Nr. 156 Erstes Blatt 187. Jahrgang Donnerstag, 8. Zull 1957 Eriche,n, lüg ttch. autz« Sonntag» and Feiertag» Beilagen: Vie 3Ilu|tnerte Gießener Familienblattei Heimat im Bild Die Scholl» monatsiBesngsprets; Mit 4 ‘Beilagen RM. 1.8b Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr .. „ —25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernfprechanfchlüffe unter Sammelnummer 225) Anschrift für Drahtnach» richten: Anzeiger <5ief$cn Postscheckkonto. Frankfurt am Main 11686 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfttats Such- und Steindruckerei R. Lange tn Stehen. Schristleitung und Seschaftrftelle: Zchulstrahe 7 Annahme von Anzeige« für Die Mittagsnummer bis 8*/.Uhr des Vormittag» Grundpreise für 1 mm Höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text» anzeigen von70mm Breite 50 Rps.,PIatzvorschrist nach vorh Vereinbg.25°^ mehr. 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Es sei froh darüber, daß die in Buenos Aires geschlossenen Friedensverträge vom Bundessenat ratifiziert worden seien und daß das Britische Weltreich jetzt dem Abschluß eines Handelsvertrages mit den Vereinigten Staaten freundlich gegenüberstehe. Wenn nun die europäischen Rationen ihrerseits die politischen Ungerechtigkeiten des Versailler Vertrages berichtigten, so werde die amerikanische öffentliche Meinung sicherlich in ihrer überwältigenden Mehrheit die Mitarbeit Amerikas mit den übrigen Nationen an der Befriedung der Welt billigen. Ein befremdliches Urteil. Warschau, 8,. Juli. (DNB. Funkspruch.) Das Bezirksgericht in Könitz hat am Mittwochabend nach zweitägiger Verhandlung einen Prozeß mit der Verurteilung von 22 polnischen Staatsangehörigen deutscher Nationalität abgeschlossen, die beschuldigt werden, auf dem Gut K e ns a u im Kreise Tuchel ein Lager nach dem Muster der reichsdeutschen Arbeitsdienstlager organisiert bzw. daran teilgenommen zu haben, wobei sie angeblich seinen Zweck und sein Bestehen vor den Aufsichtsbehörden geheimgehalten haben. Dort hätten, sie eine Schulungsarbeit in einem für den polnischen Staat feindlichen Sinne betrieben. Obwohl die Verhandlung keinen Beweis für diese letzten Anschuldigungen brachte, erkannte der Richter die Angeklagten für schuldig. Es wurden wegen Geheimbündelei verurteilt. 1. Georg K l i e m e k, der das Lager geleitet haben soll, zu 2 Jahren Gefängnis. 2. Armin D r o ß , Mitglied des Hauptvorstandes Der deutschen Vereinigung, der an der Organisation des Lagers beteiligt gewesen sein soll, zu 20 Monaten Gefängnis. 3. Liselotte F r e i m a n n, Gero von Gers- dorff und Günther Krüger, die an der Organisation des Lagers teilgenommen haben sollen, zu je 15 Monaten Gefängnis. 4. Die Besitzerinnen des Restgutes Kenfau, auf dem der größere Teil der Angeklagten zu Gartenarbeiten verpflichtet war, Auguste und Margarethe Wehr, beide an der Grenze des Greisenalters, zu je 10 Monaten Gefängnis. 5. Gerhard Schulz, Willi Mittelftedt^ Walter Anklam und Ulrich A l t f ch ö l e r zu je acht Monaten Gefängnis wegen Teilnahme an dem Lager: 6. Heinz B a n n a ch , Hans Rosenberg, Paul Falkenberg, Bruno Hundt, Walter Ebers- meyer, die Teilnehmer für das Lager geworben haben sollen, zu je sechs Monaten Arrest: 7. Gerhard Marks, Fritz Grzybinski, Alfred F e ch n e r und Otto Saun, zu je fünf Monaten Arrest; 8. die 17jährigen helmuth Adam und Willi Brunk zum Aufenthalt in einer Besserungsanstalt mit dreijähriger Bewährungsfrist. Die Verteidigung hat gegen das Urteil Berufung eingelegt. Japans neues Kabinett der Sammlung. Von unserem 3R S.-Berichterstaiter. Nachdruck verboten! Tokio, Ende Juni 1937. Die Berufung des Präsidenten des Oberhauses, Prinzen Fumimaro K o n o e zum Nachfolger des so erfolglosen Generals hayashi hat in allen Schichten der Bevölkerung große Befriedigung ausgelöst. Kanoe, ein Verwandter des Kaiserhauses und ein Nachkomme altjapanischen Hochadels, genoß gutes Ansehen in allen politisch und wirtschaftlich interessierten Kreisen wegen seines ruhigen Urteils seines diplomatischen Gefchickes als Präsident des Oberhauses und nicht zuletzl wegen seiner modernen Methoden. Zum Beispiel bediente er sich zum ersten Male bei der Kabinettsbildung des, Telephons, und am Abend nach erfolgreicher Kabinettsbildung wandte er sich über den Rundfunk an das Volk uno bat es, indem er in großen Zügen die Richtlinien seiner Regierung darlegte, um tatkräftige Mitarbeit am Wohle der Gesamtnation. Zu glauben, daß der General hayashi durch die Gegnerschaft der Reichtstagsparteien gestürzt worden ist, entspricht nicht ganz den Tatsachen. Deren Anteil kann nur darin gesehen werden, daß sie der nahezu alle Schichten der Bevölkerung umfassenden Ablehnung hayashis organisierten Ausdruck gegeben hatten. Doch erst nachdem sich der Kriegsminister Sugiyama während einer längeren Informationsreise durch die wichtigsten Wirtschaftsgebiete Japans von der tatsächlich vorhandenen Tiefe und Breite der Gegnerschaft zu hayashi, dem Mann der japanischen Armee, überzeugt hatte, ließ die Armeeführung ihn fallen. Prinz Konoe hat aus den Fehlern seines Vorgängers hayashi für die Bildung und für die zukünftige Politik seines Kabinettes eine Reihe wichtiger Folgerungen gezogen. Er berief je ein Mitglied der beiden Mehrheitsparteien in fein Kabinett. Von der Minfeito nahm er den Präsidenten der Partei, Herrn N a g a i als Verkehrsminister in sein Kabinett auf; von der Seiyu- kai dein bekannten Industriellen und Pionier der japanischen Flugzeugindustrie Herrn Nakajima als Eisenbahnminister. In den Regierungen der letzten Jahre war es wegen des schroffen Widerstandes der Armee unmöglich, Parteimänner mit einzubeziehen. Diesmal tat es Konoe, ohne auf merkbaren Widerstand zu stoßen. Unmittelbar nach seinem Regierungsantritt erklärte Konoe in einer Regierungserklärung, daß der wichtigste Grundsatz seiner Regierungstätigkeit darin beruhen würde, die seit längerer Zeit durch das heroortreten scharfer Gegensätze verlorengegangene Zusammenarbeit des Volkes und der politischen Kräfte des Landes, wiederherzustellen. Und um seiner Absicht Nachdruck zu verleihen, verlangte er in der ersten Kabinettssitzung von seinen Ministern, die den drei anerkannten politischen Kräften Japans, nämlich den Parteien der Staatsbürokratie und der Wehrmacht angehören, auf die Durchfechtung ihrer Meinungsverschiedenheiten zu verzichten. Diese hier zum Ausdruck gebrachten Anschauungen und Forderungen des Prinzen entsprechen nicht nur einem gewissen innenpolitischen Ruhebedü.-snis. Sie sind der Ausdruck der seit Jahrzehnten gültigen, von den „älteren Staatsmännern" und dem „Kreise der engeren Berater um den Thron" : ertretcnen Grundsätze. Prinz Konoe ist selbst ein Mitglied dieses Beraterkreises auf Grund seiner Verwandtschaft mit dem kaiserlichen Hause. Außerdem Hal er sich selbst mehrmals als „geistigen Sohn" des alten „Genro" des Fürsten Saionji bezeichnet, unter dessen Einfluß und politischer Führung er seit langen Jahren steht. Sicher bestehen erhebliche Unterschiede zwischen den Ansichten Konoes und seines fast doppelt so alten „geistigen Vaters". Der eine Grundsatz ist ihnen aber gemeinsam, nämlich daß drei anerkannten politischen Kräfte an der jeweiligen Staatsführung nur im Umfange des Ermessens des Kaisers, das heißt seiner ihn umgebenden Berater Anteil haben dürfen. Pr.nz Konoe hat mehrmals die japanische Verfassung dahingehend ausgelegt, daß über allen nolitischen Auseinandersetzungen zwischen den Parte en, der Staatsbürokratie und den Vertretern der Wehrmacht als höchste entscheidende Autorität der Thron steht, der nahezu immer nur durch „den >ngen Kreis der Berater um den Thron" eingreift. Daß der gerade seit den blutigen Ereignissen vom Februar 1936 so heiß enbrannte Kampf für oder gegen eine „autoritäre Regierung" so vlötzlich und ohne Erschütterungen abgebrochen werden konme, wird erst von dieser dem japanischen Volke eigenen politischen Auffassung aus verständlich. Es wird auch verständlich, weshalb die Armee, die stärkste Ver- treterin der Forderung nach einer „antiparlamentarischen, autoritären Regierungsführung" sich ohne Schwierigkeiten in das Sammlungskabinett des Prinzen Konoe einordnete. Denn hier handelte es sich nicht wie so oft in Europa um prinzipielle Grundfragen des staatlichen Lebens, sondern um Zweckmäßigkeitsfragen, die von „höherer Warte" je nach den Umständen entschieden werden. Bisher allerdings hat es diese „höhere Warte" bewußt vermieden, einer der drei politischen Kräfte eine diktatorische Vormachtstellung und damit die Bildung einer „autoritären Regierung" zu gestatten. Die heutige Regierung wird kaum mit Schwierigkeiten von feiten Der Armee zu rechnen haben. Besonders deshalb nicht, weil Konoe, rot? feine Vorgänger, im Rahmen des „denkbar Möglichen" d i e Mittel zur Aufrüstung Japans zur Verfügung stellen wird. Auch in anderer Beziehung hat Konoe gezeigt, daß er den Wünschen der Wehr- Washington, 8. Juli. (DNB.) Unterstaatssekretär Welles hielt am Mittwoch vor dem Institute of Public Affairs in Charlesville im Rahmen einer allsommerlichen Vortragsreihe der Universität des Staates Virginia einen Vortrag. Er1 gab in seiner Rede eine sehr bedeutsame offene Dar- \ legung der amerikanischen Stellung-^ nähme zur europäischen politischen Sage, Der um so größere Wichtigkeit beizumessen ist, ' als seine Ausfühungen dem Präsidenten Roosevelt und Außenminister Hüll Vorgelegen haben dürften. Die Ausführungen Welles' gingen aus von den Ergebnissen der britischen Weltreichskonferenz und namentlich von den Verhandlungen mit dem belgischen Ministerpräsidenten van Zeeland in Washington. Welles bezeichnete zunächst Spanien als das Schlachtfeld, auf dem zwei einander feindliche Weltanschauungen sich bekämpfen. Er stellte fest, es sei nirgendwo ein diplomatisches Geheimnis, daß die Vertreter dieser widerstreitenden Weltanschauungen während der ganzen Dauer des spanischen Konfliktes der einen oder der anderen Seite in irgendeiner Form Beistand geleistet hätten. Amerika habe sich von Anfang an aus diesem Konflikt herausgehalten und durch ein Gesetz verhindert, daß Freiwillige, Kriegsmaterial oder geldliche Unterstützungen an die kriegführenden Parteien in Spanien geliefert würden. Leider werde, solange die Mächte, die mit der einen oder der anderen Seite sympathisierten, sich nicht streng jeder Einmischung enthielten, die Welt auf Gnade und Ungnade dem Zufall ausgeliefert sein, der durch irgendeinen Zwischenfall einen internationalen Krieg herbeiführen könne. Aber, so betonte Welles dann, der spanische Krieg ist nur ein äußeres Anzeichen der Krankheit, an der die Well leidet, ist nicht die Krankheit selbst. Schuld ist der Versailler Vertrag, der die Besiegten zu minderwertigen Rationen stempelte und ihnen jede Hoffnung auf eine bessere Zukunft raubte. Die Ungerechtigkeit und die falsche Begründung der Bestimmungen des Friedensvertrages waren der Hauptgrund für das Chaos, das dem Weltkrieg folgte und folgen mußte. Der Völkerbund wurde zu dem Zwecke geschaffen, Unebenheiten auszugleichen und künftige Kriege zu vermeiden. Aber: Erstens Durften die besiegten Nationen in den ersten Jahren nicht als gleichberechtigte Partner im Völkerbund auftreten, zweitens waren die Vereinigten Staaten und Sowjetrußland nicht vertreten. Der hauptsächliche Grund für das Fehlschlagen war aber die Einfügung des tragischen Versailler Vertages in den Völkerbundspakt, wodurch sich der Völkerbund gerade in seiner ersten formgebenden Periode zu einem Mittel machte, die Ungerechtigkeiten und Die unerträglichen moralischen und materiellen Lasten, Die Die Sieger Den Besiegten auferlegt hatten, für unbestimmte Zeit fortzusetzen. SoDann stellte Welles sich voll und ganz auf d i e Seite Deutschlands hinsichtlich Der Zerreißung Des Versailler Diktates, inDem er feierlich erklärte: „Wir sollten in den Jahren seit dem Versailler Vertrag gelernt haben, daß ein dauernder Friede nicht auf Rachegefühlen aufgebaut werden kann, daß Millionen von Menschen nicht gezwungen werden können, einer hoffnungsvollen Zukunft ins Auge zu sehen, daß man von ihnen nicht erwarten kann, ihr ganzes Leben der Aufgabe zu widmen, Reparationen zu leisten für die angeblichen oder tatsächlichen Sünden der Führer einer früheren Generation in ihrem Vaterlande. Männer und Frauen, die in solche Lage gedrängt werden, haben stets und werden stets die erste Gelegenheit ergreifen, um sich von macht bereitwillig gegenüber steht. So ist das unter Hayashi geschaffene „Planungsam t", rin vom Militär besonders gewünschtes Organ zur Vorbereitung weit reichender innerer Reformen, bei behalten worden und durch Den Dem Militär sehr genehmen Hirota besetzt worben. Auch Der Wunsch Der Wehrmacht nach einem „GesunDheits- m i n i ft e r i u m", um Dem beDenklichen Sinken Der GesunDheit Der japanischen Wehrpflichtigen Einhalt zu tun, roirD von Der neuen Regierung erfüllt. Der vom Militär so scharf abgelehnte Außenminister Sato ist Durch Den ehemaligen Außenminister unD MinisterpräsiDenten Hirota ersetzt worDen. Es Darf nicht vergessen roerDen, Daß unter Hirotas MinisterpräsiDentschaft Das Deutsch-japanische Abkommen unterzeichnet mürbe; daß unter seiner Führung bes Auswärtigen Amtes Die „starke Chinapolitik" Durchgeführt wurde und Der GrunDfatz, Daß Japan „Der einzig stabilisierende Faktor Ostasiens fei", Gültigkeit erhielt. Und wenn auch Hirota manchen neuen Realitäten und verän- solch unerträglicher Knechtschaft zu befreien. Ich glaube, daß die Leiden, an denen die Welt heute krankt, in erster Linie die fundamentale Ursache haben, daß die Ungerechtigkeiten und falschen Gebietsverteilungen nach dem Weltkrieg nie berichtigt oder behoben worden sind, und diese Ursachen sind ganz offensichtlich sowohl politischer wie wirtschaftlicher und finanzieller Ratur." Was könne die amerikanische Regierung tun, um an ihrem Teil zum Wiederaufbau eine gesunden und glücklicheren Welt beizutragen, fragte nun Welles. Amerika unterbreite ein weitzügiges Programm, an Dem mitzuarbeiten es voll bereit fei: 1. Vertragstreue bezüglich der freiwillig eingegangenen internationalen Verpflichtungen; 2. Abschaffung oder Milderung der zahllosen künstlichen Schranken im Welthandelsverkehr; Bromberg, 7. Juli. (DNB.) Im Prozeß gegelt Die 22 angeklagten Mitglieder der Deutschen Vereinigung in Könitz sand Die erste VerhanD- lung statt. Die Anklageschrift versucht, neben Den bereits mitgeteilten Vorwürfen Darzustellen, Daß Die von Der Deutschen Vereinigung betriebene Ju- genDarbeit nicht im Einvernehmen mit Den Satzungen Dieser Deutschen Organisation gestanDen habe. Die Anklage versucht ferner, durch Einzelheiten Darzustellen, Daß Die gemeinschaftliche LanD- arbeit in Kensau illegal gewesen wäre und Die Voraussetzung für eine Bestrafung nach Artikel 165 Des polnischen Strafgesetzbuches, Der Den Begriff Der GeheimbünDelei umfaßt, gegeben fei. Vor allen Dingen wird versucht, Den Nachweis zu erbringen, Daß man in Kensau im Rahmen eines straff organisierten Lagerbetriebes systematische Schulung betrieben habe. Die Vernehmung der einzelnen Angeklagten ergibt, daß eine einheitliche Ausrichtung, wie sie von der Anklageschrift Den Angeklagten vorgeworfen roirD, in Kensau nicht beftanDen habe. Der Angeklagte Armin D r o ß hebt hervor, Daß es ihm Daran gelegen sei. Die städtische arbeitslose Deutsche JugenD mit Der länDlichen bekanntzumachen. Er und seine FreunDe hätten Die Absicht gehabt, den Schwestern Wehr materiell DaDurch zu helfen, daß ihnen billige Arbeitskräfte zur Bestellung bes großen ©artens zur Verfügung gestellt mürben, ferner Den Teilnehmern bie Möglichkeit zu geben, nach langer Arbeitslosigkeit wieher Beschäftigung zu haben. Den stäbtischen Teilnehmern sollte bei dieser Landarbeit die Möglichkeit gegeben werden, sich auch körperlich zu erholen. Im wesentlichen ergab bie Aussage ber Teilnehmer, baß etwas anberes nicht beabsichtigt und auch nicht ftattgefunben hat. Die Anklage will bagegen in ber Feier bes Geburtstages bes Kanzlers Des Deutschen Reiches, ADolf Hitler, und in gemeinsamen BunD- unD Spielabenden Das Bestehen eines Lagers mit systematischer Schulung erblicken. Die bereits seit Drei Monaten in Haft befindlichen Geschwister Wehr führen basselbe aus, ebenso Dr. Gero Frhr. von Gersborff, einer der Hauptangeklagten. Sämtliche Angeklagten erklären, baß sie unschuldig seien unb sich keiner strafbaren Hanblung bewußt wären. Die Ver- teibigung beanftanbet bie Art der Vernehmung ber Angeklagten. berten Machtverhältnissen in Asien unb Europa Rechnung tragen muß, so wirb er bennoch außenpolitisch bie Fühlung mit ben Wünschen ber Wehrmacht ebenso aufrecht erhalten, wie er es vor zwei Jahren getan hat. . Es ist kaum anzunehmen, baß Die Parteien Der Regierung erhebliche Schwierigkeiten bereiten roerDen. Aeußerlich finD sie zwar ungehalten über ihre geringe Vertretung im Kabinett. In Wirklichkeit aUerhings Dürfen sie froh sein, einem weiteren Frontalzusammenstoß mit Der Armee oei Der kom- menDen außerorDentlichen Reichstagssitzung entronnen zu sein. AußerDem leben sie auch heute noch in Der ftänDigen Furcht einer von Regierungskreisen geförDerten neuen P a r t e i g r ü n D u n g. Von änDerer Seite her tauchen weit schwerere Probleme für Die Regierung auf. Die bisherige Aufrüstung hat schon heute sehr akute w i r t s ch a f t l i ch e :i n D finanzielle Schwierigkeiten hervorgerufen. Die ungenügende RohstoffgrunDlage Japans ist zu einer offenen Rohstoffkrisis geworben. Ter vom Stanbpunkt Der Aufrüstung unzureichende industrielle Apparat, hat zu außerordentlichen Preissteigerungen und einer besorgniserregenden Passivität der Handelsbilanz geführt. Und endlich beginnen Schwierigkeiten deutlich zu werden, die Fi- nanzierungsansprüche der Rüstungsindustrie unb gleichzeitig bie Unterbringung wachsenber innerer Staatsanleihen miteinanber in Einklang zu bringen. Die sozialen Folgen aber biefer Erscheinung setzen sich ebenfalls heute burch. Als eine ber eben erwähnten Folgen nimmt bie „soziale Massenpartei" in erstaunlichem Umfange zu. Die Sorgen bes Alltags treiben bie Arbeiter, Kleinhänbler unb Intellektuellen in ihre Reihen. Auf ber anberen Seite beginnen sich Die rechtsradikalen Kreise zu sammeln, kün- Den Den alten Parteien und besonders Der neuen auffteigenDen „linken Partei" Den schonungslosen Krieg an. Der Gegensatz zwischen „links und rechts" öffnet sich deutlicher als bisher. Schließlich meldet die Marine, Die bisher in ihrem Aufrüstungs- Programm zurückhaltender als die Armee war, gesteigerte Ansprüche an das kommende Budget an. Japan sieht sich, im Gegensatz zu den meisten anderen Ländern, not die Aufgabe gestellt, den Ansprüchen zweier Waffengattungen, die beide den Willen zur vollen Entfaltung haben, gerecht zu werden. Leicht kann es bei der schon eingetretenen Knappheit an Materialien und Finanzmitteln zu Spannungen bei der Verteilung der unzureichenden Mittel kommen. Hinter diesen innenpolitischen treten die außenpolitischen Probleme im Augenblick etwas zurück. Wenn auch keine Besserung der japanischchinesischen Beziehungen zu erwarten ist, so braucht dies durchaus nicht zu militärischen Auseinandersetzungen zu führen. Auch Stockungen in den neuen japanisch-englischen Verhandlungen über eine Annäherung werden kaum zu einer offenen Krise zwischen beiden Ländern führen. Und selbst das sich ständig verschlechternde Verhältnis zu Sowjetrußland wird aller Voraussicht nach unter Konoe nicht zu aktiven Konflikten führen. Es ist zu erwarten, daß das Sammlungskabinett des Prinzen Konoe keine flüchtige Erscheinung wie die letzten Regierungen sein wird, sondern in sich gefestigt und vom Vertrauen des Volkes getragen an die Bewältigung der innen- und außenpolitischen Probleme gehen kann. Mel, Orden und Ehrenzeichen. Nur der Führer und Reichskanzler kann sie verleihen. Berlin, 7. Juli. (DNB.) Im Reichsgesetzblatt vom 6. Juli verkündet die Reichsregierung ein „Gesetz über Titel, Orden und Ehrenzeichen, vom 1. Juli 1937". Danach werden Titel, Orden und Ehrenzeichen nur nach Maßgabe dieses Gesetzes verliehen und nur der Führer und Reichskanz- l e r kann sie verleihen. Akademische Grade fallen nicht unter dieses Gesetz, wohl aber die Treudienst- abzeichen, die als Ehrenzeichen gelten. Die Voraussetzungen, unter denen Titel, Orden und Ehrenzeichen verliehen werden und unter denen ein Deutscher die von einem ausländischen Staatsoberhaupt oder einer ausländischen Regierung annehmen darf, bestimmt der Führer und Reickskanzler. Diejenigen Orden und Ehrenzeichen, die außer den nach Maßgabe dieses Gesetzes verliehenen getragen werden dürfen und die staatlich anerkannt sein müssen, werden im Gesetz näher bezeichnet. Es sind dies Orden und Ehrenzeichen, die a) von einem ehemaligen Landesherren, einer Landesregierung oder mit deren Genehmigung bis zum 16. November 1935 verliehen sind; b) von der Reichsregierung oder der Regierung eines ehemals verbündeten Landes für Verdienste im Weltkriege verliehen sind, sowie der „Schlesische Adler" und das Baltenkreuz; c) von einem ausländischen Staatsoberhaupt oder einer ausländischen Regierung verliehen sind und deren Annahme genehmigt wurde; d) das Ehrenzeichen des Deutschen Roten Kreuzes; e) vom Reichspräsidenten oder Führer und Reichskanzler seit dem 7. April 1933 gestiftet oder mit seiner Genehmigung geschaffen wurden; f) die von der Reichsregierung genehmigten Sportehrenzeichen. Die Ehrenzeichen der nationalsozialistischen Bewegung werden von diesem Gesetz nicht berührt. Wer unbefugt in- oder ausländische Dienstbezeichnungen, Titel oder Würden führt, in- oder ausländische Ehrenzeichen und solche der nationalsozialistischen Bewegung trägt, und wer Abzeichen, die den obengenannten ähneln, trägt, herstellt oder irgendwie in den Verkehr bringt, wird mit Gefäng- bis zu einem Jahr und mit Geldstrafe oder einer dieser Strafen bestraft. Mit der Verkündung des neuen Gesetzes über Titel, Orden und Ehrenzeichen treten das Gesetz vom 7. April 1933 und das Ergänzungsgesetz vom 15. Mai 1934 außer Kraft, doch bleiben die auf Grund ihrer Bestimmungen erlassenen Verordnungen aufrechterhalten. Gemeinsame Arbeit für gemeinsames Ziel. Rom, 7. Juli. (DRB.) Das neue deutsch-italienisch Abkommen über den Arbeiteraustausch und die enge sozialpolitische Zusammenarbeit findet in dem „Lavoro Fas- cista" eine ausführliche Würdigung. Einleitend weist der Bericht auf die Kammerrede des italienischen Außenministers hin, der erklärte, daß die deutsch-italienische Freundschaft bereits in beiden Ländern alle sozialen Schichten durchdrungen habe. Das Blatt erklärt, daß angesichts der immer größeren Festigkeit der Achse Rom — Berlin selbstverständlich auch jene Organisationen, die auf sozialem Gebiet tätig seien, die Notwendigkeit empfänden, engere Bindungen herzustellen, die zur Ausrichtung der Arbeit auf das gemeinsame Ziel unerläßlich sind. Die beiden Regime werden von außen von den gleichen Feinden bedroht und haben im Innern die gleichen grundlegenden revolutionären Aufgaben zu erfüllen, d. h. nach und nach — wenn auch auf durch die Verschiedenheit der Völker bedingten verschiedenen Wegen — zu den gleichen Zielen zu gelangen, die Mussolini in wenigen Worten als angemessenes Auskommen, anständige Wohnstätten und Sicherung der Arbeit zusammengefaßt hat. Abschluß der deutsch-französischen Wirt- schastsverhandlungen. Berlin,?. Juli. (DNB.) Wie der DHD. erfährt, sind die in Paris geführten deutsch-französischen Wirtschaftsverhandlungen zu einem Abschluß gekommen. Das Abkommen werde Ende der Woche in Paris unterzeichnet werden. Erhebliche Erweiterung des Handelverkehrs mit Ungarn. Budapest, 7. Juli. (DNB.) Der deutsche und der ungarische Regierungsausschuß, die in den letzten Wochen hier zu Beratungen im Rahmen des deutsch-ungarischen Handelsvertrages zusammengetreten waren, haben Mittwoch ihre mehrwöchigen Verhandlungen beendet. Heber das Ergebnis der Verhandlungen i[t folgende amtliche Mitteilung veröffentlicht woroen: Die Ausschußverhanolungen haben diesmal eine besondere Bedeutung gehabt, weil es sich nicht nur um die Regelung der laufenden Angelegenheiten handelte, sondern in erster Linie um die Verankerung des allgemeinen Warenabkommens, das im Jahre 1934 auf drei Jahre geschloffen worden ist Franco fordert Anerkennung als kriegführende Macht England und Frankreich werden nachdrücklich gewarnt. Salamanca, 7. Juli. (DNB.) Der Oberste Befehlshaber und Slaalschef der spanischen Natio- nalregierung, General Franco, hat an die ausländischen Mächte eine Note gerichtet, in der er darauf hinweist, daß sich Spanien durch feinen Kampf zur Verteidigung der Zivilisation und zur Vernichtung des Kommunismus, sowie durch die vielen Token, die für diese Ideale gefallen sind, das Recht erkauft hak, den Respekt aller zu fordern und klar zu allen zu sprechen, ganz besonders zu denen, die, wie Frankreich und England, durch Taten oder durch Unterlassungen zugunsten der Valencia- Bolschewisten interniert hätten. Das nationale Spanien fordere, daß man ihm nicht länger die Anerkennung als kriegführende Partei verweigere. Ferner bringt die Note die von Valencia ausgestreute Behauptung, gewisse Mächte verfolgten bestimmte Interessen in Spanien, zur Sprache und bezeichnet dies als Propagandalüge und als „unvereinbar mit dem Geist der nationalspanischen Regierung". Die Note schließt mit den Worten: „Wenn die ausländischen Mächte unserer Kriegsrechte nicht anerkennen, so dürfen sie sich auch nicht wundern, wenn wir morgen in unserer Außenpolitik und unseren wirtschaftlichen Aus- la>ndsbe Ziehungen die Haltung jener Länder, die uns ihre Feindschaft beweisen, mit in Rechnung ziehen werden." Pyrit-Note. General Franco, das Staatsoberhaupt des nationalen Spanien, hat an die Mächte, die es an- aeht, eine Note gerichtet, in der er die Anerkennung als kriegführende Macht fordert. England und Frankreich fort) es, an die sich diese Note vornehmlich richtet, denn beide Länder haben bisher vor der tatsächlichen Kriegslage sowie vor der machtpolitischen Entwicklung in Spanien hartnäckig die Augen geschlossen. Vor Jahr und Tag begann das, was die Geschichte einmal als Bürgerkrieg in Spanien bezeichnen wird, was darüber hinaus aber auch zum Entscheidungskampf zwischen der europäischen Gesittung und der bolschewistischen Zerrüttung geworden ist. Als der Bürgerkrieg vor einem Jahr begann, mußte General Franco zunächst in Südspanien militärisch festen Fuß fassen, um dann in verhältnismäßig schnellem Lauf die nationale und soziale Erneuerung im Land durchführen zu können. Selbst ein Demokrat, in dessen Hirn sich die Vorstellung einer Mehrheits-Herrschaft versteinert hat, muß anerkennen, daß General Franco und das nationale Spanien sowohl nach der Zahl der Bevölkerung, wie auch gebietsmäßig weitaus über d i e Mehrheit verfügen. Weil sich ein Klüngel von roten Banditen in Madrid nicht mehr sicher fühlen kann, ist er > nach Valencia geflüchtet, um sich dort, ohne sich um Recht und Verfassung zu kümmern, als — „Regierung" aufzutun. Selbst wenn dieses rote Gesindel, auf rohe Gewalt gestützt, sich für den Teil Spaniens, den es einstweilen noch beherrscht, als „Regierung" bezeichnen lassen kann, für das übrige Spanien kommt das überhaupt nicht in Frage. Schon diese Tatsachen an sich müssen ausreichen, um das nationale Svanienals kriegführende Macht a n - z erkennen, wobei es sich allerdings nur um die Wirkung nach außen handelt. In Spanien selbst ist General Franco eine kriegführende Macht, was sowohl England und Frankreich wiederholt dadurch anerkannt haben, daß sie aus irgendwelchen Gründen sich an die nationale Regierung gewandt haben. Die englische Regierung hat sogar zeitweilig die von General Franco über Bilbao verhängte Blockade zur See anerkannt, um dann allerdings diese Anerkennung nicht nur fallen zu lassen, sondern auch die Gegner des Generals Franco beim Blockadebruch zu unterstützen. Das nationale Spanien wird die Waffen sicher nicht eher niederlegen, als bis das rote Gesindel um Madrid und Valencia ausgerottet ist. Ob das noch einige Zeit dauert oder nicht, daran, daß das Ziel erreicht wird, glaubt das nationale Spanien, es glauben daran auch sehr vorsichtige Leute in London und Paris. Das hat gute Gründe, denn englisches Kapital ist an mancherlei bergbaulichen Unternehmungen beteiligt, die in den Teil Spaniens liegen, der von dem roten Gesindel schon gesäubert ist. Es muß auffallen, daß sowohl die englische, als auch die französische Presse die Vorgänge in Spanien nicht mehr durch die demokratische oder parlamentarische Staatsbrille sehen, sondern sehr nüchtern wirtschaftliche und machtpolitische Erwägungen mitreden lassen. Damit es ganz deutlich verstanden wird: spanische Eisenerze sind schon immer eine sehr wichtige Sache gewesen, denn diese Eisenerze sind hochwertig, also von jeder Stahl- und Eisenindustrie begehrt. Auch wenn es heute international keine Eisennot gäbe, würden die spanischen Eisenerze begehrt sein, wie sich «das aus der Gleichmäßigkeit der Eisenerzausfuhr trotz aller Konjunkturschwankungen ergibt. Wichtige Eisenerzgruben dieser Art liegen im Gebiet von Bilbao und Santander, sind also wieder national spanischer Besitz, wenn auch englische Kapitalisten das Schürfrecht daran erworben haben. Aber es ist ohne weiteres klar, daß das nationale Spanien nicht zu- lasfen kann, daß es von dieser oder jener Regierung nicht einmal als kriegführende Macht anerkannt wird, ganz einerlei, ob das mit einem Nachteil für Valencia verbunden ist oder nicht. Wie sehr die machtpolitischen Tatsachen hier und da verkannt werden, geht daraus hervor, daß der Befehlshaber der britischen Seestreitkräfte an der spanischen Küste angeordnet hat, auf nationale Flugzeuge, die sich diesen britischen Schiffen nähern, ohne weiteres zu feuern, rote Flugzeuge dagegen zu schonen. Das ist, gelinde gesagt, weder militärisch, noch völkerrechtlich als Nichteinmischung zu werten, denn diese Anordnung ist sogar mehr als eine Einmischung, sie ist eine offene Parteinahme. Es versteht sich von selbst, daß das nationale Spanien nunmehr auf Klarheit bringen muß, daß es über die Anerkennung als kriegführende Macht nicht mehr verhandeln will, sondern diese Anerkennung fordert. Mit allem Nachdruck wird in der Note des Generals Franco darauf hingewiesen, daß nach Niederwerfung der rot- spanischen Banditen der w i r t s ch a f t l i ch e und soziale Neuaufbau des Landes nicht daran vorübergehen wird, wie sich gewisse Mächte während des Bürgerkrieges zum nationalen Spanien verhalten haben. Das ist offenbar auch eine deutliche Anspielung auf die für die englische Eisen- unb Stahlindustrie so wichtigen spanischen Erze, wichtig vor allem auch deshalb, weil die spanischen Erze Pyrit enthalten. Das gibt es nicht überall, denn Pyrit ist nicht in allen Eisenerzen enthalten, auch nicht in der lothringischen Minette, ober gar in ben Eisenerzen, die in England geschürft werben. Verlassen wir uns darauf, wenn in diplomatischen Reden und Noten in der nächsten Zeit viel von Freiwilligen gesprochen wird, daß es nicht eigentlich diese Freiwilligen sind, die für die Anerkennung in Kauf genommen werden, sondern das schwefelhaltige Eisenerz, Pyrit genannt. Oie englischen Freiwilligen. London, 7. Juli. (DNB.) Im Unterhaus fragte der Labourabgeordnete Henderson, ob dem Außenminister die in der italienischen Presse enthaltenen Vorwürfe bekannt seien, daß Freiwillige, Offiziere und Mannschaften, Flugzeuge und Munition von England nach Spanien geschickt worben seien. Außenminister Eben erwiderte, daß der britische Botschafter in Rom bereits angewiesen worben sei, biefe Angelegenheit bei der italienischen Regierung zur Sprache zu bringen. Erfolglose bolschewistische Gegenangriffe. Salamanca, 7. Juli. (DNB.) In dem nationalen Heeresbericht vom Mittwoch heißt es: Front von Biscaya: Der Feind, durch einige Bataillone verstärkt, versuchte, die Höhen von Castro Alen durch einen Gegenangriff zurückzugewinnen. Er erlitt eine ernste Niederlage. Der Berg ist von Leichen übersät. Abschnitt Mitte: An der Madrider Front im Abschnitt von Brunete dauert der Druck des Gegners weiter an. Ein bolschewistischer Angriff auf unsere Stellungen von Quijorna und Villa- franca de Castillo wurde zurückgeschlagen, wobei die bolschewistischen Truppenabteilungen völlig aufgerieben wurden. Im Madrider Stadtviertel Ufera, wo die gestrigen Angriffe nach heftiger Artillerievorbereitung mehrere Male abgewiesen wurden, hat der Gegner auch heute wieder einen durch sow- jetrussische Tanks eingeleiteten Angriff durchgeführt. Er wurde unter großen Verlusten zurückgeschlagen. Front von Soria: Ein Angriff auf Coper- nal wurde von unseren Truppen zurückgeschlagen. Der Feind hatte eine große Anzahl Tote. Südarmee: Front von Andalusien: Der Ab- chnitt von Alcala de Real wurde vom Gegner ge- äubert, der Feind verdrängt und in die Flucht ge- chlagen. Fliegerei: Sechs bolschewistische Flugzeuge wurden abgeschossen. Bolschewistische Bomben aus Cordoba. Sevilla, 7. Juli. (DRV.) Aus die alte andalusische, durch die weltberühmte Moschee Abd ur Rahmans I. (erbaut 1786 bis 1794) und die 223 Meter lange Guadalquivir-Brücke aus dem Jahre 719 bekannte Stadt Cordoba wurde ein bolschewistischer Bombenangriff verübt. Die nationale Luftabwehr konnte den schweren dreimotorigen Bomber der Bolschewisten, der aus Andujar kam, zwar verscheuchen, doch erst nachdem er sechs Bomben ab geworfen hatte. Diese haben in der an Kunstschätzen, besonders aus maurischer Zeit, sehr reichen Bischofsstadt schweren Schaden angerichtet. Eden will keine neuen Vorschläge unterbreiten. L o n d o n , 7. Juli. (DNB.) Der englische Außenminister Eden erklärte am Mittwoch im Unterhaus, daß die britische Regierung nicht die Absicht habe, in der kommenden Sitzung des Nichteinmischungsausschusses am Freitag irgendwelche neuen Vorschläge vorzulegen. * „Leichte Meinungsverschiedenheit zwischen Paris und Londons Paris, 7. Juli. (DNB.) Im Zusammenhang mit der Drohung Frankreichs, die Pyrenäengrenze wieder zu öffnen, falls die Kontrolle an den spanischen Grenzen nicht wieder vollständig hergestellt werde, schreibt der „Paris Soir", daß in diesem Punkte zum ersten Male eine leichte Meinungsverschiedenheit zwischen Frankreich und England aufgetreten sei. und im Jahre 1937 somit abläuft. Es ist gelungen, dieses Abkommen nicht nur auf weitere drei Jahre zu verlängern, sondern es auch in beachtenswertem Umfange zu erweitern. Die Aufwärtsentwicklung im deutsch-ungarischen Warenaustausch, die durch das Warenabkommen erfolgreich ausgedehnt und entwickelt worden ist, wird also weiter ausgebaut werden. Das bedeutet bei der wirtschaftlichen Struktur der beiden Länder, daß die Ausfuhr landwirtschaftlicher Erzeugnisse nach Deutschland weiter gesteigert werden soll, während der industriellen Ausfuhr Deutschlands nach Ungarn neue Möglichkeiten eröffnet werden. Im einzelnen wurden insbesondere Vereinbarungen über die Steigerung der ungarischen Ausfuhr für Brot- und Futtergetreide aller Art sowie Mehl und für Erzeugnisse der Milchwirtschaft getroffen. Amur-Zwischenfall beigelegt. Neuer Protest gegen die Sowjets. D a i r e n, 7. Juli. (DNB.) Die Räumung der Amur-Inseln durch die sowjetrussischen Truppen wurde am heutigen Mittwoch beendet. Die Kanonenboote der Amur-Flottille sind nach Chabarowsk abgedampft. Damit ist dieser Zwischenfall beigelegt. Der Vertreter des mandschurischen Außenministers überreichte dem Sowjetgeneralkonsul in Charbin eine scharfe Protestnote wegen der am Dienstag gemeldeten Grenzzwischenfälle und stellte drastische Maßnahmen im Wiederholungsfall in Aussicht, für öderen Folgen Sowjetrußland allein verantwortlich Jüdischer Waffenschmuggel nach Gowjeispanien. Z ü r i ch, 7. Juli. (DNB.) Das Züricher Bezirksgericht verurteilte den jüdischen Rechtsanwalt R o - s e n b a u m und den Kommunisten Max Brunner wegen verbotener Unterstützung der Feindseligkeiten in Spanien zu vier Monaten Gefängnis und 6000 Franken Geldstrafe bzw. einem Monat Gefängnis und 100 Franken Geldstrafe. Rosenbaum hate große Waffensendungen von Memel nach Barcelona finanziert, während Brunner Kurierdienste besorgte und die Waffen- und Munitionstransporte von Memel nach Sowjetspanien begleitete. Keine Wcitwirtschastskonferenz. Als die englische und die französische Regierung den belgischen Ministerpräsidenten van Zeeland mit der Aufgabe betrauten, die internationalen Handelshemmnisse zu studieren, wurde wohl der Zweck verfolgt, dem Politiker van Zeeland, der in Brüssel im Wahlkampf gegen Leon Degrelle stand, so etwas wie eine moralische Auszeichnung zu geben. Denn die Handelshemmnisse brauchen nicht erst studiert zu werden. Sie sind allen Regierungen bekannt. Und für die Fragen, wie die Weltwirtschaft sich gestalten würde, ohne das Uebermaß von Zollmauern und dergleichen, ist doch die Internationale Handelskammer, in der Fachleute aller Länder sitzen, eine viel kundigere Instanz. Van Zeeland nahm den Auftrag der beiden Regierungen an und fuhr zunächst nach den USA. Was tat er dort? Er leugnet ab, daß er eine A n - leihe für die Bank für internationalen Zahlungsausgleich in Basel zur Erörterung stellte, denn Europa habe Geld genug. Er leugnet ferner ab, daß er überhaupt mit einem offiziellen Auftrag nach Amerika gefahren ist, aber er betont diplomatisch, er sei mit dem Erfolg seiner Reise sehr zufrieden und im übrigen — werde Europa sich selbst helfen müssen. Man muß gestehen, das ist ein sehr mageres Ergebnis? In Wirklichkeit stieß van Zeeland drüben bet allen Sondierungsversuchen auf eisige Mienen. Das Blatt hat sich, nicht zuletzt durch Englands Haltung, seit April 1937 gründlich gewendet. Damals hielt Staatssekretär Hüll eine Rede, in der er England aufforderte, feine Zollmauer abzubauen. Die Vereinigten Staaten von Nordamerika hätten törichterweise mit der Errichtung solcher übermäßigen Zollmauern begonnen, dadurch sei der Weltwirtschaftsverkehr unterbunden worden und es sei notwendig, eine Aenderung vorzunehmen. Die Antwort aus England war unwirsch. Der Handelsminister Runciman des Kabinetts Baldwin lehnte jeoe Erörterung des englischen Zollplanes ab und beschränkte sich darauf, zu versichern, England sei hinter den Zollmauern ganz glücklich. Seit dieser Zeit ist in Nordamerika der Wind umgeschlagen. Man plant dort neue Zollerhöhungen, man will mit europäischen Angelegenheiten möglichst wenig behelligt werden, kurzum: man ist politisch isoliert, und wirtschaftlich beschränkt man sich darauf, den Europäern seine Agrarprodukte zu verkaufen und das Gold der Welt möglichst in die amerikanischen Schatzkammern zu lenken. Man will von Konferenzen nichts hören und erst recht nichts von einer Weltwirtschaftskonferenz, die 1932 nicht zum geringsten an der Haltung der Amerikaner zerbrach. Denn die Amerikaner weigerten sich damals in London, das Währungsproblem zu erörtern, weil sie ihr Wirtfchafts- schiff mit dem Wind der Inflation flott zu machen versuchten. Sie lehnten auch jeden Abbau der Zölle auf europäische Jnduftriewaren ab, und sie zwangen die englische Nation, ebenfalls mit den Mitteln zu arbeiten, die seitdem den Welthandel ruinieren, also mit Währungsentwertung, Schutzzöllen usw. Wenn van Zeeland eine neue Weltwirtschaftskonferenz angeregt haben sollte, dann ist der Zeitpunkt sehr schlecht gewählt gewesen, zumal während seines Aufenthaltes in den Vereinigten Staaten Baldwin zurücktrat und Blum gestürzt wurde. —rt. Van Seelands Mission verlängert. London, 7. Juli. (DNB.) Ministerpräsident Chamberlain teilte heute im Unterhaus mit, die englischen Regierung habe sich mit van Zeeland darüber geeinigt, daß er feine Untersuchungen fortsetzen solle, um in erster Linie festzustellen, inwieweit Vereinbarungen über gewisse allgemeine Grundsätze der Wirtschaftspolitik unter einer Anzahl von Staaten, einschließlich der Unterzeichner und Teilnehmer des Dreimächte-Währungs- abkommens, erzielt werden können. 250 000 Dollar täglich für die Earhark-Rettungsaktion. Die Regierung der bereinigten Staaten gibt schätzungsweise täglich 250000 Dollar für die zur Auffindung der verschollenen Fliegerin Earhart eingeleitete Rettungsaktion aus. Ein halbes Dutzend Kriegsschiffe, zahlreiche Flugzeuge und Tausende von Angehörigen der amerikanischen Marine sind für die Suche eingesetzt worden, lieber« dies sind von der Marineleitung alle Funkstationen, die im Sendebereich des Flugzeuges liegen, aufgefordert worden, 24-Stundendienst zu machen, damit alle Funksprüche der Fliegerin zu jeder Tages- und Nachtzeit aufgenommen werden können. t I .MM'Z w’ ■*L1; Är-KGM : Ms-ßM M 7/yZ^XSzL,',^M * W . 1 M ' ^MW^ML ,<' ,/;äÄ / ''?'W' .. . L< fy>W? / ^MMMW * auf der des die ba. alu- Rq^ leier i be« che. Die imo» An- n er diese nau- cren Hang yre- s die lieber Paris i eine ijchen sei- Ben« irter» Ab- cht- i'tag XV. Telegramm eingegangen: „Den Teilnehmern am Reichstreffen der deutschen Gegen Heh- und Tendenzfilme. Eindrucksvolle deutsche Erklärung auf dem Filmpreffekongreß. Eine Entschließung angenommen. zu verteidigen. ____ Die Ausführungen des Führers der deutichen Abordnung wurden von den Kongreßteilnehmern mit langanhaltendem Beifall ausgenommen. deutscher Chemiker danke ich für die Grüße, die ich mit besten Wünschen für einen guten Verlauf Ihrer Tagung und für erfolgreiche Weiterarbeit erwidere. Adolf Hitler." len. Die Interessen und die verschwiegenen Ziele, die jene sonderbaren Filmhersteller hätten, seien nicht die Interessen und Ziele des einfachen Menschen. Trotzdem seien es aber in aller Welt gerade nur diese einfachen Menschen. die immer wieder das bezahlen mühten. was sich die angeblich höher entwickelten an Kompliziertheiten ausgedacht haben. Paris, 7. Juli (DNB.) Auf dem zur Zeit in Paris stattfindenden 7. internationalen Kongreß der Filmpresse (FJPRESCJ.) wurde eine Entschließung gegen Tendenz- u n d Hetzfilme angenommen. Den verschiedenen Länderabordnungen wurde empfohlen, sich nach ihrer Rückkehr unverzüglich mit den zuständigen Behörden ihrer Länder in Verbindung zu setzen damit nicht nur die Vorführung selbst, sondern möglichst auch die H e r st e l l u n g solcher Tendenzfilme, die von irgendeinem anderen Land oder anderen Volk als Beleidigung aufgefaßt werden könnten, rechtzeitig unterbunden werde. Zu diesem Thema führte der Führer der deutschen Abordnung und Präsident der deutschen Sektion der FJPRESCJ., Koehn, aus, daß es gut fei, wenn die FJPRESCJ sich gegen Hetzfilme wende. Aber noch besser sei es, wenn sie die entsprechende Dreharbeit vorher verhindern würde. Die Hetzfilme seien nicht nur eine die deutsche Abordnung interessierende Angelegenheit, sondern berührten alle der FJPRESCJ. angeschlossenen Länder; denn solche Filme seien erne Kampfansage an den Geist des Verbandes der Filmpresse. Verantwortungslose dürften sich nicht anmaßen, ihre eigene verkümmerte Meinung, ihre Minderwertigkeitskomplexe. ihren politischen haß oder ihr persönliches Geltungsbedürfnis als Giftgas auf den Boden zu streuen, den die Völker gemeinsam und im Frieden bebauen rool- Man recht nse- - Hal- Imeri- Wäh' chasts' rachen Zölle zioan' littehr deren, hutz' Wett' mn ist zumal inigten m 9* -rt :rf. asibent 15 mit, Steigende Unzufriedenheit in Frankreich Eisenbahner gegen Erhöhung der Eisenbahntarife. —Das Streikfieber. 14 000 Deutsche Siebenbürgens bekannten sich in einem eindrucksvollen Fest in Kronstadt zu ihrem Volkstum. — Mit erhobenen Armen und gesenkten Fahnen gedachten die Tausende bei der Heldenehrung ihrer gefallenen Kameraden, Brüder und Sohne. (Scherl-Bilderdienst-M.) Aufteilung Palästinas in drei Teile. Die englische Regierung stimmt denDorschlägenderUntersuchungskommission zu Im Hotel- und Gastwirte gew erbe ist trotz der Einigungsformel vom 3. Juli keine endgültige Ruhe eingetreten. Die Arbeitnehmer verlangen die sofortige strikte Einführung der vier- zigstündiqen Arbeitswoche und die Aufteilung der Arbeitszeit auf fünf Arbeitstage, obwohl das Abkommen vom 3. Juli dafür ausdrücklich den Termin vom 1. November vorsieht. Im Mmlsterprasi- dium ist am Mittwoch wieder eine Abordnung des Arbeitnehmerverbandes mit Vertretern der Regierung in Verbindung getreten und hat ihre Forderungen auf sofortige Einführung der 40stünd'.gen Arbeitswoche vorgebracht Außerdem wurde auf Anweisung des marxistischen Gewerkschaftsverbandes auch am Mittwoch eine Reihe von großen Pariser Cafes von i h r e m P e r f o n a l i m S t i ch g e l a s s e n, u a. das bekannte Cafe de la Paix am Opernplatz. Man konnte jedoch feststellen, daß die marxistische Streikparole selbst in den wenigen von den Gewerkschaften ausgesuchten bestreikten Lokalen nicht einheitlich befolgt wurde, sondern daß zum Teil die Hälfte des Personals ihrer Arbeit werter nachgehen wollte. NSG. Die Sitzungen aus Anlaß des 50jährigen Jubiläums des Vereines Deutscher Chemiker in Frankfurt a. M. eröffnete der Vorsitzende des Vereins, Prof. Dr. Duden. Nachdem er über die Zusammenfassung des Berufsstandes im NSBDT. gesprochen und das Telegramm an den Führer verlesen hatte, nahm er einige Ehrungen vor. Zum Ehrenmitglied wurden Dr. Carl Krauch (Ludwigshafen-Berlin), und Dr. Mittasch (Heidelberg), ernannt. Die Emil Fischer-Denkmünze wurde Pros. Dr. Gerhardt D o m a g k und Dr. Josef Klarer verliehen. Die Liebig-Mün^e erhielt Prof. Dr. Ernst Späth (Wien), der Carl-D u i s b e r g - Gedächtnispreis wurde an Prof. Dr. Brintzin- ger (Jena) verliehen. Dann ergriff Reichsorganis atwlisletterDr.Ley London, 7. Juli. (DNB.) Am Mittwochabend wurde in London der Bericht der königlichen Untersuchungskommission für Palästina mit der Stellungnahme der britischen Regierung veröffentlicht. Er wurde in Form einer Denkschrift dem Unterhaus vorgelegt. Der Bericht schlägt die Aufteilung Palästinas in drei Teile vor: 1. einen souveränen arabischen Staat, 2. einen souveränen jüdischen Staat und 3. ein Rechtsmandat, das aus den heiligen Städten Jerusalem, Bethlehem und Nazareth bestehen soll, die zusammen einen Korridor nach der See erhalten sollen, sowie eine vorübergehende Fortsetzung der britischen Verwaltung für Haifa, Acre und Tiberias vorsieht. Der Bericht behandelt die Maßnahmen, die die bestehenden Streitigkeiten zwischen den Arabern und den Juden unter dem gegenwärtigen Mandat beseitigen sollen, und weist darauf hin, daß es sich dabei lediglich um Beruhigungsmaßnahmen handele, die Ursachen der Unruhe nicht befeihgten. Die Krankheit sitze so tief, daß der Ausschuß die einzige Hoffnung zu ihrer Beseitigung in der oben vorgeschlagenen Neugliederung des Landes sehe. Die britische Reaieruna macht sich die Empfehlungen des Berichtes der Kommission voll zu eigen und erklärt, daß sie ihm in seinen Argumenten und Schlußfolgerungen voll und ganz z u st i m m e. Sie begründet ihre Stellungnahme damit, daß ihr Mandatsauftrag sich selbst mit einer Teilung des Landes angesichts ihrer Pflichten gegenüber Arabern wie Juden vereinbaren lasse, beson- I ders wenn man annehme, daß mit der Zeit die beiden Völker ihre nationalen Wünsche so herabsetzen würden, daß die Errichtung eines gemeinsamen Staates unter einheitlicher Regierung möglich sei Die Politik der britischen Regierung hatte trotz vieler Enttäuschungen auf der Erwartung beruht, daß dies möglich sei. Sie habe daher jede Gelegenheit benutzt, um die Zusammenarbeit zwischen Arabern und Juden zu fördern. Angesichts der Erfahrungen und der Argumente, die man der Kommission vorgetragen habe, werde die britische Regierung jedoch zu der Schlußfolgerung gezwungen, daß ein un- aussöhnlicher Konflikt zwischen den Wünschen der Araber und der Juden bestehe und daß diese Wünsche unter dem gegenwärtigen Mandat nicht zu befriedigen seien. Der Hafen Jaffa werde einen Teil des ara- : bischen Staates bilden und zudem werde der freie . Verkehr arabischer Waren zwischen dem arabischen j Staat und Haifa gesichert werden. Für die Uebergangsperiode bis zum Inkrafttreten der neuen Vorschläge werden alle Landkause das Wort zu einer bedeutungsvollen Rede, in der er seinen Weg zur nationalsozialistischen Bewegung schilderte, um damit die früheren Nöte des gesamten Berufsstandes, dem er selbst lange Jahre angehörte, aufzuzeigen und auch begründete Forderungen für die Zukunft zu erheben. Vor allem forderte er, den Erfindern die Ruhe zum Erfinden zu geben. Die Firmen müssen wissen, daß nur aus der Ruhe im Betrieb und in der Wissenschaft große Erfindungen kommen und nur aus einem gewissen Eigenleben des Erfinders, der dem Künstler gleichzustellen ist, neue Dinge geschaffen werden können. Mit wissenschaftlichem Drill ist nichts zu erreichen. Im Gegenteil, der wissenschaftliche Drill habe erst diese Unruhe in die Wissenschaft gebracht. Auch müsse der Erfinder aus dem Tempo der Fabrikmäßigkeit herausgenommen werden. In der Ueberfchätzung der Wissenschaft habe man geglaubt, daß Examen und Prüfungen Führer schaffen. Und die Meinung, bei aller Hochachtung des Akademikertums, daß das Akademikertum allein einen Führungsanspruch in sich trage, habe den Klassenkampf geschaffen. Dazu brachte noch die verhängnisvolle Trennung von Seele, Geist und Körper, die jede von einer anderen Macht betreut wurde, die große Zerrissenheit und Unruhe ins Volk. Der Nationalsozialist aber kennt nur eine Einheit. Er wägt Seele, Geist und Körper nicht gegeneinander ab, sondern er nimmt den Menschen als Ganzes. Alle unsere Wissenschaftler müssen zugrunde gehen, wenn es uns nicht gelingt, in die Räume der exakten Wissenschaft seelische Schwingungen hineinzutragen, die die Arbeit befruchten. Die Zubttäumstagung -es Vereins Deutscher Chemiker. Eine bedeutsame Rede des Reichsorganisationsleiters Dr. Ley in Frankfurt. durch Juden innerhalb der arabischen Gebiete sowie durch Araber innerhalb der jüdischen Gebiete verboten. Die jüdische Einwanderung in das arabische Gebiet wird eingestellt. Schließlich sieht der Bericht eine starke Vermehrung der berittenen englischen Polizeitruppe vor. Der von jüdischer Seite gemachte Vorschlag, daß die Juden bewaffnet werden sollten, wird von der englischen Regierung ausweichend beantwortet. Sie erklärt, es bestehe guter Grund zu der Annahme, daß die Juden ebenso wie die Araber eine große Anzahl verborgener Waffen besäßen. Es sei sestgestellt worden, daß die Juden 10 000 ausgebildete Kämpfer ins Feld stellen und eine Reserve von 40 000 Mann aufbringen könnten. Das Land gehört den Arabern! London, 8. Juli. (DNB.-Funkspruch.) In ihren Betrachtungen zu dem Bericht der Palästina- Kommission mit dem Vorschlag der Dreiteilung Palästinas heben die Londoner Blätter allgemein hervor, daß es sich um eine Kompromißlösung handele, die voraussichtlich sowohl von arabischer, wie von jüdischer Seite bekämpft werde. Sie sei aber durch die besondere Lage bedingt gewesen und stelle immer noch den besten Ausweg dar. Als einziges Blatt lehnt der „D a i l y Expreß" den Bericht der Palästina-Kommission ab. Das Blatt vertritt den Standpunkt, daß man 1915 denAra - bern das Land versprochen habe und 1917 bann den Juden. Das erste Versprechen aber müsse gelten. Der vorgeschlagene jüdische Staat sei nicht einmal für die Juden selbst von Vorteil, denn er werde sie nur in der ganzen Welt in schlechten Ruf bringen. Führende Juden wünschten keine Nationalheimat, weil die Juden eben keine Nation seien. Man solle das Land demjenigen Volk wiedergeben, von dem es vorwiegend bewohnt werde, nämlich den Arabern. Sein eigenes Trachten aber solle man der besseren Regierung und Entwicklung des Empires zuwenden. Mandatskommission des Völkerbundes einberufen. London, 8. Juli (DNB. Funkspruch.) Für den 3 0. Juli ist eine Sitzung der ständigen Mandatskommission des Völkerbun- des einberufen worden, der der Bericht der britischen Palästinakommission vorgelegt werden soll. Zu diesem Zweck wird sich Kolonial- minist Ormsby-Gore mit dem Sekretär der Palästina-Kommission nach Genf begeben. Dr. Ley kennzeichnete dann weiter die Not der vergangenen Jahre damit, daß wir den Begriff Weisheit, die ein höherer Grad Wissenschaft ist, verloren hatten. Erst Adolf Hitler hat uns wieder diesen neuen Sinn gegeben, der uns aus der weltanschaulichen Sicherheit Urteile fällen läßt. Sicher urteilen kann aber nur der, der National- „~v.. -.....r,....... - • •• . - - fD,iarift ist 'Sum Schluß bat Dr. Ley die Chemiker, Chemiker und an der 50-Jahrfeier des Verems über die Grenzen ihrer eigenen Arbeit hinaus den ’* f’"" h“- fflrll6e die idi Blick auf die anderen Schichten der großen Chemie zu werfen. Wenn sie auch bisher mehr als andere Berufe getan hätten, den Berufsstand auf der Höhe Gelöbnis der Treue zum Führer. Lpd. Frankfurt a. M., 7. Juli. Aus Anlaß der 50-Jahrfeier des Vereins deutscher Chemiker wurde folgendes Telegramm an den Führer ge- „Die in der Fachgruppe Chemie des NS.-Bundes deutscher Technik vereinten deutschen Chemiker entbieten dem Führer in unverbrüchlicher Treue ehrerbietige Grüße aus Anlaß ihres Reichstreffens und der 50-Jahrfeier des Vereins deutscher Chemiker. Sie erneuern das Gelöbnis, alle Kräfte zur Durchführung der großen, gerade ihnen im Vierjahresplan gestellten Aufgaben einzusetzen. Verein Deutscher Chemiker: Der Vorsitzende: Duden." ♦ Vom Führer und Reichskanzler ist beim Verein deutscher Chemiker in Frankfurt a. M. folgendes Daher sei es gut, wenn sich die FJPRESCJ die Seite des einfachen Menschen in ganzen Welt und damit auch auf die Seite Anstandes stelle, Die Proteste, welche deutsche Abordnung gegen gewisse Hetzfilme Vorbringen könnte, seien immer nur Maßnahmen bitterster Notwendigkeit. Die internationalen Filmhersteller sollten auch wissen, daß es eine Organisation gebe, die die Hand am Puls der Oeffentlich- keit halte und gewillt sei, in Zukunft, automatisch denjenigen entgegenzutreten, die m i t sch lech - ten politischen Instinkten Geschäfte machen wollten. Die Filmpresse werde ihnen das Echo in der Oeffentlichkeit verweigern. Der Gedanke einer Annäherung der Völker auch durch den Film, dem die FJPRESCJ. vertrete, sei durchaus nicht platonischer Natur. Aufgabe des Verbandes fei es jedenfalls, mit allem Anstand und aller Tatkraft seinen eigenen tiefen Friedenswillen zu halten, so müßten sie nun die Verbindung mit I allen Schichten, die in der Chemie arbeiten, suchen, um ihnen die Ergebnisse ihrer Forschungsarbeit dienstbar zu machen, denn es ist nicht unwichtig, ob wir einen herangebildeten Arbeiter im Betrieb I stehen haben oder einen ungelernten. In Deutsch-1 land dürfte es aber für die Zukunft keinen un°I gelernten Arbeiter mehr geben. Die Wissenschaft ist auch kein Ding an sich. So wie sie, wie auch die Wirtschaft, nicht von der Politik zu trennen ist, ist sie auch niemals objektiv, sondern die Zähigkeit der Forschung ist immer an die Rasse und das Volk gebunden. Dom Chemiker sei aber heute zu verlangen, daß er mehr denn je — nun nachdem der VDCh. in dem NS.-Bund Deutscher Technik aufgegangen sei — sich in den Dienst des Volkes stelle. Für unsere Entscheidungen aber gilt es, den gesunden Instinkt wachzuerhalten, denn aus Gefühl und Wissenschaft kommt die Venunft, die uns bei allem Handeln leitet. Die Deutschen Chemiker nahmen die Worte Dr. Leys mit herzlichem Beifall auf, und der Generalinspektor für das deutsche Straßenwesen, Dr.T o dt, gab dem Dank der Deutschen Techniker und Chemiker beredten Ausdruck, indem er die Chemiker bat, nach den Worten Dr. Leys zu handeln. Anschließend überbrachte Dekan Prof. Dr. R a j e w s k y die Grüße des Reichs- und Preußischen Ministers für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung, sowie Oberregierungsrat Dr. Stantien die Glückwünsche der NSBDT.-Vereine. Zum Schluß dankte Dr. Carl Merck (Darmstadt), für die Berufung als neuer Vorsitzender des VDCh. und umriß noch einmal die großen Aufgaben, die Generalinspektor Dr. Todt vor wenigen Wochen in der Sportpalast- Kundgebung der Deutschen Technik gegeben hat. Paris, 7. Juli. (DNB.) Heber 3000 Angehörige der Reimser N al) r u n g s m i t t e l Industrie befinden sich seit Mittwoch im Streik. Am frühen Morgen kam es bereits am Eingangstor eines Werkes zu Zwischenfällen, bei denen Polizei und Mobilgarde mit dem Gummiknüppel Ordnung schaffen mußten. Durch Barrikaden vor den Eingangstoren des Werkes versuchten die Streikenden, die Arbeitswilligen am Betreten der Fabrik zu hindern. Es kam hierbei zu einer heftigen Schlägerei zwischen beiden Parteien. . f. r , Auch der Verband der französischen Eisenbahnarbeiter ist mit den Vorschlägen der Regierung nicht einverstanden. Der Verband gab am Mittwoch bekannt, daß er die Vorschläge der Regierung, die Eisenbahntransport- prei e für Frachtgüter und Personen zu erhöhen, ablehne. Eine Steigerung der Eisenbahntanse würde unmittelbar eine Erhöhung der Lebenshaltungskosten im Lande nach sich ziehen, da die Transportpreise stets auf die allgemeinen Marktpreise Einfluß hätten. Der Vorschlag der Regierung wurde vom Vorstand des Vebandes der Eisenbahnarbeiter mit großer Mehrheit abgeleynt. Verunglückte Knappen von Zeche „General Blumenthal" feierlich beigeseht. In Recklinghausen wurden am Dienstag die zwölf Knappen, die bei dem BergwerksungMck auf der Schachtanlage „General Blumenthal" den Tod fanden, in Anwesenheit des Reichs- organisationsleiters Dr. Ley und führender Männer von Partei und Staat feierlich zur letzten Ruhe gebettet. — Dr. Ley und Gauleiter Dr. Meyer (ganz rechts) grüßen die verunglückten Arbeitskameraden. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Ausländsdeutsche bekannten sich zu ihrem Volkstum Zwischenfall in China. Feuergefecht zwischen japanischen und chinesischen Truppen. Tokio, 8. Juli. (DNB. Funkspruch. Ostasien- dienst des DNB.) Die japanische Telegraphenagentur Domei meldet einen ernsten Zusammen- st o ß zwischen japanischen und chinesischen Truppen, der sich in der Nacht zum Donnerstag in den nördlichen Vororten Peipings ereignete. Danach stießen Teile der japanischen Garnison bei einer Nachtübung in Lugouchiau mit chinesischen Truppen der 29. Armee Sungcheyuans zusammen. Das in Lugouchiau stationierte 209. Regiment der 29. Armee eröffnete unvermittelt Feuer auf die japanischen Truppen. Sofort herbeieilende Verstärkungen, bestehend aus Teilen der nordchinesischen Garnisonen, wurden erneut von den chinesischen Abteilungen beschossen. In den Morgenstunden des Donnerstag nahm das Gefecht derartigen Umfang an, daß in den Stadtbezirken Peipings lebhaftes Maschinengewehrfeuer zu hören war. Die Gefechtshandlungen dehn» ten sich auch auf benachbarte Orte und die dort stationierten japanischen und chinesischen Truppenteile aus. In Lungwangmiau wurden bereits Feldgeschütze eingesetzt. Die Agentur Domei bezeichnet die Zusammenstöße als die weitaus ernstesten der letzten Zeit. In politischen Kreisen wird die Lage mit Rücksicht auf die zunehmende antijapanische Stimmung in Nordchina und die kürzlichen Maßnahmen der Nanking-Regierung, die selbständige Verwaltung Peipings in stärkere Abhängigkeit von der Zentralregierung zu bringen, äußer st ernst beurteilt. Das japanische Hauptquartier in Peiping meldet, daß ein japanischer Offizier gefallen und mehrere japanische Soldaten verwundet sind. Der erste Zusammenstoß am Mittwochabend sei durch Vermittlung chinesischer und japanischer Offiziere zunächst beigelegt worden. Die Japaner hätten dann aber mehrere 100 Mann ihrer Gesandtschaftswache zur Verstärkung herangezogen, und am Donnerstag gegen 4 Uhr sei es zu einem neuen Zwischenfall gekommen, aus dem sich das blutige Gefecht entwickelte. Um 10 Uhr sei ein zweistündiger Waffenstillstand erklärt worden. Die Japaner hätten Linwangmiau und Lugouchiau besetzt und die dortigen chinesischen Truppen entwaffnet. Die Ortschaft Wangping sei von japanischen Truppen beschossen worden. Dabei seien mehr als 20 chinesische Soldaten gefangen und mindestens 10 Zivilisten getötet und verwundet worden. Die chinesischen Truppen hätten sich schließlich unter schweren Verlusten über den Yuntinafluß zurückgezogen, auf dem zahlreiche Leichen abwärtstrieben.. Wiederaufnahme der Kämpfe. Schanghai, 8. Juli. (DNB. Funspruch.) (Ost- asiendienst des DNB.) Kurz vor Ablauf des vereinbarten zweistündigen Waffenstillstandes kündigte schwerer Kanonendonner, der in der Pei- pinger Innenstadt deutlich zu hören war, die Erfolglosigkeit der in Puanping an der Peiping-Han- kau-Bahn geführten chinesisch-japanischen Verhandlungen und gleichzeitig die Wiederaufnahme der Kampfhandlungen an. Die Zusammenstöße werden von japanischer Seite als die schwersten seit den Kämpfen in der Provinz Jehol bezeichnet. Der chinesische Hopei-Tschachar-Rat gibt die chinesischen Verluste mit mehr als 200 Toten an. Von Tung- tschau zur Verstärkung herangeholte japanische Truppen wurden auf Befehl des Hopei-Tschachar- Rates durch Schließung des Tfchangyingtores am Einmarsch in Peiping verhindert. Tokio einstweilen nicht beunruhigt. Tokio, 8. Juli. (DNB. Funkspruch. Ostasien- dienst des DNB.) In militärischen Kreisen der japanischen Hauptstadt wird den Ereignissen in Peiping einstweilen nur lokale Bedeutung beigemessen, wenngleich auch nicht verkannt wird, daß die wachsende japanfeindliche Einstellung der 29. Armee und der nordchinesischen Bevölkerung diesen Zwischenfällen ein ernsteres Gesicht geben. Kunst und Wissenschaft, Deutscher Historikertag. Auf dem Deutschen Historikertag in Erfurt sprach Dr. Christoph St e ding (Berlin) über „Kulturgeschichte und politische Geschichte". Das Ergebnis seiner Untersuchung war, daß die Kulturgeschichte in geschichtslos gewordenen Ländern ihre vorbildliche Form gefunden habe. Es folgte ein Vortrag von Dr. Wilhelm Grau (München) über „Das Haus Rothschild". Der Redner stellte fest, daß das Haus Rothschild bis zum heutigen Tage sein Archiv nicht geöffnet habe. Insgesamt kann man sagen: Durch die Rothschilds wurde in die europäische Politik die Herrschaft des Geldes eingeführt. Das Weltbild des jüdischen Finanzkapitalismus kennt keine Völker, es kennt nur Wirtschaftsprovinzen. Dieses Ziel ist zutiefst verwandt mit dem, was der Marxismus gewollt hat. Professor Friedrich Bock, der Leiter des Preußischen Historischen Instituts in Rom, behandelte das Thema „Imperium und nationale Staaten im späten Mittelalter". In diesem Zeitraum werde die Grundlage gelegt für die neuzeitliche Bildung der deutschen Landkarte. Die deutsche innerpolitlschc Zerrissenheit, bei der es keine Verantwortung gegenüber dem Ganzen gab, hat den Boden für die erste französische Vorherrschaft in Europa vorbereitet. Anschließend sprach Professor Otto Brunner (Wien) über „Wirtschaftspolitik im spätmittelalterlichen Territorium". Er schilderte den Aufbau der Wirtschaft unter der Herrschaft der Landesherren, der Städte und der Grundherrschast. Professor Heinrich Ritter von S r b l k (Wien) sprach über den Geheimvertrag Oesterreichs und Frankreichs vom 12. Juni 1866. Gegenüber der Be- OKEiilS urteilung, die dieser Vertrag in der deutschen Wissenschaft erfahren hat, und die Oesterreich der grundsätzlichen Preisgabe des Rheins an Napoleon III. bezichtigte, kam der Vortragende zu wesentlich anderen Ergebnissen, die er ausführlich belegte: Napoleon III. hatte Oesterreich mit seinem Eingreifen zugunsten Italiens bedroht, was die Donaumonarchie im Krieg gegen Preußen und Italien der Gefahr eines Dreifrontenkrieges aussetzte. Leben oder Sterben Oesterreichs hing von Frankreichs Neutralität ab, und unter furchtbarstem Zwang setzte Oesterreich einen wahrhaft tragischen Schlußpunkt unter sein gesamtdeutsches politisches Dasein. Es habe aber nicht versprochen, linksrheinisches Land an die fremden Mächte zu überlassen. Das Urteil sei unrichtig, so erklärte der österreichische Historiker, daß Oesterreich am 12. Juni 1866 sein Ausscheiden aus Deutschland moralisch verschuldet habe. preisüberwachungsausschuß eingesetzt P a r i s, 8. Juli. (DNB. Funkspruch.) Das amtliche Gesetzblatt veröffentlicht am Donnerstag die Verordnung, durch die in der Wirtschaftsabteilung des Finanzministeriums ein Preisüberwachungsausschuß unter dem Vorsitz eines früheren Polizeipräfekten und höherer Beamter der Polizei eingerichtet wird. Der Ausschuß hat die Aufgabe, unmittelbar für die Durchführung der Preisüber- wachungsbestimmungen zu sorgen. Wetterbericht des Nelchsivetterdiensles. Ausqabeork Jranffurt Durch die rasche Ostwärtsverlagerung der englischen Tiefdruckstörung bzw. durch ihre Einbeziehung in die Wirbeltätigkeit über Osteuropa kamen wir bereits am Mittwochabend in den Bereich kälterer Meeresluft. Sie bedingt zur Zeit noch Schauerneigung, führt jedoch nach Abflauung eines Zwischenhochs, in dessen Bereich wir gelangen, zu einer unbeständigeren Wetterlage. Aussichten für Freitag: Vielfach heiter und meist trocken, tagsüber wieder etwas wärmer, abflauende Winde, späterhin wieder Bewölkungszunahme. Aussichten für Samstag: Voraussichtlich Uebergang zum unbeständigen Wetter. Witterungsvoraussage für die Zeit vom 8. bis 17. 3uli. herausgegeben von der Forschungsstelle für langfristige Wilterungsvorherfagen des Reichs- wetterdiensies in Vad Homburg v. d. h. am 7. Juli abends. Die Umgestaltung der Großwetterlage seit der letzten Voraussage ging unerwartet langsam vor sich. Damit hing es auch zusammen, daß das Wet- ter am vergangenen Wochende schöner und wärmer war als vorausgesagt. In den nächsten vier bis fünf Tagen wird bei westlichen bis nordwestlichen Winden überwiegend freundliches, jedoch nicht beständiges und nur mäßig warmes Wetter herrschen. Es ist mit zeitweiligen, jedoch nicht gerade häufigeren meist schauerartigen Niederschlägen zu rechnen. In der nächsten Woche werden vorübergehend wieder einige schöne Tage mit stärkerer Erwärmung eintreten, denen aber verbreitete Gewitter mit stellenweise recht heftigen Niederschlägen folgen werden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange (beurlaubt), Vertreter: Ernst Blumschein; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: i. V. Hans Thein. D. A. VI. 37: 9104. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. 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Damit war eine parlamentarische Mehrheitsbildung nur noch links von den Mittelgruppen möglich. Will man der Einfachheit halber nur von einer Rechten und einer Linken innerhalb der französischen Wählerschaft sprechen, so haben bei der Wahl von 1936 die zur ersteren gehörigen Partei im Ganzen 4,5 Millionen Stimmen erhalten, gegen fünf Millionen, die auf Radikale, Sozialisten und Kommunisten entfielen. Der Unterschied ist also wenig bedeutend, aber infolge des französischen Stichwahlsystems hat sich in der Kammer das Stimm- verhältnis zwischen Rechts und Links ungefähr nach der Proportion 5:8 gestellt. Ausschlaggebend sind die K o m m u n i st e n , da es ohne sie auch auf der Linken keine klare Mehrheit gibt. Eine Rechtsmehr- Unser langjähriger außenpolitischer Mitarbeiter ist von einer aus Anlaß der Pariser Weltausstellung unternommenen Reise nach Frankreich soeben zuruckgekehrt. Seine Eindrücke hat er in einer Folge von Skizzen niedergelegt, mit deren Veröffentlichung wir heute beginnen. I. Die Bilanz des VoMronsiahres Um die jetzige Lage in Frankreich zu verstehen, muß man zurückgreifen bis hinter die vorjährigen Kammerwahlen, die zur Errichtung der Volksfrontregierung führten. Das zunehmende Defizit im Staatshaushalt hatte zu verhältnismäßig kräftigen Sparmaßnahmen geführt, die sich einzeln in den mehr als dreihundert Notverordnungen der Regierung Laval ausdrückten. Das meiste Mißvergnügen erregten aus der einen Seite die Gehalts- und Pensionskürzungen, auf der anderen die Preissteigerung auf fast allen wichtigen Gebieten der Lebenshaltung. Demgegenüber traten im Wahlkampf die S o z i a l i st e n weniger mit einem bis ins einzelne umrisienen Programm nach Art des orthodoxen Marxismus auf, als mit dem allge- noch mit einem deutschen Führer Adolf Hitler, der die neue Wehrfreiheit schuf, hatte man nicht gerechnet. Und deshalb zeigt heute die deutsche Küste und im besonderen Helgoland ein völlig neues Bild. Zum Wiederaufbau der Wehrmacht gehörte der Wiederaufbau der deutschen Kriegsmarine und die Wiederbefestigung der deutschen Küste. Was wir wiederaufbauten, das diente dem deutschen Schutz und der deutschen Verteidigung, deshalb konnten wir ein Flottenabkommen' mit England schließen, das alle Angriffsabsichten von uns aus freiwillig ausschloß. Allein im Sinne einer wirksamen Verteidigung ging auch der Wiederaufbau der Küstenbefestigungen vor sich. Das erfordert naturgemäß Zeit, aber heute dürfen wir wohl sagen, daß ein Angriff auf das Dreieck Borkum — Helgoland — Sylt für jeden, der ihn wagt, eine hoffnungslose Sache ist. Wir können das sagen, obwohl noch manches im Werden ist. Was geschaffen wurde, entsprach allein den Notwendigkeiten der Verteidigung. Selbstverständlich mußten die Seekriegserfahrungen des Weltkriegs und die Nachkriegsentwicklungen ihre Berücksichtigung finden, aber auf jedes Zuviel konnte entsprechend der Friedens-Generallinie des Führers verzichtet werden. So erwuchs die Marinewerft Wilhelmshaven, die Waffenschmiede der deutschen Flotte, Deutschlands einzige reichseigene Werft zu neuem Leben. Wenn einmal die Geschichte der deutschen Nachrüstung geschrieben wird, dann erst kann man voll erkennen, wieviel 'chäpferische Arbeit der Stirn und der Fäuste dazu gehörte, um das deutsche Verteidigungswerk durchzuführen. Schon heute aber muß Hervorgehoben werden, daß die deutschen Arbeiter eine besondere Anerkennung zu beanspruchen haben, denn ohne ihre Treue, ihren Fleiß, ihre Selbstlosigkeit wären wir nicht so geschützt, wie wir es sind. Schließlich sind es ja immer die Menschen und nicht die Maschinen, die entscheiden. In unserer Kriegsmarine weiß man das sehr gut. Zur wirksamen Verteidigung gehören die Männer, die die Schiffe führen, die hinter den Geschützen stehen. Wie der Geist dieser Männer beschaffen ist, das soll uns nun in Brake offenbar werden, wo wir bei einer Schiffsstammabteilung den Nachwuchs der Kriegsmarine kennenlernen wer- Skizzen aus Frankreich Von Dr. Paul Rohrbach. den und die Offiziere und Unteroffiziere, die diesen Nachwuchs zu echten und rechten Seeleuten heranziehen. Den schwankenden Schiffsboden haben wir mit dem Boden des Uebungsplatzes in Brake vertauscht. Hier bei der Marineausbildungsabteilung wird im Dienst kein Mützenband und kein Schifferkragen getragen, nur zum Ausgang wird das Feldgrau mit dem Marineblau vertauscht. Die künftigen Wasserratten sind vorerst noch Landratten, denn die zum Dienst bei der Kriegsmarine einberufenen Freiwilligen werden sechs Monate infanteristisch ausgebildet. Diese Zeit umfaßt Geländeausbildung, Schießdienst, Unterricht, Geräteturnen, Leibesübungen, Schwimmen. Dazu kommt am Schluß auch die erste seemännische Ausbildung, wie Pullen, Spleißen und Knoten. Die zukünftigen Matrosen und Heizer sind mit einem Eifer bei der Sache, daß es eine helle Freude ist. Dazu kommt, daß das Ausbildungssystem auf eine neue und sinnvolle Grundlage gestellt ist. Ueberflüssigkeiten und Schematismen der Vorkriegsausbildung sind grundsätzlich vermieden worden. Der übende Soldat kann selbst erkennen, warum er dies oder jenes üben muß, mag es sich nun um Zielen oder um Gymnastik handeln. Die Ausbildung erstreckt sich in gleicher Weise auf die Stählung des Körpers wie auf den Geist und die Erhärtung des soldatischen Charakters. In diesem Sinne sind auch die Mutproben zu verstehen, die zur Durchführung kommen und die, wie zum Beispiel der Ueberschlag am Sprungtisch eine herzhafte Ueberwindung des vielzitierten „inneren Schweinehundes" bedeuten. Diese Mutübungen sind weder gefährlich noch erfordern sie sportliche Höchstleistungen. Jeder ausgemusterte Durchschnittssoldat kann und muß sich an ihnen bewähren. Wer dann durch diese sechs Monate Landdienst gegangen ist, der wird denn auch auf den Kriegsschiffen seinen Mann stehen. Die Ausbilder aber haben eine der schönsten Aufgaben zu erfüllen; sie lernen auch als Lehrer mit, an ihren soldatischen und menschlichen Eigenschaften liegt es, ob die Kriegsmarine den Nachwuchs erhält, den sie braucht und ob der echte Marinegeist, getreu der großen Ueberlieferung, in der neuen Kriegsmarine eine Heimstätte hat. Wer die Entwicklung unserer Kriegsmarine verfolgen konnte und wer jetzt mit offenen Augen sehen konnte, der darf getrost, ohne allen Ueberschwang, bekennen, daß der Schutz der deutschen Küste, der Schutz Deutschlands bei unserer Kriegsmarine in die besten Hände und Herzen gegeben ist. Deutschlands gesicherte Nordseeküste. Von unseremK.B.-Sonderderichterstatier. An Bord der „Frauenlob", Juli 1937. Es ist ein gutes Zeichen für den echten Seemannsgeist, daß bei unserer Kriegsmarine gerade d i e Kommandos zu den kleinen Schiffen so beliebt sind, mögen es nun U-Boote, Torpedoboote, Minensuchboote oder ein Schiff wie unser Stationstender „Frauenlob" sein. Auf kleinen Schiffen trägt jeder gern sein Stück selbständiger Verantwortung und das schließt auch den Mut zur eigenen Entscheidung in sich. Die höheren Kommandostellen in Cuxhaven, in Wilhelmshaven oder sonstwo sorgen schon dafür, daß biß Verantwortlichkeiten nicht in den Himmel wachsen und die Erfordernisse der Gemeinschaft gewahrt bleiben. Die Männer der „Frauenlob" sind deshalb auch mit ihrem Seemannslos zufrieden, und wenn sie auch nicht in ferne Länder reisen, so sind sie doch dauernd unterwegs, denn der Admiral, dem das Schiff zur Verfügung steht, muß heute nach Borkum und morgen nach Sylt, und wenn gerade ein payr freie Tage sind, dann kommen, wie jetzt, auch einmal MännerderPresse anBord, um zu sehen, wie die deutsche Nordseeküste zur Verteidigung ausgebaut ist. Heute geht die Fahrt von Helgoland in die Wesermündung nach Brake. Rasmus, der gestern die „Frauenlöb" noch so durchgeschaukelt hat, daß nicht alle von uns das erste Frühstück restlos verdauten, meint es heute gut und freundlich, und man kann in aller Ruhe das Gesehene überdenken. Was wir sahen, das war ein lebendiges Zeugnis dafür, wie sich das Reich in vier Jahren verändert hat, und es läßt sich zusammenfassen in der guten Zuversicht und festen Gewißheit, daß die deutsche Nordseeküste wieder g6gen jeden feindlichen Ueber- fall zu Wasser, zu Lande und aus der Luft geschützt ist. Wer wissen will, was das bedeutet, der nehme sich einmal das Unheilsbuch des Versailler Vertrages zur Hand und lese nach, wie unsere Küste wehrlos und waffenlos gemacht werden sollte. Nicht nur, daß wir die besten Schiffe unserer Kriegsflotte und alle U-Boote abliefern mußten, auch alle Hebeschiffe und Docks mußten abgeliefert oder zerstört werden. Wenn man uns auch die veralteten Küstenbefestigungen beließ, so verbot man uns doch die Errichtung neuer Anlagen, die den technischen Erfordernissen der Gegenwart ' entsprechen. Vor allem aber war Helgoland ein Dorn im Auge unserer früheren Gegner; man geht wohl nicht fehl in der Annahme, daß Englands Initiative hauptsächlich die treibende Kraft war, p\=> es galt, diese Insel völlig zu entwaffnen und zu entfestigen. Trotzdem im ganzen Weltkriege von dieser Insel nur ein einziger Schuß abgefeuert wurde, hat doch die Tatsache des Daseins der befestigten Insel mit verhütet, daß die Engländer die Nordseeküste erfolgreich angreifen konnten. Infolgedessen hat die Insel die seltsame Ehre erfahren, daß ihr im Versailler Vertrag ein besonderer Abschnitt gewidmet wurde. Im Abschnitt XIII der „Politischen Bestimmungen über Europa" ist zu lesen: „Die Befestigungen, militärischen Anlagen und Häfen der Inseln Helgoland und der Düne sind unter lieber» wachung der alliierten Hauptregierung von der deutschen Regierung auf eigene Kosten zu zerstören." Das geschah denn auch, und zwar so gründlich wie nur irgend möglich. Die Geschütze wurden verschrottet, der Tunnel, der vom Unterland auf das Oberland führte, wurde blockiert, so daß er militärisch nicht mehr benutzt werden konnte, die unterirdischen Anlagen wurden verschüttet und mit Beton ausge- gossen, vor allem aber wurde der mit großen Kosten angelegte Hafen zerstört. Die Väter des Versailler Vertrages glaubten aber in die Ewigkeit wirken zu können und schrieben deshalb in den Versailler Vertrag: „Deutschland darf weder diese Befestigungen noch diese militärischen Anlagen noch diese Häfen noch irgendein entsprechendes Werk wieder errichten." Mit' einem wiedererwachten Deutschland heit ist, wie man sieht, auf jeden Fall ausgeschlossen. Bei der Regierungsbildung vor einem Jahr erhielten die Sozialisten als stärkste Partei die Führung. Ihr bester Kopf, Leon Blum, wurde Ministerpräsident. Das Kabinett setzte sich annähernd zu gleichen Teilen aus Sozialisten und Radikalen zusammen, jedoch so, daß, abgesehen vom Kriegsministerium, die wichtigsten Portefeuilles — Präsidium, Finanzen und Inneres — in der Hand von Sozialisten waren. Blum war von vornherein entschlossen, durch Gesetz die Arbeitszeit zu verkürzen, indem er die Arbeitswoche zu vierzig Stunden oder fünf Tagen ins Auge faßte, die Löhne zu erhöhen und eine Reihe kleinerer Maßnahmen von sozialifti- sckem Gepräge, bezahlte Urlaubswochen und dergleichen, durchzuführen. Bevor er aber dazu kam, die dazu gehörigen Gesetzesvorlagen auf ordentlichem Wege durch die Kammer erledigen zu lassen, schlugen ihm die Gewerkschaften, deren Mitgliederzohl gegenwärtig auf fünf Millionen gestiegen ist, sein Konzept aus der Hand und erzwangen durch den Generalstreik die sofortige Einführung aller dieser „Reformen". Blums Ministerpräsidentschaft hat einige Tage länger als ein Jahr gedauert. Ihr finanzielles Ergebnis war, daß für das jetzt laufende Jahr d e r Fehlbetrag im Staatshaushalt die Höhe von 40 Milliarden Franken erreicht hat, was ungefähr ebensoviel ist, wie der Gesamtbetrag des normalen französischen Etats. Um die wahre Höhe des Defizits ist viel herumgeredet worden, aber durch das jetzt eben erfolgte offene Bekenntnis des neuen Kabinetts Chautemps ist es ungefähr in dem angedeuteten Umfang bestätigt worden. Man muß den Stimmen Recht geben, die da sagen: Für ein geordnetes Staatswesen ist so etwas eine Ungeheuerlichkeit. Blum und sein Finanzminister, der Sozialist Auriol, verließen sich darauf, daß durch die im Einverständnis mit England und Amerika durchgeführte starke Abwertung des Franken und durch die — zu Unrecht erwartete — Wiederbelebung der Wirtschaft die Preise gesunden, ine Produktion sich heben und die Steuereingänge sich kräftig vermehren würden. D a l a d i e r , Führer der Radikalen, prägte den Satz: Frankreich wird zeigen, daß es in vierzig Stunden ebensoviel und besser arbeiten kann, wie bisher in' achtundvierzig. Von alledem ist nichts eingetreten. Die Preise kletterten so schnell in die Höhe, daß die Frankenabwertung damit in Kürze ausgeglichen war, die Produktion war weit entfernt, nach Einführung der Vierzigstundenwoche sich zu heben, sie ging vielmehr stark zurück, mit den entsprechenden Folgen für das Steueraufkommen, und dazu begab sich das französische Kapital in Masse auf die Flucht ins Ausland. Dies sogenannte Fluchtkapital, das zumeist in England und Amerika, teilweise auch in der Schweiz und in Holland untergebracht ist, wird auf hundert Milliarden §ran- k e n geschätzt. Außerdem ist ein nicht feststellbarer Betrag in Gold und Banknoten „gehörte t", d. h. in den Sparstrümpfen versteckt und, gleich dem Fluchtkapital, weder zur genügenden Zeichnung von Staatsanleihen, noch zur Betätigung in werbenden Anlagen zu bewegen. Den Sparern wie den Kapitalisten fehlte das Vertrauen in den Willen und in die Kraft der Regierung, weiteren radikalen Sozialisierungsdiktaten der Gewerkschaften zu widerstehen. Als Blum die Katastrophe herannahen sah, versuchte er, sich durch die berühmte „Paus e" in der Fortführung der sozialistischen Experimentierwirtschaft zu retten. Es war vergeblich. Im letzten Augenblick griff er zu dem Mittel eines E r m ä ch - t'igungsgesetzes, das der Regierung die Vollmacht geben sollte, im Laufe des Sommers unabhängig von der prlamentarifchen Erledigung eine Reihe einschneidender finanzieller Notmaßnahmen, vor allen Dingen Erhöhung der Abgaben und Tarife, durchzuführen. Die Kommunisten wollten erst Nein sagen, erhielten aber Befehl von Moskau, für das Ermächtigungsgesetz zu stimmen, damit die Gefahr einer Neuwahl beschworen würde. Trotzdem ist das Gesetz am Widerstand des Das Wappen der Städte. Von Herbert Buhle. Kärgliche Hütten standen einst an den Straßen der Völker, auf denen man von Westen gen Osten, von Süden gen Norden zog. Wenig Freude hatten die, die darin lebten, denn härter war ihre Fron als die aller andern. Dienen mußten sie, wie der Zwingherren Wille es befahl. Im Zehntland begann es, am Rheine hinauf und hinab ging es fort: an den Legionenstraßen der Römer lagen die Siedlungen Constantia (Konstanz), Arae Flaviae (Rottweil), Sumeocenna (Rottenburg am Neckar), Vicus Aurelii (Oehringen), Moguntiacum. (Mainz) und Colonia Agrippina (Köln). Als der Römer ging, blieben sie weiter bestehen, Stätten alter Kultur, von germanischem Blute aufs neue durchtränkt. Während sich in Germaniens Osten noch Dörfer und Siedlungen bescheiden im Grün des Waldes bargen, blühten die Niederlassungen des römischen Weltreiches im Westen auf, begannen sie reicher und größer zu werden. Und als der fränkische Zug von Westen nach Osten begann, als Karl die Sachsen unterwarf und ihnen seine Burgen aufzwang, da wurde der Ring der Kastelle nach Osten allmählich erweitert. Schwach noch waren die Siedlungen und licht der Ring der karolingischen Burgen. Den Städtegründer nennen wir Heinrich den Ersten, und doch waren es Burgen zumeist, die er erbaute. Jeder Burg gab er einen Herrn, und der Herr zog sich Leute zum Fron, die im Schatten der Burg wohnen durften, die Hörige waren und Bürger hießen, und die in feinem Dienste ein Handwerk zu üben verpflichtet waren. Und wie die Macht der Grafen und Herren wuchs, die des Reiches Marken schirmten, so wurde der Einbruch ins Bauernland des Reiches größer und größer. Wie in Horsten saßen die reisigen Ritter über dem Lande, schwangen das Schwert im Kriege des Kaisers und saßen daheim oder in der Königspfalz im Frieden. In den Burgen sammelten sich Handwerk und Gewerbe, im Dienste des Herrn zunächst, dann im eigenen Dienst. Als aus den Burgen Städte ae° worden waren, als das Handwerk zur Zunft wurde, da wurde auch der Handel reger und reger. Karg waren Lohn und Verdienst und eigene Geltung, nun kam der fahrende Kaufmann von Burg zu Burg, von Stadt zu Stadt. Noch handelte er mit allem und jedem, noch waren die Gilden nicht abgeklärt im Wandel der Zeit. Aber langsam bildeten sich die Haupthandwerke heraus und schufen sich Freiheit: die Schmiede und die Gewandschneider. Gold, Silber und Eisen und jegliches Metall, sie waren Kostbarkeiten des Handwerkerfleißes ebensosehr wie das Tuch, das die Tuchmacher webten. Und langsam entstand dem Handel ein neuer Stand: der Großkaufmann, der mächtig war wie ein Fürst und keinem untertan, der Macht hatte und Geld und in den Städten wohnte nach seinem eigenen Recht. Dem Lehnrecht der Väter wurde ein anderer Inhalt gegeben. Der Kaufherr, der in den Städten sich Niederlassungen hielt, war frei. Aus den Erd- wällen und Palisaden waren steinerne Mauern und Türme gewachsen, die trutzig in die Lande sahen, trutzig gegen den Bauern, aber trutzig auch gegen den Herrn. Sie hatten die Macht sich gesammelt in den klingenden Schätzen der Truhen. Tiefer war der Bauer gesunken; der Ritter hatte gepraßt und sein Gut in bitteren Fehden verloren, bis das Schwert seine letzte, eigenste Macht war. Nun kamen die Städte und kauften ihm sein Herrentum ab. Stück für Stück gab der Adel die Krone dahin an die Bürger; Münzen und Siegel lieh er ihnen. Und die Städte schufen sich selbst den Lebensraum, den sie brauchten. Als Heinrich der Vierte, der unglückseligste König der Deutschen, bei allen verhaßt war, waren die Städte schon mächtig genug, ihn in den Kranz ihrer Mauern aufzunehmen; das goldene Mainz jubelte ihm zu und die andern Städte riefen den Heerruf, dem Kaiser Schwert und Fahne wiederzugeben. Großartig lohnte der Kaiser die Treue der Städte: den siebenten Heerschild gab er ihnen. Frei, groß und gewaltig standen die Städte unter den Standen. Nur einmal noch im Laufe der Zeit wurde die Treue der Städte in einer Stadt sinnfällig gelohnt- als Ludwig der Bayer der treuen Stadt Landshut drei Ritterhelme auf silbernem Schilde verlieh. . _. , , Klug hielten die Städte zueinander. Sie hoben machtvoll das Haupt, und das Reich, das ihnen danken mußte, weil es ohne sie ein Regiment nicht mehr zu führen vermochte, gab ihnen lieber, als daß sie sich selbst nahmen: des Reiches Unmittel- ^°So'entstanden die Reichsstädte, die an den Reichstagen teilnahmen und sie in ihren Mauern sahen, ^Einund^ünfM ^Städte zählte man im Reich, als der Reichsdeputationshauptschluß vom 25. Februar 1803 der Herrlichkeit ein Ende machte und nur sechs Städte, drei allerdings nur für kurze Zeit, beließ: Hamburg, Lübeck und Bremen, Augsburg, Nürnberg und Frankfurt am Main. Augsburg verlor feine Reichsunmittelbarkeit nach dem Preßburger Frieden (1806), Nürnberg durch die Rheinbundakte im gleichen Jahr und Frankfurt im Jahre 1866. Durch sieben Jahrhunderte, vom zwölften, als ihre Blüte begann, bis zum neunzehnten, dessen Anbruch ihre stolzen Vorrechte vernichtete, haben die Städte ein fruchtbares Leben geführt. Der Rheinische Städtebund hat in der schweren Zeit des Interregnums Landfrieden und Handelsstraßen gesichert; der Schwäbische Städtebund mit Ulm an der Spitze jenen berühmten Strauß mit Eberhard dem Greiner von Württemberg ausgefochten, der in der Döffinger Schlacht blutigen Ausgang nahm. Der Württemberger Graf aber hat in Wahrheit der Städte Macht nicht vernichtet. Sie schwand erst, als Karl V. den schmalkaldischen Bund, dessen Glieder die größten und reichsten Städte waren, niederwarf und ein unerbittliches Rachewerk begann. Als er Ulm und Hall unterworfen hatte, war das Vernichtungswerk gelungen, das der Dreißigjährige Krieg ein Jahrhundert später vollendete. Ihren selbständigen Charakter haben die Städte verloren. Glieder sind sie geworden im Bereich des deutschen Lebensraumes. Ihre Wappen aber sind ihnen geblieben, in denen alte und neue Zeit sich einen. Was einst höfische Gunst verliehen, ist heute der Ausdruck engster Verbundenheit zu Volk und Reich. Nicht Zeichen einer vergangenen Zeit nur, sondern Zeichen verbundenen Strebens zu Deutschland, Zeichen ewiger, nie rastender Arbeit ist der alten Städte Wappen geworden. Urformen der Haustiere. Seit feiner Seßhaftwerdung ist für den Menschen das Haustier unentbehrlich geworden als Spender von Fleisch, Milch, Fett, Häuten und Wolle und als Gehilfe bei der Arbeit. Wir wissen, daß der Mensch in langen Generationen sich die Haustiere aus Wildarten herangezüchtet hat. Bei manchen Haustieren, zum Beispiel beim Schwein oder Kaninchen oder bei fast allem Geflügel ist uns die Urform bekannt. Bei anderen hingegen sind die freilebenden Ahnen entweder ausgeftorben oder uns doch nicht aus eigener Anschauung vertraut. So ist eine Zusammenstellung von Interesse, die in der Leipziger „Jllustrirten Zeitung" Rudolph Schiffe! über die Urformen unserer wichtigsten Haustiere gibt. Als ältestes unserer Haustiere spricht er den Hund an und nennt als seine nächsten Verwandten, die noch heute auf freier Wildbahn leben, Wolf, Fuchs und Schakal. Von ihnen kommt als Urform der Fuchs am wenigsten in Betracht, der sich zwar als Jungtier an den Menschen gewöhnen kann, bei dem aber mit zunehmendem Alter der Wildcharakter durchbricht. Dagegen bewährt sich der Schakal, der wahrscheinlich im warmen Süden als Stammvater des Haushundes gelten kann. Für die gemäßigte Zone und die nördlichen Gebiete ist bestimmt der Wolf der Urahn aller Hunderassen. Er zeigt auch heute noch auf weitem Lebensraum recht unterschiedliche Formen in Größe, Farbe und Behaarung, lebt gesellig, hat Anschlußbedürfnis und ausgeprägten Eigentumssinn. Für das wichtigste und wertvollste Haustier der gemäßigten Zone, das Rind, kommen zwei Wildformen in Betracht: der Ur oder Auerochs und der Wisent. Ihr Lebensraum ist verschieden. Der Wisent, der sich im Urwald von Blättern, Zweigen, Rinde und Waldgräsern nährt, bot bei der Fütterung Schwierigkeiten und eignet sich nicht zur Zähmung. Eher als das Rind war das Schaf Haustier des Menschen. Von ihm leben heute noch zahlreiche Wildarten. In Europa ist es der Mufflon, den man, während er auf Korsika und Sardinien noch frei lebt, im Harz und in der Schorfheide mit bestem Erfolg ausgesetzt hat. In den Hochgebirgen Mittelasiens bis Kamtschatka finden wir die größten Wildschafe, den Argali und seine Verwandte, das Kaschmir- und das Pamirschaf. Weiter nach Osten scyließt sich das Dickhornschaf an. Bis in die Bronzezeit zurück führen die neuesten Forschungen über das Pferd als Haustier. Als Urform der Kaltblutpferde gilt das — gänzlich ausgerottete — Wildpferd Westeuropas. Als Ahn der leichteren Pferderassen kennt man zwei Vertreter: den Tartan, dessen letzter Nachkomme 1879 im südlichen Rußland erlegt wurde, und das Przewalski- Pferd, das sich bis heute noch im nördlichen Jnner- afien äußerst scheu und flink vor den Nachstellungen der Jäger retten konnte. Es ist klein von Gestalt, bräunlich rot bis fahlgelb, mit großem Kopf, und zeigt zum Unterschied vom Wildesel kurze Ohren und dem typischen Pferdeschweif. Der asiatische Wildesel eignet sich durchaus nicht zur Zähmung, wohl aber der nubische Wildesel. Er ist die Stammform des Hausefels. Später als der Hund, aber immerhin bis ins 3. Jahrtausend v. Ehr. läßt sich die Katze als Mitbewohner des Hauses nachweisen. Die afrikanische Falbkatze, fahlgelb bis grau, ist die Stammform der europäischen Hauskatzen. Von Südeuropa aus ist sie zur Zeit Karls des Großen in Deutschland eingeführt worden. Die heute in Europa beinah ausgerottete Wildkatze unterscheidet sich anatomisch von der Hauskatze und hat sich auch wegen ihres ausgesprochenen Wildcharakters nicht vom Menschen zähmen lasten. Senats gescheitert. In senatorischen Kreisen heißt es, man habe Blum die geforderten Vollmachten nicht aus Besorgnis vor einer kräftigen Initiative verweigert, sondern umgekehrt aus Mißtrauen gegen seine Entschlossenheit, eine energisch durchgreifende Gesundungsaktion der Finanzen zu unternehmen, und aus Furcht vor Halbheiten unter dem Druck der Gewerkschaften und der Straße. Entscheidend für die Haltung des Senats soll ein Schreiben der beiden Finanzexperten R i st und Baudoin gewesen sein, die ihren Rücktritt als amtliche Berater der Regierung erklärten und folgendes Sanierungsprogramm als notwendig benannten: Zwangskonoersion der französischen Staatsrente auf einen niedrigeren Zinsfuß, bedeu- dente Steuererhöhungen und Ersparnisse, endlich Verzicht auf die Festhaltung des Franken bei der gegenwärtigen unteren Grenze seiner Goldparität. In der Tat bewegt sich das neue Ermächtigungsgesetz, das Chautemps unter dem Druck seiner brutalen Offenheit von der Deputiertenkammer und dem Senat erhalten hat, auf diesen Linien. Die sog. „ewige R e n t e", von altersher ein Stolz Frankreichs, ist ohnehin auf den niedrigsten Stand seit der Währungskrise von 1926, nämlich auf 60 v. H., gesunken. Dem entsprechen die Aktienkurse. Die Grundfrage heute in Frankreich ist die, ob sich das Vertrauen der bürgerlich-be- sitzlichen Schichten in die Regierungsführung wird wiederherstellen lassen. Der „Temps" drückt das mit einem treffenden Wort dahin aus, der neue Ministerpräsident habe zunächst die Aufgabe, wieder ein der Gesundung günstiges „K l i m a" zu schaffen, und er fährt dann fort: „Man kann systematisch eine Politik der Massen machen, wie es die Politik von Herrn L6on Blum war, und man kann die Finanzen der Republik wieder in Ordnung bringen — zwei verschiedene Dinge. Man kann sich politisch nach dem Klassenstandpunkt orientieren, oder finanziell nach dem Allgemeininterefse, aber man kann nicht gleichzeitig sich vornehmen, an das Vertrauen zu appellieren und alles Vertrauen unmöglich machen; auf die Wiederherstellung der Staatsfinanzen ausgehen und in Widerspruch zu allem treten, was dazu gehört, sie zu verwirklichen." Damit wird Bezug genommen auf eine Entschließung, die von den „Genossen L6on Blum und Paul Faure" auf dem Sozialiftenkongreß in Mar- saille demnächst vertreten werden soll. Blum ist Vizepräsident des Kabinetts und Faure ist gleichfalls Kabinettsmitglied. Die vorgefchlagene Entschließung besagt, es dürfe nicht erlaubt werden, daß die republikanische Verfassung dazu mißbraucht würde, das allgemeine Stimmrecht zu verfälschen; die Ereignisse hätten gezeigt, daß das Volksfront- Programm nicht ausreiche, „um die Souveränität der Ration und die Unabhängigkeit demokratischer Regierungen gegenüber der Finanz- und Wirtschafts-Oligarchie sicherzustellen." Damit ist dem Senat, der zu allem Ueberfluß auch noch ausdrücklich genannt wird, und der nur in Ausübung feiner verfassungsmäßigen Rechte gehandelt hat, der Krieg erklärt. Einstweilen haben Chautemps als Minister- präsident und Georges Bonnet als Finanzminister die Vollmachten erhalten, und sie sind so weitgehend. wie sie während der Dauer der Dritten Republik formell noch nie ein Kabinett vom Parlament bewilligt erhalten hat. Chautemps hat den Sozialisten schon einmal zu verstehen gegeben, daß es bei der radikalen Partei eine Grenze des Mitgehens gäbe, und Bonnet hat, bevor er Botschafter in Washington wurde, dem sozialistischen Finanzminister Auriol eine sehr scharfe Vorlesung über seine leichtsinnige Politik gehalten. Das Verhältnis zwischen Sozialisten und Radikalen hat sich im jetzigen Kabinett gegen das frühere so verschoben, daß fast alle wichtigen Portefeuilles jetzt in radikalen Händen sind. Moralisch hat die Volksfrontregierung in ihrem früheren Bestände abgewirtschaftet, aber die Volksfront verfügt nach wie vor über eine starke parlamentarische Mehrheit und über die Massen. Zum mindesten tun das die Sozialisten und Kommunisten. Zunächst sind die Bedingungen für die äußere Ruhe bis zum Beginn des Herbstes vorhanden. Dann müssen die kraft des Ermächtigungsgesetzes getroffenen Maßnahmen dem Parlament zur nachträglichen Genehmigung vorgelegt werden. Weiterhin find zwei Dinge fraglich: ob der linke und der rechte Flügel bei den Radikalen noch Zusammenhalten werden, falls ein Konflikt zwischen den führenden Männern der neuen Regierung und den Sozialisten ausbricht, und ob der Befehl Moskaus an die Gewerkschaften zum Massen- fturm gegen die „Verschwörung der Finanz- und Wirtschafts-Oligarchie" (den berühmten zweihundert Familien) gegeben wird, oder wiederum zum Stillhalten, damit es nicht zu dem letzten, bisher noch nie ergriffenen Hilfsmittel einer französischen Regierung kommt: Auflösung der Kammer vor Ablauf ihres Mandats und Ausschreibung von Neuwahlen. Hierüber wäre heute jede Prophe- zeihung noch verfrüht. Aus aller Wett. 0er Mordprozeß Roloff. Prenzlau, 7. Juli. (DRB.) Am Mittwoch wurde die Beweisaufnahme im Mordprozeß R o l o f f fortgesetzt. Die Zeugin Franziska Ft. hat den Angeklagten gelegentlich einer gemeinsamen Tätigkeit auf einem Gut kennengelernt. Roloff versprach ihr die Ehe. Daraufhin vertraute sie ihm ihre Ersparnisse in Höhe von 200 Mark an. Als die Zeugin danach nichts mehr von chm hörte und Nachforschungen anstellte, erfuhr sie, daß Roloff sich inzwischen mit Hertha M. in Frankfurt a. d. O. verlobt hatte. Erschütternd gestaltete sich die Vernehmung der 63jährigen Mutter des von Roloff ermordeten Landwirtes Albert Lüdke. Ihr Junge, so erzählte die Frau, deren anderer Sohn Otto im Frühjahr 1936 verstarb, hatte eine Stellung in einer Landwirtschaft. Eines Morgens sei er gekommen und zeigte ihr eine Anzeige mit den Worten: „Sieh mal, Mutter, hier steht eine schöne Anzeige, die ist richtig, darauf schreibe ich. Da habe ich auch bestimmt Erfolg." — Es war die Lockanzeige R o - lo f fs. In einer Pause erklärte Roloff, daß er nunmehr eine genaue und wahrheitsgetreue Schilderung des Frauenmordes in Remlin ab* geben wolle, über den er vor der Polizei die verschiedensten Angaben gemacht hatte, wenn der Zu- Schach-EFe. Bearbeitet von K. Helling. Ein kräftiger Gegenschlag. 8 7 6 5 8 7 6 6 4 8 2* 1 4 8 2 1 ab c ö e f g h a b e de f g h Die abgebildete Stellung entstand in einer Partie Schlage — Zeitz zu Brandenburg. Weiß hat eine Figur mehr, aber der Springer e6 hängt, und außerdem droht Da3+ nebst Sc3 matt. Dennoch kann der Weiße mit einem eleganten Kraftzug seine Stellung sichern und die Figur behaupten. Was zieht Weiß am stärksten. Die Mitte wird gesprengt. 7 8 6 6 8 2 1 4 d 9 h 9 h 1 8 7 6 5 8 2 4 a b Die abgebildete Stellung entstand in einer Partie Ernst — Herrmann im Turnier zu Weidenau. Weiß ist am Zuge und kann sofort einen wichtigen Bauern gewinnen. Was zieht Weiß am stärksten? Lösung der Schachaufgabe „Um die Dame". Weiß: Kgl, Df4, Tc7, Tel, Lb5, Sd4, Ba4, b3, f2, g2, H2 (11). Schwarz: Kf8, Dd8, Ta8, Th8, La3, Lf5, Ba7, b7, e6, 16, g7, h6 (12). 1. 014X15. Nach e6X15 käme 2. Sd4Xe6+, KfS—g8. 3. Tc7—g7 matt; nach 1. ..., Dd8Xd4 erzwingt Weiß mit 015Xe6 baldiges Matt auf 17; nach 1. ..., Dd8Xc7 folgt 2. Sd4Xe6+ nebst SXD, und auch auf andere Art ist die schreckliche Drohung 2. Se6+ nebst SXD nicht abzuschwächen. Lösung der Schachaufgabe „Gegen Dame und König". Weiß: Kgl, Dc4, Tal, Tel, Lg5, Sbl, S16, Ba4, b2, c2, 12, g2, h2 (13). Schwarz: K18, Dd8, Ta8, Th8, Lc8, Lg7, Se7, Ba7, b7, c7, 15, g6, h6 (14). 1. TelXe7. (Droht 017 matt.) Dd8Xe7. (Nach Ke7 käme Sd5+ nebst LXd8.) 2. S16—h7+ Th8Xh7. 3. Lg5Xe7, K18Xe7. 4. Dc3Xc7, und Weiß muß mit Dame gegen Turm und Läufer gewinnen, zumal der schwarze König schlecht steht und auch die übrigen Figuren nur schwer zur Wirkung kommen können. In der Partie geschah nodj 4. ..LXb2. 5. Ta2, L16. 6. c4, K17. 7. Te2, Th8. 8. Dd6! a5. 9. Sc3, Ta6. 10. Dd5+, Kg7. 11. Sb5, Tae6. 12. Sd6, Thd8. 13. KU, und Schwarz gab den aussichtslosen Kampf auf. Oie Narrenkappe. Narrenwih. Anekdoten um Hofnarren werden in „Reemms Universum" erzählt: In B. gab es. einen Grafen, der konnte sich einen Narren leisten. Auf einem Gang durch die Straßen der Residenz erkühnte sich dieser, auf der rechten Seite feines Herren gehen Zu wollen. „Ich dulde keinen Narren auf meiner Rechten!" wies der Graf den Narren zurecht. „Aber ich!" entgegnete der Gerügte schlagfertig und ließ den Herrn auf seine Rechte. ♦ Auch einem zornigen Herzog erging es mit seinem schlagfertigen Narren nicht besser. Als ihn dieser mal mit einem allzu kühnen Witz erbost hatte, rief er ungnädig: „Du tätest wohl daran, mein Schloß zu räumen!" — „Sehr wohl" erwiderte der Narr hierauf mit gewinnender Höflichkeit, „wenn du mir erlaubst, mit deiner Schatzkammer zu beginnen!" ♦ Einern leibhaftigen König aber geschah es, daß ihm einmal die Sprgen über den Kops zu wachsen drohten. Finster blickte er auf feinen Narren, der trotz allem vergnügt war, und meinte dann seufzend: „Wieviel schöner hätte ich's, wenn du der König wärst und ich dein Narr!" Aber der Angeredete winkte erschrocken ab: „Nur nicht, nur nicht! Denn was sollte ich mit einem so traurigen Narren anfangen?" Merkwürdiges Duett. Eines Tages geriet der französische Dichter Alexander Dumas in Streit mit einem jungen Offizier, und der Streit nahm so hitzige Formen an, daß schließlich nichts anderes übrig blieb als eine Forderung auf Pistolen. Nun galten aber beide Männer als gleich gute Schützen, und die Sekundanten schlugen vor, daß man statt des Zufalls der Waffen lieber den Zufall des Loses entscheiden lassen sollte. Der Verlierer sollte sich selbst erschießen. Die beiden Gegner waren einverstanden und trafen sich mit ihren Sekundanten in einem kleinen Restaurant vor Paris. Die Lose wurden gezogen, Dumas zog den kürzeren. Mit ruhiger Würde nahm er die Entscheidung auf, vergab seinem Gegner mit rührenden Worten und nahm von allen ernsten Abschied. Schweigend schritt er hierauf, die geladene Pistole in der Hand, zum Nebenzimmer und schloß hinter sich die Tür. Stumm blieben die anderen zurück und warteten bang auf den Knall, der ihnen das Ende des Dichters künden sollte. Endlich fiel der Schuß. Alles sprang auf und rannte zur Tür. Da wurde diese aufgerissen, und vor den Verdutzten stand Dumas, die rauchende Waffe noch in der Hand. „Denken Sie sich das Unglück, meine Herren", rief er den ihn anstarrenden Genossen zu, „ich habe vorbelgeschossen." hörerraum geräumt wurde. Die Oeffentlichkeit wurde darauf im Interesse der Wahrheitsfindung ausgeschlossen, den Pressevertretern aber die Anwesenheit im Gerichtssaal gestattet. Roloff erklärte dann mit stockender Stimme, aber doch zusammenhängend, die Vorgänge jener Mordnacht. Vorsitzender: „Ist das Ihr erster Mord gewesen?" Angeklagter: „Ja." Vorsitzender: „Wie alt waren Sie damals?" Angeklagter: „22 Jahre." (!) Vorsitzender: „Hatten Sie denn keine Hemmungen?" Angeklagter: „Ja, das schon, aber sie waren nicht so stark, daß sie mich von der Tat abhalten konnten." Es kommt dann ein Brief zur Verlesung, den Roloff an die Kriminalbeamten gerichtet hat. Darin schreibt er, daß seine Sachen nun alle geklärt seien. Er habe außer den vier nachgewiesenen Morden weiter keinen Menschen getötet, und auch seine Angaben über den Mord an Kowalski entsprächen nicht der Wahrheit. Der Vorsitzende hält ihm eindringlich vor, sein Gewissen zu erleichtern und es auch zuzugeben, wenn er den Ehemann Kowalski umgebracht habe. Die Anklage würde in dieser Richtung nicht erweitert werden. Roloff bleibt aber habet, daß er darüber nicht sprechen wolle. Im' weiteren Verlauf der Verhandlung wurden noch mehrere Zeugen über die Mordfälle Lüdke und K o ch a n gehört. Zwei Zeugen, die sich ebenfalls auf die Lokalanzeige des Mörders gemeldet hatten, sind nur durch einen Zufall dem Tode entgangen. Den einen hatte Roloff versetzt, weil es sich in diesem Falle nach seiner Ansicht nicht lohnte, während der andere irrtümlicherweise an einer anderen Stelle als der von dem Angeklagten angegebenen gewartet hatte und nur deshalb mit Roloff nicht zusammengetroffen war. — Am Donnerstag wird die Beweisaufnahme fortgesetzt. Außerdem werden die Sachverständigen gehört werden. Französisches Flugzeug bei Kronstadt abgestürzt. Bei Kronstadt stürzte eines der Flugzeuge ab, die von der französischen Regierung dem rumänischen Heere für Uebungszwecke zur Verfügung gestellt wurden. Der Unfall erfolgte nach einem UebungS» flug mit französischen und rumänischen Militärfliegern bei der Landung. Das Flugzeug geriet sofort in Brand, konnte aber von den Insassen noch rechtzeitig verlassen werden. Vierköpfige Familie ums Leben gekommen. Auf schreckliche Weise kam die gesamte Familie des Bauern G a jd a in dem Dorf Wolica bei Krakau ums Leben. In Abwesenheit der Eltern war das vierjährige Söhnchen in den Brunnen gefallen. Seine zwölfjährige Schwester, die ihm zu Hilfe kam, ertrank bei ihrem Rettungsversuch. Die verzweifelten Eltern nahmen sich, als sie von dem Tod ihrer beiden Kindern erfuhren, das Leben. Schreckenstat in einem polnischen Dorf. In dem polnischen Dorf Makowki bei Kielce schlug der 38jährige Bauer Cholewa in einem Wutanfall feinen Nachbarn und dessen Ehefrau mit einer Axt nieder. In seinem Hause tötete er bann seine 10jährige Tochter und seinen 8jährigen Sohn und verletzte seine 71jährige Mutter schwer. Nach diesen furchtbaren Mordtaten erhängte sich der Bauer in dem nahen Walde. Der Zustand der beiden verletzten Frauen ist hoffnungslos. Der Nachbar ist feinen Wunden erlegen. Sechs Menschen im Schlafe ermordet. In dem polnischen Dorfe Lucewicze bei Brest am Bug überfielen Räuber den Besitzer eines Sägewerks. Dieser, seine Frau, fein Schwager, dessen Ehefrau und zwei Kinder wurden von Den Verbrechern im Schlafe ermordet. Die Mörder entflohen mit 1000 Zloty Bargeld. Schweres Autounglück bei Nacht. Ein schweres Verkehrsunglück trug sich in der Nacht zum Sonntag auf Der Köln-Bonner Autostraße zu. Ein aus Richtung Bonn kommender Personenkraftwagen fuhr in voller Fahrt gegen einen mit Langhölzern beladenen Anhängewagen, der von einer Zugmaschine gezogen wurde. Der Anprall war so heftig, daß sich die Langhölzer durch den Personenkraftwagen völlig hindurchbohrten. Der Fahrer des Wagens, ein 18jähriger junger Mann aus Köln, wurde auf Der Stelle getötet. Sein Mitfahrer trug sehr schwere Verletzungen davon, ebenso der Beifahrer Der Zugmaschine. 9.Upori 0 chlechtes Segelwetter in der Rhön. Trotz regen (Startbetriebs erwies sich der vierte Tag des Internationalen Segelflug-Wettbewerbes auf der Wasserkuppe als ergebnislos, da die Fortdauer unbeständiger Witterung keinerlei Segelflugmöglichkeiten bot. Am Samstag statten die 150 Teilnehmer des Sternfluges nach Frankfurt a. M., die am Freitag in Frankfurt eintreffen, unter Führung des Präsidenten des Aero-Clubs von Deutschland der Wasserkuppe einen Besuch ab. Peter Riedel bei den USA.-Segelmeisterschasten. Einer unserer besten Segelflieger, der Darmstädter Peter Riedel, der sich seit mehreren Wochen in den Vereinigten Staaten aufhält und bei Flugver- anftaltungen Segelflüge vorführte, beteiligt sich jetzt bei den D8^.-Segelflugmeisterschaften, die in Elmira im Staate Neuyork durchgeführt werden. Der deutsche Segelflieger erzielte die bisher beste Leistung im Wettbewerb mit einem Streckenflug von über 212 Kilometer, wobei er eine Höhe von 2560 Meter erreichte. Deutsche Silberpfeile beim „Großen preis der Schweiz^. Die deutschen Rennwagen, die jetzt nach ihrem neuen großen Erfolg aus Amerika zurückkehren, fehlen auch am 22. August im Großen Preis der Schweiz in Bern nicht. Auf der Brerngartenwald- Rennstrecke, wo erst vor wenigen Tagen Die Motorräder im Kampf lagen, starten sechs Wochen später die schnellsten Wagen Der Welt. Mercedes-Benz wird mit vier bis fünf Wagen, die Auto-Union mit mindestens vier Fahrzeugen in die Ereignisse eingreifen. Vier Silberne für die Hessen-Nassauische Motor-HI. NSG. Auf dem diesjährigen vierten Reichstreffen der Motvr-HJ. im Harz konnten die Motor-Hitler- jungen des Gebietes Hessen-Nassau vier silberne Medaillen erringen. Es sind dies die Hitlerjungen IB ü ch n e r und G st ö s s e l aus Darmstadt, Scholz aus Mainz und Knöll aus Rüsselsheim. Die restlichen Teilnehmer fielen wegen Material- bzw. Reifenschadens aus. Siebente Etappe der „Tour^. Vauh zurückgefallen. Von der Spitze verdrängt wurde am Mittwoch der Deutsche Erich B a u tz bei der Tour de France. Bautz traf auf der schweren Alpenstrecke Aix-les- Bains nach Grenoble über 228 Kilometer „als 33. am Ziel ein und verlor 18 Minuten, so daß er im Gesamtergebnis hinter Dem Träger Des gelben Trikots, dem Italiener Bartali, und dem belgischen Einzelfahrer Vissers an die dritte Stelle zurückgefallen ist. Die 7. Etappe gewann Bartali (Italien) in 8:02,57 vor seinem Landsmann Camusso, den Franzosen Lapebie, Marcaillou, Laurent, Gallien und Frechaut. In der Nationenwertung liegt Deutschland hinter Belgien, Italien und Frankreich an vierter Stelle. Kurze Sportnotizen. Acht Nationen werden beim Internationalen Reitturnier vom 15. bis 19. Juli auf dem Reichs- sportfeld vertreten sein. Einen breiten Raum in der großartigen Programmfolge nimmt die internationale Dressurprüfung ein, Die alljährlich einem anderen Land zur Durchführung übertragen wird. * A ch t Goldmedaillen — je eine für Einzel- und Mannschaftssieger der Wertungsgruppe wurden bei der beim 4. Reichstreffen der Motor-HI. am vergangenen Wochenende in Goslar, ausgetragenen Harz-Geländefahrt vergeben. * Marieluise Horn wird sich zusammen mit der Berlinerin K ä p p e l an Den internationalen holländischen Tennismeisterschaften am 12. Juli in Nordwyk beteiligen. * D r. Ritter von Halt hat die ehrenvolle Einladung erhalten, bei dem am kommenden Sonntag in Stockholm stattfindenden Leichtathletik-Länderkampf Schweden — Holland als oberster Schiedsrichter tätig zu sein. , lOO-dm-Vezirksmeisterschast der Radfahrer. Neumann, Gießen siegt knapp vor preis. —Stange ist Jugend-Sieger. Die Rennfahrer des Bezirks Gießen im Deutschen Radfahrer-Verband trafen sich am vergangenen Sonntag in Krofdorf zu der Straßen-Meisterschaft. Die Strecke, welche 12 Kilometer länger war, stellte an die Fahrer hohe Anforderungen und führte von Krofdorf über Rodheim, Fellingshausen, Frankenbach, Zollbuche, Oberweitbach, Bischöfen, Herborn, Hermannstein, Hohensolms, Oberweitbach wieder zurück nach Krofdorf. Von den gestarteten Fahrern erhielten sechs Fahrer der C-Klasse eine Minute Vorgabe, die aber die ^.-Klasse-Fahrer bereits in Rodheim aufgeholt hatten. Hier gab es auch bereits die ersten Ausfälle. Es bildete sich nun eine Spitzengruppe, bestehend aus Neumann, Preis, Walldorf (alle Gießen), Kraft (Wetzlar) und Schneider (Niederbrechen), aber nur wenige Kilometer später waren auch Walldorf und Schneider ihren Gegnern bei weitem nicht gewachsen und fielen zurück. Am Schneeberg fiel auch Kraft (Wetzlar) nach verzweifelter Gegenwehr ab, und so waren die beiden Favoriten Neumann (1885 Gießen) und Preis („Germania" Gießen) allein in Front. Vor Herborn gab es einen aufregenden Augenblick, als Neumann vom Rade stieg und einen Nagel aus dem Vorder- reifen zog, der aber merkwürdigerweise keinen Schaden verursacht hat, Neumann kannte bereits vor Sinn wieder zu Preis aufschließen. An der langen Steigung nach Hohensolms unternahm Neumann einen Ausreißversuch, mußte aber bald erkennen, daß es aussichtslos sei, und so blieben die beiden Rivalen zusammen bis ins Ziel. Im Endspurt lieferten sich beide einen außerordentlichen Kampf, den Neumann mit einer Länge Vorsprung für sich entscheiden konnte. Neumann, der neue Bezirksmeister, unb Preis haben beide ein gleich gutes, hervorragendes Rennen gefahren, die Zeit von 3:25 Stunden für die 112 Kilometer lange, sehr schwere Strecke in drückender Hitze Darf als ausgezeichnet betrachtet werden. Kraft und Emmerich, die außer den beiden ersten Siegern das Rennen noch durch, gehalten haben, gebührt ebenfalls volle Anerkennung, zumal beide den weitaus größten Teil der Strecke allein zurücklegten. 30-Kilometer-Zugendrennen. Die 15 Jugendfahrer, welche sich zum Start gestellt hatten, mußten eine Strecke von 30 Kilometer zurücklegen. Alle Fahrer warteten mit guten Leistungen auf. Nachstehend die Ergebnisse: 112 Kilometer Bezirksmeisterschaft: 1. Sieger Neumann, 1885 Gießen, 3:25 Std.; 2. Preis, Germania Gießen, eine Länge zurück; 3. Kraft, Radf. - Vereinigung Wetzlar, 3:53 Std.; 4. Emmerich, Teutonia Krofdorf, 4:08 Std. 30 Kilometer Jugend-Rennen: 1. Stange, Germania Gießen, 1:01 Std.; 2. L. Preis; 3. Haßler, beide Germania Gießen; 4. Butz, Hasiel- born; 5. Eberhardt, Gießen; 6. Müller, Wieseck; 7. Kutt, Anspach; 8. Schatz, Aßlar; 9. Muskat; Aßlar; 10. Jung, Anspach; 11. Langenbecher, Anspach. Bezirks-Serienspiele im rer-Radball. Die Serienspiele des Bezirks Gießen im 2er-Rad-> ball wurden am vergangenen Sonntag in Krofdorf fortgesetzt und konnten in der ^.-Klasse Stommel- Baum, 1885 Gießen, ihre Führung halten. Mit zehn Punkten führten sie vor Nolte-Roll, Radfahrer-Vereinigung Wetzlar, 6 Punkte, und Schäfer- Wacker, 1900 Wieseck, 2 Punkte. In der B-Klasse konnten Lotz-Freitag, Radfahrer- Vereinigung Wetzlar, mit 9 Punkten ihre stärksten Gegner Herrchenhahn-Schneider, Limburg, 7 Punkte, hinter sich lassen. An 3. Stelle folgte hier Der Radfahrer-Verein Wölfersheim mit 2 Punkten. M.156 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Donnerstag, 8. Zull (937 C 61 der das Dornberg zum ihn, der noch Schlössern das überragt, mit der blühenden wie stark kann man "bräunen? Nun - da gibts keine feste Skala; die natürliche Veranlagung ent scheidet! Fest steht aber, daß Sie das „Braunwerden" ganz wesentlich fördern, wenn Sie sich vor jeder Sonnenbestrahlung gut mit Nivea einreiben Es kommt eine andere Zeit. Jahrhundertlange Zerstörung sucht die Bergstadt heim, da um sie, als der natürlichen Grenzfeste Thüringens gegen Meißen, wilde Kämpfe entbrennen. 1345 tobt der „Grafenkrieg" um die Burg: die Landgrafen von Schwarzburg und die von Orlamünde belagern hier Friedrich den Ernsthaften von Thüringen, bauen „Katzen", schleudern „Bliden", nehmen die Burg „und zerbrachen die Dach und verderbeten und ver- branten es". 1612 aber, als Dornburg an Sachsen- Altenburg fällt, zieht Herzogin Anne-Marie als Schloßherrin ein und mit ihre Frieden und Glanz. Anne-Marie ist Witwe, ist noch jung, noch lebenslustig. Mit großem Gefolge richtet sie sich ein. Der Kurfürst von Sachsen aber heißt sie bald eine „Verschwenderin", setzt Axel von Mäusebach als Verwalter über Schloß- und Hofhaltung. Dieser befiehlt, daß die Pachtgelder Dornburgs an ihn, statt an die Herzogin, abgeliefert werden, entläßt den Koch, den Wildschützen, den „Kanzellisten", an dessen Stelle der Küchenschreiber tritt. „Jhro Gnaden er- grimmeten darüber so heftig", berichtet der Hofprediger, „daß Jhro Gnaden unmäßig und geretzet worden, und bei meinen geistlichen Ermahnungen Schreie ausgestoßen, so daß das Hoffräulein sich die Ohren zugehalten und aus dem Saale gestürzt ' ist." allzu sorgsam umgingen, mehr aus Höflichkeit und zu ihrer Beruhigung gesagt: „Das ist nicht so schlimm, das bekommen doch nachher die Schweine." Man ist nun erstaunt, diese Redewendung auch bereits sehr häufig in der Stadt zu hören. Die immer stärker im Ausbau befindliche Erfassung der Küchenabfälle in den Haushaltungen zur Verwertung für die Schweinefütterung scheint manche Hausfrau dazu zu verführen, nun weniger pfleglich mit den Nahrungsmitteln umzugehen. Sie tröstet sich damit, daß schließlich doch alles noch seine Verwendung findet. Man kann heute sogar beobachten, daß selbst Kinder zu dieser Nachlässigkeit angehalten werden. Wenn sie nämlich beim Spiel oder aus Unachtsamkeit Brot oder sonstige Eßwaren beschmutzen, dann nimmt man sie ihnen ab mit dem Bemerken, das sei schmutzig und gehöre in den Schweineeimer. Die Verwertung der Küchenabfälle für die Schweinemast bezieht sich aber nur auf tatsächliche Abfälle. Alle Nahrungsmittel müssen bis zum Aeußersten für den menschlichen Verbrauch ausgenutzt werden. Nicht der dient dem Vierjahresplan am besten, der die meisten Küchenabfälle abliefert, sondern wer die Lebensmittel am besten ausnützt und darüber hinaus darauf sieht, daß unvermeidbare und tatsächliche Abfälle dann der Schweinefütterung zur Verfügung gestellt werden. Gießener Wochenmarktpreise. * Gießen, 8. Juli. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Deutsche feine Molkereibutter, Vi kg Natur der Quell, aus dem der größere Teil Volksgemeinschaft Kräfte für die Arbeit um tägliche Brot schöpft. Vornotizen. Tageskalender für Donnerstag. Du 'kommst in den Westen, wo der Fluß sich durch das Tal gegraben hat und wo er weiterfließt in ruhiger, ewiger Welle, wo an seinen Ufern die Städte sich schmiegen, und wo der Wein wächst, süß und feurig, wo die Menschen lachen: Auch das ist Deutschland! Und du kommst in den Norden, wo das Meer das Land berührt und wo draußen in diesem Meer die Inseln liegen, wo die Menschen ein einfaches und hartes Leben führen und dieses Leben den Menschen einfache und harte Züge gegeben hat, wo die Schiffe hinausfahren in die Meere der Welt: Auch das ist Deutschland! Und fragst du: Was ist Deutschland? So wird dir der Mensch jeder Landschaft ein Bild seiner Heimat zeichnen, und dieses Bild wird in jedem Falle anders sein, und trotzdem ist es Deutschland. Von diesem Deutschland erzählen die Bücher der deutschen Dichter, von diesem Deutschland erzählen die Menschen, die es erwandert und erlebt haben, die den Süden und den Norden, den Osten und den Westen sahen, und die das Bild von Deutschland in ihr Herz nahmen; aus diesem Herzen brach das Bild und wurde Gestalt. Die Bücher erzählen von den Bergen und Flüssen, von den Tälern und Seen, von der Heide und dem Moor, von den Wäldern und den Wiesen, von den Bäumen und ihren Früchten und den Feldern mit ihrem Korn, sie berichten dir von den Menschen und ihrer Arbeit, von der Vergangenheit, die Stein wurde, und sie richten dein Auge auf die Zukunft dieses Landes, und sie verlangen dein Herz für die Zukunft des Landes und sie verlangen dich ganz. Es sind nicht immer „große Bücher", es sind Bücher aus einem übervollen Herzen geboren, die den Weg finden wollen zu einem Herzen, das sie versteht. Und wer wollte ein Herz, das sich ganz gegeben hat, nicht verstehen? Ein Herz, das von der Heimat redet, die uns allen gehört, und der wir auf immer gehören. Oie Farm La Belle Alliance unter dem Kammer. Die historische Farm La Belle Alliance auf dem Schlachtfelde von Waterloo, bei der am 18. Juni 1815 Blücher und Wellington einander als Sieger begrüßten, gelangte zur Versteigerung. Der bisherige Besitzer mußte aus Gesundheitsgründen fein Eigentum aufgeben. Bei dem Verkauf war eine große Anzahl von Personen zugegen, und die Farm ging schließlich für 120 000 Franken, ungefähr 10 000 Mk., an einen benachbarten Bauern über; dazu gehörten etwa 1% Hektar Land, die 50 000 Franken brachten. Uraltgermanische Sage weiht den Schauplatz ihrer Mysterien, krönt heute blumengeziert mit seinen drei romantisch-liebliche Tal der Saale einem Kranz von Rosen. Inmitten Wildnis harrt, in Zauberschlaf versenkt, die Göttin Freya ihres Befreiers, des Sonnenkönigs. Es ist im Jahre 937, daß der Ort „Dornburg" getauft wird, und von nun an ist seine Vergangenheit wahrhaft „kaiserlich". Auf Generationen von Fürsten übt die „Perle des Saaletales" infolge ihrer märchenhaften Lage die größte Anziehung aus. Otto der Große erbaut sich dort, wo die Höhe am steilsten abfällt in das Saaletal, eine Burg mit „geräumigen Sälen zu kaiserlichen Pfalztagen". Seine Tochter Mathildis, die Enkelin Wittekinds, führt hier, stolz und streng, als Reichsverweserin den Vorsitz. Unter Otto II., Otto III. und Kaiser Heinrich, der hier einen Reichstag abhält, zu dem die Fürsten aus allen deutschen Gauen feierlich herbeiströmen, wird der alte Wodansberg zum Schauplatz glänzender Aufzüge, größter Prachtentfaltung. bei den polizeilichen Meldebehörden zur Einsicht aus. Gesuche sind nach Möglichkeit sofort, spätestens jedoch zum 1. August 1937 bei allen Arbeitsgauleitungen oder den Nachgeordneten Dienststellen des Reichsarbeitsdienstes, z. B. bei der Reichsarbeitsdienstgruppe 222 Dillenburg, Hindenburgstraße 12, einzureichen. OeutscherZoologentaa1938 in Gießen Die Deutsche Zoologische Gesellschaft, in der die an den deutschen Hochschulen tätigen Zoologen zusammengefaßt sind, hielt dieser Tage in Bremen ihre 39. Jahres-Hauptversammlung ab, bei der Prof. Dr. Schmidt (Gießen) die programmatische Eröffnungsansprache hielt. Im Laufe der Versammlung wurde beschlossen, daß die nächstjährige Hauptversammlung der Deutschen Zoologischen Gesellschaft in Gießen stattfinden soll. Letzte Gelegenheit zum Umtausch alter Rundfunkgeräte. DNB. Zahlreiche Zuschriften an die Presse bekunden das große Interesse an der diesjährigen Umtauschaktion alter Rundfunkgeräte, die von der Reichsrundfunkkammer gemeinsam mit der Rundfunkwirtschaft durchgeführt wird. Es haben unzählige Volksgenossen bereits ihre alten Geräte gegen solche modernster Art bei ihrem Rundfunkhändler umgetauscht, bei einer Vergütung von 15 v. H. des Bruttoeinkaufspreises. Wer von dieser außerordentlichen Vergünstigung noch gleichsam vor Toresschluß Gebrauch machen will, der beeile sich, da am 15. Juli die Umtauschaktion abläuft. „Das bekommen ja die (Schweine." ZdR. Sommergästen auf dem Lande wurde früher sehr häufig, wenn sie ein Stück Brot auf den Boden fallen ließen, oder sonst mit Lebensmitteln nicht Tausendjähriges Dornburg. Von Sophie Lederer-Eben. Aus der Stadt Gießen. Der Vogel im Bauer. Schau ich aus meinem Fenster hoch, bann sehe ich dort, wo am gegenüberstehenden Haus das graue Schieferdach anfängt und eine Reihe von einzelnen Mansardenfenftern hochragt, einen Vogelbauer. Er ist aus rötlichem Holz und sehr winzig. Ein armseliger Käfig. Aber wie unruhig ist er! Denn in ihm sitzt ein schwarzer Vogel und der huscht hin und her, her und hin, ewig schnellen die kleinen Füßchen das Gewicht des Körperchens von einer Käfigwand zur anderen. Seit ein paar Monaten wohne ich in diesem Haus. Noch nie sah ich den Vogel, aber sicher stand er schon ost da oben im Freien. Ich sah die starren, grauen Steinfiguren an dem Haus gegenüber, ich hörte den Gesang von Männerchören aus dem hohen Wirtshaussaal in diesen Sommerabenden, ich sah es, wie der Gewitterregen das Schieferdach blankblau wusch ... nur den Vogel sah ich nicht. Heute, an diesem grellen Julitag, fällt er mir zum erstenmal auf. Er lebt zwischen Himmel und Erde. Sein Vogelherz weiß nichts von Bäumen, vom Schlaf unterm Laub, vom Hüpfen über Kies, er kennt nur die kleine, kahle, hölzerne Welt, die Stäbe des winzigen Gevierts, die kleinen Hölzchen zum Hüpfen, die winzigen Gefäße, aus denen der Vogel Körner pickt und Wasser aufnimmt. Im Dachkandel scheint nichts Grünes zu sein. Der Vogel hat über sich den hohen Himmel mit weißen Märchenwolken des Juli. Seine schwarzen Kugeläuglein sehen nur diesen Himmel — oder das Mansardenfenster mit den weißen Vorhängen. Ich weiß nicht, ob der Vogel aus Bangnis hüpft ober aus Freude und Lust am Leben und Licht. Ich könnte mit seinem Besitzer reden und sagen: „Lassen Sie ihn doch fliegen!" Aber dann fräße diesen Vogel, der nichts von der Freiheit weiß, leicht die Katz'. r. k. Hände weg vom Jungwild! LW. „Ein junger Hase, ein junger Hase!" mit wildem Geheul stürmt die Meute auf das entdeckte Versteck des Junghasen, der sich wehrlos noch enger an den Erdboden kuschelt. So sorgsam, wie es nur die rauhen Jungenhände tun können, wird das Tier aus seinem Nest heraus geholt, und fort geht es mit der Beute. „Den können wir zu Haufe aufziehen 1" Zwei oder drei Tage dauert die Freude. Der Junghase wird immer matter und schwächer und schließlich ist er tot. Traurig stehen die Jungen um das arme Tierchen, sie haben ihm Futter gegeben, es gut behandelt, und nun ist es doch gestorben. Nie wird der Mensch mit noch soviel Liebe und Hingabe es fertig bringen, Jungwild zu Hause mit künstlichen Mitteln die Mutter zu er- torlärm dieses Fahrzeugs wirklich so stark sein, daß er (trotz Lärmbekämpfungsbestrebungen) an den Nerven aller Straßenanwohner reißt? Vor allem in bergigen Straßen ist dieser gewaltige Motorenkrach festzustellen. Soweit Lastautos ober Fernlastzüge in Betracht kommen, wirb man sich ja wohl oder Übel mit stärkerem Motorengeräusch abfinden müssen, weil eben die Schwere des Fahrzeuges und der Ladung die entsprechende Arbeit des Motors bedingt. Aber muß denn auch bei Personenkraftwagen und bei Motorrädern unbedingt der gleiche Krach hingenommen werden? Man beobachte nur einmal unauffällig— also nicht etwa in der Polizei- ober der NSKK- Uniform, denn diese wirken schon an sich auf manche Kraftfahrer sehr erzieherisch — den Kraftfahrbetrieb etwa in der Frankfurter Straße zwischen der Liebig- straße und der Hofmannstraße, oder in der Licher Straße, ober in ber oberen Kaiserallee, nicht minder auch in der oberen Marburger Straße. Da kann man häufig ein blaues Wunder erleben. Mancher Kraftfahrer scheint eben das Gebot der Lärmbekämpfung allzu engherzig nur auf das Hupen anzuwenden, aber bas Arbeiten des Motors dabei auszuschließen. Da wird denn auf der ansteigenden Straße aufgedreht, noch mal aufgedreht und immer noch einmal aufgedreht! Und wenn bann ber Wagen ober das Motorrad etwa mit 70, 80 oder 90 Stundenkilometer die Straße hinauffliegt, freut sich der Kraftfahrer. Die Straßenanwohner aber fluchen und wettern und fragen nur das eine: Lärmbekämpfung, w o bist du? Was hier in kurzen Worten von den Ausfallstraßen gesagt wird, das kann man zum Teil auch in den Straßen des Stadtinnern bemerken. Daher unser Wort an alle, die es angeht: Wir loben und preisen euch ob des bisherigen Lärm- Dichtung aus deutscherLandschast. Von Erich Langenbucher. Fragst du, was Deutschland sei, so wird es dir schwer, eine Antwort zu geben, denn Deutschland ist so verschieden wie die Menschen seiner Landschaft, dieses Land ist so vielgestaltig und reich, so voll Ueberraschung und immer wieder neu; trotzdem ist es dir so vertraut, weil es eben deine Heimat ist, und immer ist es ein großes leuchtendes Bild, das vor dir aufsteigt, wenn du den Namen Deutschland hörst, und immer wird dein Herz höher schlagen, wenn Du dieses Wort hörst und wenn du ganz verstehst, was es bedeutet. Der, der sich Deutscher nennt, Deutscher aus dem tiefsten Herzen, wird dieses Wort verstehen und deuten können. Und doch fragt man, was Deutschland sei, und wird nicht so rasch eine Antwort finden. Du wirst einen Augenblick still werden und ihm dann erzählen von dem Dorf, in dem du geboren bist, von den Bäumen, die an deinem Schulweg standen, von den Häusern, in denen du aus und ein gingst, von den Menschen, die dich auf deinem Weg begleiteten, von der Stadt, deren dröhnendes Arbeitslied deine Jugend umschloß; wirst ihm erzählen von den Tieren und Vögeln des Waldes, vom Frühling mit feinen Blumen, vom Sommer mit feinem Korn, vom Herbst mit den fruchtschweren Baumen und vom Winter mit seinem Schnee und von Tannen des Weihnachtstages. Und du fragst weiter ist das wirklich Deutschland, und du erhältst die Antwort: ja, das ist Deutschland, das ist meine Heimat, da bin ich geboren, da lebe ich und da werde ich wohl auch sterben. Und du kommst in den Süden dieses Landes und du siehst die weichen Berge mit ihren Wäldern untr Häusern, du siehst die weidenden Herden, den Schäfer, der über seine Herde wacht. Und du hörst das Läuten der Glocken, das am Abend und am Sonntag aus den Tälern heraufklingt auf die Höhen, wo der Himmel und die Erde sich zu berühren scheinen. Das ist Deutschland! Du kommst in den Osten, dort, wo die unendlichen, weiten Seen in der Landschaft liegen wo die Wildenten und die Wildgänse durch die Lu st gleiten und wo die Höfe einsam zwischen den Feldern liegen und wo du stundenlang gehen kannst und nur das reifende Korn dich umgibt, und wo bu stundenlang wandern kannst, und der Schnee eine weite Einsamkeit bildet, wo sich die Burgen aus deutscher Geschichte erheben und dir Kunde aeben von großen Männern und ihren Taten. Auch das ist Deutschland! Aber die Zeit ruhiger Prunkentfaltung ist ohnehin vorüber, denn 1631 brechen die Plünderungen des Dreißigjährigen Krieges über Dornburg herein. Ein Liebling der Herzogin, der Wege und Stege kennt, führt die Kroaten nachts den Dornberg hinan, Anne-Marie selbst wird in ihrem Schloß verwundet, aber die „Getreuen von Dornburg" eilen in letzter Not ihrer geliebten Herzogin zu Hilfe; die Plünderer, verfolgt, ergreifen auf ihren Pferden die Flucht, und stürzen in der Finsternis den zweihundertfünfzig Meter hohen Felsen hinab. Die Stelle heißt noch heute der „Kroatensturz . Vom ältesten Schlosse führen wenige Schritte zum Rokokoschloß, einem zierlichen Lusthaus, das sich Herzog Ernst August von Weimar „Zu anständiger Hofhaltung im Grünen" erbaut (1736/47). Dieser Mittelpunkt der märchenschönen Gartenanlagen, in dessen Tuffsteingrotte Ernst August sich mit einem Magier der „Goldmacherei" ergeben bat, um flu Der Erkenntnis zu kommen, daß „diese Adepten Windmacher und Galgenvögel" seien, wird dadunh bedeutsam, daß G o e t h e in den Raumen des Mittelschlosses die erste Prosafassung der „Iphigenie nie- berfd;rieb. Am 2. März 1779 teilt er der Freundin Charlotte von Stein in Weimar mit: Das Stuck formt sich und kriech Glieder!" und den Freund Knebel schreibt er später: „Hätte ich die paar Tape in dem ruhigen und lieblichen Dornburger Schlößchen nicht gehabt, — das Ei wäre, halb ausgebru- tet, verfault". X Durch die kühle Dämmerruhe des Schloßgartens gelangt man zum Stomannschen SdWen, dem eigentlichen Goethe-Schloß. das der Dichter ,m Sommer 1828 in Gesellschaft seines Dieners und seines Sekretärs, bei dem schmerzlichen Zustande eines Innern" für neun Wochen bezog um tm Verkehr mit seiner Allheilenn Natur vom Schmerze um den Tod seines Fürsten und langfahrigen Freundes Carl A.igust zu genesem Hier regelt er tonen Tag nach dem Gang der Gestirne, die ihm „prächtig zu Stäupten glühten". Bon den Fenstern einer Bergstube" konnte er das Saaletal Mit den gegenüberliegenden Bergen, konnte er den ganzen Simmel Überblicken und Wolkenstudien treiben. Im Garten schauend und finneni), von Blume -ju Blume, von Rebe zu Rebe schreitend, machte er seine botanischen Auszeichnungen Das Märchen, das er in Dornburg lebte, brachte ihn au; den Gedanken, dieser Aufenthalt sei ihm ,ham°n,sch angewiesen, und er schloß es m bie Worte em: „Wie es auch sei, das Leben — es ist gut! Lärmbekämpfung in der Stadt! Ein Wort, bei dem bisher viele mitleidig lächelten. Mit diesem Lächeln oder auch mit knappen Worten wurde gewissermaßen ein „Unmöglich" zum Ausdruck gebracht. Dennoch möchte man in Gießen, nach den Beobachtungen der letzten Tage, sagen: das „Unmögliche" i st Wirklichkeit geworden! Zwar noch nicht hundertprozentig, aber doch immerhin zu neunzig bis fünfundneunzig Prozent. Man hört in unseren Straßen kaum noch ein Hupensignal der Kraftfahrer oder das erregende Klingeln eines Radlers. Und unsere Straßenbahnen sind geradezu „Schleicher" geworden, denn sie kommen fast völlig geräuschlos durch die Straßen und um die Ecken. Wer sich früher an den Haltestellen ganz in seine Gedanken vertieft hatte und auf das Klingeln des Straßenbahnführers sich getrost verlassen konnte, der muß heute Augen und Ohren aufsperren, sonst fährt ihm, oder richtiger gesagt „schleicht" ihm der Straßenbahnwagen vor der Nase weg. Also: Soweit das Hupen und Klingeln in Betracht kommt, ein überwältigender Sieg der Polizei und aller ihrer Helfer in der Woche der Lärmbekämpfung und der Verkehrserziehung! Wir haben diese Feststellung bewußt auf das Hupen und Klingeln beschränkt. Denn zur Lärmbekämpfung, die natürlich nicht das Ziel einer Kirchhofsruhe in den Straßen haben kann, gehört ja auch noch einiges mehr. Und damit kommen wir nach dem Lob an die Kraftfahrer zu unserer Bitte an diese. Es ist uns klar, daß das Kraftfahrzeug bei der Arbeit seines Motors stets als Quelle des Geräuschs im Straßenverkehr zu bemerken sein wird. Aber wir fragen uns manchmal, auch in Der jetzigen Lärmbekämpfungswoche, bei manchem Auto oder Kraftrad: Muß der Mo- Gießen ohne Lärm.—Heute Disziplin—und künftig? Lob und Bitte an die Kraftfahrer. - Llnfere Straßenbahner ganz bei der Sache. setzen. Es brauchen, ja nicht immer die „bösen Buben" zu sein, die dem Jungwild, das gerade in dieser Zeit seines Wachstums besondere Ruhe und Schonung erfordert, nachstellen oder es durch die Schonungen oder über Die Felder jagen. Wie oft kommt es vor, daß auch Pilzsammler ober Erholungsuchende unseren jungen Tieren schweren Schaden durch Unachtsamkeit zufügen. Freunde der Natur werden zu ihrem bittersten Feind. Dabei ist es in vielen Fällen gar nicht so böse gemeint; Liebe am unangebrachten Platze schadet eben mehr als es sich die meisten Menschen vorstellen können. So kommt es doch in der Natur vor, wenn auch nur einmal zarte Hände über ein Tier streicheln, die Mutter sich dieses Jungtieres nicht mehr mit dem von Menschenhänden berührten Tier abgibt, und das arme Geschöpf hilflos eingeht. Jetzt, wo sich die Natur wieder erneut und verjüngt hat, muß der Mensch auf dieses Wunder die erdenklichste Rücksicht nehmen. Vernünftig soll er selbst Anteil daran haben und das frohe und geheimnisvolle Treiben im dunklen Wald und auf Den weiten Feldern belauschen. Darüber hat aber doch Die uneingeschränkte Achtung vor Der Schöpfung zu stehen; ist doch der Wald und die ganze bekämpfungserfolgs beim Hupen. Unser Lob und Dank wird aber noch stärker sein, wenn ihr die Lärmbekämpfung auch auf den unnötigen, d. h. auf den vermeidbaren Motoren- krach ausdehnt! In dieser Hoffnung rühmen wir heute die Disziplin der Kraftfahrer und unserer Gießcmer Straßenbahner. Wir hörten von zahlreichen Kraftfahrern und von unseren Straßenbahnern, daß sie selbst es nicht für möglich gehalten hätten, ohne Hupen und Klingeln ihre Fahrzeuge durch die Straßen zu bringen. Aber es geht ganz vortrefflich! Unsere Straßenbahner, die wir allesamt als pflichtbewußte und stets einsatz- und opferbereite Diener Der Allgemeinheit kennen, wer- Den auch künftighin Dem Klingelknopf seinen Ruhestand gönnen, falls nicht etwa ein Zustand höchster Gefahr es erheischt, ihn doch einmal anzuschlagen. Wir hegen auch Die Hoffnung, daß die Kraftfahrer Die Schreihälse ihrer Fahrzeuge verstummt sein lassen merDen. JeDoch möchten wir — gaüz still unö leise — noch Die Frage aufwerfen: Wird Der jetzige löbliche Zustand Der Lärmbekämpfung eine’ Einrichtung von Dauer roeröen? Als solche ist das Ziel Der Lärmbekämpfungswoche ja ge- Dacht. Und nur dadurch allein erhält die gegenwärtige vorbildliche und anerkennenswerte Erziehungsarbeit der Polizei und ihrer Helfer an allen Verkehrsinteressenten erst ihren eigentlichen Sinn und ihre verdiente Belohnung. Freilich als Dauerzustand nicht nur die Lärmbekämpfung durch Ausschaltung von Hupen und Klingeln, sondern den gleichen Kampf auch gegen den unnötigen Motorenlärm, insbesondere während Der NachtstunDen, Damit Das Gebot Der Nachtruhe für Die schasfenDen Volksgenossen überall zur erfreulichen Wirklichkeit wirD! Gloria-Palast, Seltersweg: „Meiseken". — Hand- arbeiten-Schau: 10 bis 18 Uhr, Hotel Prinz Carl, Seltersweg. — Berliner Mozart-Chor: 20 Uhr, Aula. Einstellung von Führer-Anwärtern beim Reichsarbeitsdienst. Die Reichsleitung Des Reichsarbeits- Dienstes gibt bekannt: Zum 1 Oktober 1937 roerDen bei allen Arbeits- gauen F ü h r e r a n w ä r t e r eingestellt. In Frage kommen Bewerber, welche zum 1. Oktober 1937 ihrer aktiven Wehrpflicht genügt haben und nicht über 24 Jahre alt finD, bevorzugt wird, wer schon im Arbeitsdienst gewesen ist. Der Bedarf erstreckt sich vornehmlich auf Bewerber für Die untere Führerlaufbahn, erwünscht ist eine handwerkliche oder kaufmännische Vorbildung. In der unteren Laufbahn ist Die Beförderung zum Truppführer, Obertruppführer und bei entsprechender Bewährung zum Unterfeldmeister möglich. Bei vorzüglichen Leistungen und Nachweis einer angemessenen geistigen Veranlagung ist Der Aufstieg in Die mittlere Laufbahn nicht ausgeschlossen. Heber Die einzelnen Laufbahnen, Die gestellten AnforDerungen, Beförderungen, Besoldungs- und Versorgungsverhältnisse im Reichsarbeitsdienst und Die Art Der Unterlagen, Die Den Bewerbungen beizufügen sind, ist Näheres aus Dem Merkblatt „Führer- und Amtswalterersatz Des Reichsarbeitsdienstes" zu entnehmen. Dieses Merkblatt kann von allen Dienststellen erlangt werden und liegt außerdem ■ II r 3 H! Aus der engeren Heimat jr 41 Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) ♦I i« . I, wurde er bock- i M :oosrainer« SCHWARZKOPF Sendebezirk). Offene Stellen. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Das macht Laune! Fideles Schallgeplätscher in Wort und Ton. 15.15: Volk und Wirtschaft. 15.30: Ein frohes Singen und Spielen der Jugend am Rhein! 16: Nürnberger Tand. 18: Zeitgeschehen im Funk. 19: Unsere Spaten sind LPD. Straße Tödlich verunglückt. Bad-Nauheim, 7. Juli. Auf der zwischen Steinfurth und Bad-Nauheim er- da die mit die auf starrig und ungemütlich. Wenn er die Anna so weit brachte, daß sie seinem Buben die kalte Schulter zeigte, würde das mit der Moosrainerin wohl bald in die Reihe kommen, und dann war keine Gefahr mehr. Wenn er nur wüßte, wie er mit der Anna daran wär'. Die benahm sich undurchsichlig wie ein Brett. Beim Marti kannte man, daß es lichterloh brannte. Aber von der Anna wußte man nichts. ordentlichen Hof 'runter, weißt, die sich in unferm Sach' auskennt. Was meinst, was es bei uns Arbeit gibt! Da hat eine Bäuerin nix Gutes im Leben, hörst!" ©er Juchs in der Bauernküche. LPD. Aus dem Vogelsberg, 7. Juli. Mit einer beispiellosen Dreistigkeit raubte schon seit einiger Zeit in dem Vogelsbergdorf Nieder- M o o s ein Fuchs, der einen Wurf Jungfüchse zu betreuen hatte, alles zusammen. Nicht nur Hühner, „Nein, Herr Bürgermeister. Hätten Sie ihn qe- braucht?" ö 1,57 Mark, feine Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60, Landbutter 1,42 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, deutsche, Klasse C 9%, ungezeichnete 8, Wirsing, VA kg 20 bis 25, Weißkraut 12 bis 15, Rotkraut 22 bis 25, gelbe Rüben 20 bis 25, das Bündel 10 bis 15, Spinat 25, Römischkohl 10 bis 12, Bohnen, grün, 29 bis 35, gelb 30 bis 35, Erbsen 20 bis 30, Tomaten 40 bis 50, Rhabarber 10 bis 12, Pilze 45 bis 50, Kartoffeln, neue 8 bis 9, Pfirsiche 50, Himbeeren 30 bis 45, Birnen 28 bis 40, Kirschen 35 bis 50, Heidelbeeren 30 bis 35, Stachelbeeren 15 bis 35, Johannisbeeren 15 bis 22, Erdbeeren 45 bis 55, Suppenhühner 90, Blumenkohl 10 bis 60, Salat 10 bis 20, Salatgurken 10 bis 35, Einmachgurken 3 bis 8, Oberkohlrabi 5 bis 8, Rettich 5 bis 20 Pf. Waffen der Ehre. Unsere Soldaten der Arbeit singen und musizieren. 20: Schönes Italien. Kleine Reise nach dem Süden. 21: Als Einlage: Zeitangabe und Nachrichten. 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 22.30: Wir tanzen in den Sonntag. 24 bis 1: Nachtkonzert. Für 20 Pf.: mit „Haarglanz“-Bad Für 30 Pf.: mit „Haarglanz"-Wirkung bei der Wäsche Diese Erfrischung können Sie sich ohne Sorge wöchentlich gönnen — wenn Staub und Hitze es erfordern, sogar noch öfter! Bedingung Ist aber Wäsche mit milden Spezialmitteln, die kein Alkali und keine Kalkseife im Haar zurücklassen, also mit „So, der Martl soll heiraten? Was Sie nicht sagen, Herr Bürgermeister? Eine hiesige?" „Nein. Eine aus Deichting. Die 2)11^.:.....- Dheres. Eine Stattliche, Große, Saubere, mit einem Schneuztüchel voll Geld. Er braucht eine von einem JtunOfunfprogramm. Freitag, 9. Juli. 6 Uhr: Choral. Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause (7): Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Bäderkonzert. 9.30: Hausfrau, hör zu! 9.45: Mutter turnt und spielt mit dem Kinde. 11.45: Deutsche Scholle. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). Offene Stellen. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Dem Opernfreund. 15.15: Volk und Wirtschaft. Allerlei vom Kleinvieh. 16: Unterhaltungskonzert. 18: Zeitgeschehen im Funk. 19: Im Rhythmus der Freude. 21: Nachrichten. 21.15: Nordische Musik. 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 22.20: Aus Washington: Worüber man in Amerika spricht. 22.30: Musik zur Unterhaltung. 24 bis 1: Nachtmusik. Samstag, 10. Juli. 6 Uhr: Choral. Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause (7): Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Bäderkonzert. 9.30: Hausfrau, hör zu! 11.40: Gaunachrichten. 11.50: Deutsche Scholle. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten (auch aus dem Entrahmte Milch wehrt Krankheiten ab! Don Or. phil. habil. Banmgäriel. Die in der „Stadt Wetzlar" abgehaltene Bezirksversammlung des Hausbesitzeroereins wurde von Albin Klein geleitet, der insbesondere den Redner des Abends, Rechtsanwalt Dr. Wämser, begrüßte, der über das „Vermieterpfandrecht" sprach. Der Vortrag war wegen besonderer Wünsche angesetzt, und der Redner ging dabei auch auf die Anlässe dazu ein. Er betonte, daß dem Hausbesitzer grundsätzlich ein Recht auf die eingebrachten Sachen des Mieters zur Befriedigung seiner Mietforderun- gen zustehe. Als die dem Vermieterpfandrecht unterstehenden Sachen gelten in erster Linie Möbel. Wichtig sei, daß sie der Mieter einbringe, deshalb sei in den Einheitsmietoerträgen die Unterschrift von Mann und Frau vorgesehen. Der Redner betonte, daß der Vermieter die Miete nicht lange hängen lassen dürfe, weil es dann schwierig werde, die aufgelaufenen Rückstände überhaupt zu bekommen. Beim Auszug eines Mietschuldners stehe dem Hausbesitzer das Recht eines Gerichtsvollziehers zu. Er dürfe selbst Möbelstücke in Besitz nehmen und sie sicherstellen. Wenn der Mieter sich sträube, könne der Hausbesitzer eine einstweilige Verfügung am Gericht, die ihm sofort erteilt werde, beantragen. Wenn der Mieter absichtlich heimlich Gegenstände, die zur Befriedigung des Vermieters dienen könnten, aus dem Haus schafft, liege Pfandverschleppung vor. Für den Hausbesitzer sei es ratsam, rechtzeitig seinem Mieter zu sagen, auf welche Sachen er Beschlag legen wolle. Natürlich muß der Hausbesitzer sich davon überzeugen, daß diese keinen Eigentumsvorbehalten unterliegen. Für den Hausbesitzer sei es ferner wichtig, daß er beim Auszug eines Mietsäumigen sofort die Gegenstände festhält, wozu ihm ein Recht eingeräumt sei. Die Polizei habe mit diesen Dingen nichts zu tun. An Hand von praktischen Vorfällen gab der Rechtsanwalt aufschlußreiche Ratschläge für eine beiderseitig zufriedenstellende Vermeidung solcher Vorfälle. Frl. Launspach besprach eine Reihe neuer steuerlicher Fragen und erteilte Auskünfte, die für den einzelnen sehr wertvoll waren. Wegen der Beschaffung der für das Ern äh- rungshilfswsrk notwendigen Eimer wurde Vortragsabend im Hausbesiherverein Vechtsanwalt ©r. Wämser: ,©ae< Vermieter-Pfandrecht". feine Ueberredungskünste. Für das erstemal war genug dischkriert. Gut Ding braucht lange Weil'. „Eine Frau muß man doch mögen, Vater!" „Ach was — mögen! Das kommt von selber. Deine Mutter selig hat mir auch mein Vater zugebracht. Deswegen haben wir doch gut miteinander gehaust. Also- das mit der Theres überlegst dir! Punktum!" Als der Martl die Gute Stube verlassen hatte, ging der Gsodmair an den großen fichtenen Wäscheschrank und fing das Herumkramen an. Versonnen betrachtete er das viele Leinen, an das seine verstorbene Frau ihr Herz gehängt hatte. Dann begann er auszuräumen, hier ein Stück, dort eines. „Also dann zählen wir noch einmal!" murmelte er. „Zwei Bettücher, zwei Ueberzeug, vier Kissen, zwölf Taschentücher, sechs Handtücher; so, das wird langen. Wird ein sappermentischer Packen! Hoffentlich begegnet mir keiner." eine Verhandlung mit der Kreisleitung der'NSV. angebahnt. Albin Klein wies im Rückblick auf die letzten Hausbesitzerverbandstagungen auf die Anerkennung des Hausbesitzers als sehr notwendigen Stand hin und sprach damit im Zusammenhang den Wunsch aus, daß sich ein gutes Einvernehmen zwischen Vermieter und Mieter immer mehr durchsetzen möge. Beide Partner hätten ihren Verpflichtungen nachzukommen. Namentlich bei den gemeinsamen Interessen im Hause, der Waschküche, Bleiche usw. müsse verständnisvolle Zusammenarbeit möglich sein. Es wurde weiterhin die Anregung gegeben, um den Gedanken der Gemeinschaft unter den Hausbesitzern zu pflegen, außer dem gemeinsamen Besuch von Veranstaltungen, auch Ausflüge zu veranstalten, die alle Hauseigentümer zum praktischen Gedankenaustausch zusammenführten. Mit Recht hat man die Milch als „Quelle der Dolkskraft" bezeichnet; enthält sie doch alle zum Aufbau und zur Erhaltung des menschlichen Körpers lebensnotwendigen Nährstoffe, das heißt neben Wasser (87,6 v. H.) und gewissen für Blut- und Knochenbildung wichtigen Mineralsalzen (0,75 v. H.) vor allem Eiweißkörper (3,5 v. H.), Kohlehydrate (4,6 v. H.) und Fett (3,5 v. H.), deren ernährungsbiologische Verwertung im Serbauungsaft noch dadurch gefördert wird, daß sich diese Nährstoffe in einem für ihre Aufnahme bestgeeigneten Zustand in der Milch vorfinden. Die neuzeitliche Zentrifugalentrahmung der Vollmilch, welche zur Herstellung von Qualitätsbutter notwendig ist, führt zur entrahmten Milch, welche — außer Spuren von Fett — alle wertvollen Nährstoffe der Vollmilch in unverminderter Kraft enthält und daher ein billiges, nährwertreiches sowie bekömmliches und gesundes Volksnahrungsmittel darstellt. Die entrahmte Milch eignet sich vorzüglich für Trink-, Koch- und Backzwecke und kann auf einfachste. Weise auch zur Gewinnung von Speise- auark verwendet werden, der — mit Salz, Pfeffer, Kümmel, Zwiebel und Schnittlauch gewürzt — als Brotaufstrich oder mit Salzkartoffeln genossen sich großer Beliebtheit erfreut. Mancher Hausfrau bietet der Speisequark ein willkommenes Füllmaterial für Kuchen und sonstiges Backwerk, das erfahrungsgemäß nicht nur ganz vorzüglich schmeckt, sondern auch sehr gut bekommt und sättigt. In der entrahmten Milch und in dem hieraus bereiteten Speisequark liegt ein vorzügliches Eiweißnahrungsmittel vor. Die Eiweißkörper der entrahmten Milch find in gequollener Form äußerst fein verteilt, weshalb das Milcheiweiß nicht nur leicht vom Körper ausgenommen und vertragen wird, sondern auch in seltener Weise zum Aufbau und Ersatz des menschlichen Körpereiweißes ausgenutzt werden kann. Zum Unterschied von Fleisch-, Fisch- und Getreideeiweiß enthält nämlich das Milcheiweiß alle jene naturnotwendigen Bausteine, aus denen sich das menschliche Körpereiweiß bilden kann. Dazu kommt, daß die Verarbeitung des Milcheiweißes im Verlauf der Verdauungsoorgänge keinerlei nachteilige Spaltprodukte entstehen läßt. Der Genuß von Milcheiweiß führt zu einer Entgiftung des Verdauungskanals, weil das Milcheiweiß eben infolge einer feinflockigen, gequollenen Form giftbindend virkt, was in der praktischen Heilkunde dazu ge- ührt hat, daß man bei Magen- und Darmvergif- tungen flüssige Milch als wirksame Gegenmittel verabfolgt. Beiläufig sei bemerkt, daß reichlicher Milchgenuß auch bei Darmstörungen infolge Tabakmißbrauchs sehr zu empfehlen ist. Was die Kohlehydrate der entrahmten Milch an- von der Veterinarklinik bis zur Stadtgrenze, wurde mit Splitt und Teer neu eingeebnet. An einzelnen Stellen war die Fahrbahn sehr schlecht geworden; namentlich kmrz hinter der Eisenbahnerwohnkolonie fanden sich große Schlaglöcher vor. Schon seit Jahren ist der Fahrdamm hier immer feucht, vermutlich durch Hervortreten von Grund- oder Quellwasser, obwohl die Straße kanalisiert ist. Auch die Radfahrwege wurden mit Teer und Splitt bearbeitet und sind jetzt in bestem Zustand. Gegenwärtig werden an der Crednerstraße ebenfalls Verbesserungsarbeiten vorgenommen. Erhebliche Ausbesserungen wurden auch an der Grünberger Straße (zwischen Volkshalle und dem Walde), ferner in der Licher Straße (zwischen der Haltestelle der Straßenbahn und dem Bahnübergang) vorgenommen. An diesen beiden Straßen waren die Reparaturen dringend nötig geworden. Amtsgericht Gießen. Der E. S. aus Watzenborn-Steinberg hatte wegen Verstoßes gegen das Lebensmittelgesetz durch Strafbefehl eine Geldstrafe von 60 Mark erhalten. 2Iu; den Einspruch des Angeklagten hin kam es gestern zur Verhandlung vor dem hiesigen Amtsgericht. Der Angeklagte hatte am 11. Februar 1937 in seiner Bäckerei in Watzenborn Brötchen als Milchbrötchen verkauft, obwohl die Untersuchung durch einen Sachverständigen ergab, daß für die Herstellung keine Milch verwandt worden war. Der Angeklagte erklärte gestern, seine Brötchen hätten durch Zusatz von Fett denselben Nährwert, wie Milchbrötchen gehabt. Im übrigen sei es nicht seine Absicht gewesen, minderwertige Ware unter dieser Bezeichnung in den Verkehr zu bringen, sondern es sei ihm lediglich eine Unae- nauigkeit in der Ausdrucksweise unterlaufen. Da dem Angeklagten dies nicht zu widerlegen war, mußte die Anklage wegen vorsätzlichen Verstoßes fallengelassen werden. Das Urteil lautete wegen fahrlässiger Anbietung von Lebensmitteln unter irreführenden Bezeichnungen auf 2 0 Mark Geldstrafe. Der AngeUagte nahm die Strafe sofort an. Der Martl beguckte seine Stiefelspitzen und jagte nicht gicks und sagte nicht gacks. Müßt' mir schon eine, dachte er, und der Schmerz um die Mutter vertröpfelte ein wenig. Dann kratzte er sich den Hals. Der Bürgermeister sah seinen Aeltesten schief von der Seite an und ärgerte sich über diese Mundfaulheit. „Alsdann, daß wir zur Sach' kommen. Ich hab' dir schon eine ausgesucht. Die Moosrainer-Theres aus Veichting. Eine brave Person, arbeitsam und sauber vom Herschauen! Kriegt 9000 Markt bar auf die Hand; ein schönes Geldl, wenn man bedenkt. Könnten dem Kern die untere Wiese abkaufen damit und die Scheuer Herrichten lassen. Das wär' ihre Photographie. Was meinst?" Er schob dem Martl auf der Tischplatte ein Bild hin. Anschauen kostet ja nichts, überlegte sich der und besah die Moosrainer-Theres. Bu, das ist keine für dich! dachte der Martl, zog den Mund herunter und schob das Bild vorsichtig zurück. „Was hast denn auszusetzen an der?" forschte der Gsodmair mißtrauisch. „Das Ganze halt--" „Freunder!, ich hör dich schon gehen! Kommst nur wieder mit der Anna daher? Die schlag' dir gefälligst aus dem Kops, das hab' ich dir schon ein paarmal gesagt! Wie ein Büffel ist der Kerl!" schimpfte der Gsodmair wütend. „Wenn ich die Anna nicht krieg', freut mich die ganze Heiraterei nicht!" begehrte der Martl auf. „Heirat halt du die Moosrainerin!" „Red nicht so saudumm daher, sonst sangst eine! Ich heirat' überhaupt nimmer. Also bu, das überlegst dir noch einmal! Das Bildl lass' ich da. Kannst dich einstweilen anfreunden damit. Ihr Jungen seid ja so dumm, daß ihr brummt! Wo findest du denn gleich wieder eine, die 9000 Markt mitkriegt? Bei der Zeit? In Wirklichkeit schaut sie viel jünger aus wie aus dem Bild", beendete der Bürgermeister Er schichtete alles fein säuberlich auf einen Stoß, holtL braunes Einwickelpapier in der Kammer und ein halbes Dutzend von den goldgelben Schmalznudeln, die noch von der Trauerbewirtung waren. Ein bissel zäh waren sie schon, aber Anna hatte ja gute Zähne. Dann belud er sich diesen Geschenken, schlich wie ein Indianer knarrende Stiege hinab und verließ den Hof dem Umweg durch den Stall. Als er ankam, stand die Anna verträumt zwischen den Gartenbeeten. Sie hatte das weiß-grün gestreifte Waschkleid an, das ihr Jost aus der Stabt einmal mitgebracht hatte, unb dieses war natürlich 3U kurz, weil Männer nicht einkaufen können. Sie hatte bie braunen nackten Arme auf den Rechenstiel gestützt und fat) in solcher Haltung einer Nymphenburger Porzellangärtnerin nicht unähnlich. Die Vormittagssonne schlug helle Funken aus ihrem rötlichen Haar. Rings um sie blühte der Vorsommer, Türkenbund, Rittersporn und Flammende Herzen. Auch Malven waren da und Phlox und Verbenen Nur die zu spät eingepflanzten Rasen besaßen einen Knacks und wollten nicht recht gedeihen. Anna lag im Kampf mit Unkraut und einer besonderen Sorte von Käfern, die hinterlistig die Wurzeln anfraßen. Augenblicklich war Gefechtspause. „He, Anna! Ist dein Doktor da?" Die Anna hörte sehr gut und erwiderte schnell und schnippisch: „Gott, Arbeit habe ich auch! Mehr als genug! Da redet man nicht davon." „Aber keine solche, laß dir sagen. Eine Bäyerin muß mit den Hühnern heraus unb zuwerkeln, bis sie abenbs ins Bett fallt. Eine Bäuerin muß sich bücken, bis ihr das Kreuz abbricht, und Mist breiten unb Kartoffeln hauen unb was weiß ich. So eine Bäuerin hat nix zum Lachen, Anna!" Der Gfobmair tat einen tiefen Seufzer nach biefem langen Diskurs. Fein hab' ich ihr bas hingesagt, völlig biplomatisch! dachte er zufrieden. Er hatte alles Wohlwollen für bie Anna, Gott wußte es, aber sobald es um ben Martl ging, starrig und ungemütlich. Wenn er o ** Eine Achtzigjährige. Am morgigen Freitag, 9. Juli, begeht Frau Mathilde Groe- n i n g e r Witwe, geborene Ferber, Steinstraße 59, in voller körperlicher und geistiger Frische ihren 80. Geburtstag. Die Jubilarin entstammt einer alten Gießener Familie; sie kann ihren Geburtstag im Kreise von sechs Kindern, fünf Enkeln unb zwei Urenkeln begehen. Seit über 50 Jahren ist Frau Groeninger treue Bezieherin des Gießener Anzeigers. ** Der Bund heimattreuer Schlesier (Deutscher Ostbunb), Bunbesgruppe Gießen, hielt im „Pfälzer Hof" eine Versammlung ab, bie in erster Linie der Werbung für die Sängerfahrt nach Breslau galt. Die Beteiligung an dieser Fahrt oedeutet eim Stärkung des Grenzlanddeutschtums. Es besteht die Möglichkeit, im Anschluß an die Breslauer Tage die schlesischen Bäder und Gebirge aufzusuchen. Mit den Sängern, von denen etwa 150 aus dem Kreise Gießen die Fahrt nach Schlesien mitmachen, wird auch eine Gruppe der hiesigen Schlesier in die Heimat fahren. Anschließend an die Fahrtbesprechungen fand ein gemütliches Beisammensein statt. **Straßen-Ueberholungen. In den letzten Tagen und Wochen wurden im Südteil unserer Stadt umfangreiche Straßenverbesserungsarbeiten vorgenommen. Die Frankfurter Straße, | WMeiliMWM Roman von Walther Kloepffer Copyright 1936 by August Scherl G. m. b. H., Berlin. betrifft, so handelt es sich hierbei um den wertvol- len „Milchzucker", durch den die Milch einen mildsüßen Geschmack erhält unb gewissen Bakterienarten einen willkommenen Nährboben bietet, ohne baß burch biese Bakterienvegetation unbebingt eine Beeinträchtigung der Genutztauglichkeit ber Milch aüftreten müßte. Im Gegenteil: bie vielen praktischen Erfahrungen, welche man mit Sauermilch, Joghurt, Kefir, ähnlichen Milchgärprobukten und nicht zuletzt mit Speisequark gesammelt hat — bie feit Jahrtausenden nicht nur als köstliche Erfrischungen genossen, sonbern auch von ber Volksmebizin als wirkungsvolle Heilmittel empfohlen werben —, bestätigen immer roieber bie natürliche Nähr- und Heilkraft ber Sauermilch unb bes Quarks. Die natürlichen Milchkeime, die „Milchsäurebakterien", bilden nämlich aus dem Milchzucker bie Milchsäure, bie — wie zum Beispiel auch im Sauerkraut — eine Art von barmbesinftzierenber Wirkung ausübt, weil sie die im Darm auftretenben Fäulniserreger unter» brückt und die Entwicklung einer fäurebilbenben Bakterienflora förbert. Die Milchsäure begünstigt ferner auch bie Wirksamkeit lebenswichtiger Verbauungssäfte unb steigert bie natürlichen Darmbewegungen, was begreiflicherweise alles der biologischen Nahrungsvermertung im Verlauf des 23er» bauungsaftes zugutekommt. Nicht unerwähnt fei schließlich, baß im Verlaufe ber Milchsäuerung auch bas Milcheiweiß in gewisser Weise ausgeschlossen wird, was naturgemäß die Eiweißverdauung unterstützt. Aus dieser Erkenntnis pflegt man an Säuglinge und an körperliche schwache, unterernährte und genesende Menschen natürlich oder künstlich gesäuerte entrahmte Milch mit besonderem Heilerfolg zu verabreichen. In der Gesamtheit dieserWerteigenschaften, welche die entrahmte Milch als berufenes Volksnahrungsmittel kennzeichnen, spielt schließlich noch der natürliche Reichtum ber entrahmten Milch an wertvollen Mineralsalzen eine bebeutsame Rolle. Die mit der entrahmten Milch aufgenommenen Mineralsalze bewirken Blut-, Knochen- unb Nervenbilbung; sie führen zu gesunber Muskelkraft unb Nervenstärke. Regelmäßiger Genuß von entrahmter Milch im süßen ober gesäuerten Zustand, als Speisequark ober als Quarkgebäck hat eine frische, reine Haut- unb Gesichtsfarbe zur Folge. Er bietet dem Körper natürlichen Schutz gegen 23erbauunsleiben unb Alterungs- schäden. Das Eiweiß ber entrahmten Milch reinigt unb entgiftet ben Körper vor den schädigenden Stoffwechselschlacken unb verleiht ihm eine natürliche Abwehrkraft gegen Krankheiten. Es liegt daher im Interesse unserer Volksgesundheit, wenn bie entrahmte Milch als Volksnahrungsmittel überall anerkannt unb verzehrt wird! „Das nicht", brummte der Gsodmair so beiläufig unb schubste sein schweres Paket in ben anberen Arm. „Einen schönen Garten hast du beinanb’l" „Gefällt er Ihnen? Das ist recht! Haben Sie Zeit? Dann führe ich Sie herum unb zeige Ihnen noch meine anderen Sachen." Sie geleitete ihn voller Stolz hinters Haus, unb er mußte alles gebührend bewundern, das Milchschaf, die zwei Ziegen, das junge rosige Schwein, bie Brahmaputrahühner unb das Stallhasenpaar Fips-Euphro- sine, wegen dem der Igel endgültig ausgezogen war. „Der reine Bauernhof!" lachte der Gsodmair und erschrak hinterher ein bißchen über bie drei Worte. „Und Arme haft wie noch mal eine Dirn! So braun unb so fest. Die hiesige Luft schlagt dir gut an, scheint's." „Sehen Sie mal ben Bizeps! Sie bürfen ruhig hingreifen! Das find Muskeln, nöch? Ich will mich ja nicht loben, aber einen halben Zentner stemme ich!" sagte sie ernsthaft. „Was ich sagen will, Anna: Ich hab' dir da ein bissel was von meiner seligen Frau mitgebracht. Wäsche. Wirst sie brauchen können, denk' ich. Mußt dich nicht grausen davor; sie ist ganz neu." „Ach, so schönes Linnen! Das kann ich ja gar nicht annehmen, Herr Bürgermeister!" lobte sie erfreut, „Nimm nur! Es ist dir vergönnt. Hab' dir eine Freude machen wollen." „Dann danke ich halt herzlich! Schad' um bie arme Frau!" „War schon recht, mein Reserl. Aber da kannst nix machen. Der Beinbimann holt uns alle, wie wir da sind." „Wird dem Marti arg sein. Er sieht recht blaß aus." „Ist uns allen arg. Aber man kann nicht immer bloß auf bie Toten schauen; die Lebenden verlangen auch ihr Recht. Auf so einen Hof muß wieder eine Bäuerin. Ich heirat' nimmer; muß es der Marti machen. Was mir grab einfällt — von der Wäsch' da brauchen die Meinigen nichts zu wissen, verstanden?" „Die Theres ist recht tüchtig. Wir sind auch ein wenig in der Verwandtschaft. 9000 Mark! kriegt sie mit. Der Marti kann von Glück sagen mit der." „Dann kann man ja gratulieren", sagte die Anna langsam. „Die Männer sind ein komisches Volk! Mit denen lernt man nie aus!" setzte sie spöttisch hinzu. Aber innerlich war sie voll Zorn. Bei ihr redete der Marti große Töne, schnurrte wie ein verliebter Kater herum, und dann bandelte er mit der von Veichting an. Sa einer! Nicht, daß sie sich gerade extra viel aus dem Marti gemacht hätte, aber weh tat die Enttäuschung doch. Der Bürgermeister war der Ansicht, daß das Wichtigste gesprochen war unb die Anna für alle Fälle Bescheid wußte, wie der Hase lief. Wenn sie gescheit war, ließ sie den Martl links liegen. Er verabschiedete sich mit ein paar freundlichen Worten unb roanberte auf Schleichwegen heimzu. Die Anna aber biß grimmig in eine Schmalz- nudel unb bachte: Oh, ihr Mannskerle, ihr schlechten, ihr ganz schlechten! Auf keinen von euch ist ein Fünkchen Verlaß! (Fortsetzung folgt.) eignete sich ein folgenschwerer Verkehrs- Unfall. Ein Junge fuhr mit einem Leiterwagen die stark abfallende Straße hinab. Im gleichen Augenblick kam von Steinfurth ein schwer beladener Lastkraftwagen mit Anhänger, auf den der Junge auffuhr. Bei dem Anprall wurde ber Junge zur Seite geschleudert. Der Fahrer des Lastwagens teuerte, um weiteres Unglück zu vermeiden, sein Fahrzeug stark nach rechts unb geriet dabei in einen Graben. Der Kraftwagen fuhr gegen ein Baum, wobei der Beifahrer her- ausgeschleubert wurde. Der Fahrer wurde i m Wagen eingeklemmt unb so schwer verletzt, daß er kurz nach feiner Einlieferung ins Bad-Nauheimer Krankenhaus fta r L. Auch ber verunglückte Junge mußte ins Krankenhaus eingeliefert werden, während der Beifahrer mit leichten Verletzungen davonkam. n öi hi in Gänse und Enten hieß er mitgehen, er mng sogar dieser Tage bis i n dieKüche eines 'Bauern und stahl am Hellen Tage den zum Trocknen auf - gehängten Mattesack mit Inhalt. Die Bäuerin, die ein Geräusch hörte, eilte in die Küche und sah den frechen Räuber durch die Haustür im Feld verschwinden. Als man der Spur nachging, fand man die Reste des Mattesackes. Landkreis Gießen. OO Klein-Linden, 7. Juli. Vergangenen Sonntag hielt der hiesige Männergesangverein „Harmonie" in seinem Vereinslokal „Zur Burg" eine außerordentliche Generalversammlung ab, die aut besucht war. Rach Begrüßung durch den Bereinssührer Fritz Jung gab dieser einen eingehenden Bericht über den Verlauf des 50jährigen Stiftungsfestes. Daraus war zu entnehmen, daß das Fest in allen Teilen einen guten Verlauf genommen hat. Der Festpräsident Diehl dankte den Sängern, insbesondere den Mitgliedern der einzelnen Ausschüsse, für ihre im Interesse des deutschen Liedes geleistete Arbeit. Von dem Mitglied des Finanzausschusses, Wilhelm Fink, wurde die Festrechnung verlesen, die mit einem ansehnlichen Überschuß abschließt. Don einem in der Versammlung bestimmten Prüfungsausschuß wird die Festrechnung einer Prüfung unterzogen. Besonderer Dank wurde in der Versammlung den hiesigen Vereinen ausgesprochen, die das Fest tatkräftig unterstützt und viel zu dessen Verschönerung beigetragen haben. Im Anschluß an die Versammlung verlebten die Sänger beim Gesang schöner Lieder noch einige frohe Stunden. — Lang-Göns, 7. Juli. Heute ging hier ein starkes Gewitter nieder, das von reichlichen Niederschlägen begleitet war. Die Kanalanlaaen konnten die gewaltigen Wassermassen nicht ausnehmen, so daß die tiefer gelegenen Strahenteile unter Wasser gesetzt wurden. Etwa 20 Zentimeter hoch stand das immer zuströmende Wasser, das in einige Keller der Breitegasse eindrang. Nach einigen Stunden war die Straße wieder frei. + Holzheim, 6. Juli. Am vergangenen Sonntag wurden über unserer Gemarkung drei Segelflugzeuge gesehen, die in verschiedener Höhe kurvten. Die Flugzeuge hielten sich nahezu eine halbe Stunde auf und versuchten an Höhe zu gewinnen. In der Richtung nach Gießen flogen die Flugzeuge weiter. -- Staufenberg, 6. Juli. Der hiesige G e - sangverein unternahm am Sonntag in drei Omnibussen einen Ausflug nach Kassel und Schloß Wilhelmshöhe. Die Fayrt war für alte Teilnehmer ein schönes Erlebnis. < Mainzlar, 6. Juli. Am vergangenen Sonn- -tag wurde bei schönstem Wetter mit dem Preis-- schießen begonnen, das mehrere Sonntage in Anspruch nehmen wird. * Daubringen, 6. Juli. Dieser Tage feierten Heinrich Walter V. und seine Ehefrau Elisabeths, geb. Schlienbecker, das Fest der Silbernen Hochzeit. — Daubringen, 6. Juli. Der G e s a n g v e r- ein „Sängerlust", der seit Jahresbeginn neu erstanden ist, erhielt durch den Sängerkreisführer Müller (Gießen) seine Fahne wieder über» bracht. Die Mitglieder hatten sich am Dorfeingang zum Empfang aufgestellt. Unter den Klängen der Musikkapelle der Freiwilligen Feuerwehr wurde die Fahne eingebracht, die im Verlauf eines Familien- abends vom Sängerkreisführer dem Vereinsführer O p p e r feierlich überreicht wurde. Mit verpflichtenden Worten übergab sie der Vereinsführer dem Fahnenträger Karl Schäfer. Darbietungen des Chores und musikalische Vorträge füllten den Abend aus. )) Allendorf a. d. Ld a., 7. Juli. Der heute hier abgehaltene Schweinemarkt war schwach besucht. Es waren 82 Ferkel und Läufer, meistens Händlerschweine, aufgetrieben. Es wurden bezahlt: Für Ferkel bis 5 Wochen alt 14 bis 18 Mark, für 6 bis 8 Wochen alte Ferkel je nach Qualität 19 bis 24 Mark pro Stück. Der Handel ging langsam. Es verblieb Ueberftanb. — Die Bevölkerungsstatistik für das abgelaufene erste Halbjahr 1937 weist für unsere Stadt folgende Zahlen auf: Geburten 15 (darunter 4 auswärts geboren). Eheschließungen 3 und Sterbefälle 8. ch Beuern, 7. Juli. Die hiesige Evangelische Frauenhilfe unternahm dieser Tage in zwei Autobussen mit insgesamt 66 Teilnehmerinnen einen großen Ausflug, lieber Bad-Nauheim führte die Reise auf der Reichsautobahn nach Wiesbaden, und die Frauen konnten dabei einen starken Eindruck von dem großen Werk des Führers gewinnen. In Wiesbaden wurden die Sehenswürdigkeiten besichtigt. Mit besonderem Interesse bewunderten die Landfrauen den reichen Blumenflor der Stadt. Von Wiesbaden aus wurde die Fahrt nach Mainz fortgesetzt. Dort wurde der Dom besichtigt. Nach einer Dampferfahrt auf dem Rhein fuhren die Frauen tiefbefriedigt von den vielen Eindrücken wieder nach Hause. Kreis Friedberg. — Butzbach, 7. Juli. Heute feierte hier in seltener geistiger und körperlicher Frische der Mitinhaber der Firma Braubach & Fischer, Wilhelm Braubach, seinen 80. Geburtstag. Kreis Bübingen. * Mer kenf ritz, 8. Juli. Der Kleinlandwirt Johann Schmidt, der am Samstagabend von dem inzwischen verhafteten Hermann Klingelberger im Verlauf eines Streites niedergeschlagen worden war und mit einem Schädelbruch in die Chirurgische Klinik gebracht werden mußte (wir berichteten gestern ausführlich über den Vorfall), liegt heute, Donnerstag morgen, noch ohne Bewußtsein in der Cirurgischen Klinik zu Gießen darnieder. Das Befinden Schmidts ist nach wie vor bedenklich. Kreis Wetzlar. - Dutenhofen, 6. Juli. Die Arbeiten an der Kanalisation sind nahezu beendet. Die segensreiche Neuerung, die bisher nur für den oberen Teil des Dorfes durchgeführt werden konnte, wird allgemein begrüßt. Die Einwohnerschaft würde es begrüßen, wenn in der Hauptstraße, die täglich einen starken Verkehr aufzunehmen hat, Bürger st eige geschaffen würden. Gleichzeitig sollte damit eine Bereinigung der scharfen und unübersichtlichen 8-Kurve verbunden sein, die einen Gefahrenpunkt für den gesamten Verkehr darstellt. — Die Bahnhofstraße, die sich infolge ihres starken Gefälles, durch Auswaschung bei schweren Regen, wie auch infolge der starken Beanspruchung durch den Verkehr in sehr schlechtem Zustande befand, wurde dieser Tage neu hergerichtet. Kircke und (Schule. 00 Klein-Linden, 7. Juli. In Gegenwart der Eltern und Familienangehörigen fand am letzten Sonntag ein Gottesdienst zur Eröffnung der Konfirmandenstunde statt. 28 Kinder, nämlich 9 Knaben und 19 Mädchen, nehmen an der Konfirmandenunterweisung, die inzwischen schon ihren Anfang genommen hat, teil. SechsWochenprozeßgegenGroßbeirüger ©er frühere Obermeister der Frankfurter Fleischerinnung vor Gericht. Skandalöse Ausbeutung der InnungS-Znstitute. geschädigt zu haben, weil diese Entnahmen nicht berechtigt gewesen seien. Die Gesellschaft mußte 1936 für Linders Auto und die Bezüge seines Kraftfahrers 4970 Mark Unkosten tragen. Reisegelder und Tagesspesen liquidierte Linder im gleichen Jahr 1408 Mark. An laufenden Bezügen erhielt er damals 2098 und im Dezember 1935 3000 Mark. Er ließ sich mit 1241 Mark die Lohnsteuer vergüten. Autounkosten, Versicherung und Bezüge des Kraftfahrers wurden 1935 von der Häute und Fett mit 2843 Mark bezahlt. Die liquidierten Reisespefen waren vielfach zu hoch, auch kam es vor, daß, wenn Linder fein Auto benutzte, er di e Bahnfahrt- ko st e n liquidierte. Äerschleieruncrökünste um einenLebens- versichernngsverlrag. Eine weitere Schädigung der Häute und Fett wird darin erblickt, daß Linder zu seinen Gunsten einen Lebensversicherungsvertrag über 10 0 0 0 0 Mark durch die Agentur mit der auswärtigen Versicherungsanstalt abschloß und die erste Prämie nebst Lohnsteuer aus den Mitteln der Häute und Fette sich bezahlen ließ. Nach dem Vertrag waren jährlich zunächst 7010 Mark Beitrag zu zahlen. Der Vertrag wurde von Siekmann als Vorstandsmitglied der Versicherung auf Gegenseitigkeit mit Linder abgeschlossen. Stein soll sich nachträglich als Vermittler eingeschaltet haben. Stein, der als Versicherungsagent für die Agentur warb, stand dort in Schuld. Er bewirkte, daß ihm für den Vertragsabschluß 2 0 0 0 Mark Provision gutgebracht wurden, weil er den Vertrag vermittelt habe. In diese Provision teilte er sich mit Linder, der f-ac tausend TNark erhielt. Linder will die Lebensversicherung nur abgeschlossen haben, um einen tragfähigen Pensionsfonds für die gesamte Gefolgschaft der Häute und Fett zu schaffen. Seine Hinlassungen hierüber waren widerspruchsvoll, denn er hat im Vorverfahren auch angegeben, daß er die Versicherung als feine Altersversorgung ansah. Linder soll Siekmann wahrheitswidrig versichert haben, der Aufsichtsrat der Häute und Fett habe den Abschluß der Versicherung beschlossen. Unter Mitwirkung Quirins wurde in das.Protokollbuch des Aufsichtsrats ein Eintrag gemacht, daß die Prämienzahlung einer Kapitaloersicherung von 100 000 Mark die Häute und Fett übernimmt. Durch den Vertrag wurde die Häute und Fett, aber auch die Versicherung geschädigt, die 2000 Mark Provision zahlte. Als Beweggründe zum Abschluß des Lebensversicherungsvertrags wird angesehen, daß Linder sofort tausend Mark in die Hand bekam, daß Stein von seiner Schuld gegenüber der Versicherung befreit wurde, daß Siekmann sich Linder gegenüber gefällig erweisen wollte, weil dieser als Aufsichtsratsvorsitzender dem Siekmann besonders günstige Anstellungsbedingungen verschafft hatte. Wie rücksichtslos Linder und Müller die Häute und Fett ausbeuteten, wird in der Anklage dadurch bargetan, daß Linder dem Müller die Erlaubnis gegeben haben soll, private Rechnungen, die irgendwie mit dem Betrieb der Häute und Fett zusammenhingen, zu Lasten der Gesellschaft zu verbuchen. Es sind da Ausgaben für einen Damenschirm, einen Damengummi- strümpf, Füllfederhalter, Mappen usw. 2Ui( den zu Unrecht bezogenen Geldern — die Gesamthöhe des Schadens der häute und Fett wird mit 37 797 Mark angegeben — scheinen die Angeklagten ihren Lebensunterhalt verbessert und Privatwunsche befriedigt zu haben. Stein und Siekmann gingen auf die Jagd, Linder war ein häufiger Gast von Nachtlokalen, machte Zechen von 50 bis 300 Mark in der Nacht und gab Bardamen Geschenke bis zu 130 Mark. Gegen Siekmann wurde noch eine Nacktragsanklage erhoben, und zwar soll er sich geaen § 142 Absatz 1 des Gesetzes über die Beaufsichtigung der privaten Dersicherungsunternehmungen und Bausparkassen vergangen haben, weil er als Mitglied des Vorstandes eines Versicherungsoereins auf Gegenseitigkeit absichtlich zum Nachteil des Vereins gehandelt habe. Der Gesamtprozeh dürfte 5 bis 6 Wochen in Anspruch nehmen. ©er erste Verhandlungstag. Am ersten Derhandlungstag wurden die Angeklagten zur Person und zur Anklage vernommen. Der Angeklagte Linder bekleidete nicht weniger als 2 6 21 ernt er, die teilweise ehrenamtlicher Natur waren. Er will sich nicht $u diesen Posten gedrängt haben, er habe sogar einige abgelehnt; aber da' man ihn für zuverlässig hielt, sei er doch veranlaßt worden, die Posten anzunehmen. Als Obermeister mußte er Einblick in die verschiedenen Organisationen gewinnen, und so sei er automatisch in die verschiedenen Stellen hinein- gekommen. Für einzelne Stellen hatte er nicht b i e nötige fachlicheVorbilbung, in 23er- waltungs- unb Büroarbeiten war er unerfah - r e n. Infolge seiner Unkenntnis war er daher von feinen Mitarbeitern abhängig. Der Angeklagte Braun machte sich 1911 selbständig. Er wurde 1927 Vorstandsmitglied der Fleischerinnung, deren Schriftführer er nachher war. 1932 wählte man ihn in die Kommission zur Revision der einzelnen Betriebe. Der Angeschuldigte Müller war nicht offiziell als Steuerberater zu- gelassen, aber er war als solcher tätig. Der Angeklagte Stein war Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft unb würbe am 1. April b. I. entlassen. Er bezog 700 Mark Monatsgehalt. Eine zeitlang führte er bie Zahlstelle der Versicherungsanstalt in Höchst. Der Angeklagte behauptet, in ber Lebensversicherung kein Fachmann zu sein, „sonst wäre mir bies hier nicht passiert". Er gibt zu, eine Reihe von Lebensversicherungen abgeschlossen zu haben. Siekmann war bei ber Hanbwerkskammer Wies- haben tätig. Währenb bes Weltkrieges bekam er ben Auftrag, bas Hanbwerk bes Regierungsbezirks Wiesbaben für Heereslieferungen heranzuziehen. Später würbe er nach Berlin berufen unb organisierte bie Munitionsbelieferungen vom gesamten deutschen Hanbwerk. Nach bem Kriege hatte er mit ber Abwicklung ber Fahrzeugablieferung zu tun, unb bann mit den Friedensvertragslieferungen. Als er 1930 zu der Versicherungsanstalt a. G. kam, fei deren Lage trostlos gewesen, aber es fei ihm gelungen, von einem Kaffenminus zu einer Reserve von einer Million Mark zu kommen. Die Verhandlung dauert fort. ©ie verräterischen Gchneespnren. 3% Jahre Zuchthaus für einen Einbrecher. Lpd. Marburg, 6. Juli. Im Sommer v. I. wurden in den Kreisorten Lohra, Roth und Neustadt nächtliche Einbrüche verübt. Es gelang damals nicht, bie Diebstähle aufzuklären. Mitte Januar d. I. machte ber (Benbarmeriebeamte in Nieberklein bei Kirchhain einen guten Fang. Am späten Abenb hatte ein bärtiger Einwohner festgestellt, daß das Fahrrad seiner Tochter aus ber Scheune verschwunden war. Sofort brach er in Gemeinschaft mit bem (Benbarmeriebeamten unb mehreren anberen Ortseinwohnern zur Verfolgung bes Diebes auf, wobei frischgefallener Schnee gute Dienste leistete, vermochte man boch die Fahr- rabspur im Schnee im Scheine einer Lampe zu erkennen. Die Spur führte zu einer Felbscheune bei Lehrbach. Beim Ableuchten ber Felbscheune blitzte plötzlich bas rote Katzenauge bes an die Scheune angelegten und nur mm Teil mit Stroh verdeckten Fahrrades auf. Bei Der Durchsuchung der Strvhmasfen stieß man bald auf einen Mann. Er Lpd. F r a n k f u r t a. M., 7. Juli. Dor der Zweiten großen Strafkammer nahm Mittwoch eine Verhandlung von mehrwöchiger Dauer gegen sieben Angeklagte ihren Anfang. Der Prozeß steht in engstem Zusammenhang mit ber Fleischverschie- Lungsangelegenheit, bie von ber gleichen Kammer Mitte Mai mit ber Verurteilung sämtlicher acht Beschulbigten zu Enbe geführt würbe. Unter biefen befanden sich auch Angeklagte der jetzt begonnenen Verhandlung. Die jetzt Beschuldigten sind der öljährige Hans Linder, der 52jährige Karl Braun, der 43jährige Eberhard Quirin, der 42jährige «Emil Müller, der 51jährige Emil'Stein, der -47jährige Friedrich Siekmann unb ber 32jährige Karl Iauß. Das Anklagematerial ist gebrückt in einer sechzig- seitigen Anklageschrift zusammengefaßt. Die Der- sehlungen ber Angeklagten haben sich im wesentlichen innerhalb handwerklicher Organisationen abgespielt. Linder, Quirin und Braun wird Verbrechen gegen § 81a Absatz 2 bes G. m. b. H.-Gesetzes vorgeworfen, Müller, Stein unb Siekmann find ber Beihilfe beschuldigt, Siekmann und Linder auch der Ulntreue. Ferner haben sich Braun, Siekmann, Müller und Stein wegen Begünstigung unb Jauß wegen Hehlerei zu verantworten. Die Verfehlungen gegen bas G. m. b. H.-Gesetz werben als befonbers jschwer angesehen, weil bie Angeklagten unter Anwendung von Arglist sich in volksschädigendem Sinne verhalten unb einen besonders hohen ©dja» ben, ber auf 38 000 Mark bemessen wirb, verursacht haben sollen.' AusderVergangenheitderSchwindler. fiinber war früher felbftänbiger Metzgermeister unb wibmet sich bann ehrenamtlicher und verwaltungstechnischer Tätigkeit. Er war u. a. Jnnungs- obermeister ber Frankfurter Fleischerinnung, allein- oertretungsberechtigter Geschäftsführer ber Häute- unb Fettoerwertungsgesellschaft m. b. H. unb Aus- sichtsratsvorsitzenber einer Versicherungsanstalt auf CBegenfeitigteit, bie auch Agentur einer auswärtigen Versicherungsanstalt ist. Daneben hatte er einflußreiche Ehrenämter in Hanbelsorganifationen inne. Braun ist Vorsitzender ber Fleifcher-Jnnungskran- lentaffe gewesen, Quirin war stelloertreten- , ber Jnnungsobermeister, Braun unb Quirin waren Aussichtsratsmitglieber der Häute- unb Fettverwertungsgesellschaft m. d. H., Stein ist Geschäftsführer ber Kreishanbwerkerschaft gewesen unb betätigte sich nebenbei als Versicherungsagent. Siekmann ist hauptamtliches Vorstanbsmitglieb der Versicherungsanstalt auf Gegenseitigkeit gewesen unb leitete bie Agenturgeschäfte bes auswärtigen Unternehmens. Jauß war bei ber Häute unb Fett beschäftigt. Müller, ber Tscheche ist, fungierte als Steuerberater ßthbers. Durch ßinber kam er zunächst als Buchhalter zur Fleischerinnung unb bann zur Häutegesellschaft. Den wirtschaftlichen Bedürf- jiiffen ber Fleischerinnung bienten mehrere Neben- inftitute, so zur Verwendung ber im Schlachthof an« jcUenben Nebenprodukte, die Häute- und Fettoerwertungsgesellschaft, ferner jene Versicherung auf Gegenseitigkeit, ber bie Krankenversicherung oblag unb bie außerbern bie Agentur der auswärtigen ßebensoersicherungsanstalt auf Gegenseitigkeit für Handel unb Gewerbe inne hatte. Die Häute unb Fett übernahm seinerzeit bie gewerbliche Vereinigung ber Hanbwerkerinnung ber Fleischer, deren Geschäftsführer Lindner durch Vertrag vom 26. November 1934 ab 1. Januar 1935 war. Ein sittenwidriger Anstettnngsvertraa Am 1. August 1935 wurde die „Häute und Fett" begründet. Kaum drei Wochen danach, aber vor ber Unterzeichnung des Uebernahmevertrages, schloß Linder mit der Häute unb Fett einen Vertrag ab, wonach er auf Lebenszeit als Geschäftsführer mit taufend Mark Monatsgehalt an gestellt wurde, während er nach dem seitherigen Vertrag mit der gewerblichen Vereinigung 500 Mark Monatsgehalt zuzüglich 100 Mark Dispositionsfonds hatte. Der neue Vertrag stellte sich für Linder wesentlich vorteilhafter. Die Häute unb Fett hatte keine reguläre Kündigungs- zeit mehr. Linder war jetzt auch pensionsberechtigt. Die Anklage vertritt den Standpunkt, daß kein Anlaß zu einem neuen Anstellungsoertrag vorlag. Als im November 1935 vom Gauwirtschaftsletter Linder um Auskunft über feine Einkünfte ersucht wurde, ollen von ihm die Auswandsentschädigunben ver- chwiegen worden sein. Ferner soll er in einer Zuchrist an den Land ^Handwerksmeister im Juli 1935 verschwiegen haben, daß er 500 Mark Gehalt von der gewerblichen Vereinigung bezog. In ben Büchern der Häute und Fett soll Linder unter Unterstützung von Müller die Höhe sei n e r B e - züge verschleiert und der Steuer gegenüber verschwiegen haben, daß er Sondervergütungen von I ahrl ich 5000 Mark hatte, wodurch ihm monatlich 260 Mark Werbekosten zuerkannt wurden. Arbeiter entlasten, Gehalt desGeschästssührers verdoppelt Die Sage der Häute und Fett war im August 1935 nicht günftig, man entließ acht Angestellte und Arbeiter und sparte dadurch monatlich 1850 Mark. Daß man dahingegen das Gehalt des Geschäftsführers verdoppelte, wird als eine asoziale Betriebspolitik bezeichnet. Erhöhte Leistungen wurden nicht gefordert. Durch den neuen Vertrag wurden der Häute und Fett untragbare Verpflichtungen auferlegt und ihr Schaden zugefügt. Weiterhin werden Linder, Braun und Quirin beschuldigt, unter der Bezeichnung „laufendes Gehalt" Autounkosten, Reisespefen, Sihungs- gelder, Sondervergütungen und Aufsichlsrats- entfchädigungen durch Entnahmen in höhe von 13 592 Mark (Linder), 4082 Mark (Braun) und 2320 Mark (Quirin) die Häute und Fett Hier abschneiden! I 'S? Magerkeit. Siehe Abmagerung, Mastkur! Magermilch, entrahmte Milch, die also nur geringen Fettgehalt besitzt, aber bei allen Speisen, die an sich Fett enthalten, genau so verwendet werden kann wie Vollmilch. Magermilch ist ein bekömmliches Getränk, aus ihr Mit sich auch Quark bereiten. Magnesia. Bittererde, schwer lösliches weißes Pulver, roirb aeaen S^db^ennen verwendet Als Vutz- mitte-l mit Benzin anaerührt, läßt Maanesia bei her Tfetfen- en+Fernung keine Ränder ent« stoben Magnesitplatten, aus Magnesia Sägefnänen und Sa^leinwand hergestellt dienen zur Errichtung non Zwischenwänden Magnet, magnetisierter Eisen- siab. meist von hufeisenförmiger Gestalt kann im foav^hrtlt zweck; dienlich verwendet merden, um Radeln aufzule^en Ein Magnet verliert feine Kraft, renn von ihm nicht immer ein Eisenstück feffgehalten wird. Magnetismus, ^er Begründer der Lehre nnm Magnetismus ist der Arzt Mesmer. Dieser ginn von der Behauptung aus daß vom menschlichen Körner „magnetische Kräfte" ausgingen, die auf andere Menschen heilend wirken. Diese Behauptung ist durch nichts bewiesen, auch nicht die Lehre vom sogenannten side- rischen Pendel Mahagoni, wertvolle, mittelamerikanische Holzart, die beim Polieren rötlichbraunen Glanz annimmt. Mahagonimöbel sind meist nur mit dünnen Blättchen von Mahagoniholz, sogenanntem Fournier, überzogen. Mahlzeiten sollten immer pünktlich zu bestimmten Tageszeiten eingenommen werden, da unregelmäßige Mahlzeiten namentlich Kindern nicht zuträglich sind. Die Hauptmahlzeit wird zweckmäßig mittags eingenommen Reben dieser sind Frühstück und Absndesien als Mahlzeiten an sich ausreichend. Üblich sind jedoch "in zweites Frühstück und der Nachmittagskaffee. Zu den Mahlzeiten soll man sich genügend Zeit nehmen. Die Stunde der M. soll bie Familie vereinen und Gelegenheit zum Austausch der Taaes-Erlehnisie bieten. Man halte die Tischmahlzeiten von sorgenvollen Gesvrächen frei! Mahnung. B-rzugszinsen braucht man reaelmäßio erst zu zahlen von dem Augenblick an, in dem der Gläubiger seine Forderung angemahnt bat. (Anders vertraglich ausgemachte Zinsen.) Ist baaegen für die Bezahlung ein bestimmter Zeitpunkt ober eine feste Frist vereinbart (x B „Zahlung innerhalb 14 Taaen nach Lieferung" ober ..Der Miet- iing ist am lebten Tag bes Monats zu befahlen"), bann ist ber Gläubiger berechtigt bereits vom Taae ber Fälligkeit gn Verzugszinsen zu forbern Eine einfache Mahnung, auch wenn sie durch eingeschriebenen Brief er- folat. unterbricht bie Verjährung nicht. Siehe bort. Mahonie, immergrüner Strauch mit leberartigen Blättern, trägt im Frühjahr gelbe Blüten unb im Sommer unb Herbst blauen Magerkeit 289 Mahonie Ärol-Messer Ärot-Sägen Ärot-Schnei d em a sch in en Seltersweg 30 REINIG Telephon 3369 Reparaturwerkstälte, Stahlwarenspezialgeschast, eigene Schleiferei wurde sofort verhaftet und gestand auch den Fahrraddiebstahl ein. Aus dem Inhalt seines Rucksacks ging hervor, daß er auch die Einbrüche in Roth und Lohra begangen hatte. Bei dem Verhafteten handelte es sich um den 31jährigen Johann Skoda aus der Tschechoslowakei. Umfangreiche Nachforschungen ergaben, daß er seit etnxi sieben fahren in Deutschland bereits 16mal wegen Landstreicherei, Sachbeschädigung, Unterschlagung, Urkundenfälschung usw. vorbestraft war, einmal in Mordverdacht stand und schließlich für dauernd aus dem Reichsgebiet ausgewiesen wurde. Das Schöffengericht, dem er gestern zur Aburteilung vorgefuhrt wurde, hielt im Interesse der Säuberung der deutschen Landstraßen von derartigen gefährlichen Elementen eine hohe Strafe für notwendig. Es erkannte, dem Antrag der Staatsanwaltschaft folgend, wegen schweren und einfachen Diebstahls auf drei Jahre drei Monate Zuchthaus. Schwere Gefängnisstrafen für Fahrradmarder. Lpd. Frankfurt a. M., 7. Juli. Die Große Strafkammer verurteilte den 30jährigen Heinrich Kemlinfki unter Einbeziehung zweier gegen ihn in Saarbrücken und Hannover erkannten Gefängnisstrafen von je einem Iaht zu einer Gesamtstrafe von vier Jahren Gefängnis und acht Wochen Haft. Der Angeklagte hatte 13 Fahrraddiebstähle begangen und, um die Räder verkaufen zu können, Kaufbescheinigungen gefälscht. Das Schöffengericht verhandelte gegen den 35- jährigen Ludwig Zimmer aus Bergen, der einer Reihe von Motorraddiebstählen bezichtigt wurde und vier solcher Diebstähle zugab, zu drei Jahren und neun Monaten Gefängnis. Wirtschaft. Marktübersicht. NSG. Auf dem Kartoffelmarkt steigen die Zufuhren einheimischer Erstlinge beachtlich von Tag zu Tag, so daß teilweise größere Ueberstände verbleiben. Die Preise sind seit 1. Juli auf die untere Grenze des Rahmens festgesetzt worden. Die Versorgung erfolgt etwa zu 50 v. H. aus den hiesigen Rodungen, die noch durch kleine Zufuhren aus der .Pfalz, dem Hanauer Gebiet und der Kölner Bucht ergänzt werden, während 30 v. H. italienische und belgische Frühkartoffeln und 20 v. H. Speisekartoffeln alter Ernte aus Mitteldeutschland, Schlesien und Unterfranken sind. Futterkartoffeln kommen nur wenig auf den Markt. Die Brotgetreideversorgung der Mühlen durch die Reichsstelle für Getreide ist bis zur neuen Ernte weiterhin sichergestellt. Die Getreidemarktordnung 1937/38 wird durch eine am 1. Juli erschienene Verordnung geregelt. Hierdurch werden Futtermittel und Hülsenfrüchte in den Aufgabenbereich der Hauptoereinigung der deutschen Getreidewirtschaft einbezogen, die daher jetzt die Bezeichnung Hauptoereinigung der deutschen Getrcide- und Futtermittelwirtschaft führt. Das Brennoer- bot von Roggen und Weizen zur Branntweinherstellung wird allgemein auf alle Getreidearten erweitert. Der Roggenpreis wird um 2 Mark je Doppelzentner erhöht, während die übrigen Getreidepreise im Jahresdurchschnitt unverändert bleiben; jedoch werden die Monatsaufschläge neu geregelt, um einen Anreiz für die frühzeitige Ablieferung zu bieten. Futtergetreide ist weiterhin nicht erhältlich. Die Versorgung mit Weizen- und Roggenmehl genügt für den laufenden Bedarf. Handelsfuttermittel sind unverändert knapp. Zur Versorgung mit wirt- fchaftseigenem Futter ist eine weitere Ausdehnung des Zwischenfruchtbaues und der Futtersilowirtschaft unentbehrlich. Die Fleischversorgung ist weiterhin befriedigend, indem sich die Auftriebe an Großvieh und Kälbern sowie Schafen diese Woche weiter erhöht haben, während der Schweineauftrieb etwas ^urückgegangen ist, weil der Auftrieb in Frankfurt am Main wegen zu starker Beschickung des Marktes in der Vorwoche beschränkt werden mußte. Die Qualitäten sind ziemlich unverändert; bei Kühen ist der Anteil der geringen Schlachtwertklassen weiterhin groß. Die Schweinepreise erhöhen sich im Juli um 1,50 Mark je 50 Kilogramm, infolge des Zuschlages zum Jahresdurchschnittspreis. Die Fleischgroßmärkte wurden bei ausreichender Beschickung geräumt. In Anbetracht der günstigen Großviehauftriebe wurden die Rinderkontingente am 11. Juni auf dem Lande von 70 auf 90 v. H. erhöht mit der Maßgabe, daß auch Zusatzkontingente genehmigt werden können. Bei den Marktgemeinschaften ist die Anweisung ergangen, daß die Kontingente in Höhe von 70 v. H. beim Großvieh zwar bestehen bleiben, daß aber die Metzger vom 28. Juni ab verpflichtet sind, zusätzlich Gefrierfleisch abzunehmen, während ihnen mit Wirkung vom 14. Juni ab das Recht zugestanden war, bis zur Ergänzung ihres Kontingents auf 100 v. H. Gefrierfleisch hinzuzukaufen. Die Milcherzeugung hat in der letzten Woche in unserem Gebiet zugenommen, während der Trinkmilchabsatz zurückgegangen ist, so daß für die Butterherstellung mehr Milch zur Verfügung stand. Die Zuteilung erfolgte wieder mit Hilfe der Zuschüsse der Reichsstelle aus Kurhessen und von holländischer Butter in Höhe von 80 v. H. des Oktoberbezuges. Der Käsemarkt ist unverändert. Hartkäse hat guten, Weichkäse schleppenden, und Sauermilchkäse befriedigenden Absatz. Ein größerer Verzehr an Weichkäse wäre angebracht, zumal die Versorgungsanlage auf dem Eiermarkt nicht befriedigend ist. Aus unserem Gebiet kommen nur kleinste Mengen auf den Markt, so daß er überwiegend auf Zuschüsse angewiesen ist, die etwa zur Hälfte aus dem Auslande stammen. Auf dem O b st m a r k t gehen die Zufuhren von Erdbeeren täglich weiter zurück, da die Ernte sich ihrem Ende zuneigt. Die noch anfallenden Mengen wurden zu anziehenden Preisen abgesetzt. Kirschen kommen in größeren Mengen zu nachgebenden Preisen auf den Markt, doch ist der Absatz nicht immer befriedigend, da er durch den Madenbefall ungünstig beeinflußt wird. Die Himbeerernte hat ihren Höhepunkt erreicht. Wegen schleppenden Absatzes zum Frischverzehr kann die Industrie reichlich beliefert werden. Heidelbeeren werden bei unveränderten Preisen und steigenden Zufuhren flott abqesetzt. Der Gemüsemarkt war gut bis reichlich beschickt. Auch Zwiebeln sind jetzt genügend vorhanden. Die Preise zeigen keine großen Veränderungen. Der Absatz war befriedigend, für Wirsing besteht Bedarf. Erbsen kommen bei nachgebenden Preisen jetzt mehr zum Verkauf. Rhein-Mainische Börse. rNiktagsbörfe fest. F r a n f f u r t a. M., 7. Juli. Die Börse verstärkte ihre feste Tendenz. Zur Festigung trug die weitere Beruhigung der internationalen politischen Lage bei. Darüber hinaus führte der Materialmangel zu teilweise stärkeren Steigerungen als durchschnittlich 0,50 bis 1 v. H. Im Vordergrund standen am Aktienmarkt erneut Kunstseide Bemberg, die auf weitere Käufe bei nicht besonders großen Umsätzen auf 145 bis 147 (143,90) anstiegen. Weitere Spezialbewegungen hatten Reichsbank mit 212,25 bis 213 (211), von Maschinenwerten Muag mit 149,50 (147,50) und Rheinmetall-Borsig mit 151,65 (150,25). Der gestern bevorzugte Elektromarkt brachte wohl weitere Besserungen von etwa 0,25 bis 0,50 v. H., lag im ganzen aber wesentlich ruhiger. Schuckert nach dem starken Anstieg 176,50 bis 176,75 (177). Am Montanmarkt waren Verein. Stahl mit 120,65 bis 121,25 (120,40) und Mannesmann mit 123,75 bis 124,25 (123,25) lebhafter, stark erhöht Rheinstahl mit 157,25 (154,25). Chemische Werte lagen still, IG. Farben 0,50 v. H. freundlicher. Fest lagen weiterhin Zellstoffwerte, besonders Waldhof mit 161,50 (160). Motorenaktien erhöhten sich um 0,50 bis 1 o H., auch die meisten Maschinenwerte etwas erhöht. Von Einzelwerten gewannen AG. für Verkehr 1,25 v. H. auf 127,25, Westdeutsche Kaufhof 0,25 v. H. auf 59. Nicht ganz gehalten waren Fein- mech. Jetter mit 107 (107,25). Im Verlaufe blieb die Haltung fest. Das Geschäft lag am Aktienmarkt weiterhin bei einigen Spezialwerten, von denen Montanpapiere etwas lebhafter umgesetzt wurden, mit Erhöhungen von 0,25 bis 0,50 v. H. Auch Reichsbank weiter erhöht auf 213,50 nach 213 und Feinmech. Jetter 1 v. H. fester mit 108. Etwas schwächer Gesfürel mit 152,25 nach 153, auch die übrigen Elektrowerte nach wie vor ruhig. Von später erstmals notierten Werten Scheideanstalt fest mit 264,50 (261,50), auch sonst ergaben sich Besserungen von 0,50 bis 1 v. H. Am Einheitsmarkt wurden Cffektenbank stark gesucht bei etwa 88 (85,50). Die variablen Renten lagen auch später ruhig und unverändert. Pfandbriefe wieder stark gefragt bei weiterem Materialmangel. Von Liquidationswerten Rheinische gestrichen Geld, Taxe 101,75 (101,40), Pfälzische 101,40 (101,13). Stadtanleihen meist unverändert, etwas leichter 4Ve v. H. Mainz von 1928 mit 98 (98,25) und 4V» v. H. Darmstadt von 1928 mit 98 (98,25) Nachfrage erhielt sich für Industrie-Obligationen. Abendbörse weiter fest. Angereat durch weitere Kundschaftsnachfrage war auch die Abendbörse bei verhältnismäßig lebhaften Umsätzen fest. Gegen den Mittagsverkehr traten vielfach neue Kurserhöhungen von 0,25 bis 0,75 o. H. ein. Am Montanmarkt stiegen Klöckner auf 140 (139,25), Verein. Stahl auf 122 (121,75), Buderus auf 129,75 (129,25), Harpener auf 182,50 (182). Rheinstahl mit 158,50 und Mannesmann mit 123,75 sowie Deutsche Erdöl mit 154,75 lagen behauptet. Von Maschinenwerten waren Moenus mit 119,50 bis 119,65 (119,25) lebhaft, Muag 149,50 (149,13), MAN unverändert 133,50, Junghans 137,50 (137). Elektropapiere lagen bei behaupteten Kursen ruhig, Schuckert 176,50, Bekula 164,25, Mainkraft 95,50, Felten 139,50, Gesfürel 152,50; für AEG. wurde letztmals eine Notiz mit 43,25 für die alten Stücke festgestellt, ab 8. Juli kommen die umgestellten Aktien zur Notiz. Größeren Umsatz hatten auch wieder Bemberg mit 147 (146,75). IG. Farben mit 166 (166,13) wenig verändert. Am Einheitsmarkt erfuhren Salzwerk Heilbronn bei engem Markt eine Steigerung um 6 v. H. auf 276. Das Rentengeschäft war klein, Bayr. Hyp Bank- Goldpfdbr. R 7 erhöhten sich auf 100,40 (100), Kom- munal-Umfchuldung bei ruhigem Geschäft wie mittags 94,15, ebenso 6 v. H. IG Farben mit 132,25. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 7. Juli. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in Mark: Weizen W13 211, W16 214, W19 218, W 20 220, Roggen R 12 180, R15 183, R18 187, R19 189 Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Weizenmehl Type 812 W 13 30,00, W 16 30,10, W 19 30,10, W 20 30,45, Roggenmehl Type 1150 R 12 22,45, R 15 22,80, R18 23,30, R 19 23,50 plus 0,50 Mark Frachtausgleich. Weizenfuttermehl 13,60, Weizenkleie W13 10,75, W16 10,90, W19 11,10, W 20 11,20, Roggenkleie R 12 9,95, R15 10,15, R18 10,40, R19 10,50 Mühlenfestpreis ab Mühlenstation, Treber getr. 14,00, Höchstpreis ab Erzeugerstation, Heu, alte Ernte, 5,50, do. neue Ernte 3,80 bis 4,20, Heu, Oer verantwortliche Organisator der Olympischen Spiele 1940. Der Japaner Dr. Schaku Ri, der für die sportliche Organisation der XII. Olympischen Spiele 1940 in Tokio verantwortlich zeichnet, ausgenommen beim XX. Kongreß der Internationalen Eislauf-Vereinigung in St. Moritz, dessen Olympia-Stadion und Schanze er dieser Tage besuchte. — (Atlantik-M.) drahtgepreßt alte Ernte 5,90, Weizen- und Roggenstroh drahtgepreßt 3,00, Heu gebündelt 2,70. Tendenz: ruhig. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 8. Juli. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 970 Rinder (125 Ochsen, 193 Bullen, 377 Kühe, 275 Färsen), 843 Kälber, 39 Hämmel 29 Schafe, 136 Schweine. Es kosteten: Rinder: Ochsen 36 bis 45 Mark, Bullen 34 bis 43, Kühe 20 bis 43, Färsen 35 bis 44, Kälber 33 bis 65, Hämmel 48 bis 51, Schweine 52,50 bis 55,50 Mark. — Marktverlauf: Kälber und Schweine zugeteilt. Schweinemarkt in Nidda. Q] Nidda, 7. Juli. Auf dem heutigen Schweinemarkt standen 201 Ferkel und 4 Springer zum Verkauf. Es kosteten bis zu 6 Wochen alte Ferkel 14 bis 18 Mark, 6 bis 8 Wochen alte Tiere 18 bis 22 Mark, 8 bis 12 Wochen alte 22 bis 30 Mark. Das Geschäft war lebhaft, es verblieb geringer Ueberstand. Die Industrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 510: Verordnung über die Verwertung von Getreide zur Herstellung von Branntwein. — 511: Verordnung zur Durchführung der Verordnung zur Regelung der Getreidepreise im Wirtschaftsjahr 1937/38. — 512: Sehr feste Stimmung für Javatabak. — 513: Die italienische Einfuhrregelung für das 3. Vierteljahr 1937. — 514: Keine Aenderung der rumänischen Einfuhrordnung für kontingentierte Waren. — 515: Neue deutsch- schweizerische Zoll- und Kontingentsvereinbarungen. — 516: Anordnung (PV. I, 1) über höchstzulässige Preise für rohe Felle und Häute der Nr. 153 des deutschen Zolltarifs vom 2. Juli 1937. — 517: Nachtrag Nr. 2 zur Anordnung Nr. 4 der lieber» wachungsstelle für Papier (Papierspäne und Altpapier) vom 5. Februar 1937. — 518: Berufs- und Facharbeiterausbildung. Neue Prüfungsanforderungen für Glasgraveure und Feinblecher. — 519: Die neuen Bestimmungen über den Zahlungsverkehr und Nebenkosten im Verkehr mit der Schweiz und Liechtenstein. — 520: Ermäßigte Gebühren im Fernsprechverkehr mit Amerika. — 521: Festsetzung der Höhe der französischen Altkontingente für das 3. Vierteljahr 1937. Mai Makulatur Veerenschmuck. Passend für niedrige Hecken, Unterholz und Steingartengehölz. Mai, hat seinen Namen von der römischen Naturgottheit Maja, einer Tochter des Faunus. Der aUe deutsche Name für den Mai ist Wonnemonat. Maifeier, ursprünglich marxistischer Feiertag, im neuen Deutschland mit ganz neuem Sinn der Feiertag der nationalen Arbeit am 1. Mai. Maiglöckchen, im Herbst unterirdische Ausläufer 5 cm tief in Boden legen. Keime blühen erst im dritten Jahr nach der Pflanzung. Deshalb Blüher mit Nicht- blühern gemischt setzen. Maiglöckchen günstig als Bodenbedeckung an schattigen Eartenstellen. steht farbengünstig in niedrigem Efeu Siehe Giftpflanzen. Mais, Kukuruz, aus den Tropen emgeführte, körnerbringende Erasart, die auch in Europa nur in warmen Ländern wächst. Maismehl wird dort au Brot gebacken. Bei uns wird Mais hauptsächlich als Geflügelfutter und zu Nährmittelpräparaten verwendet Wohlschmeckend stnd in Salzwasser gekochte junge Maiskolben mit frischer Butter Maitrank, Maibowle, erfrischendes Getränk aus einem leichten Wein, der mit Maikräutern. Waldmeister, gewürzt und mit Zucker gesüßt wird. Die Maikräuter dürfen nicht zulange in dem Wein ziehen, ebensowenig die Apfelsinenscheiben, die zugefügt werden. Maibowle muß auf Eis gut gekühlt sein. Majolika, Tonwaren mit meist bunter Zinnglasur, die undurchsichtig ist. Majolika wird mit Seifenwasser gereinigt, Fliegenschmutz mit Spiritus entfernt. Majoran, auch Wurstkraut genannt, kommt als ein- und mehrjährige Pflanze vor. Erstere ist aromatischer und wird deshalb am meisten angebaut. Saat: Ende April in lockeres, warmes Erdreich. Vor der Blüte die Blätter zum Trocknen schneiden und verschlossen aufbewahren. Majoran bei Soßenbereitung und als Wurstgewürz gebraucht. Makartstrautz, überlebter Zimmerschmuck aus getrockneten Pflanzen und Blumen, nach dem Maler Hans Makart benannnt. Makkaroni, aus Weizengrieß hergestellte Röhrennudeln. Sie werden in reichlich Salzwasser gar gekocht, lauwarm überspült, damit sie nicht aneinanderkleben. Man reicht sie u. a. zu Fleischspeisen (Gulasch) oder als Topfgericht mit Schinkenwürfeln untermischt und mit geriebenem Käse überstreut. Matter. Siehe Ehemaklerlohn. Makrele, wohlschmeckender und nahrhafter Seefisch. Stachelflosser, der auf jede Art zubereitet werden kann. Makulatur, lat., Bedeutung: beschmutztes Papier, im weiteren Sinne alles Altpapier. Altpapier und alte Zeitungen, die im Haushalt nicht verwendet werden, soll man sammeln und verkaufen, da diese Abfälle zur Pappefabrikation benötigt werden. Bleerretfid) reiben ... Dazu sollte man nicht die Kartoffelreibe gebrauchen, weil damit der Meerrettich nicht richtig zerkleinert wird. In lange Fasern (wie es sein soll) wird er durch die Meerrettich-Reibe gerissen. Sie wird Ihnen gern gezeigt bei j. B. Häuser, Gießen, am Oswaldsgarten, Fernsprecher 2145/2146. Kurszettel her Berliner und Franksurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzin^uß 5 v. H. Frankfurt a. M. Berlin Frankfurt a. M. Berlin Schluß- kurs Schluß?. Abend- börse Schluß, kurs Schluß! Mittag börse Schlußkurs Schlußk. Abend- börse Schluß- kurs Schluß!. Mittagbörse Datum 6.7 7.7. 6.7 7.7. Daium 6.7. 7-7. 6.7- 7.7. 5% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 4x/2% Deutsche Reichsschatzanweisungen von 1935 ............ 4y2% Deutsche Reichsschahanwei- sungen von 1935, II. Folge ... 4y2% Deutsche Reichsschatzanweisungen von 1936, III. Folge .. 5«/2% Doung Anleihe von 1930 .. 4y2% Hessische Volksstaat von 1929 4y2% Deutsche Reichspostschatz von 1934 I...................... 4%% Deutsche Reichsbahnschatz von 1936 1.................. Reichsanlethe-Altbesitz.......... Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten.............. 4y2% Hess. Landesbk. Darmstadi Goldpse. R. 12.............. Wa% Hess. Landes-Hyp.-Banl Liqu. Goldpse............... 4x/2% Preuß. Landespsdbr.-Anst. Goldpse. R. 19.............. 4>/2% Preuß. Gold-Komm. R. 20 4y2% Darmstädter Komm.-Lan- desbankR. 6 ................ Deutsche Komm.-Sammel-Anleihe Auslos.-Rechte I.............. 4x/2% Franks. Hyp. Goldpse. R. 15 P/2% Franks. Hyp. Gold-Komm. Obl. 2 3.................... 5%% Franks. Hyp. Liquidation Goldpse..................... 5'/2% Rheinische Hyp. Liquidation ~ Goldpse..................... Steuergutschein-Verrechnungskurs •21.®. sür Verkehrswesen .... 6% Haniburg-Siidam. Dampfschiff. 0 Hainburg-Amerika Paket......0 Norddeutscher Lloyd..........0 Deutsche Reichsbahn Borz.-Akt. 7 Retchsbcmk................. 12 Berliner Handelsgesellschaft . 6 y. Commerz- und Privat-Bank ... 5 Deutsche Diskonto............ 5 Dresdner Bank..............4 101,75 99 99,65 99 99,75 100,7 99,65 126,25 134,5 99,5 100,75 98 134,25 99,5 98,25 101,2 101,4 110,9 126 19 20,4 127.25 211 130 113,75 118,5 105 101,75 99 99,65 99 100 100,65 99,5 126,4 135 99,5 101 99,25 98 134 99,5 98,25 101,13 110,75 127 19,13 20,5 213,5 131 113.75 119 105 Devise 101,75 99 99,65 99 99,75 100,75 99,5 126,4 99,5 99,25 98,25 134,25 99,5 101,25 125,5 46 19 20,13 127.5 211 130,9 1'3,75 118,5 105 nmartl 101,65 99 99,65 99 105,25 100,65 99,5 126,3 134,25 99,25 98,25 133,75 99,5 101,4 127 45,25 19,13 20,5 127.25 213,5 131 113,75 119 105 Berlin Accumulatoren-Fabrik....... 14 Aschaffenburg Zellstoff........ 6 Bemberg...................0 Bekula..................... 8 Buderus Eisen............5 Gement Heidelberg........... 7 Gement Karlstadt............ 6 Conti Gummi.............. 12 Daimler Motoren.......... 6 y2 Dessauer Gas............... 4 Deutsche Erdöl ..............5 Deutsche Gold- und Silber .... 9 Deutsche Linoleum.......... 10 Elektrische Lieferungen........6 Elektrische Licht und Kraft.....7 I. G. Farben-Jndustrie.......7 Felten & Guilleaume.........6 Gesfürel.................... 7 Th. Goldschmidt............. 6 Gritzner Maschinen........... 0 Harpener................. 8'/. Hoesch Eisen............. sy2 Philipp Holzmann........... 8 Ilse Bergbau................ 6 Ilse Genüsse................6 Kali Aschersleben............ 4 Klöcknerwerke ............. 4y2 Kokswerke und Chemische Fabrik 7 Lahmeyer.................. 6 Mainkraft...................4 Mannesmann............. 4*/z Mansfelder Bergbau......... 7 Metallgesellschaft............. 6 Orenstein & Koppel..........0 Rheinische Braunkohle....... 12 Rheinische Elektro............ 6 Rheinstahlwerke.............. 6 Rheinisch-Westfälische Elektro .. 6 Rütgerswerke ............... 7 Salzdetfurth Kalt............ 6 Schuckert & Co............... 7 Schultheis Patzenhofer........4 Siemens & Halske........... 9 Süddeutsche Zucker.......... 10 Vereinigte Stahlwerke...... <'/2 Westdeutsche Kaufhof......... 0 Westeregeln Alkali............ 4 Zellstoff Waldhos............6 Otavi Minen...............0,6 — Frankfurt a. ZK. 233,75 144 143,9 164,25 128,25 156,5 172 190 137,5 153,5 261,5 164,5 136 153 165,75 139,25 152,5 149,75 53,4 181,5 126 148,25 141,75 138,13 125 95,5 123,25 151 153 233,75 154,25 133,5 148,5 164 177 221 207 120,4 58,75 122,5 160 32-5 144,5 147 164,25 129,75 157 172 190.65 138,5 154,75 264,5 165 136,5 154,5 166 139,5 152,5 149,75 53,4 182,5 127,4 148,5 142.75 123,75 140 95,5 123,75 154 153,5 233,5 158,5 133,5 151,5 168,13 176,5 219,25 208 122 59 123,5 161,5 232 144 143,4 164,75 126,25 190,75 138 121,9 153,25 164,25 135,75 154 166,25 138.5 152 149,5 53 181,5 126,25 148 141,25 . 122,5 137,75 164,75 123,13 150 153,25 113,5 233 155,25 133,13 150 166 176,5 100 220,5 208 120,4 58,75 123 159,4 32,4 145 147 164,75 129,9 190,25 139,75 123,5 154 166,5 136,13 154,75 166 139,25 152,75 149,75 53,25 182,75 127,9 148,5 142,5 123,75 139,75 166 124,9 123,9 153 153,25 114.13 233 127,25 158,65 133 152,25 167,5 176,75 101,5 220,25 208 122 58,75 123,25 161,65 32,25 6 .Jul' 7 Juli 6 .Juli 7. Juli AinllicyeNoiieruna Geir | BBe, Amtliche Notierung Geir | Brie Amtliche Notierung Geld | Brie' Ärmliche Notierung Gelb | Brie' Buenos Aires...... Brüssel.............. Rio de Janeiro............ Polen.................... Kopenhagen............... Danzig.................. London .................. HelsingforS................ Parts.................... Holland.................. Italien................... 0,755 41,98 0,165 47,10 55 > 09 47,10 12,34 5,46 9,615 137,05 13,09 0,759 42,06 0,167 47 20 )5,21 47,20 12,37 5,47 9,635 137,33 13,11 0,754 41,93 0,165 47,10 55,18 47,10 12,36 5,465 9,64 36,98 13,09 0,758 42,01 0,167 47,20 55,30 47,20 12,39 5,475 9,66 137,26 13,11 Japan.................... Jugoslawien .............. Oslo ................... Lissabon.................. Stockholm................ Schweiz.................. Spanien.................. Prag..................... Budapest................. Neuyort.................. 0,716 5,694 62.02 48,95 11,205 63,62 57,01 16,98 8,671 2,495 0,718 5,706 62,14 49,05 11,225 63,74 57,13 17,02 8,689 2,499 0,718 5,694 62,12 48,95 11,22 63,72 57,01 16,98 8.661 2,492 0,720 5,706 62,24 49,05 11,24 63,84 57,13 17,02 8,679 2,496