~0 W ‘ it? ' 3 3 c^ '% 3 2 L&b’ igZsa r?3®li L-n f2£?| :q3§= 3=23 ' S$B ‘«2. § 2 2.8* = tt«'3 S h| ,tif; • 2, «2. ,5?2.3 »3i ’h 5.*» D ertQ (_ sju? 3P Ä1 Hl Ur. 105 Erstes Blatt 181. Jahrgang Samstag, 8. Mai 1937 Lrlcheim tflgltd), autza Sonntags and Feiertags Beilagen: Vie 3D nitrierte (Siebener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle MonatS'vezugspreir: Mit 4 Beilagen RM. 1.98 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr .. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zenlsprechanschlüffe anter Sammelnummer 225) Anschrift für Drahtnach» richten Anzeiger Siesten poftschecktonto: Zrantturt am Main 11686 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck unö Verlag: vrühl'sche UniverKtüts Such- und Zteindruckerei R. Lauge in Gießen. Schristlettung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8'/.UHr des Vormittags Grundpreise für 1 mm hohe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text, anzeigen von 70mm Breite 50 Rpf..Platzvorschrift nach vorh Vereinbg. 25" „ mehr. Ermählgte Grundpreise: Stellen-, Vereins., gemein* nützige Anzeigen sowie ein* fpaltige Gelegenheitsanzei* gen 5 Rpf ,Familienanzei* gen, Bäder-, Unterrichts« u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Teilnahme, Bewunderung und Vertrauen in aller Welt des bekannten französischen Luftschiffkonstrukteurs und -führers Henry Kapferer, der trotz des tragischen Endes des deutschen Luftschiffes „Hindenburg" nachdrücklich unterstreicht, man müsse i n d i e Und dennoch! Ueber den Schmerz und das herzliche Mitgefühl, die jeder Deutsche bei der Schreckensnachricht über das Luftschiff „Hindenburg" empfand, ist kein Wort zu verlieren. Diese silbern glänzenden Wunderwerke, die wir auf ihren Deutschland-Fahrten immer wieder mit einem Gemisch aus stürmischer Begeisterung und Bewunderung unter dem tiefen Orgelton ihrer vieltausendpferdigen Motoren dahinziehen sahen, sind den Deutschen schon seit jenem 5. August 1908 ans Herz gewachsen, als höhere Gewalt das Luftschiff des Grafen Zeppelin nach seiner ersten großen Fahrt bei Echterdingen im Sturm zerstörte. Diese geradezu liebevolle Zuneigung der Deutschen zu dem Werk von Friedrichshafen konnte mit jedem neuen Luftriesen, der die dortigen Hallen verließ, nur noch wachsen, und wenn wir uns bei dem bitteren Ende des „Hindenburg" daran erinnern, daß in der größten der Friedrichshafener Hallen schon wieder das nächste „LZ" vor der Vollendung steht, noch größer als der „Hindenburg", noch schöner, noch moderner, dann haben wir ein bestimmtes Gefühl, daß jener Neubau gewissermaßen schon die Antwort an ein blindes Schicksal ist, und daß wir die Fortsetzung des Lebenswerkes Zeppelins und seiner Mitarbeiter nun geradezu als eine gemeinsame Ehrensache aller Deutschen ansehen. Ist auch über die eigentliche Ursache der Katastrophe vorläufig Abschließendes noch nicht zu sagen, so steht angesichts der unzähligen Reisen von Zeppelin-Luftschiffen aller Art mit ihrer von der ganzen Welt bewunderten absoluten Zuverlässigkeit und mit ihrer geradezu fahrplanmäßigen Pünkllichkeit schon jetzt fest, daß auch die geringste Nachlässigkeit oder ein Fehler in der Führung und Handhabung des Luftschiffes als ausgeschlossen erscheint. Mit vollem Recht sprach Kapitän Lehmann, der mit rauchgeschwärztem Gesicht aus dem Feuer gerettet wor- den war, die Worte: „Ich kann es nicht ver* * stehen ...", dann brach er bewußtlos zusammen und ist nun im Krankenhaus allen anfangs gehegten Hoffnungen auf sein Aufkommen zum Trotz verschieden. Die deutsche Untersuchungskommission, die sich sofort nach Amerika auf die Reise gemacht hat, wird mit äußerster Gründlichkeit und Gewissenhaftigkeit alle Momente prüfen, die zur Aufklärung der Katastrophe führen könnten. Die Kommission kann dabei der Unterstützung aller amerikanischen Dienststellen sicher sein, nachdem schon bei der Katastrophe selbst die Amerikaner in der energischsten urtb hilfreichsten Weise eingegriffen haben. Was Menschenkraft und Menschengeist zu erdenken vermochten, ist schon an den bisherigen Zeppelinluftschiffen auf dem Gebiet der technischen Durchbildung und der Betriebssicherheit getan worden; der beste Beweis ist ja schon allein die Tatsache, daß ja auch heute noch das Luftschiff „Graf Zeppelin", das vom Augenblick der Vollendung des „Hindenburg" an im Munde einer allzu schnelllebigen Zeit als „das alte" zu gelten begann, noch immer seine Fahrten mit der gewohnten Präzision durchführt. Auch die elfte Amerika-Reise des „Hindenburg" und viele weitere wären glücklich von- statten gegangen, wenn nicht ein nach menschlichem Ermessen unberechenbarer unglücklicher Zufall oder höhere Gewalt seinen Fahrten ein Ende gesetzt hätte. Die Erwartungen der Welt gegenüber den Leistungen der deutschen Luftschiffe stiegen mit der Vollendung jedes einzelnen dieser Luftriesen — regelmäßig wurden diese Erwartungen nicht nur erfüllt, sondern immer noch übertroffen; nicht umsonst schnellten die Zahlen der Passagiere sowie der Post- und Lastenbeförderung sprunghaft in die Höhe. Mit uns Deutschen kann sich die Umwelt darauf ver/as- sen, daß auch das bald vollendete neue Luftschiff in Friedrichshafen selbst „Hindenburg" in seinen Leistungen und in seiner Betriebssicherheit noch übertreffen wird. Veileidskundaebungen aus aller Welt. Berlin, 7. Mai. (DNB.) Außer dem Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika haben Ihre Majestäten König C h r i st i a n von Dänemark, König Haakon von Norwegen, König F a- r u k von Aegypten, Seine Durchlaucht Reichsverweser von H o r t h y sowie die Präsidenten der Tschechoslowakischen Republik und der Republik von San Domingo dem Führer und Reichskanzler telegraphisch ihre tiefempfundene Anteilnahme an dem Unglück des Luftschiffes „Hindenburg" zum Ausdruck gebracht. Der Führer und Reichskanzler hat feinen Dank hierfür telegraphisch übermittelt. In aller Welt sind bei den deutschen diplomatischen Vertretungen Beileidskundgebungen der fremden Staatsmänner eingegangen. Auch weite an der Entwicklung der Luftschiffahrt interessierte ausländische Kreise haben sich der Trauer des deutschen Volkes angeschlossen. In Paris hat der Präsident der Republik, Lebrun, bei der Vorstellung der deutschen Reiteroffiziere im Elysse dem deutschen Botschafter Grafen W e l - c z e k sein Beileid zum Ausdruck gebracht und ihn gebeten, es dem Führer zu übermitteln. In der Kammer hat Ministerpräsident Leon Blum das Mitgefühl Frankreichs zu dem Zeppelinunglück in Lake- hurst zum Ausdruck gebracht. Der Kammsrvor- sitzende erklärte, das Haus schließe sich den Worten des Ministerpräsidenten an und drücke dem deutschen Volk sein Mitgefühl aus. Außenminister D e l b o s hat sein Beileid dem deutschen Botschafter in Paris persönlich übermittelt. Luftfahrtminister Pierre C o t hat an Generaloberst Göring ein Telegramm gesandt, in dem es heißt, die französische Luftfahrt nehme tief erschüttert durch den Verlust des Zeppelins „Hindenburg" an dem Schmerz der deutschen Luftfahrt teil. Außerdem sind beim Führer und Reichskanzler aus all en Teilen des Reiches und aus dem Auslande zahlreiche Telegramme und Zuschriften eingegangen, die die tiefste Anteilnahme an der Katastrophe, zugleich aber auch den Willen zum Bau eines neuen Luftschiffes „Hindenburg" zum Ausdruck bringen. Weitere Beileidskundgebungen liegen vor vom Reichsluftfahrtminister Göring, sowie von den Ministern Dr. Goebbels, v. Blomberg, Dr. Frick, Ohnesorge und S e l d t e. Das Beileid Mussolinis. Berlin, 7. Mai. (DNB.) Der italienische Regierungschef Mussolini hat seine Anteilnahme an dem Unglück des Luftschiffs „Hindenburg" durch folgendes Beileidstelegramm zum Ausdruck gebracht: „Die Nachricht vom Brande des „Hindenburg" hat in Italien eine tiefe Bewegung ausgelöst. In dieser Stunde schmerzlichen Mitgefühls für die befreundete Nation steht das italienische Volk in besonderer Zuneigung eng verbunden mit dem deutschen Volk. Mussolin i." Der Führer und Reichskanzler hat dem italienischen Regierungschef mit folgenden Worten telegraphisch gedankt: „Für die überaus herzliche Anteilnahme, die Sie zugleich im Namen des befreundeten italienischen Volkes mir und dem Deutschen Reich in so wohltuender Weise zum Ausdruck gebracht haben, bitte ich Eure Exzellenz, meinen und des deutschen Volkes tiefempfundenen Dank entgegenzunehmen. Adolf Hitler." ♦ Der Führer hat dem Präsidenten Roosevelt mit folgendem Telegramm gedankt: „Euer Exzellenz danke ich aufrichtig für die herzlichen Worte der Teilnahme, die' Sie mir und dem deutschen Volke anläßlich des Unglücks ausgesprochen haben, dem das Luftschiff „Hindenburg" zum Opfer gefallen ist. (gez.) Adolf H i t l e r." Dem Führer ist außerdem aus den Vereinigten Staaten eine große Anzahl von Beileidstelegrammen aus den verschiedensten Kreisen des amerikanischen Volkes zugegangen. Rüpilän Lehmann seinen Verletzungen erlegen. i Lakehurst, 8. Mai. (DNB.) Der Verlreler der Zeppelin-Gesellschaft teilt mit, daß Kapitän Lehmann im Hospital in Lakewood am Freitag um 23.05 Uhr Berliner Zeit seinen Verletzungen erlegen ist. * Oberleutnant zur See d. R. Ernst Lehmann, Direktor der Deutschen Zeppelin-Reederei und Luftschiff-Führer, wurde 1886 in Ludwigshafen als Sohn des Chemikers Dr. Lehmann geboren. Nach dem Besuch des Gymnasiums war Lehmann 1905 bis 1906 Seekadett. Von 1906 bis 1912 widmete er sich dem Schiffbaustudium. 1912 bis 1913 wirkte er als Marinebauführer auf der kaiserlichen Marinewerft in Kiel. Im Kriege führte Lehmann die Armeeluftschiffe „Sachsen", „Z II", „LZ 90", „LZ 98" und „LZ 120". 1917 wurde Lehmann zum Lust» schiffbau Zeppelin als Leiter der Bauaufsicht kommandiert. Mit Dr. Eckener zusammen wirkte er als Lehrer bei der Ma'rineluftschiffabteilung. Von 1920 bis zum vorigen Jahre hatte er den Posten eines Prokuristen beim Luftschiffbau Zeppelin inne. Anschließend wurde er Direktor der Deutschen Zeppelin-Reederei. Lehmann hat etwa von 1928 bis jetzt fast alle Fahrten des „Graf Zeppelin" als verantwortlicher Kommandant mitgemacht. Mit Kapitän Lehmann ist ein Mann dahingegangen, der an der sicheren Ausgestaltung des Luftschiffverkehrs durch viele Jahre entscheidend mitgewirkt hat. Sein Andenken wird unvergeßlich bleiben. Zukunft des Luftschiffes Vertrauen haben. Man müsse berücksichtigen, daß Luftschiffe, Flugzeuge, Schiffe und Eisenbahnen, ebenso zahlreiche wie unerklärliche Unglücksfälle aufzuweisen hätten. Das Luftschiff sei im Vergleich hierzu er st am Anfang seiner Entwicklung. Trotz des Verlustes an Menschenleben dürfe man den Mut nicht sinken lassen. Die Turiner ,.G a z z e t t a del P o p o l o" hebt die bewunderungswürdige Haltung hervor, mit der das deutsche Volk den schweren Schlag ertrage. Es habe den Anschein, daß dieses Volk, anstatt unter dem Schlag zusammenzubrechen, daraus einen Grund.für neue Anstrengungen, neue Opfer und neue Energien gewinne, um auf dem vom Grafen Zeppelin vorgezeichneten Woge weiter zu schreiten. Die große argentinische Zeitung „La Nacion" hebt hervor, daß eines der vollkommensten Werke der Welt zerstört worden sei. Das Mißgeschick des deutschen Volkes, das von der ganzen Menschheit geteilt werde, werde keinesfalls zu Entmutigung oder Verzicht führen, schreibt die Zeitung „La P r e n s a". Die „Nc> ticias Graficas" bezeichnen das Luftschiff als ein Symbol der Errungenschaften der europäischen Zivilisation, dessen bewundernswerte Sicherheit allgemein anerkannt werde. Ein Beileidstelegramm des Führers. 30000 Matk für die Familien der Befatzungsmiiglieder. Berlin, 7. Mai. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler hak an die Deutsche Zeppelin-Reederei folgendes Beileidstelegramm gerichtet: „An dem schweren Schicksalsschlag, der Sie durch den Verlust des Luftschiffes „Hindenburg" und durch den Tod zahlreicher Mitglieder der Besatzung und Passagiere betroffen hat, nehme ich herzlichsten Anteil. Ich bitte Sie, den Familien der verunglückten Fahrgäste sowie den Hinterbliebenen der in treuer Pflichterfüllung ums Leben gekommenen Angehörigen Ihrer Reederei mein tiefempfundenes Beileid, den Verletzten meine Dünsche für baldige Dieder- herslellung auszusprechen. Als erste Hilfe für die Familien der Besatzungs- Mitglieder stelle ich Ihnen den Betrag von 30 000 Mark zur Verfügung. Gez.: Adolf Hitler." Göring an die deuWe Luftfahrt. Das große Opfer verpflichtet zu neuer Anstrengung. Die presse aller Zungen setzt das größte Vertrauen Berlin, 8. Mai. (DNB. Funkspruch.) Die ausländische Presse befaßt sich in ausführlichen Arttkeln mit dem tragischen Verlust des „Hindenburg", wobei aufrichtiges Mitgefühl über die Katastrophe und höchste Anerkennung für die bisherigen Leistungen der deutschen Luftschiffe deutlich zum Ausdruck kommen. So heißt es in einem Leitartikel des „New Port American" u. a.: Die Herrschaft des Menschen über die Lust, die noch am Anfang der Entwicklung stehe, 'werde trotz, ja vielleicht gerade infolge solcher Tragödien errungen werden, die nur Kilometersteine des Fortschritts bedeuteten. Das Luftschiff „Hindenburg" hinterlasse ein stolzes Zeugnis der vollbrachten Leistung, die durch sein trauriges Ende nicht geschmälert worden sei. Auch die englischen M o r g e n b I ä 11 e r bringen ihr aufrichtiges Mitgefühl mit dem nationalen Unglück zum Ausdruck. Verbunden mit der tiefen und ehrlichen Anteilnahme wird die Bewunderung für die großartigen Leistungen Deutschlands auf dem Gebiet des Luftschiffbaues zum Ausdruck gebracht, die Zeitungen sind überzeugt, daß Deutschland unentwegt an der Weiterentwicklung dieses Verkehrsmittels arbeiten wird. „D aily Telegraph" schreibt u. a.: Im Luftschiffbau ist Deutschland der Welt führend vorangegangen, und wir find überzeugt, daß dieses Werk nicht beendet ist. Der Fortschritt in der Eroberung der Luft wird weitergehen und wird in Deutschland durch den erlittenen Verlust wahrscheinlich eher gefördert als gehemmt werden. Die Gefühle, die durch eine solche Katastrophe erweckt werden, erinnern uns aber auch daran, daß d i e Bande der Menschlichkeit zwischen den Nationen stärker sind als die Feindseligkeit, die sie von Zeit zu Zett trennen. Der Pariser „Figaro" veröffentlicht Erklärungen Berlin, 7. Mai. (DNB.) Reichsminister der Luftfahrt Generaloberst Göring hat folgenden Aufruf erlassen: An die Männer der deutschen Luftfahrt! Ein harter Schicksalsschlag hat die deutsche Luftfahrt getroffen. Mit ihr gedenkt das ganze deutsche Volk in tiefer Trauer und Erschütterung der Opfer, die ihr Leben bei der Katastrophe unseres stolzen Luftschiffes „Hindenburg" lassen mußten. Sie waren wahrhafte Pioniere des Weltluftverkehrs und als solche leben sie für uns fort, die Besatzung, die pflichttreu bis zum Tode ihren Dienst erfüllt hat, und die P a f s a g i e r e, die durch ihr Vertrauen zum deutsch-amerikanischen Uebersee-Luftver- kehr dies große Werk mitfördern halfen. Dieses Vertrauen zu der so zahlreiche Male erprobten und bewährten Luftverbindung zwischen dem deutschen und dem amerikanischen Volk ist u n erschüttert. Wenn ein unerklärliches Schicksal uns so schwer getroffen hat, so find wir die letzten, die sich kleinmütig machen lassen. In der Not zeigt der Starke seine Kraft. So verpflichtet uns s W * ■ ■■ - ■ . - -< 5 Unser Bild zeigt den „Hindenburg" auf dem Flugplatz von Lakehurst bei einer Landung im vergangenen Jahre. — (Scherl-M.) Vies große Opfer zS neuer Anstrengung. 3eßf erst recht werden wir unter der "Verwertung der letzten Erfahrungen altes darangeben, den Luftverkehr zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten für immer und ungefährdet in die Tat umzusehen. Dabei sind wir gewiß, daß auch die Vereinigten Staaten bei der Vollendung des in Angriff genommenen Werkes uns unkerflühen werden. Ich habe angeordnet, daß der Ausbau des in den werflhallen in Friedrichshafen vor der Fertigstellung stehenden Luftschiffes beschleunigt durchführt wird. Es foll fo schnell wie möglich als Ersah LZ „Hindenburg" Deutschlands stolze Flagge zeigen. In gemeinsamer Arbeit wollen wir Männer der deutschen Lustfahrt der Welt zeigen, daß trotz allem die Idee und der Unternehmungsgeist Zeppelins sich bewährt, und daß der Luftschisfverkehr zwischen den Nationen ein heute aus der Welt nicht wegzudenkendes, die Völker verbindendes Friedenswerk ist. Gez. Hermann Göring. Trauer in Friedrichshafen. Dennoch mit Zuversicht vorwärts! Friedrichshafen, 7. Mai. (DNB.) Friedrichshafen, die Stadt der Zeppeline, ist durch die tragische Katastrophe des Luftschiffes „Hindenburg" tief erschüttert. In den frühesten Morgenstunden kündeten schwarz umrandete Extrablätter an allen Ecken und Plätzen in großen Lettern „Luftschiff »Hindenburgs vernichtet", eine Meldung, die die Bevölkerung Friedrichshafens kaum zu fassen vermag. Auf den Straßen und Plätzen stehen die Menschen voller Besorgnis und warten auf neue Extraausgaben, um über das Schicksal ihrer Änge- hörigen und Freunde, die der Besatzung des Luftschiffes angehören, etwas Neues zu erfahren. — Ein neues Bodensee-Schiff, die „Schwaben", sollte heute in Dienst gestellt werden, als die vielen Ehrengäste bereits eingetroffen •waren. Die Feier wurde abgesagt, und die Gäste haben Friedrichshafen verlassen. Die Belegschaft des Luftschiffbaues versammelte sich um 8.30 Uhr in Halle I unter dem Bug des im Bau befindlichen Luftschiffes L Z 130. In Vertretung Dr. Eckeners, der sich zur Zeit auf einer Auslandreise befindet, berichtete der stellvertretende Betriebsführer Dr. Dürr den versammelten Gefolgschastsmitgliedern über das Unglück. Mit herzlichen Worten sprach er dann davon, den Blick vorwärts gerichtet, das große Werk des Grafen Zeppelin weiterzuführen, Has durch die Luftschiffe „Graf Zeppelin" und „Hindenburg" schon staunenswerte Erfolge zeitigte. Wenn im Augenblick durch das Unglück des „Hindenburg" die Aussichten getrübt sind, so sei doch sicher, daß die Reichsregierung dem Luftschiffbau ihre Unterstützung zum Weiterbau von Luftschiffen gewähren wird. Der Luftschiffbau befinde sich in einer ähnlichen Lage wie 1908, wo Graf Zeppelin vor einem Nichts stand. — In einer „stillen Minute" gedachten die Versammelten ihrer vom Unglück betroffenen Arbeitskameraden. Dr. Dürr verlas die Namen der 44 geretteten Besatzungsmitglieder, unter denen sich 18 Verletzte befinden. Mit der Parole „Wieder ans Werk" wurde die Arbeit fortgesetzt, damit das neue Schiff bald fertig werde und die Lücke wieder ausfüllen könne, die durch den Verlust des „Hindenburg" der Luftschiffahrt erwachsen ist. Hundfunkansprache Or. Eckeners. Berlin, 7. Mai. (DNB.) Dr. Eckener sprach am Freitagabend über den Kurzwellensender mit Richtstrahler nach Amerika und anschließend über sämtliche Sender des deutschen Rundfunks. Er führte u. a. aus: In den Tageszeitungen der Weltpresse von heute sind die verschiedensten Nachrichten über den Unfall des Luftschiffes „Hindenburg" in Lakehurst erschienen. Erst nach eingehender Prüfung wird man feststellen können, welche Ursachen zu dem tragischen Verlust des Luftschiffes und dem Tod so vieler Passagiere und verdienter Besatzungsmitglieder geführt haben. Selbstverständlich wird auch die Frage einer etwaigen Sabotage, an die ich im ersten Augenblick, wie ich gestehe, selbst noch gedacht habe, ernstlich zu untersuchen sein. Auf Grund neu eingetroffener Meldungen aus Amerika und angesichts der ausgezeichneten organisatorischen Maßnahmen der amerikanischen Regierung liegt aber für diese Ansicht nur noch eine sehr geringe Wahrscheinlichkeit vor. Das endgültige Urteil wird aber erst nach der Untersuchung, die mit aller Energie geführt wird, festgestellt werden können. Um diese Untersuchung zu sichern, hat der Herr Reichsluftfahrtminister Generaloberst G ö - ring angeordnet, daß sich eine technische Kommission nach den Vereinigten Staaten begibt. Ich bin überzeugt, daß die Kommission in weitestem Umfang die Unterstützung der amerikanischen Behörden finden wird, um in der Zusammenarbeit mit ihnen alle notwendigen Feststellungen zur Aufklärung des Unglücks zu treffen. Aus der Besprechung mit Generaloberst Göring habe ich die felsenfeste Gewißheit mitgenommen, daß Deutschland unerschütterlich an der Idee des Luftschiffbaues und des Luftschiffverkehrs festhält, hierfür muffen wir Luftschiffer Adolf Hitler aus tiefstem Herzen dankbar sein. Die deutsche tlntersuchungSkommission Berlin, 7. Mai. (DNB.) Die deulsche Unter- fuchungskommission, die sich morgen früh mit einem Sonderflugzeug nach Eherbourg begibt, um dort an Bord des Dampfers „Europa" zu gehen, bestehl aus folgenden Mitgliedern: Dr. Eckener und Dr. Dürr, Professor Bock und Stabsinge- nieur Hofmann von der Deutschen Versuchs- anstatt für Luftfahrt, Professor Dr. Dieckmann (München), Oberstleutnant B r e i t h a u p t vom Reichsluftfahrtministerium. ♦ Washington, 8. Mai. handelsmimster R o - per teilte mit, daß die öffentlichen Vernehmungen durch eine amerikanische Untersuchung s- kommission zur Ergründung der Ursache der Katastrophe am Montag beginnen werden. Der Kommission wird ein Stab technischer Berater und eine Anzahl amerikanischer Offiziere, unter ihnen auch der Kommandant der Marinestation Lakehurst, Rosendahl, zur Seite stehen. Außerdem ist der deutsche Botschafter Dr. Luther eingeladen war- den, einen offiziellen deutschen Beobachter für die Vernehmungen zu ernennen. Die Geretteten und die Vermißten. Die amtlichen Meldungen bei der Reederei. Berlin, 7. Mai. (DNB.) Nach den bis heute mittag bei der Deutschen Zeppelin-Reederei vorliegenden Meldungen sind folgende Passagiere unverletzt gerettet worden: Levnh. Adelt, Gertrud Adelt, Karl Otto Clemens, Mathilde Dveh- ner, Walter Doehner, Werner Doehner, Rolf von heidenstan, Klaus Hinkelbein, George Hirschfeld, W. G. Leuchtenberg, Philipp Mangone, Marguerit Mather, Nelson Morries, Emil Stöckle. Folgende Passagiere konnten verletzt geborgen werden: Irene Doehner, George Grant, Frau Maria Kleemann, Erich Knöcher, Herbert James O'Laughlien, Jos. Späh, Hans Hugo Witt. Folgende Passagiere gelten zur Stunde noch als vermißt: Rudolf Anders, Peter Belin, Birger Brinck, Hermann Doehner, Burtis Dolan, Edward Douglas, Otto Ernst, Else Ernst, Moritz Feibusch, Clifford Osbun, Ions Pannes, Emma Pannes, Otto Reichelt, Hans Dinholt. — Für Fritz Erdmann liegt die Todesbestätigung vor. Von der Besatzung blieben unverletzt: Fischer, Nunnenacher, hch. Bauer, Schweighardt, Sauter, Steeb, Franz, Taoer Maier, Lau, Zabel, Kubis, Scheubele, Deeg, Balla, Kolmer, Ziegler, Nielsen,' Zettel, Boetius, Henneberg, Klein, Witte- mann, Robert Bauer, Beutele, Dörflein, Stöffler. Verletzungen trugen davon: Lehmann, Schönherr, Herzog, Schädle, Bahnholzer, Sammt, Lenz, Dr. Rüdiger, Bernhard, Pruß, Speck, Leibrecht, Ritter, Grötzinger, Dove, Deutschele, Freund, Felber. Als Vermißte haben zu gelten: Knorr, Rich. Müller, Dimler, Scheef, schlapp, Eichelmann, Flachus, Schreitmüller, Mooser, Hüchel, Max Schultze, Biallas, Reifacher, Spehl, Emilie Imhoff, Alfred Stöckle, helgening. Es besteht die Hoffnung, daß einige der als vermißt gemeldeten Passagiere und Besatzungsmitglieder noch als in Krankenhäuser befindlich fest- gestellt werden können. Alle bleiben Dem Luftschiff treu. Aeußcrungen geretteter Passagiere. Neuyork, 7. Mai. (DNB.) Auch die Neuyor- ker Nachmittagsblätter widmen der Katastrophe des „Hindenburg" ihre ganze erste Seite und bringen ausführliche Augenzeugenberichte. Alfred Grötzinger, der zweite Koch des „hindenbubrg", erklärte: „Es kam mir vor, als wäre ich 16 Meter hinabgesprungen, aber das ist jedenfalls übertrieben." Als die Explosion erfolgte, habe er keine Ahnung gehabt, was vor sich ging; er sei instinktiv abgesprungen. — Ein Fluggast, Frau Marie K l e e m a n n aus Bad Homburg, hat bereits am Freitag das Krankenhaus Lakehurst wieder verlassen können. Sie ist sofort weitergeflogen nach Newark (New Jersey). Frau Kleemann ist eine alte Fliegerin und hat erklärt, sie werde auch weiterhin fliegen. Fünf Frauen und ein junges Mädchen seien an Bord gewesen. Sie selbst sei ruhig auf ihrem Platz geblieben und hinausgegangen, als das Luftschiff den Boden berührte. Frau Kleemann hat nur leichte Verletzungen im Gesicht erlitten. — Ein anderer Fahrgast, der 63 Jahre alte George Grant aus London, erklärte, er sei 15 oder 20 Fuß hinabgesprungen. Dabei hat er eine Rückenverletzung erlitten. Trotzdem will er aber wieder mit dem Luftschiff reisen. Ifeberflüfftae Heben. Der englische Außenminister Eden ist vor dem Unterhaus auch auf die Interpellationen einiger wildgewordener Abgeordneter der äußersten Linken und der Liberalen hinsichtlich der Lage auf dem baskischen Kriegsschauplatz eingegangen. Nachdem die „Times" selbst sich durch einen zweiten Augen- zeugen die Phantasien ihres ersten Sensationsberichtes über die angebliche Bombardierung von Guernica hatte korrigieren lassen, durfte man eine entsprechende Erklärung des englischen Außenministers verlangen. Allein Herr Eden hielt es für not- wendig, eine Erklärung abzugeben, in der durchaus die Möglichkeit einer Bombardierung durch „gewisse" Flugzeuge offengelassen wurde. Eden stützte sich dabei auf Berichte der von ihm anerkannten „Regierung". Was es mit den sogenannten roten Regierungen auf sich hat, mag ja jetzt wohl zur Genüge das anarchistische Chaos in Barcelona dartun. Eden aber erscheinen die verlogenen Auskünfte einiger roter Parteihäuptlinge in Bilbao und Santander glaubwürdiger als die energischen Erklärungen der Nationalregierung in Burgos, die ja wohl allein in der Lage ist, als Beherrscherin von Guernica authentische Erklärungen abzugeben. Zum Ueberfluß erschien jetzt auch noch der Sonderbericht der „New York Times" über den Fall Guernica. Auch der Korrespondent dieses amerikanischen Weltblattes schloß sich dem Urteil der französischen Kollegen an, die unmittelbar nach der Einnahme von Guernica den Ort lange und ausführlich nach Spuren von Bombenzerstörungen durchsuchten und eine Fehlanzeige erstatten muhten. Angesichts einer derartigen Tatsachenlage erscheint es'uns unerfindlich und im Interesse der Herbeiführung einer wahrheitsgetreuen Berichterstattung höchst bedauerlich, daß der englische Außenminister nicht den Mut fand, gewissen Hetzern im eigenen Land energischer und eindeutiger entgegenzutreten. Auch der amerikanische Senator Borah hielt es Oie Durchführung -es Lustschuhgefehes. Berlin, 7. Mai. (DNB.) Im Reichsgesetzblatt Nr. 58 vom 7. Mai 1937 wurden die ersten drei Verordnungen des Reichsministers der Luftfahrt und Oberbefehlshabers der Luftwaffe zur Durchführung des Luftschutzgesetzes verkündet. Die e r st e Verordnung zerfällt in drei Teile: Teil I befaßt sich mit der Abgrenzung der Luftschutzaufgaben und mit allgemeinen Organisationsfragen des Luftschutzes, insbesondere legt er die Befugnisse der Polizeibehörden und die dem Reichsluftschutzbund und der Reichsgruppe Industrie übertragenen Aufgaben fest. Danach sind die letztgenannten Organisationen zwar mit der Durchführung öffentlich-rechtlicher Ausgaben betraut worden, jedoch haben sie keine staatlichen hoheits- rechte eingeräumt erhalten. Vor allem können Zwangsbefugnisse nur durch die örtlichen Polizeibehörden angewendet und Bestrafungen nur dann vorgenommen werden, wenn Polizeioerordnungen oder unanfechtbar gewordene polizeiliche Verfügungen ergangen sind. Teil II regelt die Lu f t- schutzdien st pflicht, insbesondere Erfassung, Heranziehung, Vergütung, Entschädigung, Beurlaubung, ferner Ausbildungsoeranstaltunaen und Hebungen und Beschwerdeverfahren. Teil III bringt Bestimmungen über den Luftschutz , der Wehrmacht, Reichspost, Reichsbahn, Reichswasserstraßenverwaltung und der Reichsautobahnen sowie über den Flugmeldedienst. Die Luftschutzpflicht gliedert sich in die Dienstleistungspflicht, Sachleistungspflicht und das luftschutzmäßige Verhalten. Die Befugnis, die Der- pflichtung zu luftschutzmäßigem Verhalten aufzuerlegen, ist der Polizei übertragen worden. Die Regelung der Sachleistungspflicht und der Verpflichtung zu luftschutzmäßigem Verhalten auf dem Gebiete des Bauwesens ist besonderen Bestimmungen Vorbehalten worden. Die zweite Verordnung verpflichtet allgemein jeden, der Neu-, Um- oder Erweiterungsbauten ausführt, zur Durchführung von Luftschutzmaßnahmen. Die Verpflichtung erstreckt sich auch auf Gebäudeteile, die von diesen Bauten nicht unmittelbar berührt werden, wenn die hierdurch entstehenden Mehrkosten dem Pflichtigen zuzumuten sind. Für die Errichtung baulicher Anlagen in Gegenden, die nicht luftgefährdet sind, sind Ausnahmen zugelassen. Die dritte Verordnung bringt Bestimmungen über die einheitliche Regelung der Entrümpelung im Reich. Je nachdem, ob es sich um geschlossene, offene oder halbosfene Bauweise handelt, ist die Aufbewahrung von Gerümpel, das übermäßige und feuersicherheitswidrige Ansammeln von verbrauchten Gegenständen und das Abstellen anderweitig unterzubringender oder schwer- beweglicher Gebrauchsgegenstände verboten. Die Verordnung sieht die Möglichkeit vor, von der Entrümpelung Abstand zu nehmen, wenn dies mit Rücksicht auf die Gefährdung der Allgemeinheit möglich ist. Um die für die Verwertung des anfallenden Altmaterials notwendigen Vorkehrungen treffen zu können, tritt die Entrümpelungsverordnung er ft am 1. September 1 937 in Kraft. Alle übrigen Bestimmungen treten sofort in Kraft. In Kürze wird der Reichsminister des Innern der Reichsregierung ein Gesetz vorschlagen, das die Fayiilienunterstützung der Angehöri- gen der zur Luftschutzdienstpflicht herangezogenen Pflichtigen regelt. Das Deutschtum in poknisch-Oberschlesien fordert Gleichberechtigung. Kattowitz, 7. Mai. (DNB.) In Kattowitz, Königshütte, Pleß und Rybnik gab der Führer der Jungdeutschen Partei in Polen, Senator Wiesner einen Ueberblick über die Lage des Deutschtums in Polnisch-Oberschlesien, das trotz des Gen- er Vertrages und der damit zusammenhängenden internationalen Einrichtungen planmäßig u n - terdrückt und wirtschaftlich zerrüttet worden sei. 80 v. H. aller Deutschen feien a r - b e i t s I o 5 , 7000 Jungen und Mädel seien ohne jegliche Berufsausbildung. Die Zahl der deutschen Schüler fei in den vergangenen 15 Jahren von 34 500 auf 11 400 herabgesunken. Dan 160 Lehrkräften an den öffentlichen deutschen Schulen m Ostoberschlesien seien 92 polnischer Nationalität. Unter den 40 Schulleitern befänden sich 38 Nationalpolen. Diese wirtschaftliche und kulturelle Not habe das Deutschtum in tiefe Verzweiflung geführt. Auf wirtschaftlichem Gebiet werde die gesetzliche Anerkennung des Grundsatzes gefordert, wonach jedem Bürger des Staa- t/s das Recht auf Arbeit und Brot zu- tehe. Die Aufteilung der in Ostoberschlesien Der« ugbaren Arbeitsplätze sei erforderlich nach dem Verhältnis der zum deutschen Volkstum und zum polnischen Volkstum sich bekennenden Arbeitnehmer. Nach dem gleichen Schlüssel müsse bei Entlassungen und Neueinstellungen verfahren werden, ebenso bei Beschaffung von Lehrstellen für die Jugendlichen. Um die kulturelle Not des Deutschtums zu beseitigen, müsse zunächst einmal die Austei - jung d er aus dem Schulhaushalt der Woiwodschaft zur Verfügung siebenden Gel- der nach dem bereits erwähnten Schlüssel erfolgen. Weiter fei die Errichtung von öffentlichen deutschen Schulen erforderlich, die von deutschen Lehrern geleite* würden und in denen deutsche Lehrer unterrichteten. Die Gründung deutscher Privatschulen solle gefördert werden. Die Unterrichtspläne für die deutschen Schulen sollten dem Geist und dem Wesen einer deutschen Schule gerecht werden. Deutsche Eltern, die ihre Kinder in die deutsche Schule schicken, dürften in keiner Weise benachteiligt werden. Weiterhin müsse dem Deutschtum der Besuch kultureller Veranstaltungen des Mutterlandes freigestellt sein, ebenso auch der Aus- tausch von Vertretern deutscher Wissenschaft und Kultur. Auf politischem Gebiet habe das Bekennt- n i s nm Volkstum als natürliches Recht des Einzelnen zu gelten. Wer die Ausübung dieses Rechts behindere, verfalle.einer gesetzlichen Strafe. Dem Deutschtum müsse das Recht zugestanden werden, sich auf Grund der bestehenden Gesetze wirtschaftlich, kulturell und politisch zu organisieren. Nach dem Ablauf des Genfer Abkommens fei der Grenzverkehr beizubehal- ten, wie auch das Gesetz, das jedem Deutschen das Recht gebe, in feiner Muttersprache mit den staatlichen Behörden zu verkehren. Schließlich habe die Einschaltung des Deutschtums in die Verwaltungskörperschaften nach dem obengenannten Schlüssel zu erfolgen. Diese Forderungen setzen voraus, daß auf feiten des polnischen Staates und Volkes der gute Wille vorhanden ist, der deutschen Volksgruppe den ihr gebührenden Platz in Ostoberschlesien einzuräumen und sie nach ibrer Kraft, nach ihrem Wissen und Können zur Mitarbeit am Ausbau des polnischen Staates heranzuziehen und einzusetzen. Ausdehnung der anarchiftischen Revolte auf ganz Katalonien. Zahlreiche Grenzorte in Gewalt der Anarchisten. «rJ-S-lL?'»8, (DNB. Funkspruch.) Die an- archistlsche Revolte scheint sich aus ganz Kata- omenauszubehnen. Der zur Schau ge- tragene Optimismus des bolschewistischen spanischen Dertreters m Pans, wonach die „Generalidad" ihre Autorität wieder hergestellt habe, wird von der franzoslschen Presse nicht geteilt. Der „Jour" ? x 6 Straßenkämpfe in den Vorstädten Barcelonas anbauern. Das »Echo de Paris" nennt folgende größere totaöte Kataloniens, die bereits in der Hand ber Anarchisten fein sollen: Gerona, Toriosa, Taragona und Lerida. Ferner beherrschten sie z a h l-' reiche Grenzorte, wie Junquera, Puigcerda und Port Bou. Die Bolschewisten von Valencia hatten andererseits starke Milizabteilun- gen der „Generalidad" von Katalonien zur Hilfe gesandt. Außerdem seien zwei bolschewistische Kriegsschiffe, die Torpedojäger „Barcaibogui" und „Lepanto", in den Hafen von Barcelona eingelaufen und hätten mehrere Bataillone mit Maschinengewehren und Tanks gelandet. Diese hätten unter dem Befehl des „Generals" Pozas bereits ein regelrechtes Blutbad unter den aufständischen Anarchisten angerichtet, die jedoch, in den Vorstädten verschanzt Widerstand leisteten. für notwendig, in einer Rede seiner moralischen Entrüstung über die angebliche Bombardierung Ausdruck zu verleihen. Wir haben noch niemals gehört, daß Borcch, dessen Herz doch sonst für alles Unrecht in der Welt so empfindsames Mitgefühl zeigte, sich empört hätte, bei den grauenhaften Augenzeugenberichten über die Schändung von Nonnen, die Niederbrennung von Kirchen, die Nieber- metzelung von Tausenden von Geiseln durch die bolschewistischen Horden. Nun, Senator Borah ist nicht ganz Nordamerika. Er gibt auch' nicht die Stimme des amerikanischen Volkes wieder, in dessen Mitte sich neuerdings so energisch die Abwehr gegen den Bolschewismus zu regest beginnt. Vor die Frage gestellt, ob ein Sieg des Bolschewismus die amerikanische Kultur fördern würde oder nicht, würde Herr Borah sicherlich ohne Zögern sich gegen den Bolschewismus aussprechen. Aber die bekannte Unlogik dieser Liberalen, die so weit vvm Schuß weg leben, führt immer wieder dazu, den bolschewistischen Hetzern und ihren Helfershelfern Hilfen und Unterstützungen zu gewähren, die sich letzten Endes nur gegen sie selbst wenden. Dr. Vo. Versuch einer Humanisierung des spanischen Vijrgertriegs. London, 8. Mai. (DNB.) Im Hauptunterausschuß des Nichteinmischungsausschusses legte Lord Plymouth im Namen der englischen Regierung eine Anregung vor, wonach ber Nichteinmischungsauschuß einen Appell an beide Parteien in Spanien richten würde, damit sie Übereinkommen, auf die ßuftbombarbierung im jetzigen Konflikt völlig zu verzichten. Die englische Regierung will mit diesem Vorschlag nichts weiter, als den Konflikt in Spanien humanisieren. In ber vorigen Sitzung sei von bem beutschen Vertreter, unterstützt von Vertretern Italiens und Portugals, bie Anregung gemacht worden, daß jegliche Annäherung an bie beiden Parteien in Spanien a u f einer größeren Grundlage gemacht werben sollte, um b e n Unmenschlichkeiten ein Enbezubereiten. Die englische Regierung würde bereit sein, dem zuzu stimmen. Der Unterausschuß vereinbarte, bie Vorschläge der englischen Regierung allen Vertretern im Nichteinmischungsausschuß zu übermitteln mit ber Bitte, Anweisungen zu dem frühestmöglichen Zeitpunkt zu erbitten. Oie italienischen Zeitungen rufen ihre Korrespondenten aus London zurück. Rom, 7. 2Uai. (DRV.) Die italienischen Zeitungen haben „zum Zeichen be-s Protestes gegen die verleumderische Haltung der englischen presse gegenüber Italien und den italienischen Freiwilligen in Spanien" die Abberufung ihrer äorrefpon- benten aus London in Aussicht genommen und bereits eingelettet. Biums„poufe"wirdsorigeseht „Paris, 8. Mai (DNB.) In ber Kammer er- Harte Mmisterprasibent Lson Blum, die Reformen ko^n nicht vorgenommen werden ohne vorherige Verständigung aller Parteien der Volksfront Die Auswirkungen der Pause seien bisher befriedigend Sewesem Die Wirtschaftsankurbelung sei allerdings nicht schnell genug oonftatten gegangen, um die Gesundung herbeizufuhrest. Trotzdem alte die Regierung bie Fortsetzung ber n°tn)enöi9- Für ein großes Ar- rhTiVsH* ^a^run05programm feien ein- ÄA'ch der Ausgaben, bie bie Gemeinden lejfteten, 1937 bereits etwa a ch t Milliar- ?:ln 2/s vorgesehen. Es wäre unmog- R Ä ^.schung nQd) du erhöhen. Wenn. bte olleren Arbeiter eingeführt Der^franjäri^r^ ,QUf 5 Milliarden Franks, rifhpr n^rr ?t.ool könne nicht mehr leben wie Aon’ f £ 65 folfd) gewesen, bas nicht sick mir bi-"irr Zu sagen. Kein Staat könne W außerhalb bes a e sJoft ebenso viel Nebenkrebite sch ffen wie Mittel im Haushalt vorgesehen seien. 3um 30. Geburtstag Ba'dur von Schlacks. 30 ffleVi.rhJ 8‘ ^aLe, ^NB. Funkspruch.) Zum Reicke«? beS 3ugenbführers bes Deutsthen R e iA% P/J? ur von Schirach bringen ber ber m>ü„*b»e r {Se.rI?n unb ber R e i d) s f e n. d" München sowie ber D e u t s ch l a n b s e n - bietunn S non 8.30 bis 9 Uhr eine Dar- bietung „Aus bem Leben unb Schaffen tonri/hJ Ko wer aben bes Führer s". ra* pth»r^rer sten Gut, der deutschen Jugend, vergriffen hat, die I bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von drei : Jahren aberkannt. * gestalt weiter, haben aber für Vertretung zu sorgen. Der Bevölkerung gegenüber geschieht die Beurlaubung wegen Nervenerkrankung. (Bei Verlesung dieser Stelle macht sich im Zuhörerraum große Bewegung bemerkbar.) 3. Während des Urlaubs werden wir eine andere Pfarrstelle für Sie bestimmen." Nürnberg, 6. Mai. (DNB.) Vor dem Landgericht in Nürnberg kam am Mittwoch ein kaum vorstellbarer Fall schwerer sittlicher Verfehlungen eines katholischen „Erziehungsdirektors" an feinen männlichen Zöglingen zur Verhandlung. 1934 wurde der Angeklagte Georg Koch als „Erziehungsdirektor" des katholischen Erziehungsheims „Pirkheimer Haus" berufen. In dem Heim find Handwerkslehrlinge und Volksschüler untergebracht. Der Angeklagte hat Theo-I logie studiert und war seit 1931 als Kaplan in Bam-1 berg tätig. Als „Erziehunysdirektor" war Koch die gesamte Erziehung der Zöglinge übertragen worden, außerdem las er für die Schüler in der Hauskapelle die Messe und hielt dort auch Predigten. Die Anklage besagt, daß Koch sich an einem im Heim untergebrachten Volksschüler in strafbarer Weise unsittlich vergangen hat. Auf die Frage des Vorsitzenden, wie er dazu gekommen sei, versuchte der Angeklagte sich mit feiner damaligen seelischen Verfassung herauszureden. Der Angeklagte muß zugeben, daß seine Uebeltaten wie eine I Seuche bei den Insassen seines Heimes um sich gegriffen hatten. Der Vorsitzende erklärte dazu: „Sie hätten die Zügel nicht solange schleifenlassen dürfen, sondern mit Energie einschreiten müssen. Daß Sie dies nicht getan haben, wird wohl daran liegen, daß Sie selbst diesem Laster gefrönt haben." Schließ- lich mußte dem Angeklagten noch vorgehalten werden, daß in seinem Besitz Bücher eines übelberüchtigten jüdischen Sexual schrift st ellers gefunden würben, mit denen in der Systemzeit in schrecklicher Weise die deutsche Volksseele vergiftet wurde. „Ist das die richtige Literatur für einen katholischen Seelsorger?" meinte hierzu der Vorsitzende. Während der Angeklagte seine schweren sittlichen Verfehlungen beging, hatte er den Mut, in der Hauskapelle eine Predigt über „Sittenreinheit" zu halten, worüber die Zöglinge sich höchlichst amüsierten. (!) Der medizinische Sachverständige erklärt, daß Koch für feine Handlungsweise voll verantwortlich sei. In feinem Plädoyer führte der Staatsanwalt aus, es fei unerhört, daß folche Sitt-1 lichkeitsverbrechen hinter den Mauern eines katholischen Internats vorgekommen sind. Der Angeklagte habe sich auf das allerschwerste gegen feine Pflichten als Erzieher und als Seelsorger vergangen. Das Urteil lautete auf drei Jahre Zuchthaus und fünf Jahre Ehrverlust. In der Urteilsbegründung wird das Verhalten des Erziehungsdirektors und Seelsorgers auf das schärfste gegeißelt und betont, daß gegen einen solchen Verderber der Jugend im Priestergewand nur eine drakonische Strafe, also Zuchchaus, angemessen sei. Denn über allem müsse uns der Schutz der deutschen Jugend stehen. * Trier, 7. Mai. (DNB.) Vor der Großen Sttaf- kammer des Landgerichts Trier begann der Prozeß gegen den katholischen Pfarrer Peter Bauer. Mit dem Pfarrer sitzt der Matthies Steinbach auf der Anklagebank, der bereits mehrfach wegen Diebstahls und Betruges vorbestraft ist. Die beiden Angeklagten haben sich wegen Verbreckens und Vergehens gegen die Paragraphen 174 Abs. 1 Ziffer 1 und 175 alte Fassung des StGB, zu verantworten. Auf die Frage des Vorsitzenden, ob Anträge auf Ausschluß der Öffentlichkeit zu stellen feien, führte der Anklagevertreter u. a. aus, daß mit dem Einsetzen der Sittlichkeitsprozesse gegen katholische Geistliche und Ordensbrüder zunächst von interessierten Stellen behauptet würde, baß es sich hier nur um bedauerliche Einzelfälle handele. Als dann der erste Prozeß gegen einen Ordensgeistlichen stieg, hieß es plötzlich: Aber von wem wurde der Angeklagte denn überführt? Auf die Aussagen von Schwachsinnigen könne man doch kein Urteil aufbauen. Man vergaß dabei, daß die Angeklagten sogar in den meisten Fällen ein Geständnis abgelegt hatten. Als sich dann aber die Strafverfahren gegen katholische Geistliche ständig mehrten, hieß es auf einmal: „Das ist ja alles Schwindel! Nichts als Theater und Schauprozesfe!" Mit erhobener Stimme ruft der Oberstaatsanwalt aus: „Wenn die Presse im Interesse unserer Jugend, unseres Volkes und unserer Kirche alles das bringen könnte, was hier wirklich in diesen Prozessen zur Sprache kommt, dann würde wohl niemand den Mut aufbringen, zu behaupten, es handele sich hier um eine Justizkomödie und aufgebauschte Dinge. Die deutsch-feindliche Juden- und Auslandspresse nahm aber diese Methode begierig auf und machte in spalten- langen Artikeln Stimmung gegendas neue Deutschland und sprach von ungerechten Verfolgungen gegen katholische Priester. Wo blieben die kirchlichen Stellen und die Kirchenfürsten, die doch die Wahrheit suchten, als diese Artikel erschienen und diese Versionen im Volke umgingen? Der nationalsozialistische Staat h a t nichts zu vertuschen. Er braucht die Wahrheit nicht umzubiegen. Der nationalsozialistische Staat braucht nicht wie in Sowjetruhland Theaterprozesse aufzuziehen. Jeder deutsche Richter würde das auch ablehnen. Ebenso wie in Diebstahls-, Betrugs- und anderen Prozessen soll auch bei diesen Strafverfahren nichts anderes als die reine Wahrheit in breitester Öffentlichkeit ermittelt werden. Deshalb soll jeder, der sich überzeugen will, kommen und sehen, um sich selbst ein Urteil bilden zu können.- Der Oberstaalsanwalt beantragte dann, die Oeffentlichkeit in einem gewissen Umfange zuzulas- f en. Es dürften natürlich nur Personen an den Verhandlungen teilnehmen, die ein berechtigtes Interesse nachweisen können und auch über die notwendige Reife verfügten. Als der Verteidiger des Angeklagten Bauer dann zu erwägen bittet, doch wenigstens weibliche Personen nicht zuzulassen, entgegnet der Anklagevertreter: Gerade die deutsche Frau, die deutsche Mutter hat ein hohes Anrecht darauf, zu erfahren, was hier zur Sprache kommt. Rach kurzer Beratung verkündet dann der Vorsitzende den Gerichtsbeschluh, die Oeffentlichkeit in der vom Anklagevertreter beantragten Form z u - zulaffen. In der Verhandlung werden dann eingehend „Fortbildungskurse" in Laufach bei Simmern erörtert, bei denen der Angeklagte das durch feine Stellung als Geistlicher und Lehrer geschaffene Ab- »keits- und Unterordnungsverhältnis der jun= urfchen fchamlos ausnutzte, um sie für feine schändlichen Zwecke zu mißbrauchen. Im Jahre 1929 kam das unzüchtige Treiben des Pfarrers durch die Mutter eines der verführten jungen Leute der kirchlichen Behörde zu Ohren, und der Schmutzfink wurde auf einige Zeit in ein Kloster geschickt. Trotzdem bekam er unbe- greiflicherweise schon Anfang 1930 die Pfarrei Weidingen in der Eifel, wo er sein verderbliches Treiben alsbald fortsetzte. Wiederholt wird im Laufe der Vernehmung aus den Akten der kirchlichen Behörden feftgestellt, daß dort die anormale Veranlagung und Betätigung des Angeklagten Dauer bekannt war. Um so unbegreiflicher muß es erscheinen, daß der Volksschädling bis zu feiner Verhaftung im Dezember 1935 ungestört t n feinem Amte bleiben konnte. In der Nachmittagsfitzung haben im Zuhörer- raum dicht gedrängt Volksgenossen aller Stände Platz genommen, die von der Möglichkeit Gebrauch machen, sich über die Vorgänge im Gerichtssaal selbst zu unterrichten. Der erste Zeuge ist der jetzt 29 Jahre alte Landwirtschaftsgehilfe Jakob A. aus Lauenbach, der auch zu den Mitgliedern des „Fortbildungskursus" gehörte, den der Angeklagte Bauer im Pfarrhause veranstaltete. „Was der Pfarrer tat, habe ich für richtig gehalten!" das ist die immer wiederkehrende Antwort dieses jungen Menschen und auch der anderen Zeugen. „Gebeichtet habe ich das alles nicht", erwiderte der Zeuge auf eine entsprechende Frage des Vorsitzenden, „denn der Herr Pfarrer hat es ja gewußt." — Schließlich offenbarte sich der junge Mann in feiner Gewissensnot seiner Mutter, die daraus Pfarrer Bauer zur Rede stellte und nach einer erregten Auseinandersetzung mit diesem die Angelegenheit zur Kenntnis der kirchlichen Stellen brachte. Dekan Schäfer, der Vorgesetzte Bauers, will sich nicht daran erinnern können, daß eine Mitteilung von unzüchtigen Handlungen des Pfarrers Bauer gemacht worden fei. Während der frühere Doraefetzte des Angeklagten als Zeuge erklärte, daß er schon 1926 von der Veranlagung Bauers Kenntnis hatte und deshalb froh gewesen sei, als er ihn schließlich los war, will der Zeuge Schäfer nicht mit der Sprache heraus. Erst auf energische Vorhalte des Vorsitzenden räumt er endlich ein, von dem unsittlichen Treiben Bauers gehört zu haben. Ein Schreiben des bischöflichen Generalvikariats an den Angeklagten Bauer vom 16. Dezember 1929 hat folgenden Wortlaut: Auf Ihr reumütiges Geständnis haben Seme bischöflichen Gnaden bestimmt: 1. Sie werden einen Monat lang in einem von Ihnen zu wählenden K l o st e r zubringen und dabei achttägige Exerzitien halten. Daß dies geschehen ist, muß durch em Zeugnis des Ordensoberen nachgewiejen werden. Am besten gehen Sie nach Ravensgiersberg. 2. Sie werden deshalb vom 2. Januar 1930 an a u f o i e r Wochen beurlaubt, erhalten das Pfarrer Mädchen W Mgg WI-sMfl Tüchtige flotte Schuhmacher schäftsstelle des « ■ ■ ■ ■ ■ Gieß.Anz. 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Die beiden Verfasser der vor kurzem erschienenen Kommentars zum Reichsnatur- schuhgeseh haben hier auf Grund ihrer langjährigen Erfahrungen und ihres weitgehenden Einblicks in das Werden der neuen Na- turschuhverordnung, die nun für das g nze Reich gilt, die Verordnung und alle dazugehörigen bisher erschienenen Ergänzungs- bestimmungen nach juristischen, verwaltungstechnischen, wissenschaftlichen und praktischen Gesicktspunkten ausführlich erläutert und geben damit jedem eine gründliche Aufklärung, der mit dem Naturschutz, mit der Natur überhaupt, fei es beruflich oder als Liebhaber und Naturfreund, in Berührung steht. Nicht nur die amtlichen Stellen, nicht nur Wissenschaftler, Lehrende und Lernende, Zien und Pflanzenfreunde, nicht nur Erzieher, Richter und Rechtsanwälte müflen über die Fragen des Naturschutzes unterrichtet sein, sondern auch botanische Vereine, Naturalien- u. 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Dies gilt aui Dölkerbuni ganz verschied, Herr Spaak hat fyinftionsoerpfli der foiroeränen ( Gliedes unterliege ben Dingen will ’ k noch will ssankreichs auf Sen als „kollektii nungen der fron- "lei 16 im entsckk esnzuspannen, ist ehanten Jntervre Ssgengetreten.'Di f"cht die effektive len, wohl aber darnBelgie, «ann hat damit e^n .Nenmir ^stritten ha ^ Sanktionen - i?? llar es aj sss Aererseits in l pjner um fu n°on der (e.^er Genfer P Da-bed. ’n der c* PL Augenblick e5\ ÖÄ SW Stei« neuen & enei hn en>n t Politik Su ( h9Qr nicht^krei, i,ni ?°!s- S ’i 6 oer„! Erklärung über Labei war das schickt ausgezoge großzügig gab' ! der nehmen zu nicht um die 6> I« Ä-tzMS d Belgien im durch den Mch bundsakte Hand durch die Bmdu eigenen Zwecke doch auf dem Aktion" M man den Willen Verteidigung al- llnd Frankreich ten Einblick Nr. 105 Zweites Blatt GießenerAnzeiger (General-Anzeiaer für Oberheffen) Samstag, 8.Mai l<)57 Ltnd der Wesipakt? Don Dr. Hans von Ma»ottN. Mit jedem Tag erweist es sich aufs Neue, daß die Entlassung Belgiens aus seinen Locarno-Verpflichtungen nur den Auftakt "für eine große diplomatische Auseinandersetzung gebildet hat, deren Tragweite und Bedeutung weit über das belgische Problem hinausreicht. Die Presse Frankreichs und Englands mag sich dabei noch so sehr zu dem Verständnis und Entgegenkommen beglückwünschen, das Belgien bei den beiden Westmächten gefunden habe. Sie kann damit weder den Eindruck verwischen, daß sich im Grunde aroei verschiedene Welten gegenüberstehen, noch kann sie verhindern, daß der Kampf, den Belgien so tapfer um sein Selbstbestimmungsrecht führt, als beispielhaft empfunden und vor allem von den Mittel- und Kleinstaaten mit Bewunderung und Sympathie verfolgt wird. Vor allem aber gelingt es ihr nicht mehr, den ausgesprochenen Egoismus zu verbergen, der die Erklärung über die Freigabe Belgiens diktiert hat. Dabei war das Spiel um Belgien zweifellos geschickt aufgezogen. Was man mit der einen Hand großzügig gab, glaubte man mit der anderen wieder nehmen zu können. Im Grunde sollte es sich nicht um die Freigabe Belgiens, sondern nur um die Ersetzung der aktiven Beistandsgarantie, die Belgien im Locarno-Vertrag übernommen hatte, durch den Mechanismus des Artikels 16 der Völkerbundsakte handeln. War Belgien auch nicht mehr durch die Bindung des Locarno-Vertrages für die eigenen Zwecke zu gebrauchen, so glaubte man doch auf dem Weg über die „kollektive Aktion" zum Ziel zu gelangen. Danben deutete man den Willen Belgiens zu ausreichender Selbstverteidigung als eine Verpflichtung, die England und Frankreich das Recht gäbe, alle wünschenswerten Einblicke in die belgische Landesverteidigung zu tun. Die französische Presse sprach ganz ungeniert von einer Art Kontrollrecht, das Belgien zugestanden habe, und womit den Generalstäben der beiden Westmächte wieder die eben geschlossene Tür geöffnet wäre. Belgiens Außenminister S p a a k hat nicht verfehlt, die Dinge richtigzustellen und die Hoffnungen Frankreichs und Englands auf künftige Einflußmöglichkeiten in Belgien in ihre Schranken zu verweisen. Seine allerdings auch notwendige Feststellung, daß die Landesverteidigung Belgiens ein rein technisches Problem sei, das Belgien in voller Unabhängigkeit und ohne fremde Einmischung lösen werde, ist von entscheidender Bedeutung. Sie läßt erkennen, daß die belgische Politik weder ein Kontrollrecht von feiten der Westmächte anerkennt, noch bereit ist, einen solchen Preis für die englischfranzösische Garantie zu zahlen. Es wird abzuwarten sein, ob und wie sich England und Frankreich mit diesem Standpunkt abfinden werden. Komplikationen liegen hier jedenfalls im Bereich der Möglichkeit. Dies gilt auch für die Frage der Auslegung der Völkerbundssatzungen, wo sich jedenfalls ganz verschiedene Auffassungen gegenüberstehen. Herr Spaak hat den Standpunkt vertreten, daß die Sanktionsverpflichtungen und die Durchmarschfrage der souveränen Entscheidung jedes Völkerbundsmitgliedes unterliegen müssen. In diesen schwerwiegenden Dingen will Belgien sich weder majorisieren lassen, noch will es ein eigenmächtiges Vorgehen Frankreichs auf Grund seiner Bündnisverpflichtungen als „kollektive Aktion" anerkennen. Den Hoffnungen der französischen Politik, Belgien über Artikel 16 im. entscheidenden Augenblick für ihre Zwecke einzuspannen, ist Herr Spaak mit einer sehr interessanten Interpretation der Völkerbungsaktion entgegengetreten. Danach setzt sie für Belgien zwar nicht die effektive Teilnahme aller Völkerbundsstaaten, wohl aber die Teilnahme „der Nachbarn Belgiens" voraus. Der belgische Staatsmann hat damit vor allem Rolland im Auge, dessen Außenminister bekanntlich in aller Form b e st r i t t e n hat, daß ein Staat zur Teilnahme an Sanktionen gezwungen werden kann. So klar es also ist, daß Belgien sich an dem holländischen Vorbild orientieren und sich auf das Verhalten dieses Staates berufen will, so sehr muß andererseits in Betracht gezogen werden, daß es sich hier um subjektive Aüslegungen handelt, die keine Rechtskraft haben. Das gleiche gilt natürlich auch von der französischen Völkerbundstheorie, die der Genfer Satzung einen Zwangscharakter zuspricht. Das bedeutet aber, daß diese Dinge weiter in der Schwebe bleiben, und die französische Presse hat ja ganz offen ihre Hoffnung zum Ausdruck gebracht, daß Frankreich im entscheidenden Augenblick es doch verstehen werde, seiner These aum Siege zu verhelfen, d. h. sie den widerstrebenden. Mächten aufzuzwingen. Diese Erwartung ist allerdings reichlich optimistisch und verkennt die Ausmaße und das Gewicht der Abneigung, die sich in der ganzen Staatenwelt gegen den Zwang zum Kriegführen herausgebildet hat. Denkbar wäre es jedenfalls, daß die von Belgien her wieder einmal auf Gerollte Problematik der Sanktionsartikel der sanft entschlafenen Völkerbundsreform einen neuen Auftrieb gibt. Dafür sprechen auch manche Andeutungen, die Herr Spaak gemacht hat, ganz abgesehen von der Unterstützung, die er im Falle einer energischen Initiative bei der Gesamtheit der „Neutralen" finden würde. Unter europäischen Gesichtspunkten wäre es nur zu begrüßen, wenn das belgische Problem zum Anlaß genommen würde, um endlich einmal d i e ganze Sanktionspolitik grundsätzlich und entsprechend dem Zug der Zeit zu klären und die Welt von dem Albdruck der „kollektiven Aktion", dieser Dämmerzone zwischen Krieg und Frieden, zu befreien. Im Grunde geht es hier um die alte Streitfrage, was der Völkerbund im Rahmen der Staatengemeinschaft eigentlich darstellen soll. Es ist wichtig, sich zu erinnern, daß in dieser Frage die Politik Frankreichs und die Einstellung Englands gar nicht Übereinstimmen. Während England in dem Genfer Bund nie etwas anderes gesehen hat als eine Ministerkonferenz, bei der die Staaten sich in gütlichem Einvernehmen über etwaige Maßnahmen einigen, war für Frank- r ei ch der Völkerbund stets eine Art Heber ft aat, dessen Entscheidungen sich die Mitglieder ohne weiteres zu unterwerfen hätten. Diese Einstellung war allerdings auch nur zweckbedingt, weil die Interessen Frankreichs im allgemeinen es so wollten. Daß die französische Politik aber auch anders kann, bewies sie beim Abschluß des Russenpaktes, der gerade auf dem entgegengesetzten Grundsatz der Entschließungsfreiheit der Völkerbundsmitglieder beruht, ja den Rat als dritte Instanz völlig ausfchal- tet.Diefer Opportunismus eines führenden Genfer Mitgliedes, der jede Grundsatztreue vermissen läßt, sollte ein Grund mehr sein, um die Völkerbundsreform in Angriff zu nehmen und dafür zu sorgen, daß dem Gedanken der Souveränität und der Freiheit der Entschließung und Handlung im internationalen Leben endlich wieder grundsätzlich zum Siege verhalfen wird. Nur dann wird sich die Genfer Institution, wenn überhaupt, wieder von ihrer schweren moralischen Einbuße erholen können. Aber all diese Probleme reichen weit in die Zukunft hinein. Näher liegt zunächst die Frage, welche Entwicklung die Dinge nach der Entpflichtung Belgiens im W e st e n nehmen werden. Die deutsche Auffassung, daß es sich nur um eine Etappe handeln kann, ist von Herrn Spaak mit dem Wunsch bekräftigt worden, den derzeitigen Zustand durch Einbeziehung Deutschlands zu erweitern und somit das durch die französisch-englische Erklärung geschaffene einseitige Verhältnis durch eine alle Seiten befriedigende Regelung zu ersetzen. Eine konstruktive Aufgabe also, deren Lösung gewiß nicht durch Ansichten erleichtert wird, wie sie D e l b v s vor dem Senatsausschuß entwickelte. Wenn der französische Außenminister der gegenwärtigen Lage nur deshalb Interesse abgewinnt, weil sie „den Verteidigungsmitteln an der Ostgrenze größere Geschmeidigkeit verleihen werde", so hat das mit konstruktiver Politik nichts mehr zu tun. Solche Aeußerungen legen den Verdacht nahe, daß die französische Politik die gegenwärtige „Etappe" als einen erfreulichen Endzustand ansieht, ganz abgesehen von der verblüffenden Offenheit, mit der Deutschland hier wieder unter der Perspektive des „vermutlichen Angreifers" betrachtet und behandelt wird. Was hat es denn noch für einen Sinn, wenn Selbes im gleichen Atemzug von Verständigung und Westpakt spricht. Zu denken gab ja auch die Eile, mit der Frankreich und England ihre Garantie gegenüber Belgien ausgesprochen haben. Diese Garantie gehört nicht in die Entpflichtung Belgiens, sondern in die W e st p a k t - Verhandlungen, weil sie einen Baustein des neuen westlichen Sicherheitsgebäudes darstellt. Das Vorgehen der beiden Westmächte erweckt dagegen den Eindruck, daß man wieder einmal ein wichtiges Problem zunächst unter s i ch vorweg behandeln und im Sinne der eigenen Interessen festlegen will. Es wird Sache Belgiens sein, sich gegen diese Manöver zur Wehr zu setzen. Dies ist offensichtlich auch die Absicht des belgischen Außenministers, der wohl weiß, daß die Unabhängigkeit des Landes durch Einbau einer deutschen Garantie ausbalanciert werden muß. Was die Form betrifft, so denkt man in Brüssel jetzt offenbar an ein System von Nichtangriffspakten unter möglichster Einbeziehung Hollands. Dies ist insofern eine Abweichung von der ursprünglich in den belgisch-holländischen Besprechungen vorgesehenen Linie, als dort ein Garantiepakt der drei Großmächte ohne Teilnahme Belgiens und Hollands ins Auge gefaßt wurde. Ob Brüssel nun die holländische Politik für die Nichtangriffspakte gewinnen kann ober nicht — entscheidend ist die grundsätzliche Richtung, in der sich die kommende Entwicklung vollziehen muß, wenn tatsächlich Friedensarbeit geleistet werden soll. Und das bedeutet, daß die zwischenstaatliche Politik sich endlich von dem Gedanken leiten läßt, die Konfliktsmöglichkeiten auszuschalten, nicht aber auf Umwegen und durch Hintertüren die berühmten „Ausnahmen" zuzulassen. Die Idee des totalen Kriegsverzichts, dieser von Deutschland vertretene und auch die belgische Politik leitende Gedanke ist es, der allein zu einer wahren Friedenssicherung führen und das natürliche Ruhe- und Sicherheitsbedürfnis der Völker befriedigen kann. Es ist erfreulich und bestätigt den Nutzen dieser von Deutschland konsequent verfolgten Politik, daß kürzlich auch der luxemburgische Staatsminister Bech Ausführungen gemacht hat, die in die gleiche Richtung wiesen. Immer deutlicher stellt sich so für die beiden Westmächte das Problem, diesen neuen Einsichten und Erkenntnissen Rechnung zu tragen und damit den Raum freizugeben für die systematische Verwirklichung eines Friedensgebäudes, das in praktischer und moralischer Hinsicht unendlich viel höher steht als jene falsch verstandenen und mißbrauchten Genfer Solidaritäten, die sich immer mehr zu einer kollektiven Gefahr entwickelt haben. Das neue Paradies. Wer zahlt in Frankreich die Zeche? — Die Schraube dreht sich weiter. Von unserem Sonderberichterstatter Kurt Ziesel. Paris, Ende April 1937. Ob man die Zeitungen in Paris lieft ober Plakate studiert, ob man mit Intellektuellen spricht oder mit Arbeitern, man begegnet seit Wochen einem heftig diskutierten Begriff in ganz Frankreich: „le loisir“. Das ist der Begriff der Mußestunde. Bislang gab es dieses Problem in geringem Umfang. Man erhitzte sich über die Möglichkeiten, die Mußestunden zu verbringen, nicht allzusehr. Der Sonntag, der dieses Problem für die breiten Massen der Arbeiterschaft aufwarf, ist nicht zu kurz und nicht zu lang. Man fährt ein bißchen ins Grüne, man geht in ein Variete, in ein Kino. Man tanzt, man trinkt, man amüsiert sich irgendwie und freut sich im Grunde, wenn man am Montag wieder am Arbeitsplatz steht. Denn so ein Sonntag kostet sein Geld. Der französische Arbeiter ist einem guten Tropfen nicht abgeneigt, er geht gern ins Kino oder Kabarett. Man mußte sich das natürlich vom Munde absparen und in der Wache trockenes Brot essen. Aber es enthob für einen Tag dem Alltag und gab eine gewisse neue Kraft. Man organisiert in Frankreich nicht gern. Man sieht dieserhalb lächelnd auf Deutschland. Nun ist das Lächeln etwas vergangen. Die französische Arbeiterschaft hat das Danaergeschenk der zwei Sonntage in der Woche erhalten. Die einen feiern Samstag, die anderen Montag zum Sonntag dazu. Die seltenen doppelten Festtage des Jahres werden nun zum wöchentlichen Recht und vor allem zum ... wöchentlichen Problem! Ein, zwei Wochen lang war es ganz reizvoll. Da sonnte man sich so richtig im Rausche des Erfolges und war geneigt, diesen Erfolg als eine soziale Tat der extremen Linksparteien zu feiern. Aber der Katzenjammer blieb nicht aus. Wie ist es heute schon in Frankreich? „Kommen Sie einmal mit", sagte eine kleine französische Studentin zu mir, mit der mich der Zufall und ihre guten deutschen Sprachkenntnisse zusammengeführt hatten. Wir fahren mit der Metro, der Pariser Untergrundbahn, in eine der. kleinen Pariser Vororte, wo die Massenwohnungen der Pariser Arbeiter sich in trostloser Eintönigkeit dehnen. Der Glanz des zentralen Paris, die Parks und Boulevards, die Paläste und Museen und Denkmäler einer großen Geschichte sind erloschen. Hier draußen sind enge Straßen, kein Grün, viel Schmutz. Die Geschäfte spielen sich mehr vor den Häusern als in den Häusern ab. Von der einen zur anderen Seite spannen sich Wäscheleinen. Wie in Neapel denkt man zuerst. Es hat viel Aehnlichkeit. Nur, daß hier weniger romantische als humane Gefühle die Oberhand behalten. Meine Begleiterin sieht mich prüfend an, als ich über die Gerüche die Nase rümpfe. „Daran gewöhnt man sich" tröstet sie mich. „Ich bin hier jede Woche einmal draußen. Wir haben einen sozialen Verein und helfen und raten hier. Wir arbeiten auch mit der Heilsarmee zusammen. Sie ist in Paris die stärkste Trägerin der sozialen Arbeit und Fürsorge." — „Und der Staat?" frage ich. „Der hat andere Sorgen", sagt sie ein wenig bitter. Sie wird nun da und dort von Frauen gegrüßt, Kinder geben ihr die Hände und laufen ein Stück mit. Die junge französische Studentin, eine erbitterte Gegnerin des Kommunismus' will mir etwas von der sozialen Situation der ftanzösischen Arbeiterschaft zeigen. „Begreifen Sie", fragt sie mich, „warum wir Franzosen, die unsere Arbeiterschaft und ihr Leben kennen, Gegner der 40 = St unden - Woche sind? Sehen Sie: schlechte Wohnungen, miserable hygienische Derhältnftse, wenig Luft und Sonne, mangelhafte Ernährung der Kinder, baufällige und uralte Häuser. So ist es auf der einen Seite. Die Frauen tragen eine ungeheure Last. Sie werden früh verbraucht, sie haben Mühe, ihre Männer an Heim urtb Familie zu binden. Aber statt Arbeit, Besserung, Aufbau, statt sozialer Einrichtungen, statt großzügigem Wohnungsbau, statt Kleinsiedlung, Familien- und Kinderfürsorge, statt der Schaffung besserer Lebensbedingungen und damit größerer Lebensfreude, macht man zwei Sonntag e." — Ich bin schweigsam geworden. Hier ist ein ganz neuer Gesichtspunkt. Ich höre ihn zum erstenmal. Er kommt aus dem praktischen Leben. Er betrifft Frau und Familie des französischen Arbeiters. Dient man der Gemeinschaft dieser Familie mit der 40-Stunden-Woche? Wir kommen zu einer jungen französischen Arbeiterfrau, die meine Begleiterin besuchen will. Sie hat vor vier Wochen ihr drittes Kind bekommen. In der Wohnung ist es sauber, aber ärmlich. Die Kleider der Kinder sind fadenscheinig und alt. Einrichtung fehlt fast ganz. Die $rau ist blaß, aber sie hat schon wieder ein tapferes Lächeln. — „Es geht schon wieder ganz gut", sagt sie fröhlich, als sie die Studentin sieht. „Die Kinder brauchen neue Schuhe", sagt sie etwas schamhaft, „aber es reicht mit dem Geld nicht." — „Wir werden sehen", sagt die Studentin und notiert sich den Wunsch. „Hier können sie einmal über die 40-Stunden-Woche etwas hören", sagt sie zu mir gewandt. Ich frage. Die Frau sieht mich mißtrauisch an. Dann legt sie los. Früher hätte man einen schönen Sonntagnachmittag mit einem Spaziergang Zugebracht. Abends wäre der Mann meistens wohl in ein Lokal gegangen. Denn den ganzen freien Tag in dieser Wohnung mit den Kindern herumsitzen, das könne sie ihm nicht zumuten. Er war so ganz zufrieden. Nun käme er aus feiner Schuhfabrik schon am Freitagabend zum freien Wochenende nach Hause. Und dann sei es losgegangen. Die erste Woche hätten sie noch versucht, die zwei freien Tage zusammen totzu- schlagen. Nun aber ginge er Samstag mittag weg und käme in der Nacht betrunken nach Hause und am Sonntag finge die gleiche Geschichte von vorne an. „Das ist aber sicher ein Einzelfall", versuche ich zu unterbrechen, „warum fahren Sie nicht einmal in die Umgebung? Warum gehen Sie nicht in ein Bad, in irgendwelche Arbeiterveranstaltungen, in Ausstellungen, Bibliotheken oder ähnliches?" Sie sieht mich verständnislos an. Die Studentin lächelt. „Nun sind Sie dort, wo ich Sie haben wollte. Denn das gibt es ja eben alles nicht. Bei Ihnen hat man, ich habe es voriges Jahr in Deutschland erlebt „Kraft durch Freude", so heißt es doch: Theaterbesuche, Schiffahrten, kleine und große Reisen, billig, fröhlich, gesund. Sie treiben gemeinsam Sport und Spiel. Sie schwimmen und turnen gemeinsam, Eure Arbeiter und Arbeiterinnen. Dies alles haben wir nicht. Die Mußestunden sind nicht organisiert. Man hat die Sache beim Schwanz aufgezäumt. Es gibt keine billigen Sonderzüge, keine billigen Gemeinschaftsveranstaltun- gen, ferne billigen Arbeitertheatervorstellungen. Musikabende, Varietes, Kinos oder Aehnliches. Man treibt nicht gemeinsam billig Sport, man fahrt nicht gemeinsam billig aufs Meer, übers Land, oder auch nur zum Wochenende in die Umgebung von Paris. Wir haben keine Bäder für Arbeiter, keine nennenswerten Turnhallen und Sportplätze. Wir haben nur zwei Sonntage." Ich erinnere mich des boshaften Wortes eines französischen Unternehmers: „Im vergangenen Monat haben wir in Frankreich als schönes Ergebnis der 40-Stunden-Woche 20 Prozent zu wenig Kohle gefördert, die wir nun grundsätzlich einführen mußten. Dafür ist unser Alkoholverbrauch um 20 Prozent gestiegen." Das ist zweifellos ein Bonmot, eine Tarifierung. Aber die Wurzel hat ihre Gründe im Leben. Die zwei Sonntage haben eine ungeheure demoralisierende Wirkung. Der französische Arbeiter hat keinen kleinen Garten, wo er in feiner Kleinsiedlung zwei Tage Sonne und Lust genießen kann, er hat feine Organisation, die ihn und seine Familie seinen miserablen Einkommensverhältnissen gemäß billig zwei Tage ins Grüne führt, keine Organisation, die ihm billige Bibliotheken, Museen, Theater, Kinos, Varietes erschließt, keine, die ihm das Problem seiner Mußestunden, die er nicht in seinen ärmlichen, überfüllten Wohnungen zubringen will, abnimmt. Eine Organisation, wie etwa „Kraft durch Freude" wäre für die französische Arbeiterschaft und damit für ganz Frankreich weitaus wichtiger, gesünder und notwendiger. Welch eigenartiges Gesicht bekommt der Sozialismus der französischen Gewerkschaften von dieser Seite! Hier wird die Demagogie dieser Maßnahme eindeutig sichtbar. Nicht ein Lebensbedürfnis des französischen Arbeiters hat diese 40-Stunden- Woche ins Leben gerufen, sondern politische Gaukelspieler, die um ihre Eristenz kämpfen. Die Frau des französischen Arbeiters ist auf der ganzen Linie eine erbitterte Gegnerin dieser „Faulenzerei", wie mir dieses einer Arbeiterfrau kategorisch erklärte. Mit völliger Logik erläuterte sie mir: „Welcher Wahnsinn, Millionen gesunde und junge Männer, vor allem in den großen Städten, zum Nichtstun anzuhalten. Mein Mann hat nie ein Wort gesagt, daß er weniger arbeiten will, er will nur mehr verdienen, er will besser wohnen, er möchte ein kleines Gärtchen haben, er möchte einmal eine Reise mit mir machen können, einmal ins Theater gehen, Bücher kaufen können. Aber von Tag zu Tag wird alles teurer, alle Streiks und Lohnforderungen können diese Preissteigerungen gar nicht so schnell mitmachen. Und nun wird es noch teurer werden. Und wer spürt es zuerst und am meisten, wenn weniger gearbeitet wird und die Erzeugung teurer und daher die Preise höher werden: Wir! Wir französischen Arbeiterfamilien!" Ich höre das gleiche Lied von drei anderen Frauen. Das gleiche bekennt mir schließlich eine Gruppe von Arbeitern, die ich in der Mittagspause am Neubau des Trocadero in Paris spreche. „Schön ist es doch, nur fünf Tage zu arbeiten", sagen sie zuerst. Als ich ihnen von meinem Gespräch mit den Arbeiterfrauen erzähle, geben sie einer nach dem andern klein bei. Als man von der Schraube, von der ewigen Schraube der Verteuerung der Erzeugung durch Lohnerhöhungen und -weniger Arbeit und folgender Preissteigerung spricht, lachen alle. „Das ist nicht unsere Sorg e." Das wird schon der Gewerkschaftsoerband in Ordnung bringen. Sie sind bei aller Verbitterung und Verhetzung immer zum, Optimismus geneigt. Er hat etwas Versöhnendes. Es ist nicht der beste Boden für Moskaus Anarchismus. Hier spricht schon überall ein wenig von der Sicherheit des Franzosen, der am Himmel der Zukunft sein Häuschen und seine Rente und seinen Lebensabend im Grünen sieht. Das darf man nicht außer acht lassen. In unserem Gespräch werden wir durch einen vorbeiziehenden Demonstrationszug gestört. Die Rufe und Plakate zeigen, daß hier die Kino- angeftellten und Angestellten der sonstigen Vergnügungsstätten von Paris Lohnerhöhungen und 40- Stundenwoche fordern. Sie sind auch bisher davon ausgeschlossen worden. Die Arbeiter winken ihnen solidarisch zu. Ich sehe sie an. Eben noch geben sie zu, daß die Segnung der 40-Stundenwoche eigentlich ein großer Betrug sei. Nun haben sie es schon wieder vergessen. „Das ist Frankreich", sagt die französische Studentin an meiner Seite. Auch sie lächelt den Demonstranten sympathisierend zu. Als der Rummel vorbei ist, beginnt sie mir andere Erscheinungen zu erklären. Diese 40-Stunden- woche ist vor allem die größte Ungerechtigkeit für die Gesamtheit Frankreichs, sagt sie eifrig. „Sehen Sie, alle die Angestellten der Bahnen, der Taxis (es gibt kaum Privattaxis in Paris), der Kinos, der Gaststätten, der Theater, Varietes ufw„ die haben statt eines schweren Tages in der Woche, des Sonntags, nun zwei, an denen sie doppelt so viel arbeiten müssen als sonst. Das Leben und die Wirtschaft eines Volkes sind etwas Eingespieltes, Eingewöhntes, in Hunderten von Jahren aufeinander Abgestimmtes. Man zerstört nicht ungestraft mit Willkür, Demagogie und Schlagworten einen solchen Lebenszustand." Wir sprechen in der Metro mit einem Schaffner. Er schimpft auf den kleinen Lohn und beschwert sich, daß er sechs Tage arbeiten muß und andere Arbeiter nur fünf Tage arbeiten. Ueberall ist es ähnlich. Frankreich löst sich in Klassen auf, und diese Auflösung erfolgt nach Rechten, Wünschen und Interessen. Wer svricht noch von Pflichten, von dem Wohl der Gesamtheit, von der Nation? Das Millionenheer der Angestellten, die noch keine 40-Stundenwoche haben, werden sie auch noch durchsetzen. Sie drohen schon mit Verkehrsstreik, mit Streik in den Kinos und Theatern, groteske Blüten des sozialen Kampfes entfalten sich: Krankenhauspersonal streikt, lebenswichtige Betriebe werden stillgelegt. Ist das Ethos der Arbeit, das Pllicht- bewußtsein in Frankreich unter der Arbeiterschaft ausgestorben? Wir fühlten, daß es anders ist, aber die Verhetzung, die Macht der Apostel aus Moskau hat sich bisher als stärker erwiesen. Es ist der Weg der Selbstzerfleischung. Wenn man den Kreislauf wirtschaftlichen Lebens durchdenkt, wird es überall klar: Der Arbeiter verdient so und soviel. Für zwei Sonntage braucht er schon mehr Geld als an Werktagen. Bahnen, Autos, Vergnügungsstätten müssen ihre Preise erhöhen, weil auch ihre Angestellten für das gleiche Geld weniger arbeiten wollen. Also wird das Sonntagsvergnügen des Arbeiters wieder teurer. Er braucht wieder mehr Lohn. Soziale Neuordnung? Maßnahmen zum Segen der Arbeiterschaft? Und darf man vergessen, daß die Arbeiterschaft nur ein Teil der französischen Bevölkerung ist, etwa 35 Prozent? Der Mittelstand, die Bauern, die kleinen Gewerbetreibenden, insgesamt weit,mehr als 50 Prozent Frankreichs: Haben die Mußestunden? Haben sie Lohnerhöhungen? Leben sie besser? Blüht die Wirtschaft, daß man solche Experimente machen kann? Ist Frankreich so reich, daß es sich 20 Prozent Rückgang seiner Erzeugungskraft leisten kann? Wird dadurch etwa gar das Arbeitslosenproblem irgendwie beeinflußt? Nein! Die Katastrophenpolitik erweist sich überall als solche schon heute an den nackten Tatsachen. In der Provinz und in Paris! Wieso und warum soll unser dritter und letzter Bericht zeigen. Der Reichsjugendsührer in Frankfurt. NSG. Der Reichsjugendführer Baldur v. Schirach sprach in Frankfurt vor der Führerschaft des Ge- I bietes und des Obergaues Hessen-Nassau über die Sendung und die Erziehungsaufgaben der HI., wobei er unter anderem folgendes ausführte: In diesen Tagen ist es notwendig, einer Auffassung entgegenzutreten, die in der Jugendorganisation nur eine Zweckmäßigkeit sehen will. Der erzieherischen Tendenz des nationalsozialistischen Staates aber widerspricht eine solche Betrachtung. Immer standen unsere großen Führernaturen einsam; es war eine tragische Vereinsamung, die wir immer dann finden, wenn diese großen Führernaturen sich aus der Umwelt heraus an die Zukunft wandten. Bismarck hatte keine Gefolgschaft für das Reich hinterlassen, keine junge Generation war für sein Ideal erzogen und freiwillig darauf ausgerichtet. Deshalb ist es unser Ziel, dem politischen Genie unserer Zeit die Gefolgschaft zu erziehen und ihm für Hunderte von Jahren die Gefolgschaft zu geben. Wir wollen keine Vereinsamung des Führers, damit er nicht den gleichen Weg wie so mancher Große unseres Volkes zu gehen braucht. Unser bester Erziehungsfaktor ist die Begeisterung, und die Kameradschaft der Jugend die beste erzieherische Macht. Wir wollen jeden Jungen und. jedes Mädel zur kompromißlosen sozialistischen Haltung, zur Kameradschaft und damit zum nationalsozialistischen Leben erziehen. Zum Schluß sprach der Reichsjugendführer von der Sendung der HI., die den Beoriff Deutschland gegenüber allen anderen Begriffen durchzusetzen habe. Wir wollen die gesamte Jugend seelisch erobern! Die Rede klang in dem mitreißenden Bekenntnis aus, der Fahne die Treue zu halten und damit auch dem Treuesten der Treuen, dem Führer. In der Abendstunde weihte der Ju- genhführer des Deutschen Reiches im Kaisersaal des Römers die Gefolgschaftsfahnen der Hitler-Jugend und die Fähnleinfahnen des Deutschen Jungvolkes im Gebiet Hessen-Nassau. Warum brauchen wir eine Weliwirtschafi? Frankfurter Tagung der Deutschen Weltwirtschaftlichen Gesellschaft. Am 7. Mai begann in dem mit Fahnen aller Länder festlich geschmückten großen Saal des Frankfurter Palmenaartens der 14. Deutsche Wirtschaftstag mit der Arbeitstagung. Der Präsident der Deutschen Weltwirtschaftlichen Gesellschaft, Gouverneur i. R. Dr. Schnee, M. d. R., machte vor Eintritt in die Tagesordnung Mitteilung von dem Unglück, das L Z „Hindenburg" betroffen hat. Die Versammlung hatte sich während feiner Worte zu Ehren der Verunglückten von den Plätzen erhoben. Der Präsident begrüßte dann Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger, Oberpräsident Prinz Philipp von Hessen, den Kommandierenden General D o l l m a n n , Divisionskommandeur Generalmajor L e e b und Generale der Wehrwirtschaftsinspektio- nen Kassel und Wiesbaden. — Reichsstatthalter und Gauleiter Sprenger hieß insbesondere die Gäste aus den fernen Ländern herzlich willkommen. Der Wiederaufstieg Deutschlands, dessen Voraussetzung die politische Ordnung in Deutschland war, sei in kraftvollem Anstieg begriffen. Er sei überzeugt, daß die Deutsche Weltwirtschaftliche Gesellschaft diesem Aufitieg einen neuen Impuls geben werde. Staatsrat Friedrich beinhart (Vorsitzender des Aufiichtsrats der Commerz- und Privatbank und Leiter der Wirtschaftsgruppe Privates Bankgewerbe) setzte sich als erster Referent mit dem Begriff der „Weltwirtschaft" auseinander, behandelte den Rückgang des Welthandels und des deutschen Außenhandels und seine Ursachen, die in der teilweise gegenwertslosen Schuldaufnahme im Auslande bzw. den gegenwertslosen Reparattons- ^ahlungen liegen. Es habe schon in einer Zeit, in der die Beziehungen der Völker zueinander gewiß nicht besser waren als heute, doch ein gewaltiger zwischenstaatlicher Güterverkehr stattgefunden, der, wenn wir das Jahr 1929 als Grundlage nähmen, alle Ziffern der vorausgegangenen und der späteren Zeit in den Schatten stelle. Die 27 Milliarden Reichsmark Schulden, die Deutschland nach der Stabilisierung seiner Währung im Auslande ausgenommen have, seien nur zum Teil Gütereinfuhr gewesen, zu einem sehr großen Teile aber seien sie zur Zahlung von Zinsen und Tributen benutzt worden. Die deutsche Volkswirtschaft habe also einen Gegenwert für diese Kredite zum größten Teil nicht bekommen. Mit der Aufnahme dieser Schulden habe man das ganze Bild des Welthandels verfälscht. Das mußte sich bitter rächen, wenn einmal das Ausland an die Rückforderung seiner Darlehen denken würde, was 1930/31 schneller als erwartet eintrat. Der Mangel an ausländischen Zahlungsmitteln führte in Deutschland zur Devisenbewirtschaftung, bei der zu überlegen war, ob man die vorhandenen Devisenbestände zur Schuldentilgung benutzen durfte oder zur Bezahlung der notwendigen Einfuhr. Damit war das Signal für den Verfall des deutschen Außenhandels und damit des ganzen Welthandels gegeben: Deutschland und | auch andere Länder mußten in größtem Umfange zu Verrechnungs- und Kompensationsgeschäften, also zur primitivsten Stufe des internationalen Warenaustausches, übergehen. Die Voraussetzung für die Wiederaufrichtung des internationalen Güterverkehrs sei die Bereinigung des internationalen Schuldenproblems. Keine Währungsstabikisierung habe auf die Dauer Erfolg, wenn die Landeswährung mit Schulden belastet bleibe, die aus dem internationalen Güterverkehr nicht abzuwickeln seien. Die Wiedereinführung eines stabilen Geldverkehrs sei aber im internationalen Warenhandel die unerläßliche Voraussetzung für dessen Wieder- aufrichtung. Die Wiedereinführung des Geldes fei bei gutem Willen unbedingt möglich, vorausgesetzt, daß man auch die Schuldenfrage zu regeln gewillt sei. Man sollte aber glauben, daß die Vorteile eines ungehemmten Güteraustausches für alle Staaten von so großem Nutzen seien, daß die Regelung der Schulden demgegenüber als ein kleines und unbedeutendes Problem erscheine, ihren Rohstoffbedarf durch Erschließung heimischer Quellen zu decken und sich dadurch in gewissem Umfange vom Auslande unabhängig zu machen. Mit den großen Erfolgen, die bei uns auf dem Gebiete der synthetischen Farben, des synthetischen Kampfers, der Zellwolle, der Treibstoffe und des künstlichen Kautschuks erzielt würden, fei ein Warenaustausch schließlich nur erfolgreich zwischen wohlhabenden und wirtschaftlich reich entwickelten Ländern. Deshalb pflegten mir auch unsere Ausfuhr als die Grundlage zur Bezahlung der notwendigen Einfuhr mit jedem nur möglichen Nachdruck. Die Aussichten unseres Exportes könne man als erheblich gebessert ansehen. Für die Wiederbelebung sei vor allem das Ansteigen der Kaufkraft der anderen Länder von der größten Bedeutung. A. Oetoeuf, Generaldirektor des Alsthom-KonzernS, Paris, stellte fest, daß seit einigen Jahren sich die allgemeine Krise in den meisten Ländern gemildert hat. Heute haben in einer Anzahl von ihnen die Angaben der Erzeugung und die Preise die Zahlen überschritten, die sie vor der Krisis erreichten. Trotzdem hat die Weltwirtschaft nicht den auffteigenben Ast beschritten. Im allgemeinen übersteigt der internationale Welthandel kaum ein Drittel der in 1928 erreichten Zahl. Während dieses Zeitabschnittes ist jedoch die Bevölkerung der Welt angewachsen und die Preise sind gestiegen. Unter gleichen Bedingungen hätte der internationale Handel somat ansteigen müssen. Das umgekehrte ist eingetreten. Nach einer Aufzählung der feit langem festgelegten großen Probleme, die gelöst werden müssen, um wieder eine Weltwirtschaft herzustellen, wies der Vortragende daraus hin, daß unter diesen technischen Problemen unwiderleglich psychologische Probleme ruhen, die man, wenn man lieber will, politische Probleme nennen kann. Als vordringliches Problem, dessen Lösung die Grundbedingung für alle anderen sei, bezeichnete der Referent die Friedensfrage. Nach der Regelung dieses Problems blieben noch die technischen Probleme. In diesem Zusammenhang führte er die Währungs- und Rohstofffragen an. Wenn der kriegerische Geist verschwände, sei keines der Probleme unlösbar. Man müsse hinzufügen, daß der Kriegsgeist nur verschwinden kann, wenn man diese Probleme so auffaßt, als ob sie der Lösung nahe wären. Als Leiter der Wirtschaftskammer Hessen und Vorsitzender des Vorstandes der Außenhandelsstelle für das Rhein-Main-Gebiet gab Prof. Dr. C. Lüer einen Ueberblick über die Bedeutung des Rhein- Mainischen Wirtschaftsgebietes mit besonderer Betonung seines Warenaustausches mit anderen Ländern. Die Sonderlagungen. In der Sondertagung „W e l t l u f t v e r k e h r", unter der Leitung von Staatssekretär Koenigs vom Reichsverkehrsministerium, hob Prof. Dr.-Jng. P i r a t h (Stuttgart) hervor, daß die Anlagewerte, die zur Erreichung des wichtigsten Ziels im Luftverkehr, dem Aufbau des Weltluftverkehrs, bis heute investiert wurden, rund 1,7 Milliarden Mark betragen. Dem stehe ein Umsatz im planmäßigen Luftverkehr der Welt von 675 Millionen Mark gegenüber, ein Betrag, der noch kein bettiebswirt- schaftliches Optimum einer genügenden Ausnutzung der Luftverkehrsanlagen darstelle. Eine wesentliche Besserung werde erst möglich sein, wenn das Weltluftverkehrsnetz in seiner letzten Lücke über den Nordatlantik geschlossen und leistungsfähig ausgebaut sei. Ministerialrat Thomas vom Reichspost- minifterium entwarf ein Bild von den Leistungen der Reichspost bet der Schaffung eines umfangreichen Nachtluftpostdienstes in Europa sowie von ihren Bemühungen um die Einrichtung der überseeischen Luftpostverbindungen nach Südamerika und nach Nordamerika. Auf der zweiten Sondertagung „I n t e r n a t i o • naler Kapitalverkehr" führte der Vorsitzende, Prvf. Dr. W. Prion, aus, daß Waren- und Leistungsaustausch und Geld- und Kapitalverkehr eng Zusammenhängen. Dor dem Kriege vollzogen sich die Ausleihungen an andere Staaten und Die Rückzahlung der Zinsen und Tilgungen im engsten Zusammenhang mit dem Warenverkehr, d. h. eine Belastung der Zahlungsbilanz war damit nicht verbunden, weil die Kapitalströme von entsprechenden Gütermengen begleitet waren. Nach dem Kriege jedoch wurden diese Regeln mit Kriegsschulden und Reparationen stark vernachlässigt. Nur so konnte sich die internationale Kreditausweitung vollziehen, deren Ergebnis die Weltwirtschaftskrise war, so daß schließlich einem stark geschrumpften Welthandel eine ungeheure Verschuldung gegenüber stand. Für die Wiederaufnahme "mes internationalen Kapitaloerkehrs fei zu beachten, daß sowohl bei den Gläubiger- als auch bei den Schuldnerländern keine große Bereitschaft für eine Neuverschuldung bestehe. Die noch nicht bereinigten alten Schulden ständen jeder Belebung des Welthandels und des Kapitalverkehrs noch entgegen, vor allem fehle das internationale V e r- t r a u e n in die Stabilität der Politik und der Wäh- rungen, das die Grundlage jeder Kapitalausleihung darstelle. Frank E. Tiarks, Mitinhaber des Bankhauses 3. Henry Schroeder & Eo.» London, schilderte dann an Beispielen das sogen. Rembourskredit geschäft sowie die andere Form der internationalen Finanzierung, das Emissionsgeschäft. Als die deutsche Golddiskontbank gegründet wurde, wurde der Londoner Diskontmarkt der Golddiskontbank zur Diskontierung deutscher Akzepte geöffnet, das war ein entscheidender Faktor in der Wiederherstellung des Kreditgeschäftes mit Deutschland, das durch den Krieg vollkommen zerstört worden war. Alsdann blühte das Geschäft sehr rasch wieder auf und der Finanzierungsapparat für den Waren- und Kapitalverkehr funktionierte bald genau so glatt wie vor dem Kriege. Die Weltkrise von 1931 zerstörte all das Gute, was seit dem Kriege erreicht worden war, und es trat all- mählich die jetzige Lage ein. Die Schwierigkeiten Deutschlands hätten das sogenannte Stillhalteabkommen zur Folge gehabt, das dazu beitrage, den Zeittaum zu überbrücken, bis freie und aktive Beziehungen zwischen den deutschen Banken und der deutschen Industrie einerseits und den Londoner Banken andererseits wiederhergestellt werden können. In Anbetracht der überall zunehmenden Nachfrage nach Rohstoffen bei steigenden Weltpreisen dürfte es nicht unangebracht sein, mit einer Ausdehnung der Ausfuhr eines Industrielandes wie Deutschland zu rechnen. Es sei denn, daß bei einem System der beschränkten Devisenverfügung die Herstellungskosten in Deutschland zu hoch im Verhältnis zu denen anderer Länder geworden seien. Dies letztere scheine aber nicht der Fall zu sein. Für das Wiederaufleben gesunder internationaler Verhältnisse sei die wichtigste Voraussetzung die Wiederherstellung des Vertrauens zwischen Gläubigern und Schuldnern und zwischen den Nationen, dann die Beendigung der Weltrüstungskonkur- r e n z, die Aufhebung von erwürgenden Güterzöllen und die Herabsetzung der Quoten; nur hierdurch werde der Weg zum freien Austausch vorbereitet. Sine öffentliche Kundgebung. Auf einer großen öffentlichen Kundgebung sprach am Freitagabend Gouverneur i. R. Dr. Schnee über das Thema „Warum Weltwirtschaft?" Er wies darauf hin, daß einmal eine Weltwirtschaft von gewaltigem Umfange bestand, die aber durch den Weltkrieg und die Friedensdiktate zerschlagen worden fei. Gegenwärtig sei sie nichts weiter als ein Trümmerfeld. Der weltwirtschaftliche Heilungsprozeß erfolge auf Grundlage der Erholung der Nationalwirtschaften. Die Selbst- befinnung auf die eigenen Wirtschaftskräfte führte zu einer Stärkung der einzelnen Nationalwirtschaften, damit war die Voraussetzung für die internationale Wirtschaftsbelebung gegeben. Die Frage: „Können sich die Volkswirtschaften durch einen internationalen Güteraustausch vorteilhaft ergänzen?" bejahte der Redner schon aus dem Grunde, weil die technischen Mittel (wie Verkehrsmittel, Luftverkehr, Schnellnachrichtenmittel) dazu gegeben sind, und zwar in einem Maße wie noch nie zuvor. Eine vielfache Steigerung des internationalen Güteraustausches fei auch dadurch möglich, daß im maschinellen Zeitalter d i e Erzeugungsver- mehrung praktisch keine Grenzen kenne. Es liege kein rechtlicher ober moralischer Grund für die Verweigerung der Herausgabe der deutschen Kolonien vor. Daß bas Deltrohsioffproblem baburch wesentlich geklärt ziwewLM- . ,M . Erdal® Schuhcreme ' IV Gießener Konzertverein. Lieder-Abend Heinrich Schlusnus. Heinrich Schlusnus ist eine von den wenigen Bühnengrößen, die neben ihrer Theatertätigkeit mit Gründlichkeit des Wollens und ehrlicher Hingabe stets für das deutsche Lied eingetreten sind und im In- und Ausland dafür geworben haben. Welchen Wert er damit dem Deutschtum geleistet hat, kennzeichnet die Tatsache, daß keine Nation dem deutschen Lied ein Gleiches an die Seite stellen kann. Selbst der Franzose bezeichnet diese musikalische Gattung als Le lieft allemand. Für den von der Bühne herkommenden Künstler bedeutet das Lied ein Sondergebiet, das eigene Kraftzentren beim Nachschaffenden erfordert, um ein völliges Aufgehen in Dichtung und musikalischem Nacherleben zu gewährleisten. Die Vielfältigkeit des Liedes im Spiegel der Persönlichkeit des Schaffenden stellt ständig neue Forderungen für das Eindringen zu feinem Wesenskern. Während die Bühne bei Anerkennung aller Charakterisie- rungskunft doch oft nur den Menschentypus als solchen durchgestaltet, ist das Lied in seinem lyrischen Gehalt Ausdruck der Individualität. Wenn man den Verlauf des gestrigen Liederabends überschaut, so ist man nachträglich immer voch gebannt von der Stärke der Eindrücke, die von dem Sänger und Gestalter ausgingen. Heinrich Schlusnus ist eine der begabtesten Sängererscheinungen unserer Zeit. Als Bariton ist er durch eine phänomenale Höhenentwicklung bis zur Tenorgrenze hin ausgestattet, bei einer gesunden, vollen, dunkel abgetönten Timbrierung. Die Tonregionen, die vielen Baritonstimmen als Grenztöne Schwierigkeiten bereiten, sind bei ihm die schönsten und leuchtendsten, ohne daß er zu dem weit verbreiteten Mittel der Abdunklung der Höhenlage („zum Decken") zu greifen braucht. Sein Organ spricht mit einer Leichtigkeit des Ansatzes an, die ihn beneidenswert erscheinen läßt. In der Gesamtheit des Umfanges erscheint seine Stimme äußerst ausgeglichen und sorgfältig organisch durchgebildet. So eröffnet sich ihm die Möglichkeit, die Kantilene im größten Bogen zu spannen bei geradezu instrumentaler Gleichmäßigkeit. In allen dynamischen Durchstufungen erklingt sie gleichmäßig schön, voll strömend und mit tragender raumbeherrschender Kraft; ein willfähriges Werk-, zeug, das im strahlenden Forte wie in schwebender mezza voce jedem Akzent, jeder Nuancierung und jeder Abmodulierung entsprechend dem jeweiligen Stimmungsgehalt des Liedes restlos nachgibt. Und doch im letzten Grunde entscheidend für den Liedsänger Schlusnus ist feine künstlerische Persönlichkeit. Kein Wollen zu persönlicher Geltung, kein Herausstellen stimmlicher Effekte, von Glanztönen, bestimmt ihn. Im Gegenteil, auf dem Podium kennzeichnet ihn eine äußerst sympathische Zurückhaltung; voll fachlichem Ernst, ganz eingenommen von seiner Aufgabe, fast streng steht er da; ganz in sich zurückgezogen, wie aus innerer Schau, stellte er dar. Wer ihm beim Vortrage im Gesicht lesen konnte, wer mit seinem sprechenden Auge Fühlung nahm, der weiß, aus welchen Quellen er seine Kunst schöpft. Eine innere Beherrschtheit und peinlichste Disziplinierung der Ausdrucksmittel vermögen jedem der Lieder das Eigene zu geben, durch den Vollbesitz aller die Leistungen bestimmenden Faktoren als reiffte Kunst. Die Vortragsfolge des Liederabends bevorzugte nicht nur die bewährten, erfolgsicheren Werke; seine Gestaltungskraft ist eben fo stark, jede Kunstschöp- fung, die zwingende Lebensnotwendigkeit in sich hat, den Hörern unbedingt nahezubringen. Ob er nun Schumann singt mit seiner flutenden Gefühlswelt, so läßt er ihn aus der Situation, die dem Dichter vorgeschwebt hat in der Fülle der Kontraste und in dem Aufwallen ebenso stark erleben wie etwa den „Wachtelschlag" von Beethoven, dessen Vogelruf er in der Vielseitigkeit des Erfassens zu höchstem dramatischen Ausdruck zu steigern vermochte. Beethovens „Adelaide" in seiner mannigfachen Stimmungsgebundenheit ließ lebendiges Leben zu uns sprechen; von eigener Wirkung war das bewundernswürdige Dekrefcendo. Wenn Schlusnus hier das einfache „Ich liebe dich" zugab, fo blühte diese schlichte Lyrik in weiter Fülle vor uns auf. Die beiden „Stillen Lieder" von Richard Trunk gaben Einblicke in ausgeprägter Gegensätzlichkeit, das eine hart in Moll, das andere in lichtem Dur. Innerlich aufwühlend gestaltete er „Dor Akkon" durch mit weit ausladendem, leuchtendem Bogen der vorletzten Zeile. — Schlichte Innigkeit, volkslied- artig enwfunben, gab Schlusnus in Hans Pfitz - aers ^Gärtner". In dem Schlußteil dieses Liedes waren Sänger und Begleiter in gegenseitigem Nachschaffen aufs engste aufeinder eingestimmt. Die „Leuchtenden Tage" erhoben sich mit dem Kontrast der zweiten Strophe. Wenn Heinrich Schlusnus als Zuaabe für diesen Teil noch einen dritten der Zeitgenössischen Liedkomponisten brachte (Paul G r a e n e r , „Der alte Herr"), so erwies er sich auch hier als der Beherrscher der heiteren Sphäre des Parlando und Galant-Reizvollen. Das plastische Erleben der Bildhaftigkeit in engster Verbindung mit lyrischem Vertiefen bestimmte ihn bei den Hugo -Wolf- Liedern, „Dem Musikanten" mit feinem pointierten Schluß, dem Heldischen des „Biterolf" und dem feinsinnigen Humor im „Tambour" und der „Storchenbotschaft". Das zugegebene „Heimweh" mit seinen strahlenden Höhepunkten und dem weichen Schmelz lyrischen Nachgehens fand seine Nachfolge in Mchard Straußens „Traum durch die Dämmerung". Das unendlich begeisterte Publikum drängte stürmisch auf Fortsetzung der schon so reichen Gaben. Die Cavatine des Figaro aus Rossinis „Barbier von Sevilla" gab dem Erleben des Abends den Ausklang. Der Dank gebührt aber nicht nur dem Sänger allein, sondern auch Sebastian P e s ch k o am Flügel hatte starken Anteil daran mit feinem nachgiebigem Mitgehen und seinem feinsinnigen und sicheren Einfangen der musikalischen Situation. Dr. Hermann Hering. Gießener Gtadttheaier. Karl Bunje: „Der Etappenhase". Im Programmheft erzählt der ehemalige Frontsoldat Bunje, wie er im Sommer 1917 nach der flandrischen Materialschlacht in einem flämischen Dorf weit hinter der Front mit seiner Kompanie in Ruhe kam: „Das Erleben unter dem flämischen Volk, Widerwärtigkeiten mit Etappenhengsten, die Bekanntschaft fröhlicher flandrischer Mädchen — und nun kommt die Hauptsache: die geflauten Kaninchen unseres Kompaniefeldwebels, die dieser sich mit Mühe und Sorgfalt fettgefüttert hatte, und die nicht ihm, sondern uns sehr gut geschmeckt haben, sind die Ursache für das lustige Spiel „Der (Etappen- Hase". * Der Hase gehört einem Obersten, einem richtigen „Blindgänger", der die Offiziere des kleinen Ortes zum Abendessen mit Hasenbraten einlädt. Drei biedere Musketiere von der Front, die auch dort im Quartier liegen und auch gern mal was Gutes essen, haben sich diesen selben Hasen besorgt oder gefunden, oder wie man damals sagte, und haben ihrerseits soaar das Mädchen Marie zum Essen eingeladen. Leider kommt die Sache raus ehe der Hase gar ist, und der tüchtige und findige Offiziersbursche Hein Lammers wird von seinem Leutnant dazu verdonnert, den Braten rauszurücken und fertigzumachen — für den „Blindgänger". Erft kriegen die Muschfos lange Gesichter, aber bann erblickt Hein die Katze des Mädchens Marie und hat eine großartige Idee. Am Abend des Festessens gibt es zweimal Hasenbraten. Leider ist die Katze nirgends zu finden. Den Frontkriegern hat's geschmeckt. Bei dem Blindgänger war nur der Kopf vom Hasen echt. ♦ Weil aber die Eulenspiegelei der Muschkos allein für vier Akte kaum gelangt haben würde, und damit die im Grunde unmoralische Angelegenheit einen moralischen oder ernsthaften Anstrich und Hintergrund bekommt, ist die Geschichte vom vertauschten Hasen und der verschwundenen Katze mit den Sünden eines typischen Etappenhengstes von der Schreibstube innig und anmutig verquickt, und der erheiterte Zuschauer erlebt zugleich mit Genugtuung em Strafgericht, die gerechte Buße und Be- kehrung des Hinterlandsoldaten, der sich am Ende freiwillig nach vorn meldet, damit ein alter Familienvater aus der Kompanie zu Weib und Kindern heimkehren kann. — * .. Das Lustspiel ist wohl das erfolgreichste Stück dieser Spielzeit und hat unheimliche Aufführungs- enen hinter sich gebracht; auch der Film hat sich seiner inzwischen bemächtigt. Auf dem Theater wurde unter Herrn H u b s verständnisinniger, behäbig ausmalender Regieführung mit Humor und Gemüt gespielt. Herr L i n d t als Hein Lammers gab ein Sflotfujes Stuck niederdeutscher Verschmitztheit und Gewitztheit zum Besten. Auch die Herren Nieren und Neuhaus stellten zwei prächtige Landser- typen von ausgeprägter Eigenart des Tempera- ments. Herr R o s e n thal verlieh dem Kompanie- uhrer die sympathischen Züge des Offiziers, der mit Jemen Leuten durch dick und dünn geht. Hansi qLJSfc' ££er unb lustig, war die Marie. Herr Ginn«?? 7 f f e-S h^te sich mit entsagungsvoller Hingabe der nicht besonders dankbaren Rolle des Etappenhengstes Ferdinand angenommen. Herr ofHer hatte sachkundig Quartier gemacht. — * q;?;« nrar uris ein Erfolg auf der ganzen Cime. Großer Beifall zum Schluß. Hans Thyriot. Hochschulnachrichten. Der Berliner Nationalökonom und Sozialpolitiker Professor Dr. Ignaz I a st r o w ist im Alter von ol Jahren nach kurzem Leiden in Berlin gestor- . seinen zahlreichen fachwissenschaftlichen Schriften seien die Untersuchungen über Arbeitslosen- DeI u run$' Arbeiterschutz und Arbeitsmarkt hervori gehoben. ' „6AA£Wf** or HIOOc/37 Kaufen Sie jetzt sd Rabatt Rachrtts Kaufen Sie jetzt im ^^GARDlNf^. 3236 V Haus Henko: Henkel's Wasch- und Bleich-Soda IURGENER & SCHLOTEL wandert sich's auf Erden-- herrlich ohne ach wie mittell werden konnte, und zwar handelt es sich zum größten Teil um Studenten, die sich zu einem Himmelfahrtsausflug zusammengefunden hatten. Schiffe waren nicht in der Rahe. Vreitfprecher war bei der Bergung fo erschöpft, daß er in Pflege gegeben werden mußte. Er war auch nicht in der Lage, weitere Einzelheiten mitzuteilen. Rach den bisherigen Feststellungen scheint er der einzige Aeberlebende der Unglücksfahrt bleiben zu sollen. volksdeutsche Kultur dieGoethemedaille für Kunst und Wissenschaft verliehen. Holländisches Flugzeug in Griechenland verunglückt. Ein holländisches Flugzeug, das von der Insel Rhodos kam, wurde von einem Wirbel sturm an der Küste bei Phaliron gegen ein Haus geschleudert. Das Haus wurde vollkommen z e r st ö r t. Sieben Fluggäste wurden leicht verletzt, das Flugzeug selbst trug schwere Beschädigungen davon. Gießen 26,6d Friedrichstr. 7 Kac—' '»ferant rts anspruchsvolle Dame die Besichtigung unserer sehenswerten ca. 100 m großen Schaufenster-Ausstelluno fllr Damen- und Pelzkleidung einschließen, Sie wissen dann, was man trägt । Ihre Gardinen und Dekorationen. Sie finden eine unerschöpfliche Auswahl in allen Qualitäten und in allen Preislagen vorrätig. Lin guter Rohhaarbesen hält sehr lange. Sie ntüssen nur darauf achten, daß Ihr Handfeger oder Stubenbesen aus reinem Roßhaar hergestellt ist. Dann wird ein solcher Besen auch bei starker Beanspruchung lange Zeit halten. Gute Roßhaarbesen bekommen Sie bei 3- B. Häuser, Gießen, am Oswaldsgarten, Fernsprecher 2145/2146. mehr die Erkenntnis durchdringe, daß sie im Interesse aller Völker liege. Freie und st arte Nationalwirtschaften seien eine unerläßliche Vorbedingung für eine freie und ausgeglichene Gestaltung der Weltwirtschaft. Generaldirektor A. D e t o e u f (Paris) kam zu der Feststellung, daß die Weltwirtschaft in erster Linie notwendig ist, weil sie bestanden hat, und weil man sie nicht unterdrücken kann ohne die Gefahr des Zusammenbruchs. Sie ist notwendig, weil die Völker ohne sie nicht mehr den Kontakt für die Kontrolle mit den anderen Volkswirtschaften haben. Präsident Professor Dr. L u e r sprach das Schlußwort. Ä ich wurde bei Dhrmachermeister MTrebbe Giefeen MaiMslraBe 22 wie schon so viele meiner Kollegen wieder ganz gesund.>73BP Schuheinlagen zur rechten Zeit- steigern die Leistungsfähigkeit* Festessens die Atze hat's Seher N Teppiche, Brücken und Bettvorlagen Steppdecken und PolstermöbeL In diesen Abteilungen werden Sie immer besonders aufmerksam und fachmännisch bedient. oorwiegeird künstlich ernährte Kinder im ersten und zweiten Lebensjahre betrifft, selten später auftritt. Frühgeburten werden beinahe ohne Ausnahme von R. befallen. Vorzüglich ist bei R. das Knochensystem betroffen. Die Knorpel, die sich zum Knochen umwandeln sollen, verkalken nur mangelhaft, aus fertigen Knochen wird wieder Kalk resorbiert, Knorpelgewebe und unfertiges Knochengewebe wuchert. Anzeichen für R. sind Offenbleiben der Schädelnähte, das sind die Verbindungen der einzelnen Teile der Schädelknochen unter der Haut, starkes Schwitzen besonders am Hinterkopf, übermäßige Beweglichkeit der Glieder, keine Neigung der Kinder zum Sitzen. /Folgen der R. sind Knochenverkrümmungen an Armen und Beinen (0-Beine, X-Beine), Verdickung der Gelenke (sog. Zwiewuchs), Knotenbildung an den Rippenknorpelansätzen (rachitischer Rosenkranz), Abplattung des Brustkorbs, Einziehung der seitlichen Brustkorbteile, Vortreibung des Brustbeines (rachitische Hühnerbrust), Wirbelsäulenverkrümmung, plattes Becken (kann bei späteren Geburten für Frauen ein Geburtenhindernis werden), Bildung des sog. „Quadrat- schädels" (mächtige, beinahe viereckig erscheinende Stirne mit deutlich ausgeprägten Stirnhöckern), Schneidezähne zeigen Querrinnen. Kinder mit R. nei- Aus aller Wett. Segelkutter im Greifswalder Bodden gesunken. Der Thiessower Loksenkukler hat in der Rähe des Palmerorter Feuerschiffes den schiffbrüchigen Fischer Vreitfprecher aus Wyck an Vord genommen. Der Fischer hatte sich an dem aus dem Wasser ragenden Mast seines gesunkenen Bootes festgebunden und so 16 Stunden zugebracht. Rach seiner Aussage ist sein Kutter am Abend des Himmelfahrtstages auf der Rückfahrt von Lauterbach auf Rügen nach Wyck während einer Böe vollgelaufen und gesunken. Ls waren außer dem Schiffsführer 12 Menschen an Bord, über deren Schicksal bisher nichts er- Wanderer-Markenräder schon ab RM. 64.- Spezial-Räder ab RM 32.50 Linker & Sohn Ludwigstraße 16 und vereinfacht werden würde, fei häufig genug bewiesen worden. Daß der Besitz von Kolonien keineswegs ein Hindernis für die Beteiligung an der Weltwirtschaft sei, sondern im Gegenteil die Möglichkeiten dafür vermehre, dafür sei England der beste Beweis, das gleichzeitig den bedeutendsten Kolonialbesitz und den grüßten Anteil am Welthandel habe. Die Möglichkeit einer Steigerung des internationalen Güteraustausches sei auch durch stärkere Einbeziehung großer Länder gegeben: China, Indien, Afrika. Gelingt es, diese Menschenmassen, die über die Hälfte der ganzen Menschheit umfassen und heute verhältnismäßig nur wenig am Weltmarkt beteiligt sind, in höherem Maße als bisher in die Weltwirtschaft einzubeziehen, dann gebe das einen ungeheuren weltwirtschaftlichen Aufschwung. Auch die Frage: „Müssen die Nationalwirtschaften einen verstärkten internationalen Güteraustausch erstreben?" sei unbedingt mit „Ja" zu beantworten, denn die Länder seien nun einmal von Natur verschieden ausgestattet, hätten nicht alle ausreichend Rohstoffe und Nahrungsmittel. Die dritte Frage: „Wollen die Völker und ihre Führer am internationalen Güteraustausch teilnehmen und ihre Nationalwirtschaft durch Anschluß an eine neue Weltwirtschaft ergänzen?" sei die entscheidende Frage. Trotz vieler negativen Feststellungen müsse mit Deutlichkeit erklärt werden, daß die Völker und ihre Führer eine Beseitigung des weltwirtschaftlichen Chaos wünschen und eine neue vernunftgemäße, gesunde Weltwirtschaft bejahen, weil immer r ei„, Wt d' liegen los allein und da« elegenheit trich und Dom ver- Katze mit astes uirft und it Genug' . und Be- am tfnde ter Fmni' d Kindern Hier abichneiden! Asbest- Platten 1,2,3.4 u. 5mm, wieder am Lager. 2O4D Carl Schunck iste SB ifer»u beham nb GeM s gab em theit und Vier-« Banker’ Tempera' rompaH s.derM M ?5« acht' er ga^" phyriot lieber Naturschutz und Naturkunde «« des Hugo Vermühler Verlages, Berlin-Lichterfelde. Bitte verlangen Sie noch heute von Ihrem Gießener Buchhändler das ausführliche bebilderte Werbeblati „Freunde der Natur sind Freunde guter Bücher" Heinrich Zillich erhält den Literaturpreis der Stadt Berlin. Der Literaturpreis der Reichshauptstadt Berlin für 1 937 ist dem Siebenbürger Dichter Heinrich Zillich für seinen Roman „Z w i- schen Grenzen und Zeiten" verliehen worden. — Wir haben das preisgekrönte Buch des Dichters, der vor einiger Zeit mit einer Vorlesung aus eigenen Werken auch bei uns in Gießen zu Gast war, früher bereits ausführlich gewürdigt. — Den zweiten Preis erhielt Johannes Linke für seinen Gedichtband „Der Baum", den dritten Preis Carl von Bremen für seine Erzählung „Die „Schifferwiege". Goethemedaille für den siebenbürgischen Dichter Weschendörfer. Aus Vorschlag des Reichsministers für Volksaufklärung und Propaganda hat der Führer und Reichskanzler dem siebenbürgischen Dichter Adolf Meschendörfer in Kronstadt zum 60. Geburtstag in Anerkennung seiner Verdienste um die TEPPICH- UND GARDINENHAUS Liebfrauenstraße 1 -3 Früher Brumlikhaus gute Schuh-Reparatur Besonders hier haben Sie Gelegenheit, die Qualität unserer Schuhreparaturen auszuprobieren. 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Am besten ist es, wenn man das Erundübel beseitigen kann. Linderung verschafft Gurgeln mit Salzwasier, Inhalieren mit Salzwasier oder Eukalyptusöl. In Räumen mit Dampfheizung durch Aufstellen von Verdampfungsschalen für feuchte Luft sorgen. Bei hartnäckigem Rachenkatarrh wende man sich an einen Arzt. Rachitis = Englische Krankheit, eine Stoffwechselkrankheit, die Wetterbericht des Reichswetterdiensles. Ausgabeort Frankfurt. Ein von Westen her erfolgter Vorstoß subtropischer Meereswarmluft brachte über Westdeutschland verbreitete Regenfälle. Von Norden her verbindet sich kühlere Meeresluft mit ihrem Vordringen, die uns anscheinend Temperaturrückgang und vielfach noch unbeständiges Wetter bringen wird. Da die Störungstätigkeit über dem Atlantik weiter anhält, dürfte in der Folge meist stärker bewölktes und zu Niederschlägen geneigtes Wetter vorherrschen. Aussichten für Sonntag: Vielfach noch stärker bewölkt, mit einzelnen Aufheiterungen, Neigung zu schauerartigen Niederschlägen, Temperaturen absinkend, meist Winde aus West bis Nord. Lufttemperaturen am 7. Mai: mittags 17,1 Grad Celsius, abends 11,9 Grad; am 8. Mai: morgens 11,8 Grad. Maximum 18,5 Grad, Minimum heute nacht 9,1 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 7. Mai: abends 15,8 Grad; am 8. Mai: morgens 12,1 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 7,4 Stunden. bei LiotaÄ Gießen PHÖNIX Ludwigstraße 16 2053 D Anmachholz gibt laufend ab ,03d Dampfsägewerk Abendstern Ludwig Kröck Telefon 3580 IW. mg sprach Schnee I oft?" Er 1 twirtschaü iber durch jerschlagen »eifer als heilungs» holung e Selbst- sie führte i lwirtschaf» die inier» ie Frage: einen in» 1 ergan» Grunde, rsmitlel, gegeben nie zu- itiorolen daß im gsver- i n kenne. Grund -gäbe iß das «er London, tom der | Hons. gegriin. °"t der scher Ak, r Faktor i*es mit mien 3er. ^schält ln9SQPpQ, . lunktio. rie9e. Die ?>os seit trat oll. ^'gkeiteir lhalte. lazu bei. sreie und ‘ Banken den Lon. t werden -hnienden i st ei. m unan* Ausfuhr rechnen. Kränkten 1 Deutsch, nr Län» 'der nicht gesunder Oe Vor. ng des, d Schuld» j die Be> 3 onkur« ii n Güter» I nur hier» I iusch vor» ' 391 Otto Fischer 02344 Zhre Vermahlung geben bekannt Gießen, den S. Mai 1937 3231 D Ihre Vermählung geben bekannt 02348 Ihre Vermählung geben bekannt 02330 > IMtÄnz Das Ihre Vermählung geben bekan-.-.i Ihre Vermählung geben bekannt Rackett 392 Räderkuchen Louis Grünewald Watzenborn-Steinberg, den 8. Mai 1932 02368 Gießen, 8. Mai 1937 Bahnhofstraße 27 3246 D^z Großen-Onden, im Mai 1937 32100 Nicht allein die besten 32574 matzeitung, den inuiaeuuuH, oen MuflI D । am Main. Telefon 214 BießenerAnzeiger _M8ßlge pr. m, SchUiz«.K,hi.°.a. IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIHIIIH 1 ------———— AUTO UNION Kreisamtsleiler Wilhelm Frank und Frau Gertrud, geb. Schaefer Rürnberg-R., im Mai 1937 Bayreuther Straße 6a Dr. med. Fritz Wallau, Ass.,Arzt Or. med. Gretel Wallau, geb. Muhl Gießen/Lahn, im Mai 1937 Alicenstraße 43 Otto Felde Emilie Felde, geb. Happel Meine Verlobung mit Fräulein Erna Loeber gebe ich hiermit bekannt Gießen ^udwlgstraße 52 Rudolf Siebert Sch rrmeister, 2. Komp. / Pz.-Oiv. X A. 37 Mariechen Siebert, geb. Schreiner Hochwaldhausen 500m(Vogelsb.) Privat-Pens.Stöckel herrliche Lase, direkt am Walde, freundliche Zimmer mit fl. Wasser, Bad im Hause, elektr. Licht, erstklassige Verpfleg. Schwimmbad. Prosp. auf Wunsch. Tel. Herbst 64. Bahnstation JlbeshanzenlOberhess.) fl.en zu Krämpfen. Ursache der R. ist ein Mangel an Vitamin D. Dadurch ist öi Für die uns anläßlich unserer Vermählung erwiesenen Aufmerksamkeiten danken wir allen herzlichst Wilhelm Wah und Frau IIIIIIIIIIIIIIIIIIUIIIIIIIIII Kleine Anzeigen richten sich an die Bevölkerung der engeren Heimat ! Darum: Kleinanzeigen in die Hei- Anneliese Grünewald geb. Glagow im „Kühlen Grund“ Inh.- Adolf Schepers. 32290 Auto-Union A.G. 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Weimar Gießen GevMGe Gtnkadung S«°dtk.r»e m Mienen über das gleiche Tb"ma^ "* b" und°deran7eichi°ssLnBeLd°^ öetr Eonöestitffiof 5. itteifer. lüünitien mösIWt die erste Versammlung'inÄr Jobanneskirche zu besuchen Qi i, Dazu lädt ein: Sie toeusgemeinwt der eoangeilidjen ffielfilifflen Im Detonot Slefien sez.: Pfr. Weisel same Form übergeführt. Auch im Lebertran ist Vitamin D enthalten. Da auch Frauenmilch Vitamin D enthält, sind Brustkinder vrel weniger gefährdet als Flaschenkinder. In vorgeschrittenen Fallen kann man auf ärztliche Anordnung auch bestrahlte Milch oder Vigantol, d. i. künstlich her- gestelltes Vitamin, geben. Da es rn zu großen Gaben schädlich wirken kann, halte man sich genau an die Angaben des Arztes. Vorbeugung gegen R. sind in erster Linie Stillen der Kinder, vom 3. bis 4. Monat ab noch dazu Gaben von frischen Fruchtsäften und Gemüsen. Die Kinder viel im Freien, namentlich in der Sonne unbekleidet, nur mit geschütztem Kopf strampeln lassen. Dergl. auch Säuglingsernährung. Rackett, englische Bezeichnung für einen Tennisschläger. Radfahren ist eine gesunde körperliche Betätigung, wenn Überanstrengungen dabei vermieden werden. Frauen sollen, wenn sie unpäßlich oder guter Hoffnung sind, aufs Radfahren, besonders aber auf das Mitfahren bei Mo- Mainz Gießen, llniv.-Frauenklinik 8. Mai 1937 MfaessIMß Gießen Kreuzplatz 15 3242 A Heues vom Edelweiß -rade; Mit Ihrem Edelweiß- Ballonrade fuhr ich voriges Jahr nach Spanien und in diesem Sommer durch ganz Italien, Sizilien und etwa 1000 Kilometer durch Nordafrika bis 100 Kilometer in die Wüste Sahara, dann zurück durch Frankreich wieder nach Hause 16.121935 Unterprimaner Ernst Henkelmann. Schwäb.-Hall. Gottwollhauserstr. 14. über ’/j Million Edelweißräder haben wir schon seit 40 Jahren überallhin versandt Katalog kostenlos. Edelweifj-Decker rosi Pautsch ■Wartenberg -vWr Mw, . K|,idem «°>> und (..* «I« =”•••- Sösäkää sommer-kle.oer "To. so io75 " _ az I F I D t K SOMM ER-^,°„. aöo’S'oÖ 29 SO 34.00 ..«" K LE > ° ® R,c'ks<;° "Xn.F"»" “SS“««»' 34.00 39 00 - hW- torrädern verzichten. Sattel und Lenkstange müsten so gestellt sein, daß man aufrecht fitzen kann und die Beine beim Umlauf des Pedals sich vollständig ausstrecken. Radieren, lat., das Entfernen von Flecken. Fehler bei Bleiftift- l'chrift werden mit weichem Gummi, bei Tintenstift mit einem weichen Tintengummi, bei Tintenflecken mit einem Federmesier entfernt. (Man kann auch eine Rasierklinge dazu nehmen, es gibt Halter, in oie die Klingen eingespannt werden, damit man sich nicht verletzen kann.) Nachher wird die Stelle mit dem Fingernagel geglättet. Radieschen, immer wieder in der Küche begehrt, sehr nahrhaft, wird roh gegessen. Anzucht aus Samen, der öfter, alle 3 Wochen etwa, an jede freie Beetstelle, auch als Zwischensaat bei Salat, gestreut wird. Es gibt runde rote R. und lange weiße R., die auch „Eiszapfen^ genannt werden. Radio, durch Rundfunk ersetztes Fremdwort. Siehe Rundfunk und Rundfunkanlage. Radium, chemisches Element, das aus Pechblende gewonnen wird. Radioaktive Stoffe lasten sich aber auch in anderen Gesteinen und n vielen Mineralwassern nachweisen. Radium beeinflußt das Wachstum von gesunden und kranken Zellen des Körpers (die Zerstörung von Krebs). Es wird ärztlich zu Bestrahlungen verwendet. Räderkuchen, dünner Teig, der mit einem Rädchen in Stücke ge- Hausputzmittel Waschmittel und qualitativ höchststehenden Feinseifen erhalten Sie preiswert bei mir — sondern auch sämtliche Parfümerien und Toiletteartikel zur Körper- und Schönheitspflege MU H L Mäusburg 8 I^rankinrt am Plerde-Märkte^i^ 11. Mal. 8. Juni, 6. Juli, n.Auöust, 5. Oktober 1937 Zahlre-eherAntr e.non Pferden all ■ Rassen auch Schlachtpferde, firöht Auswahl u. beste Gelegenheit für ■ Kauf u. Tausch. Ein Besuch dieser ■ Märkte ist zu empfehl. Besicht, u. ■ Handel tags zuvor (Mont) verbot. ■ Lebewohl gegen Hühneraugen u Hornhaut Blechd. (8 Pflast:)68 Pf., in Apoth.u.Drog. Sicher zu haben • Med.-Drog. Haus Hindenburg ILElges, Seltersweg 68a; Löwen-Drog. W. Kllbinger Nach!., Seltersw. 69: 8er mania-Drog.C. Seibel, Frankf. Str. 39 Klein-Linden Gasthaus zur Deutschen Eiche 3185 A k\0 . von Nr. 105 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)Samstag, 8. Mai 1957 Heimweh nach der Mutier. Eine Geschichte zum Muttertag am 9. Mai 1937. Don Ruth Kristekat. Wenn man von der Mutter Abschied nimmt, und sie hat Tränen in den Augen, so möchte man wohl umkehren, um ihr die Tränen fortzutrösten. Aber man kann nicht umkehren, weil man jung ist, und weil die Ferne stärker ist als alles andere. Die jungen Menschen müssen ihre Mütter verlassen, sie zurückkehren wissen in die stiller gewordene Wohnung und sie den Tagen des Wartens anheimgeben. Als ich dieses Mal — eigentlich war es so recht das erstemal — von meiner Mutter fortging, um mit sicherem Vertrauen in die Welt hinauszuwandern, stand meine Mutter am Zuge, abschiednehmend mit einem feuchten Schimmer in den Augen. Weiß flatterte das Taschentuch in ihrer Hand, letzte tröstliche Gebärde, die sich verlor, und ich lehnte mich in die Polster zurück, weil es merkwürdig still in meinem Herzen geworden war. Die Landschaft eilte vorüber, die Menschen, die mit mir das Abteil füllten, sprachen, aßen und lachten. Ich konnte lange nicht teilnehmen an ihren Gesprächen, weil ich meine Mutter noch immer zwischen all dem Getriebe der Menschen auf dem Bahnsteig stehen sah, wie sie zu mir aufblickte und wie sie mir dann mit einer hastigen und doch auch müden Bewegung nachwinkte, die verhieß: wie wird es dir ergehen, mein Kind, in der Welt, wo ich so wenig an deinem Leben teilhaben kann? Ich schloß ermattet die Augen, erstieg mir doch plötzlich im Rattern des Zuges ein fernes Bild, lieber ein Jahrzehnt verwischte sich, ich war ein Kind. Es war ein heller Frühlingstag um Pfingsten. Die Schulferien hatten begonnen, und ich ging an der Hand meiner Mutter, die ein Köfferchen in der Rechten trug, zum Bahnhof. Auf dem Bahnhof — es war noch der alte, der nun verlassen abseits von allem Verkehr liegt — stand schon Traute, meine Freundin, ein hochaufgeschossenes Mädchen mit langen, blonden Zöpfen mit ihrer großen Schwester, die einen ruhigen erwachsenen Eindruck machte, und meiner Mutter die Hand reichte. Es war die erste größere Reise, die ich, ohne in den Kreis der Familie eingeschlossen zu sein, machen sollte. Meine Mutter, die noch einige Besorgungen in der Stadt zu machen hatte, wartete nicht auf die Abfahrt des Zuges, sondern verabschiedete sich freundlich, nachdem sie Trautes Schwester meinen Koffer ausgehändigt hatte und wünschte mir ein frohes Pfingstfest. „Du wirst schon rote Backen bekommen da draußen auf dem Lande", meinte sie lächelnd und streichelte mir sanft über das Haar. Dann verschwand sie im Gewühl der Menschen. Die Bahnfahrt, die Ankunft auf der kleinen Station, der Kutscher, der mit Pferd und Wagen auf uns wartete, das alles war so verwirrend für mich, daß ich keine Zeit fand, mich allein zu fühlen. Wir fuhren durch breite Alleen, die von hellen Birken besäumt waren, deren lange Aeste weich im Winde wehten. Der hohe Himmel stand in einem klaren Blau, das Frühjahrslicht zitterte zwischen dem zarten Grün der Wiesen. Der Kutscher, dessen breiten Rücken ich mit Verwundern betrachtete, rief manchmal „Ho!" oder „Hü!" oder „Wollt ihr wohl!", was Traute und ihre Schwester kaum beachteten, mich aber immer wieder in Schrecken setzte, da seine Rufe grell und ganz unerwartet an mein Ohr trafen. Das Schloß war kein Schloß, wie ich es von den Märchen und Geschichten her kannte, sondern ein langgestreckter weißgetünchter Bau, an den sich ein aroßer etwas verwilderter Garten schloß. Es war hier alles so anders, als ich es mir oorgestellt hatte. Selbst Traute verlor die natürliche Rühe. Sie, die sonst in der Stadt ein stilles verschüchtertes Kind war, wurde hier lebhaft und gesprächig. Alle Leute, denen wir begegneten, grüßten sie, lachten und sagten: „Ach, das ist Fräulein Traute, sie ist zu Pfing- sten nach Hause gekommen" Mich aber bemerkten sie gar nicht. Ich weilte zum erstenmal richtig auf dem Lande. Ich hatte mit Eltern und Geschwistern den Sommer meist an der See in einem Badeorte verbracht. Die Menschen waren dort alle fröhlich, trugen weiße Kleider, das Meer rauschte, und der Sand mar von einem starken Leuchten. Friedlich breitete sich die Promenade. Hier waren die Weae aufgeweicht und schmutzig. Es gab noch viele Leute, die wie der Kutscher aussahen und fremde rauhe Redensarten führten. Auch die Frauen, die lange schwarze Röcke trugen, waren zum Fürchten. Trautes Mutter, die ich von der Stadt her kannte, erschien mir in den großen niedrigen Stuben mit den Balkendecken so riesenhaft, daß ich kaum ihr Gesicht zu erkennen vermeinte, wenn ich vor ihr stand. Ich begriff sie ebenfalls nur in der Weite ihres dunklen Rockes und der festen Bewegung ihrer nicht gerade weichen Hände. Traute, mit der ich in einem Zimmer schlief, spielte hier nicht still mit ihren Puppen, die ganz unbeachtet in einer Ecke lagen. Meine Mutter hatte mir einen großen Gummiball mitgesandt, den ich Traute als Gastgeschenk Überreicht hatte. Mit dem tollte sie durch die weiten, düsteren Korridore des Hauses. Wenn das Wetter es jedoch nur einigermaßen zuließ, war sie unten im Garten, der mir wie ein undurchdringlicher Wald erschien, kroch auch gern in den Keller, wo sie „Räuber und ..." mit den Söhnen des Inspektors spielte. Ich wußte nicht, wie ich mich bewegen sollte. Ich ging mit Traute hierhin und dorthin. Ich folgte ihr, ängstlich bedacht, nur nichts verkehrt zu machen. Ueoerall aber fehlte mir die Luft zum freien Atmen. Ich ging mit ihr durch das Haus des Kutschers, der in seinen Stuben noch mächtiger wirkte, wenn er mit seinen großen Händen an seinem Schnurrbart zwirbelte. Ich spürte nicht, daß er uns Kinder mit geheimer Freude betrachtete, und wenn er Traute an die Zöpfe griff und meinte: „Ei, das Fräulein ist aber groß geworden!" verkroch ich mich in eine Ecke, weil ich fürchtete, er könnte vielleicht seine große Hand auf meine Schulter legen, denn ich hatte keine Zöpfe, an denen man zerren konnte. An einem Sonntag wollte Trautes Mutter die Förstersleute besuchen. Die Pferde wurden vor den Wagen, der uns auch vom Bahnhof zum Gut gebracht hatte, gespannt. Wieder saßen wir hinter dem breiten Rücken des Kutschers, vor dem ich nun nicht gar so arge Furcht hatte, da Trautes Mutter mit uns im Wagen saß. Auch der Inspektor stieg ein — einen Vater hatte Traute nicht mehr, er war im Krieg gefallen —, und wir fuhren Stunden um Stunden durch einen großen finsteren Wald. Manchmal blinkte ein See auf, manchmal stand ein Reh still und blickte verwundert und scheu zu uns herüber. Der Wald war bedrückend, und selbst der stillen Tiere konnte ich mich nicht freuen, denn der Inspektor machte ein solch ingrimmiges Gesicht, und ich war gewiß, daß er etwas Böses im Schilde führte. Irgendwo hatte er bestimmt eine Flinte versteckt und hätte sie vielleicht schnell hervorgezogen, um auf die schönen Tiere zu schießen, wenn ich nicht so genau aufgepaßt hätte. Wie oft hatte er doch von der Jagd erzählt und von dem feinen Rehbraten, der gar so gut munde! Bei den Förstersleuten gab es Kaffee und Kuchen. Die Förftersfrau war eine kleine rundliche Dame, die immerzu aufsprang, 'um noch dieses oder jenes aus der Küche zu holen. Man hörte, wie sie die Mamsell schalt. Dann trat sie wieder ins Zimmer mit einem lächelnden Gesicht. Ich aber begriff nicht, wie sie lächeln konnte, da sie noch eben so mit der Mamsell gestritten hatte! Ich war froh, als es Abend wurde und wir wieder in den Wagen fliegen und die Sterne Anselm Feuerbach: Mu11erglück, Gemälde. (Aus der Schack-Galerie in München.) zwischen den hohen Wipfeln der Bäume leuchteten. Ich weiß nicht mehr, wie wir im Gutshofe ange« kommen sind, an der Seite von Traute mußte ich wohl eingeschlafen sein. Die Pfingstserien waren vorüber. Ich hatte meiner Mutter geschrieben, daß ich mit dem Mit- tagszuge in der Stadt sein würde. Traute und ihre Schwester fuhren mit mir zurück. Als wir auf dem Bahnhof ankamen, sah ich meine Mutter zwischen den Menschen stehen. Sie kam uns freudig entgegen. Ich trat ganz still an ihre Seite und faßte nach ihrer Hand, die ich nicht mehr freiließ. Wir traten aus dem Bahnhofsgebäude. Mutter winkte einer Droschke. Es waren noch Pferdedroschken, aber die Kutscher hatten hier längst nicht so breit* Rücken, auch trugen sie Zylinder, die ich bewunderte. Sie sprachen freundlich mit den Menschen und schrien nicht „Ho!" und nicht „Hü!" und ergingen sich nicht in rauhen Redensarten. Ich nahm mit meiner Mutter im Rücksitz Platz, Traute mit ihrer Schwester saß uns gegenüber. Als der Wagen an- ,ruckte, spürte ich plötzlich, wie mir die Tränen aus den Augen stürzten. Ich konnte nicht aufhören zu meinen, es würgte mir in der Kehle. Ich sah nichts mehr von der Straße, die vertrauten Häuser wogten hinter weißem Rebel. Mutter aber nahm mich fester an ihre Seite und drückte meinen Kopf an ihre weiche Brust. Sie sagte: „Ach, das Kind hat Heimweh gehabt." Trautes Schwester aber meinte: „Sie war doch so vergnügt die ganze Zeit, mir haben nichts davon bemerkt." Ich aber lächelte schon unter Tränen, da mich die Wärme der schützenden Mutterliebe umfing, doch ich vermochte nichts zu sagen. Albrecht Dürer und seine Mutter. Durch die bekannte Kohlezeichnung Dürers, die sich in Berlin befindet, ist uns das Antlitz seiner alten Mutter vertraut geworden Es ist uns mie das Antlitz der Mutter überhaupt. Die großen meitgeöffneten Augen schauen bis auf den tiefsten Grund unserer Seele — dieser Mutter kann man nichts verheimlichen! Weisheit und Verstehen ist in dem ausgemergelten Gesicht, Hinhören auf den Anderen und alle Liebe und alles Leid der Mutter. Wir missen außer diesem Bilde und einigen kurzen Worten in den Aufzeichnungen Dürers nichts meiter von ihr. Und mir missen doch alles! Denn ebenso stark mie aus der Zeichnung des ergreifenden alten Gesichtes tritt das Wesen dieser Frau aus den einfachen Worten hervor, die ihr Sohn unmittelbar nach ihrem Tode niedergeschrieben hat. Und mir fühlen die Bedeutung, die sie, die schlichte Frau, für die Wesensformung unseres größten deutschen Malers gehabt hat Dank sind auch mir ihr schuldig. Dürer berichtet, daß er seine Mutter nach des Vaters Tode zu sich nahm, da sie „ganz arm mar". Neun Jahre hat er sie in Ehrfurcht betreut und versorgt, bis sie einer langmicrigen Krankheit im Jahre 1514 erlag. „Diese meine frumme Mutter hat 18 Kinder tragen und erzogen", schreibt Dürer, „hat oft die Pestilenz gehabt, viel anderer schmerer merklicher Krankheit, hat große Armut gelitten, Verspottung, Verachtung, höhnische Worte, Schrecken und große Wi- öermärtigfeit, doch ist sie nie rachselig geroeft ... Und sie hätt allmeg mein und meiner Brüder große Sorg vor Sünden, und ich ging aus oder ein, so mas allmeg ihr Sprichmort: geh im Namen Christo. Und sie hätte uns mit hohem Fleiß stetiglich heilige Vermahnung, hält allmeg große Sorg für unser Seel. Und ihre gute Werk und Barmherzigkeit, die sie gegen jedermann erzeigt unreine Waldgeschenk. Don Helene Doigt-Diedenchs. „Morgen früh, da mird nicht ausgeschlafen, da wandern wir in den Maitau!" sagt verheißungsvoll der Glasbläser zu seinen Kindern und zu seiner Frau. In den Wald und auf die Berge laufen, nach der langen Woche in der Fabrik, kann man auch auf andere Art. Da wird der Rucksack umaehängt und im Vorüber eingesammelt je nach der Jahreszeit: Beeren, Pilze ober auch nur Kiefernzapfen, Tannenastwerk, dürre Stecken vom Haselbusch. Morgen am Maiensonntag aber will der Werkmann aus einem ganz besonderen Grunde früh in feinen großen Garten hinaus. Er hat es den Seinen noch nicht verraten, aber neulich hat er beim Um- herstreifen entdeckt, es ist die Zeit, wo der Frauenschuh blüht, diese schöne seltene Pflanze, die gerechtermaßen seit ein paar Jahren unter Naturschutz steht. Den hätte es nicht gebraucht für den Liebhaber, der sich mal eine einzelne Blume ins ©las setzt. Aber daß die Stadtleute losziehen, rupfen, knicken und ausgraben — wenn dies so weitergegangen wäre, gar manche Pflanzenart hätte in Gebirge, Tal und Acker nie ein Mensch mehr Dors Gesicht bekommen. Damit der Vater seiner Frau und den Kindern nicht zuviel verspricht, ist er schon am Himmelfahrtstag allein los gewesen, wie ein Dachs an den Hängen entlang gespürt, um die richtigen Plätze auszumachen. Seine liebe Frau, hat sie nicht reichlich zu schaffen gehabt, seit sie knapp vor Ostern das kleine neugebaute Siedelhaus bezogen haben! Dafür soll nun aber auch, ihr zum Lohn, die lieber» raschung am Muttertag klappen. Um diese Jahreszeit braucht man keine Weckuhr. Das Wecken besorgt der Kuckuck; um vier Uhr ist der Glasbläser mit seiner Frau und dem Mädchen und dem Jungen schon zum Hause hinaus, lieber dem Fluß wölkt ein zarter Dunst, aber hier, höher am Berg, will der Himel blau werden. Die Blätterwände der Kastanien sind rosig von ihrer eignen Blüte und vom Morgenlicht. Die Häuser stehen alle noch mit geschlossenen Fenstern, nichts lebt auf der Straße nur die Vögel laufen hin und her — Drossel Haubenlerche, Rotkehlchen; auf dem Pfosten sitzt keck ein Gimpel in seinem prächtigen Federrock. Bald sind die Wanderer vollends zum Stadtranddorfe hinaus. Das Seitental herauf, entlang dem Bachlauf, dampfen die Wiesen. Das lebendige Korn begrünt die roten Aecker. Die Pappeln ragen senkrecht mit lichten Wipfeln aus dem Bodennebel. Grau von Nässe ist der Klee. Und nun gar der LlleleU (ein Weiß, Rosa und Himmelblau schimmert nur verdeckt. Das Wild hält sich noch verborgen am trockenen Hang. Aber von irgendwo klingt der Balzruf des Fasans, und im kahlen Kartoffelacker sitzt aufrecht ein Hase, stellt die Augen nach der einen und die Löffel nach der anderen Seite und läßt sein taunasses Fell von der jungen Sonne wärmen und trocknen. Tauben klatschen hoch von den dunklen Dächern des Dorfes im Pappelgrund. Jetzt wird der Hang steil und unfruchtbar, nackt bricht der Muschelkalk zwischen den Kiefern hervor. So arm sie stehn mit kümmernden Nadeln, da jst keine, die nicht ein paar helle Maienlichter aufsteckte. Zwischen ihren hungrigen, weithin suchenden Wurzeln haben sich wohlgemut die Karnickel eingebaut. Die Kinder spähen mit scharfen Blicken, sie möchten es dem Vater zuvor tun, den ersten Frauenschuh selber entdecken! Der läßt sie gewähren, lächelt still für sich. Wozu hat er vorgesorgt? Ahah — hier ein Holzsplitter unter den Stein geklemmt — das erste Merkzeichen! Wie von ungefähr zweigt der Vater zum Hang hinauf. Aber das Mädchen, die Schlaue! Flink ist sie ihm zur Seite, bald vorweg! und nun schickt sie schon von oben ihren hellen Finderruf. Bald hockt die ganze Familie staunend auf dem abschüssigen Boden um das Nest von nickendem Frauenschuh. Maiengrün leuchten die gewellten Blätter, der krauttge Stengel steht steil heraus, daran schwebt, groß und fremd, fast wie ein an- gehängter Vogel, die nie gesehene Blume Geheimnisvoll bläht sich, zwischen blutdunklen Zipfeln, die goldgrüne Honiglippe Ist es nicht eine Pracht, wie die ganze Pflanze strotzig dasteht . Die Kinder staunen zu den Eltern hin, tun ihre Fragen, nehmen Wort für Wort aus des Vaters Mund. Sie wissen schon, abgeschnitten wird hier nichts! Wozu auch? Ist doch nirgendwo^ eine Pflanze so schön wie an ihrem natürlichen Standort Aus dem Weiterweg finden sie noch einmal ein volles Beet. Aber hier sieht es beim Naher- fommen schlimm aus. Die Blätter sind unversehrt doch an den Blüten hat ein Reh herumgezerrt. Hat sie zerbissen, verstümmelt, nur eine Knospe ist verschont geblieben. Hier auch eine volle Blute — heil, aber an ihrem Stiel tief zwischen die kühlen Blatter niedergeknickt. Sie läßt sich nicht wieder aufrichten, will schrumpfen, da ist es schon recht, sie vollends abzulösen. Vielleicht gelingt es, sie daheim im Wasser für ein paar Stunden lebendig zu machen» Nach dem ersten Morgensingsang sind die Vögel nun stiller geworden. Da gibt es keinen Sonntag, Futter müssen sie schassen für ihre Jungen So ein hilflos flaumfedriger Gelbschnabel — was verlangt er nicht alles, zum Glück für den Wald! wie wollte der sonst bestehn gegen die Unmassen winziger Angreifer. Bleibt mal still, Kinder, und horcht! Alle hören und sehen, wie es rieselt und knackt unter der Eiche von schwärzlichem, schnell verdauten Blattfutter. Und nun der nächste Baum! Behängt ist er mit wie aus Glas gesponnenen Schaukelfäden, an denen die kleine grüne Raupe, die zur Verpuppung reif ist, sich zu Boden feilt. An diesem warmen viellebigen Morgen, auf Schritt und Tritt hat der Vater seinen Kindern was zu zeigen. Wie die Kiefer blühen will, in zierlich braunlichten Kegeln — liegt es nicht wie ein goldenes Frühlingstuch über dem ganzen winterdunklen Baum? ... Höher im Wald, wo es schwarze Erde gibt, Feuchtigkeit und duftende Maiglöckchen, da finden sich tischgroße Wasserlöcher, das schönste natürliche Aquarium mit grünen Pflanzen am Grund und flinken Salamandern. Da! ein Käfer plumpst hinein, der kleine Räuber im besonnten Wasser rudert heran — schon ist das Flügeltierlein verwandelt in eine kleine glashelle Luftblase ... Man soll beileibe nicht meinen, daß an der Pflanze nur die Blume schön sei. Jeder Wurzelstock am Grund, jedes Kraut — gebt acht! ist nicht gar manches Mal das Laub am Zweig: hier die Fichtennadel, dort das schlanke Buchenblatt! geformt wie ganz im Großen die Baumkrone? — macht das Herz froh, sobald man es nur wahrhaftig anschaut. Das rechte Anschaun, das hat es in sich . Der Vater wird nicht müde, die Seinen zu immer neuen Frühlingswundern hinzuführen Manchmal kommt es auch vor, daß er selber die Kinder befragt, denn sie lernen manches in ihrer Heimatkunde, wovon, als er selber klein war, niemals ein Lehrer mit den Kindern gesprochen hat. Der Morgen rückt vor. Nach dem einsamen Teil des Waldes, wo man ohne Weg und Steg auskam, trifft man nun die Pfade, die glatt und gemächlich aus der Stadt die Scharen der Spätaufsteher heraus führen. Als die Sonne recht mailich an zu brennen fängt, ist die Familie wieder zu Haus angelangt Die Mutter wärmt das bereit gestellte Essen, der Vater selber hat darauf bestanden, daß sie sich heut mit Kochen nicht plagen darf. Die Kinder ordnen ihre Maiblumensträuße, — einen davon soll die fremde Mutter kriegen, die im Nebenhaus tagaus tagein lahm am Fenster sitzt. Der Vater zieht den geknickten Frauenschuh aus dem schattenden Papier. Die Blüte ist schlaff und zerdrückt Aber sieh einer an! aufhauchen läßt sich die Honiglippe, mit einem Glasstäbchen werden die Blütenzipfel geglättet, und zuletzt wird die Pflanze zur Erfrischung bis an den Hals ins Wasser gesteckt. Und wirklich, als Vater und Kinder sich zu ihren Tellern um die Mutter setzen,' duftet aufgelebt in der Mitte des Tisches das schönste blühende Waldgeschenk. Zeitschriften. — „Die K u n st", Monatshefte für Freie und Angewandte Kunst (Verlag F. Bruckmann, München. Preis vierteljährlich 7 Mark) bringt als Auftakt zu einem Wettbewerb um das beste Kinderbild- nis einen AuflaH über dieses Thema von Ulrich Christoffel, mit Abbildungen, die zeitlich von Tizian bis Thoma reichen; Christoffel untersucht darin die besondere Aufgabe, die der Kinderbildnismalerei zukommt und rückt so das Thema über das Historische hinaus in die Sphäre der Problemstellung, wie sie sich der heutigen Malerei darstellt In einer Artikelserie sollen die jungen drängenden Kräfte der deutschen Malerei zu Worte kommen. Als dritter Maleraufsatz ist der über den holsteinischen Maler Wilhelm Petersen hervorzuheben, der sich gleich bei seiner ersten Ausstellung einen Erfolg zu sichern gewußt hat. Den plastischen Teil des Heftes bestreiten die Bildhauer Josef Enseling in Essen (besonders eindrucksvoll der Kriegerkopf vom Coesfelder Ehrenmal) und Josef Henselmann in München — Der Aufsatz „Bauten, Fahnen und Licht" von Wilhelm Lotz zeigt on Hand eindrucksvoller Abbildungen, wie durch die Anordnung von Fahnen und durch die nächtliche Anstrahlung die Architektur zu höchster Wirkung gebracht wird. In dem Teil Wohnungskunst, der voll von geschmacklichen und praktischen Anregungen für alle, die sich ihr Heim schön machen wollen, ist, nimmt der Aufsatz über das Arbeitszimmer den größten Teil ein. Sehr schön sind die Bilder von Gartenhäusern des Stuttgarter Architekten Valentin. Auch die Einfamilienhäuser des Münchener Architekten G. H. Winkler werden Beifall finden. Prächtiges Kunstgewerhe verschiedener Art beschließt das Heft. — Das neue Heft der „Sire n e" bringt u. a. Aufnahmen von den unterirdischen Schutzräumcn der sächsischen Stadt Penig, die aus dem Mittelalter stammen und heute wie damals für den Ernstfall ideale Zufluchtsstätten darstellen; ferner Bilderartikel über Luftschutzübungen der HI und über die Ausbildung von Laienhelferinnen auf dem Lande. Ein Bildbericht schildert die große Rolle des deutschen Vorbildes bei der Ausbildung der japanischen Marineflieger. Herrliche Photos zeigen den Park von Sanssouci zur Zeit der Magnolienblüte. und Jo- Veglnn 20.30 Uhr. Eintritt frei! 35 Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) gruen?" Sekunde die 2Iui jen und *as war das das un- Schätzen regnet, ist reicher als die Mutterhand, die segnet." Ist nicht alles Tun, das Dank fordert, wertlos, geniessen an dem. das in freier Hingabe die Pflicht erfüllt, immer gebend, nichts nehmend als kindliche Vertrauen! So ist die Mutterliebe Sinnbild der heiligen Einfachheit, die das Ziel seres Strebens ist. Groß-Kundgebung her ASDAp. in Gießen Am Mittwoch, 12. Mal, spricht in Gießen der Reichs- und Stotztruppredner Gauinspekteur pg. H o l z k ä m p e r in der Volkshalle. Die Bevölkerung Giehens und der umliegenden Ortschaften ist zur Teilnahme an dieser Kundgebung herzlichst eingeladen. Skandal um Dr. Vandergruen Roman von Hans Hirthammer. Copyright by Verlag Oskar Meister, Werdau i. S. _ Zu Hause stoßt Gisch wieder auf den Zettel von Dr. Vandergruen. Sie liest ihn wieder — und alle ihre tapferen Vorsätze stürzen zusammen. „Ich will zu ihm. ich liebe ihn ja. Mag er tun mit mir, was er will. Mag er denken von mir was er will!" Schon hat sie sich auf den Weg gemacht, schon steht sie an der Straßenbahnhaltestelle — da kehrt sie m einem jähen Entschluß wieder um. Sie darf es nicht tun. Er würde sie innerlich verachten. Er wurde denken, daß seine gesellschaftliche Stellung, sein hohes Ansehen, seine Einkünfte, sein Hcms, daß diese Dinge der Antrieb ihres Handelns eien, erstrebenswert genug, um selbst eine Beschimp- tung, mic die von gestern, zu verschmerzen. Nein, es^rbt keinen Weg zu ihm zurück. setzt sich hin und schreibt: „Ich habe Ihnen nichts zu verzeihen, Herr Dr. Vandergrueul Da Sie über den Grund Schliephake über „Hochtouren in Bernina Vergelt." Kirchliche Versammlungen finden am kommenden Montagabend in der hanneskirche und in der Stadtkirche statt. Ortsgruppe Gießen-Nord. QM Äei hat, kann ich nit genugsam anzeigen und ihr gut Lob ... An einem Erchtag was der 17. Tag im Maien, zwo Stund vor Nacht, ist meine frumme Mutter Barbara Dürerin verschieden christlich mit allen Sakramenten ... Und sie forcht den Tod hart, aber sie saget, für Gott zu kummen fürchtet sie sich nit ... Sie hat mir noch vor ihren Segen geben und den göttlichen Fried gewünscht mit viel schöner Lehr auf daß ich mich vor Sünden hüten. Also brachen ihr die Augen. Ich sach auch wie ihr der Tod zween große Stoß ans Herz gab und wie sie Mund und Augen zutät und verschied mit Schmerzen. Ich betet ihr vor. Davon hab ich solchen Schmerz gehabt, daß ich's nit aussprechen kann. Gott sei ihr gnädig. Item ihr meist Freud ist allweg gewest von Gott zu reden und sach gern die Ehr Gottes. Und sie war im 63. Jahr da sie starb. Und ich hob sie ehrlich nach meinem Vermögen begehen lassen. Gott der Herr verleih mir, daß ich auch ein seliges End nehm, und daß Gott mit seinem himmlischen Heer, mein Vater, Mutter und Freund zu meinem End wöllen kummen und daß der allmächtige Gott das ewig Leben gab. Amen. Und in ihrem Tod sach sie viel lieblicher, dann da sie noch das Leben hott." M. v .O. tn^ Ch... $lSu?Ab> K »angel9 > feiert $ ®eni Sl”rÄ H S. Te Un d'o ßjy.’fc tob, N"nde b WS raop , m N: r»--' 0« RUHL Seltersweg Nr. 67 adiO Telephon Nr. 3170 eparaturen l897D meines Aufenthaltes in Ihrem Haus nicht unterrichtet waren, hatte der Verdacht, den Sie hegten, eine gewisse Berechtigung. Auf keinen Fall war ich befugt, mich in Ihrem Zimmer aufzuhalten. Es liegt also an mir, Sie um Entschuldigung zu bitten." Auf dem Weg zum Bahnhof wirft sie den Brief m den Kasten. Frau, Bürklein läßt es sich nicht nehmen, „ihr Kleines" zum Zuge zu bringen. 23. 3n diesen endlosen Stunden, da der Doktor auf ein Lebenszeichen von Gisch wartet, erlangt er die Erkenntnis, daß er dieses Mädchen liebt, daß er sie begehrt. Herrgott, man hat lange genug bloß für feine Arbeit gelebt und alle Schönheiten des Lebens entbehrt. Hat man nicht ein Recht, endlich auch dem Herzen eine Freude zu gönnen? Wenn sie kommt, malt er sich aus, dann nehme ich sie an mich. Und küsse mir meine ganze Sehnsucht von der Seele. Und halte sie fest, bis sie mir sagt, daß sie mein werden will. Gisch, mit deinen lieben Augen? ... Aber sie kommt nicht. Der ganze Vormittag vergeht, und sie kommt nicht. Um elf Uhr ruft er in der Fabrik an. Man sagt ihm, daß Fräulein Amelung vor drei Stunden auf eigenen Wunsch entlassen wurde. Was bedeutet das? Ist etwa — er daran schuld? Hat er das Mädel so aus dem Gleichgewicht ge- dracht, daß — —? Um zwölf Uhr klingelt Stefan wieder einmal an der Wohnung von Frau Bürklein — und wieder ist niemand anwesend. Es ist zum Derrücktwerden. Um zwei Uhr kommt Frau Bürklein nach Hause. Sie erschrickt nicht wenig, als aus einem Auto ein ^err auf sie losstürzt und sie am Arm packt. „Sind woh t?" $ame' &e‘ wacher Fräulein Amelung „Ja, gewiß, dos Fräulein hat bis heute bet mir gewohnt." Stefan möchte sich am liebsten die Haare aus- re-ßen. Hat? Wieso „hat"? Wohnt sie denn jetzt Mcht mehr bei Ihnen?" Allein ist nicht die Frau, die etwas für ftch behalt, wenn es nicht ausdrücklich verlanat wird, und selbst da ist es nicht sicher« Also erfährt Stefan die Geschichte von Fräulein Amelungs großem Glück. „Na, wissen Sie, sie hat es wirklich verdient, das muß man schon sagen. Was hat sie denn gehabt vom Leben? Immer arbeiten immer in die Fabrik gehen!" „Ja, ja!" sagt Dr. Vandergruen, besteigt seinen Wagen und fährt heim. Er läßt sich Zeit, er hat nichts mehr zu versäumen. Er fühlt, daß er Gisch verloren hat. Es ist eben nicht so, daß man bloß die Hand auszustrecken braucht. Bist zu alt, Steff! Wahrscheinlich hätte sie gelacht, wenn sie gewußt hatte wie es um dich steht. Kehre zu deinem Japanisch, zu deinen Büchern zurück, alter Knabe, das ist deine Welt, das ist dein Zu Hause erwartet ihn Werner Michaels. „Gute Nachrichten, Herr Doktor! Sie sind vollkommen rehabilitiert!" „Ah, das ist ja erfreulich! Aber kommen Sie doch hinüber in die Bibliothek! Die Nachricht ist eine gute Zigarre wert." bJe ^!§ar.ren angezündet sind, fährt Dr. M^s fort: „Ich komme soeben von Hamburg, wo es uns überraschend gelungen ist, die geheimnisvolle Geschichte aufzuklären. Ich will Ihnen zu- QSifnfe9enö ?e.n Tatbestand skizzieren: betreibt ein gewisser Ieffers im mit Clne£ ausgedehnten Schleichhandel gh 9r x- r ,1)16 Emträglichkeit seines Ge- f^ustes litt lediglich an der Schwierigkeit der Wa- ttnbeschaffung Sein Hauptlieferant für das Opium SSL r Kottschew, der aber geradezu wucher- bafte Preise forderte, obgleich er das Gift auf Schmuggelwegen direkt von Ostasien bezog. Ieffers unö6 b^n Ad"ress-°^ Koltschew unschädlich zu machen Erfahr m«21? ? bes !?p°Nlschen Lieferanten in Erfahrung zu bringen. In der Tat gelingt es ihm Scannen gestimmten Brief aus Tokio abzufangen, den er aber nicht zu übersetzen vermaa ” "°n Ihnen aus, wobei er™“?: sichtshalber angibt, daß dieser Tert nur nufäffm fÄM «°r°te°n fei.1*» L7 Ä? 9 KEhefert, dann würde er Sie veran- Su S“$e ier 3U übergeben, auf biefe Weife wäre er tn den Besitz der An» mattgefe“tzt "worden L""" (Fortsetzung folgt!> Sieb1 K sß Vs 60 bis 65, Ober Mich, neue.» Wndel 10 bls ♦♦ Maien 19 Uhr von de EorWfoIge: Ehr", Vorrefoi ®ott«“»onߣ lengrunde 1 ♦* B erke tagfrüb treifflj Ecke Friedrich Glück noch gl Richtung Klei -er Ecke Fra vor ihm fahr sehens der radier zur U Friedrichstraße fuhrer den V bemerkte, gela pen. Dagegen Maschine nicht Motorrad auf Drogerie Seid LerleWgen z digt. Kleine C 3m Septem! L. auf der Sti stoß mit einen rer wurde er! an den Folge! mit einem bi gefahren und ohne sich do' Straße frei Motorradfahl gefähr auf de Ser Berichte, Meter gesche/ noch oorbeijiif da der Angettc lchhr. Er strc W kam zu f hon. Der Ai ses Unfalls sich od die Straße fahrer, der eir "tcht so verhal! Atzte. Die ge W ausgespt! rchng verwarf fr'ndie Koste Segen fort ^/ler aus ®e IQ n g n i s Pn dieses U ^rhessen. $0 Armeister pnbelte unt auf > dieses » Straffe ^^ngmzstrafk S'N Ser Snjetl Aus d Slufi übiyi। ft9 ein 51 J? betl 5 III. Aus den Übertretungen der Polizeiverordnungen folgerte der Kreisausfchuß, daß die leichtfertige Außerachtlaffuna der Sicherheitseinrichtungen den Kläger veranlassen können, sich in gleicher Weise über die notwendigen Sicherheitsvorschriften im Kraftwayenverkehr hinwegzufetzen. Da der Besitz eines Führerscheins ein besonderes Maß von Verantwortung erfordert, die der Kläger durch fein Verhalten in Frage gestellt habe, wurde ihm der Führerschein entzogen. In der gestrigen Verhandlung sah der Kreisausschuß aus Billigkeitsgründen oon einer Bestätigung seines vorgegangenen Entschlusses ab und beließ dem Kläger, trotz schwerer Bedenken, den Führerschein. Mit guten Ermahnungen entließ der Vorsitzende den Kläger. Eine gleichgerichtete Klage hatte der Wilhelm Jak. Weicker von Lich angestrengt. Er war nach einer Fahrt zu einem Fußballspiel in Leihgestern mit einem Mitfahrer namens Holzapfel aus Lich auf einem führerscheinfreien Motorrad bei der Rückkehr kurz vor Lich verunglückt. Holzapfel, der das Motorrad gesteuert hatte, blieb längere Zeit bewußtlos. Die Blutprobe ergab bei beiden Verunglückten übermäßig starken Alkoholgenuß. Der Kreisausfchuß war, von der Erkenntnis ausgehend, daß ein Kraftfahrzeugführer wissen muß, daß ein betrunkener Beifahrer eine Gefahr für den Radlenker bedeutet, zu der Annahme gekommen, daß das Verhalten Weickers in diesem Falle sehr leicht- st.nnig gewesen sei und er sich dadurch als ungeeignet für die Beteiligung am Verkehr erwiesen habe. Aus diesem Grunde wurde ihm der Führerschein aberkannt. Erst der Umstand, daß der gleichzeitig verunglückte Holzapfel ebenfalls im Besitze eines Führerscheins war und trotz wiederholter Aufforderung das Motorrad nicht aus den Händen gab, veranlaßte den Kreisausschuß zur Zurücknahme seines Beschlusses. Der Vorsitzende hob dabei hervor, daß der vom Kläger vorgebrachte Hinweis auf die wirtschaftliche Schädigung bei der Beschlußfassung nicht maßgeblich sei. Nur wegen seiner bisherigen guten Führung als Kraftwagenfahrer wurde noch- kann —! Ich weiß, es ist nicht recht, daß ich mich freue! Tante Liefa ist gestorben und — es tut mir sicherlich leid, daß ich sie verloren habe. Aber — ich kann nicht Trauer und Verzweiflung heucheln, wenn sich mit diesem Todesfall die geheimsten Wunsche meines Lebens erfüllen. Ich habe in einer Fabrik gearbeitet, weil ich gezwungen war, meinen Unterhalt zu verdienen, aber nicht etwa, weil es mir Freude machte. Das dort aber, dieses Haus in Thüringen, wird mir Freude machen. Ich werde dort mehr arbeiten müssen, ich werde größere Sorgen haben, aber ich werde glücklich sein." „Und — Stefan Vandergruen?" r.Gisch schließt für eine Sekunde die Augen und schluckt ein paarmal, bevor sie antwortet. „Das war — eine Verirrung, Mary! Ich liebe ihn, ja, ich habe kernen Grund, es zu verheimlichen, aber — Doktor Vandergruen — das ist eine andere Welt, es war Vermessenheit, meine Wünsche mit diesem Mann in Zusammenhang zu bringen." „Quatsch!" sagt Mary. „Höre mal, ich werde mit Bert Imhoff sprechen, daß er deinem Doktor--" „Das wirst du nicht tun, Mary, versprich es mir'" In erregten Worten schildert sie, was zwischen ihr und dem Doktor vorgefallen ist. „Es war zu furcht- bar, Mary, und wenn er selber käme und mich um Verzeihung bäte — nein, nein, nein, ich will nicht, 'ch kann nicht, ich habe auch meinen Stolz!" _ Mary zuckt die Schultern. „Du mußt es wissen, Gisch! großen Uraufführungserfolges „Das Schloß im Wind", Schaüfpiel von H.A. Weber, statt. Spiel- leitung: Der Intendant. Diese Vorstellung findet gleichzeitia als 15. Vorstellung für den Theaterring der NS.-Kulturgemeinde statt. Anfang der Vorstellung 20 Uhr, Ende 22.30 Uhr. Am Sonntag, 9. Mai, findet die letzte Operetten« Vorstellung dieser Spielzeit statt. Es geht zum 17. Male der große Erfolg „Der Zarewitsch", Operette von Franz Lehär in Szene. Musikalische Leitung: Kapellmeister H. Hampel. Spielleitung: Paul W r e d e. Einstudierung der Tänze und choreographische Leitung: Tanzmeisterin Irmgard Zenner. Bühnenbilder: Karl Löffler. Anfang 20 Uhr, Ende 22.30 Uhr. Die Vorstellung findet außer Miete statt. Montag, 10. Mai, Anfang 20 Uhr, Ende 22.15 Uhr, „Der Günstling", Oper von Wagner-Rsgeny. Musikalische Leitung: Paul Walter. Spielleitung: Wolfgang Kühne. Mittwoch-Miete. 31. Vorstellung. Dienstag, 11. Mai. Anfang 20 Uhr, Ende 22.15 Uhr, „Der Etappenhase , Lustspiel von Bunje. Spielleitung: Heinrich Hub. Dienstag-Miete. 30. Vorstellung. Freitag, 14. Mai, Anfang 20 Uhr, Ende 22.30 Uhr, „Die Kleider meiner Frau", Lustspiel von W. Frank. Spielleitung: der Intendant. Freitag- Miete. 32. Vorstellung. Montag, 17. Mai (Pfingst-Montag), Anfang 20 Uhr, Ende 22.15 Uhr, „Der Etappenhase", Lustspiel von K. Bunje. Spielleitung: Heinrich Hub. Außer Miete. LandfchaftebunD Volkstum und Helmat, Ottering Gießen. 21m morgigen Sonntag Lehrausflug in den Bergwerkswald unter Führung von Univerfitäts-Garten- inspektor i. R. Rehnelt und Lehrer Häuser. Deutscher und Oesterreichischer Alpenverein, Sektion Gießen (Oberhessen). Heute Samstag im Hörsaal des Kunstwissenschaft- lichen Instituts Lichtbildervortrag von Professor Dr. „Sehr schön! Man könnte es sich überlegen. Darf ich die Karte behalten?" „Leider nein, ich habe bloß die einzige. Aber ich werde Ihnen Prospekte senden!" Es waren ihrer acht Mädel gewesen in der Ab- teuung, und alle acht hatten sich wunderbar miteinander vertragen. So geht denn der Abschied nicht ohne Tränen ob, und des Händeschüttelns ist kein Ende. „Wißt ihr was, Kinder!" ruft Gisch leichtsinnig. „x)en nächsten Urlaub verbringt ihr alle zusammen « , ch lade euch ein. Ja? Macht ihr mir die tfreuöer Nach einigem Hin und Her wird das Angebot einstimmig angenommen. — Mary Hauck ist gerade dabei, eine alte Dame aus -Potsdam zu beschwichtigen, die sich einbildet über» f "Aber natürlich, wir werden das Kleid Umtauschen. Und wie geht es der verehrten Frau Tochter? Ist das Baby gesund?" das Baby ist gesund, und denken Sie sich bloß, Fräulein Mary, gestern hat sie das erste» rührt"'^""" mcine T°ckster war ganz ge- Mary ist entzückt und führt die alte Dame zu Frau Lerch, der Besitzerin des Salons. „Gisch, was ist denn mit dir los? Hast du eine Erbschaft gemacht?" „Du wirst lachen, Mary, genau erraten!" „Aber nein! Wirklich, im Ernst?" „Ehrenwort!" Gisch erzählt. „Und nun will ich mich oon dir verabschieden. In drei Stunden fahre ich nach Thüringen." „Gisch, Mädel!" „Schau Mary, ich kann's ja selber nicht glauben. Man liest wohl manchmal etwas Derartiges in der Zeitung, aber daß es einem selber einmal passieren der Ziehharmonika gings in den maienfrischen Wald des Fohnbachtals, das herrliche Blicke auf die Berge unserer Heimat bot. Die Führung hatte der de- kannte Heimatforscher E. Praß (Krofdorf), der in „Heimat im Bild", Jahrgang 1936, Nr. 21, die denkwürdigen Stätten des Krofdorfer Waldes behandelt hat. Er führte zunächst ans „K r e u z g ä r t ch e n", wo das „Frauenkreuz" der Sage nach von einem (Bleiberger Grafen errichtet wurde, als Sühnemcrl dafür, daß er im Zorn feine Frau wegen angeblicher Untreue erstochen hatte. Am W a l d h a u s vorbei, das leider keine Raststätte mehr bietet, gings zum „Dreiherrenstei n", wo in einer Spitze Die Grenzen der drei ehemaligen Länder Hessen- Darmstadt, Hessen-Kassel und Nassau-Weilburg Zusammenstößen. Dem Grenzbächlein nachgehend gelangte man über den „Sauwase n" zum „Hirschsprun g", wo zwei Sandsteine den Ab- und Aufsprung eines Hirsches bezeichnen, der 1562 bei einer Jagd von Hunden verfolgt über einen Iagdzeugwagen sprang. An der mächtigen „Zi- g e u n e r e i ch e" vorbei führte schließlich die Wanderung zum „S ch l o ß b e r g ", einer karolingischen Burganlage. Aus der „Schmelz" und schließlich noch in Odenhausen beschloß ein geselliges Beisammensein mit dem Volkstanzkreis, der unterwegs verschiedentlich durch Lieder und Volkstänze erfreut hatte, die schöne und lehrreiche Wanderung. mals, aus Rücksicht auf den alten Vater, der Beschluß aufgehoben und Weicker der Führerschein belassen. Abschied vom Stadttheater. Aus dem Stadttheaterbüro wird uns mitgeteilt: Heinrich Hub, Mitglied des Stadttheaters Gießen seit der Spielzeit 1929, wurde für die Spielzeit 1937/38 an das Stadttheater in Mainz als 1. Charakterkomiker für Schauspiel und Operette verpflichtet. Ende Mai findet eine Abschiedsvorstellung für Heinrich Hub, als Papierfabrikant August Schulze, in dem Schwank „Der blaue Heinrich" von Schwartz- Lengbach statt. Wie uns vom Stadttheaterbüro heute früh weiter mitgeteilt wird, verabschieden sich die Ensemblemitglieder Hansi Prinz, Heinz Rosenthal und Paul Nieren in der Vorstellung des Lustspiels „Der Etappenhase" von Karl Bunje vom hiesigen Publikum, um anschließend ihren neuen Engagements Folge zu leisten. An historischen Stätten im Krofdorfer Korst. Die beiden Omnibusse konnten kaum die hunöert Heimat- und Wanderfreunde fassen, die der Ortsring Gießen des LVH. am Himmelfahrtstag in den Krofdorfer Forst führte. Unter den Marschweifen Dornotizen Tageskalender für Samstag. Heffenfahrt des NSKK.: 16.30 Uhr Start am Os- waldsgarten. — Stadttheater: 20 bis 22.30 Uhr „Das Schloß im Wind". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Sein letztes Modell". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die Kronzeugin". — Oberhessischer Kunstverein, Turmhaus am Brand: 16 bis 18 Uhr Ausstellung von Gemälden, Aquarellen und Zeichnungen von Lotte Droefe. — Gleibergverein: 16 Uhr Generalversammlung auf Burg Gleiberg. — Deutscher und Oesterreichischer Alpenverein, Sektion Gießen (Oberhessen): 20 Uhr Lichtbildervortrag von Pros. Dr. Schliephake im Kunstwissenschaftlichen Institut über „Hochtouren in Bernina und Bergell". — Deutsche Stenogravhenschaft: 20.30 Uhr Abendspaziergang nach der Bergschenke. Tageskalender für Sonntag. Stadttheater: 20 bis 22.30 Uhr „Der Zarewitsch". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Sein letztes Modell". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die Kronzeugin". — Oberhessischer Kunstverein, Turmhaus am Brand: 11 bis 13 Uhr Ausstellung von Gemälden, Aquarellen und Zeichnungen von Lotte Droefe, Gießen. Stadttheater Gießen. Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Heute abend findet die letzte Wiederholung des Theatervorstellung. Am Donnerstag, 13. Mai, bringen mir im Stadttheater als letzte Sondervorstellung dieser Spielzeit das Lustspiel „Der Etappenhase" von Karl Bunje. Preise sind 50, 70, 90 Pf. Bestellungen müssen möglichst umgehend auf der Kreisdienststelle abgegeben werden. Meldeschluß 5.5.37. Zweitägige Omnibus-Pfingstfahrt an die Bergstraße und durch den Spessart. Fahrttveg: Gießen, Frankfurt a. M., Darmstadt, Bensheim, Reichenbach, Lindenfels, Beerfelden, Michelstadt, Amorbach, Miltenberg, Wertheim, Schollbrunn, Rohrbrunn, Aschaffenburg, Hanau, Friedberg, Gießen. Teilnehmerpreis: Einfchl. lieber« nachtung und Verpflegung 17 Mark. Abfahrt: 7 Uhr am Haufe der Deutschen Arbeit, Schanzen- straße. Vorherige Anmeldung auf der Kreisdienst, stelle ist erforderlich. Urlaubsfahrten. Im Monat Mai find noch folgende Urlaubsfahr- £e_n 13. bis 21. Mai, Harz, Teilnehmerpreis 37 Mark; 13. bis 23. Mai, Bodensee, Teilnehmer- Aus der Stadt Gießen. Tag der Mutter. Von Hans Hartmann. Es gab Zeiten, auch unserem Volke blieben sie nicht erspart, wo der Blick für das Muttersein getrübt war, wo mütterlicher Sinn eher verlacht, als bewundert wurde. Opfer, Schmerz, Hingabe, schlaflose Nächte, Sorge um die Entwicklung von Leib, Seele und Geist des Kindes ... warum? Tief war es in jenen Zeiten ins Bewußtsein gedrungen, Kinder seien ein überflüssiger Luxus, etmas für die Dummen, ein Hindernis für den freien Lebensgenuß. Man hat damals frevelhaft gespielt mit den Gemütswerten, mit jener echten und einzigen Schönheit der Hingabe, die im Muttersein sich offenbart. Glücklich das Volk, das aus solcher Lebensauffassung erwachte; einer Auffassung, die dadurch nicht wert- voller wurde, daß sie sich das Mäntelchen besonderen Verantwortungsbewußtseins umhängte und behauptete, man dürfe nicht „Kinder in die Welt setzen", wenn man nicht das Vermögen für chre „Aufzucht" habe. So bequem ist das Leben nicht, und wer es sich so leicht macht, an dessen Seele rächt sich dieser leichte Sinn. Sicher muß da, wo es karg hergeht, Die Gemeinschaft eines Volkes mit« tragen helfen an Der Mühe und Sorge, die die Kinder den Müttern machen. Aber der Hauptanteil ruht doch auf der Mutter, die in der Liebe zum Kinde ihr eigenes Wesen erfüllt. Nun dürfen wir uns wieder aus ganzem, vollem Herzen dem Zauber, der inneren Sicherheit und seelischen Erfüllcheit hingeben, die in Der Mutterschaft liegt. Man kann sich diesem Zauber von verschiedenen Seiten her nähern: Man kann, wie die vielen Bilder Der großen Maler, Die Schönheit unD Innigkeit Des Zusammenseins von Mutter und Kind in Den Mittelpunkt stellen. Man kann alle mütterliche Vorsorge schon vor Der Geburt Der Kleinen hervocheben, jenes wunderbare Ineinander von Sorge und Freude, Die Das Mutter-Kind-Verhältnis vor allen menschlichen Beziehungen auszeichnen; man wird auch nicht von traurigen Stunden schweigen, wo die Kinder der Mutter entwachsen, wo sich Zwiespälte auftun und wo es um Die Entscheidung geht: ist Das Mutterherz stärker oder Stolz und Eigensucht Des Kindes? Sophokles hat in seiner „Elektra' dem Muttecherzen Die stärkere Macht zugesprochen: „Der Mutter Lieb' ist mächtig; wenn ihr Boses auch geschah, sie kann nicht Has en, Den ihr Schoß gebar." Man kann aber auch anders auf Mutterschaft unD Muttersein blicken, so wie es Goethe mit leiser Ironie tat, als er Die Kraft Der Aufopferung, wie sie Die Mutter erweist, vergleicht mit dem schwächeren Opfergeist her Männer. „Die Mutter fürwahr", so lesen wir in „Hermann und Dorothea", „bedarf der Tugenden alle ... zwanzig Männer verbunden ertrugen nicht diese Beschwerde. Und sie sollen es nicht, doch sollen sie dankbar es einsehn." Vielleicht der schönste Dank an die Mutter ist ober Der Gedanke, daß die Mutter einen solchen Reichtum an Gaben ausstreut, wie sonst niemand in der Welt. Geld und Gut, Glanz und Anspruch verblassen vor der immer wachen Innerlichkeit des M»ittLrherzens: „Kein Füllhorn, das von allen Am Montag, 10., unD Dienstag, 11. D. M., roirD im Bereich Der Ortsgruppe Gießen-Nord Die PfunD- sammlung Durchgeführt. Die Hausfrauen roerDen gebeten, Die PfunDpäckchen bereitzulegen. Oeffentliche Ratsherren-Sitzung. Am kommenden Dienstag, 11. Mai, um 16 Uhr beginnend, findet eine öffentliche Sitzung Der Rats- Herren Der Stadt Gießen im Sitzungssaale Des Stadthauses Bergsttaße statt. Auf Der Tagesordnung stehen: Haushaltsplan und Haushaltssatzung 1937; Haushaltsplan Der Plock'schen Stiftung; Abänderung Der SteuerorDnung über Die Erhebung Der allgemeinen Wertzuwachssteuer in Der StaDt Gießen; Forstbetriebsstock für Die Waldungen Der Stadt Gießen; Erlaß eines Nachtrags zur Polizei- oerordnung über Die Abhaltung des Frühjahrs- unD Herbstmarktes in Gießen (Messe-OrDnung); Erlaß eines Nachtrags zur PolizeiverorDnung über Die Einrichtung und Den Betrieb eines Nutzviehmarktes in Gießen. Kreisausschuß-Sitzung. Der Kreisausschuß Des Kreises Gießen befaßte sich am gestrigen Freitagvormittag unter Dem Vorsitz von Oberregierungsrat Dr. Schönhals mit Der Klaae Des FrieDrich Vetter aus Gießen gegen den Beschluß Des Kreisamtes vom 8. März 1937 wegen Versagung des Führerscheins für Die Klasse ,vic deutsche Arbeitsfront n.9.=Gcmeinfchaft Jfiraft öurth freuöc" Wer in den Monaten März und April den Planeten Mars beobachtet hat, wird eine dauernde Zunahme seiner Helligkeit bemerkt haben. Im Mai wird diese Helligkeitssteigerung noch auffälliger sein. Mars kommt der Erde immer näher und wendet ihr seine voll erleuchtete Seite zu. Am 19. Mai tritt er in den Gegenschein (Opposition) zur Sonne und ist demnach während der ganzen Nacht sichtbar. Die Helligkeit des rötlichen Planeten übertrifft die des Arkturus um das sechsfache. Der Zufall will es, daß Mars gerade in der Nähe des hellen Fixsterns steht, der wegen seiner rötlichen Farbe im Altertum An- tares, der „Marsähnliche" genannt worden ist. Freilich beschränkt sich die Ähnlichkeit beider Sterne auf die Farbe. Denn wir wissen heute, daß Antares ein roter Riesenstern von dreihundertfachem Sonnendurchmesser und ungeheurer Leuchtkraft ist, während Mars nur etwa halb so groß wie die Erde ist und sein Licht von der Sonne erhält. Und während der Lichtstrahl den Raum zwischen Mars und Erde in vier Minuten durcheilt, ist er von Antares drei Jahrhunderte unterwegs. Die größte Erdnähe erreicht Mars bald nach der Oppositionsstellung am 28. Mai mit einer Entfernung von 76 Millionen Kilometer. Die diesjährige Marsopposition ist daher bedeutend günstiger als die vorige im Jahre 1935, bei der uns 100 Millionen Kilometer vom Mars trennten; freilich längst nicht so günstig wie die von 1924, als Mars sich der Erde bis auf 57 Millionen Kilometer näherte, fast den kleinsten überhaupt möglichen Abstand. Für Beobachtungen in nördlichen Ländern wirkt sich allerdings die südliche Stellung des Planeten in diesem Jahre ungünstig aus. Mars beschreibt nur einen flachen Bogen am Südhimmel wie die Wintersonne. Marsoppositionen folgen sich in regelmäßigen Zeiträumen von zwei Jahren zwei Monaten, aber besonders günstige sind seltener und bilden ein wichtiges astronomisches Ereignis. Denn sie bieten die Möglichkeit, Einzelheiten an der Oberfläche des Planeten zu untersuchen, dessen Aussehen mit den Jahreszeiten großen Aenderungen unterworfen ist. Mars zeigt, da seine Achse gegen die Bahnebene geneigt ist, einen ähnlichen Wechsel der Jahreszeiten wie die Erde, aber in langsamerer Folge, )enn ein Marsjahr dauert rund 23 Monate. Die rote Farbe weiter Gebiete der Marsoberfläche rührt wahrscheinlich von der Oxydation eisenhaltiger Gesteine her, bei der der Sauerstoff der Atmosphäre größtenteils verbraucht wurde. Nur geringe Spuren von Sauerstoff lassen sich in der Gashülle des Planeten nachweisen. Die dunkelgrauen Flecken sind icher keine Meere, sondern Niederungen, deren llussehen mit den Jahreszeiten wechselt. Die weizen Polarkappen verschwinden im Sommer so rasch, daß es sich wohl nur um Reif und Bodennebel oder höchstens eine sehr dünne Schneedecke handeln kann, keinesfalls um größere Firn- und Eisbildungen, wie in unseren Polargebieten. „Marskanäle", an die phantastische Ansichten über angebliche Marsbewohner geknüpft worden sind, lösen sich bei Verwendung stärkerer optischer Mittel Das deutsche Volk seht das Werk Zeppelins fort! Ununterbrochen laufen freiwillige Spenden zum Bau eines neuen Lustschiffs ein. NSG. Wenige Stunden erst trennen uns von dem Bekanntwerden des tragischen Unglücks, das dem Zeppelin-Luftschiff „Hindenburg" zugestoßen ist. Gerade das Volk des Gaues Hessen-Nassau, in dessen Herz die Ausgangsstation für den deutschen Luftschiffverkehr über den Ozean liegt, ist aufs tiefste erschüttert. Schon in den ersten Morgenstunden, da das Unglück in Deutschland bekannt wurde, war in dem gesamten deutschen Volke nur der einzige Wille, das werk fortzuführen! Einen solchen Schicksalsschlag vermag das deutsche Volk zu überwinden, da es geeint ist und aus diesem einigen Denken heraus zu neuen Taten schreitet. Noch in der Nacht hatte Pg. I a n t h u r im Auftrage des Gauleiters die Zeppelin-Reederei aufgesucht, um ihr sein Beileid zu übermitteln. Zu gleicher Zeit sandte der Gauleiter an die Reederei und die Kapitäne Lehmann und P r u ß Telegramme, die auch von vielen anderen Stellen, u. a. dem Oberbürgermeister von Frankfurt, Dr. Krebs, und dem Leiter des Landesfremdenverkehrsverbandes Rhein-Main, Oberbürgermeister Ritter, Gießen, einliefen. Aus allen Teilen des Gaues laufen die Meldungen ein, daß das deutsche Volk spendet! Niemand hat es gerufen, niemand hat es aufgefordert! Freiwillig kommen die Volksgenossinnen und Volksgenossen, um den Stellen der Partei ihre Spenden zu übermitteln! Schon einmal nach dem Unglücksfall bei Echterdingen hat die Spende des gesamten Volkes dem Grafen Zeppelin die nötigen Mittel zur Weiterführung des Baues zur Verfügung gestellt. Auch heute das gleiche Bild. So meldet der Kreisobmann der DAI. von Groß-Gerau, daß die Arbeiter der Opel-Werke bis jetzt aus eigenem Antrieb über 40 000 RM. gesammelt haben. Der Kreis Dieburg meldet, daß bis jetzt 7000 Reichsmark zusammengetragen wurden und stündlich neue Beträge eingehen. Auf der Deutschen Zeppelin - Reederei und bei allen Parteidienststellen erscheinen ununterbrochen Volksgenossen, um ihre Spende zu zeichnen. Alle tragen neue Mittel zusammen, auf daß deutsche Ingenieure ein neues Schiff erbauen, Mars regiert die Nächte. Oer Sternenhimmel im Mai. 23on Or. Erwin Kossinna. das an Stelle des „Hindenburg" den Dienst versehen wird, die Völker zu verbinden und friedliche Pionierarbeit zu leisten. Diese freiwilligen Spenden sind der schönste Beweis unserer wiedergewonnenen nationalen Einigung und unseres Gemeinschaftsgeistes! E. K. Beileid und Hilfe der Universität Gießen. Die Universität Gießen hat gestern an den Luftschiffbau Friedrichshafen das nachstehende Telegramm geschickt: An den Luftschiffbau Zeppelin, zu Händen des Herrn Dr. Eckener, Friedrichshafen. Tief erschüttert von dem Unglück, das das Luftschiff „Hindenburg" mit seiner tapferen Wannschaft und seinen Passagieren betroffen hat, spreche ich Ihnen mein herzlichstes Beileid aus. Die Studenten, Beamten und Dozenten der Universität Gießen stellen Ihnen für den Wiederaufbau den Betrag von 1 0 0 0 Reichsmark zur Verfügung, damit Sie Ihr großes Werk weiter fortsehen können. Heber Gräber vorwärts! Der Rektor der Universität Gießen Baader." Das Beileid des Iremdenverkehrs- verbandes Mein-Main. Das von Oberbürgermeister Ritter (Gießen) als Leiter des Landes-Fremdenoerkehrsverbandes Rhein- Main an die Direktion der Deutschen Zeppelin- Reederei in Frankfurt gesandte Beileidstelegramm hat folgenden Wortlaut: „Der unser stolzes Schiff betroffene Unfall hat uns mit Ihnen gleichermaßen erschüttert. Bei der tausendfältig bewiesenen Sicherheit unter genialer Leitung vor zunächst Unfaßbarem stehend, übermittle ich Ihnen meine aufrichtigste Anteilnahme an dem Unglück. Der Leiter des Landes-Fremdenverkehrsverbandes Rhein-Main: Ritter, Oberbürgermeister." in einzelne unregelmäßige Flecke auf. Wie schwierig die Deutung der Einzelheiten der Marsoberfläche ist, möge man aus der Tatsache erkennen, daß das kleinste in den besten Fernrohren sichtbare Gebilde auf dem Mars etwa von der Größe des Harzes oder des Riesengebirges ist. Außer Mars sind im Mai noch die Planeten Venus, Jupiter und Saturn sichtbar. Venus und Saturn erscheinen vor Sonnenaufgang tief am Osthimmel, während Jupiter zur Zeit der hellste aller Sterne, kurz nach Mitternacht aufgeht und im Sternbild Schütze mit ruhigem Lichte leuchtet. Merkur bleibt unsichtbar; jedoch wird man am 11. Mai in Südasien und Australien Gelegenheit haben, Merkur als winzigen schwarzen Punkt vor der Sonnenscheibe oorüoerziehen zu sehen. Am abendlichen Fixsternhimmel sehen wir gegen 21 Uhr im Westen von den Wintersternen nur noch Prokyon im Kleinen Hund, die Zwillinge Kastor und Pollux und Kapella im Fuhrmann. Immer höher steigen dagegen die Sommersternbilder empor. Im Nordosten sind der Schwan mit Deneb und die Leier mit der blauweiß funkelnden Wega heraufgekommen. Hoch am Osthimmel sehen wir den Herkules und den Halbkreis der Nördlichen Krone mit Gemma als Hauptstern. In der Figur des Herkules bilden die nördlichen vier hellen Sterne ein Trapez, auf dessen rechter Seite der berühmte Kugelsternhaufen in mondlosen Nächten als matter Lichtfleck erkennbar ist. Den Bau dieses Kugelsternhaufens haben uns erst lang belichtete Aufnahmen enthüllt; er umfaßt rund 100 000 Sonnen, darunter 500 Giganten von höchster Leuchtkraft. 35 000 Jahre muß das Licht wandern, bis es aus diesen fernen Welten zu uns gelangt. Im Bootes strahlt der tiefgelbe Riesenstern Arkturus, der „Tagstern" der alten Germanen, der während des ganzen Sommers den Südhimmel beherrscht. Die Sternbilder Zwillinge, Krebs, Löwe, Jungfrau, Waage und Skorpion geben uns den Verlauf des Tierkreises oder der Ekliptik an. Hell funkeln Spika in der Jungfrau und Regulus im Löwen als bläulichweiße, sehr heiße Heliumsterne. Dazu erscheint nach 22 Uhr im Südosten der rötliche Antares im Skorpion. Alle drei Sterne liegen ziemlich genau in der Ekliptik. Dicht über dem südlichen Horizont bemerken wir das Viereck des Raben, den Becher und die lange Sternreihe der Wasserschlange oder Hydra. Im Norden bemerken wir zwischen der sinkenden Kapella und der steigenden Wega in geringer Höhe die Sternbilder Perseus, Kassiopeia und Kepheus. Nahe dem Zenit leuchten die Sterne des Großen Bären, und den Drachen sieht man in günstiger Stellung um seine gewundene Sternreihe zwischen Großem und Kleinem Bären zu verfolgen. Die Aufwärtsbewegung der Sonne auf ihrer scheinbaren Bahn am Nordhimmel ist im Mai etwas geringer als im April, beträgt aber noch sieben Grad oder 14 scheinbare Sonnendurchmesser. Die Lichtgestalten des Mondes erscheinen an folgenden Tagen: Neumond 10., erstes Viertel 17., Vollmond 25. Mai. preis 42 Mark; 24. bis 31 Mai, Schwäbische Mb, Teilnehmerpreis 30,50 Mark. Sonderzug zur Ausstellung in Berlin „Gebt mir vier Iahre Zeit" vom 21. bis 24. Wai. Teilnehmerpreis 17,50 Wart. Zu allen oben aufgeführten Fahrten nimmt die Kreisdienststelle Gießen noch Anmeldungen entgegen. Gießener wochenmarktpreije. * Gießen, 8. Mai. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Deutsche feine Molkereibutter, V» kg 1,57 Mark, feine Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60, Landbutter 1,42 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, deutsche, Klasse S 11, Klasse A 10^, Klasse B 10, Klasse C 9%, Klasse D 9, ungezeichnete 8, Enteneier 10 bis 11, Gänseeier 20, Wirsing, y2 kg 15 bis 20, Weißkraut 12 bis 15, Rotkraut 15 bis 18, gelbe Rüben 20 bis 25, rote Rüben 10 bis 12, Spinat 25, Römischkohl 12 bis 15, Spargel 48 Pf. bis 1 Mark, Unterkohlrabi 8 bis 10 Pf., Tomaten 50 bis 60, Zwiebeln 12 bis 15, Meerrettich 30 bis 60, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Rhabarber 15 bis 18, Kartoffeln, alte, % kg 5 Pf., 5 kg 46 Pf., 50 kg 3,80 bis 3,95 Mark, neue, Vi kg 25 Pf., Aepfel 40 bis 60, Kirschen 50 bis 60, Zwetschenhonig 45 Pf., Hähne 1 bis 1,10 Mk., Suppenhühner 90 Pf. bis 1 Mark, Tauben, das Stück 50 dis 60 Pf., Salat 20 bis 30, Salatgurken 60 bis 65, Oberkohlrabi, neue, 15, Sellerie 10 bis 30, Rettich, neue, das Bündel 20 bis 30, Radieschen, das Bündel 10 bis 15 Pf. ♦ ** Maienblasen am heutigen Samstag ab 19 Uhr von dem Turme der Johanneskirche. Dortra^folge: Choral „Allein Gott in der Höh' sei Ehr", Vorreformatorisch, Leipzig 1539; „Die Ehre Gottes" von L. van Beethoven; „Im schönsten Wiesengrunde", Volksweise aus dem 18. Jahrhundert. ** V er k eh rs Unfall. Am heutigen Sams- tagfrüh ereignete sich in der Frankfurter Straße- Ecke Friedrichstraße ein Verkehrsunfall, der zum Glück noch glimpflich verlief. Dort wollte ein in Richtung Klein-Linden fahrender Motorradler an der Ecke Frankfurter Straße/Friedrichstraße einen vor ihm fahrenden Lastzug Überholen, als unversehens der Lastzugführer in die von dem Motorradler zur Ueberholung benutzte Seite nach der Friedrichstraße einbiegen wollte. Da der Lastzug- sührer den Motorradler glücklicherweise rechtzeitig bemerkte, gelang es ihm, seinen Lastzug zu stoppen. Dagegen vermochte der Motorradler seine Maschine nicht mehr zu stellen; er rannte mit dem Motorrad auf den Bürgersteig gegen das Haus der Drogerie Seibel, wobei er sich am Kopfe einige Verletzungen zuzog. Das Motorrad wurde beschädigt. Kleine Gtraskammer Gießen. Im September 1936 verursachte der I. W. aus L. auf der Straße Lich—Hungen einen Zusammenstoß mit einem Motorradfahrer. Der Motorradfahrer wurde erheblich verletzt und leidet heute noch an den Folgen dieses Unfalls. Der Angeklagte kam mit einem beladenen Wagen aus einem Feldweg gefahren und bog in die vorgenannte Straße ein, ohne sich vorher vergewissert zu haben, daß die Straße frei war. Nachdem den Angeklagten ein Motorradfahrer passiert hatte, befand er sich ungefähr auf der Straßenmitte, als er plötzlich anhielt. Der Verletzte, den der Angeklagte in mehr als 100 Meter gesehen hat, glaubte, an dem Angeklagten noch vorbeizukommen. Dies gelang ihm nicht mehr, da der Angeklagte mit seinem Wagen plötzlich weiterfuhr. Er streifte die linke hintere Nabe des Wagens, kam zu Fall und trug erhebliche Verletzungen davon. Der Angeklagte hätte zur Vermeidung dieses Unfalls sich unbedingt vorher Überzeugen müssen, ob die Straße frei war, aber auch der Motorradfahrer, der einen Teil der Schuld trägt, hat sich nicht so verhalten, wie man es von ihm verlangen mußte. Die gegen den Angeklagten in erster Instanz ausgesprochene Geldstrafe blieb, da die Berufung verworfen wurde, bestehen. Außerdem würbe er in die Kosten des Verfahrens verurteilt. Wegen fortgesetzten Betrugs war der Hugo Müller aus Frankfurt a. M. zu 2 Monaten Gefängnis verurteilt worden. Seine Berufung gegen dieses Urteil wurde kostenpflichtig verworfen. Der Angeklagte bereiste als Buchvertreter ganz Oberhessen. Vor allem hatte er es auf die Landbürgermeister abgesehen, denen er allerlei vorschwindelte und sie zum Kauf seines Buches unter Berufung auf führende Persönlichkeiten bewegte. Wengen dieses Verhaltens des Angeklagten sah die Kleme Strafkammer keinen Grund, die verhängte Gefängnisstrafe zu ermäßigen, und sie verwarf die eingelegte Berufung. Die Kosten des Verfahrens hat der Angeklagte zu tragen. Aus der engeren Heimat. Auiounfall bei Büdinqen. ♦ Büdingen, 7. Mai. In der Nähe des Don- häufer Wasserwerks verunglückte gestern vormittag ein Personenkraftwagen mit fünf Personen dadurch, daß der Fahrer die Herrschaft über den Wagen verlor und gegen einen Baum fuhr. Alle fünf Insassen wurden verhetzt und mußten dem Krankenhaus zugeführt werden, ein besonders schwer Verletzter wurde nach Gießen in die Klinik verbracht. Landkreis Gießen. £ Wieseck, 8. Mai. Unsere Mitbürgerin Elisa- bethe Schneider (genannt „Auls Lisbettche), wird am H. Mai 72 Jahre alt. Frau Schneider ist körperlich und geistig sehr rüstig und verrichtet noch ihre Feldarbeit. co Eberstadt, 8. Mai. Am heutigen Samstag, 8. Mai, begehen die Eheleute Heinrich Ludwig Mulch das Fest der goldenen Hochzeit. Das Jubelpaar erfreut sich noch einer guten Gesundheit und nimmt regen Anteil an den großen Geschehnissen unserer Zeit. + Lich, 7. Mai. Nach alter kirchlicher lieber« lieferung wird das Himmelfahrtsfest in unserer evangel. Gemeinde als Tag der Mission gefeiert. So versammelte sich auch in diesem Jahr am Vormittag des Festes in unserer Stiftskirche wieder eine zahlreiche Gemeinde, um der Fest- und Missionspredigt des Missionars Walther (Gießen) über das Himmelfahrtsevangelium zu lauschen. Chorschule und Frauenchor wirkten im Gottesdienst mit. Am Nachmittag hatten sich trotz der kühlen Witterung viele Missionsfreunde aus den umliegenden Gemeinden Albach, Burkhardsfelden, Hattenrod, Lich, Nieder- und Ober-Bessingen eingefunden, um im festlich geschmückten Waldesdom sich durch die Festprediger von den großen Taten Gottes in der Welt sagen zu lassen. Es sprachen Missionar Walther und Pfarrer Naumann. Der Po- saunenchor Lich hatte die musikalische Ausgestaltung übernommen. Y Allendorf a. d. L d a., 7. Mai. Wie schon eit Jahren, so fand auch am gestrigen Himmel- ahrtstag wieder in der hiesigen Kirche ein Mis- i o n 5 f e ft statt. Jrn Dormittagsgottesdienst predigte Missionar Müller aus Wiesbaden von der Baseler Missionsgesellschaft. Den Hauptgottesdienst am Nachmittag eröffnete der Ortsgeistliche Pfarrer Andres mit einer kurzen Begrüßungsansprache. Nach einem gemeinsam von der Festgemeinde gesungenen Missionslied prebigte Pfarrer Dr. Lueken (Frankfurt a. M.). Als nächster Redner sprach Mis- ionar Müller. Einen wesentlichen Teil zur Ver- chönerung des Festes trug der unter Stabführung von Pfarrer Andres — Sohn des hiöfigen Orts- geistlichen — stehende Mädchenchor aus Holzhausen bei Gladenbach durch den Vortrag einiger Lieder und Kanons bei. Daß das alljährliche Missionsfest immer noch seine alte Anziehungskraft bewahrt, zeigte wiederum der überaus starke Besuch aus Allendorf und von auswärts; u. a. waren aus Holzhausen allein etwa 90 Missionsfreunde erschienen! Die Kirche war bis auf den letzten Platz gefüllt. Mit Gesang und Gebet schloß die Feier. Die überaus reiche Kollekte war für die Baseler Mission bestimmt. Kreis Schollen. )—( Ruppertsburg, 7. Mai. Der hiesige Obst - und Oartenbauoerein hielt in der Gastwirtschaft von Schumann seine Hauptversammlung ab, die sehr gut besucht war. Im Anschluß an den Jahresbericht und die Rechnungsablage fand eine rege Aussprache statt. Rundfunkprogramm. Sonntag, 9.2Rai. 6 Uhr: Hafenkonzert. 8.10: Gymnastik. 8.45: Orgel« mufif. 9: Christliche Morgenfeier. 9.45: Dank des Dichters an die Mutter. 10: Von Berlin: Reichsfen« düng: Morgenfeier zum Muttertag. 10.40: Chor« gefang. 11.15: Du aber bist das Leben! Eine Funkfolge zum Ehrentag der Mutter. 12: Mittagskonzert. 13: Berichte vom Rudern „Quer durch Frankfurt". 13.15: Mittagskonzert. 14: Für unsere Kinder. 14.45: Blasmusik. 15.30: Deutsche Scholle. 16: Sonntag- nachmittag aus Saarbrücken. Als Einlage 16.25 bis 16.45 nur für Frankfurt Fußballspiel Wormatia Worms gegen VfB. Stuttgart. 18: Konzert des Rheinischen Sängerbundes in Neuyork. 18.30: Sonntags abends, vergnügt und froh — dafür sorgt: Fidel & Co. 19.40: Sportspiegel des Sonntags. 20: „Tiefland". Musikdrama von Eugen d'Albert. 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 22.15: Sportbericht. 22.30: Europameisterschaften im Boxen in Mailand. 22.45: Tanzmusik. 24 bis 2: Nachtkonzert. Montag, 10. Mai. 6 Uhr: Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause (7): Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Musik zur Frühstückspause. 10: Schulfunk. 11.15: Hausfrau, hör zu! 11.45: Deutsche Scholle. 12: Schloßkonzert. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Schloßkonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Allerlei von zwei bis drei. 15.15: Volk und Wirtschaft. 15.30: Für unsere Kinder: Was gibt es jetzt in unserem Gärtchen zu tun? 16: Neuzeitliche Lieder. 16.20: Reihertragödie am Main. 16.35: Unterhaltungskonzert. 17.30: Tief verborgen im Kellerwald. 18: Stuttgart spielt auf! 19.40: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.10: Heiterer musikalischer Abend an der Remscheider Talsperre. 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). Grenzecho. 22.30: Heiterer musikalischer Abend an der Remscheider Talsperre. 24 bis 2: Nachtkonzert. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 9. Mai. Gießen. Stadtkirche. 8 Uhr: Pfarrverwalter Damerau; zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Matthäusgemeinde; 9.30: Pfr. Becker; 11: Kinderkirche für die Markusgemeinde; Pfr. Becker. — Johanneskirche. 8: Pfr. Bechtolsheimer; zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Lukas- gemeinde; 9.30: Pfr. Ausfeld; 11: Militärgottesdienst; Pfr. Ausfeld; 14: Kinderkirche für die Johannes- und Militärgemeinde; Pfr. Ausfeld; 20: Bibelstunde im Johannessaal; Missionar Walther. — Kapelle des Alten Friedhofs. 9.30: Pfarrvikar Weckerling; zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Luthergemeinde; 11: Kinderkirche für die Luthergemeinde; Pfarrvikar Weckerling; 20: Geistliche Abendmusik. — Petrnskapelle (Wetzlarer Weg 59). 9.30: Kandidat Schäfer; zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Petrusgemeinde; Pfr. Trapp. — Miefeck. 9.30: Gottesdienst. — Annerod. 12.30: Gottesdienst. — Rödgen. 10: Gottesdienst. — Steinbach. 9.30: Beichte; 10: Gottesdienst; anschließend Abendmahl IV, B. — Albach. 12.15: Gottesdienst. — Heuchelheim. 10: Hauptgottesdienst; 11: Kindergottesdienst (1. und 2. Abt.). — Kirchberg. 9.30: Gottesdienst. — Lollar. 9: Kindergottesdienst. — Klein-Linden. 9: Gottesdienst mit Christenlehre für die männliche Jugend; 10.15: Kindergottesdienst. — Garbenleich. 9: Gottesdienst. — Hausen. 10.15: Gottesdienst. — Lich. 9.30: Stiftspfarrer Naumann; 12.45: Kindergottesdienst. — Rieder-Bessingen. 13.30: Stiftspfarrer Naumann. — Bettenhausen. 13.30: Gottesdienst. — Langsdorf. 11: Gottesdienst. — 20: Christenlehre. — Birklar. 9: Gottesdienst. — Mufchenheim. 11: Gottesdienst. — Münzenberg. 10.30: Gottesdienst; 13: Christenlehre. — Trais- Münzenberg. 8.30: Gottesdienst mit Christenlehre. — Hungen. 10: Gottesdienst; 11: Christenlehre. — Göbelnrod. 10: Gottesdienst. — Veilsberg. 13: Gottesdienst. — Atten-Bufeck. 10: Gottesdienst. Gemeinschaft innerhalb der Kirche (Landeskirchliche Gemeinschaft). Gutenbergstraße 9. Sonntag, 9. Mai. 20.30 Uhr: Muttertagfeier. — Mittwoch, 12. Mai. 20.30: Bibelstunde. — Donnerstag, 13. Mai. 20.30: Jugendbundstunde. Christliche Gemeinde, Zu den Mühlen 2. Sonntag, 9. Mai. 10.30 Uhr: Erbauungsstunde; 11: Sonntagsschule; 20.30: Evangelisation. — Dienstag, 11. Mai. 20.30: Bibel- und Gebetstunde. Reuapostolische Gemeinden, Händelstraße 1, Eder- straße 13. Sonntag, 9. Mai. 9.30 Uhr: Gottesdienst; 16: Gottesdienst. — Mittwoch, 12. Mai. 20.30: Gottesdienst. Evangelische Stadtmission, Löberstraße 14. Sonntag, den 9. Mai. 8.30 Uhr: Morgenandacht; 9.45: Sonntagsschule; 15: Gesangs-Gottesdienst; 20.30: Mutter-Abend. — Mittwoch, den 12. Mai. 20.30: Bibelstunde Katholische Gemeinden. Samstag, den 8. Mai. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, den 9. Mai. 6. Sonntag nach Ostern. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe, Kommunion der Jungfrauen und Hausangestellten; 8: Kommunion; 9: Amt und Predigt; 11.15: Messe und Predigt; 14.30: Christenlehre und Andacht. — Grünoerg. 9.45: Amt und Predigt. — Hungen. 9.30: Amt und Predigt. — Lich. 7.30: Amt und Predigt; 20: Christenlehre und Andacht. — Lollar. 9.30: Messe und Predigt. Oeffenllicher Sonntagsdienst. Polizei: Telefon 2751, nur in dringende« Notfällen Telefon 01. Feuerwache: Telefon 2244/45. Notruf Tele- fon 02. Hauptpostamt: Beschrankter Schalterdienst 8 bis 21 Uhr. Stadtpostamt: Für Schließfachabholer 1 bis 13 Uhr. Sanitätskolonne: Telefon 2500. Falls behandelnder Arzt nicht zu erreichen: Arzt: Dr. W. Klein. Zahnarzt: Dr. Metz. Apotheke: Pelikan-Apotheke. * Autohilfe: Rufnummer 04 beim Postamt Gießen» ^Steinhäger -Urquell Frühmittelalter . ,1 y® M gärs K nebelung b »'■(S geben Sn'®on «A m letz Ker ßeitl F' Qefiih 11 es !n,Q9en h >• ih Es?! it-S» X kühnen j »27®e I ip? nun :,Ä" 100 feft'7 «I», "’urt Äiilf. Y'Uer 31 "ML1" ber 8en,lnnei Jer( beschäftigt, m liMruie mieöenu D °>ahrt. '&r auf her S, Jrj vor Selters a rchmalb heraus Most oorausi Akrg sucht, wi * Wung ?> lal au| L‘® »«Ma fti" «'nem B, »«breitet 7 Jauberq un juÄ des B, Äff Äschernden ®Qn ""Wen als W 75 4v? 16® ihm r t9* Si'L Ä;? zKr i?$fb f Tckuk ^°ller ^Uern e?n ln'°ni -Ser svlct größten Leistung Das Haus für modische Damen- und Backfisch- Kleidung Modewaren und Kleiderstoffe Freundlich die Räume Freundlich die Bedienung JOSEF UNVERZAGT am Oswaldsgarten, Fernruf 2145/2146 Fernruf 2301 GIESSEN Kreuzplatz 13 I M 3 Bücher Gegründet 1790 HUBER Seltersweg 14 Das Einkaufshaus für !>■ .4 illilliiil MODISCHE NEUHEITEN Bahnhofstraße — Ecke Wolkengasse Gartenbedarfsartikel aller Art, Vogelfutter Parfümerien Drogen Foto Löwen-Drogerie W. Kilbinger Nachf. 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Das Ringwalltor an der Enzheimer Pforte. Gefäße aus der keltischen Periode (800—400 v. Ehr.) Vorgeschichtlicher Brunnen. Herd- und Abfallsgruben eines bronzezeitlichen Hauses. vermag; die den Blick auf Mensch- lenkt, auf den Kampf um die Er- Volk und Art. und zurückführt in der unser Volk heranwuchs, in Rot gestählt wurde, um ausdauern zu zu vermitteln heitsgeschichte Haltung von eine Zeit, in und Kampf können. Vogelsberges, des Spessarts, des Taunus und der Rhön. Nur an einigen Stellen verrät sich das Wirken der menschlichen Hand im Landschaftsbild. Da, rechts am Wall ist ein Suchgraben auf einer Länge von etwa 40 Meter in die Erde geschnitten, der sich scharf abhebt. An der südlichen Seite innerhalb des Walles ist ein gleicher Graben eingeschnitten worden. Gegenwärtig sind die Arbeiter dabei, sowohl den Wall der Vorburg, wie auch den Ringwall an- Modell der Glaubergfestung mit Hauptburg auf der Höhe, Vorburg am Nordhang. Beschaffung von Auslandsurkunden. EPNH. Wie bekannt, ergeben sich bei der Beschaffung von Urkunden zum Nachweis der arischen Abstammung, sofern diese aus dem Ausland und besonders den abgetrennten Gebieten bezogen werden müssen, große Schwierigkeiten. Der Evangelische Verein für Deutsche Ansiedler und Auswanderer E. V.. Berlin C 2, Monjouplatz 10, ist auf Grund feiner ausgedehnten Beziehungen zum gesamten Auslande und seiner guten Verbindungen zu den einzelnen Kirchen und Pfarrämtern in der Lage, in scheinbar aussichtslosen Fällen zu helfen. Außerdem ist der genannte Verein bereit, Nachforschungen nach vermißten Familienangehörigen im Auslande anzustellen Möglichst genaue Angaben sind zu diesem Zwecke erwünscht. Durchschnitt des Ringwalles, der seinen Aufbau aus verschiedenen und verschieden alten Schichten zeigt. baut hat, daß der Glauberg eine dauernd besiedelte Stammburg der Völkerwanderungszeit war. eine fränkische Trutzburg und eine Reichsburg der ottonisch - staufischen Zeit getragen hat und schließlich als Raubritternest um 1360 zerstört worden ist. Viele Grundmauern von Häusern und Teilen der Burg sind freigelegt worden und lassen erkennen, in welcher Weise das Hochplateau bebaut war. * Wenn auch noch nicht alles auf dem Glauberg wissenschaftlich geklärt ist, so ist es doch reizvoll genug, rund um den Berg zu streifen, den Nimbus des Ehrwürdigen und Geheimnisvollen auf sich wirken zu lassen und in Augenschein zu nehmen, was es hier alles zu sehen gibt. Im östlichen Teil des Berges kommt es einer Kammwanderung gleich, wenn man auf dem schmalen Pfad des Walles der Vorburg entlang und aufwärts geht und der Wald dann plötzlich steil aufsteigend in den Ringwall übergeht, von dessen höchstem Punkt aus fast die ganze Hochfläche überschaubar ist. In den einzelnen hohen Fichten und Eichen rauscht der Wind, hoch und frei.stehen die Bäume über der Landschaft. Wie eineHeide liegt das Hochfeld selbst vor dem Beschauer und jetzt, in diesen schönen Tagen des Mai, flimmert die Luft über den Gräsern. Von den größten Höhe des Ringwalles aus schweift der Blick weit in die Runde, über die gesegneten Gefilde der Wetterau zu den Höhen des zuschneiden. Wahrhaftig, ein solcher Schnitt durch den Wall sieht aus, als fei er mit einem riesigen Messer ausgeführt, so sauber und wie mit dem Lineal gezogen sind die beiden Schnittflächen. Dabei ist das Erdreich Schaufel um Schaufel abgehoben. und zwar mit aller Sorgfalt, damit keine Spur verwischt oder vernichtet wird, die irgendwelchen Aufschluß geben kann. Und an dem sauberen Schnitt selbst vermag der erfahrene Wissenschaftler manches abzulesen, was dem Laien ewig verborgen bleiben würde. An den verschiedenen Erdschnitten und Steinlagen, die hier zutage treten, studierte der Wissenschaftler die Entstehungsgeschichte desWal- les. Demnächst soll der 15 Meter hohe östliche Teil des Ringwalles angeschnitten werden, eine Arbeit, die zwar sicherlich neue wertvolle Aufschlüsse geben wird, aber auch eine Fülle der Verantwortung bringt, die technisch schwierig zu bewältigen ist. Und hoch erstaunt wird der Besucher dieses landschaftlich so bevorzugten und von mancherlei Sage umraunten Berges vor einem uralten Brunnen stehen, den schon die Menschen der Vorzeit angelegt haben. Wie tief er sein mag, weiß man nicht, da er im Laufe der Jahrhunderte bis zu feinem oberen Rund verschüttet worden war. Selbst ein kleiner Teich ist oben anzutreffen, der ebenfalls seit undenklichen Zeiten den Bewohnern als Wasserstelle gedient haben mag und ummauert worden Dera beschäftigt, mag es nicht verwehrt fein, seine Eindrücke wieoerzugeben, wenn er gegebene Grenzen wahrt. Wer auf der Straße von Nidda nach Büdingen kurz vor Selters aus dem jetzt herrlich frifd) grünen Buchenwald herauskommt und — die Kenntnis der Landschaft vorausgesetzt — mit den Augen den Glauberg sucht, wird ihn unschwer finden. In südöstlicher Richtung liegt, langgestreckt und mählich aus dem Tal aufwachsend, der sagenhafte Berg. Er wäre wahrhaftig ein Berg wie viele andere, wenn nicht eben und gerade in jüngster Zeit sein Name zu einem Begriff geworden wäre. Zu Füßen des Berges breitet sich ein herrliches Land aus. Die Orte Glauberg und Stockheim liegen unmittelbar am Fuße des Berges, näher grüßt der grazile Kirchtum von Effolderbach, weiter links das freundliche Selters. Im Talgrund weiß man die lustig plätschernden Wasser der Nidder Ein gesegnetes Land! Kein Wunder, daß es die Menschen seit Jahrtausenden als Wohnsitz zu schätzen wußten ... ist. Wieder an anderer Stelle wurden Mauern freigelegt, die nach ihrer Form erkennen lassen: hier stand ein Tor! Unmittelbar dabei sind noch Mauerteile eines Turmes innerhalb des Ringwalles zu erkennen in der Form 'eines unregelmäßigen Vierecks. Ueberall wurden Grundmauern freigelegt, und es wird eines Tages möglich sein, die Gebäude, die hier oben standen, die Burg, die Wohnhäuser der Gefolgsmannen, der Soldaten ober Knechte zu rekonstruieren, sei es auch nur in einem Modell, rote es bereits von den Wallanlagen besteht. Aus allem aber läßt sich erkennen, daß im Laufe der vergangenen Jahre eine große Arbeit geleistet worden ist. In einem kleinen Museum, das in einem Raum des „Jakob-Sprenger-Haus" untergebracht ist, ist vieles von dem aufbewahrt, was gefunden wurde und man weiß dem Schutzherrn und Förderer der Ausgrabung, dessen Namen dieses Haus trägt, auch Dank für diese Einrichtung, die jedem Besucher Einblick in das Geleistete und Ueberblitf über das Vorhandene gewährt. Ungern verabschiedet man sich von der sonnigen Höhe, die neben dem Erlebnis der Landschaft so vieles andere Seit über vier Jahren wird der Glauberg wissenschaftlich erforscht. Es hat sich allmählich überall herumgesprochen, daß auf dem Berge Ausgrabungen gemacht werden und in systematischer und zielsicherer Arbeit allem nachgegangen wird, was über die Besiedelung des Berges und feiner Umgebung Aufschluß geben kann. Viel wurde schon darüber geschrieben! Von Berufenen und von Unberufenen. „Berufen" im letzten Sinne des Wortes ist eigentlich nur der Leiter der Ausgrabungen. Dem „Unberufenen" aber, der sich im Geiste mit dem Elau- Vom Dorfe Glauberg aus — das Dorf ist jetzt umgeben von einem Kranz blühender Bäume — führt eine gute Straße hinauf und bis dicht an die Stätten der Ausgrabungen heran. Aufgeschlossenen Besuchern wird die Atmosphäre des Besonderen, die den Berg umgibt, bald bewußt werden, beson- d-ers wenn er sich unter sachkundiger Begleitung d-en Berg erwandert und allen Erscheinungen, die chm hier begegnen, feine Liebe schenkt. Bald wird ihm vor allem bewußt werden, daß der Berg Menschheitsgeschichte erzählt und von Menschen beuchtet, die vor Taufenden von Jahren lebten, litten, lömpften und starben. Hier kämpften die Menschen der Vorzeit um ihre Existenz, um ihren Bestand cis Stamm oder Volk. Denn der Glauberg war das, was man eine Fliehburg nennt, in der sich tar Volksstamm mit allen seinen beweglichen Gütern immer dann verbarg, wenn Feinde das tffene Land und die Wohnstätten bedrohten. Hinter Stäben und Wällen, hinter Palisaden und Mauern nar Schutz, insonderheit dann.' wenn Wälle und Mauern einen solchen Berg krönten. Der Ringwall krönt den Berg im wahrsten Sinne les Wortes! Unschwer und allenthalben sichtbar, -lieht er sich um das Hochplateau des langgestreckten Äerges. Nicht überall ist er gleich hoch, überall aber verrät er das Walten der menschlichen Hand, und der Natur ist es selbst über Jahrtausende hinweg richt gelungen, ihn abzutragen. Die Befestigungs- onlagen bestehen aber nicht lediglich aus dem Ring- vall, vielmehr zeichnet sich am Nordabhang des Berges noch eine weitere Wallanlage zur Verteidigung des flacheren Vorfeldes ab. die auch heute noch tlar zu erkennen ist. Es wird sich nun wohl jedermann fragen: Welchen Zweck und welchen Erkenntnissen sollen nun die Ausgrabungen dienen? Die [frage ist kurz beantwortet: An Hand der Ausgrabungen soll festgestellt werden, zu weichen Zeiten, Don welchen Völkern und auf welche Art der Glauburg befestigt wurde, da dadurch die Kriegszeiten. b?r Ginzug neuer Völkerschaften, kurz die politischen Ereignisse in der Siedlungsgeschichte des Rhein- Main-Gebietes gekennzeichnet sind und auch ein Ueberblitf über die Entwicklung des Befestigungs- öefens zu gewinnen ist. Es geht uns weniger um „Funde", sagt der Leiter der Ausgrabungen, als darum, die Besied- lungs- und Befestigungsgeschichte des Glaubergs zu erkennen und dadurch einen politischen Querschnitt durch die Vor- und Frühgeschichte zu erhalten. Die Funde dienen vor allem dazu, das Alter der Wohn- und Wehranlagen festzustellen. Die Forschungen sind zwar noch nicht abgeschlossen, aber es steht fest, daß die bodenständige Bevölkerung sich von der Steinzeit an stets dem Glauberg anvertraut und seine Wälle in Stand gehalten, verstärkt ober weiter ausge- S.A.-'Spoit Zweiter Tag in Paris. Franzosen-Sieg im Lharnpsavin-Preis. Der zweite Tag des Pariser internationalen Reit- Turniers brachte den Champsaoin-Preis, ein Zwei- pferdespringen, bei dem jeder Reiter hintereinander zwei Pferde über den nicht gerade leichten Kurs zu bringen hatte. Fehler und Zeit der beiden Pferde wurden zusammengewertet. Die besondere Schwierigkeit bestand darin, daß die Reiter am Schluß des ersten Parcours nicht einfach von Pferd zu Pferd umsitzen konnten, sondern den Pferdewechsel in einem durch Fähnchen abgegrenzten Raum vornehmen mußten. Die 14 Sprünge überschritten in keinem Falle die Höhe von 1,40 Meter. Sie standen aber mitunter so dicht hintereinander, daß Fehler beinahe unvermeidlich schienen. Es gab auch nur einen einzigen Reiter unter 49 Teilnehmern, der mit zwei fehlerlosen Ritten aufwarten konnte: Lt. de Bartillat (Frankreich), der mit Fran^ais und Welcome noch die recht gute Zeit von 2:40 Minuten erzielte und so seinen Sieg sicher hatte. Der Holländer van Grovestins auf Jlsa und Ernica, von denen letzterer fehlerlos ging, trat wieder stark in Erscheinung und wurde mit sieben Fehlern Zweiterivor einer Reihe von Pferdepaaren mit je acht Fehlern, unter denen für die weitere Placierung die Zeit entschied. Lt. Ehevalier auf Evreuoes und d'Huis sicherte sich in 2:48 den dritten Platz vor den beiden Deutschen Rittmeister Hasse auf Tora und Fridolin und Oblt. Brinkmann mit seinem bewährten Paar Baron/Alchi- mist, die vier bzw. neun Sekunden langsamer waren. Tora und Baron waren fehlerlos gesprungen, aber ihre Paarpferde machten je acht Fehler. Als dritter Deutscher startete Hptm. von Barne- kow auf Olaf und Schneekönig, der mit ebenfalls acht Fehlern noch auf den 7. Platz kam, so daß die deutschen Reiter nach ihrem Siege vom Dortage auch diesmal wieder mit im Vordertreffen endeten. „Kickers" Offenbach bei 1900 zu Gast. Nach den Begegnungen mit „Kewa" Wachenbuchen und „Union" Niederrad erhält das Gesellschaftsspielprogramm der Blauweißen seinen Höhepunkt in der morgigen Begegnung mit den Offenbacher ,Kickers". Die Verpflichtung dieser Mannschaft ist nicht immer leicht, da die Zugkraft der Mannschaft ihr eine Unmenge Angebote einbringt, die schwerlich zu befriedigen sind. Der Grund ist die Popularität der Offenbacher Elf, die durch die führende Stellung des Dreigestirns Frankfurt, Offenbach, Hanau im früheren Maingebiet erstand. Heute ist es die Placierung in der Spitzengruppe der Gauliga Südwest, welche die Anziehungskraft noch mehr gesteigert hat. Die Aufstellung, in der die Gäste morgen antreten, ist die derzeit stärkste Mannschaft mit: Eigenbrod Neidl Preiß Abt Müller Nees Keck Kaiser Nowotny Fleck Simon Von diesen Spielern sind Eigenbrod und Simon sowie Nowotny die bekanntesten. Eigenbrod und Simon sind Stammspieler der Frankfurter Auswahlelf. Ersterer wurde wiederholt in die Gaumannschaft berufen, wo auch schon Preiß Verwendung fand. Nowotny rangiert in der Torschützenliste des Gaues mit an erster Stelle. Von den übrigen sind Müller, Keck, Kaiser und Fleck besonders zu nennen. Die Blauweißen bieten mit: Rahn Zeiler Lippert Erhard Knaus Pankok Bergmann Heilmann Löbsack I Sack Löbsack II ebenfalls ihre beste Vertretung auf. Bei dem morgigen Spiel werden die Fußballinteressenten wieder einmal Gelegenheit haben, einen hochstehenden Fußballkampf zu erleben. Die seitherigen Resultate gegen die Offenbacher „Kickers" (2:2 und 0:1) waren bis jetzt immer ehrenvoll. 1900 II — Grohen-Linden I. Dor dem Ligaspiel trifft die Reserve der Blauweißen auf den Meister der 2. Kreisklasse, die Fußballabteilung des Turnvereins Großen-Linden. Die „Hüttenberger" find durch die Einstellung von verschiedenen Jugendlichen zu einer starken Einheit geworden. Das Resultat gegen den Bezirksligavertreter BC. Sinn beweist dies zur Genüge. Die Blauweißen dürfen sich daher nicht von dem Gedanken verleiten lassen, daß sie es mit einem Gegner aus niederer Klasse zu tun haben. DfB.-Reichsbahn Gießen. BC. Sinn Liga — BfB.R. Liga. Wohl den schwersten Gang der diesjährigen Verbandsspiele geht morgen die Ligamannschaft, die in Sinn zum fälligen Rückspiel anzutreten hat. Steht doch für die Mannschaft der Verbleib in der Bezirksklasse auf dem Spiel, der nur dann erreicht werden kann, wenn das Spiel gewonnen wird. Aber in Sinn ließen schon viele Mannschaften Federn, auch darf nicht vergessen werden, daß gerade die ©inner nicht gut auf die Grünweißen zu sprechen sind und aus diesem Grunde alles aus sich herausgeben, um zum Siege zu kommen. Anderseits zeigten die ©inner am Donnerstag in Naun- neim ein mäßiges Spiel, sie mußten eine verdiente Niederlage hinnehmen. Die Grünweißen werden in ber bewährten Aufstellung wie aegen 1900 antreten, lediglich Szponick der verletzt ist, muß ersetzt werden. Die Manschast spielt in folgender Ausstellung: Meißner, Heß, Kramer, Krämer, Thron, Berlebach, Wilbolm, Radtke, Bach, Hofmann, Fehling. M't die- ser Besetzung und wenn die Mannschaft denselben Kampfgeist wie vor 14 Tagen aufbringt, sollte es durchaus möglich fein, daß die Punkte nach Gießen wandern. Daß das Spiel in sportlichem Rahmen bleibt, dafür gibt Gutmann, Wetzlar, der als Schiedsrichter fungiert, die Gewähr. BfB.-R. II — FC. Teutonia ID.-Steinberg II. 3u einem Gesellschaftsspiel wird die spielstarke Reserve der Teutonen aus Steinberg erwartet. Die Gaste konnten sich in der 2. Kreisklasse in ihrer Gruppe die Meisterschaft sichern und werden morgen die Grünweißen vor eine schwere Aufaabe stellen. Der Ausgang dieses Spieles ist ungewiß. DfB.-Reichsbahn-Jugendableilung. Die 1. Jugendmannschaft hat noch ein rückständiges Derbandsspiel gegen die gleiche Mannschaft von Wieseck auszutragen. Da die Grünweißen nicht mit stärkster Mannschaft antreten können, ist der Ausgang des Spieles durchaus offen. Die 2. Jugend fährt nach Steinberg und sollte dort knapp gewinnen können. Die 3. Juaend erwartet die neuaufgestellte 2. Jugend aus Leihgestern, die aber schon Proben ihres Könnens ablegte. Wer hier den Sieger stellt, ist nicht vorauszusagen. Die 4. Jugend spielt in Lollar gegen die dortige 2. Jugend. Der Ausgang des Spieles ist offen. „FC. Teutonia" Watzenbom-Steinberg l.IUannfch. — 1. INannsch. Groß-Karben 4:1. 1. Jgd. — l.Jgd. Groß-Karben 1:0 (0:0). 1. 3gb. — 1. Jgd. SpV. 05 Wetzlar 0:1 (0:0). Am Himmelfahrtstag kam es in Watzenborn- Steinberg ZU einer Begegnung zwischen Bezirksklasse und Kreisklasse. Die 1. Mannschaft von Groß-Karben war es, die sich wohl etwas getäuscht hatte. Trotzdem die Teutonen ohne Lang, Haas O., Euler und Burger spielten, langte es doch mit dem eingestellten Ersatz zu einem wohlverdienten Siege. Die Gäste, die körperlich den Einheimischen überlegen waren, konnten nicht verhindern, daß Haas, Karl, und Buß bis zur Halbzeit erfolgreich sein konnten und den Halbzeitstand von 2:0 herstellten. Nach der Halbzeit war das Spiel ausgeglichener, und die Gäste kamen hierdurch auch zu ihrem wohlverdienten Ehrentreffer, während die Einheimischen dem noch zwei Tore gegenübersetzten. Vorher spielten die beiben Jugendmannschaften. Auch hier standen sich zwei gleichwertige Mannschaften gegenüber, von denen die Einheimischen durch einen Schuß des Mittelläufers B. mit 1:0 siegen konnten. Durch ein Mißverständnis kam es, daß auch die Wetzlarer 1. Jugendmann'schaft nach Watzenborn- Steinberg kam. Da die Wetzlarer nun einmal erschienen waren und unbedingt ein Spiel austragen wollten, verpflichteten sich die Jugendspieler der Teutonen, noch nach dem 1. Mannschaftsspiel gegen die Gäste aus Wetzlar anzutreten. Trotzdem die Wetzlarer das bessere Spiel zeigten und auch nur mit 1:0 gewannen, konnte es der Torwart der Teutonen verhindern, daß ein Sieg der Gäste zustande- kam. Am kommenden Sonntag fährt die 1. Mannschaft nach Steindorf, um gegen die in den Aufstiegspielen an erster Stelle stehende Steindorfer 1. Mannschaft zum Aufstiegspiel anzutreten. Es wird wohl für die Teutonen eine bittere Nuß zu knacken geben. Spielvereinigung 1926 Leihgestern. Spielvereinigung Leihgestern 2. Jugend gegen Spielvereinigung 1900 Gießen 3. Jugend 1:0. Am Himmelfahrtstag gastierten zwei Jugendmannschaften der Spieloereinigung 1900 Gießen in Leihgestern zu Freundschaftsspielen. Die neuaufgestellte 2. Jugendmannschaft, die nur mit 9 Mann antrat, konnte ihren Gegner überraschend mit 1:0 geschlagen nach Hause schicken. In diesem Spiel zeigten die Leihgesterner, daß sie ihrem Gegner technisch überlegen waren. Die Kleinsten gewannen das Spiel verdiem. Spielvereinigung Leihgestern 1. Jugend gegen Spielvereinigung 1900 Gießen 1. Jugend 5:3. Die 1. Jugend konnte die 1. Jugend von 1900 ebenfalls geschlagen 5:3 nach Hause schicken. Die erste Halbzeit war verteiltes Feldspiel, die Gießener hatten den Wind im Rücken. Nach der Pause hatten die Gäste nichts mehr zu bestellen. Am nächsten Sonntag spielt die 1. Jugendmannschaft zu Hause gegen die gleiche des DE. Rüddingshausen um die Kreismeisterschaft. Beide Mannschaften zeigten in ihren Gruppen gute Leistungen. Beim sonntäglichen Treffen der beiden Meister in Leihgestern wird es einen harten Kampf geben. Am Schlüsse werden doch die technische Ueberlegenheit der Leihgesterner und der Platzvorteil ausschlaggebend sein. Die 2. Jugendmannschaft tritt in Gießen gegen die 3. Jugend des VfB.-R. an. Dort wirb es ebenfalls ein schönes Spiel geben, das die Gießener knapp für sich entscheiden dürften, da die Leihgesterner nicht so gut eingespielt sein dürsten. Die 1. Mannschaft ist spielfrei. Fußbatlabteilung des Turnvereins Alten-Buseck. Mlfen-Bufetf I — wieseck I. Beide Mannschaften stehen sich in Alten-Buseck im rückständigen Freundschaftsspiel gegenüber. Die Gäste haben in letzter Zeit eine Formverbesserung bewiesen. Beide Mannschaften werden in stärkster Aufftellung antreten. Fußball in Staufenberg. Am Himmelfahrtstag trug die Staufenberger Mannschaft gegen die erste Elf von Oppenrod auf dem Sportplatz in Oppenrod ein Freundschaftsspiel aus. Staufenberg war nur mit neun Mann angetreten, bei denen es sich zum größten Teil um Ersatzleute aus der Jugend handelte. Trotzdem konnte sich Staufenberg in der ersten Halbzeit gut behaupten: 0:0. Die körperliche Ueberlegenheit der Oppenroder sowie das Fehlen der zwei Leute vom Sturm brachten zum Schluß der Staufenberger Mannschaft eine Niederlage. Staufenberg verlor mit 3:1. Tisch-Tennis der Sp.-Bg. 1900. Am heutigen Samstag findet in der Turnhalle des Gymnasiums ein Tischtennis-Turnier zwischen den ersten Mannschaften des Postsportvereins Worms und der Spvg. 1900 Gießen statt. Die Gießener Mannschaft, die durch Spielerzuwachs an Spielstärke gewonnen hat, wird mit Beil, Reichel, Oelemann, Schmittdiehl, Jung und Schüler antreten und den Wormsern das Siegen nicht leicht machen. Kurze Gportnoiizerr. Deutschlands Tennisspieler führen nach dem ersten Tage des Davis-Pokalkampfes gegen Oesterreich, der am Freitag in München begann, mit 2:0 Punkten. Henner Henkel schlug Graf Bawa- rowski glatt 6:1, 6:4, 6:1, während Gottfried von Cramm nach Kampf 6:3, 6:4, 6:3 über von Metaxa gewann. Deutschland dürfte damit bereits als Sieger seststehen. I r m g a r d R o st, die beim internationalen Tennisturnier von Blau-Weiß Berlin durch das Fehlen von Frl. Jedrzejowska und Frl. Sander tajnpflos weiterrückte, wurde im Kampf um den Eintritt zur Vorschlußrunde von Frl. Ullstein 6:0, 6:3 geschlagen. Im Männereinzel stehen Palmieri, Tuckey, Hughes und Ko-Sin-Kie bereits unter den letzten Acht. Sportamt „Kraft durch Freude". Heute folgender Kursus: Reich s s Portabzeichen, Universitäts-Sportplatz am Kugelberg (für Männer und Frauen gemeinsam), 17.30 bis 18.45 Uhr. Die Ergebnisse des Siandort-Geiändelanfes. Außerordentlich gute Mannschastöleistungen./Z.Komp.LR.I 16 an erster Stelle. Unteroffizier Reichel 3/116 bester Standortläufer. Zum Abschluß des Standort-Geländelaufes der Gießener Wehrmachtsteile dankte der Standortoffizier, Major Lange, den Sportoffizieren und allen an der Durchführung beteiligten Mitarbeitern für die ihm bei dieser schwierigen Aufgabe zuteil gewordene Unterstützung. Er hob hervor, daß die gründlichen Vorbereitungen, die einwandfreie Ausflaggung der langen Laufstrecke und das Kontrollsystem den Mannschaften die Bewältigung des Laufes erleichterte. Die Organisation konnte dadurch eine reibungslose und zufriedenstellende Abwicklung flnden. Die Ergebnisse bezeichnete Major Lange in Anbetracht der reichlich abwechselnden und teils unwegsamen Laufstrecke, die nur durch Gelände und nicht über Straßen führte, als außerordentlich gut, die Leistungen der Mannschaften als sehr zufriedenstellend. Die drei Besten. 1. 3. Kompanie J.-R. 116, 5,04 Durchschnittspunkte; 2. 8. (MG.-) Kompanie J.-R. 116, 4,05 Durchschnitts- punkte; 3. 1. Kompanie J.-R. 116, 3,25 Durchschnittspunkte. Die besten Läufer des Standorts. Unteroffizier Reichel, 3. Kompanie J.-R. 116, mit 18,15 Minuten; Unteroffizier Wode, 7. Kompanie J.-R. 116, mit 18,45 Minuten. Handball im Sporllreis Gießen. Handball an Himmelfahrt. Entgegen der sonstigen Gewohnheit hatte eine Reihe von Mannschaften für Himmelfahrt Freundschaftsspiele abgeschlossen, die zum Teil mit überraschenden Ergebnissen endeten. So spielten, um nur die wichtigsten zu nennen: Tuspo. Groß-Rechtenbach — Tv. Anspach 10:6. Tuspo. Groß-Rechtenbach Jugend — Tv. Anspach Jugend 10:2. Tv. Nauborn — Tv. Dornholzhausen 3:15. Tv. Nauborn Jugend — Tv. Dornholzhausen Jugend 6:12. Die Groß-Rechtenbacher, die in den vergangenen Jahren schon öfters mit dem Tv. Anspach gespielt haben und in enger sportlicher Kameradschaft mit dieser Mannschaft stehen, konnten dank ihrer eingespielten Mannschaft auch die neueste Begegnung gewinnen. Es wär ein Spiel, wie man es selten in Groß-Rechtenbach sieht. Nach so vielen Gegnern mußte nunmehr auch Nauborn die ausgezeichnete Spielweise Dornholzhausens anerkennen. Die Mannschaft ist, trotzdem sie Jahre ausgesetzt hat, wirklich ausgezeichnet und dürfte auch für die Folge noch eine recht gute Rolle spielen. Auch am Sonntag herrscht wieder Betrieb. Die Aufstiegspiele der Jugendklasse nehmen ihren Fortgang. Die Entscheidung ist noch nicht gefallen, weil das Treffen Münchholzhausen gegen Mtv. Gießen abgebrochen werden mußte. Das Urteil der zuständigen Stelle, das in den nächsten Tagen zu erwarten ist, wird näheren Aufschluß bringen. Auf jeden Fall wird zwischen Gießen und Münchholzhausen im Endkampf zu rechnen sein, weil beide Mannschaften ihren Gegnern — mit Ausnahme von Londorf — klar überlegen sind. Am Sonntag stoßen aufeinander Tv. Lang-Göns — Mtv. Gießen, Tv. Münchholzhausen — Tv. Lützellinden. Die Lang-Gönser werden, obwohl sie zu Hause schon recht gute Spiele gezeigt haben, gegen Gießen nicht ganz aufkommen können. Trotz alledem soll man hier gerade vorsichtig sein, weil sich die Gäste erst vor kurzem eine überraschende Niederlage beibringen ließen. Lützellinden wird gut daran tun, sich von vornherein darauf einzustellen, ein möglichst günstiges Ergebnis zu erzielen. Denn die Gastgeber sind zu stark, als daß sie eine Chance ließen, die ihnen vielleicht den Sieg kosten könnte. Freundschaftsspiele. Auch diesmal wurde wieder eine Reihe von Freundschaftsspielen abgeschlossen, von denen erwähnt werden sollen. Tv. 1846 Gießen — Mtv. Gießen II, Tv. Niedergirmes — Tv. Dutenhofen, Tv. Herborn — Universität Gießen, Garbenheim I — Dornholzhausen I, Garbenheim Jgd. Dornholzhausen Jgd. Krofdorf Jgd. — Beuern Jgd. Zu einem interessanten Kampf und zu einer wirklichen Leistungsprobe sollte das kleine Lokaltreffen in Gießen werden. Die 1846er, deren etatsmäßige 1. Elf aus zum großen Teil aus der Jugend entwachsenen Spielern besteht, wird natürlich alles daransetzen, um gegen die eingespielten Männerturner möglichst günstig abzuschneiden. Welchen Ausgang der Kampf nehmen wird, bleibt abzuwarten, weil man die genauen Aufstellungen beider Gegner nicht kennt. — Viel vorgenommen hat sich der To. Dutenhofen, dem keine Möglichkeit bleiben dürfte, zu gewinnen. Die Gäste sind eben zu stark. — Der Tv. Herborn gehört zu den stärksten Mannschaften der Dill, so daß die Gießener Studenten schon in stärkster Aufstellung antreten müssen, um zu gewinnen. Trotz alledem sollte ihnen der Sieg auch auf fremden Platz nicht genommen werden können. Handball-Turnier in Butzbach. Am Sonntag findet in Butzbach ein Handball- Turnier statt, an dem sich auch die Gießener Mannschaften beteiligen. In der 1. Staffel stehen sich die Mannschaften VfB.-Reichsbahn, MSV. „Barbara", beide Gießen, Tv. Heuchelheim und Tv. Holzheim gegenüber. In der 2. Staffel kämpfen To. Pohlgöns, Tv. Kirchgöns, Tv. Gambach und Spielvereinigung 1900 Gießen. In der Jugendgruppe nimmt auch die Elf der Spieloereingung 1900 Gießen teil, die gegen dis Jugendmannschaften Tv. Heuchelheim, Tv. Kirchgöns und Holzheim um den Erfolg ringen muß. Reichs-Jugendfliegertteffen der Hiller-Jugend. 400 Segelflug-Modelle auf derWasserkuppe Wie alljährlich, so findet auch in diesem Jahre Zu Pfingsten auf der Wasferkuppe in der Rhön der Reichswettbewerb für Segelflugmodelle statt. 23er- anftatter ist der Korpsführer des Nationalsoziali- stlschen Fliegerkorps (NSFK.). Für die Veranstal- tung noch 15. bis 17. Mai sind nach den Aus- scheidungskämpfen im ganzen Reich etwa 400 zum Wettbewerb zugelassene Modelle ermittelt worden. Besondere Aufmerksamkeit verdient der diesjährige Wettbewerb durch die Teilnahme einer größeren Anzahl von Modellen mit automatischer Selbststeuerung und Fernsteuerung. Diejenige Gruppe, deren Angehörige als Teilnehmer im Wettbewerb die höchste Punktzahl erreichen, gilt als Sieger und echält den Ehrenpreis des Korpsführers des NSFK. sowie eine Prämie von 500 Mark für die beste Gesamtleistung. Zwei weitere Prämien in Höhe von 300 und 200 Mark sind für die zweitbeste bzw. drittbeste Gesamtleistung festgesetzt. Für die beste Einzelleistung hat der Korpsführer einen Wanderpreis ausgesetzt. Wirtschaft Rhein-Mainische Börse. INittagsbärfe: $110. Frankfurt a. M., 7. Mai. Unter dem (Ein- örutf ber letzten günstigen Mitteilungen aus der Wirtschaft erhielt sich an der Börse zwar eine freundliche Grundtendenz, die Geschäftstätigkeit war aber infolge des Ordermangels sehr klein. An den Aktienmärkten wichen die Kurse nach beiden Richtungen nur um Bruchteile eines Prozentes ab, wobei jedoch Rückgänge überwogen. Der berufsmäßige Handel bekundete 'starke Zurückhaltung. Etwas Nachfrage fanden Werte mit Anleihestockansprüchen, von denen Reichsbank auf 204,40 (204) und Siemens etwas stärker auf 204,25 (202,50) anzogen. Mäßige Erhöhungen zeigten außerdem Gesfürel mit 150,90 (149,75), Rütgers- werke mit 149 (148), Rheinmetall mit 151 (150), AG. für Verkehr, Zement Heidelberg und Feldmühle Papier mit je plus 0,50 v. H. Montanaktien bröckelten 0,13 bis 0,25 v. H., Maschinen- und Motorenwerte hn gleichen Ausmaß ab. Leicht rückläufig waren ferner IG.-Farben mit 169,50 (169,75), Ph. Holzmann mit 154,75 (155,25), RME. mit 127.65 (128,25), Westdeutsche Kaufhof, Aschaffenburger Zellstoff und Schuckert mit je 0,25 v. H. Behauptet lagen AEG. und Scheideanstalt. Am Rentenmarkt war das Geschäft ebenfalls klein. Größeren Umsatz hatten Kommunal- Umschuldung bei unv. 93,80. Leichtes Angebot blieb in der Altbesitzanleihe und in Reichsbah'n-DA die auf 125,65 (125,75) bzw. 127 (127,40) nachgaben. Auch im Verlaufe hielt das überaus stille Geschäft an. Aktienmarkt ergaben sich in einzelnen Werten leichte Rückgänge, die Mehrzahl der Kurse auf dem Anfangsstaud. Hoesch 121,75 nach 122,25, Reichsbank 204 nach 204,40, Aschaffenburger Zellstoff 143,75 nach 144.25. Auch die erst im Verlaufe zur Notiz gekommenen Papiere lagen uneinheitlich. Höher Moenus mit 114 bis 114 25 (113,75) bagegen Lahrneyer 124,25 (125,50), Mans- fefber 156,50 (157,50), Kaliwerte bröckelten 0 50 bis lo $. ab. Arn Einheitsmarkt gingen Commerzbank 0 25 v. H. zuruck auf 112,75, Faber & Schleier 79 (80). Don Renten ermäßigten sich Altbesitz um wei- 0-13 vH auf 125,50, wahrenb Reichsbahn- 1^7,13 nacf) 127 Duckst waren. Kommu- nal-Umschuldung unv. 93,80, Stäbte-Altbesitz unv .k Zwsvergutungsscheine unv. 94,65 Am Pfandbnefmarkt blieben die Kurse bei weiterer auch, ruhigerer Nachfrage unverändert. Auch ©tabt- unb Staatsanleihen wiesen kaum Abweichungen auf. Sehr ruhig lagen auch Jnbustrie- Anleihen. Der F r e i o e r k e h r war still. Ablerwerke Kleyer 0,50 v. H. niedriger mit 113,50 bis 115,50, hoher Getling und Feist Sekt mit 58 bis 61, Ufa anfangs 71,50, bann roieber 70,50 (70,50). Wayß & Freytag unv. 150,50. Tagesgeld verblieb bei unv. 2,50 v. H. Abendbörse: Still. Die Abendbörse war überaus still. Aufträge lagen kaum vor, während der Handel in feiner Zuruck- hailurig verblieb. Im allgemeinen konnten sich die Kurse gegen Öen Berliner Schluß gut behaupten, nur vereinzelt ergaben sich geringfügige Abweichun- gen oon etwa 0,25 bis 0,50 v. H. JG.-Farben 169,40, Mannesmann 126,75, AEG. 42,75, Zement Heidelberg 160,75, Deutsche firf? mi/h1, Ablurel 150, Holzmann ermäßigten Uch den Berliner Stand von 153,50 (154,75). Ia£cnJ#r ruhig. 6proz. JG.-Farben 0'25 v. H. hoher gefragt mit 136, 4 5proz. ÄP "werten unv. 98,25 und Kommunal-Um- scyuldung nannte man mit unv. 93,80. Frankfurter Pferdemarkt. nächsten Dienstag angesetzte Frankfurter ®*Fb voraussichtlich eine zahlreiche Be- mfOrhn&r-U^tDet^en." "erben neben norddeutschen Q9C!1, uue- Ostfrieslänber, Hannoveraner, N^ucker usw. auch belgische unb dänische Arbeits- pferöe zum Verkauf stehen. Die Preise dürften gegen die beim Aprilmarkt gezahlten keine wesentliche Veränderungen erfahren. Die Industrie- unb Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 300: Lieferbedingungen für Siedler- mobel aus Holz. — 301: Tarifordnung für das ?uu.6ewerbe. lm Wirtschaftsgebiet Hessen. — 302: r- Einfuhrgenehmigungen in Griechenland sur Wollgewebe aus Deutschland. — 303: Gebüh- renorönung der Ueberwachungsstelle für Waren berschiedener Art. — 304: Der Bedarf des Auslan- des an deutschen Erzeugnissen. Die ausländische Nachfrage auf der Leipziger Frühjahrsmesse 1937. ^«5: Verlängerung der Stillhalteabkommen. — öUb: Neuregelung des Kapitalverkehrs mit der ©chweiz und Liechtenstein. — 307: Ausdehnung des italienischen Systems der Einfuhrerlaubnis — 308: Anordnung einer Meldepflicht über abgeschlossene, den Prüfungsstellen nicht gemeldete Ausfuhrgeschäfte. — 309: Umsatzsteuerumrechnungssätze für Monat April 1937. — 310: Anordnung 32 bet ^be^auiungsstelle für Leberwirtschaft (Abhäutung von Kadavern). Wandern und Reisen ♦ Bäder und Sommerfrischen. Eine zweitägige pfmgstsahtt. 1. Tag: Bieber — Arankenbach — Eiserne Hand — Rodenhausen — Erdhausen — Gladenbach. Von unserem Ausgangspunkt Bieber wandern wir durch das Biebertal bis zur Obermühle, wo wir die Landstraße verlassen und uns ein Wegweiser die weitere Strecke durch das liebliche Dünsbachtal am Fuße des Dünsbergs her zeigt. Nach einiger Zeit erreichen wir die Hochliegende Landstraße und auf dieser Frankenbach. Die Straße weitergehend, die unterwegs hübsche Blicke, namentlich auf Hohensolms, bietet, kommen wir zur Eisernen Hand, einer einfachen, am Waldrand gelegenen Wirtschaft. Hier treffen wir schwarze Striche, die uns bis zum Endziel begleiten. An der sog. Zigeunereiche vorüber, einem alten mächtigen Baume, gelangen wir zu dem am Fuße des Hemmerichs hübsch gelegenen Rodenhausen, wo eine bescheidene Gastwirtschaft zur Ruhe einladet. An den Hängen des Hemmerichs, später am Fußeder Koppe entlang, führt uns das Zeichen durch Feld und Wald nach Erdhaufen. Beim Austritt aus dem Wald bietet sich uns ein herrlicher Blick auf die Hinterländer Berge mit dem Rimberg. Bis zum Endziel Gladenbach, dem anmutig zwischen Bergen liegenden Städtchen, wo wir in einem der guten Gasthöfe übernachten, benutzen wir wieder die Landstraße. 2. Tag: Gladenbach — Kirchberg — Allna — Dammühle — Marburg. Der Morgen des anderen Tages führt uns zunächst auf den nahegelegenen Kirchberg, von dessen Turm, der Sonntags geöffnet ist, wir eine entzückende Rundschau bis zu den fernen Höhen des Vogelsbergs und des Burgwalds genießen. Rote Striche leiten uns nunmehr abwärts durch Wald und Feld über die schmucken Dörfer Rü- chenbach und Allna, letzteres mit interessanter alter Kirche, dem Allnatale abwärts nach Her- metshausen, das noch viele Fachwerkhäuser aufzuweisen hat. Von hier folgen wir blauen Kreuzen, die uns zuerst über einen aussichtsreichen Höhenweg, später durch prächtigen Hochwald nach der lieblich im Lummersbachtal gelegenen Dammmühle mit guter Gastwirtschaft führen. Die Zeichen leiten uns weiter über eine an Fernblicken reiche Höhe, an dem einsam liegenden Dörfchen Wehrshausen vorbei auf die Landstraße. Aus dieser gehen wir bis zum Waldrand nach links, von da nach rechts, um über das reizend gelegene Marbach nach unserem Endziel Marburg zu gelangen. Durch die Eifel. Von Hans Reetz. Die Eifel ist einer der mannigfaltigsten Landschaften Deutschlands. Nirgends ist auf einem gleich großen Gebiet so viel und so Gegensätzlich > beieinander. Am schärfsten empfindet das der Norddeutsche. Die Eifel ist weder eine einheitliche Landschaft, noch hat sie eine einheitliche Rasse und Sprache. Selbst die Hausformen sind in jedem Teil der Eifel anders. Indessen hat sie ein durchgehendes Merkmal, das sind die E i f e l k i r ch e n. Sie sind alle klotzig, geduckt, mit kurzen vier- oder achtseitigen Helmen und sehen alle romanisch aus, wie Gottes- burgen vom Jahre 1000. Sie verkünden mit ihren weißgekalkten, ungefügen Mauern die trotz allem unübdingbare Einheit des Eifellandes. Die Hocheifel. Wer von Köln über Münstereifel das wasserreiche Erfttal aufwärts fährt, steht plötzlich kurz hinter Tondorf vor dem gestuften Panorama hoher und noch höherer Berglinien, deren etwa zweihundert Kuppen von der Hohen Acht und der Nürburg gekrönt werden. Ein einziger Wald ist weithin über die Berge gesponnen. Die Talböden quillen von Wasser und ihre Gräser und Moose leuchten smaragden im Licht. Sommers steht das Vieh bis zu den Bäuchen im wuchernden Blumenschwalch. Irgendwo fährst du im grüngoldenen Gefunkel des Hochwaldes aufwärts und stehst bald im getürmten Gebirg. Am Wegkreuz liest du, fast erschrocken, die Jahreszahl einer frühen, längst verstummten Zeit, und du siehst dich mit klopfendem Herzen um, ob nicht gerade der Maler Albrecht Altdorfer die Gegend konterfeit, als Hintergrund, Rasthag und Waldlaube für die Himmelsfamilie. Blau raucht es aus den Tälern herauf — ehrwürdige Bergstille. Aber weiter oben, da wo die Nürburg fast achthundert Meter in den Himmel wächst, sind die gegenwärtigen Zeiten, mehr noch, die von morgen, hereingebrochen. Dort rasen die Rennwagen durch die steilen Sttecken und spitzen Kurven des N ü r - burgringes, einmal über, einmal unter den Wäldern, vorbei an den rauschenden Waldbächen und dann hinaus, hinauf auf die Höhe, dicht unter die jagenden Wolkenzüge und vor dem Sturme her. der die Wipfel der Gipfelföhre über die Bahn schwenkt! Und dieses Schauspiel ist ganz nach deinem Herzen; denn es ist den Kräften verwandt, die einst durch die Vulkane des Tertiärs dies Bergland geschaffen haben; es ist dem gewaltigen Himmel verwanot, der darüber steht, den Winden und Wolken seiner Wetter; es ist ein Teil des Elementaren in der Welt und in uns: Hocheifel. Das Hohe Venn. Wir fahren auf der fast zweitausend Jahre alten Straße, die die römischen Ingenieure einst entworfen und dann schnurgerade von Köln bis nach Zülpich an den Fuß der Eifel geführt haben. Nachdem wir die Hügelwellen der Voreifel hinter uns haben, rollen wir kurz hinter dem arttgen Burastädtchen Nideagen in die Tiefe des Roertales, um danach eine endlose, langsame, stetige Auffahrt auf der anderen Flußseite zu beginnen. Es nimmt kein Ende. Ringsum, so weit man, sieht, geht es immer nach oben. Keine Täler, kein Hinauf und Hinab, nur das einsinnige Einerlei einer Ebene, die sich langsam hebt und die merklich, klimatisch und botanisch, zur Hochebene wird. Wer einen diesigen Tag erwischt hat, der steht bald inmitten einer rauchenden Feuchte und sieht nichts — eben nichts als eine versunkene Welt hinter sich und eine graueste Ebene vor sich. Wer Sturm erwisch hat, der wird's bald merken. Dieses Hochland im äußersten Westen, das Hohe Venn (wozu im weiteren Sinne auch die Schnee-Eifel und der Zitterwald gehören) mit ihrem harten Klima, ihrer Unfruchtbarkeit und Menschenarmut, steht in einem außerordentlichen Gegensatz zur Lieblichkeit des Rheintales. Freilich muß man, um die Gründe kennenzulernen, das Land vom Westen her sehen. Von dort, von der Normandie und dem Kanal, kommen die gewaltigen, von Wasser schweren, atlanttschen Winde, die hier, in den Ardennen Mittwochabend in Mainz. Der Abendsonnenschein spiegelt sich prächtig im breiten Strom des Rheins. Viele Menschen erholen sich am Ufer in der Nähe der Landebrücken und beobachten den stets interessanten Schiffsbetrieb. Auf der Landebrücke 2 begeben sich zahlreiche Vertreter der Presse und der Verkehrsstellen des Rhein-Main- Gebiets an Bord des neuen Motorschiffes „Albert Leo S ch l a g e t e r" der Köln-Düsseldorfer Rheindampfschiffahrt. Die Direktion der Köln-Düsseldorfer hat die Männer der Presse und des Verkehrs zu einer Abendfahrt mit diesem Schiff zwischen Mainz und Bingen eingeladen. Das Motorschiff „Albert Leo Schlageter" wurde im Juli 1936 in Dienst gestellt. Es ist ein Schiff von durchaus neuem Typ, 48 Meter lang, 6,80 Meter breit und faßt 825 Fahrgäste. Dank seiner neuen maschinentechnischen Ausrüstung und noch mancher anderer Neuerungen der Schiffskonstruktion ist diesem Motorschiff eine wunderbar ruhige Fahrt zu eigen. Trotz des kräftigen „Mailüfterls", das im Rbeingau bei sinkender Sonne aus dicken Wolken stramm über das Wasser bläst und ziemlichen Wellengang verursacht, lieat das schnittige Schiff in so ruhiger Fahrt, daß selhst ein so kleines und haltloses Ding von einem Zwei-Markstück, das ein Fahrtteilnehmer auf den Rand der Münze stellt, unbewegt stehen bleibt und sich nicht einmal auf dem Tisch umlegt. Mehr kann man schließlich von der „Ruhe im Schiff" nicht verlangen. Und wenn man im Gesellschafts- oder im Speisesaal sitzt, rund herum die dunkle Nacht über dem Strom liegt, das Schiff feenhaft beleuchtet ist, so kann man bei der ruhigen Fahrt sehr gut den Eindruck haben, irgendwo in einem Hotel auf festem Boden zu sitzen. Mit einem Wort: Bei einer solchen Schiffsfahrt kann auch der Mensch mit dem empfindlichsten Magen ohne jede Beeinträchtigung seines körperlichen Befindens nach stundenlanger Fahrt wieder an Land gehen! Während noch bei Sicht die herrliche Landschaft des Rheingaus das Auge der Fahrtteilnehmer erfreut, die sinkende Sonne mit ihrem eigenartigen Licht über Wasser und Landschaft Entzücken auslöst, berichten die begleitenden Herren der „Köln- Düsseldorfer" ihren Gästen mancherlei Bemerkenswertes, das für die bevorstehenden Sommermonate auch viele andere Volksgenossen interessieren wird. Erzählen wir davon hier das Wichtigste. Der erweiterte Frühjahrsfahrplan der Köln-Düsseldorfer ist am Himmelfahrtstage in Kraft getreten. Er gilt dis zum 26. Juni, abgesehen von einem großen Sonderfahrplan für die Pfingsttage, und geht am 27. Juni in den Hauptsommerfahrplan über, der bis zum 5. September gilt. Vom 6. bis 26. September tritt erneut bet Frühjahrsfahrplan in Kraft, der Schlußfahrplan am 27. September gleicht wieder dem der Vorsaison, am 17. Oktober ist Ende der Fahrzeit. In allen Fahrplänen finden sich die durchgehenden Verbindungen in „Schnellfahrt" und und der Eifel zum ersten Male zum Aufstieg gezwungen werden und auf den bis siebenhundert Meter hohen Ländern Jahr für Jahr eine Wasserflut ausgießen, die in dem undurchlässigen Untergrund aus Quarzit und verwittertem Tonschiefer keinen Abfluß findet. Wer dort auf eine Siedlung trifft, sieht zunächst nichts als ein yohes Schutzwerk von dichtgeflochtenen Buchenhecken, hinter denen die Häuser bis über den First versteckt liegen. Sie bergen unter dem nach der Schlagwetterseite fast bis auf den Boden herabgezogenen Schleppdach, in der Richtung von Westen nach Osten, Scheune, Stallung und Wohnung. Dieses Venn-Haus ist mit einem tiefen Gefühl für die Unentrinnbarfeit aus der Landschaft erbaut. 5>alb scheint es in der Erde zu liegen und noch tiefer. Es bietet ein trockenes Dach und Wärme für Mensch und Vieh; das ist alles, was das Schicksal hier zugestand. Die Vulkaneifel. Eine Vulkanlandschaft gibt es in Deutschland, wie überhaupt im diesseits der Alpen gelegenen Europa, nur hier. Als Ausnahme gilt eine kleine Stelle in Südfrankreich. Die Eifelvulkane find noch bis an den Rand der Geschichte tätig gewesen; denn Funde vom Ende der älteren Steinzett (etwa um 12 000) wurden bei Andernach sechzehn Meter unter den vulkanischen Auswürfen geborgen. Die Vulkane sind entstanden unter dem Druck des aus der Erde heraufdringenden feurig-flüssigen Magmas, das in die Erdrinde eine trichterförmige Oeffnung sprengte und sick, teils in der Luft erstarrt und zerstäubt, teils als flüssige Gesteinsmasse, in die Umgebung feon diesen Trichtern, um die sich ein Wall von Ergußgesteinen und Asche häufte, sind noch heute, besonders im Kreise Daun, viele vollständig erhalten. Es sind die Maare, von denen sieben, „Personenfahrt" von Mainz nach Köln, die Ausflugsfahrten nach den Rheingaustationen, wie auch Fahrten, die von den anderen Hauptplätzen des Fremdenverkehrs ausgehen, so z. B. die Frühfahrt von Rüdesheim nach Koblenz (im Sommerfahrplan nach Köln). Selbstverständlich kann man auch mit der Köln-Düsseldorfer von Mainz bis hinauf nach Karlsruhe fahren, während die über Köln stromab gehenden Fahrten nach Düsseldorf mit Rücksicht auf die große Reichsausstellung „Schaffendes Polk" in diesem Jahre früher und häufiger geboten werden Die Abendsahrten ab Mainz und Wiesbaden sind gleichfalls wieder im Fahrplan oertreten. Der Main- Rhein-Verkehr von Frankfurt a. M. bis hinunter nach Kaub und St. Goar beginnt schon zu Pfingsten und ist in diesem Jahre von vorneherein bis zum 5. September vorgesehen. Für diese Fahrten ist wieder das Großmotorschiff „Gutenberg" eingesetzt. In umgekchrter Richtung find auch Fahrten von Wiesbaden und Mainz nach Frankfurt a. M. in dem Schiffsfahrplan enthalten. Beim Fahrpreistarif ist als besonders interessant zu vermerken, daß bei der Lösung von Rückscchr- scbeinen eine 50prozentige Rückfahrtsermäßigung gewährt wird. Von den Fahrpreisermäßigungen ist weiter zu beachten, daß Kinder jetzt bis zum sechsten (bisher vierten) Jahre frei und bis zum 14. (bisher zehnten) Jahre zum halben Fahrpreis befördert werden; von je zwei Kindern in Begleitung von zwei Erwachsenen ist eins frei. . Soldaten bis zum Unteroffizier einschließlich, Arbeitsdienstmänner bis zum Unterfeldmeister, Schwerkriegsbeschädigte, Krankenpfieger usw. erhalten allgemein 50 Prozent Fahrpreisermäßigung. Wie bei der Reichsbahn, stehen auch auf den Schiffen der „Köln-Düsseldorfer" Ermäßigungen für die Fahrten von Gruppen, Vereinen und Reisegesellschaften zur Verfügung. Reichsbahn-Urlaubskarten können ebenso auf den Rheindampfern benutzt werden, neu ist hier, daß die auf der Reichsbahn eingeräumten Fahrtunterbrechungen auch auf die Fahrten mit den Rheindampfern gelegt werden können. Daß für Sonderfahrten, wie „KdF.", Gemeinscbaftssahrten von Betrieben usw., bei der Köln-Düsseldorfer ebenfalls alles auf den — wie ihre Parole lautet — „Dienst am Gast" eingerichtet ist, braucht wohl nicht noch besonders her- vorgehoben zu werden. Diese interessanten Mitteilungen und noch viele andere aufschlußreiche Angaben über die Schönheiten des Reisens mit den Rbeindampsern, über die Herrlichkeit des gleichzeitigen Genusses von Landschaft und Schiffahrt, über das reizvolle Bild einer Nachtfahrt auf dem Strom, alles das interessiert die Fahrtteilnehmer in hohem Maße und läßt die schöne Abendfahrt zu einem dankbar empfundenen Erlebnis werden. Erst spät am Abend kehrt das schöne Schiff „Albert Leo Schlageter" zu feinem Ausgangspunkt Mainz zurück, wo man es voll reicher Eindrücke von dieser Abend- und Nachtfahrt verläßt, um mit gut liegenden Anschlußzügen wieder in die Heimat zurückzukehren. 8. mit eiskaltem, kristallklarem Wasser gefüllt, ähnliche Gebilde darstellen, wie die Kraterseen Italiens. (Etwa wie der Trasimener See.) Nächst dem Laacher See ist der größte und tiefite dieser in verschiedenen Höhen liegenden Bergseen das Pulvermaar bei Gillenfeld. Es ist mit 75 Meter Tiefe der tieffte See Deutschlands außerhalb der Alpen. Das kleinste Maar ist die sogenannte Hitsche am Holzmaar, das bloß 60 Meter im Durchmesser mißt. Das bekannteste ist das traurig-düstere Toten- oder auch Weinselder-Maar bei Daun, auf dessen Trichterrand aus dunkler Lavaasche ein uralter Friedhof mit einem kleinen massigen, geduckten, schwarz- grauen Kirchlein liegt. Es ist die Kirche eines Dorfes, das bis um 1500 hier gestanden hat; dann aber wegen der Unfruchtbarkeit des Bodens aufgegeben worden ist. Besonders reich ist das Bild am Mosenberge, einem fünfzackigen Kamme in fünfhundert Meter Höhe, aus dessen Rücken vier noch gut erhaltene Krater herausgesprengt sind, die die tötenden Glutflüsse einst meilenweit ins Land gespien haben. Nie wird man die Wochen des Ginsters vergessen, wenn das Gelb über der aschensarbenen Todeslandschaft brennt. 3n einer fremden Stadt. Von Karin M. Milde. Sie überwältigt dich — wie sie lichtübersät zwischen den Weinhängen und Wäldern auftaucht in der ungewissen, blauen Helligkeit zwischen Tag und Nacht — in der milden Dämmerung eines Früh- lingsabertbs. Die Luft dann — schon am Bahnhof — mitten im Lärm und im Gedränge schmeckt trotz Ruß und Qualm herb nach Fichten und Wein, eine köstlich und leicht zu atmende Lust, die die Brust nach dem strengen, eisigen Winter in den nördlicheren Breitengraden, aus denen du kommst, herrlich weitet. Sie macht dir Mut, soviel herzklopfenden Mut, diese dir frembe, unbekannte Stadt kennen zu lernen, die dir wie eine schone Frau mit aller lässigen Anmut entgegenlächelt. Deine Bekannten wohnen vor der Stadt, und so fährst du also in der gelben Straßenbahn hinaus aus den lichter- und lärmerfüllten Sttaßen. Du hörst die gemütliche, singende Sprache der Bewohner dieses Landstriches und du bemühst dich vergeblich, etwas zu verstehen Du lächelst vor dich hin und fühlst dich auf eine wunderliche Art abenteuerlustig und voll Erwartung all der Dinge, die da kommen mögen. In dieser fremden Stadt! Der Abend sinkt rasch — in dem weichen Halbdunkel kannst du die sanftgeschwungenen Höhen noch erkennen, die schwarz am Horizont entlang ziehen — das bewaldete Tal des Flusses — die gestaffelten Weinsteigen, die von allen Seiten die schöne Stadt umfangen. Die Außenbezirke muten ländlich an, voll von heiterem Frieden, mit blitzblanken Häuschen und Gärten. Die Menschen, die von ihrer Arbeit he m- kehren, sehen müde aber glücklich aus, und wie du schauen sie in den blauen Frühlingsabend hinaus, indem die Lichter wie funkelnde Perlenschnüre sich reihen — und der au^ und absteigende Wald finster gegen den blassen Frühjahrshimmel steht. Die nächsten Tage rinnen wie die blanken Glieder einer Kette durch die Hände, die sie nicht festzuhalten vermögen. Es sind Tage voll herrlicher Gänge in die Wälder und auf die Höhen — Tage, in denen das Licht silbern durch die Fichtenschonungen rieselt und der Himmel wie zortfarbige Seide über Höb"n und Stadt hinfchwebt. Du hast rote Wangen und glänzende Auoen bekommen vor Eifer, diese Stadt aanz an dein Herz zu nehmen — sie ganz zu verstehen, die dir von allem Anfang an mit soviel liebenswürdiger Schönheit und reizvoller Eigenart entgegenkam. Und — es ist eine merkwürdige Stadt: eine junge, moderne, reiche Stadt, eine Weltstadt, bte vom herben Atem ber Wälber — vom buftenben Ruch bes Weines burcfjbrungen ist — eine Großstabt, die dir zärtlich den Frühling nahe bringt und F^rn- sehnsucht erweckt mit ihrem stolzen und freien Blick weit — weit hinüber und hinaus. Nachdenklich stehst du manchen Abend auf einer der Höhen und schaust hinunter auf die lichterglei- tzende Stabt mit ihren Türmen unb Dächern, in ber bas Leben so fröhlich pulst, unb darüber hinweg auf bas weit gelänbete unb sanft gehüaelte Land, bas sich am Horizont in die Nacht verliert. In den Gärten ringsum knospen die Keime frischen Mühens — locken schmelzende, süße Amsellaute — verlocken dein Herz — will dir der Frühling den Abschied von dieser fremden unb nun schon vertrauten, wunderschönen Stadt schwer machen. Aber du weißt auch, daß du sie nie mehr vergessen wirst, die Weltstadt zwischen den Wäldern und Weinbergen, die Stadt, die langsam an den sanften Hügeln auffteigt und dir lange, lange nachblickt, da dein Zug an einem funkelnden Sonnentag dich unaufhaltsam fortträgt aus ihrer glücklichen, beglückenden Nähe. _____ AbendsahN aus dem Rhein. Mit dem Motorschiff »Albert Leo Schlageter^ zwischen Mainz und Bingen. So billig kann man allein niemals reisen! Wohl jeder hat es schon einmal festgestellt: richtig, bequem und mit Genuß reisen — das ist eine Wissenschaft für sich. Darum laß Dir alle Reise Vorbereitungen, die Zeit und Mühe kosten, vom Reisebüro abnehmen. 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Heute entschlief sanft nach langem schweren, mit großer Geduld ertragenem Leiden mein lieber Mann, mein treuer Bruder, unser guter Schwiegersohn, Onkel und Schwager Nach fast dreijähriger Tätigkeit als Assistent am Zahnärztlichen Institut der Universität Marburg habe ich am 1. April die Praxis des verstorbenen Zahnarztes Dr. Haubach übernommen Dachziegel aller Art Glasziegel Dachpappe Isolierpappe H. Glatter 8 Sohn Frankfurt. Str.19 Mühlstraße 18 TeleL 2144/3145 Die Beerdigung findet am Sonntag, dem 9. Mai 1937, nachmittags 4 Uhr, vom Hause, Bahnhofstraße 33, aus statt für alle, die sich matt und elend fühlen, für alle, die gesund u.kräftig bleiben wollen! und schöne Sommerkleider gehören zusammen I Darum beginnt auch jetzt die Schneiderei all* der leichten, luftigen Kleider und Komplets för die warmen Sonnentage. Die Mode bringt viel In tiefer Trauer: Tilla Fendt, geb. Rullmanr Ida Schwöret, geb. Fendt Dr. Wilhelm Schneider Zahnarzt An der Johanneskirche 6 Telephon 2731 Am Sonntag, dem 2. Mai, verschied nach kurzer schwerer Krankheit unser lieber Vater, Schwiegervater und Grobvater Heinrich Hess im Alter von 83 Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Heinrich Hess Familie Wilhelm Hess. Gießen, Neuwied am Rhein, den 8. Mai 1937. Die Beisetzung fand auf Wunsch des Verstorbenen in aller Stille statt. a Z in entzückenden, kleidsamen | Farben und feschen Mustern, r- daß es Ihnen bestimmt Freude macht, bei uns die Stoffe auszusuchen. Freude macht es euch, diese Stoffe zu verarbeiten und zu tragen, — aber Freude machen vor allem die leicht erschwinglichen, überraschend niedrigen Preise, die Sie bei uns finden! Darum für Sommertage Ihre Sommerstoffe aus dem FAHRSCHULE W. Müller Gießen - Frank«. Straße 34 - Ruf 2674 Neuzeitliche Lehrmittel Vorführung von Verkehrs- nnü technisch. Filmen aissD Alle Klassen Im Freien sitzen... DaskönnenSleauch. 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Lebensjahre unsere hebe Mutter, Schwiegermutter und Großmutter Die trauernden Hinterbliebenen: Dr. med. Emil Adam Else Adam, geb. Sack und 3 Enkelkinder. , n - sind dabei -zum Selbst! »r futter weiß. -d “* Hutschen V apothekenu. au* BRAUNS K.-G. Haushaltforben-tao Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme bei dem tragischen Hinscheiden unseres lieben Sohnes und die trostreichen Worte des Herrn Pfarrer Keusch, sowie für die Kranzspenden seiner Arbeitskameraden, des Gesangvereins »Liederkranz«, der Freiwilligen Feuerwehr, der Spielveieinigung 1926 Leihgestern, der Schulkameraden und seiner Freunde, sagen wir auf diesem Wege unseren innigsten Dank. Familie Karl Seipp II. Leihgestern, den 8. Mai 1937.