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Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulftrahe r Mengenabschlüsse Staffel 8 Als im ersten Viertel des Jahres 1919 den tionen bekanntgegeben wurde, wie man sich Na- auf in und und Politik des gesunden Menschenverstandes der sogenannten Friedenskonferenz Versailles die Neugestaltung der Landkarte einiges andere vorstelle, wurden diese Pläne Absichten bei den Völkern der Sieger mit geradezu krankhaftem Jubel, bei uns mit lahmendem Entsetzen ausgenommen. Wir faßten uns an den Kopf und fragten uns, wie ein angeblich gesunder Menschenverstand einen Frieden verteidigen könne, der nicht nur einen, sondern tausend und aber tausend Keime zu neuem Unfrieden in sich berge. Vom gesunden Menschenverstand war bei den anderen allerdings damals und auch noch lange Zeit darnach herzlich wenig zu spüren. Er konnte sich erst wieder Bahn brechen, als der Rausch der Sieger zu verfliegen begann und man in der Gesamtbilanz erkennen mußte, ein wie schlechtes Geschäft die Siegerstaaten doch gemacht hatten, als sie Deutschland und seine Verbündeten in ein Joch zwangen, das nicht nur diese Staaten, sondern schließlich auch die anderen zu drücken begann. So durften wir beobachten, wie sich die Stimmen mehrten, die vom gesunden Menschenverstand sprachen und ihn zur Richtschnur einer neuen europäischen Politik gemacht sehen wollten. Jahre haben die Regierungen, Jahre haben die Völker Zeit und Gelegenheit gehabt, zu erkennen, was in Versailles angerichtet wurde. Der „Ob- ferner" hält es — rückblickend — geradezu für unglaubwürdig, daß man einem Siebzig-Millionen- Volk eine phantastisch anmutende Schadensersatzleistung abzupressen suchte. Und ebenso absurd sei es, so fährt er fort, daß Deutschland für immer a u f Kolonien verzichten solle. Das Gebot der Stunde laute, daß man sich nun endlich des gesunden Menschenverstandes zu bedienen habe. Das ist ein Wort, das unterstrichen werden soll, eben weil wir in letzter Zeit wiederholt erleben mußten, wie auslegungsfähig doch der so einfache Begriff des gefunden Menschenverstandes ist. Denn was die einen als durchaus klar und zweckmäßig ansehen, ist für die anderen wieder kompliziert und ablehnungsreif. Wir brauchen in dieser Beziehung nur an das internationale Kolonialgesprach zu erinnern, das die merkwürdigsten Gedankenganae zum Durchbruch hat kommen lassen. Sie sind vom Führer in seiner Reichstagsrede schon hinreichend behandelt und gekennzeichnet worden, so daß wir es uns ersparen können, noch einmal auf sie elnzugehen. Was in der Tat für Europa und für die Welt das Wichtigste und Vordringlichste ist, ist eben eine Politik, die sich von allem frei hält, was sie zu einer Geißel der Völker machen kann. Man sollte sich eigentlich auch sagen, daß man immer nur einmal einen großen und groben Fehler macht, dann aber künftig Fehler zu vermeiden sucht oder aber entstandene Schäden und Nachteile wieder beseitigen hilft. Sonst hat das Wort vom gutnachbarlichen und ersprießlichen Zusammenleben der Nationen keinen Sinn. Und die um uns herumlebenden Völker haben längst gemerkt, daß sie durchaus nicht gut beraten waren, als sie aus dem Frieden eine Angelegenheit der BeuteVerteilung machten, als sie beim Beutemachen kern Matz und kein Ziel kannten und als sie schließlich daran gingen, Deutschland zur Sicherung dieser Beute zu erniedrigen und klein zu halten. Auch hier stimmen mir mit dem „Observer" überein wenn er nachträglich die Fehler von Versailles brandmarkt und gleichzeitig aufzeigt, welche Unterschiede zwischen Deutschland und den übrigen Volkern für alle Zeiten aufrecht erhalten werden sollten. Die Ent Wicklung hat gelehrt, daß man fein Volk au ewig versklaven kann und daß es keine Politik gibt, die noch nach Jahrzehnten mit Methoden zu operieren vermag, die sich schon gleich zu Beginn als fehlerhaft herausstellten. Heute stehen mir an einem neuen Abschnitt europäischer Politik, heute mögen die verantwortlichen Staatsmänner zeigen, ob sie 6 er et sind, aus den Lehren der Vergangenheit die entsprechende Nutzanwendung zu ziehen und mit dem gesunden Menschenverstand an die Lösung der verschiedensten Probleme heranzugehen Wir kennen diese Probleme und wir wissen, au welchem Gebiet sie zu suchen und zu finden sind. Doch das eine möge man endlich einzufehen beginnen: Es ist unmöglich, sich mit einem Schritt gleichzeitig nach zwei verschiedenen Richtungen zu bewegen und noch unmöglicher ist es, in Europa ein politisches Gebäude zu erdichten, bei dessen Bau Materialien verwandt werden sollen, deren Wurmstichigkeit, Morschheit und geringe Güte längst von allen Sachverständigen bestätigt worden ist. Man gehe vielmehr nacheinander an die Ausräumung bestehender Schwierigkeiten heran und zögere nicht, diese Schwierigkeiten ihrer Wichtigkeit nach zu behandeln. Und man verzichte auch darauf, das eine vom anderen abhängig zu machen, schon weil dabei, wie die Vergangenheit zeigt, am allerwenigsten etwas Vernünftiges herausspringt. Das weltpolitisch höchst bedeutsame und auch von London vollauf anerkannte Flottenabkommen mit Deutschland wäre niemals zustande gekommen, wenn wir mit einer ganzen Serie von Bedingungen in die Erscheinung getreten wären. Wir haben uns vielmehr in die Lage Großbritanniens hineinzuversetzen versucht, wir haben das getan, was man ein Walten des gesunden Menschenverstandes nennt, und den Engländern ein Angebot gemacht, das sie von mancherlei Sorgen befreite. Wir haben in unferm Verhältnis zu Polen ebenfalls bewußt darauf verzichtet, nun em nut Paragraphen gespicktes Vertragswerk zum Ausgangspunkt einer Normalisierung der beiderseitigen Beziehungen zu machen. Auch mit Italien sind wir haben, uns unsere Lebensrechte beschneiden zu lassen, weiß alle Welt. Wir werden uns schon zu behaupten wissen. Nur wünschen wir nichts sehnlicher, als eine Selbstbehauptung, die sich im Rahmen ausgezeichneter Beziehungen zu anderen Staaten hält. Wie aber können diese Beziehungen ausgezeichnet sein, wenn der europäischen Politik die wesentlichsten Merkmale des gesunden Menschenverstandes fehlen und wenn wir unter dem Eindruck bleiben, daß man uns weder das Licht der Sonne noch schlechthin unser Dasein gönnt? Wir warten darauf, daß die Gegenseite nunmehr durch die Tat beweist, in welchem Maß sie die deutschen Lebensnotwendigkeiten anzuerkennen gedenkt. rt- Präsident Lebrun gegen Mißbrauch der Pressefreiheit. Paris, 8. Febr. (DNB.) Auf der am Sonntag in Paris abgehaltenen Jahrestagung der Berufsgenossenschaft der französischen republikanischen Journalisten hielt Staatspräsident Lebrun eine Rede, in der er den ernsten Warnruf an die französischen Schriftleiter richtete, die sogenannte Pressefreiheit nicht zu mißbrauchen. Die Freiheit, alles mit V 0 r n e h mH eit und Maß sagen zu dürfen, sei gut, höchstgefährlich sei es aber, wenn man sich von Leidenschafft und Haß fortteißen lasse. Das sei besonders gefährlich in der heutigen Zeit, wo die öffentliche Meinung so überempfindlich und nervös sei, daß die kleinste alarmierende Nachricht sie aus der Fassung bringen könne. Die französischen Schriftleiter müßten an die verschiedene Handhabung der Pressepolitik in den einzelnen Ländern denken. Auf der einen Seite fungiere so etwas wie ein Orchesterdirigent, der alle Chordinge ohne Mißklang und falsche Note harmonisiere. So erscheine der nationale Wille einheitlicher und machtvoller. Es sei eine Stärke, die dem Lande zugute komme. Dort hingegen, wo der kritische Sinn bis zum Uebermaß entwickelt sei, gehe jeder wohin er wolle. So laufe man Gefahr, daß durch übertriebenen Individualismus alles kompromittiert und die gewollte Wirkung unmöglich gemacht werde. Man solle stets an die bedauerlichen Folgen unbedachtsam oder sogar mit vollem Bedacht ausgegebener Falschmeldungen denken, die die Harmonie unter den Völkern, für die man sich mehr den je einsetzen müßte, und den von allen gewünschten Frieden gefährden könnte. in ein gutes Verhältnis eingetreten, weil man hüben wie drüben die Vernunft wirken ließ. Nur so kann man aus dem Zustand der Erstarrung, des unfruchtbaren Nebenemanderlebens und des gegenfeitigeh Mißtrauens herauskommen. Vom Mißtrauen zum Vertrauen hinuberzuwechseln ist, das geben mir zu, keine leichte Sache. Aber wie das Mißtrauen nur zu oft das Ergebnis eurer falschen Einstellung zueinander ist 0 kann das Vertrauen durch klare und rückhaltlose Aussprachen und vor allem durch Anerkennung der Bedürfnisse der in die Unterhaltung eingetretenen Staaten hergestellt werden. Sucht man dem einen mit Macht das vorzuenthalten, was er schon aus Gründen der Lebenserhaltung dringend gebraucht, dann muß der andere daraus schließen, daß Dinge im Werden sind, die ihn unmittelbar im ungünstigsten Sinne berühren. Das Mißtrauen bleibt erhalten, es stellt sich jeder fruchtbaren Aufbauarbeit ^Wir Md^ nun heute nach der Führerrede soweit, daß daran gegangen werden kann, das Mißtrauen abzubauen und den Weg zur G e m ein f cf) a f ts - arbeit freizumachen. Jede Gemeinschaft setzt sich bekanntlich aus Gleichberechtigten zusammen und zur Gleichberechtigung gehört auch das Recht zu leben. Daß mir nicht die Absicht Letzte Stunden des Grauens pen besetzten zuerst mehrere Gebäude und Fabriken der äußeren Stadtviertel und säuberten, von dort ausgehend, die Straßenzüge und Häuser, in denen sich einzelne bolschewistische Banden verschanzt hatten. Kaum hatten sich die siegreichen Truppen in den Straßen Malagas gezeigt, da strömte aus den Häusern die Bevölkerung, Männer, Frauen und Kinder, die in stürmischen Rufen ihrer Freude darüber Ausdruck gaben, nun endlich von der bolschewistischen Schrek- kensherrschaft erlöst zu fein. Bald wehte die rot-gelb-rote Flagge auf der Kathedrale und den Regierungsgebäuden. Gleichzeitig ankerten n a- tiona'le Kriegsschiffe im Hafen, um eine Flucht der Bolschewisten auf dem Seeweg zu verhindern. Aber bereits am Sonntag war im Schutz der Dunkelheit ein Schiff mit Kurs auf Cartagena ausgelaufen, auf dem sich marxistische Rädelsführer befanden um ihr kostbares Leben in Sicherheit zu bringen und die von ihnen Verführten die Zeche zahlen zu lassen. Die Verluste, die die nationalen Truppen bei den Operationen um Malaga erlitten haben, sollen äußerst gering sein. Hingegen sind die Verluste bei den Bolschewisten gewaltig. Sehr groß ist die Zahl der bolschewistischen Gefangenen. Den nationalen Truppen fiel große Beute an Kriegsmaterial in die Hände. ften angesteckt und geplündert worden. Hier habe ein Mann unter dem Spitznamen „der Oberst" seiner Herkunft nach Barbesitzer, als Leiter einer Abteilung von „Totenwagen" ein wahres Schreckensregiment ausgeübt. Mit diesem Wagen und diesen „Scharfrichtern" sei er täglich nach Malaga gefahren, um sich dort Opfer zu suchen. Nicht weniger als 60 Personen habe er ermordet. ,Eine besondere Greueltat beabsichtigten die bolschewistischen Horden als Schluß ihres Terrors durchzuführen. Sie versuchten nämlich d a s S ch i f f, das mit politischen Gefangenen im Hasen lag und in dem Geiseln seit sieben Monaten eingesperrt waren, in Brand zu setzen. Dieser Versuch ist aber erfreulicherweise fehlgeschlagen. Ein Einwohner Malagas gab dem Korrespondenten eine Schilderung her letzten Stunden vor um Malaga mit Dauerfeuer niedergekämpft. Unter dem Schutz dieses konzentrierten Artilleriefeuers gelang dann auch die Ausbootung mehrerer Landungskorps von der Seeseite aus. Da fast im gleichen Augenblick die Malaga umgebenden Höhen von den Landtruppen erstürmt wurden, war schließlich den Roten der letzte Fluchtweg abgeschnitten. Bezeichnenderweise haben die roten Kreuzer, die mit dem Befehl zur Unterstützung von Cartagena ausgelaufen waren, noch nicht einmal den Versuch gewagt, den nationalen Seestreitkräften bei deren Angriff auf Malaga in den Rücken zu fallen, obwohl ein solcher Angriff für die Belagerten eine starke Entlastung hätte werden können. Wie Malaoa genommen wurde. Salamanca, 8. Febr. (DNB.) lieber die Einnahme Malagas werden nun Einzelheiten bekannt. Die nationalen Truppen, die am Sonntagabend vor den Toren der Stadt Halt gemacht hatten, verbrachten die Nacht an strategischen Posten, um den eingeschlossenen Gegner am Entkommen zu verhindern. Im Morgengrauen begann dann der A n - griff. Die Bolschewisten verteidigten sich zunächst mit Gewehrfeuer, sehen jedoch bald die Unmöglichkeit ein, den Ansturm der nationalen Streitkräfte aufzuhalten, und flüchteten. Die nationalen Trup- London, 9. Febr. (DNB. Funkspruch.) Einen erschütternden Bericht von der Blutherrschaft der Bolschewisten in den letzten Stunden vor der Einnahme Malagas durch die nationalen Truppen gibt s’’r Korrespondent der „Daily Mail".Die Bolsch-- n haben geplündert, gemordet und Brandstiftungen verübt: überall habe man Flammen hoch gen Himmel schlagen sehen. Oberst Bvrbvn, der die nationalen Truppen an der Küste kommandierte, habe beschlossen, alles zu wagen, um Malaga so schnell wie möglich einzunehmen, um ein weiteres Hinschlachten von Unschuldigen zu verhindern. Die Zahl der in Malaga von den Bolschewisten Ermordeten belaufe sich auf 13 000. Die Zahl der Opfer aus Kreisen der Intelligenz in Alicante beziffere sich jetzt bereits auf 8000. Auch in Torremolinos, dem schönsten Badeort vor Malaga, seien die herrlichen Villen von den Bolschewi- General Franco verkündet die Befreiung der ganzen Provinz Malaga von der bolschewistischen Schreckensherrschast. Jubel in Salamanca. Salamanca, 9. Febr. (DNB. Funkspruch.) Salamanca, der Sitz des Obersten Befehlshabers der spanischen Nationaltruppen, feierte am Montagnachmittag in stürmischen Kundgebungen d i e Einnahme von Malaga. Sofort nach dem Bekanntwerden der Siegesnachricht begannen die Glocken zu läuten. Auf allen Türmen wurden Fahnen aufgezogen und die Balkone mit den spanischen Nationalfarben geschmückt. Nachmittags formierten sich die Falangisten, die Carlisten, die Anhänger der spanischen Erneuerung und der katholischen Volksaktion zu einem schier endlosen Zug. Die jubelnden Massen zogen vor den alten Bischofspalast, den Sitz des Hauptquartiers, und verlangten stürmisch den Staatschef zu elfen. Als General Franco endlich auf dem Balkon erschien, brausten ihm nicht endenwollende Jubelrufe entgegen. General Franco verkündete dann, daß nicht nur d i e Stadt, sondern auch die gesamte Provinz Malaga von den nationalen Truppen erobert worden sei. Dieser Sieg sei eine neue Etappe zur endgültigen Befreiung des Vaterlandes von der bolsche- wfttischen Schreckensherrschaft. Der Staatschef schloß: „Wir wollen mit erhobenem Arm das kommende neue Spanien grüßen, das Spanien der Falange und der Requetes (Carlisten)!" Die Eroberung von Malaga ist insofern von größter militärischer Bedeutung für die nationale Regierung Spaniens, als der weitaus größere Teil der etwa 30 000 Mann nationaler Truppen, die in neun Angriffskolonnen gegen Malaga angesetzt waren, nun als sehr wichtige Verstärkungen entweder für den Ring um Madrid oder für den Angriff auf die südöstliche rote Flottenbasis Cartagena, etwa 300 Kilometer Luftlinie nordöstlich von Malaga, frei werden. Der Fäll Malagas ist dem Zusammenarbeiten von drei Faktoren zu- ^uschreiben: erstens der ausgezeichneten taktischen Vorbereitung, zweitens der großen Schnelligkeit, mit der bk neun Angriffskolonnen konzentrisch vor- tießenVund drittens bet starken Unterstützung ber Landtruppen burch bie nationalen Flottenstreitkräfte. Drei Kreuzer, ein Kanonenboot und zwölf Hilfskreuzer waren von ber Seeseite her angesetzt. Insbesondere hat bie schwere Artillerie der brei Kreuzer bie Verbindungsstraße der Roten unter Feuer gehalten und zum Schluß die Außenforts U*.«»«- W <- ***** ’* der Einnahme der Stadt. Von den frühen Mor- Iienstunden an sei es der Bevölkerung durch das tärker werdende Gewehr- und Maschinengewehr- euer und das Donnern der Geschütze klar gewesen, >aß Francos Truppen immer näher rückten. Die bolschewistischen Mordbanden hätten sehr bald den Mut verloren und schon am Morgen seien die ersten Fliehenden von der Front in der Stadt angekommen. Die Stadt selbst habe einen völlig verlassenen Eindruck gemacht, da alle Männer gezwungen worden seien, zu den Waffen zu greifen, Frauen und Kinder aber in den Häusern blieben. Der größte Teil der Fliehenden habe sich schleunigst der Gewehre und der Munition entledigt, und sich nach Hause begeben. Nur ein kleiner Teil sei nach Osten geflohen, wo viele von ihnen dann später gefangen genommen worden seien. „Echo de Paris" schätzt die Zahl der während der bolschewistischen Blutherrschaft in Malaga Ermordeten auf 12 000. Die Einwohnerzahl Malagas, ursprünglich 150 000, sei in den sieben Monaten des bolschewistischen Terrors auf die Hälfte herabgesunken. In der Vorstadt Älora gebe es keinen einzigen Einwohner mehr. Die Bolschewisten hätten nicht vergessen können, daß die Einwohner bei den letzten Wahlen gegen die sog. „Volksfront" g e st i m m t hätten. Deshalb habe man die 1200 Enwohner einfach niedergemetzelt. — „Jour" berichtet, gefangene Sowjetsendlinge hätten erklärt, daß es bei den Bolschewisten in Malaga überhaupt kein einheitliches Kommando gegeben habe. Die Befehle seien aus Valencia und von den sowjetrussischen Häuptlingen gekommen. Die Verbindung zwischen Madrid und Valencia unterbrochen. Salamanca, 9. Febr. (DNB. Funkspruch.) Der Heeresbericht meldet, daß an der Madrider Front die Truppen von Ciempozuelos in nordöstlicher Richtung weiter vorgestoßen und die Berghöhen von Vertice, Cocertera und Escolon besetzt haben. Dadurch ist die Verbindung Madrid mit der augenblicklichen Bolschewistenzentrale in Valencia unterbrochen und die Lebensmittelversorgung der Hauptstadt außerordentlich erschwert worden. lieber die Operationen der Südarmee besagt der Heeresbericht, daß die nationalen Truppen in Malaga den Bolschewisten gewaltige Mengen Kriegsmaterial abgenommen haben. In einem Versteck fand man 12 Geschütze, eine größere Anzahl Maschinengewehre, ein Flugzeug, eine Million Patronen, zahlreiche Lastkraftwagen und Automobile. Die Bolschewisten aus Malaga flohen in Richtung M o t r i l. Bei ihrer Verfolgung konnten die nationalen Truppen zahlreiche Gefangene machen. Zwei nationale Kanonenboote brachten zwei bolschewistische Kanonenboote und mehrere Frachtschiffe der Bolschewisten in ihren Besitz. Ueber 600 Geiseln wurden von den nationalen Truppen befreit. Oie pfeilkreuzlerpartei in Ungarn. Budapest, 8. Febr. (DNB.) Die Pfeilkreuzler- partei hielt in Budapest eine öffentliche Versammlung ab. Fast 4000 Menschen hatten sich in der Ofener Redoute eingefunden. Die Abgeordneten der Pfeilkreuzlerbewegung wurden von der Menge mit zum Gruß erhobenem Arm und dem ungarischen Heilruf „Batorsag" (Mut) stürmisch begrüßt. Der Reichstagsabgeordnete Stephan Balogh richtete scyarfe Angriffe gegen den Führer der Kleinen Landwirtepartei, Tibor Eckard, dem allzu enge Verbindung mit legitimistischen und liberalen Kreisen vorgeworfen wird. Die Partei der kleinen Landwirte sei nicht befugt, sich als die alleinige Verkörperung des ungarischen Bauerntums auszugeben. Der Redner forderte eine gerechtere Verteilung des Grundbesitzes. Die Pfeilkreuzlerbewegung plane keineswegs, den deutschen Nationalsozialismus nach Ungarn einzuführen, werde aber alles das von Deutschland und Italien übernehmen, was für das Ungarntum nützlich und gut erscheine. Ein anderer Redner betonte, daß sie P a n u n g a r n seien, die jedoch mit dem alten treuen Waffengefährten und dem größten Käufer Ungarns, dem deutschen Volk, in innig- ft e r Freundschaft und wirtschaftlicher Zusammenarbeit leben wollten. Naturgemäß befaßten sich alle Redner grundsätzlich mit der Judenfrage, die heute in weitesten Kreisen der Bevölkerung als das dringendste und schwierigste Problem des Volkes empfunden werde. Freiwillige Mitarbeit der Veichsbank an der 333. Fwd. Basel, 8. Febr. Am Sonntag sand am Sitze der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich eine Zusammenkunft verleitenden Notenbankgouverneure unter dem Vorsitz des Präsidenten, des Holländers Dr. Trip, statt, in deren Mittelpunkt Mitteilungen des Reichsbankpräsidenten Dr. Schacht standen. Der Führer und Reichskanzler hatte am 30. Januar 1937 auch die Zusammenarbeit Deutschlands mit der BIZ. berührt, was zu Vermutungen Anlaß gegeben hatte, die Reichsbank werde sich von der BIZ. zurückziehen. Den Mitteilungen Dr. Schachts war zu entnehmen, daß die Reichsbank ihre Mitarbeit an der BIZ. fortsetzt, aber auf dem Fuße völliger Gleichberechtigung mit den übrigen Notenbanken. Nach dem Poung-Plan war Deutschland verpflichtet, sich in der BIZ. vertreten zu lassen, wie auch die Reichsbank zu gewissen Auskünften gegenüber der BIZ. verpflichtet war. Diese Verpflichtung fällt nunmehr weg, dagegen wird die Reichsbank ihre Vertreter m i t den gleichen Rechten und Pflichten wie beispielsweise die Bank von Frankreich oder die Bank von England weiterhin am internationalen Zahlungsinstitut Mitarbeiten lassen. Keine Störung des deutsch-türkischen Handels. Berlin, 8. Februar. (DNB.) Die türkische Handelskammer f ü r Deutschland teilt mit: In den letzten Tagen sind hier und da Berichte erschienen, welche von einer Kündigung und gar Aufhebung des deutsch-türkischen Clearingabkommen zu wissen glaubten. Interessant sind die Presseveröffentlichungen in manchen Ländern und manchen Hauptstädten über diese Frage. Wo die Quellen dieser Nachrichten liegen dürften und welchen Zweck diese haben könnten bedarf wohl keiner eingehenden Erörterung. Eins jedoch, was wir zu berichten in der Lage sind, ist außer jedem Zweifel, daß der Wirtschaftsverkehr zwischen Deutschland und der Türkei, den Bestrebungen und Wünschen der an ihn direkt Interessierten voll und ganz entsprechend, seine überaus erfreuliche Entwicklung fortsetzt. Hierüber liefern uns die Ergebnisse des deutsch-türkischen Handels mit einer weiteren Erhöhung die tatsächlichen Beweise. Es ist daher vollkommen irrig, davon zu sprechen, daß der weitere Ausbau dieser angenehmen wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und der Türkei türkischerseits nicht mehr erwünscht wäre und daß das deutsch-türkische Abkommen gekündigt sei. Das Programm des neuen japanischen Kabinetts. Tokio, 8. Febr. (DNB.) Das Kabinett Hayaschi veröffentlicht das Regierungsprogramm, das unter der Voransetzung des ewigen Kaisergedankens als die geisttge Kraftquelle Japans eine gesunde, zeitgemäße Entwicklung der Verfassung fordert. Polittsche Kreise sehen hierin die starke Einwirkung der Wehrmacht, die seit Jahren alle Strömungen scharf bekämpft, die das Ansehen des Kaisers im Volke zu entwurzeln versuchten. Das Kabinett strebt als außenpolitisches Ziel die Sicherung des ostasiatische n Friedens an durch rechtzeitige Verstärkung der Wehrmacht und Pflege des Wehraedankens im Volk. Industrie und Wirtschaft und alle Hilfsquellen des Landes müssen dem nationalen Wehrgedanken dienen. „Domei" teilt mit, daß Ministerpräsident General Hayaschi in einer Rundfunkansprache auf das Programm ausführlich eingehen wird. Vegierungstmppen haben Sianfu beseht. Nanking, 8. Febr. (DNB.) Die Zenttalregie- rung gibt bekannt, daß die Regierungstruppen in die Stadt Sianfu einmarschiert sind. Der Verkehr auf der Lunghai-Bahn ist wiederhergestellt. Der Einmarsch ist reibungslos durchgeführt worden. Die Streitkräfte des Generals Yanghucheng hatten vorher das rechte Ufer des Wei-Flusses geräumt. Trupps, die noch in der Stadt geblieben waren, ergaben sich sofort. In Nanking wird der Einmarsch als ein Ergebnis der Verhandlungen zur friedlichen Beilegung des Schensi-Konflikts angesehen. Für deutsches Volkstum! Zur Echulsammlung des VOA. vom 8. bis 18. Februar. Der Reichs- und Preußische Minister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung hat für den VDA. im Einvernehmen mit dem Reichs- und Preußischen Minister des Innern, dem Schatzmeister der NSDAP, sowie im Einvernehmen mit der Leitung des Winterhilfswerkes eine Schul- [ammlung in der Zeit vorn 8. bis 18. Februar 1937 angeordnet. Die Schuljugend des ganzen Reiches wird mit Blocks bei ihren Familienangehörigen und in Freundeskreisen für die große Volksdeutsche Sache sammeln und damit einen leuchtenden Beitrag geben zur Kameradschaft des Hundermillionenvolkes. Wir alle wissen längst von dem Kampf unserer Volksgenossen jenseits der Grenzen, wissen um die Lage unserer deutschen Volksgruppen, ihre Geschichte, ihr Recht, ihre Leistung und ihre Not. Dieses Wissen ist aus der selbstverständlichen, für jeden Deutschen gültigen Haltung längst zur lebendigen Teilnahme am Geschick unseres gesamten Volkes geworden, zur Teilnahme vor allem da, wo es am gefähr- betften ist. Aus der nationalsozialistischen Haltung ergibt sich für alle Volksgenossen im Reiche ein ft ä n b i = ger Kampf und Einsatz für di e Erhaltung unseres Volkstums, das der Führer eben wieder bei seiner großen Rede am 30. Januar 1937 vor dem Deutschen Reichstag den Sinn und Zweck der menschlichen Organisationen und Funktionen genannt hat. Die Anerkennung jeden Volkstums durch jedes Volkstum ist zugleich das beste Mittel zur tiefgreifenden Entspannung zwischen den Staaten, bei denen sich die Staatsgrenzen nicht mit den Volksgrenzen decken. Gerade den Deutschen müssen die fremden Staaten immer wieder das Zeugnis ausstellen, daß ihre Volksgruppen noch an der fernsten Volkstumsfront ein starker und unerschütterlicher Hort gegen den Bolschewismus find, wenn sie an ihrer Art und ihrer Kultur festhalten: ein unerschütterliches Bollwerk der Ordnung und eine tatsächliche Stütze allen kommunistischen und anarchistischen Bestrebungen gegenüber. Und eben deshalb muß auch jeder für die Volksgruppen draußen, die oft nur unter größten Opfern sich und ihre Kinder dem Deutschtum erhalten, hier im Reiche einstehen. Lehrerbildung im Dritten Reich. Oer neue Erzieher ist die Voraussetzung der nationalsozialistischen Schule. Berlin, 8. Febr. (DNB.) Der Reichsminister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung, Rust, eröffnete im Deutschen Zentralinstitut für Erziehung und Unterricht die Ausstellung „L e h - rerbildung im Dritten Reick", die eine vorzügliche Ueb erficht über die Arbeit der 27 deutschen Hochschulen für Lehrerbildung gibt. Reichs- Minister R u ft entwickelte die Grundsätze, die für den Ausbau einer nationalsozialistischen Lehrerbildung maßgebend waren. Die nationalsozialistische Revolution sei die größte Erziehungsmacht, die je das deutsche Volk geformt habe. Gleichwohl habe die Aufgabe einer Neubegründung der deutschen Schule nur langsam und schrittweise in Angriff genommen werden können, da das na- tionalsozialistiscke Erziehungssystem nicht auf einer pädagogischen Theorie, sondern auf dem politischen Kampf und den ihm eigentümlichen Gesetzen entstanden sei. Erste Voraussetzung war die Schaffung des neuen Erziehers, eines Lehrers, der selbst erzogen ist durch die formende Kraft der Bewegung und der darum die Schule tiefer und nachhaltiger umgeftatten wird als Reformen allein es vermöchten. Ich habe die Hochschule für Lehrerbildung geschaffen, indem ich die von der nationalsozialistischen Bewegung oertretenen Grundsätze auf das Gebiet der Erziehung anwendete. Das konnte nicht dadurch geschehen, daß ich in den Uebungsbetrieb alter Art einfach eine politische Bildung einspannte, sondern die Lebensform der Kameradschaft und des Mannschaftsgeistes, wie sie im politischen Dienst der Kampfzeit entstanden war, mußte der Hochschule das Gepräae geben. Denn nur, wer selbst in nationalsozialistischer Haltung erzogen und geformt wurde, ist würdig, im nationalsozialistischen Staat an der Schule zu wirken. Eine Scheidung zwischen der Vermittlung reinen Wissens und der seelisch-charakterlichen Formung würde dem nationalsozialistischen Grundsatz der Einheit von Leiv, Seele und Geist widersprechen. Die große Aufgabe, die ich der Leibeserziehung im Gesamtrahmen der neuen Hochschule zugewiesen habe, beruht auf der Notwendigkeit dieser ch a ratter l i ch e n Erziehung. Die pädagogische Akademie alter Art war eine Einrichtung der abstrakten Bildung, eine Stätte des Wissens. An ihre Stelle setzte ich Die Hochschule für Lehrerbildung, die den Menschen in seiner Gesamtheit erfaßt, sein Wissen schult, sein musisches Empfinden weckt und feine Haltung formt. Der ftänbige Dien ft unter der Fahne ist die Lebensform der Lehrerhochschule, gekennzeichnet durch soldatische Haltung und die Kameradschaft, die Lehrer und Lernende zu einer Gemeinschaft verbindet. Die Hochschule für Lehrerbildung ist ein Stück Hochschulerneuerung. Durch sie ist der alte (Streit darum, ob in der Lehrererziehung der Wissenschaft ober dem Beruf der Vorrang gebühre, für immer beendet. Neben den vorhin geschilderten Erziehungsformen halte ich die Wissenschaft, die selbständige Forschung als unentbehrlich für die Heranbildung oes deutschen Lehrers. Die Vorbereitung auf den Beruf ist titimit unlöslich verbunden. Ich halte die geistige Sicht, die durch wissenschaftliches Arbeiten erworben wird, Mit für die wertvollste Vorbereitung auf den Beruf des Lehrers. Die Ausstellung „Lehrerbildung im Dritten Reich" gibt anhand eines überaus aufschlußreichen und umfassenden Ausstellungsmaterials eine Gesamtdarstellung der Lehrerbildung, die alle Zweige der wissenschaftlichen und praktischen Ausbildung, des Wirkungskreises der Studenten und Junglehrer, sowie ihre Aufgaben im Rahmen der nationalsozialistischen Volksgemeinschaft behandelt. Die Aufgabe, den vorwiegend geistigen und abstrakten Stoff der Lehrerbildung anhand von plastischen Ausstellungsgegenständen anschaulich darzustellen, ist in dieser Schau vorbildlich gelöst. Die Ausstellung wird noch ergänzt durch Baumodelle von Lehrerhochschulen und handwerklichen Arbeiten von Studenten. Krifis -er Kleinen Entente. Das Vuch eines tschechischen Diplomaten. Wie sich jetzt herausstellt, hat die Erklärung des rumänischen Außenministers Antonescu, wonach ein militärischer Pakt mit Sowjetrußland weder bestehe noch geplant sei, eine sehr interessante Vorgeschichte. Der tschechoslowakische Gesandte in Bukarest, Jan Seba, hat unlängst ein Buch „Rußland und die Kleine Entente in der W e l t p o l i t i k" erscheinen lassen, in dem die Haltung der rumänischen Armee im Weltkrieg sehr wegwerfend kritisiert und die führenden Kreise Rumäniens als eine „an glänzendes Leben und Nichtstun gewöhnte Herrenschicht" bezeichnet wird. Diese Schicht habe auch Rumäniens weitere Annäherung an Sowjetrußland verhindert und zum Sturz Titules- c u s geführt. Die peinliche Entgleisung, die das Buch des Bukarester tschechischen Gesandten darstellt, war bereits inPvlen scharf kritisiert worden. Der Gesandte hatte nicht nur die Innenpolitik Polens kritisiert, sondern in außenpolitischer Hinsicht bedauert, daß Polen im Jahre 1919 die sog. Gurzon- Linie abgelehnt habe, durch die Sowjetrußland und die Tschechoslowakei eine lange gemeinsame Grenze erhalten haben würden. Seba setzte sich offen für eine gebietsmäßige Revision zu Ungunften Polens ein, wenn er in seinem Buch erklärte, daß die Frage des Durchmarsches s o w j e t r u s s i s ch e n Militärs nach der Tschechoslowakei durch eine solche Grenzziehung „weitaus einfacher wäre". Für Seba steht der Durchmarschgedanke im Vordergrund, und er versucht, ihn den Rumänen schmackhaft zu machen. Es hat in Bukarest wie auch in Warschau lebhaftes Befremden hervorgerufen, daß das Buch Sebas ein Vorwort aus der Feder des tschechoslowakischen Außenministers Dr. Krofta enthielt. Merkwürdigerweise hat der rumänische Außenminister Antonescu den Gesandten trotz der Enthüllungen über den Inhalt des Buches im Parlament verteidigt, obwohl er eingestandenermaßen das Buch noch nicht gelesen hatte. Wenn er diese Lektüre und eine Sellungnahme dazu erst nach seiner tschechischen Reise nachholen will, dann spricht bei ihm anscheinend die Hoffnung mit, daß die ganze Affäre inzwischen durch eine Abberufung des tschechischen Gesandten gegenstandslos wird. Nicht aus der Welt geschasst wird aber die Tatsache, daß auch durch diesen tschechisch-rumänischen Zwischenfall die innere Schwäche der Kleinen Entente erneut so stark beleuchtet wird, daß ein namhafter rumänischer Abgeordneter diesen Verband „nur noch eine Illusion" nannte, an der nur noch die Tschechoslowakei hänge. Die Kleine Entente, die in den letzten beiden Jahren eine Reihe von Krisen durchgemacht hat, ist sozusagen das Lebenswerk des jetzigen tschechoslowakischen Staatspräsidenten Dr. B e n e s ch. Sie wurde 1920/21 als ein politisches Bündnis mit militärischem Rückgrat zwischen der Tschechoslowakei, Jugoslawien und Rumänien mit der ausgesprochenen Tendenz gegen Ungarn und gegen den Zusammenschluß Oesterreichs und Deutschlands gegründet. Eines ihrer Hauptziele ist die Verhinderung jeder Revision der Friedensdiktate von 1919 und ihrer Folgen, worauf sich bk drei Staaten schon durch die Marienbader Verträge vom 31. August 1922 verschworen hatten. Die Verstimmung in Vukarest. Ueberprüfurrg der rumänischen Bündnisse gefordert. B u k a r e st, 8. Februar. (DNB.) Im rumänischen Senat führte der frühere Ministerpräsident Pro- fessor Jorga eine Reihe von Tatsachen an, aus denen mit aller Klarheit die innerhalb der Kleinen Entente auftretenden Jnteressenverschiedenhetten erkennbar werden. Professor Jorga erwähnte sowohl den jugoslawisch-bulgarischen Freundschaftsvertrag wie auch die tschechoslowakische Sowjetpolitik und sprach von Versuchen Jugosla- wiens, über Rom oder auch direkt eine V e r ft ä n - digung mit Ungarn herbeizuführen. „Stoja- dinowitsch hat", sagte Jorga, ,Mit Bulgarien einen Vertrag abgeschlossen, ohne uns 3U befragen. Wir können dieses Vorgehen keinesfalls als einen Akt der Loyalität anschen. Wir können weder jene umarmen, die Herr Stojadinowitsch umarmt, noch jenen Schritten folgen, die die Tschechoslowakei seit einiger Zeit in einer bestimmten Richtung macht. Ein Außenminister (Titulescu) hat einmal im Parlament gesagt, daß wir nicht nur Rumänen, sondern auch Bürger der Kl einen Entente sind. Wie können wir das fein, wenn nicht die gleichen Auffassungen innerhalb der Kleinen Entente bestehen?" Ein Bündnis behalte jedenfalls nur dann seine Existenzberechtigung, wenn alle Verbündeten innerhalb der Vertragsgrenzen blieben. — Der Führer der National-Christlichen Partei, Professor Cuza, verlangte eine grundlegende Ueberprüfung der rumänischen Bündnisse und hob hervor, daß Rumänien niemals der Tschechoslowakei bei ihrer Annäherung an Sowjet- rußland folgen dürfe. Der Herausgeber des „Curentul", Pamftl Sei« c a r u, stellt fest, daß die Partner Rumäniens, Jugoslawien und die Tschechoslowakei, außenpolitisch eigene Wege gegangen seien. Seicaru verweist auf die Annäherungspolitik Jugoslawiens gegenüber Deutschland, Italien und Bulgarien, um auch mit einem Blick nach Prag an die keineswegs abgeschwächte Gegnerschaft Belgrad-Moskau zu erinnern. In Belgrad und Prag befolge man eine diametral entgegengesetzte Politik. Warum bemühe man sich unter diesen Umständen noch, der Kleinen Entente „die Schminke der Lebensfähigkeit" aufzulegen. Es sei sogar die Frage, ob diese Entente hinsichtlich Ungarns funktionieren könne, eine Zielsetzung, die bei der Gründung dieser Entente im Vordergrund stand. Nachdem die Kleine Entente „ihren politischen Inhalt verloren" habe, müsse jetzt Rumänien dem Rechnung tragen. Rumänien müsse seine eigenen Interessen schützen und dürfe sich nicht Täuschungen über die Festigkeit der Klei- nen Entente hingeben und sich mit „Rücksichten auf eine verjährte Politik abmühen". „Warum soll Rumänien das, was in feiner Außenpolitik tatsächlich schon auf die Passivseite "ehört, auf der Aktivseite weiterführen?" Die Debatte um das Buch Sebas habe Gelegenheit zu einer Klarstellung gegeben. Scharfer Protest aus Warschau. Warschau, 9. Febr. (DNB.) Das Blatt der polnischen Rechtsopp 'ition „ABC" erklärt zu dem Buch des tschechoslowakischen Gesandten in Buka- reft, Seba, die polnische Oeffentlichkeit verwahre sich einmütig mit äußerster Energie gegen die unerhörte Einmischung der tschechoflowakischen Diplomatie und werfe die Frage auf, ob bas Buch Sebas die Ansicht der tschechoslowakischen Regierung darstelle. „Wir sind", so schreibt „ABC", „Freunde der Tschechoslowakei und wünschen, daß sich ihre Politik von freimaurerischen Einflüssen befreit. Aber die tschechoslowakische Regierung möge zur Kenntnis nehmen, daß eine Initiative', wie sie Seba ergriffen hat, dazu an- getan ist, die Beziehungen zwischen Polen und der Tschechoslowakei endgültig zu verderben, und daß es keinen Polen gibt, der nicht in einer derartigen Veröffentlichung eine polenfeindliche Tendenz erblickte. Solange die tschechoslowakische Politik, von Feinden Polens geleitet, nicht die Rolle Polens in Mitteleuropa versteht, kann von einer dauerhaften Besserung der Beziehungen zwischen den beiden Ländern keine Rede fein." „Kurjer Poranny" schreibt u. a., das Buch enthülle die polenfeindlicheEinstellungder tschechischen Politik in aller Deutlichkeit. Aus dem „Werke" Sebas gehe hervor, daß die tschechische Politik die Erlangung einer gemeinsamen Grenze mit Sowjetrußland auf Kosten Polens anstrebe. Das Buch Sebas werde auch jenen ausländischen Ignoranten die Augen öffnen, die Polen Vorwürfe machten, daß es keine Annäherung an Prag versuche. Die polnisch-tschechischen Schwierigkeiten seien in der tschechischen Politik begründet. Polen müsse die Tatsache in Rechnung stellen, daß ein offizieller Vertreter der Tschechoslowakei sich dafür ausgesprochen habe, Polen einen Teil seines nationalen Gebietes zu nehmen, ohne das seine Vorgesetzten von ihm abge- rückt seien. Das müsse man im Gedächtnis behalten. Meine politische Nachrichten. Am 1. Februar betrug die Gesamtzahl der Rundfunkteilnehmer im Deutschen Reich 8381 139 gegenüber 8167 957 am 1. Januar. Im Laufe des Monats Januar ist mithin eine Zunahme von 213 182 Teilnehmern (2,6 v. H ) eingetreten. Unter der Gesamtzahl vom 1. Februar befanden sich 599 750 gebührenfreie Anlagen. Am Sonntag, dem 2 8. Februar 1937, findet in dem früheren Großen Schauspielhaus, Berlin, eine Kundgebung des Reichstreubundes statt, auf der Referate des Bundesführers, Gauleiter, Oberpräsident, Staatsrat Schwede- Coburg, des Vertreters des Herrn Reichskriegsministers und des Bundesführers des Soldatenbundes, General der Inf. a. D. Frhr. Seutter von Lätzen, gehalten werden. Das tschechoslowakische Preß-Büro wendet sich gegen die Meldung eines Berliner Blattes, wonach in den tschechischen Gefängnissen mehr al5 3000 Sudetendeutsche wegen politischer Delikte inhaftiert seien. Diese Zahl sei „unrichtig und tendenziös übertrieben". Leider haben die zuständigen Prager Stellen die Gelegenheit nicht benutzt, den „tendenziösen Uebertreibungen" d i e wirkliche Zahl gefangener Sudetendeutscher entgegenzusetzen. Offenbar ist sie so hoch, daß mon es in Prag nicht wagt, die Wahrheit zu veröffentlichen. 'iiiiieiBii ff iiiiiiiJ «iiiSiiiUiMiif iiiä MII Mss '!■!? neu IV iii M na iir ■i' iieia iiiii iiaia ,eif jiü iieii jisik igieiiiäqF ( .iäiiiiiaiaiwiiiiiv'» aiaiaiSiSiaifiiSifiik.... Jiiiiiäiäiäiiiiiaiiiäii jiaiiiäiiiSi"*525*""*8 ii«iiiiäi5i iiair MM !' ÄBISSÄ®1. ijaiiiiiaiimih .,aiiiäiSL •■•SSM! INI«»»«! iiieiiiiiai 'wiaieigiaigiaigieiBivivivi!1 ■iaiaiaia'' ■•Miaigiaiai» «meiiiüt.. .Jiaiwieieieiii ...... üiiiiiiiig«!!; *!•!■!■!■!=!•!■!: _______ -.-•■leiBieiBiBieiaie. liiiviiieiÄiiiiii. iiiiiiaieiaiiiaii ■iiiiiäiiieieiiiv: ■ iäiiiiieieieiWiaiBieiaii Handwerk hat goldenen Boden nen will, vorher die Meisterprüfung besinn. gebrochen. den danken. zug 1938. Zn Köln. Oer Ball verdeutschen presse im Berliner Zoo. Schon in den ersten Vormittagsstunden des Rosenmontag zeigte die sonst so geschäftige Innenstadt von Köln ein verändertes Bild. Die meisten Straßen, die für jeden Fährverkehr gesperrt mären, füllten sich bald mit einem hin- und herwogenden Menschengewühl. Reben unzähligen Personenwagen sah man am Rande der Innenstadt eine Schlange von Omnibussen, die Schaulustige aus der näheren und weiteren Umgebung, auch aus Holland, Belgien und Luxemburg herangebracht hatten. Die Reichsbahn brachte mit den planmäßigen Zügen und 20 Son- Der finnische Außenminister Holstchi ist in Moskau eingetroffen. Er wurde u. a. vom Stellvertreter des Volkskommissars für Aeußeres Krestinski, am Bahnhof empfangen. von Nieder- und Oberauerbach ist überschwemmt. Das Tal von Einöd bis Meeden ist ein einziger See, desgleichen die Strecke von Contwig bis Thaleischweiler. Besonders schwer heimgesucht wurde die Gemeinde Erfenbach bei Kaiserslautern. Der Damm des in der Nähe des Dorfes gelegenen Badeweihers konnte dem Druck der vom Sturm gepeitschten Wafsermassen nicht mehr standhalten und brach. Feuerwehr und Dorfbewohner arbeiteten stundenlang, um Keller und Stallungen auszupumpen. Das Vieh konnte in Sicherheit gebracht werden. Der Schaden ist bedeutend Drei Kinder auf dem Eise eingebrochen und ertrunken. Drei Schulknaben im Alter von 11 bis 14 Jahren, die sich, entgegen ausdrücklichem Verbot ihrer Angehörigen, auf die morsche Eisdecke des großen Ratzeburger Sees (Schleswig-Holstein) gewagt hatten, brachen in einiger Entfernung vom Ufer ein und ertranken. Alle sofort unternommenen Rettungsversuche scheiterten, da das morsche Eis immer wieder abbröckelte. Die Leichen konnten geborgen werden. Von einem Lastwagen totgedrückl. In Gensingen bei Bad Kreuznach ereignete sich ein Unfall, der einem jungen Mann aus Bad Kreuznach das Leben kostetete. Die Zugmaschine eines Fahrgeschäfts fuhr mit zwei Anhängern auf der Straße nach Sprendlingen. Auf dem letzten Anhänger saß der 30jährige Heinrich Walter aus Bad Kreuznach. Am Bahnübergang der Strecke Bad Kreuznach—Mainz stürzte an einer abschüssigen Stelle Walter unbemerkt von seinem Sitz, geriet unter die Räder, wurde mitgeschleift und so schwer verletzt, daß er bald darauf starb. Wieder eine jüdische Betrugsaffäre in Oesterreich. II. Leistungsstarkes Handwerk! Von Or. Schüler, GeneralsekretärdesReichsstandes des deutschen Handwerks. Aus aller Wett. Schreckliches Ende einer Karnevalsfahrt: Vier Menschen im Rhein ertrunken. Ein schweres Verkehrsunglück ereignete sich in Köln beim Leystapel am Rhein. Eine aus acht Personen bestehende Gesellschaft aus dem Westerwald kehrte von einem Karnevalsausflug in einem Kraftwagen heim. Als sie in hoher Geschwindigkeit den auf dem Leystapel endenden Felzengraben herunterfuhren, konnte der Fahrer anscheinend beim Em- biegen die Kurve nicht nehmen. Der Wagen durchbrach das Geländer am Rheinufer und stürzte in den Fluß. Von den Insassen konnten sich vier Männer, nachdem sie die Scheiben eingeschlagen hatten, aus dem Wagen zwängen und sich so lange über Wasser halten, bis Hilfe kam. Die anderen vier Mitfahrer, drei Mädchen und ein Mann, sind ertrunken. Es war bisher noch nicht möglich, den Waaen aus den Fluten zu bergen. Die Persönlichkeit der Ertrunkenen steht noch nicht fest. In Lahn und Rhein erkrunken. Infolge des Lahnhochwassers suchte eine Anzahl Lahnschiffe im Nothafen von Balduinstein Zuflucht. Von einem dieser Schisse fiel ein kleines Kind in die Lahn. Ein Schiffer sprang dem Kind nach und brachte es wieder an die Oberfläche. Als man ihm das Kind abnahm, versank der Retter, vermutlich von einem Herzschlag getroffen, in den Fluten. Seine Leiche konnte noch nicht geborgen werden. Bei Niederlahnstein fiel von einem Anhänger des Schleppdampfers „Ludwigshafen" ein Kind in den Rhein. Der Vater des Kindes sprang sofort nach. Er verschwand jedoch nach einigen Augenblicken in den Fluten und ertrank. Einem mit einem Nachen nachfahrenden Matrosen gelang es, das mit den Wellen ringende Kind zu retten. Die Leiche des Vaters konnte noch nicht geborgen werden. Große Ueberfchwemmungen in der Pfalz. Wenn man mit Volksgenossen von der Erneuerung des Handwerks im Dritten Reich spricht, dann 1 fallen ihnen oft zunächst malerische Festzüge in 1 mittelalterlichen Trachten ein, und sie fangen an, 1 von alten Zünften und dem „ehrbaren" Hand- 1 werk zu sprechen. Sie zeigen damit eine ganz einseitige, ja falsche Auffassung vom nationalsozialistischen Handwerk in unserer Zeit, denn die Erneuerung des Handwerks im Dritten Reich hat ganz andere Ziele, als etwa ein Stück Mittelalter im zwanzigsten Jahrhundert wiederzubeleben. Die Pflege guter alter deutscher Ueberlieferung und die zeitgemäße Steigerung der Gesamtleistung des deutschen Volkes gehören im Nationalsozialismus und ganz besonders im nationalsozialistischen Handwerk zusammen. Auf beides erstreckt sich tne Erneuerung des Handwerk, beides ist ineinander verwoben und nicht voneinander zu trennen. Das ehrbare und zugleich neuzeitliche, leistungsstarke Handwerk ist unser Ziel. Das alte Handwerk konnte Träger deutscher Macht und höchster deutscher Kultur sein, solange die alten Zünfte von gesunden Lebensgrundsätzen erfüllt waren wie Wehrhaftigkeit, Reinhaltung des deutschen Blutes, Disziplin, Opfergeist, Kameradschaft Achtung vor den Frauen, Achtung vor Brauch und Sitte, strenge Gütearbeit nicht um des Geldes, sondern um der Sache willen, Gemeinschaft von Meister, Geselle und Lehrling, Aufstieg und Nahrung für den tüchtigen Gesellen. Das alles waren Grundsätze des alten Handwerks. Sie sind zugleich Lebensgesetze jeder gesunden Gemeinschaft, und sie sind daher auch die Lebensgrundsätze des neuen nationalsozialistischen Handwerks. Ein gutes Beispiel hierfür ist die organisierte Wiederbelebung des handwerklichen Gesellen wanderns durch die Reichsbetriebsgemeinschaft Handwerk in der Deutschen Arbeitsfront: die Wiederbelebung eines alten schönen Brauches dient gleichzeitig dazu, leistungsfähige, lebenstüchtige Handwerker zu schaffen. Ein anderes Beispiel ist die große nationalfozialistische Errungenschaft des Handwerks: der Große Befähigungsnachweis. Das Handwerk hat sich in Anlehnung an die alte Handwerksüberlieferung mitten in der libe- ralistisch-marxistisch beeinflußten Zeit ein eignes Ausbildungs-, Erziehungs- und Prufungssystem geschaffen. Es war aber ein Schwert ohne Klinge, denn niemand konnte gezwungen werden, vor der Niederlassung seine Befähigung zum selbständigen handwerklichen Betriebsführer im Sinne des Systems nachzuweifen. Das ist jetzt anders geworden. Auf Grund der dritten Handwerksverordnung von 1935 muß jeder, der einen Handwerksbetrieb eroff- Das große gesellschaftliche Ereignis der Reichshauptstadt war der Ball der deutschen Presse, bei dem sich die Spitzen des staatlichen, politischen und geistigen Lebens Deutschlands trafen. Diese Ausnahme zeigt Reichsminister Dr. Goebbels im Gespräch mit Jenny Jugo und Staatssekretär Funk. (Atlantic-M.) hälfte" mit den Worten abbricht: „Nachtkritlk verboten!" Alle diese Wagen waren mit rheinischem Witz und Humor wundervoll und künstlerisch ausgestaltet. Der Prunkwagen des Prinzenpaares, m Goldweiß gehalten, fand staunende Begeisterung, und dem Prinzenpaar wurde immer wieder stürmische Huldigungen vom singenden und schunkeln- Volk dargebracht. närrische Stadt. Dann standen die Masten stundenlang auf dem viele Kilometer langen Weg des Ro- enmontagszuges, es wurde gesungen und geschunkelt, bis endlich der Ruf in die Massen schlug: „De Zog kütt". Das Motto „Märchen und Wagen aus aller Welt" bot sämtliche Möglichkeiten, kölnischen Humor und Spott Triumphe feiern zu lassen, wobei auch die Politik nicht verschont wurde. Immer wieder löste der bunt glänzende Zug mit seinen über 20 Festwagen, ungezählten witzigen Gruppen, den Schildträgern, Fanfarenbläsern, den zahlreichen Spielmannszügen und Musikkorps, den Kölner Originalen, den Funkern, den Berittenen und den Fuß- oldaten sämtlicher Kölner Karnevalkorps mit ihren prächtigen Uniformen Begeisterungsstürme aus. Sehr zeitnahe Dinge behandelten die Wagen „David unö der Riese Goliath", „Das Ammenmärchen", „Völlig a.bgerüstet" und der Wagen „Nobel geht die Welt zugrunde". Aus einem anderen Wagen sah man .Jungsiegfritz", wie er mit einem Regenschirm den Greueldrächen ersticht. „Hans im Glück" zeigte ein das Steuerzahlen verbietendes Finanzamt, aus dessen Fenstern den erfreuten Volksgenossen das Geld hingeschüttet wird. Höhepunkt des Zuges war natürlich der Prunkwagen des Prinzen Karneval. Auf einer großen goldenen Muschel, die von einem Dutzend buntglänzenden Falter gezogen wurde, thronte Prinz Hermann I., der nicht müde wurde, den ihm zujubelnden Volk für die Huldigungen zu den haben. r , , So wächst der Große Befahlgungsnachweis aus der besten Ueberlieferung des deutschen Handwerks heraus. Er ist zugleich das wichtigste Mittel, das moderne, leistungsstarke Handwerk zu verwirklichen. Der ganze Berufsweg des Handwerks von der Aus- wähl der Lehrlinge bis zur Weiterbildung der hochbefähigten Meister und Gesellen wird jetzt neu ge* ordnet. Das Kernstück ist dabei die Neuregelung der Meisterprüfung im Sinne der umfastenden Beherrschung eines Faches nach dem neuesten Stand der Technik, im Sinne der Beherrschung der neuzeitlichen technischen und kaufman» Nischen Betriebsführung und im Sinne der völligen Klarheit, Einheitlichkeit und Nachprüfbarkeit So werden wir im Laufe der Jahre in Handwerk erholten, das eine geschloffene Mannschaft von charakterlich zuverlässigen, meisterlichen Könnern bildet. Damit ist dann nicht nur die wirk- chastliche Zukunft des Handwerks gesichert, son- dern zugleich auch seine Bedeutung als tragende Säule des wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Aufbaues von Staat und Volk in früher nie geahnter Weise gesteigert. Durch Steigerung der Leistung und Dienst am Ganzen geht der Weg des Handwerks zum Aufstieg. Das alles vollzieht sich in einem nach früheren Begriffen unerhörten Tempo, weil der nationalsozialistische Gesetzgeber dem Handwerk nut der neuen P f l i ch t o r g a n i s a t i o n die Grundlagen geschaffen hat, die es braucht. Was früher m Jahrzehnten nicht zu erreichen war, wird jetzt in Jahren und Monaten verwirklicht. Greifen wir nur einige Teilgebiete der nationalsozialistischen Aufbauarbeit heraus, die sich zu einem geschlossenen und wirksamen System der Handwerksförderung zusammenfugen: ' Arbeitsbeschaffung durch Lieferungsgenostenfchafien, ; Betreuung der einzelnen Handwerker durch em Netz ; von Gewerbeförderungsftellen, Förderung einer [ wirksamen Propaganda und Werbung, Durchführung einer zeitgemäßen Selbstkostenberechnung und : Buchführung, Steigerung der Ausfuhr von S)anö» - werkserzeugniffen durch Beteiligung des Handwerks an der Leipziger Messe und andere Mittel, Forderung von Bauten, bei denen Bauherr, Bauhand, werter und Kreditgeber vor Verlusten gesichert sind, durch die vom Handwerk gegründete „Treubau 210, Schulung des Handwerks in kulturellen Aufgaben wie der Herstellung von zeit- und artgemäßen Bauernmöbeln. In allen diesen Maßnahmen erken- nen wir drei Grundziele: Leistungssteigerung, Arbeitsbeschaffung und Werbung. Alle diese Arbeiten werden nicht angepackt als bloße Maßnahmen zur wirtschaftlichen Förderung einer Gruppe von Betrieben, fonbern im Sinne des höheren Gedankens, daß das Handwerk feine wichtigsten Aufgaben oberhalb der wirtschaftlichen Ebene findet: als Quelle guter deutscher, durch Blut und Erziehung wertvoller Menschen und als Triebkraft der sozialen und kulturellen Neugestaltung des deutschen Lebens. Starke Regenfälle in der Westpfalz haben vielfach zu Ueberschwemmungen geführt. Das man, nnmp Ank>rbackoebiet einschließlich der Umgebung gesich Das Danziger Schnellgericht verurteilte den V or- sitzenden der Danziger Zentrumspartei, den Volkstagsabgeordneten Dr. Stachnik, we- gtn Prestevergehens und Schädigung von Staatsinteressen zu sechs Monaten Gefängnis. Stachnik hatte einen gewissen Leo Grzenia veranlaßt, für das als staatsfeindlich verbotene Zentrumsorgan „Die Danziger Volkszeitung" noch kurz vor Ablauf des Verbotes ein neues W o - chenblatt herauszugeben. Der britische Unterstaatssekretär Lord C r a n - dorne verneinte im Unterhaus die Frage, ob irgendeine Verpflichtung bestehe, die England infolge des französisch-sowjetrussischen Paktes in einen europäischen Krieg verwickeln könnte. Auf die Frage, ob dies Frankreich und Sowjetrußland klar gemacht worden sei, erwiderte Cranborne, er glaube, daß die Regierungen mit der Lage in vollem Umfange vertraut seien. Die Bolschewisten in Valencia haben nun der britischen Regierung zugegeben, daß die 3« Düsseldorf. Der Düffclöorfer Rosenmontagszug hatte sich zum Ziel gesetzt, unter dem Motto „Lächelndes Volk" die Gedanken der kommenden großen Reichsausstellung „Schaffendes Volk" auf humorvolle und karnevalistische Weife wieder.zugeben. Der Fremdenzustrom war mindestens ebenso stark wie in den Vorjahren. Oberbürgermeister Dr. Wagenführ überreichte im Rahmen einer fröhlichen Karnevalstunde dem Prinzen Willy II. das lRcirrcn= szepter und der Prinzessin einen prachtvollen Flie- derstrauß und wünschte den „Tollitäten" eine glückliche und ruhmreiche Regierungszeit während der tollen Tage. Darauf nahm der Zug seinen Anfang. Trotz eines kurzen Regenschauers standen die be- aeifterten Menschen Kopf an Kopf und ließen sich in ihrer prachtvollen Stimmung durch nichts beeinträchtigen. Der Zug war mit seinen fast 30 künstlerisch wundervoll ausgestalteten Wagen, den vielen närrischen Fußvolk und den zahlreichen kostümier en Musikkapellen ein wahrer Triumphzug der Narretei. Die Wagen hießen: „Der Mai istgekommen die Faserstoffe schlagen aus" oder „Düsseldorfer Glaswolle, der neue Textilstoff . Dann gab es die Wagen des „Lachenden Volkes", der „Lachenden Künstler" des „Schlafenden Volkes", des „Schreienden Volkes", des „Raffelnden Volkes" oder den Wagen, auf dem der Ehemann, am frühen Morgen heim- In Mainz. Obwohl der Himmel am Montagmorgen eine griesgrämige Miene zeigte, hatte der Mainzer Rosenmontagszug seine Anziehungskraft nicht verfehlt. Seit den frühen Morgenstunden strömten von auswärts die Fremden ins „goldene Mainz". Es ist nicht zuviel gesagt, wenn man die Zahl der auswärtigen Besucher mit über 10 0 0 0 0 einschätzt. Kurz nach 13 Uhr setzte sich der Rosenmontagszug in Bewegung, unb nun entrollte sich vorbei an den die Straßen säumenden Menschenmauern ein Bild so farbenfreudig und humorvoll, daß die Zuschauer sich gern gefangen nehmen ließen. . Einige Hauptgruppen der 150 Zugnummern feien herausgegriffen. Selbstverständlich warf das im nächsten Jahr steigende 100jährige Jubiläum des Mainzer Karneval-Vereins bereits feine Schatten voraus. Mit köstlichem Humor wurden Ereignisse des täglichen Lebens ausgedeutet. „Was heißt Eiernot?" — Der Gedanke des Luftschutzes fand in mehreren Gruppen fröhliche Gestalt. Selbst der Rosenmontagszug war halb verdunkelt. „Herrn Hase" waren mehrere Wagen und Gruppen gewidmet. Grundgedanken eines anderen Wagen war der Mißbrauch der Druckerschwärze. Aber auch der russische „Terroro" wird von dem spanischen Stier auf die Horner genommen. Scherzhafte Form fand das Motiv „Die Polizei ist dein Freund" und „Kampf met. Grundgedanken eines anderen Wagens war der Vierjahresplan erfaßt. Die Stimmung im Zug und in den Massen an den Straßenrändern und an den Fenstern war ausgezeichnet. Begeistert wurden besonders gut gelungene Gruppen begrüßt und belacht; wenn eine der zahlreichen Kapellen ein bekanntes Lied spielte, darunter natürlich das Mainzer Lied, dann fangen die Massen mit und gerieten in schunkelnde Bewegung. Besonders herzlich wurden die von den Mainz-Wiesbadener Regimentern gestellten Gruppen empfangen. Jubelnd wurde zum Schluß das närrische Straßenministerium in seinem prunkvollen Narrenschiff begrüßt. So war dieser Mainzer Rasenmontagszug ein verheißungsvoller Auftakt zum 100jährigen Jubiläums-Rosenmontags- Die unheilvolle Serie von B e t r u g s a f f ä r c n, von der Oesterreich in den letzten Monaten heimgesucht wird, will nicht abreißen. Jetzt wird bekannt, daß in dem ältesten Gläubigerschutzverband Oesterreichs, dem Kreditorenverein 1870, der in der Wirtschaftswelt einen guten Ruf genießt, große Unterschlagungen sestgestellt wurden. Wiederum war es ein Jude, und zwar der Direktor des Vereins, Kommerzialrat Dr. Leopold Berg, der durch betrügerische Machenschaften den Verband und seine Mitglieder um große Summen betrogen hat. Nach den bisherigen Ermittelungen der Polizei beträgt der Schadensbetrag 100 000 Schilling, doch glaubt daß sich diese Ziffer noch erhöhen wird. An- 5 dieser ständig sich häufenden jüdischen Der- Drei prachtvolle Kosenmoniagszüge Bombenabwürfe auf das britische Schlachtschiff „Royal O a k" durch bolschewistische Flieger erfolgt seien. Die spanischen Bolschewisten haben sich in aller Form bei der britischen Regierung wegen dieses Vorkommnisses, das, wie sie zum Ausdruck bringen, auf ein „Versehen" zurückzuführen sei, entschuldigt. Der englische Hauptmann Keogh und sein Bursche wurden an der indischen Nord west grenze in einen Hinterhalt gelockt und von Eingeborenen getötet. Der englische Marineleutnant Beatty, der in Nord-Waziristan als politischer Agent tätig war, ist auf einer Kraftwagenfahrt ebenfalls überfallen und getötet .roorben. Der Widerstand der Eingeborenenstämme an der indischen Nordwestgrenze gegen die Herrschaft der Engländer ist noch nicht Zehntausende von Volksgenossen in die kehrend, die brechen sieht sich jetzt sogar die Vaterländische Aront, die bisher in der Iudenfrage äußerste Zurückhaltung beobachtet hat, zur Stellungnahme gezwungen. Ein Mitteilungsblatt der Vorarlberger Landesleitung der Vaterländischen Front nimmt unter der Ueberschrift „Ostjuden als Schädlinge unserer Wirtschaft" scharf gegen die Derjudung des Wirtschaftslebens und gegen die wachsende Schädlingstätigkeit der Juden Stellung. Mit allem Nachdruck wird die Befreiung des deutschen Volkes in Oesterreich von diesen Betrügern, Devisenschiebern und Bankrotteuren durch eine Prüfung der von der sozialdemokratischen Wiener Gemeindeverwaltung seinerzeit gewährten Heimatrechte gefordert. Italienischer Dampfer gestrandet. Vor einigen Tagen stießen Fischer aus Stolp- münde auf der Stolpebank auf das Wrack eines Dampfers. Bergungsoersuche waren wegen der stürmischen See ergebnislos. Nachdem jetzt die See ruhiger geworden ist, kam ein Ruderboot des Stolp- münder Lotsenamtes dicht an das Wrack heran und stellte fest, daß es sich um den italienischen 8000-Tonnen-Dampfer „San Matteo IV" handelt, der vor einigen Tagen mit seiner 40 Mann starken Besatzung vor der südschwedischen Insel Den g e - strandet, nach roenigen Stunden aber wieder flottgeworden war. Die „San Matteo IV" hat also einen langen Seeweg zurückgelegt, bis sie vor Stolpmünde auf Grund geriet. Ein zerschlagenes Rettungsboot mit dem Namen des Schiffes ist in Schweden angetrieben. Teile des Wracks sind auch in Bornholm an Land gespült worden, lieber das Schicksal der Besatzung ist noch nichts bekannt. Drei französische Bauern vom Starkstrom getötet. In der Ortschaft Passy bei Grenoble waren Bauern damit beschäftigt, das Kabel einer kleinen Korb- seilbohn straff zu ziehen, mit der zwischen den Almen und dem Tal Milcherzeugnisse und Lebensmittel für die Hirten ausgetauscht werden. Dabei kam das Haltekabel mit einer Hochspannungsleitung in Berührung. Sieben Bauern wurden von dem Starkstrom getroffen. Drei von ihnen waren sofort tot; bei den übrigen hatten Wiederbelebungsversuche Erfolg. Deutsche Hunderassen. Der beliebteste deutsche Hund: der Schäferhund. — Raffe und Charakter. Hundemoden, gestern, heute und morgen. Von Paul Eipper. Im Jahre 1925 lebten ungefähr vier Millionen Hunde in Deutschland; die Statistik vom 5. Dezember 1934 ergab nur noch etwa zweieinhalb Millionen. Dieser Rückgang beruht einesteils auf der kostspieligen Ernährung und auf den hohen Steuern für Hunde; zum andern Teil aber sind die Zahlen für 1925 auch gegenüber der Vorzeit unverhältnismäßig hoch: die damals herrschende Unsicherheit bewog manchen Menschen zur Anschaffung eines Wachhundes, um dessen Wohl man sich Auf der Deutschen Rassehunde-Ausstellung anläßlich der „Grünen Woche in Berlin 1937" wurde eine neue Hunderasse zum erstenmal gezeigt, der Hovavart, von der unser Bild ein besonders schönes Exemplar zeigt. — (Scherl-Bilderdienst-M.) nicht sonderlich bekümmert hat. Das umfassende Tierschutzgesetz von 1933 vermindert glücklicherweise solche „nur zweckvolle Hundehaltung", überprüft zum Beispiel sehr genau das Los der Hunde in den Laubenkolonien. Das ist dem Tierfreund äußerst erwünscht; er weiß, daß gerade das Haustier „Hund" außer Nahrung und Unterkunft auch Gefühlswerte braucht und liebevollen Zuspruch. Es gibt in Deutschland gegen 15 0 verschiedene Hunderassen; eine kürzlich in München durchgeführte Sonderzählung zeigt uns das zahlenmäßige Verhältnis der einzelnen Formen, gibt uns zugleich einen interessanten Einblick in ihre Beliebtheit. Demnach steht an vorderster Stelle der deutsche Schäferhund (22 v. H.); dann folgen mit je 15 v. H. die Foxe, P i n t s ch e r und Dackel. Dem Schnauzer fallen nur acht Hundertteile zu, den Spitzen und den Boxern kaum je 3 v. H.; auf 16 000 Hunde insgesamt kommen nur 190 Doggen, 131 Pudel und 19 Möpse. Natürlich ist diese Statistik nicht von allgemeiner Gültigkeit; sie wird auch aeographisch und lokal beeinflußt sein; aber sie schafft doch einen Anhaltspunkt, zeigt vor allem den Einfluß der Mode auch bei der Hundehaltung. Welch andern Platz würden vor 20 Jahren die Pudel eingenommen haben, die Spitze und die Möpse! Durchaus verständlich, daß der Schäferhund bei uns die größte Verbreitung fand: zu der Schönheit der äußeren Erscheinung kommt die besondere Leichtigkeit der Heranbildung für jeden Zweck, kommen Klugheit, Mut, Draufgängertum und ein hervorragender Spürsinn. Neuerdings klagen manche Hundefreunde wegen einer gewissen Ueberzüchtung dieser Rasse; auch muß immer wieder betont werden, daß der Schäferhund nicht für das Stilliegen in einer Stadtwohnung geschaffen ist, sondern zu seiner Gesundheit viel Bewegung braucht. Das Letztere gilt auch für den Terrier; doch er verschafft sich sein Recht überall, im Zimmer, auf dem Flur, im Hof und auf der Straße. Er ist ja ein Quecksilber-Temperament, stets vergnügt, zu Streichen und Tollheiten aufgelegt, äußerst anschmiegsam an den Menschen. Wer vom Dackel restlose Beglückung empfangen möchte, muß friedfertig sein und ruhevoll ausge- alichen; bekanntlich haben die alatten und die rauh- haarigen Krummbeine stets ihre eigene Meinung, fetzen immer den Willen durch und folgen nie. Wenn man ihnen das ständige Kläffen nicht erst anaewöhnt, sind sie dennoch angenehme Hausgenossen, Komiker dazu. Aber der volle Wert eines Teckels zeigt sich erst in der Kameradschaft mit einem echten, guten Weidmann. Neben der deutschen Dogge ist mir der S ch n a u- zer am allerliebsten, der ganz gewöhnliche „Salz- und-Pfeffer-Schnauzer". Zu meiner Kinderzeit war diese Hunderasse im Schwabenland überall verbreitet; ich hatte vielerlei komische und auch rührende Erlebnisse mit Schnauzern; sie sind treu, unerschrocken und sehr robust. Den Boxer halten viele Menschen für bösartig, dabei ist er ein harmloser, gutmütiger Geselle. Unter seinem grimmigen Aeußern steckt ein liebe- bedürftiges Herz. Der Boxer braucht nicht allzuviel Bewegung, eignet sich daher auch für den Stadthaushalt, ist recht gelehrig. Seine Anhänglichkeit verdient höchstes Lob. Mir tut es leid, daß die Spitze und die Pudel heutzutage stark in den Hintergrund gedrängt worden find. Gewiß erfordert ihr Haarkleid eine besonders sorgfältige Pflege; aber ihr lebhaftes, kluges Wesen verschafft uns Menschen mancherlei Freuden, und es kommt gerade bei diesen beiden Rassen hinzu, daß sie im Futter wenig anspruchsvoll sind. So wie die Mode eine Hundeform zurücktreten läßt — wo sieht man heutzutage noch Collies? —, so verschafft sie anderen Rassen wiederum erhöhte Geltung. Deshalb möge am Schluß dieser nur an- beutenöen, kurzen Betrachtung nach die Brake erwähnt sein, der altdeutsche Jagd- und Schweißhund, der als Gegengewicht zu den vielen Zier- hunden sich in der Gunst der deutschen Tierfreunde erneut durchzusetzen beginnt. Die Brake verdient dies vollauf; bei rechter Führung ist sie ein ruhiger Hausgenosse und ein guter Kamerad. OberhesseN. Landkreis Gießen. 00 Klein-Linden, 8. Febr. Am Sonntag hielt der Männergesangverein „Harmo- n i e" in seinem Vereinslokal „Zur Burg" seine diesjährige Generalversammlung ab. Aus dem Jahresbericht, den der erste Vorsitzende, Kaufmann Fritz Jung VIII., erstattete, war zu entnehmen, daß das abgelaufene Geschäftsjahr für die „Harmonie" ein Jahr des Aufstieges und Erfolges war. Namentlich auf gesanglichem Gebiet ist dank der unermüdlichen Arbeit des Chormeisters Lehrer S p o r y (Groß-Rechtenbach), eine gute Aufwärtsentwicklung feftzustellen. Den Rechnungsbericht erstattete der Rechner Ludwig Langsdorf; die Rechnung schließt mit einem ansehnlichen Überschuß ab und fand die Genehmigung der Versammlung. Der Vorsitzende sprach dem Rechner für seine mustergültige Kassenführung den Dank des Vereins aus. Die Versammlung nahm hierauf die Wahl des ersten Vereinsvorsitzenden vor. Kaufmann Fritz Jung VIII. wurde einstimmig wiedergewählt, der übrige Vorstand bleibt in der seitherigen Form bestehen. Ferner wurde beschlossen, das in diesem Jahr stattfindende 50jährige Vereinsjubiläum in Gestalt eines Sängerfeftes, allerdings in engerem Rahmen zu feiern. Als Festpräfident wurde Sangesbruder Fritz Diehl, der zweite Dereinsvorsitzende, bestimmt. Im Anschluß hieran überreichte der Der- einsvorsitzende im Auftrage des Sängerkreises Gießen dem Mitglied Heinrich Weber II. für feine 25jährige treue aktive Sängertätigkeit die silberne Sängernadel. Am 14. März wird sich der Gesangverein „Harmonie", wie die anderen Gesangvereine, in den Dienst des Winterhilfswerkes stellen und auf dem Kirchenplatz einige Lieder vortragen. Ortsgruppenleiter Dr. Croßmann forderte die Sänger zu starkem Einsatz für Volk und Führer auf. Die Versammlung wurde dann in üblicher Weise geschlossen. u. Klein-Linden, 8. Febr. In der verflossenen Woche führte die christliche Gemeinschaft Klein-Linden, die Gemeinschaft innerhalb der Landeskirche, in unserer Gemeinde allabendlich Dolksmissionsvorträge durch. Prediger Meng (Gießen) als Vortragender wußte die Herzen warm zu machen für die Botschaft Gottes, so daß der Besuch der Abende, namentlich auch aus den umliegenden Dörfern, sehr gut war. Die Vorträge wurden von Gesangsvorträgen des gemischten Chors von Allendorf a. d. Lahn, geleitet von Herrn Volk, ferner des gemischten Chors und des Frauenchors der Gemeinschaft von Gießen, beide unter Leitung von Herrn Meng, umrahmt. Zur Unterstützung wurde der Kleinkinderschule der Betrag von 21 Mark aus Kollekten übergeben. 5 Beuern, 8. Febr. Der hiesige Kirchen- ch o r hielt gestern einen Familienabend ab. Pfarrer Dietz begrüßte die Mitglieder und die auswärtigen Gäste. Anschließend sprach der Geistliche über das Wesen der Kirchenmusik, über Johann Sebastian Bach, sein Leben und sein Wirken. Gemeinsam gesungene geistliche Lieder wie auch Volkslieder wechselten miteinander ab. Auch gelangten einige 1 Gedichte in oberhessischer Mundart zum Vortrag. Musikalische Darbietungen für Harmonium und Geige verschonten den Abend außerdem. Pfarrer Dietz dankte zum Schluß allen, die durch ihre Mitwirkung zur Ausgestaltung der Feier beigetragen hatten. < Saasen, 8. Febr. Der hiesige Fußballklub 1 9 3 6 veranstaltete gestern sein Winterfest. Nach dem Einmarsch der Mannschaften hielt der Vereinsführer Pfeiffer eine kurze Ansprache, in der er hervorhob, daß sich auch in unserem Dorfe mehr und mehr ein sportliches Leben entwickle. Im Verlauf des Abends gelangten drei Theaterstücke zur Aufführung, die starken Beifall fanden. Die Pausen wurden durch humoristische Darbietungen und gute Musik ausgefüllt. Die Veranstaltung war gut besucht und gestaltete sich für den Verein zu einem schonen Erfolg. > Saasen, 6. Febr. Heute fand in den Ge- meindewaldungen die erste diesjährige Holzoer. st e i g e r u n g statt, zu der sich auch einige aus- roärtige Kaufliebhaber eingefunden hatten. Es wurden durchweg gute Preise erzielt. — Durch die Schneeschmelze und den starken Regen der letzten Tage war die Kreis st raße Saase n—Bolln- bad) durch die über die Ufer getretene Wieseck überschwemmt. Für Fußgänger war die Strecke unpassierbar. Da die Ueberschwemmungen öfters eintreten, wäre die Beseitigung des Uebel- ftanbes sehr zu begrüßen. — Dor einiger Zeit wurde von der Gemeindeverwaltung bekanntgegeben, daß bis zum 20. Februar alle Obstbaum- besitzer ihre Bäume auszuputzen haben. Viele Baumbesitzer sind diesem Ruf bereits gefolgt. Den Säumigen wird die Arbeit nach Ablauf des Termins auf ihre eigenen Kosten ausgeführt. = Weickartshain, 8. Febr. Die Krieger- kameradfchaft hielt bei Gastwirt Hock einen Familienabend ab. Neben den Mitgliedern nahmen auch Kameraden des Kriegervereins Stockhausen und des Gesangvereins Weickartshain teil. Der Saal war bis auf den letzten Platz besetzt. Kameradschaftsführer T r ü l l e r wies in einer Begrüßungsansprache auf den Sinn des Abends und auf die Bedeutung der Kriegerkameradschaften hin. Im Mit- telpunkt der Veranstaltung standen die Schilderun- gen des Obermatrosen, Kamerad Kratz von Freien- [een, der ausführlich über seine Kriegserlebnisse sprach. Durch Lichtbilder wußte der Redner seine Darlegungen wirkungsvoll zu unterstützen. Das Lied vom guten Kameraden beschloß in sinnvoller Weise den Vortrag. Im Verlauf des Abends erfreute der Gesangverein Weickartshain unter der Leitung von Lehrer Langohr mit einigen Liedern. Die Musikkapelle Berg verschönte den Abend außerdem durch gute Musik. * Eberstadt, 8. Febr. Die hiesige Krieger- kameradschaft hatte^ihre Mitglieder zur Generalversammlung eingelaoen. Der stellvertretende Kameradschastsführer gedachte zunächst der im ver- gangenen Jahre verstorbenen Kameraden und besonders des letzten Veterans PH. G ö r l a ch. Den Geschäftsbericht gab Kamerad W e h r um bekannt, aus dem besonders die gute Beteiligung am WHW.- Schießen erwähnenswert war. Nach der Erledigung einiger interner Angelegenheiten fand der Abend mit dem Austausch mancher soldatischer Erinnerungen seinen Abschluß. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. lieber Deutschland erstreckt sich heute eine Tief- druck' inne, die von Osten her kalte Festlandluft und von besten und Nordwesten kalte Meeresluft heran- holi. Die dabei erfolgte Abhebung der am Montag zuströmenden milden Meeresluft brachte weitere ausgedehnte und meist ausgiebige Niederschläge. Die kalte Meeresluft wird unter böigen Westwinden sich am Dienstag durchsetzen, so daß anschließend Beruhigung und Besserung, wenn auch kein durchaus beständiges Wetter erwartet werden kann. Die noch zu erwartenden Niederschläge werden im Gebirge als Schnee fallen. Aussichten für Mittwoch: Veränderlich mit zeitweiliger Aufheiterung, nur einzelnen Schauern, im Gebirge meist Schnee, Tagestemperaturen zwischen 0 bis 15 Grad, abflauende Winde. Aussichten für Donnerstag: Wolkig bis heiter und zu einzelnen Niederschlägen geneigt, ziemlich kalt. Lufttemperaturen am 8. Februar: mittags 4,2 Grad Celsius, abends 4,3 Grad; am 9. Februar: morgens 6.3 Grad. Maximum 6,3 Grad, Minimum heute nacht 3.7 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 8. Februar: abends 2,4 Grad; am 9. Februar: morgens 2,3 Grad. — Niederschläge 8,7 mm. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. I. 37: 11250. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts- Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzeloerkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. Es ist bestimmt in Gottes Rat, daß man vom Liebsten was man hat, muß scheiden. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meinen lieben, herzensguten Gatten, unseren treusorgenden Vater, Schwiegervater und Großvater Georg Spengler,Rangiermeisteri.R. im Alter von 68 Jahren in die Ewigkeit abzurufen. In tiefer Trauer: Maria Magdalene Spengler, geb. Keßler nebst allen Angehörigen. Lützellinden, den 7. Februar 1937. Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 10. Februar, nachmittags 2 Uhr, vom Trauerhause aus statt. _________________________________________________________________________874 P DANKSAGUNG Für die überaus zahlreichen Beweise herzlicher Teilnahme und für die vielen Kranz und Blumenspenden bei dem Heimgang unseres lieben Karlheinz sprechen wir allen, auch im Namen der Großeltern, unseren tiefempfundenen Dank aus. Besonderen Dank den Herrn Aerzten und Schwestern der Universitäts-Kinderklinik für die liebevolle Pflege und Herrn Pfarrer Ausfeld für die trostreichen Worte bei der Trauerfeiei. Die trauernden Eltern: Unterfeldwebel Willi Weber und Frau Frida, geb. Sann Gießen, den 9. Februar 1937. 887d Vermietungen Geräumige 5 Zimm.-Wohn. mit Zubehör, ev. 4 Zimmer mit Bad. Südwestviertel, ab l.Mai zu vermieten. Zu erfragen [oesa MtzlnrerMg41l. Kleins Anzeigen richten sich an die Bevölkerung der engeren Heimat! Darum: Kleinanzeigen in die Heimatzeitung, den Bießener Anzeiger 3 Ziin-ihn m. 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Daneben stehen drei Kreuze, durch die die Schreiberin andeutet, daß sie und ihre Freundinnen Christinnen sind. Auf der anderen Seite der Hauptstraße zweigt ein zweiter Nebenweg zu dem Wigwam des jungen Mannes ab; der Fisch, der ihn bezeichnet, steht bereits in der Richtung zum Wigwam der jungen Indianerin; er scheint also durchaus bereit zu sein, der freundlichen Einladung zu folgen. Viel drastischer drücken sich Liebende bei anderen Völkern aus. Professor von Le Co q hat von einer Expedition nach Zentralasien einen Liebesbrief mitgebracht, den einer seiner Diener in Kutscha (chinesisch Turkestan) von einer jungen Frau erhielt. Er bestand, wie es bei den Eingeborenen jener Ge« gend üblich ist, aus einem bunten Kattunsäckchen, in dem sich eine Reihe von Gegenständen befanden, die eine sehr vielsagende und den Leuten ohne weiteres verständliche Bedeutung hatten. Ein Stück Ziegeltee wollte sagen: ich kann keinen Tee mehr trinken; ein Strohhalm: ich bin bleich geworden aus Liebe zu dir; eine rote Frucht: ich erröte, wenn ich an dich denke; eine gedörrte Aprikose: ich bin dürr wie die Frucht geworden; ein Stück Holzkohle: mein Herz ist vor Liebe brennend; eine trockene Blume: du bist schön; ein Stück Kandiszucker: du bist süß; ein Kieselstein: ist dein Herz hart wie Stein?; eine Falkenfeder: hätte ich Flügel, flog ich zu dir; ein Walnußkern: ich bin ganz dein. Als der Professor seinem Diener, der von der Absenderin nichts wissen wollte, riet, er solle doch wenigstens den Kandis essen, erschrak dieser furchtbar und erklärte, der Genuß der eßbaren Dinge würde ihn völlig vom Willen der Frau abhängig machen, wenn sie Zaubersprüche bei der Absendung gesprochen hätte ... schauer eignen sich besonders die Gegend: Höhe 216 hart ostwärts Daubringen und Höhe 250, 1250 Meter südlich Treis a. d. Lda., bei gutem Wetter auch Ruine Staufenberg. Oer Sauleiter weiht die Jahne des NG.-Studentenbundes. NSG. Der Reichsstudentenführer hat den Studenten von 11 Hoch- und Fachschulen des Gaues Hessen- Nassau in Anerkennung ihrer seitherigen Tätigkeit eine Studentenbundsfahne verliehen. Der Gauleiter wird am 17. Februar, 20 Uhr, im Saalbau zu Frankfurt a. M. die Weihe dieser neuen Fahnen unseres Gaues im Rahmen einer Kundgebung vornehmen und zu den Studenten sprechen. Frankfurt. ! eine Tief, ländlich unb 'sluft heran» am Montag chte weitere tiederschläge. Westwinden anschließend kein duch n kann. Dir 'den im A Offiziere und Mannschaften der 2. Kompanie bei der gemeinsamen Mittagsmahlzeit an der Feldküche. — Bild links: Im Vordergrund der Bataillonskommandeur Major Wiese, daneben der Bataillonsadjutant Oberleutnant Schultzen, im Hintergrund der Kompaniechef Hauptmann Beigang. — (Aufnahmen [4]: Pfaff, Gießen.) Wunderliche Liebesbriefe. Wie fangen es wohl die jungen Menschen bei den des Schreibens unkundigen Völkerschaften an, wenn sie einander eine Nachricht zukommen lassen wollen? Das Bedürfnis wird doch auch bei ihnen vorhanden fein, und sie haben in der Tat Hilfsmittel gefunden, die vollständig ausreichend sind. So haben die Indianer Nordamerikas ihre Bilderschrift, mit der sie sehr viel ausdrücken können, und die jedenfalls für ihre Liebesbriefe völlig ausreichend ist. Das zeigt ein Beispiel, das Fr. W. P o l l i n im Dezemberheft der im Bibliographischen Institut in Leipzig erscheinenden Monatsschrift „Atlantis" veröffentlicht. Es ist der Liebesbrief einer Indianerin, die ihren Liebsten einlädt, sie in ihrem Wigwam zu besuchen. Sie gehört zum Stamme der Bärenindianer, der junge Mann ist Schlammfischindianer. Das ist in der mit ein paar groben Strichen hingeworfenen Zeichnung durch die Umrisse eines Bären und eines Fisches sehr einfach ausgedrückt. Man sieht also eine große gebogene Linie, die Hauptstraße, die zwischen zwei durch die Umrißlinien bezeichneten Seen hinführt, und von dieser Haupt- daher, und dort Masken, die ganz als Pferde vermummt sind, von anderen Masken an langen Stricken geführt und mit lautem Peitschenknallen vorwärts getrieben; hier kommen Masken mit eisernen Schellen behängt, deren Gesamtgewicht oft 15 Kilo übersteigt, unter deren Last sie sich nach seltsamem, altem Rhythmus hüpfend vorwärts bewegen. Eine Gruppe von Masken in schwarz-gelben Kleidern, den alten Reichsfarben, tragen dicke Folianten mit sich, die sie aufschlagen und dem Volk vor die Augen halten: da ist ein zänkisches Eheweib geschildert, oder ein liederlicher Mann, oder andere Bösewichter recht drastisch dargestellt — und die Masken lesen einem der Zuschauer den dazugehörigen Text laut und mit verstellter Stimme vor. Aus dem allgemeinen Gelächter zu schließen wissen die Masken sehr gut, welcher Text für welchen Menschen paßt, zuletzt aber bieten sie ihrem Opfer aus einer Schachtel Süßigkeiten an: Strafe muß sein, aber Versöhnung auch! Dem ganzen Zug voraus aber tollen Hunderte von Kindern in Dominos und spitzen Hüten, der „Narren-Samen", wie er tiefbeutig an diesem Tage heißt. Es ist der große Tag der Stadt Rottweil, ein Fest, dessen volkstümliche Ausgelassenheit noch heute von einem Schimmer tiefen mittelalterlichen Ernstes durchleuchtet ist. B. verschiedenartigsten Ziele (knieender Schütze, liegender Schütze, feindliches MG., Entfernungsmesser usw.) aufgebaut. Die Gefechtsannahme ging dahin, daß die aufgebauten Ziele eine feindliche Truppe darstellten, die mit der Front nach Westen, also etwa in Richtung südlich des Steinbruchs bei Daubringen, feuerte und von der Kompanie mit kurzen Feuerstößen der leichten Maschinengewehre Überfällen und möglichst vernichtet werden sollte. Die Mannschaften befanden sich mit den Maschinengewehren in der Steingrube in voller Deckung, die Maschinengewehre mußten zu den Feuerüberfällen von der Bedienungsmannschaft jeweils mit forschem Schwung auf den Grubenrand gebracht, schnell gerichtet, mit kurzem Feuerstoß abgeschossen und dann schnell wieder in volle Deckung zurückgenommen werden. Der Bataillonskommandeur, der Kampanie- chef und der Bataillonsadjutant überwachten auch hier die Schießübungen der einzelnen MG- Trupps sehr eingehend, wobei die Mannschaften für gute Leistungen manche lobende Anerkennung erhielten, daneben aber auch durch Belehrung und I Ratschläge für ihre weitere Ausbildung wertvolle in®® »lefon 3660 m Lange, die fc ins TW; l AnzW> i Inhalt 37: M Ms- Lch sämtlich m einschlW rten 15 Pf j Samstag; mehr. 1935 gültig. Soldaten feiern die Feste, wie sie fallen. Das soll ! M. heißen, daß der militärische Dienst plan- ; riifjig seinen Gang geht, ohne Rücksicht darauf, ob I grabe der Wettergott ein freundliches Gesicht zeigt, csr einer miesepetrigen Stimmung in Gestalt von huerregen, Nässe von unten und reichlich viel lierf freien Lauf läßt. Denn ein altes militärisches $Drt sagt ja: „Dienst ist Dienst und Schnaps ist Shnaps!" so hatte die 2. Kompanie des I. Bataillons um fms Gießener Infanterieregiments auch am gestrige Montag bei Dauerregen und reichlich viel Dreck ihen Dienst vom frühen Morgen bis zum Abend. Wh morgens um 5 Uhr marschierte die Kompanie | irüer Führung ihres Chefs, Hauptmann B e i - g n g, von Gießen ab. Der Marsch ging unter «Dauerndem Regen, aber doch mit frohem Gesang v7k sich, wenn auch hinter Daubringen die zum lILungsgelände führenden Feldwege immer „ela- stacher" wurden, d. h. der Dreck sich wie weicher Kuchenteig an die Stiefel hängte und dazu die Best chtung von oben her weiter anhielt. Nebel und N»gendunst taten ein übriges, um das erste Ge- flytsschießen der Kompanie von vornherein unter €i wenig günstiges Zeichen zu stellen. Das Gelände für das gefechtsmäßige Schärfst eßen war in einer weiten Bodensenke zwischen Tn u b r i n g c n und Alten-Buseck ausge- A hlt, nach 'Westen begrenzt von den großen Wald- st^ken in der Nähe des Daubringer Steinbruchs, n"dwärts von dem Hügelgelände in der Nähe der Dvier-Werke, ostwärts von den flachen Höhen in Achtung des Alten-Busecker Waldes, südwärts von bin Waldstücken in der Nähe des Hangelsteins. D-s Schußfeld, langgestreckt und zum Teil mit nüberen Heckenstückchen bestanden, in der Haupt- f(T)c aber Wiesengelände mit angrenzendem Acker- | bincn, bot Öen Schützen gute Blickmöglichkeit auf ins Vorfeld der Stellungen, die beim Gewehr- jtiefjen der Mannschaften am Waldrand zwischen brn Hangelstein und der nordwärts gerichteten Lnie in Richtung des Steinbruchs bei Daubringen | Iq, während beim Maschinengewehrschießen eine j!j aje Steingrube südwärts der Didier-Werke, die zum ■ Liiil mit Steinabfällen aller Art ausgefüllt ist "und mdt ihren Rändern gute Deckungsmöglichkeit für I AG.-Nester bietet, das Stellungsgelände abgab. j Die Vormittagsstunden waren mit dem Gewehr- i | st.eßen der Mannschaften ausgefüllt. Scharf peitschte die Schüsse ins Gelände. Der ziemlich erhebliche Ä. nst erschwerte den Schützen die Sicht, dennoch nrrbe von den Leuten alles Können eingesetzt, um zu einem guten Schießresultat zu gelangen. Der 1 Kommandeur des I. Bataillons, Major Wiese, i wohnte bereits vom frühen Vormittag ab dem Schießen bei und überprüfte in Gemeinschaft mit dem Kompaniechef und dem Bataillonsadjutanten, Oberleutnant Schultzen, die Leistungen der Schützen. Mittags gab es für die Kompanie den angenehmen Besuch der Feldküche, die mit einer guten Erbsensuppe mit Fleischeinlage und heißem Tee mit Rum erschien und den von der unfreundlichen Witterung reichlich durchkühlten und noch reichlicher durchnäßten Soldaten eine angenehme Erquickung brachte. Wir hatten, dank der Einladung des Kompaniechefs, die Möglichkeit, mit einem Teller Erbsensuppe die vortreffliche Kochkunst des Kompaniekochs feststellen zu können. Die Offiziere und Mannschaften taten denn auch dem köstlichen Inhalt des Feldküchenkessels alle Ehre an. Nach kurzer Pause begann der zweite Abschnitt des Gefechtsschießens, das Maschinengewehrschießen. Am Südrande der alten Steingrube wurden die Maschinengewehre in Stellung gebracht. Im Wie- sengelände^ auf 400 Meter Entfernung, waren die 1 Hinweise bekamen. Bei dem durchweichten Gelände und dem andauernden Regen mußten natürlich an die Mannschaften allerlei Anforderungen gestellt werden. UeberaU konnte man aber die Wahrnehmung machen, daß die Leute mit voller Hingabe alle 'Kraft und alles Können zur Erfüllung ihrer Hebungen einsetzten. In einer Feuerpause wurde durch eine Besichtigung der beschossenen Ziele die Feuerwirkung ermittelt. Dabei stellten die Offiziere befriedigende Ergebnisse in Gestalt von zahlreichen Treffern an den Zielen fest, wie man auch schon während das Schießen von der Feuerstellung aus erkennen konnte, daß das Feuer zum großen Teile gut auf den Zielen lag. Nach der Feuerpause wurde das MG.-Schießen fortgesetzt, bis gegen 16.30 Uhr die Uebung ihr Ende fand. Bei andauerndem Regen machte sich die Kompanie auf den Rückmarsch nach Gießen, wo die Mannschaften am Abend sicherlich noch mancherlei Arbeit mit der Säuberung der Schußwaffen und ihrer übrigen Ausrüstung zu leisten hatten. B. * Die 14. Kompanie führte ihr Gefechtsschießen am Freitag auf dem gleichen Gelände durch. Die Kompanie hatte ebenfalls bei ihrer Uebung unfreundliches Wetter zu ertragen, das aber dem militärischen Dienst keinerlei Abbruch tat. Militärische Uebung am Lil.Februar. Von dem Standortältesten der Garnison Gießen wird uns mitgeteilt: Am Donnerstag, 11. Februar, findet im Raume Lollar, Staufenberg, Allendorf a. d. Lda., Londorf a. d. Lda., Beuern, Alten-Buseck, Wieseck, eine Uebung verbundener Waffen statt, die von Tages- ______ erfüllt von einer zahlreichen, prächtig ge- stmückten und in den Trachten aller Völker gekleide- 9.30—-21'43 . Mitt««* ylet^ Wassef rCanMa G.Tu'«* ucksache» 19 n«r zu t sie« dle a ' post»^ rt>leten Jid zwischen den Mahlzeiten Atem schöpfe. Nach einigem Zögern erklärte sich der Kammerherr bereit und heftete sich dem gelben Domino auf die Sohlen. Durch lange finstere Korridore, über Höfe und Treppen folgte er ihm und gelangte endlich zu einer Tür, durch welche sich beim Deffnen ein dicker erstickender Rauch ins Freie wälzte. Doch nicht der Eingang zur Hölle tat sich auf... sondern das Wachtlokal der Schweizeraarde, und der Rauch entquoll ihren geschwärzten Tonpfeifen. Nun fand das Geheimnis feine Aufklärung: der gelbe Dominomantel war.Gemeingut sämtlicher hundert Schweizer-Soldaten, und mit diesem angetan hatten sie der Reihe nach den Speisesaal ausgesucht und die Vorräte auf dem Büfett ihres Königs verschlungen. öer Rottweiler Narrensprung. Ein alter Fastnachtsbrauch. In einigen Gegenden unseres Vaterlandes haben sich, fern allen zeitgemäßen Wandlungen des Fa- fchinas, alte Karnevalsbräuche unverändert durch die Jahrhunderte erhalten. Zu den ältesten und eigenartigften gehört der „Rottweiler Narrensprung". Dieser Brauch wird nicht in den Abend- und Nachtstunden gefeiert, nicht in der Zeit, wo das Tagewerk beendet ist und die Feier ihr allgemeines Recht hat, auch nicht in den geheimnisvollen Stunden vor Sonnenaufgang, wo so manches „umgeht", nein, die Stunde dieses Mummenschanzes ist um acht Uhr früh, also die nüchternste Stunde des Tages. Die Sonne steht schon voll am Himmel, aber noch ohne rechte Lust und Kraft, fahl und kahl liegen die Gassen der alten Reichsstadt um diese Tageszeit. Am Fafchingsmontag aber bricht mit dem Glockenschlag acht durch das alte Stadttor der Zug und überflutet Straßen und Plätze. Die Vermummten tragen Kostüme, die sich in den Familien von Geschlecht zu Geschlecht fort- geerbt haben, und darüber hölzerne, ebenfalls seit Generattonen vererbte Masken mit prachtvoll geschnitzten spätgotischen Zügen. Unmöglich zu sagen, ob sich unter diesen phantastischen Gewändern ein Mann ober eine Frau verbirgt, die Maske verhüllt Person und Geschlecht. Es sind die Typen des mittelalterlichen „Jedermann", die hier die Straßen füllen. Da geht der Lächelnde, das hölzerne Gesicht erstarrt in ewig heiterer Selbstzufriedenheit, sich selbst beschützend mit einem grotesken kleinen Schirm, und dort der Weinende, die Maske in ewigem Schmerz verzogen, mit dicken hölzernen Tränen, die kein Taschentuch trocknet, auch er unter dem kleinen Schirm. Und da sprengen Zentauren ebruar 1M- ich dabitt. :itctgcrunge= und stelle, Barzahlung: Ladenmöbel, linen, SW' asienschranle, raftoeritaito ulger,Waren »erVSW ;. oste, Damen >1, HamMM -äfi 68$v te Gesellschaft. Denn Ludwig XV. und die Mar- qrfe Pompadour gaben einen Maskenball. Man be.rüßte sich, man neckte sich, trieb geistreiche Spie- teien und versuchte einander in der Verkleidung zu erkennen. Ludwig XV. hatte die Maske eines üxusbaumes gewählt, die ihn vollkommen um lmitlich machte, so daß er manche Antwort erhielt, .i ü- sonst wohl kaum als König zu teil gewor- k w ' e. Plötzlich entstand in den Sälen eine auffällige Um Re. Obgleich man zu jener Zeit viel und gut zu flun pflegte, schienen doch die Gäste des Balles rsättlich zu sein. Mit seltsamer Schnelligkeit •frte sich das reichbesetzte Bufett, so daß der Haus- iOTmeifter sich die größte Mühe geben mußte, die tifftetjenben Lücken sofort wieder aufzufüllen. Ja <5 erschien fast unmöglich, Speisen und Getränke s»! schnell, wie sie verschwanden, wieder herbeizu- shisfen. Dennoch bemerkte man kein auffälliges bringen am Bufett, ja die meisten der Eingelade- iie"i hatten bisher wenig ober überhaupt noch gar Wt gegessen. Nunmehr wurde das Bufett der Mittelpunkt der dl iemeinen Aufmerksamkeit. Da fiel eine, in einem eenen Domino gehüllte Gestalt auf, die ganz unge- re.ire Mengen in sich hineinschlang, sich' daraufhin innige Minuten entfernte, wieder zurückkam und mi ungeschwächtem Appetit neue Verwüstungen imer den Vorräten auf den Tischen anrichtete. Ä-s nur an Eß- und Trinkwaren vorhanden war, ^schwand in so überraschender Weise, daß die .guidjauer ein Grausen ankam. Das ging ja über jeden Maskenscherz! Hatte man ; denn mit einem Werwolf zu tun? Die verwilderte Frage drang auch zu den Ohren des Königs, der in den Speisesaal eilte, um den um Heimlichen Vorgang mit eigenen Augen anzusehen, luö) er wurde bestürzt und wußte sich die Er- Ihinung nicht zu erklären. Das konnte kein Mensch |irv sondern nur ein unheimlicher, höllischer Spuk! L'ls der gelbe Domino zum werweißwievielten Dclle alles Eß- und Trinkbare verschlungen, sich Tir wieder von der Tafel abwandte und aus der $ü-e verschwand, fragte der König, sich demaskie- tre, einen Kammerherrn, ob er sich getraue, dem lexenst zu folgen und ausfindig zu machen, in lechem unterirdischen Gewölbe oder Grabe es Gefechtsschießen im Landregen. Mit der 2. Komp. 1Batl.Lnf.-Reg/146 im Gelände zwischen Daubringen und Alten-Buseck Die Kostprobe. In der Tür des Kompaniegebäudes trifft der Herr Hauptmann die beiden Essenträger. Mit dem Kübel in der Hand machen sie Front. „Na, zeigt mal her", sagt der Hauptmann. „Verzeihen Herr Hauptmann —" „Ach was, — ich möchte das Essen kosten!" Aus dem obersten Knopfloch der Drillichjacke des einen Soldaten zieht er den Löffel, tunkt ihn ein und — „Pfui Teufel, das schmeckt ja wie Abwaschwasser!" „Verzeihen Herr Hauptmann — das ist es auch!" 8?* ■ «£ ÄbiM ! Wta1 bls »t ' Knierad, ;Wun95. 1 nö Quf dir A'lderu., I Frei^. | Webni|( : d"» lei!, n- Das *t Sei| ».freut, d , >9 °Ä I »dem durch: Kriege,, :» m ®„'. Zertretend,! der im oet, en und be> i "ach. Den i lm bekannt, am WM. | Erledigung der Abend i er Erinne- Aus der Provinzialhauptstadt Hessen- die Ausführungen des Vorredners, indem vor Augen und wies darauf hin, daß feit gerbst unter Umständen von werden 1933 durch das Reichsnahrstandsgefetz Landvolk, kann. ; H SSt url mitn?er unb 23er'' I Es gibt leider unausrottbare Uebel, und zu ihnen befchaf- gehört auch der Mißbrauch des öffentlichen Fern- ^glen^etnebe^zum^Reichsnahrstand zufammenge-' fprechers. Wer in seinen vier Pfählen am eigenen Gemeinschast des Dienstes am Boden Oie Tagung der Hof- und Betriebsgefolgschast des Reichsnährstandes. Wer dazu verdammt ist, das Ende eines solchen Gesprächs abzuwarten, kann sich gratulieren. Zum Glück sind die Wände der Telephonzelle schalldicht, denn wenn für den Wartenden auch noch die Notwendigkeit des Mithörens bestünde, wären Katastrophen unvermeidlich. Lottes Verlobungsgeschichte würde dann vermutlich von Geräuschen begleitet werden, die keineswegs sanfter Natur wären. Und ob die junge Dame überhaupt noch Gelegenheit fände, ihre Kleidersorgen ausführlich zu erörtern, dürfte mindestens zweifelhaft sein. Gewiß, es braucht nicht immer eine junge Dame zu sein. Auch Männer haben mitunter den Drang, ihr Mitteilungsbedürfnis in hanebüchener Weife zu befriedigen. Diese Zeitgenossen unterhalten sich am Fernsprecher recht ausgedehnt über die von ihnen wenig geschätzten Eigenschaften eines Hauswirtes, über den Geschmack einer Zehnpfennigzigarre oder über die Vorzüge eines Medikamentes gegen Erkältungskrankheiten. Und unterdessen warten zwei oder drei Personen vor der Zelle, für die jede Minute NSG. Friedberg, 7. Febr. Die Tagung der Hof-un"^"' ' ' ' ' ' 1 " Als Vertreter der Landesbauernschaft Nassau ergänzte Gtabsleiter Or. Wörner bauernschaft Hessen-Nassau die Arbeitskameraden und erteilte als erstem Redner dem Leiter des Sozialamtes der Deutschen Arbeitsfront pg. Baden das Wort, der über die Sozialgestaltung sprach. Als wichtigste Grundsätze der nationalsozialistischen Sozialgestaltung bezeichnete der Amtsleiter Harmonie, Natürlichkeit und Leistung; nur unter diesen drei Gesichtspunkten ist eine erfolgreiche Zusammenarbeit möglich. Um das Ziel der Sozialpolitik: die Verwirklichung der Volksgemeinschaft nach Rasse, Sippe und Familie zu erreichen, muß der Arbeiter der Faust sinnvoll in den großen Schaffensprozeß der Gesamtheit eingeführt werden und am Leben des Staates und des Volkes Anteil nehmen. Pg. B a - den wandte sich weiter einigen Einzelfragen zu und schloß mit der Forderung, daß gründliches Wissen und ausgebildetes Können auf der sicheren Grundlage des anständigen Charakters erstrebt werden. Der Leiter der Gaurechtsberatungsstelle der Deutschen Arbeitsfront, pg. Hardt, sprach anschließend über die arbeitsrechtliche Betreuung der dem Reichsnährstand angeschlossenen landwirtschaftlichen Berufe. Der Redner gab einen Ueberblick über den Umfang und die Tätigkeit der Rechtsberatungsstelle, die irn Gau Hessen-Nassau 20 Dienststellen und 85 fliegende Beratungsstellen eingerichtet hat. Die Rechtsberatungsstelle genießt heute das Vertrauen von Betriebsführer und Gefolgschaft und hat ihr Ziel, den Arbeitsfrieden zu sichern und bei Unstimmigkeiten den gütlichen Ausgleich herbeizuführen, in größtem Maß erreicht. Die Rechtsberatung macht die Tätigkeit der Arbeitsgerichte nicht etwa überflüssig, sondern ist die vermittelnde Instanz für das tägliche Arbeitsleben,, die den politischen Grundsätzen Eingang in die Auffassung und Handhabung des Arbeitsoerhältnisses verschafft. Das Betriebsvechältnis, so führte Pg. Hardt weiter aus, ruht heute auf dem Grundsatz: Treue um Treue, und es stellt daher, bei aller Verschiedenart der Aufgaben, an Betriebsführer und Gefolgschaftsmann gleiche Forderungen. Ueber Fragen der Zuständigkeit für Angehörige des Reichsnährstandes kann es keine Unklarheit geben, es steht vielmehr fest, daß in allen arbeitsrechtlichen Fragen sich jeder Angehörige des Reichsnährstandes unverzüglich an die Rechtsberatungsstelle der DAF. wendet. Fernsprecher sitzt, möge ihn in Gottes Namen dazu benutzen, seine Allerweltsneuigkeiten in epischer Breite an den Mann zu bringen. Er stiehlt höchstens dem die Zeit, der ihm zuhört. Für alle anderen Mitteilungsbedürftigen aber wäre, es zweckmäßig, wenn die Reichspost ihnen dreimal in jeder Minute automatisch jene Losung durch die Hörmuschel zurufen ließ, die immer noch an allen Fernsprechzellen R: Fasse dich kurz! Vielleicht würde ihnen dann rrgnügen doch einigermaßen wirksam vergällt. H. W. Sch. Dornotizen. Tageskalender für Dienstag. Stadttheater: 20.11 bis 22.30 Uhr: großer bunter Faschingsabend „Kampf dem Verdruß". — Gloria- Palast, Seltersweg: „Das Mädchen aus der Hafenschenke". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Im weißen Rößl". — VfB.-Reichsbahn: Bunter Kappenabend im Vereinshaus (Waldsportplatz). Bunter Faschingsabend im Stadttheater. Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Heute findet ein „großer bunter Faschingsabend" statt. Paul Nieren hat die Gesamtleitung und hat sich unter der Losuna „Kampf dem Verdruß" die Mitarbeit sämtlicher Kapellmeister, Regisseure, technischer Vorstände, aller Solomitglieder der Oper, Operette, des Schauspiels, aller Orchestermitglieder und des gesamten Chorpersonals gesichert. Sämtliche Mitglieder des Stadttheaters und das Publikum sind Mitwirkende. Dieser bunte Faschingsabend bringt einen rheinisch-frohen Ausklang d-'s Karneval-Programms. Es wird darauf hingewiesen, daß es in der Absicht des Theaters liegt, wenn möglichst viele Theaterbesucher bereits im Kostüm im Theater erscheinen, um den farbenprächtigen und bunten Eindruck des Abends zu erhöhen. Jedem Besucher ist im weiteren Verlauf des Abends noch der Besuch anderer Veranstaltungen möglich. Die Vorstellung ist außer Miete und dauert von 20.11 bis 22.30 Uhr. Dilhelm-Busch-Abend mit Emil kühne. Der Goethe-Bund und Kaufmännische Verein teilen mit: Für nächsten Freitag ist der in Gießen bestens bekannte heitere Vortragsmeister Emil Kühne zu einem Wilhelm-Busch-Abend gewonnen worden. Wilhelm Busch, der Mensch, der Zeichner, der Dichter und der Weise sollen mit charakteristischen Proben aus seinem Werk zur Darstellung kommen. Wilhelm Buschs Werk ist Allgemeingut des deutschen Volkes geworden. — (Siehe heutige Anzeige.) sgesolgschaft und ihrer Fachschaften in der Landesbauernschaft Hessen-Nassau, die am Donnerstag begann, wurde am heutigen Freitag fortgeführt. Zn mehreren Lokalen der Stadt traten die Fachschaften zu ihren Sondertagungen zusammen und nahmen zu den wichtigsten allgemeinen und organisatorischen Fragen ihrer Gemeinschaft Stellung. Die Gegenstände der Tagungen stammten vorwiegend aus der Sozialpolitik und der praktischen Landwirtschaft. Der Vormittag wurde durch die Reihe der Sondertagungen voll in Anspruch genommen, während nachmittags alle Vertreter geschlossen an einer Versammlung im Kasinosaal teilnahmen. Hier begrüßte Landesgefolgschaftswart S t e i d l e von der Landes- faßt worden sind. Diese Organisation stellt die unbedingte Sicherung aller ernährungspolitisch wichtigen Faktoren im Interesse der Volksgemeinschaft dar und hat sich in der kurzen Zeit ihres Bestehens jederzeit kraftvoll bewährt. Als erster Referent der Schlußtagung am Samstag sprach Landeshauptabteilungsleiter I der Landesbauernschaft Hessen-Nassau, Bauer Finger-Somborn über das Thema „Der bäuerliche Mensch". Er betonte u. a., daß der Mensch nicht den Wirtschaftsgesetzen, sondern den ewigen Gesetzen des Lebens unterworfen ist. Der Bauer steht dem Quell dieser Lebensgesetze am nächsten und muß den Forderungen des Blutes so dienen, wie er den natürlichen Wachstumsbedingungen seines Bodens gerecht wird, will er eine gute Ernte erzielen. Landesbauernführer Or. Wagner bezeichnete dann in seiner Ansprache die Landarbeiterfrage als eines der wichtigsten Probleme der Gegenwart. Der Landarbeiter wird im nationalsozialistischen Staat genau so gewertet, wie jeder andere Facharbeiter, der er ja durch die Berufsausbildungsverordnung nunmehr im vollen Umfang auch ist. Deshalb stellt die Landarbeiterfrage auch durchaus kein Lohnproblem dar, sondern sie hat ihre Ursache darin, daß eine gewisse Verweichlichung um sich gegriffen hat und keiner Arbeit an der Scholle verrichten will. Dagegen wird jedoch nunmehr angegangen. Eine Erleichterung der Arbeitsverhältnisse auf dem Land muß damit Hand in Hand gehen. Dr. Wagner wies dann auf die Bedeutung der Blutsfrage für unser Volk hin und wandte sich dem Ausgleich zwischen landwirtschaftlichen Festpreisen und den schwankenden Preisen, die der Bauer beim Kauf der für ihn notwendigen Dinge bezahlen muß, zu. Der Landesbauernführer schloß mit dem Appell, daß jeder von sich selbst das Höchste erwarten soll und den Glauben haben muß, daß das Lebensglück dem Starken allein befchieden ist. Als letzter Redner sprach dann der Leiter des gesamten deutschen Landarbeiterwesens, Reichsgefolgschastswart Methling von der Hauptabteilung I des Reichsnährstandes. Der Arbeitermangel in der Landwirtschaft hat nicht nur in den letzten Zähren, sondern eigentlich schon immer bestanden. Deshalb sieht der Reichsnährstand in seiner Betreuungsarbeit die erste Aufgabe darin, genügend bodenständige Landarbeiter zu schaffen. Pg. Methling ging itann im einzelnen auf die Maßnahmen ein, die hierzu zu ergreifen sind. Abschlie- schließend befaßte er sich mit der kulturellen Betreuung des Menschen auf dem Lande. Er ging dabei auf die Feierabendgestaltung, die Dorfgemeinschaftsabende und den Urlauberaustausch ein und erklärte, daß ein Programm dieser Maßnahmen, durch die der Mensch auf dem Land gehalten werden soll, demnächst der Gefolgschaft übergeben wird. Er schloß mit dem Hinweis auf die Fürsorgepflicht des Betriebsführers des landwirtschaftlichen Betriebes, der die Treuepflicht des Landarbeiters aeaenüber- steht. Jasse dich kurz! Jeder, der gelegentlich den öffentlichen Fernsprecher benutzen muß, weiß davon ein Liedchen zu singen. So rasch er auch zur nächsten Telephonzelle stürzt: das Worten bleibt ihm selten erspart. Und da er es gewöhnlich eilig hat (wozu würde er auch sonst telephonieren?), dehnen sich die Minuten des Wartens qualvoll in die Länge. Er wird natürlich nervös, schüttelt den Kopf und wirft zornige Blicke auf die Tür, hinter der sich zumeist eine junge Dame angelegentlich mit ihrer Freundin unterhält. „Gestern abend war ich mit Erwin im Kino. Es wurde eine nette Sache gespielt. Großartig, sage ich dir. Was meinst du? Ach so, wie der Film hieß. Warte mal, es wor ein ganz komischer Titel. Zu dumm, ich komme einfach nicht darauf. Er spielte an der Riviera. Weißt du übrigens, daß Krauses nächste Woche verreisen werden? Wie? Natürlich, ich soll nichts verraten. Unsinn, als ob es die Leute nicht auch so merken würden ... Was sagst du? Nein, da bin ich wirklich überrascht. Das hätte ich nicht gedacht, daß es mit Lottes Verlobung so schnell gehen würde ..." Verhütet Unfälle! Velriebsführer, Arbettskameradinnen und Arbettskameraden! Die deutsche Volksgemeinschaft braucht zur Weiterführung und zur Vollendung des gigantische Aufbauwerkes die Gesundheit und die Kraft ein.g jeden einzelnen Volksgenossen. Wir werden in dr Zukunft in Deutschland nicht zu viel, sondern zu w-. nig Arbeitskräfte haben, um die großen, vom Fairer geplanten und bereits in Angriff genommen«« gewaltigen Werke des Friedens zu errichten. Jet- Hand, ja jede Stunde, die für diese Leistung au? fällt, ist ein unersetzlicher Verlust für die Sicheruri und den Wohlstand unseres Volkes. Es muß des. halb alles vermieden werden, was uns kostbar« Arbeitskraft und Arbeitsleistung beraubt. Wir müfjeti um des Volkes und das Glück jedes einzelnen tnille Krankheiten und Unfälle, die allzuoft eine Folg der Arbeitsweisen und mangelnden schadensoerhl-. tenden Einrichtungen in den Betrieben finb, mt allen Mitteln zu verhindern suchen. Die Unfallverhütungswoche „Druck und Papi»' vom 7. bis 14. Februar soll der aufrüttelnde giir. takt für eine künftige unfallsichere Gestaltung b 127 17,25 17,5 0,705 41,97 0,151 47,04 54,34 47,04 12,17 5,37 11,575 136,21 13,09 185,5 114.25 117 106,9 126,5 17,25 17,65 123,75 131,5 114,25 117 106,75 0,705 41,99 0,151 47,04 54,36 47,04 12,175 5,375 11,585 136,23 13,09 0,754 42,05 0,153 47,14 54,44 47,14 12,20 5,38 11,595 136,49 13,11 126,75 43,13 17,25 17,5 123,9 184,75 131 114,25 117 106,75 Berlin 127,13 43 17,25 17,65 123,25 185,5 131 114,25 117 106,9 Buenos Aires . Brüssel....... Rio de Janeiro Polen........ Kopenhagen... Danzig....... London ...... Helsingfors.... Paris........ Holland ...... Italien....... letz- war ein- aus LPD. EinführungderMeisterprüfung im der Blumenbinderei. Die Fachgruppe Uumenbindereien hat die Meisterprüfung endgültig ur Einführung gebracht und diesbezügliche Ausfüh- ringsbeftimmungen erlassen. Die Prüfung, die vor- ufig noch freiwillig ist, kann sowohl von den Ge- chäftsinhabern als auch von den Gefolgschaftsmit- i iedern abgelegt werden. Aeltere Betriebsinhaber binnen den Meistertitel ohne eine Prüfung bean- :»agen, wobei jedoch eine mindestens 15jährige Selb- Ändigkeit und die Vollendung des 50. Lebensjahres Iioraussetzung ist. lieber die bestandenen Prüfungen, Untersetzer gibt es viele ... Nicht nur für die Kaffee- und Teekanne, auch für Likör- und Weingläser. Feuerfestes Glas muß auch einen Untersatz haben. So gibt es noch mancherlei andere Untersetzer. Immer werden Sie den geeigneten finden bei ). B. Häuser, Gießen, am Oswaldsgarten, Fernsprecher 2145/2146. 0,754 42,07 0,153 47,14 54,46 47,14 12,20. 5,38' 11,605 136,51 13,11 Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börje. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 v. S)., Lombardzinsfuß 5 v. H. Reichsmark im Dezember 1934. Rheiri-Mairiifche Börse. Mittagsbörse still. Frankfurt a. M., 8. Febr. Die in den tm Tagen an sich schon geringe Umsatztätigkeit pm Wochenbeginn durch den Fasching weiter (•engt, da Aufträge aus West- und teilweise rfoneitiiij, ju einer # L i, in tmr ! Folgend ' r nod) flfc.". • n leeren Äc ' cheu und rar sein Kami! irangen ab ie! 5ie wurden d- in kräftigen Sm Fahrt verlor 6c ten aber tiA" iße hinauf, Aev nd stümten, not Ein junger Ite chte die M es nicht, dir M ir rannte ^1'.' trovinzial^D eben herch«'>-' er Schrant! r Schweinemarkt in Lich. } ß i d), 8. Febr. Auf dem heutigen Schweine- markt waren 270 Ferkel aufgetrieben. Bei langsamem Handel wurden bezahlt für Ferkel bis zu sechs Wochen alt 12 bis 16 Mark, für sechs bis acht Wochen alte 18 bis 21 Mark, für acht bis zehn Wochen alte 23 bis 26 Mark und für ältere bis zu 35 Mark. Es verblieb geringer Ueberftand. Runvfunkprogromm. Mittwoch, 10. Februar. Im Freiverkehr nannte man: Adlerwerke 105,75 bis 107,75, Wayß & Freytag 136 bis 138, Dyckerhoft Zement 132 bis 134. — Tagesgeld verändert 2,50 v. H. [ten ist. Man trägt Unterkleider in der Farbe des jeweiligen Oberkleides, weiße oder rosa Unterkleider kann man aber zu allen Kleidern tragen. Untermieter. Für die Untermiete gelten die Bestimmungen über Mietvertrag Der Vermieter kann dem Mieter die Untervermietung verbieten. Geschieht dies, obwohl in der Person des Untermieters kein Grund hiefür liegt, so kann der Mieter ohne Rücksicht auf Die vertraglich vereinbarte Kündigungsfrist unter Einbali der gesetzlichen Frist kündigen Der Untermieter hat Anspruch aus einen Haus- Korridor- und Zimmerschlüssel Er kann an der Wohnungstüre sein Namensschild anbringen. Siehe Hausordnung Räumung. Unterricht, Vermittlung von Wisien und Erziehung. Unterricht wird in den verschiedenen Schulen erteilt. Daneben gibt es Privatunterricht zur Nachhilfe und zum Erlernen von Sprachen und Musikinstrumenten usw. Gute Lehrer hierfür findet man durch eine Kleinanzeige in der Tageszeitung. Untersatz, Untersetzer. Tonschalen, die unter Blumentöpfe gestellt werden, aber auch Tonoder Porzellanplatten, auf die man Tee- oder Kaffeekannen stellt, barmt durch die Hitze die Tischpolitur nicht beschädigt wird. Unterschlagung. Wegen Unterschlagung wird bestraft, wer eine [remoe bewegliche Sache, die er im Besitz hat. sich rechtswidria Hier abschneiden! ^Deutschland völlig fehlten. Am Aktienmarkt war die Kursentwicklung meinheitlich, zu den ersten Notierungen überwogen i folge kleiner Abgaben Abschwächungen. Von Nontanwerten verloren Verein. Stahl 1,25 v. H. auf 119,40, Hoesch 0,90 v. H. auf 118,90 und Ilse kenuß 1,75 v. H. auf 147,25. IG. Farben lagen riit 169,65 (169,75) knapp gehalten, Metallgesell- fqoaft bröckelten 0,50 v. H. ab, Rütgerswerke blie- b: n mit 143,75 unverändert. Am Elektromarkt la- g;n die zunächst notierten Werte voll behauptet, tjon Maschinenaktien schwächten sich Moenus um 1550 v. H. auf 108 ab, auch Motorenwerte gaben k°s 0,75 v. H. nach. Mäßig höher setzten Gement fseidelberg mit 160,25 (159.50), Zellstoff Aschaffenburg mit 140,40 (140), Rheimnetall-Borsig mit 153,75 (153,50) und Westdeutsche Kaufhof mit 56,75 ft6,65) ein. Arn Ren ten markt bestand vorwiegend kleine ^aachfrage. Größere Umsätze auf Rückkäufe hatten Reichsbahn-Vorzugsaktien mit 123,50 bis 123,65 (123,25) auf die Mitteilung, daß eine Aenderung v der Ausstattung dieses Papieres nicht zu erwar- tm fei. Lebhafter waren ferner Kommunal-Umschul- b.mg mit 91,30 bis 91,35 (91,20), auch Zinsvergü- bmgsfcheine mit 95,30 und Städte-Altbesitz mit 11:0,75 blieben gefragt. Nachfrage erhielt sich so- bnnn die letzten Emissionen von Industrie-Obliga- tnonen. Reichsaltbesitz lagen mit 120,13 unverändert. :Im Verlaufe blieb das Geschäft am Aktienmarkt allgemein klein und die Kurse entwickelten sich weiter ungleichmäßig. Eetwas erholt waren Ver- erügte Stahl mit 119,75 nach 119,40, auch IG.-Far- bm wieder 169,75 nach 169,65. Die erst später no- tv rten Werte erfuhren zumeist Abschwächungen von 050 bis 1 v. H., Siemens verloren 2,25 v. H. auf 119,25, Klöckner 1,13 v. H. auf 126,40 v. H. Am Rentenmarkt erholten sich Reichsbahn- korzugsaktien weiter auf 123,90 nach 123,65, leb» ^fter blieben Kommunal-Umschuldung mit 91,35 i>» 91,40. Goldpfandbriefe kamen unverändert zur sotiz, Liguidationspfandbriefe bröckelten 0,13 bis 025 v. H. ab, Stadtanleihen lagen ruhig, 4,50 v. H. i Niesbaden nach Pause 93,90 (95,40). Von Kommu- i»:l-Obligaklonen Nass. Landesbank 95,75 (95,50). Frankfurt a. M. | Berlin Die Abendbörse hatte auf ollen Marktgebieten sehr kleines Geschäft, da Aufträge völlig fehlten. Die zur Notiz gekommenen Papiere zeigten durchweg eine gut behauptete Haltung, gegen den Berliner Schluß überwogen kleine Erhöhungen von 0,25 bis 0,50 d. H. Auch am Rentenmarkt stockte das Geschäft, nur in einigen Auslandanleihen fanden bei unveränderten Kursen kleine Umsätze statt. die hauptsächlich im Herbst stattfinden sollen, wird ein Meisterbrief ausgestellt, der in feierlicher Form überreicht wird. ** Geflügelzuchtverein Gießen. Man berichtet uns: Zu einer außerordentlichen Hauptversammlung war am Samstag der Geflügelzuchtoerein Gießen im Hotel Hopfeld zusammengekommen. Es galt, die Richtlinien für die im Herbst stattfindende große Gauschau aufzustellen und einen Arbeitsplan festzulegen. Den Abschluß der Geflügelausstellungen bildete die Reichssiegerschau in Berlin. Auf dieser Spitzenschau konnte nicht jeder deutsche Züchter ausstellen, sondern nur der, der durch entsprechende Erfolge in den vergangenen Ausstellungen sick) diese Berechtigung verdient hat. Don rd. 1900 Ausstellungen stand die allerbeste Auslese auf dieser großen Siegerschau. Mit Stolz erfüllt es den Geflügelzuchtverein Gießen, daß sich zwei seiner Mitglieder so erfolgreich hier beteiligen konnten. Fr. Bauer mit seinen Rhodeländern und H. B e ck e r (Allendorf) mit seinen Orloffs zeigten, daß sie in züchterischer Gestaltung ganz große Klasse sind. Ministerialrat i. ZR. Balser f. LPD. Darmstadt, 8. Februar. Nach kurzem Krankenlager starb Ministerialrat i. R. Geheimer Obermedizinalrat Dr. August Balser im 79. Lebensjahr. In Gießen als Sohn des damaligen Direktors der Höheren Töchterschule geboren, studierte er in Gießen, Berlin, Halle und Leipzig und praktizierte nach bestandenem Kreisarztexamen vier Jahre in Ob erhessen. 1889 in den hessischen Staatsdienst übergetreten, wurde er 1894 nach Mainz versetzt, wo er 18 Jahre lang als Kreisarzt, Gerichtsarzt und medizinischer Berater der Stadtverwaltung arbeitete. 1912 wurde er von der Regierung als Obermedizinalrat und Vortragender Rat ins Innenmnisterium berufen und als Vertreter Hessens ins Reichsgesundheitsamt delegiert. 1920 wurde er zum Ministerialrat befördert, er trat 1923 in den Ruhestand. Main und Nidda steigen! Frankfurt a. M., 8. Febr. (LPD.) Durch die rasche Schneeschmelze in den Gebirgen und durch die ausgiebigen Regenfälle in den letzten Tagen brachten alle Flüsse und Bäche dem Main außergewöhnlich viel Wasser. Am Obermain ist der Fluß stellenweise ausgeufert, während man am Unter» mäin durch Regulierung des Staues bisher eine Ueberflutung der Ufer verhindern konnte. Bei an- chaltendem Regenwetter ist mit weiterem Steigen des Mains zu rechnen. Ziemlich viel Wasser bringt auch die Nidda und vor allem ihre kleinere Schwester die Nidder, die nur stellenweise reguliert ist. Die Nidder stieg vor allem durch die gewaltigen Schmelzwassermengen aus dem Vogelsberg, wo der Schnee stellenweise 60 bis 70 Zentimeter hoch lag, rasch an. Sie überflutete die Wiesen, und überall sieht man kleinere und größere Seen, die aber nicht nur durch das Hochwasser, sondern auch durch Rückstau des Grundwassers entstanden. Sehr viel Wasser hat augenblicklich auch die Kinzig, deren Seitenbäche ebenfalls das Schmelzwasser aus dem Vogelsberg aufnehmen mußten. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten (auch aus Demi Sendebezirk). 13.15: Mittagskonzert. 14: Zeitangabe, Nachrichten. 14.10: Nach Tisch gönnt euch ein wenig Rast, seid bei Frau Musika zu Gast! 15: Volk und Wirtschaft. 15.15: Dichterstimmen aus Kurhessen (V). 16: Unterhaltungskonzert. 17: Alemannische Meister der Cembalomusik im 16. und 17. Jahrhundert. 17.30: „Wer vieles bringt, wird allen etwas bringen", Plauderei. 17.50: Heiteres aus Bayern, zwei Geschichten. 18: Unser singendes, klingendes Frankfurt. 19.45: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.15: Stunde der jungen Nation: Sven Hedin spricht zur deutschen Jugend. 20.45: Ein Hering einen Kater fraß ... Eine lustige Aschermitt- 09. SY> n ,4m-fort 6niirh mtc; hpm PiPilhe: A.G. für Verkehrswesen ...... 6 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Hamburg-Amerika Paket......0 Norddeutscher Llohd..........O Reichsbanl................. 12 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 Commerz- und Privat-Bank ... 4 Deutsche Diskonto............4 Dresdner Bank.............. 4 Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 8. Febr. Auftrieb: Rinder 1097 (gegen 1058 am letzten Montagsmarkti, darunter 196 (192) Ochsen, 156 (116) Bullen, 590 (584) Kühe, 155 (166) Färsen. Kälber 591 (479), Hämmel und Schafe 244 (115), Schweine 4085 (3782). Notiert wurden je 50 Kilogramm Lebendgewicht in Mark: Ochsen a) 42 bis 45 (am 1. Febr. 45), b) 31 bis 41 (41), c) 36 (36). Bullen a) 40 bis 43, (41 bis 43), b) 38 bis 39 (39), c) 34 (34). Kühe a) 41 bis 43 (40 bis 43), b) 36 bis 39 (35 bis 39, c) 26 bis 33 (26 bis 33), d) 19 bis 25 (18 bis 25). Färsen a) 42 bis 44 (44), b) 36 bis 40 (38 bis 40), d) 35 (35). Kälber andere a) 60 bis 65 (60 bis 65), b) 45 bis 55 (45 bis 55), c) 40 (40), d) 35 bis 40 (30 bis 40). Hämmel b2) 45 bis 48 (44 bis 46), c) 38 bis 44 (38 bis 43), d) 25 (—). Schafe a) 34 bis 40 (—). Schweine a) 52,50 (52,50), bl) 52,50 (52,50), b2) 52,50 (52,50), c) 51,50 (51,50), d) 48,50 (48,50) Sauen gl) 51,50 bis 52,50 (52,50), g2) 50,50 (50,50). Marktverlauf: Rinder und Schweine wurden zugeteilt. Kälber rege, Hämmel und Schafe mittelmäßig, ausverkauft. L . Fleischgroßmarkt. Angebot: 472 Viertel Rindfleisch, 146 halbe Schweine, 108 ganze Kalber, 22 Hämmel, 6 Kleinvieh. Notiert wurden je 50 Kilogramm in Mark: Ochsenfleisch a) 80. Vullenfleisch a) 77. Kuhfleisch a) 77, b) 65, c) 54. Farsenfleisch a) 80, b) 69. Kalbfleisch a) 89 bis 100 (am 4^ebr 82 bis 90), b) 73 bis 88 (72 bis 80), c) 601 bis 72 (60 bis 70). Hammelfleisch b) 90 bis 95 Schweinefleisch b) 73. Fettwaren. Roher Speck unter 7 Zentimeter 78, Flomen 80. Marktoerlauf: lebha.t. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurta. M, 8. Febr Der Marktverkehr mit Brotegetreide beschränkte sich auf kleinste Weizenanlieferungen. Die Nachfrage aller Mühlen ist sehr lebhaft und groß. In Gerste und Hafer ruhte das Geschäft. Weizenmehl ist sehr gefragt, Ro gg en - mehl bleibt in ausreichendem Umfange erhältlich. Die große Nachfrage nach Futtermitteln ftndet teilweise Angebot aus Zuteilungen in Oelkuchen, Schnitzeln und Fischmehl. Rauhfutter wird gern 0e®sU notierten (Getreide je Tonne alles übrige je 100 Kilogramm) in Mark: Weizen W 13 211 W 16 214 W 19 218, W 20 220, Roggen R 12 174, R 15 177' R18 181, R19 183 Großhandelspreise der Mn'klen der genannten Preisgebiete. Weizenmehl, Dirne 812 W13 29,15, W 16 29,25, W 1_9 29,25, W 20 29,60, Roggenmehl, Type 997 R 12 22,45, R 15 22,80, R 18 23,30, R 19 . 23 50 plus 0 50 Mark Fracht - Ausgleich: Weizenfuttermehl 13 60Weizenkleie W 13 10,75, W 16 10,90, W 19 Ilio: W 20 11,20, Roggenkleie R12 9,95 R15 1015 R18 10,40, R19 10,50 Mühlenfestpreise ab Mühlenstakion: Treber 14,00 Höchstpreis ab Erzeugerstation, Heu 5,00 bis 5,50, do drahtgepreßt 5,40 bis 5,90, Weizen- und Roggenstroh drahtgepreßt oder gebündelt 2,40. Oie Sparkasseneinlagen im Dezember 1936. Frod. Die Entwicklung der Einlagen bei den beut» ifijcn Sparkassen stand im Dezember 1936 unter fern Einfluß des Weihnachtsfestes. Zur Finan- lerung der Weihnachtseinkäufe griffen die 23er» Faucherkreife, wie stets im Dezember, in erheb- .Lhem Umfange auf ihre Spareinlagen zurück; die Weihnachtsspargelder" wurden abgehoben. Die Nehreinzahlungen, die voraussichtlich aus den Krei- hn des Einzelhandels herrührten, vermochten die Zusätzlichen Auszahlungen nicht auszugleichen. So ichöhten sich die Auszahlungen im Sparverkehr um 19,8 Millionen RM., auf 467,4 Millionen RM., be Einzahlungen hingegen nur um 44,7 Mill. RM. uaf 419,8 Mill. RM. Der Saisonbewegung entsprechend waren die Auszahlungen also größer als die ‘ Einzahlungen; insgesamt ergab sich ein Auszah- ftngsüberschuß von 47,6 Mill. RM. gegenüber 34,1 Millionen RM. im Dezember 1935 und 25,0 Mill. X ÄH it bestreik - i die SG? iese selben •reisprechungl' mehr gelüte- >r Familie, p izes Leben te j iiiblihM ofe? t den tiefen c übigers W । empfanden,' ;es Staats^ ich jedenfalls nDOr unterdn - ihm 3* mlofe W e er, > j! gerlichenM- it habe- V können, n, die mir/' it unfchu^ ; Anklage * szufetzen- K je immer sämtli^ lefenb^n und |w.L . tif W’W ujmmen waren, kam im gleichen Augenblick auch er Zug an. Die Pferde sprangen noch mit den Vorderbeinen über die Barriere, scheuten nun aber I od) vor dem Zuge zurück und kamen zum Stehen. Der Schrankenbalken wurde durch den heftigen Anfall von Pferden und Wagen verbogen. Die Tiere, chweißüberströmt, waren nur mit einiger Mühe ,us ihrer merkwürdigen Lage zu befreien. Wenn s ihnen gelungen wäre, auch mit den Hinterbeinen her die Barriere zu springen, wären sie zweifellos wrch den vorbeifahrenden Zug mitgerissen und chwer verletzt worden. Menschenleben kamen bei iem aufregenden Vorfall glücklicherweise nicht zu Schaden. Hochwasser der Lahn. Die rasche Schneeschmelze und die unmittelbar □tgenben Regenfälle haben ein starkes Ansteigen .irferer heimischen Fluß- und Bachläufe zur Folge lehäbt. Die Lahn ist in ihrem Wasserstand erheb- ,ch gestiegen und hat im Heuchelheimer Feld, wie uch bei Wißmar und Launsbach wieder weite Mesenflächen überschwemmt. Von der Wieseck her ,ehen die Wiesen am Philosophenwald auch zu Inem großen Teil unter Wasser. Flüsse und Bäche .euschen mit schmutzig-braunen Fluten gewaltig mher und reißen viel Erdreich vom Grund und jon den Ufern mit sich. Wie uns aus Nassau gemeldet wird, mußte auf der kanalisierten Lahn die Schiffahrt wegen des Hochwassers bereits eingestellt werben. Gießener Wochenmarktpreise. * Gießen, 9. Febr. Auf dem heutigen Wochen- narkt kosteten: D. f. Molkereibutter, XA kg 1,57 Mk., Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60, ’.anbbutter 1,42 Mk., Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, deutsche, Klasse S 14, Klasse A Z, Klasse B 12, Klasse C 11%, Klasse D 10^, unge- «ichnete 10, Wirsing, % kg 10 bis 15, Weißkraut - bis 10, Rotkraut 10 bis 12, gelbe Rüben 8 bis 12, Dte Rüben 8 bis 10, Spinat 30, Unterkohlrabi 6 js 8, Grünkohl 12 bis 15, Rosenkohl 25 bis 30, Veldsalat, 50 g 10 bis 12, % kg 80 Pf. bis 1 Mk., jomaten 60 Pf., Zwiebeln 8 bis 10, Meerettich 30 ! s 60, Schwarzwurzeln 25 bis 35, Kartoffeln, % kg i Pf., 5 kg 44 Pf., 50 kg 3,50 bis 3,70 Mk., Aepfel, « kg 15 bis 20 Pf., Tafeläpfel 25 bis 40, Birnen 15 bis 25 Pf., Hähne 1 bis 1,10 Mk., Suppenhühner !D bis VH Pf., Tauben, das Stück 50 bis 60, Blu- c.enkohl 30 bis 60, Endivien 10 bis 25, Lauch 5 bis 8, i ellerie 10 bis 40, Rettich 5 bis 15 Pf. Mn > ionber! ’M- «Äh sch äte > Untersuchungshaft zueignet, z. B. verkauft, verpfändet. Unterschrift. Dor U. lese man Das Schriftstück genau durch. Man soll nichts unterschreiben was man nicht verstanden bat oder womit man nicht vollkommen einverstanden ist. Dor allem keine Blanko-Unterschrtften? (S. dort.) Unterschreiben mutz man mit seinem eigenen Namen Mit Dem Namen eines anderen kann man nur bann unterschreiben. wenn man eine ausdrückliche Vollmacht dazu bat Auch wenn man als Bevnllmächtigter eines anderen, z. B des Ehemannes unterzeichnet ist es richtiger, mit seinem Namen zu unterschreiben unter Beifüaung eines die Bevollmächtigung bezeichnenden Ausdruckes, z. B i V des Franz Müller' Anna Müller" Z Urkundenfälschung. Name. Ehefrau, Bestellung Miete Neidender. Untersuchung durch den Arzt ist notwendig zur Erkennung der einzelnen Krankheiten Zur Untersuchung gehören Untersuchung Des Herrens, der Lungen Der inneren Organe Der Unterleibsorgane ulw Manchesmal mutz Die gewöhnliche Untersuchung noch ergänzt roetDen Durch besondere Methoden wie Untersuchung mittels Röntgenstrahlen. Blutuntersuchung usw. Untersuchungshaft. Wer hinreichend verdächtig ist. eine strafbare Handlung begangen zu haben. kann unter gewissen Voraussetzungen (Verdunkelungsgefahr, Fluchtverdacht) in Untersuchungshaft genommen ereignete *n der M !Aein tr°c Mes Mn ■ Qn einer ? 9ermeifter g. V einer ■hanb beftb? Erdstiick 1 unb c lewaggerz °'- M au* »et einjeft iu)rntten nxj " DerunM Aann durch- Verletzungen' )ö auf der ’nger ®Qnn ( glückten an1 aber im { kurze Unglück. Nüch - e die Leiche:- en und Ben gebrM.',! Tagen geheim । de m Frankfurt a. M. Berlin Schluß- kurö Schluß?. Abend Börje Schluß, kurs Schlußk. Mittag, börse^ Saturn 6-2. 8.2- 6-2- 8.2. 9lccumu!atoren-gabrif...... 12 — — 201 — AKU=ftun)"tfeibe........... .. 0 — — — — Aschaffenburg Zellstoff...... .. 3 139 140 139,5 140 Bemberg................. .. 0 108,25 107,25 108 107,5 Bekula................... .. 8 168 168 168.9 168,75 BuderuS Eisen............. .. 4 120,25 120 120,25 120,25 Gement Heidelberg......... .. 7 159,5 160,25 — —• Gement Karlstadt.......... .. 6 — — — —* Chade A.-C................ .. 9 — —- — — Conti Gummi............. . 11 172 172,5 173 172,25 Daimler Motoren.......... .. 5 128,65 128,5 129 128 Dessauer Gas ............. .. 4 — —— 118,2" 118 Deutsche Erdöl............ .. 5 148,5 148 148 ' 48,25 Deutsche Gold- und Silber .. .. 9 268 268 - —- Deutsche Linoleum......... . 10 169 169,25 168,7 169,25 Elektrische Lieferungen...... .. 6 136,5 136,25 136,25 136,5 Elektrische Licht und .Kraft... .. 7 152 151,75 152 151,25 I. G. Farben-Jndustrie..... .. 7 169,75 169,65 170 169,25 Felten & Guilleaume....... .. 6 140 140,25 140 140 Gesfürel.................. .. 6 145,5 145 145.25 145 Th. Goldschmidt........... .. 5 128,5 128,75 129,25 128,25 Grihner Maschinen......... .. 0 43,75 43,75 43,5 43,75 Haroener................. 2-/7 156,5 156 156,5 156 Hoesch Eisen............... 3'/r 119,75 118,9 119,5 119,25 Philipp Holzmann......... .. 6 144,75 143,75 144,25 144 Ilse Bergbau.............. .. 6 — — — 177 Ilse Genüsse.............. .. 6 149 147,25 149,25 147 Kali Aschersleben.......... .. 5 139,5 138,75 139,5 138,5 Klöcknerwerke ............. 4/i 127,5 126,4 127,25 126 Kokswerke und Chemische Fabrik 6 —— — 143,25 143,4 Lahmeyer................ .. 6 125 125 125 125 Mainkraft................. .. 4 94,25 93,75 — — Mannesmann............. .. 3 120,5 119,5 120,5 119,4 Mansfelder Bergbau....... 6'/r —- 161 ,75 161,5 161,75 Metallgesellschaft........... .. 5 154,5 154 153,65 153,75 Orenstein & Koppel........ .. 0 — — 89,5 89 Rheinische Braunkohle..... . 12 226,75 223,25 226,75 222,5 Rheinische Elektro......... .. 6 138,75 138,5 138,25 139 Rheinstahlwerle........... .. 6 154,5 154,25 155 154,25 Rbeinisch-Westsälische Elektro .. 6 131,75 131,75 131,9 131,65 Rütgerswerke ............ .. 6 143,75 143,75 143,25 144,25 Salzdetfurth Kali......... iya —— 181 181 181,5 Schuckert S Co............ .. 6 164 163,25 163,5 163.25 Schultheis Panenhofer..... .. 4 — — 97,5 97,5 Siemens & ■ fe........ .. 8 201,5 199,25 201,5 200,25 Süddeutsö r........ . 10 , 203,25 203 203 201 Dereinigu- >erke..... 3-/2 1 120,5 119,65 120,5 119,5 Wesideuti ihof...... .. 0 56,75 56,75 57 56,9 Westeres!"!n J.ali......... .. 5 137 136,75 137 136,75 Zellsto^. :.awhof......... .. 6 156 156,5 156,5 Ltavi Minen............. . 0,6 24,4 24,25 24,25 Schluß, kurs Schluß?. Abend- Börse Schluß- kurs Schluß! Mittag. Börse Saturn 6.2. 8-2. 62. 8.2. 5% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 101,25 101,25 101,25 101,25 4% Deutsche ReichSanl. von 1934 98,13 98,1 98,13 98,1 5/2% Doung-Anleihe von 1930 .. 4%% Hessische Volksstaat von 1929 103 103 102,65 102,65 99,5 99,5 99,5 99,5 4/1% Deutsche Reichspostschatz von 1934 I...................... 100,13 100 100,13 100,3 4/z% Deutsche Reichsbahnschah von 1936 I.................. 98,75 98,75 98,5 98,5 ReichSanleihe-Altbesitz.......... 120,13 120,13 120 120,1 Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten.............. 132 132,5 — — 4/t% Hess. Lmidesbk. Darmstadt Goldpfe. R. 12.............. 98 98 — — 5/r% Hess. Landes-Hyp.-Bant fiiqu. Goldpfe............... 101,2 101,5 — _ 4/i% Preuß. Landespfdbr.-Anst. Goldpfe. R. 19.............. — — — 98 4/2% Preuß. Gold-Komm. R. 20 96 — 96 — 4/2% Darmstadter Komm.-Lan- desbank R. 6................ 95 95 _ _ Deutsche Komm.-Sammel-Anleihe Auslos.-Rechte 1.............. 127,5 127 127,25 127,13 4/r% Franks. Hyp. Goldpfe. R. 15 98 98 98 98 4/i% Franks. Hyp. Gold-Komm. Obl. 2 3.................... 95,75 95,75 — _ 5/t% Franks. Hyp. Liquidation Goldpfe..................... 101,5 101,4 _ 5/2% Rheinische Hyp. Liquidation Goldpfe..................... 102 101,9 102 102 Steuergutschein-Verrechnungskurs 110,25 110,25 110,4 110,4 5% Goldmexikaner von 1899 .... — 8,65 — 8,55 4% Oesterreichische Goldrente.... — — — 16 4,2% Oesterreichische Silberrente. 1,3 1,2 1,35 1,25 4/2 Ungarn Staats von 1913 .... 5,3 5,4 5,2 5,2 4% Ungarische Goldrente....... 6,25 6,2 6,2 6,2 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 — — 5,1 5,2 5% Rumänen von 1903......... 6,35 — 6,4 6,4 4/2% Rumänen Gold von 1913.. 9,35 —— 9,45 9,45 4% Einheits-Rumänen......... 5,15 5,2 5,25 5,25 4% Türken Bagdad l........... — — — — 4% Türken Bagdad II.......... — — ■■ — 2*4% I. Anatolier.............. — •— — — 6 .Februar 8. Februar Amtliche Notierung Geld | Brief Amtliche Notierung Geld ! Brief tz. Februar 8. Februar Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Bries Geld Bries Japan.................... 0,707 0,709 0,707 0,709 Jugoslawien .............. 5,694 5,706 5,694 5,706 61 ,16 q ,28 61,18 61,30 Wien..................... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon.................. 11,05 11,07 11,055 11,075 Stockholm ................ 62,75 62,67 62,77 62,89 Schweiz.................. 56,81 56,93 56,82 56,94 Spanien.................. 17,48 17,52 17,48 17,52 Prag..................... 8,651 8,669 8,656 8,674 Budapest................. — — Neuyork.................. 2,488 2,492 2,488 2,49? l«. 61 Met ßjJ 5' ÄS In t'Hti chr A. meinen rechnet, hat Altenberg besondere Maßnahmen treffen müssen, um die Verpflegung dieser Scharen, denen die einheimischen Gaststätten allein nicht gewachsen sein würden, sicherzustellen. Dabei kommt den Veranstaltern zugute, daß der nächste Sonntag im Zeichen des Eintopfes steht. Die Gausüh- rung Sachsen des Winterhilfswerkes wird in Allenberg selbst und an der Sprungschanze 42 Feldküchen aufmarschieren lassen, die von 10 Uhr ch ununterbrochen warmes Essen verabfolgen. Auf dem Speisezettel steht als einziges Gericht „Makkaroni mit Gulasch". Insgesamt sollen 15 000 Mittagsportionen bereitgestellt werben, denen nachmittags 30 000 Kaffeeportionen folgen werden. ÄfB.-Reichsbahn Gießen. 5:1' Niederlage in Frohnhausen. Durch dieses Spiel verloren die Gießener erneut zwei wertvolle Punkte, die sie dem Abstieg näher bringen. Aber nicht die Tatsache des Spielverluste; ist das, was für die Zukunft das schlimmste erwarten läßt, sondern die Art, wie dieser Spielverlust zustande kam. Nicht weniger als drei Spieler der zweiten Mannschaft, die vorher schon einmal gefpieit! hatten, mußten nochmals in der Liga spielen. 6;' war klar, daß unter diesen Verhältnissen eine M- j berlage unvermeidbar war. Die Frohnhäuser Manr- schaft Hot insofern enttäuscht, als sie es nicht verstand, durch Kombinationsspiel die Gießener zu zermürben. Bei den Gießenern tat jeder seine Pflichi, Die Gießener Verteidigung und auch die Läuferreihe lieferte ein gutes Spiel, während Meißner im Tore zwei bis drei Bälle halten mußte. Der Sturm konnte der Frohnhäuser Hintermannschaft selten gefährlich werden. Die Frohnhäuser spielten zuerst bergauf. Hierdurch konnten die Gießener in den ersten acht Minuten ein gleichwertiges Spiel liefern. Ihren Angriffen fehlte aber der nötige Einsatz. Ueberraschenh fiel das erste Tor der Frohnhäuser. Der Linksauhe» leitete einen Ball zum Mittelstürmer, der nicht redjn zeitig genug angegriffen wurde, so daß er ungcJ hindert einschießen konnte. Schon kurze Zeit später hieß es 2:0. Als Krämer, der rechte Läufer der Gießener, drei Mann umging und aufs Tor schaß, glaubte man diesen Ball im Tore, aber der Frohnhäuser Tormann lenkte zur Ecke. Ein Alleingang von Rattke wurde im letzten Moment gestoppt Demgegenüber waren die Frohnhäuser erfolgreicher. Sie konnten kurz vor der Pause auf 3:0 erhöhen. Nach Wiederbeginn glaubte man allgemein an eine katastrophale Niederlage der Gießener, da die Frohnhäuser jetzt bergab liefen. Aber es kam anders. Unter restlosem Einsatz stürmten die Gießener immer wieder vor unb hatten insofern Erfolg, ah Szponik auf 3:1 verkürzen konnte. Nach diesem Tor mußten die VfB.er das Spielgeschehen den Gast- gebern überlassen. Frohnhausen II — AfB.-R. II 3:1. Die zweite Mannschaft hatte durch ein Mißverständnis nur zehn Mann zur Stelle und war dadurch von vornherein gegen her den Gastgebern im Nachteil. Trotzdem lieferte j>e in der ersten Halbzeit bergaufspielend ein großes Spiel, und hätte in dieser Zeit genügend Gelegenheit gehabt, den Sieg sicher zu stellen. Die Stürmer trieben Ueberkombi- nation und vergaßen das Schießen. Rest. Stadt Berlin Heute Dienstag großer 885D Faschlnflsrummel idloiig! Groller Am Mittwoch und folgende Tage verkaufe ich von morgens 10 Uhr ab im Laden Neuenweg Nr. 18 folgende Gegenstände: Betten mit Roßhaarkeil u. Federzeug, ein- und zweitürige Mßiher» schranke, Wasch- und Nachttische, Sofas mit u. ohne Sessel, Küchenschränke, Kinderbetten, 1 große Obstpresse, Liegestühle, große und kleine Spiegel, Kommoden, Ne- gulatuhren, Büfetts, Waschbütten, Wäschemangel, 1 Krankenstuhl, Porzellan, Kochtöpfe, Teppiche, Tische, Drehbänke, Schreibtische Oberb.Gesellscliain.Natup-u.Heilkonr Naturwissenschaftliche Abteilnif Deutscher Biologenverband Sitzung Donnerstag, 1t. Fehr. 19S, 20 Uhr c. t., im Hörsaal des Zoologischen Instituts, Bahnhofstr. SIL Herr Prof. Ankel: Reise eines Zoologen nach Dänemait und Schweden (Vortrag mit Lid* bildern?. 886d Gäste willkommen Die Vorsitzend.: Henneberg, Anti Klein-Linden Gasthaus „Zur deutschen Eiche" heute Dienstag 880a Fastnadttsrummel mit Tanz. Anfang 8.11 Uhr. Großer Faschings-Ruinl Fastnacht-Dienstag Reslaoranl Becker, am Oswaldsgarl» (früher Dippel) yA I / • i a 1h <&*■ Keiths- f Nintortülsofotterio 3525 OOO GEWINNE UND ÖOO PRÄMIEN WQOOOOu Der Verkauf findet bestimmt statt. k. hmm, Ileiienmeg 18 l. Urknndenfittschmrg Herkunft mit der Bedeutung „der Städtische, der Höfliche". Urin, siehe Harn. Urinflecke entfernt man durch Waschen mit Seifenlauge oder Spiritus. Urkundenfälschung. Wegen U. wird bestraft, wer eine Urkunde verfälscht oder fälschlich anfertigt und von derselben zum Zwecke einer Täuschung Gebrauch macht. Urkunden sind nicht nur alle Vertragsurkunden, Wechsel, Pfandscheine, Zeugnisse, Testamente usw., sondern auch Fahrkarten, Postabschnitte, Quittungen, Lieferscheine, polizeilich abgestempelte Autonummern usw.; u. U. auch Briefe, wenn z. B. ein Prozeß anhängig ist und mit dem Brief etwas bewiesen werden soll. Wer mit einem falschen Namen unterschreibt, begeht Urkundenfälschung, außer es handelt sich um einen Künstlernamen (Pseudonym) und der andere weiß, mit wem er zu tun hat. Bezeichnet sich eine unoerheira-- ratete Frau in einer Urkunde als verheiratet, um einen anderen zu täuschen, so kann auch Betrug vorliegen. Wer vorsätzlich bewirkt, daß Behörden falsche Urkunden ausstellen oder falsche Einträge in Register usw. machen (z. B. man läßt sich einen Paß auf einen falschen Namen aus» stellen, man meldet beim Standesamt einen falschen Namen an usw.), wird wegen mittelbarer Falschbeurkundung bestraft. S. auch Betrug, Unterschrift.