Hl 130 Erstes Blatt 187. Jahrgang Dienstag, 8. Juni 1937 ®r|d)eiru cäg ltd), autz« Sonntags and Feiertags Beilagen: Vie 3Hu|tnerti Gießener Familienblättei Heimat im Bild Die Scholl» Monals-Bezugspreir. Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte . t.80 Zustellgebühr .. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernfprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Gberhesfen Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfttats Buch- und Steinörudcrci R. Lange In Gießen. §christ!ettung und Geschäftsstelle: Schulftrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/.UHr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rps.. für Textanzeigen von 70mm Breite 50 Rps..Platzvorschrift nach vorh. Dereinbg.25"/„ mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen--, Vereins», gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rps, Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Reichsaußenminister KreiherrvonReurachinBelgrad Vertiefung der guten Veziehungen zwischen Deutschland und Jugoslawien. Trinksprüche Dr. Stojadinowitschs und Ireiherrn von Neuraths. Ein herzlicher Empfang. Belgrad, 7. Juni. (DNB.) Dem Reichsaußenminister Freiherrn v o n N e u r a t h , der am Montag im Flugzeug zu einem dreitägigen Besuch in Belgrad eintraf, wurde auf dem Flugplatz seitens der jugoslawischen Regierung ein grotzerStaats- empfang zuteil. Zu dem Empfang hatten sich u. a. eingefunden der Ministerpräsident und Außenminister Dr. Stojadinowitsch, Kriegsminister General Mariisch, der Kommandant von Belgrad' General Temitsch, die Gesandten Oesterreichs, Ungarns und Bulgariens, der deutsche Gesandte v. Heeren mit sämtlichen Herren der Gesandtschaft, der Landesgruppenleiter der NSDAP., Generalkonsul Neuhausen, die höheren Beamten des hiesigen Außenministeriums, die reichsdeutsche Kolonie in Belgrad sowie zahlreiche Angehörige der hiesigen deutschen Volksgruppe. Die Begrüßung zwischen Dr. Stojadinowitsch und Reichsminister v.. Neurath trug sehr herzlichen Charakter. Eine Militärkapelle spielte das Deutschland- und das Horst-Wessel-Lied sowie die jugoslawische Hymne. Der Reichsaußenminister schritt darauf in Begleitung von Dr. Stojadinowitsch sowie des Kriegsministers Mariisch und des deuischen Gesandien die Ehrenkompanie ab. Als besonderes Zeichen der Aufmerk- samkeii der hiesigen amilichen Stellen ist zu erwähnen, daß zum Emfang des Reichsaußenministers auf besondere Veranlassung eine größere Mädchenschar der hiesigen deuischen Volksgruppe in T r a ch i e n erschienen war und den Gast aus Deutschland durch Schwenken von jugoslawischen und Hakenkreuz-Fähnchen sowie mit Heilrufen begrüßte. Ferner wurde dem Reichsminister von einem kleinen Mädchen ein Blumenstrauß überreicht. Nach herzlichem Dank begab sich der Reichs- außenminister in Begleitung von Dr. Stojadinowitsch in die Villa, die ihm während seines Belgrader Aufenthaltes von der jugoslawischen Regierung zur Verfügung gestellt wurde. Die Straßen der Stadt, durch die Außenminister o. Neurath seinen Weg nahm, sowie alle öffentlichen Gebäude waren neben den jugoslawischen mit Hakenkreuzflaggen geschmückt. Fruchtbare Zusammenarbeit. Starke Anteilnahme der Belgrader Presse. Belgrad, 8. Juni. (DNB. Funkspruch.) Die heutigen Blätter veröffentlichen an leitender Stelle eingehende Berichte über das (Eintreffen des Reichsaußenministers Freiherrn v. Neurath und über den Verlauf seines ersten Besuchstages. In den Berichten wird heroorgehoben, daß der Besuch großes Interesse heroorgerufen habe, und daß der Empfang des Reichsaußenministers überaus feierlich gewesen sei. Die zwischen dem Ministerpräsidenten und Außenminister Dr. Stojadinowitsch und Herrn v. Neurath ausgetauschten Trinksprüche werden von den Blättern als herzlich gekennzeichnet. Das halbamtliche „Vreme" führt aus, Freiherr von Neurath komme als Bote des Friedens und als erster Relchsaußenminister nach Jugoslawien. Der Führer und Reichskanzler habe als einfacher Soldat alle Schrecken des Krieges miterlebt, weshalb das Dritte Reich, dessen ruhmvoller Schöpfer er sei, keine Wiederholung des furchtbaren Geschehens wolle. Erst vor einigen Tagen anläßlich des „Deutschland "-Zwischenfalls habe Deutschland dies durch die Tat bewiesen, indem es auf den Angriff ehrenhaft, aber auf eine Weise geantwortet habe, die alle weiteren Komplikationen ausschloß. Neuraths Freundschaftsbesuch ergebe sich als logische Folge der vieljährigen fruchtbaren Zusammenarbeit der beiden Staaten vor allem auf wirtschaftlichem Gebiet. Er werde keine Sensationen mit sich bringen; doch werde er zweifellos von Nutzen für die Befestigung der Politik der friedlichen Zusammenarbeit zwischen den Völkern sein Es schmeichle dem jugoslawischen Nationalstolz besonders, daß dieser erste Besuch des Reichsaußenministers in eine Zeit falle, in der das internationale Ansehen Deutschlands besonders groß fei, und in der das deutsche Volk unter Führung Adolf Hitlers auf eine lange Reihe von Erfolgen zurückblicken kann. Das Blatt begrüßt den Reichsaußenminister als Vorkämpfer des' Friedens unter den Völkern, als Vertreter der Politik guter Beziehungen zu Jugoslawien sowie als Vertreter einer stolzen Nation, die das jugoslawische Volk achte und mit der es eine freundschaftliche Zusammenarbeit wünsche. „Politika" würdigt den Reichsaußenminister als hervorragenden Diplomaten und Staatsmann. Auf dem deutschen.Heldentriedbof Belgrad, 7. Juni. (DNB.) Reichsaußenminister Freiherr v. Neurath besuchte Montagnachmittag in Begleitung des deutschen Gesandten von Heeren den deutschen Heldenfriedhof bei Belgrad, auf dem er einen Kranz niederlegte. Am Friedhof hatte sich die reichsdeutsche Kolonie Belgrads mit öefh Landesgruppenleiter der NSDAP., Generalkonsul Neuhausen, an der Spitze ein- qefunben. Anschließend begab sich Freiherr von Neurath in Begleitung des deutschen Gesandten in das Außenministerium, wo er dem Ministerpräsidenten und Außenminister Dr. Stojadinowitsch seinen ersten Besuch machte. Die Unterredung zwischen dem Reichsaußenminister und Dr. Stojadinowitsch dauerte über eine Stunde. Dr. Stojadinowitsch erwiderte kurz darauf den Besuch des Reichsaußenministers in dessen Villa, wobei die Unterredung zwischen den beiden Staatsmännern fortgesetzt wurde. Belgrad, 7. Juni. (DNB.) Ministerpräsident und Außenminister Dr. Stojadinowitsch gab am Montagabend im hiesigen Gardekasino zu Ehren des Reichsaußenministers Freiherrn von Neurath einen großen Empfang, an dem u. a. die Mitglieder der jugoslawischen Regierung, die Begleiter des Reichsaußenministers, die Chefs der hiesigen ausländischen Missionen und die Mitglieder der hiesigen deutschen Gesandtschaft teilnahmen. Im Verlauf des Essens wurden zwischen Dr. Stojadinowitsch und Freiherrn von Neurath Trinksprüche gewechselt. Ministerpräsident Dr. Stojadinowitsch führte aus: „In dem Besuch Eurer Exzellenz sieht die Regierung Jugoslawiens und das ganze jugoslawische Volk eine Bekrästigungder guten und freundschaftlichen Beziehungen, die schon zwischen unseren beiden Ländern bestehen, und den Ausdruck des Wunsches, daß sich diese Beziehungen noch weiter entwickeln und noch enger gestalten mögen. Die Regierung des Königreiches Jugoslawien ist glücklich, das Bestehen dieses Wunsches auf feiten der Regierung des Deutschen Reiches feststellen zu können, und sie macht sich diesen Wunsch auch ihrerseits in vollem Umfang zu eigen. Denn dieser Wunsch entspricht auch der so oft zum Ausdruck gebrachten Zielsetzung der jugoslawischen Regierung, und ich kann Ihnen versichern, daß diese Zielsetzung vollkommen in Einklang mit den Grundgefühlen unseres ganzen Volkes steht, das bekannt ist wegen feiner Liebe zur Unabhängigkeit, wegen feiner Treue, mit der es zu dem gegebenen Wort steht, und wegen seiner Bereitschaft zu jeder friedliebenden Zusammenarbeit. — Die gegenwärtige internationale Lage ist ungewöhnlich verwickelt, reich an Problemen, aber arm an Lösungen und voll schwerer Widersprüche. In dieser Lage glaubt die jugoslawische Regierung, die sich in dieser Hinsicht in Uebereinftimmung befindet mit den Regierungen der ihr befreundeten Länder, eine fruchtbare Zusammenarbeit mit allen Ländern, mit denen eine solche Zusammenarbeit nützlich und möglich erscheint, Herstellen und nach Möglichkeit weiterentwickeln zu müssen. Eines der besten Beispiele einer solchen Zusammenarbeit, die nicht allein im beiderseitigen Interesse, sondern auch im Interesse des allgemeinen Friedens liegt, bietet uns die vorjährige umfassende und vielseitige Zusammenarbeit unseres Königreiches mit dem großen Deutschen Reich, das sich unter der Leitung seines Führers auf dem Wege eines ständigen und sicheren Fortschrittes befindet. Es ist unser Wunsch, diese fruchtbare und nützliche Zusammenarbeit ebenso wie den Austausch wirtschaftlicher und kultureller Güter fort^usetzen und zu entwickeln auf der Grundlage gegenseitigen Verständnisses und gegenseitiger Freundschaft im Interesse unserer beiden Länder, im Einklang mit friedlichen und konstruktiven Bestrebungen aller anderen Regierungen und in Uebereinftimmung mit den übernommenen internationalen Verpflichtungen. In dem Besuch Eurer Exzellenz in der jugoslawischen Hauptstadt sehen wir mit Befriedigung einen weiteren Beitrag zu einer solchen günstigen Entwicklung unserer Beziehungen und ein glückliches Wahrzeichen auf dem Wege, der zum Wohlergehen unserer Völker und zum allgemeinen Frieden in Europa führt. Ich erhebe mein Glas zu Ehren des Führers und Reichskanzlers, Seiner Exzellenz Adolf Hitler, auf die Größe und den Fortschritt der deutschen Natton, und ich trinke auf die Gesundheit und das persönliche Wohlergehen Eurer Exzellenz!" Relchsaußenminister Freiherr von Reurath erwiderte: „Es ist mir eine außerordentliche Freude, als Ihr Gast hier in Belgrad weilen zu dürfen, war es doch schon lange mein Wunsch, der jugoslawischen Regierung und der Hauptstadt dieses Königreiches meinen Besuch abzustatten. Dieser Wunsch entspricht den besonders herzlichen Gefühlen, die der Führer und Reichskanzler und das gesamte deutsche Volk Ihrem jungen König und seinem Lande entgegenbringt. Mein Erscheinen soll ein sichtbarer Beweis für dieses Gefühl sein, und die Worte, die Eure Exzellenz soeben an mich gerichtet haben, bestätigen mir, daß in Ihrem Volk gegenüber Deutschland die gleiche Gesinnung gehegt wird, und daß auch die Königlich Jugoslawische Regierung hierin mit dem jugoslawischen Volk einig ist. Ich zweifle nicht, daß auf dieser Grundlage gegenseitiger Zuneigung und aufrichtiger Achtung die guten und freundschaftlichen Beziehungen zwischen unseren beiden Ländern sich weiterentwickeln und vertiefen werden. Die in der Geschichte erhärteten Charaktereigenschaften des jugoslawischen Volkes bieten uns jede Gewähr für die Dauerhaftigkeit der Freundschaft von Staat zu Staat, von Volk zu Volk. Eure Exzellenz haben mit vollem Recht darauf hingewiefen, daß die gegenwärtige Lage reich ist an schwierigen Problemen. Um so mehr freut es mich, sagen zu können, daß kein derartiges Problem zwischen unseren beiden Ländern besteht. Deshalb haben wir uns offen und freundschaftlich ausgesprochen und haben die Methode und Ziele unserer Politik, die beiderseitig auf die E r - Haltung und Sicherung des Friedens gerichtet ist, darlegen können. Die Zusammenarbeit zwischen Jugoslawien und Deutschland, die in meinem Hiersein ihren sichtbaren Ausdruck findet, ist gerade angesichts der von Eurer Exzellenz geschildert allgemeinen Lage von großer Bedeutung. Denn diese fruchtbare Zusammenarbeit ist ein Faktor, der die Lösung mancher der bestehenden Schwierigkeiten erleichtern und beschleunigen kann. Ich mochte gerade im Hinblick auf das deutsch- jugoslawische Freundschaftsverhältnis feststellen, daß die Politik des Führers und Reichskanzlers in den vergangenen vier Jahren in dem Ausbau der freundschaftlichen Beziehungen zu anderen Staaten zielbewußt dem Frieden in der Welt gedient hat. Ich weiß, daß Eure Exzellenz meine Auffassung teilen. Seien Sie versichert, daß in diesem Rom, 7. Juni. (DNB.) Zum letzten Tag der Besichtigung der italienischen Wehrmacht durch den Generalfeldmarschall v. Blomberg war der größte Teil der italienischen Mittelmeerflotte mit zusammen 130 Schiffseinheiten, darunter 72 U-Booten, zwischen Gaeta und Neapel zusammengezogen worden. Die Vorführungen sämtlicher Schiffseinheiten und Verbände waren, wie schon bei der Besichtigung des Heeres und der Luftflotte wiederum durch die große Exaktheit und Präzision ausgezeichnet. Die Angriffsübungen der Zerstörer und Aufklärer, das schnelle Ausweichen vor den Torpedos und das gut geleitete Abwehrfeuer gegen Luftangriffe haben bei den deutschen Gästen und allen Zuschauern starken Eindruck hinterlassen. An Bord des Admiralschiffes weilten außer Mussolini und Generalfeldmarschall von Blomberg noch Marschall B a d o g l i o , Außenminister Graf C i a n o , Minister für Volkskultur Alfieri, Erziehungsminister Bottai, die Staatssekretäre der italienischen Wehrmacht Pariani, Cavagnari und Valle, der Chef der Miliz Russo und Parteisekretär Starace. Von besonderer Schönheit war die Begegnung des 2. Geschwaders mit dem aus Neapel kommenden 1. Geschwader, während der zu Ehren des Berlin, 7. Juni. (DNB.) Das englische Sonn- lagsblatt „Sunbag Ehronicle" hat eine tolle £ ü g e in die Welt gefetzt, mit der es aber wohl bei keinem Vernünftigen Glauben finden wird. Es meldet in großer Aufmachung, daß Hitler (!) den Eingeborenen, die die italienische Herrschaft in Aethiopien bekämpften, große Wengen von Gewehren verkaufte. Die Waffen würden von arabischen Waffenschmugglern in Empfang genommen und auf geheimen Wegen in das Land geschafft. Eine Sendung deutscher Wausergewehre seit kürzlich nach Aethiopien gebracht worden, und zur Zeit, so l ü g t das Blatt weiter, sei ein deutscher Frachtdampser mit Waffen im Werte von 100 000 Pfund Sterling auf dem Wege nach hodeida (Demen). Soweit das Blatt, das, wie ersichtlich, zwischen Deutschland und Italien Mißtrauen säen will, sich hierfür aber des schlechtesten Mittels bedient; denn aerobe in Italien hat man bis in die breitesten Volksschichten aufrichtige Gefühle der Anerkennung für das Verhalten Deutschlands in der äthiopischen Frage und wird eine derartige Presseverdächtigung mit offener Verachtung strafen. Eine ähnliche hehmeldung bringt der Londoner „Daily Herold", dem es aber ebensowenig gelingen wird, die Atmosphäre zu trüben. Der „Daily herald" behauptet dreist, daß Italien Tausende von neuen Soldaten nach Spanien schicke, bevor Deutschland und Italien in den Nichteinmischungsausfchuh zurückgekehrt seien. Aus privater Quelle will das Blatt erfahren haben, daß die Zahl dieser Werk der Befriedung die deutsch-jugoslawische Freundschaft eines der wesentlichsten Elemente dar- stellt. Natur und Charakter unserer beiden Länder ergänzen sich auf vielen Gebieten auf das Günstigste. Deshalb findet der von Ihnen, Herr Ministerpräsident, ausgesprochene Wunsch auf Vertiefung auch unserer wirtschaftlichen und kulturellen Beziehungen auf deutscher Seite lebhafte Zustimmung. Ich bin überzeugt, daß damit dem Wohl unserer beiden Länder aufs beste gedient wird. In diesem Geist erhebe ich mein Glas und trinke auf das Wohl Seiner Majestät König Peters II., Seiner Königlichen Hoheit des Prinzregenten Paul und des Königlichen Hauses sowie der Mitglieder der Hohen Regentschaft, auf das persönliche Wohlergehen Eurer Exzellenz sowie auf das Gedeihen des ganzen jugoslawischen Volkes." Im Anschluß an das Essen fand im Gardekasino ein großer (Empfang statt, an dem etwa 200 Personen teilnahmen. Das Großkreuz des Verdienstordens vom Deutschen Adler für Nr. Stojadinowitsch. Belgrad, 8. Juni. (DNB. Funkspruch.) Der Reichsaußenminister Freiherr von Neurath überreichte dem Ministerpräsidenten und Außenminister Dr. Stojadinowitsch im Auftrage des Führers und Reichskanzlers das Großkreuz des Verdien st orde ns vom Deutschen Adler. Herrn von Neurath wurde gleichzeitig vom Prinzregenten Paul der jugoslawische Weiße Adler-Orden 1. Klasse verliehen. Die Begleiter des Reichsaußenministers, der deutsche Gesandte von Heeren und die Mitglieder der deutschen Gesandtschaft erhielten höhere jugoslawische Ordensauszeichnungen. Generalfeldmarschalls von Blomberg von allen Schiffen die Salutschüsse donnernd aufblitzten, die Hakenkreuzflagge in den Toppen wehte und die beiden Geschwader in geringster (Entfernung passierten. Dabei grüßten die Mannschaften den Duce und seinen Ehrengast mit lauter Stimme. Den unvergleichlichen Höhepunkt bildete die Anfahrt vor dem Golf von Neapel, die in zwei Reihen von je 36 U-Booten vorgenommen wurde, eine Ansammlung von U-Booten, wie sie wohl noch nirgends in der Welt auf einer ähnlichen Flottenübung erfolgt ist. Befriedigung über die herzliche Aufnahme. Generalfeldmarschall von Blomberg hat am Montagabend an Bord der Jacht „Aurora" Neapel verlassen, um sich für einige Tage zur Erholung nach Sizilien zu begeben. Damit hat der offizielle Besuch des Reichskriegsministers feinen Abschluß gefunden. In einer dem Präsidenten der „Agencia Stefani" abgegebenen Erklärung gab der Reichskriegsminister feiner großen Befriedigung über die herzliche Aufnahme Ausdruck, die ihm von feiner Majestät dem König und Kaiser und vom Duce zuteil geworden war. Truppen, die Italien nach Spanien schicken wolle, zwischen 10 000 und 40 000 Wann befrage. Wie man sieht, ist auch hier eine gemeine Lügenphantafie am Werk. Der marxistische Schreiberling, dem es auf ein paar Zehntausende Soldaten mehr oder weniger gar nicht an kommt, geht lediglich darauf aus, das Einvernehmen in der Kontrollfrage zu sabotieren. Um dieses Ziel, das Moskau zur Zeit verfolgt, zu erreichen, ist ihm jedes Mittel recht, selbst wenn es von vornherein den Stempel einer faustdicken Lüge trägt. * Die hier miebergegebenen Meldungen einiger englischer Blätter tragen das Merkmal böswilliger Verleumdung so offen an sich, daß kein Einsichtiger ihnen auch nur einen Augenblick Glauben schenken kann. Das gute Einvernehmen zwischen Deutschland und Italien kann durch derartig plumpe Verdächtigungen so wenig gestört werden, wie durch ähnliche frühere Verleumdungen. Die Zahl derer, die heute noch immer die Geschäfte Moskaus glauben besorgen zu müssen und den Frieden Europas immer aufs neue zu stören versuchen, ist nicht gering; aber mit so bösartig verlogenen Machenschaften werden sie ihre hämischen Absichten nicht verwirklichen. Die Welt wird auch außerhalb Deutschlands und Italiens wissen, was von solcher Hetze zu halten ist; man kann nur wünschen, daß ihren Urhebern das Handwerk so schnell wie gründlich gelegt wirk Reichskriegsminister von Momberg mit dem Duce bei der italienischen Mltelmeerflolte. Starker Eindruck von den Hebungen. — Erholung in Sizilien. Dreiste Lügen in der englischen Presse. Kein Einsichtiger kann ihnen Glauben schenken. öffentlichungen der britischen Lustwaffe die Bombereinheiten im Vergleich Zuversichtliche Beurteilung in derLoudouer presse Te. der der Kalkutta, ein den der Besuch des polnischen Staatspräsidenten in Bukarest steht Dienstag im Mittelpunkt der Pressebetrachtungen. „Gazeta Polska" weist darauf hin, daß die in Bukarest ausgetauschten Trink- 42 neue Lustgeschwader in England ausgestellt. nie« Be. und und i d) e n König könnten am besten, sagt die „Times", später vor Richieinmischungsausschuh gebracht werden, dann darüber entscheiden könne. Der diplomatische Korrespondent des „Daily lehne König Carol ab. In Bukarest sehe man ein, daß sowjetrussische Truppen, wenn sie einmal in Bessarabien einzögen, das Land niemals wieder verlassen würden. auf« Ein- von such in Bukarest bezeuge die Verbundenheit die Gefühle, die polnischerseits für Rumänien dessen Monarchen bestehen. London, 8. Juni. (DNB. Funkspruch.) Die .Morning Post" berichtet, daß nach den letzten Der« .. ... - . . r'-tJ—C£- * neuen Ein großes Rudel ausgehungerter Hyänen soll, nach einer Meldung schärft. Die von kommunistischen Hetzern gewiegelten Streikenden besetzten nach dem treffen weiterer Arbeitswilliger das Rathaus Jnchy-en-Artois. Oie Bürgermeister von Paris stellen sich hinter Ooriot. legraph" berichtet, daß englischerseits bereits a b ° geänderte Gegenvorschläge an Berlin gerichtet worden seien und zwar in der Frage der Konsultationen zwischen den vier Ueberwachungs- mächten, im Falle des Angriffes auf eines der Schiffe. Solche Uebereinkommen sollten, so werde klar gemacht, ausdrücklich festlegen, welches Vorgehen' im Angriffsfalle durchgeführt werden solle. Der diplomatische Korrespondent des „Daily Herald" berichtet, in der neuen Fassung der englischen Vorschläge werde angeregt, die Konsultationen sollten nicht nur den Tatbestand und die Verantwortung festlegen, sondern auch, wenn notwendig, die Art der zu unternehmenden Straf« maßnahmen. In London hoffe man zuversichtlich, daß Berlin, Rom und Paris diesen Gedankengängen zustimmen würden, doch fei es immerhin möglich, daß noch mehrere Pläne und Gegenpläne ausgearbeitet würden, ehe eine endgültige Abmachung zustandekomme. „News Chronicle" schreibt u. a., daß die englische Admiralität weder eine gemischte Ueberwa- Mobile Garde wurde eine größere Anzahl Kundgeber verletzt. Verschärfung der Gtreiklage bei Eambrai. Paris, 7. Juni. (DNB.) Die Strei klage in den landwirtschaftlichen Betrieben der Umgebung von Cambrai hat sich v e r - bert denselben Wert zu. Das polnisch-rumänische Bündnis sei ein Schutzbündnis und besitze manden gegenüber aggressiven Charakter. Der Einigung der Lteberwachungsmächte in der Gicherungsfrage erwartet. polens Gchuhbündnis mit Rumänien Oer polnische Staatsbesuch in Bukarest im Sinne pilsudskis. Die künftige Gestaltung der AichtemmWungssrage. Die Pariser Presse kündigt die französische Antwort an. Paris, 8. Juni. (DNB. Funkspruch.) Nach dem Diplomaten-Empfängen, die der französischen Außenminister D e l b o s am Montag hatte, kündigt man in der Pariser Presse nicht nur die unmittelbar bevorstehende oder schon erfolgte französische Antwort hinsichtlich der künftigen Gestaltung der Nichteinmischung nach London, Paris, 8. Juni. (DNB. Funkspruch.) Mit angeblichen Mißwirtschaft in der Bürgermeisterei von London, 8. Juni. (DRV. Funkspruch.) Die Verhandlungen über ein Abkommen bezüglich der Sicherheit der U e b e r w a ch u n g s s ch i f f e werden von der Londoner Frühpresse optimistisch beurteilt. Es wird bereits mit einer Rückkehr der Vertreter Deutschlands und Italiens in den Richteinmischungsausschuh in kurzer Zeit gerechnet. Der diplomatische Korrespondent der „Times" meint, der erste Schritt sei getan, der zweite Schritt werde wahrscheinlich in der Wiederaufnahme von diplomatischen Besprechungen in London bestehen, bei denen man das Material Zusammentragen werde für ein Abkommen, wie es sich aus den britischen Vorschlägen und den Antworten Deutschlands, Italiens und Frankreich ergebe. Wesentlich an der deutschen Erklärung sei, dah eine internationale Konsultation im Anschluß an einen künftigen Angriff nicht etwa zu einer internationalen Untätigkeit führen, sondern den Ausgangspunkt für ein gemeinsames Vorgehen der Flottenmächte darstellen solle. Die französischen sowie andere Anregungen unparteische Beobachter genau wie er selbst unan« ! fechtbares Beweismaterial dafür vorfinden, daß : auch dort Dynamitsprengungen und Brandstiftung durch die Bolschewisten das Ihre getan hätten. Bomben auf Granada. Salamanca, 8. Juni. (DNB.) Der nationale Heeresbericht vom Montag meldet: Front von Biscaya: Wegen des schlechten Wetters haben keine Operationen stattgefunden. Front von Leon, Santander, Aragon, Soria und Madrid: Ohne Neuigkeit. Front von Asturien: In den späten Abendstunden des Sonntags wurde eine Berichtigung unserer Vor- postenlinie bei Reguera durchgeführt. Front von Avila: Bei neuen Erkundungsvorstößen im Abschnitt von La Granja wurden auf einem Friedhof eine große Anzahl feindlicher Lei- ch e n aus den Kämpfen der letzten Tage gefunden, darunter der zweite Chef der Internationalen Brigade, Albert D u r a t. Südarmee: Im Abschnitt von Pennarroya konnten unsere Truppen erfolgreich die Dorpostenlinie verbessern und dem Feind große Verluste zu- füaen. In Weiterführung seiner verbrecherischen Taktik, offene Städte mit Bomben zu belegen, hat der Feind am Montagmorgen mehrere Bomben auf Granada abgeworfen, insbesondere über dem Stadtviertel San Lazaro, welches ausschließlich von Werktätigen bewohnt wird. Zwei Frauen, zwei Kinder und zwei Männer wurden getötet, 20 Frauen, 15 Kinder und 21 Männer verwundet. Niedergeschoffen, weil er die Wahrheit sagte! Paris, 8. Juni. (DNB. Funkspruch.) In Marseille ist Montagnachmittag in einem Cafs, das als kommunistisches Standquartier bekannt ist, e i n Italiener niedergeschossen worden, der auf Seiten der spanischen Bolschewisten Milizsoldat war und in Marseille einen Monat Urlaub verlebte. Nach dem „Matin" soll dieser Urlauber in einer kommunistischen Versammlung in Marseille, die gerade das Sowjetspanien rühmte, über seine schlechten Erfahrungen berichtet haben. Das 30. Todesopfer des bolschewistischen Mordanschlages auf die „Deutschland". Berlin, 7.3uni. (DBB.) Die Zahl der durch rokspanische Wörderhand gefallenen deutschen Seeleute hat sich auf 3 0 erhöht. Der Obermatrose Brückner ist ebenfalls seinen schweren Verletzungen im Marine-Hospital zu Gibraltar erlegen. * Nach den Meldungen des Panzerschiffes „Deutschland" befinden sich die in Gibraltar und Ibiza aus- geschifften V e r l e tz t e n in denkbar bester Pflege und sorgfältigster Behandlung. Leider ist es trotz unermüdlicher Bemühungen aller Beteiligten nicht gelungen, alle Verletzten am Leben 3U erhalten. Es handelt sich in diesen Fällen, die im einzelnen schon in der Presse bekanntgegeben wurden, um derartige schwere Verbrennungen, daß von vornherein wenig Hoffnung auf Rettung bestand. RumänienkeinDurchmarschgebiet für Sowjet-Truppen. „Daily Telegraph" über die Lage in Mitteleuropa. London, 8. Juni. (DNB. Funkspruch.) Im Zusammenhang mit der Reise des polnischen Staatspräsidenten M o s c i ck i und des polnischen Außen- Ministers Beck nach Bukarest sowie der Reise von Neuraths nach Belgrad befaßte sich der politische Korrespondent des „Daily Telegraph" mit der Lage in Mitteleuropa und meint, daß Bukarest augenblicklich der Mittelpunkt der diplomatischen Bemühungen sei. In Rumänien bereite sich eine tiefgehende Umwälzung vor, die sich nicht zuletzt auf die diplomatische Tätigkeit Sowjetruß- l a n d s zurückführen lasse. König Carol solle die Absicht haben, einen Regierungswechsel zugunsten eines Regimes vorzunehmen, das als Wall gegen den Kommunismus die Unantastbarkeit des rumänischen Staatsgebietes verteidigen könne. Anlaß zu dieser Entwicklung sei der tschecho- längere Strecken halten. Hirota wird Präsident des japanischen Planungsamtes. Tokio, 8. Juni. (DNB. Funkspruch. Ostasien- dienst des DNB.) Außenminister Hirota wurde zum Präsidenten des Planungsamtes ernannt. Das Planungsamt wurde unter General Hayashi zur ZusÄmmenfassung aller wirtschaftlichen Aufgaben Japans geschaffen. Ferner soll das Planungsamt ein großzügiges politisches und administratives Reformwerk vorbereiten. Durch die Vereinigung der außenpolitischen Leitung mit dem innerpolitischen Reformwerk in seiner Person nimmt Hirota die wichtigste Schlüsselstellung im Konoe-Kabinett ein. Politische Kreise begrüßen die Ernennung Hirotas als ein gelungenes Kompromiß zwischen den Wünschen der Wirtschaftskreise und den Forderungen der Armee, die ursprünglich gern den Innenminister Baba als Präsidenten des Planungsamtes gesehen hätte. sondern zum überwiegenden Teil auch die Einigung der vier Ueberwackungsmächte an. Die Aussprache beschränkte sich nach der Formel des „Matin" auf folgendes: Wo endet die Notwehr und wo fängt die Vergeltung an? — Der „Petit Parisien" meint, Sowjetrußland scheine auch weiterhin auf feine eigene Beteiligung an der Überwachung zu verzichten. „Le Jour" erklärt im Gegensatz dazu, daß Sowjetrußland doch bei der französischen Negierung vorstellig geworden sei, um an der Überwachung teilnehmen zu können. Dieser Schritt sei jedoch ergebnislos verlaufen. Das „Petit Journal" unterscheidet sich von der Darstellung der anderen großen Pariser Morgenzeitun- gen, die eine baldige Einigung voraussehen. chung noch neutrale Beobachter an Bord der Kriegsschiffe wünsche, wie Frankreich dies vorgeschlagen habe. Es sei aber damit zu rechnen, daß die Admiralität bereits einen Ausweg gefunden habe; man spreche in diesem Zusammenhang davon, daß anstelle der Kriegsschiffe bewaffnete Fischerboote die Ueberwachung an der spanischen Küste durchführen könnten. In Kreisen der Admiralität habe man nichts dagegen, -daß neutrale Beobachter auf solche Fischerboote kommen würden. Schließlich meint das Blatt, in englischen Regierungskreisen sei niemand darüber erstaunt, daß Deutschland den ersten englischen Vorschlag nicht in Bausch und Bogen angenommen habe. sprüche sich durch ihren freund Charakter auszeichnen. . Die Um die fflontagarbeit in den französischen Warenhäusern. Schwere Zusammenstöße zwischen Streikenden und Polizei in Nantes. Paris, 8.Juni. (DNB. Funkspruch.) In Nantes führten Kundgebungen von 4 0 0 bis 5 00 Streikenden einiger Warenhäuser gegen die Offenhaltung am Montag zu Zwischenfällen, bei denen es auch einige Verletzte gab. Bekanntlich ist durch einen ministeriellen Erlaß angeordnet, daß in den Warenhäusern am Montag gearbeitet werden darf. Die Streikenden begannen damit, daß sie die Leitung zwingen wollten, die Geschäfte zu schließen. Außerdem belästigten sie auf der Straße die Passanten und versuchten, die Metall- und Hafenarbeiter der Stadt zu einem Solidaritätsstreik Solschewisten sprengen Städte mit Dynamit. „New Uork Times" gibt die marxistische Zerstörungstaktik in Spanien zu. Neuyork, 7. Juni. (DNB.) Nachdem gerade die Neuyorker Presse wiederholt gegen die nationalen spanischen Streitkräfte die Beschuldigung blinder Zerstörungswut und Mordbrennerei erhoben hat, wirkt ein Augenzeugen bericht des Berichterstatters der „New York Times" an der Front von Bilbao geradezu sensationell. Sein heute veröffentlichter Bericht weist nämlich einwandfrei nach, daß die Marxisten die Stadt F r u n i z vor ihrer Aufgabe völlig ein geäschert haben. Der amerikanische Berichterstatter weist ausdrücklich darauf hin, daß er die von den Franco-Truppen genommene Stadt selbst besucht habe. Während die Schäden durch die Beschießung geringfügig seien, hätten jedoch Dynamitsprengungen durch die M a r r i ft e n , die außerdem die Stadt in Brand gesteckt hätten, große Zerstörungen herbeige- führt. Der gleiche Journalist liefert in dem Neuyorker Blatt noch einen zweiten Beweis für die Verlogenheit der marxistischen Propaganda. Die bolschewistischen Machthaber hätten die Behauptung ausgestellt, daß die Stadt Mungia durch Brandbomben nationaler Flieger vernichtet worden sei. Der amerikanische Berichterstatter, der die unglückliche Stadt rauchend liegend sah, stellt hierzu fest, wegen tagelangen regnerischen Wetters seien die nationalen Flieger überhaupt nicht aufgestiegen. Was Guernica anbetreffe, so würde jeder Warschau, 8. Juni. ^(DNB. Funkspruch.) Der i slowakisch-sowjetrussischeBeistandspakt gewesen. Wenn dieser Pakt in Wirkung trete, mühten sowjetrussische Streitkräfte durch Rumänien ziehen. Dies aber St. Denis, die zur Absetzung des Führers der fron« zösifcheck Sozialpartei, D o r i o t, als Bürgermeister von St. Denis führten, befaßte sich eine Versammlung der Bürgermeister von Paris und Umgegend. Nach eingehender Prüfung der Akten sprachen sich 35 von 37 Bürgermeistern gegendieAbsetzung D o r i o t s aus. Kommunistische Geheimorgani- sationen in Warschau Zahlreiche Juden unter den Verhafteten. Warschau, 8. Juni. (DNB. Funkspruch.) Der Warschauer Polizei gelang wieder ein großer Schlag gegen kommuni st ische Geheim- organifationen. In einem Hause des Warschauer Judenviertels wurden 15 Kommunisten bei einer Besprechung überrascht. Bei den Verhafteten handelt es sich natürlich ourchweg um Juden. Zahlreiche Hetzschriften und vertrauliche Anweisungen für die bolschewistischen Hetzer wurden beschlagnahmt. Weiter wurden Haussuchungen bei Personen durchgeführt, die in Verdacht der Zugehörigkeit zur kommunistischen Partei standen. Bei 23 Personen, die verhaftet wurden fand man klare Beweise für ihre dolschewi st ische Wühlarbeit. Bei der Untersuchung wurde festgestellt, daß sich unter den Verhafteten Mitglieder des Warschauer Ausschusses des berüchtigten kommunistischen „Jugend- verbandes" und ein großer Teil der Mitglieder des Zentralausschusses dieses Hetzverbandes befinden. Carols, wonach das polnisch-rumänische Bünd- ■ nis eine Lebensnotwendigkeit für beide Völker fei, würden in der Welt richtig verstanden werden. Dasselbe gelte auch für die Feststellung, daß nur starke Waffen vor Angriffen schützen könnten. Die Worte des polnischen Staatspräsidenten, daß das polnisch-rumänische Bündnis im Verlaufe der letzten 15 Jahre nicht nur nicht seinen Wert verloren, sondern im Gegenteil sich weiter entwickelt habe, seien besonders beachtenswert. Auch der Hinweis auf die eigenen Kräfte Polens und Rumäniens und ihre Sympathie für ihre Armeen habe große Bedeutung. Die polnische politische Information erinnert in einem Artikel unter der Überschrift „Der Ausbau des polnisch-rumänischen Bündnisses" an die Bedeutung, die Pilsudski der Waffenbrüderschaft mit Rumänien beigelegt hat. Die polnische Außenpolitik messe dem Bündnis unoerän- Devisenanträge zumAesuch der pariser Weltausstellung Berlin, 5. Juni. (DNB.) Das amtliche Verkehrsbüro der französischen Eisenbahnen in Berlin W 8, Unter den Linden 27, macht darauf aufmerksam, daß in Erwartung der technischen Ausführungsbestimmungen des eben abgeschlossenen deutsch-französischen Reiseabkommens vorläufig noch keine Anträge auf Devisen gestellt werden können. Es ist zwecklos, sich vormerken lassen zu wollen, ebenso Anzahlungen zu leisten, da Vornotierungen grundsätzlich nicht oorgenommen und eingezahlte Gelder sofort wieder zurückgeschickt werden. Das gleiche gilt auch für die Büros in Köln und München. Die Büros verfügen außerdem nur über einen Teil des zur Verfügung stehenden Kontingents, so daß es ihnen unmöglich sein wird, alle Anträge $u befriedigen. Zur Stunde ist jedoch der Termin für die Entgegennahme von Devisenanträgen noch nicht bekannt, auf jeden Fall ist für die ersten Junitage noch nicht Damit z u rechnen. Bankinstitute oder Devisenstellen können keine Anträge für dieses Reiseabkommen erledigen. Meldung des „Daily Telegraph" aus Dorf Südindiens solange angegriffen haben, bis die Bewohner, von Panik ergriffen, flüchteten. 15 Kinder sollen ein Opfer der ausgehungerten Bestien geworden fein. zu veranlassen. Der Präfekt des Departements holte die Unterstützung der Mobilen Garde herbei. Trotzdem wiederholten sich am Montag die Zwischenfälle. In einem Fall gelang es den Streikenden, in ein Warenhaus einzudringen. Dabei kam es zu einem Handgemenge mit der Poli - zei, die jedoch Herr der Lage blieb und die Räume von den Eindringlingen säuberte. Am Nachmittag und Abend wurde der Versuch wiederholt. Die Streikenden gingen dabei sogar gegen die Mobile Garde tätlich vor. Bei den Angriffen gegen die Ein Vorfall in Linz. Wien, 7. Juni. (DNB.) Wie das katholische „Linzer Volksblatt" mitteilt, fand am 2. Juni m einem Linzer Lichtspieltheater ein Film, der Deutschlands Arbeit im Zeichen des Vierjahresplans zeigt, wiederholt den Beifall der Zuschauer. Vor dem Lichtspieltheater warteten mit Stöcken ausgerüstete Anhänger der Vaterländischen Front auf die Kinobesucher und verprügelten sie. Das „Linzer Dolksblatt" schreibt dazu: „Dabei wurden den Nazis zu ihren bereits im Kino empfangenen gefühlsmäßigen Genüssen auf der Straße dann noch körperliche Genüsse in reichlichem Maße verabreicht. Dieses ist die letzte Warnung an alle gewesen, daß die Geduld der vaterländischen Bevölkerung zu Ende sei und daß jede Provokation in Zukunft mit den stärksten Mitteln beantwortet werden wird." Aus aller Wett. Deutsches Bolksmusikfest in Karlsruhe. In Gegenwart von über 500 Laienorchestern mit etwa 10 000 Teilnehmern aus allen Teilen Deutschlands fand in Karlsruhe das unter der Schirmherrschaft des Reichsstatthalters Robert Wagner stehende 1. Deutsche V o l k s m u si k f e st statt. Der Leiter des Amtes für Chorwesen und Volksmusik in der Reichsmusikkammer, Reichskultursenator Pros. Dr. Fritz Stein, erklärte, daß die in der echten Volksmusik wurzelnde bodenständige Kultur von Tausenden mit Ernst und Verantwortungsbewußtsein gepflegt werde. An die jungen Schaffenden richtete Generalmusikdirektor Rudolf Schulz-Dornburg einen Aufruf, der Volksmusik neue Werte zu geben und eine Musik zu schaffen, die der Ausdruck des neuen Deutschland sei. In den verschiedenen Konzerten stellten sich die Sinfonieorchester, die Bandonion«, Hand- und Mundharmonika-, Gitarren«, Mandolinen- und Zitherkapellen zur Beurteilung. Verschiedentlich wurde neuzeitliche Musik zu Gehör gebracht, die ein Streben nach Klarheit und Einfachheit erkennen ließ. Nach einem Festzug sand eine Kundgebung statt, in der Gauleiter und Reichsstatthalter Robert Wog ne r ausführte, es sei das Verdienst der nationalsozialistischen Umwälzung, dem Volke durch die Musik das zu bringen, was es aus tiefster Seele ersehne. Der Dienst an der schönen Volksmusik sei ein Dienen am Besten und am Edelsten der Menschheit. Deutscher Walfänger auf der Unterweser gekentert. Der von der Deutschen Schiffs- und Maschinenbau-Aktiengesellschaft Seebeck erbaute Walfänger „R a u I I I" ist nach einer gut verlaufenen Probefahrt bei Wendemanövern auf der Unterweser querab von der Notschleuse aus bisher ungeklärter Ursache gekentert. Das Kentern muß auf das Zusammentreffen unglücklicher Umstände zurückgeführt werden. Zwei Fischdampfer hatten „Rau III" gerade passiert, als sich plötzlich der Walfänger auf die Seite legte und dann versank. Die Fischdampfer kehrten sofort zur Unglücksstelle zurück und nahmen einen Teil der im Wasser Schwimmenden auf. Weitere Verunglückte wurden von dem Tender „Nordstern" geborgen. Insgesamt konnten acht Personen aufgefischt werden. Es ist leider damit zu rechnen, daß vier Menschen ums Leben gekommen sind. Der Walfänger liegt vor der Nordschleuse auf Grund. Die Bergungsversuche haben eingesetzt. Schreckliches Voolsunglück bei einem Schulausflug in Rumänien. In der Nähe von Craiova (Rumänien) ereignete sich bei einem Schulausflug, an dem 600 Schülerinnen teilnahmen, ein schreckliches Bootsun - glück. Die Mädchen unternahmen zum Teil Bootsfahrten auf einem See. Eines der Boote tippte um und zwölf Schülerinnen, die darin saßen, ertranken, bevor ihre Lehrer und Kameradinnen Hilfe bringen konnten. Ein weiteres Boot mit 25 Schülerinnen wird vermißt. Man hofft jedoch, daß ihm nicht ein gleiches Unglück zugestoßen ist. Hyänen Überfällen ein indisches Dorf. ...................... _ gleich zu den Kampfflugzeugen stark zugenommen hätten. Seit Beginn des neuen Aufrüstungsprogrammes feien insgesamt 42 neue Luftgeschwader auf» g e ft e 111 worden, davon 11 Kampfgeschwader. Die Heimatlustflotte verfüge jetzt über 113 Geschwader, die Zahl der Frontflugzeuge liege zwischen 1200 und 1400. Zusammen mit den Maschinen des übrigen Weltreiches betrüge die Zahl der Frontflugzeuge 1700 bis 1900. Zur auffällig hohen Zahl der Bomber will das Blatt an zuständiger Stelle erfahren haben, daß man im Generalstab der englischen Luft- waffe eine wirkungsvolle Verteidigung nur in einer überlegenen Anzahl von Bombern möglich halte. Die neuen Bomber seien mittlerer Größe und könnten mit voller Belastung eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 450 Kilometer auf r r It ignete W )e 15 r n r le *l1 in ch- ns em ete io- ier |is fs- ir- ht. >aß zu mit t« >r Die Aeuregelung der ArbeitsiosenunieMung. Vereinfachung und llebersichtlichkeit. - Begünstigung der kinderreichen Familien nit ch' M' alt. tks- hir« die dige ant- igen M )lks- zu ien 13er* ndo- len-, ung. ehör Ein« gllU' gootS' >te ir°n' chilie ZchU' h. dav statt, >bert der urch ffter Lösten Die Kunst schlägt Brücken zwischen den Völkern. Ausstellung „Französische Kunst der Gegenwart" in der preußischen Akademie der Künste. in de n. 15 n- en er leinen« fän« fenen lveser [artet - das Sr r aus lamp' nah' 1 auf- [endet acht damit 1 gt; - der ersuche Afrikanische Antike LeptiS Magna und Sabratha. Von unserem A.O.-Berichterstaiier. Berlin, 7. Juni. (DNB.) Durch die Verordnung über die Höhe der Arbeitslosenunterstützung vom 3. Juni 1937 hat der Reichsund Preußische Arbeitsminister die Sätze der Arbeitslosenunterstützung neu geregelt. Die bisherigen Unterstützungssätze stammten aus dem Jahre 1932. Sie beruhten auf zwei Verordnungen, einer vom 16. Juni und einer vom 19. Oktober 1932. In der ersten Verordnung hatte man die Sätze außerordentlich stark gesenkt. Dabei waren versicherungsmäßige Gesichtspunkte weitgehend verlassen worden und an ihre Stelle sürsorgemäßige Erwägungen getreten; Lohnklassen wurden zusammengelegt, Spitzenunterstützungen besonders stark gesenkt. Diese Kürzungen erwiesen sich jedoch bald als so unerträglich, daß im gleichen Jahr wieder eine gewisse Heraufsetzung der Unterstützungen durch Zuschläge angeordnet werden mußte. Unmittelbar nach der Machtübernahme konnte die Reichsregierung die notwendigen Verbesserungen noch nicht vornehmen, da erst bie furchtbare große Arbeitslosigkeit beseitigt werden mußte. Erst nachdem dies Ziel erreicht war, war der Zeitpunkt für eine Neuordnung der Arbeitslosenunterstützung gekommen. Diese Maßnahme kommt besonders den qualifizierten Arbeitskräften unter den Arbeitslosen zugute. Zum Beispiel bekam ein Arbeiter mit zwei Angehörigen, der einen Wochenlohn von 45 RM. hatte (Lohnklasse 8), im Falle der Arbeitslosigkeit in Orten der Klasse A nad) den bisherigen Unterstützungssätzen eine wöchentliche Unterstützung von 14,70 RM., derselbe Arbeiter erhält nach den neuen Sätzen 15,30 RM. Die Z u - läge, die seit der Verordnung vom 19. Oktober 1932 einem Teil der Unterstützungsempfänger gewährt wurde, ist jetzt in die Stammunterstützung eingebaut. Dadurch wurde eine wesentliche Vereinfachung und Uebersichtlichkeit erzielt. Weiter erhöht die neue Verordnung den Farn i l i e n z u s ch l a g für den ersten zuschlagsberechtigten Angehörigen. Denn mit dem ersten Familienzuschlag werden in der Regel die höheren Aufwendungen für Wohnung und Haushaltsführung abgegolten. Außerdem tritt eine Begünstigung Der kinderreichen Familien dadurch ein, daß der Zuschlag für den dritten und folgenden Familienangehörigen überall etwas höher angesetzt ist als der für den zweiten. Ferner schließt die Verordnung eine Lücke in den bisher bestehenden Vorschriften. Das Fehlen einer Vorschrift über einen bestimmten Abstand der Unterstützung vom Arbeitslohn hat sich sehr oft störend bei der Arbeitsvermittlung bemerkbar gemacht. Deshalb wird nunmehr vorgeschrieben, daß die Arbeitslosenunterstützung nicht höher als 80 v. H. des Arbeitsentgelts fein darf, daß der Arbeitslose in den letzten 26 Wochen vor der Arbeitslosigkeit bezogen hat. Um die wirtschaftlich schwächeren Volksgenossen jedoch vor Härten zu schützen, ist für die untersten drei Lohnklassen diese Grenze durch den Betrag des Arbeitsentgelts erhöht. Andererseits ermöglicht es die Grenze von 80 v. H. in den höheren Lohnklassen, das Vorhandensein von mehr als sechs Angehörigen bei der Unterstützung zu berücksichtigen. Bisher wurden Familienzuschläge für mehr als sechs Angehörige in keinem Falle bezahlt. Die neuen Unterstützungssätze für Arbeitslose treten am 2 8. Juni in Kraft. Für laufende Fälle ist eine Uebergangsftist bis zum 25. September 1937 vorgesehen. Die neue Verordnung berücksichtigt wieder stärker den wirtschaftlich richtigen Grundsatz, daß die Arbeitslosenunterstützung Ersatz für ausfallendes Arbeitsentgelt ist und daher i n einem angemessenen Verhältnis zum Lohn stehen muß. Deshalb sind die durch die Verordnung vom 16. Juni 1932 zusammengelegten Lohnklassen weitgehend wieder auseinandergezogen worden. Die Italiener pflegen natürlich mit besonderer Liebe die zahlreichen Reste aus Der Zeit Der Römer Herrschaft in Nordafrika. Römische Kaiser, wie Mark Aurel, CommoDus, Septimius Severus, schmückten Die Städte mit Bauten, legten Häfen und Straßen an. An Der Küste erhoben sich herrliche Römervillen, von Denen sich schöne Fuß- boDenmosaiks erhalten haben. UnD tief im Innern Der Sahara finDen sich noch heute römische Grab- Dentmäler. Zur Feier von Mussolinis Besuch in Libyen rourDe Der Triumphbogen Des Mark Aurel in Tripolis wieder instandgesetzt. Dieser schöne, wohlerhaltene Janusbogen erhebt sich nur wenige Schritte vom Meeresufer, und um ihn herum öffnet sich ein besonders stimmungsvoller Winkel des heutigen Tripolis. Im Altertum erhob sich in seiner Rühe ein Tempel, her dem Apoll, der Minerva und Der punisch-römischen Göttin Tanit-Tuche geweiht war, unD von Dem sich an Ort unD Stelle schöne Marmorreliefs erhalten haben. Den Hinter- grunD dieser Altertümer bildet das alte Eingebore- nenoiertel mit einer schönen Moschee der Caramanli und Den typischen überDeckten „Suks", in Denen sich das bunte Leben Der Araber abspielt. BilDhübsche Eingeborenenkinder tummeln sich lärmenD rings um Die antiken GötterbilDer, man sieht in stille Säulenhöfe hinein, in Denen sich Araber in orientalischer Ruhe unterhalten, unD in Döm schönen Hof Der Moschee liegen auf Matten unD Teppichen regungslose Beter auf Den Knien, lieber Dem festlich illuminierten Minarett Der Moschee steht eine feine Moub- sichel am klaren afrikanischen Himmel. Auch das am Meere gelegene trotzige Kastell von Tripolis erhebt sich vielleicht auf römisch- byzantinischen Fundamenten. Aber seine ältesten Mauern stammen aus her spanischen Zeit (16. Jahr- hunhert). Später kam es in hie Hände her Araber unb Türken unb war her Sitz her Dynastie her Caramanli. Die Italiener haben bas Kastell als Regierungssitz bes Gouverneurs von Libyen aus- baüen unb feine vier Bastionen mit Grün unb Blumen bepflanzen lassen. Von ihrer Höhe genießt man einen prachtvollen Blick über Die Bucht von Tripolis mit ihrem Hafen, ihren StranDanlagen unD moDernen GebäuDen im italienischen So- l 0 nialstil. BesonDers schön war Die Aussicht auf Die blaue Bucht, als Die Kreuzer, Zerstörer und Unterseeboote Der italienischen GeschwaDer hier auf her Unter außerorbentlicher Anteilnahme her Berliner Kunstgemeinde wurde die von der französischen Regierung in Gemeinschaft mit her Preußi- fdjen Akademie der Künste in Berlin veranstaltete Ausstellung „Französische K u n st der Gegenwart" burch Reichsminister Rust eröffnet. Dem feierlichen Akt wohnten u. a. der Ministerpräsident Generaloberst Göring, her mit dem französischen Botschafter Franyois - Poncet die Schirmherrschaft übernommen hat, bie Reichsminister v. Neurath unb Dr. Schacht, teil. Der stellvertretenbe Präsibent her Akademie, Prof. Schumann, hieß die Erschienenen willkommen und dankte dem französischen Botschafter, auf dessen Anregung die Ausstellung zustande gekommen sei. Er schloß mit dem Wunsch, daß die Ausstellung zum gegenseitigen Verständnis zwischen den beiden Völkern beitragen möchte. Der französische Botschafter Franyois-Pon- c e t dankte den Reichsministern v. Neurath und Dr. Goebbels, sowie dem Miuisterpräsi- benten Generaloberst Göring für die Förberung her Ausstellung unb gebuchte bes Führers und Reichskanzlers, mit dessen Zustimmung die französischen Künstler die deutsche Gastfreundschaft genossen. Er erwähnte, daß die französische Republik wiederholt Gelegenheit hatte, von Deutschland Leihgaben für Kunstausstellungen in Frankreich zu erbitten. Frankreich habe das Gefühl, eine Schuld an Deutschland abtragen zu müssen und sei über die Gelegenheit der französischen Ausstellung in Berlin ehrlich erfreut. Der Botschafter wandte sich der völkerverbindenden Aufgabe her Kunst zu und erklärte, daß man zwar nicht daran glauben könne, daß Hader unb Zank unter ben Menschen verschwinden wurden, daß man aber hoffen dürfe, daß die Konflikte einmal nicht mehr mit Gewalt ausgetragen werden möchten. Wenn die Völker durch die Kunst Verbindung hielten, würden sie das gegenseitige Verständnis erweitern, so daß Sympathie und Wertschätzung dazu beitragen würben, bie Beilegung her Konflikte zu erleichtern. Man könne sagen, baß bie Ausstellung ein gedrängtes Bilb von Proben vermittle, bie alle Arten zu malen und zu gestalten zeige, die heute in Frankreich geläufig feien. Der Kurator der Akademie, Reichsminister Rust, wies daraufhin, je mehr die Kunst echter und eigenartiger Geistesausdruck der Völker sei, um so eher könne sie Vermittler zwischen den Völkern sein. Die Aufgeschlossenheit Deutschlands für alles Schöne und Große fei keine Zeiterscheinung, sondern ein Wesenszug der Nation. Und je sicherer das deutsche Volk seiner selbst geworden sei, um so aufnahmebereiter sei es für die echten Schöpfungen anderer Völker, um so leichter könnten die geistesverwandten Kulturnationen über bie Brücken von Kunst und Wissenschaft wieder zueinanderfinden, wenn sie feststellen, wieviel Gemeinsames sie verbindet und wie vieles sie/ in ihrer gemeinsamen Kultur zu verteidigen haben. Der Minister dankte dem französischen Botschafter und Reichsminister Dr. Goebbels unb erklärte bie Ausstellung für eröffnet. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Tripolis, Ende Mai 1937. Don ben brei blühenden norbafrikanischen Stählen, bie im Altertum bie Tri-polis bilbeten, lebt nur eine — Oea — heute unter Dem Namen Tripolis fort. Die beiben anberen — ßeptis Magna unb Sabratha — gingen zugrunde, starben aus unb wurden unter dem oorbringenben Wüstensande begraben. Nach tausenbjährigem Schlummer werben ihre großartigen Reste nun wieder von ben Italienern frei gelegt, um von her einstigen hohen Kulturblüte bes Laubes zu zeugen. Wenn man mitten in einsamer Steppen- unb Wu- stenlanbschaft an her Küste bes Meeres bie Ruinenwelten aufragen sieht, fällt es einem schwer, sich vorzustellen, baß bies einst ein reicher, bebeutenber Bestaubtet! her Alten Welt war. Au der von Libyern unb Berbern bewohnten Küste, an her sich Oliven- unb Palmenhaiue hiuzogeu, grünbeten schon bie Phönizier ihre Emporien, in benen sie Elfenbein unb Golbstaub, Straußeufeberu unb Sklaven aus bem Inneren bes ßanhes erhanbelten. Wie begehrt bas ßanb war, sieht man aus seiner ab- wechseluugsreichen Geschichte: nach bem Sturz Ka^hagos im Jahre 146 v. Chr. überließ Rom das Gebiet zeitweilig ben numibischen Köuiaeu, um es später in bie römische Provinz „Africa Nova" um- zuwaubelu. Noch unter römischer Herrschaft blühte Die neopuuische Kultur, — so würbe z. B. in her Familie Septimius Severus, her aus ßeptis Magna flammte, noch punisch gesprochen. Unter Diokletian würbe bie Provinz „Numidia Tripolitania" genannt, 455 fiel sie in bie Haube her Vanbaleu, 533 würbe bas ßanb burch Belisar für Byzanz erobert. Aber schon 644 folgte bie Unterwerfung burch bie Araber, bie ßeptis unb Sabratha plünberten unb ben Niebergaug bes ganzen Gebietes besiegelten, ber burch beftänbige Aufstäube beschleunigt würbe. Mitte bes 12. Jahrhuuberts gab es bie nur 15 Jahre bauernbe Normauueuherrschaft, 1510 besiegte Karl V. hie Piraten ber Küste unb gab Malta unb Tripolis nach kurzer spanischer Herrschaft ben aus Rhobos vertriebenen Johauniterrittern. Doch schon 1551 begann bie Türkeuherrschaft, ber erst 1912 hurd) bie Italiener ein Enbe gemacht werben sollte. Seitbem hat bas im wahrsten Sinne bes Wortes „verwüstete" ßanb einen neuen Aufstieg begonnen. e 1MaDKS^UPO?ÄRDMA.RE>CHTUM. OER aGÄRETTE-.SPATLE $ Neede lagen und die Ankunft und Abreise des Duce mit weithallenden Salutschüssen begleiteten. Etwa 100 Kilometer östlich von Tripolis erheben sich die Ruinen von Leptis Magna, deren Besuch jedem Libyenfahrer dringend zu empfehlen ist. Die Ausgrabungen wurden 1920 begonnen und haben besonders in den letzten Jahren unter Marschall B a l b o s Herrschaft große Fortschritte gemacht. Sie setzen schon heute durch ihre riesigen Ausmaße in Erstaunen. Leptis kam im Jahre 25 v. Ehr. zur römischen Provinz Afrika, und ein Teil der freigelegten Reste stammt aus augusteischer Zeit. 146 n. Ehr. wurde hier Septimius Severus geboren, der 193 Imperator wurde und seine Vaterstadt, die damals 60 bis 80 000 Einwohner zählte, mit Prachtbauten schmückte. Seine hohe Blüte verdankte Leptis seinem vorzüglich ausgebauten Hafen, seinem transsaharianischen Handel und seinem berühmten Olioenbau. Aber schon unter der Herrschaft der Vandalen und der Byzantiner setzte der Niedergang ein, der Hafen versandete, die Mauern zerfielen, und die 643 eindringenden Araber fanden nur noch ein vom Wüstensande halb verschüttetes Dorf vor. Das Wenige, das über den Sand hervorragte, wurde von reisenden Ausländern geplündert: Marmorfragmente aus Leptis Magna finden sich in Windsor, Paris, Malta, Konstantinopel. Der Rest hat sich unter dem trocknen Sande ausgezeichnet erhalten, und die vorgefundenen Trümmer lassen sich weitgehend wieder zusammensetzen. Das Kaiserforum und die Basilika des Septimius Severus erinnern an das römische Trajans- forum, aber sie übertreffen es noch: um nur einen Begriff von der Größe zu geben, feien einige Maße genannt: eine Seitenmauer des Forums ist 180 Meter lang und über 15 Meter hoch, die Basilika bedeckt eine Fläche von 38 mal 92 Meter, das Forum eine solche von 132 mal 87 Meter mit 34 Säulen an jeder Seite, eine von Bogengängen flankierte Hauptstraße zählt sogar 250 Säulen aus Cipollins an jeder Seite. Leider ist hier nicht der Ort, um auf die künstlerische Ausschmückung dieser Bauten einzugehen, die von großem Interesse ist. Bei seinem Besuch in Leptis hielt der Duce sich längere Zeit in den Ruinen der Basilika auf, las die Reste der fast 100 Meter langen Inschrift des Mitkelschiffes, die den Bau unter Septimius Severus und feinem Sohn Caracalla bezeugt, und gab feine Anweisungen füc die Wiederherstellung. Leider wurde der Besuch von Leptis Magna durch den „Gibli", den heißen Wüstenwind sehr behindert, der den Sand pfeifend zwischen den Mauer- und Säulenresten hindurchjagte, als ob er bestrebt sei, sich dem menschlichen Eingriff in sein Bereich zu widersetzen und die Zeugen der großen Vergangenheit wieder zu verschütten. Man kann die melancholische Wanderung zwischen den Resten von Leptis stundenlang fortsetzen: man kann Märkte und Straßen, Theater und Thermen, Tempel und Wohnhäuser besuchen, auf das Nyrn- phaeum hinaufsteigen, von wo man einen weiten Blick über das Ruinenfeld, über Land und Meer, genießt, man kann die Reste der Wasserleitung, der riesigen Zisternen und des antiken Staudammes am Flußbett bewundern. Und man wird sich dabei einen neuen Begriff von der Bedeutung der Alten Welt bilden. Nicht ganz so weitläufig, aber vielleicht noch stimmungsvoller sind die Ruinen von S a b r a t h a, die ebenfalls an der Küste, etwa 70 Kilometer westlich von Tripolis gelegen sind. Sabratha überflügelte Leptis in spätr'ömischer und byzan'inischer Zeit, bewahrt interessante Reste christlicher Basiliken der Justinianischen Epoche, und wurde erst durch die Araber zerstört. Eine eigentümliche Berühmtheit erlangte Sabratha ums Jahr 157 n. Ehr. durch den Prozeß des satirischen Schriftstellers A p u l e- j u s, der nach der Heirat mit der Mutter feines Freundes der schwarzen Mache und Verführungskünste angeklagt und freigesprochen wurde. Ihren besonderen Charakter erhalten die weitläufigen Ausgrabungen von Sabratha durch die sehr geschickte Wiederherstellung des römisch e n-T h e a t e r s, das mit Hilfe des vorhandenen antiken Materials wiedererrichtet worden ist, ohne jedoch feinen Ruinencharakter einzubüßen. Hier fand am Tage des Besuches durch den Duce eine „Oedipus"-Aufführung statt, durch die die Ruinen schön belebt wurden. Den großartigen Rahmen des Schauspiels bildete die umgebende Natur: der dreistöckige, säulengeschmückte Szenenaufbau der Antike war durch offene Bögen unterbrochen, durch die ^sich der Durchblick auf das Ruinenfeld und das dahinterliegende Meere weitete. Es war ein herrlicher klarer Abend, und die untergehende Sonne färbte Ruinen und Meer mit ihrem üppigen Goldglanz. 9er Mm frefidWe ben Aeubau des Hauses der Deuischeu Kunst. dl« X W W MW 4z> Nhr * ■ KM Up ’Z'T HW ■ ' .?<- %■ / MS KMA In den letzten Tagen nahm Adolf Hitler eine Besichtigung des Neubaues des Hauses der Deutschen Kunst in München vor. Von rechts nach links: Reichs- minister Dr. G o e b b e l s , der Präsident der Akademie der bildenden Künste Professor Ziegler, Frau Tr o o st, die Gattin des berühmten Architekten, und der Führer. (Scherl-Bilderdienst-M.) Als die violette Dämmerung herniedersank, erschie-I nen am oberen Rande des Theaterkraters Fackel-1 träger in flammend roten Mänteln. Schauspieler und Tänzerinnen in ihren antiken Gewändern bereiteten dem Duce eine Huldigung, der beim Verlassen des Theaters von fackeltragenden Eingeborenen begleitet wurde. Unvergeßlich war der Blick von der Höhe des Theaters auf die weite Landschaft, durch deren Dämmern sich der Fackelzug wie eine leuchtende Schlange hinzog. Bald war auch die lebhafte Zuschauermenge zerstoben. Aber wir gingen noch durch das Schweigen des Ruinenfeldes bis hinab ans stille, warme Meer, das im ersten Mondlicht leise atmete, unbekümmert um die Reste des gewaltigen griechisch-römisch-byzantischen Schiffbruchs an seiner Küste. Das erste Arbeitsdienst-Ehrenmal in Deutschland. Bergedorf, 7.Juni. (DNB.) Im Rahmen der zweiten niederdeutschen Tagung wurde das e r ft e Arbeitsdien st-Ehrenmal in Deutschland in Bergedorf eingeweiht. Gauleiter und Reichsstatthalter Kaufmann erklärte, daß das Ehrenmal von der Aufbauarbeit im Reiche Adolf Hitlers zeugen solle. In Vertretung des Reichsarbeitsführers banfte Generalarbeitsführer Dr. Decker dafür, daß Bergedorf als erste Gemeinde in Deutschland die Leistungen des Reichsarbeitsdienstes durch ein Denkmal ehre. Das Denkmal ist als Brunnen ausgeführt, den die Figur eines Arbeitsmannes krönt. Der Arbeitsmann blickt, auf feinen Spaten gestützt, nach der Siedlung Essenhof, die ein Werk des Arbeitsdienstes ist. Verordnung über die Beförderung von Vieh. Berlin, 7. Juni. (DNB.) Im Reichsgesetzblatt erscheint demnächst eine Verordnung des Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft sowie des Reichsverkehrsministers über die Beförderung von Vieh. Hiernach ist die Beförderung von Rindvieh (einschließlich der Kälber), Schweinen und Schafen mit der Eisenbahn ober einem Kraftfahrzeug nur zulässig, wenn die von dem ^Beauftragten des Reichsnährstandes oder der Haupt Vereinigung der Deutschen Viehwirtschaft erlassenen Anordnungen über den Versand von Vieh innegehalten sind. Die Hauptoereinigung der Deutschen Viehwirtschaft ist ermächtigt worden, anzuordnen, wie dieser Nachweis zu erbringen ist. Die Anordnung der Hauptvereinigung muß im Deutschen Reichsanzeiger und im Verkündungsblatt des Reichsnährstandes veröffentlicht werden. Von den Vorschriften der Verordnung ist die Beförderung von Schweinen unter 35 Kilogramm und mit Kraftfahrzeugen im Gebiet der Kreisbauernschaft, in dem der Verladeort liegt, ausgenommen. Den Zeitpunkt des Inkrafttretens der Verordnung bestimmen der Reichsminifter für Ernährung und Landwirtschaft und der Reichsverkehrsminister. Aus aller Wett. Drei englische Militärflugzeuge abgeskürzk. lieber dem englischen Flugplatz von Odiham stießen zwei Militärflugzeuge zusammen und stürzten ab. Beiden Piloten gelang es, sich durch Fallschirmabsprung zu retten. Zwei Insassen kamen ums Leben. Auf dem Flugplatz von Martlesham ereignete sich ein weiterer Absturz, der ebenfalls die britische Luftwaffe betrifft. Die Maschine war zu einem Probeflug mit zwei Offizieren der Luftstreitkräfte aufgestiegen. Bei dem Absturz kamen die beiden Militärs ums Leben. Einweihung der Goldenen Torbrücke von San Franzisko. Die Goldene Torbrücke in San Franzisko, die größte Hängebrücke der Welt, die von einem Ende bis zum anderen 1281 Meter mißt, wurde jetzt für den Fußgängerverkehr freigegeben. Anschließend wird der erste Kraftwagen über die Brücke fahren. Die Einweihung, die Oberbürgermeister Rossi vornimmt, bietet Anlaß zu ausgedehnten Feierlichkeiten. Ein geisteskranker Knabenmörder. Eine furchtbare Bluttat hatte sich am 22. Oktober vorigen Jahres in Hüffelsheim bei Bad Kreuznach ereignet. Der 35jährige Jakob Ries hatte den achtjährigen Günther Thomas auf bestialische Weise erschlagen. Der Mörder, ein mehrfach vorbestrafter und geistig minderwertiger Mensch, hatte sich jetzt vor Gericht zu verantworten. Der Sachverständige stellte fest, daß es sich um einen G e i st e s- franten handelt. Seine Mutter ist geisteskrank in einer Anstalt, der Vater, der mit 49 Jahren starb, war ebenfalls in einer Irrenanstalt. Es fei anzunehmen, daß der Angeklagte ähnliche Taten wiederholen würde, weshalb die dauernde Unterbringung in einer Anstalt erforderlich fei. Das Gericht verkündete als Urteil, daß Ries auf Lebenszeit in einer Heilanstalt untergebracht wird. O-Zug tötet sieben Streckenarbeiter in Kärnten. Auf der Eisenbahnftrecke zwischen Villach und Spittal in Kärnten, in der Nähe des Bahnhofes Gummern, fuhr ein D-Zug in eine Arbei- terkolonne, die Ausbefferungsarbeiten an den Gleisen vornahm. Dadurch wurden sieben Mann getötet, ein Mann schwer verletzt. Der verantwortliche Aufsichtsbedienstete, der von der Zuglage rechtzeitig verständigt wax, befindet sich unter ben Toten. Die Ursache des bedauerlichen Unfalles liegt darin, daß die Vorschrift nicht befolgt wurde, nach welcher auf doppelgleisigen Strecken bei Annäherung eines Zuges beide Gleise von den Arbeitern zu verlassen sind. Zwei Stunden von einem Wildschwein belagert. Im Walde bei Salmünster hatte ein Salmünste- rer Schulleiter ein nicht gerade harmloses Erlebnis. Bei einem Spaziergang stieß er auf zwei muntere Frischlinge, mit denen er sich befassen wollte. Als die Tiere zu schreien begannen, raste das Muttertier, eine Bache, mit sechs weiteren Frischlingen herbei und begann den Spaziergänger hartnäckig zu attackieren. Der Mann konnte sich eben noch auf einen Holzstoß retten, den das gereizte Tier nun umzuwerfen versuchte. Der Bedrohte mußte über zwei Stunden auf dem Holzstoß ausharren, bis sich die Angreiferin endlich entfernte. Chilenisches Verkehrsflugzeug ins TNeer gestürzt. In den südchilenischen Gewässern auf der Flugstrecke von Puertomont nach Magalanes ist ein Sikorfki-Amphibien-Flugzeug mit fünf Passagieren und vier Mann Besatzung feit zwei Tagen überfällig. Das Flugzeug wird nach vergeblichem Suchen als verloren betrachtet. Es fei mit Bestimmtheit anzunehmen, daß das Flugzeug ins Meer gestürzt ist. Dies ist innerhalb einer Woche der zweite Unglücksfall auf derselben Flugstrecke. Ein Zweisitzer mußte auf der Nachsuche nach dem verschollenen Flugzeug am Strand notlanden. Die Ma- schiene wurde' hierbei vollständig zertrümmert. Der Pilot und der Funker sind jedoch ohne Verletzungen davongekommen. Wetterbericht des Reithswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Mit dem Eindringen feuchter Meeresluft, die vornehmlich in der Hohe mit Abkühlung verbunden war, kam es am Montag auch in unserem Gebiet zu verbreiteter Gewittertätigkeit. Sie lieferte aber nur stellenweise die von der Landwirtschaft so dringend benötigten ausgiebigen Regenfälle. Nach dem Durchzug der Störungsfront kommt es wieder zu zeitweiliger Aufheiterung, doch verbleiben wir im Bereich einer feuchten Luftströmung, so daß leichte Unbeständigkeit mit Neigung zu einzelnen, teilweise gewittrigen Schauern erhalten bleibt. Aussichten für Mittwoch: Wolkig bis aufheiternd, Neigung zu einzelnen, teilweise gewittrigen Schauern, warm und schwül, Winde um Süd. Aussichten für Donnerstag: Bei Luftzufuhr aus Süd bis West, im ganzen freundlich, noch nicht störungsfrei. Lufttemperaturen am 7. Juni: mittags 30 Grad Celsius, abends 21,8 Grad: am 8. Juni: morgens 19,3 Grad. Maximum 30,6 Grad, Minimum heute nacht 13,9 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 7. Juni: abends 24,5 Grad; am 8. Juni: morgens 21,7 Grad. — Niederschläge 0,4 mm. — Sonnenscheindauer 10,3 Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Dr. Hans Thyriot. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Friedrich Wilhelm Lange (erkrankt)^, i. V.: Dr. Hans Thyriot; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein (beurlaubt). Vertreter: H. L. Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. V. 37: 9326. Druck und Verlag: Brühl'fche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Emzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. , Schloß-Cafe Marburg Sonntags und Mittwochs ab 15.30 Uhr Konzert mit Tanzei n’agen 3821 D Vornehm 1 Geschmackvoll Persönlich I Oleas drei wesentlichen Eigenschaften der gediegenen Familien- Drucksache Dletet Ihnen in zahlreichen neuzeitlichen Ausführungen sowie Papieren billiget die Brühl’sche Druckerei Schulstr. 7. Ruf 2251 Betr.: Die Versteigerung von Nachlässen. Bekanntmachung. Am Donnerstag, dem 10. Juni 1937, ab 13 Uhr, werden im Hofe des Lagers Rodheirner Sttaße (Ecke Schützenstraße) und im Lager selbst eine große Anzahl teilweise sehr gut erhaltener, aus Nachlässen herrührender Gegenstände, wie: 3973D IHöbel, Küchengeräte, Porzellan und Gläser, Spiegel, Bilder, Sofas und Stühle usw. öffentlich meistbietend gegen Barzahlung versteigert. Der Oberbürgermeister. (Wohlfahrtsamt.) Ml Sreuöe on Der Euter Dur® BermfihlerBflöiet! Unser Werner hat heute ein gesundes Brüderchen bekommen 3n Dankbarkeit und Freude Dr. Hermann Fabel und Frau Erna, geb. Schulte Watzenborn-Steinberg, den s.Zuni 1931 (z. 3- llniv.-Frauenklinik Gießen) 3982D Hd50 Zweites Blatt Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Dienstag, 8. Zuni 1937 100 Zahle Familie Lyncker aus dem Schiffenberg. 5 'V ■ i. Friedrich Lyncker, der erste Pächter auf dem Schiffenberg, im Kreise seiner Familie. Im Bilde (rechts oben) Karl L y n ck e r, der Vater des heutigen Pächters. (Wiedergabe nach einer alten Photographie aus Familienbesitz.) In diesen Tagen des Juni kann die Familie Lyncker ein nicht alltägliches Jubiläum begehen. Die Familie bewirtschaftet seit hundert Jahren die staatliche Domäne Schiffenberg. Grund genug, einen Blick zurückzuwerfen und Erscheinungen, Menschen und Zeitläufte heraufzurufen, die zwar der Vergangenheit angehören, die aber auch hereinragen unmittelbar in unsere Gegenwart und uns allen nahe sein können, weil der Schiffenberg, vor den Toren der Stadt, durch Geschichte, durch natürliche landschaftliche und volkstümliche Bindung mit seiner Umgebung zu verwachsen ist, als daß man ihn und die Menschen, deren Leben so eng mit Berg und Burg verbunden ist, aus dem Gesamtbild unserer Heimat lösen könnte. Am Rande der Weltgeschichte. Am Anfang der jüngsten hundert Jahre der Geschichte des Schiffenbergs steht der Name Napoleons. Der Deutsche Orden, dem damals unter vielen verstreuten Besitzungen auch der Schiffenberg gehörte, fiel in den Jahren 1803/04 dem „Reichs- Deputations-Hauptschluß" zum Opfer. Der Schiffen- derg mit den dazu gehörenden Ländereien ging an iben Großherzog Ludwig I. von Hessen-Darmstadt, Den ersten hessischen Großherzog, über. In der Folgezeit gelangte der Schiffenberg zur Verpachtung zunächst an eine Familie Weber, dann an eine Familie namens Koch. Im Jahre 1837 ging die Domäne pachtweise an die Familie Lyncker über. Kurz gefaßte Genealogie. Friedrich Lyncker, geboren im Juni 1804 zu Gießen, seines Zeichens Küfer und Weinwirt, übernahm also als erster Lyncker die Pacht im Jahre 1837. Noch im gleichen Jahre ehelichte er Johannette Weidig, eine Gießener Bürgerstochter. Aus dieser Ehe gingen vier Töchter und die zwei Söhne Karl und Adolf hervor. 1869 starb Friedrich Lyncker. Unterstützt von beiden Söhnen führte die Witwe Hof und Wirtschaft weiter. 1875 übernahm Karl Lyncker die Domäne, verheiratete sich mit der Tochter des Stadtrentmeisters Enders und aus dieser Ehe gingen ein Sohn und eine Tochter hervor. Sein Bruder Adolf Lyncker schlug seinen Wohnsitz in Gießen auf und wurde der Gründer des heutigen Speditionsgeschäftes Lyncker & Sohn. Karl Lyncker, des Pächters Sohn Friedrich, wuchs in engster Verbindung mit allen den Erscheinungen der Gast- und Landwirtschaft auf, übernahm im Jahre 1901 den Schiffenberg und führte die Land- und Gastwirtschaft fort im Sinne seiner Väter. Friedrich Lyncker, der Enkelsohn jenes Lyncker, der 1837 auf Schiffenberg einzog, ist nach Art und Gestalt allen bekannt, die je auf dem Schiffenberg Einkehr hielten. Erinnerungen aus Großvaters Zeiten. Von Friedrich Lyncker — dem „Ersten" gewissermassen — ist mancherlei Interessantes zu erzählen. Der Enkelsohn weiß vieles zu berichten, soweit er es aus den mündlichen Ueberlieferungen seiner Großmutter im Gedächtnis behalten hat. (Seine Großmutter ist übrigens, so hören wir, eine ungemein resolute, tüchtige Frau gewesen, die Haus, Hof und alles Gesinde gleichsam beherrschte. Aber auch eine gerechte Frau, eine Respektsperson im besten Sinne, deren Meinung Geltung und Gewicht hatte, auch über den eigenen Wirkungskreis hinaus.) Vom Großvater weiß der heutige Pächter zu erzählen, daß er den Wein, den er ausschenkte auch selbst kelterte. Er verstand sich darauf! War er doch von Beruf Weinwirt und Küfer! Alljährlich fuhr er ein- oder zweimal zur Zeit der Weinlese mit vier Pferden und zwei Wagen nach Bechtheim in Rheinhessen (eine Eisenbahn gab es damals ja noch nicht) und eine solche Reise allein nahm immer vier Tage in Anspruch. So war er oftmals 8 bis 10 Tage dem Schiffenberg fern. In Bechtheim kaufte er von den Weinbergbesitzern Trauben in großer Menge, preßte sie dort in eigener Kelter aus und fuhr mit mostgefüllten Fässern zurück. In den Kellern des Schiffenbergs wurde aus dem Most über Jahr und Tag ein mundender Wein, den der Wirt stolz und schmunzelnd mit einigem Rechte als seinen eigenen Wein vorsetzen konnte. Bleibt hinzuzufügen, daß dem Wirt von Anfang an die Bedingung gestellt war, daß auf dem Schiffenberg nur Wein ausgeschenkt werden dürfe. Erst im Jahre 1848 wurde das anders Nun wurden auch and/re Genüsse in die Getränkekarte ausgenommen und der Schiffenberg wurde volkstümlicher, als er es bis dahin gewesen sein mag. Immer wieder waren die Vereine der Stadt Gießen hier oben zu Gast, die Studenten fühlten sich wohl und waren gerne im „Söllerstübchen" und auch manches Fest der Universität wurde oben gefeiert. So herrschte an vielen Tagen reges Leben in den Mauern der Burg, in den altdeutschen Stuben und im Saal des Nebenbaues. Ganz abgesehen von manchem färben- und sinnenfreudigem sommerlichen Feste auf Schiffenbergs Altan und unter den Kastanien und Platanen des weiten Hofes zwischen Palas und Basilika. So war es zu Zeiten oes „alten Lyncker", zu Zeiten seines Sohnes Karl, und noch heute pilgert die Gießener Bevölkerung wie auch die ländliche Bevölkerung der Umgebung gerne hinauf, durch schattige Wälder zur Höhe, von der aus sich das heimatliche Land weit in der Runde überschauen läßt. Die Schönheit der Landschaft fließt hier in glücklicher Verbindung zusammen mit dem uns alle umfangenden geheimnisvollen Weben der deutschen Geschichte, die, sei es auch nur zu einem kleinen Teil, aus den über 800 Jahre alten Mauern spricht. Hinzu kommt, daß insbesondere der heutige Pächter verbunden ist mit Generationen mancher Gießener Familien. In verschiedenen Liedern ist der Schiffenberg nicht zu Unrecht verherrlicht worden. Es lebte sich, so lassen wir uns sagen, nicht immer leicht auf dem Schiffenberg. So mag es auch heute noch sein. Was die Gastwirtschaft anbetrifft, so muß schon schönes Wetter sein, wenn viele Tassen klappern oder viele Gläser klingen sollen. Der Boden (etwa 130 Morgen Land gehören zum Schiffenberg) ist nicht sonderlich reich. Im Stall war man nicht immer vom Glück begünstigt, wenn auch Haus und Hof bisher und unberufen von Blitz, Hagelschlag und Sturmschäden durch ein Jahrhundert verschont blieben. Die Familie Lyncker aber gehört und hält zum Schiffenberg und was der Großvater begann, führten Sohn und Enkel fort. Enkel und Urenkel jenes ersten Lynckers schreiten in das zweite Jahrhundert ihrer Familiengeschichte auf dem Schiffenberg mit ebenso viel Kraft und Selbstsicherheit, wie es ihre Vorfahren taten. Die Enkelkinder Friedrich Lynckers, des jetzigen Pächters, find die fünfte Generation der Familie, der der Schiffenberg die Heimat ist. Bleibt ganz zum Schluß noch zu erwähnen, daß die Familie Lyncker seit 100 Jahren zu den treuen Lesern des Gießener Anzeigers gehört. Aus der Stadt Gießen. Blühendes Korn. LPD. Fast mannshoch steht die grüne Saat. Die Halme halten stolz die Aehren empor. Wenn der Wind darüber hinstreicht, so neigen sie sich, einer nach dem andern. Da geht ein Wallen und Wogen durch die Felder und es ist, als schlage ein grünes Meer seine Wellen. Doch ist es nicht das Meer, das unsere Heimat umbrandet, es sind die Felder, auf denen der Ewige jetzt wieder den Tisch eines ganzen Volkes deckt. Nun ist es so weit, daß das Korn blüht! Die Aehren sind behangen mit den Fäden und noch einmal so schön sind sie anzuschauen. Als ob sie sich geschmückt hätten zum herrlichen Feiertag des Sommers, der in den Landen steht, als ob sie nicht beiseitestehen wollten in der Gemeinschaft der Blüten und Blumen ringsum. Schon leuchtet aus dem Grün der Halme das dunkle Blau der Kornblume, dem saftigen Rot des Mohns beigesellt. Wenn die Schwalben über das blühende Korn streifen und an ihren Leibern sein Blütenstaub hängen bleibt, wenn die Lerchen nicht müde werden, hoch oben in klarer sonniger Luft zu jubeln, dann ist die Freude dieses Feldes allgemein und wunderbar. Wir gehen vorüber ob Landmann oder Städter — und schauen das Prangen der Erde landab und landauf, wir werden froh und liederselig gestimmt und fühlen zutiefst die Gnade des Himmels zu allen Geschöpfen. Dornoiizen. Tageskalender für Dienstag. Stadtheater: 20 bis 22.30 Uhr „Sonne für Renate" (Sommerpreise). — Gloria-Palast (Seltersweg): „Wie der Hase läuft". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Vor Liebe wird gewarnt". — „Sonne für Renate“ im Stadttheater. Heute abend findet die Eröffnung der diesjährigen Sommerspielzeit statt, unter der Devise: „Lachen im Theater!" — Es geht das Lustspiel „Sonne für Renate" von Erich Ebermayer in Szene. Spielleitung Anton Neuhaus. — Es wirken mit: Maria Gerhardt, Hansi Prinz, Gerhardt Frickhoef- fer, Hans Geißler, Heinrich Hub, Wolfgang Kühne, Peter Schorn, Karl Volck. — Bühnenbilder: Karl Löffler. Anfang der Vorstellung 20 Uhr, Ende 22.30 Uhr. Das Deutsche Eigenheim und feine Finanzierung. Am morgigen Mittwoch, 9. Juni, findet im Hotel „Bayerischer Hof", Bahnhofstraße, eine Vortragsveranstaltung statt. Im Auftrag der Gemeinschaft der Freunde Wüstenrot spricht Dr. Wiedemann (Frankfurt a. M.) über das Thema „Das Deutsche Eigenheim und seine Finanzierung". NSD., Ortsgruppe Mitte. Bett.: Opferringsammlung. Am Mittwoch, 9. Juni, werden die Spenden (Opferringsammlung) durch die NS.-Frauenschaft eingesammelt. Die Hausfrauen werden gebeten, den Inhalt der Päckchen auf der Umhüllung kenntlich zu machen und die Mitgliedskarten zur Quit- tungseinzeicynung bereitzuhalten. NSV., Ortsgruppe Gießen-Ost. Bett.: tebensmitfebOpferring. Die Sammlung wird Dienstag, 8., und Mittwoch, 9. Juni, von der NS.-Frauenschaft durchgeführt. Die Mitglieder wollen die Pfundpäckchen bereithalten und die Mitgliedskarte zur Eintragung vorlegen. Der Inhalt der Päckchen ist außen sichtbar anzugeben. Deutsche Arbeitsfront. Aebungsfirmenwarlschafl der Deutschen Arbeitsfront. Wir machen darauf aufmerksam, daß am Dienstag, dem 8. Juni 1937, um 18 Uhr, eine halbstündige Sendung im Reichssender Frankfurt a. M. gegeben wird unter dem Titel: 3989V Ein Mann kauft ein Auto — ausgerechnet bei einer Uebungsfirma. Interessenten für die Deutsche Uebungsfirmen- wirtschast werden gebeten, sich jeweils Freitags abends im Hause der Deutschen Arbeitsfront Gießen, um 20 Uhr, in Zimmer 14, einzufinden. ZWn.9.=Gemeinf(haft „firaft durch freute'' Omnibusfahrt zum Eifelrennen auf dem Nürburgring. Zu obigem Rennen am 13. Juni fahren wir einen Omnibus. Der Fahrpreis beträgt einfchl. Eintrittspreis zum Rennen 8,55 RM. Anmeldung muß umgehend auf der Kreisdienststelle erfolgen. 3985V BOM., Untergau 116, Gießen. B e tr.: Schwimmen: Am heutigen Dienstag, 8. Juni, treten alle, die die BDM.-Staffel mit- Die Nachtkerze. Von Friedrich Schnack. Sybille, die zwölfjährige Blumenfreundin, die sich nicht nur bemüht, die heimischen Blumen in Feld und Wald kennenzulernen, sondern sie auch zeichnet und abmalt, wollte die Nachtkerze sehen, die große, feierliche Hochsommerblume, die den Tag ; nicht so gern hat wie die Nacht, und die ihre Blüten erst nach Einbruch der Dämmerung auftut, um Nachtschmetterlinge anzulocken. Ich hatte dem Mädchen den fremdartigen Reiz der Nachtkerze ge- ichildert: sie sei anfangs des 17. Jahrhundert aus dem nordamerikanischen Virginien nach Padua in den botanischen Garten gebracht worden (anderer Lesart nach soll der Naturforscher Alexander von Humboldt sie in Deutschland eingeführt haben), in t nbändigem Freiheits- und Vermehrungsdrang clber fei sie bald darauf durch den Zaun des italie- rifchen Gartens ausgebrochen: hcrbe sich gleich einem sinken Geist, das Land erobernd, auf Schutthalden, Brachäckern und an Wegrändern angesiedelt, sei mdlich in ganz Mitteleuropa heimisch geworden mb heute bei uns in Deutschland so weit verbreitet l»ie in Virginien, ihrem Herkunftsland. Sie fei c^eichsam die Weltbürgerin unter den Feldblumen, tsiße auch Siebenschläferin, weil sie am Tage, wenn cntbere Blumen eifrig blühen und duften, schlafe, titb wenn sie einmal unter Tags die Augen offen- Tptte und wache, hätten mir trübes Wetter, das ihr e ne Dämmerung oder nächtliche Dunkelheit vor- tuusche. Diese Eigenart machte Sybille recht neugierig, irvb sie wollte noch heute der Schönen ihre Auf- martung machen. Wir hätten einen sonnigen Tag gehabt, die Nachtkerze habe wohl bald ausgeschlafen. Wir gingen aus. Die Sonne stand im Westen hmter den Bergen Ihr gelber Schein gemahnte an d n Glanz einer himmlischen Nachtkerze in Wolken- (hrbern. Auf dem städtischen Lagerplatz, wo die Litraßenarbeiter die Pflasteriteinr gestapelt und den Cond zu Dünen aufgeschüttet hatten, wuchs die Staube Oenothera, wie sie in den Büchern genannt tiirb nicht. Doch hatte ich sie hier im vergangenen W gesehen. Blieb sie diesmal aus? War es noch p früh für sie? Schuttpflanzen entfalten ihren Llumenftaat ziemlich spät, sie sind ebenso zurück- ^ltend-vornehm wie schlicht. Da wir sie auf dem öigerplatz, wo vielerlei wuchs, nicht fanden, gingen ud: r zum nahen Eisenbahndamm. Auf dem langen fjnng kamen wir zu einer Wildnis aus Wolfsmilch, niem krausen Krautteppich. Im scheidenden Licht flimmerten zahllose kleine orangenrote und gelbe Scheinblüten der Cypressen-Wolfsmilch wie ein goldenes Gespinst. Erde und Himmel waren golden beleuchtet — in dem Lichtdunst und dem goldenen Schleier der Wolfsmilch ragte die Nachtkerze, eine meterhohe Staube, im Kreis ihrer Geschwister, bie an Gestalt ein wenig kleiner waren. Einige ihrer großen Blumen waren bereits geöffnet. Sybille fühlte den Zauber der Pflanze. Sie kniete mitten im Wolfsmilchteppich nieder und drängte das Gesicht gegen die Nachtkerze, an einer der Blüten zu riechen. Die Blume duftete aber nicht, sie ist ohne Würze. Gleich einer Flamme zuckte eine über ihr auf dem Hang stehende Kerze im ungewissen Hauch und Licht des Abends auf, wie wenn dem lieblichen Mädchenkopf eine blumen- hafte Materialisation entspränge — eine Nachtkerzenerscheinung, seltsam lodernd und traumhaft still. Manche dieser Stauden hatten schon gestern und vorgestern geblüht. Die Zeit der ältesten Blumen war vorbei, sie hingen welk an ihren gekrümmten langen Stielen. Sybille berührte sie, da fielen sie ab, wie wenn sie nur auf sie gewartet hätten, um ganz zu sterben. Um so leuchtender und tiefer schimmerten die frischen Blumen. Wie seltsam brannte das kühle, hell-schwefelgelbe Feuer der Blüten! Straußförmig waren sie um die hohen Stengel geordnet und schauten ruhig nach allen Seiten. Märchenhafte Blumenaugen, wunderlich fremde Blicke. Andere Blüten hatten gerade ausgefchlafen und waren dabei, sich aufzutun. In dem Pflanzenblut verging die letzte Wärme des Tages, der die Nachtkerze nun nicht länger störte und hemmte. Mit Geisterhand rührte sie der Abend an. Ihm konnte sie sich nicht versagen, sie erschloß sich ihm. Der Vorgang währte kaum vier bis fünf Minuten. Die aufrecht stehenden Blütenknospen, auf ihren langen Stielen schwebend, waren etwas angeschwollen. Plötzlich neigten sie sich wie unter einem heimlichen und lieblichen Gedanken, verharrten einige Zeit zögernd — unentschlossen; bann auf einmal wallte ihr Inneres zärtlich über: sie öffneten bie golbenen Herzen. Die eingerollten Blumenblätter entfalteten unb glätteten sich, der Blütenbecher war fertig. Sybille betrachtete ben erschlossenen Tempel. In ber Mitte ber Blüte steht bas Heiligtum, bie Säule bes Griffels, ber ben vierstrahligen Stern ber Narbe emporhebt. Acht Staubträger umtanzen ihn. Sie bringen dem Opfertifch ein feines Mehl dar. Der anmutig geneigte Blumenstiel, durchzogen vom Faden des Griffels, sitzt den am Stengel herauswachsenden gerieften Fruchtknoten auf. Von den Fruchtbehältern weiter unten find die Stiele abgefallen. Oben ist es noch Frühling und Sommer, unten eilt die Pflanzenzeit bereits dem Herbst entgegen. Während Sybille auf dem Boden die aufliegenbe Dlattrosette und bie ausgeschweift gezähnten Lanzetten abtastet, erscheint blitzschnell ein neuer Tempeltänzer, ber Wolfsmilchschwärmer, ein Dämmerungsfalter, ber hier beim Wolfsmilchkraut feinen Flugplatz hat. Falkenartig vor einer Blume rüttelnb, senkt er ben langen Säugrüssel in bie Blumenrohre, ben verborgenen Nektar zu trinken, wobei er mit ben heftig fdjroirrenben Flügeln rücksichtslos ben Staubträgern bas klebrige Mehl aus ben Beuteln schlägt. Das aber ist ber Nachtkerze recht — der Falter nimmt es mit zu anberen Tempeln, ihre Bestäubung herbeiführend. Unterbeffen erlosch bie Dämmerung vollenbs. Da Sybille bie Nachtkerze abzeichnen wollte, mußte ich bie Schöne, bie wir soeben noch bewunberten, aus bem Kreis ihrer Schwestern herausnehmen. Aufrecht sie in ber Hanb haltenb, trug sie bas Mädchen vor mir her. Sie war einem Engel bes Abenbs nicht unähnlich, der eine bleichfchimmernbe golbene Kerze durch bie Finsternis nach Haufe bringt. Glona-palaff: „Wie der Hase laust." Dieser Hase läuft, wenn ber kühne Vergleich gestattet ist, ganz ähnlich, wie seinerzeit — auf bem Theater unb im Film — August Hinrichs Hahn krähte. Genau genommen läuft er ja überhaupt nicht, benn er ist schon tot, aber fein Etappenhase, sonbern ein „Deputatshase", ber auf Grund alter Privilegien bem Pastor ber kleinen Gemeinbe Pümpelshausen zusteht. Erst hängt er auch ganz vorschriftsmäßig oben am Hahnendalken bes Pa- storhauses, später hängt er noch immer ba, aber ba ist es schon nicht mehr ber richtige, sonbern ein ausgestopfter; unb am Enbe ist er ganz unb gar verschwunben. Dafür treibt aber ein lebenbiger, zweibeiniger nächtlicherweile fein Wesen in Püm- pelshausen, Kammersänger Haase, mit zwei a unb es ist ein richtiger Aufruhr unb eine fchröckliche Diebskomöbie in dem kleinen Dorf, wobei nicht nur ber Hase, sonbern auch bie Liebe eine bebeutenbe Rolle spielt. Komödie ist ein bißchen zu viel gesagt, aber eine hanbfeste Mischung aus Schwank unb Volksstück, unb es gibt was zu lachen, unb wenn es im Programmheft heißt: bas ist ja woll ein bolles Ding ist bas ja! — bann wagt niemand ernstlich zu widersprechen. Ursprünglich war bas Ganze ein Theaterstück von Cb gar Kahn, ber mit Franz Rauch zusammen bas Drehbuch schrieb; Ebuard K ü n n e ck e machte die Musik dazu, und Carl B o e s e, ber Erfahrung in solchen Sachen hat, führte Regie unb nahm fein Blatt vor ben Munb, bis am Ende alles orbentlich im Reinen war: mit zweifachem Aufgebot beim Ortsvorsteher, wie sich bas bei einem solchen Stück versteht. Es wirb auch hübsch unb lustig gespielt; man sieht eine ganze Reihe ergötzlicher, zum Teil (burch ben bewußten „Hahn" unb bas Schwein Jolanthe) schon typisch geworbener Gestalten: Heli Finfenzel- l e r, die leckere Vorsteherstochter, Rudolf Platte unb Lotte Rausch als Knecht unb Magd, ein prächtiges Duett, Erwin B i e g e l unb Gustav Vü11jer, zwei hanebüchene Tivpelbrüder, Kurt Seifert, ben bicken Kammersänger auf nächtlichen Schleichwegen, Wernicke, Genschow, Leibelt unb Carla R u st. Besonders herausheben möchten wir bie junge Marian Lex, die bas Gustchen gibt, auf eine sehr einfache unb menschlich rührenbe Art, welche bie ohnehin kaum komische Gestalt entschieden aus ber Schwanksphäre heraushebt; hier scheint uns eine Begabung zu stecken, ber man bald vor einer größeren Aufgabe wieder- begegnen möchte. — (Ufa.) * Im Beiprogramm gibt bie Ufa einen Querschnitt burch vier ihrer großen historisch-vaterländischen Filme („Fridericus". „Porck", „Morgenrot", „Hit- lerjunge Quex"). Außerdem ein Kulturfilm, bie Wochenschau mit Bildern von ber Hamburger Trauerfeier für bie Opfer von Lakehurst und von ber enalischen Krönung, zuletzt ein Vorspann zu bem Film „Peter im Schnee". Hans Thyriot. 3eiffdhriffen. — Japan unb seine Entwicklung zur Großmacht im Fernen Osten bilden ben Gegenstand bes Leitartikels in ber neuesten Nummer ber „Illustrir - ten Zeitung Leipzig". Den Aufsatz schrieb Fürst Albrecht Urach, Tokio, Prof. Ernst Linnenkamp, ber sich längere Zeit in Japan aufgehalten hat, steuerte aus seinem Skizzenbuch Zeichnungen unb Gemälde bei, bie Seele unb Landschaft Japans erschließen. — Ferner enthält das Heft u. a. eine reichbebilderte Würdigung ber Lucas-Cranach-Aus- stellung im Deutschen Museum zu Berlin, eine fesselnde Schilberung von ber Tätigkeit des Schiffsarztes unter bem Titel „Ein Helfer auf See", eine wissenschaftliche Abhanblung ..Sonnenflecken nehmen roieber zu" unb prachtvolle Aufnahmen vom „Schönen Land Tirol". schwimmen, pünktlich von 19 bis 20 Uhr, in der Müllerschen Badeanstalt zum Training an. Die Pressereferentin im Untergau. gez. Liesel W a l d i. Aus der Zrauenschast der Ortsgruppe Gießen-Mitte. Der Ortsgruppenabend der Frauenschaft Gießen- Mitte fand im Gasthaus „Hindenburg" statt und wies erfreulicherweise einen sehr starken Besuch auf. Die Leiterin Frau W e m p e r begrüßte die Frauen und widmete den deutschen Seeleuten, die an der Küste Spaniens für das Vaterland starben, ein stilles Gedenken. Fräulein Altvater sprach dann über die Bedeutung und die Arbeit des Reichsmütterdienstes. Die Anwesenden folgten dem Dortrag mit lebhafter Aufmerksamkeit. Einige schöne Wiegenlieder fanden als Einzel- und Chorgesang reichen Beifall. Frauenschaftsmitglieder hatten Spiel- zeua gebastelt und die Tische damit abwechslungsreich geschmückt. F. K. Schwurgerichtssihungen beim Landgericht Gießen. Am Montag, 14., und Dienstag, 15. Juni, tritt das Schwurgericht der Provinz Oberhessen zu einer Sitzung zusammen. Es stehen zur Verhandlung zwei Verfahren wegen Meineids. Am Montag kommt die Sache gegen den Kaufmann Robert Schlott aus Wetzlar zur Verhandlung, der angeklagt ist, im November 1936 vor dem Landgericht Gießen — II. Zivilkammer — wissentlich ein falsches Zeugnis mit einem Eide bekräftigt zu haben. Am Dienstag verhandelt das Schwuraericht gegen die Ehefrau Elise H e d d e r i ch aus Alsfeld. Sie hat ebenfalls vor einer zur Abnahme von Eiden zuständigen Behörde eine falsche Aussage durch Eid bekräftigt. — Den Vorsitz hat in der Sitzung am Montag Landgerichtsdirektor Dr. S p e ck h a r d t. Am Dienstag führt Landgerichtsrat Dr. Seid den den Vorsitz. Aufgehobenes Echwurgerichtsurteil. Eine Ohrfeige und Ihre Folgen. Das Schwurgericht Gießen verurteilte am 18. Januar d. I. den 21jährigen L. Kühne wegen Körperverletzung mit Todesfolge zu zehn Monaten Gefängnis. Als der Angeklagte am 28. August v. I. mit einem Freunde spazieren ging, kam ihm ein 66- jähriger angetrunkener Mann entgegen, der beide Freunde alsbald beschimpfte. Beide kümmerten sich aber nicht um den Alten, sondern gingen weiter. In einer anderen Straße traf man kurz darauf wieder auf den Mann, der mit heftigen Schimpfworten auf die beiden Freunde zuging. Als der Angetrunkene trotz des Zuredens der jungen Leute nicht aufhörte, Schimpfworte auszustoßen, gab ihm Kühne, darüber aufgebracht, einige Schläge ins Gesicht. Der alte Mann taumelte und stürzte auf das Straßenpflaster. Er wurde in besinnungslosem Zustand in seine Wohnung gebracht und hier von Sanitätern so lange betreut, bis er wieder einigermaßen wohlauf war. Am nächsten Morgen mußten Nachbarn feftftellen, daß sich der Zustand des alten Mannes verschlimmert hatte: er starb wenige Tage später an den Folgen einer durch den Sturz erlittenen Gehirnverletzung. Das Gericht hatte die Schläge ins Gesicht und den dadurch erfolgten Sturz auf das Pflaster als ursächlich für den späteren Tod angesehen und Kühne zu der eingangs erwähnten Strafe verurteilt. Die Beleidigungen des Alten feien kein Grund gewesen, um in so roher Weile gegen einen 66jährigen gebrechlichen und schwächlichen Menschen vorzugehen. Das vom Angeklagten angerufene Reichsgericht hielt zwar die Feststellung des Gerichts bezüglich der Notwehr und des ursächlichen Zusammenhangs für rechtlich bedenkenfrei. Dagegen schien dem Reichsgericht die Frage der Anwendung des 8 51 StGB, nicht ausreichend geprüft worden zu fein. Das Urteil wurde daher aufgehoben und die Angelegenheit zu neuer Verhanolung und Entscheidung an die Vorinstanz zurückoerwiesen. Neue Höchstpreise für Schinkenspeck in Hessen. Durch Bekanntmachung des Reichsstatthalters in Hessen — Landesregierung —, die mit sofortiger Wirkung in Kraft tritt, wird auf Grund der Paragraphen 4, 5 und 9 der Verordnung über die Fleischund Wurstpreise vom 22. 10. 1936 u. a. bestimmt, daß für geräucherten, mageren Speck, der in der Hessische Trachtengruppen singen im Gießener Bahnhof. Am heutigen Dienstagabend wird sich vor unserem Bahnhof bzw. in der Bahnhofshalle ein nicht alltägliches Bild bieten. Wer die Schönheit der farbenprächtigen hessischen Trachten zu schätzen weiß, wer sich die Mühe macht, sich einmal, wenn auch zu einer ungewohnten Zeit, am Bahnhof einzufinden, wird sicherlich nicht enttäuscht werden. Dabei wird sich gleichermaßen ein Genuß für Auge und Ohr bieten, denn nicht weniger denn 26 Mädchen und 20 Burschen, dazu die Dorfkapelle von Watzenborn-Steinberg mit 8 Mann, werden sich einfinden, um sich von Gießen, ihrem Sammelpunkt aus, nach Hamburg zu begeben, wo in den nächsten Tagen die Reichstagung der NS.-G. „Kraft durch Freude" stattfinden wird. Die, Gruppe der insgesamt 54 Teilnehmerinnen und Teilnehmer setzt sich zusammen aus Mädchen und Burschen aus dem Hüttenberg, dem Schlitzerland, dem hessischen Hinterland und aus dem Odenwald. Die Führung der stattlichen Trachtengruppe liegt in den bewährten Händen von Georg Heß, unter dessen Leitung die hessische Abordnung auch im Festzuge zu Hamburg erscheinen wird. Die Gruppe unserer heimischen Burschen und Mädchen wird voraussichtlich bis zum 13. Juni in Hamburg weilen. Die Mitglieder der Trachtengruppe werden sich heute gegen 20 Uhr im Hotel Kobel einfinden, um dort noch einmal ihre gemeinsamen Lieder zu üben. Gegen 21.30 Uhr marschieren die Burschen und Mädchen dann geschlossen und mit Musik zum Bahnhof und zwar in der gleichen Form wie sie auch in Hamburg auftreten werden. In der Bahnhofshalle werden sie dann zum Abschied einige Volkslieder fingen und dann mit dem Schnellzug, der um 22.11 Uhr unseren Bahnhof verläßt, nach Hamburg abfahren. In der Feststadt selbst werden unsere Hessen unter zwei Leitgedanken auftreten und an den verschiedenen Veranstaltungen beteiligt fein. Diese Leitgedanken sind: „Dörfliche Arbeit" und „Ländliches Fest". Die Trachtengruppen unserer engeren und weiteren Heimat werden in Hamburg im Festzug eine „O b e rh e s s i s ch e Kirmes" veranstalten und dabei ein festliches Bild zu bieten wissen. „Dörfliche Arbeit" wird durch einen Schützer Fe st wagen veranschaulicht, von dem aus die Flachsverarbeitung, das Spinnen und auch das Weben gezeigt werden wird. Am Web- stuhl wird der Weber Hederich von Elpenrod seine Kunst zeigen. Man geht sicherlich nicht fehl in der Annahme, daß unsere hessischen Trachtengruppen alles tun werden, um bei der Reichstagung der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" einen recht guten Eindruck zu hinterlassen. Dann Reife nach Frankreich. Nach der Rückkehr von Hamburg am 13. Juni und nach einer kurzen Ruhepaufe von vier Tagen, werden 21 Mitglieder der Trachtengruppe eine Reise nach Südfrankreich unternehmen, um dort in verschiedenen Städten von deutscher Art und von deutscher Sitte, insbesondere also von hessischen Sitten und Gebräuchen zu berichten, Volkstänze zu zeigen und Lieder zu fingen. Die Reise wird unternommen im Sinne praktischer Verwirklichung der von dem Reichsorganisationsleiter Dr. Ley geförderten Austauscharbeit von Volkstumsgruppen, die bereits vor einiger Zeit mit erfreulichem Erfolg aufgenommen worden war. Die hessische Gruppe, die auch diese Reise unter der Leitung des Heimatdichters Georg H e ß unternehmen wird, wird auf dieser Frankreichfahrt in den Städten Dijon, Bar-sur-Aube und Chambery erwartet. Die Durchführung dieser Reise steht endgültig fest, wenngleich das Programm noch Nicht in allen Einzelheiten festliegt. Unsere hessischen Landsleute werden bis zum 22. Juni in Frankreich bleiben und dann voraussichtlich über die Schweiz nach Deutschland und in ihre engere Heimat zurück- kehren. ÄassauerbauausdemGleibergmneiierAusstMng Das Gleiberg-Jubiläum, das in allen Teilen in seiner Feiergestaltung, wie schon berichtet, einen vorzüglichen Verlauf nahm, ist zu Ende. Es hat den Ruhm der heimatlichen Burg wieder weit in die Lande gehen lassen, so daß zu hoffen steht, daß der Gleiberg im zweiten Jahrhundert des Gleiberg- vereins noch mehr als bislang sich steten Besuches von nah und fern erfreuen wird, zumal den Erhaltungsarbeiten größte Aufmerksamkeit gewidmet ist. Dem stillen Beobachter beim sonntäglichen Volksfest dürfte es gewiß nicht entgangen sein, daß viele Volksgenossen Umschau haltend die oberen Räume des Nassauerbaues durchschritten, die nach wochenlanger Bearbeitung von heimischen Handwerkern in ein neues Gewand gekleidet wurden und gerade noch zum Jubiläum fertig geworden waren. Kaisersaal, Vorstands- und Luxemburgerzimmer hatten über ein halbes Jahrhundert kaum einmal eine Reparatur erhalten. Vervutz- abbröckelungen an Decken und Wänden, schadhafte Fensterflügel und anderes mehr entstellten die schönen Räume. Nun prangen sie wieder in hellem freundlichen Aussehen, einfach gehalten und dennoch vornehm wirkend. Vorteilhaft hebt sich das braune Holzwerk überall ab. Sehr schön, in keiner Weise störend, machen sich die neuen drehbaren Kleiderhaken. In Ordnung gebracht wurde die Bleiverglasung der zahlreichen Fenster, desgleichen die schadhaften Stellen im Rahmenwerk. Die auf einer kleinen Fläche um den mächtigen Himalaja-Büffelschädel zusammengestauten afrikanischen Gehörne im Kaisersaal sind augenfällig schön auf eine Saalseite verteilt. Aeußerst schmückend nimmt sich die neuangebrachte Deckenbeleuchtung der holzgearbeiteten Leuchter mit je vier gläsernen Schalen, auf vier Deckenfelder verteilt, aus. In einer besonderen Anordnung hängen nunmehr im Vorstandszimmer die Photographien der um den Gleiberg verdienten Persönlichkeiten, die Diplome und historischen Bilder. Im hellen Tageslicht stehen die beiden Museumsschränke. Das 1909 von dem Maler Prof. Wille dem Gleibergoerein geschenkte große Gemälde ist aus dem Vorstandszimmer ins Luxemburgerzimmer an einen besseren Platz gewandert. Der Vorraum zeigt auch neuen Anstrich. Ueberall ist das Auge und die Hand des Künstters und des erfahrenen Baumannes spür- bar, so daß eine Einheitlichkeit erreicht wurde, an derem Gelingen der Kunstmaler Adolf P r e s b e r (Wiesbaden) und Oberbauinspektor Mohr (Gießen) gleicherweise Anteil hatten. Die Burgruine mit ihren Gebäuden gibt dem Gleibergverein immer wieder von neuem Bau- und Jnstandsetzungsprobleme zur Lösung auf, so daß auch künftig der Verein sein volles Maß an Arbeiten zu meistern hat. Schnittfläche mindestens zur Hälfte zusammenhängendes Muskelfleisch aufweist (Schinkenspeck, Früh- siücksspeck usw.) im Kleinverkauf folgende Höch st preise je 500 Gramm nicht überschritten werden dürfen: 1. In den Städten Darmstadt und Mainz, sowie in den zu den Marktgemeinschaften Darmstadt, Mainz, Frankfurt und Mannheim gehörigen hessischen Gemeinden (sog. marktgebundene Gemeinden): In Stücken mit Schwarte 1,40 Mark, in Stücken ohne Schwarte 1,60 Mark, in Scheiben ohne Schwarte 1,60 Mark. 2. In den übrigen Hessischen Gemeinden, d. h. solchen Gemeinden, die weder Sitz eines Schlacht- viehmarttes für Schweine sind, noch zu einer Markt- gerneinschaft eines Schlachtviehmarktes für Schweine gehören: In Stücken mit Schwarte 1,35 Mark, in Stücken ohne Schwarte 1,55 Mark, in Scheiben ohne Schwarte 1,55 Mark. Für mageren Speck, geräuchert usw. (Dörrfleisch) bleibt es bei den Höchstpreisen, wie sie sich aus §3 der Bekanntmachung vom 13. 11. 1936 ergeben. Gießener Wochenmarktprelse. * Gießen, 8. Juni. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Deutsche feine Molkereibutter, Ya kg 1,57 Mark, feine Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60, Landbutter 1,42 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, deutsche, Klasse S 11, Klasse A 10^, Klasse B 10, Klasse C 9%, Klasse D 9, ungezeichnete 8, Enteneier 10 bis 11, Wirsing, Va kg 10 bis 15, Weißkraut 12 bis 15, gelbe Rüben, neue, das Bündel 15 bis 20, rote Rüben, % kg 12, Spinat 18 bis 20, Römischkohl 12 bis 15, Bohnen, neue, grüne 25 bis 35, Spargel, 1. Sorte 42 bis 51, 2. Sorte 37 bis 45, 3. Sorte 32 bis 39, 4. Sorte 15 bis 18, Erbsen 30, Tomaten 50 bis 70, Zwiebeln 15, Rhabarber 10 bis 12, Kartoffeln, alte, kg 5 Pf., 5 kg 46 Pf., 50 kg 3,85 bis 3,95 Mark, neue, V» kg 12 bis 18 Pf., Kirschen 45 bis 55, Stachelbeeren 30, Erdbeeren 50 bis 60, Blumenkohl 30 bis 70, Salat 5 bis 10, Salatgurken 20 bis 50, Oberkohlrabi 10 bis 15, Lauch 5 bis 10, Rettich 5 bis 10, Radieschen, das Bündel 5 bis 10 Pf. ** Ge sangverein „Heiterkeit-Gießen" singt im Rundfunk. Am kommenden Sonntagvormittag, in der Zeit von 10.30 bis 11.15 Uhr, wird der Gesangverein „Heiterkeit" unter Leitung seines Chormeisters, Musiklehrer Schüttler, in der „Stunde des Chorgesangs" mit einigen Liedern die Rundfunkhörer erfreuen. Der Verein, der zu den führenden Gesangvereinen unserer Provinz zählt, läßt sich die Pflege des deutschen Liedes ganz besonders angelegen sein, wie er dies schon des öfteren bei seinen'Konzerten bewiesen hat. Der Dor- tragsfolge am kommenden Sonntag liegen zum größten Teil die Darbietungen des Konzerts vom November v. I. zugrunde. Folgende Chöre kommen am Sonntag zum Vortrag: 1. Aus der deutschen Messe (Schubert), 2. Wehmut (Schubert), 3. Frühlingslied (Carl Maria von Weber), 4. Schwertlied (C. M.v. Weber), 5. Lützows wilde Jagd (C. M. v. Weber), 6. Ein deutsches Lied (Silcher), 7. Der Lindenbaum (Schubert), 8. Der verliebte Fähnrich (bearbeitet von Wolfrum), 9. Wenn wir Soldaten (bearbeitet von Heinrichs), 10. Deutsches Arbeitslied (Richari) Trunk). ** Laßt Rehkitze unberührt? Es besteht besondere Veranlassung, darauf hinzuweisen, daß es höchst unangebracht ist, Rehkitze, die anscheinend von ihrer Mutter verlassen, draußen in der freien Natur angetroffen werden, zu berühren, zu streicheln oder gar aufzunehmen, um sie in einer wohl gut gemeinten Absicht dem Jagdpächter oder zum Förster zu bringen. Es wurde schon an dieser Stelle verschie« deutlich darauf hingewiesen, daß diese jungen Tiere, wenn sie draußen allein angetroffen werden, durch« aus nicht verlassen sind, sondern das Muttertier wird sich immer dann einfinden, wenn sich die Spaziergänger wieder entfernt haben. Ein von Men« schenhand berührtes Rehkitz aber wird von der Mutter verlassen, weil sie die menschliche Witterung scheut; das Jungtier ist bann unter solchen Umständen dem Verderben ausgesetzt. Zu berücksichtigen ist ferner, daß Rehkitze immer dann, wenn sie ihrer natürlichen Umgebung entfremdet werden, sehr schwer dazu zu bewegen sind, Nahrung aufzunehmen. ** Die Schnakenbekämpfung in den Gärten. Das Städtische Hoch- und Tiefbauamt fordert dazu auf, im Interesse der allgemeinen Volkswohlfahrt die Schnakenbekämpfung dadurch zu unterstützen, daß den mit dieser Arbeit beauftragten Personen das Betreten der in Frage kommenden Gärten gestattet wird. *♦ Anmahnung von Rückständen. Die Stadtkasse Gießen mahnt gegenwärtig zur umgehenden Zahlung das 1. Ziel der Gewerbesteuer- Vorauszahlung 1937, das 1. Ziel der Kanal-, Müllabfuhr- und 'Straßenreinigungsgebühren 1937, die 2. Rate Sürgerfteuer 1937 und den Brandversicherungsbeitrag 1936 an. ** Versammlung des Sparerbundes. In dem dieser Tage abgehaltenen Vortragsabend des Sparerbundes im „Burghof" behandelte Lan- desverbandsführer Dr. Danner in feinem Vortrage über „Aktuelle Sparer- und Rentnerfragen" eingehend die Vorzugsrente, das KleinrentnerhilfeVIM PUTZT ALLES V137-2W MWlkinMWM Roman von Walther Kloepffer Copyright 1936 by August Scherl G. m. b. H., Berlin. 15. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) „Wär' nicht übel. Wenn's weiter nichts ist! Wir müssen halt hübsch still sein, und etliche von meinen Fratzen stell ich als Horchposten im Umkreis auf. Die Grasdecke heben wir sauber ab und pflastern sie nachher wieder darauf. Haut schon. Aber wozu --?" „Frag nicht lang. Später sag' ich dir's schon. Am liebsten ginge ich selber mit. Aber ich mochte mich nicht auf seinem Grund erwischen lassen." „Du, was ich noch sagen möcht', eine appetitlich« Hauserin hast du dir da angeschafft; die wär' schon eine Todsünd' wert. Und id) hab immer gemeint, du hast so eine Schiache wie unser geistlicher Herr", grinste der Fenzl. „Laß mir die Anna in Ruh'; das ist ein braves Mädel." „Die darfst gut einsperren, horst. Wenn unsere Burschen das erst heraushaben, laufen sie dir das Haus nieder." „Mit der Kuhleiten kann ich mich also verlassen?" „Wie auf das Fegfeuer", versicherte der Fenzl. — Gegen 4 Uhr früh rückte er mit seinen Buben bei Fogg an. Jeder trug einen schweren Rucksack, den er im Wohnzimmer polternd entleerte. „Aber, Fenzl, du Uhu, das ist ja ein ganzes Gebirge, was ihr da anschleppt!" stotterte Fogg, von immer neuen Steinhaufen bedrängt, deren Ausläufer bis an seine Füße brandeten. „Lieber zuviel als zuwenig, Joses, hab' ich mir gedacht. Klaub jetzt raus, was du brauchst. Den Rest schmeißen wir in den Dorfweiher. Und meine Buben sind stumm wie die Karpfen, da kannst Gift drauf nehmen." Nachdem Fogg die halbe Nacht an Hinwarten und Ueberlegen vergeudet hatte, fuhr er am Morgen nach München. Er besaß in derlei Lagen eine rasch zupackende, eisenharte Art, die über Zweifel und Widerstände einfach hinwegschritt. Dort empfing ihn mittäglicher Hochbetrieb. Geschäftige Menschen bevölkerten die Straßen und schritten unbekannten Zielen zu. Nachdem Fogg am Hauptbahnhof seinen Rucksack hinterlegt hatte, ging er in einen Laden für Aerztebedarf, stellte sich vor, suchte an Hand von Katalogen viele nickelblitzende Instrumente aus, ferner das Notigste an Sprechzimmereinrichtung und bat, alles zusammenzupacken und ihm auf telephonischen Anruf hin als Nachnahme zu schicken. So war das erledigt. Sodann sah Fogg sich in einem Autogeschäft gebrauchte Kraftwagen an und entschied sich für einen dunkelgrünen Zweisitzer. Der Wagen war recht mitgenommen, voll Schrammen, das Trittbrett verbeult und verwetzt; auch klapperte die Motorhaube in störender Weise. Das waren Aeußeriich« ketten. Aber der Motor, das Herz und die Seele gewissermaßen, war nach den Beteuerungen Herrn Windhackls gut, nein, prima. Handschlag, abgemacht. „Sie stellen mir den Wagen also zurück?" „Sie können ihn gleich mitnehmen. Bin froh, wenn die Garage leer wird, Herr Doktor." „Aber ich kann ihn augenblicklich nicht bezahlen." „Tut nichts. Ich gebe Ihnen vier Wochen Zeit. Die Adresse habe ich ja", sagte Herr Windhackl wohlwollend. Er war ein Mann von Menschenkenntnis und von raschen Geschäften. Auch waren 250 Mark keine welterschütternde Summe. Fogg setzte sich, ein wenig bedudelt von so viel Erfolg, hinter das Steuer, trat auf den Gashebel und knatterte los. Schlecht geschlafen, zwei Stunden Fußmarsch zur Dahn, harte Holzklasse im Zug — wer [reut sich da nicht auf eine weiche Sitzgelegenheit im eigenen Auto? Fogg repetierte im Geist nochmal die Derkehrsvorschriften, einen überfahrenen Radfahrer konnte er jetzt nicht brauchen, und zuckelte aus der Auaustenstraße in die Gabelsberger. Kein Laden, kein hübsches Mädchen vermochte seine Blicke abzuziehen; er benahm sich ganz als braver Staatsbürger und vorsichtiger Autolenker. Dann hinterstellte er den Wagen mit Besitzeraefühlen im Hof der Technischen Hochschule, umkreiste ihn erst noch einmal — Benzinhahn zu? Licht aus? Reisen in Ordnung? — und fragte einen vorübergehenden Laboratoriumsdiener nach Herrn Jglhaut. Es war ein bißchen schwierig, diesen Herrn, einen gebürtigen Schellenberger und jetzigen Angestellten, in dem weitläufigen Gebäude zu finden, aber es gelang. „Also, Herr Jglhaut, es handelt sich um folgendes: Sie kennen doch sicher die sämtlichen Herren hier? Nennen Sie mir, bitte, einen, der mit der Analyse und Wertbestimmung von Gesteinsproben, zumal von Graphiterz, Bescheid weiß. Ich wäre Ihnen wirklich dankbar." „Solche gibt es mehrere. Am besten wenden Sie sich an Herrn Doktor Dolschi. Erster Stock, Tür 17. Ich glaube, bas ist Ihr Mann. Wollen Sie den Rucksack nicht bei mir lassen?" „Sehr freundlich, aber den brauche ich ja. Vielen Dank." „Nichts zu banken." Fogg machte sich auf den Weg. Es kam ihm selber ein wenig lächerlich vor, wie er mit einem prallgefüllten gewöhnlichen Rucksack durch diese feierlichen Gänge wandelte. An der Tür von Zimmer 17 war eine Visitenkarte befestigt: Dr. Jng. Heinrich Dolschi, Privatbozent". Fogg klopfte an, öffnete und sah sich einem Herrn gegenüber, der weniger wie ein Wissenschaftler denn ein Sportlehrer ausschaute. „Bitte, womit kann ich —?" „Ich bitte um eine kurze Unterredung, von der sehr viel abhängt", sagte Fogg und stellte den Rucksack neben sich auf den Stuhl. Dr. Dolschi war leicht betreten, weil er nicht wußte, was der Rucksack bedeuten sollte. Aber er lud Fogg höflich ein Platz zu nehmen. „Mein Name ist Fogg. Ich bin Arzt und komme aus dem Dorf Schellenberg. Das liegt irgendwo hinter Passau. Schellenberg ist ein armer Ort, vielleicht der ärmste im ganzen Bayerischen Wald. Die Leute dort hungern und verkommen, wenn man ihnen nicht bald hilft." Was hat das mit mir zu tun? dachte der andere ratlos. Er hörte wohlerzogen und geneigten Hauptes au und betrachtete angespannt Foggs Gesicht, das ihm gefiel. Es war etwas Kühnes darin, etwas Verlässiges und etwas von Willensstärke. Diese Sorte Gesichter kannte er von seinen Bergfahrten her und liebte sie. Dolschi Nichte, als wollte er damit ausdrücken: Sprich nur weiter; ich bin ganz Äug' und Ohr. Fogg fuhr fort: „Man muß etwas für die Leute tun. Ich habe viel nachgegrübelt über dieses Problem, aber die Lösung habe ich erst gestern gefunden, das heißt, wenn es überhaupt eine Lösung ist und wenn Sie als Fachmann meinen Ansichten und Hoffnungen beipflichten. Ich habe geftern auf einem Grundstück, das mir zufällig zum Kauf angeboten worden ist, nämlich Graphit entdeckt." „<5o?" • „Ja. Wenn es sich lohnte, dieses Material abzubauen, wäre den Schellenbergern geholfen. Graphik kommt in der Passauer Gegend ja ziemlich häufig vor, wie Sie wissen, aber bei uns in Schellenberg war er bis jetzt völlig unbekannt. Mir selbst ist er nur deshalb aufgefallen, weil ich ein halbes Jahr auf Ceylon war, wo Graphit sehr reichlich anzutreffen ist. Entschuldigen Sie diese Einleitung, aber sie war notwendig. Meine Bitte geht nun dahin, Sie möchten die mitgebrachten Proben untersuchen. Sie erlauben?" Fogg breitete den Inhalt des Rucksacks auf einem leeren Tisch aus. „Das tue ich natürlich gern. Lassen Sie mal sehen", erwiderte der andere. Er nahm die einzelnen Brocken zur Hand und urteilte schließlich: „Nicht übet, soweit man das auf den ersten Anhieb sagen kann. Kommen Sie doch in einigen Stunden wieder. In der Zwischenzeit mache ich die Bestimmung. Sie können auch hier warten, wenn es Ihnen nicht zu langweilig wird." Fogg entschied sich für bas letztere. Dolschi klingelte einen Diener herbei, der die Proben ins Laboratorium bringen mußte. „Also auf Wiedersehen, Doktor Fogg. Halten Sie den Daumen." Fogg blieb allein und voller Beklemmung zurück. Lange Zeit saß er unbewegt in seinem Sessel, dann hielt er es nicht mehr aus, schlich sich auf den Korridor und rauchte durstig eine Zigarette. Dann ging er wieder ins Zimmer und kaute auf einem Stück Brot herum, das er zu Hause in die Tasche gesteckt hatte. Die Brosamen schob er mit dem Fuß in eine dunkle Ecke. Er zählte seine Barschaft, die nur noch wenige Mark betrug. Jllustrierten-Artikel hielten nicht ewig vor. Wenn Dolschi ein positives Ergebnis brachte, war alles gut ... Die Zeit verrann so tödlich langsam. Die stahlblauen Zeiger der Büro« uhr krochen, als täten sie es absichtlich. Schritte Endlich ... Die Tür ging auf. > Fortsetzung folgt ‘ Wirtschaft Aus der engeren Heimat Landkreis Gießen. fand aus 6 er Frankfurt a. M. Berlin Nüsse Oboe Devi Berlin — Frankfurt o. ZIL enmarkt llnser Groß-Einkauf- — JhrNutzen! die die nem Mehlteig, die man zum besseren Einnehmen von Pulvern benutzt. Man legt die Oblate auf einen Eßlöffel, taucht sie in Wasser ein, schüttet das Pulver darauf, faltet die Oblate zusammen und schluckt das kleine Päckchen mit Wasser. Es gibt auch Backoblaten, auf denen man Lebkuchen, Makronen usro. backt. Nutria, aus dem Fell des Sumpfbibers gefertigtes Pelzwerk. mit ein be° Haselnuß, Walnuß. Nüsseknacken soll man nie den Zähnen, da sehr leicht Stück Zahn abbricht. Man nutzt einen Nußknacker oder klopft sie mit einem Hämmerchen auf. Nuß, beim Kalbfleisch ein Stück der Keule. Nußbaumholz, hartes Holz des Walnußbaumes, für Möbel sehr beliebt, da es schön gemasert ist und sich leicht polieren läßt. Oboe, klarinettenartiges Holzblasinstrument mit sehr dünnem Mundstück. LPD. Bad-Nauheim, 7. Juni. Am Sonntag wurde hier ein Mann, der auf einer Bank in der Bahnhofsallee saß, von einem Kraftwagen, der einem anderen Auto ausweichen wollte, erfaßt und getötet. = Lang-Göns, 7. Juni. Wie im vorigen ihre unternahm auch am letzten Sonntag oi esige Verein der Evangelischen Frauen- y i l f e einen größeren Ausflug. Dieses Mal ging die Fahrt nach Frankfurt a. M. Die Beteiligung war überaus gut, nahezu 120 Frauen nahmen an der Reise teil. Trotz der Hitze verlief alles zur vollsten Zufriedenheit der Fahrtteilnehmerinnen. In Frankfurt konnten alle Hauptsehenswürdigkeiten, wie Zoologischer Garten, Römer, Dom, Palmengarten usw., besichtigt werden. LPD. Butzbach, 7. Juni. Auf dem Bahnhof Griedel bei Butzbach entgleiste ein gemischter Zug mit den sechs vorderen Achsen. Der vorderste Wagen fuhr einem auf dem Rangiergleis haltenden Güter- zua in die Flanke. Dabei wurde der Stationsarbeiter Heinrich Wagner aus Muschenheim von zwei Wagen erdrückt und sofort getötet. Tie, enden 11.15 r Lei- Iler i Lie- n, der kovinz 18°nz n des ' Vor- grH- i kommen il|d)en Früh- ertlieb lC.M. I Der hnrich Idolen beits- Frauen im Sonderzug von Daubringen gastliche Gemeinde Staufenberg. Tödliche Unfälle. Zwischen Puffern erdrückt. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Nutznießung. Der Mann kann die Nutzungen des seiner Verwaltung unterliegenden Vermögens der Frau (emgebrachtes Gut) und des Gesamtgutes ziehen. Dafür hat er die üblichen Lasten des Frauengutes (Steuern, Versicherungen usw., und die Kosten des ehelichen Aufwandes und des Unterhalts der Familie zu tragen. Dem Vater steht auch die Nutznießung an dem Vermögen seiner minderjährigen Kinder zu. Die Nutzungen des Vermögens einer verheirateten minderjährigen Tochter stehen ihm jedoch nicht zu, f. eingebrachtes Gut, Ehemann, Vaterschaft. Bezeichnung Nudeln für mancherlei Mehlspeisen üblich, wie Dampfnudeln, Schmalznudeln, Rahmnudeln usw. Nüsse sind reich an Nährsalzen und Fett, deshalb nahrhaft. Sollen gut und lange gekaut werden, da sie sonst unausgenützt den Körper verlassen, s. auch O-Beine, s. Krumme Beine. Obers, in Oesterreich gebräuch- liche Bezeichnung für Rahm, Sahne, Schlagobers ist Schlagrahm oder Schlagsahne. Oberschale beim Schlachtvieh ist das Jnnenteil der Hinterkeule. Obi, breiter Stoffgürtel, der über dem japanischen Kimono getragen wird. Oblate, lat., Bedeutung: das Dargebrachte; kleine, dünne, runde Scheiben aus ungegore- Rundfunkprogramm Mittwoch, 9. Juni. Ile c Ml, 5 15, rote hkohl °rgel, te 32 en 50 'ffeln, 5 bis en 45 Blu. urfen 'S 10, 5 bis Hier abschneiden! n. Die ir um« , efteuer« i: , Mill« 37, die erficht- ■ | ides. ! -abend 1 ! Lan- ; i Vor-' fragen* || eiW N * "steht . >aß es ; ib non ! Natur ! n ober emein- j fier zu ; erschie, 1 Tiere, durch« ttertier »Spa« Men« m der tterung n Um« ichtigen e ihrer , sehr chmen,! den lauamt meinen uch zu fragten nenben i nen der Versammlung zu einer gemeinsamen Kaffeetafel einfanden. Am Abend verließen band, dem Sparerbund für das Deutsche Reich, sei zu erstreben im Interesse der Allgemeinheit und des einzelnen. Die Schaffung eines starken Sparkapitals sei als Grundlage der deutschen Wirtschaft ebenso vonnöten, wie der Zusammenschluß der Sparer zu einem festen Block, damit in Geschlossenheit aemein- sam eingetreten werden könne zur Wiederherstellung der Rechte der Jnflationsgeschädigten im Bereiche des Möglichen. Darüber hinaus soll aber auch den Neusparern Gelegenheit gegeben werden können, das Kredit- und Geldsystem und die Gesetzgebung der Volkswirtschaft besser kennenzulernen. theater Darmstadt anläßlich des Deutschen Ton- künstlerfestes 1937: Kammerkonzert. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). Offene Stellen. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Allerlei von zwei bis drei. 15: Der Motor — setzt aus... Von der Ritterlichkeit im Luftkampf. 15.30: Volk und Wirtschaft. 16: Musik zum Nachmittag. 17.30: Aus der Welt des Sportes. Die Fahne der Nation aber weht über Sieg und Niederlage. 18: Unser singendes klingendes Frankfurt. 19.45: Der Zeitftmt bringt den Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.10: Anläßlich des Deutschen Tonkünstlerfestes 1937: „Sarmina burana", szenische Kantate von Karl Orff. 21.30: „Minna Magdalena", eine heitere Szene von Curt Götz. 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 22.20: Kamerad, wo bist du? 22.30: Unter- Haltungs- und Tanzmusik. 24 bis 2: „Der Troubadour", Oper von Giuseppe Verdi. Uhr: Choral, Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Bäderkonzert. 10: Schulfunk. 10.30: Hausfrau, hör zu! 11.30: Aus dem Landes- gefetz, die Fälligkeit der Aufwertungshypotheken, die neuen Erfolge des Sparerbundes bezüglich eini- ger Jnduftrieobligationen sowie kurz die Aufgabe, ie sich der Sparerbund für die Zukunft gestellt hat. Der zweite Redner Reichsführerratsmitglied H. Lorenz sprach zu dem Thema „Warum Einheitsfront der Alt- und Neusparer?" und brachte in diesem Zusammenhang in Erinnerung den seit 1922 geführten Kampf des Sparerbundes gegen die Er- fullungs- und Zinsknechtschaftspolitik der damaligen Systemregierungen. Die Zusammenfassung aller Alt- und Neusparer in dem anerkannten Reichsoer- £ Wieseck, 6. Juni. Gestern abend die Generalversammlung der Freiwilligen Feuerwehr statt. Wehrführer Schäfer erstattete den Jahresbericht, aus dem heroorging, daß die Wehr auch im letzten Jahre wieder rege tätig war. Bei der stattgefundenen Inspektion erhielt die Wehr die Note „Sehr gut". Auch wurde der Gerätepark durch eine mechanische Leiter ergänzt. Die Kassenverhältnisse der Wehr sind in Ordnung. Dem Rechner wurde Entlastung erteilt. Nachdem noch über die Beteiligung am letzten Provinzialfeuerwehrtag in Büdingen sowie über den Herbstverbandstag in Nieder-Bessingen Beschlüsse gefaßt waren, wurde die Versammlung in üblicher Weise geschlossen. Kreisfrauentreffen der evangelischen Irauenhilfe. = Staufenberg, 7. Juni. Am vergangenen Sonntag fand in unserem Orte bei schöner sommerlicher Witterung das Frauentreffen der evangelischen Frauenhilfen im Kreise Gießen statt. Ein Sonderzug brachte viele evangelische Frauen, insgesamt etwa 1200, nach Staufenberg. Verschiedene Vereine waren mit über 200 Mitgliedern vertreten. Ein stattlicher Zug bewegte sich durch Lollar zur Kirche in Kirchberg hin, wo um die Mittagsstunde im festlich geschmückten Gotteshaus der Gottesdienst stattfand. Die einheimischen Frauen verschönten den Gottesdienst durch einige Chorgesänge. Festprediger war Propst Knodt (Gießen), der über das Evangelium des Sonntags Lucas 14, 5, 15 bis 22, gedankentiefe Ausführungen machte. Die Kirche vermochte die große Zahl der Anwesenden nicht zu fassen und so saßen viele vor der Kirchentüre unter den schattigen Linden. Die gottesdienstliche Feier sollte durch Lautsprecher ins Freie übertragen werden. Probst Knodt entschloß sich jedoch, den Frauen, die vor der Kirche Platz genommen hatten, eine besondere Predigt zu halten. Nach dem Gottesdienst wurden von vielen hilfreichen Frauen- und Mädchenhänden den auswärtigen Gästen erfrischende Getränke gereicht. Der Nachmittag brachte dann die N a ch v e r s a m m l u n g , in der die Kreisführerin der evangelisch-kirchlichen Frauenhilfen, Frau Kreuder (Gießen), einen anschaulichen Bericht über die Arbeit der Frauenhilfe erstattete. Anschließend sprach Pfarrer K a l k k u h l aus Dortmund in ernsten Worten über die Pflichten der Mutter, als der Erzieherin ihrer Kinder. Den Dank der Versammlung sprach Pfarrer Bühler (Londorf) aus. Im Anschluß an die Nachversammlung bewegte sich ein stattlicher Zug zur Burg Staufenberg, wo sich die zahlreichen Teilnehmerin- 00 Klein-Linden. 7. Juni. Dom besten Sommerwetter begünstigt, unternahm der Mädchen - und Frauenchor der evangelischen Kirchengemeinde Klein-Linden am verflossenen Sonntag einen wohlgelungenen Familienausflug nach Wetzlar und feiner schönen Umgebung. Der Chor wirkte am Vormittag im Gottesdienst in der Hospitalkirche durch den Vortrag zweier Chorlieder mit. Von berufener Seite wurde den Sängerinnen und ihrem Chorleiter Anerkennung für die schönen Darbietungen ausgesprochen. Anschließend wurden die Sehenswürdigkeiten der Stadt besichtigt. Nach gemeinsam eingenommenem Mitagessen wurde am Nachmittag dem „Kühlen Grund" am Fuße des Stoppelberges ein Besuch abgestattet und die vielen Besucher, die sich an dem idyllisch gelegenen Plätzchen eingefunden hatten, mit einigen Chören erfreut. Befriedigt von den vielen Eindrücken der schönen Fahrt, gelangten die Sängerinnen am Sonntagabend wieder in Klein- Linden an. □ Leihgestern, 7. Juni. Der hiesige G e - sangoerein „Eintrach t" beschloß, für seine Mitglieder und deren Angehörige eine Fahrt an öen Rhein zu veranstalten. Als Tag wurde der 8. August bestimmt. Die Fahrt soll mit der Eisenbahn über Gießen durch das schöne Lahntal nach Koblenz gehen. Nach Besichtigung der dortigen Sehenswürdigkeiten wird ein Rheindampfer die Teilnehmer stromaufwärts nach Aßmannshausen bringen. Als Höhepunkt des Tages erfolgt von hier der Aufstieg zum Nationaldenkmal auf dem Niederwald. Mein-Mainische Börse. Alillagsbörse freundlich. Frankfurt a. M., 7. Juni. Trotz kleiner Umsatztätigkeit und uneinheitlicher Kursentwicklung war die Börse am Aktienmarkt überwiegend freundlich gestimmt, da sich seitens des Publikums hauptsächlich Kaufneiaung zeigte, während die Kulisse anfangs einige Glattstellungen vornahm. Später war das Geschäft in einzelnen Spezialwerten etwas belebter. Von Montanwerken traten Verein. Stahl mit 122,40 bis 123,25 (122,25) stärker hervor, ferner notierten Mannesmann mit 124,25 bis 124,75 (124,75), Hoefch mit 128 bis 128,25 (128,40) und Rheinstahl mit 157,75 (157,25). Deutsche Erdöl zunächst um 1,50 v. H. auf 156 ermäßigt, später auf 157,25 erholt. Von chemischen Papieren bewegten sich JG.-Farden bei 16-5,65 bis 166 (165,75), Goldschmidt bei 137,65 (138,50) und Rütgerswerke bei 150,75 (150,50). Elektrowerte lagen bei behaupteten, teilweise 0,25 bis 0,50 v. H. höher liegenden Kursen ruhig. Kaliaktien notierten exkl. Dividende etwa 0,50 bis 1 v. H. freundlicher. Im einzelnen eröffneten Daimler, Eßlinger Maschinen und Zellstoff Waldhof bis 0,50 v. H. niedriger, andererseits zogen Moenus Maschinen, Reichsbank, Bemberg und Rheinmetall je 0,50 v. H. an. Bei kleinem Angebot gedrückt waren Berger Tiefbau mit 140,13 (143). Der Rentenmarkt lag weiterhin sehr ruhig. Altbesitzanleibe exkl. Ziehung 126,75 (127,40), Reichsbahn-VA. 0,13 v. H. höher mit 125,50, Kom- munal-Umschuldung etwa 94,15 und Städte-Alt- besitz etwa 130. In der zweiten Börsenstunde bewegte sich das Geschäft wieder in sehr ruhigen Bahnen, die Kurse unterlagen teilweise kleinen Schwankungen und blieben auf dem nach den ersten Notierungen erhöhten Stand nicht immer voll behauptet. Verein. Stahl schwankten zwischen 122,75 bis 123,25, JG.- Farben zwischen 165,75 bis 166 und Hoesch zwischen 128 bis 128,25. Auch die erst später notierten Werte wiesen nur geringe Veränderungen auf. Am Einheitsmarkt kamen Faber & Schleicher auf die Bilanz weiter stark erhöht mit 99 (95) rat. zur Notiz, außerdem waren eine ganze Reihe anderer Papiere gestrichen Geld. Renten lagen auch später sehr still, Kommunal- Umschuldung schwankten zwischen 94,10 bis 94,15. Der Pfandbriefmarkt lag völlig unverändert, auch Stadtanleihen notierten überwiegend wie zuletzt. Etwas Interesse machte sich für einige Reichsschatz- anmeifungen bemerkbar. Tagesgeld sehr leicht und 2,25 (2,50) v. H. Abendbörse still. Die Abendbörse hatte nur sehr kleines Geschäft. Mangels Anregungen war die Unternehmungslust gering. Die Haltung blieb aber weiterhin freundlich und die Kurse am Aktienmarkt lagen gegen den Berliner Schluß vorwiegend gut behauptet. Um Bruchteile v. H. fester notierten Maschinenwerte, Eßlinger 119,50, Muag 149, Moenus 120,50, Jung- hans 134,50, Rheinmetall 151. Montan-, Elektro- und Chemieaktien lagen unverändert, Buderus 129, Harpener 171, Mannesmann 124,25, Hoefch 128,40, Rheinstahl 158, Verein. Stahl 122,75; Schlickert 171, Licht & Kraft 155,50, AEG. 43,13, Geffürel 160,75, JG.-Farben 165,90, Scheideanstalt 263, Dt. Erdöl 156,50. Etwas niedriger lagen Bemberg mit 132,65 (134,50), aber bereits 133,?5 in Berlin. Am Einheitsmarkt stiegen Faber & Schleicher auf 99,50 (99). Die Rentenmärkte nahmen bei behaupteten Kursen einen überaus ruhigen Verlauf; Kommunal- Umschuldung 94,10, 6prozent. JG.-Farben 135,25, Reichsbahn-VA. 125,40. Im Freiverkehr bewegten sich Adlerwerke Kleyer bei 115,75. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 7. Juni. Die Getreidezuweisungen der Reichsstelle für Juni gehen jetzt bei 11 * Grap i) N llt I* >0 JaW’ jutr# -ie n’0; Sie J s-'j »"5 den nen den Mühlen langsam ein. Die Abmahlung des Juni-Kontingents ist weitgehend sichergestellt. Nach Gerste und Hafer kann die große Nachfrage nicht befriedigt werden. Weizen- und Roggenmehl steht für das Rhein-Main-Gebiet für die auf den laufenden Bedarf beschränkte Nachfrage der Bäcker zur Verfügung. Nur die Weizenmehl-Type 812 wird noch nicht ausreichend hergestellt. Die Offerten der ost- und norddeutschen Roggenmühlen sind °sehr eingeengt. In Futtermitteln werden Kleie, Mlschfutter aller Art, besonders auch für die Schweine- und Hühnerhalter sehr gefragt Das Angebot ist aber wie seither beschränkt. In Rauh futter war das Geschäft klein. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in Mark: Weizen W 13 211, W 16 214, W 19 218, W 20 220; Roggen R 12 174, R 15 177, R18 181, R19 183, Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Futtergerste —, Futterhafer —. Weizenmehl Type 812 w 13 29,90, W16 30,00, W 19 30,00, W 20 30,35; Rog-' genmehl Type 1150 R12 22,45, R 15 22,80, R 18 23,30, R 19 23,SO plus 0,50 Mark Frachtausgleich. Weizenfuttermehl 13,60. Weizenkleie W13 10,75, W 16 10,90, W19 11,10, W 20 11,20; Roggenkleie R 12 9,95, R15 10,15, R18 10,40, R19 10,50, Mühlenfestpreife ab Mühlenstation. Sojaschrot —, Palmkuchen —, Erdnußkuchen —, Treber 14,00, Höchstpreis ab Erzeugerstation, Trockenschnitzel —, Heu alte Ernte 5,50, do. neue Ernte 3,80 bis 4,20, Heu alte Ernte drahtgepreßt 5,90. Weizen- und Roggenstroh drahtgepreßt oder gebündelt —. Tendenz: ruhig. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 8. Juni. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 1048 Kälber, 25 Hämmel, 14 Schafe, 5222 Schweine. Es kosteten: Kälber 30 bis 65 Mark, Hämmel 45 bis 50, Schweine 52 bis 54 Mark. — Marktverlauf: Kälber und Schweine zugeteilt, Hämmel und Schafe mittelmäßig. Schweinemarkt in Hungen. * Hungen, 8. Juni. Auf dem gestrigen Schweinemarkt waren 316 Ferkel zum Verkauf aufgetrieben. Es kosteten bis 6 Wochen alte Tiere 10 Mark, 7 Wochen alte Tiere 10 bis 14 Mark, acht Wochen alte Tiere 15 bis 17 Mark, 9 Wochen alte Tiere 18 bis 19 Mark, 13 Wochen alte Tiere bis 20 Mark pro Stück. Bei schleppendem Handel verblieb Ueberftanö. Frankfurt a. M. Berlin Schluß- kurs Schluß!. Abendbörse Schluß- kurs Schluß!. Mittag- börse Datum 5.6. 7-6. 5.6. 7.6. 5% Deutsche ReichSanlethe v. 1927 101,75 101,75 101,75 101,75 4% Deutsche ReichSanl. von 1934 99,4 99,4 99,4 99,4 5yt% Doung-Anlethe von 1930 .. 104,9 105 •— —— 4%% Hessische Bolksstaat von 1929 4%% Deutsche Reichspostschatz von 99,75 99,75 99,75 — 1934 I...................... V/fc% Deutsche Reichsbahnschatz 100,6 100,55 100,75 100,75 von 1936 1.................. 99,13 99,13 99,13 99,13 Reichsanleihe-Altbesitz.......... Oberhessen Provinz-Anleihe mit — 126,65 — 127 Auslos.-Rechten.............. 4=H% Hess. Landesbk. Darmstadt — — 132,75 134 Goldpse. R. 12.............. Hess. Landes-Hyp.-Ban! 99,25 99,25 — — Liqu. Goldpse............... lKi% Preuß. LandeSpsdbr.-Anst. Goldpse. R. 19.............. 101 101 — — 99 99 99 99 Preuß. Gold-Komm. R. 20 ty2% Darmstädter Komm.-Lan- 98 98 98 98 desbankR. 6................ Deutsche Komm.-Gammel-Anleihe Auslos.-Rechte I.............. 97,9 97,9 — — — 132,4 132,65 132,65 i %% Franks. Hyp. Goldpse. R. 15 <%% Franks. Hyp. Gold-Komm. 99,5 99,5 99,5 99,5 Obl. 2 3.................... Wi% Franks. Hyp. Liquidation 98,25 98,25 — — Goldpse..................... iy2% Rheinische Hyp. Liquidation 100,75 100,75 — — Goldpse..................... 100,9 100,9 100,65 100,7 Cteuergutschetn-Verrechnungskurs 110,8 110,8 110,9 5% Goldmexikaner von 1899 .... — — — — 4% Oesterreichische Goldrente.... — — —— — 4,2% Oesterreichische Silberrente. —* — — — 4% Ungarn Staats von 1913 .... —— — — —— 4% Ungarische Goldrente....... — — — 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 — — — i% Rumänen von 1903......... — —— — —— 4]y2% Rumänen Gold von 1918.. 4% Einheits-Rumänen......... — — — — —— — — —— 4% Türken Bagdad 1........... — — — —— 4% Türken Bagdad II.......... — —— — —— 2y4% I. Anatolier.............. — — — — T.G. für Verkehrswesen...... 6 127,25 126 126,5 125,25 ^«rmburg-Südam. Dampfschiff. 0 —— — 46,25 46,4 .s/, 128,4 128,4 128,4 128,4 Philipp Holzmann......... .. 6 151,25 149,5 150,5 149,5 Ilse Bergbau.............. .. 6 — — — —— Ilse Genüsse.............. .. 6 143,5 142,25 143 142 Kali Aschersleben.......... .. 5 120 118,5 120,13 117 Klöcknerwerke............. 4y2 137 137 136,65 137 Kokswerke und Chemische Fabttk 6 — — 158,25 158 Lahmeyer................ .. 6 127 127,25 127,25 127,75 Mainkraft................. .. 4 98,25 98,25 — — Mannesmann............. .. 3 124,75 124,25 124,75 124,13 Mansfelder Bergbau....... 6 y, 160 160 160,5 153,25 160 Metallgefellschaft........... .. 5 153,65 — — Orenstein & Koppel........ .. 0 —— — 112 111,25 Rheinische Braunkohle...... . 12 — — 233,5 232,75 Rheinische Elektro.......... .. 6 —— — 136 — Rheinstahlwerke............ .. 6 157,25 158 157,75 158,25 Rbeinisch-Westfälische Elektro .. 6 133,5 133,75 133,75 134 Rütgerswerke............. .. 6 — 150,75 150,5 151,4 Salzdetfurth Kali.......... 1Yt 154 152 156 152,25 Schückert & Go............. .. 6 171 171 171,4 171,4 Schultheis Patzenhofer...... .. 4 —— — 100,25 102,5 Siemens & Halske......... .. 8 — —— 219 218 Süddeutsche Zucker......... . 10 201,5 — 202,25 203 Bereinigte Stahlwerke...... 3y, 122,25 122,75 122,4 122,75 Westdeutsche Kaufhof....... .. 0 62,9 119,75 63 62,5 62,25 Westeregeln Alkali.......... .. 5 116,75 119,5 116,5 Zellstoff Waldhof.......... .. 6 165 165,25 164 165 Otavi Minen.............. 0,6 33,5 33,7 33,5 33,5 5. Juni 7. Juni Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Brie, Geld Brie. 0,761 0,765 0,761 0,765 B rüffel .............. 42,13 42,21 42,02 42,10 0,164 0,166 0,164 0,166 Polen.................... 47,10 47,20 47,10 47,20 K»penhagen............... 55,12 55,24 55,12 55,24 Eingig................... 47,10 47,20 47,10 47,20 & nbon................... 12,345 12,375 12,31 12,34 Alsingfor»................ 5,455 11,16 5,465 11,18 5,445 11,12 5,455 11,14 h Iland.................. 137,61 137,89 137,18 137,46 Italien................... 13,09 13,11 13,09 13,11 5. Juni 7. Juni Amtliche Notierung Geld | Brie, Amiliche Notierung Geld | Briei Japan.................... 0,717 5,694 62,04 48,95 11,205 63,65 57,07 16,98 8,701 2,502 0,719 5,706 62,16 49,05 11,225 63,77 57,19 17,02 8,719 2,508 0,716 5,694 61,87 48,95 11,18 63,47 56,94 16,98 8,676 2,498 0,718 5,706 61,99 49,05 11,20 63,59 57,06 17,02 8,694 2,502 Jugoslawien .............. Oslo ..................... Wien..................... Lissabon.................. Stockholm................ Schweiz.................. Spanien.................. Prag..................... Budapest................. Neu York.................. QJL-’fport Ergebnisse der Aussiiegspiele zur Bezirksklaffe. Steindorf — Heuchelheim 5:1. Niedergirmes — Offenbach 6:2. Die hohe Niederlage in Steindorf ist nur dadurch zu erklären, daß die Verteidigung von Heuchelheim dem Spiel nicht gewachsen war. Niedergirmes hat sich revanchiert für die Niederlage in Offenbach und hüt den Gruppenmeister des Dillkreises mit einer hohen Niederlage heimgesc^ckt. Niedergirmes wird von Sonntag zu Sonntag Hetzer. BfB.-ReichSbahn Gießen. Butzbach Liga — VfB.-Reichsbahn Liga 2:4 (1:3). Die Ligamannschaft der Grünweißen fuhr nicht mit den besten Hoffnungen nach Butzbach. Noch in letzter Minute mußten vier Mann ersetzt werden. Aber diese Spieler fügten sich recht gut in die Mannschaft ein. Die Elf spielte in folgender Aufstellung: Annecken; Möhl, Kramer; Krämer, Thron, Berlenbach; Fehling, Radtke, Kudel, Godglück, Szpo- nik. Möhl und Godglück stammen aus der ersten Jugendmannschaft und ließen sich recht gut an. In der Hintermannschaft war Kramer der beste Mann. Die Läuferreihe hatte in Krämer ihren besten Spieler. Er war der beste Mann auf dem Felde. Der Sturm fqnb sich erst nach einer Viertelstunde, und war nachher in des Gegners Strafraum immer gefährlich. Die Gastgeber konnten nicht ganz überzeugen und lieferten ein schwaches Spiel. Die Platzbesitzer hatten Anstoß, der jedoch sofort abgeschlagen werden konnte. Die Gießener arbeiteten sich eine leichte Feldüberlegenheit heraus, aber der Sturm verst-asd es nicht, Torgelegenheiten auszunützen. Die Butzbacher gingen überraschend in der zwölften Minute in Führung. Kramer wollte einen Weitschuß mit dem Kopf abwehren, bekam ihn nicht richtig , und schon hing der Ball im Netz. Aber die Freude der Butzbacher dauerte nicht lange. Godglück spielte Szponik geschickt frei, und das Spiel stand 1:1. Mitte der ersten Spielhälfte schoß Godglück einen Eckball flach herein, Kudel war zur Stelle und sandte zur 2:1-Führung ein. In der Zwischenzeit vergab der Butzbacher Sturm den Ausgleich. Kurz vor Halbzeit konnte Radtke den Tormann der Platzbesitzer zum dritten Male schlagen. Nach dem Wechsel war das Spiel ausgeglichen. In der neunten Minute erhöhten die Gießener durch Godglück auf 4:1. Er nahm eine Vorlage von Krämer auf, stoppte den Ball, und sandte unhaltbar ein. Zehn Minuten vor Schluß konnte der Gastgeber ein Tor aufholen. Gpielvereinigung 1900 Gießen. Spv. Wetzlar — 1900 2:0. Mit der obigen Begegnung wurde am Samstag die Verbandsspielserie 1936/37 abgeschlossen. Trotz der Bedeutungslosigkeit, die dieses Spiel durch die verschiedenen Verlegungen an den Schluß der Runde erfahren hatte, sah man nochmals einen hochwertigen Kampf, der seine besondere Note darin hatte, daß er sich von den anderen Punktespielen durch seine große Ritterlichkeit und seinen fairen Verlauf deutlich unterschied. Der Ausgang mag für die Blau-Weißen insofern etwas enttäuschend gewesen sein, als eine etwas zu harte Elfmeterentscheidung in der 70. Minute den Wetzlarern die Führung brachte und damit gewissermaßen die Wendung des Spieles zustande kam. Bis zu diesem Zeitpunkte hatten sie sich dank der hervorragenden Abwehrarbeit der Hintermannschaft den Angriffen der Platzbesitzer zu widersetzen vermocht. Don dem Spielgeschehen der ersten Hälfte hatte Wetzlar den größeren Anteil, da die Leistung des Sturmes der Platzbesitzer weit produktiver war, als dieser Reihe der Blau-Weißen. Auffallend war jedoch, daß die Schüsse der Wetzlarer sehr unplaciert waren und meist darüber oder daneben gingen, während die wenigen Schußmöglichkeiten der 1900er immer aufs Tor gingen und der Tormann bei einem Schuß von Pankok und einem Strafstoß von Sack sich über den Beistand Fortunas nicht zu beklagen brauchte. Nach der Pause sah man fast dieselbe Abwicklung. Wetzlar hatte immer etwas mehr vom Spiel. Die Hintermannschaft der Blau-Weißen wußte sich der zahlreichen Angriffe jedoch zu erwehren und erst die 70. Minute brachte die Entscheidung. Zehn Minuten später gelang dem hünenhaften Mittelstürmer Thirnrn (früher St. Georg Hamburg), der an Stelle von Wohlgemuth den Sturm führte, im Anschluß an einen Eckball durch Kopfstoß das Endergebnis herzustellen. Wetzlar hat auf Grund seiner geschlosseneren Mannschaftsleistung den Sieg verdient. Die Hintermannschaft wurde auf keine allzu harte Probe gestellt. Die Verteidigung mit Krickau und Zielberg war der Aufgabe gewachsen. 1900 in der Aufstellung Fischer; Zeiler, Lippert; Erhard, Sack, Lehrmund; Schellhaas, Schreyer, Bergmann, Pankok, Hain war in der Hintermannschaft sehr stark. Sack überraschte als Mittelläufer nach der angenehmen Seite. Der Sturm wußte sich nicht ganz in den Gang der Ereignisse einzuschalten. Schiedsrichter Gutmann (Wetzlar) war peinlich korrekt. 1900 1. 3gb. — H3. llnlerbann 1/116 8:0. Beide Mannschaften lieferten sich vorgestern, trotz der Hitze, ein schönes, faires Spiel. Die Mannschaft des Unterbannes hatte Anstoß und bedrängte gleich das Tor der Blauweißen. Doch nur Minuten. Dann hatten sich die Platzbesitzer gefunden. Währenddem der Sturm der Blauweißen in Schußlaune war und kurz hintereinander drei Tore erzielen konnte, war der Sturm der Unterbannmannschaft vor dem 1900er Tor zu unentschlossen und die Bälle wurden meist die Beute der Verteidigung. Mit dem Ergebnis von 3:0 ging es zum Wechsel. Nach der Halbzeit schien sich das Spiel wieder ausgeglichener zu gestalten. Die Unterbannmannschaft arbeitete schöne Torchancen heraus, aber es gelang ihr nichts. Dann begannen wieder die Blau-Weißen einen Ansturm auf das Tor und fetzten zum Endspurt an. Kurz hintereinander konnte 1900 noch fünf Tore erzielen. Fußbattabteilung des Turnvereins Alten-Buseck. Klein-Linden I — Allen-Buseck I 3:4 (1:2). Zum fälligen Rückspiel weilte die 1. Elf des Tv. Alten-Buseck in Klein-Linden. Die Platzbesitzer, die in letzter Zeit namhafte Gegner schlagen konnten, mußten in diesem Spiel eine verdiente Niederlage hinnehmen, trotzdem Alten-Buseck mit mehrfachem Ersatz (Jugendspieler) anzutreten gezwungen war. Das Spiel selbst sah die körperlich unterlegene Mannschaft der Busecker zunächst im Vorteil. So fiel auch nach einer Viertelstunde das Führungstor. Halbzeitstand 2:1 für Alten-Buseck. Durch technisch kluges Spiel der jungen Alten-Busecker gelang es der Mannschaft, den Vorsprung auf 4:1 auszudehnen. In den letzten Minuten kam die Platzmannschaft zu zwei Toren, die das Ergebnis auf 4:3 stellten. Fußball in Staufenberg. Am Sonntag trafen sich auf dem Sportplatz in Staufenberg die zweite Mannschaft von „Teutonia" Watzenborn-Steinberg und die erste Elf von Staufenberg zu einem Freundschaftsspiel. Die Gäste siegten, wie vorauszusehen war, mit 3:1 Toren. Das Spiel nahm einen schönen Verlauf. Deutscher 4:1-Sieg im Davispokalkampf gegen Italien. Der Davispokalkampf zwischen Deutschland und Italien wurde am Montag bei tropischer Hitze in Mailand fortgesetzt und beendet. Im ersten Einzelspiel des Tages siegte Henner Henkel über den italienischen Nachwuchsspieler Canepele nach Verlust des ersten Satzes in vier Sätzen mit 3:6, 6:3, 6:1, 6:4 und holte damit den dritten und den Sieg entscheidenden Punkt für Deutschland. Von Cramm gab de Stefani in drei Sätzen 6:0, 6:1, 6:4 das Nachsehen. Deutschland trifft nun am Wochenende in der Vorschlußrunde auf Belgien in Berlin. 3000 Km-Deutschland-Bundfabrt Diederichs (Dortmund) gewinnt die zweite Etappe. Am Start zur zweiten Etappe der Deutschland- Radrundfahrt in Breslau fanden sich noch 57 Fahrer ein. Der Italiener Cassin hatte nach seinem Sturz am Vortage die Weiterfahrt eingestellt und auch der Wiener Max Bulla hatte aufgegeben. Auch Hermann Buse mußte schon auf der ersten Etappe die Weiterfahrt einftellen. Die Strecke führte über 330 Kilometer von Breslau nach Chemnitz. Sie war sehr schwer und stellte an die Fahrer die größten Anforderungen, zumal zum Teil gewaltige Steigungen überwunden werden mußten. Etappensieger wurde der Dortmunder Diederichs in 10:20:20 Stunden vor dem Frankfurter Bruno Roth in 10:25:25, dem Vortagsfieger Weckerling (Magdeburg) in 10:25:33 und dem Schweinfurter Ludwig Geyer in 10:26:39 Stunden. Weckerling behauptete mit dem dritten Platz der zweiten Etappe den ersten Platz in der Gesamtwertung vor Kutschbach, Diederichs und Roth und bleibt weiterhin Träger des gelben Trikots. Kreismeisterschasten in derLeichtathletik für Männer am 13.Zuni in Gießen. Am kommenden Sonntag werden in Gießen die leichtathletischen Kreismeisterschaften zum Austrag gelangen. Für diese Meisterschaften find folgende Wettbewerbe ausgeschrieben: 100 Meter, 200 Meter, 400 Meter, 800 Meter, 1500 Meter, 5000 Meter. Hochsprung, Weitsprung, Dreisprung, Stabhochsprung. Kugelstoßen, Diskuswerfen, Speerwerfen, Hammerwerfen. 4 mal 100-Meter-Staffel, 4 mal 400-Meter-Staffel, 4 mal 1500-Meter-Staffel. Die Wettkämpfe finden auf dem Sportplatz der Spielvereinigung 1900 statt. Die Vorkämpfe werden vormittags und die Entscheidungen nachmittags ausgetragen. Die Meldungen gehen sofort, spätestens aber bis zum 11. Juni, an den Männer- Leichtathletikwart Gust. Himmelmann, Gießen, Kaiserallee 60. Es wird ausdrücklichst darauf hin- gewiesen, daß Nachmeldungen in jedem Falle unberücksichtigt bleiben. Die Meisterschaften werden durch das Kreisfachamt Leichtathletik durchgeführt. Die Vereine werden in diesem Zusammenhang noch darauf aufmerksam gemacht, daß auf den Gau- Leichtathletikmeisterschaften, die am 20. Juni in Kassel zum Austrag kommen, nur diejenigen Teilnehmer startberechtigt sind, die an den Kreismeister« schäften teilgenommen haben. Kunst und Wissenschaft. Der Führer verleiht Professor Lenard das Goldene Ehrenzeichen. Der Führer und Reichskanzler hat dem Professor Dr. Philipp Lenard in Heidelberg, der am 7. Juni seinen 7 5. Geburtstag begeht, in Anerkennung seiner wissenschaftlichen Lebensarbeit und seiner stets bewährten nationalsozialistischen Haltung das Goldene Ehrenzeichen der Partei verliehen und ihm telegraphisch herzliche Glückwünsche übermittelt. Der Gauleiter und Reichsstatthalter Robert Wagner hat Professor Lenard in Jugenheim a. d. B., wo er zur Erholung weilt, das Abzeichen überreicht und ihm als Seher,' Künder und Kämpfer des Dritten Reiches feine Glückwünsche ausgesprochen. Die Glückwünsche des badischen Unterrichtsministeriums hat Ministerialdirektor Franz übermittelt und dabei mitgeteilt, daß im Philipp-Lenard-Jnstitut der Universität Heidelberg eine Büste Lenards aufgestellt werden wird. Im Anschluß daran haben Glückwünsche überbracht: Rektor Professor Krieck für die Universität Heidelberg, Professor Dr. Vogt als Dekan der Naturwissenschaftlich-Mathematischen Fakultät; Professor Becker als Direktor des Philipp-Lenard- Jnftituts und Studentenbundsführer K r e u tz e r für die Studentenschaft und die Reichsstudenten- führung. Hauptschristleiter Dr. Hans Pfaff-Koblenz t- Koblenz, 7. Juni. (DNB.) In der Universitätsklinik Bonn st a r b nach langem Krankenlager der Hauptschristleiter des gauamtlichen „National- blattes", Dr. jur. und rer. pol. Hans Pfaff. Dr. Pfaff war gleichzeitig Gauverbandsvorfitzender des Gaues Koblenz Trier im Reichsverband der deutschen Presse. Pfaff wurde am 4. April 1900 in der Ostmarkstadt Hof geboren, ging dort in die Schule und rückte mit 17 Jahren freiwillig an die Westfront. Hier trug er eine schwere Gasvergiftung davon. Nach Kriegsende zog er viermal als Freikorpskämpfer gegen den Feind im Innern, war bei der Erstürmung Münchens unter General von Epp beteiligt und kämpfte in der Reichswehr gegen den im Vogtland wütenden kommunistischen Mordbrenner Max Hölz und seine Horden. Nach der Zeit des aktiven Einsatzes für Deutschland widmete er sich feinem Studium in München, Jena und Würzburg und promovierte zum Dr. rer. pol. und Dr. jur. Hans Pfaff fand schon sehr früh den Weg zu Adolf Hitler und stand aktiv in der Bewegung als alter Sturmführer der Motor-SA. In S ch e m m s Wochenblatt „Der Kampf" schrieb Dr. Pfaff zuerst seine Artikel gegen das System, ©pater wurde er Mitbegründer der Kampfblätter „Fränkisches Volk" und „Bayerische Ostwacht". So erwarb er sich beim Aufbau der NS.-Presse in den Gauen Bayerische Ostmark, Franken und Mainfranken große Verdienste. Mit seiner Ernennung zum Hauptschriftleiter der NS.-Presse dieser drei Gaue fand feine Tätigkeit ihre Anerkennung. Im Jahre 1934 übernahm Dr. Pfaff die Hauptschriftleitung des Gauorgans „Mainfränkische Zeitung" in Würzburg, und vor zwei Jahren wurde er Hauptschriftleiter des „Nationalblattes" in Koblenz. In seiner ostmärkischen Heimat, die er so sehr liebte, in Berneck im Fichtelgebirge, wird er im Friedhof am Waldhang feine letzte Ruhestätte finden. Kirchliche Nachrichten. Katholische Gemeinden. Mittwoch, den 9. Juni. Gießen. 7 Uhr: Studentenmesse mit Ansprache. — Hungen. 6.30 Uhr: hl. Messe. Obrigkeit 342 Obsternte Obrigkeit. Wer öffentlich vor einer Menschenmenge zum Ungehorsam gegen die von der Obrigkeit innerhalb ihrer Zuständigkeit getroffenen Anordnungen auffordert oder bewußt erdichtete oder entstellte Tatsachen öffentlich behauptet oder verbreitet, um Anordnungen der Obrigkeit verächtlich zu machen, wird mit Geldstrafe oder Gefängnis bis zu zwei Jahren bestraft. Obsidian, Elasachat, nicht sonderlich wertvoller, meist tief- schwarzer Schmuckstein, aus dem auch Knöpfe, Dosen usw. hergestellt werden. Obst ist für die richtige Ernährung wichtig, da es aufbauende Nährsalze, Säuren und leicht verdaulichen Zucker enthält. Der Kieselsäuregehalt des O. kann für den Körper durch nichts Besseres ersetzt werden. Obstgenuß wirkt auch ausgezeichnet auf die Darmtätigkeit. Gesunde Menschen sollen O. nach vorheriger Säuberung roh und mit der Schale essen. Obstsalate sind erfrischend. Einmachen ermöglich: Vorrat für obstarme Zeit. Sieche Obstcrusb ew ah rung. Obstaufbewahrung für den Winter kommt nur für Kernobst in Frage. Sie erfolgt am besten auf Obsthorden in trockenen, frost- freien Kellern. Die Lagerung geschieht so, daß die Stiele nach unten zeigen, stiellose Früchte nach oben legen. Vorräte öfters durchsetzen, faulende Früchte sofort entfernen. In zentralgeheizten Kellern besteht Gefahr des Schrumpfens und der Stippenkrankheit (braune Kanäle im Obst). Deshalb Vorräte in Torf einschichten. Obstbaumpflanzung erfolgt für Kernobst von Oktober vis Frosteintritt, für Steinobst im Frühjahr. Einige Wochen vor der O. Baumgrube ausheben und die Erde mit Kompost und Vorrats- dünger vermischen. Zuerst den Pfahl einrammen, dann Wurzelschnitt vornehmen; alle Wurzelspitzen mit nach unten zeigender Schnittfläche schneiden. Nach der O. Baum mit Füßen antreten und mit Wasser einschlämmen. Abdecken der Baumscheiben mit Dünger oder Torf gegen Frost und Austrocknung ist angebracht Obstbaumpflege. 1. Wurzelpflege: Düngung im Winter mit Kalk und Kali, im Juni mit Phosphor und Stickstoff. Düngemittel nicht unmittelbar an den Stamm bringen, sondern im Umkreis der Kronentraufen einstreuen, da hier die aufnahmebereiten Wurzeln sind. Baumscheiben anbringen und Erde lockern. 2. Stammpflege: junge Stämmchen an runde Pfähle mit Kokosstricken binden. Im Winter die Baumrinde durch Abbürsten vom Moos befreien, Kalkanstrich im Vorfrühling als Frostschutz. 3. Kronenpflege: Schnitt und Auslichten, s. Schnitt. Schonung bei der Ernte. Siehe Obsternte. Obsternte soll mit rechten Zeit ausaeführt werden. Zu unterscheiden ist hierbei 1. die Baumreife, die dann gegeben ist, wenn bei Drehung der Frucht sich der ... und wenn der Apfel noch so hoch hängt, mit einem Obstpflücker holen Sie auch den letzten herunter. Das geht wirklich gefahrlos, und Sie schonen den Baurn dabei. So ein Obstpflücker ift ja so billig bei Häuser. Jeder Obstbaumbesitzer sollte einen haben. j. B. 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