donnerstagabend über den englischen Rundfunk einen Appell an die Araber und Ju den, die Teilungsvorschläge mit gutem Willen zu prüfen. Es 3dbe sich gezeigt, daß die Idee des gemeinsamen KILOMETER. Tiberias. Tu/keram Lydda TOTES MEER. z < cZ V- 2 T et % z Cx cZ o o z .< cZ LU LU 5 Die punktierte Fläche zeigt das für den Judenstaat i:n Aussicht genommene Gebiet, das der Korridor Jaffa-Jerusalem unterbricht. — (Scherl-M.) palästinensischen Bürgertums jeden Tag hoffnungsloser wurde. Der Ausschuß sei zu der Ueberzeugung gekcmmen, daß eine Neuordnung eintreten mußte. Die Fortsetzung des gegenwärtigen Systems würde iiu einer Katastrophe führen. Der Palästina-Bericht wurde am Donnerstag in )een Wandelgängen des Unterhauses lebhaft besprochen. Soweu. sich bisher feststellen läßt, wird die Mehrheit der Abgeordnetem den Plan unterstützen, Aus all Feierlicher Empfang der Chemiker durch die Stadt Frankfurt. NSG. Im Bürgersaal des Rathauses zu Frank- purt a. M. wurden die zur Tagung des V D C H. versammelten Chemiker aus allen Ländern feierlich empfangen. Dem Empfang wohnte neben Vertre- I'ern der Partei, der Regierung und der Wehrmacht ouch stellvertretender Gauleiter und Bürgermeister Linder bei. Oberbürgermeister und Staatsrat Dr. R r e b s gab einen geschichtlichen Rückblick auf die Vergangenheit des Vereins Deutscher Chemiker, der vor 50 Jahren in Frankfurt ins Leben gerufen worden ist, und dessen Mitgliederzahl sich von 200 heute auf 10 000 Mitglieder erhöht hat. Es ist zu erwarten, daß der Verein durch die Eingliederung n den NSBDT. einen weiteren Aufschwung nehmen wird. Nach Worten des Dankes an die Erbauer und geistigen Inspiratoren der A ch e m a VIII prach Dr Krebs den Wunsch aus, die Chemiker- Tagung möge immer in Frankfurt abgehalten werden, und gab bekannt, daß die Erhaltung und Fortführung der Kunststoff-Ausstellung durch die Stadt sichergestellt sei. Professor Dr. Duden und Dr B r e t s ch n e i - der, die sich um die Tagung und die Ausstellung besonders verdient gemacht haben, wurden von der stabt wertvolle Ehrengeschenke mit Widmung und Llrfunbe überreicht. In herzlichen Worten dankte Professor Dr. D u d en für die Ehrung und den freundlichen Empfang und übermittelte die ihm zugegangenen Grüße von Chemikern des In- und Auslandes, die an der Tagung nicht teilnehmen d vor peiping. e Truppen im Rückzug. Ernste Warnung des japanischen Kabinetts an China. Tokio, 9. Juli. (DNB. Funkspruch. Ostasien- dienst des DNB.) Das japanische Kabinett nahm in seiner Sitzung am Freitagvormittag zu den Ereignissen in Peiping eingehend Stellung. Nach Anhörung der Berichte des Außenministers, des Kriegsministers und des Marineministers wurde festgestellt, daß die Schuld an den blutigen Zwischenfällen a u f chinesischer Seite liege. Dennoch wolle sich das japanische Kabinett bemühen, eine weitere Ausdehnung der Zwischenfälle nach Möglichkeit zu verhindern. Dies setze allerdings eine gründliche Aenderung des chinesischen Standpunktes gegenüber den letzten Ereignissen und gegenüber den Rechten Japans in China voraus. Sollte wider Erwarten der Konflikt nicht beigelegt werden können und größere Ausmaße annehmen, so müsse die japanische Regierung schwerwiegende Maßnahmen ergreifen. Angesichts des Ernstes der Lage beschlossen die Minister, sich ständig zu außerordentlichen Kabinettssitzungen in Tokio bereitzuhalten. Aufschub der Reservisteuentlasiungen in Japan. Tokio, 8. Juli. (Ostasiendienst des DNB.) Alle Divisionen der japanischen Armee, die westlich'von Kioto stationiert sind, erhielten den Befehl, die am 10. Juli fälligen Reservistenentlassungen bis zur Beilegung des nordchinesischen Konflikts aufzuschieben. Der Befehl erfolgte unmittelbar nach der Warnung des Kriegsministeriums an die nordchinesischen Truppen, die Kampfhandlungen umgehend einzustellen und die besetzten Ortschaften zu räumen oder auf ernste Gegenmaßnahmen der japanischen Armee gefaßt zu sein. Palästina-Bericht, hkeit und Habgier. jedoch ist bei vielen Abgeordneten mit starker Opposition zu rechnen. Der jüdische Abgeordnete Wedgewood erklärte, die Vorschläge seien sehr schlecht. Er hoffe, daß die Juden ihnen nicht zustimmen würden (!). Von jüdischer Seite wird auch gegen den Vorschlag im Bericht opponiert, daß der künftige jüdische Staat dem bei der Teilung stark zu kurz gekommenen arabischen Staat eine finanzielle Unterstützung zahlen soll. Die ganze jüdische Unersättlichkeit und Habgier offenbart sich aber in dem Geschrei jüdischer Kreise, das ihnen zugeteilte Land sei zu klein (!). Der Zionistenführer Perlzweig erklärte, der Aufteilungsplan bedeute einen niederschmetternden Schlag für die Juden. Es würde zu einem Kampf kommen, und die Juden würden um jeden Zoll Boden kämpfen. Laut Reuter haben mehrere Abgeordnete ihre Bedenken gegen den Vorschlag geäußert, einen jüdischen Korridor von Jerusalem nach Jaffa zu schaffen. Diese Abgeordneten weisen darauf hin, daß das Experiment des poliifchen Korridors sich nicht als erfolgreich erwiesen habe. Ein arabischer Protest. Jerusalem, 8.Juli. (DNB.) Das arabische Zentralkomitee veröffentlicht einen Aufruf an die arabische Bevölkerung von Palästina, in dem es gegen die Vergewaltigung arabischen Landes protestiert, das nicht nur den Arabern in Palästina, sondern der ganzen arabischen Welt gehöre und nun an d i e Juden aus- geliefert oder zum andern Teil einem ständigen Mandat zugesprochen werden solle. So würden die heiligen mohammedanischen Stätten aus Arabien herausgeschnitten! Das Zentralkomitee ermahnt die Bevölkerung, die Ruhe zu bewahren und kündigt an, es werde sich mit den a r a b i s ch e n F ü r st e n wegen weiterer Beschlüsse in Verbindung setzen. Amerika will erst prüfen. Washington, 8. Juli. (DNB.) Die Vorschläge der englischen Peel-Kommission zur Teilung Palästinas sind Gegenstand eingehender Betrachtungen und ausführlicher Meldungen der amerikanischen Presse. Außenminister Hüll gab in der Pressekonferenz am Donnerstag bekannt, daß sich bie Regie- rung bereits seit Wochen mit dieser Frage beschäftigt habe, aber die jetzt von England vorgeschlagene Teilungsformel genauer prüfen müsse, bevor sie Stellung nehmen könne. ?r Welt. konnten. Ein Vertreter des Vereins Amerikanischer Chemiker und ein Vertreter der Norwegischen Chemischen Gesellschaft überbrachten ebenfalls Gruße und Glückwünsche. Anschließend trugen sich die Gäste in das Goldene Buch der Stadt em. Deutschlands größtes Gebäude. B e r l i n, 8. Juli.