Montag, 8.8ebruar 195Z 18Z. Jahrgang M.32 Erstes Blatt Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Ä*a6*A**A*AI***>A*A>A^ E5= Siebener Familienblätter fl W ■U lOf **^4» M Grundpreise für 1mmhöhe 8=z.^r llilPKPlIr! zllln= ku urtaguna A°l -n-Na ,au b - et allo berens L 6en kommandierenden General des Fülle °°n Arb--t und Anregung ^ftkreifes West, General der Flieger Zander, kulturell tätigen Personstchk-.t-n die verannin-y i । Gtabe Aufklärungsschiffe der alten restlos an der Veranstaltung teilneymen. marine u. a. die Admirale a. ®. Prentzel, Hansen, Berlin, 7. Febr. (DNB.) Relchsorganisations- leiter Dr. Ley, der Leiter der Deutschen Arbeitsfront, erklärte in einem Gespräch mit dem „Berliner Lokalanzeiger" über die Mobilisierung des _ , /flstvtrox «... s Volkswillens für die Durchführung des Berlin, 7. Febr. (DNB.) Für das WHW. hat Hjerjahresplanes u. a.: Erst wenn der sich ein Heer von Sammlern und Sammlerinnen Mensch wirklich in der Lage ist, sein Leben aus den Reihen der nationalsozialistischen Kriegs* ID ö ((i g frei z u gestalten, kann er auch opferversorgung, des Reichsluftschutzbundes, des n ß j. । . b x e Kräfte d er Freiheit ent- Deutschen Luftsportoerbandes, des Deutschen Reichs- wickeln, die ihm die große, in ihm wohnende kriegerbundes (Kyffhäuser) und des R^.-Deutschen geiffUngsfäfjigfeit einzusetzen gestatten. Genau so Studentenbundes im ganzen Reich für die gute ß5 den Völkern. Das internatonale Sache eingesetzt. In der Reichshauptstadt waren Judentum hat schon gefühlt, wohin unser Weg 140 000 ehrenamtliche Sammler, Helfer und Mit-.....- ......' ' ' ~ arbeitet unterwegs. Unter den Linden hatten sich I Taufende eingefunden, um dem beabsichtigten Start des Freiballons „Hermann Göring" beizuwohnen. Ihre Erwartungen wurden enttäuscht. Der Wettergott machte einen Strich'durch die Rechnung. Auf dem Opernplatz gab es eine interessante Unterhaltung zwischen der Ju 52 und den Bodenstationen. Mehrer Tausend Kriegerwitwen und Kriegerhinterbliebene halfen sammeln. Man sah am Ehrenmal u. a. eine 75jährige Frau, die von ihren 16 Söhnen I vier dem Vaterland geopfert hat, eine 80jährige Mutter, die ihre vier Sähne im Kriege verlor, sammeln. Schwerkriegsbeschädigte und Selbstfahrer gaben em Beispiel der Einsatzbereitschaft, und selbst die Blinden hatten es sich nicht nehmen lassen, zur Bekämpfung der Not beizutragen. Besonders wirkungsvoll waren auch Propagandamärsche in Vorkriegsuniformen. Man sah in hellblauen Uniformen mit weihen Helmbüschen berittene erste Gardedragoner; neben einer größeren Abteilung von Schutztrupp- lern bekam man Gardeulanen, Franzer und Alexander mit ihren Traditionsfahnen zu sehen. Die Studenten traten als lustige Sänger in den Lokalen und als „Astrologen" auf den Plan. Unter den Linden Ecke Friedrichstraße durfte man in ihrem Pappfernrohr den Sowjetstern und die * II Im Zeichen des Prinzen Karneval dem 1933 Daß Die ball dieses Glanzvoller Verlauf des Berliner preffeballes. Reichshauptstadt erlebte mit dem Presse» Oer Wettlauf zwischen Löhnen und Preisen in Frankreich. P a r i s , 8. Febr. (Funkspruch. DNB.) „Ami du Peuple" erklärt, nach dem Matignon-Abkommen belaufe sich die Durchschnittserhöhung der Arbeitslöhne in Frankreich auf rund 13 bis 14 v. H. An Hand einer ausführlichen Statistik weist das Blatt dann aber gleichzeitig nach, daß der Durchschnitt der Lebensmittelpreise in Frankreich seit Juni 1936 um 21 v. H. gestiegen ist. Somit hätten also die Lohnaufbesserungen vom Juni dem französischen Arbeiter nichts eingebracht. Oie neue Echulbücherei. Daß die Büchereien an Volksschulen von grundlegenden Wandel seit dem 30. Januar nicht unberührt bleiben konnten, war klar. diese Aufräumearbeit nicht von heute auf morgen zu leisten war, lag nicht minder nahe. Jetzt hat der Reichserziehungsminister angeordnet, daß der Grundstock einer jeden Volksschulbücherei eine Liste von 120 Büchern bilden soll. Mit der alten Traktätchen-Literatur wird Schluß gemacht. Sagen, Märchen, Schwänke, Werke des germanischen Altertums, Bücher über „Deutsche Kämpfe", „Deutsche Größe in Opfern und Führern", „Das Gedächtnis des Weltkrieges", „Unvergessene Kolonien", „Deutsche in aller Welt", „Natur und Heimat", „Jugend marschiert ins neue Deutschland", „Fröhliche Jugend", „Taten und Abenteurerdrang", „Die Welt der Arbeit", „Basteln und Werken" und schließlich Fliegerbücher bilden die Einzelabteilungen des Grundstocks der Büchereien, an die sich noch Werke der Heimatliteratur im engeren Sinne anschließen sollen. Die Schulleitungen haben von den Schulunterhaltungsträgern die Mittel für die Neugestaltung der Schulbücherei anzufordern und auf der anderen Seite alljährlich eine Statistik über die Benutzung der Bücherei in den einzelnen Altersstufen und über die Bevorzugung beliebter Bpcher anzulegen. In Rom fand die Hochzeit Vittorio Mussolinis, des ältesten Sohnes des Duce, mit der Mailänderin Orsola B u v o l i statt. Von der großen Zahl von Glückwunschtelegrammen werden die des italienischen Herrscherpaares, des Königs von Bulgarien und d es Führers und Reichskanzlers im Wortlaut in der römischen Presse veröffentlicht. Als Gratulanten werden weiterhin Bundeskanzler Schuschnigg, Reichsaußenminister Freiherr von Neurath, Ministerpräsident Göring und Botschafter von Hassell verzeichnet. ♦ Der britische Außenminister Eden ist mit seiner Frau und seinem Sekretär am Sonntag in Monte Carlo eingetroffen. Er hat in demselben Hotel Wohnung genommen, in dem der polnische Außenminister, Oberst Beck, mit seiner Familie abgestiegen ist. im Zoo das größte gesellschaftliche Ereignis Winters. Der Reichsverband der deutschen Presse hat mit Geschick und Geschmack dem Ball eine Unter dem Schuhe des „Visiers". Berühmtgewordene Maskenfeste in alter Zeit. hervorragende künstlerische Note gegeben. In Anwesenheit des Schirmherrn der deutschen Presse, Rssichs- propagandaminister Dr. Goebbels und vieler anderer führender Männer aus Staat und Partei nahm das Fest einen glanzvollen Verlauf. Reichsbühnebildner Benno von A r e n t und die Pressezeichner hatten alle Phantasie aufgeboten. In den herrlich dekorierten Räumen entwickelte sich nach den Klängen von sieben Kapellen ein buntes Bild. Der Schauspieler Johannes Riemann eröffnete mit einem Prolog den Abend. Damit begann das künstlerische Programm, das immer wieder die Tausende begeisterte. Nach Mitternacht erreichte der Presseball seinen Höhepunkt. Die Anwesenheit von zahlreichen Reichsministern und Reichsleitern, ausländischen Botschaftern und Gesandten, Staatssekretären und Gauleitern, Angehörigen der hohen Generalität, führenden Mitgliedern'der Reichskulturkammer und des Reichskultursenates, hervorragenden Vertretern der Wissenschaft und der Künste, sowie den namhaftesten Künstlern von Bühne und Film gestaltete den Presseball zu dem gesellschaftlichen Ereignis des Jahres. Eine auserlesene Folge hervorragender künstlerischer Darbietungen gab dem Fest seine besondere Note.Theo Lingen und Hans Brausewetter stellten Meister der Tanzkunst vor. Die Prinzengarde des Münchener Karnevals war im Flugzeug nach Berlin gekommen. Nach Mitternacht spielte Jack Hylton zum Tanz auf. Im Kaisersaal [ief. das „Kobarett der Pressenacht" vom Stapel. Um 2 Uhr dirigierte Paul Linke die Uraufführung seines Tanzliedes „Der Hase, der weiß von nichts^, das mit Jubel aus der Taufe gehoben wurde. Den Beschluß bildete das „Kabarett der Morgenstunde", das von Willi Schaeffers angesagt wurde. Auch die Tombolagewinne und die geschmackvollen Damen- und Herrenspenden trugen zur Festesfreude bei. So kann der Reichsverband der Deutschen Presse das von ihm durchgeführte Fest als vollen Erfolg buchen. Aus aller Welt. Kreuzer „Gmöcn" erhält eine Kriegsflagge der alten „(?mden" zurück. In Schanghai fand auf dem Schulhof der Kaiser-Wilhelm-Schule ein Feldgottesdienst für die Besatzung der „Emden" statt. Kapitän Lohmann legte an der Gedenktafel in der deutschen Kirche und am Denkmal der „Iltis" Kränze zur Ehrung der für ihr Vaterland Gefallenen nieder. Ein Holländer van Herwijnen gab mit einer Ansprache, in der er der Taten der ruhmreichen „Emden" gedachte, eine alte Kriegsflagge der „Emden" zurück und wünschte der Besatzung der neuen „Emden" immer gute Fahrt. Für den Mittag war für die „Emden"-Mannschaft eine Filmvorführung vorgesehen, die Deutschlands Aufstieg seit der Machtübernahme zum Inhalt hatte. Auf ihrem Marsch dahin durch die Hauptverkehrsstraße Schanghais fanden die Matrosen überall herzliche Begrüßung. Nach dem Filmvortraq fand im Deutschen Gartenklub ein gemeinsames 6intopfessen statt. Am Nachmittag wurden Sportkämpfe ausgetragen. Die chinesische Presse nimmt an dem Aufenthalt der „Emden" regen Anteil. Täglich erscheinen Bilder. Eine der Regierung nahestehende Zeitung brachte auf der ersten Seite, die mit dem Hakenkreuz unbx der chinesischen Flagge geschmückt war, herzliche Willkommensgrüße. Großer deutscher Erfolg beim Reitturnier der „Grünen Woche". Oer Führer überreicht den siegreichen deutschen Offizieren den „preis des Führers und Reichskanzlers". Die Gewohnheit des Maskentragens für Damen und Herren ist zuerst in Frankreich nachweisbar, und zwar vereinzelt schon im 14. Jahrhundert; allgemeine Made aber wurde es erst im 16. jmö 17. Jahrhundert, und in dieser Zeit war die Mode auch in England und Italien, am wenigsten in Deutschland, verbreitet. Es handelt sich hier ausschließlich um die Gesichtsmaske, die an keine bestimmte Jahreszeit gebunden war, aber überwiegend im Winter getragen wurde, angeblich, und zuerst wohl auch wirklich, um das Antlitz gegen die rauhe Witterung zu schützen. Die Maske oder Larve war aus schwarzem seidengefüttertem Samt oder Atlas mit zwei Löchern für die Augen und deckte das Gesicht bis zur Nase, während Mund und Kinn rei blieben. So wurde sie mit Vorliebe auf der Straße und im Theater, zuweilen auch in Gesell- chaften getragen, und selbstverständlich wurde sie bald zum Deckmantel für galante oder gefährliche Abenteuer, das Visier für den heimlichen Liebhaber wie für den Verschwörer. Auf den großen öffentlichen Festen gesellte sich dann bald auch die übrige Verkleidung dazu, also das, was wir heute gewohnt ind, zusammen als „Maske" anzusprechen, und was für und mit dem Begriff des Faschings unzertrennlich ist. Unter dem Schutz der Maske haben sich namentlich auf den großen Hoffesten eine Reihe von Begebenheiten tragischer oder auch heiterer Natur zu- getragen, die für immer in die Annalen der Ge- chichte eingegangen sind. Einer der frühesten Maskenbälle, von denen wir wissen, fand am französischen Hof unter der Regierung Karls VI. am 29. Januar 1393 statt, ein Fest, das Anlaß zu einer Katastrophe gab. Der König, se>in Bruder, der Herzog von Orleans und mehrere Herren erschienen als „Wilde" in mit Werg benähten Kitteln, in denen sie einen Tanz mit Fackeln aufführten. Dabei wollte das Unglück, daß der Herzog dem König mit seiner Fackel zu nahe kam, das Werg Feuer fing und im Nu sämtliche „Wilden" in Flammen standen. Sechs Kavaliere fanden dabei den Tod, der König wurde nur durch die Geistesgegenwart und den Mut seiner Tante, der Herzogin von Berry, gerettet, die mit ihrem weiten Mantel den König in die Arme schloß und so die Flammen erstickte. Des Königs vorher schon zu Melancholie neigendes Gemüt wurde durch das Ereignis aber noch tiefer umdüftert. Er verbot auch späterhin in seinem Lande das Maskentragen, das jedoch nach ihm wieder auflebte. Wohl die rohesten Maskenscherze haben sich die russischen Herrscher mit ihren Untertanen erlaubt. Berühmt ist jenes Maskenfcst, auf dem Peter der Große zu seiner und seiner Gäste Unterhaltung ein Zwergenpaar durch einen hundertjährigen Popen trauen ließ. Im Winter 1717 machte er das Töchterlein eines kleinrussischen Grafen, Elisabeth Rasumowsky, zum Gegenstand eines bösen Scherzes. Das Mädchen war ebenso streng erzogen wie naiv, und der Zar lud sie zu einem Maskenball ein, der nur unter Damen stattfinden sollte. Elisabeth erschien aus den Wunsch des Kaisers in der Tracht eines kleinrussischen Hirtenjungen und fand sich als Verstärkter Zeppelin-Dienst über den Atlantik. Das dritte Betriebsjahr der Deutschen Zeppelin- Rederei wird für die Entwicklung der Verkehrsluftfahrt nach Uebersee einen gewaltigen Fortschritt bringen. Insgesamt werden im Sommer 1937 zwischen Europa und Nordamerika achtzehn Sonderfahrten ausgeführt. Nach einer Fahrzeit von durchschnittlich 55 Stunden landet das Luftschiff bereits in Lakehurst, von wo durch schnelle Flugzeug- anschlüsse die Verbindung nach Neuyork sichergestellt ist. Nur einen Tag bleibt der „Hindenburg" in Lakehurst liegen, um dann sofort wieder mit Fahrgästen, Post und Fracht an Bord nach Frankfurt zurückzufahren, so daß die Gesamtreisezeit für eine Rundreise Deutschland—08^..—Deutschland ungefähr fünf Tage einschließlich eines kurzen Aufenthalts, dauern wird, ein Zeitraum, der noch vor wenigen Jahren als unvorstellbar galt. Aber auch der S ü d a m e r i k a d i e n st, der schon seit 1932 zum größten Tei von dem Luftschiff „Graf Zeppelin" durchgeführt wird, bringt wesentliche Verbesserungen, vor allem mit der I n d i e n st - stellung oes Neubaues LZ 130 Ende dieses Jahres. Bis zum weiteren Ausbau der Bodenorganisation in Frankfurt a. M. finden die Aufstiege des „Graf Zeppelin" von Friedrichshafen, von seiner alten Werftholle, aus statt. Durch den Einsatz des neuen Luftschiffs wird sich die durchschnittliche Fahrzeit zwischen Deutschland und Brasilien auf neunzig Stunden verringern. Die Fahrpreise bleiben die gleichen. Geplant ist die Durchführung von Pauschalreisen, wobei den Fahrgästen durch Ueberschlagen einer Abfahrt in Rio de Janeiro bzw. Neuyork Gelegenheit geboten wird, vierzehn Tagelang, durch Ausflüge n das Innere des Landes und Besichtigungen, einen neuen Erdteil kennenzulernen in einer Gesamtzeit von nur drei Wochen einschließlich Hin- und Rückfahrt mit dem Luftschiff. Eröffnung des 4. Neichsberufswettkampfes. Berlin, 8. Febr. (DNB. Funkspruch.) Am Mittwoch, den 10. Februar, 20.30 Uhr, erfolgt im Berliner Sportpalast die feierliche Eröffnung des vierten Reichsberufswettkampfes. Bei der Kundgebung sprechen der Setter der Deutschen Arbeitsfront, Reichsorganisationsleiter Dr. Ley, und der Jugendführer des Deutschen Reiches, Reichsleiter Baldur von Schirach. ger, die größtenteils noch durch die Lumpenbälle vom Abend vorher etwas in Mitleidenschaft gezogen waren, aus tiefstem Schlaf. Die Garden boten in ihren schmucken Uniformen ein farbenprächtiges Bild. Zum erstenmal in der Nachkriegszeit wirkte das Militär mit. Abwechselnd rückten die Garden in ihre Biwacks, wo der Wein aus nicht gerade kleinen Fässern gezapft wurde und bei Worscht und Weck sich ein lustiges Lagerleben entwickelte, getreu dem Mainzer Fastnachtsspruch: „Wer nicht liebt Worscht, Weck und Wei, der kann feen echte Meenzer sei." Die große Prunk- und Fremdensitzung des Mainzer Karnevalvereins am Fastnachtssonntag war der Gipfelpunkt aller diesjährigen närrischen Sitzungen. Daß die prächtig geschmückte Narrhalla gestopft voll mit Mainzern und Auswärtigen war, versteht sich. Rauschender Jubel, als der Präsident verkündet, daß auch Gauleiter Sprenger anwesend sei. Auch Oberbürgermeister Dr. Krebs (Frankfurt) hatte den Weg in die Narrhalla gefunden. Nach Adolf Gottrons humorigem Eröffnungsspiel, dem glänzenden Einzug des Komitees und der Garden und nach des Präsidenten Heinrich Bender jubelnder Begrüßungsansprache bestieg der närrische Sekretär Seppel Glückert die Bütt zu seinem Protokoll. Er sang seiner Muttersprache, der Vaterstadt und der Mainzer Fasnacht mit poetischem Schwung ein Lied: Berlin, 6. Febr. (DNB.) Das große internationale Reit- und Fahrturnier in der Deutschlandhalle anläßlich der „Grünen Woche" erreichte am Samstagnuchmittag in Anwesenheit des Führers und Reichskanzlers seinen Höhepunkt. Zp diesem wertvollsten Wettbewerb des ganzen TuiHvers hat der Führer für die siegreiche Mannschaft eine Bronzestatue des berühmten Trakehner „T e m p e l h ü t e r" gespendet, ein Werk des vor einigen Tagen gestorbenen Bildhauers Reinhold Kübart. Als der Führer die Ehrenloge der Deutschlandhalle betrat, wurde er mit langanhaltenden Heil-Rufen begrüßt. Neben dem Führer sah man in der Ehrenloge u. a. zahlreiche Reichsminister, Generaloberst Freiherr von Fritsch, Reichssportführer von Tschammer und Osten und den französischen Botschafter Francois Poncet. In Anwesenheit des Führers konnten die deutschen Reiter in glänzender Form den wertvollen Preis des Führers und Reichskanzlers gewinnen. Die Tausende in der Deutschlandhalle feierten mit großer Begeisterung die deutschen Reiter Rittmeister M o m m (auf Baccarat), Hauptmann von Barnekow (auf Olas), Rittmeister Kurt Hasse (auf Tora) und Oberleutnant Brinkmann (auf Alchimist). Deutschland hat den „Preis des Führers und Reichskanzlers" nach der Zusammenzählung der drei besten Ritte her Wettumläufe mit insgesamt vier Fehlern gewonnen vor Frankreich mit 283/4, Ungarn mit 36V4 und Holland mit 563/4 Fehlern. Außerdem erwiesen sich die deutschen Reiter auch als die besten Einzelreiter des Wettbewerbs. Rittmeister Hasse und Hauptmann von Barnekow haben beide Umläufe ohne Fehler beendet, während Rittmeister M o m m und Oberleutnannt Brinkmann im ersten Umlauf je vier Fehler machten. Nach Beendigung des großen Mannschaftswettbewerbes um den Preis des Führers und Reichskanzlers empfing der Führ er alle vier Mannschaften, die an dem fünften Wettbewerb des diesjährigen Reit- und Fahrturniers teil- genommen hatten. Der Führer überreichte dem Chef der deutschen Mannschaft, Rittmeister M o mm, den von ihm gestifteten Preis. Mit Worten höchster Anerkennung dankte der Führer allen vier deutschen Reitern für ihre hervorragende Leistung und sprach ihnen seine herzlichen Glückwünsche aus. Der Führer ließ sich darauf die Mitglieder der französischen, ungarischen und holländischen Mannschaft vorstellen und dankte auch ihnen für ihr hervorragendes Reiten. Reichsminister Dr. Frick überreichte den beiden deutschen Reitern Rittmeister Kurt Hasse und Hauptmann von Barnekow den von ihm gestifteten Preis für die beste Einzelleistung des Wettbewerbs. Kleine politische Nachrichten. Im Ratsherrensitzungssaal des Berliner Rathauses wurde Reichsinnenminister Dr. Frick vom Oberbürgermeister und Stadtpräsidenten Dr. Lippert der Ehrenbürgerbrief der Reichshauptstadt überreicht. In der Urkunde wird auf die großen Verdienste hingewiesen, die sich Reichsminister Frick in der Kampfzeit als erster nationalsozialistischer Minister erworben hat. Die Urkunde verweist ferner auf die besondere Fürsorge, die Dr. Frick nach der Machtergreifung der Rsichshauptstadt widmete und die mit dem Gesetz über die Verfassung und Verwaltung Berlins ihren Schlußstein fand. * Der Führer und Reichskanzler hat auf Vorschlag des preußischen Ministerpräsidenten entsprechend dem Anträge des Reichs- und preußischen Ministers des Innern Dr. Frick den kommissarischen Oberpräsidenten der Provinzen Brandenburg und Grenzmark Posen-West- preußen, Gauleiter Stürtz, in Berlin endgültig zum Oberpräsidenten ernannt. * Auftakt zur Mainzer Jassenacht. Die große Fastnachtsschlacht des Prinzen Karneval in Mainz begann im Stadttheater. Bis unter das Dach war das Theater vollbesetzt, als der Narrhallamarsch ertönte und das ngrrische Staatsministerium unter Führung seines Präsidenten Bender einzog. Der nahm mit launigen Versen vom Theater Besitz. Die Aufführung der von Josef Hummel verfaßten Fastnachtsposse „Die Glückskugel" schilderte das narrenfrohe Leben einer urwüchsigen Mainzer Schusterfamilie an den Fastnachtstagen. Im Parkett und auf den Rängen sang man die gemeinsamen Lieder kräftig mit und machte durch Schunkeln und Papierschlangenwerfen seinem fröhlichen Herzen Luft. Am Samstag begann dann der eigentliche Hauptkamp der Narrenschlacht. In den Nachmittagsstunden sammelten sich die „Rekruten" der närrischen Garden in ihren Standorten und zogen in fröhlichen Zügen durch die Straßen zum Hoftheater Sr. närrischen Hoheit. Dort nahm der närrische Kriegsminister Fritz Eberhardt die Vereidigung vor. Er rief auf zum Kampf mit aller Macht gegen Muckertum und Philisterei. Es gelte, den letzten Wall vor dem hundertjährigen Jubiläum zu erstürmen. Das „Latwerge"- und das „Mainzer Lied" beschlossen die heitere Zeremonie. Sonntag früh rückten die Spielmannszüge der Garden durch die Stadtteile und weckten die Bür- einzige männliche Maske unter lauter Frauen. Obwohl sie sich über den hohen Wuchs mancher Masken wunderte, gab sie sich doch voll größter Arglosigkeit und Zutraulichkeit ihren „Mitschwestern" gegenüber und unterhielt sich den ganzen Abend köstlich, bis plötzlich die Masken fielen und das entsetzte Mädchen sich allein unter lauter Männergesichtern fand — dem ganzen Regiment Preobraschensk. Der Zar schaute von seiner Loge aus lachend dem Scherz zu. Die Angelegenheit aber wurde von dem Adel des Landes so übelgenommen, daß Peter sich genötigt sah, das Mädchen mit dem Vornehmsten des Regiments Preobraschensk zu vermählen. Ein Scherz dagegen, den die Zarin Anna ersonnen hatte, um sich an einem ungetreuen Günstling zu rächen, schlug gänzlich fehl und brachte die Lacher auf die andere Seite. Die Zarin ließ auf einem Maskenball im Winterpalast den betreffenden jungen Mann gewaltsam mit einer Maske trauen, hinter der eigentlich ihre alte Waschfrau stecken sollte. Als aber der bestürzte Ehemann zu Hause seiner Frau die Maske abnahm, entdeckte er ein liebreizendes Gesicht darunter. Die Wäscherin hatte, selber leidend und in'Unkenntnis der Absichten der Gebieterin ihre Enkelin auf den Ball geschickt. Die furchtbarste Berühmtheit hat jener Maskenball erlangt, .der im Opernhause zu Stockholm in der Nacht vom 16. zum 17. März 1792 stattfand, und dessen Geschehnisse verschiedentlich Dichter und Musiker, wie Scribe, Auber und Verdi, zu ihren Werken angeregt haben. Es war das Fest, auf dem König Gustav III. von Schweden — der Schwager Friedrichs des Großen — ermordet wurde. In dem Kreise des Adels hatte sich eine Verschwörung aegen ihn gebildet, ein geheimes „Urteil" über den König war gefällt worden und der vom Monarchen persönlich beleidigte Hauptmann Anckarström zu dessen Vollstreckung ausersehen. Als der König, der vergeblich gewarnt worden war, auf dem Ball erschien, legte ihm einer der Verschwörer, Graf Horn, die Hand auf die Schulter mit den Worten: „Bon jour, beau masqüe!“ Das war das verabredete Zeichen für Anckarström, den tödlichen Schuß abzufeuern. Der König erlag jedoch erst 12 Tage später der Wunde und konnte noch bei vollem Bewußtsein sein Testament machen und die Regentschaft für seinen unmündigen Sohn einsetzen. Anckarström büßte am 27. April seine Tat auf dem Schafott. Am preußischen Hof des Soldatenkönigs ging es strenger und nüchterner zu als an anderen Höfen der Zeit. Friedrich der Große aber führte ebenfalls Maskenbälle ein, die später sogar unter Anteilnahme von wenigstens 4000 Personen mit großer Pracht gefeiert wurden. Berühmt geworden ist der erste Maskenball nach dem Regierungsantritt Friedrichs, auf dem jung und alt, froh über die.neuangebrochene Epoche unter dem Gestirn des jungen glänzenden Königs, sich in besonders festlich gehobener Stimmung bewegte. Doch bevor der Abend zu Ende ging, war der König verschwunden, mit ihm seine meisten Offiziere. Friedrich war zu dem in tiefster Heimlichkeit vorbereiteten Einmarsch in Schlesien aufgebrochen. ... Meine Herren! Vor allen Dlngert . Ich erlaub' mir vorzubringen Die Beschwerde höheren Orts: Unsre Fasnacht is zu korz! Beifallurntost konnte der Protokoller die üblichö Ehrung durch den Präsidenten entgegennehmen. Dann stiegen in der Folge aus der Bütt wieder und wieder witzfunkelnde Raketen närrischer Weisheit, $ünf Kilometer Jaschmgszug in München. Den Höhepunkt des diesjährigen Münchener Faschings bildete der fünf Kilometer lange, kräftig bunte Faschingszug „Humor der Nationen", der am Sonntagnachmittag bei schönstem Wetter durch die Straßen zog. Ganz München war auf den Beinen. Konfetti- und Luftschlangengefechte, dazu luftige Lautsprecherdarbietungen hatten schon zeitig für frohe Faschingsstimmung gesorgt. In 95 Bildern — hundert Trachtengruppen sorgten unter anderem für das bunte Bild — schlängelte sich der Zug durch die von Menschenmassen umsäumten Straßen. Exotische Völkerscharen, die große Narren der Vergangenheit, Diogenes, Till Eulenspiegel, Don Quixote, Reiter und Fußgänger, Bewohner aus allen Ländern der Welt bildeten diesen endlosen Zug, der zeitnahen Witz und Ulk brachte. Besonderen Beifall erhielt die Gruppe der Narrhalla, die in prächtigen Wagen einherfuhr. Eine Gruppe der „KdF.", die Münchens Gastlichkeit, Verkehrserziehung usw. in heiteren Darstellungen zeigte, war, wie jedes Jahr, vertreten. Natürlich fehlte auch nicht die Wehrmacht. Musikkapellen waren mit ihren Fastnachtsklängen die besten Schrittmacher. Düsseldorfer Volkskarneval. Nach einem verheißungsvollen Auftakt am Samstagabend mit Maskenbällen, Redouten und luftigem Faftnachtstreiben auf den Straßen und in den Gast- und Vergnügungsstätten ging es am Rhein mit vollen Segeln in die drei tollen Tage hinein, die ihren Höhepunkt im Rosenmontagszug finden. Düsseldorf erlebte bereits am Fastnachtssonntag ein Ereignis, das alle Düsseldorfer auf die Beine brachte: die närrische Parade vor dem Prinzenpaar. In fröhlichem Zuge — gewissermaßen eine Generalprobe der Fußgruppen des Rosenmontagszuges — defilierte das närrische Volk an dem Prinzenpaar vorbei und huldigte ihm. Es war eine prachtvolle Schau echten Düsseldorfer Volkskarnevals, die man hier sah, eine Gruppe schöner, lustiger und toller als die andere. Zahlreiche Auswärtige waren gekommen, die Zeuge dieser Düsseldorfer Volkskarneoalsfchau fein wollten. Auch viele Ausländer, vor allem aus Holland und Belgien, weilen in Düsseldorf. In kurzer Zeit hatte sich in der Umgebung der Kunsthalle eine prächtige Stimmung aller bemächtigt, die durch das schöne Wetter noch erhöht wurde. Es wurde gesungen und geschunkelt, es herrschte Jubel und Trubel, echte fröhliche Karnevalsstimmung. Nach der Parade fetzte sich das närrifche Treiben auf den Straßen, vor allem aber in Den Gaststätten fort, die meist wegen Ueberfüüung geschlossen werden mußten. Massenbesuch auf der „Grünen Woche". Der letzte Ausstellungstag brachte der „Grünen Woche" in Berlin mit 7 0 0 0 0 Besuchern nochmals einen Massenzustrom von nah und fern. Damit hat diese erste diesjährige Schau eine Gesamtbesucherzahl von rund 300 000 zu verzeichnen und das Ergebnis des Vorjahres noch um etwa 80 000 übertroffen, ein bemerkenswerter Auftakt zum Ausstellungsjahr 1937. Etwa zwei Drittel aller Besucher sind Volksgenossen vom Lande, Kleingärtner und Kleinsiedler gewesen; aber auch namhafte ausländische Interessenten waren zahlreich vertreten, wie überhaupt der Auslandsbesuch über Erwarten stark war. Ebenso sind die Aussteller selbst mit dem wirtschaftlichen Ergebnis außerordentlich zufrieden. Gute Umsätze wurden besonders in Landmaschinen und landwirtschaftlichen und hauswirtschaftlichen Geräten aller Art erzielt. Viele Firmen heben die Anknüpfung wertvoller Auslandsbeziehungen hervor. Der große geschäftliche Erfolg kommt auch darin zum Ausdruck, daß eine erhebliche Zahl von Ausstellern schon jetzt wieder Stände für die nächste „Grüne . Woche" bestellt hat. Der Mörder Joseph Schäfer wieder ergriffen. Die Fahndungsmaßnahmen gegen den am 1. Februar im Walde bei Oberndorf entsprungenen vierfachen Mörder Joseph Schäfer aus Betra (Hohen- zollern) haben jetzt zum Ziele geführt. Schäfer war bereits kurz zuvor gesichtet worden, doch war es ihm noch einmal gelungen zu entfliehen. Schließlich gelang es einem Jäger, den unter einer Schicht Moos versteckten Mörder zu entdecken und festzunehmen. Schäfer wurde sofort in sicheren Gewahrsam genommen und nach Stuttgart gebracht. Blutiges Familiendrama in Berlin. Im Osten Berlins spielte sich ein entsetzliches Familiendrama ab. Ein 26jähriger Mann erschoß seine beiden 3 und 2 Jahre alten Kinder, verletzte dann seine Frau schwer und machte schließlich seinem Leben durch einen Kopfschuß ein Ende, lieber die Beweggründe liegen noch keine Anhaltspunkte vor. 3tad) 18 Jahren Vor kurzem erhielt der Riechssender Berlin von einer Mrs. Martin aus Portsmouth (England) einen kleinen Taschenkalender zugesandt, der ihr von einem englischen Frontsoldaten übergeben worden war. Dieser hatte ihn 1918 an der Westfront gefunden. Der Kalender war, wie aus seinen Eintragungen hervorging, einem deutschen Frontsoldaten von seiner Braut geschenkt worden. Der Reichssender Berlin richtete am 3. Februar einen Appell an seine Hörer, und schon wenige Minuten nach ter Sendung rief die Besitzerin des Kalenders beim Sender an. Der Notizkalender hat dem Leutnant ter Reserve Johann Brunn von der 1. Maschinengewehr-Kompanie des Reserve-Jnfanterie-Regi- ment 221 gehört. Noch am 3. November 1918 hatte er seiner Braut geschrieben und sich für den 9. November zur Hochzeit angemeldet. Statt jeiner kam jedoch am Morgen des 9. November ein Brief an eidliches Gesellenwandern. r t Unter der tatkräftigen Förderung des Reichsstandes des Deutschen Handwerks und der Deutschen Arbeitsfront ist das Gesellenwandern wieder zu Ehren gekommen. Es gibt wieder Handwerksgesellen, die mit Freude und Stolz davon reden, daß sie einige Monate auf der „Walze" waren, Land und Leute kennenlernten, von den Meistern ihres Handwerks „mit Gunst" ausgenommen wurden und schließlich in anderen Teilen des Vaterlandes neue Betriebsarten studieren und ihre beruflichen und sonstigen Kenntnisse erweitern konnten. Auch für dieses Jahr ist das Wandern der Gesellen vorgesehen und es sind diesmal andere Berufe dazu ausersehen. Waren es früher besonders Gesellen aus den Nahrungsmittelgewerben, so sind jetzt die Holzhandwerke starker an die Reihe gekommen. In allen Landesteilen rüstet man sich auf den neuen Wanderzug und es werden auch die organisatorischen Vorbereitungen getroffen, damit der Wandergesell nach seiner langem „Fahrt" am Ziele der Reise in einer Werkstatt seines Berufes wieder Arbeit findet. Ab 1. Februar ist dieser Gedanke des Austausches der erprobten Kräfte und ihrer Erfahrungen auf einige Zweige weiblicher Handwerker ausgedehnt worden. Um es vorab zu sagen: die jungen Mädchen sollen nicht als neuartiger Wandervogel zu Fuß von Ort zu Ort ziehen, sondern werden selbstverständlich die Bahn benutzen. Der Zweck der Uebung ist vielmehr der, gut ausgebildeten Gesellinnen die Gelegenheit zu geben, an verschiedenen Orten ihre berufliche Tätigkeit zu erproben und aus den örtlichen Verschiedenheiten zu lernen. Man erwartet, daß solche Kräfte dann zu den besten Meistern ihres Handwerks werden. Diese Gesellinnen müssen mindestens 19 Jahre alt fein, sie erhalten bei der Abreise ein „Werkstattwanderbuch" und sind verpflichtet, nach Ablauf der auf sechs Monate begrenzten Wanderzeit an den ursprünglichen Arbeitsplatz zurückzukehren. Bei späterer Arbeitsvermitt- lung sind sie bevorzugt zu behandeln. Die Reisen welchen von der „Abteilung Gesellenwandern des deutschen Handwerks" gemeinsam mit dem „Jugendamt der Deutschen Arbeitsfront" organisiert. Bis auf weiteres ist die Aktion auf die Berufe der Schneiderinnen, Putzmacherinnen, Pelznäherinnen, Friseuse und Photographinnen beschränkt. Man erwartet von dieser Auswahl, daß sie sich günstig auf die Gestaltung derjenigen Handwerke auswirkt, die für die deutsche Mode immer neue Anregungen brauchen. Damit wird der kulturelle Beruf des deutschen Handwerks eine Förderung erfahren, die ihm im Interesse seiner Geltung innerhalb der Wirtschaft wohl zu gönnen ist. Daß den Gesellinnen unterwegs jede Unterstützung zuteil wird, versteht sich von selbst. Im Werkstattwanderbuch sind zudem alle Ratschläge für das Verhalten auf der Reise zusammengestellt. ihn als unbestellbar zurück. Er wurde als vermißt gemeldet und blieb seitdem verschollen. Das kleine Notizbuch ist also das erste Schicksalszeichen, das seine Angehörigen seit mehr als 18 Jahren von ihm erhalten haben. Neue Ueberschwemmungen in Süd-England. Infolge anhaltender Regenfälle wurden weite Teile Sud-Englands erneut von schweren Überschwemmungen heimgesucht. Besynders zu leiden haben viele Ortschaften in der Grafschaft Dorntshire und Puddletrenthied; dort stehen die Hauptstraßen völlig unter Wasser. Die Bewohner mußten in die oberen Stockwerke flüchten. An manchen Stellen ist der Verkehr völlig lahmgelegt. Auch die Themse ist wieder an vielen Stellen über die Ufer getreten. Entgleisung eines Salpeterzuges in Chile. Bei der Entgleisung der Salpeterbahn in der Nähe von Jquique (Chile) kamen fünf Arbeiter ums Leben. Zwei Arbeiter wurden unter den Salpetermassen verschüttet. Die Lokomotive und 36 Wagen des Zuges wurden vollkommen zertrümmert. Das Unglück dürfte auf den schlechten Unterbau der Bahnstrecke zurückzuführen sein. Beim Spahenschießen tödlich verunglückt. Der 19jährige Philipp Leidinger von Ilbesheim (Pfalz) wurde mit einer Schußwunde über dem rechten Auge blutüberströmt aufgefunden; er wurde in das Krankenhaus gebracht. Dort stellte man fest, daß ein Schuß aus einem Flobertgewehr in das Gehirn eingedrungen war. Wenige Stunden darauf ist der Verunglücke gestorben. Der junge Mann schoß mit Vorliebe mit einem Flobertgewehr auf Spatzen, und es ist anzunehmen, daß ihm dabei das Unglück zugestoßen ist. Zwölf Tote beim Absturz eines belgischen Flugzeugs in Afrika. Ein belgisches Flugzeug, das. den Dienst zwischen Belgien und dem Kongo versieht, ist in Afrika a b - gestürzt. Zwölf Menschen kamen dabei ums Leben. Furchtbares Autobusunglück bei Graz. In der Nähe von Graz hat sich an einem Bahnübergang ein Autobusunglück ^eignet, das als eines der furchtbarsten anzusprechen ist, die in Oesterreich seit vielen Jahren vorgekommen sind. Die Zahl der Todesopfer beträgt drei, jedoch besteht bei mehreren der 16 Schwerverletzten wenig Hoffnung auf Rettung. Die UnglücksstäU^e bietet einen erschütternden Anblick. Der Kraftwagen, dessen Insassen sich zu einem Schispringen oege'-en wollten, wurde von der Lokomotive 300 Meter weit mitgeschleift und völlig zertrümmert. — Vor nicht langer Zeit hat sich an der gleichen Stelle ein schweres Unglück unter fast den gleichen Begleitumständen ereignet. Büchertisch. — Großtiers des Landes, Lebensbilder aus Urzeit und Gegenwart. Don Dr. Heinrich Schütz. 63 Seiten. Mit 31 Kunstdrucktafeln. Franckhsche Verlagshandlung, Stuttgart. Kart. 2,60 Mark, Leinen 3,60 Mark. — (20) — lieber die Menge der Tiergestalten aller Zeiten ragen immer wieder einzelne Riesen empor. Scheinbar wahllos auftauchend und verschwindend wie eine flüchtige Laune der Schöpfung gehorchen auch sie den großen Gesetzen, die keinen Zufall kennen. Einmal in seinem erdgeschichtlichen Dasein faßt jeder Stamm alle feine Bildekräfte zusammen. Damit hat er das Letzte erfüllt und sich selbst die Grenze gesetzt. Don Entwicklung, Leben und Untergang der Elefanten, Nashörner, Flußpferde, der Mammute, Riesen- Hirsche und Höhlenbären, der Drachen der Saurierzeit, der Schildkröten. Panzerechsen und Riesenschlangen erzählt Heinrich Schütz in packenden Lebensbildern in diesem Buck. Es enthält auch eine Menge eindrucksvoller Tafelbilder. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Die im Bereiche zufammenfinkender Kaltlust zum Wochenende aufgekommene Witterungsbesserung bleibt nur ganz vorübergehend. Bereits im Laufe des Sonntags brachte an der Vorderseite eines neuen Wirbels herangeführte und an der Kaltlust zum Aufgleiten kommende milde Meeresluft Bewölkungsaufzug und von Westen her einsetzende Niederschlagstätigkeit. Die Niederschläge bestanden in den höheren Lagen anfangs aus Schnee, sind dann aber in Regen übergegangen. Deutschland bleibt im Bereiche von Tiefdruckstörungen, so daß bei uns das unbeständige Wetter erhalten bleibt, doch kann nach anfänglicher Milderung neue Abkühlung erwartet werden. Aussichten für Dienstag: Wolkig bis bedeckt und Niederschläge. Bei südlichen bis westlichen Winden anfangs mild, später Abkühlung. Lufttemperaturen am 7. Februar: mittags 6,2 Grad Celsius, abends 2,7 Grad; am 8. Februar: morgens 1,5 Grad. Maximum 7,3 Grad, Minimum heute nacht 0,4 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 7. Februar: abends 2,5 Grad; am 8. Februar: morgens 1,3 Grad. — Niederschläge 6 mm. — Sonnenscheindauer 4,3 Stunden. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigen» letter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. I. 37: 11250. Druck und Verlag: Brühl'fche Universitäts- Buch- tmb Steindrückerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gi?ßen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Ps. mehr. Einzeloerkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. Lichtspielhaus Gießen GLORIri Ab heute Montag Hur 3 Tage! Auf vielfachen Wunsch in Neu-Aufführungl JessieVihrog / Georgia Holl mit 860 A Ida Wüst / Herrn. Schömberg Beiprogramm sowie Fox-Ton-Woche! gewinnung. — Ufa«Ton-Wodie. 860 A V.F.B. Reichsbahn 87OD Steinbach, den 7. Februar 1937 u.0654a.d.G.A. Verkäufe L. Keil 869 D 866 D Nach schwerer Krankheit wurde uns unsere liebe Elli usw. 775A im Alter von 9 Jahren für immer genommen. | Kaufgesuche | Heuchelheim, den 7. Februar 1937. 872 D Grüne geringe.. P/2 üß 55a Mz 40a SeelnA-Ml WfluimWjnP/zUO 40-, Photo-Schmerzen zu 867A heute frisch eingekroffen 86?A 873 A Photo - Kino Kreuzplatz 9 PALAST Giessen Christi Mardayn - Herrn. Thimig Willy Schaeffers - Theo Lingen Beiprogramm: »tiepadcsdiein 712« und »Der Holzweg«/ Kulturfilm von der Holz- Ole Beerdigung findet Dienstag, 9. Februar, nachm. 2 Uhr v. Trauerhause, Kinzenbacher Str. 73, aus statt. men und Anschrift des Bewerbers tragen! Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Familie Adolf Menges, Postschaffner Verlobungs-Anzeigen liefert Brühl'sche Druckerei Bei Erkältung Grivve, Husten Ein neuer U.A.G.-Film nach dem Roman »Nachtwache im Paradies«» — Mit Aelt. Fräulein sucht Stelle zur Führung des Hau.shalts bei ältererDameod. Herrn (auch Pfle- geb.) g. Taschengeld. Schr.Ang. In tiefer Trauet: Familie Jakob Serth Der sensationelle Bühnen-Erfolg — der unsterbliche Welt-Erfolg im Tonfilm Baden-Baden, Frankf./M.-Niederrad, Bielefeld, Bad-Schwartau, S.Febr. 37. ______________________________________________________________________________________871 D Gott dem Allmächtigen hat es gefallen meine liebe, treusorgende Mutter, Schwiegermutter, unsere Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Susanne Reuschling nach kurzem schweren Leiden, ihrem Manne kurz folgend, im 70. Lebensjahr durch einen sanften Tod zu sich in die Ewigkeit zu nehmen Vogtsche Privat-Handelsschule Gießen, Goethestr.32 Die Beerdigung findet Dienstag, den 9. Februar, nachmittags 2.15 Uhr, statt Jungs Asthma* und Husten-Tee Pak. 65 u. 1,30 mit Hustenkandis und Svitr- wegerichsast tilerhaosJong Fachgesch.f.Kräuter- tee.Gießeni.d.Mäusb. Im weißen Rößl Fastnacht-Dienstag Bunter ISediMWr Mausburg 15, Fernsprecher 3612 Zweijährige Handeiskiasse für Schulentlassene mit 8jähr. Schulbildung. Ziel: Mittlere Reife (früher Einjährig - Examen genannt). Für Mädchen auch Kochen u. Nähen. Schulgeld RM. 17.-, keine Nebengebühren. ZwekfSBeiampnmgoer Schwarzarbeit können Arbeits-Ange- bote von Handwerkern nur mit Namensnennung u. unter Dorlog« desSewerbeaochweises ausgenommen werden. Verlos desGtebeaerAnzetger» Für die freundliche Anteilnahme an unserer Trauer und die Beweise der Liebe und Verehrung für unseren teuren Entschlafenen Universitätsprofessor em. Geheimer Medizinalrat Dr. med. et phil. Robert Sommer sagen wir herzlichen Dank. Frau Margarethe Wilke-Dörfurt, geb. Sommer Frau Dora Wilke-Dörfurt, geb. Runge Frau Gertrud Hufnagel, geb. Wilke-Dörfurt Frau Elisabeth Bökenkamp, geb. Sommer Robert Sommer In’s Lotze Spezialausschank: Müncben. Löwenbrän Fastnacht-Dienstag das traditionelle Friihsctioppentarl Münchener Weihwürstl Anfang 10.61! sssv Anfang 10.61! WIESECK Dienstag, den 9. 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Von Kapellmeister Otto Petersen am Flügel begleitet, legt sie los, und was sie singt, ist konzentriertestes Berlin, unzählige Male auf Pointe und Publikumswirkung hin erprobt: mir der berühmten Soldatenweise von der Annemarie fängt sie an, dann kommt gleich die „Familie Gänseklein" mit einem messerscharfen Refrain, und jetzt sind die Leute schon so animiert, daß sie nach Claires Kommando mitsingen können; beim Lied von der Omama exerziert sie bereits mit dem nachklappenden Parkett wie ein Feldwebel. Zur Belohnung fragt sie: Was soll ich singen? und gibt ein Wunschkonzert. Auf allgemeines Verlangen „Hermann heeßt er" — Sie kennen es sicher auch schon. Dann die kleine Ballade vom allzuflei- ßigen Berliner, „Hier wackelt die Wand" mit rasselndem Refrain, und Berliner Schnadahüpfl, ein Widerspruch in sich, aber alles kann sich daran beteiligen. Das Beste, was sie brachte, war übrigens nicht gesungen, sondern gesprochen: ein paar knappe Berliner Straßenszenen, kleine Volksaufläufe um ein gestürztes Pferd und ein ungeduldiges Fräulein mit Hund; Miniatur-Kabarett von völliger Naturreinheit. — Gelächter und Beifall waren (um im Stile des zweiten Teiles zu bleiben) „ganz groß". Ein allgemeine Scbunkelübung und der mit Recht beliebte Narhalla-Marsch beschlossen den Abend. Das Haus war ausverkauft bis unters Dach. Hans Thyriot. Ein Känguruh in Schottland. Ein Känguruh, das einer reichen Dame in Perth (Schottland) gehörte, wurde dieser Tage endlich wieder eingefangen, nachdem es über fechs Monate in Freiheit gelebt und die Gegend unsicher gemacht hatte. Die Polizei und die Gutsarbeiter hatten sich die größte Mühe gegeben, seiner Freiheit ein Ende zu machen, aber das Tier hatte sich mit größter Schlauheit und Behendigkeit allen Verfolgungen entziehen können, bis es sich schließlich doch einmal irrte; es unterschätzte einen hohen Zaun und sprang so unglücklich dagegen, daß es zurückfiel und von den Verfolgern eingefangen werden konnte. Merkwürdig ist, daß das Känguruh trotz des stürmischen Winterwetters sich in besserer körperlicher Verfassung befand als zur Zeit, in der es ausbrach, so daß das Klima Schottlands ihm durchaus günstig zu sein scheint. Reue Munition für das WHW. Aus der Provinzialhauptstadl. Oer Karneval - ein Irühlingöfest. M Ä ■ W H r z - ■' - W ■MM Alte Soldaten, Lustschutz, Lustfport und Studenten im Dienste der Hilfsbedürftigen Alte Soldaten mit der Luftschutzhelferinnen sammeln. Die fünfte Reichsstraßensammlung am Samstagnachmittag und am gestrigen Sonntag, die mit dem Verkauf der Bernstein-Abzeichen dem Winterhilfswerk neue Munition in Gestalt von ansehnlichen Spenden brachte, zeigte wiederum die Front aller deutschen Volksgenossen in opferbereiter Schlagfertigkeit für das große Werk des WHW. Diesmal hatten sich die alten Soldaten, vertreten durch die Männer der NSKOV. und des Deutschen Reichs- kriegerbundes (Kyffhäuser), die Männer und Frauen des Reichsluftschutzbundes), der NS.-Studentenbund und der Reichsluftsportverband als Sammler in die Stellung der aktiven Kämpfer mit der Sammelbüchse begeben. Mit unermüdlichem Eifer erfüllten sie vom Samstagnachmittag bis spät in den Abend hinein und am Sonntagvormittag upd -nachmittag ihre ehrenvolle Pflicht. Erleichtert wurde ihnen das Wirken durch die wiederum ausgezeichnet bewährte Opferfreudigkeit unserer Volksgenossen, die gerne die schönen Bernsteinabzeichen erwarben, sie häufig in mehreren Stücken kauften, da sie, insbesondere für die Frauen, einen schönen Schmuck darstellen. Platzkonzerte des Musikkorps unseres Infanterie- Regiments 116 und des Musikzugs der SA. erwiesen sich wiederum als gute Förderer des Sammelwerks und bekundeten außerdem, daß sich auch an dieser Stelle die alten Solbaten (im Musikzug der SA.-Standarte 116) und die Kameraden der aktiven Wehrmacht in vereintem friedlichem Kampf für ein großes Werk freudig einsetzten. Ein hübsches Bild der Sammlerfront zeigten alte Soldaten in den Uniformen der Darmstädter Dragoner, die zu Pferde durch die Straßen zogen und eifrig und erfolgreich die Sammelbüchse herumreichten. Recht wirkungsvoll waren ferner die Helferinnen vom Luftschutz in ihren Arbeitsanzügen tätig, denn auch sie fanden durch ihr Gewand die besondere Aufmerksamkeit der Bevölkerung und machten infolgedessen ein „gutes Geschäft" zum Besten des Hilfswerks. Aber ebenso wie diese Sammler und Samm- Hitler-Lugend Bann 116 Gießen Vetr.: Theaterbesuch. Wir weisen alle Einheiten noch einmal auf das Schauspiel „Wasser für Canitoga" am Mittwoch, 10. Februar, hin und empfehlen den Besuch. Preis 50 Pfennig. Sammelbüchse. (Aufnahmen [2]: Pfaff, Gießen.) Lieber 1000 Läger beim Gaujägerappelt in Darmstadt. LPD. Darmstadt, 7. Febr. In den Tagen vom 25. bis 27. Februar findet in Darmstadt die Gau-Trophäenschau statt, die einen Ueber- blick über die Wildpflege, insbesondere die Geweih- und Gehörnbildung in Starkenburg und Rheinhessen, über das Wollen und Können der hessischen Jäger und die Bedeutung der Jagd für die Volksernährung bieten wird. Am 27. Februar abends findet der Gau-Jägerappell vor dem Landesjägermeister, Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger statt, zu dem die Jäger im Grünrock erscheinen. Anschließend treffen sich die über 1000 Jäger zu einem Kameradschastsabend ' Saalbau beim gemeinsamen Eintopfessen. Don Günter Hoffmann. Wenn die Karnevalszeit mit ihrem Mummenschanz und ihren bunten Tollheiten durch das Lanö wirbelt, werden nur wenige daran denken, daß der Karneval ursprünglich ein Frühlingsfest war. In Westfalen sagt man: „Sünte Peter (zu St. Peter, am 22. Februar) fällt de Snee oppen heten Sten , und im mittleren Deutschland heißt es: An Petri Stuhlfeier sucht der Storch sein Nest und kommt von den Schwalben der Rest. Die vielen, fast vergessenen Bräuche der Fastnachtstage passen zum Frühlingsfest. Da ist das Pflug- ziehen, bei dem Mädchen oder als solche verkleidete junge Männer den Pflug zogen und den Schnee umackerten. Oder der Kampf zwischen Sommer und Winter, der noch in den Turnieren zu erkennen 'st. Ein junger Mann spielte den Sommer, er war mit jungem Grün umwunden, ein anderer im Strohkleid spielte den Winter. Sie stritten sich, jeder hob seine Vorzüge hervor, hier und da kam es zu Handgreiflichkeiten — aber immer siegte der «Sommer. 3m Triumph führten ihn die Zuschauer durch das Dors und sangen: Ja, ja, ja, der Sommer, der ist da. Er kratzt dem Winter die Augen aus, und jagt die Bauern zur Stube hinaus. Am Aschermittwoch hatte dann das fröhliche Treiben ein Ende. Ein großer Strohmann, der den Winter darstellte, wurde dem Flammentode geopfert. In manchen Gegenden begrub man ihn. Mit Gesang begleiteten alle den Todgeweihten: Den Tod haben wir ausgetrieben, den Sommer bringen wir wieder. Folge gegeben, so daß bei vielen Sammlern der Vorrat an Abzeichen bald erschöpft war und eine neue „Ladung" herangeführt werden mußte. Alles in allem: Die Sammlung war wieder ein voller Erfolg! 40000 Mark in Frankfurt. LPD. Frankfurt a. M., 7. Febr. Die Straßensammlung, die am Samstag und Sonntag von NSKOV., Kyffhäuserbund, Luftschutz, Luftsportoerband und Studenten durchgeführt wurde, hatte in Frankfurt einen großen Erfolg. Die 220 000 Bernsteinabzeichen, die' in Frankfurt ausgegeben wurden, sind restlos abgesetzt worden. Das finanzielle Ergebnis war der Betrag von 40 000 sp>r'"' So sah man in dem Prinzen Karneval den Frühling. Sein Kommen wird mit Jubel begrüßt, und seine Freunde, sein Gefolge, ist närrisch und jauchzt und lacht. Mit abscheulichen Masken erscheinen sie — um ursprünglich die feindlichen Dämonen zu verjagen. Je häßlicher die Maske, desto besser. Daß die Farben Grün, Gelb und Rot bevorzugt werden, hat seinen Sinn wahrscheinlich darin, daß dies die Farben des Frühlings sind. , Das Narrenvolk tanzt hinter dem Prmzen Karneval her. Auch dieser Tanz erweckt Erinnerungen an die Zeit, als der Tanz noch eine religiöse Festhandlung war. So hoch man nämlich dabei sprang, so hoch sollte im Sommer das Getreide wachsen. Die seltsam anmutende Sitte, die Menschen mit der Pritsche zu schlagen, findet ihre Aufklärung in dem Glauben an die Fruchtbarkeit des Tieres, aus dessen Leder sie gefertigt war. Diese Fruchtbarkeit wollte man auf die Geschlagenen Überträgen. Einen ähnlichen Brauch verzeichnete das römische Luperkalien- fest, bei dem ebenfalls Hiebe mit der bocksledernen Peitsche ausgeteilt wurden. Ein Hinweis auf den Sinn des Schlagens ergibt sich auch aus der Bauernsitte, Vieh und Obstbäume mit frischen Birkenruten oder Zweigen der immergrünen Stecheiche zu schlagen. An die Stelle der Ruten trat später die Pritsche. Der Wagen, auf dem Prinz Karneval feinen Einzug hält, ist wohl das Hauptstück des ganzen karnevalistischen Treibens. Das ist unzweifelhaft ein Erbe aus urgermanischer Zeit. Sogar Tacitus erwähnt den segenspendenden Umzug des Wagens der Naturgöttin Nerthus, die auf dieser Fahrt ihre Hochzeit feierte und damit Fruchtbarkeit den Gegenden brachte, die sie berührte. Die Bedeutung des Wortes Karneval ist umstritten. Einige behaupten, es käme von dem Rufe „Garne vale“ (Fleisch, lebe wohl!), die anderen meinen, daß er mit dem Namen des Schiffskarrens zusammenhinge, der lateinisch carrus navalis heißt. Wieder andere führen den Namen auf das keltische Wort carn zurück, das Opferaltar bedeutet. Selbst über das deutsche Wort Fastnacht ist man sich nicht im klaren. Manche wollen es „Fasnacht" schreiben und behaupten, daß es mit Fasten überhaupt nichts zeigt die Prüflinge bei .....t „Fahrausbildung", wobei dem großen Querbaum ein _______ .... „ „ . , Wehner, daneben der Führer des Reitersturms guten Zureden wurde in den meisten Fällen gerne 147, S ch ö m b s, Gießen. — (Aufn.: Pfaff, Gießen.) Zunge Männer vewewen ftly um ven ReilerWem Arn Samstagnachmittag fand in der Reitbahn des Univerfitäts - Reitinstituts des Reitlehrers S ch ö m b s eine Prüfung von jungen Männern statt, die sich um den Reiterschein bewarben, der ihnen die Einstellung und den Dienst in der Wehrmacht erleichtern wird. Die Prüfung, über deren Grundlagen und Zwecke wir im „Gieß. Anz." Nr. 28 vom 3. Febr. eingehend berichteten, wurde von dem SA.-Reiterführer, Standartenführer Wehner als Beauftragtem des Reichsinspekteurs für Reit- unb Fahrausbildung bei der SA. - Gruppe Hessen abgenommen. Unser Bild krinnen waren alle übrigen Männer und Frauen mit Den Sammelbüchsen eifrig am Werke und lie- °°m Prusungsabschmtt r , . , . s. s. __ leoer Der Pflocke an bern uiukcji uueiuuum um ßen es auch dort wo der Spender oder die Spen- $^b barftellen soll und die jungen Männer in der berin ihre Mithilfe bereits durch ein Abzeichen aus- Handhabung der Zügel geprüft werden. Rechts auf weisen konnten, nicht an anregendem Zuspruch zum bem Bild (im Vordergrund) SA.-Standartenführer Erwerb von weiteren Abzeigen fehlen. Und diesem Wehner, daneben der Führer des Reitersturms Gießener Stadttheater. Uraufführung: „Diogenes" von Heinz Steguweit. Die zehnte Morgenfeier bescherte uns die dritte Uraufführung in dieser Spielzeit: „Diogenes" oder „Das Urteil nach dem Augenschein", ein frohes Spiel von Heinz «Sie guro e i t*). Dies ist ein Scherz in klassischem Gewände, ein antiker Schwank im Stile der Laienbühne, spielend um das Jahr 340 v. Chr. nahe bei Athen, unmittelbar vor der berühmten Tonne, welche, wie allgemein bekannt, dem weisen und bedürfnislosen Diogenes als Klein- und Alleinwohnung diente. Es spielen mit: Diogenes persönlich, der mit dem Hund und mit dem Faß; Philomele, die mit der Eifersucht; noch ein Mädchen, Eugenia, die mit dem Ring; Ajax, der in der Klemme; Terxes, ein Hund aus Lumpen, Wolle und Draht; ferner, im Gefolge des Diogenes: eine Wurstpelle, eine Tonne, ein Lupe und etwas Ungeziefer. ' * Ein Personenverzeichnis, das sich sehen lassen kann, und aus dem man, noch ehe es angefangen hat, unschwer ablesen wird, daß es sich hier um die Liebe handelt: dafür sprechen sowohl die Eifersucht als auch der Ring; ganz zu schweigen von oer Klemme, in welcher Ajax sich befindet. Diogenes, über irdisches Treiben und gemeine Lust philosophisch erhaben, scheidet aus dem menschlichen Konflikt aus: er spielt die Rolle des Raisonneurs oder des antiken Chors; er schlichtenden Streit. (Die berühmteste klassische Anekdote — „Geh mir aus der Sonne!" — wird bloß gestreift; der große Alexander tritt nicht auf, wird nur flüchtig zitiert.) Dramatisch ist der Konflikt mit geometrischer Klarheit bezeichnet: das berühmte Dreieck, der Mann zwischen zwei Frauen: hie Philomele — dort Eugenia, das Weltkind Ajax in der Mitten und folglich in der Klemme. ♦ Ajax, mit Philomele verlobt, hat, was er nicht sollte, vor Diogenessens Tür ein Rendezvous mit Eugenia. Philomele, die dem Weifen ihren Verdacht und ihre Eifersucht geklagt hat, schaut hinter der Tonne zu, wie die Treulosen sich treffen und wie Eugenia von Ajaxen für einen Ring mit einem Kuß belohnt wird: ha, Verrat! Aber das Urteil nach dem Augenschein ist trügerisch; es ist der Ring, *) Textausgabe im Theateroerlag Albert Langen- Georg Müller (Volksspieldienst), Berlin, erschienen. Preis kart. 1,10 Mark. den Philomele selber „am Zypressenstrand" verlor, der von Eugenia bloß gesunden wurde. Ajax hat sie herbestellt, den Fund auszulösen; Finderlohn: zween Küsse. Da sieht man's Der Hund Terxes aber mit der Wurstpelle dient dazu, die Handlung gewissermaßen ins Gleichnishafte zu erheben: auch Diogenes fühlt sich von dem Hunde, der ihm zehn Jahre lang die Treue hielt, schnöde betrogen: „Von andern ließ das Vieh sich streicheln, von andern nahm es Futter an!" Aver während Diogenes und Ajax den Hund am Wickel kriegen, um ihn lebendigen Leibes zu schlachten, dämmert den grauen die Erkenntnis, die der bedürfnislose Weise mit dem wallenden Bart sinnig verkündet: „Es ist die Pelle noch kein Schwartenmagen, ein Wurstfell nicht die ganze Wurst." Und: „Ein Treubruch sieht in jedem Falle seit alters her viel wüster aus!" Endlich: „Es wirkt wie eine giftge Beere das Urteil nach dem Augenschein —!" Was zu beweisen war. Das ist ja nochmal gut gegangen, und das versöhnte Trio zieht „mit heitern Gesprächen links ab", indes der bärtige Alte mit seinem Hund, seinen Läusen und seiner Lupe in nachdenklichem Selbstgespräch wie zu Anfang in der Tonne verschwindet. — * Günter Winkel hatte den Scherz in Szene gesetzt; er traf den lockeren, improvisatorischen Ton des volkstümlichen, gleichsam sich selber parodierenden Spiels, in dem alles auf Ulk und Spaß, auf fmiste Ironie und komische Uebertreibung klassischer Vorstellungen gerichtet ist. Dem entsprach auch das entzückende Szenenbildchen, das Herr Löffler zum Vergnügen der Zuschauer bei offenem Vorhang aus der Drehbühne herumschwenkte. Die runde Einzimmerwohnung des freundlichen Welsen war em sehenswürdiges Idyll aus Altgriechenland. * Herr v Gschmeidler in der Titelrolle, mit haariger Hose und einem wahren Sauerkrautbart angetan, hatte sich mit Beschaulichkeit und philosophischer Abgeklärtheit in die Rolle des hilfreichen Beraters, Richters und Streitschlichters versetzt; er sprach das Urteil mit der Unwiderruflichkett eines antiken Furienchores: lauste sich und hielt Zwiesprache mit seinem Lumpenhunde, ohne merklich an komischer Würde zu verlieren. Die beiden Frauen wurden ganz auf lebhafte Kontrastwirkung gespielt: Fräulein B i r kman n in Blau, als Philomele, eine gekrankte Unschuld, bittere Eifersuchtstränen an Diogenessens Bart trocknend; Frau Stirl, in Rot, als Eugenia, verführerisch, kokett und mit dem Mund vorneweg. Herr Schorn machte recht witzig den Ajax als jungen athenischen Kavalier und Liebhaber zwischen zwei Feuern. — Die Morgenfeier — unter der Devise „Eine Stunde Schmunzeln" — wurde eingeleitet mit Rezitation, Gesang und Tanz. Herr Nieren stellte mit munteren Reden sogleich den Kontakt mit dem Publikum und als Ansager die Verbindung zwischen den einzelnen Nummern des ersten Teiles her. Hilde L e s ch, Friedel Schön und Monika Schneider begannen mit einem Gymnastiktanz. Herr Geißler erzählte, in dreifacher Verwandlung, hübsch pointierte „gereimte Ungereimtheiten über Liebe". Hilde Le sch und Friedel Schön zeigten einen effektreichen langsamen Spitzenwalzer. Herr Greif fang vier Lieder von Morgenstern in der Vertonung von Paul Graener; der unge- schneuzt entschreitende „Palmström" erwies sich auch in der musikalischen Fassung als wahrhaft unverwüstlich. Tanzmeisterin Irmgard Zenner machte mit einer amerikanischen Humoreske lustig den Schluß. — (Am Flügel: Ernst Bräuer.) Das Haus war bemerkenswert stark besucht und in bester Stimmung. Großer Beifall für alle Mitwirkenden. Insbesondere die kleine Uraufführung brachte einen durchschlagenden Heiterkeitserfolg. — Bunter Abend mit Claire SötHboff, Der Sonntagabend war ganz und gar auf faschingsmäßige Volkstümlichkeit gestimmt. Das bunte Programm wurde im ersten Teil von Kräften des Theaters bestritten. Herr Nieren, der die Leitung des Abends hatte, machte mit einem Fafchingspro- log den Anfang. Die Tanzgruppe brachte den Step der Springtime-Girls aus „Nofretete" und die beliebte Mimik „Alt- Berlin", dazu Ballettmeisterin Zenner persönlich (amerikanische Humoreske) und eine Kinder-Polka. Herr Kuen sang, sehr stimmungsvoll, „Kleines Haus am Rhein", das Quartett der Gießener Sängerknaben (die Firmenbezeichnung steht noch nicht ganz fest) wandelte nicht unbegabt auf den Spuren des Meister-Sextetts, und das Publikum fang unter Nierens sachverständiger Anleitung einen, karnevalistischen Schunkelgesang, was nicht nur schön klang, sondern auch sehenswert war. Ein Harfensolo von Luise Frank (Gs-ckur-Walzer von Durand), ein unheimlicher Sketsch „Der Zaubersessel" und ein Willi Ostermann-Potvourri vervollständigten das reich- Mf:o besetzte Programm des ersten Teiles. (Musikalische Leitung: Ernst Bräuer.) Zu hin habe, sondern mit „faseln", so käme dann etwa eine „tolle Nacht" als Bedeutung heraus. So selbstverständlich uns der Karneval erscheint, so selbstverständlich glauben wir auch, daß er sich vom 12. Jahrhundert an durchlaufend erhalten hat. Um so mehr müssen wir staunen, daß z. B. der Kölner Karneval mit seinen Narrensitzungen erst im Jahre 1823 von einer Reihe geistig hochbedeutender Männer wiederhergestellt wurde, unter denen der Domkaplan Smets, der Sohn der Sophie Schröder, sein Freund Schier und der Sohn des Bürgermeisters Heinrich von Wittgenstein waren. Damit erhielten sie uns einen alten, schönen Brauch des Bauerntums, der damit wieder in die Stadt kam, wie schon einmal im Mittelalter. Gleichzeitig wurden aber die Städter daran erinnert, daß auch sie von denen stammen, die den Brauch des Karnevals nie vergaßen: von den Bauern. Dornotizen. Tageskalender für INontag. Gloria-Palast, Seltersweg: „Das Mädchen aus der Hafenschenke." — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Im weißen Röhl." Gute Aussichten im veterinärmedizinischen Beruf. Die Reichstierärztekammer teilt durch den Reichstierärzteführer, Ministerialdirigenten Dr. Weber, folgendes mit: „Während in der Systemzeit der Zugang zu den Hochschulen künstlich abgedrosselt werden mußte, da die akademischen Berufe restlos überfüllt waren und viele wertvolle Kräfte brachliegen mußten, trat, wie auf allen anderen Arbeitsgebieten, schon bald nach der Machtübernahme auch hier ein schneller Umschwung in das Gegenteil ein. So wurden gelernte Facharbeiter immer gesuchter und auch die Angehörigen der akademisch ausgebildeten Berufe mit solchem Erfolge wieder in den allgemeinen Arbeitsgang eingereiht, daß in vielen Berufen bereits ein empfindlicher Mangel besteht. Zu den Berufen, die günstige Aussichten für ein Weiterkommen bieten, gehört auch der des Tierarztes, der ein in seiner großen volksgesundheitlichen und volkswirtschaftlichen Bedeutung noch recht oft verkanntes Gebiet zu betreuen hat. Die Aufgaben der Freiberufstierärzte, der staatlich beamteten Tierärzte (Regierungs- und Veterinärrat, Veterinärrat), der städtischen beamteten Tierärzte mit der Endstelle als Schlachthofdirektor oder eines Direktors des städtischen Veterinärwesens, die Laufbahn der Veterinäroffiziere der Wehrmacht, mit der Spitze als Veterinär-Inspekteur im Reichskriegsministerium mit dem Range eines Generalleutnants, sowie mehreren Generalstellen, bieten dem Tierarzt, je nach persönlicher Anlage und Fähigkeit, große Entwicklungsmöglichkeiten. Wer sich der akademischen Laufbahn widmen will, kann zwischen den Fächern Anatomie, Physiologie, Bakteriologie, Pathologie, Parasitologie, Arzneimittel- und Giftelehre, animalische Lebensmittelkunde, Geburtskunde, Tierzucht, den klinischen Fächern, gegebenenfalls spezialisiert nach großen und kleinen Haustieren u. a. m. wählen. Damit bietet der tierärztliche Beruf neben einer geachteten Stellung mit angemessenem Auskommen eine Vielseitigkeit, die wohl auch jedweder persönlichen Neigung gerecht zu werden vermag und dadurch eine berufliche Tätigkeit mit innerer Befriedigung gewährleistet. In diesem so sehr wichtigen, interessanten und auch schönen Beruf des Tierarztes besteht zur Zeit ein empfindlicher Mangel, so daß das tierärztliche Studium empfohlen werden kann." Nähere Auskünfte über das tierärztliche Studium an der veterinärmedizinischen Fakultät Der Universität Gießen erteilt der Vorsitzende des Ausschusses für die tierärztliche Vorprüfung, Gießen, Frankfurter Straße 94. Oie preisaufgaben der Universität Gießen für das Jahr 1932/38. Von der Pressestelle der Universität Gießen wird uns mitgeteilt: Für das Jahr 1937/38 werden folgende Preisaufgaben gestellt: Von der Theologischen Fakultät: Für den akademischen Preis: die eschatologische Frage in der Leben-Jesu-Forschung seit Johannes Weiß und ihre Bedeutung für die Erfassung der Person und des Werkes Jesu. Für den Leydheckerpreis: Das fremde Gesicht. Vornan von Caren. 37. Fortsetzung. (Nachdruck verboten!) Noch ehe er etwas Zorniges ausrufen kann, hört er eine kalte Stimme sagen: „Sie sind verhaftet, Dr. Alland!" Der blendend Helle Operationssaal oerdunkett sich, verschwimmt in einem kreisenden Nebel ... Da ist jemand, der ihn hält, gut so. Gleich ist es vorüber. Frank Alland richtet sich gewaltsam auf. Er weiß, jetzt ist alles verloren. Alles war umsonst. Alles, was sie getan und gelitten haben — Evelyn und er —, alles umsonst ...! Das ist das einzige, was sein Gehirn in diesem Augenblick zu fassen vermag. Sonst begreift er von alledem nichts. Was heißt das überhaupt — ihn will man verhaften, und um diesen angeblichen Kühlmann, da kümmert sich die Polizei gar nicht ...? Da hörte er neben sich die befehlende Stimme des Beamten zu der völlig erstarrten Schwester sagen: „Schnallen Sie sofort den Kriminalinspektor Ben- teli dort vom Tisch ab!" Langsam kommt unter all den weißen Tüchern das noch immer recht blasse Gesicht des angeblichen Kühlmann zum Vorschein. „Sie hätten sich auch ein bißchen mehr beeilen können, Herr Kommissar. Bei einem Haar hätte ich mir die Nase operieren lassen müssen", brummt er vorwurfsvoll. Aber der Angeredete antwortet ihm nicht, sondern verläßt schweigend mit dem Verhafteten den Saal. Der Herr Kriminalinspektor Benteli sieht den beiden nach und wendet sich dann mit einem Ausdruck, in den sich Befriedigung und Bedauern mischt, an seinen noch zurückgebliebenen Kollegen: „Eigentlich schade um ihn — alles in allem doch fein anständiger Kerl! Aber Angst genug hab ich ausgestanden. Kein Vergnügen, so als Opferlamm dozuliegen und zu warten, bis man dir das Gesicht zerschneidet...!" Die Erinnerung an diese hochnotpeinliche Prozedur jagt ihm noch jetzt einen gelinden Schauer über den Rücken. Er hat es eilig, in seine Kleider zu kommen und diesen ungemütlichen Ort zu verlassen. Im Vorbeigehen wirft er noch einen letzten miß- Biedermeier im Oberhessifchm Museum. Eine hochherzige Stiftung. - Museumsbibliothek im Aufbau. Unser Heimatmuseum im Alten Schloß hat in diesen Tagen eine erfreuliche Bereicherung erfahren. Am Donnerstag hielt ein stattlicher Wagen vor dem Schloß am Brand und es dauerte geraume Zeit, bis alles abgeladen und in den unteren Räumen des Schlosses untergebracht war. Nicht weniger denn 20 Möbelstücke gingen durch diese Stiftung in den Besitz des Museums über und außerdem waren auch einige feste Kisten dabei, die besonders wertvollen Inhalt bargen. Die Kisten, drei an der Zahl, enthielten 40 Stücke prächtigen schweren Silbergeschirrs und repräsentable Tafelschmuckstücke. Auch alte Zinngeschirre waren dabei und als Besonderheit ein hübsches und originelles Stück — eine alte Standuhr französischen Ursprungs, die, der Form nach zu schließen, der galanten Zeit des ausklingenden Rokoko angehört. Die Uhr enthält neben Gang- und Schlagmechanismus auch ein Spielwerk, aus dem je nach Wunsch eine unterhaltsame liebliche Weise ertönt. Die Möbel sind aus edlem Holz gefertigt und gearbeitet in schönen klaren Formen. Alle Möbelstücke tragen das gleiche Gepräge. Wenn es möglich fein wird, diesen Möbeln innerhalb unseres Museums den richtigen Platz zu geben, dann werden sie die feine Großartigkeit, die ihnen eignet, so recht erkennen lassen. Stühle und Sessel, Tische, Schränke und Vitrinen, Sofa und Kommode, sind sichtlich aus eines Meisters Hand hervorgegangen und zu hoher Vollendung m der Form geführt worden. Fast ist es überflüssig, davon zu sprechen, daß alle Möbelstücke eine untadelige handwerkliche Bearbeitung auszeichnet. Sofa, Sessel und Stühle sind durchweg mit goldgelbem Brokat bezogen, der prächtig mit dem warmen Rotbraun des Holzes kontrastiert. Die Fülle der Dinge, die hier dem Museum übereignet wurde, wird sicherlich jeden Betrachter an eine Zeit erinnern, von der wir heute noch manchmal (ob mit Recht ober Unrecht, sei dahingestellt) als von der „guten alten Zeit" sprechen. Nicht zu leugnen ist, daß diese Zeugen einer vergangenen Zeit etwas herzlich Anheimelndes an sich haben, wenngleich wir der Geisteshaltung der Zeit des Biedermeier längst meilenweit entrückt sind. Der unbefangene und unvoreingenom-- mene Betrachter wird die neuen Schätze unseres Museums als den Ausdruck einer Kultur würdigen, die als Beitrag aus unserer gesamtdeutschen kulturellen Entwicklung nicht zu lösen ist. Die hochherzige Stifterin ist Frau B o n g a r tz aus Weilburg, eine geb. Kliebe, deren Vorfahren in Gießen ansässig gewesen gu fein scheinen. Dieser letztere Umstand mag der Stifterin Veranlassung gewesen zu fein, die Dinge unserem Ober- hessischen Museum zuzuwenden. Zu erwähnen ist ferner noch, daß Frau Bon- gartz dem Museum außer dieser Biedermeier-Einrichtung auch einen stattlichen Rokokoschrank zu- wandte, der ob seiner eigentümlichen Form, wie auch wegen der schönen Einlegearbeit, die er aufzuweisen hat, einige Aufmerksamkeit verdient. Der Assistent des Denkmalspflegers für Ober- heffen und derzeitige Verwalter des Oberhessischen Museums, Dr. Jorns, ist gegenwärtig damit beschäftigt, eine Museumsbibliothek aufzubauen und in System zu bringen, die bisher über 1000 verschiedene Bände, Schriften, Kartenwerke und Reproduktionen von Kunstwerken enthält. Die Schätze waren bisher ziemlich unbeachtet gewesen und kamen zu einem Teil erst durch die in jüngster Zeit vorgenommenen Umgruppierungen im Museum aus Kisten und Kästen zum Vorschein. Durch die Zusammenfassung in einer geordneten Bibliothek soll nun die Möglichkeit gegeben werden, die Bücher und Hefte der Oeffentlichkeit zugänglich zu machen. Insbesondere aber soll den Studierenden unserer Universität ein Material zur Verfügung gestellt werden, das ihnen bei ihren wissenschaftlichen Arbeiten wertvolle Hilfe fein kann. Die Bibliothek des Museums enthält zahlreiche Einzel- publifationen maßgebender Altertums- und Heimatforscher, aber auch viele Sammelwerke, Subskriptionswerke und Zeitschriften in lückenlosen Folgen. Bisher wurde in klarer Trennung die Fülle der Bücher und Schriften in zwei Abteilungen unterteilt. Die eine Abteilung enthält die Veröffentlichungen über Vorzeitforschung, während die andere Abteilung Heimat- und kunstgeschichtliche Werke enthält. * Die Bemühungen um den Ausbau unseres Museums, das sich mancher tatkräftigen Förderung erfreut, verdienen alle Wertschätzung. Mehr und mehr sollten sich alle Volksgenossen zu der Ueberzeugung durchringen, daß ein Museum nicht etwa ein Institut darstellt, das die Werte der Vergangenheit in Erstarrung festhält, sondern vielmehr dem wohlmeinenden Besucher ein aufgeschlossenes Buch des blutvollen Lebens unserer Vorfahren fein will. Die Mifsionsmethoden des Bonifaz im Lichte moderner evangelischer Missionserfahrungen. Von der I u r i ft i s ch e n Fakultät: Die Ver- antwortlichkeit für den eigenen Geschäftsbereich. Von der Medizinischen Fakultät: Bedeutung und Grenzen der encephalographischen Methode für die Diagnose der genuinen Epilepsie als der erblichen Fallsucht im Sinne des Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses. Von der Veterinärmedizinischen Fakultät: Die Grundlagen der auf dem Reichsvieh- seuchengesetz vom 26. Juni 1909 fußenden veterinär- polizeilichen Bekämpfungsmaßnahmen, ihre Auswirkung und augenblickliche Bewertung. Von der Philosophischen Fakultät: 1. Aus dem Gebiet der Philosophie und Pädagogik: Erbcharakterolvgische Durchforschung des Ledens und Gesamtwerts eines deutschen Dichters (Kleist, Hölderlin, Hebbel, Keller, Mörike, Rilke). 2. Aus dem Gebiet der deutschen Philologie: Ein Stück hessischen Bodens ist in seiner gesamten Namenwelt darzustellen. 3. Aus dem Gebiet der mittelalterlichen und neueren Geschichte: Erstgeburtsrecht und Erbteilung in den deutschen Territorien (mit besonderer Berücksichtigung Hessens). 4. Aus dem Gebiet der Mineralogie: Petrographisch-chemische Untersuchung über die Nickelführung der ultrabasischen Eruptivgesteine im Lahn-Dillgebiet. 5. Aus dem Gebiet der Mathematik: Die Großen, die einen konvexen Bereich der Ebene oder des Raumes im großen beschreiben (z. B. Dicke, Durchmesser, Umfang, Inhalt usw.) sind durch eine Anzahl von Ungleichungen miteinander verbunden. Es sollen analytische Verfahren entwickelt werden, die die scharfen Grenzen dieser Ungleichungen sowie die zugehörigen Bereiche zu ermitteln gestatten. Wer sich um einen Preis bewirbt, muß mindestens in einem der beiden auf die Stellung der Aufgabe folgenden Semester an der Universität Gießen immatrikuliert gewesen sein. Jede Bewerbungsschrift darf nur einen Verfasser haben. Die Bewerbungsschrift ist in der Sprache abzufassen, in der die Aufgabe gestellt ist. Auf dem Titel ist ein Kennwort anzubringen. Die Bewerbungsschrift ist bis zum 15. Februar 1938 einzusenden unter Beifügung eines verschlossenen, mit dem Kennwort der Arbeit versehenen Briefumschlags, der die Aufgabe des Verfassers und seiner Adresse enthält. Die Sendung ist an die Fakultät zu richten. Bei der feierlichen Rektoratsübergabe am 1. April 1938 verliest der Rektor die Urteile und verkündigt die Namen der preisgekrönten Bewerber. Oie hessischen Schulferien 1937. Die Ferienordnung für die Volks-, höheren und Berufsschulen in den hessischen Städten wurde wie folgt festgelegt: Die Dfterferien beginnen am Samstag, 20. März, mit der letzten Unterrichtsstunde und dauern bis einschließlich Mittwoch, 7. April; der Unterricht beginnt am Donnerstag, 8. April. Die Pfingstferien beginnen am Mittwoch, 12. Mai, mit der letzten Unterrichtsstunde und dauern bis einschließlich Mittwoch, 19. Mai; der Unterricht beginnt am Donnerstag, 20. Mai. Die Sommerferien beginnen am Mittwoch, 7. Juli, mit der letzten Unterrichtsstunde und dauern bis einschließlich Montag, 16. August; der Unterricht beginnt am Dienstag, 17. August. Die Herbstferien beginnen am Mittwoch, 13. Oktober, mit der letzten Unterrichtsstunde und dauern bis einschließlich Montag, 18. Oktober; der Unterricht beginnt am Dienstag, 19. Oktober. Die Weihnachtsferien beginnen am Mitt« woch, 22. Dezember, mit der letzten Unterrichts- stunde und dauern bis einschließlich Donnerstag, 6. Januar 1938; der Unterricht beginnt am Freitag, 7. Januar 1938. Diese Festsetzung der Sommer- und Herbstferien gilt für alle Schulen in den Städten Darmstadt, Mainz, Gießen, Dffenbad), Worms, Friedberg, Bad- Nauheim und Bensheim. Für alle übrigen Orte des Landes sind die Sommer- und die Herbstferien nach dem Stand der Erntearbeiten im Einvernehmen mit den Schulämtern festzulegen; sie dürfen die Zeitdauer von 45 Tagen (von dem auf den letzten Schultag vor den Ferien folgenden bis zu dem dem Tag des Schulbeginns nach den Ferien vorangehenden Tage einschließlich) nicht überschreiten. Karneval in Gießen. Die Regierungszeit Sr. Tollität des Prinzen Karneval tritt nunmehr auch in Gießen stärker in Erscheinung. Am Samstagabend war in dem närrischen Reiche dieses Faschingsprinzen wieder allerlei los. Seine Faschingsschlachten wurden von mehreren Vereinen an verschiedenen Stellen geschlagen, nachdem andere Vereine bereits am Samstag vor acht Tagen die Vorhutkämpfe des närrischen Prinzen gegen Griesgram und Stumpfsinn geführt hatten. Am vorgestrigen Samstagabend hatten sich aber auch echte Soldaten in die Gefechtslinie des Prinzen Karneval eingeorbnet und führten mit gewaltigem Schneid, mit sehr viel Geschick und mit bewundernswerter Ausdauer den Kampf gegen den grauen Alltag, gegen miesepetrige Stimmung und gegen alle übrigen Beschwernisse und Schattenseiten des Alltags. Diese Gefechtsftont des Faschings führte ihren Kampf unter der Parole „Kunterbunt fährt ins Blaue", ihr Schauplatz war das Unterofsizierkafino unserer Artillerie-Kaserne, die Kerntruppe bestand aus den Angehörigen der Unteroffizier-Vereinigung unserer Gießener Arttllerie- Abteilung, die Gefolgschaft in dieser närrischen Kumpanei des Prinzen Karneval stellten die Mitglieder des Gießener Arttllerie-Vereins mit Frauen und Töchtern, voran natürlich auch die Frauen und Bräute der Männer von der Kerntruppe. Es war eine wirklich kunterbunte Fahrt ins Blaue, die da die ganze Nacht über vom Samstagabend bis zum frühen Sonntagmorgen — die letzten sollen, wie wir von einem dieser überaus Standhaften hörten, um V28 Uhr Sonntag früh heimgekommen sein — bei prächtigster Stimmung durchgeführt wurde. Man muß schon sagen: unsere Gießener Arttllerie-Unteroffiziere verstehen nicht nur ihre stramme soldattsche Pflicht im ernsten Dienst des Tages ausgezeichnet zu erfüllen, sie haben auch ganz gewaltig viel los bei der Durchführung einer solchen karnevalistisch-frohgestimmten Angelegenheit, wie sie am Samstagabend etliche hundert Männer, Frauen und Mädchen vom bejahrten Semester bis zur eben tanzfähig gewordenen Jugend in ftöh- lichster Stimmung vereinigte. Die Räume des Unteroffizier - Kasinos waren durch die geschickten „Hauszeichner" und „Dekorationsmaler" unserer Artilleristen, die schon bet manchen anderen Gelegenheiten hübsche Proben ihres Könnens gegeben haben, in wirkungsvoller, netter Weife geschmückt worden, dazu kamen Unmengen von Papierschlangen und Faschingsgirlanden, schließlich auch ein gewaltig großer stillvergnügt lächelnder Mond, so daß die Pafsagierräume Dieser „Fahrt ins Blaue" — manche Fahrtteilnehmer sollen wirklich ganz blau gewesen fein — einen sehr anheimelnden Charakter hatten. Dazu kam die originelle und von vielen hübschen und gescheiten Einfällen erfüllte Art der Festgestaltung, die zur Folge hatte, daß schon in ganz kurzer Zeit allenthalben die Wogen des närrischen Kampfes im Sinne des tollen Prinzen kräfttg hochgingen. Für besondere .Verdienste" gab es, wie das nun einmal unter dem Zepter des Prinzen Karneval üblich ist, eine Anzahl Orden, ferner wurden die hübschesten Maskenpaare gebührend geehrt, und zwar mit je einer Pulle „Schampus", eine Beigabe, die von den Glücklichen natürlich mit freudigsten Gesichtern begrüßt wurde. Aber auch alle diejenigen, die nicht zu diesen Glücklichen gehörten, ließen es sich auf dieser „Kunterbunten Fahrt" stimmungsmäßig und im Feuchtigkeitsgehalt der Stunden, vor allem auch in der unermüdlichen „Beinarbeit" bei flottem Tanz zu schmissiger Musik recht wohlergehen, sie versäumten ferner nicht. trauischen Blick auf den Jnstrumententisch, wo alles noch immer in schöner, blitzender Ordnung daliegt: Häkchen, Zängchen, Pinzetten, Klammern, Skalpelle. Aber die Schwester, die eben noch sorgsam damit hantterte, ist schon davongestürzt, um rasch im Schwesternzimmer die unfatzliche Neuigkeit zu verbreiten: der Chef, der geliebte, verehrte Chef Dr. Alland verhaftet...! Der Prozeß gegen Dr. Alland erregte beinahe die gleiche Sensation wie damals seine Verhaftung. Schon längst vor Beginn der Verhandlung war der Gerichtssaal bis auf den letzten Platz des Zuhörerraums gefüllt. Auf den Presfebänken drängte sich ein ungewöhnliches Aufgebot von Berichterstattern. Man spürte deutlich die verhaltene Spannung eines nicht nur neugierigen, sondern wirklich anteilnehmenden Publikums, das sich diesmal nicht aus den gewöhnlichen Gerichtssaalbesuchern zusammensetzte. Vom Moment der Verhaftung an hatte die Oeffentlichkeit dielen seltsamen Fall mit leidenschaftlichem Interesse verfolgt. Die ersten Berichte der Zeitungen, unter lapidaren Ueberschriften wie „Bekannter Chirurg als Helfershelfer internationaler Verbrecher entlarvt", hatten zunächst nur die übliche, mit angenehmem Gruseln gepaarte moralische Entrüstung erweckt. Aber je vollständiger die tatsächlichen Zusammenhänge bekannt wurden, um so mehr wuchs die Zahl derjenigen, die für den Arzt Partei ergriffen und ihn nicht als Genossen, sondern vielmehr als das Opfer der Verbrecher betrachteten. Man war befriedigt gewesen, als Al- lands tüchtiger Verteidiger Dr. Below binnen weniger Tage die provisorische Entlassung seines Klienten aus der Untersuchungshaft erreichte. Auch daß die dazu erforderliche sehr beträchtliche Kautton durch begüterte Freunde und Patienten des Arztes so rasch aufgebracht werden konnte, hatte einen tiefen Eindruck gemacht. Ein Mann, für den seine Freunde unbedenklich so viel Geld riskierten, muhte eigentlich so gut wie unschuldig sein. Ueberhaupt — ein fabelhafter Verteidiger dieser Below, darüber waren sich sogar die Juristen einig, die, als Zuhörer anwesend, die seltsame Rechtslage mit fachmännischem Interesse diskutierten. Schon daß die Sache mit solcher Beschleunigung zur Verhandlung kam, war ein Erfolg der Verteidigung. Allerdings hatte daran vielleicht auch die Staatsanwaltschaft ein gewisses Interesse, weil so auch dieser Monno noch vernommen werden konnte, ehe er wieder, und diesmal wohl endgültig, im Bagno verschwand. Dem ftanzösischen Auslieferungsantrag mußte natürlich stattgegeben werden. Die Formalitäten sollten dieser Tage erledigt sein. Der andere „Patient", dieser Bertrand alias Stubensand, sollte zunächst wegen der alten Tresorgeschichre an die deutschen Behörden überstellt werden. Und später würden sich auch noch die ftanzösischen Gerichte mit ihm beschäftigen. Sehr fraglich allerdings, ob er das erlebte. Ein schwerer Alkoholiker. Lag zur Zeit überhaupt im Gefängnisspital — noch immer vernehmungsunfähig. Viel kam natürlich darauf an, wie dieser Monno, dieser Generaldirektor eines Verbrecherkonzerns, aussagen würde. Was er bei feiner ersten Vernehmung vor dem Untersuchungsrichter zu Protokoll gegeben hatte, war ziemlich belastend für den Angeklagten. Und dann gab es ja auch noch den Kronzeugen des Staatsanwalts, den Kriminalinspektor Benteli, der als angeblicher Verbrecher-Patient namens Kühlmann den Arzt in die Falle gelockt hatte. Allerdings — der Benteli war kein wirklicher Der- brecher, und außerdem hatte Alland die Operation an ihm ja nicht vollzogen. Aber immerhin, die Bereitschaft zur Beihilfe war jedenfalls gegeben. Keine einfache Sache. Na, man würde ja sehen... Das gedämpfte Brausen der Privatunterhaltungen verstummte plötzlich, als bas Gericht und gleichzeitig der Angeklagte den Saal betrat. Alland war sehr bleich. Die scharfen Linien um Mund und Augen verrieten deutlich, wie sehr er in diesen letz- ten schrecklichen Monaten gelitten hatte. Aber seine Haltung war ruhig und beherrscht, wie die eines Mannes, der sich seiner Verantwortlichkeit bewußl und zu jeder Rechenschaft bereit ist. Die schlichte Sachlichkeit, mit der er die an ihn gestellten Fragen beantwortete, ohne sich je durch unvermutete Einwendungen oder überraschende Verdachtsgründe verwirren zu lassen, gewann ihm von Anfang an eine gewisse Sympathie. Er erweckte den Eindruck unverkennbarer Auftichtiakeit, und das war seiner Sache vielleicht noch nützlicher als die geschicktesten Ausfälle und Beweisanträge feines Verteidigers, der dem Staatsanwalt heftig zu schaffen machte. Im Zuschauerraum entstand eine lebhafte Bewegung, als Jean Manna aus der Hast zur Vernehmung vorgeführt wurde. Trotz Sttäflingsanzug und Handschellen hatte er sich noch immer eine sonderbare Art von autoritärem Auftreten bewahr^ etwa so, als habe er hier nur als Sachverständiger ein Gutachten abzugeben, dessen Bedeutsamkeit er durchaus nicht unterschätzte. Seine Aussage war für die Anklage eine heftige Enttäuschung. Denn jetzt widerrief er auf einmal alle Angaben, die er in der Voruntersuchung gemacht hatte, mit der ausdrücklichen Begründung, daß er damals von falschen Voraussetzungen ausgegangen sei. „Selbstverständlich habe ich den Doktor zuerst fälschlich belastet", erklärte er mit verblüffend kaltblütigem Zynismus. „Ich dachte damals doch, er hätte mich geliefert — das wollte ich ihm natürlich gehörig eintränken. Aber da doch, wie ich inzwischen erfahren habe, dieser Stubensand die ganze Bescherung angerichtet hat — wozu soll ich da noch Lügengeschichten über Dr. Alland erzählen? Kein Wort ist wahr von alledem, was ich gesagt habe." Und dann bestätigte er die Darstellung Allands Punkt für Punkt so vollständig, daß keinerlei Zweifel über die Richtigkeit dieser Aussage bestehen konnte. Allerdings, er habe, um den Arzt für feine Zwecke äu gewinnen, einen gewissen Druck aus- geübt, ihm mit Anzeigen gegen seine Frau und auch gegen ihn selbst gedroht. Monno zuckte bedauernd die Achseln: „Schließlich — was versucht man nicht alles aus Geschäftsinteresse! Aber gerade bei unserer letzten Unterredung, die beinahe mit einem Autounglück geendet hätte, war ich schließlich selbst zu der Ueberzeugung gekommen, daß da doch nichts Rechtes $u machen wäre, daß man ihn in Zukunft besser tn Ruhe ließe. Was nützt uns der tüchtigste Chirurg, wenn er so gar fein Talent zum Geschäftsmann hat." Mit beinahe mitleidigem Ausdruck streifte fein Blick den Angeklagten, der unbeweglich, in einer Art ungläubiger Verwunderung, den Worten Monnos folgte — dieses Menschen, der so lange das furchtbarste Schreckgespenst für ihn gewesen war — „Jo la Terreur!" War es der Sträflings- kittel oder das nüchterne Licht des Gerichtssaales, das ihn jetzt plötzlich aller Dämonie entkleidete? Etwas wie Resignation lag in dem Achselzucken, mit dem Jean Monno zwischen seinen beiden Wächtern den Saal verließ, um in die Zelle zurückzukehren, aus der es für ihn nur noch den einen Weg ins Bagno gab — und diesmal ohne Wiederkehr. Kaum anderthalb Jahre später traf ihn bei einer Strälingsmeuterei in Cayenne, die er organisiert hatte, jene Kugel, die feinem wilden und verlorenen Leben ein Ende fetzte ... (Schluß folgt.) vas „Schuttkeln" zit den gefälligen Klängen der Rheinlieder gründlich zu üben. Kurz und gut: unsere Artilleristen der Unteroffi- zier-Dereinigung hatten es glänzend sertiggebracht, eine gewaltige Schlacht des Prinzen Karneval aus- gezeichnet zu organisieren und den närrischen Kampf mit einem überwältigenden Sieg zu Ende zu fuhren. Die Teilnehmer an dieser Faschingsschlacht werden noch gerne an die schöne kunterbunte Fahrt ins Blaue zurückdenken, auch wenn aus dem Dache des Eisenbahnwagens auf der Einladung ein Kater triumphierend auf die Fahrtteilnehmer herabblickte. * LPD. VDA. -Schulsammlung vom 8. bis 18. Februar. Der Reichs- und Preußische Minister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung hat für den VDA. im Einvernehmen mit dem fierrn Reichs- und Preußischen Minister des Innern und dem Herrn Reichsschatzmeister der NSDAP., sowie im Einvernehmen mit der Leitung des WHW. eine Schulsammlung angeordnet, die in der Zeit vom 8. bis 18. Februar 1937 durchgeführt wird. Briefkasten der Redaktion. lRechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) Sp. Reiskirchen. In Gießen besteht der Mandolinen- und Gitarrenoerein „Reapolita"; Vorsitzender Hans Sonntag, Gießen, Landgrafenstraße 3. Oberheffen. Von einem Auto überfahren . und tödlich verleht. )) Alsfeld, 7. Febr. Am Samstag gegen 20.30 Uhr meldeten die Insassen eines von Krrtorf kommenden Autos, daß am Alsfelder Ortsausgang auf der Straße nach Leusel ein anscheinend von einem Auto überfahrener Mensch liege. Daraufhin sofort entsandte Hilfe fand einen verletzten Mann vor, der bewußtlos war. Er wurde sofort nach dem Kreiskrankenhaus verbracht, v e r- st a r b jedoch schon auf dem Transport dorthin. Der Tote weist Kopfverletzungen auf. Es handelt sich um den 59 Jahre alten landwirtschaftlichen Arbeiter E h l i g aus Hausen bei Limburg, der bei einem Landwirt in Leusel beschäftigt war. Die Gendarmerie nahm die Ermittlungen sofort auf, heute weilten auch bereits Vertreter der Staatsanwaltschaft und der Gießener Kriminalpolizei zur Vornahme von weiteren Ermittlungen am Tatort. Bis jetzt konnte das Auto, das den Mann überfuhr, noch nicht festgestellt werden. Die Ermitttungen werden fortgesetzt. Kinderschule und Krankenpflege in Lollar. '<5 Lollar, 7. Febr. Im gutbesetzten kleinen Saal von Gastwirt Scherb „Zur Germania" fand die diesjährige ordentliche Generalversammlung des Vereins 'Kinderfreunde statt, der auch unseren Kindergarten und seit über 30 Jahren die Gemeindekrankenpflege unterhält. Der Gründer und derzeitige Vorsitzende des Vereins, Dekan i. R. Gußmann (Gießen), er- stattete nach Eröffnung und Begrüßung der Versammelten durch Bürgermeister Böhm, dem 2. Vorsitzenden, den Jahresbericht. Er teilte mit, daß dem Verein zur Zeit 367 Mitglieder mit einem jährlichen Beitrage von 736,50 RM. angehörten. Einige wenige konnten nicht zahlen. Er betonte, wie wichtig es sei, daß kein Gemeindeglied bei diesem Wohltätigkeitswerke abseits stehe. Des verstorbenen Mitglieds Friedrich Ringleb wurde in üblicher, ehrender Weise gedacht. Der Redner sprach dann ausführlich über die Wichtigkeit der Arbeit einer richtig betriebenen Kinderschule für die Gemeinde, und freute sich feststellen zu können, daß dies bei der jetzigen Schulschwester Käthe in hohem Maße zutrifft. Die nach einem oorliec/ndm Berichte geleistete Jahresarbeit der Krankenschwester Irina betrug 6958 Krankenbesuche, 23 Nachtwachen und 288 Jnteressebesuche. Beiden Schwestern wurde für ihre opferwillige, treue Arbeit der Dank der Generalversammlung ausgesprochen. Der Redner dankte ferner allen Gönnern und Spendern des Vereins für ihre Hilfe, insbesondere der Gemeinde Lollar, den Buderusschen Eisenwerken, der eoang.- kirchl. Frauenhilfe Lollar, den Mitgliedern, dem Landesoerein für Innere Mission Darmstadt, sowie der Spenderin Frau Becker Wwe. (Lollar). Er dankte auch insgesamt den vielen Familien Lollars, die durch ihr persönliches gutes Verhältnis zu den Schwestern, diese durch Zuweisung von Naturalien aller Art unterstützten und dadurch die Vereinskasse sehr entlasteten. Die vorgeprüfte und für richttg befundene Rechnung des derzeittgen Rechners, Rektor i. R. Da ab (Lollar) zeigte ein günstiges Bild. Ihm wurde von der Versammlung Entlastung erteilt, und vom Vorsitzenden der gebührende Dank ausgesprochen. Zum Punkt der Tagesordnung „Ehrenmitgliedschaften" nahm Bürgermeister Böhm das Wort und beantragte, den Gründer und langjährigen Vorsitzenden, Dekan i. R. Gußmann, zum ersten Ehrenvorsitzenden des Vereins, sowie den verdienten, dem Vorstand des Vereins lange Jahre angehörenden Altbürgermeister Hr. Schmidt VI. (Lollar), zum zweiten Ehrenvorsitzenden zu ernennen, was einstimmig angenommen wurde. Der 1. Ehrenvorsitzende dankte, zugleich im Namen des zweiten, für diese Anerkennung in kurzen Worten und versprach, auch fernerhin dem Verein mit Rat zur Seite zu stehen. Dann folgte die Wahl des 1. Vorsitzenden des Vereins. Auf Antrag des Pa. P e t r a f ch wurde Bürgermeister Böhm vorgeschlagen und von der Versammlung einstimmig gewählt. Er dankte mit warmen Worten für das bewiesene Vertrauen und versprach, die Arbeit im alten Geiste weiterzuführen. Auf Antrag von Pg. P e t r a s ch wurde ihm das Recht zugesprochen, die durch die stattgefundene Wahl nötig gewordene Satzungsänderung vorzunehmen und bei dem Amtsgerichte Gießen zu beantragen. Mit der üblichen Ehrung für den Führer schloß Bürgermeister Böhm die inhaltreiche Tagung des Abends. Landkreis Gießen. * Klein-Linden, 7. Febr. Am Sonntag gegen 16 Uhr ereignete sich an der Straßengabelung Frankfurter und Wetzlarer Straße, an der sogenannten Todesfälle, wieder ein Verkehrs- unfull. Ein aus der Richtung Großen-Linden und ein aus der Richtung Wetzlar kommendes Personenauto kamen fast zu gleicher Zeit am Schnittpunkt der beiden Straßen an. Der eine der Fahrer wollte mit seinem Wagen noch schnell nach rechts ausweichen, um der Gefahr des Zusammenstoßes zu entgehen und streifte dabei ein Verkehrsschild und ein wenig weiter einen Lindenbaum. Durch den Anprall zersprangen die Windschutzscheibe und die Scheiben der Fenster, auch wurde das Auto sonst noch schwer beschädigt. Der Fahrer erlitt Verletzungen an der Hand und am Kopfe, scheinbar leichterer Natur. Er konnte aber seinen beschädigten Wagen, an dem der Motor noch intakt geblieben war, zur Reparaturwerkstätte in ein Nachbardorf fahren. Der andere Fahrer konnte mit seinem Fahrzeug ungehindert seine Fahrt in der Richtung Gießen fortsetzen. (D Allendorf a. d. Lda., 7. Febr. Gestern abend veranstaltete die hiesige Freiwillige Feuerwehr in der schön geschmückten Stadthalle eine Kappensitzung, die sehr gut besucht war und in allen Teilen als wohlgelungen zu betrachten ist. Die Veranstaltung war gleichzeitig als Werbeabend für die Wehr gedacht. Der musikalische Teil wurde vom Musikzug der Wehr in vorzüglicher Weise bestritten. Der Leiter der Wehr, Oberbrandmeister Kehr, eröffnete den Abend mit einer kurzen Begrüßungsansprache, in der er auf die Wichtigkeit und Notwendigkeit einer schlagfertigen Wehr hinwies und die in einem dreifachen Sieg- Heil auf den Führer ausklang. Heitere Vorträge wechselten mit gemeinschaftlichen Gesängen, auch fand die übliche Tombola-Verlosung statt. Tanz hielt dann die Teilnehmer bis in die frühen Morgenstunden beisammen. △ Harbach, 8. Febr. Nachdem schon Ostern 1936 die Voraussetzungen zur Hissung der HI. - Fahne gegeben waren, konnte nun auch in unserer Schule die Flaggenhissung vorgenommen werden. Zu dem feierlichen Akt am Samstagmorgen war Jungbannführer T a e ß l e r erschienen. Nach einem einleitenden Lied trugen zwei Pimpfe Gedichte von H. Dieter und Franz Lüdtke vor. Dann folgte das alte Kampflied „Es zittern die morschen Knochen". Jungbannführer T a e ß l e r wies in feiner Ansprache auf die Bedeutung des Tages hin und ermahnte die Kinder, unbeirrt dem heiligen Banner der deutschen Jugend zu folgen. Nach der Flaggenhissung sprach Lehrer Söhn gen das Schlußwort und brachte das Sieg-Heil auf den Führer aus. Geeignete Gedichte leiteten zum Lied der Hitler-Jugend über, das von den Pimpfen und Jungmädeln begeistert gesungen wurde. An der Feier nahmen Vertreter der Partei und der Gemeindeverwaltung teil. * Beltershain, 7. Febr. Ein sehr gut besuchter Filmvortrag wurde am Freitag hier von der Geflügelzuchtberaterin Frl. Lanz (Gießen), Landwirtschaftsschule, über neuzeitliche bäuerliche Hühnerhaltung gehalten. Die Küken- und Junghennenbeschaffung und Aufzucht wurden eingehend besprochen und interessierten besonders, so daß der Vortrag einen guten Erfolg verspricht. Kommunalpolitische Tagung in Alsfeld. I Alsfeld, 6. Februar. In diesen Tagen fand die erste diesjährige Tagung der Kreisabteilung Alsfeld des Deutschen Gemeindetages unter Leitung des Kreisobmannes, Bürgermeister Dr. V ö l s i n g, statt. Im Rahmen der reichhaltigen Tagesordnung sprach zunächst der Kreisluftschutzschulungsleiter As- .essor Dr. Franz von der Oberrealschule Alsfeld, Über „Die Schulung d e r Bürgermeister im Luftschutz." Er gab bekannt, daß in der Zeit vom 8. bis 13. Februar ein Schulungskursus lm Luftschutz in zwei Lehrgängen von je drei Ta- aen Dauer für alle Bürgermeister des Kreises Alsfeld stattfindet. Die Teilnahme ist für jeden Bür- aermeifter Pflicht. Der Redner erläuterte sodann den für die Schulung vorgesehenen Lehrplan. Der stellv. Kreisdirektor des Kreises Alsfeld, Re- aierungsrat Kessel, sprach hierauf über „Vier- l'ahresplan und Preisgestaltun g." Der Redner wies darauf hin, daß es sich hier um Maßnahmen handelt, welche die Mithilfe der Bürger- fneister in ihrer Eigenschaft als Ortspolizeibehorde erfordere, insbesondere auf dem Gebiete der Preisgestaltung. Es fei die Pflicht jedes Bürgermeisters, ein wachsames Auge auf etwaige Preiserhöhungen und auf das Hamstern von Lebensrnitteln zu haben. Stadtbaumeister M a l k m u s als Kreisbeauftragter des Amtes für Technik machte dann auf deutsche Rohstoffe und Werkstoffe zur Durchführung des Vierjahresplanes aufmerksam. Er sprach dann noch über die nationalsozialistische Heimstättensiedlung und erläuterte dabei die Voraussetzungen und Bedingungen für die Arbeitersiedlungen, an denen Personen mit einem monatlichen Einkommen bis zu 200 Mark teilnehmen können. Die Wohnungsmiete für die Siedlungshäuser soll den vierten Teil des Monatslohnes nicht übersteigen. Der Siedler muß 25 v. H. der Bausumme als Eigenkapital nachweisen. Die Gemeinde hat das Gelände gegen Bezahlung zur Verfügung 3U stellen. Der Vorsitzende empfahl unter Hinweis auf die günstigen Erfahrungen mit der Alsfelder vorstädti- schen Kleinsiedlung der Siedlungstätigkeit auch auf dem Lande Aufmerksamkeit und Interesse zuzuwenden. Regierungsrat Kessel brachte alsdann eine Anzahl von Einzelfragen über Angelegenheiten der laufenden Verwaltung zur Besprechung, an welche sich eine rege Aussprache anschloß, lieber das Wehr- erfassungswesen referierte Verwaltungsinspektor kneife! vom Kreisamt Alsfeld. Derwaltungs- infpektor Dippel gab einige allgemeine Verfügungen des Kreisamts bekannt. Der Kreisobmann, Bürgermeister Dr. Völfing, gab in großen Zügen einen Ueberblicf über die neue Realsteuerreform unter besonderer Berücksichtigung des neuen Gewerbesteuergesetzes und des neuen Grundsteuergesetzes. Voraussichtlich würden auf Grund der neuen Bestimmungen des Gewerbesteuergesetzes erhebliche Verschiebungen innerhalb des Kreises der gewerbesteuerpflichtigen Personn stattfinden, deren finanzielle Auswirkungen auf die Gemeinden noch nicht zu überblicken seien, auch stehe noch nicht fest, in welcher Weise die Abänderung des Finanzausgleichs zwischen dem Lande Hessen und seinen Gemeinden und Gemeindeoerbänden, die durch den ausschließlichen Uebergang der Gewerbesteuern auf die Gemeinden notwendig werde, erfolgen wird. Der Vorsitzende schloß die vielseitig gestaltete Tagung mit Dankesworten an die Teilnehmer und mit dem Treugelöbnis für den Führer. GJL-fport Deutscher Sieg im „Preis der Nationen". Beim Berliner Reitturnier war am Samstag ein großer Tag. Im Höhepunkt der ganzen Veranstaltung, dem „Preis der Nattonen" um den „Preis des Führers" starteten Deutschland, Frankreich, Ungarn und Holland. Die Entscheidung lag zwischen Deutschland und Frankreich und fiel zugunsten der deutschen Mannschaft, bestehend aus Oblt. Brin'ck- mann, Hptm. v. Barnek und Rittm. K. Hasse und den Pferden Alchimist, Olaf und Tora. Der Führer wohnte den prächttgen Reiterkämpsen bei. Iußball-Enlscheidungen um den Reichsbundpokal. In Leipzig und Berlin fanden die Spiele der Vorschlußrunde um den Reichsbund-Pokal statt. In Berlin standen sich vor 25 000 Zuschauern die Gaumannschaften von Brandenburg und Niederrhein gegenüber. Der Kampf endete mit einem knappen Siege der Rheinländer von 4:3 (1:0). Mit dem gleichen Endergebnis bei einem Pausenstand von 1:1 siegte in Leipzig der Verteidiger des Pokals, der Gau Sachsen, vor 18 000 Zuschauern über den Gau Baden, so daß sich am 28. Februar im Endspiel die Gaue Sachsen und Niederrhein gegenüber; stehen. Pokalendspiel in Berlin. Wie das Fachamt Fußball im DRfL. mitteilt, wird das Endspiel um den Reichsbund-Pokal zwischen den Gauen Sachsen und Niederrhein am 28. Februar in der Reichshauptstadt veranstaltet. Die Spielstätte des Treffens steht noch nicht fest. Hessen schlägt Niedersachsen 3:1 (1:0). Verdienter Sieg der hessen-Els in Kassel. Das erste Zusammentreffen der beiden benachbarten Gaue Hessen und Niedersachsen nach der Neuordnung im deutschen Sport brachte vor rund 6000 Zuschauern der Hessen-Elf einen überraschenden Sieg. Der Kampf stand im Zeichen überragender Hintermannschaften, die den beiden Fünferreihen keine großen Entwicklungsmöglichkeiten ließen. Hessens Sturm arbeitete die besseren Torgelegenheiten heraus, besonders der Flügel Markert- Brüssel war sehr gut. Bei den Gästen wollte es im Angriff nicht so recht klappen. Die Elf zeigte zeitweise gute Zusammenarbeit, doch fehlte vor dem Tor der kraftvolle Schuh. Schiedsrichter Best (Frankfurt a. M.) leitete korrekt. Hessen begann das Spiel mit Wind und Sonne im Rücken. Das Können von Sonnrein im Hessen- Tor wurde bei schnellen Vorstößen der Niedersachsen bald auf die Probe gestellt. Dann wurde das Treffen ausgeglichen. Vor beiden Toren gab es spannende Kämpfe, doch konnten die Torhüter zunächst alle Gefahren bannen. In der 35. Minute gab der Halblinke Beyer eine gute Vorlage an den Mittelstürmer Jstel, gegen dessen Bombenschuß kein Kraut gewachsen war: 1:0 für Hessen. Die Platzherren konnten trotz größter Anstrengungen der Niedersachsen diesen Vorsprung bis zum Seitenwechsel halten. Nach Wiederbeginn hatte Niedersachsen zunächst etwas mehr vom Spiel. Doch gelang ihnen kein Treffer. In der 68. Minute brannte Hessens Rechtsaußen Markert durch und gab den Ball zur Mitte, wo K l e i m ungedeckt stand und zum 2:0 einsenden konnte. Hier ließen die Gäste etwas nach und Hessen wurde eindeutig überlegen. Eine schlechte Abwehr Sonnreins veranlaßte L i p k e zum schnellen Handeln und schon stand es 2:1. Nach diesem Erfolg drehten die Niedersachsen stark auf. Doch waren ihre Angriffe zu überhastet, so daß ihnen kein Erfolg beschieden war. Schließlich stellten die Hessen in Der 83. Minuten ihren Sieg durch einen Kopfball ihres Mittelläufers E i s e n r e i ch mtt 3:1 sicher. Mannschasts-Geräiwettkampf in Großen-Linden. Am Sonntag, 14. Februar, kommt in der Turnhalle zu Großen-Linden ein Mannschaftskamps der Turnvereine Wetzlar — Sinn — Großen- Linden zur Austragung. Der Kampf wird im Rahmen der jetzt laufenden Gerät-Rundenwett- kämpfe durchgeführt. Die Mannschaften gehören der Oberstufe (Gauklasse) an, so daß ein hochwertiger Kampf erwartet wird, auf dessen Ausgang man sehr gespannt ist. Der Abschluß der Krastschrzeiig- Am Samstag, dem letzten Tage der großen Prüfungsfahrt, hatten Kraftwagen und Krafträder die Rollen vertauscht, denn diesmal zogen Personenkraftwagen und Lastkraftwagen in westliche und die Krafträder in östliche Richtung. Bereits vom Start weg verfolgte am Samstag bald starker, bald schwächerer Regen die Fahrer auf ihrer Strecke bis zum Ziel. Die Wege, besonders die Geländestrecken, waren infolgedessen aufgeweicht und der letzte Schnee tat noch sein übriges, um den Untergrund noch weicher zu machen. Die Durchschnitte lagen auch am Samstag wieder sehr hoch. Man hatte Gutwetter-Zeiten angesetzt, und die Fahrer mußten je nach ihrer Klasse eine Geschwindigkeit einhalten, die zwischen 30 und 60 km/st lag. Es gab daher am Samstag wieder eine scharfe Hetzjagd über Landstraßen und Geländestrecken und die Fahrer mußten das Letzte aus ihren Fahrzeugen herausholen. Das Ergebnis. Von den 287 Teilnehmern, die den Wettbewerb aufnahmen, hielten 237 alle vier Tage durch, und nur 50 schieden aus. 119 Einzelfahrer erhielten die Goldmedaille, 18 Mannschaften den Goldschild. Die entsprechenden Auszeichnungen in Silber wurden an 103 Einzelfahrer und 13 Mannschaften gegeben, 17 Fahrer und drei Mannschaften bekamen die Eiserne Medaille oder den Eisenschild, vier Teilnehmer erhielten die Erinnerungsplakette. Glänzender Erfolg der NSKK.-Zahrer der Gruppe Hessen. NSG. Der NSKK.-Mannschaft der Motor- gruppe Hessen gelang es in der Kraftfahrzeug- Winterprüfung 1937 die höchste Auszeichnung: eine goldene Plakette zu erringen. Zu der erfolgreichen Mannschaft, die auf Adler-Personenwagen fuhren, gehörten: der Führer der Motorgruppe Hessen, Gruppenführer Richard Prinz von Hessen, Oberstaffelführer Nagel (Gießen) und Oberscharführer Heil (Frankfurt). Aber nicht nur die Wagenmannschaft, auch unsere Motorradmannschaft mit den Fahrern Krömmelbein, Kropp und Weber konnte sich hervorragend auszeichnen: eine wohlverdiente silberne Plakette wurde der Mannschaft der NSKK.-Motorgruppe Hessen überreicht. Diese Erfolge auf der ersten kraftfahrtsportlichen Veranstaltung des Jahres 1937 berechtigen zu den schönsten Hoffnungen für unsere NSKK.-Fahrer in der neuen Sportsaison. Urlaub 537 Valet Urlaub. Nach dem Gesetz der Ordnung der nationalen Arbeit hat jeder schaffende Deutsche ein Recht auf Urlaub. Die Entlohnung läuft weiter. Der. Anspruch ist im allgemeinen gestaffelt nach derDienstzeit. Für Hausangestellte z. B. werden gewährt nach den Richtlinien für das Wirtschaftsgebiet Hessen fünf Tage bei ein- halbjähriger Dienstzeit, acht Tage bei einjähriger Dienstzeit. Bei mehr als einjähriger Dienstzeit 14 Tage. In jedem Falle empfiehlt es sich, bei Eingang des Vertragsoerhältnisses Einzelheiten in U.-Fragen nochmals festzulegen. Arbeitsamt und die Deutsche Arbeitsfront find durch Auskünfte gerne behilflich. Urne, Ton-, Stein- oder Metallgefäß zur Beisetzung eines Verstorbenen nach der Feuerbestattung. Urfol, Teerfarbstoff, mit dem Pelzwerk braun oder schwarz gefärbt wird. Ursula, weiblicher Vorname lat. Herkunft mit der Bedeutung „die Bärin". Abk.: Ulla. Urteil. Auf Grund eines rechtskräftigen Urteils kann man gegen die verlierende Partei die Zwangsvollstreckung betreiben ^pfänden lassen usw.). Das U. wird rechtskräftig regelmäßig einen Monat nach der Zustellung. Bis dahin kann der verlierende Teil Berufung an das übergeordnete Gericht einlegen. (Muß durch Rechtsanwalt erfolgen.) Gegen U. des Arbeitsgerichts ist Berufung nur innerhalb zweier Wochen zulässig; gegen Strafurteile innerhalb einer Woche. S. Prozeß, Berufung, Revision, Versäumnisurteil. Usambaraveilchen, schöne Topfpflanze, die äußerst dankbar blüht und in zentralgeheizten Wohnräumen ungehindert gedeihen kann, da sie trockene Luft verträgt. Wird durch Teilung gewonnen. B Vademecum, lat. Bedeutung = Geh mit mir Taschenbuch, Leitfaden. Ratgeber beispielsweise „3roa = Ich weiß alles", das Lexikon der Hausfrau. Vag, lat., entbehr! Fremdwort für unbestimmt unsicher unklar ungenau, verschwommen, nichtssagend. Vagabund, neulat, Bedeutung: Landstreicher, Herumtreiber, Stromer. Vakanz, lat., Bedeutung: offene Stelle, auch Ferien. Urlaub. Balenciennespitzen, Spitzen aus der nordfranzösischen Stabt Va- lencienne, die besonders fein sind. Valentin, männl. Vorname lat. Herkunft mit der Bedeutung „Der Gesunde" weibl. Form Valentine Valerie, weibl. Vorname latein. Herkunft mit der Bedeutung „die etwas vermag". Valet sagen, lat., Bedeutung: Lebewohl sagen, Abschied. 'Mdtertieima* DAS FÜHRENDE FACHGESCHÄFT IN GLAS-UNO POR^ELLANWAREN '"'M w ~gTe»'e INI /kre uz plat£ Hier abschneiden! Fußball der heimischen Mnnschasten. Oie Ergebnisse der Bezirksklasse. 1900 — Dillenburg 1:0 Bissenberg — Wetzlar 2:1 Lollar — Burg 5:1 Frohnhausen — DfB.-R. Gießen 5:1. Der vergangene Sonntag brachte einige überraschende Ergebnisse. Vor allem läßt das Ergebnis von Bissenberg aufhorchen. Daß die Wetzlarer verlieren würden^ wenn auch nur knapp, wurde sicherlich nicht erwartet. — Das Ergebnis auf dem Platz der Spielvereinigung 1900 entspricht den Erwartungen, wenngleich es hätte höher ausfallen müssen. Ferner war nicht vorauszusehen, daß die Lollarer ihre Gäste aus Burg so klar distanzieren würden. Mit dem schlechten Äbschneiden der VfBer in Frohnhausen muhte allerdings gerechnet werden. Die Grünweißen zieren damit ziemlich eindeutig das Ende der Tabelle. 1900 - Dittenbmg1:0 Es war verständlich, daß dem gestrigen Kampf 1900 — Dillenburg mit besonderem Interesse entgegengesehen wurde, zumal am Sonntag vorher die Wetzlarer, die die Tabelle anführen, in Dillenburg nur knapp und mit Mühe gewinnen konnten. Wie werden sich die Blauweißen gegen die Dillenburger behaupten? Das war gestern die Frage! Erfreulicherweise stellten sie ihren Mann! Wenn der Sieg gegen die Dillenburger auch sehr knapp lautete, so bringt er doch die zwei Punkte, die den 1900ern in der Tabelle sehr wertvoll sind und sie mutmaßlich der Abstiegsgefahr entreißen. Das Spiel hätte, dem Spielverlauf entsprechend, von den Blauweißen etwas eindeutiger gewonnen und schon in der ersten Halbzeit klar für die Gießener entschieden werden müssen. Die Elf der Spielvereinigung mit: Rahn; Zeiler, Lippert; Erhard, Heilmann, Lehrmund, Schellhas, Ranft, Löbsack, Sack und Heuser, zeigte in der ersten Halbzeit ein tadelloses und erfolgversprechendes Zusammenspiel. Die Mannschaft erschien sehr einheitlich in ihrer Leistung, wenngleich Manks Fehlen bemerkt wurde. Die Hintermannschaft arbeitete wiederum sehr sicher. Rahn hatte in der ersten Halbzeit nicht viel zu zeigen. Lippert und Zeiler gefielen immer wieder durch ihre klaren Abschläge, die den gegnerischen Stürmern nur wenig Möglichkeiten zur Entfaltung oder gar zum gefährlichen Torschuß ließen. In der Läuferreihe ragte Heilmann wieder hervor, der aber in seinen Nebenleuten auch gute Assistenten hatte. In der Stürmerreihe erwiesen sich Löbsack und Sack als die treibenden Kräfte; Heuser kam diesmal nicht so sehr zur Entfaltung, Ranft und Schellhas taten vollauf ihre Pflicht und waren auch immer zur Stelle. Die Mannschaft hatte gestern keinen Versager aufzuweisen. Der Spielverlauf brachte zwei grundverschiedene Halbzeiten. In den ersten zehn Minuten waren die Blauweißen eindeutig überlegen und schnürten die Gegner geradezu in ihrer Hälfte ein. Erst allmäh- mählig konnten sich die Gäste frei machen und das Spiel etwas offener gestalten. Die Überlegenheit der Blauweißen war aber nach wie vor nicht zu übersehen. Zahlreiche Schüsse kamen, durchaus nicht harmlos auf das Dillenburger Tor; aber hier stand ein Tormann, der sich in einer ganz ausgezeichneten Form befand und jeden Ball hielt. Wie ein Blitz schoß er verschiedene Male aus dem Kasten und fischte sich das Leder. Ihrem Tormann hatten die Dillenburger allein zu verdanken, daß das Spiel nicht schon in der ersten Halbzeit klar verloren wurde. Anderseits arbeitete aber auch die Dillenburger Verteidigung wie ein Feind und brachte oft aus dem dicksten Gewühl den Ball in das Mittelfeld zurück. Verschiedene Ecken für die Spielvereinigung konnten auch nicht ausgenutzt werden. Immer wieder griffen die Einheimischen in tadellosen Kombinationszügen an, aber der Erfolg blieb ihnen während der ganzen ersten Halbzeit versagt. Mit 0:0 ging es in die Pause. Unmittelbar nach dem Wechsel fiel die Entscheidung! Heilmann hatte bereits in der zweiten Minute einen Strafstoß zu treten, der so genau placiert wurde, daß es selbst dem ausgezeichneten Torhüter nicht möglich war, das Leder noch zu erwischen. Wer sich nun allerdings versprochen hatte, daß das Spiel besonders interessante Form annehmen würde, sah sich etwas enttäuscht. Beide Mannschaften schienen von der sehr scharfen ersten Halbzeit heftig mitgenommen zu sein, denn selbst die Dillenburger brachten nicht mehr den richtigen Schneid auf, obwohl sie auf den Ausgleich hätten hinarbeiten müssen. Auf beiden Seiten gingen nun Schüsse neben und über die Latten. Rahn war jetzt etwas mehr beschäftigt wie vorher, zeigte sich aber auch sehr sicher. In einem ziemlich ausgeglichenen Mittelfeldspiel, das an dramatischen Höhepunkten nicht sonderlich reich war, ging das Spiel zu Ende. Der Schiedsrichter Kob (Garbenheim) leitete unauffällig und einwandfrei. Große Tage des Wintersportes. Herber/Baier Europameister. Im Prager Kunfteisftadion fiel am Freitagabend bei den Europameisterschaften im Kunstlaufen die erste Entscheidung. Die deutschen Olympiasieger Maxie Herber-Ernst Baier bestätigten das Ergebnis der Olympischen Winterspiele in Garmisch durch einen neuen Sieg über das österreichische Ge- schwisterpaar Pausin und die ungarischen Geschwister von Szekrennyessy. Cecilia C o l l e d g e, die vorzügliche englische Eiskunstläuferin, holte sich am Sonntag in Prag den Titel einer Europameisterin vor ihrer Landsmännin Megan Taylor und der Oesterreicherin Emmy Putzinger. Von den deutschen Teilnehmerinnen belegte die Münchnerin Meyerhans den zehnten Platz. Cristl Cranz siegt abermals. Zum zweitenmal innerhalb kurzer Frist trafen die reichsdeutschen und österreichischen Abfahrtsläufer, gewissermaßen zu einem inoffiziellen Länderkampf, aufeinander. Diesmal war Innsbruck der Schauplatz. Wie schon bei der Wintersportwoche endete d^r Abfahrtslauf abermals mit einem großen Erfolg der Reichsdeutschen. Vier unserer Vertreterinnen, mit Christi Cranz an der Spitze, belegten die ersten Plätze, das gleiche Bild ergab sich bei den Männern, , bei denen Roman W örnd le bester war. Die Geschwister Cranz waren bei den österreichischen Meisterschaften in den alpinen Skiwettbewerben in Innsbruck sehr erfolgreich. Christ! Cranz gewann nach ihrem Siege im Abfahrtslauf auch den Torlauf, während bei den Männern ihr Bruder, Rudi Cranz, den ersten Platz belegte, nachdem er am Vortage hinter Roman Wörndle Zweiter geworden war. In der Kombination beider Wettbewerbe blieben die Geschwister Cranz Sieger. Oie Akademischen Weltwinterspiele. Deutsche Staffelläufer auf falscher Spur. Der vorletzte Tag der Ski-Wettbewerbe bei den Akademischen Welt-Winterspielen brachte den 5X6- Kilometer-Staffellauf. Der Langlaufsieger Dr. Büchel verlies sich als letzter Mann der deutschen Staffel und konnte dann nur noch den zweiten Platz schaffen. Der Sieg fiel an die Norweger in 2:34:50. Norwegischer Sieg im Konibinationsfprunglauf. Bei sterömendem Regen wurde am Samstagnachmittag der Sprunglauf für die Zweier- und Dreier- Kombination auf der kleinen Zeller Schanze abgewickelt. Den besten Eindruck hinterließ der Nor- roeger Jensen, der 28 und 31 Meter sprang. Ausgezeichnet war auch Nils Eie mit 27 und 29,5 Meter. Die deutschen Teilnehmer hielten sich sehr gut. Da in der Zweier-Kombination noch ein Protest schwebt, konnten erst die Ergebnisse der Dreier- Kombination (Langlauf, Abfahrt, Sprunglauf) ermittelt werden. Norwegen belegte hier durch Eie den ersten Platz. Unter den besten Zehn befinden ich auf fünf Deutsche. Geri Lanlschner Kombinationssieger. Das Endergebnis in der Kombination Abfahrt und Torlauf hat den erwarteten Sieg und damit den zweiten Akademischen Weltmeistertitel für Geri Lantschner-Deutschland ergeben, der damit auch Oesterrreichischer Studentenmeister wurde. Ulrich Beutter, der auch im Torlauf so gut abgeschnitten hatte, wurde nachträglich aus den Ergebnissen des Torlaufes gestrichen, da sich herausstellte, daß er im zweiten Lauf ein Tor ausgelassen hat. Norwegischer Erfolg im Sprunglauf. Am letzten Tage gewann der Norweger S o l l i d den Spezial-Sprunglauf vor feinen Landsleuten Eie und Prytz. Bester Deutscher war Dr. Dehmel, der den siebten Platz belegte. Der deutsche Gesamtsieg. In der Gesamtwertung belegte Deutschland mit 80 Punkten vor Norwegen (62), Oesterreich (52) und Italien (23) den ersten Platz. Von den insge- amt 20 bei den Weltspielen zur Vergebung gelangten Meistertiteln konnte Deutschland sechs erringen. Neue Zweifel um den Boxkampf Schmeling-Braddock. Die unheilvolle Arbeit der Hintermänner im amerikanischen Boxgeschäft zielt darauf ab, unserem Max Schmeling um sein wohlverdientes und vertraglich zugesichertes Anrecht auf einen Titelkampf mit Weltmeister Jimmy Braddock zu bringen. Aus Chikago teilt die Athletik-Kommission des Staates Illinois mit, daß am kommenden Montag Louis und Braddock einen Vertrag unterschreiben werden, auf Grund dessen sie am 15. Juni in Chikaago einander im Ring gegenübertreten werden. Beide Boxer sollen verpflichtet werden, am 1. Mai mit dem Training in der Nähe von Chikago zu beginnen. Die Leitung des Neuyorker Madison Square Garden droht zwar mit dem ordentlichen Gericht, und die Boxkommission des Staates Neuyork, die allein das Recht auf einen Weltmeisterfchaftskampf besitzt, kündigt an, Baraddock den Titel abzuerkennen, doch alle diese Gegenmaßnahmen scheinen nicht viel zu fruchten. Hinter Chikago steht das Geld in der Person des Millionärs Sheldon Clark, der durch Mike Jakobs dem Weltmeister für einen Kampf mit Louis eine Garantie von 500 000 Dollar m.bietet. Ja- 'obs, der Schmeling und Louis unter Vertrag hat, etzt sich voll für eine Begegnung Braddock - Louis ein, da er sich hiervon mehr Einnahme als von dem Neuyorker Kampf verspricht. Selbst in Schmeling geneigten Kreisen wird die Lage für den Deutschen als hoffnungslos angesehen, denn man ist überzeugt, daß er diesmal endgültig um feine rechtmäßigen Ansprüche betrogen werden soll. Gportami „Kraft durch ftrcube". Boxen: Schulsaal der Schillerschule, Schillerstraße, 20.15 bis 21.45 Uhr. Allgemeine Körperschule: Gymnasium, Bismarckstraße. Nur für PL. der NSDAP., Ortsgruppe Süd. Der Kursus fällt aus. Reiten (für Männer und Frauen gemeinsam): Reitinstitut, Brandplatz, 20 bis 21 Uhr. Wirtschaft. Mein-Mainische Börse. Uneinheitlich. Frankfurt a. M., 6. Febr. Die Wochenbörse verkehrte am Aktienmarkt in uneinheitlicher Haltung, wobei zu den ersten Kursen leichte Abschwächungen überwogen, da einiges Material her- auskam Der weitere Rückgang der Reichsbahn-VA. auf 123,25 (123,75) blieb dabei nicht ohne Einwirkung. Das neue Bankdepotgesetz wurde stark beachtet, während von den günstigen Siemens-Abschlußziffern kaum eine Anregung ausging. Etwas lebhafteres Geschäft erhielt sich am Montanmarkt für Rheinstahl zu 154 (153,50) und für Verein. Stahl zu 120,65 bis 120,50 bis 120,75 (120,25), wogegen die übrigen Papiere 0,25 bis 0,50 v. H. abbröckelten, Klöckner 127,50 (128,50). Feste Haltung zeigten auf Abschlußhoffnungen Zellstoff Aschaffenburg mit 140 (137), etwas höher lagen sonst noch Metallgesellschaft mit 154,13 (153,13), Schuckert mit 164 (163,50) und Eßlinger Maschinen mit 109,75 (109,50). Auf den übrigen Marktgebieten schwächten sich die Kurse um 0,50 bis 1 v. H. ab, Siemens verloren 2 v. H. auf 201,50, Gesfürel 1,25 v. H. auf 145,50, Rütgers- werke 1,25 v. H. auf 143,50 und RWE. gingen auf 132,25 bis 131,75 (133) zurück. JG.-Farben lagen mit 169,90 (170) fast unverändert. Am Rentenmarkt bestand überwiegend Kaufinteresse, Kommunal-Umschuldung 91,20 (91,13), Wiederaufbauzuschläge 76,65 (76,25), Altbesitzanleihe mit 120,13 voll behauptet. Don ausländischen Freiverkehrswerten waren österreichisch-ungarische Dor- kriegsrenten etwas fester, Wiener Derkehrsanleihe 1,50 bis 1,65, 1895er Steg 2,75 bis 3, L-Lombarden 3 bis 3,25, Oesterr.-Ungarische Bankpfandbriefe 3,50 bis 3,65. Im Verlaufe blieb die Kursentwickelung am Aktie n m a r k t bei anhaltend kleinen Umsätzen unregelmäßig. Niedriger waren JG.-Farben mit 169,40 nach 169,90, mäßig fester Rheinstahl 155 nach 154, Moenus 109,50 nach 109, Buderus 120,25 nach 120. Von erst später notierten Werten verloren Kali Aschersleben 2,50 v. H. auf 139,50, Deutsche Erdöl 0,75 v. H. auf 148,25 und Licht & Kraft 1 v. H. auf 152, höher waren Rheag mit 138,75 (138), Holzmann mit 144,75 (144), Junghans 129,75 (am 4. Febr. 128,75). Von Renten blieben Kommunal-Umschuldung mit 91,20 gefragt, Reichsbahn-VA. unverändert 123,75. Goldpfandbriefe und Kommunal-Obligatio- nen bei ruhigerer Nachfrage unverändert, Liquidationspfandbriefe uneinheitlich. Von Stadtanleihen 4,5proz. Heidelberg 94,25 (93,75), die übrigen unverändert. Am Auslandrentenmarkt schwächten sich Silbermexikaner weiter ab. Der Freioerkehr lag still, Adlerwerke 105,50 bis 108 (106 bis 108). Tagesgeld unv. 2,50 v. H. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 8. Februar. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 1097 Rinder (196 Ochsen, 156 Bullen, 590 Kühe, 155 Färsen), 591 Kälber, 244 Schafe, 4085 Schweine. Es kosteten: Rinder: Ochsen 36 bis 45 Mk., Bullen 34 bis 43, Kühe 18 bis 43, Färsen (Kalbinnen) 35 bis 44, Kälber 30 bis 65, Hämmel 34 bis 48, Schafe 30 bis 40, Schweine 48,50 bis 52,50 Mk. — Marktverlauf: Rinder und Schweine wurden 3ugeteilt, Kälber lebhaft, Hämmel und Schafe mittelmäßig. Sprechstunden der Redaktion. 1130 bis 1230 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstagnach. mittag geschloffen. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Vampir 538 Veilchen Vampir, Fledermausart, nach abergläubischen Vorstellungen der Geist eines Verstorbenen, der Lebenden Blut absaugt. Daher die dem Amerikanischen entnommene Bezeichnung Camp für Darstellerinnen, die Frauen verkörpern, die Männern gefährlich werden. Vanille ist die Schotenfrucht einer Orchideenpflanze, die bei uns nur in Warmhäusern gezogen werden kann. Früchte in Glas- hülsen käuflich. Am aromatischsten sind solche, die auf den Früchten weißen Belag tragen und schwarze Samenkörner im Innern der Schotenfrucht. Bei Gebrauch vorsichtig die weißen Kristalle abschaben und der Speise zugeben. Ebenfalls die Schoten öffnen, um das Aroma der Samenkörner vollständig auszunützen. V.-Stangen verschlossen aufbewahren. Durch Einlegen in feinen Zucker wird Ä.-Zucker gewonnen. Vanillezucker, mit Vanillin gemischter Puderzucker, der billiger ist als Vanille oder Vanillin. Vanillin, aus Vanillinpflanzen gewonnene farblose Kristalle, die als Vanilleersatz benutzt werden. Vanillin wird auch künstlich her- gestellt. Variete, franz., Schaubühne mit wechselnden artistischen, gesanglichen und sonstigen Darbietungen. Vaselin, Kohlenwasserstoff, aus Petroleum gewonnenes, salbenartiges Mineralfett, das zur Hautpflege, als Lederfett bei Lackschuhen und Rostschutz für Eisenteile verwendet wird. Man darf zur Hautpflege nur bestes Vaselin verwenden. Vaterschaft. Als Vater eines während des Bestehens der Ehe geborenen Kindes gilt ohne weiteres der Ehemann der Mutter. Er kann aber die Ehelichkeit durch Klage eventuell anfechten (s. Ehelichkeit). Als Vater eines unehelichen Kindes gilt der Mann, der mit der Mutter während der Empfängniszeit (f. dort) Geschlechtsverkehr gehabt hat. Vegetarismus, Lebensanschauung, die zur Ernährung nur Pflanzenkost gelten läßt und in strenger Form alle tierischen Erzeugnisse wie Milch, Eier, Käse usw. ablehnt. Veilchen (Viola adorata — wohlriechendes V.) wächst wild in feuchten Wiesen. Im Garten an Frühlingssonnenplätzen anpflanzen, wo sie ungestört stehen können. Großblumige Sorten sind meist nicht duftend. Besondere V.-Art: Hornv. und Hamburger V. Sie blühen den ganzen Sommer hindurch und eignen sich gut für Steingärten. V. wird durch Teilung vermehrt. Gezuckerte = kandierte Veilchenblüten werden zur Tortengarnierung und als Veilchenbonbons gebraucht. haben Sie ein Dorlege-Beffetf? Es ist sehr nützlich beim Dorlegen von Gemüse, Bratenscheiben usw. bei Tisch. Noch viele andere Kleinigkeiten für den gedeckten Tisch sehen Sie bei Häuser. Kuchenzangen, Kompottlöffel, Zuckerzangen usw. Lassen Sie sich das mal zeigen bei 3- B. Häuser, Gießen, am Osroatbsgarfen, Fernsprecher 2145/2146. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Frankfurt a. M. I Berlin 5.2. 6.2. 5.2. 62. Datum 5% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 5%% Doung-Anleihe von 1930 .. 4-/r°/o Hessische Volksstaat von 1929 4/2% Deutsche Reichspostschatz von 1934 I...................... 4y2% Deutsche Reichsbahnschatz von 1936 I.................. Reichsanleihe-Altbesitz.......... Oberhessen Provinz-Anlethe mit Auslos.-Rechten.............. 4y2% Hess. Landesbk. Darmstadt Goldpfe. R. 12.............. 5y2% Hess. Landes-Hyp.-Bank Liqu. Goldpfe............... 4y2% Preuß. Landespfdbr.-Anst. Goldpfe. R. 19.............. 4%% Preuß. Gold-Komm. R. 20 4y2% Darmstädter Komm.-Lan- desbankR. 6................ Deutsche Komm.-Sammel-Anleihe Auslos.-Rechte I.............. 4y2% Franks. Hyp. Goldpfe. R. 15 4y2% Franks. Hyp. Gold-Komm. Obl. 2 3.................... 5%% Franks. Hyp. Liquidation Goldpfe..................... 5y2% Rheinische Hyp. Liquidation Goldpfe..................... Steuergutschein-Verrechnungskurs 5% Goldmexikaner von 1899 .... 4% Lesterreichische Goldrente.... 4,2% Lesterreichische Silberrente. 4y2 Ungarn Staats von 1913 .... 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 5% Rumänen von 1903......... 4*/2% Rumänen Gold von 1913.. 4% Einheits-Rumänen......... 4% Türken Bagdad I........... 4% Türken Bagdad 11.......... 2y4% I. Anatolier.............. A.G. für Verkehrswesen......6 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Hamburg-Amerika Paket......0 Norddeutscher Lloyd..........0 Deutsche Reichsbahn Vorz.-Akt. 7 Reichsbanl.................. 12 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 Commerz- und Privat-Bank... 4 Deutsche Diskonto............4 Dresdner Bank.............. 4 101,13 98,13 103 99,5 101,25 98,13 103 99,5 101 98,13 103 99,5 101,25 98,13 102,65 99,5 100,13 100,13 100,25 100,13 98,75 98,75 98,5 98,5 120,1 120,13 120,13 120 132 132 131,75 — 98 98 98 — 101,2 101,2 — — 98 — 98 _ 96 96 96 96 95 95 — — 127 127,5 127,25 127,25 98 98 98 98 95,75 95,75 — — 101,65 101,5 — — 101,9 102 102 102 110,25 110,25 110,4 110,4 — — — — — — 15,75 — 1,3 1,3 1,3 1,35 5,4 5,3 — 5,2 6,3 6,25 6,2 6,2 5,1 — 5,1 5,1 — 6,35 6,4 6,4 9,4 9,35 9,45 9,45 5,35 5,15 5,25 5,25 — — — — — _ — _ 19,75 — — — 127,25 127 127,25 127,13 — — 42,75 43 17,65 17,25 17,65 17,25 18 17,5 17,9 17,65 123,75 123,25 124 123,25 185,65 185,5 186 185,5 — — 130,75 131 114,25 114,25 114,25 114,25 117 117 117 117 106,9 106,9 106,9 106,9 Datum Accumulatoren-Fabrü.......12 ä KV-Kunstseide.............0 Aschaffenburg Zellstoff........3 Bemberg................ 0 Bekula.....................8 Buderus Eisen...............4 Gement Heidelberg...........7 Gement Karlstadt............6 Ghade A.-C..................9 Gonti Gummi..............11 Daimler Motoren............5 Dessauer Gas...............4 Deutsche Erdöl..............5 Deutsche Gold- und Silber .... 9 Deutsche Linoleum..........10 Elektrische Lieferungen........ 6 Elektrische Licht und Kraft.....7 I. G. Farben-Jndustrie.......7 Felten & Guilleaume.........6 Gesfürel.................... 6 Th. Goldschmidt.............5 GÜHner Maschinen...........0 Harpener.................2 y2 Hoesch Eisen............... 3y2 Philipp Holzmann........... 6 3Ife Bergbau................6 Ilse Genüsse................6 Kali Aschersleben............ 5 Klöcknerwerke............. 4% Kokswerke und Ehemische Fabrik 6 Lahmeyer..................6 Mainkraft...................4 Mannesmann............... 3 Mansfelder Bergbau.......6% Metallgesellschaft.............5 Orenstein & Koppel..........0 Rheinische Braunkohle.......12 Rheinische Elektro............6 Rheinstahlwerke..............6 Rbeinisch-Westfälische Elektro .. 6 Rütgerswerke ...............6 Salzdetfurth Kali..........7y2 Schuckert L Eo............ 6 Schultheis Patzenhofer........4 Siemens & Halske...........8 Süddeutsche Zucker.......... 10 Vereinigte Stahlwerke......3y2 Westdeutsche Kaufhof.........0 Westeregeln Alkali............5 Zellstoff Waldhof............ 6 Otavi Minen...............0,6 Frankfurt a. M. Berlin Schluß- kurs Schluß!. Wendbörse Schlußkurs Schluß!. Mittag, börfe__ 5.2. 6.2. 5-2. 6.2. 202 .__ 202 201 - — — 1 1 - — 137 139 137,9 139,5 107,5 108,25 107,5 108 168,5 168 168,9 168,9 120,5 120,25 120,65 120,25 160 159,5 — — — — —— _ — _ — 172,5 172 172,4 173 129,25 128,65 128,75 129 — — 119,25 118,25 149 148,5 148,75 148,5 267,5 268 — — 168,5 169 168,25 168,75 137 136,5 136,75 136,25 153 152 152,75 152 170 169,75 169,75 170 140,5 140 140 140 146,75 145,5 145,5 145,25 130 128,5 129,5 129,25 44.13 43,75 44,4 43,5 157 156,5 157 156,5 120 119,75 120 119,5 144 144,75 144,25 144,25 —— — 177,25 —■ 149,25 149 148,5 149,25 142 139,5 142,5 139,5 128,5 127,5 128 127,25 —— — 143 143,25 124,5 125 125 12b 95 94,25 — —• 120,5 120,5 120,5 120,5 — —- 162 161,5 153,13 154,5 153,25 153,65 — — 90,25 89,5 225,5 226,75 227 226,75 138 138,75 138,5 138,25 153,5 154,5 153,5 155 133 131,75 132,4 131,9 144,75 143,75 144,13 143,25 183 — 183 181 163,5 164 163,65 163,5 — —— 97,9 97,5 203,5 201,5 202,5 201,5 203,5 203,25 — 203 120,25 120,5 120,25 120,5 57,13 56,75 56,9 57 138,5 137 138,5 137 157,25 — 157,25 156,5 24,13 24,4 24 24,25 Devisenmarkt Vertin — Frankfurt 0.21L 5. Februar 6. Februar Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld | Brief Geld Brief Buenos Aires............. 0,749 0,750 0,705 0,754 Brüssel................... 41,96 42,04 41,97 42,05 Rio de Janeiro............ 0,151 0,153 0,151 0,153 Polen.................... 47,04 47,14 47,04 47,14 Kopenhagen............... 54,32 54,42 54,34 54,44 Danzig................... London .................. 47,04 12,165 5,37 11 ,57 47,14 12,195 5,38 11,59 47,04 12,17 5,37 11,575 47,14 12,20 5,38 11,595 Helsingfors................ Paris.................... Holland.................. 136,18 136,46 136,21 136,49 Italien................... 13,09 13,11 13,09 13,11 5. Februar 6. Februar^ Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Brief Geld Brie, Japan.................... 0,707 0,709 0,707 0,709 Jugoslawien .............. 5,694 5,706 5,694 5,7ll6 Oslo..................... 61,13 61,25 61,16 61,28 48 95 49 05 48,95 49,05 Lissabon.................. 11,045 11,065 11 ;o5 11,07 Stockholm................ 62,72 62,84 62,75 b2,67 5A 95 5|,81 56,93 Spanien.................. 17'48 1L52 15,48 17,52 J Prag..................... 8,651 8,669 8,651 8,669 Budapest................. _ — — 1 Neuyork.................. 2,488 2,492 2,488 2,492