li. 155 Erstes vlatt 187. Jahrgang Mittwoch, 7.ZuliM7 Giehener Anzeiger C(ne Illustriert» General-Anzeiger für Oberhefsen 1.80 -.25 enb Hin unb ung °!es *9et ge. er. len» iem iren das den -ren iden Hts» 3ers die bere nem der für Eichelm rügltch. außei Lmniags und Feiertags 8tlagen: Die 3Uu|triert« (ßießenei Familien blätter (je mat im Bild Die Schall« ilonats«Be5ngsprets: gjl» 4 Beilagen RM. 1.9Ö Kernfprechanschlüste unter Sammelnummer 2251 Arichrift für Drahtnach» rii ten: Anzeiger Gieße» Postscheckkonto: w gtinfiurt am Main 11686 Druck und Verlag: vrühl'sche UniverfitStsVuch- und Steindruckerei R. Lange In Gietzen. Schriftlettung und Geschastrftelle: Schulftrahe 7 Annahme von Anzeige« für die Mittagsnummer bis 8l/.UI)r des Dormiltags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rps.. für Text- anzeigen von70mm Breite 50 Rps..Platzvorschrift nach vorh.Bereinbg.25"/o mehr. 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Heute ist dieser Tag gekommen. woh- üeber» Strom- N V r ll! e aus L rktplati r 'fest, eilen, I ab- echs leister 'n in- Ihelm V c Mt nach, eben, dort > mit lens« eN' duflß- ich so limel- rauch ituoö' cleoo toi dem triumphalen Sieg der Mercedes- n Auto-Union-Wagen im Neuyorker ZaNd e r b i l t - R e n n e n haben die Amerikaner ffilirt, sie würden schon im nächsten Jahr ihre 1er und Wagen erstmalig zu den großen mo- ortlichen Veranstaltungen in Europa etttsenden. Vereinigten Staaten erkennen damit die große, i drohende Gefahr, sie könnten den Anschluß ie von Deutschland geführte Weltklasse des Mo- mnsportes verlieren — eine Vorstellung, bei ffein echter Amerikaner ruhig schlafen kann, i die UdA. gelten nun einmal über den ganzen «all als das führende Autoland, und vollen diesen Vorrang am allerwenigsten ver- tilbn, Daft die deutschen Wägen auf einer Bahn lie- m, Jie ihren besonderen Eigenarten durchaus nicht tchr sünstig war, und daß die Industrie des klas- lungen Mm Landes der ins Riesige gesteigerten Auto- ber'jll (itrP'ation gerade für dieses Rennen selbstver- stmilich die besten Pferde aus dem Stall geholt md dir h-Üi Um so eindrucksvoller ist die, Tatsache, daß d ie iinerikanischen Rennwagen, die ja als Spitzen- Barten- Uiihmgen der dortigen Fabrikation anzusehen sind, a-Q^niobdcnb des ganzen Rennens niemals eine nen- ^ireiten nteninoerte Rolle gespielt haben. Außerdem konnte K*n amerikanischer Fahrer placieren, mit Aus- «Avon Mays, der aber keinen amerikani- v 'm.,, fcner sondern einen italienischen Wagen fuhr. o. Sur' alle Begleitumstände können die Größe und ;L -^d ie Bedeutung des Sieges der deutschen Autofabri- kittiln über die ersten Marken des amerikanischen tei-n. Und Deutschland darf sich rühmen, diesen toten internationalen Wettbewerb entfesselt zu ^b*i! Denn die vom Führer 1933 befohlene Mo- ri^rung allein hat es zuwege gebracht, daß zu- idt die deutschen Grand-Prix-Rennen ihren alten lag erneuerten, daß dann in Frankreich, in der W eiz, in Italien und anderen europäischen Län- Mch Del verlieren. Jtan darf nun gespannt fein, wie die amerika- vi hm Fahrer und Wagen abschneiden werden, xr r sie im kommenden Jahr die großen europä- s r Autorennen mitbestreiten. Man sage nicht, J'-ipies alles eine sinnlose Sportfexerei sei, deren Kosten und vielfältige Gefahren nicht im Ein- 'tfrig stünden mit den wirtschaftlichen Resultaten nin.r gesünderen, langsameren Entwicklung. Das Straßenrennen ist vielmehr der gegebene ^Khtmacher der Motorisierung, es liefert den ^bftruf teuren und Technikern eine Fülle wert- iiolstzr Erfahrungen, es befruchtet in kaum vor- t t Ihrem Maße den Serienbau der gängigen Per- amn und Kraftwagen, es hebt mittelbar den i.itiiisftanbarb ber breiten Schichten eines Volkes, }iiot vielen Tausenden Arbeitern Beschäftigung ir! Brot, und es ist nicht zuletzt verantwortlich 'ifcie Aktivierung der nationalen Handelsbilanz, öto -Ansehen, das sich deutsche Rennfahrer und Riknuaschinen in den letzten Jahren im ganzen M-lcmd erworben haben, trug zu einem erheb- i'hs» Teile dazu bei, daß man jenseits der Gren- i^ncuf unsere Leistungen im Kraftwagenbau auf- rr'eif m wurde, daß allein von 1933 bis 1936 der Sifyird von Personen- und Lastkraftwagen sich r« ); (s _ern. So ist denn ein edler, friedlicher Wettstreit s ' !ffeen den Völkern entstanden, die nach der Sie- e*rau Msnlrne öer_ motortechnischen Vervollkommnung 9bn: nents nur unterstreichen. freulicherweise hatte das amerikanische Pu- >Mrn sportliche Fairneß genug, die erdrückende legenheit der deutschen Rennwagen in unge- yifrrmiter Begeisterung anzuerkennen. Wir wollen i »toi« nicht verkennen, daß diese Begeisterung zum t 1 natürlich auch auf das Konto amerikanischer sil- tfta daß schließlich in Afrika und Südamerika i, die 'int neue Epoche des Motorrennsportes anbrach, und r'kglÄtet von einer fast ununterbrochenen Folge sicher Siege. Ulsmani) in den Vereinigten Staaten und schon , Mr nicht die Fachindustrie im vielgerühmten „Land ’ij irrllutos" hätte sich wohl träumen lassen, daß bei ersten Zusammentreffen deutscher und nord- ' iftieäkanischer Rennwagen auf der Roosevelt-Bahn r '*no ii l euyork der erste, ber zweite und der vierte ’eF°.e.n Eiitc-rmagen von Deutschland gestellt wer- ie*016 Xin imürbe. Hinsichtlich der technischen und wirt- |(Mid)en Bedeutung dieses Sieges im größten a jtcennen von USA. muß man außerdem beden- 'o-dsucht geht, die beispielsweise bei dem — bis- )1 steilich noch von niemandem sonst erreichten! — R ji iwechsel im Sekundentempo als vor einer noch «sehenen Zauberei schlechthin aus dem Häus- h 11gerät. Aber Technik und Stil der deutschen z y werden auch drüben in Amerika als gerade- r; imponierend empfunden. Abgesehen von der Wp artigen Qualität der deutschen Wagen fand m g die verblüffende Kurventechnik ber beutschen jiitr bit gebührende Anerkennung; das will viel tr in einem Lande, dessen eigene Rennfahrer jiijiirise bei diesem höllischen Kamps ein Rennen in sify amerrkanischem Risikostil fuhren. Aber selbst 't völlige Rücksichtslosigkeit der amerikanischen F ir r gegen ihre Maschinen und gegen sich selbst nmrichte ihnen nicht einmal einen Platz zu sichern, kil darf nicht unerwähnt bleiben, daß die deutschen 5W r bei diesem Rennen auch insofern auf un- j'iiDCNnte Verhältnisse stießen, als die Bahn im B des Rennens stellenweise schlüpfrig zu rae:5in begann, da die amerikanischen Wagen unten ) f-.n sind und beispielsweise in den Kurven ge- ©erneue Grenzkonflikt in derMandschnrei Ernste Beurteilung in Tokio. Tokio,?. Juli. (DRB. Funkspruch.) Der Sprecher des Auswärtigen Amtes bestätigte die bereits gemeldeten Zusammenstöße zwischen japanisch-mandschurischen Grenztruppen und Truppen der Roten Armee. Sie fanden in der Nähe des Mishan Hankasees am Grenzstein 42 statt. Die Sowjettruppen haben die Grenze dreimal über- ch r i 11 e n. Nach heftigem Kampf wurden sie dann auf sowjetrussisches Gebiet zurückgetrieben. Der Sprecher des Auswärtigen Amtes bezeichnet die Lage als sehr ernst, zumal der kürzlich er- olgte Amur-Zwischenfall nur nach erheblichen Schwierigkeiten habe beigelegt werden können. lieber die von Moskau behauptete Besetzung der Bolsh oi-Jnsel durch japanische Truppen nach ber Räumung durch die Truppen der Roten Armee lägen, noch keine näheren Informationen vor. Diese Angelegenheit bedürfe aber keiner weiteren Erörterung, da die Bolshoi-Jnseln zum mandschurischen Gebiet gehören und daher jederzet zur Stationierung japanischer Truppen verwendet werden können. * Moskaus neue Angriffsserie in Fernost, die die japanische Geduld wieder einmal auf eine harte Probe stellt, unterscheidet sich von den bisherigen dadurch, daß einmal nach wiederholten schweren Angriffen mit stärkeren militärischen Formationen in offizieller Form eine Art von Genugtuung an geboten, dann aber an einem ganz anderen, räumlich weit entfernten Punkt der sow- jetrufsischen Angriffsbasis ein neuer V o r st o ß gemacht wird, der — scheinbar — mit dem ersten nichts zu tun hat. Dieser Anschein wird planmäßig auch bei dem jetzigen Angriff an ber mandschurischen Ostgrenze in der Nähe der Stadt M i h s h a n nördlich vom Hanka-See erweckt, die etwa 600 Kilometer Luftlinie von dem Schauplatz des sowjetrussischen Kanonenbootvorstoßes auf den Amur entfernt ist. Der Punkt des neuen russischen Angriffs ist insofern bedeutsam, als dieser Angriff ausgeht von der am weitesten nach Südosten vorgeschobenen bolschewistischen Basis mit dem militärischen Kernpunkt W l a d i w o st o k. Die mandschurisch-russische Grenze verläuft dort im allgemeinen von Norden nach Süden und zwar längs des U s s u r i, eines Nebenflusses des Amur. Da dieser Teil des nordostmandschurischen Zipfels weit in sowjetrussisches Gebiet hineinragt, begrenzt von dem Flußdreieck Amur,Sungari und Ussuri, andererseits ber sowjetrussische Angriffspunkt dort liegt, wo westlich des Hanka-Sees russisches Gebiet tief in das mandschurische einbringt, so scheint es sich bei ben sowjetrussischen Angriffen ber letzten Wochen um die ersten Dorfühler für eine spätere große Abschnürungsaktion des nordöstlichsten mandschurischen Gebietes zu handeln. Nach japanischen Feststellungen stehen an der Amur-Front zehn sowjetrussische Infanterie- und drei Kavallerie-Divisionen, zu denen noch eine Unzahl kleinerer selständiger Grenzsorma- tionen kommt. Zum Gros dieser Truppen gehören tausend Panzerwagen, ebensoviele Flugzeuge und eine ungewöhnlich große Menge schwerer Artillerie sowie eine Anzahl Fliegergeschwader. In Wladiwostok sind insgesamt hundert Kriegsschiffe aller Kategorien zusammengezogen. B. R. mehr als verdreifachte, der von Krafträdern sich versiebenfachte. Also auch unter dem Gesichtspunkt ber Rentabilität muß bas internationale Straßenrennen unbedingt bejaht werden. Höher freilich steht uns noch die Ehre, in diesem Wettbewerb der führenden Autoproduktionsländer heute unangefochten an der Spitze zu liegen. Deshalb begrüßen wir es mit besonderer Freude, daß Amerika sich entschlossen hat, an diesem weltumfassenden Kampf der Männer und Motoren teilzunehmen und seine Kräfte auf europäischem Boden mit den unsrigen zu messen. Ev- Amerika bewundert die deutschen Rennwagen. Die amerikanischen Motorsportbegeisterten haben am Montag einen Begriff von der Leistungsfähigkeit der deutschen Rennwagen und dem unerhörten Können ihrer Fahrer bekommen, wie sie ihn vorher einfach nicht für möglich hielten. Straßenrennen wie Europa sie seit Jahren bei den „Großen Preisen" der einzelnen Nationen immer wieder erlebt, kennt man in USA, der Heimat der Bahnrennen, kaum. So mußten Verlauf und Ausgang des Rennens um den traditionsreichen V a n- d e r b i l t - P o k a l, der durch den großartigen Sieg Bernd Rosemeyers nun für ein Jahr an 'Deutschland gefallen ist, wie eine Sensation wirken. rr , , Die Neuyorker Morgenpresse berichtet spaltsnlang von diesem großen Rennen, das zu einem einzigartigen Triumph der deutschen Auw- Union- und Mercedes-Benz-Wagen wurde So schreibt „New York Times": Wie leistungsfähig die deutschen Wagen und wie außerordentlich die Fahrkunst der Rosemeyer, Caracciola, von Delius und Seaman gewesen sei, gehe am besten daraus yer- vor, daß die Gesamtzeit Rosemeyers u m 17 Stundenmeilen besser gewesen sei als die des Vorjahressiegers Tazio Nuvolan auf Alfa Romeo. Rosemeyer habe auf ber Roosevelt-Rennbahn bei Neuyvrk bewiesen, daß er des Titels Europameister würdig sei. Semem technischen^Kon- nen, Elan und feinen kämpferischen Eigenschaften verdanke er diesen (Erfolg. „Jjeralb Tribüne betont, daß der scharfe Wettbewerb zwischen den immer sichrenden deutschen Rennwagen die Zuschauer wahrend des ganzen Rennens in Spannung gehalten habe. Auch der Leistung des überaus forsch und energisch fahrenden Engländers Seam an, der auf Mercedes den zweiten Platz belegte zollt man große Anerkennung und hebt besonders hervor, daß der lunge Brite, trotzdem er tanken muhte, für die letzte Runde nur 51 Sekunden benötigt habe. Die Vorgänge in der österreichischen Strafanstalt Garsten. Wien 6. Juli. (DNB.) Zu den Vorgängen in der Strafanstalt Garsten (Dberöfterreid)), die zu einem Hungerstreik der Häftlinge führte, schreibt die halbamtliche „Politifche Korrespondenz : Nach Beginn bes Hungerstreiks würben bie Häftlinge vorn Hauptkommissar ber Strafanstalt, bem Ersten Staatsanwalt bes Kreisgerichts in Steyer, einzeln über bie Ursachen ihres Verhaltens befragt. Sie erklärten übereinftimmenb, baß sie mit bem Hungerstreik ihrer Unzufriebenheit barüber Ausbruck geben wollten, baß sie noch keiner Begnabigung teilhaftig geworben finb, während andere Häftlinge, die nach ihrer Meinung die gleichen ober noch schwerere Delikte begangen haben, bereits auf freien Fuß gesetzt wurden. Die Frage, ob schlechte Behandlung im Gefängnis ben Anlaß gegeben habe, in ben Hungerstreik zu treten, würbe von ben Häftlingen ausnahmslos unb entschieben verneint. Am Samstag um 16 Uhr teilten bie Häftlinge dem Direktor ber Strafanstalt mit, baß sie ben Hungerstreik bebingungslos aufgeben. VetteßWg des Wawel-KschMs? Warschau, 7. Juli. (DNB. Funkspruch.) Der Konflikt zwischen ber polnischen Regierung und bem Krakauer Erzbischof Fürst Sapieha scheint unmittelbar vor ber Schlichtung zu stehen. Am Dienstag fand eine erneute Besprechung des Warschauer päpstlichen Nuntius C o r t e s i mit dem polnischen Außenminister Beck statt und am Mittwoch trifft in Jurata, dem Erholungsaufenthalt des Staatspräsidenten, ber Krakauer Bischof Rosponb mit einem Brief bes Erzbischofs Fürst Sapieha an den Staatspräsidenten ein, auf Grund dessen der Konflikt vermutlich beigelegt werden wird. In der Zivilkanzlei des Staatspräsidenten sind die Gesuche der Abgeordneten und Senatoren auf Einberufung des Parlaments eingelaufen, das die Nationalisierung des Krakauer Wawelschlosses mit den polnischen Königsgräbern und dem Grab Pilsudskis entscheiden soll. ÄeutscheZugen d vor polnischen Richtern Bromberg, 6. Juli. (DNB.) 3n konih begann der Prozeß gegen 22 Deutsche, die Mitglieder der Deutschen Bereinigung sind und in der Zeit vom April bis Juni d. 3. verhaftet wurden. Unter den Angeklagten befinden sich auch Dr. jur. Gero Freiherr von Gersdorss und stud. phil. Armin Droh von der Hauptgeschäftsstelle der Deutschen Vereinigung. Die Anklage macht allein 22 Deutschen zum Vorwurf, daß sie auf dem Gute kensau im Kreise Tuchel nach dem Muster der deutschen Arbeitslager ein Schulungstager errichtet hätten mit dem Ziel, die politische Aufklärung der Teilnehmer in einem für den polnischen Staat ungünstigen Sinne durchgeführt und ihre Ausbildung zu tüchtigen Ortsgruppenleitern vor den staatlichen Aufsichtsbehörden geheimgehalten zu haben. Die Angeklagten stehen im Aller von 18 bis 24 Jahren mit Ausnahme der hochbelaglen Geschwister Wehr, die als 3nhaber des Gutes kensau gleichfalls angeklagt sind. Das Wippinen-pw-lem. Von unserem K.G.S.-Berichierstaiier. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Washington, Juni 1937. Das Problem der philippinischen Unabhängigkeit ist schwierig. Im März 1934 beschloß der Bunbes- kongreß ber Vereinigten Staaten, ben Philippinen im Jahre 1 946 völlige Souveränität zu gewähren; vorausgehen sollte, von 1936 an, eine zehnjährige Vorbereitungszeit, während ber bie Inseln als „Commonwealth" sich allmählich an bie Freiheit gewöhnen sollten. Man gestattete ben Filipinos, sich eine Verfassung zu geben unb einen Präsibenten zu wählen. Das haben sie getan, unb Quezon ist ber erste Präsibent, ein geschickter Politiker unb einer ber Vorkämpfer für Unabhängigkeit seines Vater- lanbes. Aber währenb ber zehnjährigen Periode haben sich bie Vereinigten Staaten wichtige Rechte vorbehalten. Zunächst unterstehen die außenpolitischen Angelegenheiten nach wie vor der Washingtoner Regierung. Aenderungen der Verfassung können vom Präsidenten der USA. verboten werden. Die Vereinigten Staaten unterhalten dort weiterhin ihre bewaffnete Macht, zu Lande und zur See. Das Ober st e Bundesgericht in Washington bleibt das höchste Gericht für bie Inseln. Gesetze, bie gegen internationale Verträge ber Vereinigten Staaten verstoßen oder die finanzielle Stabilität ber Philippinen gefährben, können von Präsibent Roosevelt aufgehoben werden, und er kann eingreifen, wenn ihm Ruhe und Ordnung gefährdet erscheinen. Also die Vorrechte sind sehr weitgehend, weitgehender, als das bekannte „Platt Amendment" in der Kubanischen Verfassung, das erst kürzlich mit Einverständnis Roosevelts aufgehoben worden ist. Grundsätzlich wichtig ist ber Punkt, baß alle Maßnahmen für Befreiung ber Philippinen nicht auf einem Vertrag, sondern auf einseitiger Willenskundgebung des amerikanischen Parlaments beruhen und daher von diesem jederzeit geändert werden können. Mit Beginn der „Karenzzeit" endete bas Amt des amerikanischen Gouverneurs. Dafür wurde e i n Kommissar (High Commissioner) als Vertreter des Präsidenten der USA. nach Manila gesandt. Der Kommissar hat wie ein Prokonsul des alten Roms das Recht, alle Akten einzusehen und feinem Mißfallen über Beschlüsse ber philippinischen Regierung Ausdruck zu geben. Der soeben neuernannte Kommissar ist McNu11, früherer Präsident des amerikanischen Kriegsveteranenverbandes (American Legion) unb Gouverneur bes Staates Indiana, wo er nach bem Urteil seiner Gegner als „faschistischer Diktator" regiert hat. Er ist ein enger Freund Roosevelts unb wird von manchen als wahrscheinlicher Nachfolger Roosevelts im Jahre 1940 genannt. Diese Voraussage ist zweifellos verfrüht, denn heute weiß man noch nicht, was sich bis 1940 ereignen und ob nicht das Volk verlangen wird, daß Roosevelt entgegen aller Überlieferung eine dritte Amtsperivde übernehme. Präsident Quezon hat nun von Präsident Roosevelt verlangt, daß er die Philippinen schon 1938 oder 1939 völlig freigebe, anstatt erst 1946. Daraufhin hat bie amerikanische Regierung alsbald einen Sachverständigen-Ausschuß eingesetzt, ber nun prüfen soll, welche wirtschaftlichen und politischen Wirkungen bie Erfüllung dieses Wunsches haben würde. Erste Pressemeldungen, daß Amerika dem Wunsch bereits zugestimmt habe, beruhten auf einem Mißverständnis bes betreffenden amerikanischen Korrespondenten. So weit ist es noch nicht, denn selbst Quezon wünscht nicht, sein Land nun plötzlich in bie kalte Außenwelt gestoßen zu sehen. Er hofft aüf politische Freiheit mit bevorzugter Behanblung philippinischer Einfuhr nach Amerika. Hiermit sind die Amerikaner durchaus nicht einverstanden. Sie sind nur aus wirtschaftlichen Gründen überhaupt zu dem Entschluß gebracht worden, die Unabhängigkeit für 1946 zuzugestehen, und sie haben sich selbst darüber hinaus Stützpunkte für die amerikanische Flotte Vorbehalten. Gewiß drängen gewisse pazifistische Kreise auf Freigabe der Philippinen, um jede Möglichkeit eines Krieges mit Japan auszuschalten, und in den Kreisen der amerikanischen Armee hält man die Inseln für einen verlorenen Posten, ber im Kriegsfall doch nicht zu halten sei, die Armee wünscht daher Zusammenfassung und Ausbau der amerikanischen Abwehr in Hawaii. Aber bie Flotte unb an= bere Kreise möchten bie Philippinen nicht aufgeben; sie rechnen sogar bamit, baß bie Aleuten und Guam zu Flottenstützpunkten ausgebaut werden, und sie rechnen vor allem mit militärischer Benutzung der Flughäfen, bie Amerika jetzt im ganzen, großen Gebiet bes Stillen Ozeans überall einrichtet. Für die amerikanische Flotte steht ber Feind im Pazifik, und auch im Auswärtigen Amt denkt man nicht daran, sich an ostasiatischen Dingen zu desinteressieren, wenn man auch unter Roosevelt das nutzlose Protestieren wegen Mandschukuo usw. nicht fortgesetzt hat. Wenn trotz dieser politisch-strategischen Erwägungen die Unabhängigkeit der Philippinen für 1946 beschlossen wurde, so lag das an dem starken Druck gewisser Jnteressenten-Gruppen. Zunächst wollten die amerikanischen Gewerkschaf tendie freie Einwanderung von Filipinos unterbinden, da diese besonders an der Westküste als starke Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt lästig sind. Besonders aber sind für Abstoßung der Philippinen die A g r a r k r e i s e, bie an Zucker, Hanf, Pflanzenölen interessiert finb und die Einfuhr dieser Erzeugnisse der Philippinen durch eine Zollmauer a b- dämmen wollen. Diese Einflüsse sind auch jetzt noch so stark, daß man, wenn die Philippinen tatsächlich 1939 freigegeben werden sollten, ihnen keine Vorzugszölle gewähren wird, wie Kuba sie erhielt und daß die Inseln wenigstens eine Zeit lang wirtschaftlich recht leiden würden. Zur Zeit führen sie 58 v. H. ihrer Gesamtausfuhr in Form von Zucker nach USA. aus. Wenigstens 15 v. $). der Bevölkerung sind auf diese Ausfuhr anbewiesen. Dieser Zucker wird jetzt zollfrei einge- sührt und zum amerikanischen Inlandspreis gekauft, der über dem Weltmarktpreis liegt. Das würde 1939 aufhören. Weitere 26 v. $). der Gesamtausfuhr bestehen aus Kopra oder Kokos- n u ß ö l. Gegen diese Einfuhr wenden sich die amerikanischen Farmer ebenfalls. Der drittgrößte Ausfuhrartikel der Philippinnen ist Gold, das hier jederzeit zu günstigem Golddollarpreis abgejetzt werden kann. An vierter Stelle steht Hanf, in dessen Einfuhr die Philippinen fast ein Monopol besitzen. ..... Quezon kämpft darum politische Souveränität für sein Land zu erhalten, ohne ihm alle wirtschaftlichen Vorteile der bisherigen Zugehörigkeit zum amerikanischen Wirtschaftskörper zu berauben. Er hat dem Land eine Verfassung gegeben, die erheblich straffere Zentralgewalt zuläßt, als das hier in Washington möglich ist. Er hat sich eine Wehr-Organisation aufbauen lassen, die unter allgemeiner Dienstpflicht zu einem Dolksheer ausgebaut werden soll. Er hofft, die Kosten aus den reichen Goldvorräten des Landes bestreiten zu können, und er plant, durch Verträge mit asiatischen und europäischen Ländern allmählich einen gesunden Außenhandel aufzubauen. Englischer Königsbesuch in Schottland. i J X '• E X s König GeorgVI. stattete mit seiner Familie zum erstenmal nach der Krönung Schottland einen Besuch ab. Es ist jetzt seit 370 Jahren das erste Mal, daß eine Schottin Königin von England wurde. Unser Bild zeigt die königliche Familie mit schottischen Würdenträgern in Edinburgh. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Oie Bolschewisten rüstenzum Gistgaskrieg in Spanien. Berlin, 6. Juli. (DNB.) Der „Zeitungsdienst Graf Reischach" meldet aus Bilbao: Wenn nicht alle Anzeichen trügen, so ist schon in allernächster Zeit im spanischen Kriegsgebiet mit der Anwendung von Kampfgasen seitens der Bolschewist e n zu rechnen, für die umfassende Vorbereitungen in aller Stille und in denkbar größtem Umfange unter Anleitung sowjetrussischer Offiziere getroffen worden sind. Vor etwa drei Monaten ist in einer Reihe von spanischen Laboratorien und Giftgasfabriken die Herstellung großer Mengen von Kampfgasen in Angriff genommen worden, so im einstmaligen Collegio de Jesuitas von Quodancho, wo der Generalstabsplan für den vorgesehenen Giftgaskrieg bei der Eroberung der Stadt der nationalspanischen Regierung in die Hände fiel. Die zur Herstellung der Giftgase notwendigen und in Spanien selbst nicht vorhandenen Säuren sind in ständigen Transporten von den sowjetrussischen S ch w a r z m e e r h ä f e n nach Spanien gebracht worden. Daß man sich bis ins letzte für den Giftgaskrieg auf rotspanischer Seite vorbereitet hat, geht auch schon daraus hervor, daß auf bolschewistischer. Seite zweifellos in Erwartung von Gegenmaßnahmen von nationalspanischer Seite fieberhafte Vorsorge getroffen worden ist, die eigenen Truppen mit Gasmasken auszurüsten. Es ist bekannt, daß allein durch eine Firma in Marseille ein Transport von 50000 Gasmasken aus der Tschechoslowake i an die rotspanische Front geleitet worden ist. Auf nationalspanischer Seite liegen die ersten unwiderlegbaren Beweise für die plötzliche Anwendung von Kampfgasen in größerer Menge i n G e - stalt der Opfer, die sie auf nationalspanischer Seite erforderten, vor. Es darf angesichts dieser Tatsachen wohl die Frage erhoben werden, ob man in verschiedenen Hauptstädten Europas noch immer die Stirn hat, im Namen der „Humani- t ä t" für das spanische Bolschewistengesindel einzutreten, und ob es angebracht ist, die nach neuer „wohlwollender Unterstützung" nachsuchenden Vertreter dieser notorischen Verbrecherbande als „offizielle" Vertreter einer legalen „Regierung" in Empfang zu nehmen. Die Kriegslage. Neue Kämpfe an der Front von Madrid. Bilbao, 6. Juli. (DNB.) Bei gutem Wetter sind die militärischen Operationen der Nationalen an der Nordfront erfolgreich fortgeschritten. Unterstützt von Fliegern, die besonders die marxistischen Frontabschnitte nördlich von Balmaseda "und an der Küste bombardierten, haben sich die nationalen Truppen soweit in westlicher Richtung vorgearbeitet, daß sie — abgesehen von einigen Punkten die der Gegner noch verzweifelt zu halten versucht — nunmehr die ganze Provinz Bis- caya dem nationalen Spanien zurückerobert haben. Dienstag vormittag hat eine nationale Trup- venabteilung der Ort Carranza nordöstlich von Amales erreicht. Durch einen Umfassunqsangriff haben die nationalen Truppen etwa 2000 Milizsoldaten abgeschnitten. Die von Trucios nordwärts an der Küste entlangführende Landstraße wird durch die Einnahme des Bergmassivs südlicb von Castro Urdiales von der nationalen Artillerie beherrscht. Den marxistischen Truppen in Castro Urdiales und in den umliegenden Ortschaften ist jetzt der Rückzug gleichfalls abgeschnitten. Im nationalen Heeresbericht vom Dienstag heißt es: An der Front von Madrid hat der Gegner Truppen zusammengezogen und bei Villanueva de la Canada und bei Villanueva de la Pardilla heftig angegriffen. Er wurde unter schweren Verlusten für ihn zurückgeschlagen. Einer von russischen Tanks angeführten feindlichen Abteilung gelang es, in Richtung auf Brunete an einem unbesetzten Abschnitt in unsere Frontlinie einzudringen. Die nationalen Reservetruppen umzingelten den Gegner. Die Kämpfe gehen erfolgreich weiter. An der G r a - nada-Front brach der Feind in unsere Stellungen ein und versuchte, Alcala de Real abzuschneiden. Den nationalen Truppenabteilungen dieses Abschnittes gelag es, den Gegner in die Flucht zu schlagen, in die Ortschaft einzudringen und zusammen mit den dort befindlichen nationalen Truppenabteilungen den Feind zu verfolgen. Mehrer Lustkämpfe an der Front von Madrid verliefen trotz der zahlenmäßigen Ueberlegenheit des Gegners erfolgreich für uns. 16 Apparate des Gegners wurden abgefchoffen. Um die 40-GtundenwocheinFrankreich. Paris,?. Juli. (DNB. Funkspruch.) Der P o st- beamtenoerband fordert die Einführung der strengen 40-Stundenwoche im Bereich des Postministeriums und weist auf die starke Unzufriedenheit hin, die unter den Postbeamten herrsche, weil die 40-Stundenwoche ihnen noch nicht voll und ganz bewilligt worden sei. — In mehreren großen Pariser Kaffeehäusern des von Fremden stark besuchten Elysee-Viertels kam es zu Streikzwischenfällen. Das Personal von drei Kaffeehäusern unterbrach abends die Arbeit, um die strenge Durchführung der 40- Stundenwoche in fünf Arbeitstagen zu verlangen. Nach einstündiger Pause wollten die Angestellten dann ihren Dienst fortsetzen, aber die Kaffeehausbesitzer, die für die Bedienung der Kundschaft in der Zwischenzeit, so gut es ging, gesorgt hatten, wiesen ihnen die Tür. Äuch in mehreren französischen Cafös der Weltausstellung wurde gestreikt. — Die Bauarbeitergewerk'schäft faßt für den 11. August den General st reik sämtlicher französischer Bauarbeiter ins Auge, falls die Arbeitgeber bis dahin nicht die vor allem mit der neuerlichen Fra n,kenab Wertung zusammenhängenden sozialen Forderungen erfüllt haben. Kommunistischer Wahlsieg der Eingeborenen in Algier. P art s, 7. Juli. (DNB. Funkspruch.) Am Sonntag sind die 12 Eingeborenenvertreter des Stadtrats von Algier gewählt worden, der außerdem noch aus 36 von den französischen Wählern bestimmten Vertretern besteht. Von den eingeborenen Wahlberechtigten war eine Liste der republikanischen Konzentration, eine radikalsoziale Liste und unter dem Namen „Volksvereinigung" eine kommuni st ische Liste aufgestellt worden. Die letztere ist mit einer Mehrheit von rund 10 0 0 Stimmen gewählt worden. Das „Echo de Paris" weist warnend auf die Folgen dieser revolutionären Wahl hin und schreibt, die Kommunisten in Algier bezeichneten sich selbst als Separatisten. Sei es nicht der schönste Traum dieser revolutionären Eingeborenen, die Franzosen wieder zu vertreiben und ins Mittelmeer zu werfen? Jüdischer Knegsschieber und Spekulant in Wien vor Gericht. Wien, 6. Juli. (DNB.) Hinter die seit dem Weltkrieg weit über Oesterreichs Grenzen hinaus berüchtigten Finanzskandale des Juden Sigmund B o s e l wird erst jetzt der Schlußpunkt gesetzt. Basel hat im Weltkrieg durch Heereslieferun- g e n den Grundstein seines späteren Vermögens gelegt und stürzte sich nach dem Zusammenbruch in gigantische Spekulationen. Zusammen mit der Postsparkasse beteiligte er sich schließlich an der großen Kontermine gegen den französischen Frank, die im Jahre 1924 von Frankreich zusammen mit Der Mm dient der Verständigung unter den Volkern. Eröffnung des Internationalen IUmkongreffes auf dem französischen Ozeandampfer „Normandie". Paris, 6. Juli. (DNB.) Am Dienstag fand an Bord des französischen Ozeandampfers „Normandie" in Le Havre die feierliche Eröffnung des Internationalen Filmkongresses und des Internationalen Kongresjes der Filmpresse statt. Den Vorsitz der Tagung, zu der Vertreter von 18 Ländern erschienen waren, führten Staatsminister a. D. Professor Dr. Lehn ich und ein Vertreter des französischen Unterrichtsministeriums. Zunächst begrüßte der Generalkommissar für den Filmkongreß, der ehemalige Abgeordnete Henri C l e r c q , die Anwesenden. Anschließend sprach Professor Lehnich. Er beglückwünschte die Veranstalter zu dem guten Einfall, die Eröffnungstagung an Bord eines Schiffes anzuberaumen. Durch das Symbol des länderverbindenden Schiffes habe man treffend die völkerverbindende Macht des Films zum Ausdruck gebracht. Die zurückliegenden zwei Jahre feien dem Aufbau internationaler Filmarbeit gewidmet gewesen. Die bereitwillige Mitarbeit aller Länder, die spontan der Internationalen Filmkammer beigetreten seien, sei der Ausdruck eines Bedürfnisses nach internationaler Zusammenarbeit auf dem Gebiete des Films gewesen. Durch die jetzt abgeschlossene Organisation sei die sachliche Basis geschaffen. Es sei ein besonderes Charakteristikum dieser Zusammenarbeit, daß bisher alle Beschlüsse e i n st i m m i g gefaßt worden seien. Das Urheberrecht habe im Mittelpunkt der Arbeit gestanden. Darüber hinaus dehne die Filmrechtskommission ihr Arbeitsgebiet auf alle Gebiete des Filmwesens aus. — Die' alle Länder gleichmäßig berührenden Schwierigkeiten des internationalen Filmaustausches würden in der Wirtschaftskommission eingehend untersucht. Wegen der ungeheuren Wacht, die dem Film innewohne, solle selbstverständlich auch in den internationalen Beziehungen der Film nur als Verständigungsmittel unter den Völkern verwendet werden. Darum werde mit der ganzen Autorität der Internationalen Filmkammer gegen jenen Geist Stellung genommen, der mit Hilfe des tendenziösen Films Unfrieden, haß und Zwietracht zwischen den Völkern stiften wolle. Der Film habe eine wichtige Wission im Zusammenleben der Völker zu erfüllen, und die Internationale Filmkammer werde ihm den Weg dazu bereiten. Professor Lehnich sprach die Hoffnung aui, daß auch eine Reihe von Ländern, die heute noch nicht Mitglied seien, sich zur praktischen Mitarbch entschließen werden. Zum Schluß verlas Professor Lehnich die Begrüßungstelegramme, die er aus Anlaß der Eröffnung des Internationalen Filrnkon- gresfes an den Präsidenten der französischen Republik, den französischen Ministerpräsidenten uni den Altmeister der Kinematographie, LumiLre, gerichtet hatte. Die Ausführungen Prof. Lehr nichts, in deutscher und französischer Sprache wurden mit großem Beifall ausgenommen. Anschließend sprach der Präsident des Filmpresse. Verbundes, Chataigner, einige Begrüßungz. worte an die Teilnehmer des FilmpresfekonHrejses, zu dem eine deutsche Abordnung unter Führung des Vorsitzenden der deutschen Sektion des Inter nationalen Verbandes der Filmpresse, Direktor Köhn, eingetroffen war. Chataigner wies auf die Pflicht der beiden Kongresse hin, die nationalen Eigenheiten jeder Filmindustrie zu wahren. Nur auf diese Weise könne es möglich sein, auch dem Am- lande einen Einblick und Verständnis für die charakteristischen Eigenschaften der einzelnen Nationen zu gewähren. Der Redner schloß seine Ansprache, indem er sich mit großer Schärfe gegen die Tendenzsilme wandte, die nur dazu dienen könnten, die Atmosphäre unter den Völkern zu vergiften. * Gelegentlich der Sitzung der Jnternatio. nalen Filmkammer in Paris, die unter dem Vorsitz ihres Präsidenten Staatsminister a. D. Prof Dr. Lehnich tagte, wurde u. a. beschlossen, den nächsten internationalen Filmkongreß 1939 in Rom stattfinden zu lassen. Die Internationale Filmkarn- mer wird auch in diesem Jahr der Filmkunstaus- stellung in Venedig Aufmerksamkeit und Förderung widmen. Sehr wichtig erscheint der einstimmig oe- faßte Beschluß des Exekutivkomitees der Jnternatio. nalen Filmkammer, die sich gegen die foae- nannten Hetzfilme wendet. Alle Mitglieder' Organisationen oer Internationalen Filmkammrr sind erneut aufgefordert worden, gegen die Vorfüh. rung derartiger Filme in ihren Ländern bei den zuständigen Stellen Einspruch zu erheben. dem amerikanischen Bankier Morgan abgeschlagen wurde. Die Postsparkasse erlitt dabei Verluste von 200 Millionen Schilling. Es ergab sich damals bei der Schlußabrechnung der Geschäfte zwischen Bosel und der Postsparkasse eine Restschuld im Betrage von 28 Millionen Schilling. Bosel erklärte nach Liquidierung seines Bankhauses, nichts zu besitzen. Auf Grund der falschen Eide Bösels und seiner Helfershelfer fiel das Schiedsgerichtsurteil zu Gunsten des Juden aus. Die Postsparkasse aber stellte im geheimen Erhebungen an. Dabei ergab sich, daß Bosel, durch Strohmänner getarnt, der Besitzer einer großen Wiener Teppichfirma, eines bedeutenden Textilunternehmens, eines landwirtschaftlichen Gutes und eines Arsenbergwerks bei Rotgülden in Salzburg ist, ferner besaß er 220 Kilogramm Gold in Barren und zahlreiche wertvolle Gemälde. Ueberdies besteht der Verdacht, daß Basel bedeutende Vermögenswerte in die Schweiz verschleppt hat. Die Erhebungen ergaben, daß der Bettler Bösel in den Jahren 1931 bis 1933 rund eine Million Schilling jährlich privat ausgegeben hatte, von denen er 300 000 Schilling zum Unterhalt zweier Freundinnen benötigte, denen er Landhäuser im Werte von einer Million Schilling gekauft hatte. Für diese Ausgaben haben die Erträgnisse der bis jetzt entdeckten Vermögenswerte kaum ausgereicht. Die Anklage des nun begonnenen Prozesses bezieht sich nur auf den Meineid. Ein weiteres Strafverfahren wegen betrügerischen Bankrotts wird in einem eigenen Prozeß zu Ende geführt werden. Weitere Gittlichkeitsprozeffe gegen Ordensbrüder. Koblenz, 6. Juli. (DNB.) Franziskanerbruder Johann Petri, genannt Bruder V i r g i l i u s, hatte sich vor der III. Großen Strafkammer des Landgerichts Koblenz zu verantworten, weil er sich an schwachsinnigen Zöglingen des Klosters vergangen hatte. Er brachte in der Verhandlung den traurigen Mut auf zu behaupten, er selbst sei von einem der kranken schwächlichen kleinen Jungen — vergewaltigt worden! Dabei ergab die Beweisaufnahme einwandfrei, daß Petri als Bäcker des Klosters die Naschsucht der schwachsinnigen Zöglinge ausnutzte, um sie sich gefügig zu machen. Ein Pflegling hatte, als er etwas für das Kloster besorgen mußte, die Gelegenheit benutzt, um heimlich eine Postkarte an seine Mutter zu schreiben, in der er sie bat, ihn aus diesem Haus wegzunehmen. Die Mutter des Pfleglings machte dem Vorsteher des Klosters Vorhalte. Dieser aber erklärte, „die Sache würde schon geregelt werden", und ließ alles beim al- t e n. Das Urteil lautete auf drei Jahre Zuchthaus und drei Jahre Ehrverlust. Ein Jahr drei Monate der Untersuchungshaft werden ungerechnet. Beim Strafmaß hatte das Gericht berücksichtigt, daß der Angeklagte in jungen Jahren ins Kloster kam und in seiner Unerfahrenheit dem dort herrschenden üblen Geist erlag. * In einem zweiten Verfahren hatte sich das Gericht mit dem 27jährigen früheren barmherzigen Bruder Malchus zu beschäftigen. Dieser war 1929 bei den barmherzigen Brüdern in Montabaur eingetreten, hatte aber schon 1931 das Kloster wieder verlassen, ohne die Gelübde abgelegt zu haben. Während seines Aufenthaltes in Montabaur verging er sich zweimal an den seiner Pflege anvertrauten Kranken. Er war in vollem Umfange geständig. Der Staatsanwalt befürwortete aus diesem Grunde und weil er die Straftaten im jugendlichen Eifer begangen, sowie schließlich von sich aus dem Kloster den Rücken gekehrt hatte, mildernde Umstände, zumal der Beschuldigte seit seinem Austritt aus dem Kloster ein einwandfreies Leben geführt hatte. Das Gericht verurteilte den Angeklagten unter Zubilligung mildernder Umstände zu zehn Monaten Gefängnis, wobei ihm die Untersuchungshaft angerechnet wurde. Die Strafkammer des Landgerichts Pad er. born verurteilte den Franziskanerbruder Aloi. f u s wegen Unzucht, begangen an Kindern unter 14 Jahren zu Gefängnis von zwei Jahren. Bruder Aloisus war 'als Almosensammler für die Ordens- Niederlassung in Paderborn tätig. Zu seinen Sani- melgängen nahm er sich meist ortskundige Jungen mit, an denen er sich verging. Der Angeklagte leugnete hartnäckig, doch ging aus den klaren glaubwürdigen Aussagen hervor, daß er sich der Strai- barfeit seines Tuns bewußt war. Das bewies auch schon sein Ausspruch, den er einem Jungen gegenüber machte: „Wenn du das mit einem anberen machst, wäre es eine Sünde. Mit mir ist es keine Sünde!" Die Knaben gingen schließlich dem Kloster- bruber so weit aus dem Wege, daß es ihm nicht mehr gelang, einen von ihnen als Begleiter für seine Sammeltätigkeit zu finden. Oer Mordprozeß Roloff. Prenzlau, 6. Juli. (DNB.) Bei der Erörte- rung der Untaten des mehrfachen Mörders Ro- l o f f kam es im Verlauf der Verhandlungen zu dramatischen Zwischenfällen. Grauenhaft sind die Einzelheiten, die in der Erörterung des Mordfalle; Kochan zur Sprache kommen. Bei der Art der Begehung der Mordtat Luedke lag es nahe, daß Roloff noch andere Mordtaten in gleicher Weist begangen hatte. Er gab dann auch auf eindringlichen Vorhalt zu, den Wirtschafter Kochan getötet zu haben. Dann wurde der Frauenmord aus bem Jahre 1931 in Remlin erörtert. Auch hier gab Roloff bie Tat zu. Er will biese bisher unbekannt gebliebene Frau erschlagen haben, weil sie ihm nicht zu Willen war. Bei ber weiteren Vernehmung erklärte der Zeuge Kriminalkommissar Meyer (Berlin), der Angeklagte habe gestanden, auch den Ehemann Kowalski ermordet zu haben, als dieser sich bei ihn nach dem Verbleib seiner Frau erkundigte. Der Angeklagte schweigt auf die Aufforderung des Vorsitzenden, ein Geständnis auch für diesen Mord fall abzulegen, und starrt vor sich hin. Es ist feine Antwort aus ihm herauszuholen. Eine neue Note fam durch die Vernehmung der früheren Verlobten des Angeflagten in den Prozeß. Roloff selbst ist zum erstenmal während der Verhandlung sichtlich beeindruckt und macht nach ihrer Befragung längere Ausführungen. Die 27jah rige Hertha N. aus Franffurt (Oder) hat den An- gesagten am Bahnhof in Franffurt (Oder) ,311111 erstenmal getroffen, — an derselben Stelle, an der ber Mörber jüngst seine Opfer erwartete. Wie die Zeugin befunbet, sei ihr beim näheren Kennenlernen bas launenhafte Wesen des Angeklagten unh feine Großsprecherei unangenehm ausgefallen, unh sie hatte schließlich den Eindruck, daß es sich um einen Heiratsschwindler handeln könne. Nach etwa 14 Tagen habe sie die Verlobung wieder gelöst. Ro- loff warf später einen Drohbrief durch das Fenster der N.schen Wohnung: in dem Brief kündigte er in überspannter Weise an, daß er Rache nehmen werde. Die Zeugin bestritt energisch die Angaben des Angeklagten, der erklärt hatte, er habe viele Ausgaben bei Ausgängen mit Hertha N. gehabt und sei dadurch auch zu seinen Untaten ae» trieben worden. Roloff muß einräumen, daß seine Darstellung übertrieben war. — Die Verhandlung wurde darauf vertagt. Deutscher Historikertag. Im Rahmen der Vorttäge des Deutschen Histo- rifertages sprach Erich Freiherr von Guttenberg (Erlangen) über „Grundfragen der Besiedlung Ostfrankens". Professor Otto Höfler (Kiel) behandelte das „germanische Kontinuitätsproblem" bas heißt, bie Frage zu verstehen, ob unb in welchem Umfange bas germanische Mittelalter bie oll- römische Kultur fortgesetzt hat. Der Rebner führte ben Nachweis, baß unser germanisches Erbe sich in ben Kultformen bes Mittelalters erhalten hot Auch in den Adels- und Bürgergilden offenbart sich ein Brauchtum, bas unmittelbar aus der altgernw auf 3 Seite “ Sitte-" * ne“1?. 8*3 jien flamme; ben hi" bie Werl Partei u sammelt W Lrelche Sie letzter itlo sprach Inder organisati Nusstellur triebssiihr 0 a ft ffm wirb in h olle de Der Bi ! i ist vom 5 : Aeichsvet Friedr großen K kehrstechn Der R Polizei r arohen 1! deutsche Fordern Straß . nern < der Le gemacht I Friedrich Am Di men 00 I» d)imgen 3 i llmts (aus 1 auhenmini 1 mit der D : menijang1 5m erst Mgenije ! bienst England, der: । st Belegen! Mt fh ! die 34 j Jammer Programm v°r. Reich Mahres ,Ai » . Sir Mdlem Wann ai « Ütini ’MtetStru '« ®tbr, «NM ) Künstlers Die B)e itin Pg heitre ‘ lr°6e den hu Hunke JJW 'y it frnbes I? wird f eis A* M h--U I n undewefen l0t|Q{| in eine gruppe des Reichsverbandes Deut» der Kleine politische Nachrichten nath be- 14. imihang stehen. * Aus aller Welt nahe, Oer Bis n ft (hglanb, r ßwn )ers üi ungen sind I Jlorbfai nies o 'n w ante es b n N ihm n; leitet i Die Jahresversammlung Reichskammer der bildenden Künste. Am ersten Halbjahr 1937 haben 2260 Ausländer G egenheit genommen, den Reichsarbeitskennenzulernen. Besonders stark waren Frankreich, Schweden, Dänemark, Japan, meinsamen Entwurf bot, fand größten Beifall. Die Einfachheit der Form und die leichtfahliche Melodik kamen vielleicht dadurch besonders zur Wirkung, daß die Tänze umrahmt waren von den Darbietungen des Balletts der Pariser Oper, des Balletts von Monte Carlo und von 48 amerikanischen Rocketts Girls. Relchsfachgruppe „Deutsches Hundewesen" im Reichsverband Deutscher Kleintierzüchter. In Berlin wurde die Umwandlung des Reichs- jer ®r einbrb an getß aus V \ iab Stint gck i nid)t der 3er )er A ann Jb ch beiit Der«' des WM feine Al imung ■ den d- ährend! nacht Die it den - Dher) J Üe, an; e ®ie* n Kennt sagten J fallen, f es sich' gelost- { durch ’ Bttef j er lerffMJ IfttuW. , d°ßl ,erl)i* alle Funkstationen, die im Sendebereich des Flugzeuges liegen, ausgefordert worden, 2 4 - Stundendien ft zu machen, damit alle Funksprüche der Fliegerin zu jeder Tages- und Nachtzeit ausgenommen werden können. Die KarwendelKette im Segelflugzeug überquert. Dem Jnsbrucker Segelflieger Wilfried Wiedner gelang es bei einem von der Seegrube am Hafelekar bei Innsbruck gestarteten Versuch, zum ersten Male die erste Karwendelkette zu überfliegen und im Anschluß daran einen Streckenweitflug bis nach Waidring im Kufsteiner Gebiet mit einer Gesamtentfernung von über 95 Kilometer durchzuführen. Es ist dies das erste Mal nach mehreren mißlungenen Versuchen, daß in Tirol ein Streckenweitflug im Segelflugzeug mit einer Startüberhöhung von mehr als 1000 Meter durchgeführt worden ist. 300 000 Tonnen Oel in Flammen. Bei Pecq in der Nähe von Paris brach in einer Oelraffinerie ein Großfeuer aus. Von der verheerenden Wirkung der Feuersbrunst kann man sich einen Begriff machen, wenn man erfährt, daß 300000 Tonnen Oel eine Beute der Flammen wurden. Durch die gewaltige Hißeentwicklung geriet ein in der Nähe befindliches Gas- w e r k i n B r a n d. Die aus allen umliegenden Ortschaften und auch aus Paris herbeigerufenen Feuerwehren standen dem Element fast machtlos gegenüber. Der Schaden ist sehr groß. kein Erdbeben, sondern Geschühfeuer! Havas meldet aus dem französischen Kriegshafen Lorient: In der vergangenen Nacht erbebte die Erde zwölf Minuten lang in dem ganzen Gebiet Lorients. In Plouhinec an der Küste wurden die Häuser so heftig erschüttert, daß die Scheiben zersplitterten. Die Einwohner verließen in der Meinung, daß es sich um ein Erdbeben handele, in größter Hast ihre Häuser. Doch stellte sich schließlich heraus, daß die Erschütterungen auf Schieß- üb ungen dreier französischer Kriegsschiffe auf der Reede von Belle Isle zurückzuführen war, die mit 34-Zentimeter-Geschützen geschossen hatten. Aufregende Verbrecherjagd in einem Pariser Vorort. Eine aufregende Jagd auf drei lang gesuchte Autodiebe gab es in dem Pariser Vorort Neuilly, wo Polizeibeamte das berüchttgte Kleeblatt bei einem Einbruchsversuch überraschten. Die Diebe versuchten reißaus zu nehmen. Zwei ergriffen die Flucht zu Lande, wurden aber bald gefaßt. Der dritte sprang in die Seine und suchte das andere Ufer zu gewinnen. Einer der Beamten sprang sofort in voller Uniform nach, wurde aber im Wasser vom Krampf befallen und versank. Hierauf ergriff ein zweiter Beamter die Verfolgung des schwimmenden Ausreißers, während ein dritter seinem er» trinkenden Kameraden zu Hilfe eilte und diesen noch lebend ans Ufer bringen konnte. Der Verbrecher wurde schließlich doch noch gepackt und mit seinen beiden Komplicen ins Polizeigefangms emge- liefert. Krankenkaffenbetrug durch Petroleumeinfprihungen. Ein eigenartiger B e t r u g s p r o z e ß findet gegenwärtig in Men statt. Seit längerer Zeit wur- s* Ä -h-Ä M' Trauerfeier 5 auf Zeche »General Blumenthal". Seite an Seite, wie sie von den schlagenden ^Lkh N-ttern überrascht wurden und den Tod fanden, ePra8Gnrben die zwölf Opfer des Explosion s- urglücks auf der Zeche „General Blu- ÜW virnthal" zur letzten Ruhe bestattet. Von den UBUH| § rbertürmen des Ruhrgebietes wehen die Fah- Wiwn halbmast. Zwölf Pylonen mit flackernden Rhyi Fummenschalen tragen die Namen der Toten. Mit ’JWin Hinterbliebenen hat sich die ganze Gefolgschaft -uiielto r Wertsleitung und viele führende Männer aus vier rt 5r;irtei und Staat, Wehrmacht und Wirtschaft ver- 'iionch slmmelt. WurUls Führer des Betriebes nimmt Direktor Dr. m 21ni 2- e i d) e I Abschied von seinen Arbeitskameraden, nis ii s2 letzten Grüße der Bergwerksgesellschaft Hiber- 'inzchg vill sprach in Vertretung von Generaldirektor Ten- oß fein fli mann Ministerialrat Himmen aus, die des Gdjari rtschaftsministers Dr. Schacht Ministerialrat di-i, ckr j, * „Matin" meldet, daß das Mitglied des französischen obersten Kriegsrates, General George, der die Altersgrenze erreicht, ausnahmsweise drei Jahre länger Mitglied des ooerften Kriegsrates bleibt. General George war Chef des Militärkabinetts des Kriegsminifters Maginot und wurde beim Anschlag aus König Alexander von Jugoslawien in Marseille schwer verwundet. * Dienstagabend wurde das berichtigte Schluß- ergebnis der Wahlen zum irischen Landtag wie folgt bekanntgegeben: De Valera 69 Sitze, Cosgrave 48, LabourParty 13, Unabhängige 8 Sitze. Damit hat de Valera entgegen allen Erwartungen keine absolute Mehrheit erhalten, sondern verfügt über genau die gleiche Anzahl Sitze wie die gesamte Opposition. Im alten Dail hatte de Valera der Opposition gegenüber eine Mehrheit von 4 Sitzen. ♦ Der schwedische Außenminister Sandler wird am 8. Juli im Flugzeug nach Moskau fahren. Es handelt sich um den ersten offiziellen Besuch eines schwedischen Außenministers in Sowjetrußland. Sandler keht am 10. Juli wieder nach Stockholm zurück. -n-'chen Kultur erwachsen ist. Es ist ein Beweis für bt Stärke unserer Rasse, daß ihre Symbole, T'äuche und Mythen sich erhalten haben, nur über- jjizft durch ein römisches Geschichtsbild. Die Auflösung, daß das Reich Theoderichs des Großen die Frtsetzung des römischen Reiches sei, wurde in der fcgenben Aussprache allgemein abgelehnt. Theode- rih sei von der Idee eines germanischen Reiches boerrscht gewesen. Zu diesem Schluß kommt man, ®nn man die Volkskunde zur Ergänzung der schriftlichen Quellen heranzieht. Die Volkskunde gibt ii u .eh viel reineres Bild der geschichtlichen Wirklich- kett. Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang, icä die erste germanische Staatsgründung Theode- öJIllfis den erbitterten Widerstand der römischen >b| Arche fand. An diesem Kampf ist Theoderich und ltQt> sen Reich zugrundegegangen. Der Reichsführer SS. und Chef der deutschen n . Plizei regt an, in Anbetracht der außerordentlich . As L' ^en Bedeutung der Leibesübungen für die : 2111 «k tsche Jugenderziehung und -ertüchtigung und der rnmUI; Liderung, die sie im neuen Reiche erfährt, <2 raßen und Plätze auch nach Män - : Ti rn zu benennen, die sich auf dem Gebiete ien & Bt Leibesübungen in Deutschland verdient e 3uni' ««nacht haben, wie z. B. Friedrich Ludwig Jahn, M ja । edrich Friesen usw. n gl: »r B :l nter h 3n der Nacht vom 13. zum 14. Juli spricht Reichs- ,D.Pvoiianisationsletter Dr. Ley von der Düsseldorfer ffen, L sstellung „Schaffendes Volk" aus zu den 93e« in tr-bsführern und Gefolgschaftsmitgliedern des iilmfüi 6a ft Jt ä 11 e n g e ro e r b e 5. Die Kundgebung tiinftaHtorD in der Zett von 1.30 Uhr bis 2.30 Uhr auf örberir:c!le deutschen Sender übertragen. innig ♦ iternati Der Betrat der D eutschen Reichsbahn vom 5. bis 7. Juli 1937 unter dem Vorsitz des ltglis^ Mchsverkehrsminifters Dr. Dorpmüller in iedri ch sh äsen zusammengetreten, um die 1 or ßen Konstruktionswerkstätten deutscher Flugoer- bei i '-eirstechnik kennenzulernen. Jrn Anschluß an die Beerdigung besuchte Dr. L e y die in zwei Krankenhäusern untergebrachten Verletzten des Grubenunglücks. Nachdem der Reichsorganisationsleiter die Angehörigen der durchweg schwer Verletzten nochmals seines herzlichen Mitgefühls versichert hatte, überreichte er jedem einzelnen Verletzten Blumen, übermittelte ihnen die Ge- nesungswünfche des Führers und sprach ihnen Anerkennung fiir ihr heldenmütiges Verhalten bei der Explosionstatastrophe aus. ser Reichstagung eines wichtigen evangelischen Verbandes teilnehmen. Jnlernallonales Schachturnier in Vad-Nauheim. Der Großdeittsche Schachbund veranstaltet vom 18. bis 20. Juli im Bad-Nauheimer Kurhaus ein Internationales Schachturnier, an dem Schachweltmeifter Dr. E u w e, Amsterdam, der Exweltschachmeister Dr. Aljechin, Paris und die deutschen Großmeister Bogoljubow und S a - misch teilnehmen werden. In Schachkreisen ist man sehr gespannt, wie Aljechin diesmal gegen Dr. Euwe abschneiden wird; bei dem letzten Welt- meisterschastskampf besiegte Euwe Aljechin mit 15V2 zu 14V2 Punkten und errang damit den Titel Des Weltschachmeisters. Dem Internationalen Turmer geht ein Blind-Simultanspiel des deutschen Großmeisters S ä m i s ch gegen zwölf Gegner „voraus; Dr. Aljechin, Bogoljubow und Samisch werden 100 Simultanpartien spielen. Englische verkehrsfachleule besuchen Deutschland. Der Reichs- und preußische Verkehrsminister. Dr. Dorpmüller empfing 200 Mitglieder des britischen Institute of Transport, die unter Führung Des bekannten englischen Verkehr sfachmannes ©tr Alfred Read eine zehntägige Reise durch Deutschland unternehmen. Reichsoerkchrsmimfter Dr. D o r p rn ü l l e r gab feiner Freude darüber Ausdruck, fo zahlreichen hervorragenden Fachleuten oer englischen Derkehrswelt den modernsten Stand Der deutschen Derkehrsanlagen vor Augen fuhren zu können. Bei dem Empfang wurde Reichsmmlster Dr. D o r p m ü l l e r durch Ueberreichung Der Goldenen Medaille des Institute of Transport geehrt. In den letzten Tagen besichtigten die englstchen Gäste die Bauten Der Nordsud-8-Bahn, das Schifft- hebewerk in Niederfinow sowie Teile der Reichs autobahn Berlin-Stettin. Im weiteren Derlau ihrer Reife werden sie Nürnberg, Rothenburg und München, Frankfurt a. M, Wiesbaden Koblenz und Köln besuchen. Als Abschluß ihrer Reift steht der Besuch der Düsseldorfer Ausstellung „Schaffendes Volk" in Aussicht. Deutsche Tanzkunst in Paris. Im Rahmen eines Gala-Tanzabends im Großen Calais in Paris führte die Tanzgruppe Gunther (München) das neue deutsche Kunsttänzen vor einer festlichen internationalen Gesellschaft von vielen tausend Zuschauern vor. 2m ersten Tanz trat Maja L - r mit vier Tänzerinnen in emem Trommeltanz auf, dann zeigte sie sich mit sechs Tänzerinnen m der Verkörperung eines „nächtlichen Gedankenzuges und zum Schluß führte die Gruppe ein „Lied an hen Tanz" auf. Die Tänzerinnen spielten die be- gleitenden Musikinstrumente selber. Die künstlerische Leistung Der Deutschen, die in Tanz und Musik ge- Klewlß. Im Namen des Führers, der Partei und Der NAF. und Des gesamten deutschen Volkes überbrachte Dr. Ley den toten Arbeitskameraden die letzten Grüße. Ihr klagt uns an, Denn jeder Tod, der uns einen Kameraden aus Der Mitte unserer Gemeinschaft reißt, ist eine Anklage für menschliche Schwäche und Unzulänglichkeit. Alles ist hier getan worden, um das Unglück, das Euch getroffen hat, zu verhüten. Eins soll uns allen Verpflichtung bleiben, daß wir, wenn wir auch den Tod nicht verhindern können, alles tun, um Das Leben Der Bergleute fo zu gestalten, daß es lebenswert ist. Bewegten Herzens sprach Dr. Len Den Hinterbliebe, nen Der Toten Trost zu. „Euch bringe ich den Trost Des Führers, das ist Das Höchste, was ich Euch bringen kann, Die Trauer von 20 Millionen jdjaffenDen Deutschen und Die Anteilnahme Des Deutschen Volkes. So wollen wir Den letzten Betriebsappell halten. Wir gedenken der tapferen Knappen und geloben ihnen, daß ihre Mahnungen nie vergessen werden, daß sie in unseren Herzen eingegraben bleiben." Em unübersehbarer Trauerzug geleitete Die Knappen zu ihrer letzten Ruhestätte, Die unweit Des Ehrenmals Der zwölf Jungbergleute liegt, Die fast auf Den gleichen Tag vor vier Jahren als Opfer eines Uebertageexplosionsunglücks hier beigefetzt wurden. sichtigt. * Die Bank von Frankreich, die am Ium dieses Jahres ihren Diskontsatz um 2 v. H. auf 6 v.H. erhöht hat, hat am Dienstag Den Dis- kontsatz um 1 v. H, auf 5 v. H. ermäßigt. Gelegentlich Des Tages Der Deutschen n ft finDet vom 16. bis 21. Juli in München Bit Jahresversammlung Der Reichs- idimmer Der bildenden fünfte statt. Das iwgramm sieht eine Anzahl wichtiger Referate d:_ Reichskulturwalter Moraller spricht über Xi e Ausgaben Des- Architekten im Rahmen des jiirjabresptanes", Prof. Dr. Sagebiel (Berlin) ibir „Malerei und Plastik in Der neueren Architek- n*'. Vor Den deutschen Kunstverlegern und Kunst- Adlern wird Reichsbankdirektor Dr. B r i n k - n n auf Den Deutschen Export eingehen, wäh- irs Ministerialrat Dr, Günther sich über Kunst- i’ftcigerungen verbreiten wird. Die Fachgruppe tt Gebrauchsgraphiker und Entwerfer hört von Generaldirektor Hugo Theunert Ausführungen ibrr „Industrie und Handel als Auftraggeber des Linstlers". Cie Werbefachmänner Der Well lagen in Paris. .fm Paris fand Die erste Sitzung Des Dritten Lltreklamekongresfes statt, zu Dem eine Lllhe deutsche Abordnung eingefroren ist; an ihrer Hitze steht Der Leiter Der Reichsfachschaft deutscher Skrbefadjleute Hugo Fischer. Der Deutschen Ab- iiinung gehören weiter an vom Werberat der La tschen Wirtschaft Vizepräsident Professor Dr. 5)i n t e, ferner Vertreter Der Presse, Gebrauchs- Mcphik, Verkehrswerbung usw. Die deutsche Ab- iriiung wird neben Den Vertretern des Organisa- slandes Frankreich Die stärkste Gruppe auf Dem Dt treklamekongreß fein. In feinen Arbeitstagun- Cir wird sich der Kongreß in erster Linie mit Den trugen Der Schulung von Werbefachleuten und mit ter. Werberecht befassen. Hauptversammlung U>es Guslav-Adolf'Vereins in Kaiserslautern. s'PNH. Der Gesamtverein DerGustav-ADolf- (liiftung hält vom 28. August bis 1. September ii Kaiserslautern seine 82. Hauptversammlung ab. Tn 29. August werden in Kaiserslautern und in liefen anderen Gemeinden Der Pfalz Festgottes- iieifte gehalten. Am gleichen Tag findet eine evan- Mche Kundgebung statt, bei Der Vertreter Der glichen Oeffentlichkeit zur Worte kommen. Nach Der Direktor Des Deutschen JugenD- archivs in Berlin, Dr. Wedler, kommt zu Dem Ergebnis, daß Das uneheliche Kind keineswegs anlagemäßig hinter dem ehelichen zurücksteht. In der Statistik der Asozialen, Geisteskranken und auch Kriminellen fallen Die Unehelichen nicht ins Gewicht. Auch eine weitere Behauptung, daß es bei Den unehelichen Verbindungen meist an wahrer Liede fehle, wird durch Die hier gemachte Feststellung, Daß ein Drittel Der unehelich Geborenen Durch nachfolgende Ehe legitimiert werden, widerlegt. Wenn auch manchmal rassehygienisch uner- wunsckte Kinder aus unehelichen Verbindungen Hervorgehen, Dann darf das, gerade von Der Volksgemeinschaft aus gesehen, doch nicht dazu sühren. Den erbanlagemähig wertvollen Kindern auch die Möglichkeit zu nehmen, vollwertige Volksgenossen zu sein. Dr. ES. Den in Den Wiener Krankenhäusern Erscheinungen schwerer Phlegmone (einer zur Eiterung führenden Entzündung Der Weichteile) beobachtet, Deren Ursache man sich nicht erklären konnte. Schließlich wurde festgestellt, daß diese Leute sich Petro- leumeinspritzungen beigebracht haben, um sich seitens Der Krankenkassen Die Krankengelder auszahlen zu lassen. Die Wirkungen Der Einspritzungen waren z. T. so stark, Daß Die Heilungs- Dauer oft ein Jahr beanspruchte. Einer Der zehn Angeklagten hatte seine ganze Familie mit Petroleumeinspritzungen versehen. In einem anderen Fast versuchte ein Mann noch Durch Auflegen eines mit Salzsäure getränkten Tuches seine Krankheit xu verlängern. Diese Petroleumeinspritzungen wurden fortgesetzt, obgleich in Den Kreisen Der Betrüger bereits bekannt war, Daß sie fürchterliche Schmerzen hervorriefen. Blutiger Ausgang eines Erbfchafisstreiles. In einem Dorf bei Lublin kam es zu einer blutigen FamilienauseinanDerfttzung. Im Verlauft eines Erbschaftsstreites schoß ein junger Mann alle Verwandten, Die sich (einer Auffassung entgegenstellten, nieDer. Seine Frau, seine Mutter und zwei Nachbarn verletzte er Durch Schüsse I e - bensgescihrlich, seine Schwiegermutter und ein Nachbar wurDen töDlich getroffen. Der Täter floh in einen nahen WalD. Der Polizei, die mit Spürhunden nach ihm sucht, ist es bisher noch nicht gelungen, seiner habhaft zu werden. Ostjüdische WefftrhelDen in Polen. Kattowitz, 2. Juli. (DNB.) Wie in anderen Städten Polens wurDen auch in Bendzin (Dombro- waer Revier) von OstjuDen Bluttaten verübt, Die Die Bevölkerung in große Erregung versetzt haben. Auf Dem Markt versuchte ein jüdischer HänD- ler seinen polnischen Gehilfen bei Der Lohnzahlug zu übervorteilen, was zu einer Auseinandersetzung führte. Als Der Vater Des Gehilfen Die berechtigte ForDerung feines Sohnes unterstützte, fielen die MarktjuDen über Die beiden her und verletzten sie durch Messerstiche. Eine zahlreiche Menschenmenge setzte sich gegen diese Gewalttaten zur Wehr und verprügelte die jüdischen Händler. Die Empörung über die sich ständig fortsetzonden blutigen Provokationen der Juden führte zu Kundgebungen, die auch auf die benachbarten Städte Sosnowitz und Dombroroa Übergriffen. Dabei wurden jüdische Geschäfte zerstört und in jüdischen Häusern die Fenster- scheiben eingeworfen. Nur mit Mühe konnte Die Polizei Die Ruhe roieDer Herstellen. 40 Personen, Die sich an Den Kundgebungen beteiligt hatten, wurden vorübergehend ftstgenommen. Zahlreiche Juden, die durch ihre Frechheit Die Menge zu Tätlichkeiten auf- gereizt hatten, wurden verhaftet. Jüdischer Ausbeuter verurteilt. Die unglaublichen Ausbeutungsmetho- d e n eines Juden tarnen beim Wiener Bundesge- richtshof zur Sprache, zugleich auch Die Ohnmacht Österreichischer Werktätiger gegenüber schamloser Ausnutzung und Blutsaugerei. Der jüdische Ziege- leibesitzer Moritz Weiß, tschechoslowakischer Staatsbürger, hatte die raffiniertesten Methoden ersonnen, um Die Arbeiter seiner in Der österreichischen StaDt Amstetten gelegenen Fabrik bis auf letzte auszunutzen. Die Leute mußten sich verpflichten, 80 v. H. des Lohnes in Lebensrnitteln entgegenzunehmen. Die Lebensmittel, die der jüdische Fabrikant lieferte, waren durchweg minderwertig. Tagelang gab es kein Brot und keine Milch. Für die Wohnräume im Fabrikgebäude wurden enorme Mietpreise berechnet. Einzelne Arbeiter erhielten wöchentlich nur etwa 2 bis 3 Schilling in Die Hand. Sie waren daher gezwungen, sich im Tausch für die minderwertigen Lebensmittel andere Waren zu beschaffen. Die Arbeiter getrauten sich lange nicht, eine Anzeige zu erstatten, da sie fürchten mußten, entlassen zu werden. Der Jude wurde schließlich wegen Uebertretung der Gewerbeordnung zu tausend Schilling Geldstrafe verurteilt und hatte noch die schamlose Unverfrorenheit, Beschwerde beim Bundesgerichtshof einzulegen, der ihn aber abwies. Der Vertreter der staatlichen Aufsichtsbehörde hatte bei der Verhandlung erklärt, daß der Betrieb des Weiß ein Fluch für die ganze Umgebung sei. Die zuständige Gewerkschaft, hat jetzt auch die Sperrung des Betriebes verlangt, die bisher aber noch nicht vorgenommen wurde. Verurteilung eines Rasseschänders. Wegen fortgesetzten Verbrechens der Rassenschande hatte sich vor dem Münchener Landgericht der aus Ungarn stammende Volljude Jstran Fueloep zu verantworten. Der Jude, der keiner Beschäftigung nachging, trieb sich bald in diesem, bald in jenem Lande herum und war schon mehrmals aus dem Reichsgebiet ausgewiesen worden. Im vergangenen Jahr hatte er sich an eine ältere deutschblütige Frau herangemacht. Das Gericht, das ihn als einen herumschmarotzenden Parasiten bezeichnete, verurteilte Fuelloep zu 1 Jahr 3 Monaten Zuchthaus. In den INain gefallen und ertrunken. Beim Spielen am Main in Groß-Steinheim fiel ein elfjähriger Junge ins Wasser. Sein Bruder versuchte ihn zu retten, was ihm jedoch nicht gelang. Ein des Wegs kommender älterer Mann, der jedoch des Schwimmens unkundig war, gab seinem Schäferhund den Befehl, ins Wasser zu springen und dem Ertrinkenden beizustehen. Das treue Tier führte den Auftrag auch aus, aber es konnte seine Rettungstat nicht vollenden. Als es den Jungen bis auf etwa fünf Meter ans Ufer gebracht hatte, hielt sich Lieser so krampfhaft am Halsband des Hundes fest, daß beide versanken. Das Tier wurde tot geborgen, die sofort unternommene Suche nach dem Knaben blieb erfolglos. In der Weichsel ertrunken. An der Wagenfähre über die Weichsel bei Käse- mark-Rothebude im Danziger Werder ereignete sich ein Unglück. Ein Fleischermeister, der Schweine eingekauft hatte und mit seinem Fuhrwerk auf der Heimfahrt war, war auf dem Bock eingeschlafen. An der Anlegestelle bei Rothebude fuhr das Gespann in die Weichsel. Der Fleischermeister konnte nur als Leiche geborgen werden. Während die Pferde ertranken, konnten einige Schweine unversehrt aus dem Wasser geholt werden. In der bayerischen Ostmark drei Menschen vom Blitz erschlagen. Bei einem schweren Gewitter über der Gegend von Regen in der bayerischen Ostmark schlug der Blitz in ein Holzhaueranwesen sowie in eine Hütte ein, in der 14 Personen Unterschlupf vor dem Unwetter gesucht hatten. Der Blitz erschlug zwei Holzhauer, darunter einen Vater von zwölf Kindern. Die Kreisamtsleitung der RSD. hat für die betroffenen beiden Familien eine Hilfsaktion eingeleitet. Auch über D u e n z l i n g bei Kelheim ging ein schweres Gewitter nieder. Dabei wurde eine auf dem Felde arbeitende Frau vom Blitz getötet. 563 lote am amerikanischen Unabhängigkeilslage. Mit 563 tödlichen Unglücksfällen am amerikanischen Unabhängigkeitstage wurde in diesem Jahre einen Rekord erreicht. Der Verkehr forderte 310 Todesopfer, 142 Personen ertranken, beim Abbrennen von Feuerwerkskörpern wurden 64 Menschen getötet, 107 Menschen verunglückten tödlich auf andere Weise. Hunderte von Verletzten wurden in die Krankenhäuser eingeliefert. Neues für den Büchertisch. — Dr. H. F r i e l i n g : „W as finde ich am S t r a n d e ?" Mit 75 bunten und 271 Textbildern. Kosmos-Naturführer der Franckh'schen Verlagsbuchhandlung, Stuttgart. Kartoniert 2,50 RM., in Leinen 3,20 RM. — 194 — Zu allererst wird der Badegast, der am Meeresstrand Erholung sucht, der faul im Sande liegt und die Möwen kreuzen sieht, der am Strande auf seltsame Gebilde trifft, deren Namen er nicht kennt, der in den Tiefen des Wassers wundersame Tierleiber entdeckt, an diesem Naturführer Freude haben und durch ihn die erste Bekanntschaft mit den eigenartigen und schönen Lebensformen am Strand machen. Durch die praktische Anlage der Kosmos-Naturführer wird das Bestimmen auch dem Uneingeweihten leichtgemacht, denn der erste Eindruck von einem Lebewesen wird zum wichtigsten Anhaltspunkt für das Lernen und Bestimmen. Die Blütezeit der Pflanzen, die Farbe der Algen, der Kleinlebewesen, der Krebse, Muscheln, der Fische, die besonderen Kennzeichen der Vögel sind in diesem Bestimmungsbuch zuerst angegeben, und darnach kann man alle Besonderheiten aus den übersichtlichen Tabellen bequem ablesen. 75 naturgetreue bunte Bilder und viele Textzeichnungen sind für den Benützer eine weitere Hilfe bei jedem, der schöne Sommerwochen am Strande verbringt, wird dieses Büchlein den Wunsch zur eingehenden Beschäftigung mit den Lebewesen des Strandes wecken. „Was finde ich i n d e n A l p e n?" Tabellen zum Bestimmen der wichtigsten Pflanzen und Tiere der Alpen. Von Dr. H. Wehrhahn, Dr. W. Goetz, Dr. G. Stehli und A. Kosch. Mit 120 vielfarbigen und 300 Abbildungen im Text. Franckh'sche Verlagsbuchhandlung, Stuttgart. Kart. 3, in Leinen gebunden 3,80 RM. — (195) — Der Bergfreund findet in diesem neuen Kosmos-Naturführer alles in einem praktischen Taschenbuch beisammen, was er an Blumen, Vögeln und anderen Tieren in den Alpen treffen kann und was für die alpine Flora und Fauna bezeichnend ist. Die Anordnung der Blumen geschieht nach den wichttgsten Pflanzengesellschaften der Schneeheide, der Weideflächen, der alpinen Wiesen usw., die der Vögel nach ihrem Vorkommen; so findet man immer alles leicht und so, wie man's unterwegs braucht. Das Buch will ein Taschenbuch sein, das man bei jedem Spaziergang und jeder Wanderung leicht bei sich führen kann. — Straßenverwaltungskarte 1:300000. Das Reichsamt für Landesaufnahme hat soeben nach eingehenden Vorarbeiten in Verbindung mit der Dienststelle des Herrn Generalinspektors für das deutsche Straßenwesen die ersten Blätter der Straßenverwaltungskarte 1:300 000, bearbeitet nach Unterlagen des Generalinspektors für das deutsche Straßenwesen, herausgegeben. Als Unterlagen für dieses neue Kartenwerk diente die Uebersichtskarte von Mitteleuropa 1:300 000, deren Blattbezeichnung man ebenfalls beibehalten hat. In einem gut lesbaren Graudruck der Einzelblätter der Uebersichtskarte von Mitteleuropa hat man die verschiedenen Straßenarten wie folgt eingedruckt: 1. Kraftfahrbahn und im Bau befindliche Kraftbahrbahnen in rot, 2. Reichsstraßen mit ihren Nummern in blau, 3. Landstraßen erster Ordnung in grün. Bei den Grenzblättern sind die Reichs-Grenzen in orange kenntlich gemacht, so daß diese wenigen Blätter fünffarbig erscheinen. Da das neue Kartenwerk nicht den augenblicklichen Stand der Straßen angibt, sondern in erster Linie eine Grundlage dafür sein soll, welcher Verwaltungsdienststelle die Unterhaltungspflicht an den einzelnen Straßen obliegt, wird es allen an Straßenbauten beteiligten Behörden eine wertvolle Unterlage für ihre Arbeiten sein. Erschienen sind bis jetzt folgende Blätter: Kiel, Oldenburg, Hamburg, Stettin, Bromberg, Osnabrück, Magdeburg, Frankfurt a. d. O., Halle, Dresden, Görlitz, Frankfurt a. M. und Chemnitz. Weitere Blätter werden in rascher Folge herausgegeben. Der Einzelblattpreis 1,20 Mark. Behörden, Truppen und NS.-Formationen erhalten die bekannten Ermäßigungen. Die Verwaltungsstraßenkarten sind ebenso wie alle Karten der Landesaufnahme durch den Buchhandel zu beziehen. — Hermann Löns und seine völkische Sendung. Von Ulf T h o r st e i n. (Wilhelm Köhler Verlag, Minden in Westfalen. Gebd. 3,75 Mk.). — (577) — 'lieber zwei Jahrzehnte sind seit dem Heldentode des kriegsfreiwilligen Dichters an der deutschen Westfront vergangen. Aber wie nie zuvor steht er in unserer Zeit, die sein tiefstes Wollen in die Tat umsetzt, mit seinem Vermächtnis mitten unter uns. Selbst für den Kenner der Löns-Werke wird dieses Buch eine besonders schätzenswerte Bereicherung bedeuten, denn es faßt alles Wesentliche zusammen, das uns Hermann Löns in der heutigen Zeit so wertvoll macht. Man liest dieses Buch mit bestem Gewinn. — Wille und Tat. Ein Buch zur Nacheiferung. Herausgegeben vom Reichsluftfahrtministe- rium. Bearbeitet von Generalleutnant von Co- chenhaufen. (Dr. Hans Riegler, Verlag für vaterländische Literatur, Berlin.) — (582) — Das ist ein Buch, das wir in die Hände aller deutschen Menschen wünschen! Besonders unseren jungen Soldaten und der im kämpferischen Geiste des Nationalsozialismus Heranwachsenden Jugend, aber auch den einstigen Kriegern empfehlen wir dieses Buch als ein gewaltig hohes Lied des großartigen und eisernen soldatischen Willens und der ebenso ausgeführten Tat! In diesem Buche wird den erhabensten Entschlüssen und Taten deutscher Soldaten, vorbildlicher Helden aller Zeiten des preußisch-deutschen Soldatentums, ein wohlverdientes würdiges Denkmal in der deutschen Geschichte errichtet. Alle guten und edlen Tugenden unseres deutschen Volkstums und des darin verwurzelten Soldatentums unserer Rasse sprechen hier an Hand von geschichtlich unvergänglichen Leistungen im Kampfe für den Bestand und die Größe unseres Volkes zu dem Leser. Dem deutschen Volke ist damit ein wahrhaft vorbildliches Buch zur Nacheiferung überreicht worden, für dessen Herausgabe dem Reichsluftfahrtministerium und dem Bearbeiter besonderer Dank gebührt. — D i e Flötenbläserin von Hall. Von Rudolf H e u b n e r. (Verlag C. Bertelsmann, Gütersloh. Gebd. 2 Mk.) — (596) —- Der Dichter gibt seinen Lesern mit dieser Erzählung ein prächtiges Büchlein in die Hand. Man wird eingesponnen in die Spitzwegromantik der alten Stadt Hall, in der diese hübsche Geschichte von der kleinen Flötenspielerin sich zugetragen hat. Eine schöne Feierabendoder Sonntagslektüre, der man sich nach des Alltags Last und Mühen gerne überläßt. — Der Löwe. Von Mirko I e l u f i ch. (Deck- Verlag, Leipzig.) — (480) — Zum 50. Geburtstag des Dichters ist dieser große Welfenroman herausgekommen. In wunderbarer Weise werden hier das Leben und Wirken Heinrichs des Löwen und seine enge Freundschaft, spätere bittere Feindschaft mit Friedrich I. von Hohenstaufen geschildert. Der Sachsenherzog Heinrich der Löwe ist der erste Mann der deutschen Geschichte, in dessen Seele der Gedanke eines Nationalreiches der Deutschen klar Form gewonnen hat. Sein Kampf mit Barbarossa, dem Vertteter des übernationalen Imperialismus, bildet den Inhalt dieses großen geschichtlichen Erzählerwerkes. Aus Verzweiflung und Zusammenbruch hebt sich leuchtend die erkannte Wahrheit, die. gleich einer Fackel von Hand zu Hand durch das Dunkel der Jahrhunderte weitergereicht, in unse. rem neugestalteten Deutschland, dem Dritten Reich, endlich zur Wirklichkeit geworden ist. Mit häufig geradezu atemloser Spannung liest man in diesem Buche eines der gewaltigen Kapitel deutscher Geschichte, das von der WahlLriedrichs I. von Hohenstaufen zum deutschen König im Jahre 1152 und seiner Kaiserkrönung in Aachen im Jahre 1155 bis zum Tode Heinrichs des Löwen im Jahre 1195 reicht. Hingerissen und tief erschüttert wird jeder deutsch empfindende Leser am Schlüsse dieses Buch aus der Hand legen. Möchte es viele Leser finden! — Obstbau für Siedler und Klein- gärtner. Von Gartenmeister.E. Wencel. 126 Seiten mit 49 Abbildungen und mehreren Tabellen. Kartoniert 2,40 Mark. (Falken-Derlag Erich Sicker, Berlin-Schildow.) — (44) — Ansprüche der verschiedenen Obstarten, Sortenwahl, Veredlung, Pflanzung, Schnitt, Pflege, Düngung, Umpfropfen und Verjüngen, Formobst, Ernte und Verwertung, Krankheiten- und Schädlingsbekämpfung — das sind nur einige Stichworte aus dem Inhalt dieses reich illustrierten Buches, das dem Gartenfreund wertvolle Hilfe leistet. — 10 0 Ratschläge f ü r den Obstgarten. Von Ludwig Lesser. (Verlag von Rud. Bechtold 6c Comp., Wiesbaden. Preis geh. 90 Pf.) — Der Verfasser hat ein Heft für alle die geschrieben, die Obst in ihrem Garten pflanzen und ernten wollen. In Frage und Antwort versteht er den schwierigen Stoff unterhaltend zu gestalten. Gute Zeichnungen unterstützen den Text. — Der Gräber Schmuck und Pflege. Vorschläge und Pläne für die Anlage, Bepflanzung und Pflege aller Grabstätten. Von Ludwig Lesser. (Verlag Rud. Bechtold 6c Comp., Wiesbaden. 1,50 Mark.) — (398) — In kurzem, klaren Text werden sämtliche Fragen der Grabstättenpflege beantwortet und Vorschläge einfacher und reicherer Bepflanzung der verschiedenen Gräberarten gemacht. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Mit dem Uebergreifen der atlantischen Wirbel- tätigkeit auf das europäische Festland wurde auch für unser Gebiet eine unbeständige Witterungsperiode eingeleitet. Nach dem Durchzug eines ausgedehnten Regengebietes am Mittwoch wird sich mehr wechselhaftes und etwas kühleres, aber zu weiteren Niederschlägen geneigtes Wetter einstellen. Aussichten für Donnerstag: Veränderlich mit zeitweiliger Aufheiterung, aber auch wiederholten Niederschlägen, bei westlichen Winden etwas frischer. Lufttemperaturen am 6. Juli: mittags 26,8 Grad Celsius, abends 20,9 Grad; am 7. Juli: morgens 18,1 Grad. Maximum 27,3 Grad, Minimum heute nacht 15,7 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 6. Juli: abends 25 Grad; am 7. Juli: morgens 21,2 Grad. — Sonnenscheindauer 3,8 Stunden. Hauptschristleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: i. V. Hans Tbein. D. A. VI. 37: 9104. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monat-bezugspreis RM. 2,05 einschliehlkch 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Emzeloerkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. Große Handarbeiten-Schau deutscher Stickgarn-Fabrikanten in Gießen im Hotel Prinz Carl, Seltersweg 40 2 M« HM*. Kein Verkauf! Eintritt frei! Seiden- und Garn G. m. b. 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Stunden für Samstag- oder Freitag vormitt, gesucht. 03385 Attcemtratze6Il Nr.155 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Mittwoch,7.Zuli 1957 Aus dem Reiche der Krau. essenz, vor dem Entsaften kommen sie auch tn heißes Wasser, sie sollen stets unter Wasser liegen, deshalb legen wir einen Teller darauf, damit sie durch und durch steril sind. Besser und einfacher sind die Gummikappen, die abgewaschen und umgestülpt im heißen Wasser liegen und vor dem Aufsetzen kurz in Alkohol getaucht werden. Schöpfer und Trichter, der eine Rille haben muß, ebenso die Korkmaschine müssen stets durch heißes Wasser entkeimt sein. Beim Einfüllen des Saftes halten wir die Flaschen etwas schräg, damit nicht eine zu tarke Schaumbildung entsteht. Bei Flaschen, die mit Korken verschlossen werden, muß der Saft fünf Zentimeter unter dem Rand stehen und die Flaschen liegend aufbewahrt werden. Bef Gummikappen müssen die Flaschen randvoll gefüllt werden und stehend aufbewahrt werden. Die gefüllten Flaschen müssen mit einem Tuch bedeckt langsam abkühlen. Mehr und mehr bricht sich die Erkenntnis des hohenWertsder Süßmoste Bahn, nicht nur bei der obstbauenden Bevölkerung, sondern auch in den Kreisen, die das Obst kaufen müssen. Bedeutende Aerzte schätzen heute unvergorene und alkoholfreie Obst- und Beerensäfte als Kraft und Energie spendend. Für die werdende und stillende Mutter, das Kleinkind, besonders aber für unsere Heranwachsende Jugend ist Süßmost ein herrliches, erfrischendes Getränk. Wir haben nicht mehr nötig, minderwertiges Auslandsobst im Winter zu kaufen, wenn wir unser deutsches Obst zu Süßmost und Marmeladen verarbeiten, dann haben wir „Flüssiges Obst" das ganze Jahr. Was sollen wir tragen? PRAKTISCHE VORSCHLÄGE UNSERES MODEZEICHNERS H I PUR VIELE ZWECKE l MKindern auf der Sommerreise Son Vicki Roer V. A. Aus Angst vor Erkrankung der Kinder wird keine Mutter die Sommerreise aufgeben. Mit dem Säugling allerdings kann man sich meist noch nicht auf den Weg machen. Aber das Kleinkind, das aus dem gröbsten heraus i.ft, braucht kein Hinderungsgrund zu sein. Allerdings wird die junge Mutter besondere Vorbereitungen treffen und besonders aufmerksam sein müssen. Bei fremder Kost können gar zu leicht Magen- und Darmerkrankungen sowie Stuhlbeschwerden eintreten. Manches Kleinkind ist auch noch nicht gegen fremde Milch genug abgehärtet. Wenn der Mutter in der Sommerfrische keine Kochgelegenheit zur Verfügung steht, packt sie sich zweckmäßig einen kleinen Spirituskocher mit Hartspiritus ein. So kann sie die selbst eingekaufte Milch erwärmen und mit Zwieback eine nahrhafte Suppe kochen: zusammen mit ein wenig Obst ist eine ausreichende Mahlzeit für das Kleinkind schnell fertig. Daß Gemüse - und Mehlspeisen ausreichend auf dem Urlaubsspeisezettel vertreten sind, wird jede Mutter bei der Einmietung in der Sommerfrische vorher mit dem Pensionswirt ausmachen. Für die normale Verdauung des Kleinkindes sind stets die kleinen Karotten oder Mohrrüben, möglichst in rohem geriebenem Zustand empfehlenswert. Auch Gebirgshafergrieß und Haferflocken ersetzen eine Mahlzeit, und der einfache Grießbrei mit Milch und Früchten hilft oft aus der Verlegenheit. Für das Kleinkind sollte man auch stets einen unzerbrechlichen Teller mitnehmen. Es macht dem Kind besonderes Vergnügen, weil es dann „seinen Teller" hat. Eine besondere Wohltat für das Kleinkind ist Limonade. Das fremde Wasser wird am besten abgekocht und in erkaltetem Zustand mit Frucht-soft gemischt. Auch der F e n ch e l t e e sollte als Reisebegleiter nicht fehlen. Ferner dürfen die Wärmflasche und das Fieberthermome-" t e r nicht vergessen werden, wenn das Kleinkind mit auf die Reise ge^t. Auch bei den größeren Kindern stellen sich ost unerwartete Beschwerden ein. In der Sommerfrische haben sie zu oft Gelegenheit unreifes O b st zu naschen. Das gesunde Kind verlangt nach Obst, darum sollte man ihm in seinem Heißhunger über die Wartezeit bis zur Reife etwas hinweghelfen. Ist es aber schon einmal passiert, dann kann man in leichteren Fällen mit „dem Finger in den Mund stecken" meist alles noch glücklich wieder herausbringen. Ebenso hilft ein gutes Abführmittel. Ein oder zwei Tage danach wird es allerdings nur Haferflockenbrei und höchstens noch dünn bestrichenes Butterbrot oder Zwieback geben, keinesfalls aber Aufschnitt oder Käse. Selbst Milch soll in solchen Fällen vermieden werden. Hervorragende Dienste leisten Pfefferminz-, Fenchel-, Kamillentee. Auch im leichten Falle sollte man stets sofort die Temperatur messen und bei Fiebererscheinungen alsbald den Arzt zu Raten ziehen, denn aus harmlosen Darmstörungen können chronische Darmkrankheiten entstehen. Gar zu leicht ist es möglich, daß die Kinder für ihr ganzes Leben kein rohes Obst mehr vertragen können. Eine andere Sorge der Mutter ist das Frieren der Kinder im Bade. In der Regel find sie dann zu lange im Wasser geblieben und haben zu stark an Blutwärme verloren. Hilft man nicht unmittelbar durch starkes Abfrottieren, erwärmende Bewegung oder Atemübungen, so können gar leicht nicht nur Schnupfen, Husten oder Halsentzündungen, sondern auch Magen- und Leiberkältungen mit Durchfall und Erbrechen eintreten. Bei nötiger Vorsicht und Umsicht, auf die eine Mutter nun einmal auch in den Ferien nicht verzichten kann, werden ihr die Kinder, auch wenn sie noch klein sind, kaum besondere Sorgen machen. Süßmost,erfrischend und gesund! Das Deutsche Frauenwerk, Abt. Volkswirtschaft—Hauswirtschaft, Gaustelle Hessen-Nassau, Frankfurt a. M., teilt mit: Mit der Beerenernte beginnt eine sehr arbeitsreiche Zeit für die Hausfrau. Wie soll sie rasch alle die Vorräte für den Winter haltbar machen? Da wollen wir die Bereitung von Fruchtsäften empfehlen, denn sie macht keine große Arbeit, und die Zuckerzugabe ist unbedeutend. Die einfachste Art ist das Dampfentsaften, das auch ohne Geräte von jeder Hausfrau gemacht werden kann. Säfte von Johannisbeeren, rot und fchwarz, Stachelbeeren, Brombeeren, Preiselbeeren, Aepfel und Quitten können jederzeit zu Gelee verarbeitet werden, auch die Rückstände können noch mit einem Drittel Frischfrucht zu Marmelade und Kompott verarbeitet werden. Die Erforderlichen Geräte sind wohl in jedem Haushalt vorhanden: ein Einkochtopf, Email oder verzinkt, ein kleiner Rost, eine Saftschüssel, eins bis zwei Nesseltücher, einen Quadratmeter groß, grob und fein, ein großes Pergamentpapier, eine Kordel, zwei bis drei Flaschen, Korken oder Gummikappen, Trichter und Schöpfer. Alle mit dem Obst und Saft in Berührung kommende Geräte müssen durch heißes Wasser steril gemacht werden Wir beginnen damit, daß wir vier Liter heißes Wasser in den Einkochtopf füllen, den Rost hineinlegen und darauf die Saftschüssel stellen. Die Nesseltücher werden gebrüht, was stets oder nach dem Gebrauch geschehen muß. Bei weichen Beeren verwenden wir zwei Tücher. Sie werden tütenartig über den Kesselrand gelegt, erst das festere mit fünf Zentimeter Abstand, das lichter gewobene Tuch darüber. Beide mit der Kordel festgebunden. Nun kommt das sehr sauber gewaschene Obst mit dem Zucker. Wir können auch Obst und Zucker zwei Stunden vorher vermischt bereitstellen. Die Zuckerzugabe ist sehr gering und beträgt je nach Obst und Geschmack 100 bis 150 Gramm per Kilogramm. Die Säfte können auch ganz ohne Zucker entsaftet werden, denn der Zucker bedingt nicht die Haltbarkeit. Obenauf kommt nun das Pergamentpapier, der Deckel, dessen Thermometerloch mit einem Korken verschlossen werden muß, wird leicht angedrückt, die Kordel gelöst, dann die Tücher kreuzweise über den Deckel festgeknüpft. Die Entsaftung dauert bei gleichmäßigem Feuer 1 bis IV2 Stunden. Die Flaschen werden gründlich gereinigt mit heißem Wasser bereitgestellt. Die Korken liegen über • Nacht in einer Lösung von Wasser und Essig- Vistra-Musselin, für viele Zwecke verwendet, zeigt heute unsere Modeskizze. Aus buntgemustertem, hellgrundigem Material ist das L a u f k l e i d links mit dem gefälteten VorderDas Strandkleid in der Mitte hat als Träger, Taschen usw. Blenden aus weißem Pique. Auch die Knöpfe sind mit weißem Pique bezogen. Die Träger sind im Rücken gekreuzt. Das Sommerabendkleid rechts ist als teil und den gefälteten Aermelteuen. Den Halsausschnitt und die Aermel schließt eine kleine Krause aus dem Kleidmaterial ab. Schwarzes Samtband ist der Ausputz. Prinzeßform in vier Bahnen geschnitten und wird vorn hochgeknöpft. Der kleine Bubikragen ist aus weißem Glasbatist, die Schärpe aus dunkelblauem Taft. H. Deutsche Werkstoffe in der Wanderausrüstung. V. A. Gestern hatte sich Familie Schulze auf die Feriensocken gemacht. Die Nachbarn haben schon geguckt, als Papa Schulze mit dem neuen Rucksack aus der Haustür trat. Auch die beiden Jungens hatten jeder einen neuen Rucksack, und Mutter trug ein kleines Handköfferchen. „Sehen Sie bloß", hatte Frau Müller zur Flurnachbarin gesagt, „alle ganz neu in Schale, und Frau Schulze mit dem feinen ßeöerfofferV' Hätte sie gewußt, daß der Koffer aus Kun st harz war ... Papa Schulze hatte noch mehr neue Sachen aus diesem neuen Werkstoff in seinem Rucksack. Da war der „Schildpattkamm", die Zahnbürste, das Rasierzeug, das Zigarettenetui und viele andere unentbehrliche Gebrauchsartikel, von denen er wohl selbst noch nicht genau wußte, das in ihnen neue deutsche Werkstoffe verarbeitet waren. Die Griffe an den Reisebestecken, die unzerbrechlichen Teller, die Trinkbecher, mit dem man am klaren Gebirgsquell die unentgeltliche Erfrischung schöpfte die Phototasche, um die sich die Jungens am liebsten gehauen hatten alles verriet Gediegenheit und Geschmack und Papa Schulze konnte mit Recht stolz auf ferne neue Reiseausrüstung sein. Er fühlte sich auch in seiner neuen Reisekleidung, wie man sagen darf, sauwohl. Der Wanderanzug hatte durch die darin verarbeitete Zellwolle ein so nettes gedecktes Muster und wurde sich wie der Schneider ihm sachkundig versichert hatte in Wind und Wetter besser tragen als die reine Wolle, die er vor zwei Jahren angeblich so „preiswert erstanden hatte. Die Strapazierfahig- keit der Bubenanzüge schien ja die Meinung des Schneiders zu bestätigen. Seine anfänglichen Sorgen waren also behoben Auch Mutters Reisekostüm hatte einen Zellwollzusatz und leuchtete in vergnüglichen Farben. Ordentlich keß sah die kleine Frau darin aus. Und auch der neue Filzhut stand ihr viel besser als der früher bevorzugte Lederhut, der jetzt Gott sei Dank nicht mehr hergestellt wurde und beim Bergsteigen, wenn einem so warm wurde, nur lästig war. Herr Schulze empfand beim Marschieren auch erst die Annehmlichkeit der verbesserten Herrenmode. Für Knickerbocker ist man doch nicht zu dick, dachte er, und die kun st seidene Unterwäsche und das Polohemd aus leichtem Stoff find wahrhaftig eine Wohltat im Vergleich zur steifen Leinenwäsche. Die Frauen waren doch schon viel früher so klug. Langsam scheinen wir Männer uns ja auch zu reformieren. Er befühlte dabei den neuen Zell- pullover und lachte heimlich bei dem Gedanken, ob sein alter Vater so etwas wohl angezogen hätte. Gut mit Strümpfen, Schuhen und Wäsche ausgerüstet, sonst aber ohne umfangreiches Gepäck, befriedigt von all den neuen Sachen aus deutschen Werkstätten wanderte Herr Schulze mit den Seinen fröhlich und guter Dinge in die Ferien. Das muß ja gut gehen. E. S. Das Kind und seine Sparbüchse. Heber den erzieherischen Wert der Kinderspar- Büchse sind schon viele Worte geschrieben und gesprochen worden. Da jedes Kind charakterlich anders veranlagt ist, lassen sich allgemein gültige Grundsätze kaum aufftellen. Doch ist es trotzdem fraglos, daß dem Kinde die Freude am Sparen anerzogen werden kann und soll. Damit aber ist nicht gesagt, daß es auch Freude am Geld zu erlernen habe. Für das Kind wird Geld stets allein Mittel zum Zweck sein, und daher ist es notwendig, die Sparbüchse unter die Verwaltung des Kindes selbst au stellen. Man gebe ihm den Schlüssel und überlasse ihm die Bestimmung über das ersparte Geld. Freilich wird sich die kluge und verständnisvolle Mutter mit ihrem Kind über das Anlegen der Ersparnisse unterhalten, und bei freundschaftlicher Auseinandersetzung werden die erzieherischen Maßnahmen am besten zu ergreifen fein. Merkt das Kind, daß feine Sparbüchse mit Argusaugen von elterlicher Seite überwacht wird, verliert es die Freude am Sparen und vor allen Dingen am Verzicht. Denn wohl am besten kann das Kind sparen lernen, wenn es auf diese und jene Kleinigkeiten zu verzichten gewillt ist, die es sich sonst kaufen könnte. Kleine Freuden, kleine Kindersorgen ruhen in der Sparbüchse. Geschenke für die Mutter, den Vater. Irgendeinen Ersatz für einen verlorenen Gegenstand. Sie sollen das Kind begleiten und ihm die Sparbüchse auf die Weise lieb machen. Schü. Der alte Regenschirmbezug. Von Inda Aisch, Vad-Nauheim. Es ist ein Sonntag hell und klar. Ein wunderschöner Tag im Jahr — Vielmehr: Es wollte einer werden. Denn es ist noch in aller Herrgottsfrühe. Eigentlich wollte ich noch etwas das „Bett hüten", aber da fällt mein Blick auf Vaters Hausjacke. Herausfordernd sehen mich die „kaputenen" Löcher im Aermelfutter an. So sehr anklagend brauchten sie eigentlich nicht zu gucken — Werktags ließ Vater die Jacke nicht vom Leib, und nur beim Spazierengehen blieb sie zu Hause, — aber allein, denn ich mußte mitgehen. — So eine gute Flickgelegenheit kam sobald nicht wieder. Ich rasch aus dem Bett und „ein Flick" gesucht. Ja, davon will ich gerade erzählen. Auch Flicke haben ihre Geschichte. Es war nämlich ein alter Regenschirmbezug. Feinste Baumwolle. So s e h r ein ist ja für gewöhn- liche Baumwolle nicht. Mutter behauptete immer: „Baumwollene Taschentücher quellen an der Nase." Aber Not lehrt nicht nur beten, sondern auch flicken, und das kam so. Vor langer Zeit hatte ich einmal ein paar Buben verhauen, die mit Vergnügen alte Konservenbüchsen sonntagsfrüh, ehe die Leute kamen, vor die Kirchtür trudelten. Nachher mußten sie sie heulend wieder wegschleppen. Aber die Rache schlief nicht. Heimlich über den Zaun geschmissen, landeten später allerhand zerbrochene Kaffeetassen und alte Lumpen auf meinen Spargelbeeten. Einmal auch ein zerbrochener Regenschirm. Als ich ihn betrachtete, hat er bloß einen beschädigten Stock und ein Loch an der Spitze. Das Zeug war ordentlich derbe Baumwolle. Ich wußte ja, wo er herstammte, nahm ihn mit nach Hause, trennte den Stoff los, wusch ihn aus und flickte damit das Futter in den Schulanzügen von den Jungens. Es war nämlich gerade eine Zeit, wo „es nichts gab". Nun kamen aber Max und Moritz natürlich nachsehen, was für einen Eindruck ihre Gegenmaßnahmen auf mich gemacht hatten. Ich gehe an den Zaun und sage ganz freundlich: „Guckt mal, was die dummen Leut da alls für Lumpe hingefchmiffe habe." — Nachmittag will ich sie alle zusammensuchen, und morgen kommt der Plundermatz, da verkaufe ich sie dem. Das ist alles noch ganz gute alte Wall, da kriege ich mindestens 50 Pf. dafür. Es ist ja ein ganzer Sack voll." Als ich am Abend Spargel stechen geh, lag nur noch eine Taffe ohne Henkel da; die grub ich ein. Seitdem hebe ich alle alten Regenschirmbezuge zum Flicken auf; oft haben sie mir geholfen, zerris- jenes Futter in Mäntelärmeln, Hosentaschen und Werktagsjacken wieder auszubessern. Eine Hausfrau braucht sich durch nichts verblüffen zu lassen. Schönheitspflege im Sommer. Von Brigitte Lühr. In den Sommermonaten ist es ganz besonders nötig, den Körper zu pflegen, denn es werden in den heißen Tagen ganz besondere Anforderungen gestellt, die man nur bewältigen kann, wenn man die Körperhygiene beachtet. Der Schrecken aller Frauen sind die Sommersprossen und Leberflecke, die sich ja im Sonnenlicht besonders gut entwickeln. Sommersprossen und Leberflecke sind Farbstoffansammlungen (Heberpigmentierungen) unter der Haut, vom hellen Braun bis beinahe zum Schwarz. Sonnenstrahlen machen sich immer in der Pigmentierung Der Haut bemerkbar, und einen absolut sicheren Schutz gegen Sommersprossen gibt es nicht. Auch wenn man sich noch so gut mit dem Hut oder Sonnenschirm schützt, die schon vorhandenen Sommersprossen färben sich dunkel und verunstalten die Haut. Sommersprossen und Leberflecke müssen deshalb gründlichst entfernt werden, wenn man sie endgültig loswerden will. Dies geschieht nur, wenn die Haut bis in jene Schicht zerstört wird in der die Farbstoffkörnchen eingelagert sind. Diese Zerstörung Darf aber nur von fachkundiger Hand angewandt werden, damit keine Narben und Entstellungen Zurückbleiben. Verdünnte Säuren. Kohlensäureschnee, Elektrolyse und Diathermie tun hier ihr Werk, denn der sich bildende und nach einer Weile abfallende Hautschorf nimmt den Farbstoff mit aus der Haut. Doch, wie gesagt, nur der Fachkundige Eahn diese Beseitigungen vornehmen, ohne daß Vertiefungen und Verfärbungen in der neuen Haut auftreten. Es gibt aber auch Leberflecke, die keine besondere Tiefenwirkung haben, genau so wie die nur schwach entwickelten Sommersprossen. Hier gibt es eine Reihe guter, alter Hausmittel, die man anwenden kann, um diese schwachen Flecken zu entfernen. Nur ist eins Bedingung: Geduld! Bleichend wirkt immer Zitronensaft und Saft der grünen Gurke. Reibt man sich jeden Abend das Gesicht mit Gurkenscheiben ein, so werden ganz allmählich die Sommersprossen gebleicht, und großporige Haut zieht sich zusammen. An heißen Sommertagen, an denen der Körper besonders schwitzt, ist eine besonders sorgfältige Körperpflege schon aus rein ästhetischen Gründen unbedingt erforderlich. Das Wundwerden der Zehenhaut, das sehr schmerzhaft ist und störend wirkt, wird durch guten Trockenpuder bekämpft. Ein Kamillenbad für Achselhöhle und Füße sollte mindestens alle zwei Tage vorgenommen werden. Ferner ist es notwendig, das Gesicht an warmen Sommertagen des öfteren mit einem alkoholhaltigen Ge- sichtswofser abzureiben. Man vermeidet so Pickel und Mitesser, die sich besonders im Sommer gern bilden. Ist man an einem heißen Sommertag einmal besonders abgespannt, so wirkt ein Kräuter« kissen, das man auf das Gesicht legt, besonders erfrischend. In ein Leinensäckchen tut man Kamille, Efeublätter, Salbei und Pfefferminzkraut, feuchtet das Säckchen mit lauwarmem Wasser gut an und legt es auf das Gesicht. Mehrmals muß angefeuchtet werden, aber nie mit heißem, sondern immer nur mit lauwarmem Wasser. Nach dieser Prozedur wird das Gesicht gut abgetrocknet und mit einer unparfümierten Fettcreme eingerieben, die gut einziehen muß. Dann reibt man das Gesicht mit einem Frottiertuch kräftig ab, bis die Haut rosig schimmert, und legt eine Tagescreme auf, die man überpudert. Nach diesem Kräuterkissenbad fühlt sich die Haut wie neugeboren an. Schattplatten als Geschichtszeugen. Das „Lautdenkmal rerchsheutscher Mundarten". Von Or. Arthur Rathke. Wc^s würden wir wohl heute darum geben, wenn uns beispielsweise Friedrichs des Großen Ansprache an seine Offiziere vor der Schlacht bei Leuthen nicht nur im Wortlaut, sondern auch im Klang seiner Stimme erhalten wäre? Man braucht nur diese Frage aufzuwerfen, um die ungeheure Bereicherung unserer Geschichtserkenntnisse zu erkennen, die'durch die Schallplatte geschaffen worben ist. Künftige Generationen werden es da leichter haben als wir. Der Rundfunk bewahrt in feinen Schallplattenarchioen die Heben per Staatsmänner unserer Zeit, die bedeutendsten historischen Ereignisse auf, und ein Geschichtsschreiber der Zukunft wird nur daraus zurückzugrelsen brauchen. _ .. ... Eine Lücke bleibt freilich noch: die Frage nämlich, wie der Mensch aus dem Volkern unserer Zeit gelebt, gedacht und gefühlt hat. Gewiß sind Beiträge für die Beantwortung tiefer Frage ebenfalls in unseren Funkarchiven vorhanden. Aber da jeder, dessen Worte hier verewigt wurden, den Zweck der Aufnahme kannte, werden solche Schallplatten zumeist die Unbefangenheit vermissen lassen auf die der Forscher Wert legen muß. Für e i n Schallplttt- tendokument trifft dieser Einwand allerdings nicht zu- es ist das 300 Aufnahmen umfassende „Lautdenkmal reichsdeutscher Mundarten zur Zeit Adolf Eitlers", das der Reichsbund der Deutschen Beamten dem Führer und Reichskanzler zu feinem diesjährigen Geburtstag gewidmet hat. Die Sprecher, deren Worte hier festgehal- ten sind, wußten nichts von dem Zweck der Aufnahmen, glaubten vielmehr, daß sie lediglich einer wissenschaftlichen Aufgabe dienen sollten. Und so ist in diesem „Lautdenkmal über seinen eigentlichen Zweck als Geburtstagsgabe hinaus gleichzeitig ein historisches Dokument entstanden. , „ , .. Da man die alte, wenig lebensnahe Methode früherer Forschungsversuche, die Mundartsprecher lediglich Sagen, 'Märchen oder Anekdoten sprechen zu lassen, nicht wieder aufnehmen wollte, mußte man die an den Aufnahmen Beteiligten aus der Fülle ihres eigenen Erleb ens sprechen lassen: und so spiegelt denn dies „Lautdenkmal" nicht nur die lebendige Sprache unserer Volksgenossen in allen Teilen des Vaterlandes wider, sondern vermittelt gleichzeitig einen tiefen Einblick in ihre Seele und damit auch in das historische Geschehen unserer Zeit. Man ist zu dem Bauern in Ost und West, in Nord und Süd, zu dem Fischer am Meer, dem Weingärtner am Rhein, zum Künstler und Handwerker, zum Arbeiter, Angestellten und Beamten gegangen und hat ihn von seinem Tun und Treiben von seinem Fühlen und Denken reden lassen, nicht nach sorgsam abgewogenem Manuskript, sondern wie es ihm ums Herz war. Und wenn nun bei all ihren Aeußerungen, mag es sich um Erinnerungen aus der Vergangenheit oder um einen Bericht über ihre berufliche Tätigkeit handeln, im Unterton oder in bewußten Erleben immer wieder der Gedanke mitschwingt, wie anders es doch in Deutschland seit 1933 geworden ist: kann dann wohl der Hörer in Gegenwart oder Zukunft noch daran zweifeln, daß Adolf Hitler und der Nationalsozialismus wirklich ein neues Deutschland geschaffen hat? Ich möchte wohl den Unbelehrbaren jenseits des großen Teiches wünschen, daß sie sich diese oder jene Aufnahme des „Lautdenkmals" einmal anhören. . .. . Man mag fragen, warum gerade die deutsche Beamtenorganisation auf den Gedanken gekommen ist, eine Sammlung der deutschen Mundarten dem Führer als Geschenk darzubringen. Dabei wird nicht die Antwort genügen, daß die großen ständischen Zusammenschlüsse unserer Zeit, nachdem die Fürsten verschwunden und die Mäzene doch recht dünn gesät sind, jenes Mäzenatentum nunmehr als eigene Verpflichtung übernehmen müssen. Gewiß mag auch dies eine Rolle bei diesem Entschluß gespielt haben, und gerade die Beamtenschaft hat ja in den letzten Jahren wiederholt bewiesen, daß sie sich dieser Pflicht bewußt ist. Der eigentliche Grund liegt aber wohl tiefer, nämlich im innersten Wesen der Arbeit der Beamten selbst und ihrem neugewonnenen Verhältnis zur Volksgesamtheit. Keine Beamtenarbeit kann ersprießlich sein ohne tiefinnerliches Verständnis für den Volksgenossen, für den der Beamte den Staat darstellt: Mittler dieses Verständnisses aber ist stets die Sprache, die der Mann aus dem Volke spricht. Mehr als andere muß daher der Beamte dem Volke „aufs Maul schauen", wie Luther es in seiner Bibelübersetzung getan hat. Es ist reizvoll zu sehen, daß einige Aufnahmen des Lautdenkmals selbst diese häufig verkannten Zusammenhänge aufdecken, etwa wenn der Landbriefträger aus Ostpommern erzählt, wie auch „schwierige Sachen schnell erledigt werden", wenn er plattdeutsch spricht, oder wenn ein Dorfschullehrer berichtet, daß sich für seine Kleinen die Märchen „in der Heimatsprache noch mal so hübsch anhören", und daß er die Scheu der kleinen Schulanfänger überwindet, indem er genau so spricht wie die Eltern daheim. Besser als je eins trägt also dieses Geschenk seine Begründung in sich. Es rührt an das innerste Wesen der Beamtenarbeit und kündet zugleich von der neuen Zielsetzung, die diese im Dritten Reich erfahren hat. sich überraschenderweise auch keine genügende Thermik-Entwicklung einstellte. Alle Versuche schlugen jedoch fehl. So kam es, daß nur Tallandungen um die Wasserkuppe herum erfolgten. In der Wertung führt Heini D i 11 m a r (Deutschland) mit 371 Punkten vor Hanna R e i t s ch (Deutschland), die es auf 331 Punkte brachte. Durch Ausfall des Höhenschreibers konnte bei der Bewertung des Hamburg-Fluges des polnischen Wettbe- werbs-Teilnehmers Mynarfki nur die eine vorläufige Berücksichtigung finden, die ihm 301 Punkte einbrachte. _ „ Mit Freude haben es die Segelflieger auf der Wasserkuppe vernommen, daß die Meteoro ogen für die nächsten Tage wesentlich besseres Flugwetter erwarten. >■.- Von Der „Tour he France". Durch seinen Husarenritt am Belchen gelang es dem deutschen Straßenmeister Bautz (Dortmund) einen gewaltigen Vorsprung zu gewinnen. Auf unserem Bilde sieht man Die Fahrer auf der Strecke von Metz nach Belfort an dem 1250 Meter hohen Belchen, an dem sich Bautz als ausgezeichneter Bergfahrer im Alleingang feinen großen Erfolg sicherte. — (Schirner-M.) Erste Bergetappe der „Tour". Bautz noch in Front. Am Dienstag nahmen die 82 noch an der „Tour de France“ beteiligten Fahrer nach ihrem ersten Ruhetag in Genf die sechste Etappe von Genf nach Aix-les-Bains über 228 Kilometer in Angriff, die mit dem immerhin 1470 Meter hohen Col des Aravis auf den letzten 100 Kilometer gleich die erste chwierige Bergetappe war. Der deutsche Spitzenreiter Erich Bautz hat sich auch diesmal nicht von feinem Platz verdrängen lassen und feine hervorragenden Qualitäten unter Beweis gestellt. Er traf mit einer von dem Belgier D e l o o r angeführten 26köpsigen Spitzengruppe ein und verlor somit keinerlei Zeit. Im Gegenteil: sein Vorsprung in der Gesamtwertung ist durch ein Mißgeschick Archam- baut)5 von 8:12 auf 10:27 Minuten angewachsen. Von den Deutschen ist der Dortmunder Schulten- johann auf der schweren fünften Etappe bereits ausgeschieden. InlerndlihnalerSegelflufltoetibewerb in der Mn SJL-tfpoit Gute Besetzung beim Gießener Abenhsportfest. Das heute abend auf dem Universitätssportplatz statt findende Abendsportfest wird die Leichtathletik- vereine unserer Stadt, also Spielvereinjgung 1900, VfB.-Reichsbahn und Männerturnverein, in Wettbewerb sehen. Außerdem ist in einigen Disziplinen auch die SA. vertreten. Da jeweils nur die Besten an den Start gehen/ wird man mit spannenden Kämpfen und hohem Leistungsnioeau rechnen können. Den Kern des Programms bilden die für die Klaffe B der Deutschen Vereinsmeisterschaft vorgeschriebenen Wettbewerbe, in denen die Leistungen der zwei Besten jeder Konkurrenz (nach der 1000- Punktwertung) für die Vereinsmeisterschaft herangezogen werden. An Läufen kommen hierfür 200 Meter, 800 Meter, 3000 Meter und 4X100-Meter- Staffel zum Austrag. In den Sprintstrecken werden ausgeglichene Felder, insbesondere zwischen 1900 und VfB.-Reichsbahn, vorhanden sein. In der Mittel- und Langstrecke sollten die Spielvereini- gungsleute in Front zu erwarten sein. Bei den Sprüngen dürfte es auf den guten Bahnen des Unioersitätsplatzes beachtenswerte Leistungen geben. Hier wird sich auch der Männerturnverein in ein gutes Licht zu rücken wissen. In den Würfen wird das Können von Kilo (1900) und Luh (VfB.-Reichsbahn) ziemlich hoch über dem übrigen Durchschnitt liegen, aber trotzdem sind auch hier Ueberraschungen nicht ausgeschlossen. Es wäre zu hoffen, daß die Veranstaltung 6ei der Gießener Sportgemeinde guten Anklang finden und zu einer ständigen Einrichtung werden würde. Erfolge hes Veitstalles der SA.-Gruppe Hessen. NSG. Der Reitstall der SA.-Gruppe Hessen nahm im Anschluß an das Kasseler Turnier an dem Wildungen-Turnier teil und konnte hierbei erneut sein reiterliches Können zeigen Die SA.-Reiterei bewies auch bei dieser Gelegenheit, daß sie durch zielbewußte Ausbildung im Laufe des letzten Jahres bedeutende Fortschritte gemacht hat. So gelang es den Reitern des Reitstalles der Gruppe Hessen die einzige für alle Reiter und Reiterinnen für fünfjährige und ältere, inländische Pferde ausgeschriebene L.-Dressurprüfung zu gewinnen. Es beteiligten sich an dieser Prüfung nicht allein SA.-, SS.-, HI.-, NSRK.-Reiter, sondern vor allem auch Angehörige der Wehrmacht. Des weiteren konnte der Reitstall der Gruppe Hessen in dem öffentlichen Reit- und Jagdspringen Klasse L., sofern für alle Reiter Und Reiterinnen, einen schönen Erfolg davontragen, und zwar wurde bei gleicher Zeit der erste Preis mit Oberleutnant von Salviati geteilt. Ein für den Reitstall der Gruppe Hessen um so bedeutenderes Ergebnis, als der genannte Reiter einen Namen als bekannter und routinierter deutscher Reiter hat. Ein weiterer Sieg kam im Patrouillen-Springen für SA.°, SS.°, HI.-, NSRK.-Reiter heraus, wobei die Reiter der Gruppe den ersten und zweiten Platz belegten. Außerdem placierte sich die Hannoveranische Fuchsstute Aller vom Reitstall der Gruppe in der Materialprüfung für Reitpferde. Das ^.-Springen, ausgeschrieben für SA.-, SS.-, HI- und NSRK.-Reiter der Reitstandarte 48 (Gruppe Hessen). Der Neit- stall der Gruppe Hessen belegte mit seinen jungen Pferden den zweiten, dritten, vierten und fünften Platz. Insgesamt konnten die Frankfurter SA.-Reiter drei erste und weitere 12 Siege mit nach Hause nehmen. So wurde dieses Turnier, das unter der Turnierleitung des Kommandeurs der ersten Abteilung des Artillerie-Regiments 65, Major Seel- mann-Eggebert, und Hauptmann Voigt ausgezeichnet durchgeführt werden konnte, zu einem hervorragenden Erfolg der SA.-Reiterei der Gruppe Hessen. Hält Farr seinen Vertrag? Englische Blätter behaupten, daß der Manager des Englischen Meisterboxers im Schwergewicht Farr mit einem Vertreter des amerikanischen Managers Jacobs einen Kontrakt abgeschlossen habe, nach dem Farr und der von Schmeling zusammengeschlagene ..braune Bomber" Louis am 4. oder 6. September in Neuyork um den „W eltmeist e r t i t e l" kämpfen wollen. Pon dem Vorsitzenden der britischen Voxbehörde General Critchley, wurde demgegenüber dem DNB. auf Anfrage ausdrücklich mitgeteilt, daß Farr einen absolut bindenden Vertrag für einen Weltmeisterschaftskampf mit Schmeling im White City Stadion in London unterzeichnet habe, der diesen Kampf im Laufe des Monats September vorsehe. Von feiten Farrs fei keine offizielle Mitteilung erfolgt, daß er den Vertrag nicht einhalten wolle. Dell zuständigen deutschen Stellen ist nichts bekannt, was den Gerüchten, daß Farr seinen Kampfvertrag mit Schmeling nicht einhalten wolle, als Bestätigung dienen könnte. Zwangspausen bei her Internationalen „Vhön". Bur zehn Starts am Montag. Eine nicht ganz unerwünschte „Knofe" führte bis in die Mittagsstunden des zweiten Tages zu einer vorübergehenden Zwangspause des Startbetriebes im Internationalen Rhön-Wettbewerb auf der Wasserkuppe. Dadurch konnten die erst in der Nacht und in den Morgenstunden von ihren gestrigen großen Ueberlanbflügen zurückkehrenden Segelflug- Piloten und ihre Helfer, die teilweise Reisen von 18 Stunden bis zu 1000 Kilometer mit ihren Schleppwagen zurücklegen mußten, in Ruhe ihre Maschinen wieder startfertig machen. Die jetzt vorliegende genauere Uebersicht und Wertung der Leistungen des ersten Wettbewerbstages zeigen, daß das internationale Niveau des Segel- flug-Sports unterschiedslos sich beträchtlich gehoben hat; denn an den unter teilweise größten meteorologischen Schwierigkeiten erzielten Leistungen waren nahezu alle beteiligten Nationen vertreten, und die Leistung des polnischen Segelfliegers Ingenieur Mynarski bedeutet neuen polnischen Rekord im Streckenflug, wie auch die Oesterreicherin Emmy von Roretz mit ihrem Streckenflug von 194Kilometer bis in die Nähe von Hameln an der Weser eine neue nationale Bestleistung aufsteltte. ®rft gegen 13 Uhr riß am Montag die Wolkendecke auf, die das Berg-Plateau der Wasserkuppe bis dahin einhüllte, und um 13.45 Uhr wurde der Betrieb wieder aufgenommen, dem wieder größere Zuschauermengen beiwohnten. Insgesamt wurden aber nur zehn Starts durchgeführt, in deren Verruf der Deutsche Ludwig Hofmann einen Flug oon 35 Kilometer bis in die Nähe von Kissingen durchführte. Auch am Dienstag wenig Betrieb. Nach dem so ereignisreichen und mit hervorragenden Leistungen abgeschlossenen ersten Wettbewerbstag scheitern alle unermüdlichen und zähen Versuche der Wettbewerbs-Teilnehmer des Internationalen Segelflug-Wettbewerbs auf der Wasserkuppe an dem Fehlen weiterer meteorologischer Energiequellen. Am dritten Wettbewerbstag versuchte man vorüberziehende und auch ein die Wa - serkuppe überquerendes — allerdings nur schwaches — Gewitter zum Segelfliegen auszunutzen, da Auf der Wasserkuppe sind die Besten vieler europäischer Länder zusammengekommen, um sich am Internationalen Sc^lflugwettbewerb zu beteiligen. — Ein buntes Bild boten die Bulgaren in ihrer saroenfrohen Nationaltracht. — (Scherl-Bilderdienst-M.) U Hessische Gtenographentagung in Mainz. 57. Gaugebietstag her Deutschen Stenographenschast. Lpd. Mainz, 4. Juli. Mainz stand am Samstag und Sonntag im Zeichen des 5 7. Sauge» b i e t s t a g 5 der Deutschen Stenogra- phenschaft. Die Tagung erhielt ihre besondere Bedeutung durch die Teilnahme des Reichsführers der Deutschen Stenographenschaft, Bezirksschulrat Karl Lang (Bayreuth), der in der Gauvertre- terversammlung am Samstagnachmittag grundsätzliche Fragen des deutschen Kurzschriftwesens erörterte. Nach der Sitzung des Gauführerrates und der Kreisgebietsführer, in der interne organisatorische Angelegenheiten behandelt wurden, fand am Samstagnachmittag die 5 7. Gauvertreterversammlung statt. Ortsgruppenführer Gg. Schä- f e r begrüßte neben dem Gaugebietsführer Werner und dem Ehrengauführer S ch ö p p vor allem Reichsführer Lang (Bayreuth) und verlas einen Willkommensgruß des Oberbürgermeisters Dr. Barth, der damit gleichzeitig einen herzlichen Glückwunsch für die Ortsgruppe Mainz der Deutschen Stenographenschaft von 1862 verband, die im Rahmen der diesjährigen Gaugebietstagung die Feier ihres 75jährigen Bestehens festlich verband. Der schriftlich von Gaugebietsführer Werner erstattete Jahresbericht beleuchtete die beachtlichen Erfolge der Stenographenschaft im Gaugebiet Hessen. Der vom Gaukassenwart erstattete Kassenbericht 1936 und der Haushaltsplan für 1937 weisen gesunde Finanzverhältnisse aus. Gaugebietsführer Werner machte richtunggebende Ausführungen über die Zielsetzung der stenographischen Ausbildungsarbeit. Junge Menschen zur Ablegung der Geschäftsstenographenprüfung zu veranlassen, müsse nach wie vor die vordringliche Aufgabe sein. Eingehend befaßte sich der Gau- gebietsführer mit dem Werk „Häuser der Kurzschrift", dem bekanntlich ein Vertrag zwischen der Deutschen Stenographenschaft und der Deutschen Arbeitsfront mit dem Sinngehalt gemeinsamer Arbeit zur Ausbildung und weiteren Förderung junger Stenographen zugrunde liegt. Aufschlußreich waren die Vorträge von Kreisgebietsführer Rte- f er (Diez) über die Schulung der Ortsgruppenführer durch die Reichsführung, sowie von Pusch (Mainz) über die Geschäftsstenographenprüfung. Reichsführer, Bezirksschulrat Karl Lang beschäftigte sich u. a. mit der speziellen Frage der Leistungssteigerung und verwies in diesem Zusammenhang auf den im nächsten Jahre in Hamburg stattfindenden Wettbewerb der Nationen hin. Der Sonntagvormittag war den allgemeinen Kurzschrift - Leistungsschreiben Vorbehalten. Am Nachmittag fand im Rheingoldsaal der Stadthalle die Feier des 75jährigen Bestehens der Ortsgruppe Mainz von 1862 statt. Den Fest- oortrag hielt Ortsgruppenführer Georg Schäfer. Gegen Abend wurden die Ergebnisse des Leistungsschreibens bekanntgegeben und die Ehrenpreise verteilt. An dem Leistungsschreiben beteiligten sich insgesamt 1540 Stenographen. Geschrieben wurde in Geschwindigkeiten zwischen 80 und 300 Silben. Im Richtigschreiben wurden 192 Arbeiten als hervorragend, 563 als sehr gut und 338 als gut, im Schönschreiben 418 als hervorragend, 742 als sehr gut und 195 als gut bewertet. Fremdsprechenschreiben wurde zwischen 80 und 200 Silben durchgeführt. Von den acht Teilnehmern in Englisch erhielten vier für ihre Arbeiten das Prädikat Hervorragend, zwei Sehr gut und einer Gut. Von den elf Teilnehmern im Französischen waren drei Arbeiten hervorragend, vier sehr gut und eine gut. Ehrenpreisträger wurden: In der Klasse 300 Silben: Hans Fischer (Darmstadt) und Helmut Knochenburger (Darmstadt): in der Klasse 280 Silben: Franz Winges (Frankfurt a. M.-Griesheim): in der Klasse 260 Silben: Armin Reichardt (Wiesbaden), Willi Brückmann (Gießen), Erwin Noll (Mainz): in der Klasse 220 Silben: Käthi Hassinger (Mainz), Johanna Reimann (Mainz), Josef Cordi (Mainz) und Hans Heilmann (Frankfurt a. M.). Weiter wurden mit Ehrenpreisen bedacht: In der Klasse 200 Silben 7, in der Klasse 180 Silben 3, in der Klasse 160 Silben 7, in der Klasse 140 Silben 9, in der Klasse 120 Silben 3, in der Klasse 100 Silben 12 und in der Klasse 80 Silben 5 Teilnehmer. Nr.155 Drittes Blatt Lietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)Mittwoch, 7. Zuli 1937 Deutscher Erfindergeist. Don Werner Lenz. Jede Nation hat das Recht darauf, sich ab und zu auf die kulturellen Leistungen zu besinnen, die sie in den Dienst der Menschheit gestellt hat. Deutschland hat ein sehr gutes Gewissen bei diesem ständigen Austausch menschlicher Gebrauchswerte; zahllose Erfindungen deutschen Geistes befruchten die Weltkultur. Und zumal die Geschichte der Technik zeigt, daß es sich bet diesen Kulturgaben um grundlegende Bereicherung und weitziclende Wegweisung handelt, die dem Aufwärts aller Nationen dienen. Die Fülle des Stoffes kann hier natürlich keineswegs ausgeschöpft werden; um aber ein oberflächliches Bild von der Leistung deutschen Erfindergeistes zu gewinnen, wollen wir einige Blicke auf etliche deutscherseits besonders geförderte Son- dergebiete der Technik und angewandten Wissenschaft tun. Möge mit derjenigen Erfindung begonnen sein, die in allererster Reihe die Neuzeit einleitete: der Buchdruck. Die Mitteilung von Mensch zu Mensch durch Sprache und Handschrift führte immer nur sehr kleine Gruppen zueinander, oder es bedurfte langer Zeit, bis ein Gemeinschaftsgedanke auf diesen Wegen allen vermittelt war. Die Erfindung Gutenbergs nun — Druck mit beweglichen Lettern und Buchdruckpresse — baute eine andere ebenfalls deutsche Erfindung, den technisch noch unzureichenden Holzplattendruck, aus. Und wiederum war ein Deutscher es, der vierhundert Jahre später Gutenbergs Kulturtat der Wirkung nach vervielfachte: Friedrich König, der Erfinder der S ch n e l l p r c s s e In diesem Zusammenhänge muß auch die Erfindung Aloys Se- nefelders, die Lithographie, erwähnt werden, deren Bedeutung für Kunstdruck, Notendruck, Erdkarten- und Plakatdruck unabschätzbar ist. Das erste Mikroskop erfanden 1590 zwei Niederländer, die Brüder Janssen, also zwei Niederdeutsche. Der Schwabe Kepler hingegen erfand 1609 das astronomische Fernrohr, das Abbe-Zeiß und andere in neuester Zeit so wunderbar vervollkommneten. — Der Himmelskunde erweiterte den Blick wissenschaftlich und technisch der Glasschleifer Joseph F r a u n h o f e r, der die Instrumente verbesserte und die Fraunhoferschen Linien im Sonnenspektrum fand. Robert Kirchhoff und Robert Bunsen entwickelten dann die Spektralanalyse daraus. Andere Erfindungen physikalischer Natur aus deutschem Geiste mögen kurz angeschlossen werden. Das erste Glasrohrthermometer mit Skala erfand 1714 der in Danzig gebürtige Glasbläser und Forscher Gabriel Daniel Fahrenheit. Das erste Wasserstand- sowie das Quecksilberbarometer gab uns der Magdeburger Bürgermeister Otto von Guericke. Dieser Mann bereicherte die Technik durch die grundlegenden Erfindungen der Luftpumpe, des Manometers und der Elektrisiermaschine. Die Lichtempfindlichkeit der Silbersalze erkannte durch seine Versuche bereits 1727 der Hallesche Arzt Schulze und schuf somit die chemisch-physikalische Grundlage für die photographische Platte und den Film. Von weittragenden Entdeckungen chemischer Art seien noch genannt das aus Steinkohlenteer 1826 von Otto Unverdorben hergestellte Anilin, der Grundstoff vieler Farben und Heilmittel, das 1827 von Friedrich Wöhler aufgefundene Aluminium und schließlich die hochwichtige Agrikulturchemie- Kunstdüngung (1840) Justus von Liebigs, der auch den Fleischextrakt erfand. Nennen wir die X-Strahlen Röntgens, so sind wir gleich bei der medizinischen Technik, und wir erwähnen die Entdeckung des Deutschösterreichers Semmelweis über Entstehung des Kindbettfiebers und seine seit ca. 1847 durchgeführte Desinfektion der Hände bei ärztlicher Behandlung. Nicht einzeln aufführen kann man die vielen segensreichen Entdeckungen des Bakteriologen Robert Koch; erwähnt sei unter den Betäubungsmethoden die giftlose Infiltrations-Anästhesie Karl Ludwig S ch l e i ch s. Ins Jahr 1850 fällt schon die große Gabe des großen Physikers und Physiologen Hermann v. Helmholtz, der Augenspiegel. 1860 führte Adolf Kußmaul die Magenpumpe ein. Begeben wir uns auf das Gebiet der Elektrizität — Guericke ist bereits erwähnt —, so hat praktisch höchste Bedeutung gewonnen der non Philip Reis 1860 konstruierte Fernsprecher. Nicht mehr fortzudenken aus der Technik ist Werner von S i e m e n s' Dynamomaschine (1867). Die erste praktisch verwendbare elektrische Glühlampe fand Heinrich Goebel bereits 1854. Auf der neuzeitlichen Erfindung von Walter Nernst, der N e r n st l a m p e, fußt das moderne Beleuchtungswesen. Die Hertz sch en Wellen — 1888 — sind Voraussetzung für das Funkwesen, wie überhaupt die funkttechnische Entwicklung zum guten Teil ein deutsches Werk ist und die Entwicklung des Fernnachrichtenwesens überhaupt. Erinnert sei nur kurz an die elektromagnetische Aus der Stadt Gießen. Den Zug verpaßt. In der Hauptreisezeit werden öfter Züge verpaßt, als sonst. Das gehört zu denjenigen unangenehmen Zwischenfällen im Leben, die die meisten Menschen in einen Zustand versetzen können, der von Verzweiflung und Raserei nicht weit entfernt ist. Wir alle können da mitreden, und zwar aus Erfahrung. Aber muß es so sein? Oder, vorsichtiger gefragt: muß es immer so sein? Geht es nicht auch ohne Verzweiflung und Raserei? Zur Beantwortung dieser Frage müssen wir uns einmal die verschiedenen Arten des Zugverpassens ansehen. Genauer: die verschiedenen Arten der Begleitumstände, seien sie nun Ursache oder Wirkung. Denn vom Zugoerpassen an sich gibt es selbstverständlich nur eine einzige Art: man steht in der Halle einer großen oder auf dem Bahnsteig einer kleinen Station und sieht eben noch in der Ferne den letzten Wagen des Zuges in der Kurve verschwinden. Oder es bleibt uns sogar dieser Blick auf den Flüchtling versagt, was indessen eher eine Milderung als eine Verschlimmerung des Zustandes zur Folge hat, in den wir sogleich geraten. Bei den Begleitumständen müssen wir Ursache und Wirkung unterscheiden. Manchmal ging unsere Uhr falsch, oder wir haben ganz einfach die Zeit verbummelt. Aber Menschen bringen es fertig, zu schimpfen und zu toben, sich grün, blau und schwarz zu ärgern — mag der Anlaß dieses Verbummelns ein noch so netter, liebenswerter und heiterer gewesen sein. Was sind das für Menschen? Allerdings kommt es zuweilen auch vor, daß schon der Anlaß des Zugverpassens ein Aeraer gewesen ist. Irgend etwas ist nicht rechtzeitig fertig geworden, die Kinder folgen nicht, oder allzu plauderfrohe Bekannte begegnen uns auf dem Wege zum Bahnhof, wollen das Mögliche und Unmögliche wissen. Warum können sich oiqle mit dem Verpassen eines Zuges nicht anders abfinden, als durch Schimpfen und schlechte Laune, deren Opfer dann meist andere, oft gänzlich Unbeteiligte werden? Und diese zähneknirschende Wut, diesen abgrundtiefen Zerfall mit der Welt und ihren Einrichtungen nennen sie dann womöglich gar noch eine Vergnügungsund Erholungsreise. Ihr Zustand kann sich bis zu jener schlimmen Unbildung steigern, daß sie dem Bahnpersonal Vorwürfe machen, weil ein Zug pünktlich abfuhr. Muß das alles wirklich fein? Können wir uns nicht vernünftig mit dem kleinen Malheur abfinden, auch wenn wir allein oder nur zu wenigen sind? In größerer Gesellschaft erträgt es sich sowieso leichter. Aber auch sonst ist es in den meisten Fällen nur ein winzig kleines Malheur, ober gar keins. Wie wenige Erledigungen sind so dringlich, daß sie nicht die paar Stunden Aufschub vertrügen, die bis zur Abfahrt des nächsten Zuges vergehen. Wieviel Dinge werden sogar besser erledigt, wenn darüber eine'Nacht verstrichen ist — falls es wirklich einmal der letzte Abendzug gewesen fein sollte, der ohne uns davonfuhr. Wie gut läßt sich, wenn wir nur wollen, fast immer der unfreiwillige Aufenthalt anwenden. Wieviel können wir schauen und erleben, weil wir in einem Ort drei Stunden länger Zeit hatten, als im Reiseplan vorgesehen war. Wir sollten, anstatt uns über die „verlorene" Zeit aufzuregen, mit einem raschen und guten Entschluß im Gegenteil diese Zeit als gewonnen betrachten und nutzen! Probiert es nur einmal, es geht! Ich weiß es aus Erfahrung. Zum Beispiel diese Plauderei, die hoffentlich manchen nützen wird, entstand zwischen zwei Zügen, von denen ich eigentlich den ersten hatte benutzen wollen ... W. A. Dornotizen. Tageskalender für Mittwoch. Ortsgruppe Gießen-Nord: 20.30 Uhr Cafe Leib, Walltorstraße, Schulungsabend. — Gloria-Palast, Seltersweg: „Und du mein Schatz fährst mit". — Große Handarbeiten-Schau: 10 bis 18 Uhr Hotel „Prinz Carl", Seltersweg, Ausstellung. — Bibel- Verkehrssünden mit dem Kahrrad. Em Wort an unsere jungen Radler-Radfahren mit Verstand! Verkehrsunfälle im Straßenbetrieb sind leider keine Seltenheit. Es sind nicht immer, sondern sogar verhältnismäßig selten die Kraftfahrer, die daran schuld sind. Viel häufiger liegen die Ursachen auf der anderen Seite. Die Fußgänger verhalten sich leider längst nicht so im Verkehr, wie es sein müßte. Aber auch die Radfahrer sind sehr arge Sündenböcke. Häufig genug kann man in den Straßen olgendes Bild sehen: Ein Menschenauflauf, erregt prechende Leute, ein zertrümmertes oder arg zer- chundenes Fahrrad, dabei der Radfahrersünder oder die radelnde Sünderin, nicht selten die Hilfe leistenden Sanitäter. Die Häufigkeit und die große Zahl derartiger Unfälle könnte erheblich gemindert werden, wenn alle Radler und Radlerinnen mit der gebotenen Vorsicht und mit achtsamem Verstand fahren würden. Was sieht man aber häufig im Str aßen bild? Aeltere Leute radeln durchweg mit Verstand und in angemessenem Tempo. Aber die Jugend! Sie sieht sehr häufig die Straßen als Radrennbahn an. Für sie heißt es: je rasender, desto schöner! Und dabei gilt es in ihren Alterskreisen noch als besonders schneidig, wenn man ein guter „Freihändigfahrer" ist. Straßenkreuzungen, auch wenn sie gefährlich sind, werden kaum beachtet. Und wenn sich vielleicht gar so schöne Abfahrmöglichkeiten bieten, wie etwa in der oberen Kaiferallee, in der Licher Straße, in der Marburger ober in der Frankfurter Straße, dann ist bei unseren radelnden Buben und Mädels der Teufel los, dann find sie überhaupt nicht'mehr zu halten. Die Eigengeschwindigkeit des Fahrrades genügt ihnen meist nicht. Feste werden die Pedale getreten. Eine wilde Jagd, etwa wie unmittelbar vor dem Ziel eines Rennens ober am Schluß einer Sechstagefahrt, braust die Straße entlang. Anfeuernde Zurufe fehlen natürlich auch nicht. Ueberholt wird unter Hergabe aller Kräfte. Und nicht selten rasen zwei, drei ober vier biefer „Wilden" nebeneinander auf der Fahrbahn dahin. Kein Gedanke bei ihnen an die Möglichkeit eines Gabelbruches, einer ab= pringenben Kette, eines plötzlich aus einer ©eitern traße auftaudjenben Hindernisses usw., die alle- amt zu schweren Stürzen führen können. Einziger Gedanke ist nur der: Wer i st der Schnellste, wer ist ein Kerl! Auf dem Sportplatz oder im geregelten Wettkampf läßt man sich diesen Gedanken als vortrefflich gefallen, im Straßenverkehr dagegen ist ein solches Verhalten grober Unfug! Ein anderes Bild: Zu zweit ober britt rabeln Buben ober Mäbels nebeneinander durch die Straßen. Angeregt wird erzählt. Herzhaft klingt das Lachen froher junger Menschen von dieser radelnden Korona. Aber die Aufmerksamkeit auf die Erfordernisse des Verkehrs wird dadurch stark beeinträchtigt, vielleicht ganz außer acht gelassen. Uebrigens ist das Nebeneinanderfahren ein übel Ding, ja es ist sogar verboten! Aber auch das ist meist für junge Menschen kein Hindernis. Oder ein anderes: Am Bordstein steht das Rad. Der jugendliche Radler oder die ebenso junge Radlerin sitzen darauf, einen Fuß auf dem Pedal, den anderen auf dem Bordstein. Und eifrig wird mit „Ihr" ober mit „Ihm" poussiert u n b g e - schwätzt, gelacht unb Schabernack getrieben, nur nicht Obacht gegeben auf die Dinge, die auf dem Fahrdamm vor sich gehen und die doch alle Aufmerksamkeit verlangen. Nicht selten ist es auch, daß junge Menschen schwer bepackt mit La st en aus demFahr- r a d durch die Straßen ziehen und nur mühsam mit einer Hand ihr „Tretemobil" lenken können. Das ist häufig die Ursache schwerer Unfälle. Das Ueberholen von anderen Fahrzeugen durch Radler ist auch so ein Haken, an dem mancher Radler als schuldig hängen bleibt Und am allermeisten ist bisher beim (Einbiegen von Radlern und Radlerinnen nach einer anderen Fahrtrichtung gesündigt worden, denn dabei strecken sie keine Hand nach rechts oder links, um ihren „neuen Kurs" anzuzeigen. Aus diesem kurzem und nur als Beispiel angeführten Sündenregister ergibt sich von selbst die Schlußfolgerungen, wie der Radler und die Radlerin sich im Straßenverkehr nicht verhalten sollen. Das Gegenteil von dem hier Erwähnten ist immer die richtige Handlung. Also: Die Straße ist keine Rennbahn! — Bergab macht das Fahrrad schon von selbst genug Geschwindigkeit, Pedale gehören also in Ruhestand, dagegen freie Bahn dem Freilauf! — Beim Radfahren nicht das Schwatzstünd- chen machen! — Radfahrer dürfen nicht nebeneinander fahren, sondern nur hintereinander! Neben- einanberfahren gefährbet ben Rabfahrer selbst und auch andere Verkehrsinteressenten! — Beim Radfahren nicht in der Welt herumgucken, sondern immer geradeaus in der Fahrtrichtung sehen! — Vorfahrtsrecht genau beachten, Richtungszeiger rechtzeitig und richtig benutzen. — Radfahrer dürfen nicht vor der Straßenbahn als Wettrenner herfahren. — Radfahrer Zeichen geben, nach welcher Richtung an einer Straßenkreuzung gefahren werden soll! und Bekenntnisabend: 20.15 Uhr Johannesfaal. — Hausbefitzerverein Gießen: 20.15 Uhr Bezirksversammlung. Handwerkerfeier in Gießen. Die Hessische Handwerkskammer Darmstadt, die Meisterprüfungskommission für Oberhessen und die Kreishandwerkerschaft Gießen veranstalten am Sonntag, 18. Juli, in Gießen in der Universitäts- Aula eine Einführungs- und Freifprechungsfeier der Lehrlinge, Junggesellen und Jungmeister des Handwerks in Oberhessen. Wer will zur Schutzpolizei? LPD. Das Kommando der Schutzpolizei Frankfurt a. M. gibt bekannt, daß für ehemalige Angehörige der Wehrmacht die Möglichkeit besteht, bis zum 1.8.1937 für die Wachtmeisterlaufbahn eingestellt zu werden. Bedingungen: Mindestgröße 1,70 Meter (bei besonderer sonstiger Eignung 1,68 Meter); einwandfrei abgelegte Militärdienstzeit von mindestens IV2, höchstens 5 Jahren; Alter nicht über 24 Jahre; ledig. Einstellungsgesuche können umgehend beim Kommando der Schutzpolizei Frankfurt a. M., Polizeipräsidium, Zimmer 194, eingereicht werden. * ** Fernsprechauftragsdienst der Deutschen Reichspost. Die Deutsche Reichspost hat die Dienststelle „Fernsprechkundendienst" — auch „KD.-Dienst" genannt — in „Fernsprechauftragsdienst" umbenannt. Der Ausdruck „Fernsprechkunde" ließ irrigerweise vermuten, daß zwischen der Deutschen Reichspost unb ben Fernsprechteilnehmern ein privatrechtliches Verhältnis bestehe. Der neue Name wirb ben Aufgaben ber Dienststelle bester gerecht und entspricht dem Wesen der Deutschen Reichspost als Hoheitsverwaltung. ** VDA. -Jungortsgruppe. Am Freitagabend hielt, wie man uns berichtet, die DDA.-Jung- ortsgruppe ihre letzte Zusammenkunft vor ben Sommerferien ab. Ein Redner bes VDA., Pg. Stu- bienrat Seyb 0 lb , schilderte in eindringlichen Worten die ungeheure Not deutscher Volksgruppen im Ausland. Der Bericht ließ die Zuhörer erkennen, wie dringend notwendig die Hilfe jedes einzelnen ist. Eine Ausstellung zeigte die feit Ostern für die Ausländsdeutschen gearbeiteten und gesammelten Kleider und Wäschestücke. ** Unfall. Der 15jährige Sohn Eberhard des hiesigen Studienrats C 10 tz erlitt in der (Brünberger Straße einen schweren Unfall. Der junge Mann wurde von durchgehenden Pferden mitgeriffen, kam schwer zu Fall und erlitt dabei einen Kieferbruch, eine Gehirnerschütterung und eine Verletzung an der Schulter. Durch die Sanitätskolonne vom Deutschen Roten Kreuz mußte er in die Klinik gebracht werden. Große Strafkammer Gießen. Gestern hatte sich der Wilhelm Schmidt aus Ober-Erlenbach vor der Großen Strafkammer wegen Sittlichkeitsverbrechens zu verantworten. Der Anklage lag folgender Sachverhalt zugrunde: Der Angeklagte hatte im Frühjahr Ü. I. feine Braut in Bad Hornburg besucht. Als er abends mit dem Fahrrad nach Hause fuhr, traf er die B. K. aus Nieder-Eschbach, die aus der Turnstunde kam unb ebenfalls bas Fahrrad bei sich hatte, unb schloß sich ihr an. Unterwegs legte er ihr bie Hand um bie Schulter, was sich bas Mäbchen jedoch verbat. An ber Abzweigung nach Ober-Erlenbach bebrütete ihm die Zeugin, daß sie seine weitere Begleitung nicht mehr wünsche, zumal ihr Freund sie abholen käme. Der Angeklagte erwiderte hierauf, es mache ihm gar nichts aus, einen Umweg über Nieder-Eschbach zu machen, und er fuhr in dieser Richtung mit der Zeugin weiter. Etwa 200 Meter hinter der Weggabelung stieß er das Mädchen vom Rad in den Straßengraben und versuchte es zu vergewaltigen. Die Zeugin wehrte sich jedoch heftig uno biß dem Angeklagten, ber ihr den Mund zuhalten wollte, in den Finger. Darauf ließ er von ihr ab, begleitete sie aber trotzdem weiter bis in den Ort. Dor dem Hause versuchte er sie nochmals zu belästigen unb ließ auch jetzt erst roieber von ihr ab, als aus einer nahegelegenen Wirtschaft Leute herbeikamen. Ta ber Angeklagte geftänbig war, billigte bie Kammer ihm mildernde Umstände zu und erkannte wegen RUHL Seltersweg Nr. 67 ■ adiO Telephon Nr. 3170 M eparaturen l897 D § Notzuchtversuchs auf eine Gefängnis st rafs von 1 Jahr. Weiterhin wurde die Berufung der Eheleute Sch^ aus Gießen gegen ein Urteil des Schöffengerichtes, wodurch beide Angeklagte wegen Kindesmißhandlung zu je sechs Wochen Gefängnis verurteilt worden waren, gestern verhandelt. Der damals 14jährige Sohn Heinrich, der von der Ehefrau mit in die Ehe gebracht worden war, sollte im Januar d. I. für feine Eltern eine Besorgung erledigen. Er tat dies jedoch nicht und kehrte auch am Abend nach der Konfirmandenstunde nicht in sein Elternhaus zurück, sondern trieb sich die Nacht in der Nachbarschaft herum. Als er am anderen Morgen wieder nach Hause kam, bekam er dort eine derartige Tracht Prügel, daß sein Körper noch längere Zeit große, blutunterlaufene Stellen zeigte, die den Anlaß der Eröffnung des Verfahrens gegen die Eheleute bildeten. In der gestrigen Hauptverhandlung gab der angeklagte Ehemann den Vorfall im wesentlichen zu unb erklärte, er sei im Rahmen seines elterlichen Züchtigungsrechtes geblieben. Die angeklagte EheTelegraphie, bie Gauß unb Weber er- fanben, unb an bie Ausgestaltung burch Siemens.. Im Jahre 1253 ließ ein deutscher Fürst, Wilhelm von Holland, den ersten Bau einer Schiffsschleuse ausführen. Als eine Vervollkommnung der Binnenschiffahrt dürfen wir Deutsche mit Stolz das unweit Berlins gelegene größte und wunderbarste Schiffshebewerk bei Nieder-Finow am Hohenzollernkanal nennen. Die Bedeutung des deutschen Schiffsbaus mit vielen Einzelerfindungen können wir hier des Raumes wegen nicht behandeln; wir alle wissen, daß sie unübertroffen ist. Daß bereits 1751 ein Tauchboot von Wilhelm Bauer erfunden wurde, fei nicht verschwiegen. Dann nennen wir die erste elektrische Bahn (1879) von W. v. Siemens und die erste elektrische Straßenbahn (1881) von Siemens & Halske. Das Fahrrad — noch als „Laufmaschine" — fand Karl von Drais 1817; das Fahrrad mit Trittkurbel konstruierte erstmalig P. H. Fischer 1854. Daimler und Benz haben ben entwicklungsfähigen Kraftwagen 1885/86 er- funben. Daimler gab bem Verbrennungsmotor gleich noch andere Aufgaben; er konstruierte das erste Kraftrad und Motorboot. Hohe Zukunftsaufgaben hat der 1893 erfundene Dieselmotor; und die Luftschiffahrt ist durch Zeppelin, Parseval, Schütte-Lanz u. a. zu einer noch unabsehbaren Bedeutung erhoben worden. Zu den Verkehrsmitteln dürfen wir auch wohl den Aufzug — für Personen und Lasten — rechnen. Da mag es wenig bekannt fein, daß bereits 1687 der Jenaer Professor Weigel einen solchen herstellte, während wir den elektrischen Auszug wiederum W. v. Siemens verdanken. Die Feuerleiter in der Konstruktion einer Schubleiter hat den Wagnermeister (Stellmacher) Birner aus München zum geistigen und technischen Urheber, unb bie Feuerspritze ist auch beutsche Erfin- bung; Johannes Hautsch ersann sie 1653. Die neuzeitliche Eismaschine hat Karl von Linbe 1876 geschaffen, ber Erfinber unb Hersteller ber flüssigen Luft (1895). Es muß nicht jebe Erfinbung imposant sein, um einen großen Nutzwert zu haben. Nabeln zum Zu- fammenftecfen kannte schon bie Steinzeit, aber Stecknabeln als Massenware, billig, in Mengen zur Hanb unb als Stück ohne errechenbaren Gelbwert, um so nützlicher also für Hausfrau und Hanbwerker, stellte man feit 1365 in Nürnberg her. Unb bie Erfinbung ber Postkarte burch unseren Generalpostmeister Heinrich von S t e p b a n ist kaum weniger wichtig als sein großes Werk, bie ©rünbung ber Reichspost, wie des Weltpostvereins. Und wer wollte die Bedeutung ber 1836 von Penz 0 Idt erfundenen Zentrifuge als eines vielseitigen Wirtschaftshelfers unterschätzen? Ganz gewiß dürfen wir zu den wichtigsten Gebrauchsgegenständen des Kulturmenschen die Taschenuhr rechnen. Peter Henlein aus Nürnberg „legte" das „Nürnberger Ei" anno 1501. Kannte man bereits vor ungezählten Jahrtausenden die Handspindel, so scheint der Braunschweiger Jürgens 1530 das erste Spinnrad erfunden zu haben. Zwar soll es bereits 1298 eine Konstruktion mit Tretrad gegeben haben; aber da dies für Speyer behauptet wird, bliebe auch in diesem Falle die deutsche Urheberschaft bestehen. Die Nähmaschine ist 1840 von dem Tiroler Schneidermeister Josef Madersperger erfunden und angewandt worden und ein Landsmann, Peter Mitterhofer, brachte uns die moderne Schreib, maschine. ------------------- J Ein Dreimaster für 25 Dollar. Die Zeit der Segelschiffe scheint endgültig vorüber zu sein. Wenigstens muß man zu dieser Heber» zeugung kommen, wenn man sieht, daß es fast unmöglich ist, für alte Segelschiffe einen Käufer zu finden. So wird jetzt berichtet, daß ber amerikanische Dreimastschoner „I. Webster", ber als ein stattliches Segelschiff geschildert wird, für 25 Dollar verkauft worden ist. Dabei weisen englische Zeitungen darauf hin, daß auf die Ausbildung junger Seeleute auf Segelschiffen in* Deutschland noch großes Gewicht gelegt wird unb daß eben erst die Hamburg- Amerika-Linie die Barke „LÄvenir" als Schulschiff für Seeoffiziere gekauft hat. Dieses Segelschiff, das dem berühmten finnischen Kapitän Gustaf Erikfon gehörte, hat häufig an der großen alljährlichen Wettfahrt der Weizenschiffte von Australien teilgenommen. Im Mai 1933 hat es die Segelwettfahrt in 120 Tagen gewonnen. B. öod)fd>ulnacbrid)fen. Professor Dr. Arnold Langen, Ordinarius für römisches Recht, deutsches bürgerliches Recht, Handels- und Wechselrecht an der Universität Greifswald, ist wegen Erreichung der Altersgrenze von den amtlichen Verpflichtungen entbunden worden. Professor Dr. Bruno Bauch, Ordinarius für Philosophie an der Universität Jena unb Vorsitzender der Deutschen Philosophischen Gesellschaft, wurde von der Ungarischen Philosophischen Gesellschaft zum Ehrenmitglied gewählt. frau bestritt jedoch, den Sohn an diesem Morgen geschlagen zu haben und behauptete, sie sei über- Haupt nicht in dem fraglichen Zimmer gewesen. Während der Sohn — ein schwachsinniger, schwer erziehbarer Knabe — odr der Polizei und dem Jugendamt ausgesagt hatte, daß beide Eltern beteiligt gewesen seien, behauptete er in der gestrigen Hauptverhandlung, er sei nur von seinem Vater geschlagen worden. Trotz der großen Widersprüche in den einzelnen Aussagen des Sohnes schenkte das Gericht den früheren Aussagen Glauben, da diese offensichtlich unter dem frischen Eindruck des Vorfalles gemacht wurden. Darüber hinaus bekundete auch eine Nachbarin, sie habe durch die dünne Wand, die die beiden Wohnungen trennt, den Vorfall mit angehört und dabei wahrgenommen, daß die mitangeklagte Ehefrau sich auch in diesem Raum aufgehalten habe. Die Kammer kam daher zu einer Verwerfung der Berufung. Amtsgericht Gießen. Wieder einmal stand der vielfach vorbestrafte G. K., 52 Jahre alt, aus Gießen vor den Schranken des Gerichts. Der Angeklagte, dem von einer Frau ein Schirm zur Bearbeitung übergeben worden war, hatte diesen nicht mehr zurückgegeben, angeblich soll er von einem Dritten verarbeitet worden sein. Da der Angeklagte auch einschlägig vorbe- straft ist, verurteilte ihn das Gericht zu einer G e - fängnisstrafe von einer Woche und zur Kostentragung. Der seinerzeit gegen ihn erlassene Strafbefehl lautete ebenfalls auf die erkannte Strafe. 3m Dienste -er Volksgesundheit. Versammlung der Bürgermeister des Kreises Gießen. Die Kreisabteilung Gießen, Landesdienststelle Hessen, Hessen-Nassau, im Deutschen Gemeindetag vereinigte am gestrigen Dienstag unter dem Vorsitz des stellvertretenden Obmannes Bürgermeister Kneipp (Langsdorf) die Bürgermeister des Kreises zu einer Versammlung im Sitzungssaal des Regierungsgebäudes am Brandplatz. Im Mittelpunkt der Versammlung am Nachmittag stand (nachdem bereits am Vormittag eine Besprechung stattgefunden hatte), ein Vortrag von Dr. F m g e r (vom Rassepolitischen Amt der NSDAP, für den Gau Hessen-Nassau) über das Thema „Erbgesund- heits- und Rassenpflege, insbesondere die Mitwirkung der Bürgermeister bei staatlichen Maßnahmen". Den Ausführungen des Redners sei folgendes entnommen: Eine der größten Aufgaben des völkischen Staates sei die Bemühung um die Erhaltung und Förderung von rassischen Kulturelementen, die dafür ausschlaggebend seien, ob ein Volk Kulturvolk sein könne oder nicht. Deutschland sei mit der Gesetzgebung jur Wahrung der rassischen Werte seines Volkes der übrigen Welt um Jahrzehnte voraus. Deutschland habe immer Menschen von hoher rassischer Wertigkeit gehabt und habe sie noch; dieser Bestand sei aber durchaus nicht ungefährdet. Die Gesamtheit der weißen Rasse sei in Gefahr. Schon des öfteren im Laufe der Jahrtausende seien Kulturvölker untergegangen: Rom, das alte Griechenland und Aegypten mutzten den völkischen Niederbruch erleben, die Ursachen des Niedergangs seien aber nie völlig erkannt worden. Wirtschaftliche Gründe und Mißverhältnisse allein könnten die Ursache nicht gewesen sein. Dieser vieloertretenen Theorie könne der Nationalsozialismus nicht beipflichten. Die Ursache des Verfalls liege vielmehr m Biologischen, im Erbmäßigen, im Rassischen. In der Hauptsache seien drei wichtige Verfallsgründe ausschlaggebend. In erster Linie sei der zahlenmäßige Rückgang des Volksbestandes zu nennen, dann das Ueberhandnehmen der erblich un- gesunden und rassisch wertlosen Volksteile und drittens die rassische Üeberfremtmng. Der Rückgang der Geburtenziffer zeige sich erst nach Jahren. Die Erhaltung des zahlenmäßigen Bestandes eines Volkes dürfe nicht lediglich durch eine gewisse Vergreisung erreicht fein. Das Fehlen jugendlicher Jahrgänge wirke sich in vieler Hinsicht verhängnisvoll aus, ganz abgesehen davon, daß das Kind Nur-Derbraucher und deshalb von ungemeiner Wichtigkeit für die Wirtschaft sei. Die Kinderzahl in Deutschland sei zu klein. Vom Geburtenrückgang seien insbesondere die erblich hochwertigen Vvlks- teile betroffen. Was die rassische Ueberfrembung anbetreffe, so habe der Staat Maßnahmen getroffen, um der Gefahr der Üeberfremtmng für alle Zukunft wirksam zu begegnen. Die rasfenpolitische Gesetzgebung verlange die Förderung der Eheschließungen und fördere sie durch wirtschaftliche Unterstützung der Ehewilligen. Die Voraussetzung für die Gewährung eines Ehestandsdarlehens sei aoer eine angemessene erbliche Wertigkeit. Bisher seien 750 000 Ehestandsdarlehen vergeben worden; die Auswirkungen feien in vieler Hinsicht sehr günstig. Es sei selbstverständlich, daß asoziale Elemente, Kriminelle und erblich Minderwertige keinesfalls mit Ehestandsdarlehen bedacht werden könnten. Hier habe der Bürgermeister die Aufgabe, den zuständigen Stellen aus feiner Kenntnis der Personen Auskünfte zu erteilen. Eine Förderung der Geburtenzahl sehe der Staat in der Gewährung von Kinderbeihilfen, die keineswegs ein Geschenk darstellten, sondern einen gerechten Ausgleich für manche indirekte Steuer (auf Zucker, Salz usw.), die dem kinderreichen Vater nicht abgenommen werden könne. Eine weitere große Aufgabe sehe der Staat in der Förderung der Geburtenzahl auf dem Lande, denn von jeher habe sich die bäuerliche Bevölkerung als der Blutsquell des deutschen Volkes erwiesen. Deshalb werde der Bauernsiedler, von dem eine hohe erbliche Wertigkeit gefordert werden müsse, bedeutende wirtschaftliche Förderung erfahren. Ein wichtiger Beitrag für Aufrechterhaltung unserer hohen rassischen Werte sei das Gesetz jur Verhütung erbkranken Nachwuchses. Mit diesem Gesetz habe der Bürgermeister aber weniger zu tun. Das Ehegesundheitsgesetz fordere von beiden Partnern gesundheitliche Erhebungen vor der lÄ)eschließung. Hier habe der Bürgermeister als Standesbeamter auch manche Verpflichtung, die eine tätige Mitarbeit an der Erhaltung unserer Volksgesundheit bedeute. In weiteren Ausführungen beschäftigte sich der Vortragende mit der Frage der Behandlung von Asozialen in der Gemeinde und der Frage der Gefahren, die von Zigeunern her unserer Volksgemeinschaft drohen. Anschließend wies der Redner darauf hin, daß die Zusammenarbeit zwischen dem Kreisgesundheitsamt und den Bürgermeistereien bisher stets gut gewesen sei, und er hoffe, daß dies auch in Zukunft so bleiben möge. Die Ausführungen des Redners wurden von den Zuhörern mit großer Aufmerksamkeit verfolgt. Aus der Versammlung heraus wurde noch manche Frage gestellt, die der Redner in eindeutiger Weise beantwortete. Im weiteren Verlaufe der Versammlung wurden praktische Maßnahmen zur Sperlingsbekämpfung beschlossen. Schweres Paddelbootunglück auf dem Main. Zwei junge Menschenleben als Opfer. Lpd. Hanau, 5. Juli. Am Sonntag gegen 17 Uhr wurde an der Schleuse bei Großkrotzenburg von einem Spaziergänger auf dem Main treibend ein unbemanntes Paddelboot entdeckt. Kurz darauf bemerkte der Passant in der nächsten Umgebung des treibenden Bootes den Kopf eines Mannes, der aber sofort wieder in den Fluten versank. Wie sich später herausstellte, war das mit zwei jungen Menschen besetzte Paddelboot umgeschlagen und beide Insassen ertrunken. Bei den Verunglückten handelt es sich um den 25jährigen Karl Hofmann aus Groß-Auheim bei Hanau und um Die 19jährige Katharina Winter aus Klein-Auheim, die zusammen eine Paddelfahrt unternommen hatten. Die Leiche des Mädchens wurde noch am gleichen Abend an der Mainbrücke bei Groß-Auheim gelänget, Tkoch ein Paddler ertrunken. LPD. Miltenberg, 5. Juli. Ein Arbeitsdienstmann aus dem Lager Miltenberg fuhr mit einem Paddelboot auf dem Main. Unterwegs erhielt das Boot ein Leck und sank, bevor der junge Mann das Ufer erreichen Tonnte. Der Arbeitsdienstmann, der des Schwimmens unkundig war, ertrank. Seine Leiche wurde noch nicht geborgen. Bei dem Verunglückten handelt es sich um den Arbeitsdienstmann Robert Paul aus Saarbrücken. Der Verunglückte stand im Alter von 20 Jahren. Aus der engeren Heimat. Gemeinderat in Schotten. B. Schotten, 3. Juli. Der seitherige Chefarzt des städtischen Krankenhauses legt mit Ablauf dieses Monats sein Amt nieder. Als sein Nachfolger stellte sich in der heutigen Sitzung Oberarzt Dr. Walter (Friedberg), der mit Wirkung vom 1. August dieses Amt übernimmt, dem Gemeinderat vor. Der Vertrag mit dem neuen Chefarzt wurde vom Gemeinderat gutgeheißen. Die neuen Steuerausschlagsätze, die zum Teil eine kleine Senkung gegen das Vorjahr erfahren, wurden bekanntgegeben, sie erbringen die Gemeindeumlage im Betrage von 47 500 Mark. Am Postamt ist die baufällig gewordene Stützmauer am Niddaufer eingestürzt. Die Herstellungskosten, in die sich Post und Stadt teilen, werden sich auf über 1000 Mark belaufen. Die Pläne und Doranschlagsberechnung für das HI. - Heim sind wunschgemäß der Gebietsführung der HI. zugeleitet worben, die neben den zuständigen Stellen zu dem Bauvorhaben Stellung nehmen wird. Im gesamten Geländeabschnitt zwischen Laubacher Straße, Bomgasse, Gotzener Weg wird eine großzügige Baulandumlegung vorgenommen. Das Vermessungsamt hat bereits mit den Ausmessungen begonnen, neue Straßen werden dort ausgeschieden und das ganze Gelände für neues Bauland aufgeteilt und erschlossen. Bis zur Fertigstellung werden einige Monate vergehen. Jenseits der Laubacher Straße am Schleifenweg nach der Badeanstalt wird eine Wohnungssiedlung angelegt. Sieben Siedler fuhren hier chr Siedlungsvorhaben durch, weitere werden folgen. Die Kaufverhandlungen mit den Eigentümern über den Erwerb des Geländes stehen vor dem Abschluß. Mit dem Bau wird in Kürze begonnen werden. Das Rohrnetz der städtischen Wasserleitung wird erweitert und ein neuer Bohrstrang vom Wasserwerk der Laubacher Straße entlang bis zum Haus Jägle durchgeftihrt. Dadurch wird der Wasserdruck für das obere Stadtviertel wesentlich verbessert und auch für das neue Siedlunas- unternehmen eine gute Wasserversorgung gewährleistet. Eine Stützmauer am Niddaufer hinter der Post» kraftwagenhalle ist neu aufgeführt worden, da das Hochwasser ein bedenkliches Stück Land abgerissen hatte und der Bau in Gefahr kam. An dem 100jährigen Jubiläum des Männer- ch o r s wird sich der Gemeinderat beteiligen. Ein neuer Sportplatz für Großen-Buseck im Bau. Großen-Buseck, 6. Juli. Der hiesige Sportplatz, der in feiner jetzigen Form nicht mehr den Anforderungen unserer Zeit entspricht, soll neu gestaltet werden. Deshalb ging dieser Tage von der Gemeindeverwaltuna ein Rundschreiben an alle Volksgenossen, mit Der Aufforderung, sich uneigennützig zur Vollendung des Werkes zur Verfügung zu stellen. Der neue Sportplatz soll am Ausgang des Dorfes, entlang der Rvdgener Straße, entstehen und zu einer schönen Stätte körperlicher Ertüchtigung ausgebaut werden. Da es aber der Gemeinde bei der schon geleisteten zusätzlichen Arbeitsbeschaffung nicht möglich ist, Mittel dafür zur Verfügung zu stellen, erging an alle männlichen Ortseinwvh- ner der Ruf, durch freiwillige Arbeitsleistungen der Sache zu dienen. Für die Planung des Sportplatzes sind ungefähr 4000 Kubikmeter Erde zu bewegen. Wenn jeder sich bereiterklärt, innerhalb von 14 Tagen 20 Stunden freiwilliger Arbeit zu leisten, wird das Werk bald vollendet fein. Zur Beschaffung von Mitteln für den Ausbau des Werkes fand nunmehr auf dem alten Sportplatz ein Volksfest in echtem Dorfgemeinschaftsgeist statt. Nach einem kurzen Umzug vom Anger zum Sportplatz hielt Bürgermeister und Ortsgruppenleiter R e b h o l z eine Begrüßungsansprache, in der er besonders auf die Zwecke und Ziele der edlen Sache hinwies. Sodann wurde durch die Hitler-Jugend der erste Spatenstich getan. Zur Unterhaltung während des Nachmittags trugen BDM., JL. und Jungvolk mit Reigenoorführungen, turnerischen Darbietungen und Bekämpfen bei. Auch die hiesigen beiden Gesangvereine hatten sich zur Verfügung gestellt. Die Dorfkapelle spielte uneigennützig zum Tanze auf. — Mit der Verwirklichung des neuen Projektes beweist die Gemeinde erneut ihren Opfersinn, der schon verschiedentlich unter Beweis gestellt wurde. In welch hohem Maße man den Leibesübungen in Großen-Buseck Bedeutung beimißt, geht daraus hervor, daß in kurzer Zeit ein Eisplatz, ein Schwimmbad und eine Turnhalle entstanden sind. Die Turnhalle geht übrigens ihrer Vollendung entgegen. Erst geholfen/ dann niedergeschlagen. ♦ Merkenfritz (Kreis Büdingen), 6. Juli. Am Samstagabend wurde bei einer Auseinandersetzung in unserem Orte ein Mann so schwer verletzt, daß er nach Gießen in die Klinik eingeliefert werden mußte. Es handelt sich dabei um folgenden Vorfall: Der Hermann K l i n g e n b e r g e r hatte sich von dem Arbeiter und Kleinlandwirt Johann Schmidt am Samstagvormittag zwei Kühe ausgeliehen, um damit Feldarbeiten für sich auszuführen. Die Kühe sollte er bis zum Mittag wieder zurückbringen. Das tat er jedoch nicht, sondern machte sich die Tiere auch am Nachmittag nutzbar und lieferte sie erst am Abend bei ihrem Eigentümer wieder ab. Die Absicht des Kuhbesitzers, mit den Tieren Futter vom Felde heimzuholen, war durch die späte Rückgabe der Tiere unmöglich geworden. Darüber entstand zwischen den beiden Männern bei der Rücklieferung der Kühe ein Wort st reit, in dessen Verlaus Schmidt dem Klingenberger mit einem Finger an die Stirn getippt haben soll. Klingenberger dagegen schlug mit der Faust so wuchttg auf den Kopf des Schmidt ein, daß der Mann zu Boden stürzte und einen s chw eren Schädelbruch erlitt. Er mußte nach Gießen in die Klinik eingeliefert werden, wo er in ernstem Zustande bar- niederliegt. Sein Gegner Hermann Klingenberg e r wurde in Haft genommen und dem Amtsgerichtsgefängnis in Ortenberg zugeführt. Restloser Ausbau der Rennstrecke »Rund um Schotten". LPD. Scho tten, 7. Juli. Die Rennstrecke „Rund um Schotten" ist bekanntlich in den letzten drei Jahren großzügig ausgebaut worden. Nachdem die Talstrecke Poppenstruth—Schotten in vorbildlicher Weise hergestellt worden war, wurde die Bergstrecke Rudingshain—Poppenstruth durch Ueberhöhung der Kurven und Verbreiterung ebenfalls so hergerichtet, daß sie als vorbildlich bezeichnet werden kann. Lediglich die drei Kilometer vom Orts ausgang Schotten bis Rudingshain entsprachen nicht mehr den Anforderungen, die an eine einwandfreie Rennstrecke gestellt werden müssen. Wie wir hören, wird nun auch dieser Teil der Rennstrecke voll ständig ausgebaut. Die Straße bekommt eine Asphalt-Beto ickecke, die in demselben Verfahren hergestellt wird wie auf der Reichsstraße Schotten—Gedern bei Eschenrod. Die Kurven werden überhöht, die Straße wird also nach allen neuzeitlichen Gesichtspunkten ausgebaut. Da die Rennstrecke rechtzeitig vor dem diesjährigen Rennen am 19. September fertiggestellt sein muß, soll sofort mit den Arbeiten begonnen werden. Sänger-Hundertjahrfeier in Schotten. * Schotten, 6. Juli. Am nächsten Samstag, Sonntag und Montag findet hier die Hundertjahrfeier des Schottener Männer- chors 18 3 7 statt. Die Hauptfeier wird am Sonn- tagvormittag mit einem großen Festkonzert veranstaltet. Die Jubiläumsfeier erhält dadurch ihre be» jonbere Bedeutung, daß an der Veranstaltung deutsch-amerikanische Sängergäste aus N e u y o r k als Vertreter des dortigen Schottener Männerchores teilnehmen, mit dem der hiesige Sängerchor fteundschaftlich verbunden ist. Aus dem vierten Stockwerk gestürzt. LPD. Bad-Nauheim, 6.Juli. In den stützen Morgenstunden stürzte sich eine Angestellte eines hiesigen Hotels in selbstmörderischer Absicht aus dem Fenster des vierten Stockwerks auf die Straße. Das Mädchen war sofort tot. Landkreis Gießen. <> Klein-Linden, 6. Juli. Auf der Straße zwischen Klein-Linden und Großen-Linden ereignete sich dieser Tage zu früher Stunde ein Unfall. Der WWMMWU Vornan von Walther Kloepffer Copyright 1936 by August Scherl G. m. b. H., Berlin. 40 Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Herrgott, komme ich denn niemals zur Ruhe! Immer ist eins von den beiden um mich, dieser Fogg ober diese Viktoria, manchmal auch alle beide. Er wendete sich von den Aquarien ab und wanderte unstet durch das Haus. Er riß Türen auf und schloß sie, er riß Schubladen auf und machte sie zu. In Viktorias Schlafzimmer öffnete er den Kleiderschrank. Zarter Duft, halb Seide, halb Flieder, schon etwas ent- wirklicht, quoll ihm entgegen. Da hingen sie, diese verführerischen Kleidchen, eins beim anderen, weiße, grüne rote, blaue, und starrten ihn abgefeimt und spöttisch an. Ein Blüschen war vom Bügel gefallen. Engasser hob es auf und preßte sein heißes Gesicht hinein. Viktoria! dachte er, und ein Schluchzen saß ihm in der Kehle. Alles in diesem Zimmer mit den geflammten Birkenmöbeln und der Blümchentapete schrie: Viktoria! Das war nicht zu ertragen. Ein jäh aufschießender Gedanke bedrängte den Professor: Wie, wenn Tutschek sich geirrt hätte? Wenn ich Vicki unrecht getan hätte? Aber weshalb ist sie dann so ohne Verteidigung aus dem Zimmer gelaufen? Und diese Winkelzüge und Lügen? Am Nachmittag brachte der Hilfspostbote, der den erkrankten Ameiser vertrat, einen Brief, der dem Professor schon vom bloßen Ansehen Herzklopfen chuf. Denn er kam von Viktoria. Engasser konnte ich nicht sogleich entschließen, ihn zu öffnen. Es steht Inheil drin, sagte er sich bang; aber dann griff er doch nach dem Papiermesser. Viktoria bat ihn, die Scheidung in die Wege zu leiten. So stand es da mit sachlichen und dürren Worten, hinter denen kein Fünkchen Zuneigung lauerte. Der Schluß aber enthielt bas Furchtbarste: „--Ich möchte schließlich noch ein Mißver- ftänbnis richtigstellen. Zwischen mir unb Herrn Dr. Fogg bestand, wie ich schwöre, niemals eine verbotene Beziehung. Ich habe ihn seinerzeit auf der Fahrt nach München rein zufällig getroffen; desgleichen auf der Straße nach Büchlkam. Der Mann, der mich im Hotelzimmer aufsuchte, war Franz, der die Uebersohrt hinter sich hatte unb gerabe aus Bremen kam. Da Du ihm Dein Haus verboten hattest, er aber schließlich trotz allem mein Bruder ist, mußte die Unterredung leider auf neutralem Boden stattfinden. Ich wollte bas erklären, aber Du ließest mich ja nicht zu Worte kommen." Engasser war niedergedrückt, nein, völlig zerschlagen. Die Hand mit dem Brief zitterte hilflos. „Oh, ich Esel! Oh, ich Esel!" stöhnte er vor sich hin. Am nächsten Morgen fuhr er mit dem ersten Zug nach München. Mit gesenktem Kopf, wie ein Schuldbeladener, strich er durch die Straßen. Dann stieg er eine vernachlässigte Treppe hoch, die nicht enden wollte. Viktorias Adresse hatte er von ihren Verwandten erfahren. Kurzatmig blieb er vor einer Tür stehen, die mit vielen Visitenkarten bepflastert war. Während er klingelte, dachte er: Eine Aussprache wird alles einrenken. Ich muß sie um Verzeihung bitten, natürlich. Die Zimmervermieterin ließ ihn ein. Als Engasser in das dürftige Dachzimmer trat, fuhr Viktoria mit einem kleinen spitzen Schrei von der Maschine hoch. Aber sie hatte sich sofort wieder in der Gewalt und fragte drohend: „Was willst du hier? Ich dachte, ich hätte meinen Brief unmißverständlich abgefaßt —' „Nicht so, Vicki, nicht so!" bat er zerknirscht. „Ich war ein brutaler, eifersüchtiger Narr. Kannst du mir verzeihen?" „Der Schein war vielleicht gegen mich. Aber du hättest mich besser kennen sollen", erwiderte sie kalt. „Sieh mal, Vicki, da waren so viel unglückliche Umstände. Alles traf zusammen. Mein Gott, ich habe dich eben gern! So etwas merkt man immer erst nachher in seinem vollen Umfang. Du wirst mir verzeihen, unb wir werben ein neues Leben zimmern. Du sollst sehen, wie nett es wird. Alles verspreche ich dir!" Er stand noch immer in der Nähe der Tür, bescheiden unb schuldbewußt. „Es ist zu spät, Gottlieb!" sagte sie leise unb strich eine braune Strähne aus der Stirn. „Ich habe alles reiflich erwogen. Es reicht nicht mehr!" ,Zch verstehe nicht ganz?" „Wenn zwei so Tag für Tag miteinander leben, muß etwas da sein, was sie zusammenkittet, Liebe 1 eben. Und das ist bei mir weg!" Enggasser kroch in sich zusammen. Er wollte die Hand zu einer Erwiderung aufflattern lassen, aber sie war viel zu schwer. Er wußte keine neuen Gründe mehr, mit denen diese Frau zu halten war. Viktoria empfand Mitleid mit ihm. Sie kam auf ihn zu. Es war eine unwillkürliche Bewegung der Herzenshöflichkeit. Dann warnte sie eine kleine Stimme: Nicht schwach werden, Vicki! Mitleid ist noch nicht Liebe. Viktoria machte einen Schritt vor ihrem Gatten halt und tröstete: „Du mußt vernünftig fein, Gottlieb! Nicht wahr? So etwas läßt sich nicht erzwingen. Du wirst damit fertig werden. Du hast ia deine Arbeit, dein Buch. Ist es schon vollendet?^ „Nein, es ist noch nicht vollendet", sagte er abwesend. „Franz ist im Geschäft. Er hat jetzt eine Stellung." „So? Das freut mich!" meinte Engasser, obschon ihm Franz in dieser Minute vollkommen gleich- gültig war. „Ach, Vicki!" stöhnte er und vergrub sein Gesicht in ihrer Hand. Sie wich erschreckt zurück unb sagte: „Du mußt dick jusammennehmen, Gottlieb! Ja? Ich achte dich unb danke dir für alles, aber diesen Irrtum wollen wir nicht sortsetzen. Hast du schon mit einem Rechtsanwalt gesprochen?" „Nein, Vicki, noch nicht", murmelte er entmutigt. „Dann tue es möglichst halb, ich bitte dich! Ich will klare Verhältnisse." „Ja, Vicki!" Er empfand, daß mit diesen zwei Worten alles verspielt war. „Du wirst mir gestatten, daß ich deine Zukunft sicherstelle. Darf ich gleich etwas Geld dalassen? Es geht dir nicht gut, wie ich sehe." Er zog seine Brieftasche hervor. „Ich danke dir, Gottlieb! Aber tue das Geld weg! Du darfst mir nicht mit Geld kommen, hörst du, jetzt nicht unb später nicht! Wir wollen das ein für allemal festlegen." „Aber du mußt doch etwas zum Leben haben", „Ich habe, was ich brauche. Und nun lebe wohl, Gottlieb! Wir wollen es uns nicht unnötig schwer machen." Sie streckte ihm die Hand hin. „Laß es dir aut gehen, Vicki! Ich werde demnächst von Schellenberg fortziehen. Vielleicht eine Reise machen. Leb wohl!" Er drückte ihre Hand und ging rasch aus dem Zimmer. Als er die schmutzige Treppe hinunterschlich, dachte er: Nun habe ich die beste Frau der Welt verloren! 20. Die Leute tarnen aus der Trauermesse für die Gsodmair-Bäuerin. Still und ohne viel Aufhebens hatte die Bürgermeisterin sich vor acht Tagen davongemacht, nachdem sie viele Monate lang gekränkelt hatte. Es war etwas mit dem Magen gewesen, und der Doktor sprach von einer Geschwulst. Sie war ein gutes Weib gewesen, fand der Gsodmair und wischte mit dem Ellbogen gerührt über seinen Zylinder. Der Marti schritt mit verschütteten Augen neben dem Vater, ein wenig blaß und verhärmt. Nun stiegen sie die ausgetretenen Kirchenstufen hinunter, beide im Gehrock unb beide gleich groß. Ein Rüchlein Weihrauch haftete an ihren Kleidern und ein wenig von dem Duft verbrannten Wachses. Unten am Sockel des Kriegerdenkmals stand die Anna und knüpfte ihr aufgegangenes Schutzbändel. Sie stach nicht so sehr durch die Kleidung von den andern Mädchen ab — denn auch in Schellenberg trug man sich mehr und mehr städtisch — als durch die Zierlichkeit und Biegsamkeit ihrer Gestalt. Sie war wie ein flinkes Rennerfohlen unter einem starken und bedächtigen Schlag von Arbeitsgäulen, fand der Martl und grüßte befangen. „Komm, schleun dich, daß wir heimkommen!" brummte der Bürgermeister und gab seinem Sielte- ften einen Puff. Nett gegrüßt hat der Martl! dachte die Anna und warf ihm einen freundlichen Blick nach; dann mischte sie sich unter den Zug der anderen Schellen- bergerinnen, die heimwärts strebten. Damals, nach jener Geschichte in der „Sonne", hatte ihr bas weibliche Schellenberg wenig Zuneigung entgegengebracht; aber seit sie keine Unruhe unter den Burschen mehr stiftete, glättete sich das Mißtrauen. Daheim sagte der Gsodmair zu seinem Sohn: „Hopp, wir wollen in die obere Stube! Ich hab' mit dir was zu reden." Droben begann er: „Deine Mutter war eine brave Frau. So eine kann man weit suchen. Gott hab' sie selig! Aber das Lebende will auch sein Recht, ©in Hof ohne Frau ist wie eine Kirche ohne Pfarrer. Horst mich, Martl? Ich hab' mir's überlegt, hinum unb herum, es mutz wieder eine Bäuerin ins Haus. Sonst verkommt alles und die Ehhalten tun, was sie mögen. Du mußt heiraten, Martl!" So, nun war es heraus. Fortsetzung folgt 45 Jahre alte Arbeiter Friedrich Brückmann aus Bruchenbrücken, wurde, als er mit seinem Fah- rad unterwegs war, von einem Kraftwagen a n- gefahren, stürzte und erlitt eine schwere Kopfverletzung, sowie eine Gehirner« erschütterung. Der bedauernswerte Mann mußte durch die Sanitätskolonne vom Deutschen Roten Kreuz Gießen in die Chirurgische Klinik gebracht werden. ♦ Großen-Linden, 6. Juli. Der hiesige 25 Jahre alte Schreiner Wilhelm Müller erlitt einen Bruch des linken Armes. A Großen-Linden, 6. Juli. Die vier oberen Jahrgänge der hiesigen Volksschule führten einen oierzehntägigen Schullandheim- aufenthalt unter Leitung des Rektors Sieg- fried und der Klassenlehrer durch. Als Standquartier war die Jugendherberge Wiesbaden gewählt worden. Von hier aus wurden fast täglich Wanderungen mit Besichtigungen unternommen. Auch mehrer Rheinfahrten, die den Kindern unvergeßliche Eindrücke üermittelfen, wurden durch- gefuhrt. Die Einrichtung einer Reisesparkasse, in die schon ein Jahr vorher einaelegt werden kann, sowie die Selbstverpflegung in der Jugendherberge ermöglichten es, daß auch minderbemittelte Kinder teilnehmen konnten, zumal die Lebensmittel in echter Kameradschaftlichkeit verteilt wurden. So konnte etwa 150 Kindern das Erleben einer der herrlichsten Landschaften unsere Vaterlandes vermittelt werden. gfs. Heuchelheim, h. Juli. In der Kochschule fand für die Mitglieder der F r a u en s ch a f l und des Frauenwerks em Lehrgang in der Süßmostbereitung statt. Die Ortsbauernführerin Frau K r ö ck begrüßte die Anwesenden. Dann begann Fräulein H o r t er von der ^Bäuerlichen Werkschule gemeinsam mit Fräulein V o i g t die Anleitung über die Entsaftung der Beeren und anderer Früchte. Die Frauen folgten mit lebhaftem Interesse und stellten bei der Aussprache manche Frage, die Fräulein Harter aufklärenid beantwortete. T Ruttershausen, 6. Juli. Im Alter von 57 Jahren verstarb unser allseits beliebter Lehrer Ernst Herb ft. Länger als 25 Jahre war er an der hiesigen Volksschule tätig, und er hat mit großem Eifer an der Erziehung unserer Jugend gearbeitet. Seine große Beliebtheit fand in einer starken Beteiligung der Einwohnerschaft an seiner Beerdigung, die am Montag auf dem Gießener Friedhof stattfand, ihren Ausdruck. Pfarrer Metzler (Kirchberg) schilderte den tiefen religiösen Sinn des Verstorbenen und die Treue in seinem Beruf und seiner Familie. Die Ortsgruppenleitung der NSDAP. Lollar ehrte ihren verstorbenen kommissarischen Blockleiter durch einen Nachruf, ebenso die Ortsgruppe der NSV., deren Zellenleiter er war. Es legten unter Würdigung der Verdienste des Verblichenen ferner noch Kränze nieder: der örtliche Schulvorstand, die Schüler, der Kriegerverein, der Turnverein, der nationalsozialistische Lehrer- bund und das Kreisschulamt Gießen, der Bezirk Lollar des NSLB. und der Gesangverein. Die ganze Gemeinde Ruttershausen wird, wie der Bürgermeister der Gemeinde in seinem Nachruf am Grabe sagte, ihrem verdienstvollen Lehrer ein ehrendes Andenken bewahren. * Daubringen, 6. Juli. Der hiesige Kernmacher Heinrich Schäfer erlitt bei einem Unfall erhebliche innere Verletzungen, die feine Heberführung in die Klinik nach Gießen notwendig machten. gfs. Mainzlar, 5. Juli. Das Leben im Grenzland und jenseits der deutschen Grenzen, das war das Thema des letzten Pflichtabends in der Frauenschaft. Frau T ö p p l e r verstand es, in anschaulicher Weise das Leben und die Schwierigkeiten zu schiDern, mit denen der Deutsche im Grenzgebiet und im Ausland zu kämpfen hat. Die Frauen folgten mit großer Aufmerksamkeit. Nach den Ernteferien wird eine Arbeitsgruppe mit der Anfertigung von Wäsche und Kleidern beginnen, die für Weihnachten bestimmt sind und als Gruß der! Heimat hinausgesandt werden ins Grenzland. * Lumda, 6. Juli. Bei einem Sornmerausflua der Eisenbahnervereine Grünberg und Londorf nach Bad Ems, ereignete sich in Bad Ems ein Unfall. Der 12jährige Enkel des Bahnbeamten i. R. Peter Becker, wurde in Bad Ems von einem Kraftwagen angefahren. Der bedauernswerte Junge erlitt einen Schädelbruch und mußte zur Behandlung in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht werden. * Geilshausen, 6. Juli. Das 12jährige Töchterchen des hiesigen Landwirts Baumann zog sich einen Unterschenkelbruch zu und mußte zur Behandlung nach Gießen gebracht werden. > Saasen, 5. Juli. Hier ereignete sich am Sonntagmittag ein seltener, nicht alltäglicher Autounfall. Der hiesige Jagdpächter hatte sein Auto in einer Kurve auf der Straße Saasen—Veitsberg abgestellt, um auf die Jagd zu gehen. Aus bis jetzt noch nicht geklärten Gründen fetzte sich das Auto plötzlich in Bewegung, raste zwischen Bäumen hindurch den Berg hinunter und landete schließlich in einem tiefen Graben nahe den Eisenbahngleisen, auf denen sich gerade ein Zug näherte. Personen kamen bei dem Unfall nicht zu Schaden. Es entstand jedoch erheblicher Sachschaden, so daß das Auto abgeschleppt werden mußte. § Ettingshausen, 5. Juli. Dieser Tage brummte hier zum ersten Male die Dreschmaschine. Zwei Tage lang bis in die späte Nacht hinein wurden Raps und Wintersamen gedroschen. Wie man hört, war der Ertrag recht befriedigend. — Am gestrigen Sonntag machte der hiesige Gesangverein einen Sommerausflug in den Wald bei dem Jägerhäuschen. Jung und alt waren hinausgewandert, um an dem fröhlichen Beisammensein teilzunehmen. Chöre des Vereins und gemeinsame Lieder erschallten im sommerlichen Walde. Da auch für Getränke reichlich gesorgt war, fehlte zur guten Stimmung nichts. s. Lang-Göns, 5. Juli. Am Samstag fand eine Inspektion der hiesigen Freiwilligen und Pflicht-Feuerwehr durch Kreisfeuerwehrinspektor Bouffier statt. Kurz nach 19 Uhr konnte Brandmeister Wilhelm Lang das Antreten der Feuerwehr melden. Unter seiner Leitung wurden sodann das Fußexerzieren, sowie Geräteübungen Dorgenommen. Sie verliefen zur vollsten Zufriedenheit, besonders lobend wurde das Fußexerzieren erwähnt. Darauf folgte eine Uebung, die folgende Möglichkeit vorsah: Feindliche Flieger, die in Gießen abgewehrt wurden, kehren zurück und werfen bei dieser Gelegenheit Brand- und Sprengbomben auf ein hiesiges Anwesen. Der dadurch entstehende Brand muß gelöscht und die Bewohner des Mansardenstocks müssen gerettet werden. Die Feuerwehr unterzog sich dieser Aufgabe mit großem Geschick, löschte den Brand, der durch Rauchpuloer und einige „Kanonenschläge" angezeigt wurde, und rettete die Bewohner des obersten Stockes von außen. In der anschließenden Krittk wurde die Aufgabe noch einmal durchgesprochen und die Ausführung als gelungen bezeichnet. Es folgte dann ein Kameradschaftsabend. Kreis Friedberg. — Butzbach, 5. Juli. Der hiesige Kleingärt- neroerein, der einige hundert Mitglieder zählt, veranstaltete gestern im Rahmen der vom Reichsbund der Kleingärtner Deutschlands festgesetzten Werbung einen Kameradschaftsabend im großen Saale des „Hessischen Hofes". Vereinsführer Em- rich sprach über allgemeine Fragen des Gartenbaues. Die Jugendgruppe aus Schwalheim bot Unterhaltung aller Art und erntete großen Beifall. Auf dem Festplatz fand ein Volksfest' statt. Am Tage waren die Gärten, die mustergültig in Ordnung waren, zur Besichtigung freigegeben. Am Abend trugen sämtliche Anlagen der Kleingärtner reiche Lampionbeleuchtung. — Der Zweigverein Butzbach Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskoni 4 o. H., Lombardzinsfuß 5 o. H. Frankfurt a. M. Berlin Schluß- kurs Schluß!. Abend- börse Schluß- fürs Schluß! Mittagbörse Datum 5.7 6.7- 5.7 6-7. 5% Deutsche Reichsanlethe v. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1931 6-Jul, Amtliche' Geir ivlterung Brie, Amtliche Notierung Geld | Brie Buenos Aires............ Brüssel................... Rio de Janeiro............ Polen.................... Kopenhagen............... Danzig................... London .................. Helsingforr................ Paris.................... Holland.................. “ Italien................... 0,755 42,00 0,165 47,10 55,07 47,10 12,335 5,455 9,60 137,14 13,09 0,759 42,08 0,167 47,20 55,19 47,20 12,365 5,465 9,62 137,42 13,11 0,755 41,98 0,165 47,10 55,09 47,10 12,34 5,46 9,615 137,05 13,09 0,759 42,06 0,167 47,20 55,21 47,20 12,37 5,47 9,635 137,33 13,11 — Frankfurt a. M 5-Juli 6. Juli Amtliche Gelt Notierung Brie Amtliche Stotierunp Gelt | Brie Japan.................... Jugoslawien .............. Oslo..................... Wien..................... Lissabon.................. Stockholm................ Schweiz.................. Spanien.................. Prag..................... Budapest................. Neuyort ................. 0,717 5,694 62,00 48,95 11,20 63,60 56,93 16,98 8,671 2,496 0,719 5,706 62,12 49,05 11,22 63,72 57,05 17,02 8,689 2,500 0,716 5,694 62,02 48,95 11,205 63,62 57,01 16,98 8,671 2,495 0,718 5,706 62,14 49,05 11,225 63,74 57,13 17,02 8,689 2,499 des Vogelsberger Höhenclubs unternahm bei herrlichem Sommerwetter eine große Wände- rung in den südlichen Kreis Friedberg, von Erbstabt- Kaichen über Engelthal, Sternbacher Kirche, Wick- tadt, Affenheim, Bruchenbrücken. Die Teilnahme war rege. krels Bübingen. Büdingen, 5. Juli. (Lpd.) Altbürgermeifter Georg Möbs in Gettenau verunglückte, als er vom Fuhrwerk herunterstieg. Er trug einen Oberschenkelbruch davon, der seine Aufnahme in die Gießener Klinik erforderlich machte. An den Folgen des schweren Unfalls ist der Verunglückte, der im 75. Lebensjahr stand, gestorben. Er hatte sich um die Aufwärtsentwicklung feiner Gemeinde^ verdient gemacht. Kreis Schotten. -- Kölzenhain, 6. Juli. Durch einen Sturz vom Fahrrad erlitt der hiesige 53 Jahre alte Bauarbeiter Emil Rausch einen schweren Schädelbruch. Durch die Sanitätskolonne vom Deutschen Roten Kreuz in Schotten mußte er in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht werden. Kreis Wetzlar. < Wißmar, 6. Juli. Am Montag wurde hier mit der Kanalisierung der Krofdorfer Straße begonnen. Die Arbeiten wurden dem Unternehmer Mechina - Wetzlar übertragen. — Am Dienstagvormittag fand hier ein Gemarkungsrundgang unter der Leitung von Direktor Trautmann (Landwirtschaftliche Schule) statt, der den teilnehmenden Landwirten an Ort und Stelle wertvolle Aufschlüsse gab. — Die 65 Jahre alte Witwe Karoline Lautz erlitt bei einem Sturz einen Schenkelhalsbruch und mußte in die Klinik nach Gießen gebracht werden. ch Frankenbach, 6. Juli. In unserer Gemarkung tritt gegenwärtig das R-o t w i l d sehr stark auf und richet erheblichen Schaden an. — Im Rahmen der Erzeugungsschlacht ist in unterer Gemarkung in diesem Jahre erheblich mehr Raps angebaut worden, als zu früherer Zeit. Heiratsschwindler verhaftet. LPD. Worms, 6. Juli. Wegen Verdachts des Betruges wurde ein vielfach einschlägig vorbestrafter 37jähriger Mann aus Worms verhaftet. Trotzdem der Mann in feiner dritten Ehe lebte, gab er sich einem Mädchen gegenüber atv ledig aus und behauptete von sich, er sei ein Behördenangestellter mit einem guten Gehalt und einer sicheren Anstellung. Er versprach schließlich dem Mädchen die Heirat. Das Mädchen, das sich jetzt in gesegneten Umständen befindet, sah sich von ihrem „Zukünftigen" bitter enttäuscht. Es hat Anzeige erstattet, wobei sich herausstellte, daß es sich bei dem Mann um einen notorischen Heiratsschwindler handelt, der sich nicht im geringsten um das Schicksal seiner Opfer kümmert und immer erneut seine Betrügereien versucht. Wirtschaft. Hinbernwrft in Gießen. Auf dem gestrigen Rinder-Nutzviehmarkt in Gießen standen 503 Stück Großvieh, 61 Fresser und 139 Kälber zum Verkauf. Es kosteten: Milchkühe oder hochtragende Kühe 1. Qualität 470 bis 530 Mark, 2. Qualität 300 bis 380, 3. Qualität 230 bis 290. Rinder V2- bis ^jährig 90 bis 170, Vi- bis 2jährig 160 bis 210, tragend 270 bis 450. Kälber bis 2 Wochen 20 bis 25, bis 4 Wochen 25 bis 30, bis 6 Wochen 35 bis 55 Mark. Ausgesuchte Tiere über Notiz. Marktverlauf: schleppend, Ueberstand. Nächster Markt: 20. Juli. ♦ * Landeskommunalbank - Girozentrale für Hessen. Der soeben erschienene Geschäftsbericht der Landeskommunalbank-Girozentrale für Hessen über das Jahr 1936 kann feststellen, daß die im Verlaufe des Berichtsjahres allenthalben eingetretene Steigerung der wirtschaftlichen Tätigkeit naturgemäß auch eine sich fortsetzende Besserung in den Verhältnissen der Gemeinden zur Folge gehabt hat. Der Bestand an langfristigen Kommunaldarlehen betrug bei der Bank am Ende des Berichtsjahres 1936 rund 83,5 Millionen Mark, wovon nahezu 74 Millionen Mark auf planmäßige Tilgungsdarlehen entfallen. Den Kleinwohnungsbau im Lande Hessen konnte die Bank auch im Jahr 1936 wieder fördern. Mit Hilfe der zur Verfügung gestellten Darlehen wurden rund 350 Wohnungen erstellt. Die Darlehensnehmer stammen zum weitaus größten Teil aus Arbeiterkreisen. Die der Bank angeschlossene Oesfenttiche Bausparkasse für Hessen hat im Berichtsjahre eine günstige Entwicklung genommen. Es erfolgten zwei. Zuteilungen, wobei nahezu 700 000 Mark auf rund 150 Verträge zu- geteilt werden konnten. Die Bausparkasse hat bis 3um Jahresende einen Bestand von 2700 Verträgen mit über 11 Millionen Mark erreicht. Die Bilanzsumme der Bank beläuft sich auf rund 156 Millionen Mark. An reichsmündelsicheren Jnlandsschuld- verschreibungen der Bank waren Ende 1936 rund 46 Millionen Mark in Umlauf. Die Industrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 502: Zum Abschluß des neuen Der- rechnungsabkommens mit der Schweiz. — 503: Inkrafttreten des neuen türkischen Einfuhrsystems ab Oktober. — 504: Neuregelung des Reiseverkehrs mit Danzig-Zoppot. — 505: Zur Regelung der spanischen Ein- und Ausfuhr. — 506: Ausfuhrgeschäfte nach den Niederlanden zur Leipziger Herbstmesse. — 507: Bekanntmachung betr. Auskunftspflicht der Düngemittelverteiler. — 508: Rumänische Bestimmungen über die Bezahlung der deutschen Handels- forderungen. — 509: Anordnung der Heber- wachungsstelle für Papier (Aufhebung der Anordnung Nr. 5: Verwendung von Zellglas). Rhein-Mainische Börse. IHittagsbörfe im Verlaufe fest. Frankfurt a. M., 6. Juli. Da nur wenig Kundschaftsausträge Vorlagen, war das Geschäft auch an der heutigen Börse bei durchaus freundlicher Grundstimmung wieder nur sehr ruhig. Die weiter ungeklärte internationale politische Lage veranlaßte zur Zurückhaltung. Am Aktienmarkt war die Kursentwicklung ungleichmäßig, die durchschnittlichen Veränderungen lagen bei 0,25 bis 0,50 0. H. nach beiden Richtungen. Vielfach führte die Geschäftsstille zu leichten Rückgängen. Am Montanmarkt betrugen die Schwankungen 0.25 bis 0,50 v. H. Chemische Papiere lagen gut behauptet, IG.-Farben nach dem ersten Kurs mäßig erhöht auf 165,75 nach 165,13 (165). Von Elektroaktien notierten nach Pause Akkumulatoren mit 233,75 (232), Felten gaben 0,75 v. H. nach auf 138, Gesfürel 0,50 v. H. auf 150,50, RWE. und Siemens zogen je 0,25 v.H. an auf 133,50 bzw. 217,25. Maschinenaktien lagen wenig verändert, Motorenwerte bis 0,50 v. H. abweichend. Don Schifffahrtsaktien bröckelten Nordd. Lloyd 0,25 v. H. ab auf 20, Hapag unv. 19. Don Einzelwerten befestigten sich Bemberg auf 141,90 (141,25), Feinmech. Setter auf 107,75 (107), Hanfwerke Füssen auf 123,75 (123), AG. für Verkehr auf 125,13 (123,50) und Bank für Brauindustrie auf 137 (136). Der Rentenmarkt lag wohl ruhig, bas Anlageinteresse hielt aber unvermindert an, besonders für Pfandbriefe. Don variablen Werten Kommu- nal-Hmschuldung mit 94,25 (94,30) nicht ganz behauptet, etwas fester Zinsvergütungsscheine mit 95. Reichsaltbesitzanleihe unv. 126,25. Hier abschneiden! o E >b-» Mnlachit Malzkaffes 291 Malachit, Attaserz, grüner, nicht sehr wertvoller Schmuckstein. Malagawein, spanischer Likörwein, der oft nachgeahmt wird. Malaria, Wechselfieber, eine Infektionskrankheit, bei der Fiebertage mit fieberfreien Tagen abwechseln. Hebertragen wird die Krankheit durch Mücken = Ano- philes. Diese bringen, wenn sie sich an einem schon kranken Menschen infiziert haben, die Erreger durch den Sttch in das Blut des Gestochenen, dort vermehren sich diese in den roten Blutkörperchen sehr rasch und rufen dadurch die charakteristischen Fieberanfälle hervor. Diese setzen mit Schüttelfrost und Kopfschmerzen ein; nach wenigen Stunden Abfall des Fiebers und Schweißausbruch. Chininpräparate sind gegen diese Krise sichere Mittel, die im Anfang fast nie versagen. Das Auftreten der Krankheit läßt sich durch Vernichtung der Anophiles wirksam bekämpfen. Malheur, französisch, Bedeutung: üble Stunde, entbehrliches Fremdwort für Hnglück. Malteser, lebhafte Art Zwergpudel mit kurzer Schnauze und weißem Kraushaar. Mallonwein, Malzwein, phosphathaltiger Medizinalwein, aus milchsaurer Malzwürze und Weinhefe hergestellt. Kräftt- gungsmitfel, bas bei Bedarf vom Arzt empfohlen wirb. Malvasier, griechischer Sübwein. Malve, Stockrose, wirb bis drei Meter hoch und wirkt, gruppen« förmig im Garten angepflanzt, besonders schön. Wächst auch an halblichten Stellen. Malve ist von zweijähriger Lebensdauer. Durch sofortiges Ausschneiden der ausgeblühten Blütensäulen wird mehrjährige Lebensdauer erreicht. Um dem Malverost, der die Blätter befällt, vorzubeugen, soll bas Saatgut gebeizt werden. Siehe Hspulun-Saatbeize; siehe auch Malope. Malvins, weiblicher Vorname germanischer Herkunft mit der Bedeutung „ratende Freundin". Malz, abgefeimte und gedarrte Gerste oder Weizen, dient hauptsächlich zur Bierzubereitung, aber auch als Backmittel. Malzbier, stark malzhaltiges süßes Bier, das schwach alkoholhaltig ist, wird in der Hauptsache als Stärkungsmittel und als Nährbier für stillende Mütter genoffen. Malzextrakt, eingebampfter leicht verdaulicher Malzauszug, der als Kindernährmittel, als Kräftigungsmittel sowie meist in der Form von Malzbonbons bet Halsentzündungen bient. Malzkaffee, aus geröstetem Ger- stenmalz gewonnener Kaffee- Ersatz, ber koffeinfrei ist und daher bas Herz nicht beeinflußt. Der Verbrauch von Malzkaffee ist volkswirtschaftlich von Bedeu- Mefser putzen ist viel leichter unb geht schneller mit einer Messerputzmaschine. Die mit Vürstenscheiben versehene Maschine gibt ben Messerklingen einen schonen Hochglanz. Außerdem finb bie Messerputzmaschinen mit einem Gabelputzer versehen. Lassen Sie sich diesen Helfer mal zeigen bei 3. B. Häuser, Gießen, am Oswaldsgarlen, Fernsprecher 2145/2146. Der Verlauf der Börse brachte am Aktienmarkt Sonderbewegungen am Elektromarkt, an dem bei nicht sehr großen Umsätzen infolge der Marktleere die Kurse stärker anstiegen. Schuckert 176 nach 174 (172), Siemens 219,50 nach 217,25, Felten 139,50 nach 138,75, Gesfürel 151,50 bis 152 nach 150,50. Weiter gesucht wurden außerdem Bemberg mit 143 nach 141,90, Reichsbank 211,50 nach Unv. 210. Auch an den übrigen Marktgebieten ergaben sich kleine Erhöhungen, so daß die Tendenz allgemein fester war. Etwas rückläufig waren jedoch Feinmech. Fetter mit 107 nach 107,75. Von später erstmals notierten Werten ermäßigten sich Zellstoff Waldhof nach eintägiger Pause auf 157,25 (159), die übrigen Papiere brachten meist kleine Erhöhungen. Am Rentenmarkt zogen Zinsvergütungsscheine weitere 0,13 o. H. an auf 95,25, ferner waren einige 5prozentige Industrie-Anleihen gesucht und etwas fester, 5 v. H. Ewald Ludwig 101,90, 5 v. H. Mansfelder 102,50, 5 v. H. Hoesch 102,75. Goldpfandbriefe stark gesucht und teilweise infolge Materialmangels gestrichen. Liquidationspfandbriefe der Gemeinschaftsgruppe 0,20 v. H. höher, dagegen Pfälz. Liquid. 101,13 (101,30). Don Kommunal- Obligationen Meininger 98,25 (98). Stadtanleihen unterlagen Schwankungen bis 0,25 v. Sy Dekosama Altbesitz nach Pause 134,25 (133,25). Im Freiverkehr lagen Ufa Film fest mit 75 (72,75), Adlerwerke Kleyer unv. 115, Wayß & Freytag 0,50 d. Sy höher mit 150,50, VDW. 1 d. Sy niedriger gesucht mit 169. — Tagesgeld sehr leicht mit 2,25 (2,50) v. S) Abendbörse fest. Die Abendbörse verkehrte ebenfalls in fester Haltung und brachte durchschnittliche Erhöhungen von 0,25 bis 0,50 d. Sy Das Geschäft war auf Teilgebieten lebhaft, da auf dem erhöhten Kursstand einiges Material herauskam, so daß die Nachfrage ohne größere Steigerungen befriedigt werden konnte. Im Vordergrund blieben weiterhin Elektropapiere, besonders Siemens in Anlehnung an Berlin mit 221 (219), Schuckert 177 (176,50), Gesfürel mit 152 bis 152,50 (151,50), Felten mit 139,25 (138), auch AEG. 0,25 v. Sy fester mit 43 und Elektr. Lieferungen 0,50 v. Sy mit 136, dagegen von Nebenwerten Lechwerke 116 (116.50). Der Montanmarkt lag ruhiger bei voll behaupteten, teils 0,13 bis 0,25 v. Sy höheren Kursen, Rheinstahl knapp gehalten mit 154,25 (154,50, Berlin 155,25). Laurahütte lebhafter mit 21,50 (21,13). Etwas leichter- lagen Chemieaktien, Scheideanstalt 261,50 (262), IG. Farben 165,75 (166). Von Einzelwerten stiegen Bemberg bei lebhaftem Geschäft auf 143,90 nach- 143,50 (143,40), Conti Gummi gewannen 1 v. Sy auf 190 und AG. für Verkehrswesen 0,50 auf 126. Fest lagen ferner Zellstoffaktien, Waldhof 160 (159), Aschaffenburger 144 (143,50). Schistährtspapiere blieben gut behauptet, Hapag 19, Nordd. Lloyd 20.40 (20,25). Maschinen- und Motorenwerte waren kaum verändert. Am Einheitsmarkt notierten Kalter Brauerei unv. 53,50, Schriftgieß. Stempel unv. 110. Der Rentenmarkt lag dagegen ruhig, es bestand aber unvermindert Nachfrage. Kommunal-Umschul- dung bewegten sich zwischen 94,20 bis 94,30, Reichsbahn-Vorzugsaktien bröckelten 0,25 v. Sy ab auf 127,25, 4,50 v. Sy Kruvv unv 99,75, ebenso 6 v. Sy IG. Farben mit 131,75 __________________ Dom Militärspori- fest in Büdingen. Das große Militärsportfest, vom 3. MG.-Batail- lon veranstaltet, war am vergangenen Wochenende für Büdingen ein großes Ereignis. Das Fest brachte auch einige humorvolle Vorführungen. Hier zeigt sich einer der Teilnehmer beim „Wurstschnappen" von seinem Wagen aus, einer sicherlich rechtschwierigen Uebung. (Aufnahme: K. Arheit, Büdingen.) XWh- •*►**»/ X P F lM Frankfurter Pferdemarkt.. Frankfurt a. M., 6. Juli. Ans dem Frankfurter Pferdemarkt entwickelte sich bei mittelstarkem Auftrieb zufriedenstellendes Geschäft. Die Preise hielten sich etwa auf der Basis des Vormonatsmarktes. Es wurden nachstehende Durchschnittspreise je Stück erzielt: Für mittelschwere Arbeitspferde Hunsrücker Schlag 950 bis 1300 Mark, für norddeutsche Pferde, Oldenburger, Hannoveraner u. ä., 1550 bis 1600 Mark, für schwere rheinischbelgische Pferde 1700 bis 1800 Mark. Für Schlachtpferde sind die Preise seit dem letzten Markt etwas zurückgegangen, es wurden 20 bis 30 Mark je 50 Kilogramm Schlachtgewicht bezahlt. Frankfu ter Zchlachwiehmarkt. Frankfurt a. M., 6. Juli. Auftrieb: Kälber 561 (gegen 435 am letzten Dienstagsmarkt), Hämmel und Schafe 150 (97), Schweine 5425 (4430). Notiert wurden je 50 Kilogramm Lebendgewicht in Mark: Kälber a) 64 bis 65 (am 29.6. 63 bis 65), b) 55 bis 59 (55 bis 59), c) 42 bis 50 (45 bis 50), d) 30 bis 40 (35 bis 40). Hämmel b2) 48 bis 51 (48 bis 51), c) 46 (44 bis 47). Schafe nicht notiert (—). Schweine a) 55,50 (54), bl) 55,50 (54), b2) 55,50 (54), c) 54,50 (53), d) 51,50 (51), e) — (49 bis 50). Sauen gl) 55,50 (54), g2) — (52). Marktverkauf: Kälber lebhaft, Hämmel und Schafe langsam, Schweine zugeteilt. Fleischgroßmarkt. Beschickung: 1414 (928) Viertel Rindfleisch, 100 (42) halbe Schweine, 242 (155) ganze Kälber, 14 (17) Hämmel, 3 (7) Kleinvieh. Notiert wurden je 50 Kilogramm in Mark: Ochsenfleisch a) 80, b) 69, c) 61. Bullenfleisch a) 77, b) 66. Kuhfleisch a) 77, b) 65, c) 54. Färsenfleisch a) 80, b) 69. Kalbfleisch I 81 bis 97, b) 68 bis 80. Hammelfleisch b) 90 bis 95. Schweinefleisch b) 73. Fe11waren. Speck aus hiesiger Schlachtung, roh unter 7 Zentimeter, 78, Flomen 80 Mark je 50 Kilogramm. Marktoerlauf: lebhaft. Frankfurter Obst- und Gemüsemarkt. Frankfurt a. M., 6. Juli. Arn Gemüse- markt bestand reichliches Angebot von Blumenkohl, Bohnen, Gurken, Karotten, Kohlrabi, Kopfsalat und Frühkartoffeln. Auch alle übrigen Gemüsearten waren ausreichend vorhanden, nur in Tomaten waren die Zufuhren ausgesprochen knapp. Das Geschäft war ruhig. Für Bohnen gingen die Preise weiter merklich zurück und zwar für grüne auf 15 bis 20 (gegen 22 bis 30 am letzten Freitag) und für gelbe auf 15 bis 20 (25 bis 28) RM. für je 50 Kilogramm. Auch für Gurken je 100 Stück mit 10 bis 28 (10 bis 40) und für Kopfsalat je 100 Stück mit 5 bis 12 (5 bis 14) RM. lagen die Preise niedriger. Von ausländischen Zufuhren waren geringe Mengen Gurken, Tomaten und Zwiebeln vorhanden. Der Ob st markt hatte weiterhin gutes Angebot von Kirschen, Johannisbeeren, Himbeeren, Heidelbeeren und Stachelbeeren, auch Birnen, Sommeräpfel und Pfirsiche wurden in steigendem Maße angeboten. Das Geschäft war befriedigend. Für Kirschen zogen die Preise je 50 Kilogramm auf 30 bis 40 (25 bis 35) RM. an, Heidelbeeren gingen auf 23 bis 25 (30 bis 32) RM. je 50 Kilogramm zurück. Rundfunkproaramm Donnerstag, 8. Juli. 6 Uhr: Choral. — Morgenspruch. — Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Bäderkonzert. 9.30: Hausfrau hör zu! 9.45: Nachrichten. 11.45: Deutsche Scholle. 12: Mittgskonzert. 13: Nachrichten. — Offene Stellen. Nachrichten ans dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Allerlei von zwei bis drei. 15: Für unsere Kinder. 15.15: Volk und Wirtschaft. 16: Nachmittgskonzert. 18: Zeitgeschehen im Funk. 19: Variationen über das Thema in „A-mor". 20: Ach, ich hab' ja so viel Rhythmus . .! 21: Nachrichten. 21.15: Konzert. 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.20: Internationale Turnierwoche Insterburg- Trakehnen: Jagdspringen der Klasse SA. um den Preis des Führers. 22.30: Volks- und Unterhaltungsmusik. 24 bis 1: Nachtkonzert. ------------ 1 7ir-Meter-Flug mit Muskelkraft. Eine neue Weltbestleistung wurde auf dem Flugplatz Meiningen mit dem Haeßler-Fillinger-Muskel- kraftfahrzeug erzielt, obwohl für diese Klasse von Flugzeugen bisher keinerlei Bestleistungen offiziell geführt werden. Unter Kontrolle der Luftaufsicht wurden insgesamt acht Muskelkraft-Flüge durchgeführt, bei denen mehrere über der alten Bestleistung von 427 Meter lagen. Der auch als Radrennfahrer hervorgetretene Offenbacher Heini Hofmann flog zum Schluß eine Strecke von 712 Meter. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) R. h. $. Die in Ihrem Besitz befindlichen, aus der Aufwertung von Kriegsanleihen stammenden Deutschen Auslosungsrechte sind jederzeit verkäuflich, wobei sich der erzielbare Kurs — zuletzt etwa 126)4 Prozent — auf den Rückzahlungswert, d. i. der fünffache — nicht, wie Sie meinen, der 5^fache — Nominalwert bezieht. Für Ihren Besitz von nom. 150 Mark würden Sie also z. Zt. etwa 947 Mark erzielen. Den Verkauf, wie auch den Ankauf der Reichsschatzanweisungen vermitteln Ihnen die Bankinstitute. Zeitschriften. — Die Julifolge von „Westermanns Monatsheften" wird mit einem künstlerischen Beitrag „München, die Hauptstadt der Bewegung, am Tag der deutschen Kunst. 16. bis 18. Juli 1937" eingeleitet. Eine aufschlußreiche Abhandlung über „Die politische Lage am Mittelmeer" von Ernst Wilhelm Eschmann behandelt gegenwartsnahe Fragen um die Vormachtstellung mehrerer Staaten in einem geographischen Raum. In dem Aussatz „Dame oder Frau" entwickelt E. Mikeleitis an Hand farbenprächtiger Wiedergaben von Gemälden bekannter Maler aus verschiedenen Zeitabschnitten den zu allen Zeiten unwandelbaren Begriff des fraulichen Wesens. Architektonisch schöne, dem Mittelalter entstammende Gasthöfe, von denen charakteristische Bilder veröffentlicht werden, wissen manche geschichtlich bedeutende Begebenheit zu berichten. Das beweist der Aufsatz „Hotels erzählen Geschichten". Rotraut Hinderks-Kutscher führt den Leser durch seine Erzählung „Dult in der Au" mit den entzückenden Aquarellen in die zauberhaft bunte Bewegtheit einer Welt von Schaubuden, Trödlerläden, Nippesläden, Karussells und was es sonst noch vielseitiges auf Jahrmärkten gibt. Packende Erzählungen, Aufsätze aus allen Gebieten vervollständigen das Heft. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstagnachmittag geschlossen Laßt Kinder reiten! Während der Sommerferien verbilligt Anmeldung Freitag, den 9. Juli, ab 10 Ubr AmversMs-Reilinstttut __________Schömbs. 4588 D Verlobungs-Anzeigen liefert BrühPsche Druckerei Steinzeug rohre Stalls artikel USW. 1541D H.GIatfhaar&Sohn Frankf. Straße 19 Müblstraße 18 Tel. 3144/3145. Me$itzemne.Uieh Heute, um 20.15 Uhr, im Rest. „Stadt Wetzlar“, Ludwigstraße: Graue bese'6gt Orla u Flasche 1.80, extra stark 2.50 naare Unschädlichi Sich Wirkung Drog. Elges, Seltersweg 68 a 4579V Löwen-Drog.Kilbinger, Seltersw.69 Drog. Winterhoff, Kreuzplatz 10. Für die vielen Glückwünsche, Blumen und die Geschenke anläßlich unserer Hundertjahrfeier auf dem Schiffen berg danken wir herzlichst Familie Lyncker Statt Karten Für die uns anläßlich unserer Vermählung erwiesenen Aufmerksamkeiten danken wir recht herzlich Hch. Rühl und Frau Marie, geb. Meister-Kremer 03386 4581 V Malzsuppe Maniküre tung, weil die verwendete Gerste im Inlands wächst. Malzsuppe, medizinische Säuglingsnahrung hauptsächlich aus Mehl und Malz. Manager, engl., entbehrliches Fremdwort für Geschäftsführer, Leiter oder Veranstalter. Manchester, sehr haltbarer, gerippter Baumwollsamt. der hauptsächlich zu Arbeitsanzügen verarbeitet wird, aber auch zu Möbelstoffen. Manchester läßt sich mit milder Seife waschen. Mandarine, eine kleinere Verwandte der Apfelsine, die wie diese als Obstfrucht gebraucht wird. Mandel, teilweise noch gebräuchliche Zähleinheit. Eine Mandel — 15 Stück, vier Mandel — ein Schock. Hauptsächlich bei Eiern angewendet. Mandelentzündung. Siehe bei Halsentzündung. Wichtig ist noch, daß die Mandeln die Schädlichkeiten abfangen, die in den Körper eindringen wollen. Sind sie aber selbst erkrankt, dann bilden sie eine Gefahr für den Körper, oa sie dann eine Brutstelle für die Bakterien sind. Darum bald den Arzt befragen, ob die Mandeln wirklich krank sind und entfernt werden sollen. Mandelmilch. Saft von ausgepreßten süßen Mandeln wird ebenso wie Mandelöl und Mandelkleie (der Rückstand beim Aus- pressen der Mandelmilch) als kosmetisches Mittel verwendet, besonders zur Gesichtspflege, wobei Mandelkleie statt Seife benützt wird. Mandeln. Tonsillen, Gaumenmandeln, eine Anhäufung von lymphatischem Gewebe zwischen dem vorderen und hinteren Gau- menbogen. Mandoline, bauchiges Saiten-. inftrument mit vier doppelten Stahlsaiten, das mit dnem Blättchen geschlagen wird. Manege, der runde Vorführraum im Zirkus. Manfred, männlicher Vorname germanischer Herkunft mit D’Kleider................. 9.75, 7.90, 6.50 Charmeuse D’Kleider....................12.50,10.75, 8.90 elegante Formen, Größe 46-50 Modische Neuheiten D’Kragen — Tuffs — Gürtel — Blumen Markt 16