Nr. ?8§ Erstes Blaff 187. Jahrgang Montag, 6. Dezember lM Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Prüft und Verlag: vrühlsche UniverfitStrdruckerei «.Lange in Stehen. §christle!tnng und Seschäftrftelle: Schulftrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm Höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf.. für Textanzeigen von 70mm Breite 50 Rpf..Platzvorschrift nach oorh tBereinbg. 25°/o mehr. Lrmähtgle Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. 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Gegenüber dem Ergebnis des Jahres 1936 bedeutet das des Tages der Rationalen Solidarität 1937 also eine Steigerung um 1 993 197,30 RR1. um 3 5,2 v. h. Das Ergebnis dieses Jahres wird sich noch weiter erhöhen, da einige Teilergebnisse zur Stunde nicht endgültig vorliegen. Das Ergebnis des Jahres 1 935 betrug 4084813,49 RM., das des Jahres 1934 4 021 000 RM. Der Tag der nationalen Solidarität hat in diesem Fahre ein Ergebnis gebracht, das abermals um 35,2 v. 5). höher liegt als im Vorjahre und damit einen Ertrag erreicht, wie er noch niemals erzielt worden ist. So ist der 4. Dezember 1937 zu einer Dolksabstimmuna geworden, wie sie die Welt in so eindrucksvollem Ausmaß noch nicht erlebt hat. Dabei war niemand gezwungen worden, bei ungünstigster Witterung, bei Regen und Kälte auf die Straße zu gehen, um auch sein Scherslein für das Winterhilfswerk den Sammlern in die Büchse zu werfen. Und wer nicht die innere Verpflichtung in sich spürte, in diesen Adventstagen an die Volksgenossen zu denken, die der Hilfe der Volksgemeinschaft bedürfen, wer nicht den inneren Drang fühlte, sich durch fein Opfer im Gedanken gegenseitigen Füreinandereintretens zu betätigen, konnte seine Taschen verschlossen halten, niemand zwang ihn zu spenden. Aber Millionen und aber Millionen zogen bei feuchtem Dezemberwetter hinaus auf die Strafen und Plätze, nur um spenden zu können und dadurch ihrem Willen zum Sozialismus der Tat Ausdruck zu geben. So erlebten wir, daß der Appell zur Solidarität mit den Aermsten der Volksgenossen nicht nur in all den Kreisen stärksten Wid.chall gefunden hatte, die aufgefordert worden waren, mit der Sammelbüchse in der Hand sich an diesem Nachmittag aktiv in den Dienst des Winterhilfswerks zu stellen, sondern daß der Appell auch bei allen gehört worden war, die ttotz regelmäßiger Spenden bei Eintopfsammlungen, Plakettenoerkauf u. a. begriffen hatten, daß an diesem besonderen Tage auch ihre besondere Mitarbeit notwendig sei. So sah sich das Heer der Sammler, das sich überall aus dem Führerkorps der Partei und ihrer Gliederungen, den Spitzen der Behörden, aller Verwaltungszweige in Reich, Staat und Gemeinde, aus allen Mitgliedern der Reichskulturkammer (vor allem Presse, Bühne, Film, Musik und Schrifttum) zusammen- ietzte, einem noch viel größeren Heer derSpen- d e r aus allen Schichten unseres Volkes gegenüber, bas bereit war, seine Solidarität zu bekunden. Jeder Sammler konnte dabei beobachten, wie gerade kleinste Beträge des alten Mütterchens, des Jnoa- iiden, der einholenden Arbeiterfrau und des Jung- »olkpimpfs feine Büchsen füllten. Diel Kupfergeld, >• und 10-Pf.-Stücke, aus denen sich der Inhalt der meisten Sammelbüchsen vorwiegend zusammensetzte, I beweisen, wie der Appell zur freiwilligen Mitarbeit cn den großen Aufgaben des Nationalsozialismus in den breiten Massen des deutschen Volkes verstanden worden ist. Man mag sich daran erinnern, daß das wohlhabende Deutschland der Vorkriegszett mit seiner blühenden Wirtschaft Monate dazu brauchte, um jur die Zeppelinspende 6 Millionen Mark aufzu- iringen, um die Bedeutung des 4. Dezember 1937 xonz zu begreifen. Wenn heute in ein paar Nach- mittagsstunden dieses Sammelergebnis der Vorkriegszeit um mehr als 1,5 Millionen übertroffen werden konnte, ohne daß an der Freiwilligkeit dieser Spende der geringste Zweifel bestehen kann, fcenn niemand wußte, wer gab und was er gab, f» ist das der schönste Beweis dafür, in welchem Tusrnaß der Geist des Nationalsozialismus das Rutsche Volk ergriffen hat, und welches Vertrauen las deutsche Volk seinem Führer entgegenbringt. Kenn diese beispiellose Beteiligung ist ja auch gleich- (»itig eine Vertrauenskundgebung für l ie nationalsozialistische Führung l e 5 Reiches, wie sie in so eindrucksvoller Weise noch kein Staat der Welt hat durchführen können. Inb dieser Tag der nationalen Solidarität ist 't eiter ein Bekenntnis zu einem wahrhaften Christentum d er Tat, das sich unbekümmert 1 im dogmatische Haarspaltereien praktisch in den e Tienft der Nächstenliebe stellt und auch bann nicht ir seinem Opfersinn versagt, wenn die ärgste Not b-r Millionen Volksgenossen, bie Jahr für Jahr eine Arbeit auf kümmerliche Unterstützung ange- rriefen waren, burch bie großzügigen Maßnahmen bi 5 nationalsozialistischen Reiches behoben worben ist. Wir alle jinb uns darüber klar, daß es langer, zislbewußter Arbeit bedarf, um die furchtbaren Fol- ' gen jahrelanger Erwerbslosigkeit von der weit mehr Ls einem Viertel des deutschen Volkes oft viele Johre hindurch betroffen worden war, ganz zu Theben. Und Die Mittel, die dem Winterhilfswerk u fließen, sollen ja jetzt nicht mehr ausschließlich b;tr Hilfe für in Not geratene Volksgenossen dienen, sondern auch vorbeugende Fürsorge zur Kräftigung und Gesunderhaltung unseres Dolks- körpers leisten. Das Hilfswerk „Mutter und Kind", der Kampf gegen die Volksseuchen stellen der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt Aufgaben, die außerordentliche Mittel erfordern und die für die Zukunft unseres Volkes bedeutungsvoll genug find, um bie Mitarbeit eines jeben von uns zu verlangen. Der Tag der nationalen Solidarität hat gezeigt, daß das deutsche Volk auch diese Aufgabe der Zukunftssicherung des Reiches aus eigener Kraft vollauf begriffen hat und daß es entschlossen ist, sich wie ein Mann hinter den Führer zu stellen, wo und wann immer er an sein Vertrauen appelliert und er seiner Mithilfe bedarf im Kampf für ein freies, gesundes und starkes Deutschland. Dr. Fr. W. L. Auch der Führer spendete. Berlin, 5. Dez. (DRB.) Rach Abschluß der großen Sammelaktion am Tage der Rationalen Solidarität empfing der Führer am Samstagabend in der Reichskanzlei eine größere Zahl von Künstlern und Künstlerinnen von Bühne und Film. Der Führer sprach ihnen den Dank für ihren Einsatz bei diesem großen Derk der Selbsthilfe des deutschen Volkes aus und gab jedem einzelnen einen größeren Betrag für seine Sammelbüchse. Line einzigartige soziale Volksabstimmung. Dr. Goebbels dantt den Sammlern. Reichsrninister Dr. Goebbels veröffentlicht folgende Erklärung: Der diesjährige Tag der Rationalen Solidarität hat feinem Ramen Ehre gemacht. In einer einzigartigen sozialen Volksabstimmung hat sich die deutsche Ration wiederum zum Führer und zu feinem Derk bekannt. Ihr moralisches und finanzielles Ergebnis stellt alle daran geknüpften Erwartungen weit in den Schal- len. Die gesammelten Summen werden mit dazu beifragen, ungezählten Armen unseres Volkes, vor allem Kindern, Blüftern und Alten, eine besondere Weihnachtsfreude zu bereiten. Es ist mir ein aufrichtiges Bedürfnis, allen, die an diesem stolzen Ergebnis mitgewirkt haben, den bekannten und unbekannten Sammlern, den Organisatoren und Propagand i sie n und den Millionen gebefreudigen Spendern herzlich zu danken. Sie haben einen Rachmittag im Dienste eines nationalen Sozialismus gestanden, der sich nicht in hohlen und leeren Programmen, sondern in Taten der Opferbereitschaft und Rächstenliebe dokumentiert. Sie haben dabei mitgeholfen, die Einigkeit und Gemeinschaft unseres Volkes zu stärken und zu erhärten. Besonderer Dank aber gebührt bei dieser Gelegenheit den ungezählten namenlosen Sammlern und Helfern des WHW. und der R S V., die nicht nur einen Rachmittag, sondern ein ganzes Jahr im schweren und entsagungsvollen Dienst unseres deutschen Sozialismus stehen. Ans Sammlern vom Tage der Rationalen Solidarität war es ein Bedürfnis, uns an diesem Rachmittage einmal sichtbar und demonstrativ an ihre Seife zu stellen, um damit vor aller Welt unsere innere Verbundenheit mit ihnen und untere Bewunderung für i h r Werk zum Ausdruck zu bringen. Dir alle aber sind stolz und glücklich, einem Volke anzugehören, das am Tage der Rationalen Solidarität wieder einmal, wie so oft, Gelegenheit hafte und nahm, seine besten und ergreifendsten Tugenden sich selbst und der Dell zu zeigen: Gemeinschaftssinn, Disziplin, Opferbereifschaft, Ausdauer und Humor, eine offene Hand und ein großes, gütiges Herz, heil unserem Führer! > Der Reichsrninister für Volksaufklärung und Propaganda: (gez.) Dr. Goebbels. Die Ergebnisse aus den einzelnen Gauen Die Ergebnisse in den einzelnen Gauen Deutschlands, und 1936 zeigen folgenden Stand: Gau Baden Bayerische Ostmark Berlin Düsseldorf Essen Franken Halle-Merseburg Hamburg Hessen-Nassau Koblenz-Trier Köln-Aachen Kurhessen Kurmark Magdeburg-Anhalt Mainfranken Mecklenburg-Lübeck München-Oberbayern Osthannover Ostpreußen Pommern Saarpfalz Sachsen Schlesien Schleswig-Holstein Schwaben Südhannover-Braunschweig Thüringen Weser-Ems i............. Westfalen-Nord . . *......... Westfalen-Süd Württemberg verglichen mit denen der Jahre 1934, 1935 1934 1935 1936 1937 148 000 140 929,95 204 295,16 339 616,49 110 000 104 918,16 139 023,56 213 510,31 300000 324 324,66 545 258,25 633 285,16 104 000 119 633,33 179 375 50 205 377,27 46 000 50 195,04 71 811,80 109 601,26 50 000 88 172,19 149 743,75 218 496,63 89 000 73 387,51 94 398,15 118 285,54 54 000 103 401,77 190 565,19 400 729,—* 220 000 188 376,29 230 109,92 317 942,58 50 000 46 299,44 70 104,69 117 389,63 102 000 116 506,06 139 782,18 150 332,67 77 000 66 951,42 92 379,19 108 381,18 180 000 164 307,66 181816,19 222 524,18 165 000 168 659,75 195 952,36 218 395,34 48 000 45 856,12 58 358,30 106 744,49 90 000 121 401,68 167 915,64 194 468,16 123 000 159 330,09 264 317,36 357 002,51 136 000 198 231,07 298 433,83 308 500,09 134 000 89 378,86 109 066,35 129 208,— 144 000 116 740,82 129 984,94 202 217,84 61000 90 365,40 99 021,63 179 024,52 284 000 293 486,97 388 724,60 547 984,28 232 000 191 836,02 248 512,52 311 614,90 221 000 203 469,76 305 056,42 353 297,44 85 000 73 161,78 121 301,02 226 055,89 107 000 110 603,64 136 473,81 158 938,78 159 000 122 975,91 139 404,70 289 058,89 76 000 106 610,30 136 960,35 193 056,90 127 000 113 464,79 135 422,30 197 395,14 99 000 102 723,32 117 064,87 138 441,69 200 000 189 713,73 321 644,66 388 599,73 4 021 000 4 084 813,49 5 662 279,19 7 655 476,49 * Hamburg ist durch das Groß-Hamburg-Gesetz um drei Kreise größer geworden. 317942 M. im Gau Heffen-Aaffau. Ein glänzendes Ergebrr's am Tag der nationalen Solidarität. F r a n k f u r t a. M., 5. Dez. (NSG.) Die Sammlung am Tag der nationalen Solidarität brachte in diesem Jahr im Gau Hessen-Nassau die stolze Summe von 317 942 Mark. Voriges Jahr brachte die Sammlung 230 109 Mark. Im Kreis W e t t e r a u ergab die Sammlung 27 329 gegen 18 530 Mark im Jahre 1936, im Kreis Alsfeld- Lauterbach 8031,20 (6503,61), im Kreis Bie- denkopf-Dillenburg 7547,70 (6754,66), im Kreis Büdingen-Schotten 6692,82 (5529,06), im Kreis Wetzlar 6428,34 (4470,16). Der Gau Hessen-Nassau kann auf dieses überwältigende Ergebnis stolz sein. Er kann stolz fein, daß dieser persönliche Einsatz der führenden Männer aus Partei und Staat einen solchen Widerhall in der Bevölkerung gefunden hat. Der Gau kann aber auch stolz darauf sein, daß die gesamte Bevölkerung an diesem Tag einen so einzigartigen Beweis ihrer Opferbereitschaft gegeben hat. Dieses Ergebnis konnte nur Zustandekommen, indem jeder Volksgenosse, an welchem Arbeitsplatz er auch stehen mag, fein Scherflein gab. Damit wurde der Tag der nationalen Solidarität der hervorragendste Ausdruck der Uebereinftimmung des deutschen Volkes mit seiner Führung. Das Volk verstand, um was es ging, als seine führenden Männer an die Stelle der unbekannten und kleinen Sammler traten und selbst die Sammelbüchse in die Hand nahmen. Trotz des schlechten Wetters in der Gau- Hauptstadt setzte schon in den frühen Nachmittagsstunden ein lebhafter Betrieb ein. Musikkapellen und Spielmannszüge spielten auf den freien Plätzen und an den Brennpunkten des Verkehrs. An der Spitze der Sammler stand Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger, um den sich an der Hauptwache, wo die Hörner des NSKK. gellend erklangen, die Menschen scharten, um dem höchsten politischen Führer im Gau ihre Spende zu geben. Wie hier der Gauleiter und der stellvertretende Gauleiter mit den Amtsleitern sammelten, standen die Männer des öffentlichen Lebens an allen Plätzen der Stadt. Am Roßmarkt die Führer in der SA.-Gruppe Hessen, am Kaiserplatz die Führer des NSKK., die HJ.-Führer am Liebfrauenberg, die Führer der ff in der Eschenheimer Straße und Oberbürgermeister und Stadtverwaltung in > der Schillerstraße. Ueberall klangen die Sammelbüchsen der Männer der Staatsbetriebe, Behörden, der Presse und vieler Betriebsführer. Keiner saß an diesem Tage zu Hause, alle waren sie auf dem Damm, um auch im Kampf des WHW. ihren Mann zu stehen. Kein Wunder, daß einem solchen Einsatz auch der Erfolg nicht versagt blieb. 3n der Reichshauplffadt. Berlin, 4. Dez. (DNB.) Einzigartig war wieder für die Reichshauptstadt der „Tag der nationalen Solidarität". Um 16 Uhr sollte die große Sammeltätigkeit beginnen, aber schon lange vorher hatten 7000 Männer und Frauen in der Reichs- Hauptstadt mit den Büchsen des Winterhilfswerkes ihre Sammelposten bezogen. Hier, in der Millionen- stadt Berlin, waren der größte Teil der Mitglieder der Reichsregierung und viele Reichsleiter, die namhaftesten Männer und Frauen von Bühne, Film und Kleinkunst, die bekanntesten Federn der Presse auf den Straßen, umgeben von einer unübersehbaren nach Zehntausenden, nach Hunderttausenden zählenden Menschenmenge. Ungeachtet des kalten Dauerregens hielten die Berliner die Brennpunkte des Sammelns besetzt, ließen sie dem bekannten Berliner Witz die Zügel schießen, bewiesen sie in drangvoll fürchterlicher Enge ihren schlagfertigen Humor und gestalteten im Verein mit den zahlreichen Musikkorps der Wehrmacht und der Polizei sowie den Musikzügen der SA., ff und des NSKK. die Straßen zum Schauplatz eines Festes schönster Volksverbundenheit. Bei Dr. Goebbels vor dem „Adlon". Die ersten, die vordem Hotel A d l o n in der Nähe des Brandenburger Tores Reichsminister Dr. Goebbels ihre Spende gaben, waren seine Kinder Helga, Hilde und Hellmut. Dann öffnete sich die von ^-Männern gebildete Gasse, die den Menschen nach beharrlichem Warten den Weg zum „Doktor" freigab, dem die kleine Helga Goebbels bald helfen mußte. Ein ganzes Volk aus allen Schichten kommt hier vorbei: Jung und Alt, Väter, Mütter mit ihrem Kind auf dem Arm, BDM., Soldaten, Männer der Gliederungen, Deutsche aus allen Erdteilen. Spende um Spende fällt in die große rote Büchse. Kaum eine Viertelstunde ist vergangen, da muß schon die zweite genommen werden. Grüße aus dem ganzen Reich, ja aus aller Welt werden dem Minister ausgerichtet: aus Rio und Windhuk und Kapstadt, aus den Vereinigten Staaten und dem Femen Osten, und nicht gering ist auch die Zahl der Ausländer, die sich in die Front der Gebenden einreihen. Auch Frau A 11 o l i c o , die Gattin des italienischen Botschafters, überreicht dem Minister eine größere Spende für das Deutschs Winterhilfswerk. Mancher Ausländsdeutsche kann ein Autogramm und den Händedruck des Ministers in die ferne Heimat mitnehmen. Nicht einen Augenblick reißt die Kette der Spender ab. Alte „Stammkunden" bringen Schecks mit mehrstelligen Zahlen, und mancher Geldschein verschwindet im Trichter der Büchse. Zwei Stunden waren noch nicht vergangen, da mußte sich der Minister schon die achte Büchse geben lassen. Görings „Sammelbüchsen". Unter den. Linden, vor dem Eingang zur Passage stand ein Musikzug des Regiments „Hermann Göring". Der Ministerpräsident, der direkt vom Richtfest des Flughafens Tempelhof zum Sammelplatz kam, wurde mit tosendem Jubel begrüßt. Vor ihm aufgebaut waren zwei große Holztruhen und eine ganze Batterie von großen Marmeladeeimern, aus denen man recht aufnahmefähige „Sammelbüchsen" hergestellt hatte, durch deren riesige Trichter es nun fast zwei Stunden unablässig klapperte und klimperte. Aber die Vorsorge war auch nur ZU berechtigt: Büchse um Büchse füllte sich. Alle kamen sie: der Mann vom Arbeitstisch, die Frau aus ihrem Haushalt, die Jugend, das Alter. Generaloberst Göring beim Richtfest -es Weltflughafens Berlin-Tempelhof. Führung und Volksmeinung. Sin Gespräch mit Reichsyropagandaminister Or. Goebbels. Der mobemfie Lust-Bahnhof der Welt. r e r in einem Sieg-Heil zum Ausdruck, in das Ehrengäste und Arbeiter begeistert einstimmten. Dann begab sich Göring mit den Ehrengästen und einer Abordnung der Arbeiterschaft in die zu einem Ehrensaal ausgestaltete Abfertigungshalle des neuen Flughafengebäudes. Hier wurden die Gedenkurkunden des Richtfestes eingemauert. Hermann Göring vollführte sodann die drei traditionellen Hammerschläge über der eingemauerten Kassette. Zusammen mit Staatssekretär General der Flieger Milch und Architekt Prof. Dr. Sagebiel besichtigte Generaloberst Göring dann das in d?r Halle aufgebaute M o d e l l des monumentalen Neubaues und die ebenfalls hier aufgestellten Baupläne. Anschließend versammelten sich die Bauarbeiter mit Angehörigen der Luftfahrt zu dem Richtschmaus in der Deutschlandhalle. In froher kameradschaftlicher Stimmung feierten Arbeiter und Flieger gemeinsam das Richtfest des modernsten und größten Lufthafens der Welt. b ä u d e, das in der Achse der gesamten Anlage liegt. Dieser Querriegel enthält in den drei untersten Geschossen die Empfangshalle für die F l u g g ä st e. Dahinter entwickelt sich in 100 Meter Tiefe, 50 Meter Breite und 19 Meter Höhe die Abfertigunashalle. Ein besonderes Merkmal des neuen Abfertigungssystems ist die Einordnung eines Fracht- und Po st raumes auf nahezu 5000 Quadratmeter Grundfläche unterhalb der Publikumshalle. In diesem Bauteil befindet sich auch ein Kongreßsaal. Der Luftreisende gelangt von hier über breite Gänge au dem vorgelagerten, überdeckten F l u g st e i g , der sich in 380 Meter Länge zwischen die links und rechts anschließenden Flugzeughallen spannt. In einer Kurve von 1200 Meter Länge begrenzt die Hall en front die Nordwestseite des elliptischen Rollfeldes. Das Rollfeld wird die drei- fache Größe des jetzigen haben; es mißt in nordwestlich-südöstlicher Richtung 2,4 Kilometer, in der kürzeren Achse 1,7 Kilometer. Auf allen Seiten sind ausreichende Flächen für große Zuschauermassen bei Flugveranstaltungen vorhanden. Eine von der Ringbahn abgeleitete e l e k t r i s ch e Bahn zur Beförderung von Treibstoffen, Ersatzteilen usw. legt sich mitsamt einer breiten Fahrstraße von Westen nach Osten hinter die Hallen und umfährt sie; die Mittelgebäude im Zuge der Achse werden in Tunnels unterfahren. Die im Hauptgebäude in 22 Meter Höhe über dem Flugsteig gelegene zentrale G a st st ä t t e mit ihren 2000 Sitzplätzen steht in Verbindung mit den 1,2 Kilometer langen Terra ssen auf den Flugfeldhallen. Diese Terrassen bieten Platz für 100000 Zuschauer, die von hier oben einen herrlichen Ausblick auf das weite Flugfeld haben. Unter den Taufenden befanden sich auch viele Ggsie aus dem Auslande. So erschien auch der britische Botschafter Sir Neville Henderson mit seiner Schwester, um sein Teil zu diesem Tage beizusteuern. Der Botschafter wurde von der Menschenmenge freundlich gegrüßt, als er dem Minister- Präsidenten seine Spende überreichte. Der W e d - di n g war stark belagert. Arbeiter mehrerer Berliner Großbetriebe brachten die Ergebnisse von Sammlungen und ganze Tüten mit Geldern aus der Kameradschaftskasse dem Ministerpräsidenten.— Wer nicht auf seine Kosten kam, das waren die Autogrammjäger, denen der Ministerpräsident sagte: „Kinder, heute schenkt Ihr mir mal was, und das nächstem«! gebe ich wieder Autogramme." Rudolf Heß bei den Reu-Köilner Arbeitern. Am Herrmannsplatz, dem Herzen Neu- Köllns, erschien der Stellvertreter des Führers Rudolf Heß. Hier, wo man oft in früheren Jahren den Winter so bitter spürte, hatte man den Sinn dieses Tages verstanden. In dichten Kolonnen kamen die "Neu-Köttner, um Rudolf Heß ihr Scherflein zu opfern. In unendlichem Strom zogen sie an ihm vorbei, und viele ließen es sich nicht nehmen, Erkundigungen nach dem Wohlergehen des Jüngsten aus dem Hause Heß einzuziehen. Als der Schluß der Sammlung herankam, war es eine stattliche Reihe gefüllter Büchsen, zusammengetragen aus kleinen und kleinsten Beträgen. Nach Schluß der Sammelzeit in Neu-Kölln fuhr der Stellvertreter des Führers nach Lichtenberg, wo er in einer Haushaltungsschule in der Fischerstraße an einer stimmungsvollen WHW.-Feier teilnahm. Auch hier konnte Rudolf Heß reiche Ernte bei opferfreudigen Spendern halten. Wo Reichsminister und Reichsleiter sammelten. Und so war es überall. Reichsmini st er und Reichsleiter, Staatsminister und Staatssekretäre, das Führerkorps der Partei, alle sammelten. Der Reichsoerkehrsminister Dr. D o r p m ü l l e r war erfolgreich auf allen Fernbahnhöfen der Reichs- Hauptstadt tätig. Der Reichsfinanzminister Graf Schwerin von Krosigk hielt die Ecke Tauentzien- und Nürnbergerftraße besetzt. Er hatte zu seiner Werbung eine große Musikkapelle eingesetzt, während der Reichspostminister O h n e - sorge rund um die Gedächtniskirche einen Postkutschenbetrieb unterhielt, bei dem er persönlich die Fahrgebühr kassierte. Die Tauentzienstraße wurde von dem Chef der Ordnungspolizei General D a - l u e g e und dem Berliner Polizeipräsidenten Graf H e l l d o r f, mit vielem Humor bewacht. Vor dem Ufa-Palast am Zoo hatte Reichsminister Dr. Lammers ein ausgezeichnet besuchtes Feld, auf dem sich auch der Korpsführer des NSFK. Generalmajor Christiansen erfolgreich betätigte. Staatsminister P o p i tz hatte in der Joachimstaler Straße ebenfalls eine Verkehrsader angeschlagen, während Staatsminister Dr. Meißner rund um die Gedächtniskirche sammelte. Am Wittenberg-Platz hatte der Reichssportführer von Tschammer und Osten, unterstützt von den bekanntesten Sportlern der Reichshauptstadt, seinen Sammelplatz. Am U-Bahnhof Wittenberg-Platz sammelten die Staatssekretäre Dr. Schlegelberger und Dr. Freifier. Zu beiden Seiten des Brandenburger Tores hatte der Stab des Führers sein Betätigungsfeld aufgeschlagen. SA.-Obergrupvenführer Brückner überragte," eskortiert von drei baumlangen ff» Männern an der Ecke Friedrichstraße - Unter den Linden alle um Haupteslänge und nicht weniger Erfolg hatte auch der Kommandeur der Leibstandarte Adolf Hitler ff - Obergruppenführer Sepp Dietrich, ebenso wie die Flugbesatzung des Führers mit den Flugkapitänen Bauer und Betz. Am Potsdamer Platz sah man Reichsarbeitsmim- jter Seldte, Reichsarbeitsführer Hierl, Staatssekretär Körner, ferner die Staatssekretäre Psundtner, Reinhardt, Dr. Krohn und S t u ck a r t. Generalforstmeister Alpers hatte vor seinem Dienstgebäude am Leipziger Platz Aufstellung genommen. Staatssekretär Kleinmann hielt den Potsdamer Bahnhof besetzt. Auch um ff.» Gruppenführer Heydrich und Stabsführer Lauterbacher von der Reichsjugendführung herrschte lebhaftes Gedränge. An der Kranzler-Ecke sammelte Gauleiter Bohle. Vor der Staatsoper sammelte Reichsleiter Alfred Rosenberg mit den Mitgliedern seines Stabes. Im Zuge der Ost-West» Achse sammelte Reichsleiter Bo uhler an dem Brennpunkt des Verkehrs Leipziger- und Ecke Friedrichstraße. Staatssekretär v. Mackensen hatte am Hackeschen Markt fein Feld aufgeschlagen, und SA.-Obergruppenführer v. Jagow wirkte auf dem Alexander-Platz. Oberbürgermeister und Stadtpräsident Dr. Lippert hatte vor dem Rathaus Posten bezogen. Dor der Reichskanzlei auf dem Wilhelmplatz schließlich erregte Frau v. Schroe - der von der NSV. mit dem riesigen Bernhardiner „Nero" berechtigtes Aufsehen. Bei presse, Bühne und Film. Auch die Presse stand im Dienste des Winterhilfswerkes wieder ihren Mann. Unermüdlich trat sie an ihren „Leserkreis" heran. Der Reichspressechef Dr. Dietrich sammelte bei seinen Wählern in Leip» 3 i g. Ecke Unter den Linden und Wilhelmstraße sammelte die Presseabteilung des Reichspropaganda. Ministeriums. Sie war auf den klugen Einfall gekommen, sich der Mitwirkung namhafter Artisten zu versichern, die von einem Plattenwagen mit ausgezeichneten Darbietungen aufwarteten. Es wäre ein unmögliches Unterfangen, all die Namen der Hauptschriftleiter und Künstler anzuführen, die überall einen gewaltigen „Kassenerfolg" zu verzeichnen hatten. Es war alles da, was Klang und Namen hatte. Die Tänzerin La Jana wußte sich kaum zu retten, nicht anders ging es ihren Kolleginnen vom Film Leni Riefenstahl, Gerda Maurus, Marika Rökk, Magda Schneider, Marianne Hoppe, Maria v. Tasnady, Harald Paulsen, Georg Alexander, Werner Krauß und Gustav Fröhlich, Henny Porten, die ewig Junge, schwang voller Temperament die Sammelbüchse. Mit den Künstlern sammelten auch Intendanten, Spielleiter, Dichter und Komponisten, der Präsident der Reichsrundfunk' kamnter Kriegler sammelte auf der Mittelpromenade mit Lautsprecherwagen. In den Mittagsstunden erregte die schon zur Tradition gewordene WHW. - Fahrt des Korpsführers Hühnlein Aufsehen, der unter Hörnerklang begleitet vom Stabsleiter der ONS. von Beyer-Ehrenberg und einer Kraftradkolonne des Motorlehrsturms I, die Autofirmen und repräsentativen Autooerkaufsstellen aufsuchte. Die Fahrt endete an der Gedächtniskirche. Hier zeigte der Korpsführer erneut fein einnehmendes Wesen, Berlin, 4. Dez. (DNB.) In Anwesenheit des Reichsluftfahrtsministers, Generaloberst Göring, fand das Richtfest des neu erstehenden Berliner Flughafens statt. In dem riesigen Dorhof, durch den der in Berlin ankommende Luftgast die Welkstadt Berlin betreten wird, hatten sich zahlreiche Ehrengäste eingefunden. Die schlichte Feierstunde des Richtfestes begann mit einer kurzen Ansprache des Architekten Prof. Dr.Hng. Sagebiel, der für die treue Hilfe aller, die am Werk schafften, dankte. Er gedachte dabei des Führers, nach dessen Angaben und Richtlinien die Planung für den neuzeitlichsten und größten Flughafen der Welt erfolgte, und des Schöpfers der neuen deutschen Luftwaffe, Generaloberst Göring, dem es zu danken sei, daß deutsche Flugzeuge heute unter Vaterland mit den fernsten Teilen des Erdballs verbinden. Stadtpräsident Dr. Lippert betonte, die Stadt Berlin sei sich bewußt, daß die Tatsache, den größten Lufthafen der Welt in ihren Mauern zu beherbergen, auch verpflichte. Nach dem Richtspruch DesZirnrnerpoliers, der auf die Mckliche Vollendung des Baues in traditioneller Weise fein Glas leerte und es auf dem Baugrund zerschellen ließ, wurde unter den feierlichen Klängen des Chorals „Nun danket alle Gott" der große Richtkranz langsam emvorgewunden und auf der stolzen Höhe des Quergebäudes angebracht. Reichslustfahrtminister Generaloberst Göring leitete seine Ansprache mit Worten des Dantes ein gegenüber dem Herrgott, der diesem Werke feinen Segen gab; gegenüber dem Führer, der dadurch, daß er das gewaltige Bauwerk des neuen Reiches schuf, auch dielen Bau ermöglichte. „Mein Dank aber, so sagte Der Minister weiter, gilt vor allem auch euch, die Ihr an diesem Bau geschaf- f e n habt, gilt in hervorragendem Maße Professor S a g e b i e l als dem Mann, der den Bau erdacht und geleitet hat." Der Generaloberst gedachte sodann mit herzlicher Teilnahme der beiben Arbeitskameraden, die in treuer Pflichterfüllung bei dem Bau ein Opfer ihrer schweren Arbeit wurden. . Generaloberst Göring schilderte dann im großen Umriß das Werden unserer Luftfahrt und Luftwaffe. Er würdigte dabei den gewaltigen Anteil, den die deutsche Arbeiterschaft an der Durchführung der großen Aufgaben unserer Zett habe. „Ich weiß", so rief Generaloberst Göring den Bauarbeitern zu, „daß gerade ihr, die deutschen Arbeiter, es seid, auf die ich vertrauen muß und die mir helfen müssen, damit das Werk des Vierjahresplanes gelingt. Und es war daher nur ein bescheidener Dank, wenn ich auf Vorschlag des Reichsarbeitsministers verfügt habe, daß nun auch d i e Feiertage entlohnt werden sollen. Aber auch hierbei werden wir nicht stehen bleiben, sondern immer weiter gehen in der Fürsorge für den schaffenden deutschen Arbeiter. Es war der tiefere Sinn wobei er von bekannten Rennfahrern tatkräftig unterstützt wurde. So mußte der Tag eine reichliche Ernte geben, und ergab über die klingenden Gaben hinaus eine Ernte, die noch höher steht, vertrauende und freudige Herzen. Berlin bei seinen Soldaten. Der „Sag der Wehrmacht" ein großer Erfolg in der Neichshanptstadt. Berlin, 5. Dez. (DNB.) Mancher Berliner wurde unsanft aus seinem Schlummer geweckt. Schon in aller Frühe schmetterten die Märsche der Wehrmacht durch die nebelgrauen Straßen. Es war der „T a g d e r Wehrmach t". Vor den Kasernen standen Tausende von Menschen. Für 20 Pfennig bekam jeder eine Plakette, vielfach in Form einer kleinen Achselklappe. Und hinein ging's in das Reich der Soldaten. So ergoß sich den ganzen Tag ununterbrochen ein dichter Menschenstrom in die Kasernen. Wie begeistert der Gedanke des Tages der Wehrmacht bei den Berlinern ausgenommen wurde und welchen Erfolg er gehabt hat, zeigt die Tatsache, daß allein beim Regiment Gene» ral Göring in Reinickendorf fast 30 000 Eintrittskarten an Gäste verkauft wurden, die mit Heller Begeisterung den Vorführungen folgten. Unter den Zuschauern bemerkte man auch den Adjutanten des Ministerpräsidenten Oberst Bodenschatz. Die einzelnen Truppenteile gestalteten den Tag nach eigenem Ermessen, ihren besonderen militärischen Aufgaben angepaßt. Die NSV. als Trägerin des Winterhilfswerks hat in kameradschaftlicher Zusammenarbeit mit der Wehrmacht das 3f)re in organisatorischer Hinsicht getan, um den Erfolg zu sichern. Or. Ley an Göring. Der Dank der Arbeitsfront für die Feiertagsbezahlung. Berlin, 4. Dez. (DNB.) Aus Anlaß der Anordnung des Beauftragten des Vierjahresplanes, Ministerpräsident Generaloberst Göring, über die Lohnzahlung an Feiertagen richtete der Leiter der Deutschen Arbeitsfront Dr. Robert L e y nachstehendes Telegramm an Ministerpräsident Gö- ring: „3m Namen Der in ber 2) e u t f d) e n Arbeitsfront vereinten schassenden deutschen Menschen Danke ich Ihnen für Ihre Anordnung über die Lohnzahlungen an Feiertagen für die deutschen Arbeiter. In Ihrer Eigenschaft als Beauftragter des Führers für Den Dierjahresplan haben Sie mit Dieser Maßnahme roieDerum Dem Deutschen Arbeiter eine Anerkennung für feine treue Mitarbeit am Aufbau Der deutschen Wirtschaft zum Ausdruck gebracht. Deshalb wird Ihre große sozialpolitische Tat, die den von der Deutschen Arbeitsfront immer wieder aufgestellten Grundsatz, daß eine gute Sozialpolitik bie beste Wirtschaftspolitik ist, bestätigt, auch in b e r beutschen Wirtschaft breite ft cs Echo finben. Ich bitte Sie, baoon überzeugt zu fein, baß Ihnen bie Deutsche Arbeitsfront Ihre Tat, bie erneut Ihren Willen zur eng st en Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft unb DeutscherArbeitsfront bekundet, durch vorbehaltlosen Einsatz immer danken wird." meiner Anordnung, daß jetzt nun die Festes- freude auch in euere Familie einziehen kann und ihr das herrliche deutsche Weih- nachtsfest feiern könnt in Dem Bewußtsein, ein Jahr schwerer unD harter Arbeit, aber auch innerer unb stolzer Befriedigung hinter euch zu haben. Wir arbeiten alle nur daran, um dieses Deutschland schöner, stärker und größer zu machen, damit einmal unsere Nachkommen nicht wieder solche furchtbaren Zeiten erleben, wie wir sie hinter uns haben!" Generaloberst Göring erinnerte die Bauarbeiter daran, daß sie noch vor wenigen Jahren keinen Arbeitsplatz hatten und nur von Almosen lebten. Diese Wandlung sei nur durch Das gegenseitige Vertrauen möglich gewesen. „So wie ich euch vertrauen muß", erklärte Generaloberst Göring, „und nur im Vertrauen auf euch das Werk vollenden kann, fo brauche ich auch euer Vertrauen zu mir. Nur wenn ich euer Vertrauen habe, kann Das Werk gelingen." Göring brachte den Dank aller an den Füh ° Nach eineinhalbjähriger Arbeit ist der neue Flughafen Berlins im Rohbau nahezu vollendet. Der große Richtkranz mit feinen wehenden bunten Bändern krönt ein Werk riesigen Ausmaßes, das wahrscheinlich auf Jahre hinaus bie größte, zweckmäßigste und schön st e Flughafenanlage der Welt fein wird. Nach den Grundideen des Führers hat das Luftkreuz Europas unter der Leitung der Architekten Protz und Dr.-Jng. Ernst S a g e b i e l eine Ausgestaltung erfahren, deren wettvorausschauende Großzügigkeit alle Anforderungen der nächsten Zukunft in Rechnung stellt. Hinzu kommt als natürlicher Vorzug die in keiner anderen Weltstadt anzutreffende Nähe zum Stadtkern. Die gewaltige Anlage wibd in ihren wesenttichsten Teilen Ende nächsten Jahres betriebsfertig fein. Schon vorher werden die Zentralstellen der Verkehrsluftfahrt, die jetzt noch über die verschiedensten Stadtteile verstreut sind, ihre neuen Räume beziehen können. Der Baumeister hat die Büro-Trakte für Die Luftfahrtdienststellen um einen freisrunDen Platz gelegt, Der den Durchmesser von 250 Meter hat. Diese Gebäude werden außer der Hauptverwaltung Der Deutschen Lufthansa u. a. Den Reichswetterdienst, die Wetterdienftfchule, die Reichsflugsicherung und das Luftfahrtmedizinifche Institut beherbergen. Von diesem Rundplatz mit seinen viergeschossigen Gebäuden gelangt der Fluggast in einen rechteckigen Vorhof von 90 Meter Tiefe unb 80 Meter Breite, der mit Granitplatten ausgelegt und auf drei Seiten von arkadenähnlichen Umgängen umschlossen ist. Seinen beherrschenden Abschluß erhält er nach dem Rollfeld hin durch ein mehr als 30 Meter hohes siebengeschossiges Q u e r g e • Berlin, 4. Dez. (DNB.) Reichsminister Dr. Goebbels empfing nach der diesjähriaen Tagung der Reichskulturkammer den Hauptschristleiter des „Berliner Tageblattes". Auf die Frage, wie der Minister sich über alle Vorgänge auf seinen Arbeitsgebieten informiere, antwortete Dr. Goebbels: „Ich spreche jeden Tag mit den Leitern der verschiedenen Abteilungen und Aufgabengebiete meines Arbeitsbereiches, unterhalte m i ch mit unzähligen Personen aus allen Schichten des Volkes, besuche Theater und Film, gehe in die wichtigsten Musikaufführungen, besuche fast alle Ausstellungen, halte zahlreiche Versammlungen ab, so daß ich mir ein plastisches Bild davon machen kann, wie es im politischen und kulturellen Leben der Nation aussieht und ob die Politik, die wir auf Den verschiedenen Gebieten treiben, im Volke Fuß faßt und verstanden wird." Wir denken ausgiebig darüber nach, ob die Argumente richtig und durchschlagend genug sind, die wir für unsere politischen Absichten geltend machen. Von Der politischen Linie, Die wir uns einmal gesteckt haben, weichen wir in keinem Falle ab. Aber wenn wir sehen, Daß im Volke Die von uns für richtig befundene Politik noch nicht genügend verwurzelt ist, so sorgen wir für eine Verbesserung der Argumente, Die für Diese Politik sprechen. Auf diese Weise sind wir ständig darauf bedacht, Dem Volke unsere politischen Absichten zu feDem Zeitpunkt nahe zu bringen unb sie ihm begreiflich zu machen. Nehmen wir z. B. Die kulturellen Gebiete. Ich bekomme laufend darüber berichtet, wie das Volk auf untere kulturellen Pläne und Absichten reagiert. Ich ersehe aus ihnen jederzeit, ob ich Damit auf Dem richtigen Wege bin." Als Beispiel Dafür wies Dr. Goebbels Darauf hin, daß ihm allgemeine Mitteilungen Darüber, ob die Theater gut oDet schlecht besucht seien, ob ein Film gehe oder nicht, gar nichts besagten. Er lasse sich stets präzise zahlenmäßige Unterlagen über alles vorlegen. Man solle nicht annehmen, daß die Regierung nicht darüber orientiert sei, wie das Volk denke. ,Heder Gauleiter und jeder Orts- gruppenleiter aus Der Partei weiß, worum es jeweilig geht, unD keiner fürchtet sich, im Bedarss- falle offen und ehrlich seine Meinung zu sagen, auch wenn sie unangenehm sein sollte. „Was wir hier im Hause Des Propatz andamini st eriums machen, ist in Der Tat ein Spiegelbild des politischen Lebens. Alles, was im deutschen Volke politisch, wirtschaftlich und kulturell geschieht, hat hier seinen Niederschlag gefunden und wird hier psychologisch bearbeitet. Wir müssen Dabei Die Materie selbst erfassen und beherrschen.. Deshalb brauchen die verschiedenen Ge- biete meiner Arbeit in der Spitze die Zusammenfassung in einer Person. Ich lese täglich die Zeitungen im Original, sehr mir fast alle Filme an, kenne alle wesentlichen Kunstschöpfungen, kenne Arbeit und Leistung meiner Dienststellen auf das genaueste. Wenn ich ins Theater gehe, fo geschieht es, um Das Niveau Der Aufführungen kennenzulernen. Ein Besuch von mir im Theater ist also keinesfalls als ©raDmeffer für die Beurteilung des Stückes und der Aufführung anzusehen. Meine besonder« Fürsorge für das Theater geschieht nn übrigen nicht, damit ein kleiner Kreis von Menschen Interesse am Theater gewinnt, sondern, damit die große Masse des Volkes Anteil am Theater bekommt." „Die größte Befriedigung für unsere Arbeit ift es", so betonte Dr. Goebbels abschließend, Deutsch» land so schön und das Leben in Deutschland so lebenswert zu machen, daß Menschen, mögen sie nun auf einer KdF.-Auslandreise gewesen oder mögen sie beruflich sich im Auslände aufgehalten haben, bei ihrer Rückkehr das Gefühl haben: In Deutschland ist es am schön st en! Gauben Sie mir, das Volk ist heute froh, daß es in der Führung eine Meinung und einen festen Willen spürt. Niemals wird sich ein Volk von seiner Führung trennen, wenn diese Führung stark und unbeirrbar ihren Weg geht, mit dem Volk und für das Volk." Weitere 43 Millionen für Volkswohnungsbou. Berlin, 4. Dez. (DNB.) Zur Behebung der Wohnungsnot Der minD erbe mitt eiten werktätigen Volksgenossen hat Der Reichs» arbeitsminifter 1935 Den Bau von Volkswohnungen in Die Wege geleitet. Um Die Erstellung solcher Wohnungen noch stärker zu beleben, hat Der Minister kürzlich weitgehende Vergünstigungen und Vereinfachungen zugelassen, Die sich auf eine Ermäßigung des Zinssatzes und eine Erhöhung des Reichsdarlehens sowie auf die Grenze der Herstellungskosten beziehen. Für Volksgenossen mit geringem Einkommen und für kinderreiche Familien ist die Zinsermäßi- gung besonders weitgehend. Diese Erleichterungen haben zu einer ft a r f e n Zunahme der Wohnbautätigkeit auch außerhalb Des Vier- jahresplanes geführt. Der Reichsarbeitsminister hat daher nunmehr erneut 43 Millionen Mark zur Förderung des Volkswohnungsbaues auf die Bewilliaungsbehörden verteilt. Damit sind für diese Maßnahme bisher in gesamt rund 130 Mil' lionen Mark zur Verfügung gestellt worden. Oie Königin von Italien dankt dem Führer. Berlin, 4. Dez. (DNB.) Ihre Majestät Königin Elena von Italien, Kaiserin von Aethiopien hat an Den Führer unD Reichskanzler folaenDes Telegramm gerichtet: „Ich erhielt mit lebhafter FreuDe von Sr. Exzellenz Dem Botschafter von Hassel Die hohe unD einzigartige Auszeich' nung, Die Eure Exzellenz aus Anlaß der Einweihung Der Klinik für Encephalitis in Kassel mir zuzuerkennen so gütig waren. Sehr gerührt durch Das höfliche GeDenken Eurer Exzellenz wie Durch Die fo liebens» würDige Ehrung, Die Sie mir auch im Namen des Deutschen Volkes bei Dieser Gelegenyeit zuteil werden ließen, bitte ich Sie, meinen besten Dank und mit ihm Den AusDrurf meiner herzlichen Gefühle geneh' migen zu wollen. Gez.: Elena." Reichsminister Or Krick in Stockholm. Stockholm, 4. Dez. (DNB.) Reichsinnen- minifter Dr. Frick hielt in der Schwedisch-Deutschen Vereinigung einen Vortrag über „Das Werden des neuen Deutschlands". Unter den Anwesenden sah man u. a. Prinzessin Sybille, die Gattin des Prinzen Gustav Adolf, ferner hervorragende Vertreter des öffentlichen Lebens, der Armee und der Marine, Vertreter des Diplomatischen Korps, der Ortsgruppe der NSDAP, und der deutschen Kolonie. Das Vorstandsmitglied der Schwedisch-Deutschen Vereinigung, Dr. Sven Hedin, dankte dem Minister für seine aufschlußreichen Darlegungen und hob hervor, daß die innere Umgestaltung Deutschlands auch weittraaende außenpolitische Auswirkungen zeitigte, die besonders durch die Wiederherstellung der gebührenden Machtposition zum Ausdruck komme. König Gustav V. empfing im Schloß Drottningholm am Mälar-See Reichsminister Dr. Frick. In Begleitung des Gesandten Prinzen zu Wied war Dr. Frick zum Mittagessen Gast bei Konteradmiral Lindstrom. Am Nachmittag stattete der Minister dem stellvertretenden Außenminister West man einen Besuch ab. „Stockholms Tidmngen" berichtet unter der Ueberschrift „Zusammenarbeit mit der Kirche ist Hitlers Ziel". Dr. Frick habe erklärt, die Reichsregierung halte nach wie vor an dem Grundsatz entschieden fest, daß die Freiheit aller Religionsbekenntnisse geschützt würde, sofern sie die Sicherheit des Staates nicht gefährden. Die Reichs- regierung werde sich von dem Wege nicht abbringen lassen, den sie einmal eingeschlagen habe. d. h. von dem Willen au einer friedlichen Zusammenarbeit mit den verschiedenen Religionsbekenntnissen. Oetbos in Warschau. Warschau, 5. Dez. (DNB.) In einer Unterredung Zwischen dem polnischen und dem französischen Außenminister in der französischen Botschaft stellten die beiden Minister die Beständigkeit des französisch - polnischen Bündnisses fest. Sollte die Frage, eines W e st p a k - t e s erneut in Angriff genommen werden, würde Polen an diesen Besprechungen teilnehmen, da der polnisch-französische Bündnisvertrag eine Verständigung zwischen den beiden Regierungen in allen Fragen vorsieht, die die beiden Staaten berühren. Gelegentlich der Besprechung über die Begegnung des französischen Außenministers mit Reichs- außenminister von Neurath seien die Anstrengungen deutlich gemacht worden, die Polen zur Normalisierung seiner Beziehungen mit Deutschland unternommen habe. Weiter sei auf die Unterredung hingewiesen worden, die die französischen Staatsmänner in London geführt haben. Der französische und der polnische Außenminister seien zu dem Schluß gelangt, daß die gegenwärtige Lage weniger gespannt als vor mehreren Monaten sei. Der polnische Außenminister habe auf seine eigenen Bemühungen hinsichtlich einer solchen Entspannung hingewiesen. Er habe niemals verheimlicht, daß er direkte Besprechungen von Staat zu Staat bevorzuge. Die Frage der polnisch-tschechoslowakischen Beziehungen sei ein Hauptbestandteil der Warschauer Unterredung gewesen. Es handele sich dabei um alte Meinungsverschiedenheiten, für die eine sofortige Lösung schwierig erscheine. Zusammenfassend habe man feststellen können, daß es zwischen den allgemeinen Ansichten der beiden Länder keine tiefergehenden Meinungsverschiedenheiten gebe, wenn auch die Ausdrucksform manchmal unterschiedlich sei, und daß das französisch-polnische Bündnis die Grundlage der Politik der Warschauer Regierung bleibe. Das Pariser „Petit Journal" meint, bisher hätten die Besprechungen in der Hauptsache ergeben, daß das französisch - polnische Bünonis von der Warschauer Regierung als ein grundlegendes Element ihrer Außenpolitik betrachtet werde. Doch sei gleichfalls offensichtlich geworden, daß auf dem Gebiete der allgemeinen Polittk beide Länder stark verschiedene Auffassungen hätten. Polen verspüre keine besondere Neigung für den Grundsatz der kollektiven Sicherheit, sondern ziehe das Verfahren der zweiseitigen Verträge vor. Delbos könne nicht hoffen, seinen polnischen Kollegen zur französischen Auffassung zu bekehren. Oie britische Heeresreform. London, 5. Dez. (DNB.) Mit den geplanten Reformen in der englischen Armee beschäftigen sich die Sonntagszeitungen ausführlich. „The People" !staubt, die britische Armee solle zur „wirksam- ten Kampfwaffe der Welt" gemacht werten. Auf folgende Punkte werde besonderer Wert gelegt werden: Mechanisierung, Ansammlung von Munitionsreserven, Erhöhung der Löhnung, erweiterte Beförderunasmöglichkeiten für Unteroffiziere und Mannschaften, Neuorganisatton der Infanterie, Einführung' neuer Arttlleriewaffen und Vermehrung der Tankbataillone. Die erteilten Waffenaufträge sollen beschleunigt werden. 6 0 Jnfanteriebataillone würden völlig m i t Maschinengewehren ausgerüstet werden. Die Zahl der Minenwerfer und der Tankgeschütze werbe vermehrt, die Tantbataillone mit einem neuen Tank ausgerüstet. Durch Ausstattung mit mechanischen Transportmitteln werde die Beweglichkeit der Armee verzehnfacht werden. Hand in Hand mit dieser Reorganisation der Armee werde auch eine völlige Ueberholung der Luftwaffe erfolgen, die ebenfalls im nächsten Jahre mehr als 100 Millionen Pfund an Kosten verursachen werde. Die „Sunday Chronicle" lenkt die Aufmerksamkeit auf den angeblich mangelhaften Luftschutz Großbritanniens im Vergleich zu den Maßnahmen in Frankreich und anderen Ländern. Paris sei so organisiert, daß zweieinhalb Millionen Menschen die Stadt bei Luftangriffen rechtzeitig verlassen könnten. „Sunday Times" weist darauf hin, daß der nächste Krieg sehr verschieden von dem letzten sein werde. Englands Aufgabe würde auf der See und in der Luft liegen, und die Schützengräben des nächsten Krieges würden nicht in der Piccardie, sondern in England liegen. Kriegsminister Höre- B e l i s h a wandte sich in Ashtön-under-Lyne dagegen, daß man die Umbesetzungen als „ungewöhnlich" bezeichne. Man habe einige der besten Sol- baten auf ihren Posten absichtlich gehalten. Das würden die Männer sein, die in einem Kriege — den Gott verhüten möge — die Truppen zu führen haben würden. Es sei nur richtig, daß sie ihre Dienstzeit unter den Truppen verbringen sollen, die sie später zu kommandieren haben würden. Sie würben jedoch künftig auch nut der Lsitung Bezugsquellen und Ausfuhrziele. Von Or. Earl Wellthor. bisher noch nicht über sich gebracht hat, mit Deutsch- Frankreich und Amerika, haben sich zu einem verstärkten Warenaustausch mit dem Reich bereitgefunden. a m e r i k a mehr Kupfer, aus B r i t i s ch - M a l a y a mehr Gummi und aus den V e r e i n i s ' gten Staaten mehr Mineralöle. Es hat sich gezeigt, daß mit den Lebensmittelbezügen Großbritanniens aus seinen Dominien und Kolonien auch die britt- schen Jndusttiewarenlieferungen nach diesen Gebieten abgenommen haben, und daß sich das wirtschaftliche Interesse der britischen Gliedstaaten an Deutschland gesteigert hat. Dies gilt in hervorragendem Maße für den Australischen Bund, der es land die im Weltkrieg erloschenen geregelten wirt- Mark gebracht. Die Bemühungen Deutschlands um schriftlichen Beziehungen durch Abschluß eines Der-, Aufrechterhaltung seiner Ausfuhr und seiner De- träges auf eine neue feste Grundlage zu stellen. Viseneinnahmen haben allen Schwierigkeiten und Auch zwei Länder, zu denen in den letzten Jahren 1 auch Gegenwirkungen zum Trotz Erfolg gehabt. tragen, das sein Entgegenkommen nach handelspoli- tischen Rücksichten bemißt. Der Oktober, für den die Zahlen soeben bekanntqegeben worden sind, hat wieder einen Ueberschuß (Aktivsaldo) von 59 Millionen ?i^m"'k.^o^^^^Eerium hat vor einigens fast feindselige Wirtschaftsbeziehungen bestanden, Tagen die Auße nh and elszahlen des Rei- ------ ' ' 1 ~ - - - - - ches für die ersten neun Monate 1937 nach Ländern und Erdteilen veröffentlicht. Es liegt nahe zu fragen: wieweit folgt die Wirtschaft der Polittk, d. h. m welchem Maß prägen sich die freundschaftlichen Beziehungen Deutschlands zu Italien und Japan, aber auch zu einer Reihe von südosteuropäischen und südamerikanischen Ländereien in den Zahlen der Einfuhr und Ausfuhr aus? — Man wird aber auch folgende Frage stellen und beantworten müssen: wieweit sind unhaltbare Verhältnisse im Wa- renaustausch mit gewissen Ländern durch die Praxis berichtigt worden? Auch ist interessant zu prüfen, in welchem Verhältnis europäische und außereuropäische Länder am deutschen Außenhandel beteiligt waren und ob und wie sich dies Verhältnis in letzter Zeit gewandelt hat. Zunächst muß gesagt werden, daß d i e deutsche Einfuhr unter dem Vierjahresplan nicht den scharfen Rückgang erfahren hat, den man vielfach im Ausland befürchtet hatte. Im Gegenteil ist eine beträchliche wertmäßige Steigerung, — bei Ein- und Ausfuhr um je über 800 Millionen Mark oonugt haben, ihre Bestellungen in Deutschland wieder verstärkt. Nicht zuletzt erklärt sich das aus den Erfolgen der deutschen Roh- und Werkstoff- geroinnung. Auch das südosteuropäische I u g o • slawien, zu dem sich die polittschen Beziehungen Deutschlands und auch Italiens in den letzten beiden Jahren immer freundschaftlicher gestaltet haben, vermehrte in den ersten neun Monaten 1937 seine Bestellungen in Deutschland gegenüber dem Vorjahr beträchtlich. Der U e b e r s ch u ß d e s deutschen Außen» h a n d e l s in den ersten drei Vierteljahren 1937 war mit 311 Millionen Mark fast genau so groß wie in den ersten drei Vierteljahren 1936 (319 Millionen Mark). Wenn auch die deutschen kurzfristigen Aus- landschulden bis auf wenige hundert Millionen Mark getilgt sind, so hängen uns doch noch immer rund 15 Milliarden langfristige Auslandschul- d e n nach, für deren Verzinsung — geschweige Tilgung — der deutsche Außenhandelsüberschuß nicht ausreicht. Wenn uns unsere Gläubiger mit der Revision der Schuldforderungen nicht entgegenkommen, muß es dabei bleiben, daß wir die Ueberwei- fung von Zins- und Tilgungsbeträgen dem einzelnen Schuldner verbieten und sie dem Reich über- Die deutsche Ausfuhr hat nach den beiden fernöstlichen Ländern, Japan und China einen beträchtlichen Aufschwung genommen. Es ist aber zu erwarten, daß die bewaffnete Auseinandersetzung die Kaufkraft und Kaufbereitschaft dieser Länder schwächen wird. Japan hat bereits auf Grund eines Ermächtigungsgesetzes die Wareneinfuhr scharf gedrosselt und es in der Tat erreicht, daß sich der herkömmliche Passivsaldo der japanischen Außenhandelsbilanz in einen Aktivsaldo verwandelte. Den verstärkten deutschen Käufen in sÜd - amerikanischen Staaten entsprachen vermehrte Fertigwarenlieferungen allerdings geringeren Ausmaßes. So kam es, daß die deutsche Handelsbilanz mit den südamerikanischen Ländern erheblich passiv wurde. Ueberhaupt haben die europäischen Länder bei der deutschen Ausfuhr — im Gegensatz zur deutschen Einfuhr — einen größeren Anteil an der Steigerung gehabt. An der Spitze der Zunahme-Länder stehen Belgien - Luxem- bürg, die Niederlande und das befreundete Italien. Es unterliegt keinem Zweifel, daß innerhalb gewisser Grenzen Länder, die politisch eng befreundet sind, sich auch wirtschaftlich aufeinander einstellen können, — nicht nur in der Weise, daß sie einander als Lieferanten und Bezieher bevorzugen, sondern auch daß sie die Produktion entsprechend den besonderen Bedürfnissen des Partners umgestalten und ausbauen. Schließlich haben auch die skandinavischenLänder, die Jahre hindurch andere Bezugsquellen für Jndustriewaren be— .zu verzeichnen. Selbst wenn ein Viertel bis ein Drittel die er Steigerung auf höhere Preise zurück- zuführen ist, bleibt immer noch eine erhebliche mengenmäßige Zunahme übrig. Wenn aber in einer Zeit, die allgemein als wirtschaftlicher Aufttieg bezeichnet wird, die Rohstoffpreise sinken, so beweist bas wieder einmal die Unberechenbarkeit der Preisentwicklung und den grundsätzlichen Vorteil, den die rohstoffreichen über die rohstoffarmen Länder haben. Die deutsche Einfuhr in den ersten 9 Monaten des Jahres 1937 stand unter dem Zwang verstärkten Nahrungsmitlelbedarf s. Deutschland hat daher seine Käufe in denjenigen Ländern verstärkt, die Ueberschußgebiete an Brotgetreide und Futtermitteln darstellen. Unter den europäischen Ländern gehörten dazu in erster Linie wichtige Donau- und Balkanländer wie Rumänien, Jugoslawien, Ungarn, Bulgarien und Griechenland (letztere beiden Länder hauptsächlich für Obst, Tabak und Hülsenfrüchte.) Weiter haben Argentinien mehr Weizen und Mais, Kanada mehr Weizen, Indien mehr Weizen und Reis, Australien mehr Weizen und andere Länder mehr pflanzliche Genußmittel geliefert. Die deut- schen Rohstoffkäufe sind gleichfalls nicht hinter dem Stand des Vorjahres zurückgeblieben. Aus Australien, Südafrika und Frankreich bezog Deutschland mehr Wolle, aus England, Rhodesia, Kanada, Chile und Nord- behandelt. Das Ergebnis der auf der Grundlage des Bekenntnisses beider Staaten zur gesamtdeutschen Kultur geführten Beratungen wurde in einer Reihe von Empfehlungen niedergelegt. Die im Haag am 10. November unterbrochenen Verhandlungen über die Regelung des deutsch- niederländischen Zahlungsverkehrs für das Jahr 1938 werden am 7. Dezember in Berlin wieder ausgenommen. * Die belgische Kammer hat die politische Aussprache über die Regierungserklärung abgeschlossen. Bei der Abstimmung über das Vertrauensvotum wurden 129 Stimmen für und 32 Stimmen gegen die Regierung Janson abgegeben. Kunst und Wissenschaft. Der Chirurg Geheimrat Erich Lexer f. Der Vorstand des Schwabinger Krankenhauses in München, Geheimer Medizinalrat Professor Dr. Erich L e x e r, ist im Alter von 70 Jahren in Berlin einem Herzschlag erlegen. Mit Geheimrat Lexer ist einer der bekanntesten und hervorragendsten deutschen Chirurgen aus einem überaus arbeitsreichen Leben und Wirken gerissen worden. 1867 als Sohn des Germanisten Matthias Lexer in Freiburg geboren, wurde er 1902 Professor Abends wichtig - morgens richtig Chlorodont an der Universität Berlin, wirkte später an den Universitäten Königsberg, Jena, Freiburg und Bonn, um dann 1928 nach München berufen zu werden, wo er als Nachfolger Sauer bruchs die Leitung der Universitätsklinik und des Krankenhauses links der Isar übernahm. Nach dem Tode von Professor Dax berief ihn das Vertrauen des Oberbürgermeisters am 1. Oktober v. I. an die Spitze des Schwabinger Krankenhauses. Wegen Erreichung der Altersgrenze schied Geheimrat Lexer aus dem Lehrkörper der Universität München, wurde aber vom Reichserziehungsminister Rust mit einem Lehrauftrag für Wiederherstellungschirurgie an der Universität München betraut. Don Lexers wissenschaftlichen Arbeiten sei hier nur das bekannte zweibändige Lehrbuch der allgemeinen Chirurgie genannt. größerer Aufgaben vertraut gemacht werden. Die Umstellungen verfolgten den Zweck, den Truppenführern ein Maximum an Selb- ftänblgfeit und den Generalstäblern ein Maximum an Freiheit von Verwaltungsarbeit zu geben. Der jugoslawische Besuch in Rom Rom, 5. Dez. (DNB.) Der jugoslawische Ministerpräsident und Außenminister, Dr. Stoja - binomisch ist in Begleitung feiner Gemahlin in Rom eingetroffen, wo er auf dem Bahnsteig vom Duce, dem Außenminister, Grasen C i a n o und anderen Vertretern von Staat und Partei empfangen worden ist. Vom Diplomatischen Korps waren außer den Gesandten der Kleinen Entente und des Balkanbundes auch Botschafter von H a s s e l l erschienen, der vor der Uebernahme seines Postens in Rom die deutsche Gesandtschaft in Belgrad geleitet hat. Der Ministerpräsident begrüßte Botschafter von Hassell besonders herzlich. Die römische Presse brachte zur Ankunft des Ministerpräsidenten herzlich gehaltene Begrüßungsartikel. „Giornale d'Jtalia" hebt hervor, daß der Besuch des Ministerpräsidenten zwar nicht zum Abschluß irgendwelcher neuer Abkommen führen werde, jedoch In allen Fragen die politische und wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Italien und Jugoslawien aktiver ge st alten werde. Sie fei mit der Achse Rom—Berlin ein Faktor der Ordnung und Beständigkeit für Europa. Erweiterte Steuerbefreiung für Weihnachtsgeschenke. Berlin, 4. Dez. (DNB.) Der Reichsminister der Finanzen hat seine Anordnungen über die Steuerbefreiung für Weihnachtsgeschenke ergänzt. Danach sind einmalige Zuwendungen von Arbeitgebern an ihre Gefolgschaft s m i t g l i e d e r zu Weihnachten (Weihnachtsgeschenke) im Kalenderjahr 1937 von der Einkommensteuer (Lohnsteuer), Wehrsteuer, Gewerbesteuer (Lohnsummensteuer) und Schenkungssteuer befreit, wenn die folgenden Voraussetzungen erfüllt sind: Die einmaligen Zuwendungen in der Zeit vom 20. November bis 24. Dezember 1937 erfolgen, über den vertraglichen (tariflichen) Arbeitslohn hinaus gewährt werden und die Höhe eines Monatslohnes nicht übersteigen. Die Steuerbefreiung gilt nur für Arbeitnehmer, deren M o - natslohn nicht 200 Mark übersteigt oder den Betrag von 200 Mark nur deshalb übersteigt, weil in den Arbeitslohn soziale Lohnzulagen (z. B. Zuschläge für die Ehefrau und für Kinder ober für die Unterstützung von Angehörigen) ober Entgelte für Ueberftunben enthalten sind. Freiwilliger Eintritt in die Wehrmacht znm Herbst 1938. Meldeschluß: 5. Januar 1938. DNB. Das Reichskriegsministerium gibt bekannt: Für die Heri)jteinstellung 1938 können noch Freiwillige beim Heer von allen Waffengattungen für eine Dienstzeit von zwei Jahren, bei der Kriegsmarine für eine Dienstzeit von vier Jahren im Flottendienst und für eine Dienstzeit von zwei Jahren im Küstendienst (See), in letzterem jedoch nur Angehörige der seemännischen Bevölkerung, bei der Luftwaffe von der Fliegertruppe und Luftnachrichtentruppe für eine Dienstzeit von zwei oder viereinhalb Jahren, von der Flakartillerie für eine Dienstzeit von zwei Jahren (Bewerber mit technischer Vorbildung bei allen drei Waffengattungen bevorzugt), angenommen werden. Näheres ist aus den Merkblättern für den Eintritt als Freiwilliger in die einzelnen Wehrmachtsteile zu ersehen, die bei allen Truppenteilen, den Wehrbezirkskommandos und den Wehrmeldeämtern zu erhalten sind. Auf die Möglichkeit zum freiwilligen Eintritt werden insbesondere junge Leute hingewiesen, die aus beruflichen Gründen frühzeitig ihre aktive Dienstpflicht erfüllen wollen,, z. B. Abiturienten vor Beginn des Hochschulstudiums. Wer im Herbst 1938 als Freiwilliger eintreten will, muß sich jedoch umgehend bei dem Truppenteil (Bataillon ober Abteilung) melden, bei dem er einautreten wünscht, da am 5. Januar 1938 bereits Meldeschluß ist. Nach dem 5. Januar 1938 eingehende Meldungen können bei allen Wehrmachtsteilen nur nach für die Einstellung im Jahre 19 3 9 berücksichtigt werden. Kleine politische Nachrichten Die subjekttve Besserung im Befinden Ge- neral Ludendorffs hat nach Ansicht von Professor Kielleuthner wie auch des Internisten Dr. Forell, der von Anfang an dem Erkrankten seine ärztliche Hilfe widmet, auch am Sonntag an ge f) alten. Trotzdem bleibt der Zustand nach wie vor für die nächste Zeit ernst. * Der Deutschlandsender bringt am Mon - tag um 22.20 Uhr als Aufnahme einen Ausschnitt aus der am gleichen Tage im Berliner Sportpalast stattfindenden Kundgebung des Reichskolonialbundes, in der Reichsstatthalter General Ritter von Epp und der stellvertretende Berliner Gauleiter G ö r l i tz e r über Deutschlands Kolonialforderung sprechen. ♦ Der Führer und Reichskanzler empfing den zur Zeit in Berlin weilenden deutschen Gesandten in Columbien Dr. Di11ler zur Meldung. Ferner den deutschen Gesandten in Uruguay Langmann vor seiner Ausreise nach Montevideo. * Am 29. November trat der „Ausschuß für kulturelle Angelegenheiten zwischen dem Deutschen Reich und Oesterreich" zu seiner zweiten ordentlichen Tagung in Berlin unter dem Vorsitz des Vortragenden Legattonsrates Dr. von Twardowski vom Auswärtigen Amt zusammen. Hierbei wurden die Möglichkeiten eines weiteren Abbaues noch bestehender Schwierigkeiten im kulturellen Verkehr sowie der Entwicklung der kulturellen Beziehungen auf dem Gebiete der Wissenschaft, der Kunst, des Vortragswesens, des Rundfunks, des Sportes, des Film- und Buchwesens Aus aller Wett. Elf Arbeiter vom Zug überfahren und getötet. Die Reichsbahndirektion Stettin teilt mit: Arn 4. Dezember, morgens 5 Uhr, fuhr der Personenzug 591 Berlin—Groß-Boschpol zwischen Zarne- fanz—Belgard (Pommern) in eine Gruppe von Arbeitern. Es wurden zehn Arbeiter getötet, zwei schwer und sechs leicht verletzt. Von den Verletzten, die sofort in das Belgarder Krankenhaus gebracht wurden, ist einer inzwischen g e - torben. Nach der bisherigen Untersuchung hat )as Zusammentteffen mehrerer ungünstiger Um- tände den Unfall herbeigeführt. Eine Arbeitergruppe von etwa 20 Mann hat während der Arbeit das dem Baugeleis benachbarte Betriebsgeleis beschritten, ohne daß hierfür eine Notwendigkeit vorlag. Die Annäherung des Personenzuges im Rücken der Arbeiter ist infolge des starken Ostwindes wahrscheinlich überhört worden. Ob der ausgestellte Sicherheitsposten das Warnungssignal rechtzeitig gegeben hat, muß die Untersuchung noch ergeben. Schneesturm über dem Bayerischen Wald. Heber dem Bayerischen Wald setzte am Sonntag ein heftiger Schneesturm ein, der beträchtlichen Schaden anrichtete. Am stärksten wurde das Gebiet von Kötzting und Viechtach betroffen, wo fast sämtliche Fernsprech- und auch Hochspannungsleitungen zerstört wurden. Vielfach trat Kurzschluß ein, so daß manche Betriebe ihre Arbeit stark einschränken mußten. Der Bahnverkehr hatte stark unter Schneeverwehungen zu leiden. Englisches Verkehrsflugzeug ins Meer gestürzt. Ein großes Verkehrsflugzeug der Imperial Airways ist aus bisher unbekannter Ursache im Flughafen von Brindisi (Unteritalien) beim Start i n s Meer gestürzt. Von der Besatzung sind zwei Mann ums Leben gekommen, während alle anderen Insassen, die nur leichte Verletzungen davongetragen haben, gerettet werden konnten. Das Flugzeug, das sofort versank, tonnte nicht geborgen werden. Wetterbericht des Beichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Durch den Ausbruch eines Hochs über Nordeuropa wird die von Westen heranziehende Störung nunmehr südlich abgetrieben und dabei unsere Witterung vorübergehend beeinflußt. Die zu erwartenden Niederschläge werden voraussichtlich als Schnee fallen. Aussichten für Dienstag: Nach kalter Nacht Tagestemperaturen wenig über 0 Grad, wechselnde mit zeitweiser Aufheiterung noch vereinzelte Niederschläge. Winde um West. Aussichten fürMittwoch: Weiterhin kalt, nachts Frost, wieder aufheiternd, aber nicht ganz beständig. Tagestemperaturen am 5. Dezember: mittags 3,1 Grad Celsius, abends 2,6 Grad: am 6. Dezember: morgens 1,5 Grad. Maximum 3,5 Grad, Minimum heute nacht 1,0 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 5. Dezember: abends 3,2 Grad: am 6. Dezember: morgens 2,6 Grad. — Niederschläge 2,4 mm. flauptjdjriftleiter Dr Friedrich Wilhelm Vange Stellvertreter des Huuptschnftleiters: Ernst Blum- schein Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr Fr W Lange, für Feuilleton: Dr Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Vlumfchein Anzeigenleiter Hans V?ck Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. XI. 37: 10 780. Druck und Verlag Bruhllchc Unioerfiiätsörudtret R Lange K -G sämtlich in Gießen Monatsbezugspreis RM 2.05 einschließlich 25 Pf Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf mehr Einzelverkaufs- preis 10 Pf und Samstags 15 Pf. mit der Illustrierten 5 Pi mehr Zur Zeit tft Preisliste Nr 4 vom 1. September 1937, gültig, Möbel-Koos Herr Michael Keßler im Alter von 85 Jahren. Magdalene Keßler, geb Hamel. Gießen (z. Z. Danziger Straße 9), den 4. Dezember 1937. 8045 A 8038 A Karl Schwabe und Frau Lollar, den 6. Dezember 1931 r 8051 D 7907 A Gießen, im Dezember 1937. 8042 D Jetzt besonders schön Verschiedenes weg 47« bei. NORDSEE Ulf c DD C DRUCKSACHEN «sKöt Brühl. OieOon Meislerüber„lichl und Schatten' Ihre alte Kamera. Der heutigen Gesamt Ausaabe lieat ein Prospekt der ftirma Karl Beck, Gießen, Selters- Für die uns anläßlich unserer silbernen Hochzeit erwiesenen Aufmerksamkeiten danken wir allen recht herzlich Am Samstagmittag entschlief sanft nach einem arbeitsreichen Leben mein lieber Mann Ihre Geschäfts- Drucksachen stellen dleVerblndung her zu Ihren Erzeug- nlssen.Manstelltelch die Beschaffenheit Ihrer Waren eo vor, wie man Briefbogen, Brief Umschläge,Postkarten, Rechnungen. Beschäftskarten Ihres Hauses beurteilt. Legen Sie deshalb Wert aut gepflegte Drucksachen I Wir bieten sie Ihnen preiswert 1 Brühl’sche Druckerei Schulst/, k Sui 2251 Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten. Dehra Dun, 18. November 1937. Es trägt den sdiwersten Fahrer u. 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Man sah ihm nicht an, daß er erst vor vier Tagen das Hospital verlassen hatte, wo er zwei Wochen an einem Hautausschlag mit Fiebererscheinungen, die die Aerzte bis heute noch nicht erklären konnten, gelegen hatte. Filchner hatte sich vor einiger Zeit in Kalkutta untersuchen lassen, er hatte sich vor zwei fahren bei einem Sturz vom Kamel einen Halswirbel gebrochen, der ihm seitdem dauernd Schmerzen bereitet. Dazu kommen die Beschwerden, die die vierjährige Expedition ausgelöst hat, so daß er vorläufig eine längere Erholungspause emlegen muß. Aus diesem Grunde wird er auch seine Arbeiten hier unterbrechen und am 3 0. Dezember nach Deutschland reisen. Wie er mir ferner mitteilte, hat er gerade in Dehra Dun seine letzten Messungen beendet, womit das Programm, das er aufgestellt hatte, lückenlos durchgeführt ist. Er hat, wie er sagt, mehr erreicht, als er ursprünglich erwartet hatte. Damit sei der erste Teil seiner Arbeiten ab-- geschlossen. Es folge nunmehr der zweite Teil, der hauptsächlich in den Berechnungen und der Auswertung der Messungen sowie in der Ausarbeitung des umfangreichen kartographischen Materials bestehen werde. Diese Arbeiten werden sich allerdings über Jahre ausdehnen. Er möchte auch diese gern in Dehra Dun durchführen, da hier die umfangreichsten Unterlagen vorhanden sind. Ganz besondere Sorgen hatte der Forscher um sein reiches Photomateri'al gehabt, das er der Agfa in Kalkutta zur Entwicklung übergeben hatte, aber er wurde auf das angenehmste überrascht, da sämtliche Filme, die teilweise schon vier bis fünf Jahre alt ich nicht mehr imstande sein sollte, noch größere Expeditionen auszuführen, will ich den Rest meines Lebens dazu verwenden, meine guten englischen Verbindungen dazu zu benutzen, die Beziehungen zwischen diesen beiden verwandten Nationen Deutschland und England zu verstärken." Zum Schluß unserer Unterredung teilte mir Filchner mit, daß er inzwischen über fünfhundert Briefe und Hunderte von Telegrammen von deutschen Volksgenossen erhalten habe, die er bei seiner reichen Tätigkeit leider nicht im einzelnen beantworten können wird. Er bat mich daher, durch die deutsche Presse allen Volksgenossen herzlichst für ihr liebes Gedenken und für die Glückwünsche zu danken, er habe sich über jeden einzelnen Brief riesig gefreut. So verließen wir die idyllische, ruhige Arbeitsstätte des deutschen Forschers in Dehra Dun, um ihn nicht noch länger von seinen Arbeiten abzuhalten. Er begleitete uns mit seiner Tochter Erika, die die leuchtenden blauen Augen von ihrem Vater geerbt hat, bis zum Wagen. Dann drückten wir uns noch einmal herzlich die Hand und schieden mit einem kräftigen „Heil Hitler!" voneinander._______ Meine Strafkammer Gießen. Vor der Kleinen Strafkammer hatte sich der Friedrich Hofmann aus Niederwöllstadt zu verantworten. Er hatte am 2. November 1935 mit einem Komplicen mittels Einbruchs einige Hafen gestohlen. Hierfür erhielt er in erster Instanz vom Amtsgericht Friedberg sechs Monate, während der andere drei Monate Gefängnis erhielt. Der Mitangeklagte ließ die Strafe rechtskräftig werden, Hofmann jedoch führte die Berufung durch. Dabei stellte sich aber heraus, was vom Amtsgericht Friedberg nicht berücksichtigt worden war, daß schwerer Diebstahl im Rückfall vorlag, so daß das Berufungsgericht die Strafe auf ein Jahr erhöhte. Dieses Urteil stützte sich in erster Linie auf die Aussage der Ehefrau des Komplicen, die damals unter Eid ausfagte, daß Hofmann sich bei dem Hafen- diebstahl beteiligt hatte. Auch damit hatte H. noch nicht genug, sondern er suchte sich durch Beeinflussung bekannter Personen ein Alibi zu verschaffen. So veranlaßte er einen Mann, an die Kleine Strafkammer in Gießen einen Brief zu schreiben, in dem dargetan wurde, daß Hofmann sich an dem fraglichen Abend zusammen mit dem Briefschreiber in Frankfurt in einem Lokal aufgehalten habe. Unter Bezugnahme auf diesen Brief beantragte Hofmann die Wiederaufnahme des Verfahrens, die aber von der Strafkammer in Gießen abgelehnt wurde. Nun ließ Hofmann stärkeres Geschütz auffahren: er verfolgte Beschwerde beim Oberlandesgericht in Darmstadt. Er verstand es, einen anderen Zeugen zur Abgabe einer falschen eidesstattlichen Versicherung zu veranlassen, in der dem Gericht ebenfalls das Märchen von dem gemeinsamen Aufenthalt in dem Frankfurter Lokal aufgetischt, wurde. Einzig auf diese falsche eidesstattliche Versicherung hin ordnete das Oberlandesgericht in Darmstadt die Wiederaufnahme des Verfahrens an. Dies hatte zwangsläufig ein Meineidsoerfahren gegen die Hauptbelaftungszeu- gin, die aber die Wahrheit gesagt hatte, zur Folge. Die jetzige Hauptverhandlung vor der Kleinen Strafkammer gestaltete sich sehr dramatisch. Der erste Entlastungszeuge, der den Brief schrieb, hatte sich schon in der Voruntersuchung in Widersprüche verwickelt und fiel nun in der Hauptoerhandlung restlos um. Dabei gab er mit gepreßter Stimme zu, daß der Angeklagte ihn in seinem Sinne beeinflußt habe. Der andere Zeuge, der die falsche eidesstattliche Versicherung abgegeben hatte, blieb zunächst bei feiner Darstellung, er gab dann aber schließlich nach eindringlichen Vorhaltungen ebenfalls der Wahrheit die Ehre. Es stellte sich dabei heraus, daß die ganze Geschichte von dem Angeklagten vollkommen erfunden und dem Zeugen suggeriert worden ist. Der Zeuge kannte den Angeklagten lediglich daher, daß beide einmal kurze Zeit an einer Arbeitsstelle gearbeitet hatten. Er mußte zugeben, daß er die falsche eidesstattliche Versicherung bewußt uni) in voller Kenntnis der Tragweite abgegeben hatte und ihm auch bekannt war, daß diese vor Gericht verwertet werden sollte. Daraufhin legte der Verteidiger die Verteidigung nieder und empfahl dem Angeklagten, den Wiederaufnahmeantrag zurückzuziehen. Da dies aus verfahrensrechtlichen Gründen nicht möglich war, mußte die Verhandlung durchgeführt werden. Der Vertreter der Anklagebehörde geißelte in scharfen Worten das Verhalten des Ängeklagten und empfahl dem Gericht eine höhere Bestrafung. Er bedauerte, daß die Handlungsweise in dem jetzi- roaren, ganz tadellos waren, ein besonderer Beweis für die Güte des deutschen M a t e r i a l s , wie er meinte. Somit sind sowohl feine Auszeichnungen wie auch das Photomaterial restlos gerettet worden. Filchner war gerade dabei, feine wertvollen Instrumente zu verpacken um sie nach Deutschland zu schicken. Er ist sehr besorgt daß ihm die Zollbehörden durch unsachgemäße Dehnung die äußerst empfindlichen Instrumente befchadigen könnten. Ick luchte ihm sedock diese Vesor^nis lo- Statt Karten. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgang unserer lieben Entschlafenen sagen wir unseren innigsten Dank. Im Namen der Hinterbliebenen: Ludwig Bende. Die Trauerfeier findet am Dienstag. 7. Dezember, nachmittags 2 Uhr auf dem Neuen Friedhof statt 8044 D Photo-Kino Kreuzplatz 9 2. flypolM in Höhe von Mk. 4 bis 5000- auf Neubau in bester Lage Gießens, von Selbst' gebet gesucht. Beste Sichersten, gewährleistet. Sehr.Angeb.unt. 8048V a.d.G.A. Seltersweg 18 Telefon 2467 Große Auswahl in d likaten Fischkonserven _______________________________8052 D Seefische ein nahrhaftes und billiges Essen I ___e _ Katarrh- ungs *, Hustentee Pak. 65 Pf., 1.30. Svitzwegerich- saft, Tannenhonig. sossD Kräuterhaus Jung / Gieben Zwangsversteigerung. 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Dezember auf sein 50jähriges Bestehen zurückblicken konnte, hatte seine Mitglieder für den Samstagabend zu Gastwirt Braun eingeladen. Von vielen Geschäftsfreunden waren, als Zeichen der Verbundenheit, Blumen eingegangen. Die Wiefecker Musikkapelle sorgte für die nötige Unterhaltung. Der Vorsitzende des Aufsichts-» rotes Karl Daupert begrüßte zunächst die anwesenden Mitglieder und Gäste, besonders den Ortsgruppenleiter und Bürgermeister Euler, den Verbandsvertreter Holzei, den Vertreter der bäuerlichen Hauptgenossenschaft Speckert, Oberrevisor Hartmann sowie die noch lebenden 13 Gründer des Vereins. Sodann ging er auf den Zweck der Gründung im Jahre 1887 ein. Von den damaligen 60 Gründern konnten noch 13 das Jubelfest erleben. Ferner fchil- derte er den Werdegang des Vereins in den vergangenen 50 Jahren, daß es trotz aller Ereignisse in dieser langen Zeit immer möglich war, das Unternehmen auf einer leistungsfähigen Höhe zu halten. So war es bereits im Jahre 1911 möglich, die Verkaufsstelle II im eigenen Anwesen unterzubringen, und 1936 wurde das Grundstück der Verkaufsstelle I käuflich erworben. Noch kurz auf die auch den Ge« noffenfchaften im Dierjahresplan gesteckten Aufgaben eingehend, schloß er mit dem Dank an die Gründer und alle, die dem Unternehmen in dieser langen Zeit selbstlos gedient haben, seine Ausführungen. Als Vertreter des Verbandes ländlicher Genof- fenfchaften überbrachte Herr Holzei Grüße und Glückwünsche. In längeren Ausführungen sprach er über das Genossenschaftswesen und ganz besonders über die seinerzeitigen Gründungen ländlicher Genossenschaften. Er besprach dann die Zusammen- arbeit im genossenschaftlichen ideellen Sinn. Seinen weiteren Ausführungen war zu entnehmen, daß die Genossenschaften sich nach der Neuordnung unserer Wirtschaft feit dem Umbruch der Nation gut in den Gemeinschaftsgedanken des Volkes einfügen konnten, da die Zusammenarbeit das immer war, was die Genossenschaft lebensfähig machte. Als Zeichen der Wertschätzung überreichte er dem Verein ein Diplom. In gleicher Weise wurde von ihm Lagerhalter Karl Wacker für 25jährige treue Mitarbeit geehrt. Als Vertreter der bäuerlichen Hauptgenossenschaft überbrachte Herr Speckert Grüße und Glück- wünsche. Ortsgruppenleiter und Bürgermeister Euler überbrachte den Glückwunsch der Gemeinde. Seine Ausführungen galten dem Aufbau des Vaterlandes und dem Vierjahresplan. Auch wies er auf den Tag der nationalen Solidarität hin und in diesem Zusammenhang auf das Wirken der NSV. und das Winterhilfswerk. Mit dem Gruß an den Führer schloß er feine Ausführungen. Nachdem noch einige Stunden der Geselligkeit gewidmet waren, fand die Feier ihren Abschluß. Am nächsten Morgen besuchte ich den Forscher in seinem Observatorium auf dem Gelände des Sur- veys, wozu er mir freundlicherweise die Erlaubnis winzigen kleinen Häuschen, das den Namen „Absolutes Haus Nord" führt, in dem sich eigentlich nur ein Sockel für die Aufstellung des magnetischen Theodolithen befindet. Ich wollte einige Aufnahmen von Filchner bei seiner Arbeit machen. Nachdem dies geschehen, gingen wir wieder in sein Bungalow zu- hief. Filchner erzählte mir, in welch äußerst zuvorkommender und liebenswürdiger Weise die englischen Beamten seine Arbeiten unterstützen und fördern. Er ist inzwischen mit seiner Tochter zum Ehrenmitglied des Denra Dun Clubs ernannt worden. Ferner hat ihn die „Royal Central Asiatic Society" zu einem Vortrag im März nächsten Jahres nach London eingeladen, welche Einladung er natürlich gern angenommen hat. Als ich ihn fragte, was er mit dem Nationalpreis zu tun gedenke, sagte er, daß er sich noch gar nicht recht vorstellen könne, der Besitzer einer Jo großen Summe geworden zu sein. „Sie wissen", fuhr er wörtlich fort, „daß ich für mich persönlich nichts zu verwenden pflege. Was ich je verdient habe, hauptsächlich durch meine Vorträge, habe ich restlos in meine Wissenschaft hineingesteckt, wahrscheinlich werde ich auch diesen Betrag für meine Wissenschaft verwenden. Es hat Zeiten gegeben, wo ich nicht ein Stück Brot zu essen hatte. Aber das hat mich nie ernstlich bedrückt, meine Arbeit galt stets nur meinem Vaterlande und der Wissenschaft. Wenn Mittwoch, den 8. Dezember 1937, abends 8 Uhr Film-Vortrag im „Katholischen Vereinshaus“. — Thema: GehmddufchdieNatur Rednerin: Frau Oberlandgerichtsrat FUCHS aus Darmstadt. Unkostenbeitrag 10 Pfennig. 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Tropische und subtropische Vegetation zwischen nordischen Kiefern und Tannen und ein herrliches mildes Klima machen den Ort zu einem beliebten Som- im Spezialgeschäft, fachmännische Bedienung, für Taschenschirme garant. gosoD Fr. HAHN, Schirmmacher Gießen, Ludwigstraße 64 p