187. Jahrgang Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Nr. 57 Erstes Blatt 187. Jahrgang Dienstag. 9. März 1957 Ä Annahme von Anzeigen (fer)d)etmi rüg llch. autza JMw jAb |W ^M für die Mttlagsnummer ra; I A Ck M A4 AAA AA Ate AN* «t«b«n-i F-mili-nblätt« |wA> n IB HH ▼jALW «runopretlc furlmmboht Heimat im Bild Die Scholl. ö ■ Ä W W M W WWW W W M WWW W JT W W W M W für Anzeigen von 22 mm «=== QMVhvIlvl 4llwlUU -WZ Auch bei Nichterscheinen UM WM Ermätzlgle Grundpreise: von einzelnen Nummern V>^ Stellen- Vereins- gemein« ss General-Anzeiger für Oberheffen richten- Anzeiger Siesten v w 1 behördliche Anzeigen 6Rpf. sronnu’rt Ä: 11686 vru-b uttö Verlag: vrühl'sche UnIversttStr vuch- und Steindruckerei R. Laage in Gießen. Schristleitung uns Geschäftsstelle: Schulstratze 7 M-ng-n-bschwffe Staffel 8 Der KontroNplan für Spanien fertiggesteltt. Sie Mchi in die Waffen. Von Dr. Hans von Malottki. Unter den Zauberhänden des Herrn Blum hat sich die innere Krise Frankreichs unvermutet in eine nationale Kraftanstrengung nach außen aufgelöst. Die französische Politik ist mit diesem Szenenwechsel ihrem altbewährten Rezept gefolgt, innere Erschütterungen mit außen- und r üstu n g s- politischen Parolenaufzufangen. Das Bild des nationalen Notstandes, von einem Aufgebot führender Männer beschworen, hat jenseits des Rheins noch nie seine Zugkraft verfehlt. Verblüffend ist nur, daß sich diese Entwicklung unter der Ministerpräsidentschaft eines Mannes vollzog, der sich nicht so sehr als Treuhänder der Nation, sondern vor allem als Vorkämpfer einer bestimmten Klasse fühlte und in seinem bisherigen Wirken lediglich eine Etappe auf dem Wege zu noch viel weiter gesteckten Zielen sah. Kommt der plötzliche Wandel einem endgültigen Verzicht auf diese Ziele gleich, oder handelt es sich nur um eine durch die Macht der Umstände erzwungene Umstellung der Taktik, um eine „liberale Episode" also? So ungewiß die inner französische Seite der Angelegenheit vorerst bleibt, so klar zeichnen sich ihre internationalen Folgen ab. Das neue Rüstungsoorhaben ist eine Tatsache, mit der zu rechnen ist. Es treibt die Kriegsmächtigkeit Frankreichs um ein weiteres in die Höhe. Nach England, nach Italien zollt damit auch die französische Politik dem Zeitgeist ihren Tribut. Das Bild der allgemeinen Mobilisierung des Kriegspotentiells hat eine weitere Ausmalung erfahren. Immer deutlicher gerät das europäische Leben unter das Gesetz von Druck und Gegendruck. Man redet zwar noch hin und wieder von der Notwendigkeit, auf dem Verhandlungsweg Ausgleiche zu schaffen und Spannungen abzubauen. Der Rüstungswettlauf, dem alle sich anvertrauen, spricht eine andere Sprache. Nicht daß Wille zum Krieg oder fatalistischer Glaube an die Unvermeidlichkeit eines Kurzschlusses sich darin ausdrückt. Aber er enthält — was die beiden großen Westmächte betrifft — das Eingeständnis, daß sie mit ihrer politischen Weisheit, mit ihrer „konstruktiven Politik" am Ende sind. Es gab Zeiten, da erhob vor allem die englische Politik den Anspruch, als konstruktiver Faktor im europäischen Spiel gewertet zu werden. Nach den letzten Debatten in beiden Häusern des Parlaments scheint es, daß England selbst auf diesen Anspruch verzichtet. Krasse Besitzinstinkte verengen das Blickfeld. Nicht durch die moralische Durchschlagskraft einer wegweisenden, zukunftsträchtigen Politik, sondern durch das nackte Gewicht angehäuften Kriegsmaterials will man in Zukunft Wirkungen ausüben. Dies ist einer der wesentlichsten Charakterzüge der gegenwärtigen englischen Politik, allerdings auch kein erfreulicher. Der „ehrliche Makler" begibt sich in engste Nachbarschaft jener ebenso einfältigen wie gefährlichen Theorie, wonach der Dienst am Frieden sich in der „Abschreckung eines möglichen Angreifers" erschöpft. Die vollkommene Verständnislosigkeit amtlicher englischer Kreise gegenüber dem deutschen Kolonialanspruch ist für diese rein negative Haltung ebenso charakteristisch wie das intime Verhältnis zu Frankreich. Oder ist der Genfer R o h st o f f a u s - schuß mehr als eine Veranstaltung, die den mangelnden guten Willen tarnen soll? Kann ernstlich erwartet werden, daß dabei mehr herauskommt als eine aufdringliche Propaganda zugunsten der These, daß es kein territoriales Kolonialproblem gibt, sondern nur eine Rohstoff-Frage, die durch wirtschafts- und handelspolitische Vereinbarungen zu lösen wäre? Und wie steht es um die Völkerbund s r e f o r m, die zwar grundsätzlich bejaht, praktisch aber in keiner Weise in die Wege geleitet wird? Man sagt einfach: nein, oder geht den Dingen aus dem Weg wie etwa bei der belgischen Forderung, nun endlich klare sicherheitspolitische Verhältnisse im Westen zu schaffen. Dafür erörtert man tagelang vor aller Welt die Frage, wann und wo England marschieren müsse. Auch dieser Vorgang und vor allem die ihm zugrundeliegende Erwartung, durch solche „Klarstellungen" Beruhigung zu schaffen und eine Friedenstat zu vollbringen, beweisen, in welchem Maße sich England der Ab- schreckungs- und Einschüchterungstheorie verschrieben hat. Vor allem aber: die Klarstellung ist nicht einmal gelungen, und es bleibt ein Nebel über den englischen „Verpflichtungen", der die europäische Situation nur erschweren, aber nicht erleichtern kann. Da hilft auch nicht jene Unterscheidung weiter, wonach England für Frankreich ober Belgien automatisch zu den Waffen greifen, in jedem anderen Konfliktfall dagegen sich seine eigene Urteils- und Handlungsfreiheit vorbehalten wolle. Diese Zweiteilung der Verpflichtungen läßt den entscheidenden Umstand außer Betracht, daß die französische Bündnispolitik, vor allem der französisch- sowjetrussische Pakt, Verwicklungen im Osten automatisch auf den Westen übertragen will. Wenn Frankreich sich auf Grund seiner östlichen Bündnisverpflichtungen „zum Handeln gezwungen sieht", wie die „Liberte" es diplomatisch umschrieb, dann'marschiert Frankreich als „An ge griffe - n e r". Von hier bis zur Reklamation des automatischen englischen B e i st a n d e s ist nur ein kleiner Schritt, und wo bleibt dann Englands Urteilsfreiheit? Solange eben die Begriffe „Angreifer" und „Angegriffener" im Zwielicht bleiben, so- lanae Frankreich und Sowjetn^land sich das Recht vorbehalten, nach eigenem Ermessen über die „gerechte Sache" zu entscheiden, solange bleibt auch die „kollektive Sicherheit" in Wahrheit eine kollektive Gefahr. „ . Unter diesen fragwürdigen und gefährlichen Begleiterscheinungen die wechselseitige englische-srau» London, 8. März. (DNB.) Der Nichteinmischungsausschuß schloß gegen 19 Uhr die Beratung des Ueberwachungsplanes ab. Der Plan wurde mit wenigen Aenderungen angenommen. In der Entschließung heißt es u. a., der Nichteinmischungsausschuß sei übereingekommen, daß das System der Beobachtung an der französisch-spani- chen Grenze, der Grenze zwischen Spanien und Sibraltar und den Seegrenzen Spaniens und der panischen Besitzungen in der Weise durchgeführt werden soll, wie das in dem beigefügten Anhang angegeben wird. Der Anhang enthält den Kontrollplan für Spanien, und zwar in sieben Kapiteln. Diese bestimmen im einzelnen: Der gesamte Beobachtungsplan soll für die beteiligten Regierungen durch eine Behörde verwaltet werden, die die Bezeichnung Internationales Amt für die Nichteinmischung in Spa- danten der die Kontrolle durchführenden Kriegsschiffe haben das Recht, die Schiffe der am Abkommen beteiligten Mächte anzuhalten und ihre Papiere zu prüfen. Ein Durchsuchungsrecht wird ihnen hingegen nicht gegeben. Der internationale Stab, der zur Durchführung des Ueberwachungsplanes vorgesehen ist, soll soviel Beamte erhalten wie erforderlich sind, um den Plan angemessen durchzuführen. Vorläufig sind folgende Beobachter vorgesehen: Für die französisch-spanische Grenze 130, für Gibraltar fünf und für den Seeüberwachungsplan 550 Beobachter. Diese Zahlen umfassen jedoch nicht den Stab der Hauptagenten. Die K o st e n des Planes werden auf 834 000 Pfund (rund 10 Millionen RM.) für ein Jahr geschätzt. Sie sollen aus einem international len Fonds gedeckt werden, zu dem die Regie» rungen ihre Beiträge leisten. Das Hauptamt wird vom 8. März ab feine Tätigkeit aufnehmen. Die Flottenmächte werden ihre Verpflichtungen vom 13. März ab übernehmen. In der Entschließung über die künftige B e» Handlung der Nichteinmischung heißt es u. a., daß nun die Ausdehnung des Nichteinmi- schungsabkommens geprüft werden soll, unter Einschluß der Gewährung finanzieller Hilfe und der Einreise von „Personen nichtspanischer^ Staatsangehörigkeit" für einen Zweck, der den Streit verlängern aber erbittern könnte. Der Ausschuß schlägt weiter vor, zu erwägen, in welcher Weise es möglich ist, für die Zurückziehung aller nichtspa - nischen Staatsangehörigen aus Spanien Sorge zu tragen, die direkt oder indirekt an dem Streit beteiligt sind. n i e n führen soll. Die Bestimmungen über die Beobachtung der Landgrenzen sehen vor, daß angesichts des Sonder- übereinkommens zwischen Großbritannien und Portugal auch auf der französischen Seite der franzö- isch-spanischen Grenze und auf der britischen Seite der Grenze zwischen Gibraltar und Spanien ein internationaler Stab mit der Beobachtung der Durchführung des Nichteinmischungsabkommens beauftragt werden soll. Zu diesem Zweck wird die ranzösischspanische Grenze indreiZonenauf- geteilt, die von je einem Agenten verwaltet werden. Die Beauftragten werden in enger Zusammenarbeit mit den französischen Behörden arbeiten. Die Ueberwachung der Grenze zwischen Gibraltar und Spanien wird ebenfalls von einem Agenten wahrgenommen. Jedes Schiff der beteiligten Mächte hat vor dem Anlaufen spanischer Häfen einen Kontroll- Hafen anzulaufen, um dort Beobachter des internationalen Ausschusses an Bord zu nehmen, die die Ausladung des Schiffes im spanischen Hafen überwachen. Als Kontrollhäfen sind folgende festgestellt: Die Downs und Dover, Cherbourg, Lissabon, Gibraltar, Marseille, Palermo und Madeira. Eine Ueberwachung durch die Kriegsflotte rings um die spanische Küste wird durch Großbritannien, Frankreich, Deutschland und Italien durch- gesührt. Die spanische Küste wird hierfür in Zonen eingeteilt. An der Nordküste von der franzosi- chen Grenze bis Kap Busto: Großbritannien, bis zur portugiesischen Grenze: Frankreich, an der Süd k üst e von der portugiesischen Grenze bis Kap de Cata: Großbritannien, bis Kap Oropefa: Deutschland, an der Oft lüfte von Kap Oro- pesa bis zur französischen Grenze: Italien, die spanische Marokko-Küste: Frankreich, die Inseln Ibiza und Mallorca: Frankreich, die Insel Menora: Italien. In Bezug auf die Kanarischen Inseln soll eine Regelung bis zum 31. März gefunden werden. Die Ueberwachung wird nur außerhalb der Zehmeilenzone durchgeführt. Die Komman- // Mar Lanlabcko" mit amenkamscher Waffen ladnng von naNonalspanMen StreMMen in her Nscaya versenkt. Paris, 8. März. (DNB.) Nach einem in Bordeaux aufgefangenen Funkspruch sollte der englische Dampfer „Ada" von einem Kriegsschiff unbekannter Staatsangehörigkeit im Golf von Bis- caya in Brand geschossen worden fein. Wie sich jedoch herausgestellt hat, handelt es sich bei dem brennend gesunkenen Schiff nicht um einen englischen Dampfer, sondern um den b o l - schewistisch-fpanischen Dampfer „M a r Eantabrico", der mit Kriegsmaterial für die spanischen Kommunisten von Amerika kam. Die englische Admiralität hat mitgeteilt, daß sie von dem englischen Zerstörer „Echo" diese Meldung erhalten hat. Die Besatzung des versenkten Dampfers ist von dem nationalspanischen Kreuzer „Canarias" an Bord genommen worden. Die „Mar Cantabrico" hatte seinerzeit von sich reden gemacht, als sie mit einer Ladung von Flugzeugen und Kriegsmaterial für die spanischen Bolschewisten Neuyork beschleunigt und unter erschwerten Umständen verließ, um dadurch mit der Ladung aus den amerikani- schenHoheitsgewässernhinauszukom- men, ehe das amerikanische Parlament das Ausfuhrverbot für Kriegsmaterial verhängte. Das Schiff wurde damals von einem Flugzeug gestoppt, mußte aber wieder freigelaffen werden, weil das neue Gesetz vom Kongreß noch nicht verabschiedet war. Dieser Verzug ermöglichte dem Dampfer damals, noch rechtzeitig die amerikanischen Hoheitsgewässer zu verlassen. Das Schiff ging zunächst nach Mexiko. Die nationalspanischen Seestreitkräfte hatten, als bekannt wurde, daß das Schiff den Versuch mache, bolschewistische Häfen zu erreichen, ihre Wachtätigkeit verschärft. Es ist ihnen jetzt gelungen, das Schiff zu versenken. Der Wert der Ladung wird auf 500 000 Pfund (etwa 6 Millionen Mark) geschätzt. Die Londoner presse von dem KonttolWn befriedigt. „Daily Telegraph" schreibt, erstmals in der Geschichte sei etwas ähnliches wie eine Polizeimacht geschaffen worden, mit dem Zweck, einen Krieg auf ein Land zu beschränken. Das Abkommen fei auf der Grundlage unmittelbarer Verhandlungen außerhalb des Völkerbundes entstanden, und habe keine Parallele in der Geschichte, mit Ausnahme der Botschasterkonferenz nach dem Balkan-Kriege. Der diesmalige Erfolg berechtigt zu der Hoffnung, daß bei anderen Anlässen eine Zusammenarbeit der Mächte einen ähnlichen beruhigenden Einfluß haben könne. Auch „Daily Herald", das Blatt der Labour-Party, bezeichnet das Abkommen als ein gutes Vorzeichen, weil es bedeutsam fei, daß es Europa angesichts einer wirklichen ^Gefahr gelungen fei, sich auf dem Wege der kollektiven Methoden auseinanderzufetzen, und diese Kollektiv- methoden unter schwierigsten Umständen ihre Arbeitsfähigkeit bewiesen hätten. zösische Garantie als ein Friedensunterpfand zu preisen, ist ein reichlich kühnes Unterfangen. Tatsache ist, daß diese bündnismäßigen Zusagen einen Unsicherheitsfaktor darstellen, den die anderen Nationen wohl oder übel in ihre Rechnung stellen müssen. Man sieht das nicht nur an dem Eifer, mit dem Belgien aus der Verfilzung des kollektiven Systems herausstrebt. Auch die italienische Rüstungspvlitik läßt sich letzten Endes mit aus dieser Entwicklung ableiten; vor allem, nachdem deutlich geworden ist, daß Englands Westpakts- Konzeption weniger auf die Sicherheilt als auf Isolierung Italiens Bedacht nimmt. So schließt sich dann der Ring des Aufrüstens und Vorsorgens auf allen Seiten. Französische Blätter versichern mit aller nur wünschenswerten Offenheit, daß man diese' Entwicklung nicht tragisch nähme. Die beiden Westmächte hätten finanziell und wirtschaftlich den längeren Atem. Solche Eingeständnisse beleuchten den Bankrott der politischen Vernunft in Europa. Daneben scheint sich in diesen selbstsicheren Erwartungen aber auch die Hoffnung auf Unterstützung auszudrücken, der man von feiten der „dritten großen Demokratie", von den Vereinigten Staaten, sicher sein zu können vermeint. Jedenfalls wird man gerade in diesem Zusammenhang gut tun, sich über die Konsequenzen des neuen amerikanischen Neutralitätsge- setzes klar zu werden. Gewiß ist es keine Frage, daß dieses Gesetz, das an die Stelle der bisherigen vorläufigen Regelung treten und die Rolle Amerikas in einem außeramerikanischen Krieg endgültig festlegen soll, ein Ausdruck des Friedenswillens der Neuen Welt ist. Die bösen Erfahrungen von 1917 wirken noch immer nach und haben zu dem festen Entschluß geführt, einer Wiederholung unter allen Umständen vorzubeugen. War aber bisher jenseits des Ozeans die Auseinandersetzung über die Neutralitätsgesetzgebung mehr unter moralischen und ideellen Gesichtspunkten geführt worden, so macht sich jetzt in steigendem Maße die Händlermoral der Wirtschaftskreise bemerkbar. Das neue Gesetz, das bei seiner weiteren parlamentarischen Behandlung kaum noch große Veränderungen erfahren wird, spiegelt diesen Wandel sehr deutlich wider. Das Ziel ist nun nicht mehr, neben der Fernhaltung Amerikas von einem Kriege auch der unerfreulichen Erscheinung des Kriegsgewinnlertums vorzubeugen. Im Gegenteil, man hat einen Weg ausfindig gemacht, um jede Hereinziehung Amerikas in einen Krieg unmöglich zu machen, al ei d)3 eiti g aber trotzdem Schädigungen des Liefergeschäfts zu vermeiden. Dies ist der Sinn jener Bestimmung, wo- nach jede kriegführende Partei von Amerika Rohstoffe und Waren — mit Ausnahme von Waffen und Kriegsmaterial — beziehen kann, vorausgesetzt, daß die Waren bar bezahlt und gegebenenfalls auf eigenen Schiffen der Kriegführenden abgeholt werden. Vom reinen amerikanischen Geschäftsstandpunkt nimmt sich diese Regelung wie das Ci des Kolumbus aus. Man verdient, ohne daß man Kredite geben muß, die im Weltkrieg als die schiefe Ebene wirkten, auf der die Vereinigten Staaten in die Katastrophe hineinrutschten. Die Abholung der Waren durch Schiffe der Käufer schließt zudem die Gefahr von Verwicklungen aus, die sich aus der Durchsuchung oder Versenkung amerikanischer Transporter ergeben würde. Aber darüber hinaus wirkt dieses Gesetz tief enttäuschend. Es ist Ausduck eines krassen Geschäftsinteresses, und von dem Gedanken, daß es unmoralisch fei, sich an kriegerischen Auseinandersetzungen Dritter zu bereichern, findet sich darin nicht mehr eine Spur. Gerade unter diesem ideellen Gesichtspunkt ist die amerikanische Neutra- Warschau, 8. März. (DNB.) Im polnischen Senat wies der deutsche Senator Wiesner auf die Arb eitsl osigkeit innerhalb der deutschen Volksgruppe in Polen hin. In Polnisch-Oberschlesien seien 90 v. H. sämtlicher Deutschen arbeitslos. Ein großer Teil von ihnen habe auch unter den gegenwärtigen Verhältnissen nicht die geringste Aussicht, wieder in den Arbeitsprozeß eingeschaltet zu werden. Die meisten der entlassenen deutschen Arbeiter und Angestellten stünden der furchtbaren Tatsache gegenüber, daß ihnen d i e G r 0 ß i n d u st r i e als Arbeitsplatz zum überwiegenden Teil verschlossen bleibe, und sie wüßten auch, daß Handel und Gewerbe außer st ande seien, sie alle aufzunehmen. Der Staat könne nicht ruhig mit ansehen, wie in Ostoberschlesien ein ruhiger, friedlicher und arbeitswilliger Bevölkerungsteil langsam verhungere undzugrunde gehe. Es bestehe außerdem die große Gefahr, daß in diesem Jahre auch noch die letzten Reste der noch beschäftigten Deutschen entlassen und ar» litätsbebatte ein ganzes Jahr lang geführt worden. Um so enttäuschender wirkt es, daß nun doch der Hang nach Kriegsgewinnen alle höheren Erwägungen verdrängt und das Gefühl für die Pflichten gegenüber dem Weltfrieden erstickt hat. Eben an diesem Punkt setzt das starke Interesse Englands und Frankreichs ein. Denn das neue Gesetz mit seinem Grundsatz „bar bezahlen und selbst vbholen" sichert im Ernstfall einer finanzkräftigen Seemacht wie England eiiw Art Rohstoff-Monopol. Dieser Tatsache gegenüber ist es unerheblich, daß Amerika die fragwürdige Genfer Unterscheidung von „Angreifer" und „Angegriffenem" nicht mitmacht, sondern, ausgehend oon der Feststellung eines Kriegszustandes, gegen beide Parteien ein gleichmäßiges Waffen- fie'ferungsoerbot erlassen will. Denn praktisch müßte in einem kommenden Krieg das Gewicht Amerikas in die Waagschale der „großen Demokratien" fallen. Auch dies ist ein Tatbestand, der die gesamtpolitische Entwicklung zur Genüge beleuchtet. b e i t s 10 s werden. Es sei undenkbar, daß die Last der Arbeitslosigkeit und der Not nur von einem Teil der Bevölkerung getragen werden soll. Eine derartige einseitige Belastung bedeute eine Verletzung des Grundsatzes des gleichen Rechtes für alle Bürger. Besonders traurig stelle sich das Los der deutschen Jugend dar, die nicht einmal mehr die Möglichkeit besitze, ein Handwerk zu erlernen. Mehr als 7000 deutscher Jungen im schulentlassenen Alter wüchsen heran, ohne einen Beruf zu erlernen, und reihten sich langsam in das Heer der Arbeitslosen ein. Man müsse die Frage stellen, was aus dieser Generation ungeschulter Menschen werden solle. Man könne diese Zehntausende von Arbeitslosen mit ihren Familien nicht in die Verzweiflung stürzen. Van den maßgeblichen Stellen des Staates müsse mit allem Nachdruck verlangt werden, daß eingegriffen und Ordnung geschaffen werde. Dies sei nach folgenden Grundsätzen möglich: 1. Den Angehörigen der deutschen Dolksgruppg Das Deutschtum in Polen. unter der Geißel der Arbeitslosigkeit. Siebentausend schulentlassene deutsche Jungen ohne die Möglichkeit, einen Berus zu erlernen. steht im gleichen Maße wie allen Bürgern das Recht auf Arbeit und Brot zu. 2. Niemand darf wegen seiner deutschen Volkszugehörigkeit oder wegen seines Bekenntnisses zum Deutschtum von seinem Arbeitsplatz vertrieben werden. 3. Bei Neueinstellungen oder Wiederaufnahme eines Industriebetriebes sind die entlassenen deutschen Arbeiter und Angestellten in gleichem Maße wiedie anderen Arbeitslosen zu berücksichtigen. In den besonders schwer betroffenen Gebieten ist der Arbeitslosigkeit durch Ausführung öffentlicher Arbeiten entgegenzutreten. Auch hierbei sind die Deutschen in einem gerechten Verhältnis zu beschäftigen. Den letzten Deutschen in pleß gekündigt. R.O. Kattowitz, 8. März. Den letzten deutschen A n g e st e l l t e n bei der Restveruxll- tung des Fürsten von Pleß in Ostoberschlesien ist nun auch zum 31. März die Kündigung zugestellt worden. Damit kommt eine Tragödie zum Abschluß, die sich außerordentlich verhängnisvoll für die Existenz des Deutschtums in Ost-Oberschlesien ausgewirkt hat. Die Steuerbelastung der Unternehmungen des Fürsten von Pleß und die Unmöglichkeit, diese Steuern abzustoßen, führten am 1. September 1934 zu der Einsetzung einer gerichtlichen Zwangsverwaltung. Mit diesem Zeitpunkt setzte die Entlassung der deutschen Arbeiter und Ange st eilten ein. Bei der Uebernahme der Pleßschen Betriebe waren dort 590 Angestellte und 4340 Arbeiter tätig. Ungefähr 90 v. H. aller Angestellten bekannte sich zum deutschen Volkstum. Bis auf einige, die nun am 31. März die Arbeitsstätte aufgeben müssen, sind im Laufe der beiden letzten Jahre alle entlassen worden. Diese Entlassungen, die die wirtschaftliche Lage des Deutschtums in Ost-Oberschlesien charakterisieren, verdienen Beachtung, da der Generalbevollmächtigte des Fürsten von Pleß, Graf Hochberg, den letzten deutschen Angestellten der Restverwaltung die Zusicherung gegeben hatte, daß ihre Existenz in jedem Falle sichergestellt sei. Die Tatsache, daß Graf Alexander von Hochberg zu seinem Beauftragten den Rechtsanwalt Strzelczyk- Pleß bestimmte, dem das ausschließliche Recht zusteht, über Entlassungen und Neueinstellungen zu entscheiden, läßt Zweifel an der Erklärung über die Sicherstellung der wirtschaftlichen Existenz der deutschen Angestellten aufkommen, weil inzwischen bereits mehrere polnische Angestellte neueingestellt worden sind. Diese Maßnahmen lassen sich nicht etwa mit „wirtschaftlichen Gründen" rechtfertigen, da die vorhandenen deutschen Kräfte, die durch ihre langjährige gewissenhafte Tätigkeit ihre Eignung unter Beweis gestellt haben, auch für die weitere Erledigung der Arbeiten vollauf genügt hätten. Bei den neueingestellten Kräften handelt es sich aber in den meisten Fällen um Menschen, die ohne V o r k e n n t n i s s e in ein ihnen fremdes Arbeitsgebiet eingegliedert werden. Münzenberg erhält Schweigegeld von Moskau. Paris, 8. März. (DNB.) Wie der „Matin" berichtet, hat der berüchtigte Willi Münzenberg, der in der Systemzeit im Reichstag fein Unwesen treiben durfte, sich mit feinen Moskauern Auftraggebern überworfen: Münzenberg war Hauptzahlmeister der Komintern für das Ausland. Aber schon im Herbst 1936 verschlechterten sich seine Beziehungen zu seinen Moskauer Brotgebern so sehr, daß über ihn „Stubenarrest" verhängt wurde. Nichtsdestoweniger erhielt er im Januar 1937 die Genehmigung, sich ins Ausland zu begeben, wo er lebhaft die Politik Stalins kritisierte. Als Antwort auf an gedrohte Vergeltungsmaßnahmen erklärte er, er würde alle Einzelheiten feiner finanziellen „Betätigung" in Europa aufdecken. Man schlug Münzenberg eine Vergleichslösung vor, die dieser annahm. Münzenberg erhält die Erlaubnis, Nicht mehr nach Moskau zurückzukehren, er verpflichtet sich aber, sich jeder politischen Betätigung zu enthalten. Dafür erlaubt ihm Moskau die Verfügung über einen Teil der von ihm verwalteten Gelder der „Weltreoolution", so daß Münzenberg eine Jahresrente von etwa 200000 Franks (23000 R M.) behält. „Das ist ein Stillschweigen, das teuer zu stehen kommt ... aber auf das man Wert legt", schreibt abschließend das französische Blatt. Akademische Nohstoffdebaiie in Genf. Japans Forderungen. Genf, 8. März. (DNB.) Der Sacboerständigen- ausschuß für die Rohstoffrage hat seine Tagung begonnen. Zum Vorsitzenden wurde der Vertreter der Schweizer Minister S t u ck i gewählt. Der Generalsekretär des Völkerbundes A v e n o l erwähnte, daß die deutsche Regierung mitgeteilt habe, sie beabsichtige nicht, an den Arbeiten teilzunehmen. Ein italienischer Sachverständiger sei bisher nicht ernannt worden. Die Mitglieder des Ausschusses seien nicht Vertreter ihrer Regierungen und könnten daher unter rein persönlicher Verantwor- tung ihre Gedanken und Anregungen frei ausdrücken. Die Arbeiten sollen den ersten Schritt einer Rückkehr zur wirtschaftlichen Zusammenarbeit versuchen. Die Aussprache wurde mit Ausführungen des englischen Mitgliedes Sir Frederic L e i t y - R o ß eröffnet. Er vertrat die Ansicht, daß kein Land in der Lage sei, sich selbst völlig zu genügen. Er glaube, daß die Rohstoffrage durch keinerlei Gebietsübertragung gelöst werden könne. Der Fall jedes Landes müsse einzeln, und für jeden Rohstoff besonders geprüft werden. Allgemein lasse sich aber feststellen, daß die Rohstofferzeugung gegenwärtig ausreiche, um ungefähr allen wirklichen Bedürfnissen zu entsprechen. Die britische Regierung sei bereit, in ihren kolonialen Gebieten die Produktion eines Rohstoffes zu fördern, der von den Verbrauchern auch außerhalb gewünscht werde. Die Auffassung, daß der Besitz eigener kolonialer Rohstoffe für ein Land große Vorteile habe, gelte nur mit Einschränkung. Die Politik der offenen Tür könne in gewissen Fällen der Entwicklung der Kolonien und sogar dem Wohle der Eingeborenen schaden. Ueber- dies könnte eine solche Politik nichtohneGegen- s e i t i g t e i t eingeräumt werden. Der japanische Sachverständige Schudo erklärte, daß für sein Land die Frage der industriellen R o h st o f f e im Vordergründe stehe. Japan könne seine 100-Millionen-Beoölkerung nur ernähren, wenn es sich industrialisiere; denn sein Gebiet sei zu klein, und das Ausland lehne seine Einwanderer ab. Es sei angezeigt, alle Ausfuhrbeschränkungen für Rohstoffe und alle Versuche zur Bildung von Rohstoffrnonopolen zu beseitigen. Andererseits müsse die Einwanderung von Angehörigen aller Länder in die noch nicht erschlossenen Gebiete zugelassen werden. Auch die Beseitigung übermäßiger Handelshemmnisse verdiene, ernste Prüfung, da die Freiheit des Handelsverkehrs von der Frage der Rohstoffverteilung nicht getrennt werden könne. Ein prophetisches Wort. „Die Juden werden USA. fressen." Berlin, S.März. (DNB.) Aus Anlaß der üblen Hetzereien des jüdischen Oberbürgermeisters von Neuyork, Caguarbia, hat ein Leser dem „Angriff" das Urteil Benjamin Franklins über das Judentum zugefchickl. Er forderte kurz vor feinem Tode im Jahre 1789, daß die neue amerikanische Bundesrepublik die Juden durch die Verfassung aus dem Lande ausschließen solle. Er erklärte vor dem amerikanischen Kongreß von damals u. a.: In welchem Lande sich die Juden auch in größerer Anzahl niedergelassen haben, haben sie das moralische Niveau herabgedrückt, haben sie Redlichkeit im Handel geschmälert. Sie haben sich abgesondert und nicht assimiliert. Sie haben einen Staat im Staate errichtet. Mehr als 1700 Jahre haben die Juden ihr trauriges Schicksal be- wehklagl, nämlich, daß sie von ihrem Mutterlands oertrieben worden seien, aber, meine Herren, hätte die zivilisierte Welt von heule ihnen Palästina zurückgegeben als Eigentum, so würden sie sofort einen zwingenden Grund gefunden haben, nicht dorthin zurückzukehren. Warum? Weil sie Vampire sind, und Vampire leben nicht von Vampiren. Sie können nicht unter sich selbst leben. Sie müssen von Christen oder anderen Völkern, die nicht ihrer Rasse angehören, leben. Wenn man sie nicht durch diese Verfassung aus den Vereinigten Staaten ausschließt, werden sie in weniger als 200 Jahren in solcher Wenge ins Land hereingeströmt sein, daß sie uns beherrschen und fressen werden. Wenn Sie die Juden nicht ausschließen, werden in weniger als 200 Jahren unsere Nachkommen auf den Feldern arbeiten, um die Juden zu erhalten, während sich diese in den Kontoren befinden und fröhlich die Hände reiben werden. Nutze in Ungarn. Budapest, 8. März. (DNB.) Das ungarische Nachrichtenbüro M. T. I. veröffentlicht eine amtliche Mitteilung, in der es heißt: Seit einigen Tagen erscheinen in der Aus - landspresse phantastische Nachrichten über die angebliche Tätigkeit einer rechtsgerichteten Organisation, die den Sturz der inneren Ordnung des Landes zum Ziele haben soll. An zuständiger Stelle hält man die Zeit gekommen, auf das entschiedenste zu erklären: In Ungarn ist nichts öor gefallen, was die öffentliche Ruhe, die innere Ordnung und den inneren Frieden, die verfassungsmäßige Sicherheit oder das wirtschaftliche Leben des Landes gefährden könnte. Es gibt keinerlei bewaffnete Organisationen im Lande, und es wurde kein Versuch unternommen, der als staatsfeindliches Verbrechen zu bezeichnen wäre. Wahr dagegen ist, daß unverantwortliche und auf die Störung des ruhigen Ablaufes des politischen und wirtschaftlichen Lebens hinzielende Gerüchte in Umlauf gebracht worden sind. Die Bevölkerung muß den blinden Lärm auf das energischste zurückweisen und sich ihm verschließen. Die Staatsanwaltschaften haben Weisungen erhalten, alle Verbrechen, die die Ruhe des Landes, den Frieden der Nation und den ungestörten Verlauf der nationalen Arbeit ge° fähigen könnten, energisch zu verfolgen. Auch soll die Verbreitung von Greuelnachrichten strafrechtlich verfolgt werden. Eden berteiW die britische Aufrüffuna. London, 9. März. (DNB.) Eden erklärte in Aberdeen u. a.: Während keine verantwortliche Regierung in London etwas anderes tun könne, als die Nation aufzufordern, das geplante Wiederaufrüstungsprogramm zu unterschreiben — ein Programm, das Großbritannien bis zum Ende durchführen würde, falls es notwendig fei — so sei es doch ebenso Pflicht Großbritanniens, die erste Gelegenheit zu ergreifen, die sich biete, um den verhängnisvollen Kreislauf wachsender Rüstungen zu durchschneiden. Auf der kommenden Reichs- konferenz wolle man versuchen, ein Ueberein- kommen zu erzielen, das gleichzeitig zur Wohlfahrt der Glieder des britischen Weltreiches und zum Frieden der Welt beitrage. So beunruhigend auch die große Vermehrung der Rüstungen in der Welt fei, so berechtige das doch in keiner Weise zu der Schlußfolgerung, wonach ein Krieg unvermeidlich fei. Französische Anleihewünsche werden in Amerika nicht erfüllt. Washington, 9. März. (DNB. Funkspruch.) Die französische Regierung hat den Antrag gestellt, einen amerikanischen Zahlungsvertreter für di e Verteil) igungsanleihe über eine Milliarde Dollar zu genehmigen. Wie der Führer der Demokraten im Senat, Joseph T. Robinson im Kongreß mitteilte, hat die amerikanische Regierung diesen Antrag abgelehnt. Auf eine Anfrage, ob die amerikanische Staatsbank die Zinszahlungen für die Anleihe an amerikanische Bürger annehmen würde, hat Staatssekretär Morgenthau den Bescheid erteilt, daß ein solches Verlangen in Regierungskreisen Widerstand auslöse. Bolschewistischer Waffenschmuggel in Marseille. Paris, 9.März. (DNB. Funkspruch.) In einer Meldung der „Action Fran^aise" heißt es, daß der rege Schiffsverkehr feit Einführung der Nichteinmischung im Hafen von Marseille anscheinend noch g e fti 6 g e n sei. Die Bolschewistenschiffe, mit grauer Farbe überstrichen, ohne Namen und oft sogar ohne Angabe ihrer Nationalität, gingen ruhig ihren Schmugglergeschäften weiter nach. Mittwoch seien ungefähr 30 Personen, darunter mehrere Franzosen, an Bord des spanisch-bolschewistischen Schiffes „Ciudad de Barcelona gebracht worden. Seither würden sie dort gefangen gehalten. Einer der Gefangenen sei bei einem Fluchtversuch mit dem Tode bedroht worden. Das Blatt fragt, ob dieses armselige Menschenmaterial für die bolschewistischen Milizen bestimmt sei. Staatsrat Reiner vor Wetzlarer Jungvolkführern. NSG. Der Jungbann 88 in Wetzlar hatte die Führer seiner Einheiten zu einer Wochenendschulung einberufen, die ihren Ausklang mit einer Rede des stellvertretenden Gauleiters, Staatsrat Reiner in Anwesenheit des Gebietsführers und des Gebiets- jungoolkführers fand. Ohne die jungen Herzen zu überladen, führt sie der stellvertretende Gauleiter an die gemeinsame Ausgabe. Den Jungen wurde klar gemacht, wie schon die kleinste nationalsozialistische Einheit nur durch das Vorbild geführt werden kann und daß es deshalb das Streben aller fein muß, dem deutschen Vorbild, Adolf Hitler, von frü- ftefter Jugend an, nachzueifern, um das Leben unseres Volkes bis in die fernsten Zeiten zu sichern. Es wird gelingen, wenn wir die nationalsozialistische Weltanschauung in die Tat umsetzen und dafür sor- aen, daß sie nie verfälscht wird. Mit deutschen Äugen haben wir die Welt zu betrachten und nicht durch die Scheuklappen uns wesensfremder Lehren. Die nationalsozialistische Weltanschuung ist deshalb die deutsche, weil sie nichts anderes ist als ein Appell an alle guten Eigenschaften unseres Volkes. Sie allein kann uns vor geistiger und körperlicher Knechtschaft bewahren. Ganze Kerle brauchen wir und keine Duckmäuser, Menschen, die willens sind, sich Deutschland mit Haut und Haaren zu verschreiben und unter Umständen den Teufel aus der Hölle zu holen! — Mit zackigen Liedern dankten die Führer des Jungbannes 88 dem stellvertretenden Gauleiter für das in seinen Worten zum Ausdruck gebrachte Vertrauen auf ihre nie erlahmende Plichterfüllung. Mit einem Vorbeimarsch nahm die Tagung, die eine Feier geworden war, ihr Ende. Die VettanschaulichenVerpflichtungen unserer Zeit Alfred Rosenberg sprach in Düsseldorf. Düsseldorf, 7. März. (DNB.) Am Sonntag sprach Reichsleiter Rosenberg in der Stadthalle in Düsseldorf über die weltanschaulichen Verpflichtungen unserer Zeit. Rosenberg betonte nachdrücklich, daß die Erziehung der Jugend nur durch die durchgesührt werden dürfe, die Deutschland vor dem Untergang retteten. Es sei dabei unmöglich, einen Führer, ein Reich und ein einziges geschlossenes Volk zu fordern, wenn die Erziehung von gegenseitig sich ausschließenden Kräften durchgeführt werde. Wenn die Hauptstadt der Bewegung sich kürzlich mit 96 v. H. für die deutsche G e - meinschaftsschule erklärt habe, so sei das das Zeichen eines tiefgehenden Erwachens des deutschen Volkes. Es fei dabei sehr unlogisch, wenn jene Kräfte, die bisher immer erklärten, man dürfe nicht in Elternrechte eingreifen, nunmehr gegen diese eindeutige Bekundung des elterlichen Willens wettern. „Wir können den Klassenkampf nicht überwinden, wenn nicht auch der,Streit der Kon- fessionen verschwindet." Da der Religionsunterricht gesichert sei, so müßten alle, denen es wirklich um ein inneres Bekenntnis zu tun fei, zufrieden fein. Wer das nicht anerkenne, dem gehe es offenbar nicht um das Bekenntnis, sondern um ganz andere Dinge. Rosenberg distanzierte sich eindeutig von allen Versuchen der Schwärmerei und Silber- ftürmerei und erklärte, daß niemand aus einer weltanschaulichen Gruppe das Recht besitze, sich auf den Nationalsozialismus zu berufen als nur der Nationalsozialist selber. In der Vertretung der nationalen Ehre und der nationalen Gemeinschaft fei die NSDAP, groß geworden, und diesen Werten wolle sie diensn; der Dienst an diesen Werten sei der Maßstab für Gehalt und Größe der Tätigkeit eines jeden einzelnen Nationalisten. Kommunismus bedeutet Zerstörung der christlichen Kirche. Lissabon, 8. Marz. (DNB.) Der portugiesische Episkopat, an seiner Spitze der Kardinalerzbischof von Lissabon, wendet sich in einem Hirtenbrief gegen den Kommunismus. Es Birkhahnbalz im Moor. Von Gerhard Klammet. Einen schöneren Fleck hätten die Spielhähne als Balzplatz kaum finden können. Ringsum, soweit das Auge reichte, dehnte sich das Moor mit feinen saftig grünen Wiesen, die jetzt im Frühling übersät waren von den winzigen rosa Blütensternen der Mehlprimeln und den leuchtenden tiefblauen Glocken- telchen des stengellosen Enzians. Birkenbestandene Heideflächen, die Heimat einer selten mannigfachen Pflanzenwelt, wechselten ab mit übermannshohen, fast undurchdringlichen, versumpften Rohrwäldern. Im Morgengrauen kam ich ins Moor. Dicht lagen die Nebel über den Wiesenbreiten. Schemenhaft unwirklich tauchten sturmzerfetzte, schwarz- glänzende Erlen vor mir auf, um schon nach wenigen Schritten hinter mir wieder im Dunst zu zerfließen. Durch einsame Torfstiche führte mich der schmale, stellenweise kaum erkennbare Pfad, der eher einem Wildwechsel, als einem Fußwege glich- Dann war ich am Ziel meiner Moorwanderung angelangt. Vor mir in der Wiese, zwischen zwei Leg- föhrenbüschen unauffällig eingebaut, stand der kleine Beobachtungsschirm, den ich mir dort mitten auf dem Balzplatz der Birkhähne errichtet hatte, um hier die wunderlichen Vögel bei ihren seltsamen Liebesspielen beobachten zu können. Kaum hatte sich das Zelttuch hinter mir geschlossen, als auch schon der erste Hahn durch die Dämmerung heranpurrte und rauschend dicht bei mir einfiel. Hoch aufgerichtet stand er vor mir in den Moosbeerbüschen und blickte sich aufmerksam nach allen Seiten um. Gleich darauf kam noch ein zweiter, der sofort blasend und fauchend feinen Gegner anfprang, oaß die zwei für einen Augenblick ein wirres Knäuel bildeten. Erbost saßen sie sich dann gegenüber und sahen sich giftig an. Endlich steckte der zuerst angekommene den Kopf tief ins Gras und fächerte den prächtig gesichelten Stoß, daß die schneeweißen Federn an der Unterseite aufleuchteten. Der andere tat es ihm nach, und dann fingen beide, erst ganz leise, dann immer lauter werdend, an zu foltern: „Kockero—kockero—kock—oh, kockero—kockero—kock— oh." Wie kleine Autos fuhren sie dabei im Grase umher und ließen die harten Schwungfedern hörbar am Boden nach schleifen. Schließlich packte den einen Wut. „Tschuhui" zischte er und sprang mit einem einzigen schnellen Flügelschlag vor seinen Gegner hin, der erschrocken zurückwich. „Tschuhui" krächzte der kleine schwarze Teufel noch einmal und saß dabei schon dem anderen im Nacken. Dann kollerten sie wieder eine Zeit- lang umeinander herum, sicherten zwischendurch, die Balz unterbrechend, wohl auch argwöhnisch nach dem Schilfsaum hinüber, in dem sich der Fuchs zu schaffen machte, oder ästen zur Abwechslung von den verstreut im Gebüsch hängenden vorjährigen Rauschbeeren. Als dann eine Birkhenne laut gackernd dicht über mir auf einer der Krüppelföhren aufbaumte, begannen sie mit neuem Eifer ihr seltsames Liebeslied. Ein dritter Hahn kam vom Teufelsmoor herübergestrichen und wollte an der Balz teilhaben, nahm sich aber gleich wieder auf, als die beiden Kampfgockel gleichzeitig über ihn herfielen. Ueberall im Moor, bald hier, bald dort, hörte man nun das Blasen und Zischen, Gurgeln und Rollen der Hähne, und zwischendurch das leise Gegacker der erdfarbenen Hennen. Allmählich wurde es heller. Ein kühler Bodenwind machte sich auf und setzte die widerstrebend folgenden Nebelschwaden in Bewegung. Weit über den Wald hinaus entführte er sie, wo sie in Nichts zerflossen. Tiefblau öffnete sich nun der Himmel über dem Moore, das jetzt bunt im Sonnenschein vor mir lag. Milliarden winziger Tautröpfchen funkelten im Grase. Mit dem Tag erwachte das Leben im Ried. Lerchen trillerten hoch über mir in der Luft. Brachvögel flöteten ihren wohllautenden, wehmütig klingenden Balzgesang. Die Kibitze gaukelten liebestrunken über ihren Brutplätzen, und aus dem Rohrsumpf flana das vielstimmige „Karre—karre— riet—riet—riet, dorre—dorre—dorre, karre—karre— karre—riet" der Rohrsänger zu mir herüber. Die zwei Raufbolde vor mir wurden allmählich ihres eigenartigen Spiels überdrüssig. Mißmutig saßen sie sich gegenüber. Da schüttelte sich der eine und schnurrte ab, der Henne nach, die aus dem Busch polterte, in dem sie bislang gehockt hatte, und nun weit in die fahle Heide hinausstrich. Der andere Hahn begann fein Gefieder zu ordnen, räkelte sich dann in der Morgensonne und strich endlich auch ab, als ein Reh dicht neben ihm unversehens aus dem Gebüsch brach. Wie mit einem Schlage verschwiegen nun überall die Birkhähne, während die anderen Mooroogel, die Bekassinen und Kibitze, über den Wiesenbreiten, die Lachmöwen am Schilfsee, und die Wacholderdrosseln im nahen Birkengehölz lauter und lauter wurden. Kunst und Wissenschaft. Professor Nudolf Otto f. Professor D. Dr. Rudolf Otto, einer der bekanntesten deutschen Geologen und Religionswissenschaftler, ist in Marburg nn 68. Lebensjahr g e - ftorben. Kaum von den schweren Verletzungen, die er im September vorigen Jahres bei einem Sturz vom Gemäuer der Burg Staufenberg davontrug, genesen, erlag er einer neuen schweren Erkrankung. Mit ihm ist ein Gelehrter von Weltruf dahingegangen. Rudolf Otto wurde am 25. September 1869 in Peine bei Hannover geboren, studierte in Erlangen und Göttingen und habilitierte sich 1899 in Göttingen. 1904 wurde er außerordentlicher Professor für Religionsgeschichte und Religionsphilosophie. Als ordentlicher Professor der systematischen Theologie wurde er 1914 nach Breslau berufen und kam 1917 als Nach' fger von Wilhelm Hermann nach Marburg. Ganz neue theologische Gesichtspunkte brachte Otto in feinem bedeutendsten Werk „Das Heilige" mit dem Untertitel „Das Irrationale in der Idee des Göttlichen und sein Verhältnis zum Rationalen" (1917) und feiner Ergänzung: „Aufsätze, das Numinvse betreffend" (1923). Die Wirkung des ersten Buches, das in mehrere fremde Sprachen übersetzt wurde, stellte den Verfasser in die Reihe der ersten modernen Theologen. Es ist als Resultat einer vollkommenen Wandlung der religiösen Anschauungen, die Otto auf einer 1912 unternommenen Reise nach dem Osten durch Berührung mit russischer, hinduistischer und buddhi- sttscher Mysttk erlebte, anzusehen. Während eines langen Krankenlagers, auf das ihn die Folgen dieser Reise geworfen hatten, studierte er das Sanskrit, übersetzte indische Mystiker und erschloß damit der abendländischen Religionsforschung die noch nicht bekannte indische Bhakti-Mystik. Neuere Werke seiner vergleichenden Religionsforschung sind „West- lich-Oestliche Mystik" (1926), „Die Gnadenreligion Indiens und das Christentum" (1930), „Sünde und Unschuld" (1932). Große Verdienste erwarb sich der Gelehrte durch die Gründung und den Ausbau der Marburger religionskundlichen Sammlung. 1913 bis 1918 war Otto Mitglied des Preußischen Abgeordnetenhauses. Der Deutschen Akademie in München gehörte er als Senator an, ferner war er Ehrendoktor der Universitäten Gießen und Upsala (Schweden). Deutsche Gefellschafl für innere Medizin. Die Deutsche Gesellschaft für innere Medizin hält ujre 49. Tagung vom 15. bis 18. März in Wiesbaden unter dem Vorsitz von Professor Dr. Siebeck, Berlin ab. Das wissenschaftliche Programm sieht Berichte und Vorträge über neue Grundsätze der Ernährung, über die Ernährungsbehandlung des Diabetes, über die homöopathische Betrachtungsweise und die Homöotherapie des Schmerzes, über die Pathologie der Schilddrüse, über die Genese des endemischen Kropfes mit besonderer Berücksichtigung der Erblichkeitsfrage, über Schilddrüse und vegetative Regulationen, über Basedow und Zwischenhirn und über tuberkulöse Allgemein-Jn- fektion vor. Aus der Arbeit der Reichsstelle für Sippenforschung. Oeutschblütig oder artfremd? — Kirchenbücher unter ultravioletten Strahlen Die Sippenkanzlei. Von Dr. Arthur Schultze, Naumburg. heißt in dem Hirtenbrief u. a.: Der Kommunismus ist der Zerstörer jeglicher Zivilisation, die von ihm ersehnte W e l t r e v o l u t i o n ist gleichbedeittend mit völliger Z e r st ö r u n g der christlichen Kirche. Deshalb gibt es für den Christen keinen Mittelweg zwischen den beiden Weltanschauungen. Die Ereignisse in dem Nachbarland Spanien müßten allen die Augen öffnen vor den furchtbaren Folgen des Kommunismus. Elf -oischofe und 6000 Geistliche seien in Spanien von den Bolschewisten ermordet worden, die Kirchen seien verwüstet und unzählige Gläubige zu Märtyrern ihres Glaubens gewogen. Der Hirtenbrief klagt den Liberalismus als Wegbereiter zum bolschewistischen Chaos an. Schutz -er landwirtschaftlichen Kulturpftanzen Berlin, 8. März. (DNB.) Die Reichsregierung hat ein Gesetz zum Schutz der landwirtschaftlichen Kulturpflanzen erlassen. Es gilt, die zum Nachteil der landwirtschaftlichen Erzeugung durch tierische und pflanzliche Schädlinge und Krankheiten hervorgerufenen Schäden möglichst gering zu halten und Ernteerträge sowie Vor« ratsbestände vor vermeidbaren Verlusten durch diese Schädlinge zu bewahren. Der Reichsbauernführer richtet den Pflanzenschutzdienst ein. Bei jeder Landesbauernschaft werden Pflanzen- schutzämter errichtet, die die Aufgabe haben, die Bevölkerung über die Pflanzenkrankheiten und -schädlinge sowie über ihre Bekämpfung aufzuklären. Die vom Pflanzenschutzdienst durchzuführende Ueberwachung unterrichtet über den Stand des Schädlingsauftretens. Die technische Durchführung und Ueberwachung behördlicher Bekämpfungsmaßnahmen ist ebenfalls Sache des Pflanzenschutzdienstes. Die Erforschung der Krankheiten und Schädlinge sowie die Ausarbeitung und Prüfung der Bekampfungsverfahren und -Mittel ist dagegen Aufgabe der Biologischen Reichsanstalt für Land- und Forstwirtschaft. Bei der Ausarbeitung und Prüfung der Verfahren und Mittel ist die Mitwirkung der Pflanzenschutzämter vorgesehen, damit eine möglichst rasche und zuverlässige praktische Grundlage gegeben ist. Den Eigentümern oder Nutzungsberechtigten, deren im eigenen Interesse liegende Mitwirkung für den Pslanzenschutz- dienst von größter Bedeutung ist, sind bestimmte Pflichten auferlegt worden, die die Heranziehung jedes Einzelnen zum Nutzen der Gesamtheit ermöglichen, damit der Erfolg notwendiger Maßnahmen nicht durch das Beiseitestehen Einzelner in Frage gestellt wird. Die Entschädigungsmöglich- keiten bieten die Gewähr dafür, daß keine unbilligen Leistungen verlangt werden. Kleine politische Nachrichten. Der Reichsstatthalter in Hessen hat als Führer der Landesregierung mit Zustimmung der Reichsregierung ein Gesetz über die Feststellung des 1. Nachtrags zum Hessischen Staats- Haushaltsplan für das Rechnungsjahr 1936 erlassen, in dem u. a. bestimmt wird: In dem Staatshaushaltsplan für das Rechnungsjahr 1936 gehen bei den Einnahmen und Ausgaben zu: im ordentlichen Haushalt an Einnahmen 1014 200 Mark und an Ausgaben 1 014 200 Mark. Die Abschlußzahlen des ordentlichen Haushalts werden hiernach auf 102 104 825 Mark in Einnahmen und Ausgaben festgestellt. 2. Die Landesregierung ist ermächtigt a) für Jnstandfetzungs- und Ergänzungsarbeiten sowie Um- und Erweiterungsbauten in der Technischen Hochschule zu Darmstadt 245 000 Mark, b) für die Durchführung des Meliorationsprogramms 348 400 Mark, zusammen 593 400 Mk. im Wege des Kredits zu beschaffen. * Die Reichspost wird zum Geburtstage des Führers und Reichskanzlers eine Sondermarke mit seinem Bilde herausgeben. Die Vorarbeiten dazu sind im Gange. * Der Beauftragte für den Dierjahresplan, Generaloberst Göring, hat seine Anwesenheit bei dem diesjährigen „Tag des Deutschen Handwerks" zugesagt. Der „Tag des Deutschen Handwerks" findet vom 27. bis 30. Mai 1937 in Frankfurt a. M. statt. * Der Verwaltungsrat der Bank für Internationale Zahlungen beschloß einstimmig, dem Direktionsmitglied der Bank von England, Sir Otto Niemeyer, auf die Dauer von drei Jahren die Präsidentschaft des Verwaltungsrates zu übertragen. Anläßlich des 87. Geburtstages des Altpräsidenten der tschechoslowakischen Republik Masaryk hat Staatspräsident Benesch eine Amnestie erlassen für gewisse Vergehen gegen das Gesetz zum Schutze der tschechoslowakischen Republik. * Der Konflikt zwischen Belgien und dem bolschewistischen Spanien wegen der Ermordung des belgischen Diplomaten Baron de Borchgrave ist von der belgischen Regierung beim Haager Jnternatio- nalen Gerichtshof anhängig gemacht worden. Der Gerichtshof soll entscheiden, ob die Bolschewisten von Valencia für die Ermordung Borchgraves verantwortlich sind. * Entsprechend den letzten erlassenen Bestimmungen der Regierung werden fortschreitend alle Freimaurerlogen in Rumänien zur Einstellung ihrer Tätigkeit angehalten. In Bukarest und in der Provinz wurden alle Lokale der Freimaurer behördlich geschlossen und versiegelt. Der kanadische Ministerpräsident weilt in Washington; der Besuch betrifft nicht nur Fragen des St. Lawrence-Flusses und den Ausbau der Handelsbeziehungen, sondern Roosevelt liegt daran, Kanada in die Panamerikanische Union hineinzubekommen, da Kanada dann von dem Neutralitätsgesetz nicht betroffen würde. Ein Verbot der Verschickung gewisser Rohstoffe und Waren erstreckt sich nur auf amerikanische Schiffe, nicht aber auf die Eisenbahnen und Lastkraftwagen, die also im Kriegsfälle ungestört Transporte nach Kanada vornehmen könnten. Die Einbeziehung Kanadas in die Panamerikanische Die im Zuge der Durchführung der Rassengesetze des neuen Deutschland notwendig gewordene Stelle, welche in Abstammungsfragen Entscheidungen treffen konnte, wurde Anfang 1933 unter der Bezeichnung „Der Sachverständige in Rasseforschung" beim Reichsmimsterium des Inneren ins Leben gerufen und war eine völlige Neugründung. Anfang 1935 erfolgte die Umbenennung in „Reichs- teile für Sippenforschung" (RfS.). Die verschiedenen neuen Gesetze brachten für zahlreiche Volksgenossen die Notwendigkeit, den A b - tammungsnachweis zu führen. Naturgemäß kamen jetzt häufig irgendwie schwierige und zweifelhafte Fälle ans Tageslicht, deren gerechte Erledigung nur von einer fachkundigen Stelle erwartet werden konnte, ganz abgesehen davon, daß auch sonst die Notwendigkeit gegeben war, eine sippen- kundliche Zentralstelle zu besitzen, welche die einheitliche Behandlung von Abstammungsfragen gewährleistete und Richtlinien für das gesamte Gebiet der Sippenkunde geben konnte. Die Haupttätigkeit der RfS. war bisher jedoch darauf gerichtet, Entscheidungen abzugeben, ob deutschblutibe (arische) oder artfremde Abstammung vorliegt. Eme bei der RfS. erfolgte Nachprüfung der Abstammung eines Menschen findet ihren sichtbaren Ausdruck in dem „Abstammungsbescheid" einer Abftammungsurkunde, welche auf Antrag gegen Vorlage der erforderlichen und beschaffbaren Urkunden ausgestellt wird. Die Beschaffung von Urkunden im Auftrage von Privatpersonen hat die RfS. nicht in ihren Aufgabenkreis einbezogen. Im allgemeinen gelangen bei der RfS. nur solche Fälle zur Nachprüfung, die irgendwelche Schwierigkeiten aufweisen und daher der fachkundigen Stelle übergeben werden. Die folgenden Zahlen mögen einen Ueberblick über den Arbeitsumfang der RfS. geben. Im Jahre 1934 gingen insgesamt 5746 Anträge auf Ausstellung von Gutachten ein, im Jahre 1935 stieg diese Zahl auf 17 661, und 1936 waren es gar 24 529 Anträge. Dieses außerordentliche Anschwellen der Eingänge brachte teilweise gewisse Verzögerungen bei der Erledigung der Anträge mit sich, da es nicht möglich war, den Mitarbeiterbestand ebenso schnell zu steigern. Durch Abgabe einer Entscheidung über eine Abstammungssache konnten aber im Jahre 1934 4909 Fälle zum Abschluß gebracht werden, 1935 waren es mit 10 715 über doppelt so viel, und 1936 wurden 20 337 Fälle erledigt. Rund zwei Drittel der bisher eingelaufenen Anträge wurden von Parteidienststellen und Behörden gestellt, ein Drittel der Antragsteller waren Privatpersonen. Selbstverständlich laufen neben diesen Anträgen, welche die Nachprüfung einer Abstammung zum Gegenstand haben, täglich noch zahlreiche sonstige schriftliche Anfragen ein. Ein sehr wichtiger Abschnitt der Arbeit der RfS. betrifft die Verwertung des einlaufenden Materials. Die anfallenden Daten, welche zumeist urkundlich belegt find, werden in der Buchstabenfolge namentlich geordnet und in einer Kartei zusammengefaßt. Hier sind sie jederzeit greifbar und dienen später oft als wertvolle Ergänzung. Die Kartei zählte Ende 1936 schon 1 285 000 einzelne Karten, für welche rund 60 Karterschränte zur Verfügung stehen. Es wird hoffentlich einmal gelingen, sämtliche Personenstandseintragungen der Kirchenbücher und Standesämter Deutschlands nach einzelnen Gauen getrennt zu verkarten. Die Kartei der RfS. ist erst ein Anfang in dieser Richtung; sie bringt jedoch sinnfällig den großen Wert einer sol- Union würde den Fortfall des Ausfuhrverbotes von Kriegsmaterial und der Bedingung der Barzahlung als weitere Vorteile mit sich bringen. * In Chile fanden Wahlen für das Abgeordnetenhaus und die Hälfte der Senatssitze statt. Der Wählkampf endete mit einem Sieg der Rechtsparteien, die im Abgeordnetenhaus 77 Mandate erringen konnten. Die „Volksfront" erreichte nur 59 Sitze. Zwei Mandate fielen der Partei der Landwirte zu. Ferner wurden zum ersten Male zwei Mitglieder der nationalsozialen Bewegung gewählt. Im Senat gelang es den Rechtsparteien, 15 Sitze zu erobern, während der Volksfront nur 10 Sitze zufielen. Aus aller Wett. Wieder Drahtverhaue und Panzerwagen in Jerusalem. Jerusalem, 6. März. (DNB.) In der Stadt ist es wieder zu ernsten Zusammen st äßen zwischen Juden und Arabern gekommen, bei denen offenbar die Juden der angreifende Teil waren. Ein Araber wurde getötet, ein anderer verwundet. Aus jüdischer Quelle wird erklärt, daß es sich um einen Streit zwischen Arabern und jüdischen Passanten gehandelt habe, der mit Steinwürfen begann und mit Revolverschüssen endete. Auch ein Jude fall getötet worden sein. In der Stadt herrscht eine Stimmung wie in den schwersten Unruhetagen. In den Straßen sieht man wieder Stacheldrahtverhaue, Panzerwagen, Militär und Polizei. Alle Kraftwagen und Passanten werden streng kontrolliert. Dem Andenken des Grafen Zeppelin. Aus Anlaß des 20. Todestages des Grafen Zeppelin fand an feinem Grabe auf dem Stuttgarter Parkfriedhof eine schlichte Gedenkfeier statt. Generalmajor Z e n e t t i, Kommandeur des Luft- kreifes XV, legte im Auftrage des Neichsministers der Luftfahrt und Oberftbefehlshabers der Luftwaffe Generaloberst Göring einen Kranz nieder, wobei er des großen Toten gedachte. Oberstleutnant Breithaupt als Vertreter des Reichsluftfahrtministeriums erinnerte bei der Niederlegung eines Lorbeerkranzes an den Grafen, der mit Mut und Weitblick fein Ziel verfolgt und dessen Arbeit immer dem Wohle des deutschen Volkes gegolten habe. Dr. Hugo Eckener widmete dem Toten einen Kranz chen Einrichtung zum Ausdruck. Selbstverständlich wird auf Die Erfassung fremdblütiger Einschläge im deutschen Volk, über deren Gesamtumfang bisher leider genaue Zahlen fehlen, besonderer Wert gelegt. In der Kartei der RfS. sind bisher etwa 300 000 Juden und jüdische Mischlinge enthalten. Ferner bestehen einige kleinere Sonderkarteien über russische Rückwanderer, deutsche Hochschulprofessoren bis 1933 (30 v. H. Juden), Familienanzeigen aus jüdischen Zeitungen u. a. m. Auch die von der Deutschen Ahnengemeinschaft ausgearbeitete „Ahnen st ammkarte i", welche der RfS. angegliedert ist, bietet mit ihren rund 600 000 Stämmen, welche einem Einzelvorkommen von etwa 2,5 Millionen Ahnen entsprechen, vielfach eine wertvolle Hilfe. Außer dieser gegenwärtig im Vordergrund stehenden Tätigkeit der Abstammungsprüfung hat die RfS. noch andere Ausgaben. Hierzu gehört vor allem außer einer gewissen allgemeinen Pflege der Sippenkunde der Schutzder sippenkundlich wichtigen Schriftdenkmäler, sowie die Aufiicht über das sippenkundliche Vereinswesen. Die unter wesentlicher Mitwirkung der RfS. herausgegebene Zeitschrift „Familie, Sippe, Volk" dient dem erstgenannten Zweck. Der Schriftdenkmalschutz erstrebt Schutz und Erhaltung der gesamten sippenkundlichen Quellen. Die Urquellen der Familienforschung sind die Kirchenbücher, deren Gesamtbestand in Deutschland auf etwa 350 000 Bücher geschätzt wird. Um den stets wirksamen äußeren Einwirkungen zu begegnen, wird für sachgemäße Aufbewahrung, Ausbesserung schadhafter Stücke u. a. m. Sorge getragen. Um in Zukunft darüber hinaus die Gefahr eines Verlustes dieser unersetzlichen Quellen herabzumindern, ist die photographische Aufnahme der Kirchenbücher in Angriff genommen worden. Angesichts des Umfangs dieser Arbeit kann hier nur Schritt für Schritt vorgegangen werden. Durch das Aufnahmeverfahren, welches in einer besonderen Abteilung der RfS. durchgeführt wird, entsteht eine vollständige, bildgetreue Zweitschrift des Kirchenbuches. Es können sogar mit Hilfe von ultravioletten Strahlen von völlig verblichenen Schriftzügen wieder lesbare Abzüge hergestllt werden. Bisher sind auf diese Weise von 5160 Kirchenbüchern Zweitschriften hergestellt worden, wozu über zwei Millionen Einzelaufnahmen erforderlich waren. Die Herstellung von Zweitschriften der Kirchenbücher begünstigt die Einrichtung von Sippenkanzleien, wie sie bisher in Schwerin, Hannover-Stadt, Lüneburg, Erfurt, Heide und Bredstedt eingerichtet worden find. Die Kirchenbuchstelle Alt-Berlin, welche in Zusammenarbeit mit der RfS. entstanden ist, verdient besonders hervorgehoben zu werden; hier sind bereits sämtliche Taufeintragungen der evangelischen Kirchen Alt-Berlins aus der Zeit von 1800 bis 1874 verkartet, was die Auffindung eines gesuchten Ahnen außerordentlich erleichtert. Die wichtigsten sippenkundlichen Vereine sind heute in dem „Volksbund der Deutschen Sippenkundlichen Vereine" zusammengefaßt; da der Leiter der RfS. zugleich dieser sippenkundlichen Vereinigung vorsteht, ist eine einheitliche Zusammenarbeit gewährleistet. Viele Volksgenossen, die in ihrer Ahnenforschung nicht weiterkommen, wenden sich heute an einen Berufssippenforscher. Die Angehörigen dieses eigentlich neuen Berufes find in der „Vereinigung der Berufssippenforscher e. V." zusammengefaßt, welche der Dienstaufsicht der RfS. untersteht. namens der Zeppelinwerft in Friedrichshafen. Im Namen der Deutschen Zeppelinreederei und der Besatzungen ihrer Luftschiffe „Graf Zeppelin" und „Hindenburg" ehrte Flugkapitän Kommandant von Schiller den Begründer der deutschen Luftschiffahrt. Ferner wurde für die Stadt Stuttgart ein Kranz niedergelegt. Professor Wagner von Jauregg 80 Jahre all. Aus Anlaß des 8 0. Geburtstages des berühmten Wiener Psychiaters Professor Dr. Julius Wagner von Jauregg fand in der Wiener Universitätsklinik eine Feier statt, bei der das Lebenswerk des Forschers gewürdigt wurde. Bundespräsident Miklas ehrte ihn durch ein persönliches Handschreiben. Die Menschheit verdankt Wagner von Jauregg neben anderen bahnbrechenden Forschungsergebnissen vor allem die Heilung der pro- gresssiven Paralyse durch Malaria-Impfung. Wagner von Jauregg, der 1857 in Wels (Oberöfterreich) geboren wurde, lehrte von 1889 bis 1893 in Graz, von 1893 bis 1928 als Direktor der Nervenklinik an der Universität Wien. 1927 wurde er mit dem Nobelpreis ausgezeichnet. Deutsches Tonkünstlerfest 1937 in Darmstadt und Frankfurt. Das Deutsche Tonkünftlerfest des Allgemeinen deutschen Musikvereins findet vom 5. bis 10. Juni in Darmstadt statt, wobei ein Teil der Veranstaltung nach Frankfurt a. M. verlegt wurde. Das Programm sieht u. a. Unterhaltungsmusik neuer Komponisten vor, wobei Namen wie Gerhard Maaß, Lang, Hans Weiß und G r a b n e r genannt werden. Auch findet voraussichtlich eine Stunde der HI. statt, der sich das erste Kammermusikkonzert anschließt. In diesem sind Aufführungen von Besch, Marx, Müller und Schröder vorgesehen. Das zweite Kammermusikkonzert läßt Werke von Maler, Simon, Pfänner und Schrauth zu Gehör kommen. Im Hessischen Landestheater Darmstadt bringt ein Orchesterkonzert Werke von Ludwig Weber, Bresgen, Fromme! und Wunsch. In Frankfurt werden neue Bewegungsformen im Tanz gezeigt, worauf das zweite Orchefterkonzert mit Werken von ßürmann, Trenkner, David und Geierhaas folgt. Ein Platzkonzert auf dem Römerberg bringt Werke von Thiele und Gerst- b e r g e r. In Darmstadt endet die Tagung mit der Hauptversammlung und mit einem großen Liszt- I Konzert. Aufregender Kampf mit einer Gabelweihe. In der Nähe von Borgentreich (Westfalen) trug sich ein aufregender Vorfall zu. Ein Einwohner befand sich mit seinem Rad, auf dem auch sein vierjähriges Töchterlein saß, auf dem Wege von Rösebeck nach Borgentreich. Plötzlich stieß eine mächtige Gabelweihe nieder und stürzte sich aus das Kind, das mit einem roten Mäntelchen bekleidet war. Kaum vermochte der Vater den ersten wütenden Angriff auf das Kleine abzuwehren; es ent- spann sich zwischen dem gefieberten Räuber und dem erschrockenen Vater ein erbittertes Ringen. Der immer wieder angreifende Vogel wurde endlich mit einem gutgezielten Faustschlag niedergestreckt. Das Tier kam mit einem Flügel in die Radspeichen, der Radfahrer stürzte, worauf das Tier erneut auf beide einhieb. Der wütende Raubvogel konnte fchließ- durch Knüppelschläge getötet werden. Die Gabelweihe, die eine Flü'gelspannweite von nicht weniger als 1,50 Meter zeigte, gehört zu den Raubvögeln, die unter Naturschutz steyen und in unseren Gegenden bereits recht selten geworden sind. Sturmfahrt des italienischen Ozeanriesen „Rex". Der italienische Ozeandampfer „R e x" ist auf der Heimfahrt von Neuyork nach Neapel zwischen den Azoren und dem Kap Sao Vincente (Südportugal) in einen schweren Sturm geraten. Wie der Kommandant mitteilte, haben einige Wellenberge von außergewöhnlicher Größe und Stärke das Schiff getroffen, wobei 20 Personen zumeist leichtere Verletzungen davongetragen haben. Ein Mann der Besatzung ist während der Heimfahrt feinen schweren Verletzungen erlegen. In Neapel mußten zwei verletzte Fahrgäste in eine Klinik gebracht werden, die übrigen konnten die Reise nach Genua fortsetzen, wo der Dampfer, der keinerlei Beschädigungen erlitten hat, ohne Verspätung fahrplanmäßig eingetroffen ist. Erdbeben in San Franzisko. Die Stadt San Franzisko wurde von einem Erdbeben heimgesucht. Die Erdstöße dauerten 2 bis 3 Sekunden. Sie richteten an den Wohnhäusern und an den Kaufläden großen Schaden an. In mehreren Stadtteilen wurden die Fensterscheiben zertrümmert. Verletzte sind aber, soweit bekannt, nicht zu verzeichnen. Der Bevölkerung bemächtigte sich jedoch eine an Panik grenzende Furcht, da sie sogleich wieder an die Erdbebenkatastrophe vom 18. April 1906 dachte, die an 30 000 Häuser in Trümmer legte. Kurz nach den Erschütterungen war der Kraftwagenverkehr auf der Brücke, die San Franzisko mit Oakland verbindet, sehr lebhaft, da viele aus der Stadt flüchteten. kommunistischer Sprengsloffanschlag. In M y s l v w i tz (Polnisch-Oberschlefien) explodierte am Tor des Gefängnisgebäudes eine starke Sprengstoffladung, die das Tor zerstörte. Durch den Luftdruck wurden zahlreiche Fensterscheiben des Gefängnisses und der umliegenden Wohnhäuser zertrümmert. Die Ermittlungen ergaben, daß es sich um einen Anschlag von Kommunisten handelt. Ob es sich zur Befreiung von kommunistischen Gefangenen handelt, ist bisher nicht bekannt geworden. Maskierte Verbrecher raubten 300 000 Franken. Ein feiten dreister Ueberfall wurde von maskierten Verbrechern auf einen Bankkraftwagen i n einer Straße des Pariser Vorortes Vincennes verübt. Die Gangster überholten den Kraftwagen, stoppten, sprangen mit vorgehaltenem Revolver auf das Trittbrett und hielten die Bankangestellten im Kraftwagen in Schach bis sie die 300 000 Franken (zirka 35 000 Mark) geraubt hatten. Dann zerschnitten sie noch die Reifen, sprangen auf ihren bereitstehenden Kraftwagen und entkamen unerkannt. Lochschulnachnckten. Ernannt wurden die außerordentlichen Professoren Dr. Kurt Moller, Berlin, zum Ordinarius für Fernmeldetechnik an der Technischen Hochschule Berlin; Dr. Kl. Clus ins in München zum Ordinarius für physikalische Chemie daselbst; Dr. Erich Hofmann in Marburg zum Ordinarius für vergleichende Sprachwissenschaft an der Universität Münster; der Dozent Dr. Fr. Stegmül - l e r an der Universität Freiburg (Katholisch-theo- logische Fakultät) zum Ordinarius für Dogmatik an der Universität Würzburg. Von den amtlichen Verpflichtungen entbunden wurden die ordentlichen Professoren Dr. P. Hör r- mann (Pharmakologie und Nahrungsmittelchemie) an der Technischen Hochschule Braunschweig; Dr. Erwin Rupp (pharm. Chemie) an der Universität Breslau; Dr. P. Volz (Alttestament- liche Theologie) an der Universität Tübingen (Ev.-Theol. Fakultät). Wetterbericht des Retchswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Die sich über das europäische Festland erstreckende Tiefdruckrinne hat sich südwärts verlagert. Damit konnte die kalte Nord- und Ostströmung an ihrer Nordweite weiter Raum gewinnen und auch unserem Gebiet Abkühlung bringen. Da sich in der Hohe aber noch immer die Zufuhr feucht-milder Meeresluft durchsetzt und die Druckoerteilung über Europa außergewöhnlich große Unregelmäßigkeit zeigt, bleibt der unbeständige, wenn auch nicht durchweg unfreundliche Witterungscharakter erhalten. Aussichten für Mittwoch: Bewölkt bis bedeckt und zeitweise auch Niederschläge, nachts vielerorts Frost, veränderliche Winde. Lufttemperaturen am 8. März: mittags 3,5 Grad Celsius, abends 1,9 Grad; am 9. März: morgens 0,9 Grad. Maximum 3,8 Grad, Minimum heute nacht 0,5 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 8. März: abends 2,4 Grad; am 9. März: morgens 1,6 Grad. — Niederschläge 0,3 mm. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum- schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr Hans Thyriot; 'ür den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeiaen- (eiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. II 37: 10 933. Druck- und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.°G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzeloerkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. PALMOL/I VE ■ SEIFE — ketgexsteHt mit rPatmen-imd tflmenöl-erhält die Haut rein und zart f > / Stück 32$ 3Stück 904 * Oberheffen. Großes Gängerfest in Schotten. X. Schotten, 7. März. Unter Leitung des oberhessischen Provinzvorsitzenden des hessischen Sängerbundes Wendler (Bad-Nauheim) fand heute mit den maßgebenden Stellen eine Besprechung über die Durchführung des 100jährigen Jubiläums des Schottener Männerchores statt. Als Festtage wurden der 10., 11. und 12. Juli bestimmt. Am Samstag wird in der Turnhalle ein Begrüßungsabend und eine offizielle Feier ftattfinden. Sonntag morgen wird am Ehrenmal eine Ehrung der Gefallenen ftattfinden. Es schließt sich ein Gruppenfinaen in der Turnhalle an. Nach dem großen Festzug, Der besonders schön ausgestaltet wird, findet aus dem Festplatz, als welcher der Marktplatz vorgesehen ist, eine Massenkundgebung statt, verbunden mit Massenchören und voraussichtlich einer Ansprache des Führers des hessischen Sängerbundes, Ministerialrat R i n g s h a u - s e n. Der Montag wird als Jugendfest ausgestaltet. Die Einladungen an die Gastvereine ergehen dieser Tage. Die Ausschüsse beginnen alsbald mit den Vorbereitungen für das Fest. Elternabend der Volksschule Lich. D Lich, 7. März. Unter außerordentlich starker Beteiligung aller Bevölkerungskreise beging die hiesige Volksschule in der Turnhalle ihren diesjährigen Elternabend. Der Abend kann sich würdig seinen Vorgängern an die Seite stellen, ja er überbot sie in manchem noch. Allein schon die Teilnahme der ganzen Stadtbevölkerung in einem bisher nie gewohnten Maße gab Zeugnis von dem Interesse der Gemeinde für diesen Elternabend. Nach der vom Schülerchor vorgetragenen „Mahnung" knüpfte der Leiter der Schule, Rektor S a - m e 5, an seinen Willkommensgruß den Hinweis auf die tiefere Bedeutung dieser Veranstaltung an. Er betonte, daß die Zusammenarbeit von Schule und Elternhaus notwendig sei, um im Bunde mit den nationalsozialistischen Jugend-Organisationen unsere Jugendlichen zu echten deutschen Menschen zu erziehen. Die reiche Vortragsfolge brachte schöne, dem kindlichen Gemüt Ausdruck gebende Geoicht- vorträge, mehrere besonders beifällig aufgenommene Mundartvorträge, verschiedene Volkstänze, die Proben emsigen Treibens deutscher Art waren, ein nettes Kasperlstück und einige reizende Theaterszenen, so die vom „Wolf und den sieben Geißlein" „Dorfklatsch" u. a. Das vor noch nicht langer Zeit gegründete Mundharmonika-Orchester der Schule gab unter Leitung von Lehrer Hinkel, der in besonderer Weise die musikalische Seele der Kinder zu wecken und zu pflegen versteht, Proben eines schon beachtlichen Könnens, für die dem jungen Orchester und seinem Dirigenten stürmische!' Beifall zuteil wurde. Die vorgetragenen Chöre verherrlichten Heimat und Vaterland, während m einigen Sprechchören die Jugend ihr Wollen für unser Vaterland betonte. Im Dritten Teil des Abends, der unter dem Leitwort „Neue Erziehungswege" stand, zeigten die Knaben in turnerischen Darbietungen am Reck ihre körperliche Gewandtheit. Nachdem Rektor Games noch kurz auf die für Volk und Vaterland so segensvolle Erziehung der Kinder zur Gemeinschaft einging und hierbei insbesondere die segensreiche Auswirkung eines Aufenthaltes in einem Schullandheim hervorhob, fand die Vorführung des Filmes „Schullandheimlager der Volksschule Großen-Linden in Heppenheim" statt, durch den die Eltern sich von dem guten Zweck eines Schullandheimlagers überzeugen konnten. Nach einem Sprechchor der Oberklasse fand der Abend seinen roürbtgen Abschluß. Zägerappell des Kreises Schotten in Laubach. □ Laubach, 8. März. Am Samstagnachmittag fand im Saale des „Somser Hof" ein Jäger- appell für den Kreis Schotten statt, mit dem eine Gehörnschau verbunden war. Kreisjägermeister O st h e i m (Laubach) hieß die in stattlicher Zahl erschienenen Weidgenossen herzlich willkommen. Sein besonderer Gruß galt dem Kreisbeauftragten der NSDAP. Kreisleiter K r o m m (Schotten), dem Vertreter des Lqndesjägermeisters Stabsleiter Schlich (Darmstadt), dem Gaujägermeister Oberforstmeister Nicolaus (Gießen), dem Kreisjägermeister des Kreises Lauterbach Forstmeister Simon,, dem Vertreter der Landesregierung Ober- forstmeister 2) e u ft e r (Darmstadt), sowie den Ortsgruppenleitern, Ortsbauernführern und Behörden- vetretern. Nach der Begrüßungsansprache gab Forstmeister Ostheim das Ergebnis des Plakettenschießens 1936 bekannt. Bester Schütze des Kreises im Jagdschießens war diesmal — wie im Vorjahre — Förster Karl Becker (Laubach-Friedrichshütte). Weitere silberne Plaketten erhielten Forstassessor Detter (Schotten). S. Drchl. Prinz Reuß (Bunzlau in Schlesien), Leibjäger hch. Melchior (Laubach), sowie Karl und Walter Schanz (Ober-Schmitten). Je eine bronzene Plakette erhielten: S. Erl. Graf Georg Friedrich zu Solms-Laubach, Förster Wagner (Altenhain), Prof. Dr. Hugo Hahn (Schotten), Karl K i tz (Ober-Seibertenrod), Graf Kerstenbrock (z. Z. Berlin) und Förster Repp (Petershainer Sof). ... Nach der Preisverteilung sprach KrelSsagermeister Ostheim über das Thema „Jagdausübung und Wildverwertung", das von den Zuhörern mit großem Beifall ausgenommen wurde. Gaujägermeister Nicolaus gab anschließend seiner Freude darüber Ausdruck, daß gerade Laubach eine Hochburg des Weidwerkes, mit feinen weitausgedehnten Waldungen und seinem Wildreichtum, als Tagungsort für den Jägerappell bestimmt worden fei. Er wies auf die am 10. und 11. April in Gießen stattfindende Gausausstellung, sowie auf die internationale Jagdausstellung in Berlin hin. Die Grüße des am Erscheinen verhinderten Landesjägermeisters Gauleiter Sprenger überbrachte Stabsleiter Schlich. Kreisleiter Krvmm, der bei Ausübung des Weidwerkes auch um Berücksichtigung der landwirtschaftlichen Belange bat, gedachte des Führers und des vor einem Jahre erfolgten Einmarsches der deutschen Truppen in dem Rheinlande. Zum Schlüsse hielt Tierarzt Wachtel ein interessantes Referat über Wildkrankheiten, wobei er besonders darauf hinwies, daß gerade heute der Beachtung der Wildkrankheiten eine große Bedeutung im Hinblick auf die allgemein anerkannten Grundsätze moderner Forschung in der Gesundheitslehre zukommen Zur Ausartung des Wildes müßten die als krank angesprochenen Stücke ausgemerzt werden. Die mit dem Jägerappell verbundene G eh o rusch a u war mit 363 Gehörnen und 6 Geweihen beschickt. Die Hirsche waren ausnahmslos in den Graf zu Solms-Laubachfchen Waldungen erlegt worden. Das ausgestellte Material zeigte, daß es sich bei den Trophäen fast ausnahmslos um abschußfähige Böcke gehandelt hat. Außerdem wurde noch eine Anzahl alter Laubacher Jagdwaffen, Geweihe und Keilerköpfe gezeigt, die zur Ausschmückung der Ausstellung beitrugen. Landkreis Gießen. CO Klein-Linden, 7. März. Unter starker Beteiligung seiner Mitglieder und vieler Tum- freunde hielt der Turnverein 1889 KleinLinden am Samstagabend im Turnerheim sein Wintervergnügen ab. Turner, Turnerinnen und Jugendliche boten unter der Leitung von Oberturnwart Wilhelm Harnisch und mit Unterstützung der Turnwarte Rudolf Jung, Tilli Hahn und Walter Weber Geräteübungen mancherlei Art, Ballspiele und Reigen, die sämtlich starken Beifall fanden. Vereinsführer Karl Weiß sprach über den Aufstieg des Turnens nach der Machtübernahme durch Adolf Hitler. Frohsinn und Tanz ließ die Besucher einige frohe Stunden verleben. -- Garbenteich, 7. März Am Donnerstag hielt die hiesige Ortsgruppe vom D o l k s b u n 5 für das Deutschtum im Ausland (VDA.) einen Werbeabend ab, der sehr gut besucht war Der Leiter des Abends, Lehrer Mörschel, wies in herzlichen Worten auf die Bedeutung des VDA. hin und warb neue Mitglieder. Vorn Gesangverein „Frohsinn" wurden zwei Chöre vorgetragen, die allgemein gefielen Darauf hielt Lehrer Hofmann La'ng-Göns, einen Vortrag über „Spanien, das Land und feine Bewohner". Anschließend führten die Mädchen der Mittelklasse einen sehr schönen Reigen auf. Nach Gedichtvorträgen von Schülerinnen schloß der Leiter den schön verlaufenen Abend. Die Werbung hatte Erfolg, eine ganze Anzahl von Besuchern trug sich in die Liste ein. 4- Grünberg, 8. März. Am Samstag hielt der hiesige SA.-Sturm 24/R. 116 in Der Turnhalle einen KameraDschaftsabenD ab. Sturmführer Müller konnte neben Den zahlreich erschienenen MitglieDern Des Sturmes unD ihren Angehörigen StanDartenführer Lutter, Vertreter Der einzelnen ParteiglieDerungen sowie Des Sturmbannes, begrüßen. Der AbenD brachte neben verschiedenen Ansprachen gesangliche und humoristische Darbietungen. Den musikalischen Teil bestritt eine aus MitglieDern Des Sturmes zusammengestellte Kapelle. Kraftomnibusse hatten Die auswärtigen Teilnehmer geholt und brachten sie nach Schluß Des AbenDs wieder nach Hause zurück. — Am Sonntagvormittag wurde durch die Untergauführerin Käthe Pfeffer im Parteihaus am Winterplatz eine Werkausstel- lung eröffnet. Die Ausstellung enthält Die von Den Jungrnädeln unD BDM. in Den Heimabenden an= gefertigten Hand- und Bastelarbeiten. Besonders von Frauen wurden die sorgfältig angefertigten Arbeiten zahlreich besichtigt. — Am Sonntagabend fand in der Stadtkirche eine musikalische Feierstunde statt. Orgelkünstler Peter von der Au (Mainz) brachte Werke älterer Meister, Stücke Der klassischen Orgelmeister Bach unD Händel, sowie Werke Der neueren Meister Liszt, Rheinberger und Reger. Todesanzeige Sonntag, den 7. März 1937 verschied meine heißgeliebte treue Mutter Best.: Engel-Apotheke. 1606V Frau Ottilie Franz, Wwe Wilhelm Kilbinger sagt herzlichen Dank im Namen aller Hinterbliebenen: Die trauernden Hinterbliebenen: Lager in 1596D I. d. N..- Karl Franz, Schlossermeister Frau Berta Mu es, geb. Kilbinger Gießen (Goethestraße 23), den 8. März 1937 Gießen, Hindenburgwall 22, den 9. März 1937 31193 603 D Rödgen, Bad Homburg, Wieseck, Lindenstruth, den 7. März 1937 Die Beerdigung findet Mittwoch, 10. März, nachm. 2 Uhr statt. 31191 1601 D ommersprosseri HüChldffC von 3 bk 20 v. 6. «Halten Sie bet wiederholten Auf- nahmen einer Aozet« I Fenster I,I2H5 I Fenster 1,12x80 I Kinderstuhl l in best. Zustand, billig zu verkauf. Mäusburg 19. Vekmietungen | Sonnige K-Mlner- 5-Zim. 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Lebensjahre unser lieber Vater, Schwiegervater, Großvater und Urgroßvater Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Tode unseres lieben Entschlafenen Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Karl Hahn HL Herr Heinrich Balser VI Pflastermeister i. R. Frau Ottilie Thome und Kinder Gießen, den 9. März 1937 01200 Allen, die uns ihre herzliche Teilnahme bei dem Heimgänge unseres lieben Entschlafenen entgegenbrachten, sagen wir innigsten Dank ttr.57 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Dienstag, 9. März M7 Soldaten helfen dem Winterhilfswerk! Großeinsatz der Wehrmacht am nächsten Samstag und Sonntag zum Besten der hilfsbedürftigen Volksgenossen. Unsere Soldaten l-aaen es von jeher als eine ihrer schönsten und vornehmsten Pflichten angesehen, alle ihre Kräfte einzufetzen für das Winterhilfswerk. Sie haben Kinder gespeist, sie haben durch reiche Geldspenden die vielfältigen Aufgaben des WHW. gefördert, sie haben sich mit Arbeitsleistungen bei Sammelfahrten für das WHW. tn die vorderste Front gestellt, sie haben Veranstaltungen durchgeführt, deren Ertrag den hilfsbedürftigen Volksgenossen zugute kam, kurzum: sie haben es zu allen Zeiten und auf allen Gebieten an einem vollen Einsatz ihrer Kräfte und Möglichkeiten für das Winterhilfswerk niemals fehlen lassen. Auch jetzt wieder ist die Wehrmacht im Bereiche des IX. Armeekorps, zu dem unsere Garnisonen in Gießen und in Oberhessen gehören, zu vollem Einsatz für das WHW. bereit. Auf Anordnung des Generalkommandos wird im gesamten Wehrkreisbereich der Einsatz der Wehrmacht am nächsten Samstag und Sonntag erfolgen, um dadurch wiederum wertvolle Beihilfen zur Erfüllung der Aufgaben des Winterhilfswerks zu beschaffen, lieber die Pläne der Wehrmacht für diese Aufgabe haben wir vor einigen Tagen in großen Zügen berichtet. Nunmehr sind die näheren Bestimmungen für die einzelnen Aktionen ergangen. Danach kann folgendes mitgeteilt werden: Großkonzert in der Volkshalle. Am nächsten Samstag, 13. März, von 20 bis 23 Uhr, findet in der Volkshalle ein militärisches Großkonzert statt, das von den Musikkorps des Jnf.-Regts. 116, des Jnf.-Regts. 57, des Trompeterkorps des Art.-Regts. 45 und zwei Spielmannszügen des Jnf.-Regts. 116 ausgeführt wird. Eintrittspreise belaufen sich auf den vordersten zehn Platzreihen auf 1,— Mark je Platz, auf allen übrigen Reihen je 50 Pf. Der Kartenverkauf ist bereits im Gange. Vormittags von 9 bis 12 Uhr findet die Generalprobe in der Volkshalle statt, zu der die gesamte HI., das Jungvolk und der BDM. vom Standortältesten eingeladen sind. Die Jugendlichen haben aber nur dann Einlaß in die Volkshalle, wenn sie in ihren Einheiten geschlossen unter ihrer Führung einrücken und in ihren vorgeschriebenen Kluften erscheinen. Kinder, die keine Kluft besitzen oder aus gesundheitlichen Gründen den Bünden nicht angehören, haben nur Zutritt, wenn sie in der geschlossenen Führung marschieren. Erwachsene und einzeln erscheinende Jugendliche werden nicht zugelassen. Kasernenbesichtigungen. Am Sonntag, 14. März, vormittags von 9 bis 12 Uhr, werden die Berg-, Wald- und Artilleriekaserne für den Zivilbefuch zur Kafernenbesichtigung freigegeben. Zum Besten des Winterhilfswerks wird ein Eintrittsaeld von 20 Pf. erhoben. Für die Besucher sind geschlossene Führungen durch die Kasernen vorgesehen. Im Rahmen bzw. im Anschluß an diese Kasernenbesichtigungen werden auch militärische Vorführungen verschiedenster Art stattfinden, u. a. Zugexerzieren, Vorführung eines motorisierten Tak- zuges, Abprotzen und Feuern, Kleinkaliberschießen, Exerzieren einer bespannten Batterie mit Abprotzen und Feuern, Hindernis- und Dressurreiten; außerdem werden noch andere Ueberraschungen kommen, über die zunächst nichts gesagt sei. Während der Vorführungen wird natürlich ebenfalls des Winterhilfswerks gedacht, damit sich die Besucher auch mit dem WHW.-Abzeichen schmücken können. Platzkonzerte. Am Sonntag, von 10.30 bis 11.30 Uhr, gibt das Musikkorps des Infanterie-Regiments 116 ein Platzkonzert auf dem Kreuzplatz. Von 12 bis 13 Uhr konzertieren das Musikkorps des Infanterie-Regiments 116 in der Bergkaserne, das Musikkorps des Artillerie-Regiments 45 in der Artilleriekaserne. Diese Konzerte finden im Zusammenhang mit der Verpflegungsausgabe (Eintopfessen) statt. Eintopfeffen. Damit unsere Hausfrauen am nächsten Sonntag auch einmal Sonntagsruhe halten können, übernehmen die Feldküchen unserer Gießener Garnison die Versorgung der Volksgenossen in Gießen mit Mittagessen. Es darf wohl als selbstverständlich angesehen werden, daß von dieser Möglichkeit des Essenbezugs von zahlreichen Familien Gebrauch gemacht wird. Insgesamt werden für diese Aufgabe elf Feldküchen eingesetzt. Es gibt aus allen Feldküchen ein gutes Eintopfgericht, bestehend aus Rindfleisch mit gemischtem Frischgemüse, Kartoffeln und den erforderlichen Zutaten. Die Mahlzeit kostet je Portion 55 Pfennig. Damit der Bezug des Mittagessens möglichst bequem gemacht wird, ist auf alle Wunschmöglichkeiten Rücksicht genommen. Drei Feldküchen werden als Standküchen vor dem Klub, dem Studentenheim und dem Cafe Leib aufgestellt sein und dort das Essen ausgeben. Die Volksgenossen, die aus diesen Feldküchen speisen wollen, können ihr Mittagsmahl im Klub, im Studentenheim und im Cafe Leib verzehren, die sämtlich ihre Räume für die Einnahme des Essens zur Verfügung gestellt haben. Löffel sind mitzubringen. Jede Feldküche wird mit 300 Tellern ausgerüstet sein, die den Volksgenossen ausgehändigt werden. Acht Feldküchen werden als bewegliche Feldküchen durch alle Straßenzüge fahren und dort an zahlreichen Stellen das Essen ausgeben. Es ist dabei Bedacht genommen auf das Erfordernis, daß die Hausfrauen, das Essen nicht allzu weit zu tragen haben. Deshalb sind in den Straßenzügen bzw. an den Straßenkreuzungen zahlreiche Essensausgaben bestimmt worden, damit jedermann es so bequem wie möglich hat. Näheres über diese Straßeneinteilung und die Essenausgabe werden wir in unserer Freitagsausgabe veröffentlichen, damit es dann allen Hausfrauen noch in frischer Erinnerung ist, und keine Hausmutter es versäumt, rechtzeitig an der bequemsten Essenausgabe zu erscheinen. Die Feldküchen werden langsam durch die Straßen fahren und die Ausgabe des Essens durch Hornsignale von Hornisten ankündigen. Die beweglichen Feldküchen werden aber keine Teller und Löffel mitführen, die Esfenentnehmer müssen also die erforderlichen Gefäße selbst mitbringen. Die für die Essenausgabe festgesetzten Uhrzeiten werden von den Feldküchen eingehalten werden, so daß jedermann mit pünktlicher Versorgung rechnen kann. Auch diese Uhrzeiten werden wir in unserer Freitag-Ausgabe noch Mitteilen. Sportliche Veranstaltungen. Am Sonntagnachmittag von 14.30 bis 15.30 Uhr wird ein Handballspiel durchgeführt werden, dem von 15.45 Uhr bis 17.15 Uhr ein Fußballspiel folgen wird. An jedem Spiel werden zwei Mannschaften aus den Standorttruppenteilen und zwei Stadtmannschaften teilnehmen. Die Spiele finden auf dem VfB.-Sportplatz statt. Das Musikkorps des Jn- fanterie-Regts. 116 wird zu Beginn der Spiele konzertieren, ferner in den Pausen und am Schluß der sportlichen Veranstaltungen mit musikalischen Darbietungen erfreuen. Der Eintritt zu den Sitzplätzen auf der Terrasse wird 1 RM. kosten, für Jugendliche unter 18 Jahren, sowie nicht chargierte Soldaten, 30 Rpf., für alle übrigen Besucher einheitlich 50 Rpf. Auch über diese Veranstaltungen wird noch Näheres zu berichten sein. Aus her Provinzialhauptstadt. Definitionen. Es geht nichts über die klare Erkenntnis. Was nützt es mir, wenn ich durch einen herrlichen Wald wandere und die dicken Bäume sehe, das dichte Gewirr der Aeste und den mehr oder weniger einladenden Moosteppich und weiß nicht einmal, daß „laut fachmännischer Entscheidung" ein „Wald" ein „Holzbestan d" ist, „der auf einer umfangreichen, in sich zusammenhängenden Bodenstäche von Natur wächst oder durch menschliche Tätigkeit angelegt ist, samt dem Waldboden mit sonstigen Erzeugnissen — wie Gras, Moos, Laub, Strauchwerk und dergleichen." Es kann eine Ohrfeige mitunter eine recht wenig angenehme Sache fein, wenn man der portofreie Empfänger ist; aber welche Freude wird man dabei haben, wenn man sich klarmacht, welche noch viel unangenehmeren Folgen ohne die Ohrfeige hätten entstehen können. Wie folgende Klarlegung beweist: „Die Ohrfeige ist feit Jahrhunderten eine volkstümliche Vergeltungsmaßnahme, die, gegeben zur rechten Zeit, am rechten Fleck, mit rechtem Maß, zum rechten Zweck in ihrer e r - zieherischen Wirkung unerreicht ist und weder durch mildere Mahnungen noch durch drakonisch strenge Ehrenstrafen im Einzelfalle ersetzbar ist." Aber Wald und Ohrfeige sind nichts gegen dies:- Was habe ich davon, wenn ich vom schönsten Mädchen den schönsten Kuß kriege, und ich Esel habe keine Ahnung davon, was ein Kuß ist! Deshalb: „Ein Kuß ist die aus besonderer gegenseitiger Zuneigung erfolgende spontane Vereinigung der Lippen zweier Menschen zu dem Zwecke, sich auf diesem Wege die miteinander sympathisierenden Gefühle kundzutun." Na also. Gehst du, strammer Jüngling, nun mit „ihr" durch einen „Holzbestand" (siehe oben) und möchtest gern zu dem Zwecke der Kundtuung etwaiger miteinander sympathisierender Gefühle eine „spontane Vereinigung der Lippen" herbeiführen, erhältst aber dafür eine „volkstümliche Vergeltungsmaßnahme" (siehe zweite Definition!), dann kannst du dich doch wenigstens damit trösten, daß du auf jeden Fall weißt: 1. wo du warft; 2. was du wolltest, und 3. was du bekamst. Und diese Klarheit ist doch auch etwas wert. D. An alle Volksgenossen von Gießen. Wie bereits bekanntgegeben, wird Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger im Rahmen einer Großkundgebung zur Hitlerjugend und zum Jungvolk sprechen. Wir möchten bereits heute nicht versäumen, alte Volksgenossen zu der am Dienstag, 16. März, in der Volkshalle stattfindenden Veranstaltung einzuladen. Bann- und Z u n g b a n n f ü h r u n g 116« Dornotizen. Tageskalender für Dienstag. NSLB., Abt. Höhere Schule, Fachschule „Neuerö Sprachen": 16 Uhr Sitzung in der Oberrealschule. — Stadtcheater: 20 bis 22.30 Uhr „Die verkauft Braut". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Millionen-, Erbschaft". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: Henker, Frauen und Soldaten". — Wirtschaftsgrupps Einzelhandel, Kreisgruppe Gießen: 20 Uhr Einzelhandels-Großversammlung im Cafe Leib. Stadttheater Gießen. Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben^ Heute abend findet eine Wiederholung der komischen Oper „Die verkaufte Braut" von Friedrich Smetana statt. Musikalische Leitung Kapellmeister Hans H. Hampel. Spielleitung Paul W r e d e. Einstudierung der Tänze und choreographische Lei-, tung: Tanzmeisterin Irmgard Zenner. Leitung und Einstudierung der Chöre: Ernst Bräuer. Die Vorstellung findet als 22. Vorstellung des Dienstag-Miete statt. Anfang 20 Uhr, Ende 22.30 Uhr. Evangelische Frauenhttfe. Die Evangelische Frauenhilfe für Oberhessen Der« anstaltet am Donnerstag, 11. März, 15 Uhr, im Cafs Leib ihre Hauptversammlung. Auf die heutige Anzeige fei hingewiesen. Fahnenübergabe bei den Fünfzigern 1887/1937. Im Anzeigenteil unseres heutigen Blattes werden die Fünfziger 1887/1937, sowie die Mitglieder der Altersvereinigungen von 1929 bis 1936 einschließlich zur Feier der Uebergabe der Fünfziger-Fahns am nächsten Samstagabend im Cafä Leib eingeladen. Die Angehörigen der beteiligten Fünfziger- Jahrgänge seien auf die Anzeige besonders hingewiesen. Sportamt „Krass durch Freude". Boxen, Schillerschule, Schillerstraße, 20.30 bis 21.45 Uhr, Schulsaal. Allgemeine Körperschule, Schillerschule, Schillerstraße, nur für Angehörige der SS., 20.15 bis 21.45 Uhr. Fröhliche Gymnastik und Spiele, Lyzeum, Dammstraße 26, 20 bis 21 und 21 bis 22 Uhr. Schwimmen, Volksbad, Seltersweg — für Männer und Frauen gemeinsam — 20 bis 21 Uhr, nur für Frauen — 21 bis 22 Uhr. ph deutsche Brbätsfront 1l.9,=6cmeinfchaft -Graft tzurch freute . '• ~ . ----- Amt Reisen, Wandern und Urlaub. Gesperrte Urlaubszüge. Nachstehende Urlaubsfahrten sind wegen lieber- füllung gesperrt. Es können keine Anmeldungen Reinigen, ober nicht schmirgeln. Nicht Reinigung um jeden Preis, sondern Säuberung unter Schonung des Zahnschmelzes - das ist richtig? DeraußerordentlichfeinePutzkörper der Nivea-Zahnpasta reinigt u. erhall den natürlichen Glanz Ihrer Zähne- WernerKrauß als Richard III. Neuinszenierung im Berliner Staatstheater. Shakespeares „König Richard III.", das letzte in der Reihe der Königsdramen, entrollt das düstere Gemälde vom Verfall einer entarteten Epoche, die den blutigen Thronstreit zwischen der Roten und der Weißen Rose beendet. Ein Drama des Mordes, der Klagen, der Tränen und Flüche, in dessen Mitte der Herzog von Gloster, der spätere König Richard III., steht. Das Drama zeichnet sich durch eine ideale Behandlung der Zeit aus. Es gibt, wie Otto Lud- rv i g in den „Shakespeare-Studien" sagt, kein Gestern und Morgen, keine Uhr und keinen Kalender, es gibt keine Jahreszeiten und keine Natur, wie sonst bei Shakespeare; die Handlung ereignet sich auf einer noturlofen Ebene, auf der nur die Menschen und ihre Leidenschaften herrschen. Einen solchen idealen Schauplatz läßt der Spielleiter Jürgen Fehling durch Traugott Müller Herrichten. Der Bühnenraum, bis weit in die Tiefe hineingezogen, wird von glatten, weißen Wänden eingefaßt. Einzelne Meilensteine deuten eine Straße an, bunte GrenzbäuMe das Londoner Weichbild, einige im Dunkeln leuchtende Laternen den Tower, ein Sessel mit aufgestellten Fahnen einen Thronsaal; dieser Raum kann als Schloßhof oder Schlachtfeld dienen. Wie die Spielfläche von allem Geschichtlichen und Realistischen abweicht, so auch die Trachten der Darsteller, die das Mittelalterliche des Kostüms von ungefähr anbeuten und sich nur durch die Farbe voneinander unterscheiden. Es gibt großartige Bilder, wenn etwa der schwarze Trauerzug auf dieser weißen Fläche erscheint oder ein Zug dunkler Soldaten durch den Hellen Raum marschiert. Hat der Spielleiter alles zufällige Beiwerk aus der Aufführung entfernt, so kann er um so stärker das Wort des Dichters herausarbeiten. Das Drama, das in einer breiten Ausführlichkeit bargeboten wird, schreitet in tragisch-schleppendem Zeitmaß dahin. Die Verdeutlichung des Wortes ist das erste Gebot, ihr dienen der epische Vortrag, die Pausen, das Ausspielen der Gespräche und Szenen. In der Mitte des Spiels, die Handlung bestimmend, steht Werner Krauß als Richard, ein bleicher Bösewicht mit fahlem Gesicht, bucklig, mit hinkendem, schleichendem Gang. Seine Bosheit ist sanft und leise, aber um so gefährlicher, feine Freundlichkeit ist teuflisch, und wenn er sich einmal als den guten Onkel aufspielt, wenn er seinen Feinden schmeichelt und sie neckend streichelt, wächst er zur dämonischen Urgestalt des Bösen empor. Was an Höflingen um ihn herum ist, sind feile Kreaturen, der Hastings Albert F l o r a t h s, der Buckingham Bernhard M i n e 11 i s ; eine eigene Stellung nimmt Eduard ein, den Walter Franck als dahinsterbenden und von Krämpfen geschüttelten König gibt. Als Mörder, die nur mit Gewissensbissen morden können, seien Walter Werner, Aribert Wäscher, Franz Weber genannt. Düster und großartig ist der Chor der klagenden und verwünschenden Frauen, die in einer berühmten Szene ihre Tränen' über Richards Untaten vereinen: Maria Koppenhofer, Elsa Wagner und Hermine Körner, die die alte Königin Margaretha zu einer halbwahnsinnigen Unheilsprophe- tin steigert. Großartig neben manchen unvergeßlichen Bildern, wenn dem schlafenden Richard die Gespenster seiner Opfer im Traum erscheinen; sie kommen bei Hellem Licht, mit allen Wunden und Blut des Mordes befleckt, ein Totentanz verzerrter Gestalten. Eine monumentale Aufführung. Die Verkörperung des großen tragischen Stils, den diese über das Menschenmaß hinauswachsende Tragödie erfordert. Gerhard Bohlmann. Traum und Wirklichkeit des Knaben. Von Gunnar Gunnarffon. Am schlimmsten ist, daß das Haus, das mein Vater baut, bedeutend teurer ist, als erwartet war. Auch für mich wird es ein teures Haus — es kostet mich Raudur. Der roirb im Herbst „auf Öeny Markt" verkauft, nach England verkauft. Ich werde nicht einmal gefragt — denn Kinder können die Dinge nicht „besitzen", sie können sie höchstens „ihrs" nennen. Mit einer Bemerkung, daß Raudur sich nie zum Reitpferd geeignet hat und daß ich gelegentlich ein Füllen bekommen kann, wird die Sache entschieden. Ich protestiere nicht — ich sage nichts. Und nur im geheimen vergieße ich eine Träne um Raudur, meinen guten Freund und mein Pferd, meinen Farbenbruder, meinen Liebling, meinen Trost in mancher Not, meinen Träger über Elfe und Heiden — es bleibt mir nur das Haar, das ich ihm im Laufe der Zeit abgekämmt und ab- geschnitten fyabe: das habe ich aufbewahrt, um mir nach Jahren einen Strick daraus zu flechten. Dieses Haar begrabe ich jetzt heimlich, bedecke es mit schönem Rasen und setze einen Stein darauf. Auf den Stein schreibe ich mit Kreide: Hier ruht Raudurs Haar, er war ein gutes Pferd und wohnt jetzt in Engelland. Es tröstet mich ein bißchen, dieses Haar- grab zu hegen und bei Zeit und Gelegenheit die Inschrift ein wenig zu verbessern Im übrigen habe ich jetzt eine Stelle, wo mein Haus stehen soll, gefunden urtb abgemessen, drei Schritt lang und zwei Schritt breit, mehr ist nicht nötig — hier will ich Einsiedler sein. In den Fenstern soll grünes und braunes Flaschenglas sein, und in diesem Haus will ich mich einschließen und gar keinen oder möglichst wenig Verkehr mit den Menschen pflegen. Bis dahin bin ich in England gewesen und habe Raudur gefunden — er hat feinen kleinen Stall so dicht beim Haufe, daß ich ihn schnaufen, ja sogar knaupeln hören kann. Wenn ich mich eines Morgens verschlafe, dann wiehert Raudur — und auf fahre ich aus dem Schlafe und gebe ihm Heu, und er wiehert leise und reibt zum Dank den Kopf an mir. Sitze ich in Lesen vertieft da und vergesse sein Abendwasser, dann wiehert er —- und ich beeile mich, ihm den Eimer zu bringen. Nähert sich Gefahr, dann wiehert er, ist Unwetter zu erwarten, wiehert er — denn wir, ich rechne ihn fast als Kameraden, haben ja auch einige Schafe nebst einer Kuh und einem Kalb, die zu unserm Haushalt gehören — nicht zu vergessen Galt, unfern Hund, der ab gerichtet ist, auf unsere Schafe draußen zu achten, der sich aber nicht fo gut wie Raudur auf das Wetter versteht. Um unfern ganzen Besitz ist ein fo hoher Wall gebaut, daß niemand herüberklettern und niemand zu uns hereingucken kann. In unfern Pferch gelangt nur, was an Regen, Schnee und Sternschnuppen aus der Luft fällt — nebst Vögeln. Auf jedem Erdhaufen wohnen Vögel. Ein Ei täglich darf ich aus chren Nestern nehmen, aber ich muß es selbst finden, und ich muß mich hüten, mich nicht zu irren — es hat fein besonderes Zeichen. Irre ich mich, so ist unser Abkommen damit aufgehoben, und ich bin in Zukunft eierlos. Nun, ich irre mich nicht, ich habe meine besonderen Freunde unter den Vögeln — sie blinzeln mir zu, wispern mir etwas ins Ohr... Selbstverständlich verstehe und spreche ich die Vogelsprache, pflege viel Geselligkeit und führe weife Gespräche. Wenn wir dann den Tod sich nähern fühlen, grabe ich ein Grab, in das Raudur, die Kuh und das Kalb, die Schafe, Galt und ich uns legen, worauf ein Wirbelwind das Grab zuweht — über unserer Mulde flöten die Vögel einen Trauergesang, und jeder Halm und jede Blume unseres Besitzes vergießen eine leuchtende Morgenträne. Wir aber — die Verstorbenen — wir wandern gemeinsam ins Himmelreich, wo wir die Menschen und Tiere treffen, die wir am liebsten treffen wollen, und leben dann mit ihnen zusammen, schmerzfrei und unsterblich in der Ewigkeit der Ewigkeiten ... Dies ist der Traum, ein idyllischer Traum — nutzlose Phantasterei! Die Wirklichkeit ist eine andere: in einem Lastraum, dessen Luft durch Ausdünstungen und toten Tieren verpestet ist, schaukelt Raudur, wankend und stürzend, über das Meer nach England, wo er in einen finstern Schacht hinabgesenkt werden soll, um dann feine Arbeit unter der Erde zu verrichten, vielleicht nie mehr das Licht des Tages zu sehen, vielleicht nie mehr wachsendes, saftiges Gras zu schmecken. Aber was hat Raudur denn verbrochen, daß er so aus der Gnade von Gott und Menschen ausgelöscht werden soll? Was hat das unschuldige Tier betrieben? Weder Himmel noch Hölle warten ja dessen — der keine Seele hat! Warum muß er dann leiden? Armer Raudur — du bist nur einer von Unzähligen, die die teuflische Herrschsucht des Menschen auf einem blutbefubelten Weltkörper im kalten Raum zu spüren bekommen haben. Für dich, den frommen Diener, gab es keine Schonung — nicht hier, und vielleicht'auch nicht im Jenseits. Nur ein unvermögender Knabe entbehrte dich, teilweise selbstsüchtig, eine Weile, befaßte dich in feine müßigen Träume ein — und vergaß dich schließlich. Dir ein „Lebewohl" zu bieten, wäre hiernach wohl fast eine Gotteslästerung. Zeiischriffen. — „D a s Innere Rei ch." Zeitschrift für Dichtung, Kunst und deutsches Leben. Herausgeber: Paul Alverdes und K. B. v. Mechow. Verlag Albert Langen/Georg Müller, München. — Im März- heft liest man u. a. einen Gedenkaufsatz, den Wilhelm Schäfer dem Leben und Werk seines früh verstorbenen Sohnes widmet. An dichterischen Beiträgen sind neben der Uebertragung einer sapphischen Ode von Josef Weinheber und weiteren Gedichten von Otto Bangert, Adolf Beiß, Oda Schaefer, vornehmlich zwei Erzählungen zu nennen: von Bruno Brehm „Der gerechte Hauvtmann", eine Geschichte unter Soldaten, und die kräftigen Landschaftserzählung „Der Bruder" von Fritz Knöller, zu deren Stimmung die Landschaftsbilder und Porträts von Hans Gott ein angenehmes Gegengewicht bilden. Grundsätzliche Ausführungen „über das Hören des Worts" gibt der junge ostpreußische Erzähler Willy Kxamp. Eine Reihe geschichtlicher und biographischer Neuerscheinungen würdigt klug und umsichtig Otto v. Taube. Zu beachten sind zwei kleinere Beiträge von Hans Grimm, ein Hinweis auf eine neue englische Zeitschrift, die dem deutsch-englischen Kennenlemen dient und ein Vorwort zu einer englischen Schulausgabe von einigen seiner Erzählungen. Erfreut begrüßt man den neu eingerichteten Umschau-Teil am Schluß des Heftes, in dem diesmal Kurt Matthies von dem 70jährigen Rudolf Huch berichtet. Es folgen noch weitere Buchbesprechungen und eine besinnlich-aufschlußreiche Plauderei von Paul Alverdes „Beim Blättern in einem Lexikon". mehr entgegengenommen werden: UF. 16/37 vom & 6. bis 14. 6. 37 Berchtesgadener Land. — UF. 29/37 vom 25. 6. bis 2. 7. 37 Allgäu-Pfronten, rr UF. 40/37 vom 13.7. bis 27.7.37 Rügen. — VF. 41/37 vom 15. 7. bis 25. 7. 37 Schliersee. — UF. 51/37 vom 29. 7. bis 7. 8. 37 Allgäu-Pfronten. UF. 62/37 vom 9. 8. bis 16. 8. 37 Berchtesgadener Land. — UF. 64/37 vom 11. 8. bis 23. 8. 37 Reit im Winkel. — UF. 69/37 vom 17. 8. bis 28. 8. 37 Allgäu-Pfronten. — SF. 103 vom 5. 7. bis 13. 7. 87 Norwegen (gesperrt für Frauen). Ferienwanderungen. Wir machen darauf aufmerksam, daß sämtliche Ferienwanderungen noch frei sind. Wenn auch die betreffenden Urlaubsfahrten gesperrt sind, so ist doch dse damit verbundene Wanderung noch offen. Anmeldungen können jederzeit erfolgen. Hitler-Zugend Bann 116 Gießen. Vetr.: Generalprobe zum Wehrmachts-Grohkonzerl am 1Z. März. Alle Jugendgenossen, insbesondere alle Schüler dtzs Standortes Gießen, treten am Samstag, 13. März, um 8.30 Uhr (morgens) am Ludwigsplatz tm. Wir werden der Generalprobe des Wehrmacht- Großkonzertes beiwohnen. Die Schulen der Stadt Gießen haben für dieses Konzert allen Schülern Urlaub erteilt. Angetreten wird im vorschriftsmäßigen Winterdienstanzug. Belr.: Verlorenes HI. - Ehrenzeichen. Am Sonntag, 28. März, wurde auf dem Wege Kaiserallee — Wieseck das HI. - Ehrenabzeichen Nr. 22 061 verloren. Abzugeben auf der Personalstelle des Bannes 116. Belr.: Dienst der Hiller-Jugend, des VDM. sowie des DJ. am 12. März. Am kommenden Freitag, 12. März, treten die Gefolgschaften 1/116, 2/116, 3/116, 4/116, SZ., alle Sondereinheiten, Standort Wieseck, Standort Klein- Linden, alle Einheiten des BDM. Gießen, sowie die Führerschaft des gesamten DJ. in Gießen pünktlich 20.30 Uhr an der Volkshalle an. Das Fahnenlied „Unter der Fahne schreiten wir" ist bis Frei- rag zu lernen. 7!SLB., Fachschaft Höhere Schule. Fachschaft „Deutschkunde". Nächste Sitzung am Freitag, 12. März, um 16 Uhr pünktlich in der Oberrealschule. Vortrag: „Die Balladendichterin Agnes Miegel". Feuerlöschzüge in Grün ! DNB. Durch einen Runderlaß des Reichsführers SS. und Chefs der deutschen Polizei werden die Feuerlöschfahrzeuge, die bisher roten Anstrich hatten, in ihrer Farbe den Polizeifahrzeuqen angeglichen. Die Fahrzeuge der Feuerlöschposizei werden in Zukunft grünen Anstrich erhalten und werden auch nicht mehr, wie bisher, ein Stadtwappen, sondern das Hoheitszeichen der Polizei führen. Verbot von Klaffenwimpetn in den Schulen. LPD. Wie der Reichsstatthalter in Hessen — Landesregierung, Abt. VII — mitteilt, ist gemäß einem Erlaß des Reichserziehungsministers bei geschlossenem Auftteten der Schulen die Hakenkreuzflagge zu führen. Das Mitführen anderer Fahnen Trachtenschau in Lana-Göns. A Lang-Göns, 8. März. Am heutigen Tage besuchten etwa 60 technische Lehrerinnen aus dem ganzen Hessenlande, die zur Zeit in einem Schulungslager in Schlitz weilen, unser Dors, um die alte Hüttenberger Tracht kennenzulernen. In einem Schulsaale waren die Prachtstücke der buntfarbigen Kleidung, wie man sie früher trug, ausgebreitet. Man sah da die schönsten Röcke, Mutzen, Hals- und Brusttücher, Schleifen, „Hellercheskragen", Bänder, Schuhe, Hauben u. o. a. Zahlreiche Familien hatten ihre Schränke geöffnet und die schönsten Stücke zur Schau gestellt. Die Gäste waren auch des Lobes voll über die ausgestellten Kleidungsstücke. Besonderes Interesse erregten die alten Handarbeiten. Diele Röcke, Mutzen usw. waren aus Samt, die Tücher fast nur aus Seide, alle farbenprächtig bestickt. Auf den Stickereien glänzten dann noch Glasperlen und glitzernde Knöpfchen. Auf kleinen Stühlchen saßen sog. Brautpuppen, die ganz vorschriftsmäßig angezogen waren. Um aber auch das Malerische der alten Tracht recht anschaulich und lebendig oorzuführen, hatten acht Mädchen, in verschiedenen Lebensaltern, die Kleider ihrer Mutter (oder Großmutter) angelegt. Sie bildeten natürlich den Mittelpunkt der kleinen Versammlung im Schulfaal. Auch eine „richtige" Braut war dabei. Die alte Brautmutter von Lang- Göns, Frau Kath. Heß, hatte es sich nicht nehmen lassen, ein Mädchen mit dem aus Blumen, Bändern und Perlen bestehenden „Brauthang" zu schmücken. Das war eine Arbeit, die nahezu eine Stunde währte. Da war es denn auch natürlich, daß zahlreiche Photoapparate gezückt wurden, um die schöne Trachtengruppe festzuhalten. Zum Abschied sangen die Lang-Gönser Mädchen das sog. Nationalbied. Die Gäste waren begeistert und sangen den Kehrreim mit. Mit herzlichen Dankesworten für das Gebotene schieden die Besucherinnen aus unserem Dorfe. Die Mädchen in der Tracht ließen es sich aber nicht nehmen, in einem kleinen Aufzug durch die Straßen zu ziehen. Das war ein ungewohntes Bild, und die alten Leute glaubten sich in ihre Jugendzeit zurückversetzt. Denn es ist doch io: die Hüttenberger Tracht in unserem Dorfe ist im Aussterben begriffen, und ob Versuche, sie wieder einzuführen, gelingen, ist fraglich. Die letzte Frau, die im Schmuck der Tracht und des „Brauthanges" zum Traualtar schritt, ist heute 38 Jahre alt. Um die Jahrhundertwende waren es noch etwa 10 Kinder, die in der Tracht in die Schule ausgenommen wurden. Diele von ihnen haben sie inzwischen abgelegt und sind „neumodisch" geworden. Die schönen weißen, gestärkten Hauben, die zum Abendmahlsgang getragen wurden, sind seit etwa 20 Jahren verschwunden. Nun gehen alle älteren Frauen mit dem Kopftuch in die Kirche. Man kann diese Umstellung bedauern, aber nicht ändern. In einem Menschenalter wird in unserm Dorfe die Hüttenberger Tracht wohl vollständig verschwunden sein. Um so mehr gilt es, die noch vorhandenen Schätze sorgsam aufzubewahren, damit sich auch die Nachfahren von uns einmal ein Bild von der farbenfrohen Kleidung machen können. Man sieht ja öfters, daß die schönsten seidenen Brusttücher einfach als Schutzdecken über Nähmaschinen usw. gehängt werden. Dafür sind sie eigentlich zu schade. Es ist deshalb unsere Aufgabe, hier einmal anzuregen, daß diese alten Schätze etwa in einem Heimat- oder Dorfmuseum vorschriftsmäßig aufbewahrt werden. Wenn jede Familie nur ein Kleidungsstück stiften würde, dann wäre schon eine sehr reichhaltige Ausstellung geschaffen. Wer macht den Anfang. G. schütz fällt unter die Strafbefttmmungen der §§ 0 und 10 des Luftschutzgesetzes. Bon der Universität. Von der Pressestelle der Universität Gießen wird uns mitgeteilt: Der Reichs- und Preußische Minister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung hat am 13. Februar 1937 dem Dr. habil. Arnold S ck e i b e in Gießen die Dozentur für das Fach Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung verliehen und ihn der Philosophischen Fakultät, II. Abteilung, der Universität Gießen zugewiesen. Volks - Gemeinschaftsabend beim Fähnlein »Armin". Die Pimpfe vom Fähnlein 1/116 „Armin" hatten in der vergangenen Woche die Werbetrommel nicht vergeblich gerührt. Der Saal des Studentenheims am Leihgefterner Weg war am Samstagabend nahezu überfüllt, als das Jungvolkfähnlein singend, mit Fahnen und Wimpeln, einzog und dann noch eines jener Lieder sang, deren Melodien und Texte immer wieder mitreißen. Nach einem kurzen Vorspruch und nach kurzer Begrüßung durch den Fähnleinführer hielt Jung- WöWWKM Schuhcreme und Wimpel ist grundsätzlich verboten. Nur bei besonderen Gelegenheiten, insbesondere Jubiläumsfeierlichkeiten urtd dergleichen, dürfen neben der Hakenkreuzfahne auch solche Fahnen mitgeführt werden, die eine alte lieb erlief erung verkörpern. OieBerechtigungeinesZieifezeugniffes einer dreijährigen Frauenschule. LPD. Der seinerzeit nur für den Bereich der Preußischen Unterrichtsverwaltung und das Saarland ergangene Erlaß des Reichserziehungsministers über die Berechtigung des Reifezeugnisses einer dreijährigen Frauenschule ist durch den Reichsstatthalter in Hessen — Landesregierung — in der gleichen Weise für seinen Amtsbereich übernommen worden. Danach berechtigt das Reifezeugnis einer dreijährigen Frauenschule von Ostern 1937 ab: 1. zum Studium an den Hochschulen für Lehrerinnenbildung nach Maßgabe der allgemeinen Bestimmungen über die Aufnahme an Hochschulen für Lehrerbildung: 2. zur Vorbereitung für die Prüfung für das künstlerische Lehramt (mit Turnen als Ergänzungsfach) nach Maßgabe der allgemeinen Bestimmungen über die Aufnahme in die betreffenden Hochschulen; 3. zum vollen Studium der Wirtschaftswissenschaften und zum Diplomhandelslehrerstudium; 4. zum Studium an dem Berufspädagogischen Jnstttut (Gewerbelchrerinnenausbil- dung), falls die nötige Praxis nachgewiesen und die Eignungsprüfung bestanden wird; 5. zum Eintritt in einen verkürzten (IVejährigen) Lehrgang zur Ausbildung als Kindergärtnerin und Hortnerin; 6. zum Eintritt in die Frauenschulen für Volkspflege; 7. zum Eintritt in den einjährigen Lehrgang an den Instituten für Leibesübungen an den preußischen Universitäten. Bertriebsgenehmigung für Lustschuhgegenstände. Lpd. Nach § 8 des Luftschutzgesetzes vom 26. Juni 1935 bedarf der Vertrieb von Luftschutzgegenftän- den der Genehmigung. Mit der Erteilung derartiger Genehmigungen ist die Reichsanstalt für Luftschutz, Berlin SW. 29, Friesenstraße 16, beauftragt worden. Einzelfälle geben Veranlassung, daraus hinzuweisen, daß sich diese Genehmigung nicht etwa dadurch erübrigt, daß das Reichspatentamt dem Hersteller des Luftschutzgegenstandes einen patentrechtlichen Schutz erteilt, oder daß andere Stellen etwa sonst noch erforderliche Genehmigungen zum Vertrieb oder zur Einfuhr des Gegenstandes aussprechen. Ein Vertrieb von Luftschutzgeräten ohne die erforderliche Genehmigung der Reichsanftalt für Luftbannführer Siaurd Taesler eine Ansprache, in der er sich besonders an die Eltern wandte. EL stellte zunächst den Eltern das Wort vor Augen, das der Führer im Hinblick auf die Jugend als dis Garanten der deutschen Zukunft ausgesprochen hatte, ein Wort, in dem die Notwendigkeit der Hitler-Jugend begründet liege. Die Jugend müsse erzogen werden zu starken Trägern des National* sozialismus, denn das Dritte Reich sei nicht fiih kurze Zeit geschaffen. Aus der Jugend müsse sich die Bewegung immer wieder erneuern. Die Jugenn werde einst den Staat tragen und das Volk von morgen sein. Die Hitler-Jugend als Organisation sei aus ihrem Kampfcharakter heraus zu einem Erziehungsfaktor geworden. Die Hitler-Jugend habe einen schweren Weg hinter sich, denn sie habe alles, was sie heute besitze und was sie sei, erst erkämo- fen müssen. Die Organisation stehe! Und es werde weitergearbeitet! Der Hitler-Jugend komme es zunächst darauf an, daß aus den Pimpfen Kerle werden, und wenn sie eines Tages in die HI. eingegliedert werden, so soll ihnen die notwendige weltanschauliche Schulung zuteil werden. An den Eltern sei es, dafür Sorge zu tragen, daß die Pimpfe gut ausgerüstet und pünktlich im Dienst fein könnten. In diesem Jahre solle jeder Junge für 14 Tage an einem Lager teilnehmen können. Auch hier fei das Verständnis und die Förderung der Elternschaft nötig. Die Pimpfe und die Hitler-Jungen werden in diesem Jahre in einem großen Gebietslager, dem „Baldur-oon-Schirach-Lager", im Vogelsberg zu» fammengefaßt, und das Lager werde den Jungen wieder manches große Erlebnis bringen. Auch feien wieder Fahrten in das Ausland und in das Grenzland vorgesehen. Mit all diesen Maßnahmen werde, so schloß der Jungbannführer, das Volk von mor- Das Mädchen mit dem Gilbechaar. Roman von Anny von panhnys. 23. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Nach der Suppe begann Graf Rethel zu berichten: „Herr Radix ist angekommen, ich war bereits bet ihm im Hotel Continental. Er hat seine junge Frau mitgebracht." Güncher Grevenstein trank einen Schluck Wein. „So, so, ist der also glücklich hier gelandet! Und im Continental wohnt er? Zufall, weil doch auch Mabel dort wohnt." Er wartete, bis der Fisch serviert war, und fragte dann lässig: „Madame Radix ist wohl so ein richtiges Kleinstadtkind?" Graf Rethel sah in Gedanken die schone junge Frau in dem tiefschwarzen Kleide vor sich, das die Weiße ihrer zarten Haut, die köstliche seltene Farbe ihres Haares so besonders heroorhob und erwiderte: „Du wirst sie ja kennenlernen." Er dachte: Wirst schön die Augen aufreißen, wenn du das Kleinstadtttnd siehst! Laut fuhr er fort: „Ich werde Herrn und Frau Radix natürlich bitten, uns an einem der nächsten Abende das Vergnügen zu machen. Graf Cidoure und seine Frau fordern wir dann auch auf, und Mabel Jonson ebenfalls. Ich habe Radix schon von dir und von der Adoption erzählt. Da sieht er natürlich in dir meinen Sohn, und weil Mabel doch im Continental wohnt, unterrichte ich ihn auch über deine Verlobung mit ihr. Ich meine, das macht sich ganz gut, nicht wahr?" Günther war restlos zufrieden mit sich. Wie eine richtige Hochstaplerkarriere mit Heiratsschwindel und einer von seinem jetzigen Standpunkt aus sehr kleinen Geldschwindelei fing seine Existenz nach dem Unglück an, aber rasch machte er den großen Sprung nach oben. Noch ein paar Wochen, dann war er Francois Graf de Rethel, und mit der steinreichen Mabel Jonson als Frau standen seinen Zukunftswünschen wohl viele Ziele offen. Er war in der besten Stimmung, und weil er Gegenwart und Zukunft im rosigsten Lichte sah, bemerkte er gar nicht, daß es ab zu wie Schatten über die Stirn des Grafen huschte. Nach dem Essen hatte sich Günther mit Mabel Jonson verabredet. Er chauffierte sein Auto heute selbst, und als Berchold Radix und Franziska am Nachmittag aus dem Hotel traten, sahen sie das auffallende elegante rote Auto vor dem Eingang warten. Ein Herr in grauem Mantel und grauem Hut, mit dunklem Spitzbart und von hoher schlanker Figur, verließ eben den Führersitz. Franziska sah den Herrn nur sehr flüchtig. Ein Bart verändert ein Gesicht stark, ein Spitzbart noch besonders. Keine Ahnung hatte die junge Frau, wem sie da eben begegnet war. Und Günther hatte das aus dem Hotel tretende Paar überhaupt nicht bemerkt, das gleich in den Reihen der hier lebhaft vorbeiflutenden Passanten verschwunden war. Berthold Radix äußerte zu Franziska: „Das rote Auto muß dem zukünfttgen Sohn des Grafen gehören, unb ich nehme an, er war es, den wir eben sahen. Er trägt einen Spitzbart wie der Graf, scheint aber mehr Geld zu haben als der. Der alte Lebemann nimmt sich auch keinen Sohn nur aus Pietätsgründen wegen der Namenserhaltung und um nicht so allein zu sein. Die sentimentalen Phrasen glaube ich ihm nicht. Geld ist das Zaubermittel gewesen, was den Grafen für einen Sohn begeisterte." Er hatte seinen Arm in den seiner Frau geschoben, und sie wanderten nun beide, in bester Laune ihre Eindrücke unterwegs austauschend, der Madeleinegegend zu. In der Vertretung war alles zum Empfang vorbereitet. Das Staunen über die schöne blonde Frau, die in korrektem Französisch jedem ein paar freundliche Worte sagte, konnte keiner ganz verbergen. Der Graf geleitete den Chef und seine Frau in die Ausstellungsräume, die sehr geschmackvoll hergerichtet waren. Man ließ sich nieder und sprach über das Geschäft, über Absatz und Umsatz. Anfangs mischte sich Franziska nicht ein, erst als ihr Mann eine Frage an sie richtete, erklärte sie mit freundlichem Lächeln: „Soviel ich gesehen habe, ist alles sehr gut und schön hier, aber ich bebaute, wenn ich meine Meinung äußern barf, daß man bei aller Tüchtigkeit der Vertretung etwas rückständig ist. Wer sich aber heute nicht nur behaupten sondern sich sogar noch verbessern und vervollkommnen will wie die Radio-Radix, darf nicht die kleinste Kleinigkeit außer acht lassen, die den Absatz heben könnte und die Marke immer wieder zu etwas Besonderem stempelt. Unsere Apparate, unsere Röhren sind erstklassig; da es aber noch mehr erstklassige Marken gibt, gilt es, immer Besseres zu leisten. Man darf also nicht im Schatten der alten Madeleinekirche auf bisherigen Erfolgen aus- ruhen." Der Graf blickte Berthold Radix fragend und verstimmt an. Der machte eine leichte Handbewegung. „Meine Frau liebt keine Halbheiten, folglich redet sie auch nicht durch die Blume; vor allem ist sie in der Branche äußerst tüchtig, arbeitet völlig selbständig neben mir, daß sie genau so offen sprechen darf, als ob ich es selbst täte. Ich bitte deshalb die Herren, meine Frau als gleichwertigen Geschäftspartner zu betrachten." Donnerwetter! dachte Graf Rethel etwas verblüfft. Nicht im Traume wäre es mir eingefallen, in der schönen schlanken Blondine mehr als eine verwöhnte Frau zu sehen. Das Gespräch ging weiter. Franziska erklärte genau, was sie hier in der Vertretung auszusetzen hatte. Vor allem störte es sie, daß die Räume in der ersten Etage lagen. „Hinunter in die Schaufenster mit den Apparaten!" rief sie, „Jeder Vorübergehende muß sehen können, was die Radio-Radix bietet, und muß immer wieder daran erinnert werden. Dann brauchen wir Lichtreklame. Auffallende, leuchtende Lichtreklame!" So schlug sie Zug um Zug Neuerungen vor, bis dem Grafen der Kopf brummte. Es war doch bisher alles ganz gut auch so gegangen. Er wagte schließlich eine ähnliche Einwendung. Franziska lächelte ihn freundlich an. „Natürlich ist's bisher auch so gegangen, Herr Graf, und es würde auch wohl noch ein Weilchen so weitergehen. Aber die Zeit verlangt eine geschickte Werbung." Der erste Buchhalter sah die Sprecherin mit leuchtenden Augen an, ebenso der erste Reisende, der eine sogenannte Verkaufskanone war. Beide hatten dem Grafen schon Aehnliches gesagt, er aber hatte stets vornehm abgewehrt. Berthold erklärte: „Meine Frau und ich besprechen immer alles ausführlich miteinander, und wir werden morgen vormittag mit Ihnen zusammenberaten, wie wir das. Beanstandete ändern wollen. Jetzt aber möchte ich die Herren einladen, heute mittag im Hotel Continental unsere Gäste zu sein. Um ein Uhr, wenn ich bitten darf." Die drei ©ingelaöenen verneigten sich, Franziska reichte ihnen die Hand, und dann ging das Ehepaar. Auf der Straße blieb Berthold stehen, lachte Franziska vergnügt an. „Mädel, da oben bist du ja zwischengefahren wie eine kalte Seebrise! Der Graf sah ganz verblüfft aus." Franziska lachte auch. „Auf diese Weise ließ sich das Großreinemachen schnellstens erledigen, du hättest denen doch das Notwendige rücksichtsvoll nur tropfenweise beigebracht." Es wurde ein ganz vergnügtes Mittagsmahl, und für den Abend verabredete sich der Graf mit dem Ehepaar zu gemeinsamem Bummel. Er hatte nun Franziska Radix wiedergesehen, hatte ihr beim Speisen gegenübergesessen und sich bereits an ihr Gesicht gewöhnt, das ihn zuerst so erschreckt hatte. Er tröfttete sich wieder, daß der Name Karsten in Deutschland wohl alltäglich war, und blonde Frauen mit grauen Augen mochte es auch genug dort geben. Vor allem hatte er die Gewißheit, daß die schöne Frau ihn zum erstenmal im Leben sah, daß sie nichts, gar nichts mit ihm zu tun hatte. Aber erstaunlich war diese Aehnlichkeit mit einer anderen trotzdem, sie störte ihn sehr, und er dachte schon jetzt mit leichtem Aufatmen an den Tag, da die blonde Frau wieder aus Paris verschwinden würde. Allzufern war dieser Zeitpunkt nicht. Damit endete dann zugleich der Spuk, der ihm eine Vergangenheit lebendig gemacht, die er beinahe vergessen hatte. Oder doch nicht? War da nicht trotzdem manchmal ein böses Erinnern gewesen, wenn er sich in seinen vier Wänden allein befunden? Karsten! Der Name ärgerte ihn. Warum mußte die schöne Frau nur gerade diesen Familiennamen tragen und aus der kleinen thüringischen Stadt stammen? Warum, warum? Es mußten doch Zusammenhänge da sein, Zusammenhänge mit der Vergangenheit. Aber was gingen sie ihn an? Die Jahre hatten das Einst ausgelöscht, waren darüber hinweggegangen, so wie Sturm und Regen über ein ungepflegtes Grab fegen und es dem Erdboden gleichmachen. 18. Franziska stand vor dem Toilettenspiegel im Hotelschlafzimmer und machte sich für die kleine Abendgesellschaft im Palais Rethel zurecht. Berthold Radix meinte nachdenklich: „Dieser Adoptivsohn scheint über reiche Mittel zu verfügen, denn nur er kann dem Grafen zu dem Wohnen im Palais Rethel verhalfen haben. Vor einigen Jahren schüttete mir der alte Herr einmal sein Herz aus und behauptete, es wäre der glücklichste Tag feines Lebens, wenn er wieder unter dem Dache des Hauses schlafen dürfte, in dem die Rethels schon vor ein paar hundert Jahren glänzende Feste gegeben haben. Ich bin wirklich neugierig auf den Sohn, den er sich ausgesucht hat." Franziska legte eine Kette von kleinen Perlen um, die sie von ihrem Manne als Verlobungsgeschenk erhalten. Sie trug das Abendkleid mit den vielen Fältchen und Rüschen. Es stand ihr wundervoll, die Machart betonte noch die Schlankheit ihrer Gestalt. Berthold betrachtete sie verliebt. „Ich begreife nicht, daß ich so lang an dir vorbeigehen konnte", lächelte er, und sie legte die Arme um seinen Hals. „Ein Glück ist's für uns beide, daß wir uns gefunden haben." Er küßte sie, aber er war traurig, daß sie noch immer nicht sagte: „Ich habe dich lieb, Berthel, so lieb wie du mich! War die Erinnerung an den Maskenball und den Mann, der sie geküßt, noch so mächtig in ihr? Franziska blickte auf die Uhr, die auf dem Toilettentisch lag. „Ich glaube, es ist Zeit, aufzubrechen, Berthel." Sie küßte ihn, und unwillkührlich dachte sie, daß es viel hübscher wäre, wenn sie sich beide allein einen gemütlichen Abend machen würden. Aber das ging nicht, sie wurden bereits erwartet. ____ (Fortsetzung folgt!) 5»l gen gestaltet und für seine Selbstbehauptung er« zogen. , Der Verlauf des Abends brachte nach der bel- fällig aufgenommenen Ansprache eine Reihe von unterhaltsamen Darbietungen. Die Pimpfe zeigten zunächst sportliche Hebungen, mutiges Bodenturnen und dann einen Boxkampf, der einen recht dramatischen Verlauf nahm, wenngleich er auch nicht mit einem k. o. endete. Nach einigen lustigen Stanzeln, deren Kehrreim von jedermann mitgesungen wurde, gelangte eine Spitzbubenkomödie („Des Kaisers neue Kleider") zur Aufführung, die von den Jungen mit einfachen Mitteln dargestellt wurde und einen lustigen Ablauf nahm. In den Dausen unterhielt der „Oberhosmarschall" mit allerlei Scherzen, die ihm viel Beifall einbrachten. Mit dem Ausbringen der Fahnen und Wimpel und dem Ausmarsch des Fähnleins unter Trommelklang und Gesang sand der unterhaltsame Abend seinen Abschluß. Gießener wochenmarktpreiie * Gießen, 9. März. Auf dem heutigen Wochen- markt kosteten: D. f. Molkereibutter, kg 1,57 Mk., f. Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60, Landbutter 1,42 Mk., Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, deutsche, Klasse S 14, Klasses 13, Klasse B 12, Klasse C UK, Klasse D 10K, un- gezeichnete 10, Wirsing, % kg 12 bis 15, Weißkraut 7 bis 10, Rotkraut 10 bis 12, gelbe Rüben 8 bis 12, rote Rüben 8 bis 10, Spinat 28 bis 30, Unterkohlrabi 6 bis 8, Grünkohl 12 bis 15, Rosenkohl 25 bis 30, Feldsalat, 50 g 10 bis 12, H kg 80 Pf. bis 1 Mk., Tomaten 75, Zwiebeln 10 bis 14, Meerrettich 30 bis 60, Schwarzwurzeln 25 bis 35, Kartoffeln, Vi kg 5 Pf., 5 kg 44 Pf., 50 kg 3,50 bis 3,70 Mk., Aepfel, % kg 15 bis 45 Pf., Birnen 15 bis 25, Zwetfchen- honig 50, Blumenkohl, das Stück 30 bis 45, Salat 20 bis 25, Endivien 10 bis 25, Lauch 5 bis 8, Rettich 5 bis 15, Sellerie 10 bis 30 Pf. * ** Justizpersonalien. Unter Berufung in das Beamtenverhältnis wurden die seitherigen außerplanmäßigen Kanzlisten bei dem Amtsgericht Gießen Willi Goffelmeyer, Karl Fett, Otto Mattern, Heinrich Gerhard, Karl Sehrt, Ernst F e l s i n g zu planmäßigen Kanzlisten im Reichsdienst bei dem Amtsgericht Gießen mit Wirkung vom 1. März 1937 angestellt. ** Silberne Hochzeit. Postschaffner a. D. Jakob Schmitt, Walltorstraße 49 wohnhaft, und Ehefrau Elisabeth, geborene Sauer, feiern am morgigen Mittwoch, 10. März, das Fest der silbernen Hochzeit. — Ferner können der Weißbindermeister Karl Herzberger und Frau, geb. Kreiling, Weserstraße 12, am heutigen Dienstag das Fest der silbernen Hochzeit begehen. ** Die Sprechstunden des Kreisfchul - amts Gießen fallen vom 10. bis 17. März aus. In dringenden Fällen ist der Kreisschulrat am Donnerstag, 11. März, von 9 bis 11 Uhr, auf dem Kreisschulamt, und am 20. März, von 11 bis 12 Uhr, auf dem Stadtschulamt zu sprechen. ** Spülung der Kanalisation. Das Städtische Hoch- und Tiefbauamt gibt im heutigen Anzeigenteil bekannt, daß in der Zeit vom 10. bis 31. März sämtliche Straßenkanäle gespült werden. Während dieser Zeit sind die Rückstauoerschlüsse an den Grundstücksentwässerungen verschlossen zu halten. Auf die Bekanntmachung fei hingewiesen. LpÜ. Warnung vor unüberlegter Auswanderung. Die Erfahrungen, die vielfach von deutschen Auswanderern in den letzten Jahren im Auslande gemacht wurden, lassen es angezeigt er- icheinen, vor der unüberlegten Auswanderung dringend zu warnen. Wer dennoch zur Auswanderung entschlossen ist, tut gut, sich rechtzeitig an die „Refchsstelle für das Auswanderungswesen", Berlin, oder eine ihrer Zweigstellen zu wenden, die auf schriftliche oder mündliche Anfrage unentgeltliche Auskunft über die Verhältnisse in fremden Ländern erteilt. Gondsrgrnchi in Gießen. Unter Ausschluß der Oeffentlichkeit wurde gestern gemäß dem Antrag der Staatsanwaltschaft gegen den wiederholt vorbestraften Georg B u b e ck, 36 Jahre alt, aus Hedelfingen, der sich seit dem 14. November 1936 in Untersuchungshaft befindet, auf eine Gefängnis st rafe von zwei Jahren erkannt. Der Angeklagte hatte in niederträchtigster und gemeinster Art führende Persönlichkeiten des Deutschen Reiches beleidigt. Der Angeklagte Jos. Wend. Reuter, 26 Jahre alt, aus Hornau, der sich seit 28. August 1936 in Untersuchungshaft befindet, weder lesen noch schreiben kann, aber ein bitterböses Mundwerk hat, wurde zu sechs Monaten Gefängnis, unter Anrechnung von vier Monaten Untersuchungshaft, verurteilt. Er hatte unberechtigt ein Braunhemd getragen und schwere Beleidigungen gegenüber der Reichsregierung ausgestoßen. Durch die gegen ihn verhängte Strafe hat der Angeklagte die Zahl seiner Vorstrafen um eine weitere erhöht. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstagnachmittag geschlossen. Wirtschaft. Rhein-Mainische Börse. Ueberwiegend freundlich. Frankfurt a. M., 8. März. Die Börse hatte auch zum Wochenanfang eine freundliche Tendenz, doch vollzogen sich die Kursbewegungen bei weiterhin nur kleinen Umsätzen. Am Aktienmarkt eröffneten die Märkte vorwiegend mit 0,25 bis 0,50 v. H. höheren Kursen, einzelne Spezialwerte erfuhren stärkere Steigerungen. Nachfrage fanden Reichsbankanteile mit 203 bis 204 (202), Kunstseide Bemberg mit 114,50 (112,25), Akkumulatoren mit 211,50 (209,50), Rheinstahl bei regeren Umsätzen mit 161,75 (159,75), ferner kamen Bank für Brauindustrie mit 133,50 (132) und Zellstoff Waldhof mit 159,65 (158,50) zur Notiz. Am Montanmarkt bröckelten die Kurse 0,25 bis 0,50 ab, Verein. Stahl später etwas erholt auf 121,75 nach 121,25 (121,90). Für Elektropapiere überwogen Erhöhungen von 0,50 bis 1 v. H., nur Siemens fetzten 1 v. H. schwächer mit 197,25 ein. Am Chemiemarkt lagen IG. Farben und Deutsche Erdöl unverändert, Scheideanstalt 0,50 v. H. niedriger, Th. Goldschmidt 0,50 höher. Maschinen- und Motorenwerte zogen leicht an, Junghans 0,50 v. H. niedriger, stärker ermäßigt Deutscher Eisenhandel mit 152 (153,75). Sonst im einzelnen: Holzmann 146 (145), Gement Heidelberg 162 (161,75), AG. für Verkehr 129,75 (130), Rhein- metall-Borstg unv. 153. Auch am Rentenmarkt hatte das Geschäft bei kaum veränderten Kursen nur kleinen Umfang. Altbesitz 120,65 (120,65), Kommunal-Umschuldung 91,60 (91,55), Städte-Altbesitz unv. 123 Im Verlaufe bewegte sich das Geschäft am Aktie n m a r k t weiter in engen Grenzen, die Grundtendenz blieb jedoch fest. Zweitnotierungen kamen nur wenig zustande, etwas höher lagen AEG. mit 39,75 bis 40 nach 39,25, Schuckert mit 166,50 nach 165,75, Bemberg mit 115 nach 114,50 und IG. Farben mit 170 nach 169. Von später zur Notiz gekommenen Papieren gewannen Deutsch-Atlanten 2 v. H. auf 125,50, Eßlinger Maschinen nach Pause 1,50 v. H. auf 110, dagegen gingen Bekula um 1 v. H. auf 165 zurück. Der Rentenmarkt blieb sehr ruhig, etwas Interesse erhielt sich für Kommunal-Umschuldung bei 91,60 bis 91,65. Pfandbriefe lagen unverändert, Liquidationswerte vereinzelt etwas höher, von Kommunal-Obligationen Pfälz. Hyp. 96,75 (96). Für Stadtanleihen bestand zumeist Nachfrage, die Kurse zogen vielfach etwas an. Der Freiverkehr lag still. Adlerwerke 108,50 bis 110,50, Neue Wayß & Freytag 146,50 bis 148,50, VDM. 166 bis 168, Ufa-Film unv. 75,40. Tagesgeld zu unv. 2,50 v. H. leicht. Abendbörse freundlich. Abgesehen von etwas größeren Umsätzen in der AEG.-Aktie zu 40,75 (40,25) hatte die Abendbörse ziemlich kleines Geschäft, jedoch blieb die feste Tendenz, die bereits dem Mittagsschlußverkehr das Gepräge gab, bestehen. Die zur Notiz gekommenen Papiere lagen gegen den Berliner Schluß überwiegend gut behauptet. Von Kolonialwerten zogen Otaoi Minen weiter an auf 34 (33,50). Der Rentenmarkt lag sehr still, Kommunal-Umschuldung nannte man unv. 91,60, weiter fest waren 5pro- zentige Eisenbahn-Rentenbank-Obl. mit 84 (83,50). Im Freiverkehr wurden DDM. zu 169 gesucht. Etwas Interesse erhielt sich ferner für zertis. Dollar-Bonds bei unveränderten Kursen. U. a. notierten: 5 v. H. Eisenbahn-Rentenbank 84, 6 v. H. IG Farben 134,65, Reichsbank-Vorzugsaktien 124,75, Bank für Brauindustrie 136, Commerzbank 115,75, Buderus 119,75, Harpener 153,50, Hoesch 119, Mannesmann 120,25, Rheinstahl 161,25, Vereinigte Stahlwerke 121,50, Otavi-Minen 34, AEG. 40,75, BMW. 141,75, Bemberg 114,50, Conti Gummi 189,75, Deutsche Erdöl 149, Scheideanstalt 263, Licht & Kraft 149,65, IG. Farben 169,75, Gessürel 147, Holzmann 146, Muag 144,50, Metallgesellschaft 154,50, Moenus 108,25, Schuckert 167, Süddeutsche Zucker 201, AG. für Verkehr 130,25, Allianz-Verein 247,50. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 8. März. Die Großmühlen erhielten Zuweisungen in Brotgetreide. In Roggen werden aus der Umtauschaktion noch größere Mengen erwartet. In Gerste und Hafer fanden keine Umsätze statt. Weizenmehl ist gefragt, das Angebot ist entsprechend der Mahlautversorgung der Mühlen eingeschränkt. Roggenmehl wird wieder mehr umgesetzt. Maismehl fand großes Interesse, die Lieferungen werden für die nächste Zeit erwartet. Futtermittel werden flott aufgenommen. Auch Zuteilungsware wurde sehr begehrt. Rauhfutter findet sehr guten Absatz, das Angebot dürfte größer sein. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilo) in RM.: Weizen W 13 211, W 16 214, W 19 218, 20 220; Roggen R 12 174, R 15 177, R 18 181, R19 183, Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Futtergerste —, Futterhafer —. Weizenmehl Type 812 W 13 29,25, W 16 29,35, W 19 29,35, W 20 29,70; Roggenmehl Type 997 R 12 22,45, R 15 22,80, R 18 23,30, R 19 23,50 plus 0,50 RM. Frachtausgleich. Weizenfuttermehl 13,60; Weizenkleie W13 10,75, W 16 10,90, W19 11,10, SB 20 11,20; Roggenkleie R12 9,95, R15 10,15, R 18 10,40, R19 10,50, Mühlenfestpreise ab Mühlenstation. Sojaschrot —, Palmkuchen —, Erdnußkuchen —. Treber 14,00 Höchstpreis ab Erzeugerstation, Trockenschnitzel —, Heu, lose 5 bis 5,50, Heu, drahtgepreßt 5,40 bis 5,90, Weizen- und Roggenstroh, drahtgepreßt oder gebündelt 2,40. Tendenz: ruhig. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 8. März. Auftrieb: Rinder 869 (gegen 1034 am letzten Montagsmarkt), darunter 191 (186) Ochsen, 121 (125) Bullen, 442 (560) Kühe, 115 (163) Färsen. Kälber 510 (485), Hämmel und Schafe 71 (52), Schweine 4766 (4272). Notiert wurden je 50 Kilogramm Lebendgewicht in Mark: Ochsen a) 43 bis 45 (am 1. März 42 bis 45), b) 38 bis 41 (38 bis 41), c) 36 (34 bis 36). Bullen a) 40 bis 43 (42 bis 43), b) 39 (36 bis 39), c) 34 (34). Kühe a) 41 bis 43 (40 bis 43), b) 35 bis 39 (35 bis 39), c) 28 bis 33 (26 bis 33), d) 22 bis 25 (19 bis 25). Färsen a) 44 (44), b) 38 bis 40 (40), c) 35 (35). Kälber a) 57 bis 65 (57 bis 65), b) 45 bis 55 (41 bis 55), c) 40 (38 bis 40), d) 30 bis 40 (25 bis 37). Hammel b2) 52 (45 bis 48), c) 48 bis 50 (40 bis 43). Schafe a) 40 bis 46 (37 bis 40). Schweine a) 52,50 (52,50), bl) 52,50 (52,50), b2) 52,50 (52,50), c) 51,50 (51,50). d) 48,50 (48,50), Sauen gl) 51.50 big 52,50 (82,50), g2) 48 bis 50,50 (50,50). Marktverkauf: Großvieh und Schweine wurden zugeteilt. KälbeL rege, Hämmel und Schafe sehr lebhaft. Schweinemarkt in Hungen. * Hungen, 8. März. Der heutige Schweine- m ar ft mar mit 382 Ferkeln beschickt. Es kosteten bis zu 6 Wochen alte Ferkel 15 bis 17 Mark» 7 Wochen alte 18 bis 20 Mark, 8 Wochen alte 211 bis 24 Mark, 9 Wochen alte 25 bis 26 Mark, IQ bis 13 Wochen alte 27 bis 30 Mark. Das Handels, geschäft verlief mittelmäßig, es verblieb geringe® Ueberftanb. Die Industrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 134: Neue Bestimmungen im Ver? kehr mit Polen (Danzig). — 135: Umrechnungskurse in den Güter- und Tierverkehren mit bent Auslande. — 136: Luftpostsendungen nach China, Hongkong, Macao und den Philippinen. — 137$ Die wirtschaftliche Erschließung Abessiniens. — 138$ Verordnung über die vorläufige Anwendung eines deutsch-polnischen Vertrages zum Wirtschaftsvertrag und eines Derrechnungsabkommens. — 139: Anmeldung von Zahlungsverpflichtungen gegenüber dem Ausland bis zum 15. März dieses Jahres. — 140: Beschränkung des Handels mit ausländischen Arbitragewertpapieren. — 141: Erhöhung der Höchstbeträge für Reiseschecks in Italien. — 142t Neue Devisenbestimmungen für den Reiseverkehr nach Lettland. — 143: UmsatzsteuerumrechnungssätzL für Februar 1937. — 144: Aenderung des Einfuhrzolles für Hutstumpen in Jugoslawien. — .145$ Zweite Gebührenordnung der UeberwachungsstellS' für industrielle Fettverforgung. — 146: Dritte Gebührenordnung der Reichsstelle für Milcherzeugnisse, Oele und Fette als Ueberwachungsstelle. — 147: Anordnung Nr. 13 der Ueberwachungsstelle für Tabak, Bremen (Ergänzungsanordnung zu Anordnung Nr. 12, Verarbeitungsregelung für Rauchtabak). — 148: Eigenmächtige Verrechnungen im Auslandsverkehr auf Grund von Gewichts- und Qualitätsdifferenzen bei der Einfuhr. Rundfunkprogramm Mittwoch, 10. März. 6 Uhr: Die Welt gehört den Führenden. Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkozert. In der Pause: 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Werkskonzert. 10: Schulfunk. 11.15: Hausfrau, hör zu! 11.40: Nur Frankfurt: Gaunachrichten. 11.50: Landfunk. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten, auch aus dem Sendebezirk. — Offene Stellen. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Beliebte Kapellen und Solisten. Georges Boulanger — Marcel Palotti (Kino-Orgel). 15: Volk und Wirtschaft. Soziale Umschau. Zeitangabe, Wirtschaftsmeldungen. 15.15: I. Dichterstimmen aus Kurhessen (VI). II. Die Heimat. III. Das Fachbuch hilft arbeiten. Ein Vortrag. 16: Unterhaltungskonzert. 17: Kammermusik. 17.30: Sport, zeitgemäß belauscht. 18: Unser singendes, klingendes Frankfurt. 19.45: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.15: Stunde der jungen Nation. Jahrgang 1914. Erlebnisse mit unseren Kameraden bei der Wehrmacht. 20.45: Großes WHW.-Konzert der Wehrmacht. Veranstaltet von der Gauleitung Kurhessen mit dem Generalkommando des IX. A.-K. 22: Nachrichten, auch aus dem Sendebezirk. Sportbericht — Grenzecho. 22.30: Das Mainschiff. Lieder aus dem südwestdeutschen Dichterjahrbuch. Vertont von Rudolf Racky. 23: Unterhaltungs- und Tanzmusik. 24 bis 2: Nachtmusik. so recht für den Frühling geschaffen, erwarten in reicher Fülle bei uns Ihre Wahl I Für RM 20.-bis 60.- bieten wir Ihnen schon das, was Sie sich wünschen I CARLIMowäCK [JNHARER; CARL HEINZ SCHLÜTFR| GIESSEN SELTERSWEG 8) Geburts-Anzeigen liefert BrUhl'sche Druckerei Vevfieisevutts Am Donnerstag, den 11.März 1937, vormittags 10 Uhr, versteigere ich in Großen-Lindcn, int Saal der Gastwirtschaft Schaum, Bahnhofstraße, weg en vollständiger Auflösung eines Geschäfts gegen Barzahlung: Einfarbige und gemusterte Wollstoffe, Baumwollwaren, Weißwaren, Handtücher, Kleiderleinen, Hauskleiderstoffe, Hemdenflanelle, Zephir, Inlett, Bettkattun, Damast, Strümpfe, Socken, Trikotagen. Versteigerung bestimmt. £. Mihsff Gießen, gerichtl. beeidigter Taxator u. Versteigerer für den Landgerichtsbezirk der Provinz Oberhessen, für die Kreüe Gießen, Lauterbach, Schotten _______________1611 A Gelegenhellskauf! eteiflt 10© GMAs urrd Gessel in größeren und kleineren posten, besonders für Gaststätten und Behörden geeignet, gibt billigst ab issgd LNSbelfabvwett Lttsfeld-Tüvve, KkSfew Mittwoch, den 10. Marz, nachmittags 2 Ühr, versteigere ich dabier,Neuenweg Nr. 18 (Laden) bezw. an Ort und Stelle, zwangsweise gegen Barzahlung: leno Haus-, Laden- und Büromöbel, Schreibmaschinen, Grammophone, 1 Geige, Möbel- u. Vorhangstoffe, Bettfedern, Steppdecken, Sofas, Registrierkassen, Kassenschränke, 1 Kaffeeröster, 1 elektr. Kaffeemühle, 1 Partie Wein u Arrak, Radios, Besen, Bürsten, Kordel, Körbe, Staubsauger. Bilder.-Ferner kommen zur Versteigerung, und zwar bestimmt: Bettücher, Damastbezüge, Stoffe versch Art, größ. Posten Mützen u. Hüte, Damen-, Herren- u. Kinderschnürschäfte, Svortstiesel, Möbel versch. Art, Bücher versch. Inhalts, 1 Prismenfernglas, 1 Schrerbmasch. WIÄÄäS Billige 1608 A Seefische Schellfisch o. K. .. 500 g 0,28-6 Filet 500 g von 0,32 an alle übrig. Sorten billigst empffehlt Mäusburg 15 Fernsprecher 3612 tote| Mittwoch Im Stadttheater Preise von 1.20-4.00 RM. 20-22.30 Uhr DienMIt Braut 19.30-22 Uhr 22. Mittwoch- Miete! Die vier Gesel en Lustspiel von Huth. Preise von 0.60-3.00 RM. o Hier abschneiden! Star 487 werden sehr zahm, es empfiehlt sich jedoch nicht, sie im Zimmer zu halten. Star, grauer, siehe Grauer Star. Stärke aus Kartoffeln, Reis, Mais, Weizen usw. gewonnenes Kohlenhydrat, das als Nahrungsmittel und Klebemittel, Stärkekleister für Tapeten und Steifen von Wäschestücken verwendet wird. Kartoffelstärke, Kartoffelmehl bindet Tunken und wird zum Backen von Sandkuchen gebraucht. Reisstärke wird zum Stärken von Wäsche bevorzugt. Stärken der Wäsche, das Steifen mit Glanz- oder Reisstärke für Herrenoberhemden und -Kragen Zum Stärken von anderer Wäsche ist sehr zweckmäßig, Stärke von Kartoffelmehl zu machen. Man rührt das Mehl kalt an und gießt so viel kochendes Waffer unter ständigem Rühren hinzu bis die Stärke glasig aussieht Man setzt diese Stärke dem letzten Spülwasser der Stärke zu. Starrkrampf, Wundstarrkrampf, Tetanus, ist eine akute Infektionskrankheit, hervorgerufen durch den Tetanusbazillus, der sich vor allem in Gartenerde befindet. Daher Vorsicht bei allen Verletzungen, die durch Erde verunreinigt sind. Der Starrkrampf besteht in einem Krampf, der zunächst die Kiefermuskeln, dann auch die Rücken- und Bauchmuskeln befällt. Wundstarrkrampf ist unbedingt lebensgefährlich' Bei den ersten Anzeichen schleunigst ärztliche Hilfe holen? Weit vernünftiger allerdings ist es, Staub dem Ausbruch des W. vorzubeu- aen dadurch, daß man sich vom Arzt Gegengift, das Tetanusschutzserum, einspritzen läßt, wenn irgend Verdacht besteht, daß die Wunde mit Tetanusbazillen verunreinigt ist Start, bei sportlichen Wettkämpfen der gleichzeitige Ablauf oder Abflug der Teilnehmer. Station, lat., entbehr!. Fremdwort für Bahnhof, Haltestelle, Haltepunkt, Standpunkt, Wache, Einkehr, Wohnung (freie Kost und Wohnung). Stativ, lat., Bedeutung: Gestell, beim Photoapparat, weitere deutsche Worte: Ständer, Halter, Dreistand. Statue, franz., Bedeutung = Standbild. Bildwerk. Statuen aus Bronze reinigt man mit Spiritus (Patina, Edelrost darf jedoch nicht entfernt werden), solche aus Marmor mit Seifen- waffer. Gipsbüsten behandelt man mit Stärkekleister, den man dick aufträgt und am folgenden Tag abbiirstet Staub, kleinste Sand-, Ruß-, Pflanzenteilchen usw., die namentlich in der Stadt aufgewirbelt werden und sich als graue Schicht Überall niederschlagen. Man entfernt ihn am besten mit einem Öltuch, an dem er haften bleibt. Es ist unzweckmäßig, mit einem Staubwedel zu wischen, da er sich anderswo wieder setzt. Von Zimmerdecken und Wänden entfernt man ihn mit einem Tuch, das man über einen sauberen Besen bindet. Verstaubte Zimmerpflanzen werden mit ei» Haben Sie einen Staubsauger? Die Wohnungsreinigung geht mit diesem Helfer sehr schnell. Er reinigt nicht nur Teppiche und Läufer, sondern auch Möbel, Sessel, Wände usw. Lassen Sie sich die verschiedenen Staubsauger bei Häuser mal vorführen. Sie kosten nicht viel. Z. B. Häuser, Gießen, am Osroalbsgarten, Fernsprecher 2145/2146. S.jf.-tfport Oie Schützen im Dienste des Winterhilfswerks. Vom RfL., Ortsgruppe Gießen, F a ch a m t Schießen, wird uns geschrieben: Auch in diesem Jahre hat der Reichssportführer wiederum zum Winterhilfswerk aufgerufen. Nach dem Beispiel der vorangegangenen Jahre soll jedes Fachamt und jeder Verband einen Opfertag des Deutschen Sportes zur Durchführung bringen. Auf Antrag des Verbandsführers ist der 14. März 1 9 37 für das „Opferschießen des Deutschen Schützenoerbandes" für das Winterhilfswerk 1936/37 durch den Reichssportführer mit Schreiben vom 22. Oktober 1936 genehmigt worden. Die beiden hiesigen Schützenvereine, die Schützengesellschaft 1926 Gießen e. V. (Schießstand Schneise 1) und der Schützenverein Gießen (Schießstand am Schützenhaus) haben sich selbstverständlich in den Dienst der guten Sache gestellt und es ist Ehrenpflicht eines jeden Schützen, sich an diesem Opferschießen zu beteiligen. Im Interesse der notleidenden Volksgenossen wird erwartet, daß sich außer den Schützen auch noch die Gliederungen der Partei, SS., SA., PO. usw., wie auch sämtliche Krieger-, Militär- und Sportvereine an diesem Opferschießen beteiligen und den Sonntag, 14. März, von allen anderen Veranstaltungen freihalten. Der Einsatz von 35 Pfennig je Teilnehmer inkl. Sportgroschen ist niedrig gehalten, so daß es jedem Volksgenossen möglich ist, sein Scherflein zu dem guten Werk beizutragen und auch seine Schießkunst' unter Beweis zu stellen. Turnvereine hatten Zahresrückschau. „Gut heil" Eberstadl. Im Gasthaus „Zum deutschen Haus" hielt der Turnverein „Gut heil" Eberstadt seine Jahresschlußversammlung ab. Vereinsführer Koch eröffnete die Versammlung. Nach einem gemeinsam gesungenen Lied gab der Schriftwart den Jahresbericht, der eine rege Arbeit des Vereins erkennen ließ. Rechner Schneider erstattete den Kassenbericht, der einen Ueberschuß auswies. Dem Rechner wurde für seine gewissenhafte Arbeit Entlastung erteilt. Der Oberturnwart gab einen kurzen Bericht über die Arbeit, die in 137 Turnstunden geleistet wurde. Vereinsführer Koch wurde wiedergewählt. Als Rechnungsprüfer wurden Richard E i ch und Richard Müller genannt. Dem Dietwart R e i t f ch m i d t, der Eberstadt verläßt, wurde durch den Vereinsführer herzliche Anerkennung für feine dem Verein geleistete Arbeit zuteil. An seine Stelle wurde der stellvertretende Vereinsführer Fr. Weisel zum Dietwart berufen, h. Reitschmidt, der zu den Ver- einsgründern gehört und zehn Jähre lang das Amt des Oberturnwartes bekleidete, nahm mit ernsten Worten Abschied und ermahnte die Turner, auch weiterhin in Treue zur Turnsache zu stehen. In der üblichen Weise wurde die Versammlung geschlossen. Turnverein Hörnsheim. Der Turnverein Hörnsheim hielt am Samstag unter dem Vorsitz des seitherigen Vereinsführers Hermann Schmidt im Dereinslokal feine Generalversammlung ab. Der Schriftführer Fritz S ch i m - m e l erstattete den Jahresbericht und gab einen Ueberblick über das verflossene Vereinsjahr. In sportlicher, wie turnerischer Hinsicht wurden schöne Erfolge erzielt. Bei dem Kreisfest in Wieseck konnten die Turner den Verein würdig vertreten. In Kinzenbach waren es fünf Turner, die mit Preisen bedacht, zurückkehrten. In der handballrunde konnten bis jetzt alle Verbandsspiele gewonnen werden, so daß die Mannschaft mit einem guten Torverhältnis die Meisterschaft in der Gruppe verdient erkämpft hat und während der nächsten Runde in der Bezirksklasse mitspielt. Es wurde beschlossen, daß zwei Mannschaften am Hallenhandballturnier in Gießen teilnehmen. Beim letzten Turnier in Gießen konnten die hörnsheimer die Meisterschaft in der 8-Klasse erringen. Der Kassenwart Ewald Engel erstattete den Kassenbericht, der von zwei Mitgliedern geprüft und für richtig befunden wurde. Dem Kassenwart wurde Entlastung erteilt. Der Vereinsführer legte dann sein Amt nieder. An seiner Stelle wurde Artur Schmidt zum Vereinsführer bestimmt. Der übrige Vorstand blieb in der bisherigen Besetzung im Amte. Im weiteren Verlauf der Versammlung wurde noch die Sportplatzfrage erörtert, zu Beschlüssen kam es indessen nicht. Neun Fußball-Gaumeister ermittelt. Die Serie der Gaumeister vervollständigt sich mehr und mehr. Am Sonntag wurden vier weitere Teilnehmer für die Gruppenspiele um die Deutsche Meisterschaft ermittelt, und zwar BC. Hertha im Gau Sachsen, Hamburg SV. (Nordmark), Werder Bremen (Niedersachsen) und SV. Waldhof (Baden). Dazu kommen die bereits bekannten Meister: hertha/BSC. Berlin (Brandenburg), SV. 05 Dessau (Mitte), Schalke 04 (Westfalen), Spv. Kassel (Nordhessen) und VfB. Stuttgart (Württemberg). Bis auf Schlesien und Niederrhein, wo sich die Meisterschaft noch einige Zeit hinausschieben wird, sind in den übrigen fehlenden Gauen die Meister am kommenden Sonntag zu erwarten, und zwar voraussichtlich Hindenburg Allenstein (Ostpreußen), Polizei Stettin ober Viktoria Stolp (Pommern), VfR. Köln (Mittelrhein), Wormatia Worms (Südwest) und 1. F. C. Nürnberg (Bayern). Sportverein 1920 Heuchelheim. Heuchelheim — Großen-Buseck 4:2. Die Begegnungen beider Vereine zählen schon seit Jahren zu den spannendsten der Kreisklasse; haben sie doch von jeher mit wenigen Ausnahmen die Meisterschaft entschieden. Großen-Buseck hat eben einmal das Pech, die Heuchelheimer auf eigenem Gelände immer in bester Form anzutreffen und so konnte am Sonntag Heuchelheim wieder einmal mehr ungeschlagen das schwierige Gelände in Großen-Buseck verlassen. Jetzt steht nun Heuchelheim mit Alten-Buseck punktgleich an der Spitze. Zwar hat Alten-Buseck das bessere Torverhältnis, aber die Meisterschaft dürfte wohl noch nicht ent» schieden sein. Heuchelheim hat verdient gewonnen. Erstens waren sie dem Gegner technisch und taktisch klar überlegen und zweitens zeigten alle Spieler ohne Ausnahme einen Kampfgeist, wie man ihn eigentlich von den heuchelheimern nicht mehr gewöhnt ist. Der Tormann arbeitete ohne Fehl. Die Ver- teidigung war sicher und jederzeit Herr der Lage. Ebenso konnte die Läuferreihe gefallen, welche den Gegner kaum zum Zuge kommen lieh. Der Sturm zeigte nach langer Zeit endlich wieder einmal ein flüssiges Spiel. Pei Großen-Buseck war der Tormann an den Toren ebenfalls schuldlos. Die Verteidigung dagegen war sehr unsicher und spielte zeitweise hart. Läuferreihe und Sturm waren gut, aber wenig Wie die Heffenlurner kämpften. Nachschau zum Ausscheidungskampf der Geräteturner in Fulda. Wir haben gestern bereits berichtet über Verlauf und Ergebnis des Ausscheidungsturnens in Fulda, mit dem die Gaue Bayern, Hessen, Westfalen und Württemberg die 15 Besten für die Deutschen Gerätemeisterschaften in Stuttgart ermittelten. Zwei Hessenturner, S ch m e i ß i n g von der CT. Kassel und Wedekind von der ACT. in Kassel, wurden der höchsten Ehre, an den Deutschen Meisterschaften teilzunehmen, für würdig befunden. Unsere Leser werden den bekannten Hessenmeister Adolf Fink von der CT. Kassel, der vor einigen Wochen beim großen Kampf Hessen gegen Westfalen in Limburg bester Einzelturner war und vor kurzem bei den Gaumeisterschaften in Gießen Gaumeister für 1937 geworden war, in der Auslese der „15 Besten" vermissen. Fink war, von einer Erkrankung noch nicht völlig genesen, zur Stelle und tat seine Pflicht bis zum Aeußersten. Aber er schaffte es nicht ganz. Und trotzdem war das, was er schaffte, eine L e i st u n g, die, wenn man Finks augenblicklichen Gesundheitszustand berücksichtigt, unsere Hochachtung verdient. Es fehlten Fink nur 4/io Punkte an der Punktzahl, mit der Wedekind als letzter noch auf der Liste der „Fünfzehn" steht. Wie Wedekind und der Westfale Trostheim rückte Fink nach den Pflichtübungen nicht in die Fünfzehnergruppe auf, die am Nachmittag die Kürübungen turnte. Die drei führten die Gruppe der 25 Turner, die am Vormittag ihre Kürübungen turnen mußten. Aber das Turnen am Nachmittag wies Trostheim (14. Platz mit 209 Punkten) und Wedekind (15. Platz mit 208 Punkten) nachher doch noch die verdienten Plätze auf der Bestenliste an, auf der sich Wedekinds Vereinskamerad Beyer und der Nürnberger Schmidt, die mit den 15 Besten das Schauturnen des Nachmittags bestritten, nicht behaupten konnten und wieder obsteigen muhten. Mit 207,6 Punkten wäre Fink der nächste gewesen, der für den Aufttieg in Frage gekommen wäre. Man darf die Hoffnung hegen, daß Fink vielleicht doch noch in Stuttgart zugelassen wird. Gut gehalten hat sich auch Schöffmann Wieseck. Er ist in der Liste der 40 Teilnehmer 18. Sieger mit 204 Punkten; hinter ihm kommt mit 203,5 Punkten Beyer (ACT. Kassel), der nach den Pflichtübungen zu den 15 Besten gehörte und deshalb am Nachmittag an der großen Kürschau teilnahm. Auch die übrigen Hessenturner haben sich in der stärksten der vier Gaugruppen tapfer geschlagen. Auf den 19. Platz kam Gergs (ACT. Kassel) mit 195,1 P.; L. Herbert (Tv. 1846 Gießen) belegte mit 183,9 P. den 26. Platz und B e t t i n (To. Wieseck), der für Sieger (Limburg) zugelassen war, folgte mit 181,6 P. an 27. Stelle. Was diese Punktzahlen noch bedeuten, ersieht man bei einem Vergleich des Fuldaer Kampfes mit den Ergebnissen in den anderen Gaugruppen. Im Mainzer Kampf blieb der letzte der „Fünfzehn" mit 2/io Punkten hinter Wedekind, dem Letzten der Fuldaer Fünfzehn zurück. Beim Turnen in Magdeburg weist die Liste der Besten für Stuttgart zwei Turner mit geringerer Punktzahl als Fink auf, und im Berliner Kampf hätten sich alle Hessen gut und sicher unter den „Fünfzehn" placieren können. Sechs der für Stuttgart Zugelassenen haben geringere Punktzahlen als Bettin erreicht, elf der Fünfzehn blieben in Berlin hinter der Wertung von Fink, Schöffmann und Beyer zurück. — Und in Fulda wurde sehr streng gewertet! Die Hessen haben sich in Fulda also gut gehalten. Evangelische Frauenhilse Haupt-vevfamnrlung der Evangelischen Frauenhilfe für Oberhessen am Donnerstag, dem 11. März, nachmittags 3 Uhr im (5afS Leib mit Jahres- und Kassenbericht und Vortrag von Pfarrer Schmidt-Laubach: igosD Dev 3. Artikel unseres Glaubensbekenntnisses imLebendevSvau! Bekanntmachung. In der Zeit vom 10. bis 31.INärz 1937 werden sämtliche städtischen Straßenkanäle gespült. Während dieser Zeit sind die Rückstauverschlüsse an den Grundstücksentwässerungen verschlossen zu halten. 1600D Gießen, den 6. März 1937. Städtisches hoch- und Tiefbauamt. G r a v e r t. Attersvereinigung 488274937 Hiermit laden wir die Mitglieder unserer Vereinigung, aber auch alle übrigen Fünfziger des Jahrgangs 1887, zur Feier der Übergabe der Fünfziger-Fahne am kommenden Samstag, 13. März, 20.15 Uhr, im Saale des Cafb Leib ein. Wir erwarten das vollzählige Erscheinen der Mitglieder unserer Vereinigung, ebenso auch aller übrigen Fünfziger. Ferner laden wir die Angehörigen der Fünfziger- Vereinigungen von 1929 bis 1936 einschließlich, die bisher an den Feiern der Fahnenübergabe beteiligt waren, herzlich ein. i6o9d Nach der offiziellen Feier findet kameradschaftliches Beisammensein statt, für das eine gute Unterhaltungsfolge vorgesehen ist. Der Vorstand. Mehr Freude an der Natur durch Bermühler-Bücher! Staubkamm 488 Stearrnflecke nem Zerstäuber und lauem Wasser abgespritzt. Staubkamm, Kamm mit dicht beisammenftehenden Zähnen, dient dazu, Staub aus den Haaren zu entfernen oder Kopfläuse mit ihren Riffen auszukämmen. Der Staubkamm ersetzt aber weder das Haarwäschen noch, falls Kopfläuse bei Kindern vorhanden sind, ihre Bekämpfung mit Holzeffig oder Sabadileffig. Staubsauger, elektrische Vorrichtung mit einem Elektromotor und dem Sauger, einer Art Ventilator, der Staub aufsaugt und in einen Beutel leitet. Staubsauger werden an eine Steckdose angeschaltet. Gute Staubsauger besitzen auswechselbare Mundstücke und Bürsten, sie können auch durch Umschaltung zum Zerstäuben von Flüssigkeiten und Mottenpulver verwendet werden. Schäden am Staubsauger, die sich meist im Rachlaffen der Leistungsfähigkeit zeigen, laffe man vom Fachmann beheben. Stauden sind ausdauernde Pflanzen: sie bringen innerhalb eines Sommers Blätter, Blüten und Samen, sterben im Herbst meist oberirdisch ab, treiben im nächsten Jahre aus unterirdischen Stengelteilen wieder aus und erreichen oft ein hohes Lebensalter. Durch Anpflanzung von St. im Blumengarten erzielen wir einen alljährlich wiederkehrenden Flor, der uns den ganzen Sommer über erfreut. S. einzelne Arten. Staupe, Infektionskrankheit des Hundes, die meist junge Tiere zwischen dem vierten und zwölften Monat befällt und die At- mungsorgane, den Darm sowie das Zentralnervensystem an- areist und vielfach das Tier erblinden läßt. Etwa ein Drittel der von Staupe befallenen Hunde gebt ein, Hunde, die die Staupe überstanden haben, werden nicht mehr von ihr befallen. Staupe äußert sich durch Erbrechen, Durchfall, Ausschlag, Krämpfe und allgemeine Mattigkeit. Die Krankheit währt bis fünf Wochen. Sie ist nicht auf Menschen, wohl aber auf Katzen und Pferde übertragbar. Auf jeden Fall müssen von Staupe befallene Tiere vom Tierarzt behandelt werden. Spritzen als Vorbeugungsmittel sind nicht immer wirksam. Stauung, Verlangsamung der Bewegung einer Flüssigkeit, speziell des Blutes in den Venen, bedingt durch irgendwelche Hindernisse oder durch zu geringe Herzkraft. Anzeichen für allgemeine Stauung sind: blaue Lippen, Blauwerden der Fingerspitzen, der Nasenspitze. Deutliches Hervortreten der Blutadern. Behandlung durch den Arzt. Stearin, chemischer Bestandteil fast aller Fette, wird in der Hauptsache zu Kerzen verarbeitet. Stearinflecke entfernt man, indem man zuerst den Fleck vorsichtig abkratzt, dann ein Löschpapier darüber legt und ihn mit heißem Bügeleisen ausbügelt. Bestecke in vielen Mustern und Ausführungen, Alpaka Silber Rostfreier Stahl, R o n e u si l, das neue deutsche Material Besteckhaus RIETOIIG Ruf 3369, Settersweg 30 Tag für Tag leisten Ihnen diese Helfer gute Dienste: Brotschneidemaschine. . 5.40 Brotkasten, emailliert . . 8.25 Brotmesser . 1.00 Brotkorb, Marmeladendose, Honigspender. Alles gut und doch blWig bei J. B. Häuser Gießen 931 a am Oswaldsgarten Fernruf Nr. 2145/46 Nachlässe von 3 bis 20 v. H. er- halten Sie bei wiederholten Veröffentlichungen einer Anzeige) Gestoch. scharfe Schrift, unverwüstliche Konstruktion, spielend leichter Anschlag, formschönes Aussehen — das ist die Klein-Torpedo mit Segmentumschaltung. Nur RM. 186.-. Schon f. 8.30 mtl. Niederhausen Bahnhofstraße 49 Gießen. OooA Zur 1422d Bodenbearbeitung und Düngung empfehle Torfmull Düngekalk Kunstdünger H. Trechsler Tui. 3581, Steinstr. 73 Gewiooauszuy 5. Klaffe 48. Preußisch-Süddeutsche (274. Preuß.) Klasses-Lotterie O^ne Gewähr Nachdruck verboten Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden _____________Abteilungen I und II 24. Ziehungstag 8. Mär- 1937 3n der heutigen DormittagSzlehung wurden gezogen 2 Gewinne zu 20000 RM. 84873 2 Gewinne zu 5000 RM. 197488 .r.J/L®eminne 3U 3000 RM. 46470 143490 184976 237055 372443 18 Gewinne zu 2000 RM. 32134 218236 232232 249036 259330 268463 294316 46 Gewinne »u 1000 NM. 6824 30241 131099 132680 137860 156937 176177 199931 212889 219053 232562 250858 295259 304913 324473 345899 358270 370220 386372 164426 226265 366526 40814 185736 294049 363082 195462 235022 252367 313794 343256 217729 241760 273507 325494 363331 196449 235324 260034 322669 360191 170782 218298 243357 289783 331392 366525 146841 184744 227656 249370 308007 341630 386089 173526 226282 243436 296705 335466 375324 108 Gewinne ju 500 RM. 4897 9168 24250 25147 37074 42471 49721 49975 65237 70693 71133 75504 93719 112475 116223 122206 124574 ------ 150895 152593 153874 ------ 19982 20250 23570 23715 99374 103455 83711 84641 98751 99306 32435 44148 67785 33145 50530 69484 32308 41913 67628 77481 95790 30143 35507 60451 77228 95781 104989 121534 131774 161161 178688 185002 205636 214486 220853 231831 237842 255393 279400 300709 307004 324509 338406 345969 364899 374546 383026 387102 398279 115261 125714 150218 163999 181833 188979 211076 218895 223402 235263 247511 259030 287768 304476 314692 330371 343325 363299 371510 381106 384307 394834 34430 55757 72448 86033 111492 124430 141916 161445 179404 187054 207911 214547 221370 233174 244155 256827 286030 302352 310634 325604 342771 350663 366888 377310 383400 389767 399526 112433 125165 142324 163700 179458 187576 209485 216295 222713 234774 246303 257981 287721 302395 310894 329454 343075 353228 369059 380360 383710 391000 26128 34642 56455 72860 93417 26217 34860 66569 76351 95404 103937 118456 130779 158987 171406 183370 202519 213412 220778 227953 237582 250683 274083 293322 306139 322991 336640 345154 363990 374144 382499 386406 396935 118081 127271 156465 167735 182425 190933 213057 219482 227407 235298 250115 268671 290683 305531 320344 335692 344824 363747 373985 381266 384381 396369 376 Gewinne zu 300 RM. 2163 2707 6711 7803 8196 8984 9893 10442 13993 15390 15611 15866 18203 """"" """"" ----- ----- Frische Fische Mittwoch von der See eintreffend: Große Schellfische ohne Kopf 500 g 22 im ganz. 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In der heutigen Nachmittagsziehung wurden gezogen 6 Gewinne zu 10000 RM. 306198 67591 144182 199368 2000 RM. 3119 187326 219562 1000 RM. 13727 18491 143412 145390 KU 600 RM. 6599 28017 39975 62660 2^^86764 Ä126 92672 109040 128220 143035 5000 RM. 3000 RM. 19907 164581, 304678 207386 284136 133099 195535 201974 214538 222963 229827 256110 271506 312357 313445 313522 323959 343997 348078 360981 364844 368299 368378 395835 2 Gewinne zu 8 Gewinne zu 296773 10 Gewinne zu 322832 387320 40 Gewinne zu 60318 85376 195603 197910 324548 332653 -- - - ------ 156324 209669 222884 286983 336617 363025 385635 226912 246423 256664 281366 306958 313734 325081 342889 351795 366818 385580 394037 212354 236023 248524 259000 297713 309513 314537 326336 343679 352614 369941 388351 394570 126329 141224 162569 192136 214022 243416 248614 261720 300701 310941 317050 330681 345249 353185 371182 391145 397907 126713 147412 166602 195215 214131 245212 249232 262909 301874 311621 317725 333106 345790 353403 374940 391893 126776 158313 169967 200364 216580 245905 251782 266980 305485 312771 321870 336832 351398 359927 377623 392146 127750 158891 180033 208379 217669 246140 251902 275569 305623 313051 324234 336877 351740 364987 382612 392387 116864 123726 134201 135466 161031 161806 182466 185840 210880 ------ 1 3U 3°° RM. 3836 5840 9777 9939 12086 15087 22112 24671 29263 32768 36467 $®563 44187 44473 46699 50652 51608 58373 60627 60012 61667 70459 72092 79039 79592 83124 84267 84568 85461 88038 89911 98449 ??^^^809 99886 103370 105828 106714 113955 Im Gewinnrade verblieben: 2 Gewinne tu le ^000000, 2 zu je 60000, 4 zu je 30000, 4 zu le 2°000, 18 zu je 10000, 30 zu je 6000, 44 U ie 3000 146 zu je 2000, 480 zu je 1000, AU 509^2160 au je 300 M. er '