lk. 786 Erstes Blatt IST. Jahrgang Mittwoch, 8. Dezember 1037 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Bnidt und Verlag: SrSHIsche Univerfilätrdruckerei «.Lange in Sieben. Schristleiiung und SeschSstrftelle: Schulstratze 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8* /,Uhr des Vormittag» Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rps., für Text« anzeigen von 70mm Breite 50Rpf.,Platzvvrschrift nach vorh.Vereinbg.25"/„ mehr. Ermühigte Grundpreise: Stellen-, Vereins«, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rps., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B LrichelM täglich, autzer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Siebener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monatr-vezugspreis: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte e 1.80 Zustellgebühr „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt lfernfprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gietzeu Postscheckkonto: izrantsurl am Main 11686 SieZmiWehung der Ausländer vom spanischenKnegsschauplah Oie beiden spanischen Parteien antworten dem Nichteinmischungsausschuß. — Mitarbeit einer internationalen Kommission. — Kriegsrechte und verstärkte Kontrolle erneut angeschnitten. London, 7. Dez. (DNB.) In der heutigen Sitzung des Nichteinmischungsausschusses wurden te Antwortnoten der beiden spanischen Parteien , ich Berlin begeben und den Besuch erwidern, den ) eichsaußenminister Freiherr von Neu- r o':tl) vor einiger Zeit der jugoslawischen Regie- rurng in Belgrad abstattete. Gerhart Hauptmann, der am Dienstagmittag in Wien Gast des Botschafters v. Pap en war, wohnte abends im Burgtheater der Aufführung seines Märchenspiels „Die versunkene Glocke" bei. Im Laufe des Tages haben der Direktor des Burgtheaters und der Dichter über die Uraufführung seines neuesten Werkes -'Ulrich von Liechtenstein" verhandelt. Die Uraufführung soll, wenn möglich, gleichzeitig am Staatlichen Schauspielhaus in Berlin und am Wiener Burgtheater stattfinden. Zu Ehren Hauptmanns veranstaltet Unterrichtsminister Dr. Pern ter einen Empfang. IMt dem Grand Prix ausgezeichnet. Das Preisgericht der Internationalen Ausstellung in Paris 1937 hat in der Klasse 16 (Presse, Propaganda) den Reichsverband derdeuts ch e n Zsitüngsoerleger mit einem Grand 1 rix schwere Verletzungen zu, daß er ins Krankenhaus gebracht werden mußte. Jugendliche Schaufensiereinbrecher. In einer der letzten Nächte wurden aus dem Schaukasten eines Kasseler Juweliergeschäftes Schmuckstücke im Werte von etwa 750 Mark entwendet. Die Kriminalpolizei nahm als Täter vier 1 7- bis 18jährige Burschen fest, deren Anstifter bereits mehrfach mit den Strafgesetzen in Konflikt gekommen ist. Die Festgenommenen gaben bei ihrer Vernehmung weitere ähnliche Straftaten zu. Das gestohlene Gut konnte bis auf zwei Ringe, eine Brosche und einen Manschettenknopf, die wahrscheinlich auf der Flucht verloren gegangen sind, dem Besitzer wieder ausgehändigt werden. Motorisierte Einbrecher in Höchst. In einer Rächt drei Einbrüche. LPD. Frankfurt a. M., 7. Dez. In der Nacht zum Dienstag wurden im Stadtteil H ö ch st drei Einbrüche verübt. Die Täter schlugen in drei Geschäften die Fensterscheiben ein und entwendeten aus den Schaufensterauslagen drei Radioapparate und zwei Ballen Stoffe. Die Täter waren mit einem Kraftwagen vor den Häusern, in denen sich die Geschäfte befinden, vorgefahren und ließen den Motor auf hoher Tourenzahl laufen, um das Geräusch der zersplitternden Scheiben zu übertönen. Aus der Tatausführung ist zu schließen, daß es sich um reisende Einbrecher handelt, die in der letzten Zeit bereits in mehreren Städten in gleicher Weise „gearbeitet" haben. Im Zusammenhang mit den Vorgängen im Sandschak Alexandrette wird die türkische Regierung den im Jahre 1926 zwischen der Türkei und Frankreich in Ankara unterzeichneten Vertrag über die Unterhaltung freundnachbarlicher Beziehungen zwischen der Türkei und Syrien kündigen, weil er sich wegen Meinungsverschiedenheiten als undurchführbar erwiesen hat. Es heißt, daß der französische Außenminister D e l b o s im Laufe des kommenden Monats nach Ankara kommen werde, um über die Erneuerung des Abkommens zu verhandeln. Kunst unb Wissenschaft. Erfolgreiches Amerika-Gastspiel von Erna Sack. Die mehrmonatige Amerika-Tournee des Mitgliedes der Dresdner Staatsoper Erna Sack gestaltete sich zu einem großen Erfolg für die deutsche Künstlerin. Dank ihrer einzigartigen Stimmbega- bung bezeichnen die amerikanischen Zeitungen die Sängerin als „deutsche Nachtigall", und bringen ausführliche Besprechungen ihrer musikalischen Darbietungen in allen Teilen des Landes. Sowohl in Opern und Konzerten als auch im Rundfunk wirbt Erna Sack erfolgreich für deutsche Kunst in den Vereinigten Staaten und in Kanada. Am 12. Dezember singt sie zum drittenmal in der großen Earnegie-Halle in Neuyork. — Gelegentlich ihres letzten Konzerts in der Carnegie-Halle schrieb „New York World Telegram", daß man einen stärkeren und länger anhaltenden Beifall wohl noch nicht gehört habe. Gerhart Hauptmann in Wien. iS" Bereinigung der Landesbauernschasten M Hannover und Braunschweig. Betont S)3. ■- detlichen Bauerntum erblickt, im Reichsnährstand tet ist. ii bist z» den höchsten Führerstellen aufsteigen kann, fahrt vc w«mn er Leistung und Können mit Charakter ver- ifort bzibiirde-. Er unterstrich die verpflichtende Tatsache, sch das aus der Kampfzeit entwickelte F ü h - träy dir «rko rps nur durch weitere besondere Sie törß uiji u n g e n die Achtung in der Landwirtschaft ,« AftWikalten könne. ausgezeichnet, ferner die Firma Leitz-Wetzlar. Auch deutsche Musikinstrumente haben auf der Pariser Weltausstellung einen großen Erfolg davongetragen. Die Berliner Pianoforte-Fabrik C. B e ch - stein erhielt die höchste Auszeichnung, den Grand Prix von dem Internationalen Preiskollegium. Aljechin ist wieder Schachweltmeister. Die 25. Partie im Kampfe um die Schachweltmeisterschaft wurde von E u w e nach dem 43. Zuge aufgegeben. Damit hat Aljechin die Schachweltmeisterschaft, die er 1935 an Euwe verloren hatte, im Revanchekampf zurückgewonnen. Der Endstand lautet: Aljechin 15^, Euwe 9% Punkte. Aus aller Wett. 3 Kinder beim Spiel am brennenden Ofen erstickt. In Gröningen a. d. Bode (Harz) erstickten bei einem Brand drei Mädchen im Alter von 4, 2 und Vk Jahren, die von den Eltern allein in der Wohnung gelassen worden waren. Die beiden älteren Kinder hatten sich beim Spiel a m Ofen zu schaffen gemacht, und es war ihnen gelungen, die Ofentür zu öffnen, obwohl diele mit Bindfaden zugebunden war. Durch herausfallende Kohlenstücke entstand ein Feuer, dem die Kinder zum Opfer fielen. Schreckliches Ende einer hochzeitsfeier. Ein schweres Unglück ereignete sich bei der Station Ugalen in Nordkurland. Dort überfuhr ein Schnellzug auf einem ungeschützten Bahnübergang den Schlitten einer Hochzeitsgesellschaft, wobei vier Personen den Tod fanden. Das Unglück ist auf den sträflichen Leichtsinn der Schlittenfahrer zurückzuführen. Die Schlittenkarawane veranstaltete auf der Heimfahrt von der Hochzeitsfeier auf einem lettischen Bauernhof ein Wettrennen. Dem an der Spitze liegenden Schlitten gelang es, noch kurz vor dem beranbrausenden Zug über die Gleise zu kommen. Der zweite Schlitten wurde von der Lokomotive erfaßt und 50 Meter weit geschleift. Drei Insassen waren sofort tot, zwei weitere wurden so schwer verletzt, daß einer bereits auf dem Wege zum Krankenhaus starb und der andere hoffnungslos darniederliegt. Branbffiffer unschädlich gemacht. Das Koblenzer Schwurgericht verhandelte gegen einen Mann aus Neuwied wegen Brandstiftung. Der Angeklagte war in dem Schlafzimmer zweier Töchter eines Neuwieder Gastwirtes erwischt worden, als er ein brennendes Streichholz in den Kleiderschrank warf. Auf die Hilferufe eines der beiden Kinder floh der Täter, stürzte die Treppe hinunter und konnte festgenommen werden. Bemerkenswert ist, daß er sich schon als 14jähriger Junge der vierfachen Brandstiftung schuldig gemacht hatte. Seinem Vormund, der auf strenge Zucht hielt, hatte er aus Rache eine Scheune angesteckt und später auf Nachbargütern ebenfalls Brände angelegt. Das Gericht verfügte die Unterbringung des Angeklagten in einer Anstalt. Feuer in einer Tilsiter Seifenfabrik. In einer der letzten Nächte entstand in der Siederei einer Seifenfabrik in Tilsit ein Feuer, das in den Fetten und Deien im Fabriksraum reichliche Nahrung fand. Die Fabrik brannte völlig aus, jedoch konnten die Lagerräume gerettet werden. Durch den im östlichen Ostpreußen herrschenden sehr starken Frost wurde die Bekämpfung des Brandes erheblich erschwert. Bei 15 Grad Kälte gefror das Löschwasser auf den Balken und Mauerresten und wurde die Ursache einiger Unglücksfälle. Ein Feuerwehrmann zog sich durch einen Sturz jo 8raun schweig, 7. Dez. (DNB.) Reichsbauernführer Darre hat die bisherigen Landes- bauemschaften Hannover und Braunschweig zu der nejen Landesbauernschaft Hannover-Braunschweig mm dem Sitz in Hannover zusammenge- scilossen. Die Errichtung der Reichswerke „Hermann Göring" auf braunschweigischem Men bringt eine starke Zusammenballung von Wrkiätigen, für deren gesicherte Versorgung die Mglichkeiten der kleinen und durch die Streulage der Landes geographisch stark zersplitterten Landes- baiuernschaft Braunschweig nicht ausreichen würden. Nrovo«! Führung der neuen Landesbauernschaft wurde r auch bem bisherigen hannoverschen Landesbauernführer » voinjR h ed e n übertragen. Der braunschweigische Cirhinir. Lanidksbauernführer Giesecke wurde zum G e n e- rtaflnbal* a'linfpettor des Reichsnährstandes “J, her trtwt. Wf ’ffleine politische Nachrichten, terium® In Anwesenheit des Gauleiters und Reichs- n vr01 stvitthalters Sprenger, des stellvertretenden Gau- inne"' ' (eiiters Linder und des Gauobmanns der DAF. W । 23 i? le r fand im Bürgersaal des Römers in Frank- heri(M a> M. die Einführung des ehemaligen Kreis- ensvM; lefcerf Kremmer als Bürgermeister der Gau- Wisva ijQmpjjtabt durch Oberbürgermeister Dr. Krebs statt. In der Feierstunde wurde außerdem Hauptbann- fiüjret und Standortführer der HI. Linden- burx er als Ratsherr in fein Amt eingewiesen. Der ehemalige Vizekönig von Aethiopien, Marschall G r a z i a n i, hat zur Erinnerung an die von ihm gewonnene erste große Entscheidungsschlacht gegen die südabessinische Armee den erblichen Titel Marchese von Neghelli erhalten. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Unter allgemeinem Druckanstieg ist jetzt kontinentale Kaltluft von Osten her im Vordringen und hat bereits Mitteldeutschland erreicht. Eine über dieser Kaltluftmasse ausgleichende feuchte Luft hat bereits zu Schneefällen geführt. Mit dem Durchsetzen der Kaltluft ist Nachlassen der Schneefälle zu erwarten. Aussichten für Donnerstag: Nebelig und wolkig, aufheiternd, nur noch vereinzelte leichte Schneefälle, nachts Frost, Temperaturen unter 0 Grad, Winde um Südost. Aussichten für Freitag: Wechselnd bewölkt, geringe Niederschlagsneigung, kalt. Lufttemperaturen am 7. Dezember: mittags + 0,7 Grad Celsius, abends + 0,4 Grad; am 8. Dezember: morgens + 0,1 Grad. Maximum + 0,9 Grad, Minimum heute nacht —0,2 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 7. Dezember: abends + 1,2 Grad; am 8. Dezember: morgens + 1,2 Grad. — Niederschläge 2,3 cm Schnee. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschristleiters: Emst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigen- leiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. XI. 37: 10 780. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezuas» preis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufs« preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit bef Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1A37 hsb« >-r d-in T en ®* n < Sandak tung. be in! Arbeit", Eliten1, au des 5 ____________________________ ... . Böim wurde die Gattin des Staatssekretärs Michxfinanzministerium, Fritz Reinhart, rtüol^ emer gesunden Tochter entbunden. i vor fo Merstz halten j Nittel if Tausieg Iso bafr auszeit Nur ohne U - üorroär Punkt V füllen. i«N| >5 SM ä i'N »-d. > 8; lker ’aran ।' 1 der i- । imbit ifl; Vln®n Die ne loung, ä mwirkslli Äe>f Meine: Uhrer ihtilft Hk vor be Heleftr ichinAv - 2.80,14 >8 mit k Wußten Sie, daß es das gibt? XP-Gespräch Wer keinen eigenen Femsprechanschluß hat, kann durch einen besonderen Boten schnellstens aufgefordert werden, Sie anzurufen. Die Postkarte gilt für ihn als Ausweis zur kostenlosen Führung des Gespräches von der darauf vermerkten öffentlichen Fernsprechstelle aus. XP-Gespräche im Ort und nach anderen Orten sind beim Fernamt anzumelden. Verbilligte Ferngespräche In den Abend- und Nachtstunden (19 - 8 Uhr) werden für Ferngespräche nur ’/, der Gebühren für gleich lange Gespräche am Tage erhoben. Wieviel läßt sich dadurch sparen - wieviel läßt sich für wenig Geld persönlicher und besser ausdrücken, als es in Briefen möglich ist. Zeitansage - Weckruf - Wetterdienst Ihr Fernsprecher sagt Dinen auf Wunsch die genaue Zeit an. Der Auftragsdienst weckt Sie gegen eine geringe Gebühr pünktlich und zuverlässig. Auch die Wettervorhersage gibt Ihnen der Auftragsdienst bekannt. Anftragsdlenst Nachrichten-Annahme und -Weitergabe Während Ihrer Abwesenheit vermerkt der Auftragsdienst auf Wunsch jeden Anruf, er gibt den Anrufen den Auskunft und nimmt Mitteilungen für Sie entgegen. Ferngespräche können auf einen anderen Anschluß im selben Ort umgelegt werden, bei dem Sie sich aufhalten. Die eingegangenen Nachrichten können Sie jederzeit, unter einem Kennwort auch vom Münzfernsprecher oder von einem anderen Teilnehmeranschluß aus, vom Auftragsdienst erfragen. Nachrichten, die Sie an mehrere andere Fernsprechteilnehmer gleichzeitig übermitteln wollen, gibt der Auftragsdienst für Sie durch. Dies war die Schwierigkeit . . • Herr S. steht im Begriff, die Heimreise von seinem Urlaub anzutreten. Beim Besteigen des Zuges fällt ihm ein, daß er seinen Angehörigen dringend etwas mitteilen muß, was noch vor seiner Ankunft erledigt werden soll. Er begibt sich also zum Münzfernsprecher auf dem Bahnsteig, um rasch ein Solche Möglichkeiten, in denen der Fernsprecher Rat und Hilfe schaffen kann, gibt es unendlich oft. Kennen Sie schon alle? Sie sehen, es lohnt, sich damit zu beschäftigen! Ausführliche Angaben und eine Gebührenübersicht finden Sie vom im Amtlichen Fernsprechbuch. Ferngespräch zu führen und die nötigen Anweisungen zu geben. Nun will es aber das Unglück, daß Herr S. nicht genügend passendes Kleingeld bei sich hat, um die Gesprächsgebühr in die Zahlschlitze des Münzfernsprechers einzuwerfen. Zum Wechseln ist keine Zeit mehr. Was tun? •. . so wurde sie durch den Fernsprecher gelöst: Herr S. meldet das Ferngespräch nacu Hause als R-Gespräch an, das heißt, er braucht dieses Gespräch nicht sogleich zu bezahlen, sondern es wird zu Lasten seines Anschlusses daheim hergestellt. So kann Herr S. alles rechtzeitig erledigen und in Ruhe die Heimreise antreten. r. . 1 v'-Ä § M s 7934 D Möbel 7962 A LNöbel-Kachgeschäft Heute I Freitag Donnerstag, den 9. Dezember 1937, abends 8 % Uhr Orgel-Konzert Karl Heinz Eckert - Berlin 15.00-17.30 Schneewittchen Preise: HM. 0.30-1.50 19.30-22.15 Der MM Preise: RM. 1.20-4.00 "Wenn Sie ßoße STLnsprücße stellen nach kurzer schwerer Krankheit zu sich in die Ewigkeit abzurufen. 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Nach kurzer schwerer Krankheit entschlief am Sonntagabend 9% Uhr unser lieber Vater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Am Donnerstagmittag entschlief nach einem arbeitsreichen Leben unser lieber Vater, Schwiegervater und Großvater entschlief am Montagabend in der Klinik zu Gießen im blühenden Alter von 15 Jahren. Nach kurzer schwerer Krankheit entschlief gestern 2.30 Uhr in der Klinik zu Gießen unsere liebe, unvergeßliche Tochter, Schwester, Enkelin und Patin Die trauernden Hinterbliebenen: Irmgard Menk, geb. Lotz, nebst Kind Karl Menk Linny Eikendal, geb. Menk Erni Menk Postsekretär Adam Lotz und Familie Egbert Eikendal 26 Jahre, mit Führerschein Kl. 1 und 3, sucht Stellung. Schrift!. Angeb unt.03961 an den Giehen. Anzeig. 20.00-22.30 12. Freitag- Miete Zum letzten Mal Fuhrmann Henschel Schauspiel v. Gerb. Hauptmann Preise: RM. 0.60-3.00 Die Beerdigung findet am Donnerstag, dem 9 Dezember, nachmittags 15^2 Uhr auf dem Neuen Friedhof zu Gießen statt Die Beerdigung findet Donnerstag, den 9. Dezember, nachmittags 2 Uhr vom Trauerhause, Gießener Straße 35, aus statt. Die Beerdigung findet am Donnerstag, dem 9. Dezember, nachmittags 3 Uhr statt. In tiefer Trauer: Familie Philipp Germer V. nebst allen Angehörigen. In tiefer Trauer: Philipp Becker und Frau Katharina, geb. Schmandt Else Becker und alle Angehörigen. Morgenröcke, Kleider-, Mantel- und Blusenstoffe in Wolle und Seide Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meinen lieben Mann und treusorgenden Vater, unseren lieben Sohn, Bruder, Schwiegersohn und Schwager Studienassessor Wilhelm Menk Zu einer alten Dame wird zum 1. Januar 1938, neben der langjährig. Haush terin, ein ni zu junges Mädchen gesucht. Kenntnisse im Pflegen erwünscht. somD Näheres Alicenstr. 22 p. AMe «MU zum Bibel- und Bekenntnisabend am Mittwoch, dem 8. 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H o n i g p l ä tz ch e n: 125 Gramm Zucker, 2 Eßlöffel Honig, 200 bis 250 Gramm Mehl, ein Ei, V« Paket Backpulver, 1 Messerspitze gemahlenen Zimt, 1 Messerspitze gemahlene Nelken. Zucker, Honig, Ei und die Gewürze schaumig rühren, das mit dem Backpulver vermischte Mehl dazu tun, gut kneten, nicht zu dünn ausrollen und eine Stunde ruhen lassen. Man sticht runde Plätzchen aus, bestreicht sie mit Eigelb und backt sie bei guter Mittelhitze. Zimt-Leckerli: 250 Gramm Mehl, 250 Gramm Zucker, 125 Gramm geriebene Nüsse, 15 Gramm gemahlenen Zimt, 2 (£ier. Aus allen Zutaten einen Knetteig herstellen, Vr Zentimeter dick ausrollen, Leckerli ausstechen und mit Eigelb bestrichen bei schwacher Hitze backen. Pfefferkuchen: 3A Kilogramm Mehl, V- Kilogramm Honig, *A Kilogramm Zucker, Vs Kilogramm geschnittene Nüsse, etwas Zitronat, 8 Gramm gemahlener Zimt, 2 Gramm gemahlene Nelken, Vs abgeriebene Zitronenschale, 8 Gramm Pottasche in Rum aufgelöst. Den Honig auf dem Feuer warm werden lassen, die Gewürze, Nüsse, Zucker, Mehl und zum Schluß die Pottasche dazugeben und gut kneten. Den Teig über Nacht stehen lassen, dann fingerdick auf das vorbereitete Blech rollen und bei gelinder Hitze etwa 3A Stunde backen. Wenn der Kuchen aus dem Ofen kommt, wird er mit folgender Glasur bestrichen: 250 Gramm Zucker werden mit einer Tasse voll Wasser solange bis er Faden zieht, gekocht Noch warm, wird der Pfefferkuchen in kleine Stücke geschnitten. MW sollen wir tragen? PRAKTISCHE VORSCHLÄGE UNSERES MODEZEICHNERS Für die Weihnachtsbäckerei. Das Deutsche Frauenwerk, Abt. Volkswirtschaft-Hauswirtschaft, Gaustelle Hessen-Nassau. Frankfurt a. M., schreibt: Trotz aller Werbung wird die M e h l t y p e 105 0 noch viel zu wenig von unseren Hausfrauen verwendet. Daß es aber Hausfrauen gibt, die — wie viele Händler klagen — das Mehl 1050 fogar zurückweifen, kann nur so erklärt werden, daß sie über dieses Mehl nicht oder falsch orientiert sind. Mehl 1050 ist genau wie Type 502 ein Weizenmehl, es ist jedoch stärker ausgemahlen als dieses, enthält also mehr Kleie und hat aus diesem Grunde eine dunklere Farbe. Es ist genau wie das helle Mehl für Koch- und Backzwecke verwendbar, erfordert nur beim Backen etwa 30 o. H. mehr Treibstoff und beim Kochen etwa 10 bis 20 v. H. mehr Mehl zum Binden, auch läßt man es weniger lange kochen. Gerade für die W e i h n a ch t's - bäckerei können wir das billige, dunkle Mehl dankbar begrüßen. Es eignet sich, wie viele Versuche gezeigt haben, ganz vorzüglich für alle Bäckereien mit Nüssen und für die Herstellung von Honigkuchen. Honigkuchen. Zutaten: 375 Gramm Honig, V•) Kilogramm Zucker, 1 Kilogramm Mehl Type 1050, 1 Teelöffel Zimt, V2 Teelöffel gestoßene Nelken, 25 bis 50 Gramm Orangeat. Nach Belieben 2 ganze Eier, IV2 Päckchen Backpulver, Ei zum Bestreichen, Nüsse zum Belegen. Honig und Zucker aufkochen. Alle übrigen Zutaten mischen, den abgekühlten Honig zufügen und den Teig durchkneten, dann ausrollen, beliebige Formen ausstechen, auf ein Backblech setzen, mit Ei bepinseln, mit Nüssen belegen und backen. Mürbeteig mit Mehl Type 1050 ausprobiert. Zutaten: 250 Gramm Mehl Type 1050, 125 Gramm Fett, 100 Gramm Zucker, 1 Paket Vanillezucker, 1 Ei. 1 Eßlöffel Milch, V2 Teelöffel Backpulver. Das Mehl wird auf ein Backbrett gesiebt, in der Mitte eine Vertiefung gemacht und Ei, Zucker und Vanillezucker hineingegeben. Das Fett wird in kleine Stückchen über dem Mehl verteilt und mit der Milch alles zusammen zu einem glatten Teig verarbeitet. Der Teig wird eine Stunde kühl gestellt und dann ausgerollt, ausgestochen und Plätzchen, Törtchen oder Tortenböden bei mittlerer Hitze gebacken. Schwäbischer Pfefferkuchen mit Mehltype 1050 ausprobiert Zutaten: V» Kilogramm Mehl Type 1050, V4 Kilogramm Zucker, 5 Eier, 300 Gramm Honig, Vs Kilogramm Fett, 1 Teelöffel Zimt, 1 Teelöffel gemahlene Nelken, abgeriebene Schale einer Zitrone, 150 Gramm geriebene Nüsse, 1 Messerspitze Kardamom (nicht unbedingt nötig) Vs Kilogramm Korinthen, 50 Gramm Kakao, 1'A Paket Backpulver. Eier und Zucker eine halbe Stunde rühren, nach und nach die Gewürze darunter rühren, nochmals eine Viertelstunde rühren, dann den Honig mit dem Fett einrühren, dann das mit dem Backpulver gemischte Mehl dazu, ebenfalls die gewaschenen und getrockneten Korinthen und den Kakao. Eine Tortenform oder kleine Förmchen gut einfetten, den Teig einfüllen und langsam bei mäßiger Hitze backen. Nach dem Backen stürzen, nach Belieben mit Zucker- oder Schokoladeglasur überziehen. Das Rezept ist sehr ergiebig. Ouarg st ollen. Zutaten: 250 Gramm Mehl, Type 1050, 125 Gramm getrockneten Ouarg fein gesiebt, 100 Gramm Zucker, 60 Gramm Fett, 1 Ei, 50 Gramm Nüsse, etwas abgeriebene Zitrone, 1 Päckchen Backpulver. Zubereitung: Wie Weihnachtsstollen in Form gebracht und nach dem Backen mit Puderzucker bestreuen. Honiglebkuchen. Zutaten: 375 Gramm Ho- nia, 125 Gramm Zucker, 375 bis 500 Gramm Mehl, Type 1050. 1 Ei, 1 Messerspitze Hirschhornsalz, 1 Messerspitze Pottasche, 1 Messerspitze gemahlene Nelken. 2 Gramm Zimt, 125 Gramm gemahlene Nüsse. Zubereitung: Honig und Zucker auflösen und kochend über das mit den Gewürzen gemischte Mehl geben. Ei, Hirschhornsalz und Pottasche in etwas Wasser auflösen und verschlagen, an den Teig geben. Den Teig gut durchkneten, fingerdick ausrollen und viereckige oder beliebige Formen ausstechen (Herzen usw.), mit einer Nuß belegen und nach dem Backen mit einer gekochten Zuckerglasur überziehen. Glasur: 3 Eßlöffel Zucker, 1 Eßlöffel Wasser, gut durchkochen. Billiges Ausgestochenes. Zutaten Vs Kilogramm Fett. 2 Eier, V4 Kilogramm Zucker, etwas Zimt nach Geschmack oder etwas Zitrone, Vs Liter Milch, Vs Kilogramm Honig, 3A Kilogramm Mehl Type 1050, 1 Paket Backpulper. Zubereitung: Fett schaumig rühren, Eier und Zucker dazu geben, eine halbe Stunde rühren, nach und nach die kalte Milch und löffelweise das aut gesiebte und mit dem Backpulver gemilchte Mehl dazu geben. Gibt man Zimt als Gewürz daran, milcht man ihn am besten mit ein wenig Zucker, wenn man ihn zufügt, nimmt man Zitrone, reibt man sie in die schaurnia gerührte Masse von Zucker Ei und Fett. Zum Schluß aibt man den aufgelösten und wieder abgekühlten Honig daran. Den Teig gut verkneten, nicht zu dünn ausrollen, beliebige Formen ausstechen und mit buntem Zucker bestreuen oder mit einer Glasur überziehen. Eine gute Glasur gibt gesiebter Puderzucker mit so viel Zitronensaft, bis sich der Zucker löst und eine dickflüssige Masse bildet Auf die abgekühlten Plätzchen streichen und trocknen lassen. Haselnußmakronen. Zutaten: 4 Eiweiß 300 Gramm Staubzucker, 300 Gramm Haselnüsse, 1 Paket Vanillezucker oder etwas geriebene Apfelsinenschale. Zubereitung: Die Eiweiß werden zu steifem Schnee geschlagen, Zucker und Vanille damit dick schaumig gerührt und die geriebenen Haselnüsse dazu gegeben. Man formt runde Makronen, setzt sie auf ein gefettetes Blech, gibt eine Haselnuß darauf und bäckt die Makronen bei mittlerer Hitze. Kleine Gewürzkuchen, auch eine gute Brotresteverwertunq. Zutaten: 12 gehäufte Eßlöffel fein geriebenes Schwarzbrot, 7 Eßlöffel Zucker, 3 Eßlöffel Mehl, 3 Eßlöffel geriebene Schokolade, 2 Eßlöffel Fett, 3 Eier oder 2 Eier und 1 Eßlöffel Milch, 1 Teelöffel Backpulver oder Hirschhornsalz, 1 Teelöffel Natron, 1 Messerspitze Zimt und gemahlene Nelken, 1 Prise Salz, V2 geriebene Zitronenschale. Zubereitung: Man mischt alle Zutaten zu einem leichten Teig. Von der Hälfte des Teiges mache man Plätzchen, unter die andere Hälfte, die etwas fester sein muß. mische man noch 2 Eßlöffel M"hl und forme Brötchen und Kranze daraus Um die Plätzchen zu formen, setze man von dem Warme Kinderkleidung zum Selb fisch neidern schlagen wir heute vor. Das praktische Sch ul kleid links ist aus dunkelblauem Wollstoff, sein Kragen und seine Aermelaufschläge sind aus weißem Pique. Der mittelbreite Gürtel ist aus rotem Lackleder, die kleinen Knöpfe find aus blauem Galalith. Vier bis zur Passe durchgehende und gegeneinandergelegte Falten geben dem Kleid die nötige Weite. Das hellblaue Wo^lkreppkleid in der Mitte hat einen eingelesenen Rock, seine Bluse wird auf den Schultern mit kleinen, weißen Kugelknöpfen geschlossen, die sich auch an den engen, Weihnachwche Winke. ZdR. Es gibt immer noch Hausfrauen, die, obwohl sie nicht an Zeitmangel leiden, regelmäßig erst fünf Minuten vor Ladenschluß ihre Einkäufe besorgen Sie haben zwar dann keine Auswahl, bekommen einiges überhaupt nicht mehr, müssen etwas Teueres kaufen, aber sie lassen es sich keine Lehre sein. Eine gut und planmäßig wirtschaftende Hausfrau besorgt dagegen ihre Einkäufe stets rechtzeitig. Auch jetzt vor Weihnachten erledigt sie ihre Besorgungen nicht erst drei Tage vor dem Fest. Die letzten Tage vor Weihnachten sind angefüllt mit Reinemachen, Kuchenbacken, Baumputzen und anderen unmittelbaren Vorbereitungen Da hat sie kerne Zeit, abgehetzt von einem überfüllten Geschäft zum anderen zu jagen und Geichenke zusammenzukaufen Sie kann es 'auch keinem Geschäftsinhaber zumuten, noch Wünsche zu erfüllen, zu deren Erfüllung er selbst eine geraume Zeit braucht. Aufträge für Anfertigung von Sachen, zur Besorgung von auswärts müssen rechtzeitig erteilt werden. Man erleichtert damit nicht nur den Geschäften die Arbeit, sondern hat auch die Gewißheit, daß man sich Weihnachten wirklich über das eingetroffene Geschenk freuen kann Kurz vor dem Fest muß man damit rechnen, daß die Geschenke ausgesucht und zum Teil sogar vergriffen sind Dor allem hat die Hausfrau, wenn sie schon anfangs des Monats einkauft, einen Ueberblitf, was sie an besonderen Wünschen erfüllen kann und was zurückgestellt werden muß. V.A. Schon oft haben die Aerzte warnend den Zeigefinger erhoben, an Festtagen nicht gar z u viel zu essen. Die Kurve der leichten und .schweren Magenerkrankungen steigt immer noch zu langen Aermeln mit den schmalen Umschlägen wiederholen. Den Halsausschnitt schließt ein schmales Bündchen aus dem Kleidmaterial ab. Dem Blusenteil sind pfenniggroße Tupfen aus weißer Angorawolle aufgestickt. Aus hellrotem Wollrips ist das Faltenkleidchen (unten) mit den kurzen Puffärmeln und dem kleinen, weißen Kragen. Der Jungensanzug rechts aus Herren- ft 0 f f ist wie die drei Kleider besonders geeignet, gegebenenfalls aus Kleidern von Erwachsenen hergestellt zu werden. H. Weihnachten am höchsten. Don der Schlemmerei vergangener Zeiten sind wir ja, Gott sei Dank, abgekommen. Es ist noch gar nicht so lange her, daß man bei festlichen Angelegenheiten stunden-, tage- und wochenlang unerhörte Mengen von Eßwaren vertilgte und Hunderte von Eimern Süßwein austrank. Qmmermann, der in seinem „Oberhof" von einer Bauernhochzeit erzählt, schreibt, „daß mancher Bauer binnen weniger Minuten ein ganzes Huhn überwunden hätte und daß ein Schinken für sechs Mann nur eben so hinreichte" Noch weiter zurück ging es noch schlimmer zu Die große Zahl der Fastentage wurde nicht nur aus kirchlichen, sondern auch aus gesundheitlichen Gründen vorgeschneben. Wenn wir uns auch solche Eßfitten abgewöhnt haben, so sind wir doch dabei geblieben, zum Fest schwerere und reichhaltigere Mahlzeiten zu uns zu nehmen Das beste Mittel gegen Magenerkrankungen ist immer noch Genügsamkeit. Ein längst verstorbener berühmter Arzt hat einmal die Regel aufgestellt: Die halbe Menge doppelt gekaut, macht ebenso satt und ist leichter verdaut. Haben sich nun aber schon einmal Magen- beschwerden eingestellt oder will man schwereren Erkrankungen Vorbeugen, so hat der bekannte Wissenschaftler Dr. Bott en berg kürzlich als Rezept empfohlen, einfach Erde zu essen. Natürlich nicht eine beliebige Erde, sondern Heilerde. Es ist ein altes Dolksmittel, das noch heute vielfach nicht vergessen ist. In seinem Buch über „Biologische Therapie des praktischen Arztes" sagt Bottenberg darüber: ein bis zweimal täglich einen halben bis einen Teelöffel Heilerde als Aufschwemmung im Wasser genügt in Öen meisten Fällen. Die Feststellungen Bottenbergs werden von vielen 'Aerzten bestätigt. H. S. Hausfrau vor Weihnachten. Mit der Zeitlupe gesehen! Ein Onkel von mir pflegte um die Zeit vor Weihnachten öfter schnuppernd die Nase in die Küche zu stecken, ob sich nicht dort schon der paradiesische Duft von Mandeln, Puderzucker und Rosenwasser erhöbe. Offiziell war er ein harte Mann und verachtete demgemäß Süßigkeiten. Aber inoffiziell, ich muß es leider sagen, stiebitzte er beträchtliche Mengen des herrlichen Marzipans, den meine Tante Dorothee bereitete, und behauptete dann schamlos, der Kater Niko hätte ihn gefressen. Gottlob war die gute Tante besser in der Charakteristik ihres Katers und der ihres Mannes bewandert und ließ mit einem Augenzwinkern die Sache dahingestellt. Und wirklich, was wäre die ganze Weihnachtsbäckerei wert ohne den lüsternen Blick der großen und kleinen Kinder! Es gehört eben zu diesem Fest, das nachher so andachtsvoll still verlaufen soll, vorher Aufregung, Trubel und viel Arbeit. Jetzt um die Zeit der Weihnachten tritt am stärksten der Unterschied zwischen dem männlichen und weiblichen Charakter zutage. Während sich dem Mann langsam aber sicher die Haare sträuben, während er bereit ist, bei jeder neu zu beschenkenden Person, die aus der Gedächtnisschublade seiner Frau entspringt, die Fassung zu verlieren, gewinnt die Frau sichtlich an Kraft, Mut und Ruhe. Während der Mann immer verwirrter wird und nur noch händeringend und klagend denkt: Was schenke ich denn nur? hat die Frau schon klipp und klar alle Möglichkeiten samt Verpackung und Kostenanschlag tm Kopfe. Das Chaos, das um den Mann in großen, verwirrenden Schwüngen kreist, teilt sie unbarmherzig in drei Dimensionen: a) in den Weihnachtsbaum samt Schmuck und anderem Zubehör — er gibt den Mittelpunkt ab; b) die Geschenke, die den festen Kern des Weihnachtsbaumes umgeben, wie der Nebelstreif den Saturn, und c) die Festmahlzeiten, die weiter in Unterabteilungen zerfallen — in Braten, Kochen und Backen. Dabei vergißt sie durchaus nicht, daß inzwischen die Kinder Weihnachtsgedichte lernen sollen und daß jeder Adventssonntag eine kleine Vorfeier mit Kranz, Lichtchen, Nüssen und Aepfeln haben muß. Und während die Mutter mit dem zähen, braunen Gewürzteig eines Honigkuchens ringt, erklärt der kleinste Junge plötzlich, daß er durchaus und ganz gewiß die Spielsachen-Ausstellung ansehen muß, wenn er vor Kummer nicht sterben soll. Und während der geprüften Mutter vor Schreck die teig- umflorten Hände am Leibe niederfinken, findet sich das kleine Mädchen, das durch diese unberechtigten Ansprüche des älteren Bruders sowieso schwer gekränkt wurde, zu einem Geschrei aufgelegt und muß darum durchaus heute nachmittag das Weihnachts- Märchenspiel ansehen. Ein Feldherr kann sich im Falle meuternder Truppen ein kategorisches Urteil erlauben. Die Mutter ist dagegen etwas benachteiligt. Sie versucht auszuweichen und mit neuen Erzählungen über weihnachtliche Begebenheiten abzulenken, erntet aber nur mißbilligende Gesichter, streift seufzend den süßen, anhänglichen Teig von den Händen und beginnt, sich für einen Ausgang in die Stadt fertig zu machen. Sie sagt sich dabei zu ihrer Beruhigung, daß Weihnachten eben ein Fest der Kinder sei und daß man ihnen deshalb schon den Gefallen tun müsse. Durch ihren Kopf schwirren tausend Kleinigkeiten; sie ist innerlich beim Einkauf von Kartons und Bindfaden, bei Lametta und neu zu ersetzendem Christbaumschmuck, sie fragt sich besorgt, ob der Tischler den Sessel zur Zeit schicken wird und wie lange um die Weihnachtszeit ein Paket von JE. nach P. brauchen kann. Sorgenvoll durchläuft sie die Geschenkskala immer wieder, denn es ist gar nicht auszudenken, wenn einer, gottbehüte, etwas weniger als der andere erhielte ober gar vergessen würde. Sie wird Rosemarie zeitig zur Post schicken und die Kinder am Tag des Heiligen Abends zu Onkel Paul gehen lassen. Es wird ihm nicht recht sein, aber er kann wirklich einmal etwas für die Familie tun. Er ist Junggeselle und hat es sowieso am leichtesten. Aber dann vergißt sie Kartons, Sessel und den undankbaren Onkel Paul. Sie jubelt mit den Kindern um die Wette. Und das ist schließlich das schönste und wunderbarste an diesem Fest, „daß ihr werdet wie die Kinder". Mare Stahl. Dreimal Eintopf. V. A. BunterGemüsetopfmitSchweine» fleisch. Man benötigt 500 Gramm Schweinekamm, l’A Liter Wasser, Salz 2 Lorbeerblätter, Gewürzkörner und 1 Eßlöffel gehackte Petersilie, ferner Mohrrüben, Wirsingkohl und Kartoffeln je 500 Gramm und schließlich 250 Gramm Sellerie. Bei der Zubereitung wird das Fleisch in das mit den Gewürzen versehene kochende Wasser gegeben und 20 Minuten gekocht. Dann fügt man die geputzten und kleingeschnittenen Gemüse und nach weiteren 20 Minuten Kochzeit die m Scheiben geschnittenen Kartoffeln hinzu Nach dem Garkochen wird abgeschmeckt und das Gericht mit gehackter Petersilie überstreut. Kohlpudding mit Kapern soße. IV» Kilogramm Weißkohl werden kurze Zeit in kochendem Wasser stehengelassen. V2 Kilogramm Hackfleisch wird mit Salz, Pfeffer und geriebener Zwiebel vermengt. Kohl und Fleisch kommen dann schichtweise in eine gefettete Puddingform, die mit dem mit Tomatenmark gemischten Brühwasser übergossen wird. Der festverschlossene Pudding muß auf kleiner Flamme IV2 Stunde kochen Gut schmeckt dazu eine hellgebundene Soße, die mit gehackten Kapern abgeschmeckt ist. Straßburger Kartoffeln. Zwei gut gewässerte Heringe werden in Würfel geschnitten. Aus je 2 Eßlöffel Butter und Mehl und einer Zwiebel wird eine helle Schwitze bereitet die mit 200 Gramm Milch und *A Liter Fleischbrühe aufgefüllt wird. Die vorher gekochten und in Scheiben geschnittenen Kartoffeln sowie die Heringswürfel schichtet man in eine Auflaufform füllt die Soß« darüber, bestreut das ganze mit Semmelmehl und belegt es mit Butterfleckchen. Bei mäßig großer Flamme läßt man den Auflauf im Backofen braunen. Aus -er engeren Heimat soll die Verdunkelungsoorrichtung § Alsfeld, Vortrag des Kameraden Lehrer Keller über der den U-Bootkrieg. Der Vortragende schilderte zuerst Verlauf des U-Bootkrieges, wie er immer mieden Neues für den Büchertisch Weihnachtsferien fertig sein. Kreis Alsfeld. 5. Dez. In der ersten Vortrags- von denen die erste den Buchtitel gegeben hat. In der Geschichte von den Königsmarcks wird das Lebensschicksal des schwedischen Feldherrn Graf Kö- Es liegt noch nicht sehr viele Jahre zurück, daß an der Möglichkeit gezweifelt wurde, das Flugzeug bringen wird. Dem wachsenden Bedürfnis für die Benützung des Flugzeuges im Passagier-, Fracht- und Postverkehr kommt die Flugzeugbauindustrie durch den Bau von Großraumflugzeugen entgegen, und diese wieder sind für die interessierten Kreise ein Anreiz für noch stärkere Benutzung. Die Deutsche Lufthansa hat im Jahre 1936 232 000 zahlende Fluggäste auf ihren Linien befördert, das ist beinahe die Hälfte mehr als im Vorjahre. Diese bedeutende Zahl Fluggäste — wohlgemerkt zahlende — bezieht sich auf 85 600 000 Fluggastkilometer, die in dem genannten nachten einen Elternabend verunstalten. Es ist besonders begrüßenswert, daß sie es sich zur Aufgabe gemacht haben, drei Stücke von Hans Sachs, dem Altmeister mittelalterlicher Theaterkunst, zu spielen. Es gelangen zur Aufführung „Der tote Mann", „Der Krämerskorb" und „Der fahrende Schüler im Paradies". Außerdem werden zahlreiche Mundartgedichte und drei- und vierstimmige Kinderchöre vorgetragen. Auch die Unterklasse wartet mit einigen netten Darbietungen auf. — Der Schulsaal der Ob er kl ässe soll jetzt mit einer erstklassigen Verdunkelungsoorrichtung für Filmvorführungen versehen werden. Es damit ein langgehegter Wunsch der Schule dank des Verständnisses der Gemeindebehörde in Erfüllung. Bis zur Wiederaufnahme des Unterrichts nach den — Generalober st Wilhelm Heye: Die Gelschichte des Landwehrkorps im W e l t k r i e,g. Zwei Bände mit insgesamt 95 Bildern, 58 Karten und Skizzen und 11 Kriegsgliederungen. Preis in Ganzleinen geb. 18,80 RM. Verlag Wilhelm Gottl. Korn in Breslau. — (399/400.) — Das Landwehrkorps ist der einzige nur aus Landwehrtruppen gebildete Korpsverband, der während des Weltkrieges innerhalb des deutschen Heeres Verwendung gefunden hat. Diese Ausnahmestellung rechtfertigt es, daß ein in Krieg und Frieden so hervorragend bewährter Soldat wie Generaloberst Heye, der von 1914 bis Ende 1917 Chef des Generalstabes des Landwehrkorps gewesen ist und sich später als Chef der Heeresleitung des Hunderttausendmann-Heeres für Erhaltung der Wehrkraft in unserem Volke in schwierigster Zeit eingesetzt hat, den außerordentlichen Leistungen des .Landwehrkorps eine bis ins Einzelne gehende Darstellung widmet. Diese Leistungen sind schon deshalb bewundernswert, weil das Landwehrkorps, das sich unter der Führung des Feldmarschalls von Woyrsch auf den Schlachtfeldern des östlichen Kriegsschauplatzes unsterblichen Ruhm erringen sollte, ursprünglich lediglich zum Grenzschutz ' in Wirtschastssragen des Luftverkehrs. Don Or. Ernst Kredel. Landkreis Gießen. y. Staufenberg, 6. Dez. Gestern abend veranstaltete die Heimatoereinigung Staufenberg bei vollbesetztem Saale eine wohlgelungene Nikolaus-Feier. Der Choistbaum brannte, wohl zum erstenmal in dieser Adventszeit. Der Vereinsführer, Dekan i. R. Gußmann (Gießen) eröffnete den Abend mit einer herzlichen Be- grüßungs: und Adventsansprache, woran sich das gemeinsam gesungene Lied „Stille Nacht" anschloß. Gartenbauarchitekt Schwarz (Gießen) las zwei selbst verfaßte Weihnachtslegenden vor, worauf das gemeinsame Lied vom,, Tannenbaum", dessen Blätter auch im Winter grün sind, folgte. Alle Lieder wurden vom Schwiegervater des Vortragenden, Lehrer i. R. Lindemann (Gießen), auf dem Klavier stimmungsvoll begleitet. Dann erschien der mit Spannung erwartete Nikolaus zu großer Freude von jung und alt. Er sagte nicht nur manchen die ernste Meinung, sondern brachte auch Geschenke mit, 'ine viele Anwesende dankend in Empfang nahmen. Darauf folgte eine Verlosung von etwa 20 blühenden Blumenstöcken. Da ein Los nur 10 Pf. kostete, und der Reinerlös, wie der Vorsitzende mitteilte, dem WHW. zur Verfügung gestellt werden wird, fanden die Lose guten Abgang, und die glücklichen Gewinner machten frohe, stolze Gesichter. Der Vorsitzende dankte zum Schluß dem regen Vorstandsmitglied Schwarz (Gießen) für die geschmackvolle Tischdekoration usw. Mit dem Gedenken an den Führer und der Bitte, der Heimatvereinigung doch als Mitglied beizutreten, und für den Anschluß bei anderen zu werben, schloß er die gelungene Feier. § Lumda, 7. Dez. Mit dem ersten Kameradschaftsabend am Samstag begann die hiesige Kriegerkameradschaft ihre diesjährige Winterarbeit. Im Mittelpunkt des Abends stand ein fesselnder abgestoppt, und kaum ja ganz zur vollen Wirkung kommend, durch die Fehler der politischen Leitung zum Zorn der Front sein Ziel nicht erreichen konnte. Um die U-Bootstaten zu verstehen, gab er dann einen kleinen Einblick in die Technik des U-Bootes und in das Verfahren beim U-Bootsangriff. Im zweiten Teil seines Vortrages sprach Kamerad Keller über die englischen Abwehrmaßnahmen, insbesondere über die berüchtigte U-Boot- falle des englischen Admirals Campbell. Zum Schluß folgten einige U-Bootstaten, um zu zeigen, wie unsere U-Bootsmannschaften fuhren, kämpften, lebten und starben, um den Krieg für unser Vaterland zu gewinnen. Der Kameradschaftsführer berichtete über den Kreisverbandstag und gab bekannt, daß in jedem Monat eine größere Veranstaltung stattfinden wird. Welch großes Interesse an diesen Gemeinschaftsabenden besteht, beweist der Umstand, daß die Kameradschaft fast vollzählig erschienen war. Durch den Bau der Reichsautobahn wird auch unser Schieß st and in Mitleidenschaft gezogen. Der Kreisführer hat sich bereiterklärt, sich mit der OBK. wegen Bau eines neuen Schießstandes in Verbindung zu setzen. Ettingshausen, 7. Dez. Die Schüler der hiesigen Volksschule wollen noch vor Weih- Landwehrkorps, das in Generaloberst Heye einen beredten Künder seiner Taten gefunden hat. Aber der Generaloberst, der seine trotz vielen Einzelheiten sehr klar aufgebaute und auch für den an diesen Kämpfen nicht beteiligten Frontsoldaten leicht verständliche und höchst eindrucksvolle Darstellung durch eine — man darf wohl sagen beispiellose Fülle instruktiver, in besonderen Taschen lose beigefügter Karten und Skizzen unterstützt, ist sich über die Grenzen der Leistungsfähigkeit solcher improvisierter Formationen bei ihrer Verwendung im Felde sehr wohl im klaren. Sowohl dieser Gesichtspunkt, wie das aus der Aufgabe des Landwehrkorps namentlich im ersten Kriegsjahr ich ergebende Zusammenwirken mit dem österreichi- chen Bundesgenossen, macht das Studium dieses chönen Werkes auch für die allgemeine Kriegslehre in besonderem Maße fruchtbar. Dr. Fr. W. Lange. — Das Ende der Königsmarcks. Von Otto Freiherr von Taube. (Verlag Friedrich Stollberg, Merseburg. Gebd. 2,80 RM.). — (327) — Das treffliche Buch enthält vier Erzählungen, selbstverständlich geworden, daß es nicht mehr Aufgabe des Luftverkehrs ist, die eigene Daseinsberechtigung nachzuweisen, sondern die privatwirtschaftliche Rentabilität zu erlangen. Wie sehen nun auf diesem — wichtigsten Gebiet des Luftverkehrs die Dinge aus? Keiner der Luftverkehr treibenden Staaten hat die Entwicklung schon so weit vorgetrieben, daß er die Kosten des Verkehrs durch eigene Einnahmen aus Post-, Frgcht- als vollwertige; ungleichberechtigtes Verkehrsmittel. U Ä die moderne^ Verkehrswirtschast einzugliedern. . $Qni) nötig Bei Betrachtung des geschilderten Auf- < .stieges ist es jedoch nur eine Frage der Zeit, daß Jahre zurückgelegt wurden. Vor zwölf Jahren wurden dagegen bei einer nur 1583 000 Kilometer betragenden Jahresflugstrecke erst 13 422 Fluggäste befördert. Die Entwicklung des Luftfrachtverkehrs ist gegenüber den Anfangs- und Erfahrungsjahren des Luftverkehrs in gesunder Aufwärtsbewegung geblieben. Zahlen zu nennen, würde zu weit führen; es handelt sich ja bei dieser Betrachtung nur um einen skizzenhaften Ueberblick; aber einige Hinweise sind doch sehr aufschlußreich. Das Flugzeug ist an der Ausfuhr aus Deutschland nach folgenden Ländern beteiligt: England, Frankreich, Belgien, Spanien, Portugal, Niederlande, Skandinavien, Schweiz, Polen, Oesterreich, Italien, (Ausfuhr 515 Tonnen, Einfuhr 238 Tonnen). Als wichtigste Warengruppen im Verkehr mit diesem Ausland sind zu nennen: Bekleidung, Auto- und Maschinenteile, Filme, optische und Elektrogeräte, Leder, Pelzwaren, Chemikalien, Farben, Drucksachen, lebende Tiere, Blumen, Lebensmittel. Als letzter Zweig des Luftverkehrs sei noch der Luftpost verkehr erwähnt, der im Jahre 1936 auf den Strecken der Lufthansa eine Beförderungsleistung von 2 047 527 Kilogramm erreichte, die eine Aufwärtsveränderung gegen 1935 von Über dem Doppelten darstellt. Eisenbahn und Post sahen in dem sich neu wick-lnd-n Verkehrszweig den mettbemerber, her ' e[0^ite™i)e "entÄnrSoftVn und S?aufrnann mißtraute dem 1 ungen Verkehrsmittel j ginnafjmen jn ein kaufmännisches Gleichgewicht als Postuberbringer und Frachttrager, der Reisende I 1 _:.a für hio zog die nach seiner Auffassung sichere Eisenbahn oder jedes andere landesübliche Fahrzeug dem „gefährlicheren" Flugzeug vor, die Politik, von alten Gesichtspunkten territorialer Hoheitsrechte aus- ' gehend, konstruierte „nationale" Lufträume, die das auf zwischenstaatlichen und Schnellverkehr angewiesene Flugzeug in feiner Wirkungsmöglichkeit beschränkten, Ozeanflüge und Flugerpeditionen in ferne Länder wurden als Angelegenheiten der unternehmenden Männer angesehen, deren Triebfeder Ehrgeiz, bestenfalls wagender Mannesmut war. Es liegen nur wenige Jahre zwischen damals und heute; aber es ist in all diesen Auffassungen ein bemerkenswerter Umschwung eingetreten. Heute würde es niemand wagen, die Gegenwartsbedeutung des Flugzeuges als Verkehrsmittel zu bestreiten und Zukunftsmöglichkeiten in Zweifel zu ziehen; die Gleichberechtigung mit den Verkehrsmitteln alter Art ist erkämpft worden, und der volkswirtschaftliche Wert von Flugzeug und Luftverkehrszweig gilt als erwiesen: Die Ozeanflüge erfahren ihre Würdigung als Schrittmacher der seit Anfang 1934 regelmäßig und verkehrsmäßig von der Deutschen Lufthansa beflogenen Transozeanstrecke Europa— Südamerika und der in Vorbereitung befindlichen nördlichen Strecke Europa—Neuyork. Es ist durchaus kein Widerspruch, wenn gerade eine Transozeanstrecke, nämlich die südliche, obwohl sie erst drei Jahre in Betrieb ist, der Eigenwirtschaftlichkeit am nächsten kommt; diese Tatsache ist lediglich die Folge der ausschließlichen Einstellung auf die Postbeförderung, die bei einmal feststehenden Unkosten einen hohen Gewinn abwirft. Wer wagte an ein solches Ergebnis zu denken, als vor erst 10 Jahren Köhls Ost-Weft-Ozeanflug glückte? In der Politik hat sich bei der Behandlung von , Luftverkehrsfragen eine grundsätzliche Wandlung durchgesetzt; wir finden überall in Europa eine Zusammenarbeit der Nationen auf breiter und gesunder Grundlage. Gewiß ist entsprechend der Eigenschaft der Regierungen als Subventionsgeber die Luftverkehrspolitik vielfach auch von nationalen Richtlinien und Forderungen abhängig, während für die Errichtung von Flugstrecken eigentlich nur wirtschaftliche in Frage kommen sollten; aber von diesem einen Punkt abgesehen ist doch Überall die enge territoriale Auffassung des Luftverkehrs als einer staatlichen Einrichtung einer solchen gewichen, die dem Flugzeug als zwischenstaatlichem Berkeyrs- mittel entspricht. Um ein Beisviel zu nennen: von den 50 840 Starts der Lufthansaflugzeuge im Plan- verkehr 1936 erfolgten etwa 12 000, also nicht ganz ein Viertel im Ausland (Holland, Dänemark, England, Frankreich, Schweiz, Danzig, Oesterreich, Tschechoslowakei, Ungarn, Belgien, Jugoslawien, Spanien, Bulgarien, Italien, Polen, Schweden, Griechenland, Norwegen, Portugal, dazu Afrika und Südamerika), während ausländische Luftver- rehrsaesellschaften in Deutschland etwa 11000 Starts durchführen. Auch Eisenbahn und Post haben ihre Auffassung geändert und betrachten das Flugzeug als ergänzendes Mittel, das da auftritt, wo Land und Meer unüberwindliche natürliche und damit auch zeitliche Hindernisse entgegenstellen; nicht mehr Konkurrenz heißt das Stichwort, sondern Zusammenarbeit. Auf dem erwähnten transozeanischen Großluftweg der Deutschen Lufthansa nach Brasilien-Chile fliegen monatlich 500 000 bis 600 000 Briefe hinüber und herüber, die doch auch eine Belebung der Post darstellen, abgesehen von dem Beweis, daß der Kaufmann die wirtschaftliche Bedeutung des Flugzeuges als Postträger auf den großen Ueberseestrecken jetzt erkannt hat und der Sicherheit, Pünktlichkeit und Regelmäßigkeit des neuen Verkehrsmittels vertraut. Wie weit das reifende Publikum feine innere Einstellung gegen das gefährlich erscheinende neue Beförderungsmittel geändert hat, dafür spricht die Zahl der Starts der Lufthansaflugzeuge im Planoerkehr 1936, die, wie oben angegeben, über 50 000 beträgt. Wir werden nachher noch sehen, daß die Starts auch ihren wirtschaftlichen Zweck erfüllen und die Flugzeuge von Passagieren, Post und Fracht benützt werden. Nach dem Statistischen Jahresbuch von 1926 gelangten im gesamten deutschen Tagverkehr des Jahres 1924 (um ein beliebiges Jahr aus der Zeit des Luftverkehrsaufbaues zum Vergleich herauszugreifen) 4198 Starts zur Ausführung. Dabei ist zu Ungunften des Ergebnisses von 1924 noch anzumerken, daß laut Flugplan 4972 Starts vorgesehen waren, also 774 unausgeführt blieben. Das kommt nun heute äußerst selten vor; denn die flugplanmäßigen Flüge werden durchgeführt ohne Rücksicht auf Wetter und Jahres- oder Tageszeit. Jn Prozenten ausgedrückt, würde das eine Regelmäßigkeit des Luftverkehrs im Jahre 1924 von 84,4 v. H. bedeuten, während die von der Lufthansa angegebenen entsprechenden Zahlen der Jahre 1935 und 1936 mit 95,2 v. H. und 96,2 v. H. der absoluten Regelmäßigkeit nahekommen. Neben der Verbesserung der Flugzeug- und Motorenkonstruktion ist diese zunehmende Regelmäßigkeit den Fortschritten der Funktechnik und der Flugnavigation zu verdanken. Aber auch die Organisation ist weiter fortgeschritten, und die Erfahrungen der fliegenden Besatzungen und des Bodenpersonals sind größer geworden. So hat die im vergangenen Flugjahr auf manchen Strecken überdurchschnittlich schlechte Wetterlage nicht etwa, wie man annehmen könnte, eine größere Zahl von Außenlandungen im Gefolge gehabt. Den Fortschritt maa wieder eine Zahlengegenüberstellung veranschaulichen: Auf eine Million Flugkilometer berechnet betrug die Anzahl der unvorhergesehenen Landungen außerhalb der Flugplätze (Außenlandungen) im Jahre 1931 noch 8,8; im vergangenen Jahre 1936 waren es nur 1,4. Und Unfälle blieben entsprechend der technischen und organisatorischen Durchbildung des Luftverkehrs auf ein geringes Maß beschränkt: auf 4,2 Millionen Flugkilometer entfiel ein Flugzeugunfall mit tödlich verletzten Insassen. Das stärker werdende Vertrauen des Publikums wirkt sich denn auch wieder psychologisch dahin aus, daß der Kreis der das Flugzeug Benutzenden immer weiter wird: Es betrug z. B. die Ausnutzung der Flugzeuge im Jahre 1935 44,2 v. H. gegenüber 52 v. H. im Jahre 1936. So ist jetzt auf Grund solcher Ergebnisse und Erfolge eine allen Bevölkerungskreisen gemeinsame Auffassung Schlesien bestimmt gewesen war und auch, nachdem _____... ____v__v......... ... seine Ausgabe dahin erweitert worden war, beim | nigsmarcf geschildert, der aus den Diensten Vormarsch in Polen den linken Flügel der Oester- Karls XI. von Schweden ausscheidet und bann im reicher zu decken und „ihm, mit sich fortreißend, 1 Dienste des Dogen von Venedig gegen die Türken dauernden Impuls zur Offensive zu geben" noch kämpft, zum Zerstörer der Akropolis wird und an in keiner Weife für eine solche Offensive ausgerü- der Pest stirbt. Die zweite Erzählung führt nach stet war. Trotzdem ist die schlesische Landwehr in Spanien zur Zeit König Philipps IV. und zur Zeit blutigem Ringen und strapazenreichen Märschen der Ermordung Wallensteins; sie gibt in der No- schnell zu einer Fronttruppe ersten Ranges gewor-; volle „Der Sieg Don Alonso Gureas" ein feines den, die, vor welche Aufgabe sie auch gestellt wurde, । Bild von dem Leben eines von eitler Ichsucht ge- für die Verteidigung der Heimat auch das Letzte i läuterten Dichters. Sodann wird der Leser in der hergegeben hat. Die Schlacht bei Tarnanka, der. Novelle „Die Nonne und der Capirote" Zeuge des Rückzug bis zum Dunajec, die Schlachten vor Ivan- vergeblichen Kampfes des Bösen gegen das' Gute, goroö, Czenstochau, die Verfolgung nach dem Durch- Den Abschluß des Buches bildet die Novelle „Der bruch von Gorlice-Tarnow, die Schlacht bei Slonim Metzgerbub und die Herzogin"; sie versetzt' den und die schweren Kämpfe um Baranowitschi sind Leser in das fröhliche Stuttgart zur Zeit des Her- unvergängliche Ruhmesblätter in der Geschichte des j zogs Eberhard III. im Jahre 1654. Alle Erzählun- veranstaltung der NS.-Kulturgemeinschaft Alsfeld im Rahmen der NSG. „Kraft durch Freude" sprach im dichtbesetzten Saale des „Deutschen Hauses" der Gaupropagandaleiter des Reichskolonialbundes im Gauverband Hessen-Nassau, Wirtschaftstreuhänder Baller (Frankfurt a. M.) über „Deutschlands koloniale Forde- r u n g e n". Der Ortsverbandsleiter schloß die er= hebenoe Kundgebung mit einem Aufruf zum Eintritt in den Reichskolonialbund in der üblichen Weife. — Ein neues Lichtspieltheater wird demnächst unsere Stadt erhalten. Der stattliche Neubau in der Hindenburgstraße, den der Inhaber des seitherigen, in der Turnhalle untergeb rächten Kinos, errichtet hat, und der allen neuzeitlichen Anforderungen entspricht, wird in der ersten Hälfte des Monats Dezember eröffnet werden. —.— Homberg, 7. Dez. Gendarmerie-Wachtmeister i. R. Müller und Ehefrau konnten dieser Tage im Kreise ihrer Angehörigen in körperlicher und geistiger Frische das Fest der Goldenen Hochzeit begehen.— In der Stadthalle fand ein „Bunter Aden d" statt, der von einer an der Reichsautobahn beschäftigten Firma bzw. deren Arbeitern zu Gunsten des Winterhilfswerkes veranstaltet wurde. Musikalische Darbietungen, humoristische Vorträge und Soli füllten den Abend aus. Die Hörfolge fand lebhaften Beifall. Der gesamte Erlös fließt dem Winterhilfswerk zu. Kreis Wetzlar. CD Krofdorf-Gleiberg, 7. Dez. Zur Zeit weilt die Oefterreichifche Volksbühne unter Leitung von Maria Größter zu einer Gastspielwoche im hiesigen Ort. Die zwölfköpfige Theatergruppe gibt ihre Vorstellungen, darunter auch zwei für die Dorfjugend, im Saalbau Bender. Der erste Spielabend ging vor vollem Saal vvn- ftatten. Die zur Aufführung gelangenden Stücke tragen volkstümlichen Charakter und stehen im Zeichen von Volkstrachten, Volksgesang und -lied und Volkstänzen. Die Truppe weilte schon einmal vor drei Jahren mehrere Monate lang hier und gab außer im Orte auch in den Nachbardörfern Vorstellungen. Sie brachte viel Freude ins Dorf und steht daher hier in gutem Andenken. gen sind interessant und fesseln den Leser bis zur letzten Zeile. Ernst Blumschein. — Die Schwedenorgel. Erzählung von Siegfried Berger. (Verlag von Friedrich Stollberg, Merseburg. Gebd. 2,80 RM.). — (326) — Eine feinsinnige Geschichte von einer alten Orgel im Kirchlein eines Dörfchens im Harz und von ihrer Nachfolgerin, die wegen ihrer Kostendeckung aus dem Ertrag einer Konzertreise nach Schweden, die der ganz in der Musik aufgehende junge Dorfkantor, Musikgelehrte und Geigenkünstler zur Erlangung von schwedischen Kronen unternommen hat, die „Schwedenorgel" genannt wird. Die Handlung spielt in den ersten Nachkriegsjahren, da in Deutschland die Inflation schwer auf allem lastete und besonders hart auch das arme Dörfchen im Harz mit dem Kirchen-Patron, dem freiherrlichen Gutsbesitzer, traf. Die Menschen und die Zeitverhältnisse sind mit viel Verständnis und mit feinem seelischen Erfassen geschildert, daneben ist der edley Musica ein besonderer Ehrenplatz in der Erzählung eingeräumt. Das Buch schenkt seinem Leser Stunden voll schönem Erleben und voll Freude an einem guten Werk. Ernst Blumschein. — Gustav Schwab: Die schönsten Sagen d e s klassischen Altertums. Neubearbeitet von Dr. Theodor Bohner mit 37 Zeichnungen im Text und 8 Bildtafeln. Preis in Ganzleinen gebunden 4,80 Mark. Verlag Ullstein, Berlin. — (431) — Was uns hier in neuem — und man darf wohl auch sagen in schönerem — Gewände entgegentritt, ist ein guter alter Bekannter aus unserer Jugendzeit, der uns damals fast spielend den Zugang zu den Götter- und Heldenmythen der Alten geebnet hat. Gustav Schwab war in der Für rlon Marrn Rasierappar.,Rasier-Pinsel, rur uen nerrn -Seifen, -Creme, Haarwasser, Kölnisch-Wasser, Herren-Parfüms und viele and. Willkomm. Geschenke ■ | ■ ’n großer Auswahl und J | |1 in allen Preislagen I V I I Selters weg 63, Tel. 4026 ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts Theologe in Stuttgart. Sein Landsmann David Friedrich Strauß hatte ihn mit feinem Buch „Das Leben Jesu" in schwere innere Konflikte gebracht, mit denen er auf einer kleinen Landpfarre auf der Schwäbischen Alb fertig zu werden suchte. Hier schrieb er nach griechischen und römischen Dichtern sein berühmtestes Buch „Die schönsten Sagen des klassischen Altertums", das heute noch zu jedem spricht, der für die Gaben einer unerschöpflichen Phantasie empfänglich ist. Theodor Bohner hat mit aller Achtung vor der Eigenart des Werkes nur das einer sorgfältigen Bearbeitung unterzogen, was vielleicht heute bei der im allgemeinen geringeren Kenntnis der antiken Vorstellungswelt einer Ergänzung ober Erläuterung bedurfte. Ein kurzer Abriß der antiken Götterlehre unterstützt das Bestreben, das Buch auch heute wieder zum Allgemeingut unseres Volkes zu machen. L. — Bruno Brehm: Soldatenbrevier. Mit 14 Bildern, Preis in biegsamem braunem Leinen 2,80 RM. im Tieck-Verlag, Wien I, Seilerstätte 22. — (300) — In geschmackvollem Gewände, das auch den Anspruchsvollen zufriedenstellen muß, repräsentiert sich hier ein bunter Strauß ernster und heiterer, philosophisch nachdenklicher, poetisch gehobener, sachlich schildernder Sentenzen, die alle um den Soldaten und das Kriegshandwerk kreisen. Keineswegs nur Leute vom Bau, Feldherren wie Hindenburg, Erzherzog Karl, Krauß, Moltke, Friedrich der Große, Gneisenau, Napoleon oder berühmte Wissenschaftler der Kriegskunst wie Clausewitz und Schlieffen haben sich hier zusammengefunden, nein Dichter aller Völker und Zeiten kommen zu Wort und darunter manche, die man in dieser Verbindung zu treffen überrascht und erfreut ist, und schließlich der schlichte Mann aus dem Volke selbst, die Stimme der Front in Kriegsliedern und Anekdoten, die Welt des Soldaten erst ganz rundend zu dem allgemein Gültigen, das Joachim von der Goltz mit den Versen meint: „Legt mit dem grauen Rock nicht weg die Ehr', bleibt auch in Zukunft Kämpfer, bleibt Soldaten, seids mit der Feder, seids mit Hand und Spaten!" Die mit Geschmack und Sorgfalt ausgewählten Bilder unterstreichen das Besondere dieses schönen Büchleins. Fr. W. Lange. — Gebrüder Speckten Der gestiefelte Kater. Preis 2.— RM. Verlag Fr. Stollberg, Merseburg. — (436.) — Es war ein hübscher Gedanke des Verlags, dieses Märchen, eines der anziehendsten und unvergänglichsten, das der Phantasie des Kindes besonders entgegenkommt, aus dem reichen Schatz der „Kinder- und Hausmärchen" der Gebrüder Grimm mit den vor fast hundert Jahren von Otto Speckter im Gewände der Zeit geschaffenen und doch auch uns heute wieder warm ansprechenden romantischen Illustrationen neu herauszugeben. Den Bildern, die im Neudruck sehr sauber und fein herausgebracht wurden, sind die Erklärungen Speck- ters gegenübergestellt, so daß ein Büchlein entstanden ist, das jedem vertraut und doch wieder neu erscheint. Jung und alt werden an ihm ihre Freude haben. L. — Zum 30. Todestage des hessischen Dichters Wilhelm Holzamer hat die Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart und Berlin, zwei seiner besten Bücher wieder Dorgelegt, die geeignet scheinen, die Erinnerung an den früh Verstorbenen zu bewahren und ihm zu manchen alten neue Freunde zu gewinnen: „Peter N o ck l e r", Geschichte eines Schneiders (163 Seiten, Seinen 4 Mark — 249 —), und „V o r Jahr und Tag", Roman (VIII, 293 Seiten, Leinen 6,50 Mark — 250 —). Der „Nockler" ist die Liebes- und Ehegeschichte eines Handwerkers, schlicht, anschaulich und menschlich erzählt, ein Heimatroman im guten Sinne, dem man es anmerkt, daß seine Gestalten und seine Handlung nicht ausgetüftelt, sondern aus dem Leben genommen sind. — Die Ausgabe des Romans „Vor Jahr und Tag" ist durch die Werbearbeit des Holzamer-Bundes in Nieder-Olm, dem Geburtsort des Dichters, ermöglicht worden. Dr. Adalbert Schmidtin Wien hat dem Buche eine warmherzige Einführung geschrieben, die den Leser verständnisvoll in die eigentümliche Welt des rhein- hessischen Erzählers einführt; es ist der letzte Roman Holzamers, der erst 1908, ein Jahr nach seinem Tode, in Buchform erschienen ist: ein Dorfroman aus dem Rheinhessischen, spielend um bas Jahr 1866, stilistisch und stofflich dem „Nockler" in manchem verwandt, aber weiter ausgreifend, mehr auf ein Gesamtbild gerichtet als auf die Entwicklung eines Einzelschicksals, obwohl die Lebens- und Liebesgeschichte seiner Heldin, der Wirtstochter Dorff), das Hauptmotiv der Erzählung bildet; Holzamer hat hier zugleich ein Kultur- und Zeitbild geschaffen, das, auch abgesehen vom Literarischen, seinen Wert und seinen Reiz behalten wird. Hans Thyriot Nr. ?86 Drittes Blatt ffiiefiener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhesien) Mittwoch, 8. Dezember |037 Aus der Stadl Giehen. O Tannenbaum, o Tannenbaum! Ein deutsches Weihnachtsfest ohne Tannenbaum ist uns nicht denkbar. Wir wissen, daß unsere Seele mit diesem Baum immer verbunden ist. Und deshalb grüßen wir den Tannenbaum, wenn er in diesen Tagen zu uns kommt. Er ist uns das Sinnbild des wiederkehrenden Lebens. Er hat seine grünen Nadeln nicht im Herbststurm verloren, er ging nicht zur Ruhe. Stolz steht er da, wird vorn Rauhreif herrlich geschmückt und trägt auch, wenn der Winter strenger kommt, mit Würde feine Schneelast. Nun sollen uns diese Bäume mit ihren Lichtern und ihrem Schmuck das Herz erfreuen. Die Augen der Kinder leuchten vor Glück. Wo auch Deutsche wohnen, ein Sinnbild des Waldes muß beim Weihnachtsfest dabei fein, und wenn es auch nur ein ganz kleines Tannenzweiglein ist. Mit Wehmut erinnern sich die Kriegsteilnehmer noch an die Päckchen aus der Heimat, aus denen ihnen beim Oeffnen ein kleines Tannenbäumchen entgegenlachte. Da war es ihnen, als ob die ganze Heimat, die Kindheit vor ihnen auferstünde! Da wurden sie selber zu Kindern. Die Bäumchen wurden aufgestellt, die kleinen Lichtlein entzündet. Weihnachtslieder erklangen aus den Unterständen. Erstaunt lauschten die Gegner auf der andern Seite auf den Gesang und sahen die kleinen leuchtenden Bäumchen. Das waren deutsche Kriegsweihnachten im Felde. Beim Anblick der Tannenbäumchen, beim Gesang uralter Weihnachtsweisen rannen den Männern die Tränen über die Wangen. So verwachsen ist die deutsche Seele mit dem Tannenbaum. Und unterm Tannenbaum offenbart sich unsere ganze Liebe zu den Kindern, zu den Volksgenossen. Hier liegen die Geschenke, hier liegt unser ganzes Herz. Hier denken wir an die hilfsbereite Gemeinschaftsliebe ... So wandert denn hinein in die deutschen Häuser, ihr grünen Bäumchen! Laßt euch schmücken mit buntem Flitterwerk, mit Ketten und Engelshaar, mit Weihnachtsmännern und Bildern. Ueberall da, wo kleine Kinder sind, soll das Weihnachtsbäumchen bunt sein. Vergoldete Nüsse und Süßigkeiten müssen an den Zweigen hängen. So will es das Kindesherz. Wir alle aber vergessen eins nicht: die Lichter! Je mehr, desto schöner! Hell soll es sein in unserm Zimmer, hell soll es werden in unserm Herzen! W. Dornotizen. Tageskalender für Mittwoch. Stadttheater: 15 bis 17.30 Uhr „Schneewittchen"; 19.30 bis 22.15 Uhr: „Der Wildschütz". — Gloria- Palast, Seltersweg: „Der Unwiderstehliche". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die glücklichste Ehe der Welt". — Naturheilverein Gießen: 20 Uhr „Katholisches Vereinshaus" Filmvortrag „Gesund durch die Natur". — Stadtkirche: 20 Uhr Bibelabend. — Oberhessischer Kunstverein: 17 bis 19 Uhr Weihnachts- Ausstellung im Turmhaus am Brand. Sladtthealer Gießen. Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Heute nachmittag Wiederholung des diesjährigen Weihnachtsmärchens „Schneewittchen", ein Märchen in sechs Bildern nach Gebr. Grimm von Trude Wehe. Spielleitung Hermann Schultze-Griesheim, musikalische Leitung Heinz Markwardt. Außer Miete! Beginn 15 Uhr, Ende 17.30 Uhr. — Am Abend: „Der Wildschütz", komische Oper von Albert Lortzing. Musikalische Leitung Heinz Markwärdt, Spielleitung Hermann Schultze-Griesheim. Die Aufführung findet als 11. Vorstellung der Mittwoch- Miete statt. Beginn 19.30 Uhr, Ende 22.15 Uhr. Orgelkonzert in der Stadlkirche. Das am morgigen Donnerstagabend in der Stadtkirche stattfindende Orgelkonzert des Berliner Organisten Karl Heinz Eckert bringt — wie man uns schreibt — ein sehr interessantes und abwechslungsreiches Programm, in dem neben berühmten klassischen Werken der Orgelliteratur, wie Joh. Seb. Bachs Präludium und Fuge Es-dur und Max Regers Fantasie und Fuge über Bach, auch'das zeitgenössische Schaffen mit Choralbearbei- Diamanien-Komödie Vornan von Horst Biernath. Nachdruck verboten! In dem behaglich ausgestatteten Vorzimmer des „Großen Beratungsraumes", in dem die Direktoren der Minerva-Mine ihre geheimen Besprechungen zu erledigen pflegten, sahen vier Herren, denen man ansah, daß sie ihre reichlich bemessenen täglichen Mahlzeiten nicht nur zum Vergnügen, sondern sozusagen auch aus Berufsrücksichten verzehrten. Alle vier waren sie gereiste Männer; aber doch noch nicht so reif, daß man von ihnen hätte sagen können, sie seien Männer in den sogenannten „besten" Jahren. Nein, sie befanden sich in den weit angenehmeren „guten". Es waren vier ausgesuchte Prachtgestalten von Männern; keiner von ihnen wog unter einhundertundachtzig Pfund, und alle waren sie eine gute Handbreit übers Gardemaß hinausgewachsen. Mit wenigen Worten: so breit wie schwer, so hoch wie stark, und allesamt in hundert Feuern erprobt und ohne Tadel befunden bis ins Knochenmark hinein. Rudolf Schwarz, ein Deutscher, diente der Gesellschaft seit zwölf Jahren. Er stammte aus Dresden und konnte wie sein erlauchter ehemaliger Landesvater mit spielerischer Leichtigkeit Hufeisen zerbrechen. Gottlob war das der einzige Ehrgeiz, den er mit August dem Starken teilte, nur daß es ihm natürlich bedeutend schwerer wurde, diese Kunst ,zu zeigen; aus dem einfachen Grunde, weil eben Lie Hufeisen in unseren Zeiten seltener geworden -sind. .. . u Sein Nachbar war ein Sohn der „Grünen Insel . »Er hieß Ferguson. Seine durch einen Steinwurf Zertrümmerte Nase erinnerte die Direktoren der Minerva-Mine stets wie eine Tapferkeitsmedaille oan die Stunde, in der dieser wackere Irländer am Nordtor der Gruben als einziger Mann, mit einem lleergeschossenen Revolver in der Hand, fünfzehn Minuten lang eine ganze Bande streikender Neger iim Schach gehalten hatte, die drauf und dran gewesen war, die Mine abzusäufen. Und streikende Neger, muß man wissen, halten keine Plakate mit Weltverbrüderungssprüchen in den Händen, sondern Pflastersteine und ähnliche Dinge. Die beiden anderen Herren, Kröger aus Transvaal und Hooten aus Rotterdam, taten ebenfalls schon seit gut zehn Jahren ihren Dienst bei der Minerva-Mine, einen Dienst, der scharfe Augen und eisenharte Knochen erforderte, denn Streiks, Sabotageakte, Durchstechereien, Diebstähle und Raubüberfälle gehörten nun mal zum Betrieb einer Diamantengrube; etwa so, wie ein gelegentlicher Brand zu einer Zündholzfabrik. Die vier waren auf drei Uhr nachmittags bestellt, und sie waren sich, nachdem sie eine Viertelstunde darauf gewartet hatten, in die Direktionsräume hineinbeordert zu werden, darüber klar, daß ein Sonderauftrag ihrer harrte. Bitte, sie waren die vier besten und ältesten Leute im Ueberwachungs- dienst, und es war nicht das erstemal, daß sie zu viert mit besonders schwierigen Aufgaben betraut wurden. Als darum die gepolsterte Tür des Beratungszimmers von innen aufgestoßen wurde und Direktor Johnson, der jüngste der fünf Minerva- Direktoren, der in solchen Fällen stets den sonst von einem Neger ausgeübten Türdienst übernahm, die vier Wartenden hereinwinkte, da wußten die vier Detektive sofort, worum es heute ging. Auf dem großen ovalen Tisch standen nämlich, säuberlich ausgerichtet wie Rekruten, vier Koffer — oder sagen wir lieber: Köfferchen. Mit einer gediegenen äußeren Lederhaut, blanken Stoßkanten aus Messing und zollstarken Stahl- und Asbestplatten darunter. Köfferchen, denen man ihr Gewicht von außen wahrhaftig nicht ansah und zu deren unauffälliger Beförderung schon ganz gehörige Armmuskeln gehörten. Die Detektive setzten sich, nachdem sie das Zeichen dazu von Herrn Gaspard, dem Chefdirektor, bekommen hatten. Sie erhielten, wie stets vor Eröffnung des geschäftlichen Teils, einige Zigarrenkisten vorgesetzt, wählten mit Sorgfalt und Freimut die beste Sorte und sahen bann, nachdem sie das edle Kraut in Brand gesteckt hatten, Herrn Gaspard fragend und auffordernd an. Der Leiter der Minerva-Mine erhob sich. Man konnte ihn noch immer, obwohl der böse Zahn der Zeit ihn ein wenig beschädigt hatte, einen „schönen Mann" nennen. Jedenfalls erschien es glaubwürdig, daß Direktor Gaspard in seinen jüngeren Jahren zumindest ebenso viele Erfolge auf jenem sanften Gelände gesammelt hatte, auf dem man Diamanten trägt, als jetzt auf den harten Gefilden, wo man Dom MW. imd der ÄSÄ. im kreise Wetierau. DieSpendedernatwnalenGolidaritäi Nach dem heute vormittag feftgestellten Schlußergebnis der Sammlung am „Tag der nationalen Solidarität" hat sich das Gesamtergebnis der Opferspenden an diesem Tage in der Stadt Gießen von 10 950,41 Mark, die am Sonntagvormit- tag festgestellt waren, auf nunmehr 11 802,03 Mark erhöht. Rund 6000 Weihnachtspakete. Bei der in den letzten Tagen in den Orten des Kreises Wetterau vom WHW. durchgeführten Aktion zur Sammlung von Weihnachtswunschpaketen ergab sich ein sehr erfreulicher Erfolg. Rund 6 0 00 Weihnachtspakete wurden von den Volksgenossen in Stadt und Land des Kreises Wetterau dem WHW. zur Weiterleitung an hilfsbedürftige Familien in den Kreisen Offenbach, Mainz und Wiesbaden zur Verfügung gestellt. Die Weihnachtspakete, deren Wert sich im Durchschnitt auf 7 bis 10 Mark beläuft, werden gegenwärtig von den einzelnen Ortsgruppen an die Zenttalsammelstelle in Gießen geleitet, von wo aus in den nächsten Tagen der Versand nach den vorgesehenen Orten erfolgen wird. Man kann die erfreuliche Tatsache verzeichnen, daß auch in diesem Jahre wieder vielen hilfsbedürftigen Familien, insbesondere kinderreichen, durch diese Weihnachtspakete eine schöne Festtagsfreude bereitet werden kann. Rund 5000 neue Mitglieder. Erfreulicherweise hat sich die Zahl der Mitglieder der NSV. im Kreise Wetterau im Verlaufe der seit Juli dieses Jahres durchgeführten Werbung von Einzelpersonen und innerhalb der Betriebe ansehnlich erweitert. Vom Juli bis heute konnten der NSV.-Kreisamtsleitung des Kreises Wetterau rund 5 0 0 0 neue Mitglieder gemeldet werden, wobei insbesondere die Werbungen innerhalb der Betriebe sehr befriedigend waren. Im Hinblick auf die großen Aufgaben, die der NSV. im Dienste der Volksgemeinschaft ständig zur Erfüllung obliegen, ist es zu begrüßen, daß der Kreis der Mitglieder bei dieser im besten Sinne des Wortes gemeinnützigen Organisation sich auch innerhalb unserer engeren Heimat so stark erweitert hat. Es sind aber sicherlich immer noch Volksgenossen in Stadt und Land vorhanden, die bis jetzt noch nicht Mitglieder der NSV. sind. Ihnen allen sei nahegelegt, diese Mitgliedschaft zu erwerben und damit auch an diesem Frontabschnitt des Aufbauwerkes unseres Führers zum Wohle der Gesamtheit mitzuarbeiten. leicht auch Reisbrei mit Aepfel als ein ebenso wohlschmeckendes, wie bekömmliches Gericht zu empfehlen. Bon atteniSpielzeng unönever Freude. NSG. Liebe Hausfrau! Vielleicht liest du flüchttg über die obigen Worte weg, weil bu keine Kinder hast und deshalb auch kein altes «Spielzeug. Oder du denkst, hier nun Anregungen zu finden, um die ^twas mitgenommenen Sachen deiner Kleinen zum Fest wieder auffrischen zu können. Beides ist falsch? Aber vielleicht erinnerst du dich dabei an eine längst vergessene Spielzeugkiste, die dir bei der Entrümpelungsaktion vor Wochen in die Hände geraten war und die nun irgendwo wartet, bis — ja, worauf soll sie eigentlich warten? Denk dir einmal aus, was man mit dem Inhalt alles anfangen könnte! Da sind alte Puppen, die mit neuen Kleidern und etwas Farbe wieder recht nett aussehen würden. Und der etwas verblaßte und abgestoßene Baukasten wäre vielleicht auch noch zu retten. Die Hampelmänner sind auch „außer Betrieb gesetzt", aber man könnte ihnen wohl etwas auf die Beine helfen? Das bunte Tierzeug müßte neu gestrichen und, wo da und dort ein Rädchen fehlt, ersetzt werden. Aus der altmodischen Puppenstube Oer erste Schnee ist da. Hoherodskopf: Skimöglichkeit sehr gut! Der Winter hat in diesem Jahre lange auf sich warten lassen. Nachdem noch vor wenigen Wochen in den Gärten die Natur launischerweise Himbeeren und Erdbeeren ernten ließ, fiel in der letzten Nacht und heute morgen der erste Schnee. Seines Bleibens in den Straßen der Innenstadt scheint zwar nicht lange zu sein, aber in den Außenbezirken hat die Landschaft doch ein rechtes Winterkleid angelegt. Wer heute zu früher Morgenstunde unterwegs war, sah die Flocken im Scheine der Straßenlaternen luftig wirbeln. Die Bäume, deren jedes Aestchen ein kleines Schneepolster trägt, nehmen sich prächtig aus, und die Tannenbäume, die gestern und vorgestern in der Stadt aufgestellt wurden, strahlen richtig Weihnachtszauber aus. * Selbstverständlich hat nun auch der Winter in unserem heimischen Vogelsberg, dem Dorado der Wintersportler, Einzug gehalten. Und zwar recht eindrucksvoll! Der Hoherodskopf meldet 40 bis 50 Zentimeter Schnee, Pulverschnee, auf der Heide leicht verweht, Temperatur —3 Grad und — was die Hauptsache ist — Skimöglichkeit sehr gut! Die vielen Skihaserln und Skihasen, die in den vergangenen drei Wochen im Trockenskikursus in der Reithalle mit den Brettern im Kriegszustand lagen, können nun voraussichtlich am Sonntag ihre Skier in Freiheit vorführen. * Weniger erfreut von der neuen Wetterlage ist man in unserem Gießener Bahnhof. Da es auch im Westerwald viel geschneit hat, gab es Verspätungen. Einige Züge von Dillenburg her liefen mit bis zu 20 Minuten Verspätung ein. Der Fernverkehr hat allerdings noch keine Beeinträchtigung erfahren. In unserem Gießener Bahnhof ergab sich die Lage so, daß zu nachtschlafender Zeit viele Arbeiter herbeigerufen werden mußten, um die Weichen betriebsfähig halten zu können. tungen und einer Passacaglia von Hans Friedrich Micheelsen (geb. 1902) berücksichtigt ist. Außerdem wird Karl Heinz Eckert am Schlüsse über ein Thema improvisieren, das ihm erst im Konzert oorgelegt wird. 3X5(5. „Kraft durch Freude", Kreis Gießen. Theatervorstellung. Sonnabend, den 11. Dezember 1937, „Große KdF.- Miete", Gruppe II (5. Vorst.): 8099D „Ufa von Naumburg." Schauspiel in 3 Akten von Felix Dhünen. Spielleitung Erich Schumacher. Karten zu —,90 und 1,— RM. sind auf der Kreisdienststelle, Schanzenstraße 18, erhältlich. NS -Leh erbund Kreis Sießen. Abt. höh. Schute. Fachschaft „Deutsche Kunde". Nächste Sitzung am Freitag, 10. Dezember, um 16 Uhr in der Oberrealschule. Vortrag „Hanns Johst und seine Dichtungen im deutschen Unterricht". Oeffeniliche Sitzung der Ratöherren. Der Oberbürgermeister hat die Ratsherren der Stadt Gießen auf kommenden Freitag, 10. Dezember, zu einer öffentlichen Sitzung im Sitzungssaal des Stadthauses, Bergstraße, eingeladen. Die Sitzung, zu der alle Volksgenossen als Zuhörer Zutritt haben, beginnt um 16.30 Uhr. Auf der Tagesordnung steht zunächst die Bekanntgabe von Rechnungsabschlüssen. Weiter werden sich die Rats- Herren mit dem Erwerb von Gelände zur Verbreiterung der Kaiserallee, mit der Altstadtsanierung, mit der Aufnahme eines Darlehens zum Ausbau der Licher Straße als Zubringer zur Reichsautobahn, mit dem Äusbau des Arbeitsdienstlagers, mit dem Ernährungshilfswerk und mit einer Friedhofsordnung für die Stadt Gießen zu beschäftigen haben. Oer Eintopf am nächsten Sonntaa. Zu den von uns am Montag bereits mitgeteilten Eintopfgerichten in den Gaststätten am nächsten Sonntag, 12. Dezember, wird hinsichtlich des Gemüse-Eintopfs von der zuständigen Stelle (Landesbauernschaft) betont, daß für unser Gebiet zu diesem Gemüseeintopf die Verwendung von Karotten und Unterkohlrabi besonders zu empfehlen ist, da diese beiden Gemüsearten auf dem hessen- nafsauischen Markt reichlich vorhanden sind. Zur Verwertung unserer reichen Apfelernte wäre viel- sie schürft. Sehr böse Lästerzungen behaupteten sogar, der lebenslustige Fünfziger habe seine heutige Stellung jenen früheren Erfolgen zu verdanken, damals, als er nichts weiter besaß als das Kapital eines gepflegten schwarzen Schnurrbärtchens und eines südfranzösischen Temperaments. „Meine Herren!" begann er und wandte sich dabei mit einer runden Geste an seine Mitdirektoren und die vier Detektive. „Ich habe Sie in einer außerordentlich wichtigen Angelegenheit herberufen. Ein europäischer Staat wünscht seinem Herrscher- Hause Embleme ihrer hohen Würde zu überreichen. Da mir in den letzten Monaten das Glück hatten, aus unseren Gruben mehrere besonders kostbare Rohsteine zu bergen, ist ein holländischer Juwelier durch seinen hiesigen Beauftragten mit uns in Verbindung getreten und hat, nach eingehender Prüfung der in Frage kommenden Stücke, für den in Holland bestellten Kronschmuck Juwelen im Betrag von vierhunderttausend Gulden Gesamtwert erworben." In der kleinen Atempause, die Gaspard einschob, ging Direktor Johnson mit raschen Schritten zum summenden Ventilator und stellte ihn ab. Es war plötzlich sehr still in dem Beratungsraum, so still, daß das leise Knistern der brennenden Zigarren vernehmbar wurde. „Ja, meine Herren", fuhr Gaspard fort, „solche Dinge lassen sich leider nicht so geheimhalten, wie es aus manchen Gründen wünschenswert wäre. Alle Verkaufsverhandlungen find hinter geschloffenen Türen geführt worden. Dennoch haben wir Nachricht aus sicherer Quelle, daß sich bereits verschiedene dunkle Existenzen, mit denen besonders Sie, meine Herren —", und hier verbeugte sich der Chef leicht vor den Detektiven, „— schon dieses und jenes zu tun hatten, lebhaft für den Transport der Steine interessieren." Es war trotz der herabgelassenen Vorhänge, die dem hell getönten Raum ein zartes Dämmerlicht gaben, sehr schwül im Zimmer, und Direktor Gaspard betupfte mit einem blütenweißen Taschentuch, das er mit einer loreroberoegung aus seiner äußeren Brusttasche hervorgeholt hatte, seine Stirn. „Abgesehen von dem unersetzlichen Wert der Steine", sprach er eindringlich weiter, „handelt es sich bei diesem Transport um den guten Ruf unserer Minerva-Mine. Der Verlust der Steine wäre kaum zu ertragen — der Verlust unseres Rufes könnte man mit ein bissel Mühe wieder ein köstliches Kinderparadies zaubern. Da fällt dir auch die kleine Wiege ein, die irgendwo im Dunkel eines Schrankes liegt und das Schaukelpferd im Speicher. Stelle dir einmal die Freude vor, wenn diese Dinge an Kinder kämen, deren Eltern kein Spielzeug kaufen können!! Aber du haft keine Zeit, dich mit diesen Bastelarbeiten abzugeben. Das glauben wir dir gerne. Siehst du, da wollen wir, die Jung- mädel des BDM., dir helfen. In den nächsten Tagen kommen wir in jedes Haus und nehmen alles entbehrliche Spielzeug mit, um es neu horzu- richten und der NSV. für ihre Weihnachtsbescherung zu geben. Wenn du aber wirklich nichts än solchen Dingen hast, dann freuen wir uns mächtig über ein paar Groschen, die wir der NSV. zum Kauf neuer Herrlichkeiten bringen dürfen. Und dann, Hebe Hausfrau, glaub es uns, die wir uns doch selbst so sehr auf Weihnachten freuen: Schenken ist tausendmal schöner, als empfangen! Unser neuer Roman. Nachdem wir den Abdruck des Romans „Blondine fetzt sich durch" von Hans-Joachim Freiherrn von R e i tz e n st e i n in der gestrigen Ausgabe unseres Blattes beendet haben, beginnen wir in der heutigen Nummer des Gießener Anzeigers mit einem neuen großen modernen Romanwerk, von dessen Veröffentlichung wir uns wiederum einen ganz außergewöhnlichen Erfolg bei allen unseren Leserinnen und Lesern in Stadt und Land versprechen dürfen. Es ist uns ein Vergnügen, heute in unseren Spalten einen glänzend begabten jungen Autor, Horst Biernath, vorstellen zu können, der bisher noch nicht bei uns zu Worte gekommen ist, dessen Arbeiten aber sich überall der größten Beliebtheit zu erfreuen haben. Sein jüngster Roman heißt „Diamanten-Komödie". Wie außergewöhnlich spannend, fesselnd und amüsant diese Geschichte ist, mag man daraus ersehen, daß die Terra eben damit beschäftigt ist, einen Film daraus zu machen: vor wenigen Wochen ist ein Dampfer von Genua nach Afrika ausgelaufen; unterwegs dreht der Regisseur Carl Bo ess an Bord und an Land mit Maria Andergast, Harald Paulsen und Hermann Speelmans in den Haupttollen die Außenaufnahmen zu dem Film „Diamanten-Komödie". Ehe Sie ihn zu sehen bekommen, müssen Sie den Roman lesen; er wird Ihnen sicher genau so gut gefallen wie uns. Das nie!" Gaspard legte seine Hände auf die vier Stahlkoffer. Seine Stimme bekam einen beschwörenden Ausdruck: „Diese Koffer müssen nach Amsterdam gelangen! Unversehrt! So, wie sie hier vor Ihnen stehen! Wir haben eine Frist von drei Wochen vor uns, um den Auftrag auszuführen. Ich kann die Steine zu dieser Jahreszeit nicht den Gefahren eines Lufttransports aussetzen. Außerdem bedeuten die vielen Zwischenstationen, die ein Flugzeug zu machen gezwungen wäre, eine Verzehnfachung des Risikos..." In diesem Augenblick erhob sich Direktor Johnson zum zweiten Male und ging auf seinen weißen Kreppsohlen geräuschlos über den spiegelblanken Linoleumboden zur Tür des Vorzimmers — und stieß sie mit einem Ruck auf. Aber der Warteraum war leer... Keinem der anwesenden Herren fiel es ein, zu lächeln, als Johnson von diesem ergebnislosen Ausflug, mit einem „Kann man wissen?" im Gesicht, auf seinen Platz zurückging. Gaspard zündete sich eine Zigarette an, aber er drückte sie nach wenigen Zügen wieder aus, und sein Blick glitt langsam über die ruhigen Mienen der vier Detektive. „Sie wissen selbst am besten, meine Herren, daß der Auftrag, den ich an Sie zu vergeben habe, schwere Gefahren in sich birgt. Sie sind lange genug im Dienst der Gesellschaft, um die Tragweite meiner Worte ermessen zu können. Und ich wiederhole, was ich schon zu Anfang unserer Unterredung sagte: daß auf unbegreifliche Weise Gerüchte über diesen Ankauf durch die Wände dieses Zimmers nach außen gedrungen find. Ich gehe wohl nicht fehl in der Annahme, daß in den nächsten Tagen und Nächten mehrere Augen scharf auf unser Tun gerichtet sein werden..." Gaspard räusperte sich. Eine kleine Pause ent* stand. Der Direktor spielte nervös mit seiner Uhrkette. Sein Gesicht wurde sehr ernst: „Es wäre eine Beleidigung, an Ihrem Mut den Gefahren gegenüber, die Sie bei Ihrer Aufgabe erwarten, zu zweifeln. Denn Mut haben Sie oft genug bewiesen. Wenn jedoch einer von Ihnen die schwere Verantwortung dieses Auftrags nicht zu tragen wünscht, dann wäre jetzt der Zeitpunkt gekommen, daß Sie sich erklären. Und Sie dürfen versichert fein: Die Gesellschaft wird feinem von Ihnen, der sich jetzt erhebt und das Zimmer verläßt, dieses Verbalten als Fahnenflucht auslegen." Fortsttzung folgt Expreßgut reist so schnell wie Sie! Die schnellste Verbindung nach jedem beliebigen Ort in Deutschland zeigt Ihnen das Kursbuch. In dieser Zugverbindung reist auch Ihr Expreßgut. Vereinfachte Abfertigung auf leicht auszufüllende Expreßgutkarte. Nachnahmen sind zugelassen. Zu jeder Zeit, Tag und Nacht, auch an Sonn- und Feiertagen, solange Reisezüge verkehren, wird Expreßgut angenommen, befördert und ausgeliefert. Aeußerst billig sind die Expreßgutfrachten trotz der Schnelligkeit der Beförderung. Höchst© Sicherheit bietet Ihnen für Ihre Sendung die Deutsche Reichsbahn. REICHSBAHNDIREKTION FRANKFURT (MAIN) Auskunft erteilen kostenlos die Gepäckabfertigungen. allen Anwesenden die freundlichen, Hellen und luftigen Arbeitsräume betrat. Die anschließende Feier wurde durch die Ansprache des Architekten eröffnet. Sodann sprach der Betriebsführer. Herr Vogt dankte zunächst > den Handwerkern und ihren Meistern und dem Archl. tekten für die geleistete Arbeit. Auch an seine Gefolgschaft richtete er herzliche Worte und ermahnte sie, ihm als Betriebsführer und dem Betrieb selbst auch weiterhin die Treue HU halten. Der Betriebsleiter der Stahlbüromöbelsabrik brachte dann den Glückwunsch der Gefolgschaft zum Ausdruck. Kreis- obmann Pg. Wagner drückte seine Freude dar- über aus, ' Zeuge dieser Arbeitsaufnahmefeier zu sein. Es sei schön, in den Betrieben Vertrauen zwischen Führer und Gefolgschaft zu finden; das sei der erste Schritt zur wirklichen Betriebsgemeln- schaft. Die Arbeitsstätte soll die zweite Heimat des Schaffenden sein, und er glaube, daß diese schönen Arbeitsräume wesentlich zu diesem Gefühl beitragen werden. Die Gefolgschaft wurde ermahnt, selbst immer wieder an die Gemeinschaft zu glauben. Der Geschäftsführer der Firma Abermann, Pfeiffer, sprach hierauf seinen Glückwunsch aus. Anschließend wurden unter Leitung des Betriebsführers allen Anwesenden die verschiedenen Arbeitsräume gezeigt. IreiwilligenmeldunqzumArbeitSdienst der weiblichen Jugend. Zum 1. Januar noch Plätze verfügbar. DNB. Die Zahl der Freiwilligenmeldungen für den Arbeitsdienst für die weibliche Jugend zum 1. April 1938 ist schon jetzt so groß, daß in kurzer Zeit alle verfügbaren Plätze besetzt sind. Dagegen können zum 1. Januar 1938 noch einige Freiwild- aenmeldungen berücksichtigt werden. Die Meldungen sind umgehend auf den bei allen Polizeirevieren erhältlichen Meldeformularen bei den Meldestellen der Bezirksleitungen einzureichen. Zum ersten Male werden die An- und Rückreisekosten für die Fahrten zwischen Heimatort und Lager innerhalb der Heimatbezirke vom Reichsarbeitsdienst getragen. Gleiches gilt bei einem dienstlich erforderlichen Austausch zwischen den Bezirken des Arbeitsdienstes für die weibliche Jugend. Kisten und Verpackungsmaterial nicht vernichten! NSG. Holz ist für Deutschland jetzt mit einer der wertvollsten Rohstoffe. Durch die neuen Werkstoffe hat es einen vielseitigen Verwendungszweck bekommen. Es wird in derart großen Mengen benötigt, daß keine leichtsinnige Verschwendung damit betrieben werden darf. Industrie, Handel und Gewerbe sind auf Kisten, Holzwolle, Holzspäne usw. dringend angewiesen. Hier darf in der Versorgung keine Stockung eintreten, wenn der geregelte Warenverkehr nicht gefährdet werden soll. Es ist eine unverantwortliche Handlungsweise, Kisten und Verpackungsmaterial zu verbrennen. Holz ist als Rohstoff viel zu wertvoll, als daß es in irgendeiner Form der Vernichtung preisgegeben wird. Es ergeht daher an alle Betriebsführer und Volksgenossen, die überzählige Kisten usw. besitzen oder laufend bekommen, die dringende Bitte, diese unverzüglich dem nächsten Kistenhändler anzubieten bzw. dem Kaufmann zu überlassen, der gerade. Bedarf an geeignetem Verpackungsmaterial hat. Keine Kisten, keine Holzwolle usw. dürfen mehr vernichtet werden! * ** Kein Sonderzug nach Frankfurt. Der für den nächsten Sonntag, 12. Dezember, von der Reichsbahndirektion Frankfurt angekündigte Sonderzug von Gießen nach Frankfurt fällt aus. ** Anmeldung zur Kaufmannsgehil- fenprüfung und zu den industriellen Facharbeiter- und L e h r a b s ch l u ß p r ü - f ungen, Frühjahr 19 3 8. Die Industrie- und Handelskammer Gießen teilt mit, daß die Anmeldungen zu den genannten Prüfungen bis spätestens 31. Dezember 1937 zu erfolgen haben. Für die Anmeldung sind vorgeschriebene Vordrucke zu verwenden, die bei der Kammer umgehend anzufordern sind. An den Prüfungen nehmen sämtliche Lehrlinge der Kreise Gießen, Alsfeld und Lauterbach teil, die bis zum 30. Juni 1938 ihre Lehre beenden. Die industrielle Facharbeiterprüfung erfaßt alle die Lehrlinge, die einen anerkannten Lehrberuf erlernen, während für Lehrlinge zur Zeit nicht anerkannter Lehrberufe die Lehrabschlußprüfungen abgehalten werden. Große Strafkammer Gießen. Gestern hatte sich der Georg Pickel aus Bad- Nauheim vor der Großen Strafkammer zu verantworten. Die Anklage legte ihm zur Last, in mehreren Fällen Jugendliche zu widernatürlicher Unzucht mißbraucht zu haben. In der Hauptverhandlung, die unter Ausschluß der Oeffentlichkeit statt- and, konnten dem Angeklagten drei Fälle nachgewiesen werden. Mit Rücksicht auf die Skrupellosigkeit und Unverschämtheit, mit der der Angeklagte zu Werke ging, erkannte das Gericht auf eine ganz exemplarische Strafe, nämlich 2 Jahre und 3 Monate Zuchthaus und 5 Jahre Ehrverlust. Fünf Monate der Untersuchungshaft werden dem Angeklagten angerechnet. zu erzielen. Er sprach von eindrucksvollen Feiern der Taufe, von der Konfirmation, von dem fleißigen Ueben des Kirchenchores und der vielseitigen Arbeit der evangelischen Frauenhilfe der Gemeinde, erinnerte ferner an verschiedene Veranstaltungen kirchlicher Art und schloß mit der Aufforderung zur Treue zu Gott. Mit dem Gesang des Lutherliedes klang die Feier aus. Eine neue Werksanlage. Dieser Tage begann — wie man uns berichtet — die Arbeitsaufnahme in der neu errichteten Werkhalle der Firma Franz Vogt & Co. am Sandkauterweg. Die Firma hatte zu der kurzen schlich- Aus den Gießener Gen'chissälen Weiterhin stand der I. L. aus Chemnitz wegen ahrlässiger Tötung vor der Großen Strafkammer. Der Angeklagte fuhr im Juni 1937 in Bad-Nau- heim, aus der Stadt kommend, zum Bahnhof. Er mußte dabei die Hauptverkehrsstraße Gießen— Frankfurt kreuzen, auf der sich im gleichen Augenblick aus der Richtung Ober-Mörlen ein anderer Personenwagen näherte. Da beide Fahrzeuge zu gleicher Zeit auf der Kreuzung ankamen und keiner der beiden Fahrer den anderen vorbeiließ, kam es zu einem Zusammenprall. Hierdurch kam der Wagen des Angeklagten ins Schleudern und prallte in etwa 20 Meter Entfernung auf eine Bank, die von drei Personen besetzt war. Zwei von ihnen konnten sich im letzten Augenblick dadurch retten, daß sie zur Seite sprangen, während die dritte, eine ältere Frau, von dem Wagen erfaßt und getötet wurde. In der gestrigen Hauptverhandlung bekundeten der Angeklagte und sein Mitfahrer, sie seien soviel früher an der Kreuzung angelangt gewesen, daß sie diese noch bequem vor dem anderen Wagen hätten passieren können. Demgegenüber behaupteten die Insassen des anderen, an sich vorfahrtsberechtigten Wagens, sie hätten den Angeklagten erst kommen sehen, als sie sich schon in der Kreuzung befunden hätten. In Anbetracht der ganz erheblich widersprechenden Zeugenaussagen ließ das Gericht zur besseren Aufklärung im Laufe des gestrigen Nachmittags weitere Ermittlungen anstellen. Die nächste Anklage richtete sich gegen den fast 60jährigen G. H. aus Gießen wegen Sittlichkeitsoerbrechens. Dem Angeklagten wurde zur Last gelegt, in drei Fällen an einem in seiner Familie untergebrachten Hausjahrmädel, welches gerade 14 Jahre alt ist, unsittliche Handlungen vorgenommen zu haben. In der Hauptoerhandlung, die ebenfalls unter Ausschluß der Oeffentlichkeit statt- and, gab der Angeklagte einen Fall zu, die übriaen bestritt er. Trotz Der entgegenstehenden Aussage des Mädchens konnte sich das Gericht in den beiden anderen Fällen nicht restlos von der Schuld des Angeklagten überzeugen, da einige Umstände zutage traten, die die Glaubwürdigkeit der jugndlichen Zeugin sehr stark erschütterten. Das Gericht war der Auffassung, daß der Angeklagte sich nicht aus verbrecherischer Neigung betätigt, sondern sich lediglich in einem schwachen Augenblick zu dieser Handlungsweise habe hinreißen lassen. Aus diesem Grunde und mit Rücksicht auf sein Alter und seine bisherige Unbestraftheit billigte es dem Angeklagten in weitestem Maße mildernde Umstände zu und verurteilte ihn zu einer Gefängnis st rase von 6 Monaten, von denen VA? Monate durch die Untersuchungshaft als verbüßt gelten. Der Angeklagte nahm das Urteil sofort an. Amtsgericht Gießen. Der A. G. aus Gießen, der schon wiederholt wegen Diebstahls vorbestraft ist, hatte wegen Feldübertretung einen Strafbefehl über 15 RM. erhalten, gegen den er, allerdings unter Beschränkung auf das Strafmaß, Einspruch erhob. Der Angeklagte hatte im Juni d I. von einem Grundstück in der Nähe des Philosophenwaldes ein Säckchen Klee gestohlen, obwohl er erst einige Tage vorher wegen der gleichen Sache von einem Flurhüter verwarnt worden war. Der Angeklagte war im wesentlichen geständig, verschwieg jedoch seine Vorstrafen. Das Gericht hatte daher keine Veranlassung, Milde walten zu lassen und beließ es bei der im Strafbefehl erkannten Geldstrafe von 15 RM. ♦ Der G. L. aus Hungen hatte wegen fahrlässiger Körperverletzung und Fahrens ohne Führerschein durch Strafbefehl eine Geldstrafe von je 4 0 Mark erhalten. Die Strafe roegen Fahrens ohne Führerschein ließ er rechtskräftig werden, während er bezüglich der fahrlässigen Körperverletzung Einspruch erhob. Er fuhr am 25. September dieses Jahres mit einem Personenwagen von Hungen nach Langsdorf. Seine Geschwindigkeit belief sich auf etwa 50 Kilometer. Unterwegs begegnete ihm eine Radlerin, die auf der linken Straßenseite fuhr. Auf sein Signal hin nahm sie vorschriftsmäßig die rechte Straßenseite ein. Der Angeklagte kam mit dem vorderen Teil des Wagens auch an ihr vorbei, erfaßte sie jedoch mit dem hinteren Kotflügel und schleuderte sie zu Boden. Der Radfahrerin wurde dabei der Oberarm zersplittert, so daß sie mehrere Wochen in der Klinik zubringen mußte, wo der Arm noch ein paarmal nachgebrochen wurde. In der Hauptverhandlung wandte der Angeklagte ein, die Radfahrerin sei an dem Unfall schuld, da sie nicht genügend aufgepaßt und sich mit einem jungen Mann auf einem der Straße benachbarten Grundstücke während des Fahrens unterhielt. Die Beweisaufnahme ergab zwar, daß die Verletzte sich nicht ganz korrekt verhalten, daß aber auch der Angeklagte der Straße nicht die nötige Aufmerksamkeit geschenkt hatte. Mit Rücksicht auf die Schwere Der Verletzung, die erst in der Hauptverhandlung zur Sprache kam, erhöhte das Gericht die Strafe auf 12 0 Mark. Ebenfalls wegen Übertretung der Reichs-Straßenverkehrsordnung hatte der K. K. aus Gießen einen Strafbefehl über 2.0 Mark erhalten, gegen den er Einspruch einlegte. Der Angeklagte war am 15. Juni abends in betrunkenem Zustand auf dem Fahrdamm des Selterswegs herumgetorkelt und hatte auf diese Weise den Verkehr gefährdet. Dabei war er gegenüber der Wirtschaft „Ins Lotze" von einem im Schrittempo fahrenden Personenwagen erfaßt und zu Boden geschleudert worden. Abgesehen davon, daß ihm der Anzug zerrissen wurde, hatte die Sache keinerlei nachteilige Folgen. In der Hauptoerhandlung wandte der Angeklagte ein, er sei an dem Tage zur Musterung gewesen und habe lediglich drei bis vier Glas Bier getrunken, so daß von einer Betrunkenheit keine Rede sein könne. Er habe nur deshalb den Bürgersteig verlassen, da dort großes Gedränge geherrscht habe und er einigen entgegenkommenden Passanten habe ausweichen wollen. Im gleichen Augenblick sei er auch schon von dem Wagen erfaßt worden. Die Beweisaufnahme ergab demgegenüber einwandfrei die Schuld des Angeklagten. Mit Rücksicht darauf, daß der Angeklagte dem Gericht vormachen wollte, er sei in seinem Leben noch nicht betrunken gewesen, obwohl das Gegenteil gerichtsbekannt ist, wurde die Strafe von 20 Mark auf 3 0 Mark erhöht. ist die aufregende Geschichte einer abenteuerlichen Seereise von Kapstadt nach Amsterdam und der wilden Jagd nach einer Ladung kostbarer Diamanten. Mit dem Kriminalfall ist eine reizende kleine Liebesgeschichte innig verknüpft, und das Ganze ist so temperamentvoll, witzig und unterhaltsam geschrieben, daß jedermann an diesem Roman seine helle Freude haben wird. Oer Weihnachtsglücksbrief. Wir stehen vor Weihnachten und denken wiederum an den Gabentisch. Der Weihnachtsabend soll doch der Abend der Freude sein, der alle Familienmitglieder unter dem schimmernden Baum versammelt. Er ist aber auch ein Abend der Besinnung. Jede Familie ist nur ein Teil der großen Familie des deutschen Volkes. Haben wir während des Jahres nicht nur an unsere kleine Familie, sondern auch an die große gedacht? Sind wir auch im Sinne der Volksgemeinschaft treue Gefolgschaft gewesen? Ist eine Pflicht versäumt und noch zu erfüllen? Sind alle im Reiche geborgen wie wir? Können wir noch einen Einsatz bringen? Jawohl, man erwartet ihn von jedem Deutschen. Wohl ist nun für sehr viele Arbeit und Brot beschafft, doch beides muß auch erhalten bleiben. Da müssen wir alle helfen. Der Weihnachtsglücksbrief, das Los der Reichslotterie für Arbeitsbeschaffung, darf auf keinem Weihnachtstisch fehlen! Schützt die Tiere vor Nässe und Kälte! LPD. Die in Ställen gehaltenen Tiere müssen im Winter vor Zugluft, Kälte und Feuchtigkeit geschützt werden. Dies geschieht zweckmäßig durch Abdichtung vorhandener Ritzen an den Türen, Löchern und Deffnungen in der Stallwand, soweit diese nicht zur vorsichtigen Lüftung notwendig sind. Pferde, die draußen warten müssen, müssen sorgfältig zugedeckt werden, damit sie nicht unter der Kälte und Nässe Schmerzen und gesundheitliche Schädigungen auszuhalten haben. Wachhunde müssen für den Winter eine besonders feste, dick mit Stroh ausgelegte und vor Regen, Schnee und Kälte sicher bewahrende Hütte eichalten, sofern es wirklich unumgänglich notwendig ist, diese Hunde außerhalb des Hauses zu lassen. Kettenhunde müssen jetzt besonders reichlich gefüttert und auch mehrmals täglich von der Kette losgemacht werden, damit sie sich die notwendige Bewegung verschaffen, hierdurch oen Körper erwärmen und die Glieder gelenkig erhalten können. Das Aussetzen von Haustieren ist strafbar. , Das Tierschutzgesetz des neuen Reiches verlangt von allen Menschen Rücksichtnahme auf die Lebensbedürfnisse der Tiere. Eine strafbare Tierquälerei wird nach den gesetzlichen Bestimmungen nicht allein in einer Handlung ekblickt, die einem Tier Schmerzen bereitet, sondern Tierquälerei ist auch die Vernachlässigung eines Tieres in Haltung, Pflege und Unterbringung. Es ist Pflicht eines jeden, für die Tiere einzutreten, die als treue Helfer des Menschen auf dessen Gegenleistung angewiesen sind. Wer Tiere vor Schädigungen bewahrt, erfüllt damit nicht nur eine gesetzliche Pflicht, sondern er hilft auch, dem Volksvermögen erhebliche Werte zu erhalten. Deshalb fei jeder darauf bedacht, anderen Volksgenossen bei dem Schutz von Tieren vor Kälte und Nässe behilflich zu sein. (5cmcinbcfag der Luthergemeinde. Am Sonntagnachmittag vereinigte die Luthergemeinde ihre Glieder zu dem alljährlichen Gemeindetag in der Turnhalle am Oswaldsgarten. Die Veranstaltung brachte eine Fülle von Darbietungen, die große Freude bereiteten. Für die zahlreichen Lied- und Gedichtvorträge hatten Kinder aus der Gemeinde fleißig geübt; auch der Kirchenchor trug durch Lieder zur Verschönerung bei; die männliche Jugend wartete mit allerlei humoristischen Darbietungen auf. Die Kinder der Kinderkirche zeigten ein Advcntsspiel. Mit großem Jubel wurde von den Kleinen der Nikolaus begrüßt, der schöne Geschenke verteilte. Für eine Kaffeepause war von der evange- lischen Frauenhilfe der Gemeinde trefflich vorgesorgt. Einer reich ausgestatteten Tombola wurde gerne zugesprochen. Pfarrer Anthes, der nach langer Krankheit erstmalig wieder vor seine Gemeinde treten konnte, hielt eine Ansprache, in der er über den Adventsgedanken sprach. Nach weiteren Lied- und Gedichtvorträgen erstattete Prof. Dr. Hepding als Vorsitzender des Kirchenrates der Gemeinde einen Bericht über die kirchliche Arbeit in der Gemeinde und betonte, daß viel guter Wille und Einsatzbereitschaft aufgeboten worden seien, um einen rechten Zusammenhalt in der Gemeinde ten Feier die an dem Bau beteiligten Unternehmer als Gälte geladen. Zur Freude sowohl der Be- triebsfüfjrung, wie auch der Gefolgschaftsmitglieder nahm auch Kreisobmann Pg. Wagner als Vertreter der Deutschen Arbeitsfront an der Feier teil. Vormittags versammelten sich die Gäste, die Betriebsführung und die gesamte Gefolgschaft am Sandkauterweg vor der beinahe wohnlich anmutenden neuen Halle. Unter Leitung des Betriebsobmannes Pg. Hill ebr echt wurde die Fahne der DAF. geyißt, sie soll auch dieser Arbeitsstätte Leitbild sein. Anschließend übergab der Architekt des Baues, Dirksmöller, dem Bauherrn und Betriebsführer Vogt die Schlüssel, der danach mit oooov MMe Keichsdützn der te res ich D' tu P w Di 61 lv perle hat 0erc Slssl Llzl Kren 5 veil sellit alle- drei 6i 51 N Den pofl jelaJ ladt 0 I" peiir M 4 Aus der engeren Heimat enst der Maul- und Klauen- In Flörsheim hat sich Seltersmcg £7 6118 A Wer elektrisch schenkt — schenkt richtig! Elektrogeräte sind billiger geworden! 8097 A Sehen Sie sich die reiche Auswahl an Im bekannten Fachgeschäft Arsenik Asphaltlack 7882 A Weihnachten ..würde auch Sie solch ein fescher eit :he HJfaessl/lad# zwischen dem Äauer und Erzeuger und der deutschen Familie. Kreuzplatz 15 MOSA t deutfcher Uhrmacher und der QM EGA-Uhrenfabrik -Autorisierte Verkaufsstelle der 7 ringe । Meis4erüber„Uchl und Schatten" und zum Bauen Mehr Kreude an der Natur durch Bermühler-Bücher ein D a u b r i n pelle Schleuse Be. 'enen In. der den 4 Tr. einer Frei- Mit- einer Wert, szweck en be> damit b @e- '■ ujnx irgung e Wa- st eine b Der. i Ro> ibeinr Ts t? N- tr du- unser» n bzw. Wxx\ Seine nidjtü Seit 30 Fahren bestehen Seit dieser Zeit ist der ^8 Tischbestecke, Staubsauger, Teppichkehrer, Bohnerbesen, Wring- und Waschmaschinen und viele andere praktische Helfer. mit dem Gesang einiger mehrstimmiger Chöre. Die Heiden Spielsdiaren zeigten Laienspiele und Volkstänze. Der Abend war gut besucht und fand bei ollen Gästen reichen Beifall. △ Heuchelheim, 7. Dez. Das Deutsche Volksbildungswerk hielt hier einen Vortragsabend, in dem Prof. Dr. Hummel, Gießen, über unsere Kolonien in Afrika sprach. Als Forscher war er in Afrika, und er konnte den zahlreichen Zuhörern ein Bild von Siidwest- und Ostafrika geben, da er aud) Lichtbilder über diese ehemaligen deutschen Kolonien zeigte. Seine Ausführungen n, >rt Internationale Ausstellung Parisl937 „Grand Prix W/lWfXM H O ft N UND SOHN Photo-Kino Kreuzplatz 9 ' für zum urzer Segen Willi, ingen 'ieren teilen Male Fahr. J ber agen. lichen Mes rcn und Konzertstücken bietend, zeigte wiederum, daß der Verein unter Leitung seines Chorme-isters L. Schreiner auf beachtenswerter Höhe steht. ' Lebensmittelgeschäfte. - Kaufmann derMittler Gegenllchtblenden verdoppeln die Möglichkeiten und steigern die Bild- wirkung. Ab Mk. 3.50. Das sind Geschenke mit praktischem Wert u. darum doppelt gern gesehen. urt m Mir aus. et)ib eilen iPrü- ie« unb Aninel äteftere bie An> verweil' iforbem ehrlinge teil, die en. Du lUe di! is erler- )t anen igen ab« BecbsleiD Flügel-Pianinos Denn gerade diese praktischen Dinge braucht die Hausfrau Tag für Tag. Darum wird sich die Hausfrau besonders darüber freuen. Schenken Sie also hiervon etwas der Hausfrau: eN eb$: den reiz, dar. ' zu zwi. -kl lein, bes önen >lr«. klbst .Der Hier abschneiden! Kostenlose Auskunft erteilen die Mitglieder der Elektro-Oemeinschaft und die Städtischen Elektrizitätswerke Oießen Im Regierungsbezirk Wiesbaden sind keine weiteren Ortschaften von der Maul- und Klauenseuche befallen worden. In Flörsheim hat sich allerdings die Zahl der verseuchten Gehöfte auf drei erhöht. Uhrmachermetsvec Tclcforx 3373 Alleinvertretung: Pianohaus BÄiaii Gießen 3ahnho!str.7G Kein Schaufenster Forderung nach. Kreis Wetzlar. <£ Bieber, 7. Dez. Hier wurden 90 neue Mitglieder für d i e NSV. geworben. Davon wurden am Sonntag im Saale der Wirtschaft Schlierbach 60 Volksgenossen ausgenommen, die Aufnahme der übrigen 30 erfolgt an einem späteren Zeitpunkt. z. günst. Preisen, auS eig. Anfert., m.tl.Fehlerchen, ab. gar. Daunen- Ma.,2 St.98- RM.ldiv.Farb.). Besichtig, sof. in Gießen dessen. Anfrag.beisftiiiv Reinivald, Baden-Baden, Stefanienstr.4. T Dau bringen, 5. Dez. Gestern abend gab im Saale der Wirtschaft Erb der G e s a n g v e r - c n unter Mitwirkung der Ka- An Auffassung, Reinheit, Aussprache, Dortrag und Tonbildung ließen die Chöre nichts zu wünschen übrig, was die Gäste aud) dankbar durch ihren Bci- all zum Ausdruck brachten. Als einige besonders ein aufgefaßte und sehr schön vorgetragene Chöre 5 Kleinigkeiten, die dazu gehören: Stativ, für Heimaufnahmen und Arbeiten mit dem Selbstauslöser unentbehrlich — bedenken Sie: schon ’/m Sekunde aus freier Hand verwackelt ! Von Mk. 3.50 bis Mk. 18.— habe ich alles vorrätig. Gelbfilter, für Schneelandschaften besonders wichtig, Preis Mk. 2.50 bis Mk. 5.—. Selbstauslöser, nicht bei jedem Apparat ist er eingebaut. Preis Mk. 3.— bis Mk. 5.80. Entfernnnnsmesser, ein wirksamer Helfer für Kleinbildamateure.Preis von Mk. 2.50 an. Schwerer Unfall beiRodungsarbeiten. * Deckenbach (Kreis Alsfeld), 7. Dez. Bei den Abholzungs- und Rodungsarbei- t e n eines großen Waldstückes in der Nähe unseres Ortes ereignete sich heute Nachmittaag ein schwerer Unfall. Bon einem der beiden Dampfpflüge, die an langen Drahtseilen je eine Anzahl Pflüge zum Umbrechen des Landes ziehen, riß ein Drahtseil, das sich anscheinend an Baumwurzeln festgehängt hatte, an einer vermutlich schadhaften Stelle durch und schlug mit großer Gewalt etwa 20 Meter seitlich aus. Dabei wurden vier Arbeiter getroffen und zu kenoersich. weder bei Honorarhöhe noch beim Zahlungstermin Rücksicht nehmen. Es besteht zw. ArU und Patient (beim Kasten- patkent:zw. der Krankenkaste) ein Dienstvertrag, d. h. die Arztkosten müsten auch bezahlt werden, wenn die Behandlung erfolglos war. Asbest, wie der griechische Name besagt, ein „unverbrennbares" Mineral, das wegen dieser Eigenschaft sowie seiner Langfaserigkeit wegen zu feuerfesten Stoffen, besonders zu Kochuntersätzen verwendet wird. Diese Untersätze verhüten das Nnbrcnnen, zumal bei Milch, und schonen die Töpfe, weil mit ihnen keine Flamme in Berührung kommt. Afchenpflanze s. Linerarie. Aseptik, Methode der Wundbehandlung, deren Hauptprinzip darin besteht, alles, was mit der Wunde in Berührung kommt (Finger, Instrumente, Verbandstoffe usw.), keimfrei zu machen, während die Vernichtung bereits in die Wunde eingedrungener Bakt. durch chcm. Stoffe (--Anti- septik) als nutzlos angesehen wird Aseptisch--keimfrei. Asparagus (Zierspargel), Topfpflanze. wird gern als Ampelpflanze und als Schnittgrün in Sträußen gebraucht. Er soll im Winter warm und hell, im Sommer halbschattig stehen. Pflanze in nicht zu festes Erdreich und nicht zu große Töpfe, öftere künstliche Dünaerwastergabcn bewähren sich sehr gut. Asphaltlack, rostsicherer Eisenan- strtch, Lösung von Asphalt in Benzin oder Terpentin. die praktischen Weihnachtsgeschenke J. B. Häuser, Gießen am Oswaldsgarten, Fernruf Nr. 2145-2146 Schoßkaffeemühle .... 2.90 Brotkasten, emailliert . . 8.25 Gasbackform.......5.20 Pfeif-Wasserkessel. ... 1.6O Laufgewichtswaage. . . 10.75 schastsleitcrin Gonzenheims erläuternde Worte sprach. Anschließend gelangte ein selbstgeschaffenes lustiges Schauspiel zur Ausführung, in dessen Hintergrund das „Homburger Latcrnenfest" spielt, und das bei den Zuschauern wahre Lachsalven hcrvor- rief. Der gemeinsame Gesang des Laternenliedd-ens beschloß den schön gestalteten Nachmittag. Oie Maul- und Klauenseuche. NSG. Die Maul, und Klauenseuche hat sich in Hessen-Nassau weiter ausgedehnt. In Hessen wurden neun Gemeinden in vier verschiedenen Kreisen von der Seuche weiterhin erfaßt: und zwar Goddelau und Rüsselsheim (Kreis Groß-Gerau), Darmstadt-Stadt, Darmstadt-Eberstadt und Erzhausen (Kreis Darmstadt), Wallersdorf (Kreis Alsfeld) und Riedrode, Bobftadt und Hofheim (Kreis Bensheim). In Hessen sind nun insgesamt 38 Gemeinden in neun verschiedenen Kreisen von der Maul- und Klauenseuche befallen worden. Die Zahl der verseuchten Gemeinden in den verschiedenen Kreisen verteilt sich folgendermaßen: Der Kreis Bensheim hat elf verseudsie Gemeinden, die Kreis Groß- Gerau sieben, der Kreis Darmstadt sechs, der Kreis Alsfeld vier, der Kreis Heppenheim drei, die Kreise Alzey, Dieburg und Oppenheim je zwei und der Kreis Erbuch i. O. eine. sollten bezwecken, daß alle Volksgenosten die Einsicht erhalten, daß Deutschland Kolonien haben muß und das Volk mit der Forderung nad; Kolonien geschlosten hinter dem Führer steht. Der Abend wurde in üblicher Weise geschlossen. xv Heuchelheim, 7. Dez. Der Gesang' v e r e i n „L i e d e r k r a n z" H e u ch c l h e i m - Gie- ßcn veranstaltete am Sonntag in der hiesigen Turnhalle ein aus dem Rahmen gewöhnlicher Veranstal- tungen sid) heraushebcndes Konzert. Es ist 4 Jahre her, daß eine gleiche Veranstaltung stattfand. Den Rahmen der Veranstaltung stellte eine Abteilung des Musikzugs der SA.»Standarte 116 Gießen in einer Stärke von zehn Mann. Unter den zu Gehör ge- brod)ten Komponisten seien genannt Flotow, Millöcker, Strauß, Blankenburg, Blon 11. a. m. Der 64 Mann starke Männerchor sang unter Leitung seines Ehrenchormeisters Wigand Gernhardt (Bad-Nauheims. Er brachte Werke zur Darstellung von Peter Cornelius, Richard Wagner (Steuermannslied mit Matrosenchor aus dem „Fliegenden Holländer"), Hegar, C. M. v. Weber (Iägcrchor aus dem Freischütz") u. a. m. Aud) ein Chor des Chormeisters stand auf dem Programm. Die Leitung war eine straffe. Der Chor zeigte gute Schulung. Ein Blumenstrauß wurde dem Chormeister als Gabe der Anerkennung überreicht. Der Besuch der Veranstaltung mar gut. Die große Turnhalle mit ihrer guten Akustik war der geeignete Raum für die außergewöhnliche Veranstaltung. S Alten-Buseck, 7. Dez. Die Spielschar der Frauenschaft von Gonzenheim (bei Bad Homburg), die im vergangenen Sommer in Alten-Buseck nad) dem Vorbild unserer Bauernspielschar gegründet worden war, weilte am Sonntag hier zu Gast, um eine Probe ihres Könnens zu geben. Zum Nad-mittag waren die Alten-Busecker in den geschmackvoll ausgeschmückten Saal der Wirtschaft Einhäuser geladen. Nachdem unsere Frauenschafts- leiterin Frau Sarg die zahlreich Erschienenen begrüßt hatte, führten die Gäste eine Reihe von Lichtbildern vor, die die Schönheit Bad Homburgs und seiner Umgebung zeigten, und zu denen die Frauen- Winter Mantel bestimmt gut kleiden! Suchen Sie sich darum eine moderne Form bei uns aus u sagen Sie Ihrem Weihnachtsmann, daß unsere Preise das Schenken doch so leicht machen Beachten Sie unsere Schaufenster Boden gerissen, von denen zwei nach Gießen in die Klinik gebracht werden mußten, während die übrigen beiden leichtverletzt in ihren Unterkünften in Höingen verbleiben konnten. Durch die Gießener Sanitätskolonne wurden der Arbeiter Eugen S ch a m a n e ck aus Worms unter dem Verdacht auf innere Verletzungen und der Arbeiter Valentin Litters aus Hofheim mit erheblichen Kinnverletzungen der Klinik in Gießen zugeführt. Landkreis Gießen. 00 Klein-Linden, 6. Dezember. Zu schlichten Adventsfeier hatten sid; am tagabend im Saale der Kleinkinderschule die glieder der Evangelischen Frauen- h i l f e versammelt. Schwester Lina hatte mit größeren und kleineren Kindern schöne Gedichte und Lieder eingeübt. Pfarrer König als Vorsitzender der Frauenhilfe verlas die Adventsbotschaft und schloß mit Gebet die von gemeinsamen Gesängen umrahmte trauliche Feierstunde. — Am Samstagabend fand im Saale des Gasthauses „Zur deutschen Eiche" ein D 0 r f g e m e i n s ch a f t s a b e n d der NSG. „Kraft durd) Freude" unter Mitwirkung der Wißmarer und Bad Homburg - Gonzenheimer Spielscharcn statt. Die Smggruppe Klein-Linden, die sich aus Mitgliedern der NS.- Frauenschaft und des BDM. zusammensetzt, erfreute ein diesjähriges Winterk 0 n - ; e r t. Der 1. Vereinsführer Fuchs begrüßte die Besucher, insbesondere die vielen auswärtigen Gäste der Gesangvereine aus Alten-Buseck, Hcud)elheim und Lollar, und schloß mit einem Sieg-Heil auf den Führer. Die Dortragssolge, eine reiche Abwechslung von Männerd)ören, Frauenchören, Gemischten Chö- Arrest stets Anwalt zuzuziehen. S. Einstweilige Verfügung. Arsenik, starkes Gift. Akute Vergiftung: Erbred)en, starke Durchfälle, Wadenkrämpfe infolge gro- ßen Wasterverlustes, auch mit Kopfschmerzen und Lähmungen. Chron. Vergiftung: Lähmungen der Streckmuskeln der Gliedmaßen. Immer Arzt rufen! Arterienverkalkung ist eine chron. Erkrankung der A., die zu einer Verdickung der Wand und Verengerung des Lumens führt. Dadurch Entstehung von verschiedenen Beschwerden: Kopfschmerzen, Schwinoelgefühl, Völle des Leibes usw. Dagegen: geregelte Lebensweise, mäßig und des. regelmäßig essen, wenig rauchen, Alkohol vermeiden! Artischocke, Lurusaemüsepslanze, in Italien und Frankreich beliebt: gleicht einer Distel, deren Blüte im Knospenzustand ver- peist wird. Lohnender als Nutzpflanze ist der Anbau als Zier- taude im Garten. Arznei (mhd.) v. erzenen--hei» len: Heilmittel. Es handelt sich meist um chem. wirkende Stoffe, innerlich oder äußerlich zum Zwecke der Heilung einer Krankheit angewandt. Arztkosten hat zunächst der Patient zu zahlen, auch bei Unfällen oder Selbstmordversuchen. Der Mann muß die Arztkostcn für seine Frau und die unterhalts- berechtiaten Kinder bezahlen: für die geschiedene Frau dann, wenn er zum Unterhalt verpflichtet ist. Gebührenordnung! Wichtig: Der Arzt braucht auf private Kran- eien genannt: Männerchor „Feldeinsamkeit" von Wendel, „Wogender Rhein" von Richard, Gemischte Chöre „Laß Fragen sein" von Geilsdorf, „Abschied" von Brahms und Frauenchöre „Mädchen am Spinnrad" von Pilland und „Schnitzelputz-Häusel" von Heinrichs. Zum Schluß des Konzertes dankte der 2. Vereinsführer A. Kümmel den Gästen und forderte äUc auf, einem anwesenden Sammler des WHW. einmütig und reichlich ihre Spenden zu geben. Freudig kamen die Anwesenden dieser Auf- e Wi**M von Wz mtr 3 mtr. 2 mtr. f V<" 4<; '.ax.-Nti' r> z : «V mit dem Metermaß prüfen: HANSA 1100 bieten Beinfreiheit — Kopf- freihcit — Bewe- gungsfreiheit. 4,1 m lang — 1,5 m breit — 2,7 m Achsstand! ab Lager lieferbar KrahnJ & Comp. 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Biber in Deutschland Bon Professor Dr. Gustav Hinze 75 Seiten mit 9 Textabbildungen und 62 Abbildungen auf Kunstdrucktafeln nach Natururkunden des deutschen Diberoaters Amtmann Behr Herausgegeben von der Reichsstelle für Naturschutz, Berlin In Leinen gebunden RM. 3,00 Wie Wisent und Elch, so gehört auch der Biber zu jenen Tierarten, bie einst in Deutschlands (Bauen weit verbreitet waren, aber durch das unnachsichtige (Eingreifen des Menschen mehr und mehr der Vernichtung anyeimfielen. Es gehört heute zu den wichtigsten Aufgaben aller Freunde unserer heimischen Tierwelt, dieses seltsame Nagetier vor dem Aussterben zu schützen und die wenigen in Deutschland noch vorhandenen Biber zu erhalten und zu hegen. Ein hervorragender K.nner gibt hier in treulichen Schilderungen und herrlichen Natururkunden ein anschauliches Lebensbild vom deutschen Biber. 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Verbreiterung der Kaiserallee; hier: Erwerb von Aspidistra Atropin Aspidistra, Wurzelblume, im Volksmund Metzger- oder Schusterpalme genannt, anspruchslose Zimmerblume, daher weite Verbreitung. Verträgt Zugluft, Staub und ein geringes Maßvon Licht, unempfindlich gegen Wärme und Kälte, geeignet für Ar- beits- und Fabrikräume, Wartesäle, Schaufenster. Kindergärten, Schulen usw. Will keine Sonne. A. wird durch Teilung der Wurzelstöcke vermehrt. Blüte erscheint unmittelbar auf der Topferde aus der Wurzel. Aspik, säuerliche Gallerte, mit der kaltes Fleisch oder kalter Fisch überzogen wird. Aspik wird aus Kalbsfüßen gewonnen, man kann jedoch auch Gelatine dazu verwenden. In jedem Falle wird Essig nach Geschmack zugesetzt. Aspirin, eine Verbindung der Essigsäure mit der Salizylsäure, schmerzstillendes Mittel, viel gebraucht bei Eelenkerkrankungen, Muskelrheumatismus, setzt auch das Fieber herab und ist schweißtreibend. Herzkranke und Schwangere sollen das Mittel vorsichtig nehmen. Asseln (Kellerassel. Kelleresel), kleine Ringelkrebse, die sich gerne in feuchten, dunklen Kellern aufhalten. wo sie die Vorräte anfressen. Man vernichtet sie. indem man flache Schalen mit gekochten Kartoffeln aufstellt und die Kartoffeln mit den Asseln, die sich darauf angesammelt haben, verbrennt. Aster, s. Chrysantheme. Asthma (griech. — keuchen). Anfälle von Atemnot mit besonders erschwerter Atmung. Das gewöhnliche Asthma ist zu trennen vom Asthma bei Herzkranken. 2m Anfall: Kühle Ableitungen durch Hand- und Fußbäder. Fenster öffnen, Körper hochlagern. Arzt rufen! Astigmatismus, eine Sehstörung des Auges, bei der infolge a6nor= mer Krümmung der Hornhaut ins Auge fallende Strahlen nicht in einem Punkt vereinigt werden, regelmäßiger und unregelmäßiger A.. Korrektur d. regelm. A. durch Zylindergläser. Astrachan, Lammfelle einer schwarzbraunen, lockigen Schafart in Südrußland, die gefärbt in den Handel kommen, ferner eine Nachahmung der Felle in gekräuseltem Plüsch. Astrologie, eine zweifelhafte Wissenschaft. die glaubt, aus der Stellung der Gestirne künftige Ereignisse. besonders das Schicksal eines Menschen, voraussagen zu können. Atemgymnastik. Zweck: Steigerung der Leistungsfähigkeit von Herz. Lunge. Brust- und Bauch- muskulatur: Arme werden langsam erhoben, gleichzeitig wird langsam eingeatmet, bei langsamer Ausatmung Arme senken. Atlas (Satin), ein Stoffgewebe aus Wolle. Baumwolle oder Seide, dessen rechte Seite glatt und glänzend erscheint, weil Kette und Faden lang freiliegen Atlas behandelt man beim Waschen mit kalter oder mäßig warmer Seifenlauge. Atropin, Eist aus der Tollkirsche, wird zur Erweiterung der Pupille Ein Ofen für alle Brennstoffe ... Das ist der Allesbrenner. Briketts, Steinkohle, Anthrazit, Koks — jeder feste Brennstoff kann im Allesbrenner verfeuert werden. Dabei aber ist er noch sehr sparsam im Verbrauch. Sehr schöne Modelle sehen Sie bei Häuser. Lassen Sie sich auch die andern Dauerbrandöfen zeigen bei 3- V. 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Als 1923 zum ersten Male Warnungsstimmen sich erhoben, da man die Krabbe massenhaft am deutschen Küstenrande traf, dort, wo die großen Ströme an den Mündungstrichtern bereits dem Ozeanpulsschlag, Ebbe oder Flut, gehorsam waren, da ahnte niemand von der Zunft der Fisch- und Wasserkundigen, daß über ein Jahrzehnt das Tier bis weit ins Herz von Deutschland in einer solchen Art von Ueber- schwemmung eingebrochen sein würde. Nun ist's so weit. Und es wird Zeit, daß man den aufdringlichen Gast, der doch ein Fremdling unserer Fauna ist und sich zum Unruhestifter aus- zuwachfen scheint, ein wenig kritisch unter jene Lupe nimmt, die allen, die mit Flüssen, Fischen, Dämmen, Wehren und sonstigen, dem nassen Element verwandten Vorrichtungen, umzugehen haben, das Wesen jenes Eindringlinges zu erkennen gibt. Zuletzt hat man gehört — wie weit das verbürgt ist, steht dahin —, daß er bereits in hessische Gewässer vorgedrungen sei, im Osten bis ans Edertal und südwärts bis zur Fulda vorgestoßen, im Westen rheinentlang gewandert und in dem Lahngebiet erschienen sei. Da ist es also Zeit, einmal darüber zu berichten, was unsere Wissenschaft bislang von dieser Krabbe in Erfahrung brachte. Die Wollhandkrabbe (Eriocheir sinensis) stammt aus China und ist nach der einen Quelle 1910, nach der anderen 1912 (angenommenermaßen in den Wassertanks von Ueberseeschiffen) nach Deutschland gelangt. Jedenfalls hat man um diese Zeit das erste Exemplar in der Aller gefunden. Dann hörte man nichts mehr von dem Tier bis 1918, wo es sich in der Unterelbe unliebsam bemerkbar machte und von da an fortgesetzt elbaufwärts wanderte. Dabei konnte man bemerken, daß ihr eine rmgeahnte Fruchtbarkeit zu eigen ist und auch ihr Wanderdrang die Ausdehnung weit über die gewohnten Maße hin begünstigte. Und nun kam allgemein die Einsicht: daß das zunächst mehr gleichgültig als aufgezwungenermaßen eingeräumte Gastrecht sich eines Tages bitter rächen muß und unsere Nachsicht einmal teuer wird. Denn dieser Eindringling war über oermehrungsstark, womit wir einen Grad an Häufigkeit bezeichnen, der durch natürliche Feinde nicht im Normalmaß der „eisernen Portion" gehalten werden kann, demgegenüber also die sonstige „Selbstregulation der Natur" im harmonisch abgewogenen Verhältnis von Raubtier — Beutetier, auch „biologisches Gleichgewicht" genannt, versagt und so den Menschen vor die Aufgabe stellt, von sich aus Mittel und Wege zur Niederhaltung zu ersinnen. Wir nennen das „Schädlingsbekämpfung" und wenden sie schon lange anderen Katastrophenerregern und Massenvermehrern gegenüber an, die der Naturbeschränkung aus irgendwelchen Gründen nicht mehr unterworfen sind: Nonne, Forleule, Maikäfer usw. Und über kurz oder lang, darüber war man sich genau so klar, würden auch hier die Klagen kommen über Eingriffe in menschliches Nutzgut, und man stand dann vor der vollendeten Tatsache, einer Landplage ersten Ranges ausgeliefert zu fein. Die ersten Feststellungen, die damals ihrem Der- breitungsradius galten, ergaben, daß die „verseuchten" Gebiete von Holland bis an den Westen Jütlands reichten und zu befürchten war, daß sie von der Küstenregion aus durch die Einfallspforten der beiden norddeutschen Hauptströme und deren tiefer landeinwärts gelegenen Netz- und Seitenverzweigungen auch ins Landinnere eindringen Gebet aus (Stein. Zur Wiederherstellung der Kathedrale von Reims. Nach zwanzigjähriger Arbeit ist Frankreichs Krönungskirche, die Kathedrale von Reims, von den Wunden des Krieges genesen, neu geweiht und abermals ihrer gottesdienstlichen Bestimmung übergeben worden. Es geschah in schöner und würdiger Form, ohne kränkende Anspielung auf Ereignisse, die abzuwenden damals in niemandes Macht stand. Auch in Frankreich hat die Zerstörung der Kathedrale von Reims längst aufgehört, eine „Frage" zu sein. Sie war eine Notwendigkeit, freilich eine so tragische, daß auch wir Deutschen, als die mit der Vollstreckung eines Schicksalsspruches Beauftragten, nie gezögert haben, dieses Bauwerk, das wir vielleicht gründlicher kannten und heißer geliebt haben als die Franzosen, als eines der edelsten Opfer des Weltkrieges zu beklagen. Um so größer ist unsere Freude über seine Wiederherstellung. Ueber die Baugeschichte kann hier nur das Allgemeinste in die Erinnerung zurückgerufen werden. Im Jahre 1211 wurde mit dem Bau der heutigen Kathedrale begonnen: Gean b’Drbais war der erste Meister. Sein Werk, der Chor, konnte schon 1241 mitsamt dem Querschiff und einem Teile des Langhauses bezogen werden. Die westliche Verlängerung des Schiffes und die Errichtung der unteren Geschosse der Stirnseite fällt in die Zeit von 1250 bis 1300. An den oberen Teilen der von drei Skulpturenportalen und der mächtigen Rose durchbrochenen Fassade wurde noch bis ins 15. Jahrhundert hinein gebaut In den Ruhm, sie erdacht . zu haben, teilt sich mit anderen jener sagenhafte Robert d e C o u c y , den man lange für den Urheber des Gesamtplanes gehalten hat. Die auf das Außerordentliche gerichteten Plane des Erzbischofs Aubri de Humbert fanden volles Verständnis bei der Bürgerschaft. Selten ist mit solcher Hingebung gearbeitet worden. Nur so erklärt sich die erstaunlich kurze Bauzeit von der Grundsteinlegung bis zur Weihe 1241. Zum Ruhme Gottes und der Jungfrau Maria und als ein Ehrenmal der Nation erhob sich dieser Bau auf einem durch die Geschichte von sieben Jahrhunderten geweihten Boden. Hier hatte Chlodwig die Taufe empfangen; hier wurden Frankreichs Könige mit dem heiligen Oele gesalbt. Wer in der Reimser Gotik den Ausdruck hysterischer Verzücktheit zu sehen erwartet, wird firb enttäuscht finden. Diese ungeheuren Mauerstärken, wurden. Die Zukunft hat diese Befürchtungen nicht nur erfüllt, sondern sogar noch übertroffen. Bereits 1933 konnte Dr. Schnakendeck, der Entdecker der Wollhandkrabbe in Deutschland, eine Mitteilung machen, die hinsichtlich der Verbreitungsweite und Siedlungsdichte folgenden Wortlaut hat: „Am stärksten verseucht ist die Elbe, wo sie weit in die Nebenflüsse hineingeht und bis weit nach Böhmen hin gefunden wurde. Im Ostseegebiet ist sie in vielen Teilen gefunden worden, von der westlichen Ostsee bis Ostpreußen, hier auch schon in einigen Binnengewässern. Einzelne Funde sind auch aus der oberen Oder bekannt. In welchen Massen die Krabbe in manchen Teilen der Elbe und zu gewissen Zeiten vorkommt, darüber macht sich ein Fernstehender kaum eine Vorstellung. Zentnerweise werden diese Tiere gefangen. Ein absolutes Hindernis für ihre Ausbreitung gibt es kaum, sie gehen auch über Land und klettern. Bis zu einem gewissen Grade können jedoch Wehre hemmend wirken. Zwar versuchen die Krabben dann dadurch, daß sie unterhalb des Wehres an Land gehen, oberhalb das Wasser wieder zu gewinnen. Bei niedrigen oder geböschten Ufern gelingt ihnen das sehr leicht, bei hohen und steilen Steinwänden ist es für sie schwieriger." In unserem mitteldeutschen Heimatgebiet hat sich Professor Dr. Henneberg seinerzeit mit dem Verbreitungsproblem der Wollhandkrabbe befaßt und festgestellt, daß sie bislang weder in der Lahn, noch ihren Nebenflüssen nachgewiesen wurde. „Die Möglichkeit, daß sie in unserer Gegend früher oder später auftreten wird, ist freilich vorhanden." Jedoch konnte Henneberg 1932 bereits' darauf Hinweisen, daß sich die Wollhandkrabbe elbaufwärts bis nach Dresden vorgearbeitet habe und feit 1925/26 auch in die Unterweser eingedrungen sei, so daß sie bis 1931 bereits die Ems und die Kanäle, „die diese mit dem Rhein verbinden", erreicht habe. Dann hörte man in Mitteldeutschland abermals geraume Zeit nichts von ihr, bis dann Ramner 1936, zum Teil gestützt auf die Beobachtungen von N. Peters, genauere Daten und Gedietsstreifen angab, die sich kontinuierlich an das anreihten, was man zuvor schon von der Wollhandkrabbe wußte: „Dom Einschleppungsgebiet in der Unterelbe und Unterweser reicht ihr Wohngebiet 1932 ungefähr 400 Kilometer nach Westen (Belgien) und 900 Kilometer nach Osten (Masurische Seen, Kurisches Haff). Sie bevölkert in diesem Bereiche die Küsten der Nord- und Ostsee, viele Binnengewässer und die großen Stromläufe von der Küste an weit aufwärts, den Rhein auf mindestens 500 Kilometer, die Weser auf 300 Kilometer, die Elbe auf 700 Kilometer (bis Böhmen) und die Oder auf ungefähr 400 Kilometer." — „Das Aufwärtswandern der jungen Tiere dauert mehrere Jahre, z. B. von der Küste bis nach Dresden 3 bis 4 Jahre." — „1928 trat die Wollhandkrabbe bei Halle auf, 1930 erreichte sie in der Elbe die sächsische Grenze und gelange bereits 1932 nach Prag. Im gleichen Jahre fan> "'m sie auch in der Mulde bei Eilenburg." 1 erzählte mir ein Koblenzer Rheinfischer, daß er in seinem Netz einen handgroßen, viereckigen Krebs gefangen habe, der „grünliche und braune Kleckse auf dem Rücken gehabt" habe und dessen „Scheren ausgesehen hätten, wie die Haarkvlben beim Schilfrohr". Es kann keinem Zweifel unterliegen, daß dieser oberhalb von Bendorf und Vallendar am Rheindoppelarm beobachtete Krebs die Wollhandkrabbe war. Nun ergeben sich folgende Folgerungen, die wichtig für die Nachforschungen sind: Wenn die Krabbe bereits 500 Kilometer rheinaufwärts vorgedrungen ist, so ist das entweder von Hoek van Holland durch die Scheldemündung her vor sich gegangen ober von der Unterweser aus durch den Ems-Jade-Kanal. Im ersten Falle wäre sie dann — sagen wir von diese mächtigen, von üppigem Blattwerk umkränzten Pfeiler, aus denen ein Strom von Kraft in die Rippen und Gurten überspringt — sie reden eine ganz andere Sprache. Eine lebensprühende Feststimmung webt in diesem Wunderbau. Seine bei aller Geistigkeit vollen und fleischigen Glieder scheinen der Höhenstreckung heimlich entgegenzuwirken, wodurch jene ruhige Gleichgewichtslage entsteht, in der auch der Körper zu seinem Rechte kommt. Eine ans Abenteuerliche grenzende Kühnheit und eine unerhörte Selbstdisziplin: beide zusammen haben diese Riesenmasse geschaffen und organisiert, lieber fast zwei Jahrtausende hinweg grüßt hier gotischer Geist den fernen griechischen als Freund. Das empfand Rodin bei einem nächtlichen Besuch der Kathedrale. Jeden Augenblick erwartete er den delphinischen Gott aus dem Pfeilerwalde hervorbrechen zu.sehen. Und nun gar die Plastik! Gleich einem schimmernden Brokatmantel umhüllt sie den edlen Leib der Kathedrale. Die gesamte christliche Heilslehre ist in ihn hineingewirkt. An den Gewänden der Portale halten die historischen Gestalten der Bibel Wache, in den Bogenfeldern ist das Leben und Sterben der Heiligen erzählt. UeberaU, in den Tabernakeln und Wimpergen, auf Sockeln und Türpfosten, wuchert plastisches Leben: Apostel und Engel, Atlanten, Jahreszeiten, wasserspeiende Ungeheuer, fratzenhafte Masken und unter der großen Rose der Westseite die berühmte Königsgalerie. Unerklärlich fast, daß man inmitten dieses andrängenden Reichtums doch nie den Eindruck peinlicher Ueberfüüung hat. Und tvas uns schon bei der Architektur auffiel, setzt uns bei der Betrachtung der Plastik erst recht in Erstaunen: die geheime Blutsverwandtschaft dieser Kunst mit der Antike! Dieses Frankreich des 13. Jahrhunderts war attischen Geistes voll. Seine Plastik schwingt in einem Lebensrhythmus, der sie als ein Weiterleben hellenischer Daseinsgläubigkeit unter andern Himmelsstrichen erscheinen läßt. Man betrachte jenen holdseligen Engel, den man das „Lächeln von Reims" getauft hat, oder Gestalten wie die heilige Klotilde, die Maria der Verkündigung ..und besonders die kleinen nackten Fiauren der auferstehenden Toten am Gerichtsportal! Schon vor dem 15. Jahrhundert hat es also eine „Wiedergeburt der Antike" gegeben, eine Renaissance, die sticht weniger groß ist als die des nachmittelalterlichen Italiens. Die Reimser Kathedralplastik ist ihre feinste Blüte. . Diese weltoffene, Mittelalter und Antike m sich versöhnende Kunst wax die bohe Schule der Gotik. Hier lernten auch die deutschen Bildhauer, was Rotterdam aus — bis in die Gegend von Speyer gekommen, im zweiten Fall von Emden her bis gegen Karlsruhe oder Rastatt. In diesem Falle hätte sie aber auch zwangsläufig die angeschlossenen Jn- buftriefanäle, nämlich den Dortmund-Ems-Kanal und den Rhein-Herne-Kanal, höchstwahrscheinlich aber auch die Lippe überschwemmen müssen. Weiterhin wären ihr auf alle Fälle die Einfallspforten in die Lahn bei Nieder-Lahnftein und in den Main bei Mainz-Kastel geöffnet. An der Weser wäre sie bis Kassel entlanggekommen. Hier hat nun die Untersuchung einzusetzen, inwieweit man schon in unserer Gegend von verseuchten Gewässern reden kann, bzw. wieweit die ersten „Pioniere" wegbereitend für die nachfolgenden Heere eingedrungen sind. Um solche Feststellungen zu ermöglichen, ist eine kurze Darstellung von Aussehen und Lebensweise für jedermann geboten. Die Krabbe wird im Alterszustand bis zu 7 Zentimeter lang, ist olivgrün gefärbt und dunkel gesprenkelt. Beim Männchen find die Zangenarme bis zum Knie mit einem dichten Haarpelz besetzt, eine Erscheinung, dem das Tier den Namen verdankt. Eigenartig ist seine Lebensweise. „Die beispiellos schnelle Ausbreitung der Wollhandkrabbe in Europa ist nur durch den auffallend starken Wandertrieb der Art möglich gewesen", sagt Ramner. „Von den Laichplätzen in den Flußmündungen und an der Küste streben nämlich die Scharen der jungen Wollhandkrabben (von etwa 10 bis 45 Millimeter Panzerlänge) dem Süßwasser entgegen, unaufhörlich flußaufwärts, immer der Strömung entgegen. Auf diesem Wege vermögen sie spielend Hunderte von Kilometer zu überwinden. Erst zu geschlechtsreifer Größe herangewachsen, wandern die Wollhandkrabben (von etwa 45 bis 75 Millimeter Panzerlänge) wieder zu Tal, um ihre Laichplätze im brackigen und salzigen Wasser aufzusuchen. Außer den geschilderten Wanderungen kommen regelmäßige Ortsveränderungen noch dadurch zustande, daß ein großer Teil mit Eintritt der kalten Jahreszeit tieferes und wärmeres Waffer aufzufuchen pflegt. Das Winterquartier verlassen die jungen Krabben geschlossen in großen Scharen im Frühjahr und wandern zunächst gemeinsam in den großen Flüssen stromaufwärts. Dann lösen sich die Schwärme allmählich auf; ein Teil der Tiere bringt in Nebenläufe, seichtes Wasser, Gräben und Kanäle vor, andere Tiere wandern am Rande der zunehmend rascher strömenden Flüsse weiter aufwärts, überklettern Wehre, Schleusen, machen sogar kurze Landwanderungen und gelangen dadurch in Teiche und Seen, die nicht mit dem Fluß in Verbindung stehen „Sie wandern solange flußaufwärts, bis sie erwachsen sind und eine Körperlänge von etwa 4 bis höchstens 8 Zentimeter erreicht haben. Dann beginnt der Abstieg, der in der Strommitte erfolgt. Dort ist es wärmer, auch unterstützt die raschere Strömung ihr Wandern. Die Männchen haben einen stärkeren Wandertrieb als die Weibchen, sie gehen viel weiter flußabwärts, während sehr viele Weibchen überhaupt in der Nähe der Flußmündungen Zurückbleiben. Im Herbst sammeln sich in der Unterelbe gewaltige Scharen flußabwärts wandernder Wollhandkrabben an, da die Elbe mit ihren Nebenflüssen ihr Hauptverbreitungs- gebiet in Deutschland ist." Im Herbst und Winter erfolgt also ihr Fortpflanzungsgeschäft, wozu sie flußabwärts zu den Flußmündungen wandern. Ungeklärt ist jedoch die Frage, ob sie nach erfolgtem Laichen wieder ins Binnenland zurückkehren. Jedenfalls aber führen die Wanderungen häufig an Wehren und Abdämmungen zu Massenansammlungen. Besonders sind diese Stauungen anzutreffen bei Rathenow an der Havel und bei Calbe a. d. S. zur Frühjahrszeit. Im Herbst dagegen werden sie zentnerweise bei der Buttfischerei in den Elbniede- rungen gefangen. Ueber das wichtigste Kapitel des Kradbenproblems aber, über die Fischereischädlichkeit, ist viel geschrieben und noch mehr übertrieben worden. Weniger aber von berufener als von unberufener Seite. Eine Klarstellung ist daher geboten, um abseits jeder Unruhe schassenden Sensationshascherei den WETFH-' lUZUBUWii ini' ' wahren Sachverhalt zu erkennen. Auch hier wird es sich empfehlen, die Hamburger Untersuchungs« ergebnisse von Fachleuten, die an der Quelle sitzen, heranzuziehen. Schnakenbeck schreibt dazu: „Immer wieder heißt es, die Wollhandkrabbe fresse Fische, ja, in manchen Gewässern sei die ganze Fischbevölkerung der Ausrottung preisgegeben. Diese Behauptungen treffen in keiner Weis zu. Lebende gesunde Fische greift die Krabbe unter normalen Verhältnissen nicht an, sie ist dazu überhaupt nicht imstande. Als Laichräuberin ist sie ebensowenig denkbar, denn die Fischeier sind winzige, gallertartige Kügelchen, die einzeln an Pflanzen sitzen oder auf dem Boden und von den Scheren der Wollhandkrabben gar nicht erfaßt werden können. Die größeren Eier der Salmo-Arten aber sind mit Kies bedeckt. Allenfalls könnte man bei Eiern, die in Klumpen abgelegt werden, eine Gefährdung durch die Krabbe annehmen. Der wirkliche Schaden, den sie anrichtet, liegt in der Schädigung des Fischereibetriebes. Die Krabben geraten in die Fanggeräte, beschädigen diese oder die darin mitgefangenen Fische, fressen Ruhl Seliersweg Nr. 67 fi&l adiO Telephon Nr. 3170 H eparaturen l897 u W den Köder von den Angelhaken oder die daran gefangenen, in ihrer Bewegung gehemmten Fische. Diese Schädigung ist stellenweise so groß, daß die Fischer statt der Fische fast nur Krabben fangen und dabei noch Netzschädigungen mit in Kauf nehmen müssen. Außerdem ist die Krabbe eine ernste Nahrungskonkurrentin für die Fische, denn sie frißt Mollusken, Krustazeen, Insektenlarven, daneben aber auch Pflanzen. Sie ist eine Allesfresserin. Tote, behinderte oder kranke Fische, deren sie habhaft werden kann, frißt sie ebenfalls. Neuerdings hat sich aber herausgestellt, daß sie auch für die Ufer,, ähnlich der Bisamratte, eine Gefahr ist. Nach Untersuchungen von Dr. N. Peters (Hamburg) graben sich die Krabben tief in die Uferböschungen hinein und lockern diese dadurch auf, daß sie leicht zum Einsturz kommen." In diesem letzten Moment liegt die größte Gefahr, wenn man bedenkt, was für Unheil uns beoorsteht, wenn die Krabbe massenhaft als Schädling in den künstlich angelegten Jndustriekanälen, an Deichen und an den ernährungswichtigen künstlichen Großfischereianlagen auftritt. Die immer weiter um sich greifende Massenoermehrung des Tieres hat es mit sich gebracht, daß man sich in den überfluteten Gebieten ernsthaft nach geeigneten Bekämpfungsmitteln umsah. Jedoch die nächtliche Lebensweise des Tieres stellt sich hier als erste Schwierigkeit schon in den Weg. Auch ist es Utopie zu glauben, daß intensives Wegfangen zur Ausrottung führen könnte, und dementsprechend sind auch ausgesetzte Fangprämien nicht zielentsprechend. Die vorgeschlagene Infektion der Gewässer mit Krebspest muß zurückgewiesen werden, da es nur auf Krabben übertragbare Bakterien nicht gibt und ein solches Verfahren die gesamte Binnenfischerei samt Brut- und Flußnutzwirtschast ruinieren müßte. Bleibt nur der Massenfang an ihren Stauungsstellen an den Wehren (Schiemenz- verfahren) und die Verwertung dieser Massenfänge zu eiweißreichem Schweinefutter oder Dung. Die Ausnutzung für Küchenzwecke und den menschlichen Bedarf hat sich nicht bewährt. Winterschlußverkauf 1938. DHD. Am 31. Januar 1938 beginnen in diesem Winterhalbjahr die Winterschlußverkäufe, die zur Räumung der Läger von modeempfindlichen Waren bestimmt sind. Die Liste derjenigen Artikel des Tex- tilfachgebietes, die Modefchwankungen wenig ausgesetzt und darum auch in diesem Jahre wieder von den Verkäufen ausgenommen sind, wird in einer soeben im Deutschen Reichs- und Preußischen Staatsanzeiger veröffentlichten Anordnung des Reichswirtfchaftsministers bekanntgegeben. ihnen noch fehlte: die formale Bezwingung der Körpererscheinung. Hier, vor diesen königlichen Figuren, die selbst bei stärkster Verhüllung noch den Zusammenhang zwischen Gliederbau und Be- tteidung durchfühlen lassen, erwachte in ihnen das Bewußtsein von dem göttlichen Recht des Leibes. Mit solchen Gedächtnisbildern im Kopfe gehen die Deutschen in die Heimat zurück. Aber daß nirgends bloße Kopistenarbeiten entstanden, ist gewiß der sprechendste Beweis für die geistige Freiheit, mit der unsere frühgotische Kunst sich das Fremde anzueignen wußte. Wir besitzen allerdings fein „Lächeln von Reims", dafür haben wir aber eine Naumburger Uta, einen Bamberger Reiter, eine Straßburger Ecclesia — denen von Reims ebenbürtige, wenn auch von einem deutschen Lebensgefühl beseelte Gestalten. Ihre äußere Abhängigkeit von Reims haben wir nie geleugnet, noch haben wir es an Dank fehlen lassen. Und als wir das todbringende Geschoß gegen die Kathedrale richten mußten, geschah es in Ausübung einer der bittersten Pflichten, die im Verlaufe dieses an Forderungen der Selbstverleugnung so überreichen Krieges an uns herangetreten sind. Ernst von Niebelschütz. König Friedrich reitet durch Berlin. Friedrich August Ludwig von der Marwitz (1777 bis 1837), Herr auf Friedersdorf, preußischer General, „Erzjunker" und leidenschaftlicher Gegner der Hardenbergschen Reformen, gibt in feinen Erinnerungen die folgende kleine Szene aus dem Jahre 1785; Marwitz war damals, ein Jahr vor dem Tode des großen Königs, ein achtjähriger Junge. „Er kam geritten auf einem großen weißen Pferde — ohne Zweifel der alte Conde, der nachher noch zwanzig Jahre lang das Gnadenbrot auf der ecole veterinaire bekam, denn er hat feit dem Krieg beinahe kein anderes Pferd mehr geritten. Sein Anzug war derselbe wie früher auf der Reise, nur daß der Hut ein wenig besser konditioniert, ordentlich aufgeschlagen und mit der Spitze nach vorn, echt militärisch aufgesetzt war. — Hinter ihm waren eine Menge Generale, dann die Adjutanten, endlich die Reitknechte. Das ganze Rondell (jetzt Belle- Alliance-Platz) und die Wilhelmstraße waren gedrückt voll Menschen, alle Fenster voll, alle Häupter entblößt, überall das tiefste Schweigen, und auf allen Gesichtern ein Ausdruck von Ehrfurcht und Vertrauen, wie zu dem gerechten Lenker aller Schicksal». Der Könia ritt gan- "(fein vorn und grüßte, indem er fortwährend den Hut abnahm. Er beobachtete dabei eine sehr merkwürdige Stufenfolge, je nachdem die aus den Fenstern sich verneigenden Zuschauer es zu verdienen schienen. Bald lüftete er den Hut nur ein wenig, bald nahm er ihn vom Haupte und hielt ihn eine Zeitlang neben demselben, bald senkte er ihn bis zur Hohe des Ellbogens herab. Aber diese Bewegung dauerte fortwährend, und so wie er sich bedeckt hatte, sah er schon wieder andere Leute und nahm den Hut wieder ab. Er hat ihn vom Halleschen Tor bis zur Kochstraße gewiß zweihundertmal abgenommen. Durch dieses ehrfurchtsvolle Schweigen tönte nur der Hufschlag der Pferde und das Geschrei der Berlinischen Gassenjungen, die vor ihm hertanzten, jauchzten, die Hüte in die Lust warfen und neben ihm her-- fprangen und ihm den Staub von den Stiefeln abwischten. Ich und mein Hofmeister (Hauslehrer) hatten soviel Platz gewonnen, daß wir mit den Gassenjungen, den Hut in der Hand, neben ihm herlaufen konnten ... Bei dem Palais der Prinzessin Amalie, der Schwester des Königs, angekommen (welches, in der Wilhelmstraße gelegen, auf die Kochstraße stößt), war die Menge' noch dichter, denn sie erwarteten ihn da; der Vorhof war gedrängt voll, doch in der Mitte, ohne Anwesenheit irgendeiner Polizei, geräumigen Platz für ihn und seine Begleiter. Er lenkte in den Hof hinein, die Flügeltüren gingen auf und die alte, lahme Prinzessin Amalie, auf zwei Damen gestützt, die Oberhofmeisterin hinter ihr, wankte die flachen Stiegen herab, ihm entgegen. Sowie er sie gewahr wurde, setzte er sich in Galopp, hielt, sprang rasch vom Pferde, zog den Hut (den er nun aber mit herabhänaendem Arm ganz unten hielt), umarmte sie, bot ihr den Arm und führte sie die Treppe wieder hinauf. Die Flügeltüren gingen zu, alles war verschwunden, und noch stand die Menge, entblößten Hauptes, schweigend, alle Augen auf den Fleck gerichtet, wo er verschwunden war, und es dauerte eine Weile, bis ein jeder sich sammelte und ruhig feines Weges ging ... Und doch war nichts geschehen! Keine Brächt, kein Feuerwerk, keine Kanonenschüsse, keine Trommeln und Pfeifen, keine Musik, kein ooran- gegangenes Ereignis! Nein, nur ein dreiundsiebzjg- jähriger Mann, schlecht gekleidet, staubbedeckt, kehrte von seinem mühsamen Taaewerk zurück. Aber jedermann wußte, daß dieser Alte auch für ihn arbeite, daß er fein ganzes Leben an diese Arbeit gesetzt und sie seit 45 Jahren noch nicht einen einzigen Tag versäumt hatte! — Jederman sah auch die Früchte seiner Arbeiten, nah und fern, rund um sich her, und wenn man auf ihn blickte, so regte sich Ehrfurcht, Bewunderung, Stolz, Vertrauen, kurz alle Gefühle des Menschen ..." Wirtschaft 9JL-tfpont Oie Obsternte in Hessen-Nassau. Fwd. Wie im ganzen Reich, so ist auch im Ge- i biet der Landesbauernschaft Hessen-Nassau in diesem Jahre die Obsternte überaus gut ausgefallen. Während wir im Jahre 1936 eine Ernte von 290 000 Doppelzentner Aepfel und 195 000 Doppel- Halbzeit bei der Vezirksklafse Gießen Spielvereinigung 1900 „Herbstmeister". Abschluß der bis 6 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. ZU. 2,480 I 2,484 Deutsche Diskonto. Dresdner Bank.., 203,5 134,25 118 122,25 113 204,75 118 122,25 113,4 202,5 118 122,25 113 0,723 5,694 62,34 48,95 11,27 63,94 57,40 15,23 8,706 0,725 5,706 62,46 49,05 11,29 64,06 57,52 15,27 8,724 Pkte. 19:3 16:4 14:6 13:7 11:11 10:10 8:10 7:13 5:13 4:16 3:17 Vor- 203,75 134,25 118 122,25 113,4 1900 Wetzlar Sinn Burg Bissenberg Steinberg Naunheim Frohnhausen Butzbach Lollar i. Verl. 0 2 2 3 4 4 4 6 5 7 10 Gew. 8 8 6 6 4 4 3 3 3 1 1 Unentsch. 3 0 2 1 3 2 2 1 1 2 1 im für fentlich auch erfüllt. S t e i n d o r f wird an dem bevorstehenden Abstieg wohl kaum noch etwas ändern können. Der bis jetzt erfolgte Verlauf bewies, daß die erstmals in dieser Klasse tätigen Steindorfer doch nicht das Können besitzen, um sich erfolgreich zu behaupten. Die Rückründe, die mit Rücksicht darauf, daß am 1. März der Meister feststehen muß, sofort anschließend weiter geht, dürfte in diesem Jahre besonders ereignisreich werden. Die genauen Spielansetzungen Cecilia Colledge, die Weltmeisterin Eiskunstläufen, stürzte unglücklich und muß längere Zeit mit dem Training aussetzen. zentner Birnen hatten, wurden im Jahre 1937 — 950 000 Doppelzentner Aepfel und 180 000 Doppel- eignisse zu halten. . , Erfreulich ist di§ Tabellenfuhrung der Spiel - vereinigung 1 900, die sich damit den inoffiziellen Titel „Herbstmeister" verdient hat. Wohl wenige hatten damit gerechnet, daß dieser Fall einmal eintreten würde. Der Anfang wickelte sich sa wenig verheißungsvoll ab. Statt der erhofften Siege traten lediglich magere Unentschieden ein. Die Pessimisten prophezeiten den Blauweißen schon den Weg, den sie gehen würden. Plötzlich trat aber ein merklicher Umschwung ein. Die Siege in Wetzlar und Bissenberg verdienen besonders hervorgehoben zu werden, da sie die entscheidendsten für die heutige Tabellenspitze waren. Dieser seit Jahren Nicht mehr eingetretene erfreuliche Zustand läßt nun einen schon lange gehegten Wunsch wach werden: Die Erringung der'Meisterschaft und damit den Aufstieg zur Gauklasse. Daß hierzu noch ein weiter, mit manchem Hindernis bedachter Weg zurückzulegen ist, weiß man wohl in Rechnung zu stellen. . Sportverein Wetzlar, der vorjährige Meister, hatte abermals einen guten Start. In ununterbrochener Reihenfolge reihte sich Sieg an Sieg, bis das Zusammentreffen mit dem bis in die Anfangsgründe zurückreichenden „Erbfeind" auf dem Programm stand. Dieses für den weiteren Verlauf ausschlaggebende Spiel brachte den Wetzlarern die erste Niederlage. Zugleich aber auch eine starke Kraft, aber Harbach II. vermochte ihn in der Folge gut zu bewachen. Auf beiden Seiten wurde erbittert gekämpft. Dann erst fiel das erste Tor. Harbach II. brachte im Alleingang den Ball nach vorne, gab ab und Dambmann schoß aus 25 Meter Entfernung unhaltbar ein. Harbach I. erhöhte durch tadellosen Flachschuß gar auf 2:0. Nach der Pause legten die Heuchelheimer mächtig los, sie konnten aber von der Gästehintermannschaft.immer wieder abgewiesen werden. Nach schöner Vorarbeit konnte Harbach I. durch einen tadellosen Schuß in die lange Ecke den Sieg endgültig sicherstellen. Beide Mannschaften gingen dann nach einmal mächtig aus sich heraus, es blieb aber beim 3:0. Kurze Sportnotizen. 3 582 776 Mitglieder aus 45096 Vereinen gehören nach der Bestandsaufnahme des Jahres 1937 dem Deutschen Reichsbund für Leibesübungen an. Major Oestgaard, der Präsident des Internationalen Skioerbandes, will im Jahre 1940 in Sapporo neben den Olympischen Winterspielen die FJS.-Weltmeisterschasten durchführen. Auf 5 4 0 km/st will Capt. Eyston, der schnellste Autofahrer der Welt, im nächsten Frühjahr mit seinem „Blitzstrahl" in USA. kommen. Hein Domgörgen (Köln), der frühere deutsche Boxmeister, wurde von der SA.-Gruppe Westmark als Boxlehrer verpflichtet. Der Reichssportführer wird in der nächsten Woche nach Dänemark und Finnland fahren und auf diese Reise den neuen Schmalfilm „Der Weg zur Leistung" mitnehmen. Die Skimeisterschaften der Wehrmacht werden auch in diesem Jahre wieder in zwei Teilen durchgeführt, und zwar vom 5. bis 13. Februar im Schwarzwald und vom 27.2. " 2. 3. in Garmisch-Partenkirchen. Kurszettel der Berliner und Zranksurter Börse, Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 o H.. Lombardzinsfuß 5 o. H. Stand der Spiele der Handbali-Bezirkskiaffe Gießen. Nach den Spielen des veraangenen Sonntags weift die Tabelle der Handball-Bezirksklasse Gießen folgenden Stand auf: Spiele 11 10 10 10 11 10 9 10 9 10 10 iRetrf)3bcmt................. 12 Berliner Handelsgesellschaft 6% Commerz, und Privat»Bank ... 6 Steindorf -- Der 5. Dezember brachte den rundenspiele in der Bezirksklasse. wollen wir wahrnehmen, um kurz Rückblick über den Ablauf und Vorschau auf die kommenden Er- stimmt neue Freunde werben wird, sind u. a. auch die Mannschaften der Universitäten Marburg und Gießen eingeladen. Seitenwagenfahrer beim Korpsführer. Die ONS. teilt mit: „Korpsführer Hühnlein empfing am Montag die Elite der Seitenwagenfahrer, um sich, nach Aufhebung der Rennen für Seitenwagenmaschinen, über ihre Zukunftsplan zu unterrichten. Der Korpsführer betonte herbei nochmals, daß das aroße Verdienst dieser Männer um den deutschen Kraftfahrsport unvergessen bleiben wird. Er gab den Mannern die freudig aufgenommene Versicherung, daß er dafür sorgen werde, ihr bewiesenes Können, ihr kämpferisches Herz und ihre motorsportliche Begeisterung auch weiterhin für den Kraftfahrsport ein» ,usetzen. In enger Zusammenarbeit mit der Industrie werde alles getan werden, um soziale Harten zu vermeiden und den Uebergang entsprechend der Fähigkeit zur Solomaschine oder zum Automobilsport zu erleichtern." zentner Birnen geerntet. Tihein-Mainische Börse. Mllagsbörse überwiegend schwächer. Frankfurt a. M., 7. Dez. Es lagen wiederum kleine Verkäufe vor, wobei nunmehr auch Abgaben eilens der Kundschaft vorgenommen worden sein ollen. Anderseits war die Aufnahmebereltschaft womöglich noch geringer, und auch Kaufaufträge kamen nur ganz vereinzelt zur Ausführung. Bei ast völliger Geschäftsstockung ergaben sich am Ak- ienmarkt überwiegend neue Rückgänge von 0,50 bis 1,50 v. H. Am stärksten rückläufig waren von Elektroaktien Schuckert mit 167,65 (170). Don Montanwerten gingen Hoesch auf 112,90 (114,50), Mannesmann auf 114 (115), Verein. Stahl auf 110,50 (112) und Rheinstahl auf 140,25 bis 138,75 (140,75) zurück, während sich Klöckner mit 115,50 behaupteten. IG. Farben ermäßigten sich auf 153,75 (154,65), Rütgerswerke auf 146 (147), Scheideanstalt und Metallgesellschaft lagen unverändert. Von Maschinenwerten verloren Rheinmetall 1,25 v. H. auf 141,50. Am Elektromarkt ließen Gesfürel 1 v. H., RWE. 0,40 v. H. nach. Im einzelnen notierten u. a. Bemberg mit 136 (137), Westdeutsche Kaufhof mit 57,40 (57,75), Adlerwerke Kleyer mit 109 bis 108,50 (109), Jul. Berger mit 145 (145,50). Etwas fester kamen Conti Gummi mit 186,65 (185) und Feinmech. Jetter mit 98,50 zur Notiz. Am Rentenmarkt waren die Umsätze gleichfalls unbedeutend. Weiter fest waren von Industrie - Obligationen 5 v. H. Verein. Stahl mit 103,50 (102,75). Reichsbahn-Vorzugsaktien bröckelten 0,13 v. H. ab auf 129,90. Kommunal-Umfchul- dung blieben mit 94,90 behauptet. Am Pfandbriesmarkt blieben die Kurse bei kleinen Umsätzen, aber anhaltender Nachfrage, unverändert. Auch Stadtanleihen wiesen kaum Veränderungen auf, etwas erhöht 4V2 v. H. Darmstadt von 1928 mit 98,75 (98,50). Industrie-Obligationen erfuhren kleine Abweichungen bis etwa 0,25 v. H. Im übrigen lagen die Rentenmärkte sehr ruhig. In der zweiten Börsenstunde setzten sich die Abschwächungen zumeist um etwa 0,50 bis 1 v. H. fort, da weiterhin kleines Angebot herauskam. IG. Farben 152,50, nach 153,75, Metallgesellschaft 143,50 nach 144,50, Westdeutsche Kaufhof 56,90 nach 57,40, Bemberg 135,50 nach 136. Von erst später notierten Werten gingen Reichsbank auf 202,50 (204,75), Daimler Motoren auf 131 (133), Holzmann auf 150 (151) zurück, ferner Licht und Kraft ex. Dividende auf 142 (149). Der Freioerkehr war ebenfalls schwächer. Man nannte u. a.: Dingler 81,50 bis 82,50 (82,50 bis 83,50). Katz & Klumpp 102 bis 104 (103 und 105), Elsäsf. Bad. Wolle 79 (81), Schuh Berneis 72,25 bis 71,50 (72,75), Rastatter Waggon 52 (53), Ufa 69 (70). Tagesgeld unv. 2,25 v. H. Abendbörfe ruhig. Die Abendbörse verlief sehr ruhig, die Haltung war lustlos. Es zeigte sich kaum weiteres Angebot, anderseits fehlte es auch an Käufen. Einige Kundschaftsaufträge waren zumeist sehr niedrig limitiert. Die Kurse waren in der Mehrzahl wieder nominell und wichen im allgemeinen wenig vom Mittagsstand ab. Schwächer lagen u. a. Rheinmetall mit 140 (141,50), Th. Goldschmidt mit 137,50 (138,50), Licht & Kraft mit 141 (142), Holzmann mit 149 lüft dreier Punkte aus den ersten Spielen glich sich aus durch unerwartete Siege in Butzbach, Naunheim und gegen Sinn. Dann folgten die Niederlagen gegen Wetzlar und 1900, wobei in Betracht gezogen werden muß, daß drei der besten Spieler anderen Weisungen folgen mußten. Insofern steht die Sache für Burg aber noch günstig, da sie den größten Teil der Rückspiele auf ihrem Platze auszutragen haben. Bissenberg, das gegen Butzbach mit 10:0 für den Torrekord der Vorserie sorgte, wurde durch das Verhalten seiner Zuschauer um nicht geringe Aussichten gebracht. Nach gutem Anlauf folgte ein Rückschlag, der sich sehr nachteilig auswirkte. Ein Vorstoß zur Spitzengruppe wird wohl nicht mehr möglich sein. Der „alte Neuling", Teutonia Watzenborn- Steinberg, hat einen wechselvollen Verlauf hinter sich. Sieg und Niederlage wchselten manchmal unverständlich ab. Abgänge zum Heer waren der Grund. Trotzdem ist das Abschneiden noch zufriedenstellend und wenn die eingetretenen Lücken erst wieder geschlossen sind, wird auch wieder eine Besserung eintreten. Die meiste Enttäuschung bereitete wohl Naunheim seinen Anhängern. Sonst immer mit an der Spitze führend, hängt die Elf heute im Mittelfeld, aus dem ein Hochkommen sehr schwer ist, wenn sich die Mannschaft nicht auf ihr einstiges Können besinnt. Auch Frohnhausen ist gegenüber seinem vorjährigen Abschneiden stark abgesunken, das sich so sehr ausgewirkt hat, daß die Dränier noch mit in den Abstiegsstrudel geraten können. Butzbach' befindet sich ebenfalls in der unan- angenehmen Lage, am Tabellenende placiert zu fein. Die Aussichten auf Entfernung aus dieser Gefahrenzone sind sehr gering. Ebenfalls betrüblich stehen die Aussichten unseres dritten heimischen Vertreters, des Sportvereins Lollar. Die anfänglichen Teilerfolge auf eigenem Platze gaben schon zu gewissen Bedenken Anlaß, die sich mit der Zeit mehr und mehr bewahrheiteten. Eine Besserung steht ja jetzt durch die Spielberechtigung zweier Spieler in Erwartung, die diese hof- (150), ferner wurden Conti Gummi um 0,65 v. H. auf 186 zurückgesetzt. Von Montanwerten bröckelten Klöckner auf 115,13 (115,50), Mannesmann auf 113 (113,25) ab und Harpener kamen nach Pause mit 169 (172,75) wieder zur Notiz. Verein. Stahl unv. 110,25, Rheinstahl unv. 138,75, etwas erhöht Buderus mit 117,50 (117) und Deutsche Erdöl mit 140,25 (140). JG.-Farben lagen mit 152,65 (152,50) gut behauptet, aber 0,40 v. H. unter Berlin. Knapp gehalten waren auch die meisten Elektrowerte, Gesfürel 141,75 (142), Schuckert 167,50 (167,65), Elek- trische Lieferungen 129 (129,25). Sonst notierten u. a.: Adlerwerke Kleyer 107,75 (108), MAN. 124,75, Demag 140,25 (140,50), Moenus 118, VDM. 162, Bemberg 135,50, Scheideanstalt 252,50. Am Ren- tenmartt verblieb einiges Kaufinteresse, zu größeren Abschlüssen kam es aber nicht. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 7. Dez. Auftrieb: Kälber 972 (gegen 941 am 30. Nov.), Hämmel und Schase 563 (351), Schweine 4005 (4287). Notiert mürben je 50 Kilogramm Lebendgewicht in RM.: Kälber a) 62 bis 65 (62 bis 65), b) 53 bis 59 (53 bis 59), c) 45 bis 50 (45 bis 50), d) 35 bis 40 (35 bis 40). Hämmel b2) 40 bis 45 (38 bis 45), c) 30 bis 39 (30 bis 36); Schafe a) 30 bis 40 (30 bis 37), b) 20 bis 29 (20 bis 28). Schweine a) 54 (54), bl) 54 (54), b2) 54 (54), c) 53 (53), d) 50 (50); Sauen gl) 54 (54). Marktverlauf: Kälber und Schweine zugeteilt. Hämmel und Schafe langsam, Ueberftanb. Frankfurter Pferdemarkt. Frankfurt, a. M., 7. Dez. Bei zahlreichem Besuch und einem Zutrieb von nahezu 250 Pferden aller Gattungen entwickelte sich zufriedenstellendes Geschäft. Die Preise für schwere belgische Tiere bewegten sich zwischen 1300 und 1500 RM., für Pferde Hunsrücker und Errnländer Schlages zwischen 900 bis 1100 RM., für ältere Arbeitstiers zwischen 300 bis 600 RM. pro Stück. Die Preise für Schlachtpferde sind seit dem letzten Markt merklich zurückgegangen. Der nächste Pferdemarkt findet am 4. Januar 1938 statt. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung) H. St in T. Wird durch die überhängenden Zweige die Benutzung Ihres Grundstücks beeinträchtigt, so können Sie als Eigentümer dem Besitzer des Nachbargrundstücks eine angemessene Frist zur Beseitigung setzen; läßt dieser die Frist fruchtlos verstreichen, so sind Sie berechtigt, die herüber- ragenden Zweige abzuschneiden und für sich zu behalten. Runbfunfyrogramm Donnerstag, 9. Dezember. 6 Uhr: Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Ein froher Morgengruß aus der Westmark. Konzert. 10: Schulfunk: Volksliedsingen. 10.30: Hausfrau, hör zu! 11.40: Deutsche Scholle: Gemeinsamkeit hilft sparen. 12: Von Gießen aus dem Stadttheater: Mittagskonzert. Ausführung: Städtisches Orchester Gießen. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Tänze, Polonaisen, Rhapsodien. 15: Volk und Wirtschaft: Aufblühendes Kunstgewerbe. 15.15: Für unsere Kinder: Wir besuchen eine P-lztierfarm. — 16: Kammermusik. 16.30: Nachmittagskonzert. 18: Zeitgeschehen im Funk. 19: Nachrichten. 19.10: Seltene Kostbarkeiten großer Meister. Konzert. 21.15: Kammermusik. : 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 22.15: , Weihnachtliche Bücherecke. 22.30: Volks- und Unter* I Haltungsmusik. 24 bis 1: Nachtmusik. I.Basketbaltturnier des Gaues Hessen in Gießen. Trotz der kurzen Zeit, in der das Basketballspiel in Gießen betrieben wird, hat es sich doch schon viele Freunde erworben. Das beweist der gute Besuch der Uebungsstunden. Wer Gelegenheit nimmt, einmal Samstag abends oder Sonntag morgens in die Halle des VfB-Reichsbahn am Aulweg zu kommen, der wird erstaunt sein über den regen Spielbetrieb, der hier herrscht. Spiele der Frauen und Männer wechseln in bunter Reihenfolge ab und jeder meint, er käme zu wenig ans Spiel. Im Hinblick darauf, daß der Gau zum 16. Deutschen Turn- und Sportfest in Breslau zwei Mannschaften entsendet und ernster Wettkampf das spielerische Können nur fördern kann, hat sich der Gauabmann für Baskenball entschlossen, am kommenden Samstag und Sonntag ein Turnier austragen zu lassen. Gespielt wird in Männer-, Frauen- und Jugendklasse. Zu der Veranstaltung, die dem Spiel be- 7. Dezember Amtliche NonecuNg Aus der Bezirksklasse Marburg. Bottenhorn — Wallau 7:0. Zwei alte Rivalen trafen sich in Bottenborn. Die Platzbesitzer stellten eine tadellose Mannschaft, die verdient gewann. Mit schnellen Vorstößen begann das Spiel, der Rechtsaußen schuf den Führungstreffer, der Linksaußen ließ das zweite Tor folgen, und wenn auch die Wallauer in der Folge gefährlich wurden, so wehrte die einheimische Hintermannschaft um so sicherer ab. Halbzeit 4:0 für Bottenhorn! Nach der Pause waren die Gäste besser, scheiterten aber immer an der gegnerischen Verteidigung. Dagegen ließen sich drei weitere Erfolge der Bot- tenhorner nicht verhindern. Mit diesem eindeutigen Sieg hat sich Bottenhorn den 2. Tabellenplatz erkämpft. Die übrigen Spiele der Bezirksklasse Marburg brachten folgende Ergebnisse: VfL. Marburg 1860 — Eckelshausen 5:1; Biedenkopf — Sarnau 1:4. Fußball-Ergebnisse der Kreisklassen. GroheN'Vuseck siegt in Heuchelheim mit 3:0. Bei unfreundlichem Wetter traten die Mannschaften von Heuchelheim und Großen-Luseck zu dem für beide Mannschaften recht bedeutungsvollen Derkkändsspiel an. Großen-Buseck stellte dabei den verdienten Sieger und bewies die ansteigende Form. Das Spiel begann verteilt, bald aber tarnen die Gäste vor das Tor der Einheimischen, der Sturm zeigte aber Lampenfieber und kam zunächst zu keinem Erfolg. Bei den Großen-Buseckern sah man schöne Flankenläufe. Einen gefährlichen Angriff der Gastgeber vermochten die Busecker zunichte zu machen. Arnold war für Heuchelheim die treibende Vivianne Hultsn, Schwedens größte Eiskunstläuferin, ist zum Berufssport übergetreten, wozu sie in erster Linie geschäftliche Verluste ihres Vaters bewogen haben. Auf der Düsseldorfer Eisbahn zeigten unsere Weltmeister Maxie Herber und Ernst Beier ihre Weltmeisterkür, die bei den 6000 Besuchern stürmischen Beifall auslöste. In einem Eishockeykampf um den Nordwesteuropa-Pokal siegte die Düsseldorfer EG. mit 10:1 Toren über den JHC. Brüssel. Erschütterung ihres Selbstvertrauens. Stark aussichtsreich im Rennen liegt der B. C. Sinn, der nach einer anfänglichen Unsicherheit zu Beginn in letzter Zeit beachtliche Erfolge zustande bringt. Daß diese meistens „zu Null" lauten, ist ein Verdienst des zu höheren Ausgaben in Aussicht genommenen Torwächters Betz. Ein besonderer Erfolg der ©inner ist, daß sie das beste Torverhältnis zu verzeichnen haben. Ganz ohne Hoffnung sind die Aussichten des zweiten Dillvertreters, des Sp ort-und Spi el- Vereins Burg, ebenfalls noch nicht. Der Ver- stehen allerdings noch nicht fest. Japan...... 3ugoflarolen Lslo ..... Wien....... Lissabon.... Sloclholm .. Schweiz Spanien.... Prag....... Budapest... Neuyorl.... Frankfurt a. M. Berlin Schluß- kurs Schlußk. Abendbörse Schlub- kurs Schlußk Mittag- börse Datum 6.12. 7.12. 6.12. 7.12- 6% Deutsche Reichsanlethe v. 1927 101,75 102 101,75 101,8 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 99,5 99,5 99,5 4y2% Deutsche Neichsschatzanwet- jungen von 1935 — *y2% Deutsche Neichsschatzanwei- 99,7 99,7 99,7 jungen von 1935, II. prolflC ... 4y2% Deutsche Neichsschatzanwet- — 99 99 99 jungen von 1936, III. Folge .. — sy2% Doung Anleihe von 1930 .. 105,4 105,25 105,2 105 4y2% Hessische Volksstaat von 1929 100 100 100,4 — 4%% Deutsche Reichspostjchatz von 1934 I...................... 100,5 100,5 100,7 100,65 iy2% Deutsche Retchsbahnschatz von 1936 I.................. 99,75 99,75 99,75 99,75 Reichsanleihe-Altbesitz.......... 130 130 130 130 Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten............. — — — — iy2% Hess. Landcsbk. Darmstadt 99,75 99,75 Goldpje. R. 12.............. — — 5y2% Hess. Landes-Hyp.-Banl 101,55 101,7 Liqu. Goldpje. .............. — — 4y2% Preuß. Landespsdbr.-Anst. 100 100 100 Goldpje. R. 19.............. 100 4y2% Preuß. Gold-Komm. R. 20 — 99 99 99 4y2% Darmstädter Komm.-Lan- 99 99 desbankR. 6................ — — Deutsche Komm.-Sammel-Anleihe 134,75 135 134,9 Auslos.-Rechte 1.............. 134,8 iy2% Franks. Hyp. Goldpse. R. 15 99,75 99,75 100 100 iy2% Franks. Hyp. Gold-Komm. 99 Obl. 2 3.................. 5y2% Franks. Hyp. Liquidation 99 — 101,75 Goldpse..................... 101,75 — — 5y2% Rheinische Hyp. Liquidation 102 102 Goldpse..................... 102 102 Steuergutschetn-Berrechnungskurs 111,35 111,35 — 111,4 A.G. für Verkehrswesen .... 6% 130,5 129,5 130,4 129,4 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 — —— 130 130 Hamburg-Amerika Paket......0 79,5 79 79 /8 Norddeutscher Lloyd..........0 80,5 80,5 80,65 80,25 Deutsche Reichsbahn Borz.-Akt. 7 130 130,13 130 130,13 Frankfurt a. M. Berlin Schluß- kurs Schlußk. Abend börse Schlußkurs -chlußk. Mittag« börse Dalum 6.12. 7.12- 6.12- 7-12» Accumulatoren-Fabrik...... 14 — — — 222 Aschaffenburg Zellstoff....... . 6 . 0 140 137 135,5 138,5 137 137,5 135 Bekula.................... . 8 168 168 168,25 168 Buderus Eisen.............. . 5 119 117,5 119,13 118 Gement Heidelberg.......... . 7 167,5 167,5 — — Gement Karlstadt .......... . 6 — — —■ —— Gonti Gummi............. 12 185 186 185 185,5 Daimler Motoren.......... ey2 133 131 133 131 Dessauer Gas ............. . 4 — — 118,5 117,5 Deutsche Erdöl............ . 5 142 140,25 142,4 140,75 Deutsche Gold- und Silber .. . 9 252,5 252,5 — —- Deutsche Linoleum......... 10 161,5 161 161,5 161,25 Elektrische Lieferungen...... . 6 129,5 129 130 129,25 Elektrische Licht und Kraft... . 7 149 141 149,25 141 3. G. Farben-Industrie..... . 7 154,65 152,65 154,5 153 Feiten & Guilleaume....... . 6 128,5 128 128 126,75 Gesfürel.................. . 7 143 141,75 143,25 142 Th. Goldschmidt........... . 6 138,75 137,5 138,4 138 Gritzner Maschinen......... . O — 46 —— 46,25 Harpener................. B’/r 172,75 169 172 169 Hoesch Eisen............... sy, 114,5 112,9 114,5 112,65 Philipp Holzmann......... .. 8 151 149 151 148,75 Ilfe Bergbau.............. .. 6 - — — 158,25 158 Ilse Genüsse.............. .. 6 132,5 132,5 133 133 Kali Aschersleben.......... .. 4 117 116,65 117 117 filödiicrroetle ............. 4'/, 115,5 115,13 115,25 115 Koksmerke und Chemische Fabrik 7 — — 151,25 150 Lahmeyer................ .. 6 —— — 127,25 127 Matnkrast................. .. 4 95,75 95,75 — — Mannesmann............. <*/, 115 113 114,4 113,25 Mansselder Bergbau....... .. 7 160,5 — 161 160 Metallgesellschaft........... .. 6 144,5 143,5 145 144,5 Orenstein & K ovvel........ .. O — — 105,75 104,65 Rheinische Braunkohle...... . 12 231,25 231 231,5 231,5 Rheinische Elektro.......... .. 6 126,25 — 126,25 125 Rheinstahlwerke............ .. 6 140,75 138,75 140,25 138,25 Rheinisch-Westfälische Elektro .. 6 127 126,25 127,13 127 Rütgerswerke ............. .. 7 147 146 146,4 146 Salzdetfurth Kalt.......... .. 6 177,5 177,5 177,5 177,5 Schuckert & Go............ .. 7 170 167,5 168,75 167,5 Schultheis Patzenhofer...... .. 4 — 93,5 93 Siemens & Halske ......... .. 8 201 — 200 197,75 Süddeutsche Zucker......... . 10 206 208 208 208 Vereinigte Stahlwerke...... 4'/t 112 110,25 111,25 110,25 Westdeutsche Kaufhof....... .. 0 57.75 56,9 57,5 56.75 Westeregeln Alkali.......... .. 4 117 116,75 117 117 Zellstoff Waldhoj ......... .. 6 147 146,25 146,4 146 Otavi Minen.............. . O.fc 29,25 29,13 29,13 29 Verein Spiele Gew. Unentsch. Verl. Pkte. Lützellinden 7 7 0 0 14:0 Marburg 5 4 0 1 8:2 Mtv. Gießen 6 4 0 2 8:4 Hörnsheim 6 3 0 3 6:6 Niedergirmes 7 2 2 3 6:8 Heuchelheim 7 2 2 3 6:8 Münchholzhausen 8 3 0 5 6:10 Roth 7 1 2 4 4:10 1900 Gießen 7 1 0 6 2:12 6.Dezember Amtliche Notierung Gelt | Brief 0,722 0,724 5,694 5,706 62,27 62,39 48,95 49,05 11,255 11,275 63,87 63,99 57,36 57,48 15,23 15,27 8,711 8,729 2,482 2,486 8. Dezember 7. Dezember Amtlich, 'Notierung Amtliche Notierung 1 Br> Beif Brie Buenos Aires............. 0,728 0,732 0,728 0,732 Brüssel................... 42,17 42,25 42,17 42,25 Rio de Janeiro ............ 0,138 0,140 0,138 0,140 Polen.................. 47 00 47,10 47,00 47,10 Kopenhagen............... 55 31 55 43 55.38 5L5Ö Danzig.............. ... 47 00 47 00 47.10 London.................. 12,39 19 49 12,405 19,435 1 helsingsorS................ 5,475 5,485 5,485 5,495 Paris.................... fi ,477 8 .437 8 453 1 Holland .................. 1 Italien................... 13,09 '13*11 13/09 113/11