Nr. 8» Erstes Blatt 187. Jahrgang Donnerstag, 8. April M7 Lrlcherm tägltd), außer Sonntags und Feiertags Betlagen: Vie Illustriert« Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholl« monats«Be$ugsprets: Mit 4 Beilagen NM. 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr .. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer GewaV zernfprechanschlüffe nnter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach» richten: Anzeiger Gietzen poftschecttonlo: Sranffurt am Main 11686 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vruck und Verlag: Srühl'sche Univerfitätt-Vuch- und Steindruckerei R. Lange in Stehen. Schristieitung und SeschSstrftelle: Schulftrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8'/.UHr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf.. für Textanzeigen von 70 m m Breite 50 Rpf..Platzvorschrift nach Dort) Vereinbg.25^ mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf, Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- il behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Dem Führer und seiner SA. Vier, fünf Jahre sind es erst her, da die Sturmabteilungen Adolf Hitlers Taa um Tag unter stetem Einsatz des eiaenen Lebens für den Sieg der Bewegung kämpften, der sie sich bis zum Letzten verschrieben hatten. „Ein SA.-Mann getötet, vier weitere schwer verletzt!" Solche und ähnliche Meldungen gingen in den Jahren vor der Machtübernahme ständig durch die deutsche Presse. Kaum ein Taa verging, da nicht der rote Mordterror seine Opfer fand. Stets im Kampf gegen eine vielfache Uebermacht ist die SA. immer dem Führer und sich selbst treu geblieben, getreu ihrem Eid, alle Kräfte für die Bewegung und ihren Sieg einzusetzen. Als am 30. Januar 1933 der Führer die Macht übernahm und so zum Vollstrecker des Willens der Nation wurde, da konnte sich jeder einfache SA.- Mann — was auch der Führer oft genug selbst zum Ausdruck gebracht hat — sagen, daß er durch seinen Einsatz mit zum Gelingen dieses stolzesten Tages der Bewegung beigetragen hatte. Mehreren Hundert dieser alten Kämpfer war es nicht mehr vergönnt, diesen Sieg der Bewegung, für die sie ihr Leben dahingegeben hatten, mitzuerleben. Ihr Andenken wird dem deutschen Volk stets unvergeßlich bleiben. Zehntausende von SA.-Männern hatten in diesen jahrelangen Kämpfen Verwundungen davongetragen, und zahlenmäßig überhaupt nicht zu erfassen sind diejenigen, welche Arbeit und Brot verloren hatten, weil sie nichts anderes sein wollten als Nationalsozialisten. Treffender konnte wohl kaum das stille Heldentum dieser deutschen Männer gekennzeichnet werden als durch den Ausspruch vom „unbekannten SA. - Mann", der immer, ohne an sich selbst und sein eigenes Wohlergehen zu denken, freudig und unverzagt für die Bewegung gekämpft hat, die ihm ein und alles war. Darum ist es gut, sich dieses Einsatzes der SA. zu erinnern und sich vor Augen zu halten, daß ohne die SA. das Dritte Reich nicht hätte geschaffen werden können. Es war nur eine selbstverständliche Pflicht des Dankes, den Staat und Beweaung abzustatten hatten, als nach der Uebernahme der Macht darangegangen wurde, den SA.-Männern, welche durch ihren Einsatz für die Bewegung ihre Stellung verloren hatten, wieder einen ihnen zukommenden Arbeitsplatz zu verschaffen. Die Schwierigkeiten, die es hierbei zu lösen galt, waren gewiß nicht einfach, wenn man sich vor Augen hält, daß weit über die Hälfte aller SA.-Männer ohne Erwerb waren. Was menschenmöglich gewesen ist, um diesen alten Kämpfern wieder eine Existenzmöglichkeit zu verschaffen, ist in den vergangenen vier Jahren getan worden. Der feste Wille aller in Betracht kommenden Stellen ist es, auch dem kleinen Teil noch erwerbsloser SA.-Männer zu Arbeit und Brot zu verhelfen. Aber damit soll es nicht genug sein. Das Ziel ist, einer möglichst großen Anzahl dieser alten Kämpfer und darüber hinaus von Frontsoldaten und kinderreichen Familien auf eigenem Grund und Boden eine Heimstä11e zu errichten. Zu diesem Zweck ist von der Obersten SA.- Führung das Dankopfer derNation geschaffen worden, welches dazu bestimmt ist, Siedlun- g e n zu schaffen, wobei ausdrücklich betont werden soll, daß in ihnen nicht nur Angehörige der SA. eine Heimstätte finden. Als im vergangenen Jahre zum ersten Mal bei allen Dienststellen der SA. die Listen ausgelegt wurden, in denen sich jeder Deutsche für das Dankopfer der Nation einzeichnen konnte, da fand diese Einrichtung bei allen Kreisen des Volkes starken Zuspruch. Gliederungen der Bewegung, ja selbst ganze Betriebe spendeten geschlossen, um damit ihren Dank an die alten Kämpfer und damit auch an den Führer abzutragen. Und wenn jetzt jeder Deutsche erneut Gelegenheit hat, zum Dankopfer der Nation seinen Teil beizutragen, dann wird es ihn sicherlich interessieren zu erfahren, was denn nun feit dem vergangenen Jahre, seitdem zum erstenmal die Listen für das Dankopfer der Nation ausgeleat wurden, mit den bisher gesammelten Geldern geschehen ist. Die Antwort lautet kurz und knapp: In knapp einem Jahre wurden die Vorarbeiten zu 2500 Siedle r st e l l e n geleistet, und bereits vor einiger Zeit konnten die ersten Spatenstiche zu einer Reihe von Siedlungen gemacht werden. Mit der Schaffung dieser Siedlungen wird weiterhin dazu beigetragen, eine der Grundforderungen des Parteiprogramms, die Verbundenheit des schaffenden Menschen mit der Heimaterde, zu verwirklichen. Diese SA.-Dankopfersiedlungen, welche für den einzelnen Siedler eine monatliche Belastung von nur etwa 20 Mark bedeuten, gehen Hand in Hand mit dem großen Siedlungsprogramm, welches von Partei und Staat — hervorgehoben zu werden verdient in diesem Zusammenhang auch gerade die große Sonderaktion der Deutschen Arbeitsfront — zielbewußt verfolgt wird. Es ist selbstverständlich, daß diese SA.-Dankopfersiedlungen"alle jene Forderungen erfüllen, die man an ein solches Hilfswerk stellen muß. Keine primitiven Holzhäuser werden geschaffen, sondern massive Einfamilienhäuser, welche Raum genug für eine kinderreiche Familie bieten und zu denen etwa 1000 qm Land gehören. Alles, was sonst solche Siedlerstellen, für den Anfang wenigstens, oft etwas kostspielig erscheinen läßt, wie Obstbäume, Beerensträucher, Gartengeräte, Kleintiere usw. wird dem Siedler kostenlos zur Verfügung gestellt. Nicht vergessen werden soll auch, daß die Anlage dieser Siedlungen nicht nach einem starren eintönig wirkenden Schema erfolgen wird, sondern daß Doppel-, Rechen- und Einzelhäuser der verschiedensten Typen in bunter Reihenfolge errichtet werden. Stets wird festgehalten an der Form der ? r u p p e n s i e d l u n - gen mit mindestens acht Häusern. Diese Siedlung „Paris siirbi und mit ihm Frankreich." Verzweifeltes Echo auf die Auswirkungen der Vierzig-Gtunden-Woche. Blauer Montag. In Frankreichs sollen paradiesische Zustände ausgebrochen sein. So wenigstens behaupten die liberalen und marxistischen Zeitungen des Auslandes. Monsieur Dupont, Inhaber eines bisher leidlich gutgehenden Gemüsegeschäftes in Paris, hat seine Sonntagsruhe nunmehr um einen Tag verlängert. Er ist am letzten Montag ein bißchen ins Bois gebummelt, hat die Düfte des Frühlings eingesogen und sich auf dem Rückweg ein wenig über die Fabrikarbeiter lustig gemacht, die an diesem Tag nicht die Freiheit der Vierzig-Stunden-Woche genossen. Das reiche, behäbige, bequeme französische Volk nimmt die sogenannte Sozialreform einstweilen noch nicht so tragisch. Aber auch Monsieur Dupont konnte es nicht verhindern, daß sich seine Stirn während des Spazierganges in nachdenkliche Falten legte. Denn dieser blaue Montag war ja nicht freiwillig, wie es dem Individualismus des Franzosen entsprochen hätte, sondern er war sozusagen amtlich verordnet. Monsieur Dupont bedachte auch, daß sein Unternehmen im letzten Jahr spürbare Einbußen erlitt und daß es wahrscheinlich unter der Neuregelung der Arbeitszeit noch weiter zurück- gehen würde. Monsieur Dupont steht mit solchen Sorgen und Befürchtungen nicht allein. Auch der ranzösische Arbeiter, der Angestellte, die Hausfrau, jeder Gewerbetreibende — alle können es sich an den fünf Fingern ausrechnen, daß ihnen die künstliche Umsatzsteigerung infolge der Abwertung, die Erhöhung der Löhne bei gleichzeitiger Verkürzung der Arbeitszeit keinen Vorteil brachte. Im Gegenteil, die Preise für die Gegenstände des täglichen Lebens besonders für die Ernährung kletterten schneller empor als die Einnahmen. Außerdem schmälerten die vielen Streiks den Verdienst in erheblichem Maße. Nun suchen die guten Bürger der Dritten Republik nach der geheimnisvollen Ur* ache dieser Erscheinung und — finden sie nicht. Die barbarischen Deutschen in ihren Urwäldern haben zwar, nach französischer Meinung, kein Ver- tändnis für so feine Kulturprobleme, aber vielleicht hört man drüben in diesem Falle doch unseren Ratschlag, weil mir solche Dinge aus eigener E r - fahrung kennen. Auch im alten deutschen Parteienstaat wurden einst solche Methoden angewandt, sie führten zum Ruin. Wenn wir heute diese Misere überwunden haben, so nur, weil wir die Wirtschaftsankurbelung nicht als ein Lohn- und Preisproblem, sondern als ein Erzeugungsproblem betrachteten. Was nützt einem alles Geld und Gold, wenn man dafür nicht mehr Waren kaufen kann? Nur wer mehr produziert, also mehr arbeitet, hat auch mehr vom Leben. Diese selbstverständliche Wahrheit mißachtet zu haben, ist das Grundübel der heutigen französischen Sozial- und Wirtschaftspolitik. Dazu kommt ein anderes: der politische Druck, unter dem die Regierung Blum auf Geheiß der marxistisch-kommunistischen Gewerk- s ch a f t s f r o n t diese Neuerungen eingeführt hat. Es ist das alte, hundertmal beobachtete Spiel des Bolschewismus. Erst werden den Massen Versprechungen gemacht, dann zwingt man die herrschenden Gewalten des Bürgertums, diese Versprechungen einzulösen, bann, wenn das Experiment schief geht und das Wirtschaftsleben zugrunde gerichtet ist, liefert man bas alte Regierungssystem der Wut der empörten Massen aus, um schließlich selber, als Retter in der Not, nach dem allgemeinen Zusammenbruch die Macht im Staate zu übernehmen. Welche Wirkungen ein solches „Rezept der Revolution" auf ein Volk ausüben kann, lehrt der Blick auf Sowjetrußlanb. Dort gibt es keine Vierzig-Stunden-Woche, dort gibt es keine bürgerliche Freiheit, dort gibt es weder Wohlfahrt noch Gerechtigkeit. Wer nicht 12 bis 14 Stunden am Tage arbeitet, kommt in die Verbannung, wer zu kritisieren wagt, wird erschossen, wer auf bessere Bezahlung drängt, darf sich in den sibirischen Zwangsarbeitslagern aufs Jenseits üorbereiten. Dies ist die bolschewistische Praxis — m Rußland. Das andere ist die bolschewistische Theorie — in Frankreich. Monsieur Dupont sollte darüber etwas nachdenken. Ev. „St. Denis im Belagerungszustand" Wie eine Bürgerversammlung geschützt werden mutz. Paris, 8. April. (DNB. Funkspruch.) „Der Pariser Vorort St. Denis in Belagerungs- z u st a n d" überschreibt der „Jour" eine Meldung, in der es u. a. heißt: „Ein Tank vor dem Kommissariat, mehr als 60 Abteilungen Mobil-Garde mit ihren Hauptleuten, dazu 300 Polizeibeamte, alles in allem über 8000 Mann (!) — das war bas Aufgebot des Ordnungsdienstes, um eine Versammlung der Bürgerschaft von St. Denis zu schützen, in Der der Bürgermeister D o - r i o t seinen Wählern einen Rechenschaftsbericht über seine Amtsführung gab, da vom Innenministerium eine Untersuchung der Amtsführung Doriots angesetzt ist. Nur 50 Meter von dem Stadttheater von St. Denis, in dem Doriot seine Wähler zusammengerufen hatte, wurde eine kommunistische Versammlung abgehalten; das war wohl der wahre Grund des mächtigen Polizei- und Truppenaufgebots. Von den anwesenden Bürgern St. Denis' wurde einstimmig gegen die wiederholten Verbote von Versammlungen in St. Denis Protest eingelegt, ferner gegen die Untersuchung der Amtsführung der Stadtverwaltung von St. Denis protestiert; die Bürger von St. Denis verpflichteten sich, sich energisch gegen jede politische Zwangsmaßnahme gegen ihren Bürgermeister Doriot zur Wehr zu setzen und ihre Stadtverwaltung mit ihren sozialen Werken und öffentlichen Freiheiten energisch zu verteidigen. „Frankreich verarmt, weil es von keinem Kapital zehrt." Oie Botksfrontpolitik führt in die Inflation. Paris, 7. April. (DNB.) Die Auswirkungen der Vierzig-Stunden-Woche werden von Tag zu Tag fühlbarer. Es wird darauf hingewiesen, daß es eine Fülle von Geschäften gemischter Branchen gebe, bei denen es unklar sei, an welchem Tage sie nun zu schließen hätten, so daß kein Käufer mehr wisse, wann er ein Geschäft geöffnet finde, und schließlich die Geschäfte sowohl an den Sa ms- tagen wie an den Montagen leer sein werden. Eine andere Folge sei, ganz abgesehen von dem weiter en SteigenderPreise und dem Absinken derKau'fkrast derArbeiter- schäft, für die ja die Lohnerhöhung kein Ausgleich für den Verlust des Verdienstes von acht Arbeitsstunden ist, die zu erwartende Zahl derGeschäfts - zufammenbrüche, da es einem großen Teil der Wirtschaft sehr schlecht gehe und insbesondere mit dem Zusammenbruch einer großen Zahl von mittel ständischen Geschäften gerechnet werden müsse. Der „Figaro" hat die Meinung interessierter Persönlichkeiten eingeholt. Ein Gastwirt erklärt: Alle Angestellten, die bei uns essen, sind am Montag ausgeblieben. Belastet durch eine Fülle von Abgaben, angewiesen auf eine Kundschaft, deren Mittel durch "bie Krise beschränkt sind, haben wir nicht zuviel Arbeitstage. Wie sollen wir durchkom- men, wenn man einen weiteren abschafft?" Ein anderer Geschäftsmann sagte: „Man verbietet unseren Angestellten am Montag zu arbeiten. Wir müssen also den Verkauf selbst vornehmen. Die Vierzig- Stunden-Woche qilt nicht für uns. Wie sollen wir aber auf unsere Kosten kommen und unser Personal und unsere Steuern bezahlen, wenn wir nur vierzig Stunden arbeiten wollten?" Das Ergebnis dieser Maßnahme wird sein, daß die kleinen Arbeitgeber gezwungen sein werden, ihre Angestellten zu entlassen. Unter dem Vorwand, die Arbeitslosigkeit zu bekämpfen, wird der marxistische Gewerkschaftsverband die Arbeitslosigkeit in einem Maße vergrößert haben, wie er selbst nicht ahnte. Die Zeitschrift „Landide" stellt fest, daß Frankreich das Land des Faulenzer- (ums geworden fei, wo man auf der ganzen Linie von einer wahren Inflation sprechen könne. „Paris stirbt, und mit ihm Frankreich", so schreibt das Blatt. Die Lhamps Ely- f&s find ab 23 Uhr verlassen, die Licht- spielhaufer zu drei Vierteln leer, 200 Nachttaxen warten vergeblich auf Kunden, und auf den Seinebrücken drängen sich die Neugierigen und belustigen sich beim Spiel, wer wohl den er st en Arbeiter auf dem Welt- ausstellungsgelande entdeckt. Die Rolläden der Geschäfte sind an zwei Tagen heruntergelassen. Das ist das Paris, das man als von Ausländern überfüllt und in fieberhafter Tätigkeit darstellt. Wenn man die amtlichen Statistiken untersucht, so wird man feststellen, daß bas Leben nach und nach aus der Wirtschaft vers chwind et und Frankreich langsam verarmt, weil es von seinem eigenen Kapital zehrt. Die 11 nv satzsteuer, die das beste Barometer für die wirtschaftliche Tätigkeit eines Landes barstellt, weist für den Monat Januar gegenüber dem Vorjahr einen Ueberschuß von 15 v. H. auf; da die Großhandelspreise aber um 40 v. H. und die Einzelhandelspreise um 25 v. H. gestiegen sind, hätte die Umsatzsteuer damit Schritt halten müssen. Der Beweis ist also erbracht, daß e i n Rückgang zu verzeichnen ist. Für den Monat Februar steht die Umsatzsteuer außerdem um 52 Millionen Franks hinter dem Haushaltsvoranschlag zurück. Die Zolleinnahmen haben sich dagegen erhöht, weil das Ausland nach und nach den Platz der krankenden französischen Industrie einnimmt. Da der Franzose nicht mehr arbeiten will, erobert das Ausland den französischen Markt, und da Frankreich als Gegenleistung nicht mehr viel anzubieten hat, bezahlt es mit seinen Goldreserven. Das Faulenzertum ist oberstes Gesetz geworden. Die Potez-Werke, die früher ein Bombenflugzeug in 15 000 Arbeitsstunden fertigstellten, brauchen heute 40 000 Arbeitsstunden. Hispano Suiza hat vor der Volksfrontregierung monatlich 63 Motoren geliefert; im September 1936 lieferte es nur noch 40, im Oktober 35, im November 2 und im Dezember keinen einzigen mehr. 2Han kann also von einer Verringerung der Erzeugung auf der ganzen Linie sprechen, weiter von einer enormen Steigerung der Erzeugungskosten, dem Zufammendruch des Außenhandels, dem Ruin der kleinen und mittleren Unternehmen, ferner von einer Erhöhung der Lebenshaltungskosten, einem Haushaltsunterschuh und einer allgemeinen Unsicherheit, was man alles zusammen in das wort „Inflation" kleiden kann. Ein sinnverwandtes Wort von Inflation heiht aber „Elen d". soll nicht nur nach außen hin ein zusammenhängendes Ganzes bilden, sondern auch die innere Verbundenheit der Bewohner im wahren Geist einer echten Gemeinschaft zum Ausdruck bringen. In den kommenden Wochen wird jeder Deutsche Gelegenheit haben, seinen Dank an die Alten Kämpfer abzutragen, indem er sich mit einem Geldbetrag in eine der Listen einzeichnet, welche in allen Dienststellen der SA., in jedem Sturmlokal, aus= liegen werden. Jede Spende, auch wenn sie noch fo'gering ist, trägt mit dazu bei, eine neue Siedlung aufbauen zu helfen, in der eine gesunde Familie ihre Heimstätte erhält. Und jeber, der für diese SA.-Dankopfersiedlungen sein Scherflem gibt, kann das Bewußtsein haben, zu seinem Teil mit an dem allgemeinen Aufbauwerk und damit auch dem Führer geholfen zu haben. Emil Kirdorf Am 8. April wird Dr.-Jng. h. c. Emil Kirdorf, der Nestor und eigentliche Schöpfer der deutschen Montanindustrie, 90 Jahre alt. Das ist wahrlich ein Anlaß, dieses einzigartigen Mannes zu gedenken, dem schon im vorigen Jahre bei seinem 89. Geburtstag der Führer einen Besuch ab- Siemens ein neues Großunternehmen: die Siemens - Rhein-»Elbe - Schuckert-Union. Erst im Jahre 1925, also schon in sehr hohem Alter, zog er sich aus sachlichen Gründen zurück und legte die Leitung des Kohlensyndikats nieder. Zwei Jahre später trat er der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei bei und bekannte sich öffentlich zu Idee und Werk Adolf Hitlers. Das Goldene Parteiabzeichen, das Kirdorf trägt, ist gleichsam ein Symbol seines Lebens, denn obwohl sein Streben immer auf friedliches Schaffen gerichtet war, scheute er doch den Kampf nicht, wenn es galt, der Lüge und dem Schlendrian entgegenzutreten. Sein Leben war ein schweres Ringen, nicht um äußere Anerkennung und die Ziele des persönlichen Ehrgeizes, sondern um den Sieg der lauteren Gesinnung und der großen Idee. Niemals strebte Kirdorf nach äuß.ren Ehren und Würden, sondern fühlte sich stets nur seinem Werk verpflichtet, das zugleich ein Werk des deutschen Volkes war. So blicken auch heute noch seine ehemaligen Angestellten und Arbeiter und alle, die in seinem Lebenskreis geatmet haben, zu ihm auf als dem Vorbild eines deutschen Wirtschaftsführers. Die Glückwünsche, die Emil stattete, um ihn persönlich zu beglückwünschen. Emil Kirdorf wurde 1847 in Mettmann als Sohn eines Webereibesitzers geboren. Im elterlichen Geschäft lernte er die Kaufmannschaft und arbeitete sich dann langsam und zielbewußt aus den kleinsten Anfängen empor. Schon 1871 wurde er kaufmännischer Leiter eine Zeche bei Wattenscheid. 1892 übernahm er bereits den Posten eines Generaldirektors der neugegründeten Gelsenkirchener Bergwerks- 21(9., ein Jahr später trat er an die Spitze des Rheinisch-Westfälischen Kohlensyndikats. Das Gelsenkirchener Werk entwickelte sich unter seiner Leitung zu einem der ersten deutschen Großunternehmungen dieser Art. Nach dem Kriege und dem Verlust der Anlagen in Lothringen und Luxemburg schuf er gemeinsam mit Stinnes, Vogler und Kirdorf an feinem 90. Geburtstag entgegennehmen Fann, stammen aus dem Herzen und kommen aus der Gesamtheit der schaffenden Nation. Oer Adlerschild des Reiches für (Geheimrat Kirdorf. Berlin, 7. April. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler hat Geheimrat Kirdorf in Mülheim a. d. Ruhr, Träger des Goldenen Ehrenzeichens der NSDAP., zur Vollendung seines 90. Le- densjahres den Adlerschild des Deutschen Reiches verliehen. Die Verleihungsurkunde hat folgenden Wortlaut: „Sehr geehrter Herr Geheimrat! Zur Vollendung Ihres 90. Lebensjahres spreche ich Ihnen herzlichste Glückwünsche aus. In Anerkennung Ihrer hohen Verdienste um die deutsche Wirtschaft verleihe ich Ihnen hiermit di e h ö ch st e Auszeichnung des Reiches, den Adlerschild mit der Widmung: ,Dem großen deutschen Wirtschaftsführer!^ Mit den besten Wünschen für Ihr weiteres Wohlergehen bin ich mit deutschem Gruß Ihr (gez.) Adolf Hitler." Oie Schulzeit der Mädchen-Oberschulen. Berlin, 7. April. (DNB.) Die Ueberganas- bestimmungen über die Vereinheitlichung des höheren Schulwesens weisen hinsichtlich der Länge der Schulzeit für Mädchen und Jungen Verschiedenheiten auf. Bestimmungen für Mädchen an Mädchenschulen: Die achtjährige Schulzeit tritt erstmalig für die Oberte'rtianerinnen des Schuljahres 1 9 3 6/37 in Kraft. Das Versetzungs- zeugnis dieser Obertertianerinnen berechtigt zum Eintritt in die O II der sprachlichen oder hauswirtschaftlichen Form. Ostern 1 9 4 0 werden sie somit nach achtjähriger Schulzeit zur Rei'seprü- fung zugelassen. Die Untersekundanerin- nen des Schuljahres 19 3 6/37, die Ostern 1937 in eine 0II eintreten, machen ebenfalls erst 1 9 4 0 d i e Reifeprüfung. Es gibt im Schuljahr 1937/38 je eine O II für Obertertianerinnen und eine für Untersekundanerinnen, sowohl in der sprachlichen wie in der hauswirtscbaftlichen Form: beide Formen führen in ^)ret Jahren zur Reifeprüfung. Die Obersekundanerinnen des Schuljahres 19 3 6/37, die Ostern 1937 in eine U I eintreten, machen 1939, nach Besuch der UI und OI die Reifeprüfung. Für die Unter- und Obersekundanerinnen und Unter- primanerinnen des Schuljahres 1936/37 ist somit die Schulzeit noch neunjährig. Da bei den Mädchen kein Mangel an Nachwuchs mit Hochschulreife vorhanden ist, ist ein vorzeitige Verkürzung der Schulzeit nicht notwendig. Bestimmungen für Mädchen an Jungenschulen: Die Mädchen, die im Schuljahr 1936/37 von Ostern bis Herbst 1936 bereits eine UI besucht haben, treten Ostern 1937 in den kombinier- ten Lehrgang der Prima an Jungenschulen ein. Es ist ihnen aber freigestellt, um eine Wiederholung des Lehrstoffes zu vermeiden, sich von Ostern bis Herbst 1937 beurlauben zu lasten. Während dieser Zeit können sie eine hauswirtschaftliche Schulung durchmachen. Bei Nachweis einer solchen Schulung ist ihnen im Oktober 1937 der Wiedereintritt in d i e Prima und die Zulassung zur Reifeprüfung zu Ostern 19 3 8 gestattet. Die Obersekundanerinnen des Schuljahres 1936/37, die Ostern 1937 ebenfalls in die Prima der Jungenschule eintreten, können wohl zu Ostern 1938 zur Reifeprüfung zugelassen werden, das Reifezeugnis ist ihnen aber e r st O st e r n 1939 auszuhändigen bei Nachweis einer erfolgreichen einjährigen hauswirtschaftlichen Schulung. Diese Regelung ist getroffen worden, damit die Mädchen an Jungenschulen hinsichtlich der Dauer der Schulzeit den Mädchen an Mädchenschulen gleichgestellt sind. Die Zahl der Mädchen in der Oberstufe von Jungenschulen fällt zahlenmäßig gegenüber den Mädchen an Mädchenschulen kaum ins Gewicht. Reichsminister Hilft in Athen. Besuch der deutschen Schule. Athen, 7. April. (DNB.) Reichsminister Rust besuchte die deutsche Schule. Oberstudiendirektor Professor Romain empfing den Minister, der die Schule eingehend besichtigte und auch den Unterricht besuchte. Dabei achtete er besonders auf die schwierige Eingewöhnung der griechischen Kinder in die deutsche Unterrichtssprache, deren rascher Fortschritt um so bemerkenswerter ist, als mit der deutschen Sprache zugleich die deutsche Schrift erlernt werden muß. Auf der Terrasse nahm die Hitler-Jugend Aufstellung. Der Minister begrüßte die deutschen Jungen und Mädel und überbrachte ihnen die Grüße der Heimat und die Grüße des Führers. Die Schule hat 400 Schüler und unterrichtet außerdem 385 Erwachsene in Abendkursen. Sie hat 16 hauptamtliche und 12 nebenamtliche, hauptsächlich griechische Lehrkräfte. In dem Kasino am Badestrand von G l y f a n d a bei Athen gab die Deutsch-Griechische Gesellschaft ein Essen zu Ehren von Reichsminister Rust, an dem außer dem deutschen Gesandten Prinz zu Erbach-Schönberg, griechische Gelehrte und Mitglieder der Athener Gesellschaft teilnahmen. Reichsminister Rust erklärte u. a.: „Ich bin erst seit einem Tage in Athen, glaube jedoch, schon lange hier zu sein. Wir fühlen uns hier nicht fremd, sondern daheim. Wir alle sind mit Homer, der griechischen Tragödie, und mit Plato sozusagen groß geworden." Der Vorsitzende der Gesellschaft, Professor Gerulanos, gedachte des anwesenden greifen Professors Doerpfeld, der seine Lebensarbeit dem hohen Olympia-Ideal gewidmet habe. Tief sei die Dankbarkeit des Griechenvolkes für die Verkündung des Führers und Reichskanzlers über die Aufnahme der Ausgrabungen in Olympia. Am Abend gab der griechische Erziehungsminister Georgacopulos ein Festessen. Reform des wirtschastswissenschastlichen Studiums. Berlin, 7. April. (DNB.) Der Reichs- und Wissenschaftsminister hat das wirtschaftswissenschaftliche Studium auf folgende Universitäten und Hochschulen beschränkt: Universität und Wirtschaftshochschule Berlin, die Universitäten Breslau, Erlangen, Frankfurt a. M., Freiburg, Göttingen, Halle, Hamburg, Heidelberg, Jena, Kiel, Köln, Universität und Handelshochschule Königsberg, Universität und Handelshochschule Leipzig, Universität und TH. München, Universität Münster, Hindenburg-Hochschule Nürnberg, Universität Rostock und Universität Tübingen. Der wirtschaftswissenschaftliche Unterricht bleibt für die Studierenden der Rechtswissenschaften an allen Univer- s i t ä t e n unberührt. Studierenden der Wirtschaftswissenschaft bleibt die Möglichkeit, auch an Universitäten mit solch eingeschränktem wirtschaftswissenschaftlichen Unterricht bis zu zwei Semestern zu studieren. Dagegen sind Diplomprüfungen für Volkswirte, Kaufleute und Handelslehrer nur noch an den genannten Universitäten und Hochschulen möglich. Gleichzeitig hat der Reichserziehungsminister einheitliche Prüfungsordnungen für Diplom- Die Selbstverwaltung der deutschen Gemeinden. Reichsinnenminister Or. Frick aus dem Deutschen Gemeindetog. Berlin, 7. April. (DNB.) Jrn Reichstagssitzungssaale der Krolloper trat am Mittwochvormittag der Deutsche Gemeindetag zu seiner Jahrestagung zusammen. Der Vorsitzende, Reichsleiter Oberbürgermeister F i e h l e r (München), eröffnete die Tagung mit einem Gruß an die Ehrengäste, deren große Zahl beweise, daß der Wert der Selbstverwaltung von allen Seiten hoch eingeschätzt werde. Ser Reichsminister des Innern Sr. Trick führte darauf u. a. aus: Seitdem zum letzten Male die Vorstände des Deutschen Gemeindetages hier zusammenkamen, haben wichtige Gesetzgebungswerke, von denen ich nur die Realsteuer- r e f o r m und das Deutsche Beamtengesetz zu erwähnen brauche, den Einbau der Gemeinden in das Reich weitergeführt. In den Gemeinden selbst haben die stille und zähe Arbeit im Dienste der neuen durch den Vierjahresplan gestellten Aufgaben und der Kampf um die völlige Wieder- gesundung ihren Fortgang genommen. In der G e - meindeordnung hat sich das Dritte Reich unzweideutig zu dem Gedanken bekannt, daß nicht Zentralisation, Befehlsgewalt einer Stelle bis in die letzten örtlichen Einzelheiten hinein das Kennzeichen unserer neuen Verwaltung sein soll, daß vielmehr in dem deutschen Einheitsstaat der Selbstverwaltung der Gemeinden weiter Raum gelassen werden soll, weil die Selbstverwaltung benj deutschen Volke nach seiner ganzen Geschichte und seiner ganzen Veranlagung wesensgemäß ist. Wir haben in der deutschen Gemeindeordnung eine Derfassungsform für d i e Gemeinden gefunden, die eine schlagkräftige und zielsichere Verwaltung unter allen Umständen gewährleistet, eine Verfassungsform, die echter Selbstverwaltung weiten Raum gibt, wenn die Gemeindeleiter die in ihr liegenden Möglichkeiten nutzen. Dagegen sind die Auffassungen für die S e l b st Verwaltung der Gaue noch nicht einheitlich: ich glaube aber, daß die praktischen Erfahrungen, über die wir gerade durch die Umgestaltung der Pro- vinzialverfassung in Preußen im Jahre 1933 heute bereits verfügen, für die endgültige Lösung eine ausgezeichnete Grundlage bieten. „Es mag auf den ersten Blick wie ein gewisser Widerspruch zu dem Wesen gemeindlicher Selbstverwaltung erscheinen, wenn ich hier die Frage einer gewissen Leistungsgleichheit oder Mindestleistungsfähigkeit der Gemeinden und Gemeindeverbände erörtere. Eine Gleichmacherei oder Schematisierung, die an diese Wurzeln der Selbstverwaltung greift, würde in mir stets ihren schärfsten Gegner finden. Es wird stets eine gewisse Min - de st grenze geben, die erfüllt werden muß, wenn der Selbstverwaltungsträger seiner Aufgabe gerecht werden will. Kann diese Mindestgrenze von einer Gemeinde oder einem Gemeindeverband nicht mehr eingehalten werden, so fallen im Unterbau des Reiches bestimmte Glieder aus und ein Zustand wird herbeigeführt, der in ernsten Zeiten unerträglich ist. Dr. Frick erklärte, er habe in München bereits bestimmte Einwohnerzahlen genannt, 60 000 bis 100 000, innerhalb deren der normale deutsche Landkreis der Zukunft liegen soll. Es werde sich also darum handeln, in einer Reihe Länder größere Landkreise zu schaffen als bisher. Eine derartige Größe der Landkreise sichere auch die Volksnähe der Landkreisverwaltung. Die Deutsche Gemeindeordnung geht grundsätzlich davon aus, daß jede Gemeinde die Aufgaben der örtlichen Gemeinschaft in Ausschließlichkeit erfüllen soll. Es verbleibt aber eine weitere Gruppe von Aufgaben, die ich als zwischengemein d- lich bezeichnen möchte. Es gilt deshalb, für die nachbarliche Gemeinschaftsarbeit der Gemeinden untereinander geeignete Formen zu entwickeln. Dr. Frick erwähnte die Möglichkeit, daß Gemeinden im Wege vertraglicher Abmachungen in Gemeinfchastsbeziehungen treten, z. B. auf dem Gebiet der Gemeindewirtschaft. Bei bestimmten Fällen bleibe nach der derzeitigen Rechtslage nur die Begründung eines Zweckverbandes, der sich dann in den regelmäßigen Ausbau zwischen Gemeinde und Gemeindeverband einschiebe. Dr. Frick erinnerte daran, daß er in München eine radikale Wiederherstellung der Einheit der öffentlichen Verwaltung durch Zusammenfassung möglichst aller Fachverwaltungen in einer einzigen Behörde als Forderung ausgestellt batte. Selbständig bleibende Sonderverwaltungen müssen in enge Beziehungen zur allgemeinen Verwaltung gebracht werden, indem sie wenigstens einheitlicher politischer Führung unterstellt werden. Nur so ist der Ausgleich der Interessen der einzelnen Verwaltungszweige möglich. Gerade im Verhältnis der Gemeinden zu den Aufsichtsbehörden begegnen wir immer wieder Sonderanforderungen, die auf dem speziellen Gebiet durchaus berechtigt sein können, der Gesamtlage der Gemeinde aber nicht gerecht werden. So findet die von uns geforderte Einheit der örtlichen Vermal- tung erst durch die weitere Forderung der Einheit der Verwaltung in der regionalen Instanz ihre Abrundung und Vollendung." Die Finanzpolitik der Gemeinden. Die Reihe der Referate wurde dann fortgesetzt durch den Vorsitzenden des Deutschen Gememde- tages, Reichsleiter Oberbürgermeister Fiehler, der erklärte, der gegenwärtige Stand der Gemeindefinanzen werde im allgemeinen durch ausgeglichene Haushalte gekennzeichnet. Die Zahl der notleidenden Gemeinden, Die aus zentralen Fonds unterstützt werde, habe sich stark vermindert. Wohlfahrtshilfe erhielten von rund 1000 Bezirksfürsorgeverbänden nur noch 28, während 1933 noch 983 Bezirksfürsorgeverbände Wohlfahrtshilfe bekamen. Der Gesamtschuldenstand der Gemeinden sei trotz der Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen durch verstärkte Tilgung z u r ü ck gegangen.. Die Sorge um die nachhaltige Sicherung des Gemeindehaushalts mache die vorsichtige Haltung gegenüber neuen Ausgaben verständlich, um so mehr, als ihnen seit 1933 eine Fülle zusätzlicher Ausgaben übertragen wurde. Diese Umstände bedingten ein Festhalten an dem Grundsatz, daß bei Übertragung neuer Aufgaben auf die Gemeinden ihnen auch zusätzliche Einnahmen zugewiesen werden müssen. Gewiß wirkten sich viele Maßnahmen in der Zukunft auch finanziell günstig aus, die vorerst zum großen Teil allein von den Gemeinden finanziert werden müßten. Dies gelte z. B. auch für die Heimbeschaffung f ü r Die Hitler-Jugend, einer vordringlichen Aufgabe, die im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten durchgeführt werde. Die Vielfalt der gemeindlichen Ausgaben führe auf anderem Gebiete zur Abwehr a 1,1 e r Bestrebungen, die Gemeinde etwa als Milchkuh für Sonderwünsche einzelner Interessengruppen zu betrachten. Die Gemeinden verwalteten die Mittel der Allgemeinheit und Dürften sie nicht für Zwecke privater Organisationen verzetteln. Wenn sich solche Organisationen als notwendig erwiesen, so müßten sie von den von ihnen erfaßten Kreisen s e l b st getragen werden. Es wäre zu wünschen, daß die Gemeinden in Zukunft wenigstens noch an einer großen Reichssteuer wesentlich beteiligt würden. Ob Ersetzung der Bürgersteuer durch ein Zuschlagsrecht zur Reichseinkommensteuer zweckmäßig sei, müsse dahingestellt bleiben. Im Interesse der Übersichtlichkeit des Gemeindehaushaltes wäre es zu begrüßen, wenn es im Fortschreiten der Reichsreform gelänge, zu einem G e f a m t f i n a n z- und L a st e na u s g l e i ch zwischen dem Reich und den einzelnen Gebietskörperschaften zu kommen. Auch ein wirklicher Abbau der Finanzzuschläge zu den Werktarifen könne nur im Rahmen der Neuordnung des Finanzausgleiches erfolgen. Bei der engen Verbundenheit zwischen Gemeinden mit Sparkassen und Girozentralen wäre zu wünschen, daß diese Institute wieder aktiv m das Kommunalkreditgeschäst eingeschaltet würden. Kommunale Energiewirtschaft. Der geschäftsführende Präsident des Deutschen Gemeindetages Dr. Jeserich ging dann die einzelnen Arbeitsgebiete des Deutschen Gemeindetages durch. In wirtschaftlicher Hinsicht interessiere vor allem die Energiewirtschaft. Wie im einzelnen auch die Neuordnung der deutschen Energiewirtschaft (Gas und Elektrizität) erfolgen müsse, die Gemeinden und Gemeindeverbände seien nicht nur als Verteiler, sondern auch als Produzenten von Gas und Strom nicht wegzudenken. Einer immer weiteren Zusammenballung von Produktionsstätten stünden schwere technische, soziale und volkswirtschaftliche Gesichtspunkte entgegen. Gemeinden und Gemeindeoerbände erstrebten eine Senkung ihrer Finanzzuschläge zu den Werktarifen. Ebenso notwendig wie eine Senkung der Tarife erscheine eine Reform dieser Tarife im Sinne wirklicher Absatzförderung nicht nur im Haushalt, sondern gerade auch in der I n ö u ft r i e und im mittleren Gewerbe. Durch möglichst enge Zusammenarbeit von Arbeitsfront und Gemeinden werde es möglich fein, das Berufsschulwesen so aufzubauen, daß es den immer weiter steigenden Anforderungen der deutschen Wirtschaft genügt. Der Gemeindetag habe den Bau von Kleinsiedlungen und Volkswohnungen in jeder Weise gefördert. Bei der Kleinsiedlung wirke sich leider immer noch hemmend das unüberblickbare Gestrüpp gesetzlicher Bestimmungen und der endlose Instanzenweg aus. Für die Gemeinden gebe es keine Alternative, Eigenheim ober Geschoß- bau. Die Antwort laute: Eigenheim und Geschoß b a u. Finanzmirlschafiliche Voraussetzungen der Reichsresorm. Reichsfinanzminister Graf Schwerin von Krosigk wies auf die Notwendigkeit der Unterordnung der Realsteuerreform unter die leitenden Gesichtspunkte der Reichsfinanz- und Wirtschaftspolitik hin, aus denen sich u. a. ergebe, daß keine Senkung des gesamten Steueraufkommens eintreten dürfe, aber die Frage nach einer besseren Verlagerung der Steuerlast zu lösen war. Diesem Ziel diene ein einheitliches Grund- und Gewerbesteuerrecht für das ganze Reich. Das bedeutsamste Stück Vorarbeit für die Reichsreform fei die Vereinheitlichung des Realsteuerrechts und die Erhebung der Gemeinden zu alleinigen Steuergläubigern. Eine verstärkte Heranziehung der Gemeinden bei der Erfüllung der öffentlichen Aufgaben sei erforderlich. Es komme nicht in Frage, daß der den Ländern entstehende Ausfall einfach durch einen entsprechenden Abstrich an den Anteilen der Gemeinden an den Reichssteuerüberweisungen ausgeglichen werde. Es wird vielmehr eine Neuregelung der Verteilung der Aufgaben und Lasten zwischen Ländern und Gemeinden zu treffen fein. Bei der Aufgaben- und Lastenverteilung wird auf die Verschiedenheiten in der Finanz- und Vermögenslage der einzelnen Gemeinden Rücksicht genommen werden. Es ist in Aussicht genommen, den Kreisen eine Lastenausgleichsfunktion für die kreisangehörigen Gemeinden zuzuweisen. Gleichwohl werde ein Finanzausgleich zwischen Land und Gemeinden nicht zu entbehren sein, und zwar sowohl in der Form des speziellen LastenausgleiHs auf einzelnen Verwaltungsgebieten als auch in der Form der Finanzzuweisungen nach einem sozialen Schlüssel. Diese Ausgleichsmaßnahmen werden indessen nicht zu einer völligen Angleichung der Gemeindefinanzen aneinander führen; ein solches Ergebnis wäre auch unerwünscht, da die einzelne Gemeinde nicht der Verantwortung einer eigenen sparsamen Finanzwirtschaft enthoben werden soll. An Hand einiger Beispiele wies der Minister auf die besonderen Schwierigkeiten hin durch die sehr unterschiedliche Anspannung der Realsteuern und der Bürger st euer in den einzelnen Gemeinden. . Lanorat Ludwig (Saalfeld) sprach dann über: „Ausgaben der deutschen Landkreise." Der Landkreis ist der Bezirk im Verwaltungsaufbau, in dem sich die lebendige Berührung zwischen Staatsgewalt und Volk vollzieht und in dem auch der Berührungspunkt zwischen Staatsund Selbstverwaltung liegt. Beide zur gegenseitigen Ergänzung und Befruchtung miteinander zu vereinen, ist die große, dem Landkreis gestellte staatspolitische Aufgabe. Die Wichtigkeit dieser Aufgaben erfordert, daß auch im Landkreis alle Kräfte der Selbstverwaltung lebendig gemacht werden. Das führt zu der Forderung, daß der Landkreis feine Ausgaben durch eigene Organe und in eigener Verantwortung löst. Ausgehend von den Erfahrungen mit dem bisherigen Kreisverfassungsrecht entwickelte Landrat Ludwig die Fragen, die eine neue Kreisverfassung hier zu lösen hat. Volkswirte, Diplomkaufleute und Diplomhandelslehrer erlassen. Bis zum 30. September 1938 steht es den Kandidaten frei, sich nach der bisherigen oder nach der neuen Ordnung prüfen zu lassen. Führer des politischen Katholizismus vor dem Volksgerichtshof. Der Zusammenarbeit mit kommunistischen Hetzern angeklagt. Berlin, 7. April. (DNB.) Vor dem Volksgerichtshof begann ein voraussichtlich mehrere Wochen dauernder Prozeß gegen sieben An- geklagte, der aufschlußreiche Enthüllungen bringen wird über die geheime Zusammenarbeit zwischen katholischen Priestern und kommunistischem Treiben zur Verwirklichung der von der ehemaligen KPD. erstrebten katholisch-kommunistischen Einheitsfront. Dem 34jährigen Kaplan Josef Rosfaint aus Düsseldorf wird vorgeworfen, daß er sich als Betreuer der Düsseldorfer „Sturmschar" des katholischen Jungmänneroerbandes in Gemeinschaft mit Funktionären des kommunistischen Jugendverbandes, die eine Wiederaufrichtung dieser aufgelösten Organisation erstrebten, besonders rege für diese hochverräterischen Ziele eingesetzt hat. Ihm hat der 32jährige Franz S t e b e r aus Matgendorf (Mecklenburg) als „Reichsführer" der Sturmschar zur Seite gestanden. Ferner der 36jährige Kaplan Karl Kremer aus Remfcheidt. Nach dem Ergebnis der Voruntersuchung hat der Generalsekretär des Katholischen Jungmännerverbandes Deutschlands, der 46jährige Kaplan Jakob Clemens aus Düsseldorf, der geistliche Vorgesetzte Rossains, dessen hochverräterische Betätigung in voller Kenntnis ihrer staatsfeindlichen Ziele geduldet. Der 33jährige Mitangeklagte Peter Himmes aus Düsseldorf hat von einem kommunistischen Funktionär eine hochverräterische Druckschrift eiitgegengenommen. Ein weiterer Lieferant von Hetzschriften war der 33- jährige Hermann Jülich aus Düsseldorf. Rossaint hat einen kommunistischen Funktionär Schwip ° p ert nach seiner Flucht nach Holland im November 1935 mit Geld unterstützt, ihn gewarnt und mit politischen Informationen versehen. Für die Beweisaufnahme sind 27 Zeugen und ein auswärtiger Sachverständiger geladen. Oie Sonderstellung der Deutschen in Güdwest. Anfragen im Kapstadter Parlament. London, 7. April. (DNB.) Im südafrikanischen Parlament kam es zu einem lebhaften Wortwechsel zwischen dem Oppositionsführer Dr. SDlalan und dem Ministerpräsidenten General H e r tz o g über die Maßnahmen der Unionsregierung gegen das Deutschtum in Südwestafrika. Dr. Malan erklärte, es wäre besser gewesen, wenn die Regierung in ihren Bemühungen, ein harmonisches Verhältnis in Südwest aufrechtzuerhalten, versöhnlicher gewesen wäre. Die einzige Lösung der Probleme in Südwest könne auf dem Wege freundschaftlicher Zusammenarbeit mit Deutschland erzielt werden. General H e r tz o g erwiderte, daß die Unionsregierung bem deutschen Bevölkerungsteil in Südwest stets äußerst freundschaftlich gegenübergestanden habe. So habe man z. B. der deutschen Sprache die Gleichberechtigung mit Englisch und Afrikanisch gegeben. Etwas Unheilvolles, das nicht zu der glücklichen und befriedigenden Entwicklung des Friedens beitrage, sei jedoch in das Verwaltungsleben von Südwest hereingebracht worden. Das deutsche Element habe Maßnahmen wie die Einschüchterung früherer Deutscher eingeführt, die Staatsangehörige der Union geworden seien. Die Regierung könne einen solchen Zu st and nicht mehr länger dulden. Sie sei gezwungen worden, energische Maßnahmen zu ergreifen. Die Regierung werde jedoch ihr Möglichstes tun, stets in freundschaftlicher Weise gegenüber dem deutschen Bevölkerungsteil zu handeln. Er bedauere, daß der deutsche Gesandte ihm die deutsche Protestnote ausgehändigt und es für nötig erachtet habe, sie zu veröffentlichen. Unterschlagene Millionen in den „Schatzkammern" de« Gpls.-Henkers. Moskau, 7. April. (DNB.) Nachrichten über riesige Unterschlagungen des verhafteten ehemaligen GPU.-Henkers Jagoda werden amtlich nicht mehr bestritten. Gleich nach der Verhaftung wurden in der pompösen !ciUa und in den Diensträumen des Juden Herschl Jehuda Haussuchungen durchgeführt. Sie haben Bargeld in Höhe von einigenMil- lionen Rubeln, ferner größere Beträge in Gold und ausländischen Devisen sowie zahlreiche Wertgegenstände zutage gefordert. Der Jude Jehuda sammelte Millionen, und in den sowjetrussischen Elendsgebieten lauert der Hungertod. Die Sowjets erklären, es sei der Beweis erbracht, daß Jagoda aus der Sowjetunion über Mandschukuo und Japan habe fliehen wollen. Im Keller dieses seltsamen „Arbeiterführers" hat man nicht weniger als 700 große Flaschen französischen Champagners gefunden. Das Problem Kohle. Wohl kein deutscher Rohstoff steht so entscheidend im Mittelpunkt des Neuaufbaus der deutschen Wirtschaft wie die Kohle. Wenn jetzt nach vorsichtigen Berechnungen die deutschen Steinkohlenoorräte als ausreichend für 2000 Jahre und die Braunkohlenvorräte für weitere 400Jahre betrachtet werden, dann braucht sich weder dieses Geschlecht noch die ihm folgenden Sorge um das Auskommen mit einem so lebenswichtigen Rohstoff zu machen. Wir sind darin in einer unendlich viel bessern Lage als z. B. Italien und andere Länder. Nur zwei europäische Mächte können, was ihre Produktion und ihre Kohlenvorräte angeht, mit uns wetteifern. Das sind England und Polen. Als im Gefolge des Weltkrieges die Motorisierung und mit ihr das O e l seinen Siegeslauf in der Welt antrat, geriet die gute alte Kohle beinahe in das Hinterhaus. Die gewaltige Dynamik der Erdölerschließung, die mannigfachen Vorteile des Oels vor der Kohle ließen das an sich schon harte Handwerk der Kohlengewinnung in den tiefen Schächten unter der Erde in einen noch größeren Mißkredit geraten. Aber nicht nur das Oel, sondern in ebenso starkem Maße die Kraftgewinnung aus der weißen Kohle, dem Wasser, die gesteigerte Braunkohlenförderung und die enorm entwickelte Wärmetechnik mit der höheren Ausbeute der Wärmegrade drohten dieser in Deutschland einst so machtvollen Industrie das Rückgrat zu brechen. Die Notwendigkeit der Betriebsrationalisierung hatte den deutschen Bergbau in der Nachkriegszeit dazu gezwungen, um mit England, Holland und Polen konkurrenzfähig zu bleiben, den Betrieb unter Tage in einem bis dahin ungekannten Ausmaß zu mechanisieren. 200 000 Bergleute verloren ihr Brot. Von diesem Augenblick an gehörten das Ruhrgebiet, das Saargebiet, die Zwickauer Mulde, das Waldenburger Bergland und Deutsch-Oberschlesien zu den Krisengebieten, den besonderen Schmerzenskindern der Erwerbslosenfürsorge. Infolge der gewaltigen Ausdehnung der Kohlenindustrie in Deutschland hat darum auch das Schicksal der Kohle für das Reich und weite Kreise seiner Bevölkerung in ausgesprochen bedrohten Grenzdistrikten eine hohe volkswirtschaftliche, ja nationalpolitische Bedeutung. Diese nationalpolitische Bedeutung ist enorm gesteigert worden durch den Vierjahresplan. Nach dem Ausspruch des Führers vom 30. Januar 1937 wird durch die synthetische Erzeugung von Benzin und Gummi in Deutschland eine Mehrförderung von 20 bis 30 Millionen Tonnen Kohle jährlich notwendig werden. Die gesamtdeutsche Kohlenproduktion betrug 1936 an Steinkohle 158,38 Millionen Tonnen und an Braunkohle 161,34 Millionen Tonnen. Der Wärmewert der Braunkohle verhält sich zur Steinkohle wie 2:9. Langsam beginnt also die deutsche Steinkohle — die Braunkohle hatte es infolge der weitgehenden Mechanisierung, ihrer günftigen Standorte in der Nähe von Großstädten usw. immer leichter als die Steinkohle — wieder das aufzuholen, was sie durch die Steigerung der Wärmeersparnis und die Elektrifizierung bei der Reichsbahn, den Kraftwerken, bei der Schiffahrt durch den Oelantrieb usw. verloren hatte. Die größte Hilfe leistet ihr dabei der Aufschwung der Eisen- und Stahlindu- st r i e. Wenn auch durch die Verbesserung der Hochöfen und der Stahlwerke längst nicht mehr soviel Kohle zum Verhüttungsprozeß gebraucht wird wie früher, so sind doch die dafür gebrauchten Mengen auch heute noch entscheidend wichtig. In der Zukunft noch viel mehr, da die zur Verhüttung gelangenden eisenarmen deutschen Eisenerze einen entsprechend höheren Kohlenverbrauch erfordern. Zur Zeit liegen die Dinge so, daß nicht nur in Deutschland, sondern in der Welt ein ausgesprochener Koksmangel herrscht, weil die Kokereien trotz ihrer durchgreifenden Modernisierung in den letzten Jahren nicht mehr in der Lage sind, den gesteigerten Anforderungen der Eisen- und Stahlindustrie nachzukommen. Die Wärmetechniker sagen uns, der jetzige Stand der Wärmeausnutzung der Kohle hätte einen so hohen Stand erreicht, daß eine weitere Steigerung nur noch sehr schwer und sehr langsam denkbar sei. Inzwischen haben der Dampfkessel und die Dampfturbine soviel Neuerungen durchgemacht, daß die moderne Dampflokomotive und das moderne Dampfschiff kaum noch hinter den durch Verbrennungsmotoren, Dieselmotoren usw. angetriebenen Fahrzeugen zurückstehen. Ja es scheint, als ob sogar selbst die Luftfahrt von diesen neuen Möglichkeiten der mit Kohlenstaub geheizten Turbine nicht unberührt bliebe. Die Steinkohle wird sich also nicht nur behaupten, sondern wieder vordrängen. Da selbst bei einer großen Steigerung des deutschen Benzin- und Gummiverbrauches und der restlosen Herstellung dieser beiden so wichtigen Rohstoffe aus deutscher Kohle immer nur ein bescheidener Bruchteil der riesigen deutschen Kohlenproduktion dafür benötigt wird, bleiben diese anderen Dinge nach wie vor wichtig. Die deutsche Kohlenproduktion, d. h. in diesem Falle vor allem die der Steinkohle, erfüllt aber nicht nur als Ausgangspunkt für die eigene Erzeugung Die Ausstellung „Gebt mir vier Zahre Zeit" im Ausbau. ■CB • Unsere Zeichnung vermittelt einen Eindruck von der großen Berliner Ausstellung, die in den Ausstellungshallen am Kaiserdamm entsteht, und die einen gewaltigen Ueberblick des ersten Vierjahresplanes gibt. Links das Modell der Mangfall-Brücke, im Vordergrund als Zeichen der Wehrhoheit ein Panzerwagen und Flakgeschütze. — (Scherl-Bilderdienst-M.) 3m Auftrage Deutschlands. Baldur von Gchirach auf der Hamburger Führertagung der Hitlerjugend. Hamburg, 8. April. (DNB.) Heber 2000 Führer der Hitler-Jugend und Führerinnen des BDM. aus Hamburg und Schleswig-Holstein waren zu einer Führertagung zusammengekommen, der ersten Führertagung in diesem Jahre, der zahlreiche weitere in verschiedenen Orten des Reiches folgen werden. Der Jugendführer des Deutschen Reiches hob einleitend hervor, daß die Hitler-Jugend das erreicht habe, was noch keine Jugendbewegung der Welt vorher geschaffen habe. „Ich will darüber wachen", erklärte Baldur von Schirach, „daß niemals die Führung der Jugend zu einem Beamtenkörper wird, daß niemals die Dienststellen der Hitler-Jugend Miniaturmini- fterien werden, in denen vor lauter Schematismus und kleinlicher Büroarbeit keine praktische Arbeit geleistet wird. Mit dem Gesetz vom 1. Dezember ist eine oberste Reichsbehörde geschaffen worden, die für alle Jugendfragen des Staates allein zuständig ist. Trotzdem halten wir es für richtig, daß Jahr für Jahr die Führer der Einheiten der nationalsozialistischen Jugend sich z u bewähren haben, indem sie zeigen, daß sie genügend Wirkung auf die Jugend auszuüben vermögen, um diese Jugend zur freiwilligen Mitarbeit in Einheit und Gemeinschaft zu erziehen. Wenn wir durch Zwang und Gesetz die letzten Pimpfe aus einem abseits stehenden Elternhaus holen würden, dann würde der Wert der nationalsozialistischen Jugendbewegung nicht derselbe bleiben wie heute. Es soll auch in den zukünftigen Jahrzehnten unsere Ehre und unser Stolz fein, alles aus Eigenem geschaffen zu haben, nichts vom Staate zu fordern, sondern alles für Volk und Staat freiwillig zu leisten." Niemals mehr werde es in Deutschland einen Gegensatz von alt und jung im Sinne der Vergangenheit geben. Vom kleinsten Pimpf bis zum ältesten Greis gebe es so in Deutschland nur eine gemeinsame Aufgabe. In den vergangenen Jahren seien im Reich große sozialistische Werke aus der Hitler-Jugend heraus in gemeinsamer Arbeit mit der Deutschen Arbeitsfront geschaffen worden. Vor allem sei hier der Reichsberufswettkampf zu nennen, dann aber auch die Adolf-Hitler-Schulen, in denen der Arbeitersohn die Möglichkeit erhalte, ohne Geld sich jenes Wissen und jene Bildung anzueignen, die bisher Vorrecht bestimmter Gruppen gewesen sei. „Die Hitler-Juaend wird weiterkämpfen, um die sozialistischen Forderungen, die immer Forderungen der Hitler-Jugend waren und bleiben werden, zu erfüllen." „Ich möchte", so rief Baldur von Schirach zum Schluß den versammelten Jugendführern und Jugendführerinnen zu, ,^>aß ihr stark seid in euerem Glauben, stark seid in der Achtung der anderen, daß ihr an eure Fahne glaubt, wie andere an ihre Symbole und daß ihr wißt: Indem ihr dieser Fahne dient, handelt ihr im Auftrage Deutschlands und seiner Jugend, handelt ihr aber auch im Auftrage des Großen und Allmächtigen, den wir in Ehrfurcht nennen: Gott." von Benzin und Gummi eine so große Aufgabe, sondern auch durch ihre unerschütterte Rolle als eines der großen und maßgebenden deutschen Exportgüter. Neben Kali hat Deutschland eigentlich nur Kohle als Rohstoff in so reichen Mengen, daß es davon exportieren kann. 1936 führten wir nicht weniger als 28,65 Millionen Tonne Kohle und 7,18 Millionen Tonnen Koks aus. Die Weltmarktpreise liegen allerdings auch heute noch mit 9,30 Reichsmark pro Tonne Kohle gegen 19,80 RM. im Jnhre 1929 und für 13 RM. pro Tonne Koks gegen 25,20 RM. so tief, daß aus dem Export kaum wesentliche Gewinne für den Steinkohlenbergbau selbst zu erwarten sind, aber der Steinkohlen- und Koksexport bleibt nach wie vor zur Balancierung des deutschen Außenhandels und der Devisenbeschaffung bedeutsam. Zehntausende von Bergleuten Haden inzwischen wieder Arbeit gesunden. Zehntausende von Arbeitern werden in Werken Beschäftigung finden, die aus der Steinkohls deutsches Benzin und deutschen Gummi gewinnen werden. Heute klagen bereits die Bergwerke über einen Mangel an Nachwuchs und an tüchtigen Fachkräften für die Arbeit „vor Ort" d. h. der tm Bergbau so schwierigen Arbeit an der Kohle direkt. So haben sich die Dinge innerhalb von vier Jahren in den bis dahin wohl mit am meisten notleidenden deutschen Distrikten gewandelt. Dr. Vo. Veneschs Belgrader Besuch. „Keine neuen Momente." Belgrad, 7. April. (DNB.) Anläßlich des Abschlusses des Besuches des tschechoslowakischen Staatspräsidenten, Dr. Benesch, wurde eine Mitteilung herausgegeben, in der es heißt: Die letzten Beschlüsse des Ständigen Rates der Staaten der Kleinen Entente wurden neuerlich bestätigt und unterstrichen. Durch diesen ersten amtlichen Besuch des tschechoslowakischen Staatsoberhauptes bei der jugoslawischen Nation wurde neuerlich die unzertrennliche und enge Freundschaft sowie das brüderliche Bündnis besiegelt. Die Reise des Prinzregenten Paul nach Prag wird eine neue Bekundung der Einmütigkeit der Anschauungen, der Politik und der Ziele der beiden Brudervölker und der beiden Bruderstaaten darstellen, die untereinander auch für die Zukunft/ unzertrennlich verknüpft sind. In Belgrad verlautet, daß der Besuch von Dr. Benesch keine neuen Momente hinsichtlich des Ausbaues des Paktes der Kleinen Entente ergeben habe. Diese Pläne scheinen von Dr. Benesch auf Grund der Ergebnisse der Konferenz der Außenminister der Kleinen Entente auch nicht mehr aufgeworfen worden zu sein. In tschechoslowakischen Kreisen wird aber erklärt, daß sie nur zurückge- st e l l t seien. Ein späteres Zurückkommen auf sie sei in einer geänderten politischen Lage durchaus möglich. Im übrigen hat man sich offenbar davon überzeugt, daß Jugoslawien durch Herstellung fteund- schaftlicher Beziehungen zu den Nachbarn nur zur Befestigung des Friedens beizutragen wünscht. Norwegische Seeleute von den Sowjets aus Rache verhaftet. Oslo, 7. April. (DNB.) Am 6. April wurden vier norwegische Seeleute, die sich an der finnisch-sowjetrussischen Grenze auf sowjetrussisches Gebiet verirrt hatten, von der sowjetrussischen Grenzwache verhaftet. Der Kapitän des Fisch- dampfers, zu dem die Verhafteten gehörten, wagte nicht, sofort für die Befreiung seiner Mannschaft zu wirken, da er fürchten mußte, ebenfalls verhaftet zu werden. Das norwegische Außenministerium hat den Gesandten in Moskau beauftragt, bei der sowjetrussischen Regierung die sofortige Freilassung zu fordern. In der norwegischen Presse wird vielfach darauf hingedeutet, daß die Verhaftung der Seeleute ein Racheakt der sowjetrussischen Grenzwache sei für die Verhaftung bolschewistischer Spione in Norwegen und Finnland. Die nationale Offensive an der Basken-Iront. Salamanca, 8. April. (DNB. Funkspruch.) An der Basken-Front eroberten nationale Truppen den Hrquiola-Paß und den B a r a z a r - Paß, den Berggipfel, auf dem sich die Altu-Kirche befindet, den Berg A b a r o a , den Bergrücken westlich von U b i <3 a b a und die Ortschaft H b i d e a. Nationale Flugzeuge bombardierten erfolgreich die militärischen Anlagen und den Flughafen von B i l- b a o sowie sämtliche aus Bilbao herausführenden Schienenwege. Als Nachfolgerin für den amerikanischen Gesandten in Oslo ist Frau Borden-Harriman in Aussicht genommen. Die heute 66jährige steht bereits seit vielen Jahren im politischen Leben und ist eine der hervorragendsten Vertreterinnen der Politik des Präsidenten Roosevelt. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Kleine politische Nachrichten. Der Oberbürgermeister der Hansestadt Lübeck überreichte dem Ministerpräsidenten Generaloberst Göring den Ehrenbürgerbrief der Hansestadt. — Der Ministerpräsident nahm ferner aus den Händen des Oberbürgermeisters der Stadt Saarbrücken die Ehrenbürgerurkunde Saarbrückens entgegen. Ehrenbürgerbriefe übereichten ferner die Oberbürgermeister von Bad Salzuflen und Bernburg. * Im Zuge der von der SA. getragenen Siedlungstätigkeit werden aus den Mitteln des vor- jährigen Dankopfers wiederum zahlreiche Siedlerstellen in Angriff genommen. In Stade, im Bereich der SA.-Gruppe „Hansa", wird am Sonntag der erste Spatenstich für eine Siedlung von 20 Bauten getan, während am gleichen Tage die SA.-Gruppe Nordmark in Schleswig mit dem Bau von ebenfalls 20 Siedlungshäusern beginnt. * Reichsbankpräsident Dr. Schacht trifft am 13. April in Brüssel ein, um den Besuch zu erwidern, den ihm der Gouverneur der Belgischen Nationalbank, Louis Franck, vor einiger Zeit in Berlin ab gestattet hat. Zur Bekämpfung der Preissteigerungen der w i ch t i g st e n Bedarfsartikel hat der polnische Ministerrrat einschneidende Maßnahmen beschlossen, so die Einstellung der Ausfuhr von Getreide, die Einfuhr von Futtermitteln, eine Herabsetzung der Abgabe für die Einfuhr von Kolonialwaren und die Aufhebung der Zölle für Zink und Blei. Eine Preisregelungskommission wird mit weitaehenden Vollmachten zur Heberwachung der Preise ausgestattet worden. ytpiiil«. 6piM>uu<4.* ypüd'Mi/! =,c-*'so°o, - » * n \w> / 5 ?s 343000 Gewinne fallen nach dem amtlichen Gewinnplan der Staatslotterie auf 800 000 Lose — fast jedes zweite Los gewinnt also. Insgesamt werden in den 5 Klassen einer Lotterie 67 660 180.— Reichsmark aus- gespielt. Die Gewinne sind einkommensteuerfrei. Zwei Hauptgewinne von je einer Million Reichsmark stehen an der Spitze — so kann schon ein Achtellos 100 000.— Reichsmark gewinnen und alle Ihre Wünsche erfüllen helfen. Nur3.-RM. kostet einsolches Achtellos je Klasse. 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Erkennt, daß sie gut kleiden können, Dies Mädchen hier (sie hält's für fein) Trägt prinzipiell nur „Kammgarn rein" Und sagt voll Ueberheblichkeit: „Ach die! Die trägt ja Zellwollkleid!" Kauft sie — und siehste — macht das Rennen. (Zeichnung: Oechsner. — Scherl-M.) Aus aller Welt. Wegen Haubmordversuchs fünf Jahre Zuchthaus. LPD. Mainz, 7. April. Das Schwurgericht verurteilte den 31jährigen Georg Emil Ametzmann aus Treber wegen versuchten schweren Raubes in Tateinheit mit gefährlicher schwerer Körperverletzung zu fünf Jahren Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverlust. Der Angeklagte hatte am Morgen des 27. November v. I. eine Prostituierte in ihrer Wohnung in der Zeughausgasse ausgesucht und sie mit einem schweren Schraubenschlüssel niedergeschlagen. Dann durchsuchte er das Zimmer nach Geld, mußte aber die Flucht ergreifen, als auf die Hilferufe der Ueberfallenen Hausbewohner herbeieilten. Für 60 000 Mark Sammlerbriefmarken gestohlen. Bon einem empfindlichen Verlust wurde ein Wohnungsinhaber im Berliner Westen betroffen, dem während einer längeren Abwesenheit aus seiner Wohnung für 6 0 0 0 0 RM. Sammlerbriefmarken gestohlen wurden. Als Täter wurde ein 21jähriger Bursche ermittelt, der mit der die Wohnung betreuenden Angestellten ein Verhältnis unterhielt und sie oft besuchte. Dabei stahl er nach und noch die wertvollen Marken aus einem verschlossenen Bücherschrank und verkaufte sie. Von dem Erlös lebte er herrlich und in Freuden, schaffte sich u. □□ c kaufen1. Immer werden Sie den gleichen wunderbaren Hochglanz erzie- 1™ len. wenn Sie SßlfiX verwenden. B ■ ...Seit IX gibt es in, \ \5Farben, \ 2V2 -3-Zim.- Wohnung mit geräumiger Küche gesucht. Preis bis 38 Mk. Schr. Ang. unter 01800 a.d.G.A. Helle geräumige Wertnatt mit Mmnum anOEagerploß zu miet, gesucht. Schriftliche Angebote mit Angabe der Lage, Flächengrötzen und Preis unt. 01793 an den Gießen. Anzeig. Jung. Ehepaar (Arzt) sucht zum 1. Mai in besser. 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Indien, Größe und Schicksal der englischen Weltmacht, bereitet seinen Beherrschern gerade in diesen Tagen schwere Sorgen; ein unruhiges Land mit unruhigen Grenzen, zu deren Verteidigung England seit Jahren, ja Jahrzehnten einen Kolonialkrieg zu führen gezwungen ist, von dem die Welt nur dann erfährt, wenn die Indien-Sachverständigen des Unterhauses der Kolonialarmee etwas am Zeuge flicken wollen. Unser Berichterstatter gibt ein anschauliches Bild von diesem Krieg am Khcriberpaß. London, März 1937. Zwei Brigaden kriegsmäßig ausgerüsteter englisch-indischer Truppen sind kürzlich dem in der indischen Nordwestprovinz W a z i r i st a n stehenden Grenzschutzkorps zugeteilt worden. Die Oeffentlich- keit hat davon erst einiges auf dem Umwege über eine Presseinformation mohammedanischer Kreise erfahren, so daß sich nunmehr das Indien-Ministerium genötigt sah, den Tatbestand einer neuen sehr ernsten Gärung unter den Bergstämmen dieser Provinz zuzugeben. Während die englische Presse um die Jahreswende über heftige und verlustreiche Kämpfe in Waziristan ausführlich berichtete, hat sie sich diesmal in tiefstes Schweigen gehüllt. Was sich im Augenblick in Waziristan abspielt, läßt sich noch nicht klar erkennen. Hier sitzen kampferprobte Stämme, die in dem ewigen Krieg rechts und links des Khaiberpasses schon tausendfach die Klinge mit den Briten gekreuzt haben. Sie haben oft genug bewiesen, mit welcher Leidenschaft, Hartnäckigkeit und Geschicklichkeit sie in ihren wildzerklüfteten bis zu dreitausend Meter ansteigenden Bergen für ihre Freiheit und Unabhängigkeit zu kämpfen wissen. Schon die Mongolen hatten auf ihren großen Kriegszügen bis an die schlesische Grenze mit diesen Bergvölkern zu rechnen, deren Widerstand erst durch eine besonders zusammengestellte Heeresgruppe gebrochen werden mußte, was aber nur für kurze Zeit gelang. Seit Jahrzehnten mühen sich nun die Engländer ab, an der Nordwestgrenze friedliche Verhältnisse zu schaffen. Immer wieder muß der mit Militärposten reichlich ausgestattete Khaiberpaß verteidigt werden. Erst vor zwei Jahren waren die Stämme, wenn auch nur für Stunden, Herren dieses Ueberganges. Ein Offizier und einhundertfünfzig Mann fielen im Kampfe mit dem aus guter Deckung heraus feuernden Gegner. Zu spät rückten die Reserven heran, sie fanden die tapferen Verteidiger tot neben den leeren Patronenkästen ihrer Maschinengewehre. Im vorigen Jahre verlor die Grenzschutztruppe allein im Gebiet des Tori-Khel- Stammes in Waziristan 120 Mann. Anfang November vorigen Jahres mußten recht erhebliche Streitkräfte genau so wie fetzt zu einem „Demonstrationsmarsch" durch das Khaisora- T a l ausrücken. Der schon sagenhafte Fakir von I p i, ein mohammedanischer Fanatiker und Wanderredner, hotte die Bevölkerung gegen die Engländer aufgewiegelt. Er beherrschte praktisch das Khaisora-Tal mit seinen Nebentälern. England hatte hier nichts mehr zu bestimmen. Hüben wie drüben war man sich über die Bedeutung dieses „Demonstrationsmarsches" vollkommen im Klaren. Die britisch-indischen Truppen wußten, daß sie nicht nur mit den Bajonetten funkeln sollten, wenn auch in der englischen Presse zu lesen war, daß vorerst keine Gewalt angewendet werden würde; die Bergbewohner wiederum, nur wenige tausend Mann, richteten sich auf bewaffnete Auseinandersetzungen ein. Auf englischer Seite geschah auch zunächst nichts anderes, als daß man die Straßen zum Khaisora-Tal hinaus in Ordnung bringen ließ, daß man den Bau neuer Straßen mit Macht förderte und, während auf diesen Wegen die mobilisierten Truppen mit ihrem Kriegsgerät heranrückten, den Eingeborenen zu verstehen gab, daß dieses Kriegsgerät rücksichtslos eingesetzt werden würde, falls es zu Feindseligkeiten der Bevölkerung kommen sollte. Als Antwort darauf ließ der Fakir den unbeugsamen Widerstand der Eingeborenen verkünden. Damit begann ein neues Kapitel des ewigen Krieges am Khaiber-Paß. Die Engländer rückten nahezu unbehelligt vor. Gelegentlich schwirrten ein paar Gewehrkugeln aus irgendeinem Hinterhalt den Soldaten um die Köpfe, die an den Seiten ihrer Vormarschstraßen wiederholt Ansammlungen bewaffneter Bergbewohner feststellen konnten. Zum ersten größeren Zusammenstoß mit den Bergstämmen kam es, als sich die Truppen anschickten, in das T o ch i - Tal einzudringen. Immer wieder mußten die MG.- Schützen in Stellung gehen, immer wieder streute die Artillerie Schrapnells über die Berghänge, während Flieger die in Felseinschnitten oder auf den Höhen sitzenden Eingeborenen durch Bombenwürfe und Maschinengewehrfeuer zu vernichten suchten. Die für das Tochi-Tai bestimmte Abteilung hatte jedoch den Befehl erhalten, nach Zurücklegung einer bestimmten Entfernung wieder kehrt zu machen. Sie sollte also lediglich in den Dörfern und Weilern Englands Waffenmacht zeigen. In dem Augenblick aber, als sie sich anschickte, in das Lager von Mirali zurückzukehren, setzte schlagartig ein Feuerüberfall der Eingeborenen ein. Nur mühsam konnte der Gegner abgewehrt werden. Ununterbrochen knatterten die englischen Maschinengewehre, die Geschütze donnerten, Fliegerbomben krachten. Ein Höllenlärm erfüllte das sonst so stille Tal. Meile um Meile ging die Truppe, dauernd fechtend, auf das Lager von Mirali zurück, von dem sie ausgezogen war. Ein Regiments- und ein Bataillonskommandeur brachen bei diesem Rückzug tödlich getroffen zusammen. Am 30. November, kurz nach dem Eintreffen der Nachricht von diesem verlustreichen Rückzugsgefecht, mußte der Unterstaatssekretär für Indien dem nervös gewordenen Parlament Rede und Antwort stehen. Bei dieser Gelegenheit erfuhr die Oeffentlich- keit, daß allein die Kämpfe der drei voraufgegangenen Tage den Truppen in Waziristan einen Verlust von 19 Gefallenen gebracht hatten, während 119 Mann verwundet aus dem Kampfgebiet herausgeschafft werden mußten. Diese Mitteilungen riefen im Parlament heftige Auseinandersetzungen hervor. Einige Abgeordnete forderten sogar stürmisch die Nichtanwendung von Gewalt, was jedoch bei den Verantwortlichen im Indien-Ministerium nur ein ironisches Lächeln auslöste. Man kümmerte sich um die parlamentarischen Lehrmeister und Berater nicht, sondern erteilte den Befehl zum Einsatz neuer Streitkräfte. Weitere englisch-indische Truppen stiegen in das Khaisora-Tal hinauf. Fast sah es so aus, als hätten die Verstärkungen die Eingeborenen eingeschüchtert. Denn der Stamm der Zarini Waziris lieferte seine Gewehre ab. Wahrscheinlich waren es aber die Verluste in den letzten Kämpfen, die feine Kampfkraft zum Erlahmen gebracht hatten. Der Fakir wühlte und hetzte jedoch bei den anderen Stämmen weiter. Ununterbrochen kam es zu kleineren Schießereien und zu Ueberfällen auf die Straßenbaukolonnen. Doch ein neuer schwerer Schlag der Eingeborenen sollte unmittelbar vor dem Weihnachtsfest erfolgen. Sieht man sich die reichlich dürftigen Nachrichten über die Ereignisse in der zweiten Dezemberhälfte an, dann erhält man den Eindruck, als ob die zur Weihnachtsruhe in das Khaisora-Lager zurückgezogenen Truppen von der Umwelt gänzlich abgeschnitten worden waren. Zwei Brigaden mußten ■ - • -«.y? Britische und indische Truppen gehen nach einem vorbereiteten Artillerie-Bombardement gegen die von den Aufständischen besetzten Höhenzüge (im Hintergrund des Bildes) vor. — (Scherl-Bilderdienst-M.) * Dieser Turm ist der frühere Wohnsitz des „Feuer- Fakirs" von I p i, der von englischen Offizieren nach belastenden Dokumenten durchsucht wird. — (Scherl-Bilderdienst-M.) antreten. Aber nur eine erhielt den Befehl, das Tal bis zu einem bestimmten Punkte vom Feinde zu säubern. Die andere Brigade mußte die Höhen und umliegenden Berge besetzen, so daß die abmarschierende Truppe eine lange aus britisch-indischen Soldaten gebildete Gasse passierte. Es ist wohl so gewesen, daß die eine Brigade erst einmal den Belagerungsring der Eingeborenen sprengen mußte, damit die andere ins Freie gelangen konnte. 12 Meilen wurden von dem Expeditionskorps zurückgelegt. Fortwährend gab es auf diesem Marsch kleine Scharmützel. Zwischen Biche Kashkai und Azad Khel erfolgte dann ein heftiger Angriff der Eingeborenen. Wieder tobte Schlachtenlärm durch das Tal, wieder schossen Jagd- und Bombenflieger hin und her und suchten die feindlichen Schützen zu vernichten. Nach langem Kampf blieb der Brigade schließlich nichts anderes übrig, als den Rückzug anzutreten, verfolgt von einem Gegner, der zwar schwere Verluste erlitten hatte, sich aber als Sieger fühlte und noch am Heiligen Abend zu einem Angriff auf das Khaifora- Tal selbst ansetzte. Der Angriff wurde abgewiesen. Die Kraft der Aufständischen war erschöpft. Kundschafter teilten den Engländern mit, daß der Einfluß des Fakirs nachlasse. Drauf wurde mit den Stammesführern ein einwöchiger W a f f e n st i l l - stand vereinbart, der jedoch nicht den gewünschten Erfolg hatte, die Thori-Khel, die mit ausfallender Verbissenheit und Wut gekämpft hatten, lieferten als Zeichen künftigen Wohlverhaltens einhundert Gewehre ab und stellten die geforderten einhundert Geiseln. Auch andere Stämme ergaben sich, nur ein Rest blieb dem Fakir treu. Nach Ablauf des Waffenstillstandes wurde der „Demonstrationsmarsch" wieder aufgenommen, ohne daß es zu neuen Feindseligkeiten kam. Von der Zahlung eines bestimmten Betrages pro Kopf der Bevölkerung, wie das bisher der Fall war, ist keine Rede mehr. England zahlte pro Kopf und Jahr ein Pfund, um sich damit den Frieden zu erkaufen. Aber fast immer gingen die Pfundbeträge a n heimliche Waffenhändler, die für den nächsten Aufstand Gewehre und Munition heranschafften. Nach englischer Meinung sollen in letzter Zeit bolschewistische Agenten in Waziri- Einquartierung. Von Peter Mattheus. Wir saßen am Frühstückstisch — meine Frau und ich —, als unsere Elise den Kopf zur Tür herein steckte. „Bitte schön — Fenster putzen kann ich heute nicht." Meine Frau runzelte leicht die Stirn, wie sie das in ernsten Augenblicken immer tut. „Wieso?" fragte sie. „Wir hatten doch besprochen ..." „Es geht nicht", sagte Elise und kicherte eigenartig. „Am besten. Sie kommen selber mal gucken." Meine Frau stand auf und ging hinaus. Hutschputsch ließ ich mein Ei stehen und folgte ihr. Ich bin von Natur schrecklich neugierig. Elise führte uns auf den kleinen Balkon hinter unserer Küche, auf dem wir allerlei Hausgerät aufbewahren. Schweigend hob sie den Arm und wies auf die Leiter. „Oh!" sagte meine Frau. Und da mir nichts Besseres einfiel, sagte ich auch: „Oh!" Auf der oberen Sprosse der Leiter klebte ein Nest — ein nettes rundes Vogelnest, auf dem eine Drossel saß. Augenscheinlich brütete sie. Sie machte durchaus nicht den Eindruck, als sei sie irgendwie beunruhigt durch unsere Nähe. Im Gegenteil — sie hielt den Kopf ein bißchen schief, als wollte sie sagen:« Sie wünschen? Tja, eigentlich wünschten wir die Leiter. Aber das ging ja nun wohl nicht. „Was tut man da?" fragte meine Frau ratlos. Trotz aller schlechten Erfahrungen kann ich es nicht lassen, mitunter Vorschläge auf dem Gebiet der Hauswirtschaft zu machen. „Läßt du die Fenster eben nicht putzen", sagte ich. Ein eisiger Blick wies mich in meine Schranken zurück. „Das verstehst du nicht", sagte meine Frau. „Die Fenster müssen geputzt werden!" „Dann laß sie halt später putzen", schlug ich vor. Und dieser Vorschlag schien schon eher Gnade zu finden. „$)m — wie lange kann es wohl dauern?" wandte sich meine Frau an Elise, die vorn Lande ist und mit solchen Dingen Bescheid weiß. „Acht Tage etwa", antwortete Elise „Aber manchmal brüten sie noch einmal..." „Wie, gleich hinterher?" Elise mcfte. Meine Frau sah überrascht und etwas bekümmert aus. Sie äußerte jedoch nichts. Die Drossel hingegen legte den Kopf auf die andere Seite und betrachtete uns mit einem Blick, der deutlich sagte: Meine Herrschaften, Sie stören hier! Wir zogen uns in die Küche zurück und überlegten eine Weile, ohne zu einem Entschluß zu kommen. „Man kann doch nicht —", sagte meine Frau. „Nein, natürlich nicht!" sagte ich sehr entschieden. Ich wollte noch hinzufügen, daß man Fenster überhaupt nicht zu putzen braucht, so lange man noch hindurchsehen kann. Aber ich schluckte es lieber hinunter. Manchmal denke ich, daß ich von Hauswirtschaft vielleicht doch nichts verstehe. Endlich kam Elise auf den rettenden Gedanken, werd' mal zu Herrn Gröschel gehn", sagt sie (Herr Gröschel ist unser Portier). „Wenn ich ihn bitte, borgt er mir die Hausleiter." Das war sozusagen das Ei des Kolumbus. Ich stattete Elise mit einer kräftigen Brasil aus, denn Herr Gröschel liebt keine leichten Sachen, und sie ging. Uns allen fiel ein Stein vom Herzen. Die Fenster konnten geputzt werden, und die Drossel durfte trotzdem brüten. Alles war in Ordnung. Meine Frau lief der Elise noch ins Treppenhaus nach und rief: „Später wollen wir die Leiter aber doch lieber auf den Hängeboden stellen." Ich hoffe nur, daß die ^Drosseln nächstes Jahr nicht beleidigt fein werden." Wie die Vitamine entdeckt wurden. Die Vitamine als Heilstoffe der Natur spielen in der heutigen Ernährung und Heilkunde eine hervorragende Rolle. Den ersten Anstoß zu ihrer Beachtung gab ein Zufall. Wie Dr. Gerhard Venz- mer in einem Aufsatz des Aprilheftes von Del - Hagen & Klafings Monatsheften erzählt, bemerkte, ein holländischer Kolonialarzt auf einem Gefängnishof in Niederländisch-Jndien eine Schar von Hühnern und Tauben, die an einer seltsamen Krankheit zu leiden schienen. Sie vermochten sich nicht regelrecht zu bewegen wie gesundes Hausgeflügel, sondern manche von ihnen taumelten wie betrunken daher, andere konnten sich überhaupt nicht aufrecht halten, sondern lagen wie gelähmt in verkrampfter Haltung am Boden. Je eingehender der Arzt das merkwürdige Verhalten der Tiere beobachtete, um so mehr fiel ihm die Aehnlichkeit der geheimnisvollen Geflügelkrankheit mit der in jenen Gegenden häufigen, gefürchteten menschlichen Beriberi auf, die ebenfalls mit Nervenentzündung, Lähmungen usw. einhergeht. Er suchte sich zunächst über die Fütterung der Hühner und Tauben, die jene eigenartigen Störungen aufwiesen, zu vergewissern. Es ergab sich, daß das Geflügel mit den Ueberbleibseln der Gefangenenkost, meist gekochtem Reis, gefüttert wurde. Nun kam Entdeckerfreude über den jungen Arzt; eine richtungweisende Ahnung blitzte in ihm auf. Sie hieß ihn, bis dahin gesunde Hühner ebenfalls ausschließlich mit gekochtem Reis ernähren zu lassen; und siehe da: sie wurden regelmäßig nach einigen Wochen von genau den gleichen Krankheitserscheinungen befallen. Andere Hühner dagegen, die er, um die Gegenprobe zu machen, gleichzeitig mit rohem Reis ernährte, blieben völlig gesund. Jetzt konnte kein Zweifel mehr darüber bestehen: durch das Kochen war ein lebenswichtiger Nahrungsstoff im Reiskorn zerstört worden. Auch das Schälen oder Polieren der Reiskörner hatte die gleiche Wirkung. Ja, es genügte sogar, an künstlich beriberikrank gemachte Hühner und Tauben die durch den Poliervorgang als Abfall gewonnenen Reishäutchen zu verfüttern, um die Tiere in kürzester Zeit wieder gesund zu machen. In diesen Häutchen mußte also jener geheimnisvolle, unentbehrliche Begleitstoff enthalten sein, dessen Fehlen die schwerwiegenden Krankheitserscheinungen, ja bei nicht rechtzeitiger Behandlung den Tod zur Folge hat. Es dauerte noch nahezu anderthalb Jahrzehnte, bis man die Gedankengänge des Arztes aufgriff und weiterverfolgte. Und doch waren diese Forschungsergebnisse nichts Geringeres als die Keimzelle eines völlig neuen Zweiges der Forschung, dem es bestimmt war, in kurzer Zeit zu einem Baume von riesenhaften Ausmaßen auszuwachsen. Der rätselhafte Begleitstoff, den der Arzt mit seherischer Ahnung in dem Reishäutchen vermutete, war nichts anderes als das erste Vitamin, nämlich das antineuritische, d. h. Nervenentzündung bekämpfende Vitamin B. Oer Mann ans dem Bocksten-Moor. Zum ersten Male ist jetzt ein vollkommener Anzug eines Mannes aus dem Mittelalter unter merkwürdigen Umständen gefunden worden. In dem Bockften-Moor, südlich von Göteborg in Schweden, das in früheren Zeiten noch wilder und unzugänglicher gewesen sein muß als heute, wurde eine Leiche gefunden; nach den Umständen kam man zu dem Schluß, daß etwa im 14. Jahrhundert hier ein Reisender überfallen, getötet und beraubt wurde und daß man dann die Leiche ins Moor geworfen hat, um sie aus dem Weg zu räumen. Offensichtlich handelte es sich um einen wohlhabenden Kaufmann oder einen Adeligen; es war noch zu erkennen, daß es ein Mann mit feinem rötlich-braunem Haar, guten Zähnen und hellbraunroten Augenbrauen sowie gleichfarbigem kurzem Bart war. Besonders wichtig waren die Aufschlüsse über seine Kleidung, die sich in dem Moorboden gut erhalten hatte und die im Museum von Varberg unter Leitung des Kurators S a n d k l e f sachverständig behandelt wurde, um erhalten zu werden. Das Hauptgewand war, wie in der Frankfurter Wochenschrift „Die Umschau" darnach mitgeteilt wird, ein Rock mit einem runden Loch für den Hals, mit langen Aerrneln und glockig geschnittenem langen Schoß. Als Gürtel trug der Mann einen Ledergurt mit zwei Dolchscheiden; ein quer über die Schulter laufender Lederriemen war schon lange abgefallen. Um die Beine trua er eine Art Strumpfhose aus Wollstoff, die Füße waren in wollenes Tuch gehüllt, die ledernen Schuhe waren ziemlich verfallen, lieber dem Rock trug er noch einen Umhang aus etwas dünnerem Stoff aus einem Stück mit einer Oeffnung für den Kopf, über den er eine Kapuze mit einem langen zopfähnlichen Schwanz gezogen hatte. Der Anzug war augenscheinlich hellgrau, der Umhang leuchtend rot und die Kapuze dunkelgrau. Die wollenen Stoffe hatten sich im Moorboden gut erhalten, obwohl die Nähfäden zerstört waren. Nachdem man den Rock aus dreizehn Stücken wieder zusammengenäht hatte, blieben noch einige Stücke übrig, aus denen man einen Köcher wiederherstellen konnte. Dagegen hat man bisher keine Unterkleidung gefunden; sie war augenscheinlich unter den Einwirkungen der Säuren des Moores zerfallen, und die Stoffe werden noch weiter geprüft, ob man Spuren von ihnen entdeckt. Die butterweich gewordenen Reste von Holz und Leder wurden einer chemischen Behandlung unterworfen, durch die sie wieder gehärtet wurden. Die Dolchklinge war vollkommen weggerostet, während die Lederscheiden und die Holzgriffe noch erhalten werden konnten. Da man bisher noch nirgends derartig vollständige und wohlerhaltene mittelalterliche Kleidungsstücke gefunden hat, gibt es nur auf Bildern Vergleichsmöglichkeiten, und man hat feftgeftellt, daß auf einem italienischen Bilde aus dem Jahre 1370 Petrarca einen ganz ähnlichen Anzug trug; man datiert daher den Fund etwa in das 14. Jahrhundert. Der Fund wird nach sorgfältiger Behandlung im Museum von Varberg zur Schau gestellt werden. Zeitschriften. — Das neue Heft der „Sire n e", der illustrierten Zeitschrift des Reichsluftschutzbundes, berichtet in aufschlußreichen Bilder-Artikeln über deutschen Luftschutz auf dem Lande, über Englands gewaltige Maßnahmen zum Schutze feiner Hauptstadt und über die Volksgasmaske in Dänemark Eine Plauderei erzählt, „Wie Sirenen tuten", ein interessanter Beitrag mit Bildern schildert China. ft cm ihre Hand im Spiele haben. Den stärksten Einfluß übt aber doch der Fakir von I p i aus, auf den die Truppen bei der Fortsetzung ihrer Aktion Jagd gemacht hatten, der geächtet' wurde, der aber doch entkam. Die Eingeborenen, wenn sie auch ihre Waffen ablieferten, gaben ihren Führer nicht preis, den man in einer Höhle eines Seitentales, wie die britischen Kundschafter feststellten, versteckt hatte, und den man trotz der Aechtung mit »llem Nötigen unterstützte. Die Höhle konnte nicht entdeckt werden. Wohl aber ist der Fakir inzwischen zu neuem Ansehen gelangt. Denn wenn man wiederum 8000 Mann für Waziristan aufgeboten hat, dann scheinen die Kämpfe im Khaisoratal nur ein Vorspiel für andere schwerwiegendere Ereignisse gewesen zu sein, wird doch davon gesprochen, daß diesmal wesentlich mehr Stämme Waziristans aufsässig sein sollen, als das im Herbst und Winter der Fall war. Gchach-Gcke. Bearbeitet von K. Helling. Eine Mattkombination. 8 8 6 L 8 3 2 2 Die abgebildete Stellung entstand in einer Partie Eliskases — Hölzl. Eine Schwäche in der Figurenstellung des Schwarzen ermöglicht dem Weißen eine elegante Gewinnführung. Mit welchem Zuge gewinnt der Weiße am schnellsten? Ein Scheinopfer. 8 Jgf * o b Die abgebildete Stellung entstand in einer Partie Dr. Rödl — Ormond beim Kampfe Deutschland gegen die Schweiz zu München. Weiß ist am Zuge und kann sich durch eine Kombination rasch ein entscheidendes Materialübergewicht verschaffen. Was zieht Weiß am stärksten? Lösung der Schachaufgabe „Lwiges Schach". Weiß: Khl, Db7, Te8, Ld5, Be2, g3, H4 (7). Schwarz: Kh7, Df6, Lf5, Lg7, Ba6, g6, h5 (7). 1. Lf5—e4+, Te8Xe4. 2. Df6-fl + , Khl-h2. 3. Dfl—f2+, Kh2—H3. 4. Df2—fl+, und Schwarz gibt ewiges Schach; 1. ... Ld5Xe4. 2. Df6—fl+, Khl-h2. 3. DflXe2+, Le4-g2. (Nach KH3 käme Dg4+ mit Wiederholung der Schachgebote auf e2 und ei.) 4. De2Xe8, und der Ausgleich ist hergestellt. Lösung der Schachaufgabe „lleberraschendes Opfer". Weiß: Kc2, De2, Tal, Tgl, Lc4, Lg5, Ba3, b2, c3, d3, k3, h2 (12). Schwarz: Kc8, Dh4, Td8, TH8, LH5, Sc5, Bbö, b7, c7, e5, f7, g7, h7 (13). 1. Dh4Xc4 (Nach LXd8 würde Schwarz jetzt mit Db3+ nebst Th8Xd8 bei fortdauerndem starkem Angriff zwei Figuren für einen Turm gewinnen.), d3Xc4. 2. Lh5—g6+. In der Partie beging jetzt Weiß den Fehler Kc2—cl, worauf Sc5—b3 matt folgte. Nach dem einzig spielbaren Zug 2. De2—e4 könnte Schwarz sich am einfachsten mit 3. f7—f6 den Gewinn eines weiteren Bauern (auf e4 oder H2) und der Partie sichern. Es könnte zum Beispiel 3. ... De4Xg6. 4. H7Xg6, Lg5—d2. 5. TH8XH2 die Folge sein. Nie Narrenkappe. Poesie. König Friedrich Wilhelm III. ging eines Taaes im Schloßpark spazieren. Er kam an einem Pavillon vorbei und entdeckte an die Wand geschrieben folgende Worte: „Unter diesen Bäumen möcht' mein Leben ich verträumen!" Auguste v. P. Lächelnd zog der König seinen Bleistift aus der Tasche und schrieb darunter: „Unsinn, Auguste. Heiraten mußte!" Friedrich Wilhelm. Thoma-Anekdote. Der Dichter Ludwig Thoma saß eines Abends an seinem Münchener Stammtisch, zu dem u. a. auch sein Verleger Albert Langen gehörte. Langen erzählte, daß er in seiner Jugend ein großer Schütze gewesen und sogar einmal Schützenkönig geworden sei. Thoma als Försterssohn, selber sein ganzes Leben lang ein leidenschaftlicher Jäger und hervorragender Schütze, machte ein ungläubiges Gesicht und sagte: „Du? Du kannst ja gar nicht mit einer Flinte umgehen!" Nun hing zufällig an der Wand der Wirtsftube eine alte Büchse. Langen blickte zu der Büchse hin, sprang auf und rief: „Du Depp, soll ich dir mal was vorschießen?" Thoma schaute den aufgeregten Mann seelenruhig an und erwiderte gelassen: „Von mir aus gern! Dreihundert Mark, wenn du so viel bei dir hast!" Das Nächstliegende. Es war ein herrlicher Tag, und die junge Lehrerin sprach zu ihrer Klasse von den Schönheiten der Jahreszeit. „Heute morgen", sagte sie, „als ich an der Bahnstation stand und auf meinen Zug wartete, schien die Sonne so warm, und ich fühlte etwas sanft meine Wange streicheln. Was glaubt ihr wohl, ist das gewesen?" Ein ganz kleiner, aber verständnisvoller Junge meldete sich: „Der Stationsvorsteher, Fräulein?" Verbleib der Wäsche und die Person des Diebes konnten aber noch nicht festgestellt werden. Kreis Alsfeld. —.— Homberg (O h m), 5. April. Ein 14tägiger Kochlehrgang des Reichsmü t t e rdien- st e s, der bei zahlreicher Beteiligung hier stattfand, wurde am Samstagabend mit einer schönen Veranstaltung in der Stadthalle abgeschlossen. Die Kreisfachberaterin des Reichsmütterdienstes für den Bezirk Alsfeld, Fräulein L u l e y , und die Kreisfrauenschaftsleiterin Frau Fischer (Alsfeld) hielten dabei Ansprachen, in denen die Bedeutung der Kur- susarbeit und die Aufgaben der Frau im Dienste unserer Volksgesamtheit klar und eindrucksvoll hervorgehoben wurden. Beim Gesang schöner Volkslieder und mancherlei geselligen Darbietungen verblieb man einige Stunden in schöner Kameradschaft, bis die Ortsfrauenleiterin Frau Ihm mit Dankes- worten an Fräulein L u l e y und mit dem Gruß an den Führer den Abend schloß. Wirtschaft. Rhein-Mainifche Börse. TNiilagsbürse welker befestigt. Frankfurt a. M., 7. April. An der Börse lagen kleine Aufträge der Kundschaft sowohl am Aktien-, wie am Rentenmarkt vor, so daß die gestern einsetzende Befestigung Fortschritte machen konnte. Die Geschäftstätigkeit ist etwas größer geworden, wenn auch das absolute Ausmaß der Umsätze noch weit hinter denen vor ein paar Wochen zurückbleibt. Vereinzelte Glattstellungen der Kulisse wurden durch Publikumsaufträge zumeist ausgeglichen. Dividendenerwartungen und sonstige günstige Nachrichten gaben etwas Anregung. Am Aktienmarkt lagen die ersten Kurse vorwiegend 0,25 bis 0,75 v. H. höher. Am Montanmarkt traten Harpener mit 160,50 (159,25) mehr hervor. Von chemischen Papieren gewannen Metallgesellschaft und Rütgerswerke bis 0,75 v. H., Farben mit 167 (166,90) voll behauptet. Von Elektroaktien waren AEG. mit 41,40 bis 41,50 (41) lebhafter, Größere Nachfrage erhielt sich für Autowerte, Daimler 129,50 bis 130,25 (129), im Freiverkehr Adlerwerke Kleyer 144,50 (133,25). Maschinenaktien zogen ebenfalls 0,50 bis 1 v. H. an, stärker erhöht waren Rheinmetall-Borfig mit 151,25 (149,25). Etwas schwächer notierten Reichsbank mit 195,65 (196,50). Gement Heidelberg (164), Bemberg (112) und Westdeutsche Kaufhof (58,40) lagen behauptet. Auch im Verlaufe blieb die Tendenz verhältnismäßig fest und das Geschäft konnte sich weiter etwas beleben, wenn auch nicht auf allen Gebieten. Beachtet blieben am Aktienmarkt Motoren-, Maschinen- und Montanaktien bei weiteren Erhöhungen von 0,25 bis 0,50 v. H., Moenus Maschinen lebhaft mit 110,50 bis 111 nach 109,75. Verein. Stahl 116,25 nach 115,75, JG.-Farben 167,25 nach 166,90, Westdeutsche Kaufhof 58,65 nach 58,40, Daimler 130,50 nach 130,25, Muag 143,25 nach 142,50. Von später notierten Werten gewannen Zellstoff Waldhof 1,50 auf 158, Scheideanstalt 1,75 o. H. auf 259. Am Einheitsmarkt blieb die Haltung fest. Motoren Darmstadt kamen nach Geldstreichung mit 117 (zuletzt 110,50), ebenso Hartmann & Braun mit 115 (109,75) wieder zur Notiz. Von Bankaktien Commerzbank 113 (112,75), Eisenbahn-Bank, Taxe 5 (4,50) v. H. Don Renten blieben Wisderaufbauzuschläge mit 79,40 bis 79,50 nach 79,25 gesucht, Kommunal-Um- schuldung schwankten zwischen 92,40 bis 92,45. Reichsmark-Umtauschobligationen lagen etwa 0,13 bis 0,25 v. H. fester. Gold- und Liqurdationspfand- briefe, sowie Kommunal-Obligationen kamen unverändert zur Notiz, höher Nass. Landesbank KO. 97,25 (97). Stadtanleihen waren allgemein gefragt und 0,25 bis 0,50 v. H. fester, niedriger aber'4,50 Darmstadt o. 26 mit 96,25 (97). Abendbörse freundlich. Die Abendbörse behauptete den festen Grundton des Mittags und brachte bei kleinen Umsätzen teilweise noch kleine Befestigungen. Etwas mehr erhöht waren Moenus Maschinen auf 112 (111). 0,25 bis 0,50 v. H. höher gegen den Berliner Schluß lagen u. a.: Schuckert 165,25, Muag 143,50, Gesfürel 147,75, Holzmann 147,50, Dt. Eisenhandel 155, Bemberg 112,50, JG.-Farben 167,50, Buderus 125,25, Hoesch 118,50, während Harpener mit 160, Verein. Stahl mit 116,25, Rheinstahl mit 158,25, Mannesmann mit 118,90, Rhein. Braunkohlen mit 233, Licht und Kraft mit 148,25 und Hapag mit 16,25 im gleichen Ausmaß abbröckelten. Im Freiverkehr lagen Adlerwerke Kleyer mit 114,25 unverändert. Die Rentenmärkte lagen bei behaupteten Kursen ruhig, 4,50 v. H. Krupp 98, 6 v. H. JG.- Farben 134,50, 5 v. H. Verein. Stahl 101,50, 4,50 v. H. Mainz 97, Schutzgebietsanleihe 11,30, Kommunal-Umschuldung 92,45 bis 92,55 und Wiederaufbauzuschläge 79,40 bis 79,65 Srantfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 7. April. Infolge der Bestellungsarbeiten kommen zur Zeit nur schwache Getreideablieferungen an den Markt. Von der Tauschmöglichkeit Roggen gegen Futtermittel wird in erweitertem Umfange Gebrauch gemacht. Die Nachfrage nach Mühlenerzeugnissen, Futtergetreide und Futtermitteln bleibt lebhaft. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in Mark: Weizen W 13 211, W 16 214, W 19 218, W 20 220, Roggen R12 174, R15 177, R 18 181, R19 183, Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Futtergerste —, Futterhafer —. Weizenmehl Type 812 W 13 29,35, W 16 29,45, W 19 29,45, W 20 29,80, Roggenmehl Type 1150 R 12 22,45, R 15 22,80, R 18 23,30, R 19 23,50 plus 0,50 Mark Fracht-Ausgleich. Weizenfuttermehl 13,60 Weizenkleie W13 10,75, W16 10,90, W19 11,10, W 20 11,20, Roggenkleie R12 9,95, R15 10,15, R18 10,40, R19 10,50 Mühlen- festpreise ab Mühlenstation. Soyaschrot —, Palm» kuchen —, Erdnußkuchen —, Treber 14,00 Höchstpreis ab Erzeuger-Station, Trockenschnitzel —, Heu lose 5,00 bis 5,50, do. drahtgepreßt 5,40 bis 5,90, Weizen- und Roggenstroh drahtgepreßt 2,40. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 8. April. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 641 Rinder (135 Ochsen, 159 Bullen, 508 Kühe, 131 Färsen), 576 Kälber, 46 Hümmel, 18 Schafe, 355 Schweine. Es kosteten: Rinder: Ochsen 36 bis 45 Mark, Bullen 35 bis 43, Kühe 20 bis 43, Färsen 35 bis 44, Kälber 30 bis 65, Hämmel 40 bis 52, Schafe 35 bis 45, Schweine 48,50 bis 52,50 Mark. Marktverlauf: Rinder und Schweine zugeteilt, Kälber lebhaft, Hämmel und Schafe mittelmäßig. Schweinemartt in Nidda. CD Nidda, 7. April. Der heutige Schweine- markt war mit 408 Ferkeln und 3 Läuferschwci- nen beschickt. Es kosteten 6 bis 8 Wochen alte Ferkel 15 bis 16 RM., 8 bis 10 Wochen alte 17 bis 20 RM., 10 bis 13 Wochen alte 20 bis 24 RM., Läuferschweine wurden nicht notiert. Das Geschäft verlief schleppend, es verblieb Ueberstand. Aus der engeren Heimat. Landkreis Gießen. "Y" Watzenborn-Steinberg, 7. April. Wie in den vergangenen Jahren, so herrscht auch dieses Jahr rege Bautätigkeit in unserer Gemeinde. Im Laufe des Jahres werden zehn Wohnhäuser, zwei Scheunen und verschiedene Um- und Anbauten geschaffen. s. Lang-Göns, 7.April. Nachdem in der letzten Woche in der Turnhalle eine Zwischenver- fteigerung von Brennholz stattgefunden hatte, wurde gestern eine größere Menge im hiesigen Gemeindewald, Bezirk „Jungmark" versteigert. Da in diesem Jahre nicht so viel Holz geschlagen wurde wie im vorigen, waren die erzielten Preise recht ansehnlich. Buchenscheit kam im Durchschnitt auf 24 bis 28 Mark je zwei Raummeter, einzelne Haufen sogar auf 30 Mark. Buchenknüppel kosteten 19 bis 23 Mark, Eichenknüppel 16 bis 18 Mark, Kiefern- und Tannenknüppel 12 bis 16 Mark. Stöcke waren billig und kosteten 2 bis 5 Mark, ebenso Tannenreisig, je 50 Wellen 4 bis 5 Mark, Buchenreifer dagegen 15 bis 16 Mark je 50 Wellen. Sehr preiswert waren alle Stangenhölzer. — Mit dem Beginn des neuen Schuljahres wurde in hiesiger Gemeinde die Stelle eines Schuldieners neu errichtet und einem Ortsbürger übertragen. Alle Arbeiten, wie Reinigung der Schulsäle, Heizung usw., die seither von vier verschiedenen Personen erledigt wurden, sind nun in eine Hand gelegt. Diese neue Einrichtung wird allseitig begrüßt. # Dau bringen, 6. April. Die hiesige HI. sammelte in unserem Gemeindewald etwa zehn Zentner Ginster. Die Gemeinde hat auf dem Kirchberg rund 15 0 0 Maulbeerbäume ein- gepflanzt. Kreis Schotten. s. Schotten, 5. April. Am Samstag fand im Krankenhaus-Erholungsheim zu Schotten die Prüfung der Samariterinnen vom Roten Kreuz, Zweigverein Schotten, statt. Die Prüfung leitete der Kolonnenarzt Med.-Rat Dr. Jockel. 18 Frauen und Mädels hatten an dem Kursus teil- genommen. Die Vorsitzende des Zweigoereins, Frau Widmann, begrüßte die Erschienenen, besonders auch die Landesoorsitzende. Nach der Prüfung wurden die Samariterinnen feierlich zum Dienst im Roten Kreuz unter Überreichung der Nadeln und Ausweise verpflichtet. Die Landesvorsitzende wies auf die bedeutsame Arbeit des Roten Kreuzes hin und brachte das Sieg-Heil auf den Führer und Schirmherrn des Roten Kreuzes aus. Ein gemeinsamer Kaffee schloß sich an die Feier an. d. Schotten, 5. April. Im Schulungs - lager der DAF. zu Schotten sand gestern eine Tagung der Betriebsführer, Vertrauensratsmitglieder und Betriebszellenobmänner statt, die sehr gut besucht war. Nach Begrüßung des Kreis- schulungsleiters der DAF., Pg. D e n z e r (Schotten), hielt zunächst der Rechtsberater der DAF., Bürgermeister Menget, einen Vortrag über die Aufgabe der DAF.-Rechtsberatungsstellen. Dann sprach der Gauschulungswalter der DAF., Pg. Wachsmuth (Frankfurt), über die Wehrwirtschaft und den Vierjahresplan. Reicher Beifall lohnte den Redner. Mit begeistert aufgenommenem Sieg- Heil schloß der Vorsitzende die Tagung. h. Schotten, 7. April. Zu Ehren des von hier nach Gießen versetzten Berufsschullehrers Emil H i tz fand gestern abend im „Anker" ein A b - schied statt, zu dem sich zahlreiche Vertreter der Behörden, Vereine und viele Freunde eingefunden hatten. Bürgermeister Menge! hob die großen Verdienste des Scheidenden hervor, die er sich in den 31 Jahren seines Hierseins um die Oeffentlich- keit erworben hat. Als Zeichen des Dankes und zur Erinnerung übergab er ihm namens der Stadt ein künstlerisches Aquarell, ein Motiv aus Schotten darstellend. Schulrat Dr. Meurer übermittelte den Dank der Schulbehörde für die vorbildlichen Leistungen von E. Hitz auf dem Gebiet des Berufsschulwesens. Sturmführer Kalbfleisch sprach namens der SA.-Reserve. Dr. D a mb- rn a n n hob die Verdienste des Scheidenden hervor, die er besonders um den VHC. und die Derkehrs- merbung für den Vogelsberg sich errungen hat. Auch fernerhin wird E. Hitz dem Gesamtvorstand des VHC. angehören und die DHC.-Belange fördern helfen. Den Kriegerverein hatte Hitz seither geleitet, ebenso den Volksbildungsverein. Professor Hahn und Dekan Widmann dankten namens dieser Vereine für die große Arbeit, die hier von Hitz geleistet wurde. Für die Försterschule, an der Hitz seit Bestehen tätig war, sprach Forstassessor O st h e i m. Auch die Metzgerinnung, der Hitz als gewerblicher Berufsschullehrer angehörte, ließ Glückwünsche für das fernere Wohlergehen aussprechen. Bewegten Herzens dankte der Scheidende für alle Ehrungen und Abschiedsworte, liebe Erinnerungen aus der Schottener Zeit auffrischend. Schotten wird ihm auch ferner seine zweite Heimat bleiben. Eine verdienstvolle, hier sehr beliebte Persönlichkeit scheidet mit Emil Hitz aus unserer Stadt, die den Scheidenden nicht vergessen wird. # Groß-Eicken, 5. April. Die Freiwillige Feuerwehr hielt in der Gastwirtschaft von Merz ihre Hauptversammlung ab. Wehrführer Hch. Burk erstattete den Jahresbericht, der von reger Arbeit der Wehr im Dienste der Ortsgesamtheit Zeugnis ablegte. Die Mitgliederzahl beläuft sich zur Zeit auf 38 Feuerwehrmänner. Der vom Rechner Otto Stamm vorgelegte Kassenbericht schließt in Einnahme mit 79,25, in Ausgabe mit 46,15 RM., also mit einem Ueberschuß von 33,10 RM. ab. Rechner und Vorstand wurde Entlastung erteilt. Nach Erledigung einiger kleinerer interner Angelegenheiten wurde die Versammlung mit einer Ansprache öes Ortsgruppenpropagandaleiters Becker geschlossen. — 3n einer der letzten Nächte ereignete sich hier em W ä s ch e d i e b st a h l. Die Polizei nahm die Ermittlungen sofort mit allem Nachdruck auf, der Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Frankfurt a. M. Berlin Schluß- Schluß?. Abendbörse Schluß- kurs Schluß!. Mittagbörse Datum 6-4. 7.4. 6.4. 7.4. 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 101,3 101,4 101,4 101,4 4% Deutsche Retchsanl. von 1934 98,75 98,75 98,75 98,75 5%% Dvung-Anleihe von 1930 .. 103,5 103,5 103,75 103,9 4%% Hessische Volksstaat von 1929 99,65 99,65 — 99,65 4y20/<> Deutsche Reichspostschatz von 1934 I...................... _ 100,45 100,65 100,75 4%% Deutsche Reichsbahnschatz von 1936 I.................. 98,75 98,5 98,5 121,13 98,5 121,3 Reichsanleihe-Altbesitz.......... 121,13 121,25 Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten.............. 133 133 _ 4y2% Hess. Landesbk. Darmstadt Goldpfe. R. 12.............. 98,75 98,75 98,75 98,75 5yz% Hess. Landes-Hyp.-Bank Liqu. Goldpfe............... 101,13 101,05 _ _ 4*4% Preuß. Landespfdbr.-Anst. Goldpfe. R. 19.............. 98,75 _ 98,75 98,75 4V2% Preuß. Gold-Komm. R. 20 97 97 97 4y2% Darmstädter Komm.-Lan- desbank R. 6................ 96,75 96,9 Deutsche Komm.-Sammel-Anlethe Auslos.-Rechte 1.............. 128,5 128,5 128 128,75 4*/2% Franks. Hhp. Goldpfe. R. 15 4y2% Franks. Hyp. Gold-Komm. Obl. 2 3.................... 99 99 99 99 97 97 b*/2% Franks. Hhp. Liquidation Goldpfe..................... 101,15 101,15 5y2% Rheinische Hyp. Liquidation Goldpfe................... 101,25 101,25 101,13 101,13 Steuergutschein-Berrechnungskurs 110,3 110,3 110,3 110,4 5% Goldmexikaner von 1899 .... — — — — 4% Oesterreichische Goldrente.... — — — — 4,2% Oesterreichische Silberrente. —— •— — — 4*/2 Ungarn Staats von 1913 .... —— — — 4% Ungarische Goldrente....... — — — — 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 — — — —— 6% Rumänen von 1903......... —— —— — — 4*/2% Rumänen Gold von 1913.. -— — 4% Einheits-Rumänen......... w— — — _ 4% Türken Bagdad I........... — — — — 4% Türken Bagdad II.......... — — _ — 2*/4% I. Anatolier.............. — — '— — A.G. für Verkehrswesen......6 130,25 131 131 131 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 — — 43,75 43,25 Hamburg-Amerika Paket......0 — 16,25 16,5 16,5 Norddeutscher Lloyd..........0 16,75 17 16,75 17 Deutsche Reichsbahn Vorz.°Akt. 7 126,4 126,5 126,25 126,4 Reichsbanl................. 12 196,5 195,65 197 196,5 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 125 —— 125,75 127,5 Commerz- und Privat-Bank... 4 112,75 113 112,75 113 Deutsche Diskonto............4 120,5 120,5 120,25 120,5 Dresdner Bank.......... ... 4 103 103,25 103 103,25 Frankfurt a. M. Berlin Schlußkurs Schluß?. Abendbörse Schlußkurs Schluß!. Mittagbörse Datum 6.4. 7-4. 6.4. 7-4. Accumulatoren-Fabrik..... . 12 212 210 212 209 ä KV-Kunstseide.......... .. O — — — —— Aschaffenburg Zellstoff..... .. 8 132,5 134,5 112,5 133,5 134,5 Bemberg................ .. O 112 111,5 112,25 Bekula.................. .. 8 165,5 166 165,75 166,25 Buderus Eisen............ .. 4 125 125,25 124,9 125 Cement Heidelberg........ .. 7 164 164 — —— Gement Karlstadt......... .. 6 — — •— Chade A.-C............... .. 9 — — — —— Conti Gummi............ . 11 195,5 194 195 194,13 Daimler Motoren.......... .. 5 129 130 129,75 130 Dessauer Gas............. .. 4 —— — 113 113,13 Deutsche Erdöl............ .. 5 147,5 147,75 147,25 147,75 Deutsche Gold- und Silber . .. 9 257,25 259 —— — Deutsche Linoleum......... . 10 174 173,5 174 174 Elektrische Lieferungen...... .. 6 132 132,5 132,25 132,5 Elektrische Licht und Kraft... .. 7 148 148,25 148,5 148,75 I. G. Farben-Jndustrie..... .. 7 166,9 167,5 167 167,4 Felten & Guilleaume....... .. 6 138 138 137,75 138 Gesfürel.................. .. 6 147 147,75 147 147,25 Th. Goldschmidt........... .. 5 133 132,75 131,75 133 Grihner Maschinen......... .. O 41,75 42,25 42 42,4 Harpener................. 2% 159,25 160 159,25 160,5 Hoesch Eisen............... sy2 118 118,5 118,4 118,4 Phllipp Holzmann......... .. 6 147,25 147,5 147 147,25 Ilse Bergbau.............. .. 6 Ilse Genüsse.............. .. 6 149 149,25 149,5 149,25 Kali Aschersleben.......... .. 5 124,75 125 125 125 Klöcknerwerke............. 4y, 122,75 123,5 122,5 123,65 Kokswerke und Chemische Fabrik 6 147 147 ......................... .. 6 124 125,5 124 124,75 Mainkraft................. .. 4 94 94,5 Mannesmann......... .. 3 118,75 118,9 119 119,13 Mansfelder Bergbau ....... 614 158 158,25 158,25 Metallgefellschaft........... .. 5 153,5 154,25 153,5 154,25 Orenstein & Koppel........ Rheinische Braunkohle...... .. O 91,25 91,25 . 12 233 232,4 233,5 Rheinische Elektro.......... Rheinstahlwerke............ .. 6 .. 6 131,5 157,5 158,25 131,25 158 158,5 Rbemisch-Westfälische Elektro .. 6 127 127,4 127,5 127,13 Rütgerswerke ............. .. 6 146 146,5 146,25 146,25 Salzdetfurth Kali.......... 714 166 166 166,25 166,25 Schuckert L Co............. .. 6 164,5 165,25 164,5 164,75 Schultheis Patzenhofer...... .. 4 95,9 96,4 Siemens L Halske......... Süddeutsche Zucker......... .. 8 10 193 200 193 200 193 193^5 201 .5 bereinigte Stahlwerke...... Westdeutsche Kaufhof....... sy2 .. 0 115,4 58,5 116,25 58,75 115,4 58,4 116,5 58,9 Westeregeln Alkali.......... .. 5 123,5 123,5 123,75 123,75 Zellstoff Woldhof.......... Otavi Minen.............. .. 6 0,6 156,5 32,2 158 31,7 156,5 32 158,5 31,5 Buenos Aires............. Brüssel Rio de Janeiro Polen.................... Kopenhagen Danzig................... London HelstngforS Paris.................... Holland .... Italien Devi enmarkk Berlin - Frankfurt a. M. 6.April 7. April 6. April 7.April Amtliche Notierung Geld | Brief AmtticheNotterung Geld I Brief Amtliche Geld Notierung Bries Am iltche Notierung Geld 1 Bries 0,755 0,759 0,756 0,760 Japan.................... 0,710 0,712 0,710 0,712 41,95 0,143 47,04 42,03 0,155 47,14 41,93 0,143 47,04 42,01 0,155 47,14 Jugoslawien .............. Oslo..................... Wien..................... 5,694 61,39 48,95 5,706 61,51 49,05 5.694 61,31 48,95 5,706 61,43 49,05 54,54 54,64 54,47 54,57 Lissabon.................. 11.09 11,11 11,07 11,09 47,04 47,14 47,04 47,14 Stockholm................ 62,97 63,09 62,90 63,02 12,215 12,245 12,20 12,23 Schweiz.................. 56,76 56,88 56,73 56,85 5,395 11,485 5,405 11,505 5,39 11,46 5,40 11,48 Spanien.................. Prag..................... 16,“98 8,656 17,02 8,674 16,98 8,656 17,02 8,674 136,24 136,52 136,26 136,54 Budapest................. 13,09 13,11 13,09 13,11 Neuyork.................. 2,488 2,492 2,488 2,492 Nr.8I Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Donnerstag, 8. April (937 Rekioraisübergabe an der Llniversiia'i Gießen. Eindrucksvolle Feier des Semester-Eröffnungsappells in Gegenwart des Gauleiters. Rektor und Senat der Ludwigs-Universität Gießen hatten für den gestrigen Mittwochoormittag zum semester-Eröffnungsappell eingeladen, mit dem diesnial die Uebergabe des Rektorats an den neuen Rektor, Se. Magnifizenz Prof Dr. Baader verbunden war. An der Feier nahmen zahlreiche Ehrengäste aus dem Kreise der Partei und ihrer Gliederungen, aus der Wehrmacht und der staatlichen und städtischen Behörden teil. Der große Kreis der Freunde unserer Universität füllte gemeinsam mit den Studierenden die Neue Aula bis auf den letzten Platz, als Gauleiter Reichsstatthalter Sprenger, der bisherige und der neue Rektor, der Kanzler, die Dekane und die Dozenten den Saal betraten. Anschließend wurden die Fahnen feierlich eingebracht, die vor dem Rednerpult Aufstellung nahmen. Mit dem feierlichen Marsch aus „Herakles" von Händel, vorgetragen vom Collegium musicum unter Leitung von Universitätsmusikdirektor Prof. Dr. Temesvary, fand der Appell einen weiteren feierlichen Auftakt. Professor Dr. Walther Schultze als Führer des Dozentenbundes und der Dozentenschaft begrüßte sodann den Gauleiter mit einer Ansprache, in der er u. a. sagte: Bor vier Jahren war es das letztemal, daß Sie, Gauleiter, in unseren Räumen weilten. In der Zwischenzeit hat sich an den deutschen Hochschulen manches geändert. Es ist alles entfernt worden, was undeutsch und morsch war. In Gießen ist durch zahlreiche Weg- und Neuberufungen ein großer Wechsel entstanden. Während wir noch vor einem Jahr weite Lücken im Lehrkörper zu verzeichnen hatten, sind diese jetzt ausgefüllt. Es sind nicht nur neue Gesichter gekommen, sondern es hat sich wirklich in vielem eine Wandlung vollzogen. Ich kann heute als Dozentenschafts- und Dozentenbundsführer Ihnen, Gauleiter, sagen, daß bei uns der ehrliche Wille vorhanden ist, das Beste für Volk und Staat zu leist e n. Gießen ist zwar der Besucherzahl nach eine der kleinsten Unioarsitäten, sie hat aber wie nur ganz wenige Hochschulen den großen Vorzug, daß durch eine früheinsetzende, weitschauende Hochschulpolitik hier eine wirkliche Universitas durchgebildet worden ist. Hier, wo die Möglichkeit engster Zusammenarbeit gegeben ist, kann auch für Wissenschaft und Forschung das Beste geleistet werden. Ich begrüße mit allen Dozenten und Mitarbeitern der Universität es aufs herzlichste, daß Sie, Gauleiter, bei uns als Reichsstatthalter den Semesterantrittsappell eröffnen und den neuen Rektor einführen. W i r wollen, daß Sie an unserer Arbeit Freude haben und mit Stolz sagen können: „In meinem Dienstbereich ist die einsatzbereite, leistungsfähige Hochschule Gießen, auf die ich mich voll und ganz verlassen kann". StudentenschastsführerFrank sagte dem Gauleiter besonderen Dank dafür, daß er an dieser Feier teilnehme, zu einem Zeitpunkt, da sich an den Universitäten eine neue Epoche anbahne. Die Arbeit, die an der Universität geleistet werde, gelte allein dem Führer und dem Volk. Die Gießener Studentenschaft grüße den Reichsstatthalter in Ehrerbietung und mit stolzer Freude. Es sei als eine symbolische Handlung zu werten, wenn der Gauleiter heute nach Gießen komme zu einer Zeit der Wende studentischen Lebens. Die Studentenschaft werde es sich stets angelegen sein lassen, im nationalsozialistischen Geiste Die Belange des deutschen Volkes zu vertreten. Und die Studentenschaft von heute werde ihre Pflicht erfüllen, wie jene von Langemarck. Bei aller eisernen Arbeit aber werde die Studentenschaft auch bemüht sein, sich einen fröhlichen und gesunden Geist zu erhalten Den Gauleiter bitte er, daß er der Arbeit der Studenten alle Unterstützung leihen möge. Die Studentenschaft gelobe Treue und eiserne Pflichterfüllung. Gauleiter Reichsstatthalter Sprenger bei seiner Rede. (Aufn.: Neuner, Gießener Anzeiger.) w N v 1 y v . * H w. M % t 1 Gauleiter Reichsstatthalter Sprenger sprach nunmehr über die Ziele der Universitätsarbeit im nationalsozialistischen Staat. Er erinnerte an sein Verweilen in der Gießener Universität im Jahre 1933, bei dem er bereits im Umbruch die Forderung aufstellte, daß die Gesinnung und die Leistung den Inhalt aller weiteren Arbeit ausmachen müssen und betonte, daß die Hochschule am Anfang einer tausendjährigen neuen Epoche der deutschen Geschichte ihre besondere Aufgabe zu erfüllen hat. Eingehend behandelte er in diesem Zusammenhang die Schuld des Systems an der falschen Führerausbildung. Hier hat der Nationalsozialismus bereits eine grundlegende Aenderung durchgeführt. Die Unmöglichkeit des Studiums für finanziell Minderbemittelte, die in der Vergangenheit eine nicht wegzuleugnende Tatsache war, wird durch den Aufbau der Adolf-Hitler-Schulen ausgelöscht sein. Diese Schulen stellen den Unterbau für die Hochschule dar. Damit ist sichergestellt, daß die besten und gesündesten Jungen mit den hervorragendsten Lharakteranlagen zu den Hochschulen geführt werden. Die Anforderung an die Universität ist deshalb größer denn je, doch die einheitliche und geschlossene Führung wird auch dieser erhöhten Anforderung gewachsen sein. Anschließend zeigte der Gauleiter die Entwicklung des Studentenbundes aus einer kleinen Kampfgemeinschaft zur Gliederung der Partei. Nach allen Gärungen innerhalb der Studentenschaft marschiert sie nun ausgerichtet und zielbewußt. Verantwortlich für ihr ganzes Tun ist sie einzig der P a r t e i. Er erinnerte dann an die erste Studentenversammlung im Jahre 1928, wo er zu den Versammelten von der Forderung sprach, erst das Reich zu erobern und sich danach über studentische Bräuche zu unterhalten. Ganze sechs Mann stellten sich damals dem Kampf der NSDAP, zur Verfügung. Daran ist am besten die Schwierigkeit zu erkennen, die es zu überwinden Nach der Sicherung der Arbeit ist eine Rückschau nun nicht mehr erforderlich. Wenn jeder in dem vom Führer geforderten Sinn mitarbeitet, ist die Einheit innerhalb der Hochschule ebenso her- gestellt, wie draußen zwischen Partei und Volk. Unter dem besonderen Beifall der versammelten Studenten und Dozenten machte der Gauleiter dann Mitteilung davon, daß der Appell an die Alten Herren, die NS.-Studentenkampfhilfe nicht ungehört verhallt ist: . H e s s e n - N a s s a u nimmt hierbeidie erste Stelle im ganzen Reich ein. Der Gauleiter schloß mit den bestimmten Worten, daß im Nationalsozialismus, als der allumfassenden Weltanschauung, alles leben kann, es sei denn, daß es undeutsch ist und damit außerhalb unseres Volkes steht. Mit dem Dank an den scheidenden Professor Pfähler und Begrüßungsworten an den neuen Rektor Professor Baader war die Rektoratsübergabe vollzogen. Im Anschluß an diese Worte wandte sich der Gauleiter an den bisherigen Rektor Prof. Dr. P s a h l e r und sagte ihm herzlichen Dank für seine innerhalb der zweieinhalb Jahre geleistete Arbeit und übermittelte ihm die besten Wünsche für die Fortführung feiner wissenschaftlichen Arbeit. Gauleiter Sprenger nahm sodann die Amtskette aus Professor Pfählers Händen entgegen und übermittelte sie dem neuen Rektor Professor Dr. Baader mit besten Wünschen für eine erfolgreiche Arbeit. Se. Magnifizenz der Rektor Professor Dr. Vaader erinnerte in der Einleitung seiner Rede an den Erlaß des Reichs- und Preußischen Ministers für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung, durch den er im Einverständnis mit dem Reichsstatthalter in Hessen zum Rektor der Ludwigs-Universität ernannt wurde. Dann sagte er, zum Gauleiter Reichs- statthalter Sprenger gewandt: Indem Sie, Herr Reichsstatthalter, die Rektoratsübergabe persönlich vollzogen, haben Sie dem alten Amt die ganze Autorität und Würde des jungen Reiches verliehen und damit nach außen hin bekundet, daß nunmehr die Universität ganz in den nationalsozialistischen Staat eingegangen ist. Die Gesamtuniversität dankt ihnen aufrichtig für diesen Beweis Ihres Vertrauens. Hierauf begrüßte der Rektor die Gäste, die Dozentenschaft und die Studierenden. Weiter bezeichnete er es als feine erste Pflicht beim Eintritt in das Rektoramt, dem aus dem Amte scheidenden seitherigen Rektor Professor Dr. Pfähler und dem ebenfalls ausschei-- denden Prorektor Professor Dr. Hummel den herzlichen Dank der Universität für ihr Wirken in diesen Aemtern in einer Zeit voller Kämpfe, voller Spannungen und mit immer neuen Aufgaben auszusprechen. Wir danken den beiden Kameraden dafür, daß sie niemals schwach wurden in der Verteidigung der Lebensrechte unserer Universität, daß sie immer wieder aus echt nationalsozialistischem Empfinden heraus die Vorzüge der kleinen Hochschule für Lehrer und Studierende betonten. Dann sagte der Redner u. a. weiter: Die Aufgaben der Unioersitätsführung sind größere, als in vergangener Zeit. Zu den alten Pflichten sind neue getreten, die ausgesprochen weltanschaulichpolitischer Natur und darum weit umfassender und bedeutender sind. Grundlage der gesamten Universitätsführung ist ausschließlich die nationalsozialistische Weltanschauung, von hier aus werden die Ziele gesteckt, von hier aus sind die Entscheidungen zu treffen und zu rechtfertigen, wenn man vor Volk und Führer bestehen soll. Die Wissenschaft kann und darf nur Dienst am Volke sein. Die anmaßende These von der wertfreien Wissenschaft, mit der der absterbende Liberalismus den angerichteten Wirrwarr zu rechtfertigen suchte, ist für die deutschen Hochschulen tot und begraben. Aber damit allein ist es noch nicht getan. Nicht mehr die mit liberalistischen Zutaten ausge- ftattete Idee der Humanität, von der das deutsche Volk seit Versailles durch einen 15 Jahre währenden Anschauungsunterricht gründlich geheilt ist, schweißt die Fakultäten zur Universitas zusammen, sondern allein die nationalsozialistische Weltanschauung bildet das geistige Band. Wird der Gesamtheit aller Wissenschaften im Nationalsozialismus eine neue gemeinsame Grundlage gegeben, so kann doch nicht übersehen werden, daß die Auswirkungen auf die Einzelwissenschaften einen ganz verschiedenen Wirkungsgrad haben. Mit voller Wucht treffen die neuen Gedanken auf das Gebäude der Rechts- und Staatswissenschaften. Die Wirtschaftswissenschaften und verwandte Zweige werden die Folgerungen zu ziehen haben, der Philosophie und Geschichte erwachsen neue Fragestellungen, der Medizin hundertfache Anregungen. Aber an den Ufern der reinen Naturwissenschaften werden die Wellen schon niedriger gehen und die reine Mathematik dürste kaum berührt werden. Wir können somit feststellen, daß die Ideenwelt des Nationalsozialismus sich vorwiegend beim Neuaufbau der Geisteswissenschaften auswirkt, indem er deren Substanz und Inhalt umgestaltet. Bei den reinen Naturwissenschaften und den naturwissenschaftlich ausgerichteten Gebieten dagegen wird die nationalsozialistische Grundlegung den Inhalt nicht ändern können, wohl aber wird hier der Nationalsozialismus diese Wissenschaften dazu verpflichten, Und dabei überaus gründliche Reinigungskraft, Schonung des Zahnschmelzes, angenehm mik der u. erfrischen-, der Geschmack. 50 Pf. Die yvohe Tube, 25 Pf. Die kleine Tube? Erbe der Ahnen. Von Ludwig Iinckh. Jeder von uns birgt tausendfältige Keime in sich; jeder ist höchste Verdichtung aller vorangegangenen Erbstoffe. Du kleines, unschuldiges Kind, eben zur Welt gekommen, bist Gesäß aller deiner Ahnen; sie leben in dir noch einmal, sie bewegen, erfüllen dich, du bist sie, sie sind du, abgewandelt durch einander, und du wirst sie auf der Erde Herumtragen und weitergeben an deine Enkel. Kennst du dich? Um dich zu erkennen, muß du deine Ahnen erkennen. Es genügt nicht, daß du deine Ahnentafel ausstellst, so wie du es gelehrt wirst, mit bloßen Zahlen: dies ist nur das Gerippe, der erste Ansang. Du mußt es'ausfüllen mit Fleisch und Blut, mußt von btr dazutun. Unsere Ahnenforschung steckt noch in den Kinderschuhen. Schon unsere Urgroßeltern hätten so anfangen müssen. Du mußt bei jedem Ahnen zu erfahren suchen, was für ein Mensch er war. Beim Vater und bei der Mutter kannst du es selbst beurteilen; du kennst ihre äußere Gestalt in allen Einzelheiten, du magst dich auf ihren inneren Wert, ihre Eigenschaften, ihre Eignung im Leben besinnen. Schon schwieriger ist die Nachschau bei den Großeltern — vier.' Menschen für sich, vier Persönlichkeiten, die alle ihr Gesicht und ihr Leben hatten. Und aus diesen Gesichtern blicken Augen heraus, über die man lange nachzudenken hat. Was sahen sie, was trugen sie? Erbe Der Ahnen. Was Tausenden gemeinsam ist, ist Volkserbe. Dies deutsche Land hatten unsere Ahnen. Sie schufen auf seiner Scholle, sie bauten ihre Burgen und Städte und Dörfer, sie stiegen auf diese Berge und fuhren auf jenem See. Dieser Bach, dieser Strom wurde von ihnen durchschwommen. Es war ihre Heimat. Und jeder Wald, Berg, Bach, jeder Vogel und jede Wolke erfreute sie, bildete sie, labte sie, schuf einen Abdruck in ihrer Seele, wurde ihr Eigentum, ein Teil ihres Erbes: es wurde der deutsche Mensch. Die deutsche Heimat gehört zu unserem Ahnenerbe. Jedes Kind, das auf die Welt kommt, hat Teil an ihr, und wird jie wieder lieben, sich an ihr erfreuen, für sie kämpfen und sie schützen. Und wenn du fortgehst aus dieser Heimat in die Fremde, ins Ausland, um die Erde, so begleitet sie dich, du trägst sie in dir als unverlierbares Gut. Wer schuf diese deutsche Heimat? Da waren Bauern, die Korn pflanzten, Müller, die Mehl mahlten, und Bäcker, die Brot buten — deine Ahnen. Wenn du deine Vorfahren der letzten vier Jahrhunderte kennst, so hast du bestimmt eine Reihe von Bauern, Bäckern, Müllern darunter; aber auch Schuster, Weber, Zimmerleute, — Handwerker aller Art. In dieser Heimat malten große Maler herrliche Bilder, und wie schön die Heimat ist, sehen viele erst auf ihnen: Erbe der Ahnen! Das bist du. Du hast teil an diesem Ahnengut, und wenn du genau nachforschst, so fließt ein Tropfen Blut in dir und jenen Malern gemeinsam. Und Lieder sang diese Heimat. In Jahrtausenden wurde in deutscher Tonkunst Ton an Ton gereiht, unendlich reich und gewaltig. Die Gabe hat sich erbtümlich gebildet, aus Urklängen, dem Vogel hat es der Germane abgelauscht, früh hat er Flöten und Hörner geschaffen, und so ist die Schöpferkraft in ihm gehäuft und gesteigert worden zu wunderbarem Zusammenklang. Da wurden Bach und Händel geboren, Mozart und Haydn, Beethoven, Schumann, Richard Wagner und viele andere. Dies Erbe der Ahnen klingt in dir. Du mußt es bilden und werten. Und auch ihr Enkel bist du, Blutsträger und Keimling aus ihrem Stamm. War der Deutsche nicht Dichter von Anbeginn? — Skalden und Volkssänger kannte das Altertum, da die Heldentaten berichtet wurden von Mund zu Mund. Minnesänger lebten auf den deutschen Burgen. Und so bildete sich eine Kunst heraus, die den Deutschen eigentümlich ist, deren Reihe nicht abreißt, im Norden wie im Süden, die mit Walther von der Vogelweide beginnt, von Goethe und Schiller zu Hölderlin und Mörike führt und heute nicht aufhört. Die deutschen Dichter gehören dir. Du bist ihr Erbe. Du verstehst sie, trägst sie und pflanzst sie weiter. Deutsche Gedanken wurden von Geistern gedacht und über die Welt gebreitet, — von Sternen durch Kepler, vom Sinn des Seins durch Denker, Naturforscher, Aerzte, — Kant, Schopenhauer, Schelling, Fichte, Hegel, Nietzsche, die Fülle der Namen be- dränat, Robert Mayer war der letzte nicht. Erbe der Ahnen umfaßt sie alle, doch ist der Gedanke Tat geworden in der Gestaltung, in Triebwerken, Luftschiffen, Flugzeugen, in Kraftbahn und Funkwerk. Immer weiter schreitet der Geist, eines baut sich aus dem anderen gesetzmäßig, — ohne die Erbschaft der Ahnen wäre dies unmöglich. Deutsche Ahnen zu haben ist gut. Auf sie stolz zu sein ist erlaubt. Sie zu mehren ist notwendig. — Deine besondere Sache aber ist es, in deiner Sippe das Ahnengut zu bewahren. Du forscht ihm nach, in den Berufen und Gestalten deiner Vorfahren, du stellst es heraus, und du schließest die Augen nicht vor dem, was dir nicht gefällt. Denn nur das, was du erkennst, kannst du ändern. Unter dem Erbe find nicht nur Güter, sondern auch Mängel, und sie auszuschalten bist du verpflichtet. Man kann aus seinen Anlagen heraus einen Weg einschlagen. Einst glaubte man an eine Vorherbestimmung, an ein unabänderliches Schicksal, von Sternen gelenkt, von Göttern bestimmt schon vor der Geburt. — Schicksal ist Ahnenerbe. Im Anfänge des Erbstoffs ist der Weg gegeben: Richtung und Ziel. Aus deinem Erbe gestaltest du dein Schicksal, mit deinem Willen, den du bildest und übst. Du hältst Ahnenschau, und erhältst so Aufschluß über dich selbst. Im Spiegel der Ahnen erblickst du deine Kinder, du verstehst und lenkst sie. Im Werden der Geschlechter siehst du sich vollenden, was ein Schöpfer in den Anbeginn gelegt hat aus reichen Strömen, gespeist von zwei' Seiten jeweils bei jedem Menschen, der neu hinzutritt, immer bunter, immer wechselvoller, immer mehr Möglichkeiten erschließend. Denn nun wissen wir: auch die Mütter steuern ihr gemessen Teil zum Ahnenerbe bei, Ahnfrau ist so viel wie Ahnherr, in der Frau ruht ihr Va- ter und ihre Mutter vollgültig beschlossen. Oft rührt sich das Erbe der mütterlichen Seite. Das Mutterteil am Erbe beläuft sich auf genau so viele Punkte wie das Vaterteil. So ist die Gleichartigkeit hergestellt, die Ebenbürtigkeit im Zustrom, und kein Adam kann Eva eine besondere Erbsünde vorwerfen. Doch mag die Eigenart des Weibes, die rechte Mischung die Ergänzung des Mannes- tums bringen, — wenn wieder der Urtrieb, die gesunde Witterung, das starke Blutgefühl in jedem lebendig geworden ist: was zum anderen paßt. Und da wird nun sichtbar, daß Erbe der Ahnen m die Zukunft weist. Nicht gleichgültig ist, wie sich die künftigen Ströme gestalten, sie müssen bedachter, ausgewählter, weniger willkürlich zuströmen, sie müssen art- und sippengemäß fein. Es war nicht notwendig, daß sich in manchem deutschen Zweigfluß fremües Blut verirrte, ihn trübte, verwirrte, — es wird notwendig, ihn klar und rein zu halten, und das Ahnenerbe zuchtvoll aufzuführen: deutsch ist deine Verpflichtung, Beispiel zu sein und Vorgang der Menschheit. Ser sehr beliebte „Hamlet". Ohne Zweifel ist ,F)amlet" das beliebteste Theaterstück, wie Shakespeare überhaupt auch heute noch der erfolgreichste Dramatiker in der Welt ist. Das zeigen einige Zusammenstellungen, die in englischen Blättern gemacht werden. Am Anfang jeder Spielzeit in London ist immer eine große Nachfrage, wann „Hamlet" aufgeführt wird, und es gibt ununterbrochene Reihen von Aufführungen dieses Dramas, die uns erstaunlich scheinen. Fast jeber* bedeutende englische Schauspieler versucht sich am Hamlet, und es gibt anderseits Theaterliebhaber, die ihren Stolz daran setzen, jeden neuen Hamlet zu sehen. Den Rekord hielt anscheinend der jetzt verstorbene Chance Newton, der feststellte, daß er über 90 Schauspieler in dieser Rolle gesehen habe, und heute nimmt John Parker, der Herausgeber von „Who's who in the theatre", in Anspruch, der beste Kenner auf diesem Gebiet zu sein; Denn er kennt 50 Hamlets. In der Gesamtzahl der Theater- aussührungen Englands steht Shakespeare regelmäßig an der Spitze. Von Hamlet-Rekorden wird berichtet, daß Irving im Jahre 1874 es auf 200 Vorstellungim brachte, während Gielgud im Neuen Theater in Neuyork im Jahre 1934 auf 155 Aufführungen kam und damit eine Gesamteinnahme nach Abzug der Steuern von 670 000 Mark erzielte. Von anderen Stücken Shakespeares sind cs „Heinrich VIII." und „Romeo und Julia", die zu ähnlichen Zahlen kommen. Von dem ersten Stück wurden in London sogar im Jahre 1910 252 Ausführungen hintereinander veranstaltet. ihre Arbeit zunächst vorwiegend auf die Behebung der Lebensnot des deutschen Volkes abzustellen. Eine solche zweckbestimmte Forschung hat es zwar zu allen Leiten gegeben. Staat und Industrie unterhalten Dutzende von zweckbestimmten Forschungsinstituten, und auch die Universitäten haben sich weitgehend an solchen Aufgaben beteiligt. Eine bewußte Zusammenfassung der gesamten deutschen Forschung hat aber erst der nationalsozialistische Staat vorgenommen, und in den letzten Tagen hat der Reichserziehungsminister einen besonderen Forschungsrat gebildet, in dem alle Kräfte der wissenschaftlichen Forschung im Hinblick auf die Erfordernisse des Vierjahresplans planmäßig erfaßt und eingesetzt werden. Neben der zweckbestimmten Forschung gibt es noch eine, die ausschließlich um ihrer selbst willen geübt wird, und der Reichserziehungsminister hat ausdrücklich erklärt, daß an dem Grundsatz der freien Forschung nicht gerüttelt wird. Ich glaube, gerade Deutschland hat keinen Grund, mit den Ergebnissen seiner reinen und selbstlos geübten Wissenschaft unzufrieden zu sein. Die zahllosen rauchenden Schornsteine der chemischen, der optischen, der elektrotechnischen Industrien — nur um diese zu nennen — bezeugen es eindringlich, daß aus stillen Quellen mächtige Ströme geworden sind. Die bis jetzt berührten Fragen betreffen alle deutschen Hochschulen in gleicher Weise. Es ist aber nicht unbescheiden, wenn anschließend auch die Lage im eignen Hause mit nur wenigen Worten gestreift wird. Es ist zweifellos, die Ludoviciana nimmt im Kreise der deutschen Universitäten zur Zeit eine Sonder st ellung ein. Sie ist einmal eine kleine Universität, eine Feststellung, die auch für eine Reihe anderer deutscher Hochschulen zutrifft. Darüber hinaus ist sie Hessische Landesuniversität. Als kleine Universität leidet sie wie andere kleine und mittlere Hochschulstädte unter der Abwanderung der Studierenden in die Großstädte, oder landschaftlich besonders begünstigte Orte. Als Angehörige der hessischen Landesuniversität empfinden Studierende wie Lehrer lebhaftes Bedauern darüber, daß bis heute die volle vorbehaltlose Gleichstellung mit den Universitäten im Reich noch nicht erreichbar war. Wer die Auswirkungen dieser beiden Tatsachen nach allen Richtungen durchdenkt, wird mit mir zu dem Schlüsse kommen, daß hier eine Sonderstellung entstanden ist, an deren Beseitigung im Einvernehmen mit Reich und Land, aber auch mit der Studentenschaft gearbeitet werden muß. Daß ein solches Streben erfolgreich sein wird, ist sicher, denn es deckt sich mit den letzten Zielen des Reichsaufbaues. Die lange ungeklärten Verhältnisse in der philosophischen Fakultät, wo drei unbesetzte Lehrstühle uns einige Sorgen bereiteten, beginnen sich aufzuhellen, und es besteht die begründete Hoffnung, daß diese Fakultät in kurzer Zeit wieder geschlossen da- steht. Ebenso geben wir uns der Erwartung hin, daß die endgültige Ernennung einiger Lehrbeauftragter auf wichtigen Lehrstühlen anderer Fakultäten demnächst erfolgt. Es wird dadurch eine Ursache der Beunruhigung, nicht nur für die Betroffenen, sondern auch für die Universität, insbesondere die Studierenden, beseitigt werden. Klare und gesicherte Ver- hältniffe in der Besetzung der Lehrstühle sind aber für Lehre und Forschung eine unbedingte Voraussetzung. Der Student hat es dann nicht notwendig, etwa mit seiner Doktorarbeit von Hochschule zu Hochschule zu wandern, und auch der Dozent wird sich nicht allzu leichten Herzens entschließen, jeder Lockung nach einem anderen Ort zu folgen. Die letzten Anordnungen des Reichsstudentenführers lassen erkennen, daß man für die Studentenschaft ein solches Wanderleben nicht gutheißt, und es darf gehofft werden, daß nunmehr alle Hindernisse fallen, die einer Entfaltung Gießens als Universität zur Zeit noch im Wege stehen. Wir alle fühlen uns tief durchdrungen von der hohen Aufgabe, ein ehrwürdiges, 300 Jahre altes kostbares Erbe einzubauen in den kraftvollen Staat Adolf Hillers. Und so möchte ich sagen: gebt uns den Weg frei, die Universität wird dann schon eifersüchtig darüber wachen, daß an ihr nur die besten Nationalsozialisten und die besten Gelehrten wirken. So wie in der Wissenschaft um neuen Inhalt und in der Dozentenschaft um neue Formen der Zusammenarbeit gerungen wird, so in gleicher Weise in der deutschen Studentenschaft. Träger dieser Aufgaben ist der Nationalsozialistische Deutsche Studentenbund mit seinen Untergliederungen, den Kameradschaften. Auch hier kann es, rote es in der Wissenschaft, nur eine gemeinsame Grundlage geben, die nationalsozialistische Weltanschauung. Auf dieser Grundlaae sind eine Reihe vornehmlich organisatorischer Aufgaben zu lösen, von denen ich als vordringlich erwähne 2)en Brückenschlag z u den Altakademikern. Die Universitäten, insbesondere die kleinen Universitäten, haben den herzlichen Wunsch, daß dieses Ziel erreicht werde. Mit der Aushebung der alten Korporationen verloren die Hochschulen ein geistiges Hinterland, ein Rekrutierungsgebiet. Denn die Treue und Anhänglichkeit, mit der die früheren Korporationen die Beziehungen zu ihren Hochschulen pflegten, ließen es als selbstverständliche Pflicht erscheinen, daß der alte Gießener Student, der meinetwegen in Insterburg ober in Augsburg tätig war, auch den Sohn der eigenen, liebgeworbenen Hochschule zuführte. Wir werden lief beglückt sein, wenn die Kameradschaften und die NS.-Studentenkampfhilfe diese im besten Sinne des Wortes vorbildliche Tradition wieder aufnehmen und fördern wollen, und wenn auf der anderen Seite die ehemaligen Studenten dem Wunsche unseres Führers Nachkommen und sich einreihen in eine Front! Der deutsche Student der nahen Zukunft wird ein anderer sein als der, den wir von 1925 bis 1930 kennenlernten und der in mancherlei Hinsicht gewissermaßen als unfertig gelten konnte. Der neue Student hat dem Arbeitsdienst genügt, er^ wird eine zweijährige Schule strengster Pflichterfüllung bei der Wehrmacht durchlaufen haben. Seine Haltung wird straff und soldatisch und sein Blick studentischem Tun und Treiben gegenüber kritisch sein. Die Kameradschaften müssen ihren künftigen Aufbau auf diesen Studenten der Zukunft einstellen, mit ihm müssen sie die Grundlagen für einen neuen Abschnitt in der Geschichte des deutschen Studen- tentums legen. Es sind Bindungen zu schaffen, die über die Studienzeit hinausreichen und den gereiften Mann für immer mit feiner Hochschule und der aktiven Mannschaft verknüpfen. Viel wird für die künftige deutsche Universität davon abhängen, wie die Kameradschaften diese Aufgabe lösen. Als älterer Kamerad darf ich Ihnen wohl den gutgemeinten Rat geben: erziehen Sie sich zur Bescheidenheit und jener Höflichkeit, die der Ritterlichkeit verwandt ist und aus dem Herzen kommt, überladen Sie nicht Ihr Schiff mit Nebensächlichkeiten und lassen Sie auch der Fröhlichkeit ihr Recht. Gesunde, wehrhafte, junge Wänner mit frohen Gesichtern und blanken Augen sind zu allen Zeiten auch die besten Anwärter der Wissen- schäft gewesen. Und zum Schluß noch eins: vergessen Sie nicht, meine junge Kameraden, daß der Nationalsozialismus zur Leistung verpflichtet. Diese Leistung kann für Sie nur auf dem Gebiete der von Ihnen erwählten Wissenschaft liegen. Wer sich der Wissenschaft verschreibt, muß Selbstvertrauen und ein begeisterungsfähiges Herz besitzen, der Wahrheit ergeben sein und vor allem unermüdlichen Fleiß und Ausdauer der Arbeit zuwenden. Das sind alte erprobte Wahrheiten. Hat dach einer unserer größten Geister den Begriff des Genies auf die einfache Formel gebracht: Genie ist Fleiß. Und wenn Sie müde von der Arbeit werden sollten, dann blicken Sie auf zum Führer, der uns allen ein Vorbild ist und der sich bis zur Selbstaufopferung in der Arbeit verzehrt. Nationalsozialismus ist die Idee von der V o l k s g e me ins ch a f t, W i ss e n- schäft ist die Idee von der Wahrheit. Unter den Strahlen dieses Doppelgestirns treten wir ein in das Sommersemester 1937. Möchte Ihrer aller Arbeit gesegnet sein. Und nun gedenken wir des Führers. Der Führer: Sieg-Heil! Mit dem feierlichen Ausbringen der Fahnen fand die Feier ihren Abschluß. Besichtigung von Instituten. Eine Besichtigung des Physikalischen und des Landwirtschaftlichen Instituts, der Veterinärklinik, des Tierseucheninstituts, der Anatomie, des Zoologischen Instituts, der Chirurgischen und der Medizinischen Klinik und der Lupusheilstätten schloß sich der Rektoratsübergabe an. Sie vermittelte in überzeugender Weise die Verbindung der wissenschaftlichen Arbeit mit den praktischen Erfordernissen des Lebens. Besonders wurden auch verschiedene Ver- besserungsvorschläae geprüft, deren Durchführung eine erfolgreiche Weiterarbeit der Universität Gießen gewährleistet. Aus der Stadt Gießen. Schuranfang. Was für ein aufregendes Ereignis ist jeder neue Anfang in unserem Leben! Der erste Tag in einer neuen Stellung, an fremdem Ort, in ungewohnten Verhältnissen ... jedesmal ein Begebnis, dem wir mit bangem Herzklopfen, oder hoffnungsfroher Erwartung entgegensehen, das uns Enttäuschung, Schwierigkeiten oder auch freudige Ueberräschung beschert. Kein anderer Anfang aber hat je wieder eine so tiefgreifende Umwälzung in unserem Leben bedeutet wie jener Tag, an dem wir zum ersten Male, den Ranzen auf dem Rücken, die Frühstückstrommel umgehängt, an der Hand der Mutter im Strom der vielen anderen Kinder, eins von ihnen, dem Schulhaus zustrebten, an dem wir bisher immer halb ehrfürchtig, halb neugierig vorübergingen, von dem die großen Geschwister so viele Dinge zu erzählen wußten, die manchmal sehr lustig klangen und manchmal auch nicht... Und doch, alle Bangnis und Scheu war übertönt von der großen, aufregenden Erwartung und von dem Stolz, nun „dazu^ zu gehören! Und der erste Schultag war eitel Sonnenschein und Vergnügtsein mit den vielen anderen Kindern und dem freundlichen Fräulein. Man freute sich schon beim Zubettgehen auf das Morgen. Das Morgen war bann zwar nicht mehr ganz so lustig, das Stillsitzenmüsfen dauerte eigentlich viel zu lange, und schwatzen sollte man dummerweise auch nicht, und dennoch... Es dauerte eine ganze Weile, bis man dahinterkam, ohne Schule fei das Leben doch schöner gewesen. Und bis man begriff, daß man den schönsten Teil seines Lebens endgültig hinter sich hatte, wußte man kaum noch, wie es früher gewesen war. Ja, und da ziehen sie heute wieder einmal dahin, den Ranzen auf dem Rücken, die Schultüte im Arm, an der Hand der Mutter, stolz und bang, strahlend oder verschüchtert, dem großen Ereignis entgegen, das sich in jedem Frühling wiederholt, aber für jedes Kind ein einmaliges ist, fo wie das Leben unaufhörlich strömt, aber für jede Menschenseele zu jeder Stunde ihres Daseins einmalig, unwiederholbar und voll eigenster Bedeutung ist. Bei aller Aufregung wissen die Abcschützen es nicht einmal, w i e entscheidend der Tag für sie ist — zu ihrem Glück. Noch ganz umfangen von Spiel gleiten sie unwissend hinein in den Ernst, wie in neues Spiel. Bisher waren sie etwas Einziges, auch die aus den mit Kinderreichtum gesegneten Familien, die zu Hause viele Geschwister haben. Die Geschwister sind doch immer etwas Anderes, sind größer oder kleiner, stehen über oder unter einem, man selbst stand bisher auf seiner eigenen Stufe allein, aanz für sich mit feinen eigenen Ansprüchen und Aufgaben. Aber plötzlich neben anderen zu stehen, sich einreihen zu lassen, eins unter vielen zu sein, die große schwere Aufgabe und das große Glück der Menschen, sich nicht nur nach oben und unten, sondern vor allem gegenüber seinesgleichen behaupten und bewähren zu müssen, die beginnt am ersten Schultag, und ohne daß die Neulinge wissen, wie ihnen geschieht. Es kommt wohl vor, daß am ersten Schultag mitten aus Spiel und Scherz heraus plötzlich so ein kleiner Junge oder ein kleines Mädchen aufsteht und mit energischen Schritten zur Tür geht. „Wo willst du denn hin? — „Zu meiner Mutti." Die freundliche Erklärung, daß es noch nicht Zeit sei, daß die Mutti jetzt gar nicht zu Hause wäre, aber schon rechtzeitig kommen und abholen würde, begegnet bann vielleicht fassungslosem Entsetzen und einem jäh ausbrechenden, nicht endenwollenden Strom bitterer Tränen. Das kleine Wesen hat plötzlich begriffen, daß etwas Neues, Hartes und Unerbittliches in fein Leben getreten ist, daß die Tür des Kinderparadieses endgültig hinter ihm zugefallen ist. Bisher hat das Kind sich immer nur vorwärts gewünscht, unter gesunden Verhältnissen kann bas junge Leben gar nicht rückwärts schauen, unb Gott sei Dank, noch auf viele Jahre hinaus wird es den Blick erwartungsvoll unb gläubig in die Zukunft gerichtet halten. Aber es kann fein, daß irgendein nachdenkliches kleines Geschöpf in den ersten Schultagen die erste sehnsüchtige Rückerinnerung beschleicht, das erste ahnungsvolle Heimweh nach einem für immer verlorenen Paradies. Aber die gesunde Kraft, die wachsen will und nur wachsen kann im Bewältiaen von Aufgaben, wird sich bald wieder lebensvoll der Schule zürnenden mit all ihren Anforderungen unb Schwierigkeiten, ihren Freuben unb Leiben, ihren Siegen unb Niederlagen. Gewiß, bas Spielen ist schöner, unb bie Kinber sinb Ausnahmen, bie „gern" zur Schule gehen, aber bafür gibt es auch kaum einen Erwachsenen, ber sich nicht gern unb dankbar seiner Schule unb Schulzeit erinnert und besten, was sie ihm für Körper unb Geist, Herz und Charakter gegeben hat. A. v. P. Äornotizen. Tageskalender für Donnerslag. Gloria-Palast, Seltersweg: „Die Kreutzer-Sonate". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die Stimme des Herzens". — 16 unb 20 Uhr Vortrag von Frau Schumacher-Mindrup im Cafe Leib: „Rund um den Haushalt". Neue Operette im Stadttheater. Der Intendant des Stadttheaters Gießen, Hermann Schultze-Griesheim, hat die neue Erfolgsoperette „Die Dorothee" von H. Hermecke und A. Vetterling zur Aufführung angenommen. — Die Erstaufführung findet am 11. April statt. Musikalische Leitung: Kapellmeister Hans H. Hamp'el. Spielleitung: Paul Wrede. Einstudierung ber Tänze unb choreographische Leitung: Irmgard Zenner. — Hitler-Jugend Bann 116 Gießen. Vetr. Arbeitstagung aller llnterbanntührer. Gefolgschaftsführer und Gefotgschaftsgeldverwalter. Alle Unterbannführer, Gefolgschaftsführer und Gefolgschaftsgeldverwalter haoen am kommenden Freitag, 9. April, pünktlich 20.30 Uhr, zu einer Arbeitsbesprechung an der Banndienststelle, Wartweg 19, anzutreten. Vetr. Abnahme für Getändesporl am Sonntag. 11. April. Teilzunehmen haben sämtliche Junggenossen, die am letzten Schießlehrgang des Bannes teilgenommen haben. Weiterhin alle Junggenossen des Unter» bannes 1/116 (Gießen), die bereits mit dem Leistungsabzeichen angefangen haben. Antreten: 9 Uhr an der Volkshalle. Vetr. Voxlehrgang. Der Boxlehrgang beginnt wieder am 12. April (Montag). Velr. kinderlandverfchickung (Jungbann 116). Der Sozialftellenleiter weist nochmals darauf hin, daß ber 9. April zur Meldung für Kinderlandver- fchickung unbedingt einzuhalten ist. Jebes Fähnlein meldet unter Angabe des Namens, Alters, Wohnort, Straße, Berufs ber Eltern und Zahl ber Geschwister, listenmähig.die betreffenden Pimpfe. Velr. Sommerzelllager der Hiller-Jugend. Zur Arbeitsbesprechung am fommenben Freitag haben alle Gefolgschaftsführer die Zahl ber zum Zeltlager einguberufenben Junggenossen ihrer Gefolgschaft zu melden. Hitler-Zugend, Unterbann III/116. Velr. Gesolgschaflsappell. Am kommenden Sonntag, 11. April, 9.15 Uhr, tritt der HJ.-Standort Hungen zum Appell an. Die gesamte Führerschaft der Gefolgschaft 11/116 ist ebenfalls um 9.15 Uhr an der Dienststelle der Gefolgschaft 11/116 angetreten. Jahrgang 1927 tritt an. Am Samstag, 10. April, 15 Uhr, findet der erste Appell des Jahrgangs 1927 im Hofe der Schillerschule statt. Blondes Haar bedarf wegen seiner Empfindlichkeit besonderer Pflege. Man wäscht es daher nur mit Mitteln, die kein Bikali und keine Kalkseife im Haar zurücklassen und dafür sorgen, daß es nicht nachdunkelt, also mit SCHWARZKOPF Für Blondinen besonders zu empfehlen: J Schwarzkopf-Schaumpon „Kamille“ 20 Pf. Schwarzkopf-Extra-Blond mit Blondverstärker 30 Pf. • Skandal um Dr.Vandergruen JRomon von Hans Hirthammer. Copyright by Verlag Oskar Meister, Werdau i. S. 11. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Vielleicht aber wird es ihm nie gegeben sein, dies Letzte zu ergründen, die gewaltigste unb erhabenste aller Symphonien zu vernehmen. Denn wer dies Köstliche erleben will,, muß selber der letzten Hingabe fähig sein, muß sich verschenken statt zu fordern, muß sich preisgeben statt zu erobern. Und es mag bezweifelt werden, ob ein Emil Knack zu solchem fähig ist. „Ja, ich habe sie abgeholt, weil ich tatsächlich Lust hatte, ein wenig mit ihr bummeln zu gehen. Es ist aber nichts daraus geworben, weil ihre Tante sie eingetaben hatte. Wir sind bann —" „Tante? Was für eine Tante?" Er ift voller Aufregung. „Menschenskind, unb bas sagen Sie so nebenbei? — Wo wohnt diese Tante? Sofort hm zu ihr! Sie wird uns Gisch wieder ausliefern!" Marn schüttelt den Kopf. „Sie wollte nicht lange oortbleiben, bloß einen kurzen Höflichkeitsbesuch machen. Warten Sie, Gisch nannte irgendein Hotel, ,Stadt Koblenz^ ober so, am Alexanderplatz. Gibt es das?" In diesen Fragen weiß Emil Knack Bescheid, vom Wurstfach her. „Ah, ,Hotel Stadt Mainz<, nicht wahr?" „Richttg, ich wußte, daß es irgendwo im Rheinland war." „Schlechte Firma! Erledigt bie Rechnungen grundsätzlich erst nach Empfang des Zahlungsbefehls. Ich werbe biefer Tante sofort auf die Bude steigen, sie wird zum mindesten weitere Auskünfte geben können. — Kommen Sie doch mit, ich habe meinen Wagen unten!" Mary überlegt einen Augenblick. „Gut, einverstanden! Aber — Sie müssen mich dann zum Kurfürstendamm bringen!" „Js jemacht! Erledigt!" Nichts könnte ihm an- genchmer fein. „Schön, dann werden Sie sich aber jetzt nach unten verfügen, damit ich mich anziehen kann. Sie können ja einstweilen den Motor nachsehen ober Benzin tanken." „Och, der Motor ist vollkommen in Ordnung und an Brennstoff fehlt es auch nicht!" äußert Emil. ' „Meinetwegen fangen Sie Schmetterlinge!" meint Mary unb schiebt Herrn Knack mit sanftem Nachdruck zur Tür. Aber wie sie aufmacht, steht Frau Dr. Behnicke da, ein Fanal flammender Entrüstung. „So!" sagt sie und hat die rechte Hand geballt, als halte sie dort ein feuriges Schwert. „Ei, ei! Sie haben wohl vergessen, Fräulein Hauck, daß Sie hier bei einer anständigen Familie wohnen. Es ist ja wirklich unerhört!" „Liebe Frau Doktor Behnicke, was wollen Sie damit eigentlich sagen?" Mary hat Herrn Emil beiseitegeschoben und steht dicht vor ber Rächerin ber Hausehre. „Na, ich denke, die Tatsachen sind deutlich genug. Was würden Sie sich wohl denken, wenn Sie mich im Negligö finden würden und einen jungen Mann im Zimmer?" Fräulein Hauck bricht in ein helles Gelächter aus. „Eine schlechthin unvorstellbare Situation! Doch zu Ihrer Beruhigung: Der Herr ist vor zehn Minuten gekommen, Ihr Fräulein Tochter hat ihm die Tür geöffnet. Es handelt sich um einen dringenden geschäftlichen Besuch." Es kostet Frau Dr. Behnicke offensichtlich einen schweren Kampf, dieser Erklärung Glauben zu schenken, aber da man ihre Tochter als Zeugin angibt — „Na, denn — entschuldigen Sie man! Ader schließlich hätte ber Herr solange im Flur warten können, bis Sie fertig angezogen waren!" „Allerbings, bas hätte er. Nun, bas nächste Mal wird darauf geachtet werden, nicht wahr, Herr Knack?" „Gewiß, gewiß!" Pflichtet Herr Knack säuerlich bei. Frau Dr. Behnicke zieht sich mit erhobener Nasenspitze zurück. — „Da sehen Sie, in welche Verlegenheiten Sie einen bringen können. Nun aber los, Mensch, verschwinden Sie!" —' Im „Hotel Stadt Mainz" ist die morgendliche Säuberung noch im vollen Gange, unb da- Erscheinen ber beiden jungen Leute richtet einige Verwirrung an. Emil sucht eifrig nach einem Wesen, bas nach Portier ober Geschäftsführer aussieht. Er findet aber außer ber Scheuerfrau nur den Heini vom Fahrstuhl. Der ist ohne Jacke, hat eine mächtige blaue Schürze umgebunden und putzt die Messingklinken der „Stadt Mainz". „Hallo, junger Mann, gibt ps in diesem Hause keinen Empfangschef?" „Augenblicklich bin ich das. Was wünschen die Herrschaften? Im ersten Stock ist noch ein Zimmer mit zwei Betten frei. Wenn die Herrschaften sich's ansehen wollen--" „Nee, wollen wir mitnichten!" stellt Mary umgehend richftg. „Mitnichten" ist ein von Dr. Behnicke mit leidenschaftlicher Inbrunst gebrauchter Ausdruck. „Sondern es handelt sich," fällt Emil ein, „um eine junge Dame, bas heißt: eigentlich um eine alte Dame, die angeblich in diesem Hause abgestiegen ist. Ist eine derartige Tatsache hierorts bekannt?" Heini ßupft sich am Ohr. Das ist seine Art, über eine Sache nachzudenken. „Wir haben zur Zeit vier alte Damen im Haus, aber welche davon Sie nun meinen —?" Heini unterhält sich ausschließlich mit Mary, die vom ersten Augenblick an einen nachhaltigen Eindruck auf ihn gemacht hat. „Knorke!" denkt er nach einem vorsichtig prüfenden Blick. Es entgeht Mary nicht, daß das Bürfchlein Feuer gefangen hat. „Liefa heißt sie mit Vornamen — und gestern abend ist sie von einer jungen Dame besucht worden." „Aha, Frau Schüßler — geht in Ordnung. Zwei Treppen Zimmer sechzehn. Sie können den Fahrstuhl benützen!" „Wie denn, wissen Sie von diesem Besuch?" „Na klar!" sagte Heini. „So 'ne Kleene, höchstens achtzehn, hab' sie selbst im Fahrstuhl nach oben gebracht." Herr Knack runzelt mißbilligend die Stirn. „Ich rate Ihnen, in etwas respektvolleren Ausdrücken von der jungen Dame zu sprechen. Fräulein Ame- lung ist meine Braut." „Ach, Härschässes!" entschlüpft es dem Fahrstuhl- mann. „Hm, hm, ich bin im Bilde. Sie wollen fest- stellen, ob das Fräulein Braut auch tatsächlich bei der lieben Tante war. Tscha, Sie haben recht. Man darf den Mächens Heutezutage keine fünf Schritte trauen. Was meine Letztverfloffene war — na, ich kann Ihnen sagen, die hatte es massig hinter den Ohren. Dabei--" „Interessiert uns nicht im geringsten!" Herr Knack rollt vernichtend die Augen. „Sondern erstens: ist meine Braut noch im Hause; wenn nicht, zweitens: wann hat sie das Hotel verlassen?" Heini ift auch nicht auf den Mund gefallen. Ein Paar Lackschuhe können ihn noch lange nicht aus der Fassung bringen. Denkste wohl! Hier 'rumzu- spionieren unb dem netten kleinen Mädel hernach die Hölle heißzumachen! „Mein Herr", sagte er, unb bas Bewußtsein, als verantwortlicher Vertreter bes Hauses „Stadt Mainz" in diesem Augenblick zu sprechen, verleiht seiner Stimme Ernst und Nachdruck, „mein Herr, ich halte es nicht für angebracht, über die Privatangelegenheiten unserer Gäste >ebem neugierigen Frager Auskunft zu geben." „Aber das ist doch —" „Das ist gar nicht, mein Herr! Sie haben sich weder als Kriminalbeamter noch als Gerichtsvollzieher ausgewiesen, und selbst, wenn Sce dies getan hätten, würde ich es mir noch sehr überlegen, Ihnen Rede und Antwort zu stehen." Jetzt hat Emil genug. „Ich habe genug!" sagt er. "2ch wünsche sofort den Geschäftsführer zu sprechen. Knack ist mein Name." „Sehr angenehm, Heini Kretzschmar! Der Herr Geschäftsführer kommt erst um elf Uhr." „Und sein Vertreter? Tolle Wirtschaft das! Es mußf doch jemand ba fein, der hier nach dem Rech- „Das bin ich, mein Herr!" Mary Hauck hat die hitzige Auseinandersetzung mit steller Heiterkeit verfolgt. Nun schenkt sie dem jungen Mann ein bezauberndes Lächeln, das seine Wirkung nicht verfehlt. „Könnten Sie sich wohl erkundigen, Herr Kretzschmar, ob Frau Schüßler schon zu sprechen ist? Ich bin die Freundin von Fräulein Amelung. Die Sache ist nämlich bie: Fräulein Amelung ist heute nacht nicht nach Hause gekommen unb heute früh auch nicht an ihrem Arbeitsplatz erschienen. Begreiflicherweise machen wir uns ernstliche Sorgen, es könnte ihr etwas zugestoßen sein. Nun dachten wir, daß uns vielleicht Frau Schüßler irgendwelche Auskünfte geben könnte, falls das Fräulein nicht etwa noch bei ihr ift" (Fortsetzung folgtl) BOM., IM -tlntergau 116, Gießen. Für sämtliche Führerinnen folgender Mädel- und JM.-Gruppen, sowie der zu den Gruppen gehörenden Standorte setzen wir wie folgt Führerinnenbesprechungen an: 21m 9. April, 19.30 Uhr, in Großen-Buseck (Heim) für die Mädel- und JM.-Gruppen 6/116. 2lm 10. April, 19.30 Uhr, in Lich (Heim) für die Mädel- und JM.-Gruppen 12/116. Am 11. April, 8 Uhr, Allendorf a. d. Ld a. (Heim) für die Mädel- und JM.-Gruppen 7/116 und 5/116, Lollar. Am 11. April. 11 Uhr, in Grünberg (Heim) für die Mädel- und JM.-Gruppen 8, 9, 10/116. Am 11. April, 15 Uhr, in Hungen (Heim) für die Mädel- und JM.-Gruppen 13/116. Erscheinen ist unbedingte Pflicht. Bei Nichterscheinen ist auf jeden Fall eine Vertreterin zu entsenden. Die Untergauführerin. Die JM.-Üntergausührerin. Sozialslelle. In den NSV.-Mütter-Erholungs-Heimen, Gau Hessen-Nassau, werden ab 15. April ordentliche BDM.-Mädel, nicht unter 18 Jahren, zur Hilfe in Küche und Haus gesucht. Verpflegung, Unterkunft und soziale Lasten sind frei. Außerdem werden 30.— NM. monatlich bezahlt. Mädel, die Lust zu dieser Arbeit haben, senden umgehend Lebenslauf und Lichtbild an uns ein. Die Untergauführerin. Sott der Universität. Im Sommersemester hält Prof. Glöckner eine einstündige Vorlesung über „Leopold v. Ranke als Geschichtsschreiber und Geschichtsphilosoph" ab, die nicht im Vorlesungsverzeichnis steht und für einen größeren Zuhörerkreis bestimmt ist. Beginn: Donnerstag, 8. April, 16 bis 17 Uhr im Hörsaal 33. Papierballons mit Brennstoffantrieb in Hessen verboten. Lpd. Durch Verordnung des Reichsstatthalters in Hessen ist für das Land Hessen die Herstellung, der Vertrieb und das Steiaenlassen von Papierballons mit Brennstoff- oder Kerzenantrieb verboten. Zu- rviderhandlungen werden mit Geldstrafen, die im Nichteinbringungsfalle in 5)aft umgewandelt werden, bestraft. Siehtreiben bei Nacht in Hessen verboten LPD. Nach einer Polizeioerordnung der hessischen Landesregierung ist das Treiben und das Befördern von Schlacht- und Nutzvieh auf öffentlichen Straßen und Wegen während der Nachtzeit verboten. Unter Nachtzeit ist zu verstehen in den Monaten November bis Februar die Zeit von 18 bis 8 Uhr, in den Monaten März-April und September-Oktober die Zeit von 20 bis 6 Uhr und in den Monaten Mai bis August die Zeit von- 22 bis 4 Uhr. Die Ortspolizeibehörde des Ortes, in welchem das Treiben und Befördern des Schlacht- und Nutzviehes beginnt, kann in dringenden Fällen Ausnahmen von dem Verbot zulassen. Die Bescheinigung hierüber hat der Transportführer bei sich zu tragen und auf Verlangen vorzuzeigen. Helft Papier sparen! LPD. Aus Kreisen des Einzelhandels wird geschrieben: Wenn wir stüher von der Mutter zum Einholen fortgeschickt wurden, dann gab sie uns für das Sauerkraut ein Gefäß mit und für die Kartoffeln einen Korb oder ein Marktnetz — eine Selbstverständlichkeit, die den Kaufmann enthob, kostbares Papier zu verschwenden. Leider sind diese guten Gewohnheiten inzwischen ein wenig in Vergessenheit geraten. „Was soll ich mich mit einem Korb oder einem Gefäß abschleppen?" denkt manche Hausstau, „der Kaufmann packts schon ein!" Jawohl, der Kaufmann packts ein, er will doch seiner Hier wird das Dankopfer der Ration gezeichnet! Die Annahmestellen in Gießen. SA.-Vrigade 147. rNoltkesirahe 27.. SA.-Slandarle 116, Landgraf-Mllipp-Plah 2. 11/116 Dienststelle Bahnhofstraße 27 Hinterhaus, oder Konto Sturm 11/116 Bezirkssparkasse. 14/116, Studentenhaus. Pi. 11/116, „Zum Löwen", Neuenweg. R 41/116, „Frankfurter Hof rNarktlaubenstraße. 42/116, „Aquarium", Dalltorstraße. 43/116, „Zum Burghof", Am Burggraben. San./116, „Bayerischer Hof", Bahnhofstraße. Nachr./116, „Zum Löwen", Neuenweg. Marine-SA.: Sturmbüro, Ludwigstraße 56 p/Ecke Alicenstrahe, ferner Sturmbannbüro, Frankfurter Straße 4, Hinterhaus. Reiter-Standarte 147: Universitäts-Reitinstitut Schömbs, Brandplah 5. 3n den Landorten sind die Einzeichnungsstellen für das Dankopfer der Nation in den örtlichen Dienststellen der SA. Alle Volksgenossen in Stadt und Land beteiligen sich während der Einzeichnungszeit vom 1 0. April bis 1. 2U a i einschließlich an dem Dankopfer und bedienen sich dabei der Einzeichnungsmöglich, keit in einer der vorerwähnten SA.-Dienststellen. DritterGenieinschastsabend des Amtes für Beamte Schulungsvortrag von Kreisabteilungsleiter Ulrich. Das Amt für Beamte des Kreises Wetterau der NSDAP, hielt am gestrigen Mittwoch im Saale des Cafe Leib einen Gemeinschaftsabend für die Gruppen Allendorf, Grünberg, Hungen und Lollar ab. Der Musikzug Der SA.-Standarte 116 unter der Stabführung von Musikzugführer Herrmann gab der Veranstaltung durch ausgezeichnete Darbietungen eine besondere Bereicherung. Nach dem Fahneneinmarsch begrüßte Kreisamtsleiter Oberzollinspektor Heß die Versammelten und machte ganz besonders auf die Hitler-Freiplatz-Spende aufmerksam. Er appellierte an die Opferfreudigkeit der rund 4000 Beamten im Kreis Wetterau, die bei einiger Gebefreudigkeit in der Lage sein dürften, die erforderlichen Unkosten für 70 Volksgenossen aufzubringen, die für 14 Tage Unterkunft im Kreisbezirk finden sollen. Nach einem Hinweis auf die Verpflichtung des Beamten zur freiwilligen Mitarbeit an dem Aufbauwerk erteilte er dem KreiSfchulungSleiterZollinspettorUlrich das Wort zu einem großangelegten Schulungsvortrag, dem ein Dorspruch „Ein Volk ist groß, in dem noch Mütter leben", gesprochen von Zollinspektor Orning, voranging. Pg. Ulrich lenkte die Gedanken seiner aufmerksam lauschenden Kameraden und der Kameradenstauen auf die Zeiten hin, in denen der Begriff des Volkstums nicht da war und die überstaatlichen Mächte und Rom das Volk beherrschten. Jenen Mächten gelang es, das völkische Wesen derart umzuformen, daß 'ihm jede Eigenart fehlte Erst durch Adolf Hitlers Werk ist das Vätererbe wieder durchgebrochen und setzen sich die ureigensten Kräfte des deutschen Volkstums wieder durch. Aus geheimnisvollen Quellen drängt die ureigene Art des Volkstums sich hervor auf allen Gebieten menschlichen Lebens, des Glaubens, des Rechtes, der Sprache, der Sitte und des Brauchtums, in Märchen, Sage und Kunst, gebunden an Blut und Boden, aus denen heraus erst ihre eigene Prägung entstand. An einigen Beispielen erläuterte und durch Aussprüche begründete der Redner die tiefe Bedeutung der aus Blut und Boden entspringenden Kräfte und ließ verständlich werden, wie der Mensch das ist, was er von seinen Ahnen her ist. Deshalb wollen wir uns wieder unserem Volke zuwenden und seine Wesensart begreifen lernen, die im Göttlichen wurzelt. . Ausgehend von den Ahnen, den 'Germanen, die ein aufrechtes, tapferes und stolzes Geschlecht und von starker Lebensfreude beseelt waren, führte der Redner seine Hörer in die Tiefen des Ahnenerbes ein, aus dem sich Glauben, Recht und Sprache entwickelten, die sich jetzt nach unseren neuen Erkenntnissen wieder frei von aller Tünche und fremdem Beiwerk entfalten können. Auch im Brauchtum soll wieder die Seele des Volkes zum Ausdruck kommen und dem Volke neue Sinnbilder und Vorbilder schaffen helfen. Ein neuer geschichtlicher Forschungszweig, die vorgeschichtliche Forschung, mußte entstehen, um das gefälschte Geschichtsbild der Zeit vor 1933 wieder zu berichtigen und um dem Volke die Bedeutung seiner stärksten Kräfte, die aus dem Ahnenerbe kommen, verständlich zu machen. Ahnenerbe verpflichtet! Volkstum wirkt sich nur in der j Volksgemeinschaft aus. Volkstum und Volksgemeinschaft sind Schicksalsgemeinschaft im Kamps um die höchsten Werte des deutschen Volkes. Mit den Kräf- teh, die uns die Ahnen gaben, werden wir den Kampf gewinnen! Reicher Beifall dankte dem Vortragenden für feine Ausführungen. Mit dem Treugruß an den Führer und dem Fahnenausmarsch wurde der Ge- meinschaftsabend geschlossen, an den sich ein kameradschaftliches Beisammensein anschloß. Kundin gegenüber nett und zuvorkommend sein. Er packt sogar Marmelade ein, wenn das Gesäß fehlt, er wickelt Salat oder Spinat in große Papierbogen oder Düten, wenn der Korb oder das Netz fehlen, er tut alles, um feinen Kunden zufrieden zu stellen. Ist jetzt aber nicht die Zeit gekommen, wieder zu den guten Gewohnheiten der Mütter und Großmütter zurückzukehren? Für das Einpacken all dieser Dinge wird außerordentlich viel Papier verbraucht, und eine solche Verschwendung wertvollen Wirtschaftsgutes können wir uns heute nicht mehr gestatten. Gießener Wochenrnarktpreise. * G i e ß e n , 8. April. Aus dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Deutsche feine Molkereibutter, / kg 1,57 Mark, feine Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60, Landbutter 1,42 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, deutsche, Klasse S 14, Klasse A 13, Klasse B 12, Klasse C IP/, Klasse D 10/, ungezeichnete 10, Wirsing, / kg (gelb) 12, (grün) 15/ bis 16, Weißkraut 10, Rotkraut 12, gelbe Rüben 10 bis 15, rote Rüben 8 bis 10, Spinat 25 bis 30, Unterkohlrabi 6 bis 8, Grünkohl 15 bis 20, Rosenkohl 25 bis 30, Feldsalat, 50 g 10 bis 12, / kg 90 Pf. bis 1,10 Mark, Tomaten 70 bis 75, Zwiebeln 10 bis 14, Meerrettich 30 bis 70, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Rhabarber 25 bis 30, Kartoffeln, / kg 5 Pf., 5 kg 44 Pf., 50 kg 3,65 bis 3,80 Mark, Aepfel, / kg 20 bis 45 Pf., Zwetfchenhonig 50 Pf., Hähne 1 bis 1,10 Mark, Suppenhühner 90 Pf. bis 1 Mark, Blumenkohl, das Stück 30 bis 50 Pf., Salat 15- bis 30, Salatgurken 80, Endivien 10 bis 20, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 30, Rettich 5 bis 15, Radieschen, das Bund 15 bis 20 Pf. * ** Deutsche Lebensrettungs-Gesellschaft. Walter H i r z e 1 aus Hirzenhain konnte nach erfolgreich abgelegter Prüfung die Urkunde mit goldener Nadel für den Lehrschein überreicht werden. ** Künftig darf man auf Postkarten Bilder auffleben. Nach einer Mitteilung im Amtsblatt des Reichspostministeriums dürfen auf der Rückseite und auf der linken Hälfte der Auf- schriftfeite der Postkarte dünne Seiden- oder ähnliche Stoffe aufgeklebt werden, die Bilder, Landschaften usw. darstellen. Die aufgeklebten Bilder dürfen aber nicht nur an einer Ecke oder an einem Rande befestigt, sondern sie müssen mit der ganzen Fläche aufgeflebt werden. Durch derartige Aufklebungen da^f das für Postkarten bestehende Meistgewicht Don ?8 Gramm nicht überschritten werden. Es wird besonders darauf hingewiesen, daß Warenproben mit Postkarten oder Drucksachenkarten nicht vereinigt werden dürfen. Bootsunglück auf dem Main. Zwei Personen ertrunken. Lpd. Frankfurt a. M., 7. April. Am Mittwochnachmittag ereignete sich auf dem Main ein Unfall, dem zwei Personen zum Opfer fielen. Unweit des Eisernen Steges kippte ein Motorboot um, dessen Insassen — ein Mann und eine Frau — ins Wasser fielen und ertranken. Der Tod im Packwagen LPD. Limburg, 7. April. Der Dienstagmittag in Limburg einlaufende durchgehende Güterzug von Wetzlar hatte den letzten Teil der Strecke ohne Zugführer zurückgelegt. Als beim Halten in Limburg der Zugführer nicht auftauchte, sah man nach und fand den 48jährigen verheirateten Re- seroezugführer Weck tot im Packwagen vor. In Ahausen bei Weilburg, also etwa 35 Minuten vorher, hatte er feinen letzten Eintrag ins Zugführerbuch gemacht. Kurz danach dürfte wohl der Tod infolge Herzschlages eingetreten sein. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) G. W.» Gießen. Dr. des. = Doctor designatus, „vorläufig berufen", diese Bezeichnung führt man nach bestandener Prüfung bis zur Aushändigung des Doktordiplomes. Dr. habil, (habilitiert), Doktor, der die Lehrbefähigung an einer Hochschule erworben hat, z. B. Dr. rer. agr. (rerum agrarium) habil., Doktor der Landwirtschaft mit Lehrbefähigung. Lat. habilitas = geschickte Anlage; habilis = geeignet, befähigt. R. in L. 1. Der Einzelhändler ist nicht berechtigt, die Typen 502 und 1050 nur zusammen und in gleichen Mengen abzugeben. Tut er dies, so handelt er dem am 30. 12. 36 für den Einzelhandel erlassenen Koppelungsverbot zuwider. 2. Es werden drei Mehltypen hergestellt: die Typen 502, 1050 und 812. Die Typen 502 und, 1050 müssen von den Mühlen je zur Hälfte ermahlen werden; das heißt: wenn eine Mühle z. B. 1000 Sack Mehl im Monat ermahlt, so müssen davon 500 Sack die Type 502 und 500 Sack die Type 1050 erfassen. Die Mehltype 812 steht den Mühlen frei. Es gibt hierfür keine Ermahlungsvorschriften. Type 812 ist ein Weizenvollmehl. Metz A W Spende! ' ' ■ Ko V ■ .. WWW 3ns erste Spiilbad und rein! S181 c?36 ' '•> '■ UANSSSV/ II Sil Miiufiiiiiiliimil • nstoffe i-n allen Farben \ M&rkisenstoTi Ve^ndaleinen^ Sonnenroi J tage bdligst Anfertigung und " 2452 a Gestoch. scharfe Schrift, unverwüstliche Konstruktion, spielend leichter Anschlag, formschönes Aussehen — das ist die Klein-Torpedo mit Segmentumschaltung. Nur RM. 186.-. Schon f. 8.30 mtl. Niederhausen Bahnhofstraüe49 Gießen. OooA Zierfische Aqnarlen Pflanzen usw. KBeinhenn Bahnhofstr. 61. Ehrliche, saubere Waschfrau nimmt nochKun- den an. Schristl. Angeb. u. 01803 an L. Gieß. Anz.> WWeven Die Lebensgemeinschaft des deutschen Waldes in Bildern 150 Naturaufnahmen aus dem Tier- und Pflanzenleben des heimatlichen Waldes auf 128 Kupfertiefdruck, tafeln, mit lebendioem und aufschlußreichem Einführungstext von K.Gerhard u.E.Wolff. Preis RM. 4,80. „(Es lebt und webt in dem Buche, und wer es versteht, mit emp> fänglichen Sinnen die bildgeword. Naturschönhelten in fick aufzunehmen, dem singen u. klingen die Tafeln tausend Erinnerungen wach an einstmals leibhaft Erschautes." Reclams Universum Verlangen Sie kostenlos unsere bebilderten Werbeblütter Zu beziehen durch jede Buchhandlung! Hugo Bermühler Verlag Berlin «Lichterfelde Meldet 6a st platze Brennholzversteigerungen der Stadt Gießen. Die im März d. I. stattgefundenen Brennholzversteigerungen (Nr. 16 bis 25) wurden genehrniat. Die Abfuhrscheine sind bis spätestens 15. April 1937 in Empfang zu nehmen. 2460C Gießen, den 5. April 1937. Der Oberbürgermeister: Ritter. 3«lll 1. M irfmitt. d. Stadt 5oolför50-60 Mnenfrei. Schristl. Angeb. unter 01797 an d. Gieß. Anzeig, s Vereine~| Bezirk Oberhessen der Deutschen Lebensretlungs- Cesellschaft. Zu dem beginnend-Lehr« gang werd, noch einige Teilnehm, zugelassen. Anmeldung am erst. Uebungsabend amMoniag,dem 12. Avril 1937, abends 8*', Ubr, im Sanitätsdevot. 3466D wird die Vasche -------- hinein-schnell Hier abschneiden! ____4................. Schinken 439 Schlaf Schinken, gepökelte und geräucherte Schweinskeule oder -schul- ter. Lachsschinken ist schwach geräuchert und gepökelt. Ganzer Schinken muß im Sommer in einem Leinenbeutel aufbewahrt werden, damit er nicht madig wird. Schinken wird roh und gekocht gegessen, er läßt sich außerdem auf vielfache Weise verwenden, z. B. als Schinken in Burgunder oder mit Eiern gebraten. Schirmglas, blaugrünes, durchsichtiges Glas, das Wärmestray- len abhält und sich daher besonders zu Lampenschirmen eignet. Schirting, ein Hemdenstoff aus Baumwollgarn. Schizophrenie. „Spaltungsirre- fein' eine Gruppe von Geisteskrankheiten, für die charakteristisch ist das völlige Zerfallen früherer Eedankengänge, unvermittelter, für den normalen Verstand vollkommen unverständlicher Wechsel der Ideen. Sinnlosigkeit in allem, was der Kranke will, Mißverhältnis zwischen dem, was er sich oorstellt und seiner gemütlichen Reaktion (z. B. kann ein derartiger Kranker völlig ruhig bleiben, wenn ihm erzählt wird, seine Angehörigen sind plötzlich umgekommen, er regt sich aber sinnlos auf, wenn er ein Stückchen Papier nicht gerade an dem Platz findet, wo er es sich gerade einüildet und ähnliches). Das Gedächtnis und die Auffasiung brauchen bei dieser Geisteskrankheit durchaus nicht gestört zu sein, die Leute sind nicht „blöde" im landläufigen Sinne. Meist zeigt sich in den Entwicklungsjahren zum erstenmal, daß bei den Leuten etwas nicht „stimmt". Sie werden eigenartig, sonderbar, vertragen sich schwer mit anderen, haben Hang zur Einsamkeit und zu sonderbaren Gewohnheiten. Sehr oft, aber nicht immer tritt die Krankheit so früh auf. Es kann sein, daß es bei dem einen Schub bleibt, meist kommt aber sehr bald ein zweiter und dritter und nur in den seltensten Fällen wird eine Anstaltsbehandlung zu umgehen sein. Die Schizophrenie gehört zu den erblichen Geisteskrankheiten. In Deutschland wird gemäß dem Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses jeder an Schizophrenie Erkrankte sterilisiert. Schlachten, das schnelle und möglichst schmerzlose Töten von Tieren. Größere Tiere werden vom Metzger geschlachtet. Kaninchen hebt man an den Hinterläufen hoch und schlägt ihnen mit einem Knüppel hinter den Kopfansatz. Geflügel durchschneidet man den Nacken am Hinterkopf. Fische läßt man vom Verkäufer schlachten. Das Schächten von Tieren, das Ausblutenlassen, bevor das Tier getötet ist, ist in Deutschland verboten. Scklaf, ein dem Körper unentbehrlicher Ruhezustand, muß geregelt sein. Das Schlafbedürfnis ist in den verschiedenen Lebensaltern sehr ungleich. Säuglinge wachen nur zur Nahrungsaufnahme auf, Kinder benötigen je nach dem Alter 10 bis 16 Stun- IDer wohnt hier? Kein Name steht an der Wohnungstür, an der Haus- oder Gartentür. Ersparen Sie Ihren Mitmensd)en unnötige Laufereien und bringen Sie ein dauerhaftes Schild an. Bei Häuser kostet es nicht viel. Es gibt Schilder in jeder Größe und in jeder Ausführung. 3* B. Häuser, Gießen, am Oswaldsgarten, Fernsprecher 2145/2146. SJlxfport Sommersprossen ? MM Meine Kur hilft! Frau B. Gulden, Giefoen seit 1935 Fr. W. Henkel 136d Alicenstraße 40. Sprechstunden jeden Freitag 9—19 TThr! I^llllllllllllllüllllllllllllglllllllllllllälllllllgllllllllllie Alicenstraße 40. Sprechstunden jeden Freitag 9—19 Uhr! Geschäfts-Drucksachen bei Brühl. Schulstraße 7 Schlafanzuge Schlagadern ;?ür Wanderer und Naturfreunde' ^)erlltnaaua mH RM 3 064 789 477 41 28 000 000- Gewinn-und Verlustrechnung am 31.Dez. 1936 a die neue vorzügliche BLEICH-SODA Berlin, den 9. März 1937. Paket 12 Pf. Hersteller: P. Jos. Mobs, Seifenfabriken, Gießen »..und zum Bauen ffliiiiiiiaiiiiiiiiiiigiiaiiiiiiiiiiioijijaiiiiiiiiiiiiiiiiii gen mer auch ders den Unentbehrlich zum Einweichen aller Wäsche. Auch zum Scheuern von Metallen und sämtl. Holzsachen oder weil das Schlaszim- vielleicht zu unruhig ist: das Lesen im Bett, beson- das Lesen von aufregen- Geschichten, schwere Mahl- Karl Febrmann, Wirtschaftsprüfer. Rechnungen Briefblätter Briefumschläge Postkarten Geschäfts karten Union noch nicht, man will erst das Abschneiden der Rennwagen in den ersten Veranstaltungen abwar. ten. Schon nach Tripolis wird man etwas klarer sehen. Dort sind am 9. Mai beim „Großen Preis" Europameister Rosemeyer, Stuck und von Delius eingesetzt. Während dann Rosemeyer zurückkehrt, um beim Avusrennen am 30. Mai und 14 Tage später am Eifelrennen teilzunehmen, begibt sich Hans Stuck auf eine zweite Südamerikareise. Mit dem Auto- Union-Wagen bestreitet er den Großen Preis von Rio de Janeiro am 6. Juni. Im Herbst will dann die Auto-Union nach Nordamerika und am Europa- Pokalrennen auf der inzwischen stark verbesserten Roosevelt-Bahn bei Neuyork teilnehmen. Fahrer wird wahrscheinlich Bernd Rosemeyer sein, dem es dadurch nicht möglich wäre, den Großen Preis von Italien auf der Monzabahn zu verteidigen. am Sonntag eine Klärung in dieser Hinsicht. Es wird im Fußballager viel von einer anderen Zu- Wir bedienen Sie preiswert! icrmeben uns Idi fahre mein Edelweißrad schon 28 Jahre und es ist heute noch stabil bei 220 Pfd Belastung. ]. M. Pleinen, Bauer, 6. 12. 1935. Beresheim 45. Vor ungefähr 25 J. habe ich von Ihnen eine versenkbare Nähmaschine bezogen, diese ist heute noch sehr gut Kanzleisekretär H. Brandt, Nürnberg. 5. 5. 1935. Sandratstr. 49 III. über '/, Million Edelweißräder haben wir schon seit 40 Jahren überallhin versandt. Katalog kostenlos. Edelweifj-Decker tm Deutsch • Wartenberg Nach dem abschließenden Ergebnis meiner pflichtgemäßen PrQ- fung auf Grund der Bücher und Schriften der Gesellschaft sowie der vorn Vorstand erteilten Aufklärungen und Nachweise entsprechen die Buchführung, der Jahresabschluß und der Geschäftsbericht den gesetzlichen Vorschriften. pflichftpiele der Bezirkskiafff Gruppe Sießen-Oill. VfB.-R. Gießen — Dillenburg Sinn — 1900 Gießen Naunheim — Burg Frohnhausen — Bissenberg. Die noch ausstehenden Spiele haben nur den Vorkämpfen in den vier Gaugruppen nehmen 62 Turnerinnen an dem Titelkampf teil. Mit je neun Turnerinnen sind die Gaue Bayern und Nordmark am stärksten vertreten; es folgen dann Südwest mit sieben, Sachsen und Niedersachsen mit je sechs, Westfalen, Niederrhein und Brandenburg mit je fünf, Schlesien und Mitte mit je vier Turnerinnen, während Pommern und Ostpreußen nur je eine Vertreterin stellen. Aufo-Union plant Amerika-Reisen. Die Auto-Union trägt sich mit dem Plan, in diesem Jahre auch einige ihrer „Silberpfeile" nach den Vereinigten Staaten zu entsenden und auch hier das Können deutscher Fahrer und den Hochstond der deutschen Motorenindustrie zu beweisen. Endgültig entschieden hat man sich allerdings bei der Auto- Gln Sunden- und Sitfenbuch. Mit 64 Kunftd ruckt aseln u. viel. Textabbildungen, preis broschiert RM. 2.85, gebunden RM. 3.60. Zu beziehen durch jede Luchhandlung. Hugo Bermühler Verlag Berlin-Lichterfelde_________ Gerichtsbeschluß gegen Braddock verschoben. Die Klage, die von der Madison Square Garden- Gesellschaft gegen den Boxweltmeister James Braddock auf Erfüllung des Vertrages gegen Schmeling am 3. Juni und auf Verzicht des geplanten Kampfes gegen Louis angestrengt worden ist, konnte zum festgesetzten Termin noch nicht verhandelt werden. Das Gericht beschloß, die erste Tagung um eine Woche auf den 12. April zu verlegen, so daß in der ganzen Angelegenheit immer noch keine Klärung geschaffen werden konnte. Braddock selbst hat sich nicht geäußert. Er ist jedoch in sein Trainingslager Übergesiedelt und hat mit der leichten Arbeit begonnen. Alle Mannschaften im Kampf. Acht Gruppenspiele um die deutsche Fußball meisterschaft. Der Auftakt der Gruppenspiele zur deutschen Fußball-Meisterschaft am vergangenen Sonntag hat keine Sensation gebracht; alles verlief programmmäßig. Mit Ausnahme der beiden Meister vom Mittel- und Niederrhein, VfR. Köln und Fortuna Düsseldorf, haben alle übrigen Meisterschafts-Bewerber das erste Gruppenspiel hinter sich, am nächsten Sonntag greifen aber auch Köln und Düsseldorf in die Ereignisse ein, so daß man dem Kampftag am 11. April mit gesteigerter Spannung entgegensehen darf. Das Programm bringt einige, vielleicht bereits entscheidende Begegnungen, wie Hertha — Schalke, Dessau — Stuttgart und Düsseldorf — Waldhof. Gruppe I: Hindenburg Allenstein — Hamburger SV. in Königsberg; Beuthen 09 — BC. Hartha in Beuthen. Gruppe II: Hertha-BSC. Berlin — FC. Schalke 04 in Berlin: Werder Bremen — Viktoria Stolp in Bremen. Gruppe III: SpV. Kassel — Wormatia Worms in Hanau; SV. 05 Dessau — VfB. Stuttgart in Dessau. Gruppe IV: 1. FC. Nürnberg — VsR. Köln in Nürnberg; Fort. Düsseldorf — SV. Waldhof in Oberhausen. sammensetzung der Bezirksklasse für die kommende Serie gesprochen. Es soll sich jedoch kein Verein einer Täuschung hingeben. Die beiden Tabellenletzten steigen ab, dafür steigen zwei Vereine der 1. Kreisklasse, die augenblicklich um den Ausstieg kämpfen, auf. Die VfBer werden sich auf eigenem Platze die Punkte, die so wertvoll für sie sind, nicht nehmen lassen, zumal sie in kompletter Aufstellung spielen. 1900 muß sich anstrengen, um wenigstens einen Punkt heim zu bringen. Man erwartet daher von den 1900ern bessere Leistungen, wie die am vorigen Sonntag. Naunheim und Burg haben beide gute Mannschaften. da aber Naunheim den Vorteil des eigenen Platzes hat, werden sie wohl das Spiel für sich entscheiden können. Da Frohnhausen an Spielstärke eingebüßt hat, rechnet man mit einem Sieg der Bissenberger. ,, M.Teutonia" Watzenborn-Gteinberg Heuchelheim I — Watzenborn-Steinberg I 1:2 (0:1). Die erste Mannschaft mußte am vergangenen Sonntag zum ersten Aufstiegspiel nach Heuchelheim und konnte dort ohne die beiden Halbstürmer O. Haas und Lang, wenn auch nur knapp, mit 2:1 gewinnen. Die zweite Mannschaft trat ihr letztes Verbandsspiel an und zwar empfing sie die erste Mannschaft vom Sportverein Grüningen. Vier zum Arbeitsdienst eingerückte Spieler mußten ersetzt werden. Dadurch hatten die Gäste auch schon in der ersten Halbzeit einen Vorteil und konnten die meiste Zeit überlegen spielen. Bei den Einheimischen wollte es einfach nicht klappen. Kurz vor Halbzeit konnten die Gäste durch ein Mißverständnis der Steinberger Hintermannschaft mit 1:0 in Führung gehen. Nach der Halbzeit gab es ein anderes Bild. Die Einheimischen gestalteten das Spiel für sich überlegen und nachdem der Spieler Lang vom Spielfeld verwiesen werden mußte, wurde nur noch in der Hälfte der Gäste gespielt, und trotzdem verstanden es die Einheimischen nicht, den Vorsprung einzuholen. Dies war das erste Spiel, das die Gäste gegen die zweite Mannschaft der Teutonen gewinnen konnten. Kußball im Turnverein Großen-Linden Wißmar — Großen-Linden. Am Sonntag war Großen-Lindens Elf in Wißmar zu Gast und konnte dort nach schönem Spiel haushoch gewinnen. Die Mannschaft zeigte sich wieder in guter Form und ließ die Platzbesitzer fast nicht zur Geltung kommen. Der beste Mannschaftsteil war die Läuferreihe, in der Heil der durchschlagkräftigste Mann war. Die Mannschaft des Sportvereins Wißmar leistete harten Widerstand, konnte aber trotz aller Bemühungen an dem Resultat nichts ändern. !lm die Meisterschaft der Turnerinnen. Am Sonntag wird in Jena die erste deutsche Meisterschaft unserer Turnerinnen entschieden. Nach, Es mag manche Mutter ein besorgtes Gesicht gemacht haben, als sie hörte: 1100 Jungmädel in einem großen Lager zusammen, und sie mag wohl daran gedacht haben, wie schwer es manchmal ist, an Regentagen nur zwei oder drei Mädel ruhig zu halten. Und nun hat sich da gleich ein ganzes Jungmädeldorf aufgetan mit 1100 Jungmädeln. Ein Dorf mit vielen sauberen und freundlichen Barackenhäusern, die jeweils 50 Mädel mit einer Jungmädelführerin aufnehmen. Ein großer Gemeinschaftsraum ist für die Regentage da, viel freier Platz: Wiesen und Wald zu Sport und Spiel in Sonne und frischer Lust. Für die Verpflegung ist tadellos gesorgt; unheimlich sind die Riesenberge belegter und Marmeladenbrote, die da täglich geschmiert werden — 1100 Mädel — und wie sie essen können! Selbstverständlich sind alle hygienischen und sanitären Einrichtungen tadellos in Ordnung und einwandfrei. Das ist das äußere Bild des Kinderdorfes Wegscheide bei Bad Orb, das nun für Tage ein „Jungmädeldorf" ist, ein großes Führerinnenlager des BDM.-Obergaues Hessen-Nassau für die kommenden Jungmädelführerinnen des neuen Jahrgangs, der am Geburtstag des Führers in die Jungmädelkameradschaft eingereiht wird. Lebhaftes, frohes Treiben herrscht da oben, und auch der größte Griesgram könnte bei all den fröhlichen Mädeln wohl kaum brummig bleiben; aber es herrscht bei allem ausgelassenen Frohsinn tadellose Disziplin, Ordnung, Pünktlichkeit und Sauberkeit. Und wer Gelegenheit hatte, bei den Referaten und Ansprachen des Gauleiters und der Reichs- referentin des BD M., bei den Arbeitsbesprechungen mit der Obergaujungmädelsührerin Erika D e s ch — unter deren Leitung das Lager steht — die 1100 zum größten Teil erst 13- und 14jährigen Mädel zu beobachten, der wird gemerkt haben, daß die Teilnehmerinnen neben allem Lustigsein im Lagerleben den Ernst aufbringen, der nun einmal zur Arbeit und besonders zur Führerarbeit gehört. Die freiwillige Disziplin, die sich nicht auf Kommandoton und Befehle oder Strafmittel stützt, war auch für die Jüngsten der Partei eine Seldverständ- lichkeit und ließ dieses Lager, diesen „gewagten den Schlaf, Erwachsene 7 bis 9 Stunden. Alte Menschen schlafen meist noch weniger. Der tiefste Schlaf ist zwei Stunden nach dem Einschlafen. Schlafanzüge soll man aus Reisen tragen, um möglichst wenig mit fremder Bettwäsche in Berührung zu kommen. Schlafdauer, s. Schlaf. Schlafkrankheit. Ein krankhafter Zustand mit andauerndem Schlaf mit Benommenheit bis zu tiefer Bewußtlosigkeit. Kommt vor bei schwerer Hysterie, dann aber als sehr ernst zu nehmende Krankheit bei Kopfgrippe und in den Tropen als eigentliche Schlafkrankheit, eine Infektionskrankheit, die durch die Tsetsefliege übertragen wird. Ein Mittel dagegen ist das Germanin. Schlaflosigkeit ist gewöhnlich eine Folge von Nervosität, kommt aber natürlich auch bei schweren Erkrankungen vor. Alte Leute brauchen naturgemäß weniger Schlaf als junge. Es gibt verschiedene Arten von Schlaflosigkeit: 1. Die Unfähigkeit, einschlafen zu können. Diese Schlafstörung hat meist ihren Grund in vorausgegangenen Aufregun- DEUTSCHE BANK UND DISCONTO-GESELLSCHAFT < Bilanz am 31. Dezember 1936 (Posten laut Formblatt ohne Untergliederung) , noch Bedeutung dahingehend, welche Vereine absteigen. Die beiden ersten Spiele bringen vielleicht schon Prüfen Sie vor Anschaffung unsere guten Matratzen und schöne Auswahl in guten Drellen Cs hat geklappt. Oas Lungmävellager auf der Wegscheide ein voller El folg! Seiten kurz vor dem Zubettgehen, Trinken von Kaffee noch spät am Abend, übermäßiges Rauchen können den Schlaf erschweren. Vermeidung all dieser Schädlichkeiten wird, wenn nicht ein ernsteres Leiden die Ursache ist, sicher von der Schlaflosigkeit befreien. 2. Das Aufschrecken während der Nacht, dem sich oft ein Nichtwiedereinschlafenkönnen anschließt. Wird oft bei Kindern beobachtet, die an einer Vergrößerung der Rachenmandel leiden, aber auch bei gewissen Krankheiten der Erwachsenen. Man wende sich an einen Arzt. Da Schlaflosigkeit immer Abspannung und geringere Leistungsfähigkeit bedingt, suche man durch zweckmäßige Behandlung, am besten nach Rat eines Arztes, das Uebel zu beseitigen. Schlafmittel sind eine Gruppe von Betäubungsmitteln, die dem weitverbreiteten Uebel der Schlaflosigkeit steuern sollen. Niemals nehme man ohne ärztliche Anweisung ein Schlafmittel, da der Gebrauch von Schlafmitteln zur Gewohnheit wird, so daß man ohne Schlafmittel überhaupt nicht mehr schlafen kann. Schlagadern sind diejenigen Blutgefäße, die das sauerstoffreiche Blut vom Herzen weg- und im Körper herumführen. Der Name Versuch" — wie es manche wohl genannt haben — zu einem großen Erfolg werden. Die Mädel werden die Tage in dem großen Jungmädeldorf nicht vergessen; sie werden die Grundlage sein für ihre kommende Arbeit an den neuen Jungmädelkameradinnen. Man darf bei den Jungmädeln nicht soviel Worte machen; Jungmädel sprechen auch nicht von Idee und Opfer, von Einsatz und innerer Haltung, — all das würde bei den Jüngsten überheblich und unecht klingen. Aufgabe und Ziel der jungen Führerinnen, die dort zusammen waren, muß es sein, ihre neuen Kameradinnen zu rechten Jungmädeln zu erziehen, denen es selbstverständlich ist, daß sie gehorchen müssen, sich einordnen; die wissen, daß sie den Namen des Führers tragen, die aber dabei frohe und unbekümmerte und natürliche Mädel bleiben. RunSfunkprogromm. Freitag, 9. April. 6 Uhr: Waldandacht, von Franz Abt — Morgenspruch, Gymnastik; 6.30: Frühkonzert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Musik am Morgen. 9.45: Nur Freiburg: Nachrichten. 11.15: Hausfrau, hör zu! 11.45: Landfunk. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten, Offene Stellen, Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Dem Opernfreund. 15: Volk und Wirtschaft. Das automatische Schaufenster. 15.15: Alles mege nem Krageknöppche. Ein luftiges Hörspiel von Viktor Lenz' 16: Unterhaltungskonzert. 17.30: Ein Wegbereiter deutschen Denkens! Johannes Rehmke, der Begründer einer bodenständigen Philosophie. 17.45: Josef Gottlieb Kölreuter! Zur Erinnerung an den großen Physiologen und Biologen. 18: Musik aus Dresden. 19: „Musikanten nach Feierabend." Ein bunter Reigen um schlichte Weisen. 19.40: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.10: Unter- Haltungsmusik. 21: „Die Geschichte einer Liebe". Nach Hamsuns Erzählung „Viktoria" für den Funk bearbeitet, von Fred v. Hoerschelmann. 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.30: Unterhaltungsmusik. 24 bis 2: Nachtkonzert, Märchenmusik. Aktiva Barreserve Fällige Zins- und Dividendenscheine Schecks Wechsel Schatzwechsei und unverzinsliche Schatzanweisungen des Reichs und der Länder Eigene Wertpapiere Konsortialbeteiligungen Kurzfällige Forderungen unzweifelhafter Bonität und Liquidität gegen Kreditinstitute Forderungen aus Report- und Lombardgeschäften gegen börsengängige Wertpapiere Vorschüsse auf verfrachtete oder eingelagerte Waren Schuldner Hypotheken Dauernde Beteiligungen einschl. der zur Beteiligung bestimmten Wertpapiere Grundstücke und Gebäude Geschäfts- und Betriebsausstattung Übergangsposten der eigenen Stellen untereinander Posten, die der Rechnungsabgrenzung dienen Sonstige Aktiva (nicht gemünztes Silber, nicht umlaufe fähige Münzen u. ä.). C. Röhr« Co. 2453 A Größere Anzahl KISTE'N billig zu verkamen. 2450V Reinig, Selters weg 30 _______RM • Die gesetzliche Reserve erhöht sich nach der Zuweisung aus dem diesjährigen Reingewinn auf Passiva Gläubiger Verpflichtungen aus der Annahme gezogener und der Ausstellung eigener Wechsel Spareinlagen 6 % Doll ar-Darlehn (noch im Umlauf befindlich) .... Auf unserem Grundbesitz ruhende, zurzeit nicht ablösbare Hypotheken Unerhobene Dividenden Aktienkapital Gesetzliche Reserve* Pensionsrücklage Rückstellungen Wohlfahrtsfonds Posten, die der Rechnungsabgrenzung dienen .... Reingewinn 440 RM 105 708 783 65 29 590135 21 30 261 33t 28 835 439 436 94 222 093 220 32 300 173 173 30 26 725 881 31 49 522 636 99 6 847 513 46 113 593 396 49 1 221 093 907 62 4 644 430 12 39 656 311 _ 79 705 318 44 1 — 163 581 07 531 211 45 39 202 76 3 064 789 477 41 RM 2 396 300 057 52 198 297 408 55 256 323 550 17 13 370 290 258138 77 280 281 91 130 000 000 — 25 200 000 — 15 000 000 — 10 267 735 36 37 357 63 9 331051 80 11 123 605 70 Aufwendungen Personalaufwendungen................ RM 72 657 180 15861 423 19 561 481 11 986 977 11123 605 80 26 Ausgaben für soziale Zwecke, Wohlfahrtseinrichtungen und Pensionen.................. Sonstige Handlungsunkosten.............. Steuern und ähnliche Abgaben................. Gewinn; Vortrag aus 1935.................. 1 007 903,34 Reingewinn.................. 10115 702,36 70 RM 131 190 668 68 Erträge Vortrag aus 1935 ........................ RM 1007 9031 55 001 168 34 11 Zinsen und Diskont............. Provisionen und Gebühren....................... 75 181 597 23 __ RM 131 190668 68