Nr. 182 Erstes Matt 187. Jahrgang Samstag. 7. August 1057 LxLcheml tag ltd), außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monats-Vezugspreis: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr . „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Üernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach» richten: Anzeiger Stehen poftschecttonto: Sronlfurt am Main 11686 Metzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsche Univerfitatsdruckerei R.Lange in Gietzen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Schulftratze 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf.. für Textanzeigen von 70 m m Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Dereinbg.25O/„ mehr. Grmäfoigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen,Bäder-,Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabfchlüffe Staffel B Oer Nichteinmischungsausschuß vertagt sich. Moskau hält feinen Widerspruch aufrecht. Oer englische plan blecht weiter Grundlage der Erörterung. London, 6. Aug. (DNB.) Lord Plymouth erklärte in der Freitag-Sitzung des Hauptunterausschusses des Nichteinmlschungsausschusses, er habe festgestellt, daß die in der letzten Sitzung zu Tage getretenen Schwierigkeiten Noch nicht behoben worden seien, doch daß allgemein der Wunsch bestehe, den englischen Plan nicht endgültig zu Fall zu bringen. Deshalb bitte er darum, es ihm weiterhin zu überlassen, Wege und Mittel zu finden, um die Schwierigkeiten zu überwinden. In der Zwischenzeit könne man das Hauptamt für Nichteinmischung mit der Aufgabe betrauen, eine Ueber- prüfung der bisherigen Arbeiten des Kontrollapparates zu veranstalten und hierbei auf die Schwierigkeiten des bisherigen Systems hinzuweisen sowie praktische Vorschläge zu einer Verbesserung der Kontrolle auf Grund der praktischen Erfahrungen des Ausschusses zu machen. Ein solcher Bericht würde auch die Möglichkeit geben, auf ihn zurückzugreifen, falls der britische Plan sich nicht in seinen vollen Ausmaßen zur Zeit verwirklichen lasse. Der sowjetrussische Vertreter hielt seinen in der letzten Sitzung des Ausschusses dargelegten ablehnenden Standpunkt aufrecht und versuchte seine schlechte taktische Lage dadurch zu erleichtern, daß er an den portugiesischen, den italienischen und den deutschen Vertreter die Frage stellte, ob sie zu einer sofortigen Zurückziehung der Freiwilligen aus der Feuerlinie bedingslos bere:i seien. Der französische Vertreter überging dieses durchsichtige Manöver des sowjetrussischen Vertreters und beschränkte sich darauf, Aufklärungen technischer Natur über den von Lord Plymouth vorgebrachten Vorschlag zu erbitten. Der deutsche Vertreter sagte, daß sich durch die Erklärung des sowjelrussischen Vertreters nichts geändert habe und daß auch nichts durch die Fragen geändert werden könne, die er an einzelne Vertreter gerichtet habe. Der deutsche Vertreter fügte hinzu, daß die einseitige Ueberwachung zur See nicht viel länger mehr fortgesetzt werden könne. Lord Plymouth sagte, daß zweifelsohne diese Frage in dem Bericht behandelt werden würde, den, wie er angeregt habe, der Unterausschuß von den beiden Hauptbeamten des Richteinmi- fchungsamtes anfordern solle. Der deutsche Vertreter erklärte, daß er unter diesen Umständen mit dem Vorschlag des Vorsitzenden e i n - verstanden sei. Der portugiesische Vertreter führte bann aus: Der Sowjetoertreter fragte, ob die portugiesische Regierung bereit sei, bedingungslos der sofortigen Zurückziehung aller ausländischen Freiwilligen aus der Feuerlinie und der etwaigen Zurückziehung aus Spanien zuzustimmen. Wir dürfen nicht vergessen, daß der britische Plan aus einer Reihe von Grundsätzen besteht, die untrennbar z u s a m m e n g e h ö r e n. Die Annahme der Zurückziehung der Freiwilligen, so, wie sie meine Regierung sieht und so, wie sie im britischen Plan aufgeworfen wird, hängt von der Annahme aller anderen Teile des britischen Planes ab. Die portugiesische Regierung ist der Meinung, daß es ohne die Zugestehung von Kriegführenden-Rechte und ohne Sicherheiten für die ehrliche und vollständige Durchführung der Zurückziehungs-Vorschläge durch Valencia sehr schwierig sein wird, die Empfehlungen zur Zurückziehung der Freiwilligen, die In dem Bericht des technischen Unterausschusses enthalten sind, zu verwirklichen. Sie wird jedoch keine Einwände zu dem Vorschlag erheben, wenn er von beiden Seiten in Spanien angenommen wird. Wir betrachten die Zurückziehung der Freiwilligen als im Rahmen des Vlanes liegend. Die von dem Sowjetbotschafter gestellte Frage bringt das Problem auf eine Grundlage, die bisher noch nicht in Erwägung gezogen worden ist. Diese Grundlage steht nicht zur Beratung. Der italienische Vertreter erklärte darauf, es sei schwerlich notwendig auf die Frage des Sowjetbotschafters zu antworten. Er halte es aber für wünschenswert, zu erklären, daß der Ausschuß den Plan Englands berate und nicht irgend einen Sowjetplan. Italien habe bedingungslos die drei Punkte des § 7 dieses Planes bezüglich der Zurückziehung ausländischer Staatsangehöriger a n - genommen, vorausgesetzt, daß alle anderen Mächte alle anderen Teile des britischen Planes an- nähmen einschließlich selbstverständlich der Zugestehung der Kriegführenden-Rechte, die nach dem britischen Plan den Zweck verfolgt, „die Politik der Nichteinmischung wirkungsvoller zu gestalten." Wenn der Moskauer Regierung wirklich die Zurückziehung der Freiwilligen so am Herzen liege, so würde sie nicht in dieser Frage Einwendungen gegen die Annahme des § 3 bezüglich der Zugestehung der Kriegführenden-Rechte, der einen wesentlichen Teil des englischen Planes darstellt, erheben. Der deutsche Vertreter schloß sich dem allgemeinen Standpunkt des portugiesischen und des italienischen Vertreters in ihren Erklärungen an. Lord Plymouth meinte daraus, es würde fruchtlos sein, die Aussprache unter diesen Umständen fortzusetzen. Wie er in seiner Eröffnungserklärung dargelegt habe, befasse sich her Ausschuß mit dem englischen Plan, und dieser Plan stehe oder falle als ein Ganzes. Es wurde hierauf der heutige Vorschlag von Lord Plymouth angenommen, die Vertagung des Ausschusses beschlossen und die Wiedereinberufung des Ausschusses dem Vorsitzenden überlassen. In diplomatischen Kreisen rechnet man damit, daß die nächste Sitzung des Ausschusses frühestens in vierzehn Tagen bis drei Wochen stattfinden wird. preffeflimmen aus Paris und London. London, 7. Aug. (DNB. Funkspruch.) Die Londoner Morgenpresse sagt, daß angesichts der intransigenten Haltung Moskaus eine Vertagung notwendig geworden ist und gibt der Erwartung Ausdruck, daß es in der Zwischenzeit gelingen möge, eine bessere Vereinbarung zustande zu bringen. Die „Times" schreibt, es gäbe Gelegen- London, 7. Aug. (DNB.-Funkspruch.) Nach Meldungen aus Algier sind am Freitag nicht nur ein britisches und ein italienisches Frachtschiff, sondern auch ein französischer Dampfer durch mehrere geheimnisvolle Flugzeuge, deren Zugehörigkeit immer noch nicht festgestellt werden konnte, bombardiert worden. Bei dem französischen Schiff handelt es sich um die „Djebel Amour" (2900 Tonnen), die ebenso wie die beiden anderen Schiffe etwa 30 Meilen nordwestlich von Algier von den Flugzeugen angegriffen wurde. Daily Telegraph meldet: Während die Angriffe auf das englische und das französische Schiff keine Opfer gefordert hätten, sei der Kapitän des italienischen Schiffes durch Lungenschuß verwundet worden. Ein an Bord befindlicher holländischer Kontrollbeamter habe eine Armverletzung davongetragen. Zahlreiche Schrapnellsplitter seien auf das Deck des britischen Schiffes gefallen. Als die Besetzung versucht habe, sich in die Boote zu begeben, seien die Flugzeuge tiefer heruntergekommen und hätten die Besatzung mit Maschinengewehren beschossen, so daß sie sich in Deckung begeben mußte. Dabei habe ständig die Gefahr der Explosion durch einen Voll- Salamanca, 6. Aug. (DNB.) General Franco hat ein Dekret unterzeichnet, welches den organischen Aufbau der neuen S t a at s - partei Falange Espanola Tradicionalista y de las Jons festlegt. Im Parteiprogramm wird festgestellt, daß diese Partei die Grundlage des neuen spanischen Staates barjteut. Die Partei verkörpert diejenige Disziplin, durch Die das Volk geschlossen und geordnet 3um Staat wird und durch die der Staat dem Volk die Tugenden des Dienstes an der Gemeinschaft, der Brüderlichkeit und der Unterordnung eingibt. Zur Erreichung dieses Zweckes werden die Tr adi ti o n al t- stische Gemeinschaft (Carlisten) als Garantie für die Weiterführung der historischen Lime und die Falange als berufene Formgeberin der nationalen Revolution zu einer einzigen Kraft z u - sammengefaßt. lieber die Milizen sagt das Dekret, daß sie im Kriege wie in Friedenszeiten den Dienst der Falange zu vertreten haben und den Schutzwall aeqen den inneren Feind darstellen. Ben Oberbefehl über die Milizen hat der Führer der nationalfpanifdjen Bewegung Was d,e Ar bei- terorganifationen anbelangt, fo tmrö es der Partei zur Pflicht gemacht, die syndikalen gewerkschaftlichen Organisationen aufrecht zu erhalten und in Richtung auf das Staatsinteresse auszubauen Die ständige Vertretung des Nationalrates wird dem Politischen Ausschuß übertragen, her sich aus 12 Mitgliedern zusammensetzt, von denen sechs vom Nationalrat und die restlichen sechs vom Führer der Bewegung ernannt werden. Der Nationalrat tritt mindestens jährlich einmal am 17 Juli zusammen. Der Führer der Partei _ General Franco — verkörpert die absoluteste Autorität. Er ist lediglich Gott und der Geschichte verantwortlich. Ihm obliegt die Ernennung seines Nachfolgers. Dieses Dekret ist datiert vom 4. August 1937 mit dem Beisatz: Zweites Jahr des Triumphes. heilen, wo es am besten sei, bas Tempo nicht zu forcieren, den Interessen des europäischen Friedens sei sicherlich am besten durch eine Fortsetzung der diplomatischen Besprechungen über Spanien gedient. Die „Moming Post" schreibt, der Widerstand der Sowjetregierung gegen die Rechte Kriegsführender an Franco sei ein Verhalten, das von den Mächten wie Deutschland und Italien, die bereits ihre Sympathien mit der Sache Francos erklärt und seinen diplomatischen Vertreter ausgenommen hätten, nicht geduldet werden könne. Man könne kaum die Schlußfolgerungen vermeiden, daß die Sowjetregierung irgendwelche Verschärfung der Kontrolle nicht wünsche. In Paris mißt man der gestrigen Unterredung zwischen Chautemps und dem italienischen Botschafter mehr Bedeutung bei, als dem Ereignis in London. Botschafter Ceru11i soll bei der Begegnung die Ansicht zum Ausdruck gebracht haben, daß eine englisch-italienische Annäherung auch eine französisch-italienische A n - Näherung umfassen müsse. Das „Echo de Paris" begrüßt das, verfehlt aber nicht, einige Bedin- g u n g e n für bie Annäherung zu nennen, bei benen Mittelmeerfragen im Vordergrund stehen. „Epoque" meint, auf Grund der englisch-italienischen Annäherung sei seit einigen Tagen eine merkliche Entspannung festzustellen, die hoffentlich nicht durch die Ereignisse in China gefährdet werde. treffer bestanden, da das Schiff eine Benzin- l a b u n g an Bord hatte. „Daily Expreß" scyreibt in dieser Angelegenheit, daß die Bombardierung des britischen Tankdampfers „British Corpora!" durch drei unbekannte Flugzeuge in englischen Regierungskreisen ernst beurteilt werde. Sobald die Berichte der zuständigen Stellen eingelaufen seien, würden sie dem Ministerpräsidenten, der sich in Schottland befinde, und dem stellvertretenden Außenminister Lord Halifax übermittelt werden. Wenn festgestellt werbe, wer für den Angriff verantwortlich sei, werde ein scharfer Protest eingelegt werden. Möglicherweise werde man die B e st r a s u n g der beteiligten Flieger verlangen, sowie eine Schadenersatzforderung stellen. Besonders erschwerend sei der Umstand, daß das Schiff sich viele Meilen außerhalb der Hoh^its- gewässer befunden habe. Der Bomenbangriff aus der Luft ohne vorherigen Versuch, das Schiff aufzubringen, könne nicht gerechtfertigt werden. Nach britischer Ansicht seien Angriffe auf ausländische Schiffe außerhalb spanischer Hoheitsgewässer als Seeräuberei zu betrachten und erforderten Gegenmaßnahmen der Länder, deren Schiffe angegriffen worden seien. Rote Willkür gegen Madrider Gesandtschastsflüchtlinge. Chilenische Gesandtschaft von der Umwelt abgesperrt. Paris, 6. Aug. (DNB.) Bezeichnend für die Haltung der sowjetspanischen Machthaber in humanitären Fragen, deren Lösung ihnen wiederholt dringend empfohlen wurde, ist eine Note der chilenischen Regierung, die den Generalsekretär des Völkerbundes darauf hinwies, daß die Lage der Madrider Gesandtfchaftsflücht- l i n g e trotz aller Zusicherungen in einer geradezu verzweifelten Weise verschärft hat. Bisher konn- tenten nur 197 Personen von vielen Tausenden abtransportiert werden. Zudem werden Vereinbarungen mit den Madrider Machthabern willkürlich umgestoßen mit der Begründung, „daß die Umstände sich geändert hätten". So wurde z. B. von der Gesandtschaft die Einwilligung erpreßt, die zu ihr Geflohenen mit Kriegsgefangenen g I ß i d) 3 u - setzen, um wenigstens auf dem Wege des Gefangenenaustausches mit der Nationalregierung, etwa über das Rote Kreuz, ihre Evakuierung zu ermöglichen. Auch diese Abrede wurde aber wieder umgeworfen. Aus allem gehe hervor, daß die Valencia-Machthaber die Gefandtschaftsflüchtlinae als Geiseln behandeln. Die Gesandtschaft sei im übrigen einer wahren Belagerung ausgesetzt. Täglich lagerten vor ihr wilde Horden, deren Haltung immer bedrohlicher w«»rde und einen Sturm auf das Gebäude befürchten ließe. Es werde eine heftige Pressekampagne entfesselt. Der elektrische Strom und das Trinkwasser wurden der Gesandtschaft ab geschnitten und schließlich auch die Telepbonleitung unterbrochen, so daß jede Verbindung verhindert wurde. Ltrlaubsforgen eines Weltreiches. Die große Politik wird in diesen Wochen nach alter Tradition in die Sommerferien geschickt. Aber wir wissen, das Leben der Völker sieht niemals still, es läßt sich auch von den steigenden Hitzegraden Des Thermometers nicht beeinflussen, und so haben wir am eigenen Leibe oft genug erfahren müssen, daß die politischen Kräfte stärker waren als diplomatische Gepflogenheiten und das menschlich sehr wohl verständliche Bedürfnis, die heiße Jahreszeit zu einer Zeit der Besinnung und Ruhe auszunuhen, sehr bald wieder zurücktreten mußte hinter den Erfordernissen des politischen Alltags. Wenn allerdings die Mitglieder des Londoner Nichteinmischungsausschusses besonders das Gefühl haben, eine Erholung zu brauchen und deshalb die britische Hauptstadt möglichst bald mit einem angenehmer temperierten Fleckchen Erde in der Heimat vertauschen möchten, so spricht hier sehr erheblich der Wunsch mit, bie Arbeitspause möge auch eine Entspannung der Gegensätze bringen, um deren Ausgleich man sich in den nun schon viele Wochen hin- schleppenden Verhandlungen vergeblich bemüht hat. Ob freilich diese Hoffnung nicht trügen wird, muß bei der Intransigenz Moskaus und der in Paris immer wieder spürbaren Neigung, gerade in der Spanien-Frage sich mit den Wünschen der Sowjets nicht in Widerspruch zu setzen, als höchst unwahrscheinlich gelten. Aehnliche Nebengedanken werden die leitenden Staatsmänner des Britischen Reiches wohl auch gehabt haben, als sie in diesen Tagen ihren traditionellen Sommerurlaub antraten, obwohl eine Reihe hoch bedeutsamer Probleme, wie die Aussprache mit Italien, der Teilungsplan für Palästina und die Krisis im Fernen Osten, zwar aufgerollt ist, aber sich noch in der Schwebe befindet. Keines von ihnen wird aber unbedingt ein längeres Aufeislegen vertragen können. Deshalb hat ja auch der britische Premierminister Chamberlain sich bereits angeboten, das Gespräch mit Mussolini über die angebahnte britisch-italienische Annäherung, die einen Ausgleich der Mittelmeerinteressen beider Nationen voraussetzt, auch von seinem Sommersitz aus fortzuführen. Die Palästinafrage ist durch die Vorlage des Teilungsplans der königlichen Unterfuchungs- kommifsion zum Gegenstand lebhafter Erörterungen in der gesamten arabischen Welt geworden, obwohl England durch die vorherige Fühlungnahme in Kairo und Mekka auf beschwichtigende Einwirkungen hatte hoffen dürfen. Der Plan soll England ein für alle Male aus dem Dilemma helfen, in das es durch die allzu vielen und miteinander gänzlich unvereinbaren Versprechungen geraten ist, die es während des Weltkrieges einmal den Arabern gemacht hat, um sie zum Befreiungskriege gegen die mit Deutschland verbündeten Türken aufzukäschern, zum andern den Juden, um die jüdische Hochfinanz dem Geldbedarf der britischen Kriegführung dienstbar zu machen und die vom Weltjudentum maßgeblich beeinflußte öffentliche Meinung namentlich in Amerika vor den Wagen der alliierten Kriegsagitation zu spannen. Als man nach dem Kriege auf Einlösung der Versprechen drang, geriet England natürlich in eine arge Klemme. Schon aus dem den Arabern von dem britischen Obersten Lawrence verheißenen großarabischen Reich konnte nichts werden, da ihm die zwischen England und Frankreich getroffenen Ab- machungen über Syrien entgegenstanden, ganz abgesehen davon, daß eine solche Zusammenfassung aller arabischen Kräfte in einem neuen mohameda- nischen Großstaat den eigenen britischen Interessen auf wirtschaftlichem wie auf militärpolitischem Gebiet auf das schärfste widersprochen hätte. So benutzte man klug nach oft bewährter Taktik den Selbständigkeitsdrang der arabischen Stämme und die Eifersucht ihrer Fürsten, um statt des versprochenen einzigen Großreiches eine Reihe kleinerer Teilfürstentümer zu bilden, denen man nach eigenem Ermessen einen sehr verschiedenen Grad von Selbstständigkeit zubilligte. Damit wurde es auch wesentlich leichter, für Palästina wenigstens eine Verlegenheitslösung zu finden, die den Arabern wie Juden gemachten Versprechungen gleichermaßen nachzukommen schien. Palästina wurde einfach britisches Völkerbundsmandat. Das entsprach natürlich in erster Linie dem eigenen britischen Interesse, denn nachdem man Syrien den Franzosen hatte überlassen müssen — wenn auch nur ebenfalls als Mandat —, mußte England alles daran gelegen sein, den wichtigen Hasen Haifa mit dem Ausgang der Erdölleitung aus dem Mossul- gebiet in seiner Hand zu behalten und zur Sicherung des Landweges über Bagdad zum Persischen Golf und nach Indien wie des Suezkanals sich in Palästina bas Recht auf die Unterhaltung von Garnisonen und Flugzeugstützpunkten zu wahren. Für beides bot die Mandatsform zweifellos eine geeignete Handhabe. Sie schien ferner am geeignetsten, den immer drängender sich äußernden Wünschen des Weltjudentums nach Errichtung eines zionistischen Staats zu entsprechen, ohne die Araber Palästinas allzusehr spüren zu lassen, daß die komvro- mitzlose Durchführung der berüchtiaten Balfour- Deklaration, die den Juden eine „jüdische Heimstätte im Gelobten Land" versprochen hatte, sie um ein von ihnen feit Jahrhunderten besiedeltes Land bringen würde. Aber in diesem Punkt hatte man in London die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Machten bislang die in Palästina ansässigen orientalischen etwa 60 000 Juden kaum 10 v. H. der im übrigen rein arabischen Bevölkerung aus, so strömten nun in das Mandatsland Palästina dank der Agitation des Zionismus und der Jewiih Agency in London alljährlich Zehntausende von Juden na» Drei Schiffe verschiedenerAationalitäl im Mittelmeer von nnvekannlen Flugzeugen bombardiert. England kündigt scharfen Protest an. Das Programm der spanischen Aaiionalpartei. Spaniens neuerBotschafier beim Führer Empfang auf dem Obersalzberg zur Entgegennahme des Beglaubigungsschreibens. Berchtesgaden, 6. Aug. (DNB.) Der F ü h - rer und Reichskanzler empfing in seinem Hause auf demObersalzbergden vom Chef des spanischen Staates, General Franco, ernannten neuen spanischen Botschafter Antonio Marques de Magaz zur Entgegennahme seines Beglaubigungsschreibens. Der Botschafter war von dem bisherigen spanischen Geschäftsträger in Berlin, Baran de la Torres, und dem Militärattache, Oberst im Generalstab Martinez, sowie dem stellvertretenden Protokollchef des Auswärtigen Amtes, Legationsrat B o l tz e, begleitet. Am Bahnhof Berchtesgaden wurde er bei seinem Eintreffen durch Staatssekretär und Chef der Präsidialkanzlei, Dr. Meißner, empfangen und im Kraftwagen des Führers zum Obersalzberg geleitet, wo eine Wache der SS.-Leibstandarte ihm Ehrenbezeigungen erwies. Botschafter Marques de Magaz überreichte das Handschreiben seines Staatschefs, General Franco, dem Führer und Reichskanzler mit einer Rede in spanischer Sprache, in der es hieß: Seit langer Zeit unterhält Spanien die besten Beziehungen zu Deutschland, Beziehungen, die auch durch den großen europäischen Krieg keine Beeinträchtigung erlitten, jedoch jetzt, wo mein Land durch den blutigen Kampf zerrissen ist, fühlt das gesunde, von General Franco geleitete Spanien um so mehr die gleiche Gesinnung wie Deutschland, die sich im gemeinsamen Haß gegen denKom- munis mus ausdrückt, sowie eine unermeßliche Dankbarkeit für ihm erwiesene wahre und echte Freundschaft. Diese Dankbarkeit, in einem so feurigen und freigebigen Land wie Spanien, ist der beste Beweis für eine feste und offene Freundschaft, die einen glücklichen Austausch der materiellen und moralischen Interessen zwischen den beiden Ländern zu sichern verspricht. Der bei meiner Ankunft unterzeichnete Vertrag, der die Handelsgrundlagen zwischen Deutschland und Spanien festlegt, ist ein glückliches Vorzeichen dafür, daß sich während meiner hiesigen Amtstätigkeit die Bande, die unsere Völker miteinander verbinden, enger und enger gestalten werden. Der Deutsche Reichskanzler antwortete: Es ist mir eine besondere Freude, in Ihnen einen Vertreter des spanischen Volkes zu begrüßen, dessen Ringen um seine Einigkeit und seine Freiheit ich seit langem mit wärmster Sympathie verfolge. Das deutsche Volk, das mit dem spanischen durch Jahrhunderte alte freundschaftliche, auch in den Stürmen des Weltkrieges bewährte Beziehungen verbunden ist, nimmt an dem heroischen Kampf des spanischen Volkes und an dem Aufbau des spanischen Staates regsten inneren Anteil. Es ist des deutschen Volkes und mein aufrichtiger Wunsch, daß es der Armee Ihres Staatschefs, des Herrn Generals Franco, gelingen möge, dem spanischen Volke Frieden und Freiheit zu erkämpfen und damit zugleich eine Gefahr zu bannen, die über die Grenzen Ihres Landes hinaus Europa bedroht. Ich fühle mich einig mit Ihnen in der Auffassung, daß das gemeinsame Ziel der Abwehr der zerstörenden Kräfte des internationalen Kommunismus unsere beiden Völker eng verbindet. Meine besonderen Wünsche begleiten daher die spanische Staatsführung in ihrem Bestreben, einen der spanischen Eigenart und Ueberlieferung entsprechenden nationalspanischen Staat aufzubauen. 'Sie haben, Herr Botschafter, die Unterzeichnung des neuen Handels-abkommens zwischen Deutschland und Spanien als ein günstiges Vorzeichen für die engere Gestaltung des Verhältnisses zwischen unseren beiden Ländern bezeichnet. In der Ueberzeugung, daß der Ausbau der wirtschaftlichen Beziehungen im wohlverstandenen Interesse Deutschlands und Spaniens liegt, ist es auch mein lebhafter Wunsch, daß der Güteraustausch nach Kräften gefördert wird. Hieran schloß sich eine längere freundschaftliche Unterhaltung. Im Laufe des Nachmittags kehrte Botschafter Marques de Magaz mit seinen Begleitern über die Alpenstraße und die Autobahn nach München zurück, von wo er am Abend die Rückreise nach Berlin antritt. Kein Nutzholz mehr als Feuerung. Gegebenenfalls Ablösung der HolznuhungSrechte. Berlin, 6. Aug. (DNB.) Im Reichsgesetzblatt I 91 vom 6. August wird eine „Verordnung zur Förderung der Nutzholzgewinnung des Beauftragten für den Vierjahresplan und Reichsforstmeisters veröffentlicht. Sie wirkt in erster Linie in der Richtung, daß wertvolles Volksgut restlos der Bestimmung zugeführt wird, die ihm zukommt. Denn noch immer führt Deutschland jährlich eine Menge von 10,2 Millionen Festmeter Nutzholz oder rund'ein Viertel seines Bedarfes ein, während auf der anderen Seite eine erhebliche Menge Holz eigener Erzeugung, das zur Verwendung als Nutzholz durchaus geeignet ist, genau wie in längst vergangener Zeit, als die vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten der Holzzellulose noch unbekannt waren, im Ofen verfeuert wird. Demgemäß bestimmt der § 1 der neuen Verordnung, daß Rohholz, das zur Verwendung als Nutzholz geeignet ist, nicht als Brennholz verwendet werden darf. Der zweite Teil der Verordnung befaßt sich mit den Holznutzungsrechten, die soweit wie möglich beseitigt werden müssen, wenn das Verbot der Aufarbeitung von zu Nutzzwecken geeignetem Holz als Brennholz wirksam sein soll. Die Bestimmungen gehen von der Tatsache aus, daß auf Grund von zumeist weit zurückreichenden Rechtsverhältnissen ein erheblicher Teil der Forsten durch Grunddienstbarkeiten belastet ist. Diese Rechtsverhältnisse sind heute um so weniger tragbar, als es sich bei ihrer Begründung fast ausschließlich um Nutzholzrechte f ü r Brennholz und nicht für Handelsholz handelte. Infolgedessen bestimmt die Verordnung, daß Holznutzungsrechte weder neu be ft eilt noch erweitert werden dürfen, und daß sie. ferner als erloschen gelten, soweit sie in den letzten 30 Jahren nicht ausgeübt worden sind. Im übrigen sind Holznutzungsrechte umzuwandeln, soweit die Leistung nur dadurch erfüllt werden kann, daß zur Verwendung als Nutzholz geeignetes Holz als Brennholz aufgearbeitet wird, ober soweit diese Rechte die volkswirtschaftlich beste forstliche Bewirtschaftung hindern. Bei der Umwandlung erhält der Berechtigte andere Holzarten ober - sor - t e n in einer Menge von gleichem Nutzungswert. Sofern eine Ummanblung ber Holznutzungsrechte nicht möglich ist ober von bem Berechtigten abgelehnt wird, ist das Recht in dem erforderlichen Umfange abzulöfen. Auch können Holznutzungsrechte abgelöst werden, soweit sie über den eigen- wirtschaftlichen Bedarf des Berechtigten hinaus- aehen. Die höhere Forstaufsichtsbehörde kann die Ablösung auch gegen den Willen der Beteiligten einleiten, wenn sie nötig ist, um die Deckung des Holzbedarfes ficherzustellen. Die Entschädigung für die Ablösung von Holznutzungsrechten soll nach Möglichkeit durch Landabfindung erfolgen. Eine Waldabfindung darf nur gegeben werden als Gemeinschaftswcttd. zur Gesamtabfindung eines größeren Kreises von Berechtigten. Wenn eine Waldabfindung nicht in Frage kommt und die Landoder Sachabfindung von dem Berechtigten abgelehnt wird, und bem Verpflichteten nicht zuge- mutet werben kann, ist die Entschädigung in Geld zu gewähren. mentlich aus den osteuropäischen Staaten und aus Amerika hinein, so baß heute die jübische Bevölkerung auf annähernd 400 000, ein Drittel ber Gesamteinwohnerschaft angewachsen ist. Mit ber ftei= genben Zahl empfanben bie Araber auch immer mehr ben wirtschaftlichen Druck ber kapitalkräftigeren jüdischen Einwanderer, die daran gingen, bem arabischen Bauern bas Lanb abzunehmen, um darauf Apfelsinenplantagen großen Stils anzuleyen. Die Enttäuschuna der Araber Palästinas, die ihre Rassegenossen in Aegypten, im Irak, in Trans- jorbanien, ja sogar in Syrien unb im Libanon mit ber Zeit wachsenbe Selbltänbigkeit gewinnen sahen, machte sich in blutigen Unruhen Luft, bie noch in aller (Erinnerung sinb. Mit Rücksicht auf bie Stimmung in ber arabischen Welt unb bas wachsenbe Ansehen, bas ben Italienern ihr Abessinienfelbzug im nahen Orient verschafft hat, mußte Englanb in Palästina sachte auftreten. Man verfiel in Lon- bon auf ben Ausweg einer Untersuchungskommission, wie sie ähnlich ja in Jnbien unb anberswo schon gute Dienste geleistet hatte. Fast möchte man sagen, üderraschenberweise glückte es dieser Kommission, einen Plan zu ersinnen, ber bas Ei bes Kolumbus zu sein scheint. Palästina soll nach ihrem Vorschlag so geteilt werben, baß ber jübische Staat zwar nur ben kleineren unb nördlichen Teil, die Provinz Galiläa, mit Ausnahme der Stadt Nazareth und des Hafens Haifa umfassen wurde, aber dazu einen breiten Küstenstrich, allerdings wieder mit Ausnahme der Hafenstadt Jaffa, die mit Jerusalem, Bethlehem und Nazareth als vorwiegend christliche Andachtsstätten, wie Haifa als Endpunkt der Erdölleitung aus bem Mossulgebiet unb Akaba, einem kleinen Hafenort auf ber Sinai-Halbinsel am nordöstlichsten Apfel bes Roten Meeres britisches Manbat bleiben soll, währenb ber größere Rest, im wesentlichen der südöstliche Teil des Landes, arabisch werden und vermutlich mit dem benachbarten Transjorba- nien vereinigt werben soll. Auf ben ersten Blick fällt an biefem Vorschlag auf, mit welch heißem Bemühen bie Kommission bie britischen Interessen sorgfältig zu wahren gewußt hat. Von ber Bebeutung Haifas sprachen wir schon, Jaffa, ein Hasen gleicher Größe, soll mit Jerusalem burch einen Korribor verdunben werben und geht damit ben Arabern verloren, bie keinen bebeutenben Hafenplatz behalten, währenb bie Juben mit ihrer im amerikanischen Stil aufqebauten Renommiersieblung Tel Aviv eine Großstabt an ber Küste ihr (Eigen nennen können. Die Bebeutung Akabas am Roten Meer hat im Weltkrieg ber türkisch-deutsche Vorstoß zum Suez-Kanal gezeigt. Zudem bleibt auch der Hauptluftstützpunkt Lidda im Korridor von Jerusalem britisches Mandat. Trotzdem hört man aus London, daß das britische Kriegsmini st erium von bem Teilungsplan nicht voll befriedigt fei. Noch weniger bie beiben übrigen von ihm betroffenen Parteien. Das überrascht einigermaßen von den Juden, die bei weitem besser wegkommen sollen, als bie Araber, aber auf bem soeben in Zürich tagenben Zionistenkongreß hat ber Leiter ber Jewish Agency Dr. Weizmann, ber ben Teilungsplan befürwortet hat, starken Wiberspruch gefunben. Ob biese jübische Opposition nur Taktik ist, um von Englanb noch mehr zu erpressen, als ber Plan schon ohnehin bietet, mag bahingestellt bleiben. Erheblich ernstere Schwierigkeiten sinb aber ber britischen Palästina-Politik burch bie entrüstete Ablehnung entstauben, bie ber Teilungsplan der königlichen Kommission in ber gesamten arabischen Welt gefunben hat. In Kairo unb Mekka legt man sich zwar amtlich vorerst noch eine gewisse Zurückhaltung auf, obwohl in ber ägyptischen Presse ber Plan bereits lebhaft kritisiert wirb, aber zum Sprecher ber arabischen Gegner bes Planes hat sich ber irakische Ministerpräsibent Hikmet Soleiman in Baqbab gemacht, ber, wie unser bärtiger Berichterstatter hier schon vor einigen Tagen bärge» legt hat, ben Teilungsplan für einen verhängnisvollen Fehlgriff hält unb bie ungeteilte Uebergabe ganz Palästinas an bie Araber verlangt mit ber nicht zu roiberlegenben Begrünbung, baß bas Laub feit Jahrhunberten rein arabischer Besitz sei, ber gesamten mohamebanilchen Welt nicht minber heilig, als ber christlichen, und vernünftigerweise nicht eingesehen werden könne, warum einem höchst zweifelhaftem und anfechtbarem Experiment des Weltjudentums zuliebe Tausende von Arabern unter Fremdherrschaft gestellt werden sollen. In Palästina selbst ist der 'Großmufti von Jerusalem Mohamed Emin el Husseini, das Oberhaupt ber mohamebanischen Gläubigen bes Laubes, bie Seele bes Wiberstaubes gegen ben Tei- lungsplau. Zweifelhaft ist anscheinenb nur bie Haltung bes Emirs von Transjorbauien, ber von den Engländern mit ber im Teilungsplan vorgesehenen Vereinigung bes arabisch bleibenben Teils von Palästina mit Transsorbanien geföbert mürbe. Englanb hat sich vorerst bamit aus ber Affäre zu ziehen versucht, daß es ben Teiluuqsplan ber Köuialichen Kommission ohne eigene Stellungnahme der Mandatskommission des Völkerbundes in Genf zugeleitet hat. Aber in Genf ist auch bereits ein Protestschreibeu der Regierung des Irak eingegangen, daß ein ungeteiltes arabisches Palästina verlangt, in bem ben- Juben bie Stellung einer völkischen Miuberheit einoeräumt werben soll. Ferner wirb Englanb uachbrücklich daran erinnert, daß es seinerzeit nur dem (Eingreifen ber arabischen Könige zu verbauten war, wenn es gelang, ohne schweres Blutvergießen unb einen regelrechten Krieg bie aufständischen Araber Palästinas zum Einleuken zu bewegen. Damals hätten die Fürsten im Vertrauen auf Englands Gerechtigkeitsgefühl gehandelt, um fo bitterer empfänden sie jetzt die Enttäuschung, vor ihren Rassegeuosseu in Palästina durch ben britischen Teilungsplau sich desavouiert zu sehen. Wie bie Angelegenheit in Genf weiter verlausen wird, ilt noch nicht zu übersehen. Die Hoffnung, daß Italien dort eine Lanze für bie arabischen Wünsche brechen werbe, bürste im augenblicklichen Stabium ber britisch - italienischen Aunäheruugsbemühuugeu boch sehr zweifelhaft sein. Immerhin wird England die so energisch vorgebrachteu Einwände der arabischen Welt schon mit Rücksicht auf sein Verhältnis zu Aeguvten und die vielen Mohammedaner des eigenen Reiches nicht unbeachtet lassen können. Aber neben bem großen Einfluß bes Judentums auf Hochfinanz unb öffentliche Meinung, der bei ben Entschließungen in Loudon schwer in bie Waagschale fallen wirb, spielt Englands eigenes militärpolitisches Interesse, wie wir schon sahen, eine geradezu ausschlaggebende Rolle. Mau glaubt dies anscheinend durch ben Teilungsplau in einem Mindestmaß gewahrt —, bas Kriegsmini- fterium hat ja noch weitergeheude Wünsche. Unb baß England nach ber burch ben Abessinienfelbzug geschaffenen Lage im Nahen Orient seine militärpolitischen Belange unter gar keinen Umständen arabischen Selbstäubigkeitswünschen zu opfern bereit ist, hat ja schon bie Erklärung Abens zur Kronkolonie gezeigt, wobei bas Gebiet dieses süd- arabischen Hafens am Südausgaug des Roten Meeres, bislang rund 9000 Quabratmeilen, kurzerhand um bas gesamte Gebiet Hadramaut mit ber Hauptstabt Makalla auf insgesamt 42 000 Quabratmeilen erweitert würbe, ohne lange nach bem Echo zu fragen, bas bie „Erhebung" ber bisher nur unter britischem Protektorat lebenden 120 000 Araber ber Sultane von Hadramaut zu Untertanen ber britischen Krone in ber übrigen arabischen Welt, vor allem in dem nur durch die Wüste von Hadramaut getrennten Saudiarabien, dem Sitz des arabischen Nationalismus, finden mag. So wird das letzte Wort über Palästina noch nicht gesprochen sein, aber ob in dieser Frage die Beurlaubung der hohen Politik auf einige Wochen die Wirkung lindernden Balsams haben wird, ist ebenso zweifelhaft wie der Fortgang der augenblicklichen Krisis in O st a f i e n , deren gefährliche Undurchsichtigkeit den britischen Staatsmännern, die auch dort die Interessen eines Weltreichs zu verteidigen haben, selbst in ihrem sommerlichen Urlaubsidyll nicht unerhebliches Kopfzerbrechen machen wird. Dr. Fr. W. L. Die britisch-italienische Annäherung. Die diplomatischen Besprechungen beginnen Anfang September in Rom. London, 6. Aug. (DNB.) Wie verlautet, sollen bie im Briefe Chamberlains an Mussolini angeregten englisch-italienischen Besprechungen Anfang September in Rom beginnen. Die Verhandlungen sollen zunächst zwischen bem italienischen Außenminister Graf C i - a n o unb bem britischen Botschafter Sir Eric Drummond geführt werben. Die nächsten Wochen sollen zunächst sowohl von ber englischen wie von ber italienischen Regierung bazu benutzt werden, bie verschiebenen Fragen nach ihrem neuesten Stanb zu prüfen unb so bas gesamte erfor- berliche Material für bie Besprechungen bei» berseits vorzubereiten. Vor Antritt eines Urlaubs ist Sir Eric Drummond am Freitag von Außenminister Graf Ciano zu einer kurzen Unterredung empfangen worden. Die englisch-italienische Wiederannäherung, so wird auch von italienischer Seite betont, habe bereits zu einer Klärung ber europäischen Lage geführt, sie sei gegen niemanben gerichtet, also auch nicht gegen Frankreich. Auch werbe bie Politik ber Achse Berli n—R o m burch bie englisch-italienische Wieberannäherung in keiner Weise g e - schwächt. Erste Bahnfahrt nach Tientsin. Wolkenbrüche verhindern militärische Operationen. Tientsin, 6. Aug. (DNB.) Aus dem seit acht Tagen von ber Außenwelt hermetisch abgeschnitte- nen Peiping lief heute früh unter japanischem militärischem Schutz ber erfte Zug in Richtung Tientsin aus, wo er mit neun Stunben Verspätung eintraf. In bem Zug befan- ben sich größtenteils festgehaltene Reisegesellschaften unb Kaufleute. Die nur unbebeutenb beschäbigte Strecke Peiping—Tientsin ist jetzt roieber betriebssicher. Alle Stationen haben stärksten militärischen Schutz erhalten, sie gleichen kleinen Festungen. Ueberall sinb Schützengräben, MG.-Nester unb Bar- rifaben burch chinesische Kulis unter Aufsicht von japanischen Pionieren angelegt. Auf ben Wassertürmen sieht man überall Beobachtungsposten. Gepanzerte Wagen üben bie Streckenkontrolle aus, Auf ber ganzen Strecke herrscht Höch st e Alarmbereitschaft, ba bas Gebiet burch Hunberte versprengter Banbiten unb Plünberer immer noch unsicher ist. Der Hauptbahnhof in Ti ent- s i n gleicht einem Heerlager. Fortgesetzt treffen aus Tanku kleine Verstärkungen ein. Auf ben Bahnsteigen sinb ganze Berge von Munition aufgestapelt. Ueberall führen Truppen schärfste Absperrungen burch. Seit Donnerstag abend ohne Unterbrechung niedergehende Wolkenbrüche verwandeln das nord- chinesische Kriegsgebiet in eine Sumpfebene. Die Regenzeit hat jetzt begonnen. Die Straßen stehen vielfach unter Wasser, und die Wege auf dem Lande sind unpassierbar, wodurch die Bewegungsfreiheit der motorisierten Truppenverbände st a r k behindert ist. In ben Frembenvierteln in Tientsin herrscht jetzt völlige Ruhe. Beratungen in Nanking. Kung soll Ministerpräsident werden. Nanking, 6. August. (Ostasienbienst bes DNB.) In Nanking sinb bie höchsten Würdenträger bes ganzen chinesischen Reiches zusammengekvmmen. Außer dem Kwangsi-General Paichunghsi und dem Wehrkreiskvmmandeur von Schansi und Sui- juan, Marschall Ienhsischan, bem „Mustergouverneur", sind die höchsten militärischen unb zivilen Vertreter ber Provinzen Schansi. Kwantung, Hufei, Huschnei, Szetschuan, Jünnan unb anberer anwesenb. Die Provinzoertreter erstatten Tschiang- k a i s ch e k Bericht über bie Stimmung in ihren Provinzen unb erhalten Anweisungen für bie zu ergreifenben Maßnahmen In Nanking wird der Auffassung Ausdruck gegeben, daß noch nie ein solches Maß von Einigkeit in ganz China zu verzeichnen gewesen sein wie jetzt. Tschiangkaischek soll telegraphisch ben auf feiner Europareise zur Zeit in Paris weilenden Finanzminister Dr. Kunz gebeten haben, halb nach Nanking zurückzukehren, um bas Amt eines Präsibenten b e s R e i ch s- voll zugsamts, b. h. also als Ministerpräsibent zu übernehmen. Tschiangkaischek wolle seine Arbeit auf bas militärische Gebiet konzentrieren. Dr. Kung ist neben seinem Posten als Finanzminister auch Vizepräsibent bes Reichsvollzugsamtes, besten Präsibent Tschiangkaischek ist. Stalin wütet weiter. Wieder 18 führende Funktionäre ins wahre „Sowjetparadics" eingegangen. M o s k a u , 6. Aug. (DNB.) Das amtliche Organ des norbkaukasischen Gebietes berichtet, baß i n Orbschonikibse (früher Wlabikawkas) am 30. Juli ein neuer Prozeß gegen 18 Funktionäre ber Norbkaukasischen Eisenbahnverwaltung stattgefunben hat. Alle 18 Angeklagten würben vom Obersten Militärgerichtshof zum Tobe d e r urteilt. Das Urteil ist bereits vollstreckt worben. Dem übllchen Schema ber bisherigen Pro- zesse entsprechend, wurden bie Angeklagten bes „Trotzkismus, ber Sabotage und Spionage zugunsten einer auswärtigen Macht" bezichtigt. Auch dieses Urteil wirb von ber Moskauer Presse mit Stillschweigen übergangen. Im Stalinabab würbe unter ben bisherigen Spitzenfunktionären ber Tadjikischen Sowjetrepublik ein sensationelles Strafgericht vorgenommen. An ber Spitze ber zu „trotzkisttschen Verbrechern, Staatsfeinden und Spionen" erklärten Funkttonäre steht ber Präsident d e s Z e n t r a I e j e f u t i d f o m i • tees von Tadjikistan Schotemor, also bas formelle Staatsoberhaupt biefer Sowjetrepublik. Wie die Präsidenten ber übrigen Räterepubliken gehörte auch er bisher bem obersten Regierungsgremium ber Sowjetunion an. Ferner würben zu „Staatsfeinden" und „Spionen" erklärt: ber Vizepräsident bes Tadjikischen Volkskommissarenrates Kaktyn, ber Sekretär bes Tabjikifchen Zentralexekutivkomitees Jmanow, ber Justizkommissar Schirinow sowie ber Leiter bes Jungkommunistenverbandes Gerassimow. Die Genannten werden übrigens auch „nationalistisch-chauvinistischer Umtriebe unb ber Zusammenarbeit mit einer auswärtigen Macht" beschuldigt. Die Rostower Zeitung „Molot" gibt bekannt, baß ber Armeekommanbeur Zweiten Ranges Ti moschen ko zum Befehlshaber des nordkaukasischen Militärbezirks ernannt worden ist. Hierdurch werden Gerüchte über bie Amtsenthebung seines Vorgängers, bes Generals Kaschirin, bestätigt. Das ist um so bemerkenswerter, als Kaschirin noch beim Stanb- gericht über Marschall Tuchatschewski als Rich- t e r tätig war. Große Lustmanöver über London. L o n b o n , 7. Aug. (DNB.-Funkspruch.) Am Montag unb Dienstag werben große Luftmanöver über der englischen Hauptstadt stattfinden. Insgesamt werden 176 Bomber aller Größen Scheinangriffe auf London und d i e weitere Umgebung durchführen, während für die Verteidigung 222 Maschinen zur Verfügung stehen. Die Angriffe werden 15 Stunden lang fortgesetzt. Durch die Manöver soll bie Lonboner Luftabwehrorganisation ber Territorial-Armee geprüft werben. Als Angriffsziele find bie Hafenanlagen von Tilbury, bas Arsenal im Themsehafen, bie Gaswerke, verschiebene Flugplätze unb Munitionswerke festgesetzt worben. Oer Landeskirchenausschuß zurückgetreten. Lpb. Darmstadt, 6. Aug. Das am 2. August ausgegebene Gesetz- unb Verordnungsblatt ber Evangelischen Landeskirche Nassau-Hessen bringt folgenbe Bekanntmachung: „Die bisherigen Mitglie- ber bes Lanbeskirchenausschusses sind von ihrem Amt zurück getreten. Der Herr Reichs, unb Preußische Minister für bie kirchlichen Angelegenheiten hat ihre Tätigkeit damit für beendet er- klärt unb durch Erlaß vom 29. Juli 1937 die Führung der laufenden Geschäfte des Landeskirchenausschusses im Sinne des § 2 der Verordnung vom 20. März 1937 bis zur Bildung einer verfastunosmäßigen Leitung der Deutschen Evangelischen Kirche bem Präsibenten der Landes- kirchenkanzlei, Kipper, übertragen." Oer neue Oberreichsanwatt tritt sein Amt an. Leipzig, 6. Aug. (DNB.) Der als Nachfolger des verstorbenen Oberreichsanwalts Dr. Werner vom Führer unb Reichskanzler zum Oberreichsanwalt ernannte bisherige Generalstaatsanwalt Emil Brett le aus Karlsruhe würbe burch ben Reichsminister ber Justiz, Dr. (Eürtner, in sein Amt eingeführt. Der Minister wies barauf hin, baß Brettle ber erste Oberreichsanwalt sei, ben ber Führer in sein Amt berufen habe, unb zugleich auch ber erste aus bem ßanbe Baben. Die gute Verwaltung bieses Amtes hat ihren wohlgemeffenen An- teil baran, baß bas beutsche Recht fest unb sicher bleibt unb baß eine Einheitlichkeit in sei- ner Fortbilbung im Geiste ber neuen Zeit gesichert ist. Gerabe in ber jetzigen Zeit, wo neue Formen bes Rechts vielfach noch gar nicht gegossen sind, gilt es, alte Formen mit neuem Inhalt zu erfüllen. Daran beim Reichsgericht mitzuarbeiten, ist eine der vornehmsten Aufgaben bes Oberreichsanwalts. Im Namen bes Reichsgerichts richtete Reichsge- richtspräsibent Sumte herzliche Willkommens- grüße an ben neuen Oberreichsanwalt. Der Präsibent schloß mit ber Hoffnung unb bem Wunsch, baß bie heranbrängenben gewaltigen neuen Aufgaben in ber Hanb bes neuen Oberreichsanwalts sicher unb klar behandelt werben. Im Namen ber Beamten unb Angestellten ber Reichsanwaltschaft sicherte Reichsanwalt Nagel bem neuen Ober- reichsanwalt restlosen Einsatz aller Angehörigen zu. Oberreichsanwalt Brettle erklärte in seiner Erwiberung, seine jahrzehntelange Praxis als Rich- ter unb Staatsanwalt in Stabt und Land habe ihm Mut unb Vertrauen zu ber Uebernahme bieses Am- tes gegeben. Es erscheine ihm ganz besonders wertvoll, daß er sich durch die dauernde persönliche Fühlungnahme mit dem Recht suchenden Publikum, wie es im Lande Baden von jeher Uebung war, und seit den letzten Jahren auch durch die regen dienstlichen und persönlichen Beziehungen zu allen maßgebenden Vertretern der Partei tiefen Einblick in das Denken, Wollen und Fühlen der breitesten Dolkskreise habe verschaffen können. Mil der Einführung des neuen Strafrechts und mit der voraussichtlichen Lockerung der strengen oerfahrensrechtlichen Bindungen ständen alle, die strafrechtlich arbeiten, vor Aufgaben von besonderem Ausmaß. Hygiene im Betrieb. V. A. Der Nationalsozialismus hat der Arbeit einen neuen Sinn gegeben. Das Ziel ist daß sie nicht mehr als Fron empfunden wird, sondern jedem Volksgenossen wirklich Freude bereiten soll. Vorbedingung ist, daß die äußeren Arbeitsbedingungen entsprechend gestaltet werden. Manche Fabrikbetriebe und Werkstätten sind noch grau und häßlich, viele entbehren sogar der notwendigsten hygienischen Einrichtungen. Zu diesen gehören vor allem Wasch - und Baderäume, in denen sich die Gefolgschaft gründlich reinigen kann. So ist der Aufklärungsfeldzug, den das R e i ch s a m t „Schönheit der Arbeit" unter dem Motto „Saubere Menschen im s a u b er e n Betrieb" veranstaltet, lebhaft zu begrüßen. Es gilt, die schon zum Allgemeingut gewordene Erkenntnis von der Wichtigkeit hygienischer Körperpflege auch im letzten Betrieb durch Einbau zweckmäßiger sanitärer Anlagen zu verwirklichen. Grundsätzlich verdient das Waschen i n fließendem Wasser (Waschrinnen, Wasch- brunnen oder Dusche) den Vorzug vor dem in stehendem (Waschbecken). Zur schnellen und ausreichenden Erwärmung des Wassers eignet sich neben anderen Energiequellen das Gas, für dessen Anwendung die Industrie fein regelbare und leicht zu bedienende Geräte entwickelt hat. Sie werden dazu beitragen, daß jeder schaffende Deutsche am Feierabend sauber und frisch seine Arbeitsstätte verläßt. Kleine volitiscbe Aackrickten Der Führer und Reichskanzler hat dem hessischen Maler Geheimrat Prof. Dr. Karl Bantzer in Marburg (Lahn) aus Anlaß seines 80. Geburtstages am 6. August 1937 mit Urkunde vom gleichen Tage die Goethe-Medaille für Kunst und Wissenschaft verliehen. * Eine Wiener Zeitung weiß zu melden, daß sich Reichsaußenminister Freiherr von Neurath demnächst nach Vorarlberg begeben wird. Wie wir dazu erfahren, handelt es sich um einen kurzen rein privaten Ausflug des Reichsaußenministers, der seinen Erholungsurlaub in Württemberg verlebt, in das benachbarte oorarl- bergische Geoirge. Reichsleiter Dr. Ley erlitt am Donnerstag auf der Fahrt vom Münchener Flughafen zur Stadt einen A u t o u n f a l l, bei dem er sich einen Bruch des rechten Armes zuzog. Dr. Ley und ein bei dem Unfall mitverletzter Radfahrer fanden in einem Münchener Privatkrankenhaus Aufnahme. * Der deutsche Botschafter Dr. Dieckhoff wurde vor Antritt einer kurzen Reise nach Deutschland vom Präsidenten Roosevelt in Audienz empfangen. Abenteuer am Meru-Berg. Ostafritanische Reiseskizzen. Von Hauptmann a. O. Cordt von Brandts. Einen seltenen Siegeszug haben die Diesel- Wagen der MAN. (Maschinenfabriken-Augsburg- Nürnberg) hier in Ostafrika angetreten. Eine ihrer Hauptoertretungen sitzt in Aruscha, der Provinz- tadt des gleichnamigen Bezirkes. Aruscha ist ein reundliches Städtchen, das 1400 Meter über dem Meere am Fuße des 4550 Meter hohen Meru- Berges gelegen ijt. Die große Straße von Kairo nach Kapstadt führt über Aruscha und eben hier, an der Normaluhr inmitten der Stadt, liegt, fast auf den Kilometer genau, der Mittelpunkt dieser Straße. Man ist hier gleich weit von Kairo und Kapstadt entfernt. Die Straßen von Aruscha erhalten ihr charakteristisches Gepräge durch die schlanken Kriegergestalten der Massai, die stets in Waffen, stolz dahin- schreiten. Die Massai sind seit Urväter Zeiten freie Hirten und Krieger, die für ihre Nachbarn die reine Gottesgeißel bedeuteten, denn sie bilden sich ein, alles Vieh hätte der liebe Herrgott nur für sie erschaffen, und andere Völker hätten sich widerrechtlich das Vieh angeeignet. Dieses zurückzuholen, sei ihr gutes Recht, ja ihre Pflicht Die Massai-Frauen tragen unendlich viele Kupfer-, Silber- und Eisen- ringe und Spiralen um Hals-, Hand- und Fußgelenke. Von Tanga bis Aruscha fährt die Nordbahn, und eine solche Fahrt, die über 24 Stunden dauert, hat ihren eigenen Reiz. Ein Speisewagen bietet die hier übliche, übrigens sehr gute Verpflegung, und für die Nacht bereitet einem der Schaffner ein tadelloses Bett, das er mit Moskitonetzen bespannt, nachdem er den Raum sorgfältig geflittet hat. Mir bot sich Gelegenheit, von Aruscha nach Tanga mit einem der obererwähnten MAN.-Wagen zu fahren. Wir machten uns früh auf den Weg, denn es ist weit bis Tanga, 450 Kilometer. Das Wetter war an dem Tage unsicher, und wir hatten alles durchzumachen, was dem Reisenden auf afrikanischer Landstraße zustoßen kann. Wir saßen in der Toope (roter Lehm) fest und schlingerten hin und her. Wir sanken in einen Korongo (sumpfiges Tal) bis an die Achsen ein, wir kamen in ein Gewitter mit Wolkenbruch, gerieten ins Schleudern und warfen eine Negerhütte um, glücklicherweise ohne jemanden zu verletzen. Aber — wir waren abends um 9 Uhr am Ziel: in Tanga. Unterwegs erzählte mir ein bajuwarischer Auto- monteur, der auf einer Sisal-Pflanzung den dort arbeitenden Lastwagen überholen wollte, die herrliche Geschichte von seinem Ausflug aus den Gipfel des Mer u. „Vier Wochen", berichtete er, „war ich schon im Lande. Sie wissen, daß Aruscha recht malerisch am Fuße des mächtigen Meru-Berges liegt. Wenn es klar ist, sieht man den Berg gegen den blauen Himmel, oft ist fein Gipfel mit Schnee bedeckt. Meistens aber umwölken Nebelmassen den Berg bis über die Zone der Kaffeepflanzungen hinab. Die ihn rings umgeben. Dann ahnt der Fremde in Aruscha nichts von" einem Berge, und er ist um so erstaunter, wenn die Nebel zerreißen und plötzlich der Berg in seiner ganzen Größe daliegt. ,Du mußt da hinauf!', dieser Gedanke beherrschte mich vom ersten Tage ab. Als Sohn der Berge konnte ich nicht ständig einen Gipfel vor mir sehen, ohne ihn zu erklimmen. Ich sagte aber niemandem etwas, denn die alten Afrikaner wissen immer alles besser und verleiden einem solchen Spaß durch ihr saudummes Gerede. Es traf sich gut, daß ich drei freie Tage zu Neujahr hatte, Denn zu Weihnachten war so viel Arbeit, daß ich nicht ausspannen konnte. Ich rüstete also in aller Heimlichkeit eine Safari aus. Fünf Eingeborene waren bald gefunden, von denen einer genau Bescheid wußte — wenigstens wissen wollte. Fünf Lasten teilte ich ein, bestehend aus einem Zelt, das ich mir geliehen hatte, aus Art, Buschmessern, Säge und Stricken, denn ich wollte in den Krater hinab, der ja erst vor 30 Jahren erloschen sein soll. Dann hatten wir Lebensrnittel dabei, eine Photographenausrüstung und eine zünftige Last Bier, weil ich an meinen Urlaubstagen nicht leben wollte wie ein Hund. Die ersten fünf Stunden ging es durch Kaffee- Schamben. Sie kennen die langroeiligen Büsche unter den hohen Schattenbäumen. Häuser vermied ich, weil ich guten Rat nicht hören wollte. Dann tarnen wir in den Regenwald, wie sie ihn hier nennen. Urwald ist es mit mächtigen Bäumen, Lianen ranken herunter und das Unterholz ist so dicht, daß wir auch nicht zehn Schritt ohne Buschmesser voran aetommen wären. Zum Glück hatten aber die Elefanten breite Wege, die beguem bergan führten, durch den Wald getrampelt. Auf diesen Wegen hätte man bequem mit einem Motorrad fahren können, so fest und breit waren sie. Zum Glück trafen wir keinen Elefanten, denn ich hätte nicht gewußt, wohin. Dafür sahen wir ihre mächtigen Spuren und die tiefen Löcher, die sie an feuchten Stellen getreten hatten. Im Urwald war es soweit herrlich, zu dunkel nur, unheimlich, fast zum Fürchten. Gegen Abend war der Urwald zu Ende, und wir erreichten ausgedehnte Flächen mit zweimannshohem Elefantengras. Hier schlugen meine Leute eine Blöße frei unter einigen großen Felsblöcken, zwischen denen eine Quelle hervorkam. Wir kochten und ließen es uns gut schmecken. Ich trank einige Fläschchen Bier und genoß den herrlichen Anblick des Sonnenunterganges über der Sanja-Steppe. Ungewiegt schlief ich bis in den hellen Morgen, und meine Boys schnarchten rings um mein Zelt am Feuer, denn ich hatte einen halben Ochsen mitgeschleppt, und sie waren satt davon. Noch schöner als der Sonnenuntergang gewesen war, zeigte sich der Sonnenaufgang über der weiten Massau-Steppe. Es war ein herrlicher Morgen ohne Wolken, ohne Nebel mit azurblauem Himmel und einer Fernsicht, Die geradezu begeisternd schön war. Der schneeweiße Gipfel des benachbarten Kibo leuchtete herüber, und die fernen Seen blinkten im Sonnenglanze. Nach einem Athletenfrühstück marschierten wir frohgemut ab. Die Elefantenpfade schienen steil und gradlinig dem Gipfel zuzuführen. Dor mir ging ein Mann mit dem Buschmesser, der etwaige Hindernisse beseitigen sollte. Meine Träger sangen und lachten. Da passierte das Unfaßbare. Ich weiß heute noch nicht, wie mir geschah. Jedenfalls war der Mann vor mir verschwunden, als wenn die Erde ihn verschlungen hätte. Die Leute hinter mir warfen ihre Lasten krachend in die Dickung und verschwanden schnell und spurlos. Ich selber stand einsam und verlassen mitten auf dem breiten Wechsel, und da kam das Unheil in Gestalt eines riesigen Nashorns auf mich zu mit der unfehlbaren Wucht einer Lokomotive. Die restlichen vier Verwundeten des Panzerschiffes „Deutschland", Stabsmatrose Boettiger, Obermatrose Eilert, Oberheizer Balle und Matrose Roth, treffen am 7. August in Wilhelmshaven ein. Damit kehren die letzten der noch in Gibraltar verbliebenen Angehörigen des Panzerschiffes „Deutschland" in die Heimat zurück. Im Zusammenhang mit den Kundgebungen am 17. und 18. Juli in Wels anläßlich des Wiedersehensfestes der Frontsoldaten wurde von, den Sicherheitsbehörden von Oberösterreich die Tätigkeit der deutsch-völkischen Turnvereine „3 a f) n" in Wels, Gallneukirchen, Ischl und Ebensee eingestellt bzw. deren Auflösung verfügt. Bezüglich der anderen deutsch-völkischen Turnvereine gehen die Erhebungen weiter. Die Einfuhr englischer Zeitungen in Italien ist wieder gestattet. Bekanntlich waren seit dem 8. Mai die englischen Zeitungen mit Ausnahme von „Daily Mail", „Evening News" und „Observer" in Italien verboten. * Die englische Regierung hat der französischen mitgeteilt, daß auch Indien, Australien und Neuseeland dem französisch-britischen Abkommen vom 29. Juli 1937 über die Abschaffung der Kapitu- lationsvorrechte in Marokko und Sansibar zugestimmt haben. Ein Anhang führt die Namen der 38 marokkanischen Eingeborenen auf, die bisher britische Schutzbefohlene waren und dies bis zu ihrem Tode bleiben. Verhandlungen zur Abschaffung von Kapitulationsbestimmungen auf wirtschaftlichem Gebiet, die noch auf den Handelsvertrag von 1856 zurückgehen, werden angekündigt. Der neue Handelsvertrag soll auf dem Grundsatz der Gegenseitigkeit aufgebaut werden. Kunst unö Wissenschaft ' Die 5. Internationale Film- und kunstfchau in Venedig. Die 5.Internationale Film- und Kunstschau auf dem Lido in Venedig wird am 10. August in Anwesenheit des italienischen Ministers für Volksbildung Alfieri und der Vertreter der 16 an der Schau beteiligten Nationen in dem neu errichteten Vorführungspalast eröffnet werden. Am Abend wird der F i l m w e t t b e w e r b mit der gleichzeitigen Vorführung eines noch zu bestimmenden Films im Dorführungspalast und im Garten des Hotels Excelsior seinen Anfang nehmen. 250 neue Volksbüchereien. In Jena begann eine vom Reichserziehungsministerium einberufene Tagung für das Dolksbüchereiwesen, an der neben den Sachbearbeitern der Landesunterrichtsverwaltung Vertreter staatlicher Behörden und Parteigliederungen teilnahmen Regierungsrat Dähnhardt vom Reichserziehungsministerium gab einen Bericht über den gegenwärtigen Stand des Volksbüchereiwesens und über die Maßnahmen, die den planmäßigen Ausbau der Büchereien zum Ziele haben. Er teilte mit, daß nun in allen Teilen des Reiches Volksbüchereistellen ihre Arbeit ausgenommen haben und daß im Rahmen der diesjährigen B u ch w o ch e mit der Eröffnung von 250 neuen Volksbüchereien zu rechnen fei. Dann wurden die Richtlinien für die Volksbüchereiarbeit in Stadt und Land erörtert und die neuen Grundsätze für die volksbibliothekarische Fachausbildung dargelegt. Aus aller Welt. Oie höchste Autostraße Oeutschtands ein Gemeinschastewerk der SA. München, 6. Aug. (DNB.) Sonntag eröffnet Stabschef Lutze den ersten Teil der Straße auf den Wallberg, die von der SA. als h ö ch st e Auto st raße Deutschlands gebaut wurde. Sie führt in neun- bis zehnprozentiger Steigung auf diesem schönsten und lohnendsten Berg des Te- qernseer Gebietes mit ferner umfassenden Aussicht auf den See. In zwei mächtigen Kehren geht es bis zum Scharlinger Moos, das in 1100 Meter Höhe liegt. Bis hierher ist die Wallberg- straße bereits fertiggestellt. Das Teklstück, das am Sonntag dem Verkehr übergeben wird, ist etwa vier Kilometer lang und stellt die Hälfte der ganzen Straße bis zum Schutzhaus auf dem Wallberg (1500 Meter Höhe) dar. Im allgemeinen 5,5 Meter breit, ist die Straße an den Ausweichstellen auf zehn Meter erweitert. Seit Herbst 1935 wird mit einem durchschnittlichen Einsatz von 400 Mann an der Wallbergstraße geschafft. Im Sommer des nächsten Jahres soll die ganze Straße fertiggestellt sein. U-Boot-Flottille Weddigen in Finnland. Die deutsche U-Boot-Flottille Weddigen, bestehend aus elf U-Booten und dem U-Boot-Begleitschiff „Saar", traf in Helsinki ein. Der deutsche Ma- rineattacf)^ Kapitän zur See von Sonin, und der finnische Begleitoffizier waren der Flottille entgegengefahren. Der Flottenchef, Kapitän zur See Loycke, stattete dem deutschen Gesandten von Blücher Den ersten Besuch ab. Zahlreiche Mitglieder der deutschen Kolonie empfingen die deutschen U- Boote am Kai. Samstag mittag sind 100 Mann der Besatzung Gäste bei Den in Helsinki Durchgeführten Weltmeisterschaftskämpfen im Schießen. Das Offizierskorps Der Flottille wird einer Einladung Des finischen Kriegsministers folgen. Abends find Offiziere und Mannschaften dann im finnischen Offizierskasino Gäste des Offizierskorps der finnischen Flotte. Drei Kinder beim Spiel mit einer allen Granate zerrissen. In einem Fischerdorf in der Gemeinde Wiimsi unweit von Reval (Estland) ereignete sich ein Erplosionsunglück, das drei Menschenleben forderte. Fischerknaben fanden in einem leeren Brunnen eine alte Granate. Während sie diese naher besahen explodierte die Granate. Hierbei wurden zwei Knaben sofort getötet, während zwei weitere schwerverletzte Knaben ins Krankenhaus gebracht werden mußten. Einer der verwundeten Knaben erlag bald darauf feinen Der- letzungen. Wie sich herausstellte, handelte es sich um eine Hyperit enthaltende Granate; denn mehrere von den zur Hilfe herbeigeeilten Personen mußten mit Hyperitvergiftungserscheinungen ins Krankenhaus eingeliefert werden. Anscheinend handelt es sich um eine Granate, die während der Revoluttonszeit von russischen Truppen, die seinerzeit in der gleichen Gegend verschiedene Kirchen gesprengt hatten, in den Brunnen gelegt worden war. Wiener Sänger In Danzig zu Gast. Im Anschluß an das große Sängerfest in Breslau waren die Mitglieder Des Ersten Wiener Männergesangvereins zu einem Besuch in Danzig ein- getroffen. Im Festsaal Des altstädtischen Rathauses fand ein Empfang statt. Nachmittags fand dann unter großer Anteilnahme der Zoppoter Bevölkerung ein Konzert Der Wiener Sänger im Kurgarten statt. Am Abend wurde ein zweites Konzert auf Der neugeschaffenen Jäschkentaler Festspielstätte in Danzig gegeben, wo sich TausenDe eingefunden hatten. Ein sowjetrussisches Passagierflugzeug abgestürzt. Ein sowjetrussisches Passagierflugzeug der Linie Prag — Moskau stürzte im Bezirk Bistritz in Siebenbürgen ab. Das Flugzeug brannte vollkommen nieder. An Bord des Flugzeuges befanden sich zwei tschechoslowakische Passagiere und die aus vier Mann bestehende Besatzung. Sämtliche Insassen wurden tot aufgefunden. Heber zweihundert Todesopfer der Unwetterkatastrophe in Korea. Die Unwetterkatastrophe in Nordkorea, die besonders die Provinz Heian verwüstete, nimmt immer größere Ausmaße an. Es sind bereits 200 Tote zu beklagen, 55 Personen wurden als verletzt gemeldet. Doch ist die Zahl der Todesopfer noch bei weitem höher, da aus verschiedenen Gebieten noch zahlreiche Menschen als vermißt gemeldet werden. Der Sachschaden ist noch nicht abzuschätzen. Gesamte Bautätigkeit in Prag durch Streik lahmgelegt. Irn Prager Baugewerbe ist vor einigen Tagen ein Streik ausgebrochen, der sich jetzt auf alle Baustellen der tschechoslowakischen Hauptstadt ausgedehnt hat. Die Schlichtungsoerhandlungen zwischen den Arbeitgebern und den Arbeitnehmern wurden vertagt, da eine Einigung bisher nicht erzielt werden konnte. 75 Iahre Vahnhofsbuchhandlungen in Deutschland. Ein Vierteljahrhundert nach der Eröffnung der ersten deutschen Eisenbahn scheint eine Fahrt mit dem Zuge keine aufregende Sache mehr gewesen zu sein. Man sing an, sich die Zeit unterwegs mit Lesen zu vertreiben. Das kann man daraus schließen, daß 1862 — vor 75 Jahren — ein findiger Nürnberger Buchhändler, Heinrich Schräg, den Antrag stellte, auf Dem Nürnberger Bahn- h o f einen festen Verkaufsstand für Bücher und Schriften errichten zu dürfen. Dieser Antrag war der erste seiner Art in Deutschland und führte zur Einrichtung der Nürnberger Bahnhofsbuchhandlung, die noch heute im Besitz der Familie Schräg ist. Starkes Anwachsen des Fremdenverkehrs. Im Juni 1 9 3 7 hatte der Fremdenverkehr wiederum einen größeren Umfang als zur gleichen Vorjahreszeit, obgleich er damals durch die Pfingst- feiertage besonders angeregt wurde und Pfingsten diesmal in Den Mai gefallen ist. In 804 wichtigen Fremdenverkehrsorten des Reiches wurden 2,42 Millionen Fremdenmeldungen und 10,73 Millionen Fremdenübernachtungen gezählt, d. h. 13 und 14 o. H. mehr als im Juni 1936. Der Fremdenver- Mir blieb keine Zeit zur Ueberlegung. Rechts von mir stand ein dichter, dorniger Busch. Ich warf mich hinein und fing an hochzuklimmen. Deutlich fühlte ich Den heißen Atem Des vorüberstürmenden Untieres mein Genick streifen. Ick) kletterte in Todesangst immer höher, unD je mehr ich kletterte, desto tiefer sank ich zu Boden, denn Der Dünne Busch konnte mich nicht tragen. Da kam Das Nashorn wieder zurück und Donnerte zwei Schritt hinter mir vorbei. Jetzt sah ich auch meine Neger wieder. Sie rafften ihre Lasten auf und rannten so schnell bergab, daß ich kaum folgen konnte. So liefen wir bis an die Urwaldgrenze. Hier holte uns das wütende Urvieh wieder ein, das heißt, nunmehr war es eine ganze Herde Nashörner, die hinter uns herkamen. Sofort faßen die Neger auf (Reumanns (perg^ilfe unterstützt und regelt Die kirbeitskraft Ohres Herzens. Heumanns Herz-Hilfe ist unschädlich und aus rein pflanzlichen tzeilstoffen zu- sammengeseht.-Au haben in denkipotheken für R2K. 2.50 die Packung. Sie reicht ca. 1 Monat. Heumanns bei . nngtt- herseu den nächsten Bäumen, und ich tat desgleichen. Wie ich auf den dicken, astlosen Baum hinaufkam, weiß ich nicht mehr, aber ich war oben, als die Dickhäuter Dorbeiftürmten. Nach kurzer Zeit kamen die Biester zurück und schienen uns zu suchen. Es hatte den Anschein, als ob sie uns regelrecht belagern wollten. Ich wünschte den infamen Berg mitsamt seinen Nashörnern in Grund und Boden. Oft habe ich an der Westfront Angst gehabt, aber nie hatte ich solche Angst wie an diesem Morgen auf dem Baum am Meru-Berge. Wir saßen bis in den Nachmittag auf den Bäumen, da zogen die Dickhäuter ab. Meine Mohren kamen und winkten mir. Im Geschwindschritt eilten wir zu Tal. Doch nun kam uns eine Herde Elefanten entgegen. Wo sollten wir hin? — Wir drückten uns in das dichte Unterholz und verharrten still mit Herzklopfen, bis die mächtigen Tiere, die in freier Wildbahn einen überwältigenden Eindruck machen, oorbeigetrottet waren. Die kleinen Elefanten, nicht größer als ein großes Schwein, trotteten zwischen den Vorderbeinen Der Mütter. Kaum waren die vorbei, als meine Mohren schon wieder winkten. „Schnell, Herr, schnell", und wir eilten in langen Sprüngen zu Tal. Zum Glück war es dunkel, als wir ankamen, und ich konnte, schmutzig und zerschunden, mein Zimmer unbemerkt aufsuchen. Seitdem verlangt es mich nicht mehr, den Gipfel des Meru zu ersteigen, geschweige denn in seinen Krater hineinzusehen. (Alle Rechte beim Traditions-Verlag Kolk 8- Co., Berlin SW 68.) kehr aus dem Ausland ist stärker gestiegen, und zwar bei den Meldungen um rund ein Drittel (34 v. H.) auf 248 733 und bei den Uebernach- tunaen um 22 v. H. auf 667 679 In den Groß- stäoten war die Zahl der Fremdenübernachtungen (1,91 Millionen) um 29 v. H., in den Mittel- und Kleinstädten (rund eine Million) um 10 v.H., in den Bädern und Kurorten (6,08 Millionen) um 6 v. H. und in den Seebädern (1,75 Millionen) um 15 v. H. größer als im Juni 1936. (Ein IHufeum für asiatische Kunst in Bamberg. In der an Baudenkmälern und kulturellen <5imm. lungen so reichen Stadt Bamberg wurde ein Museum für asiatische Kunst eröffnet, eine Leihgabe Des Botschafters i. R. Dr. Voretzsch. Zur Unterbringung Der Sammlung hat die Krongutsverwal- tung drei prunkvolle Säle Der Neuen Residenz zur Verfügung gestellt. Der eine Saal enthält vor allem Skulpturen, darunter eine Buddha-Figur aus einer Blütezeit Der chinesischen Kunst: Der T'ang- Dynastie (618—906). In dem nächsten Saal vermitteln Tonwaren und Porzellane einen vortrefflichen Einblick in das Gebiet künsllerischen Schaffens, auf Dem die Chinesen und Japaner Meister waren. Das Museum wird vervollständigt durch eine Anzahl interessanter Schnitzereien aus Halbedelsteinen, durch prachtvolle Klingen, die japanische Schwertfeger herstellten, durch Bronzen und durch verschiedenerlei Kleinkunstgegenstände. Wetterbericht de» Reichsmetterdienstes. Ausqabeort Frankfurt. Noch immer steht die Witterungslage Deutschlands unter Dem Einfluß hohen Luftdruckes, wobei von Westen kommende Ausstrahlungen Temperaturen bis zu 30 Grad im Schatten Hervorrufen werden. Don Westen her vordringende Luftströmungen werden Gewitterneigung bringen, die dem Schönwettercharakter aber keinen Abbruch tut. Aussichten für Sonntag: Vielfach heiter, von Westen Gewitterstörungen mit leichter Abkühlung, doch keine Aenderung des Schönwetters. Aussichten für Montag: Im ganzen freundliches Wetter. Lufttemperaturen am 6. August: mittags 28,7 Grad Celsius, abends 20,4 Grad: am 7. August: morgens 16,9 Grad. Maximum 29,5 Grad, Minimum heute nacht 11,6 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 6. August: abends 25,6 Grad; am 7. August: morgens 19,8 Grad. — Sonnenscheindauer 12,8 Stunden. Hauptschriftleiter: Dr Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Haupfichriftleiters: Ernst Blum- schein Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot (beurlaubt), i. V.: Dr. Fr. W. Lange; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck (beurlaubt). Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. VII. 37: 9076. Druck und Verlag: Brühlfche Universitätsdruckerei R Lange. K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM 2,05 einschließlich 25 Pf Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf mehr Einzeloerkaufs- preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. Achtung! WzemW Brauchen Sie eine neue Fleischschneidemaschine, einen Kutter, eine Füllmaschine über eine moderne Zwillmgsmaschine, bann kaufen Sie eine Maschine aus ber Maschinen-Fabrik Richarb Heike, Berlin. Sämtliche Maschinen für Transmissionsantrieb sowie mit eingebautem Motor Vertreter: sibgD Wilhelm Aeeb maffljinenhünöiung, Heooraiuten Münchholzhausen. 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Auch hier ist der Kampf der Technik um Die lieber» legenheit der Angriffs- und Abwehrwaffen in vollem Gange. Der rapiden Steigerung der Luftwaffe nach Zahl und Kampfkraft steht eine sehr intensive Entwicklung der Erdabwehr gegenüber.Die artilleristische Abwehr ist durch.sehr schnell feuernde Flakbatterien mit höchst vervollkommneten Richtmitteln gegenüber den Verhältnissen im Weltkriege ganz bedeutend gesteigert worden. Wenn die Frie- dens-Schießplatz-Ergebnisse nicht allzusehr täuschen, muß mit einem beträchtlichen Hundertsatz im Abschuß von Flugzeugen gerechnet werden. Zum mindesten ist es aber wahrscheinlich, daß die Flskartil- lerie die feindlichen Luststreitkräfte in erhebliche Höhen zwingen wird, wodurch die Treffwahrscheinlichkeit des Bombenabwurfes stark herabgesetzt wird. Gegen Tiefflieger werden in großer Zahl kleinkalibrige Schnellfeuergeschütze und FliegerabwehrMG. eingesetzt werden, denen ebenfalls wegen ihrer Ausstattung mit verfeinerten Richtmitteln und wirksamer Munition erhebliche Erfolge zugesfirochen werden müssen. Nicht zum geringsten wird der Ausbau des passiven Luftschutzes dazu beitragen, die materielle, besonders aber die moralische Wirkung von Luftangriffen gegen die Wohnstätten abzuschwächen. Wenn also die an Luftstreitkräften schwächere Partei die Erdabwehr und den passiven Luftschutz sorgfältig ausgebaut hat, so erscheint es keineswegs sicher, daß der Ueberlegenheit in der Luft allein ohne gleichzeitige Ueberlegenheit der Erdstreitkräfte den Endsieg sichert. Eine äußerst wichtige Frage, die vor einer Ueben» fteigerung der Motorisierung warnt, ist die der f Steinhäfur- »Urquell Violwille-Mars-la-Tour, Gravelotte-sl. privat. Ehrentage des Gießener Regiments am 16. und 18. August 1810. Von Georg Lind. An die Namen Weißenburg, Wörth, Spichern knüpfte sich im Jahre 1870 die frohe Zuversicht des gesamten deutschen Volkes auf siegreiche Vollendung des ihm von dem französischen Kaiserreich aufgezwungenen Krieges, der zur Einigung der deutschen Stämme und zur Errichtung des Deutschen Reichs führen sollte. Die blutigen Kampfe bei Weißenburg, Wörth und um die Spicherer Höhen hatten den beabsichtigten Vorstoß der Franzosen nach Süddeutschland aogewehrt, sie in die Defensive gedrängt und den deutschen Truppen den Besitz des nördlichen Elsaß bereits gesichert. Die jetzt folgenden Augustkämpfe vor Metz sollten die Vereinigung des Baza i n e schen Heeres mit dem neuen, sich um Chälons sammelnden Heere des Marschalls Mac M a h o n vereiteln. Sie wurden eingeleitet durch die Schlacht von Colombey-Nouilly am 14. August und wurden von deutscher Seite gleichsam improvisiert, indem sich aus eigener Initiative die Führer des I. und des VII. deutschen Korps auf die schon im Abmarsch von Metz nach CHLlvns begriffenen französischen Armeeteile warfen und deren wesentliche Weiterbewegung empfindlich störten und erheblich verzögerten, allerdings mit dem Verlust von 5000 Mann, dem ein solcher der Franzosen von 3500 gegenüberstand. Da in diesen Augustkämpfen in hervorragender Weise auch das Gießener Regiment, 2. Großh. Hess, (später Nr. 116), teilgenommen hat, sei kurz vor den Erinnerungstagen des 16. und 18. August an dieser Stelle darauf hingewiesen. Das Regiment war bereits am 21. Juli 1870, zwei Tage nach der Kriegserklärung, auf Kriegsstärke gebracht worden. Das Ersatzbataillon blieb in der Gießener Kaserne; die übrigen Teile wurden für zwei Tage in den Orten Krofdorf, Atzbach, Kinzenbach, Dutenhofen und Münchholzhausen in Bauernquartiere gelegt. Schon am 25. Juli trat das aus zwei Bataillonen bestehende Regiment, das mit den übrigen hessischen Truppen die dem Prinzen Ludwig von Hessen (dem späteren Großherzog Ludwig IV, 1877 bis 1892) unterstehende Großh. Hessische Division bildete und im Verband des IX. Armeekorps der Heeresgruppe des Prinzen Friedrich Karl von P r e u ß e n-unterstand, von Wetzlar aus per Bahn über Ems—Oberlahnstein—Biebrich—Moosbach seine Bewegung nach dem Kriegsschauplatz an. Der Weitermarsch erfolgte in die Umgebung von Mainz und von dort weiter über Alzey—Worms—Kaiserslautern nach Saarbrücken, wo es am 10. August eintraf und am 11. dort am obersten Kriegsherrn, König Wilhelm, vorbeimarfchierte. Bei Forbach wurde jubelnd die französische Grenze überschritten und Quartier bezogen. Am 16. August marschierte das Regiment, nachdem es bei Corny die Mosel überschritten hatte, an seinem Divisionsführer Prini Ludwig von Hessen vorbei; seine ermunternde Ansprache wurde mit kräftigen Hurra-Rufen ausgenommen und beantwortet. Von Richtung Gorze schallte schon heftiger Kanonendonner und das Knattern der Mitralleusen herüber; alles deutete darauf hin, daß das Regiment in diesem Kriege seine Feuertaufe erhalten sollte. Im Sturmschritt entwickelte es sich in Richtung Gorze. Gegen Rezonville streckt sich ein Wald feindwärts. Mit einbrechender Dunkelheit gehen die 116er zum Angriff vor. Die Franzosen unterhalten gegen die anftürmenöen Oberhessen ein mörderisches Feuer. Aber sie müssen sich vor deren Ungestüm bald zurückziehen. Die Feuertaufe des Regiments war ein Sieg! Ein Sieg mit Opfern. Das Gefecht, das als Teil der Schlacht von V i o n- ville — Mars-la-Tour mit ehernen Lettern in der Geschichte des Einigungskriegs 1870/71 verzeichnet ist, kostete das Regiment 7 Tote und an Verwundeten 1 Offizier und 18 Soldaten. Vermißt wurden seitdem 2 Mann. Am härtesten war dabei die 2. Kompanie mitgenommen worden. Nach der glänzend bestandenen Feuerprobe verlief der 17. August in verhältnismäßiger Ruhe. Aber schon der nächste Tag gab dem Gießener Regiment Gelegenheit, sich in hervorragender Weise an den Kämpfen zu beteiligen, die unter der Bezeichnung der Schlacht von Gravelotte — St P r "i v a t eine Der stolzesten Erinnerungen des Regiments aus dem Krieg 1870/71 bildet. Schon am frühen Morgen um 6 Uhr trat das Regiment an. Der Marsch ging über Verneville auf Amanvillers (Amanweiler) zu nach einem diesen Ort deckenden Höhenrücken, dem Bois de la cuffe 2In der Eisenbahnlinie Metz-Verdun war deutsche Artillerie postiert Das zur Artillenedeckung beorderte 1. Bataillon 116 erlitt erhebliche Verluste Die 3. und 4 Kompanie nahmen gegen 4 Uhr nachmittags nach heftigem Kampf die vom Feind stark be.etzte und energisch verteidigte nach Süden des Bois de la cusie w gelegene L^Envie-Ferme. Schon beim Vormarsch auf L'Envie-Ferme fiel mit anderen tapferen 116ern Der Leutnant Steinberger von Der 4. Kompanie Die Leibkompanie und Die 2. Kompanie ging gegen Die Champenois-Ferme vor. Die von Der Artillerie bereits in Brand geschossen war. Bei dem Ansturm auf Die Champenois-Ferme wurde durch eine einschlagende Granate ein Mann getötet und ein Offizier und sechs Mann schwer verwundet. Der Bataillvnskvmmandeur Major Gräf sank bald darauf tödlich getroffen vom Pferd. Bei dem letzten Angriff auf die Ehampenois-Ferme wurde der Portepee-Fähnrich Naumann schwer verwundet (jetzt als 88jähriger Oberst i. R. in Gießen). Die Champenois-Ferme "wurde von Dem Halbbataillon genommen unD zur VerteiDigung eingerichtet. Das zweite Halbbataillon, 3 und 4/116, verließ L'Envie Ferme unD murDe mit zur Besetzung Der Champenois-Ferme herangezogen, Die trotz allen feinDlichen Gegenmaßnahmen von Dem 1. Bataillon 116 auch behauptet mürbe. Während so Das I. Bataillon im SüDen Des Gehölzes Bois De la cusie in schwerem, aber erfolgreichen Kampfe ftanb, wurDe Das II. Bataillon Der 116er närD- lich von Dem Gehölz engagiert. Die Franzosen überschütteten an diesem Teil das Gehölz mit einem vernichtenden Feuer, in Dem 11/116 abroartenD aushalten mußte, bis Das preußische GarDekvrps am linken Flügel gegen St. Privat eingreifen konnte. Dieses vorerst tatenlose Ausharren im feinDlichen Feuer stellte an Führer unD Mannschaften eine starke Nervenprobe, Die vorzüglich beftanDen wurDe. EnDlich löste sich Die Nervenspannung, als Das Vorgehen Der preußischen Garde in Richtung St. Privat bemerkbar wurDe. Mit Begeisterung wurDe Der Angriffsbefehl des Bataillons in Der Richtung auf Amanvillers ausgenommen, Der sich solgenDermaßen vollzog: Die 5. und 8. Kompanie ging gegen Die norDwestlich Dieses Ortes feuernDen französischen Schützen vor. Von der 5/116 fielen hier kurz hintereinander sieben Mann. Die 6. und 7. Kompanie wurde in Richtung auf St. Privat eingesetzt und konnte die Feinde hier unter wirkungsvolles Feuer nehmen. Alle Kompanien erlitten beträchtliche Verluste. Einen Ausgleich bewirkte hier die deutsche Artillerie, Die sich schnell eingeschossen hatte unD mit berounDernsroerter Treffsicherheit Granate auf Granate in Die französische Stellung setzte. Als Dann Das GarDekorps zum Sturm auf St. Privat eingesetzt wurDe, wurDe auch Dem II. Bataillon Der Befehl zum Angriff gegeben. Oberst Kraus ging mit Der 6. unD 7. Kompanie nach St. Privat vor, währenD Die 5. und 8. Kompanie einen Vorstoß abwies, Den Die Franzosen von Amanvillers her gegen Die GarDe unternommen hatten. Das Bataillon wurDe hagelDicht mit Geschossen umpfiffen. Unter erheblichen Verlusten wurDe ein Bahnwärterhaus erreicht. Das an Der Bahnlinie zwischen Bois De la cusie unD Amanvillers lag. Dort wurDe Stellung genommen und sie auch behauptet trotz Des stärksten feindlichen Feuers. Mit dem hereinbrechenden Abend war Der Sieg errungen! St. Privat selbst war von Den Sachsen unD Der preußischen GarDe im Sturm genommen worden. Am nächtlichen Augusthimmel em prächtigfurchtbares Bild: St. Privat ftanD in Hellen Flammen, weithin Das heißumstrittene Schlachtfeld be- leuchtenD. Die ermüDeten Truppen waren sich Der Tragweite Des blutig errungenen Sieges noch gar nicht bewußt: Er war Die Einschließung Der stolzen französischen „Rhein"-Armee unter Bazaine in Metz. Im Zentrum Des Angriffs hatte Das IX. Korps und mit ihm Die Großh. Hess. Division Dem Vvr- Dringen Der Franzosen Einhalt geboten. Es waren Die schweren Kämpfe, Die Den Zusammenschluß Der französischen Armeen unter Bazaine unD Mac Ma- hon vereitelten unD hierDurch Die ohne Beispiel Dastehenden Katastrophen von SeDan und Metz ermöglichten. Das Regiment hatte Durch Den Sieg einen Ausfall von 323 Mann einschließlich Offizieren, wovon 107 auf Das I. unD 216 auf das II. Bataillon kamen. Die Gefamtverluste Der Hessischen Division betrugen nach einer Mitteilung Des Divisionsführers, Des Prinzen LuDwig an feine Gemahlin, Die spätere Großherzogin Alice, an Toten 21 Offiziere, 169 Unteroffiziere unD Mannschaften, 96 PferDe; an VerwunDeten 50 Offiziere, 1224 Unteroffiziere und Mannschaften, 56 Pferde; vermißt wurden 338 Mann und 3 Pferde. An Offizieren betrauerte Das Regiment: Major Gräf, Der bereits am 19. August feinen schweren WunDen erlag, Leutnant Steinberger unD Reserveleutnant Georg Gail, Der fpätgr an seiner VerwunDung starb, ebenso wie Die in Der Schlacht verwunDeten Oberleutnants Kiß- ner und Kullmann, der in Altenstadt in Ober- hessen verschieb. VerwunDet warben waren Hauptmann Riedel, Oberleutnant Heydacker, Re- gimentsaDjutant H o f und Oberleutnant Haupt. Die Ehrentafel in Der Vorhalle Des Alten Gießener Rathauses am Marktplatz unD Das Kriegerdenkmal mahnen auch an Die Schlachten von Vionville-Mars- la-Tour und Gravelotte-St. Privat. Das Gießener Regiment hat seinen Ruf auch im weiteren Verlauf Des FelDzugs mit alter, blinDer Hessentreue bewährt, sei es bei Den Einschließungskämpfen um Metz, in Der Schlacht von Nvisseville, bei Dem gefahrvollen Vormarsch auf Die Loire unD in Den blutigen Gefechten bei Orleans, in Der gefährlichen Situation bei Briare unD zahlreichen erfolgreichen, aber schwierigen Rekognoszierungen, zu Denen es als hervor- ragenDe Kampftruppe herangezogen wurDe. An Ruhm und Ehren reich kehrte Das Regiment am 26. Juni 1871 in feine GarnisonstaDt Gießen zurück. Die TraDition von 1870/71 hat sich auch im Weltkrieg bei Den 116ern bewährt unD festen Mutes und voll Stolz vertrauen auch heute wieDer Die Gießener Volksgenossen auf Die jetzigen 116er, Die alte TraDition unD Treue zu Führer unD Volk, VaterlanD und Heimat in sich vereinigen. Treib ft offversorgung. Eine sehr beachtenswerter Aufsatz in der Zeitschrift „Der deutsche Volkswirt", Nr. 29 Dom 16. April 1937: „Kann der Treibstoffbedarf der heutigen Kriegführung überhaupt befriedigt werden" von Dr. F. Friedensburg, Berlin-Wannsee, gibt zu diesem Punkt interessante Aufschlüsse. Der Bedarf einer kriegführenden Großmacht an flüssigen Treibstoffen wird in diesem Aufsatz auf etwa 12,65 Millionen Tonnen für ein Kriegsjahr berechnet, wohl bemerkt ohne den Bedarf der Heimat, durch den der Gesamtbedarf auf etwa 15 Mill. Tonnen steigen dürfte. Nach den weiteren Ausführungen in diesem Aufsatz erscheint es ausgeschlossen, daß in einem Kriege, der annähernd die Ausmaße des Weltkrieges annehmen würde, fache Mengen von den kriegführenden Mächten und den voraussichtlich für eine Teilnahme am Kriege nicht in Frage kommenden ölerzeugenden lieber« schußländern verfügbar gemacht und verschifft werden können. Letzteres um so weniger, als die Seetransporte durch Handelskrieg mit See- und Luftstreitkräften wesentlich vermindert würden. Es ist sicher anzunehmen, daß sich der Handelskrieg ganz besonders gegen Tankschiffe wenden würde, deren Bedeutung für die Kriegführung klarliegt. Ob die Verflüssigung von Kohle in absehbarer Zeit den Fehlbedarf wird decken können, erscheint zweifelhaft, besonders natürlich in kohlenarmen Lan« dern. Es darf dabei auch nicht übersehen werden, daß eine so bedeutende Steigerung der künstlichen Erzeugung von flüssigen Treibstoffen nur möglich ist, wenn die Anlagen dazu schon im Frieden hergestellt sind, und daß ferner zu ihrem Betriebe eine erhebliche Zahl kampffähiger Männer der Front entzogen werden müßten. Wenn man aus diesen Erwägungen das Ergeb- nis zieht, so scheint es angebracht, vor einer Ueberfteiqerung der an sich aus der neuzeitlichen Kriegführung nicht mehr wegzudenkenden Motorisierung und Mechanisierung zu warnen. Jedenfalls werden die für die Kriegsvorbereitung verantwortlichen Stellen erwägen müssen, wie weit sie darin gehen müssen und dürfen. Letzten Endes wird auch der moderne Krieg nicht vom Motor, sondern von den Beinen des Infanteri- st e n entschieden werden. Die motorisierten Streitkräfte sollen ihm den Weg dazu bahnen.. Sie sollen ein Hilfsmittel der Führung sein, aber sie nicht beherrschen. Im richtigen Maße angewandt, werden sie diese Aufgabe erfüllen. Keinesfalls aber kann man Voraussagen, daß die zunehmende Motorisierung und Mechanisierung der Streitkräfte die Gewähr für einen kurzen Kriegsverlauf gibt. Llm Völkerfreiheit im iii: eltkrieg. Oer britisch-russische Machtkampf im vorderen Orient. Don Dr. Gustav ORoloff, ehemaligem Professor der Geschichte an der Universität Gießen. Unter den Aktenpublikationen, mit denen die Großmächte ihre Politik vor dem Weltkriege zu rechtfertigen unternommen haben, nimmt die der Sowjetunion eine besondere Stellung ein. Sie ist zuletzt auf dem Plan erschienen und gibt nicht wie die anderen eine urkundliche Schilderung der letzten Jahrzehnte vor dem Kriegsbeginn — die deutschen und französischen Veröffentlichungen beginnen mit dem Jahre 1871 —, sondern sie setzt erst am 1. Januar 1914 ein, bringt also nur Material zur Geschichte der eigentlichen Julikrisis und der letzten Friedensmonate. Wann die Moskauer Regierung die Lücke nach rückwärts ausfüllen und eine vertiefte Anschauung von der auswärtigen Politik des letzten Zaren ermöglichen wird, steht dahin; einstweilen scheint ihr mehr daran gelegen zu sein, die auswärtige Politik während des Krieges, den Sturz des Zaren und ihren eigenen Ursprung zu schildern. Acht starke Doppelbände, die mehrere tausend Akten bis zum Herbst 1915, vornehmlich Korrespondenzen des Ministers des Auswärtigen mit den Botschaftern und Gesandten, enthalten, sind vorläusig erschienen. Wir wollen aus dem überaus reichhaltigen Material heute nur einen Punkt herausgreifen, der äußerlich zwar weit ab- zuliegen scheint, aber doch außerordentlich charakteristisch ist für die allgemeine Politik der Entente und speziell für das Verhältnis der Ententegenossen unter einander: d i e Beziehungen zwischen England und Rußland im vorderen Asien, insbesondere in Persien, während des Krieges. Ueber dieses Gebiet hatten England und Rußland im Jahre 1907 selbstherrlich Verfügungen getroffen: Afghanistan sollte politisch und wirtschaftlich einen englischen Vasallenstaat bilden, Persien sollte zwischen den beiden Mächten aus- geteilt werden, und die Türkei sollte früher oder später demselben Schicksal verfallen. Der politische und wirtschaftliche Einfluß fremder Mächte, vornehmlich Deutschlands, sollte nach Möglichkeit ausgeschaltet werden, nur das verbündete Frankreich sollte seine hergebrachte Stellung im Nahen Orient behalten und damit an dem gemeinschaftlichen Gegensatz gegen Deutschland interessiert werden. In Persien hatten sich bisher der russische und englische Einfluß bekämpft; jetzt sollte eine reinliche Scheidung stattfinden: England sollte ein bestimmt abgegrenztes Gebiet im Süden, Rußland im Norden ausbeuten, in einer dazwischen liegenden „neutralen" Zone sollten beide nur mit Zustimmung des anderen wirtschaftliche Unternehmungen begründen. In dem Abkommen war feierlich die Unabhängigkeit und Integrität Persiens anerkannt worden — natürlich war das nur eine Kulisse für das Streben nach einem Protektorat; der Schah war bei dieser Verteilung feines Landes gar nicht zu Rate gezogen worden. Rußland hoffte, früher oder später den Hauptteil des Landes mit Beschlug zu belegen und seine transkaukasischen Provinzen durch eine Eisenbahn mit dem Persischen Golf zu verbinden, England strebte zur Sicherung der indischen Grenze nach dem maßgebenden Einfluß im Süden und wollte den Bau einer solchen russischen Bahn verhindern. Der Kampf zwischen den beiden Ententegenossen ging daher trotz des Abkommens weiter; man suchte einander in der Gunst des Schahs auszustechen und in der Erlangung von Konzessionen für die Anlage von Straßen, Bahnen, Häfen und Bergwerken zuvorzukommen. Der aggressivere Teil war Rußland. Im Widerspruch mit jener Verpflichtung ließ der Zar nordpersische Landschaften militärisch besetzen, russische Bauern ansiedeln, Steuern einziehen, Beamte ab- und einsetzen. Natürlich sah England dies Vorgehen ungern, weil darin die Vorbereitung eines Angriffs auf Afghanistan und Indien liegen konnte; die politische Korrespondenz zwischen Petersburg und London der Jahre 1907 bis 1914 — wir haben außer den englischen Akten auch viele von privater Seite veröffentlichte russische — ist angefüllt mit gegenseitigen Vorwürfen. Aber bei alledem dachte keine Partei daran, die Dinge hier zum Bruche zu treiben, denn beiden war die Verständigung über die asiatischen Länder doch nur ein Mittel zum Hauptzweck: zur gemeinsamen Bekämpfung Deutschlands. Als Rußland, dessen Politik immer offensiver wurde und in feiner Presse die drohendsten Angriffe gegen Deutschland richten ließ, Anfang 1914 in London anregte, die politisch-militärischen Beziehungen durch eine gegen Deutschland gerichtete Marinekonoention enger zu gestalten, war die englische Regierung sogleich dazu bereit. Etwaige Gegensätze in Asien, sagte der Minister des Auswärtigen Grey, würden kein Hindernis sein, weil die europäischen Dinge viel wichtiger als die persischen seien. / Interessant ist nun zu sehen, wie der Weltkrieg auf die Politik der beiden Ententestaaten in Persien eingewirkt hat. Man spürte sofort die Sympathie der Perser mit den Mittelmächten, von deren Sieg sie die Beseitigung des russisch-englischen Jochs erwarten durften, aber das bewirkte nicht, daß man sogleich allen Streit fallen ließ und die persische Regierung unter einen gemeinschaftlichen Druck setzte. Einstweilen lebten die beiden Gesandt- Randglossen zur kleinen Zeitgeschichte Von Ernst von Niebelfchütz. Daß im Tode die Menschen gleich sind und jenseits der dunklen Pforte Stand und Namen zu gelten aufhören, wird theoretisch zwar allgemein anerkannt, allein praktisch will man es so wenig wahrhaben, daß man die sozialen Unterschiede selbst in die Friedhöfe hineinträgt, ohne sich der tiefen Unlogik, die darin liegt, eigentlich bewußt zu sein. Man wird nach „Klassen" beerdigt, und der Stein auf unserem Grab läßt ziemlich genaue Schlüsse auf die Höhe unseres Jahreseinkommens zu. Ein Gang durch einen Friedhof ist eine Qual, nicht etwa weil die Nähe des Todes peinliche Gefühle erweckte, sondern weil der weihevolle Friede, der uns auf einem Gottesacker umgeben sollte, fortwährend und in der aufdringlichsten Weise durch das steingewordene Geltungsbedürfnis der Verstorbenen gestört wird. Und wirklich: nirgends hat sich der hemmungslose Individualismus, der die letzten hundert Jahre kennzeichnet, so breit gemacht, nirgends fällt er uns so auf die Nerven als Da, wo er am wenigsten hingehört: auf unseren Friedhöfen. Das soll nun nach den Richtlinien, die der P r ä» fibent der Reichskammer der bildenden Künste im Einvernehmen mit den beteiligten Ministerien erlassen hat, in Zukunft anders werden, es wird eine Friedhofsordnung erstrebt, die der prunkenden Ueberheblichkeit und dem meistens damit eng verbundenen Kitsch das längst verdiente Ende bereitet. Keine grellpolierten Steine, keine übergroßen Denkmäler mehr, aber auch keine künstlichen Felsen und Grotten, keine Blechkränze und Papierfiguren, keine aufgeklebten Photogra- pien, keine Glasplatten und Porzellanengelchen, und was dergleichen Geschmacklosigkeiten mehr sind. Stattdessen ein gewisses Gleichmaß, eine planvolle Ordnung, die allein schon dafür sorgen werden, daß der hier so unpassende Gegensatz von Arm und Reich seine Schärfe verliert. Nach Durchführung dieser Bestimmungen, deren Notwendigkeit leider nicht zu bestreiten ist, wird man erst sehen, wie schön ein solcher, von einer maßvoll regulierenden Kunst gestalteter Friedhof sein kann und daß er auch das religiös gestimmte Gemüt ungleich mehr befriedigt als sein Vorgänger, der ein Tummelplatz der persönlichen Willkür und des Ungeschmacks war. * In Amerika hat man über das moralisch zulässige K u n st w e r k merkwürdig strenge Auffassungen, nur tut man darin oft des Guten zuviel und zieht es gelegentlich vor, sich lieber ein wenig lächerlich zu machen, als daß man sich der Gefahr aussetzte, den polizeilich gehüteten Nationalschatz der öffentlichen Sittlichkeit dem Bazillus der moralischen Inflation preiszugeben. Diese Sorgfalt bezieht sich natürlich nicht auf das Leben im allgemeinen, wo man im Gegenteil der sexuellen Weekend- Freiheit und dem „Anzug" der Revuestars Rechte zugesteht, die sich ziemlich weit außerhalb der sonst zulässigen Grenze bewegen. Aber Kunstwerke? — Nein, da gilt es aufzupassen! Das hier folgende Stückchen amerikanischer Moralgeschichte steht aber doch wohl einzig da. Ort der Handlung: ein Hafenzollamt. Dramatisches Motiv: eine von einer angesehenen Kunstgalerie aus Europa bezogene Mappe mit Photographien nach Michelangelos Fresken in der Sixtinischen Kapelle wird wegen des „obzönen" Charakters der Bilder beschlagnahmt und der Adressat verständigt, er könne einer schweren Bestrafung nach den geltenden Zollgesetzen nur bann entgehen, wenn er freiwillig auf die Aushändigung der Mappe verzichte. Der Adressat war aber hartnäckig und humorvoll genug, auf das sonderbare Ansinnen der Behörde nicht einzugehen. Man darf sich also auf einen recht interessanten Prozeß gefaßt machen: wie amerikanische Sittlichkeit contra Michelangelo und die Päpste. Hoffen wir, daß man einen weisen und gerechten Richter finden wird! * In einer medizinischen Wochenschrift geht ein Göttinger Arzt dem Problem der „G e m ü t s verarm u n g" nach. Der zersetzende Geist der letzten Generationen, so etwa wird ausgeführt, habe eine allgemeine Atomisierung der Seelenkräfte notwendig zur Folge gehabt, nicht bloß in den Spezialwissenschaften, sondern vor allem im sozialen Leben. Die individuelle Einkapselung habe die Menschen der psychischen Derbindungsfäden, ihrer „Haltetaue" beraubt; infolgedessen könnten sie den sich überstürzenden Eindrücken der Außenwelt nicht mehr den gleichen inneren Widerstand entgegensetzen wie ihre noch fest in Familien, Sippengenossenschaften usw. verwurzelten Vorfahren. Das Uebel komme keineswegs nur daher, daß der heutige Mensch Mangel an Vitaminen, Fetten, Kohlenhydraten und Mineralsalzen leide, sondern daß er arm an Gemüt geworden sei. Die aus dieser Erkenntnis gezogene Schlußfolgerung, daß die Jndividuglseele nichts für sich Bestehendes und Selbstherrliches fei, sondern ihre Wurzeln in der schäften zu sehr in der hergebrachten Gegnerschaft, um sogleich eine Wendung finden zu können. Ja, zunächst erweiterte sich die Kluft. England wie Rußland waren überzeugt, binnen kurzem die Mittelmächte niedergeschlagen zu haben, und hofften, dann ihren orientalischen Zielen mit um so größerer Wucht nachgehen zu können. Rußland vermehrte daher seine Truppen in Nordpersien, England schürte den Widerstand des Schahs dagegen durcy finanzielle Hilfen und durch Unterstützung der persischen Proteste. In Persien müsse man, sagte Grey voll Bitterkeit, aus diesen Dingen auf einen Gegensatz der englischen und russischen Politik schließen, und der russische Gesandte in Teheran klagte, England suche die augenblickliche Situation, in der Rußland nur wenig Truppen für Persien übrig habe, zur Untergrabung des russischen Prestiges zu benutzen. Die Hoffnung auf die rasche Besiegung der Mittelmächte mußte man bald aufgeben, und zugleich schuf die Kriegserklärung der Pforte an die Entente (31. Oktober 1914) eine neue Lage. In England rechnete man sofort mit der Möglichkeit einer panislamitischen Bewegung. Man hegt, berichtete der russische Botschafter nach'Hause, ernste „Besorgnis vor der nachteiligen Wirkung auf die großbritannische Kraft in dem gegenwärtigen Kriege, wenn alle Muselmanen auf türkischer Seite geeinigt würden, eine Eventualität, die Anlaß zu Schwierigkeiten sowohl in Aegypten als in Indien geben würde", deshalb, meinte die englische Regierung, müsse man Persien gewinnen, um eine mohammedanische Einheitsfront zu verhindern. Die erste Bedingung dam mußte selbstverständlich die Räumung des persischen Landes durch die Russen sein. Den Londoner Politikern schien sogar noch mehr erreichbar. Da die Türken sich anschickten, die Russen in Nordpersien anzugreifen, sollten die Russen den Persern die Verteidigung ihres Landes überlassen und einen Bruch zwischen den beiden mohammedanischen Staaten herbeiführen: das würde, sagte Grey, außerordentlich günstig für die Entente und schädlich für Deutschland fern. Aber Rußland verwarf diese Idee mit Rücksicht auf seine Zukunftspläne schroff: der Gegensatz der beiden Bundesgenossen schien unversöhnbar zu sein. Indessen kurz darauf schien die Kriegslage einen neuen gemeinsamen Boden zu bieten — natürlich auf Kosten Persiens und anderer Schwachen. Als die Entente im März 1915 den Angriff a u f öte Dardanellen vorbereitete, glaubte man in derselben Ueberschätzung der eignen Kraft wie ein Halbjahr vorher mit der Türkei bald ein Ende machen zu können, und sogleich meldete Rußland feinen Anspruch auf das Fell des zu erlegenden Bären an: Konstantinopel und das westliche Ufer der Meerengen müsse ihm im Frieden zufallen. Die englische Regierung widersvrach nicht, verlangte aber als Gegengabe die lleberiaffung der neutralen persischen Zone, so daß England in zwei Drittteilen Persiens herrschend sein werde. Rußland war einverstanden, begehrte aber dafür das nördliche Afghanistan für sich: zwei Länder, die sich im großen Kriege neutral zu halten bestrebt waren, sollten also die Kosten aufbringen, damit sich die Nationen, die angeblich für die Freiheit und Sicherheit der kleinen Völker in den Krieg gezogen waren, verständigen und bereichern könnten. Tatsächlich kam auf dieser Basis eine Verständigung zustande. Seit dieser Zeit arbeiteten der englische unt> russische Gesandte in Teheran zusammen, von einer Forderung Englands auf Zurückziehung der russischen Truppen ist keine Rede mehr, bald setzt England in Buschir selbst Truppen auf persischen Boden (August 1915): das Geschick Persiens, in einen russischen und englischen Teil zerrissen zu werden, fasten entschieden. Wie das neue Zusammengehen sich in den nächsten Jahren bewährte, können wir im Einzelnen nicht verfolgen, da die russischen Akten vorläufig nur bis zu Diesem Zeitpunkt gehen, aber schließlich hoben die Dinge doch eine ganz andere Wendung genommen, als die eroberungslustigen Mächte wähnten. Der Zusammenbruch Rußlands im Jahre 1917 machte Persien nach dieser Seite frei, und wenn auch der englische Druck zunächst noch zunahm, so zwangen die Verwicklungen, die im Anschluß an den Weltkrieg im Orient ausbrachen, auch die englische Regierung, ihre Truppen aus dem Sozialpsyche suchen müsse, ist sicher richtig; die Frage ist nur, ob die Erklärung ausreicht, ob der Mangel an Gemüt nicht noch tiefere Ursachen hat. Wir sehen sie vor allem in dem Fehlen eines tragkräftigen Glaubens an den Sei ft als diejenige überpersönliche Instanz, die allein den Menschen zum Menschen, d. h. zum Ebenbilde Gottes macht. Eine wahre Angst vor dem Geiste — dem Geiste als dem „Creator Spiritus“, nicht etwa dem analysierenden Verstände (der ja im Gegenteil seine höchsten Triumphe feiert) — hat sich feit vielen Generationen in wachsendem Maße der Menschheit bemächtigt, und im Grunde genommen ist es diese Angst, die den modernen Menschen seine übersinnliche Herkunft vergessen läßt, die ihn dem plattesten Materialismus in die Arme treibt und schließlich — wenn die Zeit erfüllet ist — Zustände möglich macht, wie fie heute in Rußland und im bolschewistisch gebliebenen Spanien herrschen und den Menschen in einer Verfassung zeigen, die ihn seinem anderen Gegenpol, dem Tiere, annähert. Ein neuer Glaube, ein neues Bekenntnis zu den geistigen Urmächten, eine neue Ehrfurcht vor dem Menschen muß entstehen, wenn die Gemütsarmut, die nichts weiter als die Folge einer geistigen Verdorruna ist, nicht eine allgemeine Zeitkrankheit werden soll. ♦ Vor kurzem ist die berühmte frühromanische Holztür der Kirche St. Maria im Kapitol zu Köln anläßlich Erneuerungsarbeiten am Bauwerk von ihrem Platz entfernt und bei dieser Gelegenheit sachgemäß gereinigt worden, so daß erst jetzt ihre hohe kunstgeschlchtliche Bedeutung ganz zutage tritt. Man wird sich einer solchen Entdeckung — denn die jetzige provisorische Aufstellung im hellen Licht des Kölner Schnütgen-Museums kommt wirklich einer Entdeckung gleich — nur freuen, sehr viel weniger aber des sogleich aus wissenschaftlichen Kreisen geäußerten Wunsches, die Tür möge nun dauernd als Leihgabe in der Obhut eines der städtischen Museen verbleiben. Wir mochten nur hoffen und sind dessen sogar sicher, daß dieser vom Standpunkt der Kunstwissenschaft verständliche, von dem der Kunst völlig unverständliche Wunsch kein Gehör bei der maßgebenden Stelle findet. Die Tür ist vor 900 Jahren für einen beftimmten Platz in einer bestimmten Kirche geschaffen worden, nicht um Kunsthistorikern Stoff für geistreiche Formbetrachtungen zu geben, sondern „in maiorem dei gloriam". Und dabei soll es bleiben, zumal gar kein Grund vorliegt, das Kunstwerk aus Gründen der besseren Erhaltung in ein Museum zu verschleppen. Lande des Schah zurückzuziehen (1920) und Persien ebenso wie Afghanistan als völlig souveräne Staaten anzuerkennen. So haben die beiden Vorländer Indiens, die zu Provinzen der beiden Weltmächte herabgedrückt werden sollten, durch den Weltkrieg ihre Freiheit erlangt: dem Weltverkehr sind damit ganz andere Bahnen eröffnet worden, als die Urheber des Krieges beabsichtigt hatten. Deutschland darf dieses Ergebnis als einen Erfolg seiner militärischen Leistungen und Opfer buchen. Auf feine Siege geht die Niederlage Rußlands und die Erhaltung des Hauptteils der Türkei als unabhängiger Staat zurück, und beide Ereignisse stellten mit ihren unmittelbaren und mittelbaren Folgen England, das unerwartet große Opfer im Kriege hatte bringen müssen, vor solche Aufgaben, daß es mit seiner durch den Krieg geschwächten Kraft seine ursprünglichen Zwecke nicht mehr erreichen konnte. Es mußte seine Politik begrenzen und seine Ansprüche herabsetzen. So ist die russische Publikation ein neues Zeugnis dafür, daß der Gedanke der Freiheit und Unabhängigkeit der Volker nicht im Lager der Entente, sondern bei den Mittelmächten Vertretung und Schutz gefunden hat. Walter von der Vogelweide. Von Wilhelm Schäfer. Zierliche Reime hielten zärtliche Worte umrankt und waren im Goldgrund der Minne züchtig gemalt mit höfischen Farben, als Reimar, der alte, Walther, dem Jüngling, den Minnesang lehrte. Aber der Jüngling aus armem Rittergeschlecht lernte anders zu fingen und sagen als sonst ein höfischer Junker, von der Vogelweide war er genannt, und bessere Weide als Brosamen fand er sein Leben lang nicht. Früh war die Straße sein Saal und der Wald seine Kammer, auf allen Wegen des Abendlandes sah er das fahrende Volk; da horte er harschere Töne als die der höfischen Sitte. Die Vögel sangen ihm Lieder, die Bäche pochten den munteren Takt, und der Wind in den Bäumen rauschte den Harfenton: eine braune Dirne im Arm, das war sine hellere Minne, als nach der Herrin zu schmachten. Und Walter wußte der helleren Minne die Lieder zu fingen wie keiner- Wald und Wiese wurden lebendig, wo ihm das Wort aus dem Mund svrang, und die Liebe fing an zu lachen, wo fein Lockruf ertönte. Als Otto den Welfen der Bann traf — dem der Papst selber zur Macht verhalf, da er ihn brauchte, und den er verfluchte, da er ihm leid war — vergaß Herr Walter die Maße der höfischen Zucht; da sprang ihm der Zorn in die Kehle, und Rom hatte nicht solche Sprüche gehört, wie die von der Vogelweide. ,, Denn mehr als ein christlicher Ritter war Walter ein Mann von deutschem Geblüt; jach war sein Zorn, und sein Wort zückte schärfer als manchermanns Schwert. Als seine Sprüche dem treulosen Rom um die Ohren sprangen, von fahrenden Schülern und frechen Rittern gesungen, da schlug die Stunde schrill in den Morgen, da trat in den Kampf der Schwerter und Listen die neue Gewalt, da wurde in Ehren und Zorn der deutsche Geist wach. Da wurde Herr Walther, der Mann ohne Burg und Land, eine Stärke, der die Fürsten und Herren im deutschen Land zag ober zornig den Gruß gaben. Und als er grau war, gab ihm der Staufer Friedrich der Zweite, der Todfeind der Kirche, in Würzburg ein Lehen; da saß die singende Seele der Deutschen im Alter und sagte der Zeit ihre Klage. Das Feld war umbrochen, der Wald war verhauen, Weisheit, Alter und Adel hatten den Sitz an die Torheit verloren, das Recht hinkte sehr, die Scham war in Trauer, im Siechtum die Zucht, als Walter, der Weiser und Sänger der Deutschen, den Tod nahen fühlte. In seinen Leichenstein waren vier Löcher gehauen, Brosamen den Vögeln zu streuen, daß sie kämen zur täglichen Weide und daß ihr Gesang dem Grab die Fröhlichkeit gäbe, die Walter im seßhaften Alter wehmütig suchte, weil seine fahrende Jugend so übervoll davon war. Wie Chopin spielte. Unter dem Titel „Wie Chopin spielte" ist in London eine kleine Schrift erschienen, die die Aufzeichnungen von 21. I. Hipkins, von seiner Tochter herausgegeben, enthält. Hipkins, der selbst später als Klavierspieler einen guten Ramen hatte, horte Chopin im Jahre 1848, als er seinen zweiten und letzten Besuch in London machte. Der große Musiker schien schon vom Tode gezeichnet; er mußte zu dem Konzertraum die Treppe hinaufgetragen werden, aber sein Spiel machte auf den damals noch jungen Hörer einen überwältigenden Eindruck, dem er mit folgenden Worten Ausdruck zu verleihen versuchte: „Körperliche Schwache war nicht etwa der Grund für seine wunderbar zarte Spielweise. Diese Art zu spielen war sein eigenster Ausdruck und unzertrennlich von seiner Auffassung, wie man ein Instrument zum Klingen bringen solle ; unmöglich, daß irgendein äußerer Einfluß da eine Aenderung hätte bewirken können. In seinem „fortissimv" erklang nur der Ton selbst in seiner vollen Stärke und Reinheit ohne lärmendes Rebengeräusch.eine harte abgehack e Rote bereitete ihm Schmerz. Seine Abstufungen eines Tones bis zur hauchleisen Abschwächung blieben doch immer klar. Sein klangvoll verbundener Anschlag war herrlich. Die weitspannenden gebrochenen Akkorde im Baß leitete er durch Anschlag und maßvollen Gebrauch des Pedals in die entsprechenden lang ausgehaltenen Akkorde über und lieh sie aufrauschen und abschwellen wie Wogen in einer Flut von Wohllaut. Seine Ellbogen lagen eng am Körper an und er gab den Dachdruck nicht durch das Gewicht des Armes, sondern durch die Kraft der Hand und der Finger. Er bevorzugte die einfache natürliche Haltung der Hände, verschieden bedingt, je nachdem er Tonleitern spielte oder Akkorde anschlug. Er gebrauchte den leichtesten Fingersatz, wenn er auch einmal nicht der strengen Regel entsprach. Auf einer Taste wechselte er die Finger so oft wie es sonst nur beim Orgelspiel üblich ist. Seine Technik war unübertrefflich. Jedes Hämmern auf dem Klavier war ihm in der Seele zuwider. Sein lautes Spiel war relativ, nicht absolut laut, denn es ging hervor und beruhte auf seinem köstlichen leisen und leisesten Spiel im zarten Wechsel von An- und Abschwellen. Es kam nicht vor, daß Chvpin eine eigene Schöpfung zweimal gleich spielte, denn jedesmal war sie von seiner augenblicklichen Stimmung wie neu erschaffen; Stimmungen, die gerade durch ihre Launen und Eingebungen, die fein Inneres widerspiegelten, bezauberten; glich seine Musik dann doch den feinen Farbtönen, die eine Perlmutter-Muschel wiederzugeben vermag; ebenso mühelos schien sein Spiel alles widerzustrahlen." Wandern und Reisen ♦ Bäder und Sommerfrischen »»LLL'AL-n Oberbayrische Seen. Von Käte Brandel-Elschner. Der Starnberger See gehört noch ein wenig zur „Münchener" Stadt, liegt vor ihren Toren, in einer halben Fahrstunde ist man draußen. Aus der Höhe von Percha weitet sich plötzlich der Blick. Ganz nahe schimmert die Alpenkette, als wäre sie dem blauvergangenen Südufer entstiegen. Im Kranze seiner waldreichen Hügel, seiner Gärten und weißen Villen liegt der See uns zu Füßen. Aus den ehemals kleinen Fischerdörfern am Westufer sind heute berühmte Fremdenorte geworden. Starnberg, Feldafing, Possenhofen, Tutzing säumen das Ufer, getrennt und vereint durch grüne Wälder und weite Strandstrecken. Vor Feldafing träumt im Märchenschlaf die Roseninsel. Im rosenüberwucherten einsamen Schloß steht die weiße Büste jener unglücklichen Königstochter, die ihre Mädchenliebe zu Bayerns schönem König Ludwig II. auf dem österreichischen Kaiserthron vergessen sollte. Weit drüben über der Breite des Sees bezeichnet ein Kreuz im Wasser die Stelle, an der ein tragisches Fürstenleben endete. Es waren zwei Königskinder ... Während am belebten Westufer, besonders in den Strandbädern und am schönen Feldafinger Golfplatz, sich die internationale Welt trifft, hat sich das langgestreckte Ostufer den Frieden seiner Ländlichkeit erhalten. Kilometerweit dehnt sich freier Strand. Wochenendfahrer und Wassersportler bauen im Schutze der Uferbüsche ihre Zelte auf. Das große Strandbad mit den weiten Waldungen am Südufer trägt den stolzen Name Lido. Ein „Lidozug" bringt die Münchener an diese schönen Gestade. In einigen Clubs mit wundervoll gelegenen Grundstücken ist am Starnberger See der Segelsport zu Hause. An großen Regattatagen sieht man sogar seegehende Kreuzer im Rennen. Eine andere Landschaft tut sich auf, wenn wir etwa von Stegen her den A m m e r s e e überblicken. Unendlich weit scheint sich die Wasserfläche zu dehnen. Die Ufer verlieren sich nach Süden im Bergdunst, aus dem wolkenhoch die Zugspitze hervor- steigt. Seine Uferorte, wenig vom großen Reiseverkehr berührt, sind Stätten der stillen Wanderer. Wasser und Luft sind mild am Ammersee. Nur wenn ein seltener Sturm die Wasser peitscht, rollen sie in hohen Wogen zum Ufer, ein Schauspiel bietend, man nicht so schnell vergißt. Uralte Klöster krönen die bergigen Ufer; Andechs und Wartaweil sind Stätten ältester Pilgerfahrten. Landeinwärts stehen trotzige Schloßbauten. Der Ammersee ist das bevorzugte Segelrevier der Augsburger, auch ein Dorado für Paddler und „Kanuten"; die meisten der Ufergasthöfe sind auf biedere Betreuung der Gäste eingestellt. In einer knappen Stunde wird von München das Ostuferstädtchen Herrsching erreicht; an einer großen Bucht liegt es und sendet von seinem Steg aus die Dampfer über den See nach Schonndorf, Uffing, Riederau und Dießen am jenseitigen Ufer. Im Norden der Alpen scheint sich am Chiemsee ein Stück südlicher Landschaft ausgebreitet zu haben. Immergrüne Pflanzen trotzen einem Winter, der früher als sonst in diesen Breiten einem fast tropischen Klima weicht. Mit hohen Ufern ragt Herrenwörth aus dem grünen Gürtel von Schilf. Die Baumriesen der Insel sahen manches Jahrhundert vorüberziehen. Vermoderte Einbäume, die hier und da vom Ufersande freiaegeben werden, künden von Urzeiten; auch aus Zeiten der Völkerwanderung finden sich heute noch Zeugen im Chiemgau aus dem Hunneneinbruch, der Schrek- ken und Grauen über die Klöster brachte. Heute ziehen Scharen von Reisenden den Weg zum Prunkschloß König Ludwigs II. auf der Insel Herrenchiemsee. Ein zweites Versailles sollte hier entstehen, so wünschte der einsame Banernfürst. Stunden voll Glück und Leid, voll abgeschiedener Größe genoß der Herrscher hier in dem riesiaen Bau mit den gold- und spiegelüberladenen Sälen Mit jagenden Pferden floh er in tiefer Nacht aus München, setzte ohne Gefolge in kleinem Kahn über den See und schritt zum strablenden Schloß hinauf, in dem Zehntausende von Kerzen angezündet waren. Tief in Gedanken läßt man sich auf der Terrasse des Hotels nieder. Wie eine Fata Morgana, unwirklich, liegt drüben Frauenwörth, die Klosterinsel, in den Wellen. Treibhausklima gibt dieser Insel phantastische Vegetation. Die Blumenstauden in den Gärten der Fischerhäuser überwuchern Mauern und Zäune. Wenn die Sonne Hinterm Wendelstein versinkt, läßt sie die Zacken der Kamvenwand, die Gipfel von Hochgern und Hochfelln rötlich erglänzen. Dann singt ein weltvergessener Frieden über den weiten See und seine Inseln. Dunkelgrün und voller Schwermut ruht der Königssee im Berchtesaadener Land zu Füßen des Watzmanns. Kalte Quellen kommen aus seinen Tiefen, Gletscherwasser stürzen bis in den Sommer hinein von der Wabmann-Ostwand. Klar ist das Wasser. Steile Felswände, die oft nicht fußbreit Raum lassen, geben der Tiefe diese merkwürdige Farbe von dunkelstem Grün. Die Landschaft hat etwas Heroisches. Winzig klein kommt sich der Mensch vor, der sich in einem iener Kähne, die im Stehen gerudert werden, hinüberbringen läßt zum malerischen St. Bartholom ä, dem ehemaligen Kloster und späteren Jagdschloß der Fürstabte von Berchtesgaden. Selbst die wundervoll geräuschlosen Motorboote sehen wie Svielzeuge aus; jeden Augenblick kann ein Riesenkind die Hand ausstrecken und das kleine Boot samt den zapvelnden Menschlein aus dem Wasser heben und auf eine der Fels- zinnen seben. Und zuweilen erlebt man dies: Schwere Wetter, wie sie sich hinter Felsdeckunoen gern zusammenbrauen, überziehen plötzlich den See mit weißen Vorhänoen. Selten oebt es ohne Haoel, ohne Donnern und Bliben ab Kein Ufer ist mehr zu sehen. Der Mensch fühlt die Urkräfte der Natur im Tosen der Elemente. Ist aber das Wetter vorüber, alätten sich die Wogen schnell wieder, und oft bleibt der See wochenlang still, grün, geheimnisvoll. Dem Wanderer, der auf schmalem Uferpfad zum Obersee zieht, zeigen sich stille Buchten mit einem köstlich tiefen Blauorün des Wassers. Am Tegernsee ist alles hell und luttig, be- schwinat die Konturen der Berae, orün die Matten, fröhlich die Menschen mit unbändiger Freude an Liedern und Tänzen. Leister scheint das Leben hier, schneller kommen die Menschen zusammen. Im Tegernseer Klosterstüberl schlagen im Stimmengebraus alle deutschen Dialekte durcheinander. Bad W i e s s e e, der Jungbrunnen am anderen Ufer, tut das seine, die Menschen das Dasein bejahen zu lassen. Da greift mancher Sommergast, der es sich vorher nicht träumen ließ, zum handfesten Bergstock und wandert zu den Höhen hinauf. Am Ende zieren Stocknägel von allen Berggasthäusern und Hütten bis ins Schlierseer Gebiet den treuen Stock. Die Schuhe sind zerlaufen, aber das Gesicht ist braun, strahlend von Gesundheit und Zufriedenheit. Es ist etwas eigenes um den Zauber der Landschaft. Sie kann uns ruhig, besinnlich, aber auch fröhlich machen, sie kann uns von innen heraus umkrempeln. Am Tegernsee sieht man wenig griesgrämige Menschen! Wandersahrlen. Gießen—Garbenteich—Pfahlgraben— Kloster Arnsburg—Lich. Diese hübsche Waldwanderung beginnen wir an der Universitäts-Bibliothek, von wo uns rote Striche das Geleite geben. Sie führen uns den Schreiberweg entlang, durch das „Nizza" hinüber zum Schiffenberger Weg, auf diesem weiter am Forstgarten, später am Forsthaus Baumgarten vorbei, durch Hausen nach Garbenteich. Hinter dem stattlichen Dorf führt uns ein breiter Weg, der nachweislich noch aus der Zeit der Römerherrschaft stammt, hin zum Wald, wo mir auf den Pfahlgraben stoßen, dem wir nach links nachgehen. Wir überschreiten die Dorfgiller Straße, gehen ein Stück am Waldrand entlang und kommen wieder in schönen Hochwald. Nachdem wir ein großes Stück dem römischen Grenzwall, der hier noch sehr gut erhalten ist, nachgegangen sind, verlassen wir diesen und gelangen auf dem Jägerpfad mit hübschen Ausblicken in die Wetterau nach dem Kloster Arnsburg. (Gute Einkehr in der Klostermühle.) Nach Besichtigung der interessanten Klosteranlage wandern wir blauen Ringen nach durch das liebliche Gottesackertal nach unserem Endziel Lich. Dauer der Wanderung vier Stunden. Nieder-Weimar—Frauenberg—IHarburg-Süb. Mit Sonntagskarte Marburg fahren wir nach Nieder-Weimar, gehen jedoch nicht durch den Ort, sondern überschreiten gleich beim Bahnhof die Geleise und gehen durch freie Gegend hinüber zur Lahn, über die die sog. Nehbrücke führt. Wir wenden uns nun links, kommen über die Nehmühle nach Ronhausen, wo wir blaue Kreuze antreffen. Diese führen uns bald darauf in schönen Buchenhochwald und in diesem aufwärts zum Frauenberg, von dessen, auf dem Gipfel gelegener Burgruine wir einen prachtvollen Ausblick auf die Lahnberge, in den Ebsdorfer Grund, auf Amöneburg, Marburg mit seinem hochragenden Schlosse und in die Gießener Gegend haben. Am Fuße der Ruine laden zwei gute Gasthäuser zu trauter Rast ein. Zum Abstieg wählen wir die blaue Strichmarkierung, die uns auf schönen Waldpfaden nach Marburg-Süd bringen. Haben wir noch Zeit, bann ist eine Besichtigung der alten Musenstadt mit ihren mancherlei Sehenswürdigkeiten sehr zu empfehlen. Marschzeit drei Stunden. Wafferwandern für Anfänger. Von H. W. Ludwig. (afp) Mit feinen unzähligen Flüssen, Wildwassern, Kanälen und Seen ist Deutschland für das „Wasserwandern" ganz besonders geeignet. Diese Sportart hat nichts zu schaffen mit dem Reisen im „Auto des Wassers", dem Motorboot oder dem Segeln. Man versteht unter Wasserwandern vielmehr ausschließlich die Fahrten der sonnengebräunten Wassersportler, die in ihren Paddelboo- t e n Flüsse und Seen durchmessen. Wer in der Nähe eines Wasserlaufs wohnt, für den hat das leichte Paddelboot etwa die gleiche Bedeutung wie das Fahrrad für die Landstraße. Mit ihrem geringen Tiefgang kann man diese Boote schon auf Flüssen benutzen, die für die Ruderboote unzugänglich sind. Auf zahllosen Wasserläufen und Seen ist die Möglichkeit gegeben, den reizvollen Sport des Wasserwanderns zu betreiben. Abgehärtet in der reinen Wasserluft, dem Sonnenlicht ausgesetzt, aber auch ohne Scheu vor Wind und Regen kann hier der Körper in tage- und wochenlangem Durcharbeiten in froher Gemeinschaft mit gleichgesinnten Kameraden gestärkt und ertüchtigt werden. Die offenen Augen nehmen die Natureindrücke der wechselnden Landschaften auf. Mut und Wille werden gestählt und die Geistesgegenwart erprobt, wenn es gilt, sich mit raschem Entschluß in unvorhergesehene Ereignisse zu fügen. Einer freiwilligen Disziplin unterworfen, kehrt der Mensch zu äußerster Einfachheit zurück und erlebt unmittelbar die Natur als Kämpfer mit dem Element, das ihn vorwärts trägt. So einfach ist das Wasserwandern freilich nicht, daß es mit dem Kaufen eines Bootes allein getan wäre. Im allgemeinen kann man die Erfahrung machen, daß die Wasserwanderer sich keineswegs allein auf diesen Sport beschränken, der an Körper, Geist und Willen keine geringen Anforderungen stellt. In Süddeutschland sind beispielsweise fast alle Wanderer des feuchten Elementes im Winter begeisterte Skiläufer. Sie sorgen so dafür, daß sie das ganze Jahr über gelenkig bleiben und ihre Knochen nicht einrosten. Freilich muß einmal ein Anfang gemacht werden. Wer sich dem Flußwan- bern roibmen will, wirb gut baran tun, sich bie Erfahrungen ber Fachleute zunutze zu machen, will er sich unnötige Unannehmlichkeiten ersparen. Schwimm Sicherheit ist unbebingte Voraussetzung für bas Wasserwanbern. Wie bei allen anderen Sportarten tragen auch hier Leichtsinn und Unvorsichtigkeit an den meisten Unfällen die Schuld. Bei den Paddelbooten unterscheidet man drei Arten. Das von den Eskimos herstammende „K a - i a k" ist in Deutschland weit verbreitet. Im Kajak sitzt der Paddler, gegen eine schwingende Rückenlehne gestützt, tief im Boot. Die Fortbewegung geschieht mit Hilfe eines Doppelpaddels. Diese Bootsart, die auch mehrsitzig gebaut wird, ist selbst un wildesten Wasser zu gebrauchen, da ber Fahrer völlig eingedeckt sitzt. Der „K a n a d i e r". dem indianischen Rindenkanu nachgebildet, verfügt über einen beträchtlichen Stauraum für das Gepäck aus „großer Fahrt", ist aber bei uns verhältnismäßig selten zu sehen. Das ideale Fahrzeug für das Wasi ferroanbern ist schließlich bas F a l tb o o t, das sich in 30 Minuten aufstellen läßt, und das seiner erprobten Gerüstkonstruktion auf dem elastischen Gummiüberzug widerstandsfähiger als lebe5 boot ist. Seine Eignung für bas unb insbesondere für die Fahrten aus Wildslusien wird dadurch bewiesen, daß man in Bayern, dem Land der Wilbwasser, fast nur Faltboote benutzt. Die erste Wanderfahrt im Kanu hat wohl noch keinem Wassersportler den rechten Genuß der Naturschönheiten gebracht. Selbst wenn man, was nicht brinaenb genug anempfohlen werden kann, bie erste Ausreise in Begleitung eines erfahrenen Wanderers antritt, gibt es J° Pte.Ie5 Ju SJ,6"' baß alle Sinne bamit voll beschäftigt fmb. Schon bas richtige Einsetzen des Bootes m bas Wasser — bei schnellfließenden Gewässern muß das Fahrzeug beispielsweise stromabwärts gerichtet sein bereitet dem Anfänger Schwierigkeiten Ganz zu schweigen ton der Ueberwindung der Hmdermfle, die sich dem Unerfahrenen in der Form van ®enen. mellen. Stromschnellen. Wirbeln. Brückenpfeilern Ufmer" aber »st den^Kinderschuhen des Wasser- wanderns entwachsen ist, der wird aus seinen Fahrten einen solchen Reichtum des Erlebens gewinnen, wie er es niemals zuvor für möglich gehalten. Seit Urzeiten find bie Wasserstraßen bie Verkehrswege ber Völker gewesen. Wer sie entlangfährt in jener Stille unb Gemächlichkeit, die dem Bootsfahren besonderen Reiz verleiht, dem erschließt sich der tiefe Zusammenhang dieser natürlichen Straßen mit der Anlage der ersten menschlichen Siedlungen, aus denen die Städte von heute entstanden sind. In den Niederungen sind Ströme und Kanäle belebt vom brausenden Lärm des Verkehrs, der hier Großstädte - und Industriezentren durchschneidet und hinführt zu den Häfen der Weltmeere. Je weiter ber Wasserwanberer aber ben Bergen zustrebt, besto stiller ist es um ihn. In ber Einsamkeit ber Bergtäler erschallt ihm bas Vogellieb, unb wenn er im Puch ber Natur zu lesen vermag, so werben ihm die Kiesel, die durch die klare Flut zu ihm heraufleuchten, von der Entstehung dieses herrlichen Erdenfleckens erzählen. Unvergeßlich eindrucksvoll spricht die Urgewalt der Alpenwelt zu ihm, indes das winzige Fahrzeug ihn in sausender Fahrt zwischen den gefährlichen Felsklippen hindurchträgt. Herrliche Schlösser und zerstörte Burgen schauen herab auf seinen Weg und berichten stumm von den Schicksalen, die sich hier einst an den Ufern abgespielt. Am schönsten aber sind die einsamen Nächte im Zelt, über dem auf dem schwarz- samtenen Mantel der Nacht die Sterne glänzen, wenn nicht gar ein fernes Unwetter mit feinen grell zuckenden Blitzen den Horizont sekundenlang in zauberhaftes Licht taucht. Wasserwandern ist der schönste unb gesünbeste Sport bes Sommers, aber er verlangt Menschen, bie bie große Allgewalt der Natur zu schätzen wissen. . Rerfewinke. Butterbezug für Selbstversorger in ber Sommerfrische. Ferienreisenbe, bie sich in ber Sommerfrische selbst verpflegen wollen, erhalten bort ebenso wie zu Hause die ihnen zustehende Buttermenge. Erforderlich ist nur eins: Sie müssen sich von ihrem B u t t e r h ä n d l e r auf der Rückseite des Bezugsausweises einen Austragungsvermerk machen lassen, der darüber Auskunft gibt, wie lange der Kunde seine Butter an einem anderen Ort zu kaufen gedenkt. Auch die Zahl der Familienmitglieder ist anzugeben. Familien, die ihre Ferien nicht zusammen, sondern an verschiedenen Orten verbringen wollen, können sich mehrere Bezugsausweise geben lassen, die jeder den entsprechenden Vermerk des Butterhändlers erhalten. Der Reisende braucht in der Sommerfrische dann nur den so ergänzten Bezugsausweis vorzulegen, um den unentbehrlichen Aufstrich für sein Frühstücksbrötchen zu bekommen. Billige Rheindampfer-Ferienfahrten noch bis Ende August. RDV. Neben ihren fahrplanmäßigen Dampferfahrten unternimmt bie „Köln-Düsseldorfer" noch bis Ende August von allen größeren Rheinorten wie Köln, Düsseldorf, Duisburg, Bonn, Koblenz usw. besonders verbilligte Ferienfahrten, bei denen man an einem Tage von Köln bis nach Koblenz und weiter nach Braubach, Boppard und zurück gelangen kann. Von Düsseldorf, Duisburg und Krefeld aus ist rheinaufwärts Gelegenheit zu Fahrten nach Zons, Köln und Königswinter, rheinabwärts bis Emmerich gegeben. 700 Jahre Miltenberg a.211. Das herrlich an dem Hang des Odenwaldes gelegene Mainstädtchen Miltenberg, weithin bekannt durch seine schönen Fachwerkhäuser, feiert Heuer sein 700jähriges Bestehen. Aus diesem Anlaß wird am 21. August ein großes historisches Festspiel, bas bie Erstürmung Miltenbergs durch Gustav Adolf zeigt, veranstaltet. An ben folgenben Tagen finben ein Jägerfest, Heimatspiele, Hanbwerker- umzüge, ein Bauern- unb Volksfest unb zum Schluß ein Feuerwerk statt. Die Schirmherrschaft über bie Veranstaltungen hat der Gauleiter und Regierungspräsident von Mainfranken, Dr. Hellmuth, übernommen. Von profeflor Dr. Kranz, Leiter des Raste- politischen Amtes im Gau Heffen-Nastau Arn 4. im Ernting 1937 ist Philalethes Kp h n , em. 0. Prof. Dr. med., Dr. jur. h. c., im 67. Jahre seines Lebens von uns gegangen. Mit ihm haben wir einen der wenigen Rassenhygieniker und .Bevölkerungspolitiker verloren, die sich bereits seit vielen Jahren zum Führer Adolf Hitler bekannten. Um ihn trauern heute alle aufrichtigen und ehrlichen Bevölkerungspolitiker innerhalb und außerhalb der deutschen Grenzen. Besondere Trauer aber erfüllt die alten nationalsozialistischen Kämpfer. Als Kuhn sich der nationalsozialistischen Idee verschrieb, erforderte es noch viel Mut, sich zu den Wenigen zu bekennen, die in Adolf Hitler den Führer 3um Aufstieg Deutschlands sahen, war ein unbändiger opfer- und einsatzbereiter Wille notwendig, um ein sterbendes Volk vom Abgrund 3urückzureißen. Die Zahl ber Hochschullehrer, die bereits 1923 auf die Fahnen des Führers schworen, war eine so verschwindend kleine, daß sie kaum in Betracht kam. Daß den wenigen nationalsozialistischen Universitätsprofessoren der damaligen Zeit von den roten und schwarzen Systemregierungen das Leben nicht leicht gemacht wurde, war eine Selbstverständlichkeit. Kuhn hat es Jahre hindurch getragen, weil er ben Gebauten an Deutschland nicht verlor. Als aktiver Kämpfer focht er 1923 in Sachsen an der Seite des Gauleiters Mutschmann. Seine Bedeutung lag und liegt aber vor allem auf rassenhygienischem Gebiet. Er war einer der Mitbegründer der Rassenhygienischen Gesellschaft und gehörte bereits im Jahre 1905 zu dem kleinen Kreis von Männern, welche die Gefahren des Geburtenrückganges, der qualitativen Verschlechterung unseres Erbgutes durch das Ueberhandnehmen des Erbkranken, der Rassenmischung durch eine stetige Zunahme der Verjudung und insbesondere bie Gefahren bes ftänbigen Verlustes nordischer Erbanlagen in unserem Volke lange Jahre instinktsicher geahnt unb bann immer klarer erkannt hatten. Er gehörte zu ben Wenigen, bie es in der roten Systemzeit wagten, im Rahmen seines Hygienekollegs rassen-hygienische Gedanken zu vertreten und ihre Bedeutung seinen Studenten eindrucksvoll vor Augen zu führen. Er war einer von denen, die den Gedanken der Ausmerze kranken Erbgutes propagierten, und er gehörte zu den deutschen Rassen- hygienikern, die schon seit vielen Jahren für die Frühehe und eine staatlich geregelte Ehevermittlung eintraten. Wie glücklich war Kuhn, als wir im Anfang des Jahres 1933 nach Darmstadt gerufen wurden, um endlich die vordringlichsten Maßnahmen vorbereiten zu helfen. Und wie sehr hat er sich bis zu seiner Erkrankung dafür eingesetzt, der Rassenhygiene den ihrer Bedeutung entsprechenden Platz auch als selbständiges Lehrfach im deutschen Hochschulleben zu verschaffen! Mit welcher Selbstverständlichkeit stellte er mir damals — obwohl selbst räumlich beengt — den so dringend benötigten Raum in seinem Hygienischen Institut zur Verfügung, aus dem unser heutiges hessisches Institut für Erb- und Rassenpflege in Gießen hervorging, in dem das Rassenpolitische Amt der NSDAP, des Gaues Hessen- Nassau seine Geburtsstunde erlebte! Mit heißem Herzen haben wir damals vor der Machtübernahme an unserem gemeinsamen Büchlein „Von Deutschen Ahnen für Deutsche Enkel" gearbeitet, das in volkstümlicher Weise dem deutschen Menschen die Bedeutung bevölkerungs- und rassenpolitischer Fragen vor Augen führen sollte. Eines seiner letzten Freuden war es für Kuhn, als ich ihm mitteilen konnte, daß in Kürze die vierte Auflage (23. bis 25. Taufend) bei Lehmann erscheinen würde. Wenn Kuhn nichts geleistet hätte als die Prägung des schönen Wortes: „Gedenke, daß du ein deutscher Ahnherr bist", so würde allein dies genügen, um seinen Namen nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Er gehörte zu den deutschen Wissenschaftlern, die sich bewußt sind, daß alle noch so exakte Wissenschaft eitel Stückwerk bleiben muß und zu nichts nütz ist, wenn sie nicht der Gesamtheit, das heißt dem Wohle unb ber Zukunft unseres Volkes bient unb nutzbar gemacht werden kann. Er war einer von den Wenigen, die schon vor Jahren klar erkannt hatten, daß die Lösung bevölkerungs- und rassenpolitischer Probleme nicht möglich ist ohne die geistige und weltanschauliche Erneuerung unseres Volkes. Er gehörte allezeit zu denen, welche die Bedeutung unseres nordisch germanischen Blutserbes für Deutschland und über den europäischen Raum hinaus für die Kultur des Abendlandes und der Welt klar erkannt hatten. Er wußte, welche ausschlaggebende Nolle ein gesunder Rassenstolz und die mit ihm verbundene Rassenlehre im Leben unseres deutschen Volkes zu spielen vermag, das auf Grund seines Rassenerbes von der Vorsehung zu höchsten kulturellen Ausgaben in dieser Welt berufen ist. So war er ein Rassenhygieniker nicht nur aus den Folgerungen einer klaren Vernunft, sondern auch aus ewig jungem deutschen Herzen heraus. Und so hat er auch für fein Teil redlich mitgeholfen, daß wir Deutsche unter Leitung unseres unvergleichlichen Führers den Mut, die Kraft und die Einigkeit gefunden haben, um den Weg in eine gesündere, eine freiere, eine glücklichere und in eine große deutsche Zukunft zu gehen, indem wir all die unerschöpflichen Werte unserer nordisch bedingten Rassenseele vom Schutt einer dekadenten unb ster- benben Zeit befreiten. Die Partei verliert in Kuhn einen aufrechten unb unbeirrbaren Verfechter ber Idee. Wir alle, bie wir ihm näher stauben unb mit ihm Seite an Seite arbeiteten unb stritten, beklagen den Verlust eines väterlichen und stets hilfsbereiten Freundes von edelster Gesinnung. Sein Körper ist nicht mehr, fein Geist aber marschiert mit uns weiter in alter erprobter Kampfgemeinschaft. Der Tod eines Mannes wie Kuhn erfüllt uns alte Nationalsozialisten mit ernster Trauer und mit einem Stolz auf ihn, der uns zu unaufhörlichem Ringen und Kämpfen um Deutschland verpflichtet._________ Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstagnach- mittag geschlossen SEIFE lstk.324 3stk.9O4 r t c des ( flaber wert DOr im 1 zum Das dieM wisse berg das Stud Mea! am 2 MU „* M Warta feuchte »auf nehm' war I Gebä Hauh von Stube Stabt Wohn mehr, der ö strebte Laulo Acht ewer beidk und lebet nein Süd Str, Ber bau nei 2 ßen Zei! rasc wick tarn schn Pro baß biefe Zwei schon tum auss< w lich wird zen Seit Bau Gr ui entm( ofsenk iichrn in bi so ei Di im 'N feen, func diese der taud Äch sowe den ten: Sx Brich brillei Nnt gange uachzr uomir wir, । dem i >WR der j wie r tonnte W (unb । Bet Utd) “t; der < als ( und! gibt unre. Brili Sp'e Brüt erkeu uns Schü geste D eine büch, unbe aß Hugh wie Hatte spate und feine d'ese Alde 3Bor( Sie kennen dieses Haus! 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Jilchtsest beim Standortlazareii Gießen !' u r tag auch für bi" kettsbereiche br rette Gieß statt. Es ist er: lieferten 93 raue den Bauwerken Bau des Standortlaza- ^as althergebrachte 9t i cf) t f e ft daß die Beachtung des über- 15 dieser Art nunmehr auch bei >.cr öffentlichen Hand wieder Platz gegriffen hat, nm dem man in früheren Jahren, vor der Machtübernahme, vielfach von dieser schönen Sitte abgegangen war. Daß die „B-auheb" dem ganzen Empfinden der Schaffenden am Bau gerecht Die Einrichtung einer Autobus-Verbin- düng durch das Südoiertel und zum Kern der Stadt mit Anschluß an das jetzige Straßenbahnnetz dürfte heute nicht mehr schwer zu bewerkstelligen fein, nachdem die Stadt durch den Kau! der beiden modernen Autobusse im Gesamtbetriebe des städti- fchen Straßenbahnunternehmens gute Möglichkeiten an der Hand hat. Diese Autobusse, die bisher im Derkehrsbild der Stadt verhältnismäßig selten in Erfcheinung treten, könnten durch einen fahrplanmäßig geregelten Verkehr dem Verkehrsbedürfnis zwischen dem Südoiertel und der Stadt, vielleicht mit Einschluß von Klein-Linden, solange Genüge tun, bis die Straßenbahn als endgültige Lyfung an die Stelle der Kraftwagen treten könnte. Es ließe sich vielleicht auch bewerkstelligen, daß die Autobusse überhaupt für den Verkehr von den Außenbezirken (man denke nur an das Ostviertel und an die Schwarzlach zur Innenstadt dienstbar gemacht würden, um damit die Peripherie enger an die Stadt und das Straßenbahnnetz anzuschließen. Die Raummöglichkeiten der beiden Autobusse dürften wohl auch ausreichen, um den Verkehrserforder- niffen der Fahrten in beiden Richtungen ausreichend dienen zu können. Hierfür wäre natürlich der Ausbau der Fahrbahnen in den neuen Straßen Vor- Hamburger Seebehörden wurde dem Aviso wenigstens eine Taucherausrüstung zugeschickt. Der Vollmatrose Ehristian Minckelsen meldete sich freiwillig für den Abstieg in die Tiefe. Unter allgemeiner Spannung kroch er in die Ausrüstung hinein und bekam den Taucherhelm übergeftülpt. Schon wollte er, mit Werkzeugen bewaffnet, die Strickleiter hinunterklettern, als der Kapitän' bemerkte, daß das Frontglas in dem Helm noch nicht eingeschraubt war. Christian wurde zurückgerufen und protestierte. Es dauerte lange, bis man ihm klarmachte, daß er ohne das Glas ertrinken müsse. Langsam verschwand der Taucher unter der Meeresfläche, Doch schon nach zwei Minuten wurde mächtig an der Signalleine gerissen. Die Kameraden packten erschrocken zu und wanden Christian eilig an Bord. „Was ist denn geschehen?" fragte der Kapitän. „Ick hew't jo gliek feggt!" schimpfte der Taucher, „ick wull bat Glas nid) hebben! Wenn ick unner Woater tofoaten wull, dann möt ick inne fjänb spucken, un dann spuck ick gegen bat oerbammigte Glas .. (Aufnahmen: [2] Neuner, Gießener Anzeiger. ) schwer mit Augengläsern benken. Aber gerabe biese Unmöglichkeit reizt unb sticht bie optischen Geschäfte, gerabe bie klassischsten Gipsköpfe fetzen sie mit Brillen ins Schaufenster unb meinen: wie natürlich! Doch wie bei aller Überspitzung ist bie Wirkung bie entgegengesetzte: wie gespenstisch! Wenige nur haben so große, strphlenbe Augen, baß sie ihre Brille burchdrennen unb noch beren Reflexe in sich einbeziehen — ihnen kann bie Brille nichts anhaben; uns anbere aber sollte sie stets baran erinnern, baß unser Blick nicht fehlerlos ist. Balb ist sie bie berühmte rosa Brille bes Optimismus, balb bie blaue bes Pessimismus, unb wir sollten nur aufmerksamer in sie hineinsehen, bann gewahren wir mitten in ber Lanbschaft bas krummgespiegelte Fenster von rechts hinten unb bie eigenen Augenwimpern in riesenhafter Vergrößerung, kurz aller- hanb bummes Zeug, bas {ebenfalls nicht im Bilbe ist. Jemanb täuschen heißt auf Russisch famos: „Je- manb bie Brille einreiben" — ein Königreich für ein Schnupftuch! Alle, alle tragen wir unsichtbare Brillen — die paar draußen auf der Nase sind ja nur Exponenten eines allgemein-menschlichen inneren Zustandes! Wohl dem, ber seine Brille reiten hat. Er kann sie wenigstens sehen. Darum seien wir ber Brille bankbar. Schenkt sie uns boch eine eckige, ovale, kreisrunbe Welt, bie sie aus ber Verschwommenheit in herrlichste Gestalt rettet. Unb lernen wir auch manchmal über bie Brille hinwegmblicken. Zwar hat bas so etwas Tantenhaftes, Litsaßfäulen-Malzkaffee-Empfehlenbes, aber bas tut nichts. Scherz ist barin, Ironie, Satire und tiefere Bedeutung — deren tiefste vielleicht darin liegt, daß man nun die Welt zwiefach sieht: so unb so, scharf unb weich, begrenzt unb grenzenlos, unbarmherzig unb gütig. Da lachen die Manien... Vor 70 Jahren, als bie beutfche Marine nur aus ein paar Schiffen bes Norbbeutfchen Bundes bestand, lag ber Rabbampfer „Loreley", ein Aviso mit drei Geschützen unb fünfzig Mann Besatzung, im Embener Hafen. Das Ruber war beschäbigt, unb ber Schaben ließ fich nur burch einen Taucher be= heben. Taucher waren bamals in Emben nicht aufzutreiben, unb nach einer langen Schreiberei mit ben sicher anzunehmen, baß burch diese neue Einrichtung das Verkehrsbedürfnis im Bereiche des Klinik- viertels künftighin noch weit stärker (ein wird als bisher. lieber die Schwierigkeiten des Baues einer Straßenbahnlinie ist im Verlaufe der letzten zehn Jahre schon viel gesprochen unb geschrieben worben. Das größte Hinbernis in Gestalt ber Bahnüberführung in ber Frankfurter Straße besteht nach wie vor, unb es zeigt sich bis jetzt Leiber keine Möglichkeit, es balb beseitigen zu können. Man wirb baher wohl immer wieber nur auf bie Gebauten zurückkommen können, entmeber von ber Liebigstraße unb vom Grunbstück ber Alten Klinik her bas Eifenbahngelänbe burch einen Brückenbau zur Frankfurter Straße zu überqueren — weil eine niveaugleiche Ueberquerung ber Eisenbahnschienen burch Straßenbahngleise gesetzlich unmöglich ist — unb bann bie Straßenbahnschienen burch bas Sübviertel mit Anschluß nach Klein-Linben zu legen, ober aber einen Straßenbahn-Penbelbetrieb für bas Sübviertel jenseits ber Oberhessischen Bahn zu schaffen, bei bem natürlich eine Straßenbahn- Wagenhalle mit Einschluß aller technischen Ersorber- nisse im süblichen Stabtteil geschaffen werben müßte. Die letztere Art ber Lösung bes Problems würbe ben Vorteil bieten, baß einerseits ein kostspieliger unb umständlicher Brückenbau über das Eisenbahngelände unnötig wäre, anderseits alle Vorbedingungen geschaffen würden, um zu einem späteren Zeitpunkt, wenn das Hindernis ber Bahnüberführung burch bie Verlegung ber Oberheffifchen Bahn aus ber Stabt beseitigt fein wirb, burch eine einfache kurze Schienenlegung von ber Ecke Liebigstraße- Frankfurter Straße hinüber in Richtung Ecke Frankfurter Straße-Wilhelmstraße ben Anschluß an bas vorhanbene Straßenbahnnetz herzustellen. Es würbe also — mit anberen Worten gesagt — burch eine Penbellinie ber Straßenbahn im Sübviertel ein erhebliches Teilstück bes Gesamtausbaues unserer Straßenbahn um einige Jahre vorweggenommen werben. Zestellte Welt nicht mehr verbirgt. Wie bin ich unschulbiges Kinb dazu gekommen, -ine Brille zu tragen? Ach, ich las in Indianer- Büchern so viel vom Häuptling Adlerauge, wie der mbeweglich in die fernsten Präriehorizonte späht, !>aß ich mir daran die Augen verdarb unb plötzlich, :,ugh! eine Brille braufgesetzt bekam, ich wußte nicht wie. Aber Kinber burch Brillen am meisten verun- daltet, machen sich baraus am wenigsten, unb erst Päter, wenn sich bie Welt zum Weibe verbichtet mb einen also ansieht, wirb man burch biese Augen »ine Brille gewahr „Ach, nehmen Sie doch . diese . Brille ab!" läßt Tolstoi eine Schöne zum .Helden flüstern, bem sie einen Kuß gewähren will Woraus man ersieht, baß Tolstoi keine Brille ge- roirb, konnte man bei ber gestrigen Richtfestfeier wieber überzeugenb feftstellen. Alle waren mit ganzem Herzen bei ber Feierstunbe, sowohl bei bem schlichten Festakt vor bem Bau, als auch bei bem fröhlichen Richtschmaus in ber Volkshalle, ber als Ausklang des Arbeitstages alle Werkleute und die geistig Schassenden am Bau mit zahlreichen Gästen vereinigte. Auf Einladung des Vorstandes des Heeresbau- amtes, Regierungsbaurat E i s e n h a r d t, versammelten sich am gestrigen Nachmittag gegen 1.30 Uhr bie vielen Männer vom Bau mit den geladenen Gästen von der Partei, der Wehrmacht, ber Stabt Gießen unb einer Anzahl weiterer Behörben vor Oie Brille. Von Sigismund von Jtoherfi. Oben rechts: Zimmerleute in der Tracht ihrer Hamburger Berufskollegen marschierten dem großen Zuge der Arbeiter mit einer bunten Richtfestkrone voraus. Die Richtfestkrone war mit schönen Wappentafeln geschmückt, die Symbole des Reiches und des Bau- Hanbwerkes zeigten. Nebenstehend: Generalmajor W i 11 i ch (in Vertretung bes Standortältesten unserer Garnison) bei seiner Ansprache an die Mitarbeiter am Bau. aussetzung. Der Herr Oberbürgermeister, dessen tatkräftigem Einsatz unb eifrigem Wirken unsere Stabt im Verlaufe der letzten Jahre schon viel zu verdanken hat, ist sich über die dringende Notwendigkeit der ver- kehrsverbessernden Maßnahmen für die neuerstandenen Stadtteile schon lange im Klaren. Bisher waren aber die Möglichkeiten zur Schaffung neuer Einrichtungen dieser Art noch nicht gegeben. Der Initiative des Oberbürgermeisters haben wir den Besitz und damit die {eberzeitige Einsatzmöglichkeit ber beiben Autobusse zu banken. Er wirb unzweifelhaft biese Möglichkeiten im Interesse unseres Verkehrswesens zum Wohle ber Bevölkerung nutzbar machen, wie er seine Kräfte und Mittel ebenfalls einsetzen wird zur Lösung ber erweiterten Aufgaben unseres Straßenbahnbienstes, um auch nach bieser Richtung hin bem Aufwärtsstreben unserer Stabt neue Wege zu erschließen unb zu ebnen. B. Nach altem beutschen Brauch, ber den Werkleuten an einem Bau nach der Fertigstellung des Rohbaues eine Feier als äußeres Zeichen der Anerkennung zugesteht, fanb am gestrigen Freitagnachmit- ' " Arbeiter aller Berufe und Tätig- dem mit den Fahnen des Dritten Reiches und mit frischem Grün geschmückten Eingang des Hauptgebäudes. Die Regimentsmusik unseres Jnf.-Regts. 116 leitete die Feier mit stimmungsvoller Musik ein. Hierauf begrüßte Regierungsbaurat Eifenhardt alle Werkl'eute vom Bau, ferner die Ehrengäste, von ihnen besonders Generalmajor W i 11 i ch als Vertreter des im Urlaub abwesenden Standortälte- sten, Kreisamtsleiter K l ö s als Vertreter ber Kreisleitung, ferner bie übrigen Vertreter ber Partei, ber Wehrmacht unb ber Behörben. Er erinnerte bann kurz an bie vor bem Baubeginn zu überroinbenben mannigfachen Schwierigkeiten, insbefonbere hinsichtlich ber Baulanbbeschaffung, unb sagte in bie- fern Zusammenhänge ben Eigentümern unb Bewirtschaftern bes bis zum Baubeginn lanbwirt- schaftlich genutzten Gelänbes herzlichen Dank für bie Bereitwilligkeit, mit ber sie bas Baulanb zur Verfügung stellten, so baß im September 1936 mit bem Bau begonnen werben konnte. Er bankte hierauf allen Arbeitern am Bau unb rühmte ihre hingebungsvolle Leistungsfreubigkeit in ber treuen unb fleißigen Arbeit an biefem Bau für ben Führer unb für Deutschland Weiterhin bankte er ber Stabt Gießen für alle Förberung, bie sie bem Bau zuteil werben ließ unb hob babei hervor, baß unsere Stabt mit biefem Neubau eine schöne Bereicherung bes ©tabtbilbes burch einen großen Kulturbau erhalte. Vier Bilbhauer unb einige Kunstmaler seien bereits mit der künstlerischen Ausschmückung des Baues beauftragt worden. Dem Leiter des Standortlazaretts, Oberfeldarzt Dr. Strenger, galt gleichfalls ber Dank ber Bauleitung für bie wertvolle Beratung unb Mitarbeit zur Erfüllung ber bebeutfamen Aufgabe. Mit herzlichem Dank an ben Führer, bem auch hier wieber Arbeit unb Brot unb ein bebeutfames Werk für unsere Wehrmacht zu Derbanfen ist, schloß Baurat E i s e n t) a r b t seine Ansprache. Anschließenb folgten bie sinnreichen, zum Teil in poetischer Form gehaltenen Richtsprüche ber Hanbwerksgesellen, wie es schönem altem Hanbwerksbrauch geziemt. Am Schlüsse dieser Richtsprüche leerte ber Altgeselle sein Glas auf bas Glück und Gedeihen des Werkes, dem er nach dem alten Sprichwort „Scherben bringen Glück!" mit dem Zerschmettern des Glases am Richtbaum-Mast und Wenn wir uns an das Bild des Stadtteils Gieße n-Süd zwischen den Kliniken, bem Berg- werkswalb unb bem heutigen Wartweg in ber Zeit ,d o r fünfzehn I a h r e n erinnern, so sehen wir im Geiste einen ©elänbeteil, ber noch völlia frei zum seemäßigen unb gärtnerischen Anbau Dalag. Das jetzt ber Bannführung ber HI. als Unterkunft bienenbe kleine, unzulängliche Haus befanb sich gewissermaßen im freien Felb; bie Heilstätte Seltersberg bestaub noch nicht; vom Lupusheim war nur bas sogenannte Dietz-Haus vorhanben; bas jetzige Stubentenhaus war noch ein schöner Traum von Jbealisten; süblich vom damaligen Studentenhaus am Wartweg entlang war alles leer und kahl. Schon nach ein paar Jahren hatte bas dortige Bilb bie ersten neuen Züge erhalten. Gewissermaßen „mitten ins Felb hinaus" baute ber Zeichenlehrer Schäfer als erster fein Einfamilienhaus an ben Wartweg; wer bort hinkommen wollte, mußte bei feuchtem Wetter reichlich schmutzige Stiefeln mit in Kauf nehmen, benn von einem einigermaßen annehmbaren Weg, ber biefes Wort oerbient hätte, war keine Rebe. Dann wuchsen auch balb bie hohen Gebäube ber Heilstätte Seltersberg unb bes zweiten Hauses bes Lupusheims empor, bas Wohnhaus von Prof. Dr. Brüagemann würbe errichtet, bas Stubentenhaus am Leihgesterner Weg würbe bem Stabtbilb eingefügt, unb nun entwickelte fich bie Wohnhausbautätigkeit von Jahr zu Jahr immer mehr. Sowohl am Wartweg entlang als auch von ber östlichen Seite ber Frankfurter Straße her strebte bie Bautätigkeit immer stärker in bas freie Baulanb hinein. Die Straßen bes sogenannten Musikantenoiertels entstauben, ber Wartweg erhielt beiderseits in zunehmendem Maße bas Bilb einer geschlossenen Bebauung, von ber, seitlich nach beiben Richtungen ausstrahlenb, neue Straßenteile unb Wohnhäuser bas Bilb bes Stabtteils immer lebenbiger gestalteten. Das Klinikviertel würbe burch neue Bauten erweitert, unb nunmehr weist bas Sübviertel in bem Raume zwischen ber Frankfurter Straße, bem Wartweg unb ber Nachbarschaft bes Bergwerkswalbes als einstweiligen Höhepunkt der baulichen Entwicklung ben großartigen Bau bes neuen Garnison-Lazaretts auf. Die gestrige Richtfestfeier an bem Bau bes Gießener Garnison-Lazaretts lenkt bie Gebauten bes Zeitchrouiften wieber einmal hin auf bie überraschend schnelle, mächtig aufwärtsstrebende Entwicklung in jenem Stadtteil, von dem man sagen kann, daß für ihn jetzt ein neuer bedeutsamer Abschnitt feiner Entfaltung beginnt. Man braucht kein Prophet zu fein, wenn man heute schon voraussieht, baß bie jetzt noch vorhaubeueu Baulaubparzelleu in biefem Gemarkungsteil unserer Stabt wohl in etwa zwei Jahren bereits bebaut sein bürsten. Allein schon bas bisher ununterbrochene natürliche Wachstum in biefem Stabtviertel spricht für biese Voraussage. Hinzu kommt nun noch ber belebenbe Faktor bes Garuisoulazarettbaues, ber voraussichtlich weitere Wohuhausbauteu zur Folge haben wirb. Die Straßenzüge find im großen unb tzan- .zen bereits gegeben, so baß also auch von bieser Seite her kein Hemmnis für eine weitere flotte Bautätigkeit besteht. Unsere Stabt hat also allen ©runb, mit Genugtuung auf biese gebeihliche Bau- .entwickluug im Sübviertel zu blicken, benn bort »offenbart sich ein ansehnliches Stück bes wirtfchaft- Ilichen Aufschwungs, ben auch unser Gemeinwesen in ben letzten Jahren seit ber Machtübernahme in so erfreulicher Weise erfahren hat. Diese Entwicklung wirkt fich nun vor allem auch im Bereich ber Verkehrsaufgaben aus. Dazu gehört in erster. Linie ber Ausbau ber Straußen. Nicht minber wichtig ist aber auch bie Schaffung einer zeitgemäßen Verkehrsverbinbung von ihiefem Außenbezirk nach ben Hauptverkehrspunkten Der Stabt, insbefonbere nach ber Stabtmitte. Hier itauchen wieberum zwei Pläne auf, bie in früheren tJghren, als bie bauliche Entwicklung noch nicht {soweit wie heute vorangekommen war, schon oft Den Gegenstand) von Besprechungen gebildet Halden: bie Schaffung einer neuen Straßenbahnlinie ober bie Einrichtung eines regelmäßigen Autobusbetriebes. Der Bau Des Garnisonlazaretts läßt eine Lösung bieser Auf- Naben in ben Dorbergrunb treten, benn es ist als tragen hat. Die Nase stört boch viel mehr beim Erst wenn bie Frau es ist, die bie Gläser trägt, wirb bie Sache problematisch. Ich benke hierbei vor allem an bie Mutter bes Zappelphilipp im Struwelpeter. Sie ist eine ber tiefsten unb lebenswahrsten Figuren unserer Kunst. Ganz in sich versunken, läßt sie ben Gatten mahnen unb ben Philipp zappeln — unb erst wenn bie Bescherung ba ist, erhebt sie sich mit bem Lorgnon vor'm Auge, aber auch ba unbeteiligt, bis auf ein grenzenloses Erstaunen: Unb bie' Mutter blickte stumm / um ben ganzen Tisch herum." Teils hat sie nichts zu sagen, teils verschlägt es ihr bie Rebe: ihr Teil m öa5 wortlose Entsetzen vor ber Tabula rosa bes Lebens. Der größte Gegensatz zu ihr war bas informierte Hornbrillenmäbchen ber Nachkriegszeit. Damals gerabe in einer Zeit entfeffelnten Tneblebens, vollzog sich etwas Bebeutsames: zum erstenmal in ber Geschichte war bie Brille w e i b 11 d) e s Schönheitsattribut geworben! Rosige Fronten von Darietegirls steppten mit Hornbrillen auf ber Nase. Kein Zweifel, biese Hornbrille war ein Zeitsymbol — wofür nur? Brille bebeutet immer Bewußtsein, unb in ber Nacktheit mit ber Brille fanb bie Zeit zwei ihrer Tenbenzen: Trieb unb bewußtes Bekenntnis zu ihm, reizvoll verkörpert. Damals trugen ja auch feljr Diele Manner Hornbrillen, unb selbst normalgestchtige Personen setzten sich trauerumranbetes Fensterglas vor um nach was auszusehen Unb einer namens Karl Valentin setzte sich sogar eine Brille ohne Gla- str auf Doch als ihn bie Lisi Karlstadt deswegen empört zur Rebe stellte, meinte er tie,sinnig: „Immer besser noch als wie gar mx. Dagegen scheint bas Tempo der Zeit ben Reifer enbgültig abgeworfen zu haben. Das stberali tische Pincenez, bieser lockere Glasschmeckerlmg auf ber komisch gewordenen Nase, konnte sich schon deshalb nicht halten weil es einen Kompromiß bebeutete. Erwirkte es, zwischen Scham unb Notwenbigkeit balancierenb, zumal bei ber Frau weit verunstal- tenber als bie Brille: „Einen Buckel kann sie immer nod) eher in Abrebe stellen, als em Pincenez! ist mit Recht festgestellt worben. Allerbings kann man auch m ber Parteinahme für bie Brille zu weit gehen. Der Apoll von Beloe- bere ober bie Venus von Milo lassen sich nur Sport unb Technik haben uns eine Menge neuer Brillen beschert: Schneebrillen Flugbrillen, Funken- I Brillen, — unb vielleicht beshalb gerabe ist bie eigentliche, bie Kurzsichtigkeitsbrille stark zurückgegangen. So scheint es an ber Zeit, ihr ein Wort nachzurufen. Denn sie war, alles in allem angenommen, ein beutscher Gegenstand Dabei hatten wir, ein noch junges Volk, sie als Wahrzeichen mit i Dem ältesten aller Volker, ben Söhnen bes Himmels im Reich ber Mitte, kurz mit ben Chinesen, gemein: Der Deutsche in ber Karikatur trug eine Brille, wie nur je ein Manbarin. Unb vielleicht barum konnte ber jupiteräugige Goethe, ber boch alles nerstanb, eines nicht verzeihen — bas Brillentragen und etwa noch das Tabakrauchen). Bebrillt und rauchend, entschädige ich mich dafür Durch bie Feststellung, baß Goethe bekanntlich zsichtig war. Er sah bie Brille als Symbol Der Instinktlosigkeit, als Glasmauer des Dunkels, nls optische Barrikade vor jenem Ding, das sieht und doch zugleich das Schönste ist, was es zu sehen gibt — dem Auge: und, weiß Goethe, er hatte nicht unrecht! Eine jedoch übersah er, nämlich, daß die Brille zugleich rücksichtslosen Wahrheitsdrang und Opfer bedeutet, denn wir von der eulenäugigen Brüderschaft opfern dem Sehen unser Aussehen und •rfaufen mit dem Odium des Pedanten das, was uns vor Pedanterie bewahrt, — jenen Abgrund von Schönheit und Häßlichkeit, den die auf „scharf" ein- Zwanzig Jahre später passierte einem kleinen deutschen Kreuzer ein ähnliches Mißgeschick. Er lag im Hafen von Aden, und beim Ankerhieven war bie Ankerkette gerissen unb ber Anker versackt. „Der Anker muß wieber herauf!" befahl ber Kommanbant, „unb wenn wir ein Jahr nach ihm suchen müßten!" Drei Tage lang angelte man vergeblich nach bem verlorenen Anker. Die Offiziere unb Mannschaften suchten heimlich, benn sie wären lieber an Lanb gegangen. Aber ber Kommanbant blieb unerbittlich. Dann kam ber Sonntag. Um sieben Uhr morgens versammelte sich bie Mannschaft zur Anbacht. Der jüngste Leutnant war an ber Reihe, aus bem An- bachtsbuch oorzulesen. Er ließ, wie üblich, b*- ° nummer an ben hinteren Turm schr Nr. 63. Die Offiziere unb Matrosen ihren Gesangbüchern nach, ein ver^ Schmunzeln flog über bie Gesichte erklang ber Choral: „Ich habe gefunben, ber meinen Anker eroi Der Leutnant büßte diefen gen Kammerarrest Das \ \ sw dreimaligen Rufe „Holz Herl" alle guten Wünsche mitgab. Oberfeldarzt Dr. Strenger als Leiter des Lazaretts dankte allen Arbeitern für ihre bisherige ausgezeichnete Arbeitsleistung, weiterhin allen Dienststellen der Stadt und der Universität, vor allem aber auch sämtlichen Mitarbeitern des Hee- resbauamtes mit Regierungsbaurat Eisenhardt an der Spitze. Besonderen Dank brachte er weiter dem Führer dar, durch dessen große Tat der Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht auch dieses Gebäude erstehen konnte Generalmajor im Luftgau XI Willich, als Vertreter des in Urlaub auswärts weilenden Standortältesten beglückwünschte im Namen aller Soldaten des Standortes Gießen und der Nachbargarnison, das Heeresbauamt als Bauleitung und alle Werkmänner vom Bau zu der bisherigen glücklichen und schönen Arbeit an diesem großartigen Lazarettbau. Er brachte alle guten Wünsche für ein segensreiches Wirken dieses Baues im Dienste unserer Wehrmacht zum Ausdruck und betonte dabei, daß wir allesamt mit Recht stolz sein dürften, an dem großen Werke unseres Führers mitarbeiten zu können. Weiterhin rühmte er b-e auch hier wieder in so schöner Weise zutage getretene Zusammenarbeit zwischen Arbeitern und Soldaten, die Einigkeit und die Freude des gemeinsamen Schaffens in der Gefolgschaft unseres großen Führers Adolf Hiller, dem Gruß und Dank dargebracht Aus der Gl Seltsame Begegnung. Es war in der Tat eine seltsame Begegnung. Draußen, vor den Toren der Stadt, wäre sie durchaus nicht seltsam gewesen, aber hier, inmitten des Verkehrs, wurde sie zum Ereignis. Autos flitzten die Straße entlang, Motorräder knatterten geräuschvoll vorbei, und auf der vorgeschriebenen Bahn ihrer Schienen glitt die Elektrische des Weges. Es war ein ganz alltägliches Bild städtischer Betriebsamkeit, das mit einem Male eine Verwandlung erfuhr und um einige lichte Farbtöne bereichert schien. Denn eben auf derselben Fahrbahn, auf der sich die Kraftfahrzeuge eilends fortbewegten, kam mit einer hohen, schwankenden Last gemächlich ein Erntewagen gezogen. Wie gesagt, auf der Landstraße wäre der Dor» gang keineswegs absonderlich gewesen, kaum einer hätte sich die Mühe gemacht, stehenzubleiben, um das Gefährt zu betrachten. Angesichts dieser Begegnung innerhalb der Stadtmauern aber wandelte die meisten Fußgänger die Lust an, einen Augenblick zu verweilen und den reizvollen Anblick zu genießen. Die braunen Pferde trotteten gleichmäßig einher; langsam rollte der Leiterwagen vorüber, der mit vollen Garben hochbepackt war und nur hier und da einen Halm verlor, welcher einsam auf dem Fahrdamm zurückblieb .. Für eine kurze Weile gewann die Straße ein anderes Aussehen. Der Geruch des Sommers schwebte in der Luft, die Fußgänger atmeten ihn mit vollen Zügen ein, und in ihren Blicken, mit denen sie den schwankenden Wagen verfolgten, glomm etwas von Der Sehnsucht des Stadtmenschen nach der Weite der freien Landschaft und der Natürlichkeit des ländlichen Lebens. Unverhofft wie ein guter Geist war dieser Wagen aufgetaucht, der den wackeren Fleiß bäuerlicher Tätigkeit und ihren reichen Segen sichtbar zur Schau stellte. Und nun, da er bereits einige hundert Meter weiter war und allmählich im Stra- ßenaewühl untertauchte, hinterließ er noch ein farbenfrohes Abbild, das sich dem Bewußtsein einprägte wie ein bunter Gruß des lachenden Sommers. Aber schon sah die Straße wieder alltäglich aus. Die Autos sausten vorüber, die Motorräder knatterten und die Elektrische bimmelte. Nur die einzelnen Strohhalme auf dem Fahrdamm erinnerten noch an die Vorbeifahrt des Erntewagens, jener seltsamen Begegnung in der Stadt, der gleichsam eine tiefere Bedeutung innewohnte. Sch. Bornofiften. Tageskalender für Samstag. NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude": 20 Uhr, Pulvermühle, Sommernachtsfest. — Gloria-Palast wurde in den freudigen Sieg-Heil-Rufen auf Führer, Volk und Vaterland. Bei dem Gesang der Nationalhymnen wurde nun die Richtkrone am Bau hochgezogen, damit ihr frisches Grün und ihre bunten Bänder weithin leuchten können in die herrliche Landschaft. Nach einem kurzen Rundgang der Ehrengäste durch den Bau, bei dem man die außerordentlich eindrucksvollen Formen des Bauwerkes kennenlernte, folgte gemeinsam mit allen Arbeitern, unter Vorantritt der Regimentsmusik der Marsch zur Dolkshalle, wo das Richtfest mit einem guten Richtschmaus in froher Stimmung ausklang. Ein Vertreter der am Bau beschäftigten Firmen brachte hier dem Heeresdauamt und feinem Leiter den herzlichen Dank der Baufirmen und ihrer Arbeiter zum Ausdruck. * Der Lazarettbau besteht aus einem großen Hauptbau, in dem die Operationen und Bäderabteilung untergebracht sind, einem anschließenden Verbindungsbau, der hinüberführt zu dem großen Betten bau, dessen Fenster und Balkone nach Süden gerichtet sind. Rechts vom Hauptbau ist in einem Nebenbau die Waschanstalt untergebracht, in einem weiteren Nebenbau links hat die Wirtschaftsabteilung ihren Platz Ferner gehört zu dem Gesamtbau noch ein Beamten- wohnhaus. (Seltersweg): „Unter Ausschluß der Öffentlichkeit". — Deutsche Werkstoff-Ausstellung im Saale der Liebigshöhe von 10 bis 20 Uhr. — Deutsche Stenographenschaft: 20.30 Uhr, Karlsruhe, Veranstaltung mit Tanz und Unterhaltung. — Oberhessischer Gebirgsverein: 20 Uhr, Treffpunkt Universitäts- Bibliothek zum Abendgang nach dem Schützenhaus. — Forftgarten am Schiffenberg: Sommernachtsfest, 20 Uhr. — Artilleristenkameradschaft: 20.30 Uhr „Hessischer Hof". Tageskalender für Sonntag. Gloria-Palast (Seltersweg): „Unter Ausschluß der Oeffentlichkeit. — Deutsche Werkstoff-Ausstellung im Saale der Liebigshöhe von 10 bis 20 Uhr. — Forstgarten am Schiffenberg: Unterhaltungskonzert, ausgeführt von Mitgliedern der SA.-Kapelle. AGOAv. - Ami für Volkswohlfahrt, fireisamtskifung IBefkrau. Folgende Ortsgruppen haben den monatlichen Or- ganifations- und Tätigkeitsbericht noch nicht eingereicht: Allendorf, Alten-Buseck, Assenheim, Bad- Nauheim, Beienheim, Bellersheim, Dorn-Assenheim, Ettingshausen, Friedberg - Fauerbach, Gambach, Geilshausen, Groß-Karben, Großen-Linden, Harheim, Heldenbergen, Kaichen, Kirch-Göns, Klein- Karben, Kloppenheim, Lang-Göns, Münzenberg, Nieder-Florstadt, Nieder-Weisel, Ober-Bessingen, Ober-Eschbach, Ober-Mörlen, Ober-Rosbach, Ockstadt, Okarben, Ossenheim, Petterweil, Reichelsheim, Rodheim v. d. H., Rendel. Saasen, Staden, Stammheim, Trais-Münzenberg, Weckesheim, Wohnbach. Da der Termin bereits überschritten ist, bitte ich um umgehende Erledigung. Letzter Termin zur Einsendung: 9. August 1937. Kreisamtsleitung Wetterau. Lampionfest an der Lahn. Nun ist das richtige Wetter für ein Sammer- nachtfest eingetroffen. Wenn heute abend die Dämmerung hereinbricht, werden die Gießener zur Pul- oermühle wandern. Die NSG. „Kraft durch Freude" hat alle Vorbereitungen getroffen, der Bevölkerung ein schönes Wochenende zu bereiten. Bei Einbruch der Dunkelheit werden Hunderte bunte Lampions mit ihrem farbigen Licht dem Fest einen besonders reizvollen Rahmen geben. Das Musikkorps des Inf. Rgts. 116 unter Leitung von Musikmeister Wohlfarth wartet zunächst mit einem ausgezeichneten Konzert, dem Charakter des Sommerfestes angepaßt, auf, um dann als Streichkapelle die nächtliche Tanzmusik erklingen zu lassen. Auch die Paddler-Gilde hat sich für diesen Abend zur Verfügung gestellt. Mit Lampions geschmückt, werden die Bote vor der Pulvermühle einen Reigen fahren: über den dunklen Wassern der Lahn wird ein farbenfrohes, sich vielfach widerspiegelndes Bild den Besuchern darbieten. Und auf der großen Tanzfläche im Freien wird im Scheine der Lampions getanzt bis in den Sonntag hinein! Das Lampionfest beginnt mit dem Militärkonzert um 20 Uhr, Einlaß um 19 Uhr. Wenn die Gießener schon von vornherein ihre gute Stimmung mitbrmgen, dann wird das Lampionfest des NSG. „Kraft durch Freude" zum schönsten Sommerfest unserer Stadt in diesem Jahr. „Vier Philipps" im Gloria-Palast. Die Leitung des Gloria-Palastes hat es sich noch immer angelegen sein lassen, über ihre Filmprogramme hinaus noch Besonderes zu bieten. Das soll jetzt wieder einmal geschehen. Der Gloria-Palast hat die „Vier Philipps" verpflichtet, ein Quartett der Artistik von Ruf, das in aller Welt feine Zuschauer begeistert hat. Keine Frage, daß man auch in unserer Stadt für hervorragende artistische Leistungen empfänglich ist und den Philipps alle Aufmerksamkeit entgegenbringen wird. Was sie alles zeigen werden, ist in wenigen Worten kaum zu sagen. Sie sind nicht Artisten schlechthin, sondern Universalisten; sie sind nicht nur auf eine Art Künstler, sondern sie vereinigen mehrere Talente in sich. Sie gastierten in Australien und Kalifornien, in London und Paris; im Berliner Wintergarten kennt man sie ebenso gut wie in amerikanischen Variete-Theatern. Nun werden sie in Gießen ihre Kunst zeigen und dabei sicherlich ein aufmerksames Publikum finden. Gießener Dochenmarktpreife. * Gießen, 7. Aug. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Deutsche feine Molkereibutter, % kg 1,57 Mark, feine Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60, Landbutter 1,42 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, deutsche, Klasse S 13, Klasse A 12J4, Klasse B 12, Klasse C 11^, Klasse D 11, ausländische, Klasse B 11^, Wirsing, % kg 9 bis 12, Weißkraut 8, Rotkraut 9 bis 12, gelbe Rüben 9 bis 12, rote Rüben 8 bis 15, Spinat 20, Römischkahl 8 bis 12, Bohnen, grün 12 bis 22, gelb 15 bis 22, Erbsen 20 bis 30, Tomaten 12 bis 22, Zwiebeln 10 bis 12, Pilze 45 bis 50, Kartoffeln, % kg 5 Pf., 5 kg 50 Pf., 50 kg 4,50 bis 5 Mk., Frühäpfel, % kg 25 bis 38 Pf., Falläpfel bis 5 Mark, Frühäpfel, XA kg 25 bis 38, Falläpfel 5 bis 6, Pfirsiche 35 bis 45, Brombeeren 30 bis 35, Preiselbeeren 35 bis 38, Birnen 20 bis 35, Heidelbeeren 34, Pflaumen 17 bis 35, Zwetfchen 18 bis 30, Mirabellen 35 bis 41, Renekloden 27 bis 32 Pf., Hähne 1 bis 1,10 Mark, Suppenhühner 80 dis 90 Pf., Tauben, das Stück 50 bis 60, Blumenkohl 10 bis 47, Salat 8 bis 9, Salatgurken 4 bis 20, Einmachgurken 1% bis 2 Pf., Endivien 8 bis 15, Oberkohlrabi 5 bis 8, Rettich 5 bis 10 Pf. ** Abschied aus dem Amt. Der Presse« dezernent bei dem Landgericht Gießen teilt uns mit: Nach etwa 42jähriger Dienstzeit, während der er nahezu 30 Jahre lang in Gießen tätig war, schied am 1. August d. I. der Hausmeister beim Landgericht Gießen, Friedrich C u r t h s , aus feinem Amte. Aus diesem Anlaß fand im Kreise der Beamten und Angestellten des Landgerichts und der Staatsanwaltschaft eine kurze schlichte Feier statt, bei der Landgerichtsdirektor Dr. Brill als Vertreter des Landgerichtspräsidenten die dem Staate in treuester Pflichterfüllung und vorbildlicher Gewissenhaftigkeit geleisteten Dienste des Scheidenden, sowie seine guten menschlichen Eigenschaften würdigte und ihn namens aller Berufskameraden mit herzlichen Worten verabschiedete. ** ©in Siebzigjähriger. Am morgigen Sonntag kann der Reichsbahn-Zugführer i. R., Wilhelm Köhler, Ebelstraße 24, seinen 70. Geburtstag feiern. Der Jubilar, der aus Queckborn RUHL Sehersweg Nr. 67 adlO Telephon Nr. 3170 eparaturen l897D gebürtig ist, lebt feit dem Jahre 1930 im wohlverdienten Ruhestand. Seit vier Jahrzehnten gehört er zum freuen Leserkreis des Gießener Anzeigers. ** Heimkehr aus dem Zeltlager. Die Marine - HI - Gefolgschaft 116 kehrt am heutigen Samstag, aus dem Zeltlager Miltenberg kommend, hierher zurück. Die Ankunft am Bahnhof erfolgt um 18.45 Uhr. *♦ Arbeitsvergebung. Zum Neubau von 40 Volkswohnungen für die Gemeinnützige Wohnungsbau G. m. b. H. sollen jetzt die Glaser-, Schrei- ner-, Schlosser-, Verputz- und Anstreicher- und In- stallationsarbeiten vergeben werden. — Ferner ist die Vergebung der Erd-, Pflaster- und Caussie- rungsarbeiten für den Ausbau des Tannenweges ausgeschrieben worden. Der Lauterbacher Voranschlag 4937. Lpd. Lauterbach, 6. Aug. In einer Ratsherrensitzung wurde der Voranschlag 1937 verabschiedet. Er schließt ab in Einnahme und Ausgabe in Abteilung Betrieb mit 300510 Mark, in Abteilung Vermögen mit 24 690 Mark. Der Voranschlag des Elekttizitätswerks ist ausgeglichen mit 119 700 Mark, der erstmalig gesondert aufgestellte Voranschlag des Wasserwerks mit 26 450 Mark Die Aufstellung der Voranschläge stand unter dem Einfluß der Schaffung seither fehlender Rücklagen. Aus diesem Grunde wurde es erforderlich, die Steuersätze, die zu den niedrigsten in Hessen gehörten, zu erhöhen. So beträgt der Hebesatz für die Biersteuer anstatt seither 2 Mark, künftig 4 Mark je Hektoliter. Die Realsteuersätze für Stadt, Kreis und Provinz zusammen betragen nun bei Grundstücken, Gebäuden und Bauplätzen 34,8 Pf., für land- und forstwirtschaftlich oder gärtnerisch genutzten Grundbesitz 62,4 Pf. für 100 Mark Steuerwert. Dies entspricht einer 50- bis 60prozentigen Erhöhung der seitherigen Steuersätze, die auch jetzt noch unter dem Landesdurchschnitt liegen. Da diese Erhöhun- gen jedoch noch nicht ausreichen werden, wird mit Beginn des Jahres 1938 die Bürgersteuer erhöht von 300 v. H. auf wahrscheinlich 500 o. H. — Im Laufe des Jahres wird am Ausbau des Straßennetzes weitergearbeitet werden, wofür ausreichende^ Mittel eingesetzt wurden. Ein Kind beim Holzfahren tödlich oerunalütff Dutenhofen (Kreis Wetzlar), 6. Aug. Beim Holzfahren ereignete sich in der Nähe unseres Ortes ein schwerer Unglücksfall. Während das Langholzfuhrwerk unterwegs war, kam die Ladung ins Rutschen Dabei geriet das fünf Jahre alte Söhnchen des Schmiedes Aug. G ü m- b e l, das auf der Holzladung faß, zwischen die Stämme, wobei es so schwere Verletzungen erlitt, daß es in der Gießener Klinik v e r ft a r b. Susannes Tochter. Vornan von Hedda Westenberger. Copyright by Carl Duncker, Verlag, Berlin W 35 18 Fortsetzung (Nachdruck verboten.) Sabine fühlt sich nicht sehr behaglich. Da folgt sie nun dem Knecht in feine Kammer, und wer weiß, ob er es ihr nicht als Neugierde auslegt. Dies Gefühl wird noch gestärkt in ihr, als Renz die Kammertür, die Sabine hinter sich geschlossen hat, heftig wieder aufttößt. Soll das heißen, daß sie recht bald wieder gehen soll? Sabine wagt kaum, sich in dem kargen Raum umzusehen. Aber dann erweist es sich doch als sehr gut, daß sie mitgegangen ist, denn das Kaninchen scheint sich vor Renz' Händen mit dem jodgetränkten Lappen zu fürchten, es macht ängstliche Versuche, von dem Tisch zu hüpfen. Sabine muß zugreifen und es festhalten. Und die Köpfe dicht nebeneinander, beugen sie sich mit Eifer über das zitternde Tier. In diesem Augenblick geht Michailow vorbei. Er stutzt, bleibt stehen und tritt dann langsam näher: „Nanu — was geht denn hier vor?" „Nichts weiter. Wir verarzten ein Kaninchen." Michailow tritt noch näher und sieht den beiden stumm über die Schulter zu. Nach einer Weile stößt er Sabine leicht an und sagt beinah hochmütig: „Es ist entsetzlich ungemütlich hier oben in der Bude, das ist nichts für Sie Fräulein Lorenz, gehen Sie lieber hinaus in die warme Sonne." „Ja, ja, gleich. Aber er allein kann das nicht, nicht wahr, Herr Renz?" Michailow wartet einen Augenblick, dann wird er ungeduldig: „Renz könnte meiner Meinung nach ebenso gut allein fertig werden" Das klingt beinahe feindselig. Sabine spürt es und sofort springt in ihr der Trotz auf: „Es macht mir aber Freude, Herrn Renz zu helfen", sagt sie betont. ^R^nz beeilt sich sichtlich, mit der Behandlung zu vinöe 3u*s^mmen, und Michailow steht nun neben Sabine, er trommelt mit den Fingern auf den Tisch. Dann ^^Iföabine hell auf: „Das arme Karnickel; wenn es 'JhrK beiden Gesichter sieht, muß es freilich Zittern vo^ A^gst Warum sehen Sie denn so bös drein r \ \ar ^cht .murmelt Michailow und holt nm DGrJeqen eine Zigarette aus der Tasche. Dann macht i ’ben Versuch, Renz anzulächeln. Aber Renz liet)t'Qn ihm vorbei und sagt zu Sabine: „Also vielen Dank für Ihre Hilfe. Sie haben viel Geschick, mit Tieren umzugehen. Sabine freut sich. „Dann werden Sie mich also auch wieder einmal zu einer Hilfeleistung anstellen?" „Gewiß werd' ich das. Wenn Herr Lyk nichts dagegen hat..." Sabine wundert sich über diese Einschränkung, unterläßt das Fragen aber, weil Michailow so ungeduldig dasteht und offensichtlich aufs Gehen wartet. Als sie dann neben dem schweigenden Michailow die Treppe hinunter geht, gibt sie ihrer Verwunderung über ihn Ausdruck. „Was haben Sie denn?" „Haben? Ach, nichts. Oder — wenn ich es Ihnen sagen würde, würden Sie es doch nicht verstehen." „Nun sagen Sie es doch schon!" Michailow lehnt sich gegen das Treppengeländer: „Ich... ich sehe es nicyt gern, wenn Sie sich mit diesem Renz abgeben. Man kennt ihn noch zu wenig. Und ich glaube: er trinkt." „Und wenn schon! Er hat aber sehr gute Augen." „Nicht hinter allen guten Augen stecken gute Menschen ..." Trotz steigt wieder in Sabine auf: „Ich glaube aber an Augen. Und wenn ich zufällig mit diesem Renz zu tun haben werde, bin ich nett zu ihm, denn ich habe gar keinen Grund, es nicht zu sein." Michailow quittiert diese Offenheit mit Achselzucken und einer Verbeugung. Dann fragt er Sabine leise: „Da Sie so fanatisch an Augen glauben — haben meine wenigstens Gnade vor Ihnen gesunden? Es würde mich sehr glücklich machen!" Sabine weicht seinem Blick aus, und als sie gerade den Mund öffnen will, um etwas zu sagen, was die Situation wieder ins Belanglos-Unpersönliche abbiegen könnte, erscheint Renz mit dem Kaninchen im Arm oben auf der Treppe Im selben Augenblick verwandelt sich Michailows Gesicht wieder in kalten, unfreundlichen Hochmut. Sabine wundert sich und schweigt, während sie den sonnenbeschienenen Hof betritt. Die Zeit vergeht wie im Flug. Das Land prangt in jungem Sommerschmuck, die Wiesen sind zu bunten Blumenteppichen geworden, tiefer unten im Tal hat schon die künstliche Berieselung der Weinstöcke eingesetzt. Sabine ist nun schon ganz zu Hause auf dem Gut. Außer den Vormittagsstunden, wenn Lyk ihr dikttert, kann sie tun und lassen, was sie will Sie streift umher, kennt alle Tiere auf dem Hof mit Namen, von den Pferden Mieze und Peter ange= fangen bis zu Karlchen, dem Ochsen, und Betty, der Ziege. Auch drüben bei den Füchsen kennt sie sich gut aus. Sie kann sogar fachmännisch erklären. warum Nr. 21 so ein besonders wertvoller Rüde ist und warum die Fee Nr. 35 keinen Zuchtwert, sondern nur Pelzwert hat. Sie kennt aber auch die Enten und Gänse am Weiher hinter dem Gutshaus, und mit dem Pfau Jonathan führt sie lange, spaßige Gespräche. Allmählich dehnt sich der Bereich ihrer Erlebnisse und Kenntnisse immer weiter aus. Sie weiß, wo die Quelle ist, von deren Wasser das Gut lebt, und wenn der Knecht Joseph oder der Hilfsknecht Renz in den Wald hinaufsteigen, um irgendwo einen Zaun oder ein Gatter aufzurichten, steigt sie gern mit hinauf und hilft. Wenn sie dann sonnverbrannt, schmutzig und zerzaust Aurücffommt und zufällig Lyk in den Weg läuft, da gibt es immer ein lautes Gelächter. Lyk kann sich unbändig an ihrem unordentlichen Anblick freuen. „Wer hätte das gedacht", hat er heute zu ihr gejagt, „Sie entwickeln sich hier ja zur richtigen kleinen Gutsfrau, Sabine..." Seine Augen haben ernst und nachdenklich auf ihr geruht. Scheu und Unsicherheit haben sie erneut befallen. Zur Gutsfrau entwickelt sie sich? Aber nein! Sie ist ganz einfach glücklich, weil es ihr vorkommt, als habe sie früher nur in einem dumpfen Traum dahinvegetiert, und als beginne sie erst jetzt, sie selbst zu sein. Sie mag sich gar nicht daran erinnern, daß sie dies Leben nur vorübergehend führen wird. Es kann ja gar nicht so schön weitergehen, wie es jetzt ist. Oder gibt es das, daß ein ganzes langes Leben unter solchem stillen, Hellen Glanz weiterläuft, wie ihr Leben augenblicklich? Ach, sie will ja schon zufrieden sein, wenn ihre Tage nur bis zum Ende des Sommers so ungetrübt und sorglos dahingleiten, wie sie es jetzt tun! Vielleicht geben sie ihr Kraft für die Zukunft. Aber sonderbar: In stillen Stunden ist ein Gefühl in ihr, als könne dies Schwebende, Leichte, Lichtftohe, das jetzt über ihrem Leben ist, nicht einmal bis Ende des Sommers Vorhalten. Und obwohl sie sich selbst auslacht, bleibt dies Gefühl und findet Nahrung an den merkwürdigsten Nebensächlichkeiten: Gestern hat sie zufällig eine Auseinandersetzung zwischen Michailow und Renz gehört — es ging um sachliche Dinge und hatte nicht das geringste mit ihr zu tun. Trotzdem ist sie maßlos traurig geworden, Michailows verbissene Stimme hat ihr physisch weh getan, und als gleich hinterher Renz an ihr vorbeiging, loderte in seinen Augen ein so wilder Zorn, daß sie schnell davongelaufen ist, nur um ihn nicht grüßen zu müssen. Was geht es sie denn an, wenn die zwei sich nicht leiden können? Zu ihr sind sie doch beide nett und freundlich, und auch Herr Lyk verwöhnt sie, wie jie es von diesem Mann niemals erwartet hätte. Ja, aber auch bei Herrn Lyk stellt sie manchmal Merkwürdigkeiten fest. Warum beorderte er sie neulich mit einem so belanglosen Auftrag, als sie gerade mit Renz zum Weiher gehen wollte, um die Schlingpflanzen auszuroden? Fand er es unpassend, daß sie im Spaß Renz' großen Strohhut aufgesetzt, oder daß sie ihm eine Zigarette zwischen die Lippen geschoben hat? Eine richtige Dame tut das vielleicht nicht, aber sie will gar keine Dame sein, und außerdem — Renz war so beloben, daß er sich allein keine Zigarette nehmen konnte. Sie geht so gern mit Renz mit, so wild er auch aussieht, und so sehr sie sich scheut, in seine Nähe zu kommen, weil immer ein leichter Dunst von Alkohol um ihn ist. Aber er versteht so gut, ihr alles zu erklären, alles Viehzeug im Hof läuft ihm zu, und wenn er ihr irgendeinen seltenen Käfer oder einen hübschen Vogel zeigt, so kann er dazu so glücklich lachen. Manchmal freilich ist es schlimm mit ihm, dann, wenn er einen stieren, wilden Blick hat und mit sich selbst spricht. Wenn man ihm dann begegnet, sieht er einen an, als käme man aus einer anderen Welt. Aber er spricht in solchem Zustand mit niemand und verkriecht sich im Stall bei den Kühen ober ben Pferben. Nur hinter Michailow schickt er bann meistens in einer fremben Sprache böse Worte her. Michailow lächelt nur unb sieht über ihn hin, : als ob biefer Renz gar nicht ba wäre. Was die beiden nur haben? Ob sie Michailow einmal ganz offen fragt? Vielleicht heut in der Reitstunde? Sabine hat ein bißchen betteln müssen, bis Herr Lyk es erlaubt hat, doch nun hat er selber seine Freude am Zusehen. Aber Sabine gesteht sich, daß ihr diese Reitstunden gar keine so große Freude machen, wie sie anfänglich erwartet hat. Michailow ist kein guter Lehrer, einmal verlangt er sehr viel von seiner Schülerin, ein andermal wieder führt er ihr Pferd so vorsorglich am Zügel, als fei es noch die erste Stunde, und redet zärtlich auf sie ein. Und noch jedesmal ist Sabine am Ende solcher Stunde in großer Verwirrung vom Pferd gestiegen und mit dem betrübten Gefühl, daß sie es nie lernen wird, daß sie aber trotzdem weiter Stunde nehmen wird, um Michailows Stimme zu hören, um seine schönen, wilden Augen zu sehen und ben Hanbkuß zu spüren, mit bem er regelmäßig bie Stunbe beenbet. Fortsetzung folgt Ik. iit: er ied 9e. He. ten its. der des Iter s8, ine ihn or. orn )en >ört Sie zeit nd, lgt on * tti. & ff» Ses r. üs. 31 Ins» in Jon mit eilte Die Jin« Aus uer< . ZU Zier- f je und (ten, und und- ent» der inter hun» mit höht fi m mn* Beim )rtes das n die fünf um« dir i er» nett t sie, artet auch« t (° zum aus* spaß ! ihm hat? er sie AenZ irette auch Nahe ■ von t, ihr t ihm Kaier dazu dann, 5 mit egnet, .deren t nie' Me" i briefe in den Papierkorb, irgendwelche nachteiligen Folgen erwachsen daraus bestimmt nicht. Die Verbreitung ion Kettenbriefen ist neuerdings in Deutschland verboten Kettenfaden, bei Stoffgeweben der Länasfaoen im Gegensatz zum Schußfaden. Kettenstich, ein Schlingftich, mit dem man z. B. Spitzen an ein Leinenstück ankettet. Keuchhusten, eine Infektions- Krankheit des Kehlkovfes und der Luftröhre. Bevor die charakt Hustenanfälle austreten, bestehl ein gewöhnlich-r Husten mit Schnupfen und Heiserkeit, erst dann etwa nach 1 bis 2 Wochen, treten die Hustenanfälle auf, bei denen die Einatmung so sehr erschwert ist, daß die Kinder ganz blau im Gesicht werden und hörbares Keuchen entsteht Die Anfälle wiederholen sich öfters bei Tag und Nacht, zw. den einzelnen Ans. merkt man den Kindern meist gar nichts an. Fieber besteht höchstens am Anfang, dann ist außer den Hustenanf. nichts Auffälliges wahrzunehmen. Der Husten dauert allerdings viele Wochen. Aufenthalt im Freien im Sommer oft sehr gut. Im übrigen gehört die Behandlung des Keuchhustens in die Hand des Arztes. Keule, beim Schlachtvieh, Wild und Geflügel der Oberschenkel. Kiefer, Nadelbaum, besten Holz ähnlich wie Fichtenholz zu Möbeln verarbeitet oder als Brenn- holz verwendet wird. Kiefernholz wird vielfach als Kienholz bezeichnet. XMukÄmeo DAS FÜHRENDE FACHGESCHÄFT IN ÖL AS-UND POR^ ELI AN WA REN Kiefer (mhd Kiver. kauen), die knöcherne Begrenzung der Mundhöhle, Oberkiefer unbeweglich, Unterkiefer beweglich. Ober, und Unterkiefer tragen die Zahnreihen. Kieferhöhle, Oberkieferhöhle, mündet in die Nase. Ist oft der Sitz von langwierigen Eiterungen, die infolge schlechter Zähne oder bei Krankheiten der Nase auftreten. Kieferklemme, Unfähigkeit, den Mund zu öffnen, bedingt durch Kramps der Schließmuskeln des Unterkiefers oder durch Entzün- düng benachbarter Weichteile (Mandelabszeß, Zahnwurzeleiterung). Behandlung des Erund- leidens durch den Arzt Kieferluxation, Unterkieferoer- renkung, häufiger bet Frauen. Der Mund kann nichi mehr ge- schlosten werden Ursachen: Schlag, Ohrfeige, Biß auf großen Apfel, Gähnen usw Sofortige Einrichtung verhindert dauernden Schaden. Kielbrust, Hühnerbrust, schmaler Brustkorb mit kielartio vorspringendem Brustbein, oei Abflachung der seitlichen Bruftpar- tien. Folge von Rachitis. Kiemen, nach außen entwickelte Atmungsorgane bei Master- tieren. Gefäßreiche, sehr dünne Teile der Haut und Schleimhäute, die, um eine möglichst aroße Oberfläche zu bieten, falten- oder büschelförmig angeordnet sind. Die Atmung erfolgt dadurch, daß der im Master enthaltene Sauerstoff durch diese dünnen Häutchen hindurch^eht n. in das Blut ausgenommen wird. zeigt zum erstenmal Giessen M 1' A w rPP^ST rW.'d ■..^’ W /-* < nvruL^LL^- Pflege -für v IM 1 M -------- 7r 8cböne __________Tbreit, ==M per r» L^-EL-C^-' mit vi . B\utnen 8o cm ^om " _ und \ schön se in ' Mustek nx^te\far ^mn^' \ Vi«tra'vie\e 6^3°°auch 8f°erstVdas^get . per m -72s- 1 _ *ture^y ter aU$ ..- \ H»tt ap Mnstei . - , ElHk^ \ gehend \ barer ------’ Professor Dr W.Weber und o. ö Professor er Rechte u Referent im Reichs- u Preußischen Ministerium für Wissenschaft,Erziehung ».Volksbildung Professor Dr.W.Schoenichen Direktor der staatlichen Stelle für Naturdenkmalpflege in Preußen 160 Seiten, in Leinen gebunden RM. 3.60. — Dieser ausführliche Kommentar des neuen bedeutungsvollen Reichsnaturschuhgesehes aus der Feder d r besten Sachkenner, aufgebaut nach nationalsoziaUstiichen Grundsätzen, wird in besonderem Maße berufen sein, die Auswirk. ngen dieses Gesetzes jedem ve stündlich nahezubringen, dem die Sicherung deutscher Na'urschönbeit nicht nur von Berufs oder Amts wegen anvirtrcut, sondern dem sie auch wirklich Herzensangelegenheit ist.— He matpsleqe und Heimatschutz sind voruehmste Pflicht jedes verantwortungsbewußten Volksgenossen. Das gante deutsche Volk muß erkennen, daß Naturschutz Dienst an Volk und Vaterland bedeutet. Bei der zu erwartenden großen Nachfrage empfiehlt sich sofortige Vorbestellung! gu beziehen durch jede Buchhandlung! Hugo Bermühler Verlag • Berlin-Lichterfelde Neuerscheinung: Das Reichsnak urschutzgesetz vom 26. Juni 1935 nebst Durchführungsverordnung vorn 31.10.35 mit ausführlichen Erläuterungen von Sonntag, 8. August, 15.30 Uhr: Samstag, 7. August, 20 Uhr: SoiwmcIÄ IMaHiuf'lioml TANZ IM FREIEN 03904 H. C. WIELE / FORSTGARTEN ausgeführt von Mitglied, der SA.-Kapelk. - Ab 20.30 Uhr: bei Lampionlicht und neuer elektr. Gartenbeleucht., mit Tiefgekühlte Biere — Pfirsich-Bowle — la Bohnenkaffee art ««Kirmes auf 5217 D SltoD Ernst Petri Mr Sreuöe an öer Mur M SeriuWler-LNer! Maler« und Weißbindergeschäft Tel. 3680 Gegr. 1650 Asterweg 31 Vornehm t Geschmackvoll! Persönlich > reichen neuzeitlichen Ausführungen sowie Papieren einigst die BrUhl’sche Druckerei Schulstr. 7. Ruf 2251 Hohen Eigenschaften der gediegenen Familien- Drucksache Friedbera, den 2. August 1937. Der Bürgermeister: Vieth Verwert Ksbold Staubsauger, Handl., vielseit., billig. [5i6?D Bez.-Vertretung CL Müller, jebtGienena.L., Gvetheitr. 70 p. BiargStaufeiaberg am Sonntag, dem 8. August 1937 Gute Stimmungskapelle Für gute Speisen und Getränke ist bestens gesorgt Es ladet ein der Wirf Heinrich Koob. MMWsl-Wmrlt mit Prämiierung am Dienstag, dem 12. Oktober 1937 In folgenden Klassen können von Landwirten, Gewerbetreibend"« und Händlern Pferde des Kalt- und Warmblutes zur Prämiierung vorgelührt werden: a) dreijährige Stuten b) zweijährige Fohlen c) Iährlingssohlen d) Familien: Stuten mit zwei und mehreren Nachkommen. Die Pferdevrämiierung erfolg» unter Mitwirkung der Landesbauern schäft Hessen-Nassau, Hauptabteilung II, Bauernkammer und des Landesvferdezuchtvereins. Anmeldungen zur Prämiierung werden bis zum 11. Oktober 1937 entgegengenommen. Prämiierungsvlan und Anmeldeformulare sind auf der Bürgermeisterei erhältlich . denn nur \ so wenig kostet ein Stück Warta-Seife - sie ist wunderbar mild. Täglich diese Hautnahrung - das ist Schönheitspflege. Genau,schnell,zuverlässig arbei'et JEDE BRILLE M A fi N II C der Optiker /371 a mAUlWö Ihres Vertrauens Gießen,Se tersweg33-Lieferantall.Krankenkassen Staufenberg Am Sonntag, dem 8., u. Montag, 9. August 6179D Kirchweihfest Es ladet freundlichst ein Gastwirt Ludwig Zecher V. Für gute Speisen und Gelränke ist gesorgt Ihr Heim wird verschönert am Dienstag, dem 10. August 1937 Zum Auftrieb kommen: 10 WlUlMM i>es fjefilfd). Saltö'uts 8 WWlen des öessiilv. WarmDluts 21 MsnWengsüvhleii des Sess Alldluls 19 MMengslWen des Sess. Wannhlyls Zu dieser Versteigerung werden Interessenten herzlichst eingeladen. 6i62d Beginn der Versteigerung 10 Uhr. Dev Landesfachwavt. Vereinigung für Begräbnisbeihilfe Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit Samstag, den 21. August 1937, abends s Uhr, im Burghof ifrüher Cafe Ebel), ordentliche 5204d Mitgliederversammlung Tagesordnung: Bekanntgabe und Genehmigung der neuen Satzungen des Michsaufsichtsamts und Beschlußfassung über die sich hieraus ergebenden weiteren Maßnahmen. Oer Vorstand Asbest- Platten l,2.3.4u. j mm, wieder am Lager. 204D CarlSchunck 5199 A Universal-Künstlern 4PHILLIPS ab Montag, den 9. August, bis einschl. Mittwoch, den 11. August, täglich nachm. 4 Uhr u. abends 8.30 Uhr Programmfolge: Theo A. Körner, der Conferencier von Format, sagt an. ildith, mit ihrem komischen und tanzenden Esel. Kita, Anmui. Graz e und Höchstleistungen ad. Drahtseil. .Hm und Jack, komische Akrobaten und Parodisten in ihrer Szene: „Artisten vor 50 Jahren“. Theo A. Körner & Juliane Collin, ein Komponist, ein Flügel und eine charmante Frau. Los Toledos, die ersten und einzig existierenden maskierten Blitz-Jongleure in ihren unerhörten Darbietungen. Charlie, der Strolch mit dem Fahrrad, Lachen, Lächen, Lachen. Theo A. Körner & Juliane Col lin, lachen Sie mituns. Vier Phillips, Weltsensation, der größte und schönste Balanceakt der Gegenwart, absolut einmalig in seiner Art! Beachten Sie bitte genau die Anfangszeiten !! __5160 A Sonntag, 8., und Montag, 9. August Kirchweihfest Aliendorf an der Lahn 52030 wozu ergebenst einladet Gastwirt H. Hörr „Zum grünen Grund*1 weil sich die Gurken dann über den Winter hinaus halten,«, welch werden und nicht schimmeln, g Für 12 Pfennig überall zu haben/ GEHRING Ä NEIWEISER • BIELEFELD Immer weiter in den Ferien Meine Preise—Große Schifte Werktags 7.45,8.45 u. 15.30 ab Mainz billige Ferienvreise Mittwoch, 11. Lluguit 1937 Einmalige nabrt nachSveyer 7.40 ab und 22.00 an Mainz 3 Stunden in der Dom- und Kaiserstadt. - Rückfahrkarte nur RM. 2.50 Besonders verbilligte Fahrt mit D. Ernst Ludwig bis St. Goar. 9.45 ab und 20.15 an Mainz. Fahrpreis RM. 1.- bis 2- Fahrt ins Blaue mit D. Stahleck. 15.00 ab und 20.00 an Mainz. 2 Stunden Aufenthalt im Rheingau. Fahrpreis nur RM. 1 - Kinder von 6 bis 14 Jahren halbe Fahrpreise 5205V Köln-Düsseldorfer Rheindampfschiffahrt Vertreter G. L. KAYSER Mainz, Fernruf 31 959 Heute abend Irommt alles auf die Pulvermühle zum», Großen Lampiomfest an der Lahn mit Mibitärkonzert und Tanz im Freien t Anfang 20 Uhr. Ein- NS*^Gemeinfdiaft »Kratt du rch Freude« tritt mit Tanz so Pf. 5181 D Theo Kühlem, Studienassessor Milli Kühlem, geb. Konrad geben ihre Vermählung bekannt Gießen (Stephanstraße 32), den 7. August 1937 03879 Kienol Kinder (f ß Zeitung" //\ Beim Embryo sind die Kiemenbögen noch vorhanden. Aus ihnen entwickeln sich die Halsorgane des Menschen. Kienol, aus Kiefernholz gewonnenes unreines Terpentinöl, das bei Oelfarben und Lacken verwendet wird. Kilo = 1000 Gramm, verdrängt neuerdings die Pfundrechnung. 1 Pfund = V2 Kilo = 500 Gramm. Kilowatt, Meßeinheit des elektrischen Stromes, wobei Spannung und Stärke = Volt und Ampere berücksichtigt sind. Eine Kilowattstunde ist die Nutzung eines Kilowatts in 60 Minuten Nach Kilowatt werden die Rechnungen für elektrisches Licht aufgestellt. Kindbettsieber, Wochenbettfieber, Wundinfektion durch Verunreinigung irgendwelcher Art vor, während oder nach der Geburt. Durch die Kenntnis von den Krankheitserregern und von der Wundinfektion ist es der modernen Geburtshilfe gelungen, die Fälle von Kindbettfieber und besonders die Sterblichkeit an Kindbettfieber auf ein Mindestmaß herabzudrücken. An der Sauberkeit und Reinlichkeit der Wöchnerin müssen aber auch die Wöchnerinnen selbst Mitarbeiten indem sie schon vor der Niederkunft alles vorbereiten, damit Arzt und Hebamme möglichst keimfrei arbeiten können (s. auch Geburt). Leute mit Infektionskrankheiten (Angina, Grippe usw.) sind der Wöchnerin unbedingt fernzuhalten. Im übrigen ist jeder Fall von Kindbettfieber im Deutschen Reich meldepflichtig. Kinder aus einer nichtigen Ehe, gleichgültig, ob sie wegen eines Nichtigkeitsgrundes für nichtig erklärt oder durch Anfechtung nichtig geworden ist (s. Ehehindernisse, Nichtigkeit), gelten als ehelich, wenn sie ohne die Nichtigkeit ehelich sein würden. Voraussetzung ist jedoch, daß beide Ehegatten oder wenigstens einer die Ehe für gültig gehalten hat. Die Kinder aus einer solchen Ehe haben die rechtliche Stellung von Kindern aus einer geschiedenen Ehe, bei der beide Ehegatten für schuldig erklärt sind (s. Scheidung). Haben die beiden Ehegatten die Ehe für gültig gehalten, so hat der Vater die eiter- Dieder fehlt einer? Bei der Anschaffung eines Kleidungsstückes wird kaum daran gedacht, daß nun auch ein neuer Kleiderbügel mehr gebraucht wird. Ueberhaupt, besser ist es, einige Kleiderbügel in Reserve zu haben. Wie ist es bei Ihnen? Kleiderbügel gibt es bei J. B. Häuser, Gießen, am Osrvaldsgarlen, Fernsprecher 2145/2146. Klaviere neue u. gebr., zu verkauf, u. zu vermieten. Reparaturen n. Stimmungen fachgemäß u. vre'sw. 153U ßiertÄ fliehen. flleichstrafoe 17 Televb. 2403. Preise der Platze: RM. 0.90 bis RM. 2.00. Der Vorverkauf an der Kasse hat begonnen, sichern Sie »ich rechtzeitig Ihre Plätze! Weiten des zu erwartenden Andrangs zu den Abendvorstellungen. bitten wir höflichst, nach Möglichkeit die ungekürzten Nachmittagsvorstellungen besuchen zu wollen l .WartärSeife zart und fein -ÄA r (3 e ls Die Industrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 609: Warenverkehr mit Frankreich, Erweiterung der Liste der Erzeugnisse, die von den durch Artikel 73 des Dekrets vom 8. Juli 1937 angeordneten Zollerhöhungen ausgenommen find. — 610: 24prozentige Frachtermäßigung für die Ausfuhr von Papier und Pappe, Papier- und Pappwaren ab Berthelsdorf (Erzgeb.). — 611: Zoll- und Steuerbehandlung von Reisepropadandaschriften und -Plakaten aus Deutschland in Frankreich. — 612: Anordnung über Preise aus Aluminium und Aluminiumlegierungen. — 613: Bekanntmachung der Anordnung vom 23. Dezember 1936, betr. Ausnahmebewilligung auf dem Gebiet der unedlen und edlen Nichteisenmetalle. Rhein-Mainische Börse. rNitlagsbörse still, nachgebend. Rundfunkprogramm Sonntag, 8. August. 6 Uhr: Hafenkonzert. 8.10: Gymnastik. 8.30: Deutsche Scholle: Was der Bauer wissen muß. 8.45: Orgelchoräle. 9: Christliche Morgenfeier. 9.45- Erlebnisse der Kameradschaft". 10: Es ist nicht nötig daß ich lebe, wohl ober, daß ich meine Pflicht tue. Es spricht Gebietsführer Heinz Hohoff. 10.30: Chorgesang. 11.15: „Heiter und ernst." Dom Leben der Dichter und Musiker. Funkfolge mit Musik. Zusammengestellt von Dr. Heinz Freiberger. 12: Aus der Funkausstellung Berlin: Wir wünschen euch ein gutes Essen und Stuttgart musiziert indessen. 13: Berichte von den Deutschen Polizeimeisterschaften in mund) 50,54 Meter; 400 Meter Hürden: Kraneis (Berlin) 56,6 Sek.; Speerwerfen: Keipke (Königsberg) 61,82 Meter; 4 mal 1500-Meter-Staftel: Berlin 17:22,1 Min.; Hochsprung: Hümpel (Köpenick) 1,80 Meter; Kugelstoßen: Lt. Wöllke 15,73 Meter; 10 000 Meter: Pfarr (Berlin) 32:52,4 Minuten. Kurze Sportnotizen. Henner Henkel und MacGrath bestreiten das Endspiel im Männereinzel bei den internationalen deutschen Tennismeisterschaften in Hamburg. Im Endkampf des Fraueneinzels stehen sich Frau Sperling und Frl. Horn gegenüber. Beim Training zum Großen Motorradpreis von Deutschland auf der 8,6 Kilometer langen Strecke in Hohenstein-Ernstthal fuhr der Engländer Guthrie auf Norton mit 3:44,2 = 139,3 km/st am Freitag die schnellste Runde. Mansfeld (DKW.) war Zweitschnellster. 200 deutsche Studentensportler, die sich an den VII. Akademischen Weltspielen in Paris verteidigen, wurden am Freitag in Neustrelitz durch den Reichsstudentenführer SS. - Standartenführer Scheel vereidigt. Der Fußball-Länderkampf Deutschland — Estland, der zur Weltmeisterschaft zählt und ursprünglich in Reval stattfinden sollte, wird am 29. August in Königsberg durchgeführt. Rudolf Caracciola erreichte am ersten Trainingstag zum Großen Preis von Monaco am Sonntag in Monte Carlo mit 1:50,2 Minuten (für öie 3,818 Kilometer) ein Mittel von 103,884 km/st und damit eine Geschwindigkeit, die in Monte Carlo bisher überhaupt noch nicht gefahren wurde. I n H a m b u r g wurden bei den internationalen deutschen Tennismeisterschaften die Doppelspiele weiter gefördert. Die Ueberraschung war, daß die Favonten Farquharson-Kirby (Südafrika) dem in letzter Stunde zusammengestellten Paar Stinal- Jamain 11:13, 4:6 unterlagen. (128,50). Bon Großbankaktien stiegen Commerzbank weiter auf 118 (117,75), Dresdner bei größeren Umsätzen unverändert 105, dagegen Deutsche offenbar im Tausch gegen andere 125,50 (126); Pfälz. Hyp.-Bant 108,50 (109). Abendbörse still. Bei sehr kleinen Umsätzen dauerte die Unternehmungsunlust an der Abendbörse fort. Der weitere, seit Tagen schon zu beobachtende Kursverfall der Großschiffahrtsnktien (im heutigen Mittagsverkehr büßten Hapag und Nordd. Lloyd bis 3 v. H. ein) bereitete eine gewisse Verstimmung. Im übrigen fehlten Sonderbewegungen, denn auch die Nachfrage nach Großbankattien ist erheblich stiller geworden, die Kurse blieben unverändert; Commerzbank 118, DD.-Bank 125,50, Dresdner Bank 105. Im Großverkehr wär die Kursentwicklung etwas ungleichmäßig, es überwogen aber meist kleine Abschwächungen. Von Elektrowerten Gesfürel — 1 v. H. auf 155,50, ELG. —0,25 v. H. auf 136,25. Am Montanmarkt lagen Rheinstahl mit 157,50, Hoesch mit 126, Laurayütte mit 21,25 je 0,50 v. H., Verein. Stahl mit 121 um 0,25 v. H. niedriger, Harpener mit 179,50 (179) etwas gebessert, Mannesmann 125,65 (125,50). In der chemischen Gruppe zogen Farben 0,25 v. H. an auf 168, dagegen Golli- schmidt 150,25 (151). Von sonstigen Papieren ermäßigten sich AG. für Verkehr auf 128,50 (129), Südd. Zucker auf 206,50 (207), Holzmann auf 152,50 (153), während Dt. Linoleum 0,50 v. H. auf 166,75, Rheinmetall 0,25 o. H. auf 152,50 anzogen. Der Rentenmarkt war gleichfalls still. Von Industrie-Obligationen verloren 4,50 v. H. Krupp 0,25 v. H. auf 99,75, Farben-Bonds 0,13 v. H. auf 134,13, aber 6 v. H. Mainkraft 103,90 (103,75). Im Freiverkehr Kommunal-Umschuldung etwa 94,85. Frankfurter Obst- und Gemüsemarkt. Frankfurt a. M., 6. Aug. Arn Gemüse« markt hielten die starken Zufuhren aller Arten von Gemüse an. Das Geschäft war im ganzen befriedigend. Nur in Gurken und Salat verblieben Ueberstände. Die Preise haben sich kaum verändert. Don ausländischen Zufuhren fanden Tomaten bei unveränderten Preisen flotten Absatz. Am Obstmarkt neigt sich das Angebot von Beerenobst immer stärker dem Ende zu, nur Prei- ßelbeeren waren wekierhin reichlich angeboten. Auch Frühzwetschen wurden stark zum Verkauf gestellt, während Aepfel, Birnen, Reineclauden und Pflaumen aller Art gut angeliefert wurden. Von Spät« mirabellen sind die ersten Zufuhren angekommen. Mit Ausnahme von Mirabellen nahm das Geschäft einen schleppenden Verlauf, und die Preise neigten allgemein nach unten, besonders für Zwetschen, auf 15 bis 18 (25 bis 32) Mark je 50 Kilogramm. Aus dem Auslande waren Aprikosen und Pfirsiche nur gering angeboten, Absatz gut. Frankfurt a. M. 13.15: Aus der Funkausstellung Berlin: Lustig weiter, froh und heiter. 14: Aus der Funkausstellung Berlin: Für unsere Kinder. Kasperle macht die Mikrophonprüfung. 14.30: Musikalische Konfitüren. 15.15: Deutsche Scholle. Hoch steht das Korn, die Aehre reift. 16: Nachmittagskonzert. Als Einlage (16.50 bis 17): Sportereignisse des Sonntags. 18: Unterhaltungskonzert. 18.30: Sportereignisse des Sonntags. 18.45: Deutsche Schwimm- Meisterschaften in Düsseldorf. 19: Aus der Funkausstellung Berlin (Reichssender Stuttgart): So leben wir — so fingen wir — so senden wir alle Tage. Die große Funkschau des Reichssenders Stuttgart mit Willy Reichert. 21: „Fahrt nach Glückswinkel." Ein heiteres Hörspiel von Ernst Keienburg und Kurt Rudolf Neubert. 22: Nachrichten, auch aus dem Sendebezirk. 22.15: Sportbericht. 22.30: Wir bitten zum Tanz. 24 bis 1: Nachtmusik. Gau Hessen gegen Gau Mitte in Gießen. Leichtathletik-Großveranstaltung am 29. August. Ein bedeutendes sportliches Ereignis ist für Gießen für den 29. August in Vorbereitung: Auf dem Universitätssportplatz werden die Vertretungen der Gaue Mitte und Hessen im Leichtathletikkampf der Männer, Jugend und Frauen gegenüberstehen. Es ist das erstemal, daß unser heimischer Gau auf derartig breiter Basis einen Mannschaftskampf durchführt. Das Programm wird sich auf die üblichen leichtathletischen Disziplinen erstrecken. Andere sportliche Veranstaltungen werden an diesem Tage in Gießen nicht stattfinden. Reueinteilung her Fußball-Kreisklaffen Am 15. August ist die Fußballsperre beendet und Mitte September werden die Pflichtspiele der 1. und 2. Kreisklasse beginnen. Mit der Durchführung dieser Spiele ist Paul Zitzer, Gießen, beauftragt worden. Da die zweiten Mannschaften der Bezirksklas- senvereine keine besondere Gruppe mehr bilden, müssen diese Mannschaften zu den Gruppen der Kreisklassen geschlagen werden. Die Einteilung ist wie folgt vorgesehen worden: 1. Kreisklasse Gruppe ä: VfB.-Reichs- bahn Gießen, Klein-Linden, Heuchelheim, Rodheim, Wieseck, AUen-Buseck, Großen-Buseck, Lollar II, Rüd- dinashausen. — Gruppe B: Großen-Linden, Leihgestern, Garbenteich, Steinbach, Lich, Hungen, Ruppertsburg, 1900 II, DfB.-R. II, Steinberg II. Die 2. Kreisklasse spielt voraussichtlich mit folgenden Mannschaften: Flensungen, Lehnheim, Grünberg, Göbelnrod, Oppenrod, Muschenheim, Launsbach, Wißmar, Staufenberg, Saubringen, Treis, Londorf, Geilshausen, VfB.-R. III. Eine Einteilung ist noch nicht festgelegt. Gießener Leichtathleten im Wettbewerb um hie DVM. Am morgigen Sonntag unternimmt der VfB.- Reichsbahn mit seiner aktiven Mannschaft einen Versuch um die DVM. Dazu eingeladen ist die Mannschaft der Spieloereinigung 1900 und des Mto. Gießen. Es ist also mit schönen Kämpfen zu rechnen. 1900 hat bereits einen Versuch hinter sich und dabei eine ansprechende Punktzahl erreicht. Besonders die guten Mittelstreckler verhalfen 1900 zu dieser Zahl. Das kann auch diesmal so kommen, denn der Tv. Heuchelheim erscheint auch mit seinen guten Mittelstrecklern, um einen Versuch in Klasse C zu unternehmen. Es gibt also Kämpfe über 800 und 3000 Meter. Der VfB.-Reichsbahn ist ebenfalls zur Zeft stark gerüstet. Besonders in Wode, Herr- erreichen wollen, nämlich: Ihnen wirklich etwas zu geben, was Ewigkeitswert besitzt, was als Preis erkennbar ist und was dem Wesen der deutschen Kunst entspricht. Ich habe daher für diesen Wettkampf zum ersten Male W a n d t e l l e r der SS.- Porzellan-Manufaktur in Allach Herstellen lassen, die einmal aus urdeutschem Material gefertigt wurden und, von Jahr zu Jahr in besserer künstlerischer Ausstattung, für Sie und Ihre Kinder Ewigkeitswert haben werden. Deutsche Polizei-Meisterschaften. Erste Titelträger ermittelt. Montag, 9. August. 6 Uhr: Choral. Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Musik am Morgen. 9.30: Hausfrau, hör zu! 9.45: Nachrichten. 12: Schloßkonzert. 13: Nachrichten, auch aus dem Sendebezirk. 13.15: Schloßkonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Unsterblicher Lortzing! 15: Volk und Wirtschaft. Unser größtes Moor wird Bauernland! Nachrichten. 15.15: Für unsere Kinder. Was können wir im Freien spielen? 16: Bunter Funk. 18: Zeitgeschehen im Funk. 19: Stuttgart spielt auf. Heitere Feierabendmusik. 20: Nachrichten. 20.10: Stuttgart spielt auf. 21.15: Fröhliches Streichquartett. Beliebte Stücke. 22: Nachrichten, auch aus dem Sendebezirk. 22.15: Europa-Wasserball-Turnier Deutschland — Frankreich. 22.30: Nachtmusik und Tanz. 24 bis 1: Nachtkonzert. Peter Tschaikowsky. fehlten und vor allem die Kundschaftsbeteiligung sehr zu wünschen übrig ließ. Dom Handel erfolgen immer wieder kleine Abgaben, die bei der derzeitigen Marktfunktion nur zu ermäßigten Kursen Ausnahme finden. Am Aktienmarkt erhielt sich jedoch auch Interesse für einige Spezialpapiere, insbesondere von Großbanken wurden Commerzbank weiter gesucht. Sodann setzten im nichtamtlichen Freiverkehr Schwerdtfeger ihre Steigerung auf etwa 63 bis 64 nach 59 gestern abend fort, größeres Geschäft hatten auch Groß-Almeroder Tonwerke zu 102 bis 103,50. Im Großverkehr des amtlichen Marktes gaben Daimler Motoren auf 142,50 (143,75), AEG. auf etwa 131,75 (133,40), RWE. auf 135,13 (136,13), Rheinmetall auf 152 (153) etwas stärker nach. Rückgänge von 0,25 bis 0,75 v. H. zeigten IG. Farben mit 167,40, Licht & Kraft mit 156,75, Gesfürel mit 156,50, Westdeutsche Kaufhof mit 60,75 und Laurahütte mit 21,50. 1 v. H. fester notierten Hanfwerke Füssen mit 129; Reichsbank^ Scheideanstalt, Verein. Stahl und Deutsche Linoleum lagen voll behauptet. Der Rentenmarkt blieb fest, war aber wieder ohne besonderes Geschäft. Altbesitzanleihe 127,90 (127,50), Kommunal-Umschuldung wurden zu 94,85 gefragt. Starke Nachftage verblieb in Pfandbriefen. In der zweiten Börsenstunde neigte die Haltung vorwiegend nach unten, da weitere kleine Verkäufe erfolgten, während SInfraaen kaum Vorlagen. Im Durchschnitt bröckelten die Aktienkurse 0,25 bis 0,50 v. H. ab, AEG- kamen schließlich mit 131,25 (133,40) zur Notiz, stärker verändert waren noch Klöckner mit 137 (138,75), Bernd er g mit 155 (156,25), MAN. mit 137 (138,25), etwas höher lagen Rheinstcchl mit 158 (157,50), Hoesch mit 126 bis 126,50 (126,25) und AG. für Verkehr mit 129 Die Deutschen Polizeimeisterschasten in der Leicht- achletik und im Mannschaftsgepäckmarsch, die vom 6. bis 8. August im Sportfeld zu Frankfurt aus= Getragen werden, wurden am Freitagvormittag in Anwesenheit des Chefs der Ordnungspolizei, SS.- Obergruppenführer General der Polizei Daluege, in Vertretung des Reichsführers SS. und Chefs der Deutschen Polizei Himmler eröffnet. Vor Beginn der Kämpfe hielt General Daluege eine Ansprache, in der er u. a. ausführte: „Wenn im Jahre 1934 die Deutschen Polizeimeisterschaften in Magdeburg stattgefunden haben mit guten Einzelergebnissen, so war dies der Schlußstrich unter die Entwickelung der deutschen Polizeisportbewegung, wie sie uns aus einer anderen Zeit überliefert worden war. Die Krönung dieser Polizeisportarbeit, die in der Spitzenleistung gut war, haben Sie ja alle miterlebt bei der Olympiade im Deutschen Stadion in Berlin. Heute, meine Offiziere und Männer, stehen wir am Anfang einer neuen Entwickelung in den Leibesübungen der deutschen Polizei. Wir haben bereits ein Jahr gearbeitet nach dem — ich darf wohl sagen — denkwürdigen Befehl, daß die Leibesübungen in der deutschen Polizei, und zwar für alle, Offizier und Mann, Pflicht geworden sind. Aus dieser Breitenarbeit heraus entwickeln sich nun, und zwar in ganz anderer Form wie zu den Meisterschaften 1934 in Magdeburg, die Spitzenkönner und auch die Spitzenmannschaften. Wir sind bei den Gepäckmarsch-Meisterschaften bewußt abgegangen von dem System, wie es bisher bestanden hat. Wir sind der Meinung daß es nicht Ziel und Hweck des Mannschafts-Gepäckmarsches sein kann, drei oder vier Spitzenkönner für solche Kämpfe zu trainieren und sie dann zum Siege schreiten zu lassen, sondern es ist notwendig, daß sich viele Mannschaften anstrengen. wir haben auch die Mannschaft erhöht auf 1 Offizier und 20 Mann, denn wir sind der Meinung, daß es keine bessere Schule geben kann als die Gepäckmärsche. Ich will Ihnen den Weg weisen, den Sie zu gehen haben als deutsche Polizeimeister oder als Zweit- oder Drittplacierte in den Wettkämpfen. Sie werden für mich dann wirklich Meister sein, Sie werden sich dieser Ehre, Polizeimeister zu sein, würdig erweisen, wenn Sie das kommende Jahr dazu benutzen, um aus einer engen Kameradschaft heraus, Männer, die körperlich dazu veranlagt sind, heranholen und sie schulen, damit sie Ihnen gleichwertig werden. Wirklicher Kamps ist das Schönste! Wenn ich weiß, ich habe hinter mir keinen, der mir gefährlich werden kann — in diesem Zusammenhang will ich nur die Namen Wöllke und Schaumburg nennen — dann fehlt das Kampfmoment. Sie haben von mir den Befehl bekommen, dafür zu sorgen, daß nunmehr auch in den Spitzenleistungen Breitenarbeit geleistet wird. Ich weiß, daß das möglich ist, weil jeder einzelne von Ihnen, der Spitzenkönner ist, schon im Training, in seiner Lebensweise, dem anderen, der es nicht ist, Anweisung und Anleitung geben kann, wie er in Ihre Fußtapfen treten kann. Und wenn ich drittens bei diesen Meisterschaften einen anderen Weg gegangen bin in der bisher üblichen Siegerehrung, so will ich auch hier brechen mit einer Tradition, die seit 1900 oder 1910 besteht. Noch heute sehen Sie, wie damals, mehr ober weniger schöne Preise, mit denen Sie zum größten Teil, wenn es nicht ausgezeichnete Kunstarbeiten sind, kaum wissen, was Sie anfangen sollen. Spitzenkönner werden Vitrinen voll Vasen und Scyalen haben, und mann und Luh hat er große Stützen. Dr. Erwin Jakob ist wieder hergestellt und sollte im Speerwerfen mit einer guten Leistung aufwarten. Desgleichen Herrmann. Es dürfte wohl beiden Vereinen gelingen, ihre Punktzahlen zu verbessern. Der Mtv. ist besonders in den Kurzstrecken gut besetzt. Die B-Jugendlichen des VfB.-Reichsbahn fahren zu den Nationalen Leichtathletikkämpfen des Sportvereins 1898 nach Darmstadt. Hier werden sie auf sehr starke Konkurrenz treffen. Aber Schwarz im Hochsprung, Dietrich über 100 Meter, Gemmer über 1500 Meter, Gilbert über 400 Meter, sollten für Erfolge gut sein. Gilbert, Dietrich, Gemmer und Schwarz bestreiten außerdem noch die 4 mal 100- Meter-Staffel und die 4 X 100-Meter-Staffel. Heimische Turner beim Ausscheihungs- Turnen für hie Deutschen Zwölfkampf- Meisterschaften. Dieser Tage trafen sich in Kassel die besten Zwölfkämpfer des Gaues Nordhesfen zum friedlichen Ausscheidungskampf für die Deutschen ^Zwölfkampf-Meisterschaften in Greiz. Von unserem Kreis beteiligten sich die bekannten Turner Ernst Schöff- m a n n vom Turnverein Wieseck sowie Ludwig und Heinrich Herbert vom Turnverein 1846 Gießen. Unter schärfster Konkurrenz gelang es ihnen, den Kreis 8 würdig zu vertreten und nachstehende beachtenswerte Erfolge zu erringen: 4. Sieg Ernst Schöffmann, Turnverein Wieseck, 184,5 Dünkte. 5. Sieg Ludwig Herbert, Tv. 1846 Gießen, 184 Punkte. 6. Sieg Heinrich Herbert, Tv. 1846 Gießen, 177,5 Punkte. Den 1. Sieg errang, wie vorauszusehen, Franz Beyer, ACT. Kassel, mit 202 Punkten. Der spannende Kampf wickelte sich unter dem bewährten Kampfgericht, das aus Metz (ACT. Kassel) und dem Altmeister Reuter vom Turnverein 1846 Gießen bestand, flott und einwandftei ab. Gute deutsche Erfolge bei hen Weltmeisterschaften her Schützen Bei den Weltmeisterschaften der Schützen in Malmi gewann am Freitag der Finne O. Elo die Einzelmeisterschaft mit dem finnischen Militärgewehr M 28/30. Mannschaftssieger wurde die Schweiz. Im Olympia-Schnellfeuerschießen mit der automatischen Pistole siegte Klare (Lettland). Der deutsche Olympiasieger van Oyen belegte den vierten Platz. Die Europameisterschaft im Wurftaubenschießen 6 August Amillche Winterung I Brief Frankfurt a. M. Berlin Frankfurt a. M. Berlin Schluss- kurs Schluss!. Abendbörse Schluss» fut» Schluß! Mittag börse Schluss» kurs Schluss?. Abend börse Schlusskurs Schluss!. Mittag» börse Darum 5.8. 6.8. 5-8. 6.8- Datum 5.8. 6.8 58 6-8- 5% Deutsche Retchscmlethe v. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 V/iX Deutsche Reichsschatzanweisungen von 1935 ........... 102 33 93,7 99 105,25 100,25 99,75 127,5 99,5 98,25 99,75 98,75 101,65 102 111,05 128,5 96,25 127,65 215,75 136,5 117,75 126 105 99 99,65 99 105,25 100,25 99,75 127,9 99,5 101,25 98,25 99,75 98,75 101,75 102,1 111,05 128,5 94,5 127,9 216 118 125,5 105 101,8 99 99,7 99 105 100,25 100,7 99,75 127,5 99,5 134 102 111,2 128,5 92,5 96 127,75 215,5 136 117,5 126 105 99 99,65 99 105 100,25 100,75 99,75 128 99.5 98,75 134,4 99.75 102 128,65 46,4 91,75 93,5 127,75 217,75 136 118 125,5 105 Accumulatoren-Fabrik....... 14 Akchafsenburg Zellstoff........ 6 Bemberg...................O Bekula............ 8 Buderus Eisen...............5 Gement Heidelberg...........7 Cement Karlstadt............6 Conti Gummi.............. 12 Daimler Motoren..........6% Dessauer Gas .............. 4 Deutsche Erdöl..............5 Deutsche Gold» und Silber .... 9 Scutfcbe Linoleum.......... 10 Elektrische Lieferungen........6 Elektrische Licht und Kraft.....7 I. ffl. Farben-Industrie.......7 Felten & Guilleaume .........6 Gesfürel............... 7 Th. Goldschmidt.............6 Gritzner Maschinen........... O Harpener................. B’/2 Hoesch Eisen............... S/2 Plnltov Holzmann...........8 Ilse Bergbau................6 Ilse Genüsse................6 Kali Ascheröleben............ 4 Klöcknerwerke .............4 ye Kokswerke und Chemische Fabrik 7 Lahmeyer.................. 6 Mainkraft................... 4 Mannesmann.............*y2 Mansfelder Bergbau ......... 7 Metallgesellschaft...... 6 Orenstein & Koppel..........O Rheinische Braunkohle....... 12 Rheinische Elektro............6 Rheinstahlwerke........ 6 Rbeinisch-Westfälische Elektro .. 6 Rütgerswerke ...............7 Salzdetfurth Kali............6 Schustert L Co............... 7 Schultheis Patzenhofer........ 4 Siemens & Halske...........9 Süddeutsche Zucker.......... 10 Bereinigte Stahlwerke......4'/2 Westdeutsche Kaufhof.........O Westeregeln Alkali............4 Zellstoff Waldhos............6 Olavi Minen...............0,6 156,25 169 130,25 169,25 190 143,75 151 265 166,25 135,9 157,5 167,75 142,75 157 151,75 54,65 179,25 126,25 153,5 142 138,75 95,75 126,5 235,25 157 5 136,13 150,5 163,5 178 220,25 121,75 61,4 120,25 165,5 31,9 231 155 169 128,5 168,5 190 142,5 150,75 265 166,75 136,25 156,75 168 142 155,5 150,25 54 179,5 126 152,5 121,25 137 96 125,65 157,75 131,5 157,5 135,25 150,5 163,5 177,5 206,5 121 60,5 120 166 31,75 153,5 156,25 169,25 130 189,75 142,9 118,9 151,5 166 136,9 157,75 168 143 157 151 54,25 179,65 125,75 154 172,5 142,25 121,75 138,5 162,25 130,5 126,4 119,75 235,75 133 158 135,25 150,4 163,75 178 99,5 220,75 207,5 121,9 61 120,25 165,5 31,75 231,9 152 155,25 169,5 130 189 75 142,25 118,9 151 167 136,75 156,5 168 14’ 155,9 150 54 179,65 126,13 152,25 172,5 142,5 121 137,75 164,25 130,9 125,5 150,95 157,25 117,75 233,25 132 157,75 134,4 150 163,5 177,5 98,4 220 206,5 121,13 60,65 120,25 166 31,75 Deutsche Reichsfchatzanwei- sungen von 1935, II. Folge ... 4%% Deutsche Reichsichatzanwei- fungen von 1936, 111. Folge .. 5%% Doung Anleihe von 1930 .. 4’/i% Hessische Lolksstaat von 1929 4Vz% Deutsche Reichsposischatz von 1934 l.... iy2% Deutsche Retchsbahnschah von 1936 L ................. Reichsanleihe-Altbesitz.......... Oberhessen P roviny Anleihe mit Auslos.-Restiten.............. 4%% Hess. Lan desbk. Darmstadl Goldpse. R. 12.............. 5%% Hess. LandeS-Hyp.-Banl Ligu. Goldpfe............... 4y,% Preub^ Landespfdbr.-Anst. Goldpse. R. 19..............