Ur. 261 Erstes Blatt 187. Jahrgang Montag, 8. November M7 Lrfchetnt täglich, auher Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblatter Heimat im Bild • Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt üernsprechanschlüfse unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Sieben Postscheckkonto: Zrantfurt am Main 11686 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: SrShlsche Univerfitätsdruckerei R. Lange in Sietzen. Schristlertung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7 Annahme von Anzeige» für die Mittagsnummer bis 8^/,Uhr des Dormittags Grundpreise für l mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Textanzeigen von 70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Dereinbg.25°/g mehr. Ermähigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts-u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Ewige Wache. Unbeweglich stehen die SS.-Posten bei den Ehrentempeln der Bewegung am Königlichen Platz zu München, lassen sie den Strom derjenigen, die den sechzehn Helden, welche hier ihre letzte Ruhestätte gefunden haben, ihren Gruß erweisen wollen, an sich vorüberziehen. Männer, Frauen und Kinder sind es, die ein tiefes Gefühl der Ehrfurcht und des Dankes hierher führt, Alte und Junge aus allen Gauen unseres Vaterlandes. Tausende sind es an jedem Tag, oft Zehntausende, aus allen Kreisen und Schichten unseres Volkes. Und wenn sie die Stufen zu den Ehrentempeln hinaufgehen und den Arm stumm zum Gruß an die toten Helden emporheben, wenn sie einige Minuten in tiefem Schweigen vor diesen Särgen stehen, deren jeder einen Namen trägt, dann fühlen sie sich alle als Glieder eines Volkes, einer Gemeinschaft, die nun wieder einen Weg geht. * Und so wie hier oben Deutsche jeden Alters und aller Berufe in stillem Gedenken verweilen, so liegen hier unten jene sechzehn Helden, die für ein neues Deutschland, ein Deutschland der Freiheit unv der Ehre, in den Tod gegangen sind. Was hatte sie zusammengesührt, sie alle, denen hier die Nation diese Weihestätte gegeben hat? Der heiße Wille, aus dem Deutschland der Schande wieder ein Deutschland der Ehre zu machen, das gläubige Vertrauen zu einem unbekannten Soldaten des großen Krieges, der aus ihrer Mitte aufgestanden war und ihnen den Weg zu dem neuen Reiche wies. So waren sie alle gekommen, einige wenige erst, dann Hunderte, dann Tausende und Zehntausende. Und so wie sie hier den Schlaf der Ewigkeit tun, verkörperten sie schon damals, vor vierzehn Jahren, die kommende Gemeinschaft des Volkes, zeigten sie jene Verbundenheit, die nicht nach Klasse, Stand und Herkunft, sondern den Einzelnen lediglich nach seiner Einsatzbereitschaft für die Nation fragt. Wer waren diese sechzehn Helden? Wir finden den Kaufmann neben dem Hutmacher, den Bankbeamten neben dem Schlosser, den Oberkellner neben dem Ingenieur, den Richter neben dem Diener, und wir sehen, daß der Jüngste von ihnen, der seine Treue für das neue Deutschland mit dem Tode besiegelte, damals gerade neunzehn Jahre zählte, während der Aelte'ste bereits fünfzig Jahre alt war. So verkörperte sich in dieser Gemeinschaft schon damals jene Verbundenheit aller Deutschen, um die noch viele Jahre schwer gekämpft werden mußte, bis das große Ziel erreicht war, bis das ganze Volk geeint unter dem Zeichen des Hakenkreuzes marschierte. * Diese Sechzehn waren ebenso wie alle ihre Kameraden, welche an jenem Morgen des 9. November 1923 den schicksalsschweren Marsch antraten, Kinder des Krieges. Ein Teil von ihnen hatte die ganzen Jahre über an der Front gestanden, die anderen waren noch zu jung, um damals die Waffen zu tragen, aber das Geschehnis dieser vier Jahre war an ihnen gleichfalls nicht spurlos vorübergegangen. Sie erlebten den Zusammenbruch und das Wüten volksfremder Elemente in München, sie kämpften für die Befreiung der bayerischen Hauptstadt von der Räteherrschaft, die Aelteren von ihnen waren Soldaten geblieben, wenngleich sie irgendeinen Beruf ausübten, die Jüngeren waren Soldaten geworden, politische S o l d a t e n, die wußten, daß der Weg, den die Nation gehen mußte, nicht einfach und bequem, sondern hart und steinig war. Und so hatten sie in diesen ersten Jahren nach dem Kriege alle den Weg zu Adolf Hitler gefunden?hatten sie sich dem Manne angeschlossen, zu dem sie voll gläubigen Vertrauens aufsahen und von dem sie wußten, daß er berufen war, das Schicksal des Volkes zu wenden und zum Besseren zu führen. Sie nahmen teil an den Versammlungen der jungen Bewegung, die erst klein war, aber dann immer größer wurde, sie marschierten bei den großen Kundgebungen, die damals schon weiteste Kreise, auch des Auslandes, aufhorchen ließen. Sie standen in den schweren Saalschlchten ihren Mann, da verhetzte Volksgenossen versuchten, der jungen Bewegung die Gewalt entgegenzustellen, sie zeigten an jedem Tag und zu jeder Stunde, daß sie sich für die Nation einzusetzen gewillt und bereit waren, daß der Führer sich auf sie verlassen konnte. Sie wurden angefeindet und angegriffen, sie wurden mit Verleumdungen überschüttet, aber all das vermochte sie nicht von dem Weg abzubringen, den sie für richtig erkannt hatten. * Als der Morgen jenes 9. November kam, als sie antraten zu jenem Marsch durch die Straßen Münchens, als ihnen zu beiden Seiten des Weges eine begeisterte Menschenmenge zujubelte, da ahnten diese sechzehn wohl kaum, daß heute ihr letzter Tag gekommen war. Gewiß, der Tod hatte sie alle mehr als einmal gestreift, sie waren ja auch jederzeit bereit, ihr Leben für die Bewegung in die Schanze zu schlagen. Doch ob einer von ihnen an diesem Tag daran gedacht haben mag, daß sie den nächsten Morgen nicht mehr erleben würden? Wer vermag das zu ergründen? Der Tod dieser sechzehn Helden rüttelte eine Nation auf, brachte weitesten Kreisen zum Bewußtsein, daß Ehre und Treue doch noch nicht unbekannte Begriffe geworden waren, wie volksfremde Verführer es wahr haben wollen. * Aus dem Opfertod dieser Helden ist das neue Deutschland geworden, das nun jene Gemeinschaft der Nation verwirklicht hat, für die diese ersten Kämpfer der Bewegung sich unter Hingabe des eigenen Leibes eingesetzt hatten. Und wenn nun am 9. November sich dieser Tag zum 14. Male jährt, wenn die alten Kämpfer von damals wieder den Italien dem deutsch-japanischen Antikominternpakt beigetreten. Das Protokoll. Rom, 6. Nov. (DNB.) Am Samstagvormittag ist im Palazzo Chigi ein Protokoll unterzeichnet worden, wonach Italien dem am 25. November 1936 zwischen Deutschland und Japan abgeschlossenen Abkommen gegen die Kommuni st ische Internationale in der Eigenschaft eines ursprünglichen Unterzeichnerstaates bei tritt. Unterzeichnet haben für Italien: der Minister für auswärtige Angelegenheiten, Graf Galeazzo Ciano, für Deutschland: der Außerordentliche und Bevollmächtigte Botschafter des Deutschen Reiches, v. Ribbentrop, für Japan: Botschafter H o t t a folgendes Protokoll: Die Regierung des Deutschen Reiches, die italienische Regierung und die Kaiserlich-Japanische Regierung. In der Erwägung, daß die Kommuni st ische Internationale ständig die zivilisierte Welt im Westen und im Osten weiter gefährdet, ihren Frieden und ihre Ordnung stört und vernichtet, überzeugt, daß nur eine enge Zusammenarbeit aller an der Aufrechterhaltung des Friedens und der Ordnung interessierter Staaten diese Gefahr vermindern und beseitigen kann, in der Erwägung, daß Italien, das seit Beginn der Faschistischen Regierung diese Gefahr mit unbeugsamer Entschlossenheit b e - kämpfte und die Kommunistische Internationale in seinem Gebiet ausmerzte, entschieden hat, sich Seite an Seite mit Deutschland und Japan, die ihrerseits von dem gleichen Abwehrwillen gegen die Kommunistische Internationale beseelt find, gegen den gemeinsam en Feind zustellen, find, in liebereinslimmung mit Artikel II des Abkommens gegen die Kommunistische Internationale, das am 25. November 1936 zu Berlin zwischen Deutschland und Japan abgeschlossen wurde, wie folgt übereingekommen: Artikel I. Italien tritt dem als Anlage im Wortlaut bei gefügten Abkommen gegen die Kommunistische Internationale nebst Zusatzprotokoll, das ab 25. November 1936 zwischen Deutschland und Japan abgeschlossen worden ist, bei. Artikel II. Die drei das vorliegende Protokoll unterzeichnenden Mächte kommen überein, daß Italien a l s u r - sprün glich er Unterzeichner des im vorhergehenden Artikel erwähnten Abkommens nebst Zusatzprotokoll gilt, wobei die Unterzeichnung des vorliegenden Protokolls gleichbedeutend ist mit der Unterzeichnung des Originaltextes des genannten Abkommens nebst Zufatzprotokoll. Artikel III. Das vorliegende Protokoll gilt als integrierender Teil des obenerwähnten Abkommens nebst Zusatzprotokoll. Artikel IV. Das vorliegende Protokoll ist in deutscher, italienischer und japanischer Sprache abgefaßt, wobei jeder Text als Urschrift gilt. Es tritt am Tage der Unterzeichnung in Kraft. Zu Urkund dessen haben die Unterzeichneten, von ihren betreffenden Regierungen gut und richtig bevollmächtigt, dieses Protokoll unterzeichnet und mit ihren Siegeln versehen. So geschehen in dreifacher Ausfertigung zu Rom, dem Viten November 1937 — im XVIten Jahre der Faschistischen Aera, d. h. dem Viten November des 12ten Jahres der Showa-Periode. gez. Joachim von Ribbentrop gez. Eiano gez. M. Hotta. Verstärkung der Garantte des Weltfriedens. Sicherung für die freie Entwicklung des nationalen Eigenlebens der Völker Im Anschluß an die Unterzeichnung des Protokolls wurde von Botschafter von Ribbentrop folgende Erklärung abgegeben: Das heute zwischen Deutschland, Italien und Japan getroffene Abkommen zur Abwehr des Kommunismus ist ein Ereignis von historischer Bedeutung, denn hiermit wird der weiteren Bedrohung der Welt durch die Dritte Internationale ein mächtiges und endgültiges „Halt!" geboten. Die Zersetzung der Nationalstaaten durch die bolschewistische Propaganda im Innern als Vorbereitung einer bewaffneten Einmischung von außen ist nach wie vor das Ziel der Komintern. Dieses Abkommen, das sich gegen keinen Staat rich- tetund anderen offen steht, ist daher eine Garantie für die freie Entwicklung des nationalen Eigenlebens der Völker und eine Garantie für den Weltfrieden. Anschließend erklärte der italienische Botschafter Graf Ciano: Mit der Unterzeichnung des Dreierpaktes schließen sich die drei Großmächte Italien, Deutschland und Japan gegen die Gefahren des Bolschewismus zusammen. Die gesunden und aufbauenden Kräfte aller Kulturländer werden mit ihnen solidarisch fein. Der Dreierpakt verfolgt keine g e h e i m e n Z i e l e. Er ist gegen kein Land gerichtet und er steht allen Staaten "offen, die den Wunsch haben, sich uns bei der gemeinsamen Aktion anzuschließen. Er ist ein Werkzeug, das realistisch in den Dienst des Friedens und der Kultur gestellt wird, die der Faschismus erhalten und gegen jede Gefahr verteidigen wird. Der japanische Botschafter Hotta gab folgende Erklärung ab: „Italien, Deutschland und Japan haben mit der Unterzeichnung eines Protokolls ihre Entschlossenheit bekunden wollen, sich gegen den internationalen Kommunismus zu schützen, der den Frieden und die Ordnung der Welt bedroht. Da die drei Länder ihrer Traditton nach zu den ältesten und ihren Ansprüchen nach zu den jüngsten Völkern gehören und zugleich in ihrem nationalen Dasein d i e a r b e i 15 f a m ft e n sind, hege ich nicht den geringsten Zweifel, daß das Abkommen einen guten Einfluß haben und fruchtbare Ergebnisse zeitigen wird. Der Führer an die Regierungs- Chefs Italiens uns Japans. Berlin, 6. Nov. (DNB.) Anläßlich des Beitritts Italiens zum deutsch-japanischen Antikom- internabfommen hat der Führer und Reichskanzler an den italienischen Regierungschef Mussolini sowie den japanischen Ministerpräsidenten Fürst Konoe Telegramme gerichtet. Das Telegramm des Führers an Mussolini lautet: „An dem Tage, an dem Italien dem deutsch-japanischen Antikominternabkommen beitritt, begrüße i ch die fasz ist ische Regierung herzlich als Mitglied der Gemeinschaft der Vertragspartner. Daß Italien nunmehr auch formell mit Deutschland und Japan in gemeinsamer Abwehr gegen die ihren inneren Frieden bedrohende Zersetzungsarbeit des Weltbolschewismus zusammensteht, begrüße ich mit aufrichtiger Freude." Das Telegramm an den japanischen Ministerpräsidenten Fürst Konoe hat folgenden Wortlaut: „An dem Tage, an dem Italien dem deutsch- japanischen Antikominternabkommen beitritt, möchte ich Ew. Exzellenz gegenüber auch meinerseits meine aufrichtige Freude darüber zum Ausdruck bringen, daß d i e Gemeinschaft der Völker, die in der Abwehr gegen die ihren inneren Frieden bedrohende Zersttzungsarbeit des Weltbolschewismus zusammenstehen, nun auch formell um ein weiteres Mitglied vermehrt worden ist." Die Antworten. Mussolini hat an den Führer und Reichskanzler folgendes Telegramm gerichtet: Ew. Exzellenz danke ich für die B o t s ch a f tdie Sie an mich gerichtet haben und die mich sehr erfreute. Mit dem heute abgeschlossenen antikommunistischen Pakt errichten das faschistische Italien und das nationalsozialistische Deutschland ein neues Band der Gemeinschaft und des Ein-- verständniffes untereinander und mit Japan zur gemeinsamen Verteidigung der Zivilisation und des Friedens der Welt. Ich bitte Sie, meine Glückwünsche hierzu und meine freundschaftlichen persönlichen Grüße entgegenzunehmen. Der japanische Ministerpräsident Fürst Konoe hat an den Führer und Reichskanzler folgendes Telegramm gerichtet: „In der Ueberzeugung, daß das heute von den Vertretern Deutschlands, Italiens und Japans unterzeichnete Protokoll über den Beitritt Italiens zum Antikominternpakt einen Markstein in der Geschichte des Abwehrkampfes unserer Völker gegen d i e internationale Gefahr des Kommunismus bildet, spreche ich Ew. Exzellenz herzlichste Glückwünsche aus und verbinde damit aufrichtige Wünsche für die Zukunft des befreundeten deutschen Volkes." gleichen Weg marschieren, dann denken wir auch an jene prophetischen Worte, die der Führer auf der letzten Seite von „Mein Kampf" schrieb und die nunmehr verwirklicht worden sind: „Denn ich weiß, daß einst die Zeit kommen wird, da selbst die, die uns damals feindlich gegenüberstanden, in Ehrfurcht derer gedenken werden, die für ihr deutsches Volk den bitteren Weg des Todes gegangen sind." D. S. Auftakt zum 9. November. Führcrtaguug des Traditionsgaues in München. München, 8. Nov. (DNB. Funkspruch.) Bereits am Sonntag stand die Hauptstadt der Bewegung im Zeichen des bevorstehenden 9. November. Den Auftakt der - Veranstaltungen bildete am Sonntagabend im Kongreßsaal des Deutschen Museums eine Führertagung des Tr-ad i - tionsgaues München-Oberbayern, auf der stellv. Gauleiter Nippold einen Rechenschaftsbericht über die großen Leistungen der Partei im Traditionsgau in den vergangenen Jahren gab. Der Gauleiter des Traditionsgaues Staatsminister Adolf Wagner gab ein Bild der weiteren Aufgaben für Volk und Vaterland. Mit einem begeistert aufgenommenen Sieg-Heil auf den Führer Adolf Hitler, dem Gesang der nationalen Lieder und mit dem Ausmarsch der Fahnen und Standarten schloß die Feierstunde. Amy.Novemberwirdvollmastaeflaaat. Berlin, 6. Nov. (DNB.) Der Reichsminister des Innern und der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda geben folgendes bekannt: Am 9. November 1937 flaggen die staatlichen und kommunalen Verwaltungen und Betriebe, die sonstigen Körperschaften, Anstalten und Stiftungen des öffentlichen Rechts und die öffentlichen Schulen im ganzen Reich, und zwar v o l l - m a st. Die Bevölkerung wird gebeten, i n gleicher Weife zu flaggen OerLangemarck-Opferpfennig der deutschen Lugend. Ein Aufruf der Reichsleiter von Schirach und Schwarz. Berlin, 6. Nov. (DNB.) Auf einer Sitzung des Langernarck-Ausschuffes stiftete der Jugendführer des Deutschen Reiches im Einvernehmen mit dem Reichsschatzmeister Schwarz den Langemarck-Opfer- Pfennig der deutschen Jugend. Ferner wurden Maßnahmen für eine Erweiterung der Gefallenen-Ehrung durch den Einsatz der Jugend, u. a. der Ausbau des Paten- friedhofes der HI. Dranoutre am Kemmel in Flandern beschlossen. Gleichzeitig erlassen zum Jahrestag von Langemarck, dem 11. November, die Reichsleiter von Schirach und Schwarz folgenden Aufruf an die deutsche Öffentlichkeit: Jugend Adolf Hitlers! Das Opfer, das die Toten des großen Krieges und des nationalsozialistischen Freiheitskampfes' für das deutsche Volk gebracht haben, verpflichtet niemand stärker als unsere Jugend. Sie fühlt sich als Trägerin des friedlichen Vermächtnisses unserer Toten und gehorcht ihrem Appell, indem sie die in der Zeit des Kampfes erhärteten Gesetze der Kameradschaft, Treue und Opferbereitschaft auf ihre Gemeinschaft anroenbet. Wir wollen, daß der Dankbarkeit der Jugend gegenüber den Kämpfern für das Reich bleibender Ausdruck gegeben wird in Sinnbildern und Zeichen, die auch in kommenden Jahrzehnten und Jahrhunderten das Heranwachsende Deutschland an die Männer mahnen, denen es fein Dasein verdankt. Wir rufen daher die Jugend auf, aus eigener Kraft die Voraussetzungen für eine Heldenehrung in diesem Sinne zu schaffen. In Zukunft soll jedes Mitglied der Hitler-Jugend (DJ., IM., BDM.) zusätzlich zu feinem Beitrag für die Hitler-Jugend einen Pfennig im Monat für die Ehrung unserer Helden beisteuern. Jugend Adolf Hitlers! Du opferst einen Pfennig im Monat, aber du stiftest damit eine gewaltige Geldsumme, die uns in die Lage versetzen wird, in den Heimen und auf den Plätzen unserer Jugend eine würdige, dem Stil der HI. entsprechende G e • benfftätte für bie Gefallenen und Märtyrer des Reiches zu schaffen und darüber hinaus jenen edlen Friedhof zu pflegen, der die Gebeine der Kämpfer von Langemarck beherbergt, die als Jungarbeiter und Studenten für Deutschland starben. Möge ihr Beispiel durch das heute verkündete Werk die Jugend unserer Nation immer wieder begeistern und befähigen, mit der Haltung der Toten von Langemarck ihre nationalsozialistische Pflicht zu tun. * Dem Gedächtnis der Helden von Langemarck war eine weihevolle Gedenkfeier im Sportpalast gewidmet. Mit den Frontsoldaten vereinigte sich die Hitler-Jugend im Gedenken an bie Gefallenen. Der Feier wohnten neben Vertretern ber alten unb ber neuen Wehrmacht Persönlichkeiten ber Partei unb bes Staates, ber NSKOV., bes Reichskriegerbundes, öes Solbatenbunbes unb ber Kameradschaften ber Flanbernregimenter bei. Der Reichsjugenbführer Balbur von Schirach sprach über Sen tieferen Sinn bieses Tages. Unsere Ju- genb sei willens, bas Vermächtnis ber Gefallenen, Seren Opfertob eine zeitlose, erzieherische Botschaft gerabc an sie bedeute, allezeit in Ehren zu halten unb sich an ihrem erhabenen Vorbilb zu läutern unb zu stärken. Die Langemarck-Kantate von Eberharb Wolfgang Möller (Musik von Georg Blumensaat) leitete zu ber Festrebe des Generalleutnants a. D. von Metzfch über. In jenen Novembertagen bes Jahres 1914, so erklärte er, sei auf ber flandrischen Ebene bei Langemarck mit dem Blut ber jungen Freiwilligen eine Saat gesät worben, ber er ft bas Reich Aböls Hitlers zur Reife verhalfen habe. Jene Freiwilligen des Krieges feien uns Ansporn unb Vorbilb: sie mahnten uns, Deutschlanb kriegsfrei zu halten unb willig bem Führer zu folgen, wie sie einst den Fahnen ihrer Regimenter folgten. Generalmajor Freiherr Grote gedachte des Führers, der Deutschands Ehre, Wehrhaftigkeit und Freiheit wiederhergestellt habe. Der Bolschewismus zum Kriege bereit. Festreden auf dem 20. Jahrestag der bolschewistischen Revolution. Oreigestirn gegen Sowjetstern Die Bedeutung des italienischen Beitrittes zu dem deutsch-japanischen Antikomintern-Abkommen vom 25. November 1936 kann kaum überschätzt werden, um so weniger, als der Protokolltext ausdrücklich festlegt, daß Italien als ursprünglicher Unterzeichner gilt und seine Unterschrift ihrem politischen Wert nach völlig gleichbedeutend ist mit der Unterzeichnung des Originaltextes vom November. Mit einem Schlage hat sich die Ideen» gemeinschaft der Komintern-Abwehr zu einer vertraglich verklammerten Front ausgeweitet: das ist deshalb von besonderem politischem Gewicht, weil das Ursprungsabkommen vom November ja nicht einfach bloß die Uebereinstimmung in der grundsätzlichen Ablehnung jeglicher kommunistischer Gedankengänge, sondern darüber hinaus im Artikel 1 auch die Durchführung von prakti- fchen Abwehrmaßnahmen „in enger Zusammenarbeit" als notwendig hervorhebt. Es steht nunmehr ein Dreigestirn von mächtigen, innerlich völlig einheitlichen Staaten dem roten Sowjetstern gegenüber. Der Wert des deutsch-japanischen Abkommens und seine Reichweite in der Weltpolitik ist bei seinem Abschluß hier und da nicht voll erkannt worden. Der Beitritt Italiens zeigt, welches Gewicht dieser Ordnungsstaat am Mittelmeer jenem Abkommen vom November 1936 beilegt. Die italienische Haltung dem Kommunismus und der Komintern gegenüber hat ja ohnehin niemals Zweifel aufkommen lassen: das kam u. a. auch noch in dem Kommunique zum Ausdruck, das aus Anlaß des Berliner Besuches des italienischen Außenministers Grafen Ciano am 20. Oktober 1936 eröffentlicht wurde. Dazu kamen dann noch die völlig eindeutigen Erklärungen des italienischen Regierungschefs während des Sowjetkrieges, in Spanien, sowie bei der Kundgebung auf dem Berliner Maifeld und bei der 15-Zahresfeier in Rom. Der Beitritt zu dem seinerzeit auch von Italien als außerordentlich wertvoll begrüßten deutsch-japanischen Abkommen bestätigt also auch formell die Entschlossenheit Roms, dem Weltfeind Nr. 1 überall wirksam entgegenzutreten, wo er europäische Lebensinteressen im allgemeinen und italienische im besonderen bedroht. Die italienische Regierung hat mehr als einmal während des Sowjetkrieges in Spanien in nachdrücklichster Form betont, Italien werde ein Einnisten des Bolschewismus etwa im Mittelmeerbecken unter keinen Umständen dulden. Es ist bezeichnend für die politische Kurzsichtigkeit der Regierungen in den „großen Demokratien", daß sie ihre eigenen Abwehrpflichten gegenüber den ihnen anvertrauten Völkern und Volksgütern bis zum heutigen Tage noch nicht einmal erkannt haben: tatsächlich handelt es sich ja bei dem jetzigen Dreier-Abkommen nicht um einen Angriffs-, sondern um einen Verteidigungsvertrag, der von dem allgemeingültigen Gesetz der primitivsten Notwehr diktiert ist (ein Abkommen also auch, das beispiels- weise in keiner Form irgend etwas mit dem gegen- wärtigen Krieg im Fernost zu tun hat). Italien seinerseits hat es ja auch nicht bei der Ausrottung des Kommunismus in seinem Bereich bewenden lassen, sondern hat gegenüber der unmittelbar drohenden Gefahr im Mittelmeer ja zahlreiche Freiwillige an dem nationalspanischen Abwehrkampf leilnehmen lassen. Schon die offene Verkündung des bedingungslosen Kampfes um die Weltrevolution durch Limit r o f f vor zwei Jahren in Moskau hätte alle Kulturstaaten veranlassen müssen, dem Antikomintern-Abkommen beizutreten. Zu jenem Aufruf Dünitroffs als Chef der Komintern, deren Identität mit den maßgeblichen Sowjetstellen auch bei dieser Gelegenheit wieder klar heroortrat, kam dann noch der Versuch vom Juni dieses Jahres, die Zweite und die Dritte Internationale zum Kampf gegen die Ordnungsstaaten, also vor allem gegen Deutschland und Italien, zusammenzuschließen, nachdem schon auf früheren Komintern-Kongressen die Bildung von sogenannten Volksfronten in allen Staaten der Welt das leitende Thema gewesen war. Seitdem nun aber auf dem Weg über die bevorstehenden „Wahlen" in Sowjetrußland der berüchtigte Komintern-Chef Dimitroff unmittelbares und höchst einflußreiches Mitglied der bolschewistischen „Regierung" in Moskau werden soll, müßte man sich in allen Kulturstaaten der Welt endlich darüber tlar sein, daß die äußerste Intensivierung der Weltrevolution durch die Komintern erst noch bevorsteht! Ganz offen hat die Komintern ihre Absichten gegenüber ben nichtbolschewistischen Staaten aufgedeckt, als sie gelegentlich des 14. Kongresses wörtlich versicherte: „Die Kommunisten (d. h. in den anderen Ländern) können versichert fein, daß im Fall von Bürgerkriegen dem Proletariat eine ernste, ehrliche und tatkräftige Hilfe von feiten der Sowjetunion, und zwar sowohl von selten des Staates als auch der Komintern, zuteil werden würde". Eine derartig eindeutige Ankündigung der planmäßigen Anzettelung von Bürgerkriegen einerseits und der direkten Einmischung Moskaus andererseits sollte die gläubigsten und die überheblichsten Anbeter des alleinseligmachenden demokratischen Fetischs endlich aufrütteln. Umsonst und ohne jeden Grund haben sich ja schließlich nicht in der Schweiz, in Brasilien, Portugal, Polen, Rumänien und anderen Staaten heute bereits Abwehrfronten gebildet. Daneben erlebt man dann freilich gerade in diesen Tagen Dinge wie die Genfer „Konferenz zur internationalen Bekämpfung des Terrorismus", die in der bekannten schwatzhaften Manier Reden und papierene Entschlüsse schon für Taten hält. Es wird in der Folgezeit sich sehr schnell Herausstellen, welche Rolle die volksfrontierisch infizierten Staaten innerhalb der Weltrevolutionspläne der Komintern zu übernehmen gedenken, und welche Haltung des britische Weltreich gegenüber den in ollen seinen Dorniniens, Kronkolonien, Mandaten, Schutzgebieten usw. auftretenden Kominternwühlereien einnehmen wird. Schon die Rückäußerungen in der Presse jener Länder werden in diesen Tagen darüber Aufschluß geben, wobei der billige Bluff mit der „weltanschaulichen Aufspaltung der Welt" einmal ganz beiseite gelassen werden sollte. B. R. Ehrung Ribbentrops. Rom, 6. Rov. (DNB.) Nach der Unterzeichnung des deutsch-italienisch-japanischen Protokolls begaben sich Botschafter von Ribbentrop, Graf Cian o und Botschafter H o t t a mit den Herren ihrer Begleitung in den Palazzo Venezia, wo sie von dem italienischen Regierungschef empfangen wurden. Nach dem Empfang legte Botschafter von Ribbentrop Kränze am Grabe des unbefangen Soldaten und am Denkmal für die Gefallenen der faschistischen Bewegung nieder. S. M. der König von Italien und Kaiser von Aethiopien hat Botschafter von Ribbentrop und dem japanischen Botschafter Hotta das Großkreuz des Mauritius- und Lazarus-Ordens ver- Moskau, 7. Nov. (DNB.) Aus Anlaß des 20. Jahrestages der bolschewistischen Oktober-Revolution fand am Abend des 6. November e i n Staatsakt im Moskauer Opernhaus statt. Fast sämtliche Mitglieder der Sowjetregierung und der obersten Parteileitung nahmen teil, unter ihnen Stalin, ihm zur Seite der Kriegskommissar W o- roschilow, der GPU.-Kommissar I e s ch o w , ferner Kaganowitsck, Molotow, Kalinin und andere. Auch der Generalsekretär der Komintern Dimitroff zeigte sich unter den Regierungsmitgliedem. Der Vorsitzende des Volkskommissariates, Molotow, pries das Sowjetregime als eine „Demokratie höchst vollendeten Typs". Die Sache der spanischen Bolschewisten stehe der Sowjetunion besonders nahe und verdiene ihre volle Unterstützung. Auch hinsichtlich Chinas sparte Molotow nicht mit Sympathieerklärungen. Die Sowjetregierung werde für die Erhöhung der Kriegsbereitschaft der»roten Armee unentwegt weiter Sorge tragen. Zum Schluß verfehlte der Sprecher der Sowjetregierung nicht, nachdrücklich den weiteren „s ch o n u n g s l o s en Kampf" gegen d i e „inneren Feind e" zu proklamieren. Nicht mit Unrecht rühmte sich Molotow in diesem Zusammenhang „großer Erfolge". Diese „Erfolge" waren in der Tat sichtbar: Auf der Festver- sammlung war kein Vertreter der alten bolschewistischen Garde aus der nächsten Umgebung Lenins mehr zu sehen. Sogar die Witwe Lenins Krupskaja war nicht zu bemerken. Am Sonntag fand auf dem Roten Platz in Moskau eine große Truppenparade vor Kriegsminister Woroschilow statt, der fast sämtliche Regievungsmitglieder und Parteigewaltigen mit Stalin an der Spitze beiwohnten. Auch Dimitroff, Generalsekretär der Komintern, war wieder in der vordersten Reihe: ferner eine starke Militärdelegation aus der Aeutzeren Mongolei. An der Truppenparade nahmen alle Waffengattungen Neapel, 6. Nov. (DNB.) Die KdF.-Flotte, bestehend aus den Schiffen „Der Deutsche", „Sierra Cordoba" und „Oceana", die am 24. Oktober von Bremerhaven und Hamburg aus ihre erste programmgemäße Jtalienrundfahrt mit 3000 deutschen Arbeiterurlaubern angetreten hatte, fuhr zunächst auf der Route der bekannten KdF.-Atlan- tik-Reisen durch den Aermelkanal an der englischen Kreideküste bei Dover entlang nach Lissabon. Am 1. November wurde dann die Weiterfahrt durch die Straße von Gibraltar entlang der afrikanischen Küste angetreten. Im Hellen Sonnenglanz lagen die Hafenstädte Melilla und Algier, überragt von den Ausläufern des Atlasgebirges vor den Augen der Urlauber. Vorbei an der Südküfte Sardiniens erreichten die KdF. - Schiffe dann Neapel, wo programmgemäß festgemacht wurde. Als Dr. Ley zusammen mit dem Präsidenten des Faschistischen Metallarbeiterverbandes C i a - nett! und dem Präfekten von Neapel, Mar- z i a l i, zur Begrüßung der deutschen Arbeiter- Urlauber im Hafen eintraf, wurde ihm ein begeisterter Empfang zuteil. Jungfaschisten, Marinejugend und Schwarzhemden bildeten Spalier, ihnen gegenüber hatten in drei langen Kolonnen die deutschen Arbeiter und Arbeiterinnen Aufstellung genommen. Ein begütertes Sieg-Heil schallte Dr'. Ley aus jedem der drei über 800 Mann starken Blocks entgegen. Unter dem Jubel der Bevölkerung begibt sich Dr. Ley zum Haus des Fascio, wo deutsche Arbeiter am Ehrenmal der für die Revolution gefallenen Faschisten einen großen mit der Hakenkreuzschleife geschmückten Kranz niederlegten. Im geschlossenen Zuge ging es dann zum Castell Angioino. In seinen Begrüßungsworten betonte der Bürgermeister von Neapel die Freude und den Stolz der Stadt und ihrer Bevölkerung, als erste große offizielle Abordnung von „Kraft durch Freude" und in ihr die ganze befreundete Nation willkommen heißen zu können. Nach einem begeistert aufgenommenen Sieg-Heil auf Adolf Hitler und Mussolini wandte sich Dr. L e y an seine italienischen Freunde und deutschen Volksgenossen. „Der heutige Tag", so erklärte Dr. Ley, „ist in der Geschichte der beiden Völker und in der Welt einzigartig. Es genügen diesen beiden Völkern nicht mehr die engen Kanäle e:ner offiziellen Vertretung, sondern sie haben den Wunsch, s i ch p e r s ö n l i ch kennen zu lernen. Diese beiden Völker haben Jahrhunderte lang um ihre Freiheit und ihre Einheit gerungen, und üehen. Mussolini gab am Samstagabend im Palazzo Venezia für die Unterzeichner des Protokolls, Botschafter von Ribbentrop und Botschafter Hotta, ein Essen. Zu diesem Essen hatte der Duce auch Reichsminister Rudolf Heß und die Parteiabordnung eingeladen. pariser Kombinationen. Paris, 7. Nov. (DNB.) Die Blätter wollen in dem neuen Dreierpakt in erster Linie eine Verstärkung der Achse Berlin — Rom erblicken. Es fehlt auch nicht an Vermutungen, daß neben den veröffentlichten Abmachungen noch Geheimklauseln bestehen. So meint das Echo de Paris, die drei Unterzeichnermächte seien nicht nur entschlossen, sich selbst und ihre Völker vor der kommunistischen Agitation zu schützen, sondern sie beabsichtigen auch, die Einmischung der Dritten Internationale in die Innenpolitik anderer Länder nicht zu dulden. Im übrigen scheine Sowjetrußland von diesem römischen Abkommen weniger betroffen zu sein als das britische Weltreich und Frankreich. Der Excelsior nennt das neue Abkommen eine Internationale der autoritären Länder gegen die Internationale Moskaus". Die Tatsache, daß drei große, dem Völkerbund abtrünnige Staaten ihre Unterschrift unter ein gemeinsames Schriftstück gesetzt haben, verdiene unbedingte Beachtung. Für Frankreich und England wie auch für die Vereinigten Staaten stelle dieses Abkommen ein Warnungssignal dar. Werde es verstanden werden? Das radikalsozialistische Oeuvre behauptet im Zusammenhang mit weitgebenden Kombinationen, daß Japan von Italien wirtschaftliche Zugeständnisse in Aethiopien erhalten werde. Die Blätter der 2. und 3. Internationale sprechen, wie nicht anders zu erwarten, von ,,neuen kriegerischen Drohungen der faschistischen Länder. teil. Der Nachdruck war diesmal auf die Demonstration der Flakgeschütze und Tanks aller Größen gelegt worden, die in überaus großer Anzahl und teilweise ganz neuen Modellen über den Platz rollten. An die Militärparade schloß sich die übliche V o l k s b e m o n ft r a t i o n an, bei Der man trotz aller Agitation für das Jubiläum der bolschewistischen Revolution keine sonderliche Begeisterung der Massen feststellen konnte. Truppen der G P U., die sich zwischen den Reihen der Demonstranten aufpflanzten, sorgten für eine strenge Ueberwachung. Woroschilow entbot die Grüße der bolschewistischen Partei nicht nur den an getretenen Truppen, sondern auch den ausländischen Genossen in allen Ländern. Die Rote Armee, fo' sagte Woroschilow, werde, wenn sie angegriffen werde, sich als die „angriffsberei- teste aller Armeen" erweisen, die je einen Angriff unternommen haben. Ein Heeresbefehl sucht unter den üblichen wilden Verwünschungen gegen den „Faschismus" mit vielen Worten die Errungenschaften des bolschewistischen Regimes anzupreisen. Bezeichnenderweise wird aber auch den Angehörigen Der Armee der „schonungslose Kampf" gegen den inneren Feind aller Schattierungen erneut zur Pflicht gemacht. „Diese verfluchten Volksfeinde haben die Liquidierung des Sowjetregimes in unserem Lande erstrebt: Für sie ist kein Platz mehr auf der Sowjeterde." Mit „großem Haß", mit „furchtbarer Rache" seien die Staatsfeinde bestraft worden und würden auch in Zukunft vernichtet werden. Natürlich wird nicht versäumt, den Kriegsteufel an die Wand zu malen. Der Feind, so heißt es in dem Aufruf Woroschilows, warte nur den geeigneten Moment ab, um über die Sowjetunion herzu fallen. Auf alle Ränke der Kriegsanstifter gebe die Sowjetunion aber stets nur eine Antwort: „Wir wollen keinen Krieg, aber wir fürchten den Krieg nicht, und mir sind zum Kriege bereit!" aus ihrer Uneinigkeit zogen andere Völker Nutzen. Das hat nun aufgehört, die beiden Völker melden heute in der Welt ihre Rechte an. Wir sind zwei junge Nationen, und junge Völker haben immer mehr Lebensmut als die alten. So hat das Schicksal selber uns zusammengeführt. Wir kämpfen beide gegen eine feindliche Weltanschauung, den weltzerstörenden Bolschewismus. Wir tragen in unserem Herzen die Freude! Heute ist das alles unter dem Nationalsozialismus und Faschismus Tatsache geworden, was der Marxismus ehemals lügnerisch versprach. Allein in diesem Hahre kommen 30000 Arbeiter nach Italien, im nächsten Jahre 100 000 und im Übernächsten Jahre eine halbe Million. Wir wollen, daß das gesamte deutsche Volk das italienische kennenlernt." Der Kundgebung schloß sich ein Besuch eines der größten italienischen Jndustriewerke an. Hier Der» einte ein gemeinsames Essen tausend deutsche und tausend italienische Arbeiter. Am Nachmittag legte Dr. Ley bei einem Presseempfang die Ziele von KdF. dar. Es sei kein Scherz, daß 30 000 nach Italien kommen sollten und im nächsten Jahre 100 000. Jeden Winter wolle er deutsche Arbeiter nach dem Süden bringen. Zwei neue Schiffe sind fast fertig, die modernsten Schiffe überhaupt, mit 25 000 Tonnen und 1800 Mann, zwei weitere Schiffe wären vor acht Tagen auf Kiel gelegt worden: sie würden bis 1940 fertig fein. Die nächste Reise dürfte auf eine Einladung von Cianetti hin n a ch A s r i k a, Tripolis, gehen, wo dieselben drei Schiffe, die jetzt in Neapel liegen, zur großen Mustermesse fahren sollen. Der erste Tag des Aufenthalts der deutschen Arbeiter in Neapel war mit einem Empfang sämtlicher Urlauber durch die faschistische Partei auf Schloß San Martino ausgefüllt. Den Abschluß bildete ein Bordfest auf den K d F.» Schiffen, die die deutschen Arbeiter wiederum mit ihren italienischen Freunden in harmonischer und zwangloser Geselligkeit vereinte. Der Sonntag war Besichtigungen von Pompeji, dem Nationalmuseum und den herrlichen Aussichtspunkten der Stadt vorbehalten. Ueberall wurden den deutschen Urlaubern herzliche Sympathiekundgebungen zuteil. Unter den Klängen der Bordkapellen und jubelnden Zurufen der auch zum Abschied zahlreich erschienenen italienischen Freunde verließ die deutsche KdF.- Flotte um 21 Uhr den Hafen, um die Fahrt nach Genua fortzusetzen. Der „Matin" schreibt, das Abkommen habe den Vorzug, in entscheidender Weise das Problem der Kompromittierung der Demokratien mit dem durch Moskau als Agent der Zersetzung aller nationalen Energien eskortierten Kommunismus zu stellen. Die Formel, die sich bei der Durchsicht der Zeitungen aus aller Welt am klarsten und ohne Umschweife herauslöse, sei: Mit oder ohne Moskau! Sei es doch erwiesen, daß überall, wo sich die Mosauer Agitation eingeschlichen habe, die Zerstörung des sozialen Friedens in gefährlicher Weise begonnen --habe und die Vernichtung des internationalen Friedens wissentlich und hartnäckig durch eine erbitterte Opposition gegen alle Versöhnungsverfahren, vorwärts getrieben werde, die geeignet feien, die Wechselbeziehungen zwischen Nationen gleicher Zivilisation wieder herzustellen. Begeisterung in Tokio. Kundgebungen vor den Botschaften Deutschlands und Italiens. Tokio, 7. Nov. (DNB.) Am Sonntag war ganz Tokio aus Anlaß des Beitritts Italiens zum Anti- fominternabfommen festlich mit Flaggen, Transparenten und dem (Emblemen der drei Länder geschmückt. An vielen Gebäuden der großen Zeitungen, Warenhäusern, Geschäften, Gaststätten, Kinos und Cafes waren Bilder vom Führer, dem Ministerpräsidenten Fürst Konoe und dem Duce angebracht. Am Abend war die ganze Stadt illuminiert. Lichterketten säumten die Umriffe der öffentlichen Gebäude, die zum Teil auch mit Scheinwerfern an» gestrahlt waren. Im Hidiya-Park fand eine Versammlung statt, an der viele Zehntausendo teil- nahmen. Rund 1 5 0 0 0 Lampionträger waren beteiligt, die Flaggen der drei Länder trugen und kleine und große Lampions mit den (Emblemen Hakenkreuz, Sonne und Fascio. Ein riesiger D e - monstrationszug marschierte im Anschluß zum Kaiserpalast und den beiden Botschaften, zu den Verwaltungsgebäuden von Heer und Marine, sowie zum Auswärtigen Amt, die festlich geschmückt und illuminiert waren. Am Haupteingang des Auswärtigen Amtes waren gewaltige Flaggen der drei Länder und riesige Lampions mit den drei (Emblemen angebracht. An der deutschen Botschaft ließ Botschafter v o n D i r ck f e n den endlosen Zug an sich vorüberziehen: immer wieder dankte er für bk Banzai- und Heilrufe der begeisterten Menge. Oie antckolschewistische Schau im Reichstag eröffnet Berlin, 6. Nov. (DNB.) Die große antibolschewistische Schau im Reichstaasgebäude ist im Rahmen einer eindrucksvollen Kundgebung der nationalsozialistischen Kampfverbände auf dem Königsplatz eröffnet worden. Einleitend erinnerte der Leiter der italienischen Abteilung der Ausstellung General der Faschistischen Miliz Alexandro Melchiors daran, daß der Duce erft kürzlich erneut die zwingende Notwendigkeit unterstrichen habe, den Bolschewismus im Interesse des Friedens aus Europa auszumerzen. Nationalsozialismus und Faschismus strebten vereint diesem großen Ziele zu. Beide Länder spielten mit offenen Karten und seien von der Verteidigung der Heimat und der Familie zur Offensive übergegangen, nachdem der Bolschewismus sich angeschickt habe, seine tief bedauernswerte Schreckensherrschaft im Lande nun auch außerhalb der Grenzen Sowjetrußlands zu verbreiten. — Namens der Gauleitung Berlin der NSDAP, erklärte dann der Leiter des Reichspropagandaamtes Berlin Wächter die Ausstellung für eröffnet. Doll Schaudern, so erklärte er, stehe die zivilisierte Welt vor dem Ereignis einer 20- jährigen „Regierungstätigkeit" jüdischer Bolschewisten, die nun „gefeiert" werben solle. Drei Millionen Menschen seien in diesem unglücklichen Lande in diesen 20 Jahren ermordet worden, 12 Millionen seien verhungert und tagtäglich noch wüchsen das Elend und die Not. Gerade in diesen Tagen eröffneten nun Deutschland und Italien gemeinsam diese Schau an einer Stätte, an deren Mittelpunkt sich noch das letzte Fanal bolschewistischer Umsturzversuche in Deutschland, der ausgebrannte Sitzungssaal des Reichstages, als warnendes Zeichen beftnde. Wer diese Ausstellung sehe, werde den Dank ermessen können, den er als Deutscher Adolf Hitler, als Faschist dem Duce schuldig -sei. EmheiivonBuchundSchwert Schlußkundgebung zur Woche des deutschen Buches in Essen. In Essen fand zum Abschluß der deutschen Buchwoche eine große Kundgebung statt. Der Landesstellenleiter der Reichskammer der bildenden Künste, Kultursenator Kelter, sprach über die Jdeenoerbindunh von Weimar und Essen. Hauptamtsleiter Hederich wies darauf hin, daß Hunderttausende deutscher Volksgenossen in diesen Tagen im Dienste des Buches tätig* gewesen seien. Zwei große Aufgaben erfülle die Woche des deutschen Buches: einmal Zeuge und Künder zu fein der endlich errungenen Einheit des Lebensgefühls und des Willens aller Deutschen, die sich in Partei und Staat dokumentierten, und zum anderen ein Mahnmal zu sein, das uns immer vor der Seele die Verpflichtung wachrufe, nie die Gemeinschaft aller Deutschen zu vergessen, die der sicherste Bürge sei für die Einheit von Buch und Schwert. Der Führer habe in seinen großen Kulturreden ein für alle Mal die Richtlinien gegeben. „Mögen sie es als eine (Einengung der Freiheit bezeichnen, wenn wir in Zukunft unnachsichtlich und rücksichtslos allen Bestrebungen entgegentreten, die Ideen des Führers aus egoistischen Gründen zu verfälschen. Wenn wir das tun, bekennen wir uns zur Reinheit, und zur moralischen und geistigen Sauberkeit im deutschen Schrifttum." Dann führte Staatsrat Hanns I o h st, der Präsident der Reichsschrifttumskammer, u. a. aus, Essen sei als Abschlußort gewählt worden, weil wir vor ganz Deutschland und aller Welt die Verbundenheit zwischen der Arbeit der Faust und der Stirn bartun und die geistige Harmonie von Hammer und Buch aufzeigen wollten. Oie Gaukuliurwoche. Redner und Borträge. NSG. Die Gaukulturwoche Hessen- Nassau, vom 13. bis 21. November, sieht eine Reihe von Vorträgen ausgezeichneter Fachkenner vor. Auf der Landestagung der Reichs- pressekammer am Sonntag, 14. November, 10 Uhr, im Frankfurter Schauspielhaus, werden der Stabsleiter des Reichspressechefs, Reichsamts, (eiter Sünd ermann, und der Stabsleiter des Reichsleiters für die Presse, Reichshauptamtsleiter Rienhardt, zu den Angehörigen der Kammer und den Presseamtsleitern und Pressereferenten der Partei sprechen. Der stellvertretende Geschäftsführer der Reichskammer der bildenden Künste, Hauptabteilungsleiter Dr. Garber, Berlin, gibt auf der Landestagung der Reichskammer der bildenden Künste am Montag, 15. November, 18.15 Uhr, im Bürgersaal, einen Einblick in die Aufgaben der Kammer. Der Präsident der Reichsmusikkammer Dr. Raabe spricht auf der Wogung der Reichsmusikkammer am Dienstag, 16. November, 11 Uhr im Wiesbadener Kurhaus: der Geschäftsführer der Reichstheaterkammer, Gauleiter Frauenfeld, über „Die Bedeutung des Deutschen Theaters für die deutsche Kultur" auf der auch für die Öffentlichkeit zugänglichen Landestagunq der Reicks- theaterkammer am 16. November, 16 Uhr, im Kleinen Haus zu Frankfurt. Für die Arbeitstagung der Obmänner und Arbeitsausschüsse der Fachschaft Bühne wurde Bernhard Herrmann, der Leiter der Fachschaft Bühne in der Reichs- theaterkammer, gewonnen. Auf der Landes- tagung der Reichsschrifttumskammer am Donnerstag, 18. November, 20.30 Uhr, im Steinernen Haus in Frankfurt behandelt der Re- erent in der Reichsschrifttumskammer, Metzner, das Thema: „Der Sinn der Reickssckrifttumskam- mer und ihre Aufgaben dem Schriftsteller gegen» über". Der Präsident der Reichsrundfunkkammer Reichsamtsleiter K r i e g l e f spricht auf der Ta» gung der Hauptstellenleiter Rundfunk der NSDAP, und der Funksachbearbeiter der Gliederungen. Außerdem spricht der Leiter der Abteilung TII her Reichsrundfunkkammer, Bruchmann, auf der Tagung der Reichsrundfunkkammer Deutsche Arbeiter in Italien zu Gaste. Oie KdF.-Urlauber in Neapel. Or. Ley kündigt Fahrten nach Tripolis an. am 19. November, 20 Uhr, im Beethoven-Saal in Frankfurt. Vor den Kreisfilmstellenleitern behandelt der Organisationsleiter der Reichspropagandaleitung, Amtsleitung Film, Herbert Bärwald, „Das Filmschaffen in der NSDAP." Oie Brüsseler Konferenz an Japan. Meinungsaustausch mit einer beschränkten Anzahl von Mächten vorgeschlagen. Brüssel, 6. Nov. (DNB.) Die Brüsseler Konferenz hat beschlossen, an die japanische Regierung eine Mitteilung zu richten. Danach halten die Vertreter der in Brüssel versammelten Staaten es für möglich, die Befürchtungen Japans, daß nämlich „der Versuch, in einer Versammlung von so vielen Mächten, die in Ostasien verschiedenartige oder praktisch überhaupt keine Interessen haben, eine Lösung zu finden, die Lage nur verwickeln und neue Hindernisse schaffen könne", zerstreuen zu können. Sie wünschen zu wissen, ob die Kaiserliche Regierung bereit sei, einen Vertreter zu beauftragen, in einen Meinungsaustausch mit den Vertretern einer b e - schränkten Anzahl von Mächten, die zu diesem Zweck bezeichnet würden, einzutreten im Rahmen des Neun-Mächte-Dertrages und gemäß den Besttmmungen dieses Verttages. Das Ziel wäre die Beilegung des Konfliktes. In der Mitteilung heißt es dann weiter: „Indem sie die Fortdauer der Feindseligkeiten bedauern, indem sie fest überzeugt sind, daß allein eine friedliche Regelung eine dauerhafte und aufbauende Lösung ttn gegenwärtigen Konflikt herbeiführen kann, und indem sie auf die Wirksamkeit der Schlichtungsmethoden verttauen, wünschen die Vertreter der in Brüssel versammelten Staaten lebhaft, eine solche Regelung eintreten zu sehen. Die auf der Konferenz vertretenen Staaten würden großen Wert darauf legen, sobald wie möglich zu erfahren, welche Aufnahme ihr Vorschlag bei der kaiserlichen Regierung findet." Weiterer japanischer Vormarsch in der Provinz Schons«. P e i p i n g , 8. Nov. (DNB. Funkspruch.) Ost- asiendienst des DNB. Nach der Einnahme von Taiyuanfu besetzten die Japaner am Sonntagmorgen die Ortschaft O a i k u , 35 Kilometer südlich, und Taiyuanhsien, 25 Kilometer südwestlich von Taiyuanfu. Durch ein geschicktes Umgehungs- manöver gelang es ihnen, mehrere tausend Chinesen einzukreisen und fast völlig aufzureiben. Keine Italiener auf Mallorca. Feststellung der „Daily Mail" L o n d o n, 8. Nov. (DNB. Funkspruch.) Gegen die Gerüchte über starke italienische Truppenkontingente und Befestigungen auf der spanischen Insel Mallorca, wie sie besonders in der linksstehenden englischen Presse immer wieder zu lesen sind, wendet sich eine Feststellung des Korrespondenten der „Daily Mail", der von einem Besuch Mallorcas zurückkehrte. Er schreibt u. a., daß die spanischen Behörden ihm gestattet hätten, sich völlig frei zu bewegen. „Ich ging von einem Ende der Insel zum anderen und sah alles, was zu sehen war. Ich kann feststellen, daß auf Mallorca keine italienischen U-Boote und keine italienischen Truppen sind. Man könnte fast sagen, daß überhaupt keine Italiener auf Mallorca sind. Auf alle Fälle sehr viel weniger als britische Besucher. Ich sah die Armeelager, den Flughafen und alle Einzelheiten der Feld- und Küstenartillerie. Alle sind ausschließlich mit Spaniern bemannt." Spannung zwischen Haiti und Dominica Washington, 11. Nov. (DNB.) Nach Berichten aus Haiti herrscht infolge eines blutigen Grenz- zwischensalls, bei dem viele Tote zu beklagen waren, zwischen Haiti und der dominicanischen Republik eine beträchtliche Spannung. Infolge unbefriedigender wirtschaftlicher Verhältnisse im übervölkerten Haiti sollen in der letzten Zeit Tausende von Haitianern über die dominicanische Grenze gegangen sein und zu außerordentlich niedrigen Löhnen Arbeit angenommen haben. Als die Einwanderer überhand nahmen, veranstaltete das dominicanische Militär angeblich ein Massaker, bei dem nach haitianischen Behauptungen Anfang Oktober 10 0 0 Haitianer umgekommen sein sollen. Die amerikanische Regierung will ihre Vermittlung anbieten, wenn die beiden Staaten ihre Meinungsverschiedenheiten nicht durch unmittelbare Verhandlungen beilegen können. Nach einer auf der panamerikanischen Konferenz in Buenos Aires angenommenen Entschließung ist jede Friedensbedrohung auf dem amerikanischen Kontingent Angelegenheit aller 21 amerikanischen Republiken. Oer Herzog von Windsor sagt seine Amerikareise ab. Paris, 6. Nov. (DNB.) Das Sekretariat des Herzogs von Windsor erklärt, daß schwerwiegende Mißverständnisse und eine falsche Auslegung der Beweggründe und Ziele seiner Amerika-Reise den Herzog bestimmt hätten, den Plan aufzuschie- ben. Dabei wendet sich der Herzog von Windsor gegen Behauptungen, die ihn sozial oder politisch festzulegen versuchen. Man erfährt, daß der Industrielle Bedaux, der die Reise vorbereitete und den Herzog geleiten wollte, in den Vereinigten Staaten stark angegriffen worden ist. Wie verlautet, beabsichtigten marxistische und kommuni st ische Organisationen schon bei Ankunft des Herzogspaares auf Dampfer „Bremen" vor dem Pier Demonstrationen abzuhalten, die sich wahrscheinlich in anderen Städten wiederholt hätten. Die Presse läßt durchblicken, daß der Herzog von Windsor die menschenunwürdigen Zustände der Armenoiertel amerikanischer Großstädte hätte zu Gesicht bekommen können; ein Vergleich deutscher und amerikanischer Volkswohlfahrt und Wohnverhältnisse könnte vielleicht nicht zugunsten der Amerikaner ausfallen. Auch befürchtet man, er könnte etwa hier ein freundliches Wort über Deutschland sagen. Ferner lebte die Feindschaft der Gewerkschaften gegen Bedaux auf. Die Gewerkschaften warfen Bedaux vor, er wolle durch den Windsor-Besuch für sein Arbeitssystem Reklame machen. Ein b<>richnendes Glückwunschtelegramm. Prag, 7. Nov. (DNB.) Der tschechoslowakische Staatspräsident Dr. B e n e s ch sandte dem Vorsitzenden des Zentraloollzugsausschusses der SSSR., K a- l i n i n , zum Nationalfeiertag der Sowjetunion folgendes Glückwunschtelegramm: „Ich beehre mich, Sie aus Anlaß des 2 0. Jahrestages der Oktoberrevolution zu beglückwünschen. Die Tschechoslowakische Republik begrüßt aufs herzlichste die erreichten Erfolge des Sowjetverbandes und wünscht dem Verband und seinen Nationen weitere Erfolge und Entfaltung. Gez.: Eduard Benes ch." Das deutsch-polnische Nindecheitenablommen. Oie Deutschen Ostoberschlesiens in Erwartung praktischer Auswirkungen. Gleiwitz, 6. Nov. (DNB.) Die gemeinsame Übereinkunft der deutschen und polnischen Regierung über die Behandlung der beiderseitigen Minderheiten hat im Grenzland Oberschlesien und auch bei der deutschen Volksgruppe in O st o bersch l e s i e n lebhafte Befriedigung ausgelöst. Aus den deutschen Zeitungen diesseits und jenseits der Grenze spricht die Genugtuung über das Ueber= einkommen als das Ende eines gerade in der letzten Zeit als unhaltbar empfundenen Zustandes. Allgemein wird unterstrichen, daß der gute Wille auch durch die Tat bewiesen werden müsse, um vor allem die deutsche Volksgruppe in Ostoberschlesien von den Folgen und Auswirkungen einer dem deutsch-polnischen Freundschaftspakt von 1934 zuwiderlaufenden Sonderpolitik örtlicher Instanzen zu befreien. So schreibt das amtliche Organ der NSDAP, in Oberschlesien, der „Oberschlesische Wanderer": Regierungserklärungen sind immer erst ein Anfang, dem die Bewährung in der Praxis folgen muß. Wenn die Politik des Außenministers Beck, die sich stets streng an die Richtlinien des verewigten Marschalls Pilsuoski hält, sich durchsetze, so wird das Abkommen eine Schicksalswende für das Deutschtum in Polen ein. Die „Ostdeutsche Morgenpost" erklärt: „Die Praxis muß erst erweisen, wie sich die bindende Kraft der Verpflichtung hinsichtlich des Schutzes und der Sicherheit der Minderheit auswirkt. Wir erkennen an, daß Polen nach der Loslösung vom internationalen Minderheitenschutzoertrag in Genf jetzt eine neue Verpflichtung gegenüber der deutschen Minderheit eingegangen ist und knüpfen daran die Hoffnung, daß damit der Anfang für ein praktisches wirksames Minderheitenrecht gemacht ist." Im „Aufbruch", dem Organ der Jungdeutschen Partei in Polen, nimmt deren Führer, Senator Wiesner, wie folgt Stellung: „Wir gehen an die Erklärung der beiden Staaten und ihrer Regierungen mit vollem Vertrauen heran. Wir wissen alle zu gut, daß es bei diesen Erklärungen nicht sein Bewenden haben kann, sondern daß sie erst den Anfang einer neuen Zeit gegenseitiger Verständigung und Achtung einleiten sollen." Dieser positiven Haltung der deutschen Presse völlig entgegengesetzt ist Die Einstellung einiger polnischer Zeitungen in Ostoberschlesien. Die offiziöse „Polska Zachodnia", das Blatt des Wojewoden Dr. Graczynski, bringt zwar den Wortlaut der amtlichen Meldungen über die deutschpolnische Uebereintunft, ohne aber auch nur in der Überschrift die Bedeutung der Erklärungen heroor- zuheben. Das Eclw in polen. Warschau, 6. Nov. (DNB.) „Gazeta Polska" sagt, die Minderheitenerklärungen seien eine Bestätigung dafür, daß beide Regierungen auf dem Wege entschlossen weiterschreiten, der von der Normalisierung der Beziehungen zur guten Nachbarschaft und vom Zusammenleben zur aufrichtigen Loyalität führe. Indem Polen sich aufrichtig über die aufgestellten Grundsätze freut, meine es jedoch, daß alles von ihrer Ausführung abhängen werde. Schwierigkeiten seien zweifelsohne vorhanden. Um so größer sei die Notwendigkeit eines gegenseitigen fair play. Eine um so größere Geduld und Einsicht müßten beide interessierten öffentlichen Meinungen aufbringen. Man sei in Polen überzeugt davon, daß der erste Erfolg des Schrittes der beiden Regierungen eine Beruhigung der Geister auf beiden Seiten der Grenze sein werde. Der regierungsfreundliche „Expreß Para n n y" meint, die Gegenseitigkeit der Erklärungen sei durch das Leben felbst diktiert worden. Seit Jahrhunderten lebten beide Völker nebeneinander, die gegenseitige Achtung gebiete ihnen die Achtung der Minderheiten, die auf beiden Seiten der Grenze leben. Ohne die Respektierung der Minderheiten sei an eine Aufrechterhaltung guter nachbarlicher Beziehungen nicht zu denken. Das in den deutsch-polnischen Besprechungen erreichte Ergebnis werde die Quelle ernsterer Verwicklungen beseitigen. Es härme natürlich alles von der Ausführung der Erklärungen ab. Aber schon allein die Tatsache sei I eine Demonstration des guten Willens. OieReichshuberiusfeier auf dem Hamberg Oer Isteichsjägermeister gibt die Parole für die deutsche Iägerschast. Braunschweig, 7. Nov. (DNB.) In der Einsamkeit des sagenumwobenen Hainberges beging die deutsche Jägerschaft die Reichshubertusfeier in Gegenwart des Reichsjägermeisters Generaloberst Göring und einer großen Zahl in- und ausländischer Ehrengäste. Man bemerkte u. a. den englischen Botschafter Henderson, den Präsidenten des Internationalen Jagdverbandes Ducrocq (Frankreich), Staatssekretär Baron V a y (Ungarn), Generalforstmeister Staatssekretär Alpers, Ministerpräsident K l a g g e s, Reichsstatthalter Jordan und Staatssekretär Körner. In einem Festspiel wurde die Sage vom Hainberg wieder lebendig. Reichsjägermeister Generaloberst Göring hielt die Festansprache. Die Reichs- hubertusfeier stellt für die deutschen Jäger e i n Dankesfest dar. Ueber allem steht uns die Hege und die Verpflichtung, das zu erhalten,, was wir übernommen haben. Die Entsagungen und Einschränkungen, die ich während der letzten Jahre der deutschen Jägerschaft auferlegen mußte, erforderten höchste Disziplin. Heute können wir ernten, was wir vier Jahre lang gesät haben. Aber die Zeiten für das deutsche Wild werden' immer schwerer. Wenn schon der Raum für die deutschen Menschen zu gering ist, so ist er noch geringer für die Geschöpfe des Waldes. Die Ernährung des Volkes ist das höchste Gut, und dazu muß jedes Stück ausgenutzt werden. Ich muß mit eiserner Notwendigkeit die Ernährung des Volkes sichern gegen jeden Ein- und Heb ergriff und das verpflichtet auch uns selber. Wir können nicht in der Zeit der Raumknappheit einen zu hohen Wildbestand haben. Wir wollen starkes und schönes Wild und lieber etwas weniger. Ich gebe der deutschen Jägerschaft die folgende Parole: Die von mir festgesetzten Abschußpläne sind rückhaltlos durchzuführen, um einem ü b er - mäßigen Wildschaden unter allen Umständen entgegenzutreten und die Ausartung und Kraft unseres Wildes weiter zu fördern. Die deutschen Jäger dienen wie jeder andere Volksgenosse in erster Linie den großen Aufgaben und Zielen des Dritten Reiches. Im Rahmen einer schlichten Feierstunde übergab der Reichsjägermeister in Braunschweig a l s symbolische Handlung für die gesamte deutsche Jägerschaft die vom Jagdgau Braunschweig für das WHW. erlegte S tr e ck e dem Reichsbeauftragten für das WHW. des deut- fchen Volkes, Hilgenfeld. Auf dem Burgplatz meldete der Gaujägermeister Staatssekretär A l - p e r s dem Reichsjägermeister 44 Stück Rotwild, 14 Stück Schwarzwild und 23 Stück Rehwild. Wie der Reichsjägermeister betonte, soll die alljährlich am Hubertustag stattfindende Ueberaabe dieser Strecke ein Sinnbild für die Verbunoenheit der deutschen Jägerschaft mit dem Volk sein. Der Reichsbeauftragte für das WHW. nahm diese Spende als Symbol der Volksgemeinschaft an, in der die Nation den Ausdruck ihrer größten Kraft finde. Aenderung der Bürgersteuer. Berlin, 6. Nov. (DNB.) Das Bürgersteuerge- fetz ist geändert worden. Die Aenderungen bezwecken eine Ermäßigung für ältere Steuerpflichtige mit geringem Einkommen und Kinderermäßigungen an einen größeren Kreis von Steuerpflichtigen als bisher. Der Bürgersteuer liegt das zwei Jahre vorher bezogene Einkommen zugrunde (z. B. der Bürgersteuer 1938 das Einkommen des Jahres 1936). Bisher wurden alle Steuerpflichtigen, die einkommensteuerfrei waren, einheitlich nach einem Steuergrundbetrag (künftig Steuermeßbetrag) von 3 Mark zur Bürgersteuer herangezogen, so daß bei einem Satz von z. B. 700 v. H. die Bürgersteuer für ein Kalenderjahr 21 Mark betrug. Das Aenderungsge- setz bestimmt, daß der Steuermeßbetrag von 3 M a r k für Steuerpflichtige, die am Bürgersteuerstichtag (d. i. in der Regel der 10. Oktober des dem Erhebungsjahr oorangegangenen Kalenderjahres) das 50. Lebensjahr vollendet hatten, um ein Drittel, d. h. auf 2 Mark zu ermäßigen ist. Ebenso wird der Steuermeßbetrag von 6 Mark um ein Drittel, d. h. auf 4 Mark, ermäßigt, wenn der Steuerpflichtige am Bürgersteuerstichtag das 50. Lebensjahr vollendet und sein Einkommen im maßgebenden Kalenderjahr nicht mehr als 2100 Mark betrage n hat. Kinderermäßigungen werden bei der nach dem Einkommen bemessenen Bürgersteuer gewährt, wenn am Stichtag mindestens zwei minderjährige Kinder zum Haushalt des Steuerpflichtigen gehörten. Bei Einkommen bis zu 2 4 0 0 Mark ermäßigt sich der Steuermeßbetrag um je 2 Mark für das zweite und jedes folgende minderjährige Kind. Bei Einkommen über 2400 Mark ermäßigte sich bisher der Steuermeßbetrag für das zweite und dritte minderjährige Kind um je 1 Mark und um je 2 Mark für das vierte und jedes folgende minderjährige Kind, jedoch nur, wenndas Einkommen 12 000 Marknichtüber stieg. Durch das Aenderunys- gesetz vom 3. November 1937 ist die bisherige Em- kommensgrenze von 12 000 Mark auf 2 5 0 0 0 Mark erhöht worden. Das Bürgersteuergesetz wird demnächst in einer neuen Fassung bekanntgemacht werden, die die Vorschriften des geltenden Gesetzes und der Durchführungsverordnung zusammenfaßt. Dabei werden die Aenderungen berücksichtigt. Prager Finanzkalamitäi. Die Regierung der Tschechoslowakei ringt mit dem Fehlbetragsteufel, aber die Überschreitung der vorgesehenen Staatsausgaben und die dadurch entstandenen Fehlbeträge, find seit Jahren so groß und die Ursachen wirken fort, daß wohl auch das Budget für 1938 wieder mit einem Fehlbetrag abschließen wird. Auf dem Papier mag man den Haushalt vielleicht ausbalancieren, aber die Militär f o r d e r u n g e n , die der tschechische Kriegsminister auf das Drängen von Moskau und Paris gestellt hat, sind so außerordentlich hoch, daß selbst der Finanzminister Kalfus verzweifelt. Denn die Abdeckung der durch kurzfristige innere Anlei- hen entstandenen Verschuldung, die seit 1931 um über 15 Milliarden Tschechenkronen auf über 39 gestiegen ist, ist ebenso unmöglich wie die Aufnahme neuer Anleihen, da die regulären Einnahmen des Staates nicht zureichten, um die laufenden Ausgaben zu decken. Für die Verzinsung der inneren Schuld blieb keine Tschechenkrone übrig. Unter diesen Umständen ist es auch bemerkenswert, daß der tschechische Finanzminister die Möglichkeit der Aufnahme einer auswärtigen Anleihe überhaupt verneinte. In der Tschechoslowakei hat man seit Jahren damit gewirtschaftet, daß man die Voranschläge des Staatshaushaltes auf dem Papier mit Überschüssen aueftattete, während in Wirklichkeit der Rechnungsabschluß jedes Jayres ein Defizit brachte. Im Jahre 1933 sollten nach dem Voranschlag 2 Millionen Tschechenkronen als Plus gebucht werden. Der Rechnungsabschluß ergab einen Fehlbetrag von nicht weniger als 2,2 Milliarden. Im Jahre 1934 betrug er 1,1, im Jahre 1935 3, im Jahre 1936 2,4 Milliarden und für das kommende Jahr wird mit einem Fehlbetrag von sogar 4 Milliarden Tschechenkronen gerechnet. Statt der nach den Voranschlägen zu erwartenden Überschüsse von 6 Millionen Tschechenkronen ist in Wirklichkeit ein Fehlbetrag von 8,6 Milliarden entstanden, für den keinerlei Deckung vorhanden ist. Man hat zwar versichert, man wolle eine Einsparungspolitik betreiben, und die Finanzkommissionen haben den Voranschlag für das kommende Finanzjahr halbiert. Aber solche Maßnahmen stehen nur auf d e m Papier. Auch in der Deckungsfrage für die laufenden Fehlbeträge zeigen sich die Schwierigkeiten. Eine Vermögensabgabe, so wurde aus Kreisen der Regierungsparteien auf eine dahingehende Frage der Regierung erwidert, erfordere einen zu kostspieligen Verwaltungsapparat. Eine progressive Vermögenssteuer auf Haus- und Grundbesitz findet den Widerstand der stärksten Regierungspartei, der Agrarier. So scheint nichts übrig zu bleiben, als durch neue Steuern die Kosten für die Rüstungsausgaben usw. zu decken. Die Sudetendeutschen haben bereits dagegen energisch proteftiert, daß der an und für sich schon sehr niedrige Lebensstand der 3,5 Millionen Sudetendeutschen durch fiskalische Maßnahmen noch weiter herabgedrückt wird. Die Wirkung dieses Finanzelends auf die Prager Börse ist durch die verschiedenen Regierungserklärungen nicht ab« geschwächt worden. Ein schwarzer Tag folgt dem andern. Die Aktien der Tschechoslowakischen Nationalbank sind nicht unterzubringen, die Rüstungspapiere der Skodawerke liegen augenblicklich noch schlechter als 1936. Eine beträchtliche Anzahl von Papieren hat mehr als 50 v. H. ihres Kurswertes verloren. Seit dem 20. April 1937 betragen die Kurseinbußen rund 4 Milliarden Tschechenkronen. D.S. Kleine voliiiscke Nacbricbten. Der Führer stattete der Internationalen Jagdaus st ellung einen Besuch ab. Er besichtigte eingehend fast sämtliche deutschen und ausländischen Abteilungen, wobei Oberstjägermeister S ch e r p i n g die Führung übernahm. * Ministerpräsident Generaloberst Göring besichtigte eingehend die gesamten Vorhaben der Reichswerke AG. für Erzbergbau und Eisenhütten „Hermann Göring" im Salzgittergebiet. Insbesondere wurden die Standortbedingungen für den Bau der Hüttenwerke untersucht und der Platz B l e ck e n st e d t als Bauplan. für die zu errichtenden Werke bestimmt. Auf der in Essen abgehaltenen Tagung des Bundes Deutscher Osten, auf der namhafte Kenner die Ostsragen behandelten, sprach der Danziger Gauleiter, Forster, über das Thema „Grenzkamvf im Osten". * Die zwischen dem deutschen und dem tschechoslowakischen Regierungsausschuß in Hamburg geführten Wirtschaftsverhandlungen sind zum Abschluß gebracht worden. Es wurde eine Reihe von Abkommen gezeichnet, die den beiderseitigen Waren-, Zahlungs- und Reiseverkehr für 1938 regeln. Durch die neuen Vereinbarungen ist eine Ausweitung des gegenseitigen Warenverkehrs und die reibungslose Abwicklung des gesamten Zahlungsverkehrs sichergestellt. König Georg von Griechenland traf zu einem mehrtägigen Besuch in England ein. Er wurde von Vertretern des Hofes und des englischen Außenamtes empfangen. Für alle Temperaturen des Winterhalbjahrs (von + 15° bis —30°) Kunst und Wissenschaft. Werner Beumelburg erhält den Kunstpreis der Westmark. Die Gaukulturwoche Koblenz-Trier wurde in Trier mit einer Feierstunde abgeschlossen. Landeskultur- walter Urmes gab einen Ueberblick über die Gaukul- turwoche und ihre über 300 Veranstaltungen. Dr. Groß, der Leiter^des Rassepolitischen Amtes der NSDAP., sprach über die Werte von Blut und Rasse im kulturellen Streben. Dann verkündete Gaupropagandaleiter Urmes, daß Gauleiter Simon zur Förderung des künstlerischen Schaffens im Gau Koblenz-Trier den Kunstpreis des Westmarkgaues gestiftet hat. Der Kunstpreis wird in jedem Fahre für besondere künstlerische Leistungen an Künstler des Westmarkgaues verliehen und beträgt 2000 Mark. Als erster erhielt der bekannte Schriftsteller Werner Beumelburg den Kunstpreis des Westmarkgaues verliehen. In kurzen Worten schilderte der Gauleiter das Werk Beu- melburgs. JmmermanN'Literaturpreis der Stadt Düsseldorf. Im Rahmen einer Morgenfeier wurde der Jm- mermann-Literaturpreis der Stadt Düsseldorf für 1936 und 1937 verliehen. Er beträgt 1000 RM. und wird für ein arteigenes und würdiges Werk des Schrifttums gegeben, das im rheinischen Volkstum wurzelt oder von dem Leben der Westmark kündet. Preisträger für 1936 wurde der Dichter AI - bert Bauer für sein bis heute vorliegendes Gesamtschaffen, den Preis für 1937 erhielt der Dichter Hermann Stahl für sein Werk „Traum der Erde". Lin kommunalwissenschaftliches Institut an der Universität Freiburg. Das neue Kommunalwissenschaftliche Institut der Universität Freiburg i. Br., das zweite in Deutschland neben Berlin, wurde mit einem akademischen Festakt feierlich eröffnet. Oberbürgermeister Dr. Kerber wies darauf hin, daß dieses Ereignis für den ganzen südwestdeutschen Raum von weittragender Bedeutung sei. Ueber die Aufgaben der Kommunalwissenschaft sprach der Leiter des Instituts Prof. Dr. Maunz, der das lebhafte Interesse zum Ausdruck brachte, das das Ausland für diese neue Universitätswissenschaft hat. In der großen Kulturarbeit, die an der deutschen Westfront geleistet werden müsse, wollten Universität und Institut in wissenschaftlicher Arbeit einen weiteren Beitrag leisten, um kulturelle Brücken über den Rhein zu schlagen. Die 14. Partie im Schach-Weltmeisters chaflskampf. Die 14. Partie im Schach ■ Weltmeister - schaftskampf Euwe—Aljechin, die in Zwolle gespielt wurde, wurde nach dem 40. Zuge in einer für Aljechin günstigen Stellung abgebrochen. 75 Jahre Sektion Austria des Deutschen und Oesterreichischen Alpenvereins. Die österreichische Sektion des Deutschen und Oesterreichischen Alpenoereins feiert in diesen Tagen ihr 75jähriges Bestehen. Aus diesem Anlaß fand eine Feftversammlung im Wiener Konzerthaus statt. An ihr nahmen von der Regierung Staatssekretär für Sicherheitswesen, Skubl, für die deutsche Gesandtschaft Legationssekretär von Haften, für die Auslands-Organisation der NSDAP, der Kreisleiter für Wien, Niederösterreich und das Burgenland, Schliephack, für den Deutschen Klub Feldmarschall-Leutnant a. D. Bardolff, ferner Vertreter zahlreicher nationaler Verbände und Vereine teil. Zeitschristen. — Das neue Heft der „S i r e n e" beschäftigt sich mit der für Tierfreunde so wichtigen Frage, wie in Städten die Tiere im Ernstfall geschützt werden können. Die illustrierte Zeitschrift des Reichsluftschutzbundes bringt außerdem zahlreiche interessante Bildberichte: über die französische Flakartillerie, über die Arbeit der Laienhelferinnen im Selbstschutz und „Behövden-Dertreter als Luftschutz-Schü- Die italienische Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts, die während der nächsten beiden Monate in der Berliner Akademie zu betrachten sein wird, hat Vorfahren von europäischer Geltung. Nach Albrecht Dürer, der nach dem Süden ging, um die Renaissance-Malerei zu erleben, sind zahllose Deutsche nach Italien gepilgert, das seit dem 18. Jahrhundert für Europa das einzige Land der Kunst wurde. Allein von Rom ist eine dauernde und mächtige Wirkung ausgegangen, die römische Landschaft selbst ist formbildend geworden, seit Jahrhunderten hat italienische Kunst bestimmenden Einfluß auf künstlerisches Schaffen: um 1810 fand sich in Rom jene Künstlergemeinschaft zusammen, die in der Geschichte als „Nazarener" fortlebt, nach den deutschen Freiheitskriegen siedelten sich die „K a - pitoliner" dort an: so ist Italien seit je das heilige Land, die Wallfahrtsstätte der Künstler und Kunstfreunde gewesen. Um diese Zeit, um das Jahr 1800, beginnt die Ausstellung der Akademie, die in sorgsamster Auswahl und chronologischer Anordnung bis zur Gegenwart hinführt. An das Ziel der Schau, das faschistische Italien, erinnern die Kolossalbüsten des italienischen Königs und Mussolinis von Adolfo Wildt; an ihren Beginn, an das napoleonische Zeitalter, dem Italien sein geistiges und militärisches Erwachen verdankt, mahnen die Marmorskulpturen C a n o v a s und das mythologische Gemälde Andrea A p p i a n i s , zweier Künstler, die von Napoleon geschätzt und beschäftigt wurden und die zugleich mit dem vorzüglichen Porträtisten Francesco Hayez als Vertreter des italienischen Neuklassizismus genannt sein mögen. Eine neue, romantisch gerichtete Schau der Natur und der Landschaft beginnt im 19. Jahrhundert. ter*. Ein Artikel erzählt von der Vergangenheit der Schäfer-Kirche in Rothenburg, dazu zeigen Photos diesen eigenartigen Bau, der außen eine Festung, innen ein Gotteshaus, unten ein riesiger Schutzraum ist. Eine kritische Betrachtung untersucht die Zweckmäßigkeit von Luft-Landungstruppen, einer besonders in Rußland geübten Methode, hinter der feindlichen Front Truppenteile mit Fallschirmen landen zu lassen. — Das Heft der „Neuen M o d e n w e l t" (Verlag Ullstein) bringt viele reizvolle Modelle für den Abend, wie man sie in dieser Saison trägt. Sie stellen alle interessante Kompromißlösungen zwischen „lang" und „kurz" dar, lassen aber die neue modische Linie schon deutlich erkennen. Außerdem bringt das Heft besonders viel Schickes aus Samt, viele Blusen und praktische, sportliche Modelle für Herbstausflüge, Kinder-Kleidung und Wäsche für junge Mädchen. Ein Handarbeitsteil mit praktischen Beilagen beschließt das Heft. Man erkennt den Wandel etwa an d e Nittis gegenständlich-klarer „Flußlandschaft" ebenso wie an der großen Landschaft F o n t a n e s i s „April", über der eine elegisch-oerschleierte Stimmung liegt, und an den Bildern Silvestro L e g a s , der ein Maler des toskanischen Volkes und seiner Gebräuche wurde. Giovanni S e g a n t i n i s „Die beiden Mütter" stellt eine dichterische Verherrlichung der Mutterschaft dar. Um die Mitte des Jahrhunderts bildet sich in Florenz die Schule der „Mac- chiaioli", der Fleckenmaler, deren Haupt Giovanni Fattori wird: sie predigen die Rückkehr zu einem kühneren und betonteren Helldunkel. Wenn man die Gemälde F a t t o r i s und S e g a n t i n i s mit den vibrierenden Porträts Cremonas und Ranzonis vergleicht, erkennt man die Spannweite der Möglichkeiten, die sich die italienische Malerei zu allen Zeiten bewahrt hat, ohne jemals international zu werden. Das Ende des 19. Jahrhunderts gehört dem „Realismus", der aber nicht im Sinne einer platten und flachen Wjrklichkeitsnachahmung verstanden werden darf. Zu feinen Vertretern rechnet Antonio M a r a i n i, dem Auswahl und Zusammenstellung der Schau zu danken sind, auch einen Porträtvirtuosen roiex Giovanni Boldini, der schöne Frauen der Pariser Gesellschaft gemalt hat, oder Earcano, der einen männlich-kühn gemalten „Markusplatz zeigt, obrr Spadini, dessen luftige, lichtvolle Malweise einflußreich war. Auch die Nach- triegsjahre haben in Italien, das wird durch die Ausstellung bewiesen, niemals zu jenen krankhaften Uebertreibungen geführt wie in anderen Ländern; so ist es der italienischen Malerei leicht geworden, das künstlerische Gleichgewicht wieder zu finden. Auch die ehemaligen Futuristen haben sich gewandelt, und sind zu Meistern eines neuen Klassizismus geworden, so Carlo C a r r ä mit seinen Landschaf, ten und Mario Sironi, dessen industrielles „Städtebild" oder dessen „Figuren" von seiner Ver« gangenheit nichts mehr verraten. Die Plastik konnte nicht in der gleichen Ausführlichkeit gezeigt werden wie die Malerei. Libero Andreotti zeigt die Justitia, die das Liktorenbündel hält, in strenger Unnahbarkeit und antikisierender Gestaltung. Messina stellt den Kopf des Grafen Ciano und einen verblüffenden Boxer aus, von C i f a r i e l l o stammt eine schöne Bildnisbüste Böcklins, der in italienischer Landschaft gemalt hat. Das ist nur eine kurze Umschau in diesem Panorama italienischer Kunst, die außerdem durch Zeichnungen, Aquarelle, Graphiken und künstlerisch- handwerkliche Arbeiten repräsentiert wird, unter denen die schönen Gläser bemerkenswert sind. Die Gesamtheit der Schau zeigt uns den Kunstwillen eines geistesnahen, kunstverwandten Volkes, zu dessen Landschaft und Kunstschätzen die Deutschen seit Jahrhunderten gewandert sind. Gerhard Bohlmann. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeart Frankfurt. Durch die Verlagerung einer flachen Tiefdruckrinne nach Norden sind wir in den Zufuhrbereich feuchter Meeresluft aus Südwest gekommen. Demgemäß brachte die vergangene Nacht starke Ausstrahlung und Abkühlung, verbreitete Nebelbildung, dis heute früh fast ganz Deutschland erfaßte. Die Wärms lag meist darüber hinaus und zeigte heiteres Wetter, das sich über Tag stellenweise bis zu den Niederun- gen durchsetzen wird. Aussichten für Dienstag: Besonders morgens noch meist neblig, sonst im allgemeinen trocken und stellenweise auch aufheiternd, tagsüber milder als seither, schwache Luftbewegung. Lufttemperaturen am 7. November: mittags 11,8 Grad Celsius, abends 6,9 Grad; am 8. Novemben morgens 6,4 Grad. Maximum 11,9 Grad, Minimum heute nacht 5,5 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 7. November: abends 8,2 Grad; am 8. November: morgens 7,6 Grad. — Sonnenscheindauer 0,6 Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum« schein. Verantwortlich für Politik und für die Silbers! Dr. Fr W. Lange; für Feuilleton: Dr.Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt bet Anzeigen: Theobor Kümmel. 2). 21. X. 37: 10 03L Druck und Verlaa: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugs« preis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufs- preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. Italienische Kunst von 1800 bis zur Gegenwart. Ausstellung in der Berliner Akademie der Künste. GLORIn Heute Montag u. Dienstag Neuaufführung! | Kaufgesuche | | Verschiedenes | und im Studentenwerk. 7304D holen. 05520 en- u.Kochgelegenh. Sehr. Ang. unt. Lichtspielhaus Ab heute Montag Näheres 7302D Horst-Wessel-Wall 6 (Büro) Grüne Heringe 500 g 19 Pf. Händler Sonderpreise! I Drogerie Kreuzplatz 101 NORDSEE PALAST G i essen. vkrwtnocr C. Stöver Uhrmacher. Ein neuer Großfilm in deutscher Sprache Ein Menschenschicksal im Spiegel hoher Darstellnngsknnstl Wegen Uebergabe des Geschäftes ersuche ich dieNe- varaturen abzu- wkiwSrikfmamm tnrrtr von 3,4,5,6,8,12,i5,25y4qHrirt]5pftnnigm sehr schön geleg., zu vermieten. Schrift!. An geb. unter 05494 an den Gieß. Anz. zum 1. Dez. mit fließ. Wass., Zentralheizung, Bad Gießen, Seltersweg 18, Ruf 2467 __________7308 A *Can3unterricfit Unser diesjähriger Studentenkursus beginnt Mittwoch,den lO.November, 20 Uhr. Gefl. 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Sobald er locke ist, wird er an Wild gebracht, und in den meisten Fällen jagt er das erste auftauchende Kaninchen an, das er natürlich nicht gleich schlägt. Von seiner ersten wirklichen Beute erhält er, soviel er nehmen mag; später wird er „genossen" gemacht, er erhält, wie der edle Schweißhund, einen Brocken vom „Geräusch", also auch ein Stück Herz, Lunge oder Leber. In Deutschland werden Habichte geführt, die in zwei Stunden 15 bis 20 Kaninchen schlagen. Hasenhabichte sind wertvoller als Kaninchenhabichte; sie müssen besonders erzogen werden, weil der Habicht sich bei der Wahl zwischen Kaninchen und Hasen stets für die ersteren entscheidet, die leichter zu schlagen sind. In Ostpreußen wurden die Beizhabichte erfolgreich zur Abwehr der Kaninchenplage eingesetzt. Das Abtragen der Wanderfalken geht zunächst ähnlich wie bei den Habichten vor sich. Sobald sie locke sind, wirft man sie an Wild. Im Revier werden sie von der Falkenhaube befreit, durch die sie abgehalten werden, in der Ferne fliegendes Wild anzuvisieren. Da der Falke kilometerweit sieht, sa würde er ohne Haube dauernd abgelenkt und auch durch einen Flug Krähen, der zu weit ist, versucht, von der Faust zu springen, und ein Falke, der zwei bis drei Kilometer von seinem Herrn mit der Beute zu Boden geht, ist sehr oft in Gefahr, von unkundigen Menschen erschlagen zu werden. Sind die Falken geworfen, so kreisen sie „anwartend" über dem Falkner, bis ein Huhn aufsteht, um es in jähem Sturzflug zu jagen Bei den Wanderfalken kommen die Weibchen, die um ein Drittel stärker sind als die Männchen, in erster Linie auf Fasanen und Krähen zur Verwendung. Der Krähenfalke ist ein Falke von der Faust, und er wird in dem Augenblick auf die Krähe geworfen, wenn diese scheut und flüchtet, wie aus der Pistole geschossen jagt der Falke die Krähe an und versucht, sie zu übersteigen und dann von oben herab anzugreifen. C. K. tzochscbulnacbncbten Zu Dekanen an der Universität Frankfurt sind ernannt worden: in der Rechtswissenschaftlichen Fakultät Professor Dr. Claß, in der Medizinischen Fakultät Professor Dr. Schmieden, in der Philosophischen Fakultät Professor Dr. Langlotz, in der Naturwissenschaftlichen Fakultät Professor Dr. Schumacher und in der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät Professor Dr. S k a l - weit. Stellvertreter des Rektors ist Professor 2)r< Rajewsky. Sei 2*2 g O(P ZF? ,s> § iit 3*5 2 p 5 Hornisten Umschau hält und dazu das in Vergleich setzt, was Heinrich Keller in dem Horntrio aab, so steht er als ein begnadeter Vertreter seines Instrumentes da. Wenn vom Musikreferenten in früheren Jahren des öfteren der tubenartig röhrende Horn- ton nicht als vollwertig anerkannt wurde, so bietet Kellers Jnstrumentalklang die Bestätigung für diese Einstellung. Er besitzt den typischen Hornton mit seiner runden Weichheit und der nachgiebigsten Modulationsfähigkeit. Hier ist das Horn wieder der Träger der Gefühlswerte, wie sich ihn unsere großen Meister dachten. Dieses Tonideal ist ihm in allem gefügig zu einem sicheren, alle Tücken des Waldhornes überwindenden Tonansatz. So mußte er allen die Ueberzeugung vermitteln, daß das Waldhorn ein hochwertiges Kammermusikinstrument ist mit ausgeprägtester Eigenart. Die Feierstunde wurde durch die Sonate für Violine und Klavier op. 108 eingeleitet, die in dem Verhältnis zwischen Johannes Brahms und Hans von Bülow eine besondere Rolle spielt. Hans von Bülow sieht in der Widmung dieser Sonate eine „Standeserhöhung". Die Durchgestaltung des Klaviersatzes mit seinen hohen technischen Anforderungen weist direkt auf den Klavierspieler Hans von Bülow hin. Die nahezu 70jährige Klara Schumann vermerkt über dieses Werk in ihrem Tagebuch: „Wie dankbar war ich für dieses Labsal in meinem tiefen Kummer." Die Aufführung ließ den geistigen Gehalt unmittelbar lebendig werden, die äußerste formale Gestrafftheit des ersten Allegras im feinsinnigen Ausgleich des thematischen Anteils der beiden Instrumente, mit den pochenden Klavier-Orgelpunkten der Durchführung und dem ausgeglichenen Figurenwerk der Violine. Das Adagio war getragen von edler Gesanglichkeit im glutvollen Aufwallen. Das Intermezzo in seinem Bewegungsfluß zeigte die feine thematische Verwobenheit in durchsichtiger Klarheit. Den Höhepunkt gab das großangelegte Finale mit seinem stürmischen Drängen und energischem Impuls, die beiden Spieler im höchsten Ziel vereint. Eins der charakteristischsten Kammermusikwerke von Brahms ist das Horntrio op. 40, dessen erster Entwurf unter den dunklen Wipfeln der Schwarzwaldtannen gelegentlich eines Aufenthaltes in Baden-Baden-Lichtental in den sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts entstand. Der frei angelegte erste Satz wuchs in seinem innerlichen Wechsel blühender Romantik auf; die volkslied- nahen Klänge des Trios gaben dem Scherzo seine bestimmte Wirkung. Don geradezu ergreifendem Eindruck aber war das Adagio mesto mit den bauGießener Gtadttheater. Vierte Morgenveranstaltung: Kammermusik von Brahms. Eine würdigere und eindringlichere Brahms-Gedächtnisfeier als die gestrige im Rahmen der Sonntagmorgenoeranstaltungen wäre schlechthin kaum denkbar durch die vermittelten Ausdruckswerte der beiden Werke und den erfolgsicheren Musizierwillen der drei Mitwirkenden. Die Geschlossenheit des Zusammenspiels, das Auf-einander-Eingestelltsein auf den führenden Geist des Werkes hat hier eine Kammermusikgruppe werden lassen mit bedeutender Zukunftsberechtigung. Denn obwohl alle drei ihrem Alter nach noch Werdende sind, bewies der tatsächliche Stand achtunggebietende Reife. Für die musikalische Verantwortung zeichnete Heinz Mark- warbt. Er beherrscht Brahmsens Klavierstil in ausgeglichener Form und zeigt ein besonders feines Eingehen auf die für Brahms typischen Gefühlswerte, die er nicht nur klanglich, sondern auch mit dem Bewußtsein der vollen Hintergründigkeit erleben läßt. Die Möglichkeit dafür gibt eine sehr saubere, musikalisch scharf gliedernde Technik. Die Rechte seines Partes wahrend, bewies er sich als ein fein eingehender Begleiter, der die musikalischen Fäden des Ensembles sicher in der Hand halt und dennoch den Mitwirkenden Stütze gibt und Helfer wird. Da können sich dann alle Kräfte der Mitwirkenden lösen und zu einem einheitlichen, in sich geschlossenen Klangbild vereinen. Daß dies möglich war, dafür bürgten auch die Träger der andern Instrumente. Konzertmeister Ewald Lassen scheint in der Kammermusik ein besonderes Feld für sich zu sehen. Und das mit Recht. Sein Geigenton erklingt ohne jede Rauheit mit der Fähigkeit zur feinsten Differenzierung der dynamischen Grade und der Klangfarbe, dem jeweiligen Gefühlsuntergrund folgend und somit von lebendiger Wärme erfüllt. Das Tonliche wird durch eine sehr ausgeglichene Bogenführung bedingt, der die verschiedenen Vortragsmanieren voll geläufig sind, ebenso markant im Stakkato wie in der Rundung der Legato- Führung der Tonarabesken. Unter diesen Voraussetzungen wird sein Spiel musikalisch sinnvoll und scharf gegliedert, erfüllt von führendem Impuls, der aber nie selbstherrlich wird, sondern sich, stets der organischen Aufgabe bewußt einfügt. Das Interesse der Hörenden lenkte Heinrich Keller (Horn) auf sich, geradezu als eine freudige Ueberraschung. Wenn man unter unseren großen nenden Schauern seiner Gefühlswelt; in ihrer inneren Verhaltenhalt und Toncharakteristik einten sich Horn und Violine mit dem Klavier. Das Finale berührt mit seinem geistigen Gehalt die ursprüngliche Bestimmung des Waldhorns; die lebensvoll erweckte Klangwelt ließ an Jagd und Waldestreiben die Erinnerung wach werden. Ueberaus starker Beifall lohnte mit voller Berechtigung den drei strebenden Künstlern. Dr. Hermann Hering. Habicht und Falke auf der Beizjagd. Auf der Internationalen Jagdausstellung in Berlin ist im Rahmen einer internationalen Schau über Falknerei auch eine deutsche zu sehen, die die Pflege der Beize, der Jagd mit Raubvögeln auf Feder- und kleines Haarwild weiter fördern soll. Nach dem Kriege ist die Falkenbeize in Deutschland wieder aufgelebt, und wir haben zwei bekannte Falkenhöfe, den des Ortelsburger Jägerbataillons in Ostpreußen und den „Reichsfalkenhof" in Braunschweig-Riddagshausen, für die Aufzucht und Abrichtung von Falken, Sperbern, Habichten und Adlern für die Beizjagd. Wie Habicht und Falke zur Beize „locke", das heißt zahm, gemacht werden, schildert ein Fachmann in der Leipziger „Jllu- strirten Zeitung". Die Abrichtung der Jagdvögel ist nicht eigentlich als Dressur zu bezeichnen; vielmehr findet der den Raubvögeln im Blute liegende Wille zum Beutemachen natürliche Ausnutzung. Da der Habicht von Natur aus vor allem Bodenjäger ist, wird er meistens auf Säuger, besonders auf Kaninchen „abgetragen", abgerichtet. Der Nestling wird im Alter von drei Wochen dem Horste entnommen und großgezogen, bis er flügge ist. Das Abtragen beginnt damit, daß der Habicht lernt, auf der Faust zu stehen und sie als Ruhepunkt, als Platz, auf dem er seine Beute zu sich nimmt, betrachtet. Später dient die Faust dem Vogel als Warte, von der aus er die Beute anjagen kann. Die einzige Arbeit, die einer Dressur ähnlich ist, ist das Beireiten, bei dem der Vogel an das „Zur-Faust-Fliegen" gewöhnt wird, so daß er nach einem Fehlstoß auf diese zurückkehrt. Ferner lernt der Vogel beim Arbeiten auf die „Schleppe", einen Kaninchen- oder Hasenbalg zu schlagen, auf dem er ein Stück Atzung findet, das er nehmen darf. Vereinzelt werden Habichte auch auf das Federspiel abgetragen, das heißt auf eine Vogelattrappe, die vor allem dazu dient, den Vogel wieder zurückzurufen wenn er weit entfernt jagt. Dann kann der Falkner den Habicht, der ■*" £ »3 2 £ . 5- 5 c er =5 6)2 C 2. 3S 5" h 0 5 5 -2 Montag, 8. November Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Nr. Zbi Zweiter Blatt Schwesternschaft über- Aus der Siadi Gießen Pflichtabend der Frauenschast Gießen-7!ord. Am Donnerstagabend fand im „Burghof" die eierliche Uebernahme der neuen Frauenwerksmitglieder der Ortsgruppe Gießen-Nord statt. Frau S t a n d f u ß begrüßte die Mitarbeiterinnen mit herzlichen Worten und übergab ihnen die Mitgliedskarten. Anschließend berichtete sie über die Sammlung von gearbeiteten und gekauften Gegen- tänden für den Patengau Oberschlesien zu Weihnachten. Die Sammlung ergab 741 Gegenstände. Alle Frauen, auch die neuen Frauenwerksmitglieder, haben sich bei der Mitarbeit beteiligt und dadurch den Beweis erbracht, daß sie mithelfen wollen an dem großen Aufbauwerk des Führers. Die Abteilung Hilfsdienst hatte die Ausgestaltung des Abends übernommen. Frau Wolf sprach über die Arbeit des Roten Kreuzes, über seine segens- Das Wintersemester 1932/38 an unserer Universität hat begonnen. Dieser Tage hat an der Ludwigsuniversität das Wintersemester 1937/38 begonnen. Zu Beginn des Semesters hat der Studentenführer seine Amts- und Fachschaftsleiter in das Studentenhaus zusammengerufen, um die Aufgaben und die Arbeit für das kommende Wintersemester mit seinen Mitarbeitern durchzusprechen. Nach Worten der Begrüßung gab Studentenführer Frank in großen Zügen das Ziel der künftigen Arbeit bekannt und betonte besonders die politische Ausbildung. Dann wurde über die kommenden Veranstaltungen, insbesondere die Langemarck-Feier der Studentenschaft, gesprochen. Ferner wird die studentische Arbeit durch einen Semesterappell eröffnet werden, bei dem auch die Themen für den diesjährigen Reichsberufswettkampf bekanntgegeben werden sollen. Die einzelnen Amts- und Fachschaftsletter gaben anschließend einen Bericht über den Besuch der verschiedenen studentischen Schulungslager in den letzten Ferien Im Mittelpunkt des Abends stand die Besprechung des diesjährigen Reichsberufswettkampfes, an dem alle Fachschaften wieder teilneh- men werden. Nach Besprechung organisatorischer Fragen schloß Studentenführer Frank die erste Amtsleitersitzung im Wintersemester mit dem Sieg-Heil auf den Führer. Die Schwesternschaft der Orthopädischen Klinik. (Aufnahmen [2]: Neuner, Gießener Anzeiger.) reichte sie ihnen deren Schwestern-Brosche. Die Schwester-Oberin und Gauamtsleiter Haug übermittelten den neuen NS. - Schwestern ihre Glückwünsche. Mit einer Musikdarbietung, einem kurzen Schlußwort des Gauamtsleiters Haug und mit dem Gruß an den Führer schloß die bedeutsame Feierstunde. Llcbertritt in die NG.-Schwesternschast ßine Feier in der Orthopädischen Klinik. Dornotizen. Tageskalender für Montag.- Gloria-Palast (Seltersweg): „Frauenliebe — Frauenleid". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Die Wolgaschiffer". — Oberhessischer Verein für Innere Mission: 20 Uhr Johanneskirche, Vortrag. — Natur- heilverein Gießen: 20 Uhr im „Hotel Schütz", Vortrag „Leben ohne Nervosität". — Deutsches Rotes Kreuz, Sanitätskolonne Gießen: 20 Uhr im Kolonnendepot, Sonnenstr. 2, Beginn des Ausbildungskursus in der ersten Hilfeleistung. Gießener Konzert-Verein. Für einen Liederabend am kommenden Samstag wurde d-ie bekannte Konzertsängerin Gertrude Pit- z i n g e r gewonnen. Die Künstlerin gilt als Sängerin ersten Ranges. Eine ausländische Pressestimme nennt sie die Repräsentantin vorzüglichster deutscher Musikkultur, eine Künstlerin von Weltformat. Die Vortragsfolge bringt Gesänge von Händel, Hugo Wolf, Schumann und Richard Strauß. WHW. Ortsgruppe Süd. Am'Montag, 8., Dienstag, 9., und Mittwoch, 10. November, findet im Bereich der Ortsgruppe Gießen-Süd die Kleidersammlung durch die NS- Frauenschaft statt. Es werden auch nicht mehr tragfähige Kleidungsstücke entgegengenommen. Die Einwohnerschaft wird gebeten, die Sachen zur Abholung bereitzuhalten. Kampfes zu formen, und betonte sodann, daß alle bisherigen Versuche, mit den seitherigen Wohlfahrts- pflegee,nrichtungen in Güte auszukommen, gescheitert seien. Darum habe sich die Notwendigkeit einer Trennung von jenen Verbänden und die Schaffung der NS.-Schwesternschaft ergeben. Er gab dem Wunsche Ausdruck, daß die Schwestern, wenn sie nun die Broschen der freien Schwesternschaft der NSV. erhalten, stets im Geiste des Nationalsozialismus ihren Aufgaben gerecht werden möchten Weiter hob der Redner hervor, daß die jungen Mädchen von heute für die bisherigen Ideale der Schwestern sich nicht mehr erwärmen könnten, dagegen in dem NS.-Schwesterntyp das Ideal erblicken, das der nationalsozialistischen Weltanschauung des jungen Deutschland entspreche. Mit dem Wunsche, daß die neuen NS.-Schwestern im Geiste der NS.-Schwesternschaft mitarbeiten möchten, schloß er seine Ansprache. Schwester-Oberin Liese gang nahm hierauf die Schwesternschaft der Orthopädischen Klinik in die Gemeinschaft der NS.- Schwestern auf und wies sie in einigen grundlegenden Sätzen auf die großen Aufgaben hin, die sie im Rahmen ihrer neuen Gemeinschaft mit zu erfüllen haben. Als äußeres Zeichen ihrer Zugehörigkeit zur NS.- rühmte sodann die bisherige Mitarbeit der Schwesternschaft der Klinik, dankte allen Schwestern für ihre stets aufopfernde und vorbildliche Tätigkeit und gab dem Wunsche Ausdruck, daß sie der NS.- Schwesternschaft so wertvolle Glieder sein möchten, wie sie es der Klinif bisher immer waren. Nach dem „Largo" von Händel, das die Stadttheater-Musiker fein zu Gehör brachten, sprach Hauptstellenleiter H ä u ß l e r als Vertreter des Hauptamtes für Dolkswohlfahrt. Er wies in großer Linie auf die Grundsätze der nationalsozialistischen Wohlfahrtspflege hin, umriß die Aufgaben der NS.-Schwesternschaft, u. a. auch die Verpflichtung, auf ihrem Gebiete einen neuen Schwesterntyp nach den Grundprinzipien des nationalsozialistischen reiche Tätigkeit im Frieden und im Kriege, lieber den Reichsluftschutzbund berichtete Frau Heller. Sie schilderte die Ausbildung der Frau in den Kursen für Luftschutz mit Gasmaske und Feuerlöschgeräten, sprach über die Verdunkelung und die Entrümpelung der Dachböden. Die Leiterin der Abteilung Hilfsdienst, Fräulein Watz, gab dann eine Schilderung aus ihrer Arbeit in dem Kindergarten der NSV. Ihre Ausführungen über das Thema: „Wie feiere ich Feste mit Kindern?", wobei die Frauen gleich einige Festtische mit Geschenken zum Geburtstag, hergestellt mit den einfachsten Mitteln, bewundern konnten, fanden lebhaften Beifall. Zum Schluß zeigte Fräulein Helf ein Kasperlefpiel, das allgemeine Freude erregte. Gemeinsamer Gesang beschloß den vielseitigen und anregenden Abend. F. K. 6hem. Freikorpskämpfer erhielten eine Fahne. Am Samstag versammelten sich die ehemaligen Freikorpskämpfer im Saale des „Burghof", um aus der Hand des Kreisführers M o n n a r b die Kyffhäuferfahne entgegenzunehmen. Der Kreisführer gab feiner besonderen Freude darüber Ausdruck, daß er den alten Freikorpskämpfern die von dem Bundesamt geweihte Fahne übergeben könne. Seien sie es doch gewesen, die in des Vaterlandes tiefster Not sich zusammengefunden hätten, um freiwillig den Kampf gegen Deutschlands innere und äußere Feinde aufzunehmen. Als letzte Soldaten der Front und als erste Soldaten des Dritten Reiches, bunt zusammengewürfelt, aber beseelt von dem einzigen Gedanken, das Vaterland zu retten, seien sie damals hinausgezogen, einem ungewissen Schicksal entgegen. Nichts konnte sie in ihrer Ueberzeugung irre machen, für das Vaterland zu kämpfen und zu sterben. In der deutschen Geschichte habe es immer Männer gegeben, die in des Vaterlandes Not die Führung an sich rissen. Doch keiner habe die Großtat der völligen Einigung des deutschen Volkes erreicht, wie sie der Führer mit seinen wenigen Getreuen vollbracht hat. Er hat uns die Ehre wiedergegeben, und er weiß auch, daß er sich auf die alten Soldaten des ruhmreichen Front- Heeres verlassen kann. So hat er auch die Fahne des Weltkrieges symbolhaft in den Bannern des Dritten Reiches Wiedererstehen lassen und in unserer Fahne neben dem Hakenkreuz das eiserne Kreuz belassen. So schlug er symbolisch die Brücke zwischen dem alten Heer und der neuen Wehrmacht, die fein Werk ist, das uns Ehre und Freiheit wieder- Oberin Siefegang überreicht die Broschen. Im Turnsaal der Orthopädischen Klmik vereinigte sich am Samstagabend deren gesamte Schwesternschaft mit dem ärztlichen Leiter und einer Anzahl Gästen aus Partei und Staat zu einer schlichten Feier. Es galt, die geschlossen vom hessischen Diakonie-Verein zur NS.-Schwesternschaft übergetretene Schwesternschaft der Klinik feierlich in die neue Gemeinschaft aufzunehmen. Zu dieser Feier waren Gauamtsleiter H a u a als Vertreter der Gauamtsleitung der NSV. und zugleich als Vorsitzender des Hessischen Fürsorgeoereins für Körperbehinderte, des Eigentümers der Klinik, erschienen, mit ihm als Vertreter des Hauptamtes für Volkswohlfahrt Hauptstellenleiter Häußler, von der Reichsführung der NS.-Schwesternschaft Frau Oberin Liese- gang, ferner als Vertreter des Kreisleiters Kreisamtsleiter K l ö ß, für die NSV. des Kreises Wetterau Kreisbeauftragter Frank, als Vertreter der Landesregierung Obermedizinalrat Dr. Schmidt, für den Kreis Gießen Kreisdirektor Dr. Lotz. Einige Mitglieder unseres Stadttheater-Orchesters leiteten die Feier mit der „Egmont"-Ouvertüre ein. Dann begrüßte Gauamtsleiter Haug als Vertreter der NSV. und als Vorsitzender des Hessischen Für- forgevereins für Körperbehinderte die Schwestern und die Gäste. Er beglückwünschte die Schwesternschaft der Orthopädischen Klinik zu ihrem Entschluß, zur NS.-Schwesternschaft überzutketen, und unterstrich die völlige Freiwilligkeit, aber auch die Geschlossenheit der Schwestern der Klinik bei dieser Entscheidung; er erkannte an, daß ihnen der Entschluß, aus dem Diakonie-Verein auszuscheiden, nicht leichtgeworden ist, und würdigte vollkommen, daß ihr Gewissen als Nationalsozialistinnen ihnen diese Handlung zwingend oorgeschrieben habe. Er bemerkte sodann, daß die Leitung des hessischen Diakonie-Vereins die Schwesternschaft der Orthopädischen Klinik wegen dieses Entschlusses stark angegriffen habe, nahm die Schwestern gegen jene Vorwürfe in Schutz und betonte, daß niemand das Recht habe, den Schwestern in diese ureigene Angelegenheit hineinzureden und sie wegen ihres völlig freiwilligen Entschlusses mit Vorwürfen zu überschütten. Die Vorwürfe des Diakonie-Vereins gegen die Schwestern weife er auch namens der NSV. entschieden zurück, und er heiße auch als Vorsitzender des Hessischen Fürsorgeoereins für Körperbehinderte diesen freiwilligen Entschluß der Schwesternschaft gut. Der Direktor der Klinik, Prof. Dr. Pitzen, Morgens und erst recht abends Chlorodont Varbara-Aier der Gießener alten Artilleristen 19 Fortsetzung (Nachdruck verboten.) wie' das gab. Kreisführer Monnard übergab dann der Kameradschaft im Auftrage der Bundesführung und des Landesgebietsführers die neue Fahne. Kameradschaftsführer Beuke gelobte für feine Kameraden, wie seither, treu dem Führer zu folgen. 6* A VH AMaX a .. . f. 1 . r. V • < « • « ZM t. r , Sie wußte nicht, wieviel ihm daran lag, durch den schwankenden Schwindel, den Komplimente er- zeugen, gerade diese Sicherheit und Ruhe ins Wanken zu bringen. „Ich fahre Sie gern einmal richtig in den Frühling. Ueberlegen Sie, wohin es Sie zieht." Langsam drehte er sich ab. grüßte und stieg die Treppe hinauf. — 1 „3^ habe ein schlechtes Gewissen", sagte Fräulein Hertel einige Minuten später zu Lucienne, als man zu drltt beieinander saß. „Morgen wird die Haus- derer Gruß galt dem Führer der 83.'^-Standarte, -/-Sturmbannführer Müller. Blondine sah erstaunt auf ihn herab. „Ich kann wieder arbeiten, seitdem Sie Haus mit Ihrer sicheren Ruhe erfüllen " Im Kreise der Familienangehörigen blieben die Kameraden noch einige Stunden fröhlich beisam- ^cht, men. Eine bunte Programmfolge, die von den Ka- meraden bestritten wurde, füllte den harmonisch verlaufenen Abend aus. „Ich habe sowieso eine Dankesschuld an Sie abzutragen. Sie wissen es vielleicht nicht, aber Sie haben mir den Glauben an mich selbst' dergegeben. Blandines Gedanken waren so wenig mit ihm beschäftigt, daß sie gar nichts mehr gehört hatte. Franz Lüdtke war natürlich eifersüchtig. Aber es kam noch etwas anderes hinzu. Lucienne war ihm stets eine gute Herrin gewesen. Er hing sehr an Er fand es einfach gemein, daß man sie betrog. Daß ihr Mann es tat, dafür fand er aus männlichem Solidaritätsgefühl schließlich Entschuldigungen Aber daß dies freche, junge Ding, die ihr ^rot aß, sie in ihrem eigenen Hause hinters Licht führte, das war gemein. So eine dumme Iöhre, die andere haben konnte! Er hatte eine Wut auf sie. „Seltsam, wie das Glück das kleine Pummel- chen verschönt", sagte sie auf dem Heimweg, den die beiden allein machten. „Bestimmt", antwortete Lissie träumerisch und finger Cmen f°ftbaren ^ng an ihrem linken Ring- . Ast da einen wunderschönen Ring. Kenne ich Den? .. "Nein. Und er hat auch eine Geschichte. Aber lch dir hier in der Eisenbahn nicht er- werde dich noch ein Stück begleiten. Äch habe noch eine Stunde Zeit" h-20™, gingen die beiden jungen Mädchen durch die stillen Straßen der Kolonie Grünewald. Die alten Bäume in den Gärten zeigten die erste Sw130"» ®r,un- Wo der Mond ein Rasenstück beleuchtete, konnte man bunte Krokusblumen steif wie Zwergenmannchen stehen sehen. In der Luft lag das Duften von Knospen und Blüten die schmäl C„rfd)I-ffcn t?arefn- Lissie schwärmte' Sie schwärmte von jener lyrischen Liebe, von der sie ihren Freundinnen schon im vorigen Jahr eine atemraubende Kostprobe gegeben hatte. «vlU!1 r/°nnH Jie ni$-? wehr trennen. Er war entschlossen Und energisch und männlich wie er war, wurde er sicher aller Schwierigkeiten Herr werden. ' „Denn es sind noch Schwierigkeiten. Deshalb trage ich ja feinen glatten Ring. Seine Familie ist nicht einverstanden", sagte sie traurig. „Wir sind eben arme Mädchen", tröstete Blan- dine. „Auf Widerstände von Familien müssen wir alle gefaßt fein. Das darfst du dir nicht zu sehr nahegehen lassen." drücken, sondern sie ermuntern, weiterhin mit dem gleichen Ernst dem Ziele zuzustreben Großen Anteil am Erfolg hatte Kapellmeister P o p e l k a als Begleiter. Er spielte die Tutti des Konzertes orchestral und unterstützte die Soli durch schmiegsames Anpassen und Mitgehen. Heinrich Blaß. Marine-Kameradschast Gießen beim Labskaus. Arn Samstagabend vereinigte die Marine-Kameradschaft Gießen ihre Mitglieder und Freunde zu einer traditionellen Veranstaltung im Kameradschaftsheim an der Lahn. Man traf sich zum Labskausessen, jenem seemännischen Gericht, das in seiner Einfachheit und Herzhaftigkeit immer gleichen Reiz ausübt. So sprach man denn kräftig zu. Die Stunden des Abends, waren im übrigen ausgefüllt durch eine Reihe unterhaltsamer Darbietungen. Ge» memfam wurden Lieder gesungen nach Texten, die von einem der Kameraden verfaßt waren; Mitglieder des Marine-Sturmbarm-Musikzuges warteten mit ausgezeichneter Musik auf und fanden dafür dankbare Anerkennung. Schließlich wurde an Hand von bunten Bildern nach Art der Moritaten gesungen. Da gab es viel zu lachen. Der gutbesuchte Abend — der Saal faßte kaum die vielen Teilnehmer — nahm einen schönen Verlauf. Tragischer Verkehrsunfall bei Lollar. Am Samstag gegen 18 Uhr wurde auf der Landstraße Gießen—Lollar, in der Nähe des Lol- larer Sportplatzes, der 36 Jahre alte Friedrich Paul aus Staufenberg, der auf dem Fahrrad von seiner Arbeitsstätte in Gießen nach Hause zu- ruckkehren wollte, von einem Lieferauto, das der 46 Jahre alte Heinrich Speier aus Mainzlar lenkte, beim Ueberholen überfahren und so schwer verderben >zu lassen.^ch trefft Lutz um acht am Roseneck. Als Blandine heimkam, fuhr der Chauffeur Franz Lüdtke Luciennes großen Wagen in die Garage. „Na, Frollein Hertel, heut schon zurück?" fragte er. „3a, meine Freundinnen hatten nur nadjmit» fags Zeit , sagte Blondine. Sie wartete, bis er das Einfahrtstor geöffnet hatte, um hindurch zu gefjen. Lüdtke beeilte sich aber nicht damit. „Schade um den schönen Frühlingsabend", *59“ - "Man sollte noch etwas spazierengehen." Er sah sie fragend an. „Es wird kühl", sagte Blondine und ließ es da- hingestellt, ob zum Spazierengehen ober zum Her- umstehen an der Haustür. Sie grüßte und ging, i „Na ja" sagte Lüdtke böse, „trautes Heim, Glück 1 nx bLei '^a5n beugte er sich, wie niedergeschmettert von seiner eigenen Frechheit, auf den unteren Riegel des linken Torflügels. Blandine seht sich durch Vornan von Sans-Joachim Ireiherrn von Reihenstein Copyright by Earl Ouncker liste ab geholt, und ich habe sie noch nicht fertig. Nun muß ich Sie leider am Sonntag damit stören " Lucienne griff nach den großen Bogen. „Sehen Sie", erklärte Blanhine, „ich habe alles ausgefullt, was ich wußte: die Hausbewohner" sie blätterte weiter Mieter sind nicht, hier die Hunde. Gewerbliche Betriebe find auch nicht." Harry Engemann war hereingekommen Und H-rr Dottor hat schon alles vorsorglich unterschrieben." 1 b ’ Harry nickte. „3a, was fehlt 3hnen bann?" "Ähre Daten, gnädige Frau." mn„ril,^bU--t5taten ’ic Unb in Kegen, mart ihres jüngeren Mannes sollte sie sie biriem jungen Dinge jagen. Es war ihr wunder Punkt, der da berührt wurde. Und unzart berührt. Konnte .9 ®ert)en' wenn ihr Mann nicht dabei ber fie mcht fragen, ohne daß bas kleine Fräulein dabei war? War das Absicht, um sie 3U demütigen? Sie war ungerecht in ihrer neroofcn Empfindlichkeit. Denn Blandine hotte rotrrnd) ntd)t darüber nachgedacht. Wie sollte ein junger Mensch auf so etwas kommen? Aber sie hätte ja eben darüber nachdenken können, meinte Lu- fe^nnß $au^ame sollte nicht gedankenlos 6ie ^ecC' lugte sie kurz. ,Zch werde die Daten selber ausfüllen." ..Kann ich mal sehen?" fragte Harry. Er hatte bisher nie diese behördlichen Dinge richtig betrachtet. „Seht euch das mal an", lachte er los. Er las: „Bemannung und Fahrgäste eines Schiffes Be- wohner eines Wagens und dergleichen sind wie die Personen eines Haushalts zu behandeln. Jetzt frage ich einen Menschen, wo bleibt die Romanttk?" Blandine lächle. „Gräßlich, diese ZivUisation. Ich dachte, ein Zigeunerwagen wäre wenigstens noch eine Insel." Er und Blandine scherzten unbefangen über die fpeftinen ßn oben Eintragungen ergebenden Per- Frau Molny in abgeschabtem schwarzem Atlas» morgenrock empfand es zum erstenmal peinlich, baß diese beiden jungen Leute um sie und daß sie überhaupt zusammen waren. Fortsetzung folgt Engemanns waren am Nachmittag etwas aus» gefahren. Daraufhin hatte Lucienne es sich be» quem gemacht Sie saß auf einem Recamier- oielen Kissen umgeben, und legte eine ?ßrU°>!9U,l?s^Qhencc- Unö um einmal alles be» 3bVncr^U9 103 Zu sein, hatte sie einen ^eimp (5l°r?enr0^ ""gezogen. Der schwarze Atlas Die9 ?Or ?em Verschleißen waren, mären 5iQrben der darauf gestickten Blumen fäben &„ermas verschossen, und einzelne Staub- s a r. Eine Anzahl weiterer Ehrengäste nahm an der Feier ebenfalls frohen Anteil. Die Kapelle des Kameraden Är enget, einstigen Musikleiters des ehern. FA.-Regt. 63 Frankfurt a. M., leitete den Abend mit schneidigen Mili- tärmärschen ein. Dann sprach Oberwachtmeister Koch von der 8. Batterie einen Vorspruch, in dem die großen Waffentaten der Artillerie betont wurden, während sich auf der Bühne ein eindrucksvolles Bild der kameradschaftlichen Verbundenheit der alten und der jungen Artilleristen in treuer Gefolg- schäft für den Führer zeigte. Kameradschaftsführer Müller hieß mit herzlichen Worten alle Ehrengäste, Kameraden und Frauen willkommen. Besonderen Gruß entbot er dem Vertreter des Divisionskommandeurs und Standortältesten, Hauptmann Dr. Brechtel, den zahlreichen aktiven Artilleristen, die gern zu dieser Feier gekommen, ferner den Vertretern der Partei und der Behörden. Er erinnerte sodann an die hohen Pflichten des deutschen Soldaten, sowohl im Frieden wie besonders auch im Kriege, stellte den starken Wert der soldatischen Kameradschaft heraus und rühmte auch die in den Kriegsjahren besonders zutage getretenen heldenhaften Leistungen der deutschen Frauen, die daheim in vortrefflicher Weise für das Vaterland wirkten. Er gedachte weiter der auf den Schlachtfeldern gefallenen Kameraden, deren- Leben sich vollendete unter dem Wort des Felbmarschalls von Hindenburg, „Die Treue ist das Mark der Ehre!", die als Glaubens- ttager und Wegbereiter einer neuen Zeit starben. Artilleristen, die ihren gemeinsamen Grund in dem heiligen Soldateneid hat, aber auch auf dem starken soldatischen Erleben aufgebaut ist. Den jungen Soldaten sei es immer eine Freude und eine gern erfüllte Dankespflicht, wenn sie mit den alten Waffen- fameraben zusammensein könnten. In dem glänzend bewährten Kameradschaftsgeiste der alten Artilleristen werde auch der Nachwuchs in der III. Abi. AR. 9 erzogen werden. Das dreimalige Hurra des Hauptmanns und aller anwesenden aktiven Arttlle- risten galt der Arttlleristen-Kameradschaft Gießen. Kameradschaftsführer Müller begrüßte sodann noch besonders zwei Gründer der Kameradschaft, die an der Feier teilnahmen, nämlich die Kameraden Lemke, jetzt in Bad-Nauheim, und Ruhl, Gießen; ferner den von der Bergsttaße zu der Feier herbeigeeilten Kam. S ch w i n n. Die Unterhaltungsdarbietungen brachten dann noch schneidige Musik der Kapelle Krengel und Gesanasdarbietungen des Kam. F e u s e r und der Frau B r u s i u s , ferner Mei hübsche Duette. Alle Darbietungen wurden verdientermaßen mit reichem Beifall ausgenommen. Tanzvergnügen bis in die Morgenstunden des Sonntags hinein beschloß den Abend. Das diesjährige Konzert am gestrigen Sonntag brachte in feiner Folge eine Reihe von Männerchören, zum Teil Kompositionen geschätzter Ton- setzer der Vergangenheit (Dürmer, Silcher, Otto), 311m Teil solche von lebenden Meistem (Stürmer, -Kumpf u. a.). Das zu Beginn gesungene „Am Abend , ein zartes, besonders nach der Emp- findungs fette gestaltetes Werk, gab dem Verein Gelegenheit, eine durch geregelte Atemführung gestützte weiche Tongebung zu zeigen. Diese verhalf besonders dem schönen „Wanderers Nachtlied" von Sturmer zu schöner Wirkung. Mit dem wohlabgewogenen Ausgleich der einzelnen Stimmgruppen, dem lockeren Tonansatz, besonders in den Tenören, und dem inneren Miterleben der Sänger routbe dieser Chor wohl die geschlossenste Leistung des Konzerts. Daß die dynamischen Spannungsverhält- msfe recht groß sind, bewies der nicht leichte, aber wirksame Kämpfsche Chor „Der Wagen rollt". Zur Freude der Hörer kam nach dem in Abtscher Manier gesetzten „Ständchen" von Otto der Humor zu seinem Recht in dem Silcherfchen „Jodelplatz" und dem effektvoll gearbeiteten „Mädele ruck", das wiederholt werden mußte. Den Beschluß machten ..Aus der Wanderung" von Dürrner (von dem noch die ernste „Lebensregel" auf der Folge stand) und „Flamme empor" von Trunk. Beide Chöre wurden ihrem Inhalt gemäß ausgebeutet und besonders ber Trunk-Chor mit seinem kraftvollen Forteschluß löste starken Beifall aus. Der ^rodte Teil der Hebung brachte den Einsatz Ößr a.n * * ä t s f o I o n n e. Hierbei nahm man a”' vutz das neben dem Haus Jockel liegende An« mejen Rohm eingestürzt fei und es gelte, verletzte Personen zu bergen. Die Sanitätskolonne entsandte emen Bergungstrupp in das Haus, der sechs Menschen vie verschiedenartige Verletzungen aufwiesen, aus den Trümmern herausholte, während sie dann von den m Bereitschaft stehenden Samariterinnen oom Roten Kreuz sachgemäß verbunden wurden, um alsbald auf Tragbahren zu einem Sanitäts» raum tn einem benachbarten Haus überführt und dort wetter behandelt zu werden. Hierbei wurde darauf geachtet, daß den „Schwerverletzten" zuerst Hilfe zuteil wurde. Di e letzte Eins atz Übung zeigte die Feuerwehr» Da für die angrenzenden Gebäude der beiden Hebungshäuser „Brandgefahr" bestand, rückte die alarmierte Feuerwehr mit der Motorspritze, einer Handdruckspritze und der mechanischen Letter auf Seitenstraßen — die Hauptstraße war nicht passier- bar herbei und setzte drei Schlauchleitungen zur Bekämpfung des Feuers ein. Hierbei wirkten hauptsächlich ältere Wehrmänner mit, da im Ernst» falle wegen anderweitiger Verwendung der jünge» ren nur die älteren Männer zur Verfügung stehen. Regierungsrat Dr. Krüger, als Vertreter des Kreisamts, sprach nach beendeter Hebung am Rat» jaus ein Schlußwort. Er wies auf die große Behütung des zivilen Luftschutzes hin und unterstrich die vom Reichsluftschutzbund geleistete Arbeit in der Ausbildung der Zivilbevölkerung zur Bekämpfung der Schäden bei feindlichen Fliegerangriffen. Die Hebungen sollen den Grad der Ausbildung zeigen und gleichzeitig auch Lehrübungen sein. Hoffentlich habe auch diese Hebung auf alle Zuschauer in dieser Webling gewirkt. Allen Beteiligten dankte er für ihre Mitwirkung, ebenso auch der Absperidienste leistenden hiesigen SA. ' Im Hotel ,^Hirsch" fand anschließend noch eine Besprechung der Hebung statt. Es sprachen Ge- meindegruppenführer Dr. M e n g e r über den orga- nlsatonschen Aufbau des Luftschutzes in Grünberg und in den angeschlossenen Gemeinden, Sanitätsgruppenführer Hundsdorf berichtete über den Einsatz der Sanitätskolonne, Wehrleiter Haas über die Hebung der Feuerwehr. Der Ausbildungs- letter der Bezirksgruppe Obechefsen, LS.-Oberführer Schuchardt (Gießen) besprach dann eingehend den Ablauf der Hebung, die als Lehrübung anzu- fehen fei, und in welcher Weise die einzelnen Losch» gemeinschaften: Hausfeuerwehr, Blockfeuerwehr er» folgreich einzusetzen seien. Kreiskolonnenführer Kratz (Gießen) sprach über den Ablauf der Maßnahmen der Sanitätskolonne, Kreisfeuerwehrführer Bouffier über die Tätigkeit der Feuerwehr Er wies besonders auf die Bereitstellung von leicht er» reichbaren offenen Gewässern hin, die jede Ge- meinde für derartige Zwecke benötige. Zusammen- fassend dankte Regierungsrat Dr. Krüger allen Rednern für ihre lehrreichen Darlegungen und be- Aus der engeren Heimat. Lustschutzüvung in Grünberg. + (3 rünb er g, 6. Nov. Am Samstag fand hier in ähnlicher Weife wie in Lich und in Lollar eine L u f t f ch u tz ü b u n g statt. Da sie als Lehr» Übung gedacht war, waren hierzu die Bürgermeister, Feuerwehrführer und Amtsträger des Reichsluftfchutzbundes der umliegenden Gemeinden erschienen, ebenso das Personal der Polizeistationen Grünbera, Londorf und Reiskirchen. Ausbildungsleiter K r o h l e von der Gemeinde« gruppe Grünberg gab während der Hebung die nötigen Erläuterungen und machte jedesmal auf Die von den beteiligten Organisationen zu ergreifen» Öen Maßnahmen aufmerksam. Zuerst kündeten starke Detonationen den Abwurf von „Fliegerbomben" an. Da einzelne „Brandbomben" das zur Hebung vorgesehene Haus Jockel neben dem Rat» ba»;s getroffen und auf dem Speicher einen SBranö entfacht hatten, versuchte alsbald die Haus» f^uerwehr mit den ihr zur Verfügung stehenden Löschgeräten Herr des Feuers zu werden. Zwei Laienhelferinnen brachten ein „verletztes Kind" nach Anlegen eines Verbandes in ein benachbartes Haus in Sicherheit. In der Annahme, daß der Hausfeuer» wehr die Löschung des Brandes nicht gelang, wurde Die Luftschutzgemeinschaft des Blockes, zu dem das Haus gehört, zur Hilfeleistung herangezogen. Diese rückte alsbald mit ihrem Löschgerät an' legte eine Schlauchleitung bis zur Brandstelle und nahm eine markierte Bekämpfung des Feuers durch mehrere Feuerwehrmänner mit dem Strahlrohr vor. Der langjährige und verdienstvolle Leiter des Vereins, Musiklehrer S ch ä t Her, führte feine zahlenmäßig recht stattliche Sängerschar mit Hm» stclst und Temperament. Durch zielbewußte Arbeit hat er sich einen leistungsfähigen Klangkörper geschaffen, der ihm williges und gefügiges Werkzeug ist. Ohne Zweifel war ein Hauptanziehungspunkt bes Konzertes das Auftreten der jungen (Geigerin Waltraud Schüttler. Schon all die Jahre her verfolgte man ihr Werden mit wachsender Anteilnahme, und die auf sie gesetzten Hoffnungen waren nicht gering. Unter der Hand ihres jetzigen Lehrers, Professor S t r o ß (München), geht sie der Vollendung entgegen, und man darf wetter hoffen, daß sie sich einjt einen Namen machen wird unter öen Gefährtinnen ihrer Kunst. Große Fertigkeit der Griffhand und schlackenfreier, edler Ton ließen das so liebliche Konzert von Mozart in seiner ganzen Schönheit erstehen. Die schwere Kadenz von Joachim erweckte Bewunderung. Der zweite Satz wurde mit solcher Einfühlung wiedergegeben, daß entgegen oltem Brauch hier schon lauter Beifall einsetzte, der sich am Ende des letzten Satzes wiederholte. „Prä- ludium und Allegro" von Thugnani spielt ihr so leicht jetzt schon niemand nach, und in dem Perpetuum von Novacek ließ sie noch einmal ihr großes technisches Können glänzen. Mit dem überaus herzlichen Beifall und den Blumen wollten die Zuhörer nicht nur der jungen Künstlerin den Dank für ihre große Leistung aus- Die Ehrenurkunde „Einsatz für Deutschland" formte folgenden Kameraden überreicht werden: Otto Scholl (Gießen), Heinrich Schäfer (Gießen), Heinrich Diehl (Gießen), Ludwig Weimar (Weickartshain), Adolf Berger (Gießen), Karl Müller (Lollar), Heinrich S i e v e r (Gießen) und Wilhelm Schulte (Gießen). Konzert des Gesangvereins „Heiterkeit^. Seit einer Reihe von Jahren sind die Konzerte des Gesangvereins „Heiterkeit" zu einer ständigen Einrichtung geworden. Der Verein ließ es sich dabei angelegen sein, stets wohlvorbereitet das Podium zu betreten. So ist es nicht zu verwundern, daß sich diese verantwortungsbewußte Arbett eine treue Zuhörergemeinde geschaffen hat, die warmen Anteil an der Entwicklung und dem Werden der „Heiterkeit" nimmt. * Omnibusverkehr zum Nlkelsmarkl. Aus Anlaß des Allendörfer Nikelsmarktes wird ein besonderer Ornnibusoerkehr eingesetzt. Es verkehren folgende Wagen: W i e f e ck ab 8.00 Uhr, Allendorf an 8.55 Uhr. (Haltepunkte: Alten-Bnseck Großen-Buseck, Beuern, Climbach.) Sicherts»' hausen ab 8.20 Uhr, Allendorf an 9.20 Uhr (Haltepunkte: Hassenhausen, Erbenhausen, Hachborn, Ebsdorf, Leidenhofen, Winnen, Nordeck.) Dreihausen ab 9.30 Uhr, Allendorf an 10.20 Urjr. (Haltepunkte: Roßberg, Wermertshausen, Rüd- dingshausen, Kreuzung Rüddingshausen/Odenhau- sen.) H a ch b o r n ab 12.00 Uhr, Allendorf an 12 35 Uhr. (Haltepunkte: Ebsdorf, Leidenhofen, Winnen Nordeck.) Die Rückfahrten erfolgen ab Allendorf zu folgenden Zeiten: Nach Wies eck um 17 30 Uhr- nach Hachborn um 16.00 Uhr; nach Sicherts- hausen 17.30 Uhr, nach Dreihaufen 16 Uhr. Harry saß rauchend in einem Sessel und las einen Detektivschmoker. Else huschte herein und meldete: „Fräulein Hertel ist eben nach Haus gekommen. Sie wird auf ihrem Zimmer essen, wenn gnä* Frau nichts dagegen ha« ben. Sie läßt aber fragen, ob sie Frau Molny guten Abend sagen darf." „Selbstverständlich. Bitten Sie Fräulein Hertel herein. Und decken Sie um, Else. Sie ißt natürlich mit uns zusammen." Mädchen ging, um Blandine in ihrem Zimmer Bescheid zu sagen. Kurz danach erhob sich Harry Engemann gelegentlich und ging durch eine andere Tür hin- aus. In der Diele zögerte er ein bißchen und traf Dann auf der Treppe ebenso gelegentlich mit Blan- dine zusammen, die herunterkam. „Na, wie roaris in der Welt?" fragte er. „Schon?" „Wundervoll." Ihre Augen leuchteten. „Der Auf- takt war schon so schon", sagte sie dankbar. „Die Fahrt war herrlich." „Das können wir doch mal wieder machen", entgegnete Harry liebenswürdig Er setzte gemüt» lief) ein Bein auf die höhere Treppenstufe und wehrte ihr mit feiner schmalen, eleganten Gestalt den Durchgang, ohne daß sie es bemerkte. verletzt, daß der Tod auf der Stelle eintrat. Der bedauernswerte Mann hinterläßt Frau und zwei Kinder. Der Autolenker Spei er, dem alsbald eine Blutprobe entnommen wurde, kam nach Gießen ins Gerichtsgefängnis in Hnterfuchungshaft. ** Zum Regierungsmedizinalrat ernannt Der beim Versorgungsamt Gießen tätige Vertragsarzt Dr. med. Alfred Lotz aus Wieseck ist vom Führer und Reichskanzler durch Ernennungsurkunde vom 25. Oktober 1937 unter Berufung in b°3^amtenverhältnis 3um Regierungsmedizinalrat im Reichsdienst ernannt worden. ** Nutz - und Zuchtviehmarkt Gießen bis auf weiteres verboten. Zur Vorbeu- gung gegen die Gefahr einer Ausbreitung der Maul- und Klauenseuche hat der Reichsstatthalter in Hessen — Landesregierung — die Abhaltung des Nutz- und Zuchtviehmarktes in Gießen bis auf weiteres verboten. bis der Bahnbrecher und Schöpfer des Dritten Reiches, der Frontkamerad Adolf Hitler, das neue, herrliche und große Deutsche Reich schuf. Mit dem Treuegelöbnis und dem Gruß an Öen Führer schloß Der Kameradschaftsführer feine Ansprache, zugleich zeigte ein lebendes Bild auf Der Bühne, daß alle Soldaten, alte und junge, und mit ihnen Das ganze deutsche Volk in unwandelbarer Treue zum Führer stehen. Der weitere Verlauf des Abend brachte eine Reche von schneidigen instrumentalen Darbietungen Der Kapelle Krengel, dabei auch ein prächttges Trompetensolo des Herrn S ch w a r z l o s e , der mit bekannter Virtuosität seine Aufgabe meisterte. Der Vertreter Des ©tanöortälteften, Hauptmann Dr. Brechtel, übermittelte, in Anknüpfung an Den von der Kapelle gespielten Parademarsch des FA.-Rgts. 63, die herzlichen Grüße und besten Wünsche des Divisionskommandeurs, Generalleutnants Oßwald, und Des Kommandeurs der III. Abt. AR. 9. Oberstleutnant D ö r i n g, Die beide durch anderweitige Verpflichtungen am Erscheinen verhindert waren; zugleich sprach er die Grüße der ganzen Artillerie-Abteilung aus. Hauptmann Dr. Brechtel betonte sodann die enge und treue Kameradschaft zwischen den alten und den aktiven n,AJ?aft 9an! rß$k e5J)?.Laud) ^men Sinn, waren jcyon e sich solch einen herrlichen Fruhlmgsabenü dadurch i fäben fehlten. - --------------|Viyvil., Die Artilleristen-Kameradschaft 1895 Gießen be» Kamerad Beuke hieß bann die zahlreichen Gäste ging am Samstagabend im vollbesetzten Saale Des und Kameraden herzlich willkommen. Sein beson- Cafe Leib ihre diesjährige Barbara-Feier, die zugleich die 42. Gründungsfeier der Kameradschaft । war. Mit den alten Artilleristen der Kameradschaft ! hatten sich viele Kameraden der aktiven Wehr- V. in der Hauptsache Artilleristen unserer III. Abteilung AR. 9, ferner viele alle Soldaten i anderer Waffengattungen, als Angehörige der Arbeitsgemeinschaft Gießener Soldaten-Kameradschaf- ten, und ein großer Kranz von Frauen und Mädchen zum festlichen Abend vereinigt. Als Vertreter des Divisionskommandeurs und Standortältesten, Generalleutnant Oßwald, ferner des Kommandeurs unserer Artillerie-Abteilung, Oberstleutnant Döring, war der Chef Der 8. Batterie, Hauptmann Dr. Brechtel erschienen, mit ihm als Vertreter des Offizier-Korps unserer Gießener Artillerie Der Chef Der 7. Batterie, Oberleutnant Gri» - Amtliche Notierung *4eiC | Brie, AmilicheNvnerung Gew | Briei Buenos Arre»............. Brüssel................... Rio de Janeiro............ Polen.................... Kopenhagen............... 0,734 42,14 0,136 47,00 55.18 0,738 42,22 0,138 47,10 55,30 0,734 42,17 0,136 47,00 55,25 0,738 42,25 0,138 47,10 55,37 Japan............... ... Jugoslawien.............. Oslo ................... Wien..................... Lissabon.................. J, 720 5,694 62,12 48,95 11,225 0,722 5,706 62,24 49,05 11,245 0,720 5,694 62,19 48,95 11,245 0,722 5,706 62,31 49 05 11,265 Danzig. ............. ... London ............. .... helsingfors................ Paris.................... Holland.................. Italien................... 47,00 12,36 5,465 8,392 137,19 13,09 1 47,10 12,39 5,475 8,408 137,47 13,11 47,00 12,375 5,47 8,412 136,92 13,09 47,10 12,405 5,48 9,428 137,20 13,11 Stockholm................ Schweiz.................. Spanien.................. 1 Prag..................... Budapest................. 63,73 57,45 15,48 8,676 2,482 63,85 57,57 15,52 8,694 2,486 63,80 57,49 15,48 8,661 2,476 63,92 57,61 15,52 8,679 2,480