Nr. 7 Erstes Blatt 187. Jahrgang Samstag. 9.Januar 1937 Erscheint tüglich. außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die 3Ilu|trtcrte Gießener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen «REt 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr.. e -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt 8ernsprechanschlüsse unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach» richten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Zrantfurt am Main 11686 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfitätr Buch- und Steindruckerei «.Lange in Gießen. Schriftleitung und Seschäftrftelle: Schulstraße 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf.. für Text- anzeigen von 70mm Breite 50 Rpf..Platzvorschrift nach vorh.Dereinbg.25°/„ mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-. Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf .Familienanzeigen. Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen ORpf. Mengenabschlüsse Staffel B Llm eine Kontrolle -er Nichteinmischung. England wünscht diplomatische Verhandlungen über den deutsch-italienischen Vorschlag. London, 9. Ian. (DNB. Funkspruch.) „Times" sagt, die Antwortnoten Deutschlands und Italiens feien nicht negativ. Auf der Grundlage dieser Antworten könnten die Bemühungen zur Abstellung fremder Einmischung in Spanien selbstverständlich fortgesetzt werden, vielleicht auf diplomatischem Wege, da dieser der schnellste sei. Die Bedingungen der beiden Staaten bereiteten keine unüberwindlichen Schwierigkeiten. Daher sollte ohne Verzug ein Kontrollschema für alle Zugangspunkte zum spanischen Gebiet ausgearbeitet werden. „Daily Telegraph" hält es für möglich, daß England eine Sechs-Mächtekonferenz vorschlagen könnte, um möglichst schnell die Gefahren der Einmischung abzuwenden. — „Mor- ning Post" schreibt, nach britischer Ansicht stelle der diplomatische Weg im Augenblick die beste Methode zur Abstellung der Einmischung in Spanien dar. Das Verfahren des Nichteinmischungsausschusses habe sich als zu langsam erwiesen, weil die einzelnen Vertreter sich immer erst mit Rückfragen an ihre Regierungen wenden müßten. Da Deutschland und Italien in ihren Noten zugestimmt hätten, die Unterstützung durch Freiwillige abstellen zu helfen, werde die britische Regierung jetzt daran gehen, praktische Maß'- nahmen vorzuschlagen. * „Daily Herald", das Organ der Labour-Party, glaubt, daß die englische und die französische Regierung die anderes Länder auffordern würden, sich bereit zu erklären, 1. zu einer Erörterung auf Grund der Vorschläge von Berlinn und Rom zu beginnen; 2. sofort die Entsendung von Freiwilligen abzustoppen;3. ein Kontroll- s y st e m mit auszuarbeiten, wie es Deutschland und Italien verlangten und 4. sofort die Frage der finanziellen Unterstützung und anderer Formen indirekter Einmischung zu erörten. Die größte Schwierigkeit werde die Forderung einer wirksamen Kontrolle an Ort und Stelle machen. — „News Chronicle" meint, wahrscheinlich liege schon einfertigerpraktischer Plan zur Verstärkung der Nichteinmischung in White Hall. England denke an eine internationale Seeblockade. Auf alle Fälle werde es sich nicht mehr P a r i s , 9. Ian. (DNB. Funkspruch.) Der „Petit Parisien" betont unter der Überschrift „U e b erwach u n g s m a x i m u m in einem Minimum von Zeit" u. a., die französische und die englische Regierung seien sich über die Formel einig und würden jetzt die Verhandlungen mit Berlin, Rom und Moskau beschleunigen. Die Arbeitsweise des Londoner Nichteinmischungsausschusses habe sich als zu langsam erwiesen. Daher würden jetzt unmittelbar Verhandlungen mit den interessierten Kanzleien angebahnt. Französischerseits sei bereits eine ganze Reihe von Maßnahmen ausgearbeitet worden, die sofort in Kraft tre.ten könnten, wenn die anderen Länder ihre Haltung klar dargelegt hätten. „Petit Journal" erklärt, Frankreich könnte bereits am Dienstag dem Parlament die entsprechenden Entwürfe vorlegen. Der „Jour" meint, daß die Haltung der französischen Regierung noch ziemlich unklar sei. Jene Persönlichkeiten, die mit Valencia sympathisierten, seien durch die deutsche und die italienische Antwort i n Verlegenheit gebracht worden. Sie gäben daher zu verstehen, daß der Vorschlag, sämtliche ausländischen Elemente aus Spanien zu entfernen, undurchführbar sei. Wenn sich aber die französische Regierung weigere, Maßnahmen zu ergreifen, die den Roten in Valencia unbequem seien, dann könnte man ihr mit Recht den Vorwurf machen, ein doppeltes Spiel zu treiben. „Figaro" ist der Ansicht, daß man jetzt e tappe n w e i s vorgehen müsse. Alle Staaten müßten zunächst die ehrenwörtliche Versicherung abgeben, die Ausreise weiterer Freiwilliger nach Spanien zu verhindern. Dann müßte die Ueberwachung der Grenze und der Küsten Spaniens durchgeführt werden, um auf eine längere Verhandlungsdauer einlassen, während der Freiwillige ungehindert nach Spanien kommen könnten. England werde den Weg direkter diplomatischer Verhandlungen dem über den Nichteinmischungsausschuß vorziehen. die Einhaltung dieser Maßnahmen sicherzustellen. Diese Ueberwachung sei den ausländischen Konsuln in Spanien zu übertragen. Schließlich müßten sämtliche Freiwillige aus Spanien a b b e - rufen werden. — „Matin" meint, daß es die erste Sorge Frankreichs sein müsse, auf französischem Boden jede Durchreise, jede Ansammlung und jede Abfahrt von Freiwilligen für Spanien, gleichviel welcher Nation diese Freiwilligen angehörten, zu verbieten. Moskau plant neue Sabotage. London, 9. Jan. (DNB.-Funkspruch.) Ein Bericht der „Morning Post" aus Riga zeigt, wie wenig Moskau sich an die Nichteinmischung zu halten beabsichtigt, und daß es alles tun wird, um die Bolfchewisierung Spaniens auch weiter zu fördern. Moskau lehne, so heißt es in dem Bericht, die Antworten Deutschlands und Italiens in der Freiwilligen-Frage scharf ab, britische, französische und sowjetrussische „Freiwillige" sowie Kriegsgerät seien „für die Aufrechterhaltung der Demokratie in Spanien unerläßli ch". Die Sowjetregierung werde ohne Rücksicht auf das, was sie vielleicht versprechen müsse, nicht einen einzigen Soldaten zurückrufen oder ein einziges Maschinengewehr oder Geschütz zurückholen. Die Sowjetregierung sei außerdem überzeugt davon, daß Frankreich ebenso handeln werde. Aus dem Bericht der „Morning Post" geht weiter hervor, daß Moskau London die Rolle zuweist, Ausschüsse einzuberufen und den Austausch von Noten zu besorgen, während Sowjetrußland- und Frankreich „praktische Maßnahmen" durchführen würden. Paris für Beschleunigung der Verhandlungen. Keine Antwort -er roten Machthaber. Oie Reichsregierung wir- nun über die beiden aufgebrachten roten Handelsschiffe verfügen. Berlin, 8. Jan. (DRV.) Auf das vom Admiral der deutschen Seestreitkräfte in Spanien an die roten Machthaber in Valencia gerichtete, bis 8. Januar, 8 llhr vormittags befristete Angebot bezüglich des Austausches der Restladung und des Passagiers des deutschen Dampfers „Palos" gegen die beiden aufgebrachten roten Handelsschiffe „Aragon" und „THarfa Junquera" ist keine Antwort eingegangen. Die deutsche Reichsregierung wird nunmehr in Ausführung der angekündigten Maßnahmen über die beiden Dampfer verfügen. Zur Beschlagnahme der Palos hatte die „M o r= ningpo st" am 4. Januar ausgeführt: Nachdem man das deutsche Schiff, das von spanischen Schiffen aufgegriffen war, freigelassen hatte, war kein Grund zur Zurückhaltung eines Teiles der Fracht und eines der Passagiere. Die Verweigerung von mehr als teilweiser Genugtuung für den klaren Verstoß war eine platte und ganz unnötige Provokation, die nicht geduldet, wie sie auch nicht übersehen werden konnte. Zu den deutschen Gegenmaßnahmen bemerkt das gleiche Blatt: Gerade 'solche Handlungsweise könnte sehr wohl unsere eigene Regierung unter ähnlichen Umständen gewählt haben und hat sie tatsächlich in der Vergangenheit oorge- nommen. Während des amerikanischen Bürgerkrieges griffen Kreuzer der Bundesregierung auf hoher See'den brititischen Postdampfer „Trent" auf und entführten zwei Bundesagenten, Mason und Sli- dell, welche Bordpassagiere waren. Die britische Regierung trieb ihren Protest gegen diese Handlung bis auf die hohe Spitze der Kriegserklärung, bis die Bundesregierung nachgab und die Gefangenen wieder auslieferte. So bestätigt auch das angesehene englische Blatt, daß Deutschland seine Gegenmaßnahmen im „Palos"-Fall streng im Rahmen des Notwendigen und Angemessenen gehalten hat. Seerechk gegen Seeraub. Da die vom Admiral der deutschen Seestreitkräfte in Spanien an die roten Machthaber in Valencia rveaen der Befchlagnahme des deutschen Dampfers „Palos" gerichtet- und bis zum Freitag Morgen 8 Uhr befristete Aufjorderung keine Antwort fand, den Rest der „Palos" zuruckzug-ben und den wider- rechtlich verhafteten Ipamsch-N Passagier freyula|= sen, tritt jetzt die volle Wirkung d e r Vergeltungsmaßnahmen em: die beiden im verlaufe der Represtwmaßnahmen beschlagnahmten spanisch-bolfchewistischen Dampser werden nut ihrer Ladung verkauft und aus dem Erlös -mrd der Ausfall des deutschen Gutes, das die Bolschewisten fest- gehalten, gedeckt. Es steht fest, daß der Dampfer „Palos" sich außerhalb der Dreimeilenzone befand, daß der örtliche bolschewistische Ausschuß durch die Jagd auf das deutsche Schiff einen Akt der Piraterie beging und daß diese Herausforderung, diese Brüskierung des Rechtes auf See, nur durch die deutsche Abwehrmaßnahme wiedergutgemacht werden konnte. Alle Verdrehungen des wahren Tatbestandes können nicht verhindern, daß das Recht des deutschen Vorgehens auch von den Regierungen Englands und Frankreichs anerkannt werden muß. Wer sich gegen Sitte und Gebrauch auf See bolschewistischer Upterweltsmethoden bedient, braucht sich nicht zu wundern, wenn ihm die Abwehraktion auf die Finger saust und die Piraterie unmöglich macht. Man hat in der Londoner „Morningpost", einem deutschfeindlichen Blatt, den Standpunkt Deutschlands durchaus für gerechtfertigt gehalten und dabei auf die Beschlagnahme des britischen Postdampfers „Trent" während des Bürgerkrieges in den Vereinigten Staaten verwiesen, der nachher, als England mit Krieg drohte, rückhaltslos wieder freigegeben wurde. Das ist richtig. Aber wir können mit einem ähnlichen Fall aufwarten. Während des Burenkrieges wurden am 29. Dezember 1899 in der Delagoa-Bay der deutsche Dampfer „Bunde s r a t" und der deutsche Dampfer „H e r z o g" von englischen Kriegsschiffen beschlagnahmt, weil sie angeblich für die Burenrepubliken Waffen an Bord hätten. Die deutsche Regierung protestierte gegen diese Beschlagnahme und die beiden Dampfer wurden bereits am 18. Januar 1900 von England freigelassen. Die englische Regierung erkannte die Pflicht auf vollen Schadenersatz an und damit war der Zwischenfall beigelegt. Nicht nur also Nordamerikaner hatten ihren Uebergriff gegen das englische Postschiff rückhaltlos wieder gut gemacht, sondern auch die Briten den Uebergriff gegen deutsche Dampfer. Das ist rechtens. Keine zivilisierte Nation hat sich bis jetzt gesträubt, Uebergriffe ihrer Streitkräfte zur See wieder gut zu machen. Nur die spanischen Bolschewisten weigern sich, völkerrechtliche Bestimmungen anzuerkennen. Es ist nicht mehr wie recht, wenn sich dagegen der internationale Begriff des Seerechts mit Kraft zur Wehr setzt. rt. Der Mord an dem bergischen Diplomaten einwandfrei sestgestellt. Von den Bolschewisten mit Revolvern aus nächster Nähe niedergeknallt. Brüssel, 8. Jan. (DRB.) Der belgische Außenminister teilte am Freitag mit, daß die Exhumierung des Barons de Borchgrave am Freitagvormittag in Fuencarral im Beisein des belgischen Geschäftsträgers und Konsuls st a 11 gefunden hat. Ls wurde festgestellt, daß die Leiche de Borchgraves drei Wunden trug, die von Revolverschüssen in den linken Oberschenkel, ins Schulterblatt und ins Ohr herrühren. Der Schuß ins Ohr wurde aus nächster Nähe abgegeben. Damit ist einwandfrei klarge stellt, daß deBorchgrave von den fpanifchenBolfche- wisten ermordet wurde. Die Leiche, die etn- gefargt wurde, befindet sich augenblicklich in der Leichenhalle des Madrider Friedhofes. Die Ermittlungen werden fortgesetzt. ♦ „Libre Belgique" berichtet, die Machthaber in Valencia hätten in ihren Verhandlungen mit der belgischen Regierung zunächst die Lüge gebraucht, Baron de Borchgrave habe sich unvorsichtigerweise an die Front begeben und sei v o n e i n er K u g e l in der Kampfzone getroffen worden. Diese Lüge habe jedoch einer Prüfung nicht stand- gehalten. Allgemein wird die weitere Behandlung dieses schweren Zwischenfalles, durch den selbstverständlich die Beziehungen zwischen Belgien und den Roten in Valencia aufs stärkste berührt werden, mit großer Anteilnahme verfolgt. Andererseits ergibt sich aus der Haltung, die am Donnerstag von den marxistischen Mitgliedern des Auswärtigen Ausschusses eingenommen wurde, der begründete Verdacht, daß die belgischen Marxisten ihren großen Einfluß innerhalb der Regierung van Zeeland nach Kräften geltend machen wollen, um es auf keinen Fall zu einem Bruch zwischen Brüssel und Valencia kommen zu lassen. Der marxistische Abgeordnete Roll in bemühte sich sogar, mit formal-juristischen Wendungen die kommunistischen Machthaber von Valencia herauszupauken. Er versuchte eine Verschleppung der Angelegenheit zu erreichen, und empfahl dem Außenminister, den Fall dem Haager Gerichtshof zu unterbreiten, falls die Antwort auf die Forderungen Belgiens nicht eingehen sollte. Flottenpolitik im Pazifik. Die Jahreswende hat für die Flottenpolitik der großen Seemächte eine bedeutsame Aenderung gebracht, die auch für uns von Interesse ist, wenn wir auch nur mittelbar von ihr berührt werden. Mit dem 31. Dezember 1936 sind nämlich die beiden großen Verträge zur Begrenzung der Seerüstungen, der von Washington aus dem Jahre 1922 und der 1930 in London zustandegekommene Ergänzungs- oertrag abgelaufen, nachdem Japan sie beide am 29. Dezember 1934 fristgerecht gekündigt hatte. Japan war in Washington der leidtragende Teil gewesen. Es hatte sich damals dem Druck der sich gegen die aufstrebende asiatische Großmacht vereinigenden angelsächsischen Seemächte fügen müssen; denn es hatte zwar die Periode ungestörter Alleinherrschaft im Pazifik während des Weltkrieges zu einer gewaltigen Anspannung seiner nationalen Kraft auf allen Gebieten nützen können, aber diese hatte die beschränkte finanzielle Basis des Insel- reiches weit über Gebühr in Anspruch genommen, so daß die leitenden japanischen Staatsmänner im Gegensatz zu manchen Meinungen in Heer und Flotte nicht glaubten, die Verantwortung für die bei einem Abbruch der Verhandlungen in Washington drohende Alternative eines Krieges gegen die vereinigten angelsächsischen Seemächte, deren Flotten verhältnismäßig intakt den Weltkrieg überstanden hatten, auf sich nehmen zu können. So mußte sich Japan in Washington mit einem zahlenmäßigen Stärkeverhältnis von 3:5:5 zufrieden geben und es vermochte, soweit diese Schlüsselzahl für Schlachtschiffe und Flugzeugträger gilt, auch in London 1930 nichts an ihr zu ändern, nur für Kreuzer, Zerstörer und U-Boote konnte es ein günstigeres Verhältnis erreichen. Da aber die Unterseebootsstärke ohnehin allgemein sehr niedrig bemessen worden war, bedeutete diese neue Zahl für Japan eher eine Fessel als eine Vergünstigung. Japans Streben ging seitdem dahin, an die Stelle eines Verhältnisses, das seine Schlachtflotte um 40 v. H. niedriger als jede der beiden andern großen Seemächte des Pazifik hält, eine für alle drei gemeinsame Höchststärke zu setzen, innerhalb dieser Grenzen die Beschränkung der einzelnen Schiffkategorien den verschieden gelagerten Sicherheitsbedürfnissen der einzelnen Mächte angepaßt werden sollte. Amerika widersprach dieser japa- nisHen Forderung nach Parität kategorisch. Daran scheiterte schon im Grunde der Versuch einer Erneuerung der Flottenoerträge auf der zweiten Londoner Konferenz im Frühjahr 1936, da Japan in der Paritätsforderung einen Punkt sah, der seine nationale Ehre berührte, und sich von den weiteren Verhandlungen zurückzog. Die marinetechnischen Interessen der drei großen Seemächte des Pazifik — nur von diesen soll hier vorerst die Rede sein — werden im wesentlichen von ihrer geographischen Lage bestimmt und sind infolgedessen sehr verschieden. Die Vereinigten Staaten glauben, wegen der weiten (Entfernung ihrer Küste von dem voraussichtlichen Schauplatz künftiger weltpolitischer Entscheidungen und der ungeheuren Spannen zwischen ihren einzelnen Flottenstützpunkten und Kohlenstationen auf dem Wege dorthin, auf den Bau größter Schlachtschiffe und Flugzeugträger mit hohem Fassungsvermögen und weitem Bewegungsradius nicht verzichten zu können. Japan sieht gerade hierin eine Bedrohung seiner an sich überaus günstigen Flottenbasis in der buchtenreichen, zerklüfteten Inselwelt der japanischen See, die es mit leicht beweglichen, mengenmäßig überlegenen Kreuzern, Zerstörern und Ubooten besser verteidigen kann, als mit einer kostspieligen und daher vermutlich der amerikanischen unterlegenen Schlachtflotte. Die Möglichkeit jedoch, daß die Vereinigten Staaten mit Hilfe riesiger Flugzeugträger ihre Luftwaffe in ungeahnter Stärke einsetzen können, würde die Lage für Japan natürlich sehr viel ungünstiger gestalten, wie es ja auch in einem Konflikt mit Sowjetrußland einen Luftangriff von Wladiwostok aus auf die Industriezentren der japanischen Inseln am meisten zu fürchten haben würde. Japan ist daher in London stets für eine Abschaffung der „Offensiv-Streitkräfte" eingetreten, als die es Schlachtschiffe und Flugzeugträger bezeichnet. Englands Interesse ist, wenn auch aus anderen Gründen, ähnlich gerichtet. Es umspannt im Gegensatz zu den beiden anderen großen Seemächten den ganzen Erdkreis. An allen Meeren hat es Besitzungen zu schützen und Verbindungswege des Empire zu verteidigen. Es braucht deshalb eine zahlenmäßig große Flotte, die überall dort, wo britische Interessen gefährdet erscheinen, mit einer imponierenden Zahl kampfkräftiger Einheiten auftreten kann, ohne andere Interessengebiete jeden Schutzes berauben zu müssen. Wir sahen die großen Schwierigkeiten einer alle diese Gesichtspunkte berücksichtigenden Flottenpolitik Englands in dem soeben durch das Gentleman-Agreement mit Italien beendeten Mittelmeerkonflikt. England muß also an sich Wert legen auf viele, im einzelnen nicht zu große und daher auch nicht so kostspielige Schiffe, um allen Anforderungen des weit gespannten Empire gerecht werden zu können. Freilich die Nichterneuerung des Londoner Flottenoertrags und die Baupolitik der anderen Seemächte zwingt nun auch England, vier neue Schlachtschiffe auf Kiel zu legen, deren Dimensionen alles bisher Dagewefene beträchtlich übertreffen sollen. Englands Interesse weicht von dem japanischen nur in der Ubootsfrage ab. Während Japan das Uboot als wichtiges Instrument der Verteidigung aus den Schlupfwinkeln feiner Inselwelt gegen eine feindliche Schlachtflotte einzusetzen wünscht, fürchtet England nach den Erfahrungen des Weltkrieges das Üboot als eine Waffe, die besonders empfindlich die Handelswege des Empire zu bedrohen vermag und die auf die Der. brechen unterdrückt. Diese Bedingung sei nunmehr erfüllt, denn am die Pazifik bedrohlich eng aufeinanderaerückt. Nachdem mit der Nichterneuerung der Flottenverträge das System der Rüstungsbeschränkung, das man in Dem spanischen Arbeiter wird geholfen Großzügige Arbeitsbeschaffungsaktion der Regierung Franco. für die Aufrechterhaltung der britischen Machtstellung in diesem Bollwerk des bedrohten englischholländischen Kolonialbesitzes, wenn es einmal zu einer Einigung zwischen Japan und China kommen Weder türkischer- noch französischerseits seien derartige Maßnahmen in Erwägung gezogen. Das Londoner Reuterbüro schreibt dazu u. a.: Falls die Türkei einen Handstreich an der Grenze von Alexandrette versuchen sollte, eine Möglichkeit, an der man in London stark zweifle, werde die gegenwärtige englisch-französische Solidarität aufrecht erhalten werden. Eine vernünftige Regelung der Angelegenheit vor dem Völkerbund würde in London willkommen geheißen werden, fedoch sei hierbei sowohl ein unabhängiges Alexandrette ausgeschlos- s e n wie auch keine Aenderung des Lau- sanner Vertrages in Frage komme, weil diese den gesamten Status quo im Mittelmeer umwerfen würde. Es scheine äußerst zweifelhaft, daß die Tür- Zone verboten. Man hat sich also formell wenigstens in der Zwischenzeit auf die Verstärkung der vorhandenen Seebefestigungen beschränken müssen. Formell, denn tatsächlich haben alle drei Seemächte des Pazifik, sobald die Nichterneuerung der Flottenverträge in den Bereich der Möglichkeit rückte, zumindest umfassende Vorbereitungen auch für Anlage und Ausbau neuer Flottenstützpunkte getroffen. England legt das Hauptgewicht auf den Ausbau Singapores, des bedeutendsten Stützpunktes britischer Macht in Ostafien, der gleichzeitig den Seeweg nach Australien deckt. Singapore ist im Laufe der letzten hundert Jahre aus einem malaischen Fischerdorf im Urwald zu einer moder- Der Alexandreiie-Sireit. Die Türkei macht Vorschläge für eine freundschaftliche Lösung. Meine politische Nachrichten. Das neue österreichische Jugendge- s e tz bestimmt, daß alle Vereine, die sich mit der Erziehung von Jugendlichen befassen, von den Behörden a u f g e l ö st sind, falls sie nicht bis zum 4. April vom Unterrichtsminister genehmigt sind. Der Unterrichtsminister wird seine Entscheidung im Einvernehmen mit der Vaterländischen Front treffen. Vereine, die einen Teil der Katholischen Aktion bilden und deshalb der Verwaltung der Bischöfe unterstehen, werden von diesem Gesetz nicht betroffen. die Hand reichen können, während im Norden von Alaska aus die A l e u t e n mit zahlreichen Flug- neninsel, die Amerika aus der Erbschaft des spani- richtete über den Rundfunk den dringenden Appell schen Krieges von 1898 besitzt, rückt die Seemacht an die englische Bevölkerung, den Dominien der Vereinigten Staaten dicht an das japanische Menschen zu schicken. Er wandte sich dabei Interessengebiet heran. Durch den anscheinend be- vor allem an die Arbeitslosen. Bennet wies reits begonnenen Ausbau der nordwestlich und darauf hin, daß in den Dominien einschließlich der westlich von Hawai liegenden Midway- und Eingeborenen-Bevölkerung etwa 27 Millionen Men- Wake-Jnseln, die noch vor einem Jahre un- schen wohnen, das seien etwa V75 der Weltbe - bewohnte Eilande inmitten der Wasserwüste des völkerung, während die Dominien gebiets- Pazifik waren, zu modernen Flugzeugstützpunkten mäßig aber tatsächlich ungefähr 1/i der g e - wird die Ueberbrückung der rund 3500 Seemeilen samten Erde ausmachten. Bennett, der langen Strecke von Hawai nach Guam und nach kürzlich eine Rundreise durch alle Dominien gemacht Yokohama erleichtert. Der am weitesten nach Westen hat, erklärt weiter, daß er immer daran habe den- vorgeschobene Flottenstützpunkt der Vereinigten ken müssen, welche Verlockung diese menschen- Staaten ist C a v i t e auf der Philippineninsel Luzon, leeren Gebiete für überbevölkerte Länder von wo aus die Amerikaner schon das südchinesische sein müßten. Meer bestreichen und den Engländern in Sinaapore ------— — Roosevelts HauShallSbencht. Die Militärausgaben um 100 Millionen erhöht. Versailles den Unterlegenen des Weltkrieges versprochen hatte, das aber bei den Land- und Luftwaffen aus theoretischen Erörterungen niemals herausgekommen ist, nun auch auf dem Gebiet der S»epolitik kläalich zusammengebrochen ist, eröffnen sich im Zeichen gegenseitigen Wettrüstens der pazi- fischen Seemächte und anaesichts der wachsenden Spannunaen im Fernen Osten auch hier und von dieser Seite gesehen nicht sehr erfreuliche Aussichten für den Weltfrieden. F. W. L. onds Dominien Der Raum ohne Dolf. London, 9. Jan. (DNB. Funkspruch.) Der frühere Ministerpräsident von Canada, Bennett, BewegterIahresbegmn Die erste Woche des neuen Jahres verleugnete nicht die Eigenschaften, die ihr die 52 Ahnen von 1936 vererbt haben. Sie zeigte starke dramatische Bewegung, aber noch keine Andeutung für die Lösung der schwebenden Konflikte. Sie sah auf der einen Seite eine Verschärfung der Spannungen und dos Auftreten neuer beunruhigen» der Momente, wobei nur an den Wettlauf der ame- rikanischen Waffenschieber mit der staatlichen Gesetzgebung, an die vermehrten Greueltaten der spa- nischen Bolschewisten, an die zunehmende Belieferung Valencias mit Waffen und Soldaten aus dem marxistischen Auslande, an die verstärkte Wühlarbeit der kommunistischen Internationale in verschiedenen Ländern, an die Pi raten stücke roter Seeräuber an der spanischen Küste und an die deutschen Gegenmaßnahmen erinnert werden soll. Dieselbe Woche sah aber auch manche Anzeichen dafür, daß Vernunft und Ordnungssinn, daß Sitte und Recht in vielen Ländern den untermenschlichen Zerstörungstendenzen erfolgreich Widerstand leisten, wobei mir etwa an das Gentleman Agreement zwischen Rom und London, an die Verkündung eines Freundschaftspaktes zwischen Jugoslawien und Bulgarien, an die Beilegung der Zwischenfälle im Haag, an den ruhigen Fortgang der innerdeutschen Aufbauarbeit und vielleicht auch an die Verständigungswünsche denken müssen, die man jüngst in Prag gegenüber den mitteleuropäischen Führerstaaten geäußert hat. Diese Einteilung In günstige und ungünstige Ereignisse kann natürlich nicht den An- svruch auf Vollständigkeit und Unfehlbarkeit des Urteils beanspruchen, aber sie scheint uns doch charakteristisch für den Zustand der Desorganisation einerseits und der politischen Neuordnung anderseits, vop dem das Jahr 1937 an seinem Beginn beherrscht wird. Steht die Welt vor einer neuen Periode des Verfalls oder macht sie eine Gesun- dungskrife durch? Diese Frage bleibt auch weiterhin offen. ♦ Gerade im Zusammenhana mit den Kriegen der Jetztzeit in Abessinien und Spanien, aber auch im Hinblick auf die anderen großen weltpolitischen und weltwirtschaftlichen Probleme ist viel vom „Segen der Demokratie" gesprochen worden. Denn die Demokratie mit ihrem Recht der freien Meinungsäußerung, mit ihren parlamentarischen Einrichtungen soll es ja anoeblich verhindern können. daß von den Männern der Regierung eine friedensgefährdende Abenteurer Politik getrieben wird und daß die Führer des Staates aus eigener Machtvollkommenheit ihr Volk in einen Kneg stürzen. Unter der Kontrolle der öffentlichen Meinung, behauvtet man, fei jede politische Willkür unrnög- l'ch. Aber leider sprechen die Tatsachen eine andere Sprache. Die theoretische Gleichung „Demokratie gleich Friede" geht nicht auf. Denn eben jene drei großen Demokratien England. Frankreich und USA., zu denen einige Unentwegte sooar noch die Sowjetunion als vierte Demokratie rechnen, haben es am allerwenigsten verhindern können, daß der spanische Büroerkri-q sich immer mehr zu einem internationalen Konflikt auswuchs. Die Vertreter dieser Staaten svrachen zwar laut und andauernd von Nichteinmischung, lie machten Gesetze und verkündeten pathetisch ihren Friedenswillen, aber im gleichen Augenblick konnten loder wollten?) sie nicht dagegen einschr-iten, daß Gut und Blut ihrer Völker in ungeheuerlichem Maße auf den svanilchen Schlachtfeldern verloren ging. In dem Wettlauf, den die demokratischen Re- aierungen mit den iüdisch-marristlschen Waffenschie- hern und MenschenhändUrn austruqen, find die er- Heren rfatt unterlegen. Der Fall des Frachtdamv- fers „Mare Eantabrico", der trotz der Ma- ffrinatoner Entschließung seine Fahrt nach Sow'et- fpanien antreten konnte, ist der klarste Beweis für die Unfähigkeit des demokratischen Regimes, den Friedenswillen der Völker zu vollstrecken. Dieser Fall reiht sich würdig in die Linie bewaHneter Interventionen ein, die in Frankreich und Sowjetruß. land ununterbrochen geübt wurden und von denen 1 auch das demokratische England, das bereits Tausende von Staatsanaeböriaen an die spanischen ' Fronten gesandt hat, sich nicht ausschließen konnte. lange die sowjetrussischen Rü st ungen sie bedrohe. Die Welt könne nicht auf Frieden hoffen, so lange Sowjetrußland den Krieg im Sinne habe und, wie in Spanien und China, Krieg gegen den Frieden führe. Der Kommunismus müsse vernichtet werden wie man Brr über aroßzugige sozialpolitische Maßnahmen erschie- sollte. Heute ist Singapore ein befesttigtes Waffen-1 nen, durch die auch dem letzten notleidenden Ar- lager von riesigen Dimensionen. Flugplätze, Docks beiter zu Arbeit und Brot verhalfen werden soll, und Werften werden in fieberhafter Arbeit auf den Die Gouverneure werden anqeroiefen, dafür zu neuesten Stand gebracht und die Verteidigungs- sorgen, daß in ihrem Amtsbezirk nicht ein Ar- werke so weit vorgeschoben, daß eine Landung beiter ohne Arbeit oder ohne Unter- feindlicher Truppen keine Aussicht hat. Um den im stützung bleibt. Die öffentlichen Arbei- Rücken der Festung, aber schon auf siamesischem ten sollen fortgesetzt werden, wenn sie im natio- Gebiet liegenden Isthmus von Ära ist es still qe- nalen Interesse liegen. Die Gemeindeverwaltungen worden. Ein Durchstich, von dem immer wieder sollen die Inangriffnahme neuer öffentlicher Arvei- gesprochen wurde, würde die Engländer vor neue ten prüfen. Bei den zahlreichen, durch die Revolu- schwierige Aufgaben stellen. Hon zum Stillstand gezwungenen Fabriken, haben Die Amerikaner haben Vearl Harbour die Behörden in Zusammenarbeit mit einem tech- auf Hawai als Hauptflottenstützpunkt auf dem nischen Staatsausschuß Schwierigkeiten zu beseiti- Wege von Kalifornien nach Japan auf das gen und die Familien der Arbeiter so lange zu modernste befestigt und ausgebaut. Die gleiche unterstützen, bis die Arbeiter wieder eine Beschäf- Sorgfalt ließen sie der P a n a m a k a n a l z 0 n e tigung haben, durch die sie selbst ihren Lebensunterangedeihen, die die freie Durchfahrt vom Atlantik halt verdienen können. Der Generalgouvemeur hat zum Pazifischen Ozean sichern muß. Mit der ............... ■■■■ .■ ..—■■■■—.»..l—■ Marinestation auf Guam, der südlichsten Maria- ~ Bauernaufstand gegen das bolschewistische Schreckensregiment. Salamanca, 8. Jan. (DNB.) Der bei Alicante ausgebrochene Aufstand der Landbevölkerung gegen das bolschewistische Schreckensregiment hat sich auf zahlreiche Ortschaften an der Levanteküfte bis nach Valencia ausgedehnt. Die roten Oberhäuptlinge haben sich bereits genötigt gesehen, st arte Milizaufgebote in die Provinz zu entsenden, da die Bauern sich weiterhin gegen die Erpressung ihrer landwirtschaftlichen Produkte wehren und alle Steuerzahlungen verweigern. Bei Eintressssen der roten Horden aus Valencia entstehen überall heftige Schießereien, die bis jetzt schon zahlreiche Tote und Verwundete gefordert haben. 1. Januar habe England den Kiel zweier Linienschiffe gelegt und acht weitere Linienschiffe seien von anderen europäischen Nationen in Bau gegeben worden. Roosevelt veranschlagt die K 0 st e n der beiden amerikanischen Linienschiffbauten auf insgesamt 100 Mill. Dollar. An Flugzeugen verlangt die Marine 400 Stück für 28 Mill. Dollar,' das Heer fordert 500 Flugzeuge im Werte von 27 Mill. Dollar. Für die Zahlung von Entschädigungen an K r i e g s t e i l n e h- m e r find 578 Mill. Dollar, für den gesamten auswärtigen D i en st der Vereinigten Staaten nur 165 Mill. Dollar veranschlagt. Scharfer Kampsausrus gegen den WelMWewismus N e u xj 0 r f, 8. Jan. (DNB.) Die Hearst-Blätter veröffentlichen einen achtspaltigen Leitartikel, der erklärt, die Ursache aller Unruhen in Europa seien Sowjetrußland und der k a m p f l ü st e r n e Kommunismus, der das Gewebe seiner Wühlpropaganda bis ans Weltende spinne. Angesichts der sowjetrussischen Bedrohung könne kein Staat in Europa eine demokratische Regierung haben. Die Demokratie sei nicht stark genug, um mit der kommunistischen Sabotage fertig zu werden. Nur Gewalt könne Gewalt unterdrücken. Deshalb habe sich die eiserne Faust des Faschismus erhoben, um den Kommunismus zu bekämpfen, den bolschewistischen Aufstand zu unterdrücken und Leben und Eigentum zu retten. Kein Staat, kein System, keine Zivilisation und keine Kultur seien sicher, so lange Sowjetrußland besteht. In der Welt könne es keine Abrüstung geben, so Amerika baut zwei neue Schlachtschiffe. Die Folge der Richterneuerung der Ilotlenverträge. Inzwischen hat sich die Lage auf dem spanischen Kriegsschauplatz wesentlich geändert. Wenn man während der letzten Wochen, als Franco sich scheinbar vor Madrid feffaerannt hatte, im In- und Auslande vielfach der Meinung war, die Kraft der nationalen Bewegung habe sich politisch und militärisch erschöpft, so lag dieser Annahme ein großer Irrtum zuarunde. Man muß Hch immer vergegenwärtigen, daß der erste Teil des Feldzuges von den nationalen Generalen nur mit zahlenmäßig aeringen Stoßtrunpen durchaeführt wurde und daß diele Taktik, durch schnelle und überraschende Operationen den Feind zum Rückzug zu zwingen, in dem Augenblick nicht mehr anwendbar war, in dem die Raten mit ausländischer Hilfe ihr Waffen- und Menschenmaterial in entscheidender Weise vermehren und an wenigen Nuntien konzentrieren konnten. So kam es vorübergehend zu einer Art Stellungskrieg, der aber gleichzeitig von Franco auch dazu benutzt wurde, seine Heeresoraanisation. das Ausbildunas- und Nachschubmesen, die wirtschaftliche, finanzielle und politische Ordnung im Hinterland auszubauen. Denn an der gesetzgeberischen und militärischen Neu- formuna hatte es natürlich in der ersten Epoche stürmischen Vorwörtsdringens ganz gefehlt. Dies mußte nachgeholt werden, und nachdem es geschehen mar, begann General Franco planmäßig mit der neuen Offensive. Obne auf die schlechten Wtt- terunasoerhältnisse Rücksicht zu nehmen, w'"-de neue Overationsplan erfolgreich zur Durchführung aebrachi. Der gefundene Vorstoß der naHonafen Truppen zwischen Madrid und Escorial läßt die U-berlegenheit der nationalen Truppen in militärischer und moralischer Hinsicht klar erkennen. Wie di" Offensive weiterhin verläuft, wann Madrid fällt und wann der Vormarsch geaen Katalonien und Nalenri--» beginnt, läßt sich natürlich nicht Voraussagen. 2fb»r an dem endgültigen Siege Svaniens über die Moskauer Bolschewisten ist wohl nicht mehr zu zweifeln. * Für den Ausgang des spanischen Krieges ist es nicht ohne Bedeutung, welche Linie die Diplomatie her europäischen Großmächte verfolgt. Die Erklärung der italienischen Regierung, daß man sich auf keinen Fall auf den Balearen festsetzen werde und daß man den Status quo im westlichen Mittelmeer unbedingt aufrecht erhalten wolle, hat überaus beruhigend und aufklärend gewirkt, besonders in London, wo sich die maßgebenden Stellen auf die Dauer nicht Der Ansicht verschließen dürften, daß eine Verlagerung der Machtverhältnisse im Mittelmeer zugunsten der Sowjets ebenso gefährlich ist wie zugunsten Roms. Im Gegensatz zu Frankreich, das der Wiederherstellung der traditio- nen Hafen- und Handelsstadt geworden, von deren 400 000 Einwohnern allerdings heute schon fast drei Viertel Chinesen sind, eine bedenkliche Aussicht Salamanca, 8. Jan. (DNB.) Während die Bevölkerung der noch unter roter Herrschaft stehenden Gebiete dem Terror der bolschewistischen Machthaber und ihrer jüdisch-bolschewistischen Auftraggeber ausgeliefert ist, hat der von seinen Gegnern als „reaktionär" verschriene Staatschef des neuen Spanien, General Franco, noch mitten im schwersten Kampfe stehend, das größte und schwierigste Problem Spaniens, die Losung der sozialen Frage, mit starker Hand in Angriff genommen. Im Staatsanzeiger ist eine Verordnung Zufuhr von Nahrungsmitteln angewiesenen britischen Inseln in Bedrängnis bringen könnte. Aber da weder Japan, noch die kleineren europäischen Seemächte wie Frankreich und Italien von der in London vorgeschlagenen Abschaffung der Uboots- waffe etwas wissen wollten, mußte sich England mit dem Erfolg begnügen, durch den neuen Unter« feebootsuertrag vom 6. November, dem auch Deutschland beigetreten ist, das Uboot aus dem Handelskrieg praktisch ausgeschaltet zu wissen. Der Ablaus der beiden Verträge über Rüstungs-, beschränkungen zur See hat allen drei Flottenmäch- Washington, 8. Jan. (DNB.) Präsident ten die Freiheit des Bauens zurückgegeben und sie Roosevelt sandte dem Bundeskongreß seine Botschaft scheinen alle entschlossen zu sein, davon ausgiebigen über den Staatshaushalt. Danach wird der nächste Gebrauch zu machen. Die Vereinigten Staa- Etat bis auf Ausgaben zur Abtragung her off ent- ten werden ihre ganze Finanzkraft einsetzen, um lichen Schuld und für noch unbestimmte Notstands- ihre augenblickliche Ueberlegenheit Japan gegen- maßnahmen ausgeglichen fein. Roosevelt über zu behaupten, aber auch England ist ent- kündigt u. a. den Abbau des großen Regierungs- schlossen auf Grund der Erfahrungen im Mittel- apparates, sowie die Einstellung derjenigen 0 fent- meerkonflikt und angesichts der Zuspitzung der poli- lichen Arbeiten an, die bisher nur zur Belebung der tischen Lage in China im Rahmen seines gewal- PrivaHndustrie in Angriff genommen worden eien, ttoen Aufrüftungsprogramrns neben der Verstör- Dagegen verlangt er die Be 1 b ehaltung des fiing der Luftwaffe das Hauptgewicht auf die Mo- Freiwilligen Arbeitsdienstes, den er dernifierung und den weiteren Ausbau der Flotte I zu einer ständigen Einrichtung erhoben sehen will, zu legen, die nach wie vor als das Rückgrat des Neue Steuern sind nicht beabsichtigt. britischen Reiches betrachtet wird. Auch die Do- Für die Landesverteldiaung sind 981 m i n i 0 n s , namentlich Australien und Neuseeland, Mll. Dollar eingesetzt gegenüber 888 Mill, verlangen diese Verstärkung der britischen Seestreit- Dollar im laufendenEtaHahr und 764 Mill, träfte, da sie sich von einem möglichen Zusammen- Dollar im Etatjahr 1936. Bon Diqen 981 Rtm. stoß im Pazifik am nächsten bedroht fühlen. Ja- Dollar entfallen auf das Heer 394 Mill Dollar pan wird das nun einsetzende hemmungslose Wett- und auf die Manne 587 Mill. Dollar. Die Ma- rüften zur See finanziell am schwersten belasten, ^ne erhält zwei neue L i nie ns chi f fe, die aus aber die zähe Energie der Japaner, der sie in den Kiel gelegt werden sollen, weil die Flottenvertrage letzten Jahrzehnten so ungeheure außen politisck^e Er- nicht erneuert wurden und a u ch England zwei folge verdanken und die kein Unmöglich kennt, wird Linienschiffe baut. Roosevelt he merkt dazu, hie Berauch Wege zu finden wissen, sich die Mittel zu per- eirtigten Staaten Hätten 15 Schlachtschiffe, schaffen, um diese Erfolge notfalls verteidigen zu von denen s i e b e n be r eit s ub er a l ter t seien, können. Dafür ist ja nicht nur das Verhältnis der Von diesen sieben wieder feien die drei Schiffe „Ar- Flottenstärken ausschlaggebend, das nach neuesten kansas , Neuyork und ,-T^as über 26 Jahre alt, Berechnungen des amerikanischen Marineministe- wenn die beiden neuen Schiffe vom Stapel liefen, riums bereits 8,5:10 zwischen Japan und den Ver- Trotzdem bedaure er, zu diesen Neubauten gezwun- einigten Staaten betragen soll, sondern ebenso sehr gen zu sein. Er hatte es begrüßt, wenn sich eine das Vorhandensein und der Ausbau von Flotten- Einigung zwischen den Seemächten über eine stützpunkten und Seebefestiaungen. Der Verschiebung von Neubauten hatte erzielen lassen. Vertrag von Washington hatte die Neuanlage von Aber da sich das als unmöglich erwiesen habe, Flottenstützpunkten innerhalb einer neutralisierten müsse er von der letztiahrigen Ermächtigung Ge- - - • — - ......... ' 'brauch machen, zwei Schiffe m Bau zu geben, falls andere Nattonen Linienschiffe auf Stapel legten. zeuaHützpunkten weit nach Asien übergreifen. Die Japaner ihrerseits haben nicht nur ihre Häfen an der pazifischen Küste der japanischen Hauptinseln stark befestigt, sondern auch beide Zu- gänge zu der durch den Seesieg Togos berühmt A n k a r a, 8. Jan. lDNB.) Der türkische Staatsgewordenen Tsushimaftraße, die in das Japanische Präsident A t a t ü r k ist von seiner Reise nach dem Meer führt. Außenwerke der japanischen Ver« südlichen Anatolien nach Ankara zurückge- teidiaungsstellunq sind auf der nördlichsten Insel kehrt. Er nahm dort an einem Ministerrat teil, der Riu-Kiu-Gruppe und auf Formosa angelegt, der in der Residenz des Staatspräsidenten statt- Nach Osten vorgeschoben sind die Bonin-Jnseln, sand. Wie die anatolische Telegrafenagentur be- eine wichtige japanische Marinestation. Auf den richtet, wurde die Türkei in der Unterredung des Japan als'Völkerbundsmandat Überttagenen, aber Unterstaatssekretärs im französischen Außenmini- auch nach Japans Austritt aus dem Völkerbund sterium V i e n 0 t mit dem türkischen Botschafter in behaltenen ehemals deutschen Inselgruppen in der Paris ersucht, die türkischen Vorschläge Südsee, den Karolinen, Marschallinseln und Maria- in der Alexandrette-Frage in ausführlicher Form nen, haben die Japaner trotz der gewiß nur qe« darzulegen. Man wolle dann nach einer L ö - ringen Handelsinteressen der kaum 80000 Seelen sung suchen, die beide Parteien zu- zählenden Bevölkerung moderne Verkehrsfluahäfen f r i e D e n ft e U e. Die türkischen Vorschläge wer- und Haienanlagen errichtet, die nach Fortfall der den, wie die anatolische Telegraphenagentur hinzu- oertraglichen Bindungen zweifellos auch befestigt fügt, Paris sofort übermittelt werden, und militärischen Zwecken dienstbar gemacht wer- In französischen Kreisen erklärt man, die Gerüchte h"n. Damit sind die drei großen Seemächte des Über angebliche Truppenzusammen- ■ - Ziehungen im Sandschak Alexandrette seien vollkommen aus der Luft gegriffen. eine Aufstellung über die Arbeitslosigkeit und Möglichkeiten der Arbeitsbeschaffung in den einzelnen Provinzen zu erhalten. Die elementare Bedeutung der von General Franco in Angriff genommene Maßnahmen kann man daran ermessen, daß soziale Fürsorge für das schaffende Volk vis- her in Spanien fast völlig unbekannt war und daß die unsoziale Einstellung vieler kapitalistischer Kreise entscheidend dazu beigetragen hat, die Giftsaat des Bolschewismus in Spanien zum Keimen zu bringen. für Verhandlungen zwischen den be-. teiligten Parteien gegeben würde, glaube man, daß sich möglicherweise eine für beide Parteien annehmbare Lösung finden lasse. Es fei nicht zu vergessen, daß Alexandrette im Kriegsfälle nicht ohne strategischen Wert für Frankreich sei. Offene Absage an Nanking. P e i p i n g , 8. Jan. (DNB.) Neun Generale der im Nordwesten stehenden Truppen des Marschalls Tschanghsueliang und Janghutschengs haben sich in einem Rundtelegramm offen von der Zentralregierung losgesagt mit der Begründung, daß die Handlungen der Nankinger Regierung nicht im Einklang mit dem angeblich von Tschiangkaischek während seines Aufenthalts in Sianfu genehmigten Programms stünden. Insbesondere wird von den Generalen gegen b i e Versammlung von zehn Nanking-Divisionen in Tung- k w a n Einspruch erhoben. Dem Vernehmen nach ist es zwischen Tungkwan und Huahsien bereits zu Kämpfen gekommen. Die Truppen der Nankinger Zentralregierung, welche eben erst die Provinz Scheust geräumt hatten, haben bereits kehrt g e • macht, trafen aber auf den Widerstand der Truppen des Generals Janghutschengs. 32 Nankinger Militärflugzeugen in Sianfu, die am 12. Dezember von der Militärerhebung überrascht wurden, gelang es, von Sianfu zu entkommen und im Gebiet der Regierungstruppen zu landen. fei überhaupt einen rechtlichen Grund für das Verlangen auf Abtrennung Alexandrettes von Syrien habe, obwohl niemand bestreite, daß die türkische Bevölkerung des Sandschaks auf Grund des Abkommens von 1921 zwischen der Türkei und Frankreich das Recht auf volle Sicherheit habe. Die Möglichkeit, daß Großbritannien fein gutes Verhältnis zu beiden Ländern dazu benutzen werde, um eine freundschaftliche Lösung zu fördern, fei nicht ganz von der Hand zu weisen. Wenn die Besprechungen vor dem Völkerbund vertagt würden und so Gelegenheit nellen englisch-italienischen Freundschaft mit großem Unbehagen begegnet, wird die Versöhnung in Deutschland durchaus positiv gewertet. Denn d i e Achse Berlin — Rom, von der Mussolini einst sprach, hat ja keinen ausschließenden Charakter, sondern will im Gegenteil eine Kristallisation s l i n i e sein, um die sich alle friedliebenden und aufbauwilligen Staaten herumgruppieren können. Wie sehr diese Zielsetzung in anderen Ländern bereits notgedrungene Anerkennung gefunden hat, das zeigt die Aeußerung des tschechoslowakischen Außenministers Krosta, der die englisch-italien- sche Verständigung mit Befriedigung zur Kenntnis nahm und hoffnungsvoll von einer Wiederannäherung nicht nur an Italien, sondern auch an Deutschland svrach. Man wird abwarten müssen, wie sich Prag die praktische Verwirklichung solcher Verständigungswünsche denkt. Denn einstweilen w ä ch st der bolschewistische Einfluß in der Tschechoslowakei noch von Tag zu Tag, die antideutsche Zielsetzung des Bündnisses mit Moskau tritt immer klarer zutage, Sowjetoffiziere leiten und überwachen die Militarisierung der Tschechoslowakei, während der Prozeß der Entnationalisierung und Entrechtung gegenüber den 3,5 Millionen Sudetendeutschen unentwegt fortschreitet. Außenminister Krofta, der auch das jugoslawisch - bulgarische Abkommen mit Genugtuung erwähnte, sollte sich also an diesem Vertrag ein Beispiel nehmen und in seiner Regierung dafür eintreten, daß solche Grundsätze auch im Bereiche der tschechoslowakischen Politik Geltung erlangen. Denn der Vertrag der beiden Balkanvölker hat nichts mehr mit jenen Paktgebilden 3U tun, die in Prag so beliebt sind und die nach Genfer Muster die Versailler Unordnung verewigen sollen. ’ Ev. Scharfes Vorgehen der Schwei» gegen bolschewistische Werber. Bern, 8. Jan. (DNB.) Die schweizerischen Behörden gehen mit großer Schärfe gegen die kommunistischen Agenten vor, die für die Bolschewisten in Spanien auf schweizerischem Gebiet Leute anwerben. Nachdem in jüngster Zeit in Le Locle mehrere Verhaftungen erfolgt sind und in M o r t e a u an der französisch-schweizerischen Grenze eine ganze Werbezentrale ausgehoben werden konnte, sind auch in Lausanne \m*? Zürich mehrere Werber für die Roten in Spanien dingfest gemacht worden. In Zürich wurden vier Schweizer verhaftet, die von dort Kraftwagenfahrten nach dem Jura, nach Basel und Genf organisierten, um die angeworbenen „Freiwilligen" zur Weiterreise nach Spanien über die Grenze zu bringen. In Genf wurde auch der zum Kreise Nicole gehörende frühere Großrat L i s s 6 festgenommen, der aus Spanien zurück- gekehrt war, und bei dem 50 000 Schweizer Franken gefunden wurden. Man vermutet, daß sie zum Ankauf von Waffen bestimmt waren. Im Bundesbahnhof Basel konnten 50 Oesterrei - cher und Tschechen festgenommen werden, die über Frankreich nach Spanien reisen wollten. Sie waren in der Tschechoslowakei angeworben worden und unbemerkt eingereist. Die Neutralitätserklärung des Bundesrates verbietet die Durchreise, weshalb die Festgenommenen wieder zurückgeschickt wurden. O-r Jude Zeuchtwanaer „do’&kbfer" Moskaus. Moskau, 8. Jan. (DNB.) Wie amtlich bekannt- gegeben wird, wurde am 8. Januar der berüchtigte, aus Deutschland emigrierte bolschewistisch-jüdische Schreiberling Lion Feuchtwanger von Stalin in Privataudienz empfangen. Die Unterhaltung Stalins mit Feuchtwanger habe über drei Stunden gedauert. — Feuchtwanger, der die in Moskau seit neuestem in deutscher Sprache erscheinende kommuni st ische Literaturzeitschrift „Das Wort" herausgibt, hält sich schon seit einigen Wochen in Moskau aus. Nach dem Abfall von Andr6 Gide, der nach der Veröffentlichung seines Buches „Rückkehr aus der Sowjetunion" von der sowjetrussischen Presse genau so heftig angegriffen wivd, wie er früher verherrlicht wurde, hält die Sowjetpresse nach einem neuen „Hofdichter" des Bolschewismus Ausschau. Es scheint, daß der Jude Feuchtwanger, der in Moskau schon wiederholt öffentlich aus seinen Werken gelesen hat, diese Rolle spielen soll. Keine KaschingSfeiern am 30. Januar München, ^9. Jan. (DNB. Funkspruch.) Die Reichspropagandaleitung der NSDAP, gibt bekannt: Am 30.Januar, dem Jahrestag der nationalsozialistischen Machtübernahme, ruft die Partei überall die Parteigenossen, SA-, SS.- und NSKK.-Männer, die Mitkämpfer der Hitler-Jugend, der NSBO., der Frauenschaft und des BDM. zusammen, um im Kreise der in der Kampfzeit bewährten Kameradschaft der großen Schicksalswende zu gedenken, die sich vor vier Jahren für das deutsche Volk vollzogen yat. Es bedarf wohl keiner besonderen Betonung, daß Faschingsveranstaltungen an einem nationalsozialistischen Gedenktag von so großer geschichtlicher Bedeutung unangebracht und unerwünscht sind. Es wird vielmehr erwartet, daß Faschingsgesellschaften, Vereine, Gastwirte und sonstige Veranstalter von Faschingsver- gnügen von sich aus darauf verzichten, auf den Abend des 30. Januar Faschingsveranstal- tungen anzusetzen. Die nationalsozialistische Bewegung ist sicher kein Feind von Lebensfreude und Lebensbejahung. Dem heroischen Kampf des Führers und seiner Bewegung allein ist es ja zu verdanken, daß Freude und Frohsinn wieder ihren Einzug gehalten haben im Gemeinschaftsleben der deutschen Nation. Deshalb ist es aber auch eine Selbstverständlichkeit, daß der Gedenktag der großen Schicksalswende ganz und uneinge- schränkt der nationalsozialistischen Bewegung gehört. Ministerialdirektor Dahlen tritt zurück Berlin, 8. Jan. (DNB.) Der Leiter des Amtes Wissenschaft im Reichs- und preußischen Ministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung Pg. Ministerialdirektor Prof. Dr. Dahlen hat mit Uücksicht auf sein Alter um seine Versetzung in den Ruhestand gebeten. Reichsminister Rust hat' den badischen Minister für Kultus und Unterricht Pg. Dr. Wacker zunächst vertretungsweise mit der Geschäftsführung des Amtes für Wissenschaft beauftragt. Prof. Vahlen hat in den Iah- ren des Ausbaues unermüdlich seine Kräfte als einer der engsten Mitarbeiter von Reichsminister Rust eingesetzt. Wenn er sich entschlossen hat, seine Tätigkeit zu beschließen, so aus der Erkenntnis heraus, daß die besonderen Aufgaben, die der neue Dierjahresplan der deutschen Forschung stellt, für diese Zeit eine einheitliche und großzügige Pla- nung notwendig machen und daher ein Wechsel in der Leitung des Amtes Wissenschaft zu Beginn die- ses Zeitraumes leichter ist als später. Staatsmini-- ster Dr. phil. Wacker ist 1899 in Offenburg geboren und hat den Weltkrieg als Frontkämpfer mit- erlebt. Anschließend widmete er sich dem Studium der Architektur, war Werkstudent als Schmied und Schlosser und legte das Examen für Architektur ab. In der Besatzungszeit gründete er die Ortsgruppe Offenburg der NSDAP., war später Haupt- schnftleiter des Gauorgans „Der Führer" und seit 1933 badischer Kultusminister. Landesplanungsgemeinschast Heffen-Tiaffau. Der Oberpräsident der Provinz Hessen-Nassau, Prinz Philipp von Hessen, führte auf der Gründungsoersammlung der Landesplanungsgemeinschaft Hessen-Nassau, zu der sich Vertreter der Reichs- und Staatsbehörden, der Wehrmacht, des Verkehrs, der Land- und Forstwirtschaft, der Stadt- und Landkreise, der Wirtschaft und der großen Einzelunternehmungen aus allen Teilen der Provinz Hessen-Nassau in Kassel eingefunden hatten, u. a. aus, daß die Landesplanungsgemeinschaft den Zweck habe, mitzuarbeiten an der Aufgabe der Ordnung des deutschen Lebensrau- m e s. Ein volksfremdes Recht habe ihn, als die Ansprüche an den Boden immer schärfer wurden, als beliebige käufliche Ware betrachtet. Die Bodenspekulation stieg ins Ungemessene, in den Großstädten wurden die Menschenmassen zusammenge- orängt, in unseren Industriegebieten ist ein Durcheinander von Fabriken, Wohnstätten und Verkehrslinien entstanden. Wir können aber die großen Ausgaben, die uns gestellt sind, nur dann erfüllen, wenn der deutsche Lebensraum planmäßig geordnet wird. Der Oberpräsident wies darauf hin, daß die Bearbeitung der einzelnen Planungsfragen den einzelnen Organen der Landesplanungsgemeinschaft überlassen bleiben müsse. Von diesen werde festzulegen sein, welche Planungsaufgaben für die Provinz Hessen-Nassau vordringlich sind. Wichtig für unsere Planung seien besonders auch d i e Straßen des Führers und der Ausoau des Netzes der Verkehrs st raßen, eine Aufgabe, die in der Hauptsache durch die beiden Bezirksverbände und den Landeshauptmann durchzuführen feien. Sodann gab der kommissarische Landesplane r, Regcerungs- und Baurat S t a u b a ch , eine Erläuterung der Satzung der Landesplanungsgemeinschaft 'Hessen-Nassau. Ihr Gebiet umfasse die Provinz Hessen-Nassau-, ihr Sitz sei Kassel. Vorsitzender sei der Oberpräsident. Für eine dezentralisierte Förderung der Aufgaben werden Bezirks - stellen in Kassel und in Wiesbaden errichtet, deren Leiter die Regierungspräsidenten sind. Die Gauleiter des Planungsraumes sind Mitglieder des Beirats. Ministerialrat Dr. Ewald vom Reichsluftfahrtministerium machte in einem Lichtbilderoortrag Ausführungen über den Einsatz des Lichtbildes für die Neuordnung des Wirtschaftsraumes. Es gelte, die deutsche Grundkarte zu schaffen, die dann der Ausgangspunkt für alle Karten fein werde. 8,2 Millionen Rundfunkhörer in Deutschland. Berlin, 8. Jan. (DRB.) Reichssendeleiter f) a - damowsky sandte an den Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda Dr. Goebbels nach dem Obersalzberg nachstehendes Telegramm: Ich melde Ihnen die Ueberschreltung der acht Millionen HSrerziffer um fast 200 000 mit dem 1. Januar 1937. Damit ist die von Ihnen 1933 gestellte Aufgabe der Verdoppelung der Hörerzahl erfüllt worden. Von den neu hinzugekommenen Hörern sind weit über zwei Millionen Besitzer des Volksempfängers. Die Hörerzunahme war auch im Jahre 1936 dreimal so groß wie in der Systemzeit, und doppelt so groß wie in England. , Reichsminister Dr. Goebbels antwortete: Ich danke Ihnen für Ihre Mitteilung betreffs lleberfchreitung der acht RN l- lionen-hörerziffer beim deutschen Rundfunk und beglückwünsche Sie und alle Mitarbeiter an den deutschen Reichssendern herzlichst zu diesem großartigen Erfolg. Kunst und Wissenschaft. Stipendien der Tiobert-Koch-Stistung. Der Vorsitzer der im Jahre 1935 wiedererrichteten Robert-Koch-Stiftung, Ministerialdirektor, Dr. Gütt im Reichs- und preußischen Ministerium des Innern, hat einer Reihe von Forschern Beihilfen für die Durchführung ihrer Arbeiten zur Verfügung gestellt. - Folgende Forscher bzw. Institute wurden mit einem Stipendium ausgezeichnet: Das Institut für Infektionskrankheiten „Robert- Koch" in Berlin, Dr. W. Pfaff (Tönsbeide), Professor Dr. Kayser-Petersen (Jena), Professor Dr. Mayr (Münster), Professor Dr. Schultze (Gießen), Professor Dr. S ch r e u s (Düsseldorf) und Professor Dr. Stühmer (Freiburg). Die Arbeiten der Forscher beschäftigen sich mit Untersuchungen über das Verhalten des Lungengewebes bzw. des Blutes und Serums von Mensch und Tier gegenüber den Tuberkelbazillen, mit Vererbungsforschung auf dem Gebiete der Tuberkulose, ferner mit Fragen der Erforschung und Heilung von Haut- Tuberkulose. * Professor Dr. Walther Schultze, am 1. Februar 1893 in Idstein geboren, war bereits als Assistent unter Professor Iesionek in Gießen tätig, wurde hier auch 1929 ao. Professor und erhielt 1934 einen Rus als Ordinarius für Haut- und Geschlechtskrankheiten an die Universität Jena. Seit 1. Mai 1934 ist Professor Schultze als Ordinarius für Haut- und Geschlechtskrankheiten und als Nachfolger Jeftoneks wieder in Gießen tätig. Er liest gegenwärtig u. a. über Lichttherapie (Gemeinschaftsoorlesung: Strahlenheilkunde und Physikalische Therapie); das gleiche Thema ist auch für das Sommersemester 1937 an« aekündigt. Professor Schultze hat eine größere Anzahl von Arbeiten aus seinem wissenschaftlichen Fachgebiet veröffentlicht. Ausbildungskurse für schaffende Künstler aus der SA. Auf Anordnung des Stabschefs der SA. beginnt am 11. Januar der erste vierwöchige Ausbildungskursus für schaffende Künstler aus den Reihen der SA. in Bad Berka. Der Kursus, an dem etwa 40 Künstler teilnehmen, steht upter Leitung von Standartenführer Glöckler, Leiter der Abteilung IV der Reichskammer der bildenden Künste. Als Lehrer sind ferner tätig: Prof. Bauer (Weimar) und die Fachgruppenleiter der Landesstelle Thüringen, Wegener und Linzen. Im Auftrage des Stabschefs wird Gruppenführer Günther den Kursus eröffnen. An den ersten Kursus, der in Maler- und Bildhauer» gruppen unterteilt ist, werden sich noch weitere Kurse anschließen. Ziel des Kursus, der u. a. die Themen „Kunst im Leben der Völker" und „Was ist nationalsozialistische Kunst?" behandeln wird, ist auch weltanschauliche Schulung und körperliche Ertüchtigung. . Aus aller Well. Die österreichischen Eisenbahnalteniäter hingerichlet. Die beiden Eisenbahnattentäter von Of- tering in Oberösterreich, Alvis Striegl und Joseph Scheinecker, die, wie gemeldet, im April 1934 den D-Zug Wien—München in räuberischer Absicht zur Entgleisung gebracht haben, wobei es einen Toten und zahlreiche Schwerverletzte gab, wurden vom Linzer Standgericht zum Tode verurteilt. Da ihr Gnadengesuch verworfen wurde, sind die Verbrecher drei Stunden nach Verkündung des Urteils durch den Strang h i n g e r i ch t e t worden. 200 000-Rlark'Gewinn gezogen. In der letzten Ziehung der Preußisch-Süddeutschen Klassenlotterie fielen zwei Gewinne von 10 0 00 0 Mark auf die Nummer 221 761. Das Los wird in der ersten Abteilung als ganzes Los in Berlin, in der zweiten Abteilung als Achtellos in Lübeck gespielt. Zusammenstoß von zwei Jagdflugzeugen. Zwei Flugzeuge der Döberitzer Gruppe des Jagdgeschwaders „Richthofen" stießen beim Vorbeifliegen in 600 Meter Höhe bei Nauen zusammen und stürzten ab. Der Flugzeugführer der eiyen Maschine, Leutnant Christiansen, rettete sich durch Fallschirmabsprung und erlitt einen Beinbruch, während es dem anderen Flugzeugführer, Unteroffizier Nuß, nicht mehr gelang, mit dem Fallschirm ab- zuspringen. Er fand den Tod. Der Streif in der amerikanischen Automobilindustrie. In Detroit begann am Freitag der sogenannte S i tz st r e i k in dem Autowerk der Cadillac Motor Company, einer Abteilung der General Motors Corporation, von dem 5000 Arbeiter erfaßt wurden. Beamte der General Motors erklärten, daß über 7 60 00 Arbeiter infolge der verschiedenen Ausstände bei den Zubehörfabriken und durch den Mangel an Zubehörteilen arbeitslos feien. Diese Zahl dürfte sich um weitere 25 000 Arbeitslose erhöhen infolge der angekündigten Betriebseinstellung in den Buick- und Chevrolet-Werken in Flint und Bay City. Beachtet auch die kleinste Wunde! Wie notwendig es ist, auch die klein st e Wunde zu beachten und für eine Desinfektion der Wunde zu sorgen, beweisen wieder einmal zwei Vorfälle, die den T o d von zwei Personen forderten. In der Ortschaft Eiserfeld (Sieg) hotte sich eine Frau, Mutter von zwei kleinen Kindern, beim Nähen mit einer Nadel gestochen. Sie legte der Sache keine Bedeutung bei, doch trat bald eine Blutvergiftung ein, die zunächst die A m p u- tation eines Armes notwendig machte. Es war jedoch bereits zu spät; die Frau ist nunmehr unter qualvollen Schmerzen gestorben. — In dem Ort Oberliebersbach hatte sich ein Landwirt eine geringfügige Verletzung an der Hand zugezogen, die er zunächst nicht weiter beachtete. Die Hand schwoll plötzlich an und durch die nun auftretende Blutvergiftung ließ es sich nicht vermeiden, daß die Hand abgenommen werden mußte. Es trat Starrkrampf hinzu, so daß der bedauernswerte Mann. Vater von sieben Kindern, starb. Wetterbericht des Reichsweiterdienstes. Ausgabeort Sranffurt Im Bereiche eines mächtigen Hochdruckgebiets hat sich über Deutschland allgemein heiteres Wetter ein- gestellt, das in der Nacht zum Samstag auch bei uns zu Strahlungsfrösten Anlaß gab. Der Hochdruckeinfluß bleibt vorerst für uns weiter bestimmend/ Aussichten für Sonntag: Vielfach dunstig oder neblig, sonst heiter bis wolkig, trocken, nachts verbreitete Fröste, Winde aus Ost bis Südost. Aussichten für Montag: Fortdauer der trockenen und teilweise heiteren Witterung mit nächtlichen Frösten. Lufttemperaturen am 8. Januar -mittags 4,9 Grad Celsius, abends 0,7 Grad; am 9. Januar: morgens — 2,9 Grad. Maximum 5,5 Grad, Minimum heute nacht —3,5 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 8. Januar: abends 2,5 Grad; am 9. Januar: morgens 1,3 Grad Celsius. — Niederschläge 0,1 mm. — 'Sonnenscheindauer 2 Stunden. Wintersport-Wetterbericht. Rhön Wasserkuppe: Heiter, —7 Grad, 10 cm Schneehöhe, 5 cm Gesamtschneehöhe, verweht, Ski- möalichkeiten gut, Rodeln mäßig. Alpen. Schneefernerhaus: Heiter, —15 Grad, 270 cm Gesamtschneehöhe, 16 cm Neuschnee, Pulverschnee, Sportmöglichkeiten gut. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Deck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. 2). 21. XII. 36: 11250. Druck und Verlag: Brühl'sche Unioerfitäts» Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Ps. mehr. Einzeloerkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zett Ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig, den Preis des KADETT und die Stimme det Vorzüge, die er Ihnen dafür bietet - Vorzüge , die in dieser Preisklasse durchaus keine Selbstverständlichkeit sind • • Vierzylinder-Viertakt Motor: stark, elastisch, vibrationsfrei, e Schnellstart - Fallstromvergaser: sichert prompten Start und geringsten Verbrauch unter allen Bedingungen. e OPEL Synchron - Federung: ebnet selbst den schlechtesten Weg und spart Reifen. e Selbsttragende Ganzstahlkarosserie : unübertrefflich sicher, dauerhaft und wetterfest, e Oeldruckbremsen: vollständiger Bremsausgleich, höchste Wirksamkeit bei geringstem Kraftaufwand. e OPEL Zugfrei - Entlüftung: stets frische Luft im Wagen • niemals Zugwind. e Sportliches Aussehen - so wie Sie es wünschen! e Komplette Boschanlage: nicht anders als vielfach teurere Wagen! e Ungewöhnlich großer Kofferraum. 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Der Verfasser dieses Buches, ein Vertreter dieses jungen Zweiges der Wissenschaft, bietet hier in lebendiger, für jedermann verständlicher Darstellung anhand zahlreicher anschaulicher Bilder eine volkstümliche kleine Tierseelenkunde, wie sie jedem Tierfreund willkommen sein durfte. Dem Hund und seiner Abrichtung ist ein besonderer Abschnitt gewidmet. Im übrigen ist der Inhalt des Buches sehr vielseitig. Die Berichte erstrecken sich auf Versuche mit Heren, aller Artin allen Regionen der freien Natur wie im Haus und Hof und in zoologischen uarlen. ,40 S. mit 100 Abb.in Leinen geb. RM.3.60. - 3n jeder Gießener Buchhandlung erhältlich Hugo Vermühler Verlag, Berlin-Lichterfelde Neuzeitliche 4- eventl. 5- Zim.-Wohn. mit allem Zub. u. sev. Eingang, schönem Garten usw.Kaiserallee Nr.70z. vermiet. Näheres daselbst oder Gredner- strahe 38. 7550D Schöne [173D tiina lohn, mit Badezimm., in freier Lage im Südviertel zum 1. Avril zu vermieten. 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Selbst ein Vorkämpfer der national-tschechischen Bewegung, der Historiker Palacky, gibt das unumwunden zu, indem er urteilt, ohne das Auftreten der Hussiten wäre Böhmen, genau so wie Oesterreich und Schlesien, ein rein deutsches Land geworden. Aber die heutigen Tschechen hören so etwas nicht gerne und werden wütend, wenn einmal die Tatsachen so laut gegen ihre Geschichtsklitterungen reden wie in einem Falle, der jetzt bekanntgeworden ist. Es handelt sich um die Auffindung der Originalpläne für den Bau des St. Veitsdornes auf dem Hradschin zu Prag, einer Kirche, die unter dem deutschen Kaiser Karl IV. nach Erhebung Prags zum Sitz eines Erzbistums 1344 begonnen wurde, jedoch infolge der hussitischen Unruhen im 15. Jahrhundert ein Torso geblieben ist, dem erst in neuester Zeit eine Scheinvollendung im Stil einer geistlosen Reißbrett- Gotik zuteil geworden ist. Nun steht zwar fest, daß der erste Architekt des Prager Domes ein Matthias von Arras, also ein Nordfranzose war, der aber schon 8 Jahre nach Baubeginn 1352 starb. Man f)at nie daran gezweifelt, daß der verwaiste Bau in diesem Jahre non Peter Parier aus Schwäbisch-Gmünd übernommen wurde, der bis zu seinem Tode 1397 auch das übrige böhmische Bauwesen maßgebend beherrschte, daß also schwäbische Architekten dem Chor des Domes die noch heute bestehende Gestalt gegeben haben, was übrigens gar nicht erstaunlich ist in einem von einem deutschen Könige regierten Lande und in einer Stadt, deren kulturelle Oberschicht deutsch war und eben eine deutsche Universität als Mittelpunkt des böhmischen Geisteslebens erhalten hatte. Das alles hat jetzt eine Bestätigung erfahren. Dem Direktor des Stuttgarter Stadtarchivs, Karl Stenzel, ist es nämlich gelungen, in den Einbanddeckeln alter Rechnunasbücher der Stadt Stuttgart mehrere Per^amentpläne zu entdecken, die einwandfrei als Entwürfe der aus Schwäbisch- Gmünd stammenden Architektenfamilie der Parier für die Fortsetzung und Vollendung der Prager Katbedrale erkannt worden sind: eine Querschnitt- zeickmuna für den Hochchor, ein Aufrißfragment für die Westfassade und den Entwurf eines riesigen Turmes, von dem man mit guten Gründen an» nimmt, daß er mit der Bauführung auf dem Hradschin in Verbindung steht. Darob große Auf- reauna in den tschechischen Zeitungen, Versuche, die Echtheit der Dokumente anzuzweifeln und deralei- chen mehr. Uns ficht das wenig an, da die Entdeckung ja nur beweist, was wir länaft wußten, momn "mes verblende- ten Zeitalters brachte unb sie auf bie Höhe rassischer, arischer Weltanschauung hinaufführte. Opfer einer Landkarte. Hinter einer riesigen farbigen Landkarte, auf ber auf bas genaueste Indiens weitverstreute Bodenschätze an Erzen unb Mineralien, Gebirgs- unb Felsbilbungen verzeichnet sinb, liegt eine erschüt- ternbe Geschichte menschlichen Opfergeistes. Dabei ist biefes Kapitel noch nicht beendet; denn die Landkarte ist noch unvollständig nach 91 Jahren ununterbrochener Mühsal. Im Jahre 1845 rief die indische Regierung eine geologische Vermessungs- und For- schungsabteilung ins Leben, die in erster Linie dazu ausersehen war, den Verlauf ber Kohlenflöze im Lande festzustellen und abzugrenzen, da die Dampfer des Ganges auf Versorgung mit einheimischen Kohlenoorräten angewiesen waren, bie sehr hoch im Preise stauben. Der englische Geologe H. D. Williams nahm biese Arbeit brei Jahre lang auf sich, bis ihn bas Dschungelfieber hinwegraffte Er hinterließ ein kostbares Vermächtnis, da es ihm gelungen war, bie Lage ber Kohlenfelder von Ram- ganj, Ramgarh und Karanpur aufzuzeichnen. Die folgenden drei Jahre sahen vier Männer im Vermessungsdienst — der eine starb am Fieber, der andere litt an allgemeinem Kräfteverfall, ben das Fieber verschuldet hatte, bie beiben anderen mußten ihrer erschütterten Gesundheit wegen an weniger schwierige Posten versetzt werden. Dr. Thomas Oldham, der 1851 zum Leiter ernannt wurde, war zwar widerstandsfähiger, doch mußte auch er wegen feiner geschwächten Gesundheit vorzeitig die Arbeit aufgeben. Aber in 25 Jahren wahrer Pionierarbeit eines Forschers, die damals fast ganz ohne die Erleichterung durch Eisenbahnen, ohne Chinin und andere Vorbeuaunas- mittel gegen Malaria durchgefübrt werden mußte, erschloß er mit seiner Karte die bis dahin verschlossenen Stätten der riesigen Reichtümer Indiens. Während der Zeit seiner Leitung wurden von ben 32 Männern, bie sich bem Vermessungsdienst an» । geschlossen hatten, neun vom Fieber hmm<,a'-rrafff. Nun hofft man, bis 1945 bie harte Arbeit nn der Karte vollenden zu können. Mit dieser wahrhaft lebensgefährlichen Arbeit war der geologische Per- messungsdienst dazu berufen. Rat zu erteilen für bie Neuanlage von Wasserreservoiren. Eisenbahnen. Mühlen unb anderen industriellen Neubauten War- nungen zu erlassen vor Gegenden, die am nriften d"n Erdbebenstößen ausaes-tzt scheinen, die D" aj. läffigfeit und Leichtlöslichkeit von Felsgestein zu prüfen, wo Dämme gegraben werden, unb bei ber Errichtung von hochgelegenen Eisenbahnstationen Bergrutschen vorzubeugen. W MM w; KM | W W MW 4' »< 0 Das holländische Vrantvaar nach der Trauung Ausklang der Hochzeitsfeier im Hoog. Gesandtschaft, von der, durch Schein- Erst Haag schen In Italien ist es üblich, daß die Autofahrer den Verkehrspolizisten am Dreikönigstage mit Gaben beschenken. Mit strahlendem Gesicht sieht man hier einen Verkehrsschutzmann in den Straßen von Rom neben seinem Berg von Geschenken, (Associated-Preß-M.) wenige Jahre ift es her, daß weite Kreise des deutschen Volkes — vom Ausland ganz zu schweigen —- den Zielen und Aufgaben des Reichsarbettsdienstes ein nur geringes Verständnis entgegenbrachten. Doch die letzten Jahre haben, unterstützt durch eine zielbewußte Aufklärungsarbeit, hierin grundsätzlichen Wandel geschaffen. Es ist erreicht, daß nunmehr das ganze deutsche Volk und darüber hinaus weite Kreise des Auslandes mit großer Achtung, ja mit Liebe dem Reichsarbeitsdienst gegenüberstehen, weil sie erkannt haben, daß in dieser Organisation die jungen Menschen nicht nur zu wahren und echten Nationalsozialisten erzogen werden, sondern darüber hinaus eine für das Volksganze überaus wichtige und not- Arbeit am Boden. Der Einsatz des Reichsarbeitsdienstes für den Vierlahresplan. Das Tanganyika-Territorium als wirtschaftlicher Faktor. Bon Dr Erich Krilpflug. 5700 Tonnen im Werte von 32 000 Pfund. Größer ist die Ausfuhr von Erdnüssen mit 8000 Tonnen im Werte von 60 000 Pfund. Hinzu kommt, daß die Koprapreise sich von dem Schlage, den ihnen die Weltkrise von 1931 versetzt hat, noch nicht erholt haben, so daß kein Anreiz zu etwa möglicher weiterer Ausdehnung der Pflanzung gegeben ist. Neben einer gewissen Welt-Ueberproduktion dürfte der Grund für das Stagnieren der Preise auch in der Konkurrenz der Sojabohne zu suchen sein. Die Hauptausfuhrprodukte des Territoriums find Sisalhanf, Kaffee und Baumwolle. Sisal, der heute ungewöhnlich hohe Preise erzielt, steht mit 72 000 Tonnen im Werte von 847 000 Pfund (1934) an der Spitze. Zu erwähnen ist, daß das von den Deutschen gegründete, von den Engländern weitergeführte Forschungsinstitut Amanl auf den Ostusambara-Bergen eine neue Abart, die blaue Sisal-Agave, gezüchtet hat, von der man sich sowohl ertragfähig viel verspricht wie auch in Hinsicht auf die Feinheit der Faser bei größter Zähigkeit. Man spricht in Ostafrika viel von Ver. wendung der Faser für Gewebe. An zweiter Stelle steht der Kaffee. Der Hochlandskaffee vom Oldeani, der hauptsächlich von Deutschen gebaut wird, genießt einen hervorragenden Ruf, auch der vom Usambara-Gebirge steht ihm nicht nach, und Deutschland nimmt den deutschen Pflanzern jährlich eine bestimmte Menge dieses Kaffees ab. Die Ausfuhr betrug 1934 14 000 Tonnen im Werte von 495 000 Pfund. Dann folgt an dritter Stelle Baumwolle, die hauptsächlich an der Mittellandbahn gebaut wird, mit einer Ausfuhr von 5600 Tonnen im Werte von 326 000 Pfund. Der Gesamthandel betrug 1934 an Ausfuhr 2,8 Millionen Pfund, die Einfuhr, ebenfalls 1934, 2,3 Millionen Pfund. E l n g e f ü h r t wurden besondere Baumwollstoffe, Maschinen, Treibstoffe und Baumaterialien. Zum Vergleich sei mitgeteilt, daß die Einfuhr 1929 4,2 Millionen und die Ausfuhr 3,9 Millionen Pfund betrug. Die niedrigsten Außenhandelsziffern zeigten naturgemäß die Jahre 1931 und 1932; obwohl die Ziffern seitdem steigende Tendenz zeigen, ist der Höchststand noch nicht wieder erreicht. Im Zusammenhang mit den Außenhandeleziffern ist als nicht unwesentlich zu bemerken, daß der Transitverkehr durch do» Territorium, an dem früher ziemlich viel verdient wurde, nachgelassen hat, seitdem die Katanga-Minen (Associated-Preß-M) werfer angestrahlt, die Hakenkreuzfahne weht, und die mit Lichterschnüren und dem von den deutschen Freiheitsfahnen eingereihten Hoheitszeichen über dem Portal geschmückt war, fand ein Empfang der deutschen Hochzeitsgäste statt. Der deutsche Gesandte und Gräfin Zech-Burkersroda konnten die nächsten deutschen Verwandten der königlichen Familie, den Ministerpräsidenten C o - l i j n, den Kommandeur des Feldheeres Leutnantgeneral R o e l l und zahlreiche Mitglieder der holländischen Regierung und des Diplomatischen Korps begrüßen. Wer erstmalig eine afrikanische Kolonie besucht und nun beginnt, sich nach der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit derselben, nach der Rolle, zu erkundigen, die sie in der Weltwirtschaft und auf dem Weltmarkt zu spielen imstande ist, pflegt erstaunt zu sein. Die erste Zahl bereits läßt ihn aufhorchen. So groß hätte er sich diese Rolle nicht vorgestellt. Daß beispielsweise der öffentliche Haushalt des Tanganyika-Mandats, unseres ehemaligen Deutsch-Ostafrika, mit über 1,6 Millionen Pfund saldiert, das hätte er nicht erwartet, und es mag in diesem Falls berechtigt fein, bei der Umrechnung in Mark die frühere Goldparität einzusetzen, da ja die innere Kaufkraft des Pfundes dieselbe geblieben ist. Also wären das 32 Millionen Mark. Daß ferner 8200 Europäer, darunter 2100 Deutsche, dort nicht weniger als 5 Millionen Eingeborene sowie 82000 Inder und 7000 Araber in Schach halten, scheint ihm schon selbstverständlicher. Aber es ist gar nicht so selbstverständlich; es muß verstanden sein. Dabei sind nach Beendigung des Weltkrieges zwei sehr volkreiche Gebiete, die an der Westgrenze gegen den Kongo zu gelegenen Landschaften Ruanda und Urundi von Deutsch- Ostafrika abgetrennt und unter belgisches Mandat gestellt worden. Der Rest der Kolonie steht heute als sogenanntes v - M a n d a t unter englischer Verwaltung, die es sich denn auch hat angelegen sein lassen, die Zölle des Gebietes denen der benachbarten englischen Kolonien Kenya und Uganda anzugleichen. Ebenso sind die drei Gebiete postalisch vereinigt. Eine Eingliederung in ein neues Dominium, das die englisch-ostafrikanischen Besitzungen zu umfassen hätte, soll bisher an dem Rechtscharakter des Mandats gescheitert sein. Trotzdem umfaßt das Tanganyikä-Territorium immer noch 941 000 qkm, ist also ziemlich doppelt so groß wie das heutige Deutschland. Die wirtschaftlichen Möglichketten eines Landes nun sind bestimmt durch seine geographische Lage und durch seine Bodengestaltung, und diese wieder ist von besonderer Wichtigkeit in den Tropen. Denn obwohl Tanganyika ganz und gar in der ttopischen Zone liegt, so kommen doch verhältnismäßig geringe Teile für rein tropische Kulturen, wie etwa die Erzeugung von Kopra, in Betracht. Dagegen habe ich auf den Gebirgen sogar Weizen- und Gerstefelder angetroffen, die allerdings vereinzelt blieben und wohl nur versuchsweise angelegt waren, überhaupt gedeihen Gemüse der gemäßigten Zone, zur Freude der Pflanzer, in großer Menge auf den Gebirgen. Jenseits einer 20 bis 30 Kilometer breiten Küstenzone erheben sich schon die K ü ft e n - randgebirge, hinter denen die Hochflächen des Innern mit einer durchschnittlichen Höhe von 1200 Meter beainnen. Sie sind durch den großen o st afrikanischen Groben unterbrochen, den man bis Abessinien hinein verfolgen kann und finden ihr Ende am großen zentralafrikanischen Graben. in dem die großen Seen, Tanganyika-, Kivu-, Edward, und Alhert-See liegen. Im übrigen ist daq Land äußerst reich gegliedert durch den Hochflächen aufsitzende Gebirge bzw. Vulkane, so Im Norden durch das östliche und westliche Usam- hara-Gebirqe, den Kilimandscharo mit seinen 6000 Meter Höhe, den Meru-Dülkan und viele andere. Der Auibau des Landes, der in seinen Einzelheiten hier nicht weiter verfolgt werden kann, ist aber auch der Grund gewesen, warum die Hoch- ilächen in weitestem Umfang den Charakter einer Steppe tragen, die im allgemeinen und für tropische Verhältnisse als regenarm bezeichnet werden muß und Kulturen nur do gestattet, wo Bewässerung mit wenig Kosten möglich ist. Da man nicht vergessen darf, daß das nicht von Steppen eingenommene Land auch noch die 5 Millionen Neger zu ernähren hat, erscheint die vielfach geäußerte Behauptung, daß die wirklich für rationellen und konkurrenzfähigen Anbau benutzbaren Flächen schon zum größten Teil vergeben und weiße Einwande, rung in großem Stile daher nicht ratsam fei, als keineswegs von der Hand zu weifen. Nach alldem wird es nicht verwunderlich erschei- nen. daß das wesentlichste der rein ironischen Er- Zeugnisse, die für die Fettoersorqung Eurovas so wichtige Kopra, in der Ausfuhr des Landes keinen sehr großen Raum etnntmmt mit (1934) zu zwingen. In Rumänien bestanden wie in ©erbten populäre Eroberungswünsche, die sich nach zwei Setten richteten: auf Wiedergewinnung Bes- sarabiens, das Rußland im Jahre 1878 den Rumänen entrissen hatte, und auf Erwerbung Siebenbürgens, wo anderthalb Millionen Rumänen neben fast ebensoviel Magyaren und Deutschen wohnten. Es galt nun, die bessarablschen Wünsche zugunsten der siebeybürgischen in den Hintergrund zu drängen und so die Rumänen zu überzeugen, ihr Vorteil allein beim Zweibunde liege. Mit großer Umsicht wurde die öffentliche Meinung durch russische und besonders französische Agenten bear- beitet; eine „franko - rumänische Gesellschaft" wurde begründet, Politiker und Journalisten gingen nach Rumänien, um über die französische Kultur Vor- träge zu halten und die Rumänen für Frankreich zu interessieren; zugleich wurden, wie in Serbien, die österreichisch-ungarischen Zustände kritisiert, na- mentlich die Beziehungen zwischen Rumänen und Magyaren in gehässiger Weise dargestellt. Wenn etwa die Rumänen als Nichtslawen eine instinktive her französische Gesandte nach Hause, daß Deutschland seinen Einfluß in Bulgarien begründe. Indessen die Bemühungen scheiterten. Es ging gegen das Ehrgefühl der bulgarischen Regierung, auf russisch-französischen Befehl einen System« wechsel vorzunehmen, und die Bedingungen der deutschen Banken waren annehmbar. So hatte an dieser Stelle der „Mechanismus der Entente" versagt, was, wie bekannt, im Weltkriege von großer Bedeutung geworden ist. Anders lagen die Dinge in Rumänien. Man wußte, daß Der König Carol, der die auswärtige Politik in letzter Linie leitete, fest entschlossen war, an seinen Verpflichtungen gegen den Dreibund festzuhalten, aber man hoffte, ihn mit Hilfe der öffentlichen Meinung zur Aenderung seiner Politik u zwingen. In Rumänien bestanden wie in Ser- Furcht vor dem Panstowlsmus erkennen ließen, so wurde demgegenüber ins Feld geführt, daß Rußland weit entfernt von panslawistischen Ideen sei und nicht an die Unterdrückung nichtslawischer Völker denke: die Begünstigung der slebenbürgischen Hoffnungen sei ja der beste Beweis für sein Wohlwollen. Die Bemühungen waren erfolgreich. Die rumänische Presse vertrat zum großen Teil die Politik der Entente. Oeffentliche Demonstrationen sanden aus Anlaß von fehlgeschlagenen Verhandlungen zwischen der Pester Regierung und den siebenbür- gischen Rumänen statt, und die rumänische Regierung wagte aus Besorgnis vor der Oeffentlichkeit nicht, sich offiziell wegen dieser Ereignisse zu entschuldigen. Triumphierend berichteten der französische und russische Gesandte über das Fortschreiten ihrer gemeinsamen Arbeit: ein bedeutender, vielleicht ein entscheidender Umschwung sei im Gange, und die Mittelmächte hätten allen Grund, für Ihren Einfluß m Rumänien zu fürchten. Gegenströmungen fehlten zwar nicht, waren aber weit schwächer. Hier hatte die Entente richtig geregnet. Der König blieb zwar loyal, aber im entscheidenden Augenblick vermochte er nicht mehr, als einstweilen die rumänische Neutralität zu behaupten, und nach seinem kurz nach Beginn des Weltkriegs erfolgten Tode war der Uebertritt Rumäniens zur Entente nur eine Frage der Zett. Ein tragisches Geschick war dem rumänischen Hohen- zollern beschieden: durch seine persönliche, auf deut- schen Grundlagen beruhende Leistung war Rumänien aus Unordnung und Ohnmacht zu einem geordneten und mächtigen Staatswesen im Orient er- hoben worden: er mußte noch erleben, daß die Nation die Macht, die sie ihm verdankte, In einer seiner Ueberzeugung entgegengesetzten Richtung verwenden wallte. liegen werden. Auch die Derbefferung von Ackerland, wie Umlegung, Dränung, sowie die Schaffung von Neuland werden in noch stärkerem Maße als bisher in Angriff genommen werden Das bringt es naturgemäß mit sich, daß alle nicht in diese Aufgaben fallenden Arbeiten In den nächsten Jahren zurückgestellt werden müssen. Auch die Arbeiten, welche wohl in obiger Richtung liegen, sich aber auch ohne Einsatz des Reichsarbettsdienstes von Erwerbslosen, freien Arbeitern und den beteiligten Grundbesitzern selbst durchführen lassen, wenn Reichsbeihilfen gegeben werden, kommen für den Reichsarbeitsoienst nicht mehr in Frage. Es liegt auf der Hand, daß der Vierjahresplan auch neue Grundsätze beim Arbeitseinsatz erfordere lich macht. Wenn auch die Zersplitterung der Arbeitskräfte an kleinen und kleinsten Maßnahmen chon längst der Vergangenheit angehört und bereits ein Viertel des Reichsarbeitsdienstes bei Großvorhaben angesetzt ist, so gilt es doch noch viel aufzubauen. Gerade angesichts der Notwendigkeit, ür die Ernährung des deutschen Volkes eine Steigerung der Futtermittelerzeugung in kürzester Frist herbeizuführen, um mehr Eiweiß und mehr Fett u schaffen, muß es Richtschnur des Handelns sein, olchen Landeskulttirvorhaben den Vorzug einzuräumen, die keiner langen Bauzeit bedürfen und schon bald Erträge abwerfen. Bekanntlich ist drirch Erlaß des Führers vom 26. September vorigen Jahres verfügt worden, daß die Stärke des Reichsarbettsdienftes von 200 000 a u f insgesamt 300000 Mann in drei Stufen erhöht wird. Bereits in diesem Jahre wird der Arbeitsdienst um mehrere zehntausend Mann erhöht werden. Dieser Umstand bringt es naturgemäß mit sich, daß zahlreiche organisatorische Veränderungen in den einzelnen Arbeitsgauen Platz greifen müssen. Die Zahl der Abteilungen (Lager), welche bisher 1260 betrug, wird um 170 vermehrt werden, also dann insgesamt 1430 betragen. Gleichzeitig ist es erforderlich, viele Abteilungen zu verlegen, damit sie bei den Arbetts- Vorhaben eingesetzt werden können, die angesichts des Vierjahresplanes besonders vordringlich sind. Auch die bisher noch oft vorhandenen Uebelstande der langen Anmarschzeiten vom Lager zur Bau- noch längst nicht die Höchstgrenze erreicht ist, sondern daß durch weitere planmäßig durchgeführte Bodenoerbesserungen noch ganz Erhebliches geleistet werden kann, müh uns mit ganz besonderer Genugtuung erfüllen. Eingehende Untersuchungen haben nämlich ergeben, daß die Mehrerzeugung sich durch ein großzügig durchgeführtes Landeskul- t u r w e r k innerhalb der deutschen Grenzen so steigern läßt, daß sie der Vergrößerung Deutschlands um ein Gebiet von der Größe Bayerns und Württembergs zusammen glecchkommt. Vor wenigen Wochen hat sich der Beauftragte des Vierjahresplanes, Ministerpräsident Generaloberst Hermann Göring, bei einem Besuch In der Reichelettung des Reichsarbeitsdienstes im Kartensaal des Planungsamtes von dem Arbeitseinsatz und den Leistungen des Reichsarbeitsdienstes überzeugen können. Und wenn Hermann Göring erklärte, daß der Reichsarbeitsdienst in seinem großen Reichsmeliorationsprogramm an erster Stelle stehen wird, dann zelgt dieser Ausspruch zur Genüge, welches Vertrauen der Beauftragte des Führers dieser Friedensarmee unter dem Spaten entgegenbringt, die jetzt noch mehr als früher ihr ganzes Bestreben daraus richten wird, das in sie gesetzte Vertrauen vollauf zu rechtfertigen. Welches werden nun die besonderen Aufgaben sein, die der Reichsarbeitsdienst bei seinem Einsatz Im Rahmen des Vierjahresplanes zu erfüllen haben wird? Bekanntlich ist, wenn auch schon dank der bisher ergriffenen Maßnahmen hier wesentliche Einschränkungen vorgenommen werden konnten, die Einfuhr von Fett und Eiweiß immer noch recht erheblich. Das ganze Bestreben muß nun darauf abzielen, uns durch Erzeugung dieser Produkte im Inlands frei von der Einfuhr und damit itnferer Ernährungswirtschaft vom Auslande unabhängig zu machen. So ist es denn selbstverständlich, daß die Arbeiten des Reichsarbettsdienstes in den nächsten vier Jahren vor« nehmlich auf dem Gebiete der Grünlandver- befferung — Hochwasserschutz, Flußregulierung, Ent- und Bewässerung, Abwässerverwertung — stelle sollen durch stärkeren Einsatz von Beförderungsmitteln (Fahrräder, Lastkraftwagen) gemildert werden. Daß bei diesem neuen Einsatz des Reichsarbeitsdienstes, welcher an jeden Einzelnen, der an diesem großen Werk mitwirkt, die höchsten Anforderungen stellt, auch die Fragen der Führerausbildung von besonderer Wichtigkeit sind, liegt auf der Hand, Die arbeitstechnische Ausbildung der Führer wird, wofür bereits die wichtigsten Vorbereitungen getroffen sind, künftig noch wesentlich eingehender und gründlicher werden. Die Ausbildung in den Schulen wird an den Baustellen, den „Schulstuben des Arbeitsdienstes", ihre Fortsetzung finden. Das verlangt von den Führern ein ganzes Können, wobei wir uns stets vor Augen halten muffen, daß das Berufswissen der Arbeitsdienstführer aus vielen Dienstzweigen kommt, welche alle ihre Rechte verlangen. Desgleichen wird auch die Ausbildung der Pia, nungsführer eine Aenderung insofern erfahren, als er nicht nur im Stab, sondern in Zukunft auch immer in einer Abteilung Dienst tun wird. Bereits in diesem Jahre wird ein planmäßiger Austausch von Führern des Planungs- und des Außendienstes beginnen. Einsatz bei vordringlichen Arbeiten, hervorragende Arbeitsleistungen, Vervollständigung der Führeraus. bildung, das sind zur Zeit die wichtigsten Fragen, die dem Ziel und dem Einsatz des Reichsarbettsdien- stes ihr Gepräge geben. Diese erhöhten Anforderungen verlangen von allen Arbeitsmännern re st« losen Einsatz für das große Werk, das im Interesse der Sicherstellung unserer Ernährung durchgeführt werden muß. Stets hat der Reichsarbeitsdienst seine Pflicht und Schuldigkeit getan, sei es beim Arbeitseinsatz, sei es bei irgendwelchen Katastrophen, wie wir es erst unlängst bei den Sturmfluten an der Nordsee erleben konnten, immer hat er gezeigt, daß er ein treuer Freund und Helfer des deutschen Volkes ist. Und so wird er auch in den kommenden Pier Jahren beweisen, daß er das Vertrauen des deutschen Volkes, das in ihn gesetzt ift, nicht enttäuschen, sondern zu seinem Teil mit dazu beitragen wird, das große Werk des Führers, den zweiten Vierjahres« plan, zu erfüllen. wendige Arbeit leisten. Es soll im Rahmen dieses Artikels nicht von der erzieherischen Ausgabe des Reicksarbeitsdienstes ine Rede sein, die man als die Arbeit am Menfcken bezeichnet, sondern von seinem Arbeitseinsatz, der Arbeit am Boden, unter besonderer Berücksichtigung des Vierjahresplanes. Das wirtsckaftliche Ziel des Reichsarbeitsdienstes, die Aufgabe des Arbeitseinsatzes, läßt sich auf eine kurze und knappe Formel bringen: „Sicherstellung der Ernährung des Volkes aus eigener Scholle, Verminderung der Einfuhr an Waren, welche im eigenen Lande erzeugt werden können." Wenn wir die bisher vom Reichsarbeitsdienst und von seinem Vorgänger, den Nationalsozialistischen Arbeitsdienst, geleistete Arbeit betrachten, dann können wir ein überaus erfreuliches und einprägsames Ergebnis buchen. Ist doch in vieler kleiner Einzelarbeit von der deutschen Jugend im Reichsarbeits- dienst ein Mehrertrag des deutschen Bodens erreicht worden, welcher der Vergrößerung des deutschen Raumes um eine Fläche entspricht, die etwa ein Viertel größer als das Saarland ist. Wie aus den Berechnungen und Feststellungen der staatlichen Fackbebörden und des Reichsnährstandes ersichtlich ist, haben die für diese Arbeit aufgewandten Mittel volkswirtschaftlich im Durchschnitt eine Iah- resrente von 20 v.H. erzielt. Daß damit aber D e n Haag, 8. Jan. (DNB.) 3m königlichen Palast fand nach der Abreise des jungen Paares ein Diner statt, das familiären Charakter trug. Der Leiter des Regierungspressedienstes, Lieveaoeo, hatte die ausländische Presse zu einem Empfang in den Rittersaal des Binnenhofes geladen. Man sah hier den holländischen Ministerpräsidenten C o l i j n , den Staatsminister van Karne b e e k und oersichedene Presseattaches der im akredltierten Nationen. I n der deut- tm Belgischen Kongo ihre Kupfererz» zum größten Teil auf dem jetzt verbesserten Wege an die Westküste statt über die Ostküste verfrachten. Auf letzterem Weg war mehrfaches Umladen erforderlich, da er über den Tanganyika-See ging. Ferner ist das starke Vordringen Japans auf dem Markt von Tanganytka beachtenswert. Die japanische Beteiligung am Einfuhrhandel stieg von 6 v. 5). tm Jahre 1929 auf 22,3 v. f), tm Jahre 1934, beträgt also fast ein Viertel der Gesamteinfuhr. Dor allem hat die Einfuhr aus Großbritannien die Zechs bezahlen müssen, allerdings steht sie mit 27,6 v. H. noch immer an der Spitze. Deutschland steht mit einer Beteiligung von 9,8 vH. an dritter Stelle und hat somit die Einfuhr von Brttsch-Jndien überflügelt. 1929 betrug sein Anteil allerdings noch 12,2 v. H. Die Viehzucht im Territorium leidet sehr stark Unter der Tatsache, daß die Tsetse-Fliege das Halten von Großvieh und Pferden in vielen Teilen des Landes unmöglich macht. (Daher übrigens der kolossale Verkehr von Trägerkarawanen — Safaris — tm Lande, bevor Deutschland die Eisenbahn baute,) Immerhin wird der von den Eingeborenen gehaltene Viehbestand auf 5 Millionen Rinder und ebensoviel Ziegen und Schafe geschätzt, und die Ausfuhr an Häuten und Fellen spielt mit 3400 Tonnen im Jahre 1934, die einen Wert von 134 000 Pfund hatten, eine nickt unbedeutende Rolle. Fast keine Rolle mehr in der Ausfuhr spielt eines der ersten Produkte des Landes, nämlich Elfenbein. Man könnte dies im Zusammenhang mit der Ausrottung der Elefanten bringen: fragt man indes die Pflanzer, so erführt man, daß sie noch in großen Mengen vorhanden sein und bisweilen recht viel Schaden in den Pflan- jungen anrichten sollen. Eine geringe Rolle in der Ausfuhr spielt der tm Lande gewonnene Flim» m e r, eine steigende aber die Ausfuhr von Gold, die 1934 einen Wert von 295 000 Pfund hatte. Was die Verkehrswege des Landes angeht, die ja für die Erschließung wie für die Ausfuhr tn gleicher Weise von Wichtigkeit sind, aber auch große Kapitalinvestitionen verlangen, so haben die Engländer bisher eine gewisse Scheu gezeigt, neue Ko- pitalien im Mandat festzulegen. Zu den in deutscher Zeit gebauten hauptsächlichsten Bahnen sind keine von größerer Bedeutung hinzugekommen. Auch der an sich vorzügliche Hafen von Tanga, das der Ausgangspunkt der über das Usambara- und das Kilimanbscharo-Gebiet nach Aruscha am Meru vorstoßenden Nordbahn ist und darum das Ausfalltor für den besonders dicht besiedelten Teil des Mandats an der Kenya-Grenze, ist von den Engländern nicht ausgebaut worden. Dagegen haben sie den Hafen von Mombasa, den Ausfuhrhafen ihrer Kenya- Kolonie, in großzügigster und moderner Weise umgestaltet. Und da eine Abzweigung der Nordbahn vorhanden ist, die mit der von Mombasa ausgehenden Uganda-Bahn in Voi zusammentrifft, geht fast die gesamte Ausfuhr des Hinterlandes von Tanga — über Mombasa. Die für die Deutschen auf dem Oldeani besonders wichtige Wetterführung der Nordbahn über Aruscha hinaus scheint nicht geplant zu sein, und wenn man sieht, auf welchen Straßen der Oldeani-Kaffee über eine Strecke von etwa 150 Kilometer nach Aruscha gefahren werden muß, bekommt man einen Begriff von der Hochwertigkeit dieses Erzeugnisses, das solche Transportspesen aushält und doch noch auf dem Weltmarkt konkurrenzfähig bleibt. Allerdings kostete in der Zeit vor der Krise guter Kaffeeboden auch 50 Pfund pro Hektar, während Palmen- oder Sisal- Baden für 15 Pfund pro Hektar zu haben war. Mit Auto st raßen bzw. leidlich fahrbaren Wegen ist das Land gut versehen worden. Dabei ist jedoch zu bedenken, daß die furchtbaren tropischen Regen die Straßen fast in jeher Regenzeit einmal aufs gründlichste aufweichen oder gar wegschwemmen, so daß die Sperrung von einer großen Anzahl von Straßen während der Regenzelt im Mandat gang und gäbe ist. Die Straßen sind allerdings, soweit der Verfasser sie von einer Autosafari über 2300 Kilometer kennt, nur das, was man in Deutschland Feldwege nennen würde, die bei gutem Untergrund streckenweise jedoch immerhin Geschwindigkeiten von 30 Meilen pro Stunde gestatten. Die einzige wirkliche Kunststraße, die er antraf, war die von Mombo hinauf ins Westusambara-Gebirge, die noch aus deutscher Zeit stammt. — Besonder» günstig lautet der Bericht über das letzte Finanzjahr 193 5, das mit 223 000 Pfund Ueberschuß abschließt, während der Voranschlag ein Defizit von 90 000 Pfund vorsah. Als Gründe für das ganz plötzliche Ansteigen des Landes aus der Krise werden angegeben neben den steigen» den Weltmarktpreisen günstige Regen und das Ausbleiben der Heuschrecken, — die Sorge vor den letzteren ist auch eine typisch afrikanische, zumal man dieser Plage noch immer machtlos gegen» übersteht. Oie Beisetzung des Admirals Betzncke L ü b e if, 43. Jan. (DNB.) Freitag mittag wurde tu Lübeck der ehemalige Chef der Mar!neleitung Admiral B e h n ck e zur letzten Ruhe geleitet. In der Marienkirche war die sterbliche Hülle des Admirals aufgebahrt. Die Kriegsflagge deckte den Sarg, auf dem Degen und Dreispitz des Toten lagen. Vier Offiziere vom Panzerschiff „Admiral Scheer" hielten die Ehrenwache. In Vertretung des Reichskriegsministers war der Kommandeur des 10. Wehrkreises, General der Kavallerie Knochen- Hauer, und in Vertretung des kommandierenden Admirals der Marinestation der Ostsee Vizeadmiral Feige anwesend. Superintendent I r tn e r (Berlin) zeichnete das Lebensbild des Verstorbenen. Sodann wurde der Sarg aus der Kirche getragen und auf die Lafette gefetzt. Unter Trommelwirbel setzte sich die Trauerparade in Bewegung, die von dem Kommandeur der 30. Division Generalmajor von S t ü l p n a g e t angeführt wurde. Auf dem Friedhof legte der Stellvertreter des Führers den Kranz de» Führers nieder. Der Oberbefehlshaber der Kriegsmarine Generaladmiral R a e d e r entbot dem Verstorbenen den Abschiedsgruß der Kriegsmarine. Als Ehef der Marineleitung hat er die gesunde Grundlage geschaffen, auf der seine Nachfolger aufbauen konnten. Sein Wirken wird allezeit ein Markstein in der Geschichte der Krieg», marine sein. Wir danken ihm und geloben ihm an seinem Grabe, daß wir sein Werk in seinem Sinne fortsetzen werden. Sodann widmete der j a p a - nische Botschafter dem Toten einen Herz, lichen Nachruf. Als Präsident der Deutsch-Japanischen Gesellschaft habe sich Admiral Behnke große Verdienste um die Annäherung der beiden Nationen erworben. Gauleiter Bohle nahm im Namen aller Ausländsdeutschen von dem Verstorbenen Abschied, der sehr viel für die Wiederherstellung des deutschen Ansehens In der Welt getan habe. Eine Kompanie der Marineunteroffiziers-Lehrabteilung Friedrichsort schoß den Ehrensalut. Oie beiden geretteten Bergsteiger Geschichten aus aller Welt. der arme Mann auf und hielt sich mehrere genau betrachtend, immer in de verlorenen Sohn wiederzufind lich vergaß Chevket diese Angelegenheit gänzlich. en. Nach einigen Tage in dem angegebenen Stadtviertel auf, Tag ' aber niemand meldete sich auf sein Angebot. Viel, und Nacht durch die Straßen eilend, jeden Bettler j leicht hatte ein Mann die „schicksalsschwere" Streich, genau betrachtend, immer in der Hoffnung, seinen । bolzschachtsl gekauft, oder eine alte Frau. Schließ. Der Führer empfing auf dem Berghof Ober, salzberg eine Abordnung der Rettungsexpedition, die unter Einsatz ihres Lebens an der Watzmann-Ostwand die beiden Bergsteiger Frey gerettet hat. Die Abordnung bestand aus den Mitgliedern der Deutschen Bergwacht Siebenwurst, Kurz und Smaderer, dem Leiter der Rettungsstelle Berchtesgaden des deutschen und österreichischen Alpenvereins A s ch a u e r, Hauptmann Soltmann von der Aufklärungsabteilung 7 im Tagen gab er seine Hoffnung auf. Jugend jemand hatte ihn offensichtlich mit Absicht irregeführt. Vor kurzem wurde der Gastwirt telephonisch angerufen. Eine unbekannte Stimme erklärte, es lägen genaue Angaben über den jetzigen Aufenthaltsort des Sohnes vor. Am nächsten Tage erhielt der Gastwirt einen Brief, in dem ihm mitgeteilt wurde, er erhalte die gewünschte Auskunft, wenn er zweitausend Lire an einem bestimmten Orte hinterlege, Bis er eines Tages einen Brief von einem ihm unbekannten Fräulein Müzzeyen aus der Gemeinde Tscharfchamba erhielt. Fräulein Müzzeyen hatte die Streichholzschachtel gekauft und da ihr der Gedanke Chevkets, sich auf diese Weise eine Frau zu suchen, außerordentlich gefiel, meldete sie sich bei dem Schreiber dieses Zettels. Sie schrieb von sich, daß sie die Tochter wohlhabender Eltern sei, daß es ihr an Schönheit nicht mangele, auch mit dem Alter, das gehe in Ordnung, Lichtbilder wurden ausge. Führerstab der Deutschen Bergwacht und Oberleutnant Raithel vom Gebirgsjägerregiment 100. Der Führer dankte den Männern der Rettungsexpedition für ihre hervorragende Tat und gab seiner Freude und seinem Stolz Ausdruck, daß die deutsche Nation Männer besitze, deren Mut und Tatkraft sie zu solchen bewunderungswürdigen alpinen Leistungen befähigen. Der Führer ersuchte die Abordnung, seinen Dank allen Beteiligten zu übermitteln. ^.Steinhäger- Urquell | ■ . _____________________________________I_______________________________________ zurückgeschickt. Dort wurde Jlija wegen schwerer Unregelmäßigkeit im Dienst verhaftet. Schon sah er sich zu einer schweren Strafe verdonnert. Doch der Magistrat von Pernik hatte ein Einsehen und man gab dem verliebten Polizisten eine dreijährige Bewährungsfrist. Nun lebt das junge Paar fried, lich in Pernik, froh, daß das Erwachen aus dem Flitterwochentraum im Tal der Rosen so gnädig ausgefallen ist, Streichholzschachtel als Heiratsvermittler. (sy) Istanbul. In der staatlichen Streichholzfabrik in Büyükdere in der Türkei arbeitete der junge Chevket als Packer. Tausende von Streichholzschachteln gingen täglich durch seine Hände, die von ihm zu Paketen verpackt in das schöne Land Atatürks geschickt wurden. Der junge Chevket stellte sich oft vor, welchen Weg wohl die pon ihm verpackten Streichhölzer nehmen, wer sie tn die Hand nimmt, wer damit das Herdfeuer oder eine Zigarette anzündet Chevket war noch unverehelicht. Und da war es denn nicht verwun. derlich, daß er mit feinen Gedanken die Streich- Hölzer begleitete bis in die Hand eines schönen Mädchens Da beschloß er eines Tages, auf einem neuen Wege zu einer Frau zu kommen, Auf einen kleinen Zettel schrieb er folgende Worte: „Wenn Sie in meinem Alter sind (ich bin 20 Jahre), dann btn ich bereit, Sie zu heiraten, Chevket". Diesen Zettel legte er in eine der vielen Streickholzschach, teln, die er täglich verpackte, in der Hoffnung, fte werde schon vom gütigen Schicksal geleitet, in die rechten Hände kommen Und nun wartete Chevket auf Antwort. Er wartete Tage, Wochen, Monate, des Briefes antworteten jedoch lakonisch, daß sie sich erst nach Erhalt des Geldes äußern könnten. Dieser Tage erhielten die Gastwirtsleute einen neuen Brief, in dem sie aufgefordert wurden, in einem Mauerloch in der Dia Appia 4000 Lire zu hinterlegen. Der Gastwirt verständigte die Polizei, die sich zur angegebenen Stunde in der Nähe de» Versteckes, wo ein Umschlag mit Papierschnitzeln lag, aufstellte. Niemand aber kam, um das Geld abzuholen. Aber kaum war die Polizei wieder abgezogen, als der Gastwirt abermals telephonisch angerufen wurde, doch hörte er nur ein schreckliches Gelächter. Noch immer versucht die Polizei, das Geheimnis des verschwundenen Sohnes zu lüften, ohne aber bisher zum Ziel gekommen zu fein. 60 Wecker als Einbruchssichernng. (ky) Budapest. Auf originelle Weise wußte der Besitzer eines Juwelen- und Uhrengeschäftes sein Geschäft gegen einen Einbruch zu sichern. Erschien da bei ihm ein Angestellter einer Versicherungsfirma, der feine Mittagspause in einem Park verbracht hatte. Dort hatte "er zufälligerweise da» höchst verdächtige Ge- spräch eines Mannes mit einer Frau belauschen können, die sich darüber unterhielten, wie man am besten in da» Juwelengeschäft in der Dohany-Gasse einbrechen könne. Noch in derselben Nacht sollte der Einbruch ausgeführt werden. Der Versicherungsbeamte eilte sofort zu dem Besitzer des Geschäfte» und machte ihm von dem Gehörten Mitteilung. Der Besitzer eilte sofort in großer Aufregung auf di» Polizei, wo man ihm versprach, in der kommenden Nacht besonders gut auf sein Geschäft aufpassen zu lassen. Der Juwelier wollte sich jedoch nicht allein auf die Wachsamkeit einiger Polizisten verlassen, sondern dachte sich noch — da er über keine automatische Einbruchsstcherung in seinem Laden verfügte —. ein ganz geniales Mittel zur Vertret- bung der Einbrecher aus. Er zog sämtliche Wecker- uhren, die er in feinem Laden fyatte, etwa 60 an der Zahl, auf und stellte die Weckapparatur eine» jeden Weckers ein. Dabei ging er so vor, daß bi» Wecker in einem jeweiligen Abstand von 10 Minuten zu rasseln begannen. Um Mitternacht begann der erste Wecker, und morgens um sechs Uhr beendete der letzte Wecker sein Konzert. Das Mittel bewährte sich, denn kein Einbrecher hatte sich gezeigt. Der Juwelier ging ganz richtig von dem Gedanken aus, daß die Einbrecher vor dem Geräusch der Wecker erschrecken würden in der Annahme, die Leitung einer elektrischen Alarmklingel berührt zu haben. Doch hat sich der Juwelier entschlossen, in Zukunft eine automatische Einbruchs- ficherung in sein Geschäft einbauen zu lassen, da das Aufziehen von 60 Weckern jeden Abend doch zumindest recht umständlich ift Hie verunglückte Hochzeitsreise. (pk) Sofia. Der 25jährige bulgarische Polizist Jlija Georgiesf aus Pernik hatte sich mit der 22jährigen Aneta Angelova verheiratet. Beide träumten davon, eine schöne Hochzeitsreise in das berühmte Tal der Rosen zu machen, doch reichte das kärgliche Gehalt Jlijas für so hochtrabende Pläne nicht aus, Nach langem Ueberlegen kam Jlija auf einen genialen Gedanken. Er fertigte zwei Reisebefehle aus, einen für sich als Gefangenenaufseher und einen für seine Frau als Strafgefangene, die er nach dem schönen Kurort Karlovo zu bringen habe. Gesagt, getan. Die beiden Jungvermählten bestiegen den Zug. Leider aber bestieg kurz vor Karlovo ein Kontrolleur den Zug, dem das sonderbare Paar auffiel. Denn der junge Polizist verhielt sich feiner „Strafgefangenen" gegenüber durchaus nicht so, wie es einem Hüter der Gesetze zukommt. Der Bahnbeamte nahm die Personalien der beiden auf, und in Karlovo eilte er sofort auf die Bahnhofs« wache, wo natürlich niemand etwas von einem Gefangenentransport wußte. So kam nun alles heraus, und die beiden wurden sofort nach Pernik und sie heiraten. Den eigenen Tod geträumt. (ep) Bukarest. Der- Bauer Alexander Saban aus Groß-Gruben in Rumänien hatte kürzlich einen schrecklichen Traum. Es träumte ihm nämlich, er sei bei lebendigem Leibe begraben worden. Am nächsten Morgen erzählte er seiner Frau von seinem Traum, die darob schrecklich erschrak. Sie bat ihren Mann, er möge sich doch in acht nehmen. Auf keinen Fall aber solle er fein schon lang geplantes Vorhaben ausführen, nämlich aus einer in der Nähe der Gemeinde gelegenen Sandgrube Sand abzufahren. Saban kümmerte sich jedoch nicht um die Bitte seiner Frau, sondern begab sich mit seinem Wagen zur Sandgrube. Als er mit dem Sandgraben beschäftigt war, stürzte plötzlich die Wand der Sand- gruoe, unter der Saban stand, ein und begrub den Bauern unter sich. Als Saban nicht nach Haus« kam, begann seine Frau sich zu ängstigen. Sie lief in die Sandgrube, wo sie zwar den Wagen ihre» Mannes antraf, ihren Mann aber nicht entdecken konnte. Die eingestürzte Sandwand ließ sie aber ahnen, daß ein Unglück geschehen war. Sie holte im Dorfe Hilfe. Man konnte Saban auch ausgraben, jedoch war er inzwischen schon erstickt. So hatte sich sein Traum in furchtbarer Weise erfüllt. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Erinnerung an Lincoln. (th) San Franzisko. Vor ein paar Wochen ist auf den berühmten und berüchtigten Seal-Felsen von San Franzisko der javanische Leichter „Ohio" gestrandet. Die Ladung, die „Ohio" an Bord hatte, war die Fahrt schon wert. Doch auch das Schiff ist recht stark gebaut und hat durch die ein wenig heftigen Stürme ver- hältnismäßig wenig Schaden genommen. Man trägt sich also ernsthaft mit der Absicht, die „Ohio" aus dem Felsen- und Wasserbad zu befreien. Doch sind derartige Versuche keineswegs leicht. Selbst mit den modernsten Hebewerkzeugen wäre eine solche Befreiung des Schiffes mit einem erheblichen Risiko verbunden — ganz abgesehen davon, daß man dort, wo die „Ohio" liegt, mit jenen Werkzeugen nicht herankam. Man wird nun dem Schiff mit einer Erfindung zu Leibe gehen, die von niemandem anders stammt als oon Abraham Lincoln, dem großen Präsidenten. Denn ehe Lincoln Polittker wurde, war er Bootsmann und half manchem Schiff aus gefährlicher Lage. Damals entdeckte er ein Verfahren, um mit Hilfe von Schwimmkörpern ein Wrack an die Wasseroberfläche zu heben. Ein Patentanwalt In San Franzisko, Arthur L. Slee, hat in alten Akten jenes Patent ausgegraben, das auf den Namen eines „gewissen Abraham Lincoln aus Springfield im Lande Sangamon im Staate Illinois' ausgestellt ist. Schon geht man daran, den Rumpf des Leichters „Ohio" oon allem unnützen Beiwerk zu befreien, die gesamte Ladung zu bergen, um dann den ganz leicht gewordenen Rumpf mit Hilfe jener guten Idee an die Wasseroberfläche zurückzubringen, die einst Abraham Lincoln ausarbeitete, als er noch nicht davon träumte, einer der bedeutendsten Männer Amerikas zu werden. Lulu und Toto sind tot. (z) Paris. Ön der Pariser Staatsbücherei (Bibljothfcque Nationale) sah man in den letzten Tagen betrübte Gesichter und flüsternde Unterhaltungen zwischen den Beamten und den regelmäßigen Benutzern der hier aufgespeicherten Weisheits-Schätze: Uulu und Toto waren urplötzlich verschwunden, und erst nach zweitägigem Suchen fand man sie beide hoch oben un- term Dach auf dem Boden in einem Raum, wo beschädigte Inkunabeln aufbewahrt werden, tot vor. Sie, die zwölf Jahre lang Leid und Freud miteinander geteilt haben und gleichsam zum Stammpersonal der Bücherei gehörten, müssen zu ein und derselben Stunde ins Paradies der Vierbeiner hinübergegangen sein — denn Lulu und Totn waren ^wei Katzen. Lulu. die vor 15 Jahren in den Räumen der Bücherei von irgendwoher auftauchte, und Toto, die sich brei Jahre später mit unbekannter Herkunft emfteüte. haben die Staatsbücherei während dieser Zeit fleißig von Ratten und Mäusen reingehatten, die ja nicht davor zurückscheuen, selbst die ältesten und wertvollsten Manuskripte anzunagen. Als kleine Kätzchen kamen sie an, die allerdings auch noch recht Ipielbebürftig waren, weshalb man in dem ihnen bereitgestellten Körbchen jeden Tag nachleben mußte, ob sie nicht etwa wieder — wie es wiederholt der Fall mar’ — mit einem Erstdruck aus dem 16. Jahrhundert ober einer kostbaren Klolterhand- schrlft gespielt hatten. Mit zunehmendem Alter jedoch und wachsender Weisheit entsagten sie diesem Spiel, gingen nachts auf die Jagd und letzten sich gelegentlich am Tage einem in seine Lektüre versunkenen Gelehrten auf die Schütter und sahen mit ihm ernsthaft in die Bücher vergangener Jahrhunderte hinein. Zu ihrem Begräbnis, das im Garten der Bücherei stattsand, haben die regelmäßigen Leser und Besucher für einen schönen Blumenstrauß gesammelt .. Tanz in der Gletscherspalte. (ky) Lugano. Ein eigenartiger Fall von Lebensrettung er. eignete sich dieser Tage auf dem Medelser Gletscher, Der junge Angelo Soldati war mit fünf Freunden auf Den Gletscher gestiegen, den er von früheren Touren gut kannte. Alle Teilnehmer der Gletscher- befteigung waren gut angeseilt. Endlich teilte sich die Gruppe und Soldati stieg mit einem Freund getrennt weiter. Plötzlich versank er in einer Gletscherspalte. In einer Tiefe von 22 Meter konnte er jedoch einen Vorsprung erfassen und so Halt finden. Bald stellte sich heraus, daß sein Freund nicht stark genug mar, um ihn herauszuziehen. Der Freund machte sich also sofort auf, um eine Rettungsmannschaft zu alarmieren. Noch in der Nacht brachen die Retter auf, doch mußte Soldati zwölf Stunden in der Gletscherspalte aushalten, ehe es gelang, ihn herauszuholen. Es war ein Wunder, daß er nicht erfroren war. Er selber gab dafür folgende Erklärung ab: Er hatte die ganze Zeit Tanzmelodien gepfiffen und auf dem ihm zur Verfügung stehenden kleinen Platz nach dieser „Musik" getanzt. So hatte er sich selber die ganze Zeit in Bewegung gehalten, da er, wenn er sich nieder- gesetzt hätte, unweigerlich erfroren wäre. Maltesermarken — sehr begehrt. (n) Genua. Auf dem internationalen Briefmarkenmarkt jagt man zur Zeit mit besonderem Eifer jenen Marken nach, die auf Malta in der Zett zwischen 1860 und 1875 herausgegeben wurden. Man bezahlt bis zu 10 Pfund Sterling für derartige Marken. Bei den Nachforschungen nach jenen Marken stieß ein Sammler auf einen eigenartigen Vorgang, der die Seltenheit erklärt. Die Malteser liebten über alle Maßen schönes Feuerwerk. Um die Raketen recht schön bunt zu gestalten, klebte man alte Briefmarken auf die Raketen. So kam es, daß Werte, die heute mit englischen Pfundstücken ausgewogen werden, damals mit ein paar Gramm Pulver in die Luft aufgeschossen wurden. Rätselhaftes Verschwinden. (ep.) Rom. Vor etwa zehn Monaten verließ der Sohn eines bekannten römischen Gastwirtes das elterliche Haus, um in der Stadt einige Besorgungen 3U erledigen, und kehrte nicht mehr nach Hause zurück. Jetzt erhielt der Gastwirt einen anonymen Brief, in dem ein Unbekannter ihm mitteilte, man habe feinen Sohn in herabgekommenem Zustande in der Gegend der Porta Pinciana in Rom gesehen. Sofort machte Die bedauernswerten Eltern forderten in einem an ... die angegebene Anschrift gerichteten Brief nur ein j tauscht, und bald konnte er berichten, daß er glücklich Lebenszeichen von ihrem Sohne, eine kurze Zeile, ; verlobt sei. Nur gesehen hat Chevket seine Braut nur ein paar Worte. Die geheimnisvollen Urheber j noch nicht. Er wartet nun ungeduldig auf seinen ....... 1 ' " Urlaub, denn bann wird er zu seiner Braut fahren Die beiden Vettern Frey aus München, die sich in der Ostwand des Watzmann verstiegen hatten und infolge der schlechten Wetterlage nicht mehr die Kraft hatten, den Gipfel zu erreichen. Unter größten Mühen gelang es, die beiden Bergsteiger zu retten. — (Scherl-M.) W; V Statt besonderer Anzeige, Prof. L. Storck, Studienrat i R. Gießen, den 9. Januar 1937. Herr Waldemar Denninghoff 128 D im Alter von 57 Jahren. Gießen, den 9. Januar 1937. 175 D 142 D Der Vorstand 159 D 190 D Gießen, den 9. Januar 1937. Auf Wunsch des Entschlafenen fand die Einäscherung in der Stille statt. 143 D Ohne Gewähr Nachdruck verboten 1. Ziehungstag 8. Januar 1937 144 D 108310 108981 194 D 73578 152D 103517 76038 327381 112131 153671 384362 24410 145477 280919 349916 11284 144332 171997 203632 214734 252322 287804 319514 343350 371450 67151 102984 133578 151796 178256 190393 220987 244399 252626 281794 324400 345314 376499 398485 107115 148900 173936 203751 239729 253090 291399 325236 349079 375261. 141923 153876 182829 198572 230824 246774 267540 299713 332923 365325 380788 159821 184279 208177 248046 263381 305501 328522 367532 393258 143305 161691 183906 204937 235680 249154 267656 308277 333478 369019 380958 119019 147936 168033 186455 214973 236619 250933 268586 313138 335879 374712 387055 106307 139059 169339 188228 208592 251828 285470 314408 338440 367959 90709 128138 149561 174564 187095 219986 243452 252440 280011 315374 339187 375286 392946 228532 383683 151641 263812 150841 179456 206652 247696 255253 299530 326190 356864 382423 Im Namen der trauernden Hinterbliebenen Maria Kröck, geb. Reuschling. Einspaltige Kleinanzeigen werden rum er. mäßigten Grund, preis von 5 pf. für die Millimeter, rette veröffentlicht Vornehm / Geschmackvoll/ Persönlich/ Diese drei wesentlichen Eigenschaften der gediegenen Familien- Drucksache Dletet Ihnen in zahlreichen neuzeitlichen Ausführungen sowie Papieren billigst die BrUhl’sche Druckerei Schulstr. 7, Ruf 2251 milllMmilllllllllllllllll Wir beklagen tief erschüttert den Heimgang unseres lieben Alterskameraden und Vorstandsmitgliedes Waldemar Denninghoff dem wir stets ein ehrendes Andenken bewahren werden. Heuchelheim, Hainstatt, Gießen, Frankfurt, den 8. Januar 1937. Gießener Brauhaus und Spiritusfabrik A. & W. Denninghoff Kommanditgesellschaft Im Namen der Hinterbliebenen: Caroline Denninghoff, geb. Möhl 2 Gewinne zu 50000 RM. 2 Gewinne zu 5000 RM. 2 Gewinne zu 3000 RM. ®e®inne zu 2000 NM. 353844 An den Folgen einer Operation, von der er nach langem Leiden Heilung erhoffte, starb am Mittwoch, dem 6. Januar 1937, mein lieber Mann, unser treusorgender’ Vater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel 21uf jede gezogene Nummer sind zwei gleich Hove Gewinne gefallen, und zwar je einer cuf die Lose gleicher Nummer in den beiden ________ Abteilungen I und II Kleine Anzeigen richten sich an die Bevölkerung der engeren Heimat! Darum: Kleinanzeigen in dieHei- malzeitung, den Gießener Anzeiger Danksagung. Für die freundlichen Beweise aufrichtiger Teil nähme allen herzlichen Dank Gewinnauszug 4. Klasse 48. Preußisch-Süddeutsche (274. Preutz.) Klassen-Lotterie 216200 252181 393440 Die Einäscherung fand auf Wunsch des Entschlafenen in der Stille statt Es wird gebeten, von Beileidsbesuchen absehen zu wollen. Die Gefolgschaft der Firma Gießener Brauhaus und Spiritusfabrik A. & W. Denninghoff K. G Familien Menges und Luh Großen-Linden, den 9. Januar 1937 Wir werden ihm jederzeit ein ehrendes Andenken bewahren. im 78. Lebensjahr. Nachruf An den Folgen einer Operation ist am 6. Januar 1937 der Mitinhaber und kauf- manmsche Leiter der Firma Gießener Brauhaus und Spiritusfabrik A. & W. Denning- nort n. ( t. in ( TIPr?An ® An den Folgen einer Operation, von der er nach langem Leiden Heilung erhoffte, starb am 6. Januar 1937 der Mitinhaber unserer Firma Zweijährige Handelsklasse für Schulentlassene mit 8jähr. Schulbildung. Ziel: Mittlere Reife(früherEinjähr.-Examen genannt). Für Mädchen auch Kochen u. Nähen. Schulgeld RM.17.-,keineNebengebühren Ein-u. halbjährige Handelsfachklasse Schulgeld RM. 19.- keine Nebengebühren. Abendkurse für Berufstätige in Maschinenschreiben, Stenographie und allen Handels- fächem. Für die vielen Beweise inniger Teilnahme bei dem Hin- scheiden unseres lieben Entschlafenen, für die zahlreichen Kranzspenden, die trostreichen Worte des Herrn Pfarrer Schultheis, dem Kriegerverein für die große Ehrung, der Trauerkapelle, die den letzten Altveteran zur ewigen Ruhe geleitet, sagen wir auf diesem Wege unseren herzlichen Dank Gestern abend verschied nach langem Leiden mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwiegervater, Grohvater, Urgroßvater, Bruder, Schwager und Onkel Die Beerdigung findet Sonntag, den 10. Januar, nachmittags 2 Uhr, vom Trauer- hause, Brauhausstraße 15, aus statt. 6 Gewinne zu 1000 RM. 1C 26 ©etointte zu 800 RM. 152497 161436 183100 322021 347992 360939 54 Gewinne zu 500 RM Von der Reise zurück! Dr. Schäffer Fernsprecher 2606 JohannesstraOe 15 p. links Sprechstunden: Werktags 8-9 und 2-3 Uhr Anmeldungen für das neue Schuljahr und Auskünfte in Gießen jederzeit im Schulgebäude Goethestraße Nr. 32, Telephon 2486. 96a 57897 275675 24539 169469 319916 6399 Danksagung. Für die uns beim Heimgang unseres hebenEntschiafenen entgegengebrachte Teilnahme sowie lür die trostreichen Wpi te des Herrn Dekan Sattler sprechen wir hiermit unseren innigsten Dank aus. Wilhelm Fachs und Angehörige. Wieseck, den 9. Januar 1937. — — — denn ich wurde bei Ubrrnacbermeister W. Trebbe Gleisen Marktstrake 22 wie schon so \ ie- le meiner Kollegen wieder ganz gesund. verschieden. Wir verlieren m dem Entschlafenen den zielbewußten und jederzeit hilfsbereiten Förderer, dessen stetes Schaffen einzig und allein dem Wohle des Unternehmens und seiner Gefolgschaft galt. Herr Brauereibesitzer Waldemar Denninghoff Betr.: Bebauungsplan für das Gebiet zwischen Ludwigstraße, Ludwigsplatz, Alter Friedhof und der Eisenbahn Gießen—Gelnhausen- hrer: Aenderung der Straßen- und Baufluchtlinie zwischen Schiffenberger Weg und Heeg- Elche zwischen Meer und Memel von Marlin Kakies Onsgcfamt 12° Seiten mit 82 hervorragenden Naturaufnahmen des Verfassers auf 56 Kunstdrucktafeln. . Sn Leinen gebunden RM. 3,60. AUS dem Inhalt: Parade int Frühling - Ein Elchkalb torkelt !"S LEben-Irn Sommerglühen-Elk, der Schaufler vom Meer - c. Pt* ®e,r Kapitalschaufler von Helenawerder — Der Starke und der Dolchendige-Auf der Hochdüne-Elche im Schnee. o Jeinrer Reimet bekannt als ein ausgezeichneter o ‘ tßeben Iang b" er dieses urwüchsige Tier der hei- xUI derNehrung und im nördlichen Te" ber Memelmederung beobachtet und bietet nun aus seiner ^Qn^rf ^en 2'ch'bildsarnmlung die schönsten Ergebnisse feiner Elk^^^^^merajagdin einer überraschenden Fülle und ulnlfrx r er aber nicht nur einer unserer besten Natur. T' J1"- ledern auch em außergewöhnlich begabter Schrift. ®rIesbniffe fpannenö und unte-haltsam zu bertch. ten weiß, wird die Freude am Besch dieses schönen Buches verdoppeln. Alle Jäger und Freunde der Natur »Nüssen dieses schöne Elchbuch besitzen. Bestellungen nehmen alle Buchhandlungen und der Verlag entgegen. Hugo Bermühler Verlag, Berlin-W"' Bekanntmachung. Durch Verfügung des Herrn Reichsstatthalters in Hessen — Landesregierung Abtlg. IX (Bauverwaltung) — vom 2.10.1936 Nr. IX/23245 ist die von mir beantragte Aenderung und Aufhebung von Fluchtlinien in der Straße zwischen dem Schiffen- berger Weg und dem Heegstrauchsweg genehmigt worden. Der abgeänderte Bebaungsplan kann wäh- rend der Dienststunden bei dem Städtischen Hoch- unb Tiefbauamt, Asterweg 9, eingesehen werden. Gießen, den 4. Januar 1937. 149C Der Oberbürgermeister. I. V.: Pr. H a m m. 132996 335949 337663 n™1£„®e“linne »u 800 RM. _____ 272J7L 284430 291216 301390 44 Gewinne zu 500 RM 118R4 35837 53901 65264 83742 114570 120768 WA 1*686 2344to° 24207028 283434 301780 313993 331542 400 RM 6116 6353 1056C 10S380 107116 110248 118683132086 " 160996 186978 208297 251125 272927 314142 329045 360189 Herr Brauereibesitzer Waldemar Denninghoff im Alter von 57 Jahren. Während drei Jahrzehnten hat der Entschlafene seine ganze Kraft in den Dienst unseres Unternehmens gestellt und demselben Ziel und Richtung gegeben. Seine hervorragenden Charaktereigenschaften und sein offenes Wesen verschafften ihm die Achtung all derer, die in gemeinsamer Arbeit mit ihm verbunden waren. In unauslöschlicher Dankbarkeit werden wir dem Verstorbenen ein bleibendes und ehrendes Andenken bewahren. 70041 75129 07343 im85 ^80?2 ^37273^1429?? J76909 197304 201373 212654 260655 273025 3577JI M Ä W 330537 34135< "°°-H'553 ^492^18^5^5 58971 67174 69821 70792 75569 88679 ----- 103753 1"""" " - 138336 152816 181823 191404 230696 246130 260695 299670 327057 351841 379294 399237 3n der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 300 RM. gezogen 206395 85815 231532 9116 143516 117173 370635 44063 105099 DeuischesRolesKreliz Alicefrauenverein. Anfang Februar beginnt ein neuer samflriWfyüiör^oaena.mööHien (£§ tönneu noch Meldungen angenommen werden. - Auskunft erteilt Frau E. Giese, 8ubroigftr. 6, Dienstag und Freitag zwischen 10 und 12 Uhr. 169D Brillen . — - ... von RM. 3.40 an bei Fachoptiker 193A Biedenkopf Kassenlieferant GIESSEN Schulstraße 5 3n der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 300 RM. gezogen 2 Gewinne zu 100000 NM. 221761 4 Gewinne zu 5000 NM ----- ~ 4 Gewinne zu 3000 RM. 2 Gewinne zu 2000 RM. , 'Mo w. Vogtsche Privat-Handelsschule Gießen, Goethestr. 32 Nr. 7 Dritter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Samstag, 9.Zanuar(937 Aus der Provinzialhauptstadt. 3n größeren Zusammenhängen. Von Kans Hartmann. Das Erlebnis der Jahreswende verklingt. Seine Einzelheiten verschwinden im Dämmer der Vergangenheit. Eines aber bleibt: das Gefühl, daß wir in größeren Zusammenhängen stehen und daß es gut ist, wenn wir zuweilen zwangsläufig auf sie gestoßen werden. Es ist wie bei einer Kette: da, wo die einzelnen Glieder „Zusammenstößen", entsteht ein Uebergang, ähnlich dem Uebergang vom einen Jahr zum anderen; da entsteht das Bewußtsein, daß kein Glied allein ist, sondern verknüpft mit vielen Gliedern. Das ist ja auch unser Neujahrserlebnis gewesen: wir hängen zusammen mit dem, was uns das letzte Jahr brachte, und dieses hängt wieder mit dem zusammen, was vorherging, und so fort bis in die Glieder der Kette, die in der Unendlichkeit oder Undeutlichkeit verschwimmen. Umgekehrt: was jetzt begann, das neue Jahr, hängt „nach vorne" zu fammen mit dem, was noch kommen wird und was uns jetzt unbekannt ist. Wir können diesen Gedanken vertiefen und uns dabei in das ewige Geschehen, das Auf und Ab, die Wellenbewegung des Lebens versenken, die Goethe mit der Systole und Diastole, dem Zusammenziehen und Wiederausweiten des Herzens verglich. Jetzt, am 10. Januar, vor hundertfünfzig Jahren, hat Goethe seine „Iphigenie" vollendet, eines seiner schönsten, aber verborgensten Werke; denn der Zugang erschließt sich nicht leicht. Es bedarf eines nach innen gerichteten Sinnes. Wer das vermag, wird viel von den großen Zusammenhängen des Lebens, von der Schicksalskette, in die wir eingekochten ffcib, darin erleben. Goethe stößt ganz von selbst aSs die Frage, wie wir eigentlich selbständig leben, selbständig Taten tun, selbständig das Werk der Väter fortsetzen können. Er läßt den Freund des Orestes, Pylades, ausdrücken, was aus der Handlung des Stückes herauswächst, aber uns zugleich als ewige Wahrheit ansprechen und weiterbringen soll: „Unendlich ist das Werk, das zu vollführen Die Serie dringt. Wir möchten jede Tat So groß gleich tun, als wie sie wächst und wird, Wenn Jahre lang durch Länder und Geschlechter Der Mund der Dichter sie vermehrend wälzt. Es klingt so schön, was unsre Väter taten. Wenn es im stillen Abendschatten ruhend Der Jüngling mit dem Ton der Harfe schlürft; Und was wir tun, ist, wie es ihnen war, Doll Mih' und eitel Stückwerk! So taufen mir nach dem, was vor uns flieht, Und achten nicht des Weges, den wir treten. Und sehen neben uns der Ahnherrn Tritte Und ihres Erdenlebens Spuren kaum. Wir eilen immer ihrem Schatten nach, Der göttergleich in einer weiten Ferne Der Berge Haupt auf goldnen Wolken krönt." Seherisch ist hier der größere Zusammenhang ausgesprochen, in dem wir stehen: von Urzeiten her, durch die Erbströme hindurch, grüßen uns die Ahnen und ihre Taten, mit denen wir verbunden sind. Kein Wunder, daß wir, die wir einem aufstrebenden Volke angehören, das wirken und bauen will, gerne an das Werk gehen. Und wenn wir nicht mit einem Wurf alles schaffen, sollen wir nicht ungeduldig werden, sondern an die „Väter" denken, die es auch schwer hatten, aber doch zum Ziel kamen. Dornotizen. Tageskalender für Samstag. Stadttheater: 20 Uhr „Charleys Tante" (NSG. ,Kraft durch Freude"). — Gloria-Palast, Seltersweg: „Das Hofkonzert"; 14.15 Uhr, Sondervorstellung: „Italien marschiert"; 23 Uhr, Nachtvorstellung: „Eine Frau vergißt nicht". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Port Arthur". Gießener Konzertverein. II. Orchester-Konzert. Unter der großen Reihe von Veranstaltungen, die der Konzertverein im Laufe der Jahre seinen Hörern geboten hat und die inLgesamt einen wichtigen Faktor für das Kulturleben unserer Stadt bedeuten, lassen sich dennoch nicht viele namhaft machen, die dem heutigen Höhepunkt völlig gleich kämen. Nicht allein, daß Georg Kulenkampff (Berlin) als Solist wirkte, sondern auch die Gaben des Orchesters waren in der Art ihrer Darbietungen einzigartig. Die glückliche Vereinigung von reifstem Musiker- tum und höchstem instrumentalen Können, die Georg Kulenkampff verkörpert, mußte ebenso wie im Vorjahre hellste Begeisterung und letzte Bewunderung erwecken. Ja, dieses Mal konnte sich seine Persönlichkeit noch intensiver und einheitlicher auswirken in dem Konzert von G l a s u n o f f. Es schien, als sei es der Charakter des Konzertes mit seinem Gegenüberstellen und dem gegenseitigen Sich-Anfeuern von Solo und Orchester erst das Element, das seine reichen Kräfte bis zum Letzten anzuregen und zu voller Geltung zu bringen vermag. Dieses gegenseitige Wetteifern der beiden Klangorgane prägt sich bei Glasunoff in einer äußersten Differenzierung der Klangfarben ebenso ab wie in den oftmals eruptiv herausbrechenden Temperamentsentladungen. Denn hier schwingt sich slawisches Volkstum mit seinen starken Kontrasten des Gefühlsablaufes aus. Die Leidenschaftlichkeit und der drängende Ausdruck des ersten Einsatzes der Sologeige mußte jeden von vornherein gefangen nehmen. Und je weiter der Solist in das Werk hineinführte, um so mehr mußte man die Tiefe seines Eindringens, die Größe seiner Fähigkeit im Nachschaffen bewundern. Und nicht nur das Werk als Ganzes erhielt hier seine letzte Kündung. Jede Einzelheit war hier bewußt nach jeder Möglichkeit hin durchdacht und in den Rahmen des Ganzen gestellt. Ob nun die mit schärfster Elastizität gespannten Passagen ober die weit ausladende Kantilene, stets leuchtete sein schöner warmer, runder Ton in nachgiebiger Modulation über dem Orchester. Fast mochte man die Kadenz am Schluß des Andante als den Gipfel geigerischer Offenbarung ansehen, wo Kulenkampff, ganz auf sich gestellt, Musikalisches und Technisches miteinander band, wo man Über die Leichtigkeit seines Bogens wie über tue Doppelgrifftrillerketten immer wieder staunen konnte, so schien das Finale mit seinen einleitenden Fanfarenklängen dennoch alles Vorausgegangene überbieten zu wollen. Wie hier das Thematische im Wechsellicht mit dem Orchester und den fast uner- Gießener Künstler- und Pressefest 1937. Bühnenkünstler, Maler, Bildhauer und preffe feiern gemeinsam. Schon einige Jahre liegen die bekannten und beliebten Bühnenbälle des Gießener Stadttheaters zurück. Dann kam eine Zeit, in der man recht zurückhaltend mit solchen Veranstaltungen war, und der Karneval blieb in Gießen mehr oder weniger Sache von Vereinen und kleinen Zirkeln, die sich nach außen abschlossen, Und dann hieß es: In Gießen ist nichts los! Die aufbaufreudige Soldaten- und Universitätsstadt will aber auch Frohsinn und echte Karnevalstimmung pflegen und aufkommen lassen und alles fördern, was dazu dient, im Rahmen der Fastnachtszeit den Alltagsmenschen umzukrempeln. Die Bühnenkünstler wollten, die oberhessischen Maler und Bildhauer wollten, und die Presse wollte auch. Sie schlossen sich zusammen, um gemeinsam ein F e st z u veranstal- t e n, das dem Schönen und Guten dient, allen die Last der Tagesarbeit erleichtert durch Frohsinn und heitere Laune. So entsteht das Gießener Künstler, und Pressefest, das am 2. Februar in sämtlichen Räumen des Gesellschaftsvereins (Klub) in der Sonncn- strahe in Gießen ftattfinden wird. Der Zweck dieser Veranstaltung erschöpft sich aber nicht allein in dem Zugeständnis an die Karnevalszeit. Hier sollen und wollen auch die Künstler das persönliche Verhältnis zur Bevölkerung gewinnen. Die Bühnenkünstler, die allabendlich im Rampenlicht vor vielen hundert Menschen stehen und Rollen und Charaktere spielen, wollen einmal ohne Schminke und Perücke unter ihrem Publikum weilen, so wie sie sind. Die Maler und Bildhauer wollen einmal mitten drin stehen im Kreise bekannter und unbekannter Menschen und neue Freunde gewinnen. Die Presse schließlich will um alle ein Band schlingen und die Verbindung Herstellen zwischen ihrer großen Lesergemeinde und dem Fest. Das Gießener Künstler- und Pressefest 1937 soll das Fest des Karnevals in Gießen fein, ein Beispiel für Gemeinschaftssinn und Gemeinschaftsarbeit. Jeder Teil der tragenden Kräfte wirkt hier mit, entsprechend seiner Eigenart und seinem Können. Die gesamte Künstlerschaft des Stadttheaters, das Ballett, das Orchester, Bühnenbildner, Beleuchter, überhaupt alle, die vor und hinter den Kulissen zu tun haben, stellen sich in den Dienst der Sache. Zwei Kapellen spielen ohne Pause alte und neue Tanz- weisen. Sämtliche Räume des Gesellschaftsoereins find der Eigenart des Festes entsprechend ausgeschmückt. Kunst und Frohsinn regieren die stunde! Die Künstler des Stadttheaters, die bildenden Künstler und die Presse laden alle zu ihrem Fest ein, die sich mit ihnen verbunden fühlen. Der Herr Oberbürgermeister der Stadt Gießen, P g. Ritter, hat den Ehrenvorsitz des F e st a u s s ch u s s e s übernommen. Der 2. Februar 1937 soll für Gießen ein besonderer Tag werden, der Ausdruck gemeinsamen Festfeierns und Freuens an allem, was die heitere Laune der Kunst uns bietet. Einzelheiten über Eintrittspreise, Vorverkauf usw. werden noch bekanntgegeben. Man erscheint entweder kostümiert ober in Abendkleidung. Vorschläge für Kostüme werden in einschlägigen Textilwarengeschäften gezeigt, weitere Mitteilung darüber in der Presse. Tageskalender für Sonntag. Stadttheater: 15 bis 17.15 Uhr „Prinzessin Allerliebst"; 19 bis 21.30 Uhr „Charleys Tante". — Gloria-Palast, Seltersweg: 11 Uhr, Sondervorstellung: „Italien marschiert"; „Das Hofkonzert".— Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Port Arthur". — Oberhessischer Kunstverein, Turmhaus am Brand: 11 bis 13 Uhr Ausstellung der Oelgemälde, Aquarelle und Zeichnungen von Prof. Otto Dill (Neustadt a. d. Weinstraße). — Gesellschaft Liebig- Museum: 11.30 Uhr außerordentliche Mitgliederversammlung im Hörsaal des Liebig-Museums, Vortrag von Prof. Dr. B e h a g h e l „Neues aus alten Akten, Briefen und Schriften des Liebig-Museums". — Ev. Stadtmission, Löberstraße 14: 15 und 20.15 Uhr Bibelkursus (Redner Missionsinspektor G utz k e, St. Chrischona). Stadtheater Gießen. Heute abend findet die 7. Vorstellung für den Theaterring der NS.-Kulturgemeinde statt. Es findet eine Wiederholung des großen Erfolges der Silvester-Aufführung, mit den tänzerischen und kabarettistischen Einlagen, von „Charleys Tante", Schwank von Br. Thomas, statt. Die Spielleitung führt der Intendant, der auch die neue Bearbeitung und die Gesangstexte geschaffen hat. Die Musik schrieb Richard Rährl. Kapellmeister Paul Walter hat die musikalische Gesamtleitung. Die Rolle der „Tante" spielt Heinrich Hub. Tänze: Irmgard Zenner. Anfang der Vorstellung 20 Uhr, Ende 22.30 Uhr. Freier Kartenverkauf zu Tagespreisen. Am Sonntagnachmittag findet, auf vielfachen Wunsch, die unwiderruflich letzte Wiederholung des Weihnachtsmärchens „Prinzessin Allerliebst" ober „Der wunbersame Regenschirm" von Friebrich Forster statt. Die Spielleitung bes Märchens hat Karl V o l ck. Kapellmeister Ernst Bräuer führt die musikalische Leitung. Die Rolle ber „Prinzessin Al- schöpslichen Möglichkeiten geigentechnischer Auswertung stänbig neue Klangbilder erleben ließ, das zwang allerhöchste Achtung vor dem Künstler ab, angesichts der fast verblüffenden Selboerständlichkeit, Sicherheit und Leichtigkeit der Ausführung und der musikalischen Tiefgründigkeit. Dieser beispiellose Erfolg war dadurch möglich, daß das Orchester die Schwierigkeiten der Begleitung voll Schlagfertigkeit und angeglichenem Mitgehen meisterte. Die Schumann - Symphonie war von aufblühender Frische erfüllt, von besonderer Wirkung war die Coda des Kopfsatzes mit ihrem lyrischen Verweilen. Im Larghetto lenkten die vollen Streicherklänge ebenso die Aufmerksamkeit auf sich, wie der thematische Anteil der Celli; besonders aber sei der weiche Klang der Posaunen beim Uebergang zum Scherzo erwähnt. Dem Scherzo gab Musizierfreude das Gepräge. Anmutig, sprühend, mit frohlockendem Jubel der Holzbläser, mit betonten Akzenten in der Durchführung und der großen Steigerung der Coda erwuchs das Finale. Sicherlich die schwerste Aufgabe für das Orchester bedeutete die symphonische Dichtung „Tod und Verklärung" von Richard Strauß. Der große Klangapparat verschmolz zu idealem Ausgleich bei satter Fülle des Klanggewoges. Ueberaus stark und eindrucksvoll waren die Akzente seelischer Kämpfe; voll Weihe die klangliche Verklärung des Schlusses. Die unheimliche brütende Sphäre des Einganges hatte Prof. Dr. Temes - vary ebenso eingefangen wie die Augenblicke des Triumphes. Er hatte hier ein erschütterndes Seelengemälde aufgerollt und über das Programmatische hinaus zu einem absoluten Musikerleben werden lassen. Dafür dankte das gut besuchte Haus mit aufrichtiger Herzlichkeit. Dr. H. Hering. Viertel vor acht. Von (Sorl Dietrich Carls. „Selbstverständlich repariere ich die Lichtleitung selbst", sagt Werkelmann mit einer Bestimmtheit, die jede weitere Einwendung überflüssig macht. „Ein richtiger Mann kann alles!" Stolz sieht er sich um im Kreise seiner Lieben. Grenzenloses Vertrauen strahlt ihm entgegen aus den Augen der vierjährigen Helga und der neunjährigen Annedora. Frau Werkelmann allerdings weicht seinem Blick aus. Zweifelt sie? Nem, um Himmelswillen nicht! Schon hat Werkelmanns sachverständiger Blick die Fehlerquelle entdeckt. Sogleich weiß er auch, wie die Kleinigkeit in Ordnung zu bringen ist. „Die Leiter, Liebling!", schallt seine Stimme männlich sicher durch den Raum. Wie merkwürdig lerliebst" spielt Charlotte Krause. Außerdem ist das gesamte Schauspiel-Personal beschäftigt. Die Einstudierung der Tänze und choreographische Leitung liegt in den Händen der Balettmeisterin Irmgard Z e n n er. Die Vorstellung beginnt um 15 Uhr und endet 17.15 Uhr. Außer Miete. — Am Abend findet eine Wiederholung des großen Erfolges der Silvester-Aufführung mit den tänzerischen und kabarettistischen Einlagen, von „Charleys Tante", Schwank von Br. Thomas, statt. Die Vorstellung findet außer Miete statt und beginnt um 19 Uhr, Ende 21.30 Uhr. Dienstag, 12. Januar, Anfang 20 Uhr, Ende 22.15 Uhr „Gyges und sein Ring", Trauerspiel von Friedrich Hebbel. Spielleitung: Wolfgang Kühne. Dienstag-Miete. 16. Vorstellung. Freitag, 15. Januar, Anfang 20 Uhr, Ende 23 Uhr Erstaufführung „Carmen" Oper von G. Bizet. Musikalische Leitung: Paul Walter. Spielleitung: Der Intendant. Freitag-Miete. 16. Vorstellung. Samstag, 16. Januar, Anfang 20 Uhr, Ende 22.30 Uhr Theaterring der NS.-Kulturgemeinde. „Charleys Tante" Schwank von Br. Thomas. Musikalische Leitung: Paul Walter. Spielleitung: Der Intendant. Freier Kartenverkauf zu Tagespreisen. Sonntag, 17. Januar, Anfang 11.30 Uhr, Ende 12.30 Uhr 9. Morgenveranstaltung. Einmalige Wiederholung der Uraufführung „Die weiße Fürstin" von Rainer Maria Rilke. Für Platzmieter ist der Eintritt frei. — Anfang 19 Uhr, Ende 22 Uhr „Prinzessin Nofretete" Operette von Nico Dostal. Musikalische Leitung Hans H. Hampel. Spielleitung: Paul W r e d e. Außer Miete. „2Uif 1000 PS in den Fasching". Die Ortsgruppe Gießen des DDAC. lädt im heutigen Anzeigenteil zu einem Koftümball am Samstag, 23. Januar, im Klub ein. Näheres in der Anzeige. laut Vati spricht, denkt Annedora. Sonst hat er doch eine so weiche Stimme, mit der er wundervoll Märchen erzählen kann. Aber das muß wohl so sein, wenn ein Vati arbeitet ... „Den Hammer, Annedora!", lautet Werkelmanns neue Weisung. Während der Blondkopf davonsaust, schleppt Frau Werkelmann die große Leiter herbei. Behende, wie ein Leichtmatrose, klettert Werkelmann hinauf. „Gib den Hammer herauf, Annedora!" Immer klarer und sicherer kommen die Anordnungen von seinen Lippen. Nur fällt dem Mädel die Ausführung etwas schwer. Den Hammer tragen, die Leiter ersteigen und sich dabei auch noch festhalten — das alles zusammen ist nicht ganz einfach. Nun, Frau Werkelmann springt ein und reicht den Hammer hinauf. „Was will Vati mit dem Hammer?" fragt ahnungslos die kleine Helga, die neugierig am Fuß der Leiter steht. Ein strafender Blick aus der Höhe läßt sie verstummen. Frau Werkelmann befördert sie fürsorglich in die geschützte Spielecke. Aber was ist geschehen? Nachdenklich schaut Werkelmann zuerst auf die Lampe, dann auf den Hammer, wägt ihn in der Hand und schweigt eine Weile. Dann glättet sich seine sorgenvolle Stirn wieder und von neuem ertönt die kommandogeschulte Stimme. „Den Schraubenzieher, bitte!" Frau Werkelmann holt eilig das verlangte Werkzeug. Daß Werkelmann kurz darauf der Hammer aus der Hand fällt und beinahe feiner Frau auf den Fuß, ist gewiß nicht feine Schuld. Das kann dem besten Handwerker passieren. „Messer, Gabel, Schere, Licht", läßt sich Helga vernehmen im Gespräch mit Putzi, ihrer Puppe. „Ruhe!", brüllt da Werkelmann gereizt. Aber gleich darauf sagt er auch: „Ach, Liebling, dreh doch mal eben den Hauptschalter aus!" Ja, kleine Töchter können unter Umständen selbst einen erfahrenen Mann auf ausgezeichnete Gedanken bringen. Werkelmanns Aelteste hat heute morgen viel nachzudenken. Warum mag Vati das Schwesterchen fo böse angeschaut und sogar angeschrien haben? Er ist doch sonst so nachgiebig gegen sie. Vielleicht kann er das Sprechen nicht vertragen, wenn er arbeitet? Sicher ist es so. Denn jetzt, da alle verschüchtert schweigen, schreitet seine Arbeit munter fort. Andächtig schaut Annedora zu ihm auf. Warnend legt Helga ihrem Putzi den Finger auf den Mund. Geduldig hält Frau Werkelmann die Leiter. „Das wäre geschafft", verkündet Werkelmann und steigt strahlend hernieder. „Bitte Liebling, den Hauptschalter andrehen!" Höchstselbst bemüht er sich Ortsgruppe Gießen-Süd. Mnlerhilsswerk des deutschen Volkes 1936/37. Am Montag, 11., Dienstag, 12., Mittwoch, 13. Januar, findet in der Ortsgruppe Gießen-Süd durch die NS.-Frauenfchaft die WHW.-Pfundsamm- lung statt. Es wird gebeten, die Lebensmittelspenden (Pfundpakete) zur Abholung bereitzuhalten. Hitler-Zugend Bann 116 Gießen. Betr.: Wochenendschulungen. 1. Wochenendschulung des Unterbau- n e s 11/116. Alle Führer (vom Kameradschaftsführer aufwärts) der Gefolgschaften 6, 7, 8, 9, 10 und 17 haben an der Schulung in Londorf teilzunehmen. Die Teilnehmer an der Schulung, die am 9.1.1937 20.15 Uhr beginnt, müssen 20 Uhr in Londorf eingetroffen sein. Sportzeug ist mitzubringen. 2. Wochenendschulung der Gefolgschaften 5, 13, 14 und 15. Alle Führer (vom Kameradschaftsführer aufwärts) der obengenannten Gefolgschaften haben an der Schulung in Wat- zenborn-Steinberg teilzunehmen. Die Teilnehmer an der Schulung, die am 9.1.1937, 20.15 Uhr beginnt, müssen 20 Uhr am HJ.-Heim angetreten sein. Sportzeug ist mitzubringen. Beide Schulungen sind am 10. 1. gegen 16 Uhr beendet. Vetr.: Schießlehrgang. Sonntag, 10.1., 9.15 Uhr, findet in Gießen der Schießlehrgang statt. Vetr.: HI.-Leislungsabzeichen. Samstag, 9.1., 20.15 Uhr, an det Banndienst- stelle findet die Abnahme des Gepäckmarsches für das Leistungsabzeichen statt. Die Jgg., die sich daran beteiligen wollen, müssen Tornister mitbringen. Velr.: Jugendsilmsiunde in Hungen. Die für Sonntag, 10.1., in Hungen vorgesehene Jugendfilmstunde fällt aus. Waldemar Denninghoff f. Nach langer Krankheit ist am Mittwoch der Mitinhaber des Gießener Brauhauses A. & W. Den- ninghosf, Brauereibesitzer Waldemar Den- ninghoff, im Alter von 57 Jahren verstorben. Mit ihm ist eine Persönlichkeit dahingegangen, die im Gießener Wirtschaftsleben als Mitinhaber und Leiter eines unserer bedeutendsten Unternehmen an hervorragender Stelle tätig war. Waldemar Denninghoff hatte sich ursprünglich dem Apothekerberuf gewidmet und war nach dem Abschluß seiner Studien einige Jahre als Apotheker tätig. Im Jahre 1907 gab er diesen Beruf auf und trat als Mitinhaber in die Leitung der Firma Denninghoff ein. Während des Krieges diente er von Anfang bis Kriegsende als Apotheker in einer Reihe von Lazaretten. Nach dem Kriege nahm er feine Mitarbeit in der Leitung der Brauerei Denninghoff wieder auf, an deren Ausbau er eifrig und ununterbrochen mitwirkte. Seinem zielbewußten Streben nach größter Leistungsfähigkeit des Unternehmens, seiner Tatfreudigkeit und seinem weiten Blick, in Gemeinschaft mit dem Wirken des anderen Mitinhabers der Firma, seines Bruders, war es vergönnt, den Betrieb der Brauerei in großzügiger und moderner Weise auszugestalten und ihm die hohe wirtschaftliche Bedeutung zu geben, die er im Wirtschaftsleben unserer Stadt Gießen und weit darüber hinaus einnimmt. Die Tätigkeit des Entschlafenen brachte aber nicht nur dem Unternehmen als solchem, sondern auch den darin beschäftigten Mitarbeitern den Nutzen einer gedeihlichen und ge- zum Schalter der Lampe. Der große Augenblick kommt. Werkelmann knipst das Licht an. Ein Auffackern — ein merkwürdiger Knacks — und dann nichts mehr! Die Lampe scheint nicht zu brennen „Hast du vielleicht doch irgend einen kleinen Fehler gemacht?" fragte nach einer Weile vorsichtig Frau Werkelmann. „Unsinn!" gewinnt Werkelmann die Sprache zurück, „das werden wir gleich haben!" Und schon schickt er sich an, erneut die Leiter zu erklimmen. „Es ist viertel vor acht. Du mußt gehen — sonst kommst du zu spät ins Büro ..," Liebevoll sagt es Frau Werkelmann und steht auch schon sorgend mit Hut und Mantel bereit. Ein hilflos dankbarer Blick streikt sie. Hastig schlüpft Werkelmann in den Mantel. Helga will ihren gewohnten Abschiedskuß im Empfang nehmen, er übersieht es in der Eile. Aber gefallen lassen muß er sich, daß Frau Werkelmann ihn mit einem herzhaften Kuß verabschiedet. Als er fort ist, geht sie ans Telephon. „Hallo! ... Hier bei Werkelmann ... Ach, bitte, kommen Sie doch gleich mal vorbei ... Wir haben Kurzschluß ..." Während sie den Hörer auflegt, erklingen aus dem Nebenzimmer die plappernden Worte der kleinen Helga: „Siehst du Putzi, Vatt kann alles". Und ein schallender Schmatz auf die Puppenbacken bekräftig! es. Vorsichtig sucht Frau Werkelmann den Blick ihrer Aeltesten, die immer noch unbeweglich unter der Lampe steht. Ihr leises kaum merkliches Lächeln läßt die Mutter ahnen, daß das Mädel plötzlich begreift, wie ernst so ein großer Mann auch beim Spielen manchmal genommen werden will. Wortlos wird in diesem Augenblick ein Bund der unendlichen Liebe für den guten Vatt geschlossen. Ja, Vati kann alles. Und eine ganz kleine Mutti ist noch schrecklich dumm. Wenn sie etwas arößer ist. wird sie langsam verständig. Und ist sie erst viel älter geworden, dann wird sie immer klüger und zuletzt weise. Das Festmahl mit den dicksten Kellnern. Ein Festessen, bei dem die zehn dicksten Männer, die nur aufzutreiben waren, bedienten, wurde von einer serbischen Gesellschaft in Kosovska Mitrovica als Schauspiel veranstaltet, um Geld für arme Kinder zu schaffen. Die Kellner wogen zusammen eins Tonne. Scharen von Menschen wohnten dem Mahl bei, und da für zerbrochenes Geschirr auch Geldstrafen auferlegt worden waren, so kam eine hohe Summe zusammen. Dreißig Teller gingen unter den Händen der dicken Kellner in Scherben. Im Kreis Wetterau wurden im Berichts- Erw.-U. 12 220,70 28 Erziehung unb Kultur im Deutschen Frauenwerk Der Verkehr während der Verdnnkelungstibung 285,75 Unterstützungen Anzahl Wertsumme lidenversicherungen, 6 Arbeitslosenversicherungen. Die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" führte 10 Veranstaltungen mit 2315 Besuchern und 110 Sportabende mit 2266 Teilnehmern durch. Die Abteilung für Berufserziehung und Betriebsführung brachte weitere fachliche Berufserziehungsmaßnahmen für alle Berufe zum Einsatz und führte für die Kreisbetriebsgemeinschaften 2, 3, 6, 10, 17 Ausbezahlte Unterstützungen Anzahl Wertsumme «lcherten Existenz. Einige Jahre stellte der Heimgegangene seine Arbeitskraft auch in den Dienst der Aufgaben der Industrie- und Handelskammer Gießen. Als Mensch von ausgezeichnetem Charakter und als Wirtschaftsführer von hohen Qualitäten wurde Waldemar Denninghoff allenthalben große Wertschätzung zuteil, durch die sein Andenken auch über das Grab hinaus in Ehren fortleben wird. Ein treuer VHCer geworben. Kurz nach seinem Uebertritt in den Ruhestand ist der Rektor i. R. Ludwig D e r n in Offenbach a. M. verstorben und dieser Tage auf dem Waldfriedhof in Oberrad bestattet worden. Ludwig Dem gehörte lange Jahre dem Vorstand des Gesamt-VHC. an und erwies sich allezeit als ein treuer Freund und eifriger Werber für unseren oberhefsischen Vogelsberg. Seine besondere Fürsorge widmete er jahrelang der Jugend im VHC. und zu deren Förderung insbesondere dem Ausbau und der Unterstützung des Vater-Bender-Heims auf der Herchen- Hainer Höhe, bis dieses aus dem Besitz des VHC. in das Eigentum des Jugendherbergsverbandes überging. Von 1892 bis 1907 war Ludwig Dern Lehrer in Ulfa (Kreis Schotten), und von da ab stammt auch seine begeisterte Liebe und stets tatbereite Einsatzfreudigkeit für den Vogelsberg. Durch seine vortrefflichen Charaktereigenschaften und sein stets freundliches und hilfsbereites Wesen hatte er sich weit über den VHC. hinaus in Oberhessen einen großen Freundes- und Bekanntenkreis in Stadt und Land erworben, in dessen Gedenken der Verstorbene allezeit als vorbildlicher deutscher Mann fortleben wird. Keine karnevalistischen Veranstaltungen am 30. Januar. Die Kreiswaltung besuchte im Berichtsmonat 34 Betriebe. Bei diesen Besuchen wurden Fraaen be- haltungskonzert. 19: Orchesterkonzert. 19.40: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.10: Fröhliche Einkehr im Schwarzwald. Dienstag, 12. Januar: 6 Uhr: Ehoral, Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8 30: Werkskonzert. 9.30: Fröhliche Morgenmusik. 10: Schulfunk. 11: Nachrichten. 11.30: Landfunk. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten, auch aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert II. 14: Nachrichten. 14.10: Nach Tisch gönnt Euch ein wenig Rast, seid bei Frau Musica zu Gast! 15: Volk und Wirtschaft. Sollen wir Wäwer roden? 15.15: Das deutsche Lied. Helga Thorn und Oskar Besemfelder. 16: Unterhaltungsmusik. 17.30: Die Große Leipziger Messe kommt! Eine Vorschau. 17.45: Das Mäuschen. Ein lustiges Spiel. 18: Konzert. 19: Ein Kintopp und was sonst noch dazu gebärt! Eine Begebenheit aus dem Leben eine» Pimpfen. Von Reinhard Albrecht. 19.30: Kampf dem Verderb! 19.40: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.10: Aus dem historischen Saal der Wartburg Saarbrücken: Festabend zur Erinnerung an die Saarabstimmung 1935. Die dritte Arbeitsgemeinschaft im Deutschen Frauenwerk umfaßt alle Fragen und Aufgaben, die sich mit der weltanschaulichen Schulung und mit dem volksverbundenen Fühlen und Denken auf dem Gebiete der Kultur beschäftigen. Dies ist eins der schönsten, aber auch der schwersten Gebiete im Frauenschaffen. Die Schulung zum nationalsozialistischen Denken ist die Aufgabe der Frauenschaft, die durch Vorbild und Beispiel im wahren Kameradschaftsgeist ihre Volsgenossen zu Einsatzbereitschaft und Opfersinn für das Ganze erziehen soll. 3m täglichen Leben, in der Familie wird dieser neue Geist der Volksverbundenheit sich zeigen und die Arbeit und das Wirken jeder einzelnen Frau beseelen und vertiefen. Aus diesem Gedankengut entwickeln sich dann die kulturellen Aufgaben im Frauenschaffen. Rassenbewußtsein, Volks- und Heimatkunde wecken in der Heranwachsenden Jugend arteignes Fühlen und Denken. Daran anschließend folgen die Sippenforschung und die Ahnen- k u n d e. Dazu gehört auch die Ehrfurcht vor alten Sitten und Bräuchen. Wieder ist es die Frau und Mutter, die durch die Erhaltung alter Mö- Blumenkohl 30 bis 70, Endivien 5 bis 25, Lauch 5 bis 8, Sellerie 10 bis 30, Rettich 5 bis 15 Pf. * ** Silberne Hochzeit. Schneidermeister Peter Frick und Ehefrau Frieda, geb. Beck, Lö- bershof 6 wohnhaft, können am Sonntag, io'. Januar, das Fest der Silbernen Hochzeit feiern. ** Eine Zweiundachtzigjährige. In körperlicher und geistiger Frische kann morgen Sonntag, 10. Januar, Frau Margarete Röhrig Marburger Straße 100, ihren 82. Geburtstag feiern. ** Dienstjubiläum bei der Reichsbahn. Am heutigen Samstag kann der Reichs- bahn-Lokomotiv-Oberheizer Joh. Heuser, Wil- Helmstraße 19, auf eine 25jährige Tätigkeit im Fahrdienst der Deutschen Reichsbahn, Betriebswerk Gießen, zurückblicken. Der Jubilar hat sich durch treue Pflichterfüllung die Wertschätzung und Achtung sowohl der Vorgesetzten, wie auch seiner Kollegen erworben. ** Sterbe fälle in Gießen. Es verstarben in der Stadt Gießen am 1. Jan.: Eva Henze, geb. Lippert, 37 Jahre, Kirchenplatz 21; Ilse Magel, 5 Monate, An der Kläranlage 12. 2.: Auguste Katharine Minna Faß, 48 Jahre, Kaiserallee 24. 3.: Henriette Flöring, geb. Gerlach, 87 Jahre, Alicenstraße 26. 6.: Waldemar Denninghoff, Brauereibesitzer, 57 Jahre, Horst-Wessel-Wall 30: Karl Hemz Hermann Brück, 8 Monate, Bahnhofstr. 56. 7.: Karoline Beith, geb. Metzger, 84 Jahre, Röd- gener Straße 6. bel, alten Hausgeräts und alter Trachten die Freude an der bäuerlichen Kultur wecken und fördern kann. Der Bund der Deutschen Frauenkultur hat diese Fragen seit Jahren in den Mittelpunkt einer Arbeit gestellt. Hierzu gehört auch das Ver- tändnis für zweckmäßige und doch schöne Heimgestaltung, die nichts Vornehmeres vortäuschen will, die Ersatz und Kitsch ablehnt und das Echte, gute alte Handwerkskunst, vorzieht und wieder zu Ehren bringt. Aus diesem allen ergibt sich die Arbeit der Kulturreferentin. Ihr liegt es ob, auch die Freizeit, die Feste und Spiele altem Brauch und Herkommen anzupassen. Die Pflege des Volksliedes und des Volkstanzes gehört dazu wie in der Familie die Belebung der Hausmusik. Die Freude am guten Buch, das Verständnis für alle kulturellen Werte, die ja gerade unser deutsches Volk in so großer Zahl besitzt, muß Allgemeingut werden. Die Frauen zu lehren, wieder Gutes vom Schlechten zu unterscheiden, sei es in der Handwerkerarbeit, oder bei der eignen Handarbeit, sei es bei der Gestaltung unseres Wohnraumes oder unserer Kleidung, das ist die Aufgabe der Gruppe: Er- ziehung und Kultur.' F. K. Oie Deutsche Arbeitsfront im Dezember Bericht der Kreiswaltung Wetterau der OAZ. Die Polizeidirektion Gießen teilt mit: Der Herr Reichsstatthalter in Hessen hat verfügt: Am 30. Januar 1937 jährt sich zum vierten Male der Tag der Machtübernahme durch den Führer. Auch ist an diesem Tage die erste Vierjahresfrist, die sich der Führer und Reichskanzler für den politischen Wiederaufbau ausbedungen hat, abgelaufen. Mit der Würde und Bedeutung dieses Tages ist die Abhaltung von karnevalistischen Veranstaltungen unvereinbar und deshalb verboten. Genehmigungen zur Abhaltung von karnevalistischen Veranstaltungen am 30. Januar 1937 werden nicht erteilt. Landschafisbund Volkstum und Heimat Ortsgruppe Gießen. „Hessisch Volk spricht, singt und tanzt." Am Sonntag, 17. d. M., veranstaltet der Landschaftsbund Volkstum und Heimat in Gießen einen Heimatabend, bei dem vier Mundartdichter unserer hessischen Heimt versönlich zu Won kommen. Gg. Heß (Hüttenberg), K. Steinacker (Schlitzer Land), Th. W i t t g e n (Nassauer Land) und Josef Stoll (Odenwald). Die Darbietungen dieser Mundartdichter, dazu Volkslieder, gesungen vom Mädchenchor Klein-Linden unter Leitung von Lehrer Rau, Volkstänze, begleitet von einer Dorfkapelle und anschließend allgemeiner Tanz versprechen einen volkstümlichen und volksverbundenen Abend. Veichsnährstaudsbeitrag fäNig > NSG. Der zweite Teil des Reichsnährstandsbei- trages der Bauern,. Landwirte und Fischer wird am 15. Januar 1937 fällig. Eine besondere Aufforderung der Finanzämter ergeht nicht mehr. Die Höhe des zu entrichtenden Betrages ist aus dem Beitragsbescheid, der den Beitragspflichtigen von ihrem zuständigen Finanzamt zugegangen ist, zu ersehen. In Hessen wird dieser Teilbetrag mit der staatlichen Grundvermögenssteuer am 25. Februar 1937 erhoben,. Die pünktliche Zahlung des zweiten Teilbetrages ist Ehrenpflicht eines jeden Bauern und Landwirtes. Sie liegt zudem im eigenen Interesse des Beitragspflichtigen, da hierdurch die zwangsweise Beitreibung mit ihren Unkosten vermieden wird. Wildspende für das WHW. Die Jägerschast des Kreises Gießen hat in der Zett von Anfang November bis kurz vor Weihnachten als Spende für das Winterhilfswerk 60 Rehe und 150 Hasen abgeliefert. Das Wild wurde in der Küche des WHW. im „Einhorn" von Mitgliedern der NS.-Frauenschaft zubereitet und zum Teil in Büchsen eingekocht, damit das Winterhilfswerk auch für spätere Wochen einen Vorrat zur Ausgabe an der Hand hat. Ein Teil dieser Wildspende wurde für das Winterhilfswerk in Frankfurt a. M. und Offenbach a. M. abgegeben. Die Wildspende der Jägerschaft des Kreises 'Gießen ist zur Zeit noch im Gange. Den Jägern unseres Kreises gebührt für diese vortreffliche Unterstützung des WHW. alle Anerkennung. Veichsverbilligungsscheine A und B für Speisefette und Bezugsscheine für Konsummargarine (ohne Verbilligung). monat Dezember 41685 Mitglieder der Deutschen Arbeitsfront betreut; hiervon gehören zum früheren Kreis Gießen 23 999 Mitglieder. Die Verwaltungsstelle 19 (Gießen) meldet folgende genehmigte und ausgezahlte Unterstützungen: Genehmigte • vor einiger Zeit berichteten, fallen müssen, weil sie morsch sind und möglicherweise eines Tages die Menschen und den Verkehr gefährden könnten. Die : Fällungsarbeiten werden durchgeführt, ohne daß der : Verkehr behindert wird. Die Arbeiter gehen dabei mit großer Sorgfalt zu Werke und tragen die Bäume Stück für Stück ab. Mit großem Krach stürzen die Stammteile auf die Straße und immer, wenn es so weit ist, daß die Arbeitenden mit dem Seil den vorher angekerbten Stamm zu Fall bringen, finden viele Fußgänger Zeit, dem kleinen sen- sationellen Schauspiel einige Minuten zu widmen. So sehr es von vielen bedauert werden mag, daß die schönen Bäume, die der unteren Kaiserallee eine fast charakteristische Eiaenart gaben, fallen müssen, so sehr läßt sich doch r ch die Notwendigkeit dieser Maßnahme nicht bestreiten, da ja schon der nächste Sturm Unheil anrichten könnte. Es müssen etwa 10 oder 11 Bäume fallen ** Die Malerinnung kündigt in unserem heutigen Anzeigenteil einen Kursus für Fortge- chrittene an. Interessenten seien auf die Anzeige besonders hingewiesen. Amtsgericht Gießen. Wegen Übertretung der §§ 26III und 36 der Reichsstraßen-Verkehrsordnung wurde der W. K. aus Klein-Linden zu fünfzehn Mark Geld- träfe, hilfsweise drei Tage Haft, verurteilt. Von der Uebertretung des § 25III der Reichsftraßen- Verkehrsordnung wurde er freigesprochen. Der Angeklagte fuhr im Oktober vorigen Jahres mit einem Lieferwagen durch den Hitlerwall nach der Marburger Straße zu, ohne die rechte Straßenseite einzuhalten. Ein entgegenkommender Radfahrer mußte, da der Angeklagte ihn sonst mit seinem Wagen erfaßt hätte, so scharf rechts fahren, daß er den Randstein streifte und zu Fall kam. Daß der Angeklagte seine Scheinwerfer nicht abgeblendet hatte, konnte ihm nicht nachgewiesen werden. Der H. W. aus Kassel erhielt wegen Uebertretung der §§ 25 und 36 der Reichssttaßen-Verkehrsord- nung eine Geldstrafe von vierzig Mark auf er fegt, die im Uneinbringlichkeitsfalle mit acht Tagen Haft zu verbüßen ist. Außerdem wurden dem Angeklagten die Kosten des Verfahrens auferlegt. Nundfunkprogramm. Sonnfag, 10. Januar: 6 Uhr: Hafenkonzert. 8.05: Gymnastik. 8.45: Orgelchoräle. 9: Evangelische Morgenfeier. 9.45: Bekenntnisse zur Zeit. Die Botschaft der Haltung. Von Kurt Eggers. 10: Mehr fein als scheinen — viel leisten und wenig hervortteten. Eine Morgenfeier der Hitler-Jugend. 10.30: Chorgesang. 11.15: Dichter im Dritten Reich. Hans Künkel. 11.30: Die Harfensonate. Eine Funkfolge um den Komponisten Philipp Jakob Meyer. 12: Mittagskonzert. 14: Kinderfunk. „Kasperle als Nachtwächter", von Her- bert Reymann. 14.45: Das Volk erzählt. 15: Deut- sche Scholle. Eifeler Bauernschwänke. Von Matthias Lang. Pon der Zuckerrübe zum Weißzucker. Hörbild aus einer Zuckerrübenfabrik. 16: Musik zur Unterhaltung. 18- An Danzig! Ein Hörfolge in Lied und Wort. 18.30: Kammermusik. 19: Ein Meister des deutschen Liedes. Funkfolge um Adolf Jensen aus Anlaß seines 100. Geburtstages. 19.50: Sport- bericht. 20: Heute abend um 8 Uhr ... Montag, 11. Januar: kappe versehen müssen, denn vollkommen dunkel fahren ist selbstverständlich verboten. Und das Drücken eines Fahrrades dürfte mit einer überaus großen Gefahr verbunden fein. Gefahrenpunkte (wie besondere Straßenkreuzungen) sind durch farbige Lampen gekennzeichnet. Hierbei bedeutet rotes Licht: Weiterfahrt in dieser Richtung verboten; blaues Licht gestattet die Durchfahrt. Es ist darauf zu achten, daß diese Richtungslampen zum Teil auf Verkehrsinseln angebracht sind. Hausfrauen und Verdunkelung. *7* Wenn die erste, die Stadt und den Kreis Gießen umfassende Verdunkelungsübung gelingen soll, ist die verständnisvolle Mitarbeit der deutschen Hausfrau und Mutter nötig. Auf ihr wird — wie im Ernstfall — die Verantwortung liegen. Sie muß rechtzeittg bedenken, welche Vorbereitungen in ihrer Wohnung erforderlich sind, um zweckmäßig und einwandfrei alle Fenster abzublenden. Das notwendige Material, wie dunkler Stoff, Filz, Holzrahmen mit Pappe muß beizeiten beschafft werden. Es darf nicht bis zum letzten Augenblick gewartet werden. Was im einzelnen zu tun ist, haben die Amtsttäger und Helfer des Reichsluftschutzbundes bei den Probeübungen der letzten Monate immer wieder gesagt. Wer nicht mehr genau Bescheid weiß, erkundige sich bei seinem'Luftschutzhauswart! Hausfrauen! Mütter! Stellt euch wie bisher in den Dienst des Selbstschutzes der Zivilbevölkerung! Aber macht nicht alles allein! Laßt eure Kinder mitarbeiten! Sie müssen frühzeitig lernen, wie sich der Städter gegen Flieger schützen kann. Vergeßt nicht, zögernde und gleichgültige Frauen zu überzeugen! Gebt ihnen ein Beispiel.' Ihr dient dann der Verteidigung der Heimat und eurer Familie! ** Die Aenderung der Straßen- und Baufluchtlinie zwischen Schiffenberger Weg und Heegstrauchweg (im Bebauungsplan für da» Gebiet zwischen Ludwigstraße, Ludwigsplatz, Alter Friedhof und der Eisenbahn Gießen—Gelnhausen) betrifft eine Bekanntmachung des Oberbürgermeisters im heutigen Anzeigenteil. Es fei besonders darauf aufmerksam gemacht. ** Samariterkursus für Frauen und Mädchen. Das Deutsche Rote Kreuz, Alice- Frauenverein, beginnt Anfang Februar mit einem neuen Samariterkursus. Zur Anmeldung wird in einer Anzeige in unserem heuttgen Blatte aufgefordert. Näheres in der Anzeige. ** Aufnahmeprüfungen der Oeffent- lichen Handelslehranstalt. Wie aus dem heutigen Anzeigenteil ersichtlich ist, finden in diesem Jahr zwei Aufnahmeprüfungen der Oeffentlichen Handelslehranstalt statt. Die erste Prüfung ist am Mittwoch, 20. Januar, 14 Uhr. Für später angemeldete Schüler findet noch eine zweite Aufnahmeprüfung am Montag, 22. März, statt. Weitere Einzelheiten sind aus der Bekanntmachung im heutigen Blatte ersichtlich. ** Bäume fallen! Seit einigen Tagen sind die Arbeiter des Städtischen Hoch-und Tiefbauamtes (der Gartenbauverwaltung) damit beschäftigt, in der Kaiserallee Bäume zu fällen, die, wie wir bereits Auf Anfrage teilt das Wohlfahrtsamt zur Beseitigung von Zweifeln folgendes mit: Sowohl der Reichsverbilligungsschein A, als auch B kann beim Einkauf von mindestens '/< kg Butter, Käse, Schmalz, Wurst, Rohfett, Speck, Talg, Speiseöl, Margarine, Kunstspeisefett, gehärtetem Pflanzenoder Tierfett verwendet werden und gewährt eine Verbilligung von je 0,25 RM. Wünscht der Bezugsberechtigte jedoch vorzugsweise Konsummargarine zu beziehen, so aibt ihm jeder Reichsverbilligungs- schein B einen Anspruch auf Zuteilung von V- kg Konsummargarine. Zu diesem Zweck muß der Bezugsberechtigte den Stammabschnitt sofort nach Empfang einer Verkaufsstelle vorlegen, die den aufgedruckten „Bestellschein" abtrennt, dies auf dem Stammabschnitt bescheinigt und sich entsprechend vom Großhändler beliefern läßt. Durch die Abgabe eines Reichsoerbilligungsscheins B wird dann je V2 kg Konsummargarine um 0,25 RM. verbilligt. Zn Kürze kommen auch Bezugsscheine' für Kon- fummargarine (ohne Verbilligung) zur Ausgabe. Jeder Bezugsschein gibt dem Inhaber des Stammabschnitts einen Anspruch auf V2 kg Konsummarga- rine zum vollen Verkaufspreis, sofern der Stammabschnitt sofort nach Empfang einer Verkaufsstelle vorgelegt wird. Ein Stammabschnitt enthält vier Bezugsscheine für 3 Monate und wird für jede Person im Haushalt besonders gewährt. Aus den Bezugsschein kann nur K 0 n summ a r g ar i n e bezogen werden. Der Schein gewährt keinen Anspruch auf andere Margarinesorten, oder andere Waren Die Bezugsscheine für Konsummargarine (ohne Verbilligung) sollen diejenigen Volksgenossen mit kleinern Einkommen erhalten, die nicht seither schon Fettverbilligungsscheine bezogen haben und 6 Uhr: Gnädig und barmherzig ist der Herr — Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7t Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Musik zur Früh- stuckspause. 9.30: Nachrichten. 10: Schulfunk. Der Zaunkönig und der Bär. Märchenspiel frei nach Gnmm von Amely Wirtz. 11: Hausfrau, hör zu! 1130: Landfunk. 11.45: Sozialdienst. 12: Schloß, konzert I. 13: Nachrichten, auch aus dem Sende» bezirk. 13.15: Schloßkonzert II. 14: Nachrichten, Wetterbericht der Reichswetterdiensfftellen Frank- furt a. M. und Köln. 14.10: Jetzt befiehlt bis 15 Uhr. ganz allein der Hörer nur! Wunschkonzert. 15: und Wirtschaft. Was sollen wir essen? (1) Vierjahresplanung für den Kochtopf. 15.15: Kinder- funk . Jetzt basteln wir wieder". 15.45: Unterhal- tungskonzert. 16.45: Erzähler unserer Zeit. Das große Stauwerk. Aus einer Tagebuchdichtung von Hans Carosia. 17: Volkstümlicher Liederreigen. 17.30: Elegie auf Josef Viktor von Scheffel. Von Dr. Hermann Burke. 17.45: Der Schwarzwälder Kalendermann erzählt. Neues und Altes vom ba- dischen Oberland von Jodokus Vydt. 18: Unter» Die Polizeidirektion Gießen übermittelt uns diesen von der NSKK.-Motorstandarte 147 zur Verfügung gestellten Artikel. D. Schriftltg. Die in der kommenden Woche für Stadt und Kreis Gießen vorgesehene Verdunkelungsübung gibt uns erneut Veranlassung, auf einige verkehrswichtige Vorschriften hinzuweisen. Vor allen Dingen können wir den Kraftfahrern, die während der vollkommenen Verdunkelung ihre Fahrzeuge auf öffentlichen Wegen oder Plätzen innerhalb geschloffener Ortsteile zu benutzen gedenken, nicht eindringlich genug raten, ihre Fahrzeuge den Anordnungen entsprechend auszurüsten. Zu dieser Ausrüstung gehören — wie bereits vor einiger Zeit an gleicher Stelle ausgeführt — insbesondere Schutzkappen für Scheinwerfer und hintere Kennzeichen-Beleuchtung. (Vgl. Gieß. Anz. v. 14. 12. 1936.) Ohne diese Ausrüstungsgegenstände wird j e - des Fahrzeug angehalten, für die Dauer )er vollkommenen Verdunkelung, die sich vorcms- ichtlich über mehrere Stunden erstrecken wird, ichergestellk. Alle Zufahrtsstraßen nach Gießen sind am Stadteingang durch Polizeiposten und Männer der Brolorstandarle 147 beseht. Auf Wunsch wird allen fremden und auch einheimischen Fahrern vorschriftsmäßig ausgerüsteter Fahrzeuge ein Mann zum Durchschleusen durch die vollkommen dunkel daliegenden Straßen der Stadt mitgegeben. Jeder Sttaßenbenutzer — gleichgültig ob Kraft- ahrer oder Radfahrer — sei nachdrücklichst darauf aufmerksam gemacht, daß er sich nur unter Beachtung der allergrößten Vorsicht vorwärts bewegt. Auch den Radfahrern fei nochmals gesagt, daß auch sie ihre Lampen mit einer Schutz- Schönheit der Arbeit, Lehrlingshaltung und -aus- bildung geklärt. Weiterhin wurden 18 Ortswaltungen besucht und 29 Mitgliederappelle durchgeführt. Bei der Rechtsberatungsstelle der Deutschen Arbeitsfront sprachen 404 Besucher vor. Es wurden 239 Auskünfte erteilt, 55 arbeitsrechtliche Streitfälle be- bandelt, 18 Güteverhandlungen mit den Parteien geführt, 27 Vergleiche geschlossen im Werte von 1258,25 RM. Dor dem Arbeitsgericht wurden 10 Klagen (9 für Beschäftigte und 1 für Unternehmer) erhoben. Der Streitwert belief sich auf 3778 RM. Es wurden 26 Termine wahrgenommen, 2 Vergleiche geschlossen, 4 Klagen wurden zurückgenommen, eine Zwangsvollstreckung durchgeführt. Die Verfahren in der Sozialversicherung zeigen folgende Zahlen: 8 Unfallversicherungen, 2 Jnva- auch weiter beziehen. Da erst wenige Anträge beim Wohlfahrtsamt eingegangen sind, werden die in Betracht kommenden Volksgenossen nochmals zur An- ttagstellung aufgefordert. Näheres ist aus der Bekanntmachung im „Gießener Anzeiger" vom 30. Dezember 1936 zu ersehen. Zugleich werden alle Betriebsführer und Arbeitgeber gebeten, ihre Gefolgschaftsmitglieder auf diese Maßnahme der Reichsregierung zur Versorgung der Minderbemittelten mit billigen Speisefetten hinzuweisen. Meldeschluß am 16. Januar 1937. Gießener Dochenmarktpreise * Gießen, 9. Jan. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: D. f. Molkereibutter, Yi kg 1,57 Mk., f. Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1.60, Landbutter 1,42 Mk., Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, deutsche, Klasse S 14, Klasse A 13, Klasse B 12, ungezeichnete 10, holländische, Klasse B 11, Wirsing, kg 8 bis 10, Weißkraut 6 bis 8, Rotkraut 8 bis 10, gelbe Rüden 8 bis 12, »rote Rüben 8 bis 10, Spinat 20 bis 25, Unterkohlrabi 6 bis 8, Grünkohl 12 bis 15, Rosenkohl 28 bis 30, Feldsalat 80 bis 90, Tomaten 60, Zwiebeln 8 bis 10, Meerrettich 30 bis 60, Schwarzwurzeln 20 bis 30, Kartoffeln. V2 kg 5 Pf., 5 kg 42 Pf. 50 kg 3,35 bis 3,55 Mk., Aepfel, % kg 15 bis 20 Pf., Tafeläpfel 25 bis 30, Nüsse 30 bis 55 Pf., Hähne 1 bis 1,10 Mk., Suppenhühner 80 bis 90 Pf., Gänse 90 Pf. bis 1,05 Mk., Tauben, das Stück 50 Pf., und 18 in Gemeinschaft mit den zuständigen wirtschaftlichen Organisationen 3 Vorträge und Filmvorführungen mit 482 Besuchern durch. 3 noch nicht -... --------- -- I abgeschlossene Lehrlingsstreitfälle wurden geklärt und zuglich der tariflichen Entlohnung, Entlassungen,1 entschieden. Kr.-U. 134 1513'65 173 1790,40 Jnv.-U. 3 31,40 Stand 226 3021,55 Not.-U. 5 64,— 5 64,— Heir.-U. 9 170,— 9 170,— St.-U. 6 447,50 6 447,50 169 2447,25 447 5779,20 A. O. V. 5 236,— 5 236,— 21 n g e ft eilte. Erw.-U. 1 30,— 1 15,— Heir.-U. 1 50,— 1 50,— Jnv.-U. — —,— Stand 14 132,10 2 80,— 16 197,10 Oberhessen. Gegen die Diphtherie. * Schotten, 9. Januar. Das staatliche Gesundheitsamt des Kreises Schotten veröffentlich einen Aufruf an die Eltern, in dem es auffordert, die Kinder durch die Diphtherie-Schutzimp- f u n g vor weiteren Diphterieerkrankungen zu schützen. In dem Aufruf wird darauf hingewiesen, daß die Zahl der Diphtherieerkrankungen in Schotten und in dem Nachbardorfe R a i n r o d noch nicht nachgelassen hat, der vorige Sommer auch nicht, wie sonst, eine Verminderung, sondern eine Zunahme der Diphtheriefälle brachte. Die Krankheit hat in einer Anzahl Fälle leider zum Tode der Patienten geführt. Nunmehr sollen in Schotten und in Rainrod alle Kinder vom 2. bis 14. Lebensjahre der Diphtherie-Schutzimpfung unterworfen werden, um dadurch der Seuche wirksam Einhalt zu gebieten. Es sei besonders darauf hingewiesen, daß die Schutzimpfung durchaus ungefährlich ist. Mit den Impfungen wird in etwa acht Tagen begonnen werden. Steckbrieflich verfolgteZigeuner gestellt * Ruppertsburg (Kreis Schotten), 8. Jan. Ein Hausierer und sein Neffe aus Gießen hatten gemeinsam mit einigen Zigeunern in einer hiesigen Wirtschaft gezecht. Gegen 22.30 Uhr verließen sie das Lokal. Der Neffe, ein Schirmflicker, war von einem Zigeuner eingeladen worden, bei ihm im Wagen zu übernachten. Ahnungslos folgte er der Einladung und trug noch dem Zigeuner sogar ein Bündel Heu. Ob nun unterwegs in der Dunkelheit zwischen den fahrenden Leuten ein Streit ausgebrochen ist, ist unbekannt. Jedenfalls wurde der junge Gießener durch Messerstiche im Gesicht übel zugerichtet. Durch seine Hilferufe aufmerksam geworden, eilten hiesige Burschen herbei. Der Zigeuner war aber schon verschwunden. Den Verletzten brachte man ins Dorf, wo er auf Veranlassung unserer Ortspolizeibehörde durch Dr. M a s j i n g, Laubach, verbunden wurde. Am anderen Morgen stellte die Gen- damerie Laubach sofort Nachforschungen an. Der Täter scheint vorläufig entkommen zu sein. Unter den noch anwesenden Zigeunern konnten zwei weitere steckbrieflich verfolgte Zigeuner fest gestellt werden. Brand in Unter-Lais. * Unter-Lais, 9. Jan. Gestern vormittag brach in Unserem Dorfe Feuer aus. Im Anwesen des Landwirts Friedr. Bach I. war die Scheune in Brand geraten. Das Feuer griff auch auf die Stallungen Über. Trotz des energischen Eingreifens der örtlichen Feuerwehr war es nicht möglich, die Scheune und den Stall zu erhalten. Glücklicherweise gelang es, die übrigen umliegenden Gebäude zu schützen. Der Schaden ist erheblich, lieber die Ursache des Brandes sind die Ermittlungen noch nicht abgeschlossen. Einbruchdiebstahl in einerGastwirtschast * Höchst a. d. Nidder, 9. Jan. In der Nacht zum gestrigen Freitag erhielt die Gastwirtschaft Heinrich Reul unliebsamen Besuch von Einbrechern. Den Dieben fielen 80 Mark Bargeld, 20 bis 30 Tafeln Schokolade und 15 Pfund Margarine in die Hände. Die Polizei ist mit den Ermittlungen beschäftigt. Sachdienliche Mitteilungen sind an die Kriminalpolizei Gießen oder an die nächste Gendarmeriestation erbeten. Missionssonntag am 10. Januar 1937. Bon Dekan Widmann, Schotten Wir sind in großer Not. Nehemia 9, V. 37. Der Missionssonntag, seit fast hundert Jahren in unserer evangelischen Landeskirche am ersten Sonntag in der Epiphanienzeit gefeiert, lenkt auch diesmal wieder mit besonderer Eindringlichkeit Gedanken und Blick der Christenheit auf das Werk der Mission unter den Heiden. Er will aufs neue darauf Hinweisen, daß Mission, d. h. Verkündigung des Evangeliums in aller Welt, daß das Anbieter! des in Jesus Christus erschienenen Heils nicht eine Liebhaberei einzelner, etwa besonders für die Mission interessierter und arbeitender Kreise, sein darf, sondern daß es sich darum handelt, jener Liebespflicht nachzukommen, welche die Heilige Schrift mit dem Worte ausdrückt: „Gott will, daß allen Menschen geholfen werde und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen". Die Erfüllung dieser Pflicht ist keineswegs Privatsache: sie geht die ganze Kirche und die ganze Christenheit an: sie ist einerseits Kraft unermüdlicher und barmherziger Liebe, das ewige Licht und die ewige Wahrheit denen zu bringen, die beides noch nicht kennen: anderseits ist sie gehorsame Ausführung des Befehls, den der Herr der Kirche selbst gegeben hat: „Gehet hin in alle Welt und prediget das Evangelium aller Kreatur!" An diesen beiden klaren Zielsetzungen des Missionswerkes: Liebe und Gehorsam darf nicht gerüttelt, auch nichts davon abgeschwächt werden. Wer es tut, handelt wider Gottes Gebot. Mission ist und bleibt Gottes Sache und darum auch Sache jeder christlichen Gemeinde, wie der Gesamtkirche. Unsere deutsch-evangelische Heidenmission, welche während der letzten zehn Jahre auf allen ihren Arbeitsfeldern im siegreichen Vormarsch begriffen war, ist in der Gegenwart an einem entscheidenden Wendepunkt ihrer geschichtlichen Entwicklung angelangt. Der 808-Ruf: „Wir sind in großer Not!" klingt uns mit ungeheurem Ernst entgegen aus allen Kundgebungen der Leitungen der Missionsgesellschaften und aus allen Berichten der Berufsarbeiter draußen auf den Missionsfeldern. Krisenzeit ist angebrochen für die Mission. Daß sie zu leiden hat unter Devisennöten, leuchtet unmittelbar ein; und daß diesen Nöten die ganze Arbeit angepaßt werden muß, ist ebenfalls klar. Die größte Krise aber ist dadurch bedingt, daß in der ganzen Welt der unchristliche Geist des alles zerstörenden Bolschewismus, der sich in allererster Linie auswirkt als Todfeindschaft gegen Gott und Christus, sein Wesen treibt, die Völker an frißt und erfüllt mit seinem zersetzenden Gift. Gerade die Mission und ihre fern von der Heimat auf einsamen Vorposten stehenden und kämpfenden Boten erleben dies alltäglich und bezeugen diese Tatsache von der immer größer werdenden Ausbreitung der unheimlichen und dämonischen Mächte des Antichristentums. Notzeit ist da für die Sache Gottes und damit auch für die Mission. Wenn auch der Herr der Geschichte die Mission diesen schwere»! Weg führt und sie gezwungen ist, sich in ihrer Arbeit auf das Allemotwendigste zu beschränken, so darf die Christenheit doch niemals mutlos und verzagt werden, sie darf nichts aufgeben von dem, was ihre Pflicht ist, sie muß immer wieder hinhören auf den Ruf Gottes und in feinem Befolg nicht Nachlassen im tapferen Glauben, im freudigen Nnsatz zum Dienst für das Reich Gottes, in williger Tat zum Opfer und im ernstlichen Gebet für das Missionswerk. Letzten Endes gilt doch die Verheißung: „Die Rechte des Herrn behält den Sieg!" Auf dem dunklen Hintergrund der großen Not heben sich ja doch freundliche Bilder genug ab, di? zeigen, wie es trotz allem vorwärts geht auf den Missionsfeldern. Die Basler Mission, die in einem großen Teil von Gemeinden unserer Lnndeskirche bodenständig ist, berichtet, daß auf der G o l d k ü st e, ihrem ältesten Arbeitsgebiete, die dortige große Kirche der 60 000 Christen fortlaufend wächst. Aus Kamerun kommt die erfreuliche Nachricht, daß ganze Stämme und Sippen kommen, um das Evangelium zu hören. In Indien erschließen sich immer mehr die Gruppen der „Kastenlosen" der Botschaft von Jesus Christus. Eine gewaltige Tauf- bewegung geht auf der großen Südfeeinfel Borneo bis tief in das Inland hinein. Und aus China wird gemeldet, daß durch die treue Arbeit vieler eingeborenen Evangelisten gerade bei der jungen Generation offene Türen für Gottes Sache geschaffen werden. Missionssonntag! Er will aufrufen zur Pflicht der Liebe und des Gehorsams. Und mag er auch große Not uns sehen lassen, die Missionsgemeinde läßt sich nicht erschüttern in dem Glauben: „Größer als der Helfer, ist die Not ja nicht!" Canbrirte Gieffen <£ Leihgestern, 9. Jan. Seinen 84. G e - burtstag kann am nächsten Dienstag, 12. Jan., der Zimmermann und Landwirt Johs. E i f f L, Hindenburgstraße 30, dahier, in bester Gesundheit, begehen. Der Hochbetagte besitzt noch eine für fein Alter erstaunliche geistige Frische und nimmt an allem Zeitgeschehen regen Anteil. s. Lang-Göns, 8. Jan. Nach dem standes- amtlichen Register wurden im Jahre 1936 in unserer Gemeinde 36 (18) Kinder geboren, 15 (9) Ehen geschlossen und 16 (9) Todesfälle verzeichnet. Die eingeklammerten Zahlen gelten für das erste Halbjahr 1936. Gegenüber 1935 ist besonders hervorzuheben, daß die Anzahl der Geburten um 50 v. H. (1935: 24) gestiegen ist, während Eheschließungen und Todesfälle fast dieselben Zahlen aufweisen. * Inheiden, 8. Jan. Vom 18. bis 31. Januar veranstaltet der Reichsmütterdienst im Deutschen Frauenwerk einen Lehrgang in Hauswirtschaft und Kochen. Da ein Doppelkursus vorgesehen ist, können sich alle Frauen, die sich über zeitgemäßes Kochen unterrichten wollen, bei der Leiterin der Ortsfrauenschaft anmelden. Der Zusammenhang zwischen dem eignen Haushalt und der Volkswirtschaft wird hier gründlich erklärt und beim praktischen Kochen neue Gerichte, ihre Zubereitung sowie die Rezepte dazu gebracht. Preußen. Kreis Detzlar * Wetzlar, 8. Jan. Nach einer Mitteilung der hiesigen Kriminalpolizei hat in der Weihnachtswoche ein 22 Jahre altes Mädchen aus dem Scheckbuch ihrer Dienstherrschaft unberechtigter Weise acht Scheckformulare herausgenommen und damit bei der städtischen Sparkasse 45 0 R M. abgehoben. 150 RM. benutzte das Mädel zum Einkauf von Weihnachtsgeschenken, wo die restlichen 300 RM. geblieben sind, ist noch unbekannt. Die raffinierte Diebin ist geständig. JOCHHEIM <£ Rodheim a. d. Bieber, 8. Jan. Di« Ortsgruppe Launsbach des Reichsluftschutzbundes veranstaltet gegenwärtig in Rodheim im Mantschen Saale einen Luftschutz-Schulungslehr» a a n g, der gestern abend durch den Ortsgruppen» leiter, Lehrer Wagner (Launsbach), eröffnet wurde. Da hier bereits im vorigen Jahre mehrere solcher Kurse abgehalten wurden und von dem gegenwärtigen Scyulungslehrgang wieder insgesamt rund 300 Personen erfaßt werden, dürfte nunmehr wohl in unferni Orte die Schulung aller Erwachsenen im Luftschutz fast restlos durchgeführt sein. Das beweist einmal die Rührigkeit und das Pflicht- bewußtsein der verantwortlichen Männer der Ortsgruppe Launsbach, zum andern aber auch, daß die Notwendigkeit des Luftschutzes selbst auf dem flachen Lande allgemein erkannt worden ist und überall mit Ernst und Eifer auf diesem Geoiete gearbeitet wird. Ein Mörder hingerichtet. LPD. Frankfurt a. M., 8. Jan. Die Justizpressestelle Frankfurt a. M. teilt mit: Am 8. Januar 1937 wurde im Zuchthaus Freiendiez der am 1. Februar 1913 geborene Willi Albert Schönwetter aus Dauborn hinge rschtet, der vom Schwurgericht in Limburg wegen Mordes zum Tode verurteilt worden ist. Schönwetter hat am 27. Dezember 1935 in der Nähe von Dauborn, Kreis Limburg, die 22 Jahre alte landwirtschaftliche Arbeiterin Erna Lang, die von ihm schwanger geworden war, ermordet, um sich seinen Verpflichtungen gegenüber dem Mädchen und dem zu erwartenden Kind zu entziehen. Zwei Autodiebe feffgeuommeu. LPD. Frankfurt a. M., 8. Jan. Seit vier Wochen gingen fast täglich Meldungen über g e • stohlene Autos bei der Kriminalpolizei ein. Die Wagen sind sowohl in den späten Nachtstunden als auch am Hellen Tage von der Straße weggefahren worden. Ob die Autos in belebten oder ruhigen Straßen standen, spielte dabei keine Rolle. So entftanb der Verdacht, daß hier eine Bande am Werk ist, die mit großer Gerissenheit arbeitet. Nach eingehenden Ermittlungen gelang es jetzt der Polizei, die Täter f e st z u n e h m e n. Es handelt sich um den 24jährigen Walter Thomas und den gleichaltrigen Karl Schuhmann Segen graue Jfaare das kombinierte Haarstärkungswasser Entrupa!; ■■ » MWM gk ■ stärkt auch den Haarwuchs, beseitig» gibt den Haaren die ehemalige Farbe wieder. £ me ■ ■ I I £ Kopfschuppen und Haarausfall. Fehlfarben ausgeschlotsenl ■■ Iw I Iw I Fl. 4,80 M. — In Fachgeschäften. Prospekte kostenlos durch: Drogerie Winterhoff, Kreuzplatz 10. i«v Ab 1.Januar 1937 bin ich für die Stadt Gießen zu iämtlichen reichsgefetzlichen und kauf- männifchen Berufskrankenkaffen zugelaffen H. Köhres Staatl. gepr. Dentift Gießen, Kaiferallee 2 3D Als Vertreter des Qualitätsgedankens haben wir den Alleinverkauf für Men n. Umgebung der übernommen. — Wir führen stets die gangbarsten Erzeugnisse der Firma Steiner & Sohn am Lager Beachten Sie unsere Schaufenster! Gebr. Seelbach Giefoen, Seltersweg 20 Annahme von Ehes andsdarlehen und Kinderheihil eii 126 A Wichtig für Jagdscheininhaber! MSN non Wm uns Mn nad) der Naturschutzverordnung vorn 18. März 1936 (RGBl. I Seite 181) und den ergänzenden Bestimmungen, aus führlich erläutert von Professor Dr. W. Weder, o. ö. Prof, der Rechte und Resereni im Reichs- und Preußischen Ministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung und Prof. Dr. Walther Schoenichen Leiter der Reichsstelle für Naturschutz. Gebunden RM. 3,60. Die beiden Verfasser des vor kurzem er schienenen Kommentars zum Reichsnatur jchuhgeseh haben hier auf Grund ihrer langjährigen Erfahrungen und ihres weitgehen den Einblicks in das Werden der neuen Na- 'urfchuhverordnung, die nun für das ganze Reich gilt, die Verordnung und alle dazugehörigen bisher erschienenen Ergänzungsbestimmungen nach juristischen, verwaltungs- technischen, wissenschaftlichen und praktischen Gesiä'tspunklen ausführlich erläutert und geben Damit federn eine gründliche Aufklärung, der mit dem Naturschutz, mit der Natur überhaupt, sei es beruflich oder als Liebhaber und Naturfreund, in Berührung steht. Nicht nur die amtlichen Stellen, nicht nur Wissenschaftler, Lehrende und Lernende, Tier- und Pflanzenfreunde, nicht nur Erzieher, Richter und Rechtsanwälte müssen über die Fragen des Naturschutzes unterrichtet sein, sondern auch botanische Vereine, Na- turalien-u. Herbarien.Handlungen und Lehrmittelgeschäfte, Präparatoren, Ausstopfer, Pflanzenfamm« ler, Schmuckreisig-verkäufer, Kranz- Kindereien und die mit der Uber« roachunq der Märkte beauftrag en Beamten, Feldhüter, Polizeistellen ulm. Bestellungen durch alle Buchhandlungen Hugo Vermühler Verlag Berlin-Lichterfelde Gediegen gebautes 3-^otnilien- MW« (3x4 Simmet mit fiö®e) mit Garten, in schön.,ruhiger Wohnlage (Südosten) gut verzinslich, nur gegen BfltHMiu oetWii. Wohnung mit Bad im ersten Stock wird zum 1. Avril frei. Schriftliche Angebote unter 044 an den Gießener Anzeiger erbeten. Hier ab schneiden! o Zäpfchen 587 Zedieren anderer Menschen benutzen. Läßt sich die Benutzung nicht vermeiden, so muß man beide Hände vor den Mund halten. Weder Nadeln noch Messer noch Streichhölzer eignen sich als Zahnstocher. Fertige Holzzahnstocher sind billig zu kaufen. Zahntechniker, siehe Dentist. Zander. Hechtbarsch, Fogas, wohl- schmeckende, bis 1% Meter lange Barschart, die gekocht mit würziger Tunke gereicht wird, aber auch aebacken gegessen wird. Zäpfchen. 1. weiches, von Schleimhaut überzogenes Gebilde von wurstförmigem Aussehen, welches am hinteren Ende des Gaumens vom Gaumendach herabhängt und die Mundhöhle gegen den Kehlkopf abschließt. Dieser Verschluß ist sehr wichtig, daß die Speisen nicht beim Schlucken in den Kehlkopf gelangen. Ist das Zäpfchen mitsamt dem Gaumensegel, seinem Ansatz, gelähmt, wie es häufig nach Diphtherie vorkommt, so ist Verschlucken sehr häufig. 2. Zäpfchen sind eine bestimmte Form von Arzneimittel, die aus einem Medikament und Kakaobutter bestehen und zur Verabreichung von Medikamenten in den After Verwendung finden. Glyzerin- und Seifen- zäpschen find als Abführmittel beliebt. Zapfenstreich, das militärische Signal am Abend, bei dem der Soldat, der Stadturlaub halte, in die Kaserne zurückgekehri sein muß. Der große Zapfenstreich wird bei festlichen Gelegenheiten vom Militärkorps gespielt. Zaponlack, dickflüfiiger. farbloser Lack, der sich als Schutzüberzug für Metalle und Glas eignet. Zaun, die Begrenzung des Gartengrundstückes, soll immer dem Landschaftsbild angepaßt sein. Holzzäune find Drahtzäunen vorzuziehen. Letztere durch Bepflanzung mit Schlingern (s. Rankpflanzen) verschönen. Z. soll schmücken, Schutz vor Eindringlingen und Ernschlüpfen von Tieren geben. llberslüfiige Schmuckornamente vermeiden. Zaunkönig, etwa 10 cm langer Vogel mit braunem Federkleid, der sich mit Vorliebe an Hecken und amWafier aufhält. Er bleibt das ganze Jahr über an seinem Standort. Zecke, Holzbock, 2 mm langes Ungeziefer, das sich mit dem Kopf in die Haut von Hunden, Schafen, aber auch von Menschen einbohrt. Der Versuch, sie gewaltsam zu entfernen, führt oft dazu, daß der Kops stecken bleibt und Entzündungen entstehen. Zecken fallen ab, wenn man sie mit Benzin oder Öl betupft. Zeder (Cedrus), Nadelholz, als Atlas- und Libanonzeder angepflanzt. Der Einzelbaum durch aufrechtstehenden Zapfenschmuck überaus wirkungsvoll. Zedieren (Zession), s. Abtretung. kein Dieb beehrt mehr Ihren schönen Garten, wenn Sie einen Drahtzaun darum haben. Doppelte Freude macht Ihnen dieser Zaun aber erst, wenn er oir dem guten Crapo-Drahtgeflecht ist von 3 •' ‘ infer, Gießen, am Oswaldsgarken, Fernsprecher 2145/2146. Fußball her heimischen Mnnschasten. Oie Bezirksklaffe am Sonntag. Bissenberg — Sinn. Dillenburg — Lollar. Burg — VfB.-R. Gießen. 1900 Gießen — Frohnhausen. Naunheim — Wetzlar. In Bissenberg sollte der Platzbesitzer Sieger bleiben. — Die Dillenburger könnten sich gegen Lollar erfolgreich behaupten. — In Burg sollte es zu einem harten Kampfe kommen. — Die Frohnhäuser sollten in Gießen einen schweren Stand haben. — Da die Naunheimer durch die Sperre ihres Mittelläufers beeinträchtigt sind, rechnet man auch in diesem Spiel mit einem Sieg der Wetzlarer. (Spielvereinigung 1900 Gießen. 1900 — Frohnhausen. Im zweiten Spiel der Rückrunde treffen die Blauweißen auf Frohnhausen. Die „Dränier", die zur Zeit mit dem Sp. u. Spielverein Burg den dritten Tabellenplatz einnehmen, sind nicht ganz unbekannt. Spielt doch die Mannschaft schon seit Jahren in der Bezirksklasse der hiesigen Gruppe. Und nicht etwa eine Außenseiterrolle. sondern sie verstanden es stets, sich mit im Vortreffen zu halten. Die Placierung in der Tabelle war schon mehrmals besser, als die von Vereinen, die seit längerer Zeit Spielbetrieb durchführen, als die Gäste aus dem Dillgebiet. Die Gäste haben aber schon zur Genüge bewiesen, daß sie nicht allein auf ihrem Platze zu spielen verstehen, sondern sich auch auswärts durchzusetzen vermögen. Die hiesigen Mannschaften haben dies auch schon erfahren und die letzten Resultate, die die Frohnhäuser auf den Gießener Plätzen erzielten, waren zwei Unentschieden. Für die Blauweißen heißt es deshalb, auf der Hut zu sein, damit der Eindruck der Verbesserung nicht wieder in die Brüche geht, der durch den vorsonntäglichen Sieg geschaffen wurde. Da die Mitwirkung von Sack und Löbsack noch fraglich ist, wurde die Mannschaft in der Aufstellung wie gegen Lollar vorgesehen. Die Leitung des Spiels hat P o st (Wieseck). JJPV'KeMröM^n Gießen. Die Ligamannschaft in Burg. In diesem Spiel gehen die Gießener durch ihren Tabellenstand schwer belastet. Nur allzu oft mußte die Mannschaft erfahren, daß sie am Spielende sich einem Gegner beugen mußte, den sie auch gerade so gut hätte schlagen können. Wenn auch die Gießener durch die Mitwirkung von Krämer und Kramer gegenüber dem Vorsonntag erheblich verstärkt antreten, so steht dieser Tatsache das erfolgreiche Abschneiden der Burger auf eigenem Platze gegenüber. Die Burger sind besonders auf heimischem Gelände kaum zu schlagen, Hinzu kommt, daß sie gerade in den letzten Spielen ihre Spielstärke bedeutend gehoben haben. Die Gießener werden unter diesen Umständen gut daran tun, von Spielbeginn an alle ihre Kräfte einzusetzen, um, wenn möglich, wenigstens einen Punkt zu retten. BfB.-R. II - Burg II. Trotz der Herausstellung am vergangenen Sonntag ist es dem Spielausschuß möglich, die entstandenen Lücken auszufüllen. Ob allerdings die Gießener erfolgreich abschneiden werden, ist fraglich. Zugendfuhball. VfB.-R. 1. Jugend — Klein-Linden 1. Jugend. Das Vorspiel haben die Gießener auf eigenem Gelände mit 5:1 gewonnen. Es ist abzuwarten, wie sie sich in Klein-Linden behaupten. VfB.-R. 2. Jugend — Großen-Linden 2. Jugend. In diesem Spiel sollten die Gießener einen knappen Sieg erringen können. Die 3. Jugend spielt in Staufenberg und die 4. in Heuchelheim. Der Ausgang der Spiele ist offen. Oie KrersNassen am Sonntag. Steinbach — Steinberg (Volkmar, Wetzlar); Klein- Linden — Garbenteich (Kaletsch, Wetzlar); Hungen gegen Ruppertsburg (Beck, Flensungen); Leihgestern gegen Lich (Böcher, Gießen); Rodheim — Heuchelheim (Luh, Allendorf); Alten-Buseck — Großen- Buseck (Weber, Ehringshausen); Steinberg II gegen Grüningen (Laux, Leihgestern); Muschenheim gegen Heuchelheim II (Eckardt, Großen-Linden); Tv. 1846 II — Großen-Linden (Rinn, RodheimN Launs- bach — Staufenberg (Hofmann, Wieseck); Wieseck gegen Wißmar (Bender, Fellingshausen); Flensungen — Rüddingshausen (Kreiling, Gießen). Die Kreisklassen der Gruppe Gießen setzen die Spiele, nachdem der 3. Januar für die Pokalspiele freigelassen war, mit den obigen Begegnungen fort. In verschiedenen Abteilungen sind Paarungen, die, je nach ihrem Ausgang, von ausschlaggebender Bedeutung für die Placierung sind. Steinberg, Tabellenführer der Gruppe A der Kreisklasse, hat sich in Steinbach mit dem Fußball-Sportverein auseinanderzusetzen. Klein-Linden wird auf eigenem Platz den Gästen aus Garbenteich keine Möglichkeit las- sen, um zu einem Erfolg zu kommen. Bei der Begegnung in Hungen ist mit einem Erfolg der Gäste zu rechnen. Die Begegnung Leihgestern — Lich könnte mit einem Erfolg für die Platzbesitzer enden, wenn sich nicht in letzter Minute Schwierigkeiten in der Mannschaftsaufstellung bemerkbar gemacht hätten. Die beiden Begegnungen in der Gruppe B sind für die Tabellenersten besonders schwer. Heuchelheim muß nach Rodheim und es ist fraglich, ob eine Wiederholung des knappen Vorspielsieges möglich ist. Die lokale Begegnung in Alten-Buseck hat seinen besonderen Reiz. Steinberg II sollte seinen Vorspielsieg gegen Grüningen wiederholen. Bei der Begegnung Muschenheim — Heuchelheim II haben die Platzbesitzer die besseren Chancen. Tv. 1846 II gegen Großen-Linden ist offen in feinem Ausgang. Die Begegnungen Launsbach — Staufenberg und Wieseck — Wißmar stehen im Zeichen der Platzbesitzer, während das Treffen Flensungen — Rüddingshausen offen ist. F.-Sp.-V. 1926 Steinbach. Steinbach I — Watzenborn-Steinberg I. Am morgigen Sonntag empfängt Steinbach die erste Mannschaft der Teutonen zum fälligen Rückspiel in der Verbandsrunde. Das Vorspiel, das die Gäste mit 8:1 erfolgreich sah, war dem Spielverlauf nach zahlenmäßig etwas zu hoch ausgefallen. Die Teutonen, die am letztsonntäglichen Spiel die Turner von Launsbach im Pokalspiel mit nicht weniger denn 21:1 konterten und in ihren letzten Spielen ihre stete Formverbesserung unter Beweis stellten, werden sich auch diesmal nicht in ihrem Siegeszug stoppen lassen. Die Einheimischen haben in diesem Spiel keine Aussichten und für sie gilt es lediglich, die Niederlage nicht zu empfindlich werden zu lassen. „ FC.Teutonia" Watzenborn-Steinberg Steinberg II — Grüningen I. Morgen vormittag tritt die zweite Mannschaft von „Teutonia" Watzenborn-Steinberg auf eigenem Platze gegen die erste Elf von Grüningen an. Das Vorspiel konnten die Watzenborn-Steinberger mit 5:2 Toren gewinnen. Wie dieser bevorstehende Kampf ausgehen wird, ist nicht vorauszusagen, da die Grüninger mutmaßlich mit einer stärkeren Mannschaft als zum Vorspiel erscheinen werden. Iußball-Lokalkampf in Alten-Buseck. Am morgigen Sonntag greift die erste Mannschaft von Alten-Buseck wieder in die Verbandsspiele ein und hat gleich einen starken Gegner zu Gast, nämlich die erste Mannschaft vom Fußballklub 1926 Großen-Buseck. Beide Mannschaften lieferten sich immer spannende Kämpfe. Man gibt den Gästen ein kleines Plus. Spielabteilung Tv.1889 Klein-Linden Klein-Linden I — Garbenteich I. Zum ersten Verbandsspiel der Rückrunde stehen sich morgen auf dem Platz in Klein-Linden obige Gegner gegenüber. Das Vorspiel konnte Klein-Lin- den gewinnen. Diesmal liegt die Sache wesentlich anders, denn Klein-Linden muß das Spiel in veränderter Aufstellung bereiten. Für die Einheimi- fchen gilt es, ihren guten Ruf zu wahren, denn ein Punktverlust bedeutet ein Zurückfallen in der Tabelle. Wenn jeder Spieler des Gastgebers fein Aeußerstes hergibt, sollten sie doch ein annehm* bares Resultat erzielen können. Turn- und Sportgemeinde Rodheim a. d. Bieber. Rodheim I — Heuchelheim I. Zum ersten Nachrundenfpiel ist Heuchelheim morgen in Rodheim zu Gast. Das Vorspiel konnte Heuchelheim knapp für sich entscheiden. Eine Voraussage für morgen ist bei der Gleichwertigkeit der Partner schwer. Falls Rodheim den in manchen Spielen gezeigten Eifer und den Vorteil des eigenen Platzes auszunutzen versteht, dürfte es kaum zur Wiederholung des Vorspielsieges der Heuchelheimer kommen. Handball im Kreis 8 ckahn-M. Der Kampf geht weiter; die Spannung ist allerdings durch die klare Führung, die in den beiden Obersten Klassen besteht, nicht mehr allzu groß. Aus der l.Kreisklas e ist zu berichten, daß der Tv. Atzbach seine Mann chaft, die evtl, noch hätte ein- greifen können, zurückgezogen hat. Die Jugendklasse hat ihre Staffelsieger mit zwei Ausnahmen ermittelt. In der Gauklasse trifft der Tv. Wetzlar auf die CT. Kassel. Bezirksklasse. Tv. Heuchelheim — Tuspo. Niedergirmes: Man wird auf den Ausgang des in Heuchelheim stattfindenden Treffens gespannt sein dürfen. Denn die Heuchelheimer werden alles aufbieten, um die im Vorspiel erlittene Niederlage auszugleichen und vor allem auch den unerwarteten Siegeszug der Gäste abzustoppen. Ein Sieg, der durchaus möglich ist, würde die Platzbesitzer immer weiter nach vorne bringen. Tv. Lützellinden — Tv. Hochelheim: Lützellinden hatte schon im Vorspiel schwer zu kämpfen. Es wird deshalb gut daran tun, auch auf eigenem Platz auf der Hut zu fein. Denn es ist bekannt, daß Hochelheim gerade in letzter Zeit sehr schöne Ergebnisse erzielt hat. Tv. Münchholzhausen — SpVgg. 1900 Gießen: Münchholzhausen hat sich in dem neuerlichen Spiel viel norgenommen. Da die Mannschaft zudem zu Hause immer recht spielstark ist, so muß man den Ausgang des Spieles als vollkommen offen bezeichnen. 1. Kreisklasse. Tv. Groß-Rechtenbach — Tv. Hörnsheim: Die Hörnsheimer haben die meisten Aussichten, das Spiel zu gewinnen, zumal die Platzbesitzer nicht ihre stärkste Vertretung stellen können. To. Dutenhofen — Tv. Dorlar: Dutenhofen hat bereits das Vorspiel gewonnen und wird auch morgen wieder als Sieger angesprochen werden können, wenn seine Mannschaft Die Leistung aufbringt, mit der sie am letzten Sonntag aufwartete. Tv. Katzenfurt — Tv. Holzheim: Die Holzheimer sind in ihren Leistungen außerordentlich zurückgegangen. Trotz alledem wird es ihnen gelingen, auch in Katzenfurt einen Sieg zu landen. 2. Kreisklasse. Tv. Wetzlar II — Tv. Hausen: Nachdem nun auch noch Allendorf a. d. Lahn seine Mannschaft zurückgezogen hat, stehen nur noch fünf Vereine im Kampf. Diese werden in Kürze bereits den Tabellenführer ermittelt haben. Hausen verfügt zur Zeit über eine recht gut Mannschaft, die auf Grund ihres Könnens wohl in der Lage ist, den Wetzlarer Reserven die Stirne zu bieten. — , Tv. Nauborn — Tv. Lang-Göns: Unschwer ist vorauszusagen, daß Lang-Göns auch auf dem Platz in Nauborn einen sicheren Sieg erringen wird. Tv. Heuchelheim II — Tv. Niedergirmes II: Die Heuchelheimer haben schon im Vorspiel gewonnen, werden deshalb auch morgen wieder vorne sein. , Jugendklasse. Spvgg. 1900 Gießen — Mtv. Gießen II Tv. Nauborn — Tuspo. Niedergirmes Tv. Münchholzhausen — Tv Garbenheim Tv. Burgsolms — Tv. Atzbach. Kurze Spsrtnoiizen. Der Olympische Pokal, der vom Internationalen Olympischen Komitee dem Oesterreichi» schen Eislauf-Verband zuerkannt worden war, dessen Mitglieder während der vierzig Jahre seines Bestehens 28 Weltmeisterschaften errungen haben, wurde am Freitag in Wien feierlich übergeben. Der Mercedes-Benz - Renn st all stützt sich in den Rennen des Jahres 1937 auf Altmeister Caraccivla, Hermann Lang und den Engländer Seaman. Außerdem stehen Bäumer Brendel, Hartmann, Kautz (Schweiz) und Zehender (Italien) zur Verfügung. Mit Manfred von Brauchitsch wird nach verhandelt, während Louis Chiron ausgeschieden ist. In Davos nahmen die Akademischen Skiwettkämpfe aller Länder ihren Anfang. Zur Durchführung wurde nur der 14-Kilometer-Langlauf gebracht, während die Abfahrtsläufe erst am Samstag folgen. Sieger wurde der Norweger Glörsen in 1:04:14. Die Münchener Conef und Sende! belegten achtbare Plätze in 1:07:44 und 1:09:25. Neun Nationen haben bisher beim Englischen Tennis-Verband ihre Meldungen zum Davispokalwettbewerb 1937 abgegeben. Deutschland, Rumänien, Ungarn, Polen, Jugoslawien, Schweiz, China und Japan haben in der Europazone, USA. in der Nordamerikazone gemeldet, während die Südamerikazone bisher verwaist ist. Die deutsche Box-Acht für den Länderkampf gegen Polen am 14. Februar in Dortmund besteht aus Kaiser (Gladbeck), Rappsilber (Frankfurt), Miner (Breslau), Dixkes (Hamm), Murach (Schalke), Baumgarten (Hamburg), Vogt (Hamburg) und Runge (Elberfeld). Ruth Halbsguth ist in Berlin von einem Autounfall betroffen worden. Die deutsche Meisterin und Rekordhalterin kann aus diesem Grunde nicht am Nationalen Frauenschwimmfest teilnehmen, das am Sonntag in Frankfurt a. M. stattfindet. Zehen 588 Zettversäumsis Zehen werden nicht mißgestaltet, wenn man von Kind an passende, nicht zu enge Schuhe trägt. Wunde Zehen, die auf Schweißabsonderungen zurückzuführen sind, müssen nach dem Waschen gepudert werden. In schlimmeren Fällen ist der Arzt zu Rate zu ziehen. Zehennägel müssen ebenso gepflegt werden wie Fingernägel. Zeichnen ist eine Beschäftigung, der sich Kinder stundenlang hin- geben können. Um sie vor dem Bekritzeln aller möglichen Gegenstände zu bewahren, gebe man ihnen billiges Papier und einen Bleistift, damit sie ihren Zeichendrang betätigen können. Zeisig, etwa 13 cm lange Fin- kenart, die in Nadelwäldern nistet und das ganze Jahr über in Deutschland bleibt. Zeitung, der unentbehrliche Freund jeder Familie, die unerschöpfliche Quelle des Wisiens, der Unterhaltung und der Belehrung. Wer eine in der Zeitung veröffentlichte behördliche Anordnung nicht gelesen hat, gilt vor dem Gesetz nicht als entschuldigt. Zeitungtesen ist also Pflicht jedes Staatsbürgers. Wer seine Zeitung genau liest, erweitert nicht allein seinen Gesichtskreis, er sichert sich auch wirtschaftliche Vorteile durch Beachtung des Anzeigenteils, insbesondere der Kleinanzeigen. Jedes Familienmitglied soll an der Zeitung teilhaben. Es ist verkehrt, sie Kindern vorzuenthalten, da sie durch nichts das tatsächliche Leben besser kennen lernen als durch die Zeitung. Zeitungsanzeige, öffentliche Ankündigung in einer Tageszeitung von Familienereignisien, zu verkaufenden Waren und solchen, deren Kauf beabsichtigt ist, von Stellenangeboten und Stellengesuchen, von zu vermietenden und von gesuchten Wohnungen usw. Die Zeitungsanzeige besitzt als Mittler die größte Bedeutung und ist aus unserem Wirtschaftsleben nicht Hinwegzudenken. Ihre Werbewirkung ist nachweislich größer als irgend eines anderen Werbemittels. Besonders vorteilhaft ist die Aufgabe von Kleinanzeigen, deren Preis außerordentlich günstig gestellt ist. Zeitungsbezug wirb durch Bestellung bei der Geschäftsstelle, bei der Zeitungsträgerin oder bei der Post angemeloet. Post- bestellungen müssen spätestens bis zum 26. ds. Mts. erneuert werden, damit die Zuweisung keine Unterbrechung erleidet. Zeitversäumnis. Wer als Zeuge oder Sachverständiger vor Gericht geladen ist kann Ersatz seiner Auslagen (Fahrgeld) und eine angemessene Entschädigung für Zeitversäumnis verlangen. Es wird ein gewißer Gebührensatz gewährt und von der Ee- richtskasie nach der Zeugenvernehmung ausgezahlt. — Die Partei, welche einen Prozeß verliert, muß der gewinnenden ebenfalls eine Entschädigung für die Zeitversäumnis zahlen, die zur Wahrung der Rechte (z. V. Gang zum Rechtsanwalt, Zeitversäumnis wegen Terminswahrnehmung) notwendig waren. CAR DY Feinseife Rasierseife Hautcreme Parfüm CARD Y- Erzeugnisse: — — Telefon 2037 Dr. med. Wilhelm Brüning Assistenzarzt in der Sanitäts-Staffel Würzburg und Frau Ilse Brüning, geb. Mangold zeigen ihre Vermählung an Gießen, Äleichstraße 24 Würzburg 9. Januar 1937 132 D Für die anläßlich unserer Vermählung erwiesenen Aufmerksamkeiten danken mir herzlich Heinz Münch, Ingenieur u.Frau Ottilie, geb. Kimpel Rostock i. M., im Ianuar 1937 155 D Vornehm I Geschmackvoll 1 Persönllchl Diese wesentlichen Eigenschaften der guten Familien- Drucksache bietet Ihnen In zahlreichen neuzeitlichen Ausführungsarten und Papieren zu mäßigenPrelsen Brühl’sche Druckerei, Schulstr. 7, Ruf 2251 Da es uns unmöglich ist, jedem einzelnen furdie erwiesenen Aufmerksamkeiten zu unserem goldenen Hochzeitstage zu danken, bitten wir, auf diesem Wege unseren aufrichtigen Dank entgegenzunehmen Ludw.Schlundt I., Zimmermann, und Ehefrau, geb. Aeitschmidt Hausen, den 9. Ianuar 1937. 139 D Zur Nacheichuny geeichte Waagen und Gewichte aller Art Smbseschäkt Löberstrabe 19. »d ltr.7 vierter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiaer für Oberhessen) II WM Ml III UUCML .MMlWMMM »« III I- t .-JSMi.«aW>ltkMWMaMUMMaManaB Santsfog, y.Zanuar M7 GießenerStraßenbahn im Nachtquartier erscheinenden Dingen so: sie müssen aus einer Fülle der Erfahrung, aus Tradition, aus Zuverlässigkeit aller unmittelbar beteiligten Kräfte und aus Pünktlichkeit selbstverständlich geworden sein. Immer steht hinter der Selbstverständlichkeit eine genau ausgewogene ständig gleiche Leistung. Und nicht zuletzt Verantwortungsbewußtsein I So ist es auch bei unserer Straßenbahn! Zwar kann sich jedermann denken, daß es nicht damit getan sein kann, abends den Wagen in die Halle fahren und ihn morgens wieder herauszuholen, interessant ist es aber doch, einmal gewissermaßen „hinter die Kulissen" unserer Straßenbahn zu gucken, sofern man hier von Kulissen sprechen kann, wo es sich fast ausschließlich um metallisch glänzende Realitäten handelt. Wenn es um diese Realitäten geht, dann lassen sich Ueberblicke am besten mit einigen Zahlen schaffen. Insgesamt stehen 28 Straßenbahnwagen in der Halle am Elektrizitätswerk; 14 Wagen davon befinden sich während der meisten Stünden des Tages und bei voll bestrittenem Fahrplan unterwegs. Jeder Wagen legt täglich bis 150 Kilometer zurück, und zwar bei jedem Wetter, bei Schnee und Eis, bei Sonnenschein und Hitze. 28 Fahrer wechseln sich in 8- bis 9stündiger Arbeitszeit in der Führung der Wagen ab. Bei besonderen Anlässen (Kundgebungen, Festveranstaltungen, Zirkusgastspielen usw.) sind oft alle Wagen im Betrieb und über 50 Mann halten dabei zeitweise den Fährverkehr aufrecht. Jeder Wagen vermag bei jeder Fahrt bis zu 35 Personen zu befördern, die neuen Wagen, die wir meist nur Sonntags zu sehen bekommen (1929 wurden diese Wagen angeschafft) vermögen 50 Personen zu fassen. Ein Wagen wiegt 8 Tonnen. Es ist selbstverständlich, daß bei der hohen Beanspruchung der Wagen eine ständige Pflege und Ueberprüfung notwendig ist. Auch eine tägliche Reinigung der Wagen ist nötig, denn bei vielen Volksgenossen erstreckt sich der Ordnungssinn noch nicht bis zum Straßenbahnfahrschein, die allnächtlich in „rauhen Mengen" aus dem Wagen gekehrt werden müssen. Mit der Reinigung der Wagen und dem Putzen der Fensterscheiben hat ein Mann die ganze Nacht zu tun, denn am Morgen wollen die Fahrgäste, wenn auch unbewußt, doch einen sauberen Wagen antreffen. Jede Nacht sind im Straßenbahndepot zwei Männer an der Arbeit; während der eine die Reini- gungsarbeiten zu versehen hat, hat der andere, ein Schlossermeister, die verantwortungsvolle Arbeit der Ueberprüfung der Wagen auf ihre Betriebssicherheit und eventuelle kleine Reparaturen vorzunehmen. Jeden Abend werden die Schaltanlagen einer genauen Prüfung unterzogen. Auch das schwere Fahrgestell muß immer nachgesehen werden. Zu diesem Zweck kann sich der diensttuende Schlosser direkt unter die Wagen begeben, denn alle Wagen stehen zur Nacht über tiefen Laufgängen, die die ganze Halle durchziehen. Der Monteur kann dabei völlig aufrecht unter vier hintereinanderstehenden Wagen hindurchgehen, bis er am anderen Ende der Halle wieder auftaucht. Einer ständigen Kontrolle werden auch die großen Bügel unterzogen, über die der Strom aus der Oberleitung den Motoren zugeführt wird. Hier wurde übrigens vor kurzer Zeit eine begrüßenswerte Neuerung durchgeführt, und zwar wurden Bügel beschafft, die erheblich breiter sind, als die bisher benützten, die außerdem in jenem Teil, der unmittelbar mit der Oberleitung in Berührung steht, beweglich sind. Dadurch ist eine sichere Verbindung zwischen Stromkabel und Bügel gegeben und ein Ueberspringen von Funken wird dadurch vermieden. Diese Einrichtung wurde besonders den Radiohörern zuliebe beschafft, die das Ueberspringen von Funken bisher als ein vernehmliches Knacken in ihren Lautsprechern bemerkten. Wie man nach den bisherigen Beobachtungen schließen darf, hat sich die Neuerung gut bewährt. Mit der allnächtlichen Ueberprüfung der Wagen kann es allerdings nicht getan fein. Nach einer genau Ms < Bei der Wagenwäsche. Arbeit der Nachtstunden. Es ist uns allen, die wir zu unserer Straßenbahn in vertrauter Beziehung stehen, zur Selbstverständlichkeit geworden, daß jeden Morgen um 5.37 Uhr der erste Wagen der „grünen Linie" vom Straßenbahndepot aus unter allen bekannten Geräuschen nach Wieseck fährt. So etwa alle Volksgenossen, die an den Straßen wohnen, die diese „Elektrische" passiert und den Wagen im Halbschlaf hören, denken dann: „Jetzt kann ich noch IV2 Stunden schlafen —" und drehen sich — uff — auf die andere Seite. Vielen Volksgenossen ist die erste Straßenbahn die Uhr. Das ist mit Fug und Recht ein Lob für diese gemeinnützige Einrichtung. Aber es ist in allen uns selb st ver stündlich r r b 1 KP»» M L’ Die Schaltanlage wird überprüft. Bei der Arbeit unter dem Wagen. umrissenen gesetzlichen Bestimmung müssen Straßenbahnwagen alle zwei Jahre einer Generalüberholung unterzogen werden. Im Zeitraum von zwei Jahren legt jeder Wagen unserer Gießener Straßenbahn, sofern er täglich im Betrieb ist, etwa 60 000 bis 70 000 Kilometer zurück. Wenn auch nach die- er Strecke die Betriebsicherheit noch nicht ge- ährdet wäre, so ist sich die Leitung des Elektrizitätswerkes doch aller Verantwortung bewußt und läßt es an nichts fehlen. Eine große Schlosserwerkstatt steht zur Verfügung, eine Schreinerei und eine Lackiererei sind ebenfalls angegliedert und nicht weniger denn 20 Facharbeiter sind dort ständig beschäftigt. Sie alle sind auch im Fahrdienst ausgebildet und stehen, wenn es notwendig ist, am Führerstand der Wagen. Fast stets befinden sich ein oder zwei Wagen in Gesamt - Ueberholung, und sie werden zu diesem Zweck fast völlig auseinandergenommen. Motore werden gründlich gereinigt, Lager werden neu ausgegossen und wieder ausgedreht, die Achsen werden überprüft, die Räder mit neuen Eisenmänteln versehen, der Oberbau wird nachgesehen, repariert, lackiert, so daß der Wagen nach dieser Ueberholung wie neugeboren die Werkstätten verläßt. Es läßt sich auch kaum behaupten, daß die Wagen unserer Straßenbahn ihr Dienstalter von 27 Jahren verraten. — Die Arbeit, die bei unserer Straßenbahn geleistet wird, läßt erkennen, daß alle beteiligten Stellen ein hohes Verantwortungsbewußtsein erfüllt all jenen gegenüber, die die Straßenbahn benützen. Mit den Führern der Straßenbahnwagen verbindet wohl viele Volksgenossen ein herzliches Verhältnis. Die Männer, die jahraus, jahrein auf dem zugigen Platz am Führerstand stehen, immer dafür sorgen müssen, daß sie sich möglichst pünktlich alle sieben Minuten auf dem Marktplatz ein Stelldichein geben können, haben keinen leichten Dienst. Ihre Arbeit nach zwei Seiten — Wagenführen und Fahrscheine ausgeben — verdient Anerkennung. Diese Anerkennung kommt am besten dadurch zum Ausdruck, wenn die Fahrgäste der Straßenbahn ihnen ihr verantwortungsvolles Amt erleichtern, indem sie sich mit dem nötigen Kleingeld versehen, rechtzeitig melden, ob sie umsteigen wollen oder nicht, sich ferner mit dem neuen Tarif vertraut machen und nicht immer gerade auf den Platz an der Türe stehen wallen. N. H $ * M G * - b< Links oben: Der bekannte Blick zurück — will noch jemand mit? — Rechts oben: Am Führerstand. — Links unten: Am Bahnhof gibt es immer eine kleine Pause. — Rechts unten: Der Fahrgast zückt feinen Groschen. — (Ausnahmen j7j: Neuner, Gießener Anzeiger.) Das fremde Gesicht. Vornan von Laren. 11. Fortsetzung. (Nachdruck verboten!) „In Ihrem Alter darf man das überhaupt noch gar nicht wissen." „Man darf vielleicht nicht, aber man weiß es. Leider! Das kommt ganz von selbst." Sie wandte sich mit einem müden Achselzucken zum Gehen. Aber Alland vertrat ihr den Weg. Sie jetzt wieder fortlassen — in dieser Stimmung? Ohne ein Wiedersehen verabredet zu haben? Um keinen Preis! „Verzeihen Sie mir, wenn — wenn ich Sie vielleicht belästige, aber ..." Seine Worte überstürzten sich. „Ich möchte Sie jetzt nicht allein lassen. Ich bin Arzt — kein Nervenarzt allerdings, aber ich verstehe mich doch auch ein wenig auf den seelischen Organismus." „Haben Sie Angst, daß ich es noch einmal tue?" fragte sie mit einem seltsam hinterhältigen Lächeln. „Ja, offen gestanden, ich fürchte es. Sie sind hier so allein, da kommt man leicht auf dumme Gedanken. Darf ich Sie um etwas bitten?" „Ja — um was?" „Daß Sie sich von heute ab als meine Patientin betrachten und sich ein wenig von mir in die Kur nehmen lassen. Versprechen Sie mir das?" Sie sah ihm mit altklugem, fast überlegen spöttischem Blick in die Augen. „Aber Sie wissen ja gar nicht, wo es mir fehlt, und ob Sie mich überhaupt kurieren können." „Das weiß kein Arzt im voraus. Man versucht es eben. Die wenigsten Leiden sind unheilbar." Langsam ging er neben ihr her bis zu ihrer Tür. „Darf ich Sie nach Tisch zu einem kleinen Spaziergang abholen? Oder — wo essen Sie zu Mittag?" Er wußte, daß die „Souvenir" nur eine Wohn- pension war, die keine Verpflegung gab, er wußte es von Leuten, die da gewohnt und ihre Mahlzeiten in seinem Hotel eingenommen hatten. Das Mädchen wurde sichtlich verlegen. „Ich esse mittags nur Obst", erklärte sie ausweichend, „ich habe bei der Hitze keinen Appetit." „Und am Abend?" „Oh, ganz verschieden. Wo ich gerade bin." „Dann könnten mir ja "zu Fuß nach Mentone gehen, wenn es Ihnen nicht zu viel ist, und dort miteinander zu Abend essen — ja? Es gibt so hübsche kleine Gasthäuser in Mentone," Er merkte an ihrem ängstlich flimmernden Blick, daß sein Vorschlag ihr nicht gefiel. „Nein, nicht nach Mentone", sagte sie hastig, „dort sind so viele Menschen. Ich mag keine Menschen sehen!" Eine eigensinnige Bestimmtheit war in ihrem Ton. Frank Alland wunderte sich im stillen über die seltsame Menschenscheu dieses jungen Geschöpfes, aber er gab sofort nach. Man einigte sich auf einen Spaziergang ins Gorbiotal. Um drei sollte er sie abholen. Alland fühlte vor Freude sein Herz bis in die Kehle schlagen. Der Händedruck, mit dem er zum Abschied ihre Finger umschloß, fiel beinah ein wenig zu heftig aus. Auf einmal wurde er sich bewußt, daß er noch immer die Rosen in der Hand trug, und daß er sich ja überhaupt nicht einmal vorgestellt hatte. Die knabenhafte Unbeholfenheit, mit der er das Versäumte nachholte, entlockte ihr ein Lächeln — ganz kleines, aber sehr helles Lächeln, das ihr melancholisches Kindergesicht förmlich verklärte. „Wozu diese Feierlichkeit?" sagte sie lieb und ein bißchen befangen. „Ich heiße Evelyn — das ist einfacher. Wozu Ihnen erst meinen Familiennamen buchstabieren! Sie behalten ihn ja doch nicht." Sehr behutsam nahm sie ihm die Rosen aus der Hand und vergrub einen Augenblick ihr Gesicht darin. Dann verschwand sie in der Haustür. Die Tage vergingen — strahlend blaue Septembertage, die bei aller südlichen Glut schon etwas mild herbstliches hatten. Man lag am Strande, man ruderte, schwamm, machte kleine Ausflüge in die Umgebung. Kaum eine Stunde des Tages, die man nicht gemeinsam verbrachte. Unmerklich fast kam man einander näher. Unmerklich begannen sich zwischen den beiden jungen Menschen die ersten zarten Fäden einer noch im Unbewußten schlummernden Beziehung zu spinnen, eines scheuen und sehr kostbares Gefühls, das sie ängstlich vor einander zu verbergen bemüht waren — aus Unsicherheit vielleicht ober auch in instinktiver Angst vor einer tieferen Bindung, die mit diesem kurzen Svmmer- glück doch wieder und um so schmerzlicher zerreißen mußte ... Besonders Evelyn war es, die dem Freund gegenüber eine seltsame Zurückhaltung bewahrte, ein oft fast die Grenze des Verletzenden streifende Verhülltheit, die ihm weh tat. Es gab Stunden, in denen Evelyne ganz auftaute, in denen unter dem Schleier von Schwermut, der auf ihr lag, ihre kindlich-heitere Natur zum Durchbruch kam' Dann konnte sie ganz munter drauflos plaudern, vergnügt und unbefangen wie jedes andere Mädchen ihres Alters, und dazwischen ertönte frei und ohne jede Gezwungenheit ihr Lachen. Dann aber — mitten in der heitersten Unterhaltung — zog sie sich ganz plötzlich wieder in sich selbst zurück. Sie verkroch sich förmlich vor ihm wie ein scheues Tier, das sich zu weit in den Bereich der Menschenhand vorgewagt hat und plötzlich mißtrauisch zurückschreckt. Alland wurde nicht klug aus ihr, weder aus ihrer Vergangenheit noch aus ihren Geldverhältnissen — aus nichts. Oft kam es ihm vor, als ob ihr Aufenthalt in dem kleinen Rivieraort nur ein ganz zufälliger fei, eine Art Notlandung — wenn nicht sogar ein Schiffbruch. Jedenfalls keine Serienreife, die man in Ruhe vorbereitet hat, und auf die Frauen für gewöhnlich dreimal so viel mitnehmen als sie brauchen. Bei Evelyn war das Gegenteil der Fall, sie schien so gut wie gar fein Gepäck zu haben. Tagaus, tagein trug sie das gleiche Kleid, dieses sehr elegante, aber für den Süden viel zu warme Nachmittagskostüm aus schwerem Seidenkrepp, in dem er ihr an jenem ersten Morgen begegnet war. Dazu Schuhe aus Eidechsenhaut, die für den Boulevard gemacht waren, aber nicht für die steinigen Fußpfade dieser romantischen Felsenküste. Alland mußte sie erst dazu überreden, sich ein'Paar einfache Leinenschuhe zu kaufen mit niedrigen Absätzen, wie sie hier jedermann trug. Dabei hatte er den Eindruck, daß sie nicht aus Eitelkeit in dieser unbequemen Kleidung herumlief — sie war viel zu ungeziert und natürlich in ihrem ganzen Wesen, als daß man ihr diese törichte Koketterie hätte zutrauen können. Nein, es hatte viel eher den Anschein, als scheue sie die unbedeutende Geldausgabe. Auch sonst sprach vieles dafür, daß ihre Barmittel ziemlich gering fein mußten. Er hatte sie sogar im Verdacht, daß sie sich nur deshalb das Mittagessen versagte. Im Anfang hatte er geglaubt, sie betreibe, wie so viele Frauen, die Obstesserei zur Erhaltung ihrer schlanken Linie. Allmählich kam er dahinter, daß sie es aus Sparsamkeit tat. Wenn er, wie fast jeden Abend, mit ihr in einem Restaurant aß, studierte sie eine Viertelstunde lang die Speisekarte, um dann endlich das billigste und einfachste Gericht zu wählen, das sie mit kindlichem Heißhunger verschlang. Aber niemals erlaubte sie ihm, für sie zu zahlen ober sie auch nur zu einer Tasse Kaffee einzuladen, und als er einmal doch hinter ihrem Rücken die gemeifame Zeche beglich, wurde sie fast böse und sagte: „Wenn Sie das noch einmal tun, Frank, geh ich nie wieder mit Ihnen aus" Sie sagte das so entschieden, daß Alland ihr nicht zu widersprechen wagte. Ader er begann im stillen unter diesem Zustand zu leiden. Die Vorstellung, daß sie sich vielleicht in irgendeiner peinlichen Verlegenheit befand, aus der er ihr ganz leicht hätte heraushelfen können, wenn er nur gedurft hätte — diese Vorstellung hatte etwas unsagbar Quälendes für ihn. Aber was ging es ihn an, wenn sie lieber ihren Schmuck versetzte, als daß sie ihn, den Freund, in ihre Sorgen einweihte? Denn sie hatte natürlich den schönen Smaragdring versetzt, den sie in den ersten Tagen noch immer getragen hatte, und den er dann plötzlich an ihrer Hand vermißte. Sie behauptete zwar, sie habe ihn beim Baden verloren, aber er glaubte ihr das nicht. Sein Instinkt sagte ihm, daß sie ihn belog. Mochte sie ihn belügen! Er hatte kein Recht, Aufrichtigkeit von ihr zu verlangen. Er hatte überhaupt kein Recht an sie. Er wußte ja nicht einmal, ob er ihr mit ihrer Rettung einen Gefallen erwiesen hatte. Wie hätte er das auch beurteilen können ...? Es war so wenig, was sie ihm bisher von ihrem Leben verraten hatte. Sie vermied es offenbar ängstlich, von sich selbst zu sprechen; und wenn das Gespräch sich allzusehr dem Persönlichen näherte, wußte sie ihm geschickt eine andere Wendung zu geben. Alles, was er von ihr wußte, war, daß sie einer deutsch-russischen Emigrantenfamilie entstammte und bei einer Tante in Paris ausgewachsen war, in nicht sehr glänzenden Verhältnissen, wie es schien; denn sie erzählte einmal ganz harmlos, daß sie eine halbe Nacht hindurch vor der Opern- kasse gestanden habe, um einen Galerieplatz für ein Schaljapin-Gastspiel zu erobern. Sie liebte die Musik, sie schien ganz darin'aufzugehen, obgleich sie selbst kein Instrument spielte. Aber ihr Gang, ihre Bewegung, ihr ganzer Körper hatte etwas Musikalisches. Alland war nicht im geringsten überrascht, als sie eines Tages zögernd damit hervortrat, daß sie Tänzerin fei, ja — ober eigentlich erst Tanzschülerin, denn zu einem selbständigen Auftreten sei sie noch gar nicht aefommen. Erft arbeiten — nichts als arbeiten. Sechs, sieben Stunden am Tag. Evelyn war plötzlich wie verwandelt. Ganz dunkel vor Ergriffenheit klang ihre junge Stimme, und ihr Gesicht war wie von innen heraus durchglüht. Alland konnte den Blick nicht von ihr lassen. Er fühlte, daß ihre Begeisterung echt war. Mit so leidenschaftlichem Ernst konnte nur ein Mensch sprechen, dem seine Kunst alles war. Wenn er, von ihrer Verschlossenheit gepeinigt, je von dem Zweifel befallen worden war ob er es nicht doch am Ende mit einer kleinen Abenteuerin zu tun hatte — diese feierliche Minute, die ihm den innersten Kern ihres Wesens enthüllte, überzeugte ihn tiefer und endgültiger als jede Gewißheit von ihrem menschlichen Wert. (Fortsetzung folgt!) Lunge deutsche Nation. Oie Lösungen und die Preisträger unserer Weihnachis-Preisaufgabe 1936. Das NeineWeihnachtSbäumchen. Einst war da ein Bäumchen schwach und klein, Aiim Schutz benutzten's die Vögelein. Unbedeutend stand es im Walde, da kam der Weihnachtsmann über die Halde. Er sprach: „Dies Bäumchen ist mir grade recht ist schön gewachsen und gar nicht schlecht." Er hieb es ab, steckt's in den Sack hinein und trabt zum nächsten Städtelein, und denkt: „Ich such' jetzt, bis ich find', ein Häuschen mit 'nem brauen Kind, dem will ich Ichenken das Bäumchen klein, es wird sich dann daran erfreu'n." Und wie er so durch die Straßen geht, ein kleines Mädchen vor ihm steht. Es sagt: „Ach lieber Weihnachtsmann, ich bitt', komm doch zu unserer Wohnung mit. Die Mutter ist krank, der Vater ist tot, seit dieser Zeit leiden wir bittere Not. Wir wollen mit allem zufrieden sein, hätten wir nur ein Bäumelein." „Wo ist euer Haus? Komm, führ mich hin!" „In der Mühlgass', ganz in der Ecke drin." Der Weihnachtsmann stapft mit schwerem Schritt an Kinderhand durch die Straßen mit. Bis sie in ein Häuschen armselig und klein durch die niedrige Türe gehen hinein. Dort blicken ihn zehn Kinderaugen an, der Weihnachtsmann bringt seinen Sack heran. In die Stube er das Bäumchen stellt, bald Lichterglanz die Hütte erhellt. Die Kinder sind herumgesprungen und haben Weihnachtslieder gesungen. In all dem Jubel und Kerzenschein, geht der Weihnachtsmann aus der Hütte klein. Er brummt zufrieden in den Bart: „Das ist die rechte Kinderart, die Andern immer Freude macht und an sich selbst hat nicht gedacht!" Zufrieden stapft er in den Tann und tritt die Himmelsreise an. So bracht' das Bäumchen arm und klein, den guten Kindern Sonnenschein. Ursula Meyer-Paysan, Gießen, 11 Jahre alt. Vom Tannensamlem zum WeihnachtSbaum. Heuer ist ein Tannenzapfenjahr. Alle Tannen hängen jetzt voll von braunen Zapfen. Sie lüften in lauem Wind ihre Schuppen und die kleinen geflügelten Samen fliegen heraus. Da erfaßt sie der Wind. Weit trägt er sie über Berg und Tal, über Flur und Wald. Viele fallen auf harten, steinigen Grund, viele ins Wasser, aber auch viele auf guten Boden. Von einem, das der Wind neben einer uralten Tanne fallen ließ, will ich erzählen. Es lag wochenlang wie leblos da. Aber als der März ins Land zog,'da schwoll das schwarze Körnlein an. Es Lehnte und streckte und sprengte seine Hülle. Ein feines Würzelchen trieb es in die Erde und dem Lichte zu hob sich das zierliche Stämmchen. Aber als der Mai kam, sah es wie ein kleines Sternchen aus. Niemand hätte gedacht, daß aus ihm eine so große Tanne wachsen würde. Es gedeihte präch- ttg unter dem Schutz seiner großen Nachbarn. Im zweiten Frühjahr trieb es schon kleine Zweige mit winzigen Nadeln und im Herbst war es schon eine Spanne hoch, und seine Zweige glänzten wie die seiner großen Kameraden. Langsam und nur mählich wuchs unser Tännlein. Doch im 5. Jahr war es schon ein richtiger Tannenjüngling. Seine Zweige hatten sich regelmäßig um den Stamm geordnet und seine Spitze stand wie ein Spieß gen Himmel. Ein Rotkehlchen mietete sich ein und baute sein Nest im dichten Gezweig. Die Jahre vergingen. Zwanzigmal hatte es jetzt schon neue Nadeln bekommen. Und jetzt ist es wieder Winter. An einem Morgen kam der Förster und schnitt mit seinem scharfen Messer ein Kreuz in den Stamm der Tanne. Das gelbe Harz floß aus der Wunde. Und nach wieder ein paar Tagen kamen abermals zwei Männer mit einer riesengroßen Säge und begannen unsere Tanne zu fällen. R — si, r — si, r — si stöhnte es. Langsam neigte sich der Baum und krachend stürzte er zur Erde. Doch jetzt kommt eigentlich seine schönste Zeit. Bunt und glitzernd steht er im Zimmer. Schokoladenkringel, Kugeln und Silberputz hängen an seinen Aesten, und die Kinder freuen sich über die bunten Lichter. Unter Tannenbaum selbst ist ftoh und glücklich, daß er ein Weihnachtsbaum wurde. Klaus Huch, Gießen, 16 Jahre alt. Der Hiilerjunge. Hans stand am Fenster und überlegte sich, wie er wohl aus dieser Klemme herauskommen sollte. Dem Gefolgschaftsführer war es vor einiger Zeit ausgefallen, daß Hans mit sehr schlechtem Schuhwerk zum Dienst kam. Da dem Gefolgschaftssührer bekannt war, daß die Mutter von Hans eine arme Witwe ist, bekam Hans ein Paar neue Schuhe gestiftet. Niemand war glücklicher als Hans. Gerade jetzt, wo die Geländespiele begannen, brauchte er sich nicht mehr um Ausreden über sein Ausbleiben den Kopf zu zerbrechen, sondern konnte zu jedem Dienst fröhlich antreten. Aber was nun? lieber Hans wohnten auch sehr arme Leute. Der Mann war jahrelang arbeitslos gewesen. Nun hatte er vor acht Tagen durch das Arbeitsprogramm des Führers Arbeit bekommen. Dann geschah das Unglück im Betrieb. Jetzt lag er schwerverletzt in der Klinik. Sein Sohn, im gleichen Alter mit Hans, der wegen innerer Krankheit keinen Dienst mitmachen konnte, hatte sich nun bei dem nassen Wetter infolge seiner schlechten Schuhen und dauernd nassen Füßen wieder eine Lungenentzündung zugezogen. Der Arzt hatte dringend geraten, neue Schuhe anzuschaffen, damit er vor allen Dingen feine nassen Füße mehr bekäme. Als Hans seinen Freund besuchte, klagte ihm dieser sein Leid. Kurz entschlossen schenkte ihm Hans seine Schuhe. Morgen war nun Eintopftonntag. Obwohl die Mutter von Hans auch sehr arm war, hatte er doch darauf bestanden, daß auch sie ihr Scherflein zu dem Winterhilfswerk des deutschen Volkes beitragen konnte. Der Gefolgschaftsführer von Hans hatte gerade in dieser Straße zu sammeln. Sollte er nun die Sache erzählen oder nicht? Es sah nach Prahlerei aus. Aber er hatte sich doch zu dem Segelflugwettbewerb, der innerhalb der Gefolgschaft mit selbstgebauten Segelflugzeugen stattfand, gemeldet, da mußte er ja mit seinen alten Schuhen wieder auffallen. Er beschloß, vorläufig zu warten. Beim nächsten Antreten geschah es schon. Hans trat mit blänkgeputzten Schuhen an. Aber auch mit dem besten Schuhputz ließen sich die Mängel nicht verdecken. Als der Gefolgschaftsführer die angetretenen Jungen besichtigte, stutzte er bei Hans, sagte aber nichts, sondern ging ruhig weiter. Nach der Beendigung der Besichtigung rief er Hans aus dem Glied heraus, ging mit ihm auf die Seite und frug ihn nach dest Schuhen. Hans erzählte die Sache. Der Gefolgschaftsführer sah ihm ernst in die Augen und sagte dann nur: „Eintreten." Hans war froh, daß die Sache so abgelaufen war. Als er seinen kranken Freund wieder besuchte, zeigte dieser ihm freudestrahlend ein Paket von der Winterhilfe. Warmes Unterzeug, einen Anzug und einen Mantel, was er so nötig brauchte. Er war jetzt so weit wieder gesund, daß er zu dem letzten Heimabend in dem alten Jahr mitgehen konnte. Da lag unter dem brennenden Tannenbaum für die armen Kameraden manch Paket. Auch für Hans. Als er es öffnete, waren eine neue Uniform und neue Schuhe darin. Er freute sich sehr darüber. Der Gefolgschaftsführer machte noch bekannt, daß der Regimentskommandeur des hiesigen Infanterie-Regiments, die gesamte Gefolgschaft für die geleisteten Dienste der Hitler- jungen während des in hiesiger Gegend stattgefundenen Herbstmanövers durch Bereitstellen von frischem Trinkwasser und sonstigen kleinen Hilfeleistungen zu einer Weihnachtsfeier in der Kaserne eingeladen habe. Jubelnd wurde diese Nachricht ausgenommen. Als die Jungen von der Feier in der Kaserne nach Hause gingen, war es ihnen doch klar geworden, daß alle diese Freuden der letzten Wochen nur durch den Aufbauwillen des Führers unter Mithilfe des deutschen Volkes möglich waren, und jeder nahm sich fest vor, auch im neuen Jahre den Befehlen des Führers nachzukommen. Heinz Häuser, Gießen, 13 Jahre alt. Sei der Hlller-Zugend. Am einem Sonntagmorgen trat die Gefolgschaft 1 der HI. um 7 Uhr mit 1:183 Mann am Appellplatz an. Sie wollte ein Geländespiel gegen die Gefolgschaft 5 machen. Dabei wurde bekannt gegeben, daß die Siegermannschaft die Ehre hätte, am kommenden Sonntag für das Winterhilfswerk zu sammeln. Dieser war gerade der nächste Eintopfsonntag. Nun ging das Geländespiel los. Die Gefolgschaft 5, die mit 1:227 Mann angetreten war, siegte. Das kam daher, weil sie bei dem letzten Herb st Manöver zugesehen hatte und von den Feldgrauen so mancherlei Kniffe gelernt hatten. Sie konnte auch eine schöne Summe an das Winterhilfswerk abliefern. Die Gefolgschaft 1 nahm sich aber vor, bei dem nächsten Herbstmanöver auch zuzusehen. Nachdem sich die beiden Mannschaften wieder friedlich vereinigt hatten, gab es einen gemeinsamen Aufmarsch vordem Bannführer. Dieser führte unter anderem aus, daß bei dem nächsten Heimabend eine schlichte Weihnachtsfeier sein sollte, bei dem ein Tannenbaum brennen müßte. Ferner sollte jeder Junge etwas Geld stiften, damit ein Segelflugzeugmodell gebaut werden könnte. Das geschah auch so, wie es der Bannführer gesagt hatte. Bei dem nächsten Segelflugwettbewerb machte dieses Flugzeug, welches mit Gummiantrieb bewegt wurde, den dritten Preis. Es war aber auch viel Arbeit gewesen bis das Sperrholz herausgesägt und geleimt war. Sie hatten es aber geschafft. Ja, bei der Hitler-Jugend ist es schön. Hermann Fischer, Flensungen, 13 Jahre alt. Das Ergebnis und die 30 Preisträger. Liebe duben und Madels! Nun ist die Schlacht wieder einmal geschlagen; die vielen Briefe sind geordnet, numeriert und zu Häuschen geschichtet: Buben und Mädchen, Stadt und Land, falsche und richttge Lösungen. Die falschen waren, um es gleich zu sagen, in verschwindender Minderzahl. Die meisten der jugendlichen Einsender haben alle Rätsel ohne sonderliche Schwierigkeiten richtig gelöst — nur die beiden ersten (Geländespiel und Eintopftonntag) haben einigen etwas mehr Kopfzerbrechen gekostet. Spaßig ist, daß die Zahl der Einsendungen aus der Stadt und vom Lande genau die gleiche ist; doch haben sich in Gießen ungefähr doppelt soviel Mädchen wie Buben, auf dem Lande ungefähr doppelt soviel Buben wie Mädchen am Wettraten beteiligt. Und alle oder fast alle haben auch eine Geschichte gewußt oder ein Gedicht gemacht; die hübschesten davon findet Ihr auf dieser Seite abgedruckt. Alles in allem: der Rätselonkel hat gesehen, daß er wieder mal das Richtige getroffen, und daß die Weihnachtspreisaufgabe 1936 Euch allen nicht weniger Spaß gemacht hat als ihm selber. Ihm hat das Vergnügen dabei die Mühe reichlich aufgewogen, Euch soll ein Preis von bleibendem Wert die Anerkennung für Kopfzerbrechen, Fleiß und mancherlei Einfälle fein. Und wer dies Jahr feinen Preis bekommen konnte, soll es das nächste Mal aufs neue wagen. Auf Wiederhören und -raten Weihnachten 1937! Euer Rätselonkel. Die Lösungen: Silbenrätsel. 1. Sizilien, 2. Eboli, 3. Grüningen, 4. Edersee, 5. London, 6. Fanfare, 7. Leiterwagen, 8. Unterfeldwebel, 9. Gutenberg, 10. Wanderfalke, 11. Elsa, 12. Toledo, 13. Tannenberg, 14. Batterie, 15. Ellenbogen, 16. Wasserrose, 17. Ermanarich, 18. Robinson, 19. Bacharach. — S e g e l s l u g w e 11 b e - werb. Zahlenrätsel. Gefolgschaft. — Scholle, Affe, Tast, Elle, Scheffel, Elfe, Hagel, Flagge, Golf, Elch, Haft, Egge, Schaf, Felge, Schlaf, Schale, Tasche, Lotte, Flegel, Halle, Hegel. ♦ Brückenrätsel. Gasthaus, Hausarbeit; Weinernte, Erntekranz; Landregen, Regenbogen; Nadelbaum, Baumblüte; Bodensee, Seefisch; Domturm, Turmuhr; Butter-1 milch, Milchmann; Hebelarm, Armbrust; Walnuß/ Nußschale; Schmelzofen, Ofenrohr; Speiseeis, Eislauf; Zugvogel, Vogelbauer; Gußeisen, Eisenbahn; Sommerreise, Reiseziel. — Herb st Manöver. ♦ Verwandlung. Tannenbaum. * Magisches Quadrat. h e i m a b e n d f e u e r 1 a n d f r i e d b e r g s t i m m b a n d h e i m a b e n d s t i m m b a n d f r i e d b e r g f e u e r 1 a n d h e i m a b e n d Vertauschter Kopf. Dal, Igel, Neger, Tanne, Esche, Rose, Horn, Iller, Laub, Feder, Sonne, Wind, Enkel, Rad, kohle. — Winterhilfswerk. * Das geht uns alle an. Ein Topf, Eintopf, Sonntag, Eintopfsonntag. Für die junge Mannschaft. Gelände, Spiel, Geländespiel. Die Preisträger: 1. Elfriede Keßler-Damm, Gießen, Liebig- straße 97: „Wie die Igel Stacheln kriegten". 2. Erich und Ursula Meyer-Paysan, Gießen, Karl-Vogt-Straße 17: Das große Buch der Natur. 3. Martha Lotz, Garbenteich, Grüninger Straße Nr. 3: Josefine Siebe: „Heimat im stillen Tal". 4. Heinz Arnold, Gießen, Erlengasse 11: Koch- Gotha: „Manövertag". 5. Ferdinand Sommerlab, Großen - Buseck, Kaiserstraße 16: Goering: „Der Schütze von Flandern". 6. Jrrng. und Margot Seibel, Gießen, Roon- straße 22II: Kalender: „Kultur und Natur". 7. Hans Otto Glöckner, Lich, „Hplländifcher Hof": Dey: „Goar und die Gilde". 8. Hildegard Ranft, Gießen, Am Wingert 2: „Miete will nach Afrika". 9. Otto Bausch, Langsdorf, Weidegasse 16: Walter von Schön: „Kreuzerkrieg führen!" 10. Else Schmidt, Heuchelheim, Ernst-Straße 21: Mädeljahrweiser 1937. 11. Heinz Häuser, Gießen, Liebigstraße 15II: Edmund A. Pfeiffer: „Schiffahrt und Seewesen". 12. Frieda und Hedwig Emde, Gießen, Landgrafenstraße 4II: Höpker: „Als Farmerin in Deutsch-Südwest". 13. Albert Fay, Grüningen, Adolf-Hitl^-Straße Nr. 60: Josef Vetter: „Ueberfall auf die Gold- wasserfarm", 14. Anni Pfeiffer, Großen-Buseck, Schloßstraße Nr. 3: Auerbachs Deutscher Kinderkalender. 15. Franz Ehrker, Gießen, Wetzlarer Weg 35: Zacharias: „Halt' euch brav, ihr deutschen Brüder". 16. Marianne Gilbert, Gießen, Wolfstraße 8: Petersens Hunde- und Katzenkalender. 17. Hermann Fischer, Flensungen, Post Mücke: Batten: „Spuren in der Wildnis". 18. Ruth Decker, Gießen, Stephanstraße 21 p: Ludwig-Richter-Kalender. 19. Dieter Schönhals, Hungen, Gießener Straße Nr. 11: Zdenko v. Kraft: „Sitting Bull". 20. Klaus Dieter Huch, Gießen, Bleichstraße 10: Burg: „Forscher, Kaufherren und Sold. len". 21. Hans Germer, Klein-Linden, Wetzlarer Straße 33: Crissemann: „Das große Spie'lzeug- Bastelbuch". 22. Reinhold K l i n a , Wieseck, Lichtenauer Weg Nr. 18: Boris: „Worpel". 23. Margret Mattern, Gießen, Wartweg 48: Deutscher Kalender. 24. Werner Keßler, Steinbach, Adolf-Hitler- Straße 110: „Auf guter Fahrt". 25. Christel und Mutgard F l o e r k e, Gießen, Karl-Vogt-Straße 9: Badischer Kalender. 26. Friedrich-Otto G r a d e I i u s , Gießen, Moltke- straße 28: Lehmann: „Auf Luftpatrouille und Wettfahrt". 27. Helga Allmendinger, Grünberg, Bahnhofstraße 26: „Die große Fahrt der Lotte Neßler". 28. Karlheinz Schubecker, Krofdorf, Gießener Straße 314: Lützow: „Leinen los". 29. Brigitte Ohly, Gießen, Hindenburgwall 16: Blodigs Alvenkalender. 30. Hildegard Stein, Garbenteich, Bergstraße 6: Goering: „Wie der Christbaum entftänb". * Die Preise der Gießener Preisträger liegen ab Montag, 11. Januar, täglich von 16 bis 18 Uhr, auf der Schriftleitung des Gießener Anzeigers, Schulstraße 7/9 zur Abholung bereit. Den auswärtigen Gewinnern werden die Preise in den nächsten Tagen zugestellt. Gin Heimabend vor Weihnachten Im Heimabend sind wir alle mäuschenstill. Solang' uns die Führerin was sagen will. Alles was so in der Welt geschieht. An unferm Geiste vorüberzieht. Doch hat sie beendet kaum ihren Plan, Dann fangen gleich alle zu erzählen an. Was sich Besond'res hat zuaetragen, Da ist ein Rusen und ein Fragen! > Gibt's bald denn wieder Geländesport? Wann, wie und wo, an welchem Ort? Ob er endet zur vollen Zufriedenheit, Hängt ab von guter Zusammenarbeit. Dazwischen hört man schon andere quälen, Du wolltest uns von dem Herb st manöver erzählen; Denn dein Bruder war doch dabeigewesen, Und wir haben's nur in der Zeitung gelesen. 'Ne andere erzählt dann so wunderschön Vom Segelflugwettbewerb auf der Rhön, Wo Vetter Hans hat das Glück gelacht Und er einen Sieg mit heimgebracht. . Auch das Thema Emtopffonntag kommt zur Sprache, Hoffend, daß er stets mehr und mehr eintrage; Denn zu lindern immer besser die Not Ist im Winter doppeltes Gebot. — Dazwischen rühren wir fleißig die Hände Nahend für die Winterhilfswerk-Spende. — Auf einmal platzt eine lachend heraus. Denkt ihr denn noch an den Nikolaus?! Der am letzten Mal ist bei uns gewesen Und hat allen so schön die Leviten gelesen. Er stammte, gespickt voll Weisheit und Tugend Aus einer Gefolgschaft der Hitler-Jugend! Doch was er hatte für jeden bereit Davon schweigt des Sängers Höflichkeit.-- Die Stunden gehen so schnell zu Ende, Bald ist wieder Weihnacht und Jahreswende — Und unser Singen klingt durch den Raum, O Tannenbaum, o Tannenbaum! Frieda unb Hedwig Emde, Gießen, 15 Jahre alt. Zungniadel beim Heimabend. Es war wieder einmal Heimabend für unsere Jungmädelfchar. Wir waren vollzählig angetreten, denn wir wollten kleine Gaben für das Winter- hilfswerk anfertigen. So faßen wir denn und arbeiteten Mützchen, Jäckchen, Strümpfchen und anderes und dachten dabei, wie sich die kleinen Kinder freuen würden, wenn sie unsere Geschenke unterm Tannenbaum fänden. Zwei Mädels, die gut zeichnen konnten, fertigten ein schönes Bilderbuch an. Da sah man gleich auf der ersten Seite Kinder beim Geländespiel. Dann ließen sie fast eine ganze Gefolgschaft Jungen aufmarschieren, die ihren Wimpel mit sich führten. Sehr schön waren die Tiere, die Lotte mit der Laubsäge aussägte. Ein Affe und ein Schaf waren auch dabei. Die Kuh war etwas unglücklich ausgefallen, sie sah eher einem E l ch ähnlich. Die fertigen Figuren wurden auf ein Leistchen geleimt und farbig angemalt. Weil wir so fleißig arbeiteten, las uns nun unsere Führerin zur Belohnung zwei Geschichten vor. In der ersten erzählten Mädel von einer Wanderung zum Segelflugwettbewerb. Da es gerade an einem Eintopfsonn- t a g war, aßen alle aus der Feldküche das Ein- topfeffen mit. Es gab Nudel mit Gulasch, das schmeckte ihnen vorzüglich. Die zweite Geschichte beschrieb ein Herb st manöver, bei dem zwei Jungen zusahen. Sie konnten viel erzählen, da sie einen so guten Platz erobert hatten, daß sie ganz nahe unseren Führer Adolf Hitler sehen konnten. Diese Geschichten fanden allgemeinen Beifall. Nachdem wir noch ein Lied gesungen hatten, wurde die Vastelstunde beendet. Froh gingen wir nach Hause und freuten uns schon auf den nächsten Heimabend. Hildegard Ranft, Gießen, 13 Jahre alt. Geländespiel: Kamps um die Fahne. Wir, die Verteidiger, hocken auf den Tannen- bäumen. Auf einmal kommen die Feinde an. Plötzlich: „Hurra, hurra!" Ich flüstere meinem Freunde zu: „Hat einer von ihnen wohl die Fahne entdeckt?" Er zuckt ängstlich mit den Achseln. „Hier ist sie, wir haben die Fahne!" Verblüfft schauen wir uns an. Was tun? Schon schnappt einer nach ihr. „Los, auf sie!" Bum, schon sind wir von den Bäumen und stürzen auf den „Dieb". „Es sind 14 Mann!" — „Was können wir vier denn jetzt noch retten!" — „Aber aufgegeben wird's nicht!" Fliegen da die Stürmer in die Tannen und Dörner! Da schreit einer: „Auf ihn, haut ihn, den Lukas!" Von allen Seiten stürzen sie auf uns. Mit dem Mute der Verzweiflung und letzter Kraft versuchen wir standzuhatten; aber Tapferkeit und Mut unterliegen der Uebermacht. Albert Fay, Grüningen, 13 Jahre alt. Mein schönstes Manövererlebnis Aufgeregt kommt meine Tante zu uns ins Zimmer gestürzt. „Helga, Gerhard, wollt ihr mit ins Manöver?" Dumme Frage, denke ich, nattir« lich gehe ich mit. Schnell zog ich den Mantel an, den Hut auf und dann in das Auto. Der Kilometerzähler kletterte auf 60, 80, 90. Hinter mir fnutterte Tantt wegen der schnellen Fahrt. Eine ganze Weile waren wir schon gefahren und immer zeigten sich noch keine Soldaten. Ab und zu hielten wir an und fragten nach dem Weg ins Manöver. Wir rasten weiter. Plötzlich entdeckte meine Tante eine Kanone. Ich aber lachte sie aus und erwiderte prustend: „Es ist ja ein Baumstumpf". Nach einiger Zeit fragten wir wieder nach dem Weg. Wir erhielten zur Antwort: „Hier die Straße rechts hinauf führt ins Manöver, aber wenn sie weiter nach Lauterbach fahren, haben sie vielleicht das Glück, Hitler zu sehen." Rasch ging’s nun nach Lauterbach. Dort kamen wir gerade zur rechten Zeit an, denn Lauterbach wurde von Fliegern an« gegriffen. Leuchtraketen fliegen hoch, Bomben roure den abgeworfen, Flugzeuge brausten durch die Luft, daß man fein eigen Wort nicht verstand. Im Städtchen stießen wir auf Flakabwehr. Wir fuhren weiter, denn auf unsre Anfrage hin hatten wir erfahren, daß Hitler nie hier war. In Hartmannshain, wo in der Nähe die Garde des Führers lag, Landjugend in Front! Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. Kirchliche Nachrichten Gießen. UULU) triujiunu, uuy uic iiicnuucuni , ---------- - an_, Rinderzucht anstatt der Schafzucht zugewiesen wur- behandelte sodann die soZralen Fragen, ine AZoy den, meliorierte Weiden sogar durch Verordnungen | nungs- und Arbeitsverhaltntsie. Wirtschaft Autohilfe: Rufnummer 04 beim Postamt Gießen. 21,5 124,75 15,5 15,13 125,4 188,5 110,5 114 108 22 124 40 15,75 15,65 125,25 188,5 126,5 111 114 108 124 15,75 15,75 125,5 188,65 111 114 108 124,9 38,5 15,65 15,25 125,13 188,65 126,25 110,5 114 108 Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 10. Januar. Stadtkirche. 9.30 Uhr: Pfarrverwalter 26000 Schafe zu wenig in Oberhessen Schulungstagung der Fachschastsgruppe Schäfer in Hungen. hofften wir ihn anzutreffen. Aber auch hier war er nicht. Verdrossen fuhren wir in der Richtung Alsfeld weiter. In der Nähe wurden viele Straßen ausgebessert. Das sollte unser Glück sein. Vor uns wurde plötzlich eine rote Fahne geschwungen, wo- durch wir anhalten muhten. Wir stiegen aus, um zu sehen was los war. Doch was war es, vor uns stand Hitlers Wagen. Rasch hingesprungen und kräftig Heil Hitler gerufen war eins. Zu einem 11,-25 18,75 1,85 6,65 7,65 6,4 6,65 9,65 5,55 11,65 18,4 6,5 7,8 6,25 9,55 5,65 11 19,25 1,85 7,75 6,1 9,65 5,8 11,25 19 1,95 6,5 7,65 6,25 6,65 9,75 5,7 Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Kohlrabi 2,5 bis 5, Lattich 1,20, Meerrettich 30 bis 45, Rosenkohl 16 bis 20, Roterüben 5 bis 7, Rotkraut 3,5 bis 6, Sellerie, je nach Größe, 10 bis 35, do 50 Kilogramm 7,5 bis 10, Spinat 15 bis 20, Schwarzwurzel 14 bis 24, 22 bis 24 holl., Weißkraut 3,5 bis 5, Wirsing 4,5 bis 8, Winterkohl S bis 8, Zwiebeln 6 bis 6,5. Am Obstmarkt hat sich nunmehr auch das Angebot von Aepfeln verringert, nur gute Auslesen bleiben gefragt, während sonst das Geschäft bei festen Preisen schleppend war. Angebot von Eß- birnen unbedeutend. U. a. notierten: Aepfel I 40 bis 45, II 30 bis 36, Boskop I 40 bis 45, Schafs- nase 20 bis 24, Bananen, Kiste 12V- Kilogramm, 5,50 bis 6,00 Bras., Eßbirnen 22 bis 30, Kochbirnen 14 bis 18, Feigen, 25 Kilogramm, 10,50 Händedruck reichte die Zeit nicht mehr, aber ich meinte einen freundlichen Blick von ihm zu erhaschen. Oder war es mir nur so? — Nachher fragte der Straßenarbeiter, welcher die rote Fahne geschwungen hatte: „Nun, hab ich Ihnen nicht zu Ihrem schönsten Manövererlebnis verholfen?" „Ja", erwiderten wir und fuhren wohlgemut und fröhlich heimwärts. Helga Allmendinger, Grünberg, 14 Jahre alt. Gemeinschaft innerhalb der Kirche (Landeskirchliche Gemeinschaft), Gutenbergstraße 9. Sonntag, den 10. Januar. 20.30 Uhr: Eoangelisationsstunde. — Donnerstag, den 14. Januar. 20.30: Jugendbund:, Mittwoch, den 13. Januar. 20.30 Uhr: Bibelstunde. — Donnerstag, den 14. Januar. 20.30 Uhr: Jugendbundstunde. Christliche Gemeinde, Zu den Mühlen 2. Sonntag, den 10. Januar. 9.30 Uhr: Erbauungsstunde; 20.30: Evangelisation. — Dienstag, den 12. Januar. 20.30 Uhr: Bibel- und Gebetstunde. Baptistengemeinde, Gartenstraße 13. Sonntag, den 10. Januar. 11 Uhr: Kindergottesdienst; 20.30 Uhr: Predigt. — Donnerstag, den 14. Januar. 20.15 Uhr: Bibelstpnde. Tleuapostolische Gemeinden, Händelstraße 1, Eder- straße 13. Sonntag, den 10. Januar. 9.30 Uhr: Gottesdienst. — Donnerstag, den 14. Januar. 20.30 Uhr: Gottesdienst. katholische Gemeinden. Samstag, den 9. Januar. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte.' Sonntag, 10. Januar. 1. Sonntag nach Epiphanie. Fe st der hl. Familie. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Jungfrauen und Hausangestellten; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11.15: Messe mit Predigt ; 16.30: Versammlung der Jungfrauen-Kon» gregation; 17.30: Christenlehre und Andacht. — Grünberg. 9.45: Hochamt mit Predigt. — Hungen. 9.30: Hochamt mit Predigt und Christenlehre. — Lich. 7.30: Hochamt mit Predigt; 20: Christenlehre.— Lollar. 9.30: Messe mit Predigt. — Nidda. 8.15: Hochamt mit Predigt. Montag, den 11. Januar. Laubach. 7.30 Uhr: Messe. Mittwoch, den 13. Januar. Hungen. 7.15 Uhr: Messe. Oeffentticher Sonntagsdienst. Polizei: Telefon 2751, nur in dringende» Notfällen Telefon 01. Feuerwache: Telefon 2244/45, Notruf Telefon 02. Hauptpostamt: Beschränkter Schalterdienst 8 bis 21 Uhr. Stadtpostamt: Für Schließfachabholer 1 bis 13 Uhr. Sanitätskolonne: Telefon 2500. Falls behandelnder Arzt nicht zu erreichen« A e r z t e : Dr. Malech, Dr. Mehl. Zahnarzt: Dr. Fischer. Apotheke: Pelikan-Apotheke. satztätigkeit zu verzeichnen, 0,25 v. H. fester lagen Reichsbahn-Vorzugsaktien mit 125,50. Kommunal- Umschulüung nannte man mit 90,60. Don Auslandsrenten lagen Mexikaner uneinheitlich; während Silberwerte noch mäßig gewannen, lagen die übrigen Titel bis 0,25 v. H. leichter. Frankfurter Obst- und Gemüfemackt. Frankfurt a. M., 8. Jan. (Fwd.) Am G e - m ü s e m a r k t blieben die Zufuhren von Kopfkohl weiterhin gut, im übrigen ausreichend. Geschäft ziemlich lebhaft. Für Spinat und Rosenkohl gaben die Preise weiter nach. U. a. notierten Blumenkohl, Steige 12 St., 3,80 bis 5,00 ital., 3,50 bis 4,00 holl., Eskarol 5 bis 15, Feldsalat groß 40 bis 50, klein 60 bis 100 Gelberüben 4 bis 6, Karotten 5 bis 10, Rhein-Mainifche Börse. IMtlagsbörse still. Frankfurt a. M., 8. Jan. Die Börse lag nach den etwas belebteren Vortagen heute sehr still. Der Ordereingang hiell sich am A k t i e n m a r k t in sehr engen Grenzen, wodurch auch die Unternehmungslust des berufsmäßigen Handels stark gehemmt wurde. Unter dem Eindruck verschiedener günstiger Wirtschaftsnachrichten konnte sich jedoch eine freundliche Grundtendenz erhalten, wiewohl die ersten Notierungen uneinheitlich und vorwiegend nur knapp behauptet waren. Am Montanmarkt erfolgten kleine Abgaben, Verein. Stahl ermäßigten sich auf 117,75 bis 11813 bis 117,90 (118,90), Mannesmann, Klöckner, Hoesch und Harpener ließen bis 0,75 v. H. nach, Buderus blieben zu 123,90 gut gehalten. Von chemischen Werten bröckelten JG.-Farben auf 171,50 (172) und Deutsche Erdöl auf 149,65 (150) ab. Am Elektromarkt setzten Siemens, Schuckert und Felten bis 0,75 v. H. freundlicher ein, Elektr. Lieferungen gaben 0,75 v. H. nach. Etwas Nachfrage fanden Schiffahrtsaktien, Hapag 15,75 (15,50), Nordd. Lloyd 15 65 bis 15,75 (15,13). Im einzelnen eröffneten Westdeutsche Kaufhof 0,65 v. H., Rheinmetall und Daimler Motoren je 0,50 v. H. niedriger, Deutscher Eisenhandel 0,65 v. H. höher, Reichsbank und Moe- nus Maschinen gut behauptet. Am Rentenmarkt erhielt sich lebhafte Nach- ftage nach Goldpfandbriefen. Von variablen Werten' blieben Kommunal-Umschuldung mit 90,65, Zinsvergütungsscheine mit 94,65 und Altbesitzanleihe mit 117,30 voll behauptet, auch Städte-Alt- besitz, späte Schuldbuchforderungen und Wiederauf, bauzuschläge fanden eher Nachfrage. Zertif Dollar- Bonds waren geschäftslos bei leicht abbrockelnden Kursen. , . _ Mit Beginn der zweiten Börsenstunde wurde die Haltung am Aktienmarkt etwas sAer. Das Geschäft erfuhr fedoch keine Belebung. Die Kurse NSG. Zum bevorstehenden Reichberufswettkampf hat der Landesbauernführer Dr. Wagner folgenden Aufruf erlassen: Die Jugend in unfern Dörfern ist sich heute der großen Aufgabe bewußt, die ihr im nationalsozia- listischen Deutschland der Zukunft zuteil wird. Sie weiß, daß sie ihre Tage nicht im sorglosen Spiel verbringen kann, sondern sich frühzeitig auf die harten Forderungen des Lebens vorzubereiten hat. Daher vereinigt sie sich Jahr für Jahr zur Lei- stungsprobe des Reichsberufswett- kämpf es. Wenn in den letzten Jahren auch die Landjugend bereits in erfreulicher Stärke am Reichsberufswettkampf teilgenommen hat, so verlangen die neuen Abgaben, die aus dem zweiten Vierjahresplan entstehen, heute eine noch größere Beteiligung der In den Kreisen Gießen, Büdingen und Friedberg wird sich diese Vermehrung mühelos erreichen lassen, im Kreise Alsfeld müssen aber große Anstrengungen gemacht werden, damit die fehlenden 10 000 Schafe wieder beschafft werden. Dr. Wagner schilderte die Ursacken des Rückganges der Schafzucht, die unbegrünoeterweise dadurch entstand, daß die meliorierten Hutweiden der Damer'au; 11: Kinderkirche für die Matthäus- gemeinde; Pfarroerwalter Damerau; 17: Pfr. Becker. — Zohanneskirche. 9.30: Pfr. Bechtolsheimer; 11: Kindertirche für die Lukasgemeinde; Vfr. Bechtolsheimer; 17: Pfr. Ausfeld; 20: Bibelbesprechung im Johannessaal; Pfr. Bechtolsheimer. — Kapelle des Allen Friedhofs. 9.30: Pfarrvikar Weckerling; 11: Kinderkirche für die Luthergemeinde; Pfarrvikar Weckerling. — pelruskapelle (Wetzlarer Weg 59). 9.30: Pfr. Trapp; 10.45: Kinderkirche für die Pe- trusgemeinde; Pfr. Trapp. — Saal der Neuen Krippe. 11: Kinderkirche für die Johannesgemeinde; Pfr. Ausfeld. — Iviefeck. 10: Gottesdienst; Kollekte; 15: Bibelstunde. — Alten-Vuseck. 10: Gottesdienst; Kollekte. — Trohe. 13: Gottesdienst; Kollekte. — Steinbach. 10: Gottesdienst; Kollekte. — Albach. 12.30: Gottesdienst; Kollekte; anschließend Katechis- muslehre. — Rödgen. 10: Gottesdienst. — Annerod. 13: Gottesdienst. — Kirchberg. 10: Gottesdienst. — Daubringen. 13.30: Gottesdienst. — Mainzlar. 13.30: Gottesdienst. — Klein-Linden. 10.45: Kindergottesdienst; 13.30: Hauptgottesdienst. — Wahenborn- Sleinberg. 12.15: Kindergottesdienst; 13: Hcmptaot- tesdienst. — Garbenleich. 13: Gottesdienst.— Hausen. 10: Gottesdienst. — Lich. 10: Stiftsdechant Kahn; 12.45: Kindergottesdienst; 14: Stiftpfarrer Naumann. — Langsdorf. 11: Hauptgottesdienst; 19.30: Abendgottesdienst. — Dettenhausen. 13.30: Hauptgottesdienst. — Münzenberg. 11: Missionsgottesdienst; Kollekte; 19: Missionsabend mit Vortrag. — Trais- Münzenberg. 14: Missionsgoitesdienst; Kollekte. — Hungen. 10: Missionsfestgottesdienst; 13.30: Kindergottesdienst; 10.30: Frauenhilfe. — Heuchelheim. 10: Hauptgottesdienst; Kollekte. 5% Goldmexikaner von 1899 .... 4% Oesterreichische Goldrente.... 4,2% Oesterreichische Silberrente. 4*4 Ungarn Staats von 1913 .... 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 6% Rumänen von 1903......... 4*/z% Rumänen Gold von 1913.. 4% Einheits-Rumänen......... 4% Türten Bagdad I ....*...... 4% Türken Bagdad II.....~... 2*/4% I. Anatolier......... A.G- für Verkehrswesen......6 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Hamburg-Amerika Paket......0 Norddeutscher Lloyd..........0 Deutsche Reichsbahn Borz.-Akt. 7 ReichsbanL................. 12 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 Commerz- und Privat-Bank... 4 Deutsche Diskonto............4 Dresdner Bank..............4 erhöhten sich gegen den niedrigsten Stand um etwa 0,25 bis 0,50 o. H., doch wurden nicht überall die Vortagskurse wieder erreicht. Am Kassamarkt waren Commerzbank 0,50 v. H. höher mit 111, von Jn- dustriepapieren waren Gebr. Adt gesucht, Taxe 40 (l. K. 37). r , . Am variablen Rentenmarkt ergaben sich im Verlaufe keine bedeutenden Veränderungen. Lebhaftes Geschäft hatten wieder Goldpfandbriefe bei unv. Kursen, Rhein. Hyp. KO. zogen auf 95 (94,75) an. Liqiuidationspfandbriefe notierten nicht ganz einheitlich, fest Rheinische mit 101,90 (101,40). Stadtanleihen lagen meist unverändert, fester Mainzer mit 94.65 (94), aber 7proz. Frankfurter 94,50 (95). Von Industrie-Obligationen 6proz. Hoesch 100,75 (101,75). Auslandrenten lagen etwas uneinheitlich, besonders Mexikaner und Ungarn, dagegen Oesterreicher fest. Im Freiverkehr Türken fester, II. 71,50, I. 61 bis 62. rA..£x Freioerkehrs-Aktien hatten etwas Geschäft, Tor- vedomerke 119,50 bis 121,50, Wayß & Freytag 126,50 bis 128,50. Pokorny 125,50 bis 127,50. — Tagesgeld unv. 2,50 v. H. Abendbörse still. Die Abendbörse hatte auf allen Gebieten infolge des Mangels an Aufträgen mir sehr kleines Geschäft. Die meisten zur Notiz gekommenen Papiere hatten nominellen Charakter und wiesen gegen den Berliner Schluß nur unwesentliche Abweichungen auf, wobei 0,25 bis 0,50 v. H. darunter eher Nachfrage bestand. Von Montanwerten lagen Mannesmann etwas schwächer mit 118,90 bis 118,75 (119,40). Die Farben-Aktie lag mit 171 (171,25) etwa behauptet; Holzmann gingen um 0,75 o. H. auf 138 zurück. Andererseits befestigten sich Deutscher Eisenhandel weiter auf 148,25 bis 148,50 (147, Frankfurt 147,75), auch Moenus Maschinen zogen weitere 0,25 v. H. an auf 99,75. Am Em- heitsmarkt blieben Bankaktien unverändert. Der Rentenmarkt hatte ebenfalls nur sehr geringe Um- * Hungen, 6. Jan. Hier fand am Mittwoch eine Schulungstagung der Fachschaftsarup p e „S ch ä f e r" der Hof- und Betriebsgefolgschaften im Reichsnährstand statt, die von Schäfern und Schafscherern aus den Kreisen Büdingen, Friedberg, Gießen und Usingen zahlreich besucht war. Hier wurden auch Schafmeister Lenz aus Ehringshausen (Kreis Wetzlar) und der bekannte Förderer der oberhessischen Schäfertage, Altbürgermeister Fendt (Hungen), freudig begrüßt. Nach dem Willkommensgruß des Kreisfachschafts- aruppenwartes Theodor Pfannkoch (Nidda), sprach der Kreisgesolgschaftswart Pg. Braun von der Kreisbauernschaft Friedberg über „Die Aufgaben der Fachschaftsgruppe »Schäfer und Schaf- scherer* im Reichsnährstand", wobei er in großen Zügen die Eingliederung der Schäfer und Schafscherer in den Reichsnährstand besprach. Von den Schäfern freudig begrüßt, hielt dann der Leiter des Tierzuchtamtes Gießen, Oberlandwirt- fchaftsrat Dr. Wagner, einen eingehenden Vortrag über „Die Schafzucht", der vielfach von lebhaftem Beifall unterbrochen wurde. Ausgehend von den Forderungen des Vorsitzenden des Reichsverbandes der Schafzüchter, Freiherrn v. Gumpenberg, daß innerhalb des Vierjahresplanes die deutsche Schafzucht zahlenmäßig auf die Höhe von 1920 gebracht werden muß, wies er nach, daß die Zahl der Schafe von 6 150 000 im Jahre 1920 auf 3,9 Millionen 1935 zurückgegangen war, obwohl seit der Machtübernahme schon ein Ansteigen um eine halbe Million zu verzeichnen ist. 3n Hessen Ist die Schafzucht von 87 200 im Jahre 1920 auf 49 700 Tiere in 1935 zurückgegangen, dabei in der an Schafen reichsten Provinz Oberhessen von 61 700 Tieren in 1920 auf 35 800 Schafen in 1935, so daß allein in Oberhessen 26 000 Schafe mehr gezüchtet werden müssen. Auf die einzelnen kreise verteilen sich diese Zahlen wie folgt: Gießen 11800 bzw. 9 800 1935; Büdingen 10100 bzw. 7 800; Friedberg 9 200 bzw. 6800; Alsfeld von 12 800 sogar auf 2 900, obwohl zwischendurch der Schafbestand schon 14 300 Tiere betragen hatte; Lauterbach 8100 bzw. 3 200 und im kreise Schotten 9500 bzw. 5 300 Schafe. Die Schafzucht muß unter allen Umständen so stark vermehrt werden, daß die fehlende Zahl von 26 000 Tieren unbedingt wieder eingeholt wird. Der inzwischen eingetroffene Kreisbauernfuhrer Orth (Friedberg) machte in begeisternden Worten den Schäfern die Bedeutung ihres Standes klar und ermahnte sie, innerhalb der Volksgemeinschaft die große Aufgabe zu erfüllen, die sie hinsichtlich der Ernährung und Bekleidung des Volkes haben. Landesgefolgschaftswart S t e i d l e (Frankfurt) Heranwachsenden Generation. Die Landjugend soll zeigen, daß sie bereit und fähig ist, ihre Weltanschauung in die Tat umzusetzen und alle Kräfte zum Wohle des Volkes aufzubieten. Es ist daher für jeden Landjungen und für jedes Landmädel eine Selbstverständlichkeit, in diesem Jahr am Reichsberufswettkampf teilzunehmen. Der Nationalsozialismus als eine Gemeinschaft der Gesinnung verlangt eine Gemeinschaft der Leistung, und in diese wächst jeder Junge und jedes Mädel durch die Beteiligung am Reichsberufswettkampf hinein. Ich erwarte von meiner hessen-nassauischen Landjugend, daß sie sich durch die erfolgreiche Teilnahme am Reichsberufswettkampf des Vertrauens von Führer und Volk würdig erweist. Dr. Wagner, Landesbauernführer. Montag, den 11. Januar. Nlünzenberg. 20 Uhr: Mädchenabend. Dienstag, den 12. Januar. Münzenberg. 20 Uhr: Frauenabend. Mittwoch, den 13. Januar. Gießen. Sladlkirche. 20 Uhr: Abendandacht. Donnerstag, den 14. Januar. Gießen. Fohannessaal. 20 Uhr: Bibelstunde; Pfr. Ausfeld. Samstag, den 16. Januar. Trais-Münzenberg. 19.30 Uhr: Missionsabend; 20.30: Frauen- und Mädchenabend. Evangelische Sladlmission (Christliche Gemeinschaft innerhalb der Landeskirche), Löberstraße 14. Sonntag, den 10. Januar. 8.30 Uhr: Morgenandacht; 13.30: Sonntagsschule; 15 und 20.15: Bibelkurs; Missionsinspektor Gutzke u. a. — Montag, den 11. Januar, bis Mittwoch, den 13. Januar. 10, 15 und 20.30 Uhr Bibelkurs. der Schafzucht verboten und selbst die früheren Herren der einstigen Landwirtschaftskammer die Abschaffung der Schafzucht predigten. Der Redner erinnerte an seinen Kampf um die Erhaltung der Schafzucht und dankte den Schäfern dafür, daß sie damals durch ihr treues Ausharren die Vernichtung der oberhessischen Schafzucht verhindern halfen. Zur Förderung der Schafzucht soll in erster Linie die Melioration von Weiden durchgeführt werden, hierfür stehen größere Beträge zur Verfügung. Nach Lage der Dinge foll fedoch in erster Linie das verfügbare Geld für Zuschüsse zur Vermehrung der Schafherden verwendet werden. Die Melorationen sollen vorerst den Ortsbauernführern und Gemeinden überlassen bleiben. Zur Beschaffung weiblicher Schafe stehen Reichskredite zur Verfügung, die bis zum 31. März dieses Jahres in Gießen beantragt werden müssen. Weiterhin können noch Zuschüsse zur Erstellung von Schäferwohnungen und Schafftällen bewilligt werden. Die Schafzucht soll nicht nur vermehrt, sondern auch in der Qualität verbessert werden. Dazu dient das neue Reichskörgeseh, durch das der Ankauf der Böcke nur noch auf den Versteigerungen erlaubt ist und eine scharfe Auslese gefordert wird. Die Stammherden allein werden die Böcke für die Zucht liefern. Weiterhin wird die Leistungsprüfung durchgeführt werden. Als einzige Vockversteigerung in Oberhessen ist die am 15. April 1937 in Gießen an- geseht. 3m April und Mai werden die Sammelkörungen erfolgen, mit denen Tierschauen verbunden sind, die zur Anregung dienen sollen. 3n Thiergarten bei Büdingen soll eine Bockweide eingerichtet werden. Rach den mit anhaltendem Beifall aufgenomme- nen Ausführungen wurde Oberlandwirtschaftsrat Dr. Wagner nach altem Schäferbrauch unter lauten Hochrufen auf die Schultern gehoben. Nach der Mittagspause sprach Oberveterinärrat Dr. Stein (Friedberg) über „Schafkrankheiten", wobei er das Baden der Herden empfahl und au viele Vorsichtsmaßnahmen aufmerksam machte. Der nach langer Krankheit wieder genesene Lan- desfachschastsgruppenwart Philipp Wirth (Wetterfeld) sprach über Standesfragen, Fachschaftswart Schmidt gab Ausschluß über die Schulungsarbeit. Frankfurt a. M. Berlin Schluß- kurs Schluß!. Abend- börse Schlußkurs Schluß!. Mittag- 6ör(e__ Datum | 7.1. 8.1. 7.1. 8.1. Accumulatoren-Fabril...... 12 202 203 204,5 202,75 AKU-ftunftfeibe........... . 0 52,75 53 52,75 52,75 Aschaffenburg Zellstoff...... . 3! 139,75 139 139 139,25 Bemberg................. . 0 106 106,25 105,5 106,5 Bekula................... . 8! 164 164 164,75 164,65 Buderus Eisen............. . 4 123,75 124 124 124 Gement Heidelberg......... . 7 163,5 163,5 — —— Gement Karlstadt.......... . 6 — — *■— — Chade A.-C................ . 9 227 227 227 227 Gonti Gummi............. 11 173,5 173 173 172,5 . 5 124 123,5 123,75 123 Dessauer Gas............. . 4 111,25 112,4 Deutsche Erdöl............ . 5 150 149,5 149,9 150 Deutsche Gold- und Silber .. . 9 272 272 *--------- —* Deutsche Linoleum......... 10 166 166,75 166,5 166,75 Elektrische Lieferungen...... . 6 139,25 138,5 138 138 Elektrische Licht und Kraft... . 7 151,25 151 151 151 I. G. Farben-Jndustrie..... .. 7 172 171 172 171,25 Felten & Guilleaume....... . 6 141,5 141,75 141,25 141,5 Gesfürel.................. .. 6 144,25 143,5 144,25 143,5 Th. Goldschmidt........... .. 5 131 131 130,75 131 Gritzner Maschinen......... .. 0 31,5 33,25 33 33 Harpener................. 2*'. 156 155,25 155,5 155 Hoesch Eisen............... 3*/r 119,25 119 119,13 119 Philipp Holzmann......... .. 6 138 138 138,5 138,75 Ilse Bergbau.............. .. 6 —— — —— 186 Ilse Genüsse.............. .. 6 148,5 148 148,5 148,5 Kali Aschersleben.......... .. 5 137 135,5 136,75 135,25 Klöcknerwerke ............. 4Vi 128 127,75 127 127 Kokswerke und Chemische Fabrik 6 — — 143 143,5 Lahmeyer................ .. 6 123,75 123,75 124,5 124,13 Mainkraft................. .. 4 95,5 95 — —• Mannesmann............. .. 3 119,5 118,75 119,5 119,13 Mansfelder Bergbau....... ey? — 160,75 160 160,5 Metallgesellschaft........... .. 5 153,4 152,5 152 152 Orenstein & Koppel........ .. 0 — — 89,65 89,75 Rheinische Braunkohle...... . 12 227 226 226,5 226,5 Rheinische Elektro.......... .. 6 —— —— 134 — Rheinstahlwerke............ .. 6 \152,5 151 152 150,75 Rbeinisch-Westfälische Elektro .. 6 134,25 134,4 134,65 134,5 Rütgerswerke ............. .. 6 141 140,5 140,65 141,25 Salzdetfurth Kali.......... ?y, 180 179 181,25 179 Schuckert & Go............. .. 6 160 160 160,25 160,25 Schultheis Pahenhofer...... .. 4 — 102,5 102 . s 1gk.6 197 205,5 198,5 197,5 204,5 Süddeutsche Zucker......... . 10 205 Vereinigte Stahlwerke...... 3 yr TI 3,9 118,13 118,5 118,13 Westdeutsche Kaufhof....... .. 0 , 57,13 56,75 57,13 57 1 Westeregeln Alkali.......... .. 5 ' 134,25 135 134,25 135 | Zellstoff Waldhof.......... .. 6 | 160 ; 160,5 160 160,5 1 Ltavi Minen.............. . 0,6 26 26,75 26 26,65 Frankfurt a. M. Berlin Schluß- kurs Schluß!. Abend- börse Schluß- lurs Schluß!. Mittagbörse Datum 7.1 8.1. 7.1. 8.1. 5% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 101 101 100,75 101 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 98,1 98,25 98,1 98,25 5*/2% Doung-Anleihe von 1930 .. 102,25 102,25 102,4 102,75 4yz% Hessische Bolksstaat von 1929 99 99 99 99 4%% Deutsche Reichspostschatz von 1934 I...................... 99,9 99,9 100,1 100 2 4%% Deutsche Reichsbahnschah von 1936 I.................. 98,5 98,5 98,5 98,5 Retchsanleihe-Mtbesitz.......... 117,25 117,1 117,25 117,13 Lberhessen Provinz-Anlethe mit Auslos.-Rcchten.............. 130,5 130,75 — — 4*4% Hess. Landesbk. Darmstadl Goldpfe. R. 12.............. 97 97,25 97 — 5%% Hess. Landes-Hyp.-Bank Liqu. Goldpfe............... 101 101 — — 4*4% Preuß. Landespfdbr.-Anst. Goldpfe. R. 19.............. 97,5 97,5 97,5 97,5 4y2% Preuß. Gold-Komm. R. 20 95 95 95 95 4y2% Darmstädter Komm.-Landesbank R. 6................ 93,75 93,75 — _ Deutsche Komm.-Sammel-Anleihe Auslos.-Rechte I.............. 122,5 _ 122,4 122,5 4yt% Franks. Hyp. Goldpfe. R. 15 97,25 97,25 97,25 97,25 4yj% Franks. Hyp. Gold-Komm. Obl. 2 3.................... 95 95 — _ 5*/2% Franks. Hyp. Liquidation Goldpfe..................... 101,5 101,5 _ _ 5*4% Rheinische Hyp. Liquidation Goldpfe..................... _ 101,9 101,5 101,5 Steuergutichein-Verrechnungskurs 110,05 110,05 110,13 110,13 7. Januar 8.Januar 7.Januar 8. Januar Amtliche Notierung Amtliche Notierung Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Brief Geld Bries Geld Brief Geld Bries Buenos 'litte? 0,758 0,762 0,753 0,757 Japan ...... 0,705 0,707 0,705 0,707 Brüssel..... 41,94 42,02 41,95 42,03 Jugoslawien. 5,654 5,666 5,654 5,666 Rio de Jan. . 0,150 0,152 0,150 0,152 Oslo....... 61,41 61,53 61,41 61,53 Sofia...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Wien....... 48,95 49,05 48,95 49,05 Kopenhagen. 54,56 54,66 54,56 54,66 Lissabon.... 11,095 11,115 11,095 11,115 Danzig..... 47,04 47,14 47,04 47,14 Stockholm... 62,99 63,11 62,99 63,11 London ..... 12,215 12,245 12,215 12,245 Schweiz .... 57,15 57,27 57,15 57,27 Helsingfors.. 5,395 5,405 5,395 5,405 Spanien.... 18,48 18,52 18,48 18,52 Paris ...... 11,62 11,64 11,62 11,64 Prag....... 8,686 8,704 8,686 8,704 Holland..... 136,16 136,44 136,20 136,48 Budapest ... — — — — Italien..... 13,09 13,11 13,09 13,11 Neuyock .... 2,488 2,492 2,488 2,492 BücheriisH. — Carl Benz: Lebensfahrt eines deutschen Erfinders. Leipzig 1936. Koehler & Amelang Verlag. 160 Seiten. Ganzleinen 2,8h RM. — (455.) — Carl Benz' „Lebensfahrt" ist zugleich die Geschichte der Erfindung des Automobils, die hier so anschaulich und spannend erzählt wird, wie sie Benz selbst gesehen und durchkämpft Hal. Bevor der „Wagen ohne Pferde" auf den Land- traßen lief, mußte der Erfinder eine Reihe Unterragen nacheinander bewältigen, die er hier alle o volkstümlich darstellt, daß sie selbst der Laie ver- teht und auch die Jugend an dieser großen deut- chen Erfindung teilzunehmen vermag. Launig, wie der achtzigjährige Benz selbst immer gewesen ist, sind auch seine Lebenserinnerungen von einem erfrischenden Humor durchstrahlt. — Marie Grengg: Das Feuermandl. Roman. 382 Seiten. Leinen 5,40 Mark. Adolf Luser Verlag, Wien, Leipzig, 1935. — (444) — Der Roman handelt im wesentlichen von dem unseligen Schicksal einer erbkranken Familie und von dem selbstlosen strengen Willen eines der beiden kranken Söhne zur Wendung dieses Schicksals. Er lernt aus seiner Rot heraus, die ihn zum einsamen, durch ein Gesichtsmal gezeichneten „Feuermandl" macht, alles Kranke und Schädliche im Volksorganismus hassen und vernichten, wobei er den eigenen verbrecherischen Bruder nicht schont: und er wird zum eifernden, auch heilkundigen Nothelfer erbgesunder Familien, deren aufstrebender Jugend er eine Siedlung stiftet. Dieser Handlungskern ist in einen großen, buntbewegten Kreis von Menschen und Begebenheiten gestellt. — Elsa Bervewitz: Die Entrückten. Verlag Albert Langen-Georg Müller in München. Aus der Sammlung „Die kleine Bücherei" Band 63. Preis geb. 0,80 Mk. — (308) — Diese Geschichten lenken erneut die Aufmerksamkeit auf die Vernichtung des baltischen Deutschtums durch den Bolschewismus. Mit tiefer Erschütterung nehmen wir Anteil am Leben und Sterben dieser vom Tode gezeichneten Menschen, die, von Schrecken, Leid und Grauen heimgesucht, sich um so fester zusammenschließen zu einer starken und glaubensverschwore- nen Gemeinschaft. In Adel und Größe tragen sie ihr Schicksal als unerforschliche Schickung Gottes und sterben, noch im Untergang ihr Herrentum beweisend, als wirkliche Helden. — Friedrich Hayn: Sippenfibel. 119 Seiten mit 41 Bildern. 1,50 Mark. Verlag „Offene Worte", Berlin W 35. — (413) — Der Verfasser, Rektor der Stadtschule I in Anklam, unternimmt hier den Versuch, die Ergebnisse eigener sippen- kundlicher Forschungen kurz und volkstümlich niederzulegen: sein Büchlein will praktische Anleitungen geben, außerdem auch neuen Erkenntnissen und Zielen der Familien- und Sippenforschung dienen und Anteil nehmen an der Erziehung des politisch denkenden deutschen Volksgenossen. Die Schrift wird mit ihren mancherlei Beispielen und Hinweisen vielen willkommene Hilfe und Anregung geben. — Erich Weber, Martin Boeder und Robert Zündorf: Deutscher Geschichts- Plan. Politik, Kultur, Wirtschaft. Zwei Jahrtausende Deutscher Geschichte in zeit-räumlicher Darstellung. Dürrsche Buchhandlung, Leipzig CI.— (436.) - Man kann nur einem Herrn dienen. Ein Jude wegen Untreue vor Gericht. LPD. Offenbach a. M., 7. Jan. Ein 51 Jahre alter Jude aus Frankfurt a. M. war Wirtschaftsberater einer Walzenmühle in der Wetterau. Auf Anregung der Inhaber der Walzenmühle wurde er auch als Treuhänder bei einer Brotfabrik im Rodgau bestellt, um hier ein außergerichtliches Vergleichsverfahren durchzuführen. Zunächst sicherte er sich für seine Mühewaltung ein ansehnliches Honorar, dann war er darauf bedacht, daß die Walzenmühle, von der er sicherlich gleichfalls ein ansprechendes Honorar bezog, ihre Forderungen nicht einbüßen würde. Vor dem Bezirksschöffengericht Offenbach war der Jude nun wegen Untreue angeklagt. Er wurde beschuldigt, daß er während des Vergleichsverfahrens der Brotfabrik als deren Bevollmächtigter eine dem Inhaber der Brotfabrik au^ einer Erbschaft noch zustehende Forderung der Walzenmühle zur Sicherung ihrer Forderung abtrat, danach aber, da er doch auch für die Walzenmühle tätig war, die gleiche Forderung nochmals als ungesichert im Vergleichsverfahren anmeldete. Dadurch wurde die Walzenmühle nicht nur wie alle ungesicherten Gläubiger befriedigt, sondern der Brotfabrikant büßte auch seine Forderung aus der Erbschaft ein. In der Verhandlung mag dem Juden, der durch eine Seiten umfassende Denkschrift seine Unschuld zu beweisen versuchte, zum Bewußtsein gekommen sein, daß man schlecht zwei Herren auf einmal dienen kann. Das Gericht verurteilte ihn zu sechs Monaten Gefängnis und 1000 Mark Geldstrafe. Gefängnis für einen Ehrabschneider. LPD. Marburg, 8. Jan. Im November v. I. richtete ein älterer Kirchhainer Einwohner ein Schreiben an den Oberpräsidenten, worin er u. a. zum Ausdruck brachte, daß der Bürgermeister der Stadt Kirchhain eine Anzeige gegen einen dortigen — inzwischen gestorbenen — Beamten „gedrückt" habe. Dieser Vorwurf bedeutete eine schwere Beleidigung des Sürgermei; st e r s und hatte eine Anklage gegen den Briefschreiber zur Folge. Vor dem Schöffengericht versuchte der Angeklagte seiner Redewendung einen anderen Sinn zu geben, er hatte aber damit keinen Erfolg. Es stellte sich heraus, daß der Angeklagte seit Jahren einen Sammelpunkt für die Unzufriedenen in Kirchhain bildet, diesen „Ratschläge" erteilt und bereits 1934 einmal in Schutzhaft genommen werden mußte. Der als Zeuge vernommene Bürgermeister bekundete, daß eine Regierungskom- miffion die Stadtkasse einer Nachprüfung unterzogen habe, dort aber keinerlei Verfehlungen des verstorbenen Beamten feststellen konnte. Nach den Ausführungen des Vertreters der Staatsanwaltschaft ergab die Beweisaufnahme, daß dem Bürgermeister nicht der geringste Vorwurf bezüglich einer Verletzung seiner Amtspflichten zu machen ist. Der Angeklagte sei ein D o l k s s ch ä d l i n g schlimmster Sorte, der es verstehe, Unruhe zu erregen und versuche, anderen Leuten ohne jeden Grund die Ehre abzuschneiden. Das Gericht erkannte wegen verleumderische Beleidigung auf 4 Monate Gefängnis Der kraftvolle Natur-HU MUS-Dünger verwenden wenn Stallmist fehlt erzielt frühere und bessere Ernten wirkt wie milder Humus und ist: fein krümelig-geruchlos - säurefrei sparsam und bequem anwendbar | Verteiinngssteilen in den Gemeinden geg.Vergütg. gesucht | durch: Stadt. Betriebe Abtg. Biohumwerk Gießen, t artenstraße 3 — Ruf 2058/59 196 A Zum Frühjahrsdung: Für Aecker u. Wies en, Obst und Gemüse JfKit 1OOOS# in den 5"astfiing Samstag, 23. 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Werktags von 17—18 Uhr Eintritt für Mitglieder frei, für Nichtmitglieder 0.30 RM.,Militär, Studenten und Schüler 0.10 RM. 30 Oelgemälde, 35 Aquarelle und Zeichnungen Mler-Znimng Stadl und Kreis Gießen Fachkurse für Fortgeschrittene Die Maler-Innung des Kreises Gießen führt Anfang Februar folgende Fachkurse für Fortgeschrittene (für Jungmeister und Gesellen) durch: a)Holz- und Marmormalerei b) Schriftenmalerei c) Dekorationsmalerei (Modlertechnik) Dauer der Kurse je 6 Tage. Unkostenbeitrag 12- bis 15 - RM. je nach Teilnehmerzahl. Bei genügender Beteiligung sinden die Kurse in verschiedenen Orten des Kreises statt. Die Durchführung der Kurse liegt in Händen von bewährten Spezialisten. Anmeldungen (nach Kursen getrennt) sind bis zum 20. Januar 1037 an die Geschäftsstelle der Maler-Innung Gießen, Wolfstrabe 26, einzureichen. Nähere fungen und Ergänzungen Gerstenkorn - Handtuchstoff, 42 cm br., mit echt- 35 farbiger Kante p. m Vibelkurs Halblein. 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