Nr.lZl Erstes Blatt 187. Zahrgang Mittwoch, 9. Zum 1937 Erlchelm tagltd), autzer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustriert« ©tefeener Familienblätler Heimat im Bild Die Scholl» OlonatsiBesugsprets: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr .. . «.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Siesten Postscheckkonto: Kronksurt am Main 11686 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfttatsvuch- und Zteindruckerei R. Lange in Gietzen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulftratze 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8'/.UHr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rps., für Textanzeigen von 70mm Breite 60Rpf.,Platzvorschrifi nach vorh Vereinbg.25°/„ mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf .Familienanzei- gen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Oer neue 40000-Tonnen-Kreuzer „Blücher" in Kiel glücklich vom Stapel gelaufen. Gin erhebender Festakt. Kiel, 8. Juni. (DNB.) In Gegenwart des Oberbefehlshabers der Kriegsmarine, Generaladmiral Dr. h. c. Raeder, und zahlreicher Ehrengäste aus allen Teilen des Reiches lief am Dienstagmittag 12 Uhr auf der Werft der Deutschen Werke AG. Kiel der 10000-Tonnen-Kreuzer „G" unter dem Jubel der vielen Tausende glücklich von Stapel. Er erhielt den Namen „B l ü ch e r". Der Stapellauf gestaltete sich zu einem erhebenden Festakt. Kurz vor 12 Uhr traf der Oberbefehlshaber der Kriegsmarine, Generaladmiral Dr. h. c. Raeder, in Begleitung des kommandierenden Admirals der Marinestation der Ostsee Admiral Albrecht auf dem Wasserwege am Stapellaufplatz ein. Beim Anlegen wurde er durch den Flottenchef, Admiral Carls, den Festungskommandanten von Kiel, Konteradmiral M e w i s , und den Direktor der Deutschen Werke Middendorf begrüßt. Der Festungskommandant erstattete Meldung. Als der Oberbefehlshaber der Kriegsmarine mit seiner Begleitung den rechten Flügel der Abordnungen der Landmarineteile passierte, erklang der Präsentiermarsch. Generaladmiral Dr. h. c. Rae - der schritt die Front der Ehrenkompanie ab und begrüßte darauf die in der Blücherkameradschaft zusammengefaßten U e b e r l e b e n d e n des an der Doggerbank gesunkenen großen Kreuzers „Blücher". Dann begab er sich mit der Taufpatin, Frau Erdmann, zur Taufkanzel, die von der. alten und der neuen Reichskriegsflagge flankiert war. X W 'ly / - - Erstes Bildtelegramm von der Taufe: der Stapellauf des herrlichen Schiffes. — (Scherl-M.) Die Taufrede. Die Taufrede hielt der kommandierende Admiral der Marinestation der Ostsee, Admiral Albrecht, er führte folgendes aus: Im Aufbau der Kriegsmarine ist heute ein stolzer Tag. Vor unseren Augen steht ablaufbereit der Eisenrumpf eines neuen Kriegsschiffes, des schweren Kreuzers „G". Im Namen der Kriegsmarine und meines Oberbefehlshabers danke ich allen Arbeitern des Kopfes und der Hand, die das vor uns stehende Werk ersannen und erbauten. Wir wollen es nie vergessen, daß die Wehrmacht nur dann in vollendeter Form aufgebaut werden kann, wenn der deutsche Soldat und Arbeiter in guter Kameradschaft Hand in Hand arbeiten. Der Kreuzer „G" soll auf Befehl unseres Führers einen Namen tragen, der in jedem deutschen Herzen lebhaften Widerhall finden wird, den Namen des Mannes, der vor 130 Jahren in tiefster Erniedrigung die preußischen Fahnen wieder erhob und sie zu neuen Siegen führte. Klar und fest umrissen steht die nordische Führergestalt des Feldmarschalls Fürst Blücher von Wahl statt vor unseren Augen. Noch als Greis war er seinen Soldaten ein leuchtendes Beispiel unbeirrbaren Gottvertrauens, kriegerischen Mutes, zähen Durchhaltens in Not und Gefahr. Er konnte von seinen Truppen Unmögliches verlangen, wenn sein Vorwärts aus seinen blauen Augen blitzte. Die Persönlichkeit des Marschalls Vorwärts ist ein Sinnbild des Angriffgeistes in der deutschen Wehrmacht geworden. Zum dritten Male soll nun ein deutsches Kriegsschiff den Namen Blücher führen. Mit Stolz und Dankbarkeit gedenken wir dabei des Panzerkreuzers „Blücher", der in der Doggerbankschlacht am 24. Januar 1915 durch überlegenes Artilleriefeuer und Torpedotreffer schwer beschädigt unter seinem tapferen Kommandanten Freqatten-Kapitän Erdmann in heldenhaftem Kampf die Ehre der Flagge hochhielt bis zum ehrenvollen Untergang. 800 deutsche Seeleute ließen hierbei ihr Leben in treuester Pflichterfüllung Die amtliche Darstellung über den Kampf des Panzerschiffes „Blücher" schließt mit folgenden Worten: „Drei Stunden lang, während das Schiff der Brennpunkt einer überwältigenden Feuerkonzentration war, hat es keinen Augenblick aufgehört, das Feuer zu erwidern. Als ein Beispiel von Disziplin, Mut und kämpferischem Geist ist seine Haltung selten übertroffen worden." Ruhmvolle Tradition verpflichtet! So liegt auch auf dir, stolzes Schiff, ein heiliges Vermächtnis. Sei stets eingedenk derer, die unter deinem Namen in eiserner Manneszucht bis zum Tode ihre Pflicht taten! Fahre glücklich, künde überall in der Welt Macht und Ansehen des Dritten Reiches! Sei tapfer! Wenn man uns einen Krieg aufzwingen sollte, sei der erste am Feinde, kämpfe wie dein Vorgänger im Geiste Blüchers, und Gott gebe dir den Sieg! Sei treu! Sei stets eingedenk der Ehre der Flagge? Setze allezeit alle Kraft ein für das deutsche Volk und unseren Führer Adolf Hitler, dem wir auch in dieser Stunde aus dankbarem Herzen unbedingte Gefolgschaft bis zum letzten geloben, indem wir rufen: Unser Führer und Oberster Befehlshaber: Sieg Heil! Die vielen Tausende stimmten begeistert ein. Dann taufte die Witwe des Kommandeurs des Weltkriegs- Panzerkreuzers „Blücher" Frau Erdmann das Schiff mit folgenden Worten: Im Auftrage des F ü y r e r s und Reichskanzlers taufe ich dich auf den Namen „B l ü ch e r". Krachend zerbarst die Flasche deutschen Schaumweins am Bug. Wenige Sekunden der Stille, und dann glitt der Schiffsrumpf glatt und schnell unter der Begeisterung der Menge und den Klängen der Nationalhymnen m sein Element, um bald vdn den Schleppern an seinen Liegeplatz verholt zu werden. Nach dem Taufakt schritt Generaladmiral Dr. h. c. Raed er mit seiner Begleitung die Ehrenformationen der Verbände ab. Verpflichtende Tradition. Damit ist der Name „Blücher" zum drittenmal in der deutschen Marine vertreten. Die Korvette „Blücher" wurde in den Jahren 1876 bis 1878 auf der Norddeutschen Schiffsbau AG. in Kiel gebaut. Sie war zunächst Torpedoversuchs- und Schulschiff, später Wohnschiff, der Torpedoschule in Muerwik. 1908 wurde sie aus der Liste der deutschen Kriegsmarine gestrichen. Das zweite Schiff dieses Namens war der große Kreuzer „Blücher" (15 200 Tonnen), der 1907 bis 1909 auf der kaiserlichen Werft Kiel gebaut wurde und zeitweise als Artillerieschulschiff diente. 1914 trat dieser große Kreuzer zur Flotte und sank am 24. Januar 1915. Die vier Schlachtkreuzer „Seydlitz", „Moltke", „Derfflinger" und „Blücher" waren zur Doggerbank vorgestoßen, um die vorgeschobenen feindlichen Vorposten zu überraschen. Doch ein Funkspruch, den die Briten aufgefangen und auch mit Hilfe des Telegrarnrnschlllssels des kleinen Kreuzers „Magdeburg" (dieser Schlüssel ist nach der Strandung der „Magdeburg" mit anderen Geheimsachen über Bord geworfen, aber, was man auf deutscher Seite nicht London, 8. Juni. (DNB.) Wie an zuständiger Stelle mitgeleilt wird, ist zwischen Großbritannien, Deutschland, Italien und Frankreich eine praktische Einigung über die Voraussetzungen erzielt worden, unter denen Deutschland und Italien zur Flottenkontrolle zurückkehren können. Der Text der auszuarbeitenden Note wird in London ausgearbeitet, mit den drei anderen Wachten abgeftimmt und dann den beiden Parteien in Spanien übermittelt werden. Die französische Antwort auf die Fragen der englischen Regierung hinsichtlich der Sicherheitsgarantien für die an der internationalen Kontrolle beteiligten Seestreit- tröffe ist am Dienstag durch den französischen Botschafter in London im Außenaml überreicht worden. Zuversichtliche Betrachtungen der Londoner Boraenpreffe. London, 9. Juni. (DNB. Funkspruch.) Die gesamte Morgenpresse ist sich in ihren Berichten über die Verhandlungen betreffs der britischen Vorschläge darüber einig, daß zwischen den vier Ueber- wachungsmächten in allen wesentlichen Punkten Einigkeit bestehe, so daß jetzt nur noch ein fester Plan ausgearbeitet werden müsse Allgemein wird angenommen, daß die Verhandlungen bereits am Donnerstag in London beginnen werden. Der diplomatische Korrespondent der „Times" schreibt, die britische Regierung habe nun den Regierungen Frankreichs, Deutschlands und Italiens vorgeschlagen, der bisherige Meinungsaustausch über ein Abkommen über die Sicherheit der Ueber- wachungsschiffe sollte in Form unmittelbarer diplomatischer Konsultationen in London zusammengefaßt werden. In London erwarte man, daß diese Verhandlungen zu einem baldigen Abkommen zwischen den vier Mächten führen würden. Der diplomatische Korrespondent der „Morning Post" berichtet, daß jetzt ein Kompromiß zu- standegekommen sei, durch das die britischen Einwußte, von den Russen aufgefischt und an die Engländer weitergegeben worden) entziffert hatten, veranlaßte den Admiral I e l l i c v e mit starken See- ftreitfräften auszulaufen. Es kam zur Schlacht an der Dogger bank. Ungleich waren die Kräfte verteilt. Wenn auch die deutsche Artillerie ausgezeichnet schoß und dem Gegner hart zusetzte, so konnte sie die Überlegenheit der Engländer nicht wettmachen, zumal auf dem „Seydlitz^ und später auch auf dem „Blücher" Pulverbrände entstanden. Der „Seydlitz" wurde in seiner Kampfkraft geschmälert, blieb aber intakt, doch der „Blücher" verlor zusehends an Fahrt. Er mußte, da es auf deutscher Seite galt, sich einer drohenden Umklammerung durch heranrückende neue britische Streitkräfte zu entziehen, den Kampf allein bis zum bitteren Ende durchfechten. War er auch schon völlig zusammengeschossen, brannte er lichterloh, so gab die wackere Mannschaft nicht nach. Schließlich konnten nur noch die Geschütze im letzten Turm feuern. Schuß auf Schuß wurde hinausgejagt, obwohl das Schiff bereits regungslos dalag, von der britischen Artillerie zusammengetrommelt und mit sieben Torpedos belegt wurde. Doch niemand dachte daran, die Flagge zu streichen. Mit wehender Flagge ging der „Blücher", nachdem er den Rückzug der übrigen Streitkräfte gedeckt hatte, unter. wände gegen die Forderung individueller Vergeltungsmaßnahmen im Falle eines Angriffes zufriedengestellt worden feien. Man arbeite jetzt eine neue Formulierung aus, die dann Berlin zugestellt werde. Wenn Deutschland zustimme, könne man ein gleiches von Italien erwarten. Obwohl sich Valencia und Burgos bisher ziemlich halsstarrig gezeigt hätten, bestehe doch Hoffnung, daß auch sie z u st i m m e n würden. Der diplomatische Korrespondent des „Daily Herald" erklärt, der nächste Schritt auf dem Wege zum normalen Funktionieren des Nichteinmischungsausschusses bestehe in einem kleinen „Botschafterausschu ß", dem der französische, italienische und deutsche Botschafter sowie der britische Außenminister angehörten, und der dis Aufgabe haben werde, die Vorschläge der britischen Regierung auf einen annehmbaren Nenner zu bringen. In allen Punkten scheine jetzt Einigkeit zu bestehen. Der Nichteinmischungsausschuß werde dann den Vorschlag der Botschafter in die endgültige Fassung bringen. Es sei anzunehmen, daß der Nichteinmischungsausschuß dem Vorschlag zustimmen werde. „Sv auf wie aeewiat." Delbos' Bericht int Ministerrat. Paris, 9. Juni. (DNB. Funkspruch.) Der „Matin" berichtet über die außenpolitische Berichterstattung, die Außenminister D e l b o s im Ministerrat am Dienstag gab, und in der er in Ueber- einstimmung mit den verschiedenen Presseankündigungen mitteilte, daß sich Deutschland und England in der spanischen Ueberwachungsfrage s o g u t w i e geeinigt hätten. Es sei eine Vergleichslösung zuständegekommen, die die Einrichtung von Sicherheitszonen und die vorherige Befragung der Mächte im Angriffsfalle vorsehe. Minister D e l- b o 5 habe vor seinen Kollegen auf die Schwierigkeit hingewiesen, die die Abgrenzung zwischen den von deutscher Seite geforderten Notwehrrecht einerseits und die der Notwendigkeit einer gegenseitigen Befragung anderseits biete. Nach Ansicht des französischen Außenministers seien aber diese Schwierigkeiten nicht unüberwindlich. Einigung in der Lleberwachungssrage. Llebereinstinnnunq in allen wesentlichen punkten. IasZeichenderKemidschast Arn 1. Mai d. I. stiftete der Führer und Reichskanzler den „V e r d i e n st o r d e n vorn Deutschen Adler". Im Artikel 1 der Satzung heißt es, daß dieser Orden zur Ehrung ausländischer Staatsangehöriger verliehen werden soll, die sich um das Deutsche Reich verdient gemacht haben. Seine höchste Stufe ist das Großkreuz, während die übrigen vier Gruppen des Ordens als Verdienstkreuze bezeichnet werden. Wenn nunmehr der italienische Regierungschef diese größte Auszeichnung erhielt, die das nationalsozialistische Deutschland zu vergeben hat, so ist dieser Akt das Sinnbild einer doppelten Ehrung. Denn einmal wird dadurch der hohe innere Wert offenbar, der dem neugeschaffenen Orden eignen soll. Alle Männer, die späterhin mit dem Großkreuz ausgezeichnet werden, wie soeben der jugoslawische Ministerpräsident und Außenminister Dr. S t o j a d i n o w i t s ch , werden auch die Ehre zu schätzen wissen, daß Mussolini der erste Träger des Ordens war. Zum andern aber bedeutet der Verleihungsakt auch für den Schöpfer des faschistischen Italiens eine außergewöhnliche Anerkennung, ja mehr als bas, eine Würdigung von histori- fckem Rang. Nicht nur die Tatsache, daß der Duce als erster Staatsmann das Großkreuz vom Deutschen Adler erhält, sondern auch die Form, in welcher der Führer diese Handlung vorgenommen hat, berechtigt zu einer solchen Feststellung. In der Urkunde, welche der deutsche Botschafter in Rom überreicht, fehlen die üblichen Sätze, die der internationale Verkehrston sonst bei ähnlichen Gelegenheiten vorschreibt. Ihr Inhalt hat vielmehr ein ganz persönliches Gepräge. Statt der Routine des Kanzleibeamten spüren wir die Handschrift des Führers. Der Orden soll nicht nur ein Sinnbild des deutsch-italienischen Einvernehmens, sondern mehr noch das Zeichen einer persönlichen Freundschaft zwischen Adolf Hitler und Mussolini sein. Das Siegel, mit dem später einmal das Kapitel der europäischen Nachkriegsgeschichte abgeschlossen wird, wird die Namen dieser beiden Männer tragen. Es sind nicht die verschlungenen, zufallsreichen Wege der Tagespolitik, welche den Führer und den Duce einander nahegebracht haben. Sie fanden sich im letzten Grunde wohl als Beauftragte einer höheren Macht, als Vollstrecker des Lebenswillens ihrer jungen Völker, als Träger einer Mission, die das Schicksal befahl. Schon 1922 gelangte der Faschismus zur Macht, der Nationalsozialismus erst 1933. Aber wie wesensverwandt trotz der Verschiedenheiten im äußeren Ablauf der Ereignisse dieser Kampf um die völkische (Erneuerung in Deutschland und Italien war, das hat niemand früher erkannt als Adolf Hitler, lieber die Gedanken, die Adolf Hitler in dem entscheidenden Jahre 1923 bewegten, schreibt er in seinem Kampfbuch folgendes: „In dieser Zeit faßte ich tiefste Bewunderung für den großen Mann südlich der Alpen, der in heißer Liebe zu seinem Volke mit den inneren Feinden Italiens nicht paktierte, sondern ihre Vernichtung auf allen Wegen und mit allen Mitteln erstrebte. Was Mussolini unter die Großen dieser Erde einreihen wird, ist die Entschlossenheit, Italien nicht mit dem Marxismus zu teilen, sondern, indem er den Internationalismus der Vernichtung preisgab, das Vaterland vor ihm zu retten." Die Straßen der internationalen Politik, auf denen sich Deutschland und Italien in den folgenden Jahren bewegten, führten oft auseinander, und manchmal kreuzten sie sich. Es kam die Annäherung im Jahre der nationalsozialistischen Revolution und es kam der Tag von Stresa, an dem Italien scheinbar in die Front unserer Gegner einschwenkte. Aber es folgte dann im Juni 1934 der Besuch des Führers in Venedig, und das Band, das damals im Park der Villa Reale von beiden Männern in ernster Zwiesprache geknüpft wurde, ist schließlich immer fester geworden und hat sich heute zur Achse der europäischen Politik entwickelt. Das österreichische Zwischenspiel, das vorübergehend einen Schatten auf den gemeinsamen Weg warf, wurde am 11. Juli vorigen Jahres beendigt. Die Störungsoersuche, die von dritter Seite unternommen wurden, um die deutsch-italienische Freundschaft zu sprengen, sind gleichfalls gescheitert. Die Welt wird künftig damit rechnen müssen, daß das Verhältnis zwischen Berlin und Rom nicht allein von wirtschaftlichen und machtpolitischen Interessen bestimmt ist. Ev. Die votmsch-ruimmsche Zusammenarbeit. Anerkennung Moscickis für die Haltung der rumänischen Jugend. Warschau, 9. Juni. (DNB. Funkspruch.) Die Presse veröffentlicht auch weiter ausführliche Berichte über den Aufenha11 des polnischen Staatspräsidenten in Bukarest. Während eines Empfanges habe, so berichtet die "PAT", der polnische Staatspräsident sich mit einer Reihe hervorragender Persönlichkeiten unterhalten. Auch König C a ro l habe eine lange Aussprache mit dem polnischen Außenminister gehabt. Die halbamtliche Agentur Iskra schreibt, daß der polnische Staatspräsident besonders die Haltung der rumänischen Jugend anerkannte, die er während des Jugendfestes im Bukarester Stadion kennen lernte. Man habe das Stadion mit der starken Ueberzeugung verlassen, daß das Schutzbündnis zwischen Polen und Rumänien in der jungen Generation genau so stark verankert sei, wie in der Auffassung ihrer Schöpfer. Der verbrecherischeLleberfall auf daspanzerschiff,,Deutschland" Berichte des Befehlshabers der deutschen Geestreitkraste in Spanien über die Vorgänge in Ibiza. — Oie bolschewistischen Klugzeuge einwandfrei als Angreifer festgestellt. Berlin, 8. Juni. (DNB.) Nachdem nunmehr die eingehenden Berichte des Befehlshabers der deutschen Seestreitkräfte in Spanien vorliegen, wird im Folgenden der Tatbestand des Vorfalls von Ibiza nochmals in allen Einzelheiten der Öffentlichkeit mitgeteilt: In der zweiten Maihälfte befanden sich die beiden deutschen Panzerschiffe „Deutschland" und „Admiral Scheer" und die vier Torpedoboote „Seeadler", „Albatros", „Leopard" und „Luchs" zur Ausübung der Seekontrolle auf dem Deutschland vom internationalen Nichteinmischungsausschuß zugeteilten Küstengebiet an der ostspanischen Küste. Um den Besatzungen bei ihrem anstrengenden Dienst Ruhezeit zu gewähren und Vorräte zu ergänzen, liefen die Schiffe einzeln verschiedene naheliegende spanische, französische und englische Häfen an. Aus diesem Anlaß lag „Albatros" vom 22. Mai ab auf der Reede von Palma. Hier erfolgte am 26. Mai der bekannte Luftangriff, durch den „Albatros", der englische Flottillenführer „Hardy" und einige italienische Schiffe durch Bombeneinschläge in ihrer unmittelbaren Nähe in Mitleidenschaft gezogen wurden und auf dem italienischen Hilfskreuzer „Barletta" eine Bombe detonierte, die sechs italienische Offiziere tötete. Um eine weitere Gefährdung der deutschen Schiffe auszuschalten, wurde von diesem Vorfall ab vom Anlaufen des Hafens von Palma durch deutsche Seestreitkräfte Abstand genommen. Das Panzerschiff „Deutschland" ankerte daher ab 29. Mai auf der Reede von Ibiza. Die in der ausländischen Presse aufgetauchte Behauptung, daß die „Deutschland" dort nicht hätte ankern dürfen, ist unzutreffend. Abgesehen davon, daß auch die Ueberwa- chungsstreitkräfte der anderen beteiligten Seemächte, wie zum Beispiel England und Frankreich, sich laufend in verschiedenen rot- und weißspamschen Häfen aufhalten, ist festzustellen, daß der kleine Hafen von Ibiza nicht als Flottenstützpunkt der Nationalspanier angesehen werden kann und als solcher auch nicht benutzt wird. „Deutschland" lag als einziges Kriegsschiff auf der Reede vor Anker. In seiner Nähe hatte das im Dienste der deutschen Kriegsmarine stehende Tankschiff „Neptun" geankert. Im Hafen vcm Ibiza lag das deutsche Torpedoboot „Leopard" an der Mole, weißspanische Streitkräfte oder Dampfer lagen weder im Hafen oder auf der Reede, noch überhaupt in Sichtweite. Arn 29. Mai gegen 19 Uhr erfolgte ein überfallartiger Angriff von zwei Bombenflugzeugen auf die „Deutschland". Die Maschinen flogen über Land aus Richtung der tiefstehenden Sonne und warfen mehrere Bomben auf das in Ruhe liegende Panzerschiff, von denen zwei trafen. Für die Flieger war bei der geringen Flughöhe eine Verwechselung der „Deutschland" mit einem weißspanischen Schiff ausgeschlossen. „Deutschland", die abwehrbereit zu Anker lag, konnte Abzeichen und Typ der Flugzeuge gegen die Sonne nicht erkennen und hatte nach der ganzen Lage keinen Grund, unerkannte Flugzeuge unter Feuer zu nehmen. So kam es, daß diese als Angreifer erst festgestellt wurden, nachdem sie die Bomben geworfen hatten. Tatsächlich ist sowohl vom Panzerschiff „Deutschland" wie auch vom Torpedoboot „Leopard" kein Schuß gefallen. Während des Flugzeugüberfalles wurden Teile der rotspanischen Flotte, und zwar die Kreuzer „Li- bertad" und „Mendez" auf etwa 28 Kilometer, vier Zerstörer in 14 bis 15 Kilometer Entfernung gesichtet. Wenige Minuten nach dem Bombenangriff erfolgte eine Landbeschießung durch die roten Zerstörer. Alle Angaben der Valencia-Machthaber über den Waffengebrauch der deutschen Kriegsschiffe sind unwahr. Entweder haben diese Machthaber im Bewußtsein ihrer Schuld absichtlich die Unwahrheit gesagt, oder die Flugzeugführer haben ihre ruchlose Tat durch eine solche Lüge zu verdecken versucht. Es handelt sich somit um einen unprovozier- t e n Ueberfall der rotspanischen Flugzeuge, die einwandfrei als die Angreifer fest« g e st e l l t sind. Da ein Teil der Besatzung der „Deutschland" in Ruhe war und deshalb zahlreiche Mannschaften sich in ihren ungeschützten Wohnräumen im Vorschiff aufhielten, entstanden durch den einen der Bombentreffer die erheblichen Verluste an Toten und Verwundeten. Als Vergeltungsmaßnahme für diesen verbrecherischen Anschlag wurden am 31. Mai morgens die Befestigungen und militärischen Anlagen bes Seehafens von Almeria durch die deutschen Seestreitkräfte beschossen, wobei das Feuer durch zwei Batterien erwidert worden ist. Es muß betont werden, daß die roten Machthaber durch den Nichteinmischungsausschuß zu verschiedenen Malen ernstlich dahin verwarnt worden sind, kriegerische oder als solche zu deutende Handlungen gegen die Kontrollstreitkräfte zu unterlassen. Oer Gouverneur von Gibraltar antwortet dem Oberbefehlshaber der Kriegsmarine. Berlin, 8. Juni. (DNB.) Der Gouverneur von Gibraltar hat dem Befehlshaber der deutschen Spanien st reit- kräfte folgendes Telegramm zur Weitergabe an den Oberbefehlshaber der Kriegsmarine übermittelt: „Ich bitte Sie, an Admiral Raeder, den Oberbefehlshaber der deutschen Kriegsmarine, meinen herzlichen Dank für sein überaus freundliches Telegramm zu übermitteln, das ich allen Beteiligten bekanntgegeben habe. Es war für die britischen See- und Landstreitkräfte und für Aerzte und Pflegepersonal eine gern übernommene Pflicht, alles zu tun, was in ihren Kräften stand, um ihren Kameraden bei dem furchtbaren Geschick, das ihnen zugestoßen war, zu helfen. General Ha ring ton, Gouverneur von Gibraltar." Rote Bomben aus Frauen, Kinder und Kranke. Oer bolschewistische Flieger-Ueberfall auf Saragossa. Ein erschütternder Augenzeugenbericht. Berlin, 8. Juni. (DNB.) Der „Zeitungsdienst Graf Reischach" meldet aus Pamplona: Vor kurzem wurde Saragossa, ein wichtiges Industriezentrum Spaniens, in geradezu barbarischer Weise von bolschewistischen Fliegern mit Bomben belegt. Vermittelten schon die ersten kurzen Meldungen über das Bombardement dieser dicht besiedelten Arbeiterstadt den Eindruck einer in ihrer Grausamkeit beispiellos dastehenden G r e u e l t a t, so wird dieser Eindruck noch verstärkt durch den Bericht eines Augenzeugen, der zur Zeit des Bombardements in Saragossa weilte und der die Stunden des Fliegerangriffs als die schrecklichsten seines Lebens bezeichnete. Aus dem Augenzeugenbericht geht zweifellos hervor, daß es die bolschewistischen Flieger nicht nur auf die Zerstörung der industriellen Anlagen abgesehen hatten, sondern vor allen Dingen darauf, durch die Bombardierung von Häuserblocks, Krankenhäusern und offenen Plätzen die Bevölkerung in eine Panik zu versetzen und zu demoralisieren. Die Stadt liegt gänzlich außerhalb der Kampfzone. Von einem militärischen oder strategischen Angriffsziel kann nicht im geringsten die Rede sein. Militärische Objekte sind in Saragossa überhaupt nicht vorhanden. Der Augenzeugenberichl gibt ein erschütterndes Bild von den furchtbaren Wirkungen der Bombenabwürfe. „Die roten Flieger gingen bis auf geringe höhe herunter. Sie suchten sich ihre Ziele förmlich aus, hauptsächlich waren es, wie ich selber feststellen konnte, belebte Straßen, Arbeitersiedlungen. Eine Bombe schlug in einen Kindergarten ein, wo 16 Kinder getötet und die doppelte Anzahl schwer verletzt wurde. Lin Bild unvergeßlichen Grauens! Zwei Bomben fielen auf ein Hospital. Drei Aerzte, mehrere Krankenschwestern und einige Kranke wurden getötet. Wie ich erfuhr, schlug die erste Bombe gerade ein, als ein schwer kranker Patient auf dem Operationstisch lag. Infolge des Bombenabwurfs wurde die Operation unterbrochen. Der Patient konnte nicht gerettet werden. Die mörderische Absicht der bolschewistischen Flieger kam brutal zum Ausdruck in einem Bombenabwurf auf eine Badeanstalt. Glücklicherweise verfehlte sie hier ihr Ziel. Die Bombenabwürfe haben geradezu grauen- erregende Verwüstungen ungerichtet Ich sah Häuser, von denen kaum noch die Grundmauern stehen. Zahlreiche Familien sind obdachlos. Eine genaue Totenziffer hat sich noch nicht ermitteln lassen. Jedoch ist die Zahl der Opfer groß! Unmittelbar nach dem Bombardement wurden photographische Aufnahmen von den Verwüstungen und den einfach entsetzlichen Bildern gemacht, die sich dem Auge boten." Soweit der Augenzeugenbericht. Das uns vorliegende Bildmaterial gibt eine Anschauung von der beispiellosen Brutalität, mit der die Flieger hemmungslos und in sadistischer Mordgier durch ihre Bombenabwürfe gewirkt haben. Es sind Bilder von ganzen Gruppen getöteterKinber und Frauen. Wir sehen die Wirkungen der Einschläge auf die Kathedrale „La Seo" und die Zerstörungen in dem Wohnviertel der Arbeiter. Es wäre zu wünschen, daß dieses Bildmaterial den politischen Instanzen aller Hauptstädte der Welt zur Einsicht gelangen würde, damit jene unangebrachte Objektivität gegen die Piraten von Valencia endlich durch eine dem tödlichen, wirklichen Ernst der Lage entsprechende Betrachtung der mörderischen Methoden ersetzt wird, mit denen die spanischen Bolschewisten wehrlose Kinder töten. Wieder zwei Klosterbrüder mkoblenz vor Gerichl Koblenz, 8. Juni. (DNB.) Die Dritte Große Strafkammer des Landgerichts Koblenz hatte sich am Dienstag wieder mit zwei Fällen sittlichen Vergehens von Klosterbrüdern zu befassen' Der erste Angeklagte, der 42jährige barmherzige Bruder August Bauer, genannt Bruder Fidelis, ist im Kriege viermal verwundet und als pflichttreuer Soldat mehrfach ausgezeichnet worden. Weil er „einen Akt der Menschenliebe erfüllen wollte", ist er mit den idealsten Vorstellungen 1920 bei den heute so Übel berüchtigten Barmherzigen Brüdern in Montabaur eingetreten und machte den üblichen Ausbildungsgang durch. Als er dann bald nach der Niederlassung in Hadamar kam, nahm den völlig Ahnungslosen ein Vorsteher des Klosters, der wenig rühmlich bekannte Bruder Eligius — Bruder Eligius hat es vorgezogen, seinen Aufenthalt nach Holland zu verlegen — „in die Lehre". Und nun erlag auch ein Mann wie Bruder Fidelis, der fromm erzogen war, im Kriege für fein Vaterland gekämpft hatte und von seinen militärischen Vorgesetzten als vorbildlicher Soldat geschildert wird, der Atmosphäre sittlicher Verkommenheit, die im Kloster herrschte. Für die „Gefälligkeiten", die er ausgerechnet dem Brudervorsteher erwies, bekam er von diesem Apfelsinen und andere kleine Geschenke. Einmal verdorben, machte er sich nun an einen Pflegling heran und verübte mit diesem die vom Brudervorsteher erlernten widerlichen Schmutzereien. Erschütternd war es anzusehen, als der jetzt 25jährige Zeuge, an dem als minderjährigem Knaben diese Schandtaten verübt worden waren, bei der Schilderung der mit ihm von den Klosterbrüdern begangenen Gemeinheiten in Tränen aus- brach. Dre Staatsanwalt befürwortete bei dem Angeklagten, der die ttefste Reue zeigte und seine Verfehlungen offen zugibt, mildernde Umstände, da er im Krieg mehr als seine Pflicht getan habe und offenkundig nur ein Opfer des Klostersumpfes geworden sei. Das Gericht verurteilte ihn unter Zubilligung mildernder Umstände zu einer G e - fängnisstrafe von einem Jahr. Eine Fülle von Scheußlichkeiten kam in der zweiten Verhandlung zur Sprache, die gegen den 28- jährigen Franziskanerbruder Georg Bengel, genannt Bruder Kreszentius, aus Kärlich bei Koblenz geführt wurde. Der Bruder war im Alter von 19 Jahren in Waldbreitbach eingetreten, hatte 1929 die zeitlichen, 1933 die ewigen Gelübde abgelegt. 1930 kam er nach Köln und hatte im Dom Dienste als Küster zu tun. Auch dieser Bruder Kreszentius war, wie schon so viele andere Brüder, in Waldbreitbach verdorben worden. Sein Verführer hat sich übrigens noch rechtzeitig vor der strafenden Gerechtigkeit nach Lugano in Sicherheit bringen können. In Köln gab Bruder Kreszentius als Dom- küster feine in Waldbreitbach erworbenen „Kenntnisse" an die mit ihm in Berührung kommenden Pfleglinge, Gehilfen, Messediener und andere weiter. Während einer Dombeleuchtung verging er sich in der scheußlichsten Weise an einem Pflegling. In dem neben der Sakristei des Domes liegenden Bibliotheksaal fröhnte er seinen perversen Gelüsten. In dem der Andacht und der Erbauung gewidmeten Räumen des Domes machte er sich an seine Opfer heran und beging mit diesen Scheußlichkeiten, die zu beschreiben unmöglich sind. Als der Angeklagte 1936 nach Kreuznach versetzt wurde, fand er dort in Bruder Novatius einen würdigen Genossen seines schändlichen Tuns, der inzwischen ebenfalls den Staub von seinen Füßen geschüttelt hat und im Ausland lebt. Aus dem offenen Geständnis des Angeklagten und den klaren Aussagen der Zeugen entwickelte sich ein so LPD. Frankfurt a. M., 8. Juni. Im Zuge der Neuordnung des Deutschen Rechts hat der Präsident der Akademie für Deutsches Recht, Reichsminister Dr. Frank, in Zusammenarbeit mit dem Reichsjustizministerium und den beteiligten Partei- unb Reichsdienststellen einen Ausschuß für die E r- neuerung des G. m. b. H. - R e ch t s eingesetzt. Zum Vorsitzenden ist der Prof, für Handels- und Wirtschaftsrecht an der Universität Frankfurt a. M., Dr. Friedrich Klau sing berufen. Prof. Dr. Klausing eröffnete die Sitzung mit einem Gedenken an den Führer, begrüßte den Reichsminister Dr. Frank, den Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger und den Staatsrat und Oberbürgermeister Dr. Krebs. Dann ergriff Reichsminister Dr. Frank bas Wort unb führte etwa folgenbes aus: Dem Ausschuß für G. m. b. H.-Recht fällt eine Aufgabe zu, bie in besonberem Maße Sachkunbe, wirtschaftlichen Weitblick unb rechtspolitischen Takt erfordert. Sie stellt sich in gewisser Hinsicht als eine Fortsetzung ber Arbeiten bar, bie ber Aktienrechtsausschuß so erfreulich bewältigt hat. Nicht in ber Binbung an irgenb ein starres Schema vollzieht sich grauenvolles Bild sittlicher Verkommenheit, daß viele Zuhörer, die zum erstenmal einer derartigen Verhandlung folgten, entfett erklärten, sie würden nie mehr wiederkommen, sie hätten mehr als genug. Der Staatsanwalt wies auf die ungeheuerliche Blasphemie hin — die nicht die erste ihrer Art ist, denn in den Prozessen sind mehrere ähnliche Entwürdigungen bereits erörtert worden —, mit der der Angeklagte die jedem Christen heiligen Hallen des Kölner Domes als Schauplatz dieser seiner ekelerregenden Schandtaten mißbraucht und entweiht habe. Die Verhandlung habe wieder gezeigt, daß diese klösterlichen Sittlichkeitsverbrecher mit einer Selbstverständlichkeit Dinge schildern, die anderen Menschen unbegreiflich, abstoßend und widerlich erscheinen. Was der Angeklagte gemacht habe, sei für bie ganze Einstellung ber Orbensbrüber charakteristisch. — Das Urteil lautete wegen Vergehens gegen § 175 in vier Fällen auf zwei Jahre sechs Monate Gefängnis. Als ftrafmilbernb würbe berücksichtigt, baß der Angeklagte als junger Mann in den Orden gekommen und der dort üblichen Verführung erlegen fei, sowie sein offenes und reumütiges Geständnis. die weitgespannte und in die letzten Tiefen unseres völkischen Rechtswvllens und unserer Rechtsüber- 3eugungen hineingreifende Tätigkeit unserer Ausschüsse. Mit dem Abschluß ber gesetzgeberischen Aufgaben im Aktienwesen war ber Zeitpunkt gekommen, auch bie Reform ber übrigen g e - sellschaftlichen Unternehmungen, ins- besonbere der „Gesellschaft mit beschränkter Haftung" innerhalb selbständiger Ausschüsse vorzubereiten. Der Ausschuß wird sich mit der grundsätzlichen Frage zu beschäftigen haben, ob gerade diese eigenartige Associationsform, übrigens eine charakteristische Schöpfung deutscher Gesetzgebungskunst, für alle Zeiten beibehalten werden soll. Ich begrüße es, baß ber Ausschuß auf bie Tagesordnung seiner ersten Sitzung die Frage nach ber Notwen- bigteit ber G. m. b. H. gestellt hat. Er wirb in seinen ersten Beratungen gewiß noch keine enbgül- tigc Antwort darauf geben, vielmehr wirb es einläßlicher Untersuchungen bedürfen, über bie praktische Verwendung ber G. m. b. H. in Jnbustrie, Hanbel und Verkehrswesen. Nachdem der Minister sich mit der Einmann - gesellschaft, bie mehr als 25 o. H. aller G. m. b. H.s ausmacht, und in kurzen Zügen auch mit ber Familiengesellfchaft dieser Unter» Ltm die Rechtserneuerung der GmbH. Reichsminister Or. Frank vor dem Ausschuß für GmbH -Recht in Frankfurt. nehrnungsforrn beschäftigt hatte, ging er im einzelnen auf bie Aufgabengebiete des Ausschusses näher ein, der sich zunächst auf gesetzgebungspolitische Vorschläge unb Anregungen beschränken wirb. Rich- tungsweisenb wirb babei die Arbeit des Aktien-- rechtsausschusses sein können. Die Ausschüsse der Akademie, so fuhr er fort, dürfen sich niemals einseitig in das Detail ihrer Sonderausgaben verstricken und stets den Blick aus die große Linie eines geschlossenen Erneuerungswer- kes richten müssen. Gleichzeitig mit dem Auftrag zur Bildung eines Ausschusses für G. m. b. H.-Recht habe ich entsprechende Aufträge für den Zusammentritt von Ausschüssen für Personalgesellschaften, Handelsstand- unb Handelsgeschäfte unb für Rechtsfragen des Wirtschaftsaufbaues erteilt. Sie haben ihre Arbeit in lebendiger Fühlungnahme untereinander zu vollziehen. Was wir im Endziel anstreben ist die neue volkstümliche, wirtschaftsfördernde G. m. b. H., unb ich hoffe, dem Führer in absehbarer Zeit melden zu können, daß die Akademie für Deutsches Recht das weite Feld unserer Dolks- ordnungen in hingebender und folgerichtiger Arbeit unter sorgfältiger Beobachtung der rechtstatsächlichen Gegebenheiten unb aller praktikablen Möglichkeiten untersucht, krittsch gesichtet unb einen nationalsozialistischen Entwurf zu einem neuen G. m. b. H.-Gesetz gefertigt hat. Zweckmeldung über den Danziger Bischofssitz. Ein Versuchsballon interessierter Kreise. Danzig, 7. Juni. (DNB.) Das amtliche Organ ber NSDAP, in Danzing, „D e r Danziger V o r p o st e n", beschäftigt sich in großer Aufmachung mit gewissen Meldungen der polnischen Presse, wonach Veränderungen in der Besetzung des Danziger Bischofssitzes be- vorstehen sollen. Es heißt, daß ein großer Teil des katholischen Klerus mit dem derzeitigen Bischof Graf O ' R o u r f e, der irischer Nationalität ist und vordem im Baltikum und in Rußland tätig war, unzufrieden ist. Die polnische Presse hat diese Gerüchte aufgegriffen und dazu benutzt, eine Ankündigung loszulassen, daß der jetzige Bischof zurücktre- ten und durch einen polnischen ersetzt werden soll. Als Kandidat gilt nach den Meldungen der polnischen Presse Prälat Lisiecki, der jetzt in Pelplin seinen Sitz hat. An diese Nomenierung wird die Folgerung geknüpft, daß die Diözese Danzig, die seit der Freistaatsgründung selbständig war, mit der polnischen Diözese Pelpin, die zu Pommerellen gehört, zu einem Bistum verschmolzen werden soll. Der „Danziger Vorposten" schreibt dazu: „Da ber Danziger Regierung wohl bie Gerüchte über bie Abberufung bes jetzigen Bischofs bekannt finb, nicht aber bie Zuteilung bes Danziger Gebiets unter einen Bischof, der polnischer Nationalität ist unb in Polen refibiert, auch nur in irgenbeiner Form einer amtlichen Danziger Stelle angetünbigt ist, barf man vermuten, baß interessierte polnische Kreise lediglich einen Versuchsbal- l o n gestartet haben. Der barin zum Ausbruck form menbe Wunsch, bie beutschen Katholiken Danzigs unter polnischen Einfluß zu nehmen, paßt nämlich zu den Bestrebungen politischer Kreise in Polen, bie polnische Verwaltung auf Danzig zu erstrecken unb im Danziger Gebiet neue Mittel ber Polonisierung in bie Hanb zu bekommen, um nach ben bisher mißlungenen Versuchen bes Seelenkaufs über die unter polnischer Verwaltung stehende Eisenbahn in Danzig erneut Vorstöße an einer anderen Front zu unternehmen." Das Blatt betont, daß man nicht über den Kopf der aufgeklärten Danziger Bevölkerung hinweg ohne weiteres Entscheidungen treffen kann, die Lebens-, Herzens- und Svuoeränitätsfragen Danzigs sind. „Deshalb ist anzunehmen", schließt das Blatt, „baß bie gekennzeichneten Pläne, bie zu bestehen scheinen, für eine Verwirklichung feine Aussicht haben werben". Keine Aenderung der britischen Währungspolitik London, 8. Juni. (DNB.) Der Schatzfanzler Sir John Simon gab im englischen Unterhaus bie erwartete Erflärung über bie Wäh - rungspolitif ab. Er betonte, baß sich an ber britischen Währungspolittf, wie sie in ber Erflä- rung vor ber Weltreichsfonferenz 1933 unb bem Drei-Mächte-Abfommen vom September vorigen Jahres festgelegt sei, nichts ändern werde. Es sei fein Wechsel in dieser Politif beabsichtigt und auch nichts darüber vor die Weltreichsfonferenz gefommen. Simon erflärte weiter, daß diese Politif auch ben Kauf ober Derfaus von Gold umfasse, um unberechtigte Schwankungen in den Währungskursen zu verhindern. Die Abmachungen des Drei«Mächte-Abfommens hätten zur vollsten Zufriedenheit der beteiligten Regierungen gearbeitet, unb es stehe augenblicklich feine Aenberung zur Erörterung. ♦ London, 9. Juist. (DNB. Funkspruch.) Die Londoner Frühpresse begrüßt allgemein die Er- flärungen, die der neue Schatzfanzler Sir John Simon über bie Währungs- unb Zollpolitik Großbritanniens am Dienstag im Unterhaus abgegeben hat unb die auf Fortführung der heutigen Währungspolitik abgestellt waren, als befriedigend. Allerdings heben einige Blätter hervor, daß Simon feinen endgültigen Bescheid gegeben, sondern nur von „absehbarer Zeit" gesprochen habe. Diese Tatsache nimmt „Daily Heralb" zum Anlaß, um zu behaupten, Simon habe gestern wohl einen Sieg baoongetragen; diejenigen aber, die England zum Goldstandard zurückbringen wollten, nämlich bestimmte Finanzfreise, die am Gold selbst interessiert seien, würden trotzdem von ihren Bestrebungen nicht ablassen. Ein Abkommen zur Regelung des Walfangs. London, 8. Juni. (DNB.) In London wurde am Dienstag zwischen ben Regierungen ber Süd- afrifanischen Union, ber Vereinigten Staaten von Norbarnerifa, ber Republif Argentinien, bes Australischen Bunbes, bes Deutschen Reiches, bes Vereinigten Königreiches von Großbritannien unb Nordirlcmd, bes Irischen Freistaates, Neuseelands unb Norwegens ein Abfornrnen zur Regelung bes Walfanges unterzeichnet. Das Abkommen will ben Wal burch Schonzeiten unb Schongebiete vor Ausrottung schützen. Vom Zauner zum Sauern. -bon Otto Corbach Als vor einem Jahrzehnt in der nordamerikanischen Union die „zweite industrielle Revolution", d. h. die durchgängige Mechanisierung der landwirtschaftlichen Betriebsformen zu durchschlagender Wirkung gekommen war, ohne daß sich die Kehrseite ihrer Medaille schon weiten Kreisen bemerkbar gemacht hatte, feierte „New York Times" Thomas D. Campbells, den Besitzer der größten Weizenfabrik, als den tonangebenden „Ueberfarmer", als „Bahnbrecher landwirtschaftlicher Technokratie von gleichem Format wie Ford auf dem Gebiete der Autoindustrie". Er hatte im südlichen Teil von Montana an den Ostausläufern der Rocky-Mountains nicht weniger als 38 OOO Hektar einer einzigen Farm botmäßig gemacht. Je 4000 Hektar hatten als Grundlage einer Gliedwirtschaft zu dienen. Jede Einheit war mit einer Wasserpumpstation, einer Werkstätte mit Schmiedefeuer, Bohrmaschinen und ausreichendem Werkzeug für kleine Reparaturen und aus Wellblech hergestellten Silos ausgestattet. Feldlager mit Holzbaracken für Menschen und Maschinen hatten gewissermaßen einen europäischen Gutshof zu ersetzen. Die Baracken blieben den Winter über unbewohnt. Landwirtschaftliche Tiere gab es überhaupt nicht. Die Oberleitung hatte in der Stadt Harbin ihren Sitz, wo sie über ein Bürohaus mit Dutzenden von Arbeitsräumen, Getreidespeicher mit automatischer Fördereinrichtung, Bahnanschluß usw. verfügte. Wie man die Wälder vorher mit mechanischen Mitteln beschleunigt abgeholzt hatte, so wurde seit dem Versagen europäischer Getreideüberschußgebiete während des Weltkrieges durch mechanisierte Farmbetriebe der Restbestand an Prärie und Weide zu Ackerland beschleunigt umgepflügt. Die große Wirtschaftskrise gab dieser Bewegung zunächst nur einen neuen starken Antrieb. Farmen, die außer mit Traktoren mit modernen Mähdreschern arbeiteten, konnten jeweils den ersten Hunger der Nachfrage am schnellsten befriedigen und däher die günstigsten Preise erzielen; sie waren im übrigen imstande, selbst bei den niedrigsten Preisen noch glänzend zu verdienen. Kleine und mittlere Betriebe dagegen brachen massenhaft zusammen, um von Banken aufgekauft, zu „Ketten" vereinigt und unter einheitlicher Leitung wirksamer maschini- siert und mechanisiert zu werden. Immerhin brachte nun gesteigerte Erzeugungsfähigkeit im Zusammenhänge mit unaufhaltsamer Schrumpfung des Weltmarktbedarfs eine solche Anstauung preisdrückender Vorräte mit sich, daß nicht nur die große Mehrheit der Farmer nur mit öffentlichen Mitteln über Wasser gehalten werden konnte, sondern auch den Ueberfarmern um ihre Gottähnlichkeit bange zu werden begann. Der Segen der Natur hatte sich dank hemmungsloser Mechanisierung des Arbeitsvorganges in einen Fluch verwandelt. Es kostete nun mehr Mühe, unerwünschte Wirkungen technischen Fortschrittes zu bekämpfen, als menschlicher Arbeitsaufwand bei der Beschaffung „erspart" wurde. Um den Weltmarktpreis nicht sinken zu lassen, wurde Weizen waggonweise verfeuert, wurden Baumwollballen an den Stapelplätzen verbrannt, Vorräte, die in den Seehäfen lagerten, ins Meer geschüttet. Das geschah in den Vereinigten Staaten wie in allen Ländern, für die sie Schrittmacher landwirtschaftlicher Technokratie gewesen waren. In Kanada ließ man Gebiete, die mit Winterweizen bepflanzt waren, abweiden; in Argentinien wurden reife Weizenfelder einfach umgepflügt. In der Union aber wurden auf Jahre hinaus öffentliche Mittel in gewaltigem Ausmaße dafür geopfert, Farmer dafür zu entschädigen und zu belohnen, daß sie einen Teil ihrer Felder nicht bestellten. Das änderte aber nichts daran, daß Traktor und Mähdrescher fortfuhren, in Gegenden, die sich für eine dichte Besiedlung und gründliche Bodenbestellung nicht eigneten, auf fabrikmäßige Weise große Gewinne aus halbtrackener Erde herauszuschlagen. Da aber folgten Iahre beispielloser Dürre kurz auseinander. Auf riesigen Flächen, die die „Ueberfarmer" der sie vorher schützenden Grasnarbe beraubt hatten, wurde d i e Ackerkrume pulverisiert und zum Spielball der Winde gemacht. Stürme von einer Heftigkeit, wie sie selbst in den Vereinigten Staaten noch kaum erlebt wunden, rasten über Kansas, Nebraska und Wyoming, über Teile der beiden Dakotas, die Hälfte Colorados, Striche Iowas und Missouris, die größte Hälfte Oklahomas und die nördlichen Gegenden von Texas dahin und brachten Verderben oder Elend für die Bevölkerung in einem Raume von 750 000 Quadratkilometer mit sich. Hier wurde die oberste Bodendecke in die Luft gehoben, bis die gelben Wolken die Sonne völlig verschleierten, um nichts zurückzulassen als groben Kies, dort wurden Felder und Siedlungen mit einer Sandschicht überzogen, Brunnen verschüttet, Mensch und Tier der Gefahr des Erstickens ausgesetzt. In manchen der am ärgsten heimgesuchten Bezirke mußten nachher vier Fünftel der Bevölkerung öffentlich unterstützt werden. Während natur- fremde Technologen in ihren Studierstuben noch immer ausrechneten, daß das Volk der Vereinigten Staaten feine Anbaufläche bei bester Ausnützung auf einen kleinen Bruchteil zufammenscbrümpfen lassen "könnte, gaben Tausende und aber Tausende von Farmern den Kamps gegen die wachsende Wüste auf. Viele irrten ratlos den Städten zu, wo sie abgerissen, ausgehungert anlangten und Beschäftigung suchten. Wagemutigere zogen aus, in noch unerschlossener Wildnis ihr Glück als Pioniere zu versuchen. Wie vor Jahrzehnten die Ansiedlerscharen in die Prärien strömten, deren unabsehbare Weiten dem Weizenbau unbegrenzte Möglichkeiten zu bieten schienen, so ging nun der Zug nach Norden in die Buschgebiete. Kundschafter wurden vorausgeschickt, geeignete Plätze zu neuer Niederlassung ausfindig zu machen. Wieder rollten die alten hohen Planwagen, mit vier bis sechs Pferden, zuweilen auch Rindern, bespannt, über die Prärie. Alte Leute, mit von der Last der Jahre und der Arbeit gebeugten Rücken und pergamentenen harten Gesichtern, Mütter mit Säuglingen an der Brust, junge Männer, die unterwegs durch Gelegenheitsarbeit etwas Geld zu verdienen suchten, legten auf diese Weise Hunderte von Kilometer zurück. Sie vertrauten auf die Errungenschaften moderner Züchter, um noch hart an der Grenze Neuraths Besuch in Belgrad. Amtliche Mitteilung über das Ergebnis. B e I g r a b , 8. Juni. (DNB.) Nach Abschluß der amtlichen Besprechungen zwischen dem Reichsaußen- mlnlster Freiherrn von Neurath und dem jugoslawischen Außenminister Dr. Stojadino- witsch fand im hiesigen Außenministerium ein Presseempfang statt. Freiherr von Neurath führte aus, daß er von der herzlichen Aufnahme, die er in Belgrad gefunden habe, auf das angenehmste berührt sei. Anläßlich des Empfangs durch den Prinzregenten Paul und einer Aussprache mit ihm habe er Gelegenheit gehabt, die hohe Einsicht und den weiten Blick des Prinzregen- ten zu bewundern. Die eingehenden Unterhaltungen mit Dr. S t o j a d i n o w i t s ch hätten ihm nur das Bild bestätigt, das er sich von ihm gemacht habe, bevor er ihn kannte. Dr. Stojadinowitsch sei ein Mann von großem Weitblick, der die Dinge real betrachte und meistere. Wenn er, so führte Freiherr von Neurath weiter aus, aus Jugoslawien scheide, so werde er die besten Eindrücke mitnehmen. Im Anschluß daran verlas Freiherr von Neurath die zwischen ihm und Dr. Stojadinowitsch vereinbarte amtliche Mitteilung über das Ergebnis seines Besuches. Sie läutet: „Der deutsche Reichsminister des Aeußern, Freiherr von Neurath, stattete in den Tagen vom 7. bis 9. Juni der königlich-jugoslawischen Regierung feinen Besuch ab. Das wiederholte Zusammensein des Reichsministers mit dem Ministerpräsidenten und Außenminister Dr. Stojadinowitsch bot den willkommenen Anlaß, alle Deutschland und Jugoslawien gemeinsam interessierenden Fragen eingehend zu erörtern. Die von gegenseitigem aufrichtigem Vertrauen getragenen Unterredungen haben gezeigt, daß die beiderseitigen Auffassungen über die politische Lage und über den Nutzen einer friedlichen Zusammenarbeit der beiden Staaten überein stimmen. Die Gespräche haben den Wunsch und den Willen auf beiden Seiten erneut bekräftigt, auf dem Wege der Vertiefung der wechselseitigen Beziehungen dem Werk des allgemeinen Friedens zu dienen. So hat der Besuch des Reichsministers in der jugoslawischen Hauptstadt auf beiden Seiten die Ueberzeugung gefestigt, daß die Politik beider Staaten dem gleichen Ziele dient und einen wesentlichen Beitrag zur Befriedung in Europa darstellt." Sie polnische presse über die Belgrader Besprechungen. Warschau, 9. Juni. (DNB. Funkspruch.) Die polnische Telegraphenagentur berichtet aus Belgrad über den- Besuch des Reichsaußenministers von Neurath und bringt die amtliche Verlautbarung über die Ergebnisse der Belgrader Besprechungen im Wortlaut zum Abdruck. Die polnische Presse unterstreicht in ihren Überschriften, daß sich aus dem Besuch des Reichsaußenministers in Belgrad eine engere Zusammenarbeit zwischen Iu- goslawien undDeutschland ergeben werde, und daß die Ansichten der beiden Staaten über die politische Lage vollständig übereinstimmten. * Sofia, 8. Juni. (DNB.) Der bevorstehende Besuch des Reichsaußenministers von Neurath steht im Vordergrund der politischen Aufmerksamkeit und beschäftigt die Oeffentlichkeit und die Presse auf das lebhafteste. Die Zeitungen, die sympathisch gehaltene Lebensabrisse des Reichsaußenministers bringen, unterstreichen immer wieder, daß ihm in Sofia ein sehr herzlicher Empfang zuteil werden wird. „Deutschland wild eine suhlende Rolle spielen." Gin bemerkenswertes Urteil der „Times" über die Lage aus dem Balkan. London, 9. Juni. (DNB. Funkspruch.) Die „Times" befaßt sich in einem Leitartikel unter der Überschrift „Berlin und die Donau" mit der Lage auf dem Balkan, die von dem Blatt günstig beurteilt wird. Jugoslawien, Bulgarien und Ungarn hätten sich in den letzten Jahren hauptsächlich auf wirtschaftlichem Gebiet mit Deutschland berbunben. Diese Verständigung habe die Länder nicht daran gehindert, ihre Aktionsfreiheit intatt zu halten. Es fei natürlich, daß Deutschland mit seinem großen wachsenden Handel und seinem politischen Interessen in Mittel- und Südosteuropa die Gelegenheit wahrgenommen habe, einen Minister in dieses geschäftige diplomatische Zentrum zu entsenden. Bulgarien und Ungarn seien in einem Sinne etwas weniger frei als Jugoslawien, neue Verbindungen aufzunehmen, da sie beide Revisionshoffnungen hegten, die weder sie noch ihre Nachbarn vergessen könnten. Doch in diesem Jahre hätten die Führer der beiden Länder eine engere Zusammenarbeit mit Jugoslawien ins Auge gefaßt, und neue Freundschaften bahnten sich an. Vier Einflüsse arbeiteten auf dem Balkan, nämlich Deutschland, Frankreich, Italien und das, was man vage als Donauzusammenarbeit bezeichne. Eines vor allen Dingen fei sicher, nämlich, daß neues Vertrauen herrsche. Frankreichs System der Bündnisse habe auf der letzten Tagung der Kleinen Entente einen Rückschlag erlitten. Italiens Einfluß scheine im Süden durch die albanische Politik und das Abkommen mit Jugoslawien gestärkt zu sein. Deutschlands Handelsbeziehungen zum Balkan befänden sich im ständigen Wachsen. Ganz allgemein könne man sagen, daß die zentraleuropäischen Staaten sich fähiger fühlten, zu achtenswerten Abmachungen auf wirtschaftlichem Gebiet zu gelangen. Nichts könne besser sein, als wenn Mitteleuropa eine derartige friedfertige Entwicklung durchmache auf dem Wege von Verhandlungen, bei denen Deutschland eine führende Rolle spielen werde und spielen müsse. des nördlichen Polarkreises Neuland unter den Pflug zu bringen. Selbst nach Alaska kamen in den letzten Jahren gegen 15 000 enttäuschte Farmer aus der Union, nicht um Gold zu finden, sondern um Acker- und Weideland als Grundlage eines neuen, mühevollen, aber unabhängigen Farmerdaseins zu suchen. Mit den Sandstürmen, die über den ausgedörrten Boden der großen nordamerikanischen Ebene fegten, verbanden sich die Ueberschwemmungska- tastrophen am Mississippi und Ohio, um die landwirtschaftlichen Probleme der nordamerikanischen Union gewissermaßen auf den Kopf zu stellen. War man auf der einen Seite von dem Gespenst der Ueberergeugung erlöst, so erhob sich dafür riesengroß die zwingende Notwendigkeit, für das Verhältnis zwischen Mensch und Boden eine neue Lösung zu finden, die nur in gerade entgegengesetz- t e r Richtung gesucht werden konnte als wohin der Weg führte, auf der der „Ueberfarmer" an der Spitze marschierte. Die Versteppung und Wüstenbildung im mittleren Westen der Union schreitet in einem Tempo fort und die Senkung des Grundwasserspiegels, die ein solcher Vorgang nach sich zieht, macht diese Wandlung so unwiderruflich, daß der Zeitpunkt gar nicht mehr so weit entfernt liegt, wie man früher wähnte, wo das Volk der Vereinigten Staaten auf den gewohnten Raumkomfort bei Bestellung des Bodens verzichten muß. Das hat zu bedeuten, daß der Weg des typischen Farmers auch für amerikanische Verhältnisse schließlich in die Irre führen muß. Solange ungenutztes brauchbares Land in erreichbarer Nähe zur Verfügung steht, braucht weder das Verharren an einem gegebenen Standort, noch die größtmögliche Ergiebigkeit einer Fläche von bestimmter Ausdehnung eine besondere Rolle zu spielen. Man kann, wenn man den Boden an einer Stelle ausgesogen hat, jederzeit anderwärts jungfräulichen Boden unter den Pflug nehmen und man kann feinen Vorteil dabei finden, viel Land flüchtig statt wenig gründlich zu bestellen, zumal sich bei „extensiver" Wirtschaft technische Hilfsmittel am vorteilhaftesten ausnutzen lassen. Nimmt man den Ertrag einer Ackereinheit als Maßstab, so ist ja die amerikanische Landwirtschaft noch heute außerordentlich rückständig, da in dichtbevölkerten europäischen Ländern oft drei- bis viermal soviel aus einem Hektar herausgewirtschaftet wird, als im Lande der „unbegrenzten Möglichkeiten". Nun haben, nicht zuletzt dank hemmungsloser Mechanisierung der Landwirtschaft, in den Halbtrockengebieten seit 1930 40 000 Familien mit einem Personenbestande von 175 000 Menschen ihre Farmen aufgegeben, um auf städtischem Boden zu stranden und dort bitterster Armut zu verfallen. Im Mississippi-Gebiet aber wurden nicht weniger als rund eine Million Menschen durch Ueberschwem- mung obdachlos und umsiedlungsreif. Für diese Massen unverschuldet entwurzelter Landleute, wie für diejenigen städtischen Opfer „technologischer Arbeitslosigkeit", die dem Landleben nicht hoffnungslos entfremdet find, gibt es keine andere Rettung, als daß man die amerikanische Landwirtschaft im allgemeinen wieder mehr auf überwunden geglaubte europäische bäuerliche Betriebsformen zurückführt, was ja durchaus nicht bedeutet, daß man auf alle Errungenschaften moderner Technik verzichten soll. Präsident Roosevelt hat diesen Zwang zur Rückanpassung erkannt. Er hat auch recht, wenn er daran erinnert, daß der gemeine Mann in den Vereinigten Staaten einst von nichts lieber träumte, als auf eigener Farm eine Familie zu unterhalten und zu Wohlstand bringen zu können. Die amerikanische Natur selbst hat neuerdings dem rücksichtslos alles nutzbare Land „traktorisie- renden" und maschinisierenden „Ueberfarmer" ihr Menetekel zugerufen. Man muß sich wohl oder übel daran gewöhnen, wieder je Ackereinheit mehr Menschen- und weniger Maschinenarbeit aufzuwenden, will man nicht im Innern Nordamerikas die Wüste in einem Tempo wachsen lassen, das vielleicht in Jahrzehnten an Verödung zuwegezubringen vermag, wozu es in Nordafrika ober Mittelasien Jahrtausende bedurfte. Roosevelt will ein „Bundesamt für den mittleren Westen" ins Leben gerufen wissen, das den Kampf gegen die wachsende Wüste planmäßib führen soll. Man braucht dazu Mensch und Der, die Maschine nur insoweit, wie sie weder das Gesicht der Landschaft schändet, noch menschliches Wohlergehen auf eigener Scholle beeinträchtigt. Ein Aufwand von mehreren Milliarden Dollar scheint für Umsiedlungs-, Aufforstungs- und Stromregulierungszwecke gesichert. Es fragt sich nur, ob nicht das Volk der Vereinigten Staaten seiner vorwiegend bäuerlichen Vergangenheit in der alten Welt zu weit entrückt ist, um wieder in genügendem Umfange an eine schollengebundene Lebensweise gewöhnt werden zu können. Italien begrüßt die Zurückweisung englischerpresselügen durch Deutschland Rom, 8. Juni. (DNB.) In der römischen Abend- preffe wird unter Wiedergabe deutscher Pressestimmen mit Genugtuung davon Kenntnis genommen, wie das DNB. die phantastischen Behauptungen des „Sunday Chronicle" und des „Daily He- rald" als Lügen entlarvt hat. „Tribuna" erklärt in einem redaktionellen Kommentar, die Waffen, die von den Völkerbundsmächten in so großzügiger Weise dem Negus geliefert worden seien, befänden sich heute im italienischen Besitz. Italien kenne also ihre Marken und ihre Herkunft. Diese plumpe Lüge von deutschen Waffenlieferungen, mit der man Unfriede säen wolle, werde in Italien ebenso beurteilt wie in Deutschland. Der Berliner Korrespondent des „Giomale d'Jtalia" schildert gleichfalls an Hand von Presseftimmen eingehend die deutsche Stellungnahme zu diesem Manöver und unterstreicht die Zurückweisung, die das im „Daily Herald" erschienene Märchen der Entsendung von 10- bis 40 000 italienischen Spanienfreiwilligen durch die deutsche Presse erfährt. Ausstellung einer Goethebüste in derMailanderWIioseksMrozjM Mailand, 9. Juni. (DNB.) In der Biblioteca Ambrosiana in Mailand wurde ein von Professor Walter Flemming (Dresden) aeschaffenes Bronze standbild Goethes feierlich eingeweiht, das einige begeisterte deutsche Verehrer der Stadt Mailand geschenkt haben. Der Enthüllung des Denkmals ging eine Festveranstaltung voraus, an der der Deutsche Botschafter in Rom, v. H a s s e l l, der Herzog von Turin, der italienische Minister für Volksbildung, Alfieri, die Vertreter der Behörden von Mailand, der NSDAP., der Deutsch-Italienischen Kulturgesellschaft teilnahmen. Generalkonsul W i n d e l s würdigte die Bedeutung Italiens für Goethe als Mensch und Künstler. Sodann erläuterte der Präfekt der Ambrosiana, Msgr. Galbiati, dem in erster Linie das Verdienst für die Durchführung des Denkmalplanes zukommt, in deutscher Sprache die Gründe, die zu der Aufstellung des Standbildes in Mailand geführt hätten. Er zeigte die Größe Goethes in feinen Dichtungen und seiner Persönlichkeit auf und bezeichnete ihn als ein Symbol des deutschen Gei st es und aller, die die deutsche Sprache sprechen. Nachdem der Vortragende die Bedeutung Goethes für die Ausgestaltung der geistigen Beziehungen zwischen Deutschland und Italien in früheren Zeiten und besonders heute hervorgehoben hatte, dankte er allen, die an der Verwirklichung des Denkmalplanes beteiligt feien, vor allem den deutschen Stiftern und dem Minister A l f i e r i. Roter-Kreuz-Orden l.Slaffe fürGigli. Mailand, 8. Juni. (DNB.) Am Vorabend der Einweihuna des Goethe-Standbildes in der Mailänder Biblioteca Ambrosiana fand im Haus des deutschen Generalkonsuls Windeis eine Feier statt, an der der deutsche Botschafter in Rom, von Hassell, die Spitzen der Mailänder Behörden, die Vertreter der NSDAP, und zahlreiche Persönlichkeiten aus Wissenschaft und Kunst teilnahmen. Generalkonsul Windels überreichte dem großen Sänger Benjamino G i g l i als Anerkennung für die Verdienste um die kulturelle Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Italien im Auftrage der Reichsregierung den Orden des Roten Kreu- ze s 1. Klasse. Sie römische presse begrüßt die Auszeichnung Mussolinis durch den Führer. Rom, 8. Juni. (DNB.) Die Nachricht über die Verleihung des Großkreuzes des Verdienstordens vom Deutschen Adler durch den Führer und Reichskanzler an Mussolini wird von den römischen Zeitungen an bevorzugter Stelle unter Wiedergabe des Wortlauts der Verleihungsurkunde veröffentlicht, deren politische Bedeutung noch besonders durch den Hinweis unterstrichen wird, daß Mussolini als er st er ausländischer Staatsmann vom Führer mit dieser Auszeichnung geehrt wird. Daß die gleiche Auszeichnung auch Graf C i a n o zuteil geworden ist, und daß der Führer diesen Freundschaftsbeweis dem Duce und seinem Mitarbeiter zur gleichen Zeit zum Ausdruck bringt, wird in der Presse auch unter Hinweis auf die deutschen Pressestimmen besonders stark beachtet. Englische Stimmen zum Italien-Besuch Blombergs. London, 8. Juni. (DNB. Funkspruch.) Im Zusammenhang mit der großen Ftottens chau in Neapel sowie der Ueberreichtung des Adler- Ordens an Mussolini beschäftigen sich mehrere Blätter noch einmal mit dem Besuch Blombergs in Italien. Ganz allgemein wird dabei hervorgehoben, daß dieser neue deutsche Orden, der ausschließlich für Ausländer bestimmt ist, zum ersten Male verliehen worden sei. Außerdem geben die Blätter die Erklärung Blombergs über seine Eindrücke von den italienischen Rüstungen wieder. In der „Morning Post" heißt es, daß der Besuch als Sinnbild für das völlige politische Zusammengehen zwischen Rom und Berlin betrachtet werden könne. Der römische Vertreter des „Daily Telegraph" hebt hervor, daß lediglich vertrauliche Besprechungen über die Stärke ' der italienischen Seestreitkräfte, der Luftwaffe und des Landheeres stattgefunden hätten. Ausbau Der amerikanischen Handelsflotte. W ashington, 9.Juni. (DNB. Funkspruch.) Präsident Roosevelt teilte in der Pressekonferenz mit, er habe den Bundeskongreß um die sofortige Bewilligung von zunächst 10 Millionen und später weiteren 150 Millionen Dollar zum, Ausbau der Handelsmarine ersucht. In Amerika seien außer einigen Tankdampfern seit Jahren keine Schiffe mehr für den Passagier- oder Frachtdienst gebaut worden. Es sei also hohe Zeit, daß Amerikas Handelsflotte aufgefrischt und erweitert werde. Das Geld wird den Reedereien als langfriftige Anleihen, die bis zu 75 v. H. des Baupreises betragen können, zur Verfügung gestellt. Die Regierung hat gleichzeitig für lange' Jahre das Kontrollrecht über die Verwendung dieser hypothekarisch belasteten Schiffe. Sie kann also ihren Verkauf verhindern und bei internationalen Verwicklungen die Reedereien veranlassen, sich der jeweiligen Regierungspvlittk zu fügen. Die neuen Handelsdampfer werden fo gebaut werden, daß sie im Kriegsfall als H i l f s k'r i e g s s ch i f f e verwendet werden können. Den Grund für die plötzliche Eile hat Präsident Roosevelt nicht mitgeteilt, jedoch erfährt man an zuständiger Stelle, daß die Londoner Reichskonferenz den unmittelbaren Anstoß zu diesem Entschluß gegeben hat, insofern, als dort beschlossen wurde, Kanada beim Bau von zwei großen Passagier- und Frachtdampfern zu unterstützen, die zwischen Nordamerika und Australien verkehren und der amerikanischen Schiffahrt Konkurrenz machen sollen. (Die A- Dürzüge den PALM O LIV E ” It <1S tCrCremC, die entschieden: O Starke Schaumentwicklung O Gründliche Barterweichung O Kein Schaumeintrocknen O Kein Spannen und Brennen der Haut In Normaltuben RM.0.50 IngroßenTuben R M.1.10 Aus aller Welt. Schon 600 000 Besucher auf der Ausstellung „Gebt mir vier Jahre Seif!“ Der Zustrom der Besucher zu der großen Reichsausstellung „Gebt mir vier Jahre Zeit!" hält mit unverminderter Stärke an: Schon jetzt, 14 Tage vor Beendigung der Ausstellung, haben rund 6 0 0 0 0 0 Besucher aus ganz Deutschland die fesselnde Ausstellung besichtigt. Allein am letzten Sonntag trafen aus allen deutschen Gauen 29 Sonderzüge ein, die einen großen Teil der 52 000 am Sonntag gezählten Besucher mitbrachten. Bemerkenswerterweise sind unter den Besuchern sehr zahlreiche Ausländer, die ihre uneingeschränkte Bewunderung für die umfassende und einzigartig gestaltete Leistungsschau zum Ausdruck bringen. Verleihung der Rettungsmedaille, durch den Führer. Berlin, 8.Juni. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler hat folgende Auszeichnungen verliehen: Die Rettungsmedaille am Bande: dem Arbeitsmann Gerhard Kaiser in Martinau in Oberschlesien, dem Unteroffizier Alfred Keßler in Potsdam, dem Obergefreiten Johann L a l l m a n n in Ludwigsburg in Wttbg., dem Stabsschreibergast Gerhard M o e b u s in Wilhelmshaven, dem Stellmacher Bernhard R a ch n e r in Reppersdovf (Kreis Jauer), dem Revier-Oberwachtmeister der Wasserschutzpolizei Joseph Rosenbaum in Neuwied am Rhein, dem Unterfeldwebel Dagobert Winter in Crossen an der Oder. Die Erinnerungsmedaille für Rettung aus Gefahr: dem Oberverwaltungsmaat Heinz Bernhardt in Kiel, dem Unteroffizier Horst S ch e r b a r t h in Berlin, Wehrersatzinspektion. Reue llnglückssülle bei der britischen Luftflotte. Das vergangene Wochenende brachte für die englische Luftstreitkräfte schwere Verluste. Insgesamt stürzten vier Militärflugzeuge ab, wobei sieben Personen ihr Leben ein büßten. Damit erhöht sich die Zahl der Unglücksfälle bei der englischen Luftstreitmacht in diesem Jahr auf 39 und die der dabei ums Leben gekommenen Menschen auf 61. Fünf weitere Vesahungsmitglieder des „Hindenburg“ kehren heim. Mit der „Europa" trafen fünf weitere Mitglieder der Besatzung des verunglückten Luftschiffes „H i n- denburg" in Bremerhaven ein. Außerdem befanden sich an Bovd der Europa fünf Mitglieder der deutschen Untersuchungskommission. Neuer Segelstugweltrekord für Frauen. Ein neuer Frauenweltrekord i m Segelfliegen wurde von einer Schülerin der Reichssegelfliegerschule Homberg, der 20jährigen Eva Schmidt, aufgestellt. Die aus Pommern stammende Segelfliegerin legte mit dem Segelflugzeug v —Albsperber die 255 Kilometer betragende Entfernung vom Homberg nach Mühltroff bei Plauen im Vogtland zurück und überbot damit den bisherigen Weltrekord von Flugkapitän Hanna R e i t s ch um 35 Kilometer. Schachmeisterturnier in Vad Elster. Das Meisterturnier des deutschen Schachbundes, das in Bad Elfter in neun Runden ausgetragen wurde, hat bei seiner ausgezeichneten Besetzung meisterliche Kämpfe ergeben, aus denen schließlich R e l l st a b mit sieben Punkten als Sieger heroor- ging. Die gleiche Punktzahl, jedoch, bei schlechterer Wertberechnung, erreichte Bogoljubow. Mich e l (Nürnberg) und der deutsche Meister Richter kamen auf sechs Punkte, Pelikan (Tschechoslowakei) folgt mit fünf Punkten. Sämisch erreichte viereinhalb Punkte; B l ü m i ch (Leipzig) schasste vier, Polzer drei, Großer zwei Punkte und Ullrich einen Punkt. Von der Pariser Weltausstellung. In zehn Tagen wurde die Pariser Weltausstellung von insgesamt 541 324 Personen besucht. Die Kolonialausstellung zählte in den ersten Tagen 796 126 Besucher. Die Besucherzahl der Weltausstellung belief sich am letzten Sonntag auf 136028 und am Samstag auf 68 792. Der Wordübersall auf den Bauern Strecker. Die Mordtat an dem Bauern Strecker, der am 28. Mai auf dem Weg zu seinem Hofe in Wollendorf überfallen und durch vier Schüsse meuchlings niedergeschossen wurde, an denen er wenige Stunden später st a r b, konnte aufgeklärt werden. Der Täter wurde bereits gefaßt. Es handelt sich um den 16jährigen Lehrling Hermann Steine- b ä ck e r aus Wollendorf. Außerdem wurde wegen ungesetzlichen Waffenoerkaufs der 68jährige Waffenhändler Peter Legaye aus Andernach verhaftete, der ebenso wie der jugendliche Verbrecher ein umfassendes Geständnis ablegte und dem Neuwie- der Amtsgericht zugeführt wurde. Schließlich wurde noch der Bruder des Mörders, der 25jährige Friedrich S t e i n e b ä ch e r aus Irlich, festgenommen, da er sich in unerlaubtem Besitz einer Waffe befand und höchstwahrscheinlich wußte, daß sein Bruder eine Pistole besaß. Amokläufer tötet 15 Personen. Ein Amokläufer, der bereits 13 Verwandte getötet hatte, darunter seine Frau, drang in das Dorf Futtul im nördlichen Teil der Insel Luzon (Philippinen) ein und erschlug zwei spielende Kinder mit einem Beil. Er soll geschworen haben, mindestens 24 Personen zu ermorden. Alle Versuche der Polizei, ihn zu fassen, blieben bisher ohne Erfolg. Anwetterschäden in der Provinz Sachsen. Weite Teile des Kreises Schweinitz im Osten der Provinz Sachsen wurden von einem Unwetter heimgesucht, das sich durch einen W i r b e l st u r m ankündigte, der die ganze Gegend verdunkelte. Besonders in Schlieben und Schweinitz wurde großer Wasserschaden angerichtet. Bäume wurden entwurzelt und Telegraphenstangen geknickt. Weite Ländereien sind überschwemmt und verwüstet. In dem Dörfchen Froßmarke im Osten des Kreises erschlug der Blitz drei junge Männer, die vor dem Gewitter in einer Hütte Schutz gesucht hatten. Schweres Unglück in einem mexikanischen Dorf. Von einer schweren Katastrophe wurde der mexikanische Bergwerksort Tlalpujahua betroffen. Nachrichten, die in der Hauptstadt einlausen, besagen, daß unter Umständen die gesamte Bevölkerung, man spricht von 500 Einwohnern, bei der Katastrophe den Tod gefunden hat. Bisher sind 2 9 Leichen geborgen. Tlalpujahua ist ein in der Nähe von El Oro gelegener Ort, der hauptsächlich von Bergarbeitern bewohnt wird. Durch die starken Regengüsse der letzten Tage wurde der Berghang unterspült, so daß die Halden in Bewegung gerieten. Die Katastrophe ereignete sich in der Nacht. Ein Schlammstrom ergoß sich über den schlafenden Ort. Ein großer Teil der Häuser, manche Meldungen sprechen sogar von allen Anwesen, wurde vollkommen verschüttet. Es wurden sofort Rettungsexpeditionen entsandt und eine großzügige Hilftsaktion in die Wege geleitet. Kleine politische Nachrichten. I Die polnische Presse meldet aus Budapest, daß als erstes Ergebnis der durch die kürzliche Reise des polnischen Kultusministers nach Ungarn herbeige- führten polnisch-ungarischen An n ä h e - rung in Budapest demnächst ein polnisches Kulturinstitut nach dem Muster des ungarischen Institutes in Warschau gegründet werden soll. Chinesischer Fmanzmmister Or.Zung in Berlin. Berlin, 9. Juni. , 5t)iiltiicbf K. Kolb l.Thörner Aachs. Ludwigstraße 40 5u16a Rui 3355 Tüchtiger hmeosriskiu und Bubikovf- schneider, flotter Arbeiter, der Gelegenheit bat, sich im Damenfach gut einzuardeit., Tür sof. gesucht. Schr.Angeb.unt. 02911 and.Gieß. Anzeiger erbet. Tüchtiges,solides in allen Hausarbeiten erfahr. Weininättn das kinderlieb ist, für bald 0. später in gute Dauerstellung gesucht. Zu erfragen in d. Geschäftsstelle d. Gieß. Anz. iouD MlZieer möglichst separat per sofort auf 14 Tage eventl. länger zu mieten gesucht. Schristl. Angebote unter 02909 a.d. Gieß. Anzeiger erbet. 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Einmal durch die Sammlung und Verwertung der in 17 Millionen Haushaltungen bisher brach liegenden Rohstoffmengen und ferner durch Umstellung auf vorhandene und neu erfundene Rohstoffe. Was an wiederoer- arbeitungsfähigem Material in den Haushaltungen bisher ungenutzt schlummert, davon macht man sich nur schwer eine Vorstellung. Es gibt keinen Haushalt, in dem sich nicht Teile von unbrauchbar gewordenem Handwerkszeug, zerbrochene Haushaltungsmaschinenteile, angesammelte Metallteile aller Art, Stoffreste, Lappen, Papier und dergl. fänden, deren Erfassung und Wiederverarbeitung einen doppelten Vorteil bietet. Fließen diese Rohstoffe wieder in den Kreislauf des Produktionsprozesses, dann werden wir nicht nur unabhängiger von der ausländischen Rohstoffeinfuhr und sparen an Devisen, sondern die Aufarbeitung der Abfall-Rohstoffe bindet auch Arbeitskräfte und wird dazu beitragen, die letzten Arbeitslosen in den Produktionsprozeß einzuschalten. Es muß aber von vornherein vermieden werden, der Rohstoffsammlung den Anstrich einer einmaligen Entrümpelung des Haushaltes zu geben, denn es kommt ganz besonders darauf an,' daß nach der ersten großen Erfassung aller vorhandenen Rohstoffe, die laufend entstehenden Abfälle regelmäßig der Wiederverarbeitung z u - f l ießen und daß hierdurch schon automatisch ein Teil des Rohstoffbedarfs laufend gedeckt wird. Hier kommt es auf die entscheidende Mitarbeit jedes einzelnen Haushalts an und es ist nur eine Gewöhnung der Familienmitglieder erforderlich, um das Wiederverwertbare vom Nutzlosen zu unterscheiden und nicht in den Müll-, sondern in den Abfallkasten zu werfen. Eine sogenannte Abfallkiste, die nicht zu klein sein darf, wird man zweckmäßig in jedem Haushalt bereitstellen. Und was soll nun in dieser Kiste gesammelt werden? In erster Linie alle Metallabfälle, also leer gewordene Konserven- und Milchbüchsen, unbrauchbar gewordene Nägel, Haken und Schrauben, alle unbrauchbar werdenden Metallgeräte, auch leere Tuben von Zahncreme, Hautcreme usw. Sta- niol, sogenanntes Silberpapier wie es zu Umhüllungen von Schokolade und Zigaretten verwendet wird. Ferner alle Lappen und Flicken, jeder Rest von Wolle, Baumwolle und Leinen, auch Reste von Bindfaden, gebrauchte Korke, und schließlich Papier. Alle diese Abfälle sind eigentlich keine Abfälle, sondern Rohstoffe, die aufgearbeitet und wiederverarbeitet werden können. Es ist volkswirtschaftlich betrachtet sinnlos, daß man diese Dinge in den Müllkasten wirft und vernichtet, während die Industrie die Rohstoffe vom Ausland einkaufen muß. Haben wir diese Zusammenhänge richtig erkannt, dann besteht kein Zweifel daran, daß jeder einzelne Volksgenosse interessiert mitwirkt und der Einsatz der ganzen Volksgemeinschaft wird dann den Erfolg der Gesamtaktion sicherstellen. Z. d. R. Die Frau aus dem Lande. Ein großes und schönes Arbeitsfeld. ' V. A. Die Reichsnährstandsausstel- lung in München hat in besonderem Maße die Arbeitslast der Landfrau zur Darstellung gebracht und an praktischen Beispielen gezeigt, wie diese Arbeit im. Interesse größeren Erfolges und gesteigerter Arbeitsfreude rationalisiert werden kann. Der Eindruck, daß die Arbeit der Landfrau weit über das Maß hinausgeht, das eine Stadtfrau zu bewältigen hat, ist aber doch nicht ganz richtig. Gewiß, neben dem Haushalt hat die Landfrau auch noch den Hof zu betreuen, insbesondere sich um den Garten, um das Kleinvieh, um den Kuh- und Schweinestall zu kümmern; ja, sie muß im Bedarfsfälle sogar mit hinaus auf das Feld. Alle diese Arbeiten erfordern besondere körperliche Anstrengungen, wie sie in der Regel die Stadtfrau nicht aufzuwenden hat. Der Mensch ist aber ein Gewohnheitstier. Und es ist damit noch keineswegs gesagt, daß die Landfrau die Arbeit einer vielbeschäftigten Stadtfrau weniger drückend empfinden würde, wenn sie plötzlich in diesen Lebenskreis versetzt wäre. Auch die S t a d t f r a u ist ja in der Regel nicht ausschließlich mit ihrer Schönheitspflege und bestenfalls noch mit ihrer Küche beschäftigt, sondern hat entweder einen Beruf oder ist — vor allem im kleinbetrieblichen Handel und Handwerk — als Mithelfende tätig. Wenn von den nach der letzten Volkszählung 1933 in der Landwirtschaft tätigen 9,3 Millionen Menschen über die Hälfte weiblich sind, so wird dieser Anteil auch in einigen Gewerbezweigen, z. B. im Textil- und Bekleidungsgewerbe, im Nahrungsmittelgewerbe, in Handel und Handwerk erreicht, z. T. sogar überschritten. Und gerade als Mithelfende ist auch die Stadtfrau im gewerblichen Betrieb zeitlich und körperlich so stark eingespannt, daß sie sich in ihrer Arbeitsleistung wohl mit der Landfrau messen kann. Und selbst die Stadtfrau als Nur-Hausfrau, die ihren Haushalt durchweg meist ganz allein betreuen muß, trägt mit ihren Besorgungen, Einkäufen usw. eine Arbeitssülle, die sie zeitlich im gleichen Maße in Anspruch nimmt wie die Landfrau. Warum junge Mädchen heute noch die Landarbeit scheuen und das Leben in der Stadt bevorzugen, liegt wohl nur in übertriebenen Vorstellungen begründet. Das L a n d j a h r und der weibliche Arbeitsdienst haben vielen Mädchen bereits gezeigt, daß das Leben auf dem Lande im Vergleich zum Stadtleben gar nicht so unerträglich ist und daß namentlich die Landfrau als beruflich Mitwirkende eine wirtschaftlich viel bestimmendere Rolle spielt. Lehrjahre sind natürlich auch hier keine Herrenjahre. Aber als verheiratete Landfrau kann sie eine Herrschaft und Schlüsselgewalt ausüben, die ihr der Lebenskreis der engeren Stadtwohnung nicht gewährt. Der auf der Reichsnährstandsausstellung in München aufgebaute Bauernhof, wie er gewiß in sehr vielen Fällen in Deutschland noch nicht besteht, aber durch den Reichsnährstand gefördert wird, zeigt bereits einen solchen Kulturgrad, daß er auch iMark-Gewinn gezogen. Gründungsfeier der RS.-Studentenkampfhilfe. Am heutigen Mittwochabend feiert die NS.-Studentenkampfhilfe „Altherrenbund der Deutschen Studenten", Ortsoerband Gießen, im Studentenhaus am Leihgefterner Weg eine Kundgebung und Gründungsfeier. Für den Abend ist folgendes Programm vorgesehen: Fahneneinmarsch, Begrüßung durch den Studentenführer, und eine Ansprache des Gauverbandsleiters Pg. Heyse; ferner wird Kreisleiter Dr. Hildebrand in seiner Eigenschaft als Ortsverbandsleiter eine Ansprache halten. Nach einem Gelöbnis der ©tu* dentenschaft wird die- Veranstaltung mit dem Deutschlandlied und dem Horst-Wessel-Lied ihren Abschluß finden. Feuer in der Gießener Güter-llmladehalle. Gestern mittag ereignete sich in der Umladehalls der hiesigen Güterabfertigung ein Brandunfall. Ein Wagen, der mit Zündlichtern (für einen Grubenbetrieb) beladen war, geriet, anscheinend durch Selbstentzündung, in Brand. Die sofort herbei- gerufene Städtische Feuerwehr erschien innerhalb von 4 Minuten an der Brandstelle und bekämpfte in kurzer Zeit das Feuer mit Erfolg. Da sich auch die Beamten des Güterbahnhofs tatkräftig einsetzten, gelang es, den größten Teil der Ladung zu bergen, so daß nur ein Teil des Ladegutes dem Feuer zum Opfer fiel. Der entstandene Schaden ist glücklicherweise nicht sehr groß. Reue Kehrgebührordnung der Schornsteinfeger in Hessen. Mit Wirkung vom 1. Juli 1937 tritt eine nach Anhörung eines Sachverständigenausschusses festgelegte neue Kehrgebührordnung für Schornsteinfeger in Kraft, wobei in die Gebühren die Umsatzsteuer eingerechnet ist. Gleichzeitig treten die bisherigen entsprechenden Vorschriften, insbesondere die Gebührenbekanntmachung vom 6. Februar 1932» RUHL Sellersweg Nr. 67 ■ adiO Telephon Nr. 3170 I eparaturen i397d | außer Kraft. Die neue Gebührenordnung bestimmt u. a. folgende Gebühren: a) Für die Reinigung von steigbaren sogenannten deutschen Schornsteinen, die ein Stockwerk durch-, laufen, 30 Pfennig, für jedes weitere Stockwerk bis zu fünf durchlaufend je 4 Pfennig mehr, jedes weitere Stockwerk 5 Pfennig mehr (z. B. fiebert durchlaufende Stockwerke 56 Pfennig). b) Für die Reinigung von engen, sogenannten! russischen Schornsteinen ein Stockwerk durchlaufend 22 Pfennig, bis fünf Stockwerke durchlaufend je Stockwerk weitere 4 Pfennig, vom sechsten Stock* werk an je weitere 5 Pfennig. c) Für das Reinigen eines Schornsteinaufsatzes bis zu 2 Meter Höhe 12 Pfennig, über 2 Meter Höhe 17 Pfennig. Weitere Sondersätze betreffen Zentralheizungs* schornsteine gewerblicher und nichtgewerblicher Art, freistehende Schornsteine für Dampfkesselfeuerungen ober Ziegeleien, gewerbliche Räucherkammern, das Ausbrennen von Schornsteinen, Prüfung und lieber» wachung, Sonderfegungen und die Berechnuna geeigneten Materials für das Ausbrennen der Schornsteine. * ** Eine Sieben undfiebzigjährigs» Frau Katharine Fink, Doeringstraße 8, wird morgen 77 Jahre alt. Frau Fink ist körperlich und geistig noch sehr rüstig. Amtsgericht Gießen. Wegen Uebertretung des Maß- und Gewichtsgesetzes wurde der Ehr. E. G. aus Gröningen zu Geldstrafen von 20 RM. verurteilt. Im Falle der Uneinbringlichkeit sind je 5 RM. der erkannten Strafen durch einen Tag Haft zu verbüßen. Die Kosten des Verfahrens fallen dem Angeklagten zur Last. Der Angeklagte hatte im März 1937 in Grü- ningen zwei unbespannte landwirtschaftliche Fahrzeuge auf der linken Fahrbahnseite aufgestellt, obwohl besondere Umstände auf der rechten Straßenseite nicht entgegenstanden. Außerdem legte ihm die Anklage zur Last, zur selben Zeit eine alte Kettenwaage zum Messen und Wägen im öffentlichen Verkehr bereitgehalten zu haben, die keinerlei Jahresstempel über die erfolgte Nacheichung trug. Durch Strafbefehle des Amtsgerichts Gießen hatte der Angeklagte bereits dieselben Geldstrafen erhalten. In der auf seinen Einspruch hin stattgefundenen Hauptverhandlung verblieb es bei den gleichen Strafen. Der Jude Ludwig Simon, 40 Jahre alt, aus Hamm (Sieg), war durch Strafbefehl des Amtsgerichts Gießen wegen Uebertretung der Verordnung über die Einrichtung und den Betrieb des Nutzviehmarktes in Gießen zu einer Geldstrafe in Höhe von 50 RM., hilfsweise zehn Tage Haft verurteilt worden. In der auf seinen Einspruch hin WooitioMW Roman von Walther Kloepffer Copyright 1936 by August Scherl G. m. b. H., Berlin 16. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) „Nun?" rief Fogg. „Meinen Glückwunsch! Alles in Ordnung. Ganz hochprozentiger Graphit, 70 vom Hundert Kohlenstoffgehalt, großflinsig und teilweise direkt verwendungsfähig, wenig verunreinigt, vor allem nicht durch Schwefelk^s. Gutes Material mit einem Wort. Bleibt noch die Ergiebigkeit. Ist das Gestein verschiedenen Stellen entnommen?" „Jawohl. Wir haben die Versuchslöcher an verschiedenen Stellen angelegt." Ihm war schwach in den Knien, vom Warten,' von der Aufregung und von der Antwort Dolschis. „Tief?" „Oh, gar nicht. Der Gneis liegt so dicht an der Oberfläche, daß nicht einmal richtiges Gras drauf wächst. Und das Merkwürdige ist, daß dieser Gesteinszug nur an der bewußten Stelle an die Oberfläche kommt; die Angrenzer nebenan haben verhältnismäßig ordentlichen Humus." „Passen Sie auf, Doktor Fogg. Es ist allerdings mit großer Wahrscheinlichkeit cmzunehrnen, daß Ihr Lager abbauwürdig ist, ja, daß es sogar ein recht ertragreiches Lager ist. Aber mit Sicherheit kann ich das erst an Ort und Stelle sagen. Erschrecken Sie nicht! Wir benötigen hierzu keine kostspieligen Dersuchsgrabungen, sondern ich mache das mit meinem Apparat, der sich auf die schlichte Tatsache gründet, daß graphithaltige Erde ein besseres elektrisches Leitvermögen hat als gewöhnliche. Eine kleine Erfindung von mir, aber sehr nützlich. Also ich komme in allernächster Zeit nach Schellenberg, und dann wird sich ja das Weitere finden." Fogg konnte sich später nicht mehr erinnern, wie diese Unterredung endete. Er schob sich betrunken zur Tür hinaus, stieg im Traum die Treppe hinab und wanderte ziellos, aber sehr glücklich durch eine Reihe von unbekannten Straßen. Er kaufte sich irgendwo ein Glas Bier, und erst bei diesem fiel ihm ein, daß sein Wagen noch in der (Babelsberger» straße stünde. Er ging eilig zurück, tankte und fuhr bei einbrechender Dämmerung nach Schellenberg zurück, wo er gegen Mitternacht ankam und Anna durch Hupengebrüll erschreckte. Er schob den kleinen Zweisitzer, den er unterwegs in einem Anfall von Kindischsein auf den Namen „Schorschi" getauft hatte, in den Schuppen und begab sich dann todmüde in sein Schlafzimmer. Am nächsten Tag schloß er mit Tutschek ab, und der Kauf wurde in Gegenwart des Urfahmer Notars gleich festgemacht. Fogg besaß nun hinreichend Bargeld für die nächste Zeit und war Eigentümer der Kuhleiten. Sein schöner Wald allerdings war flötengegangen. Als der Gsodmair davon horte, zuckte er die Achsel. Die Kiste mit den Instrumenten waren gekommen. Hohe Zeit. Ein Arzt ohne Instrumente ist so viel wie ein Maurer ohne Kelle. Fogg werkte im Wohnzimmer mit Hammer und Beißzange. Das Mädchen Anna bestaunte die seltsamen und gruseligen Dinge, die aus Holzwolle und Seidenpapier zum Vorschein kamen. „Das sind Reagenzgläschen, Anna. Nicht zerbrechen." „Nein, Josi. Aber laß mich doch auspacken. Du hast es so schwer gehabt die letzten Tage, und mich kommt das Bücken leichter an. Sie war voll Besorgnis und Anteilnahme an seinem Wohlergehen. Sie legte ihm mittags die besten Bissen auf den Teller, sie machte sein Bett so weich wie möglich, und sie nahm ihm vielen Kleinkram ab — sie war eben verliebt, und da ist man so. Und dieser Josi, und das war ihr Kummer, merkte so rein gar nichts. Er schien keine Ahnung zu haben, was für Dinge in einem Mädchen vorgehen, das zum ersten Male Feuer gefangen hat. Daß es nachts zuweilen nicht schlafen kann von süßem Herzeleid und daß es tagsüber herumläuft voller Bedrängt- heit und Jnsichhineinspüren und Harren auf etwas, das niemals kommen will. Josi ist zu Anna nicht heiß und nicht falt, sondern von jener temperierten Freundlichkeit, die er für seine Patienten hat. Anna besitzt ein Stübchen im Obergeschoß mit einem Nußbaum vor dem Fenster, dessen dunkle Aeste sie nachts manchmal erschrecken. „Na, schon", sagte Fogg, „mach du weiter. Ich will bann diese Besuche erledigen. Er warf sich in seinen besten Anzug und ging auf die Anstandstour. Pfarrer und Lehrer hatte er bald hinter sich gebracht. Blieben noch das Schloß und ein gewisser Professor Engasser. Er war kein Freund solch feierlicher Geschichten, aber es gehörte sich eben. Zuerst stieg er den Schloßberg hinan. Die Fürstin war gestern angekommen, wie es hieß — sie pflegte jedes Frühjahr und jeden Herbst auf Weißensee zu verleben —, und nun konnte er ihr gleich seine Aufwartung machen. Sie sollte noch ziemlich jung aussehen und recht lebenslustig fein. lieber dem Schloßportal prangte ein verwaschenes Sandsteinwappen, rechts und links von allegorischen Figuren flankiert, die mit bacchantischer Gebärde ein Füllhorn schwangen. Ein Teil der hohen Fenster war durch weiße Läden verschlossen. Fogg trug sein Vorhaben einem Lakaien vor. Der Mann ging und erschien nach wenigen Minuten wieder: Durchlaucht ließen bedauern. Durchlaucht seien noch zu angegriffen von der langen Reise und konnten nicht empfangen. Dann eben nicht! dachte Fogg gleichmütig und schritt durch den Schloßhof wieder zurück. Vor einer Stallung stand ein brauner Hengst, gesattelt und von einem Reitknecht gehalten. Der Verwalter Tutschek bemühte sich gerade, aufzusteigen. Sooft er den Fuß in den Bügel setzte, wich das Pferd zur Seite und ging in die Hohe. „Warum geht's denn nicht?" fragte Fogg, der für Pferde »von jeher etwas übrig hatte. „Der Teufel ist zu lange gestanden. Diese Hornochsen bewegen die Gäule ja nicht richtig. Und die Fürstin will nachmittags ausreiten!" „Ihr füttert ein wenig zuviel Hafer", meinte Fogg. „Lassen Sie mich mal versuchen." Er schob Tutschek einfach beiseite und war mit einem Schwung im Sattel, ohne den Bügel zu benutzen. Nach ein paar Runden sprang er federnd ab und lachte Tutschek an: „Sehen Sie, so wird's gemacht. Herrschaften, ihr habt ja keine Ahnung, was Reiten heißt. Nichts für ungut, Herr Verwalter!" Er säuberte sich die Beinkleider von Haaren und ging grüßend davon. Diese leise Blamage vor dem Knecht gönnte er dem aufgeblasenen Herrn. Er hatte ihm den Wald noch nicht verziehet!. Tutschek erwiderte nichts und blickte ihm dose nach. * „Kann ich die gnädige Frau oder den Herrn Professor sprechen? Mein Name ist Fogg, ich bin der neue Arzt." Die Köchin Emerenz führte Fogg durch einen netten Vorgarten in die Villa. Es sah nach Wohlstand aus und nach französischem Geschmack. Die Diele war das reinste Schmuckkästchen. Frau Engasser erhob sich bei Foggs Eintritt und legte eine Stickerei beiseite. Fogg spürte ganz deutlich, wie sich sein Herz überschlug. Diese Frau Engasser war niemand anders als das Fräulein von der Wiese, mit dem er sich seit Tagen über Gebühr beschäftigte, sogar in seinen Träumen. Diese Neuigkeit gab ihm einen ordentlichen Stoß. Was da herausgerissen werden muhte, saß ziemlich tief. Er zwang sich zur Unbefangenheit und sagte unsicher: „Wir kennen uns ja bereits. Sind Sie damals gut heimgekommen? Ich vergaß letzthin ganz, mich vorzustellen." „Meine Schuhe haben sich fein wieder erholt, daß Sie es nur wissen!" lachte sie fröhlich und zeigte viele blitzende Zähne. Ein dünnes Hauskleid brachte ihre schlanke Figur vorteilhaft zur Geltung. Dann wurde sie plötzlich ernst: „Es ist recht nötig, daß wir wieder einen Arzt hier haben. Ich komme viel herum im Dorfe und sehe so manches." „Habe es schon gehört. Sie haben sich in der Zwischenzeit der Leute ein wenig angenommen; man ist voll des Lobes über Sie." „Gott, was kann unsereins schon viel tun? Nachsehen und die allergröbsten Fehler abstellen oder mit Geld und Essen nachhelfen. Uebrigens war es früher ja mein Beruf. Ich bin ausgebildete Krankenpflegerin. Ich will mich hier nicht besser machen als ich bin. Es ist auch Langeweile dabei. Oh, Sie wissen es ja nicht, wie schauderhaft es hier sein kann." „Hält Sie denn etwas in Schellenberg?" ,Za, mein Mann. Er schreibt da so ein Buch über die Pflanzen in der Gegend. Manchmal verwünsche ich es/' Fortsetzung folgt. stattgefundenen Hauptverhandlung erkannte das Gericht auf die gleiche Strafe, wie sie im Strafbefehl ausgesprochen war. Außerdem trägt der Angeklagte die Kosten des Verfahrens. Simon hatte, ohne im Besitze von U r s p r u n g s z e u g- nissen zu sein, am 2. März 1937, am Tage des Nutzoiehmarktes, gegen 7.30 Uhr, sechs Stück Großvieh angetrieben. Große Strafkammer Gießen. Der von dem Bezirksschöffengericht Gießen wegen Widerstandes zu einer Gefängnisstrafe von vier Monaten verurteilte Kupferputzer Hans Scham- b ad) aus Bad-Nauheim hatte gegen dieses Urteil Berufung eingelegt und bat um mildere Bestrafung. Er hatte nach Arbeitsschluß im Dezember 1936 mehrere Wirtschaften besucht und sich in betrunkenem Zustand bei einem Wirt, der ihm kein Bier mehr geben wollte, ungehörig und beleidigend benommen. Einem Polizeiwachtmeister, der ihm behilflich sein wollte, setzte er Widerstand entgegen, als er auf die Wache gebracht werden sollte. Weil der Angeklagte gewußt hat, daß er im Zustand der Trunkenheit zu solchen Delikten neigte, was sich aus seinen Vorstrafen zeigte, hatte er sich gern. § 330 StGB, des fahrlässigen Vergehens der Volltrunkenheit schuldig gemacht. Die Berufungsverhandlung ergab die gleichen tatsächlichen Feststellungen wie die erstinstanzliche Verhandlung. Die Staatsanwaltschaft beantragte Verwerfung der Berufung. Das Gericht setzte die Strafe um einen Monat herab und verurteilte den Angeklagten zu drei Monaten Gefängnis und Kostentragung. Aus dem Strafgefängnis St. Georgen-Bayreuth war der Versicherungsvertreter Hans Kramer aus Gießen vorgeführt, gegen den die Staatsanwaltschaft wegen Rückfallbetrugs Anklage erhoben hatte. Er war in den Jahren 1935 und anfangs 1936 in Wiefeck und im Bezirk Marburg-Land für eine Krankenversicherung als Versicherungsvertreter tätig gewesen und hatte sich dabei in vielen Fällen des Rückfallbetruges schuldig gemacht. So bewog er viele Volksgenossen zum Eintritt in eine Krankenversicherung, um sich Provision zu verschaffen, indem er ihnen vorspiegelte, bei feiner Gesellschaft beginne der Lauf der Versicherung ohne Wartezeit. Er kassierte dann jeweils bereits einen Monatsbeitrag, obwohl die Beitragspflicht erst mit Beginn des auf die Aufnahme folgenden Monats in Lauf gesetzt wurde. Diese ersten Monatsprämien behielt der Angeklagte für sich. In Wirklichkeit begann die Versicherung erst nach Ablauf einer bestimmten Wartezeit. Der Angeklagte, der früher Reisender war, sich während der Inflationszeit selbständig machte und einen „Großwarenhandel" gründete gab dieses Geschäft bald wieder auf und wurde als Reisender und Vertreter für Versicherungen tätig. Bereits im Jahre 1923 wurde er wegen Betrugs dreimal verurteilt. In 1924 stand er achtmal wegen Betrugs vor den Schranken des Gerichts. Die Beweisaufnahme nahm fast die ganze Sitzungsdauer in Anspruch. Aus der Verhandlung war zu entnehmen, daß der Angeklagte mit großer Gerissenheit und Rücksichtslosigkeit bei seinen geschäftlichen Machenschaften vorging. Fast immer waren es, wie in den meisten dieser Fälle, kleine Landwirte. Arbeiter, die der Betrüger hineinlegte. Die Verhandlung wird am heutigen Mittwoch fortgesetzt. Helle Nächte. Oer Sternenhimmel im Juni. Von Or. Erwin Eossinna. Am 21. Juni um 21.12 Uhr erreicht die Sonne den nördlichsten Punkt ihrer scheinbaren Bahn. Ihre Mittagshöhe beträgt um diese Zeit in Mitteldeutschland rund 63 Grad, die Tageslange I6V2 Stunden. Es ist der längste Tag des Jahres, der Tag der Sommersonnenwende. Nachts sinkt die Sonne nur etwa 15 Grad unter den Horizont, so daß infolge der Lichtreflexion an den höchsten Luftschichten ein heller Dämmerunasschein auch um Mitternacht die Stellung der Sonne verrät. Der Juni ist die Zeit der hellen Nächte. In Deutschland gehen Abend- und Morgendämmerung ineinander über, in Süddeutschland werden sie durch eine sehr kurze Zeit der Dunkelheit getrennt. Die Zone der hellen Nächte reicht etwa bis zur geographischen Breite von Nürnberg. Ist hier der Dämmerungsschein nur niedrig, so erhebt er sich im nördlichsten Deutschland, an den Küsten der Nord- und Ostsee, hoch über das Sternbild des Fuhrmann empor. Nur die helleren Sterne werden daher im Juni dem freien Auge sichtbar. Am nördlichen Horizont sehen wir gegen 22 Uhr als einzigen Stern die Kapella im Fuhrmann, während die übrigen Sterne des Fuhrmanns und Perseus sich kaum vom hellen Himmelsgrund abheben. Günstiger steht die Kassiopeia im Nordosten, deren Lichtpunkte die Form eines lateinischen W nachahmen. Der mittelste Stern der Kassiopeia, Gamma, hat in jüngster Zeit durch seinen ungewöhnlichen Glanz die besondere Aufmerksamkeit der Astronomen auf sich gelenkt. Gamma war bisher als unveränderlicher Stern von der Helligkeit 2,25 angesehen worden. Im Februar dieses Jahres aber hat eine Aufhellung bis zur Größe 1,5 stattgefunden, also eine Zunahme der Helligkeit auf das Doppelte der ursprünglichen. Seitdem ist die Helligkeit leichten Schwankungen unterworfen. Der Stern gehört zu den sehr heißen Heliumsternen mit Oberflächentemperaturen von mehr als 20 000 Grad (Sonne 5900 Grad) und übertraf vor dem Lichtanstieg die Sonne an Leuchtkraft um das Hundertfache. Jetzt ist er etwa zweihundertmal so hell wie die Sonne. Welche verheerenden Folgen es hätte, wenn die Sonne plötzlich ihre Licht- und Wärmestrahlung verdoppeln würde, mag sich jeder selbst ausmalen. Die Entfernung von Gamma zu Kassiopeia beträgt hundert Lichtjahre, der Durchmesser etwa das Doppelte des Sonnendurchmessers, so daß die enorme Helligkeit hauptsächlich der hohen Temperatur zuzuschreiben ist. Heber der Kassiopeia und rechts vom Polarstern stnden wir das Sternbild des Cepheus, dessen Stern Delta einer ganzen Klasse von veränderlichen Sternen den Namen „Cepheiden" gegeben hat. Die Lichtschwankungen der Cepheiden erklären sich durch ein Pulsieren, ein abwechselndes Aufblähen und Wieder- zusammenziehen dieser Sterne, das um so langsamer erfolgt, je größer und Heller der Stern ist. Die Cepheiden sind ausnahmslos Riesensterne im Vergleich zur Sonne. Hoch im Zenit sehen wir den Drachen zwischen Kleinem und Großem Bären hindurchziehen. Sein durch ein Sternoiereck bezeichneter Kopf ist gegen die Wega, den Hauptstern der Leier, gerichtet. Mit Deneb im Schwan und Atair im Adler bildet Wega ein großes gleichschenkliges Dreieck am Südosthimmel. Ties am südlichen Horizont sind die Sterne des Skorpions mit dem roten Antares erschienen. Dieses schöne Sternbild kommt leider bei uns nur in sehr klaren Sommernächten einigermaßen zur Geltung, da es nur geringe Höhe über dem Horizont erreicht. Rechts über dem Skorpion, im Sternbild Waage, leuchtet der Planet Mars in rötlich gelbem Licht. Seine Helligkeit nimmt langsam ab, da wir uns von ihm entfernen. Er bleibt aber im Juni und Juli das auffälligste Gestirn am Südhimmel. Den Raum zwischen Wega, Arkturus und Antares nehmen die Sternbilder Herkules, Nördliche Krone mit Gemma als Hauptstern, Schlange und Schlangenträger ein. Arkturus im Bootes, ein gelber Riesenstern von 22fachem Sonnendurchmesser, steht jetzt hoch am Südhimmel. Er ist der eigentliche Sommerstern, der bis Ende September den abendlichen Himmel schmückt. Sein Licht ist 38 Jahre lang unterwegs, bis es die Erde erreicht, und vermöge seiner großen Oberfläche übertrifft Arktur unsere Sonne um das 95fache an Helligkeit. Tiefer im Südwesten funkelt die weiße Spika im Sternbild der Jungfrau, während Rabe und Becher sich dem Horizont nähern. Auch der große Löwe mit Regulus ist schon stark nach Westen gerückt. Von den Planeten ist nur Mars am Abendhimmel sichtbar. Venus ist Morgenstern und geht IV» bis 2 Stunden vor der Sonne auf. Rechts von Venus und höher über ihrem Osthorizont steht der Saturn. Beide Planeten bilden mit der schmalen Sichel des abnehmenden Mondes an den Tagen vom 4. bis 6. Juni eine reizvolle Konstellation. Jupiter im Sternbild des Schützen erscheint eine Stunde vor Mitternacht am Südosthimmel. Am 8. Juni findet eine totale Sonnenfinsternis statt, die durch eine besonders lange Dauer (bis zu 7 Minuten) der vollständigen Verfinsterung der Sonnenscheibe gekennzeichnet ist. Der Mond befindet sich nämlich in Erdnähe und erscheint größer als die Sonne, welche sich in Erdferne befindet. Leider wendet die Erde der Sonne gerade ihre Wasferseite zu, fo daß die Finsternis nur im südlichen Großen Ozean und seinen Randgebieten zu beobachten ist. Die Zone der vollständigen Bedeckung verläuft als ein nur 150 Kilometer breiter Streifen von den Neuen Hebriden nach Peru. Die Lichtgestalten des Mondes fallen auf folgende Tage: letztes Viertel 2., Neumond 8., erstes Viertel 15., Vollmond 23. Juni. Ein Kind beim Spiel ertrunken. Lauterbach, 8.Juni. (LPD.) In der Nähe des Kreisortes Crainfeld spielten einige Kinder in der unmittelbaren Nähe eines kleinen Teiches. Dabei hatte der achtjährige Hans Lahr, das Pflegekind des Landwirts Karl B a u m b a ch, das Pech, am Ufer abzurutschen und in das Wasser z u ft ü r 3 e n. Erschreckt liefen die Spielkameraden davon, um Hilfe aus dem Ort zu holen. Bis diese bei der weiten Entfernung jedoch zur Stelle war, war es zu spät. Trotz eifriger und langer Bemühungen von Sanitätern gelang es leider nicht mehr, den Jungen ins Leben zurückzurufen. Todesurteil gegen den LZildhüter- Mörder von Köppern. F r a n k f u r t a. M., 8. Juni. (LPD.) Das Frankfurter Sä vurgericht verurteilte am Dienstag nach langer Verhandlung den 28jährigen Willi Mie - g e r aus Friedrichsdorf wegen Mordes an dem Wildhüter Hofmann aus Köppern nach dem von dem Staatsanwalt gestellten Antrag zum Tode, zu einem Jahr neun Monaten Zuchthaus, dauernden Ehrverlust und Einziehung der Waffen und der Falle. Der Angeklagte nahm das Urteil weinend auf. Unter einer Eiche vom Blitz erschlagen. Dillenburg, 8.Juni. (LPD.) Im benachbarten Donsbach ist gegenwärtig eine Anzahl Einwohner auf der Viehweide beschäftigt. Unter ihnen befand sich auch der Landwirt Richard Becker, der bet einem schweren Gewitter, das Dienstag vormittag über dem Dilltal niederging, unter einer Eiche Schutz suchte. Der Mann hatte kaum den Baum erreicht, als ein Blitz in den Baum führ, der Becker auf der Stelle tötete. Ein neues Ehrenmal für Wetzlar. * Wetzlar, 7.Juni. Nachdem vor kurzer Zeit die Leitz-Werke ihren Gefallenen und Verstorbenen ein eindrucksvolles Ehrenmal am Eingang zu dem neuen Werke geschaffen hatten, wurde nun auch ein Heldenmal für die Kameraden der aus dem Rhein. Jäger-Batl. 8 hervorgegangenen Kameraden der M.G.A. 3 (10) in der Silhöfer Au eingeweiht. Ein Begrüßungsabend vereinte zahlreiche alte Jäger und Schützen mit den jungen Kameraden des M.G.Batl.(mot.) 2 und auch denen von der 3. Komp, dieses Batts., denen gerade in diesen Tagen die Traditton der stolzen 8. Rheinischen Jäger und der MG.-Abtlg. übertragen worden waren. Mit den zahlreich erschienenen Kameraden aus dem Rheinland, von der Saar und aus sonstigen Gauen vereinten sich viele alte Offiziere der stolzen Jägerformationen. Die Grüße der 8. Rhein. Jäger überbrachte der einer alten kurhessifchen Offiziersfamilie entstammende Gießener Oberst a. D. K l e i n h a n s, der bei den 8. Jägern als Kadett eingetreten war, später Mitbegründer der MG.-Abtlg. wurde und mit beiden Jäger-Formationen die Wacht an den Vogesen gehalten hatte. Seine frischen Schilderungen der Entstehung der MG.-Abteilungen fand anhaltenden Beifall. Am Sonntag wurde dann unter Anteilnahme der Wetzlarer von den alten Schützen das Ehrenmal eingeweiht, wobei die 3. Komp, vereint mit den Ehrenstürmen der Kampftruppen der Bewegung der Feier ein festliches Gepräge gab. Bürgermeister Kindermann übernahm das Denkmal in die Obhut der Stadt Wetzlar. Das Denkmal baut sich aus einem Findling auf, in den ein Relief eingelassen ist, das fahrende MG.s darstellt. Rundfunkprogramm. Donnerstag, 10. 3uni. 6 Uhr: Choral. Morgenfpruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Bäderkonzert. 10: Schulfunk. Volksliedfingen — Liederblatt 5. 10.30: Hausfrau, hör zu! 11.45: Deutsche Scholle. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). Offene Stellen. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Gemischte Nachspeise. 15: Für unsere Kinder. 15.30: Volk und Wirtschaft. Die unsichtbare Sekretärin. Kundendienst durch den Fernsprecher. 16: Nachmittagskonzert. 17.30: Zwei Völker begegnen sich. Eindrücke und Ergebnisse einer Reise nach Polen. 17.45: Aus der Regelkunde des Sportes: „Tennis". 18: Kammermusik. 18.30: Vorsicht bei neuen Bekanntschaften! Eine Geschichte, die Ihnen auch passieren kann. Von Hans Schneider-Faciüs. 19: „Froher Feierabend!" 19.45: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.10: Wunschkonzert. 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). Grenzecho. 22.30: Tanz- und Unterhaltungsmusik. 24 bis 2: Nachtkonzert. Das ist die Volksgasmaske, die jeder besitzen soll. WMMM Erste Ausnahme von der V 0 l k s g a s m a s f e , die Ministerpräsident Generaloberst Göring in feiner Rede ankündigte. Für diese Dolksgasmasken werden zum größten Teil inländische Rohstoffe verwendet, so daß der gewaltige Bedarf des gesamten deutschen Volkes nach einer gewissen Vorbereitungszeit gedeckt werden kann. Jeder einzelne wird künftig die Volksgasmaske erwerben können. Links: Jo wird die Dolks- gasmaske aufgesetzt und (rechts) so wird sie getragen. — (Scherl-Bilderdienst-M.) OJlXfpOTt EröffnungS-Bahnradrennen in Gießen. Am 20. Juni wird das erste diesjährige Bahnradrennen zur Veranstaltung kommen. Der Gießener Radfahrerverein von 1885 hat schon vor längerer Zeit mit den Vorarbeiten begonnen. Der große Eingang von Meldungen läßt erkennen, wie beliebt die Gießener Radrennen in den drei abgelaufenen Jahren geworden sind. Deutschlands beste Amateurbahnfahrer haben ihre Meldungen abgegeben. Auf Grund ihrer an den letzten Sonntagen gezeigten Leistungen wurden von dem Gießener Verein folgende Fahrer verpflichtet: Zunächst der dem Gießener Publikum gut bekannte Kölner Jean Schorn. Schorn, der der deutschen Nationalmannschaft angehört, d. h. zu den zur Zeit zehn besten deutschen Amateuren zu zählen ist, konnte nach seinen Siegen in Stockholm und Amsterdam gegen internationale Klasse auch die besten deutschen Fahrer in Bochum klar schlagen. Er wird sich auch auf der Gießener Aschenbahn wieder gut zurechtfinden und mit dem Gießener Fahrer W. Neumann eine der stärksten Mannschaften bilden. Erstmals wird auch eine süddeutsche Mannschaft, mit Rothbühr - Heger aus Mannheim an den Start gehen, die auch an den letzten Sonntagen siegreich abgeschnitten hat. Mit Buchheister- Ferschke - Ebeling - Lein gehen zwei Kasseler Mannschaften an den Ablauf. Weiterhin wurden die Frankfurter Geyer - Frieß, die jetzt in ihrer Heimatstadt siegreich waren, verpflichtet. Als Tempoleute sind auch die beiden Neuwieder Gelpke- Eichenhain vertreten. Mit weiteren erftHaffigen Fahrern ist noch zu rechnen. Auch der andere Gießener Fahrer H. Preiß wird an den Start gehen. Die Ergebnisse im Gießener Gruppen- und Dolksschießen. K lein kali der (50 Meter, 12er-Ringbrust- scheibe): 1. Krieger-Kameradschaft Annerod (Sieger- Mannschaft: Schwarz 152, Keßler 150, Rabenau 147, Magel 145 R.) 594 Ringe. 2. NSKK. 1. M/147 Gießen 578 R. 3. Schützenverein Marburg 1. Mannschaft 576 R. 4. 2. Komp. MG.-Batl. (mot.) 2, Wetzlar, 1. Mannschaft 548 R. 5. Kriegerkameradschaft Gießen 1. Mannschaft 545 R. 6. Schützenoer- ein Marburg 441 R. 7. Schützengesellschaft 1926 Gießen 539 R. 8. 2. Komp. Jnf.-Regt. 116 Gießen 529 R. 9. Postsportverein Gießen 529 R. 10. Amt für Leibesübungen Gießen 526 R. 11. Schützenverein Krofdorf 525 R. 12. SA. R. 41/116. Wehrmann (175 Meter auf 20er-Ringbrust- Hier abschneiden! Nieskrämpfe 339 Nistkästen leicht auch Blut. Klemmt sich ein größerer Stein im Harnleiter ein, so entstehen sehr heftige Koliken. Bleibt der Stein längere Zeit eingeklemmt, so kann eine schwere Rierenschädigung, unter Umständen Harnvergiftung des Körpers entstehen. Ärztliche Behandlung ist unerläßlich. Im Anfall können vielleicht heiße Bäder und heiße Umschläge auf die Nierengegend die Schmerzen bis zum Eintreffen ärztlicher Hilfe einigermaßen lindern. Nieskrämpfe. Niesen ist ein Reflexvorgang, der zur Entfernung von Reizen der Nasenschleimhaut von der Natur eingerichtet ist. Bei einem Nieskrampf besteht ein anhaltendes krampfhaftes Niesen. Unterdrücken des Niesens gelingt am besten, wenn man die Zunge fest gegen den Gaumen und die obere Zahnreihe drückt. Nikolaus, männl. Vorname, griechischer Herkunft mit der Bedeutung Volksbesieger Abkürzung Klaus. In vielen Gegenden erscheint am Nikolaustage, 6. Dezember. der Nikolaus als Bischof mit langem weißen Bart, vielfach in Begleitung des Knecht Ruprecht, um unartige Kinder mit der Rute zu strafen, artige mit Äpfeln, Nüssen und Zuckerwerk zu belohnen. Nikotin, Giftstoff des Tabaks, farbloses, nach Tabak riechendes Öl, das sehr giftig ist. Der Nikotingehalt in Zigarren, Zigaretten und sonstigen Tabakwaren ist nicht so groß, daß bei mäßigem Rauchen Schäden auftreten, da sich der Körper an ein gewisses Maß von Nikotin gewöhnt. Schädlich auf jeden Fall ist aber das Einatmen des Rauches m die Lungen. Nikotinvergiftung, Tabakvergiftung. Tritt meist auf bei Leuten, die sebr viel rauchen, aber auch bei solchen, die selten rauchen und deshalb das Rauchen nicht gewöhntsind. Äußert sich in Schwindel, Kopfschmerzen, Schweißausbruch, Speichelfluß, Sehstörungen, Pulsverlangsamung, Herzschwäche. In leichten Fallen Muskelzittern, Herzklopfen, Sehschwäche und Verdauungsstörungen. Behandlung bei plötzlicher Nikotinvergiftung: waagrechte Lagerung des Kranken, kalte Umschläge auf Stirn und Herz, starken Kaffee, Alkohol. Bei chronischer Vergiftung infolge zu starken Rauchens Behandlung durch Entziehung des Tabaks. Nippsachen, früher sehr beliebter Zimmerschmuck aus kleinen Figuren utro sonstigen Gegenständen aus Porzellan, Holz usw., vielfach Reiseandenken, die selten irgendwelchen künstlerischen Wert besaßen. Gute künstlerisch einwandfreie Schmuckstücke und Andenken sind heute nicht teurer als der Kitsch. Man sollte grundsätzlich nur wirklich Schönes in seinen Haushalt aufnehmen. Nirosta, Abkürzung für nichtrostenden Stahl. Nissen, die Eier der Läuse. Nistkästen für Vögel sollen in jedem Garten hängen, um den Sängern und Jnsektenvertilgern Brutgelegenheit zu geben. Fertige Nistkästen, die völlig ihrem Eine Harle Nuß ... Da sind die Zähne wirklich zu schade dazu, um sie zu knacken. Besser ist es, diese Arbeit dem Nußknacker zu überlassen. Das geht leicht und ohne Gefahr für die Zähne. Bei Häuser sehen Sie viele Arten in Nußknackern. 3- B. Häuser, Gießen, am Oswaldsgarlen, Fernsprecher 2145/2146. Butzbacher Weidig-Bergfest in Vorbereitung. * Butzbach, 7. Juni. Die DRL.-Ortsgruppe Butzbach betreibt mit Hochdruck die Vorbereitungen für das nächsten Samstag und Sonntag stattfindende 1. Weidig-Bergfest. Die Beteiligung an den gauoffenen Wettkämpfen wird sehr stark werden. Dieser Tage weilte der Kreisführerrat des Kreises 11 in der Feststadt Butzbach zu Besprechungen, die vornehmlich dem Weidig-Bergfest galten. Kreisführer SA.-Obersturmführe'r Otterbein (Friedberg) ließ nach kurzer Begrüßung den örtlichen Ortsausschußführer L. Weickhardt über den Stand der Vorarbeiten berichten. Die Ausführungen wurden durch Heimatdichter K. W. Philipps (Friedberg), Wettkampfleiter A. Langsdorf (Bad-Nauheim) und Kreisdietwart S ch w i ck e r t (Nieder-Mörlen) im einzelnen noch ergänzt. Der Kreisführer gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß bei der Vorbereitung Stadt und Land in vorbildlicher Gemeinschaftsarbeit Zusammenwirken. So haben für das Weidig-Festfpiel Reichsbundkameraden von O st h e i m und Nieder-Weifel die Jahn gruppe übernommen, während die Arndt- gruppe von Münzenberg und G a m b a ch und die W e i d i g gruppe von Butzbach gestellt wird. Im einzelnen wurde der Festverlauf wie folgt festgelegt: Samstag abend auf dem Schrenzer Deutscher Bergabend mit Aufführung des Weidig- Feftspiels (in Gemeinschaftsarbeit gestaltet von Heimatdichter K. W. P h i l i p p s (Friedberg), Kreisdietwart Schwickert (Nieder-Mörlen), Abfchnitts- dietwart Dietz (Bad-Nauheim) und Bürgermeister und Ortsgruppenleiter Dr. Mörschel (Butzbach). Sonntag vormittags: Morgenfeier auf dem Schrenzer; anschließend beginnen die Wettkämpfe. In der Mittagspause Platzkonzert auf dem Marktplatz. Nachmittags Marsch zum Schrenzer. Dortselbst Weiheakt an dem zu Ehren Fr. W. Wei- digs errichteten Gedenkstein. Anschließend Staffelläufe und als Abschluß feierliche Siegerehrung. Am Sonntagabend auf dem Butzbacher Marktplatz Oberhessischer Heimatabend. Heimatdichter K. W. Philipps, bekannt als „Onkel Kune- road", leitet den Abend ein mit seiner bekannten Ober-Rosbacher Spielschar, die durch eine Volkstanzgruppe ergänzt wird. Darauf folgt die erste Freilichtaufführung des Volksschauspiels „Die Hüttenberger" von A. Storch (neubearbeitet von Norbert Bruchhäuser) mit großen Massenszenen in historischen Kostümen und bodenständigen Trachten. Kreisführer Otterbein dankte Kamerad Weickhardt und allen Kameraden, die sich so einsatzbereit in den Dienst der Vorbereitung für das 1. Weidig- Bergfest gestellt, in herzlicher Weise und schloß nach Besprechung weiterer Fragen die anregend verlaufene Sitzung mit einem begeistert aufgenommenen Sieg-Heil auf den Führer. Der Weidig-Gedenkstein. Der Weidig-Gedenkstein, der beim Weidig-Bergfest am 13. Juni durch den Ehrenbürger der Stadt Butzbach, Regierungsdirektor Prof. Dr. Ferdinand Werner, geweiht wird, wurde Ende voriger Woche mit einem schweren Transportzug auf den Schrenzer geschafft. Es ist ein mächtiger Felsblock aus heimischem Taunusgestein. Er wurde in der Nähe des Forsthauses Butzbach geborgen. Durch die seltene Größe des Findlings, dessen Gewicht auf 180 Zentner geschätzt wird, gestalteten sich Bergung und Transport äußerst schwierig. Der Gedenkstein wird nach Plänen des Architekten Jakob Lippert seinen Platz vor dem Weidig-Hain finden. scheibe): 1. Schützenverein Marburg (Siegermannschaft: Briel 219, Kraft 218, Manegold 203, Bauer 199 R.) 839 R. 2. NSKK. 1 M/147 813. 3. Schützenverein Marburg 2. Mannschaft 792 R. 4. Postsportverein Gießen 780 R. 5. Schützenverein Gießen 762 R. 6. 2. Komp. MG.-Batl. (mot.) Wetzlar 1. Mannschaft 747 R. 7. Schützenoerein Krofdorf 725 R. 8. Kriegerkameradschaft Gießen 723 R. 9. Schützenoerein 1926 Gießen 709 R. Dolksschießen (50 Meter, 12er-Ringscheibe): 1. Strack, Gießen, 34 Ringe; 2. Manegold, Marburg, 34 R.; 3. Traband, 1916 Gießen, 34 R.; 4. Jost, Gießen, 34 R.; 5. Freund, Gießen, 33 R.; 6. Klotz, Gießen, 33 R.; 7. Erdmann, Ruttershausen, 33 R.; 8. Huffmann, 2/116, 33 R.; 9. Blank, Marburg, 33 R.; 10. Sommerlad, Wieseck, 33 R.; 11. Weil, Lang-Göns, 33 R.; 12. Neurath, Gießen, 33 R.; 13. Lehrmund, Gießen, 33 R.; 14. Gust. Schmidt, Gießen, 32 R.; 15. Meisenbach, Gießen, 32. R.; 16. Ruppersburg, Marburg, 32 R.; 17. Seltmann, Wetzlar, 32 N.; 18. Dauster, Gießen, 32 R.; 19. Magel, Annerod, 32 R.; 20. Kraft, Marburg, 32 Ringe. Beste Einzelschützen: Kleinkaliber: H e i tz, Gießen, 156 Ringe. Wehrmann: Wilhelm Hain- b ad), Kriegerkameradschaft Gießen, 221 Ringe. Opfertag des Fachamts Handball. Der DRL. führt am 13. Juni im ganzen Reich einen Opfertag durch, dessen Reinertrag der Jugendarbeit und der Lehrarbeit zugute kommen soll. Aehnlich wie bei den WHW.-Spielen werden überall interessante Spiele stattfinden, mn so das Interesse der Öffentlichkeit noch mehr als seither auf die Arbeit des Fachamtes Handball zu lenken. Daß wir im heimischen Kreis alles tun werden, um der Sache einen vollen Erfolg zu sichern, ist selbstverständlich. Wir werden nachstehende Paarungen zusammenbringen, die ohne Ausnahme für ausgezeichneten Sport und vor allem auch für einen Zuschauererfolg garantieren. Das Programm. Tv. Heuchelheim — Mtv. Gießen I und Jugend. To. Nauborn — To. Wetzlar komb. und Jugend. Tv. Lützellinden — Tv. Münchholzhausen I u. Jgd. Tv. Hörnsheim — Sporto. 1900 Gießen. Tv. Dornholzhausen — Tv.Gr.-Rechtenbach I u. Jgd. Tv. Holzheim — To. Lang-Göns. To. Grüningen — To. Garbenteich I und Jugend. Tv. Hausen — Tv. Lich I und Jugend. Tv. Wißmar — Tv. Ruttershausen. Tv. Krofdorf — VfB.-R. Gießen. Tv. Dutenhofen — To. Wetzlar kombiniert. Turnverein Garbenheim — Tuspo W.-Nieder- girmes I und Jugend. Tv. Allendorf (Lahn) — Tv. 1846 Gießen. Fußballklub 1926 Großen-Buseck. 1. FC. 1926 Grohen-Buseck I — Spvgg. Leihgestern I 6:1. Sonntag weilten die Gäste aus dem Hüttenberg wieder einmal im Busecker Tal. Die Schwarzgelben, die mit Koch; Brück, Schäfer; Eisenacher, Eßwein, Belloff; Henß, Harbach II, Dambmann, Harbach I, Balser; ins Feld kamen, zeigten sich wieder einmal von der besten Seite. Vor allen Dingen wartete der Sturm mit Leistungen auf, die helle Begeisterung bei den Zuschauern auslöste. Die Läuferreihe sorgte immer für den guten Aufbau, während die Verteidigung mit ihren wuchtigen Abschlägen den Sturm zu blitzschnellen Angriffen übergehen ließ. Auch der noch sehr junge Tormann stellte wieder sein Können unter Beweis. Bald setzte der erste Angriff der Busecker ein, und etwa in der 15. Minute fiel durch Harbach I, der sich gut durchspielte, das erste und schönste Tor des Tages. Dies rüttelte die Gäste auf und schon hatten sie eine Ecke erzielt, die durch einen Schuß von Funk den Ausgleich brachte. Das wurde zum Ansporn der Busecker. Angriff auf Angriff rollte in die Gästehälfte. Dann war es Harbach II, der es verstand, einen Ball über den Verteidiger zu heben und an dem herauslaufenden Tormann den zweiten Führungstreffer einzusenden. Einige Minuten darauf war es wieder Harbach I, der aus einer schönen Kombination des gesamten Sturmes zum dritten Tor einsandte und sogar noch ein viertes kurz darauf folgen ließ. Nun zogen die Leihgesterner vor das Busecker Tor, die Angriffe wurden aber von der guten Hintermannschaft zunichte gemacht. Dann ging es in die Pause. Beide Mannschaften spielten anfänglich etwas schlapp. Trotzdem zeigten beide Mannschaften schön abgeschlossene Aktionen. Dann kam ein Verhängnis über die Gäste-Hinter- mannschaft und Ecke auf Ecke wurde von den Buseckern erzielt, die aber vorerst nichts einbrachten. Bis dann wieder eine schön hereingegebene Ecke von Harbach II zum fünften Tor eingeköpft wurde. Nur noch einige Minuten waren zu spielen, da kam eine schöne Vorlage zu Henß, der durch wunderbaren Flachschuß in die lange Ecke zum sechsten und letzten Tor einsandte. Damit hatte ein schönes und jederzeit faires Spiel sein Ende gefunden. HZ.-Fußballmannschasten im Trainingsspiel. Wie uns mitgeteilt wird, handelte es sich bei dem Spiel der 1. Jugend der Spielvereinigung 1900 ge- gegen den HJ.-Unterbann am vergangenen Sonntag nicht um eine Unterbannmannschaft und um eine Vereinsmannschaft, sondern es spielten hier lediglich im Trainingsspiel zwei Mannschaften, die aus HI.-Mitgliedern bestanden! Segelfliegen - olympischer Wettbewerb Der von Deutschland eingebrachte Antrag, das Segelfliegen in das olympische Programm aufzunehmen, wurde den Satzungen des IOK. entsprechend der Federation Aeronautique Internationale (FAI.) als der zuständigen internationalen Sportorganisation übersandt. Ein Antrag, den Film als neuen Kunstwettbewerb zu führen, wurde abgelehnt, weil sich das IOK. für die Entscheidung der künstlerischen Qualität eines Films nicht für zuständig ansieht. Hingegen soll der technisch beste Film, der für den Sportgedanken wirbt — ähnlich wie bisher die Bestleistung auf dem Gebiete des Bergsteigens — mit einer Medaille ausgezeichnet werden. Auf dem Gebiete der sportlichen Wettbewerbe sollen zu den Olympischen Spielen in Zukunft nur noch solche neu zugelassen werden, die von wenigstens zehn Nationen betrieben werden. Voraussetzung für die Zulassung eines Wettbewerbs ist ferner, daß er in dem entsprechenden Land organisiert ist und der nationale Sportoerband einem zuständigen internationalen Verband angehört. . 53736 Zwangsversteigerung. Am INonlag, dem 21.Juni 1937, vorm. 9 Uhr, werden im Amtsgerichtsgebäude in Gießen, Zimmer Nr. 204, die dem 3996D Kaufmann Simon Theifebach in Gießen zugeschriebenen Grundstücke versteigert: Grundbuch für Gießen, Band XV, Blatt 728: 2 Flur I, Ur. 1159, Bauplatz in der Wehsleingasse, 111 qm, Betrag der Schätzung 1998,— RM. 3 Flur 1, Ur. 1162, hofreite daselbst (Wehsteingasse Ur. 21 und 25), 594 qm, , Betrag der Schätzung 16 000,— RM. ' 9 Flur I, Ur. II6F/10, Einfahrt in der Wehsteingasse, 175/io qm, Betrag der Schätzung 175,— RM. Sa. 18 173,— RM. Einheitswert (1.1.35) 16 100,— RM. Gießen, den 13. Mai 1937. Im Auftrage des Amtsgerichts Gießen: I. V. des Ortsgerichtsvorstehers: Ehr. H a u b a ch II., Ortsgerichtsmann. 52/36 Zwangsversteigerung. Am Montag, dem 28. Juni 1937, vorm. 9 Uhr, wird im Amtsgerichtsgebäude in Gießen, Zimmer 204, das dem 3995D Hermann Uiebergall und dessen Ehefrau Elisabeth, geb. Schuh, zu je zugeschriebene Grundstück versteigert: Grundbuch für Gießen, Band 9, Blatt 438: Flur I, Ur. 631, hofreile in der Löwengasse (Löwengasse Ur.22), 1703/io qm, Betrag der Schätzung 16 000,— RM. Einheitswert (1.1.35) 15 300,— RM. Gießen, den 13. Mai 1937. Im Auftrage des Amtsgerichts Gießen: I. V. des Ortsgerichtsvorstehers: _______Ehr. Haubach II., Ortsgerichtsmann.______ EINLADUNG Zu den 029,7 Studentenvorträgen a. 9. u. 10. Juni, 20.30 Uhr, in der Universität < Hörsaal 13) Lic. Dr. Konrad: Das Ethos des Glaubens Eie. Flechsenhaar: Der Sinn des Lebens Nötigung 9*0 Nudeln Zweck entsprechen, sind käuflich. Nur für Stare darf man mehrere Kästen an einen Baum hängen. Nötigung. Wer einen anderen widerrechtlich durch Gewalt oder Bedrohung mit einem Verbrechen oder Vergehen zu einer Handlung, Duldung oder Unterlassung nötigt, wird mit Gefängnis oder Geldstrafe bestraft. Noppen, beim Weben von Stoffen aus übereingelegten Ruten gebildete Fadenschlingen, die entweder belasten oder geschoren werden, wie bei Samt oder Velvet. Nora, weibl. Vorname, Abkürzung von Eleonore. Norbert, männl. Vorname geint. Herkunft mit der Bedeutung „Glanz des Nordens". Nordische Rasse. Eine der sechs Rassen, aus denen sich das deutsche Volk zusammensetzt. Körperliche Eigenschaften: Hochwuchs, schlanke Beine, Langschädel, schmalgesicktig, gerade oder nach außen gebogene Nase, eckiges Kinn, helle Haut, weiches, glattes oder auch lockiges Haar, helle, ein wenig zurückliegende Augen. In fast allen Deutschen wenigstens als Mischbestandteil erhalten. Psychische Eigenschaften: Mut, Stolz, klares Denken, Sachlichkeit, Forschungssinn. Normenausschuß der deutschen Industrie, Abkürzung DIN, die Stelle, die für Gebrauchsgegenstände zweckmäßige Dinformate festsetzt. Durch diese Normung soll vor allen Dingen auch die Herstellung verbilligt werden. Nornen, drei germanische Schicksalsgöttinnen, deren Namen der Bedeutung Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft entsprechen. Nota, lat., Bedeutung Merkmal, entbehrliches Fremdwort für Rechnung, notieren = aufschreiben, anmerken. Notizbuch — Merkbuch. Notehe. Bei lebensgefährlicher Erkrankung eines der Verlobten (kein Aufgebot), s. Ehe. Nottestament, s. Testament. Notwehr. Eine Handlung, die in der Notwehr begangen wird, ist nicht strafbar. Notwehr ist die Handlung, die erforderlich ist, um einen gegenwärtigen rechtswidrigen Angriff von sich oder einem anderen abzuwehren. In Notwehr kann man den Angreifer u. U. auch töten, wenn man den Angriff nicht anders abwehren kann. November hat seinen Namen der „Neunte" nach dem altrömischen Kalender, in oem der Monat an neunter Stelle stand. Der alte deutsche Name des Monats ist Windmonat oder Nebelung. Nudeln, getrocknete Teigwaren aus Weizenmehl, Master mit oder ohne Ei. Man unterscheidet u. a. Fadennudeln, Spaghetti und Röhrennudeln, Makkaroni, in Formen von Sternchen, Buchstaben usw., gepreßte Suppeneinlagen usw. Zum Selbstbereiten von Nudeln gibt es Nudelmaschinen, die den Nudelteig je nach der Einstellung gleichmäßig presten. In Süddeutschland ist die Färberei Braubach & Fischer seiterswegea Reinigung von Mänteln, Anzügen, Uniformen Fabelhaft schöne Küchen zu bekannt billigen Preisen 3999 A Möbel Giessen-Schulstr. 6 Neues Federten mit 2 Kopfkissen, 1% schläfrig, aus rotem, dichtem Inlett [3993V Ulk. 25.— frei Nachnahme. Betten-Versand Boten, Würzburg. Die ersten neuen Malies-Berinde sind eingetroffen. Stück 20 Pf. empfiehlt 4009 A.Koch Nachfolger Mäusburg 15 Miele mit Sachs-Motor M3» Miele-Motor-Fahrräder werden gern gekauft, da sie In Konstruktion. Material und Form unübertroffen sind und sich vieltausendfach glanzend bewährt haben. Fahrradhaus Aßmann, Neustadt 20 1 1 nur ganz kurze Zeit im Betrieb gewesene Eisen-Langhobelmaschine, fast neu, 1600 mm Hobellänge 1 gebrauchte Abricht Hobelmaschine (für Holzbearbeitung) 400 mm Hobelbreite mit Sockel 1 gebrauchte eiserne Riemenscheibe, 2teilig, 1360 mm Durchmesser, Breite 500 mm, Bohrung 100 mm 1 gebrauche Holztischfräse Verschiedene gebrauchte Transmissionswellen, 60 mm Durchmesser, hat abzugeben: Möbelfabriken Alsfeld-Tiirpe in Alsfeld (Hessen) 4004 D Qtötc Fio Frische Lebensrnittel DieiS LlS Kühle Getränke im neuen Gas-Kühlschrank Völlig lautlos Kein Verschleiß Bequeme Anschaffung, 8.- RM. monatlich Geringer Gasverbrauch Im Seefischabend SQK^?°±n _______________Uuterhaltung, Kostproben Freitag, den 11. Juni 20 Uhr, im Caf6 Leib befindet sich der GAS-KüHLSCHRANK im Betrieb Gas-Gemeinschaft wra ---- -------------4007 /X Familien-Drucksachen Verlobungsanzeigen Vermählungsanzeigen bei Brühl, Schulstraße 7 Geburtsanzeigen Mehrere Waggon of en fertiges Buch-iflnholz haben abzugeben: (Hessen) 4003D und mit Betrüben muß die liebe Sonne zuschauen, wie die Frischwaren und Lebensmittel in „ihm“ ihren Einzug halten. Bei ihm sind sie gut aufgehoben, denn er ist ja ein Kühlschrank, der vor den allzu hitzigen Sonnenstrahlen schützt und darüber wacht, daß der Hausfrau nichts verdirbt. Dabei ist er ein Klein-Kühler, den sich auch der einfachste Haushalt leisten kann, denn wir haben es alle nötig, unsere Nahrungsmittel zu sichern und sie bis aufs kleinste auszunutzen, unter dem Motto: Kampf dem VerderbI Das geht auch Sie an. Holen Sie sich also den Klein-Kühler für Ihre Küche, und zwar von J.B. Häuser Gießen, am Oswaldsgarten Fernruf 2145/2146 3962 A