Ur. 234 Erstes Blatt 187. Jahrgang Donnerstag,?. Oktober W37 Lrlcheinl tag lich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bttd • Die Scholle MonatrBezugspreis: Mil 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüsse unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Zrankfurt am Main 11686 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsche Univerfilätrdruckerel R. Lange in Siehe«. Schristleitung und SeschSftrftelle: Schulstraße r Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Npf., für Textanzeigen von 70mm Breite 50Npf.,Platzoorschrift nach vorh. Vereint) g.25°/„ mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Npf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Npf. Mengenabschlüsse Staffel B Deutsches Volk, hilf mit! An das deutsche Volk! 3m Jahre 1933 wandte sich die Regierung des neuen Deutschlands angesichts eines Heeres von weit über sechs Millionen Arbeitslosen zum erstenmal an die Ration, um den Opfern des überwundenen Systems über die ärgste Rot des Winters hinwegzuhelfen. Das deutsche Volk legte damals den Grundstein zum Winterhilfswerk, dem größten sozialen Werk aller Zeiten. Die Gesamtleistung der Winterhilfswerke seit 1933/34 beträgt 1 490760834 Reichsmark. Die Winterschlachten der vergangenen Zahre sind Ruhmesblätter unserer Volksgemeinschaft, ein unwiderlegliches Zeugnis für den Erfolg nationalsozialistischer Erziehungsarbeit. 3m Winter 1937/38 gilt es, die bisherigen Ergebnisse noch zu steigern. Deutsches Volk hilf mit! Vertin, den 5. Oktober 1937. Der Führer und Reichskanzler und die gesamte Reichsregierung. Vertrauen und Einigkeit. Britischer Wirtschastshistoriker berichtet über seine Oeutschlandreise. SeuM-and wünscht nur vernimMe Dinge. London, 7. Okt. (DNB. Funkspruch.) „Keine Spur von Arbeitslosigkeit, ein Geist des Vertrauens und der Einigkeit." — Zu dieser Erkenntnis gelangte der Wirtschaftshistoriker an der Universität Cambridge Dr. C. R. Fay nach einer Reise durch Deutschland und die norwegischen Lander in einer Zuschrift an den „Daily Telegraph". Er sei während des Mussolini-Besuches in Berlin gewesen und habe mit Professoren und Arbeitern gesprochen und dabei feststellen können: Abscheu vor dem Bolschewismus, der in Finnland allerdings ebenso stark gewesen sei, wie in Deutschland, weiter die wirkliche Lebensfreude eines jeden Deutschen. Der Geist des Vertrauens und der Einigkeit stehe in jedem Gesicht. Nahrungsmittel und Getränke seien in genügendem Maße und zu vernünftigen Preisen überall vorhanden, die Milch sei sogar zweimal so billig wie in England. Man sehe keine herumlungernden Menschen und keinen Schmutz. Die Beständigkeit des wirtschaftlichen Lebens werde vor allem von dem deutschen Volke heroorgehoben und gepriesen. Als besonderes Merkmal hebt Dr. Fay den deutschen Wunsch nach Rückgabe der Kolonien hervor. Aus dem Munde von Norwegern habe er die Frage gehört, warum England nicht etwas tun könne, um diesem deutschen Wunsch gerecht zu werden. Auch in Finnland und Schweden sei man der Meinung gewesen, daß England in irgendeiner Weise der deutschen Forderung entgegenkommen sollte. Mit größter Bewunderung stellt Dr. Fay dann fest, daß Deutschland mit erstaunlicher Geschicklichkeit in vier Jahren eine Wehrmacht geschaffen. Straßen gebaut und zur gleichen Zeit dem Volke Brot gegeben habe. Abschließend heißt es in der Zeitschrift: „Täuschen wir uns nicht in dem Gedanken, das neue Deutschland breche zusammen. Ich möchte nur wünschen, England und Frankreich wären so unbesiegbar. Das deutsche Volk und seine Regierung sind vernünftig: sie wünschen nur vernünftige Dinge, und es wird keinen Frieden geben, bis man diesen Forderungen gerecht wird." Vorposten -es Deutschtums. Zehn Zahre Karpathendeutsche Partei. Konrad Henlein fordert ein Zusammenleben von Gleichen unter Gleichen. Preß bürg, 6. Okt. (DNB.) Zur Feier des zehnjährigen Bestehens der Karpathendeutschen Partei war auch Konrad Henlein erschienen. Er führte aus: „Die Einheit zwischen den Karpathendeutschen und den Sudetendeutschen ist naturgewollt und gesund gewachsen. Das Band, das sich um die Kameraden von Asch bis in die Wälder Karpathorußlands schließt, umschließt eine Volksgruppe, welche nicht verstandesmäßige Erwägungen und taktische Ueberlegungen zusammengefügt hat. Den harten Kampf, den Sie heute um die Erhaltung ihres Volkstums zu bringen haben, den führen Sie im Dienste des Gesamtdeutschtums. Ihre Vorpostenstellung bedeutet die Aufgabe, Brücke zu sein zwischen den geschlossenen deutschen Sprachgebieten. Wie ich es schon immer entschieden abgelehnt habe, wenn das Sudetendeutschtum der unloyalen Haltung gegenüber dem Staat bezichtigt worden ist, so wiederhole ich diese Feststellung auf karpathendeutschem Boden mit Nachdruck. Liegt nicht vielmehr gerade die Aufgabe der deutschen Minderheit in den Karpathenländern darin, durch ein gerechtes Zusammenleben aufder Ebene »Gleiche unter Gleichen* mit den anderen Minderheiten des Staates die Tatsache, daß unser Staat ein N a t i o - nalitätenstaat erster Ordnung ist, vor Augen zu führen, andererseits aber auch durch die Art des Zusammenlebens der Minderheiten untereinander den Beweis zu liefern, daß ein Nationalitätenstaat nicht Inbegriff von Unordnung und Unzufriedenheit zu sein braucht! Wir haben die Aufgabe, den anderen Völkern des von ihnen bewohnten Raumes Vorbild zu sein." * Während der Feier hatte sich vor dem Gebäude eine brüllende Menge von Kommunisten versammelt, die unter Schreien und Toben die Auslieferung Konrad Henleins an sie verlangte. Die Polizei säuberte den Platz, so daß Zusammenstöße vermieden werden konnten. Einige der größten Schreier wurden verhaftet. Opfernde Ration. Zum fünften Male findet sich das deutsche Volk zu jener wunderbaren Opfergemeinschaft zusammen, die das Winterhilfswerk trägt. Den Spendenden und den Sammler, sie beide hat der Führer in seinem Appell auf der großen Kundgebung in der Deutschlandhalle zu Beginn des neuen Winter- hllfswerks die Garanten für das Gelingen auch dieses Werkes genannt. Zn Millionen und aber Millionen Groschen fließen die Beiträge durch ein weit verästeltes System feinster Kanäle in dem breiten Strom zusammen, aus dem das Winter- hllfswerk seine Kraft schöpft, um allen denen zu helfen, die auf der Schattenseite des Lebens geboren wurden, ohne aus sich heraus die Möglichkeit zu haben, ihre Zukunft freundlicher zu gestalten, und allen denen beizuspringen, die ein widriges Geschick aus ihrer Lebensbahn geworfen hat. Aber daß dieser Strom unermüdlich opfernder Nächstenliebe im Fluß bleibt, in zweckentsprechende Gaben umgewandelt und dorthin weitergeleitet wird, wo die Not am größten und die Hilfe am nötigsten ist, dazu bedarf es der großartigen Organisation der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt mit ihrem Riesenheer freiwilliger Helfer, die nicht nur sich keine Mühe verdrießen lassen, von Straße zu Straße, treppauf, treppab an jeder Tür zu klopfen, um die Gabe eines jeden zu erbitten, der sich zugehörig fühlt, dieser einzigartigen Opfergemeinschaft, sondern auch Zeit und Kraft unermüdlich und ohne Rücksicht auf persönliche Bequemlichkeit einsetzen, um aus den ihnen anvertrauten Spenden an Geld, Naturalien, Kohlen, Bekleidung, den denkbar größten Nutzen für die Riesenarmee ihrer Schützlinge, die vom Winterhilfswerk betreuten Volksgenossen herauszuholen. Wer einmal sich eingerecht hat in das Heer der Sammler oder als wirkendes Mitglied der NS.- Volkswohlfabrt einen Blick getan hat in die weitverzweigte Arbeit des Winterhilfswerks, der hat eine Ahnung davon bekommen, wieviel selbstlose Liebe zur Sache, wieviel idealer Schwung, aber auch wieviel organisatorisches Verständnis und wieviel praktischer Ueberblick, welch feiner Takt und welch tiefe Menschenkenntnis hier zusammenkommen müssen, um im besten Sinne einer sozialen Aufgabe gerecht zu werden, der wird aber auch die größte Hochachtung denen entgegenbringen, die immer strebend sich bemühen, wahre Sozialisten der Tat und Verkünder einer praktischen Volksgemeinschaft zu sein, und er wird alles, was an ihm liegt, tun, um ihnen die zwar schöne, aber auch schwere Aufgabe, die sie sich aestellt haben, nach Kräften zu erleichtern in der lieber,^eugung, daß seine Gabe, und möge sie auch für ihn wirklich ein Opfer bedeuten, wie es der Führer von jedem Volksgenossen verlangt, erst durch jene Treue om Werk, mit der sich die Armee der freiwilligen Helfer für ihre Aufgabe einsetzt, ihren Zweck erfüllen kann, die Not zu lindern, dem Elend zu steuern, Niedergebrochene wieder aufzurichten, Verzagten Mut zu machen und allen Mühseligen und Beladenen, Einsamen und Verlassenen die Gewißheit zu geben, daß auch sie Glieder unserer großen deutschen Volksgemeinschaft sind, die sie nicht vergißt, vielmehr sie liebevoll in ihre Arme zieht, sie schützt aegen die materielle Not des Winters und sich müht, auch den seelisch Bedrückten Helfer zu sein zu einer freudigen Bejahung des Lebens. Das Durchdringen zu einer solchen Auffassung ist für uns alle, die wir vielleicht mehr oder weniger innerlich unbeteiligt die Sammeltätigkeit des Win- terhilfswerks über uns ergehen ließen, der erste Schritt auf dem Wege eines bewußten Sichindienst- stellens, das der Führer in seiner großen Rede in der Deutschlandhalle andeutete, als er sagte: „Das Winterhilfswerk soll uns alle erziehen, das nationale Ideal in ein sozialistisches zu verwandeln." Wir sollten uns alle dessen bewußt werden, daß das Zusammenstehen in der Not in einem „Volk von Brüdern" gelernt sein muß und geübt werden will. Wir können von den Volksgenossen, die das Leben nicht mit Glücksgütern gesegnet hat, kein freudiges Bekenntnis zu den großen nationalen Zielen unseres neuen Reiches erwarten, wenn wir selbst uns nicht zu den sozialen Zielen dieses Reiches bekennen. In dem Stolz, Bürger dieses Reiches zu fein, in dem Glücksgefühl, teilzuhaben an feiner neugewonnenen Größe und Macht, an dem wirtschaftlichen Aufschwung und der kulturellen Gesundung, wird jeder eine Verpflichtung sehen, sein Ganzes einzu- setzen für die innere Einheit unseres Volkes, das unerläßliche Fundament für die Bewahrung des Erreichten und die Bewältigung neuer großer Aufgaben, die wir auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens vor uns sehen. In dem Erkennen und dem Erfüllen der sozialen Sendung, für die das Winterhilfswerk der alljährliche Prüfstein ist, liegt die große Kraftouelle der Nation. Sie immerfort zu erneuern, den Born nationaler Energien unversiegbar zu machen, kann uns kein Opfer zu klein sein. Der Führer hat es einen Tribut der Vernunft genannt, die Versicherung der deutschen Volksgemeinschaft gegen den politischen Wahnsinn und der aus ihm drohenden Rückkehr zu Zerrissenheit und Ohnmacht. Tun wir olle unsere Pflicht auch wieder in den kommenden Monaten, stärken wir die Volksgemeinschaft mit der jedes einzelnen Dasein und Lebensglück untrennbar verknüpft ist, durch unser freudig doraebrachtes Opfer, durch unsere freudig geleistete Hilfe, dann schaffen wir mit am Bollwerk der Einheit unseres Reiches, an dem Neid, Mißgunst und Uebelwollen ebenso zerschellen werden wie Versuche der Zersetzung und Aufspaltung, die früher einmal in unserem Volk einen so nahrhaften Boden gefunden haben. Die wahrhaft stolzen Zahlen, die der Rechenschaftsbericht Hilgenfeldts über die Leistungen des vorjährigen Winterhilfswerks bekanntgegeben hat, mögen uns ein Beweis sein, daß wir auf dem richtigen Wege sind, und ein Ansporn, nicht nachzulassen in einem Sozialismus der Tat, das der Führer im tiefsten Grunde ein christliches Werk genannt hat. Der erfreuliche Rückgang der vom Winterhilfswerk Betreuten infolge der Beseitigung der Arbeitslosigkeit Hand in Hand mit dem von Jahr zu Jahr zu verzeichnenden Anwachsen der für das Winterhilfswerk aufgebrachten Mittel, macht es in steigendem Maße möglich, beträchtliche Summen des Aufkommens für Zwecke zu verwenden, die Erkrankungen des Volkskörpers vorbeugen, statt erst dann helfend einzugreifen, wenn sie bereits zu schweren Schädigungen geführt haben. Dem dient in erster Linie das H i l f s w e r k „Mutter und Kind", denn was könnte schöner und zugleich nützlicher sein und so ganz in der Linie der nationalsozialistischen Bemühungen um einen im Kern gesunden Volkskörper liegen, als die vorbeugende Fürsorge für die Mütter unserer Jugend, den Träger der Zukunft unseres Volkes? Auch aus diesem 1 Gesichtswinkel gesehen, ist unser Opfer für das Winterhilfswerk ein Beitrag jur Sicherung von Leben und Fortbestand der deutschen Nation. Dr. Fr. W. Lange. Schlechtes Wetter auf dem spanischen Kriegsschauplatz. Salamanca, 7. Okt. (DNB. Funkspruch.) Der nationale Heeresbericht vom Mittwoch lautet: An der Asturienfront dauerte das schlechte Wetter fort und verhinderte jede Operation. Unsere Truppen besetzten lediglich Corral de la Tojora. An der Westfront Infanterie- und Artilleriefeuer. 19 Rotmilizen liefen zu uns über. Auch an der Leon- Front herrschte starker Regen und dichter Nebel, so daß jede zusammenhängende Operation unmöglich gemacht wurde. Eine Kolonne führte die Besetzung zwischen der Landstraße Tarna und der Landstraße Condal de Forca weiter fort. Auch in der Sierra Torno erweiterten unsere Truppen ihre Stellungen. In Aragon wurden einige feindliche Angriffe im Sektor Sabinanigo abgeschlagen. Bei der Südarmee: Nichts neues. Feindliche Flieger warfen über mehrere andalusische Orte Bomben ab und verursachten Verluste unter der Zivilbevölkerung. Kankreichs Kanlonalwahlen. Don unserem Kr.-Äerichierstatter. Nachdruck verboten? Paris, 6. Oktober 1937. An den beiden Sonntagen des 10. und 17. Oktober finden in Frankreich Kantonalwahlen statt. Dabei werden „G e n e r a l r ä t e" und „Arrondissementsräte" gewählt, und zwar nach allgemeinem geheimem Wahlrecht. Auf jeden französischen Kanton entfällt mindestens ein Generalrat und ein Arrondissementsrat. Wählbar sind nur eingetragene Wähler, die im Departement der Kandidatur wohnen oder besteuert werden, nach dem bekannten französischen Wahlsystem. Ein Generalrat kann nicht gleichzeitig Arrondissementsrat sein, doch ist die Ausübung eines Abeordneten- oder Senatsmandats möglich. Der Arrondissementsrat darf auch nicht Vater, Großvater, Urgroßvater, Sohn, Enkel, Bruder oder Schwager eines Mitgliedes desselben Arrondissementrates sein. Höhere französische Beamte dürfen sich in keine der beiden Versammlungen wählen lassen. Der Generalrat ist sozusagen das Parlament des Departements, das durch die Gesetze von 1799, 1871 und 1926 eingerichtet wurde. Jedes Mitglied dieser Versammlung muß wenigstens 25 Jahre alt sein. Es wird für sechs Jahre gewählt, und zwar so, daß alle drei Jahre die Hälfte der Räte neugewählt werden. Diese Versammlung hat Fragen von allgemeinem Gemeindeinteresse, die Verteilung der direkten Steuern auf die einzelnen Arrondissements, die Verwaltung des departementalen Staatsgutes, Revision der Wahlsektionen und provinzielle Belange zu bearbeiten. Wenn Kammer und der Senat gewaltsam aufgelöst oder am Zusammentritt gehindert sein sollten, so spricht die französische Verfassung den Generalräten das Recht und die Ausgabe zu, „Delegierte" zu erwählen, denen in diesem Falle die Landesoerwaltung provisorisch obliegen würde: jedoch ist dieser Fall bisher noch nie eingetreten. An den Kantonalwahlen ist nicht beteiligt der Generalrat des Departements Seine, dessen 80 Pariser Stadtverordnete und weitere 40 Generalräte aus den Vororten gelegentlich der Gemeindewahlen gewählt werden. Die Generalräte stehen dem Präfekten, d. h. dem verwaltungsmäßigen Oberhaupt eines jeden Departements zur Seite. Die Arrondisfernentsräte stehen dem Unterpräfekten zur Seite, und setzen sich zusammen aus je einem Vertreter eines Kantons, doch muß jede Arrondissementsoersammlung wenigstens neun Mitglieder haben. Bei den letzten diesbezüglichen Gesetzen 1926 wurden 106 Arrondissements aufgelöst und anderen einoerleibt. Der Arrondissementsrat befaßt sich meist mit Steuerfragen: er kann unpolitische Meinungsäußerungen zu lokalen Belangen von sich geben. Gewisse Arrondissements wie Saint-Denis und Sceaux besitzen keine Versammlungen mehr, wohl aber senatswahlberechtigte Arrondissementsräte. Damit ist die wichtigste Eigenschaft dieser beiden Körperschaften erwähnt. Der S e- n a t wird in Frankreich nur von den Abgeordneten, Generalräten und Mitgliedern der Arrondissementsoersammlungen gewählt. Somit ist der Senat nur ein mittelbarer Ausdruck des Volkswillens, der dabei immer erst durch das Sieb der kantonalen Wahlmaschine laufen muß. Zur allgemeinen Erklärung sei noch hinzugefügt, daß Frankreich sich zusammensetzt aus 90 Departements, 279 Arrondissements, 3024 Kantonen und 37 981 Gemeinden. Bei den bevorstehenden Kantonalwahlen müssen im ganzen 3600 Sitze neu besetzt werden, und zwar sind 1909 Generräte und 1691 Arrondisfernentsräte Zu wählen. Bei jeder Kantonalwahl werden die Generalräte der einen Hälfte aller französischen Kantone neu gewählt, und die Arrondifsementsräte der anderen Hälfte aller Kantone. So wiederholen sich jetzt also die Wahl en von 19 31, die zusammen gefaßt folgendes Ergebnis gebracht hatten: 1102 radikalsoziale Generalräte, 641 nationalgesinnte und gemäßigte Generalräte, 160 sozialdemokratische Generalräte und 6 kommunistische Generalräte. Damit waren schon die damaligen Kantonalwahlen ein großer Erfolg der Linken gewesen, die praktisch mit 1262 Sitzen nur 641 gemäßigten und rechtsgerichteten Generalratsmitgliedern gegenüberstanden. Gewiß machte sich damals diese überragende Linksmehrheit nicht besonders geltend, da es 1931 noch keine Volksfront gab; Sozialisten und Kommunisten standen damals den Radikalsozialen gegenüber sehr viel mehr in der Opposition als etwa der Durchschnitt der national- gesinnten Elemente. Hatten 1931 die Radikalsozialisten allein schon die Mehrheit aller zu wählenden Generalräte gestellt, so werden sie heute aber auch büßen müssen für jene Politik der inneren Schwäche in den Jahren 1932 und 1933, die schließlich zu dem Blutbad von Februar 1934 geführt hatte. Man wird das diesjährige Ergebnis nicht mit den Wahlen von 1931 vergleichen dürfen, da ja inzwischen die Volksfront auf der Bildfläche erschienen ist. Natürlich entsteht durch diesen Linksblock eine größere Geschlossenheit bei den Wahl» oorgängen, fo etwa in schwierigen Fällen die Einheitskandidatur im zweiten und stellenweise sogar schon im ersten Wahlgang. Aber dieser Umstand allein kann niemals ein Anwachsen der Volksfront im Vergleich zu 1931 erklären, wie ihn französische Nechtskreise vorhersagen. Hierfür gibt es tatsächlich nur drei Ursachen: die seit Jahren und Jahrzehnten sprichwörtliche Uneinigkeit unter de B französischen Rechts - und Mittelpar« teien, die schon erwähnte Schwächepolitik der Radikalsozialisten in einer Zett, als sie fast die alleinige Regierungsgewalt in Händen hatten, unD gewisse Erscheinungen der Wirt- s ch a f t s k r i s i s. Wenn in „wohlmeinenden" französischen Kreisen die auch in Frankreich spürbaren Krisenerscheinungen immer sehr laut vor aller Oeffentlichkeit festgestellt wurden, so hatte man sie doch keineswegs verstanden. Der Siegesrausch nach Versailles und das Bewußtsein um Den tatsächlichen Reichtum des Landes und Volkes ließen keine Zweifel an einer glücklichen und sorglosen Zukunft aufkommen. Man vertraute auf den Sparstrumpf und das Gold der Bank von Frankreich. Während man so glaubte, daß der Schicksalswagen Frankreichs siegreich durch die Wolken brause, erkannte man nicht, daß er sich in Wirklichkeit schon auf irdischen und abschüssigen Wegen mit beängstigender Geschwindigkeit fortbewegte. So geriet das reiche und glückliche Frankreich mit dem Lauf der Jahre in die mißliche Lage, in der es sich höute befindet. Aus der politischen Rechten und auch in der Mitte erkannte man die Folgen dieser Mißwirtschaft noch am ersten. 1934 wollte eine Regierung Doumergue ihnen entgegentreten, aber der radikalsoziale Führer H e r r i o t stürzte sie. Nicht einmal einen Bruchteil der Vollmachten, mit denen in unserer Zeit die Kabinette Blum und Chautemps ausaerüstet sind, wollten die Radikalsozialen dem greisen Doumergue zuerkennen. Sein Nachfolger F l a n d i n wurde zu einem Werkzeug in Händen der Radikalen. Bei der ersten Auflehnung stürzten sie ihn. Das Kabinett Laval unternahm einen letzten Versuch, eine Besserung herbeizuführen, aber sofort erschien die Partei Herriots wieder und stürzte auch diesen Ministerpräsidenten. Das Kabinett S a r r a u t wurde zu einer Zeit der politischen und wirtschaftlichen Ahnungslosigkeit („Ich werde es nie erlauben, daß Straßburg unter dem Feuer der deutschen Kanonen steht", sagte Sarraut damals in einer Rede), das für sich nur den einen „Erfolg" in Anspruch nehmen kann, in parteiischster Form der Volksfront alle Wege zu den Legislativwahlen 1936 geebnet zu haben. Frankreich war vor dem Tor der Not und des Mißstandes angelangt. Die Volksftontregierung Blum zögerte nicht, dieses Tor zu durchschreiten. Damit war der heutige Zustand erreicht. Gewiß bemüht sich heute Finanzminister Bonnet, den Karren wieder aus ebenere Bahnen zu leiten, doch macht ihm die Volksfront diese Aufgabe sehr schwer. Die Kantonalwahlen, die an den beiden nächsten Sontagen in ganz Frankreich vor sich gehen werden, sollen den Wählern Gelegenheit geben, ihre Meinung zu dieser Entwicklung zu äußern. Es wäre aber grundfalsch, wenn man glauben wollte, die Wählermassen hätten diese Entwicklung richtig erkannt. Auch die Not hat vielen Franzosen die Augen geöffnet. So haben die ftan- zösischen Marxisten mit einer schamlosen Propaganda einen großen Teil des Volkes über die wahren Ursachen der heutigen Lage hinweggetäuscht. „Wäre das Volksfrontprogramm wirklich angewandt und durchgeführt worden, so würde Frankreich heute im Wohlstand leben." So lautet die Losung der Kommunisten. Tatsächlich aber ist das Programm der Volksfront angewandt worden mit dem Erfolg einer zweifachen Geldentwertung, einer gewaltigen Erhöhung der Staatsschuld, mit Streiks und sozialen Unruhebewegungen. Die Radikalsozialen werden büßen müssen für alle ihre Schwächen. Man rechnet in politischen Kreisen Frankreichs mit einem Anwachsen der sozialdemo- kratischen und besonders der kommunistischen Räte im Vergleich zu 1931. Das bedeutet allerdings zunächst nur eine Angleichung der Kantonalwahlen an die inzwischen erfolgte Entwicklung der Volksfront. Allzu große Bedeutung darf den Kantonal- wählen trotzdem nicht beigemessen werden; da sie von örtlichen Interessen beherrscht sind und allenfalls einen ungefähren Stimmungsmesser bilden. Zweierlei Maß Das Warschauer Blatt ,Kurjer Poranny" hat herausgerechnet, daß es im Jahre 1940 auf litauischem Boden keine polnische Minderheit mehr geben werde. Zur Begründung weist es auf die neue litauische Steuerpolitik hin, die die Polen ruinieren solle, und auf das neue litauische Vereinsgesetz, das die Organi- fationen der Minderheiten zerstöre. Wir haben für diese Klage des Warschauer Blattes vollstes Verständnis. Denn auch den deutschenMin- derheiten in anderen Staaten geht es genau so. Man unterläßt nichts, um sie zu vernichten und auszulöschen. Wäre es nicht herrlich, wenn alle Völker, von denen Splitter außerhalb ihrer Staatsgrenzen leben, sich zusammenschließen und sich verpflichten würden, eine gerechte Minderh eite n p o l i ti k zu treiben, d. h. den Minderheiten das Recht einzuräumen, entsprechend ihrer nationalen Eigenart zu leben? Das würde voraussetzen, das alles unterbleibt, was auf eine Erschütterung der wirtschaftlichen Grundlage dieser Volkssplitter hinausläuft. Wir meinen, der „Kurier Poranny" und mit ihm das ganze um das Schicksal feiner Volksgenossen auf litauischem Boden bangende polnische Volk müßte einen derartigen Vorschlag begeistert aufgreifen. Tatsächlich wird es das aber nicht tun, solange mindestens nicht, als es selbst eine Minderheitenpolitik treibt, die sich mit der an» gefeindeten litauischen Politik hundertprozentig deckt. Wenn wir einmal schildern wollten, wie es unfern Volksgenossen auf polnischem Boden geht, so müßten wir uns sehr, sehr viel Zeit zur Berichterstattung nehmen. Und jeder einzelne Bericht würde eine unerhörte Anklage der Polen sein. Sicher werden sie sagen, daß ihre Politik den Deutschen gegenüber etwas ganz anderes sei als die litauische Politik den Polen gegenüber. Wer aber seine außerhalb des Landes lebenden Volks- angehörigen retten will, der kann nicht mit zweierlei Maß messen und die fremden Dolksangehörigen auf feinem Boden vernichten Solange aber das doppelte Maß zur Anwendung gelangt, wie das in Polen der Fall ist, haben die Kläger nicht das mindeste Recht als Ankläger aufzutreten, gehörten sie doch selbst auf die Anklagebank. Eine Hebe Roosevelts. Chikago, 6. Okt. (DNB.) Präsident Roosevelt hielt eine Rede, in der er auf die ständige Besorgnis einging, die die politische Weltlage bei allen friedliebenden Völkern und Nationen ver» urfache. Die Erwartungen, die man an den Bri - and-Kellogg-Pakt geknüpft habe, hätten sich nicht erfüllt. Angesichts der heutigen Weltlage sieht er die Fundamente der Zivilisation ernstlich bedroht und glaubt auch die Vereinigten Staaten von Amerika gefährdet, da Rüstungen keine Sicherheit und Autorität keine Hilfe böten. Er wendet sich besonders gegen den Luftkrieg, das Bombardement offener Städte und gegen die U-Boot-Piraterie im Mittelmeer und fordert dann die friedliebenden Nationen auf, sich gemeinsam zu bemühen, die Gesetze und Grundsätze des Friedens wieder aufzurichten. In einem zweiten Teil der Rede wendet er sich gegen die politische und wirtschaftliche U n r a ft in der Welt und gibt ein Bild der politischen Lage, wie er sie sieht. Er schließt mit der Erklärung, es müßten positive Bemühungen jur Erhaltung des Friedens gemacht roeroen. Amerika beteilige sich daher aktiv an der Suche nach Frieden. polnische Warnung vor dem Bolschewismus. Warschau, 7. Okt. (DNB. Funkspruch.) Die Wühlarbeit der marxistischen Internationalen, die bestrebt sind, die Völker mit revolutionären Explosivstoffen zu erfüllen, hält das rechtseingestellte „ABC" die beiden autoritären Staaten Deutschland und Italien gegenüber. Heute sei bereits sichtbar, daß diese Nationen zu großen Gemein- schaftsleistungen imstande sind. Als ein Moment der Schwächung wirke dagegen der Bolschewismus in Frankreich. Sollte er in Deutschlands westlichem Nachbarland als kommunistische Regierung an die Macht kommen, so würde dies eine unerhörte Stärkung Moskaus und damit eine unmittelbare Bedrohung Deutschlands darstellen. Der nächste Schritt Moskaus würde die Bolschewisierung Polens sein, sei es auf dem Wege des revolutionären Umsturzes, fei es durch militärische Gewalt. Diese Gefahr wolle man in Palen in ihrer Schwere noch weithin verkennen. Der Streit der Parteien stehe bedauerlicherweise immer noch über allem. In Wirklichkeit aber müsse sich die gesamte polnische Nation zu großer schöpferischer Arbeit zusammen finden, um die innerpolitische Atmosphäre zu reinigen; damit Polen jederzeit den von außenher drohenden Gefahren gewachsen fei. Amerikanisches Kriegsmaterial für Sowjetrußland. Washington, 7. Okt. (DNB.) Eine Mitteilung des Staatsdepartements enthüllt die erstaunliche Tatsache, daß Sowjetrußland im September in den Vereinigten Staaten Waffen, Munition und Kriegsmaterialien im Werte von über 10 Millionen Dollar gekauft hat. Seit der Annahme des Gesetzes, das derartige Käufe genehmigungspflichtig macht, ist dies der g r o ß t e Waffenkauf, den jemals eine einzelne Nation in Amerika durchführte, lieber die Hälfte ist für Materialien für zwei Schlachtschiffe bestimmt. Um den Bau und Erwerb dieser Schiffe hatten sich die Sowjets in den Vereinigten Staaten seit vielen Monaten bemüht. Die amerikanische Regierung hat also nun die lange umstrittene Bewilligung erteilt. An zweiter Stelle der Auslandoerkäufe von Kriegsmaterial steht China, das für 2,8 Millionen Dollar Bomben, Torpedos und Minen bezog. Mit 1,4 Millionen Dollar ist Argentinien der drittgrößte Käufer. Sowjetrussische Flottenmanöver unter neuem Oberbefehl. Moskau, 6. Okt. (DNB.) Sowjetamtliche Meldungen berichten vom Beginn der Manöver der roten Ostseeflotte vor Kronstadt. Dabei sollen die beiden im Finnischen Meerbusen stationierten Linienschiffe „Marat" und „Oktoberrevolution" zum Einsatz kommen, sowie eine beträchtliche Zahl von Zerstörern und Unterseebooten. Der Kriegskommissar Woroschilow wird an den Flottenmanövern teilnehmen. In feiner Begleitung befindet sich „Flottenflaggmann 1. Ranges" Viktorow, der Kommandierende der gesamten roten Seestreitkräfte. Damit sind die Nachrichten über die Absetzung feines Vorgängers Orlow nun bestätigt, lieber das Schicksal Orlows ist nichts näheres zu erfahren. Er ist „verschwunden". Dasselbe gilt von dem erst vor wenigen Monaten ernannten Flottenchef der roten Dftfeeftotte, Vizeadmiral Siwkow, an dessen Stelle ein bis jetzt unbekannter „Flaggmann 2. Ranges" Jsakow auftritt. Auch der bisherige Stellvertreter Orlows im Oberkommando der gesamten roten Seestreitkräfte, Admiral Haller, ist bei den diesjährigen Flottenmanövern noch nicht in Erscheinung getreten. Das Verschwinden Orlows und Siwkows zeigt, daß auch der Oberste Kommandostab der roten Flotte einer Säuberung unterzogen worden ist. Wahlradau in Frankreich. Paris, 7. Okt. (DNB. Funkspruch.) Aus einer politischen Kundgebung für die am nächsten Sonntag stattfindenden Kantonalwahlen kam es in Meaux zu Auseinandersetzungen zwischen Kommunisten und Anhängern der Rechtsparteien. Etwa 12 Versammlungsteilnehmer erlitten durch Gummiknüppel und andere Schlaginstrumente schwere Verletzungen. Mobilgarde und Polizei mußten eingesetzt werden, um Ruhe und Ordnung wieder herzustellen. Zahlreiche Luftangriffe in Ehina. Schanghai, 6. Okt. (DNB.) Die japanische Luftwaffe führte einen Angrift auf die südchinesische Provinz K w a n t u n g durch. 66 japanische Flugzeuge bombardierten 20 Städte und die Bahn- st recke Kantung — H a n k a u. Auch fanden erneut japanische Luftangriffe auf Nanking statt, die den gesamten Verkehr der chinesischen Hauptstadt auf zwei Stunden völlig lahmlegten. Das chinesische Abwehrfeuer zwang die angreifenden japanischen Flugzeuge, in großer Höhe zu fliegen. Die japanischen Flieger gingen bei ihrem Angriff äußerst vorsichttg vor. Keine einzige Bombe wurde innerhalb der Stadtmauer abgeworfen. Dagegen wurden zahlreiche Bomben über den Militärflugplatz, 30 Kilometer östlich von Nanking, abgeworfen. Schließlich wurde auch der Stadtteil T f ch a p e i in Schanghai erneut außerordentlich stark durch japanische Flugzeuge bombardiert. Im Abschnitt Liuhang-Lotten erfolgten chinesische Gegenangriffe gegen die neuen japanischen Stellungen. Auf beiden Seiten der Eisenbahn Schanghai— Wusung bauen die Chinesen starke Verteidi- gungsstellungen aus, die sich in westlicher Richtung auf eine Länge von fast 20 Kilometer erstrecken. Eine Pulverfabrik in Tokio explodiert. Tokio, 7. Okt. (DNB. Funkspruch.) Exttablätter melden eine heftige Explosion in der Pulverfabrik der Tokioter Pulverkompanie. In der Nähe liegende Gebäude einiger neuen Pulverfabriken der gleichen Gesellschaft find schwer beschädigt worden. Durch die Explosion ist ein Riesenfeuer entstanden. Die Zahl der Opfer ist bisher unbekannt. Polizei und Militär haben sofort eine Untersuchung ein» geleitet. Reise an die japanische Front. Von unserem H.Tr.-Sonderderichtersiatter. (Nachdruck verboten.) ID. Sie Front ohne Etappe. Tientsin, Ende September 1937. (Durch Luftpost.) Das Motorschiffchen, mit dem die Presse von einem Dutzend Ländern und Länderchen jetzt den „K a i \ e r f a n a I", allgemeine Richtung Maschang hinauffuhr und das von japanischen Pionieren gesteuert wurde, sollen die Japaner angeblich mit vielen ähnlichen aus Japan rnitgebracht haben, — behauptete unser militärischer Führer, der kleine Rittmeister S a t o h — wahrscheinlich, um uns von der Genauigkeit und Sorgfalt, mit der Japan diesen chinesischen Feldzug vorbereitet hatte, zu überzeugen. Natürlich sttmmte das nicht, das Boot war ein chinesisches Boot, das im Zolloder Kanal-Ueberwachungsdienst bisher Verwendung gefunden hatte. Mit der Besatzung freundeten wir uns bald an, für Zigarettenspenden waren die Krieger uns von Herzen dankbar, denn einen Marketendereibetrieb scheinen die Japaner noch nicht eingerichtet zu haben. Unmittelbar an den Ufern des Kaiferkanals, der hier vielleicht 30 bis 40 Meter breit ist, zog sich im Widerstand leisten! 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Ein erschossener chinesischer Bauer, dem die Arme auf dem Rücken zusammengebunden waren, war der einzige Tote, der zu entdecken war, ein paar aufgetriebene Maultierleichen trieben den Kanal herunter, auf dessen Westufer zahlreiche, bis ans Wasser heranreichende chinesische Dörfer lagen, die von allen Lebewesen geräumt waren. Ueberall hatten die japanischen Flieger gründliche Arbeit geleistet, aber auch hier — wie in Tientsin selbst — siel die geringe Wirkung der japanischen Fliegerbomben auf. Die genauesten Beobachtungen in dieser Hinsicht haben in Tientsin wohl die Offiziere der amerikanischen Schutztruppe angestellt, die mit wissenschaftlicher Gründlichkeit den Weg beinahe jeder einzelnen japanischen Fliegerbombe vom Abwurf bis zur Detonation verfolgt, kontrolliert und wirkyn^s- mäßig registriert haben. Nach deren Angaben soll die Zahl der nicht-detonierten Bomben auffallend groß, dabei ihre Wirkung nicht weniger klein gewesen sein. Ich selbst habe diese Behauptung in gewisser Hinsicht in Peiping kontrollieren können, als ich die vor der Stadt gelegenen, von den Japanern bombardierten chinesischen Barackenlager besuchte. Die Fliegerbombe hatte in den meisten Fällen eigentlich nur ein rundes Loch in die Decke „gestanzt" und war dann im Innern krepiert. Normalerweise hätte man erwarten müssen, daß die betreffende Baracke dann nach allen Seiten auseinandergeflogen wäre. Nichts von alledem! Die Fensterscheiben waren geplatzt und die Wände an der Sprengstelle ein wenig nach außen gebogen, das war alles! Aehnlich war die Wirkung der japanischen Bomben hier; in die Lehmhäuser hatten die Bomben lediglich Trichter gerissen, das Dach war eingefallen, aber die Mauern stehen geblieben, so daß so eine Bude sich in zwei Tagen wieder Herstellen läßt. Lehm hat außerdem noch den großen Vorteil, nicht brennbar zu sein, so daß die Japaner also auch mit ihren Brandbomben hier nichts anfangen konnten. Daß im übrigen die Chinesen die Absicht gehabt hatten, sich hier am Kanal nachhaltig zu verteidigen, bewiesen die vier großen Kanaldurch- st i ch e, an denen wir vorbeifuhren. Dieser, vor ein paar hundert Jahren erbaute Kanal — die Chinesen sind ja berühmte Wafserbaumeister gewesen — läuft hier stellenweise auf dem gewachsenen Boden und ist auf beiden Seiten durch breite Dämme eingefaßt. Diese Dämme waren an den ermähnten Stellen in einer Breite von etwa 10 bis 20 Meter durchstochen, und durch die Lücken ergossen sich nun brausend die Wafsermassen in die unendlich weite, mit Kauliang-Getreide und Gemüse bebaute Tiefebene. Ein riesiger See war auf diese Weise entstanden, und mit dem Glase konnte man beinahe deutlich erkennen, wie der Sviegel dieses, in der Nachmittaassonne funkelnden Sees, der schon beinahe ein Meer geworden war, immer weiter nach Norden, atlgemeine Richtung Tientsin, wanderte. Hunderte von Quadratkilometern standen bereits unter Wasser, und da die Wasser des Kanals — genau wie der „Gelbe Fluß" — stark lehmhaltig find, wird das ganze überschwemmte Gebiet allmählich mit einer sich langsam ablagernden L e h m s ch i ch t überdeckt, die auf Jahre hinaus e i n Säen und Ernten unmöglich macht. Nun macht man als Deutscher immer wieder den Fehler, Menschen. Gestalten und Ereianisie im Fernen Ollen mit deutschen Auaen zu sehen. Hätten beispielsweise die Franzosen solche Kanaldurchstiche im Weltkriege unternommen, so wäre die zuständige deutsche Heeresleitung noch am gleichen Tage darangegangen, diese Bruchstellen zu stopfen hier waren die Japaner schon drei Tage lang im Besitz des Kanals, aber von irgendwelchen Vorbereitungen, die Lücken im Damm zu schließen, war nichts zu bemerken. Vielleicht fehlt es ihnen bei der ungeheuren Ausdehnung des Kriegsschauplatzes an Menschen, weil jeder Soldat an der Front gebraucht wird. Auch das ist auf diesem eigenartigen Kriegsschauplatz eine Beobachtung, die zu denken gibt. In jedem europäischen Kriege ist es doch so, daß Front und Etappe 3. B. einen „Streifen" bilden, der eine gewisse Breite oder Tiefe hat. Sagen wir mal 50 ober 100 Kilometer... wer aus diesem „Hinterland" kommend die rückwärttge Grenze dieses „Kriegsstreifens" überschreitet, wird auf dem Wege zur eigentlichen Front auf Schritt und Tritt, auf jeder Straße, in jedem Dorf auf Soldaten oder Einrichtungen stoßen, die auch dem blutigsten Laien beweisen, daß „hier Krieg ist". Ganz anders a n d e r japanischen Front. In Tienftin liegt 3. B. das japanische Hauptquartter, reist man von hier an die Front, bann durchquert man ein Gebiet von 50 Kilometer Breite, in dem nicht ein japanischer Soldat oder irgend etwas anderes, was an den Begriff „Krieg" erinnert, zu entdecken ist. Front und Etappe haben hier vielleicht eine Breite von 5 oder 10 Kilometer, in diesem schmalen Raume ist alles zusammengedrängt, was die fechtende Truppe braucht. Nach deutscher Auffassung fehlt also die Verankerung mit dem Hinterlande, die in China einmarschierende japanische Armee erinnert an eine kleine „Nudelwalze", die einen glattgewalzten „Teig" hinter sich läßt, der ein ideales Betätigungsfeld für Banden, Freischärler und „Komitadschis" jeder Art bilden. Von einer Sicherung der rüdroärtigen Verbindungen war z. B. auf der fast 60 oder 70 Kilometer langen Eisenbahnfahrt von Tientsin bis Maschang, wo Der Stab der fechtenden Division lag, nichts zu bemerken. Nach Deutscher Auffassung hätte an jeder Brücke eine Wache liegen und Patrouillen zu Fuß die ganze Sttecke fortgesetzt abwandern müssen; nichts von alledem! Man vermißte hier den japanischen Landsturmmann. Die Fahrt den Kanal hinauf verlief im übrigen ohne Zwischenfälle, die Schiffahrt war eingestellt, irgendwo lagen ein paar versenkte chinesische Dschunken, auf den Feldern suchten einzelne japanische Soldaten die Kürbisse und Melonen zusammen oder zogen sich Rüben aus, irgendwo mar- schierten parallel zum Kanal Trains und Kolonnen jeder Art, mit marschkranken Infanteristen durchsetzt, die sich — sehr praktisch — Gewehr und Tornister von „aufgegriffenen Panjes" — sprich Bauern oder Kulis — tragen ließen. Endlich tauchten wieder Lehmhäuser am Ufer aus, Maschang, die von den Japanern vor zwei Tage genommene Schlüsselstellung und zur Zeit Sitz eines Divisionsstabes war erreicht. Das Motorboot legte an, die Soldaten bekamen ein paar Zigaretten, wir nahmen unsere Handköfferchen, steckten die schon sehr „zusammengeschmolzenen" Bierflaschen in die Jackentaschen und kletterten an Land. Das Boot wendete und sauste wieder ab. Was nun? Das zerschossene Stadttor mit seiner großen Indanthren-Reklame stand offen, und Rittmeister Scttoh erkundigte sich bei dem japanischen Posten nach dem Sitz des Divisionsstabs- q u a r t i e r s. „Tja", sagte der Posten — in der Sprache des preußischen Kommiß übertragen — „der liegt ganz woanders, da müssen Herr Rittmeister noch so ungefähr 5 Kilometer, hier immer am Kanal entlang, bis ans andere Ende der Stadt laufen!" — Etwas bedrückt übersetzte uns der Rittmeister diese neue, peinliche Ueberraschung und wie aus Kommando sahen wir uns alle nach dem Motorboot um, das gerade mit Gefauch um eine Kanalbiegung sausend unseren schmerzlichen Blicken entschwand „Ohne Unterschied der Parteirichtung stellte die Presse daraufhin mit Befremden fest" — daß es doch besser gewesen wäre, wenn Rittmeister Satoh unseren Besuch an der Front vorher angemeldet hätte, denn schon rein äußerlich gesehen, erinnerten wir von Stunde zu Stunde immer mehr mit unseren aufgekrempelten Hosen, verschmutzten Anzügen, mit unseren in allen möglichen Taschen untergebrachten Bier- und Whiskypullen — einer trug sogar zwei hohe Gummilang- jchäfttge an zwei zusammengebundenen „Strippen" über der Schulter — an reisende Handwerksburschen, außerdem begann der Hunger sich empfindlich bemerkbar zu machen und die Frage: „Wo und vor allem wie werden wir heute Abend penne n?" erhob immer drohender ihr Haupt, Denn Betten — das fiel uns erst jetzt ein — kennt der Nordchinefe nicht, sondern nur den Kong, jene aus Lehm gebaute, von innen zu heizende breite Pritsche, auf der eine dünne Bambusmatte ausgebreitet ist, in der sich Flöhe besonders wohl fühlen. — Was also machen? Immer mehr Soldaten sammelten sich um uns und starrten uns philosophisch, mit Händen in den Hosentaschen, an, auch Rittmeister Satoh dachte scharf nach und hatte auch halb die Lösung gefunden: „Wi möst go!" — Wir müssen looosen!" „Na, dann Helpt bat nüscht!" — Wieder nahmen wir unser Handköfferchen und tigerten im Lehm- staub immer am Kanal entlang, allgemeine Richtung Süden, um den Divisionsstab zu suchen. Maschang ist ein „Städtchen", d. h. es hat vielleicht 100 000 Einwohner, und da jedes chinesische Haus eine Art ummauerter Garten mit Hof und Nebengebäuden ist, kann man sich ungefähr eine schwache Vorstellung von der ungeheuren räumlichen Ausdehnung dieses „Städtchens" machen. Die Straße am Kanal war ganz eng und schmal, und in ihrer vollen Breite von einem vormarschierenden Feld- arkillerie-Regiment ausgefüllt, so daß für uns reifende Handwerksburschen nur die schmale Deichkrone übrig blieb. Auf ihr kamen alle Augenblicke von hinten ein Stab oder Meldereiter-Pulks im scharfen Trabe angebraust, so daß man manchmal nicht wußte, sollte man in den Kanal ausweichen oder sich von den Geschützen über die Hühneraugen fahren lassen. Der Staub war unerträglich, die Zunge klebte am Gaumen, der Schweiß lief in Strömen den Körper herunter, alle Augenblicke wurde man von einem Gaul angerempelt, daß man mit seinem „Musterkoffer" beinahe auf der Nase lag — all bas erzeugte eine ingrimmige verbissene Wut. Da enblich ein Lichtblick! Vor uns tauchte im Kanal ein Lastkahn von der Form und Große eines mittleren Elbkahns auf, der bis an bie Bord- kante im Wasser lag unb hoch mit Artillerie-Munition befaben war. Das Schiffchen selbst würbe von etwa 100 chinesischen Kulis, bie in einer langen Reihe hintereinanber auf der Deichkrone marschierten, „getreibelt", bas heißt mit einem unendlich langen und wie mir schien reichlich Dünnen Tau Den Kanal heraufgeschleppt. Rittmeister Satoh, Der mit seinem großen Samurai-Schwert in Der einen unD seinem schwarzen Musterkoffer in Der anDeren HanD, wieder die Spitze bildete, erfaßte sofort die Gunst des Augenblickes, komman- dierte „Halt?" und Schiff und Kulis hielten. Die Strömung trieb den Kahn ans Ufer, mir sprangen an Deck und ließen uns aufatmend auf die auf- gestapelten Granaten nieder. Die Besatzung sah uns zwar etwas dumm an, aber Rittmeister Satoh übernahm sofort das Kommando und kommandiert- „Marsch!". Gehorsam setzten sich die Kulis wieder in Bewegung, das Tau spannte sich, der Kahn löste sich vom Ufer, das Tau begann zu vibrieren wie eine Geigensaite, machte plötzlich ganz unmotiviert „Peng" und zerplatzte Also die gleiche Geschichte wie mit dem Floh im Märchen, der als letzter noch auf ein überladenes Boot gesprungen war und es zum Absacken gebracht hatte. Wir Presse-Flöhe waren — ich gebe es zu — von dieser ganz neuen Lage mehr als peinlich berührt, denn die Strömung hatte den Kahn gepackt und mit immer größerer Geschwindigkeit trieb er steuerlos, um sich selbst trudelnd, den Kanal hinunter, in der gleichen Richtung, aus der wir schweißtriefend gekommen waren. Die Ladung bestand aus einigen Tausend Schrapnells, von denen erst neulich in Tientsin ein paar losgegangen waren, als eine Kiste von einem Lastwagen gefallen war. Wenn wir jetzt mit dem Kahn, der eine immer größere Geschwindigkeit bekam, gegen irgendeine Brücke oder Schleuse sausten, konnte man sich auf allerlei gefaßt machen. Aber hoch klingt das Lied vom braven Mann: ein japanischer Piomeroffizier sprang sofort in voller Uniform ins Wasser, zerrte die abgerissene Strippe hinter sich her, schwamm an Land,' wo die Kulis schreiend mit dem andern Ende angerannt kamen, und im Handumdrehen waren die beiden Enden wieder zusammengeknotet. Uns fiel ein Stein — leider zu früh — vom Herzen, denn wieder spannte sich das Tau, summte und zitterte ein bißchen, machte nochmals „Peng" und war von neuem geplatzt. Wieder wurde es geflickt und diesmal gelang es der Besatzung mit Staken und Stangen den Kahn erst mal vorsichtig an Land zu bringen, wo das Tau gründlich verknüpft und dann der Marsch kanalaufwärts langsam, ganz langsam wieder angetreten wurde. Als wir endlich am Ziel angekommen waren, schickte sich die fahlgelbe Sonne gerade zum Untergang an, nur als matte Scheibe war sie noch durch die dichte Staub-Dunstschicht zu erkennen, und in der Natur lag eine unendliche Traurigkeit. Beinahe lautlos rollten die leise im tiefen Lehmstaub schotternden Kanonen in nicht abreißender Kette an uns vorbei, Pferde und Fahrer bis zur Unkenntlichkeit mit Staub und Schweiß und Dreck verkrustet, irgendwo entdeckten wir eine kleine Lücke zum Hindurchschlüpfen, noch ein paar Schritte und wir standen wieder vor einem geöffneten Stadttor. Denn alle chinesischen Städte sind ummauert — auch die größeren Dörfer und noch heute werden jeden Abend die Tore geschlossen wie im deutschen Mittelalter, — eine Maßnahme, die im Hinblick auf die ewige Räuber- und Banditengefahr auch heute noch ihre volle Berechtigung hat. Müde und zerschlagen von der langen Reise, dem vielen Gelaufe, der Last unserer Koffer marschierten wir — der unverwüstliche Rittmeister Satoh an der Spitze — ins Städtchen ein — wir glichen eher einem Haufen von Arrestanten als Pressemännern, und die meisten Soldaten haben uns auch wohl für irgendwie erwischte Verbrecher gehalten. Mslem-protest gegen Englandspalästina-polttik London, 7. Okt. (DNB. Funkspruch.) Wie Reuter aus Bagdad berichtet, hat die irakische Moslem Hidaya- Gesellschaft in einem Telegramm an die britische Gesandtschaft in Bagdad gegen den Abtransport der Mitglieder des arabischen Oberausschusses aus Palästina protestiert. Sie wendet sich scharf dagegen, daß der Mufti seiner religiösen Aemter enthoben worden ist. Diese Maßnahme stelle einen gewaltsamen Angriff auf die Religionsfreiheit dar. Großbritannien wird gewarnt, daß eine Verfolgungspolitik in Palästina in der gesamten moslemitischen Welt auf st arten Widerstand stoßen werde. Nach zuverlässigen Nachrichten stammt der Mörder des britischen Distriktkommissars in Nazareth, dessen Tat die Auflösung des arabischen Komitees, die Entsetzung des Mufti, die Verbannung der Araberführer zu Folge hatte, nicht, wie vermutet wurde, aus Araberkreisen. Vielmehr handelt es sich um einen kürzlich aus Amerika nach Syrien gekommenen armenischen Kommunisten, der sich vor Arabern gern hochtrabend „armenischer Wolf" oder „armenischer Löwe" titulierte und direkte Beziehungen zu Moskau hatte. Seine Mordtat, die er in arabischer Kleidung gemeinsam mit fünf Kommunisten verübte, soll nur der Zerstörung der englisch-arabischen Beziehungen gegolten haben, die Moskau um jeden Preis trüben wolle. Kleine volitifche Nachrichten. Bei der Reichsbahn sind die Einnahmen in den neun Monaten Januar bis September d. I. gegenüber den gleichen Monaten des Vorjahres um rund 1 0,5 v. H. gestiegen. Gleichzeitig hat aber der Mehrverkehr an den Betrieb verstärkte Anforderungen gestellt und zu vermehrten Betriebsausgaben geführt. * Am 22. Oktober wird der finnische Außenminister Dr. H o l st i zu einem kurzen Aufenthalt nach Berlin kommen. Er wird dem Reichsminister des Auswärtigen Freiherrn von Neurath seinen Besuch abstatten. Der Minister beabsichtigt, sich über Riga nach Finnland zurückzubegeben. ♦ Zu Ehren des Staatssekretärs, General der Flieger Milch, gab der Generalkommissar der Weltausstellung im Museum der modernen Kunst einen Empfang. Hieran nahmen der französische Luftfahrtminister Pierre Cot, Frau Francois-Poncet, der Chef des Stabes der französischen Luftfahrt Aubö, der Kommandant der zivilen Luftfahrt Corbin, Botschafter Graf Welczek, Generalleutnant Kühlenthal, Reichskommissar Dr. Ruppel, der Präsident der deutschen Lufthansa, Staatsrat von Stauß, und die Begleiter des Generals Milch teil Luftfahrtminister Pierre Cot brachte einen Trinkspruch auf General Milch und die deutsche Luftfahrt aus. Nach dem enb gültigen Wahlergebnis in Argentinien erhielten der konservative Präsident Or- t i z und Vizepräsident C a st i l l o 1 097 226 Stimmen, während die Kandidaten der Liberalradikalen, Expräsident Alvear und Mosca 814 727 Stimmen auf sich vereinten. 248 Wahlmänner waren für ihn, 128 für Alvear. * Der italienische Regierungschef Mussolini ist am Mittwoch von seinem Landsitz Rocca delle Laminate nach Rom zurückgekehrt. Einführung des neuen Kreisleiters in Darmstadt. NSG. Im Rahmen eines Kreisappells eröffnete der Gauleiter am Mittwochabend in Darmstadt die Uebergabe der durch die Umorgani- I a t i o n zusammengelegten und damit vergrößerten Kreise an die neuberufenen Kreisleiter. Diese Einführunaen, die sich bis Anfang des nächsten Monats hinziehen werden, sind auch zugleich Dankesfeiern für die nun abschiednehmenden Kreisleiter, die fortan in den Verwaltungsdienst übertreten werden. Der Gauleiter erinnerte an die Tatsache, daß am Anfang der Partei die kühne Tat stand. Niemals sei die Organisation Selbstzweck gewesen.Ueberall wurden nach der Uebernahme der Macht bewährte Nationalsozialisten in Stellen des Staates gebraucht. Doppelstellungen waren daher nicht zu umgehen. Die Verbindung von Staat und Partei war zunächst auch richtig, die Personalunion habe sich hundertprozentig bewährt. Dennoch sei die Anforderung an die Spannkraft des einzelnen auf die Dauer unerträglich gewesen. Die Führung hes Volkes, die der Führer der Partei übertragen habe, beziehe sich auf alle Lebenslagen. Die Kirchen haben sich getreu ihres Auftrages auf die Seelsorge zu beschränken. Die kirchlichen Würdenträger müßten bereits vor einem irdischen Richter die Augen niederschlagen. Wie müsse es mit diesen kirchlichen Führern dann vor dem himmlichen Richter bestellt sein. Der Nationalsozialismus könne sich vor Gott und der Welt sehen lassen. — Der Gauleiter wandte sich bann an den neuen Kreisleiter Dr. med. Schiling. Mit ihm bekomme Darmstadt einen Mann, der sich während der Kampfzeit m jeder Beziehung bewährt habe. An die Parteigenossen gewendet, schloß er seine Rede mit den Worten: „Nationalsozialisten marschieren, wenn es befohlen ist. Der Marschtritt wird noch gefestigter denn je, zum Nutzen von Partei und Staat und damit zum Nutzen des deutschen Volkes." OieAeugestaliung deutscher Großstädte Berlin, 6. Okt. (DNB.) Das Gesetz über die Neugestaltung deutscher Städte schafft die gesetzlichen Grundlagen für die Ausführung der vom Führer und Reichskanzler wiederholt kundgegebenen Absicht, einige große Städte des Reiches baulich neu ge st alten zu lassen. An der Spitze roiro die großzügige Ausgestaltung der Reichshaupt st adt stehen: zu diesem Zweck ist bereits ein Generalbauinspektor (Prof. Speer) eingesetzt worden. Es soll weiter der Ausbau der Haupt st adt der Bewegung, der Stadt der Reichsparteitage und der Stadt Hamburg folgen. Für die Durchführung so großer städtebaulicher Maßnahmen war es notwendig, um eine einheitliche und geschlossene Durchführung der Maßnahmen sicherzustellen, neue gesetzliche Handhaben zu schaffen. Das Gesetz findet nur für die großen städtebaulichen Maßnahmen Anwendung, die der Führer und Reichskanzler anordnet. Aus aller Welt. Oer neue Volksempfänger. IM r„-;........5- ****** —- In den Rundfunkgeschäften steht der neue Volksempfänger, der die Typenbezeichnung „VE 301 Wn" führt, bereit. Der neue Empfänger weist eine besonders leichte Handhabung der Bedienung, eine Erhöhung der Klangqualität sowie die Erreichung einer größeren Empfindlichkeit, insbesondere beim Tagesempfang, und schließlich eine Steigerung der Betriebssicherheit und eine Verbilligung um 11 RM. gegenüber dem ursprünglichen Volksempfänger auf Das neue Gerät kostet trotz aller technischen Verbesserungen nur 65 RM. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Acht Millionen fuhren mit „Knast durch Freude^. Der Zustrom von Teilnehmern zu den Kraft- durch-Freude-Reisen und -Wanderungen nimmt auch weiterhin unvermindert zu. 1937 nahmen bis zum 15. September an 67 000 KdF.-Reisen und -Wanderungen rund acht Millionen Volksgenossen teil. Deformerer Beliebtheit erfreuen sich die Hochsee- Fahrten nach Norwegen, an denen bis zum 15. September fast 125 000 Urlauber teilnah- men. Da die KdF.-Hochseefahrten erstmalig den ganzen Winter über durchgeführt werden, ist damit zu rechnen, daß ein Jahresergebnis Zustandekommen wird, wie es bisher noch nicht erreicht wurde. Drei deutsche Schulschiffe gehen in See. Am 11. Oktober 1937 laufen die Schulschiffe Kreuzer „Emde n", Linienschiff „Schlesien" und Linienschiff „S ch l e s w i g - H o l st e i n" zu ihren halbjährigen Auslandsausbildungsreisen aus. Der Reiseweg der Schulschiffe wird folgende Länder berühren: Kreuzer „Emden": Italien, Griechenland, Britisch-Jndien, Niederländisch-Jndien, Italienisch-Eritrea, Jtalienisch-Tripolitanien. — Linienschiff „Schlesie n": Kanaren (spanisch), Cap Verden (portugiesisch), Brasilien, Argentinien, Chile, Panama, Dominica, Azoren (portugiesisch). — Linienschiff „Schleswig-Holstein": Kanaren (spanisch), Cap Verden (portugiesisch), Westafrika- Goldküste (britisch), Nigeria (britisch), Südafrikanische Union, Ostafrika (portugiesisch), Seychellen (britisch), Arabien (britisch), Italien, England. Das Winterhilfswerk der Deutschen Transvaals. Pretoria, 5. Okt. (DNB.) Mehrere hundert Deutsche versammelten sich in Tzaneen in Nordtransvaal in der „Wilhelm-Gustloff-Halle", die von deutschen Farmern im freiwilligen Arbeitsdienst erbaut wurde. Das neue Winterhilfswerk begann mit einer Spende von 120 Pfund als erste Rate einer freiwilligen Abgabe, zu der sich die Farmer im Ausmaße von 5 v. H. des Ertrages der Orangenausfuhr erbötig gemacht hatten. Ferner übermittelte die Versammlung aus Fürforgegeldern eine Spende für die Hilfsorganisation „Arme Weiße" in Transvaal, um ihre Solidarität mit der weißen Bevölkerung Südafrikas zu bekunden. Der Deutsche Tag schloß mit einer Weihestunde, in der eine Totenehrung durch Entzündung eines „Wilhelm- Gustlosf-Feuers" im afrikanischen Busch stattfand. Der Deutschlandsender im Dienste des WHW. Der Deutschlandsender wird auch während der Dauer des WHW. 1937/38 feine Wunschkonzerte durchführen. Die Reihe dieser Sendungen beginnt am Sonntag, 24. Oktober, um 17 Uhr mit einer fünfstündigen Veranstaltung, in der bekannte Orchester sowie namhafte Solisten unter der Leitung von Heinz Goedecke mitwirken werden. Durch die bisherigen Wunschkonzerte, in denen etwa 445 000 Hörerwünsche erfüllt wurden, konnte der Deutschlandsender dem Winterhilfswerk mehr als 127 000 Mark überweisen. Zunahme der Lehrlingsausbildung im Handwerk. Der Reichsstand des deutschen Handwerks hat auf Grund der Lehrlingsrolle, die die Handwerkskammern führen, die Zahl der Handrvehrslehrlinge für Mitte 1937 feftgefteüt. Es waren am 30. Juni 617 877, davon 559 292 männliche und 58 585 weibliche Handwerkslehrlinge. Die starke Steigerung der handwerklichen Lehrlingsausbildung sieht man aus folgenden Zahlenvergleich: Ende 1933 419 000 Handwerkslehrlinge Mitte 1936 577 000 Ende 1936 588 000 Mitte 1937 618 000 Zunahme f. 1933 198 000 = 32 v. H. 618 000 Lehrlinge Mitte 1937: das ist um 50 000 mehr als die Zahl der Lehrlinge, die Industrie und Handwerk zusammen 1933 hatten (564 000). Die Zunahme der Handwerkslehrlinge würde noch stärker in Erscheinung treten, wenn nicht inzwischen die Buchdrucker und die Cdelsteinschleifer in die Industrie-Organisation übergeführt wörden wären. Im Sinne des Vierjahresplanes hat das Handwerk die Zahl der Lehrlinge besonders stark in den Bau - Handwerken, den Baunebengewerben und den metallverarbeitenden Handwerken gesteigert, es trägt damit zur Beseitigung des Facharbeitermangels bei. Volks-, Berufs- und Betriebszählung -1938. Berlin, 6. Okt. (DNB.) Die Reichsregierung hat durch Gesetz für 1938 eine allgemeine Volks-, Berufs-, gewerbliche und landwirtschaftliche Betriebszählung und damit eine umfassende Bestandsaufnahme von Volk und Wirtschaft angeordnet. Die letzte derartige Zählung hat im Jahre 1933 — für das Saarland im Jahre 1935 — stattgefunden. Der Tag der Zählung wird noch bestimmt werden. Zur Vereinfachung des Zählungswerkes ist vorgesehen, die Bodenbe - Nutzungserhebung des Jahres 1938 mit der Zählung der landwirtschaftlichen Betriebe zu verbinden. Um einen möglichst großen Nutzeffekt aus der Zählung zu gewinnen, sind Probe-, Vor- und Nacherhebungen in Aussicht genommen. Die Durchführung der Zählungen, deren Urmate- nal durch das Statistische Reichsamt bearbeitet wird, ist Aufgabe der Gemeinden. Die Zählungen erfolgen mittels Fragebogen, in denen nach Personen- und Familienstand, Religion, Staatsangehörigkeit, Volkszugehörigkeit, blutmäßiger Abstammung, Muttersprache, Grundstücks-, Wohnungs-, Berufs- und Betriebsoerhältnissen gefragt werden darf. Eindringen in die Vermögens- und Einkommensverhältnisse ist ausgeschlossen. Der genaue Umfang der Erhebungen wird durch den Reichswirtschaftsmmister festgesetzt. Wegen der Bedeutung der Zählungen für die Erkenntnis der Volks- und Wirtschaftsstruktur kann mit Gefängnis bestraft werden, wer eine Frage, zu deren Beantwortung er verpflichtet ist, wissentlich wahrheitswidrig beantwortet oder sich weigert, eine solche Frage zu beantworten. Tagung der Luiher-Akademie in Sondershausen. Die 28. Tagung des apologetischen Seminars der Luther-Akademie begann im Schlosse zu Sondershausen mit einem Vortrag über das Bekenntnis Luthers zu Schmalkalden. Beim Begrüßungsabend ergriff auch der Literaturhistoriker Professor Dr. Ermatinger (Zürich) das Wort. Als Ausländer und Freund Deutschlands betonte der Gelehrte den Wert der persönlichen Anschauung des neuen Deutschland. Ebenso sanden bei den vorausgehenden Arbeitsberichten die Stimmen des Auslandes zur letzten ökumenischen Hochschultagung der Luther-Akademie besondere Erwähnung. In ihnen ist durchweg ein Ton aufrichtigen Verständ- nisses für die gegenwärtige Entwicklung in Deutschland zu spüren. Reichskagung der „Deutsche Christen nationalkirchliche Bewegung". B e r l i n, 6. Okt. (DNB.) Vom 8. bis 11. Oktober findet in Eisenach die vierte Reichstagung der „Deutsche Christen nationalkirchliche Bewegung" statt, die erste Tagung nach dem Zusammenschluß der wesentlichen deutsch-christlichen Gruppen zu einer einheitlichen von Oberregierungsrat Leffler (Weimar) geführten Bewegung. Die Tagung steht unter dem Thema „Volk, Staat, Kirche", sie will eine ebenso deutsche wie christliche Antwort auf die noch in unangenehmer Erinnerung befindliche „Botschaft" der sogenannten Oxforder „W e l t k i r ch e n k o n f e r e n z" an die deutsche evangelische Kirche geben. Ausländische Forstleute in Deutschland. Nachdem erst vor kurzem zu der Haupttagung des Deutschen Forstvereins eine große Zahl aus« ländischerForstleut e i n Deutschland weilten, sind in dic'm Tagen wiederum über 30 führende Forstwissenschaftler aus der ganzen Welt nach Deutschland gekommen, um, veranlaßt durch den anerkannt hohen Stand der deutschen Forst-- Wissenschaft, in Hwei Arbeitstagungen besonders wichtige Fragen der Ertragskunde und der forstlichen Rassenkunde zu beraten. Den Vorsitz der einen Tagung, die im Reichsforstarnt ftattfinbet, hat Prof. Dr. Loennenroth (Finnland), die andere Tagung im Harnack-Haus leitet Professor Dr. Schmidt (Eberswalde). Es werden eine Reihe hervorragender Staats- und Privatwaldreviere, u. a. das Lehrforstamt Freienwalde, ferner Hohen- lübbichow, der Besitz des Staatssekretärs General- forstmeifter Dr. v. Keudell, dann das weltbekannte Bärenthoren und zwei forstlich interessante' Harzreviere, die Forstämter Kupferhütte und Lonau besucht. Außerdem werden zahlreiche Provenienz-Versuchsflächen besichtigt. Euwe gewinnt die erste Partie im Weltmeisterschaftskampf. Die erste Partie im Schachweltmeister- k a m p f Euwe — Aljechin wurde nach dem 50. Zug von Euwe gewonnen. Schwere Unwetter in Italien. Italien wird derzeit von einer neuen Unwetter w e l l e heimgesucht, die in verschiedenen Gegenden große Verheerungen anrichtete und auch einige Todesopfer forderte. Vier Personen firfb in den Fluten des Hochwassers ertrunken. Bei SanPellegrino überschwemmten die Wassermassen ein Haus, das zusammenstürzte und die Bewohner, ein Ehepaar mit zwei Kindern, unter den Trümmern begrub. Die Leichen der vier Opfer wurden mehrere Kilometer weit von den Fluten davon- getragen. Bei Piteccio überschwemmte das Hochwasser eine Papierfabrik. Im Bologneser Appenin trat der Fluß Reno aus den Ufern und verursachte schwere Beschädigungen. Die Unwetterverheerungen in Südfrankreich. Die Unwetter sch äd en in den französischen Pyrenäen stellen sich als viel schwerer heraus, als man ursprünglich angenommen hatte. Der sintflut- ähnliche Regen setzte so überraschend ein, daß Hilfeleistungen meistens zu spät kamen und es nicht mehr möglich war, irgendwelche Schutzmaßnahmen zu treffen. Man spricht von einer Katastrophe. Die Täler der Flüsse Salat und Saison bieten einen trostlosen Anblick. Bäume sind entwurzelt, elektrische Leitungsmaste abgebrochen, Häuser und Brücken zumeist eingestürzt, und die Zufahrtsstraßen stehen kilometerweit unter Wasser. Die Bewohner mußten in der Nacht unter Mitnahme nur des Allernotwendigsten flüchten. In der Gegend von Pau sind zwei Todesopfer zu verzeichnen. Außer einer 80jährigen Frau, die von den Wassermassen überrascht wurde, ist die Leiche eines Bauern gefunden worden, der sich bis zuletzt geweigert hatte, Haus und Hof zu verlassen. Im Tal der Ariöge ist die Lage nicht besser. In dem kleinen Dorf Salau, das 110 Einwohner zählt, sind 30 Wohnhäuser zerstört worden. Ein Einwohner der Ortschaft fand den Tod. Der Schaden geht in die Millionen. Die französischen Behörden haben bereits Hilfsmannschaften ausgerüstet. Wetterbericht des Reichswellerdienstes, Ausgabeort Frankfurt. Das Schlechtwettergebiet, das am Mittwoch vornehmlich Südwest- und Süddeutschland landregen- artige Niederschläge brachte, hat erheblich an Ausdehnung und Einfluß verloren, so daß heute früh fast überall in unserem Bezirk wieder freundlicheres Wetter herrschte. Da das nordländische Hochdruckgebiet unter Verflachung ostwärts zurückweicht und ausgedehnter Luftdruckfall die Ausdehnung der Tiefdruckstörungen vom Mittelmeer und Frankreich her nach Mitteleuropa ungünstig beeinflußt, muß auch bei uns wieder mit neuerlicher Verschlechterung gerechnet werden. Aussichten für Freitag: Wieder lieber« S zu unbeständigerem Wetter mit Regenfall, _ stemperaturen etwa 10 bis 15 Grad, anfänglich noch östliche Winde. Lufttemperaturen am 6. Oktober: mittags 12,4 Grad Celsius, abends 10,1 Grad; am 7. Oktober: morgens 6 Grad. Maximum 13,3 Grad, Minimum heute nacht 5,6 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 6. Oktober: abends 11,1 Grad: am 7. Oktober: morgens 8,7 Grad. — Niederschläge 0,1 mm .— Sonnenscheindauer 2,8 Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr.W. Lange; für Feuilleton: Dr.Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. IX. 37: 9248. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugs- preis RM. 2,05 einschließlich 25 Ps. 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In dem Lande einer „nordöstlichen europäischen Union" — hier läßt der Verfasser sein Drama spielen —, das durch Umsturz und Attentate bedroht wird, ist eine Militärdiktatur unter einem Gouverneur eingerichtet worden. Die Planetenbegegnung Sternenhimmel im Oktober. Äon Dr. Erwin Kossinna. Klassisches und modernes Schauspiel Theaterbericht aus der Neichshauptstadt. Rechte des einzelnen sind beschränkt, der Senat wird überwacht, das alte System des Parlamentarismus und der geschäftigen Politiker wird durch die ehrenhafte soldatische Gesinnung des Gouverneurs und seiner Offiziere abgelöst. Auf dem Boden dieser politischen Umwälzung vollziehen sich die Konflikte des Dramas. Durch eine fesselnde und wirksam gesteigerte Handlung zeigt Groh, wie die Ehrenhaftigkeit und der Glaube an die Treue die Schatten der Vergangenheit verscheuchen, im Dasein des einzelnen und im staatlichen Leben des Landes, bis die Neugestaltung der Nation und seine Zukunft gesichert sind. Als Gouverneur findet Christian Kayßler den soldatischen Ton und die große schauspielerische Linie für einen Mann, auf dem das Schicksal seines Landes ruht. Maria P a u d l e r gibt eine junge Frau mit vieler Zartheit und innerlicher Wärme. Heinz Dietrich K e n - t e r stimmt das Männerdrama auf einen soldatisch sachlichen Ton. Gerhard Bohlmann. Berlin, im September. Vor einigen Jahren gab man im Theater des Volkes die drei Telle des Schillerfchen „Wallenstein" nacheinander in einer einzigen Vorstellung, die vom frühen Nachmittag bis Mitternacht dauerte, aber das geschah vor geladenen Gästen, und für den Alltagsgebrauch nahm man hernach die einzelnen Teile wieder auseinander und zeigte das „Lager" mit den „Piccolomini" in einer und „Wallensteins Tod" in der nächsten Aufführung. Das Staatliche Schauspielhaus am Gendarmenmarkt bringt jetzt wirklich „W allen st ein" an einem Abend in der Bearbeitung und unter Spielleitung Lothar M ü t h e l s. Um die Trilogie für eine Dauer von viereinhalb Stunden zusammenzufassen, dazu bedurfte es natürlich einer starken Straffung des Ganzen; das Vorspiel des „Lagers" bleibt jedoch in der jetzigen Einrichtung als ein abgeschlossener Teil für sich, aber die „Piccolomini" und der „Tod" verfließen derart ineinander, daß der durch die große Pause bedingte Einschnitt erst nach dem ersten Akt von ^Wallensteins Tod" erfolgt. Muß man bei so durchgreifenden Kürzungen auch auf manche bekannte Stelle und manche „geflügelten Worte" verzichten, so vergeht sich doch die Einrichtung Müthels keineswegs gegen den Geist des Dichters; er bleibt nichts Wesentliches schuldig, klar und eindeutig zeichnen sich die großen Linien der wuchtigen Tragödie ab. Die Stimmung des Lagers, dessen graue Zelte sich vor einem herbstlich bunten Talgrund erheben (Gesamtausstattung der Bühne von Rochus ©liefe), wird trotz allem tumultarischem Treiben wundervoll deutlich; ungewöhnlich eindringlich gliedert sich der Verlauf des großen Kriegsrats („Piccolomini"), prachtvoll gelingt das berühmte Bankett, und über dem letzten Akt lagert die düstere Schwere des Verhängnisses. Werner Krauß als Wallenstein ist hier bekannt, wir kennen seine überlegene Haltung, die soldatische Gebärde, die Atmosphäre des Staatsmannes, die ihn umwittert. Auch für die Evifode Max — Tekla (Hannsgeorg Lauben- t h a l — Lola Müthel) hat die Einrichtung Raum aefchaffen, Octavio ist Walter Franck, Buttler Albert F l o r a t h , trefflich in feiner mürrisch- kargen Art, einen amüsanten Jsolani stellt Will Dohm dar, einen skeptischen Wrangel Erich Ziegel. * Die Kammerspiele — das „Kleine Haus" des Deutschen Theaters —, die nach dem Umbau das entzückendste kleine Theater geworden sind, eröffnen mit der deutschen Uraufführung einer Komödie des Engländers Michael (Egon: „E r soll dein Herr fein", einem übermütigen Spiel zwischen einigen Ehepaaren, in dem so nebenher einige tausend Worte Eheweisheit gelehrt werden — das ist der Reiz der schillernden Dialoge —, so daß man nach einer eigentlichen „Handlung" nicht allzuviel zu fragen braucht, und die Zuschauer nehmen solche Belehrungen mit verständnisvollem Lachen entgegen und quittieren durch lebhaftesten Beifall, der natürlich auch der vollkommenen Wiedergabe unter der Spielleitung Heinz Hilperts gilt und der beschwingten Darstellung durch Gustav Fröhlich und Lizzi W a l d m ü l l e r , die die Hauptlast des Abends zu tragen haben und diese Aufgabe spielend leicht und meisterhaft bewältigen. * Mit dem Auge des Frauenfeindes aber wird der Ehekomplex auf der Bühne des Theaters am Kurfürstendamm betrachtet: der erste Teil von Strindbergs „Totentanz" ist wieder auf- erftanöen und entfaltet sein geisterhaftes Treiben, den Totenreigen zweier Menschen, die fünfundzwanzig Jahre hindurch in das Verließ eines engen Festungsturms zusammengekettet sind, eine Ehetragödie, durch das verzerrende Mikroskop des Weiberhassers Strindberg gesehen. Diese versunkene Welt wieder lebendig zu machen, dazu bedarf es schon der großen Kunst Paul Wegeners, zu dessen bedeutendsten Rollen der Kapitän Edgar feit Jahrzehnten gehört. Sein Edgar schillert auch jetzt wieder in allen dämonischen Lichtern, er wird Der diesjährige Oktober ist ein rechter Planetenmonat, denn alle Wandelsterne können beobachtet werden. Am Morgenhimmel strahlt Venus, die etwa zwei Stunden vor der Sonne aufgeht. Sind die Luftoerhältnisse günstig, so wird ein geschickter Beobachter mit Hilfe eines Fernglases auch den Merkur entdecken, der im ersten Monatsdrittel seine günstigste Stellung erreicht unt> eine Stunde vor Sonnenaufgang dicht über dem Osthorizont erscheint. Am 2. Oktober gesellt sich zu den beiden Planeten noch die schmale Sichel des abnehmenden Mondes. Außerdem steht am Morgenhimmel der Neptun im Sinnbild des Löwen links von dessen Hauptstern Regulus; jedoch ist Neptun nur mit dem Fernrohr auffindbar, wenn man seinen Ort genau kennt. Am 11. Oktober wandert die Venus scheinbar dicht an Neptun vorüber. Den Abendhimmel beherrschen Jupiter, Saturn und Mars. Den Riesenplaneten Jupiter finden wir um 19 Uhr ziemlich tief im Südsüdwesten; rechts von ihm den rötlichen Mars. Im Laufe des Monats bewegt sich Mars auf Jupiter zu. Beide Planeten begegnen sich am 29. Oktober, an welchem Tage Mars ganz dicht an Jupiter vorüberzieht. Selbstverständlich ist eine solche Planetenbegegnung nur scheinbar, denn in Wirklichkeit steht Jupiter über viermal soweit von uns als Mars, erscheint aber wegen seiner enormen Größe fast fünfmal heller als Mars. Saturn leuchtet nach Beginn der Dunkelheit am Südosthimmel im Sinnbild der Fische, wo er durch fein Helles, ruhiges Licht ein auffälliges Gestirn ist. Uranus steht am 4. Oktober genau gegenüber der Sonne im Sternbild Widder, wo er mit einem Fernglas aufgesucht werden kann. Der abendliche Fixsternhimmel erhält sein Gepräge durch den zarten Glanz der M i l ch st r a ß e, die zu keiner Jahreszeit eine so günstige Stellung einnimmt, wie in Den Herbstmonaten. Bald nach Eintritt der Dunkelheit sehen wir das silbern schimmernde Lichtband steil im Nordosten emporsteigen und vom Fuhrmann über Perseus, Kassiopeia, Ke- pheus zum kurzförmigen Schwan im Zenit ziehen, wo er sich in zwei Arme teilt, die sich nach Südwesten zum Adler und Schild des Sobieski senken. Die wunderbare Schönheit der Milchstraße, ihre reiche Gliederung in einzelne Sternwolken und dunkle, fast schwarze Sternleeren, „Kohlensäcke" genannt, kommt freilich nur dann zur Geltung, we-nn an einem klaren Herbstabend kein Mondlicht ober künstliche Lichtquellen störend wirken und das Auge sich wenigstens eine Viertelstunde an die Dunkelheit gewöhnt hat Man wird also am besten die erste und die letzte Oktoberwoche zur Beobachtung der Milchstraße verwenden und sich bei der Durchmusterung der einzelnen Sternwolken eines lichtstarken Fernglases mit großem Gesichtsfeld bedienen. Die hellsten Teile der Milchstraße sind die langgestreckte Wolke im Schwan, die gegen 19 Uhr nahe dem Zenit steht, und die Schildwolke. Auch in der Kassiopeia und im Perseus ist die Milchstraße recht hell. Nach neueren Untersuchungen sind es hauptsächlich die Sterne der 13. bis 16. Größenklasse, Deren vereinigter Glanz Den Eindruck Des zarten Lichtbandes erzeugt, jedoch sind in der Schwanwolke auch hellere Sterne (10. bis 12. Größe) wesentlich daran beteiligt. Die Tatsache, daß die Sterne in der Den ganzen Himmel umziehenden Milchstraße viel Dichter zusammengedrängt stehen als außerhalb derselben, läßt darauf schließen, daß die Hauptmasse aller Sterne in einer verhältnismäßig flachen, linsenförmigen Schicht von nur einigen Tausend Lichtjahren Dicke angeordnet sind, während der Durchmesser dieser Linse über 100 000 Lichtjahre beträgt. Dabei ist bemerkenswert, daß die Sonne nicht m der Mitte, sondern etwa 30 000 Lichtjahre vom Mittelpunkt der Linse entfernt ist, der in der Richtung auf das Sternbild des Schützen zu suchen ist. Am westlichen Rande der Milchstraße glänzt die helle Wega, der Hauptstern der Leier, der mit Denab im Schwan und Abair im Adler das bekannte Sommerdreieck bildet. Am Westhimmel tauchen die Sommersternbilder Herkules, Nördliche Krone und Bootes hinab. Der helle Arkturus ist nur noch kurze Zeit nach Sonnenuntergang sichtbar. Im Süden steht hoch und groß über uns die geometrische Sternfigur des Pegasus, ein Sechseck, an das sich nach links das Pegafusquadrat oder der „große Tisch" und die aus vier hellen Lichtpunkten bestehende Sternreihe der Andromeda anschließen, lieber dem zweiten Stern von links bemerken wir an klaren Abenden den mit freiem Auge sichtbaren Andromedanebel. Tief am Südhorizont flimmert als einziger heller Stern Fomalhaut, der südlichste in Deutschland sichtbare Fixstern achter Größe. Im Südosten bemerken wir das große Sternbild des Walfisches, in welchem der veränderliche Stern Mira jetzt fein Lichtmaximum hat. Die Bilder des Tierkreises Steinbock, Wassermann, Fische und Widder besitzen nur verhältnismäßig schwache Sterne. Glanzvoller sind dagegen die Wintersternbilder Stier und Fuhrmann, welche im Osten immer höher emporsteigen. Dem rötlichen Riesenstern Aldebaran gehen die Plejaden voran, ein offener Sternhaufen in 400 Lichtjahren Abstand. Der Nardhimmel wird von dem Himmelswagen' im Großen Bären beherrscht, der jetzt in feiner tiefen Stellung besonders groß erscheint. Von den sieben Hellen Sternen des Himmelswagens besitzen fünf eine gemeinsame gleichgerichtete Bewegung im Raum, an der auch das „Reiterlein" über dem mittleren Deichselstern Mizar teilnimmt. Um den Kleinen Bären schlingt sich die gewundene Sternreihe des Drachen. Der veränderliche Stern Algol hat günstig zu beobachtende Lichtminima am 3. um 21 Uhr, am 23. um 22.30 Uhr, am 26. um 19.30 Uhr. Führer ag der HZ. des Gebietes Hessen-Nassau. Der stellvertretende Reichsjugendführer kommt nach Darmstadt. LPD. Vorn 8. bis 10. Oktober findet in Darm« stadt ein Führertag der HI. des Gebiets Hessen« Nassau statt, an dem 1400 HI.-Führer des Gebiets teilnehmen werden. Der Führertag wird am Frei« tagmorgen im Hessischen Landestheater eröffnet werden, wobei Gauleiter Sprenger und Gebietsführer Brandt sprechen werden. Am Abend des Samstags wird ein offenes Singen der HI., verbunden mit der Freilichtaufführung des Adolf« Hitler-Marsch-Films des Jahres 1937, der van der Marscheinheit Hessen-Nassau gedreht wurde, statt« finden. Am Sonntagnachmittag findet der Führer« tag der HI. seinen Höhepunkt und Abschluß in dem auf dem Marienplatz stattfindenden Schlußappell in Anwesenheit des stellvertretenden Reichsjugend» führers, Stabsführer Hartmann Lauterbacher. Zm Dienst der Volksgesundheit. NSG. Am Samstag wurde in Anwesenheit des Gauleiters und des Reichsärzteführers in Frankfurt a. M. das neue Aerztehaus des Gaues Hessen-Nassau eingeweiht. Die Feier eröffnete der (Bauobmann des NS.« Deutschen Aerztebundes und Leiter der Landesstelle Dr. Behrens mit dem Gedenken der Toten des Weltkrieges, der Ermordeten der Bewegung und der Opfer der Arbeit, um dann die Entwicklung der Kassenärztlichen Vereinigung bis zur Machtübernahme zu skizzieren. Nachdem er die Aufgabe des nationalsozialistischen Arztes umrissen hatte, Immer abends als Letztes Chlorodont sprach Der Architekt des Neubaues Prof. Lieser über das Haus und übergab die Schlüssel dem Reichsärzteführer Dr. Wagner, der in seiner Rede vom Umbruch des Jahres 1933 ausging, der auch in die Form Der ärztlichen Organisation eine Aenderung gebracht hat. Ein einheitlich ausgerichtetes Arzttum bedürfe auch einer würdigen Vertretung in einem repräsentativen Haus, da dies der Ausdruck der Stellung des Arztes im Dritten Reich fei. Gauleiter Sprenger führte dann aus, daß er sich auf die Glückwünsche für das Gelingen dieses Baues beschränken könne. Wesentlich sei, auch an dieser Stelle herauszustellen, daß die Partei alle Dinge lenkt und sich mit allen Dingen beschäftigt, die das Volk angehen. Vielleicht fühle sich manche Stelle dadurch beengt, aber die Partei, die die Menschenführung hat, hat Die Verpflichtung dazu, Da sie Das ganze Volksleben zu betreuen hat. Keine wilden Grabungen nach geschichtlichen Bodenfunden. Lpd. In Ausführung Des hessischen Denkmalpflegegesetzes mirD durch Runderlaß der Abt. 7 der Landesregierung an die Kreis- und Stadtschulämter und die Direktionen der höheren Lehranstalten Darauf hingewiesen, Daß Grabungen nach BoDenfunden nur mit Zustimmung der Bodendenkmalpfleger Prof. Dr. Behn (Mainz, Römisch-Germanisches Zentralmuseum), zuständig für Starkenburg und Rheinhessen, und Privatdozent Dr. Rich» t e r (Gießen, Oberhessisches Museum), zuständig für Oberhessen, vorgenommen werden dürfen. Boden- funde jeglicher Art, ob von Der Lehrerschaft oder von Schülern entdeckt, sind unverzüglich dem Örtlichen Bertrauensmann für Denkmalpflege und bei dessen. Nichtanwesenheit der Bürgermeisterei zu melden. Biedermeier-Konzert in Gekt'aune. M'iqeteilt von Dr. Erwin Kroll. den getafelt und fleißig dem Champagner zugesprochen hatte, wurde sie so fröhlich und ausgelassen, daß niemand an das nun folgende Konzert dachte. Der Schrecken war darüber allgemein, als plötzlich ein Bote erschien und meldete, daß zahlreich versammelte Publikum werde ungeduldig und verlange daL.Beginnen des Konzertes. Werke ging, hatte heute in tollem Uebermut des Man brach nun eiligst nach dem Konzertsaal auf, doch war eigentlich niemand mehr in der gehörigen Verfassung, um öffentlich auftreten zu können. Auffallend war dabei, daß die sonst Zaghaften nun die Mutigsten geworden waren. Das Altonaer Dilettantenorchester, dem die Hamburger Künstler als Kern und Stütze dienen sollten, war schon aufgestellt, und das Konzert begann daher sogleich mit einer Ouvertüre von Romberg, die er selbst leitete. Er, dem man nicht zu Unrecht vorwarf, daß er die Tempi seiner Kompositionen stets zu langsam nähme, übereilte das Allegro seiner Ouvertüre diesmal dermaßen, daß die armen Dilettanten gar nicht mitkommen konnten. Es fehlte daher nicht viel, so wäre schon in der Ouvertüre umgeworfen worden. Nun folgten wir, meine Frau und ich, mit einer Sonate für Harfe und Violine, die wir, wie immer, ohne Noten vortragen wollten. Als wir schon saßen, und ich zu beginnen gedachte, flüsterte mir meine Frau, die sonst die Besonnenheit selbst mar, ängstlich zu „Um des Himmels willen, Louis, ich kann mich nicht besinnen, welche Sonate wir spielen wollen, und wie sie anfängt!" Ich fang ihr den Anfang heimlich ins Ohr und brachte sie so wieder zu der nötigen Ruhe und Besonnenheit. Unser Spiel ging nun auch ohne Unfall zu Ende und erwarb uns großen Beifall. Nun sollte Madame Becker eine" Arie fingen und war auch bereits von Romberg auf die Orchester-Erhöhung geführt worden, als sie, zum großen Staunen des Publikums, plötzlich wieder davonlief und im Nebenzimmer verschwand. Voller Besorgnis, daß sie krank geworden, eilte ihr Dorette nach! Doch kehrten sie beide bald zurück, und ich erfuhr von meiner Frau, daß der Sängerin infolge des Diners der Atem gefehlt, und sie daher erst die Kleider habe lockern müssen. Nun folgte Hermstedt mit einer schweren Komposition von mir. Er, der sonst beim öffentlichen Auftreten mit der ängstlichen Vorsicht zu begegneten, die später Stoff zu vielen Neckereien gaben. Dieses Konzert war von einem reichen Altonaer Musikfreunde veranstaltet worden, der die Hamburger Mitwirkenden zu einem luxuriösen , Essen einlud. Nachdem die Gesellschaft zwei Stun-j Cchampagnerrausches em . neues, noch mcht erprob- Ludwig ober, wie er genannt wurde, Louis Spohr gehört zu den deutschen Musikern der ersten Romantik, die heute fast ganz vergessen sind, obschon er zu seiner Z?it ein Geigenmeister von europäischem Rang und als Schaffender ebenso vielseitig wie erfolgreich war. Wer weiß heute noch etwas von den Opern, den Sinfonien, den Liedern und zahlreichen Kammermusiken dieses kerndeutschen Mannes? Höchstens eines seiner Violinkonzerte hört man noch gelegentlich. Sein Freund, Carl Maria von Weber, auf den er zunächst als auf einen „Dilettanten" ein wenig herabsah, hat ihm schließlich doch den Rang abgelaufen. Er verhalf ihm übrigens zur Hofkapellmeisterstelle in Kassel, und hier hat Spohr in den Jahren 1822 bis 1857 unendlich viel für die deutsche Oper getan. Als Geiger und später als Kapellmeister kam er viel in der Welt herum. Er hatte in jungen Jahren in Gotha, wo er als Konzertmeister wirkte, Dorette Scheid! er, die Tochter einer Hofsängerin, kennen und liebengelernt. Sic war Harfenistin und begleitete nun ihren Mann viele Jahre hindurch auf feinen Konzertreisen. Dem stattlichen und liebenswürdigen Paare kam man überall freundlich entgegen. In Deutschland zumal war während der Biedermeierzeit die Harfe ein bevorzugtes Instrument, und Spohr selbst hatte als Geiger, den Hexenmeister P a g a n i n i vielleicht abgerechnet, seinesgleichen nicht. Auf seinen Konzertreisen kam das Künstlerpaar 1812 auch nach Altona, und was man hier erlebte, erzählt uns Spohr in feiner Selbstbiographie: „Eine deutliche Erinnerung habe ich noch von einem Konzerte in Altona, bei welchem wir, wie auch mehrere unserer Hamburger Freunde, mitwirkten und in welchem uns allerlei kleine Unfälle tes Blatt dem Mundstück seiner Klarinette aufgeschraubt und rühmte sich dessen auch noch gegen mich, als ich das Orchester bestieg. Mir ahnte gleich nichts Gutes. Das Solo meiner Komposition begann mit einem lang ausgehaltenen Tone, den Hermstedt kaum hörbar ansetzte und nach und nach zu enormer Kraft anwachsen ließ, womit er stets große Sensation machte. Auch diesmal begann er so, und das Publikum hörte dem Anwachsen des Tones mit gespannter Aufmerksamkeit zu. Als er ihn aber zu höchster Kraft steigern wollte, überschlug sich das Blatt und gab einen Mißton, ähnlich dem, wenn eine Gans aufschreit. Das Publikum lachte und der nun plötzlich nüchtern gewordene Virtuose wurde leichenblaß vor Schrecken. Doch faßte er sich bald und trug nun alles übrige in gewohnter Vollendung vor, so daß ihm am Schluß enthusiastischer Beifall nicht fehlte. Am schlimmsten erging es aber dem armen Schwenke. Ihm hatte das Diner die Hosenschnalle gesprengt, ohne daß er es bemerkt hatte. Als er nun bet einem Potpourri mit Quartettbegleitung, daß ich zum Schluß des Konzertes spielte, zur Ueberncchme der Diolapartie auf die Erhöhung des Orchesters getreten war, fühlte er bald nach Beginn der Musik, daß ihm durch die Bewegung der Bogenführung das Beinkleid zu sinken begann. Viel zu gewissenhafter Musiker, um von seinen Noten etwas auszulassen, wartete er ruhig die Pausen ab, um das Beinkleid wieder heraufzuziehen. Seine Not blieb dem Publikum nicht lange verborgen und erregte große Heiterkeit. Als ihm nun aber am Ende des Potpourris eine Sechzehntelbewegung dermaßen schüttelte, daß das Sinken des Beinkleides bedenkliche Fortschritte machte und ans Unanständige zu streifen drohte, da konnte das Publikum sich nicht mehr halten und brach in ein allgemeines Kichern aus. So wurde durch diese (Störung meines Solovortrags auch ich mit in Die allgemeine Kalamität des Tages hineingezogen ..." ßotbfditilnatbndifen Professor Dr. Otto Regenbogen, Ordinarius für klassische Philologie an der Universität Heidelberg, wurde auf Grund Des § 6 Des Berufsbeamtengesetzes in Den Ruhe st and versetzt. Zeitschriften. — Mit Dem letzten Doppelheft Des 50. Jahrganges hat Die „Deutsche Zeitschrift" (Verlag Georg D. W. Callwey, München) ihr Erscheinen eingestellt: sie roirD in Der ebenfalls an dieser Stelle regelmäßig angezeigten Zeitschrift „Das Innere Reich" (Verlag Langen-Müller, München) aufgehen. Der Verlag Callwey betont, wie schwer ihm der Entschluß gefallen sei, die Zeitschrift eingehen zu lassen, aber trotz großen finanziellen Opfern war eine Weiterführung nicht möglich, weil im Laufe Der Zeit Der Leserkreis zu klein geroorDen war. Als „Deutsche Zeitschrift" wurde feit einer Reihe von Jahren Der von FerdinanD Avenarius be» grünDete „Kunstwort" weitergeführt. Die ältere Befergeneration mirD wissen, was Avenarius geleistet und was der „Kunstwort" vor dem Kriege für dos geistige Leben und die kulturelle Erziehung in unserem Londe bedeutet hat. Generationen der besten Deutschen verdanken ihm eine wesentliche, ihr ganzes Leben bestimmende Bereicherung, Festigung und Klärung ihres kulturellen Besitzes und Verantwortungsgefühls. Seine von keiner anderen ernsthaften Zeitschrift auch nur annähernd erreichte Wirkung in die Tiefe und die Breite Des deutschen Volkes verdankte der alte „Kunstwort" Dem genialen Präzeptor, Der (wie Der abschiedneh» mende Rechenschaftsbericht Des Verlages unD Der Schriftleitung sich ausDrütft) in Avenarius steckte. Viele werden heute sehr nachdenklich und sehr schmerzlich bewegt davon Kenntnis nehmen, daß es den „Kunstwort" nun nicht mehr gibt — in keiner Form; sie werden sich zugleich mit tiefer Dankbarkeit dessen erinnern, was Da etwa vom Beginn dieses Jahrhunderts an geleistet worden ist; wer mit den Jahrgängen dieser Zeitschrift sozusagen groß geworden ist, weiß die Bedeutung eines solchen Abschiedes zu ermessen und wird hoffen, daß „Das Innere Reich" etwas von der Tradition zu wahren vermag, die der „Deutschen Zeitschrift" weiterzuführen versagt geblieben ist. — Dos letzte Doppelheft ist noch einmal besonders reich ausqeftaltet; wir nennen daraus den Leitaufsatz über Monarchie und Verfassung im Britischen Weltreich von Hans Bütow, die „Unterscheidung der Geister" von Ernst Benz, „Turenne im Privatleben" von General Weygand, „Lord Byron im griechischen Freiheitskampf" von Claus Schremvf und den Sammel« bericht über neue deutsche Lyrik von Hans Böhm. Aus der engeren Heimat. Drei Kinder im Krofdorfer Wald verlassen aufgefunden. * Krofdorf, 7. Okt. Am vergangenen Sonntag erhielt unser Dorf auf recht merkwürdige Weise eine Bereicherung seiner Einwohnerzahl um drei Kinder. Junge Leute, die im Walde spazieren gingen, brachten aus dem ,Fogel" drei Mädchen im Alter von 6, 8 und 14 Jahren mit, die verlassen aufgesunden wurden. Die Auffindung der Kinder hatte eine Vorgeschichte. Am Donnerstag vergangener Woche war in Rodheim ein Landstreicher verhaftet worden, der sich bettelnd im Dorfe herumtrieb und bei seiner Festnahme davon sprach, dah im Krofdorfer Forst drei seiner Kinder auf ihn warteten. Daraufhin wurde, allerdings ergebnislos, der Krofdorfer Forst nach den Kindern abgesucht. Erst am Sonntag konnten die Kinder durch Zufall gefunden werden. Den Mädchen war es nicht bekannt, daß ihr Vater verhaftet worden war. Sie befanden sich in gutem Ernährungszustand, waren auch durchaus nicht schlecht gekleidet. Die Kinder wurden zunächst bei einer Witwe im Dorfe untergebracht, inzwischen sind sie von Einwohnern des Dorfes vorläufig an Kindesstatt ausgenommen worden. Wie wir von zuständiger Seite hören, scheinen hier zerrüttete Familienverhältnisse vorzuliegen. Die Mutter der drei Mädchen soll in der Richtung nach Marburg weiter gegangen sein; auch sie hat, nach den Aussagen der Kinder, Geschwister der Mädchen bei sich. Die Gendarmerie ist um die völlige Aufklärung der Angelegenheit bemüht. Die Hilfsbereitschaft der Krofdorfer Bevölkerung zeugt von schöner Menschlichkeit. Landkreis Gießen. D L i ch, 6. Okt. Bürgermeister Geil konnte zwei verdienstvollen Mitgliedern der hiesigen Freiwilligen Feuerwehr, dem Oberbrandmeister Heinrich Erb und dem Mitglied Karl Will, das von dem Chef der deutschen Polizei, Reichsführer SS. Himmler, verliehene Reichsfeuerwehrehrenzeichen 2. Klaffe überreichen. Die Geehrten gehören schon viele Jahre der Freiwilligen Feuerwehr an und haben sich große Verdienste um den Aufschwung der Wehr erworben. — Auf sein v i e r - ^igjährigesArbeitsjubiläum im Dienste der Brauerei Jhring-Melchior konnte der Obermälzer Johannes Stein, Bahnhofstraße 23, zurückblicken. Aus diesem Anlaß fand in der Wirtschaft von August Hisgen ein Kameradschaftsalbend der Betriebsgemeinschaft Jhring-Melchior statt. Betriebsobmann Ernst Drechsler überbrachte die Glückwünsche der Arbeitskameraden, während Brauereidirektor Hans Jhring die Verdienste des Jubilars um den Betrieb zu würdigen wußte. Bei Gesang und Musik verlebten die Arbeitskameraden einige frohe Stunden. ch L a u t e r , 4. Okt. Die hiesige R S. - Frauenschaft unternahm eine Omnibusfahrt nach Frankfurt a. M.. Dort wurden die Sehenswürdigkeiten besichtigt. Außerdem stattete man dem Weltflughafen Rhein-Main und dem Luftschiff „Graf Zeppelin" einen Besuch ab. — Die Kartoffelernte geht ihrem Ende entgegen. Sie ist dieses Jahr gut ausgefallen, so daß die Landwirte ihre Keller gefüllt haben und den Rest der Kartoffeln an anderen Orten lagern müssen. Besonders gute Erträge lieferten dieses Jahr „Voran", „Priska" und „Ackersegen". — Während im vorigen Jahre einige Neubauten errichtet wurden, ist in diesem Jahre kein Neubau entstanden, und doch muß man sagen, daß hier rege Bautätigkeit herrschte. Neben Jnstandsetzungsarbeiten und Erweiterungsbauten haben unsere Landwirte zeitgemäße Dung- stätten und Silos errichtet. Man sieht also, daß unsere Landwirte gewillt sind, an der Erzeugungsschlacht fleißig mitzuarbeiten. Kreis Alsfeld. xp Nieder-Gemünden, 2. Okt. Die Kartoffelernte ist beendigt. Alle Sorten brachten eine gute Ernte. — Dieser Tage fand die D e r- steigerungvonObstan den Provinzialstraßen statt. Eine größere Anzahl Kaufliebhaber hatte sich eingefunden. Es kostete pro Zentner am Baum: Kelterobst 2,50 Mark, Wirtschaftsobst 3,50 Mark, Tafelobst 5 Mark. Größ ter in einer HolMarenfabrik. Lpd. Michelstadt (Odenw.), 6. Okt. Aus bis- her ungeklärter Ursache brach Mittwoch früh in der Holzschneiderei der Holzwerke Rexroth- Lynen ein schweres Schadenfeuer aus, das an den leicht brennbaren Holzvorräten reiche Nahrung fand und sich in kürzester Zeit auf den größten Teil des Fabrikbetriebes ausdehnte. Die sofort alarmierten Feuerwehren aus Michelstadt, Steinbach und Stockheim setzten alle verfügbaren Kräfte ein, und es gelang ihnen auch, den Neubau der Holzwerke zu retten. Der übrige Teil der Fabrik wurde jedoch völlig vernichtet, zumal starker Wind die Flammen immer weiter über das Werk ausgedehnt hatte. Wirtschaft. Rhein-Mainische Börse. TNiklagsbörse schwächer. Frankfurt a. M., 6. Okt. Die Börse eröffnete in vorwiegend schwächerer Tendenz, da dem kleinen Angebot kaum Aufnahmeneigung gegenüberstand, wobei man auf die schwachen Auslandbörsen verwies. Weiteres Interesse bestand lediglich für Bankaktien. Am A k t i e n m a r k t traten meist Rückgänge von 0,50 bis 1 v. H. ein. Stärker gedrückt waren Reichsbank mit 203,25 (205). Von Montanaktien verloren Hoesch im Zusammenhang mit niedrigeren Dividendenschätzungen 1,50 auf 126,50, Klöckner gaben 0,90, Mannesmann 0,75 v. H. ab. Etwas höher lagen Ilse Genuß mit 139,75 (139). Von Montanwerten gingen Daimler auf 140,50 (141,50), Adlerwerke Aleyer auf 116,25 (116,50) zurück, von Maschinenaktien Rheinmetall auf 150,75 (151,50), Eßlinger unv. 122,50. Am Chemiemarkt ermäßigten sich JG.- Farben auf 164 (164,65), Rütgerswerke auf 149,65 (150). Der Elektromarkt war stark vernachlässigt und zunächst ohne Notierungen. Im einzelnen sttzten Westdeutsche Kaufhof mit 59 (59,50), Bemberg mit 147,50 (148,50), Holzmann mit 155,75 (155,50) und Feldmühle Papier mit unv. 145 ein. Am Rentenmarkt war das Geschäft etwas lebhafter. Reichsaltbesitz erreichten wieder 128,75 (128,55), Reichsbahn-VA. gewannen 0,13 v. H. auf 128,25. Kommunal-Umschuldun-g hatten bei unv. 94,90 größeren Umsatz, gingen aber später auf 94,80 zurück. Am Pfandbriefmarkt wurde kleine Nachfrage zu unveränderten Kursen befriedigt. Liquidationspfandbriefe schwankten bis 0,25 v. H. Industrie- Obligationen lagen uneinheitlich, 5 v. H. Verein. Stahl 101,50 (101,75), 1947er und 1951er do. je unv. 100,50, 4,50 v. H. Krupp unv. 99, 6 v. H. IG.-Farben 132,13 (132). Stadtanleihen notierten unverändert. Für Länder- und Provinzanleihen zeigte sich etwas Rückfrage. Im Verlaufe blieb das Gefchäft klein. Teilweise bröckelten die Kurse noch etwa 0,25 bis 0,50 v. H. ab, die Mehrzahl blieb auf dem Anfangsstand behauptet. Die später notierten Werte kamen meist bis 1 v. H. niedriger zum Kurs, Elektroaktten waren vorwiegend gut behauptet, schwächer aber Siemens mit 213,75 (216). Nach unten stärker verändert waren ferner Metallgesellschaft mit 152 (154,25), Goldschmidt mit 143,75 (145) und Kali Westeregeln nach Pause mit 116,50 (118,25). Von Großbankaktien erhöhten sich Commerzbank auf 120 (119,50), die übrigen lagen unverändert. Weiter erhöht waren auch Effektenbank mit 86,75 (86,50) und von Jn- dustriewerten Knhlgrund Ei enbahn mit 28,50 (26,50) rep. Im Freiverkehr wurden u. a. genannt: Bürbach Kali 72 bis 72,50, Els. Bad. Wolle 83,50, Schuh Berneis 76,25, Ufa 74, Rastatter Waggon 62 und Großalmerode Thon 114 bis 116 sowie Geiling Sekt 74. Tagesgeld unv. 2,50 v. H. Abendbörse still. Der Abendbörse mangelte es an Aufträgen, so daß die Umsatztätigkeit denkbar kleinsten Umfang hatte. Indessen übten die erneut schwachen Auslandsbörsen keinen Einfluß auf die Kursentwicklung aus, lediglich die Unternehmungslust war sehr gering. Bei größtenteils nominellen Notierungen war die Haltung behauptet. Etwas schwächer lagen Bemberg mit 146,50 (147,50), Demag mit 149,75 (150,50), Conti Gummi mit 187,75 (188,25), Holzmann mit 155,25 (155,75), Gesfürel mit 153,50 (154) und Nordd. Lloyd mit 85,50 (85,90). Von Montanwerten lagen Buderus mit 124,75, Mannesmann mit 122,90 je 0,13 v. H. Irankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M„ 7. Okt. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 1302 Rinder (347 Ochsen, 171 Bullen, 512 Kühe, 272 Färsen), 577 Kälber, 150 Hämmel, 107 Schafe, 225 Schweine. Es kosteten: Rinder: Ochsen 36 bis 45 Mk., Bullen 34 bis 43, Kühe 20 bis 43, Färsen (Kalbinnen) 35 bis 44, Kälber 36 bis 65, Hämmel 30 bis 50, Schafe 20 bis 45, Schweine 51 bis 55 Mk. — Marktverlauf: Rinder, Kälber und Schweine zugeteilt, Hämmel und Schafe mittelmäßig. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 6. Okt. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in RM.: Weizen W 13 204, W 16 207, W 19 211, W 20 213, Roggen R 12 189, R 15 192, R18 196, R19 198 Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Futtergerste —, Futterhafer —. Weizenmehl Type 812 W 13 29,00, W 16 29,10, W 19 29,10, W 20 29,45, Roqgenmehl Type 1150 R12 22.45, R 15 22,80, R 18 23,30, R 18 23,50 plus 0,50 RM. Frachtausgleich. Weizenfuttermehl 13,60. Weizenkleie W 13 10,75, W 16 10.90, W 19 11,10, W 20 11.20, Roggenkleie R 12 9,95, R15 10,15, R18 10,40, R19 10,50 Mühlenfestpreise ab Mühlen- station. Soyaschrot —, Palmkuchen —, Erdnußkuchen —, Treber 14,00 Höchstpreis ab Erzeugerstation, Trockenschnitzel —, Heu —, Weizen- und Roggenstroh drahtgepreßt 3,00 bis 3,30. Schweinemarkt in Schotten. * Schotten, 6. Okt. Auf dem heutigen Schweinemarkt waren 195 Ferkel und Läuferschweine zum Verkauf aufgetrieben. Es verblieb geringer Ueberstand. Es kosteten 6 bis 8 Wochen alte Ferkel 12 bis 14 Mark, 8 bis 10 Wochen alte 15 bis 18 Mark, 10 bis 13 Wochen alte 19 bis 22 Mark, Läufer 30 bis 32 Mark. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 v H., Lombardzinsfuß 5 o H. Frankfurt a. M. Berlin Schluß- kurs Schluß!. Abendbörse Schluß- kurs Schluß! Mittag- börse Datum 5.10. 6.10- 5.10. 6.10 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 *y2% Deutsche Reichsschatzanwet- 101,5 98,75 101,5 98,8 101,4 98,8 — 4Yi% Deutsche Reichsschahanwet- sungen von 1935, II. Folge ... 47i% Deutsche Reichsichatzanwei- sungen von 1936, III. Folge .. 57i% Doung Anleihe von 1930 .. 47i% Hesiische Bolksstaal von 1929 47i% Deutsche Reichspostschatz von 1934 1...................... 99,4 99 100,25 99,3 99 100,25 100,4 99,4 99 100,25 100,5 — 47i% Deutsche ReichSbahnschah Von 1936 I.................. 99,65 198.55 99,65 99,65 __ 128.75 128,5 128,8 Öberhessen Provinz-Anlethe Ohiälnf =fRerhten ... ...... mit 4yz% Hess. LandeSbk. Darmstadt Goldpse. R. 12.............. 99,5 im .75 99,5 101.5 6y2% Hess. LandeS-Hyp.-Bank Ltgu. Goldpse............... _ Zu der Schulung am 9. und 10. Oktober haben alle Schar-, Schaft- und Gruppenführerinnen zu erscheinen. Entschuldigungen werden nur in ganz dringenden Fällen,entgegengenommen. Die Führerinnen sind auf folgende Schulungsorte verteilt: Gießen, Untergaubienftftelle: M.-Gruppe 1/116, 2/116, 17/116, 18'116. Gießen, Hochstätterheim: M.-Gruppe 3/116, 4/116, 19/116, 5/116. Grünberg, BDM. - Heim : M.-Gruppe 9/116, die Standorte Beltershain, Weitershain, Lumda, Reinhardshain, Harbach, Saa- fen, Hattenrod, Lindenstruth, Bersrod, Ettingshausen. In Grünberg beginnt die Schulung erst am Sonntag, 8 Uhr. Langsdorf: M.-Gruppe 13/116, die Standorte Lich, Ober- und Nieder-Bessingen, Birklar, Bettenhausen, Obbornhofen, Bellersheim, Utphe, Trais-Horloff, Steinheim, Inheiden. Lang-Göns: M.-Gruppe 15/116, 16/116 und die Standorte Holzheim, Gröningen, Oberhörgern, Eberftadt, Dorf- Gill. Londorf, B D M. -Heim: M.-Gruppe 7/116, die Standorte Geilshausen, Rüddingshausen, Londorf. Die Führerinnen aus den Standorten Alten- Bufeck, Watzenborn-Steinberg, Steinbach, Annerod, Großen-Bufeck, Beuern, Trohe, Rödgen, Burkhardsfelden, Reiskirchen, können an der ihnen am nächsten liegenden Schulung teilnehmen. An der Schulung haben außerdem alle Gruppen- fportroartinnen teilzunehmen. Mitzubringen ist Turn- und Schreibzeug. Mittagessen gibt es in den Privatquartieren. Die örtlichen Führerinnen nehmen immer eine Kameradin mit nach Hause. LM.-tlnierqau 116, Gießen. Dienstbefehl. Am Sonntag, 10. Oktober, finden die ersten Winterschulungen statt, zu der alle Jungmädelgruppen-, Schar- und Schaftsführerinnen, auf dem Lande auch die Führerinnenanwärterinnen, antreten. Beginn um 8.15 Uhr vormittags, Ende zwischen 5 und 6 Uhr nachmittags, in den Heimen des BDM. Mitzubringen sind Turnzeug, Schreibzeug, Schere, Lineal, gummiertes Glanzpapier, Liederbuch, Brotbeuteloerpflegung, Trinkbecher. Gruppe: 1, 2, 3, 4/116 17, 18, 19/116 14, 15, 16'116 13, 11 (halb)/116 5, 7/116 8, 9/116 12, 11 (halb)/116 Schulungsort: Gießen (Moeserheim) Gießen (Dienststelle) Watzenborn-Steinberg Hungen Lollar Grünberg Lich Großen-Buseck 6, 10/116. Von der JM.-Gruppe 11/116 gehen nach Lich: Ober-Hörgern, Eberstadt, Muschenheim, Be^en- hausen: nach Hungen: Bellersheim, Obbornhofen, Inheiden, Trais-Horloff, Utphe. Ein Volk Hilst sich selbst! . Das Winterhilfswerk 1937 hat begonnen. Damit sind auch die Frauenschaft und die Mitglieder des Frauenwerks wieder auf den Plan gerufen worden mitzuhelfen, die Ernte fachgemäß und sparsam zu verwerten. Die Abteilung Volkswirtschaft-Hauswirtschaft lädt alle Hausfrauen zu kurzen Kochlehrgängen im „Einhorn" ein. Auch die „perfekte" Hausfrau kann in unseren Tagen, da eine Fülle von neuen Erkenntnissen auf dem Gebiete der Ernährung erschlossen wurde, sich dazu bereitfinden, etwas Neues zu lernen. fern Ringen feinen Sinn zu geben. So wird Zöberlein zum Gestalter des Kriegsgeschehens und des Kampfes der Bewegung. Die Dichterlesungen werden ergänzt durch einen Vortragszyklus von fünf allgemeinen Vortragsabenden. Für die Eröffnungsveranstaltung ist der bekannte Weltreisende und 'Reiseschriftsteller Dr. Colin R o ß zu einem Lichtbildervortrag „Asien — Amerika — Europa" verpflichtet worden. Colin Roß schildert nicht nur fremde Länder und Völker, Schicksale und persönliche Erlebnisse, sondern macht seiner Zuhörerschaft die weltpolitischen Zusammenhänge allgemeinverständlich klar. Besondere Bedeutung wird für unsere Garnisonstadt der Lichtbildervortrag von Universitätsprofessor Dr. Eugen von Frauenholz über „Deutsche Kriegsgeschichte von den Urzeiten bis zur Gegenwart" haben. Professor von Frauenholz, ein ausgezeichneter Wehrwissenschaftler, wird sicher zu einer großen Zuhörerschaft sprechen können. Sodann wird Wilhelm Müseler, bekannt als Verfasser der volkstümlichen Kunstgeschichte „Deutsche Kunst im Wandel der Zeiten", einen Lichtknldervortrag halten über „Deutsche Kunst als Erlebnis". Müseler ist dazu berufen, die Freude an der deutschen Kunst und Verständnis für sie weiten Kreisen unserer Volksgenossen nahezubringen. Ein besonderes Ereignis wird auch der Lichtbilderoortrag des hervorragenden Forschers Dr. Hugo Adolf Ber- n a tz i k „Auf den Spuren unbekannter Völker in Hinterindien" werden. Dr. Bernatzik unternahm 1936/37 mit feiner Frau eine Expedition nach Hinterindien, um eine Reihe wichtiger völferkund- licher Probleme zu lösen. Der Vortragende berichtet an Hand interessanter Lichtbilder von seinen Abenteuern mit Menschen und Tieren. Wie alljährlich wird neben den Dichterlesungen und Vorträgen auch ein Sprechkunstabend veranstaltet. In diesem Jahr ist die ausgezeichnete Sprechkünstlerin Friedel Hintze, deren Namen durch ihre erfolgreiche Mitwirkung bei den Morgenfeiern des Stadttheaters im letzten Winter bekannt wurde, zu einem Vortragsabend „Lachendes Leben" verpflichtet. Des weiteren erhalten dank dem Entgegenkommen der Intendanz des Stadttheaters die Mitglieder des Goethe-Bundes und Kaufmännischen Vereins zu den Morgenfeiern des Stadttheaters Eintrittsvergünstigungen. Die Vorschau zeigt, daß ein ausgezeichnetes und vielseitiges Dortragsprogramm aufgestellt wurde. Um es recht vielen Volksgenossen zugänglich zu machen, wurde wieder eine enge Zusammenarbeit mit der Gießener Volksbildungsstätte der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" ausgenommen. Das neue Vortragsprogramm soll eine Vorbereitung sein auf die 25-Jahrfeier des Goethe- Bundes im Frühjahr 1939. Sie soll ein starkes Bekenntnis unserer Heimatstadt zu dem großen deutschen Dichtergenius werden. Lederstrumpf. Dichtung und Wirklichkeit. Der alte Lederstrumpf ist von Old Shatterhand niemals völlig verdrängt worden, und heute sind die Erzählungen von ihm, die Cooper der Welt geschenkt hat, bei uns neu wieder aufgelebt, wie eine erst kürzlich erschienene unverkürzte deutsche Ausgabe zeigt. Daß sie lange nur mehr als Kinderbücher gegolten haben, hatte seinen Grund darin, daß vor allem verkürzte und verstümmelte Ausgaben „für die reifere Jugend" verbreitet wurden. Aber die Gestalt des Natty Bumppo gehört der Weltliteratur an und steht auf einer Stufe mit den großen Helden der anderen englischen Literatur. Man hat in Lederstrumpf den „Hauptschauspieler in dem Epos der Neuen Welt" gesehen. Dabei hat man aber diese große Gestalt Coopers kulturhistorisch auf einen Platz gestellt, auf den sie nicht gehört, weil man die Menschenklasse und die Umgebung, in der sie erscheint, ungenügend gekannt hat. Dr. Georg F r i e b e r i c i stellt in den „Forschungen und Fortschritten" sehr anschaulich Lederstrumpf den „Pionieren, die den Weg für den Marsch der Nation über den Kontinent geöffnet haben", und als deren typischen Vertreter man ihn angesehen hat, gegenüber und zeigt, wie wenig sie miteinander zu tun hatten. Man hat besonders in Daniel Boone, der die Tätigkeit eines Jägers, Händlers, Viehzüchters und Feldmessers in seiner Person vereinigte und feine Taten zwischen 1760 und 1820 vollbrachte, ganz allgemein den „historischen Lederstrumpf" erblicken wollen. Boone ist in der Geschichte der Vereinigten Staaten und im Herzen ihres Volkes die charakteristische Gestalt der Eroberung und Besiedelung des neuen Westens zwischen den Alleghanies und dem Mississippi, der Heros der Hinterwäldler, der Vertreter der rauhen Grenzer, die im Vortrupp der Wanderscharen den Westen für die Vereinigten Staaten gewonnen haben. Ein Vergleich des Natty Bumppo Coopers und dieser wirklichen Pioniere zeigt, wie groß der Gegensatz zwischen den beiden ist. Lederstrumpf war bis zu seinem 42. Lebensjahre Jäger und Kundschatter in britischen Diensten, dann lebte er 34 Jahre lang völlig zurückgezogen als Jäger und Fischer in seiner einsamen Hütte am Wie jeder Handwerker, jeder Gewerbetreibende fortschreiten muß und sich über die Neuerungen in feinem Fach unterrichtet, so ist es auch die Pflicht jeder weiblichen Arbeitskraft, sich in ihrem Aufgabenkreis den Forderungen einer neuen Zeit an- zupaffen. Es ist keine Schande einzugestehen, daß die Kenntnisse von Mutter und Großmutter heute nicht mehr maßgebend sind. So gut die Hausfrau die Erfindungen zur Erleichterung der Haushaltsführung zu nutzen weiß, ebenso aufgeschlossen sollte sie auch für die neuen Kochvorschriften sein, die einheimischen Lebensrnittel verwenden und sich im Verbrauch danach richten, was der Markt des Inlandes der Jahreszeit entsprechend bietet. Pflegen und verwalten, einteilen und sparsam verwenden, das sind die Grundpfeiler für die Nährfreiheit unseres Volkes. Der Hausfrau ist das kostbare Erntegut anoertraut. Möge jede einzelne sich der Verantwortung bewußt sein und sich bemühen, an ihrem Platze mitzuhelfen, daß Obst und Gemüse, Brot und Mehl erhalten und sachgemäß und sparsam verwendet werden. Die Art der Kurse, die in der neu hergerichteten Küche im „Einhorn" stattfinden, wird noch bekannt- gegeben. Die Sprechstunden der Sachbearbeiterin der Abteilung, Frau M a t h y, finden jeden Mittwoch von 16 bis 18 Uhr in der Geschäftsstelle der Kreisfrauenschaft, Frankfurter Straße 1, statt. F. K. Schwanen-nsel im Bau. Im Teich an der Schlageter-Allee wird gegenwärtig eine Insel für die Schwäne gebaut, da sich das Unterkunftshaus für die Vögel in feiner bisherigen Form wohl als nicht völlig zweckmäßig erwies. Nachdem das Wasser des Teiches abgelassen war, hat man sich beim städtischen Hoch- und Tiefbauamt entschlossen, den Schwänen eine stattliche Insel zu bauen, auf der ihnen das Brutgeschäft ungestörter möglich sein wird, als es bisher an den Ufern des Teiches der Fall war. Die im Entstehen begriffene Insel hat eine Fläche von 12 X 9 Meter auf dem Grund des Teiches, baut sich aus Steinen und Erdreich konisch auf und wird nach ihrer Fertigstellung eine benutzbare Fläche von etwa 10 X 7 Meter haben. Die Oberfläche der Insel wird mit Grasstücken belegt evtl, auch mit einigen Büschen bepflanzt werden. Die Schaffung der Insel bedeutet eine reizvolle Bereicherung der Teichanlage. Heimatvereinigung Schiffenberg. Der vor einiger Zeit bestimmte Ausschuß zur Ausgestaltung des von dem verstorbenen Geheimrat Professor Dr. Sommer der Heimatvereinigung geschenkten Limesgeländes und zur Vorbereitung der feierlichen Uebernahme des Geländes durch die Heimatoereinigung hat in letzter Zeit eine rege Tätigkeit entfaltet. Zunächst fand eine nochmalige Besichtigung des Limesgeländes unter Zuziehung von Sachverständigen statt. Bei dieser Gelegenheit wurde der Platz zur Ausstellung der geplanten Blockhütte festgelegt. Die an den Eisteichen in der Nähe der Straße von Gießen nach Hausen stehende Schutzhütte wird in den nächsten Tagen entfernt und nach entsprechender Umarbeitung in der Nähe des Barbarensteines aufgestellt. Weiter wurde die Umzäunung um den Barbarenstein, die teilweise defekt ist, entfernt, wodurch der Gedenkstein besser zur Geltung kommt. Der Gedanke, den Pfahlgraben am nördlichsten Ende zu vertiefen, bzw. ihm die ursprüngliche Gestalt zu geben, wurde nach eingehender Besprechung mit Rücksicht auf die technischen Schwierigkeiten und die hohen Kosten aufgegeben. Zum Andenken an den verstorbenen Geheimrat Sommer und dessen Gattin sollen in ' und nachher Dann wird man Ihren Händen die Tagesarbeit nicht ansehen. Mit Nivea-Creme gepflegte Haut wird widerstandsfähig u. geschmeidig. Otsegosee, um 1793 als 76jähriger Greis auf der Flucht vor der anrückenden Kultur mit seiner Büchse und allein mit feinen Hunden den Weg nach Westen anzutreten, wo wir ihn jenseits des Mississippis in der „Prärie" wiederfinden. Von den Grenzern des Westens trennt ihn grundsätzlich seine Einstellung zu 'ben Eingeborenen des Landes. Hatte auch er unter ihnen feine Todfeinde, so war es nicht deshalb, weil sie Angehörige der roten Rasse waren, sondern er bezeugte immer nur feine Achtung und Freundschaft für diese und hat ihnen gegenüber feine Spur von Überheblichkeit. Er bezeichnet das Skalpieren als nicht zu den Gaben des weißen Mannes gehörig und sagt: „Weiß bin ich geboren und weiß will ich sterben!" Der alte Jäger spricht von dem Tage, „wenn die Weißen die Rothäute beim Jüngsten Gericht treffen werden und Gerechtigkeit das Gesetz sein wird und nicht Gewalt". Eine solche Gestalt, wie Coopers Lederstrumpf, so wundervoll sie auch gezeichnet ist, hat es in den Wildnissen des Westens von Nordamerika nicht gegeben: er gehört weder seiner Gesinnung noch den Umständen nach, unter denen ihn Cooper leben läßt, unter die Schar der kühnen Pioniere, die den Westen wirklich erobert haben. Für diese alle war jeder Indianer von vornherein ein Feind und ein Schädling, das Leben einer Rothaut, ob Mann oder Weib, war in ihren Augen kaum der Rede wert. Grundsätzlich und planmäßig knallten sie jeden ihnen vor die Flinte kommenden Indianer beiderlei Geschlechts und jeden Alters mit Kugel und Schrot nieder. „Mache das Niederknallen der roten Teufel zu deiner Lebensarbeit!" war die Lehre des Hinterwaldvaters an feinen jungen Sohn, und jeder war ein Skalvjäger, der seine Ehre darein setzte, möglichst viele Kopfhäute einzubringen. Keiner von ihnen hätte Verständnis für die an Fengänge und Aeußerungen Lederstrumpfs gehabt. Für sie war das Skalpieren einer Rothaut nichts anderes, als wenn sie einem Wolf die Ohren abschnitten, um die Prämie dafür einzustreichen, oder wenn sie einem Bären die Haut abzogen, um sie beim Händler in Pulver, Blei und Whisky umzusetzen. Diese wirklichen Trapper waren nach S e a l s f i e l d „Auswürflinge oder Geächtete, die dem strafenden Arm des Gesetzes entflohen waren, oder auch unbändige Naturen, denen selbst die rationelle Freiheit der Staaten noch Zwang deuchte". So ist Lederstrumpf nicht der vollendete, nicht einmal der idealisierte Typus der kühnen Grenzer und Späher, den man in ihm hat sehen wollen; das Volk der Vereinigten Staaten, dessen ganz anders geartete Pioniere die Mitte des nordamerikanischen Kontinents bezwungen haben, kann ihn kaum zu den Seinigen rechnen. B- NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Ireude". (BieRener wochenmarktpreUe § Jl.-'Sport Vorwärts in der Imkerei! J.st wurde, loste nicht geringe Freude aus. Das altbewährte Hausmittel hilft — und wer denkt denn gleich an solchen Wettersturz! Du kannst j-a einen wärmeren Anzug an- Am gestrigen Schlußtag war den Teilnehmern an der 1. Heeres- und Marinemeisterschaft im Kraft- fahr-Geländesport noch einmal schönes Sonnenwetter beschert. Trotz des für viele sehr schweren zweiten Tages war die Stimmung auf der Fahrt durch das „grüne Herz Deutschlands" ausgezeichnet. Die Regenfahrt von Halle nach Ohrdruf hatte doch nicht allzu viele Ausfälle gebracht, und Verschiebungen in der bisherigen Wertung waren eigentlich nur bei den Krafträdern mit und ohne Seitenwagen zu verzeichnen, während es bei den Wagen auch nach dem zweiten Tage im großen und ganzen bei dem alten Stand blieb. Die Marine zog ihre offizielle Beteiligung zurück und startet nur noch außer Konkurrenz. Der letzte Tag brachte noch eine Querfeldein- Fahrt über 25 Kilometer mit Start und Ziel Ohrdruf. Nach Karten waren drei Geländepunkte anzufahren, außerdem mußten Schießprüfungen erledigt werden und für die Fahrzeuge war noch eine Zustandsprüfung anaesetzt. Den Hauptteil bildete die 100-Kilometer-Streckenfahrt kreuz und quer durch den Thüringer Wald, wobei die herrlichen Skigebiete von Ohrdruf über Klein-S-hm^lkalden und Oberhof durchfahren werden mußten. Unweg- same Geländesteilhänge. Geröll, Steine und Fels- brocken nahmen eine letzte Auslese vor und ver- ursachten noch manche Beschädigungen an den Fahrzeugen. Die Teilnehmer hatten jedoch aus den Erfahrungen der beiden vorausgegangenen Tage ungemein viel gelernt und nahmen diese letzte Etappe weitaus vorsichtiger und überlegter in Angriff. Eine Prüfung auf Herz und Nieren, nicht nur der Teilnehmer, sondern auch der Fahrzeuge, ist beendet. Ungeheuere Schwierigkeiten waren zu überwinden, ganz besonders erschwert durch die schlechten Witterungsverhältnisse an den beiden ersten Tagen. Mit Stolz können die Heeres-Ange- hörigen auf das Ergebnis zurückblicken, aber auch die Marine-Soldaten, für die nur der erste und dritte Tag gewertet wurde, hielten sich tapfer. Die Blumenkohl 10 bis 40, Salat 8 bis 12, Endivien 9 bis 12, Oberkohlrabi 5 bis 8, Lauch 5 bis 8, Sellerie 10 bis 30, Rettich 5 bis 10, Radieschen 8 bis 10 Pf. *♦ Dienstjubiläum. Am 1. Oktober feierte der Geschäftsführer der Buchhandlung der Pilgermission, des Brunnen-Berlages und der v. Mün- chow'schen Unioersitätsdruckerei, Herr Wilhelm Schmitz, sein 23jähriges Dienstjubiläum. Nach Beendigung seiner Lehrzeit in Barmen genügte Herr Schmitz seiner Wehrpflicht und trat dann am 1. Oktober 1912 als Gehilfe in der genannten daraufhin einen Strafbefehl über 20 RM., gegen den sie Einspruch erhoben. Der Berliner Angeklagte war von dem Erscheinen in der Hauptverhandlung entbunden. In der gestrigen Hauptverhandlung verteidigte sich der hiesige Angeklagte damit, er habe im guten Glauben gehandelt, da er nach anwaltlicher Gepflogenhett mit der Richtigkeit der von dem Berliner Anwalt in dem betreffenden Schrift, satz aufgestellten Behauptungen habe rechnen können. Es fehle daher im vorliegenden Falle an dem Bewußtsein der Rechtswidrigkeit. Demaegenüber steht jedoch die Tatsache, daß der Angeklagte vor Spielzeit das entscheidende Treffen knapp gegen den Gau Sachsen gewann und auch diesmal wieder als aussichtsreicher Bewerber anzusehen ist. Die Vorgänger der Rheinländer waren seit 1933 Bayern (Hitler-Pokal), Südwest (Kampfspiel-Pokal), Mitte und Sachsen. Im einzelnen lauten die Dorrunden-Paarungen wie folgt: in Mannheim: Baden — Hessen; in Augsburg: Bayern — Mittelrhein; in Gelsenkirchen: Westfalen — Südwest; in Hannover: Niedersachsen — Württemberg; in Düsseldorf: Nieder- rhein — Brandenburg; in Hamburg: Nordmark — Pommern; in Erfurt: Mitte — Schlesien; in Chemnitz: Sachsen — Ostpreußen. Baden aegcn Hessen. Im Mannheimer Stadion steigt ein Kampf, in dem man schlecht gegen die technisch hervorragende badische Elf, die sich aus zehn Mannheimern (mit Siffling, Heermann, Langenbein, Schneider, Strie- lunger usw.) und dem Pforzheimer Fischer zusammensetzt, gehen kann. Hessen steht hier in der Rolle des Außenseiters! Mit einer starken Abwehr allein wird es nicht getan sein, es garantiert u. U. höchstens ein knappes Ergebnis wie vor zwei Jahren an gleicher Stelle. Ein Sieg Hessens märe eine große Ueberraschung, an die wir vorerst wirklich nicht zu glauben vermögen. Dazu erscheint uns Baden — auf dem Papier — zu stark! Die Mannschaften: ** Vom Wochenmarkt Der Verkauf von Kraut, Kartoffeln und Obst auf Wagenladungen findet bis einschl. 6. November jeweils an Samstagen nur auf Oswalsgarten statt. ** Holzabfuhr aus städtischen Waldungen. Das in den städtischen Waldungen noch lagernde Nutz- und Brennholz aus dem Wirtschaftsjahr 1937 und vorhergehenden Jahren muß bis spätestens 25. Oktober von den Besitzern abgefahren werden. ** Auslosung der Gießener Markanleihe. Am Donnerstag, 21. Oktober, findet im Stadthaus, Bergstraße 20, Zimmer 6, die öffentliche Ziehung der Äuslosungsrechte zu den Ablösungsanleihen der Stadt Gießen für das Jahr 1937 statt. ** Rückständige Krankenkassen-Bei- träge bezahlen. Die Allgemeine Ortskrankenkasse für Stadt- und Landkreis Gießen fordert die umgehende Bezahlung rückständiger Beiträge für den Monat September an. Große Strafkammer Gießen Vor der Großen Strafkammer hatte sich der noch jugendliche H. L. aus Mühlheim a. M. wegen Sitt- lichksitsverbrechens zu verantworten. Der Angeklagte wurde beschuldigt, sich wiederholt an einem 3^jährigen Kinde unsittlich vergangen zu haben. In der Hauptverhanblung, die unter Ausschluß der Öffentlichkeit stattfand, legte der Anaeklagte ein umfassendes Geständnis ab. Mit Rücksicht hierauf und auf feine Iuaendlichkeit billigte das Gericht ihm mildernde Umstände zu und erkannte auf die Mindeststrafe von sechs Monaten Gefängnis. Amtsgericht Gießen. Gestern hatten sich zwei Rechtsanwälte aus Gießen bzw. aus Berlin wegen Beleidigunq vor dem hiesigen Amtsgericht zu verantworten. Der angeklagte Gießener Anwalt war Korrespondenzanwalt des Berliner Angeklagten in einer Zivilsache, die im vorigen Jahre beim Landgericht in Gießen an- ■ hängig war. Er unterschrieb dabei einen Schriftsatz, der beleidigende Aeußerungen über den Pro- ' zeßgegner enthielt Beide Angeklagten erhielten Mflerschafien im Krastsahr-Geländesport Günstigere Bedingungen am Gchlußiag Sin Fußball-Ereignis. Die Borrunde um den Reichsbundpokal. Die Meisterschaftskämpfe in den deutschen Fußballgauen erfahren am nächsten Sonntag durch die Vorrunde des Reichsbundpokal - Wettbewerbs, an der alle 16 Gaue beteiligt sind, eine Unterbrechung. Dieser Reichsbundpokal-Wettbewerb erfreut sich im Gegensatz zu den früheren Kämpfen der Landesverbände um den „DFB.-Pokal" steigender Beliebtheit, und heute wird es sich kein Gau einfallen lassen, etwa „freiwillig" — wie es früher sehr oft geschehen ist — zu verlieren, nur um einer lästigen Verpflichtung sehr schnell ledig zu sein. Das beweist schon die Tatsache, daß alle Gaue für die Spiele des Sonntags ihre besten Spieler und stärksten Mannschaften aufgeboten haben. Pokaloerteidiger ist der Gau Niederrhein, der in der vergangenen * Gießen, 7. Oft. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Deutsche feine Molkereibutter, Vt kg 1,57 Mark, feine Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60, Landbutter 1,42 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, deutsche, Klasse B 11, ausländische, Klasse A 12, Wirsing, Ü kg 9 bis 12, Weißkraut 6, Rotkraut 9 bis 12, gelbe Rüben 8 bis 9, Karotten 8 bis 12, rote Rüben 8 bis 10, Spinat 20 bis 25, Römischkohl 8 bis 12, Bohnen, grün 15 bis 25, Unterkohlrabi 6 bis 8, Erbsen 25 bis 35, Grünkohl 15, Rosenkohl 15 bis 25, Feldsalat, Vio 10, Tomaten 12 bis 17, Zwiebeln 6 bis 7, Meerrettich 30 bis 80, Schwarzwurzeln 25 bis 40, Kürbis 5 bis 6, Pilze 40 bis 50, Kartoffeln, % kg 4 Pf., 5 kg 40 Pf., 50 kg 3,45 Mark, Aepfel, y2 kg 10 bis 25 Pf., Falläpfel 5 bis 6, Birnen 5 bis 20, Preiselbeeren 35, Brombeeren 33, Zwetschen 15 bis 16, Nüsse 30 bis 40 Pf., Hähne 1 bis 1,10 Mark, Suppenhühner 80 bis 90 Pf., Gänse 90 Pf. bis 1 Mark, Tauben, das Stück 50 bis 60 Pf., deutschen Imkerei harren im Zusammenhang der wirtschaftlichen Unabhängigkeitsmachung unseres Volkes große Aufgaben. Neben der von Natur aus der kleinen Honigbiene gegebenen Aufgabe, für die Befruchtung fast aller Kulturgewächse Sorge zu tragen, erwachsen dem Imker selbst große Pflichten. Der Ruf für 1936 und 1937 „Jeder Imker em Volk mehr!" wurde erfüllt. Es gehe um die Mehrung von Honig und Wachs. 19s6 hatten wir noch eine Honigeinfuhr von 57 000 Doppelzentner und 10 000 Doppelzentner Wachs. Es gelte, diese Mengen auf deutschem Boden zu ernten. Der imkerliche Nachwuchs müsse gesichert sein. Du gelte es besonders unter der Heranwachsenden Jugend zu werben. Hier hätten es in erster Linie die Lehrer in der Hand, auf die Jugend einzuwirken. In den landwirtschaftlichen und in _ bcn Werkschulen solle es mit zum Lehrplan gehören, Vorträge über die Biene und ihre Zucht mit aufzunehmen. Bei Stand schauen solle der Jugend gezeigt werden, wie ungefährlich die Arbeit am Bienenvolk sei, wenn der Imker sachgemäß arbeite. Interessierten Schülern müsse Gelegenheit gegeben werden, in ihrer freien Zeit die Bienenzucht kennen zu lernen. Weiter solle geworben werden unter Gartenbauern, Arbeitern, Siedlern und drei Ersten jeder Wertungsgruppe wurden mit der Wehrmacht-Sportplakette des Reichskriegsministers ausgezeichnet. Oie Ergebnisse. Heer. Wertungsgruppe I (Krafträder-Mannschaf- ten): 1. I. Mannschaft des VII. AK. (Feldw. Meier, Feldw. Linhardt, Feldw. Forstner) auf BMW., 864 Punkte; 2. 1. Mannschaft des VIII. AK. (Lt. Kronsbein, Obwachtm. Heibel, Wachtm. Thyerlei) auf BMW., 726 P.; 3. Mannschaft des XII. AK. (Feldw. Motzer, Uffz. Hannemann, Uffz. Groll) auf BMW., 568 Punkte. — (Krafträder-Einzelfahrer): 1. Schirrm. Maciejewfki (2./AR. 48) auf BMW., 337 P.; 2. Sch. Uffz. Lück (2121. 6) auf BMW., 321 P.; 3. Lt. v. Cramon (PZ. 2) auf BMW., 306 P. Wertungsgruppe II (Krafträder mit Seitenwagen-Mannschaften) : 1. 2. Mannschaft des VII. AK.(ObSchirrm. Geyer, Uffz. Ascher, Ogfr. Graser, Schütze Nachtmann, Uffz. Scköfer, Lt. HoM auf BMW., 931 P.; 2. Mannschaft des Schützen-Rgt. 2 (Lt. Schwarz, Lt. v. Stebut, Lt. Hoffmeister. Uffz. Mohr, Lt. v. Voschinger, Obgfr. Bätz) auf BMW., 872 V.; 3. 1. Mannschaft des III. AK. (Uffz. Lucke, Uff. Schubert, Uffz. Selling. Uffz. Rach, Uffz. Kör- ber, Uffz. Müller) auf BMW., 872 P. (Ergebnis der Schießprüfung war für die Placierung entscheidend.) — (Krafträder mit Seitenwaaen-Einzelfah- rer): 1. Oblt. Trippe - Feldw. Sig (1. KfK.-Lehrabtl.) auf BMW., 350 P.: 2. Oblt. Haspel - Uffz. Zirpel (Sch.-Rgt. 3) auf BMW., 346 P.; 3. Lt. Engelien - Uffz. Schmidtchen (Sch.-Rgt. 3) auf BMW.. 315 B. Wertungsgruppe III (Personenkraftwagen- Mannschaften): 1. 1 Mannschaft des X. AK. (Hptm. Schatz, Oblt. Gerlofs, Uffz. Ohlrog) auf Adler, 1143 P.; 2. Mannschaft des II. AK. (Oblt. Redmer, Oblt. Schneider, Obfeldw. Hoppe) auf Horch, 1127 P.: 3. 3. Mannschaft des XI. AK. (Hptm. Sachtleben. Lt. Austmonn. fit. v. OertzenI auf Horch, 1125 P. — (Personenkraftwagen-Einzelfahrer): 1. Hptm. Rie- ziehen!" L , Heinz stürzte den letzten Schluck Kaffee herunter. „Dazu habe ich keine Zeit mehr! — Und dann riecht der so nach Mottenpulver, daß die ganze Be- legschaft Kopfschmerzen kriegt! An meine Sachen denkst du nicht — dein Herbstkostüm hast du natürlich fertig!" Krach — war die Tür hinter ihm zugefloaen. Natürlich hatte er das Frühstücksbrot liegen lassen. Aus Wut war er ganz ohne Mantel weggelaufen: Manchmal waren doch die Männer wie kleine Jungens... Na, er würde sich schon wieder beruhigen! Er kam auch wesentlich ruhiger nach Haus — aber er legte sich sofort zu Bett. Morgens hatte er auf der Straßenbahn vorn stehen müssen, mittags schon hatte er einen recht unangenehmen Hustenreiz verspürt — und nun hatte er einen ausgewachsenen Bronchialkatarrh. Als Frau Inge ihren Monatsabschluß machte, fand sie, daß die Ausgaben ein ganz erhebliches Loch in die Wirtschaftskasse gerissen hatten. Arzt, Meoizin... und nicht alles ersetzte die Kasse. Nun — sie waren eben nicht zu umgehen gewesen. „Immer kommt was dazwischen!" seufzte sie; ihr Traum von einer neuen Pelzjacke löste sich in Rauch aus. Was sie im Sommer versäumte, mußte sie im Winter büßen. roras. Baden: Drayß (SV. Waldhof); Conrad (DfR. Mannheim), Streik (Spvgg. Sandhofen); Müller (Spvgg. Sandhofen), Heermann (SV. Waldhof), Feth (VfR. Mannheim); Fischer (1. FC. Pforzheim), Schneider, Sifflina, Pennig (alle drei SV. Waldhof), Striebinger (VfR. Mannheim). Hessen: Sonnrein (Hanau 93); Pape (Spv. Kassel), Lippert (Gießen 19 0 0); Reinhardt (Hanau 93), Stiehl (Hessen Hersfeld), (Straffer (Borussia Fulda); Bonard (Hessen Hersfelü), Jordan (Kastel 03), Halbschmidt, Beyer (Spv. Kastel), Schaffert (Hessen Hersfelü). Gauoffene Kanu-Patrouillenfahrt. Die Paüdlergilde Gießen teilt uns mit: Als letztes kampfsportliches Ereignis des Jahres findet am kommenden Sonntag in Gießen eine frei vereinbarte gauoffene Patrouillenfahrt statt, lieber diese für Gießen neue Veranstaltung werden wir noch berichten. Kurze Sportnotizen. Die Wehrmacht-Handballelf, die am kommenden Sonntag in Stuttgart bas, Auswahl- fpiel gegen „Zivil" austrägt, würbe in einem Leipziger Probespiel vorn deutschen Meister MTSA. Leipzig 10:7 (7:3) geschlagen. Die deutsche Handballelf zum großen Kampf gegen die Vertretung ber Wehrmacht (10. Oktober in Stuttgart) würbe wie folgt aufgestellt: Lübicke (Dessau); Oepen (Düsselborf), Müller (Walühos); Reiter (Berlin), Rheinberg (Aachen), Hom (Mülheim-Ruhr); Steininger (Berlin), Thei- lig (Hamburg), Herrmann (Berlin), Jäger (Alten- stabt), Braselmann (Wuppertal); Ersatz: Zimmermann (Walbhof). Die deutsche Hand ball -„Zivilel f", die am kommenden Sonntag in Stuttgart gegen die Mannschaft ber Wehrmacht Antritt, schlug in einem Trainingsspiel am Mittwoch in Karlsruhe eine aus Nachwuchskräften eines Lehrganges gebilbete Einheit 10:6 (6:3). Von Cramm-Henkel unterlagen im Enü- spiel ber Pazifik-Tennismeisterschaft dem amerikanischen Doppel Budge-Sabin glatt 3:6, 4:6, 4:6. Dieser Kampf ersetzte bas am Montag wegen Dunkelheit abgebrochene Spiel. „Große kdF.'TNiete", Gruppe II. (6528D Samstag, ben 9. Oktober, 20 Uhr, Lustspiel „Mein Sohn, ber Herr Minister". Karten für diese Vorstellung zu 90 Pf. sind auf der Kreisdienststelle I Gießen, Schanzenstraße 18, erhältlich. Wir machen noch einmal darauf aufmerksam, daß noch Meldungen zu .KdF.-Mieten" angenommen werden. der Nähe des Darbarensteines und der Blockhütte eine Buche bzw. zwei Linden aepflanzt werden. Aus Anlaß der feierlichen Ueb ergäbe des Limesgeländes findet am Sonntag, 17. Oktober, in der Dolkshalle in Watzenborn-Steinberg eine größere Veranstaltung statt. Die Feier wird umrahmt von musikalischen Darbietungen und Gesangsvorträgen. Im Mittelpunkt der Veranstaltung steht die Aufführung eines historischen Festspiels, verfaßt von Rektor i. R. V. Müller (Hausen), dargestellt von, Angehörigen des Reichsarbeitsdienstes, unter Mitwirkung verschiedener anderer Formattonen. Sommerende mit Gewitter. Pfui Teufel — war das ein Wetter! Heulend trieb der Wind die gelben Blätter vor sich her. Heinz trank in Eile feinen Frühstückskaffee. „Leg mir doch meinen Wintermantel heraus!" sagte er zu Frau Inge. Die sah ihn entgeistert an. „Aber der sollte doch erst zum Schneider! Das Futter ift zerrissen, ber Kragen durchgescheuert, zwei Knöpfe fehlen..." Wütend fuhr Heinz auf. „Und so hat er den ganzen Sommer daaelegen?!" — Gekränkt verteidigte sich Inge: „Bitte schön — ich habe ja nicht Rothschilds Kasse! Es gab immer andere Ausgaben Förstern. Auch die Jmkersfrau müsse mehr ausgebildet werden für die Arbeiten am Stand. Es sollten Lehrgänge für Frauen abgehalten werden, damit sie auch einmal selbständig den Stand bearbeiten und leiten könnten. Der Vorsitzende erwähnte weiter, baß auch ber Imker einen großen Kampf gegen den Verderb führen müsse. Es würde jedes Jahr eine große Anzahl Völker nicht zuletzt durch die Unachtsamkeit der Imker vernichtet. Besonders Wachs falle leicht dem Verderb zum Opfer, daher solle auf jedem Stand ein Sonnenwachsschmelzer und ein Sammelbehälter für Wachs aufgestellt werden. Zur weiteren Hebung ber Bienenzucht würben in Zukunft bie einzelnen Orts- und Kreisfachgruppen in kleinere Begehungsbezirke eingeteilt. Die Aufsicht über diese Heineren Bezirke werbe je einem fortgeschrittenen Imker übertragen, der in gewissen Zeitabschnitten biefe Stände kontrolliere und die Imker sachgemäß berate. Die Standbegehung erstrecke sich über bas ganze Reich unb sei nach dem Muster ber württembergischen Jmkerorganisa- tton beabsichttgt. Enblich komme noch die Beispielswirtschaf t! Imker, die mindestens zehn Jahre selbständig ihren Stand bearbeitet und mehr als 30 Völker haben, könnten ihren Betrieb durch den Vorsitzenden der Landesfachgruppe bei der Landesbauernschaft als Beispielswirtschaft anerkennen lassen. Alle diese Einrichtungen seien dafür be« stimmt, die deutsche Bienenzucht auf einen Stand zu bringen, ber seinesgleichen suche und sie befähige, die gegebenen Aufgaben zu erfüllen. .der Unterzeichnung die Pflicht hatte, sich von der'warten. Er warrim Arnsburger Wald beschäftigt 'Richtigkeit der ausgestellten Behauptungen zu über- und hatte Zwei Meter Knüppelholz zugeter echal- zeugen. Das Gericht wies dah»r ben Einspruch zu- ten. Sem Holzstoß hatte bie Nr 353. Aus Ber- 'rück unb beließ es bei ber »träfe von je sehen hatte ber Anaeklagte ,eboch das Holz mit ber 20 Reichsmark. ! Nr. 359 gerissen, bei dem es sich ebenfalls , um I Weiterhin waren zwei Mä...isr aus Sich wegen Knüppelholz hanbelte. Der wirkliche Eigentümer I Diebstahls angeklagt. Der erste Angeklagte schuldete war natürlich froh, daß ihm em Uebekannter Die dem zweiten einen Betrag. Da er das Geld nicht Arbeit des Reißens abgenommen hatte und fuhr zur Verfügung hatte, trat dieser an ihn heran und fein Holz nach Hause. Als der Angeklagte merkte, überredete ihn, zur Abdeckung der Schuld Benzin daß das von ihm gerissene Holz fort war und er in entsprechendem Werte, das er sich an seiner dadurch auf seinen Fehler aufmerksam wurde, Arbeitsstätte bequem verschaffen könne, zu besor-( wollte er die Arbeit nicht noch einmal machen, fon- oen. Die Beiden wurden einig, und in der Nacht dern lud einfach den benachbarten Holzstotz auf 6. August wurde die Sache gedreht. Der erste Nr. 352, der ebenfalls schon gerissen war, auf und Angeklagte nahm eine Kanne mit auf die Nacht- fuhr ihn ab. Dies war jedoch kein Knüppelholz, schicht, füllte 50 Liter Benzin ab unb übergab sie fonbern Scheitholz. Um bie Tat zu verdecken, Derbem draußen wartenden anderen Angeklagten. Die sah er das ihm wirklich gehörende Holz, das noch Beiden wurden auf frischer Tat ertappt. Das ge- allein ungeriffen im Walde lag, mit ber Nummer stohlene Benzin mürbe sichergeftellt unb ber Firma bes gestohlenen. Die Sache wurde bald entdeckt, zurückgegeben. Da beide Angeklagte geständig wa- unb das gestohlene Holz konnte bem rechtmäßigen ren, ließ es bas Gericht bei einer verhältnismäßig Besitzer zurückerstattet werben. Der Angeklagte be- geringen Strafe bewenden und verurteille ben hauptete zu feiner Entlastung, er fei beide Male einen Angeklagten zu einer Strafe von einem! einer Verwechslung zum Opfer gefallen. Es konnte Monat Gefängnis, während ber andere An- > ihm nicht geglaubt werden, daß er als Fachmann geklagte als Mr geistige Urheber des Planes sechs Scheit- unb Knüppelholz nicht unterscheiben konne^ Wochen Gefängnis erhielt. .Das Gericht kam baher zur Beiahung ber Schuld Ebenfalls wegen Diebstahls hatte sich der O. M. und erkannte unter Zubilligung mildernder Hinaus Garbenteich vor dem Amtsgericht zu verant-1 stände auf eine Geldstrafe von 30 R M. Buchhandlung, die sich damals noch im Neuen Weg 10 befand, ein. Bei Kriegsausbruch sofort zu den Waffen gerufen, diente er, trotz seiner Verwundung, bis zum Ende des Völkerringens dem Vater- lande. Aus dem Felde zurückgekehrt, stellte er aufs neue seine Gaben und Kräfte der Buchhandlung zur Verfügung. Er durfte im Jahre 1919 in die größeren Geschäftsräume, Plockstraße 4, übersiedeln, wo er im Jahre 1923 zum Geschäftsführer ernannt wurde. Durch feine Tatkraft dehnte sich das Werk, besonders der Verlag, immer mehr aus, so baß bie Angliederung einer eigenen Druckerei eine Notwendigkeit wurde. Mele Glückwünsche gingen bem Jubilar von auswärts zu. Der Vertrau- ensrat hatte in früher Morgenstunde ben Arbsits- platz bes Jubilars festlich geschmückt unb überreichte Die Gießener Drtsfad)gruppe Imker hielt im mit herzlichen Danfesmorten für bas bisherige, Hotel Hopfeld eine gutbesuchte Monatsversammlung | kamerabfchaftliche Zusammenarbeiten und mit ab. Der Vorsitzenbe G. Bobendenber sprach heften Glückwünschen ein wertvolles Album, in dem zunächst über bie Arbeitstagung ber Landesfach- j alle Gefolgschaftsmitglieder ihre Verehrung unb gruppen Hessen-Nassau, Württemberg, Baden und Glückwünsche zum Ausdruck bringen. Nach einem Rheinpfalz am 18. und 19. September in Heidel- gemeinsamen Frühstück wurde bie notwendigste Ta° berg. Dort wurden den süddeutschen Imkern die gesarbeit erledigt, dann gab es beim Austausch Richtlinien zur Erfüllung der Aufgaben des Imkers ' fröhlicher Erinnerungen Kaffee und Kuchen. Daß im Rahmen bes Vierjahresplanes gegeben. Der her Betrieb etliche Stunden früher geschloffen W Qua£M! MAGGI5 FLEI SCH B Rü HE Wester vorwärts im Skiklub Gießen Skiklub im Gau mer (Nachr.-Abtl. 29) auf S)ord), 415 P.; 2. Oblt. Wegner (PZ.-Abw.-Abtl. 10) auf Mercedes-Benz, 413 P.; 3. Major Luhr (14./2R. 57) auf Adler, 407 Punkte. TNarlne. Wertungsgruppe I (Krafträder-Mannfchaf- ten): 1. Mannschaft der Bef. d. pomm. Küste in Swinemünde (Ob.-Art.-Mtr. Oschicka, Ob.-Art °Mtr. Reichelt, Ob.-Art.-Mtr. Waschewski) auf BMW., 642 P.; 2. Mannschaft der Fest.-Kdtr. Cuxhaven Uebungsstunden, die Abnahme der Prüfungen für das Reichssportabzeichen fanden starken Anklang. Beim Staffellauf rings um Gießen siegte der Skiklub in der Klasse B. Beim Hoherodskopf-Bergfest war der Skiklub mit zwölf Kameraden siegreich. Ein großer Erfolg für die Gießener Skiläufer war der Herbst-Feldberglauf, an dem acht Kameraden teilnahmen. Neben den Leistungen von Franz N e i d e l, Erwin Neide! und Erwin S ch ü ß - l e r war hier besonders das Durchhalten des stellv. Klubführers Mangold hervorzuheben. Ihm Der Skiklub Gießen, der zahlenmäßig der stärkste Skiklub im Gau XII/XIII ist und auch im Reich mit zu den stärksten Vereinen zahlt, vereinigte am gestrigen Mittwochabend im Hotel „Prinz Carl" zahlreiche Mitglieder zur Jahres-Hauptversammlung, in der ein umfassender Rückblick über die Tätigkeit im vergangenen Jahre, aber auch ein Ausblick auf das Jahr 1937/38 gegeben wurde. Dereinsführer Karl Althaus gab zunächst einen Rückblick. Er gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß der Zustrom von neuen Mitgliedern alle Erwartungen übertroffen habe. Besonders stark sei die Jugendabteilung. Für den Werber des 500. Mitgliedes ist ein Preis in Form einer freien Hochgebirgs-Skifahrt ausgesetzt. Dann gab der Dereinsführer einen Ueberblick über die sportliche Tätig- feit im Skiklub. Waldlauf- und Leichtathletik- 25 Kameraden Uebernachtungsmöglichkeit und Aufenthalt im lagesraum möglich fein wird Die Skihütte wurde bisher privat benutzt. Die Hütte liegt idyllisch und ziemlich versteckt in einem Waldstück am Wege zwischen Breungeshain und dem Hohe- rodskops, etwa auf halber Höhe. Vorgesehen sind auch in diesem Jahre wieder die bereits traditionell gewordenen Trocken-Skikurse, sowohl für Anfänger, als für Fortgeschrittene; jeden Sonntag werden Waldlauf- und Leichtathletik-Uebungsstunden üurch- geführt, die Ablegung von Prüfungen für das Reichssportabzeichen wird ermöglicht, selbstverständlich werden wieder an Schnee-Sonntagen die Autobusfahrten zum Hoherodskopf durchgeführt, unentgeltlicher Skiunterricht erteilt und von geprüften Skilehrern Tourenführungen unternommen. Auch mehrere Hochgebirgsfahrten sind wieder vorgesehen, die zu verschiedenen Zeiten in das Walsertal, evt. auch in österreichisches Gebiet führen werden. Das Winterprogramm wird auch wieder einige Film- Abende bringen. Nachdem Kam. Althaus noch einige geschäftliche Mitteilungen, insbesondere über den Reichsbundpaß, zur Kenntnis gebracht hatte, gab er einen Ueberblick über die Termine für die verschiedenen Skirennen im kommenden Winter. Die Zahl der Rennen ist verhältnismäßig groß, so daß auch in diesem Winter fast jeder Schnee-Sonntag in irgendwelcher Form mit offiziellen Veranstaltungen des Gaues ober des Kreises in Anspruch genommen sein wird. Kassenwart Dörfner erstattete sodann Bericht über den Stand der Kasse, der erkennen ließ, daß die finanzielle Lage des Skiklubs trotz mancher erheblicher Aufwendungen günstig ist. Kam. H e i d e r gab als Rechnungsprüfer seiner Befriedigung über die Hervoragende, einwandfreie Führung der Kassengeschäfte Ausdruck. Dem Kassenführer wurde rückhaltloses Vertrauen ausgesprochen und der Wunsch geäußert, daß er dem Skiklub noch lange in dieser Weise dienen möchte. Der Führerrat wurde in folgender Form festge(Art.-Mtr. Schölte, Art.-Mtr. Sauermann, Stabsart. Niehoff) auf BMW., 567 P.; 3. 1. Mannschaft der Kdtr. d. Bef. der wesll. Ostsee in Kiel (Feldw. Gnerlich, Masch.-Mtr. Klein, Art.-Mtr. Ohlmeyer) auf BMW., 510 Punkte. Wertungsgruppe III (Personenkraftwagen- Mannschaften): 1. 2. Mannschaft der Mar.-Station der Nordsee (Koro.-Kap. Born, Korv.-Kap. Grabenstein, Kptlt. Ewe) auf Wanderer - Mercedes- Benz, 862 Punkte. wurde als besondere Anerkennung das bronzene Eichenblatt des RfL. übermittelt. Kam. A l t h a u s erinnerte dann u. a. an die Erfolge mit der Durchführung der Trocken-Skikurse, sprach von der vorzüglichen Zusammenarbeit mit der NSG. „Kraft durch Freude", von den vielen Omnibusfahrten an Schneesonntagen in den Vogelsberg, nach Hohensolms, in das Sauerland und in die Rhön. Don den skisportlichen Erfolgen hob er den Gaumeisterschaftssieg von Karl Burg st einer im Abfahrts- lauf und Torlauf hervor und erinnerte, an die. glückliche Durchführung der Kreismeisterschaften im Äb- fahrts- und Torlauf. Der Wanderpreis für den Wilhelm-Wodaege-Lauf fiel an den Klubführer. Die Kombination Lang- und Sprunglauf gewann Kamerad Müller. Zwei Mitglieder errangen das DSV.-Leistungsabzeichen. Der Skiklub führte auch im vergangenen Jahre mehrere Hochgebirgsfahrten durch. Film- und Lichtbildervorträge fanden in Gießen, Wetzlar, Lauterbach, Fulda und Friedberg statt. Besonders hervorzuheben find il a. noch der Umbau und die Umbenennung der Hoherodskopf- schanze. Ebenso erfreulich wie der Rückblick war der A u s - blick auf das Jahr 1937/38. Mit großer Freude wurde die Mitteilung ausgenommen, daß der Ski- klub noch in diesem Winter eine eigene Skihütte auf dem Hoherodskopf beziehen wird, in der für stellt und bestätigt: Klubführer Karl A l t h a u s, stelloertr. Klubführer Baurat Mangold, Schrift- und Kassenwart Fritz Dörfner, Sportwart Erwin S ch ü ß l e r, Touren- und Pressewart Wichelm Lepper, Juaendwart Dr. Karl Pfeffer, Werbewart Karl Hergenröther, Gerätewart Rudolf Wadenpfuhl Den Abschluß der Versammlung bildete die Vorführung von zwei Filmen, die mit größtem Interesse verfolgt wurden. Zunächst sah man hervorragende Bilder von dem Aufenthalt in der Öfter» berg-Hütte am Hörnlipaß, der zweite Film zeigte Bilder von einem sehr schwierigen Absahrtslauf um die deutsche Hochschulmeisterschaft. Rundfunkprogramm Freitag, 8. Oktober. 6 Uhr: Morgenlied. Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Herbstliche Musik. 9.45: Hausfrau, hör zu! 11.15: Mutter turnt und spielt mit dem Kind. 11.40: Deutsche Scholle. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Schöne Suiten. 15: Volk und Wirtschaft. 16: Unterhaltungskonzert. 18: Zeitgeschehen im Funk. 19: Nachrichten. 19.10: Unterhaltungskonzert. 20.15: Hans und Hanna. Musikalische Komödie. 21.15: „Rufendes Land". Eine Funk- folge. 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). Samstag, 9. Oktober. 6 Uhr: Morgenlied. Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Musikalische Kapriolen. 9.45: Hausfrau, hör zu! 11.45: Deutsche Scholle. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Lachendes Leben. 15.15: Volk und Wirtschaft. 15.30: Auf, zum fröhlichen Jagen! 16: Froher Funk für alt und jung! 18: Zeitgeschehen im Funk. 19: Nachrichten. 19.10: Militärkonzert. 20: Rigoletto. 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). Sportbericht meinem Herrn ziehe. 1. Mose 24. V. 86. Frau Marie Schäfer, geb. Römer Wilhelm Siegfried Im Alter von 53 Jahren. Wieseck (Alten Busecker Straße 39). den 7. Oktober 1937. 04959 04949 Ein Waggon Am Montag, dem 4 Oktober 1937, verschied unser Mitarbeiter nord. Hobeldielen Mehr Freude an -er Natur Helmut Pohl durch Bermühler-Bücher 133 Gießen, den 7- Oktober 1937. 6511 D Vermietungen 652&A Qualität. 1.80 1.30 Mako oder Wolle, gern.. . .1.20 L Treibriemen Haltet mich nicht auf, denn der Herr hat Gnade zu meiner Reise gegeben. Lasset mich, daß ich zu Wir haben ihn als fleißigen, pflichtbewußten und zuverlässigen Mitarbeiter. aber auch als treuen und autrichtigen Menschen kennen gelernt Wir werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren. Mittwoch nachmittag entschlief nach kurzem, schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden meine liebe Mutter. Schwiegermutter, Großmutter. Schwester, Schwägerin und Tante Heute morgen 9 Uhr nahm der Herr meinen lieben Mann, unseren guten Vater, Bruder, Schwager und Onkel, den Lehrer im Alter von 51 Jahren, infolge eines längeren Leidens, zu sich in die Ruhe des Volkes Gottes. Atzbach (Kr.Wetzlar), Großen-Buseck, Butzbach, Solingen-Gräfrath, Hamborn, Driesen (Neumark), den 6. Oktober 1937. Die Beeidigung findet am Freitag, dem & Oktober, nachmittags 3 Uhr, vom Trauerhause aus statt Um stille Teilnahme bitten: Johanne Siegfried, geb. Uffmann Horst und Roland Siegfried. Die Beerdigung findet am Freitag, dem 8. Oktober, nachmittags 3 Uhr, in Gießen auf dem Neuen Friedhof statt KiDder-Unterjäckchen Mako............. Klnder-Unterjäckchtn Mako, gestr......... Kluder-Hemdhosen Ihrer Waren eo vor, wie man Briefbogen, Brief Umschläge,Postkarten, Rechnungen, Beschäftskarten Ihree Hauses beurteilt. Legen Sie deshalb Wert auf gepflegte Drucksachen I Wir bieten Sie Ihnen preiswert I Brühl'sche Druckerei Schulstr. L Hui 2251 Betriebsführung und Gefolgschaft der Firma Poppe & Co. Gießener Gummiwarenfabrik. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Familie Karl Hofmann. 27 mm, mit Nute und Feder, sofort abzugeben. 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Fische werden gekocht, gebraten oder wie der Hering roh eingesalzen gegeben. Fische dürfen an Verbraucher (z. B. an die Hausfrau) lebend nur abgegeben werden, wenn die Käuferin einen genügend großen Behälter mit Wasser bei sich führt. Das Schlachten der Fische darf erst nach vorheriger Betäubung durch einen kräftigen Schlag auf den Kopf mit einem genügend harten und schweren Gegenstand erfolgen. Bei Aalen und Plattfischen kann die 'Betäubung unterbleiben, wenn das Schlachten durch einen bis auf die Wirbelsäule gehenden Schnitt unmittelbar hinter dem Kopf erfolgt. Sofort nach dem Schnitt muffen die Bauchhöhle geöffnet und alle Eingeweide einschließlich des Herzens herausgenommen werden. Wer Fische auf andere, insbesondere schmerzhafte Weise schlachtet, wird wegen Tierquälerei bestraft. Fischgeruch von Bestecken, von Geräten entfernt man durch Abreiben mit einer Zitronenschale. Die Hände reibt man mit einer Tomatenscheibe ab. Fingerwurm Fingerwurm, Panaritium. Ursache: Durch oft winzige, kaum sichtbare Verletzungen, dringen Eitererreger ein. Es entsteht eine schmerzhafte, klopfende Entzündung. Arzt aufsuchen, da die Operation um so leichter zu vermeiden ist, je früher die Behandlung einsetzt. Durch heiße Fingerbäder Alkoholumschläge, Ruhigstellung und Hochlagerung geht die Entzündung oft ohne Eiterbildung zurück, wenn nicht, dann Einschnitt von feiten des Arztes, um den Eiter zu entleeren. Nichts kann gefährlicher werden, als wenn dieser Eingriff aus übertriebener Angst zu lange hinaus geschoben wird. Finne, 1. knötchenförmiger Hautausschlag (Pickel, Pustel); 2. Vorstufe des Bandwurms im Fleisch von Schweinen und Rindern Schwachsinniges Fleisch muß gut gekocht werden und darf erst dann in Verkehr gebracht werden, stark sinniges Fleisch ist zu vernichten. Firmung (lat. confirmatio. Bekräftigung), kath. Sakrament zur Befestigung im Glauben, das der protestantischen Einsegnung entspricht und nach der Kommunion gespendet wird. Die Firmlinge erhalten dabei Firmpaten. Firniß, schnell trocknendes Öl, meist gekochtes Leinöl, das mehrmals dünn aufgetragen einen glänzenden Überzug gibt. JDa Firniß Holz gegen Nässe schützt, eignet er sich besonders für Fußböden. Fischbein, aus den Barten der Wale gewonnen, wird zuKorsett- ftäben und Knöpfen verarbeitet. Fischbestecke haben eine von an- junger mann der stenographieren u. Maschinenschreiben kann, v 15.10.ober1.11. gesucht.Nichtim- mer volle Tagesarbeit. Selbstge- schrieb Angebote unter 6524V an den Gieß. Anz. 'Mündlich können Sieesnurvenigeo sagen, schriftlich mehreren, durch eine Kleinanzeige sagen Sie es allen Tüchtiges Mädchen oder unabhäng. Frau in Lehrer- haushalt aufs Land zum 15 10. gesucht. Auskunft Bahnhofsgebau- de 11» Sta. «523^ Aeltere, alleinst. Frau sucht Zimmer und Küche sofort ob. später. Schr.Angeb.unt. 04948 a. d. G. A. 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Milch-, Speichel-, Darmfistel usw. Five o'clock tea, entbehrliche englische Bezeichnung für Fünfuhrtee, Nachmittagstee. Flachs, Leinpflanze, die Alachs- lasern, Leinsamen, Leinöl und Ölkuchen liefert. Aus Flachsfasern werden Leinenstoffe gewebt. Die Flachsanbaufläche hat sich um das Vielfache vergrößert. Flachs ist ein wichtiger Rohstoff für unsere Wirtschaft. Flachstich, ein Stickstich, der gerade oder schräg von unten nach oben über mehrere Gewebefäden (Stramin usw.) führt. Bekanntmachung. Betrifft: Auslosung der Markanleihe der Stadt Gießen; hier: Ziehung der Auslosungsrechte für das Jahr 1937. Die öffentliche Ziehung der Auslosungsrechte zu den Ablösungsanleihen der Stadt Gießen für das Verkäufe Mod.Goldbirke- Schlafzimmer zu verkauf. 04952 Gnauthftr.1611. Bekanntmachung. Betrifft: Personenstands-und Betriebsaufnahme nach dem Stand vom 11. Oktober 1937. Durch Verfügung des Herrn Reichsstatthalters in Hessen — Landesregierung — Abt. III (Innere Verwaltung) vom 24. 9. 1937 wird auf Anordnung des Herrn Oberfinanzpräsidenten Hessen in Darmstadt am 11. 10.1937 in der Gemarkung Gießen eine Personenstands- und Betriebsaufnahme durchgeführt. Das Austragen und Einsammeln der Hauslisten, Haushaltungslisten und der Betriebsblätter erfolgt durch die Blockwalter der NSV. Sollten Hausbesitzer, Haushaltungsvorstände, Betriebsführer usw. die Vordrucke nicht erhalten, dann ersuche ich, die fehlenden Listen auf Zimmer Nr. 18 des Stadthauses, Bergstraße 20, abholen zu lassen. Nach dem Stand vom 11.10. 1937 müssen aus- gefüllt werden: 1. Hauslistcn, enthaltend sämtliche Haushaltungen und Betriebe des Grundstückes, und zwar durch den Hausbesitzer oder seinen Vertreter. 2. Haushaltslisten vom Haushaltungsvorstand. 3. Bctriebsblätter vom Betriebsinhaber. Es wird empfohlen, vor der Ausfüllung der Listen die Anleitung auf den Vordrucken genau zu beachten. Die einzelnen Spalten der Listen müssen vollständig und gut leserlich ausgefüllt werden, da nach den Haushaltslisten die Steuerkarten unb zum Teil die Bürgersteuerbeschcide für 1938 ausgestellt werden. Die rechtzeitige Abgabe und genaue Ausfüllung der Vordrucke erspart unter anderem persönliche Einladungen und Borsprachen, spätere Nachfragen nach der Steucrkarte für 1938, sowie die Anforderung zu hoher Lohn-, Kirchen» oder Bürgersteuer usw. Die ausgefüllten Vordrucke, und zwar die Haushaltslisten und Betriebsblätter, sind sofort dem Hausbesitzer oder dessen Vertreter abzugeben, der in der Hausliste die Vollständigkeit der Haushaltslisten und Betriebsblätter zu bescheinigen und die gesammelten Listen zur Abholung bereitzuhalten hat. Die Erfüllung dieser Verpflichtungen kann auf Grund der Reichsabgabe-Ordnung durch Strafen erzwungen werden. Mit dem Austragen der Vordrucke wird am 7. Oktober 1937 begonnen, während das Einsammeln von Donnerstag, den 14. Oktober 1937 ab durchgeführt wird. Ich erwarte bestimmt von allen in Frage kommenden Volksgenossen, daß sie die ehrenamtlich tätigen Helfer (Blockwalter der NSB.) bei ihrer Arbeit wcitgehendst unterstützen, damit das Austeilen und Einsammeln der Listen ordnungsgemäß, gewissenhaft und fristgerecht erledigt werden kann. Die Zählung erfüllt nur dann ihren Zweck, wenn alle in den Listen gestellten Fragen lückenlos und richtig beantwortet sind, und daß im übrigen jedes Haus durch eine Hauslistc, jede Haushaltung durch eine Haushalt- liste und jeder Betrieb durch ein Bctriebsblatt erfaßt Feilhückio^e.,0.78 Delikate Bratheringe ä:x™: 0.60 Prachtvolle Bhioe Heringe s.s’.s*. 0.19 Flammeri, kalte Süßspeise aus Grieß oder Stärkemehl, Milch, Zucker und Eiern. Flanell, gerauhter weicher Stoff aus Wolle oder Baumwolle, der besonders zur Unterkleidung und zu Hemden verwendet wird. Wollflanell bleibt weich, wenn man dem lauwarmem Waschwasser Salmiakgeist beigibt. Baumwollflanell kann gekocht werden, falls die Farben echt sind. Flaschen reinigt man. indem man rohe Kartoffelstückchen und Salmiakwasser hineinfüllt und tüchtig schüttelt. Fettige Flaschen werden mit Sodawasser und Kleie gesäubert, Milchflaschen mit Wasser und Holzasche. Festsitzender Schmutz löst sich durch eine Ehlortalklösung, die man mehrere Tage stehen läßt. Flaschen werden geruchlos, wenn man sie mit warmem Wasser und schwarzem Senfmehl reinigt und klar nachspült. Flaschen luftdicht verschließen kann man, wenn man die Korken vor Gebrauch längere Zeit in Öl oder flüsiiges Paraffin legt, oder die verkorkten Flaschen in geschmolzenen Flaschenlack taucht. Flaschenwein muß in einem trockenen, dunklen Raum, am besten einem Keller mit gleichbleibender Temperatur lagern. Rach dem Versand müsien Flaschenweine acht bis vierzehn Tage ruhen. Flausch, Flaus, lockerer Wollstoff, der sehr leicht von Gewicht ist, sich aber leicht abscheuert. Flausch wird meist zu Mänteln verarbeitet, man reinigt ihn durch Klop- Mahnung. Die Beiträge für den Monat September 1937 derjenigen Arbeitgeber, die die Beiträge selbst nach dem wirklichen Arbeitsverdienst berechnen, unb die Deitragsnachweisungen einreichen, können noch bis zum 10. Oktober 1937 ohne Kosten bezahlt werden. Nach Ablauf dieser Frist erfolgt Kostenberechnung und Zwangsbeitreibung. 6506D Allgemeine Ortskrankenkasse für Stadt- und Landkreis Gießen. [Verschiedenes] Junge Kalze in gute Hände zu verschenken. 04944 Bleichstr. 11 vt. ersetzen den natürlichen Prozeß „Schaf“ durch einen industriellen Vorgang und machen aus Zellstoff — Zellwolle, unabhängig von natürlichen Gegebenheiten und Marktspekulationen. Rohstoffe, die die Natur uns versagt, schenken uns deutscher Erfindergeist und deutsche Technik. Diese Wunder der neuen Werkstoffe muß man gesehen haben in der Großen Reichsausstellung Schaffendes Volk DÜSSELDORF