Nr.8tt Erstes Blatt 187. Jahrgang Mittwoch, 7. April 1937 Giehener Anzeiger Annahme von Anzeigen für Vie Mitlagsnummer bis8*/,Uhr Oes Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen oonTOmm Breite 50 Rpf..Platzvorschrift nach vorh Dereinbg.25"^ mehr. Ermätztgle Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf, Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Erschelrut rag iiry. außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustriert. Eietzener Familienblätte, Heimat im Bild • Die Scholl. MonalS'Bezugrpreis: Mit 4 Beilagen RM. 1.8b Ohne Illustrierte . i.8O Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Sä General-Anzeiger für Oberhessen Postscheckkonto: w 1 4 I f in.il.h.. ».i. NS» Bradl un» Oerlag: Brunn» IMwBtoW und aanarMard R. kaa» In «egen. s»rllil«iiung un« «eMUtteBelle: Schumrai- I Das zweite Dankopfer der Nation. Oie SA. beginnt ihre große Sammlung. B e r l i n, 5. April. (DNB.) Die O b e r st e <521.= tf ul) rung teilt mit: Cm den nächsten Tagen werden die Stürme her <521. wieder, wie im Vorjahr, die Einzeich- nungslisten für das Dankopfer der Nation auflegen, das als ein Geburtstagsgeschenk Des ganzen Volkes an den Führer erneut dem Ge- fubl des Dankes gegenüber feiner fruchtbaren Staatsführung Ausdruck geben wird. Der Führer selbst hat dieser Tat eines echten Sozialismus Richtung und Ziel gegeben und ihren Ertrag dazu bestimmt, dem deutschen Arbeiter Leben und Schaffen schöner zu gestalten. So wurde das erste Dankopfer bereits zur Dankopfer-Siedlung, von der SA. getragen und durch sie als ein Geschenk der Nation an den Führer vermittelt. Auf Grund des umfassenden Einsatzes zieht sich dieses Opferwerk lückenlos über die ganze Nation hin und überall auch im Reich, fei es im Alpenland oder in Ostpreußen, in Oberschlesien oder an der Nordsee, werden aus den großen und kleinen Beiträgen der Volksgenossen Heimstätten für b i e Schaffenden erstehen, würdige und schöne Bauten, die den Arbeiter wieder in die Landschaft hinausführen und ihm die Heimaterde näherbringen. Aus der Erkenntnis heraus, daß bisher alle Wünsche nach Siedlungsmöglichkeit am Mangel eines notwendigen Eigenkapitals scheiterten, wurde das Dankopfer dazu bestimmt, die erforderlichen Erstehungskosten für neue Siedler- stellen zu decken, die an die Würdigsten unter den Werktätigen des Volkes, an Kriegsopfer, Kinderreiche und verdiente Vorkämpfer der Bewegung abgegeben werden. Wenn daher die SA. ihre Ehrenlisten für das Dankopfer auflegt, die jedem Volksgenossen Gelegenheit geben, an diesem Aufbauwerk teilzuhaben, dann wird er wissen, welcher höheren Aufgabe sein Opfer dient, mit dem er Zeugnis ablegt vom Gefühl der im ganzen Volke lebendigen Dankbarkeit gegenüber dem Führer und seinem Werk. DrrpolmscheWeMerbMd fordert deMheGebiele Ein politischer Skandal in Srandenz.-Was sagt die polnische Negierung dazu? $ür oder wider Rex. Mit ungewöhnlicher Heftigkeit, mit dem Einsatz aller publizistischen und reklametechnischen Mittel tobt der Wahlkampf durch Straßen und Säle der belgischen Hauptstadt. Denn am kommenden Sonntag soll der Wahlkreis Groß- Brüssel sich entscheiden, welchen Abgeordneten er in die Kammer schickt: Leon De grelle oder Paul v a n Z e e l a n d. Der Aufwand an politischen Energien und finanziellen Mitteln, der dieser Tage in Brüssel getrieben wird, steht scheinbar in keinem Verhältnis zu der Bedeutung dieses Wahlaktes. Denn ob nun die eine oder die andere Partei einen Vertreter mehr oder weniger im Parlament sitzen hat, ist für das Kräfteverhältnis zwischen Regierung und Opposition an sich ganz belanglos. Aber es geht hier gar nicht um den einen Abgeordnetensitz, es geht um eine Entscheidung grundsätzlicher Art, nämlich um die Frage, ob Leon Degrelle, der Führer der Rex-Bewegung, schon heute eine so starke Mehrheit aller Wähler hinter sich hat, daß er als künftiger Machtfaktor- im Staate anerkannt werden muß. Das Regime selber steht auf dem Spiel. Die Einwohnerschaft Brüssels soll an einem Probe- satt zeigen, ob Belgien künftig nach dem alten liberalen Prinzip aber nach dem neuen autoritären Prinzip regiert wird. So hat es Degrelle gewollt, als er sich zu dieser Ersatzwahl stellte, so hat es der Ministerpräsident angenommen, als er darauf verzichtete, durch einen einfachen Parlamentsbeschluß und eine entsprechende Gesetzesänderung dieser Alternative auszuweichen. Kein Mensch zweifelt daran, daß van Zee- l a nd die absolute Mehrheit der Stimmen für sich erobern wird. Aber es kommt für ihn, wenn er fein politisches Ansehen und das Prestige des von ihm vertretenen Systems retten will, darauf an, daß er, wie man in Brüssel sagt, einen triumphalen Sieg davonträgt. Denn niemand wird von dem jungen Rexistenführer, der bei den letzten Kammerwahlen vom Mai 1936 22 o. H. der Stimmen auf sich vereinigte, nun plötzlich erwarten, daß er die ganze Brüsseler Bevölkerung in die Tasche steckt. Aber wenn der Chef der jungen Bewegung auch nur annähernd die Hälfte der 360 000 Wähler gewinnt, die in der belgischen Hauptstadt wohnen, so bedeutet ein solches Ergebnis schon eine Niederlage für den jetzigen Regierungsführer. Man muß bei der Abschätzung des gegenseitigen Kräfteverhältnisses bedenken, daß Degrelle allein für sich steht, während sein Gegner die Unterstützung der drei alten großen Parteien, der Liberalen, der Katholiken und der Sozialdemokraten genießt, zu denen sich —freilich gegen den Willen van Zeelands — auch noch die Kommunisten gesellt haben. Diese Kräfteverteilung ist überaus bezeichnend für den revolutionären Charakter der gegenwärtigen Auseinandersetzung. Auf der einen Seite steht der jugendliche Idealist, der noch keine Gelegenheit hatte, dem Volke die Richtigkeit seiner Ideen durch die Praxis zu beweisen, der allein durch die hinreißende Gewalt seiner Rede und durch die schonungslose Kritik an den herrschenden Gewalten seine Anhänger gewonnen hat. Auf der anderen Seite steht der angesehene, erfolgreiche Wirtschaftsführer, der im Auslande einen großen Ruf hat und der auch feinem Lande in zweijähriger Regierungsarbeit manchen sozialen und wirtschaftlichen Fortschritt gebracht hat. An der persönlichen Sauberkeit und ehrenhaften Gesinnung der beiden Gegner ist nicht zu zweifeln. So wird das Wahlduell mit verschiedenartigen, aber im großen und ganzen gleichwertigen Waffen ausgetragen. Denn das Minus an Erfahrung, das der eine besitzt, wird durch das Plus an Begeisterungsfähigkeit bei dem anderen ungefähr aufgewogen. Ein wie großes Gewicht man dem Ergebnis der Abstimmung geben darf, das geht schon aus der Spannung hervor, mit der man auch im Ausland den Gang der Handlung verfolgt. Die Engländer und Franzosen sehen in dem Brüsseler Wahlakt geradezu eine Kraftprobe der Demokratie. Auch die Diplomatie der demokratischen Westmächte hat alles mögliche getan, um die Stellung van Zeelands in den letzten Wochen zu stärken. Sie hat ihm bei seinem Londoner Besuch das Versprechen gegeben, Belgien aus seinen Locarno-Verpflichtungen z u entlassen, sie bereitet gerade jetzt den offiziellen Briefwechsel vor, welcher der belgischen Öffentlichkeit kurz vor dem Wahltag die Londoner Abmachungen bestätigen soll, sie hat dem Ministerpräsidenten soeben bas sehr ehrenvolle Angebot gemacht, eine kommenbe Weltwirtschaftskonferenz vorzubereiten, obgleich solche Pläne ben Engländern augenblicklich gar nicht in den Kram passen, — alles zu dem Zweck, das innerpolitische Ansehen van Zeelands gegenüber seinem Wahlgegner zu stärken. In den frankophilen Kreisen Brüssels hat man versucht, eine ähnliche „Einmischung" auch für die andere Seite zu konstruieren. So behauptete die Zeitung „Soir" schon vor einiger Zeit, Leon Degrelle würde von Deutschland mit finanziellen Mitteln für seine Wahlkampagne ausgestattet. Doch diese Lüge hatte nur kurze Deine. Das Gericht stellte fest, daß der Beweis für diese Behauptung nicht erbracht werden könne, und verurteilte das Hetzblatt zu einem Schadenersatz von 25 000 Franken. Der Ruhm, von außen her auf die Gestaltung der belgischen Innenpolitik Einfluß genommen zu haben bleibt also ben alten Demokratien. Deutschland verfolgt die belgische Entwicklung natürlich mit dem größten Interesse, aber es verzichtet nach wie vor auf jeden Versuch einer direkten oder indirekten Einmischung in die inneren Verhältnisse eines anderen Landes. tv- Graudenz, 6. April. (DNB.) Der p o 1 n i s ch e west verband veransiattele in Graudenz im Rahmen seiner Pomerellenwoche eine Kundgebung, an der eine Reihe von offiziellen polnischen Organisationen tettnahmen. 3n den Umzügen wurden, ohne daß die polnische Polizei einschritt, Transparente mit Aufschriften getragen wie ,,G r a u- denz soll die künftige Hauptstadt der nichtbefreiten Gebiete werden!" Auf einem anderen Transparent las man: „Das Schlochauer Land muß in den Schoß der Mutter zurückkehren!" Weitere Schilder verlangten die Einverleibung Masurens, des Ermtandes und des Weichsellandes in den polnischen Staat. Am Markplah war eine große Landkarte im Schaufenster einer Buchhandlung ausgestellt, in der die nach Ansicht des polnischen Westverbandes noch zu befreienden Gebiete, die bisher zu Deutschland gehören, in roter Farbe eingezeichnet waren. Auf ber Kunbgebung sprachen ber Vizestabtpräsibent von Graubenz, Michalowski, ber Sejmabge- orbneter unb Präses bes Westverbanbes ist, unb einige andere Einwohner von Graubenz. Die Kunbgebung enbete mit einem Hoch auf die Republik Polen, den Staatspräsidenten und auf den obersten Führer, Marschall Rydz-Smigly. In einer Resolution wirb u. a. folgenbes erklärt: Die Bewohner der Stadt Graudenz werden wie bisher so auch weiter die Wacht an der Weichsel halten unb die Interessen von Nation unb Staat auf ber pommerelltschen Erbe schützen. Aufrecht erhalten bleibt in seinem ganzen Umfange das nicht realisierte Recht Polens auf die nichtbefreiten Gebiete. Wie nicht den Verlauf der Weichsel, so könne man auch nicht die Forderungen und Bestrebungen der polnischen Ration zur Vereinigung aller polnischen, bisher unbefreiten Länder in den Grenzen des Staates aufhatten. „Den Landsleuten daselbst und besonders im E r m - land und in Masuren senden wir Worte der Begrüßung und der Zuversicht und ermuntern sie zu dem Aushalten bis zu dem Augenblick, wo mit Gottes Hilfe für sie das Morgenrot der Freiheit leuchtet." Es werden bann noch Kampfforberungen gegen b i e beutsche Minberheit in Pommerellen ausgesprochen. VeWens Locarnoverpflichtung. Paris, 7. April. (DNB. Funkspruch.) In unterrichteten Kreisen verlautet, baß für bie Verhandlungen zwischen Frankreich, England unb Belgien über bie Entlassung Belgiens aus ben Verpflichtungen bes Locarno-Vertrages bie gleichzeitige Verpflichtung Belgiens, baß es ben Völkerbunbs- atjungen treu bleiben unb fein Gebiet gegen jeden Angriff verteidigen werbe, bie Grundlage bilbe. Man wolle Belgien in der Weise zufriedenstellen, daß seine Grenzen auch weiterhin garantiert würden, ohne daß Belgien selbst Garantiemacht bleibe. In sehr vorsichtigen Andeutungen verlautet auch, daß Besprechungen im Gange seien über eine Ver- hanblungsgrundlage für ben Abschluß bes 2ße ftp altes. Die Schwierigkeiten, bie burch bie Verpflichtung entstanden finb, die Frankreich, England und Belgien am 19. März 1936 übernommen habe, hält man nicht für unüberwindlich. Roihermere fordert eine neue englische Außenvolitik. London, 7. April (DNB. Funkspruch.) Viscount Rotherme re erklärt in ber „Daily Mail", es sei ein gutes Vorzeichen für die Tätigkeit bes künftigen Premiers, daß er offen zugegeben habe, daß die Politik ber kollektiven Sicherheit unb der Dazu schreibt der „Deutsche Dienst" u. a.: Man darf gespannt sein, was die amtlichen polnischen Stellen zu dieser geradezu skandalösen Resolution und zu dieser Kundgebung sagen werden. Wenn in Deutschland in dieser Form in einer öffentlichen Kundgebung eines großen Verbandes unter den Augen ber Regierung durch ben Bürgermeister einer Stadt in dieser Form Forderungen auf große polnische Gebiete angemeldet würden und ferner entsprechende Landkarten ausgestellt und Transparente angebracht würden, wie „Wir fordern Pommerellen und ganz Posen zurück!", „Wir verlangen die Rückgabe Ostoberschlesiens!" ober „Wir grüßen die Millionen unerlöster deutscher Brüder in Posen und Pommerellen!", dann würden mit Recht die polnischen Stellen dagegen Protest erheben und das als einen sehr unfreundlichen Akt und 'eine Einmischung in bie inneren Verhältnisse Polens betrachten. Das gleiche Echo muß natürlich eine derartige Kundgebung in Deutschland haben unb alle jene Kreise in Polen, bie guten Willens sind, werden zweifellos ber beutschen Bevölkerung bie Berechtigung ihrer außerordentlichen Empörung nicht ad- streiten. Man darf nur hoffen, daß sie stark genug sind, auch d i e entsprechenden Maßnahmen gegen derartige Hetzer und Schreier zu veranlassen unb solche Elemente wie ben Vizebürgermeister von Graudenz ein für alle Mal aus der Politik zu entfernen, zumal sie dem polnischen Staat mit ihrer chauvinistischen Kundgebung keinen Dienst geleistet haben. Man darf das um so mehr hoffen, als schon die Bezeichnung „un erlöster Gebiete" in einer kleinen Zeitschrift ober die andeutungsweise Anführung der ehemaligen de urschen Reichsgrenzen auf einer alten Landkarte polnische Stellen bereits z u energischen Protesten in Deutschland zu veranlassen pflegen. Verdrängung der deutschstämmigen Eisenbahner bei derpolnischenStaatsbahn inOanzig. Danzig, 6. April. (DNB.) Bei einem Kameradschaftsabend der deutschstämmigen Eisenbahner in Danzig wies Gaufachschaftsleiter und Vvlkstags- abgeorbneter Paul Nicklas auf bie bebaiierliche Entwicklung der Zahl ber Beschäftigten bei der polnischen Staatsbahn in Danzig hin. Seit dem Jahre 1921 ist bie Zahl ber polnischen Eisenbahner im Lohnverhältnis v v n 3 v. H. a u f 8 2 v. H. unb im Beamtenverhältnis v v n 3 v. H. a u f 6 2 v. H. gestiegen. Sanktionen sich als Fehlschlag erwiesen habe. Die einzige Sicherheit Englands liege darin, die Außenpolitik in Einklang mit dem neuen Gleichgewicht zu bringen, das auf dem Kontinent entstanden fei. Neville Chamberlain würde gut daran ^un, es zu feinem Leitsatz zu machen, daß Spanien die britische Nation nichts angehe. Die inneren Streitigkeiten anderer Länder müßten diesen s e I b ft zur Beilegung überlassen bleiben. Er sollte aber erkennen, daß vom Standpunkt Englands aus ein von Moskau beherrschtes Spanien das schlimmste wäre. Englands Oelversorgung für den Kriegsfall. London, 7. April. (DNB. Funkspruch.) Das amerikanische Innenministerium hat die größte Oel- lieferung, die je in Auftrag gegeben wurde, ange = halten. Es handelt sich um rund 16 Milliarden Liter Oel, die von England aufgekauft worden sein sollen, um sie auf Grund bes Rüstungsplanes für einen Kriegsfall einzulage'rn. Die Oelgesellschaften von Texas verhanbeln jetzt mit ber Regierung über bie Ausfuhrgenehmigung. Man plant ben Bau einer Oelleitung von Texas zum Atlantischen Ozean, um englischen Delbampfern das Tanken zu erleichtern. Das Oel würbe bann in England in riesige unterirdische Lager gepumpt werden. Zwischen Schutzzoll und Freihandel. Wie eine Schwalbe noch keinen Sommer macht, so ist auch bie Rede des Staatssekretärs ber Vereinigten Staaten, Hüll, gelegentlich ber Wiederkehr des Tages des Eintritts ber USA. in ben Weltkrieg trotz der zur Schau getragenen amerikanischen Selbstkritik noch keine Wendung zum Freihandel. Allerdings ist schon diese amerikanische Selbstkritik bezeichnend für die amerikanische Stimmung, denn bisher war im Lande des Keep smiling jede Kritik an der Handelspolitik geradezu verpönt. Wenn Staatssekretär Hutt offenherzig klarlegt, gerade Amerika habe 1928 durch die Erhöhung ber Schutzzölle einen Schlag gegen den internationalen Wirtschaftsaustausch geführt, bann läßt bas tief blicken. In Wirklichkeit hat aber nicht nur in ber Nachkriegszeit bie norüamerikanische Union ben Reigen ber Schutzzoll-Länber angeführt, sondern sie hatte ganz bewußt schon in den 90er Jahren bes vorigen Jahrhunberts ihre damalige Monopolstellung als Weizen-, Fleisch- und Baumwoll-Lieferant der ganzen Welt dazu ausge- nutzt, um ihre eigene Industrie durch die McKinley- Zölle künstlich hoch zu schrauben und die anderen Länder geradezu der amerikanischen Wirtschaft tributär zu machen. Damals begannen allmählich die europäischen Nationen, nicht nur sich andere Roh- stoffgebiete zu suchen, sondern sich mehr und mehr von der amerikanischen Monopolstellung unabhängig zu machen, und schließlich hat, gerade durch Amerikas sture Haltung beeinflußt, nach den Zeiten der Prosperity, die Amerika einen einmaligen Gewinn auf Kosten des durch den Krieg ausgebrannten Europa in den Schoß warf, diese Bewegung dazu geführt, daß Amerikas Monopolstellung auf immer verloren ging. Wenn Hüll sich auf Wilson beruft, der eine Niederlegung der Handelsschranken im dritten seiner 14 Punkte forderte, so hat A m e r i k a selbst alles getan, um diese Punkte wirtschaftlich unb politisch nicht zu verwirklichen. Man muß Hüll aber Darin recht geben, daß gerade in Versailles eine große Gelegenheit versäumt wurde, einen Frieden Zu schaffen, der wirklich Bestand hätte. Die Siegerstaaten haben eine Politik des Eigennutzes betrieben, die sich schwer gerächt hat, unb Hüll gibt zu, baß bie Zentralmchchte notgedrungen sich ebenfalls handelstechnisch absperrten, sobald sie wirtschaftlich wieder die Ellbogen rühren konnten und selbständiger wurden. Gegen den Willen, gegen den Buchstaben des Versailler Vertrages, dieses Werks ber politischen unb wirtschaftlichen Unvernunft. 21ber so wertvoll die Selbstbezichtigung unb bie Erkenntnis des amerikanischen Staatssekretärs ist, daß nur durch die Niederlegung der Handelsschranken die Welt des Abendlandes wirklich zum Frieden kommt, so stark sind doch die Widerstände gegen diese Vernunft, unb es ist nicht verwunderlich, daß England dabei an die Spitze der Ablehnenden sich stellt. England hatte bis zuletzt ben Freihandel beibehalten, und zwar lediglich deshalb, weil England als Industriemacht und als agrarisches Zuschußgebiet ein klares Interesse am Frei- hanbel, am ungehemmten Warenaustausch besaß. Die Freihanbelsperiode Englanbs hat kaum hundert Jahre gedauert. Sie begann mit der Propaganda Cobdens und seiner Manchester-Schule in ben 30er Jahren bes vorigen Jahrhunderts gegen die Kornzölle, und zwar weil die aufblühenbe englische Industrie, bie damals dieselbe Monopolstellung einnahm wie einige Menschenalter später Amerika in Agrarerzeugnissen, billiges Brot für ihre Arbeitermassen nötig hatte. Nur im doktrinär gerichteten Deutschland konnte die Frage, ob Schutzzölle oder Freihandel das beste seien, aus einer Nützlichkeitsfrage zum Prinzip der liberaliftifchen Weltanschauung gemacht werden. England war davon frei. Als die Umstände sich änderten, als das englische Industriemonopol gebrochen wurde, ging England daran, ür sein Empire einen Wirtschaftsraum lediglich zugunsten der Mutter-Insel zu schaffen, und da in diesem Jahr die Konferenzbeschlüsse von Ottawa wieder überprüft werden sollen, geht schon jetzt die englische Presse zum Generalangriff gegen Die N'iederlegung Des britischen Zollwal- 1 e 5 vor. Daß Der belgische Ministerpräsident van Zeeland jetzt offiziell Damit betraut ist, die Möglichkeit des Abbaues des internationalen Zoll- toaU.es zu prüfen, kümmert Die EnglänDer bezeichnenderweise wenig. Sie sagen schon jetzt dieser Tätigkeit einen vollen Mißerfolg voraus und geben höchstens zu, daß verschiedene Ausschüsse und Unterausschüsse Die Frucht Der Zeelandschen Tätigkeit sein würDen, daß die Akteirberge wüchsen und die ganze Erörterung Der Niederlegung Der Hanbelsschranken rem akabemisch verlaufe. Mit solchem Pessimismus, solcher Verneinung stehen zwar Die politischen unb wirtschaftlichen offiziellen Äußerungen ber briti- chen Staatsmänner in Widerspruch,' aber bie Verneinung ist tatsächlich ber Grunbzug ber englischen Wirtschaftspolitik. Man spricht von Freihanbel unb orgt gleichzeitig bafür, baß Die Schutzzollmauern um bas Land, unangetastet bleiben! Immerhin ist die Ankündigung Hulls, daß der große amerikanische Kontinent jetzt bie Hanbels- chranken nieberlegen will, wohl als Beginn ber Auseinanbersetzung zwischen Freihanbel unb Schutzzoll anzusehen. Das amerikanische Beispiel konnte, ba Amerika als Wirtschaftsmacht unzweifelhaft an erster Stelle steht, richtunggebenb werben, wenn wirklich Washington ernst macht. Alle Völker haben ein Interesse baran, baß ber Wirtschaftsaustausch wieder ungehemmt vor sich geht, und vor allem die Mächte, Die keine Rohstoffquellen besitzen. Wenn England der Hort des Wiberstandes fein mH, Dünn gäbe es immerhin noch Wege, Durch inter- nationalen Zusammenhalt, Durch eine Begünstigung Der Länder, Die Die Zollschranken usw. niederlegten, diesen Widerstand Der Unvernunft und Des Eigennutzes zu brechen. Aber wird die Wirtschaftspolitik der USA. zur Sammlung aller Vernünftigen aufrufen? Wird sie wirklich nn Allgemeininteresse eine Aera der Niederlegung der Handelsschranken einleiten, also wieder gutmachen, was sie selbst angerichtet? rt. Van Zeelands Auftrag. Brüssel, 6. April. (DNB.) Im belgischen Ministerrat hat Ministerpräsident van Zeeland Bericht erstattet über die Einladung der französischen und englischen Regierung, eine Untersuchung oorzunehmen, über die Möglichkeiten einer allgemeinen Herabsetzung der Kontingentierung und der andern Hindernisse im internationalen Handel, um der Erklärung, die gemeinsam von den Vereinigten Staaten, England und Frankreich nach der französischen Abwertung am 26. September 1936 abgegeben worden ist, Wirkung zu verschaffen. Van Zeeland hat sich grundsätzlich bereit erklärt, diese Mission zu erfüllen. Es sollen unverzüglich Untersuchungen vorgenommen werden, damit van Zeeland sich darüber vergewissern kann, ob die Bedingungen für eine wirksame Aktion vorliegen. „T i m e s" glaubt, daß die Zeit rasch für eine internationale Konferenz für den Abbau der Zollschranken reif werde. In den Vereinigten Staaten seien Regierung und Geschäftsleute von der Besorgnis ergriffen, daß die wirtschaftliche Gesundung sich in einem K o n j u n k t u r r a u s ch verlieren könne. Man höre die Befürchtung, daß falls nicht schnell Maßnahmen ergriffen würden, die augenblickliche Erholung ein Wiederaufleben der Zustände von 1929 und in ihrem Gefolge einen neuen Zusammenbruch bringen könnte. Der Punkt, auf dem man heute in den Vereinigten Staaten und in England angekommen sei, Zwinge die Regierungen beider Länder, ein Mittel zu suchen, um die Basis der Wiedergesundung zu verbreitern und so stabil wie möglich zu gestalten. Die Zeit scheine gekommen zu sein, wo die Länder, die ihren eigenen wirtschaftlichen Wiederaufstieg gefördert hätten, zusammenkommen müßten, um zu sehen, wie sie sich gegenseitig helfen könnten, um eine mehr stabile und allgemeine Ausweitung des Handels zustande zu bringen. Die Erkenntnis wachse daß die Handelshemmnisse auch den Weg zur wirtschaftlichen und politischen Befriedung verbauten, und diese Erkenntnis berechtige zu der Hoffnung, daß man nun auch gemeinsam sich bemühe, diese Hindernisse wenigstens teilweise aus dem Weg zu räumen. Ständig steigende preise in Frankreich.IZi Oie katastrophale Auswirkung der 40-Stunden-Woche. Paris, 6. April. (DRB.) Die plötzlich aus agitatorischen Gründen erfolgte Einführung der 40-Stunden-Woche in Frankreich, durch die auf die Woche ein Arbeitstag weniger entfällt, hat nicht nur in Wirtschaftskreisen, sondern auch insbesondere in Arbeiterkreisen erhebliche Besorgnis hervorgerufen. Abgesehen davon, daß die zugebillgten Lohnerhöhungen den Ausfall eines Tagesverdienstes nicht zu ersetzen vermögen, haben sie sofort ein weiteres Anziehen der Preise auf allen Gebieten zur Folge gehabt. Die Preissteigerung beunruhigt die Bevölkerung außerordentlich und hat im allgemeinen d i e Spanne der Abwertung länast überschritten. Inzwischen ist bereits die Aufwertung der landwirtschaftlichen Preise verlangt worden, eine Forderung, der sich sowohl Regierung als auch Parlament nicht werden widersetzen können, wenn nicht die gesamte Landwirtschaft zusammenbrechen soll. Die Ausdehnung der Sozi a l g e s e tz e von der Industrie auf die Landwirtschaft beschleunigt diese Entwicklung weiter. Schon jetzt übersteigt die Verteuerung der Lebenshaltung die den Arbeitern zugebilligten geringen Lohnerhöhungen. Daraus ergeben sich neue Lohnforderungen, neue Streiks, neue Beunruhigungen für die Wirtschaft und ein weiteres Abgleiten von Aufträgen in andere Länder, so daß bereits jetzt große Werke über Auftragsmangel klagen und es nicht unmöglich ist, daß sie ihre Betriebe stilllegen müssen. Die Großhandelsrichtzahl für 45 verschiedene Waren ist von 372 im Juni 1936 auf 517 Ende Februar 1937, auf 525 am 6. März 1937 und auf 536 am 27. März 1937, also im ganzen um 4 4,1 v. H. (!) gestiegen. Die Richtzahl für I n- dustrieerzeugnisse stieg von 351 im Juni 1936 auf 528 Ende Februar 1937, auf 536 am 6. März 1937 und auf 552 am 27. März 1937, also im ganzen um 57,3 v. H. (!) Die Kleinhandel s r i ch t z a h l, die 34 Artikel umfaßt, betrug Ende Januar 1937 567, Ende Februar bereits 577; die Zahl für März dürfte abermals höher sein. Für die Entwicklung der Einzelhandelspreise gibt das Bulletin de la Statistique Generale de la France u. a. folgende Angaben: Brot: Im August 1936 1,80 Franken je Kilogramm, im Januar 1937 2,20, im Februar 1937 2,40 Franken. Milch: Je Liter im August 1936 1,20 Franken, im Januar 1937 1,50 und im Februar 1937 1,60 Franken. Butter: Im August 1936 16,15 Franken, im Januar 1937 21,75, im Februar 1937 22,80 Franken. Zucker: Im August 1936 3,50 Franken, im Januar 1937 3,95, im Februar 1937 4 Franken. Rotwein: Je Liter im August 1936 2,05 Franken,im Januar 1937 2,40 und im Februar 1937 2,45 Franken. Rudeln: Je Kilogramm im August 1936 5,65 Franken, im Januar 1937 6,50 und im Februar 1937 6,65 Franken. Kalbfleisch: August 1936 22 Franken, im Januar 1937 23,75 und im Februar 1937 27,25 Franken. Die Richtzahl für die Ausgaben einer Arbeiterfamilie von vier Personen ist von 438 Ende 1935 auf 540 Ende 1936, also um 23,3 vom Hundert gestiegen. Die Einführung der 40-Stunden-Woche hat den gesamten Erzeugungsplan in Unordnung gebracht. Die Lieferungszeiten werden nicht mehr innegehal- ten, Bauprogramme werden endlos verlängert, es fetzt Mangel an verschiedenen Waren ein. Das beste Beispiel für die Auswirkungen ist die Weltausstellung, deren Bau trotz aller Anstrengungen der Regierung nur sehr langsam weiterschreitet und die jedenfalls am 1. Mai, der ursprünglich als Eröffnungstag vorgesehen war, nicht fertig sein wird. Wohin dieses Spiel: Herabsetzung der Arbeitszeit — Erhöhung der Löhne — Erhöhung der Preise — Erhöhung der Löhne — wieder Erhöhung der Preise — führen wird, dafür ist die deutsche Inflationszeit das beste Anschauungsmaterial. „Moskau kommandiert." Empörung über das Strafverfahren gegen de la Rocque. Paris, 6. April. (DRB.) Die Eröffnung einer strafrechtlichen Verfolgung gegen den Obersten de la Rocque und drei seiner ersten Mitarbeiter aus der Französischen Sozialpartei bildet das Hauptereignis der Pariser Presse. Die Beschuldigungen, gegen die sich die Leiter der Sozialpartei wehren müssen, sind: Zusammenrottungen und Wiederherstellung eines aufgelösten Kampfbundes. Die Rechtsblätter protestieren gegen die Beschuldigungen und überschütten die Regierung mit beißendem Spott. „Echo de Paris" schreibt: Die Anklage folgt auf das von den Arbeitergewerkschaften ge st eilte Ultima- t u m. Die Regierung ist vor der Drohung der Gewerkschaften zurückgewichen, und die Justiz weicht nun vor der Drohung Der Regierung. Man versagt de la Rocque ein Bürgerrecht, nur weil er der einzige Mann ist, der sich fähig zeigte, eine große Nationalpartei aufzustellen. Die Regierung wird aber vielleicht schon morgen die unangenehme Ueberraschung erleben, daß sie die Voraussetzungen für einen französischen Faschismus schuf. Der „Jour" unterstreicht, daß sich über den Kopf^des Kabinetts Blum hinweg ein unverantwortliches aber allmächtiges „Ministerium der Massen" gebildet hat. Bei Licht besehen ist es Moskau, das kommandiert! Oie Parade der Lustwaffe in 3R»m. 4 * .M. B I ■ M ’ ■: Das faschistische Italien beging den 14. Jahrestag der Gründung der Luftwaffe mit einer großen Parade, zu der 10 000 aktive und Reserveoffiziere der Luftwaffe aus ganz Italien in Galauniform aufmarschierten. Der König und Kaiser überreichte den Truppenteilen neue Fahnen. — Von links nach rechts unter der Fahne Marschall de Bono, König Viktor Emanuel, Mussolini, Marschall Badoglio und Luftmarschall Balbo bei der Parade am Nationaldenkmal in Rom. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Unter Ausnahmerecht. Oer deutscheprotestinpretoria gegen dieSonderstellungderDeutscheninLi.. west Die Protestnote der Reichsregierung an die Regierung der Südafrikanischen Union zieht in maßvoller und doch hinreichend deutlicher Sprache die notwendigen Folgerungen aus der Tatsache, daß Südafrika im Dezember vergangenen Jahres Die nicht nur in Deutschland laut werdenden Warnungen gegen Die Verkündung eines Sonderrechtes zuungunsten der Deutschen überhört hat. Es ist nicht allgemein bekannt, daß es sich bei dem Mandatsgebiet, in dem die meisten Deutschen sitzen, um ein sog. G - Mandat handelt. Das bedeutet, daß das Mandatsgebiet lt. Artikel 22 der Völkerbundssatzung einfach als zugehöriger Bestandteil des au'fsichtführenden Staates, in diesem Fall also Der Südafrikanischen Union, behandelt wird und daß es nach den Gesetzen dieses Staates regiert wird. Mit anderen Worten, das südafrikanische Mandatsgebiet, die ehemalige deutsche Kolonie Deutsch-Südwestafrika, ist im Vergleich zu den für die A= und B-Mandate geltenden Maßnahmen den schärfsten Bestimmungen unterworfen, genau wie die ehemals deutschen Süd- fe einfein. Nichts ist bezeichnender, als daß gleichwohl der Mandatarstaat die Bestimmungen der Völkerbundssatzung über den Schutz Der eingeborenen Bevölkerung ostentativ durchführt, aber mit der deutschfeindlichen Verlautbarung vom 2. April gerade denjenigen kulturell und zivilisatorisch h o ch- stehenden Bevölkerungsteil unter ein Sonderrecht stellt, der sich der südafrikanischen Regierung gegenüber nachweislich stets streng loyal verhalten hat und trotzDem schon bisher zahlreiche Beeinträchtigungen seiner vertraglich verbrieften Gleichberechügung hinnehmen mußte! Wir erinnern nur an den Vorgänger Der neuen VerorDnung, nämlich an das U n i f o r m v e r b o t und das Verbot nationalsozialistischer Organisationen vom Juli 1934. Wir erinnern aber auch daran, daß Die neue südafrikanische Verfassung vom Jahre 1925 das deutsche Element ausdrücklich als i n t e g r i e r e n D en Bestandteil Der gesetzgebenden Versammlung anerkennt Im November 1934 versuchte die südafrikanische Regierung, das Mandatsgebiet durch eine Abstimmung des Landesrates als „fünfte Provinz" dem eigenen Staatsgebiet anzugliedern. Nur Das peinliche Aufsehen, Das dieser versuchte Vertragsbruch in der Welt erregte, und das sogar zu einer peinlichen Erörterung des Falles in Genf führte, veranlaßte damals Die Union, von dieser neuen Vergewaltigung Des ohnehin höchst zweifelhaften Mandatsgedankens abzusehen. Aber seitDem ist der teils offene, teils getarnte Kampf gegen das Deutschtum in Südwest von der südafrikanischen Regierung immer wieder vorgetragen worden. Natürlich hat sich die neunköpfige Kommission des V ö l k e r b u n d e s, der die Durchführung der Man- datsbestimmunaen und ihre korrekte Einhaltung unterstellt ist, weder damals noch im Dezember vergangenen Jahres bei Bekanntwerden des südafrikanischen Sonderrechts-Planes, noch jetzt am 2. April bei feiner Verkündigung mit der pflichtschuldigen Energie um ihre Aufgaben gekümmert. Denn, der Völkerbund ist in seiner gegenwärtigen Form glc'^bedeutend mit der Machtgruppe Frank- reich-Ensiland, und es handelt sich ja bei dem gefährdeten Volkstum in Südafrika nur um Deutsche ...! Was bedeutet das Deutschtum in Sudwest? Pretoria, 6. April (DNB.) Der Verkehrsund Verteidigungsminister von Südafrika Oßwald P i r o w eröffnete Den Bazar Der Deutschen Schule in Wynberg bei Kapstadt. Er verwies auf die zahlenmäßige Bedeutung des Deutschtums in der Südafrikanischen Union, das die Hälfte des südafrikanischen Beoölkerungsteiles, Dem auch er angehöre, blutsmäßig ausmache. Pirow betonte d i e Disziplin und Die Loyalität des deutschen Volksteiles, Die ihm früher als Justizminister Die geringste Mühe verursacht habe. Auch EnglänDer besuchten gern Die Deutschen Schulen, Da ihnen Dort schätzenswerte Deutsche Eigenschaften vermittelt wür- Den. Bei Der Frage Der Naturalisation handele es sich um ein heikles Thema. Das Wort „Kulturdünger" sei ein böses Wort. Die Union erwarte Die Einbürgerung Der Deutschen, Die in Der Union ihre Heimat, ihren Broterwerb und ihre endgültige Niederlassung gefunden hätten, im Interesse ihrer Familie und Kinder. * Der in Pretoria erscheinende „Deutsch-Afrikaner" erinnert an die Stellungnahme des „Volksblad", das seinerzeit, als Die Einführung Der Deut» Freundschast ohne Wort. Von Walter Bauer. Wenn er früh zur Arbeit geht, trifft er regelmäßig ein junges Mädchen. Sie kommt ihm entgegen, ihre Arbeitsstätte liegt also dort, wo er herkommt. Zur gleichen Zeit geschieht noch mehr: sie treffen sich an einer bestimmten Stelle. Wenn er sich dieser Ecke nähert, ahnt er schon: jetzt muß das Mädchen kommen, seine — nein, Freundin ist zuviel gesagt. Jeden Morgen, manchmal, wenn sie gerade aneinander vorübergehen, pfeift die Sirene der Fabrik und füllt die Luft mit einem schnell ansteigenden und wieder fallenden Ton. Sie wissen beide: fünf Minuten vor acht, es ist noch Zeit, sie brauchen sich nicht mehr zu beeilen, als sie schon tun. Er kann sich genau erinnern, wie diese bekannte Unbekannte aussicht. Er weiß, welches Kleid sie gestern trug und wann etwas Neues an ihr zu bemerken war. Sie kennen sich nicht. Die Namen sind ja auch belanglos, vielleicht würden sie nur enttäuscht werden, wüßten sie das, und die stille, freilich nicht hingehende Freude ihrer täglichen Begegnung müßte erlöschen. Nun, — sie kennen sich nicht, ihre Geheimnisse bewahren sie, jeder für sich; dennoch sehen sie sich Mit einer bestimmten Vertraulichkeit an, die ein anderer niemals verstehen wird. Sie entstand allein durch das Zusammentreffen an einer gewissen Stelle zur gleichen Tageszeit. Der Werktag schenkte ihnen diese Bekanntschaft auf Distanz. An einem Sonntag geht er mit jemandem in einen Park. Plötzlich trifft er die Vertraute seiner eiligen Morgengänge zur Arbeit. Sie sehen sich an, finden am andern ungewohnte Kleidung, finden ihn in einem anderen Teil des Lebens und wissen errötend nicht genau, mit welchem Blick sie sich an= sehen sollen. „Kennst du sie?" wird er gefragt. „Nein", antwortet er; aber er weiß selber nicht, ob er log ober die Wahrheit sagte. — Am folgenden Montag schweben wieder die gleichen Blicke zwischen ihnen, gefüllt mit der forschenden Frage, wie wohl der Sonntag verbracht wurde... So gehen wir aneinander vorüber und kennen uns und sind uns fremd. Nur ein einziger Augenblick des Tages gehört uns gemeinsam, gleich darauf zerfallen wir' wieder in zwei Menschen, Die zur Arbeit gehen. Bliebe einer von uns an einem Tage aus, so könnte das mancherlei bedeuten: Urlaub, eine kurze Reife; Krankheit, eine längere Reise voller Schweigen; Tod, Die Reise ohne Ende. Alles wäre zu erkennen, Der Urlaub an der frischen Farbe des Gesichtes, die Krankheit an den Schatten unter den Augen und an Der Blässe ohne Blut. Das völlige Ausbleiben könnte natürlich auch beDeuten, daß eine neue Arbeitsstelle gefunden oder die alte verloren wurde. Das möchte ich nicht wünschen. Vielleicht geht man so an seinen treuesten Freundschaften vorüber, an einem Menschen, auf den man sich verlassen könnte, der einem Reichtümer des Herzens, die nicht die geringsten sind, schenken würde. Nur einmal habe ich davon gehört, daß ein Mensch die Mauer dieser Distanz durchbrach. Ich finde die Geschichte so schön wie viele Erzählungen in Büchern, sie ist wirklich und unwirklich. Man kann an ihr sehen, wie reich das Leben ist. Die Geschichte spielt in einem südlichen Lande. Der Mann, den ich meine, wanderte auf seiner Reise durch einen Ort. Er ging unter Der schönen Bläue dahin und war seines Lebens sehr froh. Unten rauschte Das Meer unD in ihm vor Entzücken sein Herz. Er hatte Den Ort schon durchschritten, nur ein paar Häuser standen noch vereinzelt an Der Straße. Als er an einem Garten vorüberging, sah er ein junges Mädchen. Es erschien ihm schön, ja, seinen von der Weltfreude erfüllten Augen war sie gleich die Schönste auf der Welt. Er sagte in der fremden Sprache „Guten Tag" und lächelte sie an. Sie antwortete ihm und lächelte auch, vielleicht, weil sie Den fremden Ton hörte. Sie stand im Garten, und er ging vorüber. Als die Bäume an Der Straße ihm Den Blick auf Den Garten wegnehmen wollten, drehte er sich um und winkte, und das Mädchen winkte auch. Nachher sagte er, es sei ihm vorgekommen, sie habe ihm unverwandt nachgesehen und ihr» Hände hätten sich zu gleicher Zeit erhoben. Von diesem Augenblick an begann die Unruhe in ihm. Er brauchte einige schöne Tage, um das Gesicht, Das sich in ihm festgesetzt hatte wie ein Bienenschwarm, mit anderen Anblicken zu beDecken. Er wanderte weiter, bis an sein Ziel, Dann kehrte er zurück. Nun war es merkwürDig: je weiter nörd- lich er kam, um so mehr wurde in ihm Die Unruhe wieder frei, Die er schon vergessen hatte. Er wehrte sich Dagegen, unmöglich konnte er sich eingestehen, ein Gesicht, flüchtig gesehen, sei mehr als alle Kirchen und Paläste, mehr als Die goldhäutigen Säulenhallen. Er konnte zwei Reisewege wählen. Aber er folgte seiner Unruhe, und mit klopfendem Herzen ging er durch Den Ort zurück, in Dem Der Garten stand. Er wurde blaß, Denn Der Garten war leer und Die Fenster Des Hauses waren durch Läden lichtlos gemacht worden, niemand wohnte mehr darin. Er war traurig und erbittert, daß er feiner grundlofen Unruhe gefolgt war. Darauf fuhr er gleich weiter und verbrachte noch einen Tag in einer großen Hafenstadt. Er ging durch die Straßen und nahm sich vor, nichts zu vergessen, da er ja nie zurückkehren könnte. Plötzlich erblickte er im Gedränge auf der anderen Straßenseite das Gesicht des Mädchens! Es muß ihm zumut gewesen sein wie einem Arzt, Der das Ergebnis nächtelanger Mühe findet; nein, noch ganz anders. Nie hat er erklären können, was und wie alles geschah. Das Mädchen sah ihn auch, beide traten aus dem Gedränge, sie tat einen Schritt auf ihn ju, und er ging über die Straße zu ihr. Was später kam, ist hier nicht mehr so bedeutsam. Ihnen war die Möglichkeit gegeben worden, die Mauer Der Distanz, die ihre Lebensläufe voneinander trennte, zu durchbrechen. So behielten sie sich, während doch sonst so leicht die Menschen sich verlieren. Freilich: das war auch noch der einzige Augenblick; im nächsten wären sie schon so weit voneinander entfernt gewesen wie wir alle in den Sternen. Freundschaft ohne Wort, Bekanntschaft auf Distanz — zarter Faden schweigender Vertraulichkeit zwischen den Menschen, du gibst uns kleine, aber niemals unwichtige Freuden, da die großen Freuden manchmal lange auf sich warten lassen. Was mit einem eiszeitlichen Höhlenbewohner geschah. Nicht immer sind die fossilen Zeugen der Vorzeit, wenn sie durch Zufall entdeckt wurden, ohne weiteres den Männern der Wissenschaft vorgelegt worden und so erhalten geblieben. Es ist vorgekommen, daß man die Toten der Höhlen nach Brauch und Glauben auf dem Friedhof bestattete. So entdeckte die Wissenschaft auch den eiszeitlichen Neandertaler erst, als er sein Höhlengrab nach Zehntaufenden von Jahren mit einer christlichen Ruhestätte vertauscht hatte. Ein besonders merkwürdiger Vorfall dieser Art wird in der bei K. F. Köhler in Leipzig erscheinenden Monatsschrift „Germanien" erzählt. Vor kurzem wurde am eiszeitlichen Donaulauf eine neue Wohnhöhle aufgedeckt, in der vor 20 000 Jahren die Mammut- und Höhlenbärenjäger bei ihren Wanderzügen weilten. Erst während der Ausgrabungsarbeit erfuhr der Entdecker, daß hier vor drei Jahrzehnten in einer genau bekannten Nische ein Höhlenmensch „mit auffallend starken Knochen" bei der Freilegung Des Höhleneinganges ausgehoben wurde. Damals wurde eilends eine Kommission vom Nachbarort herbeigerufen, die den Fall wegen Mordverdachtes untersuchte. Da sie Schädel und Gebein eines menschlichen Höhlenbewohners zu erkennen glaubte, wurden diese auf dem Friedhof bestattet. Nach den Aussagen der Augenzeugen, Die heute noch über Ort und Lagerung des aufgefundenen Skelettes übereinstimmende Angaben machten, mußte es sich hier, nach wissenschaftlichem Ermessen, um die Bestattung eines eiszeitlichen Menschen handeln. Nun bot die Höhle glücklicherweise noch Die ungewöhnlich günstige Gelegenheit, die ursprüngliche Lagerstätte des Fossils genauer zu untersuchen, und wirklich fanden sich auch auf einer ausgedehnten Brandschicht der eiszeitlichen Höhlenbewohner noch mehrere Teile des starkknochigen Skeletts: ein kurz gedrungener Oberschenkelknochen, Rippen, Wirbel und schließlich das gewaltige Gebiß eines — Höhlenbären. Nur das Schädeldach und die übrigen Gebeine fehlten; denn sie waren bereits damals auf dem Friedhof des Ortes beigesetzt worden. das (Scherl-Bilderdienst-M.) Kleine politische Nachrichten Folge geleistet. * 44/37 >.ycr evve (ÄNDE yMJÜe/k ►wem. Das erste deutsche KdF.- Schiff läuft vom Stapel. wirtschaftlichem Gebiete, besonders bedacht sind. Neben Vertretern der Ministerien und der Parteistellen hatten die leitenden Herren der größten deutschen Jndustriekonzerne sowie Vertreter der an dem Bezüge landwirtschaftlicher Erzeugnisse aus Bulgarien beteiligten Organisationen der Einladung Am 5. Mai wird auf der Werft von Blohm & Voß in Hamburg der e r st e neue KdF. --Dampfer vom Stapel laufen. Das neue Schiff ist ein 25 000 Tonnen großes Zweischrauben- Fahrgastschiff von 208,50Meter Länge und 23,50 Meter Breite. 1460 KdF.- Urlauber können ausgenommen werden, für die 248 zweibettige und 241 vierbettige Kabinen zur Verfügung Leistungssteigerung der bäuerlichen Hühnerhaltung. Berlin, 6. April. (DNB.) In Erweiterung der Derbilligungsaktion für die Beschaffung von Eintagskücken und Junghennen für bäuerliche und landwirtschaftliche Hühnerhaltungen sind für das Frühjahr 1937 weitere 550 000 RM., also nunmehr insgesamt eine Million RM. zur Verfügung gestellt worden. Die Ankaufsbeihilfen beim Bezüge von Eintagskücken und Junghennen aus anerkannten Zuchtbetrieben haben zu einer merkbaren Verbesserung und L e i st u n g s st e; g e- r u n g in den bäuerlichen und landwirtschaftlichen Hühnerhaltungen geführt. Anträge auf Bewilligung find an die Landesbauernschaften zu richten. schen Sprache als dritte Amtssprache in Südwest abgelehnt wurde, unter der Ueberschrift „Ein Schandfleck auf unserem Schilde" feststellte: „Die Deutschen bilden die Hälfte der Bevölkerung Südwests. Sie erst haben das Land zudem gemacht, was es ist. Ein Viertel unseres Volkes stammt von deutschen Voreltepn. Wie können wir diesen Menschen etwas versagen, was uns s e l b st unschätzbares Kleinod ist, nämlich unser Recht auf unsere Sprache. Spätere Geschlechter werden es als einen Schandfleck auf unserem Wappenschild ansehen, daß wir die deutsche Sprache unterdrückten. Je eher wir diesen Fleck ausmerzen, desto besser für unser Volk und für das Mandatsgebiet, das durch die Völker der Welt unserer Obhut anvertraut wurde." Der „Deutsch-Afrikaner" schließt: „Wir bedauern, daß die Unions- Regierung das Mandatsproblem nicht in diesem G e i st e behandelt. Den Deutschen Südwests wurde nicht nur die dritte Amtssprache versagt, sie stehen jederzeit sogar unter Ausnahmerecht." Die Aufgabe des deutschen Geschichtslehrers Ein Bortrag Alfred Rosenbergs. Flensburg, 7. April. (DNB.) Die vom NS.- Lehrerbund in Flensburg veranstaltete Tagung für Geschichtslehrer wurde mit einem Vortrag des Reichsleiters Alfred Rosenberg über deutsche Geschichte eröffnet. Er wandte sich gegen Stimmen, die die große heutige Liebe für geschichtliche Fragen gleichsam als eine Flucht in die Geschichte hinstellen. „Nicht Flucht in die Geschichte, sondern tieferes Erkennen der ringend en Gewalten, die aus der deutschen Vergangenheit bis in die Gegenwart hineinragen." Die deutsche Gesamtschau der Vergangenheit reiche heute weiter zurück als jemals früher. Die Ergebnisse der Rassenkunde und Vorgeschichte zeigten uns einen anderen Kraftstrom als konfessionelle und liberale Geschichtsbetrachtung ihn behaupteten, lieber Stammesrivalitäten, über die Tiefe der Konfessionen und Dynastien habe das gesamte Volk heute jenen Freiheitsbegriff in sich wieder lebendig gemacht, der der Urtrieb des früheren germanischen Menschen stets gewesen ist und beschränkt war auf die kleineren Gruppen der Stämme, Konfessionen oder Dynastien. Und deshalb gibt es für uns keine katholische, protestantische, liberalistische, dynastische oder marxistische Geschichtsbetrachtung, sondern nur eine gesamtdeutsche Geschichtserleben. „Was sich heute in Deutschland abspielt, ist das Herstellen eines neuen und doch urgermanischen Verhältnisses zwischen politischer Autorität und völkischer Freiheit. Die nationalsozialistische Bewegung erscheint als originale Neuformung unserer Zeit, beruhend auf den ewigen Werten des deutschen Führer- und Gefolgschaftscharakters. Die große Aufgabe des deutschen Geschichtslehrers ist es deshalb, das Heranwachsende Geschlecht mit Stolz auf die Größe der Kämpfe und schöpferischen Leistungen deutscher Vergangenheit zu erfüllen und die deutsche große Gegenwart als einen Abschluß vieler Strömungen in der Vergangenheit und zugleich als Beginn einer neuen großen Epoche zu schildern." Landarbeit erseht weibliche Arbeitsdienstpflicht. Berlin, 6. April. (DNB.) Zur Durchführung des Bierjahresplanes müssen auch ausreichende weibliche Arbeiiskräfle für die deutsche Landwirtschaft bereitgeftellt werden. Obwohl die landwirtschaftliche Tätigkeit allein kein Ersah des Arbeitsdienstes ist, haben der Reichsminister des Innern und der Reichsarbeitsführer sich damit einverstanden erklärt, daß diejenigen Mädchen über 16 Jahre nicht mehr zur Ableistung der künftigen A r b e i t s d i e n st p f l i ch t der weiblichen Jugend herangezogen werden, die nachweislich vor dem 1. November 1 9 3 8 freiwillig mindestens neun Monate Landarbeit geleistet haben. Nähere Auskunft erteilen die Arbeitsämter. Reichsminister Dr. Goebbels empfing den Generalinspektor für das italienische Filmwesen im italienischen Ministerium für Presse und Propaganda, Luigi F r e d d i. Im Rahmen einer längeren Unterredung wurden Fragen der deutsch-italienischen Zusammenarbeit auf dem Gebiet des Filmes besprochen. * Das Höchste Gericht in Warschau legte einem der übelsten Hetzer gegen das nationalsozialistische Deutschland das Handwerk, indem es ein gegen den Redakteur Arthur Trunk Hardt in Rybnik ergangenes Urteil wegen Beleidigung des Führers bestätigte. Das Urteil lautete auf sechs Monate Gefängnis, weil in mehreren Artikeln seines berüchtigten Hetzblattes „Katholische Deutsche Volkszeitung" in Rybnik das deutsche Staatsoberhaupt beleidigt worden war. Reichsminister Rust in Athen. Athen, 6. April. (DNB.) In Abwesenheit des Königs empfing der griechische Kronprrinz Paul Reichsminister R u st in Audienz. Zur gleichen Zeit weilte die Gattin des Ministers in Begleitung der Gräfin Rantzau bei der Prinzessin Irene. — Später erstattete Reichsminister Rust dem Kultusminister Georgakopoulos sowie dem Minister Kotzias Besuche ab. Reichsminister Rust beuchte dann mit dem Leiter des Archäologischen Instituts Athen, Dr. W r e d e, dem Ministerialdirektor und Leiter der griechischen Altertümer, Oikono- mos, sowie dem Direktor der Akropolis, Kypa- r i s s i s , unter Führung Professor D 0 e r p f e l d s , die Akropolis. Prof. Doerpfeld erklärte die Bedeutung des Aufbaues der Akropolis und legte seine Ideen zur R e k 0 n st r u k t i 0 n d e s E r e ch t h e l - 0 n s dar. Reichsminister Rust und Gattin nahmen an einem Essen teil, das der deutsche Gesandte, Prinz Erbach-Schönberg, gab. Unter den Gästen befand sich der griechische Kultusminister, der Leiter des archäologischen Dienstes, der Rektor der Universität Athen und andere. Reichsminister Rust wird am 10. April die durch die Spende des Führers und Reichskanzlers ermöglichte Wiederaufnahme der Ausgrabungen in Olympla durch den ersten Spatenstich feierlich einleiten. Au einer Festsitzung anläßlich der Jahrhunde r t- feier der Athener Universität wird Reichsminister Rust eine deutsche Bücherspende ^erreichen, sowie an der Feier des 4 0jährige n B e - stehens der deutschen Schule in Athen teilnehmen. stan bekanntgegeben wurde, heißt es u. a.: „Es ist beschlossen worden, vom 6. April an diejenigen Personen, die sich in dem Gebiet von Kaishora, Shaktu, Algad und Arsaklot befinden, mit Flugzeugen anzugreifen. Diese Angriffe werden bis auf weitere Anweisung Tag und Nacht fortgesetzt werden. Diejenigen, die ihre Kinder und Herden retten wollen, müssen daher das Gebiet verlassen und dürfen nicht zurückkehren, bis es als sicher erklärt worden ist." Der britische Resident in Waziristan hat dem Ausschuß der Stammeshäuptlinge mitgeteilt, daß der Torekhelstamm für die weitere Betätigung des Fakirs von Jpi verantwortlich gemacht werde. Die Gebiete von Bannu Razmak seien bis auf weiteres für diesen Stamm verschlossen. Jeder Stammesangehörige, der dort angetroffen wird, wird von den Regierungsstreitkräften verhaftet. Um das Gehalt des Oppositionsführers in England. London, 7. April. (DNB. Funkspruch.) lieber die Frage, ob der Oppositionsführer im Parlament das für ihn vorgesehene jährliche Gehalt von 2000 Pfund (etwa 25 000 RM.) annehmen soll, haben sich Meinungsverschiedenheiten innerhalb der Labour-Party entwickelt. Ein großer Teil der Abgeordneten steht auf dem Standpunkt, daß der Oppositionsführer kein Gehalt von der Regierung annehmen dürfe, weil damit die Opposition Gefahr laufen könnte, in Abhängigkeit der Negierung zu gelangen. „Daily Herald" meint jedoch, daß die Mehrheit der Fraktion den Gehaltsvorschlag der Regierung unterstützen werde, weil der Oppositionsführer eine wichtige Rolle in der Verfassung Englands spiele. Oer Streik bei Chrysler beigeieyt. Neuyork, 7. April. (DNB. Funkspruch.) Nach 30tägiger Dauer ist jetzt endlich der Streik in den Chrysler-Werken in Michigan durch ein Abkommen zwischen den Chrysler-Werken und dem Gewerkschaftsführer Lewis beigelegt worden. 85 000 Arbeiter sollen wieder in die' Fabriken zurückkehren. Der Gewerkschaftsbonze Lewis hatte ungeachtet der Not und des Elends, die der Streik für die Arbeiterschaft zur Folge haben mußte, durchzusetzen versucht, als alleiniger Verhandlungspartner von den Unternehmern anerkannt zu werden. Lewis hat dieses Ziel nicht erreicht. Das Recht, als alleiniger Vertreter der Arbeiterschaft kollektive Lohnoerträge abzuschließen, erhält Lewis nicht. Ihm werden lediglich gewisse Garantien g e g en die „Konkurrenz" der Betriebs- gewerkschaften und der American Federation of Labour zugestanden. pelze aus deutscher Zucht. ZdR. Ein prächtiger Silberfuchs im Zoo oder in einer Pelztierfarm' haben schon in mancher Be- wunderin den Wunsch geweckt, einmal solch einen Fuchs als Pelzkragen zu tragen. Pelztiere sind sehn begehrt, und so versuchen wir heute, die Pelztierzucht bei uns immer weiter auszubauen, um den Bedarf an Pelzen möglichst weitgehend im Inland decken zu können. Etwa 2500 Betriebe, vor allem im Unterwesergebiet, in Ostpreußen, Schleswig- Holstein und Bayern, befassen sich mit der Pelztierzucht. Schon 1934 gab es 22 000 Silberfüchse, 20 000 Sumpfbiber, 10 000 Nerze und in kleinen Mengen Blaufüchse, Waschbären, Marderhunde usw. Noch sind mir weit davon entfernt, daß sich tehen. Die Deckfläche beträgt unge- ähr 5000 Quadratmeter, so daß für alle Fahrgäste ein Liegestuhl aufge- tellt werden kann. Unser Bild zeigt Modell des ersten KdF.-Schifses. Oer adgemeldete Wettergott. Angewandte Wissenschaft im Dienste der Volkswirtschaft gegen schädigende Wetterformen. Zum Nachfolger Jagodas auf den Posten des P 0 ft k 0 m m i f f a r s ist der erst kürzlich zu seinem Stellvertreter ausersehene C h a l e p s k i ernannt worden. Er kommt ausderRotenArmee,wo er Chef des Verbindungswesens, Leiter der militär- technischen Verwaltung und seit 1929 Chef der Verwaltung für Motorisierung und Mechanisierung der Roten Armee war. * Das englische Unterhaus nahm das Gesetz über Hilfsmaßnahmen für die Notstandsgebiete an. Rüstungsaufträge von 57 Millionen Pfund (zirka 560 Millionen Reichsmark) find an die Industrien der Notstandsgebiete vergeben worden; 3000 Familien sind auf dem Lande angesiedelt worden. Die Arbeitslosigkeit hat in den Notstandsgebieten um 10 000 abgenommen. Einen noch erheblich größeren Wert werden sehr bald die inzwischen möglich gewordenen langfristigen Wettervorhersagen von Prof. Dr. Baur in Gestalt der Zehntage-Vorhersagen für die gesamte wirtschaftliche Planung und die bäuerlichen Arbeiten darstellen, wenn diese Vorhersagen anstatt wie jetzt auf wenige Sommerwochen auf den gesamten Frühling, Sommer und Herbst in bewußter Abstellung auf die entsprechenden Arbeiten in Stadt und Land ausgedehnt werden können. Gerade diese Vorhersagen bilden für die Ernteperiode, die Reisezeit und die Planung großer Bauarbeiten aller Art unschätzbare Vorteile, die leider noch nicht die genügende Beachtung finden. . Die direkten Kampfmethoden ergaben sich vielfach in folgerichtiger Anwendung der Vorhersagen. Damit, daß man den Eintritt eines Nachtfrostes 24 Stunden vorher weiß, ist die empfindliche Blute und Pflanze nicht gerettet, sondern hier gilt es, den Nachtfrost selbst unschädlich zu machen. Entweder wählt man dazu bei kleinen Landstucken die primitive Form des „Zudeckens" oder man versucht, ein größeres Landgebiet künstlich zu verräuchern und zu vernebeln. Durch diese Derräucherung und Vernebelung wird das normale Absinken der Bodenlufttemperatur unter Null, die „Wärmeausstrahlung in den Weltenraum" unmöglich gemacht und die Lebenssphäre der Pflanze ist gerettet. Zu diesen direkten Kampfmethoden gehören in gewisser Hinsicht auch die Blitzableiter, in kleinem Ausmaß die neuesten Versuche der Nebelauflösung. Zweifellos find die Mittel der Menschen, auf direkte Weise in den Ablauf der Wetterereigmsse einzugreifen, noch sehr begrenzt und geringfügig. Um so mehr kommt es daraus an, die durch die wissenschaftlichen Erkenntnisse möglich gewordenen indirekten Kampfformen möglichst umfassend anzuwenden, indem die Warnungen, Ratschläge und Ankündigungen der Wettervorhersage auf das genaueste befolgt werden. Gerade in diesem Jahre der nicht nur aufs äußerste gesteigerten Erzeugungsschlacht, sondern auch besonders ausgeprägter und nicht immer günstiger Wetterformen ist es notwendig, den Kampf um den Acker mit den W etter - gemalten aufzunehmen und mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln durchzuführen. W.L. Gauleiter und Reichsstatthalter S p re ng er wird im Gau O st-Hannover am 9. April 1937 m Stade und am 10. April 1937 in Uelzen sprechen. * Als Nachfolger des bisherigen Führers der 33 SS.-Standarte, SS.-Obersturmbannfuhrer Eb recht, der als Stabsführer in das Rasse- und Siedlungs-Hauptamt der SS. berufen wurde, ist der Führer des SS.-Sturmbannes 1/53 m Heide (Gau Schleswig-Holstein), SS.-Obersturmbannführer Joßt nach Mainz versetzt worden, um die Führung der Standarte zu übernehmen. * Am 5. und 6. April sand im Reichsministerium des Innern eine Dienstversammlung der M e d 1 z 1 nal - referenten der Länderministerien und der Medizinaldezernenten der Regierungen unter dem Vorsitz von Ministerialdirektor Dr. Gutt statt Behandelt wurden Fragen der B-°°lkerungsp°lü,der Erbpflege, der Gesundheitsfürsorge und Gesundheitsverwaltung. Außer anderen VortragendenJpMen ^auvtamtsleiter Hilgenfeldt über die Zusam menarb"t der NSV. mit den Gesundheitsämtern und SS.-Obersturmbannführer Kttmmalrat M - l, i n - g e r über di- Bekämpfung der Abtreibung und homo- sexualität. * Auf Einladung der italienischen Regierung und in Erwiderung des Besuches des ltaI‘eni^e”fg’ führers Präsident Tullio C i a n e 111 tritt Reichs- (eiter Dr Ley am 8. April eine zehntägige Jtalien- reife an. Ein vielseitiges Programm wird Dr L e y Gelegenheit geben, alle Einrichtungen der Faschist^ schen Partei erneut persönlich kennenzulernen; auch sind Betriebsbesuche und damit eine Fühlungnahme mit der italienischen Arbeiterschaft vorgesehen Die Reise führt von Venedig nach Rom, wo der Duce den Reichsorganisationsleiter empfangen wird. -a» (Ehren des neuernannten Königlich b u l g a - r if di en (3 efa nbten gab das Auswärtige Amt ein Frühstück, um Exzellenz Karadj ° s f Gelegen, beit iiur Fühlungnahme mit deut chen Persönlich- ketten zu geben, di- auf den weiteren Ausbau der deutsch-bulgarischen Beziehungen, vor allem auf 8ezO8^eckt dann nicht te schmecK^ aber gut. ^ned^ienießen. Sill man V. A. Die Mittel, die der Mensch gegen ihm hinderliche oder schädigende Wetterunbilden anwendet, sind fast ausschließlich vorbeugender und indirekter Art. Die Wissenschaft hat sich bemüht, bas Wesen der Wetteroorgänge in ihren günstigen und ungünstigen Auswirkungen zu erforschen und aus den gewonnenen Erkenntnissen die jeweils naheliegenden Schlüsse zu ziehen. Bei dieser Erforschung erkannte man bald einen gewissen gesetzmäßigen Ablauf der meteorologischen Ereignisse, aus dem ich die Wettervorhersage entwickelte. Ferner wurden in Verbindung mit den verschiedenen naturwissenschaftlichen Erkenntnissen die physikalischen Vorgänge innerhalb der einzelnen Wetterformen deutlich, so daß sich in zweiter Linie auch mancherlei direkte Kampfmethoden gegen unliebsame und chädigende Wetterformen ergaben. Der Mensch des 20. Jahrhundert ist bei dem Stande seiner Wissenschaft und Technik der „höheren Gewalt" des Wetters nicht mehr bedingungslos ausgeliefert, und es ist in unseren Tagen eines Kampfes dem Verderb, der Schadenverhü- : u n g auf allen Gebieten und der Erzeugungs- teigerung besonders wichtig, die vorhandenen Möglichkeiten für eine Anwendung auf die erwähnten Punkte zu kennen, aufzugliedern und auszunutzen. t . An erster Stelle in der Reihe indirekter Kampfmethoden steht die Vorhersage des Wetters, also die Möglichkeit, sich auf bevorstehende günstige oder ungünstige Wetterereignisse einstellen zu können. Diese Wettervorhersage, für den Zeitraum von 24 bis 36 Stunden täglich mehrere Male durch Rundfunk, Presse und Abonnement bei der Reichswetterdienststelle bekanntgegeben, gibt dem Bauern und allen sonstigen am Wetter interessierten Kreisen Gelegenheit, noch rechtzeitig Vorkehrungen zu treffen, die mit dem kommenden Wetter verbundenen Folgen, gleich welcher Art, auszunutzen oder unwirksam zu machen. In dieser Beziehung kann eine richtige Nutzanwendung der Vorhersage und Warnung auf Nachtsr0st in den Fr uhlings- wachen insgesamt gesehen ungewöhnliche Vorteile mit sich verbinden und große Schäden verhüten, während andererseits in den Erntemonaten die bloße Vorhersage von trockenem oder feuchtem Wetter von allergrößter. Bedeutung ist. Vorschriften über den Abbruch von Gebäuden. Berlin, 6. Avril. (DNB.) Im Rahmen des Vierjahresplanes ist es notwendig geworden, die staats- und wirtschaftspolitisch bedeutsamen Bauvorhaben vor den übrigen besonders herauszustellen. Welcher Gruppe ein Bauvorhaben zuzurechnen ist, wird von Fall zu Fall von den Arbeitsämtern entschieden; nur wenn das zuständige Arbeitsamt keine Bedenken äußert, kann die Baugenehmigung erteilt werden. Diese Regelung ist nun für den Abbruch non G e b ä u - den ergänzt worden, da vielfach die Ausführung neuer Gebäude mit der zunehmenden Beseitigung bestehender Altbauten nicht mehr Schritt halten konnte. Dies hat nicht nur hinsichtlich der Rohstoffbewirtschaftung zu Schwierigkeiten geführt, sondern durch vorzeitige Beseitigung wertvollen Altwohnraums auch wohnungspolitische Schwierigkeiten hervorgerufen. Zur Beseitigung dieser Schwierigkeiten schreibt eine vom Reichsarbeitsminister erlassene Verordnung für den Abbruch von Gebäuden oder Gebäudeteilen, deren umbauter Raum mehr als 500 Kub ikmeter umfaßt, eine baupolizeiliche Genehmigung vor. Die Genehmigung kann von der Errichtung von Ersatzbauten abhängig gemacht werden. Sind Ersatzbauten beabsichtigt, so ha^'en die Behörden zunächst zu prüfen, ob gegen deren Errichtung aus volkswirtschaftlichen Gründen Bedenken bestehen. Sollen keine Ersatzbauten ausgeführt werden, so ist entscheidend, ob ein öffentliches Interesse an der Erhaltung der abzubrechenden Gebäude besteht. Scharfe Maßnahmen an der indischen Nordweftgrenze. London, 6. April. (DNB.) Der Fortgang der Aufstandsbewegung an der indischen Nordwest- grenze veranlaßte die brittschen Behörden zu einer scharfen Kundgebung, in der energische Maßnahmen zur Niederschlagung der Un- ruhen angekündigt werden. In der Erklärung, die in Bannu an der Grenze von Waziri- jede Pelztierliebhaberin einen Fuchspelz oder' Nutriamantel aus deutscher Pelztierzucht kaufen kann. Aber der Anfang ist gemacht, und deutscher Züchterfleiß wird von Jahr zu Jahr ein Stück weiter kommen. Aus aller Welt. Das Explosionsunglück in Genf. Die Explosionskatastrophe, die in dem Stadtviertel Eaux Vives in Genf ein fünfstöckiges Wohnhaus zerstörte und vier Todesopfer und 29 Verletzte forderte, hat in der ganzen Schweiz lebhafte Beunruhigung hervorgerufen. Bis zur Stunde konnte die Polizei die Ursache des Unglücks noch nicht feststellen. Man vermutet, daß ein Friseur, der sich mit seiner Frau und seinen Kindern unter den Todesopfern befindet, vielleicht der Urheber des Unglücks ist. Dieser Friseur, dessen Geschäft schlecht ging, war von der Polizei schon am Vorabend der Explosion unter dem Verdacht verbrecherischer Brandstiftung verhaftet und verhört, dann aber wieder freigelassen worden. Die Explosion war so stark, daß Decken und Wände eingedrückt wurden. Glücklicherweise waren drei Mietwohnungen, die am Ex- plosionshevd lagen, unbewohnt. Der Zustand der Schwerverletzten gibt zu Besorgnissen keinen Anlaß. Die Expedition Bernahik im Vordringen. Aus Chiengmai (Siam) wird berichtet: Das Ehepaar Bern atz ik hat die unbekannten Gebirge westlich des Doitung mit Trägerkarawane durchquert und konnte mit den Stämmen der Lisu, Akha und Lahu in Verbindung treten. Der Beginn dieses Unternehmens war mit beträchtlichen Schwierigkeiten verbunden, da ein Lahumagier die Rache der Geister und den Untergang des Stammes prophezeite, wenn die Forscher freundlich ausgenommen würden. Als sich die Nachricht über die „Unschädlichkeit der Fremden", ja sogar über manche Vorteile ihrer Anwesenheit verbreitet hatte, wurde B e r n a tz i k von den Nachbarstämmen, den Akha und Lisu, freundlich ausgenommen. Es gelang nicht nur, vollständige Monographien und mundartliche Aufnahmen zu sichern, sondern auch wertvolle Sammlungen zu bergen, welche die materielle Kultur der Stämme darstellen. Das Mnlerhilfsweck der Deutschen Jägerschaft. Die Deutsche I ä g e r s ch a f t hat dem Winterhilfswerk 1936/37 256 450 Stück Wild mit einem Gesamtgewicht von etwa 1324 539 Kilo im Werte von rund 1 376 219 RM. zur Verfügung gestellt, zu denen noch Barspenden im Werte von 95 381 RM. kommen, so daß der Gesamtwert 1 471 600 RM. beträgt. Das Gesamtergebnis hat sich wiederum gegenüber dem Vorjahr erhöht. Die Deutsche Jägerschaft darf das Bewußtsein haben, auch ihren Anteil zur Linderung der Not bedürftiger Volksgenossen beigetragen zu haben. Der Reichsjägermeister, Reichsminister Göring, hat der Deutschen Jägerschaft seinen besonderen Dank für tatkräftige Mithilfe ausgesprochen. Die Gold- und Devisenschiebungen des Juden Max Nathan. Vor dem Hanseatischen Sondergericht in Hamburg begann der Prozeß gegen die Helfershelfer des durch Selbstmord geendeten Juden Max Nathan, dessen riesige Devisenverbrechen großes Aufsehen erregten. An geklagt sind der uneheliche Sohn des Max Nathan, Wilhelm Sander, die Witwe Nathans und eine Frau Lina Wilhelm, die jahrelang die Geliebte des Sander war, und mit der er bis zum Juli 1936 noch intime Beziehungen unterhalten hatte. Der Gegenwert der in der Villa des Juden Nathan versteckten Devisen betrug nicht weniger als rund 100 000 Mark. Nathan beschäftigte sich mit riesigen Grundstücksspekulationen und schacherte in großem Stil mit Möbeln, Sprechautomaten und Autos. Sander wurde zu sechs Jahren und sechs Monaten Zuchthaus, zehn Jahren Ehrenrechtsoerlust und 150 000 Mark Geldstrafe, ersatzweise einem weiteren Jahr Zuchthaus verurteilt. Die Witwe Nathans erhielt wegen Beihilfe drei Monate Gefängnis, 600 Mark Geldstrafe. Die Wilhelm, die mit Sander bis zum Juli 1936 rafsenschänderifche Beziehungen unterhalten hatte, wurde zu einem Jahr Zuchthaus und drei Jahren Ehrenrechtsverlust verurteilt. 14 kommunistische Mordbuben vor Gericht. In dem Mordprozeß vor dem Berliner Schwurgericht gegen die 14 Kommunisten, die an dem feigen Feuerüberfall aus ein SA.-Verkehrs- lokal in Berlin-Lichtenberg am 12. Mai 1932 beteiligt waren, stellte der Staatsanwalt die Strafanträge. Gegen den 26jährigen Erich Krüger, den 35jährigen Paul G r o ch und den 25jährigen Walter C a r b a n g beantragte er die Tod es - strafe und dauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte; gegen die übrigen elf Angeklagten wegen Beihilfe zum Mord Gefängnis- bzw. Zuchthausstrafen von fünf bis zu vierzehn Jahren. Die Vertreter der Anklage hatten feftgefteüt, daß es sich um eine planmäßig bis ins einzelne vorbereitete und von allen Beteiligten gewollte gemeinschaftliche Tat handele. Bei der Strafzumessung müsse berücksichtigt werden, daß ein völlig unbeteiligter Volksgenosse in dem Lokal getötet und vier andere Gäste verletzt wurden. Im ganzen seien von den Mordbuben zwölf Schüsse wahllos durch die aufgerissene Tür abgefeuert worden. Ein „Feuerfresser" schwer verunglückt. Ein schlimmes Ende nahm der Versuch eines 18jährigen Burschen in einer Gastwirtschaft in Nickenich bei Andernach am Rhein, es den Feuer- fressern im Zirkus gleichzutun. Er behauptete, dieses Experiment sei nur ein Kniff, holte Spiritus, nahm einen Schluck und zündete ihn an. Das erste Mal ging alles gut. Beim zweiten Versuch zog der „Feuerfresser" seinen Atem zurück. Im gleichen Augenblick stand sein ganzer Kopf in Flammen. Obwohl sofort Gäste mit Decken und Tüchern die Flammen erstickten, erlitt der junge Bursche furchtbare Brandwunden an den Augen, im Gesicht und auf dem Kops. Ein Flugzeug der britischen Luftwaffe abgestürzt. Ein Flugzeug der britischen Luftwaffe stürzte über dem Kanal ab. Dabei wurde der Pilot getötet. Zwei weitere Mitglieder der Besatzung werden noch vermißt. Man befürchtet, daß sie ebenfalls ertrunken sind. Ein weiterer Offizier des Flugzeugs und ein Mann wurden verletzt. Zwei amerikanische Bombenflugzeuge abgeslürzt. Zwei amerikanische Bombenflugzeuge von dem Flugzeugmutterschiff „Lexington" sind in der Luft zusammengestoßen und abgestürzt. Zwei Marineoffiziere und zwei Mechaniker fanden dabei den Tod. SMerfifd). — Hugo M. Kritz: Schwarzfahrt ins Glück. Roman. 205 Seiten. Kart. 3 Mark, Leinen 4 Mark. Franckh'sche Verlagshandlung, Stuttgart. — (84) — Ein Roman aus unserer Zeit, volkstümlich, packend und lustig. Kritz weiß Personen und Geschehen in seiner frischen, oft humorvollen Schreibweise lebendig zu machen. — Frank L. Neher: Einer fliegt. Roman. 224 S. Franckh'sche Verlagshandlung, Stuttgart. Kart. 3 Mark, Leinen 4 Mark. — (83) — „Einer fliegt" ist ein echter Flieger- und Abenteuerroman. Man merkt, der Verfasser versteht etwas von der Fliegerei, und er kennt auch den rechten Fliegergeist. Von zwei Fliegerfreukiden erzählt er hier und von ihren Leistungen in phantastischen Rekord- und Preisflügen, von der dauerhaften Sportkameradschaft, vom Leben in den Spielsälen und auf den Kanälen in Venedig und im Getriebe der Millionen- stadt Buenos Aires, von Abenteuern auf hoher See und hoch über den Prärien und Anden Süd- ameritas. Weiterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Die Großwetterlage ist in neuer Umbildung begriffen. Dabei stellte sich zunächst in der Höhe mit Nordostwinden stärkere Abkühlung ein, welche die schon vorhandene Schauerneigung begünstigte. Im weiteren Verlaufe der Umgestaltung wird die sich schon seit Tagen über das Festland erstreckende Tiefdruckrinne zum Verschwinden kommen, dafür aber lebhafte Wirbeltätigkeit über dem Ostatlantik wieder Einfluß auf das Wetter nehmen. Da wir aber an der Vorderseite derselben verbleiben, wird der Witterungscharakter nicht ausgesprochen unfreundlich. Aussichten für Donnerstag: Wolkig bis aufheiternd, aber auch einzelne Regenfälle, bei lebhaften Winden aus meist südlichen Richtungen mild. Aussichten für Freitag: Bei Luftzufuhr aus meist südlichen bis westlichen Richtungen unbeständig, aber nicht durchweg unfreundlich. Lufttemperaturen am 6. April, mittags: 13,1 Grad Celsius, am 6.April, abends: 10,1 Grad; am 7. April, morgens: 7 Grad. Maximum 17,3 Grad, Minimum, heute nacht, 4,9 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe: am 6. April, abends: 10,5 Grad, am 7. April, morgens 7,3 Grad Celsius. — Niederschläge 4,3 Millimeter. — Sonnenscheindauer 9,9 Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschsin. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. III 37: 10 496. Druck und Verlag: Brühl'sche Univerfitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. April 1937 gültig. Gießen. Bahnhofstraße 53. den 7. April 1937 2448 D 2435 D Plötzlich und unerwartet verschied am 5. April 1937 unser lieber Sohn und Bruder Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Wilhelm Will Die Beerdigung findet Donnerstag, den 8. April, nachmittags 3.30 Uhr auf dem Neuen Friedhof statt Großen-Linden, den 7. April 1937. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 8. April, nachmittags 14.30 Uhr vom Trauerhause, Moltkestraße 26, aus statt.—Von Beileidsbesuchen bitte ich absehen zu wollen. Statt besonderer Anzeige! Es ist bestimmt in Gottes Rat, daß man vom Liebsten, was man hat, muß scheiden! Gott, der treue Vater im Himmel, der Herr über Leben und Tod, nahm Montagabend 21 Uhr meine liebe gute Frau, unsere treue, stets besorgte und unvergeßliche Mutter, meine liebe Tochter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Marie Cyriax, geb. Launspach im 50. Lebensjahr zu sich in sein himmlisches Reich, um das schauen zu können, was sie hier auf Erden geglaubt hat. Im Namen aller Hinterbliebenen: Joh. Cyriax Paul Will im Alter von 38 Jahren In tiefer Trauer: Heinrich Rodenbausen V nebst allen Angehörigen. Wieseck, Frankenbach, den 7. April 1937. Die Beerdigung findet Donnerstag, 8 April, nachmittags 2 Uhr, vom Sterbehause, Kirchstraße 46, aus statt. .___________________________________________2438 D Gestern abend verschied sanft nach kurzem schweren Leiden meine herzensgute Frau, unsere liebe Mutter, Großmutter, Schwiegermutter, Schwester u. Schwägerin Frau Margarete Rodenhausen geb. Schäfer im Alter von 72 Jahren. Vermietungen Bessere [244uD Hirn-Wog. mit fließ. Wasser, einger. 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Sie allein ist die Waffengattung, die den letzten Erfolg erst herbeiführen und behaupten kann. Alle anderen Waffengattungen sind Mittel zum Zweck, um der Infanterie zum letzten, zum ausschlaggebenden Erfolg zu verhelfen. Es ist die Infanterie, die im Sturmangriff dem Feind ein Stück Geländeraum, eine Stadt oder ein Dorf zu entreißen und es zu behaupten in der Lage ist. Mit Schießen allein ist's nicht getan. Der Mann, der Infanterist, muß den Entschluß finden, dem sich wehrenden Feind entgegenzuspringen und ihn zu überwältigen, um dadurch zu verhindern, daß der feindliche Infanterist seinerseits zum An- ariff vorgeht und für sich Gelände in Besitz nimmt. Auf Besitz und Behauptung von Raum kommt es in einem Kriege, vom rein militärischen Gesichtspunkt aus betrachtet, allein an. Denken wir an den Weltkrieg, so ist uns sofort klar, vor welch' unermeßlichem Schaden unser Deutschland bewahrt worden ist allein dadurch, daß es gelungen war, rein raummäßig die Wirkungen des militärischen Krieges von unseren Grenzen fernzuhatten. Das Verdienst hierfür gebührt nicht zuletzt unserer braven Infanterie. Sie ist unter dem Feuerschutz bzw. mit Unterstützung der anderen Waffengattungen vorgestürmt und hat den gewonnen Raum gehalten und behauptet. Das ist eine unumstößliche Tatsache, die durch manches bekannte und unbekannte heldenhafte Einzelbeispiel erhärtet werden könnte. Als der Feinddruck gegen Ende des Weltkrieges immer stärker wurde, war es oft ein zwar ausgehungertes, aber beherztes Grüppchen von Infanteristen, das mit vielleicht einem einzigen Maschinengewehr und einigen Handgranaten eine vielfache feindliche Uebermacht so lange aufgehalten hat, bis das planmäßige Zurücknehmen der Masse der Kameraden geglückt war Denken wir an die unzähligen Beispiele, die uns die Geschichte des Weltkrieges von stillem Heldenmut und von höchster Einsatzbereitschaft einzelner Männer oder kleiner Gruppen von Infanteristen unter für uns heute unvorstellbaren Begleitumständen überliefert, so können wir diese deutsche Infanterie nicht besser ehren, als daß wir unsere deutsche Jugend dann und wann an diesen Geist der höchsten Einsatz- und Todesbereitschaft ihrer Väter und Brüder erinnern. Eine solche Erinnerung ist dann sinn- und zweckerfüllt, wenn es gelingt, diese Erinnerungsstunde zu einer Weihestunde im höchsten Sinne des Wortes zu machen. Dies ist die Geisteshaltung, die auch der Infanterie unseres neuen Heeres ihren Stempel aufdrücken muß. Darum gehören in die Infanterie die jungen deutschen Männer, die über hohe sittliche und körperliche Kräfte verfügen. Diese Forderung muß um so mehr und schärfer gestellt werden, als der Dienst des Infanteristen entsagungsvoller ist, als der bei der Mehrzahl der anderen Waffengattungen. Dafür winkt ihm im Falle der Rot der höchste sittliche Lohn. Der vielseitige Friedensdienst bereitet den jungen Infanteristen auf seine Aufgaben im Kriege vor. Diese Aufgaben sind so mannigfach, daß die Infanterie in sich neben einem erstklassigen Menschen- Wehr und Waffen. material über fast alle überhaupt vorhandenen Waffen und Gerätschaften für den Erdkampf verfügen muß. So finden wir tn einem Infanterieregiment unseres heutigen modernen Heeres neben dem Gewehrschützen das leichte und das schwere Maschinengewehr, den Granatwerfer, das Begleitgeschütz, die motorisierte Panzerabwehrkanone, den Reiter, den Fahrer vom Bock und vom Sattel, den Radfahrer, den Kraftfahrer, den Kraftradfahrer, den Fernsprecher, den Funker und viele andere Spezialisten. Sie alle bilden in der großen Gemeinschaft des Infanterieregiments eine wohldurchdachte Organisation, die im Ernstfall die für die Wehrmacht notwendige Stoß- und Schlagkraft in erster und vorderster Linie darstellt. Es liegt in der Natur der Sache, daß der Infanterist weder im Frieden noch im Kriege äußerlich besonders hervortritt. Und doch sollte es für den wehrfreudigen Deutschen keinen schöneren Anblick geben, als wenn er eine straffdisziplinierte Infanterie-Marschkolonne ihres Weges ziehen zieht. Unbewußt, getragen von der Idee des in ihm rollenden deutschen Soldatenbluts reißt sich der in dieser grauen Kolonne mitmarschierende junge deutsche Mann zusammen, weil er fühlt, daß er der lieber» lieferuna feiner Väter dient und bestes deutsches Soldatentum verkörpert. Der neue Tank der amerikanischen Armee. WM AM . In Amerika wurde soeben ein neuer Tank eingeführt. Der Tank besitzt zwei Panzertürme und drei Maschinengewehre, mit denen er nach jeder Richtung hin feuern kann. Die Besatzung besteht aus vier Mann. Die Geschwindigkeit beläuft sich auf etwa 70 Stundenkilometer. Durch seine Rundfunkeinrichtung kann dieser Tank in ständiger Verbindung mit der Befehlsstelle bleiben. — (Associated-Preß-M.) Fallschirmtruppen, eine neue Waffe. Major (Öl Schüttel, Michslufffahrtministerium. Den Hunderttaufenden, die sich auf d em Bückeberg zum Erntedankfest verfammelt hatten, bot sich das überraschende Schauspiel des Absprunges von Luftinfanterie und deren Eingreifen in die Erdkämpfe. Es war dies das erste militärische Gruppenspringen mit dem Fallschirm, das vor der Oeffentlichkeit gezeigt wurde, die mit diesem imposanten Vorgang erfuhr, daß die wiedererstandene deutsche Wehrmacht auch diese neue st e Waffe wohl zu verwenden versteht, und daß die Armeen anderer Militärmächte ihr auch in dieser Beziehung keinen Vorsprung haben abgewinnen können. Der Gedanke, den Fallschirm nicht nur als Rettungsgerät, sondern auch als Kampfmittel zu verwenden, ist ebenso alt, wie die Erfindung des Fallschirms selbst, schien doch mit der Möglichkeit eines Absprunges aus Luftfahrzeugen mittels Fallschirmen dem Streben militärischer Führungskunst nach taktischer und wenn möglich operativer Umfassung des Gegners in geradezu idealer Weise der Weg zum Erfolg geöffnet. Technische Unvollkommenheit der Fallschirmkonstruktion und das hiermit verbundene Gefahrenmoment verhinderten jedoch lange Zeit hindurch die Ausführung dieses Gedankens. Erst seit etwa fünf Jahren ist die Fallschirmtechnik, besonders in England und in den Vereinigten Staaten in einer Weise vervollkommnet worden, die den Sprung aus dem Flugzeug in die Tiefe fast völlig gefahrlos werden ließ. Von den Vereinigten Staaten übernahm sodann die Sowjetunion die Erfahrungen der Fallschirmkonstruktion und des Fallschirmabsprungs und ging als erste Militärmacht dazu Über, Fallschirm» truppen auszubilden und besondere Fallschirm» Formationen aufzustellen. Der Wehroerband Ossoaoiachim führte eine umfassende Propaganda für den „Fallschirmsport" im ganzen Lande durch. Ueberall im Sowjetreich wurden Fallschirmzirkel eingerichtet, die sich mit der Werbung von Fallschirmspringern und mit deren Ausbildung zu befassen hatten. In allen größeren Städten Sowjetrußlands wurden Absprunatürme errichtet, von denen an entfalteten Fallschirmen Absprung- Übungen vorgenommen werden können. Diese Hebungen bezwecken in der Hauptsache, den Fallschirmspringer durch Gewohnheit über den Schreckmoment des Absprungs hinwegzubringen. Die geschickte Propaganda für den „Fallschirmsport" hat jedoch in sehr kurzer Zeit diesen Absprungtürmen den Charakter als Uebungsinstrument genommen und sie zu einem beliebten Volksbelustigungsmittel werden lassen. Die „Fallschirmzirkel" des Wehrverbandes Ossoaoiachim zählen heute eine Viertelmillion am Absprungturm ausgebildeter Mitglieder. Aus diesem gewaltigen Reservebestand rekrutieren sich zumeist die F a l l s ch i r m s ch ü tz e n der Roten Armee. Nach den Angaben des stellvertretenden Volkskommissars für die Landesverteidigung, Sowjetmarschall Tuchatschewski, beträgt die Stärke der militärisch ausgebildeten Fallschirmschützen heute 60 000 Mann. In den letztjährigen Manövern um Kiew und in den diesjährigen, ebenfalls bei Kiew abgehaltenen Manövern, sowie bei den Korpsmanöoern im Militärbezirk Moskau wurden Absprungübungen gezeigt, bei denen Fallschirm-Formationen i n Stärke von 1200 und 2500 Mann von den Bomben- und Transportflugzeugen absprangen und in die Kampfhandlungen der Erdtruppen eingriffen. Hatten im Manöver des letzten Jahres die Fallschirmtruppen die Aufgabe, durch Zerstörung von Kunstbauten, Straßen und Brücken, im Rücken des Gegners das Heranbringen von Verstärkungen zu verhindern, so erfolgte in den diesjährigen Manövern der Einsatz der Fallschirmtruppen hinter der feinlichen Front zu dem gleichen Zweck, jedoch durch Sperrung eines Geländeabschnittes und Aufnahme des Kampfes gegen die heraneilenden Reserven des Gegners. Mit dem bei den Manövern der Roten Armee gezeigten taktischen Einsatz der Fallschirmtruppen sind deren Verwendungsmöglichkeiten im wesentlichen gekennzeichnet. Die Sperrung von Geländeabschnitten wird vielfach mit dem Auftrag zu Zerstörungen von Kunst- bauten, Straßen, Eisenbahnen, Bahnhofsanlagen, Brücken verbunden sein. Auch die Überraschende Besetzung von Flugplätzen zum Zwecke der Landung von Luftinfanterie oder um diese Flugplätze für die eigenen Luftstreitkräfte zu ver- menden, wird zu den sich immer wiederholenden Aufgaben der Fallschirmtruppen gehören. Schließlich können Fallschirmtruppen auch zu Zerstörungen von militärischen und kriegswirtschaftlich wichtigen Anlagen im Heimatgebiet des Feindes eingesetzt werden. Auch das Absetzen von Fallschirmtruppen vor der feindlichen Front liegt durchaus im Bereich des Möglichen, wenn es sich darum handelt, zwischen den Fronten liegende schwierige Geländeabschnitte wie Flußübergänge und Befestigungsanlagen zu „überspringen" oder um eine Verstärkung der eigenen Front nicht durch Einschieben, sondern durch „Vorschieben" von Fallschirmtruppen wirksam werden zu lassen. In diesen wie auch in allen anderen Fällen ihres Eingreifens in die Kampfhandlungen werden Fallschirmtruppen mit sehr heftiger Abwehr rechnen und oft auf verlorenem Posten Der VeterinaroWer. Von Dr. Gerhard Schoch, Hauptmann a. D. In einem „Zeitalter der Maschinen und der Motoren", der Luftwaffe und der Panzerstreitkräfte erhält auch das Antlitz der Wehrmacht einen Farbanstrich von der Technik Geschwader donnern in den Lüften, Tankformationen dröhnen durchs Land, Schnellfeuergeschütze und Maschinengewehre erfüllen mit ihren schmetternden Geräuschen das Gelände, mit einem ganzen Arsenal verschiedener, oft komplizierter technischer Geräte ist das Heer der Neuzeit ausgestattet. Und trotz allem entscheidet noch immer d e r Mann, nicht „die Maschine". Die Technik bietet Hilfsmittel, doch nicht mehr. Die Rolle des Menschen, des Kämpfers im Waffenrock ist nicht ausgespielt; zum Gebrauche wirkungsvoller Werkzeuge ist die Technik da, sie hat aber die Mittel der Natur nicht auszuschalten vermocht. Freilich gehören die „attackierenden" Reitergeschwader, die zum Werfen des feindlichen, dicht aufgeschlossenen Fußvolks in stäubendem Galopp aufs Schlachtfeld geschickt werden, dem versunkenen Jahrhundert an, und freilich befördern heute starke Motoren die schwersten Geschütze des Heeres, für die noch vor fünfzig Jahren Gespanne aus dem Lande gemietet oder beigetrieben wurden. Trotzdem sind die Tage der Reiterei beim Heere — und auf unabsehbare Zukunft hinaus noch! — keineswegs gezählt, und trotzdem hat der Motor das Pferd auch als Gespann nicht verdrängt. Soweit die gegenwärtige Erkenntnis reicht, ist das Pferd aus'dem Heere nicht zu beseitigen. Den Reiterregimentern der Neuzeit sind neue Aufgaben gestellt Es ist ein Unsinn, die Leistungsfähigkeit eines Pferdes mit einem Kraftfahrzeug zu messen und einen schiefen Vergleich zu versuchen. Zuweilen hat trotzdem das Pferd gegenüber dem Kraftfahrzeug zuletzt den Erfolg auf seiner Seite gehabt. Im Weltkriege haben verwundete Pferde oft noch bis zum Versiegen der Kräfte gedient: die Frage nach der Weiterarbeit eines durch Treffer be chadigten Motors aber ist vorerst ungelöst angefich s der Fälle bei denen mitgeführte Ersatzteile nicht ausreichen Das Pferd bleibt deshalb auch 'm zwanzigsten Jahrhundert der treue Gehilfe des Soldaten, es ist ein kostbarer Bestandteil unter allen vielfältigen Hilfsmitteln im Heer. Nur .nebenbei sei vermerkt, daß es gegenwärtig noch kerne „motorisierte" Armee ohne Pferde in der Welt gibt Die Erhaltung der wertvollen P^rdebestande^des Heeres erfordert Fürsorge und Pflege. Vom Vorhandensein der vollen Kriegstauglichkeit der Zehntausende von Pferden, die ein neuzeitiges Heer umfängt, hängt die Schlagkraft der Waffen und die Versorgung des Heeres mit ab. Dazu gehört die Ausmusterung der Bestände und die Ersatz z u f u h r während des Friedens, die Anleitung und Unterrichtung über die Wartung, die Aufsicht über die Gesundheitspflege, die Heilung von Beschädigungen und die Fürsorge für die Beschaffung eines angemessenen Futters. Damit ist eine Fülle von zoologischem und tierärztlichem Wissen gefordert. Der Weltkrieg vor allem hat dem Heere als bewährte Hilfsmittel den Hund und die Brieftaube hinzugebracht. Damit ist der Bestand an Tieren tm Rahmen einer neuzeitigen Wehrmacht zu beachtlichem Umfang angewachsen. Sein besonderer Wert liegt neben den jeweiligen Ankaufskosten in der sorgfältigen Ausbildung dieser Tiere, mit der sie für ihre besonderen Aufgaben geschult worden sind. Aus diesen Zusammenhängen ist die Einrichtung eines besonders sachkundigen Personals, das „V e - terinäroffizierkorps" mit seinen Gehilfen, hervorgegangen. Es bildet, gleichsam Schulter an Schulter mit dem Sanitätsoffizierkorps, eine in sich geschloffene Gruppe und einen überall in der Welt vorhandenen Bestandteil der Führer im Heere. In der Entwicklung der Deterinäroffizierlaufbahn spiegelt sich dabei ein Stück Geschichte. Ursprünglich, noch zu Friedrichs des Großen und Napoleons Zeiten, hat niemand an die militärische Gesundheitspflege am Tier gedacht. Der Vorläufer des Veterinärs des zwanzigsten Jahrhunderts ist der Schmied. Der Beschlagmeister beim Reiterregiment war der sachkundige, mit alterprobten Heilmitteln vertraute Mann bei der Truppe, der dem Kaoallerieoffizier etwa beim Lahmen seines Pferdes als Gehilfe beistand. Im übrigen bestand die sehr einfache, heute unmögliche Regel, em irgendwie beschädigtes Pferd schnell als unbrauchbar abzugeben und das kriegsbeschädigte Tier entweder zu töten oder seinem Untergang zu überlassen. Im Weltkriege sind dagegen Hunderttausende von Pferden bei allen Heeren durch sachgemäße Pflege und Heilung erhalten und wieder voll verwendunqsfähig hergestellt worden. Gegenüber bm früheren Jahrhunderten sind Menschen und Tiere wertvoller geschätzt: wie der Arzt, so dient der Veterinär der Erhaltung der Gesundheit. Neben der Fürsorge für Pferd, Hund und Brieftaube beim Heere ist die Fleischbeschau für die Ernährung der Truppe eine seiner verantwortungsvollen Aufgaben. Dor einem Jahrhundert hieß der Veterinär unschön, aber deutlich „Roßarzt"; er stand als Beamter bei der Truppe. Vom Anfang an war das fachliche Hochschulstudium gefordert. Wenige Jahre vor dem Weltkrieg ist das Beamtenverhältnis zur Offizierstellung umgewandelt worden: gegenwärtig umfaßt die Laufbahn alle Dienstgrade, wie „bei der Front", vom Fähnrich an bis zum Generaloberstabsveterinär mit dem Range eines Generals der Kavallerie. Die Abzeichen sind diejenigen der übrigen Offiziere. Das Gattungskennzeichen ist die Aeskulap-Schlange, das Sinnbild der Heilkunde, ohne den Stab der Aerzte, auf dem Schulterstück. Die Kennzeichen-Farbe ist hochrot. Gewöhnlich sind die Veterinäroffiziere den Truppenstäben mit Kommandeuren beigeordnet. Sie haben die eigene Befehlsgewalt nur in den Dienststellen, bei denen sie im unmittelbaren Vorgesetztenverhältnis sind, in veterinären Depots, in Lazaretten, Untersuchungsanstalten, Lehrschmieden und bei der Deterinär- akademie, die sich in Hannover befindet. Zur Wahl des Veterinärosfizierberufs sind zwei Eingangsmöglichkeiten geschaffen. Das Reifezeugnis einer Vollanstalt ist Bedingung. Der Diensteintritt des Freiwilligen, der nicht älter als 21 Jahre alt sein darf, muß als „Fahnenjunker im Veterinärkorps" erfolgen. Im April erfolgt die Einstellung bei einem Reiterregiment. Nach der Frontausbildung schließt sich für die Fahnenjunker (L Vet.) die Versetzung zur Veterinärakademie an, wo das Studium auf eigene Kosten und in vorgeschriebener Mindestzeit mit den Prüfungen abzulegen ist: die Hochschulserien dienen der weiteren Ausbildung bei der Truppe, in den abschließenden Semestern der wissenschaftlichen Schulung. Die Unterbringung an der Akademie ist gemeinsam. Nach der Approbation als Tierarzt folgt ein dreimonatiges Kommando an einen Schlachthof. Vor der Wahl und Beförderung zum Veterinäroffizier ist noch ein halbjähriges Kommando zur Heereslehrschmiede zurückzulegen. Nach 6 Monaten Dienstzeit in der Front erfolgt die Beförderung zum Gefreiten, nach 8 Monaten zum Unteroffizier, nach Zurückstellung der tierärztlichen Vorprüfung mit mindestens 16 Monaten Gesamtdienstzeit zum Fähnrich, nach dem Schlachthofkommando zum Unterveterinär, etwa 9 Monate danach zum Veterinär mit dem Range des Leutnants. Gleichzeitig muß die Verpflichtung zu 25- jähriger Dienstzeit übernommen werden. Die Verfolgung dieser schönen, verantwortungsvollen und angesehenen Dienstlaufbahn im Heere ist mit besonders hohen Anforderungen verknüpft, noch bevor die endgültige Zulassung, die Wahl und Beförderung zum Veterinäroffizier erfolgt. Der Veterinär soll ein guter Tierarzt und ein must erHafter Offizier sein. Liebe zur Sache und Takt sind verlangt. Dafür ist der Dienst schön, und man sieht den Betreuer der Tiere überall gern beim Regiment. Der Ausbau des Reichsttressminlsteriums. Das vorn Reichs- und Preußischen Minister des Innern herausgegebene Handbuch für das Deutsche Reich 1936 bringt auch eine Uebersicht über den Aufbau des Reichskriegsministeriums. Dem Reichskriegsminister untersteht direkt das Wehrmachtsamt unter Leitung des Generalleutnants Keitel. Weiter unterstehen dem Reichskriegsminister das Oberkommando des Heeres, das Oberkommando der Kriegsmarine und das Oberkommando der Luftwaffe. Das Oberkommando des Heeres fetzt sich zusammen aus dem Heeres-Personal- a m t unter Leitung des Generalleutnants von S ch w e d l e r. Die 2. Abteilung des Reichskriegsministeriums ist der G e n e r a l st a b d e s H e e r e s. Chef des Generalstabs ist General der Artillerie B e ck. Durch diese Eingliederung in das Reichskriegsministerium ist eine Einheitlichkeit gewährleistet, die vor dem Kriege in dieser Form nicht vorhanden war. Die 3. Abteilung ist das Allgemeine Heeresamt unter Leitung des Generalmajors Fromm. Die 4. Abteilung bildet das H e e - r es-Verwaltungsamt unter der Leitung des Generalleutnants K a r m a n n. Die 5. Abteilung bildet das Heeres-Waffenamt unter der Leitung des Generalleutnants Liese, und die 6 Abteilung bildet die Heeres-Feldzeugmeiste- r e i unter Leitung des Generalmajors Barck- hausen. Chef des Stabes ist Generalmajor von Reiche. Dem Reichskriegsministerium unterstehen weiterhin neben den Wehrerfatzinfpektionen und den Truppenübungsplätzen die Wehrmachtakademie, deren Kommandeur General der Infanterie Adam ist, die Kriegsakademie unter der Leitung des Generals der Infanterie L i e b n a n n , die Militärärztliche Akademie unter Leitung des Oberstabsarztes Dr. G u n d e r l o ch , die Heeres - Ve * e - rinär-Akademie in Hannover unter der Leitung des General-Veterinärs Dr Fontaine die Heeres-Sportschule in Wünsdorf unter der Leitung des Majors Rübel und die Deutsche Heeres-Bücherei unter dem Direktor Professor K l e f e k e r. 9.1-fpori Kommunalpolitische Tagung in Alsseld Das Hallensporttest bet SA.-Gruppe Heffen 1 stehend aus 60-Meter-Lcmf, Hochsprung, Weit- fprung, Steinstoßen, Keulenzielwurf, Kleinkaliberschießen, Säbelfechten, Degenfechten, Boxen, Rin- >er SA. vermitteln. tfl gilt der ewige Srundsaq, daß dort, wo ein unbeugsamer Wille herrscht, auch »ine Not gebrochen werden kann. die Wichtigkeit der landwirtschaftlichen Stctti- hin. Auf den statistischen Unterlagen beruhen Entscheidungen der Reichsregierung in Fragen Volksernährung. Der Redner erläuterte sodann einzelnen interessanten Beispielen, wie durch auf stik alle der an in tiefem Boden nur eine geringere Geschwindigkeit halten als das Reitpferd. Eine wesentliche Vor- bedingung für die Ausbildung und die Leistung des Pferdes im Zuge ist eine entsprechende B e h a n d- k u n g des Pferdes durch den Fahrer sowohl im Stalle als auch in der Arbeit. Ohne Willigkeit des Pferdes ist eine Zugleistung nicht möglich. Richtige Belastung und Behandlung der Fahrzeuge trägt zur Schonung der Pferde wesentlich bei. Die Zuglast muß den Pferdekräften entsprechen. Be- schi'rrung und Anspannung. Beschaffenheit des Fahrzeuges, Verteilung der Last auf dem Fahrzeug und nicht zuletzt die Beschaffenheit der Wege und des Geländes spielen bei der Zugleistung eine große Rolle. In der Reitbahn und auf der Fahrbahn wird die Grundlage gelegt für sicheres Fahren in jedem Gelände. Rach eingehender Einzelausbildung von Fahrer und Pferd in der Fahrbahn geht man zum schulmäßigen Fahren im Zwei- und Mehrgespann über. Haben die Fahrer die nötige Gewandtheit erlangt, sind die Pferde zugfest geworden, so erfolgt auf kurze Zeit das Fahren im Truppenverband e. Das Fahren in der Marschkolonne bildet den Abschluß der Fahrausbildung. Rur eine gründliche theoretische Einzelausbildung der Fahrer vom Bock am Fahrlehrgerät, eine praktische Einzelausbildung der Fahrer vom Bock und vom Sattel gewährleisten vollen Erfolg. Die Fahrer vom Bock dürfen erst praktisch fahren, wenn sie die Leinenführung und die Hilfen am Fahrlehrgerät vollständig beherrschen. Die Fahrer vom Sattel müssen als Reiter nach den Grundsätzen der Reitvorschrift ausgebildet sein. Je besser die Reitausbildung der Fahrer -und die Rit- tigkeit der Zugpferde ist, um so leichter wird die Fahrausbildung, um so größer und zuverlässiger die Zugleistung sein. Die Fahrer sind zur Fürsorge für ihre Pferde zu erziehen. Für die menschliche Stimme ist das Pferd außerordentlich empfänglich. Bei jedem längeren Halt sitzen die Fahrer ab. Nach dem Absitzen sehen die Fahrer die Pferde, zuerst die Handpferde, nach, namentlich die Beine (Hufbeschlag, Stollen), dann folgt das Nachsehen der richtigen Lage der Beschirrung und des Sattelzeuges. Gründliche Kenntnis des Pferdes und der ersten Maßnahmen bei Erkrankungen und Verletzungen müssen Allgemeingut sein. Zum Unterricht hierüber sind die Veterinäroffiziere als Lehrer heranzuziehen. Die Fahrer müssen so ausgebildet und erzogen werden, daß sie auch unbeaufsichtigt strenge Fahrzucht halten, gewissenhaft für ihre Pferde sorgen und sie ihrem besonderen Charakter und Temperament entsprechend behandeln. Bei allen bespannten Einheiten ist anzustre- ben, möglichst viele Offiziere und Unteroffiziere im Fahren vom Bock und vom Sattel auszubilden. Den Unterricht an Offiziere erteilt ohne Rücksicht auf den Dienstgrad der erfolgreichste Fahrlehrer in besonderen Fahrstunden. Die Offiziere bespannter Einheiten haben jede sich bietende Gelegenheit auszunutzen, selbst zu fahren. Besonders lehrreich ist das Fahren im Straßenverkehr. Sonderlehrgänge im Fahren sollen die Kenntnis der Fahrlehre vertiefen und durchgebildete Fahrlehrer erziehen. schäft von ( gegen die erste Elf — bandsspiel aus. Der Kampf nahm einen flotten Verlauf. Bei Halbzeit stand die Partie ausgeglichen 2:2. gen, Jiu-Jitsu und einer 3-mal-Halbrundenstaffel, vereinigt Mannschaften der Standarten. Mit Ausnahme von Hochsprung, Weitsprung, Steinstoßen und Schießen werden die Wettkämpfe in der Halle durchgeführt. Ein D r e i k a m p f (60-Meter-Lauf, Steinstoßen, Keulenzielwurf) wird für SA.-Männer in drei Klassen durchgeführt und zeigt im Wettbewerb die Uebungen, die jeder SA.-Mann im Gelände beherrschen muß. Die gleichen Uebungen werden auch als Einzelkämpfe durchgeführt. Ein 1 5 - K i l o - meter-Gepäckmarsch mit Wehrsporteinlagen (KK.-Schießen, Hindernislauf, Keulenwurf) wird in der Halle abgeschlossen. Beim Alarmlauf wird die Einsatzbereitschaft der SA. vorgeführt. Die Folge umfaßt dann noch zahlreiche Staffeln, ferner Geräteturnen, Fechten, Boxen und Jiu- Jitsu, wobei die SA. erstmals in Wettbewerben an die Öffentlichkeit tritt, die bisher bei ihr wenig betrieben und noch nicht gezeigt wurden. Ein ©2R£. Fachami 2 Fußball. Jugendgruppe Gießen. Am Sonntag, 11. April 1937, werden folgende Pflichtspiele ausgetragen: Watzenborn-Steinberg gegen Spielvereinigung 1900 Gießen; Leihgestern gegen Klein-Linden; VfB.-R. II — To. Allendorf; Spielvereinigung 1900 II — Steinbach; Alten-Buseck gegen Lollar; VfB.-R. III — Heuchelheim II; Spielvereinigung 1900 III — VfB.-R. IV; Rüddings- hausen — Nieder-Ohmen. Die erstgenannten Vereine sind Platzvereine und haben den Schiedsrichter anzufordern. Hermann Kirchner, Jugendgruppenleiter. Fußbaliverein Staufenberg. Staufenberg — Wieseck 2:7. Jsmayr. Nürnberg und wurde in Genua wiederum Europameister. Auch 1935 sicherte er sich die deutsche Meisterschaft und zeigte bei den Europameisterschaften in Paris seine beste Leistung mit 720 Pfund im Dreikampf. Mit dieser Leistung wurde Jsmayr zum dritten Male Europameister. Dann kam das größte Sporttreffen, das die Welt je sah, die Olympiade 1936 in Berlin. Sieger wurde hier der Aegypter Touny, vor Jsmayr und Wagner, Essen. Jsmayr hatte jedoch die Genugtuung, daß sein glänzender Schüler Sepp Manger sich im Schwergewicht in glänzendem Stil die Goldmedaille holte mit 820 Pfund Gesamtleistung vor Psenika, Tschechei, und Luhäar, Estland. Manger wurde von Jsmayr bei den Deutschen Kampfspielen in Nürnberg 1934 entdeckt. Obwohl Manger damals nur Vierter wurde, erkannte Jsmayr sofort die Qualitäten, die in dem jungen Bamberger steckten. Manger siedelte nach Freising über und wartete bald darauf mit großartigen Leistungen auf. Auf den Europameisterschaften in Genua wurde er schon Zweiter hinter dem Tschechen Psenika, aber vor Altmeister Straßberger. 1935 wurde Manger deutscher Meister und in Paris Europameister. Auch 1936 errang Manger die deutsche Meisterschaft, und dann kam der bekannte Sieg auf den olympischen Spielen. Daß die Entwicklung Mangers noch lange nicht abgeschlossen ist, bewies er vor 14 Tagen in Hamburg, wo er mit einer Leistung von 850 Pfund aufwartete. Seine besten Leistungen sind im Drücken 283 Pfund (Weltrekord), Reißen 270 Pfund und Stoßen 320 Pfund, bei einem Körpergewicht von 215 Pfund. Die besten Leistungen von Jsmayr sind bei einem Eigengewicht von 148 Pfund im Drücken 215 Pfund, Reißen 225 Pfund, Stoßen 290 Pfund. Mannschastskampf Gießen-^ödelheim Vorher werden sich im Ringen die Mannschaften von Frankfurt-Rödelheim und 1. Kraft- und Sportklub 1893 Gießen gegenüberstehen. Die Frankfurter sind sehr kampfstark, und da auch Gießen über eine gute Mannschaft verfügt, sind spannende Kämpfe zu erwarten. Beide Mannschaften können als gleichstark angesehen werden. Voraussichtliche Besetzung von Frankfurt: Zimmermann, Schäppler, Jaufmann, Buntschuh, Bach, Erler und Bastian. Gießen tritt wie folgt auf die Matte: Kornmann, Funk, Klotz, Vetter, Becker, Emmerich, Hansen. Olympia-Sieger Manger und Mayr starten in Gießen. den neuen Bestimmungen der Grundstücks- Verkehrsbekanntmachung vom 2 6. Januar 19 37. Während seither nur der Erbhofbesitz gebunden war und andere Betriebe frei über ihre Grundstücke durch Verkauf verfügen konnten, wird durch die neue Bekanntmachung praktisch der gesamte landwirtschaftliche Grund und Boden den Bestimmungen unterworfen, die das Reichserbhofgesetz mit sich gebracht hat. In Zukunft werden in der praktischen Auswirkung Nichtlandwirte keine Grundstücke mehr erwerben können, es sei denn, daß es sich um Gartengrundstücke handelt, die sie selbst bewirtschaften. Der Grund und Boden soll aus dem Kapitalmarkt herausgenommen werden. Dies ist der Zweck der neuen Bestimmungen. Als zweiter Referent sprach Dr. Breun ig vom Hessischen landesstatistischen Amt in Darmstadt über die Bedeutung und den Ausbau der L a n d w i r t s ch a f t s st a t i st i k. Der Redner wies Die Frankfurter Festhalle, so oft schon Stätte j stehend aus 60-Meter-Lauf, Hochsprung, Weit- von Großveranstaltungen auf allen Gebieten ber ' **»•"- Leibesübungen, ist am Samstagabend Schauplatz eines Hallensportfestes der SA.-Gruppe Hessen, das durch den Besuch des Stabschefs der SA., Victor Lutze, und des Reichssportführers, SA.-Grup- penführer von Tschammer und Osten sowie der Führer zahlreicher deutscher SA.-Gruppen eine besondere Bedeutung erhält. Das Hallensportfest der SA. ist kein Hallensportfest im gewohnten Sinne. Es weicht zum Teil entschieden von der Form anderer Hallenfeste ab. Betont wird hier die Vorführung des übungsmäßig in der SA. betriebenen Sportes, bei dem Höchstleistungen nicht -zrpönt sind, immerhin aber nicht sonderlich geför- oert und nur, um die Basis der Durchschnittsleistungen überhaupt zu erhöhen, angestrebt werden. Der Führer hat der SA. die Durchführung der erstmals im Rahmen des Reichsparteitages statt- findenden Nationalsozialistischen Kampfspiele, des „neuen deutschen Olympia", übertragen und ihr damit zum zweiten Male eine besondere Aufgabe im Rahmen der körperlichen Ertüchtigung des deutschen Volkes zugewiesen, nachdem vor einigen Jahren die Schaffung des SA.-Sportabzeichens, das heute von vielen Hunderttausenden von Volksgenossen getragen wird, die erste Betreuung der SA. mit einer sportlichen Mission darstellte. Der Sport in der SA. ist heute ganz auf das große Ziel: Rekruten lernen fahren. Die Leistungen unserer Reiter auf der Olympiade waren Weltbestleistungen. Es darf aber, schon um der Gerechtigkeit willen, auch eimyal darauf hingewiesen werden, daß die Fahrer unserer Wehrmacht ganz Ausgezeichnetes leisten. Das hat sich schon mehrfach und jetzt wieder auf den verschiedenen Reit- und Fahrturnieren gezeigt. Diese guten Fahrleistungen sind die Folge einer ausgezeichneten Ausbildung. Es handelt sich aber hier nicht nur um Spitzenleistungen, sondern auch der jüngste Fahrer vom Bock muß ohne Fehler fahren fönnen. Den Fahrübungen der Rekruten wird daher besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Es sind vor kurzem allgemeine Grundsätze der Fahrausbildung aufgestellt worden, in denen es unter anderem heißt: Die Fahrausbildung erstreckt sich auf die Entwicklung und Festigung eines gleichmäßigen Zuges sämtlicher Pferde in allen Gangarten, bei allen Bodenverhältnissen und bei Dauerbewegungen; ferner auf die Steigerung der Zugleistung, die planmäßige Ausbildung im schweren Zuge. Letzteres wird erreicht durch allmähliche Steigerung der Marschleistung und durch langsam fortschreitende Belastung der Fahrzeuge bis zur vollen kriegsmäßigen Belastung. Zeitgerechte Ausführung von Truppenbewegungen beruht mit auf der Zugfestigkeit der Gespanne und auf gewandtem, entschlossenem Fahren auf der Straße, im Gelände und über Hindernisse. Als Fahrer sind möglichst Leute mit Liebe zu Pferden auszuwählen, die auch in ihrem bürgerlichen Beruf mit Pferden zu tun haben. Fahrer vom Sattel sollen mittelgroß und nicht zu schwer sein. Sie sollen eine gute reiterliche Figur haben und Gewandtheit besitzen. Zu Stangenfahrern sind die kräfttgsten, zu Mittel- und Vorderfahrern die leichteren Mannschaften zu bestimmen. Die Zugleistung eines Pferdes ist unverhältnismäßig größer als seine Tragfähigkeit. Die Zuglast erschwert die Vorwärtsbewegung. Das Zugpferd kann daher auf die Dauer und besonders Nürnberg gerichtet. Die sportlichen Darbietungen werden eine feierliche Untermalung erhalten und damit wird deutlich herausgestellt, daß die Veranstalter und Mitwirkenden dieses Festes den Sport nicht des Sportes willen treiben, sondern daß es sich um eine Vorführung von Kämpfen handelt, die von deutschen Männern geboten werden, die ganz in der Arbeit der Bewegung stehen und darin aufgehen. Es fällt schwer, die einzelnen Darbietungen der Festfolge, die sich rund drei Stunden ausdehnen wird, zu besprechen und es ist nur in großen Zügen möglich, auf das Programm e'mzugehen. Der Zwölfkampf für SA.-Führer be- Am kommenden Sonntagabend wird im Cafe Leib eine bedeutende Schwerathletikveranstaltung abgewickelt. Am Start sind die Olympiasieger I s - mayr und Manger, die beide am Samstag, 10. April, in Düsseldorf starten und im Lause des Sonntagnachmittags in Gießen eintreffen. In Gary und 3rge, Marburg, sind die besten Gewichtheber des Gaues Hessen im Schwer- bzw. Leichtgewicht vertreten. Bei den großen Leistungen der beiden Freisinger wird die Tätigkeit der Marburger, trotz bester Leistungen, nur eine assistierende sein. Zunächst ist Jsmayr der populärste Gewichtheber Deutschlands. Als dieser blonde Münchener Student 1930 seinen Siegeszug begann und mit Leistungen als Mittelgewichtler aufwartete, die vorher kaum im Schwergewicht gebracht wurden, begann für den Gewichthebersport eine neue Zeit, denn früher bestand allgemein ein Vorurteil gegen die starken Männer. Man stellte sich gewöhnlich unter einem Schwerathleten einen Kraftprotzen vor. Der schlanke Münchner zerstreute dieses Vorurteil sehr schnell, und als er 1932 in Los Angeles mit einem überlegenen Sieg die Goldmedaille gegen die Besten der Welt errang, war die Begeisterung in Deutschland allgemein. Gruppenkampf Hessen-West mark vereinigt die Besten der benachbarten SA.-Gruppen und umfaßt Boxen, Handball und Fechten. Die große Zahl von fast 2000 Teilnehmern in allen Wettkämpfen und Vorführungen veranlaßt zahlreiche Vorkämpfe, die bereits am Samstagvormittag und -nachmittag im Sportfeld, auf den Schießständen der SA.-Gruppe und in der Festhalle selbst stattfinden. Ein großes Schaubild mit rund 1000 Teilnehmern wird einen lebendigen Querschnitt durch den allgemeinen Sportbetrieb b> In der letzten Viertelstunde änderte sich die Situation. Die Staufenberger wurden von den körperlich überlegenen Wieseckern 7:2 geschlagen. Wieseck Jgd. — Heuchelheim Jgd. 12:0. Wieseck empfing am Sonntag Heuchelheims Jugend zum letzten Verbandsspiel. Mit dem Anpfiff kamen die Spieler sofort in ein flottes Tempo, und Wieseck verstand es, sich gleich in Heuchelheims Hälfte festzusetzen. Hierdurch war es den Wieseckern möglich, bis zur Halbzeit 7 Tore zu erzielen. In der zweiten Halbzeit dauerte die Ueberlegenheit der Einheimischen an, Heuchelheim mußte noch weitere 5 Tore hinnehmen. Mit diesem Sieg holte sich Wieseck die Gruppen-Meisterfchaft. Bei den in Kürze stattfindenden Gruppenspielen wird man in ihnen einen geachteten Gegner erblicken. Sportamt „Kraft durch Freude". Heute folgender Kursus: Allgemeine Körperschule, Lyzeum, Dammstraße 26 — nur für PL. der NSDAP., | Ortsgruppe Nord — Kursus fällt heute aus. Manger. Aus der sportlichen Entwicklung der Olympia-Sieger. Es würde zu weit führen, alle Erfolge Jsmayrs hier anzuführen. Nur die bedeutendsten seien hier genannt: bei den deutschen Kampfspielen 1930 in Breslau noch Zweiter im Mittelgewicht hinter dem Olympiasieger 1928 Helbig, Plauen, wurde er schon im Jahre 1931 deutscher Meister mit 680 Pfund im olympischen Dreikampf. Sein großes Können bewies er bei den Europameisterschaften in Luxemburg, Erfolg: Europameistertitel mit 685 Pfund. Bei den Ausscheidungskämpfen für die olympischen Spiele in Los Angeles siegte Jsmayr in Chemnitz mit der großartigen Leistung von 708 Pfund. Jsmayr enttäuschte die in ihn gesetzten Erwartungen auch nicht und siegte in Los Angeles vor feinen großen Gegnern Galimberti, Italien, und Hipfin- gcr, Oesterreich. Nach feiner Rückkehr holte er sich dann im glänzenden Stil die deutsche Meisterschaft in Dortmund. Auch 1933 wurde er wiederum deutscher Meister. 1934 errang er den Kampfspielsieg in kämpfen müßen um die ihnen gestellten Aufgaben zu erfüllen. Trotz aller Schwierigkeiten und Bedenken, die der Angliederung von Fallschirmtruppen an die bestehenden Wehrmachtorganisationen entgegenstehen, beschäftigen sich zur Zeit alle Militärmächte mit den technischen und taktischen Fragen dieser neuen Waffe. Frankreich beabsichtigt, über den bisherigen Rahmen der bereits aufgestellten Fall- schirmkom^anien einen weiteren Aufbau dieser Truppe. Dis Organisation und die Ausbildung der französischen „Fallschirmjäger" erfolgte durch Instrukteure, die ihre Schulung bei den sowjetrussi- fchen Fallschirmtruppen erhalten hatten. Man kann über W^rt oder Unwert der Fallschirmtruppen heute noch streiken. Ihre Existenz als neue Waffe muß als T a 5s a ch e hingenommen werden und gibt die Gewißheit, daß im Zukunftskrieg mit dem Auftreten von Fallschirmtruppen zu rechnen fein wird. Die Fallschirmlandungen auf dem Bückebera haben gezeigt, daß Deutschland auch in bezug auf diese neue Waffe auf der Wacht steht. △ Alsfeld, 6. April. Die in der Kreisel) t e i l u n g Alsfeld des Deutschen Gemeindetages vereinigten Bürgermeister des Kreises Alsfeld hielten unter Leitung des Kreisobmannes, Bürgermeister Dr. V ö l f i n g , am gestrigen Montag eine Arbeitstagung ab. An der Tagung nahmen der Vertreter des Kreisamts und die Sachbearbeiter des Kreisamts teil. Zuerst sprach Kreisbauernführer Geiß über die „Erbhofrechtsverordnung und die neue Grund st ücksverkehrsbekannt- machung". Im ersten Teil feines Vortrages erläuterte der Redner die hauptsächlichsten Bestimmungen der neuen Erbhofrechtsverordnung unter Gegenüberstellung der Abänderungen gegenüber dem seitherigen Rechtszustand. Von besonderem Interesse ist die Bestimmung, daß künftig eine Besitzung, die seither noch nicht Erbhof war, die Erbhofeigenschaft nur erlangen kann, wenn der Gesamtbetrag der Schulden des Eigentümers den Betrag von 70 v. H. des Einheitswertes nicht übersteigt, es sei denn, daß bereits ein Verfahren anhängig ist. Don besonderer Wichtigkeit sind auch die Aende- rungen über die Erbfolge kraft Anerbenrechts. Danach können sich die Ehegatten durch Testament gegenseitig als Anerben einsetzen, soweit es sich um einen Ehegattenerbhof handelt. Neu ist auch die Bestimmung, daß der Erblasser die Erklärung, durch die er für den Erbhof einen Anerben bestimmt, außer durch Testament oder Erbvertrag auch mündlich zur Niederschrift des zuständigen Anerbengerichts oder vor einem Notar abgeben kann. Eine solche Erklärung ersetzt das Testament. Aus der Erbhofverfahrensordnung vom 21. Dezember 1936 erläuterte der Redner die hauptsächlichsten Bestim- mungen. Von allgemeiner Bedeutung sind die neuen Vorschriften des Verfahrens gegen einen schlecht wirtschaftenden oder bauernunfähigen Erb- Hofeigentümer. Danach kommt bei einer nicht ordnungsmäßigen Bewirtschaftung des Hofes durch den Bauern oder bei Nichterfüllung feiner Schuldverpflichtungen die Wirtschaftsüberwachung in Betracht, die das 'Anerbenaericht anordnen kann. Eine verschärfte Form ist die Wirtschaftsführung durch einen Treuhänder, falls die Anordnung der Wirtfchasts- überwachung nicht ausreicht. Eine noch schärfere Maßnahme ist die Enteignung, d. h. die Entziehung des Eigentums am Erbhof. Im zweiten Teile seines Referats befaßte sich Kreisbauernführer Geiß mit Am vergangenen Sonntag trug die erste Mann- Staufenberg auf eigenem Sportplatz fte Elf von Wieseck das rückständige Verfälsche Statistiken großes Unheil angerichtet werden könne. Die landwirtschaftliche Statistik sei deshalb unentbehrlich für die Sicherstellung der Ernährung des deutschen Volkes. Unter Mitteilungen gab der Kreisobmann verschiedene Ausschreiben des deutschen Gemeindetages bekannt. Die Sachbearbeiter des Kreisamtes teilten die für die Bürgermeister in Frage kommenden Ausschreiben und Verfügungen der hessischen Landesregierung auf den verschiedenen Verwaltungsgebieten mit. Die Tagung wurde von dem Kreisobmann in der üblichen Weife geschlossen. Die nächste Tagung soll in Homberg stattsin- den mit einem Vortrag des Kulturinspektors Vogt in Gießen über „Inhalt und Zweck des Naturschutzgesetzes". Anschließend an den Vortrag ist ein Rundgang durch die Gemarkung Homberg vorgesehen. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstagnachmittag geschlossen. Ilr.80 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Mittwoch, 7. April (937 Aus der Stadt Gießen. Kinder im Garten. . Wir wissen alle, daß uns der Garten recht viel Arbeit und Muhe macht. Aber die Liebe zur Scholle überwindet alle Bedenken, und jeder Besitzer eines Heb ncn Gartens ist stolz aus ihn. Die Arbeit wird vergessen beim Anblick der blühenden Blumen, beim Ernten des ersten Gemüses. Mit dem Rechenstift in öer Hand dürfen wir nicht an die' Gartenbeft^lluna gehen. Denn dabei wird gar zu leicht der Haupt- posten auf der Habenseite vergessen. Das ist die Freude, die uns der Garten bereitet. Auch das kleinste Stückchen Land, das wir selbst bebauen und das uns bescheidene Erträge bringt, erhielt uns das Leben und schafft glückliche Stunden. Und wie gern sind unsere Kinder im Garten! Hier gibt es doch immer wieder Neues zu bewundern, hier können sie Blumen pflücken und beim Jäten helfen. Die Eltern haben an ihren Kindern bei leichteren Gartenarbeiten immer wieder eine wertvolle Stütze. Daß diese Arbeiten in Luft und Sonne auch gesundheitlich fördernd sind, versteht sich von selbst. Man soll deshalb den Kindern Gelegenheit zur Mitarbeit im Garten geben, auch wenn sie einmal etwas falsch machen, oder gar ein Beet verderben. Alle Betätigungen im Garten wirken erzieherisch. Nicht jeder, der einen schönen kleinen Garten beschaut und sich über Blumen und Sträucher freut, hat eine Ahnung, welcher Fleiß und welche Ausdauer der Gärtner aufbringen muß, um seine Beete in Ordnung zu halten. Nur die größte Beharrlichkeit führt zum Ziel. Der Betätigungsdrang unserer Kinder ist grenzenlos. Sie wollen selbst etwas können, nicht nur das ausführen, was die Mutter ihnen vorschreibt. Um diese Selbsttätigkeit zu fördern, geben wir den Kindern ein kleines Stück des Gartens zur eigenen Bewirtschaftung. Selbst in den bescheidensten Schrebergarten kann das geschehen. In den meisten Fällen begnügen sich die Kinder schon mit einem Stückchen Land, das nicht viel größer ist als ein Tisch. Die Hauptsache ist ja, daß es „ihr" Land ist! Es wäre nun verkehrt, wenn wir den Kleinen Vorschriften machen wollten, wie sie ihr Beet bearbeiten sollen. Darüber mögen sie sich selber Gedanken machen. Daß sie alles Mögliche aussäen und dabei Fehler begehen, darf für uns kein Grund fein, ihnen ihr Land wieder zu nehmen. Ganz von selbst schauen die Kinder auf ihre Eltern und merken sich mit der Zeit, wie es gemacht werden muß. Gemüse, Blumen und Sträucher können nicht zusammen auf einem Beet wachsen. Das sehen die Kinder bald ein, und sie beginnen mit der Einteilung. Aber welche Freude herrscht, wenn die ersten selbstgesäten Blumen aufgehen, heranwachsen, Knospen bilden und endlich die Blüten bringen! Ein Sträußchen von „ihrem" Beet hat doch einen ganz andern Wert, als alle andern Blumen. Mit Stolz wird es gezeigt, und wir wollen mit der Bewunderung nicht zurückhalten. Daß die Kinder für die Bearbeitung ihres Beetes auch kleine Gartengeräte "notig haben, sei nur nebenbei erwähnt. Es gibt ja ganz zierliche und leichte Geräte. Eine kleine Hacke, ein kleiner Rechen und ein leichtes Gießkännchen genügen in den meisten Fällen. Jeder, der es möglich fachen kann, sorge dafür, daß auch die Kinder ihr Gärtchen, ihr Beet besitzen, auf dem sie sich betätigen können. Ganz unbewußt wird ein solches Stückchen Land zum Erzieher der Kleinen. H. Dornotizen. Tageskal"nder für Mllwoch. NSDAP., Amt für Beamte: 20 Uhr, im Cafe Leib, Gemeinschaftsabend der Kreisabschnitte des RDB. Allendorf (Lda.), Gießen, Grünberg, Hungen und Lollar. — Gloria-Palast, Seltersweg: „Menschen ohne Vaterland". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die Stimme des Herzens." Stadttheater Gießen. Aus dem Ätadttheaterbüro wird uns geschrieben:. Heute abend findet die letzte Aufführung des großen Erfolges von „Viel Lärm um nichts" Lustspiel o Shakespeare statt. Spielleitung Dr. Schumacher a. G. Musikalische Leitung: Kapellmeister Ernst B r ä u e»r. Tanzeinlage und choreographische Leitung: Tanzmeisterin Irmgard Zenner. Die Vorstellung findet als 26. Vorstellung der Mittwoch-Miete statt. Anfang 19.30 Uhr,' Ende 22.15 Uhr. Kahneniibergabe on die ehemaligen Lerbgardisten. Die kameradschaftliche Vereinigung ehemaliger Leibgardisten empfing am Montag aus den Händen des Kreisverbandsführers des Reichskriegerbundes Kyffhäu'ser, Dr. M o n n a r d , die Kyffhäuserfahne. Kameradschaftsführer S t ü h l e r begrüßte die zahlreich im „Schipkapaß" erschienenen Kameraden und entbot dem Kreisverbandsführer und feinen Mitarbeitern herzlichen Gruß. Er begründete den Eintritt der ehemaligen Leibgardisten in den Kyff- häuserbund und wies auf den denkwürdigen Tag in der Entwicklung der Leibgardekameradschaft Gießen hin, die nun durch eine Kyffhäuserfahne ausgezeichnet werden solle. Hierauf nahm Kreisverbandsführer Dr. Mon- nard die Uebergabe der Fahne vor und sprach in begeisterten Worten zunächst von der ruhmreichen Geschichte des Leibgarde - Infanterie - Regiments (1. Großh. Hess.) Nr. 115, das sich im Krieg und Frieden bewährt habe. Der Redner flocht dabei manche persönliche Erinnerung an dieses Regiment ein und erinnerte daran, wie eng stets die Landeshauptstadt mit den 115ern verbunden gewesen sei. Die neue Fahne, die jetzt der Kameradschaft verliehen werde, solle Symbol der Treue zu Führer, Volk und Vaterland sein, in gleicher Weise wie die alten Soldaten, ihrer Fahne die Treue hielten. Er wies darauf hin, daß es Pflicht jedes alten Soldaten fei, feinen Platz auszufüllen, Kamerad neben Kamerad zu fein und dem großen Werke des Führers zu dienen. Nachdem noch der gefallenen Kameraden gedacht war, übergab der Kreisverbandsführer die neue Fahne der Kameradschaft in der Gewißheit, daß die Kameradschaft stets in treuer Gefolgschaft hinter dem Führer stehen werde. Kamerad Stütz! er übernahm die Fahne und gelobte zugleich für den Fahnenträger Strecker, daß auch die alten 115er immer ihre Pflicht und Schuldigkeit dem Führer und dem Volke gegenüber tun werden. Mit dem Gruß an den Führer vorange, terin, 60 Jahre, Klinikstraße 37; am 20. Karl Friedrich Franz, 65 Jahre. Licker Straße 74: am 21J tiere erhält der Siedler kostenlos. Den verdienten alten Kämpfern der SA., der Bewegung, Frontsoldaten und kinderreichen Familien soll damit eine würdige Dankopfer-Siedlung als Heim gegeben werden. Das Dankopfer der Nation schafft in diesem Rahmen Neues, indem Doppel-, Reihen- und Einzelhäuser der verschiedensten Typen in bunter Reihenfolge errichtet werden. Siedlungsform ist immer die Gruppensiedlung mit mindestens acht Häusern. Hierdurch soll nicht nur ein neuer Siedlungstyp geschaffen, sondern auch der Gemeinschaftsgedanke in die Siedlungen hineingetragen werden. Das Dankopser zum Geburtstag des Führers ist also dazu bestimmt, Arbeiterwohnungen im besten Sinne des Wortes zu schaffen und zugleich einer Dankespflicht zu genügen. Dabei werden auch alle Volksgenossen in unserer engeren Heimat ihre Pflicht im Dienste der Gemeinschaft und als Gefolgsleute des Führers zu erfüllen wissen. Vom 10. April bis 1. Mai wird das Dankopfer der Nation überall im Vordergrund stehen! Heinrich Müller, Oberlehrer i. R., 81 Jahre, Hinden- burgwall 21; am 22. Robert Oberlies, Kaufmann, 41 Jahre, Marktlaubenstr. 4; am 22. Karoline Hammel, geb. Merte 76 Jahre, Walltorstr. 24; am 23. Phi« lippine Krähling, geb. Schmidt, 73 Jahre, Kaiserallee 117; am 24. Josef Storto, Oberpostsekretär i. R., 73 Jahre, Licher Straße 85; am 24. Alwin Gustav Riedel, Lagermeister i. R., 63 Jahre, Glaub- rechtstraße 10; am 26. Charlotte Handrich, geb. Greb, 73 Jahre, Neuenweg 25; am 26. Hermann Noll, Drogist, 50 Jahre, Bahnhofstraße 53; am 27. Katharine Bender, Näherin, 62 Jahre, Weiden- gasse 6; am 28. Karl Kirchner, Küfer, 57 Jahre, Weserstraße 9; am 30. Karl Adam Johannes Greb, Kaufmann, 51 Jahre, Grünberger Straße 52. ** Das Abbrennen von Grasflächen u f w. betrifft eine Bekanntmachung des Oberbürgermeisters im heutigen Anzeigenteil, auf die besonders hingewiesen fei. ** Das erste Gewitter. Die schwüle und feuchte Temperatur des gestrigen Dienstagnachmittag brachte unserer Stadt und der Umgegend In wenigen Tagen werden die Dienststellen der ur/'r ,auc^ ’n Gießen und in allen Orten der ober- hessischen SA.-Brigade 147, ihre Geschäftszimmer allen Volksgenossen öffnen. Den Anlaß dazu bietet das Dankopser der Nation, zu dessen Zeichnung in der Zeit vom 10. April bis 1. Mai einschließlich Stabschef Luhe alle deutschen Männer und Frauen aufgerufen hat. Es wurde noch eine Reihe von organisatorischen Fragen behandelt, wie die Durchführung der Altmaterialsammlung in den Haushaltungen, die für die Stadt andere Richtlinien erfordert, als auf dem Lande. Nach gemeinsamem Mittagessen begaben sich die Frauen in den schön geschmückten Saal des Cafe Leib zur Kleiderschau. Was hier allen Teilnehmerinnen an (Eigenartigem und Schönem in der Kleidung gezeigt wurde, weckte lebhafte Bewunderung und Freude zur Nacheiferung. gfs. * ** (Sterbefälle in Gießen. Es verstorben in Gießen: am 18. März Wilhelm Hahn, Postafsi- stent i. N., 75 Jahre, Schützenstr. 7; am 19. Franz Sold an, Gastwirt, 63 Jahre, Kanzleiberg 5; am 19. Josef Klein, Zeichenoberlehrer, 57 Jahre, Bismarckstr. 6; am 20. Katharine Klein, Krankenwär- Obwohl dieses Dankopser im vorigen Jahre zum ersten Male dem Führer zur Schaffung von Siedlungen für alte Kämpfer der SA., für Frontsoldaten und die kinderreichen Familien dargebracht wurde, ist in knapp einem Jahre die Vorarbeit zur Errichtung von 2500 Siedlerstellen in verschiedenen Gegenden des Reiches geleistet worden. Manche Siedlungen konnten mit ihren Bauten schon weit - -chractst werden, bei anderen ist vor einiger Zeit der erste Spatenstich erfolgt. Die Häuser der SA.-Siedlungen• sind schöne, maffioe Einfamilienhäuser, die Raum genug für eine kinderreiche Familie bieten und zu denen etwa 1000 Quadratmeter Land gehören. Alles, was in einem solchen kleinen Betrieb unentbehrlich ist, wie Obstbäume, Beerensträucher, Gartengeräte, Klein- U H L Seilersweg Nr. 67 adlO Telephon Nr. 3170 eparaturen 1897D das erste Gewitter in diesem Jahre. Es war zpiar nur von kurzer Dauer, ließ aber bei mehreren kräftigen Donnerschlägen den Fluren und Gärten eine willkommene Erfrischung zuteil werden. ** Vom Wartweg. Nachdem im vergangenen Jahre der Wartweg bis zum Schlangenzahl mit Straßenkanal versehen wurde, ist man jetzt dabei, auf der Westseite einen Bürgersteig anzulegen. Damit die Straße die vorgesehene Breite erhält, sind Teile der bereits bestehenden Vorgärten abzutreten, die jetzt mit neuen, massiveren Einfriedigungen versehen werden; auch entstanden hier im Laufe des Winters drei Einfamilienhäuser, deren innerer Ausbau jetzt vollendet wird. Mit dem Ausbau der Fahrbahn, mit dem alsbald zu rechnen ist, dürfte der Wartweg in der Hauptsache als ausgebaut zu betrachten sein. Amtsgericht Gießen. Der K. K. aus Gießen hatte sich wegen Betrugs vor dem Amtsrichter zu verantworten. Der Angeklagte war bei einer Firma in Gießen angestellt gewesen. Während dieser Zeit, im Oktober und November vorigen Jahres, hatte er durch falsche Vorspiegelungen — er hatte angegeben, daß er Inkassovollmacht besäße und daß er im Auftrage der Firma handele — erreicht, daß ihm verschiedene , Kunden der Firma Rechnungsbeträge aushändig- ten. Dieser Gelder hatte der Angeklagte nicht an die Firma abgeführt, sondern für sich ausgegeben. In der gestrigen Hauptoerhandlung war der Angeklagte in vollem Umfange geständig, er behauptete aber, aus Not gehandelt zu haben. Da er festes Gehalt bezog, konnte von einer Notlage nicht gesprochen werden. Das Gericht verurteilte ihn wegen fortgesetzten Betruges zu einer Gefängnisstrafe von 6 Monaten und zu den Kosten des Verfahrens. Große Strafkammer Gießen. Dankopfer schafft Siedlungen? Zeichnung bei allen Dienststellen der SA. - Frist vom 10. April bis 1. Mai. Der W. H. aus Kaichen und der H. Sch. aus Wertheim hatten sich gestern vor der Großen Strafkammer wegen fahrlässiger Tötung zu verantworten. Durch unoorschviftsmäßiges Fahren mit einem mit Zwei Pferden bespannten Wagen aus seiner Hof- reite hatte der Angeklagte H. am 27. Juli 1936 einen Derkehrsunfall herbeigeführt. Ein Lastzug, der auf der Fahrt von Wertheim nach Bad-Nauheim durch Kaichen fuhr, mußte wegen des unvorschriftsmäßigen Fahrens des H. auf der glatten und schlüpfrigen Straße stark bremsen. Das Fahrzeug kam dabei ins Rutschen und stellte sich fast quer über die Straße. Der 71jährige Vater des Angeklagten H. wurde von dem herumrutschenden Wagen . ~ , ----- v , erfaßt und gegen eine Wand gedrückt. An den dabei nch Franz, 65 Jahre, Licher Straße 74; am 21.' erlittenen starken Verletzungen ist er am nächsten und den beiden Nationalliedern wurde das Gelöbnis bekräftigt. Kamerad Glebe sprach anschließend über die Aufmarschpläne zu den Reichskyffhäusertagen vom 25. bis 28. Juli in Kassel und berichtete Einzelheiten über die Beteiligung der Gießener Kameraden. Kameradschaftsführer S t ü h l e r wies ferner auf den am nächsten Sonntag in Darmstadt stattfinden- den Bundestag der ehemaligen 115er hin. Zum Schluß gab der Kreisverbandsführer eine Uebersicht über die bevorstehende Neuordnung im Kyffhäuserbunde. Kameradschaftliches Beisammensein beschloß, den Abend. Tagung der Leiterinnen der Frauenschast des Kreises Wetterau. Eine Arbeitstagung der Kreisfrauenschaft vereinte die Leiterinnen aus den Ortsgruppen der Kreise Gießen und Friedberg im U. C. Frau W r e d e eröffnete die Tagung mit herzlichen Begrüßungsworten und sprach ihren Mitarbeiterinnen den Dank der Gauleitung für die erfolgreiche Werbung zum Deutschen Frauenwerk aus. Außerdem war ein Dankschreiben aus dem Patengau Oberschlesien eingetroffen für die Weihnachtspuppen und für Kinderkleidung und Wäsche. Dies ist ein neuer Ansporn für die Abteilung Grenzland-Ausland, die schon jetzt wieder mit neuen Arbeiten für unsere Reichsdeutschen im Ausland und für unsere Grenzländer beginnen wird. Goethes Meerfahrt. Von Hans Sturm. Im März vor hundertundfünfzig Jahren sah Goethe zum erstenmal das Meer im Sturm — es war bei Neapel — und rief begeistert: „Die Natur ist doch das einzige Buch, das auf allen Blättern großen Gehalt bietet!" Auf seinen Wanderungen um den Golf kam ihm die „Erkenntnis zur Ur- pflanze", auf kurzen Küstenfahrten beobachtete er (Ebbe und Flut, studierte Gestein und Geröll am Gestade und bewunderte vor allem die Pflanzen- und Tierwelt am und im Meer: „Was ist doch ein Lebendiges für ein köstliches, herrliches Ding!" Dann erfüllte sich fein Traum: Sizilien, die Insel, die nach Asien und Afrika weist und so viele Radien der Weltgeschichte auf sich richtet. Die Ueberfahrt beginnt mit dem hinderlichsten Gegenwind und endet mit einem handfesten Sturm. Goethe staunt über die Farbenspiegelungen der Himmelslichter in den Fluten, verfolgt die das Schiff umkreisenden Delphine und überdenkt, zur Ueberwindung einer Seekrankheit, die Fortführung des „Taffo". Jetzt, wo er das Seefahrerschicksal sozusagen im kleinen erlebt, gewinnt er erst „den rechten Begriff von der Welt und feinem Verhältnis zur Welt". Auf Sizilien genießt er immer wieder die Reinheit der Konturen, das auseinander und ineinander gleitende Farbenspiel, den Einklang von Himmel, Meer und Erde, stets von neuem prägt er sich den unvergleichlichen Anblick der Bucht ein „die schwärzlichen Wellen am nördlichen Horizonte, ihr Anstreben an die Buchtkrümmungen", den „eigenen Geruch des dünstenden Meeres" nimmt er wahr Er geht in Palermo ans Land mit seinem Reisegefährten, dem Maler Kniep, betrachtet Land und Leute, wird vom Vizekönig geehrt, spurt Cagliostros Stammbaum nach, lieft in den üppigen öffentlichen Gärten Homer, kommt auf den Nausikaa- Stoff und notiert: „Italien ohne Sizilien macht gar fein Bild in der Seele: hier P erst der tzchlüstel zu allem." Ueberall mirä das Wichugste besichtigt: in dem nier Jahre zuvor von einem Erdbeben zerstörten Messina wird er von dem seltsam knurrigen Gouverneur begrüßt und tritt von hier aus auf einem französischen Kauffahrteischiff die Rückreise an. Nun beginnt erst die eigentliche „ge. fahrvolle Fahrt". Durch ungünstigen Wind und durch die Tatsache, daß wede?Schiffshauptmann noch Steuerer ihr Handwerk recht verstanden, wurden dw Passagiere ungeduldig und rnißlaumg, und bald muhten Goethe und Kniep alles aufbieten, um das von Stunde zu Stunde wachsende' Mißtrauen zu bekämpfen. Am Nachmittag trieb das Schiff, anstatt längst im Hafen von Neapel vor Anker zu liegen, auf die steilen Felswände Capris zu, eine Stunde später sank die Abendsonne über Sorrent und tauchte die Küste in ein wundersames farbiges Schimmern. Die Fahrstraße der Meerenge war verfehlt, und als das Schiff immer unruhiger schwankte und die Felsenschroffen näher und näher zu kommen schienen, lief ein Verzagen durch die Reihen, jeder spürte den merkwürdigen Wellenschlag, der von der Insel ausging und unwiderstehlich alles an die Felsen heranzuziehen suchte. Vollständige Windstille schloß den Gebrauch der Segel aus. Plötzlich lag über dem Vesuv eine ungeheure Rauchwolke, die auf einen starken Ausbruch schließen ließ. „Die Menge ward immer lauter und wilder", berichtet Goethe in der „Italienischen Reise", „nicht etwa betend knieten die Weiber mit ihren Kindern auf dem Verdeck, sondern weil der Raum zu eng war, sich darauf zu bewegen, lagen sie gedrängt aneinander. Sie noch mehr als die Männer, welche besonnen auf Hülfe und Rettung dachten, schalten und tobten gegen den Kapitän. Der Hauptmann schwieg und schien immer noch auf Rettung zu sinnen: mir aber, dem von Jugend auf Anarchie verdrießlicher gewesen als der Tod selbst, war es unmöglich, länger zu schweigen. Ich trat vor sie hin und redete ihnen zu. Ich stellte ihnen vox, daß gerade in diesem Augenblick ihr Lärmen und Schreien denen, von welchen noch allein Rettung zu hoffen sei, Ohr und Kopf verwirrten, so daß sie weder denken, noch sich untereinander verständigen könnten. ,Was euch betriffst, rief ich aus, ,kehrt in euch selbst zurück, und dann (Goethe kannte die tiefreligiose Art der Italiener) wendet euer inbrünstiges Gebet zur Mutter Gottes, auf die es ganz allein ankommt, so sie sich bei ihrem Sohne verwenden mag, daß er für euch tue, was er damals für feine Apostel getan, als auf dem stürmenden See Tiberias die Wellen schon in das Schiff schlugen, der Herr aber schlief, der jedoch als ihn die Trost- und Hülflosen aufweckten, sogleich dem Winde zu ruhen gebot, wie er jetzt der Luft gebieten kann, sich zu regen, wenn es anders sein heiliger Wille ist/ Diese Worte taten die beste Wirkung. Sie fingen wirklich, da sie schon auf den Knien lagen, ihre Litaneien „nut mehr als herkömmlicher Inbrunst zu beten an." Goethe schildert weiter, wie man schon von oben herab die hohlen Schreie der Ziegenhlrten hören konnte, da unten strande ein Schiff, wie die Mannschaft zu langen Stangen griff, um das Fahrzeug damit vom Felsen abzuhalten, bis diese schließlich brächen und alles verloren sei. Unruhiger schwankte das Schiff, stärker wurde die Brandung — da erhob sich wie ein Wunder ein frischer Wind und blähte die schlaffen Segel. Und schon bewegte sich das Fahrzeug von den gefährlichen Klippen fort, noch eine kleine Weile, und die Felsen lagen weiter hinter den Aufatmenden, die ihr Leben der helfenden Himmelsmutter, aber auch der Besonnenheit des Dichters verdanken konnten. Während die Passagiere in freudiger Aufregung durcheinander redeten, blätterte Goethe in seinen Notizen über die Metamorphose der Pflanzen, deren Grundideen er in Sizilien hatte ausbauen können. Seine (Erinnerung an die „gefahrvolle Fahrt" hat er später in Weimar in den beiden schönen Gedichten „Meeresstille" und „Glückliche Fahrt" festgehalten; doch nicht nur die Worte, sondern auch die rhythmische Form vergegenwärtigen den wirkungsstarken Eindruck. Man lese die beiden Kleinode deutscher Lyrik hintereinander: Meeresstille. Tiefe Stille herrscht im Wasser, Ohne Regung ruht das Meer, Und bekümmert sieht der Schiffer Glatte Fläche ringsumher. Keine Lust von keiner Seite! Todes stille fürchterlich! In der ungeheuren Weite Reget keine Welle sich. Glückliche Fahrt. Die Nebel zerreißen. Der Himmel ist helle, Und Aeolus löset Das ängstliche Band. Es säuseln die Winde, (Es rührt sich der Schiffer. Geschwinde! Geschwinde! Es teilt sich die Welle, Es naht sich die Ferne; Schon seh ich das Land! Auf dieser wechselvolle Reise ward Goethe eine der tiefsten Erkenntnisse seines Lebens: er kam den Geheimnissen der Pflanzenzeugung, dem inneren Gefüge alles Natürlichen näher und ahnte bereits die llcbertragung dieser gleichen Gesetze auf alles Lebendige; ja, er sah in künstlerischer Vision selbst die Liebe als urzeugende Macht und spürte „deren Wirken grenzenlos". Zeitschriften. — Die Ordensburgen Vogelsang und Crössinsee sind nach Anlage und innerer Ausgestaltung besonders eindrucksvolle Zeugen neuer deutscher Baukunst. Als solche werden sie in der neuesten Nummer der „I l l u st r i r t e n Zeitung Leipzig" (Verlag I. I. Weber, Leipzig) gewürdigt. Die Libyenreise des italienischen Regierungschefs wird auf drei Bildseiten lebendig geschildert. Außerdem enthält das Heft eine Bildseite „Alte und neue Kunst für das Handwerk", einen reichbebilderten Artikel „Neue Schätze für den Nutzgarten", der dem Gartenbesitzer wertvolle und neuartige Anregungen gibt, und einen völkerkundlichen Aufsatz „Das ostpersische Dorf." Hochschulnachrichten. Im Alter von 68 Jahren ist Geh. Justizrat Pros. Dr. Wilhelm van C a 1 k e r , Ordinarius für Staats« und Verwaltungsrecht an der Universität Freiburg verstorben. In Reutin bei Lindau geboren, studierte er in München und Berlin. Später trat er in den bayerischen Verwaltungsdienst ein, aus dem er 1900 ausschied, um sich in Freiburg i. B. zu habilitieren. Van Calker wurde 1903 o. Professor für Staats-, Verwaltungs-, Völker- und Kirchenrecht in Gießen, folgte 1913 einem Ruf nach Kiel und 1914 nach Freiburg i. B. Dozent Landgerichtsrat Dr. Walter K r u s ch in Breslau ist beauftragt, auch im Sommerfemester 1937 Vorlesungen und Uebungen in der Rechtswis- senschaftlichen Fakultät der Universität Frankfurt abzuhalten. Der Direktor des Saalburg-Museums, Dr. Wilhelm Schleiermacher, ist beauftragt, im Som- merfemefter 1937 in der Philosophischen Fakultät der Universität Frankfurt das Fach der Deutschen Vor- und Frühegeschichte in einer Vorlesung wahrzunehmen. Der Dozent Dr. Schönberg in Berlin ist beauftragt worden, in der Landwirtschaftlich - Tierärztlichen Fakultät der Universität Berlin die Landarbeiterfragen und die Sozialpolitik in Vorlesungen und Uebungen zu vertreten. Der Dozent Dr. agr. habil. Emil Lowig in Bonn ist beauftragt worden, in der Landwirtschaftlichen Hochschule in Hohenheim vom Sommersemester 1937 ab die Vertretung der durch das Ausscheiden des Professors Klapp freigewordenen Professur für Pflanzenbau- und Pflanzenzucht, verbunden mit der Leitung der Landessaatzuchtanstalt wahrzunehmen. Tage im Krankenhaus gestorben. Dem Angeklagten Sch. war zur Last gelegt, als Beifahrer den Anhänger nicht abgebremst zu haben. In der gestrigen Hauptoerhandlung stellte sich die Schuld des Angeklagten H. einwandfrei heraus, während dem Angeklagten Sch. eine strafbare Handlung nicht nachgewiesen werden konnte. Der Angeklagte Sch. mußte daher freigesprochen werden. Der Angeklagte H. wurde an Stelle einer an sich verwirkten Gefängnisstrafe von zwei Monaten zu einer Geldstrafe von 150 Mark, hilfsweise zwei Monate Gefängnis, verurteilt. Mit Rücksicht darauf, daß der Angeklagte H. durch seine Handlungsweise den Tod seines Vaters herbeigeführt hat und dadurch schon schwer gestraft ist, sah dg,s Gericht von einer Freiheitsstrafe ab. Sodann verhandelte die Große Strafkammer unter Ausschluß der Oeffentlichkeit gegen den Juden Siegfried Rosenfeld aus Bad-Nauheim wegen Rassenschande. Die Hauptoerhandlung ergab, daß der Angeklagte mit einem deutschblütigen Mädchen vor und nach dem Erlaß des Blutschutzgesetzes unzüchtige Handlungen vorgenommen hatte. Das Gericht verurteilte ihn zu der gesetzlichen Mindeststrafe von einem Jahr Zuchthaus. Die Strafe gilt durch die Untersuchungshaft als verbüßt. Da der Angeklagte verurteilt wurde, hat er auch die Kosten des Verfahrens zu tragen. Die Kleiderschau des Deutschen Flauenwerks. Die Kleiderfthau, die am Montag im Cafe Leib vor geführt wurde, bot etwas ganz eigenartig Schönes. Zwanzig deutsche Modell- und Schulwerkstätten sind an der Herstellung der Kleider beteiligt gewesen. Die Kreisfrauenschaftsleiterin Frau W r e d e eröffnete die Veranstaltung, die nachmittags und abends sehr gut besucht war. Frau W r e d e hob hervor, daß unsere Weltanschauung auch in der Art unserer äußeren Erscheinung zum Ausdruck kommen und daß die Würde der deutschen Frau auch in der Gestaltung ihrer Kleidung gewahrt werden muß. Sie erwähnte, daß die Deutsche Frauenkultur auf diesem Gebiet wertvolle Pionierarbeit geleistet hat, und daß auch bei uns im Kreis schon in der Richtung der art- und zweckmäßigen Kleid- und Heimgestaltung gearbeitet wurde. Nachdem Fräulein Kellner als Vertreterin der Deutschen Frauenkultur und Fräulein Schulze als Begleiterin und Ordnerin der Lehrschau in kurzen Ansprachen den Zweck und das Ziel dieser Veranstaltung dargelegt hatten, begann die Vorführung der einzelnen Kleidergruppen. Ausgehend von der Urform nordischer Frauenkleidung wurden die einfachsten Hauskleider in handgedruckten blauen Stoffen mit praktischen, auswechselbaren Schürzen zum Aufknöpfen gezeigt. Hier fand die Land- und Siedlerfrau die einfache und doch kleidsame, geschmackvolle Kleidung für die Haus- und Gartenarbeit. In Form und Schnitt leicht nachzuarbeiten sind alle die hübschen Leibchenkleiüer, die Miederröcke mit hellen Blusen und abwechslungsreichen Westen. Die nächste Gruppe zeigte die wertbeständige Berufskleidung, die in schlichter Form bei tadellosem Sitz die gutgekleidete, in Büro und Lehrsaal tätige Frau darstellte. Auch hier sah man die neuen handgewebten Werkstoffe verwendet, die der Kleidung etwas Eigenartiges und Gediegenes verleihen. Es folgten sportliche Kleider in praktischer weiter Form, im Gegensatz zu dem Humpelrock, der, fälschlich als Sportrock bezeichnet, die freie Bewegung hemmt und einengt. Elegante Jackenkleider und flotte Mäntel wurden ebenfalls mit großem Beifall aufgenommen, während die am Schluß gezeigten Nachmittags- und Abendkleider freudige Bewunderung erregten. Die Musik, die Frau Fischer am Klavier recht stimmungsvoll gestaltete, ging bei diesen festlichen Kleidern in fröhliche Tanzweisen über und begleitete die jugendlichen Gestalten, die mit Freude und Verständnis die schönen Kleider zeigten, bei ihrem langsamen Wandeln über die erhöhte Bahn. Möge die Kleiderlehrschau, die in vorbildlicher Weise in ihren Darbietungen den deutschen Leistungsstil herausstellt, die der Ausartung dienen will, überall, wohin sie kommt, soviel freudige und dankbare Anerkennung finden wie hier, und damit beweisen, daß diese Art der Kleiderschau eine willkommene Anregung für unsere Frauen bedeutet. Die Arbeit her DAF.im Kreis Wetterau. Der Bericht vom März. Die Kreiswaltung Wetterau der DAF. gibt folgenden Bericht über ihre Tätigkeit im Monat März. Im Kreis Wetterau wurden im Berichtsmonat 42 039 Mitglieder der Deutschen Arbeitsfront betreut; hiervon gehören zum früheren Kreis Gießen 24 146 Mitglieder. Die Verwaltungsstelle 19 (Gießen) meldet folgende genehmigte und ausbezahlte U n - terstützungen: Genehmigte Anzahl Unterstützungs- Wertsumme E.-W. . 41 907,05 Kr.-U. 112 1812,05 Dt. durch Gauwaltung ausbezahlt 222 2052,01 Inv.-U. 3 38,55 Nots.-U. 2 25,— Heir.-Beih. 1 30,— St.-U. 3 275,— 384 5139,66 AOD. 3 156,— A n g e st e l l t e : Inv.-U. 1 30,40 Ausbezahlte Unterstützungs- Anzahl Wertsumme E.-W. 50 463,70 Kr.-U. 91 932,45 Dt. durch Gauwaltung ausbezahlt 222 2052,01 Inv.-U. ,4- 228 3167,05 Notf.-U. 2 25,— Heir.-Beih. 1 30,— St.-U. 3 275,— 597 6945,21 AOD. 3 156,— + 1 Zuzug 31,20 RM. und — 1 Abgang 5,0 RM. Erhöhung der Unterstützung auf 7,— RM. berücksichtigt. Angestellte: Inv.-U. 15 +184,50 4- Erhöhung von Unterst, auf 7,— RM. berücksichtigt Die Kreiswaltung hielt 22 gut besuchte Mitgliederappelle ab und führte 9 Vertrauensratschulungen durch. 6 Gruppenbesprechungen haben den Amtswaltern die Ausrichtung für die kommende Arbeit gegeben. Es wurden 87 Ortswaltungen besucht und 263 Betriebe besichtigt. Bei der Rechtsberatungsstelle sprachen 494 Besucher vor. Außerdem wurden 45 arbeitsrechtliche Streitfälle behandelt, 18 Güteverhandlungen mit den Parteien geführt und 27 Vergleiche geschlossen (Wert 567,46 Mark). Vor dem Arbeitsgericht wurden 17 Klageerhebungen vorgenommen, 27 Termine wahrgenommen, 11 Vergleiche geschlossen, und 3 Klagen zurückgenommen. Die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" führte 9 Veranstaltungen mit 4242 Besuchern und 31 Sportkurse mit 2836 Teilnehmern durch. Es wird nochmals darauf hingewiesen, daß in diesem Jahre die Anmeldungen für alle Urlaubsfahrten sehr zahlreich eingehen. Volksgenossen, die noch mit „KdF." ihren Urlaub verleben wollen, müssen sich also schnellstens melden. Eine frühzeitige Urlaubsfestlegung wird ja in allen Betrieben angestrebt. Die Abteilung Berufserziehung und Betriebsführung beendete teilweise die Berufserziehungsmaßnahmen (fachliche Lehrgänge) der verschiedenen Betriebsgemeinschaften. Nach kurzer Ferienpause setzen die übrigen Lehrgemeinschaften und Aufbaukameradschaften wieder mit der Arbeit ein. Neue Lehrgänge verschiedener Art beginnen im April und Mai. Anmeldungen müssen schnell- Skandal um Dr.Vandergmen Roman von Hans Hirthammer. Copyright by Verlag Oskar Meister, Werdau i. S. 10. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Gifch hat dann nichts mehr von Mariele gehört, lange Zeit hindurch. Bis vor zwei Jahren. Da kommt sie einmal von der Arbeit nach Haufe, es ist ihr grad recht weh und einsam zumute. Und da saß Mariele Hauck in ihrem Zimmer, fabelhaft angezogen, hatte die schlanken Beine übereinandergeschlagen, rauchte eine Zigarette und las in einem Buch, das sie vom Schrank genommen hatte. „Servus, Line!" lachte sie. „Gell, da schaust! Sag mal, was liest du für Blödsinn? Du bist doch kein Backfisch mehr. Ja, ich bin in Berlin, warum nicht, ganz nett hier. Na, komm, mach dich ein bißchen hübsch, wir wollen irgendwo Wiedersehen feiern. Aber beeil' dich, Kurt wartet unten schon zwei geschlagene Stunden mit seinem Wagen. Ein bißchen doof, aber sonst ein reizender dengel! Wetten, daß er dir gefallen wird? Also los, Kleines, wirst später noch Zeit genug haben, mich anzustaunen." „Mariele!" „Nee, Kind, Mariele is nich mehr. Der Fratz nennt sich jetzt Mary." Zuerst hat Gisch das Gefühl einer furchtbaren Ernüchterung und Enttäuschung gehabt. Was ist aus ihrer Mariele geworden? Ein freches, gefühlloses, leichtsinniges Geschöpf. Es dauert aber kaum ein paar Tage, da macht sie die tröstliche Entdeckung, daß all dies nicht Marieles Wesen angehört, daß es nur Spiel und Maske ist, so wie ein aufrechter und fröhlicher Mensch wohl zuweilen Gefallen findet, im Narrenkleid einherzugehen und sich solchermaßen an der Einfalt der anderen zu ergötzen. Das ist Mary Hauck. Für Herrn Knack eine durchaus unbehagliche und zugleich beunruhigende Angelegenheit! Um ganz ehrlich zu sein: er fühlt in ihr eine Gefahr für sein unbescholtenes Herz. Denn er ist nicht gänzlich unzugänglich für weibliche Reize, ohne freilich das Zeug zu einem richtigen Sapperlotskerl in sich zu haben. Es geht ihm wie dem Fuchs in der Fabel. Die Trauben möchte er ganz gerne haben, aber — sie hängen ihm zu hoch. „Diese Mary", sagte er dann, „ich weiß nicht, was die Männer an ihr finden. Mir jedenfalls geht sie auf die Nerven mit ihrem Getue, wirklich! Ich könnte sie mir nicht als meine Frau vorftellen!" 8. Mary Hauck wohnt in der Reinickendorfer Straße, unweit des Kinderkrankenhauses, wo sie bei einem älteren Ehepaar ein hübsches, sonniges Zimmer im zweiten Stockwerk gemietet hat. Es sind ein bißchen komische Leute. Herr Dr. Behnicke übt den Beruf eines Gymnasiallehrers aus, und man erzählt sich, daß er die ganze Odyssee im Urtext auswendig kann. Frau Dr. Behnicke ist eine etwas schrullenhafte, rheumageplagte Dame, mit der sich aber zur Not auskvmmen läßt. Der Haushalt wird vervollständigt durch Fräulein Irma Behnicke, mager, sommersprossig, und einen bejahrten Kater, der auf deU ungewöhnlichen Namen Achilles hört. Aber schließlich ist der Name durchaus angebracht für einen Kater, der sich im Dunstkreis humanistischer Bildung bewegt. Mary fügt sich mit guter Laune in den merkwürdigen Kreis, läßt die gelegentlichen Moralpredigten der Frau Professor ernsthaft über sich ergehen, duldet großzügig die unbeholfenen Huldigungen des Herrn Dr. Behnicke und befriedigt lächelnd Fräulein Irmas Durst nach Liebesromanen. Nur mit Achilles, der ihrer Ueberzeugung nach einen ausgesprochen schuftigen Charakter in sich birgt, steht sie auf unversöhnlichem Kriegsfuß, besonders seit dem Tage, da Achilles eine ganze Schachtel voll Pralinen von ihrem Nachttischchen heruntergeholt und ratzekahl aufgefressen hat. Das Biest bekam nicht einmal Magenbeschwerden. — * Als Emil an diesem Morgen seinen Wagen vor dem Hause zum Stehen bringt, ist es halb neun Uhr. Er verspürt ein gelindes Herzklopfen, während er die Treppe emporsteigt, es läßt sich nicht leugnen, denn so ganz allein ist er eigentlich noch niemals hier gewesen. Und es ist ein beträchtlicher Unterschied, ob man mit oder ohne Braut eine ftens erfolgen. Der Unterricht in Kurzschrift und Maschinenschreiben erfolgt ab 1. April 1937 durch die Deutsche Arbeitsfront und die Deutsche Stenographenschaft gemeinsam unter der Bezeichnung „Häuser der Kurzschrift", wodurch höchste Leistung im nationalsozialistischen Geiste ermöglicht wird. Die Kreisbetriebsgemeinschaften werden die praktische Auswertung der Ergebnisse des Reichsberufswettkampfes 19 3 7 dahingehend vornehmen, daß sie die jungen Kameraden bei der Zurückreichung der Arbeiten ganz besonders auf die festgestellten Lücken in ihrer'Berufsausbildung Hinweisen und sie gegebenenfalls in die Lehrgemeinschaften und Aufbaukameradschaften der fachlichen Lehrgänge in der Arbeitsschule einweisen. Darüber hinaus werden bei festgestellter schlechter Lehrlingsausbildung auch die Betriebe besucht. Es werden dann Möglichkeiten gefunden werden, diese Mängel auszumerzen. Das Deutsche Handwerk in der Deutschen Arbeitsfront, Kreiswaltung Wetterau, weist noch einmal auf das G e s e l l e n w a n d e r n hin. Alle jungen Handwerker sollen wandern, um Deutschland kennen zu lernen, ihre Kenntnisse zu erweitern und anderen ihre besonderen Kenntnisse zu vermitteln. Meldungen müssen bei der Abteilung „Das Deutsche Handwerk", Kreiswaltung Wetterau, erfolgen. Die Kreisjugendwaltung meldet, daß 25 Kreissieger des Reichsberufswettkampfes 1937 von der Gauwaltung zum Gauentscheid zugelassen wurden. Diese jungen Kameraden und Kameradinnen haben inzwischen die Aufforderung zur Teilnahme an diesem Gauwettkampf in Darmstadt erhalten. Lugendherbergswerk dient bemVaterland Jugend unterwegs. Alles Vertrauen für die Jugendherbergen! — Gießener Mädel in Wiesbaden. ((Eigener Bericht des Gießener Anzeigers.) Schon in den Tagen der Osterferien war unsere Jugend aus allen deutschen Gauen wieder unterwegs, auf Wanderungen oder auf Radausflügen, um abermals einen Teil unserer schönen deutschen Heimat kennenzulernen. Von erlebnisreichen Tagen in Wald und Feld kehren sie nun bald wieder zurück, haben wieder ein Stück Heimat gesehen und vertieften damit, wenn auch vielleicht unbewußt, die Liebe zu ihrem großen deutschen Vaterland. Sie fuhren in die heimischen Berge, wanderten in den Flußtälern, zogen durch die Wälder, besuchten Burgen und Ruinen und vieles wird ihnen an das Herz gewachsen sein. Hunderttausende von Jungen und Mädchen waren und sind immer,wieder unterwegs und die Eltern brauchen sich keine Sorgen um sie zu machen, etwa der Art: „Wo werden sie schlafen?" Zwischen den Tagen reicher Erlebnisse kehrten sie in den'Jugendherbergen ein! Jugendherberge! Fast ein Zauberwort! Sicherlich aber ein Begriff und — was wichtiger ist — eine Tatsache! Ohne die deutschen Jugendherbergen wäre es nicht möglich, daß Hunderttausende von Buben und Mädeln unterwegs sein könnten, so wie sie es heute immer wieder sind. Ohne die Jugendherbergen wäre es nicht möglich, daß die deutsche Jugend ihr Vaterland s o fenjien lernt, wie kaum eine Generation jemals vorher. Aus der Liebe zur Heimat aber erwächst die Liebe zum Vaterland! Deshalb ist das Jugendherbergswerk eine Sache, die nicht nur einige Idealisten angeht, die das Werk fördern, sondern eine Sache des ganzen Volkes. Unsere opferbereite Volksgemeinschaft wird deshalb nicht zögern, an den Tagen des Jugendher- bergswerkes — 17. und 18. April — ebenso zu opfern, wie es für die Winterhilfe immer wieder geschehen ist. Der Deutsche Jugendherbergsoerband baut mit den Spendenbeträgen neue Herbergen. 3m Landesverband Rhein-Main des Deutschen 3ugendherbergswerkes sollen in den kommenden Jahren mehrere neue Jugendherbergen entstehen. Vorgesehen sind die Schaffung einer neuen Herberge im Taunus (am Sandplacken), in Vad Soden, in 23ab Ems oder in Rassau und in 2Vorms. Auch für den Vogelsberg ist die Schaffung einer weiteren Jugendherberge beabsichtigt, wo sie allerdings entstehen wird, ist noch nicht festgelegt. Der Landesverband Rhein-Main läßt es sich sehr angelegen sein, der großen Sache in vielerlei Form zu dienen. In welchem Ausmaß das Werk im Gebiet des Landesverbandes Rhein-Main in den vergangenen drei Jahren gefördert worden ist, zeigte die Leitung des Landesverbandes am gestrigen Dienstag den Vertretern der maßgeblichen Zeitungen des Rhein-Main - Gebiets. Die Teilnehmer lernten vier Jugendherbergen kennen, die das gesamte Herbergswerk charakterisieren und erkennen ließen, in welcher Richtung die Bestrebungen laufen. Selbstverständlich ist man sich darüber klar, daß die 70 Herbergen des Verbandes nicht alle so sein können, wie die neu eingerichteten ober neu ausgebauten Herbergen von Schloßborn, von Mainz, Wiesbaden und Rüdesheim. Aber gerade diese vier Herbergen zeigten, wie verantwortungsbewußt für die deutsche Jugend auch an dieser Stelle gearbeitet wird. Jene vier genannten Herbergen zeigten sich in ihrer Art grundverschieden, aber alle vier gleich zweckmäßig und großartig! Es lohnt, einen Blick in diese Jugendherbergen zu werfen. Lchloßborn. Idyllisch in einem weltabgewandten Tale des Taunus (unweit Königstein) gelegen, etwas abseits vom Dorfe bietet sich die Jugendherberge von Schloßborn in neuem Gewände dar. Vor elf Jahren wurde sie erbaut, kürzlich wurde sie gründlich Man kann sparen, wenn man will! Jawohl, in jedem Haushalt kann gespart werden; z. B. beim Wäschewaschen! „Schwarz/Weiß", bas neue selbsttätige Waschmittel, hilft jeder Hausfrau sparen. „Schwarz/Weiß" wäscht selbsttätig, spart Mühe, Zeit und auch Geld, denn für seine große Wirkung ist „Schwarz/Weiß" sehr preiswert. Doppelpaket 55 Pf., Normalpaket 28 Pf. 2434 a „Schwarz-Weiß" selbsttätiges Waschmittel hilft sparen! Hersteller: P. Jos. Möbs, Seifenfabriken, Gießen. überholt und modern hergerichtet. In diesen Tagen konnte die Jugendherberge ihren 100 000. Gast begrüßen und ihn mit einem Geschenk ehren. Der Glückliche, ein Pimpfenführer, wußte gar nicht recht, wie ihm geschah, als er sich plötzlich so ohne besonderes Verdienst geehrt fühlte. Er erhielt 20 RM. in Form von Wandergutscheinen. — 66 Betten enthält die Herberge, vorbildliche Kücheneinrichtungen, wunderschöne helle Tagesräume, tadellose hygienische Einrichtungen ... INainz-Gonsenheim. Abseits des Getriebes der Großstadt liegt die Herberge Mainz-Gonsenheim. Die Jugend hat zwar einen längeren Anmarsch, aber sie wird dafür reich entschädigt. Eure aroße Mühle war um- gebaut und neu eingerichtet worden und sie vermag h^ute für jede Nacht 200 Buben und Mädchen Unterkunft zu gewähren, ohne daß Gedränge herrschen würde. Uralte Bäume umrauschen die Dächer der stattlichen Gebäude und unweit des Hauses plätschert der Mühlbach zu Tal. Wieder, ganz anders geartet ist die Jugendherbege zu Wiesbaden. Sie liegt ebenfalls außerhalb der Stadt, am Abhang eines Waldtales, aber doch so hoch, daß von vielen Fenstern aus ein großartiger Ausblick auf die Stadt und das Rheintal möglich ist. Die Jugendherberge war noch vor einem Jahre ein Sanatorium. Heute, nach gründlicher Um- und Ausgestaltung, ist eine Herberge entstanden, die nicht weniger denn 400 Gästen Unterkunft für Tage und Wochen gestattet. Auf einem Gang durch das hohe und ungemein geräumige Haus (ganz im Stile eines Sanatoriums gebaut) läßt sich erkennen, daß schlechterdings an alles gedacht worden ist, was man je in einer Jugendherberge erwarten darf. Gegenwärtig füllen 200 Mädchen aus dem BDM.- Obergau das Haus mit quicklebendigem Betrieb. Die Sportwartinnen des Obergaues 13 sind zu einem Schulungskursus zusammengerufen worden und verbringen dort acht Tage bei Spiel, Sport, Gesang und ernster Arbeit. Etwa 2 0 Mädel aus Stadt und Kreis Gießen, aus dem junge Dame besucht, besonders wenn es sich um Mary Hauck handelt. Als er nach kurzem Zögern gerade klingeln will, kommt Fräulein Irma heraus, im Begriff das Haus zu verlassen. „Huch nein!" ruft sie erschreckt. Sie ist im Umgang mit jungen Männern, soweit es sich nicht um solche b^s klassischen Altertums hanbelt, nicht ausgebildet worden. Sie mustert den Herrn mit neugierigen, ein wenig ängstlichen Blicken. „Entschuldigen Sie, ich wollte gerne Fräulein Hauck sprechen. Könnten Sie mir wohl sagen, ob sie noch zu Hause ist?" Irma zieht überrascht die Nase hoch, Fräulein Hauck steigt noch um einige Grad in ihrer Bewunderung. „Ich will gleich mal nachsehen!" sagt sie aufgeregt und klopft an der Tür, die dem Flureingang gegenüberliegt. Mary ist eben erst aufgestanden, denn sie braucht vor zehn nicht im Geschäft zu fein. Da es keiner ihrer Bekannten wagen würde, sie zu besuchen, weiß sie mit Irmas hastig geflüsterter Mitteilung nichts Rechtes anzufangen. Sie wirft rasch einen Morgenrock über und späht durch die Türspalte. Emil Knack! Nanu? Und ihr erster Gedanke ist Gisch. Es ist etwas mit Gisch passiert. „Herr Knack, Sie? Bitte, kommen Sie herein. Was ist los?" Irma legt entgeistert die Hand an die sommersprossige Wange, nachdem sich Fräulein Marys Tür hinter dem Besucher geschlossen hat. Das Fräulein hatte ja fast nichts an unter dem Morgenrock — und ausgesehen hat es im Zimmer! Nein, so was, denkt Irma. Wenn bloß die Mama nichts merkt! In heller Aufregung steigt sie die Treppe hinab und empfindet es plötzlich als eine große Bitternis, daß der nette junge Mann sie kaum angesehen hat. „Verzeihen Sie, Fräulein Hauck, daß ich so früh —! Ich sehe schon. Gisch ist also nicht bei Ihnen?" „Gisch? — Mein Gott, wieso? Was ist denn? Reden Sie! — Einen Augenblick, ich will Ihnen erst mal einen Stuhl frei machen." Mit flinken Händen rafft sie einen Unterrock, ein paar Strümpfe und ein Haarnetz auf, wirft alles aufs Bett und rückt den Stuhl zum Fenstertisch. „Sie hätten sich vorher anmelben sollen!" lacht sie. „Es sieht verheerend aus, nicht?" „Ooch, nicht so schlimm!" gibt Emil zurück, und es ist keineswegs bloß eine höfliche Redensart. Er gesteht sich gerne ein, daß seine Besorgnisse unbegründet waren. Im Gegenteil, geradezu hübsch ist das, was hatte er eigentlich gegen die Mary, ein strammes Mädel, und wie man sieht, überaus natürlich. Dann klärt er Mary über den Grund seines Besuches auf. „Ich kann mir gar nicht vorstellen, wo sie sein könnte. Oder glauben Sie vielleicht, daß — daß irgendein Mann im Spiele ist?" „Reden Sie keinen Stuß!" entrüstet sich Mary. „Soweit sollten Sie Gisch kennen." Damit nimmt sie ihre Wanderung durch das Zimmer wieder auf. Sie macht sich wirklich ganz böse Sorgen um Gisch, denn bas Mäbel ist ja ein Teil von ihr, der beste Kamerad, der liebste Mensch, den sie auf dieser Erde hat. Sagt nicht, daß es zwischen Frauen keine Kameradschaft gibt! Vielleicht ist sie seltener als zwischen Mannsleuten, vielleicht zeigt sie sich auch nicht so sichtbar nach außenhin, aber sie ist darum nicht minder tief, nicht minder zum letzten Opfer bereit. Gewiß, die Mary ist aus solidem Holz geschnitzt, sie steht fest und sicher da, nichts kann sie umwerfen, und wer es darauf ab seh en wollte, auf ihre Gefühle ZU spekulieren, der könnte einen bösen Reinfall ergeben. Aber Gisch — bas ist ihr wie das eigene Fleisch und Blut. Eine leibliche Schwester könnte ihr nicht teurer sein. Gisch ist — Wissen um die Heimat, (Erinnerung an Sonne und Kinderzeit, Glauben an den guten Sinn dieses Lebens. „Sie haben aber doch gestern Fräulein Amelung abgeholt, wie mir der Pförtner von Schröder & Co. erzählte!" Er kann den Blick nicht von ihr wegbekommen. Emil ist selber, so verwegen er sich auch gebärdet, noch ein ziemlich dummer Junge. Zwar hat er schon gewisse Erfahrungen gesammelt, er ist kein heuriger Hase mehr, jedoch das letzte Geheimnis eines Frauenherzens ist ihm noch nicht offenbar geworden. Vielleicht ahnt er es, im Kuß, in der Berührung, im verlegenen Anblick, und dieser Anblick läßt sein Herz in schnellerem Takte schlagen. (Fortsetzung folgtI) BDM.-Untergau 116, sind auch da und erzählen uns begeistert von ihrem Aufenthalt in dieser großartigen Jugendherberge. lieber alles Lob erhaben ist die Jugendherberge zu Rüdesheim. Einzigartig die beherrschende Lage über Rüdesheim, über dem Strom und dem weiten Tal! Weithin ist der Ruf dieser neuesten und schönsten Jugendherberge des Landesverbandes Rhein-Main schon gedrungen. Insbesondere in das Ausland! Engländer und Amerikaner, Dänen und Schweden, Franzosen, Belgier und Holländer (Mädchen und Buben) fallen in Hellen Scharen in das Haus und fühlen sich dort wohl, geben ihrer Ueberraschung über das großartige Werk unverhohlen Ausdruck. Ideale Tagesräume vermögen vielen Gästen Platz zu bieten. Eine Bibliothek mit wertvoller deutscher Literatur ist vorhanden. Viele Helle Schlafräume wurden eingerichtet, in denen insgesamt 400 Wanderer Aufnahme finden können. Die Einrichtungen in Küche, in Waschräumen, die klaren Trennungen, auf die gesehen wird (wie überall in deutschen Herbergen), lassen erkennen, mit welchem Ernst und mit welchem Verantwortungsbewußtsein hier Vollkommenes geschaffen worden war. 40 000 lieber» Pachtungen hatte die Herberge im ersten Jahre ihres Bestehens bereits zu verzeichnen. Singend kehrt die Jugend ein, ruht aus von langer Wanderfahrt und singend verläßt sie die Heimstätte, um weiter- zuzichen, hinunter an den Strom, hinein in das weite Rheintal. Wohl allen, die in der Jugendherberge Rüdesheim Einzug hielten, mag die Landschaft, die sich von der weiten Terrasse bietet, zu einer Offenbarung geworden sein. Schon allein diese vier erwähnten Herbergen bestätigen die Größe des deutschen Jugendherbergswerkes und es ist eine edle und große Sache, wenn das deutsche Volk den amtlichen und den vielen ehrenamtlichen Helfern die Hand reicht, um an diesem Werke für die deutsche Jugend mitzuhelfen. Wirtschaft. Üinbermarff in Gießen. Auf dem gestrigen Rinder- (Nutzvieh-) Markt in Gießen standen 439 Stück Großvieh, 77 Fresser und 121 Kälber zum Verkauf. Es kosteten a) Milchkühe oder hochtragende Kühe 1. Qualität 420 bis 520 RM., 2. Qualität 280 bis 360 RM., 3. Qualität 210 bis 240 RM.: Rinder, 1I2-- bis ^jährig, 90 bis 150 RM., 3/4= bis 2jährig, 145 bis 210 RM.: tragend 280 bis 420 RM.: d) Kälber, bis zwei Wochen, 18 bis 25, bis vier Wochen 30 bis 45, bis sechs Wochen 50 bis 60 RM.: ausgesuchte Tiere über Notiz. Marktverlauf schleppend. Nächster Markt: 20. April. Neue Kälber- und Kalbfleischpreise. Fwd. In einer Anordnung Nr. 74 B setzt die Hauptoereinigung der deutschen Viehwirtschaft neue Großhandelspreise für Kälber und Kalbfleisch fest. Wähkend bisher für Kälberumsätze nur sogenannte Höchstpreise galten, sind nunmehr auch, wie auf den übrigen Märkten, Spannungspreise eingeführt, das heißt, es darf nunmehr auch eine gewisse Untergrenze nicht mehr unterschritten werden. Auch auf dem Gebiet der Schlachtwertklassen c und d ist eine Aenderung eingetreten. So gilt nunmehr für die Wertklasse c ein gesonderter Höchstpreis. Nach den neuen Bestimmungen stellen sich die Spannungspreise im Preisgebiet 2 (Hessen-Nassau, Baden, Württemberg^und Saarpfalz) je 50 Kilogramm wie folgt: Schlachtwertklasse a 60 bis 65 RM., b 53 bis 59 RM., c 41 dis 50 RM. Nur für die Schlachtwertklasse d bleibt es bei dem bisherigen Höchstpreis von 40 RM. Eine Neueinteilung erfolgt für die Kalbfleisch- Großhandelsqualitäten. In die erste Qualität wurde die Schlachtwertklasse b einbezogen. Während man früher zwei weitere Wertklassen unterschied, gibt es jetzt nur noch eine zweite Qualitätsklasse. Hierzu gehört das Fleisch aus den Schlachtwertklassen c und d. Die Höchstpreise für die erste Qualität sind für das Preisgebiet 2 auf 97 RM., für die zweite Qualität auf 80 RM. je 50 Kilogramm festgesetzt worden. Entsprechend dieser Neuerung werden die Kleinhandelspreise für Kalbfleisch den geänderten Großhandelspreisen angepaßt werden. Nhein-Mainische Börse. Mittagsbörfe im Verlaufe freundlich. F r a n k f u r t a. M., 6. April. Infolge des wieder nur spärlichen Ordereinganges hatte der Aktienmarkt nur kleines Geschäft. Die Haltung war von wenigen Ausnahmen abgesehen nur wenig verändert. Anfangs lagen die Kurse überwiegend mäßig leichter, während im Verlaufe, ausgehend von der verhältnismäßig festen Stimmung für Autowerke, kleine Erholungen zu verzeichnen waren, das Geschäft erfuhr aber keine Ausdehnung. Von Autoaktien stiegen Daimler bei etwas größeren Umsätzen auf 128,50 bis 129 (127,65) und im Freiverkehr Adlerwerke Kley er aus den bekannten Gründen auf 113 bis 113,50 (112,50). Montanaktien eröffneten zumeist 0,25 v. H. unter gestern abend, auch IG. Farben mit 165,50 (165,75) nur knapp gehalten. Elektroaktien wurden stark vernachlässigt, AEG. kamen mit 40,75 (41) zur Notiz. Zellstoffaktien lagen bei kleinem Angebot anfangs schwach, so Aschaffenburger mit 132,50 (135,50), dann auf 134 erholt, Waldhof 156 (158). Im einzelnen notierten: Rheinmetall 149,25 (148,25), Westdeutsche Kaufhof 58,50 (58,75), Bemberg 111,75 bis 112 (112), Zement Heidelberg 164 (164,50), unverändert Reichsbank mit 197, Holzmann mit 147, Moenus mit 109 und Ilse Genuß mit 148,75. Am Rentenmarkt blieb die Tendenz fest, das @e]d)äft war weiterhin etwas lebhafter. Kom- munal-Umschuldung 92,35 bis 92,40, Wiederaufbauzuschläge bei größeren Umsätzen 79 bis 79,25 (79), unnotierte Industrie-Obligationen Fvgen ebenfalls leicht an. Von den amtlichen Werten bröckelten Altbesitz auf 121,13 (121,40) ab, Reichsbahn-VA. behauptet mit 126,40. Mit Beginn der zweiten Börsenstunde wurde der Aktienmarkt etwas fester und auch lebhafter. Bei kleinen Käufen ergaben sich überwiegend Besserungen von 0,25 bis 0,50 v. H., insbesondere für Auto- und Montanwerte, besonders Harpener wurden lebhaft gesucht mit 157,75 bis 159,25 (157,25) auf den Abschluß der Essener Steinkohle AG. IG. Farben zogen auf 166,75 an nach 165,50, AEG. auf 41,13 nach 40,75, dagegen gingen Reichsbank auf 196,50 zurück nach 197. Von den erst später notierten Werten verloren RWE. 1,25 v. H. auf 127, Kali Salzdetfurth 1 v. H. auf 166, Bekula 0,50 v. H. auf 165,50. Am Einheitsmarkt war die Haltung etwas fester. Gesucht blieben Psälz. Hyp.- Bank, Motoren Darmstadt, Hartmann & Braun u. a. Eisenbahn-Bank kamen nach Geldstreichung mit 4,50 rat. (zuletzt 4) wieder zur Notiz. Commerzbank ex 4,5 v. H. Dividende 112,75 (117). Abendbörse behauptet. Die Abendbörse bewahrte einen freundlichen Grundton. Die mittags erzielten Befestigungen wurden größtenteils gut behauptet. Das Geschäft be- megie sich indessen mangels Anregungen aus dem Publikum in sehr engen Grenzen. Th. Goldschmidt waren gegen den Berliner Schluß 1,25 v. H. höher gesucht mit 133, Nachfrage fanden außerdem Buderus Eisen mit 125 bis — Geld (124,90). Auf den übrigen Marktgebieten erfuhren die letzten Mittagsnotierungen keine Abweichungen von Belang. Der Rentenmarkt lag sehr ruhig, 0,13 v. H. über Berlin notierten Reichsbahn-Vorzugsaktien mit 126,40. Kommunal-Umschuldung bewegten sich bei unverändert 92,35 bis 40. • Frankfurter Schtachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 6. April. Auftrieb: Rinder 261, darunter 59 Ochsen, 51 Bullen, 127 Kühe, 24 Färsen. Kälber 843, Hämmel 24, Schafe 13, Schweine 5229. Notiert wurden je 50 Kilogramm Lebendgewicht in RM.: Ochsen a) 43 bis 45 (am 30. März 43 bis 45), b) 39 bis 41 (37 bis 41), c) 36 (35 bis 36); Bullen a) 43 (41 bis 43), b) 39 (37 bis 39), c) 34 (34); Kühe a) 43 (40 bis 43), b) 37 bis 39 (35 bis 39), c) 30 bis 33 (28 bis 33), d) 23 bis 25 (20 bis 25); Färsen a) 44 (42 bis 44), b) 39 bis 40 (39 bis 40), c) 35 (33 bis 35). Kälber a) 60 bis 65 (am 1. April 60 bis 65), b) 53 bis 59 (45 bis 55), c) 41 bis 50 (40), d) 35 bis 40 (35 bis 40). Hämmel b2) 48 bis 52 (48 bis 50); Schafe a) 44 bis 46 (40 bis 46). Schweine a) 52,50 (52,50), b) 52,50 (52,50), b2) 52,50 (52,50), c) 51,50 (51,50), d) 48,50 (48,50); Sauen gl) 52,50 (52,50).Markt- verlauf: Großvieh und Schweine wurden zugeteilt. Kälber lebhaft; Hämmel und Schafe mittelmäßig; ausverkauft. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Donnerstag, den 8. April. Gießen. Stadlkirche. 9 Uhr: Gottesdienst für Schulanfänger; Pfarrverwalter Damerau (für Knaben).— Zohanneskirche. 9: Gottesdienst für Schulanfänger; Pfr. Bechtolsheimer (für Mädchen). Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Frankfurt a. M. Berlin Frankfurt a. M. Berlin Schlußkurs Schluß!. Abendbörse Schluß- fürs Schluß! Mittagbörse Schlußkurs Schluß?. Abend börse Schluß- kurs Schluß!. Mittag. börse Datum 5-4. 6-4. 5.4. 6.4. Damm 5.4. 6.4. 5.4. 6-4. 5% Deutsche Retchsanleihe v. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 5’/2% Young-Anleihe von 1930 .. 4%% Hessische Volksstaat von 1929 4%% Deutsche NeichSpostschatz von 1934 I...................... 101,25 98,9 103,5 99,65 100,4 98,5 121,4 133 98,75 101 97 96,65 99 97 101,25 101,25 110,6 130 16,75 17,13 126,4 197 117 120 103 101,3 98,75 103,5 99,65 98,75 121,13 133 98,75 101,13 98,75 97 96,75 128,5 99 97 101,15 101,25 110,3 130,25 16,75 126,4 196,5 125 112,75 120,5 103 Devi e 101,3 98,9 100,7 98,5 121 98,75 98.75 97 128,75 99 101,4 110,65 130 43,5 16,5 16,5 126,4 196,5 125,25 117 120 103 nmarki 101,4 98,75 103,75 100,65 98,5 121,13 98,75 98,75 97 128 99 101,13 110,3 131 43,75 16,5 16,75 126,25 197 125,75 112,75 120,25 103 Berlin Accumulatoren-Fabrik.......12 ^KU-Kunstseide.............0 Aschaffenburg Zellstoff........3 Bemberg...................0 Bekula.....................8 Buderus Eisen...............4 Gement Heidelberg...........7 Gement Karlstadt............6 Chade A.-C..................9 Conti Gummi..............11 Daimler Motoren............5 Dessauer Gas............... 4 Deutsche Erdöl..............5 Deutsche Gold- und SUber .... 9 Deutsche Linoleum.......... 10 Elektrische Lieferungen........ 6 Elektrische Licht und Kraft.»... 7 I. G. Farben-Jndustrie.......7 Felten L Guilleaume.........6 Gesfürel.............. 6 Th. Goldschmidt.............5 Gritzner Maschinen........... 0 Harpener.................2J4 Hoesch Eisen...............3 ¥2 Philivv Holzmann...........6 Ilse Bergbau................ 6 Ilse Genüsse................6 Kali Aschersleben............5 Klöcknerwerke.............4¥i Kokswerke und Chemische Fabrik 6 Lahmeyer.................. 6 Mainkraft...................4 Mannesmann............... 3 Mansfelder Bergbau.......ey2 Metallgesellschaft.............5 Orenstein & Koppel..........0 Rheinische Braunkohle.......12 Rheinische Elektro............6 Rheinstahlwerke.............. 6 Rheinisch-Westfälische Elektro .. 6 Rütgerswerke ............... 6 Salzdetfurth Kali.......... 7% Schuckert & Go...............6 Schultheis Patzenhofer........4 Siemens L Halske...... 8 Süddeutsche Zucker.......... 10 Vereinigte Stahlwerke...... 3¥2 Westdeutsche Kaufhof.........0 Westeregeln Alkali............5 Zellstoff Woldhof............6 Otavi Minen...............0,6 — Frankfurt a. BL 210 135,5 112 166 124 164,5 196 127,65 146 257 172,25 131,9 148,5 165,75 138 147 133 157,25 118 147 148,75 125 122,25 123,13 93,65 118 157,25 152,9 232 132,25 156,65 128,25 145,5 167 164,25 193,5 200 115 58,75 123,5 158 32,13 212 132,5 112 165.5 125 164 195,5 129 147,5 257,25 174 132 148 166,9 138 147 133 41,75 159,25 118 147,25 149 124,75 122,75 124 94 118,75 153,5 131,5 157,5 127 146 166 164,5 193 200 115,4 58,5 123,5 156,5 32,2 211,5 135 111,9 166 123,5 195,65 128,13 112,4 146,5 172,5 132 148,75 165,75 137.4 147,4 132,9 43 157,5 118 147 149 124,75 122,5 146 123,5 118,13 157,25 152,5 91 232 132 156,65 127,5 146,25 166,25 164,25 95,25 193,5 114,75 58,25 123,5 157 32,13 212 133,5 111,5 165,75 124,9 195 129,75 113 147,25 174 132,25 148,5 167 137,75 147 131,75 42 159,25 118,4 147 149,5 125 122,5 147 124 119 158,25 153,5 91,25 232,4 131,25 158 127,5 146,25 166,25 164,5 95,9 193 115.4 58,4 123,75 156,5 32 4%% Deutsche Reichsbahnschatz von 1936 I.................. Reichsanleihe-Altbesitz.......... Lberhessen Provinz-Anlethe mit Auslos.-Rechten.............. Wi% Hess. Landesbk. Darmstadt Goldpse. R. 12.............. 5%% Hess. Landes-Hyp.-Bank Liqu. Goldpse............... 4%% Preuß. Landespfdbr.-Anst. Goldpse. R. 19.............. 4’/2% Preuß. Gold-Komm. R. 20 4/2% Darmstädter Komm.-Lan- desbank R. 6................ Deutsche Koinm.-Sammel-Anleihe Auslos.-Rechte l.............. 4’/2% Franks. Hyp. Goldpse. R. 15 41/2% Franks. Hyp. Gold-Komm. Obl. 2 3.................... 5’/2% Franks. Hyp. Liquidation Goldpse..................... 5¥2% Rheinische Hyp. Liquidation Goldpse..................... Steuergutschein-Verrechnungskurs 5% Goldmexikaner von 1899 .... 4% Österreichische Goldrente.... 4,2% Lesterreichische Silberrente. 41/2 Ungarn Staats von 1913 .... 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 5% Rumänen von 1903......... 4V2A>.Rumänen Gold von 1913.. 4% Einheits-Rumänen......... 4% Türken Bagdad I........... 4% Türken Bagdad II.......... 2*4% I. Anatolier.............. A.G. für Verkehrswesen......6 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Hamburg-Amerika Paket......0 Norddeutscher Lloyd..........0 Deutsche Reichsbahn Varz.-Wt. 7 Reichsbanl................. 12 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 Commerz- und Privat-Bank ... 4 Deutsche Diskonto...... 4 Dresdner Bank.............. 4 5.April 6. April 5.April 6.April Amtliche Notierung Geld | Bries Imtliche Notierung Geld | Bries Amtliche Notierung Geld | Brief llmlltche Notierung Geld | Brief Buenos Aires............. 0,752 41,93 0,143 47,04 54,43 47,04 12.19 5,385 11,465 136,21 13,09 0,756 42,01 0,155 47,14 54,53 47,14 12,22 5,395 11,485 136,49 13,11 0,755 41,95 0,143 47,04 54,54 47,04 12,215 5,395 11,485 136.24 13,09 0,759 42,03 0,155 47,14 54,64 47,14 12,245 5,405 11,505 136,52 13,11 Japan.................... 0,709 5,694 61,26 48,95 11,07 62,84 56,72 16,98 8,656 2,488 0,711 5,706 61,38 49,05 11,09 62,96 56,84 17,02 8,674 2,492 0,710 5,694 61,39 48,95 11.09 62,97 56,76 16,98 8,656 2,488 0,712 5,706 61,51 49,05 11,11 63,09 56,88 17,02 8,674 2,492 Brüssel................... Rio de Janeiro ............ Oslo..................... Wien..................... Lissabon.................. Stockholm................ Schweiz.................. Spanien.................. Prag..................... Budapest................. Neu York.................. Polen.................... Kopenhagen............... Danzig................... London .................. Helsingfors................ Paris.......;............ Holland .................. Italien................... 5M t puizl Herdplatten, Melier, Aluminium Reibekuchen ! - - und die Herdplatte ? A ber die bekommen wir doch rdinell wieder blank mH- Höhn's Schulbücher für alle Schulen Pfeiffersche Universitätsund Schulbuchhandlung Walltorstraße 21 2432D (Sine Offenbarung für jeden Tierfreund! Tiere mit Gefühl und Verstand Eine allgemeinverständliche Darstellung der Forschungsergebnisse über das Seelenleben der Tiere mit vraktischen Veriuchsanlettungen von Dr. Werner Fischet, Leiter der Forschungsstelle für Tierseelenkunde am Westfälischen Zoologischen Garten zu Münster. 140 Seiten mit 100 Abbildungen, in Leinen gebunden RM. 3.60 Fn jeder Gießener Buchhandlung erhältlich. 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Ursache ist meist eine plötzliche Blutung im Gehirn. Anzeichen sind Bewußtlosigkeit, Lähmungen, unter Umständen sofortiger Tod Notmaßnahmen bei Schlaganfall sind' bequeme Lagerung oes Kranken Öffnen aller beengenden Kleidungsstücke, kalte Kompreßen, am besten Eisbeutel auf den Kopf Sofort den Arzt rufen. Schlaganfall ist eine Erscheinung der höheren Lebensjahre. Männer werden häufiger davon betroffen als Frauen. Schlaganfälle können sich im Laufe des Lebens öfters wiederholen, die Erscheinungen gehen nach jedem Schlaganfall gewöhnlich wieder ziemlich gut zurück, doch bleiben immer noch gewisie Anzeichen bestehen, die auf das Überstehen eines Schlaganfalles Hinweisen Wenn auch ein Schlaganfall ein nicht ganz unbedenkliches Ereignis ist. so darf man trotzdem nicht glauben, daß der Betroffene ein Todeskandidat ist. Er kann noch Jahre lang leben. Schlagsahne, andere Bezeichnung für geschlagenen Rahm. Schlammbäder. Bäder, die aus schlammigen Niederschlägen des Meeres und aus moorigen Erden hergestellt werden. Sie enthalten viel verweste Pflanzenreste, daneben reichlich Mineralien (Schwefel, Eisen). Ihre Wirkung auf den Körper besteht vor allem darin, daß die Haut gereizt wird und außerdem die Wärme sehr gut gespeichert wird. Dadurch wird die Aufsaugung krankhafter Ausschwitzungen im Körper angeregt. Angezeigt sind Schlammbäder bei Neuralgien, Rheumatismus, Ergüsien und bei Frauenleiden. Schlämmkreide, in Wasier geschlämmte feine Kreide, die als Zahnpulver und als Putzmittel für Metalle verwendet wird. Mit Schlämmkreide werden auch weiße Leinenschuhe gereinigt Man trägt nasse Schlämmkreide mit einer Bürste auf und läßt die Schuhe trocknen. Schlangen, in Deutschland nur noch seltene Tiere An Giftschlangen gibt es lediglich die Kreuzotter (s. d.) und in Süddeutschland die graue Aspisviper, die durch vier Reihen dunkler Flecken gekennzeichnet ist. Schlangenbiß. In Deutschland kommt hauptsächlich die Kreuzotter in Frage, deren Biß für den Menschen sehr gefährlich ist. Wichtig ist, zu wissen, daß die Kreuzotter den Menschen nur angreift, wenn sie absichtlich oder unabsichtlich gereizt wird. In Gegenden, in denen Kreuzottern hausen, gehe man vor allem niemals barfuß in gefährdete Gebiete. Kenntlich ist der Schlangenbiß durch zwei nebeneinanderstehende „Stichwunden", durch Entzündung neben der Bißstelle Nagelscheren, Nagelmesser, Nagelzangen, Nagelknipser Nagelinstrumente, Nageletuis, nur beste Qualität Fachgeschäft REINIG 2Ruf 3369, Seltersweg 30 Aus der engeren Heimat. Landkreis Gießen. ^.Annerod, 6. April. Am Samstagabend fand die Generalversammlung der hiesigen Freiwilligen Feuerwehr statt. Der Wehrführer erstattete den Bericht über die Tätigkeit der Wehr im vergangenen Jahre und wies dabei zugleich auf die Aufgaben des neuen Jahres hin. Nach dem Bericht des Rechners ist der Kassenstand der Wehr als gut zu bezeichnen. Dem Rechner wurde Entlastung erteilt. Im Anschluß an den geschäftlichen Teil blieb man noch einige Zeit in kameradschaftlicher Geselligkeit beisammen. -rfs. Lollar, 6. April. Nach 14tögiger ernster Shbeit und froher Kameradschaft fand der von Schwester Jula K l i f f m ü l l e r vorbildlich geleitete Säuglingslehrgana seinen Abschluß. Schwester Jula verstand es, in seiner,'herzlicher Art auf. die Pflichten und Aufgaben der Frau und Mutter hinzuweisen und alles das zu vermitteln, was die Frau von der Pflege und Erziehung, Nahrung und Kleidung des Säuglings wißen muß. Wie schnell waren die Abende vergangen, und der Abschlußabend vereinte die Teilnehmerinnen in fröhlicher Kameradschaft mit ihren Angehörigen und den Mitgliedern der Frauenschaft und des Frauenwerkes. Ernstes und Heiteres wurde vorgetragen, auch die Mädels vom BDM. halfen durch ihre Volkstänze zum Gelingen des Abends. # Mainzlar, 6. April. Die hiesige Bäuerliche Bezugs- und Abfatzgenossen- schäft hielt unter Leitung von Bürgermeister Kreiling am Samstagabend in der Gastwirtschaft von Vogel ihre Generalversammlung ab. Den Jahresbericht erstattete der Vorsitzende Hch. Kreiling, den Rechnungsbericht gab der Rechner Wilh. Müller bekannt. Die Kassenlage zeigte einen günstigen Stand der Genossenschaft. Die turnusmäßig ausscheidenden Vorstandsmitglieder wurden einstimmig wiedergewählt. wg. Großen-Buseck, 6. April. Die Milch- Absatzgenossenschaft G r o ß e n - B u s e ck versammelte am Samstagabend ihre Mitglieder im Saalbau Brück zu ihrer ordentlichen Generalversammlung, die von dem Aufsichtsratsoorsitzenden Wilhelm Schmidt IX. eröffnet und mit dem Bericht des Aufsichtsrates eingeleitet wurde. Sodann sprach Direktor Schwalb über die Entwicklung der Genossenschaft im abgelaufenen Geschäftsjahr. Der Geschäftsoerlauf ist als sehr erfreulich zu bezeichnen, denn die Milchlieferung durch die Genossenschaft hat im verflossenen Jahre eine starke Steigerung erfahren; sie stieg von 645 403 Liter im Vorjahre auf 1 014 000 Liter im Berichtsjahr, also um etwa 57 v. Sy, womit die Genossenschaft an der I Spitze aller Genossenschaften im Rhein-Maingebiet steht. Die Rücklieferung von Magermilch belief sich auf etwa 53 v. Sy der angelieferten Vollmilch. Die Zahl der Mitglieder stieg im Berichtsjahr von 32 auf 169. Nach Bekanntgabe der Bilanz durch den Rechner Dort wurde dem Vorstand und Aufsichtsrat Entlastung erteilt. Die turnusmäßig ausscheidenden Vorstands- und Aufsichtsrat-Mitglieder wurden einstimmig wiedergewählt. Nach einem belehrenden Vortrag über wichtige Fragen der Milchbehandlung würde der geschäftliche Teil in üblicher Weise geschlossen. Kameradschaftliches Beisammensein hielt die Mitglieder dann noch mehrere Stunden beisammen. oo Langsdorf, 4. April. Gestern fand im „Deutschen Haus" ein von unserer NS.-Jugend veranstalteter Dorfgemeinschaftsabend mit einer mannigfaltigen Festfolge statt. Da waren Ansprachen eines Hitlerjungen und des Ortsbauernführers Wilh. B end'er III.; da erfreuten mundartliche Gedichtoorträge und Volksreigen, die sehr gut eingeübt und dargestellt waren und denen man anmerkte, daß sie einem beweglicheren Dolksbund entstammen, als unsere schwere oberhessische Art ist. Mit besonderer Freude wurden die Geräteübungen des Turnvereins begrüßt; denn nachdem der hiesige Turnverein längere Jahre nur ein Scheindasein geführt hatte, ist er nun zu neuem Leben erweckt worden und zählt fast die ganze Heranwachsende Jugend in seinen Reihen. Daß an diesem Dorfgemeinschaftsabend unser Gesangverein sich beteiligte, ist selbstverständlich. Daß die Jugend mit ausgiebigem Tanz zu ihrem Recht kam, bedarf nicht der besonderen Betonung. — Heute wurde in der hiesigen Kirche als Abschluß der Osterzeit eine musikalische Passions- und Osterfeier abgehalten. Die Licher Chorschule unter Leitung von Lehrer i. R. Stein bestritt den gesanglichen Teil der Veranstaltung durch alte und neuere Passions- und Ostergesänge. Den instrumentalen Teil des Abends hatte Lehrer Stein selbst übernommen, der auf unserer modernen und umfangreichen Orgel mustergültige Musik darbot. Der ganze Abend war für den musikalischen Kenner ein Genuß, für den Laien eine große Freude. Kreis Schotten. # Groß-Eichen, 7. April. Das Fest der silbernen Hochzeit feiern am morgigen 8. April die Eheleute Gärtner Wilhelm Bork und Ehefrau Elise geb. Faust. Wegen Raffenschande verurieitt. Lpd. Frankfurt a. M., 6. April. Die Große Strafkammer erkannte gegen den 58jährigen Julius A u m a n n wegen Rassenschande auf 16 Monate Zuchthaus. Der Angeklagte, ein Vollsude, unterhielt Beziehungen zu.einer jetzt 4Hährl- gen arischen Zeugin. Tierwärter Wörner seinen Verletzungen erlegen. Lpd. Frankfurt a. M., 6. April. Der am Sonntag im Tiger käsig des Tiergartens verunglückte Raubtierwärter Heinrich Wörner ist in der Nacht zum Dienstag seinen Verletzungen e r - legen. Wörner war, wie^von uns berichtet, von zwei Tigern bePSchauvorführungen angefallen und verletzt worden. Rundfunkprogramm Donnerstag, 8. April: 6 Uhr: Choral, Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik.. 8.30: Ein froher Gruß aus der Westmark. 11.15 Hausfrau, hör zu! 11.45: Landfunk. 12: Musik für alle. 13: Nachrichten, Offene Stellen, Nachrichten aus dem Scndebezirk. 13.15: Musik für alle. 14: Nachrichten. 14.10: Musik, die uns alle erfreut! 15: Volk und Wirtschaft. 15.15: Kinderfunk. 16: Wir laden Sie ein zu einem Tänzchen am Rhein. 17: Klänge der deutschen Romantiker. Schubert, Spohr und Schumann. 17.30: Nordische Schicksale (I). 17.45: Liebe zur Kunst — Liebe zum Volk. 18: Blaskonzert. 19: Froher Feierabend! 19.40: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20: Nachrichten, Grenzecho. 20.05: Einführung in die folgende Oper. 20.10: „Fra Diavolo". Komische Oper. 1. Pause 21.10 bis 21.15: Einführung in die folgenden Akte. 2. Pause 22 * bis 22.15: Nachrichten Gute Möbel bei Koos Giessen Schülstr6 neue ff 22.50 Frühjahrs-Mäntel sportlich flott verarbeitet 48.- 39.51) 29.75 JNH?:O^gLHElMZ SCHLÜTER rGIESSEN SELTERSWEG 81 Gabardine-Mäntel der praktische Allwetter-Mantel, aus wollenem, imprägniertem Gabardine 54.- 48.- -36.— 29.75 26 50 Frühjahrs-Kostüme in modisch richtig. Stoffen u Macharten 48.- 36.- 29.75 24.50 19.75 faühiafas=JCteidiuig. kleidsam und preiswert 4 I Für die Hausfrau! Vortrag und Tonfilm von Frau Elisabeth Schumacher-Mindrup, Eutin Rund um den Haushalt eine lehrreiche und humorvolle Werbeplaudere' Donnerstag, den 8. April 1937 — 16 und 20 Uhr Cafe Leib, Gießen Eintritt frei! 2298d Werbegeschenkei 1528 A auch als Lesebrille stets die druckfreie Brille nach Maß von Optiker Magnus Kasssnlieferant Seltersweg 33 Bekanntmachung. Betr.: Das Abbrennen von Grasflächen, Rainen und Hecken. Ich weise hiermit auf die Bestimmung des Artikels 8 des Naturschutzgesetzes vom 14. Oktober 1931 nochmals besonders hin, wonach das Beschneiden, Ausroden und Abbrennen von Hecken, das Abbrennen von Bodenhecken auf Wiesen, Rainen, Hängen und auf Oedland, sowie das Beseitigen von Rohr und Schilf zum Schutze der Vögel und Vogelbruten in der Zeit vom 1. März bis 31. Juli verboten ist. Gießen, den 1. April 1937. 2429C Der Oberbürgermeister: Ritter. Mehr Freude an der Natur durch Bermübler-Bücher! Schlauch 442 Schließfach und durch Allgemeinvergiftung. Sobald man von einer Schlange gebissen ist, sauge män sofort den Biß aus und binde das Glied oberhalb der Bißstelle ab. Rascheste ärztliche Behandlung. Es gibt jetzt ein Schlagenbißserum, dessen Einspritzung vor den üblen Folgen des Bisses bewahren kann. Schlauch, Röhre aus löummi oder wasserdichtem Stoff. Easschläuche sollen durch unmittelbaren Anschluß des Gasherdes oder Gasofens an die Leitung ersetzt werden. Eartenschläuche müssen nach Gebrauch entleert werden und aufgerollt liegen. Beim Aufhängen werden sie leicht brüchig. Schlehe, auch Schwarzdorn genannt, da die weißen Blüten vor Bildung der Blätter an den schwarzen Trieben blühen. Die blauen Früchte sind herb, werden deshalb auch selten verbraucht. Schlei, wohlschmeckender Karpfenfisch, der bis 50 cm lang wird und in den Monaten ohne R nicht gern gegessen wird. Schlei grün wird mit Dill gekocht, Schlei blau mit Butter und Meerrettich gereicht. Schleier, florartiges Gewebe zum Umhüllen des Gesichtes, wird heute aber fast nur noch bei tiefer Trauer getragen oder als Hutgarnitur benutzt. Schleicrkraut (Eypsophylla), meist staudenförmig, sieht m niedrigen Sorten wirkungsvoll im Steingarten aus; die weißen Blütchen der höheren Stauden liefern das beliebte Füllmaterial zu Wicken- und Sommersträußen Getrocknet auch für Wintersträuße geeignet. Heranzucht durch Saat. Alte Pflanzen nicht mehr versetzbar, da sie eine tiefe Pfahlwurzel besitzen. Schleiflackmöbel reinigt man mit Seifenwasser u. einem Schwamm. Sie müssen aber sofort mit einem wollenen Tuch trocken gerieben werden. , Schleim ist die Absonderung der Schleimdrüsen, die bei Katarrh vermehrt ist. Der Schleim ist eine zähe, fadenziehende Flüssigkeit. Schleim als Nahrung. Aus Pflanzenteilen (Reis, Haferflocken z. V.) läßt sich ein Schleim Herstellen, der in der Säuglingsernährung eine große Rolle spielt. Schleimige Schichten auf Lebensmitteln bedeuten den Beginn der Fäulffis. Es ist ratsam, dann auf den Genuß zu verzichten, da man sich sonst leicht eine Vergiftung zuziehen kann. Schleppe, nachschleifender Teil des Frauenkleides, am Brautoder Abendkleid. Die Schleppe wird am Brautkleid mit Seide gefüttert, am Abendkleid wird eine Schlaufe befestigt, damit man die Schleppe beim Tanzen hochnehmen kann. Die Schleppe am Abendkleid ist aber sehr dem modischen Wechsel unterworfen. Schließfach, bei der Post gemietetes Fach, aus dem man jederzeit seine Briefsendungen abholen kann. Die Schließfachgebühr beträgt vierteljährlich für ein kleines Schließfach 2,25 Mk., für ein großes 3,— Mk. Außerdem ist eine Sicherheitsgebühr von 10,— Mk. zu hinterlegen. 3um Garlenschlauch gehört ein Schlauchwagen. Ohne Anstrengung bringen Sie damit den Schlauch an jede Stelle im Garten. Dann ist der Schlauch immer aufgerollt und kann so leicht keine schadhaften Stetten bekommen. Der Schlauchwagen und alles andere für den Garten ist billig bei 3. 23. Häuser, Gießen, am Oswaldsgarten, Fernsprecher 2145/2146. kilideclandoerlchickung der H.5.0. 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Ufa-Ton-Woche! 2437 A (, PQLRST Giessen Ein Georg-Witt-Film der Ufa mit Lil Dagover, Peter Petersen Albrecht SchoenhaSs Hilde Körber, Walter Werner Frei nach der Erzählung von Leo Tolstoi Spielleitung: Veit Harlan Die künstlerisch freie und feinsinnige Behandlung des Themas — Not, Krise und tragischer Zusammenbruch einer Ehe — in großartiger Gestaltungskraft von einem Kreis schauspielerischer Persönlichkeiten nahe gebracht, erfüllt sich in einem erschütternden Gemälde menschlicher Schicksale! Beiprogramm: Pulsschlag des Meeres Auf der Bühne: C-lEROYund P.ALM Aequilibristik in höchster Vollendung!