Nr.82 Erster Blaff 187. Jahrgang Zreifag,Y.ApriNyZ7 Gießener Anzeiger Annahme von Anzeigen für die Mitlagsnummer bis 8'/,Uhv des Vormittag» ®runöpretfe für I mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Npf.. für Text- anzeigen von 70mm Breite 50Rpf..Platzvorschrift nach vorh Vereinbg. 250/n mehr. Lrmähtgte Grundpreise: Stellen--, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzei- gen 5 Rpf, Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördlicheAnzeigen6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Lrscheinri rüg ltch. außei Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Giehener Familienblättet Heimat im Bild Die Scholl» 0Ionats«Be5ngspret$: Mit 4 Beilagen RM. 1.96 Ohne Illustrierte , t.80 Zustellgebühr .. e -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt MM General-Anzeiger für Oberhesfen Postscheckkonto: 1 1 u Sraniturt am Main 11686 vruck un& Verlag: Srühl'sche Universtlätt-Vuch- und Steindruckerei «.Lange in Gießen. Schriftlettung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7 Ungeheuerliche Brüskierung durch österreichische polizeiorgane. Besucher des Grabes der Ettern des Führers mit Geldstrafe belegt. lebens, sie alle warfen ihre Schatten auch in das ” 53(‘hen linfpror Cn fnnn Xin KuNursthande im christlichen Ständestaat glaublichen Skandal, wenn sie ihren Haß auch noch auf die toten Eltern Adolf Hitlers übertragen. Daß ein Besuch an ihrem Grabe schon ein Staatsverbrechen ist, das durch die bewaffnete Hand der Gendarmen verhindert oder bestraft wird, wird in der ganzen Welt als eine Barbarei empfunden werden und das Vertrauen zu der Gerechtigkeit in dem „christlichen Ständestaat" gewiß nicht vergrößern. Es handelt sich nicht um die Gendarmen, die nur Büttel eines unerhörten Verfahrens find und auch nicht um das alte Ehepaar, das feine kärgliche Pension verlieren soll. Hier geht es darum, daß staatliche Machtmittel und gerichtliche Strafmaßnahmen gegen den Namen des Oberhauptes des Deutschen von rund 200 000 Mark im Inland bleibt, während die restlichen acht Millionen in aller Welt Absatz finden. In Thüringen entstehen auch die Griffel, die ebenfalls aus Schiefer angefertigt werden. Schulbücher und Schulhefte werden in rund 120 deutschen Firmen, von denen zwölf Großbetriebe sind, gearbeitet. Die Jahreserzeugung von 160 Millionen Schulheften stellt immerhin den stattlichen Wert von 16 Millionen Mark dar. Auch Bleistifte und Federhalter, Federn und Malkästen sind Erzeugnisse deutscher Werkstätten. Die Bleistiftfabriken haben ihren Sitz in der Nürnberger Gegend, die Feder-, Federhalter- und Federkästenfabriken hauptsächlich in Westdeutschland. Neben diesen wichtigsten Zubehörteilen des ersten Schultages steht dann mancherlei Verbrauch an Süßigkeiten, dazu bestimmt, den ersten Schultag und damit den ersten sanften Vorstoß in den Ernst des Lebens zu versüßen, an Schuhen und Kleidern, wasserdichten Mänteln oder sonstigen B e k l ei- dun g s st ü ck e n, die von den vorsorglichen Eltern den Sprößlingen zum ersten Schultag beschert werden, der der Wirtschaft damit zu einem nicht zu unterschätzenden Verkaufstermin wird. Die Gesamtzahl der Rundfunkteilnehmer im Deutschen Reich betrug am 1. April 8 511 959 gegenüber 8 483 130 am 1. März. Im März ist mithin eine Zunahme von 28 829 Teilnehmern (0,3 v. H.) eingetreten. Unter der Gesamtzahl vom 1. April befanden sich 607 643 gebührenfreie Anlagen. Leben unserer Volkswirtschaft. So kann die Wirtschaft auch von dem für die Kleinsten so wichtigen ersten Schultag nicht unberührt bleiben. Wenn die ^beschützen zum ersten Male mit bunter Zuckertüte, großer Erwartung und einem ganz klein wenig Angst im Herzen das Schultor durchschreiten, ist diesem bedeutsamen Schritt ins Leben ein wichtiger Wirtschaftsauftrieb vorangegangen; hieß es doch, Tornister und Schiefertafel, Griffel und Federkasten, Bleistifte und Federhalter, Schulhefte, Lineal und Butterbrottasche und am Ende auch die bekannte Zuckertüte für den ersten Schultag -erstehen. Das sind keine kleinen Umsätze, die alljährlich -N den einschlägigen Geschäften und den dahinter stehenden Herstellungsstätten durch die Abcschützen verursacht werden. Dieses Jahr sind es rund eine Million Kinder, die in diesen Tagen ihren ersten Schulgang antreten und mit entsprechendem Bedarf in der Wirtschaft aufwarteten. Der wichtigste Ausrüstungsgegenstand, der Tornister beispielsweise, entstammt in den meisten Fällen dem handwerklichen Betrieb der Sattlermeister, und nur des kleineren Teils Wiege stand in Lederwaren- ünd Kofferfabriken. Die meisten Tornister sind aus Kuhhaut gefertigt. Es ist errechnet worden, daß in diesem Jahr etwa 15000 Kuhhäute not* w e n d i g waren, um die Abcschützen zünftig auszurüsten. Dazu kommen die Frühstückstaschen, die auch zumeist aus Rindleder hergestellt sind. Insgesamt wird der Umsatz, der durch den Schulanfang den rund 8000 Sattlermeistern und den einschlägigen Geschäften entsteht, auf etwa 2 Millionen Mk. geschätzt. Die Schiefertafel, die hauptsächlich auf dem Lande und in den kleineren Städten zu Hause ist, während in den Großstädten das Schulheft überwiegt, hat ihre Heimat in Thüringen, und zwar in den dortigen bekannten Schieferbrüchen. Die jetzige Erzeugung beträgt rund neun Millionen Stück, von denen eine Million im Werte Salzburg, 8. April. (DAV.) Der pensionierte Bundesbahnbeamte Reinhold Brückner aus INorzg bei Salzburg und dessen Ehefrau sind mit einer Geld st rase von 2 5 0 b z w. 300 Schilling belegt worden, weit sie im Rovem- der 1936 am Grabe der Ettern des Führers in Leon ding bei Linz einen Kranz niedergetegt hatten. Reinhold Brückner wurde aus dem gleichen Grunde auch seiner pen- sionsansprüche strafweise für verlustig erklärt. Die zuständigen Gendarmerieposten haben ferner die Weisung erhalten, alle Personen, welche das Grab der Ettern des Führers besuchen, namentlich festzustellen. förderung durch die Gemeinden müssen Steuererhöhungen unterbleiben. Ich habe den erfreulichen Eindruck, dah es den Gemeinden schon gelungen ist, ihre Finanzwirtschaft wieder auf eine gesunde Grundlage zu stellen und manche Schulden der Systemzeit abzustoßen. Reuaufwendungen, die zu Steuererhöhungen führen, müssen aber zurück- g e st e l l t werden, da die Finanzkraft des Volkes für die großen nationalen Aufgaben eingesetzt werden muß. Umgekehrt dient es der Förderung des Vierjahresplanes, wenn die Gemeinden alles daransehen, die indirekten Steuern, die in den Versorgungstarifen enthalten sind, zu senken. Besonders für ländliche Gemeinden hängt für die Erzeugungsschlacht sehr viel von der Bereitstellung billiger Energie ab, denn sie bietet in erster Linie die Möglichkeit, der überlasteten Bauernfrau das Leben leichter zu gestalten. In städtischen Verhältnissen wird durch Senkung der Tarife insbesondere auch eine fühlbare Entlastung des Arbeiterhaushaltes zu erreichen fein. Die Sparkassen werden durch ihre Kreditpolitik bei vielen kleineren Unternehmungen mithelfen können, vor allem bei der Gewährung mittelfristiger Kredite an die Landwirtschaft, ohne die raschester Intensivierung nicht Rechnung getragen werden kann. Ich erwarte von den Gemeindeleitern als Leiter öffentlicher Sparkassen, daß sie ihre Institute restlos in den Dienst auch dieser Aufgabe stellen. Es muß natürlich darauf geachtet werden, daß die Spargroschen des „kleinen Mannes" mit der notwendigen Sorgfalt verwaltet und angelegt werden. Die Kredithergabe ist jedoch stärker als bisher so einzusetzen, daß der Kreditwürdige in seiner wirtschaftlichen Initiative gestärkt wird. Auf dem Gebiete der Wohnungspolitik haben die Gemeinden ebenfalls große Aufgaben zu erfüllen. Wichtiger als der Bau von Verwaltungspalästen ist augenblicklich die Sorge für wohlfeile Wohnungen, deren Bau uns — rohstoffmäßig gesehen — wenig stört, da hierfür im allgemeinen unbeschränkt erzeugbare Rohstoffe verwendet werden. Es gilt, die Anfangsarbeit für das vom Führer geplante gewaltige Siedlungs- w e r k zu leisten, das nach der Durchführung des Vierjahresplanes der vollen Verwirklichung zugeführt werden soll. Auf die Verwertung der Rohstoffe aus städtischem Abfall und auf das Ernährungs- Die Aufgaben der Gemeinden im Vierjahresplan Ministerpräsident Göring fordert schärfste Gparsamkeit in der Kommunalpolitik. Der gestiegene Siedlungs- und Wohnungsbau hat 1936 der Wohnungsnot weiter gesteuert. Nach vorläufigen amtlichen Ermittlungey wurden im abgelaufenen Jahr rund 295 000 Wohnungen fertiggeftellt. Es wurden 17 o. H. mehr Wohnungen gebaut als 1935 und annähernd doppelt so viel wie 1932. Als besondere Merkmale des Wohnungsbaues 1936 sind die folgenden Tatsachen hervorzuheben: die Umbauten traten gegenüber den Neubauten weiter zurück. Auf die Großstädte entfiel ein größerer Teil der gesamten Bauleistungen als in den vergangenen Jahren. Neben Kleinsiedlungen und Eigenheimen wurden wieder mehr Stockwerkswohnungen gebaut. In den größeren Städten nahm der Bau von Kleinwohnungen stärker zu als der Bau von Mittelwohnungen. An der Bautätigkeit waren die gemeinnützigen Bau-Vereinigungen wieder stärker beteiligt In den kommenden Monaten ist weiter mit einem hohen Wohnungszugang zu rechnen. Wenn auch verschiedene weniger dringliche Wohnungsbauten zurückgestellt werden müssen, da, wie das Institut für Konjunkturforschung ausführt, die vorhandenen Mengen einzelner Baustoffe und die verfügbaren Fachkräfte für vordringliche Bauten benötigt werden, so kann doch jetzt schon gesagt werden, daß der Zugang neuer Siedlungen und Wohnungen im Baujahr 1937 kaum erheblich hinter dem des vergangenen Jahres Zurückbleiben wird. I Hilfswerk der NSV. ging der Ministerpräsident be- | sonders ein. Es sei ihm gleichgültig, welcher Weg von den einzelnen Gemeinden eingeschlagen werde, da das den besonderen Verhältnissen angepaßt werden müsse; er verlange aber, daß sich keine Gemeindevon dem Werk ausschließe. Auf keinen Fall könne er dulden, daß die Gemeinden etwa versuchten, Aufgaben von sich abzuwälzen, die ihrer Natur nach von ihnen betreut werden müßten. Die Gemeindeleiter als diejenigen, die die Nöte und Wünsche des Volksgenossen vielfach als erste erfahren, erleben auch manche unpopulären Auswirkungen staatlicher Maßnahmen am unmittelbarsten. Sie haben aber die Pflicht, hier s e I b ff auszugleichen, soweit dies in ihrer Macht steht. Das wird manchmal notwendig sein; denn ich bin mir klar darüber, daß während der Anlaufzeit des Vierjahresplanes Schwierigkeiten nicht immer vermieden werden können. Oertliche Spannungen auf dem Markt gewisser Lebensmittel sind nicht immer zu umgehen. Wenn solche Erscheinungen in der eigenen Stadt auftreten, dann darf man nicht gleich Himmel und Hölle in Bewegung setzen, um aus Berlin zusätzliche Rationen herauszuholen. Es ist vielmehr Aufgabe gerade der Gemeindeleiter, dann der Bevölkerung die Zusammenhänge klarzumachen. Ich will aber hier eine Versicherung geben: Wenn auch eine vorübergehende Knappheit an Eiern oder Butter, vielleicht sogar an Fleisch oder bestimmten Wurstsorten nicht verhindert werden kann — für das tägliche Brot stehe ich ein! (Lebhafter Beifall.) In diesen Rahmen gehört auch die Mitarbeit der Gemeinden bei den schweren Arbeiten des Reichskommissariats für die Preisbildung. Durch ständige Beobachtung, unmittelbares persönliches Eingreifen, durch vor- ausfchauende Planung muß der Gemeindeleiter die Politik dieser für die Aufrechterhaltung des sozialen Friedens schlechthin ausschlaggebende Stelle meiner Organisation unterstützen. Daß die Gemeinde s e l b st nicht preisverteuernd durch Abgabenerhöhung auftreten darf, habe ich schon erwähnt. Die Gemeinden werden wie zu den Zeiten des Schöpfers der Selbstverwaltung auch heute wieder aufgerufen, sich an der vordersten Stelle der Front einzufetzen für die großen Ziele der Nation. Oesterreich ist ein kerndeutsches Land und überdies mit dem Deutschen Reich durch den Vertrag vom 11. Juli 1936 in freundschaftlichen Beziehungen verbunden. Ein pensionierter Eifenbahnbeamter aus der Nähe von Salzburg hat daher mit seiner Frau das Bedürfnis empfunden, im November des vorigen Jahres das Grab der Eltern Adolf Hitlers zu besuchen und dort einen Kranz niederzulegen. Dabei muhte er feststellen, daß dieses Grab von Gendarmen bewacht wird, nicht zum Schutze seines Denkmals, sondern damit jedermann ausgeschrieben wird, der dort ein Zeichen der Liebe oder des Gedenkens niederlegen will. So erging es auch dem braven Pensionär und seiner Frau. Nicht genug damit: das Ehepaar wurde nun vor das Gericht gestellt und zu Geldstrafen von 250 und 300 Schilling verurteilt — unter gleichzeitigem Verlust feiner Pensionsanfprüche! Dieser Vorfall hat in den Ereignissen unserer Zeit bezeichnenderweise nur ein Gegen stück im bolschewistischen Rußland: am Grabe der ersten Frau Stalins in Moskau steht Tag und Nacht ein GPU.-Bearnter, um etwaige Sympathie- Kundgebungen zu verhindern. Man bringt es in Oesterreich noch immer nicht fertig, in Adolf Hitler den Staatsmann des großen Deutschen Reichs zu sehen, man will ihn nur als Gründer und Führer der gewissen Leute in Wien noch immer verhaßten nationalsozialistischen Bewegung kennen. Ist diese Einstellung schon unendlich dumm und töricht, so wird das Verhalten der Behörden zu einem un- Berlin, 8. April. (DNB.) Unter der Ueber- fdjrift „Kulturschande im christlichen Ständestaat" schreibt der „Völkische Beobachter": „Ein alter Mann, dem man gewiß nicht den Vorwurf politischer Leidenschaften machen kann, ein Beamter im Ruhestand, hat in aller Stille gemeinsam mit seiner Ehefrau einen Kranz an den Gröbern der Eltern Adolf Hitlers niedergelegt. Er wollte damit ganz ohne Aufsehen gewiß nur einer Ehrfurcht Ausdruck geben an der Stelle, da zwei Menschen ihren Ruheplatz fanden, die Deutschland in ihrem Sohn dem Führer gaben. Welcher Ort in Oesterreich wäre denn mehr dazu bestimmt, als gerade dieses Plätzchen Erde, Quelle und Symbol einer Versöhnung der deutschen Her- z e n zu sein. Stattdessen wurde er zur Ursache einer unglaublichen Barbarei e r - n i e b r i g t, die wohl in der Welt ihresgleichen suchen kann. Wir wollen ganz davon schweigen, daß man hier das Staatsoberhaupt des Deutschen Reichesin unflätigster Frechheit zu beleidigen beabsichtigte, wir wollen -davon schweigen, daß man hier den einfachsten Grundregeln internationaler Höflichkeit unverschämt ins Gesicht schlug, wir wollen selbst davon schweigen, welches Bild innerlicher politischer Schwäche sich vor aller Welt hier dokumentiert! Ganz Deutschland, und Deutschland ist weiter als seine Staatsgrenzen, fühlt sich aufs tiefste betroffen. Wir sind erschüt- Reiches eingesetzt werden. Hier liegt eine Verachtung aller Gefühle des Anstandes und der christlichen Gesinnung vor, die einen Tiefstand erreicht hat, wie er kaum noch unterboten werden kann Daß das Urteil gegen das Ehepaar im Reich als eine Beleidigung des Führers' empfunden und nur mit äußerster Empörung vermerkt werden kann, davon sollte man auch in Wien überzeugt sein. Vielleicht redet man sich dort damit heraus, daß der Uebereifer untergeordneter Instanzen ins Feld geführt wird. Das wird keine Entschuldigung sein, denn schließlich hat jeder Staat diejenige Bürokratie, die er verdient. Ein kleinlicher und gehässiger Geist hat sein wahres Gesicht enthüllt! tert über d i e Gefühlsroheit eines Systems, das immer doch eine besondere Betonung auf fein christliches Eigenschaftswort legt. Neben unserer grenzenlosen Empörung aber ist eine tiefe Trauer. Wir kennen das deutsche Volk in Oe st erreich zu gut, um zu wissen, w i e wenig es gemein hat mit solcher Niedrigkeit. Diese Kulturschande eines zivilisierten Systems aber beweist aller Welt, wie weit sich eine Behörde von ihrem Volke entfernen kann. Bekanntlich hat Deutschland am 11. Juli 1936 mit dem österreichischen Staat ein Freundschaf t s a b k o m m e n getroffen. Mehr als einmal hatte das Reich schwerwiegende Veranlassung, an dem guten Willen der anderen Seite zu zweifeln. Selb st heute noch, angesichts dieser skandalösen Vorfälle, die fast wie grinsender Hohn dem Abkommen gegenüberstehen, will Deutschland dennoch nicht seiner bewiesenen Grundhaltung untreu werden. Man soll uns aber nicht zwingen, eine Annahme zu verlieren, die map uns zu bewahren wahrlich immer schwerer macht! Es liegt nunmehr an den letztverantwortlichen Stellen des österreichischen Staates, ohne gewohnteVvrbehalte, gegen dis Linzer Schandtat Stellung zu nehmen. Der Polizeiposten an den Gräbern der Eltern Adolf Hitlers hat zu verschwinden, und das ganze deutsche Volk erwartet eine Erklärung, die feiner Beleidigung wenigstens eine annähernde Genugtuung verschafft!" Die polnische Regierung hat jetzt scharfe Maßnahmen gegen d i e Preissteigerungen beschlossen. Auf den internationalen Rohstoffmärkten hat die Spekulation wieder die Preise aufwärts getrieben und die Gefahrenzeichen mehren sich, daß die ganze Entwicklung mit einem furchtbaren Rückschlag enden würde. Abgesehen von Frankreich, das das t c u e r ft e ß a n b der Welt infolge der durch die sozialpolitischen Experimente der Volksfrontregierung gestiegenen Preise ist, ist vor allem in Amerika die Furcht vor einem Jnslationsboom und einer Katastrophe wie 'im Jahre 1931 allgemein verbreitet. Der Entschluß der amerikanischen Stahlwerke, mit d e n Löhnen zugleich die Preise zu erhöhen, hat Schule gemacht. Die allgemeine Marktlage hat darauf mit großen Vorauskäufen geantwortet, der Prozeß der fieberhaften Lohn- und Preissteigerungen ist in Amerika noch nicht beendet, und man fragt sich, ob die Preissteigerungen zu einer Blockierung der amerikanischen Wirtschaft führen werden, wenn Berlin, 8. April. (DNB.) Den letzten Vortrag auf der Jahrestagung des Deutschen Gemeindetages hielt der preußische Ministerpräsident Generaloberst Göring. Der Ministerpräsident erklärte, bei der Durchführung des Dierjahresplanes ständen zwei große Aufgabengebiete im Vordergründe: Die Steigerung der Produktion auf landwirtschaftlichem Gebiete bis zu dem möglichen Höchstmaß und die Umstellung auf neue Rohstoffe in der gewerblichen Wirtschaft. Auf dem Gebiete der Ernährung gelte es, die Spanne von 13 v. H., die heute noch an der Versorgung fehle, rasch weiter zu verringern. Der Ministerpräsident gab seiner lieber® Zeugung Ausdruck, daß die Landwirtschaft seine Forderung erfüllen werde, und unterstrich besonders die Tatsache, daß dank der straffen Marktordnung des Reichsnährstandes der deutsche Brotpreis nicht geändert werde, im Gegensatz ZU den verheerenden Folgen der internationalen Getreidespekulation. Stärker noch als die landwirtschaftliche Erzeugung stehe die Steigerung der gewerblichen Produktion im Interesse der Öffentlichkeit. Hier sei es notwendig, durch technische Ausnutzung chemischer Erfindungen die einheimischen R o h st o f f e so zu verarbeiten, daß ihre Verwendung an Stelle der ausländischen Stoffe erfolgt. Es sei die besondere Aufgabe aller Persönlichkeiten, die im öffentlichen Leben stehen, den Verbrauch der neuen deutschen Werkstoffe i n jeder Weise zu fördern und gegen veraltete Vorurteile und die übliche Scheu vor dem Neuen anzukämpfen. Die Gemeinden müssen auf der Ausgabenfeile sich dort Zurückhaltung auferlegen, wo sie durch verstärkte Rachfrage die Schwierigkeiten der Rohstoffversorgung für den Vierjahresplan noch vermehren. Der Führer hat sich vorgenommen, drei Städte durch bauliche Maßnahmen größten Stils besonders auszugeslalten, Berlin, München und Hamburg. Diese Aufgabe wird selbstverständlich durchgeführt werden. Es ist aber nicht notwendig, dah nun jede andere Stadt glaubt, zur gleichen Zeit ebenfalls ein Riesenbauprogramm durchführen zu müssen, hier müssen sich die Gemeinden in die Stufenfolge der Dringlichkeit einordnen, heute ist es wichtiger, durch eine entsprechende Entwicklung der gemeindlichen Versorgungsbe- friebe mikzuhelfen, als Rathäuser oder selbst Turnhallen ober Versammlungshallen zu bauen, so wichtig auch diese sonst sind. Als zwingende Rotwendigkeit einer allgemeinen Wirtschafts Oer Führer ehrt Emil Kirdorf. Besuch auf dem Streithof. Oer Reichswirtschastsminister feiert den vorbildlichen Betriebsführer. diese den letzten Verbraucher erreichen, der es in der Hand hat, einfach in einen Käuferstreik einzutreten. Auch in England wird die Lage ziemlich pessimistisch betrachtet, ein Leitartikel des Fachblattes „Economist" führt unter dem Titel „Wirtschaftliche Gefahrenzeichen" aus, die interventionistische Wirtschaftspolitik, die in Ottawa bescblos- fen wurde, die neuen Zölle und Kontingente seien durch die Entwicklung der Wirtschaft überholt. Statt der damals herrschenden Periode der fallenden Preise und der scharf rückgängigen Aktivität sei ein Aufschwung eingetreten, der gerade durch die Ottawa-Maßnahmen gehindert würde. Im Vergleich zu dem Niveau vor einem Jahr sei inzwischen der Durchschnittspreis für Getreide und Fleisch um 22 v. H., die anderen Nahrungsmittel um 15, Mineralien um 26 v. H. und Textilien um 15 v. H. gestiegen. Das Emporschnellen des Brotpreises in England auf den höchsten Stand seit 9 Jahren zeige die Beeinflussung derLebenshal- tungskosten durch die Preisbewegung. Die Gewerkschaften verlangten höhere Löhne, anderseits sei selbst in der Rüstungsindustrie eine Streikbewegung zu verzeichnen. Roosevelt hat dieser Tage eine mächtige Strafpredigt gegen die Preistreiber gehalten, die man in der verhüllenden Börsensprache als „Haussiers" bezeichnet. Darauf sind die Rohstoffpreise tatsächlich in den letzten Tagen zum Teil gefallen. Die Preisrückgänge bewegen sich in den Verhältniswahlen von etwa 20 bis 33 o. H. Diese Preisbewegung darf aber über den angespannten Zustand der Rohstoffmärkte nicht hinwegtäuschen. Im Gegensatz zu Deutschland kann sich eben in den liberalen Ländern die Spekulation austoben. Wenn dann Anzeichen eines Preisrückganges eintreten, so wirft sie die Ware, „die sie übrig hat", schleunigst auf den Markt — manchmal auch gezwungenermaßen, da sie meist mit Kredit und oft nicht mit zu knappem Kredit arbeitet. Es ist auch möglich, daß es infolge dieser Vorgänge in London oder Neuyork zu einigen Zahlungseinstellungen kommt, jedenfalls sind auch die Aktienbörsen in Mitleidenschaft gezogen und haben in den letzten Tagen schwache Kurse gemeldet. Das Institut für Konjunkturforschung zweifelt nicht für die nächste Zeit an dem Fortgang des internationalen Konjunkturaufschwungs und damit auch der Preisbewegung. Es stellt fest, daß es im ganzen der deutschen Preispolitik bisher mit überraschendem Erfolge gelungen ist, trotz der Verknappung der einheimischen Rohstoffversorgung die Auswirkungen der zum Teil sehr starken Preissteigerungen auf den Weltrohstoffmärkten zu mildern und den inländischen Preis st and zu halten. Erreicht wurde das durch Verringerung der Gewinnspanne, Leistungssteigerung, Rationalisierung der Warenverteilung usw. Die Kennzahl der deutschen Großhandelspreise stellte sich im März auf 106,1 also um 0,6 v. H. höher als im Februar, wobei zu berücksichtigen ist, daß die Preise für landwirtschaftliche Produkte mit Rücksicht auf Zins- verlust und Lagerkosten leicht steigen. Zum Wohl des Volkes — zum Dank an den Führer. DerStabschefderSA.ruft zürn Dankopfer auf Berlin, 8. April. (DNB.) Der Stabschef der SA. hat folgenden Aufruf erlassen: Vor einem Jahre erlebten wir als schönsten Beweis der Volksgemeinschaft der Tat, wie sie die SA. in ihrem Kampf verwirklicht, das e r st e Dankopfer des Volkes im Zeichen der wiedergewonnenen Wehrfreiheit als ein Geschenk der dankbaren Nation an den Führer. In diesen Wochen nun sehen wir überall im ganzen Reich Wohnsiedlungen für den deutschen Arbeiter erstehen, sichtbarer Ausdruck dieses großen sozialen Werkes, in dem die Dolksgemein- sihaft im Geiste des Führers und beseelt vom Willen zum Aufbau unseres herrlichen neuen Reiches zusammenstand. Auch in diesem Jahre wieder wird die SA. als Trägerin und Vermittlerin des Geschenkes der Nation an den Führer zu feinem Geburtstag das Dankopfer durchführen und gemeinsam mit der ganzen Volksgemeinschaft Bekenntnis ablegen vom Einsatzwillen und der Entschlossenheit, für den Führer und sein Volk kein Opfer zu unterlassen, das dem Wohle und der Förderung der Nation dient. Deshalb richte ich erneut an jeden Volksgenossen, der sich dieses Bekenntnis zu eigen macht, den Ruf, feine Verbundenheit zum Führer und zur Gemeinschaft durch seine Eintragung in die Ehrenlisten zu bezeugen. Wiederum gilt es, den Dank der Nation als ein würdiges und sinn-' volles Geschenk an den Führer zum Ausdruck zu bringen und alles für Deutschland zu tun, was feinen Ruhm und seine Größe zu steigern vermag. Deshalb bekenne jeder mit der SA. seinen Einfatz- und Opferwillen zum Wohle des Volkes — zum Dank an den Führer! Or. Ley in Venedig. Venedig, 8. April. (DNB.) Reichsleiter Dr. Ley traf im Flughafen von Venedig ein. Zu seinem Empfang hatten sich die Spitzen der Behörden sowie der Abgeordnete Cianetti, Mitglied des Faschistischen Großrates, eingefunden. Nach dem Abschreiten der Ehrenkompanie führten Schnellboote die Gäste zum Hotel. Nach kurzer Rast begaben sie sich in den Regierungspalast, wo ihnen der Präfekt den Willkommensgruß entbot. Anschließend stattete Dr. Ley dem faschistischen Parteihaus einen Besuch ab. Bei einem von den italienischen Industriellen veranstalteten Festbankett erklärte Dr. Ley nach Begrüßungsworten des Conte V i l l a b r u n a: „Ich liebe dieses Land, aber von heute ab weiß ich, daß dieses Land wie mein eigenes Volk wieder auferstanden ist." Auf dem Canäle Grande hatte eine Unzahl von Gondeln, mit Hunderten von Lampions geschmückt, sich um ein mit einem großen Hakenkreuz geschmückten Prachtschiff versammelt, auf dem eine Musikkapelle untergebracht war Kaum hatte Dr. Ley auf der Terrasse Platz genommen, da erklang das Horst-Wessel-Lied, in venezianischer Art von Mandolinen gespielt, über das Wasser, und dann folgte Mandölinenmusik, Volkslieder und Chöre, von der Dopolavoro, der italienischen Freizeitorganisation, meisterhaft vorgetragen, während die hell- erleuchteten Gondeln auf den Wellen vorbeiglitten und langsam im Dunkel der Nacht verschwanden. Deutsch-japanische Freundschattskundaebung. Tokio, 8. April. (DNB.) Anläßlich einer Gedächtnisfeier für den verstorbenen Gründer der §0 Millionen Yen betragenden Wohltätig- keitsstiftung Harada, deren Verwaltung m enger Beziehung zum deutsch-japanischen Kulturaus- Mülheim (Ruhr), 8. April. (DNB.) Der F ü h- rer bereitete dem 90jährigen Geheimrat Emil Kirdorf eine besondere Ehrung durch einen persönlichen Besuch auf dem Streithof bei Mülheim, wobei er dem greifen Jubilar den Adlerschild des Deutschen Reiches selbst überreichte. Mit dem Führer waren u. a. gekommen Reichsminister Dr. Goebbels und Gauleiter Oberpräsident Ter- b o v e n. Geheimrat Kirdorf, der an diesem Tage Bergmannsuniform angelegt Hatte, erwartete mit einer Familie den Führer am Eingang. Im Jn- nenhof hatten sich führende Männer der Partei und ihrer Gliederungen versammelt. Anschließend weilte der Führer einige Stunden als Gast im Hause des Jubilars. Vor dem Hause spielten während der ganzen Zeit ein SA.-Musikzug und eine Militärkapelle für die zahlreichen Gäste. Die Zechen und die Verwaltungsgebäude der Organisationen des Ruhrbergbaus hatten zu Ehren Geheimrat Kirdorfs geflaggt. Ungezählte Glückwünsche und Geburtstagsgaben sind dem Jubilar aus allen Teilen des Volkes und aus allen Teilen des Reiches zugegangen. Das R h e i n i s ch - W e st- älische Kohlensyndikat überreichte sei- neyi Gründer und Ehrenvorsitzenden eine kunstvoll in Bernsteinmosaik gefertigte Plakette mit dem durch in Silber gefaßter Cannel-Kohle dargestellten Wahrzeichen des Kohlensyndikats. Eine Limousine ist die Ehrengabe der Gelsenkirchener Bergwerk s - A G., die Emil Kirdorf aus kleinen Anfängen zur bedeutendsten Montangesellschaft Europas emporfuhrte. Der Verein Deutscher Bergleute hat eine Kirdorf-Gedenkmünze geschaffen, deren erstes Stück dem Jubilar überreicht wurde. Berlin, 8. April. (DNB.) In dem Hochoerratsverfahren gegen die drei katholischen Geistlichen aus dem Rheinland und ihre vier Helfer vor dem Volksgerichtshof wurden die persönlichen Verhältnisse des Hauptangeklagten, des 34jährigen Kaplans Joseph R o s s a i n t aus Düsseldorf, erörtert. Er war Bezirkspräses des Jungmännerverbandes. Ihm war die im ganzen Reiche einheitlich zusammengefaßte, aus den katholischen Wandergruppen her- oorgegangene „Sturmschar" unterstellt. Der Angeklagte hat diesen Namen selbst gewählt. — Vorsitzender: „Sie sind doch Pazifist? Der Name Sturmschar scheint mir wenig mit Pazifismus zu tun haben. Gegen was wollten die Leute denn anftürmen?" — Angeklagter: „Sie sollten den anderen ein Vorbild sein und sie durch ihr Beispiel aus ihrer Lethargie herausreißen. Wir wollten wandern, Heimabend abhalten und den Unglauben zerstören sowie für aktives Christentum eintreten." — Vorsitzender: „Wer hat denn 1929 das Christentum bekämpft? Als Geistlicher können Sie nicht vergessen haben, in welch schamloser Weise man in marxistischen Kreisen gegen die Kirche gekämpft hat!" — Vorsitzender: „Wurden in der Sturmschar auch politische Fragen erörtert?" — Angeklagter: „In der Sturmschar haben wir Fragen der Weltanschauung, soziale Fragen, die päpstlichen Friedensenzyklika und andere Dinge besprochen. Wir traten für eine volkspolitische Schulung ein." Der Angeklagte ist sogar in seiner Amtstracht in kommunistische Versammlungen gegangen, in denen er sich an der Diskussion beteiligte. Seiner lieber« zeugung nach habe die Katholische Kirche nicht genug für die Jugendlichen getan. Aus diesem Grunde habe er jugendliche Erwerbslose zu sich eingeladen. Er faßte sie in sogenannten „Piele-Klubs" zusammen, beschäftigte sie durch Einrichtung einer Bastelstube, schulte sie und wanderte mit ihnen. Auch gründete er einen Fußballklub. Für die Sportler richtete er in seinem Keller einen Wasch- und Umkleideraum ein. Er hat an einem Zeltlager der „Sozialistischen Arbeiterjugend" teilgenommen. Viermal versuchte er, auch im Lager des Jungvolks Eingang zu finden. Sein geistlicher Vorgesetzter, der mitangeklagte Clemens, schrieb ihm darauf: tausch steht, veranstaltete die Stadt Matsusa k a (Provinz Mijoe) bei dem Nationalheiligtum Ise eine deutsch-japanische Freundschaftskundgebung. Professor Spranger und Gesandtschaftsrat Kolb wurden von 3000 Schulkindern mit den Flaggen und Fähnchen beider Länder begeistert empfangen. Die japanische Ansprache Kolbs und der Vortrag Sprangers wurden mit größtem Beifall ausgenommen. Edens Besuch in Brüssel. Haupithema.DieWestPaktsverhandlungen. London, 9. April. (DNB. Funkspruch.) Zu dem für Ende des Monats vorgesehene Besuch des englischen Außenministers Eden in Brüssel erklärt die „Times", es werde selbstverständlich eine natürliche Verbindung zwischen den Unterredungen Edens in Brüssel und den Privatbesprechungen stehen, die der englische Außenminister mit dem belgischen König bei dessen Londoner Besuch gehabt habe. Die Entlassung Belgiens aus den Locarno-Verpflichtungen werde noch vor Edens Besuch in Brüssel erfolgen. Sie werde jedoch den Auftakt zu einem längeren Verhandlungsprogramm bilden, das man als ersten Schritt zum Abschluß eines dauernden Sicherheitsabkommens im Westen, von dem das belgische Abkommen einen gewissen Teil bilden müßte, betrachte. Die Zukunft der Westverhandlungen werde das Hauptthema der Brüsseler Unterredungen bilden. Englands Indienpolitik. Die Kongretzpartei soll den erstenSchritt tun London, 8. April. (DNB.) In beiden Häusern des Parlaments erklärte der Jndienminifter Lord Z e t l a n d , daß der Nationalkongreß in den sechs Provinzen, in denen er bei den Wahlen die Mehrheit erhalten habe, die Regierungsbildung a b gelehnt habe. Selbstverständlich sei es den britischen Gouverneuren unmöglich gewesen, die vom Kongreß gestellten Bedingungen anzunehmen und auf die in der Verfassung vorgesehenen Vollmachten zu verzichten. Bei dem Vorschlag, der Vizekönig solle Gandhi zu einer Zusammenkunft auffordern, lasse man sich anscheinend von der Hoffnung leiten, der Vizekönig könne Gandhi überreden, daß der Kongreß seine ablehnende Stellungnahme aufgebe. Lord Zetland sagte, er könne nur schwerlich Eine besonders eindrucksvolle Geburtstagsehrung für Geheimrat Kirdorf veranstalteten die Organisationen des Ruhrbergbaus. In ihrem Mittelpunkt stand die Glückwunschansprache Dr. Schachts, und den unerwarteten Abschluß bildete das Erscheinen des Stellvertreters des Führers Rudolf Heß. Dr. Schacht führte u. a. aus: Drei große Gedanken hätten die Tätigkeit des Jubilars bestimmt: Stets die Arbeit für Volk und Vaterland in den Vordergrund zu stellen, den Geist der Kameradschaft und Volksverbundenheit innerhalb des Bergbaues zu pflegen und endlich das Bewußtsein, daß die führenden Männer des Bergbaues zu selb st verantwortlicher Tätigkeit verpflichtet seien, wenn sie Aufgaben erfüllen wollten, die sonst nur durch Zwang möglich seien. In dem neuen Kohlenwirtschaftsgesetz werde die Reichsregierung diese drei großen Gesichtspunkte berücksichtigen. Kirdorf sei das Vorbild des Betriebsführers. Es könne kein höheres Ziel für uns alle geben, als es so zu machen, wie es der Jubilar Zeit seines Lebens gemacht habe. Nach weiteren Glückwunschansprachen ergriff Geheimrat Kirdorf selbst das Wort. Der Klassenkampf habe Deutschland zu vernichten gedroht. Da endlich sei durch die Volksgemeinschaft eine Rettung für Volk und Vaterland möglich geworden. Sein Vermächtnis solle dereinst die Mahnung sein, nie wieder die fruchtbringende Kraft der Volksverbundenheit preiszugeben. Mit einem Sieg-Heil auf den Führer, den Retter des Vaterlandes, schloß Geheimrat Kirdorf. „Unser Joseph R. wird Ihnen einen Termin eines Jungvolk- und Hitler-Jugendlagers im August mitteilen. Aber ich glaube bestimmt, daß diese Leute Sie nicht hereinlassen wie die Sozialisten. Sie müssen schon viel Kniffe gebrauchen, um sich hineinzuschleichen. Interessant und wertvoll wäre es bestimmt." Auf dem Essener Katholikentag im Herbst 1932 trat der Angeklagte Rossaint zum erstenmal mit seinen bolschewistischen Ideen, die er in der Zeitschrift des Katholischen Jungmännerverbandes niederlegte, an die Oeffentlichkeit. Ein Artikel trug die Überschrift „Wie wird die Neigung zum Faschismus überwunden?" Auf eine Frage des Vorsitzenden gab der Angeklagte zu, daß er unter „Faschismus^ auch den Nationalsozialismus verstanden wissen wollte. Rossaint hat Beziehungen zu dem kommunistischen Jugendfunktionär Schäfer ausgenommen. Er will „nicht gewußt" haben, daß Schäfer Agitations- und Propagandaleiter des Kommunistischen JugendvePbandes für den Bezirk Ruhr- Niederrhein war. An Stelle Schäfers kam ein junger Mann, der sich Gumpert nannte. Er teilte dem Angeklagten mit, daß Schäfer festgenommen worden sei. Der Angeklagte hat bann Schäfer während der Haft besucht. Er will mit dem kommunistischen Agitator aber nur über--„seelsorgerische Angelegenheiten" gesprochen haben! Der Angeklagte Rossaint muß zugeben, gewußt zu haben, daß Gumpert den Gedanken der Einheitsfront zwischen Katholiken und Kommunisten vertrat. Obwohl er für sich behauptet, diese Ideen abgelehnt zu haben, gab er Gumpert trotzdem Gelegenheit — als Vertreter der Gottlosenbewegung! —, im Kreise gläubiger Katholiken zu sprechen. Er lud ihn als Redner zu einer Versammlung ein, an der auch der Mitangeklagte Kaplan Kremer teilnahm. Der Kommunist führte hier aus, daß Katholiken und Kommunisten „gemeinsame Aufgaben" hätten. Rossaint erklärte, ihm sei die Berührung dieses Themas „unangenehm" gewesen und die Ausführungen des Kommunisten seien auch in der Diskussion angeblich scharf abgelehnt worden. einsehen, welchem Zweck ein solches Vorgehen des Dizekonigs dienen solle. Schließlich handele es sich um eine Frage der Provinzregierungen, und die Gouverneure hätten bereits den Kongreß zur Bildung von Ministerien eingeladen. Wenn die Kongreßpartei ihre ablehnende Stellungnahme nicht ändere, dann könne im Augenblick nichts weiter gesagt werden. Allerdings bestehe die Möglichkeit, daß sich die Kongreßführer derWirkung ihrer Forderungen nicht bewußt gewesen seien und daß es sich tatsächlich um ein Mißverständnis der Verfassungslage handele. Wenn Gandhi in Erkenntnis der wirklichen Derfassungslage den Wunsch ausdrücken würde, den Vizekönig aufzusuchen, dann würde dieser ohne Zweifel einer solchen Forderung mit dem Wunsch entgegenkommen, eine Verständigung über die Stellung der Kongreßpartei zu erzielen. Es sei aber klar, daß der erste Schritt von der Kongreßpartei ausgehen müsse. Bolschewistischer Kinderraub in Spanien. Sevilla, 8. April. (DNB.) Die spanisch-bolschewistische und die Sowjetpresse hat bereits des öftern über die Ankunft von spanischen Kindern in der Sowjetunion berichtet, die dort einen längeren „Erholungs-Aufenthalt" nehmen sollen. Halbwüchsige Kinder werden unter verlogenen Wendungen den Eltern entrissen, um im „Sowjetparadies" für eine spätere weltrevolutionäre Tätigkeit ausgebildet zu werden. Wie die spanische Zeitung „Arriba Espana" berichtet, sollen jetzt wieder 4000 Kinder nach Sowjetrußland zwangsverschickt werden. Der Widerstand der Eltern ist jedoch so groß, daß der bolschewistische Machthaber von Madrid „General" Miaja, nun öffentlich erhlärt hat, er werde gegen jene Eltern energisch vorgehen, die es verhindern wollen, daß man ihre Kinder in „Sicherheit" bringe. „Die Kinder gehören nicht den Eltern, sondern dem Staat, dessen legitimer Vertreter(I) der Verteidigungsausschuß ist, der daher nach seinem Ermessen mit den Kindern verfährt." Diese Erklärung zeigt, bis zu welchem Grade der Terror der bolschewistischen Verbrecher gegenüber der Bevölke- rung gediehen ist. Der bolschewistische Häuptling A s c a s o hat den iahrhunderte alten spanischen Volksgruß „A Dios" a b g e s ch a f f t und durch den Ausruf „S i n Dios (Ohne Gott) ersetzt. Zuwiderhandelnde werden streng bestraft. Nach der Zerstörung und Schließung der Kirchen, dem Hinschlach- ten der Geistlichen und der Verfolgung der Gläubigen wird nun — nach bewährtem sowjetrussischen Muster — als nächste Stufe der Bolschewisieruna dem terrorisierten spanischen Volke die Gottlosigkeit aufgezwungen! Deutscher Schritt in Warschau Berlin, 8. April. (DNB.) Wie wir erfahren, Hal der deutsche Botschafter in Warschau auftragsgemäß die Aufmerksamkeit der polnischen Regierung auf die bekannten Vorgänge bei der Tagung des polnischen West Verbandes in Graudenz gelenkt und um entsprechende Wahnahmen ersucht. * Die Polnische Telegrafenagentur rückt in einer Verlautbarung von der Graudenzer Kundgebung des Westoerbandes ab. Die Kundgebung habe in einigen Teilen den Rahmen des durch den Polnischen Westverband aufgestellten Programms überschritten und Akzente enthalten, die i n unerwünschter Weise die öffentliche Meinung in Polen und in Deutschland aufreizen konnten. Die genaue Prüfung des Tatbestandes werde die Feststellung gestatten, ob nicht verschiedene Transparente das Werk unverantwortlicher Elemente gewesen seien, die mit dem Organisationskomitee der Propagandawoche für Pommerellen nichts gemein hätten. Obwohl di e Lage der polnischen Bevölkerung in Deutschland und die Betätigung des „Bundes Deutscher O st e n" mehr als einmal auf die polnische Bevölkerung aufreizend gewirkt haben könnten, ständen doch die aggressiven Akzente einem Staat gegenüber, mit dem Polen gute nachbarliche Beziehungen unterhalte, i m Widerspruch mit der politischen Linie der polnischen Regierung und könnten in feinem Fall geduldet werden. Erneute Spannung im Nahen Osten. Die Türkei wehrt Ueberfätte an der syrischen Grenze ab. Istanbul, 8. April. (DNB.) Der türkische In- nenminifter S ch ü k r u Kaya machte im Parlament Angaben über die systematische Tätigkeit von Räuberbanden, die seit der zweiten Hälfte des letzten Jahres die syrischen Grenzen überschritten und in der östlichen Türkei Plünderungen und Mordüberfälle in großem Maße ausführten. Der Minister kündigte polizeiliche Maßnahmen in den betroffen Gebieten an. Eine Division des Grenzgebietes fei durch Einberufung von Reservisten auf volle Kriegs- ftärte gebracht worden, um für alle Möglichkeiten gesichert zu fein. Eine Verantwortlich- feit der französischen Mandatsbehörde in Syrien wegen dieser Bandentätigkeit stehe fest. Die Nation könne die Gewißheit haben, daß die Regierung auch zu weitergehenden Maßnahmen schreiten werde, wenn die bisher ergriffenen sich als unzulänglich erweisen sollten. Englischer Kirchenfürst warnt vor der kommunistischen Propaganda. London, 9. April (DNB. Funkspruch.) Der Erzbischof von Westminster sprach auf der Jahresversammlung einer katholischen Vereinigung über den Kommunismus als einer religiösen Gefahr. Die kommunisttsche Propaganda richte sich vor allem gegen die Kirche. In Afrika hätte die kommunistische Propaganda unter den Eingeborenen einen besorgniserregenden Umfang angenommen. Sie habe sich inzwischen auch in England in beunruhigender Form ausgebreitet. Die kommunistische Partei habe ihre Mitgliederzahl im Laufe eines Jahres verdoppeln können. 1931 seien in Moskau 10 0 afrikanische Eingeborene geschult worden, um als bolschewistische Propagandisten nach Afrika zurückzukehren. Deutsche und griechische Wissenschaft. Reichsminister Rust in derNniversitätAthen Athen, 8. April. (DNB.) In der Aula der Athener Universität fand aus Anlaß der Heber- reichung einer deutschen Bücherspende durch Reichsminister Rust eine Feier statt, bei der Reichsminister Rust u. a. ausführte: Wie vor 100 Jahren, so nimmt auch heute Deutschland innigsten Anteil am Leben des griechischen Volkes. Griechenland hat seine heiligste Stätte, Olympia, aufs neue in deutsche Hand gegeben. Lebensverbundenheit und Lebenseinheit sind die Voraussetzungen aller hellenischen Kulturschöpfungen. Nicht in dem Glauben, daß Alt-Hellas eine für alle Völker und alle Zeiten gültige Norm geschaffen habe, geht der deutsche Forscher und Künstler von heute nach Athen und Olympia. Der völkischen Verbundenheit alles großen Schaffens sich bewußt, weiß er, daß gerade diejenigen Werke der Kunst am höchsten ins Üebermenschliche und. Ueberzeitliche emporwachsen, die ihre Wurzeln am tiefsten in den Boden völkischer Eigenart hineingesteckt haben. Wir haben heute den Boden der griechischen Wirklichkeit betreten, aber gerade auf diesem Boden ist uns heute Hellas wieder lebensnaher und bedeuten- der als je zuvor. Nach einem Worte Adolf Hitlers sucht jedes heroische Zeitalter in seiner Kunst sofort die Brücke zu einer nicht minder heroischen Vergangenheit. Griechen und Romer werden dann plötzlich den Germanen so nahe, weil alle ihre Wurzeln in einer rassischen Grundlage zu suchen sind. Davon ist ein ganzes Volk erfaßt, das seine Erziehung aus intellektueller Einseitigkeit a u f das Ziel der leibseelischen Einheit u m g e ft e 111 hat, das darum seine Sportplätze musisch und politisch beseelt und seine Schulen wieder mit jener Spannung erfüllt, die einst aus den Gymnasien von Hellas in das ganze hellenische Volk ausströmte. Wir fühlen diesen Geist mächtig werden in den neuen monumentalen Bauwerken in München und Nürnberg. So ist die hellenische Welt wahrhaftig lebendig im Schaffen des neuen Deutschlands. Reichsminister Rust hat E h r e n b o f t o r bV plome deutscher Universitäten an folgende griechische Professoren überreicht: Papamichael (Königsberg), Koreas (Philosophie; Lei p- z i g), Earzhopulos (Pädagogik; Jena), Lorotheto- pulos (Gynäkologie; München), Mermingas Der Prozeß MM vor dem Volksgerichtshof. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum- schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange: für Feuilleton: Dr Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. III 37: 10 496. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samsiags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. April 1937 gültig. (Chirurgie: Berlin), Warwaressos (Rechtswissenschaft: Berlin), Oikonornos (Archäologie; Ber- l i n), Kougeas (Archäologie; Göttingen). Reichsminister Rust überreichte im Namen der Reichsregierung dem griechischen Kultusminister Geor- g a k o p u l o s das Ehrenzeichen des Roten Kreuzes Erster Klasse und dem Rektor der Universität Papamichael das Verdien st kreuz des Ehrenzeichens vom Roten Kreuz. Die Universität veranstaltete am Abend für Reichsmin'ister Rust ein Festessen. Der Rektor wies dabei auf das lange Bestehen geistiger Beziehungen zwischen der deutschen und der griechischen Wissenschaft hin und sprach Reichsminister Rust den Dank dafür aus, daß er diese Beziehungen wieder belebt und gefestigt habe. Weiterhin gab der Rektor seiner Freude und Dankbarkeit für die ihm vom Führer und Reichskanzler und von der deutschen Wissenschaft verliehenen ehrenden Auszeichnungen Ausdruck. Reichsminister Rust betonte, daß über das wissenschaftliche und künstlerische Verstehen hinaus rein menschliche Bindungen die Grundlage für die gegenseitige Freundschaft zwischen Deutschland und Griechenland bildeten. Ministers Dr. R u st als Vertreter des Führers, der damit einen neuen Beweis seiner Friedensliebe und seiner Verehrung der Antike geben will. Kleine politische Nachrichten. Zur weiteren Steigerung des Fischverzehrs ist unter Führung der Hauptoereinigung der deutschen Fischwirtschaft eine Reichsfischwerbung E. V. und ein Förderungsdienst des deutschen F i s ch h a n d e l s gegründet worden, dessen Aufgabe darin besteht, die praktischen Voraussetzungen für den Fischabsatz durch Einrichtung der erforderlichen E i n z e l h a n d e l s g e s ch ä f't e zu schaffen und für den Nachwuchs der entsprechenden Fachkräfte zu sorgen. mitteldeutschen Flüssen und Kanälen war ein Neu- bauoerbot für Binnenschiffe erlassen worden. Das Wiederaufleben der Wirtschaft und das Steigen des Verkehrs hat die Beschäftigungsverhältnisse der Binnenschiffahrt gebessert. Die Kähne sind nahezu regelmäßig in Fahrt. Den Reedern und Kahneignern kann es nunmehr nicht länger verwehrt werden, die Erneuerungen und Ergänzungen ihres Schiffsparks durchzuführen * Die TASS, veröffentlicht eine Verordnung des Präsidiums des Zentralexekutivkomitees der Sowjetunion über die Ernennung des bisherigen Berliner Botschafters der Sowjetunion Suritz zum Sowjetbotschafter in Paris. Die Geschichte der Ausgrabungen von Olympia. Von unserem ständigen C.R.-Äerichierstaiter. Am 10. April wird Reichsminister R u st mit dem ersten Spatenstich die vom Führer am Schlüsse der Olympischen Spiele verkündeten deutschen Ausgrabungen in Olympia eröffnen. Wir haben aus diesem Anlaß unseren ständigen C. R.= Berichterstatter in Athen gebeten, uns über die Geschichte der Ausgrabungen von Olympia zu berichten. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Athen, April 1937. Wer wollte glauben, daß der Name Olympia, der heute in aller Welt bekannt ist, in Vergessenheit geraten konnte? Und doch ist es so. Nach dem Niedergang der Antike findet man als früheste Bezeichnung im Jahre 1516 auf einer Karte die Ortschaft „Antilalo" eingezeichnet, die ungefähr an der Stelle Olympias gelegen hat. Lala war ein reicher Ort der Türkenzeit, Antilalo die griechische Bezeichnung, wie das Wort „Anti" noch heute vielfach in Griechenland für Ortschaften beliebt ist, z. B. Anti-Kythera usw. Somit hatte sich Olympia im Laufe der Zeit in „Antilalo" verwandelt. Der erste Gedanke einer Ausgrabung Olympias wird in einem Briefe des Franzosen Montfaucon vom 14. Juni 1723 erwähnt, ihm folgt dann bereits ungefähr um 1759 der deutsche Gelehrte und Begründer der Altertumswissenschaft Johann Joachim W i n ck e l m a n n. Er schreibt mit geradezu wissenschaftlicher Hellsichtigkeit ungefähr: „Was für eine große Bedeutung yat die einzige Stadt Pisa in Elis, wo die olympischen Spiele gefeiert wurden. Ich bin überzeugt, daß die Ausbeute über alle Vorstellung hinaus ergiebig und daß durch eine genaue Untersuchung des Bodens der Kunst ein großes Licht aufgehen werde." Wir sehen, wie richtig der große deutsche Gelehrte die Lage und Schätze Olympias beurteilt hat, die in etwas mehr als 100 Jahren spater deutsche Grabunaskunst ans Tageslicht fördern sollte. 1766 besucht Richard Chandler Olympia und ihm folgen dann noch eine ganze Reihe hervorragender Gelehrter verschiedener Nationen. Der französische General M a i s o n vertrieb die Streitkräfte Jbrahlim Paschas im griechischen Freiheitskriege, und die Franzosen entsandten hernach eine wissenschaftliche Expedition unter Leitung von Abel B l o u e t, die am 9. Mai 1829 in Olympia die allerersten Ausgrabungen vornahm. Doch mußten die Arbeiten infolge der zunehmenden Hitze verfrüht abgebrochen werden. Die Deutschen gruben niemals über den Juni hinaus, und auch die neuen, nunmehr vom Führer und Reichskanzler verfügten Ausgrabungen, die von Reichserziehungsminister Dr. Rust feierlich durch den ersten Spatenstich am 10. April eröffnet werden, werden über die heißen Sommermonate ruhen. Vor etwa 100 Jahren erschien in Pyrgos bei Olympia ein deutscher Philhellene und Schriftsteller, Fürst Pückler- Muskau, der ebenfalls sofort für die Durchführung von deutschen Ausgrabungen in Olympia eintrat. Er schlug vor, den ganzen Bezirk von Olympia käuflich zu erwerben, Ausgrabungen durchzuführen, an Ort und Stelle ein Museum zu errichten, in dem die zutage geförderten antiken Schätze untergebracht werden sollten und die ganze Umgebung von Olympia in einen einzigen und schönen Park umzuwandeln. Er wollte ein Paradies in Olympia schaffen, was bei der Fruchtbarkeit des griechischen Bodens und bei ausreichenden Bewässerungsanlagen sicherlich auch gelungen wäre. Kurze Zeit nach dem Besuche des Grafen Pückler- Muskau erschien ein anderer Deutscher 1838 in Olympia: Ernst Curtius. Er war damals 24 Jahre alt und als Erzieher bei einer deutschen Beamtentamilie in Athen angestellt. 1840 besuchte er zum zweiten Male Olympia und bereits damals faßte er den Entschluß, wenn irgend möglich Ausgrabungen in Olympia durchzuführen. Am 10. Januar 1852 hält Ernst Curtius vor König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen in Berlin einen Vortrag, der in so begeisterter Weise Olympia und die Aussichten von Grabungen schildert und um die Geldmittel wirbt, daß der König am Ende der Ausführungen Curtius lächelnd sagte: „Da möchte man sich ja gleich selbst mit der Sammelbüchse vor die Tur stellen!" 1853 gab der ebenfalls berühmte Archäologe Ludwig Roß, Professor in Halle, einen Ausruf heraus: „Ausgrabung Olympia, ein Vorschlag" und brachte 252 Taler ein, natürlich viel Zu wenig, um großzügige Ausgrabungen vorzu- nehmen. Erst die Reichsgründung 1871 schafft auch die notwendigen Mittel, um die Grabungen in Olympia Wirklichkeit werden zu lassen. Es versteht sich wohl von selbst, daß in der Zwischenzeit sowohl Curtius wie Roß und andere deutsche Gelehrte diese Ausgrabungsidee immer ununterbrochen mit aller Energie betrieben, daß schon viele Verhandlungen stattgefunden hatten, doch ließen die verschiedenen Kriege und unruhigen politischen Zeiten, besonders auch der deutsch-französische Krieg, diese guten Absichten niemals in die Tat umsetzen. Das Preußische Archäologische Institut wird Reichsanstalt und auf Betreiben Curtius' auch eine Zweiganstalt in Athen eingerichtet, die heute unter der Leitung des bekannten Archäologen Dr. Wrede steht, der zugleich Landesleiter der NSDAP, für Griechenland ist. Nun beginnen ernsthafte, aber auch sehr schwierige Verhandlungen zwischen der Reichsregierung und der griechischen Regierung. Nach einem griechischen Gesetz vom 20. Mai 1834 dürfen keine Antiken ins Ausland ausgeführt werden und fo mußten alle Ansprüche auf Fundstücke, die die deutsche Grabung fördern würden, aufgegeben werden, nur unter besonderen Umständen wurde eine Abgabe von sogenannten „Dubletten" zuaesagt. Im September 1875 begannen endlich unter Leitung von Ernst Curtius die Ausgrabungen, die bis zum März 1881 durchgeführt wurden. Ein- einviertel Jahr nach Eröffnung der Grabungen kommt Prof. Dr. Wilhelm Dörpfeld 1877 nach Griechenland, der feit jener Zeit, man kann beinahe sagen ununterbrochen, sich in den Dienst der Erforschung Olympias stellte. 1936. Am 20. Juli in einer würdigen Feier, nach vielen herzlichen Ansprachen und dem Segen des orthodoxen Bischofs von Pyrgos, läuft der erste Fackelstaffelläufer K o n d y l l i s aus Olympia mit dem heiligen von der olympischen Sonne entfachten Feuer ab, und nachdem die Fackel 3069 Kilometer durcheilte und ebensoviele Male in den verschiedenen Ländern den Träger wechselte, zieht sie am 1. August 1936 in das vollbesetzte Berliner Stadion ein, es lodert die olympische Flamme auf dem Altäre flackernd auf, um während der Spiele zv friedlichem Wettkampfe zu leuchten. Und am Ende der XI. Olympiade verkündete der Führer Die Säulen des Heraion, die von Prof. Dörpfeld und seinen Mitarbeitern wieder hergestellt wurden. (Scherl-Bilderdienst-M.) und Reichskanzler den Willen Deutschlands, mit Genehmigung der griechischen Regierung das begonnene erste Friedenswerk des 1871 erstandenen Deutschen Reiches durch das Dritte Reich zu Ende zu führen, eine Verkündigung, die in Griechenland große Freude auslöste. Die neuen Grabungen sollen nun dort einsetzen, wo die alten aufgehört haben. Man beabsichtigt zunächst einmal das Stadion freizulegen, von dem heute nur die Ablaufstelle in einem lauschigen und von Sträuchern und Blumen wildverwachsenen Winkel vorhanden ist. Das nächste wichtige Gebäude, das der Befreiung aus Schutt und Erde harrt, ist das Gymnasium, das bis heute nur zu einem Teile ausgegraben wurde, lieber das Gymnasium hinweg führt heute die moderne Automobilstraße Olympia—Tripolis, aber auf der anderen Seite der Straße wird nun der Spaten neue Arbeit finden. Links vom Kladeos, dem berühmten Flusse, müssen riesige Erdbewegungen vorgenommen werden, um diesen denkwürdigen Platz freizulegen. Nach Süden, zum Alpheios-Tal, liegt das Leoni- d e i o n, das noch größtenteils bis zu einem Drittel in der Erde verborgen ist und ausgegraben werden muß, vielleicht finden sich hier im Süden in den Weinfeldern, wo heute noch die griechische Traube unter der sengenden Sonne Olympias reift, noch andere Randgebäude auf. Auch bei den neuen Arbeiten sind noch eine Menge von Einzelunter- fuchungen vorzunehmen, besonders auch Tiefgrabungen, die Aufschluß über das älteste und vielleicht auch das urgeschichtliche Olympia bringen werden. Bereits durch Probegrabungen wurden Gebäude aus der Bronzezeit festgestellt, aus der Zeit etwa vor 2000 v. Ehr. wurden zwei solcher Gebäude bereits gefunden. Einige andere Reste, wie z. B. das Heräon, ragen in jene unbekannte Zeit hinein. Zu den merkwürdigen Gebäuden dieser Art gehört auch das P e l o p i o n , und Prof. Dr. Wilhelm Dörpfeld hat hier nach dem Weltkriege Versuchsgrabungen durchgeführt und dabei festgestellt, daß ein viel älterer Steinkreis um das Pelopion herumgelegt ist, und daß es eine ganz zentrale Stelle im Heiligtum Olympia eingenommen hat. Die Geschichte dieses Baues weist hoch in den Mythos hinauf, es handelt sich sicherlich um das Heldenmal des Ortsheros Pelops, der der ganzen Halbinsel, auf der Olympia liegt, den Namen gegeben hat: Peloponnes, d. h. Insel des Pelops. Nun am 10. April 1937 erfolgt der erste Spatenstich im heiligen Bezirke Olympias, der erste Spatenstich von der Hand des deutschen Erziehungs- Aus aller Well * Der Reichsverkehrsminister hat den Neubau von Kähnen und Tankschiffen in der Binnenschiffahrt vollständig freigegeben und im wesentlichen nur noch für den Bau von Schleppern und Motorschiffen eine Beschränkung aufrechterhalten, durch welche die Motorisierung der Binnenschiffahrt an sich jedoch nicht aufgehalten werden soll. In der Krise der Binnenschiffahrt auf den Die „Teufelsausireiber" von Roßdorf. „Bruder" Wohlfahrt mutz ins Gefängnis. LPD. Darmstadt, 8. April. In mehrtägiger Verhandlung hatten sich der 32jährige „Bruder" Heinrich Wohlfahrt, ein weiterer Mithelfer und eine „Zionsschwester" vor dem Sondergericht zu verantworten, da sie die im Herbst vorigen Jahres verbotene „Zionsgemeinde" in Roßdorf weitergeführt, Zusammenkünfte abgehalten und Sammlungen vorgenommen hatten. Schon vor einigen Jahren mußte sich das Gericht mit den Roßdörfer „Zionsbrüderm wegen ihrer „Teufelsaustreibungen" beschäftigen. Sie betrieben „Gesundbeten", „Geistes- und Wassertaufen", „Zungenreden" und Teufelsaustreiben", wobei allerdings die „leitenden Brüder" finanziell recht gut abfchnit- ten. „Bruder" Wohlfahrt machte feinem Namen alle Ehre und sammelte u. a. 70 000 Mark von den „Gläubigen", um das Erholungsheim „Zionshort" in Roßdorf zu bauen, natürlich mit Kapelle und Betfaal. Auf dem Anwefen ruht heute schon eine Hypothek von 25 000 Mark. Eine Hauptanhängerin — und daneben tüchtige Geschäftsfrau — hatte das Grundstück an „Bruder" Wohlfahrt nicht etwa geschenkt, sondern verkauft und dadurch gleichzeitig ihre Geschäftsschulden getilgt. Aber auch diese treue Anhängerin, die behauptet, ihr gesamtes Vermögen an „Bruder Heinrich" gehängt zu haben, will durch ihn schwer belogen worden fein. Auch die mehr als 20 Zeugen stellten ihm meist kein sonderlich gutes Zeugnis aus. „Bruder" Wohlfahrt hat ein wechselvolles Leben hinter sich. Vor Jahren kam er nach Roßdorf, und da soll nach seinen Angaben das „Zungenreden" schon existiert haben. Er leugnet, den Kranken den Arzt verboten oder den Teufel ausgetrieben zu haben. Zeugen bestätigen dagegen, daß Wohlfahrt ihnen als „Gesicht Gottes" erzählt habe, er komme als Sammler für das „Haus des Herrn". Aus Mitteln der „Gläubigen" wurde dieses Haus gebaut, das „Bruder Heinrich" Unterkunft und Lebensunterhalt bot. Während er sich gutes Essen bereiten ließ, mußten seine Mitarbeiter fast hungern, denn der „Prediger Bruder Heinrich" hatte ihnen oft erklärt, daß Krankheit vom guten Leben und durch die „Sünde" komme. Manchmal wurde der Fluß der Mittel schwächer, und da blieb „Bruder Heinrich" nur die „Flucht in die Stille" übrig. Es dauerte bann Wochen oder Monate, bis er sich wieder seinen Anhängern aus der näheren und weiteren Umgebung zeigte. Aber die „Zionsgemeinde" glaubte an ihn und seine „Gesichte", bis das unvermeidliche Ende eintrat und die meisten erkannten, daß sie einem Hochstapler — wie ihn der Gerichtsvorsitzende in seiner Urteilsbegründung nannte — in die Hände gefallen feien! Der Angeklagte wurde wegen Vergehens gegen die Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutze von Volk und Staat und wegen Vergehens gegen das Sammlungsgesetz zueinemJahr Gefäng- n i s unter Anrechnung von drei Monaten Untersuchungshaft und Untersagung des Predigerberufs für fünf Jahre verurteilt. Der mitangeklagte Helfershelfer bekam vier Monate Gefängnis unter Anrechnung von drei Monaten Untersuchungshaft, die „Zionsschwester" wurde zu 150 Mark Geldstrafe verurteilt. Verzweiflungstat einer Mutter. Eine Frau aus Spremberg beging eine furchtbare Verzweiflungstat: Sie warf sich mit ihren drei Kindern, einem Jungen von 3V2 Jahren und zwei Mädchen von 2V2 Jahren und 5 Monaten, in selbstmörderischer Absicht bei Trattendorf in die Spree. Die Kinder sind ertrunken. Die Mutter selbst wurde in letzten Augenblick gerettet. Die entsetzliche Tat ist durch den verlotterten Ehemann verschuldet worden, der keiner regelmäßigen Arbeit nachging, sondern sich sehr häufig herumtrieb. So hatte er auch am Vortage eine ihm nach längerer Erwerbslosigkeit verschaffte Arbeit grundlos niedergelegt und war nicht in die Wohnung zurückgekehrt. Von den zuständigen Stellen der Wohlfahrt und der NSV. ist alles getan worden, ; um der wirtschaftlichen Not der Familie zu steuern. ‘ Die Familie ist in reichlichem Maße mit Lebens- ' Mitteln, Wäsche und Geld unterstützt worden, so daß ' die furchtbare Tat nur daraus zu verstehen ist, daß die Frau über die Zerrüttung ihrer Ehe völlig in Verzweiflung geraten war. Vauditeu überfallen eine Prager Bank. Ein Banküberfall nach Art amerikanischer Gangster wurde in Prag verübt. In einem Augenblick, als kein Kunde im Bankoorraurn anwesend war, erschienen zwei mit schwarzen Ueberwürsen verkleidte und mit Jagdgewehren und Revolvern bewaffnete Männer in einer Zweigstelle der Städtischen Sparkasse im Stadtteil Zizkow. Sie forderten die drei anwesenden Beamten auf, keinen Widerstand zu leisten, sprangen durch die Schalterfenster in den Kassenraum und, während der eine die Be- Das Fußball-Länderspiel zwischen Frankreich und Italien am kommenden Sonntag in Paris wurde abgesagt. Der Französische Fußballoerband soll Italien davon unterrichtet haben, daß Befürchtungen für Kundgebungen in Paris bestärken. Der Vorsitzende des Französischen Fußball-Verbandes dagegen erklärte, vom Generalsekretär der faschistischen Partei sei die Herausgabe der Pässe an die Spieler verweigert worden. amten weiter in Schach hielt, entnahm der andere der Kasse 120 00 0 tschechische Kronen. Vor dem Gebäude stand ein Auto bereit, mit dem die Räuber in raschem Tempo davonfuhren. Versuche, das Auto aufzuhalten, blieben vergeblich. Die Polizei ist fieberhaft tätig, hat aber noch keine Spur " der Verbrecher ausfindig machen können. Reuyorker Juden als Gangster überführt und zu Zuchthaus verurteilt. In das Wespennest des amerikanischen Gangster- < fums t)at ein Prozeß hineingegriffen, der einer 1 Gruppe von sogenannten „Rackets" gemacht ; wurde und der mit der Verurteilung von sieben Angeklagten zu langjährigen Zuchthaus st ra- ; fen endete. Diese „Rackets" — auf deutsch: Erpresser— heißen: Abraham Cohen und Irving Epstein, Philipp C r 0 s s e l und Harry Vogel- , stein, ferner Paul Coulcher, Aladar Rotek 1 und John I. Williams. Von ihnen wurde Coul- : cher, Sekretär einer Kellnergewerkschaft, zu 20 Jahren Zuchthaus verurteilt. Zwei Juden waren Anwälte eines Geschäftsmannes, und die vier übrigen Verurteilten waren Gewerkfchaftsbeamte. Diese sieben hatten von Besitzern von Speiselokalen durch Drohungen, man werde die Lokale unter Terror setzen, rund zwei Millionen Dollar erpreßt. Der Richter hob die ernste Gefahr des „Rackets"-Un- wefens für die größeren Gemeinden des ganzen Landes hervor. Die Angeklagten hatten mit Hilfe von Gangstern eine wahre Schreckensherrschaft ausgeübt und Hunderte von Geschäftsleuten jahrelang gebrandfchatzt. Die vier Gewerkfchaftsbeamten hatten außerdem Gelder ihrer Gewerkschaften, die von den schwerarbeitenden Mitgliedern aufgebracht werden mußten, vergeudet. Das Riefenfeuer in Manila. Das tm nördlichen Stadtteil von Manila entstandene Großfeuer hat weit größere Ausmaße gehabt, als zunächst angenommen wurde. Es sind mindestens 1200 Häuser zerstört worden, darunter verschiedene Fabriken, Warenhäuser und Schnaps- brennereien. Rund 25 000 Einwohner sind durch die Brandkatastrophe obdachlos geworden. Die rasende Schnelligkeit, mit der die Flammen bei dem herrschenden starken Wind und bei der leichten Bauart der Holzhäuser um sich griffen, vereitelte alle Lösch- versuche der Feuerwehr. Hinzu kam, daß der Wasserdruck in den Leitungen zu niedrig war und ein Teil der Feuerspritzen versagte. Die Feuerwehr sah sich gezwungen, USA.=£ruppen zu Hilfe zu rufen. Die Flammen konnten erst, nachdem die Feuersbrunst den Rand der Manila-Bucht erreicht hatte, auf ihren Herz beschränkt werden. Die Behörden bezeichnen es als ein Wunder, daß bisher nur ein einziger Todesfall gemeldet worden ist, nämlich der eines alten Mannes, der einen Schlaganfall erlitt. Dagegen find elf Personen schwer verletzt worden, und zahlreiche werden vermißt. Unter den Vermißten befindet sich auch eine Gruppe von Kindern, die von den Flammen auf dem Sportplatz umzingelt wurde. Flieger, die den brennenden Stadtteil überflogen, sind der Ansicht, daß die Kinder in den Flammen umgekommen sind. Die Stadtverwaltung hat erklären lassen, daß das Tondo- Viertel mit breiteren Straßen und größerem Abstand zwischen den Häuserblocks wieder aufgebaut werden fall. Wetterbericht des Relchswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Hoher Luftdruck über Osteuropa und lebhafte Wirbeltätigkeit über dem Oftatlantik bedingen für uns noch immer die Zufuhr feuchwarmer Meeresluft. In ihrem Bereich liegen die Temperaturen über dem jahreszeitlichen Durchschnitt, die noch zu ' leichter Unbeständigkeit bis zu Aufheiterungen, aber auch einzelnen gewittrigen Schauern Anlaß geben. Eine durchgreifende Aenderung ist noch nicht zu erwarten. Aussichten für Samstag: Zunächst bestärkte Regentätigkeit, lebhafte Winde aus südlichen Richtungen. Lufttemperaturen am 8. April, mittags: 15,8 Grad Celsius, abends: 10,7 Grad; am 9. April, morgens 7,9 Grad. Maximum 15,8 Grad, Minimum 5,7 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 8. April, abends 11,1 Grad, am 9. April, morgens 8,2 Grad Celsius. Niederschläge 3,8 Millimeter'. — Sonnenscheindauer 2,7 Stunden. PALM OLIVE ■ SEIFE — IwvgeöteUt mit ötlomöt-erhalt die Haut rein und zart 4. Deutsche Gepäckmarsch-Meisterschaft Hebet tausend Teilnehmer am Start. Die 4. Deutsche Gepäckmarsch-Meisterschaft am 18. April in Bautzen hat ein hervorragendes Meldeergebnis erfahren. Abgesehen von der über 35 Kilometer führenden deutschen Meisterschaft, für die bisher Meldungen von 32 Mannschaften vorliegen, beteiligen sich an den Rahmenkämpfen rund 1000 Mann. Für die deutsche Meisterschaft haben bisher 32 Mannschaften mit 160 Teilnehmern gemeldet, an der Spitze der Titelverteidiger, der Nachrichtensturm der SA.-Brigade 35 Leipzig mit Schulze, Köhler, Prehn und Kirsch. Vertreten sind auch die ersten vier Mannschaften der diesjährigen SS.-Gepäckmarsch-Meisterschaft in Dresden. Hinzu kommen weitere SA.-Mannschaften. Für die sächsische M e i st e r s ch a f t haben sich 12 Mannschaften eingeschrieben. Zum 2 5- Kilometer-Marsch für Reichs- arbeitsdienst und Polizei wurden achtundzwanzig Mannschaften, darunter Mannschaften der Polizei aus Osnabrück, Leipzig, Plauen, Zwickau, Chemnitz, Dresden, Zittau, Bautzen und Ebersbach und der Polizeisportverein Nordhausen und Erfurt bestimmt. Die stärkste Teilnehmerzahl hat die Klasse für SA., SS. und NSKK. zu verzeichnen, weil hier eine Mannschaft aus einem Führer und 15 Mann bestehen muß. Gemeldet haben 36 Mannschaften, vor allem natürlich aus Sachsen, aber auch aus Ortelsburg, Essen, Frankfurt a. M., Osnabrück, Sorau, Sondershausen, Nordhausen und Magdeburg. Für den Sonderwettbewerb der Wehrmacht und SS.-Verfügungstruppe haben sich 50 Mannschaften (je 5 Mann), die in feldmarschmäßiger Ausrüstung über 25 Kilometer starten, einschreiben lassen. Sportvereine und presse. Ein beachlenswerles Wort aus berufenem Munde. Der sächsische Gauführer Ministerialrat Kunz hat in einem Aufruf an die ihm unterstellten Vereine in den „Dresdner Nachrichten" vom 7. April 1937 die Arbeit der Presse als Werbemittel für den Sport in besonderer Weise herausgestellt und fordert darin auch die Anerkennung, die den Zeitungen dafür gebührt. Der Aufruf hat folgenden Inhalt: „Eine unserer besten Waffen im Kampfe für die Entwicklung der deutschen Turn- und Sportbewegung ist die deutsche Presse. Sie ist auf dem Gebiet der Leibesübungen ein Spiegelbild der Aufgaben, die wir im Deutschen Reichsbund für Leibesübungen leisten. Wenn wir Sonntag für Sonntag Hunderte und Tausende von Zuschauern und Freunden als Gäste unserer turnerischen und sportlichen Veranstaltungen begrüßen können, so ist das zu einem sehr großen Teil Ergebnis der Einsatzfreudigkeit der Sportpresse für unsere Belange. Und wenn die, denen aktiv in unseren Reihen zu stehen ebensowenig möglich ist wie eine ständige Teilnahme als Gast unserer Veranstaltungen, dennoch ein lückenloses Bild von unserer Arbeit vermittelt bekommen, so ist das wieder ein Verdienst der Presse, die weder Zeit noch Mühe scheut, unsere Wünsche zu erfüllen. Es muß uns daher eine selbstverständliche Pflicht sein, uns dieser Unterstützung durch Gegenleistung dankbar zu erweisen. Die Vereine, die mit Hilfe der Presse Sonntag für Sonntag Einnahmen erzielen, müssen für ihre Großveranstaltungen auch die Werbung durch den Anzeigenteil unserer Presse berücksichtigen. Wer den Zeitungen Anzeigen gibt, unterstützt und stärkt nicht nur eines unserer wertvollsten Kampfmittel, sondern erweitert zugleich seine eigenen Werbemöglichkeiten. Ohne Presse ist Das Sportamt in der NS.-Gemeinschast „Kraft durch Freude" für den Kreis Gießen hat in diesen Tagen das Uebungsprogramm für die Monate April, Mai und Juni herausgebracht. Bei einem eingehenden Studium des Arbeitsprogramms kann man sofort erkennen, in welch starkem Ausmaß die Leibesübungen innerhalb des Sportamtes gepflegt und gefördert werden. Gleichzeitig läßt sich aber auch erkennen, wie leicht es allen Volksgenossen gemacht wird, sich regelmäßig an einer der vielen Arten der Leibesübungen, wie sie bei „Kraft durch Freude" betrieben werden, zu beteiligen. Schließlich über trägt das neue Sportprogramm an alle, die es in die Hand bekommen, den Gedanken heran, daß es die Pflicht eines jeden Volksgenossen ist, dafür zu sorgen, daß er an Körper, Geist und Seele sich gesund erhält, daß er seine Gesundheit nicht leichtfertig untergraben darf, und daß er seine Lebens- und Arbeitskraft im vollen Umfange wahren muß. Ganz abgesehen davon, daß die Leibesübungen eine Fülle ungetrübter Freude zu vermitteln vermögen! Es lohnt, dem Sportprogramm einige Aufmerksamkeit zu schenken. In vorderster Lime steht auch diesmal wieder die „Allgemeine Körper- s ch u l e", sowie die Abteilung „Fröhliche G y m- n a st i k und Spiele". Hier läßt es sich das Sportamt „Kraft durch Freude" angelegen fein, möglichst viele Volksgenossen zu erfassen, da ja gerade diese beiden Uebungszweige keinerlei sportliche Dorschulung zur Bedingung machen, vielmehr kann sich jeder Volksgenosse ohne jede Schwierigkeit sofort im schönsten Sinne aktiv beteiligen. Es finden wieder Kurse statt, für Männer und Frauen die Entwicklung unserer Turn- und Sportbewegung dem Stillstand preisgegeben, ohne Gegenleistung kann die Presse die Mittel zur Unterstützung unseres Kampfes nicht erschwingen. Unterstützt also die Zeitungen, die von jeher unsere eifrigsten Förderer waren, durch Anzeigen!" Spielvereinigung 1926 Leihgestern. Leihgestern I — Grüningen I. Am kommenden Sonntag empfängt die erste Mannschaft der Spieloereinigung die gleiche des SV. 1933 Grüningen zum fälligen Rückspiel. Das Vorspiel in Grüningen, in dem Leihgestern mit Ersatz antrat und außerdem sehr unglücklich spielte, endete 6:6. Das bevorstehende Spiel wird aber aller Voraussicht nach von Leihgestern gewonnen werden, denn Leihgestern scheint wieder in Form zu kommen. Vorher spielt die Jugendmannschaft, an deren Meisterschaft kaum noch etwas zu rütteln ist, gegen die erste Jugend von Klein-Linden. Hier werden die Gäste dem neuen Meister Sieg und Punkte überlassen müssen. gemeinsam, ferner Sonderkurse für Formationen, für Betriebsgefolgschaften, schließlich aber auch Abende, die nur den Frauen vorbehalten sind. Die Kurse gehen jeweils über ein Vierteljahr und rufen die Teilnehmer meist einmal, verschiedentlich aber auch zweimal wöchentlich zusammen. Der Eintritt in diese Kurse ist jeder Zeit möglich. Alle Aufmerksamkeit wird auch wieder dem Schwimmen geschenkt. Es finden sowohl Kurse für Anfänger wie auch für Fortgeschrittene statt; auch hier für Männer und Frauen gemeinsam, aber auch für Frauen gesondert. Eine Reihe der Kurse wird wieder in der Halle des Städtischen Dolks- bades abgehalten, bei zunehmender besserer Witterung werden die Kurse aber auch in freien Badeanstalten abgehalten. Das Sportamt trägt die Schwimmlehrarbeit auch über den Kreis der Stadt hinaus und veranstaltet Kurse in Lollar, Großen- Buseck, Kesselbach bzw. in Londorf. Der Leiter des Sportamtes „Kraft durch Freude", Sportlehrer F e l d h u s, der besonders im Boxen aus langjähriger Erfahrung heraus zielsichere Arbeit zu leisten vermag, hat für die kommenden Monate auch wieder Box-Lehrkurfe vorgesehen. Wenn auch gerade diese Sportart in unserer Stadt noch nicht in breitesten Kreisen populär ist, so wird sich doch mancher junge Mann einmal fragen müssen, ob er sich nicht doch an dieser männlichsten aller Sportarten beteiligen wolle. Im Boxen sind auch Sonderkurse für Formationen vorgesehen. In der Fortsetzung der „Allgemeinen Körperschule" und deren Erweiterung in spezieller Hinsicht finden Leichtathletikkurse statt und zwar für Männer und Frauen gemeinsam. Der Kursus wird auf dem Universitätssportplatz ab gehalten. Der Eintritt ist jeder Zeit möglich. Im Sportfechten werden geschlossene Kurse abgehalten, d. h. der Eintritt ist nur bei Kursus- beginn möglich. Männer und Frauen üben gemeinsam auf dem Universitäts-Fechtboden. Dem Reiten ist auch diesmal im Programm des Sportamtes viel Raum gewidmet. Es findet eine aanze Anzahl von Kursen statt, die jeweils über sechs Stunden führen und einen einleitenden Vortrag sowie fünfmal praktischen Unterricht bringen. Groß ist auch die Anzahl der Tenniskurse, die sowohl für Anfänger wie auch für Fortgeschrittene veranstaltet werden. Nicht weniger denn 16 Kurse, jeweils für Frauen und Männer gemeinsam, sind vorgesehen. Beim Sportamt trägt man sich weiter mit dem Gedanken, einen Kursus für Selbstverteidigung (Jiu-Jitsu) zu veranstalten, der sicherlich einiger Aufmerksamkeit begegnen dürfte. Ferner wird man sich mit der Kleinkindergy m n a st i k befassen, eine Maßnahme, die sicherlich von vielen Eltern begrüßt werden wird. Außerdem ist die Einrichtung von Kursen für Kleinkaliberschießen vorgesehen. Das Sportprogramm gibt jedem Interessenten Aufschluß über alle Einzelheiten, die zu beachten find, gibt Anweisungen für zweckmäßige Sportkleidung und nennt für jeden Kursus Preis, Dauer, Ort und Zeit des Beginns. Sicherlich wird sich das Sportamt der NS.-Ge- meinschaft „Kraft durch Freude" in der Deutschen Arbeitsfront mit diesem neuen Sportprogramm wieder viele neue Freunde erwerben und damit gleichzeitig wiederum einen wertvollen Beitrag zur Ertüchtigung vieler Volksgenossen liefern, die bisher glaubten, abseits sportlicher Betätigung stehen zu müssen. ©porfamf „Kraft durch Freude". Allgemeine Körperschule, Lyzeum, Dammstraße 26 — nur für Mitarbeiter der DAF. — 18.15 bis 19.15 Uhr, offener Kursus 20.30 bis 21.45 Uhr. Schwimmen, Dolksbad, Seltersweg — für Männer und Frauen gemeinsam — 20.30 bis 21.30 und 21.30 bis 22.30 Uhr. Reiten, Universitäts-Reitinstitut, Brandplatz, 20 bis 21 und 21 bis 22 Uhr. Die öeutfdie Rrbcitsfront V' lL$.=Gememfchaft „Kraft durch freute' keine Angst — nur ein Gerücht! NSG. Seit einiger Zeit ist im Gau Hessen-Nassau das Gerücht feststellbar, daß alle „Kraft-durch- Freude"-Urlaubsfahrten für 1937 ausverkauft feien. Dies trifft keinesfalls zu. Richtig ist, daß die Nachfrage nach den Urlaubsfahrten sehr groß ist. Es ist aber durch das sehr umfangreiche Reiseprogramm der Gaudienststelle Hessen-Nassau dafür gesorgt, daß noch zu über siebzig Fahrten Anmeldungen entgegengenommen werden können. Mesiibimg für alle Volksgenossen! NeuesGportprogramm desSportamtsSießen in derNSG.,,Kraft durch Freude" Damen-Strümpfe erstklassige Fabrikate, führende Marken AfWa, Kunstseide, moderne Farben..... 1.65 1 25 0.95 Elbeo, Kunstseide 1195. 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Seine Wirkstoffe lösen den Schmutz heraus und bleiben selbst nicht im Gewebe hängen. Die fertige Wäsche ist wundervoll mollig und weich. Probieren Sie es noch heute an kleiner Wäsche, Z.B. an Taschentüchern! erspart 2479 D Unsere herzensgute unvergeßliche Mutter, Großmutter, Urgroßmutter, Schwiegermutter, Schwester und Tante Frau Marie Andreas Wwe. geb. Muskulus ist am 5. April 1937 nach kurzem, schwerem Krankenlager für immer von uns gegangen. Die trauernden Hinterbliebenen: Geschwister Andreas. Gießen (Schulstr. 9), Frankfurt a. M., den 9. April 1937. Die Einäscherung landauf Wunsch der Verstorbenen in aller Stille statt. Nr. 82 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) 5reitag,9.April 1957 KleineRaucher-Tips Betrieb und Freude aus der Gießener Messe Vor- Uhr Hans Thyriot. Gi ja e£ne ye/ußßl ►wxn. Dr. Karl Landwirt- 8 11 14 16 Ort: Schlitz Alsfeld Lonoorf Gießen Reitplatz: Reitplatz. Reithalle. Reitplatz. UniversitätH-Reitinstitut. Ernst Var- Uhr, Reisenden im Zuge; aber der Filin benutzt diese Einleitung nur im übertragenen Sinne einer Rahmenerzählung. Der Film theoretisiert wenig und verallgemeinert gar nicht: er sieht einen Einzelfall und stellt ihn dar, filmisch und eben mit der Wirkung, die vom Buch nur teilweise oder bedingt ausgeht; das Ganze wirkt nicht wie das Lehrbeispiel irgendeiner Theorie oder Weltanschauung, sondern wie ein Lebensausschnitt, ein Stück Roman oder eine Novelle. Die Voraussetzung zu einer solchen Wirkung im Film war vor allem die Hebung und psychologische Vertiefung der Tolstoischen Figuren. Der Posdnyschew des Films ist dem der Erzählung vergleichsweise noch am ähnlichsten; sowohl Jelaina aber als auch Tuchatschewsky erscheinen erheblich verfeinert und in ihrer seelischen Haltung wie in ihrer äußeren Erscheinung kultiviert. Dies entspricht folgerichtig den durchaus verschiedenen Wirkungstendenzen im Film und im Buch. Tolstoi kam es im Grunde auf eine moralische Wirkung an, der Film will drei Menschenschicksale darstellen.' Dabei ist, wie uns scheint, zu beachten, daß zwar in der Frau, der Ehefrau Jelaina, die zu wählen hat zwischen ihrer Liebe und ihrer Pflicht, zwischen der Liebe zu dem fremden Mann und dem Muttergefühl, das sie an das Kind ihres Gatten bindet, ein unlösbar tragischer Konflikt heraufbeschworen wird; daß aber der Ablauf der Ereignisse sich durchaus untragisch vollzieht, nicht mit schicksalhafter Unausweichlichkeit, sondern im verhängnisvollen Spiel blinder Zufälligkeiten, worin die drei Träger der Handlung sich eben in dem Augenblick tödlich verstricken, als der Konfliktsstoff bereits auf eine verhältnismäßig einfache und natürliche Weise so gut wie aus dem Wege geräumt ist. lich und mit allen zünftigen Eigenheiten eines Messeredners ausgestattet, hinzu kommt aber noch, daß manche Reklameredner sich jetzt des Lautsprechers bedienen, um dadurch mit ihrer verstärkten Stimme Herr zu werden über das mehr oder minder angenehme musikalische Geräusch der betriebsamen Nachbarschaft. Interessiert hört man den Sprüchen dieser Männlein und Weiblein zu, besonders begeistert sind natürlich die jugendlichen Messegäste, aus deren Reihen wiederum die Jüngsten sich besonders für die Geschäfte interessieren,'die ihrem Interesse an Spielsachen und ähnlichen Kinderunterhaltungen die weitgehendste Offerte machen. Alles in allem kann man sagen: die diesjährige Gießener Frühjahrsmesse ist zu einem Erfolg geworden, sowohl für die Schausteller und wohl auch Der Spielleiter Harlan hat, bei allen grundsätzlichen Abweichungen von der russischen Fabel, die wir darzulegen versuchten, die großen filmischen Möglichkeiten gerade des musikalischen Themas begriffen und auszuwerten verstanden; die Wiedergabe der Sonate an der entscheidenden Stelle der Fabel enthält auch szenisch und darstellerisch einige der stärksten Momente des Films. Und, damit innig zusammenhängend, ist dem Spielleiter auch die psychologische Anlage und Entwicklung der drei Hauptgestalten überzeugend geglückt. Peter Peter- s e n spielt den Ehemann Posdnyschew; man sieht diesen Darsteller selten im Film, aber viele werden sich noch seiner großartigen Leistung in der „Maskerade" erinnern: die Rolle hier liegt innerlich auf derselben Linie, und es gelingt ihm, eine Anteilnahme zu erzwingen, die von der Gestalt des Buches kaum ausgeht: gewiß ist auch sein Posd- Unsere Volksgemeinschaft im Dienstbereich der oberhessischen SA.-Vrigade 147 hat immer voll und ganz ihren Vlann gestanden, wenn sie zur Förderung des Gemeinwohls aufgerufen wurde. Daher ist auch die Erwartung berechtigt, daß der Ruf des Stabschefs der SA. Viktor Lutze für dieses zweite Dankopfer der Nation bei uns in Oberhessen erneut stärksten Widerhall finden wird. Die SA.-Stürrne der Brigade 147 werden jtm, wie im Vorjahre, auch jetzt wieder mit allem Elser der Werbung für dieses Dankopfer widmen. chaftlichen Fakultät der Universität Bonn den landwirtschaftlichen Obst- und Gemüsebau in Vorlesungen und Hebungen zu vertreten. Der Beauftragte für Reit- und Fahr- ausbildung bei der SA.-Gruppe Hessen. Sochschulnachrichten. Der Garteninspektor Dipl.-Landwirt Witte ist beauftragt worden, in der Dabei wissen sie, daß alle Glieder unserer Volksgemeinschaft gerne freiwillig ihren Beitrag zu der Opferspende beitragen werden, weil ihnen ja bekannt ist, welchem guten Zweck diese Spende zugeführt wird. Die Einzeichnungsstellen in Gießen, in denen die Spendelisten offenliegen, werden vom morgigen Samstag ab den Volksgenossen zugänglich sein. Auch in den Landorten des Brigadebereichs stehen die Dienststellen der SA. von morgen ab für diesen Spendedienst bereit. Die Kameraden der SA. werden ihren besonderen Stolz darin erblicken, allen Volksgenossen bei diesem Dankopfer ein gutes und nachahmenswertes Beispiel zu geben. Sie werden nicht nur spenden, sondern im besten Sinne des Wortes opfern, um dem großen Gemein- fchaftswerk den denkbar größten Erfolg zu verschaffen. Möchten alle deutschen Männer und Frauen in gleicher Dienst- und Hilfsbereitschaft auf diesem Wege des Opferns für die Dankesspende wacker mitmarschieren! Obst- und Gartenbauverein Gießen. Nächsten Sonntag Hauptversammlung mit trag im Hopfeld. (Siehe heute Anzeige.) Achtung Zungreiter! In den Bereichen der Wehrmeldeämter Gießen und Alsfeld finden am Sonntag, 11. April, nachstehende Prüfungen zur Erlangung des Reiterscheines durch den Beauftragten des Reichsinspekteurs für Reit- und Fahrausbildung statt: Was wir feit mehreren Jahren bei der Gießener Frühjahrsmesse nicht mehr erlebt haben, ist nun seit einigen Tagen doch eingetreten: die Messe geht bei schönem Frühjahrswetter vor sich! Zwar begann sie am vorigen Sonntag mit dem geradezu traditionell gewordenen Regenwetter, trotzdem war sie aber stark besucht. Vom Montag ab setzte das schöne Frühlingswetter ein, das, nach dem kurzen Rückschlag durch einige Gewitterregen am Mittwoch, bisher angehalten hat. Und, infolgedessen herrscht nun an jedem Nachmittag, aber auch in den Abendstunden auf dem Messeplatz Oswaldsgarten großer Betrieb und bei jung und alt rechte Freude. Die Messe ist wiederum mit einer Reihe von Unterhaltungsmöglichkeiten beschickt. Einige „große Kanonen" stehen dabei wieder im Vordergrund des Interesses, aber auch den Schaustellergeschäften wurde bisher die gebührende Beachtung geschenkt. So konnte man denn nachmittags vor allem die Kinderwelt bei ihren mannigfaltigen Belustigungen beobachten, während in den Abendstunden die „großen Leute" das interessierte Publikum für die Schausteller und für die übrigen Sehenswürdigkeiten und Unterhaltungsstätten stellten. Der Stimmaufwand der Werber vor den Geschäften ist natürlich unermüd- Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Heute abend findet eine Wiederholung des großen Erfolges „Zar und Zimmermann", komische Oper von G. A. Lortzing, statt. Musikalische Leitung Kapellmeister Paul Walter. Spielleitung Paul W r e d e. Die Partie des Zaren singt Gustav Bley. Einstudierung der Tänze Tanzmeisterin Irmgard Zenner. Leitung der Chöre Kapellmeister ~ " Bräuer. Diese Vorstellung findet als 28. stellung der Freitag-Miete statt. Anfang 20 Ende 23 Uhr. B für die Verkaufsgeschäfte als auch für die Kleinen unö Großen aus unserer Stadt und der Umgegend, die auf diesem Rummelbetrieb gern einige Stunden öer Unterhaltung und der vielseitigen Freude suchen. Dornotizen. Tageskalender für Freitag. Stadttheater: 20 bis 23 Uhr: „Zar und Zimmermann".— Gloria-Palast, Seltersweg: „Die Kreutzer- fonate". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die Stimme des Herzens". Sladltheaker Gießen. Allerlei vom Tee. Der Tee hat schon eine lange Geschichte in China, ws Karl der Große im Abendlande regierte, war öer chinesische Staatshaushalt schon auf Steuern aus Salz und Tee aufgebaut, und das Volk empörte sich in China wegen der zu hohen Teesteuer in einer Zeit, in der bei uns Rudolf von Habsburg regierte. Als aber endlich im Jahre 1660 die erste Last Tee in London verkauft wurde, wußten die Käufer nicht, ob sie die Blätter essen oder schnupfen sollten. Der Leibarzt des Großen Kurfürsten, Dr. Tulpius, genannt Bontekoe, setzte sein ganzes medizinisches Wissen für das neue Getränk ein, ohne daß er dafür großen Dank geerntet hätte. Heute ist bei uns eine Zunahme des Teeverbrauchs von 60 Gramm der Vorkriegszeit je Kopf der Bevölkerung auf 80Gramm festzustellen; dabei verbrauchen wir nur ein Zehntausendstel des Welt, tees, während wir ein Zehntel des Weltkaffees genießen. Die Behandlung des Tees erfordert, wie Theodor Bohner in seinem Buch „Der ehrbare Kaufmann" (Verlag Ullstein) zeigt besondere Sorgfalt. In einer bekannten großen Teepackerei darf in keinem Gebäude geraucht oder gekocht werden. Es geht ja beim Tee um die Duftstoffe so zarter Gebilde, wie junge Blätter es sind. Die chinesischen Teepflückerinnen haben Handschuhe bei ihrer Arbeit getragen, sie mußten täglich baden und durften nichts stark Riechendes essen. In den Schiffen, die den Tee herüberbrachten, sollte keine andere Ladung enthalten sein. Die Mischung wird von dem Teekoster beaufsich- tig. Er hat dazu Hunderte von Mustern durchgekostet, je nach der Zahl der Partien, die zur Versteigerung gestellt waren: gerbsäurearme chinesische Tees, die in altväterischer Weise noch mit der Hand gerollt sind; indische und solche der Sunda- inseln, bei denen Welken, Rollen, Gären, Rösten durch die Maschinen geregelt wurde; Ceylon-Tee und wieder japanischen. Er hatte ein Verzeichnis, das an Genauigkeit der Beschreibungen mit einer Kunsthandlung wetteiferte. Beim Reichen der Proben war streng darauf gehalten, daß die Probe- kännchen zur Hälfte von rechts her mit dem heißen Wasser gefüllt wurden und dann von links her voll, damit die Hitze des Wasser in allen dieselbe war. Genau sechs Minuten hatte der Tee in jedem Kännchen gezogen. Dann war er in die Probeschale abgegossen worden, und der Koster hatte feine Arbeit getan und dann feinem Makler die Aufträge für den Einkauf gegeben. nyfchew ein Opfer feiner selbst, ein Monomane feiner rasenden Eifersucht, aber ohne die krankhaften und ohne die theoretischen Züge, die der Figur in der Erzählung eigen sind; er ist auch das „große Kind", wie seine Frau ihn manchmal nennt, im Grunde gutmütig, täppisch, schwerfällig wie ein Bär. Trauriger, hilfloser Mann mit einer harten und spröden Stimme, den übergroße Liebe, übergroßes Mißtrauen und hämisch mißverständliche Zufälligkeiten zu einer übereilten und sogleich bereuten Tat treiben. Lil Dagover (Jelaina) wirkt in diesem Zusammenhang auf den ersten Blick überraschend: man erwartet nach dem Lesen einen ganz anderen Frauentyp; an ihr wird die innere Umbildung der Fabel durch den Film vielleicht am deutlichsten, ihr fehlen die animalisch-sinnlichen Züge, mit denen die Erzählung die Gestalt ausstattet, die dumpfe Strindberg-Atmosphäre, die sie dort umgibt; daaegen sieht man hier eine durchaus kultivierte, empfindsame, feinsinnige und innerlich reife Frau, gewiß reizend und reizvoll, aber im Augenblick der Entscheidung ihres Gefühls und ihrer inneren Bindung an Mann und Kind ganz sicher. Auch der von Schoenhals gespielte Tuchatschewsky ist dem etwas fatalen, glatten und geleckten Galan-Typus der Erzählung merklich entrückt; er wirkt verfeinert, männlicher und sensitiver zugleich, und er musiziert übrigens, ebenso wie die Dagover, mit einer überraschenden Leichtigkeit und Virtuosität. Von den übrigen Darstellern heben sich Walter Werner als Dr. Raskin und vor allem Hilde Körber hervor, die die bei Tolstoi fehlende Grufchenka mit einer fast unheimlichen Jnstinktsicherheit genau auf den hier schwer zu treffenden richtigen Ton stimmt; man mag an „Maria, die Magd" und an die Wilhelmine von Bayreuth im „Fridericus" denken, um die darstellerische Spannweite dieser hochbegabten Schauspielerin richtig abzuschätzen. — Der Film (Ufa) ist mit dem Prädikat „künstlerisch wertvoll" ausgezeichnet. * Vorher sieht man die neue Wochenschau, einen lehrreichen Kulturfilm „Pulsschlag des Meeres" und, auf der Bühne, G e r d y und Palm in einer exakt durchgearbeiteten parterreakrobatischen Nummer. Beim schnellen Laufen, oder Treppensteigen sollte man nie I rauchen, <^nn äann kommt man um den^irh ,liehen Rauchgenuß-Un ;seine MOKRI «ill man Idoch genießen. „Oie Kreutzersonate." Gloria-Palast. Beethoven schrieb die dem seinerzeit berühmten Geiger Rodolphe Kreutzer gewidmete „Sonata per il Pianoforte ed un Violino“ (A-dur) im Jahre 1803. Wir haben die Entstehung und den musikalischen Grundcharakter des Werkes bereits in einem Artikel unserer Filmbeilage (vom 27. Februar) beschrieben. Tolstoi begriff das Werk als ein typisches Beispiel für die seelenoerwandelnde Wirkung der Musik überhaupt und nahm es als Leitmotiv für seine Erzählung „Die Kreutzersonate". Diese Erzählung — es lohnt sich, besonders um mit öem Film vergleichen zu können, sie noch einmal zu lesen, obwohl dies gewiß keine erhebende ober herzerfreuende Lektüre ist — wirkt auf uns nicht wie irgendeine andere, ähnliche Erzählung, wie eine Novelle oder ein Roman: nämlich nicht als ein Kunstwerk schlechthin, sondern wie eine eingekleidete Theorie, wie eine Streitschrift, eine Predigt, ein volkserzieherisches Manifest. Man merkt das gleich an dem einleitenden Eisenbahn-Gespräch, das mit erstaunlicher Offenheit und Leidenschaftlichkeit geführt und auf das Thema hingelenkt wird; noch deutlicher an dem Epilog, welcher der eigentlichen Erzählung angehängt ist, und in dem Tolstoi, vielen brieflichen Anfragen seiner Leser summarisch und grundsätzlich antwortend — Punkt eins bis fünf — darlegte, was er über den Inhalt feiner Erzählung dachte und was er damit hatte sagen wollen. Tolstoi übertrug das musikalische Thema, in dem Geige und Klavier einander antworten, auf die Empfindungen der beiden Spieler im Konzert; das ist nun freilich ein ganz dichterisches Motiv, aber der Einzelfall, der sich da entwickelt, wird verallgemeinert und zur Norm für die Beziehungen der Geschlechter überhaupt erhoben. Tolstoi hat Her mit einer erbarmungslosen Schärfe auszusprechen unternommen, was er vom Verhältnis zwischen Mann und Frau, von der Liebe, von der Ehe und der Treue dachte. So wurde seine Erzählung zugleich zu einem Sittenspiegel des kulturellen und gesellschaftlichen Lebens im damaligen Rußland. Die Konsequenzen, die er im erwähnten Nachwort aus der Schilderung seiner tödlich und trostlos endenden Ehegeschichte zieht, sind hier nicht belangvoll, weil sie im Film so gut wie keine Rolle spielen. Sehr bemerkenswert, wie der Film — Drehbuch: Eva ß e i b m a n rf; Regie: Veit Harlan — den Stoff aufgegriffen und verwandelt hpt. Zwar setzt das Bild genau da ein, wo das Buch beginnt, mit jenem grundsätzlich-theoretischen Gespräch der 45/37 Aus der Stadt Gießen. Wie's ihm in der Schule gefiel... Der kleine Heini hat zum ersten Male die Schule besucht, was mich veranlaßte, eine kleine Unterredung mit ihm zu veranstalten. Ich fand den jungen Mann fröhlich im frühlingshaften Garten spielend; er hatte sich die linke Backe leicht mit einem lehmigen Fingerabdruck gemustert und wies auch sonst die Spuren emsiger Erdarbeiten auf. Unter Überreichung eines vertrauenserweckenden Stücks Schokolade begann ich schlicht und nett: „Na, Heini, — wie hat dir's in der Schule gefallen?" „Och!" sagte er kauend — „es waren hunderttausend Jungs da." „Das find'ja sehr viele! Und wer war noch da?" „Na, der Lehrer! — Du, der war prima!" „Aha! Da seid ihr wohl alle recht vergnügt ge- „Ja natürlich! Bloß einer neben mir, der war ängstlich, der saß ganz artig da und hatte die Hände auf ’n Tisch gefaltet!" „Ach!" meinte ich, gerührt über jenes brave Kind, — „und du warst gar kein bißchen bange?" „Nee!" gab Heini zurück und wischte mit sieghafter Miene unter der Nase hinweg. „Dann warst du wohl der einzige Junge in der Schule, der so dreist war?" „Nee", rief Heini wieder, — „ein Junge, der vor mir sitzt, der war noch dreister, der sagte auf einmal ganz laut: „Ich will jetzt zu Hause gehn!" und dann wollte er gleich raus! Aber >der Lehrer sagte, er müßte noch dableiben. Ein anderer Junge, der holte sein Frühstück raus und wollte losesten. Da sagte der Lehrer, das kann er ein bißchen später tun, jetzt noch nicht." „So! — Habt ihr denn gleich etwas gelernt in der Schule?" „Do-och! Wir haben gelernt Tischdeckel rauf- und runterklappen. Du, das macht Spaß, das bumst aber fein! Welche wollten gar nid) aufhören mit dem Bumsen! Aber das mußten sie!" „Und was habt ihr weiter getan?" "Wir mußten mal was fingen!" „Was hast du denn gesungen, Heini?" „Ich habe gefangen: „Grüß mir die Lore noch einmal!" Da hat der Lehrer gelacht, und die Jungs haben gelacht, und ich habe gelacht, alle haben sie gelacht." „Worüber haben sie wohl gelacht?" „Na, über die Lore." Jetzt war der Kleine in Stimmung und fuhr ungefragt fort: „Nachher haben wir auf’n Schulhof gespielt, aber ein Junge, der sagte, er hat auf’n Frühstück mehr Wurst auf als wie wir, das haben wir uns nid) gefallen lasten und da haben wir ihn ’n bißchen geknufft. Aber das sollten wir nid)!" „Aber, Heini, wie kann man in der Schule gleich anfangen, andere Kinder zu knuffen!" „Tja, der Lehrer hatte doch gesagt, wir könnten aus ’n Hof spielen, wie es uns Spaß macht!" „Und was hat der Lehrer noch gesagt?" Och, — er fragte noch, was mir werden wollten!" „Was wolltet ihr denn werden?" „Einer wollte Kutscher werden — welche wollten Soldat werden — einer wollte reicher Mann werden — einer wollte Lehrer werden!" „Was wolltest du denn werden, Heini?" „Ich? Ich wollte Schornsteinfeger werden!" „Warum denn das?" „Na, ich dachte, dann braucht man sich vielleicht nid) alle Tage waschen!" Hammonius. Ortsgruppe Gießen-Nord. Eine Reihe SA.-Männer, die im Bereiche der Ortsgruppe Gießen-Nord wohnen, hat noch nicht die Hilfskassenbeiträge für das 2. Vierteljahr (April, Mai, Juni) bezahlt. Diese Männer werden aufgefordert, das Versäumte während der Kassenstunden Montag und Mittwoch zwischen 20.30 und 22 Uhr nachzuholen. Von morgen ab Dankopfer der Nation! Alle Volksgenossen beteiligen sich an dieser Spende znm Geburtsag des Führers! Der morgige 10. April ist der erste Tag der Einzeichnungen in die Listen für das Dankopfer der Nation. Mit der 621. des Führers als orga- nifatorifd)en Trägerin des Dankopfers, die auch hier wieder Vortrupp der deutschen Volksgemeinschaft im hingebungsvollen Dienst der Volksgesamtheit sein wird, werden alle deutschen Männer und Frauen bestrebt sein, dieser Dankesgabe an den Führer zur Schaffung von Siedlungen für verdiente alte Kämpfer der Bewegung, für einstige Frontkämpfer und für kinderreiche Familien zum besten Erfolg zu verhelfen. 7ISL8., Kreis Gießen. Der Bezirk Gießen-Land des NS.-Leh- rerbundes hält am morgigen Samstag, 10. April, 15 Uhr, im „Burghof" zu Gießen eine Bezirks- Versammlung ab, in der eine Reihe wichtiger Tagesordnungspunkte erledigt werden soll Der Bezirk Grünberg versammelt sich am morgigen Samstag, 10. April, um 15.30 Uhr, im „Wilden Manil" in Grünberg ebenfalls zu einer Bezirkstagung, der eine Sitzung der Fachschaft „Volksschule" um 14 Uhr vorausgeht. 30 Jahre im Dienste des Kreisamts Gießen. Am gestrigen 8. April waren 30 Jahre seit dem Tage vergangen, an dem der jetzige Kreiskasserechner M a n k beim Kreisamt Gießen in Dienst trat. Herr M a n k kam als junger Mensch nach seiner Schulentlassung im Jähre 1907 zum Kreis- arnt, wo er nach mehrjähriger Beschäftigung beim Kreisbauamt im Jahre 1914 zur Kreiskasse versetzt wurde, zu deren Mitarbeitern er — abgesehen von den Kriegsjahren — seitdem ununterbrochen gehört. Am l.Juli 1934 wurde er als Nachfolger des in den Ruhestand getretenen Kreiskassendirektors Schäfer zum Kreiskassenrechner ernannt. Neben dieser beruflichen Tätigkeit wirkte er seit Herbst 1933 noch ehrenamtlich als Kreiskassenwalter der NSV., ferner als Rechner der evangelischen Gesamtkirchengemeinde Gießen. Wieder Mütterschulung in Gießen. Nach langer Pause, in der die Lehrkräfte in den Landorten des Kreises beschäftigt waren, findet nun in Gießen wieder ein Lehrgang in Säuglingspflege vom Reichsmütterdienst statt. Die (Eröffnungsfeier vereinte die 54 Teilnehmerinnen mit ihrer Leiterin Schwester Elisabeth Müller. Nach kurzen Begrüßungsworten von Frau Schön sprach die Kreisfrauenschaftsleiterin Frau Wrede über die Arbeit des deutschen Frauenwerks. Jede Frau, so hob Frau Wrede hervor, muß über diese, alle Frauenarbeit umfassende Organisation unterrichtet sein; von Frau zu Frau muß aufklärend gearbeitet werden, damit auch über die Grenzen hinaus die Einigkeit und Geschlossenheit der Mithilfe der Frau am deutschen Wiederaufstieg zum Ausdruck kommt. Ein wichtiges Arbeitsgebiet des Frauenwerks ist der Reichsmütterdienst. Indem er die Frau vorbereitet und unterrichtet, stärkt er die Freude und das Derantwortungsbewußtsein an der Arbeit im Haus und in der Familie. Schwester Elisabeth Müller sprach ihre Freude aus über die große Beteiligung und die Hoffnung auf eine erfolgreiche Arbeit. Es wird ein Doppellehrgang eingerichtet. Den Raum und verschiedene Lehrmittel stellt die Kinderklinik zur Verfügung. F. K. ** Gendarmerie-Personalie. Ernannt wurde der Gendarmeriehauptwachtmeister Heinrich Schäfer in Großen-Linüen zum Gendarmeriemeister im hessischen Landesdienst. ** Forstpersonalie. Versetzt wurde der Forstmeister Wilhelm S i e p m a n n , Forstamt Romrod, in gleicher Diensteigenschaft in das Forst- amt Alsfeld. ** Täglicher Omnibusverkehr von Gießen nach dem Schiffenberg wird in unserem heutigen Anzeigenteil angekündigt. Auf die Anzeige fei besonders hingewiesen. Schöffengericht Gießen. Dor dem Schöffengericht hatte sich gestern der A. W. aus Schwalheim zu verantworten. Es war ihm zur Last gelegt, am 26. 12. 1936 in einer Wirtschaft in Schwalheim über verschiedene SA.-Män- ner beleidigende Aeußerungen getan zu haben. In der Verhandlung gab der Angeklagte die Erklärung ab, daß er die Beleidigung mit dem Ausdruck des Bedauerns zurücknehme, und er verpflichtete sich, an das Winterhilfswerk 100 Mark zu zahlen. Weiterhin verpflichtete er sich, die Zurücknahme der Beleidigung in der Bad-Nauheimer Zeitung veröffentlichen zu lassen. Sodann verhandelte das Schöffengericht gegen den A. K. aus Bad-Nauheim. Der Angeklagte hatte im September 1936 in Bad-Nauheim für feinen Arbeitgeber Gelder einkassiert und nicht an diesen abgeführt, sondern sie für sich verbraucht. Mit diesem Gelde war er ins Ausland durchgegangen. Der Angeklagte war in der Verhandlung in vollem Umfange geständig. Mit Rücksicht auf seine Jugend und HundertIahre Gleiberg-Verein. Eine Erinnerung zum 9. April. Obgleich auf preußischem Boden geleaen, war und ist der Gleiberg nicht weniger hessisch, als preußisch. Wenn auch heute im geeinten Vaterland die Landesgrenzen der Form nach noch bestehen, so sind aber die durch sie einstmals bedingten Unterschiede und die damit verquickten Mißhelliakeiten für die Grenznachbarn gefallen. Wer den.Gleiberg von preußischer oder hessischer Seite ins Auge faßte, mußte unbedingt schon in der Vergangenheit die Feststellung machen, daß Burg Gleiberg als Beherrscherin des Gießener Beckens einfach die schwarzweißen und die rot-weißen Grenzpfähle drunten im „Leufertsroder" Gelände ignorierte, ja, so deuchte einem, geradezu als ernster Mahner zur deutschen Einigkeit hinwies. Im allgemeinen kann man auch sagen, daß sich die Gießener ebensowenig an die Grenzen störten, wie die Gleiberger uno Krofdorfer, abgesehen von einzelnen Zeitperioden, in denen die einen von den andern als von „Ausländern" redeten, was aber wohl nicht so im strengen Sinne des Wortes genommen wurde. Männer aus Gleiberg, Krofdorf, Gießen, Atzbach und Wetzlar hatten in Förderung gemeinsamer Absichten am 9. April 1837, also vor hundert Jahren den Gleinbergverein gegründet. Die Namen dieser Gründer, die in lieber« brückuna der Landesgrenzen der Heimat einen großen Dienst erwiesen, waren: Steuerempfänger Pfeiffer in Gleiberg, v. Lesch und Meier in Krofdorf, Engisch, Winfung und Münch in Wetzlar, Colnot, Pickard, Otto und Diesterweg in Atzbach, v. Humbrach I und II auf der Hardt, Dr. Balser, Buff, Ebel, Faber, G. P. Gail, F. Heß, G. F. Heyer, Vater und Sohn, Forstmeister Heyer, Hofmann, Hoffmann, Jungk, Kempff, L. Keßler, Knorr, Dr. Mettenheimer, Dr. Nebel, I. B. Noll, v. Preu- schen, Dr. Ritgen, Dr. Schmitthenner, Seipp und Asmus, C. Silbereisen, Dr. Sundheim, Weicker und Dr. Milbrand in Gießen. Trotz manchen Schwierigkeiten, Widerwärtigkeiten und finanziellen Sorgen mit zeitweise lahmer Vereinstätigkeit fand das Unternehmen besonders in Gießen großen Anklang, erst recht, als die Burg 1879 vom preußischen Staat in das Eigentum des Vereins überging. Immer wieder machten sich Männer aus Gießen um die Burg verdient, und ihr Andenken ist in der Dereinsgeschichte verankert. Namen wie von Ritgen, Dr. Hesse, Prof. Dr. Gareis, Dr. Klewitz, Soldan, Prof. Buchner, die Provinzialdirektoren Ufinger, Matthias und Graef und andere werden immer mitklingen, wann und wie der Gleiberg des letzten halben Jahrhunderts genannt wird. Einem treuen Gießener Gleiberg- freund gilt besonderer Dank und besondere Ehre: Oberbauinspektor Mohr, dessen Arbeit als „Burgbaumeister" unentwegt nun schon weit ins dritte Jahrzehnt geht. Sein Verdienst ist es nicht zuletzt, wenn sich heute die Ruine in anerkannt gutem Zustand befindet. Viele und große Opfer sind von Körperschaften und aus der Bevölkerung für den Gleiberg gebracht worden, und immer und immer wieder wird es nötig sein, wenn der heimatliche Zeuge 1000jähriger Vergangenheit erhalten bleiben soll. Gießen und der Gleiberg klingen auch harmonischen Tones in vielen Liedern und Reimen, die, wenngleich nicht immer in gehaltvoller Qualität, doch aus begeisterungsfreudigen, für die Heimat schlagenden Herzen, entquollen. Wie oft schallten und schallen die Zechlieder durch die Räume der Burg, wie oft trägt der Wind jauchzenden Gruß vom alten Burgfried hinunter nach Gießen an der Lahn! Und wie packt manchen Gießener die Sehnsucht nach feiner Stadt und dem Gleiberg, wenn er in der Fremde weilt! Gießener Turn-, Gesang- und andere Vereine feierten manches Fest auf der Burg, und zu ihrem Empfang knallten die Böller vorm Burgtor den Willkommengruß. Ein gerade vor mir liegendes Programm aus dem Jahre 1896 zeigt ein Konzert an, das die Gießener Sängervereimgung (Sängerkranz, Liederkranz, Heiterkeit und Harmonie) unter Mitwirkung der Kapelle des Jnf.-Regt. Nr. 116 in Steins Saalbau zum Besten des Glei- bergnereins veranstaltete; die Leitung hatte Herr Franz Bauer, der heute noch — hochbetagt, sich aber körperlicher und geistiger Rüstigkeit erfreuend — in gleicher Liebe an Gießen und dem Gleiberg hängt und allen Geschehnissen beider Orte lebhafte Anteilnahme zeigt. Wie mit der Bürgerschaft und der Universität stand und steht Burg Gleiberg auch mit dem Gießener Militär auf freundschaftlichem Fuße. Das kam u. a. bei dem zweimaligen Artillerieschießen zum Ausdruck. Und die jüngste Rekrutenvereidigung auf dem Burghof war ein Erlebnis, das allen Teilnehmern im Zivil- und Uniformrock ihr Lebtag in eindrucksvoller Erinnerung bleiben wird. So könnten noch manche Beziehungen zwischen dem Gleiberg und der Stadt Gießen nachgewiesen werden. Doch das würde hier zu weit führen. Daß der Gleiberg verein alles tut, das ersprießliche Verhältnis Gleiberg-Gießen zu pflegen und zu fördern, ist er sich und der Heimat schuldig. Symbolhaft zeigt es sich darin, daß Kreisdirektör Dr. Lotz (Gießen) die Führung der stattlichen Mitgliederzahl aus Hessen und Preußen in nah und fern übernommen hat. Möchten doch noch viele Volksgenossen sich in den Gleibergverein einreihen, daß er allezeit in der Lage ist, die schöne Burg zu jedermanns Freude erhalten zu können. Wie fang doch Louis Frech, dem ob seiner Gleiberglieder zum 100jährigen Gleibergjubiläum vom 4. bis 6. Juni eine besondere Ehrung zugedacht war: „Ob die Burg im Blütenkleide, ob in grüner Sommerszeit, ob in gülbnem Herbstgeschmeide, ober märchenhaft verschneit — ob man sie auch schoß in Trümmer, und ihr viel des Leids getan: Stolze Burg, du bleibst für immer unser Kleinod an der Lahn!" darauf, daß der Schaden inzwischen ersetzt worden ist, verurteilte ihn das Gericht wegen fortgesetzter Unterschlagung zu einer Gefängnis st rafe von 2 Monaten. Die Strafe gilt durch die Untersuchungshaft als verbüßt. Der G. E. aus Lauterbach hatte sich wegen fahrlässiger Transportgefährdung in Tateinheit mit einer Übertretung der Reichsstraßen-Verkehrsord- nung zu verantworten. Er befand sich am 26. 1. 37 gegen 15 Uhr mit seinem Personenkraftwagen auf der Fahrt von Gießen in Richtung Reiskirchen. Bei dem Bahnübergang der Strecke über die Straße Gießen—Reiskirchen durchfuhr er die erste der beiden geschloffenen Schranken, die durch den Anprall hochgedrückt wurde. Durch die zweite Schranke wurde er jedoch aufgehalten und blieb mit seinem Personenkraftwagen auf dem Bahnkörper stehen. Von einem gleich darauf vorbeifahrenden Güterzug wurde der Personenkraftwagen gestreift und beschädigt. Personenschaden ist durch den Unfall nicht entstanden, sondern nur geringer Sachschaden. Da der Angeklagte schon lange Jahre Autofahrer und bisher noch nicht mit dem Gesetz in Konflikt geraten ist, verurteilte ihn das Gericht an Stelle einer an sich verwirkten Gefängnisstrafe von 1 Monat zu einer (Selb ft rafe von 120 Mark, die im Uneinbringlichkeitsfalle mit '-einem Tag Gefängnis für je 4 Mark zu verbüßen ist. Das Gericht war der Meinung, daß der Strafzweck in diesem Falle durch die Geldstrafe erreicht wird. Hunbfunfprogramm Samstag, 10. April. 6 Uhr: Mvrgenspruch, Gymnastik. 6.30: Früh- konzert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Musik am Morgen. 11.15: Hausfrau hör zu. 11.40: Nur Frankfurt: Gaunachrichten. 11.50: Landfunk. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten, Offene Stellen; Nachrichten aus dem Sende- bezirk. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: „Und er fang die alte Weife..." Das Marfch- potpourri des Reichsfenders Frankfurt. 15: Volk und Wirtschaft. Allerlei Neuigkeiten. 15.15: Wir bemerken dazu ...! Leistungsabzeichen. 15.30: Wer lacht da? Ein Jungzug des Jungvolks spielt für seine neuen Kameraden. 16: Froher Funk für alt und jung. Klingende Welt des Films. 18: Sportschau. 18.30: Ausländsdeutsche Bauerntänze. 19.30: Der Zeitfunk bringt die Wochenschau. 19.55: Ruf der Jugend. 20: Nachrichten. 20.10: Münchner Abend. 22: Nachrichten. Aus der engeren Heimat. Der Brückenbau bei Steinbach. -Steinbach, 9. April. Der Bau der Brücke der Reichsautobahn über d i e Straße Steinbach — L i ch schreitet mächtig fort, lieber die Führung der Zufahrtsstraße zwischen Dorf Steinbach und dem Reichsautovahnhof scheint nun die Entscheidung gefallen zu sein. Dieser Tage erhielten die Bewohner der beiden Häuser, Wilh. Weber und Karl Schneider III., Auftrag, die Häuser bis zum 1. Mai zu räumen. Die Bewohner dieser Häuser müssen zunächst Mietwohnungen beziehen, bis Ersatzhäuser gebaut sind. Der Vorschußverein Grünberg im Jahre 1936. + Grünberg, 8. April. Der Vorschuß- verein ©rünberg G. m. b. H. veröffentlicht soeben seinen Geschäftsbericht für bas Jahr 1936, sein 74. Geschäftsjahr. Der Bericht spricht von einer günstigen Weiterentwicklung. So hat sich ber Umsatz gegenüber 1935 um eine Million Mark erhöht und beziffert sich auf 9,5 Millionen Mark. Die Bilanz ist um 25 000 Mark höher und liegt hart an der Grenze von 800 000 Mark. Die flüssigen Mittel werden mit 211 297 Mk. ausgewiesen und verteilen sich folgendermaßen: Kasse und Postscheck 9303 Mk., Wechsel 34 425 Mk., Bankguthaben 53 350 Mk., Wertpapiere (Bilanzwert) 114 219 Mark. An Neukrediten konnten rund 76 000 Mk. begeben werden. Das WechselMn fruhfate VIM PUTZT ALLES geschäft hielt den Stand des Vorjahres mit einem Betrag von 119 447 Mark. An Einzugswechseln wurden 628 Stück im Betrag von 72 165 Mark vereinnahmt. Die Gesamtausleihungen einschließlich Wechseloerbindlichkeiten führen 434 Stück mit Mark 601 467,71 auf. Dabei sind über 60 v. H. der Kredite stückzahlenmäßig bis zu 1000 Mk. begeben und zeigen so, daß bas Kleinkreditgeschäft desonbers gepflegt wirb. Die Bankguthaben im Betrag von 53 350,37 Mk. finb gegenüber dem Vorjahre etwas niedriger, zürn Teil als Folge des Ankaufs von 40 000 Mk. Reichsanleihen. Demgegenüber hat das Wertpapierkonto den Stand von 114 219,37 Mark erreicht. Die Geschäftsguthaben sind auf 76 071 Mk. angewachsen. Die Spareinlagen entwickelten sich weiter günstig. Den Zugängen von rund 121OOO Mark stehen auf der anderen Seite Rückzahlungen von rund 100 000 Mark gegenüber, zum Teil Aufwertungsposten, sowie Abhebungen für Bauzwecke und für Ankauf von Wertpapieren. Die Reserven erhöhen sich nach Verteilung des Reingewinns auf 56 671 Mark. Erstmalig wird die Bildung einer Ruhegehalts- und Unterstützungsrücklage in Höhe von 10 000 Mark ausgewiesen. Das Wertberichtigungskonto zeigt infolge einiger abgewickelter Entschuldungen eine Einbuße von 1535,24 Mark. Für die noch schwebenden 27 Entschuldungsverfahren ist es mit 54 243 Mk. ausreichend vorgesehen. Der Reingewinn wird mit 5677,29 Mk. angegeben, wovon die berechtigten Guthaben 5 v. H. Dividende erhalten sollen, während der Rest zur Reserve und Betriebsrücklage zugeschrieben werden soll. Die Garantiemittel werden alsdann folgende Höhe aufweisen: Geschäftsguthaben 76 071 Mk., Reserven 46 671 Mk., Ruhegehalts- und Unterstützungsrücklage 10 000 Mk., Rückstellungen 2000 Mk., Wertberichtigungskonto 54 243 Mk., Haftsumme 131 700 Mark, insgesamt 320 685 Mk., was einer 50 v. H. zusätzlichen Deckung der anvertrauten Gelder entspricht. Im November 1937 kann der Vorschußverein auf fein 75jcihriges Bestehen zurückblicken. Eine Gedenkfeier im Kreise der Mitglieder ist geplant. Die Zahl der Mitglieder erfuhr im Berichtsjahr einen Zugang von 43 neuen Mitgliedern, denen 19 Austritte gegenüberstehen, so daß das Jahr mit einem Stand Skandal um Dr.Vandergruen Roman von Hans Hirthammer. Copyright by Verlag Oskar Meister, Werdau i. S. 12. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) „Ach so!" erschrickt Heini. „Warum haben Sie das nicht gleich gesagt? — Keineswegs ausgeschlossen, daß das Fräulein noch oben ist. Als ich um ein Uhr Schluß machte, war sie jedenfalls noch nicht heruntergekommen." Er eilt an die Portierloge und hantiert an einem altmodischen Telephon. „Hallo, hier Zentrale! Entschuldigen Sie, Frau Schüßler, aber da ist eine Dame und ein Herr, die wollen wissen, ob das Fräulein noch da ist, das Sie gestern abend besuchte? — Wieso verrückt? — 2lch so, ja, das habe ich den Herrschaften auch gesagt. Aber sie sind beunruhigt, weil das Fräulein bis jetzt verschwunden ist. — Nein, nein persönliche Bekannte, die Dame ist eine Freundin, und der Herr ist angeblich der Bräutigam.--Jawoll, richtig, Knack heißt er. — Kurz nach ein Uhr, sagen Sie? Ja, verflucht noch mal, wo mag sie dann bloß hingeraten sein? — Nein, ich meine, wo das Fräulein wohl hingeraten ist.--Jawohl, ich werde es bestellen!" „Sie sollen 'raufkommen, saat Frau Schüßler. Das Fräulein ist kurz nach ein Uhr weggegangen." „Sonderbahr! — Also bitte, bringen Sie uns nach oben!" „Kann geschehen!" sagt Heini. „Ich muß Sie aber einzeln befördern. Der Fahrstuhl faßt bloß zwei Personen. Dabei blinzelt er Mary verstohlen an. Lausebengel! denkt sie und betritt lachend die Kabuse. Bis sie oben wieder, herauskommt, ist folgendes geschehen: erstens hat sie in groben Umrissen Heinis Lebensgeschichte einschließlich des Mißerfolges mit feinen zwei Bräuten erfahren, zweitens erhält sie eine ausführliche, aber nicht sehr schmeichelhafte Charakterschilderung von Herrn Knack, drittens hat sich Herr Heini Kretzschmar für den Fall eines etwaigen Bedarfs als Kavalier und Tröster in einsamen Stunden wärmstens empfohlen (Briefe postlagernd unter H. K. 101, Postamt Königstraße). „Machen Sie dieses Angebot allen jungen Mädchen, die Sie in Ihren Fahrstuhl bekommen?" „Keineswegs, nur wenn die Stimme des Herzens spricht. — Hier vorne ist Zimmer sechzehn, gegenüber dem Fenster!" „Schön, nun holen Sie meinen Begleiter!" Heini zögert. „Wenn Sie wollen, laß ich ihn warten, bis er blau wird. Werden Sie wir schreiben?" Mary muß nun doch ein wenig grob werden. „Lassen Sie jetzt gefälligst diesen Unsinn! Was denken Sie sich überhaupt?" Heini verschwindet betrübt in feiner Kiste. — Frau Schüßler bittet die Besucher, Platz zu nehmen. Sie pflegt früh aufzustehen. Außerdem hat sie heute nach verschiedenes zu erledigen, am Abend will sie abreifen. Während Emil berichtet, hat sie Zeit, den jungen Mann einer gründlichen Musterung zu unterziehen. Das Ergebnis entspricht ungefähr dem Bilde, das sie von Herrn Knack aus Gifchs Erzählung gewonnen hat. Sie sieht feine Hände an, diese gepolsterten Wülste mit den sorgfältig gepflegten Fingernägeln. Das sind keine Arbeitshände, die ordentlich zupacken können, wenn es einmal nottut. Wegen Gisch beunruhigt sie sich nicht. Diese übernervösen Großstadtleute, die wegen jeder Laus gleich mordio schreien! Frau Schüßler ist zu hart vom Leben angepackt worden und hat selber das Leben zu hart angepackt, als daß sie wegen Gifchs Verschwinden sich aufreqen könnte. Was soll ihr denn zugestoßen sein? Lächerlich! Den Zug wird sie versäumt und sich schon irgendwie geholfen haben! Aber nun hat sie diesen Mosjö hier, das ist auch etwas wert. „Sie wollen also meine Nichte heiraten? Wie steht es mit Ihrem Einkommen, wenn die Frage erlaubt ist?" Herr Knack lächelte verzeihend. „Hat Ihnen Fräulein Amelung nicht erzählt, daß ich demnächst in die Leitung des väterlichen Betriebes eintrete? Führendes Unternehmen der Nahrungsmittelindustrie, Wunstkonserven und Fleischverwertung." „Ganz schön, aber wenn die Firma nun bankrott machen würde, auf welche Weise könnten Sie sich dann Ihr Brot verdienen?" „Kamt ja gar nicht in Frage! Allein unsere Exportabteilung--" „Aber gesetzt den Fall! — Wären Sie imstande sich eine neue Existenz zu gründen?" „Warum nicht? Man hat schließlich seine Verbindungen. Es würde mir nicht schwerfallen, irgendwo in führender Stellung unterzukommen. Sie brauchen keine Angst zu haben, daß meine Frau einmal Not leiden muß." Er ärgert sich. Blöde Fragerei! Es handelt sich doch jetzt darum, Gisch aufzufinden. Mary bittet um die Erlaubnis, sich eine Zigarette anzünden zu dürfen. Frau Schüßler gefällt ihr. „Wenn ich Sie recht verstehe: Sie wollen wissen, wie Herr Knack sich verhalten würde, wenn er aus irgendeinem Grunde gezwungen wäre, sich mit gewöhnlicher Arbeit die Hände schmutzig zu machen?" Frau Schüßler lächelt. „Ja, so ungefähr." „Ganz einfach, er würde Gummihandschuhe tragen. Nicht wahr, Herr Knack?" „Ha, ha, sehr gut!" lacht Emil los. „Natürlich, Gummihandschuhe!" Er ist fest davon überzeugt, daß Mary mit ihrer Antwort dieser Frau Schüßler eins auswischen wollte. Tante Liesa lacht mit. Sie gibt es endgültig auf, Herrn Knack ernst zu nehmen. Hernach bringt sie eine ihrer schönen Ansichtskarten mit Abendrot zum Vorschein. „Besuchen Sie mich doch einmal, Herr Knack! Ich würde mich sehr freuen. Vielleicht läßt sich ein Geschäft abschließen. Wenn Sie gute Ware und nicht zu hohe Preise haben —?" Herr Knack gerät sofort in Eifer. „Sie werden gewiß zufrieden fein. Wir zählen sehr viele Pensionen und Erholungsheime zu unseren dauernden Kunden." „Na, also!" lächelte Frau Schüßler. Emils Händedruck beim Abschied ist nahezu herzlich. „Und sobald Sie von Fräulein Amelung hören, rufen Sie mich doch bitte an. Weidendamm 4781, Direktion." Frau Schüßler schreibt sich die Nummer auf. Als sie allein ist, besieht sie nachdenklich ihre Hände, die von der Arbeit langer Jahre unansehnlich geworden sind. „Nein, Gisch," sagt sie halblaut vor sich hin, „für diesen Mops bist du mir zu schade." 9. „Endlich! Um Himmels willen, Kind, wo stecken Sie bloß!" Frau Pürklein weiß sich vor Begeisterung kaum zu fassen. Sie hilft Gisch aus dem Mantel, schiebt sie ins Zimmer und entwickelt eine Geschäftigkeit, mit der sie nur zu deutlich Neugierde verrät. „Nein, der Schreck, als ich heute früh Ihr Zimmer leer sand! Stellen Sie sich bloß vor! — Und Herr Knack war schon am frühen Morgen hier. Gegen Mittag kam er noch mal, um zu sehen, ob Sie noch nicht gekommen seien. In der Fabrik, sagte er, waren Sie auch nicht. Den ganzen Vormittag hat er nach Ihnen gesucht, er wollte Sie nämlich mit dem Auto nach München mitnehmen. Aber nun sagen Sie bloß, Fräulein Amelung, wo haben Sie sich denn die ganze Zeit herumgetrieben?" Gisch macht eine müde Handbewegung. Jetzt, wieder in ihre Welt zurückgekehrt, empfindet sie das Erlebte wie einen Spuk, wie einen wüsten Traum. Sie befriedigt Frau Bürkleins Neugierde mit einer kurzen Schilderung ihrer Erlebnisse. Aber van dem eigentlichen Abenteuer bringt sie nichts über die Lippen. „Ich bin dann irgendwo bei Bekannten über Nacht geblieben. Habe natürlich gehörig verschlafen, und dann mußte ich noch bis zum Mittagessen bleiben." Frau Bürklein ist offensichtlich enttäuscht. Kein Abenteuer? Keine Geheimnisse? Nichts, was man der Nachbarin und der Kaufmannsfrau unter Dem Siegel der Verschwiegenheit hätte anvertrauen können? „Was einem alles passieren kann, nicht? — Soll ich Ihnen Kaffee aufbrühen?" Ja, was einem alles passieren kann! denkt Gisch, und das Bild eines Mannes steigt für einen für» Zen Augenblick in ihrem Herzen auf. „Wenn Sie so lieb sein wollen?" antwortet sie, nur um Frau Bürklein endlich loszuwerden. „Ein Schlückchen Kaffee wäre nicht unrecht." Dann steht sie am Fenster, lehnt die Stirn gegen die Scheibe und starrt auf die Straße hinab. Vergebens sucht sie die dunkle Verwirrung zu ergründen, in die sie verstrickt worden ist. Sie fühlt noch den Druck dieser großen, starken Hände, sie sieht nach,die ernsten Augen, die eine kurze Zeit in die ihren versenkt waren. (Fortsetzung folgtI) von 439 Mitgliedern abschloß. Die Mitglieder verteilen sich nach Berufen folgendermaßen: 103 Handwerker, 43 Kaufleute und Fabrikanten, 155 Bauern, Landwirte und Pächter, 47 Angehörige der freien Berufe, Staats- und Gemeindebeamten, 83 Angestellte und Arbeiter und 8 andere. Im Vorstand der Genossenschaft sind die Herren: W. Müller, K. Schmadel und Georg Stammler tätig; dem Aufsichtsrat gehören an: H. Schmidt II. (Vorsitzender), Jul. Von-Eiff (stellv. Vorsitzender), Gg. D. Haas, O. Matthies, H. Chr. Schmidt, K. Büttel, K. Jäckel VIII., Fr. W. Frank und H. Keil (Lauter). Landkreis Gießen. < Holzheim, 8. April. Die Landwirtschaftliche Kredit-, Bezugs- und Absatzgenossenschaft hielt ihre Generalversammlung im Rathaus ab. Don 185 Genossen waren 162 erschienen. Der Rechner erstattete den Geschäftsbericht und gab einen ausführlichen Ueber- blick über den Geschäftsgang des letzten Jahres. Entsprechend der Aufwärtsentwicklung im Reiche war auch die Geschäftstätigkeit in unserer Genossenschaft überaus lebhaft. Der Gesamtumsatz belief sich auf 1 011 000 Mark, gegen 858 200 Mark im Vorjahre. Die Spareinlagen haben sich im abgelaufenen Jahre um 17 300 Mark erhöht. Die Gesamtaus- leihrmgen betrugen 309 700 Mark, die hauptsächlich aus Klein- und Mittelkrediten bestehen. Im abgelaufenen Jahre wurden 35 000 Mark neu ausgeliehen. An Getreide und Kartoffeln wurden 5300 Zentner im Werte von 34 850 Mark erfaßt. Der Bezug an landwirtschaftlichen Bedarfsartikeln betrug rund 40 000 Mark. Im abgelaufenen Jahre wurde eine Kartoffeldämpfkolonne angeschafft, die im Herbst 1500 Zentner Kartoffeln verarbeitete. Außerdem besitzt die Genossenschaft noch eine Saatgutreinigungsanlage, von der 600 Zentner Saatfrucht gereinigt und gebeizt wurden. Die ausgeschiedenen Vorstands, und Aufsichtsratsmitglieder wurden wiedergewählt. Rach reger Aussprache wurde die Versammlung in üblicher Weise geschlossen. Kreis Schotten. * Glashütten, 8. April. Unser bisheriger Lehrer Blei wurde nach Dienheim bei Oppenheim versetzt. Dem scheidenden Lehrer zu Ehren versammelte sich die ganze Gemeinde am vorigen Samstagabend im Saale von Gußmann zu einer Abschiedsfeier, bei der Bürgermeister S t ö h r dem scheidenden Lehrer im Auftrage der Gemeinde und des Schulvorstandes für sein segensreiches Wirken herzlichen Dank aussprach. Der Gesangverein, dessen Chormeister Lehrer Blei war, brachte als Abschiedsgruß einige Chöre zum Vortrag, ferner sprach der Vereinsführer Rudolf Gußmann im Auftrage des Gesangvereins „Sängerlust-Eintracht" dem Scheidenden herzlichen Dank aus. Weitere Ansprachen hielten der Zellenleiter Karl P r e u s ch II. und der Führer der Kriegerkameradschaft Ludwig Ott. Lehrer Blei dankte mit herzlichen Worten für die zahlreichen Abschiedsehrungen. kreis Alsfeld. —Deckenbach, 9. April. Der einzige Alt- Veteran und älteste Einwohner unseres Dorfes Georg Kornmann kann am nächsten Montag, 12. April, seinen 91. Geburtstag begehen. I Kirtorf, 8. April. Auf der Reichs st raße Kirtorf —Obergleen werden in der Nähe von Kirtorf Umbauarbeiten durchgesührt, die sich hauptsächlich auf die Verbesserung einer starken 8-Kurve erstrecken, in der wiederholt Autounfälle passierten. Die Arbeiten werden die Straßenverhältnisse an dieser Stelle wesentlich verbessern. Errichtung einesBlumen-Großmarktes in Frankfurt. LPD. Frankfurt a. M., 8. April, lieber die Errichtung eines B l u m e n - G r o ß m a r k t e s in F r ankfurt a. M. erfährt der LPD. von zuständiger Stelle: Auch in Frankfurt a. M. ist geplant, ähnlich wie auf den anderen Gebieten des Gartenbaues (Obst- und Gemüsebau), für den Blumen- und Zierpflanzenbau die Absatzgestaltung in geordnete Bahnen zu lenken. Durch die Schaffung eines Blumen-Großmarktes, wie er z. B. heute schon in Köln, Leipzig und Dortmund besteht, sollen die einschlägigen Erzeugnisse in einer Halle zum Verkauf an die Verteiler (Blumengeschäfte usw.) gelangen. An dieser Stelle können die Blumengeschäftsinhaber nach wie vor bei jedem Erzeuger ihren Bedarf eindecken. Durch diese Einrichtung wird es möglich sein, einen genauen lieber» blick über Erzeugung und Bedarf auf dem Gebiet des Blumen- und Zierpflanzenbaues in Frankfurt am Main zu gewinnen. Durch die Veröffentlichung des Verkaufsvorganges wird der Erzeuger (Gärtner) zu höchster Leistung angespornt, während anderseits dem Verteiler die Möglichkeit gegeben ist, sich in kürzester Zeit einen vollständigen Ueberblick über das gesamte Angebot, sowohl mengen» als auch gütemäßig, zu verschaffen. Der Tag der Eröffnung des Blumengroßmarktes Frankfurt a. M. steht noch nicht endgültig fest. , Das Bootsunglück auf dem Main. Die Leiche des Mannes gelandet. Lpd. Frankfurt a. M., 8. April. Zu dem gemeldeten Bootsunglück auf dem Main erfahren wir noch folgende Einzelheiten: Am Mittwoch gegen 16 Uhr vergnügte sich ein etwa 3 0 jäh- riger Mann aus Frankfurt mit feiner Frau mit Bootfahren auf dem Main. Am Eisernen Steg kippte plötzlich das mit einem Außenbordmotor versehene Boot um und beide Insassen fielen ins Wasser. Der Man versuchte seine des Schwimmens unkundige Frau zu retten. In ihrer Angst hielt sich diese jedoch am Hals des Mannes fest, der dadurch tn Not geriet. Beide sanken in die Tiefe. Kurz darauf zur Rettung herbeigeeilte Fischer konnten den Mann nur noch als Leiche länden. Die Leiche der Frau ist bisher noch nicht geborgen worden. Mord an einem 42iäbrigen Knaben. Die Tat eines Schwachsinnigen. Lpd. Biedenkopf, 8. April. Der Adolf Mül- l e r aus Berleberg, der bei einem Bauern in Girkhausen (Wittgenstein) beschäftigt ist, tötete in einem nahe dem Ort gelegenen Buchenbestand einen 12jährigen Knaben. In einem Anfall von Blutrausck) fiel er über den Jungen her, nahm aus dessen Tasche ein hervorstehendes Messer und brachte dem Knaben einen Stich in den Kopf bei. Der fchververletzte Junge wehrtz sich verzweifelt gegen den Mörder, der sein Opfer dann vollends tötete und in einen nahen Bach warf. Nach der furchtbaren Tat lief Müller in den Ort und erzählte, daß er eine Kindesleiche im Bach habe liegen sehen. Inzwischen hatte man den Jungen bereits gefunden, und zahlreiche Spuren deuteten darauf hin, daß niemand anders als Müller der Täter war. Er wurde sofort fe st genommen und ins Gerichtsgefängnis Berleberg eingeliefert. Müller, der erst vor wenigen Wochen aus dem Gefängnis entlassen wurde, ist geständig. Der Täter ist nach den bisherigen Feststellungen schwachsinnig. e.M DB EN ST Der ist zufrieden! 2 ki 194 Seif er alle 4 Wochen seine Batterie im BOSCH- Dienst nachsehen läßt, hat er durch Pfennige schon manche Mark gespart. Früher gab's bei ihm ständig kleine Anstände, Bis er durch Zufall einmal zum BOSCH -Dienst kam. Hat ihm da der Mechaniker in wenigen Minuten mit geschickten Händen Zündung, Licht, Signal und Batterie in Ordnung gebracht. 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Von Elektrowerten erhöhten sich AEG. auf 41,90 (41,50), jedoch schon 42 in Berlin, Gesfürel auf 148,50 (148) und Schlickert auf 166 (165). Auch Montanpapiere notierten überwiegend 0,25 bis 0,50 v. H. freundlicher, Buderus 125,25, Harpener 160, Rheinstahl 158,50, Verein. Stahl 116,90, ferner zogen Deutsche Erdöl auf 148,50 (147,90) an. IG. Farben mit 167,25 blieben unverändert, BMW. gewannen 0,50 auf 141,25 und Holzmann 0,75 v. H. auf 148,75. Westdeutsche Kaufhof bröckelten auf 59,25 (59,75) ab. Am Einheitsmarkt erhöhten sich Verein. Faß Kassel auf 7,50 (7), Neckarwerke Eßlingen kamen nach Pause mit 121,50 (123,50) zur Notiz. Der Rentenmarkt zeigte Altbesitz 0,13 v. H. höher mit 121,65, Kommunal-Umschuldung mit 92,60 gut behauptet, ebenso notierten verschiedene Industrie-Anleihen wie heute mittag. — Im Freiverkehr bewegten sich Adlerwerke Kleyer zwischen 114,50 bis 115. Frankfurter Schtachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 8. April. Auftrieb: 942 Stück Großvieh, darunter 135 Ochsen, 159 Bullen, 509 Kühe, 139 Färsen; 576 Kälber, 18 Hämmel, 46 Schafe, 355 Schweine. Notiert wurden je 50 Kilogramm Lebendgewicht in Mark: Ochsen a) 42 bis 45 (am 6. April 43 bis 45), b) 37 bis 41 (39 bis 41), c) 34 bis 36 (36), d) 24 bis 29; Bullen a) 43 (43), b) 38 bis 39 (39), c) 29 bis 34 (34); Kühe a) 40 bis größeres Geschäft, BMW. gewannen 0,75 v. H. auf 140,75, während Daimler vernachlässigt wurden. Im einzelnen setzten Reichsbank mit 197 (195,65), Westdeutsche Kaufhof mit 59,75 (58,75), Zellstoff Aschaffenburg mit 135,50 (134,50) und AG. für Verkehr mit 131,25 (131) ein. Im Verlaufe war das Geschäft klein. Am Aktienmarkt traten keine stärkeren Abweichungen ein. IG. Farben unter Schwankungen etwas lebhafter mit 167,50 bis 167,25 nach 167,25. Im übrigen blieben die anfangs erhöhten Kurse behauptet. Die später zur Notiz gekommenen Papiere lagen uneinheitlich bei Veränderungen von 0,25 bis 0,75 v. H. Kaliwerte notierten schwächer, während sonst Erhöhungen überwogen. Der Einheitsmarkt war weiter fest, eine Reihe von Papieren wurden mangels Materials gestrichen. Gebr. Adt 63 (60), Mainzer Aktien-Bräu aus den HV.-Verlauf gesucht mit 73 (70). Bankaktien lagen mäßig fester. Am Nentenmarkt war das Geschäft später bei voll behaupteten Kursen ebenfalls stiller. Am Pfandbriefmarkt blieben Goldpfandbriefe und die meisten Kommunal-Obligationen unverändert, von letzteren zogen die der Gemeinschaftsgruppe teilweise 0,25 bis 0,50 v. H. an auf 97,25. Liquidationspfandbriefe lagen durchgehend 0,13 bis 0,25 v. H. fester, ebenso zogen Stadtanleihen weiter an. Von Industrie-Obligationen 1951er Verein. Stahl 98,65 (98,25), 5 v. H. Eisenbahn-Bank 87,50 (87). Jrn Freiverkehr stiegen Elsäss. Bad. Wolle auf 56,50 (53), Ufa Film auf 72,75 (71,50). — Tagesgeld war sehr leicht und der Satz wurde auf 2,25 <2,50) v. H. ermäßigt. Wirtschaft. Mein-Mainische Börse. INitlagsbörse freundlich. Frankfurt a. M., 8. April. Zwar behauptete die Börse auch heute die feste Grundtendenz der letzten Tage, das Geschäft hat sich jedoch wieder mehr auf den Rentenmarkt verlagert, an dem in den meisten Papieren größere Umsätze und weitere Anlagekäufe in Auswirkung der starken Geldflüssigkeit zu verzeichnen waren. Lebhaft waren Kommunal-Umschuldung mit 92,50 bis 92,60 (92,45), ferner Städte-Altbesitzanleihen zu 125,25 bis 125,75 (125,25 bis 125,50). Außerdem blieben Wiederaufbauzuschläge mit unverändert 79,40 bis 79,65 und Zinsvergütungsscheine mit 94,65 bis 94,75 gefragt und Reichsaltbesitz erhöhten sich auf 121,50 (121,25). Auch Pfandbriefe, Kommunal-Obligationen und Stadtanleihen wurden weiter gefragt. Das A k t i e n geschüft war infolge des verminderten Auftragseinganges ruhiger und die Kursgestaltung etwas uneinheitlich, wenngleich Erhöhungen, insbesondere nach den ersten Kursen, überwogen. Einzelne Spezialwerte blieben etwas lebhafter, so am Montanmarkt Verein. Stahl mit 116,90 bis 117 (116,25), Harpener mit 160,75 (160) und Mannesmann mit 119 bis 119,13 (118,90). ZG. Farben bei ruhigem Geschäft 167,25 (167,50). Elektrowerte lagen voll behauptet, RWE. 0,40 v. H. höher mit 127,75. Von Motorenwerten hatten nur Adlerwerke Kleyer im Freiverkehr mit 115 (114,25) 43 (43), b) 34 bis 39 (37 bis 39), c) 27 bis 33 (30 bis 33), d) 21 bis 25 (23 bis 25); Färsen a) 42 bis 44 (44), b) 38 bis 40 (40), c) 34 bis 35 (35), d) 28; Kälber a) 60 bis 65 (60 bis 65), b) 53 bis 59 (53 bis 59), c) 41 bis 50 (41 bis 50), d) 25 bis 40 (35 bis 40) Hämmel b2) 48 bis 50 (48 bis 52), c) 40 bis 47; Schafe a) 42 bis 44 (44 bis 46), b) 30 bis 35; Schweine a) 52,50 (52,50), bl) 52,50 (52,50), b2) 52,50 (52,50), c) 51,50 (51,50), d) 48,50 (48,50); Sguen gl) 51,50 bis 52,50 (52,50). Marktverlauf: Rinder und Schweine wurden zugeteilt, Kälber verteilt, Hämmel und Schafe langsam. Schweinemarkt in Buhbach. * Butzbach, 8. April. Auf dem heutigen Schweinemarkt standen 435 Ferkel zum verkauf. Es kosteten bis zu 6 Wochen alte Ferkel bis 15 Mark, 6 bis 8 Wochen alte 15 bis 18 Mark, ältere Tiere 18 bis 22 Mark. Der Handel verlief schleppend, es verblieb Ueberstand. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) L. Sch. in L. Einer Hausgehilfin steht ein bezahlter Urlaub von mindestens 5 Tagen im ersten Jahr, mindestens 8 Tagen im zweiten Jahr und mindestens 14 Tagen im dritten und jedem weiteren Jahr zu. Schilddrüse 438 Schindeln die übersckftau sein wollen und damit alles verkehrt machen. Schildbürgerstreiche. Schilddrüse. Eine sehr wichtige Drüse des menschlichen Körpers mit innerer Sekretion (s. b.). Sie liegt „schildähnlich" vor dem Kehlkopf und dem oberen Teil der Luftröhre. Sie ist sehr gefäßreich und sondert ein sehr wichtiges Hormon ab. das die Herztätigkeit beschleunigt und den Stoffwechsel anregt. Wird zuviel von oiesem Hormon in das Blut geleitet, so entstehen unangenehme Zustände von Herzklopfen und erhöhtem Stoffwechsel (Abmagerung uswZ. Vgl. Basedow. Zwischen Schilddrüse und Keimdrüsen besteht ein gewisser Zusammenhang. Bei angeborenem Mangel der Schilddrüse entsteht eine allgemeine körperliche und geistige Unterentwicklung, der sog. Kretinismus oder das Myxödem. Vergrößerung der Schilddrüse wird besonders in den Alpenländern viel beobachtet. Vgl. Kropf. Schildkröten, in Deutschland nur mehr sehr selten anzutreffende gepanzerte Tiere. Auch die Sumpfschildkröte ist fast ausgestorben. Zum Halten in.Terrarien eignet sich die griechische Landschildkröte, die bis zu 30 cm lang wird und von Salat. Löwenzahn und Obst lebt, aber auch Würmer und Schnecken frißt. Aus großen Schildkröten wird die beliebte Schildkrötensuppe hergestellt, (Turtlesuppe) die Bezeichnung Mocturtlesuppe besagt, daß es sich um ein künstliche Schildkrötensuppe handelt. Schildpatt, Hornplatten des Rük- kenschildes von Seeschildkröten, wird zu Kämmen und Knöpfen verarbeitet. Schildpattkämme dürfen nur in lauwarmem Wasser gereinigt werden. Zerbrochene Kämme können nur in der Fabrik wieder zusammengeklebt werden. Schimmel, weißes Pferd, Apfelschimmel, Schimmel mit kreisförmigen dunklen Zeichnungen. Schimmel, durch Schimmelpilze gebildete graugrüne Schicht auf Lebensmitteln, die dadurch in den meisten Fällen verdorben und ungenießbar sind. Ungefährlich ist Schimmel nur, wenn er oberflächlich auf Schinken und Dauerwurst sitzt und mit Salzwasser abgerieben werden kann, ferner bei Camembertkäse. Alle übrigen Lebensmittel vernichtet man bester, wenn sie von Schimmel befallen sind. — Schimmel an Wänden und Tapeten entsteht nur, wenn die Räume feucht sind. Man läßt sie bei guter Durchlüftung austrocknen und fegt den Schimmel ab. Die Tapeten kann man außerdem mit Salizylspiritus bestreichen. Schimmel an Möbelstücken wird mit Essig abgewaschen. Leder, auf dem Schimmel sitzt, muß gut getrocknet und nach Äbwischen des Schimmels eingefettet werden. Sckindeln, Holzbrettchen oder gebrannte Tonplättchen, mit denen Dächer in manchen Gegenden auch die Hauswände gedeckt werden, bewähren sich bei entsprechender Pflege (Anstrich) gut. Heute werden auch brandfeste Schindeln hergestellt. Es wird gescheueri ... Um wieviel leichter und schneller würde diese Arbeit gehen, wenn Sie die alte, verbrauchte Scheuerbürste durch eine neue ersetzen würden. Scheuerbürsten und Schrubber sind ja so billig bei Häuser. Erneuern Sie also bald die alte Scheuerbürste und Schrubber bei Z. B. Häuser, Gießen, am Oswaldsgarten, Fernsprecher 2145/2146. 19 o<) K •8&.S; W! ^4 S u 5^ «o n. •Q'S'tv E s <5, ‘0 tJ ~ i a e L 2 E id-L- S •Stig 8$ 2474 V 2.477 A lieber Naturschutz und Naturkunde mit den allgemeinverständlichen Büchern des Hugo Bermühler Verlages, Derlin- Lichterfelde. 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