Mittwoch. 8. September W3Z Nr. 209 Erster Blatt 187. Jahrgang für Kunst und Menschast e s v e r - ist ja erst In dem Augenblick meßbar, in dem es sich zur Tat zu verdichten beginnt. Erst dann wirkt es substantiell und kann unter Umständen als eine mögliche Bereicherung des Kulturbesitzes eines Volkes angesehen oder als dessen unwürdig eben abgelehnt werden. So ist denn auch die Kulturgeschichte der vergangenen Zeitalter nur die Registrierung kultureller Leistungen und nicht hie Wiedergabe kultureller Meinungen oder eines kulturellen Wollens! Was auf dieser Welt gedacht, geredet und niedergeschrieben Reichsmmister Dr. Goebbels verkündet die ersten Träger des Deutschen Aaüonalpreises Professor Ludwig Troost, der große Bau- meister, der eigentlich verdient hätte, als Erster Träger des Deutschen Nationalpreises zu werden, weilt leider nicht mehr unter den Lebenden. Der Führer hat bestimmt, daß ihm symbolisch über das Grab hinaus als E r st e m diese Ehrung zuteil werden soll. Professor Ludwig Troost hat in seinen Bauwerken den monumentalen und richtungweisenden architektonischen Stil des neuen Reiches für alle Zeiten vorgezeichnet. Die Parteibauten auf dem Königlichen Platz und das Haus der Deutschen Kunst in München werden noch in Jahrhunderten Zeugnis ablegen von der starken, formenbildenden Kraft dieses einzigartigen Baumeisters. Er gehört in die erste Reihe unserer großen deutschen baulichen Gestalter. Sein Geist, seine Werkstreue, sein überragendes Genie der baulichen Gestaltung werden noch für die fernste Zukunft Vorbild sein, nach dem eine kommende künstlerische fugend sich ausrichten soll. Im Namen des nationalsozialistischen Deutschlands erfüllt der Führer deshalb eine Dan- kespflicht, wenn er bestimmt, daß Professor Ludwig Troost, zwar durch den Tod von uns geschieden, aber in seinen Werken ebenso welterlebend die Reihe der Träger des Deutschen Nationalpreises darüber hinaus das ganze deutsche Volk wird es mit tiefer Genugtuung begrüßen, daß der Führer in Alfred Rosenberg einen seiner ältesten und treue st en Mitkämpfer durch Verleihung des Deutschen Nationalpreises auszeichnet. Für den zweiten Deutschen Nationalpreis für Kunst und Wissenschaft hat der Führer eine Zweiteilung in Beträge von je 50 000 NM. angeordnet. Als Träger wurden vom Führer zwei Aerzle bestimmt: Geheimrat Professor Dr. August Bier und Geheimrat Professor Dr. Ferdinand Sauerbruch. Damit werden zwei deutsche Wissenschaftler preisgekrönt, deren Namen in der ganzen Welt von stärkstem internationalem Klang sind. Geheimrat Bier wird, obwohl er jetzt schon im Ruhestande lebt, von allen deutschen Aerzten nicht nur als der große vorbildliche Chirurg, sondern auch als das Vorbild des deutschen Arztes als Lehrer und Erzieher geliebt und hoch verehrt. In ihm bewundert das junge Deutschland die starke Persönlichkeit, die höchste Wissenschaftlichkeit mit tiefstem deutschen Menschentum auf das glücklichste verbindet. Seine Arbeiten haben wesentlich mit dazu beigetragen, einer neuen deutschen Heilkunde die Bahn freizumachen. Auch die heute tätige Chirurgengeneration bekennt sich freudig zu ihm als zu ihrem großen Lehrer und unübertrefflichen Meister der Operationskunst. In Professor S a u e r b r u ch hat der jetzt im Ruhestand lebende Geheimrat Bier einen würdigen Nachfolger gefunden. Sein Name hat im In- und Auslande vor allem durch seine Arbeiten auf dem Gebiete der Lungenchirurgie besondere Bedeutung erhalten. Seine vielseitige Persönlichkeit übt heute auf Patienten, Schüler und Studenten die stärksten Wirkungen aus. Den dritten Nationalpreis hak der Führer dem Forschungsreisenden Dr. Wilhelm F i l ch n e r verliehen. Die erste Tat dieses echten deutschen Forschers war der im Jahre 1900 begonnene und auch glücklich mit nur zwei Pferden durchgeführte Ritt über den Pamir. Drei Jahre später überquerte Filchner als Leiter der Deutschen China-Tibet- Expedition das Reich der Mitte von Schanghai aus. Filchner legte die Forschungsresultate in einer ganzen Reihe von Werken nieder. Im Jahre 1910 überquerte Filchner auf Schneeschuhen Spitzbergen. Im Anschluß daran leitete er in den Jahren 1910 bis 1913 eine Expedition in d i e Antarktis, wo er das Prinz-R?gent-Luitpold- Land entdeckte. Im Jahre 1926 brach er wieder zu einer Expedition auf. Er wurde zwei Jahre von Tibetanern festgehalten und in Europa auch schon totgesagt. Filchner hat von dieser Expedition schwere körperliche Schäden davongetragen. Im Jahre 1934 entschloß sich Filchner zu einer neuen Expedition, die Mitte 1936 nach Verhandlungen mit der Nankingregierung beginnen konnte. Zu Anfang dieses Jahres wurde er beim Grenzübertritt von Zentralchina nach Chinesisch-Turkestan wieder fest- qenommen. Erst in den letzten Tagen konnte die Presse berichten, daß er durch Eingriffe verschiedener Behörden wieder in Freiheit gesetzt wurde. In Filchner verehrt über Deutschlands Grenzen hinaus die ganze Welt einen echten deutschen Forscher, der unter Hintanfeüung von Gesundheit und Leben seinen großen wissen- Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für \ mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von70mm Breite 50 Rpf.'Platzvorschrist nach vorh.Dereinbg.25"/<, mehr. Ermähigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördlicheAnzeigenbRpf. Mengenabschlüsse Staffel B Nürnberg, 7. Sept. (DNB.) Auf der Kultur- lagung des Reichsparteitages 1937 hielt der Füh - i e r folgende Rede: Zu den Begleiterscheinungen des hinter uns legenden Kulturverfalls gehört auch die abnorm ^schwellende K u n st l i t e r a t u r. Dieser Vorgang ichnelt sehr stark der emsigen theoretischen Betäti- liung schwacher Spießer in jener Freiheit, die sie 'm Liede und mit dichterischen Phrasen verherr- ! chen, ohne aber irgendwie zu versuchen, sie irgendwie praktisch herbeizuführen. Sie sind nicht nur der j*ften Ueberzeugung, dieser ihrer allerdings so Manischen Art und Weise der Freiheit wirklich Lenen oder nutzen zu können, nein: sie finden learin vor allem auch die ihnen vollständig geigende innere Befriedigung. So erleben sie die Isrrliche Tatsache eines Zustandes nur als einen Lraum, in dem sie sich aber um so wohler fühlen, (Is sie ihn besingen dürfen. Sie ertragen geduldig Sklavenketten, aber reden von der Schönheit der schon in der Systemzeit wegen r a t s bestraften deutschen Pazifisten verliehen worden war. Dieser Akt stellte eine bewußte und gewollte Kränkung und Beleidigung des ganzen deutschen Volkes dar. Es mußte deshalb für alle Zukunft Deutschen die Annahme des Nobelpreises untersagt werden. In einer Ausführungsbestimmung wurde angeordnet, daß die Verleihung des Preises in einem feierlichen Staatsakt alljährlich auf dem Reichsparteitag in Nürnberg stattfinden soll. Ueber die Verteilung des Preises entscheidet der Führer. Zum erstenmal seit seiner Stiftung wird der Deutsche Nationalpreis heute auf dem Reichsparteitag der Arbeit in Nürnberg von Ihnen, mein Führer, verliehen. Ich habe in Ihrem Namen d i e Preisträger bekanntzugeben Sie erfahren durch die Verleihung die höchste Ehrung in Kunst und Wissenschaft, die das nationalsozialistische Deutschland zu vergeben hat. s'ehen müßten, um sie zu erkämpfen! Wir haben in < Deutschland diese Art politisch-bürgerlicher Selbst- । lsfriedigung 1-5 Jahre lang erlebt und haben unter ' i»r nicht wenig gelitten. 15 Jahre lang schrieben ; mb redeten sie von Völkerrecht, von der Gleich- lsrechtigung, von Menschenrechten überhaupt und ute» dabei so, als ob durch ihr Gerede und Geschreibe die Tatsächlichkeit dieses Zustandes entweder l-rbeigeführt oder in seiner Existenz gar schon bewiesen würde, und versuchten damit, sich und lindere — bewußt oder unbewußt — über die harte Wirklichkeit hinwegzutäuschen. Wehe dem aber, der B nun wagte, dieser Fata Morgana die harten Tatsachen entgegenzuhalten! Niemand hat deshalb iluch den Marschschritt der nationalsozialistischen Bataillone mehr gehaßt als jene, die fortgesetzt in 'Nationaler Freiheit" taten und von .Wehrhaftigkeit redeten. Denn ihr Kampf war ein schöner und vor allem ein gefahr- lio f e r Traum, das Ziel der anderen aber nur luurch bittere Opfer zu erreichen. In ihrer Welt (genügte es zu reden. Zum Eintritt in die andere ilber mußte man handeln! I Die Waffen dieser bürgerlichen Freiheitssänger waren im schlimmsten Falle Tinte und Feder. Vom Nationalsozialisten aber wurden tausende Entbehrungen gefordert. Allein aus ihrem Ringen kam tllmählich die wirkliche Freiheit. Eine Frei- jsit, die nicht ein Ergebnis poetischer Betrachtungen, sondern das Resultat schwerer politischer Kämpfe ii, deren Elemente daher auch nicht Aufsätze ober Leitartikel sind, sondern geschichtlich feststehende Er- t gnisse und damit Leistungen. Cs war aber natürlich schwerer, zu einem 16. März 1935 zu kommen ober bas Rheinlanb zu besehen, als sich in Zeitungen und literarischen Broschüren mit theoretischen Abhandlungen über das richtige Wesen einer wirklichen Freiheit zu befassen. Geschichtlich wird aber sicherlich nur das Tatsächliche gemeßen, b. h. geschichtlich ist entscheidend nicht das politische Wollen oder die theoretische Betrachtung, sondern die politische Leistung d.h. die Tat. (Beifall.) Es ist auf dem Gebiet der kulturellen Entwicklung nicht anders. So wie die politische Regeneration außerhalb der literarischen Behandlung nur i Lurch die positive Leistung kommen konnte, so kann sch auch die kulturelle Wiedergeburt nicht in Leit- (Ttifeln, Kunstkritiken, Kunstbetrachtungen oder 5 unstabhandlungen erschöpfen, sondern sie muß zu k ner positiven kulturellen Leistung führen. Was nachte wohl unsere gesamte Kunstliteratur, wenn br nicht vergangene Jahrhunderte, ja Jahrtau- stnde die sachlich materiellen Grundlagen für ihre theoretischen Abhandlungen geliefert hätten? Wie nürbe etwa bie Menschheit in Zukunft noch von ( ner Bereicherung ihres kulturellen Lebens sprechen Finnen, wenn statt einer Vermehrung tatsächlicher 5'ulturleistunqen nur eine Ausweitung bes Um= finqes ber literarischen Behanblung ober der Betrachtungen stattfinden würde? Man kann daher nicht von einer Kulturpolitik reden, wenn man unter ihr nur die sogenannte geistige theoretische Befristung mit kulturellen Fragen versteht. Nein: Die Aufgabe einer Kulturpolitik ist genau so wie auf dem Gebiet der allgemeinen Politik die Führung zu neuen, in diesem Falle kulturellen Leistungen! Diese, bas heißt bie Ergebnisse ber wirklich schöpfirischen Arbeit werben bann gesammelt unb später r elleicht auch mieber einmal gewogen unb können t unprobuktioen Zeiten ber bann vermutlich wieder wuchernden Literaten bie erforderlichen neuen Vesprechungschemen liefern. Keinesfalls könnte bics euer bas sog. kulturpolitische Wollen sein, denn dies Nürnberg, 7. Sept. (DNB.) Auf der Kulturtagung hiett Reichsminister Dr. Goebbels zur Verkündung des Nationalpreises folgende Rede: Mein Führer: Eure Exzellenzen! Parteigenossen und Parteigenossinnen! Am 30. Januar 1937 haben Sie, mein Führer, durch einen Erlaß den Deutschen Nationalpreis für Kun st und Wissenschaft gestiftet. Dieser Erlaß hat folgenden Wortlaut: „Um für alle Zukunft beschämenden Vorgängen vorzubeugen, verfüge ist mit dem heutigen Tage die Stiftung eines Deutschen Nationalpreises für Kunst und Wissenschaft. Dieser Nationalpreis wird jährlich an drei verdiente Deutsche in der höhe von je 100000 Mark zur Verteilung gelangen. Die Annahme des Nobelpreises wird damit für alle Zukunft Deutschen untersagt." Der Erlaß war dadurch notwendig geworden, daß im Jahre 1936 der Friedens-Nobelpreis an einen 5r!cheml täglich, außer Sonntags unb Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Bieizener Familienblätter Heimat int Bild Die Scholle Monatr-vezugspreir: Mil 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr „ -25 Auch bei Nichterscheinen Ton einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Hernsprechanschlüfse unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach- richten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: ^Tanlfurt am Main llb86 Als erstem unter den Lebenden hat der Führer den Deutschen Nationalpreis dem Parteigenossen Alfred Rosenberg verliehen. Alfted Rosenberg hat in feinen Werken in hervorragendstem Maße die Weltanschauung des National- foAialismus wissenschaftlich und intuitiv HgrTnb en und festigen geholfen. In einem unermüdlichen Kampf um bie Remerhaltung ber nationalsozialistischen Weltanschauung hat er sich ganz befonbere Verbienste erworben. Erst eine spatere Zeit wirb voll zu ermessen vermögen, wie tief ber Einfluß bieses Mannes auf bie geistige unb welt- Es ist im übrigen auch gar nicht möglich, in Wort unb Schrift gerabe bas auszubrücken, was ä. B. der menschlichen Stimme im Gesang ober überhaupt ber Musik zu vermitteln gelingt. Denn auch bies ist eine Sprache ber Völker. Ihr Inhalt unb ihr Ausbrucksoermögen finb ebenso eigenartig wie unersetzbar. Gerabe bie Musik gibt mit ihren Mitteln Empsinbungen mieber, bie m solch tiefster Ein« bringlichkeit roeber besprochen noch beschrieben werben können. Um wieviel rounberbarer aber die Ausdrucksfähigkeit dieser Sprache ist, kann man ermessen an der Schwierigkeit ihrer Erlernung und ihres Verstehens. Wenn es den normalen mehr technischen Ausdrucksmitteln der Sprache und der Schrift noch ohne weiteres gelingen kann, über Völker hinweg Brücken einer allgemeinen wissenschaftlichen Verständigung zu schlagen, so versagen sie als Mittel der Derständlichmachung vieler seelischer Regungen unb Empsinbungen gegenüber ber Musik fast vollstänbig. Die höchsten musikalischen Wunderwerke sinb baher auch nur einem kleinen Kreis von Nationen allgemein verstänblich, im be* sauberen aber überhaupt nur jenen Auserwählten unter biefen Völkern, die dank einer — wenn auch in grauester Vorzeit ruhenden — gleichen A b - ft a m m u n g eine noch vorhandene gemeinsame Antenne für die Aufnahme dieser feinsten Ausstrahlungen seelischer Empfindung besitzen. Die wahrhaft hohe künstlerische Leistung ist die seltenste begnadete Aeußerung einer einem Volke geschenkten inneren Veranlagung oder besonderen Fähigkeit, und sie ist daher auch der schlagendste Beweis für die einem Volke schon in die Wiege gelegte höhere Bestimmung. Denn die Zeil kann kein Kunstwerk gebären, sondern die Menschen schaffen es aus dieser ihrer inneren Bestimmung heraus, und zwar so, wie sie es sehen und empfinden, oder wie ihr Ohr es vernimmt. Es gehört z. B. seit jeher zu den ersten menschlichen Kunstregungen der Versuch, das eigene Ich, b. h. ben Körper des Menschen, in Bild und Form wiederzugeben. Längst ehe die Sprache die Aus- drucksmöglichkeiten fand, die Gestalt des höchsten Erdenwesens in Worte zu fassen, versuchte der schöpferisch veranlagte Mensch durch die Zeichnung den Eindruck des Gesamtbildes seiner selbst oder seiner Umwelt festzuhalten und wiederzugeben. Allein hier sehen wir, wie wenig die künstlerische Befähigung zu tun hat mit dem gegebenen tatsächlichen Zustand der Menschen an sich und wie sehr sie ausdrückliche Gabe ist weniger befähigter Völker und deren besonders begnadeter einzelner Menschen. Denn jedes Wesen dieser Erde muß ober müßte sich selbst als vollenbet empfinben. Aber selbst unter ben menchlichen Rassen ist es nur wenigen gegeben, biefer körperlichen eigenen Vollendung einen künstlerisch zutreffenden Ausdruck zu verleihen. Nicht weil der Grieche schön war, gelang es ihm seinen schönen Körper in Bild und Plastik darzustellen, sondern weil es dem Griechen gegeben war, diese Schönheit zu empfinden, d. h. sie bewußt zu erkennen und dem nachzugestalten. Nur dem sind bie Meisterwerke der antiken Kun st zuzuschreiben. Es gibt ohne Zweifel Negerstämme mit einem geradezu klassisch schönen ebenmäßigen Körperbau, allein es fehlt ihnen trotzdem die höhere Fähigkeit, ihr eigenes Ich auch nur annähernd unb im Silbe wieberzugeben. Es mögen baher bie Völker noch so schön, b. h. zweckmäßig in ihrem Körperbau geformt gewesen sein, so war boch bas Entscheibenbe, ob ihnen jene Gabe zuteil würbe, ihre Schönheit bewußt zu erkennen und dementsprechend wiederzugeben. Die meisten aber erkannten weder den Adel ihrer eigenen Erscheinung oder die Formen ihrer Umwelt, noch gelang es ihnen im Sinne eines gestaltenden Schauens, die Kraft zu einer Wiedergabe dieser Eindrücke zu finden. Dies mag am stärksten bie große Begnabung erhellen, bie ben Völkern mit künstlerischen Fähigkeiten zuteil würbe. Daß diese Kunst aber nur einzelnen Rassen in einem höchsten Sinn verliehen ist und nicht der Mehrzahl, kann die Bedeutung ihres Wertes nur erhöhen. Denn so stehen einer großen Tilade kulturell schwacher, weil schöpferisch steriler Völker wenige andere gegenüber, die seit grauester Vorzeit die künstlerische Erkenntnis mit der Fähigkeit der künstlerischen Gestaltung verbanden. Allein nicht nur die Kulturvölker sind in der Minderzahl gegenüber den kulturell Untüchtigen, auch innerhalb dieser Völker selbst sind es wieder nur einige wenige, die als gesegnete Auserwählte die intuitive Gestaltungskraft zur Festhaltung und Wiedergabe des Gesehenen, von ber Vorsehung verliehen erhielten. So wie auf allen Gebieten bes Lebens stets einzelne Menschen bie Bahnbrecher neuer Erkenntnisse, bie Vollbringer neuer Lei st ungen finb, so auch auf bem kulturellen. Hunderttausende mögen ben gleichen Körper besitzen, Liebe unb Leib mag hie beiben Geschlechter in Millionen fühlenben Wesen zueinanber führen ober voneinanber entfernen, wirb, kann nur insofern einen Eigenwert beanspruchen, als es als rein geistige Arbeit selbst einen Beitrag zu bem allgemeinen Bestaub geistiger unb bamit tm tiefsten Grunbe boch wissenschaftlicher Erkenntnisse liefert. Die Kultur ber Völker ist aber nun einmal viel zu sehr burch bie tatsächliche Leistung bebingt, als baß geistige Abhanblungen etwa als Ersatz für fehlenbe Kulturschöpfun- g e n auf bem Gebiet — sagen wir ber Musik, ber Architektur ober auch ber begleitenben Künste — gelten könnten. Freiheit". Sie benehmen sich unterwürfig, allein Ige wettern in kriegerischen Schlachtrufen von Hel- : i=ntum, von männlichem Kampf unb von Sieg! Je »ehr sie sich aber in diese heroischen Visionen hin- enfteigern, um so mehr hassen und verfolgen sie j ben, ber, bie Wahrheit erfennenb, ihnen bie Feststellung entgegenhält, baß bie Freiheit eben nicht vorhanden und die Helden daher erst einmal aus- Genie und Gemeinschaft als Grundpfeiler aller wahren Kultur Die große Rede des Führers auf der Kuttmtagung in Nürnberg. Siebener Anzeiger General-Anzeiger für Gberheffen Druck und Verlag: vrühlsche UnlversttStrdruckerei ii. Lange in Siehrn. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulftratz« 7 schaftlichen Zielen dient. Ich mache mich gewiß zum Dolmetsch aller Deutschen, wenn ich den ersten Trägern bes Nationalpreises für Kunst und Wissenschaft die Glückwünsche des Führers, der nationalsozialistischen Bewegung und des deutschen Volkes zum Ausdruck bringe. Möge auch in fernster Zukunft, auch wenn von nach uns kommenden Generationen noch verdiente Deutsche mit diesem vom Führer gestifteten Preis ausgezeichnet werden, nur solche diese Ehrung erfahren, die sich würdig unb mit Stolz in bie Reihe r (Finfhifc biefes fDlannes auf die geistige unv wett-sderer stellen können, b-m'n her Führer h"nte zum anschaul-che Gestaltung des nationalsozialistischen! ersten Male den Deutsch n ' yionalpreis für Kunst Reiches ist. Die nationalsozialisttsche Bewegung und und Wissenschaft verliehen hat. allein nur einem vielleicht wird es gelingen, die gesetzmäßig geformte Kraft der Schönheit des Mannes und des Weibes bewußter zu empfinden und ihre seelischen Probleme mit einer von höherer Führung geleiteten Hand wiederzugeben, so richtig wiederzugeben, daß spätere Generationen, z. B. belehrt durch die unterdessen gewordenen anatami- schen Kenntnisse des Baues dieser Körper, nur erstaunt sein können über das Wunderwerk einer Statue, die vor zweieinhalbtausend Jahren geschaffen, für jeden Anatomen der Jetztzeit schlechthin auch wissenschaftlich nicht zu übertreffen gelungen ist. Dies gilt aber nicht nur für die Wiedergabe des menschlichen Körpers oder der sonstigen sichtbaren Umwelt, nein, viel stärker tritt diese begnadete Kraft des schöpferischen Einzelwesens in Erscheinung auf dem Gebiete der Musik und auf dem der B a u k u n st! Die Materialien, die als Stoffe der Baukunst dienen, sind fast allgemein vorhanden. Sie stehen und standen auf den ewigen Wanderzügen der Menschheit allen Völkern ziemlich gleichmäßig zur Verfügung. Auch die natürlichen Bedürfnisse waren zumindest bis zu einem gewissen Grade naturgemäß für alle Rassen gleich gegeben. Und doch, wie verschieden sind die Lösungen! Wie wenige Völker sind sich der in diesen Materialien liegenden Möglichkeiten zur Verbesserung ihres eigenen Daseins jeweils bewußt geworden und wie verschieden wurden sie sich ihrer bewußt. Oder: Welch eine Distanz zwischen der höchsten musikalischen Leistung eines primitiven Regerstam- mes und der IX. Symphonie oder dem „I rlsta n“. Welch ein meilenweiter Abstand zwischen den großen strahlenden Bauwerken hoher antiker Völker vor zweieinhalb und dreitausend Jahren und den jämmerlichen Behausungen zahlreicher Rassen, die aber heute leben. Wo blieb hier die Zeit als schöpferischer Faktor? Es sind gottbegnadete einzelne Völker, deren Fähigkeit ebenso zeitlos ist wie die Unfähigkeit der anderen. Wenn wir aber diese kulturschöpferischen Rassen bewußt in Gegensatz zu den anderen stellen, dann geschieht es, um so einen Maßstab zu finden aus dem Gegensatz der Lei st ungen. Denn nur aus den Gegensätzen erkennen wir das Große und das Kleine, das Lichte und das Düstere. In den Feiglingen liegt die Ursache für die Wertung der Helden, an den Dummen ermißt man den Grad der Klugheit, die Faulheit lehrt die Bedeutung des Fleißes würdigen. Das Ehaos zeigt den Segen der Ordnung, und über der Barbarei erhebt sich das Glück einer menschlichen Kultur. Das Genie und die So sind die Kulturvölker stets der Gegenpol der kulturlosen Rationen gewesen, genau so wie auch in ihnen selbst wieder der Künstler der Einsame ist gegenüber der Masse der künstlerisch gleichgültigen oder überhaupt verständnislosen Menschen. Das liegt aber in folgendem begründet: Das Genie unterscheidet sich von der Masse stets dadurch, daß es unbewußt Wahrheiten ooraus- ahnt, die der Gesamtheit erst später bewußt werden! Es mag auch vorkommen, daß der Geistesblick des einzelnen schon im Augenblick der Verkündung der neu entdeckten Wahrheit sofort einer Gesamtheit als Helle Gewißheit erscheint. Je weiter aber das Genie in seinen Gc anken und Werken seiner Zeit vorauseilt, um so schwieriger wird dessen Verstehen. Die Zahl der von seiner Erkenntnis oder seiner Handlung Bezwungenen wird dann zunächst nur klein sein, und wehe, wenn Trägheit und Indolenz mit Eigensucht gepaart gegen ihn und seine Werke eine künstliche Schranke aufrichten. Dann mögen viele Jahrhunderte vergehen, ehe einem solchen Einzelstürmer die Menschheit nachzukommen vermag. Die höchsten Werke des künstlerischen Genies aber werden, weil ihre Wurzel oft nur ineinemVolke liegt, im allgemeinen auch nur von der gleichen Gemeinschaft ihre verdiente Würdigung erfahren. Sie wird durch eine solche neue Leistung plötzlich aus dem umfangenden Schlafe des Unbewußten erweckt und erlebt nun eine Selbstverständlichkeit in der Form einer nunmehr bewußt gewordenen Erkenn nis. So wie aber jedes Genie ein Bahnbrecher auf dem Wege zur Erkenntnis von etwas Wirklichem ist, so ist dies aber auch der wahrhaft große Künstler. Der antike Bildhauer, der dem menschlichen Körper in wundervoller Schönheit Gestaltung gab, hat damit über jede Beschreibung hinweg der ganzen Mitwelt eine Vorstellung dessen gegeben, was nach einer später einsetzenden sogenannten exakten wissenschaftlichen Forschung richtig, d. h. wirklich ist. Diese Wirklichkeit aber ist gleichbedeutend mit yöchster Zweckmäßigkeit. Zweieinhalbtausend Jahre vor uns hat dieser Steinmetz den menschlichen Körper schon so an seiner Umwelt vorausgesehen, daß er heute nach allen Erkenntnissen unserer anatomischen Forschung als im höchsten Sinne naturgemäß gestaltet bezeichnet werden muß. Darin aber liegt der Sinn dessen, was wir mit dem Wort „Kunst" bezeichnen, die Fähigkeit, im Schauen und im Gestalten eine Wirklichkeit der Zeit, d. h. der Gegenwart vorauseilend, zu begreifen und mit den hierzu besonders geeigneten Mitteln wiederzugeben. Wäh- renb der normale Wissenschaftler gefundene Erkenntnisse zu sich nimmt und vielleicht, vorsichtig einen Schritt weitergehend, aus ihm eine n e ue Erkenntnis ableitet und somit zu den vorhandenen hinzufügt, überspringt der Künstler im Zeitmaß und Umfang die Erkenntnisse feiner Mitwelt oft um Jahrtausende. Statische Gesetze werden 2000 und 3000 Jahre später rein erkenntnismäßig dem Menschen bewußt und bestätigen nun bauliche Formen, die einst aus dem intuitiven Ahnungsvermögen eines einzelnen kommend schon damals als Kunstwerk chre Gestaltung erfahren hatten. Was also schon vor Jahrtausenden den Menschen eines bestimmten Volkes oder den Angehörigen einer Dölkerfamilie als Kunst geschenkt wurde, findet nunmehr seine Bestätigung auch im Sinne der Übereinstimmung mit den natürlich notwendigen oder gegebenen Konstruktionen, die einfach durch ihre Schönheit die menschliche Bewunderung erregten; sie entdeckt das Mikroskop nun als Elemente des Aufbaues bestimmter Körper. Der Künstler, Pionier exakier Lrkennlniffe. Musik wird vielleicht dereinst in ihren Klängen über den Umweg von Schwingungen zu gesetzmäßigen Zahlenbildern führen, die dann ihrerseits die Rätsel der tiefsten Seelenwirkung dieser Kraft lösen werden. Der Künstler, der aber in seinen Tönen eine Welt entstehen und einstürzen läßt, hat nicht als Mathematiker Schwingungen berechnet, sondern aus gottbegnadeter Ahnung intuitiv seine Akkorde und Harmonien gefunden, die Millionen Men- tchen als höchste Kunst erschüttern, ohne daß sie sich »es letzten Warums klar zu werden vermögen. Und in dem Sinn ist auch der gottbegnadete Künstler Pionier auf dem Wege des Menschen zu oft tiefsten exakten Erkenntnissen, ohne daß er sich dieser späteren realen Beweise oder Gründe für die Richtigkeit seiner Ahnungen vorher bewußt sein wird. Denn er eilt vielleicht der Menschheit am weitesten voraus! Und daher ist auch seine Leistung als wirkliches Kunstwerk als die höchste Leistung eines Volkes zu feiern. Dieses gehört damit aber auch zu den wertvollsten Beständen des Erbbesihes einer Ration. Was sich auch die Völker im einzelnen an materiellen Gütern anschaffen, ist gänzlich unbedeutend gegenüber den Werten wahrer kultureller Leistungen. Nur der gedankenlose kleine Spießer kann die gewaltige Bedeutung dieser Tatsache nicht ermessen. Würde man aber aus dem nationalen Gesamtbesitz unserer Völker alles das herausstreichen, was als kulturelle Leistungen zunächst keinem praktischen Zweck zu dienen schien, dann würde sich mit einem Schlage das Bild unseres blühenden allgemeinen Lebens in eine Wüfte verwandeln. Denn jede künstlerische Leistung war zunächst ür den Verstand des Durchschnittsmenschen nicht achlich bedingt, sie ist aber dafür eines jener zu- ätzlichen Werte, die den Menschen allein endgültig aus der Sphäre des Animalischen gehoben haben. Wenn heute durch eine magische Gewalt aus unserem eigenen Lande alles das entfernt werden würde, was der Kaninchenhorizont des normalen Erdenbürgers als nicht notwendig oder als brotlose Kunst bezeichnet, dann würden unsere Städte plötzlich in sich zusammenfallen. Dome, Münster, die Prachtbauten unseres höfischen und bürgerlichen Lebens, Museen und Theater, sie würden genau so verschwinden wie ober auch die letzten Pfähle einer Straßenbeleuchtung oder die Mauern unserer Wohnungen, das Glas unserer Fenster und jedes Bild an der Wand. Es würde mit einem Wort das „Nicht s" an die Stelle unserer reichen und schönen heutigen Welt treten! Und dann erst würde man vielleicht den tiefsten Sinn des Wortes erkennen, daß der Mensch vom Brot nicht allein leben kann. Es dürfen daher weder der Künstler aus der Entwicklung eines Volkes, noch sein Kunstwert aus dem Besitztum der Ration weggedacht oder gar verschleudert werden! wenn aber ein Wirt- schaftler von Rationalvermöaen redet, dann mag man sich dessen bewußt sein, daß dieses Rationalvermögen» abgesehen von der an sich vorhandenen Leistungs- und Gestaltungskraft des Volkes, zusammengerechnet zu 95 v. h. in seinen kulturellen Leistungen und noch nicht einmal zu 5 v. h. in seinen sog. reinen materiellen Werten liegt. (Beifall.) So hoch nun auch der Kulturbesitz eines Volkes als Gesamtheit zu werten ist, so wird doch wie auf jedem anderen Gebiet eine fortwährende Veränderung bzw. Ersetzung und Ergänzung der einzelnen Objekte und Arbeiten vorgenommen werden. Es gibt sicherlich menschliche ßeiftungen, die mit Recht die Bezeichnung „unsterblich' für sich in Anspruch nehmen können, allein sie sind die Produkte der schöpferischen Kraft ganz weniger in Jahrtausende eingestreuter einzelner. So wie deren Leistungen einem größeren Teil der Völker in ihrer Bedeutung zum Bewußtsein kommen, pflegen sie zunächst auf die begabteren Seelen anspornend zur Nachahmung zu wirken. So hängt sich an jeden der großen Sterne am Kunsthimmel, einem Schweif des Kometen ähnlich, eine mehr oder weniger große Zahl von Mit- und Nachläufern an, die durch das Werk der Großen inspiriert, sich nun auch ihrerseits in ähnlicher Richtung weiterzuarbeiten bemühen. Dies ist an sich weder unanständig noch schädlich. Denn es ist ja immer ein großer Irrtum zu glauben, daß d i e Genies jemals zu Zehntausenden vom Himmel fallen könnten. Sie sind immer einsam gewesen und werden ewig einsam bleiben. Weil dem aber so ist, wird auch die Zahl ihrer Werke sich immer nur in engen Grenzen halten. Damit aber würde der Kreis der von den Werken der bildenden Kunst direkt Beglückten ebenfalls immer nur ein kleiner sein. Ihre Mitschaffenden, das heißt im wesentlichen nur Nachahmenden, sorgen aber dafür, daß wenigstens ein Abglanz der einmaligen Schöpfungen auch auf eine größere Zahl von Menschen fällt. So wie aber beim Kometen sich die Helligkeit des Schweifes allmählich mit der Verbreiterung verliert, um endlich im allgemeinen Dunkel aufzugehen, so sind auch die Nachläufer der Genies mit der zunehmenden Entfernung vom Genie und der zunehmenden Größe ihrer Zahl nur noch schwache Abbilder ihres Herrn und M e i ft e r s. Dennoch aber helfen sie mit, das Bedürfnis auch der breiteren Massen eines Volkes nach Kunst und Kunstbesitz zu erfüllen. So häuft sich vornehmlich durch ihr Wirken allmählich ein künstlerischer Besitzstand an, der natürlich nur selten mit dem durch das Vorbild gegebenen Maßstab gemessen werden kann. Allein trotzdem brauchen die Arbeiten nicht schlecht zu fein, sondern im Gegenteil, sie sind als ehrlich bestrebte Nachahmung eines guten Vorbildes tausendmal besser als die Verlogenheit einer sogenannten neuen Kunst, deren einzige Rechtfertigung nur in dem eben noch nicht Dagewesenen liegt, ohne aber das Stigma des Genialen an ihrer Stirn zu tragen. Dieser mehr oder weniger solide künstlerische Hausrat einer Nation wird aber infolge der größeren Zahl der Mit- und Nachläufer allmählich so umfangreich werden, daß zum mindesten ein Teck des weniger bedeutenden von selb st wieder abgestoßen werden muß, besonders, wenn es einer Zeit gelingt, z. B. auf dem Wege mechanischer Reproduktionen an die Stelle schlechterer Nach- und Neuschöpfungen gute Kopien besserer Vorbilder zu setzen. Nachdem außerdem im Laufe der Jahrhunderte sicher neue Genies auftauchen, die ihrerseits auch wieder Nachahmer finden, wird hier ein fortgesetzter Prozeß der 23er- brängung des vorhandenen Kunstbesitzes durch einen neu hinzukommenen stattfinden. Damit aber erhebt sich nun die Frage der Wertung des Kun st wertes an sich. Die natürlichste Beantwortung findet diese Frage für jeden einzelnen Fall durch das Jnerscheinung- treten des sofort ersichtlich Ueberlegenen, d.h. Besseren. Denn dieses Bessere wird sich, wenn auch oft nach schwersten Kämpfen, doch im Laufe der Zeit allmählich durchringen und dabei genau so viel von früher verdrängen, als es zur Behauptung feines eigenen Daseins an Raum und an Aufmerksamkeit benötigt. Viel schwieriger ist diese Frage aber dann zu lösen, wenn der Kunstbesitz der Nation bedroht wird von dem Eindringen einer nicht durch die eigene künstlerische Höhe geheiligten und damit berechtigten neuen Welle von Kun st werken, als vielmehr durch den Angriff einer im tiefsten Grund amusischen unkünstlerischen Produktion, die aus allgemeinen weltanschaulichen oder politischen Gesichtspunkten lanciert, propagiert und gefördert wird. Dies war in unserer heutigen Zeit der Fall. Bergewaliigung des Kunstempfindens durch „entartete Kunst". Von all den fraglichen Machwerken unserer ogL,.a.».tten „m o u e r n e n Kunst" hätten keine 5 v. f). irgendeinen Platz im Kunstbesih des deutschen Volkes erobern können, wenn sie nicht durch eine mit der Kunst an sich in gar keinem Zusammenhang stehende, sondern politisch-weltanschaulich orientierte Propaganda der öffentlichen Meinung aufgeredet, ja durch ähnlich eingestellte politische Faktoren a u f g e n ö t i g t worden wären. Wie tief die Abneigung des Volkes gegenüber einer durch solche Produkte zugemuteten Bereicherung feiner Kunst ist, mögen alle ersehen aus den Eindrücken, die die Besichtigung der Ausstellung „Entartete K u n st" in München bei den Besuchern hinterläßt. Allein nichtsdestoweniger ist es einer geschickten, ja gerissenen jüdischen Kulturpropaganda gelungen, diese erbärmlichsten Machwerke, wenn auch nicht dem gesunden Einzelmenschen, so aber zum mindesten seinen sogenannten — berufenen künstlerischen Sachwalter aufzuschwähen, in unsere Galerien hineinzuschmuggeln und damit letzten Endes doch dem deutschen Volke aufzuoktroyieren. Hier kann nicht von einem natürlichen Prozeß der Verdrängung etwa überalterter und damit mehr oder weniger verblassender Kunstwerke durch glänzende neue Arbeiten gesprochen werden, sondern von einer Vergewaltigung des K u n st - empfindens und letzten Endes auch des nationalen Kunstbesitzstandes durch eine Anzahl von Betrügern, die als Massenerscheinung auftretend, mit frecher Stirn von sich behaupten, den schöpferischen Typ einer neuen „modernen" Kunst zu repräsentieren. Inwieweit dieser freche Ueberfaö auf unsere Kultur und unseren nationalen Kunstbesitz gelungen ist, mögen sie alle ersehen aus den Ankäufen, die durch Staatsgelder ober durch sonstige Mittel aus öffentlicher Hand erfolgt sind. Don biefen Werken nun ben nationalen Kulturbesitz z u säubern, ist eine heilige Pflicht einer politischen Leitung, die sich elbft als im stärksten Gegensatz stehend ansieht zu jenen dekadenten Kräften, die diese Machwerke dem deutschen Volke aufgenötigt hoben! Daraus erwies ich für uns aber zwingend die Notwendigkeit, sehr oft eine kritische Betrachtung anzustellen über den Wert eines Kunstwerkes an sich. Wenn wir nun vom Werte des Kunstwerkes an sich sprechen, dann wollen wir zunächst die Tatsache berücksichtigen, daß die größten Kunstleistungen der Menschheit ihrer Zeit vorangingen, das heißt also, daß sie in der Zeit ihrer Entstehung von der großen Masse der Mitbürger meist als etwas Neues angesehen worden waren und oft nur von einem begrenzten Teil so- ort verstanden wurden, im übrigen sich aber erst allmählich das allgemeine Verständnis erkämpfen mußten. Ja, dies ist geradezu ein Kennzeichen der allergrößten künstlerischen Leistung, daß sich in ihnen ein Schritt in der unbewußten Erkenntnis des Tatsächlichen nach vorwärts vollzog, dem die Mitwelt nur erst allmählich nachfolgen konnte. Das Recht zur Verdrängung bestehender Kunstleislungen kann über auf alle Fälle nur solchen Reuschöpfungen zuerkannt werden, die eine größere Wahrheit in sich verkörpern und mithin der allgemeinen Erkenntnis und dem Verständnis ihrer Zeit auch wieder voraneilen werden! Es gibt dabei manchmal allerdings auch eine zurückblickende Kunst. Allein sie ist nur in» ofern berechtigt, als sich in ihr wieder eine ch o n verloren gegangene Raffen- b e f i n n u n g ankündigt. Dann, wenn im Laufe einer Kunstentwicklung durch fremde, unvolkliche Einflüsse das Kunstwerk die innere Beziehung zum eigenen Blut und damit eigenen Rassenwert und Empfinden verloren hat, kann durch eine Wiederherstellung dieses ursächlichen Zusammenhangs eine Erneuerung der künstlerischen Leistungen auch dann eintreten, wenn an den Schöpfungen einer vergangenen Epoche angeknüpft wird, um von dort aus nun wieder den richtigen Weg nach vorne zu suchen. Ohne dem aber ist jede Rückentwicklung der Kunst eine Fehlentwicklung. Denn sie führt die kulturellen Leistungen in eine Epoche weitester Vergangenheit zurück, auch wenn sie vielleicht in ihrer damaligen Hohe gleich sein kann der Hohe unbedeutender Rassen der Gegenwart. So kann sehr wohl die „p r i m i t i d e Kun st" von heute oder besser die Kunst der sogenannten Primitiven, in der wir nur Karikaturen erblicken können, wie sie zur Zeit noch verschiedene Negerstämme fabrizieren, identisch sein mit weit zurückliegenden künstlerischen Schöpfungen unseres eigenen Volkes. Ja, dies (ft nicht nur wahrscheinlich, sondern sogar sicher. Denn das Niveau dieser Zeichnungen entspricht, wie ich schon einmal erwähnte, der Betätigung fünf-, sechs- oder siebenjähriger Kinder, damit aber dem Durchschnittsniveau auch der Spitzenleistungen, die unser eigenes Volk vor zwanzig-, dreißig- oder vielleicht sogar fünfzigtausend Jahren eingenommen haben mag. Es kann aber nicht der Sinn einer Säuberung unseres kulturellen Besitztums sein, Leistungen einer fortgeschrittenen Zeit durch läng st überholte Arbeiten einer weit zurückliegenden Epoche zu ersetzen oder sie gar durch sie zu verdrängen. Es muß daher der oberste Grundsatz bei der Wertung eines Kunstwerkes immer sein, daß es in der Zeit feiner Entstehung einen Fortschritt und keinen Rückschritt bedeutet! Ich kann daher sehr wohl eine an sich primitive Arbeit, die vor zweitausend Jahren entstanden ist, als Kunstwerk werten und diese selbe Arbeit aber sofort schärfstens ablehnen, wenn ein heutiger sogenannter Kunstbeflissener sie als Ausdruck unserer Zeit der Mitwelt aufzwingen will. Ich sehe dabei eine besondere Gefahr in dem Wort der „Kunst"- oder „Kultur" -Besinnung. Kunst- oder Kulturbesinnung kann nicht bedeuten: Zurückstreben nach den Leistungen überwundener Zeitalter, sondern könnte nur bedeuten: Wiederauf finden des vielleicht schon früher verloren gegangenen richtigen Weges einer eigenen rafsisch-blutmähig bedingten und damit natürlichen Kunst- und Kulturentwicklung. Man muß dabei aber erkennen, daß der wirkliche Künstler zu keiner Zeit sich bewußt in der Gestaltung seines künstlerischen Wollens eine sogenannte „ft i l i st i s ch e" Beschränkung auferlegte, sondern dies stets erst in den Augen der Nachwelt der Fall zu sein scheint. Das archaische Kunstwerk ist nicht das Produkt eines damaligen bestimmten Stilwollens, sondern das Ergebnis der damaligen Höchstleistung also der letzte Ausdruck des damaligen Sehens und des Vermögens, dieses Sehen in eine künstlerisch materielle Form zu bringen. Daher war diese von uns als archaisch bezeichnete Kunst einst angestrebte höchste Wahrhaftigkeit, während ihre plumpe Wiederholung von heute nur eine höchst unkünstlerische Lüge ist. Wenn aber die Ergebnisse gerade der höchsten künstlerischen Veranlagung fernste Zukunftsvoraus- ahnungen des Wirklichen sind und dem Gestalt geben, dann wird dieses schnellste Dorauseilen vor dem allgemeinen Verstand stets auch nur das Werk der seltensten künstlerischen Erscheinungen sein, d. h.: die Höch st e Kunstbegabung zeichnet sich immer durch äußer st e Vereinsamung aus. Es wird daher eine wahrhaft epochale neue Kunstleistung immer nur das Werk eines Einzelnen begnadeten und der übrigen Menschheit seherisch oorauseilenben Mannes sein und niemals das Ergebnis einer allgemeinen durchschnittlichen Kollektiv» leiftung. Das Genie kann durch keine Mffenleistung ersetzt werden. Ls ist daher von vornherein festzuhallen, daß zwischen dem höchsten Genie und der größten Zahl ein ewiger Gegensatz besteht. Das Genie ist die Einzelperson und das nur Durchschnittliche bleibt die Masse. Darin liegt aber der stärkste Beweis für den Ansinn unserer sogenannten „modernen Kunst", denn sie versucht bewußt, die Leistung des Genies durch eine sogenannte „Massenteistung" zu ersehen. Das heißt, nicht eine strahlende Begabung tritt vor das Volk und schenkt ihm das neue Kunstwerk, sondern eine Unzahl von Stümpern fabriziert minderwertigste Machwerke und beginnt nun mit der Zahl gegen die Seltenheit der wirklich ewigen Kunst zu operieren. Die sogenannte „moderne Kunst" trumpft also mit einer allgemeinen Gemeinschaftsarbeit auf. Daher aber ist sie weder modern noch ist sie überhaupt eine Kunst. Denn es könnte sehr wohl einen neuen und damit also meinetwegen modernen Künstler geben, es kann aber nicht geben eine Kunst des Jahrganges 1937 oder 1940. tDem Genie aber, das nun die Welt mit einer wirklichen neuen kulturellen Schöpfung beglückt, liegt bie Kenntnis des vorhandenen Kunstgutes nach feiner Art und in feiner Technik als selbstverständliche Voraussetzung zutiefst im Dlut, im Verständnis und im Können. Es beherrscht die schon vorhandene Technik souverän und gestaltet auf ihr fußend das neue Kunstwerk, das dem Verständnis seiner Zeit vielleicht vorauseilend sich möglicherweise erst in Jahrzehnten oder sogar Jahr- Hunderten die allgemeine Zustimmung sichern wird. Also der wirklich zum Höchsten berufene, schöpfe- risch begnadete Künstler beherrscht das bisher Geschaffene in seinem tiefsten Sinn und in seiner Technik und entwickelt daraus seine eigene Leistung. Diese schöpferisch begnadeten Menschen sind jedoch nur die Ausnahme. Sie allein aber be- relchern den wahren Kulturbesitz der Menschheit Sie sind zugleich aber auch die tolerantesten Verehrer der Leistungen der Vergangenheit. Sie wissen, was sie diesen Kul urschöpsungen der Vergangenheit selbst zu verdanken haben! In ihnen lebt die souve- rane Uederzeugung vom Wert ihrer eigenen hA°fP lUn0- Ieiöen daher auch nicht unter Der Angst, vorn vergangenen überlistet zu werden. Im Gegenteil: Sie freuen sich daraus, ihre Werke btneinftellen zu können in diese Schau der früheren oder.gegenwärtigen Großen und ihrer Leistungen, und sind dabei überzeugt, daß sie sich d u r ch i h r e .e men Ehrenplatz er- rampsen werden in dieser Galerie der imsterb- :d) künstlerisch Genies abge» Jedes große Kunstwerk trag! seinen Wert in sich LiierarischeVlasteriheii leiiei den Kuiiurverfast ein m jeschlchtllche Anlaß g-g°b-n werden muß. der ihn °Zs"°?d7°!-- Mnd-n allqemeinen Durch,chni.t- ju einer nachträglichen V-rherrNchung der tzand- Haltung d,^e g l $obcn $ie Ochste Origmalitat lung oder der Per,onlichkeit infpmeri, nein, was als Laßs un nur wenigen befon- !!-1ch°ps°ri,ch° Kraft des Künstlers b-g-i, er kann « « " „t,, zu eigen. Es gibt deshalb "um^h^an"d e ln"z w'i'n^ge nd>e r T^atk ra st"er- auch'keMe Kun?., die am lausenden Band immer Vor allem aber wird widerlegt werden durch Kunst überhaupt nicht Literatur, durch Reden sondern nur durch Die große Kunst der Vergangenheit muß dem Volke erschloffen werden. trachtungen. Denn wäre dies möglich, dann könnte man ja ohne weiteres, künstlerische kul- turseistungen einfach aus dem Besitz st and eines Volkes herausrelhen. ohne dah ein Ersah für sie einträte. Dies heihe aber in Wahrheit doch nichts anderes, als den kul- turellen Besitzstand einer Ration allmählich zerstören und an seine Stelle ein Vakuum sehen. Ls können aber selbst die scheinbar überlebtesten Kulturschöpfungen nicht überwunden werden durch eine dann eintretende Leere, höchstens erfüllt noch von dem Geschwätz literarischer Schreiberlinge, sondern nur geschlagen und erseht werden durch neue, und zwar bessere Leistungen. Es ist daher das oberste Gebot bei jeder Kunstwertung die Pflicht der größten Toleranz gegenüber den wahrhaft groheu kulturellen Schöpfungen der Vergangenheit. Eine selbst grohe Zelt wird es sich erlauben können, sowohl politisch als auch kulturell die Arbeit der Ahnen mit jenem Respekt zu behandeln, mit dem sie selbst wünscht, dah auch ihr Zeitalter einst von den Rachkommen geachtet wird. Sie wird sich im Gegenteil bemühen, diesen Leistungen der Vergangenheit ihre eigenen zum Vergleich gegenüber zu stellen, und es dann der Rachwelt überlassen, die Wertung vorzunehmen und, wenn schon erforderlich, die dann notwendige Auswahl zu treffen. Dies wird das stolzeste Kennzeichen einer wahrhaft grohen schöpferischen Zeit sein. Sie wird dafür einst nicht beurteilt werden an dem, was sie einrih, sondern nur an dem, was sie selbst gebaut und ge- staltet hat! oder durch Schreiben, . bessere Leistungen. Musik kann nur widerlegt werden durch Musik, Dichtkunst nur durch Dichtkunst, Baukunst nur durch Baukunst, Tanz nur durch Tanz, Bildwerke nur durch Bildwerke und niemals durch literarische Be- * b?nn '■ bpre,9ene B bered)liq. q5 I n ®runb 3 tl°n, bie ■■ '^is-hen 3 JelorbeH bet 6 M dne leinen. .Mun. 3P|Ungen P' um nach S der fuhrt weitester '"eicht in öer Höhe 00 fann °n heute ■imitioen, tönntn, lerstäinine kliegenden n Lölkes, 'ein sogar entspricht, Tätigung imit aber eistungen. lßig- ober genommen Säuberung ngen einer erholte ■ 9 e n b e n sie zu ©er« Absatz bei sein, baß g einen )ritt be- ie an sich obren ent- bie/e felbe wenn ein als Aussen will, n dem t\in- tann n Lei- könnte ielleicht en We- 'dingten »lturenl- r wirkliche wußt in llens eine änfung in ben ein scheint. 5 Produkt s, Jonbern Höchst' damaligen en in eine Daher war mst einst renb ihre eine höchst ir höchsten iHsooraus« em gestalt useilen cor ■ bas Wert fein, ichnei W [iamung ochale neue s einzelnen >jt sehe^ch js bas Er- i Kollektiv' Achtung vor den großen KunWöpfungen der Vergangenheit! bstverstand- / Verstand' schon. et aus 'y = dem Der idsichA 'ne, E ,hSinn % sein- eig«"1 bt 'nen r e.' „Br "'werden- I Oer" V lichen Ahnen. Erst ihre Trabanten pflegen sich schwieriger bemerkbar zu machen, und es hebt dann im einzelnen das Ringen an zwischen ihren Werken, die selbst nur Durchschnitt sind, mit ähnlichen Werken der Vergangenheit. Und hier wird die Regel die sein, daß aus dem Besitz und aus dem Gedächtnis der Menschen langsam die kleineren Werke entschwinden, um aber ebenfalls nur vor« übergehend neuen Platz zu machen. Rur die wahr« haft Großen bleiben immer bewahrt und sind der dauernden Verehrung sicher. Sie leiden ja auch mcht durch die Größe chrer Hahl! Bei der Beurteilung des Kunstwerkes wird dabei auch von vorn- Neues und Originelles produziert, sondern es gibt nur einen allgemein anerkannten soliden Durchschnitt, aus dem sich die Originale herausheben! Sie tun dies aber nicht, um bann als einsame Lichter eines Tages wieder spurlos zu verlöschen, sondern sie tun es als Fackelträger, um anderen den Aufstieg zu ihrer eigenen Höhe zu zeiaen und zu erleichtern. Damit aber wird, ohne es selbst zu wollen, der Künstler von Format fast immer der Meister einer Schule sein. Wie gering nun oft die Differenzen zwischen ihm und seinen begabtesten Anhängern sein können, vermögen wir aus der Schwierigkeit, nachträglich die Herkunft solcher Arbeiten einwandfrei festzustellen, zu erkennen. Wie oft muß selbst die sorgfältigste Untersuchung die Möglichkeit zugeben, daß das Werk sowohl vom Meister als aber auch vielleicht aus seiner Schule, d. h. aus der von ihm befruchteten Umgebung stammen könnte. Wo wäre aber auch die Zeit hingekommen, wenn ihre erleuchteten Geister außer den Bewunderern keine Nachahmer gefunden hätten? Es gäbe keine menschliche Kultur, wenn Die Genies nur wie Meteore aufleuchteten und dann wieder verglimmen würden, ohne irgend eine weitere Spur von sich zurückzulassen. Sie sind als Genies d i e Pioniere, die nicht nur anderen vorangehen, sondern vor allem auch diese nach sich ziehen. Dies ändert nichts und beschränkt nichts an ihrem Ruhm, Der Weg von der hetlig-ernstgememten Arbeit unserer guten alten deutschen Meister zu den großen Malern des 17., 18. und 19. Jahrhunderts war sicherlich schwerer als der Weg vorn Durch- chnitt einer anständigen Kunst des 19. Jahrhun- ;erts zur primitiven Krittelei unserer sogenannten modernen, deren Produkte nur deshalb aufzufallen pflegen, weil sie ein paar tausend Jahre hinter der heutigen Zeit zurückliegen. Diese schmachvolle Rückeniwicklung aber haben unsere Literaten verbrochen. Ihnen gelang es, durch eine fortwährende Anwendung des Wortes „Kitsch" auf eine gut gewollte anständige Mittelleistung jene exaltierten Verirrungen zu züchten, die einer literarischen Blasiertheit vielleicht als interessante oder gar phänomenale Abwechselung erscheinen mögen, tatsächlich aber ein schandbarer Rückschritt sind, ein Kulturverfall, wie er zu (einer früheren Zeit jemals statlgefunden hat. aber auch nicht stattfinden konnte, weil noch niemals den Literaten ein so unverschämter Einfluß auf die darstellende und bildende Kunst zugestanden worden war. Dabei ist es nun belustigend zu sehen, wie die Produkte dieser sogenannten „Modernen" selbst am allerwenigsten etwa als „Original“ ober „Originalität“ gewertet werden können. 3m Gegenteil: Alle diese sogenannten modernen Künstler sind die kläglichsten und hilflosesten Kopisten aller Zeiten. Freilich keine Kopisten des Anständigen, sondern solche des Unsinns! Sie blasen sich auf und nörgeln über die Baukunst vergangener Zeiten trotz des damaligen geradezu unermeßlichen Reichtums an Formen, und verarmen dabei selbst in der Rachäfsung eines einmal angefangenen Unfugs bis zum Sfumpffinn. Wie lange glaubte man denn wohl, daß es als besondere „Originalität“ würde gelten können, Türen statt gerade verkehrt in eine Hausfront zu setzen oder Wände statt jeder Gliederung einfach glatt zu lassen, oder Erker statt viereckig dreieckig anzukleben, oder Fenster statt statisch richtig in die Front unstatisch und falsch am oder um das Eck anzubringen? So wie an einem Platz aber auch nur mit einem solchen Unsinn der Anfang gemacht wurde, stürzten sich sofort ganze Schwärme unserer druck macht. Fragen Sie diese gesunden Menschen, und Sie werden eine eindeutige Antwort bekommen. Aber fragen Sie nur ja nicht jene äußerlich und innerlich blassen Erscheinungen einer gewissen intellektuellen Dekaden;! Denn diese sind nicht das deutsche Volk! Es ist daher die erste große Aufgabe des neuen Dritten Reiches, dah es die kulturellen werke der Vergangenheit sorgfältig pflegt und sie der breiten Masse unseres Volkes zu vermitteln versucht. Und auch dies mit Verständnis, großzügig und vernünftig, denn es ist ganz klar, dah der von des Tages Arbeit ober von vielen Sorgen gequälte Mann nicht immer fähig ist, am Abend schwerste künstlerische Probleme aufzunehmen und sich mit ihnen ins Bett zu legen. Wer mit Sorge kämpfen muß, braucht bas Lachen notwendiger als wer vom Leben selbst nur ange« lächelt wird. Es soll daher auch das Theater nicht nur der ernsten, sondern auch der heiteren Muse bienen, und sicherlich wird nur ein gewisser Prozentsatz jener, für die eine gute Operette noch ein wahres Kunstwerk ist, das Verständnis zur letzten Gro- ßen Oper finden. Allein dies schadet nicht nur nichts, sondern es ist dies gut. Das Entscheidendste bleibt nur, daß mir uns bemühen, unser Volk wieder auf diesen Weg über die Freude und Schönheit, wenn möglich, zum Erhabenen zu führen. Und es ist nicht der Beweis für die Unwürdigkeit eines Volkes, wenn es außer nach Brot auch nach Spielen ruft. Es würde im Gegenteil vielmehr der Beweis für die Minderwertigkeit des Menschen sein, wenn er allein in Speise und Trank ausschließlich die Aufgabe und das Ziel feines Lebens sähe. Ob und inwieweit es uns gelungen ist, im deutschen Volke die Freude am Theater und damit an der Dichtung und Musik zu heben, kann jeder Einzelne leicht selbst feststellen. Es ist hier feit dem Jahre 1933 eine Wende eingetreten, die ebenfalls eine Revolution bedeutet. Nicht umsonst ist eine der größten Organisationen aller Zeiten ins Leben gerufen worden mit dem schönen Ziel, durch Freude den Menschen Kraft zur Lebensbehauptun g z u geben, sie zu lehren, das Leben in feiner Härte Vor ollem aber möge jeher einzelne m einer solchen Zeit bedenken, daß es dos au-M'-bl ck>- «orrecht der Genies ist, Größere-, Bei - res. Neues zu gestalten, und der traurige Fluch ter Herostraten, Altes einzureißen und du Der- trennen. Wenn wir daher heute von einer Kunstwertung sprechen, dann wollen wir jufammen« sassend unter dieser Kunstwertuna verstehen den ehrfurchtsvollen Respekt vor allen aufrichtigen großen Leistungen unserer !ßerpangem)eit. Die beste Wertung nehmen wir aber vor d u r H b o d) ft e eigene Anstrengungen. Wir alle sind uns bewußt, daß es nicht genügen kann. Das vorhandene nur zu bewahren, sondern daß es nunmehr notwendig ist, auch in unserer Zeit einen stolzen Beitrag zu diesem großen, unserem nationalen Kulturbesitz zu liefern. Es ist kein Zufall, baß im Leben der Völker die Zeiten der Dichter und Sänger nicht immer zusammenfallen mtt den Epochen großer politischer Erhebungen, Weltschick- jale entscheidender Kämpfe. Nickt nur, daß dem Dichter und Sanger erst der wenn also in den letzten Jahren und Iahr- zehnten eine Verarmung an großer dichterischer und musikalischer Gestaltungskraft eingetreten zu sein scheint, dann ist neben anderen Gründen sicherlich dieser eine mit entscheidend, daß sehr viele In ihrem Inneren musisch veranlagte Menschen heute Geschichte machen, statt sie zu beschreiben, d. h. sich das Leben von Helden selbst erwählt haben, statt es zu besingen. Der Feuergeist in unserer Jugend findet seit über einem Vierteljahrhundert wahrhaftig genug andere Möglichkeiten, um sich auszuleben, als die des nur wiedergebenden. dichterischen lleberschwanges oder der musikalischen Gestaltung, wer weih, wieviel gottbegnadete Künstler sich unter jenen zwei Millionen befunden haben mögen, die zum Teil als jugendliche Freiwillige mit Liedern auf den tippen noch im Tode das Bekenntnis zu einem wahrhaft musischen Heldentum abgelegt haben! Dann aber schlug die nationalsozialistische Bewegung unzählige Menschen so sehr in ihren Bann, daß sie nicht nur Beruf und Stellung, sondern sogar Weib und Kind vergaßen, um für die Erhebung ihres Volkes in den Reihen der neuen Ge- meinschaft zu kämpfen. Wer sich so der letzten Bindungen zur normalen bürgerlichen Umwelt ent äußert, der kann sehr wohl auch den Verzicht ausgesprochen haben auf das künstlerische Ausleben seines starken Jchs, ohne daß ihm dies auch nur bewußt zu werden brauchte. Nach Beendigung die- fes weltgeschichtlichen Kampfes wird der vorhandene heihe Lebensdrang mancher lunger Schwär mer von selbst wieder einen anderen Weg zur Aeußerung aufsuchen und finden Dieser verständlichen Verpflichtung kühner Men schen durch das Verlockendere der Tat ist es aber nicht ausschließlich SUZuschreiben wenn in den letzten Jahrzehnten ein fast erschut ernder Man- gel an künstlerischen Qualitäten emzutreten schiem Denn dieses Nachlassen war zum Telschonvor dem Kriege zu bemerken, obwohl in der bürg er lichen Welt V 1914 nur sehr wenig von HeroiS- MUS AU spüren war. Der Grund für den schon da. mals auftretenden Mangel an künstlerischer und besonders schöpferischer Originalitatlag nunrnen.- ܰr °m Sngtf^n^ Empor^mmen nB X ’b«r »itaelt verschwiegen, teils verljin $ sogenannt e n modernen" Kunstbetätigung, die die Lfteraten propagierten und machten, daß g-rad- durck sie jede wirkliche wertvolle neue Krast ent» ober erstickt wurde. Denn rote schon "ttont ist das G-ni- fte's nur -in- Ausnahm- und (SÄ’»«’X literarisch befruchteten jüngeren und älteren Kunstgestalter auf diese Möglichkeit einer neuen, allerdings schon sehr billigen Originalität und kopierten ie viel stupider und geistloser nach, als der schiech- teste Baumeister des 19. Jahrhundert irgendeine uns heute vielleicht vollkommen fremde Renaissance- Architektur nachzuahmen vermochte. Dieses ßiteratengebell gegen den anständigen und soliden Durchschnitt war daher mit die entscheidendste Ursache für das langsame Ausfallen wirklich bedeutender urtb damit die Menschheit nach vorwärts bringender Künstler. Es ist nicht wegzuleugnen, daß in eben dem Maße, in dem im 19. und gegen das 20. Jahr- hundert zu und in dieses hinein die Kunstliteratur zunahm, die Zahl der wirklich großen Künstler abzunehmen anfing! Es ist nicht tragisch, feststellen zu müssen, daß im vergangenen Jahrhundert die musikalischen Genies eine förmliche Kette bildeten, bis sie dann allmählich im dauernden Kampf gegen das Literatentum so aufgerieben wurden, daß wir heute in einer wahrhaft er- schreckenden musikalischen Oede zu leben gezwungen sind. Wir erhielten unzählige Mitarbei- ter an geistreichen Musikzeitschriften, aber wir Der- loren die schöpferischen Komponisten! Wenn wir diesen tatsächlichen Zustand bedenken, bann ergibt sich für uns aber auch ohne weiteres ber Weg, ben wir einzuschlagen haben, um wieder zu einer gesunden Kunst gelangen zu können. Dann aber ist es wieder am Ende auch nicht so tragisch, daß uns im Augenblick das Schicksal zum Beispiel jene Fülle von Komponisten versagt hat, die besonders in den ersten zwei Dritteln des vergangenen Jahrhunderts den Ruhm unserer deutschen Musik befestigten. Denn diese haben gottlob so viel geleistet, dah wir schon eine künstlerische Tat vollbringen, wenn wir wenigstens ihre Werke dem deutschen Volke in bester Form vermitteln. Denn wie viele Deutsche haben nun wirklich einen Anteil an den großen musikalischen Schöpfungen unseres eigenen Volkes ober ber uns oerroanbten Nationen? Leben wir nicht in einer Welt, in der ein ganz kleiner Klüngel übersättigter Para- fiten in lähmender Blasiertheit die größten Kunst- schöpfungen mangels jeder auf anderen Gebieten sich erstreckenden ausgleichenden Tätigkeit über hat, während unzählige Millionen — im Innersten viel aufgeschlossenerer Menschen —- einfach nicht in Berührung kommen mit diesen I Kunstwerken. und damit an ihrer Bedeutung. Im Gegenteil, dies erhöht nur den Wert ihrer geschichtlichen Arbeit. Nur dadurch ist die menschliche Kultur immer wieder auf ein höheres Niveau gebracht worden, dem die breiteren Massen sich nun anzugleichen bemühen. So entsteht ein sich fortwährend nach vorwärts schiebender Strom, aus dem immer wieder vereinzelte geniale Naturen aufzuleuchten beginnen, um neue Ziele des menschlichen Strebens abzu- stecken. Es kann daher im wesentlichen eine wertvolle Originalität nur von den ganz großen Geistern verlangt werden, während der Durchschnitt, d. h. die Masse der auch künstlerisch Tätigen sich stets in einem durch die Genies abge- steckten Rahmen zu halten pflegt. Der jahrzehntelange literarische Angriff gegen diesen soliden Querschnitt einer Kunstbetätigung führt damit aber nur zur K u n st s ch w i n d e l e i„, d. h., die immer wieder verlangte „Originalität“ kann von der Masse der Kunstschaffenden nicht gefunden werden durch das Herausheben nach vorne. Denn dies ist, wie schon betont, nur den seltensten Einzelerscheinungen vorbehalten, sondern durch ein freches Herausspringen nach rückwärts! Und dieser Weg nach rückwärts allerdings ist leicht und kann fast von jedem beschritten werden, sofern hier nur bie nötige Portion Frechheit ober Unverschämtheit einerseits unb bie erforderliche Gebulb ober Dummheit anberseits zur Verfügung stehen. herein zu berücksichtigen sein die dem Künstler ge» stellte ober ihm vorgeschwebte Aufgabe unb bas ihm zur Verfügung stehenbe Material, unb hier ist jedes Kunstwerk von vielen Erscheinungen seiner Umwelt mitbestimmt und mitbedingt. Der Künstler lebt nicht im leeren Raum, wohl aber tun dies sehr oft feine Kritikaster! Er gestaltet nickt nur, sondern er wird auch selb st bewegt. Schon die Ursache der Entstehung eines Kunstwerkes, der Auftrag, ist oft bestimmend für das Ergebnis. Zeitgeschichtliche Auffassungen, geschichtliche Erkenntnisse, kulturgeschichtliches Wissen, alles dies hilft mit an der Gestaltung feines Werkes. füllen. Nicht immer trägt der Sanger in der einen Hand das Schwert und in der anderen bie Leier. Nur zu oft geraten bie heißblütigen Menschen in sturm- und drangvollen Jahren auf den Weg der Helden, während sie sonst sicherlich auf bem der Musen geblieben wären. Ja vielleicht ist bie höchste dichterische Gestaltungskraft auch nur eine Art des Auslebens eines vorhandenen heißen Herzens, das den Mann sonst in den Kampf des Lebens mit hineingerissen haben würde. Wie viele Deutsche kennen denn überhaupt die großen Meisterleistungen unserer Kunst. Und vor allem, wie viele Deutsche wurden denn zur inneren Aufnahme dieser Werke bewußt erzogen? Ist es nicht ein trauriges Zeichen unserer heutigen Zeit, daß in Städten, die vor 100 Jahren ein Opernhaus mit 2000 Plätzen auf knapp 50 000 Einwohner besaßen, heute biefes eine Opernhaus — aber m der Platzzahl durch sicherheitspolizeiliche Vorschrift sogar wesentlich beschränkt — noch immer als einsamer Tempel der höheren Musikkunst steht, obwohl die Einwohnerzahl der Stadt sich unterdes mehr als verzwölffacht hat? Wundern wir uns, wenn bei einer solchen Vernachlässigung der Millionen- mässe unseres Volkes künstlerisch vorhandene Qualitäten einfach deshalb verloren gehen, weil an sie niemals jener große A n st o ß a u s d e m Leben kam, ber so oft entscheidend ist für die spätere Entwicklung der Laufbahn des einzelnen Menschen? . . _ Ich glaube, wir können vor der deutschen Geschichte und vor unseren Rachkommen kulturell heute gar nichts Besseres tun, als alles das ehrfürchtig zu pflegen, was grohe Meister der Vergangenheit uns hinterlassen haben. Und wenn ein ganz keiner kreis überzüchteter Degeneraten an der Urwüchsigkeit dieser wahrhaft deutschen Kunst keinen Gefallen mehr findet oder an ihr kein Interesse mehr hat, und stattdessen zurückstrebt nach einer ihrer eigenen Veranlagung näherliegenden „Primitivität , dann ist es aber erst recht unsere Pflicht, ohne jede Rücksicht darauf das breite und ge- sunde Volk zu dieser unserer deutschen Kunst zu führen. Denn es ist eine Beleidigung für bie Großen unserer Vergangenheit, anzu- nehmen, dah sie nur gelebt haben, nur dichteten und musizierten für eine kleine Schicht durch und durch korrupter und fauler Existenzen. Das Volk aber ist viel zu einfach und natürlich, als bah es nicht Gefallen finden würde an der natürlichen Gröhe seiner alten Meister. Fragen Sie doch die Massen, die abwechselnd in die „E n t a r t e t e K u n st“ und in die Ausstellung der deutschen Kun st hineingehen, oder die die Merke in unseren Museen besuchen, was auf sie mehr Lin- Periode auszulöschen sein. Es ist aber unmöglich, die antike Kunst etwa deshalb abzulehnen, weil sie heidnisch war und unterdessen eine christliche Welt kam, wie es genau so unmöglich ist, eine christliche Kunst abzulehnen, weil manche unterdessen auch zu ihr nicht mehr in voller Uebereinftimmung stehen! Es ist unrecht, an die großen kulturellen Schöpfungen gewaltiger künstlerischer Heroen den oft sehr zeitbedingten Zollstab augenblicklich herrschender Auffassungen anzulegen. Nur ein amusisch veranlagtes Wesen kann zu einem so unmöglichen Verfahren greifen. Allein nicht nur dies: Es ist ein solches Vorgehen auch eine Respektlosigkeit vor unserer großen Vergangenheit und außerdem eine geschichtliche Beschränktheit. Nur ein nationalrespektloser Mann wird Mozarts Zauberflöte verurteilen, weil sie vielleicht im Text weltanschaulich seinen Auffassungen entgegensteht. Ebenso wird nur ein ungerechter Richter Wagners Ring ablehnen, weil er nicht den christlichen Anschauungen entspricht, ober Wagners Tannhäuser, Lohen- grin und Parsifal, weil sie umgekehrt nickt im Sinne anderer Erkenntnisse gehalten zu sein scheinen. Das große Kunstwerk trägt einen absoluten Wert in si ch. Dieser Wert wird nicht gemessen mit dem Maßstab einer bas Kunstwerk als solches gar nicht berührenden mehr oder weniger zeitlich bedingten Auffassung. Wenn im übrigen jede Generation das Recht in Anspruch nehmen würde, Kunstwerke ihrer politischen, weltanschaulichen oder religiösen Vergangenheit einfach auszurotten, dann würde sicherlich vor allem jede politische Umwälzung sofort die Vernichtung der in einer anderen politischen Umwelt großgewordenen Kultur bedeuten. Dies ist aber genau so sinnlos, als es sinnlos wäre, in einer nationalsozialistischen Wirtschaftsauffassung alle materiellen Werte zu vernichten, die unter nichtnationalsozialistischen Gedankengängen im Laufe ber Jahrhunderte entstanden und aufgespeichert worden sind. Es ist unmöglich, das Gemälde eines Meisters des 17. Jahrhunderts abzulehnen, weil sich aus feiner kulturgeschichtlichen Kenntnis des römischen Lebens für unser Auge zahllose uns heute bewußt gewordene Stilwidrigkeiten aufzeigen. Hier muß an das Kunstwerk von einem höheren G e - sichtspunkt aus herangetreten werden. Es gibt aicht nur einen Respekt vor den materiellen Besitz- lümern eines Volkes, sondern auch einen solchen Dor den kulturellen! Und dieser Respekt hat auch bann zu gelten, wenn im einzelnen gewisse Auflassungen der Gegenwart nicht mehr übereinftim- •nen mit der das Kunstwerk bestimmenden oder durch das Kunstwerk selbst vertretenen Vergangen- heil. Vor allem: Jedes gewaltige Kunstwerk trägt seinen eigenen Wert in sich. Es kann nicht mit anderen Maßstäben gemessen werden. Es ist unmöglich, im Jahre 1940 aus einer bestimmten politischen oder weltanschaulichen Einstellung heraus sich einen Maßstab zu schassen, um ihn dann anzulegen an den weltanschaulichen Gehalt der Kunstwerke vergangener Zeiten und diese dann entweder zu bejahen oder im nichtzutreffenden Fall abzulehnen. So wenig es möglich ist, die leiblichen Vorfahren nach ihrer besonderer Einstellung zu Problemen der damaligen Zett im einzelnen anzuerkennen oder zu verdammen, so wenig ist es auch möglich, ein wahrhaftes Kunstwerk einfach deshalb nicht gelten lassen zu wollen, weil das in ihm veranschaulichte ober dargestellte Ideal der damaligen Welt unseren heutigen Auffassungen nicht mehr genügt oder ihnen vielleicht sogar entgegensteht. Da die Kunst in vielen Fällen sich in ihren Dar- teUungen den Ereignissen einer Zeit zürnenden nutz, würde mithin stets dann, wenn eine nach- olgende Periode zu anderen Auffassungen kommt, bie künstlerische Gesamtleistung der davorliegenden mannhaft zu ertragen, aber auch nach seinem Glück mit Freude zu greifen. Wer aber durch eine folche Lebensauffassung in seinem prüden Inneren verletzt 3U sein behauptet, der kann in den gerichtlichen Verhandlungen der vergangenen Monate wohl gesehen haben, daß es besser ist, einem gesunden Lebensdrang sein Recht zu gben, als die gottgewollte Natur unvernünftig zu vergewaltigen. Wenn so auf einigen Gebieten der neue Staat nur als ein erhaltender in Erscheinung treten kann, dann tritt er aber auf einem anderen dafür schon als Ge st alter auf. — Niemals wurden in der deutschen Geschichte größere und edlere Bauwerke geplant, begonnen und ausgeführt, als in unserer Zeit. Und dies ist das Wichtigste. Denn die Architektur bestimmt auch die Plastik und Malerei. Sie ist neben der Musik die urgewaltigste Kunst, die der Mensch erfunden hat. Auch sie wurde jahrzehntelang entbehrt. Unter dem Motto der „Sachlichkeit" erfolgte ihre Degradierung zum künstlerischen Unsinn, ja zum Betrug. Während der schöpferischen Armut eines bürgerlichen, liberalen Zeitalters schrumpften die Bauten der Gemeinschaft immer mehr zusammen gegenüber den Industriewerken, Banken, Börsen, Warenhäusern und Hotels usw. bürgerlicher Kapitals- und Interessengemeinschaften. So wie der Nationalsozialismus aber über diesen Interessengemeinschaften die größere Gemeinschaft der Nation, des Volkes stellt, wird er auch den Werken dieser Gemeinschaft den Vorrang in der Nepäsen- lation gegenüber den privaten geben. Dies ist entscheidend. 3e größer die Anforderungen des heutigen Staates an feine Bürger sind, um so gewaltiger muh der Staat auch seinen Bürgern erscheinen. Wenn man aber so oft „von volkswirtschaftlichen Notwendigkeiten" redet, dann möge man bedenken, dah die meisten dieser Notwendigkeiten schwere Anforderungen a n die Opferbereitschaft eines Volkes stellen, ohne dah diese die Gemeinschaft auch so sichtbar sehen und verstehen lernt, weshalb nun ein höherer Zweck ihren eigenen Interessen übergeordnet sein soll. Es gibt daher keine grohe Epoche im Völkerleben, in der nicht die Interessen der Gemeinschaft ihre überragende Bedeutung durch den sichtbaren Eindruck groher Architekturen anzustreben versucht haben. Die Leistungen und Ergebnisse dieses Strebens aber haben der Menschheit erst den richtigen Gemeinschaftsgeist vermittelt und damit die Voraussetzung für die Schaffung und Erhaltung der menschlichen Kultur gesichert und nicht das emsige Streben nur wirtschaftlicher Interessen nach Gewinn oder Dividende usw. Diese große monumentale Betonung der Gemeinschaft hat mitgeholfen, eine Autorität aufzurichten, ohne die es weder eine dauerhafte Gesellschaft, noch eine Wirtschaft der Gesellschaft geben könnte. Ob diese Autorität nun ihre Wurzel in religiösen Institutionen oder im Weltlichen fand, ist dabei einerlei. Die Autorität, die jedenfalls das deutsche Volk im 20. Jahrhundert vor dem Zusammenbruch gerettet, es vor dem Chaos des Bolschewismus zurückgerissen hat, ist nicht die eines Wirtschaftsoerbandes, sondern die der national® sozialistischen Bewegung, der Nationalsozialistischen Partei und damit des nationalsozialistischen Staates! Die Gegner werden es ahnen, aber vor allem die Anhänger müssen es wissen: Zur Stärkung dieser Autorität entstehen unsere Bauten! Dieser Autorität soll nutzen, was Sie hier in dieser Stadt sich erheben sehen, was in Berlin und München, in Hamburg und in anderen Orten in der Planung begriffen und zum Teil schon zur Ausführung reif ist oder schon jetzt vor Ihnen fertig aufgeridjtet steht! Dies ist die Tendenz, die diesen Bauwerken zugrunde liegt! Und weil wir an die Ewigkeit dieses Reiches — soweit wir in menschlichen Maßen rechnen können — glauben, sollen auch diese Werke ewige sein, das heißt, sie sollen nicht nur in der Größe ihrer Konzeption, sondern auch in der Klarheit ihrer Grundrisse, in der Harmonie ihrer Verhältnisse ewigen Anforderungen genügen. Die kleinen Tagesbedürfnisse, sie haben sich in Jahrtausenden verändert und werben sich ewig weiter wandeln. Aber die großen Kulturdokumente der Menschheit aus Granit und Marmor stehen ebenfalls seit Jahrtausenden. Und sie allein sind ein wahrhaft ruhender P o l in der Flucht all der anderen Erscheinungen. ihnen hat die Menschheit sich in Zeiten des Verfalls stets von neuem die ewige Zauberkraft gesucht und auch immer wieder gefunden, um ihrer Wirrnis wieder Herr zu werden und aus dem Chaos eine Neuordnung zu gestalten. Deshalb sollen diese Bauwerke nicht gedacht sein für das Jahr 1940, auch nicht für das Jahr 2000, sondern sie sollen hineinragen gleich den Domen unserer Vergangenheit in die Jahrtausende der Zukunft. Und wenn Gott die Dichter und Sänger heute Kämpfer sein läßt, bann hat er aber den Kämpfern jedenfalls die Baumeister gegeben, die dafür sorgen werden, daß der Erfolg dieses Kampfes feine unvergängliche Erhärtung findet in den Dokumenten einer einmaligen großen Kunst! Dies mögen die kleinen Geister nicht verstehen, aber sie haben ja unseren ganzen Kampf nicht begriffen. Dies mag unsere Gegner verbittern, allein ihr Haß hat unjere Erfolge auch bisher nicht zu verhindern vermocht. Einst aber wird man in höchster Klarheit begreifen, w i e groß der Segen ist, der aus den gewaltigen Bauwerken dieser ge- schichtemachenden Zeit in die Jahrhunderte hinausstrahlt. Denn gerade sie werden mithelfen, unser Volk politisch mehr denn je zu einen und zu ftär- ken, sie werden gesellschaftlich für die Deutschen zum Element des Gefühls einer stolzen Z u s a m» mengehöriqkeit, sie werden sozial die Lä« cherlichkeit sonstiger irdischer Differenzen gegenüber diesen gewaltigen gigantischen Zeugen unserer Gemeinschaft beweisen, und sie werden psychologisch die Bürger unseres Volkes mit einem unendlichen Selbstbewußtsein erfüllen, nämlich dem Deutsche zu fein! Diese gewaltigen Werke werden aber zugleich auch die erhabenste Rechtfertigung bar» stellen für bie politische Stärke ber beutschen Nation. Dieser Staat soll nicht eine Macht sein ohne Kultur, unb keine Kraft ohne Schönheit. Denn auch bie Rüstung eines Volkes ist nur bann moralisch berechtigt, wenn sie Schild und Schwort einer höheren Mission ist. Wir streben daher nicht nach der rohen Gewalt eines Dschingis Khan, sondern nach einem Reiche der Kraft in der Gestaltung einer starken sozialen und beschirmten Gemeinschaft als Träger und Wächter einer höheren Kultur! Moskaus Siöruugsmauöver gegen die Mittelmeerkonferenz. Der Brandstifter. In Rom, in London und sogar in Paris ist man über einen diplomatischen Schritt Moskaus entrüstet, der vom „Corriera della Sera" rund heraus als Frechheit bezeichnet wird und es in Wirklichkeit auch ist. Ausgerechnet die sowjetrussischen Bombenwerfer, die Unterminieret jeder Verständigungsbestrebung, die geschworenen Feinde der Ordnung und des Friedens haben in Rom eine Note überreicht, die kurz und bündig Italien beschuldigt, sowjetrussische Dampfer vor den Dardanellen durch ihre U-Boote zum Sinken gebracht zu haben. Dafür solle Italien eine Entschädigung bezahlen. Es ist verständlich, daß der italienische Außenminister Graf C i a n o die unverschämte Sowjetnote energisch zurückwies, aber es ist bezeichnend, daß sogar in der französischen Presse, die sonst im Pakt mit der Sowjetunion das Heil Frankreichs erblickt, Stimmen laut werden, die behaupten, Sowjetrußland habe die Mittelmeer-Konferenz torpediert, die am Freitag bei Genf, in Nyon, auf englisches Betreiben zusammentreten sollte. Die Bolschewiken haben nicht die Spur eines Beweises für die in ihrer Note behaupteten angeblichen Tatsachen erbracht. Wenn man an die angebliche Torpedierung des Bolschewisten- dampfers „Molangoiff" im Aegäischen Meer und an die schlechte Inszenierung dieses Sowjettheaters denkt, dann ist es ganz klar, daß Moskaus Absicht dahingeht nicht nur zu provozieren, sondern eine sich anbahnende Neuordnung des gesamteuropäischen Verhältnisses von vornherein zu vereiteln. Nach dem Torpedierungsversuch auf den englischen Zerstörer „Haoock" hatte England sich endlich darauf besonnen, daß die seinerzeit beim „Leipzi g"- Zwischenfall von Deutschland gemachten Vorschläge, die es damals ablehnte, doch die geeignetsten seien, um Piratenstücke zu verhindern Deshalb hatte es jetzt, da die Torpedierungsgefahr britische Schiffe betraf, die schleunige Einberufung einer Konferenz betrieben. Die kurzfristige Einladung, die entgegen der ersten französischen Absicht an Deutschland und Italien gerichtet wurde, ist an und für sich ungewöhnl'ch, nachdem die französische Taktik darauf hinauslief, Deutschland und die wichtigste Mittelmeermacht Italien von der Konferenz fernzuhalten, dafür aber den bolschewistischen Bundesgenossen und Völkerbundsfreund an den Konferenztisch zu bringen. Die Konferenz ist durch den ungeheuerlichen sowjetrussischen Vorwurf gegenüber Italien i n Frage ge ft eilt worden, da sich Italien unmöglich, so betont nicht nur die Presse des Landes, sondern auch teilweise die englische und französische, mit einem Staat zur Beratung über die Aufrechterhaltung der Ordnung in einer Konferenz einlaffen könnte, der nichts will als Unordnung, und der bewußt darauf ausgeht, aus dem spanischen Krieg einen We11brand zu entfachen. Man versteht auch, daß die englische und die französische Oeffentlichkeit sehr erregt über diese Torpedierung des Konferenzgedankens durch Sowjetrußland find. Aber schon die Dreistigkeit, mit der Sowjetrußland sich im Nichteinmischungsausschuß benahm, die ständigen Provokationen gegenüber den deutschen, italienischen und portugiesischen Vertretern ließen darauf schließen, daß die Sowjets alles tun, um Del ins spani - s ch e Feuer zu gießen und eine Lokalisierung des Kriegsbrandes unmöglich zu machen. Die Politik der Sowjets ist eben gegen jede Verständigung und gegen jeden Versuch des Ausgleichs gerichtet, und die plumpe Frechheit, die sie jetzt, am Vorabend der Konferenz, zur Schau trugen, ist nichts anderes als bie alte Absicht, Schaden anzurichten und eine. internationale Aussprache unmöglich zu machen. Einige Blätter gehen so weit, diese P o - li11k des Brand st iftens als in der tr ü » b e n innenpolitischen Lage der Sowjets verankert so sehen, und es mag stimmen, daß die Sowjets versuchen, Ablenkungen zu schaffen. Aber die freche Plumpheit dieser Ablenkungsmanöver sollte doch auch in London und Paris Die Augen dafür geöffnet haben, wer der wirkliche Feind einer europäischen Befriedung ist —rt. Dreiste Forderungen in London. London, 8. Sept. (DNB. Funkspruch.) Das englische Kabinett wird sich heute mit Fra- aen befassen, die im Vordergrund des außenpolitischen Interesses stehen. Jn London wird mitgeteUf, daß bisher sechs von den zwölf zur Mittelmeerkonferenz eingeladenen Staaten, darunter auch S o w j et- ruß l a n d , die Einladung angenommen ha- ben. Die Sowjetregierung fordere jedoch in ihrer Antwort, dah die „unerträgliche Natur- der Angriffe italienischer Kriegsschiffe gegen Handelsschiffe anerkannt werde, und sie verlange ferner die Einladung Sowjet- s p a n i e n s zur Konferenz, hingegen d i e Ausschaltung Deutschlands. Dieses unverschämte sowjetrussische Störungsmanöver wird nicht allein von der bürgerlichen Londoner Presse, sondern sogar von den Linksblättern allgemein als Dreistigkeit empfunden, und es wird offen die Auffassung ausgedrückt, daß Moskau die Mittelmeerkonferenz zu torpedieren versucht. Der diplomatische Korrespondent der „Daily Mail" schreibt, Italien fei von England mitgeteilt worden, daß man es der sowjetrussischen Abordnung nicht gestatten werde, ihren Plan, die Konferenz in einen Schauprozeß gegen Italien umzuwandeln, zu verwirklichen. Falls die Konferenz nicht zustande komme, würden stattdessen Besprechungen unter den in Genf anwesenden Mächten stattfinden. Nachruf. Wir bedauern tief das Ableben unseres langiähiigen treuen Mitarbeiters Herrn Direktor i R. Georg Schmincke. Der Heimgegangene hat 41 Jahre lang, seit 1904 als Prokurist und seit 1920 als Vorstandsmitglied, in unermüdlicher, hingebend r Arbeit und mit seinen vielseitigen Fähi ketten unserem Unternehmen unschätzbare Dienste geleistet bis er im Hei bst 1935 infolge Erkrankung seine Tät:g- keit schweren Herzens einstellen muhte. Als Vorbild eines echten deutschen Mannes von eis rnem Fleiß, treuester Pflichterfüllung und lauterem Charakter wird der Entschlafene uns in dankbarer Erinnerung unvergeblich bleiben. Der Inhaber, zugleich als Vorstand und Betriebsführer, der Aufsichtsrat und die Gesamtgefolgschatt der Firma Georg Philipp Gail A.-G. Zigarrenfabiikeo. 1858 D Für die herzUche Anteilnahme beim Hinscheiden meines Mannes Gustav Duill Gastwirt die ehrenvolle Teilnahme an der Trauerfeier, besonders für die sehr zu Herzen gehenden Worte des Herrn Pfarrer Weisel, sage ich meinen herzlichsten Dank Elisabetha Duill, geb. Kröck Heuchelheim-Abendstern, den 8. September 1937 04449 Meinen verehrten Freunden und Gönnern zur Kenntnis, daß ich meine Gastwirtschaft unverändert weiterführe. Ich bitte um geneigten Zuspruch und Unterstützung. Frau Duill Wwe. Heuchelheim — Abendstern 04450 Keine Zeugnisse in Urschrift lonoern nm tfeuflnte- obididften oem ieerbunfl8id)t*iben bet legen — Lichtbiibei uniBewerbun iSunter- lagen müflen zur ®ec< metbunp oon Verluste» mi| oet Hürflettr kamen unb anfchrlu bet Bewerbers tragen I Junget Metzgergeselle gesucht Schriftliche Angeb mit Lohnansprnch unter 04425 an den Gieß. Anz. Junges, saub. MW für vormittags gesucht. r 5763D Frübelstr. 231. Geburtanzeigei, bei Brühl, Gießen Fleißiges ehrlich WWn zum 1. Oktober gesucht 3ei0.nniih3immpr Lich. üniversiläis- MbandliiDg suchtiung.Mädel mit höh. Schulbildung als Lehrling Selbstgeschr. Bewerb. u. 5702D an d. Gieß 21m. Gesucht für sofort oder später ein tüchtiges MW für Hausarbeit Schloß Sickendorf Lauterbach Hessen wtwp Saub., tüchtiges mnges ls827v Rädchen für Haus u. Geschäft gesucht. seinriWeiiülil Bäckerei. Konditorei Gießen Franks. Str. 41 Telefon 2833. OlftnrVlnteigen m (Miefcenrr Vln^eiflet vrben von lomcnben beachtet unb geteje». Aelter. 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Dieses jsmanöüer Londoner iksblätiera i, und es 'ückt, daß zu for- f<) chließlich ^garten gngsparl srri^. gehen. Wieder sind lange vor dem Beginn die Riechen der langgestreckten festlichen Halle Kopf an Kopf bis an die dem Führerkorps vorbehaltenen Platze besetzt, das, wie in allen Jahren den Führer vor der Luitpoldhalle empfängt und ihn in die Halle begleitet. In den ersten Reihen sitzen auf der einen Seite die 48 Missionschefs der ausländischen Ver- tretungen und die Angehörigen der Bewegung, auf der anderen die Vertreter der höchsten Reichs- und Staatsbehörden, die Spitzen der Generalität und Admiralität und endlich die Ehrengäste des Führers nis verantwortungsvoller Zusammenarbeit zwischen Führer ui-d Gefolgschaft, ist das Ergebnis der Gemeinschaftsleistung von Millionen freiwillig und opferbereit mitschaffender deutscher Männer und Frauen — von Millionen Arbeitern des Geistes und der Faust, zusammengeführt in der gemeinsamen Idee, die allen ins Bewußtsein gerufen wurde. Deutschland — seine Größe, seine Zukunft! 3n diesem großen Glauben vollzog sich die Wandlung des deutschen Arbeiters. Adolf Hitler hat den deutschen Arbeiter in sein Volk zurückgeführt, der Arbeiter hat seine Heimat wiedergefunden. Dieser dient er nun mit aller Kraft. Er dient dem nationalsozialistischen Reich, das den arbeitenden Menschen die Verwirklichung des praktischen Sozia- lismus gebracht hat Was früher ein Wunschtraum der Schaffenden zu sein schien, wurde Wahrheit: der deutsche Arbeiter ist gleichgeachtetes und gleichberechtigtes Glied der Volksgemeinschaft 3n gesichertem Urlaub fährt er durch die Schönheit der heimatlichen Länder, auf eigenen Schiffen durchquert er die Meere, in eigenem Seebad wird er seine Erholung finden. Hat die Arbeit uns wieder als Nation ausgerichtet und wieder Ehre, Kraft, Mut, Hoffnung gegeben, so hat die Arbeitsfreude uns zugleich die Lebensfreude wieder geschenkt Ohne Arbeit ist kein Leben. Der Nationalsozialismus aber hat Deutschland die Arbeit und damit das Leben gesichert Der Nationalsozialismus übernahm -ich! ^ereinsföb^ li (Är.81. Der Parteikongreh ehrt die Toten der Bewegung. Der feierlichen Eröffnung des „Parteitages der Arbeit" durch Rudolf Heß folgte — wie m jedem Jahre - die Totenehrung, die der Chef des Stabes Lütze (im Vordergrund) vor- nahm. Hinter dem Stabschef die Blutfahne von 1923. — (Aufnahme: Scherl-Bllderdienst.) Neuer Boden wächst an der Küste, Oedland von einst trägt Frucht neue Werke wachsen, die her- oorbringen werden, was uns ermangelt Der Witte eines Mannes ist es, der einem der arbeitsamsten Völker der Erde wieder Arbeitsmöglichkeiten gab. In ungeheurer eigener Arbeitsleistung, vorbildlich für die ganze Ration, wies er der Arbeit die Richtung, setzte er die Arbeit an zum Wohle des Ganzen, gab er der Arbeit Schuh durch eine Rüstung, die wiederum entstand in gewaltiger Arbeit. Oie gewonnene Arbeitsschlacht war der Sieg der Persönlichkeit, war der Sieg Adolf Hitlers. Die treibende Urkraft aller Arbeit ist der Mensch. Sie hat des Führers Wille allem anderen voran wieder zum Einsatz gebracht Die große materielle Arbeitsleistung des deutschen Volkes seit der Machtergreifung des Nationalsozialismus ist das Ergeb- " zu schaf, ftntüngs- d Paris die Örtliche st —rt. Dos 16 mit Wnpoliti zum Reichsparteitag 1937. Unbeschreiblich ist auch wieder Die freudige und erwartungsvolle Spannung, die Tausende beseelt und die sich Luft macht als der Führer gefolgt von seinem Stellvertreter, dem Frankenführer. Den Reichs- und Gauleitern und dem Fuhrerkorps der Kampfformationen, durch den Mittelweg kommt. Nach den straffen Rhythmen eines Marsches aus der Kampfzeit zieht bann. «-Iu»" der Bhrt fahne, funkelnd und gleißend der Wald der rühm reichen Standarten ein Mit drei langgezoge- nen Hornstößen setzt dann Wagners .-Rienzi - Ouvertüre als festlicher Aufklang ein Feierlich steigt das Niederländische Dankgebet empor und klingt mit den rauschenden Akkorden der Orgel der Luit- poldHalle in der Bitte an den Lenker der Schlack)- ten aus: Herr mach uns frei! Dann tritt Rudolf Heß an das und eröffnet den Kongreß. Und em zweites Mal ergreift die Tradition gewordene Symbolik Der Kongreßeröffnung alle Herzen als Nudolf Heß zu- nächst der 31 Opfer des bolschewistischen Angriffes auf das Panzerschiff „Deutschland" siedenkt und Stabschef Lutze dann die endlose Reihe derer ver- lieft, die im Kampf für Führer, Bewegung und Nation ihr Leben Hingaben. Die Eröffnungsansprache des Stellvertreters des Führers mit dem Dank an Adolf Hitler als Den Inbegriff „Deutschland" klingt aus in ein aus begeistertem Herzen immer wieder ausbrechendes dreifaches „Sieg-Heil!" auf den Führer Dann entbietet der Frankenführer (Bauleiter Julius S t r e i - cf) e r in feiner markanten Art den Kongreßteilnehmern den Willkommensgruß. Und nun hat Der Sprecher der Partei (Bauleiter des Tradttionsgaues München-Oberbayern Ado!' W a a n c r das Wort 5Ur Verlesung der mit Spannung erwarteten Proklamation des Führers. Die Proklamation des Führers in der Luitpoldhalle. Die feierliche Eröffnung des Parteikongresses in ber ßuitpolbt)aUe einr9 grujt ©auletter Wagner vor der Berlesung der Proklamation den Führer. (Aufn.: Scherl-Bilderdtenft.) sozialismus. ~ , . Der Wille zum Schaffen hat Deutschland verwandelt: Durch die deutschen Lande klingt eine Symphonie der Arbeit wie kaum je zuvor Auch tote Werkstätten sind erfüllt vom Leben Essen rauchen wieder Räder drehen sich wieder. Schmiede pressen bewegen sich wieder Walzen rollen wieder. Zug um Zug läuft von Wirtschastszentrum zu Wirtschaftszentrum Schiff um Schiff kommt und geht in einst verödeten Häfen Bauten von klassischer Schönheit erstehen, neue Autobahnen Straßen, neue Kanäle, schieben V4*. '“"*"** X/''‘ brunnen lebensstarken Schaffens! Kein Streik, keine Aussperrung mehr hemmt die Arbeit, schädigt mehr das Gemeinwohl Im nationalsozialistischen Deutschland herrscht die Autoritär der Vernunft — gestützt durch das Vertrauen des Volkes — lebendig erhalten durch die Partei — gesichert durch den Staat! Es scheiterten alle Versuche internationaler Friedensstörer, über unsere Grenzen hinweg diese Autorität zu unterhöhlen, die Vernunft in Wahnsinn zu wandeln Sie scheiterten, weil unser Volk immun geworden ist gegen solche Versuche. Unser Volk ist immun geworden, weil es die Ergebnisse nationalsozialistischer Staatsführung vor Augen hat und die Ergebnisse des Kommunismus eine zu beredte Sprache sprechen. Nationalsozialismus bedeutet Aufbau — Kommunismus bedeutet Verfall Nationalsozialismus bedeutet Arbeitsfreude — Kommunismus bedeutet Zwangsarbeit. Nationalsozialismus bedeutet Frohsinn und Zuversicht — Kvmmu- nismus bedeutet Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit. Unter dem Nationalsozialismus wurde Deutschland zum blühenden Garten — unter dem Kommunismus werden Länder zum Inbegriff der Zerstörung und des Grauens. Das Bemühen des Kommunismus. Grauen und Zerstörung wieder nach Deutschland zu bringen, wird — das bleibt unsere Gewißheit! — für alle Zukunft vergeblich sein! Es wird vergeblich fein, dank dem Nationalsozialismus und seinem Führer. 2Hein Führer! Ls ist zum schönen Brauch geworden, daß alljährlich zu Beginn des Par- keikongreffes Ihnen gedankt wird in Anwesenheit der Spitzen von Partei und Staat, in Anwesenheit ihrer höchsten Offiziere. So lassen Sie mich auch heule danken für das, was Sie auch im vergangenen Jahre wieder getan haben für Deutschland, und für alle, die die Ehre haben, sich diesseits und jenseits der Grenzen Deutsche zu nennen. Dir, die wir unter Ihnen wirken dürfen, wissen, wie unendlich groß die Verantwortung auf Ihnen lag, wie unerhört die Bürde der Arbeit war; wir wissen, daß Arbeitsleistung und Verantwortung an die Grenze dessen liegt, was ein Mensch zu tragen vermag. Wir wissen aber auch, daß der Erfolg so gewaltig ist, wie er nur wenig Menschen im Laufe der Geschichte vergönnt gewesen. Dir haben den Glauben, daß der Lenker der Völkerschicksale auch im kommenden Jahre Ihnen die Kraft verleihen wird, Ihr so sichlbarlich gesegnetes Derk fortzuführen und Deutschland weiter aufzubauen zu einem starken Hort des Friedens. In diesem Frieden wird unser Volk seiner fruchtbringenden Arbeit nachgehen, in treuer Hingabe an Deutschland und an Sie, mein Führer, der Sie der Inbegriff Deulsch- t lands geworden find. Dir grüßen Sie, mein I Führer als den ersten Arbeiter der Ration: Adolf Hiller Sieg-Heil! Der Wortlaut der Proklamation. Parteigenossen und -genossinnen! Nationalsozialisten! Zehn Jahre sind vergangen, seit der dritte Parteitag der Bewegung zum ersten Male in Nürnberg abgehalten wurde. Nach einem beispiellosen, mühsamen Neuaufbau der Partei trafen wir uns 1926 i n Weimar, um durch diesen, auch nach außen hin sichtbaren Akt den Beweis für die gelungene Wiederherstellung der Bewegung zu geben. Es ist unter Den damaligen Umständen kein leichter Entschluß gewesen. Wie viel größer aber wurde die auf uns lastende Verantwortuna, schon ein Jahr später zu einer neuen solchen Zusammenkunft nach Nürnberg aufzurufen. Ein weiter Sprung von der einstigen kleinen Thüringer Residenz zur großen alten deutschen Reichsstadt. Zum ersten Male fand damals die Feier des Parteikongresses vor über 20 0 0 Menschen statt. Zum ersten Male erfolgte der Aufmarsch der Kampfbewegung in der unter- des historisch gewordenen Luitpold-Arena zum großen SA.-Appell. Und obwohl dieser Platz - seitdem eine vielfache Vergrößerung erfuhr, erschien > er uns dock im August 1927 schon so gewaltig, daß ? manchem leise Zweifel aufkamen, ob es gelingen t würde, ihn auch wirklich zu füllen. Zum ersten t Male standen am Sonntag, dem 19 August, die i Tausende und aber Tausende unserer SA.- und i SS -Männer im Flimmern der einen regenfeuchten ' Morgen durchdringenden Sonne auf der weiten > Fläche und legten wieder das alte Bekenntnis ab zu unserer Bewegung und zu mir als ihrem Führer. Und wieder zum erstenmal durchzogen Nationalsozialisten diesen Raum, in dem soeben die Proklamation an Sie verlesen wird. Nack viel- stündigem Marsch schliefen hier 8000 alte Kämpfer, ein Teil jener, die am nächsten Tag zum großen Appell anzutreten hatten. Und vieles andere war damals schon so geworden, wie mir es seitdem immer als selbstverständlich ansehen lernten. Es war für uns alle unendlich schön und ergreifend, zum ersten Male die nationalsozialistische Bewegung allein in die weiteren Räume der heutigen Reichparteitagstadt einziehen zu sehen und dann mitzuerleben, wie sich die eigenartigen Formen auszuprägen begannen, die uns so teuer und vertraut gerooroen sind. Das Jahr 1927 hatte aber auch wesentlich dazu mitgeholfen, den nationalsozialistischen Parteitagen jenen großen demonstrativen Choral- ter zu verleihen, der ihnen seitdem nicht nur verblieben ist, sondern der sich immer stärker in seiner Eigenart entwickeln sollte. Schon 1927 war der oberste Grundsatz dieser Tagungen, daß die Generalfchau der Bewegung nicht zu einem parlamentarischen Debattierklub herabsinken durfte. Gerade hier konnte es keine anonyme Verantwortlichkeit geben und daher auch keine anonyme Abstimmung. Am Parteitag der Bewegung mußten die obersten Prinzipien unserer Organisation am stärksten in Erscheinung treten. Immer und überall ist für alles der eine Dann verantwortlich! Daher erfolgte die sachliche Arbeit auf diesen Parteitagen schon damals nur in gesonderten Be- Der Kongreß Oes 9 Parteitages Der NSDAP 1 ft eröffnet. Unser erstes Gedenken gilt wie stets zu Beginn dieses Kongresses unseren Toten In )iefem Jahr betrauert das deutsche Volk insonderheit die 31 Gefallenen des Panzerschiffes „Deutschland" Sie starben in treuer Pflichterfüllung in Durchführung einer internationalen Verpflichtung Sie wurden Opfer eines der verbrecherischen bolscheroisti- chen Angriffe auf den Frieden Europas Die Namen der Nationalsozialisten, welche im Kampf um die Macht ermordet wurden und im Ausland wegen ihrer Gesinnung bolschewistischer Mordgier zum Opfer fielen, verliest jetzt der Stabschef der SA Die Männer, deren Namen der Stabschef verlesen hat, sind ür uns gefallen Sie haben i h r Leben für Öen gleichen Glauben gegeben, der auch uns beseelt; sie sind unlösbar mit uns verbunden. Den hier anwesenden Hinterbliebenen unserer Gefallenen gilt die erste Begrüßung, die ick namens der NSDAP auszusprechen die Ehre haben Ich begrüße ferner die Gäste aus dem Bereitfein ist alles! Als Parteitag Der 21 r b e 11 wird Der Jahresappell 1937 Des politischen Deutschland in Die Geschichte eingehen Parteitag Der Arbeit — Das । beDeutet, Daß nun nach Der vollbrachten seelischen Einigung, nach Der UeberromDung Der System schäDen. nach Der Befreiung von fremDen Diktaten und nach Der WieOererrichtung Der Deutschen Wehr- ( Hoheit Die Macht Des nationalsozialistischen Reiches i innerlich unD äußerlich genügenD gefestigt ist, um i ohne Furcht vor plötzlicher Gefahr unD Not, ohne Unruhe unD Störung Den inneren Aufbau Des BaterlanDes tatkräftig zu vollenDen Parteitag Der Arbeit — Das beDeutet aber auch Daß keiner von uns müDe werben unD nachlassen Dari in seiner Bereitschaft, zu jeder StunDe seine ganze Kraft einzusetzen für Die großen Arbeitsauf- gaben Die Adolf Hitler Dem Deutschen Volke gestellt hat. Niemals erlahmen, Immer bereit sein! Das ist auch Die Parole, welche Die ganze Eröffnungsbotschaft Des Führers auf Der ersten Konareßsitzung wie ein roter FaDen Durchzog. Mochten in Diesem klar geglieDerten Rechenschaftsbericht Oie einzelnen Probleme Der Gesellschafts- neuorDnung, Der sozialen Krise, Der nationalen unD internationalen Wirtschaft. Der Politik, Kultur unD Körpererziehung unter großen Gesichtspunkten Dar- gestellt roerben, immer waren Doch Die Worte unD Sätze Dieser Proklamation nicht nur kalte, nüchterne Begriffe, sonDern lebenDiger AusDruck einer Herzenssprache, einer persönlichen Appells an Die ebel- sten Gefühle unD besten Eigenschaften Der Deutschen Volksseele. Auch in Der Behandlung Der so schwierigen Wirtschaftsfragen, Die natürlich bei einem Der Arbeit unD Dem Vierjahresplan geroiDmeten Parteitag in Den Vordergrund treten, unD geraDe Dort gestaltete sich Die Proklamation zu Dem eindringlichsten, wärmsten und mitreißendsten Aufruf an das Menschliche in uns Der Führer erwartet auf dem Gebiete des Wirtschaftslebens blindes Vertrauen, schnellste Pflichterfüllung und äußerste Disziplin der ganzen Volksgemeinschaft, b h jedes einzelnen von uns. Diese Bitte ist nicht von ungefähr gestellt, sondern liegt tief begründet in der Notwendigkeit der deutschen Lebenssicherheit. Ihre Erfüllung aber dürfte uns nickt schwer fallen, nachdem das deutsche Volk die größeren Probleme feiner inneren Wiederaufrichtung bereits jo erfolgreich gelöst hat, nachdem es heute ein unangreifbarer Felsen der Ruhe und Ordnung in dem brandenden, sturmzerwühlten Meer weltrevolutio- närer Umtriebe und zerfallender Gesellschaftssysteme geworden ist. Die Zeiten für ein bequemes, faules Genießen freilich sind nicht gekommen und werden ; niemals kommen. Immer i ft Kampfzeit, solange ein Volk lebt und leben will Nur Die Objekte Des Kampfes wechseln War es vorgestern ein volks- feinDliches Staatssystem, war es gestern Der innere SchweinehunD, Den wir bekämpften, so find es morgen Die Widerstände Der toten Materie, Denen wir unseren Willen zur Selbstbehauptung entgegensetzen. Immer unD in allen Lebenslagen soll Dann Das Wort für uns gelten: Bereit sein ist alles! Ev. „Parteitag der Arbeit." Die erste Sitzung des Parteikongresses. Nürnberg, 7. Sept (DNB. Funkspruch.) Der Sieg Der nationalsozialistischen JDee unD Der Wille Des Führers, Der sich auf Die Bewegung unD Durch Diese auf Das geeinte Deutsche Volk übertrug, haben Die Freiheit Der Nation erkämpft, Die ihre Ehre wieDer errang, weil sie alles Dafür einzusetzen gewußt hat. Allein jede Dieser gewaltigen Leistungen — Die Den Parteitagen nach Der Machtergreifung ihre Namen gegeben — hätte genügt, Den Führer unD seine Bewegung in Der Geschichte Des Deutschen Volkes unsterblich zu machen. Em unvorstellbares Maß an Arbeit liegt Diesen großen Leistungen zugrunDe. Diese Arbeit hat Dem Parteitag 1937 Den Namen gegeben Als Parteitag Der Arbeit wirD er in Die Geschichte cm» In- unD AuslanD, an Der Spitze Die hohen Vertreter fremDer Mächte. Ich begrüße Die Mitglieder Der Reichsregierung, Die zahlreichen sonstigen Vertreter Des nationalsozialistischen Staates, insbesonDere Die Vertreter Der Wehrmacht Des Deutschen Volkes. Der Diesjährige Parteitag trägt nach Dem Willen Des Führers Die Bezeichnung „Parteitag der Arbeit". Wir blicken angesichts Dieses Namens voller Stolz zurück auf Die Leistungen, Die Das Deutsche Volk Durch seine Arbeit im Zeichen Des Nationalsozialis- muß vollbracht hat. So wie Die Aufgaben Der letzten 4V2 Jahre gelöst finD, roerDen auch Die Ausgaben Der Zukunft gelöst roerDen: Arbeit meisterte Das Schicksal, Arbeit roirD Das Schicksal meistern Durch Die Arbeit wurde Deutschland wieDer frei unD stark Gewaltig ist Die Fülle Der Leistungen Das ganze LanD ist Zeuge Des Erfolges. Wir haben nicht nur ParaDestücke geschaffen, unsere Gäste brauchen nichi auf oorgeschnebenen Routen zur Besichtigung geführt zu werben. Jeder AuslänDer kann bei uns nach eigener Wahl gehen, wohin ihn beliebt, unD mit eigenen Augen sehen, was aus DeutschlanD rourDe unter Dem National- n Heftw” ünd ° Sch'11*1 »|8nfle".|ndu’,d‘ rtini'f «m ---! uon v .ppV f. fjifi' . u al* ; (lUftf1 U ,ifö f "ii; ien 9eh* MoioS 5 lld)t t ba“. V 51«, > °hi» in« 11 B" hier”. SlUtrel Ä'-i rnJ°Mn Lrafler unb - M * It I* t. anschließender s Nur so gelang es bei diesen Zusammenkünften, | e i n e Revolution, nur ohne die Begleiter- ichen, auf dein ' die bei anderen Verbänden zum Schauplatz übel- scheinungen des blinden Aufhebens einer durch das Die Aufgabe der Reichsparleilage Das soziale Problem unserer Zeit Erziehung zu sozialem pflichtbewußlsein Denn Tonnen Ziert, durch wie mit und un- ster Zänkereien ausarteten, seit zehn Jahren Kundgebungen zu entwickeln, die für jeden Teilnehmenden unvergeßliche Eindrücke in sich bergen. So wurde allmählich der Reichsparteitag der nationalsozialistischen Bewegung zum großen G e - meinschaftsfest der Nation. Zum ersten- dem: jeder Erfolg und jeder Sieg, genau so jedes gelungene Werk, müssen erkauft werden dem Einsatz der Arbeit, des Fleißes damit auch den Sorgen und selbst der Not zähliger einzelner. produzieren, aber die Kaufkraft der Nation so zu beschränken, daß es ihr unmöglich wäre, die Kohlen abzunehmen. Es ist daher auch nicht richtig, anzunehmen, daß der Mangel auf irgendeinem Gebiet der Beweis für eine besondere wirtschaftliche Schwäche sei. Nein, er ist nur der Beweis dafür, daß eine weitere Steigerung der Produktion nötig ist, weil die notwendige Kaufkraft hierfür besteht. Es ist dabei gänzlich gleichgültig der Konsum der sogenannten oberen Zehntausend. Er fällt mengen» und wertmäßig gegenüber dem Konsum der übrigen 67 Millionen überhaupt nicht ins Gewicht! Tatsache ist nun, daß Deutschland sein schwer- ft e 5 soziales Problem gelöst hat, und zwar restlos gelöst hat: Es gibt in unserem Lande keine wirklichen Arbeitslosen mehr. Im Gegenteil: Auf unzähligen Gebieten herrscht heute bereits wieder ein Mangel, besonders an gelernten Kräften. Ich glaube, dies ist ein größerer sozialer Erfolg, als wenn es in anderen Ländern gelingt — genau so wie früher bei uns — die Produktionen solange zu ruinieren und zu zerstören, bis endlich das sogenannte befreite Proletariat weniger seiner Sorgen ledig, als vielmehr ohne Arbeit und damit ohne Brot ist. Wir können mit dem Ergebnis dieser unserer Tätigkeit aber um so zufriedener sein, als es dabei gelungen ist, nicht nur die Löhne, sondern auch die Preise nahezu vollkommen st a - bil zu halten. Vergleichen Sie, meine Parteigenossen und Parteigenossinnen, demgegenüber die Resultate in anderen Ländern, und sie werden auch hier die Richtigkeit der nationalsozialistischen sozialen Führung erkennen. Darüber hinaus aber hat der Nationalsozialismus durch eine tausendfältig geleistete Arbeit versucht, die sozialen Lebensbedingungen zu verbessern und zu verschönern. Wenn in diesem Drama des Wahnsinns Deutschland heute als ruhiger Zuschauer gelten darf, dann verdankt es dies der nationalsozialistischen Bewegung, die von vornherein eisern an dem Grundsatz festgehallen hat: entscheidend für das Leben des einzelnen ist nicht die gedruckte Banknote, die er erhält, sondern das, was er sich dafür zu kaufen vermag. Es kann aber nicht mehr gekauft werden, als vorher produziert wird. Daher ist entscheidend für den Gesamtlebensstandard der Ration die Gesamthöhe der nationalen Produktion. Was aber die Ration an Gütern probu- erhält automatisch seinen Gegenwert den Lohn und findet damit seinen Käufer. es würde ja ein Unsinn sein, 30 Millionen oder 40 Millionen Tonnen Kohle mehr zu Die Organisation der menschlichen Gesellschaft ist bedroht. denn auf der Festigung dieser Volksgemeinschaft, beruht in der Zukunft die Größe und Stärke der Nation und damit des Reiches. Sie wird aber nur dann gegeben fein, wenn sie auf wirklichen Werten und nicht nur auf bloßen Faktoren des Scheins beruht, d. h.: eine Gesellschaftsordnung wird im gesamten genau so viel Kraft repräsentieren als den repräsentativen Elementen dieser Gesellschaftsordnung im einzelnen zusammengerechnet zu eigen ist. Es ist daher von höchster Wichtigkeit, den sorgfältigsten Ausleseprozeß in der Führung der Nation auf allen Gebieten weiter zu treiben und nicht vor irgendwelchen Widerständen oder Meinungen formaler Art zu kapitulieren. Das Höchste, was wir den abzutretenden früherer!, heute nicht mehr befähigten Trägern unserer Gemeinschaftsordnung zu ' bieten haben, ist das gleiche Recht wie für alle: Das o r-f recht jedoch gehört in diesem Staat den Tugenden der Kraft und der Stärke, des Mutes und der Entschlossenheit und daher den zur Führung Befähigten an sich. Dies kann nie in Gegensatz zum Wissen stehen, denn es würde schon eine impertinente Behauptung darstellen, wenn jemand behaupten wollte, daß Wilsen und Tatkraft, Mut und Einsicht, Kühnheit und Erfahrung sich gegenseitig a.usschlössen. Die eine beruhigende Gewißheit kann bann bie beutsche Ration ihr eigen nennen. Es mag um uns bie ganze Welt zu brennen beginnen: bet nationalsozialistische Staat wirb wie Platin aus dem bolschewistischen Feuer herausragen. Unter den große r Problemen, die weiter die heutige Zeit erfüllen, steht mit an der Spitze das soziale. Ich muß dieses soziales Problem von dem Gesellschaftlichen deshalb trennen, weil der Bolschewismus überall nur das gesellschaftliche Problem anfaßt, während das soziale unter ihm überhaupt nicht in Erscheinung tritt. Die gesellschaftliche Revolution des Bolschewismus heißt aber nichts anderes als die Beseitigung der volkseigenen Intelligenzen und deren Ersatz durch die jüdische Parasitenrasse. Dieses Problem hat der Bolschewismus dort, wo er zur Macht kam, gründlich gelöst oder zu lösen versucht. Das soziale war demgegenüber überall nur a l s Mittel Aum Zweck gedacht. Die Art der Behandlung, ja des Jnangriff- nehmens der sozialen (fragen zeigt am besten die mangelnde Absicht, hier wirklich zu einer segensreichen Lösung kommen zu wollen. Seitdem die jüdisch-bolschewistischen Hetzer, unter Zugrundelegung der ihnen bekannten geringen Einsicht und Brldung der Massen auf diesem Gebiet, das soziale Problem als eine ausschließliche Lohnfrage erklärten, schufen sie in kürzester Zeit jene für die Durchführung der bolschewistifchen Gesellschaftsrevolution günstige Spannung zwischen Lohn und Preis. Indem durch Streik und Terror auf der einen Seite die Löhne eine fortgesetzte scheinbare Steigerung erfahren, zwingen sie infolge der gleichbleibenden oder sogar sinkenden Produktion auf der anderen Seite die Preise zum Ansteigen. Dieser Vorgang ist ein zwangsläufiger, da, wie schon betont, den erhöhten Löhnen keine ausgleichend erhöhte Produktion entgegentritt, sondern der Ausgleich nur durch erhöhten Preis geschaffen werden kann. Dieser erhöhte Preis aber gibt immer wieder den natürlichsten Grund zur augenblicklichen neuen Erhöhung der Löhne, was abermals durch Streik und Terror erzwungen wird. Die ebenso zwangsläufige Folge ist das sofortige neue Anziehen der Preise. Da durch die mit diesen Wirtschaftskämpfen verbundenen Streiks und Aussperrungen die Produktion, statt sich zu erhöhen, auch infolge der allgemeinen Disziplinlosigkeit immer mehr abnimmt, müssen infolge des Sinkens der Konsumgüter die Preise im Verhältnis au den Löhnen als regulierender Faktor nur noch schneller als die Gehälter anfteigen. Daraus ergibt sich dann eine immer höher anschwellende Unzufriedenheit. Es ist dabei den jüdisch-marxistischen Hetzern leicht, die jeweilige Lohnerhöhung als das Werk eines sozial empfindenden Bolschewismus oder Marxismus, die dadurch ausgelöfte Preissteigerung aber als die verfluchte Absicht des verrotteten Kapitalismus, sprich der antimarxistischen Feinde, hinzustellen. Die Ergebnisse dieser Entwicklung sehen wir in den Ländern um uns: Steigende Löhne, sinkende Produktion, daher rapides Abnehmen der Kaufkraft des Geldes, zum Zeichen dessen steigende Preise und endlich eine laufende Entwertung der Währung. aus dem Besitz ableiten. Auch die „vermeindliche Bildung" sowie die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Konfession können nicht mehr als gesellschaftlich bau- und erhaltungsfähige Faktoren angeseyen werden. Wenn das Russische Reich dem bolschewistischen Chaos zum Opfer fiel, dann auch nur, weil feine früher es gestaltenden und erhaltenden Kräfte nicht mehr befähigt waren, ihre Mission weiterhin zu erfüllen. Gegenüber dem Ansturm neuer Auffassungen oder gewisser neuer Lehren haben sich die alten Ideen und die Träger dieser alten Gebilde als nicht widerstandsfähig genug erwiesen, und gerade im letzten Jahre find wir Zeugen des Versuches einer weiteren Ausbreitung der kommunistischen Wirrnis in Ost und West geworden. Denn Deutschland inmitten dieser Unruhen ähnlich dem heutigen Italien als sich rer und fester hort gelten kann, dann nur, weil der Ratioalsozlalismus selbst den Weg zu einer gesellschaftlichen Revolution beschritten hat, ohne die bestehende Ordnung erst mit Gewalt zu zerstören und damit die Basis unseres politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Lebens in ein Ehaos zu verwandeln. Indem wir einst die Schwächen unserer bürgerlichen Gesellschaftsordnung erkannten, haben wir uns bemüht, auf dem Dege einer disziplinierten Regeneration einen neuen Gesellschaftsaufbau durchzuführen. Der Grundgedanke dieser Arbeit war, mit überlieferten Vorrechten zu brechen und die Führung der Ration auf allen Gebieten des Lebens, an der Spitze jedoch auf dem Gebiete der Politik in die Hände einer neuen Auslese zu legen, die ohne Rücksicht auf Herkunft, Geburt, gesellschaftliche oder konfessionelle Zugehörigkeit ausschließlich nach der inneren Veranlagung und Würdigkeit ausgesucht und gefunden wird. Dieser Aufbau einer neuen Führerauslese unserer Nation ohne die verheerende chaotische Verwüstung des bestehenden Zustandes ist eine der größten Taten in der Geschichte unseres Volkes. Sie ist auch über das zurückliegende Jahr. Drei Aufgaben sind seitdem den Kongressen des Parteitages gestellt: 1. Die Feststellung dessen, was durch die Tätigkeit der Bewegung, durch ihre Arbeit g e - ! eistet, in Plänen verwirklicht und damit an gesteckten Zielen erreicht wurde. 2. Die Bekanntgabe der Aufgaben und damit der Arbeit für nähere und ferne Zukunft. 3. Die geistige Einführung der an diesen Tagungen besonders aufnahmegewillten Parteigenossen und Parteigenossinnen und darüber hinaus des ganzen Volkes in die Gedankenlehren sowohl als in die Organisationsprinzipien unserer Bewegung. Als wir Nationalsozialisten Deutschland eroberten, erlebten wir diesen Kampf als eine einzige Kette von tausend Widerwärtigkeiten, tausend Opfern und auch tausend Fehlschlägen. Es war aber gerade deshalb so notwendig, den vereinsamten Menschen aus dieser Atmosphäre feines eigenen kleinen Ringens und die damit zusammenhängenden Sorgen wenigstens einmal im Jahr herauszuheben und ihn herauszustellen an die größere gemeinsame Front und seinen Blick nun zu öffnen für die gewaltigen Dimensionen des Ablaufes und Verlaufes des Gesamtkampfes und ihm auch den stolzen Weg zu zeigen, der unterdes schon zurückge- legt worden war. Denn wie soll der Bauer in seinem Dorfe, der Arbeiter in seiner Werkstatt oder Fabrik, der Angestellte in seinem Büro, wie sollen sie alle erfassen können den Umfang des Gesamtergebnisses ihrer zahllosen persönlichen Opfer und ihres Ringens. Einmal im Jahre aber werden sie nun anläßlich des Generalappells der Partei aus der Bescheidenheit ihres kleinen Daseins herausgerisfen und die Größe des Kampfes und des Erfolges sehen und erkennen. Dann erleben viele von ihnen vielleicht zum ersten Wale die überwältigende Gewißheit, daß ihre Sorgen und Wühen im Kleinen nicht umsonst gewesen sind, sondern daß sich aus all dem der gewaltige Erfolg aufrichten konnte und daß auch die vielen kleinen und ihnen bekannten Fehlschläge belanglos waren gegenüber dem Gesamtergebnis des Kampfes der Bewegung und Kampfes des Volkes. Und wenn in diesen Tagen nun wieder die Hunderttausende in Nürnberg aufmarschieren und sich so aus allen Gauen Deutschlands ein unendlicher Strom warmen Lebens in diese Stadt ergießt, dann werden sie von diesem erfüllten Platz aus, zurück- und um sich blickend, wohl alle eines fest- steilen: Wir sind wirklich die Zeugen einer Umwälzung, wie sie gewaltiger die beut» fche Nation noch nie erlebt hat. Gesellschaftlich, sozial, wirtschaftlich, politisch, kulturell und rassisch leben wir in einem gigantischen Umbruch der Zeit. Indem wir aber von hier den Blick über Deutschland lenken und hinausgleiten lassen, vermeinen wir fast bas Brausen zu vernehmen einer aufgewühlten von Kampf unb Unrast erfüllten Welt. Wenn ich mich nun im einzelnen mit diesen wichtigsten Fragen der Zeit befasse, bann geschieht es nicht nur, um sie in ihrer Bebeutung aufzuzeigen, sondern, um auch festzustellen, wie wir mit diesen Problemen bisher fertig wurden, und baß wir mit ihnen auch in ber Zukunft fet- ti g z u werben entschlossen sind. Was hierbei burch unsere großen Hilfsorganisationen mit aeleiftet würbe, wirb Ihnen im Laufe biefes Kongresses burch konkrete Zahlen belegt werben. Im Gesamten kann man jedenfalls aber bie Tätigkeit ber Arbeitsfront in ihren verschie- benen Aemtern, bie Arbeit bes Wmterhilfs- werks, sowie ber Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt und endlich die ergänzende Arbeit von Kraft durch Freude als bie sicherlich gewaltigste soziale Gemeinschaftsleistung bezeichnen, bie bisher überhaupt irgendwo ftattgefunben hat. Was gerade der Bolschewismus aber dem entgegen» zusetzen hat, ist nur lächerlich. Auch hier wirb In ben Grundprinzipien unserer bisherigen Auffassung in Zukunft festgehalten werben, und auch hier ist es klar, bah ein Stillstand dieser Bestrebungen niemals eintreten darf und niemals eintreten wird. Im Gegenteil: Die Art, in der wir uns im nationalsozialistischen Deutschland bemühen, die sozialen Probleme zu lösen, hilft mit an jener Erziehung der einzelnen Volksgenossen zu einem sozialen Pflicht- b e w u h t f e i n, das als Endresultat auch die Volksgemeinschaft im edelsten Sinne des Wortes ergeben wird. Und dieses ist sicher: Wir sind ihr im nationalsozialistischen Deutschland lausendmal näher als in den von Klassen- upd Wirlschaslskämpfen zerrissenen marxistischen Staaten. Wenn wir von dieser besonderen Arbeit auf das Gebiet der allgemeinen Wirtschaft über» gehen, dann sehen wir auch hier um uns zahlreiche krisenhafte Erscheinungen. Vor wenigen Jahren noch beherrschte das Schlagwort von der ..Weltwirtschaftskrise" die öffentliche Meinung. Und fast überall — auf alle Fälle aber in Meine Parteigenossen und -genossinnen! Wir leben in einer geschichtlich unerhört großen Zeit. Wohl sind in allen Jahrhunderten durch Kriege oder Revolutionen Völker gestiegen oder gefallen, Staaten aufgerichtet ober vernichtet worden. Allein nur selten finden Erschütterungen im Völkerleben statt, die bis in die tief st en Fundamente bes Gebäudes der Gesellschaftsordnung reichen und diese selbst bedrohen ober gar zerstören. Wer will es aber heute noch nicht sehen ober einfach wegleugnen, baß wir uns jetzt inmitten eines Kampfes befinben, in bem es sich nicht um Grenzprobleme zwischen Völker und Staaten, sondern um bie Frage der Erhaltung oder ber Vernichtung der übernommenen Menschenordnung ober ihrer Kulturen an sich hanbelt? Die Organisation ber menschlichen Gesellschaft ist bebroht! Nicht irgendein staatlicher Turmbau wird einstürzen, sondern eine Sprachen- verwirrung, eine neue Menschenentzwei» ung ist über die Völker gekommen. Was nach tausendjährigem Aufbau für alle Ewigkeit erhärtet au fein schien, erweist sich nun als morsch und schwach. Ueberall um uns herum vernehmen wir bas Knistern im Gefüge des bestehenden inneren Gesellschaftsvertrages der Menschen und erleben das Einstürzen einzelner schon besonders brüchiger Gebilde. Als ber Nationalsozialismus seinen ge» schichtlichen Kampf um bas beutsche Volk begann, sah er in dieser Frage das Entscheidende, denn: Kriegen und Niederlagen kommen im Leben der Volker nicht jene furchtbare Bedeutung zu als ben inneren Kriegen der Gesellschaftsordnung. Verlorene Kriege können in kurzer Zeit wieder gut gemacht werden. Die verkehrte innere Ordnung einer Volksgemeinschaft ist oft erst nach Jahr» Hunderten wieder herzustellen. Manchmal gehen darüber auch Volker endgültig zugrunde. Und darüber kann es doch wohl keinen Zweifel mehr geben: Das, was wir in unserer Zeit als „Gesellschaft" vorfanden, ist in den einzelnen Elementen nicht nur umstritten, sondern zum Teil schon so entwertet, daß es auch nur eine Frage dieser Zeit sein kann, bis das Truggebilde einer solchen Gesellschaftsordnung in einer Katastrophe zerschlagen wird. Es gibt heute keine haltbare Organisation der menschlichen Gesellschaft mehr, deren tragende Elemente ihre Rechte nur aus der Geburt, dem Stand, ber Herkunft ober gar sprechungen unb Beratungen mit < , , „ . _ , freier Entscheidung eines Verantwortlichen, auf dem ' die bei anderen Verbänden zum Schauplatz Übel- Kongreß aber durch die souveräne Bekanntgabe der r‘ "" " Ziele und damit des Wollens unserer Arbeit sowie die Verkündung eines großen Rechenschaftsberichtes mal findet in diesem Jahr eine weitere Ergänzung statt durch bas Einfügen ber sportlichen Kampf- unb Schönheitsziele. Heute erscheint bas alles wie selbstverstänblich. Damals war es neu und nur der Fantasie der wenigsten mochte es gelingen, bas herrliche Gesamt- bilb voraus zu ahnen, bas sich nun für uns, mit dem Begriff dieser Kundgebung verbindet! Wenn aber noch vor zehn Jahren dieser Tag mit Recht als der Revolutionskongreß einer einen Staat erstürmenden Partei bezeichnet werden konnte, dann ist es heute bie große Heerschau der vom Nationalsozialismus eroberten deutschen Nation. Deutschland — wurde auf bas Wunber gewartet, bas im Sinne einer gemeinsamen Kollektivanstren» gung plötzlich mit biefer internationalen Krise aufräumen würbe. Ich habe bamals jahrelang vor bem -Glauben gewarnt, als könne bie Behebung ber internationalen Weltwirtschaftskrise von einer internationalen Seite her erfolgen und statt besten immer betont, baß bie einzelnen nationalen Wirtschaften in Drbnung gebracht werben müßten. Es war weiter eine nationalsozialistische Grundauffassung, daß es einen Widerspruch in sich bar« stellt, fortgesetzt von ber notroenbigen Behebung einer Weltwirtschaftskrise zu reden und dabei selbst die bedenklichsten und gerade die Weltwirtschaft erschütternden Währungsmanipulationen vorzunehmen. Ich darf Sie, meine Parteigenossen und Parteigenossinnen, nun fragen, ob wir mit unserer Auffassung recht behalten haben ober nicht. Hätten wir auf dieses internationale Wunder etwa weiter warten sollen? War es nicht richtig, auch hier den Grundsatz anzuwenden, daß die erste Hilfe aus der eigenen Kraft kommen muh? So wie wir politisch als Nationalsozialisten überzeugt waren, daß uns die Freiheit nicht eines Tages geschenkt werden würde, sondern daß wir sie uns selbst zu erkämpfen haben, so waren wir auch durchdrungen von dem Glauben an die gleiche Richtigkeit dieses Prinzips im wirtschaftlichen Leben. Bei der Behebung der deutschen Wirtschaftskrise aber haben wir immer nur nach einem Dogma gehandelt, nämlich: Die Wirtschaft ist eine der vielen Funktionen des völkischen Lebens und kann daher nur nach Zweckmäßigkeitsaesichts» punkten organisiert und geführt und nie nach dogmatischen behandelt werden. Schluß ber Proklamation im dritten Blatt, Seile 1. Diese schon am Anfang unserer Parteitage geahnte spätere Erfüllung zwang auch zur Gepflogenheit bei anderen Parteien, für die Abhaltung ber nationalsozialistischen Heerschau endgültig einen Platz zu suchen unb bei ihm zu bleiben. Es war damals ein von vielen nicht verstandener Entschluß, daß es immer nur ein Ort sein sollte, an bem für alle unb ewige Zeiten bie Partei ihre Zusammenkunft abhalten wird. Wie aber wäre es sonst möglich gewesen, jenen Rahmen zu schaffen, der allein in feinen Ausmaßen für diese größte Kundgebung aller Völker und aller Zeiten genügen kann! Nur in einer Stadt konnten im Laufe von Jahren, ja vielleicht Jahrzehnten jene umfangreichen Anlagen entwickelt werden, die der Vielseitigkeit sowohl als der Gröhe dieser Demonstrationen gerecht werden. Auch an der Richtigkeit der Wahl des Ortes wird heute kein Zweifel mehr bestehen. keine Stobt wäre würdiger gewesen für den Tag ber Rationalsozialistischen Partei als bas herrliche alte Nürnberg, keine Stabt hatte damals günstigere Vorbedingungen für bie Durchführung unserer Veranstaltung. In keiner Stabt wäre es aber auch für bie Zukunft möglich gewesen. jene zauberhafte Verbindung herzustellen zwischen bem Erbe einer einzigartigen reichen Vergangenheit und ben Dokumenten einer ebenso einzigartigen glorreichen Gegenwart unb Zukunft. Was aus unserer Bewegung unb was aus Deutschlanb geworben ist, das zeigt seitdem in einem Einzelausschnitt auch das Werden dieser Stadt. Ein Giganten-Forum ist im Entstehen begriffen. Seine Aufmarschplätze sind b*ie größten der Welt. Mit dem morgigen Tag wird der Grundstein gelegt zum Bau eines Stadions, wie es bie Erbe noch nicht gesehen hat. In Awei Jahren aber schon wird im Rohbau der Koloß der Kongreßhalle sich erheben und als erstes granitenes Denkmal Zeugnis ableaen für die Große der es formenden Idee, wie für die Große der gesamten Anlage. Ein Aufmarsch-- und Kundgebungsgelände, würdig der Demonstration der durch den Nationalsozialismus hervorgerufenen größten Umwälzung in unserer deutschen Geschichte! Meine Parteigenossen und -Genossinnen! Auch die größte politische Neugestaltung findet vor einem Hintergründe statt, der als grauer Alltag es viele nicht gewahr werden läßt, in welch geschichtlich bewegter Zeit sie stehen. Im kleinen Rahmen des bescheidenen Lebens, im Kram der alltäglichen Arbeit wird nur zu leicht der Blick befangen unb weggelenkt von ben summarischen Ergebnissen bes Ablaufs biefes Lebens. Unb außer- Nicht-anwenbenkonnen ber Freiheit wahnsinnig geworbenen Sklavenmachung. Denn nicht ber Mob hat biefe nationalsozialistische Revolution burchge- führt, sondern eine zum festen Gehorsam verpflichtete, treu ergebene unb aus höchstem Idealismus kämpfende Gemeinschaft de st er deutscher Menschen aus allen Schichten unseres Volkes. Allein das Ziel dieser Männer war das Ziel einer wirklichen Revolution, d. h., sie waren entschlossen, eine unmöglich gewordene, weil im Innern an ihren Elementen schon längst kranken Gesellschaftsordnung zu beseitigen unb durch eine neue zu ersetzen. Das Ausmaß unb bie Tiefe biefer Umwälzung kann an keinem Ort unb in keiner Zeit bester erkannt werden als am Reichsparteitag zu Nürnberg. Ist dies nun ein neues Volk, das hier marschiert oder ist es dies nicht? Ist dieses Deutschland noch zu vergleichen mit dem alten oder ist es ein Neues? Ist diese Gemeinschaft nun fester und unzertrennlicher geworden oder war es etwa die frühere, und vor allem: hat einer von denen, die in den anderen Parteien einst von irgend einer Wiedererhebung Deutschlands träumten, diese Vorstellung besessen, so wie sie h e u t e W i r k - lichkeit geworden ist, oder war dies nicht doch nur ausschließliches Glaubenslied der nationalsozialistischen Partei und ihrer Kämpfer? Diese Umformung unserer deutschen Volksgemeinschaft ist die größte und folgenschwerste der von uns einst unternommenen Arbeiten. Sie ist in ihren Auswirkungen gewaltiger, als jeder andere Prozeß unserer nationalen Wiedererhebung, ltr.?O<> DrfffCs Blatt Gießener Anzeiger sGenerai-Anzeiger für Oberheffen) Mittwoch, 8. September 1037 Die Proklamation des Mhrers. A Wirischast im Dienst der Dolksgemeinschast. % Es gibt als Dogma weder ein sozialisierte Wirt- schäft, noch gibt es eine freie Wirtschaft, sondern es gibt nur eine verpflichtete Volkswirtschaft, d. h. eine Wirtschaft, der im gesamten die Aufgabe zukommt, einem Volke die höchsten und besten Lebensbedingungen zu verschaffen. Insofern sie dieser Aufgabe ohne jede Lenkung von oben, aus dem freien Spiel der Kräfte heraus gerecht wird, ist es gut und vor allem für eine Staatsführung sehr angenehm. Soweit sie auf irgendeinem Gebiet der ihr zukommenden Aufgabe als freie Wirtschaft nicht mehr zu folgen vermag, hat die Führung der Volksgemeinschaft die Pflicht, der Wirtschaft jene Anweisungen zu geben, die im Interesse der Erhaltung der Gesamtheit notwendig sind. Sollte aber eine Wirtschaft auf dem einen oder anderen Gebiet überhaupt nicht in der Lage fein, von sich aus die gestellten großen Aufgaben zu erfüllen, dann wird die Führung der Volksgemeinschaft andere Mittel und Wege suchen und finden müssen, um den Erfordernissen der Allgemeinheit zu genügen. Das eine aber ist sicher: Wie überall sonst ist auch hier beim vorhandenen Willen auch ein möglicher Weg. Der Dille des nationalsozialistischen Staates nun, die wirtschaftlichen Grundlagen der Mallon zu sichern, hat seinen schärfsten Ausdruck gefunden in dem Entschluß, der Ihnen hier im vergangenen Jahr verkündet wurde: Innerhalb einer kurz bemessenen Zeit die Kation auf einer Reihe lebenswichtigster Gebiete von der Willkür oder den Unsicherheiten des Auslandes unabhängig zu machen. Dieser Entschluß wird ebenso sicher verwirklicht, wie einst der nationalsozialistische Staat verwirklicht wurde. Insoweit zu seiner Verwirklichung privatwirtschaftliche Kräfte genügen, werden sie damit befaßt, sowie aber eine ersichtliche Unmöglichkeit eintritt, auf diesem Wege das gesteckte Ziel zu erreichen, wird Krieg, nach einer schandbaren Revolution, nach 15- jähriger Ausplünderung und Erpressung bietet heute trotzdem das Bild einer in s t ch g e • schl 0 ssenen ruhigen Kraft. Ein Friede, der geschützt wird durch das eigene Volk. Drei Tatsachen möchte ich heute als ASschluß eines Kapitels der deutschen Geschichte hier feststellen: 1. Der Vertrag von Versailles ist tot! 2. Deutschland ist frei! 3. Der Garant unferer Freiheit ist unsere eigene Wehrmacht! Parteigenossen und Parteigenossinnen! Wenn die nationalsozialistische Staatsführung nichts weiter in der Geschichte unseres Volkes aufzuweisen hätte als diese drei Ergebnisse ihrer Führung und ihrer Tatkraft, dann würde sie sich damit allein schon ein Ruhmesblatt sichern in den geschichtlichen Annalen unseres Volkes. Ein Diktat, das für Ewigkeiten gedacht war, haben wir in noch nicht einmal fünf Fahren beseitigt! Eine neue Wehrmacht in knapp vier Jahren wieder aufgebaut. Dabei ist aber Deutschland heute nicht isoliert, sondern in enger Freund- jchaft verbunden mit mächtigen Staaten. Die natürliche Interessengemeinschaft des nationalsozialistischen Deutschlands und des faschistischen Italiens hat sich in den letzten Monaten immer mehr als ein Element der Sicherung Europas vor dem chaotischen Wahnsinn erwiesen. Es wird in Zukunft nicht möglich sein, an irgendeiner Stelle über diese Willensgemeinschaft hinweg einfach zur Tagesordnung schreiten zu können. Unser Abkommen mit Japan dient der gleichen Aufgabe, zusammenzustehen in der Abwehr eines Angriffs auf die Kulturwelt, der heute in Spanien, morgen im Osten ober übermorgen vielleicht wo anders stattfinden kann. In uns allen lebt die starke Hoffnung, daß auch andere Mächte die Zeichen der Zeit verstehen möchten zur Stärkung dieser Front der Vernunft und des I Schutzes des Friedens und unserer Kultur! Denn auch kulturell steht der nationalsozia- listische Etat einer durch und durch unsicheren Welt geschlossen und gefestigt gegenüber. Wenn Sie in diesen Tagen über das gewaltige Baugelände dieser Stadt gehen oder die schon vorhandenen Versammlungsräume betreten, bann wirb auf Sie alle bie stolze Ueberzeugung einströmen, baß bie Ration auch auf biefem Gebiet bie Zeit ihres Verfalls b e e n b e t hat unb ben Beginn eines neuen großen Aufstieges soeben erlebt. Was in Berlin, München unb Hamburg feiner Ausführung entgegenaeht ober auch zum Teil schon seine Gestaltung erfahren hat, ist ber Beweis für eine Kulturgesinnung, bie mehr ist als ein Wollen! Sie repräsentiert sich in nicht mehr wegzuleugnenben Taten! Die größte Revolution aber hat Deutschlanb erlebt burch bie in biefem Lanbe zum erstenmal planmäßig in Angriff genommene Volks- unb bamit Rassenhygiene. Die Folgen bieser beutschen Rassenpolitik roeroen entscheibenbere sein für bie Zukunft unseres Volkes als bie Auswirkungen aller anberen Gesetze. Denn s i e schaffen ben neuen Menschen. Sie werben unser Volk bavor bewahren, wie so viele geschichtliche traurige Dorbilber anberer Rassen an ber Unkenntnis einer einzigen Frage bas irbische Dasein für immer zu verlieren. Denn welchen Sinn hat alle unsere Arbeit unb unser Mühen, wenn wir sie nicht in ben Dienst ber Erhaltung bes beutschen Menschen stellen. Was aber hat jeber Dienst an biefen Menschen für einen Wert, wenn wir bas Wichtigste versäumen, ihn in seinem Blute rein unb unoerborben zu erhalten? Jeber anbere Fehler ist zu beheben, jeber sonstige Irrtum einmal zu korrigieren, nur was auf biefem Gebiete versäumt wirb, kann sehr oft niemals mehr gut- gemacht werben. Ob aber auf diesem Rassen- und damit volkshygienischen Gebiet unsere Arbeit eine fruchtbare war, können Sie wohl in diesen Tagen hier am besten selbst ermessen. Denn was Ihnen in dieser Stadt entgegentritt, das ist der deutsche Mensch, kommen Sie und sehen Sie nun selbst, ob er unter der nationalsozialistischen Führung schlechter oder ob er nicht besser geworden ist. Messen Sie nicht nur die Zahl der mehr geborenen Kinder, sondern messen Sie vor allem das Aussehen unserer Ingend. Wie schön sind unsere Mädchen und unsere Knaben, wie leuchtend ist ihr Blick, wie gesund und frisch ihre Haltung, wie herrlich sind die Körper der hunderttausende und Millionen, die durch unsere Organisationen geschult und gepflegt werden. Wo gibt es heute bessere Männer, als sie hier zu sehen sind? Es ist wirklich die Wiedergeburt einer Kation eingetreten durch die bewußte Züchtung eines neuen Menschen. Und dies ist die geschichtlich erhabenste Rechtfertigung für unser handeln in ber Vergangenheit und die stärkste Verpflichtung für unser Wollen und für unsere Entschlüsse in der Zukunft. Denn nur wer fein Volk gesund erhält, sichert ihm diese Zukunft. So sehen wir in dieser Woche das neue deutsche Volk vor uns auferstehen, sehen die gesunde und so schöne Jugend, sehen die harten Gestalten unseres Arbeitsdienstes, sehen die hunderttausende der Männer unserer Kampfbewegung und erleben vor allem die stolze Selbstsicherheit der Soldaten unseres jungen Heeres. Ein wahrhaft erhebendes Ergebnis einer historischen Arbeit! Meine Parteigenossen und Parteigenossinnen! Im fünften Jahre nach der nationalsozialistischen Revolution können wir keine herrlichere Feststellung treffen als die eine: Es ist wieder schön, ein Deutscher zu sein, und ein Glück, in Deutschland zu leben! Das deutsche Volk, die nationalsozialistische Bewegung, die nationalsozialistische Armee und unser Reich Sieg-Heil! die Kation als solche diese Arbeit übernehmen. Es möge sich niemand darüber täuschen: Einer Volksgemeinschaft, der es gelingt, eine gewaltige Armee aufzubauen, einen riesigen Arbeitsdienst zu mobilisieren, das Gigan- tenunlernehmen der Deutschen Reichsbahn zu Das Dritte Reich ehri seine großen Meister. Die fünf Träger des neugeschaffenen Deutschen Rationalpreifes. leiten usw., wird auch gelingen, z. B. die deutsche Stahl- und Eisenproduktion auf jene höhe zu bringen, bie notwendig ist! Wir sind schon mit anderen Aufgaben fertig geworden als mit den im Vierjahresplan bestimmten! Und ich möchte schon heute Ihnen, meine Parteigenossen und -genossinnen, die Versicherung abgehen, daß diese Arbeit unter der Leitung des Parteigenossen Göring genau in dem vorgesehenen Tempo verläuft! Eines ist sicher: es gibt weder eine Ideologie der Staats-, noch eine solche der Privatwirtschaft. In beiden Fällen trägt die letzte Verantwortung immer derselbe Faktor: nämlich die Gesamtführung der Ration, b. h. bie Volksgemeinschaft selbst Im übrigen gibt es in unserer Wirtschaft nur eine einzige Frage, bie uns seit Jahren fortgesetzt mit schwersten Sorgen erfüllt: Es ist bie Schwierigkeit unserer Lebensmittelversorgun g Der beutsche Lebensraum ist ohne koloniale Ergänzung zu klein, um eine ungestörte sichere, bauernbe Ernährung unseres Volkes zu garantieren Kein an- beres Volk kann eine größere Leistung auf biefem Gebiete aufweisen als wir Die Zahlen, bie Parteigenosse Darrs Ihnen in biefem Kongreß unterbreiten wirb sind glänzenbe Beweise für biefe Behauptung. Allein es ist ein auf bie Dauer unerträglicher Gebanke Jahr für Jahr vorn Zufall einer guten ober schlechten Ernte ab« hängig zu sein Es ist baher bie Forberung nach einem bem Reich gehörenden Kolonialbesitz eine in unserer wirtschaftlichen Rot begründete, und die Einstellung der anderen Mächte zu dieser Forderung eine einfach nicht verständliche Deutschland hatte seine Kolonien einst diesen Mächten weder geraubt noch gestohlen In einer Welt in der man heute nur so von moralischen Phrasen trieft, wäre es angebracht auch diese Tatsache zu berücksichtigen. Im übrigen spricht für bie deutsche nationalsozialistische Wirtschaftsführung eine einfache und nüchterne Tatsache Als wir vor fünf Jahren bie Macht übernahmen, alich bas wirtschaftliche Leben Deutsch- lanbs einem Friebbof Heute aber ist es roieber erfüllt vom Rhythmus der Schaffenskraft und der Arbeit eines ber fleißigsten Völker ber Welt. Dies alles ist nur möglich burch bie Autorität ber heutigen Staatsführung, die ihrerseits roieber ihre Wurzel hat in ber Nationalsozialistischen Partei. Wir sind überzeugt daß gerade auf dem Ge- biet der wirtschaft aber die Parteigenossen und Parteigenossinnen und alle wahrhaften Kafio- natfoUalisten überhaupt bie höch steVfIichI besitzen, der Führung des Reiches blind zu vertrauen und ihre Anordnungen oder auch nur ihre Bitten sofort zu berücksichtigen. Denn wir hoben einen schwereren Kampf als andere burdpuführen. 137 Menschen aus einem Quadratkilometer sind schwerer zu ernähren als elf oder zwölf. Dieses Wunder kann uns nur gelingen bei äußerster Disziplin der ganzen Volksgemeinschaft, bei einem sofortigen Eingeben aller auf die Kotwendigkeiten des Tages oder der Zeit. Wir Deutsche können es uns nicht erlauben, auf diesem Gebiete ieben seinen eigenen Wea neben zu tasten! Gemeinsam werden wir iedes Vroaramm, so oder so, zu lösen in der Caae sein Für sich allein würde ieder nur das Opfer der allgemeinen Schwierigkeiten werden. Wenn ich mich nun ber Politik zuwenbe, bann glaube ich, meine Parteigenossen, genügen hier nur wenige Feststellungen zum Rechenschaftsbericht auf biefem Gebiet Um uns herum ist bie Welt erfüllt von Krieg und Karnnkaeschrei' Unruhe Mufft b'- Bölk"r unh RencUukicm-'n erschüttern ntM Staaten' Deutschlanb nach einem grauenhaften verlorenen ber Auf ben ältesten Silbern aus ber Geschichte nationalsozialistischen Bewegung fehlt selten neben Aböls Hitler ber heutige Rerchsleiter Alfred Rosenberg Wenn Rosenberg in ben Jahren bes Kampfes ben Leitaufsatz bes „DB geschrieben hatte ober mit einer Rebe vor bie Oeffent- lichkeit trat war es immer von befonberer Bedeu- tung im Leden ber Bewegung, zu deren ältesten Lehrern unb Kämpfern dieser deutsche Balte gehört Der tägliche politische Kampf ist ihm feit Jahrzehnten immer roieber Motor gewesen zu einem Schaffen, bas über bem Tagesstreit steht unb bamit bie geschichtliche Senbung ber fiitlerberoegung hervorhebt Die Werke bes Denkers Al fr eb Rosenberg zeichnen sich burch bie schneibenbe Grundlich- feit bes norbischen Menschen aus. Am 12. Januar 1893 würbe Alfreb Rosen- b e r g in Reval geboren Mit 25 Jahren erwarb er an ber Technischen Hochschule in Riga, damals nach Moskau verlegt, bas Diplom bes Ingenieur-Architekten Als im Winter 1917/18 bie beut’djen Truppen in Reval einmarschierten, erschien als einer ber ersten Rosenberg mit ber Melbung als Freiwilliger Sie würbe ihm zur schwersten Enttäuschung. Man lehnte bie Einstellung bes russischen Staatsangehörigen ab Aber ber Drang bes in bolschewistischer Gewalt hellsichtig Geworbenen trieb chn in bas Paul Ludwig Troosi. Der Baumeister des Dritten Reiches. Als vor zwei Jahren, am 21. Januar 1934, Professor Paul Lubwig T r o o st starb, ba war sich bas beutsche Volk bewußt, einen seiner größten Baumeister verloren zu haben. Der Architekt Prof. Paul Lubwig Troost ist ber Schöpfer machtvoller Bauwerke, bie in alle Ewigkeit als Künber bes neuen beutschen Baustils hineinragen werben. Es ist bie schönste Krönung für bas Lebenswerk biefes beutschen Architekten, baß ihm als ersten ber neugeschaffene Deutsche Nationalpreis zuteil würbe. Professor Troost, am 17. August 1878 in Elber- felb geboren, begab sich nach bem Stubiurn an ber Technischen Hochschule in 2) a r m ft a b t auf eine Studienfahrt nach Italien, wo er als Privatarchitekt wirkte. Seine meisterhaften Fähigkeiten in ber großen räumlichen Gestaltung unb seine Formsicherheit kamen bei ber Jnnenraumgestaltung unb auch bei ber künstlerischen Ausgestaltung ber großen beutschen Ozeanbampfer zum Ausdruck Unvergänglich wirb ber Ruhm Lubwig Trvvsts burch bie herrlichen Bauwerke, bie er als Baumeister bes Dritten Reiches schuf. Schon lange vor ber Machtübernahme reiften in stetem Gedankenaustausch zwischen bem Führer unb Professor Troost bie Pläne für bie machtvollen Bauten ber Bewegung. Wer heute nach München kommt, roirb von Bewunderung erfüllt vor biefen Monumentalbauten stehen, in benen ber beutsche Baustil einen so repräsentativen Ausdruck findet. Es ist Trvvsts verbienstvolle Tat, ben K v - niglichen Platz in so einbrucksvoller Weise umgestaltet, bie Bauten bes Führerhauses, bie Ehrentempel ber Ewigen Wache unb bas monumentale Haus ber Deutschen St u n ft gestaltet zu haben Erst vor wenigen Wochen feierte bie Kunst biefes Architekten bei ber Einweihung einer feiner glanzvollsten Schöpfungen ihren größten Triumph. _ . Mit ganzem Herzen gehörte Lubwig Troost zur Gefolgschaft bes Führers. So war es felbstver- ftänblid). baß er stets in engster Derbunbenheit mit der Volksseele und der nationalsozialistischen Bewegung lebte und wirkte. Er wird dem deutschen Volk in seinen Werken als einer der größten Baumeister stets lebendig bleiben. Alfred Rosenberg. Ein geistiger Wegbereiter des Nationalfozialismus Ringen für Deutschland Und es kam eine Zeit, da er marschieren durfte, 1923 mit Adolf Hitler beim Marsch für deutsche Erneuerung am blutigen 9 November. 1918 war Rosenberg nach Deutschland gekommen Sein Kampf als Journalist, Schriftsteller und Redner galt dem selbsterlebten Bolschewismus. Als 1919 in München die jüdische Räterepublik ausgerufen wurde, begab sich R o - f e n b e r g auf den Rathausplatz, um eine antibolschewistische Rede zu halten Daß er hier mit -- ■ < dem Leben davonkam, ist ein Wunder. Mit großer Hartnäckigkeit entwickelte er die Lehre feines Führers von Den ewigen Grundlagen des Abendlandes. Es gibt keinen Zweig am Schrifttum Des nationalsozialistischen Deutschlands, wo man nicht die Deutung empfindet, d'e der Kampf Adolf Hitlers durch seinen treuen Kämpfer Rosenberg erfuhr. Die Wertschätzung, bie Abolf Hitler Rosenberg entgegenbringt, kam barin zum Ausbruck, baß 1933 ein außenpolitisch es 21 m t ber NSDAP, eingerichtet unb Rosenberg zum Chef besfelben ernannt würbe. Am 31. Januar 1934 würbe Rosenberg vom Führer auch mit ber Ueberwachung ber gesamten geistigen unb weltanschaulichen Schulung und Erziehung der Partei und aller gleichgeschalteter Verbände sowie des Werkes „Kraft durch Freude" betraut Von Rosenbergs politisch-weltanschaulichen Werken fand vor allem sein „Mythos des zwanzigsten Jahrhunderts" als eine der geistig grundlegenden Dokumente der Bewegung weiteste Verbreitung. August Bier. Ein vorbildlicher Arzt, Helfer und Ratgeber. Machtvolle Klarheit unb wissende Einfachheit sind einmal als Kennzeichen unserer neuen Zeit bezeichnet worden Der Charakterkopf der medizinischen Wissenschaft dieses umwälzenden Zeitalters ist August C. B. Bier, dem die höchste deutsche Auszeichnung, der Nationalpreis, zuteil wurde. Dieser Arzt hat durch Klugheit und Gründlichkeit während einer kranken Zwischenepoche einen kraftvollen Atem von Gesundheit um sich verbreitet. So wurde er über den „Mediziner" hinaus Helfer unb weiser Ratgeber im schönsten Sinne Man rühmt Bier in erster Linie als einen der größten Chirurgen der Welt Er ist mehr, und es ist bekannt, daß dieser Künstler operativen Eingriffs erst alle anderen Auswege prüft und nur im wirklichen „Notfälle", dann aber mit deispiel- loser Treffsicherheit vorgeht Die einen nennen ihn so den Chirurgen der Gegenwart, die anderen berufen sich auf ihn als Bejaher der Homöopathie, unb ebenso laut rühmt man ihn als einen neuen Hippokrates, bem lehrende Wissenschaft bas Wichtigste sei Er ist alles in einem? Er kam ben Grundlagen des Ledens durch harte Arbeit und Genialität am nächsten. Dieser halb 76jährige, trägt im Antlitz die Züge eines Militärs und zugleich bie eines Gelehrten. Im Herzen des Reiches ward er am 24. November 1861 geboren. Der Junge trieb Sport als Lebensnotwendigkeit und blieb bem Gebauten bis heute treu. Die Hochschule für Leibesübungen in Berlin warb 1920 burch feine Initiative ins Leben gerufen In feine Studienzeit — Berlin, Leipzig, Kiel — fällt ein Sprung nach Sübamerika, wo er als junger praktischer Arzt arbeitete unb ftubierte. Van bort holte ihn Friedrich von Esmarch, ber Altmeister ber Chirurgie, nach Kiel. In Greifswalb gewann Bier feine homöopathischen Gründer- f e n n t n i ff e. Eine Berufung nach Bonn folgte. Wenige Jahre später —1907 — ging August Bier nach Berlin als schnell volkstümlicher Nachfolger Professor v. Bergmanns, zugleich als Leiter ber chirurgischen Universitätsklinik. Seine neuartigen Behandlungsmethoden setzten sich burch. In bieser schaffensreichen Zeit trat Bier bem Volke einfach unb freunblich, seinen Stubenten humorvoll unb imponierenb, vielen Kollegen beißend unb mit herausforbernber Unerschütterlichkeit entgegen. Die Politikaster bes Zwischenreiches emp- fanben ihn als unangenehm, was sich zu gehässiger Feindschaft steigerte, als ber Weltruf erobernbe Gelehrte seinen Namen früh einsetzte für eine Kanzlerschaft Abolf Hitlers. Als großer Diener feines Volkes unb damit ber Menschheit lebt Bier seit fünf Jahren in ber Mark. Ernst Ferdinand Gauerbrnch. .Meufchenarzt" und Gesundheitsführer feines Bottes. Geheimer Hofrat Staatsrat Professor Dr med. Emst Ferbinanb Sauerbruch würbe am 3. Juli 1875 in Barmen geboren. Schon währenb seines Stubiums entschloß er sich, Chirurg zu werben. Nur wenige Jahre war er Privatbozent in Breslau unb in Greifswalb, um bereits 1908 zum ao. Professor in Marburg ernannt zu werben. 1911 folgte er bem Rufe als ordentlicher Professor an die Universität Zürich. Im Weltkrieg finden wir ihn als beratenden Chirurg eines Armeekorps Seit 1918 I £ ’ z Staatsrat Professor Dr. Sauerbruch. bekleidete er als Ordinarius den Münchener Lehrstuhl für Chirurgie, feit 1927 leitet er die Chirurgische Klinik der Universität Berlin, die „Charite" Sauerbruchs Lebenswerk ist die Brustkorb- ch i r u r g i e. Durch das von ihm aefdjaffene „Druck- differenzverfahren^ gelang es, auch bei verzweifelten Fällen Lungenkranke zu heilen. Da in der Brusthöhle ein Unterdrück herrscht, war es bis dahin nie möglich gewesen, den Brustkorb zu eröffnen, ohne baß bann sogleich bie Atmung aussetzte. Er baute sich barum eine große Kammer, in ber er sich selbst mit bem Patienten befand, dessen Kopf aus der Wandung heraussah und dem gewöhnlichen Luftdruck ausgesetzt war Erniedrigte er in der Kammer den Druck aus den Luftdruck der Brusthöhle, so konnte ohne Gefahr für die Atmung die Brusthöhle eröffnet werden Dadurch wurden nun alle Organe, vor allem aber die Lungen, dem chirurgischen (Eingriff zugänglich Sauerbruchs dreibän- diges Werk über dieses Thema gab auch anderen Chirurgen die Möglichkeit. Lungenkranke, die man früher aufgeben mußte, zu heilen. Auch feine Leistungen im Weltkrieg sind ein Zeugnis seiner genialen Größe. Er hat die „bewegliche Prothese" erfunden, einen bewegbaren Arm, den er mit einigen chirurgischen Kunstgriffen an die erhaltenen Muskeln anschlietzen konnte Nicht nur in der Vollendung der chirurgischen Handfertigkeit, auch m seiner m e n s ch l i ch e n Größe sieht Sauerbruch den idealen Arzt; so gehen denn auch seine wissenschaftlichen Leistungen über das Chirurgische hinaus Nach langem Forschen gelang es ihm. eine Ernährungsform zusammenzustellen. unter dem Namen der „S a u e r- bruch-Hermannsdorferschen Diät", die eine bedeutende Heilmethode für die Tuberkulose geworden ist Auch sind aus feiner Arbeit bedeutende Untersuchungen über den Krebs hervorgegangen Das Dritte Reich ernannte Sauerbruch zum Staatsrat und zum Mitarbeiter am Vierjahresplan, denn Sauerbruch hat als Erster jene „Krise in der Aerzteschaft erkannt. 1925 geißelte er bereits die unhaltbaren Zustände In der Aerzteschaft durch einen großen Vortrag auf dem Kongreß für Naturforscher und Aerzte. Er erkannte, daß die Aerzteschaft sich nicht den wirtschaftlichen und sozialen Umwandlungen entsprechend umge- faltet habe. Es fehlte der persönliche Z u - ammenhang mit dem Patienten. Er elbft schuf Pläne zur Besserung, er führte sie zunächst in seinem Wirkungsbereich aus. Mit dem Auge und den unbewaffneten Sinnen die Krankheit im Menschen zu erkennen, ist das. was er immer wieder von seinen Schülern verlangt. „W i r haben keine Fälle, wir haben Mensch e n o o r uns." Darüber hinaus sieht er das Volk. Die Gesundung des einzelnen ift der Anfang von dem aus er zur Gesundheitsführung der Nation überleitet. Er verlangt gegen die immer drohenderen Bestrebungen zum ärztlichen Spezialistentum den Menschenarzt. So ist Sauerbruch für seine Schüler der Schwerstes verlangende Leyrer, er ist auch das größte arzt- liche Vorbild: hervorragender Wissenschaftler und Beherrscher der ärztlichen Kunst, von unendlicher Hingabe für das Wohl des einzelnen und der Nation, ein Gefundheitsführer seines Volkes. D. O. Wilhelm Filchner. Der Erforscher des unbekannten Asien. Professor Dr. h. c. Filchner. Vor wenigen Tagen erst erreichte uns die Nachricht. daß Wilhelm F i l ch n e r , der im Frühjahr dieses Jahres an der chinesisch-tibetanischen Grenze gefangen genommen und ins Innere Turkestans verschleppt worden war, sich nun wieder auf freiem Fuß befindet. Auf dem Marsche über das Dach der Welt, der keineswegs Filchners erster ist, wird bei Forscher in den nächsten Tagen seinen 60 G e - b urtsta g begehen Am 13. 9 1877 in München geboren besuchte Filchner das Gymnasium und wählte zunächst den OffiAiersberuf, der ihn bald in den GroßenGeneralstab führte Innerlich ist Filch- ner seinem Soldatentum immer treu geblieben, auch als ihn mit 23 Jahren die Forscherleidenschaft erfaßte und er am 24 Mai 1900 zu seiner ersten großen Unternehmung, dem Ritt über den Pamir aufbrach. Drei Jahre später schon war er mit einem festumrissenen wissenschaftlichen Programm als Leiter der deutschen China-Expedition wieder auf dem Dach der Welf Im Jahre 1910 durchquerte er Spitzbergen auf Schneeschuhen und nahm dann an der deutschen Antarktisexpedltion teil. Während des Weltkrieges stand Filchner als Hauptmann an der Westfront, aber kaum war der Krieg beendet, als es ihn wieder hinaus zu neuen großer? Forschungsunternehmungen trieb 1926 bis 1928 gelang es ihm, auf einer großen geophysikalischen Expedition, die ihn von Rußland aus nach Turkestan und Tibet führte, die bis dahin lückenhaften erdmagnetischen Karten Jnnerasiens au verbessern und zu vervollständigen. Seine Messungen wurden von wesentlicher Bedeutung für die Verbesserung und Ergänzung unserer bis dahin noch sehr unsicheren Kenntnisse von der Größe und Verteilung der Säkularvariation im westlichen China. Längere Zeit war Filchner auf dieser Expedition verschollen und sogar bereits tot gesagt, bis er nach zweieinhalb Jahren wohlbehalten in der Heimat eintraf In seinem Buche „Om mani p a d m e hum" berichtet er von den Gefahren und Anstrengungen dieser Reile Kaum hatte Filchner sich Zeit genommen, die Erfahrungen dieser Reise auszuwerten, als er 1934 wieder ins Innere Asiens aufbrach. Wieder war er längere Zeit verschollen, als die erste Nachricht von ihm in diesem Frühjahr besagte, daß er in Gefangenschaft geraten war Als Forscher wie auch als Wissenschaftler ist Filchner nicht nur in Deutschland, sondern in der ganzen Welt geachtet und geehrt. sal ja zu einem großen Teil wir selber sind. So wurde die NSDAP die große Bekenntnisfront des deutschen Volkes Wenn die nationalsozialiltifche Bewegung nicht nur in einer Stunde der Erhebung diese Erkenntnis bejaht, sondern die innere Bewußtheit auch durch den Alltag trägt, dann wird sie — trotz aller Gegnerschaften — eine Immer festere, durch das Leben ständig überprüfte Form bilden und jene Grundlage schaffen, die notwendig ist damit über das Dasein der heute Lebenden hinweg eine Tradition entsteht, die das Große der Vergangenheit mit den Notwendigkeiten unseres Jahrhun- derts verbindet und typenschaffende Macht der kommenden Geschlechter wird Das zu erreichen, erscheint uns als die vielleicht größte Kulturtat. die unserem kämpfenden Geschlecht noch Vorbehalten bleibt. Dieses Herde und harte Denken trägt auch besonders den jetzigen Reichsparteitag, der im Zeichen des Bekenntnisses au schöpferischer Arbeit steht, für uns. für unsere Kinder und Kindeskinder. Der Ehrentag des Reichsarbeiisdienstes. Nürnberg. 8. Sept (DNB. Funkspruch.» Die wettergebräunten jungen Männer des Reichsarbeitsdienstes haben am heutigen Mittwoch ihren Ehrentag. Ihr Appell auf der Zeppelinwiese ist immer wieder einer der erhebendsten und beglüdenbften Eindrücke des Reichsparteitages. Das ist in diesem Jahre um so mehr der Fall, als dieser Parteitag schon durch seine Namensgebung im Zeichen der Arbeit, des Willens zum Schaffen steht. In den 280 Zelten in der Zeltstadt Langwas - s e r, m denen 38 000 Arbeitsdienstkameraden aus den 30 Gauen des Reiches untergebracht find fand heute bald nach Sonnenaufgang das Wecken statt. Nach dem Morgenappell und der Losungsausgabe wurden die Fahnen vom Fahnenhain am Horst-Wessel-Platz abgeholt, und bann oegann der Marsch zum Zeppelinfeld in zwei großen Marschkolonnen. Oie NGOAp. ist unsere geistige und seelische Heimat! Reichsleiter Alfred Rosenberg auf der Kulturtagung im Nürnberger Opernhaus. Nürnberg, 7. Sept. (DNB.) Die führenden Männer des geistigen und künstlerischen Lebens Deutschlands versammelten sich Dienstagabend im Nürnberger Opernhaus zu der Kulturtagung die nun seit langen Jahren bereits einen der Höhepunkte der Reichsparteitage bildet Außer Den Mitgliedern des Diplomatischen Korps, den Reichs- Ministern, Reichsleitern und allen anderen in Nürnberg versammelten führenden Männern aus Staat und Partei sah man hier die Präsidenten aller Einzelkammern der Reichskulturkammer. die Reichs- fulturroalter, die Mitglieder des Reichskultursenates, die Rektoren aller deutschen Hochschulen und viele Män«er und Frauen, die im deutschen Geistesleben auf den verschiedensten Gebieten der Wissenschaft und Kunst einen klangvollen Namen haben Die Uniformen der Parteiformatlonen und der Wehrmacht, die farbenfreudige Amtskleidung der Hoch- schulrektoren ergaben zusammen mit dem festlichen Lichterglanz den Eindruck eines Festtages. Während das Diplomatische Korps m der großen Ehrenloge Platz genommen hatte, saßen die führenden Männer der Partei und des Staates im Parkett. Für die zum Reichsparteitag gekommenen ausländischen Gäste waren mehrere Logen reserviert. Sofort nach Erscheinen des Führers, der den Weg vom Deutschen Hof zum Opernhaus zusammen mit Reichsminister Rudolf Heß zu Fuß zurückgelegt hatte, wobei ihm die auf den Straßen zu vielen Tausenden wartenden Volksgenossen wieder begeistert zujubelten, begann die Feierstunde Das Philharmonische Orchester München brachte unter der Leitung von Professor Dr. Peter Raabe den „Einzug der Götter Walhalls" von Richard Wag- ner zum Vortrag. Reichsletter Alfred Rosenberg nahm bann bas Wort: Jede große weltanschauliche Bewegung, die sich im Kampfe um eine Zukunft mit den Mächten ihrer Gegenwart auseinanderzusetzen hat, erhält die Richtung dieses Kampfes mit dem ersten bewußten Auftreten chres Gedankens oorgeaeidjnet. Die größte Aufgabe der Führung einer solchen Bewegung auf dem Gebiete der weltanschaulich kulturellen Auseinandersetzung besteht darin, zwar immer eindeutig und kompromißlos die Voraussetzungen ihres geistigen Daseins zu verteidigen, jedoch mit dem Bewußtsein, daß tiefe geschichtliche Auseinandersetzungen mit anderen Maßen gemessen werden müssen als die Spanne eines kurzen Menschenlebens es zuläht. So sehr allo die einmal besiegte politische Vergangenheit davor zurückgehalten werden muß, auf dem Umwege über Kultur und Weltanschauung wieder zu politischer Macht zu gelangen, so gilt deshalb in gleicher Weise die besondere Vorsicht und Aufmerksamkeit der NSDAP, allen jenen viel- fach sektiererischen Erscheinungen, die an unserer linken Flanke entstehen. Wie einst Martin Luther — um seine Reformation zu retten — sich gegen d i e Schwarmgeister wenden mußte, so hat, wenn auch in anderer Form, auch die Weltanschauung des Nationalsozialismus alle Ursache, bei feierlichen Anlässen jene Kräfte zurückzuweisen, die zwar von allgemein anerkannten völkischen Postulaten ausgehend, dann doch nur einige ro e n i ge Punkte einer geistigen Gesamtheit herausgreifen und mit sektiererischer Besessenheit diese als die einzigen Maßstäbe für die weltanschauliche Betrachtung und Wertung hin- steilen. Die nationalsozialistische Bewegung hat sich schon während des Kampfes von politischen Sekten zu säubern gewußt, und sie verfügt heute erst recht auch über jene inneren Kräfte, um bas in letzter Zeit bemerkbar hervortretenbe weltanschauliche Schwärmerwesen im nötigen Abstand von sich zu halten. Wir denken nicht daran, irgendwelchen sich weltanschaulich betätigenden Persönlichkeiten oder religiös — Jo- weit sie nicht gemeingefährlich werden — Schwierigkeiten in der Darlegung ihrer Uebet- jeugung zu machen. Um so mehr aber legen wir Gewicht darauf, zu erklären, daß keine dieser Gruppen und Grüppchen das Recht besitzt, sich als Vertretung nationalsozialistischer Weltanschauung auszugeben ober gar als Vollender unserer Weltanschauung aufzutreten. Vielmehr stellen wir als unverrückbares Postulat das Bekenntnis auf, daß die Vertretung und Durchsetzung der nationalsozialistischen Weltanschauung das geistige hoheitsrecht der NSDAP. ist und bleiben wird. Die NSDAP, ist für uns alle nicht nur unsere politische, sondern auch unsere ehrlich erftrittene geistige und seelische heimatl Wir sind dabei auch der UeberAeugung. daß einmal jener geistige Hochmut gewisser Außenstehender überwunden werben muß, bie scheinbar noch immer ber UeberAeugung finb, baß bie nationalsozialistische Weltanschauung von Nichtsozialisten gedacht unb vollenbet werben müsse, bie also uns über uns selber belehren wollen, anstatt b e i s i ch selbst eine Ueberprüfung vorzunehmen. Wir wissen, baß ber Nationalsozialismus als Gesamtheit nicht nur einen neuen Staat errichtet, sonbern auch ein neues Weltbilb zu formen begonnen hat. Unb wir sind nicht so bescheiden, wie vielleicht manche noch glauben, nun von außen her unsere Denker und Kulturgestalter zu beziehen und uns eine fremde geistige Ahnenreihe aufzwingen zu lassen. Es sind oft scheinbar kleine Wendungen des Geistes und des Charakters, die — einmal innerlich anerkannt — die Entwicklung ganzer Jahrhunderte, ja Jahrtausende bestimmen können. So hat einmal die siegreiche Behauptung von der Gleichheit aller das antike aristokratische Ideal in einer Stunde feiner Schwäche gestürzt unb zeitigte bann soziale unb geistige Formen, bie erst heute im Zeichen bes nationalsozialistischen Denkens überrounben werben, nicht als Bekenntnis einiger Propheten, sonbern a I s inneres Erlebnis von vielen Millionen. Aus bem Dogma, ber bem Sinn ber Schöpfung widersprechender Gleichheit aller Raffen, folgte notwenbig eine fortschreitende Mißachtung bes Leibes unb damit eine durch Jahrhunderte betriebene Durchführung der angeblich theologifch-philofophifch begründeten Trennung zwischen Seele und Körper. Die Verwahrlosung dieses Leibes wurde schließlich als ein besonderes Kennzeichen der Heiligkeit betrachtet. Dies führte bann folgerichtig zu einer immer stärkeren Vertretung ber Lehre von ber Erbfünbig- feit bes Menschen, unb in unseren Tagen wirb als letzte Konsequenz biefer tausendjährigen Entwicklung nicht selten bas Dasein ber Volkheit s e l b st als ein Fluch bes Schicksals unb als Strafe für einen ehemaligen furchtbaren Fall ber Menschheit gewertet. Gegenüber ber entscheidenden Behauptung von der wesenhaften Gleichheit aller INenschen sind wir der heute festbegründeten UeberAeugung, daß gerade die tatsächliche Ungleichheit dieser Seelen und Charaktere die Voraussetzung für jede wahre Kultur der Weltgeschichte geschaffen hat. Und wir glauben ferner, daß auch die großen Kulturschopfungen innerhalb der letzten Zeitepoche geradezu als die nicht zu unterdrückenden Proteste des künstlerischen und weltanschaulichen Gewissens der europäischen Volker anzusprechen sind. Aus dieser UeberAeugung ergibt sich deshalb für uns nicht etwa die „künstliche Trennung" Awischen Seele und Leib, sondern die Erkenntnis, daß in einer vielleicht nicht immer materiell faßbaren Weise Körper, Seele unb Geist eine Dreieinigkeit bilden, deren Zerstörung Augleich die Zerstörung jeder Voraussetzung einer organischen Kulturform bedeuten würde. Aus dieser Erkenntnis folgt für uns. daß das deutsche Volk — entgegen so manchen Behauptungen — nicht e r b i ü n b i g, sonbern er bablig ist Unb aus ber Gesamtheit blefes neuen Cebenspulfes bekennen wir, bah bie hohen Werte eines starken Volkes unb seiner Kultur nicht in Unterwürfigfeit, Knechtseligkeit unb so oft überheblicher Demut liegen, sonbern im Stolz auf sich selbst unb in der Achtung vor sich selbst begründet sind. Wir begreifen sehr wohl, baß für vie.e Vertreter ber Vergangenheit eine Welt unterging, unb wir selbst wissen, baß es ja auch für viele von uns tatsächlich ber Fall gewesen ist Wir finb jeboch ber festen Ueberzeugung, baß durch alle Zeiten hindurch unter mancherlei Formen unb Bekenntnissen ber beutsche Charakter in seinen wesentlichen Linien boch ber gleiche geblieben ist. Unb weil wir auch in bem ehrlichen Anhänger einer geistigen Vergangenheit diese Substanz ehren, so hoffen wir, daß — bei unwandelbarem Festhalten bes einmal eingeschlagenen Weges, verbunden mit bem menschlichen Verständnis für die einzelnen inneren Konflikte so mancher deutscher Volksgenossen — der große Umschmelzungsprozeß der Seelen doch mit jener Würde vor sich gehen wird, der unserer großen Zeit entspricht. Der Nationalsozialismus ist emporgeftiegen wie ein Alpenzug nach einer riesenhaften (Eruption (E r i ft d a, ob ber Außenstehende ihn bejahen ober „ab= lehnen" mag. Die Welt täte jeboch gut, ihn eben als ein gewaltiges Phänomen ber Natur zu betrachten unb als nicht mehr wegzubiskutierenbe Tatsache in ihr Bilb bes Lebens einzufügen. Das Scyickfal, in besten Mitte wir stehen, ist groß. Wir haben es nicht als ein unverrückbares uns gleichsam erbrückendes Fatum von außen empfangen, sonbern haben bas Aeußere ergriffen, um es nach unserem Wesen zu formen. Unb beshalb brauchen wir nicht zu einem Schicksal gezwungen zu werden, sondern dürfen uns frei zu der Gesamtheit der Geschehnisse unserer Tage bekennen, weil dieses Schick- Nürnberg, 7. Sept. (DNB.) 15 00 Hitler- jungen aus allen Tellen Deutschlands sind vom 20. Juli ab mit 400 Bannfahnen von ihren Standorten durch die deutschen Gaue nach der Stabt ber Reichsparteitage marschiert. Am Dienstagvormittag, vor ber feierlichen (Eröffnung bes Parteikongresses, fanb biefer symbolische Marsch ber Hitler- Jugend durch Deutschland mit bem Vorbeimarsch vor bem Führer am „Deutschen Hof" seinen vorläufigen Abschluß. In frischer unb straffer Haltung marschierten bie Jungen am Führer vorbei. Neben bem Führer ftanben auf bem Balkon bes „Deutschen Hofes" ber Stellvertreter bes Führers, Rubolf Heß, unb ber Reichsjugendführer Baldur von Schirach. Die Ausstellung „Nürnberg, die deutsche Stadt". In der altehrwürdigen Karthäuserkirche des Germanischen Nationalmuseums wurde die Ausstellung „Nürnberg, die deutsche Stadt" durch den Stellvertreter des Führers, Reichsminister Rudolf Heß, feierlich eröffnet. Veranstaltet vom Amt Schrifttumspflege beim Beauftragten des Führers für die lieber« wachung ber gesamten geistigen unb weltanschaulichen Erziehung ber NSDAP., Reichsleiter R o - s e n b e r g , unb in Fortsetzung ber früheren, auf den Reichsparteitagen und anschließend in vielen Großstädten mit großem Erfolg gezeigten Ausstellung über das ewige, das wehrhafte und das politische Deutschland, zeigt sie in neuen Räumen mit einer Fülle wertvoller Schriften. Urkunden, Bilder und Kunstwerke die geschichtliche Entwicklung der alten Reichsstadt in ihrer schicksalhaften Bedeutung für das deutsche Volk. Uraufführung „Unternehmen Michael" in Nürnberg. Der Ufa-Film „Unternehmen Michael" wurde Dienstag nachmittag im Ufa-Palast Nürnberg ur- aufgeführt Unter den Besuchern bemerkte man ^en Stabschef der SA., Lutze, Reichsschatzmeister Schwarz, Staatssekretär Meißner, Reichsleiter Bouhler und zahlreiche Gauleiter Ferner war die Wehrmacht besonders stark vertreten Den Auftakt bildete eine musikalische Darbietung der Kapelle des 10. Pionierbataillons Regensburg Der Film löste starken Beifall aus. Im Namen aller Schauspieler, die sich unter der Regie von Karl Ritter.zu diesem Film zusammengefunden hatten, dankten Heinrich George und Matthias Wiemann für den Beifall des vollbesetzten Hauses. Man sah es den Jungen nicht an, daß sie viele hundert Kilometer in ihren Tagesmärschen zurückgelegt hatten; sie kannten die letzten Wochen hindurch nur das eine Ziel: den Vorbeimarsch vor bem Führer! So zog Bann um Bann an bem Führer vorbei, unb fest war ber Blick der Jungen auf den Führer gerichtet. Die Tausende, die am ..Deutschen Hof" standen, jubelten den Hitlerjungen zu; ihre größte Freude aber war der Augenblick, da sie dem Führer ins Auge sehen konnten. Nach bem Nürnberger Parteitag ziehen bie Marschblocks weiter nach Laubs berg, wo ber Abolf-Hitler-Marsch mit einer Feierstunde auf ber Festung Canbsberg seinen Abschluß finbet foiflerjungen marschieren vor dem Führer. Der »Adolf-Hitler-Marsch der deutschen Jugend- vor dem Führer in Nürnberg. 8 Ä v<. I . Die Fahnen der Jugend vor dem Führer. — (Aufnahme: Scherl-Bilderdienst.) ©Jtxfpoit Die l.AS.-Kampsspiele in Nürnberg. Tag der Hitler-Jugend. Die Kampfspiele der 5)itfer=3ugenb und des Deutschen Jungvolks wurden am Dienstag bei prächtigem Sommerwetter eröffnet. Diese Leistungsschau ist der weithin sichtbare Ausdruck der Leibeserzie- hung unserer Jugendlichen Während Hitler-Jugend und Jungvolk in der Hauptkampfbahn des Stadions die Reichssportwettkämpfe austrugen, fanden sich zu gleicher Zeit die 90 Besten der Führerschaft auf dem Sportplatz des 1. FC. Nürnberg im „Zabo" ein, um hier den Führer-Zehnkampf zu beginnen. Dieser Zehnkampf ist für alle Zeiten die sportliche Lei- stungsprobe der gesamten HJ.-Führerschaft. Er stellt an die Teilnehmer die vielseitigsten Anforde- runaen und umfaßt folgende Hebungen der Grundschule: 100 Meter, 1000 Meter, Hochsprung, Weitsprung, Keulenzielwerfen, Keulenweitwerfen, 3000- Meter-Brustschwimmen, KK.-Schießen liegend freihändig und aufgelegt und Orientierungs-Gepäckmarsch. In drei Altersstufen — 18 Jahre und jünger, von 18 bis 32 und von 32 bis 40 Jahren — wird gestritten. Außer dem Führer-Zehnkampf werden noch folgende Wettkämpfe ausgetragen.- Der Reichssportwettkampf der HI. (26 HJ.-Mann- schaften zu je 10 Hitlerjungen, 26 DJ.-Mannschaften zu je 10 Pimpfen), deutsche Jugend-Meisterschaften in Leichtathletik und Schwimmen (380 Leichtathleten und 220 Schwimmer, die auf Grund der Ausscheidungswettkämpfe der Gebiete ermittelt wurden), Reichs-Schießwettkämpfe (26 Gebiets-Mannschaften zu je 10 Hitlerjungen), Wehrsport-Fünfkampf (26 Gebiets-Mannschaften zu je 10 Hitlerjungen). Fast 2000 Wettkämpfer der HI. treten bei den NS.-Kampfspielen in Nürnberg zu den fünf verschiedenen Wettbewerben an. Die leichtathletischen Hebungen des Führer-Zeynkampfes. Am ersten Tage wurden die leichtathletischen Hebungen des Führer-Zehnkampfes erledigt. Es gab ganz vorzügliche Leistungen, und die Kurmark konnte nach Abschluß der ersten fünf Wettbewerbe bereits drei ihrer Besten an die Spitze der Altersstufe B stellen. In der Punktwertung führt P e - t e r s mit 5071,5 Punkten vor Habermann mit 4977,5 und Schiersch mit 4816,5 Punkten. Auch in den übrigen Altersstufen wurden famose Leistungen gezeigt. Einer der ältesten Teilnehmer, Barth (Nürtingen), der Deutschlands Farben 1928 in Amsterdam beim Olympia vertrat, erzielte im Keulenweitwerfen mit 73,45 Meter die größte Weite. Habermann erzielte über 100 Meter mit 11,2 Sekunden und über 1000 Meter mit 2:43,7 Minuten die besten Leistungen. Sechs Prüfungen des Führer-Zehnkampfes mürben bereits am ersten Tag erledigt, so daß nur noch der Orientierungs-Gepäckmarsch, die beiden Schießwettbewerbe und das Keulenzielwerfen durchzuführen sind. Den fünf leichtathletischen Hebungen folgte das 3000-Meter-Brustschwimmen, bei dem als Bestzeit 5:43,4 Minuten erzielt wurde. Jungvolk und HI. im Reichssportwettkampf. Mit militärischer Pünktlichkeit marschierten die Mannschaften ein. Unter eigener Leitung und von eigenen Kampfrichtern beurteilt, wickelten sich die Hebungen des Dreikampfes genau nach der vorgesehnen Zeiteinteilung ab. Unsere Jugend bewies, daß sie auch selbst mustergültig organisieren kann. Der Dreikampf des DJ. bestand aus 60-Meter- Lauf, Weitsprung und Schlagballweitwurf: der der HI. aus 100-Meter-Lauf, Weitsprung und Keulenweitwurf. Die Leistungen waren hervorragend. Ein lOjähriger Pimpf lief die 60 Meter in 8,4 Sek., über die 100 Meter der HI. wurden 11,2 und mehrfach 11,3 und 11,4 Sekunden gestoppt. Mit einem Feuereifer und großer Einsatzbereitschaft kämpften sie alle um den Sieg und die hohe Ehre, dem Führer vorgestellt zu werden. Ein schlesischer Pimpf schaffte im Schlagballweitwurf 85,67 Meter und ein Hitlerjunge warf die Keule 74 Meter weit. Im Weitsprung kamen die Besten des DJ. an die 5,50-Meter-Marke heran und bei der HI. wurden die sechs Meter mehrfach übersprungen. Sieger des Reichssportwettkampfes des Deutschen Jungvolkes wurde die Mannschaft des Gebiets 17 Thüringen mit klarem Vorsprung vor dem Gebiet 7 Nordsee. Das Gebiet 13, Hessen Nassau, placierte sich an achter Stelle. HI. Hessen-Nassau an dritter Stelle. Wahrend im Reichssportwettkampf des Deutschen Jungvolkes das Gebiet Thüringen (Fähnlein Neuhaus am Rennsteig) den Sieg davontrug, wurde bei der Hitlerjugend das Gebiet Westfalen (Bann Hamm) Reichssieger vor dem Gebiet Pommern und dem Gebiet Hessen-Nassau. Degenfechten imModernen Fünfkampf In der Exerzierhalle der Panzer-Abwehrabteilung Fürth setzten die Teilnehmer am Modernen Fünfkampf ihre Hebungen mit dem zweiten Wettbewerb, dem Degenfechten, fort. Dank der vorzüglichen Organisation konnten die 300 Gefechte (nach den internationalen Bestimmungen jeder gegen jeden auf einen Treffer!) in wenig mehr als vier Stunden erledigt werden. Es wurde auf vier Bahnen gefochten und in Klaffe A waren allein 253 Gefechte notwendig. Dazu kamen noch 55 Gefechte der Klaffe B. Nicht ganz unerwartet erwiesen sich die SS.» Fechter als die Besten. Mit Hntersturmführer Kroggel, Obersturmführer Schröder und Hntersturmführer Hildebrandt legten sie auf die drei ersten Plätze Beschlag. Am erfolgreichsten kämpfte Hntersturmführer Kroggel, der von seinen 22 Gefechten 16 siegreich beendete. In der Gruppe B (die am ersten Tage lediglich die Motorrad-Geländefahrt anstelle des Geländerittes zu erledigen hatte!) war Oblt. Scharte weitaus der beste Fechter; er gewann alle zehn Gefechte. In der Gesamtwertung hat nach zwei Wettbewerben in Gruppe A Hntersturmführer Hildebrandt mit 6,5 Punkten die Führung vor Lt. von Schlotheim und Oblt. Cramer, die je 7,5 Punkte aufweisen. In der Gruppe B führt NSKK.-Sturmführer Busse mit 5 Punkten vor SA.-Sturm- bannführer Greven mit 7 und Lt. Schulze mit 8 Punkten. -129 Meldungen für „Rund um Schotten-'. Beim Meldeschluß für das Motorradrennen „Rund um Schotten" am 19. September waren insgesamt 129 Nennungen eingegangen. Davon entfallen 30 Meldungen auf die Ausweisfahrer, während der Rest sich auf die fünf Klassen der Lizenzfahrer verteilt. Die drei Soloklassen haben eine gleichmäßige Besetzung erfahren, indem für die 250er-Klasse 22, für die 350er-Klasse 29 und für die Halbliter-Klasse 26 Fahrer genannt haben. Bei dem Rennen „Rund um Schotten" wird auch die Meisterschaft in den beiden Seitenwagenklassen ermittelt, nachdem die Meister der Solo- klassen bereits am vergangenen Sonntag auf dem Hockenheimring ermittelt worden sind. In der Seitenwagenklasse bis 600 cem sollte die Entscheidung zwischen dem für Braun eingesprungenen DKW.- Fahrer Schumann und Bock- Norton liegen. Ergebnisse vom tinfertretoturnen in Grimberg. Turner, Oberstufe (19 Teilnehmer, 18 Sieger): 1. Wilhelm Houillon, To. Alsfeld, 179 Punkte; 2. Walter Bierau, DsL. Lollar, 175; 3. Wilhelm Moos, VfL. Lollar, 174; 4. Willi Eller- meier, Tv. 1846 Gießen, 168; 5. Kurt Lepper, Tv. Wieseck, 165,5; 7. Ernst Deibel, DfL. Lollar, 157; 8. Ernst Althaus, Tv. Leihgestern, 156,5; 9. Ewald Jmmel, To. 1862 Wieseck, 153,5; 10. Otto Weiß, To. Großen-Linden, Otto Dem, Tv. „Gut Heil" Watzenborn-Steinberg je 153,5 P. Turner, Unter ft u f e (29 Teilnehmer, 25 Sieger): 1. Georg Bingel, Tv. 1846 Gießen, 186 P.; 2. Karl Schäfer, Tv. Wieseck, 182,5; 3. Erich Felten, Tv. Großen-Linden, 182; 4. Albert Kreiling, Tv. Heuchelheim, 176; 5. Wilhelm Dietz, Tv Kesselbach, Heinrich Becker, To. Kesselbach, Georg Rahn, Tv. Grünberg, je 169,5; 6. Wilhelm Vogel, To. Mainzlar, Hans Kreiling, To. Wieseck, je 167,5; 7. Karl Schemel, Tv. 1846 Gießen, 165; 8. Heinrich Kraft, Tv. Staufenberg, Heinrich Sittener, To. Grünberg, je 163,5; 9. Hans Seibert, To. Homberg, 163; 10. Otto Schmidt, Mto. Gießen, Heinrich Pfannkuchen, Tv. Holzheim, je 162,5 P. Jugend, £) b e r ft u f e (66 Teilnehmer, 64 Sieger): 1. Herbert Fischer, Tv. Großen-Linden, 145 P.; 2. Erich Opper, To. Reiskirchen, 140; 3. Richard Römer, To. Lang-Göns, 139; 4. Willi Lämmersdorf, To. Alsfeld, Kurt Wagner, Tv. Lang- Göns, je 137; 5. Karlheinz Richter, Tv. 1846 Gießen, 136; 6. Hermann Speier, T. Sp. D. Odenhausen (Lahn), Willi Eisenhut, Tv. Wieseck, je 135; 7. Willi Speier, T. Sp. D. Odenhausen (Lahn), 132,5; 8. Willi Hahn, Tv. Heuchelheim, 131,5; 9. Hanfried Jung, Tv. Klein-Linden, 130,5; 10. Karl Stock, To. Reiskirchen, 130; 11. Rudi Velten, Tv. Wieseck, 128,5; 12. Willi Schreier, Post-Sporto. Gießen, 128; 13. Erich Fay, Tv. Grüningen, 125,5; 14. Helmut Schmidt, Tv. Grünberg, Helmut Stückrath, Tv. Heuchelheim, je 125; 15. Adolf Henkel, T. Sp. D. Odenhausen (Lahn), Otto Rau, Mtv. Gießen, je 124 P. Jugend, Unter ft u f e (109 Teilnehmer, 102 Sieger): 1. Walter Ruhl, DfL. Lollar, 144,5 P.; 2. Eugen Feichtenbeiner, Tv. Grünberg, 144; 3. Ludwig Kraft, Tv. Alsfeld, 139,5; 4. Rudi Junker, Tv. Großen-Linden, 138,5; 5. Ewald Ruckelshauscn, Tv. Staufenberg, 137; 6. Erwin Junker, VfL. Lollar, 136; 7. Erwin Schmidt, To. Alsfeld, 135,5; 8. Hermann Ludwig, To. Heuchelheim, 134,5; 9. Wilhelm Ott, Turner-Verein. Ruttershausen, 130; 10. Karl Hartmann, To. Alsfeld, 127,5; 11. Karl Wurstius, Tv. Alsfeld, 127; 12. Karl Speier, T.- u. Spo. Odenhausen (Lahn), 126,5; 13. Walter Ott, Turner-Verein. Ruttershausen, 125; 14. Erwin Wagner, Tv. Grünberg, Ernst Schlapp. To. Staufenberg, je 124,5; 15. Ferd. Peter, Tv. Reiskirchen, Karl Degen, Tv. „Gut Heil" Watzenborn-Steinberg, Karl Peppler, Tv. Grünberg, Hermann Hagen, Tv. Grünberg, je 124 P. Frauen-Oberstufe (7 Teilnehmerinnen, 7 Siegerinnen): 1. Margret Seim, Mtv. Gießen, 127/4 Punkte; 2. Helma Schmieder, Tv. 1846 Gießen, 122; 3. Anna Weinandt, To. Großen-Linden, 120; 4. Luise Weiß, Tv. Großen-Linden, 11824; 5. Erna Sack, Tv. Heuchelheim, 116^; 6. Anna Maria Sack, Tv. Heuchelheim, 109; 7. Lina Grün, DfL. Lollar, 95% Punkte. Frauen-Unterstufe (19 Teilnehmerinnen, 16 Siegerinnen): 1. Else Seim, Mtv. Gießen, 12424 Punkte: 2. Milli Lungershausen, To. Wieseck, 118; 3. Susi Müller, To. 1846 Gießen, 11424; 4. Cent Bastian, TSpV. Odenhausen (Lahn), 113; 5. Irma Braun, Tv. Wieseck, 112; 6. Irmgard Schäfer, To. Wieseck, 109; 7. Anna Kraft, TSpD. Odenhausen (Lahn), 105; 8. Hilde Schnepp, To. 1862 Wieseck, 104%; 9. Gertraud Kraft, TSpv. Odenhausen (Lahn), 104; 10. Emmi Wolf, To. Grünberg, 10124 Punkte. Turnerinnen, Jugend (52 Teilnehmer, GewiaaouSzug Nachdruck verboten Ohne Gewahr 6. September 1937 26. Ziehungstag Dn der heutigen Vormittagsziehung wurden gezogen 226706 214220 186717 203805 7089 7647 8983 300 RM 198 Gewinne zu 91509 96227 91481 85969 114792 141760 216578 264883 320015 15988 81028 121184 147225 224044 280083 321085 123188 145270 196847 230489 326660 124038 159320 227720 284205 354458 24584 109107 139400 206855 250952 316800 125314 148761 201768 248208 337912 131064 173310 229756 286559 115969 148487 162510 184200 202696 217159 256196 312203 346923 360177 386731 22387 107626 131840 185817 248795 301482 56904 118782 141422 193759 229470 311142 63111 84140 115207 142397 159510 175144 200473 214618 234094 287861 344178 355753 379231 115292 144612 162160 178601 200667 215147 252910 301904 346790 357671 386218 127993 156625 214123 268292 365740 161152 37033 219671 134915 159330 214570 296444 356695 123919 150724 165109 185370 206696 219946 267625 325569 352753 363127 387733 60528 62589 107346 133900 156108 170163 200130 209232 229455 277986 339718 355565 379154 398618 10367C 13499 169551 21964( 29905t 38129t 1184; 28691 6031c 81751 106675 191921 150906 166112 196697 208259 222317 272772 336848 363233 365002 393422 5. Klasse 49. Preußisch-Süddeutsche (275. Preuß.) Klassen-Lotterir 368216 2634 6668 19339 2440c -' ----- ----- 56672 96 Gewinne zu 600 RM -—. — - 36174 38812 43850 49684 61761 52763 ----- 61259 62001 66472 68066 94936 2 Gewinne zu 5000 RM. 12 Gewinne zu 3000 RM. 29^.85 366519 382165 0 Gewinne zu 2000 RM. 802205 325527 76 Gewinne zu 1000 RM 25044 49784 70566 75318 14877 16437 20002 21348 22907 26690 33822 37120 49510 50843 67256 67636 ----- -- 71826 77367 78909 81728 Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich Hobe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den Abteilungen I und II beiden yn der heutigen NachmiNagSziehung wurden gezogen 8 Gewinne zo 10000 RM. 39390 118111 138710 3506 290271 278158 26206 91816 17'2737 66638 151222 164366 232701 272942 68769 61756 66936 86608 ---- ..... 176932 201922 198209 4 v-ewtnne zu 6000 RM. 10 Gewinne zu 3000 RM. 236804 376706 __ 12 Gewinne zu 2000 RM. 192088 324466 390305 48 Gewinne zu 1000 RM 267864 108963 126080 40623 116902 208938 304167 197869 180684 4382c 122301 22724t 334691 386283 386818 _ 72 Gewinne zu 600 RM. 64078 68501 138343 168651 176712 178811 220040 223426 226980 306676 316507 325097 340001 342614 343676 219106 267216 339041 346426 163994 191469 255562 336677 346657 '43980 185171 232892 327027 344686 2785 31694 34464 59924 ----- ------ 166459 370748 395078 162 Gewinne .u 300■ « 7946 16844 22688 27666 9871t 118341 164329 166603 194602 242766 273305 298116 331264 354151 376469 123232 167953 188601 202762 252029 276960 303288 335960 367207 387481 168944 189227 223979 263450 282549 314902 339635 361120 109848 152161 162266 191487 232622 268366 29549t 331056 347819 370219 118580 167448 179706 199784 261101 274991 300387 331443 357016 377683 >06630 145160 161371 189641 228022 266283 287662 319100 344821 368270 2^—*33676^273^ «744 5,73t 56186 66716 70831 77062 8! 88949 91475 . 10092b105U88 I3ouyI £Jm Gewinnrade verblieben, l Gewinne zu le 1000000. 2 zu ie 50000. 2 zu ie 30000, 8 zu le 20000, 10 zu ie 10000 14 zu je 5000 40 zu ie 3000 96 zu ie 2000, 338 zu le 1000 538 zu |e 500, 1056 •' 300, 22894 - • 150 NM. Nur die beste Drucksache neben der Zeitungsanzeige Kann Ihre Werbung wirksam unterstützen Geringwertige Drucksachen schaden mehr sie eie nützen. Deshalb sparen Sie bei Herausgabe der besten Drucksache* eie Wir beraten Sie Wir entwerten Wir. drucken gut Ist die billigste l BrühPsche Druckerei, Schulstralle 7, Anruf 2251 SrwinnauSzug Nachdruck verboten Ohne Gewähr Abteilungen I und II 7. September 1937 DormittaySzlehung wurden gezogen 164462 16530 20 Gewinne zu 2000 RM 1895 1972 16041 28791 1830 2808 22215 33257 67344 74376 87262 89492 168987 197728 271435 339143 396903 104576 137448 170306 205769 243706 268137 287638 338657 397740 180177 253485 306792 371020 78545 68796 182370 257249 310387 384390 176573 204799 276226 347652 50000 RM. 20000 RM 10000 RM. 3000 RM. 106258 138469 171612 212803 245211 277827 292750 345546 179471 224210 288129 349790 106337 144575 179421 226604 247251 280046 294639 381344 47544 314636 106438 167746 182489 227566 248960 282523 304684 383415 340595 110349 73214 163433 184586 266743 314478 386599 108022 117349 128779 160687 169662 188081 198782 207956 220315 245431 265874 289999 313323 339759 360804 382176 158127 182577 232487 252713 284225 318260 387028 136687 357212 87968 130927 166352 192992 236699 260003 284690 329685 388933 65574 । 107629 113564 126781 158928 169200 184870 196455 207910 219768 241879 260812 288008 307026 337653 357322 378668 393669 112674 118527 136239 164872 173002 190705 200037 212591 228562 254977 280890 299266 325142 345606 365006 388322 113428 118888 137673 165467 178544 190969 200315 214842 230621 257783 286085 301803 327118 355700 368154 390403 64319 107239 113462 124712 157788 168187 180801 193142 204508 218180 239532 260497 287153 305791 335302 356440 376574 390693 109780 117995 133551 161303 170311 188204 198982 209899 222955 251198 279303 296431 319465 341059 363767 387508 31715 347110 137940 152031 287434 301660 2 Gewinne zu 2 Gewinne zu 4 Gewinne zu 10 Gewinne zu 257733 267447 5. Klaffe 49. Preußisch-Süddeutsche (275. Preuß.) Klaffen-Lotterie 230 Gewinne zu 300 RM —- - - 33445 33481 41203 46957 48567 60207 ----- ------ --------------- 106820 136 Gewinne zu 600 RM ---- ---- — - ---- 33635 38946 39050 60927 69936 60603 61478 61817 61869 74336 78588 82598 83873 87605 ----- ------ ------ ------ ------ 127737 Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden 27. Ziehungstag Vn der heutigen 361508 70 Gewinne zu 1000 RM. 22078 64265 73774 76955 77106 95143 129487 168166 On der heutigen Nachmlttagsziehung wurden gezogen 71638 62312 214421 118834 58 Gewinne zu 340939 341412 76 Gewinne zu 500 RM 27846 32910 72706 76328 84429 102248 150506 163214 169985 196510 247634 248257 252781 267005 252781 248257 247634 1160 7163 17223 18757 150 Gewinne zu 300 RSR 145104 156342 ZN ft Gewinne 10 zu ie 5000. 22 zu ie 3000. 60 zu ie 2000. 93022 162746 203896 222951 266056 280016 105087 172800 301051 340079 373117 96483 170410 193725 232935 257104 290922 326803 344670 366360 25728 369135 48390 123518 199129 250622 308596 84165 62454 302486 340186 373572 129130 182827 208079 249954 282277 320793 338506 361305 393060 240077 246225 300535 303261 305009 345162 393472 186120 220193 254282 288072 326682 340925 363774 30250 128109 211139 297632 318524 367036 32820 132448 219016 300135 329724 367290 129018 172036 206532 240396 266504 318246 335576 358503 392559 113789 184311 161164 197077 233836 258352 292349 327828 360718 390768 56082 139744 200544 262923 335967 303601 344978 386036 85673 121265 164892 202987 240074 264968 316430 330718 361678 392503 verblieben: 2 210 au ie 1000. 326 au ie 500 676 -u je 300, 14682 zu ie 150 RM. 4 Gewinne zu 6000 RM. 8 Gewinne zu 3000 RM. 2 Gewinne zu 20000 RM. 19843 * - • ---8350 onM4 21647 48779 60641 64123 69549 60199 66905 69212 71354 78175 80316 81332 85006 §6906 '103447 103602 106948 113304 16 Gewinne zu 2000 RM. 22120 119903 230192 346483 368848 --- 1000 RM 38407 Tjm Gewinnrabe ------------ — 1000000. 2 zu ie 30000, 4 zu je 20000, 6 zu je 10000. Reichlichen 6880d Hags-ondMIiä empfiehlt Heinrich Henkel Inh.: Heinrich Alt Gastwirtschaft und Metzgerei Walltorstraße 27. HwtheHelder für Neu- und Altbauten durch lBM2D Büro Kirchner, Bleichstr. 18 S att Karten Ihre Vermählung gebenbelanni Dr. Wilhelm Schneider, Zahnarzt 31fe Schneider, geb. Weiß Großen-Duseck, Schloßstraße 19 - Gießen, Friedrichstraße 15 8. September 1932 5817d Hier abichneiden! Halbseitenlähmung 183 Haltbarmachung oder Baumwolle vermischt ist. Halbseide wird mit kaltem Sei- fenwasser gewaschen. Halbseitenlähmung. Lähmung einer ganzen Körperhälfte meistens durch Herzerkrankungen (Schlaganfall infolge Blutung, Embolie usw.). 3m Gegensatz dazu eine durch keinerlei organische Ursachen bedingte H. bei schwerer Hysterie. Halbwolle, Mischgewebe aus Wolle und Baumwolle, das nicht fo warm, dehnbar und dauerhaft ist wie Wolle. Behandlung beim Waschen wie Wolle. Halluzinationen gehören zu den Sinnestäuschungen. Die Wahrnehmung entsteht ohne Objekt in der Außenwelt allein durch Erregung des betr. Organes durch einen inneren Reiz. Bgl Dop- pellehen bei Rauich, das Sehen weißer Mäuse usw. Oft Symptom bei Geisteskrankheiten, z. B. Schizophrenie (s. d.). auch können H. im Verlause fieberhafter Zustände als Gistwirkung von Bakterien auftreten. Halma (griech Sprung). Brettspiel für zwei bis vier Spieler bei dem die Halmasteine durch Sprung oder Zug ins gegnerische Lager gebracht werden müssen. Hals, steifer, kommt als vorüber- gehende Erscheinung vor bei Rheumatismus der Halsmuskulatur. iede Bewegung des Kovfes ist sehr schmerzhaft, richtiges Drehen des Kopfes fast unmöglich. Als Dauerzustand kommt der steife Hals entweder anaebo- ren oder erworben infolge Rar- beniu" des Halses nach Verbrennung, nach Verletzungen und anderen Erkrankungen vor. Arzt! Halsentzündung (siehe auch Angina): Darunter versteht man allgemein verschiedene Erkran- kungen der Halsorgane; so Rachenkatarrh, Kehlkopfkatarrh, meist ist aber damit die eitrige Mandelentzündung gemeint; sie geht einher mit Rötung, Schwellung der Mandeln und Hals- drüsen, Fieber und Kopfschmerzen. Bettruhe. Gurgeln. Halswickel Tabletten, die das Fieber herunterdrücken und solche, die den Schlund desinfizieren, lindern meist die Beschwerden; auch Zitronenwaffer trinken lasten; bildet sich ein Eiterherd im Halse, dann ist unbedingt ein Arzt zu Rate zu ziehen. Vorsicht bei jeder eitrigen Halsentzündung, da sie Herz- und Rieren- erft'anfungen im Gefolge haben kann. Oft beginnen Infektionskrankheiten mit Halsentzündungen. z. B Masern, Scharlach. Grippe u. a.. daher immer Arzt! Halskette, ein reizvoller Schmuck, zu dem jegliches Material verwendet wird. Rur dünne, schmale Ketten machen den Hals schlank Perlenketten sollten auf einem starken Seidenfaden aufgereiht sein. Halskrause. Spitzenrüsche, die vielfach als Amtszeichen getragen wurde. Haltbarmachung der Rahrungs- mittel ist durch verschiedene Verfahren zu erreichen, durch Abkühlung im Eisschrank, Entkeimung beim Erhitzen, Luftabschluß, Dörren, Räuchern, Ein- f"-en in Estig ober Salz usw. Der Handwagen für Haus, Hof und Garten. Immer tut er gute Dienste. Denn Fahren ist leichter als tragen. Es gibt Handwagen mit Leitern und mit Kasten. Beide führt Häuser in verschiedenen Größen — aber immer stabil gebaut und dabei trotzdem sehr preiswert. J. B. Häuser, Gießen, am Oswaldsgarten, Fernsprecher 2145/2146. 49 Sieger): 1. Gertrud Schmidt, Mtv. Gießen, 136% Punkte; 2. Annemarie Ziegler, Tv. 1846 Gießen, 135%; 3. Hildegard Kehler, Tv. Großen- Linden, 132%; 4. Gerda Volkmann, Tv. Heuchelheim, 131%; 5. Aneliese Georg, Tv. 1846 Gießen, 129%; 6. Christel Herbert, To. 1846 Gießen, 129; 7. Gertrud Kappes, To. Grünberg, Erna Hahn, Tv. Heuchelheim, je 128%; 8. Irmgard Neidel, Tv. Heuchelheim, 127; 9. Irmhild Schmidt, Mtv. Gießen, 125%; 10. Lieselotte Krausch, Mtv. Gießen, 125; 11. Emmi Reinstädtler, To. Heuchelheim, 124%; 12. Anneliese Döbus, Tv. Wieseck, 124; 13. Margot Küthe, Tv. 1846 Gießen, 123; 14. Ilse Maurer, Tv. Grünberg, 121%; 15. Anni Dech, To. 1862 Wieseck, 121 Punkte. Wirtschaft. Mein-Mainische Börse. TMtlagsbörse eher schwächer. Frankfurt a. M., 7. Sept. Die außerordentliche Zurückhaltung an der Börse hielt unverändert an. Der Ordereingasig war wieder sehr klein, auch die Kursoeränderungen bewegten sich in engen Grenzen, jedoch am Aktienmarkt vorwiegend nach unten. Die Ausführungen in Nürnberg über die wirtschaftliche Entwicklung und Aufgabenstellung fanden starke Beachtung und boten gegenüber der kaum zu überbietenden Geschäftsstille einen Rückhalt. Etwas Angebot zeigte sich in Maschinenwerten, von denen besonders Demag gedrückt waren auf 150,25 (152,25), Moenus verloren 1 v. H. auf 128, Rheinmetall, Daimler und BMW. bis 0,50 v. H., nur Eßlinger mit 124,25 voll behauptet. Bon Montanaktien notierten vorerst nur Verein. Stahlwerke mit 118,50 (119) und am Elektromarkt Siemens mit 217 (216,50). IG. Farben bröckelten bei kleinen Umsätzen auf 166,40 (167) ab, Deutsche Erdöl mit 152,25 behauptet. Matt lagen Zellstoff Waldhof mit 158,65 (161,25). Sonst kamen noch Holzmann mit unverändert 153,50, Westdeutsche Kaufhof mit 60,25 (60,50) und Kali Salzdetfurth nach Pause mit 159,50 (160) zur Notiz. Am Einheitsmarkt blieben Faber & Schleicher auch nach der Der- waltungsäußerung gesucht, ferner erschienen Seilindustrie Wolff, Mannheim, mit Plus-Zeichen. Der Rentenmarkt war geschäftslos. Kom- munal-Umschuldung nannte man mit 94,80 bis 94,85, Reichsaltbesitz notierten 0,13 v. H. niedriger mit 127,50. Im Freioerkehr war die Haltung ebenfalls schwächer bei kleinem Geschäft. Adlerwerke Kleyer, die nunmehr wieder in den amtlichen Verkehr kommen, 116 bis 118, Dingler Zweibrücken 92. Elsäss. Bad. Wolle 82, Großalmerode Thon 116. — Tagesgeld mit 2,50 (2,75) o. H. leicht. Abendbörse weiter schwächer. An der Abenübörse fetzten sich die Abschwächun- ?en infolge weiterer kleiner Verkäufe fort. Bei leinen Umsätzen ergaben sich Rückgänge von etwa 0,50 bis 0,75 v. H. Die Ausnahmeneigung gegenüber dem herauskommenden Angebot blieb schwach, erst gegen Börsenschluß zeigte sich etwas Widerstandskraft. Etwas stärker gedrückt lagen Moenus Maschinen mit 126,75 (128), Reichsbank-Anteile mit 208,75 (210) und Deutsche Linoleum mit 169 (170). Von Montanaktien lagen Hoesch 0,75 v. H. niedriger mit 125,75, Buderus 126,50, Mannesmann 122,40, Rheinstahl 156 und Verein. Stahl 117,75 bis 118 verloren bis 0,50 v. H. IG. Farben ermäßigten sich auf 165,50 bis 165,65 (165,90), Bemberg auf 151,75 (152), Goldschmidt unverändert 144, ebenso Scheideanstalt mit 266,50. Je 0,75 v. H. niedriger lagen AEG. mit 127,75, Demag mit 149,50, Deutsche Erdöl mit 151. Gesfürel gaben 0,50 v. H. nach auf 156,50, Holzmann auf 153 (153,50), Westdeutsche Kaufhof auf 59,90 (60,25), etwas höher waren Iunghans mit 134 (133,50). Am Einheitsmarkt notierten Faber & Schleicher unverändert 120. Der Rentenmarkt hatte ruhiges Geschäft bei nominellen Kursen. 4V- v. H. Krupp 99 (99,25), 6 v. H. IG. Farben 132,50 (132,50), Offenbacher Holzwert-Anleihe unverändert 29,75, ebenso 4xh v. H. Kasseler B^irksverband 97,75. Kommunal - Umschuldung nannte man mit unverändert 94,80. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 7. Sept. Auftrieb: 602 Kälber (gegen 664 am letzten Dienstagsmarkt), 212 (163) Hämmel und Schafe, 1722 (4366) Schweine. Notiert wurden je 50 Kilogramm Lebendgewicht in Mark: Kälber a) 62 bis 65 (am 31. 8. 62 bis 65), b) 55 bis 59, (53 bis 59), c) 45 bis 50 (45 bis 50), d) 35 bis 40 (32 bis 40); Hämmel b2) 45 bis 52 (48 bis 52), c) 40 bis 44 (42 bis 47), d) 34 bis 39 (36 bis 40); Schafe a) 35 bis 40 (42 bis 45), b) 27 bis 34 (38 bis 40), c) 15 bis 26 (28 bis 36); Schweine a) 56 (57), bl) 56 (57), b2) 56 (57), c) 55 (56), d) 52 (53); Sauen gl) 56 (57), g2) 54 (55). — Marktverkauf: Kälber und Schweine zugeteilt. Hämmel und Schafe langsam. Frankfurter Obst- und Gemüfemarkt. F r a n k f u rt a. M., 7. Sept. Das sommerlich warme Wetter nimmt auf den Absatz am O b st - markt weiterhin einen guten Einfluß. Wenn auch die Nachfrage im allgemeinen nicht sehr lebhaft war, so fanden doch einzelne Sachen einen ausgesprochen raschen Absatz. Besonders die Nachfrage nach Weintrauben ist sehr groß, während das Angebot reichlicher sein dürfte. Es lagen nur mäßige Lieferungen aus Italien vor, doch erwartet man tn den nächsten Tagen größere aus Bulgarien. Lebhaft blieb auch das Geschäft in Zwetschen, in denen das Angebot etwas nachlaßt. Aepfel und Birnen blieben reichlich angeboten, es besteht aber Mrn.rel an genußreichen Früchten, während WirtschaPswir,' weniger gefragt wird. Am Gemüsemarkt blieb das Gesamtangebot befriedigend, auch die Nachfrage war im allgemeinen gut. Eine Wandlung setzt sich dagegen bei Tomaten durch, bei denen infolge des starken Angebots merkliche Ueberstände verblieben und die Preise zur Schwäche neigten; je 50 Kilogramm wurden Mit 5 bis 10 (7 bis 12) Mark bezahlt. Für Bohnen, Gurken, Kopfsalat und Spinat traten in- folae der Trockenheit mäßige Erhöhungen ein. Leicht rückläufig war auch der Preis für Wirsing auf 7 bis 10 (8 bis 12) Mark. Rundfunkprogramm Donnerstag, 9. September. 6 Uhr: Choral. Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Bäderkonzert. 9.30: Nachrichten. 10: Dolksliedsin- gen. 10.30: Hausfrau hör' zu! 11.40: Deutsche Scholle. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten; anschließend aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Allerlei von Zwei bis Drei. 15: Volk und Wirtschaft. 15.15: Für unsere Kinder. 16: Nachmittagskonzert. Als Einlage 17: Peter und sein Soldat. 18: Zeitgeschehen im Funk. 19: Ueber Länder und Meere. 20: Aus Nürnberg: Reichssendung. Nachrichten. 20.10: Aus Nürnberg: Reichssendung: „Reichsparteitag Nürnberg 1937" — von der Eröffnung der NS.-Kampf- spiele und Grundsteinlegung durch den Führer — vom Vorbeimarsch der Politischen Leiter vor dem Führer. 22: Aus Nürnberg: Reichssendung: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk, Wetter- und Sportbericht. 22.30: Volks- und Unterhaltungsmusik. 24 bis 1: Nachtmusik. Großer Erfolg der Deutschen Kulturwoche in Paris. Am Montagabend wurde im Pariser Thdätre des Champs Elys£es die Aufführungsreihe der Staatsoper Berlin im Rahmen der Deutschen Kulturwoche mit einer Vorstellung des „R o s e n k a v a l i e r" von Richard Strauß eröffnet. An Stelle des erkrankten Komponisten dirigierte Clemens Krauß. Die künstlerische Leitung lag in den Händen von Generalintendant Staatsrat Heinz T i e t j e n. Die Dekorationen stammten von dem verstorbenen Bühnenbildner P a s e t t i. Die Hauptrollen waren besetzt mit Viorica U r s u l e a c, Maria C e b o t a r i, Hildegard R a n c a k, Hilde S ch e p p a n und Fritz K r e n n , Walter Großmann, Helge Ros- w ä n g e und Gerhard W i t t i n g. Der Vorstellung wohnten Staatsminister Albert Sarraut, Polizeipräfekt Langeron, Staatssekretär Funk, Botschafter Graf W e l c z e k mit Gattin und Reichskommissar R u p p e l bei. Zwischen den einzelnen Aufzügen und besonders nach Schluß der Vorstellung spendete das bis auf den letzten Platz besetzte Haus den Künstlern langanhaltenden Beifall. Vor der Aufführung der Neunten Sinfonie am Dienstagabend fand am Beethoven-Denkmal am Park von Vincennes in Gegenwart von Staatssekretär Funk und des deutschen Botschafters eine Ehrung Beethovens statt. Dabei sang der Kittelsche Chor unter Leitung von Professor Kittel „Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre". Auf dem Empfang, den Reichskommissar Dr. Ruppel im Anschluß an die Aufführung der Neunten Sinfonie gab, erschien Außenminister D e l b o s , um dem Reichskommissar seine Anerkennung für den ausgezeichneten Abend zum Ausdruck zu bringen. Delbos sprach sich sehr lobend über den Erfolg der deutschen Kulturwoche aus. Meine politische Nachrichten. Staatssekretär Funk legte einen großen Eichenkranz mit weißen Lilien und einer Hakenkreuzschleife am Grabe des Unbekannten Soldaten nieder. Staatssekretär Funk schritt, von General Laserre geführt, mit dem deutschen Botschafter Graf Welczeck, Professor Wilhelm Furtwängler und Professor Kittel zwischen dem Spalier der Republikanischen Garde zum Grabmal und verharrte eine Minute vor der Ewigen Flamme. * Ministerpräsident Chamberlain hat seinen Urlaub in Schottland abgebrochen und traf am Dienstag früh i n L o n d o n ein. Er hatte sofort eine längere Unterredung mit Eden, der die britische Abordnung auf der geplanten Mittelmeerkonferenz führen soll. Der Bruder des Kaisers von Japan, Prinz Chi- ch i b u , traf Dienstag mittag, von Romanshorn kommend, in Friedrichshafen ein. Er besichtigte mit seiner Begleitung den Luftschiffbau Zeppelin. Nachmittags begibt er sich im Sonderflugzeug nach Düsseldorf zur Ausstellung „Schaffendes Volk". Zeitschriften. — „Handarbeiten aller A r t (Stickereien und Spitzen)" bringt in ihrem Heft 8 22 Abbildun- aen. Einzelpreis 1,50 RM., jährlich 8 Hefte. Verlagsanstalt Alexander Koch G. m. b. H., Stuttgart-O., Neckarstraße 121. Dinge des Frankfurter Modeamts: flitterbestickte Schals und Blumen, originelle Pikee- und Batistkragen, einen in seinen Nähten künstlerisch ausgearbeiteten Bademantel, eine Reihe duftiger Brautkronen aus weißen Blüten, wie sie die schöpferische Phantasie Frau Professor Klimts schuf, und wie sie in Florenz und London bei den Vorführungen des Frankfurter Modeamts Begeisterung auslösten. Die „schöne Handarbeit" ist durch die Leipziger Kunsthandwerkerschule vertreten. Die schönen Kaffeedecken usw. in weißer Ajour- und Flachstickerei bringen viele Anregungen. Daneben zeigen hübsche Arbeiten aus Nessel und buntem Bauernleinen, daß auch in einfachster Weise, selbst von Kinderhand gefertigt, Wirkungsvolles entstehen kann. — In den „Berliner Monatsheften", Zeitschrift für neueste Geschichte (Berlin W15. Ouaderverlag August Bach. Einzelheft 1,— Mark), September 1937, veröffentlicht Dr. Friedrich Thimme aus dem Nachlaß des 1917 verstorbenen langjährigen deutschen Botschafters in Paris, Fürsten Radolin, eine Auswahl. Wir erhalten bedeutsame Aufschlüsse über die Führung der deut- chen Außenpolitik während der Marokkokrise 1905, owie über Kaiser Wilhelm II., über Fürst Bülow und vor allem über Baron Holstein, den engste Freundschaft mit dem Fürsten Radolin verband. Aus dem weiteren Inhalt des Heftes erwähnen' wir eine Arbeit des Gesandten a. D. R a s ch d a u : Wie die deutsch-russische „Freundschaft" zu Ende ging. Raschdau war noch unter Fürst Bismarck im Auswärtigen Amt und berichtet hier aus persönlichen Erinnerungen über die Bedeutung des deutsch- russischen Rückoersicherungsoertrages. In einem interessanten Aufsatz beschäftigt sich der Kieler Historiker Professor Becker mit den Memoiren des japanischen Staatsmannes Baron I s h i i. — „Verräter und Saboteure" heißt ein großer spannender Tatsachenbericht, der in dem neuen Heft der „Sirene", der Zeitschrift des Reichsluftschutzbundes, beginnt. Es geht um die Aufklärung über das verzweigte und schwierige Gebiet der Spionageabwehr, der Arbeitsweise des ausländischen Nachrichtendienstes, der Sabotage und ihrer vorbeugenden Bekämpfung. An Hand von Beispielen aus der unmittelbaren Vergangenheit soll dieser Bericht dazu beitragen, die Wachsamkeit und den Scharfblick derer zu stärken, die heute innerhalb des Reichsluftschutzbundes mit verantwortlich dafür sind, daß die Heimatfront gehalten wird. Wetterbericht des Reld)5(t>efferbienffe5. Ausqabeort Frankfurt. Ein neuer Atlantikwirbel ist ungewöhnlich rasch und unter kräftiger Verstärkung vorgedrungen. Er bringt der Nord- und Ostsee stürmische Winde und hat von seiner Südseite her Kaltluftmassen aus dem hohen Norden in Bewegung gesetzt, deren Vordringen auch bei uns sich stärker bemerkbar machen wird. Voraussichtlich wird sich aber nach gewittrigen Störungen sehr rasch wieder Schönwettercharakter durchsetzen. Aussichten für Donnerstag: Nach gewittrigen Störungen, die im wesentlichen in der Nacht zum Donnerstag auftreten werden, meist heiteres Wetter mit anfänglich noch vereinzelten Schauern bei auffrischenden, über West nach Nord drehenden Winden kühler. Aussichten für Freitag: Im wesentlichen Schönwettercharakter. Lufttemperaturen am 7. September: mittags 29,5 Grad Celsius, abends 17,6 Grad; am 8. September: morgens 12,7 Grad. Maximum 29,5 Grad, Minimum heute nacht 11,1 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 7. September: abends 21,3 Grad; am 8. September: morgens 17,2 Grad. — Sonnenscheindauer 10,8 Stunden. Hauptschnitleiter: Dr Friedrich Wilhelm Lauge Stellvertreter des Hauptschristleiters Ernst Blum« schein Verantwortlich für Politik und tür die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D A. VIII. 37: 9090. Druck und Verlag: Bruhlsche Universitätsdruckerei R Lange K -G. sämtlich in Gießen Monatsbezugs- preis NM 2,05 einschließlich 25 Pf Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf mehr Einzelverkaufs- preis 10 Pf und Samstags 15 Pi mit der Illustrierten 5 Pf mehr Zur Zelt tff Preisliste Nr 3 vom 1 Slum 1935 milfta Haltung 184 Handpflege Haltung, körperlicher und seelischer Begriff. Von einem wohlerzogenen Menschen erwartet man. daß er auch bei ihn tief bewegenden Ereignissen, wie Trauerfällen ober in unerwarteten Lagen, die Haltung nicht verliert. Die richtige Haltung bei der Arbeit läßt auch bei Erwachsenen weniger schnell Ermüdungserscheinungen auftreten. Schlechte Haltung beim Lesen und Schreiben der Kinder ist oft die Ursache von Rückgratsverkrümmungen. die später' sehr unangenehm und störend sein können. Immer darauf achten, daß die Kinder auf beiden Gesäßhälften gleichmäßig sitzen. Für zweckmäßige Schreibgeleaenheit sorgen. Auch Hängebrustbildung bei Mädchen wird durch schlechte Haltung begünstigt. Hammel, männliches verschnittenes Schaf, Schöps. Hammelfleisch hat einen besonderen Geschmack und Geruch, ist aber nahrhaft und leicht verdaulich. Hammer, Schlagwerkzeug mit eingesetztem Stiel. Ein Hammer soll nicht zu schwer sein, da er sonst unhandlich ist. Hat sich der Stiel gelockert, so treibt man einen Holzkeil oder einen dicken kurzen Nagel zwischen Holz und Eisen. Hammerzehe, eine Verunstaltung der Zehen, wobei das Endglied rechtwinklig zum zweiten Glied abgebogen ist. Begünstigt die Entstehung von Hühneraugen ls- d.) Von Jugend auf richtiges Schuhwerk tragen! Verbesierung durch vom Arzt angelegten ausgleichenden Verband Handarbeiten sind der Stolz der Hausfrau, namentlich wenn sie von ihr selbst gefertigt sind. Auch gute maschinelle Nachahmungen können den Wert guter Handarbeiten nicht ersetzen. Die gebräuchlichsten Arten sind Häkeln, Stricken und Sticken. Handelsschulen sind meist private oder städtische Anstalten, in denen auch in Abendkursen kauf- männische Fertigkeiten Buchführung, Kurzschrift, Schreib- maschine usw. gelehrt werden. Handgepäck, siehe Eisenbahn. Handpflege muß von jedem Menschen erwartet werden, denn die Hand ist ein Spiegel des Charakters. Empfindliche Hände dürfen nicht mit scharfer Seife gewaschen werden. Nach dem Waschen reibe man die Hände regelmäßig mit einer Krem oder Glyzerin ein. Bei schmutzigen Arbeiten, auch bei der Zubereitung von Obst und Gemüse, trage man Gummihandschuhe Rote, erfrorene Hände reibe man nach dem Waschen kräftig mit Zitronensaft, in schlimmeren Fällen mit Frostsalbe ein. Selostver, stündlich gehört zur Handpflege auch das richtige Säubern und Beschneiden der Fingernägel. (S. Nägel. Nagelvflege.i Färberei Braubach & Fischer seiterSWe063 Die chemische Reinigung erspart Neuanschaffungen GLORlfl Heute Mittwoch Erstaufführung I O -PPLQST Giessen * ’ Möbel I Aufnahme tür das Winterhalbjahr in die 1- und V2 -jähr. Klassen. Beginn 18. Oktober 937 Anmeldungen u. Auskunft in Gießen, Goethestraße 32, jederzeit. Ruf 2486. Heim fehlen, wie Im neuen Da wird manches Vogtsehe Piivot-Handelsschule Gießen, Goelhestr. 32 Stangen für die Fenster- Dekoration, Bldcrnä el Türschoner Brief kästen, Flur- Garderobe, Schirmständer. Das u. alle anderen Hausgeräte bekommen Sie preiswert bei J. B. Häuser Gießen, a. Oswaldsgarten Fernruf Nr. 2145—2146 5823 A Die schönsten Kautsche mit prima Mokettebezug evtl, mit Sessel sehr, sehr billigl Ehestandsdarlehen _ __________5825 A "nUf'lUCkfo ” mit Luise Ullrich Viktor de Kowa Heinrich George REGIE: WOLFGANG LIEBENEINER Buch Thea von Harbou ✓ Bernd Hofmann Alle Ehemänner, die ihrer Frau jemals Unrecht getan haben, sollten sich diesen entzückenden Film mit Luise Ullrich und Viktor de Kowa geschlossen ansehen. Sie werden ihre Frauen in Zukunft auf Händen tragen, vorausgesetzt, daß sie alle so tapfer und selbstlos sind wie Monika Pratt. die für ihren Mann durch dick und dünn geht. 5822a Beiprogramm - Ufa-Tonwoche Täglich 4, 6 und 8.30 Uhr, Sonntags 3, 5.3U und 8.30 Uhr t o s n K i 8 b ll 21 11 ti I' ! I I i fi ei 21 $ n 5 l 1 11 g n i Im < 2 Sei Slie hab aus hat bi Q G Q h bi D Mittwoch 8. September |Q57 Nr. 20° vierter Blatt (Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesftn) Aus der Stadt Gießen. Briefe, die ihn nicht erreichten ... Ist es dir nicht auch schon |o gegangen? Du hast einen Kameraden auf Fahrt, in der Jugendherberge oder tm Lager kennengelernt und möchtest von zu Haufe mit ihm in Briefverkehr' treten, aber du weißt feine genaue Adresse nicht mehr Trotzdem schreibst du ihm, zwei-, dreimal, ohne eine Antwort au erhalten: dann aibst du es auf. Sollten die Briefe etwa im Postbetrieb verlorengegangen fein? Doch diefes Mißtrauen der Reichspost Gegenüber grenzt schon an „Beamtenbeleidiaung". so zuver- lässia arbeitet sie. Denn die Zahl der 'Briefe, die durch irgendeinen Umstand im Postbetrieb in Verlust geraten, ist nachweislich verschwindend gering. Aber groß ist die Zahl der Briefe, die wegen ihrer ungenügenden Anschrift nicht zugestellt werden können. In Berlin allein gehen täglich über taufend folcher Sendungen ein. Daher legt die Postoer- waltung Wert daraus, daß bei Sendungen nach den Großstädten die Zustellpostanstalt näher bezeichnet wird, z. B. Berlin NW 87; außerdem dürfen die Straße und Hausnummer nicht fehlen und bei „möblierten Herren" der Name der Vermieterin. Doch nicht nur in Berlin ist die Post so „anspruchsvoll", sondern auch in der „Provinz", bis in den kleinsten Landslecken hinein Der Landbrief- träger kennt zwar jeden Menschen in seinem Bezirk, er weiß sogar, daß ein Brief aus Berlin mit der Anschrift: „Peter Müller, Heusweiler", nur für den Pitt Müller in der Bachstrahe bestimmt sein kann, weil nur er einen Bruder in Berlin wohnen hat. Doch das ist noch ein günstiger Fall, denn gewöhnlich gibt es in einem Dorf Dutzende von Bewohnern mit dem gleichen Namen, eine Folge der früher üblichen Dorfbeiraten. Was soll der Briefträger aber machen, wenn er eine ganze Schwadron von Müllers zu betreuen hat? Da beginnt der Bereich des Detektivischen, und für den ist er nicht mehr zuständig. Wenn der Absender die Anschrift wenigstens irgendwie ergänzt hätte. So aber wird der Briefträger den Grund der Unzustellbarkeit auf der Rückseite des Brieses angeben. Der Vermerk kann lauten: „Nicht zu ermitteln", oder „Welcher von mehreren?", oder „Verzogen, wohin unbekannt", ober „Gestorben" usw Dann geht der Bries über die Aufgabepostanstalt zurück an den Absender, wenn er angegeben ist Das trifft jedoch in den meisten Fällen nicht zu. Deshalb müssen diese Briefe an die Rückprüfstelle der zuständigen Oberpostdirektion gesandt werden, wo sie geöffnet werden Da man gewöhnlich den Brief mit seinem Vornamen oder mit „Dein Freund", „Dein Onkel" u. a. abschließt, besitzt er nur mehr „archwarisches Interesse" für die Post Er wird noch eine bestimmte Zeit lang aufbewahrt und dann vernichtet. Also Vorsicht bei der Kritik über den „Postbetrieb". Wenn die Kritiker die Körbe voll Briefe sähen, die allmonatlich verbrannt werden, würden sie kleinlaut werden und die Schuldigen in den eigenen Reihen suchen. hab. Dornoiizen. Tageskalender für Mittwoch. Gloria-Palast, Seltersweg: „Versprich mir nichts". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Das Schweigen im Walde" Die DwWrbti Wollt NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude". Winzerfest 1937 in Gießen. Am 25. und 26. September 1937 führen wir obige Veranstaltung durch. Wir bitten die Wirte, die Mitglied der Deutschen Arbeitsfront sind und Interesse haben, ein Wein- oder Kaffeebüfett zu übernehmen, auf der Kreisdienststelle vorbeizukommen, wo sie die näheren Bedingungen erfahren tönnen.5826D Großem Erleben entgegen! Abfahrt der politischen Leiter des Kreises Gießen nach Nürnberg. . * 4:| * 1 Am gestrigen Dienstagabend verließen die Politischen Leiter des Kreises Gießen und eine Anzahl als Zuschauer zum Reichs- Parteitag mitfahrende Männer und Frauen mit einem Sonderzug unsere Stadt zur Fahrt nach Nürnberg. Gegen 18 Uhr erfolgte unter Führung des Kreisausbilders Dr Kopp der Abmarsch der Politischen Leiter in einem geschlossenen Marschblock von dem Hause der Kreisleitung aus. Das Bild der Marscheinheit erhielt dadurch eine besonders eindrucksvolle Note, daß zum ersten Male annähernd hundert Fahnen der Bewegung aus dem Kreise Wetterau mitgeführt wurden, deren Zusammenfassung in einer geschlossenen Fahnengruppe ein prächtiges Bild bot, ferner die neugegründete Kreiskapelle mit dem Spielmannszug zum ersten Male öffentlich in Erscheinung trat. Vor der Kreisleitung hatten sich viele Volksgenossen eingefunden, um die Aufstellung und den Abmarsch des Marschblocks zu sehen. Dort sowohl, wie auch in den Marschstraßen — der Marsch ging vom Hause der Kreisleitung in der Lonystraße durch die Bleichstraße, Hindenburgwall, Neuen Säue, Sonnenstraße, Seltersweg, Bahnhofsstraße zum Bahnhof — wurden die Fahnen der Bewegung und die Nürnberg-Fahrer von allen Volksgenossen freudig begrüßt. Unter den schneidigen Klängen der Kreiskapelle wurde flott marschiert. so daß die Marschgruppe schon bald auf dem Bahnhofsplatz yntraf, wo sich eine vielhundertköpfige Menschenmenge zur Abschiedsbegrüßung eingefun» den hatte. Nach dem Aufmarsch vor dem Bahnhofsgebäude wurden alsbald die Fahnen eingerollt, die als Zuschauer nach Nürnberg mitfahrenden Volksgenossen in die Fahrtgemeinschaft eingegliedert, dem Führer der Gruß seiner Gefolgschaft dargebracht, dann ging es zu dem im Bahnhof bereitstehenden Sonderzug, der kurz nach 19 Uhr die Bahnhofshalle verließ. Heute früh gegen 3.30 Uhr werden die Nürnberg- Fahrer^aus dem Kreise Wetterau in der Stadt des Reichspatteitages angetommen fein. > (Aufnahme: Neuner, Gießener Anzeiger) Mit „Kraft durch Freude" ins Theater! Theaterring Gießen 1937/38 in der kommenden Spielzeit. Nachdem durch ein Abkommen zwischen den Reichsleitern Dr L e y und Rosenberg die NS- Kulturgemeinde mit den Aemtern „Feierabend" und „Deutsches Volksbildungswerk" in die NS.-Ge- meinschaft „Kraft durch Freude" als die vom Führer berufene Freizeitorganisation des gesamten Volkes eingegliedert worden ist, beginnt in diesen Tagen Die großangelegte Werbeaktion der N S G. „Kraft durch Freude" für die in Kürze beginnende neue Spielzeit Die Erfolge der vergangenen Spielzeit waren in unserem Kreisgebiet durchaus erfreulich: es wurden veranstaltet 24 Vorstellungen für „Kraft durch Freude" und 16 Vorstellungen für über 600 Mitglieder der NS.- Kulturgemeinde Insgesamt wurden in der letzten Spielzeit rund 18 000 „Kraft-durch-Freude"-Be- sucher erfaßt, ohne die NS.-Kulturgemeinde und ohne die Wehrmacht. In diesem Jahre soll die kulturelle Arbeit der NSG. „Kraft durch Freude" noch erheblich erweitert und ausgebaut werden. Es wurde für die kommende Spielzeit der Theater- ring Gießen 1937/38 errichtet und „K r a f t-- durch-Freud e"- M ' eten für den Besuch unseres Stadttheaters aufgelegt, und zwar eine „Große- KdF.-Miete" zum monatlich zwei maligen, und eine „Kleine-KdF.-Miete" zum monatlich e i n maligen Theaterbesuch. Die „Große-KdF.-Miete" umfaßt 17 Theaterabende: 4 Op-rn. 4 Operetten, 4 Schauspiele, 4 Lustspiele und einen großen Bunten Abend, wogegen die „Kleine-KdF-Miete" 8 Theaterabende bringt, und zwar je 2 Opern, Operetten, Schauspiele und Lustspiele. Der geringe Durchschnittspreis für die einzelnen Vorstellungen und bequeme Zahlungsweife in Raten fetzen jeden Volksgenossen in die Lage, seine Ausgabe für das Theater nach seinen Einkünften einzuteilen. Die bisherigen Mitglieder der NS. - Kulturgemeinde sind durch die Eingliederung Mitglieder des Theaterrings und nehmen an der „Großen-KdF.-Miele" teil. Außerdem find KdF.-Einzelvorstellungen und KdF.-Vorstellungen für die Wehrmacht und für die Betriebe vorgesehen, wie sie zum Teil schon in der vergangenen Spielzeit durchgeführt worden sind. Darüber hinaus wird angestrebt Theatergemein- schäften in den Betrieben zu b'lden die einen regelmäßigen Theaterbesuch fördern und einen festen Kreis von Besuchern schaffen und sichern sollen. Auch von Wetzlar und aus der ländlichen Umgebung sollen — mit Sonderzügen — Besucher herangeholt werden. Für die „Große-KdF.-Miete" sind im einzelnen die folgenden Werke vorgesehen: in der Oper: „Der Wildschütz", „Die Boheme", „Don Juan" und „Troubadour": in der Operette: „Die Dorothee", „Die Geisha", „Die lustige Witwe" und „Eine Nacht in Venedig": im Schauspiel: ,,W>'- helrn Tell", „Uta von Naumburg", „Scharnhorst" und „Lady Windermeres Fächer": im Lustspiel ..Maß für Maß" (als Eröffnungsvorstellung), „Mein Sohn, der Herr Minister", „Die Weiber von Redditz" und „Ich liebe dich". Außerdem: ein großer Bunter Abend Der Spieltag ist zweimal monatlich am Samstag. Die Preise sind außerordentlich günstig. Die Staffelung der Eintrittspreise nach dem Einkommen wurde aufgegeben dafür wurden zwei Platzgattungen X und B geschaffen Der Durchschnittspreis in der großen Miete beträgt 94 und 84 Pfennig je Vorstellung Um eine möglichst gerechte Verteilung zu erzielen, sollen die Plätze jeweils gewechselt werden. Da noch vielfach Zweifel bestehen, wer an den „Kraft-durch-Freude-Mieten" teilnehmen kann, fei ausdrücklich darauf hingewiesen, daß sich jeder deutsche Volksgenosse an den KdF-Vorstellungen beteiligen kann, soweit sein Einkommen eine gewisse Höhe, die es ihm erlaubt, die üblichen Eintrittspreise zu zahlen, nicht übersteigt. Die Mitgliedschaft zur Partei ober DAF ist nicht unbedingt erforderlich. Es kann jeder Volksgenosse Mitglied werden, dessen Ein« kommen- bzw Lohnsteuer den Betrag von 15 RM. im Monat nicht übersteigt Eine enge Begrenzung erfolgt nicht, da die sozialen Verhältnisse des einzelnen berücksichtigt werden. In Grenzfällen und bei auswärtigen Mitgliedern entscheidet der Kreis- wart. Der Mitgliederbeitrag für die Spielzeit 1937/38 beträgt 1 RM. Mitglieder der Deutschen Arbeitsfront haben diesen Beitrag nicht zu entrichten. Die Preise werden in Raten gezahlt und betragen in der Platz» gattung A 16 RM., in der Platzgattung B 14,40 RM. für die 17 Vorstellungen. So sieht die NSG ,Kraft durch Freude" für das kommende Winterhalbjahr ein großes Arbeitsfeld allein auf dem Gebiete der Theaterveranstaltungen vor sich. Die Vorbedingungen sind geschaffen, daß die Bevölkerung von Gießen und der näheren und weiteren Umgebung Freude und Erbauung in ihrem schönen Theater finden kann: vom Theater durch die Aufstellung eines hervorragenden Spielplanes, von der NSG „Kraft durch Freude" durch die Errichtung des Theaterringes und Auflegung der „Kraft-durch-Freude-Mieten" Möge die Bevölkerung das erwartete Interesse aufbringen, damit wir wieder einen Schritt weiter kommen zum Theater der Volksgemeinschaft. Ein bedeutendes Arbeitsprogramm ist verwirklicht; ein noch umfangreicheres ist für die kommende Zeit geplant: die Erweiterung der Kraft-durch- Freude-Arbeit im Rahmen eines großen Kulturringes, in enger Gemeinschaftsarbeit mit dem Volks- bildungs- und dem Feierabend-Werk: auch eine fruchtbringende Zusammenarbeit mit den kulturtragenden Vereinen, soweit sie nicht wisienschaftlichen Aufgabe dienen, wird angestrebt; als Endziel: die Zusammenfassung und Betreuung der gesamten kulturellen Arbeit, soweit sie mit der Freizeitgestaltung zusammenfällt, durch die NS.-Gemeinde ,Kraft durch Freude". Von der Universität. Don der Pressestelle der Ludwigs-Universität Gießen wird uns mitgeteilt: Der Reichs- und Preußische Minister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung hat den Dozenten Dr. phil. habil. Gerd Tellenbach von der Universität Heidelberg beauftragt, vom 1. Oktober 1937 ab die freie Professur für mittelalterliche Geschichte an der Universität Gießen vertretungsweise zu übernehmen. Dem Oberarzt des Pathologischen Instituts der Universität Gießen, Professor Dr. Werner S ch o p« per, ist ab 1. Oktober 1937 die Direktion des Da» tbologischen Instituts am Städtischen Krankenhaus St. Georg zu Leipzig übertragen worden. Oie Gießener Herbstmesse. Vom 11. bis einschl. 19. September findet in Gießen auf Oswaldsgarten die Herbstmesse (Schau- und Derkaufsmesse) statt. Vorausschauend ist zu sagen — so wird uns von der Pressestelle der Stadtverwaltung geschrieben —, daß die seit Jahren bestens eingeführte Schau- und Derkaufsmesse bei der Bevölkerung Gießens und der näheren Umgebung auch diesmal wieder starken Anklang finden wird. Zahlreiche neuartige Fahrgeschäfte und Schaugeschäfte, außerdem Verkaufsstände aller Art sind zu erwarten. Für auswärtige Besucher besteht verbilligte Fahrgelegenheit (Sonntags-Rückfahrkar- Das Wunder von Sologna. Zum 200. Geburtstage von Luigi Galvani am 9 September. Die Tat, durch die Luigi Galvani seinen Namen in die Reihe der großen Naturforscher versetzte. ist eindringlichster Beweis dafür, daß die zufällige Beobachtung eine unerklärte Einzelerscheinung bleibt ohne das Medium des Genies und die sorgfältige Arbeit des Gelehrten. Seit Guericke und Leibnitz waren die Zuckungen lebender Muskeln infolge elektrischer Schläge bekannt, und längst vor Galvani, 1756, hatte der Anatom Caldani bemerkt, daß enthäutete Froschschenkel zusammenzuckten, wenn man aus dem Leiter einer nahen Elektrisiermaschine Funken zog. Galvani, der, nachdem er Theologie studiert hatte, zur Medizin übergegangen war und seit 1778 einen Lehrstuhl für Anatomie in Bologna inne hatte, experimentierte lange schon über die mechanischen Reizungen der muskelbewegenden Nerven an Froschpräparaten Als er im Winter 1780 in Gegenwart mehrerer Personen Versuche anstellte, fielen ihm ebenfalls die Zuckungen der auf dem Tische liegenden präparierten Frolchschenkel auf. Bald ent» ' deckte er, daß sie nur eintraten, wenn er wahrend des Funkenüberspringens in der abseits stehenden Elektrisiermaschine den blohgelegten Nerv mit seinem, an der Klinge gefaßten, Präpariermesser berührte. Bisher hatte man dieser Erscheinung keine Bedeutung beigelegt Galvani aber, „von einem unglaublichen Eifer und Begehren entflammt" — so hat er später den Eindruck dieser Anregung geschildert — machte sich an die Untersuchung dieser Erscheinung. Die Arbeiten erstreckten sich fast über elf Jahre. Hunderte von Tierpräparaten, vor allem Froschschenkel, die später auch Volta als hochempfindliche Anzeig»mittel für elektrische Kräfte benutzte, brauchte Galvani für seine Experimente Das Ergebnis veröffentlichte er 1791 unter dem Titel „lieber die Kräfte der Elektrizität bei der Muskelbewegung". Im zweiten Teil dieses Buches berichtete er über die — nicht unbekannte — Einwirkung der- atmosphärischen Elektrizität auf die Organismen. Es war ihm aufgefallen, daß auch bei völlig von Gewitterspannung freier Luft die Zuckungen auftraten, wenn man den Muske' des Froschschenkels, der an einem den Rückenmarksnerv durchbohrenden Mefsinghaken am Balkongeländer aufgehängt war, gegen das Eisen drückte Er brachte das Präparat in sein Arbeitskabinett, legte es auf eine Eijen- platte und wiederholte den Versuch: „siehe da, dieselben Kontraktionen, dieselben Bewegungen!" Das war die große Entdeckung! Weder atmosphärische Elektrizität, noch Reibungselektrizität einer Maschine waren wirksam Aus unbekannten Quellen stieß die geheimnisvolle elektrische Kraft in das blaßrote, zuckende Fleisch unter seinen Händen Gewiß: die Schlüsse, die Galvani zog, wurden bald mit Grund angezweifelt Er glaubte im Tierkörper selbst die Elektrizitätsguelle annehmen zu dürfen. Nerven und Muskeln wiesen entgegengesetzte elektrische Ladung auf, man könne also den Körper mit einer Kleistschen Flasche vergleichen, die durch die schließenden Metallteile entladen werde. Galvani sprach deshalb von „tierischer Elektrizität". Aber er hatte auch gefunden, daß die Stärke der hervorgerufenen Zuckungen von der Wahl der Metalle abhing, die den Kreis zwischen Nerv und Muskel schlossen Von diesem eigentümlichen Umstand ging Galvanis wissenschaftlicher Gegner aus, Alessandro Volta in Pavia Seine Versuche zeigten ihm bald daß er die Tierpräpurate weglassen konnte, daß die leblosen, metallischen Elektrizitätsleiter durch die Berührung miteinander ihre Wirkung als Elekttizitätsguellen erweisen. Ihm wurde klar, „daß die Elektrizität hier in einer Art und Weise erregt wird", von der man vorher keine Ahnung hatte. Hinter dem Gelehrtenstreit, der sich an die Arbeiten Voltas und Galvanis knüpfte, zog das Wetterleuchten der französischen Revolution auf. Bonaparte marschierte in Norditalien ein und verschmolz die alten Staatengebilde, darunter Bologna, in der „Cisalpinischen Republik" Während Volta m der Abordnung schritt, die den Sieger auf Italiens Boden empfing, während er auch spater von Napoleon begünstigt, zum Senator ernannt und m den Grafenstand erhoben wurde, verweigerte Gal- oani die Eidesleistung auf die aufgezwungene Verfassung. Er wurde seines Lehramtes an der alten Hochschule enthoben und ist bald danach, im Dezember 1798, einunosechzig Jahre alt, gestorben. Voltas Versuche ergaben, daß mit der ersten Entdeckung Galvanis eine nicht weniger bedeutende andere zusammenhing. Der Royal Society in London gab er die Beschreibung eines von ihm konstruierten Instrumentes zur Erzeugung von ..galvanischer Elektrizität" — der Name geht auf Voltas Anregung zurück und hat sich bis heute in vielen technischen Wortverbindungen (Galvanometer. Galvanoplastik, Galvanokaustik) erhalten Verband man die Pole dieser „Volta-Säule" die sich m einer werbenden Folge von Knp'er- und Z'nkplättchen dckch eine leitende Flüssigkeit getrennt, aufbaute. so verschwand die erzeugte Kraft nicht mit der Entladung, wie es bei den bisher gebräuchlichen Elektrizitätssammlern der Fall war': vielmehr erzeugte sie sich dauernd neu. Ständig floß galvanische Elektrizität durch den Metallbogen zwischen den Polen. Bisher war die Elektrizität nur als ruhende Kraft bekannt gewesen und untersucht worden. Jetzt gab Volta, auf Galvanis Versuchen aufbauend, der Physik einen neuen Begriff: den des elektrischen Stroms. Der Weg war geöffnet für die Forschungen Faradays und der deutschen Gelehrten: Gauß, Weber, Ohm, Kirchhoff und Bunsen. „Das alles habe ich", so hatte Galvani in seiner Abhandlung geschrieben, „zu dem Zwecke erdacht, daß es von großen Gelehrten erwogen werde, damit sie es einst nutzbar machen konnten." Jener be- scheidende Versuch mit dem auf der eisernen Platte zuckenden Froschschenkel bezeichnet den ersten, tastenden Schritt in ein neues Gebiet der Physik. Walter Schwerdtfeger. Herbstpracht in Sad-Aauheim. Don Hans Gäsgen. Nun sind wieder die Tage gekommen, da Astern und Georginen die Sommerblumen im Park verdrängt haben. In vielfältiger Pracht stehen die schweren Blüten auf den Beeten, und in den weit ausladenden Blutbuchen, auf die Bad-Nauheim mit Recht besonders stolz ist. ist ein Raunen vom milden Spätjahrswind Auch zu dieser Zeit ist es herrlich sein im Hessischen Staatsbade. Noch spielt am Nachmittag die Kapelle im Freien, aber am Abend läßt man sich gern in den geschmackvollen Räumen des Kurhauses nieder Am Tag lockt die wundersam milde Luft, mit der das Bad begnadet ist, zu Gängen durch den Park, durch die nun in Erntefülle prangenden Obstgärten und hinein in die Wälder, die sich sacht zu färben beginnen. Da gibt es herrliche, verträumte Wege, wo nur die Rehe oder ein paar Fasanen deinen Pfad kreuzen. Und auf einmal stehst du wieder droben auf dem Johannisberg, der auf jeden, der Nauheim liebt, eine unwiderstehliche Anziehungskraft ausübt. und blickst in die Weite. Vielleicht blinkt süßer Apfelmost in deinem Glase, vielleicht frisch gepreßtes Traubenblut denn diese Säfte tun ja dem der die Kur in Bad-Nvubeim gebraucht, besonders gut. und die Traubenkur ge» hort ja zu den Heilmitteln, die man jedem, und wenn er auch nur zur Erholung und nicht als Leidender hierher kommt, empfehlen muß. Drunten steigt, wie eine silberne Fahne, der große Sprudel in den Tag. Hierdroben, unter den Bäumen, sitzen plaudernde Menschen, die ihre Sorgen vergessen haben, die frohen Herzens die Herbstpracht dieses gesegneten Fleckchens genießen, das vielen schon zum Segen geworden ist und es tagtäglich aufs neue wird. Nun wird es Herbst! Alles glüht und blüht, letzte Lerchen steigen, mild kommt der Sonnenschein zu uns und legt warmes Gold hin über Täler und Hügel, über Gärten und Wälder, über Park und Bad ... Ood)fd)ulnod>rid>fen Geheimrat Professor Dr. Karl Doßler, der unlängst wegen Erreichung der Altersgrenze ent» pflichtete hervorragende Romanist der Universität München, wurde in diesen Tagen 65 Jahre a 11. Doßler begann seine wissenschaftliche Laufbahn 1900 als Privatdozent in Heidelberg, wurde zwei Jahre später zum Extraordinarius ernannt, folgte 1909 einem Rufe an die Universität Würzburg und ging 1911 als Ordinarius nach München, wo er bis zu feiner Entpflichtung gewirkt hat. Doßler darf als der bedeutendste Vertreter der romanistischen Wissenschaft in Deutschland gelten, dessen Arbeiten zur Sprach-, Literatur- und Kulturgeschichte der Völker des romanischen Kulturkreises grundlegend zu nennen sind; wir erwähnen nur die Werke über Frankreichs Kultur in der Sprache, über Dantes „Göttliche Komödie", über Leopardi, La Fontaine, Racine und Lope de Vega. Voßler ist Ritter des Ordens pour le m£rite für Kunst und Wissenschaft und Mitglied der gelehrten Akademien in München und Wien. Professor Dr Rudolf Strothmann, Ordinarius für orientalische Philologie, insbesondere Islam» künde, und Direktor des Instituts für Geschichte und Kultur des Vorderen Orients in Hamburg, wurde 60 Jahre alt. Strothmann stammt aus Lengerich (Westfalen) und promovierte in Halle 1911. Vorher war er im Schuldienst tätig. 1923 erfolgte feine Ernennung 3um o ö. Professor der orientalischen Philologie in Gießen Don hier ist er 1927 nach Hamburg übergesiedelt. Er ist Herausgeber der Zeitschrift ..Der Islam" seit 1927 und Ehrenmitglied der Islamic Research Association in Bombay Von seinen Werken heben wir hervor „Die Kovtische Kirche in der Neuzeit" und „Die „Zwölfer-Schia; Reliviin^geschichtliche Charakterbilder aus der Mon* golenzeit". Linser täglich Brot. Von Professor Dr. Bürker, Direktor des physiologischen Instituts der Universität Gießen. Schluß*. Große Kochkunst ist auch politischen Zwecken dienstbar gemacht worden, besonders in Frankreich. Friedrich der Große hatte einen Koch Noel, den Saucenkünstler, einen einflußreichen Mann, und berühmt geworden sind die Köche des Wiener Kongresses Careme und Montmireil, die Talleyrand aus Paris mitgebracht hatte. Der Dierjahresplan, auch eine politische Angelegenheit, verlangt eine möglichst rationelle Ausnutzung des Getreides bei seiner Zubereitung als Nahrungsmittel, welchem Zweck in Berlin besondere Institute für Mahltechnik und für Bäckerei dienen. Man sieht, wie im Grund der Wirkungsraum der Küche sich mächtig erweitert. Das in der Küche mit Verständnis, Kunst und nicht zuletzt mit Liebe zu den Tischgenossen zubereitete Mahl muß so dargeboten werden, daß das E s s e n ein 3 e ft wird. Das ist nicht etwa eine Redensort, sondern physiologisch wohl zu begründen. Wissenschaftliche Untersuchungen der letzten Jahrzehnte haben nämlich gezeigt, daß es ein besonderes Nervensystem gibt, das die bei der Chemie und Mechanik der Verdauung tätigen Organe beeinflußt, und zwar gehen von diesem Nervensystem sowohl fördernde wie hemmende Einwirkungen auf die Sekretionen, die Durchblutung und die Bewegungen der Verdauungsorgane aus. So kann eine möglichst zweckmäßige Ausnutzung der Nahrung erzielt werden. Dieses sog. vegetative Nervensystem bat auch noch ein Zentrum im Gehirn unter den Sehhügeln, dorthin können psychische Einflüsse gelangen und zu den Verdauungsorganen hingeleitet werden. Die Berechtigung des Ausspruchs „Der Aerger ist mir ins Gedärm gefahren", läßt sich deshalb physiologisch leicht dartun. Gibt man einer Katze eine Kontrastmahlzeit, die für Röntgenstrahlen undurchlässig ist, so kann man nach einiger Zeit bei dem gemütlich schnurrenden Tier die Bewegung des Darms vor dem Röntgenschirm beobachten. Hält man der so gut verdauenden Katze einen Hund vor, so kann man feststellen, wie es nach kurzer Zeit zu einem Stillstand der Darmbewegung kommt. In Wahrheit ist bei der Erregung der Katze ein Hormon der Nebenniere, das Adrenalin, auf nervösen Reiz hin ins Blut gefah- ren, bat von dort aus auf die Hemmunqsnerven des Darms gewirkt und diesen so zum Stillstand gebracht. Es ist kein Zweifel, daß beim Menschen die Verhältnisse ähnlich liegen. Unangenehme Eindrücke sind also beim Essen zu vermeiden, das Essen soll in der Tat ein Fest fein. Dazu trägt bei, wenn der Tisch nett g e - deckt und mit Blumen geschmückt ist und wenn der Mann es vermeidet, seinen Berufsärger gerade bei Tisch auszukramen oder die Erziehung seiner Kinder bei Tisch zu betreiben. Was die Kinder anlangt, so sollten sie zum Essen nicht zu sehr gezwungen werden, ihre Weigerung hat meist einen Grund, wenn von Unarten abgesehen wird. * Teil I in Nr. 188 vom 14. August; Teil II in Nr. 191 vom 18. August: Teil III in Nr. 194 vom 21. August; Teil IV in Nr. 208 vom 7. September. Förderlich ist auch, liebe Gäste bei Tisch zu haben, denn „Du hall das nicht, was andre haben, Und andern mangeln deine Gaben; Aus dieser Unvollkommenheit Entspringet die Geselligkeit." Der schon erwähnte Philosoph Kant liebt es besonders, die Freuden der Tafel mit andern zu teilen; er, der schon um fünf Uhr aufstand und mit der Arbeit begann, pflegte das Mittagsmahl, auf das er sich im wesentlichen beschränkte, von ein bis vier Uhr auszudehnen und mit weisen Gesprächen zu würzen. Jedenfalls sollte man sich zum Essen Zeit lassen und es nicht, womöglich stehenden Fußes, hinunterschlingen, um sich dann wieder auf die Arbeit stürzen zu können. Zu einem „Fest" gehört aber auch, daß der Feiernde sich entsprechend herrichtet und nicht mit der Zipfelmütze zum Essen erscheint. Es gibt eine Essenskultur, die man pflegen sollte und die uns der in Gießen nicht unbekannte Professor Dr. Carl Vogt seinerzeit dadurch zu vermitteln suchte, daß er das berühmteste Buch auf diesem Gebiet, das von Brillat-Savarin „Physiologie du goüt“ ins Deutsche übertrug. In dieser Physiologie des Geschmacks äußert sich Vogt auf Seite 7 folgendermaßen über das Buch: Dieser Ton leiser Ironie, die sich hinter schalkhafter Gutmütigkeit verbirgt, diese feinen Wendungen, die nirgends verletzen und überall das Richtige treffen, diese Freude am Leben, am Genüsse, welche durch die pflichtgetreue Arbeit und die ernste Leistung erhöht und getragen wird, diese Mäßigung in allem Guten und Schönen, welche den Exceß des Genusses verabscheut und den Gleichmut einer heiteren Lebensansicht in alle Verhältnisse überträgt, und dabei die reizende Anmuch der Sprache wählt — wenn Hoffmann, der bekannte französische Feinschmecker und Literat, das Buch ein Göttliches nennt, so hat er wahrlich nicht Unrecht! — In einem Anhang wird auch über Liebigs Fleischextrakt, seine künstliche Milch, seine Suppe für Kranke, seine Verbesserung des Roggenbrotes und der Kaffeebereitung berichtet, Liebig beschäftigte sich häufig mit den Mysterien der Küche. Wer also auf diesem Gebiet der Essenskultur sich unterrichten will, wird gut tun, dieses auch noch in andern Beziehungen außerordentliche Buch zu lesen. Und endlich solldasGenossenesichphyso- logisch günstig auswirken können. „Nach dem Esten sollst du stehn oder tausend Schritte gehn!" Das Schlafbedürfnis, das sich nach dem Esten einzustellen pflegt, hat Kant mit allen Mitteln zu bekämpfen gesucht und auch Brillat-Savarin empfiehlt, der Ruhe sitzend zu genießen und niemals bei Tag zu schlafen; doch hat dies wohl jeder mit sich selbst und sein-r Konstitution abzumachen. Soviel ist sicher: „Wenn ihr gegessen und getrunken habt, seid ihr wie neu geboren; seid stärker, mutiger, geschickter zu eurem Geschäft" und das ist ja schließlich der Sinn des täglichen Brots. Regierungsrat mit Wirkung vom 1. August 1937 ernannt. ** Arbeitsjubiläum städtischer G e - folgschaftsmitglieder. Die Pressestelle der Stadt teilt uns mit: In den nächsten Tagen können die Gefolgschaftsmitglieder des städtischen Gas- und Wasserwerks Werkmeister August Rinn und Ofenbausarbeiter E. Euler auf eine 35- bzw. 30jährige Dienstzeit zurückblicken. Werkmeister Rinn ist am 8. dieses Monats 35 Jahre und Ofenhausarbeiter Euler am 16. dieses Monats 30 Jahre im Dienste der Stadt tätig. Der Herr Oberbürgermeister hat die beiden Arbeitsjubilare durch ein besonderes Glückwunschschreiben geehrt. Große Strafkammer Gießen. Die Angeklagten H. Sch. aus Lügte (Wests.) und W. H. aus Salzböden waren vorn Schöffengericht Gießen am 2. Dezember 1936 zu Gefängnis- strafen von 5 Monaten b z w. 1 Monat wegen fahrlässiger Tötuna verurteilt worden. Gegen dieses Urteil hatten die Angeklagten und die Staatsanwaltschaft Berufung eingelegt. Die gestrige Berufungsveryandlung vor der Großen Strafkammer ergab, daß der Angeklagte Sch. am Abend des 5. April 1936 vollkommen übermüdet von Braunfels aus eine Möbeltransportfahrt nach Bad Pyrmont angetreten hatte. Der Angeklagte war als Fahrer vorher zwei Tage und zwei Nächte dauernd unterwegs gewesen und hatte fast nicht geschlafen. Sch. führ mit drei weiteren Begleitern im Möbeltransportauto über Wetzlar und Gießen, dann weiter in Richtung Kassel. Am Badenburger Wäldchen, kurz vor Lollar, stellte er den Möbeltransportlastwagen, gegen 23 Uhr, an die rechte Straßenseite, angeblich, weil einer der Mitfahrer austreten wollte. In der fraglichen Nacht war heller Mondschein, der Wagen kam aber durch den Wald an der rechten Straßenseite in den Schatten der Bäume zu stehen. Der Angeklagte blieb hier in der Dunkelheit über eine halbe Stunde lang stehen. Er behauptete, daß das Handlicht und das Schlußlicht des Wagens gebrannt hätten. Demgegenüber haben aber eine Reihe von Zeugen, die während des Haltens des Lastkraftwagens in beiden Richtungen vorbeigefahren sind, angegeben, daß der Wagen vollkommen unbeleuchtet gewesen war. Eine Zeugin habe sogar gesehen, daß die Leute im ten) im Umkreise von 75 Kilometer um Gießen, und zwar a) an den beiden Messe-Sonntagen mit tarifmäßiger Geltungsdauer; b) am Mittwoch, 15. September, mit Geltungsdauer vom Mittwoch 0 Uhr bis Donnerstag 3 Uhr (Ende der Rückfahrt). Alte Gießener Artilleristen fahren durch Oberhesten. Die Artilleristenkameradschaft 1895 Gießen, veranstaltete am vergangenen Sonntag mit zwei großen Omnibussen und mehreren Drivatwaaen eine schön gelungene Fahrt nach Glauberg—Büdingen— Strandbad Hillersbach. Kamerad Dr. Michel hatte die Führung übernommen, und er verstand es in feiner Weise, die Fahrt für alle Teilnehmer zu einem nachhaltigen Erlebnis werden zu lassen. Nachdem auf der Hinfahrt in dem reizend gelegenen Bad Salzhausen kurze Rast gemacht worden war, rollten die Wagen durch herrliche Wälder und schmucke Täler dem Glauberg entgegen. Kamerad Dr. Michel, der selbst an den Ausgrabungen teilgenommen hat, zeigte hier mit feinem Verständnis, welches nur die Heimatliebe eingibt, wie Steine und Scherben und Erdschichten reden können von dem Werden und der Geschichte unseres Volkes. Die in ihrer Art mächtige Anlage aus der grauen Vorzeit mit ihren Rätseln und ihren Deutungen schlug eine gute Stunde alle Besucher in ihren Bann. Dann ging die Fahrt weiter nach dem schönen altertümlichen Büdingen. Dort wurde Mittagsrast gehalten, und neu gestärkt und erfrischt besichtigten dann die alten Soldaten mit ihren Familien auf einem interessanten Rundgang die erstaunlich gut erhaltenen Befestigungsanlagen und sehenswerten Bauten der Stadt, die Kunde geben von der Kultur und dem Können aus Jahrhunderten vor uns. Einen prachtvollen Ueberblick über Stadt und Umgebung bot der „Wilde Stein", mächtige Basaltblöcke, die vor Jahrtausenden ein Vulkan emporgeschleudert hat, indem er mit riesiger Gewalt den Sandstein durchbrach, sich einen „Schlot" schuf. Nur schwer konnte man sich trennen von dem Städtchen, obwohl noch ein herrliches Fleckchen Erde zu besuchen war. Weiter ging die Fahrt durch Bad Selters, Ortenberg, Lißbera, und auf einmal tauchte mitten im schönsten Waldtal im Sonnenlicht Strandbad Hillersbach auf. Noch ein paar Stürmen der Freude und der Erholung und — heim gings nach Gießen nach einer Fahrt durch schönes deutsches Land und durch deutsche Geschichte. Altersvereinigung 4869—4919. Einen wohlgelungenen Familien-Ausflug nach Bad-Nauheim unternahm am ©onntagnadjmittag, vom schönsten Wetter begünstigt, die Altersvereinigung 1869—1919 mit rund 50 Teilnehmern. Gleich nach der Ankunft fand eine eingehende Besichtigung der unterirdischen Anlagen des Bades unter der Führung eines technischen Beamten statt, den die Badeoerwaltung, dank der Bemühung des rührigen Vorsitzenden, Photographenmeister Zimmer, in zuvorkommender Weise der Vereinigung zur Verfügung gestellt hatte. In gemeinverstänolicher Weise gelang es dem Beamten, den Teilnehmern die großartige Anlage, die Zusammensetzung der verschiedenen Badearten, die Einrichtung der einzelnen Badezellen, die Wäscherei usw. zu erläutern, um dann am Schlüsse an Hand mehrerer Modelle nochmals die Gesamtanlage des Bades zu zeigen. Mit gespanntem Interesse verfolgten die dankbaren Teilnehmer die über eine Stunde währende Besichtigung und die klaren Ausführungen des Leiters. Nach der Besichtigung erging man sich in dem herrlichen Kurpark und den im prächtigsten Blütenschmuck prangenden Anlagen, um sodann auf der Terrasse des Teichhauses, angesichts des von Schwänen, Enten und zahlreichen Ruderbooten belebten Teiches, gemeinschaftlich den Kaffee einzunehmen. Nachdem noch ein Teil dem auf halber Höhe des Johannisberges vor einigen Jahren großangelegten stimmungsvollen Gefallenendenkmal, von dessen Plattform sich ein prachtvoller Ausblick über die Stadt und die gesegneten Fluren der Wetterau erschließt, einen Besuch abgestattet hatte, brachte am Abend das Dampfroß die Teilnehmerschar, hochbefriedigt von all dem Erlebten und Geschauten, der Heimat wieder zu. **ZumRegierungsraternannt. Regie- rungsasiessor Eberhard Fuhr, der seit dem 1.Juli 1937 bei dem Kreisamt in Gießen tätig ist, wurde mit Urkunde des Führers am 27. August 1937 zum MüWWMU! Vornan von Bernhard Lonzer. Urheberrechtsschutz: Arthur Moewig, Romanvertrieb, Berlin SW 68. 10 Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Auf dem langen Gang, in der Nähe der steinernen Treppe, stand wie ein lautloser Schatten eine dunkelgekleidete weibliche Gestalt: Fräulein v. Birkhammer. Ein wenig vornübergebeugt, die Hände ineinander verschränkt, sah sie den beiden entgegen. Jetzt schien sie Annelore zu erkennen. Sie lächelte leicht. Ein bißchen hoheitsooll, ein bißchen konventionell liebenswürdig und ein bißchen mißbilligend zugleich. Ader das Mißbilligende schien die Oberherrschaft zu haben. Zu so später Stunde noch Besuch zu machen! Wie konnte man nur! Frau Vollrath hatte als Verwandte zwar ein Recht dazu. Aber diese fast fremde Person, die das Schloß noch nie betreten hatte, um diese Zeit noch mitzuschlep- pen, das war doch allerhand. So etwas konnte sich ja auch nur Suse Vollrath leisten! Was mochte der Besuch übrigens zu bedeuten haben? „Ein bißchen spät, Fräulein von Birkhammer, nicht wahr?" sagte Suse unbekümmert. „Aber Onkel Wolfgang wird hoffentlich ein Auge zudrücken." Wieder lächelte Fräulein v. Birkhammer. Diesmal ein wenig freundlicher. „Herr von Achenbach ist im Wohnzimmer." Sie wollte die Damen führen. Aber Suse lehnte mit einer Handbewegung ab. „Danke. Lassen Sie sich durch uns nicht stören." Fräulein v. Birkhammer fühlte, daß ihre Gegenwart unerwünscht war. Mit hochgezogenen Augenbrauen sah sie den beiden nach. Die Freundinnen wollten eben ablegen, als eine Tür geöffnet wurde. Wolfgang v. Achenbach erschien auf der Schwelle. Er griff nach dem Lichtschalter. Der nur schwach erleuchtete mächtige Kor- ridor füllte sich plötzlich mit strahlender Helle. Mit einem raschen, prüfenden Blick umfaßte Wolfgang v. Achenbach Annelores Gestalt. Er war sichtlich überrascht von ihrer Erscheinung. Das schlichte, knappsitzende schwarze Kostüm brachte ihren prachtvollen Wuchs voll zur Geltung. Und die ihr vielleicht ganz unbewußte Haltung! Die kraftvollen und doch geschmeidigen Bewegungen! Donnerwetter, hatte sich das Mädel in den letzten Jahren entwickelt! „Also doch!" sagte er. „Das ist ja nett. Ich hatte die Hoffnung schon aufgegeben." Dann trat er auf Annelore zu und gab ihr die Hand. Seine Augen suchten mit gütigem Blick in ihrem Gesicht. „Willkommen, Fräulein Hildach. Ich freue mich sehr. Es ist lange her, daß wir uns gesehen haben." Ihre tief dunkelblauen Augen strahlten ihn an. Die leise Schwermut, die ihren Blick sonst immer wie ein feuchter Schleier verhüllte, war nur noch wie ein Hauch zu spüren. „Ja, es ist lange her, Herr von Achenbach", erwiderte sie mit ihrer ruhigen, klangvollen Stimme. „Auf dem Fest des Gondelklubs damals..." „Richtig. Ich besinne mich. Wir haben uns inzwischen ein bißchen veränoert, nicht wahr? Als alter Knabe darf ich Ihnen ruhig das Kompliment machen: Sie haben sich fabelhaft entwickelt." Sie lächelte leicht. „Sehr schmeichelhaft. Ist aber nicht mein Verdienst, wenn es wirklich zutreffen sollte." Wie ein Schatten verschwand jetzt erst Fräulein v Birkhammer in einem der Zimmer. Da meldete sich Suse: „Haben wir vielleicht auch für mich ein Pfötchen übrig, Herr von Achenbach? Sieh nur, wie mich der blasse Neid schüttelt!" Mit leisem Lachen ließ der Schloßherr Annelores Hand los. „So seid ihr nun! Aber natürlich, komm her, sollst auch dein Teil haben", wandte er sich an Suse. Er drückte ihr die Hand. Dann betraten sie bas Zimmer. „Also nochmals herzlich willkommen, Fräulein Hildach", sagte Wolfgang v. Achenbach. „Hoffentlich darf ich sagen: als liebe Hausgenossin .. " Mit einem warmen Blick begegneten Annelores Augen den seinen. So warm und vertrauensvoll, daß es ihm ganz eigen ums Herz wurde. „Sie sind sehr gütig, Herr von Achenbach", entgegnete sie verhalten. „Und — ich würde mich sehr freuen.. Man nahm Platz. Bald war eine lebhafte Unterhaltung im Gange. Bis der Schloßherr sich endlich an den eigentlichen Zweck des Besuches erinnerte. „Ja, nun — mein Enkel hat sich gerade heute sehr zeitig zurückgezogen, um zu arbeiten. Ich werde ihn aber gleich mal rufen lassen, damit wir die Sache in Ordnung bringen." Er drückte auf den Knopf der Klingel. Nach überraschend kurzer Zeit erschien Fräulein v. Birkhammer, obwohl das Zeichen nicht ihr gegolten hatte. „Bitte, lassen Sie doch Stefan rufen, Fräulein von Birkhammer", sagte der Schloßherr. „Lassen Sie ihm sagen, Frau Dollrath möchte ihn sprechen." Stefan war ganz in seine Arbeit vertieft, als der alte Diener bei ihm anklopfte. Suse? Ach. richtig... Sie hatte sich um Ersatz für die Assistentin kümmern wollen. Aber heute abend noch ...? Die Störung war ihm sehr unwillkommen. Aber man konnte natürlich nicht unhöflich sein. Und schließlich war die Sache ja auch wichtig. Er erhob sich also sofort und folgte dem Diener fast auf dem Fuße. Aber er war mit feinen Gedanken noch immer halb bei der so jäh unterbrochenen Arbeit, als er das Wohnzimmer betrat. Das halb freundliche, halb abwesende Lächeln, das auf feine Lippen treten wollte, verschwand gleich wieder. Suse — ja... Aber da saß noch eine Dame...! Er zögerte unwillkürlich, als er die Schwelle überschritten hatte. Seine Haltung nahm etwas Zurückhaltendes, beinahe Abwehrendes an. „Ja, Stefan, da wären wir also ..!" lächelte Suse. „Du darfst ruhig ein bißchen näherkommen. Wir sind bekannt harmlose Tierchen." Jetzt zwang er bas Lächeln auf sein Gesicht und wandte den Blick wieder der zweiten Dame zu. Er sah ein Paar dunkle Augen mit seltsamem Ausdruck auf sich gerichtet. Da kam es wie ein Erwachen über ihn. „Ach, Fräulein — gnädiges Fräulein...", sagte er und trat ein paar Schritte näher. Die Verbeugung, die er machte, erschien ihm selber reichlich ungeschickt. Annelores Augen leuchteten noch stärker als sonst. Beinahe hätte er „Fräulein Annelore" gesagt...! dachte sie und fühlte ihr Herz klopfen. Führerhaus des Lastkraftwagens geschlafen haben. Auf den haltenden Lastkraftwagen fuhr der An- geklagte H. auf, der auf dem Soziussitz seines Mo- torrabes bie 16 Jahre alte Gerda Will aus Lollar bei sich hatte. Er war an diesem Tage mit seinem Motorrad unterwegs gewesen und befand sich abends mit der Gerda Will auf der Heimfahrt von Krofdorf nach Lollar. Er behauptete, von einem ihm entgegenkommenden Personenkraftwagen irritiert worden zu sein, außerdem habe er den Lastwagen nicht gesehen und auch nicht sehen können. Er sowohl wie seine Mitfahrerin erlitten durch den Anprall Schädelbrüche, an deren Folgen Gerda Will, ohne das Bewußtsein wiedererlangt zu • 897 M Fl haben, gestorben ist. Er selber erholte sich wieder, ist aber heute auf dem einen Auge fast blind. Die Kammer sprach den Angeklagten H. frei, da ihm eine Fahrlässigkeit nicht nachgewiesen werden konnte, zumal er mit mäßiger Geschwindigkeit gefahren ist und infolge des verkehrswidrigen Verhaltens des Angeklagten Sch. die Gefahrenquelle nicht rechtzeitig erkennen konnte. Im übrigen wurde die Berufung der Staatsanwaltschaft, sowie die bÄ Angeklagten Sch. zurückgewiesen. Seim Motorrad - Zusammenstoß tödlich verunglückt. * Lauterbach, 7. Sept. An einer scharfen Straßenkreuzung stießen hier zwei Motorradfahrer mit ihren Maschinen heftig zusammen. Während der eine Motorradler zum Glück mit verhältnismäßig leichten Verletzungen am Kopfe und am rechten Arm davon kam, wurde der andere Motorradler, namens Anton Traudt aus H erb - stein, so schwer am Kopfe verletzt, daß er einige Stunden später in der Nacht seinen schweren Verletzungen erlegen ist. Erstes Treffen der KdF.- Wanderführer des Gaues. NSG. Aus den 37 Kreisen des Gaues Hessen- Nassau trafen sich am Samstag und Sonntag 2 5 0 Wanderführer der NS. -Gemeinschaft „Kraft durch Freude" in Harheim, um in Beratungen die Richtlinien für bie kommende Winterarbeit festzulegen. Am Samstagnachmittag eröffnete Gauwander- wart Schwab eine’ interessante Ausstellung, bie alle Gebiete des Wanderns umfaßte und wertvolle Anregungen bot, fei es in sinngemäßer Kleidung und Nahrung auf der Wanderung, vernünftiger Wanderausrüftung, Photogeräten, Volksmusikinstrumenten und in Wander-Literatur. Besondere Beachtung fand ein schönes Modell des neuen „KdF".» Wanderheims „Steinkopf", das in den kommenden Wintermonaten bei Köppern im Taunus in Gemeinschaftsarbeit errichtet wird. Am Abend vereinigte bei ernsten und heiteren Vorträgen ein Kameradschaftsabend die Wanderführer aus dem Gau. In gemeinsamer Aussprache wurden am Sonntag- vormittag alle wichtigen Fragen der Wanderarbeit in der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" besprochen. Heber die künftige Arbeit machte Gau- wanderwart Schwab nähere Mitteilungen, aus denen hervorzuheben ist, daß nunmehr auch die Motorradfahrer erfaßt und betreut werden. Das Wasserwandern soll stärker als bisher in den Vordergrund treten. Wichtigste Aufgabe fei nach wie vor, den Gedanken des Wanderns in die Betriebe zu tragen und den Betriebskameraden. in Wanderungen die Schönheiten des Gaues zu erschließen. Um die Mittagsstunde fand am Hindenburg-Born eine Kundgebung statt, in der Gau- wanderwart Schwab die neuen Wanderführer auf ihr Amt verpflichtete. Dann richtete er das Wort an die Wanderführer des Gaues, die zum erstenmal zu einer Kundgebung zusammengekommen waren, die nun alljährlich im September wiederholt werden soll. Der Bevölkerung von Harheim dankte er für die liebevolle Aufnahme. Zum Schluß ging er auf die Aufgaben ein, die dem Wandern in der Verwirklichung der nationalsozialistischen Weltanschauung zufallen. Es gälte, dem deutschen Menschen die schone Heimat zu erschließen und darüber hinaus Freude am Leben zu schenken. Nur wenn wir die Heimat kennen, können wir sie lieben. Fräulein Annelore...! Wie damals, auf jenem Gondelfest.. .1 Nach einer wundersamen Fahrt in lampiongeschmückten Booten auf dem nächtlich schimmernden Wasser hatte man an der langgestreckten Insel angelegt, um sich in der lauen Sommernacht zu ergehen. Eine weiche, blaue, blühende, von Sternenglanz überschüttete Sommernacht war es gewesen. Leuchtkäfer waren durch die dunklen Büsche geschwirrt. Wie goldene Funken einer zauberhaften Welt. Wie märchenhaft süße, kleine Sternschnuppen. Wie warm hatte Stefans Stimme in jener Nacht geklungen! Wie nahe hatte sie fein Herz dem ihren gefühlt! Oder doch^u fühlen gemeint... Aber es war wohl eine Täuschung, eine Selbsttäuschung gewesen. Ein Traum nur, der schon zerronnen war, bevor er überhaupt beqonnen hatte. Nichts war davon zurückgeblieben. Nichts als ein heftig bohrender, mit der Zeit ruhiger werdender Schmerz und ein von leiser Wehmut erfülltes Erinnern. Stefan befand sich in einer seltsamen Stimmung. Annelore Hildach...! War das noch Annelore Hildach...? Er hatte sie in der Erinnerung als ein sehr, sehr liebes Mädelchen, für das er einmal warmes Interesse gehabt hatte. Bis — bis jene Frau in sein Leben getreten war wie ein trügerisches Irrlicht...! Ja — war das noch Annelore Hildach...? Er wiederholte seine Verbeugung, bie biesmal erheblich korrekter ausfiel, unb sprach ein paar Der» binbliche Worte. Fast unbewußt lauschte er auf ben warmen, schwinqenben Klang ihrer bunklen Stimme, ohne aber richtig zu verstehen, was sie sprach. „Also, Stefan, ich habe Fräulein Hilbach gleich mitgebradjt", ließ Suse sich vernehmen. „Es wirb bir gewiß lieb sein, benn es kürzt bas Verfahren erheblich ab, nicht wahr?" Er sah auf unb fuhr sich mit ber Hand über bie Stirn. Er schien nicht gleich zu verstehen Plötzlich aber prägte sich ein ungläubiges Staunen auf seinem Gesicht aus. „Wie benn...? Du meinst...?" „Natürlich meine ich! Was denn sonst?" Da zog ein eigenartiges, beinahe ein bißchen " luftloses Läch-ln um seine Livven Unwillkürlich ließ er den Blick wieder über Annelore hingleiten. Fortsetzung folgt. Ruhl Sei ersweg adlO Telephon V eparaturen