Ur. 208 Erster Blaff 187. Zahrgang Dienstag, 7. September 1037 krlcheml täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle monatS'-Besugspreis: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr „ -25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt üernsprechanschliiffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Stehen Postscheckkonto: gronffnrt am Main 11686 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen i'ruA und Verlag: vriihlsche Univerfitätrdnickerei R. Lange in Siehe«. Schristieitung und Seschästtftell«: Schuiftrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Dormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Textanzeigen von 70 mm Breite 50 Rpf..Platzvorschrift nach Dort). Bereinbg. 25°/0 mehr. Ermähigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzei- gen, Bö der-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Festlicher Auftakt zum Nürnberger Reichsparteitag. Eigenbericht unseres M.G.-Sonderberichterstatters. V W ■ "x'T ■ ÄC - M ■■ GM' .< ■ "'MW TO - i M; V9 M' ’ X’ • 'v ■■■' 1 Feierlicher Empfang im Rathaus die kommt, dröhnen Böllerschüsse durch die Stadt: der Reichsparteitag 1937 hat seinen Anfang genommen Während der Glocken eherner Klang den Parteitag einläutete, versammelten sich das F ü h r erkor p s der Partei und die Spitzen der Behörden zusammen mit Vertretern der Wehrmacht im Saal des Rathauses. Der mit bunten Bildwerken und kunstvollen Ornamenten reich gezierte Saal hatte mit Blumengewinden und Kerzenlicht eine würdige Ausschmückung erhalten An der Stirnseite hatte ein Modell der monumentalen Brunnen a n - läge Ausstellung gefunden, die künftig die Rückseite des Gefallenendenkmals im Luitpoldhain, an der großen Zufahrtstraße zum neuen Kongreßbau. schmücken wird. Unter Fanfarenklängen betraten d e r Führer und sein Stellvertreter, geleitet vom Frankenführer Julius Streicher und Oberbürgermeister Liebel, den Saal. Die feierlichen Klänge des Kaisermarsches von Richard Wagner vom Städtischen Orchester meisterlich zum Vortrag gebracht und der „Wach-auf"-Chor aus den Meistersingern, für den die Städtische Singschule ihre hervorragendsten Kräfte bereitgestellt hatte, leitetr die Stunde ein. Dann nahm Oberbürgermeister Liebel das Wort zur Begrüßungsansprache. Nürnbergs Glocken läuten den Parteitag ein nur durch einige Führerinnen als Gäste der Reichsfrauenleitung vertreten ist, sondern ein eigenes Lager im Forstbezirk Zerzabelshof bei Nürnberg hat. Dort sind 1 7 0 0 Arbeitsmaiden, darunter fast 500 Führerinnen, in geschlossener Formation unter gebracht. Sie werden in ihrer neuen gleichmäßigen Uniformierung auch am Aufmarsch des Arbeitsdienstes auf der Zeppelinwiese teilnehmen. Das Lager ist nach Angaben einer Führerin von 24 Mann des Arbeitsdienstes gebaut, die jetzt die Lagerwache bilden. Aus der großen Zahl der Dinge, durch die sich der Kongreß 1937 äußerlich noch von seinen Vorgängern unterscheidet, seien hier nur als Beispiele etwa noch hervorgehoben: die einheitliche Note des des Hauses mit Tannengrün umkleidet, auf dem sich leuchtend rote Schmuckbänder bis zum Giebel in die Höhe zogen. Das Empfinden der Tausende machte sich in der Zeit des Wartens in Liedern Lust, die gemeinsam gesungen wurden. Dazwischen ertönten Sprechchöre, in denen die Verbundenheit zwischen Führer und Volk und Reich zum Ausdruck kam. Gegen 16 Uhr hörte man vom Hauptbahnhof her jenes jubelnde Brausen, das immer das Kommen des Führers ankündigt Jetzt hatte die Absperrmannschaft die größte Mühe, die Fahrbahn freizuhalten. Mit einem unbeschreiblichen Jubel wurde der Führer, als sein Wagen vor dem „Deutschen Hof" oorfuhr, begrüßt. Nachdem der Führer die Meldung der angetretenen Wache der Leibstandarte entgegengenommen hatte, begab er sich in den „Deutschen Hof" Aus der Straße aber wurde in Sprechchören nach dem Führer gerufen. Immer und immer wieder grüßte der Führer mit erhobener Hand die Volksgenossen, die ihm hier als Vertreter aller deutschen Stämme eine Huldigung dargebracht hatten Unser Bild zeigt den Führer und Reichskanzler beim Passieren des Frauentorturms. (Aufn.: Scherl-Bilderdienst-M.) Dröhnend und mächtig schlug um 17.30 Uhr große Glocke der Sebalduskirche an und gab damit bat Zeichen für die Eröffnung des Reichspartei- tages Don allen Glockenstühlen der melturmigen Stadt wurde das Klingen aufgenommen; oon der Lorenzkirche und von der Frauenkirche herab er- tönte es, oom Berg berat, geteilte sich das Geläut der Egidienkirche hinzu, und bald war ganz Nürnberg bis in die äußersten Vorstädte hinaus von diesem ehernen Klingen und Schwingen ermllt die das Geschehen dieser Tage einlauten, und Jubel lag in der Stimme der Glocken und Freude über dem strahlenden Tag. Unübersehbare Menschenmauern in den Straßen der Innenstadt, die die Führer auf dem Wege zum Rathaus passieren muß, beängstigende Fülle an den Fensterm den Erkern und Balkonen, ja selbst auf den Dächern. Em vieltausendstimmiger Ausbruch der Verehrung, als der Wagen des Führers langsam durch das Spalier fährt. Freude leuchtet auf allen Gesichtern. Singen und Klingen — das ist das Nürnberg des Parteitages. Als der Führer vor dem Rathaus an? Des Führers Mimst. EinSturm der Begeisterung begleitet denZührer auf seinerFahrt durch die Stadt. Nürnberg, 6. Sept. (DNB.) Am Montagnachmittag, 15.45 Uhr, traf der Führer, von München kommend, mit dem Flugzeug in der Stadt der Reichsparteitage em. Vor seiner Ankunft Aog das Flugzeug des Führers, die bekannte D 2600, noch eine Schleife über dem Reichsparteitag-Gelände. Noch einmal glitt der Blick des Führers vor Beginn des Reichsparteitages über die Monumentalbauten, die nach seinem Willen geschaffen wurden. Dann setzte das Flugzeug auf dem Rollfeld zur Landung auf, stürmische Heilrufe grüßten den Führer. Das Flughafengelände war mit unzähligen Volksgenossen besetzt, die den Führer begeistert urn- jubelten. Adolf Hitler fuhr durch die mit Fahnen und Girlanden geschmückten Straßen der Stadt der Reichsparteitage und wieder schollen ihm aus Dieb tausend Kehlen die begeisterten Heilrufe der Nürnberger und der Reichsparteltaggäste entgegen. So begann auch dieser Reichsparteitag wieder mit einer einzigartigen Kundgebung der Begeisterung und der Freude Schon in den Mittagsstunden hatten sich auf dem Frauentorgraben und besonders vor dem „Deutschen Hof" Tausende von Volksgenossen angesammelt, um den Führer bei seiner Ankunft zu begrüßen. Bis zur Höhe des Balkons war die Front Schmuckes in Gestalt von vergoldetem Lorbeer auf rotem Untergrund, ferner die Teilnahme von nicht weniger als 400 Flugzeugen der Wehrmacht, deren Probeflüge in geschlossenen Geschwadern schon vor Beginn des Parteitages stärkste Aufmerksamkeit erregten, ferner die Ausstellung der Reichsfrauenleitung „Einsatz der Frau in der Nation" außer der Antikomintern- Ausstellung. Zum erstenmal in diesem Jahre ist es zahlreichen Besuchern Nürnbergs auch möglich, auf der schnellen Reichsautobahn zum Parteikongreß zu fahren, nachdem die Strecke Bayreuth— Nürnberg genau zur festgesetzten Stunde noch vor Eröffnung des Parteitages dem Verkehr übergeben werden konnte. In den Quartieren, in der Stadt wie draußen vor den Mauern, herrscht lebhaftes Treiben. Vor den Standquartieren der Stäbe rollen ununterbrochen Kraftwagen an, die führende Persönlichkeiten der Partei und des Staates bringen. Arbeitsdienstmänner, SA.- und SS.-Männer halten vor diesen Quartieren Wache. Aber den eigentlichen Anziehungspunkt unter den Standquartieren bildet der Deutsche Hof, das Haus des Führers, vor dem sich die Menschenmassen stauen und an dessen Eingängen ein ständiges Kommen und Gehen herrscht Mäner der Leibstandarte stehen wie aus Erz gegossen mit geschultertem Gewehr am Eingang des Führer-Quartiers Die alten Patrizierhäuser und die anderen Bauten der alten Stadt haben wieder ihr Festkleid angelegt Die buntgewirkten Fenstertücher, die Girlanden in Grün und Gold und die Fahnen des Reiches leuchten im Sonnenschein eines wundervollen Spätsommertages. Der Schmuck an den schönen alten Häusern kommt in diesem Jahre aber zu noch viel stärkerer Wirkung als früher. Viel unkünstlerischer Tand, mit dem unverständige Generationen manch ehrwürdiges Bauwerk verunstaltet hatten, ist verschwunden und in frischen, wohlabgetönten Farben sowie vielfach mit neuen, künstlerisch gestalteten Fresken zeigen sich zahlreiche Häuser in einem neuen Gewände. Besonders eindrucksvoll wirkt die Neugestaltung des A d o l f - H i t l e r - P l a tz e s , der durch diese Erneuerung der Fronten und vor allem durch die Entfernung aller st ö r e n b e n Reklameschilder noch festlicher wirkt als in früheren Jahren. Nun spiegelt er völlig getreu das mittelalterliche Bild wider. Wogt die unübersehbare Schar der Festteilnehmers froh unö glücklich ledig aller Sorgen, durch die schöne Stadt, so gibt es dafür im Bereich der Reichsbahn angestrengteste Arbeit, die jeden Eilenbahne'' Tag und Nacht auf seinem Platz sieht, unermüdlich und voller Aufmerksamkeit Denn weit über tausend Züge rollen nach Nürnberg. Da heißt es nach einem schon vor Monaten ausgearbeiteten Plan bas Heer biefer Züge a^lfzu- fangen, auf bie richtigen Gleise zu leiten unb bis Feftgäste innerhalb von Minuten aus ben Zügen herauszubringen unb zum Bahnhof hinauszugeleiten Denn Zug steht hinter Zug, Verspätungen unb Aufenthalte barf es nicht geben, sonst kommt ber fauber burchgearbeitete Fahrplan in Gefahr sonst wirb es nicht gelingen, bas Verkehrsproblem zu lösen. Aber bie Reichsbahn hat auf ben Partei tagen unb bei anberen Gelegenheiten gezeigt, baß sie auch mit ben benfbar größten Schwierigkeiten fertig wirb Unb auch jetzt ist es roieber ber Ehrgeiz eines jeben Nürnberger Eisenbahners baß nach der Beenbigung bes Parteitages eine verkehrstechnische Glanzleistung vollbracht ist. Nürnberg ist gerüstet, ber soeben eröffnete Parteitag kann deinen Fortgang nehmen. Das Programm ist auch biesmal roieber benfbar reichhaltig Alle Formationen kommen zur Geltung, neben ber Wehrmacht auch bie P o l i z e i, bie zum erstenmal in größeren Verbänben erscheint. Zwischenburch wirb ber Kongreß seine Sitzungen abhalten Er beainnt Dienstag mit ber Verlesung ber Botschaft bes Führers burch ben Gauleiter Wagner er findet fein Enbe mit bem Schlußwort bes Führers Zwischen biesen beiben Höhepunkten der reinen Parteiveranstaltung werden bann bie Ereignisse unb reichen Einbrücke liegen bie auch diesmal roieber bie Nürnberger Veranstaltung für feben einzelnen unvergeßlich werben läßt unb für unser weiteres gemeinschaftliches nationales Aufbauwerk richtungweifenb finb. Neues in Nürnberg. Die Plättstube in ber Zeltstabt ist nur eins ber vielen Dinge, bie, rein äußerlich gesehen, biesmal in Nürnberg neu finb. Diese Plättstube, genauer gesagt bieses Plä11ze11, würbe baburd) notig, daß zum ersten Male in diesem Jahr d e r weibliche Arbeitsdienst nicht mehr, wie bisher. Nürnberg ist gerüstet. Nürnberg, 6. September 1937. Nürnberg, die Stadt der Reichsparteitage, ist in Sonnenglanz gebadet. Welch herrlicher Anblick! Alle Schönheiten der Stadt treten erst jetzt so recht in Erscheinung: bie Türme unb Zinnen, bie Kuppeln unb Erker, ber ©alb ber leuchtenben Farben, bie zahllosen Banner ber Partei, bie von allen Dach- giebeln wehen, bas harmonisch aufeinanber abgestimmte Golb unb Grün, bas bie Hausfassaben ziert unb ber reiche Stoffschmuck unterhalb ber Fenster, der die Wappen Nürnbergs unb ben alten Reichs- abler zeigt. Ein Genuß ist es, burch biefc schöne Stabt zu pilgern unb sich vom Strom ber Schaulustigen treiben zu lassen, bie sich nicht satt genug sehen können an ben Schönheiten, bie bas Stabt- bilb bietet Schon mischen sich in ben Hauptstraßen, am Graben, auf ber Burg, auf allen Plätzen unb in allen Gassen bie vielen Farben, bie bie Formationen ber Partei tragen: bas Schwarz ber SS., bas Braun der SA, bas Grau-Grün bes Arbeitsbienstes. Dazu bas schmucke Grün ber Polizei, bas Felbgrau ber Wehrmacht unb bie vielfarbigen Bekleibungs- stücke ber Trachtengruppen, bie aus allen Gauen, namentlich von ben Frauenschaften entsankst worden sind Ein buntes, reich bewegtes Bild bietet der Verkehr in ber Stabt, ber immer lebhafter wirb unb die Polizei ftänbig in Atem hält Nürnbergs Ehrengabe. Stärker unb mächtiger als je erfüllen uns Nürnberger an biefem stolzen Tage bie Gefühle l) öd) ft er Verehrung unb tiefster Dankbarkeit; sie gelten bem Retter unb Füh - rer ber beutfcfjen Nation, ber auch unser liebes, altes Nürnberg, biefe so wahrhaft deutsche Stabt, zu neuem Glanz unb Ruhm unb zu höchster Blüte geführt hat. Zehn Jahre finb verflossen, feitbem ber Führer ber nationalsozialistischen Bewegung zum ersten Male seine Getreuen zu einem Reichsparteitag nach Nürnberg rief. An jenem benfroürbigen ersten Nürnberger Reichsparteitag ber roiebergegrünbeten NSDAP, im Jahre 1927 würben in biefer Stabt auch erstmals Stanbarten ber Bewegung geweiht. Zum Schauplatz bieses erhebenben Geschehens hatten Sie, mein Führer, bamals ben Luitpolbhain ausersehen, ber für bie Errichtung bes Gefallenen- benEmals ber Stabt bestimmt war. Zwei Jahre später erhielt bieses Ehrenmal im Rahmen bes Reichsparteitages 1929 seine wirkliche Weihe burch bie nationalsozialistische Bewegung. Nach ber Machtergreifung würbe bas Kernstück bes Luitpolbhaines, ber große Platz vor bem Ge- faQenenbenfmal, Ihren Jbeen unb Plänen ent* sprechenb, mein Führer, von ber Stadtverwaltung noch im ersten Jahr ber nationalsozialistischen Revolution u m g e ft a 11 e t unb war bereits zum Reichsparteitag bes Sieges fertiggestellt. Damit war ber Anfang gemacht worben zur Schaffung bes Reichsparteitagsgelänbes in Nürnberg. Vier Jahre finb feitbem verflossen. Ein gigantisches im Nationalsozialismus wurzelnbes unb von ihm geschaffenes Bauvorhaben, bas seinesgleichen in ber Welt nicht hat, ist inzwischen Wirklichkeit geworben. Ihr Wille, mein Führer, ist es, daß nach dieser endgültigen äußeren Gestaltung in dem heiligen Hain der Deutschen mit seinen weihevollen Bauten auch hervorragende Werke deutscher Plastik Aufstellung finden sollen. Wenn Sie die Verwirklichung dieser Plane zunächst einem späteren Zeitpunkt Vorbehalten hatten, so bitte ich Sie doch, uns zu gestatten, schon in diesem Jahr damit den Anfang zu machen. An der Rückseite des Ehrenmals soll eine monumentale Brunnenanlage geschaffen werden, in deren Mittelpunkt ein allegorisches Bildwerk von über fünf Meter höhe den Sieg der Arbeit verkörpern soll. Dieses Bildwerk, für dessen Schöpfuyg wir in Professor Thorak einen genialen Künstler gefunden haben, bitte ich Sie, mein Führer, als ein Geschenk der Stadt zum Reichsparteitag 1 937 enkgegennehmen zu wollen. Es soll auch in diesem Jahre wieder ein äußeres Zeichen des aufrichtigen und heißen Dankes fein, den Ihnen Ihre alte treue Stadt Nü'mberg entgegenbringt! Ich bitte Sie, mein Führer, e t n Modell dieser herrlichen Plastik aus edlem Erz entgegenzunehmen als einen herzlichen und dankerfüllten Willkommgruß der Stabt ber Re'chs- parteitage Nürnberg zum Reichsparteitag 1937! Des Führers Dank. Am Donnerstag wird der Grundstein zum Deutschen Stadion gelegt. „In tiefer Bewegung möchte ich Ihnen, Herr Oberbürgermeister, unb ganz Nürnberg meine Freube unb meinen Dank ausbrücken über ben so herzlichen Empfang, ber mir seit meiner Ankunft burch bie Einwohner ber Stabt unb jetzt soeben burch Sie zuteil wirb. Zum siebenten Male strömen Hunderttausenbe nationalsozialistischer Männer unb Frauen nach Nürnberg unb, wie in jedem Jahr werden sie gestärkt und gefestigt bie Stabt roieber verlassen. Alles, was im ganzen Deutschen Reich burch Fleiß unb Arbeit geschafft unb gebaut wirb, finbet gerabe in Nürnberg feinen vielleicht konzentriertesten Ausdruck Immer mehr verwirklichen sich die gigantischen Pläne des neuen Reichsparteitaggeländes. Der Luitpoldhain ist in diesem Jahre fertig geworden und ebenso — bis auf kleine innere Ausbauten — auch das ?» e p p e I i n f e I b. Die Fundamente zur Kongreßhalle sind gelegt. Der erste Mauerkern wachst darauf empor. Die breite Straße vom Märzfeld zuni Luitpold h a i n ist im Rohbau fertig. 3m Märzfeld sind die ersten Vorarbeiten abgescblosten und die künstlerische bauliche Gestaltung ist festgelegt. Am Donnerstag, dem 9. September, findet nun die Grund st einlegung x n m Deutschen Stadion statt, der gewaltigsten Arena, die jemals ein Volk für die Ausbildung seiner körperlichen Kraft und Schönheit errichtet hat. So erhalt, dem übrigen Deutschland vielleicht voraneilend, zunächst diese Stadt ihr künftiges und damit ewiges Gepräge. So wie Deutschlands Aufbau aber nur das Ergebnis eines unermüdlichen Arbeitsfleißes sein kann, so gilt dies auch für den Aufbau unserer Stadt der Reichsparteitage. Alle die schaffenden Menschen setzen durch ihr Werk dem deutschen Volk unb sich selbst ein unvergängliches Denkmal! Daß Sie mir, Herr Oberbürgermeister, im Namen ber Stabt Nürnberg heute einen Abguß ber Figur Thoraks als Geschenk überreichen, bereitet mir eine befonbere Freube. Denn bies wirb mir im Kleinen eine immerwährende Erinnerung sein an den Brunnen, der hier im Großen seine Vollendung erhält. Nehmen S:e also dafür, Herr Oberbürgermeister, meinen herzlichen Dank entgegen. In der lieber» zeuyung, daß der neue Reichsparteitag in der Größe und Eindringlichkeit seines Verlaufes eine weitere Steigerung ergeben wird, bitte ich Sie alle, mit mir die ehrwürdige Stadt zu grüßen, deren Namen in Verbindung damit zu einem Symbol unserer Bewegung geworden ist. Die Stadt Nürnberg: Heil?" Begeistert stimmten die führenden Männer aus Partei und Staat in das Sieg-Heil ein, das der Führer der Stadt Nürnberg darbrachte. Mit den Nationalhymnen klang die Feierstunde aus. Der Tag des parteckongreffes In Erwartung der Proklamation des Führers. \1 !-- 1 W Nürnberg, 7. Sept. (DNB. Funkspruch.) In der Stadt der Reichsparteitage sieht man mit großer Spannung dem heutigen Tage entgegen. Er bringt die EroffnungdesParteikongres- s e s mit der Verlesung derProklamationdes Führers und am Abend die Kulturtaaung mit einer großen kulturpolitischen Reoe Adolf Hitlers. Man merkt Nürnberg bereits in den frühen Morgenstunden die Bedeutung dieses Tages an. Ueberall hört man Gespräche über die bevorstehenden Tagungen, in denen der Bewegung und damit dem deutschen Volke wieder die Richtlinien für die Arbeit während eines ganzen Jahres gegeben werden. Zu den Hunderttausenden, die bereits am Montag in Nürnberg weilten, kamen im Laufe der Nacht und in den Morgenstunden noch viele Tausende, die zum Teil in Sonderzügen, zum Teil mit den überfüllten planmäßigen Zügen in Nürnberg eintreffen. Der gewaltige Verkehr wickelt sich reibungslos ab. Man staunt immer wieder über die Selbstverständlichkeit, mit der von der Organisationsleitung die Unterbringung und Verpflegung dieser riesigen Menschenmassen geregelt werden. Ministerpräsident Göring ist heute früh kurz vor 9 Uhr in der Stadt der Reichsparteitage eingetroffen. Zu seiner Begrüßung hatten sich auf dem Bahnsteig der Frankenführer Gauleiter Streicher und Oberbürgermeister Liebel eingefunden. In der Bahnhofsvorhalle hatte eine Kompanie der Flieger mit Musikzug Aufstellung genommen, deren Front Ministerpräsident Göring nach dem Verlassen des Bahnsteiges abschritt. Der Ministerpräsident wurde von der Bevölkerung stürmisch begrüßt. Arbeitsmaiden in ihrer neuen kleidsamen Tracht wird man in diesem Jahre zum erstenmal während der Veranstaltung des Reichsparteitags sehen. (Presse-Bild-Zentrale-M.) politische Bekenninisstunbe der Nation. Reichsleiter Or. Dietrich spricht in Nürnberg zur in- und ausländischen presse. Nürnberg, 6 Sept. (DNB.) Wenige Stunden, bevor die Glocken Nürnbergs den Reichsparteitag 1937 einläuteten, empfing im festlich geschmückten Kulturvereinshaus der Reichspressechef der NSDAP., SS.-Gruppenführer Dr Otto Dietrich, nun schon zum fünftenmal die m- und ausländische Presse, die den Reichsparteltag 1937 miterleben und der Weltösjentlichkeit vermitteln will. Dem Empfang wohnten mehr als 600 Pressevertreter aus dem In- und Ausland bei Der Empfang wurde von musikalischen Darbietungen des Reichssinfonieorchesters unter der Stabführung des Generalmusikdirektors Prof. Adam umrahmt. Dr. Dietrich machte folgende Ausführungen: Wenn in dieser Stunde m Ihnen, die Sie Jahr ür Jahr unserem Rufe gefolgt sind, die Erinnerung zurückgeht zu den Reichsparteitagen des Sieges,' des Glaubens, der Freiheit und der Ehre, dann wird Ihnen bewußt, wie Jahr um Jahr diese Nürnberger Tage in ihrem inneren Erleben und ihrer äußeren politischen Bedeutung wuchsen und zu dem wurden, was der Reichsparteitag heute ist: des nationalsozialistischen Reiches Bekenntnis stunde, der große Tag der deut- chen Nation, die Feierstunde ihrer Wiedergeburt und der Ausdruck ihres Willens, ein Fest nicht nur der Erinnerung, sondern der Arbeit und der Ent- chlossenheit zu kommenden Aufgaben. Die Nationalsozialistische Partei als die große Erneuerungsbewegung der deutschen Nation hat aus ihrer eigenen" Geschichte gelernt, daß das p o - li tische Denken des ganzen Volkes die Grundlage aller nationalen und sozialen Erfolge ist, daß das Wissen um die gemeinsamen Schicksalsfragen erst den Willen hervorbringt, sie zu lösen. Sie hat erkannt, daß das Wissen ein Element der Macht ist und die Presse das stärkste Mittel diesem Wissen zu dienen Wahrheit der beste Anwalt des Journalismus. Journalistische Anständigkeit und selbstverständliche nationale Disziplin lassen sich in der Pressearbeil aller Länder gut miteinander vereinigen. Deshalb sind wir auch weit davon entfernt, den ehrlich bemühten ausländischen Kollegen in Deutschland das Recht der Kritik zu bestreiten. Aber wir hallen es auch für selbstverständlich, daß im internationalen Presseverkehr die persönlichen Antipathien derer, die ihren Lesern das unvoreingenommene Bild eines fremden Landes und Volkes vermitteln sollen, nicht die Grenzen überschreiten, nach denen sich auch sonst Gäste und Gastgeber im internationalen Leben zu richten pflegen. Wir denken nicht daran, den Vorwurf unsachlicher und tendenziöser Berichterstattung zu verallgemeinern. Aber wir sind uns dessen bewußt, daß die Wahrheit noch immer der beste Anwalt des Journalismus gewesen ist. And diese Solidariät der anständigen Gesinnung ist hier auf den Reichsparteitagen der RSDAP. in unserem Kreise immer zu Hause gewesen. Vielleicht ist es das Geheimnis der nationalsozialistischen Idee, daß sie sich nicht rein ver - st andesmäßig begreifen läßt. Dann liegt der große Irrtum derer, die draußen in der Welt vorgefaßte Meinungen über das nationalsozialistische Deutschland vertreten, ohne es wirklich zu kennen. Die nationalsozialistische Weltanschauung hat ja auch ihren Ursprung nicht im Hirn, sondern i m Herzen. Wenn in diesen Tagen der Engländer Winston Churchill in den Zeitungen zahlreicher Länder feine Artikel gegen uns mit den Worten beginnt: „Das nationalsozialistische Deutschland ist ein Rätsel für die Welt", dann könnte er, wenn er von ebenso fanatischem Wahrheits- und Wissensdurst wie von Angriffsgeist gegen uns beseelt wäre, seinen starken Forscherdrang hier beliebigen unb in Nürnberg bes Rätsels Lösung fin- b e n. Denn ber Reichsparteitag ist ein lebenbiges Bild der nationalsozialistischen Idee! Hier wirken in unmittelbarer Anschauung all die geistigen Kräfte auf unp, die in der nationalsozialistischen Bewegung am Werke sind. Nationalsozialismus, das heißt: die ewige s o - ziale Sehnsucht der Menschen aus ber ebenso tragischen wie verbrecherischen Verkeilung mit bem internationalen Marxismus lösen, um ihre wunber- baren Kräfte nicht gegen, fonbern für b i e n a - tionale Gemeinschaft wirken zu lassen. Darin liegt bas ganze Geheimnis ber nationalsozialistischen Bewegung unb ihrer Erfolge beschlossen! Diese Synthese aus Nationalismus unb Sozialismus hat bie Schöpfung unseres mobernen nationalpolitischen Führerstaates erst möglich gemacht. Denn sie hat bas inbivibualistische Denken entthront unb burch bas gemeinschaftsbewußte Denken ersetzt, bas unserem Leben ganz neue Grunblagen unb ungeheure Auswirkungsmöglichkeiten auf allen Gebieten eröffnet. Unb biefe unermeßliche seelische Kraft unb bie gewaltige, materielle Leistung, bie bem beutschen Volke aus biefer fruchtbaren Synthese erwächst: bas ist es, was man nur in Nürnberg sehen, erfühlen unb als Erlebnis in sich aufnehmen kann! Der Kongreß ist die Stätte, an der die Partei sich einschaltet in das politische Geschehen der Gegenwart und von der Warte ihrer Weltanschauung aus Stellung nimmt zu den großen Problemen der Zeit. Die Probleme wechseln, die Warte bleibt. Es ist ein kleiner, vom Führer bestimmter Kreis von Männern, die hier zu Worte kommen, und es ist das Forum der ganzen Ration, vor dem sie . sprechen, hier zeigt sich die Partei als Trägerin einer Staalsführung, die die großen Fragen der Zeit ihrem Volke vor Augen führt, die in allen entscheidenden Problemen offen zu ihm spricht und sich damit des Vertrauens des ganzen Volkes würdig erweist. Die Gedanken, die den Ablauf des Kongresses bestimmen, sind die Gedanken, die das Arbeitsjahr der Ration leiten. Oie Schlußrede des Führers, die den Blick von der Arbeit der Vergangenheit und den Fragen der Gegenwart auf die Aufgaben der Zukunft lenkt, bildet den großen Schluhakkord des Kongresses zu Rüru- berg. Sozialismus der Arbeit und Leistung. Das natürliche Gesetz der Arbeit ist Lebensgesetz des deutschen Volkes geworden. Aber nicht nur Tage politischen Geschehens bringt ber Reichsparteitag bem beutschen Volke, sonbern auch grunblegenbe kulturelle Ausblicke. Zur Kultur t a g u n g werben bie Spitzen bes geistigen unb künstlerischen Lebens in Deutschlanb nach Nürnberg kommen. Wenn ber deutsche Nationalpreis verkünbet wirb unb bes Führers Appell an alle beutschen Kulturschaffenden ergeht. Diese Verbindung des Reichsparteitages mit einem großen Ereignis des deutschen Kulturlebens ist von einem besonderen Sinn erfüllt. Denn politischer Wille und kulturelle Ausdruckskraft sind die beiden Pole, die im Nationalsozialismus zu jener Einheit des deutschen Wesens zusammengewachsen sind, aus der alles Große der Nation geboren und ihre Zukunft gestaltet wird. Wie im Wettstreit des Geistes dem deutschen Dichter und Künstler in Nürnberg der Lorbeer verliehen wird, so wirb nun auch im Leibe s k a m p f der deutschen Jugend alljährlich in Nürnberg um den Sieg gerungen werden. Die nationalsozialistischen Kampfspiele — deren Träger die SA. ist — werden einst in jenem großartigen Stadion stattfinden, dessen Grundstein in wenigen Tagen der Führer legen wird. Sie sollen die Krönung der sportlichen Ideen werden, die im deutschen Volke lebendig sind und die die nationalsozialistische Bewegung den breiten Massen des Volkes gegeben hat. Zu diesen großen Veranstaltungen des Ansporns der Leistung treten dann Tag für Tag die überwältigenden Stunden des Bekenntnisses zur Gemeinschaft, die Stunden, Xn denen die Politischen Leiter der Partei, die Männer der SA., der SS. und des NSKK., die Kameraden des Arbeitsdienstes und der Wehrmacht und die Jugend Adolf Hitlers vor ihrem Führer aufmarschieren, um dem Willen und der Geschlossenheit des nationalsozialistischen Deutschlands einzigartigen Ausdruck zu geben. Mit dem Aufmarsch der großen Gliederungen der Partei rollt vor unserem geistigen Auge die Schule der nationalpolitischen Erziehung ab, in die der junge Deutsche bereits mit dem 10. Lebensjahr eintritt. In diesen erhebenden Stunden des Bekenntnisses zur Gemeinschaft liegt das innere Schwergewicht des Reichsparteitages: Denn er soll Kraft g e - ben, und Kraft wird im nationalsozialistischen Deutschland nur geboren aus dem Willen, in Hunderttausenden von Menschen den gleichen entschlossenen Willen hervorzurufen So wird auch der Reichsparteitag 1937 wieder jener gewaltige Willensimpuls der Nation werden, der ihrer Arbeit für das kommende Jahr den inneren Antrieb gibt. Der Rationalsozialismus hat zum ersten Male dem Wort Sozialismus einen praktischen, lebensstarken Inhalt gegeben. Wir haben in unserer Gemeinschaft zum ersten Male den Sozialismus der Leistung verwirklicht, den Sozialismus der Arbeit und des Erfolges, die natürliche und daher einzig mögliche Harmonie der Interessen, die es gibt. Denn der Rationalsozialismus stellt die Arbeit und den Erfolg als die stärkste Triebkraft des menschlichen Zusammenlebens in den Mittelpunkt seines Denkens und hande'ns. Im nationalsozialistischen Deutschland ist das natürliche Gesetz der Arbeit zum Lebensgeseh des ganzen Volkes geworden, nämlich daß jeder Volksgenosse, woher er auch kommen mag und was er auch sei, genau so viel — und sei es das höchste — für sich selbst erreichen kann, als er an können und Leistung für das Leben der Gemeinschaft einzusehen vermag. Dieser Sozialismus der Arbeit und Leistung ist die sinnvollste Gestaltung und höchste Form des sozialen Lebens überhaupt, weil aus ihm die Ration immer wieder die Kräfte zu neuer Blüte entwickeln kann, zum Wohl des ganzen Volkes und zum Wohl jedes einzelnen seiner schaffenden Menschen. Der nationalsozialistische Gedanke ist — das haben wir oft betont — kein Ausfuhrartikel, und wir wallen andere Völker nicht damit beglücken. Aber was der einen Nation Segen bringt, braucht nicht zum Schaden der anderen zu fein. Pioniertaten des Geistes unb ber Kultur wurden noch immer zu Brücken im Leben der Völker! Unb baß Nürnberg mithelfen unb dazu beitragen möge, diese Brücke zu schlagen, ist unser aufrichtiger Wunsch. Der erste Schub der Reichsbahn Nach Mitteilung ber Reichsbahndirektion Nürnberg ist die erste größere Anmarschbewegung zum Reichsparteitag 1937 abgeschlossen. Es wurden dabei über 350 Sonderzüge, einschließlich der Vor- unb Nachzüge und einschließlich der Leerzüge, gefahren, die außer den Abordnungen der Wehrmacht rund 50 000 Arbeitsdienst männer, 25 000 Angehörige der S S. und über 50 000 P o - li11sche Leiter sowie einige Vorkommandos ber SA nach der Stadt der Reichsparteitage brachten. Nachmittags find auch die Diplomaten in Nürnberg angekommen. Außer diesen Reichsparteitagteilnehmern trafen auf den Nürnberger Bahnhöfen bis jetzt über 100 000 Reifende in bem allgemeinen Zugverkehr ein Am Dienstag werden in erster Linie Sonderzüge der KdF.- Fahrer in Nürnberg eintreffen, während am Mittwoch der Antransport der größten Teilnehmergruppe, nämlich der P o l i t i f ch en Leiter, feine Fortsetzung findet Luser Gau iu Nürnberg. NSG. Nachdem der Gau Hessen-Nassau vor Wochen mit den umfangreichen Vorbereitungen für den Reichsparteitag 1937 begonnen hatte, fuhr am Montagfrüh der erfte Sonderzug mit Politischen Leitern von der Gauhauptstadt nach Nürnberg. Diesem Zug, der gegen 13 Uhr in Nürnberg eintraf, folgte um 9 Uhr ein zweiter, ber die Kongreßteilnehmer und Zuschauer bes Kreises Groß-Frankfurt, bie Studenten und d i e Gauauswahlmannschaft nach der Stadt der Reichsparteitage brachte. Die übrigen sieben Sonderzüge werden Dienstag erwartet. Gauleiter S p r e n g er traf am Montagmittag in Nürnberg ein. Durch die Frische des Montagmorgen rollte der erste Sonderzug unseres Gaues über die Höhen bes Spessarts in das schöne Frankenland hinein. Die Bahnhöfe auf der gesamten Strecke zeigten reichen Blumen- und Fahnenschmuck. Die Dörfer und Städte prangten im festlichen Kleid, das immer farbenprächtiger wurde je mehr sich der Zug ber Stadt der Reichsparteitage näherte. An den Pahn- bämmen standen die Jungen und winkten den Nürnbergfahrern zu. Die Arbeiter am Wege, die für einen Augenblick ihr Tagewerk unterbrachen, hoben die Hand zum deutschen Gruß. Viele Fahrtteilnehmer waren bereits 1934 und 1935 in Nürnberg, manche gehörten vielleicht schon damals der HI. an. Sie trafen sich wieder unb tauschten ihre Erlebnisse aus Vom Hauptbahnhof in Nürnberg marschierten die Insassen des ersten Zuges aus unserem Gau, der die Politischen Leiter aus dem Kreis Groß-Fran kf uri umfaßte, nach der Hans-Schemm-Schule, dem Standquartier des Gaues Hessen-Nassau, das sie ebensogut vorbereitet fanden, wie die Fahrt selbst. 500 Gäste der DAF. des Gaues Hessen-Naffau in Nürnberg. NSG. Auf Einladung des Reichsorganisationsleiters Dr. Ley nehmen wieder über 1 4 000 Arbeiter aus 30 deutschen Gauen als Gäste der Deutschen Arbeitsfront am Reichsparteitag teil. Unter diesen Ehrengästen befinden sich auch 500 Volksgenossen aus dem Gau Hessen- Nassau, die am Dienstagfrüh in Frankfurt a. M die Fahrt mit einem Sonderzug nach Nürnberg antraten und am 15. September 'zurückkehren werden. Die Fahrt wird ebenso wie die Unterbringung und die Verpflegung im „KdF."-Zeltlager in der Nähe der „KdF. -Stadt k o st e n I o s durchgeführt. Für die ausgewählten Volksgenossen, bei denen es sich meist um langjährige ehrenamtliche Mitarbeiter bei der DAF. und bet der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" handelt, die nicht mit irdischen Gütern gesegnet find, ist die Einladung zum Besuch des Reichsparteitages in Nürnberg und zur Teilnahme an allen Reichsparteitagveranftaltungen als eine besondere Auszeichnung anzusehen. Sie Studenten Hesten-Nassaus in Nürnberg. NSG. Die Gaustudentenführung Hessen-Nassau traf am Montagnachmittag mit 81 Studentenführern und Amtswaltern unter Führung des Studentenführers der Technischen Hochschule in Darmstadt, Parteigenossen Hummrich, mit der Gaufahne ein. Die Studenten wurden in der Siegel ft einer Volksschule untergebracht. Wahrend der Dauer des Reichsparteitags hat die Reichsstudentenführung täglich Sondertaqunqen ihrer Aemter angesetzt. Der Film „Unternehmen Michael" „slaalspolitisch und künstlerisch wertvoll". Der Ufa-Tonfilm „Unternehmen Michael" hat das Prädikat „staatspolitisch und künstlerisch wertvoll" erhalten. Er ist für Jugendliche zugelafsen und kann auch an hohen Feiertagen gezeigt werden. Kameradschaft derZugend. Die Marscheinheiten der HZ. werden im Zeltlager Fürth vom Neichsjugendsührer begrüßt. ... 1» 'S" -/ M - V- ' - » Nürnberg, 6. Sept. (DNB.) Die letzten ber 26 Marscheinheiten ber Hitler-Jugend, die aus allen deutschen Gauen zum Reichsparteitag in Nürnberg marschiert sind, haben ihr großes Zeltlager bezogen. Die Hitler-Jugend, die auf_ diesem Marsch ihre sämtlichen Bannfahnen mitgeführt hat, legte Den Marsch ohne jeden ernstlichen Zwischenfall zurück Am Montagmittag traten sämtliche Marscheinheiten mit ihren über 400 Fahnen vor bem Reichsjugendführer an, der die Teilnehmer im Namen der nationalsozialistischen Bewegung in der Stadt ber Reichsparteitage begrüßte. Baldur von Schirach rief ben Hitlerjungen zu: .,Wenn Ihr alle bie großen Leistungen, die Euch in der Zukunft gestellt werden, in genau so eiserner Geschlossenheit meistert wie diesen Marsch, dann kann das Volk beruhigt in die Zukunft sehen, dann wird unser Volk unvergänglich fein. Ihr seid im Geiste der Kameradschaft der Jugend marschiert und auch hier angetreten, und ich weiß, daß es in Deutschland immer so |em wird. Wir lassen nichts zerstören, was das junge Deutschland geschaffen hat. Wir find die „Marscheinheiten der Jugend" geworden und werden diese bleiben. Wir werden auch in Zukunft unter ber Fahne bes Führers marschieren und sie wird keine treueren Trager finden als es die deutsche Jugend ist. Morgen werdet Ihr an unserem Führer vorbeimarschieren, und er wird nach Euch und Euerer Haltung die deutsche Jugend beurteilen. Ihr werdet in dem Augenblick, wenn Ihr ihm in die Augen seht, die ganze Leidenschaft, die Krass und Entschlossenheit und die Treue der Jugend in Euerem Blick offenbaren In diesem Augenblick soll ihm die Gewißheit werden daß sein Einsatz, sein Opfer nicht umsonst waren. Ihr tragt den Namen des Führers, und das ist das deutsche Programm der n a t i o n a l s o z l a l, st i sch en Jugenderziehung." Mit einem dreifachen Sieg-Heil auf den Führer und dem Fahnenlied fand der Schlußappell seinen Ausklang Unser Bild zeigt den Reichsjugendführer im Sammellager der HI. in Fürth, wo er die Front der die ;m Viereck angetretenen Nürnberg-Marschierer abschreitet — (Aufnahme: Scherl-Bilderdienst-M.) Die Divlomaien begaben sich nach Mrnberg. Am Montagvormittag fuhren zwei Sonderzüge von Berlin aus mit den in der Reichshauptstadt beglaubigten Diplomaten nach Nürnberg. Hier sieht man einige der abreisenden Missionschefs. Bon links nach rechts: der österreichische Gesandte Stephan Tausch itz, der rumänische Gesandte N. P. Comnen, der finnische Gesandte Aarne Wuorimaa, der türkische Botschafter Hamdi A r p a g und der Gesandte von Bülow-Schwante. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Italienische Gäste in Nürnberg. WM I M b ■ ju I. .&■. I v | ,aj 9-. s Am Montagnachmittag trafen die italienischen Gäste zum Besuch des Reichsparteitages in Nürnberg ein. Der italienischen Abordnung gehören als Vertreter der faschistischen Partei der Vizesekretär der Partei, G a r d i n i, mit vier Gauleitern, als Vertreter der Regierung der Staatssekretär im auswärtigen Amt, Minister B a still n i n i, als Vertreter des Senates die Senatoren G u g l i e l m i und Puricello als Vertreter der Kammer der Abgeordnete Borghese, als Vertreter der faschistischen Auslandsorganisation Graf Thaon di Reval, als Vertreter der Miliz der Generalkonsul Gauttieri und der Präsident der faschistischen Jndustriearbeiterkonfö- deration Abgeordneter Gianetti an. In der Begleitung der Abordnung befand sich auch der italienische Botschafter in Berlin. A t t o l i c o. Auf dem Nürnberger Bahnhof hießen namens der nationalsozialistischen Bewegung Reichsorganisationsleiter Dr. Ley und namens des Amtes für Ehrengäste der Leiter dieser Abteilung Reichshauptamtsleiter ©erlaub die italienischen Gäste aufs herzlichste in Nürnberg willkommen. Der Führer bei der „Mistersinger"-Aussiihrung Festlicher Ausklang des ersten Tages. Eine festliche Aufführung von Richard Wagners Oper „Die Meistersinger von Nürnberg" gab auch in diesem Jahr dem ersten Tag des Reichsparteitages einen erhebenden Ausklang. Lange vor Beginn der Aufführung sah man das nationalsozialistische Führerkorps vollzählig versammelt, in den ersten Reihen des Parketts mit dem Stellvertreter des Führers, die Reichsleiter und Gauleiter, Vertreter des Staates, die Reichsminister und die Ministerpräsidenten der Länder, Offiziere, Männer der Kunst, der Wissenschaft und der Wirtschaft. Im ersten Rang, zur Rechten der Führerloge, nahmen die Vertreter des Diplomatischen Korps ihre Plätze ein, zur Linken die Führer der f a schi- stischeii Partei, neben ihnen Reichsleiter Dr. Goebbels. Den Führer, der um 19.30 Uhr die Führerloge betrat, begrüßte das Haus mit dem deutschen Gruß. Als der Führer zwischen dem Gauleiter Julius Streicher und dem Oberbürgermeister Liebel Platz genommen hatte, verdunkelte sich der Raum. .. Die wundervoll geschlossene Aufführung, die in der Inszenierung von Rudolf Hartmann unter der meisterlichen musikalischen Leitung von Carl Böhm stand, riß das ganze Haus zu dankbaren, sich immer erneuernden Beifallskundgebungen hin. Die künstlerischen Gestalter Carl Böhm, Rudolf Hartmann und der Bühnenbildner von Aren t, die Künstler Rudolf Bockelmann (Hans Sachs), Joseph von Manowarda (Pogner), Eugen Fuchs (Beckmesser), Georg Hann (Kothner), Laholm (Stolzing) und Erich Zimmermann (David), konnten für ihre hervorragenden gesanglichen und darstellerischen Leistungen den verdienten Lorbeer, die Damen Maria Müller (Eva) und Berglund (Magdalena) prächtige Blumengebinde in Empfang nehmen. Als der Führer mit seiner Begleitung das festliche Haus verlassen hatte und in der ersten Morgenstunde des Dienstag zum „Deutschen Hof" zurückging, bereiteten ihm die schon viele Stunden wartenden Volksgenossen herzliche Ovationen, die erst ihr Ende finden konnten, als sich der Führer auch vom Balkon des Deutschen Hofes immer wieder der ihm stürmisch zujubelnden Menge zeigte. Der Eindruck im Ausland. Die Pariser Morgenblätter schildern ausführlich das Eintreffen des Führers. Der Sonderberichterstatter des „Journal" spricht von einem geradezu triumphalen Empfang des Führers. Er habe ihn dreimal vorbeifahren sehen, jedesmal sei die Begeisterung noch größer, die Freude noch warmer und herzlicher vielleicht sogar familiärer geworden. „Ein Volk, ein Führer", das habe man gestern erneut feststellen können. Es gebe bestimmt mit Ausnahme des Duce, auf der ganzen Welt keinen Staatschef, der sich rühmen könnte, in (einem Lande auch nur annähernd so volkstümlich zu sein wie Adolf Hitler in Deutschland. Diese Volkstümlichkeit setze sich zusammen aus Liebe, Stolz und Dankbarkeit. Sie kenne keine Grenzen und dehne sich auf alle Schichten des deutschen Volkes aus. * Die Londoner Morgenblätter veröffentlichen lange Berichte über die Eröffnung des Reichspartei- taqes und die Ankunft des Führers in Nürnberg. Die „Times" hebt hervor, daß die gewaltige Menschenmenge, die den Führer erwartete, ihn mit Stürmen der Begeisterung begrüßt Deutschland zur Mttelmeettonserenz eingeladen Berlin, 6. Sept. (DRB.) Bon der französischen und der englischen Botschaft ist am Montag der Reichsregierung die Einladung zu der am 10 September an einem noch zu bestimmenden Ort der Schweiz abzuhaltenden Mittelmeerkonferenz übermittelt worden ♦ Die britische Regierung mißt, wie Reuter erfährt, der Zwölfmächtekonfecenz über das Mittelmeer am nächsten Freitag große Bedeutung bei Der Tagungsort werde Nyon in nächster Nähe von Genf sein. Außenminister Eden werde an der Konferenz teilnehmen Die Ziele der Konferenz seien zweifacher Natur- 1 Erwägung von Mitteln und Wegen zur Beendigung des gegenwärtigen unsicheren Zustandes im Mittelmeer-, 2 dafür zu sorgen. daß den Regeln des internationalen Gesetzes hinsichtlich der Schiffahrt auf See genaue Beachtung verschafft wird Griechenland und Rumänien haben die Einladung zur Mittelmeer-Konferenz angenommen Dreiste Unterstellungen Moskaus Italien weift fowjetrussifche Note scharf zurück Rom, 6. Sept. (DNB.) Nach einer amtlichen italienischen Mitteilung hat der sowjetrussische Geschäftsträger in Rom an den italienischen Außenminister eine Note gerichtet, in der Italien für die Torpedierung von zwei sowjetrussischen Schissen im östlichen Mittelmeer verantwortlich gemacht sowie Schadenersatz und Bestrafung der Schuldigen verlangt wirb. Der italienische Außenminister hat auf bie sowjetrufsische Note geantwortet, daß Italien eine solche Beschuldigung wie auch die Forderungen Sowjetruhlands en bloc z u r ü ck w e i st. In italienischen Kreisen wird erklärt, daß dieser Schritt Sowjetrußlands in einem Augenblick, in dem Italien sich anschickt, der angekündigten Einladung zu einer Mittelmeerkonserenz die beste Aufnahme zu bereiten, nur als ein Versuch betrachtet werden könne bie geplante Konferenz zu torpebieren. peinlicher Eindruck in London. ßonbon, 7. Sept. (DNB. Funkspruch.) „News Ehronicle" melbet, baß bie sowjetrussische Note an Rom in ßonbon als bebauerlich betrachtet werbe, ba sie bie Konferenz-Aussichten beeinträchtige. In London sei man der Ansicht, daß es nicht darum gehe, die vergangenen Zwischenfälle im Mittelmeer zu behandeln, sondern ihre Wiederholung in der Zukunft zu verhindern. Die „Daily Mail^ schreibt, daß die britische Regierung möglicherweise einen Aufsckub der Konferenz vorschlagen werde. Man sei der Ansicht, daß die Frage der Sicherheit der Schiffahrt im Mittelmeer durch den Nichteinmlschungsaus- s ch u ß behandelt werden sollte. Entrüstung auch in Paris. Moskau torpediert die Mittelmcerkonferenz Paris, 7. Sept (DNB Funkspruch.) Die unverschämte Note der Sowjetregierung an Italien bezeichnet man in Paris als einen schweren diplomatischen Zwischenfall und beschuldigt Moskau offen, die Mittelmeer-Konferenz schon vor Beginn torpedieren zu wollen. Die energische und schnelle Antwort der italienischen Regierung nennt man bie einzig richtige Entgegnung auf biefe neue bolschewistische Herausforberung. Man fragt sich, ob bie Mittelmeer-Konferenz unter biefen Umftänben überhaupt st a 11 f i n b e n werde. Auf alle Fälle hält man es nicht für ausgeschlossen, daß Italien und auch Deutschland und wahrscheinlich auch Bulgarien und Albanien angesichts der Moskauer Herausforderung bie Einlabung a b l e h n e n werben. Einige Blätter halten es für möglich, daß die englische Regierung entweder eine Vertagung Vorschlägen oder aber bie Konferenz auf bie Mittelmeermächte beschränken werbe, um einen noch heftigeren Zusammenstoß zwischen Italien und Sowjetrußland zu vermeiden. „Journal" schreibt, Sowjetrußland habe keine Zeit verloren, um seine Verärgerung zu zeigen, daß seine Manöver, bie englisch-italienische Annäherung zu verhindern, gescheitert seien. Eine andere Erklärung gebe es für diesen kaum verständlichen Schritt Moskaus nicht. Man müsse aber feststellen, daß bie Moskauer Regierung mit biefer Herausforberung nicht Italien allein treffe. England und Frankreich hätten die Initiative zu einer internationalen Aussprache ergriffen, um eine äußerst ernste Lage zu bereinigen, und es fei ausdrücklich beschlossen worden, diese Aussprache nicht auf die Vergangenheit auszudehnen, sondern sie darauf zu beschranken, Besserungsmöglichkeiten für die Zukunft zu suchen. Die sowjetrussische Absicht, Schaden anzurichten, liege so klar auf der Hand, daß man mit Recht hoffen dürfe, daß die Aufwiegler diesmal die Kosten ihrer schlechten Absicht zu tragen bekämen. habe, als er vorbeifuhr. Auch die übrigen Blätter heben die Begeisterung hervor, bie ben Führer in Nürnberg empfangen habe. ♦ Die Meldung ber polnischen Telegraphen- Agentur weist barauf hin, baß bie Stabt Nürnberg in biejem Jahre besonbers prächtig geschmückt unb baß bie Eröffnung bes Parteitages noch feierlicher als bisher gewesen sei. Die Zahl ber Teilnehmer unb Gäste überschreite bie aller früheren Parteitage bei weitem. Oie Antikomintern - Ausstellung in Mrnberg. I Am Eingang zur Ausstellung eine symbolische Darstellung bes über bie Wett schreitenden Vernichters Bolschewismus. — (Scherl-Bilderdienst-M.) AuSgkstaliung der Zeppelintribüne. Noch rechtzeitig zum Beginn des Reichspartei- tages wurde die 370 Meter lange und 28 Meter breite Terrasse der Zeppelintribüne vollendet. Diese mächtige Terrasse bildet den rückseitigen Abschluß der Zeppelintribüne. In Gegenwart von Oberbürgermeister Liebel und sämtlicher Arbeitskame- raben konnte bie letzte mit einem Richtbäumchen geschmückte Steinplatte ber Fassabe geleat werben. Oberbürgermeister Liebel sprach allen Beteiligten am Bau, namentlich Stabtrat Professor Brugmann unb Oberbaurat Wallrafs sowie ben Arbeitskameraben ben Dank bes Zweckverbanbes Reichsparteitag unb der Stadt Nürnberg aus. Der Oberbürgermeister sprach von dem Stolz, der bie Arbeiter an biefem Bau erfüllen muß, beren Werk noch in Jahrhunberten stehen wirb „Wir in Nürnberg", so sagte er, „sind auch ftoh daraus, daß mir alle die Erwartungen, die der Führer in uns gesetzt hat, wiederum voll erfüllt haben. Ohne den tatkräftigen Einsatz der Arbeiter wäre bie Vollendung her Terrasse, die ihresgleichen in Deutschland und in der Welt sucht, nicht möglich gewesen." Als äußeres Zeichen der Anerkennung wurden 200 Eintrittskarten für die verschiedensten Veranstaltungen sowie eine finanzielle Sonderspende an bie Arbeiterschaft bieses Teilstückes ber Zeppelinwiese verteilt. Beförderungen und Ernennungen im NGKK. Berlin 6. Sept. (DNB) Der Führer hat zum 6. September folgenbe Ernennungen unb Beförderungen im NSKK. ausgesprochen: Zum Inspekteur der Motorsportschulen Gruppenführer Herbert Schnüll; zum Inspekteur für Ausbildung Brigadeführer Hermann H ö f l e unter gleichzeitiger Beförderung zum Gruppenführer. Befördert wurden zu Gruppenführern die Brigadeführer Adolf Jäger, Chefadjutant; Otto Schade, Führer der Motorbrigade Leipzig, Günther Pröhl, Führer der Motorbrigabe Nordmark, Heinrich Sauer, Führer ber Motorbrigade Pommern; Erich Scheib- ner, Führer ber Motorbrigabe Thüringen. Zum Brigabeführer Hans Klug, Chef bes Personalamtes ber Korpsführung. Zum Oberführer Hubertus v. A u l o ck , Führer ber Motorbrigabe Berlin. Verliehen würbe ber Dienstgrab eines Standartenführers dem Parteigenossen Andreas Braß, Beauftragter für die Versicherungsgesellschaften der Deutschen Arbeitsfront Meine politische Nachrichten. Der Führer unb Reichskanzler hat Sr. Kgl.Hoheit bem Prinzregenten von Jugo- s l a w i e n zum jugoslawischen Nationalfeiertag, bem Geburtstag bes Königs, herzliche Glückwünsche telegraphisch übermittelt unb zugleich seine besten Wünsche füi bas Wohlergehen S. M. bes Königs zum Ausbruck gebracht. * Oberbürgermeister Dr. Strölin überreichte als Präsibent bes Deutschen Auslanbsinstituts Reichsminister Dr. Goebbels als äußeres Zeichen des Dankes für feine großen Verbienste um bas Aus- lanbsbeutschtum bie golbene Ehrenplakette bes Deutschen Auslanbsinstitutes. ♦ Der Wiener Ministerrat genehmigte bie Grunb- linien eines Kulturabkommens zwischen Oesterreich unb Polen. Staatssekretär Dr. S ch m i b t würbe zum Abschluß bes Abkommens ermächtigt. Wetterbericht des Reichsivelterbiensies. 2lusqnbeort Frankfurt Die über Norbeuropa hinwegführende außerordentlich lebhafte Wirdeltätigkeit setzt sich fort und bedingt auch für die Nord- und Ostsee zeitweise stürmisch auffrischende, westliche Winde und Bewölkungszunahme. Nach Süden hin verliert sich jedoch der Einfluß, sodaß unser Wetter im wesentlichen freundlichen Charakter behält. Zunächst erfährt bas Hochbruckgebiet burch bie Zufuhr kälterer Luftmassen von bem Rücken eines Sturmwirbels eine Verstärkung unb Erweiterung. Aussichten für Mittwoch: Morgens vielfach bunstig, ober neblig, sonst meist heiter unb trocken, tagsüber ziemlich warm. Nachts recht frisch, üorroiegenb südliche unb westliche Winbe. Aussichten für Donnerstag: Im wesentlichen sreunbliches Wetter. Lufttemperaturen am 6. September: mittags 26,8 Grad Celsius, abenbs 15 Grab; am 7. September: morgens 8,9 Grab Maximum 26,8 Grab, Minimum heute nacht 7,3 Grad. — Erbtemperaturen in 10 cm Tiefe am 6. September: abenbs 20,4 Grab; am 7 September: morgens 15,8 Grad. — Sonnenscheinbauer 10,7 Stunden. Italiens Arabienpolitik. Freundschaftsvertrag mit dem Renten erneuert. Rom, 6. Sept. (DNB.) Zwischen dem König des fernen und dem König von Italien und Kaiser von Aethiopien ist am 4. September in Saana ein Freundschaftsvertrag abgeschlossen worden. Mit diesem Vertrag wird der bestehende Freundschaftsvertrag zwischen Italien und dem Demen vom Jahre 1926 erneuert und den heutigen Verhältnissen angepaßt. Der alte Vertrag verfällt mit Ende dieses Jahres. Der neue Freundschaftsoertrag wird von italienischen Kreisen als Beweis für gradlinige Fortsetzung der italienischen Politik im Roten Meer bezeichnet, die die Souveränität und territoriale Integrität der Staaten am Roten Meer wie auch ihre Unabhängigkeit vollkommen achte. Man erinnert daran, daß Italien der erste Staat war, der seinerzeit mit dem Königreich Demen einen Freundschaftsoertrag abgeschlossen hat, um ihm damit seine internationale Stellung zu erleichtern. Von der Erneuerung des Vertrags, in den durch die Errichtung des italienischen Imperiums in Ostafrika veränderten Verhältnissen Rechnung trägt, sei eine weitere Verstärkung der politischen, aber auch der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Italien und dem Demen zu erwarten. Ferner wird darauf hingewiesen, daß zwischen Italien und dem arabischen Königreich Ibn Sauds ein ähnlicher Vertrag besteht. Jugoslawien feiert Könige Geburtstag. Belgrad, 6. Sept. (DNB.) In Jugoslawien wurde unter Anteilnahme des ganzen Volkes der Geburtstag des Königs feierlich begangen. Die Hauptstadt ist festlich beflaggt. In der Frühe kündigten Kanonenschüsse von der alten Belgrader Feste den Geburtstag des Königs an. Vormittags wurde auf dem Militärübungsplatz eine Parade aller Waffengattungen abgehalten. Prinzregent Paul nahm zu Pferd in der Uniform eines Gardegenerals die Parade ab, der auch die Regenten- Dr. S t a n k o w i t f ch und Dr. P e r o w i t f ch, Ministerpräsident Dr. Stojadinowitsch, das Diplomatische Korps, zivile, militärische und kirchliche Würdenträger beiwohnten. Später wurden in den Kirchen feierliche Gottesdienste abgehalten. In B l e d , dem Sommeraufenthalt des jungen Königs in Slowenien, wurde auf dem See ein festlicher Umzug auf Booten vor dem Schloß veranstaltet. An der Truppenparade in Split in Dalmatien nahmen auch Marinesoldaten des englischen Flaggschiffs ,,S) o o d", das im dortigen Hafen liegt, und Marinezöglinge der rumänischen Marinekriegsschule teil. Will Japan aus die Olympischen Spiele verzichten? T o k i o, 6. Sept. (DNB.) Wie die japanische Nachrichtenagentur Domei meldet, macht sich in Japan eine immer stärker werdende Stimmung bemerkbar, im Hinblick auf den KonfliktmitChina auf eine Abhaltung der Olympischen Spiele 1940 in Tokio zu verzichten. Auf eine Anftage habe Ministerpräsident Fürst K o n o e im Reichstag mitgeteilt, daß er eine baldige Entscheidung dieser Frage herbeiführen und zu diesem Zwecke mit den japanischen Sportverbänden Rücksprache nehmen werde. Nachdem kürzlich der japanische Kriegsminister die Zurückziehung der Meldung der japanischen Reiteroffiziere zu den olympischen Reiterwettbewerben befohlen hatte und inzwischen weitere j a p a n i s ch e S p o r t l e r zum Heeresdienst einberufen wurden, hält man selbst in japanischen Sportkreisen einen Verzicht auf die Olympischen Spiele 1940 nicht für völlig ausgeschlossen. Aus aller Welt. Ein Todesurteil des Reichskriegsgerichts vollstreckt. Amtlich wird mitgeteilt: Der vom Reichskriegsgericht wegen Landesverrat zum Tode verurteilte Wehrmachtsangehörige Herbert Krebs ist durch Enthauptung h i n g e r i ch t e t worden. Krebs verließ 1936 feine Truppe und floh ins Ausland, nachdem er zur Bestreitung seines leichtsinnigen Lebenswandels Schulden gemacht und Geldbeträge seiner Kameraden unterschlagen hatte. Einmal auf diesem schimpflichsten Wege des Soldaten, der Fahnenflucht, fiel er bald der ausländischen Spionage in die Hände. Er gab sein militärisches Wissen gegen Bezahlung preis, ja, er versuchte, frühere Kameraden durch betrügerische Angebote brieflich zum Landesverrat zu verleiten. Nach dem Fehlschlagen dieses Versuches verlor Krebs für die ausländische Spionage jeden Wert und wurde mittellos und verlumpt über die Grenze abgeschoben. Nach einem unsteten Wanderleben, immer gehetzt von seinem Gewissen, ereilte den Verräter schließlich sein Schicksal. Internationaler Tuberkulose-Kongreß in Lissabon. In Lissabon wurde der 10. Kongreß des Internationalen Verbandes zur Bekämpfung der Tuberkulose in Anwesenheit des Staatspräsidenten General Carmona eröffnet. Zu der Eröffnungsfeier war die gesamte Staatsregierung, an ihrer Spitze Ministerpräsident S a - l a z a r , das Diplomatische Korps und Vertreter von 21 Staaten erschienen. In seiner Eröffnungsansprache wies Ministerpräsident Salazar die ausländischen Kongreßteilnehmer darauf hin, daß Portugal trotz des im Nachbarland Spanien herrschenden Krieges ein Land der Ruhe sei. Die deutsche Wissenschaft ist auf dem Kongreß durch 14 Tagungsteilnehmer unter Führung von Ministerialdirektor Dr. Gottfried Frey vertreten. Auf den Arbeitstagungen werden die Vertreter der einzelnen Länder über ihre Erfolge im Kampf gegen die Tuberkulose berichten. 16 Todesopfer des Eisenbahnunglücks in Holzheim. Von den bei dem Eisenbahnunglück in Holzheim bei Neuß (Niederrhein) schwerverletzten Reisenden sind inzwischen im Hospital in Holzheim noch Johann Pfeifer aus Vanikum und Friedrich Geinisch aus Eckum g e st o r b e n. Die Zahl der Toten hat sich damit leider auf 16 erhöht. Der Tod in den Bergen. Beim Aufstieg zum Waxenstein stürzte der 26- jährige Franz Schlosser aus Schondorf am Ammersee tödlich ab. Seine Leiche wurde von Bergführern aus Grainau zu Tal gebracht. Polnisches Dorf durch Brandstiftung in Schult und Asche gelegt. Durch einen verbrecherischen Anschlag ist das ganze Dorf Rozki-Zieniaki im Kreise Wysoko-Mazo- wiecki in Mittelpolen eingeäschert worden. Das Feuer verbreitete sich infolge starken Windes rasch und vernichtete das gesamte lebende und tote Inventar. Sämtliche Wirtschaften brannten mit den bereits in den Scheunen befindlichen Ernteoorräten ab. Die Polizei versucht, die für dieses ungeheure Verbrechen verantwortlichen Täter zu ermitteln. Das nationalradikale „ABC." stellt fest, daß das gesamte Dorf vollkommen jüben fr ei war, und daß sämtliche Bewohner des Dorfes nationalistischen Or- I ! ganisationen angehören. Die Ergebnisse der polizeilichen Untersuchungen werden zweifellos zeigen, ob aus dieser Feststellung zu folgern ist, daß das Verbrechen tatsächlich aus politischen Gründen durchgefuhrt wurde. Schachmeisterkampf auf dem Semmering. Auf dem Semmering wurde die erste Partie des Wettkampfes zwischen dem Schachweltmeister Euwe (Holland) und dem tschechoslowakischen Großmeister Flohr ausgetragen. Flohr, der den ersten Zug \ Do» fiiirowtch „Mutter und ftinö* tritt Dann ein, wenn Die Kraft Der fomilie lurveldfthilfe nicht auoreicht. hatte, geriet in einer Spanischen Partie bald nach Eröffnung in eine bedrängte Stellung. Euwe lei- tete einen scharfen Königsangriff ein und siegte nach 35 Zügen. Schlagwetterexplosion in einem bulgarischen Bergwerk. In einem Kohlenbergwerk in Pirine im Süd- westen Bulgariens ereignete sich eine Schlagwetterexplosion, durch die etwa zehn Bergleute von der Außenwelt abgeschnitten wurden. Bis jetzt wurde ein Toter geborgen. Die Bergungsarbeiten sind im Gange. Brennende Jacht an der kalifornischen Küste. An der kalifornischen Küste in der Nähe von Long Beach brach infolge der Explosion eines Benzinmotors an Bord einer Jacht ein Brand aus, der mit rasender Schnelligkeit um sich griff. Drei Kinder kamen in den Flammen um, während sechs Erwachsene mit lebensgefährlichen Brandwunden geborgen werden konnten. Hauptschriftletter: Dr Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum« schein Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange: für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. VIII. 37: 9090. Druck und Verlag: Brühlsche Unioersitätsdruckerei R Lange. K.-G.. sämtlich in Gießen Monatsbezugs« preis RM 2,05 einschließlich 25 Pf Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf mehr Einzelverkaufs« preis 10 Pf und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf mehr Zur Zeit fft Preisliste Nr -3 oom 1 Juni 1935 aultig. | Mietgesuche | Lollar, Ruttershausen, den 6. September 1937 Die Beerdigung findet Mittwoch, 8. September, nachmittags 4 Uhr statt 5805 D Lollar, den 6. 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Nach Ablauf dieser Frist erfolgt Kostenberechnung und Zwangsbeitreibung. 5788D Allgemeine Ortskrankenkasse für Stadt- und Landkreis Gießen. 350 ccm w/ t • Diamant Wer übernimmt la Zustand billig z. verkaufen ssobD Balser Dammstraße 8. Gut erhaltener Boiemgeo zu verk. 68o8d Frankfurter Straße 66 III. r. Weg.J ndaufgatie Dovvelflinte Kaliber 12, hahnlos, englische Schäftung, eine leichte Pirschbüchse und eine ganz neue Mauser-Klein- kaliberbüchse, hervorragende Schußleistungen zu verkauf. 5799D Seltersweg 5411. KleineAnzeigen er bei einer Tasje Kaffee auf grünem Rasen unter schattigen Bäumen zu der sich stets zahlreich versammelten Gemeinde der Luftfahrt-Freunde zu stoßen. Da ist am Ufer kaum noch ein Stuhl frei. Und an keinem Tisch fehlt der Photoapparat. Ja, einige besonders Eifrige haben ihre Apparate bereits „in Stellung gebracht", um auf feinen 5aU den richtigen Augenblick zu verpassen Natürlich fehlt der „blinde Alarm" nicht, als eine Maschine am Horizont auftaucht Alles stürzt mit wenigen e dritten ans Ufer. Doch der heranbrausende Flieger dringt etwas anderes: die neuesten Zeitungen. Ties geht er über einem Nachbargrundstück herunter, wirst seine Zeitungspakete ab und verschwindet hinter hem nächsten Wald. Und noch einmal fährt alles hoch. Doch Flieger unbekannter Herkunft sind es, die aufkreuzen, die aber täglich allein oder in Gruppen irgendwelchen Zielen zustreben. Man sieht nach der Uhr und stellt brummend fest, daß noch ganze fünf Minuten bis zur^Ankunft der Lufthansa- maschine fehlen, also gar kein Anlaß vorhanden ist, nun bei jedem Motorengeräusch den Nervösen zu spielen. Und richtig: auf die Minute genau erscheint die aus Stettin über Swinemünde heranfliegende Luft- hansamaschine über dem Selliner See, geht herunter, streift erst ganz leicht mit ihren Schwimmern die spiegelblanke Küche, um sogleich aufzusetzen. Zur Seite spritzt das schäumende Wasser, dann liegt das Flugzeug ruhig. Brummend dröhnt das Geräusch des Motors zu uns herüber, die wir nun alle Kopf an Kopf am Ufer stehen. Spannung herrscht bei denen, die noch niemals Zeuge der Ankunft eines Wasserflugzeuges waren, Spannung bei den anderen, die mit ihren Photoapparaten aufgeregt herumhantieren. Langsam rauscht das Flugzeug heran, kommt immer näher und wendet nun. Ein Helfer an Land zieht die Maschine vollends an die holzverkleidete Landungsstelle, die kleine Rolltreppe wird herangeschoben, die Kabinentür geht auf, und der erste Fluggast klettert heraus. Wo mag er wohl, wo mögen die anderen die Luftreise nach Rügen angetreten haben? Wir horchen etwas später herum. Der eine kam aus Stuttgart, ein anderer aus München, eine Reisende aus Prag, eine andere von Basel. Wenige Stunden haben alle nur gebraucht. Zehn Minuten später haben die neuen ^luggäfte Platz genommen. Und die Photofanatiker stehen wieder schußbereit da. Ein paar Schritte müssen wir zurücktreten, der Motor wird angeworfen, und hinaus geht es auf den See. In halbem Bogen wird das andere Ufer angesteuert. Dann wendet die Maschine gegen den Wind. Noch em paar Augenblicke, es geht los Sie sagt über die Wa - serfläche hinweg, hinter ihr bleib eine dicke Wasserstaubwolke. Rechts und links spritzen die Was- ermassen hoch. Der halbe See ist. durchquert letzt das zweite Drittel, plötzlich löst sich die Maschine von der Seefläche, sie schwebt, und schon ent chwm- det sie am Horizont Man macht Kehrt, dreht einen Film weiter und packt seinen Photoapparat wieder ein. Der Kaffee ist zwar inzwischen kalt geworden, aber was will das angesichts dieses fesselnden Erlebnisses schon bedeuten? sich der Garten des Fährhauses, und gehen. Doch an der Dezimal- einmal Halt gemacht Einen Stuhl ruatH UH. i . und stellen nacheinander unser Lebendgewicht fest. Ganz genau wie das-bei den Gepäckstücken geschieht, die die Lusthansa^ver rächtet Sie wird uns nicht böse sein, daß wir unerlaubterweise von ihren Einrichtungen Gebrauch gemacht haben Aber in diesem kleinen, nur im Sommer geöffneten Flughafen, gibt es keine Verbotstafeln und keine Vorschriften, keine Polizei und keine Beamten. Und das ist gut so. Um so freundlicher ist «die (Erinnerung. Langsam leert Auch wir zahlen waage wird noch Altweibersommer. Ganz ohne Uebergang, sanft und weich, tritt der Herbst in diesem Jahre seine Herrschaft an. Es ist kein wildes, stürmisches Hereinbrechen wie beim Frühling, sondern ein stilles Hinübergleiten. Unbemerkt, für viele kaum fühlbar, ist es gekommen. Der „Altweibersommer" ist da. Das sind die Tage, an denen die weißen Fäden fliegen. Sie künden uns den -Abschied des Sommers. Sind es nur Tage für unsere alten Weiblein und Männlein? Der Volksmund spricht vom „Altweibersommer". Ja, der richtige Sommer ist dahin, wenn auch die Sonne noch so freundlich und so warm strahlt. Aber ist die Zeit eben nicht so heiter und froh, so gütig und verklärend wie das Antlitz der alten Frauen, die noch da und dort in den Anlaaen auf den Bänken ruhen und diesen letzten Gruß Des Sommers dankbar entgegenehmen? Die Hitze ist nicht mehr so drückend, die Sonne nicht so unerbittlich wie im Hochsommer Und doch leuchten alle Bäume und Blumen im wunderbaren Abglanz des Himmelslichtes, in einer weichen harmonischen Farbentönung. Das sind die rechten Erholungsstunden für unsere „Alten". Altweibersommer! Fern im Himmel sitzen die Schicksalsgöttinnen und spinnen am goldenen Spinnrad. Träumerisch lassen sie die weißen Fäden zur Erde gleiten. Sie umfangen uns legen sich fest an unsere Kleider und spinnen sich ein in das Haar. Sie wollen erinnern an die schönen, ahnungsvollen Stunden des Frühlings, an die segensreichen des Sommers. Zu gleicher Zeit aber mahnen sie uns, daß nun der Abschied kommt von den leuchtenden Sonnentagen und milden Nächten. < Oder sind es die Schicksalsfäden, die die altgermanischen Nomen für jeden einzelnen Menschen spinnen? Sie fliegen durch die Lust, der Wind treibt sein lustiges Spiel mit ihnen. Bald hängen sie an Zäunen, an Sträuchern oder an den Stoppeln. Sind es Schicksalsfäden für uns? Weiße Fäden uns umschlingen, Glocken läuten, Glocken klingen, immer leiser, immer linder .. Unbeirrt durch den Sonnenglanz und das Himmelsblau rüsten sich die Zugvögel zur großen Wanderfahrt. Sie wissen, was die Zeit des Marien- garns für sie bedeutet. Uns Manschen wollen die Mariensäden sagen, daß diese schönen Nachsommertage helfen und wirken, damit sich alles vollende in der Natur. Das Jahr geht zur Neige. H. Horttofuen Tageskalender für Dienstag. Gloria-Palast, Seltersweg: ,Pat und Patachon im Paradies". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Das Schweigen im Walde" — Modeschau im Cafe Amend von 16 bis 20 Uhr. hausbesiherverein Gießen Nächsten Donnerstag abend außerordentliche Hauptversammlung; u. a. Wahl eines neuen Der- einsführers. Das Butterqewicht. Eine grundsätzliche Entscheidung. Fwd. Eine Entscheidung von grundsätzlicher Bedeutung für den Butterhandel wurde von der Vierten Großen Strafkammer zu Frankfurt a. M. gefällt. Der Einzelrichter hatte einen Buttergroßhändler wegen Mindergewichts von Halbpfundpaketen zu 150 RM. Geldstrafe verurteilt. Der Richter hatte sich auf den Standpunkt gestellt, daß das Buttergewicht 250 Gramm betragen müsse und das Papier nicht mitgewogen werden dürfe, und daß die handelsübliche Toleranz von 2 v. H. nur von dem Netto- und nicht von dem Bruttogewicht in Betracht komme. Gegen das Urteil legte der Angeklagte Berufung ein und legte dem Gericht Gutachten des Berufsoerbandes und des Reichswirtschaftsmini- fteriums vor, wonach nur das Bruttogewicht maßgebend ist und auch die handelsüoliche Toleranz nur bezüglich des Bruttogewichts in Betracht komme. Die Strafkammer erkannte auf die beantragte Freisprechung aus erwiesener Unschuld und bürdete sämtliche Kosten der Staatskasse auf. Hitler-Jugend. Bann und Jungbann 116. Die Sing- und Spielschar des Bannes und Jung- bannes 116 tritt heute, Dienstag, um 20 Uhr in Uniform am Stadttheater an. Schriftliche Benachrichtigungen werden in Zukunft nicht mehr durchgegeben. Neue Ortsbausatzung. Für das Gelände zwischen Friedhofsallee und der Marburger Straße in der Stadt Gießen ist eine neue Ortsbausatzung erlassen worden, die von dem Oberbürgermeister jetzt zur öffentlichen Kenntnis gebracht wird und damit in Kraft tritt. NSLB., Bezirks-Verein Gießen-Land. Der Bezirks-Lehrerverein Gießen-Land veranstaltete am Samstag, vom schönsten Sommerwetter begünstigt, einen Familienausflug nach Braunfels. Die Beteiligung war sehr stark. Weit über 100 Personen versammelten sich in Gießen, um mit der Bahn nach Braunfels zu fahren. Vom dortigen Bahnhof ging es auf dem schattigen Höhenweg durch herrlichen Wald mit schönen Ausblicken auf die Seitentäler nach dem Städtchen Braunfels. Während der Kaffeepause begrüßte der Vorsitzende des Vereins, Rektor Siegfried (Großen-Linden), die Teilnehmer und betonte den hohen Wert solcher Familienzusammenkünfte, bei denen man einmal die tägliche Arbeit vergessen könnte und bei Unterhaltung und Tanz rechte Erholung fände. Die meisten Mitglieder besuchten sodann mit ihren Angehörigen das schön erhaltene Schloß mit seinen sehenswerten Sammlungen. Bei gemeinsamem Gesang und Tanz vergingen die Stunden viel zu schnell. Mehrere Postomnibusse brachten die Teilnehmer am Abend wieder zum Bahnhof Braunfels, von wo die Heimfahrt angetreten wurde. 90 Jahre alt Das seltene Glück, ihren 9 0. Geburtstag feiern zu können, wird am morgigen Mittwoch, 8. September 1937, der Lehrerswitwe Frau Marie C o r d i n u s , Gießen, Licher Straße 74, zuteil. Die Jubilarin, die feit 1878 verwitwet ist (ihr Mann war Lehrer in Bindfachfen), erfreut sich noch voller geistiger Rüstigkeit und nimmt regen Anteil an allen Vorgängen des Lebens; sie versäumt keine Radioübertragung bei Reden des Führers und anderer Persönlichkeiten, und sie freut sich über jeden Fortschritt im Neuaufbau des Reiches. Frau Cor - v i n u s ist langjährige Insassin des Damenhauses des Landes-Alters- und Pflegeheims; sie zog im Jahre 1928 nach dessen Fertigstellung, als die Anstalt das Jubiläum ihres 25jährigen Bestehens feierte, dort ein, wo sie glückliche und zufriedene Jahre verlebte. Im letzten Jahre hatte sie nach die besondere Freude, ihren Enkelsohn, Pfarrer Cor - oinus, im gleichen Heim als Pfarrer amtieren zu sehen. * C. H. *♦ Polizei im Kampf gegen Verkehrssünder Die Polizei mußte in der Woche vom 20. bis 26. August wieder gegen eine stattliche Anzahl van Verkehrssündern einschreiten. Führer van Fuhrwerken wurden in 7 Fällen verwarnt bzw. belehrt, Radfahrer gelangten 19 zur Anzeige, und 54 wurden verwarnt bzw. belehrt. Kraftfahrzeugführer wurden in 49 Fällen zur Anzeige ge- Erich Weiland, erster Held und Bonvivant. mit der ich 14 Städte der USA. bereifte. Mai 1935 Heimkehr. 1935/36 Altmärkisches Landestheater. 1936/37 Heidelberg. — (2Iufn.: Stadttheater-Archio.) Erich Weiland, der als erster Held und Bonvivant an das Gießener Stadttheater verpflichtet wurde, schreibt über seinen Werdegang: Geboren in Berlin-Treptow. Als erblich belastetes Theaterkind erhielt ich Unterricht bei Richard Ger- 'v V ner, Serafine Dötfchy und Ernst Wilhelmy. Erstes Engagement: Großes Schauspielhaus Berlin (1927). In derselben Spielzeit durfte ich im Deutschen Theater (Berlin) in „Oscar Wilde" mit Rudolf Forster spielen. Dann Volksbühne, Kammerspiele. Thalia- Theater usw. Ein Film („Boykott" mit Theodor Loos und Lil Dagover) brachte mich zur Emelka nach München. Die zur Entwicklung eines jungen Schauspielers so notwendigen Klassiker waren damals in Berlin unmodern, daher Spielzeit 1932/33 Landestheater Meiningen. Dann ließen Reisefieber und Erlebnishunger einen alten Plan zur Wirklichkeit werden, nämlich nach Amerika zu fahren und am 1- Dezember 1934 batte ich eine Truppe deutscher Schauspieler in Chikago zusammengestellt, Lichtspielhaus: „Das Schweigen im Walde". Ganghofers Roman „Das Schweigen im Walde" hat dem gleichnamigen Peter-Ostermayr- Film der Ufa eine Reihe brauchbarer, zum Teil sogar recht dankbarer Motive geliefert: vor allem eine großartige, überaus malerische Kulisse; Berg- und Waldlandschaften in ihrer natürlichen Schönheit, vom Kameramann Karl Altenberger vorzüglich photographiert Das Drehbuch (Charlie A m - berg und Josef Dalman) kann und will die romanhafte Vorlage nicht verleugnen, aber die Auswahl der Hauptelemente ist nicht ohne Geschick auf einer wirksamen Gegenüberstellung kräftig betonter Gegensätze aufgebaut- idyllisch-romantische Partien (wst die, welche die Titelgebung begründet) wechseln mit dramatisch-spannenden; Liebe und Eifersucht, Intrigen und Mißverständnisse, Jagd- und GeselUchaftsszenen bilden eine im Spielfilm erprobte Mischung; auch volkstümliche und heitere Episoden fehlen keineswegs. Ein verheerender Waldbrand als Racheakt eines verschmähten Liebhabers, Verfolgung und Kampf und zum guten Ende die Rettung eines geliebten Mädchens aus der schon von den Flammen eingekreisten, einsamen Berghütte geben dem Film zulStzt noch eine beträchtliche /Steigerung Der Spielleiter Hans Deppe hat die verschiedenartigen Szenen mit viel Verständnis für (Eigenart und St'lsorm des Gang- hoserschen Romans gegeneinander abgewogen auch ein Ensemble gebildet, das großenteils feine Eignung für derartige Aufgaben früher bereits bewiesen hat Hansi Knoteck ist die sanfte und schlichte junge Malerin auf der einsamen Hütte; Paul R ' ch t e r als Herr doü (Ettingen wirkt mimn- lich-leutselig und symvathisch wie immer Käthe Merk und Gustl S^ark-Gstettenbauer geben in gut gesehenen Umrissen das zweite Paar. Als Hauvtträger der Gegenhandlung bewähren sich Hermann Ehrhardt und Rudolf ch ü n d l <> r. H A. Schletta w und Friedrich Ulmer nicht zu vergessen zwei Charakterköpfe, an denen Ganghofer selbst wahrscheinlich seine Freude gehabt hätte. * Das vielseitige Vorprogramm bringt u. a. einen Filmschwank der Ufa, einen kleinen Ueberblick über die Herbstmode die reichhaltige Wochenschau und einen Kulturfilm mit Bildei n aus China, die in Anbetracht der Ereignisse im Fernen Osten sehr aktuell zu nennen sind. Hans Thyriot. MüWsMGW! Roman von Bernhard Lonzer. Urheberrechtsschutz: Arthur Moewig, Romanvertrieb, Berlin SW 68. 9 Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Ein geheimes Pochen saß ganz tief in Annelore. „Schon ist jeder Tag...!" O ja, es mußte schön sein, Stefan nahe fein zu dürfen So ganz ohne Wunsch. Nur mit dem Wissen: du darfst ihm helfen, du bist doch zu etwas nütze. Nein, nichts durste zu schwer sein. Man war ja älter und reifer geroor« den in diesen Jahren. Suse hatte sie mit keinem Wort in ihren ®e- danken gestört. Sie wußte, was in der Freundin vorging. Und jetzt kamen ihr beinahe Bedenken. Sie hatte es gut gemeint, aber war es wirklich richtig, hier ein bißchen Vorsehung spielen zu wol- len? Brachte man Annelores Herz nicht erneut in Gefahr? Konnte man das wirklich verantworten? Groß und klar richteten Annelores Augen sich jetzt auf die Freundin. „Es ist lieb von dir, daß du dabei an mich gedacht hast, Suse. Und wenn du mit deinem Vetter sprechen willst, — ich würde die Stellung gern annehmen." Suse atmete auf. „Das freut mich, Annelore. Nur — die jetzige Assistentin wohnt mit im Schloß, du würdest auch dort wohnen müssen — ich weiß nicht, ob dir das recht sein würde, ob es überhaupt möglich sein würde, deiner Mutter wegen." Annelore überlegte kurz. „Nun, vorläufig ist ja mein Bruder noch zu Hause. Und wenn ich nach auswärts gehen müßte, dann müßte es ja auch gehen. Schließlich bin ich dort doch immer in der Nähe meiner Mutter." „Schön. Da kann ich dir auch verraten, daß ich schon Vorsorge getroffen habe, damit du dich dort auch wohlfuhlen kannst. Ich habe heute vormittag mit Stefans Großvater gesprochen. Du wirst nebenbei so ein bißchen das Haustöchterchen sein. Und du erwirbst dir zweifellos ein Verdienst, wenn du ihm das Leben ein bißchen behaglich machst und überhaupt ein wenig Sonne in den alten grauen Aus her engeren Heimat von sie warm. nämlich in Annelores Kasten bringst. Daran fehlt es dort erster Linie." Ein schwaches Lächeln zog über Gesicht. „Ein prächtiger alter Herr", sagte „Ich habe ihn immer sehr verehrt." „3a, das ist er. Und ich bin überzeugt, daß ihr euch ausgezeichnet verstehen werdet. Er erinnert sich deiner übrigens noch sehr gut." „So... Aber findest du nicht, daß du dich eigentlich schon ziemlich stark ms Zeug gelegt hast?" "Nun ja, für alle Fälle. Mit Stefan kann man über diesen Punkt doch nicht reden. Er ist ja beinahe ein Sonderling geworden. Seit — damals..." lieber Annelores Gesicht zog abermals ein schatten. waren sie am 5. Mai 1937 bei ihren Onkel einge- ftiegen und hatten diesen ebenfalls verhauen. Zwei Angeklagte hatten bei dieser Gelegenheit den Angegriffenen schwer bedroht. Die Berufungsoerhandlung vor der Kleinen Strafkammer, die in Vilbel stattfand, ergab im- wesentlichen dasselbe Ergebnis wie in erster Instanz. Das Gericht verurteilte W. und G. R. zu einer Gefängnis st rafe von je 9 M o - n a t e n; den Vater F. R. zu einer Geldstrafe von 100 Mark evtl. 20 Tage Gefängnis und den K. W. zu einer Gefängnisstrafe 6 Monaten. „Nun ja, ich möchte schon. Aber wenn dein Vetter noch gar keine Ahnung hat — sieht das denn nicht ein bißchen aufdringlich aus ...?" „Aber wieso denn? Er wird es ganz in der Ordnung finden. Er ist ja selber für rasches Handeln. Da brauchst du dir keine Gedanken zu machen." Da stimmte Annelore zu. „Schön ist jeder Tag...!" Die Melodie lag ihr noch in den Ohren, als sie dann wieder davonfuhren. Suses Gatte war unterrichtet, es bedurfte also keiner besonderen Erklärungen. Das Abendessen verlief in sehr angeregter Stimmung. Suse beobachtete Annelore wiederholt im stillen. Sie war zufrieden» Die leise Erregung, in der sich Annelore befand, machte sie noch anziehender. Kurz nach acht brachen die Freundinnen wieder auf. Rasch glitt der elegante Wagen im Schein der Straßenlaternen durch die Stadt. Bald lagen die letzten Häuser hinter ihnen. Leichter, nebliger Dunst wogte über der Landstraße. Ein paar Feldscheunen standen im Dunkel. Nach wenigen Minuten bog der Wagen in die alte Pappelallee ein, die in schnurgerader Richtung nach dem Schlosse führte. Immer deutlicher hob sich der wuchtige, trotzige Bau aus dem ungewissen Licht heraus, schwer und düster wirkend. Beängstigend schwer und düster, fand Annelore, die mit einem Male eine heftige Beklemmung spürte. Mitten in einem wogenden Wolkenmeer schwamm gerade über dem Schlosse der bleiche Mond, dessen fahles Licht beinahe etwas Schicksalhaftes hatte. Etwas Schicksalhaftes, dem man nicht ausweichen konnte, dem man ausgeliefert war, im Guten oder im Bösen. Ja, so war es wohl... Oder — sollte man in letzter Minute sagen: Anhalten, Suse! Umkehren! Ich kann nicht! Ich will nicht! ...? Aber Annelore brachte kein Wort über die Lippen. Mit dem eigentümlichen und untrüglichen Empfinden, das manchen Menschen eigen ist, fühlte sie, daß dies graue, düstere Schloß ihr Schicksal lein würde, daß die nächste Stunde über ihr Schicksal entscheiden würde — irgendwie... wuchtig wie eine aufgereckte, ungeheure Faust tauchte jetzt der trotzige Turm vor ihnen auf. Im zweiten Turmgeschoß war Licht, wie Suse mit raschem Blick feststellte. Annelore gewahrte es nurl Unser täglich Brot. Äon profeflor Dr. Surfer, Direktor des physiologischen Instituts der Universität Gießen. undeutlich, da glitt der Wagen schon durch das mächtige Eingangsportal. Im gleichen Augenblick, als man ausgestieaen war und Annelore wieder festen Boden unter sich spürte, fiel die schwere Beklemmung von ihr ab. Noch war es ihr zwar, als ob sie eben etwas ganz Schweres und ganz Unbegreifliches erlebt hätte, und diese Vorstellung erschien ihr mit einem Male merk- würdig, beinahe lächerlich sogar. Aber sie hatte auch das Gefühl, als ob aus dem fremden Boden unter ihren Füßen eine geheimnisvolle Kraft auf sie überströmte. Eine Kraft, die sich nicht mit Worten beschreiben ließ, die sie aber in jedem Nerv, jedem Muskel, jedem Blutstropfen zu fpsiren meinte. Und das war zweifellos ebenso merkwürdig. Sie kam nicht dazu, weiter darüber nachzudenken. „So, „nun los zum Sturm auf die Höhle des Löwen!" ließ Suse sich vernehmen „Das heißt, zunächst werden wir mal bei dem alten Herrn ein- fallen. Stefan scheint nämlich — ausgerechnet heute! — bereits in seinem Arbeitszimmer zu fein. Das schadet aber nichts." Warum sie immer „Stefan" und nicht ,mein Dttter" sagt! dachte Annelore, während sie dem Eingang zuschritten. Ich werde auch immer „Stefan" denken müssen, nicht „Herr v. Achenbach". Nur so für mich. Ob das wohl gut ist? Sie fliegen den geroölbeärtigen Aufgang hinauf. Annelore sah sich mit interessierten Blicken um „Sonderbar —!" sagte sie. „Das kommt mir alles fo merkwürdig bekannt vor. Als ob ich schon vor Hunderten von Jahren hier gelebt hätte." „Schon möglich", lächelte Suse. „Vielleicht hast du m einem früheren Leben schon mal hier gehaust. Dann wärst du also gerade die Richtige für das graue, verstaubte Nest hier. Es liegt nämlich unglaublich viel Staub herum. Ueberall. Das ganze Schloß ist davon voll. Kein Schmutz etwa, wohlverstanden! Ist foaar alles blitzsauber. Innen und außen. Auch die Menschen hier. Ich meine den etaub der Jahrhunderte, den Staub der Bergan- genheit^ Aber du wirst ihn schon wegblasen, Anne- lore Mußt nur die Lungen richtig voll Kraft und Luft nehmen. Nicht nachlassen, Annelore! Das mochte ich dir in diesem Augenblick noch sagen." Annelore schwieg. Ader ein eigentümliches Licht stand in ihren Augen. Fortsetzung folgt. Erwachsene begnügen sich dabei mit drei Mahlzeiten, Kinder und alte Leute brauchen mehr, aber weniger umfangreiche. Diese so ausgedachte und bann beschaffte Nahrung muß nun entsprechend ^ub ereilet werden. Dazu ist eine nicht zu kleine, Helle und gut ausgeftattete Küche erforderlich, die „Vier-Quadratmeter-Küche einzelner moderner Architekten" ist ein Unbing; bie Minberwertigkeil bes Essens wirb vielfach auf Wohnungsnot zurückgesiihrt, eine Not, ber der neue Staat ja möglichst zu steuern sucht. In ber Küche muß eine Hausfrau malten, bie ihre Tätigkeit als eine Kunst empfindet, die Kultur eines Volkes äußert sich nicht zuletzt in feinen Kü, chen und deren Erzeugnissen. Jedes junge Mädchen sollte hier eine gründliche Schule durchmachen und eher kochen als sonstige Frauenkünste lernen, was volkswirtschaftlich auch insofern begründet ist, als 80 o. H. des Geldumlaufs durch die Hausfrau gehen und der größte Teil dieses Geldes für die Küche Verwendung findet. Ein weltweifer Mann wie ber Philosoph Kant, der auf gute Kost bedacht war und in der Kochkunst viele Kenntnisse hatte, bie er burch Unterhaltung mit Damen zu vermehren suchte, meinte, ein junges Mäbchen würbe sich bei ihrem künftigen Mann mehr Achtung unb Liebe erwerben, Am gestrigen Montag gegen 13 Uhr ereignete sich im Vogelsberg auf ber Lanbstraße von Stum - pertenrob nach Ulrichstein ein schweres Autounglück, bem leiber ein Menschenleben zum Opfer siel. Dort befanb sich ber Kommanbeur bes Bübinger Bataillons, Oberstleutnant Theurich, in Begleitung seines Abjutanten, Oberleutnant Pastor, auf einer Dienstfahrt nach Ulrichstein. Auf ber schmalen unb zum Teil auch nicht in bester Verfassung besinblichen Lanbstraße verlor ber Fahrer bie Herrschaft über bas Fahrzeug, bas gegen einen Baum rannte unb sich bann mehrmals überschlug. Dabei würbe Oberstleutnant Theurich so schwer verletzt, baß ber Tob auf ber Stelle ein- trat, währenb Oberleutnant Pastor mit schweren inneren Verletzungen bem Krankenhaus in Schotten zugeführt werben mußte. Sein Befinben war heute morgen ben Umständen ent» sprechenb gut. Landkreis Gießen Leihgestern, 7. Sept. Ihre silberne Hochzeit können am morgigen Mittwoch, 8. September, ber Lanbwirt Otto Dem unb Ehefrau Emma, geb. Hartmann, Rathausslraße 49 banier, unb ber Eisenbahn-Rangiermeister Wilhelm A r - n o l b V. unb seine Ehefrau Marie, geb. Wallbott, Rathausstraße 77 bahier wohnhaft, begehen. ^ Staufenberg, 6. Sept. Heute sammelte bie hiesige Schule brei Eimer Brombeeren, die ber NSV. zur Verwertung übergeben würben. vv§. Großen-Buseck, 6. Sept. Die hiesige Freiwillige unb bie Pflichtfeuerwehr würben biefer Tage einer großen Prüfung unterzogen. Zu früher Stunbe metbete Dberbranbmeifter Harbach bem Kreisfeuerwehrsührer Bouffier (Gießen) bie angetretenen Wehren. Beibe Wehren zeigten zunächst in Gruppen unb bann unter bem Kommanbo von Dberbranbmeifter Größer bas Fußexerzieren im Zuge. Dabei ließ bie Wehr erkennen, welch biszi» pünierter Geist in ihren Reihen herrscht unb mit welch zähem Willen die Führung der Wehren an ber Arbeit war. Dann zeigte bie Freiwillige Feuerwehr ein Geräte-Exerzieren, bas ebenfalls zur vollsten Zufriebenheit verlief. Im Anschluß an biese Vorführungen fanb ein Vorbeimarsch nach ben Klängen bes Spielmanns- unb bes Musikzuges statt. Im weiteren Verlauf ber großen Prüfung schritt man zu einem großangelegt'en Branbangriff auf bas Gebäube ber Zigarrenfabrik Rinn & Cloos. Es würbe dabei angenommen, baß eine Wasserleitung nicht vorhanden sei. Man entnahm deshalb bas Wasser ber etwa 200 Meter entfernten Wieseck. Auch biese Hebung, bei ber etwa 300 Meter Schlauch ausgelegt werben mußten, würbe in allen Einzelheiten mustergültig ausgeführt. Gleichzeitig zeigte sich, baß bie von der Gemeinde angeschaffte Motorspritze allen 2Infuruerungen c.ltspricht. Zum „Er — trägt wohl immer noch daran?" wagte sie einen leisen Vorstoß. „Nein, Gott sei Dank nicht!" erklärte Suse bestimmt. „Ich habe ihm bei der ^Geburtstagsfeier auf ben Zahn gefühlt unb bin überzeugt, baß feine 2Int» mort burchaus ehrlich war. Er benkt nur noch mit Verachtung an biese — biese Frau." Annelores lange, bunkle Wimpern sanken herab. „Das ist ja sehr erfreulich für ihn.. " „Das ist es. Leider aber steht unser Geschlecht seitdem nicht gerade in Gunst bei ihm. Er muß erst einmal die Erfahrung machen, daß wir nicht alle über einen Kamm zu scheren sind. Und ich hoffe, oatz diese Zeit einmal kommen wird. Das nur nebenbei, damit du dich nicht über seine Eigen- wunderst und nichts Persönliches darin erblickst. Sie nahm einen Schluck aus ihrer Tasse. „Da werden wir die Sache also gleich heute abend in Ordnung bringen. Den entsprechenden Ur» Iafd)eUr ^be Xd) D°n ^iner Mutter ja in der „TÖie denn —?" sah Annelore mit weiten Augen wieder auf. „Ich soll...?" „30®°!)! bu sollst. Wir essen bei mir zu Abenb unb dann fahren wir hinaus. Stefan ist doch nur abends zu sprechen. Und man soll so etwas gleich in Ordnung bringen. Warum denn erst das lange 9’n boch als Mittelsperson nun überflüssig. Das Weitere ist eure Sache. Sprecht euch darüber aus — ja ober nein Dann weißt du wenigstens gleich Bescheid. Und Stefan auch Abgemacht also, nicht wahr?" CD Ettingshausen, 6. Sept. Dieser Tage unternahmen die Schüler der hiesigen O d e r k l a s s e eine zweitägige Omnibus fahrt in die Rhön. Die Kinder hatten schon seit längerer Zeit, wie alljährlich, in ihrer Reisekasse einen schönen Betrag zusammengespart, außerdem hatte bie Gemeinbe in anerkennenswerter Weise einen bemerkenswerten Zuschuß bewilligt. Die Fahrt führte die Klasse über Fulba in bie Rhön. Zunächst würbe bie Milseburg bestiegen. Das war für bie Kinber ein herrliches Erlebnis. Auf ber Wasserkuppe, bie an biesem Tage leiber keinerlei Flugbetrieb aufzuweisen hatte, würben bie in ber Hermann-Göring-Halle besinblichen Segelflugzeuge eingehenb besichtigt unb auch ber nahegelegenen Pelztierfarm ein Besuch abgeftattet Dann ging’s nach Gersfelb, wo in ber schönen Ju» genbherberge, in ber Hochbetrieb war, Quartier bezogen würbe. Der zweite Tag war ber Besichtigung bes Kreuzberges geroibmet, ber von Hasselbach aus über bie Kniebreche bestiegen würbe. In Oberweißenbrunn stand dann ber Omnibus zur Heimfahrt bereit, ber bie Ausflügler u. a. auch nach Salzschlirf brachte, wo bie überaus prachtvollen Blumenanlagen gebührenb bewunbert würben. Es war eine herrliche Fahrt unb zugleich ein unvergeßliches Erlebnis für alle, bie milgefahren rohren .30 seoeA Frische bringen jetzt wieder jeden Mittwoch Von der See eintreffend KABLIAU SCHADE & i FÜLLGRABE Hier abschneiden! I Handschuhe 185 Sjarfc Handschuhe. Bekleidungsstücke aus Leder, Pelz oder Stoff werden immer passend zum Anzug und zur Tageszeit gewählt. 3m allgemeinen trägt man Glacehandschuhe nur zum Nachmittagskleid und lange Handschuhe zum Abendkleid. Beim Ausziehen der Handschuhe müssen sie glatt gestrichen werden. Glacehandschuhe reinigt man in Benzin, weicht sie ein, zieht sie auf die Hand und reibt sie ab Waschlederne Handschuhe werden in lauwarmem Seifenwasser mit etwas Elyzerinzusatz gewaschen, wobei der Schaum nicht ausgespült wird. Die an der Luft trocknen- ter die gleiche Form wie die Tasche hat. Handtücher wählt man aus Leinen, Halbleinen, Baumwolle oder Frotteestoff. Kauft man keine fertigen Handtücher, so mißt man sie etwa 50 X 120 ctn und näht an beiden Seiten Anhänger an. Handwerker soll man auch bei kleineren Reparaturen rufen, da bei Ungeschicklichkeit der Schaden der eigenen Arbeit größer sein kann als der Nutzen. An Beleuchtungsanlagen, Wasterlei- tungen und Gasofen soll man sich niemals selbst zu schaffen und Raschen 3249c/37 WfiBtwmlOaW Donnerstag, den 9. Sevtember 1937, 20.15 Uhr, im Restaurant „Kühler Grund", Neuen Baue: Außerordentliche Hauptversammlung Tagesordnung: 1. Wahl eines neuen Vereinsführers 2. Satzungsänderungen 3. Verschiedenes. Die Mitglieder werden gebeten, zu dieser wichtigen außerordentlichen Hauptversammlung pünktlich und recht zahlreich zu erscheinen. 5791D _________Adolf Kurz, stellvertr. Vereinsführer. Mehr Freude an der Natur durch Äermühler-Bücher! BORRMANN^: Gießen - Neustadt 5 - Ruf Nr. 4165 Geschmackvoll Vornehm Persönlich Diese 3 wesentlichen Eigenschaften der guten Familien-Drucksache bietet ihnen In zahlreichen neuzeitlichen Aus- führungearten schnell und tu mäßigen Preisen BrühPsche Druckerei, Schulstraße 7, Anruf 2251 Druckschriften in gefalzten Bogen In Heftform In gebundenen Ausgaben klar In der Schrift, Übersichtlich angeordnet, sorgfältig gedruckt, dienen den Belangen von Handel und Verkehr. Industrie und Gewerbe. Landwirtschaft und Behörden jede Lieferung schnell, gut und preiswert durch die Brühl'sche Druckerei. Schulstraße 7, Anruf 2251 den Handschuhe werden gut durchgerieben, damit sie weich bleiben. Wildlederne Handschuhe werden ähnlich behandelt, nur daß man dem Waschwasser Salmiak zusetzt und die Handschuhe unter dem Trocknen mehrfach auf die Hand zieht, damit sie nicht zu eng werden. Stoffhandschuhe wäscht man in warmem Setfen- wasser und bügelt sie, wenn sie getrocknet sind. Handschuhgeschäfte reinigen Lederhandschuhe zu mäßigen Preisen, was in vielen Fällen dem Selbstrei,nigen vorzuziehen ist. machen. Handwerkskasten darf in keinem Haushalt' fehlen, sein Inhalt muß geordnet sein, damit man nicht iedes Teil suchen muß. (S. Nagelkasten.) Hans, öl- und Faserpflanze. Der Bast des Stengels wird zu Bindfaden oerarbertet, aus dem Samen Öl und Vogelfutter gewonnen. Hanföl dient zum Firnts- sen Hantel, eisernes Hilfsgerat für Freiübungen, zwei durch einen Griff verbundene Kugeln. Handtaschen sind stark der Mode unterworfen, sie wirken jedoch nur geschmackvoll, wenn sie nicht auffallend sind und zum Kleide passen. Da Handtaschen zu jedem Preise erhältlich sind, lohnt sich die Selbstherstellung höchstens bei einfachen Beuteltaschen, zu denen man bereits einen Bügel besitzt. Bei der Anfertigung ist darauf zu achten, daß das Fut- Hardanger Arbeit, in Norwegen gefertigte Durchbrucharbeit in Leinengewebe. Harfe, Instrument, besten abgestimmte Saiten gezupft werden. Eine einfache Abwandlung ist die Aeols- oder Wrndharfe, mehrere aufgespannte Saiten, die man durch den Wind ertönen läßt. SCHWÄRZ^ SPÜLMITTEL Löst Fett und Schmutz spielend leicht, eine große Hilfe beim Aufwaschen und Spülen Paket 18 Pf. Hersteller; P. Jos. Möbs, Seifenfabriken, Gießen SJL-'fpont Auftakt der AS.-Kampsspiele. Der Moderne Fünfkamps begann. Einer der schwierigsten aber auch schönsten sportlichen Wettbewerbe ist der Moderne Fünfkampf, der natürlich auch nicht im Programm der 1.916.» Kampfspiele in Nürnberg fehlen durfte. Bewußt ist die Reihenfolge der auch im olympischen Programm enthaltenen Einzelprüfungen so gelegt, daß sie als eine hervorragende wehrsportliche Kraftprobe zu betrachten ist. Der Moderne Fünfkampf bei den NS.-Karnps- spielen in Nürnberg wurde am Montag mit dem 5-Kilometer-Geländeritt der Klasse A eingeleitet. Auf dem idealen Gelände des Truppenübungsplatzes Tennenloh unterzogen sich insgesamt 23 Teilnehmer der schwierigen Prüfung, aus der Oblt Cramer nach fehlerlosem Ritt in 8:58,2 Min. als bester Reiter hervorging. Nur sechs Bewerber kamen ohne Strafpunkte über den mit 18 Hindernissen versehenen Kurs. Spielvereinigung 1900 Gießen. T 1900 — Lauterbach 1:1. Ein mageres Ergebnis, das den Blauweißen gestern gegen Lauterbach gelang! Nach dem Spielverlauf konnte bet Halbzeit schon eine sichere Führung erzielt sein, wenn man ein klein wenig überlegter gehandelt hätte. Bei den eingestellten Jugendlichen machte sich starkes Lampenfieber bemerkbar, und so ging manche aussichtsreiche Sache daneben. Selbst Löbsack wurde mit in den Strudel dieser Unsicherheit getrieben. Ja, sogar die hinteren Reihen wurden angesteckt. Die Gäste begannen gleich in scharfem Tempo. Den Anstoß der Blauweißen fingen sie ab und der gut angelegte Angriff konnte nur zur Ecke ab« gewehrt werden. Schnell wandte sich aber das Blatt, und nun waren es die Platzbesitzer, die das Geschehen diktierten. Bis in den Strafraum, dann allerdings war die Herrlichkeit zu Ende. Weihrauch, der verschiedene gute Gelegenheiten erhielt, getraute sich nicht recht zu schießen Lediglich mehrere Eckbälle waren die Ausbeute. So verging die Zeit, und noch war kein Erfolg gefallen. Bei einem rasanten Durchbruch von Löbsack bot der Lauterbacher Torwächter eine Glanzleistung, indem er den scharf geschossenen Batt glänzend abfing. Kurz vor der Pause sollte es scheinbar doch dazu kommen, denn als ein Verteidiger mit der Hand abwehrte und der Schiedsrichter Elfmeter entschied, erhoffte man, daß jetzt die passendste Gelegenheit für die Führung gekommen war. Löbsack meinte es aber zu genau, und so sprang der Ball vom Pfosten zurück. Nach der Pause ging dann 1900 gleich in Führung. Einen Angriff von links leitete Cociok geschickt durch die gegnerische Verteidigung. Löbsack war zur Stelle, ließ den Ball noch drei bis vier Meter laufen, und dann sauste das Leder aus zwölf Meter Entfernung unhaltbar in die linke Ecke. Noch schneller hatten aber die Gäste ausgeglichen. Ein Mißverständnis in der Abwehr ließ den Ball nicht aus der Gefahrenzone kommen, und schon hatte der Mittelstürmer die Gelegenheit wahrgenommen. Derselbe Schachzug, der den Blauweißen die Führung eingebracht hatte, wiederholte sich in der 70. Minute. Wieder lief Löbsack frei mit dem Ball aufs Tor. Doch diesmal ging sein wuchtiger Schuß zum Entsetzen der Zuschauer hoch über die ,ßatte. Der Rest der Spielzeit verlief in ausgeglichenem Feldspiel. Chancen, die hüben und drüben ausgearbeitet wurden, wurden nicht verwertet. Bei den Gästen war die Hintermannschaft der beste Teil. Der sehr korpulente Torwächter hatte bei verschiedenen Aktionen Glück In der Läuferreihe war der Mittelläufer die Hauptkrall, und im Sturm konnten die beiden Außen besonders gefallen. Bei 1900 machte sich das Fehlen von Sack. Bergmann, Pankok und Möller stark bemerkbar. In der Aufstellung Meißner: Zeiler, Lippert; Erhard, Jäger, Lehrmund; Schombert, Theiß, Löbsack, Kociok, Weihrauch kam die Mannschaft nicht an ihre seitherigen Leistungen heran Schiedsrichter war Marscheck (Wetzlar). 1900 II — Rodheim 3:2. Der Reserve der Blauweißen ist die Revanche geglückt. Mit 3:2 ist sie jedoch knapp ausgefallen. 1900 1.3gb. — Krofdorf 3:3. Einen Achtungserfolg errang die 1. Jugend der Blauweißen in Krofdorf. „M.Teuionia^Wakenborn-Sieinberg Spv. Bad Vilbel I. — Watzenborn-Steinberg I. 1:3 (0:1). Die 1. Elf der Teutonen, die auf Lang und Haas verzichten mußte, trug em Gesellschaftsspiel in Bad Vilbel aus und konnte mit einem beachtlichen Resultat (3:1) nach Hause kommen. Die Mannschaft, die mit: Happel; Fett, Jung; W. Schmandt, H. Schmandt, E. Burger; Buß, Fischer, K. Haas, Häuser, Burk spielte, konnte bis zur Halbzeit mit 1:0 in Führung gehen und in der zweiten Halbzeit auf 3:0 erhöhen, denen von der Gegenseite nur ein Treffer entgegengesetzt werden konnte. Die zweite Mannschaft trug gegen die 1. Mannschaft von Leihgestern ein Gesellschaftsrückspiel aus. Die Gäste spielten in der 1. Halbzeit nur mit zehn Mann. Hierdurch kam auch die Ueberlegenheit der Teutonen. Die Torchancen wurden allerdings nicht ausgenutzt. In der zweiten Halbzeit waren die Gäste Überlegen und konnten auch mit 2:0 in Führung gehen. Die Steinberger konnten bis zum Schluß auf 1:2 herankommen Fußball im Turnverein Großen-Linden Rieder-Weisel I — Grohen-Linden 1 3:5. Die 1. Mannschaft trug in Nieder-Weise! ihr fälliges Rückspiel aus. Beide Mannschaften lieferten sich ein anständiges Spiel. Die Platzmannschaft, die mit vollem Eifer in den Kampf ging, mußte sich von dem technisch besseren Gegner am Schlüsse mit 5:3 geschlagen bekennen. Die 1. Jugend weilte ebenfalls auswärts, und zwar zu ihrem ersten Verbandsfpiel in Ettingshausen. Durch ein Mißverständnis konnte sie nur mit 10 Mann antreten und vermochte aber trotzdem einen schönen 6:0-Sieg zu landen Die 2. Jugend spielte in Gießen gegen VfB-Reichsbahn 3. Jugend und konnte überraschend mit einem 3:1- Siege die ersten Punkte mit nach Hause bringen. F.-Ep.-D. 1926 Steinbach. Am Sonntag hatte die 1. Mannschaft des FSpV.. 1926 Steinbach die gleiche vom Sportverein Hungen zu Gast und konnte die Gäste mit einer 3:1- Niederlage nach Haus schicken. Nach dem Anstoß brachte Steinbachs Sturm die Gästehintermannschaft gleich in Bewegung. Schon nach 10 Minuten konnte Steinbach den 1. Treffer anbringen. Die Hungener spielten ziemlich hoch. Den Steinbachern war dies nicht sehr gelegen, denn sie spielten gegen die Sonne und dadurch kam es, daß sehr viele Bälle im Aus landeten. Steinbachs Druck hielt aber trotzdem an, aber alle Angriffe scheiterten an der Verteidigung Mit 1:0 wurden die Seiten gewechselt. Steinbach konnte nach der Pause durch Elfmeter auf 2:0 erhöhen. Kurze Zeit später erzielte der Mittelstürmer das 3 Tor. Glaubte man nun, es würde sich am Ergebnis nichts mehr ändern, so sah man sich getäuscht, denn kurz vor Schluß konnte Hungen durch einen plötzlichen Vorstoß das Ehrentor erzielen. Dor diesem Spiel erledigte Steinbachs Jugend das erste Pflichtspiel gegen Garbenteich und verlor mit 4:0 Toren Sieg und Punkte Fußboll im Tv. Klein-Linden 1889. Infolge anderweitiger Verpflichtungen konnte Lollars erste Mannschaft am Sonntag in Klein-Linden nicht antreten, so daß sich Klein-Linden mit Lollars zweiter Mannschaft zufriedengeben mußte. Lollar erzielte mehrere Ecken und konnte die Führung übernehmen. Der Angriff der Gäste ergab auch eine Ecke, die zum Ausgleich führte. Kurze Zeit darauf erhöhte der Gastgeber durch einen Elfmeterball auf 2:1 und konnte bis zur Halbzeit noch auf 4:1 er- höhen. Nach der Pause hatten die Gäste nichts mehr vom Spiel. Als aber Klein-Linden das fünfte und sechste Tor erzielte, da rafften sich die Lollarer noch einmal auf und konnten es zu einem zweiten Tor bringen. Die Klein-Lindener konnten bis zum Ende noch vier Tore verbuchen, so daß das Spiel 10:2 für Klein-Linden stand. Handball im Kreis Gießen. To. Heuchelheim 3gb. — Alto Gießen 2. 3gb. 13:6. Wenn auch die 2. Jugend des Männerturnvereins feine Lorbeeren ernten konnte, so ist das Ergebnis immerhin schon ein Erfolg für die neuzusammen- gestellte 2 Jugendmannschaft. Bei einigermaßen Training dürfte auch sie an die Leistungen ihr^r Vereinskameraden aus der 1. Jugend anknüpsen. Oer erste Kreis-Ehrenbrief des Reichsbundeö für Leibesübungen Am vergangenen Sonntag wurde (wir berichteten bereits kurz darüber), dem Vereinsführer der Schützengesellschaft von 1926 Gießen, Eduard Gondner, durch den Reichsbund - Kreisführer, Dr. Schäfer, der erste Kreis - Ehrenbrief überreicht, der vom Reichsbund für Leibesübungen in unserem Kreis 8 verliehen wurde. Unser Bild zeigt den Kreis - Ehrenbrief, der in einer stattlichen Mappe untergebracht ist. Der Umschlag der Mappe zeigt ein Eichenblatt in Goldprägung, in das die Buchstaben DRL. eingefügt find. (Ausnahme: Neuner, Gießener Anzeiger.) F § r l * % ■7 X 5 ci % x qrtvo% 5 trt EUR, L€IB 17?n7[nerKennung berUerbienfte-^ y um bic YJevb rc itung bcr <9 $3 eutfcben jfevb esub un#- unb in^Üürbigung langjähriger unETbxy crfolgreicberlTfitarbcitan ihren Zielen wirb -Lduard QBontmcr ecFjuUcngefellfcbaft-1926 Giessen biefer*fiirenbriefi>esjDcutfcbenlleichsbunbesr fürß-ibesübungen-tireisr S ißauXILnerhcbcn Äüu-jvZ z LJLupixi 193^- $ Der Bauführers 5 ft.Ober führet'. lieber Naturschutz unb Naturkunde des Hugo Vermühler Verlages, Berlin-Lichterfelde. Bitte verlangen Sie noch heute von Ihrem Gießener Buchhändler das ausführliche bebilderte Werbeblatt „Freunde der Natur sind Freunde guter Bücher"- Harke . 186 Harke, ©artengerät in Form eines Rechens. Harmonika, Musikinstrument, dessen Metallzungen durch einen Luftstrom in Schwingung versetzt werden Das Anblasen erfolgt bei der Mundharmonika durch den Atem bei der Ziehharmonika durch den Balg. Die Mundharmonika ist auch von Kindern leicht zu erlernen. Die Ziehharmonika verlangt eine gründliche Ausbildung. Bei der Wahl des Instrumentes achte man auf möglichst viele Bässe. Harn, die bei Menschen und Säugetieren von den Nieren durch die Harnwege (Harnleiter, Harnblase) abgeionberte Flüssigkeit (bei Vögeln ist der Harn fest, da er bei diesen fast nur aus Harnsäure besteht). Enthält fast alle Zersetzungsprodukte der stickstoffhaltigen Nahrungsmittel, der Eiweißkörper, besonders den Harnstoff. Er ist bei Gesunden klar bernsteingelb, frisch gelassener Harn reagiert sauer, wird durch Bakteriengärung oes Harnstoffs zu kohlensaurem Ammoniak stechend riechend und alkalisch. Spez. Gewicht 1005 bis 1030, tägl. Menge 1000 bis 1500 ccm. Bei vielem Trinken mehr, nach vielem Schwitzen weniger. Bei Ammonialgeruch, ohne daß der Harn längere Zeit gestanden hat, bei Blut im Harn, erheblicher Abnahme oder Zunahme der Menge Arzt befragen. Gesteigerter Harndrang, wobei immer nur kleine Mengen entleert werden, Brennen beim Wasserlassen, ist ein Zeichen für Blasen- Harngrieh Zeitung . -€idr4- w,0VU, katarrh, kommt aber auch bei Tripperinfektion vor, daher den Arzt fragen. Eiweiß und Zucker im Urin sind Zeichen einer Erkrankung der Niere und der Bauchspeicheldrüse (s. d.) und be» bedürfen unbedingt ärztlicher Behandlung. Harnblase, das Sammelbecken des Harnes, ist ein muskulös- häutiger Sack, der im kleinen Becken hinter dem Schambogen liegt. Fassungsvermögen etwa 300 bis 400 ccm Kann der Sitz von Entzündungen sein. (Vgl. Blasenkatarrh). Harnblasenstich Ablasien des Harns durch Einstich einer längeren Kanüle unmittelbar oberhalb des Schambogens, wird notwendig, wenn Katheterisie- ren mißlingt. Harnflecke entfernt man aus Stoffen mit verdünntem Essig oder Zitronensaft und heißem Wasser. Harngrieß (ebenso wie Harnsand). kleinere und kleinste unlösliche Harnbestandteile, so Harnsteine die bohnen- bis tau- öeneigroß sich im Nierenbecken und m der Harnblase bilden QryteuSH haben Sie einen handwerkskasten? Aber so einen, bei dem man mit einem Griff auch den kleinen Bohrer, den richtigen Nagel oder Holzschraube findet. Wollten Sie sich nicht schon lange einen solchen praktischen Handwerkskasten zulegen? Sehen Sie sich mal die verschiedenen Größen an bei J. B. Häuser, Gießen, am Oswaldsgarlen, Fernsprecher 2145/2146. «*<**•* f Gießen, 1 Sem 1937 U lUna ! Nach erlistet Grtrantung der 1 ö Nerven u des Herzens emv tcml nur mein Hausarzt einen Aufenthalt in Ihrem Erholungsheim -Flensungerhof". Dank der Gnade Lottes durfte ich nuch m der von Tannendufi durch- wurzten Höhenluft fo gut erholen, daß ich nach vier Wochen meine Arbeit als Schriftleiter wieder auf» nehmen konnte Ich kann Ihr Heim allen Erholungs- bedürrtigen nur bellens emm'eblen und möchte den Vogelsberg am liebsten den Schwarzwald Hellens nennen Mit deutschem Gruß 1 I. St , Schriftleiter Tagespreis Mk.3.- bis 3.50 und 10% Bedienungsgeld Werbeschrift auf Verlang, «hristl. Grliolungo- heim „Flennmgerbof" Mücke in Hessen. 57a5D Gesang- und Sprech-Unterricht in Gießen erteilt staatlich anerkannte Gesangspädagogin. — Anträgen und Anmeldungen an Johanna L.Gerstner, Frankfurt a.M Jahnstraße 64 04431 Baumpfähle Rosenstäbe Latten ’onh Dachpappe Karbolineum HappelS Co. Kl.Mühlgasse 4 u.6 Ruf 3925 Ein Qüelld. Freude für den Naturfreund BelanfUtes Men Kleine Kreatur in Wasser, Busch und Halm Don Karl Otto Bartels. 164 Naturaufnahmen aus dem Leben der niederen Tierwelt mit er* 'äutcrnöen Bildunterschriften, Namensan. gab. u. ausführlichem Text (62 Seiten). Mit einem (Geleitwort von Profess. ‘Dra’Deegener, Universität Berlin Dieses Werk bringt er* liaunlich vielseitige undtrefflich gelungene Einzelbilder und DNd- folgen aus dem reichen leben der zahllosen kleineren Lebewesen Aus der Freude am Beobachten ist ein wertvolles naturgeschicht- liches Urkundenbuch geworden, das hervorragend geeignet ist i die Liebe auch zum kleinsten Naturgesche- | hen zu erwecken. 1 Gebunden RM. 4,80. Bitte verlangen Sie kostenlos unsere । bebild. Werbeblätter! Das Buch ist durch j lebe Buchhandlung zu beziehen! HugvBermühler Verlag Berlin. Lichierselde I Nächste Anzeige In 4 Tagenl Teilnahmebedingungen und Preise In der letzten Anzeige Achtung! 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