Nr. 260 Erstes Blatt Samstag, 6. November 1957 187. Jahrgang auch in der Zukunft nicht der Fall sein Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Vereinbg.25°/g mehr. Ermatzigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B schloß. So mar die Frage der Minderheiten nach der Entstehung des polnischen Staates, der Abtrennung eines Teiles von Oberschlesien, des Korridors und der Stellung Danzigs als Freistaat unter Völkerbundshoheit und polnischen Einfluß mehr eine Frage des deutschen Teiles in Polen als des polnischen Teiles in Deutschland, denn gegenüber der verschwindend kleinen polnischen Minderheit bei uns ist die Anzahl der unter polnischer Hoheit lebenden Deutschen bedeutend größer. Als am 26. Januar 1934 das deutsch-polnische Abkommen geschlossen wurde, für das sich Marschall Pilsudski lebhaft eingesetzt hatte, konnte man hoffen, daß die vielfachen aus einem überspannten Chauvinismus heraus erfolgenden Angriffe und Bedrückungen gegen alles Deutsche in Polen der Vergangenheit angehören würden, denn der Nationalsozialismus hat alles getan, um der polnischen Minderheit in Deutschland gegenüber das Gefühl der beiderseitigen Achtung zu wecken. Aber wenn auch vor allem der polnische Außenminister Oberst Beck in der Außenpolitik durchaus dem Pilsudski-Kurs treu blieb und auf diesem Gebiete eine befriedigende Zusammenarbeit mit Deutschland Platz griff, so blieb doch die Tatsache bestehen, daß zahlreiche polnische Organisationen zur Bekämpfung des Deutschtums — wir erinnern hier nur an den Westmarken-Verern — nicht nur ihre Deutschenhetze fortsetzten, sondern auch Beamte wie der oberschlesische Woiwode Graszinski unoerhüllt die Bekämpfung des Deutschtums in Polen als ihre Hauptaufgabe betrachteten. Wir wollen nicht auf die einzelnen zum Teil recht schweren Fälle eingehen, die gerade in der letzten Zeit das Verhältnis Deutschlands zu Polen belastet haben, wir wollen auch nicht die polnische Presse für einzelne Vergehen gegen das Abkommen vom 26. Januar 1934 haftbar machen, aber Tatsache ist doch, daß gerade von der polnischen oppositionellen Presse gegenüber Deutschland und allem Deutschen ein Ton angeschlagen worden ist, der gewiß nicht zur Befriedung der beiden großen Nationen beitrug. Dagegen ist kein einziger Fall nachweisbar, daß Deutschland mit ähnlichen Mitteln gearbeitet hätte. Im Gegenteil: Der Nationalsozialismus hat stets versucht, der polnischen Minderheit in Deutschland ihr Recht zuteil werden zu lassen, die Eröffnung einer polnischen höheren Lehranstalt in Marienwerder ist dafür der beste Beweis. Adolf Hitler hat wiederholt erklärt, daß es dem Nationalsozialismus vollkommen fern liegt, eine „Germanisierung" anderen Volkstums zu betreiben. Das nationalsozialistische Ideal ist auf der Kraft der eigenen Nation aufgebaut und daher auch von Achtung gegenüber anderem Volkstum erfüllt. Selbstverständliche Voraussetzung ist dabei immer, daß die Minderheiten sich gegenüber dem Staat und dem Staatsvolk loyal verhalten, wie es die Deutschen in Polen stets getan haben. Politisch wird die Bedeutung der neuen Vereinbarungen darin bestehen, daß das deutsch-polnische Verhältnis durch nichts mehr beeinträchtigt werden kann, sofern sich auch die andere Seite streng an die Vereinbarungen und deren Sinn hält. Es ist zu hoffen, daß nach diesen Erklärungen auch in der polnischen Presse sich der Ton gegenüber Deutschland ändert. Auf die Praxis des Verkehrs kommt es entscheidend an. Im Interesse der Deutschen in Polen ist zu erwarten, daß eine Befriedung der Verhältnisse eintritt und das dieses Volkstum, dessen Staatstreue nicht bezweifelt werden kann, jetzt in den ungestörten Genuß seiner staatsbürgerlichen Rechte gelangt. So dürfen wir wohl hoffen, daß dieser Versuch, die deutsch-polnischen Beziehungen auch auf dem Gebiete der Minderheitenpolitik zu entgiften, von Erfolg getragen wird, denn beide Völker, das deutsche und das polnische Volk, können nur in friedlicher und verständnisvoller Nachbarschaft zur Herbeiführung eines europäischen Friedens beitragen. Die besonderen Verhältnisse in Danzig haben in den letzten zwei Jahren nie- Heuer Erfolg direkter Verständigung Vertreter des Bundes der Voten vom Führer empfangen. Das deutsch-polnische Minderheitenabkommen. Sicherung eines auf gegenseitiger Achtung des Volkstums gegründeten harmonischen Zusammenlebens zwischen Minderheit und Staatsvolk. Aus Anlaß der heute veröffentlichten Erklärung der deutschen Regierung über die Behandlung der polnischen Minderheit in Deutschland empfing der Führer und Reichskanzler die Herren Dr. Jan Kaczmarek, Stefan Szczepaniak und Dr. Brunon von Openkowski als Vertreter des Bundes der Polen in Deutschland. Der Führer und Reichskanzler machte hierbei folgende Ausführungen: t „Die übereinstimmende deutsch-polnische Erklärung über den Schuh der beiderseitigen Volksgruppen, die heute von beiden Ländern veröffentlicht wird, soll die freundschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Völkern verbessern und festigen. Die praktische Ausführung der in dieser Erklärung enthaltenen Richtlinien kann wesentlich zur Erreichung dieses Zieles beitragen. Das Bestreben der Reichsregierung geht dahin, das Zusammenleben der polnischen Volksgruppe mit dem deutschen Staatsvolk harmonisch und innerlich friedlich zu gestalten. Ich stelle fest, daß der Wille der Reichsregierung, jedem Reichsbürger Brot und Arbeit zu verschaffen, auch gegenüber den Angehörigen der polnischen Volksgruppe besteht und durch geführt ist. 3n der Zeit großer Arbeitslosigkeit und großer Entbehrungen, denen Angehörige der deutschen Volksgruppen in Europa noch vielfach ausgesetzt sind, nimmt die polnische Volksgruppe an dem wirtschaftlichen Aufstieg des Reiches in vollem Umfange teil. Gleiche Fortschritte sind in der kulturellen Betätigung der polnischen Volksgruppe gemacht worden, wie ihre vielseitigen organisatorischen Einrichtungen und neuerdings die Errichtung einer weiteren höheren polnischen Schule in Deutschland beweisen. Die Polen in Deutschland müssen aber stets dessen eingedenk sein, daß der Gewährung von Schutzrechlen die loyale Erfüllung der dem Staate zu leistenden Pflichten und der Gehorsam gegen die Gesetze gleichwertig gegenübertreten. Der Schuh der deutschen Volksgruppe in Polen, vor allem in ihrem Recht auf Arbeit und Verbleib auf ihrer angestammten Scholle wird auch zur Sicherung der polnischen Volksgruppen in Deutschland beifragen. Das hohe Ziel des Paktes, den ich seinerzeit mit dem großen polnischen Slaatschef Marschall Joseph Pilsudski geschlossen habe, wird durch diese gemeinsame deutsch-polnische Erklärung zur rNinderheitenfrage seiner Verwirklichung nähergerückt." Der Hauptgeschäftsführer des Bundes der Polen in Deutschland Dr. Kacznrarek gab namens der in Deutschland lebenden Polen deren Dank und Freude über den Empfang und die Worte des Führers Ausdruck und versicherte den Führer und Reichskanzler der v o l l st e n L o y a l i t ä t der polnischen Volksgruppe gegenüber dem Reich und seinem großen Führer. Im Laufe der sich hieran anschließenden Unterhaltung machte der Führer davon Mitteilung, daß er die Freilassung einer Anzahl von in Haft befindlichen Angehörigen der polnischen Volksgruppe in Deutschland, die in ihrer politischen Betätigung mit den deutschen Gesetzen in Widerspruch geraten sind, angeordnet habe. Empfang des polnischen Botschafters. Der Führer und Reichskanzler empfing heute den polnischen Botschafter in Berlin, Herrn L i p s k i. In der Unterhaltung mit dem Botschafter gab der Führer und Reichskanzler seiner Befriedigung darüber Ausdruck, daß es gelungen sei, nunmehr auf dem für die deutsch-polnischen Beziehungen besonders bedeutungsvollen Gebiet der Minderheiten eine Einigung zu erzielen, wodurch der Beweis erbracht sei, daß die deutsch-polnische Erklärung vom 21.1.1934 und der darin vorgesehene Weg der unmittelbaren Verständi- gung sich nach wie vor bewähr e. Bei der Unterhaltung wurde zugleich festgestellt, daß die deutschpolnischen Beziehungen durch die Danziger Fragen nicht gestört werden sollen. Danzig zur deutsch-polnischen ttebereinkunst. D a n z i g, 6. Nov. (DNB. Funkspruch.) Amtlich wird mitgeteilt: Die Regierung der Freien Stadt Danzig begrüßt die von den Regierungen des Deutschen Reiches und der Republik Polen aufgestellten Grundsätze über die Behandlungen der Minderheiten als einen b e d e u - jtungsvollen Fortschritt auf dem Wege ; der Normalisierung der in früheren Jahren von so i starken Spannungen belasteten deutsch-polnischen ! Verhältnisse. Durch die in der Verlautbarung über 1 die Unterhaltung des Führers und Reichskanzlers mit dem polnischen Botschafter in Berlin enthaltene Feststellung zur Danziger Frage , ist zum Ausdruck gebracht worden, daß das durch die Politik der unmittelbaren Verständigung erreichte deutsch-polnische Verhältnis eine so umfassende Bedeutung besitzt, daß eine normale und den natürlichen Bedürfnissen der Danziger Bevölkerung entsprechende Entwicklung der Lage Danzigs die deutsch-polnischen Beziehungen nicht stören kann. mals zu einer Störung des deutsch-polnischen Verhältnisses geführt und es ist anzunehmen, daß dies wird. D. S. krfchemr täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monats Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte e 1.80 Zustellgebühr „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Hernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach« richten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Zrankfurt am Main 11686 Die deutsch-polnischen Beziehungen haben seit der Errichtung des neuen polnischen Staates verschiedene Wandlungen durchgemacht. Die Geschichte Polens, die erfüllt ist von den Einflüssen deutscher Kultur, ebenso die Wirtschaftsbeziehungen 'beider Länder weisen auf eine enge Zusammenarbeit hin. Dazu tritt die Gemeinsamkeit gegenüber der bolschewistischen Gefahr, die im Jahre 1920 die Rote Armee bis vor die Tore Warschaus geführt hat. Andererseits fehlen zwischen Deutschland und Polen natürliche Grenzen; das beiderseitige Volkstum fällt nicht mit den Landesgrenzen zusammen. Die Gefahr der jungen Völker, ihren neuen Nationalismus auf Kosten der Minderheiten zu betätigen, war naturgemäß auch auf der polnischen Seite groß, so daß ein erheblicher Teil der Deutschen aus den früheren Provinzen Posen und Westpreußen abgewandert ist, während der verbliebene Rest, meist bodenständiger Grundbesitz und alteingesessener Mittelstand, schwer um seinen volklichen Bestand und um seine kulturelle Eigenart zu ringen hat. Auf dem deutschen Reichsgebiet handelt es sich dagegen um verhältnismäßig kleine polnische Dolks- teile, die von jeher in ihrer politischen und wirtschaftlichen Betätigung keinen drückenden Beschränkungen unterworfen waren. Aus diesen Verhältnissen ergab sich häufig eine Spannung, die für die Politik des Ostraumes manche Gefahren in sich Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrSHIsche Univerfitätrdruckerei R.Lange in Siehe». Schristleitung und Geschäftsstelle: Schulstratze 7 Berlin, 5. Nov. (DNB.) Die deutsche Regierung und die polnische Regierung haben Anlaß ge- nommen, die L a.g e der deutschen Minderheit in Polen und der polnischen Minderheit in Deutschland zum Gegenstand einer freundschaftlichen Aussprache zu machen. Sie sind übereinstimmend der Ueberzeugung, daß die Behandlung dieser Minderheiten für die weitere Entwicklung der freundnachbarlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Polen von großer Bedeutung ist und daß in jedem der beiden Länder das Wohlergehen der Minderheit um so sicherer gewährleistet werden 4ann, wenn die Gewißheit besteht, daß in dem anderen Land nach den gleichenGrund- sätzen verfahren wird. Zu ihrer Genugtuung haben die beiden Regierungen deshalb feststellen können, daß jeder der beiden Staaten im Rahmen seiner Souveränität für die Behandlung der genannten Minderheiten nachstehende Grundsätze als maßgebend ansieht. 1. Die gegenseitige Achtung deutschen und polnischen Volkstumes verbietet von selbst jedenVersuch, die Minderheit zwangs- weise zu assimilieren, die Zugehörigkeit zur Minderheit in Frage zu stellen oder das Bekenntnis der Zugehörigkeit zur Minderheit zu behindern. Insbesondere wird auf die jugendlichen Angehörigen der Minderheit keinerlei Druck ausgeübt werden, um sie ihrer Zugehörigkeit zur Minderheit zu entfremden. 2. Die Angehörigen der Minderheit haben das Recht auf freien Gebrauch ihrer Sprache in Dort und Schrift, sowohl in ihren persönlichen und wirtschaftlichen Beziehungen, wie in der Presse und in öffentlichen Versammlungen. Den Angehörigen der Minderheit werden aus der Pflege ihrer Muttersprache und der Bräuche ihres Volkstumes sowohl im öffentlichen wie im privaten Leben keine Nachteile erwachsen. 3. Das Recht der Angehörigen der Minderheit, sich zu Vereinigungen, auch zu solchen kultureller und wirtschaftlicher Art, zusammenzuschlie- hen, wird gewährleistet. 4. Die Minderheit darf Schulen in ihrer Muttersprache erhalten und errichten. Auf kirchlichem Gebiet wird den Angehörigen der Minderheit die Pflege ihres religiösen Lebens in ihrer Muttersprache und die kirchliche Organisierung gewährt. In die bestehenden Beziehungen auf dem Gebiet des Bekenntnisses und der karitativen Betätigung wird nicht eingegriffen werden. 5. Die Angehörigen der Minderheit dürfen wegen ihrer Zugehörigkeit zur Minderheit in der Wahl ober bei der Ausübung eines Berufes oder einer wirtschaftlichen Tätigkeit nicht behindert oder benachteiligt werden. Sie genießen auf wirtschaftlichem Gebiet die gleichen Rechte wie die Angehörigen des Staatsvolkes, insbesondere hinsichtlich des Besitzes oder Erwerbs von Grundstücken. Die vorstehenden Grundsätze sollen in keiner Weise die Pflicht der Angehörigen der Minderheit zur uneingeschränkten Loyalität gegenüber dem Staat, dem sie angehören, berühren. Sie sind in dem Bestreben festgesetzt worden, der Minderheit gerechte Daseinsverhältnis. s e und ein harmonisches Zusammenleben mit dem Staatsvolk zu gewährleisten, was zur fortschreitenden Festigung des fteundnachbarlichen Verhältnisses zwischen Deutschland und Polen beitragen wird. Zwei Konferenzen. In Brüssel ist auf Anregung des Völkerbundes die Neunmächtekonferenz zusammengetreten, um sich mit dem Konflikt zwischen Japan und China zu befassen. Die Konferenz leitet ihre Vollmacht von den Beschlüssen der 1922 in Washington tagenden, an den Verhältnissen in Ostasien und im Pazifischen Ozean besonders interessierten Mächte her, die Souveränität, Unabhängigkeit und territoriale wie verwaltungsmäßige Unversehrtheit Chinas zu achten und für den Fall, daß eine Lage entstehen sollte, die die Durchführung dieses Paktes gefährde, in einen Gedankenaustausch darüber einzutreten. Der Neunmächtepakt gehörte zu dem politischen System, mit dem man bemüht war, Japan, das die Bindung der angelsächsischen Mächte und Rußlands durch den Weltkrieg dazu benutzt hatte, seine Interessensphäre in Nordchina auszudehnen und sich auf der Schantung-Halbinsel festzusetzen, mit vereinter Kraft wieder zurückzudrücken. Das geschah einmal mit Hilfe des F l o 11 e n a b komme n s, das das Verhältnis der Flottenstärken zwischen den Vereinigten Staaten, England und Japan auf 5:5:3 festlegte, zum andern durch die Aufhebung des englisch-japanischen Bündnisvertrages, an dessen Stelle ein Viermächteabkommen trat, in dem sich die Vereinigten Staaten, England, Japan und Frankreich ihren Besitz im Pazifischen Ozean gegenseitig garantierten, und schließlich durch das Neunmächteabkommen, dessen wesentliche Bestimmungen wir schon angeführt haben. Der Name ist irreführend, denn zu den ursprünglich neun Mächten, die den Vertrag in Washington unterzeichnet hatten, den Vereinigten Staaten, Großbritannien, Frankreich, Italien, Japan, China, Holland, Belgien und Portugal, sind später noch Mexiko, Bolivien, Schweden, Norwegen, Dänemark und die britischen Dominions Kanada, Australien, Neuseeland, Indien und die Südafrikanische Union hinzugekommen. Von diesen ist nur Japan in Brüssel nicht vertreten, wohl aber die Sowjetunion, obwohl sie nicht zu den Unterzeichnermächten des Abkommens von Washington gehört, so daß die „Neunmächtekonferenz" in Wahr- Seit von 19 Mächten beschickt ist. Deutschland, das ebenso wie die Sowjetunion zur Teilnahme aufgefordert worden war, hat die Einladung ab- gelehnt, weil es einmal nicht zu den Unterzeichnermächten des Abkommens von Washington gehört und zum andern in dem Genfer Ursprung der Konferenz eine Vorbelastung sah, die die Aussichten der Konferenz von vornherein auf das schwerste beeinträchtigen mußte. Schon die Eröffnungssitzung hat die Berechti- gung der deutschen Bedenken erwiesen. Denn da Japan sich der Konferenz ferngehalten hat ebenfalls mit der Begründung, daß es, da es nicht Mitglied des Völkerbundes fei, zu einer Institution kein Vertrauen haben könne, die vom Völkerbund angeregt worden sei mit einer bereits vorweggenommenen moralischen Verurteilung der einen Partei im Ostasienkonflikt, so sah sich die Brüsseler Konferenz nun sehr schnell auf einem toten Punkt. Sie möchte anscheinend wenigstens in ihrer Mehrheit früher gemachte Fehler vermeiden und sich nicht in die Rolle des Richters hineindrängen lassen, der vom hohen Kothurn moralischer lieber- legenheit und Unantastbarkeit herab ein Urteil fällt, das der abwesende „Angeklagte" ungerührt beiseite schiebt. Als Wortführer den schärfsten Tonart ist auch in Brüssel natürlich wieder Litwinow- Finkelstein aufgetreten. Die Sowjetunion plädiert wie schon in Genf für eine gemeinsame Aktion im Sinne der sattsam bekannten Grundsätze einer kollektiven Friedenssicherung mit der Drohung von wirtschaftlichen oder gar militärischen Sanktionen im Hintergrund. Daß man in Brüssel aber gerade solche Anklänge an den noch in aller Erinnerung stehenden Fehlschlag des Kollektivitätsgedankens im Abessinienkonflikt um jeden Preis vermeiden möchte, ja daß man am liebsten den Ursprung der Konferenz, ihre peinlich einseitige Vorgeschichte in Genf vertuschen und daher jede Bezugnahme auf die Entschlüsse des Völkerbundes unterlassen möchte, geht schon aus der Eröffnungsrede des Vorsitzenden der Konferenz, des belgischen Außenministers S p a a f hervor, der als Ziel der Arbeiten der Konferenz sah „ein Werk der Verständigung und des Friedens ohne Voreingenommenheit und ohne Leidenschaft unter Berücksichtigung aller berechtigten Interessen". Daß auch der amerikanische Delegierte Norman Davis von einer „für beide Teile fairen und annehmbaren Grundlage" für die Losung des chinesisch-japanischen Konflikts sprach, mag ein Anzeichen dafür sein, daß die hitzige Rede Roosevelts in Chikago zu Beginn des vorigen Monats, die offenbar einen Kurswechsel der Vereinigten Staaten zugunsten einer Jnterventionspolitik in Ostasien propagandistisch oorbereiten sollte, in der amerikanischen Öffentlichkeit nicht den erhofften Widerhall gefunden hat und daß das Staatsdepartement in Washington daher unter dem Druck der jedem außenpolitischen Engagement, das das Risiko kriegerischer Verwicklungen in sich birgt, durchaus abgeneigten öffentlichen Meinung seinem Brüsseler Delegierten Vorsicht und Zurückhaltung als Marschroute anempfohlen haben wird. Von England ist bekannt, daß es entschlossen ist, sich eng an der Seite des großen Bruders aus Amerika zu halten. Das hat Eden ja eben erst im Unterhaus in geradezu pathetischen Worten zum Ausdruck gebracht, und er hat sich auch in Brüssel bemüht, nicht wieder in die Rolle des Antreibers und Regisseurs zu fallen, die ihm und dem britischen-Ansehen bei der Genfer Sanktionsdebatte so schlecht bekommen ist. Italien, das machtpolitisch am Ostasienkonflikt direkt von allen in Brüssel vertretenen Großmächten am wenigsten interessiert ist, ist daher auch der geeignetste Befürworter einer wahrhaft unparteiischen Schlichtungsmethode. Es hat daher oorge- lchlagen, die beiden streitenden Parteien einzuladen, untereinander Fühlung zu nehmen, da nur, wenn die verborgenen und tieferen Ursachen chrer Meinungsverschiedenheiten in gegenseitiger Aussprache geklärt und beseitigt werden könnten, Aussicht für eine dauernde Bereinigung des Konflikts bestehe. Der italienische Vorschlag hat bei China keinen Anklang gefunden. Die chinesische Zentralregierung hat ja früher schon direkte Verhandlungen, die Japan angeboten hatte, abgelehnt und vertraut anscheinend trotz gegenteiliger Erfahrungen im Mandschukuokonflikt auch diesmal wieder auf eine Kollektivaktion der Großmächte, die aber heute noch weniger als damals gesonnen zu sein scheinen, sich für China in irgendwelche Unkosten zu stürzen, ja die anscheinend sogar sich innerlich damit abgefunden haben, eigene politische und wirtschaftliche Interessen in Ostasien abschreiben zu müssen, um eine ihnen zumindest im Augenblick unerwünschte Ausbreitung des Konflikts zu vermeiden. Der Hinweis auf die interoeritionsfeindliche Stimmung in Amerika und die erst im Anfang stehende Aufrüstung Englands mag zur Begründung dieser These genügen. Bleibt nur die Sowjetunion, die als Gegenspieler Japans im ostasiatischen Raum längst schon alle aus der Praxis der „Nichteinmischung^ im spanischen Bürgerkrieg bekannten Minen springen läßt, um China für den Bolschewismus reif zu machen, und für diese bereits von Lenin aufaestellte Etappe der Weltrevolution nun ein moralisches Mäntelchen braucht in Gestalt einer Kollektiv-Verurteilung Japans, die Litwinow- Finkelstein in Brüssel zu erwirken hofft. Daß seine Aussichten vorerst wenig günstig sind, haben wir gesehen. Die militärischen Erfolge, die Japan auch noch in den letzten Tagen an der Schanghai-Front und in Schansi an seine Fahnen heften konnte, wo die japanischen Truppen soeben nach harten Kämpfen die Provinzialhauptstadt Tayuanfu erreicht haben, werden die Brüsseler Konferenz kaum zu Entschlüssen ermutigen, die mit den von den japanischen Waffen geschaffenen Tatsachen nickt in Einklang gebracht werden könnten. Der Beschluß, in einer zweiten Note an Japan der kaiserlichen Regierung die „guten Dienste" der Konferenz anzubieten, deutet schon darauf hin, daß man in Brüssel kurz treten wird, um sich vor Schaden zu bewahren. Wenn eine Konferenz ins Stocken gerät, ergibt sich meist Gelegenheit zu Kulissengesprächen. Eden brannte darauf, mit dem Delegierten der Vereinigten Staaten Fühlung zu nehmen, denn nicht, nur der Ostasienkonflikt machte eine Aussprache wünschenswert, auch der Wunsch, Amerika wieder mehr für europäische Angelegenheiten zu interessieren, es künftighin nicht nur als stillen Teilhaber in der „Front der westlichen Demokratien" zu sehen, ist durch die schon erwähnte Rede Roosevelts in Chikago, die mit seiner scharfen Sprache gegen die „zehn Prozent der Ruhestörer" eine schon häufig beobachtete völlig einseitige Auffassung des Präsidenten von europäischen Dingen noch einmal unterstrich, wieder in englischen Herzen lebendig geworden. Wie weit aber Norman Davis Vollmacht hat, über das in Brüssel zur Erörterung gestellte besondere Thema hinaus die allgemeine weltpolitische Lage und Amerikas Einstellung zu ihr zu besprechen, mag dahingestellt bleiben. Aktueller sind zweifellos die Fragen, die zwischen Eden und Delbos erörtert worden sind. Eden hat seinen französischen Kollegen davon unterrichten müssen, daß die britische Regierung demnächst Handelsagenten in das Gebiet des nationalen Spaniens entsenden werde. Der britische Premier hat zwar im Unterhaus schon erklärt, daß diese Absicht keine Anerkennung der Regierung des Generals Franco bedeuten solle, sondern lediglich wirtschaftlichen Zwecken dienen werde, aber diese Ab- sckmächunasmanöver können ja niemanden darüber täuschen, daß England nach oft bewährtem Rezept sich anschickt, zu den „stärkeren Bataillonen" über« zugehen oder rumindest seine Symnathien angesichts der letzten eklatanten Erfolge General Francos etwas gleichmäßiger zu verteilen, als man es in London bisher für nützlich gehalten batte. Wir haben von dieser Konzession der britischen Politik an die harte Welt der Tatsachen hier schon am Donnerstag gesprochen und brauchen heute nur noch nachzutraoen, daß die Ankündiguna Edens in französischen Dolksfrontkreisen einen Sturm der Entrüstung entfacht hat, den zu beschwichtigen Eden in Brüssel wohl sich bemüht haben wird. Die Regierung Chautemps steht seit jeher unter dem Druck der Gewerkschaften und der kommunistischen Partei, die seit dem Sommer in verstärktem Maße das Aufaeben der Nichteinmischiingsnolitik fordern, um durch Oefsnung der spanischen Grenze die bolschewistischen Genossen von Barcelona und Valencia mit großzügigen Waffen- und Freiwilligensendun- gen in ihrem Endkampl gegen Franco zu unterstützen Frankreich hat daher auch im Londoner Ausschuß keine leichte Stellung, denn seine Volksfront- kreise unterstützten lebhaft die Weigerung der Sowjetunion, bei Inangriffnahme der Zurückziehung der ausländischen Freiwilligen vom spanischen Kriegsschauplatz nun auch den beiden spanischen Darteien die Bewilligung der Rechte kriegführender Mächte in Aussicht zu stellen. Moskau weigert sich mit größter Hartnäckigkeit und hätte auch das Odium der Preisgabe der Nichteinmifckungsvolitik seelenruhig auf sich genommen, weil es dadurch so lange wie möglich eine wirkungsvolle Blockade der noch in den .fiänben der Bvsschewiken befindlichen spanischen Mittelmeer- küfte durch die Flotte Francos verhindern möchte. Die bolschewistischen Winkelzüge im Londoner Aus- 'Huß haben eine brauchbare Beschlußfassung außer« ordentlich erschwert. Von den deutschen und italienischen Delegierten in die Enge getrieben, hat sich 5*err Mailky aufs Schweigen verlebt, um einer klaren Stellungnahme auszuweichen. So konnte nur mit Vorbehalten eine Einigung erzielt werden, die den britischen Vlan zur Grundlage weiterer Erörterungen macht und den Vorsitzenden Lord Dlp- mouth beauftragt, den Plan, der in erster Linie die .^urucksiebuna der au-ländischen Freiwilligen vom Kriegsschauplatz vorsieht, den beiden Parteien w Spanien zur Kenntnis zu bringen, da selbsiver« ftandlich ohne deren Mitwirkung der ganze Plan ms Wasser fallen würde. Die Frage der Erteilung der Rechte knegfubrender Mächte an die beiden Parteien in Svanien bleibt in der Schwebe da die intransigente Haltung der Sowjetunion die and-'-n Mächte zwang, Vorbehalte zu machen und eine Lösung zu fordern, die eine einseitige Benachteiligung Francos ausfchließt. Nun wird also vorerst der Schauplatz her diplomatischen Verhandlungen von London nach Burgos und Valencia n<"-s-nt'werden. Dr Fr. W. Lange. Versicherung unbedingter Loyalität. Erklärungen der deutschen Volksgruppe in polen. Warschau, 5. Nov. (DNB.) Aus Anlaß der heute veröffentlichten Erklärung der polnischen Regierung über die Behandluna der deutschen Minderheiten in. Polen empfing der polnische Staatspräsident als Vertreter der deutschen Minderheit die Senatoren S) asb ad) und Wiesner und Herrn K o h n e r t auf seinem Jagdschloß in Weichsel (Teschener Bezirk). Der Staatspräsident hat seine Befriedigung über die Erklärungen im ©inne der deutsch-polnischen Verständigung ausgedrückt und hat versichert, daß die deutsche Minderheit in Polen bei einer loyalen Einstellung zum polnischen Staate und dessen Verfassung auch weiterhin auf eine freundliche Betrachtung ihrer Interessen seitens der polnischen Regierung rechnen kann. Senator Wiesner erklärte darauf: Wir sind uns dessen bewußt, daß dies der erste Schritt z u einer weitgehenden Verständigung der beiden Völker ist und daß noch viel Arbeit vor uns liegt, soll dieses Derständigungs- werk dauernd und von Erfolg begleitet sein. Mit dieser Erklärung wird von uns die starke Spannung genommen, die auf uns allen in den letzten Monaten lastete. Wir hoffen, daß der Geist der Verständigung und der Wertschätzung beiderseitigen Volkstumes alle durchdringen, und daß diese von so großem Willen getragene Erklärung auch überall in die praktische Tat umgesetzt werden wird. Wir Deutschen bringen diesen Willen mit und wollen weiter in treuer Pflichterfüllung zum Staat und zu unserem Volkstum stehen. Senator H a s b a ch erklärte: In dieser Stunde wollen wir nicht die Sorgen vortragen, die schwer auf uns lasten. Diese sind von uns in Wort und Schrift der Regierung zur Kenntnis gegeben worden. Wir nehmen von dem heutigen Empfang die Hoffnung mit, daß von nun ab b i e Erledigung dieser Fragen im Gei st e der Deklaration erfolgt. Wir geben deshalb unserer Zuversicht Ausdruck, daß der Entschluß der Regierung den Weg öffnet für das harmonische Zusammenleben zwischen dem polnischen Volk und den Staatsbürgern deutscher Nationalität. Das ist das Ziel, das wir seit Jahren angestrebt haben. Nehmen Sie bitte, Herr Staatspräsident, in dieser Stunde von historischer Bedeutung aus unserem Munde die feierliche Erklärung entgegen, daß wir Deutsche uns voll und ganz als aufrichtige Bürger der Republik und mit ihrem Schicksal uns verbunden fühlen. Der polnische Staatspräsident empfing auch den deutschen Botschafter in Warschau, Herrn von M o l t k e. In der Unterhaltung mit dem Botschafter gab der Staatspräsident seiner Befriedigung darüber Ausdruck, daß es gelungen fei, nunmehr auf dem für die deutsch-polnischen Beziehungen besonders bedeutungsvollen Gebiet der Minderheiten eine Einigung zu erzielen. Mittelmeer nach Italien begleiten, sind in dem italienischen Kriegshafen Gaeta eingetroffen. Reichs, (eiter Dr. Ley traf in Neapel ein. Die italienischen Behörden haben für die deutschen Arbeiter- Urlauber großzügige Empfangsvorbereitungen vorgesehen. Wie tschechische Blätter melden, hat sich der Architekt Heinz Rutha im Gefängnis des Kreis- aerichtes Böhmisch-Leipa in seiner Zelle erhängt. Wie erinnerlich, wurde Rutha vor etwa vier Wochen verhaftet Nach einer Erklärung der tschechoslowakischen Behörden handelt es sich nicht um ein politisches Vergehen. KW • Hhl wsigke" Jgk weil er Kirchenkollekten veranstaltet hatte, die nicht von der zuständigen staatlichen Behörde genehmigt waren. Eine solche staatliche Genehmigung ist nur dann nicht erforderlich, wenn die Sammlung „von einer christlichen Religionsgesellschaft des öffentlichen Rechts durchgeführt" wird. Die Ausschreibung von Kollekten, so heißt es in der Entscheidung des Kam- mergerichts (Deutsche Justiz 1618/37), stellt eine Ausübung kirchenregimentlicher Befugnisse dar, deren Ausübung durch kirchliche Vereinigungen oder Gruppen — dazu gehört auch die „Bekennende Kirche" — unzulässig ist. Diese Befugnisse werden seit dem 15. 2.37 vielmehr in den Landeskirchen durch die im Amt befindlichen Kirchenregierungen ausgeübt. Die Sammlungen bedürfen daher der Genehmigung der zuständigen staatlichen Behörde, die nicht erteilt worden ist. Von der Bekenntniskirche wird, wie es in den Erläuterungen der „Deutschen Justiz", dem amtlichen Organ des Reichsjustizministers, heißt, noch der Versuch unternommen, die Kollektenausschreibung unter Hinweis auf den Gedanken des Opfers als einen Bestandteil des Glaubens hinzustellen und darzutun, daß es sich dabei nicht um kirchen- regimentliche Befugnisse handeln könne. Bei diesen Entgegnungen stehe aber ersichtlich weniger der Gedanke des Opfers im Vordergrund, als vielmehr das Streben nach einer finanziellen Fundierung dieser evangelischen Sondergruppe. Gegenüber der Auffassung, auch die Bekennende Kirche sei als Teil der evangelischen Kirchen „anerkannt", wird in den Erläuterungen der „Deutschen Justiz" darauf hinge» wiesen, daß die deutsche evangelische Kirche als eine christliche Religionsgesellschaft des öffentlichen Rechts nur die Mitglieder und Gruppen umfaßt, die das vom Führer und in feiner Vertretung vom Reichskirchenminister bestellte Kirchenregiment anerkennen, niemals aber die, welche sich von ihnen ab- gespalten, eigene Organe geschaffen haben und die Rechtmäßigkeit des vom Staat bestellten Kirchen- regiments bestreiten. Zu letzteren Gruppen gehört die Bekenntniskirche: sie ist nicht mehr ein Bestandteil der deutsch-evangelischen Religionsgesellschaft des öffentlichen Rechts, sondern eine neben ihr bestehende selbständige Gruppe, der somit die Rechte einer vom Staat anerkannten Religionsgesellfckatt des öffentlichen Rechts nicht zustehen. Deshalb fallen ihre Kollekten auch nicht unter die Ausnahme- Bestimmungen, müssen vielmehr stets von den zuständigen staatlichen Stellen genehmigt werden. — Dem Haftentlassungsantrag ist übrigens vom Kammergericht ftattqeqeben worden, weil der Pfarrer sich durch schriftliche Erklärung verpflichtete, bis zur rechtskräftiaen Beendigung des Verfahrens keine anderen Kirchenkollekten anzukündigen als die von den ordentlichen vorgeordneten Kirchenbehörden aufgestellten Kollekten. Kaiser-Wichelm-Keseilschast unh DiersahreSplan. In einer Senatssitzung der K a i s e r - W i l h e l m- Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften, die in Berlin unter dem Vorsitz des neuen Präsi- benten Geheimrat Bosch stattfand, wurde eine Reihe wichtiger Entschlüsse gefaßt. Der General- sekretär der Gesellschaft, 2)r. Telschow, legte den Haushaltsplan vor und berichtete über die Arbeit der Institute. Er konnte Mitteilen, daß die Einnahmen für das Jahr 1938 gegen das Vorjahr er- heblich größer jein werden. Die Institute werden mit ihrem hervorragenden Mitarbeiterstab weitgehend in den Vierjahresplan eingesetzt. Auf Antrag der Generalverwaltung beschloß der Senat die Vermehrung der Forschungsinstitute. So wird ein neues Kaiser-Wilhelm- Institut für Biophnsik in Frankfurt a. M. be- jrünbet werden, dessen Leitung Professor Dr. R a» e w s k y übernimmt. Ferner beschloß der Senat sie Uebernahme des Forschungsinstituts für Bast- afern in Sorau. Außerdem regte Staatssekretär Dr. Backe vom Reichsernährungsministerium die Gründung eines Kaiser-Wilhelm-Jnstituts für Tierzüchtung an als Ergänzung und Gegenstück zu dem Kaiser-Wilhelm-Jnstitut für Züchtungsfor- jchung in Müncheberg. W»W.!M!INW Weinvorräte und Ernteaussichten Die Aus aller Welt aller Deutti, • leb- nur oer« stattgefunden, es bestand auch laufend ein sehr Hafter Bedarf, so daß jetzt die meisten Gebiete i noch über kleinere Re st bestände Euwe gewinnt die 13. Partie im Schachwettmeisterschaftskampf. Der Ball der Deutschen I ä im Berliner Zoo vereinte rund 7000 .Kreisen ab, Die in der unprüden, offenen und da- 'skinsbejahenden Lebensart unseres Volkes und namentlich unserer Jugend eine Gefahr für die Littlichkeit erblicken wollen. Dieses Pharisäertum wirke in unserer Zeit nur lächerlich, vor allem, wenn man einmal hinter die Kulissen schaue und in Klöster und Priesterkreisen die abscheulichsten Sittenprozesse abrollen sehe. „Das sind keine Sittenrichter , rief Dr. Goebbels, „sie haben das Mandat, Moral zu predigen, verloren." Sie sollten lieber Gott mit Werken statt mit Worten dienen. Wenn sie nicht wüßten, wie sie das tun sollten, dann fänden sie im Winterhilfswerk der NSV. Gelegenheit. hierauf wandle sich der Minister an diejenigen, die sich über angeblichen Mangel an „Freiheit" beklagen. Die wirkliche Unfreiheit, die darin bestanden habe, daß die deutsche Nation der Willkür anderer Länder ausgetiefert sei, ist heute beseitigt. Niemand könne uns mehr Tribute abpressen oder einen Spaziergang in das Rheinland machen. Ls fei doch kein zu großes Opfer für diese Freiheit, wenn heute Juden- und Iudengenossen nicht mehr ihre höchst unmaßgebliche Meinung sagen könnten. Aber auch jetzt noch sei Freimütigkeit gestattet: Jeder, der arbeite und Verantwortung trage, dürfe feine Meinung sagen, aber an der richtigen Stelle, dort nämlich, wo dadurch Nutzen gestiftet werde. Für Viertlschstrategen und Blaustrümpfe weiblichen und männlichen Geschlechtes allerdings ist im neuen Deutschland kein Platz mehr. Gegenüber dem allgemeinen Unfrieden in Europa müsse festgestellt werden, daß die Achse Berlin — Rom trotz aller Manierversuche mißgünstiger Kreise des Auslandes nicht zerstört werden könne. Denn „die Führer der beiden Länder reden nicht nur von den Problemen, sondern sie versuchen, sie zu lösen. Sie haben ihre beiden Völker einheitlich erzogen, so daß zwischen ihnen keine Differenzen entstehen können. Wir alle sind glücklich, daß zwei besonnene Männer darüber wachen, daß Europa als wertvollstes Kulturland der Erde nicht einerseits durch die Tücke des Bolschewismus und anderseits durch die Instinktlosigkeit des Liberalismus in die schwerste Gefahr geführt wird. Deshalb muß die Welt einsehen, daß es bestimmte Probleme gibt, die g e l ö st werden müssen. Sie muß einsehen, daß der Sommer 1919 uns abgepreßte sogenannte Friedensvertrag hinfällig ist mit allen Konsequenzen, und daß der Führer nicht nur Deutschland, sondern Europa einen Dienst erwiesen hat, wenn er dieses Diktat hinfällig gemacht hat. Denn auch die deutsche Nation hat wie jede andere Großmacht ein Recht auf Leben, Freiheit und Ehre." Zum Abschluß seiner Rede gedachte Dr. Goebbels in zu Herzen gehenden, immer wieder von stürmischem Beifall unterbrochenen Worten des Führers und feiner sorgenden Arbeit im Dienst an der Nation. „Ihm zu dienen ist uns nicht eine Pflicht", so erklärte Dr. Goebbels, „sondern eine Herzenssache. Er ist für uns die reinste Verkörperung unseres Volkstums! Deshalb ist die deutsche Nation heute so ruhig, weil sie sich i n seiner Hand sicher geborgen weiß. Sein Wille lebt in uns allen, und ob jeder ihn sieht oder nicht — wir wissen: Der Führer wacht! Er hat uns wieder freudig gehorchen und dienen gelehrt. Er hat unserem Leben wieder einen Inhalt gegeben. Sein Wille beherrscht uns. Seine Tat lebt in uns und wird von uns mit gestaltet. Das, was wir früher oft als kleine Sekte gesagt haben, was so oft an den Stirnseiten des Sportpalastes geschrieben stand, ist heute Ruf und Versprechen des ganzen Volkes geworden: Führer befiehl, wir folgen!" Der Sportpalast erdröhnte unter dem Beifallssturm, der bei diesen Schlußworten ausbrach. Das Sieg-Heil auf den Führer und die Lieder der Nation klangen noch lange in den Herzen der Tausende nach, die an der eindrucksvollen Kundgebung teilgenommen hotten. möglichen, die im Deutschen Reich ansässigen Familien durch die Geschlechter hindurch zu verfolgen. Im Familienbuch soll a u ch die rassische Einordnung der Ehegatten, die der Standesbeamte schon jetzt vor der Eheschließung zwecks Ermittlung etwaiger Ehehindernisse feststellen muß, vermerkt werden. Damit wird erreicht, daß in etwa 30 Jahren die rassische Einordnung der weitaus überwiegenden Zahl aller im Deutschen Reich lebenden Menschen aus den Familienbüchern ersichtlich ist. Für die Durchführung rassen- und erbpflegerischer Maßnahmen ist das von großem Wert. Dem einzelnen Volksgenossen wird durch die Einführung des Familienbuches der Nachweis feiner deutschblütigen Abstammung erleichtert. In Zukunft wird auch das religiöse Bekenntnis der Beteiligten in die Personenstandsbücher wieder eingetragen und im Sterbebuch die Todesursache vermerkt. Prämien für deutsche Schafwolle Der deutsche Schafbestand hat auf Grund der erfolgreichen Maßnahmen des Reichsnährstandes seit 1933 um 1000 000 Tiere zugenommen. Neben der weiteren Vermehrung der Bestände zur Vergrößerung der Wollerzeugung im Jnlande wird als besonders dringlich die Verbesserung der Qualität der Wollen angesehen. Vor allem sind die von der Industrie benötigten lang schü- rigen Wollen noch nicht genügend vorhanden. Um die wirtschaftlichen Schwierigkeiten, die der Erzeugung einer hochwertigen Vollschur im Wege stehen, zu beseitigen, wird künftig aus Reichsmitteln eine besondere Prämie für lange Wol - len gegeben werden. Diese Prämie wird bezahlt 13. Partie im Schachweltmeisterschaftskampf zwischen Euwe und A l j e ch i n wurde von Euwe nach 67 Zügen gewonnen. Der Stand ist mithin: Aljechin 7^2, Euwe 5lla Punkte. „Führer befiehl, wir folgen!" Neichsminisier Or. Goebbels auf der ersten Sportpalast-Kundgebung dieses Winters Sfurm und Hebel über dem Atlantik. Die schweren Stürme an der schottischen Küste führten,auf der Höhe von Aberdeen den Untergang eines Fischerbootes herbei. Von der acht- köpfigen Besatzung konnten nur zwei Fischer von Rettungsbooten übernommen werden. Die übrigen sechs Seeleute sind ertrunken. Nach einer Mitteilung aus Folkestone stieß im dichten Nebel der amerikanische Dampfer „Jndependance Hall" an der französischen Küste in der Nähe von Boulogne mit einem Fischerboot zusammen. Man befürchtet, daß eine Anzahl von Fischern ertrunken ist. 34 100 Mark für eine Briefmarke! Die Versteigerung einer Mauritius- Marke in Hamburg erzielte einen Preis von 31 000 RM. zuzüglich des üblichen Aufschlags von 10 v. H., so daß also für diese Briefmarke insgesamt 34100 R M. erzielt wurden. Diamankenschmuggler unschädlich gemacht. Die Kölner Zollfahndungsstelle hatte bereits vor längerer Zeit in Erfahrung gebracht, daß große Posten unbearbeiteter und ungeschliffener Diamanten unter Umgehung der Zollbehörde über die deutsch-belgische Grenze nach Deutschland und der Gegenwert in Reichsmark nach Antwerpen gebracht wurde. Jetzt gelang es Beamten der Zollfahndungsstelle, einen Belgier und einen deutschen Schmuggler zu verhaften. Im Besitz des Deutschen befanden sich rund 2500 Reichsmark, die zur Bezahlung der eingeschmuggelten Diamanten dienen sollten, und über 400 zum Teil rohe, zum Teil geschliffene Diamanten. Dem Belgier nahm man 1600 geschliffene Diamanten ab, die er in einer Streichholzschachtel mit einem doppelten Boden verborgen hatte. Auch gelang es, den Aufenthalt der in Köln weilenden Ehefrau des deutschen Schmugglers und einen in ihrer Begleitung befindlichen Juden, der als Vermittler bei dem Diamantenschmuggel auftrat, festzustellen. Bei der Frau wurden zwei Smaragde und ein geschliffener Diamant, bei dem Juden eine mit Brillanten besetzte Armbanduhr gefunden. Sämtliche Diamanten, das Geld und auch ein Kraftwagen der Schmuggler wurden beschlagnahmt. oder jenem Gebiet auch Sorgen haben, — z u hungern brauche niemand. Nur sei es selbstverständlich, daß sich ein jeder dem uns durch iie Beengtheit unserer allgemeinen Lebensbasis auf- gezwungenen nationalen Speisezettel anpasse. Besonders große Kraft gäben uns bei allen Sorgen jene herrlichen Schätze der deutschen Kultur, die nun auf allen Gebieten dem ganzen Volke zugänglich gemacht worden seien und in unbeschreiblicher Fülle Nahrung für die Seele brächten. Delikatessen für den Magen im Uebermaß machten meist fett, dick und träge, diese aber verliehen echte Kraft, im wahrsten Sinne des Wortes Kraft durch Freude. Die Schwierigkeiten des Lebens übersehe der Nationalsozialismus keineswegs, aber wer sich mit borgen, Last und Aerger abgemüht habe, dürfe tnb müsse sich auch einmal der Freude hingeben, einer Freude, an der das ganze Volk ieilnehmen solle. Es sei nur allzu erklärlich, daß gewisse klerikale Kreise es nicht gerne sehen, wenn eine gesunde Lebensfreude das Volk erfüllt. Mit " ~ "idhteit rechnete Dr. Goebbels mit diesen Die in Der unprüden, offenen und da- gerschaft „ Gäste, unter ihnen die Vertreter von 30 Nationen, die zu bei;, Internationalen Jagdausstellung nach Berlin gekommen sind, zu einem frohen Fest der Kameradschaft. für Vollschurwollen, b ie mindestens neun Monate gewachsen sind, soweit sie normale Länge zeigen und kammfähig sind. Die Prämie beträgt 30 v. X). Des Bruttofestpreises, Der als solcher nicht geändert wird. Die Auszahlung beginnt mit dem neuen Schurjahr für deutsche Wollen, dessen erster Anfall mit der ersten Wollauktion der Reichswollverwertung am 29. Oktober 1937 in Berlin zum Verkauf gelangt ist. Die Prämien werben in die übliche Wollabrechnung mit einbezogen und mit Dem Festpreis für Die Wolle ausgezahlt. Empfang beim Reichsjägermeister. Der Reichsjägermeister Generaloberst Göring hatte aus Anlaß der Internationalen Jagdausstellung zu einem Empfang im Haus der Flieger eingeladen. Ein umfangreiches Festprogramm, bei dem die ersten Kräfte der Staatsoper mitwirkten, gab insbesondere den ausländischen Gästen ein überzeugendes Bild von den hohen kulturellen und künstlerischen Leistungen des nationalsozialistischen Deutschland. Das Programm war dem jagdlichen Charakter der Woche angepaßt: Das Vorspiel aus der komischen Oper „Der Wildschütz" unter Stabführung von Staatskapellmeister Prof. Robert Heger leitete die künstlerischen Darbietungen ein. ZdR. Die Ermittlungen, die Der Reichsnährstand regelmäßig über die Vorräte an Faßweinen bei den Winzern und SBinjeroereini^ungen durchführt, haben für das nun im wesentlichen beendete letzte Weinwirtschaftsjahr gezeigt, daß durch den Ausbau der Marktordnung, die Richtpreise und die Werbung für den deutschen Wein eine reibungslose Verwertung der letzten Ernte er« folgt ist. Der Jahrgang 1936 war allerdings auch nicht so groß wie der Jahrgang 1935 und insbesondere der Jahrgang 1934, Der mit 4,5 Millionen Hektoliter einen außergewöhnlich reichen Ertrag gebracht hatte. Die letzten Feststellungen des Reichsnährstandes von Mitte September zeigen, daß zu diesem Zeitpunkt von dem Jahrgang 19 3 6 an Weißwein noch rund 14 v. H. Der Ernte in Den Produktionsgebieten vorrätig war, während im vergangenen Jahr zur gleichen Zeit noch 20 v. H. der Damals größeren Ernte unverkauft lagerten. Da Die Weißweinernte 1936 rund 2,45 Millionen Hektoliter ausmachte, kann noch mit einem Bestand von etwa 350 000 Hektoliter zu Diesem Zeitpunkt gerechnet werden, woraus zu entnehmen ist, daß bereits eine ziemlich weitgehende Räumung der Bestände erfolgen konnte. In den letzten Wochen haben dann noch in Verbindung mit den Weinfesten und den größeren Aufkäufen an Patenweinen weitere erhebliche Abschlüsse stattgefunden, so daß sicherlich die meisten Gebiete ihre letzte Ernte so weit zur Verwertung gebracht haben, daß keinerlei Schwierigkeiten für die Aufnahme der neuen Weine in den Kellern der Winzer und Winzervereinigungen vorliegen. Bei Rotwein ist schon seit Mitte dieses Jahres der Bestand in Den Produktionsgebieten ziemlich klein. Hier haben im vergangenen Jahr bereits bei Der Ernte sehr umfangreiche Verkäufe Das Familienbuch. Das neue Personenstandsgesetz erlassen. Berlin, 5. Nov. (DNB.) Im Reichsaesetzblatt vom 5. November 1937 ist das neue deutsche Personenstandsgesetz veröffentlicht worden. Es wird am 1. Juli 1938 in Kraft treten. Die wichtigste Neuerung liegt in der Einführung eines beim Registerbeamten geführten Familienbuches. Jeder neugegründeten Familie wird bei der Eheschließung ein besonderes Blatt gewidmet, Das aus zwei Teilen besteht. Während der erste Teil der Beurkundung der Heirat dient, dient der zweite Teil Der Feststellung Der verwandtschaftlichen Zusammenhänge Der einzelnen Familienmitglieder. In diesem zweiten Fall werden bei der Eheschließung die Eltern Der Ehegatten sowie Ort und Tag ihrer Geburt und ihrer Heirat vermerkt; damit ist der Lusamenhang mit den Vorfahren hergestellt. In den zweiten Teil werden ferner die gemeinsamen Kinder der Ehegatten (und die unehelichen Kinder weiblicher Abkömmlinge) unter Angabe Des Ortes und Tages ihrer Geburt eingetragen; jede Aenderung des Personenstandes Des Kindes wird hier vermerkt. Erst wenn Das Kind bei seiner eigenen Eheschließung ein besonderes Blatt im Familienbuch erhält, hören Die Eintragungen im Familienbuchblatt der Eltern auf. Die Eintragung Der Heirat Des Kindes unter Angabe der Stelle, wo für das Kind das eigene Familienbuch geführt wird, beschließt die Eintragungen über dieses Kind im Familienbuch der Eltern. Damit ist Der Zusammenhang mit Den Nachfahren hergestellt. Die Durchführung dieser Regelung wird es in späterer Zukunft einmal er« fügen. Insgesamt lagerten Mitte September nur noch 3 v. H. der Ernte in den Produktionsgebieten und Damit ungefähr 20 OOOz Hektoliter, während im vergangenen Jahr zur gleichen Zeit noch rund 8 v. H. der Ernte unverkauft waren. Allein Das Ahrgebiet, Das regelmäßig später mit Den Verkäufen einsetzt, verfügt noch mit ungefähr 50 v. H. Der Ernte über etwas größere BestcinDe. Die großen Produktionsgebiete für Rotwein, Die Pfalz, Hessen, Württemberg unD Baden verfügen nur noch über kleinere Posten in einzelnen Bezirken, so daß hier auch für die Aufnahme des neuen Jahrgangs gute Vorbedingungen vorliegen. In diesem Jahr ist mengenmäßig ein mittlerer Ertrag zu erwarten, wobei allerdings zwischen Den verschiedenen Anbaugebieten größere Unterschiede bestehen. Dafür erwarten aber sämtliche Anbaugebiete eine außergewöhn- l i ch gute Qualität des Jahrgangs. Die Witte- rungsverhältnisse besonders in den Herbstmonaten waren für die Entwicklung in diesem Jahr sehr günstig. Nach den Ermittlungen Des Statistischen Reichsamts wird Die Güte Der Trauben im Durchschnitt mit 1,8 bewertet gegenüber 3,0 im Vorjahre, wobei 1 = sehr gut, 2 = gut, 3 = mittel und 4 = gering bedeutet. Die diesjährige vorläufige Bewertung der Qualität der Trauben entspricht damit ungefähr Der Des Jahres 1934, das auch hinsichtlich der Güte Der Weinmo st ernte weit an Der Spitze der eigentlichen Weinjahre steht. Da in Den letzten Wochen vor Der Ernte Die Witterungsverhältnisse weiter sehr befriedigend lagen, ist also eine besonders gute Qualität zu erwarten. Berlin, 5. Nov. (DNB.) Der Berliner Gauleiter Reichsminister Dr. Goebbels eröffnete am Freitagabend mit einer gewaltigen Massenkundgebung im überfüllten Sportpalast die Winterarbeit seines Gaues. Dr. Goebbels legte unter Hinweis auf übereifrige und vorzeitige Mutmaßungen einer gewissen Auslandspresse über den Inhalt feiner Rede, Die, wie er sagte, nur aus Dem Kaffeesatz geweissagt sein könnten, sarkastisch Dar, daß es durchaus nicht Das Ziel seiner Ausführungen sei, Sensationen im üblichen Sinne zu bringen. Wie man Derlei „Sensationen" überhaupt nicht vorn nationalsozialistischen Staat erwarten könne, beruhe Doch seine gesamte Politik von Anfang an auf einer planvollen, Sensationen gar nicht zulassenden überlegenen Stetigkeit. Der Führer und seine Mitarbeiter, Die zwar nicht „von Gottesgnaden" seien, wohl aber sichtbarlich in Gottes Gnade arbeiteten, bezögen sich immer noch am liebsten auf den kraftvollsten und lebendigsten Faktor Der Macht- und Staatsformung, nämlich auf Die Nation selbst. Ihr Willensvoll- ftr eifer zu sein, sei Das höchste Ziel Der führenden Männer, und Dem Volke z u helfen und zu Dienen ihre erste und vornehmste Aufgabe. Selbstverständlich gebe es gewisse Entscheidungen und Maßnahmen, Die man nicht so ohne weiteres im Volke verstehen könne, weil ihre Zielrichtung nicht vorzeitig erkennbar sei. Aber ihre Beweggründe müßten dem Volke klar gemacht werden, und Das sei eine Aufgabe Der Propaganda Die auch Dafür zu sorgen habe, daß Die noch nicht spruchreifen, im Werden begriffenen Maßnahmen vom Vertrauen Des Volkes getragen mürDen. „Die Ziele des Nationalsozialismus werden verwirklicht — Zug um Zug und Stück um Stück, allerdings auch mit der dazu gehörigen Ruhe. Denn alles Große wächst mit der Zett!" Unsere Grundsätze sind die gleichen wie vor 15 Jahren, und selbstverständlich müssen wir heute in derselben Art darüber reden wie damals. Das ist ja unser Lob und unsere Ehre, daß wir uns nicht geändert haben. (Stürmischer lang anhaltender Beifall.) Als erstes Der aktuellen Probleme behandelte Reichsminister Dr. Goebbels den Vierjahres- plan, Der uns durch Versailles aufgezwungen worden sei. Der nationalsozialistischen Regierung sei Die Deutsche Intelligenz, ein prachtvolles Arbeiter- unD Wissenschaftlermaterial und endlich Der in Deutschland so reichlich vorhandene Rohstoff Kohle zustatten gekommen. „Mit Diesem zur Verfügung stehenden Material galt es wenigstens einen großen Teil Dessen herzustellen, was uns fehlte. Das ist Die Aufgabe Des Vierjahresplanes." Wenn nun das Ausland erkläre, daß Dies Autarkie fei, so müsse Demgegenüber betont werden, daß die nationalsozialistische Regierung es für ihre erste Pflicht halte, Deutschland von der Willkür der Welt möglichst unabhängig zu machen. Dabei gehe das Bestreben dahin, nicht etwa Ersatzstoffe, sondern bessere als die natürlichen Stoffe zu schaffen. Und mit Stolz konnte der Minister hier erklären: „Wir sind auf dem besten Wege, uns auf einer Anzahl von lebenswichtigen Gebieten von der Welt vollkommen unabhängig zu machen. Selbstverständlich feien für Die Arbeiten auf Dem Gebiete Des Vierjahresplanes Kapitalanlagen notwendig, für Den Bau von Fabriken, Arbeiterkolonien, Straßen ufw., Die bei unserer allgemeinen knappen Lage naturgemäß an» derswo fehlten. Hier müsse Der einzelne Opfer bringen, besonders Durch Verzicht auf kleine Bequemlichkeiten Des Alltags. Denn nur so könne Das große Ziel erreicht werden, daß unser Volk nicht mehr von Der Hand in Den Mund leben müsse. Wenn, wie Der Minister freimütig zugestand, auf Dem einen oder anderen Gebiete zuweiten noch ein Mangel vorhanden fei, dann kann ich aber versichern, daß der Zustand der nationalen Unfreiheit noch zu unserer Zett nicht mehr vorhanden sein wird." Daß wir im Verhältnis gegenüber anderen reichen Ländern den höchsten sozialen Standard besitzen, verdanken wir nur dem deutschen Fleiß, der deutschen Intelligenz und der beut« jchen Organisatinskunst. Um der Nation bei unserer Abhängigkeit von den Naturgewalten das tägliche Brot zu sichern, müsse eine planmäßige Lenkung erfolgen, auch deshalb schon, weil durch die Arbeit der Regierung viele Millionen Schaffende wieder im Arbeitsprozeß stehen, deren Verbrauch an Lebensrnitteln erheblich höher sei als zur Zeit ier Arbeitslosigkeit. Möge Deutschland auf diesem Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. An Der über Deutschland durch eine Ostströmung hinwegführenden verhältnismäßig kalten Festlandsluft kam von Südosteuropa her feuchtwarme Luft aus dem Mittelmeergebiet zum Aufgleiten. Dabei konnte sich das Damit verbundene Niederschlagsgebiet meist weit westwärts ausdehnen und auch unser Gebiet erfassen. Warme Luft wird sich mehr und mehr bis zum Boden durchsetzen und Damit wieder freundlicheres Wetter herbeiführen, anfänglich allerdings verstärkte Abkühlung begünstigen. Aussichten für Sonntag: Zunächst diesig und Neigung zu leichtern Regen, dann zeitweilig Aufheiterung, milder, östliche Winde. Aussichten für Montag: Leicht unbeständig, aber im ganzen weitere Witterungsbesserung. Lufttemperaturen am 5. November: mittags 8,5 Grad Celsius, abends 7,3 Grad; am 6. November: morgens 7,9 Grad. Maximum 8,6 Grad, Minimum heute nacht 7 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 5. November: abends 7 Grad; am 6. November: morgens 7,3 Grad. — Niederschläge 0,7 mm. Sonnenscheindauer 0,6 Stunden. Hauptschriftleiter: Dr Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum» schein Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr W Lange; für Feuilleton: Dr Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein Anzeigenleiter: Hans Beck Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. 21. X. 37: 10 031. Druck und Verlag: Brühljche Universitätsdruckerei R. Lange, K -G , sämtlich in Gießen. Monatsbezugs» preis RM 2,05 einschließlich 25 Ps Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf mehr Einzelverkauss» preis 10 Pf und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Ps mehr Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. Das Radiowunder - unddreh nur RM. 196. Schwundausgleich (voll wirksam), automatische Trennschärferegelung, Leucht-Amplimeter, Stumm-Abstimmung . . . und keine Rückkopplung mehr zu bedienen, also wirkliche Einknopfabstimmung. Der Empfang: reichhaltig und sicher. Der Klang: groß und echt (mit Baßanhebung) . Wechselstrom: 166.50 + 29.50 =■ RM. 196. — m. R. • Allstrom: 184.— +29.— — RM. 213.— m. R. (ohne Gleichrichter-R.) K <) li l 111 (i Hovwm 3S< Bei quälendem Asthma chronischerDerschleimung,Luftröhrenkatarrh, bartnädiger Bronchitis und Husten haben sich Dr. Sorther-Tabletten auch in alten Fällen erfolgreich bewährt. Erprobtes, un> schädliches, kräuterbolliaeg Heilmittel. Enthält 7 erprobte Wirkstoffe. Stark lösend und auswurffördernd. 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Die Ersparnisse waren dahin. Der Deutsche wurde gezwungen, wieder ganz natürlich und einfach zu denken. Nicht mehr das Geld, sondern die wirklichen Güter des Lebens traten an die erste Stelle. Eine Erkenntnis aber setzte sich hierbei vor allem durch: das wichtigste und köstlichste Gut unseres irdischen Lebens ist die Gesundheit. Solange sie dem Menschen gegeben ist, solange der einzelne dadurch mitten in seiner vollen Arbeitskraft steht, kann alles andere wieder gutgemacht werden. Verlorenes Vermögen? Wer gesund ist, kann sich einen bescheidenen Wohlstand wieder erarbeiten. Verlorene Gesundheit? Das kann nicht mehr ausgeglichen werden. Sie bedeutet den -Verlust der Lebenskraft und der Lebensfreude. So ist für jeden von uns die Gesundheit das köstlichste Gut. Was hier für den einzelnen gilt, das trifft aber auch für das ganze deutsche Volk zu. Je besser der Gesundheitsstand des deutschen Volkes, desto höher sind seine völkischen Leistungen. Je hochwertiger aber die Leistungen, desto mehr kann die Nation als Ganzes sich emporarbeiten. Das alles sind ja Selbstverständlichkeiten. Oder nicht? Manchmal allerdings muß man noch heute meinen, daß gerade diese selbstverständlichen Dinge leicht übersehen werden. Denn sonst würde von allen dieser kostbarste Besitz, die Gesundheit, besser gepflegt und gehütet, als es zuweilen geschieht. Sonst wäre es unmöglich, daß die Gesundheit für irgendeine Leidenschaft — und sei es die eines übertriebenen Sportes — aufs Spiel gesetzt würde. Wir wollen gewiß keine Hypochonder, die mit übertriebener Aengstlichkeit nur darauf bedacht sind, daß chre Gesundheit nicht leidet. Wir wollen frohe, lebensbejahende Menschen, die aus einer ganz natürlichen Einstellung heraus so leben, wie es der Erhaltung der Gesundheit am zweckdienlichsten ist. Dazu gehört aber in vielen Lebenslagen der fachmännische Rat des geschulten Arztes, und damit kommen wir zu der Frage, die heute so stark im Vordergrund der Erörterung steht: zu der systematischen Gesundheitsfürsorge und Gesundheitsvorsorge, wie man es noch treffender bezeichnen möchte. Ein kurzes Wort über die Notwendigkeit einer planvollen Gesundheitsvorsorge: Wir sind stolz darauf, daß es der modernen medizinischen Wissenschaft und der neuzeitlichen Hygiene gelungen ist, das durchschnittliche Lebensalter der Menschen in Deutschland um 20 Jahre zu verlängern. Die heute Vierzigjährigen haben — wie der Versicherungsfachmann sagt — eine mittlere Lebenserwartung von 72 Jahren. Wir leben im Durchschnitt 20 Jahre länger als die Generation vor uns. Dieser Verlängerung des Lebens steht jedoch ein sehr ernster Faktor gegenüber: der Rückgang der Geburtenziffer. Kamen vor dem Kriege, 1913, auf je 1000 Einwohner bei uns 27,5 Lebendgeborene, so waren es 1935 nur 18,9; und das, nachdem der Tiefpunkt der Geburtenkurve — 14,7 auf 1000 Einwohner im Jahre 1933 — bereits längst überwunden war. Bei der Volkszählung am 16. Juni 1933 wurden in Deutschland rund 14,3 Millionen verheiratete Frauen gewählt. Von ihnen waren 2,85 Millionen kinderlos und 3,13 Millionen hatten nur 1 Kind. Drei Kinder .hatten nur 1,79 Millionen der verheirateten Frauen; uier Kinder und mehr dagegen 3,52 Millionen. Die letzte Zahl täuscht aber. Denn von den 3,5 Mil- •'lionen Frauen, die vier oder mehr Kindern das .Leben geschenkt hatten, kamen rund 2 Millionen •auf Ehen, die 1907 und früher geschlossen waren. Von den mehr als 730 000 Frauen, die beispielsweise 1920 geheiratet hatten, waren über 123 000 kinderlos, während vier Kinder nur 62 181 und fünf und mehr Kinder 73 314 hätten. Die wenigen Angaben zeigen, daß wir als deutsches Volk durch die Verlängerung des Lebens verbunden mit dem Rückgang der Geburten einer hoffnungslosen lieber» alterung verfallen, wenn es nicht gelingt, die Gesunderhaltung der Menschen bis in das hohe Alter zu erreichen und die Zahl der Geburten noch mehr als bisher zu heben. Verschiedene Maßnahmen sind ergriffen worden im Sinne einer großzügigen Gesundheitsvorsorge. In den vier Gauen Hamburg, Köln, Kassel und Bayerische Ostmark sind seit einigen Monaten die gemeinsam vom Hauptamt für Volksgesundheit der NSDAP, und der DAF. veranlaßten ärztlichen Untersuchungen der Betriebsgefolg- schäften im Gange. Wenn sich die Maßnahme bewährt, soll sie im gesamten Reichsgebiet durchgeführt werden. In bestimmten Zeitabständen sollen dann in den Betrieben alle Gefolgschaftsmitglieder ärztlich untersucht werden. Der Zweck ist, Krankheiten bereits in ihren ersten Anfängen zu erkennen, um rechtzeitig vorbeugen zu können. Das gleiche Ziel verfolgen die vom Amt für Volksgesundheit der DAF. herausgeaebenen Richtlinien für die Tätigkeit der Betriebsärzte. In allen Betrieben mit mehr als 2000 oder 3000 Ge- folgschaftsmitgliedern soll im Laufe der nächsten Jahre ein Betriebsarzt hauptamtlich tätig werden. Für die kleineren Betriebe soll die betriebsärztliche Versorgung vom Amt für Volksgesundheit geregelt werden. Der Betriebsarzt soll nicht über den Rahmen der ersten Hilfe hinaus eine Krankheitsbetreuung der Gefolgschaftsmitglieder durchführen. Er soll vielmehr fürihre Gesunderhaltung sorgen. Deshalb soll er den Betriebsführer in den Fragen der Gesundheitsfürsorge für die Gefolgschaft und die Gefolgschaftsmitglieder selbst beraten, die Lehrlinge ärztlich überwachen, Untersuchungen vor allem der Jungarbeiter durchführen, Neueingeftellte begutachten und die gesamte Belegschaft, besonders die Frauen, ständig gesundheitlich überwachen. Sehr wichtige Anregungen hat der Reichsärzte- führer Dr. Wagner in einer Düsseldorfer Rede gegeben. Während vor 1933, fo führte er aus, zuweilen die Auffassung vertreten wurde, die Zeit des Hausarztes sei vorbei, würde heute von ihm das Ideal in dem Hausarzt des alten Systems gesehen, jenem Hausarzt, „der neben den Methoden der Schulmedizin auch in den Methoden der Naturheilkunde Bescheid wissen muß, der seinen Patienten nicht nur ein Heiler sein will in den Tagen der Krankheit, sondern auch Führer, Berater und Freund in den gesunden Tagen". „So stelle ich mir", sagte der Reichsärzteführer, „den Jdealzustand vor." Dieses Ideal will Dr. Wagner nicht nur für die „Privatpatienten", sondern auch für die Krankenversicherten, und damit für die Mehrheit unseres Volkes, verwirklicht sehen. Das soll nicht in der Art erstrebt werden, daß die Krankenversicherten einfach, etwa bezirklich, auf die Kassenärzte aufgeteilt werden. Vielmehr soll die freie Arztwahl unbedingt beibehalten werden. Aber jeder Sozialoersicherte soll die Möglichkeit — und wohl auch die Pflicht — haben, „sich für die Dauer eines Jahres bei einem Arzt einzufchreiben, fo daß' jeder für sich und feine Familie für ein Jahr einen bestimmten Arzt hat". „Dann haben wir", führte Dr. Wagner weiter aus, „zunächst einmal eine Kontrolle. Wir können die Aerzte dann auch in diefen Familien für alle möglichen großen Aufgaben ansetzen." Für das Verhältnis von Arzt und Patient verspricht sich Dr. Wagner von einer Verwirklichung seines Vorschlages folgende Wirkungen: „Dann ist es auch nicht mehr so, daß der Arzt ein Interesse an der Einzelleistung hat, denn er bekommt fa pro Patient oder pro Familie einfach im Jahr soundso viel. Ich will mal sagen, er hat 500 Familien, so bekommt er bei vielleicht 10 Mark oder 20 Mark für die Familie 5000 bzw. 10 000 Mark. Der Arzt hat dann ein Interesse daran, daß er möglichst wenig Kranke in diesen Familien hat, denn dann hat er weniger zu tun. Wir sind dann bei dem System angelangt, daß wir nicht das Krankenbehandeln, sondern das Gesunderhalten bezahlen." Gerade hierauf aber scheint es uns entscheidend anzukommen: das Gesunderhalten! Unsere medizinische Wissenschaft und unsere ärztliche Versorgung der Bevölkerung müssen immer mehr sich in dem Sinne entwickeln, daß ihre Hauptarbeit dem Gesunderhalten gelten kann. Der Vorschlag des Reichsärzteführers kann hier zu einem bedeutungsvollen Schritt werden. Wir find mit ihm der Auffassung, in einem wirklichen Hausarzt das Ideal der ärztlichen Versorgung zu sehen. Deshalb sollten auch alle Kräfte und Mittel zunächst einmal d -auf einheitlich eingesetzt werden, dieses Ideal des Hausarztes zu verwirklichen. Es lebe der Dreckfrieden. Die Zahl der weisen Sawizkis und der gemäßigten Kasimullahs nahm aber zusehends ab. Im Sommer 1917 gab es schon anarchische Zustände an allen Fronten. Zwei Grundströmungen traten zutage, vertreten durch Kerenski und Lenin; weit erkämpfen bis zum Siege — das war Kerenski, und das hieß eventuell noch, als Krüppel heimkehren. Lenins Agenten aber versprachen: Am selben Tage, wo die Bolschewiken bi« Macht erhalten, beginnen die Friedensverhandlungen, und ihr könnt zurück ins Dorf und bi« Gutsbesitzer unb alle Blutsauger „liquidieren", ba« her die Waffen mitnehmen! Das war wie Balsam bei ben reichlich abgekämpften Mushiks. Auch bi« Kasimullahs begannen, sich ben Kopf zu kratzen.., Als baher Kerenski, ber wirklich unermüdliche Abgott der russischen Intelligenz und Demokratie auch an unserer Front erschien, um vom Auto aus ben schier erloschenen Kampfgeist neu anzufachen, erhielt er beim pathetischen Schlußruf: „Also Krieg bis zum endgültigen Siege!" eine drastische Antwort: Es lebe ber Dreckfrieben! Dabei PROSPEKT 61 DURCH BALATUM-WERKE « NEUSS' Achten Sie beim Kauf da- /6 rauf, daß Sie auch Origi- (<| nal BALATUM erhalten? "alsrituim FUSSBODENBELAG stießen die Soldaten ihre Bajonette rings um sein Auto in ben Boben, so daß er einen Wald von Kolben vor sich sah. In Minsk wurde es noch schlimmer — da wurde er mit seiner Babuschka (Großmutter) Breschkowskaja beinahe gelyncht. Trotzdem beachtete ber „Napoleon in spe" biesen satanisch-genialen Einsatz auf ben „inneren Schweinehund" des Mushiks durch die Lenin- Agenten weit weniger, als ersprießlich war. Für ihn und die Demokratie stand ber Feind nun mal rechts, bei der Generalität, dem Adel. 3m Taurischen Palais. Der Appell an den Schweinehund. Getbsterlebteee aus den Tagen der Oktoberrevolution in Rußland. Von Hans von Schroeder. Nur nicht an die Front geschickt werden, das war die Hauptsorge der Petersburger Ersatzformationen im Jahre 1917. Lieber schon auf ben Barrikaden sich kriegerisch betätigen, als gegen deutsche Scharfschützen anstürmen müssen . . . Bei ber Fronttruppe war die Demoralisation anfangs nicht besonders stark in Erscheinung getreten; auch als ber berüchtigte Befehl Nr. 1 des Kriegsminifters Gutfchkoff erschienen war, kamen in unserer 5. Kavallerie-Division (Dünafront) noch keinerlei Ausschreitungen vor. Die sogenannten Soldatenräte erschöpften sich in generösen Urlaubsbewilligungen, so daß bald auf fünf Pferde ein Pferdepfleger kam. Aber debattiert wurde eifrig, aus Petersburg kamen immer häufiger Redner, um bas „dunkle Volk mit dem Licht ber Aufklärung" aufzuhellen. Gewaltig rissen sie bas Maul auf, boch das wurde unseren tatarischen Reitern zuviel. „Schaltay-bvltay" (müßiges Gewäsch) sagten sie wegwerfend von den Meetingrednern und holten sich lieber drastischere Aufklärung beim alten Wachtmeister Adam Sawizki. Also verlangte im Namen vieler Kasimullah zu erfahren, was denn diese „Schaltay-bvltay"-Revv- luzija zu bedeuten habe. Fama erzählt, baß ber Herr Wachtmeister sich eine Streichholzschachtel geben ließ und die einzelnen „Spitschki" mit Bedacht in bestimmter Ordnung auf dem Tisch ausgelegt haben soll. „Siehst du, Kasimullah, hier oben allein — das ist der Zar. Unter ihm siehst du die Minister, da ist unser Kriegsminister Suchomlinow, die anderen gehen dich nichts an. So — und unter dem Kriegsminister ist die ,Stawkcti (Generalkommando), unter der Stawka die einzelnen Armeen, hier unsere 11. Armee, darunter unsere 5. Division, jetzt das Alexandrinsche Husarenregiment, bisher Ihrer Majestät. Dieses ist unser Oberst Baron Korfs, unter ihm ich, der Wachtmeister Adam Sawizki, bann der Unteroffizier des I. Zuges Chu- doroschkoff, bann ber Gefreite vom linken Flügel Petroff und hinter ihm im 2. Gliede, hier ganz am Tischrande, da bist du, der des Lesens unkundige Tatar Kasimullah, verstanden." „Tak totschno", bestätigte der also Apostrophierte prompt. „Und nun sieh — jetzt werfe ich alle Spitschki burcheinander. So. Sag' jetzt — wo ist der Zar, wo sind die Minister, Kommandeure, wo bin ich, Adam Sawizki, wo bist du, Kasimullah? Du weißt es nicht, und keiner weiß mehr, wo sein Platz ist. Da hast du die Revolution . . ." Anfang Juni war ich in Petersburg, erhielt eins Einlaßkarte ins Parlament. Im Speisesaal des einstigen Favoriten Potemkin tagte ber Sozialistenkongreß, Bolschewiki unb Menschewiki noch zusammen. Auf dem Podium des Vorstandes bekannte Menschewikiführer, es leitet den Kongreß der schwarzbärtige Tscheidse, es hält die Hauptrebe ber elegante Fürst Zeretelli. Es fällt u. a. ber Passus: „So naiv ist heute keine Partei, baß sie erkläre: Gebt uns die ganze Macht!" Da ertönt ein Sst, Sst aus ber 6. Reihe des Aubitoriums, ein Herr mit rötlichem Ziegenbärtchen, großer Glatze hebt seinen Finger wie ein artiger Schüler und sagt sein Sprüchlein: „Verzeihung, doch es gibt so eine Partei, die so naiv ist. Die allrussische Partei ber Bolschewiken!" Sprach's unb verschwand, umtost von frenetischem Beifall des ganzen Auditoriums. Offensichtliche Betretenheit im Vorstand — es war klar, daß ber Ziegenbart, es war Lenin, den ganzen Saal geschloffen hinter sich hatte. Der Einsatz auf den „inneren Schweinehund" begann Früchte zu bringen ... Petersburg, Rußland schien für ben Sturmangriff des Untermenschentums reif zu sein. Anfang Juli griff Lenin nach ber reifen Frucht. Sie erwies sich aber noch als sauer. Kerenski hatte in ben Offiziersschulen, ben Georgienritter-Formationen wie den Frauenbataillonen und den frisch herbeigeholten Kosaken diesmal noch eine genügend starke Macht, um die bolschewisierte Rasselbande aus dem Gardeersatz in Schach zu halten, auch stand ihm im Stadtkommandanten General Polowzefs eine erste Kraft zur Verfügung. Hauptsächlich galt es Gemeinschaft übers Buch. Von Loses Martin Bauer. Die Jahre, die wir erleben, haben bas Angesicht bes Volkes erneuert. Hat früher dieses Gesicht fcen verzagten Ausbruck bes Sichfügens ins Unoer- ^eidliche getragen, so sind ihm jetzt die lebendigen Züge des Schaffens, des Glaubens ans eigene Werk, der stolzen Befriedigung über bas gemein- cme Tun aufgeprägt. Das Gesicht ber Menschen, ! ie zu einer gemeinsamen Arbeit zusammenstehen, st deswegen aber nicht gleichförmig erstarrt, zu t inem Lächeln etwa, das lauter Genugtuung ausspricht. In jedem Menschen, bei jedem Stamm, in icöem Stand, in jeder sozial anders gelagerten Schicht hat die Arbeit unb bie aus ihr entfprin- $enbc Erfüllung bes Lebens einen anberen Ausdruck gefunben. Aber gleich ist überall bie Freute am Schaffen unb bas Verstehen, baß es nicht um biesen kleinen Vlatz hier geht, sonbern um ein ganzes großes Volk, bas irgendwo mit uns zusammen im gleichen Raum wohnt und bas gleiche will, was wir vollen. Gleich ist überall auch bie Sehnsucht jebes einzelnen Menschen, biefes Volk in seinen Menschen, V inen Stämmen und seinen ßebensbebingungen kmnenzulernen. Freilich mußte diese Sehnsucht in rieten erst geweckt werden durch die Selbstver- siändlichkeit einer gemeinsamen Arbeit, bie alles 6-ewachsene und Geschaffene von einer Hand in bie c-ibere spielt. Dieses Sehnen aber ist nun erweckt, e> ist gekommen mit dem Augenblick, bg wir wieder wußten, baß wir ein gemeinsames Volk bes Schaffens finb. Unb jetzt strebt bas Suchen vie- hr Menschen mit aller Kraft hinaus ins anbere »Tolk, um jeben Teil in feiner Art unb feiner Ar- bi it kennenzulernen. Wir müssen sein unb bleiben an unserem Platz. 21tir tönen vielleicht hin und her ein Stück der |d>önen Heimat bereisen, um dort selbst die Dinge unb bie Menschen kennenzulernen. Mehr können mir nicht tun. Unb boch ist uns noch etwas an bie Hanb gegeben, was jene uns noch fremben Menschen mit i^rer Lebensart unb chren Lebensaufgaben uns vertraut machen kann bis zur innigsten Kenntnis: ■ mir müssen im Buch mieber zu ben anberen suchen iis-d im guten Buch jeber Art sie verstehen lernen, dis hat man allzulange vergessen, und ich weiß nicht, ob jeder mich sogleich verstehen wird. Aber id weiß von den Bauern zum Beispiel, bie mit ihrer festgebundenen Arbeit fast gar keine Möglichkeit haben zum- gegenseitigen Kennenlernen, daß! sie aus dem Buch, aus oft ganz einfachen, fast immer aus lehrhaften, beschreibenden Büchern langsam ein Wissen um andere Menschen, andere Stände, andere landschaftliche Gebiete unb auch anbere Völker ober Erbteile zusammenlesen. . Es ist fürs erste bestimmt nicht Wissensburst, es ist im Grunb wahrscheinlich nur eine Suche nach Unterhaltung, vielleicht nach abenteuerlichen Begebnissen. Dann aber finben sie plötzlich im Buch, ganz allgemein, etwas bargestellt, was sie bisher nicht kannten.' Das Buch führt sie in eine neue Welt, bie vielleicht gar nicht fo weit weg liegt unb boch von ber ihren in taufend Dingen verschieden ist. Von hier aus gehen sie dann weiter, um andere Menschen zu finden und verstehen zu lernen, um von einem anderen Boden zu erfahren, baß er munberbarermeife zweimal im Jahr Weizen trägt, um ohne Unzufriedenheit etwas erzählt zu bekommen von einem Ackerland, das feine Ernte für weniger Mühen hergibt. Das ist bei ben Bauern so, bie meist nicht zu weit über bie Kalenbergeschichten hinaus kommen. Bei anberen Menschen, bie weniger gebunben sind mit ihrer Zeit und ber Verpflichtung an einen bestimmten Platz, barf man schon viel weiter gehen, wenn man sie begleitet auf ihrer Suche nach bem Verstehen bes anderen Volkes. Es gibt viele Arbeiter, bie schon sehr weit hineingefunben haben in ein neues Wissen durch das Buch. Man wirb belächelt, wenn man ben einfachsten Leuten etwas von Büchern erzählt, aber nicht von jenen wirb man belächelt, benen man bie Zusammenhänge um bas Buch erklärt, sonbern von anberen, bie nicht glauben wollen an bie Wissensfreube unb ben Lesebrang bes einfachen arbeitenben Mannes. Vielleicht aber sollte -einmal einer von benen, bie nicht glauben wollen baran, in einer Unterhaltung bie Herkünfte so manchen Wissens zu ergründen versuchen. Vielleicht wäre mancher erstaunt über bie Urteilsfähigkeit eines Mannes, ben er für unbelesen gehalten hat. Das Buch ist in seiner Bil- bungsmoglichkeit mit kaum einem anberen bilben- ben Faktor zu vergleichen, benn ihm sind bie Möglichkeiten gegeben, in bie Hand unb ben Wissensbereich eines jeben Menschen zu gelangen, ihm finb natürlich auch bie größten verberblichen Möglichkeiten gegeben, wenn es schlecht ist. Diese Gefahr aber ist gering geworben burch eine strenge Aussiebung ber Bücher, bie öffentlich ausgegeben werben können, unb so bleibt am Enbe ber große erzieherische Wert allein. Wir, bie wir selbst Bücher schreiben, sehen vielleicht am klarsten bie Zusammenhänge, weil wir auch nur aus einem ganz kleinen, engen Bereich schreiben können, aus einem bestimmten Stück Lanb- fchast, aus einem begrenzten Arbeitskreis heraus. I Ueber diese Umgrenzung können wir nicht hinaus, aber was wir aus biesem festen Kreis schreiben, muß boch so innig und tief erlebt fein, daß andere, diesem Kreis fremde Menschen diese Welt mit ihren Menschen verstehen und vielleicht auch lieben lernen im Lesen ber Bücher. Die Vielheit besten aber, was zusammengetragen wirb zu einem Menschen, ber lieft unb im Lesen bewußt ober unbewußt bas Kennenlernen anftrebt, schafft nach unb nach im Lesenben ein großes Wis- sensbilb. Die verschieben gearteten Menschen, Stämme, Stänbe unb Schichten eines Volkes werden in einem Blickfeld zusammengeführt, im Lesen lernt ber eine bie Arbeit unb bie Lebensbeb ingun- gen bes anberen mit seinen Sorgen unb mit seiner Liebe zu eben seinem Tun kennen unb verstehen. Da werben bie Grenzen zwischen Stämmen, bie sich mißverstanden haben, verwischt, und jene Stände werden näher aneinandergeführt, bie das Ziel ihrer Arbeit bisher auf ganz entgegengesetzten Gebieten suchen unb erstreben zu müssen glaubten. Wie vielgestaltig ist allein bie Lanbschaft innerhalb ber Grenzen unseres Vaterlanbes! Jebe an- bers geartete Landschaft formt ihre Menschen anders, unser Streben aber ist, daß bie Menschen ber verschiedenartigsten Lanbschasten boch in ihrem Streben beim gleichen Dienst zusammenfinben, und ich wüßte nichts, was bestimmter dieses Zusammenführen erreichen könnte, als eben das Buch. Der Strauß hat einen guten Magen. Der Straußenmagen hat wegen feiner Aufnahmefähigkeit sprichwörtliche Bedeutung erlangt; ber Strauß ist tatsächlich wie ein kleines Kind, das alles in ben Munb nimmt, er kann lange mit einem Schlüstelbunb spielen, und es schadet ihm meist nicht viel, wenn er es schließlich verschluckt. Aber manchmal mutet er sich boch zuviel zu. Als man in einem Zoologischen Garten ein Emu, ein wahres Prachtexemplar, bas plötzlich kein Futter mehr nahm unb einging, sezierte, fand man, daß eine Hutnadel in ihrer Gesamtlänge im Magen herumgewandert war und dort zahlreiche Kanäle geschaffen hatte; außerdem fand man noch darin ein fingerlanges Drahtstück, ein halbe Haarnadel, eine große Holzschraube unb einen krummen Nagel, bie alle an ber Zerstörung ber Magenwanbung mitgearbeitet hatten. Stets finben sich im Magen bes afrikanischen Straußes eine größere Anzahl Steine, bie er zum Zerkleinern seiner Nabrung braucht, aber außer- bem enthält er sehr häufig Holzstücke, Drahtnägel, Haarnadeln, Glasscherben und ähnliches. Aber nicht nur der Strauß, sondern fast jedes Tier nimmt Fremdkörper mit ber Nahrung auf. So hat man in bem Magen ber katzenartigen Raubtiere Seh« nen, Haare, Febern, Sanb, Stroh, Holzsplitter usw. gefunben, aber biefe unverdaulichen Stoffe können bie Tiere leicht mieber von sich geben. Bei anderen Tieren ist bas Verschlucken unverbaulicher Dinge gefährlicher, unb sie finb in ben Zoologischen Gärten schweren Schäbigungen baburch ausgesetzt, baß ihnen bie unglaublichsten Dinge in bie Käfige geworfen werben. Bei ber Sektion eines Walroßes, das gern mit solchen kleinen Frembkörpern spielt, ehe es danach schnappt, wurden im Magen vielerlei Fremdkörper gefunden, bie schließlich ben Tod herbeigeführt hatten, da bie Magenschleimhaut allmählich burch sie zerstört war. In bem Magen eines Alligators wurden einige Stücke gefunden, die auch bie kühnste Phantasie nicht dort vermutet hätte. Da lag bie kunstvoll behauene Speerspitze eines Steinzeitmenschen friedlich vereint mit ber Fassungskapfel einer mobernen Gewehrpatrone; da in ber Gegenb, aus der ber Alligator stammte, bie Eingeborenen nicht mehr mit Steinfpeeren auf bie Jagd gehen, fo mußte ber riesige Bursche im Flußbett ben Ueberreft einer uralten Zeit verschluckt haben, und vielleicht stammte bie Patrone von einem modernen Jäger, ben er mit seiner Ausrüstung sich einverleibt hatte. Zeitschriften. — Ueber bie Sprache als Ausbruck ber Nation * schreibt im Novemberheft ber Zeitschrift „D a s Innere Reich" (Albert Langen / Georg Müller, München) Paul Alverbes. Was er über bas Wesen ber Sprache, ihre zauberhafte Macht unb ihre Be- beutung für bas Leben ber Nation aussagt, oerbient allgemein erkannt unb geroürbigt zu werben. Lyrische Beiträge finben wir von Josef Weinheber, Georg Britting, Gerharb Schumann, Georg von ber Bring, Hermann Claubius. Beachtung oerbient auch die Erzählung „Der Brook" von Lubwig Zügel, weil in ihr ein wichtiges Problem unserer Zeit gestaltet ist: bie Wanblung verführter ober haltlos geroorbe- ner Menschen ber Nachkriegszeit zum Glauben an die neue Gemeinschaft. Mit einer bisher unbekannten ober vergessenen beutschen Kunstprovinz macht ber Aufsatz „Ein berttsches Kunstlanb unter ber Hohen Tatra" von O. Schürer bekannt — eine Reihe von Silbern bezeugt ben hohen Rang ber Bau- unb Bilbkunst biefer fo weit vom Reich entfernten beut« scheu Volksgruppe im Osten. Welche weltgeschichtliche Bebeutung bas Deutschtum an ber europäischen Ostgrenze hat, zeigt bie Betrachtung bes Englänbers Rolf Garbiner: Englanb unb bie europäische Ostgrenze, ein Beitrag auch zu ben Bemühungen um bas Verständnis der beiden Völker füreinander, nun, des Schlingels Senin Habhast zu werden, doch dieser war wie oom Erdboden verschwunden. Lenin mit Backenbart. 3m Wächterhäuschen der Automobilfabrik Renault & Co. waren der unsicheren Zeiten wegen zwei neue Wächter eingewlesen worden, als Gehilfen für den alten Allelujew. Es waren Lenin und sein stählerner Sekretär Dshugaschwili (Stalin). Lenin ließ sich einen Backenbart wachsen und versah gern den Telephondienst, der ihn mit seiner Smolna- Zitadelle verband, während Stalin diesen Intervall im stürmischen Dasein romantisch unterkellerte: er verlobte sich mit Frl. Allelujew, seiner späteren Frau. Die Zeit arbeitete für den Flüchtling Lenin. Es wirken Trotzki, Krylenko, Dsershinski, ein Teil der Menschewiki geht zu den Radikalen über — zu stark ist die Werbekraft der simplen Parole Lenins. Schluß mit dem Blutvergießen! Alle Macht dem arbeitenden Volke! Rieder mit den Ausbeutern und Blutsaugerkreisen! Am 7. November ist der Apfel reif. Krylenko läßt alle Ersatzbataillone antreten, die Ministerien, Post, Telephon, Banken, Bahnhöfe werden im Handstreich besetzt — nur der Winterpalast, der Sitz der Kerenski-Regierung, hält sich noch, verteidigt von Frauenbataillonen und den Junkern der vier Militärschulen. Doch ist die Lage unhaltbar, von der Flußseite schießt der Kreuzer „Aurora" gerade in die Front des Palastes, wo Kerenskis und des Revolutionsgroßmütterchens Schlafgemächer waren, vom Westen und Süden wird der Winterpalast von der Admiralität und dem Generalstabsgebäude flankiert, überall hier sind von Krylenko MG.-Rester eingebaut. Rapoleon-Kerenfti ist richtig in der Mausefalle. Vier Regimenter stürmen vor, ein Flügel des Palastes nach dem andern wird von der Ueberzahl erobert. Es wird kein Pardon erbeten und auch kein Pardon gewährt. Ein Gemetzel beginnt, nur 50 Verteidiger können sich retten, weil die Sieger was Besseres entdeckt habenden Zugang zu den Weinkellern des Zaren! Kerenski haut ab. Ausbruch zur parsorce-Iagd f i w, ä » M H< ■ W , >' WM I Aus Anlaß der Internationalen Iagdausstellung wurde beim Jagdschloß Grünewald eine große Par force-Jagd abgehalten, bei der die Mitglieder des französischen Jagd-Klubs „Socidte Frangaise de V&ierie“ ihre eigentümlichen Jagdformen vorführten. Zahlreiche hervorragende Ehrengäste nahmen an dieser Veranstaltung teil. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Tagebuchblätter von einer Riviera-Fahrt. Derweil zieht Saschka Kerenski die Kleider des „Großmütterchens" an und entfleucht durch einen Bogengang in die „Eremitage" (Museum) und von dort ins nahe gelegene Hotel des Botschafters Sir George Buchanan, feines hohen Auftraggebers vom Winter 1916, dessen Auto ihn dann zu seinem Todfeind General K o r n i l o f s bringt. Hier erhält er Hosen, Wodka und verschwindet für immer in der politischen Versenkung... Im Wächterhäuschen der Firma Renault tut sich indessen was. Kerenskis Gegenspieler hörte wohl den Donner der „Aurora"- Kanonen, war sich über den Verlauf der ganzen Aktion aber durchaus nicht im klaren. Da endlich ein Anruf von Leo Trotzki: Jljitsch, sind Sie es? Also gratuliere — die ganze Macht uns! — Lenin noch ein wenig ungeduldig: Was heißt das, haben wir wirklich gesiegt? — Trotzki: Ja, vollkommen, das Winterpalais ist in unserer Hand, Kerenski leider entkommen. — Lenin: Kann man also den Bart abnehmen? — Natürlich! — Nach einer Stunde war der enthärtete Sieger im Smolna- Kloster, und noch am selben Tage ging durch Funkspruch das Friedensangebot an die Mittelmächte ab. Am nächsten Tage brachten die „Jswestija" das Pronunziamento über die Diktatur des Proletariats, Verstaatlichung des Großgrundbesitzes und Aechtung aller blutsaugerischen Kreise. »Nitschewo.^ 20 Jahre sind es her, daß das Banner mit Sichel und Hammer auf dem Kreml und dem Winterpalast weht. Statt 20 000 zaristischer Exzellenzen tyrannisieren gut 200 000 jüdische Kommissare,, GPU- Leute, bolschewistische Unterwelt-Aktive das geduldige Volk der Mushiks. Der Bauer ist völlig entrechtet, statt des ersehnten Anteils am Herrenland ist er feines letzten Eigenbesitzes verlustig gegangen und „robotet" als rechtloser Kolhos-Prolet in einer der Getreidefabriken, wenn er nicht etwa als störrischer Kirchenaläubiger in einem der großen Arbeitslager des Polarkreises sich für ein Pfund Brot pro Tag au Tode schinden lassen muß. Es kann noch sehr lange dauern, denn wahrlich groß ist der Eurasier Geduld. Das Tatarenjoch hat volle zweihundert Jahre gedauert und ist weniger durch eine militärische Aktton abgescküttelt worden, denn so allmählich wie eine Schlangenhaut abgeplatzt... „Nitschewo" (es macht nichts), es wird sich schon alles einrenten, denkt der Slawe. MV 7 -.M ■ Auf der Internationalen Jagdausstellung in Berlin kann man auch die größte Antilope der Welt bewundern, die Bengt Berg auf feiner letzten Afrika-Expedition im anglo-ägyptischen Sudan erlegte. Dieses wertvolle Stück ist bas erste Geschenk Bengt Berqs für das oom Führer geplante Brehm- Ruse um Unsere Aufnahme zeigt den berühmten llatursorscher mit seinem Riesenelant.— (Scherl-M.) Don unserem Or. 3- B.-Sonderberichierstatier. in. „Nachsaison" in Nizza, Nachdruck verboten. Nizza, Oktober 1937. Eigentlich ist die Riviera-Saison schon seit mehr als vier Wochen vorüber. Wenn in Frankreich die Schulen wieder begonnen haben und nach den Urlaubsmonaten die Industriellen, die Großkaufleute und wer immer sonst sich einen Riviera- Aufenthalt leisten kann, zu ihrer Beschäftigung zurückgekehrt sind, dann schließen in Nizza und Cannes, in Monte Carlo und Menton, in St. Jean, Beaulieu und auf Cap Ferrat die großen Hotels, um im Dezember ober Januar zur Hauptsaison roieber zu öffnen, die dann erst im Mai für zwei Monate unterbrochen wird. Die Zeit der Riviera- Saison ist so gut wie gar nicht vom Wetter abhängig als vielmehr von der Tatsache, daß schließlich, von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen, alle Menschen einmal im Jahr auch arbeiten müssen Auch in Frankreich, dem Rentnerland, ist durch die fortgesetzte Frankenentwertung die Zahl der großen Vermögen in den letzten Jahren bettächtlich zusammengeschrumpft, so daß es nur noch verhältnismäßig wenige sind, die sich noch den Luxus eines ununterbrochenen Lebens im sonnigen Süden leiten können. Sie müssen sich also wohl oder übel einen bestimmten Teil des Jahres auch ihren Ge- chäften widmen, um dann den restlichen wieder nach Cannes und Nizza zur „Saison" fahren zu können. Die Amerikaner aber, die in den ersten Nachkriegsjahren in großer Zahl nach Südfrankreich kamen und hier viele schöne Häuser, Hotels und auch Landbesitz erworben haben, sind nach der großen amerikanischen Wirtschaftskrise viel seltener geworden. Außerdem hat sich ja inzwischen auch der Strand von Florida zu einem begehrenswerten amerikanischen Luxusbad entwickelt. Nun, auch wenn die eigentliche „Saison" vorüber und die langen Fronten geschlossener Fensterläden der weißen Riesenhotels den Prachtstraßen der weltberühmten Riviera-Kurorte ein seltsames Aussehen geben, so gibt es doch auch hier eine Nach- aifon, die in erster Linie dem sogenannten „bürgerlichen" Publikum vorbehalten ist, bas die billigeren Preise einer solchen Nachsaison erschwingen kann. Buchhalter aus Der französischen Provinz, mittlere Gutsbesitzer, die die Ernte in ihre Scheuern gebracht haben, Hotelbesitzer aus dem Elsaß ober aus der Normandie, für die in ihrer Heimatprovinz nun auch die Saison vorüber ist und die sich von deren Anstrengungen ein wenig erholen wollen, wandeln jetzt auf Der Promenade des Anglais oder dem Quai des Etats Unis in Nizza, und auch manchen deutschen Laut vernimmt man in diesen Herbstwochen in den Cafss und Brasserien; denn mancher Reichsdeutsche, der die Weltausstellung in Paris besucht hat, benutzt die Gelegenheit, um nun auch noch den Süden Frankreichs kennen zu lernen Nach deutschen Begriffen ist diese Nachsaison weit mehr, als was ihr Name besagt Mancher Deutfdje Kurort würde sich freuen, wenn ihm zur Hauptsaison solch lebhafter Besuch beschieden wäre, und nicht allein solch Besuch, sondern auch solch strahlende Sonne, solch ein ewig heiterer Himmel, solch eine wunderbare Wärme Denn bas ist ja bas Einzigartige, Bezaubernbe an bieser Riviera: daß bie klimatischen Voraussetzungen fast zu jeher Jahreszeit so günstig find, baß immer Erholung unb Entspannung in der freien Natur gewährleistet werben. Welch unermeßlichen Reichtum besitzt damit dieser Küstenstrich. Man braucht nur einmal über den Markt von Nizza zu gehen, um diesen Reichtum, ein lebendiges Abbild dieses sonnigen Südens, in seiner ganzen Fülle zu ermessen. Zu keiner Jahreszeit reißt hier die Zufuhr all der vielen Herrlichkeiten ab, die sich des Menschen Herz und auch sein Magen zu erträumen mag. In diesen Herbstwochen aber sind die Gaben schier unermeßlich, bie bas Lanb in Verven auf ben Marktständen unb ben Tischen anhäuft. Der Markt von Nizza nimmt in ber Tat unter allen Märkten Europas einen besonders be- vorzugten Platz ein, unb wenn an sich schon ber Franzose eine gute Küche liebt, so der verwöhnte Kurgast der Riviera noch eine ganz besonders aus- gezeichnete. So findet man denn auf ben ungezählten Marktstänben in Nizza, auf benen auch bie großen Hotels ber Kurorte, meistens burch ihre Chefs unb Direktoren persönlich jeden Morgen eintaufen, die schönsten unb feinsten Gemüse Dip ber Erbboden hervorzubringen vermag Diele dieser Sorten gibt es natürlich auch Daheim tn Deutschland, aber kaum in derart feinen Qualitäten unb nicht zu Derart billigen Preisen. So kann man hier gerabe jetzt bie feinsten grünen Bohnen unb Erbsen um ganz wenige Pfennige kaufen. Und dann vor allem eines: Das günstige Klima erlaubt es, bas ganze Jahr hindurch zu ernten. So gibt es keine Jahreszeit, in ber nicht frisches Gemüse jeder Art zu haben wäre. Ein reizvoller Genuß aber ist es, all die vielen einheimischen Gemüse kennenzulernen. Da gibt es die Poivrons (Pfefferbirne), ein leuchtend rotes ober auch orangenfarbenes, birnenförmiges Gemüse, bas herrlich mundet, ober die zarten Vieltes, die unserem Spinat in Farbe und Zubereitung ähneln weiter eine Art gelben Blumenkohls, Brocolis, ober bie würzige Aubergine, Potirons unb Campettes. Und der französische Koch versteht es meisterhaft, diese Gemüse, die durchweg in einem besonderen Gang nach dem Braten gereicht werden, überaus schmackhaft zuzubereiten. Aber nicht das Gemüse ist es allein, was ben Fremden am Nizzaer Markt besonders erfreut. Das ist vielmehr das herrliche Obst, bas hier frisch von ben Bäumen unb Stauden weg feilgeboten wird. Außer schönen Aepfeln und Birnen, mit denen allerdings die deutschen gut konkurrieren können, vor allem frische grüne Feigen, wie wir sie im Norden überhaupt nicht kennen lernen, die schönsten und größten blauen unb gelben Weintrauben, Bananen und Oliven, die hierzulande in den verschiedensten Zubereitungen gern gegessen werden. Weiter findet man den leuchtend rotgelben Grenade, den Granatapfel, bie Kakis unb bie Neffles, zwei Früchte, bie, japanischen Ursprungs, an ber Riviera heimisch geworden sind Beliebt sind hier auch die Arbouse, die äußerlich halb unserer Kirsche und halb unserer Erdbeere äyneln. aber mit beiden nichts gemein haben, sondern eine herbe, aber schmackhafte Frucht sind. Eine der schönsten Früchte dann die prachtvolle grüne oder gelbe Melone, die hier viel als Vorspeise genossen wird. Auf ungezählten Ständen sieht man um diese Jahreszeit die braunen Kastanien, Maronen. Ganze Wälder gibt es, in denen sie jetzt im Herbst geerntet werden. Wirklich: Der Markt in Nizza ist ein Erlebnis für sich, nicht nur für ben Gaumen, fonbern auch für Das Auge. Das gilt vor allem von ber B 1 u - menpracht. Wohl nur Holland hat darin etwas Aehnttches zu bieten. Nizzaer Blum werden in alle Welt versandt. Aber es ist immer nud) genug da, was die hundert und aber hundert Tische auf dem Sguare Massena und dem Square Roland Garros schmücken kann. Gladiolen und Rosen bieten sich in verschwenderischer Fülle und Pracht zum Kauf an. Unb bann Nelken. Millionen Nelken, zu dicken Bündeln zusammengebunden, dunkel- und hellrot, weiß und gelb, violett und orange werden sie einem auf Schritt und Tritt entgegengehalten. Wir machen uns das Vergnügen, einen solchen Strauß einmal durchzuzählen: es waren mindestens für Dutzend darin. Und diese fünf Dutzend kosteten, sage und schreibe, gegen elf Uhr mittags zwei Franken, bas finb nach unserem Gelbe etwa 18 Pfennige. Eine Stunde später aber, gegen Ende ber Marktzeit, wurden sie schon für einen Franken abgegeben ... Nachsaison in Nizza. Weder ber Strand noch ber Markt scheinen biefes Wort zu rechtfertigen. Wie aber mag es erst sein, wenn bie eigentliche Kurzeit begonnen unb ber bezaubernbe Riviera-Frühling seine Blütenfülle schenkt? Baut Habfaljrtoege! Nichts kann bie Wichtigkeit eines bebeutungs- vollen Problems, wie es der Radwegebau in Deutschland darstellt, besser unterstreichen, als der Hinweis auf Zahlen und Tatsachen die zu denken geben Nimmt man an, daß ein Radfahrer täglich im Durchschnitt drei Kilometer, pro Jahr also rund 1000 Kilometer fährt, dann bedeutet dies, daß die 17 Millionen deutsche Radfahrer pro Jahr die gewaltige Strecke von 17 Milliarden Kilometer zurücklegen, das heißt also (um es banal auszudrücken): sie radeln jährlich 4 5 0 0 0 m a1 von ber Erbe nach bem Mond ober 400 OOOmal um bie Erbe an ihrer „bicksten" Stelle, am Aequator Diese Verkehrsleistungen bes beutschen Rabfahrers erreichen s a ft 40 v H des gesamten jährlichen Reichsbahn-Per- sonenkilometer-Verkehrs. Da das Leben unserer Heranwachsenden Schuljugend für den Staat und seine völkische Zukunft unersetzlich ist, kann an Der Tatsache daß täglich zwei M'llionev Schult aber auf ihrem Wege von und zu der Schule Das Fahrrad benutzen, und daß deshalb gerade für sie angesichts der zunehmenden Gefahren des Verkehrs die Anlage von Radfahrwegen geradezu eine Notwendigkeit ist, nicht Dorübergegangen werden Da keine andere Möglichkeit besteht, Die radfahrende Jugend vor Den Gefahren Des Verkehrs zu schützen, als durch den Bau von Radwegen, ist es nur zu verständlich, daß auch die Eltern in allen Städten Deutschlands dem Bau von Radwegen ihr besonderes Augenmerk widmen müssen. Geschichten ans aller Welt. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten. Ein kostspieliger Papagei B D. Sidney. In einem australischen Kinderheim hielt sich eine Pflegerin einen Papagei Eines Tages mußte test- gestellt werden, daß einem Säugling fast die ganze Na e und drei Fingerspitzen zerhackt waren. Augenzeugen waren nicht vorhanden Ein großes Aufgebot von Sachverständigen sollte sich zu der Frage äußern, ob ein Papagei von dieser Art und dieser Größe solche Verheerungen bei einem kleinen Menschenkind anrichten könnte Der Gerichtshof bejahte schließlich die Frage, daß die Schäden durch den Papagei verursacht worden seien, daß die Beaufsichtigung des Vogels bzw des Säuglings durch Nachlässigkeit gelitten habe, und kam zu einer Verurteilung Die Schabenssumme würbe auf 15 000 RM in unserem Gelbe festgelegt mit dem Vorbehalt, baß das Geld bzw bie Zinsen bis zum 21 Lebensjahre bes Kinbes lediglich für ärztliche Behanblung bes Kindes angegriffen werben bürfen. Das kalte Bad im Keller (th) Neuyork. Ein Einbrecher hatte sich darauf spezialisiert, hf leeren Häusern die Bleirohre abzuschneioen und zu „verwerten" So war er auch in ein Haus in Der Lincoln-Avenue eingestiegen. Aber er hatte sich wohl im Datum geirrt. Denn Der Inhaber des Hauses schlief in jener Nacht zum letzten Male Dort. Mit Ruhe stieg der Einbrecher gleich in ben Keller hinunter unb machte sich baran, die Wasserrohre abzuschneiden, benn immer würbe im Augenblick ber Räumung eine4 Hauses bas Wasser ab- gestellt. Hier aber ergab sich für ihn eine unangenehme Ueberrafdjung. Er sah sich auf einmal gegen Katarrhe Husten Heiserkeit Hauptniederlage: Jean Weisel, Gießen, Sonnenstraße 6, Telephon 3888. zwei großen Wasierrohren gegenüber, bie gewaltige Mengen Wasser mit großem Druck gegen ihn schleuberten. Die Kellertür konnte von innen nicht geöffnet werben. Das Wasser stieg unb stieg Der Einbrecher brüllte um Hilfe. Und der Bewohner des Hauses kam schläfrig und verstört gerade noch im rechten Augenblick, den Kerl zu retten, der anfangs nicht einmal erzählen wollte, wie er in diese peinliche Lage gekommen war. Siamesische Kämpferfische. chb. C o n-b o n Im Londoner Zoo ist vor einigen Tagen ber m ber Anglerwelt bekannte Kämpferfisch mit einem Weibchen eingetroffen. Dieser Fisch lebt in ben siamesischen Gewässern Wenn er einen anbern Fisch angreift ober Kämpfe mit seinen Artgenossen um bas Weibchen ausficht, verändert sich seine stumpfe graue Farbe plötzlich unb wechselt über zu stark scharlachenen, blauen und grünen Tönen, bie selbst in größerer Tiefe noch meterweit leuchten. Die siamesischen Fischer haben leiber aus ber Kampflust biefes Fisches einen „Sport" gemacht unb veranstalten Zweikämpfe, ganz ähnlich wie bie berüchtigten Hahnenkämpfe, denen man auch manchmal noch in Frankreich und England begegnet Diese Zweikämpfe finden in besonders dazu angelegten Teichen statt, und dabei werden oft hohe Wetten um den siegreichen Fisch abgeschlosien Sobald einer der Fische ermattet an die Oberfläche steigt, wird der Kampf abgebrochen, damit fein Eigentümer ihn wieder pflegen unb zur Zucht weiterer Kampffische benutzen kann. Das Tier ist auch ein guter Familienvater: zur Paarungszeit baut er ein Nest unb folgt bem Weibchen, bas seine Eier achtlos legt um sie Stück für Stück ins Nest zu beförbern. Wenn er biefe Arbeit verrichtet hat, hält er Wache vor bem Nest, bis bie Jungen ausschlüpfen. Das Grab der Kameliendame. C. K. Paris. Auf bem Friebhof bes Montmartre In Paris erhebt sich ein marmornes ©rabbenfmal in klassizistischer Form, das von einer bekränzten Urne gefrönt ist Auf beiden Seiten des schlichten Sockels ist die Inschrift eingemeißelt: „Hier ruht Alphon- fine Plessis, geboren den 13 Februar 1824, gestorben ben 3 Februar 1847 De Profundis!" lieber das Grab breitet eine alte Platane ihren schützenden Wipfel, und auf dem Sims des Denkmals stehen eine Reihe Blumenoasen verschiedenster Form, bie, so lange die Besucher des Friedhofs sich erinnern können, wahrscheinlich in den ganzen neunzig Jahren, seitdem das Grabdenkmal steht. Tag für Tag mit frischen Blumen gefüllt sind, Veilchen, Mimosen, Maiglöckchen, Rosen, je nach Der Jahreszeit kostbare Treibhauserzeugmsse neben einfachen Blumen des FelDes Die Tote die unter diesem Grabstein ruht, und mit deren Andenken hier von unbekannten Händen ein so zärtlicher Kult getrieben wird, ist das Urbild Der Kameliendame", die Tochter des Hausierers Marin Plessis und der Marie Peshayes, zu ihrer Zeit unter dem Namen Marie Duplessis eine der bekanntesten Kurtisanen von Paris, deren rührende Geschichte der jüngere Alexander Dumas in feinem 1849 erschienenen Roman .Die Kameliendame" erzählt hat Der Roman hatte einen guten Erwlg, wirklich berühmt wurde aber erit bas Theaterstück, das Dumas auf Den Rat eines Freundes daraus machte, und das 1852 zuerst aufgestihrt wurde Halb Paris hatte die schöne Marie Duplessis noch gekannt oder doch von ihr gehört und alles strömte ins Theater, um sie auf Den Brettern wieder erstehen zu feilen D'" Vicomtesie Vera de la Jonchöre machte aus dem Grabmal eine Kultstätte Während Inna^r Jahre pilgerte sie tagein, tagaus dorthin um es mit frischen Blumen zu schmücken. Niemals hat jemand Den Grund ihres u Höhensonne7-^/ SELTERSWEG 69 rillen ei ^Steinhäger »Urquell Neues für den Büchertisch dienstlich in jener Ortschaft weilte, wurde Ohrenzeuge dieser Erzählung, gab den Bericht weiter und erwirkte auf diese Weise, daß Jean Rate! eiligst von seinem Ursaub abberufen und für ein paar Tage in den „Bunker" gesteckt wurde. Der „Alte Fischer" von Capri. C. K. Neapel. Eine malerische Gestalt, die wohl jedem Besucher der Insel Capri ins Auge fiel und mit ihr unlös« lich verbunden zu sein schien, ist nun verschwunden. Spadaro, der berühmte „Alte Fischer" ist nach kurzer Krankheit im Alter von 81 Jahren gestorben. Mit seinem Patriarchenbart und den wehenden weißen Locken, dem würdevollen Gesicht, der roten Matrosenmütze, dem blauen Jackett, den Holzschuhen und der langen Pfeife, war Spadaro immer zur Stelle und bereit, gegen eine kleine Vergütung für Maler oder Photographen sich als Modell hinzustellen, und Bilder von ihm sind bis in die entferntesten Winkel der Erde verbreitet worden. Spadaro sah aus wie das verkörperte Ideal des alten Seebären, der sich zur Ruhe gesetzt hat. Aber es gab schmähsüchtige Leute, die erzählten, daß der „Alte Fischer" in Wirklichkeit niemals ein Netz auf der See draußen ausgeworfen habe, daß er im Gegenteil einen wahren Schrecken vor dem Meere gehabt habe. Jedenfalls hat er es verstanden, das prächtige Bild, das er darbot, auszunutzen und sich ein kleines Vermögen zusammenzusparen. — Mein Elternhaus. Bekenntnisse, Dank und Vermächtnis. Mitarbeiter: Adolf Bartels, Ludwig Fr. Barthel, Gertrud Bäumer, Freifrau v. Brand geb. v. Bergmann, Bruno H.' Bürgel, Richard Euringer, Marie Feesche, Ludwig Finckh, Karl Foerster-Bornim, Ludwig Heck, Karl Hesselbacher, Hans Christoph Kaergel, Mackensen und sein Elternhaus von Carl Lange, Gertrud von le Fort, Wilhelm Lobsien, Mia Munier-Wro- blewski, Lenelies Pause, Felicitas Rose, Edzard Schaper, Ruth Schaumann, Rud. Alex. Schröder, Gustav Schröer, H. Wolfgang Seidel, Diedrich Speckmann, Heinz Steguwett, Aug. Winnig, Ernst Zahn, Heinrich Zerkaulen. Verlag Martin Warneck, Berlin W. 9, Preis Leinen 6,50 RM. mit 28 Bildern. — (394) — Es hat etwas Ergreifendes, wie alle diese an Herkunft, Anlagen und Entwicklung jo verschiedenen Männer und Frauen das Verdienst ihrer Leistungen und damit die Summe ihres Lebens dem Geiste des Elternhauses, als einer fortwirkenden Schutzmacht zu Füßen legen. Es hat seine tiefe Begründung, wenn an den Männern mehr das leise, opfervolle, instinktsichere Waltender Mutter, in den Frauen das männlich-Kraftoolle oder Überlegen-Weise des Vaters sich erhalten hat. Form und Inhalt der einzelnen Beiträge sind ebenso verschieden wie die besonderen Verhältnisse verschieden sind, aus denen die einzelnen Mitarbeiter kommen. Aber es kommt hier weniger auf den einzelnen Fall als auf das Gesamtbekenntnis an. Es wäre daher auch unrecht, wollten wir einzelne Beiträge vor anderen besonders hervorheben. Hier wird an vielen Beispielen gezeigt, welche gewaltige bildende Kraft dem Elternhaus zukommt. Liebe und Glaube, Frömmigkeit und Ehrfurcht, Dankbarkeit und Vertrauen sind die großen Elemente, die Kin- der und Eltern für ein ganzes Leben verknüpfen. seltsamen Handelns erfahren, aber nach ihrem Tode fand die Gewohnheit Nachahmung, und nach und nach wurde die Grabstätte der .Kameliendame" ein Dilgerziel für Liebende, die es sich zur Aufgabe machen, es ständig geschmückt zu halten. Ein nüchternes Plakat neben dem Grab verbietet, es zu photographieren, zu zeichnen oder es zu bekritzeln, aber der Marmorschleifer, der auf Rechnung von Herrn Ernst d'Hauterive, des Schwiegersohnes von Alexander Dumas, das Denkmal pflegt, muß sehr oft die Namenszüge und Schwüre entfernen, die Liebespaare auf den weißen Stein geschrieben haben. Was er nicht entfernen kann, sind die Spuren der Taschenmesser an der Platane, deren ganzer Stamm bedeckt ist mit pfeildurchbohrten Herzen und verschlungenen Namenszügen. Freudiges Ereignis, glatt erfunden. (hs) Lyon. Als Jean Ratel nach einem vierundzwanzigstündigem Urlaub zu seinem Infanterie-Regiment zurückkehrte, erzählte er mit gut geheuchelter Erregung, daß seine Frau einem kräftigen Mädchen das Leben aeschenkt habe. Der Hauptmann hörte von der Geschichte, ließ Jean Ratel zu sich kommen und gab ihm sofort acht Tage Urlaub. Ratel kehrte eiligst zu seiner Gattin zurück und rühmte sich bei ihr und bei seinen Bekannten im Dorf mit seinem genialen Einfall, denn seine Gattin hatte keineswegs einem Kinde das Leben geschenkt. Ein Gendarm, der Ueber allem Verschiedenen der einzelnen Beispiele und Bekenntnisse stehen diese Elemente als das Ewig-Gültige. — Kilian Soll: Urlaub au f Ehren- vr o r t. Geschichten um den Krieg. (Die Kleine Bücherei, Nr. 81.) Albert Langen-Georg Müller, München 1937. — (336) — Manches hat sich „am Rande des Krieaes" ereignet, das, kaum gehört, wieder in Vergessenheit geriet, aber einige dieser Taten redlicher Menschlichkeit hat Kilian Koll in diesem Bändchen erzählt, weil sie wert sind, für immer in unserem Gedächtnis bewahrt zu bleiben. Sei es der „Bericht vom Sterben eines Engländers" oder jene den fast sagenhaften Kampf zweier Völker rühmende Geschichte „Die Leute von Tirsch- ttegel". Die schönste der Erzählungen wird immer die Geschichte des blutjungen Leutnants sein, der noch im Sommer des letzten Kriegsjahres an die männliche Anständigkeit glaubte, sich auf das gegebene Wort verließ und damit Recht behielt. Diese Geschichte, der das Bändchen seinen Titel verdankt, wird auch als Film erscheinen. — Bernhard Voigt: Die Farmer vom Seeis Rioie r. Der südafrikanische Lederstrumpf, Band 3. Kart. 4,80 Mark, Ganzleinen 5,80 Mark. Ludwig Voggenreiter Verlag, Potsdam. — (337) — Der ruhige, doch kraftvoll strömende Gang der Handlung entführt den Leser in das ferne deutsche Land in Südwest. Steppenwind weht durch d»s Buch, das von kriegerischen Aufständen, fleißiger Arbeit und deutscher Jugend in dem glücklich sich entfaltendem Neuland berichtet. Dann wälzt sich wie ein ungeheurer Steppenbrand die Weltkriegsnot über Südwest. Beklommen erleben wir mit, wie all die blühende Hoffnung in dem Kriege dahinstirbt. Hoffnungslosigkeit lastet jahrelang über dem unglücklichen Land. Aufatmend werden wir schließlich Zeugen neuwachsenden deutschen Widerstandswillens und freuen uns der frischen Zuversicht, mit der unsere tapferen Brüder und Schwestern ihr Volkstum zu wahren wissen. Mit dem dritten Band des „Südafrikanischen Lederstrumpfes" hat Bernhard Voigt sein Hauptwerk in höchst eindrucksvoller Weise abgeschlossen. — Helene Raff: Blätter vom Lebensbaum. 302 Seiten, ein Bildnis. Verlag Knorr & Hirth, München. Geh. 4 Mk., Leinen 5,50 Mk. — (339) — Die Verfasserin ist die Tochter des Komponisten Joachim Raff, die auf diesen Blättern aus ihrem Leben erzählt. Was sie über den Vater, über Hans von Bülow und Franz Liszt, über Brahms, Clara Schumann und andere große Musiker fesselnd berichtet, bereichert unser Wissen um diese Künstlerpersönlichkeiten. Das Musikleben Frankfurts wird lebendig, in bunten Bildern auch das damalige München, ihre Wahlheimat, die Kämpfe um Kunst- und Weltanschauung, die bezaubernden Feste, die Ausstellungen. Die Tragödie Ludwigs II. erlebt Helene Raff mit tiefem Schmerz. Bedeutende Dichter jener Zeit fördern ihr Talent. Mit Henrik Ibsen verbindet sie eine innige Freundschaft. Während des Krieges steht ihr ganzes Tun im Dienst des Vaterlandes, und mit dem Bekenntnis zur deutschen Zukunft klingen die Erinnerungen aus. — Just us Ehrhardt: Auf st and der Herzen. Ein Kampf um die Freiheit. Roman. Gebunden 4,20 Mark. Eägen Salzer, Verlag, Heilbronn.— (375) — Der Roman spielt in Hessen zur Zeit vor dem Sturz Napoleons, wo eine vom Volk mißbilligte Neuttalitätserklärung die Truppen des Korsen nicht hindert, durchs hessische Land zu marschieren. Hessens Soldaten, die eben noch bereit waren, gegen Napoleon zu marschieren, müssen in Spanien für Napoleon ihre Haut zu Markte tragen. Eine Handvoll Männer — Bauern, Soldaten und Adelige — bereiten eine Verschwörung gegen diese Zustände und gegen die Schwäche des Landesherrn vor, die aber — der allgemeinen deutschen Be- freivnasaktion voraneilend -- zufommenbrechen mutz. Viele dieser Getreue besiegeln ihren Wagemut mit dem Tode, aber die Sonne der besseren Zukunft nehmen sie leuchtend mit hinüber in die Ewigkeit. — Schlichtheit des klaren Sttls, Werktreue und feste Haltung geben dem Buch den Charakter und hinterlassen einen fiesen Eindruck. Hier ist keine „Literatur", keine Konjunktur, sondern männlich schlichtes Berichten wenig bekannter historischer Vorgänge. — Lisa Schultze-Kun st mann: Der Weg durch den Schatten. Ein Schauspieler- Roman. 331 Seiten. Ganzleinen 3,75 Mark. Berg- stadtverlaa, Breslau. — (378) — Der Roman schildert das Ringen eines jungen erfolgreichen Schauspielers um die Befreiung von den seelischen Fesseln seiner Jugend. Für ihn als Künstler ist der innere Zwiespalt besonders schwerwiegend, weil seine Kunst auf die Dauer daran scheitern muß. Die Spannungen zwischen ihm und seiner kühlen, strengen Mutter glaubt er durch leidenschaftliches Aufgehen in seinem Beruf ausgelöscht, als aber die nicht geliebte Mutter stirbt, verliert er fast den Boden unter den Füßen. Don den Frauen, die ihm zugeneigt sind, vermag er keine ganz für sich zu gewinnen, der Schatten, der über seinem Leben liegt, verdunkelt jede echte Beziehung und droht sein Künstlertum zu zerstören — bis er einem Manne begegnet, der ihm zum Freunde wird und ihm unmerklich hilft, den Bann zu brechen. — Das Buch erhält einen eigenen Reiz dadurch, daß es von einer Frau geschrieben wurde, die unter den oft oberflächlich erscheinenden Begebenheiten des Lebens die versteckten Seelenkräste zu erkennen und zu schildern vermag. — Freude / Zucht / Glaube". Ein Handbuch für kulturelle Arbeit im Lager. Herausgegeben von der Reichsjugendführung. 208 Seiten mit 80 Bildern. Geb. 3,20 RM. Ludwig Voggenreiter-Ver° lag, Potsdam. — (220). — Ausgehend von den technischen Vorarbeiten eines Sommerlagers, soweit diese für die Kulturarbeit notwendig sind, behandelt das Handbuch die verschiedensten Einzelfragen an praktischen Beispielen. Es gibt Richtlinien für den Bau von Feierstätten, für die Anlage eines Lagers in der Landschaft, den Bau von Lagertoren, die Werkarbeit, Filmvorführungen und Rundfunkanlagen. Der Tischspruch, das lustige und ernste Lied, die Singstunde, die Morgenfeier und hie große abendliche Feier, der Erzählabend und der lustige Üagernachmittag, der vom politischn Zirkus bis zum Puppenspiel und der Scharade reiche Möglichkeiten einer Ausgestaltung bietet, werden eingehend behandelt. Der Jugendführer des Deutschen Reiches, Baldur von Schirach, hat ein Vorwort für das Werk geschrieben. — Erwin Wittstock: Das Begräbnis der Maio. Novelle. Mit einem Nachwort „Heimat und Herkunft" vom Verfasser. (Nr. 7375.) Kartoniert 35 Pf., Künstlerpappband 75 Pf., Meisterband (Ganzleinen) 1 Mark. Philipp Reclam jun., Verlag, Leipzig. — (381) — Wittstock, der neben Zillich und Meschendörfer bedeutendste siebenbür- gische Dichter, gibt in Lieser Novelle eine seiner stärksten Leistungen. In packendem Geschehen spiegelt sich Siebenbürger Bauerntum, echt in Wesen und Eigenart in einem tragischen Einzelfall. Ein Konflikt in der Volksgemeinschaft wächst sich zum drohenden Verhängnis aus, in das auch Glück ind Liebe junger Menschen hineingerissen wird. — Dorothea Hollatz: Der Täufling von Waldrü. Eine heitere Wintergeschichte. 123 Seiten. Kart. 2,80 Mark. Leinen 3,80 Mark. Franckh'sche Verlagshandlung, Stuttgart. — (423) — Das Mädchen Concordia, Sportstudentin und Handstandkünstlerin, der Landschaftsmaler Globus mit dem Silberstift, der durchgebrannte Lehrling und reisende Filzpantosfelhändler Wintermeier, die stellvertretende Hüttenmutter Gisela, die ebenfalls von daheim ausriß, weil sie einen Friseur „einheiraten" sollte, bilden eine herzerfrischende Kameradschaft in der Skihütte. Da werden Sorgen aus- elnanderklärt, man rückt sich gegenseitig zurecht und sucht die Filzpantoffeln an die Gebirgler zu verkaufen. Statt dessen liest man einen aus dem Schlitten gefallenen Täufling auf, und all der komische Jammer endet in einem ungeheuren Taufnachfest. Das alles ist hübsch erzählt und von einer frischen Heiterkeit erfüllt. Einspaltige Kleinanzeigen werden zum er» mäßigten Grundpreis von 5 Pf. für die Millimeter« »eile veröffentlicht im 64. Lebensjahre. FA*. Leihgestern, Großen-Buseck, Hausen, den 6. November 1937. Die Beerdigung findet Montag, den 8. November, nachmittags 2% Uhr statt 7292 D 7249C Heute morgen um 7 Uhr entschlief sanft nach kurzem Krankenlager unser lieber Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Georg Will VI. Familie Karl Will Familie^ Wilhelm Will Otto Will das Programm werden bis zum 28. November 1937 vom Städt. Hoch- und Tiefbauamt, Asterweg 9, beantwortet Die Wettbewerbsmiterlagen sind gegen Einsendung von RM. 1,— durch das Städt. Hoch- und Tiefbauamt, Gießen, Asterweg 9, zu beziehen. Gießen, den 4. November 1937. Der Oberbürgermeister. I.V.: Dr.Hamm. Georg Will V Landwirt Asbest- Platten 1,2,3,4 u. 5 mm, wieder am Lager. 204D CarlSchunck jcwlHadi Vwßu zu jeder Tages- und Jahreszeit —► das ist die „Höhensonne" - Original Hanau —■. Sie macht Sie unabhängig vom Wetter, bräunt die Haut und schöbt vor Erkrankungen. 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Die Stadt Gießen schreibt zur Erlangung von Entwürfen für eine Brunnenanlage auf der Straßen- gabelung Licher Straße und Kaiserallee einen Wettbewerb aus. Zugelassen sind alle Bildhauer und Gartengestalter, die Mitglieder der Reichskammer der bildenden Künste und seit mindestens sechs Monaten im Lande Hessen ansässig sind. An Preisen werden ausgesetzt: Ein erster Preis = RM. 400,— „ zweiter Preis - RM. 200,— „ dritter Preis - RM. 100,— zwei Ankäufe je = RM. 50,— Das Preisgericht setzt sich zusammen aus: Herrn Professor Dr.-Jng. Lieser, Landesleiter der Reichskammer der bildenden Künste, Frankfurt a. M., „ Professor Dr. - Jng. Hamm, Bürgermeister, Gießen, „ Städt. Baurat Gravert, Gießen, „ Bildhauer Mergehenn, Fachreferent für die Fachgruppe Bildhauer, „ Oberbürgermeister Ritter, Gießen, „ Kreiskulturwart K. Christ, Gießen, „ Oberstudiendirektor P. Wolkewitz, Gießen. Ersatzpreisrichter: Herr Beigeordneter Vogt, Gießen, „ Bildhauer Harold Winter, Oberursel (Ts.), „ Beigeordneter Nikolaus, Gießen. Die Arbeiten sind bis zum 20. Dezember 1937 dem l Herrn Oberbürgermeister der Stadt Gießen, Stadthaus, Bergstraße 20, einzureichen. Rückfragen über | Bekanntmachung. Betrifft: Den Besuch der Berufsschule zu Gießen durch auswärtige Berufsschüler. Es besteht Veranlassung darauf hinzuweisen, daß alle in Gießen beschäftigten Berufsschulpflichtigen, einerlei, ob sie aus benachbarten hessischen oder preußischen Orten kommen, die Berufsschule in Dießen zu besuchen haben. (Art. 17 Abs. III des Volksschulgesetzes.) Dabei ist es belanglos, ob sie in ihrem Heimatort als berufsschulpflichtig gelten oder iricht. Nach Artikel 23 des Volksschulgesetzes dauert die gesamte Schulpflicht 11 Jahre. Die nach achtjährigem Schulbesuch aus der Schule austretenden Knaben und Mädchen sind noch 3 Jahre lang zum .Besuche der Berufsschule verpflichtet. Treten im 9. rder 10. Schuljahr Schüler oder Schülerinnen aus ter seither besuchten Lehranstalt aus, dann sind sie tis zum Abschluß des 11. Schuljahres zum Besuche ter Berufsschule verpflichtet. In besonderen Fällen kann das Stadtschulamt vom Besuche der Berufsschule Befreiung erteilen. 7237D Die Arbeitgeber werden gemäß Art. 24 und 25 des Volksschulgesetzes aufgefordert, die in Frage kommenden Schüler und Schülerinnen zum Besuche der Berufsschule in Gießen anzuhalten. Arbeitgeber, die dieser Aufforderung nicht nachkommen, unterliegen der Bestrafung nach Artikel 25 Abs. III des Bolks- shulgesehes. Gießen, den 3. November 1937. Stadtschulamt Gießen. 2- V.: N e b e l i n g. wird immer größer, wenn Sie ein schlechtsitzendes Bruchband tragen. Es kann auch Brucheinklemmung entstehen. Fragen Sie Ihren Arzt. Ein Unterleibsbruch ist nicht ein Riß in der Netzhaut, sondern stellt eine Bauchfelläusstülpung dar und ist besserungsfähig. Viele Bruchleidende haben sich mit Hilfe meinerSpezialausführungen sogar geheilt U. a. schreibt Herr Gnahn: „Teile Ihnen mit, daß mein doppelseitig. Leisten brach trotz meines Alters von 62 Jahren durch das Tragen Ihrer Bandage vollkommen geheilt ist. Ich habe nichts gegen die Veröffentlichung des Dankschreibens. Ich kann Ihre Bandage nur jedem Bruchleidenden empfehlen. Friedrich Gnahn, Bauer, Kahlau, Kreis Moh- rungen/Osipr., den 1. Juni 1937.“ Weshalb wollen Sie sich weiter quälen? Kommen Sie zu mir. Sie werden überrascht sein, wie leicht und bequem sich Ihr Bruch zurückhalten läßt und damit Ihr Leiden erträglich wird. Schriftliche Garantie. — Kostenlos zu sprechen: Wetzlar, 8. Nov., von 3‘/2 bis 7 Uhr, im Hotel Kaltwasser. Gießen, 9. Nov., von 8 bis 12 Uhr, im Hotel Kobel. Hungen, 11. Nov., von 9 bis 11 Uhr. im Hotel Solmser Hof. Friedberg, 11. Nov., ven 12*/z bis 3 Uhr, im Hotel Deuts, hes Haus. Butzbach, 11. Nov., von 4 bis 6 Uhr, im Hotel Hessischer Hof. Nidda, 12. Nov., von 9 bis 11 Uhr, im Hotel zur Traube. Lauterbach, 13. Nov., von 9 bis 11'/, Uhr, im Bahnhofhotel Deutsches Haus. Alsfeld, 13. Nov., von 12'/s bis 3 Uhr, im Hotel Deutsches Haus. Grttnberg, 13. Nov., von 41/, bis 5'/2 Uhr, im Hotel Hirsch. K.Ruffing, Spezialbandagist, Köln, Richard-Wagner-Str. 16 Bekanntmachung. Die Rindvieh- (Nutzvieh-) Märkte finden wegen der Gefahr der Uebertragung der Maul- und Klauenseuche bis auf weiteres nicht statt. Gießen, den 6. November 1937. Der Oberbürgermeister. 7248 C I. V.: Dr. Hamm, Bürgermeister. Oeffentliche Mahnung. Das 3. Ziel Kanal-, Müllabfuhr- und Straßenreinigungsgebühr 1937 wird hierdurch zur Zahlung bis spätestens 12. d. M. einschl. gemahnt. Nach Ablauf dieser Frist erfolgt Einzug der Rückstände auf Kosten der Schuldner. 7231C Gießen, den 3. November 1937. Stadtkasse Gießen. Werbe-Drucksachen liefert Brühl'sche Druckerei Jfimrn KM auch „Lebewohl“, wenn das Hühnerauge Weggehen solL 5920 V Blechd. (8Pf last.) 68 Pf. in Apothe- ken u. 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Wir kommen dabei von selbst auf die einfachen, natürlichen Formen, die sich nicht mehr künstlich bemühen, prunkvoll zu sein. Auch für die Schönheit unserer deutschen Lölzer haben wir wiederAugen. Das Schlafzimmer soll besonders schlichte und klare Formen haben, um das Sauberhalten leicht zu machen. Die Liebe geht durch den Magen. Kernpunkt der Wohnung ist — jawohl — die Küche. Seitdem wir die Wohnküche kennen, kann sie manchmal Wohnoder Eßzimmer ersetzen. Stets ist sie so einzurichten, daß dieArbeit der Lausfrau schnell vonstatten geht.Die Lausfrau soll heute nicht mehr den ganzen Tag in der Küche stehen. Der Küchenschrank ist ein Wunder an Zweckmäßigkeit, besonders bei der idealen zeitgemäßen „Neformküche". Sie enthält all die Dinge, für die früher Küchenborde, Speisekammer, Besenschränke nötig waren. Den bequemen Spültisch in der Küche wollen wir keineswegs vergessen! Aebrigens gibt uns die praktische „Neformküche" die Möglichkeit, die Einrichtung durch Linzukauf von Einzelteilen nach und nach auszubauen. Solche „Aufbaumöbel" gibt es auch für Wohn- und Lerrenzimmer. Licht und Farbe, — Licht, Luft und Sonne. Noch vor dem Kriege wurden die Fenster trübe verhängt, die Tapeten mußten dunkel und „vornehm" sein, ebenso Vorhänge und Bezüge. Leute verlangen wir nach Licht und Farbe. Farbe ist natürlich- nicht Farbdurcheinander: Möbel, Bezüge, Tapeten sollen aufeinander abgestimmt sein — aber alles hell und freudig! Deshalb lieben wir beute die einfarbigen, lichten, möglichst abwaschbaren Tapeten, wir lieben die stilvollen Matten als Bodenbelag, wir lieben die Hellen und leichten Dekorationen aus bedrucktem Leinen, der ja gar nicht teuer ist. Die Lampen, die Bilder sind diesem Wohncharakter angepaßt. Die Lichtträger sind praktisch und augenschonend, meist auf indirekte Beleuchtung ab gestellt; es werden weniger, aber dafür nur gute, wertvolle Bilder verwendet, die freie Wand fürchten wir nicht mehr. Was sonst noch fehlt... LA Aber nicht nur an die Dinge, die zur Einrichtung der Wohnung dienen, nicht nur an Möbel, Nähmaschine, Gardinen, Dekorationen, Küchengeräte, Glas- und Porzellan, Beleuchtungskörper, Bilder usw. dürfen wir denken, wir müssen auch rechtzeitig die Lieferung des Äausbrandes, unsren Keller- vorrat an Äolz, Kohlen, Briketts usw. bestellen. Dazwischen wird immer wieder für die Aussteuer an Wäsche, Kleidung und Schuhen angeschafft, bis schließlich die Bestellung der Lochzeitskleidung und des Lochzeits- schmuckes das Lerannahen des schönsten Ereignisses im Leben ankündigt. Der Friseurmeister und Schönheits- spezialist wird für die Pflege unseres Aeußeren sorgen. And so sind wir mit Lilfe der auf dieser Seite genannten Fachgeschäfte unserer Stadt wieder ein gutes Stück vorangekommen; manche Fragen stehen zwar noch offen, aber darüber wollen wir das nächste Mal sprechen. ZNicfjt nur am 3{ocf)zeitstage sondern stets will die Frau gepflegt erscheinen Schleierstecken Dauerwellen Wasser wellen Ondulieren Schönheitspf lege - Spezialist Spezial - Parfümerie T^- i i tz- i Damen-u.Herrenfriseurmeister Kicnara JlxOCH Seltersweg 63,Fernsprecher4026 2 NEUE SINGER für den HAUSHALT Nr. 201- mit waageiechtem umlaufendem Greifer Nr. 88-&ntialspulen-Maschine beide mit knotenfieiem Stich vor-und rückwärts nähend SINGER NÄHMASCHINEN AKT! 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Noch unsere Eltern hatten bei der Einrichtung >rer Wohnung den Wert der schönen Zimmerecke licht erkannt. Bei ihnen konzentrierte sich alles auf e Mitte des Raumes, wo unter der großen, Hellen ampe der Familieneßtisch stand. Aber die Zimmermitte ist gar nicht der gemütlichste Platz im Raum — mit einer Ecke kann man rel mehr anfangen, sie erst gibt dem Zimmer die Gemütlichkeit! Eine Ecke läßt sich schon mit ganz wenig Möbelstücken schön Herrichten, ein behag- slcher Sessel mit einem niedrigen Tischchen davor eenügt. In der Ecke soll man dann alles unter- tringen, was man liebt: die besten Stücke der Sammlung, schönes Glas oder Porzellan auf einem Wandbrett oder in der Vitrine, das Bild, das man cm meisten liebt, die Couch oder den Klubsessel, richt fehlen darf der kleine Tisch mit den Rauch- tzensilien, ein kleines Bücherbord, das man als „Ableger" des großen Bücherschrankes betrachten ruß und auf dem die Bücher stehen, die man ge- nde liest oder die man besonders liebt, so daß ran sie immer wieder in die Hand nimmt. Und dann die Beleuchtung! Am schönsten ist es, renn man für die gemütliche Ecke auch eine ge- rütliche Stehlampe hat, die kein grelles, unbehag- jches oder kaltes Licht wirft, sondern gedämpftes Licht verbreitet. Natürlich darf diese sogenannte schummerige" Beleuchtung nicht in romantischen Litsch ausarten; ein rosenroter Lampenschirm, der frs Zimmer in die Dunkelheit einer Moschee ver- randelt, ist nicht angebracht. Es gibt jetzt so hübsche S-rgamentlampenschirme, die ein gedämpftes, ober stündliches Licht verbreiten, bei dem man sich nicht Di? Augen verdirbt. !Die Zimmmerecke soll beim Betreten des Zim- N?rs gleich den Blick auf sich ziehen, so daß jeder frn Wunsch hat: da möchte ich sitzen. Die nach- rrttagliche Kaffeestunde sollte man auch hier ab- h.lten — und nicht an dem großen Eßtisch. Es lczt sich viel besser plaudern in der gemütlichen Eke. Es ist gar nicht nötig, daß feierlich aufgedeckt chrd. Die Tassen können gut auf einem kleinen Ärviertischchen nebenan stehen. Auch das erste Frühstück schmeckt hier in den Morgenstunden am beten, und der Mann nimmt ein Erinnern an eine gemütliche. Viertelstunde mit zum Arbeitsplatz. Man kann sich eine gemütliche Ecke in jeder Arhnung einrichten, ganz gleichgültig, ob man fachlich modern" oder „antik" eingerichtet ist. Mit er paar grünen Blattpflanzen, einem Strauß ffrbenprächtiger Sommerblumen kann man auch di sachlichste Wohnung behaglich machen, und zur gemütlichen Zimmerecke gehört meistens auch das Aimenfenster. I^ehr hübsch ist es, wenn die Hausfrau sich auch in der Küche eine kleine gemütliche Ecke einrichtet, ivl sie sich einen Augenblick hinsetzen kann. Bei Miet Raumausnutzung ist das überall gut zu mcchen, und je kleiner die Wohnung ist, desto Oöirjtiger ist diese Wohnecke in der Küche. Mit em r kleinen Bank und einem hübschen Küchentisch, iu dem eine bunte Decke liegt, ist für die Klein- twewnung hier der Raum geschaffen, wo die Fant e morgens Kaffee trinkt. Das ist viel gemüt- ich.r als im Zimmer, wo auf der Couch noch die Bitten von der Nacht liegen. Man kann ja nicht Wangen, daß die Heinzelmännchen die Wohnung nölgens schon aufgeräumt haben, aber die Küche :ani man abends schon fertig aufräumen, so daß ie morgens den behaglichen Raum bietet. gibt Schönheitsfehler im Zimmer, die man chrsll beseitigen kann. Die meisten Menschen denken nicht daran, sich ihre Heizkörper in der Farbe >er Tapeten streichen zu lassen, sie wundern sich tarn, warum die Röhren der Zentralheizung so stf ich aussehen. Auch die Steckdosen und Licht- chc ter gibt es in allen Farben, so daß man sie töt der Tapete auswählen kann. Diese kleinen väönheitsfehler sind schnell zu beseitigen! D. K. Oer 9. November in Gießen. Oie Feiern stehen unter dem Gedanken: Tod und Auferstehung. Die Durchführung des 9. N o v e m b e r liegt allein in den Händen der Partei. Jede Ortsgruppe der NSDAP, feiert den 9. November örtlich unter Hinzuziehung von Abordnungen sämtlicher Gliederungen und angeschlossenen Verbände. Die Größe der Abordnungen richtet sich nach den jeweiligen Raumverhältnissen. In Gießen findet die Feier des 9. November pünktlich um 2 0.3 0 Uhr a u f dem Brandplatz bzw. Landgraf-Philipp-Platz statt. Ueber die Aufstellung des SA.-Musikzuges ist bereits mit dem Obersturmbannführer Pg. M ü n k e r die Verabredung getroffen. Die Feiern stehen unter dem Grundgedanken: „Tod und Auferstehung". Wir gedenken an diesem Tage nicht nur des Opferganges unserer Toten, sondern auch ihrer Auferstehung, welche symbolisch am 9. November 1935 auf dem Königlichen Platz in München ihren Ausdruck fand. Die Feier wird durch einen Fahnenein- marsch eingeleitet. Die Fahnengruppe wird geführt durch Sturmbannführer Bender. Die Namen der Toten werden von dem SA.- Brigadeführer Pg. Schwarz in folgender Form verlesen: „Senkt die Fahnen vor der Unsterblichkeit! Am 9. November 1923 starben für Deutschlands Ehre und Freiheit vor der Feldherrnhalle: (es folgen die Namen der ersten nationalsozialistischen Freiheitskämpfer). Aus dem Gau Hessen-Nassau fielen als Blutzeugen der nationalsozialistischen Idee: Wilhelm Wilhelmi, Singhofen, am 6. 3. 1927 in Nastätten; Karl Ludwig, Wiesbaden, am 10. 4. 1927; Heinrich Kottmann, Darmstadt, am 13. 5. 1928 in Pfungstadt; Katharina Grünewald, Lampertheim, am 2. 8. 1929 in Nürnberg; Erich Jost, Lorsch, am 5. 8. 1929 in Nürnberg; Hans Hobelsberger, Biblis, am 17. 11. 1931 in Worms; Hans Handwerk, Frankfurt a. M., am 5. 7. 1932; Heinrich Gras- meher, Steeden, am 11. 7. 1932; Christian Cröß- mann, Pfungstadt, am 26. 2. 1933 in Lindenfels; Josef Bleser, Frankfurt a. M.-Höchst, am 28. 3. 1933; Andreas Weidt, Höchst i. Odenw., am 3. 3. 1933; Peter Fries, Darmstadt, am 17. 3. 1933 in Lindenfels. Sie marschieren im Geist in unseren Reihen mit. Hebt die Fahnen!" Nach der Verlesung der Toten der Bewegung wird der Kreisleiter Pg. Backhaus sprechen. Anschließend wird Brigadeführer Pg. Schwarz, der zum engeren Mitkämpferkreis des Pg. Horst Wessel gehörte, noch kurz das Wort ergreifen. Die Gesamtdauer der Veranstaltung beträgt 50 bis 60 Minuten. Die Reichs-, Staats- und Kommunalbehörden sind in diese Einladung selbstverständlich ebenfalls einbezogen. Oie Rekrutenvereidigung in Gießen. Anordnungen für die Feier am 13. November. Der Standortälteste der Garnison Gießen teilt uns mit: Am Samstag, 13. November, 11 Uhr, 'findet auf dem Trieb zwischen Artilleriekaserne und Volkshalle die Rekrutenvereidigung der Gießener Truppenteile statt. Die Feier wird dadurch eine besondere Weihe erhalten, daß die jungen Soldaten zum erstenmal auf die am 26. Oktober 1937 den Truppenteilen in Wiesbaden verliehenen neuen Fahnen und die Standarte vereidigt werden. Die Veranstaltung wird folgenden Verlauf nehmen: Zur Abholung der Fahnen und der Standarte aus dem Dienstgebäude des Divisions-Kommandeurs rückt die Fahnenkompanie mit Musikkorps und Spielleuten so aus der Bergkaserne ab, daß sie um 10.15 Uhr mit den Feldzeichen von der Zeughauskaserne abmarschieren kann. Marschweg hin: Licher Straße, Moltkestraße, Senckenbergstraße, Landgraf-Philipp-Platz, Zeughauskaserne. Marschweg zurück: Zeughauskaserne, Landgrafenstraße, Hitlerwall, Moltkestraße, Kaiserallee, Trieb. 10.40 Uhr wird die Aufstellung der Truppenteile auf dem Trieb beendet sein. 10.50 Uhr marschiert die Fahnenkompanie mit den entrollten Fahnen und der Standarte ein. Die gesamte Aufstellung wird dem Standortältesten, Generalleutnant O ß w a l d , durch den Kommandeur JR. 116 gemeldet. Der Standortälteste schreitet die Front ab. Sodann werden die Fahnen und die Standarte zu ihren Truppenteilen überbracht. Nach kurzen Ansprachen der Geistlichen beider Konfessionen und des Standortältesten wird die eigentliche Vereidigung in feierlicher Form vorgenommen. Der feierliche Akt wird darauf mit einem dreifachen Sieg-Heil auf den Führer und das Deutsche Reich und Volk abgeschlossen. Das Musikkorps spielt die Nationalhymnen. Danach rücken die Fahnen und die Standarte wieder an den rechten Flügel der Fahnenkompanie und diese formiert sich zum Vorbeimarsch. Die Truppenteile, Ehrenabordnungen und Gäste bleiben während des Vorbeimarsches der Fahnenkompanie an dem Standortältesten auf ihren Plätzen stehen. Nach dem Vorbeimarsch rückt die Fahnenkompanie sofort weiter zur Abbrinaung der Fahnen in die Zeughauskaserne ab. Marschweg hin: Kaiserallee, Ludwigsplatz, Neuen Bäue, Schulstraße, Kirchenplatz, Lindenplatz, Brandgasse, Landgraf-Philipp-Platz. Marschweg zurück zur Bergkaserne: Senckenbergstraße, Hitlerwall, Ludwigsplatz, Kaiserallee, Licher Straße. Die Truppenteile marschieren in ihre Kasernen. Der Bevölkerung ist die Möglichkeit gegeben, an der militärischen Feier als Zuschauer teilzunehmen. Sie wird gebeten, die für die Zuschauer vorgesehenen Plätze längs der Grünberger Straße rechtzeitig, d. h. bis 10.45 Uhr, einzunehmen, den Anordnungen der Absperrkommandos von Polizei und Wehrmacht Folge zu leisten und besonders den feierlichen Akt der Vereidigung nicht durch lautes Sprechen und Rufen zu stören.' Wehrpässe nicht mit ins Ausland nehmen. DNB. Das Reichskriegsministerium weist darauf hin, daß Wehrpässe nicht mit ins Ausland genommen werden dürfen. Wehrpflichtige deutsche Staatsangehörige mit dauerndem Aufenthalt im Ausland geben den Werhrpaß vor der Wiederausreise in das Ausland an das Wehrbezirkskommando Ausland m Berlin ab. Von den übrigen Wehrpflichtigen, die sich in das Ausland begeben, haben die in Wehrüberwachung Stehenden bei Reifen bis zu 60 Tagen den Wehrpaß gesichert aufzubewahren, bei Reifen über 60 Tagen den Wehrpaß bei ihrer zuständigen Wehrersatzdienststelle abzugeben; die nicht in Wehrüberwachung Stehenden bei jeder Reise den Wehrpaß gesichert aufzubewahren. Äornotizen. Tageskalender für Samstag. Stadttheater: 20 bis 22.15 Uhr, „Uta von Naumburg". — Gloria-Palast (Seltersweg): „Husaren heraus". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Die Landstreicher"; 14 Uhr, Jugendoeranftaltung „Fröhliches Kunterbunt". — Oberhessischer Gebirgsverein: Monatsoersammlung im Hopfeld. — Schlosserinnung: ab 16 Uhr im „Aquarium" Ausgabe von Bedarfsscheinen für Eisen. Tageskalender für Sonntag. Stadttheater. 11.30 bis 12.45 Uhr, Kammermusik von Brahms; 19 bis 21.30 Uhr, „Drei alte Schachteln". — Gloria-Palast (Seltersweg): „Husaren heraus". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Die Landstreicher"; 14 Uhr Jugendoeranftaltung „Früh- SCHERE liches Kynterbunt". — Gesangverein „Heiterkeit": 16 Uhr, in der Neuen Aula der Universität, Konzert. — Kaninchen-Ausstellung im „Burghof", von 9 bis 18 Uhr. — Oberhessischer Verein für Innere Mission: 18 Uhr, Festgottesdienst in der Stadtkirche Wiederholung „Uta von Naumburg" im Stadttheater. Heute abend findet eine Wiederholung von „Uta von Naumburg", Schauspiel von F. Dhünen, statt. Spielleitung Dr. Erich Schumacher. Die Rolle der Uta spielt Else Monnard. Die Vorstellung findet gleichzeitig als „KdF.-Miete", Gruppe 1 (3. Vorstellung) statt. Anfang 20, Ende 22.15 Uhr. Spielplan des Stadltheaters Gießen vom 7. bis 14. November. Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Arn Sonntag, 7. November, findet die 4. Morgenveranstaltung der Spielzeit statt. Sie bringt Kammermusik von Johannes Brahms" aus Anlaß der 40. Wiederkehr seines Todesjahres. Musikalische Leitung Kapellmeister Heinz Markwardt; Ausführende: Keller, Lassen, Markwardt. Platzmieter auf allen Plätzen 0,25 Pf. Beginn der Morgenveranstaltung Punkt 11.30 Uhr, Ende 12.45 Uhr. — Am Abend sindet zum letztenmal am Sonntag eine Wiederholung des großen Erfolges „Drei alte Schachteln", Operette von Walter Kollo, statt. Musikalische Leitung Kapellmeister Joachim P o p e l k a , Spiel- leitung Karl-Ludwig Lindt. Choreographie Ballettmeisterin Irmgard Zenner. Die Vorstellung beginnt 19 Uhr, Ende 21.30 Uhr. Außer Miete! Mittwoch, 10. November, Anfang 19.30 Uhr, Ende 22.15 Uhr. 1. Opernaufführung der Spielzeit „Die Boheme", Oper von Puccini. Musikalische Leitung Paul Walter. Spielleitung Dr. Erich Schumacher. Mittwoch-Miete, 7. Vorstellung. Donnerstag, 11. November, Anfang 20 Uhr, Ende 22.30 Uhr. „Die kluge Närrin", Lustspiel von Lope de Vega. Spielleitung Hermann Schultze-Griesheim. Dienstag-Miete, 7. Vorstellung. Freitag, 12. November, Anfang 20 Uhr, Ende 22.30 Uhr. Zum letztenmal „Mein Sohn, der Herr Minister", Lustspiel von Birabeau. Spielleitung Dr. Erich Schumacher. Freitag-Miete, 8. Vorstellung. Samstag, 13. November Anfang 20 Uhr, Ende 22.30 Uhr. KdF.-Miete, Gruppe II (3. Vorstellung). Zum letztenmal „Drei alte Schachteln", Operette von Walter Kollo. Musikalische Leitung Joachim Popelka. Spielleitung Karl-Ludwig Lindt. Freier üpe deVega: „Die klugeMmn" Uraufführung am Gießener Stadttheater. e3br zwei Jahren haben wir hier, zunz Gedächt- ck des 300. Todestages von Lope de Vega, !>it Uraufführung feines Schauspiels „Der Stern >M Sevilla" erlebt. Heute, zum 375. Geburtstage i)e$ spanischen Nationaldichters — er wurde am "5 November 1562 in Madrid geboren —, sehen zum ersten Male eines der heiteren Stücke aus ten riesenhaften Vermächtnis feines Werkes: „Die Närrin", Lustspiel in drei Aufzügen, aus dem Spnischen übersetzte und für die deutsche Bühne be- cxbe tete Nachdichtung von Hans Schlegel, dem m nuch die Uebertragung des „Sterns" verdanken. K'ir erwähnten vor zwei Jahren das bewegte nn) wahrhaft abenteuerliche Leben Lopes und die sist unvorstellbar große Zahl von Stücken, die zu s fjre ben ihm ein solches Leben Zeit ließ. (Die Zahl Htifit unglaublich, auch wenn sie schwankend ange- obei wird, und selbst dann, wenn eine neuere, vor- si'chizere Forschung geneigt sein sollte, Lope nicht ollkg zuzuschreiben, was bisher unter seinem Namen ciigö An beides, Leben und Werk, fei heute nicht ohne Absicht erinnert: das Leben hat Lope de Vega sist sruh und so gründlich mit der Literatur wie mit Ml Liebe bekannt gemacht, von der „Die kluge »rcn" ausschließlich handelt; und seinem Werke nia:n die Grenzen so weit gezogen, daß zwei so nsLf-mmen andersartige Stücke wie der „Stern" und Die „Närrin" darin Raum fanden. ♦ Ns Lustspiel ereignet sich in Jllescas und in Mcfr id um das Jahr 1600: dieser ferne Schauplatz umd Diefe ferne Zeit sind auf den ersten Blick das NirzZe, was beide Werke miteinander verbindet. (Später entdeckt man die gemeinsamen romantischen ZHe die hier wie dort wirkende Lust ihres Schöp- fehrs am Spiel auf der Bühne, an der Verwandlung und Vertauschung, Verwirrung und Lösung Ms Knotens, die Kunst des Theaters und die e am dramatischen Konflikt, die Lope in hun- biki:r von Stücken bewährte und zum Schöpfer bd-s nationalen Schauspiels in Spanien gemacht hat. 5scr der „Stern" das klassische Schauspiel mit und Degen, Jntrigenstück und Schicksals- bi'Oi:, ritterliche Verklärung altspanischer Königs- totiibt und eines romantischen Ehrbegriffs, erbar- MAcslos in der tödlichen Verstrickung der Han- bd'fn-n, — so ist die „Närrin" ein völlig heiteres, unNiAiches, improvisatorisch lockeres Spiel um bi!? 3iübe, eine Komödie der Irrungen und Wirrungen, deren Fäden freilich nicht minder kunstvoll und vorbedacht ineinander verschlungen sind als dort am Hofe zu Sevilla. Bei aller Heiterkeit aber und aller Lebensferne, die zuweilen an die zartesten und beschwingtesten Lustspielszenen Shakespeares erinnert, bei aller Leichtigkeit, die das Ganze mit Grazie zum guten Ende wendet und den Vorhang nach uraltem Brauch «über glücklich vereinten Paaren fallen läßt, wird man doch empfinden, daß hier nicht nur ein in Herzensdingen Erfahrener, sondern auch ein echter Dichter spricht: „Hoch über allem Hader thront die Liebe! Wen sie mit ihrem Zauberstab berührt, den trägt sie über Irdisches ernpfc und schenkt ihm höchstes Glück mit leisen Händen ... Denn nur durch Liebe pflanzt die Welt sich fort.. Drei Akte lang wird das seit undenklichen Zeiten nicht erschöpfte Thema abgewandelt, drei Akte lang die Paare und Beziehungen, die Liebenden und die Liebhaber untereinander vertauscht und miteinander getäuscht, bis am Ende jeder an dem Platz steht, den der Dichter ihm im voraus zugewiesen hat, ... als ob er nur einmal habe erproben wollen, wie- viele Möglichkeiten es gebe im Figurenspiel auf dem Schachbrett der Bühne. Octavio zu Madrid hat zwei Töchter, Nisa und Finea, beide lieblich von Angesicht und Wuchs, sonst aber sehr ungleich: Nisa iit klug, Finea blöd und einfältigen Geistes, eine Närrin, jedoch mit einer reichen Mitgift aus gestattet. Um Nisa bewerben sich drei Freier, Lau- rencio, Duardo und Feniso; Finea ist dem Liseo versprochen. Nisas Neigung gilt Laurencio, aber der ist arm und beschließt im Laufe des Spiels, um Finea zu werben, deren Geld ihn lockt. Liseo wiederum, von Fineas Narrheit enttäuscht, fühlt sich im Ehehandel betrogen und wirbt nun seinerseits um Nisa. * Man sieht, wie locker und wie bewußt der Knoten geschürzt wird, wie alles auf Spiel und komödiantische Verwirrung angelegt ist. Nur in einer so romantisch-unwirklichen Sphäre konnte es Lope gelingen, alle Stadien, Steigerungen und Ueber- raschungen eines amourösen Abenteuers zu durchlaufen und auskosten zu lassen, phne plump und ab- geschmackt zu wirken; nur so den Liseo Laurencios Werbung um Finea, Laurencio später umgekehrt Liseos Werbung um Nisa belauschen zu lassen. Die beiden Freier geraten zwar aneinander, erkennen aber, da sie mit dem Degen ihren Ehrenhandel aus- tragen, daß jeder ja die andere Schwester meint, nicht beide dieselbe, versöhnen sich also schnell und werden Freunde, was wiederum den Vater Octavio, der von der Doppelschwenkung nichts ahnt, in Erstaunen versetzt. * Oder: während Laurencio Nisa mit Liseo belauscht, ist er so versteckt, daß nur das Mädchen ihn sehen kann, nicht Liseo: so daß dieser Nisas Worte an Laurencio auf sich beziehen muß. Finea wiederum ist von der Liebe zu Laurencio völlig verwandelt, denn „der weiseste der Lehrer ist die Liebe"; am Ende bleibt ihr nichts übrig, als sich zurückzuverwandeln und die Närrin nur zu spielen, die sie war, als Liseo, seinerseits verwandelt, reumütig zu ihr zurückkehren möchte, die plötzlich so ganz anders erscheint, als er sie zuerst erblickte. Aber zu spät: die „kluge Närrin", die ihr Herz entdeckte, bekennt sich offen zu Laurencio und entzieht mit weiblicher List ben Geliebten der Verbannung aus Madrid und sich selbst den Nachstellungen der Männer, vor denen der besorgte Vater sie verstecken möchte. — * Die Uebertragung des Textes durch Hans Schlegel besticht nicht allein durch ihre handwerkliche Sauberkeit, sondern vor allem auch durch die dichterisch-empfindsame Einfühlung in Zeitgeist, Stil und Umwelt des spanischen Originals: ihr wurde die vom Intendanten Hermann Schultze-Griesheim in Szene gesetzte Aufführung durch eine angenehm spürbare sprachliche Durchdringung und Ausarbeitung des Lustspiels, eine gepflegte und geglättete Dialogführung gerecht. Die Inszenierung verwirklichte im ganzen in der Tat jenes Programm eines dichterischen Theaters, das uns früher versprochen worden war: sie war auf eine graziös schwebende Heiterkeit, auf spielerische Beschwingtheit im Sinne der klassischen Stegreifkomödie gestimmt; ihr locker beweglicher und gleichsam musikalischer Geist wurde am ausgeprägtesten in der reizenden kleinen, von Geige und Kastagnetten begleiteten Tansszene der beiden ungleichen Schwestern versinn- Liselotte E r I e r , die neu verpflichtete technische Assistentin, hatte das Bühnenbild (und mit Herrn Endrich zusammen auch die Kostüme) entworfen: ein leichter, hoher Bogen, feststehend durch alle sechs Bilder, faßte im Sinne eines weitgespannten Rahmens die Schauplätze zusammen und eröffnete den Ausblick auf die südlichen Landschaften von Jllescas und Madrid; so entsprach auch die szenische Einkleidung, heiter und licht, dem Stil der Aufführung. — * In der Mitte des Lustspiels durch alle drei Akte hindurch hielt sich die Finea von Anneliese Garde. Die kluge Närrin ist für eine junge muntere Naive eine ideale, vielfach verlockende Rolle. Frl. Garbe gab das Mädchen, der steifen Tracht,einer Velas- quez-Prinzessin zum Trotz, mit einer bezwingenden Kindlichkeit des Gemütes und einer entwaffnenden Einfalt des Geistes, die nie verletzend wirkte, weil sie anmutig blieb. Sie hatte auch den ungemeinen komödiantischen Reiz der Doppelverwandlung begriffen, welche dieses Geschöpf durchmacht, und so gelang ihr überzeugend die Erleuchtung nicht nur durch die verzaubernde Gewalt der Liebe, sondern auch die darstellerisch nicht minder schwierige, vorgetäuschte und täuschende Rückverwandlung in den alten beklagenswerten Zustand eines „schwachbegabten" Mädchens. * Else Monnard war die kluge Schwester Nisa: elegant und damenhaft, spielerisch kühl und ein wenig kokett, überlegen scheinend, dennoch überwunden von der Herzenskraft und weiblichen List der kleinen Schwester. Als Nisas Freier bildeten die Herren Schorn, v. Gschmeidler und Ditt- mar ein lustspielmäßig ergötzlich gestuftes Terzett; Herr v. Gschmeidler (Duardo) traf recht witzig den Stil des bombastischen Schöngeistes, der in der spanischen und allgemeineuropäischen Literatur einige bemerkenswerte, wenn auch fast vergessene Spuren hinterlassen hat. Herr Schorn (Laurencio) konnte als erwählter Liebhaber von echtem Temperament am meisten in eine menschlich bewegte Sphäre vorstoßen. In guter Haltung entwickelte Herr Weiland die Figur des Liseo. * Ein hübsches Domestikenquartett lieferten die Damen Stirl und Eckermann zusammen mit den Herren Frickhoeffer und Geißler. Insbesondere Frau Stirl (Clara) mit der luftigen Schilderung des Katzen-Wochenbettchens und der von Herrn Frickhoeffer mit trockenem Humor begabte Turin belebten die Szene mit individuellen Zugen. Herr Kühne, ein hagerer Grande von Madrid in feierlichem Schwarz, spielte den verstörten und empörten Vater Octavio. — * Sehr freundlicher Beifall des stark besuchten Hauses rief zuletzt mit den Darstellern auch den Intendanten heraus. Hans Thyriot. öocbtoulnadmdhten Professor Dr. Karl S ü p f l e, Direktor des Hygienischen Instituts der Technischen Hochschule Dresden, ist zum Direktor des Hygienischen Staatsinstituts in Hamburg ernannt worden. Kartenverkauf zu Tagespreisen von 80 Pf. bis 2,50 Mark. Sonntag, 14. November, Anfang 20 Uhr, Ende 22.30 Uhr. Einmaliges Gastspiel „Polnisches Nationalballett Parnell" auf seiner großen Europa- Tournee unter Mitwirkung des Städtischen Orchesters. Außer Miete. Das Polnische Rationalballett im Stadttheater! Die Intendanz des Stadttheaters Gießen hat das „Polnische Nationalballett Parnell" zu einem einmaligen Gastspiel am Sonntag, 14. November, 20 Uhr, verpflichtet. Das Ballett wurde auf der Tanzolympiade in Berlin 1936 mit dem 1. Preis ausgezeichnet und befindet sich auf einer großen Europa-Tournee. Bei diesem Gastspiel wirken mit: die siegreiche Olympiade-Truppe Zizi Halarna, Fe- liks Parnell und das Städtische Orchester. Reue Oper im Sladttheater. Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Das Stadttheater hat soeben die neue Oper „Enoch Arden" von Ottmar G e r st e r zur Aufführung angenommen. Die Uraufführung von „Enoch Arden" fand am Opernhaus in Düsseldorf Ende November 1936 statt. Daraufhin wurde die Oper von über 20 Bühnen zur Aufführung gebracht, und sie wurde überall mit gleich großem Erfolge ausgenommen. Ottmar G e r st e r wurde in Braunfels a. d. L. als Sohn eines Arztes geboren, besuchte das Gymnasium in Wetzlar und beschäftigte sich schon als Schüler mit Kompositionsversuchen. Seit 1927 wirkt Gerster als Lehrer an den Folkwangschulen in Essen. Die Erstaufführung von „Enoch Arden" findet am 7. Dezember statt. Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde. Nächsten Donnerstagabend Lichtbildervortrag von Professor Dr. Scheu über „Mit Zeppelin und Kondor nach und durch Südamerika". Oberhessischer Verein für Innere Mission. Am morgiaen Sonntag findet aus Anlaß der Mitgliederversammlung und der Hauptversammlung des Oberhessischen Vereins für Innere Mission ein Festgottesdienst in der Stadtkirche statt. Die Mit- gliederversammluna beginnt am Montag um 9.45 Uhr, die öffentliche Hauptversammlung um 10.30 Uhr im Johannessaal. Der Montagabend bringt um 20 Uhr einen Gemeindeabend in der Iohanneskirche. Hitler-Jugend, Unterbann V/116. Die für 14. November 1937 angesetzte Wochenendschulung des Unterbannes V/116 fällt aus. Dafür finden folgende Führerbesprechungen statt, an denen Gefolgschaftsführer, Scharführer, Kameradschaftsführer und Mitarbeiter der Gefolgschaft teilzunehmen haben: am 11. November, 20.30 Uhr, im Heim in Klein- Linden für die Gefolgschaften Klein-Linden und Großen-Linden; am 12. November, 20.30 Uhr, im Heim in Watzenborn-Steinberg für die Gefolgschaften Garbenteich und Lang-Göns. Die nächste Wochenendschulung findet am 5. Dezember in Klein-Linden statt. Das Programm des Rundschreibens 2/37 bleibt bestehen. Der Führer des Unterbannes V/116. Dr. Hanke, Geff. BNM.-Untergau 116. Velr.: Freiwillige Sporfbienffgruppe Eis-Rollschuh- Lcmf. Die Uebungsstunden sind auf Montags und Donnerstags, von 3 bis 6 Uhr, auf der Rollschuhbahn festgesetzt. Die Untergausportwartin. Wettbewerb für Bildhauer und Gartengestalter. Der Oberbürgermeister von Gießen hat einen Wettbewerb zur Erlangung von Entwürfen für eine Brunnenanlage an der Straßengabelung Licher Straße und Kaiserallee ausgeschrieben. Zu dem Wettbewerb sind alle Bildhauer und Gartengestalter, die Mitglieder der Reichskammer der bildenden Künste und seit mindestens sechs Monaten in Hessen ansässig sind, zugelassen. Die Arbeiten müssen bis zum 20. Dezember eingereicht sein. Die Zusammensetzung des Preisgerichts ist aus der Ausschreibung ersichtlich. Eindrücke von einer Jtcifenod, England. Vortragsabend des RZ.-Rechtswahrerbundes. Die Kreisgruppe Gießen des NS.-Rechtswahrer- bundes eröffnete gestern mit einem Vortragsabend ihre Winterarbeit. Vor zahlreichen Zuhörern sprach, nach kurzen einleitenden Worten von Oberstaatsanwalt Knauß, der Leiter des englischen Seminars unserer Universität Prof. Dr. Walther Fischer über seine Eindrücke von einer Studienreise nach England, die von einer Anzahl Englisch lehrender Herren an höheren Schulen und Leitern englischer Seminare an Universitäten unternommen worden war. Die Reise galt insbesondere dem Studium des englischen Schulwesens. Der Redner schilderte zunächst die Aufnahme in London, die herzlich und nicht nur höflich gewesen sei, und ging dann in Einzelheiten auf den Aufbau des englischen Schulwesens ein. Die Besucher aus Deutschland nahmen Gelegenheit, Schulunterrichten und Vorlesungen beizuwohnen und gewannen dabei viele Eindrücke von der Methodik des englischen Schulunterrichtes. In weiteren Darlegungen schilderte der Redner das Brauchtum an Universitäten und wies in diesem Zusammenhang darauf hin, wie gerade an englischen Universitäten mittelalterlicher Modus und Moderne unvermittelt nebeneinander stünden. Hin und wieder sei den deutschen Besuchern Gelegenheit gegeben gewesen, in Referaten über das deutsche Schulsystem nationalsozialistischer Prägung zu sprechen. Man habe jeweils die Ausführungen mit großem Interesse, wenn auch nicht ohne Widerspruch verfolgt. Nachdem Prof. Dr. Fischer noch kurz über den Empfang beim deutschen Botschafter von Ribbentrop in London gesprochen hatte, gab er abschließend noch die Antwort auf die viel an ihn gestellte Frage, wie denn die „Stimmung in England Deutschland gegenüber sei!" Nach privaten Aeußerungen fühle man sich Deutschland wesensverwandt. In gebildeten Schichten des Volkes nehme man reges Interesse an der Entwicklung in Deutschland. Der faschistischen Idee stehe man in breiten Kreisen Englands ober meist ablehnend gegenüber. Mosley, der Führer der englischen Faschisten, und seine Bewegung würden nahezu totgeschwiegen. Pie deutsche Sprache werde in England wenig gelehrt. In letzter Zeit sei hier allerdings eine Auf- wärtsbewegung festzustellen. Die Universitäten seien mit deutscher Literatur oft nur -sehr dürftig aus- aestattet. Großes Interesse bringe man der deutschen Musik entgegen. Gastspiele deutscher Chöre 3m Dienste des Volkes. Helft dem WHW.! - Werdet Mitglied der NSV.! Am heutigen Samstag und am morgigen Sonntag werden die Männer der SA., der fy und des NSKK. die Winterhilfe-Abzeichen dieses Monats allen Volksgenossen in Stadt und Land auf allen Straßen und Plätzen, in den Gaststätten usw. zum Kauf anbieten. Es ist zu erwarten, daß auch diese schönen WHW.-Abzeichen — in der Stadt Gießen rund 20 000 Stück, im übrigen Kreisgebiet 40 000 Stück, insgesamt also 60 000 Stück — wieder flotten Absatz finden, so daß allen Volksgenossen dringend anzuraten ist, sich frühzeitig um den Kauf zu bemühen. Die Männer der SA., der ff und des NSKK. werden auch bei dieser Sammlung wieder, wie bisher stets, alle Kräfte anspannen, um den Volksgenossen den Kauf des Abzeichens so bequem wie möglich zu machen und der Sammlung einen höchstmöglichen Ertrag zu verschaffen, damit die Arbeit des Winterhilfswerks auch an diesem Frontabschnitt des Kampfes gegen Hunger und Kälte eine wirksame Förderung erfährt. Nach dem Eintopfsonntag am 14. November und den von da ab in der anschließenden Woche stattfindenden Pfundsammlungen wird das WHW. durch die Frauenschaft vom 15. bisl 8. November eine Kl eid e r s a m m lun g durchführen. Dabei wird die Frauenschaft durch unsere Wehrmacht mit Gestellung von Fahrzeugen und Begleitsoldaten unterstützt werden. Die Militärfuhrwerke mit den Begleitmannschaften, den Mitarbeitern des WHW. und einem Trompeter werden an den genannten Tagen vormittags und nachmittags ortsgruppenweise die Straßen durchfahren, durch Trompetensignale auf die Ankunft der Sammelfuhrwerke aufmerksam machen, und die Helfer werden bereit» stehen, aus den Händen der Hausfrauen die Kleiderspenden für das WHW. zur Weiterleitung an hilfsbedürftige Volksgenossen entgegenzunehmen. Selbstverständlich werden alle Kleiderspenden zunächst einer gründlichen Durchsicht und Reinigung unterworfen, bevor sie zur Ausgabe gelangen. Es wird erwartet, daß unsere Hausfrauen beizeiten ihre Kleiderschränke und sonstigen Kleiderbehälter durchsetzen und bei der Bereitstellung von Spenden großzügig verfahren, damit ein der Größe der Aufgabe entsprechender (Ertrag der Sammlung zustande kommt. ♦ Am 2 0. und 21. November stellen sich die Iungmädels in den Dienst des WHW.; sie werden eine Wäschesammlung durchführen, bei der insbesondere Kinderwäsche als Spende in Betracht kommt. Es bedarf keines besonderen Hinweises an unsere Hausfrauen und Mütter, daß auch dieser Sammlung große Bedeutung zukommt und daß alle Hausmütter auch bet der Bemessung der Wäschespenden großzügig verfahren möchten, damit die Kleinkinder der hilfsbedürftigen Familien in gebührender Weise mit Wäsche versorgt werden können. * WHW. -Brie smarten zur Förderung des Winterhilfswerks werden von jetzt ab durch die Dienststellen des WHW. zur Ausgabe gelangen. Die Marken zeigen als Motive deutsche Schiffe, die Serie besteht aus neun Werten. Es werden folgende Marken ausgegeben: braune 3-Pf.-Marke mit einem Zuschlag von 2 Pf. für das WHW., blaugraue 4-Pf-Marke mit einem Zuschlag von 3 Ps., hellgrüne 5-Pf.-Marke mit einem Zuschlag von 3 Pf., dunkelgrüne 6-Pf.-Marke mit einem Zuschlag von 4 Pf., orange 8-Pf.-Marke mit einem Zuschlag von 4 Pf., rote 12-Ps.-Marke mit einem Zuschlag von 6 Pf., rosa 15-Ps.-Marke mit einem Zuschlag von 10 Pf., blaue 25-Pf.-Marke mit einem Zuschlag von 15 Pf., violette 40-Pf.-Marke mit einem Zuschlag von 35 Pf. Es ist für alle Volksgenossen eine Selbstverständlichkeit, daß sie das Winterhilfswerk nach jeder Richtung hin mit allen Kräften fördern. Der gleiche tatkräftige Einsatz aller Kräfte muß auch dem von der NSV. getragenen Ernährungs-Hilfswerks (E H W.) durch alle Hausfrauen zuteil werden nach der Richtung hin, daß unsere Hausfrauen die für die Schweinemästung geeigneten Küchenabfälle restlos zum Abholen durch die Sammelwagen des EHW. bereitstellen. Keine Hausfrau schließe sich bei diesem Sammelwerk aus! Als sehr erwünscht wird uns von zuständiger Seite für diese Sammlung noch bezeichnet, daß die Hausfrauen den Kartoffel- und Gemüseabfällen auch den beim Kaffeekochen verbleibenden Kaffeesatz hinzufügen, da dieser Abfall bei der Zusammensetzung des Schweinefutters sehr zweckdienlich ist und von den Schweinen gern gefressen wird. * Und schließlich noch eine Selbstverständlichkeit für jedermann, nämlich Mitglied der NSV. zu sein und — soweit noch nicht erfolgt — diese Mitgliedschaft sofort zu erwerben. Die NSV. als die Wie geht's den Kindern? Im Sommer haben sie Sonne, Luft und Freiheit in Fülle, aber jetzt sehen sie doch etwas mitgenommen aus. Appetitlosigkeit, Müdigkeit und Blutarmut sind die deutlichen Merkmale der Stubenluft. Geben Sie Ihren Rindern das blutbildende Bio- ferrin, damit sie kräftig und widerstandsfähig werden. Bioferrin ist in allen Apotheken erhältlich. /''bX ( A \ (BAYER) VE/ Trägerin nicht nur des WHW., sondern des gesamten NS.-Hilfswerkes im Dienste unseres Volkes muß ihre Tätigkeit auf einer starken und dauerhaften Grundlage aufbauen, um die vielseitigen Aufgaben in gründlicher Weise erfüllen zu können. Dazu gehört vor allem die Mitgliedschaft jedes deutschen Mannes und jeder deutschen Frau! In diesen Tagen wird in Stadt und Land eine erneute Mitgliederwerbung der NSV. erfolgen. Wer also bis jetzt noch nicht Mitglied dieser gemeinnützigen Organisation geworden ist — deren Bestehen einem besonderen Wunsche des Führers zur Verwirklichung eines wichtigen Abschnitts seiner Aufbauarbeit entspricht — der möge nun Mitglied der NSV. werden, wie es für alle deutschen Menschen Selbstverständlichkeit sein muß! B. Oie Erziehungsberatungsstelle Hilst. Volksgenossen, die in Erziehungsfragen ihrer Kinder Auskunft und Rat bedürfen, steht die bei dem Amt für Volkswohlfahrt für den Kreis Wetterau eingerichtete Erziehungsberatungsstelle zur Verfügung. Die Auskünfte werden unentgeltlich erteilt. Die Sprechstunden werden jeden Donnerstag von 17 bis 18 Uhr in dem Gebäude der Kreisamtslettung, Gießen, Goethestraße 34, Zimmer Nr. 9, abgehalten. und Künstler feien Erfolge gewesen. Dem deutschen Austauschdienst in England sei mit der Förderung des gegenseitigen Verständnisses eine große Aufgabe zugewiesen. Die Reise der deutschen Vertreter höherer Schulen und Universitäten nach England sei ein Beitrag zu dieser Arbeit gewesen. Zum Schluß zeigte Prof. Fischer noch eine Reihe charakteristischer Bilder, die er eingehend erläuterte. Der Vortrag wurde mit großem Interesse auf genommen. Oberstaatsanwalt Knauß sagte zum Schluß dem Redner herzlichen Dank für feine aufschlußreichen Ausführungen. ** Kanin che n-Ausstellung in Gießen. Der Kaninchenzuchtverein Gießen veranstaltet am morgigen Sonntag, 7. November, im „Burghof" feine Lokalfchau, verbunden mit Produktenschau. Vertreten find in der Ausstellung, wie man uns schreibt, besonders die vom Reichsnährstand geförderten und anerkannten Kaninchenrasfen. Ferner kommen die aus den Fellen der Kaninchen hergestell- ten Pelzsachen zur Ausstellung. Rundfunkprogramm Sonntag, 7. Rovember. 8.30: Gemüse. 15.20: Deutsche Scholle. 16: Nachmittagskonzert. 18 bis 19.40: Piepers fahren heut' ins Blaue. Eine buntfröhliche Sonntagsfahrt. 19: Nachrichten. 19.40: Sportspiegel des Sonntags. 20: Unterhaltungskonzert. 22: Nachrichten, anschließend auch aus dem Sendebezirk. 22.15: Sportbericht. 22.30: Wir bitten zum Tanz. 24 bis 1: Nachtmusik. Der Leistungskampf der deutschen Betriebe ist der edelste Wettkampf und ein Weg zum deutschen Sozialismus. 6 Uhr: Frühkonzert. 8.30: Morgenkonzert. 10: Der Marsch zur Feldherrnhalle. Eine Gedenkstunde zum 9. November. 11: Heldischer Klang. 12: Der ^arf£h des 9. November. 14: Nachrichten. 14.10: Kammermusik. 15: Von Volk und Vaterland. 16: gejang. 11.15: Werkmann und Wanderer. Eine Hörfolge um den Dichter Heinrich Lersch. 12: Musik am Mittag. 14: Für unsere Kinder. Wenn Kasperl eine Reise tut... 14.30: Alte Schinken und srifches £ IHonfag, 8. Rovember. 6 Uhr: Morgenspruch. Morgenlied. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Musik am Morgen. 10: Schulfunk. 10.30: Hausfrau, hör zu! 11.40: Deutsche Scholle. 12: Schloßkonzert. 13: Nachrichten, anschließend auch aus dem Sendebezirk. 13.15: Schloßkonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Donnerwetter — tadellos! (Märsche.) 15: Volk und Wirtschaft. 15.15: Für unsere Kinder. 16: Nachmittagskonzert. 18: Deutschland — heiliges Vaterland. 19: Vorabend des 9. November. 21: Musik für Stimmen und Instru- mente. 22: Nachrichten. 22.20: Ein klingender Reigen deutscher Kunst. Der 9. Rovember — Reichssendungen. 6 Uhr: Hafenkonzert. 8.10: Gymnastik. Deutsche Scholle. 8.45: Morgenmusik. 9: Christliche Morgenfeier. 9.45: Blut ist ein besonderer Saft. 10: Glaube ist nichts ohne Opfer. 10.30: Chor- Giehener Wochenmarktpreise. * Gießen, 6. Nov. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Deutsche seine Molkereibutter, % kg 1,57 Mark, feine Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 5 bis 10, Eier, deutsche, Klasse A 12%, Klasse B 12, deutsche Kühlhauseier, Klasse A 11%, ausländische, Klasse B 11%, Wirsing, % kg 8. bis 12 Pf., 50 Kg 7 bis 8 Mark, Weißkraut, % kg 5 bis 6 Pf., 50 kg 4 bis 5 Mark, Rotkraut, % kg 7 bis 12 Pst, 50 kg 7 bis 9 Mark, gelbe Rüben, % kg 8 bis 9 Pst, Karotten 8 bis 12, rote Rüben 8 bis 10, Spinat 18 bis 20, Römischkohl 8 bis 10, Unterkohlrabi 6 bis 8, Grünkohl 15, Rosenkohl 20 bis 30, Feldsalat, Vio 10, Tomaten, % kg 12 bis 15, Meerrettich 30 bis 60, Zwiebeln 7 bis 8, Schwarzwurzeln 25 bis 40, Kartoffeln, % kg 4 Pst, 5 kg 40 Pf., 50 kg 1. Sorte 3,45 Mark, 2. Sorte 3,25, 3. Sorte 3 Mark, Aepfel, % kg 10 bis 18 Pst, Ausleseobst 18 bis 25 Pst, 50 kg 10 bis 25 Mark, Birnen, % kg 8 bis 18 Pf., Nüsse 30 bis 50 Pst, Hähne 1 bis 1,10 Mark, Suppenhühner 80 bis 90 Pst, (Banfe 90 Pf. bis 1,05 Mark, Enten 1 bis 1,20 Mark, Tauben, bas Stück 50 bis 60 Pst, Blumenkohl 10 .1.50, Salat 9 bis 12, Endivien 9 bis 12, Ober- ?J5 8'Gaurf) 5 bis 8, Sellerie 10 bis 30, 10 Ptz 5 bt5 15, Radieschen, das Bündel 8 bis . **®®jnen 7 5. ©eburtstag feiert am Mon- tag 8.jnaoember, Herr Georg Schmidt, Ebel- ftraße 41, in geifttger Frische und körperlicher Rüstigkeit. Der Jubilar hat viele Jahre der Stadt Gießen in treuer Arbeit gedient. * * Die Stadtkasse mahnt. Zur ^ahluna bis spätestens 12. November mahnt die Stadtkasse die rückständigen Kanal-, Müllabfuhr- und Straßenreinigungsgebühren 3. Ziel an. * * Wichtig für Berufsschüler von auswärts. Das Stadtschulamt Gießen weist darauf hin, daß alle in Gießen beschäftigten Berufsschulpflichtigen. einerlei ob sie aus hessischen oder preußischen Nachbarorten kommen, verpflichtet sind, die Berufsschule in Gießen zu besuchen Dabei ist es auch belanglos, ob sie in ihrem Heimatort als berufsschulpflichtig gelten ober nicht. * * Borer ft keine Rindermärkte. Um N°i°h.) ®är,te ®ie6en bis auf nidjt I 21.10: Sinfonie kn c-mAf Nr°"l° W: Nachrichten 1 "• >22.45 bis 24: Festlicher Ausklang. Aus der engeren Heimat. Fuchs im Hühnerftall Jin Eil V tefld«8 Die’ Osanj Dpq •Giei im 1W liste ßfii? Dir Friedberger Museum sichergestellt. Kreis Alsfeld. lillt ndiu uieeiki kreis Friedberg. * Butzbach, 6. Nov. Am morgigen Sonntag, 7. November, feiert die Ehefrau des Rechtsbeistandes W. Poppelsdorf, Marie, geb. Noll, in Butzbach, eine geborene Gießenerin, im Kreise ihrer Familie mit 5 Kindern und 5 Enkeln in guter Gesundheit ihren 7 0. Geburtstag. Seit mehr als 45 Jahren lieft die Jubilarin als treue Abonnentin ihr Heimatblatt, den Gießener Anzeiger. Ober-Mörlen, 4.Nov. (Lpd.) Bei Gartenarbeiten stieß der Sohn eines Maurers auf einen irdenen Topf, der mit Münzen gefüllt war. Es handelt sich um sehr gut erhaltene Münzen aus den Jahren 15 0 0 und 1600. 20 Münzen find Goldstücke, 50 Silberstücke bestehen aus Taler und Doppeltaler. Der Fund wurde zunächst beim *s :i|n, vT IC l-tae 661! H ®Qf ••wn», Lldodl ** l'i E Ater; fflW1 $ren . fte ii zu du l on AD Landkreis Gießen. <£ Leihgestern, 6. Nov. Seinen 81. G e - b u r t s t a g kann am Sonntag, 7. November, der Landwirt und Wagnermeister Johannes P a u l i V., Schillerstraße dahier wohnhaft, in noch leidlich guter Gesundheit begehen. 1 = Steinbach, 5. Nov. Heute wurde der im Laufe dieses Jahres erbaute neue Wasserbehälter unserer Wasserleitung eingeschaltet. Die Wasserleitung wurde hier im Jahre 1907 durch einen Unternehmer aus Leun erbaut, der eine größere Anzahl von Italienern hierbei beschäftigte. Die Wasserleitung, damals von einigen wenig einsichtsvollen Bürgern bekämpft, wird durch den Neubau auch in Zukunft ihre wertvollen Dienste der Gemeinde leisten. Während des Baues der Reichsautobahn hat sie das nötige Wasser auch dazu geliefert, und bei dem Bauabschnitt nach Albach— , Reiskirchen wird durch eine zusätzliche Pumpanlage ebenfalls das Wasser aus den Quellen unserer - Leitung geliefert. cxd Eberstadt, 4. Nov. Die Kartoffel- uni) Dickwurzernte in unserer Gemarkung ist beendet. Die Kartoffeln brachten gute Erträge, die Dickwurz- Ha ar hausen bei Homberg (Oberhessen), 4. Nov. Heute Nacht brach ein F u ch s in den H Ü h. nerstall des Landwirts Heinrich Pfeil dahier ein und tötete 14 Hühner und 1 Hahn. Bei Tagesanbruch, als man das Hühnerhaus öffnete, entdeckte man den großen Schaden. Zum Glück war der freche Eindringling noch darin, und es gelang, ihn totzuschlagen. Leider ist sein Fell nicht zu verwenden, da er vor kurzem die Räude hatte. Gontershausen, 5.Nov. Die Dresch- ™ul genossenschaft „Ohmta l" hat durch ihre boim- r: Dreschmaschine in den Ortschaften Deckenbach, Haarhausen, Ober-Ofleiden und Gontershausen in einem Zeitraum von etwa 15 Wochen bas Getreide der Landwirte ausgedroschen. Heute beendigte sie ihre Drescharbeit in Gontershausen. Wenn auch der ernte fiel mengenmäßig geringer aus. Dickwurz ift stark gefragt und im Preis gestiegen. Rege .Nachfrage herrscht auch nach Stroh. — Roggen und'Win- tergerfte sind gut aufgelaufen; Weizen wird zum Teil noch gesät. Mehr und mehr greifen die Landwirte zum Zwischenfruchtbau und säen Landsberger Gemenge, Rübsen und Futterroggen aus. Energisch wendet man sich auch der Bekämpfung der Obstbaumschädlinge zu. Allenthalben sind die Bäume mit Klebegürteln gegen den Frostspanner versehen worden. In vielen Häusern ist man gegenwärtig mit dem Honigkochen beschäftigt. Häufig wird Zuckerrübenhonig gekocht. Die fahrbare Genossenschafts- kelter geht von Haus zu Haus. Auch die neue Saat- gut-Reinigungsanlage wird stark in Anspruch genommen. Strohertrag infolge der kurzen Halme in diesem ' Jahre geringer ist, so kann der Bauer aber mit dem Körnerertrag im allgemeinen zufrieden fein. Neun Jahre Zuchthaus und G cherungsverwahrunq. Frankfurt a. M., 5. Nov. (Lpd.) In der Verhandlung gegen den 26jährigen Rekordeinbrecher Werner Franzen und dessen Anhang wurde heute von der Großen Strafkammer das Urteil ge- ällt. Franzen wurde wegen fortgesetzten schweren Diebstahls im Rückfall in zwei Fällen, handelnd als gefährlicher Gewohnheitsverbrecher, und wegen Vergehens'gegen das Kraftfahrzeuggesetz zu neun Jahren Zuchthaus, zehn Jahren Ehrverlust und Sicherungsverwahrung verurteill. Die mitangeklagten Eheleute Gustav und Franziska von der Heyde aus Remscheid wurden wegen gewerbsmäßiger Hehlerei, Beihilfe zum schwere» Diebstahl und Begünstigung verurteilt, und zwak der Ehemann zu 1 %2 Jahren Zuchthaus, die Ehefrau zu 14 Monaten Zuchthaus. Strafverschärfend fiel bei Franzen ins Gewicht der Umfang feiner Straftaten (er hat ungefähr 3 4 8 Einbrüche bzw. Diebstähle begangen) und besonders die Tatsache, daß er sich nicht scheute, arme Volksgenossen um ihre Ersparnisse zu bringen. Kirche und Schule. Kurse für kirchliches Singen. Der Landesverband der evangelischen Kirchen« chore Nassau-Hessen beabsichtigt, im kommenden Winterhalbjahr an verschiedenen Orten Kurse für kirchliches Singen abzuhalten. Sie sind vor allein ür die ländlichen Chorleiter gedacht, die in htf einfachsten Verhältnissen arbeiten und aus triftige» Gründen die alljährliche Chorleiterwoche nicht 6t* uchen können. Die Kurse wollen ihnen technisch' musikalisches Rüstzeug für ihre Arbeit vermitteln. Kirchliches Singen ist nun nicht allein eine An» gelegenheit des Chores, sondern vor allem auch der Gemeinde selbst. Sie ist ja die Grundlage der Le» bensfähigkeit des Kirchenchores. Deshalb sollen außer den Chorleitern an den Kursen alle diejenige" teilnehmen, die mit dem kirchlichen Singen irgendeiner Beziehung stehen, sei es durch Der/ pftichtung oder aus eigenem Interesse. Als Stoss' gebiet sollen behandelt werden: Der Choral und eine Geschichte, einstimmiges Choralsingen und ein« aches Chorsingen, einfache Musiklehre, Uebunaen im Notenlesen und Singen vom Blatt, chorischr Stimmbildung, Erziehung des Chores zum selb' tänbigen Singen, ferner Fragen gottesdienstlich' liturgischer Art. Programmgestaltung und geeig* nete Literatur für unsere Chore. Die Kurse finden ür die Provinz Oberhessen in Gießen und Friedberg statt. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstagnack? mittag geschlossen. Nikelsmarkt Rindvieh-, Schaf-, Schweine-und Krämermarkt Ium Biergrund Mimsaklmwaren Ihre Vermählung geben bekannt 05473 Ihre Vermählung geben bekannt Gießen (Wetzlarer Weg so), den 7. November 1937 05475 5703 D Der Obermeister. 724*0 CEissice 7240° UM 7259A abends 8 Uhr in der Johanneskirche: 722»O c> inn zu jetzt wird sie 72<3lA ihulstraße 5 RufnummerS 31 6 Vf -ITPAUEN SIE IHREM FRISEUR! iNWeot M. Und eu^erdem» •Cut frlelert fühlt man «Ick 0 Berte gen? *■ Stoll bleiben foB — geben Sie Ree» in die kundige Hand Doppelstunden 15 15 15 20 20 20 20 15 20 20 20 24 Gebühr 6 — 6 — 6 — 10 — 8.— 8.— 8.— 8 — 10 — 8 — 10.— 10 — unentbehrlich zur Schonung Ihrer Augen eine Brille nach Maß von Optiker Magnus Seltersweg 33. Ihr Kassenlieferant Gemeindeabend mit Vortrag v. Landesbischoi Dr. Johmen-Braunschweig. 7.15 Uhr: Verlosung der Stände und Beginn des Krämermarktes. 8 bis 9 Uhr: Beginn des Rindvieh-, Schaf- und Schweinemarktes. Ursprungszeugnis und Bescheinigung Ober die Blutuntersuchung-Banginfektion vorlegen. Annahme von Spareinlagen bei guter Verzinsung Darlehen zu gesetzlichem Zinssatz 7251 D für den Winter! ich habe 30 Zentner Ruhr-Anthrazit-Eierbriketts eingekellert - und nun macht das Heizen Freude. Denn Ruhr-Anthrazit-Eierbriketts halten, was sie versprechen, sie sind heizkräftig - sauber - sparsam und hinterlassen wenig Asche. Darum auch für Siet -r einmal einen Nikelsmarkt in dem Unser diesjähriger Studentenkursus beginnt Mittwoch,den lO.November, 20 Uhr Gefl. Anmeldungen erbeten Tanzschule BÄULKE Wolfstrafee 31 • Fernsprecher 38<5 __________________________05463 Auftrieb des Viehes von morgens 8 bis 9 Uhr. Es dürfen nur Tiere aus unverseuchten Gemeinden aufgetrieben werden. Der Auftrieb aus Sperr- und Beobachtungsgebieten ist verboten. Durch Ursprungszeugnisse muß seitens der Ortspolizeibehörden bestätigt sein, daß die Tiere aus der Zucht desjenigen stammen, der sie zum Markt bringt. Von Händlern dürfen nur Tiere aufgetrieben werden, sofern sie nach Einführung in den Kreis die vorgeschriebene Quarantäne durchgemacht haben oder auf Grund der einschlägigen Bestimmungen von der Quarantäne befreit sind. Der Nachweis ist durch ein Gesundheitszeugnis eines beamteten Tierarztes zu führen. WWWMIlSskM LeriilsmieüWsnml, lleöonasW Men ren Jahren wird selbstverständlich die Stadt zum diesjährigen Nikelsmarkt reich in Flaggenschmuck stehen. Nach den Anmeldungen zu urteilen, dürfte der Krämermarkt einen bedeutenden Umfang annehmen. sondern auch die Alten, die fleißigen Hausfrauen, die in der Regel in ihrem Haushalt unabkömmlich sind, machen sich zum Allendörfer Nikelsmarkt frei. Es gibt hierbei für die Kleinen verschiedene Einkäufe zu machen, und man trifft bei dieser Gelegenheit mit alten Bekannten zusammen. Wie in frühe- MWeii-AMellW im Burghof (früher Caf^ Ebel) Geöffnet am7.Nov.v.9-18Uhr Eintritt 20 Pf. Der Vorstand SlvliellivWev 6erold)teoii.«tt empfiehlt Karl Schmidt Gießen UmiD Löberstraße 19. Ludwig Volz Käthe Volz, geb. preiß mnta; chtsbk« . M Krch n gute t mch Alm ger. Barter f em ir. t n aii! Nim > Tat Ich bin startbereit Wilhelm Schardt Emmi Schardt, geb. Overbeck dahitt IQh 15 off. Mitgliederversammlung a) Jahresbericht? b) Rechnungsablagei c) Satzungsänderung: d) Verschiedenes: 10' 2 Uhr tm Johannesiaal: Oeffentliche Hauptversammlung miwortrag von Pfarrer Lic. Schäfer: Lpar- und Vorschußverein Mendorf a.d. Lumda e.s.m.b.s. Kir-t nmen !urse or fl! in trist nichi tech" eine! auch Her« Anschließend: Konzert und Tanz in der Stadthalle Erstklassige Stimmungs-Kapelle Großer Juxplatz Es ladet zum Besuche freundlichst ein: Der Bürgermeister Krieb Es verkehren zwei Autobusse der Reichspost und zwar: I. Wieseck-Alten - Buseck-Großen - Buseck-Beuern-Climbach und II. Sichertshausen - Hassenhausen - Erbenhausen—Hachborn — Ebsdorf — Leidenhofen—Winnen—Nordeck und zurück. 725QL* Schlofferinnung Samstag, den 6. November ab 16 Uhr im „Aauarium" Ausgabe oon Beöfltf5f(ßelnen für elfen Sonntag, 7. November, abends 6 Uhr: Zestgoltesdienst in der Stadttirche Montag, 8.Nov., vorm. O3/, Uhr, tm Fohnnnessaal: ^KohleiHotz Tel. 4051 Kaiserallee 11 Tannen- il Anmachholz Sägewerk und Zimmergeschäft Bingel Allendorf an der Lumda. >ganc! Ische« bring ^odheimer Straße 36 Hinter den Schießgärten 3 Gießen, den 6. November 1937 Becbstein« Flügel Und 7242^ Pianinos Alleinverkauf R. Schönau Bahnhofstraße 76 (Kein Schaufenster) afe-ftestaurant Äfictagold Stimmungs-Konzert a 3dlITaAnihrazit- TAVNZ Anfang 4 Uhr Es beginnen in den nächsten Tagen folgende Lehrgemeinschaften: Bau: Baukonstruktion I......................... Festigkeitslehre und Statik................. Statik im Eisenbeton...................... Holz: Fachzeichnen I............................ Eisen u.Metall: Facharbeiter im Maschinenbau.... Handel: Gutes Deutsch......................... Buchführung (für Fortgeschrittene)....... Plakatschrift (für Anfänger)............. Englisch (für Fortgeschrittene)........... Hauser der Kurzschrift: Kurzschrift (f. Fortgeschr.) .. Maschinenschreibens f.Fortg.) Der Handwerker als Kaufmann: Theoretisch, kaufm. 728oD Vorbereitung auf die Meisterprüfung..... Ein Mann vermißt. * Krofdorf-Gleiberg, 5. Nov. Vermißt wird seit Mittwoch, 3. November, der Ziegeleiarbeiter Heinrich Bodenbender, geboren am 13. 6.1922, wohnhaft in Krofdorf. Er fuhr an diesem Tage um 6.45 Uhr wie gewöhnlich zur Arbeitsstelle in Gießen. Wif dort festgestellt wurde, ist er am Mittwoch nicht auf der Arbeitsstelle gewesen. Personalien: etwa 1.70 Meter groß, schlank, blasse Gesichtsfarbe, dunkelblondes Haar. Bekleidung: schwarzer Lederölmantel, dunkelblauer Rock, hellgraue Kniehose, hellgraue Mütze, schwarze Halbschuhe. Er führt ein altes Fahrrad und eine ältere Aktentasche bei sich. Sachdienliche Mitteilungen erbittet die Ortspolizeibehörde Krofdorf, Telephon Gießen Nr. 3316. JeÄhaOrfrd- und Völkerkunde 9 ifDomnerstag, den 11. November tynberids 8.15 Uhr, Aula d. Gymnas. Lichtbildervortrag: >e i^nnfefsorDr.SchCU,Königsberg ditleppelin und Kondor ,miashu.r he,ir Aeichspost Gießen dem Bewohner aus naher weiter Umgebung Gelegenheit zum Besuch des rauf 'tarttes gegeben ist, nimmt der Marktbesuch stän- t r Ig ;u. Jedermann freut sich auf den Tag des >er . Iikesmarktes! Nach der schweren Sommerarbeit Il "'litr der Markt willkommene Ausspannung, weil ।1 .r' i In mannigfaltiger Unterhaltung viel zu bieten nt, ber D'nn auch die Jahrmärkte, besonders die Krä- es'chgs lernärkte, in der heuttgen verkehrsreichen Zeit, in menioir lwt dem Auto die Kaufleute selbst die ent- i) Achten Dörfer mit allen möglichen Waren und ste hÄbi^uchsgegenständen versorgen, in wirtschaft- Rei*5,iN Hinsicht nicht mehr die Bedeutung wie früher zu ZT rcbri, so haben doch einige ältere Märkte auch in batpenefjen ihren alten Rus und ihre Anziehungs- anla^fafl bewahrt. Zu diesen zählt der Allendörfer ui|-r„^ktsmarkt. 2515 schließlich das Alter des „A n d ö r f e r Ni - ■ määts" angeht, so kann er sich schon mit eendei- --------------- ------------ It- Iflr 72. rch ,7 J ls “ 1 1 Schadhafte Schuhe? wieder, wie in den vorhergehenden Jahren, eifrig Vorbereitungen zum diesjährigen Nikelsmarkt getroffen, damit jeder Marktbesucher zufriedengestellt werden kann. Durch Einlegungen von verschiedenen neuen Zugverbindungen auf der Bahnstrecke Gießen—Lollar—Grünberg ist den Bewohnern bessere Gelegenheit zum Besuch des Nikelsmarktes gegeben. Bürgermeister und Marktkommission haben in Verbindung mit dem Ortsbauernführer mancherlei Verkehrs- und sonstige Verbesserungen getroffen. Der Rindvieh- und Schweinemarkt hatte im vorigen Jahre guten Besuch aufzuweisen und war fast ausverkaufh Von 150 aufgetriebenen Schafen verblieb nur ein kleiner Ueberstand. Da die Schafzucht allgemein zunimmt, dürfte auch hier in diesem Jahr mit einem regen Handel zu rechnen sein. Standgeld wird seit einigen Jahren auf diesem Viehmarkt nicht erhoben. Der zu einem echten Jahrmarktsrummel gehörende Juxplatz (Karussel, Schießbude usw.) fehlt selbstverständlich nicht. Am Nachmittag findet in der vollständig ausgebauten geräumigen Stadthalle gemeinschaftlich ein echtes Volksfest statt. Die gute Stimmungskapelle mit ihren frohen Weisen dürfte noch manchem Besucher vom vorigen Jayre in Erinnerung sein. Der Andrang in der Volks- Halle war im vorigen Jahr so groß, daß Stühle und Bänke nicht ausreichten und noch mancher Besucher mit einem Stehplatz vorlieb nehmen mußte. Der großartige Tanzboden gab der tanzfrohen Jugend am Nachmittag genügend Gelegenheit, sich gut zu unterhalten. Der Allendörfer Nikelsmarkt war von jeher der Treffpunkt von Verwandten, Freunden und Bekannten aus der Rabenau, dem Buseckertal und dem Ebsdorfer Grund. Nicht allein die Jugend, Für diese Maßnahmen können noch Teilnehmer zugelaffen werden. Anmeldung muß jedoch sofort, spätestens bis 12. November 1937, in der Dienststelle Schanzenstr. 18, Zimmer 5, in der Zeit von 8—12.30 u.14 30—19 Uhr,auß.Mittwoch-u.Donnerstagnachm.erfolgen.Lehrlinge u. Angehörige kinderreicher Familien erhalten Gebührennachlaß 882» öüeröeffifiöetBeteln föt innere lUHfion *uitaiuuuycu Gasthaus „Zum Tauons“ Brandgasse Samstag, den 6. November, und Sonntag, den 7. November 0M61 bBWM Gießen, Keplerstraße 7 । i________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________ 'Wieseck »feg TANZ ■Vn-ei i(kittoirt Wilhelm Dorfeld ffletoi ]j ^nh. Karl Balduff. am Nikelsmarkt erstkl. Stimmungskapelle in der Festhalte 7252D Gießener Brauhaus Viere, für gute Speisen und Getränke ist In Allendorf a. d. Lumda Am Mittwoch, dem 10. November 1937 lindet der Nikelsmarkt statt Es ladet ein: Franz Rathenow Nachlässe von 3 b/8 20 v. H. er* halten Sie bei wiederholten Veröffentlichungen einer Anzeige > r * Chr. Partenheimer Gesmgunterricht (Bel canto) teil? Ope(, Konzert, Oratorium Ifj Schuhmacherei KEMLER .1 v hüte, UZ' 'N. 'M Öoröj. öäM ersehe: wärt); | Mucker Ichast^ | Saal lch s Di. Echo, Wg Aüc M man Toet als k rooll W tem stän scho Pro Abk D' eil gc in n r< 21 e G mor wei ' Die viel esso ein: feit Die ten zu. j bei . M. Bä die we ma j au bc i Le de De. im, M ! oielh in bi man 18 g Gr dem ftön eucht schon ,,D . tor K .H teulid 4c ; Erftau i fcJ(i Vn.' Ät( rur .'D offen ’’?Qn psad -.Ni - bc „ Te: ’.ßbte tQbti[ & •^ebei Hl 4 'KÄZ ,,Q in 4a größten Leistung verpflichten zur tot G g» MM Das Haus der zufriedenen Kunden Gießen, Bahnhofstraße Nr. 14 .Violas * Porzellan * Keramik • Kristalle zeichnen dieses Haus in Leistung besonders aus Feldstecher - Foto - Mikroskope Löwer & Bechstein Neustadt 2-4 Fernruf 3484 M C. Rohr & Co Bahnhofstraße 44 ist als Bahnhofstraße /Ecke Löwengasse, Fernruf 2874 Schuhhaus Darre Seltersweg 87 Brillen - Lieferant aller Krankenkassen ,O z... In 2 großen Etagen finden Sie in unserem Hause eine reichhaltige Auswahl in Büromöbeln und Büromaschinen. 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Die wenigen Zahlen in diesen Rechenschaftsberichten lassen eine Fülle ausschlußreicher Betrachtungen zu. Welche Arbeit ist schon allein damit verbunden, um die vielen Bücher, die im Laufe eines Monats in dem kleinen Torhäuschen an der Neuen Däne „umgeschlagen" werden, aus einer Hand in die andere zu bringen, zu registrieren, möglicherweise anzumahnen, die Lesegebühr zu kassieren und was dergleichen Verwaltungsarbeit mehr ist. Wie aufschlußreich ist es ferner, an Hand des Monatsberichtes zu vergleichen, w o das Interesse der Leser und Leserinnen liegt. Das Hauptinteresse gilt der erzählenden Literatur! Das ist nicht weiter verwunderlich! Menschen, die täglich im meist doch mmer gleichen Rhythmus der Arbeit und der Pflichten stehen, wollen das Erlebnis, das ihnen vielleicht das eigene Leben versagt, im Buche und in den Schicksalen anderer finden. Manche Leserin, mancher Leser findet den Weg zur Oeffentlichen Lücherhalle, weil er sein Wissen auf einem ganz bestimmten Gebiete erweitern will. Wieder andere vollen erfahren, wie es in anderen Erdteilen aus- ieht und erbitten Bücher von Reisen und Aben- euern. Die Jugend aber — auch sie zählt zu den ständigen Gästen in der Bücherhalle — hat wie chon zu der Väter Zeiten ihre Freunde in der ßrärie, in fernen Ländern, liebt die Helden der ! Ubenteuer und die kühnen Forscher. 10 000 Bände — in grober Schätzung — hat die Oeffentliche Zücherhalle zur Ausleihung zur Verfügung! Wahr- d astig, man kann sagen: „Wer vieles bringt wird nanchem etwas bringen —", wenngleich Altmeister Goethe nicht an Leihbibliotheken gedacht haben mag, Lls er dieses Wort schrieb. * Die Gießener Oeffentliche Bücherhalle ist eine Schöpfung des Lesehallenvereins, der etwa Aus- cnng der 90er Jahre des vorigen Jahrhunderts ge10000 Bücher für Die Volksgemeinschaft. Ein Blick in Vie Arbeit der Gießener Oeffentlichen Bücherhalle. Allmonatlich gibt die Verwalterin der Gießener Oeffentlichen Bücherhalle in gedrängtester Form einen Rechenschaftsbericht über die Arbeit dieser gemeinnützigen Einrichtung und läßt damit wissen, in welchem Maße die Bücherei in Anspruch genommen wird. In diesen kurzen Berichten, die regelmäßig kurz nach Monatsschluß im „Gießener Anzeiger" veröffentlicht werden, heißt es dann etwa: „Im September 1937 sind 1794 Bände ausgeliehen worden. Davon kamen auf Zeitschriften 15, Gedichte und Dramen 7, Erzählende Literatur 1121, Jugendschriften 222, Länderund Völkerkunde 111, Kulturgeschichte 7, Geschichte und Biographien 190, Kunstgeschichte 17, Naturwissenschaft und Technik 41 usw. usw." gründet wurde. Männer fanden sich damals zusammen mit dem Willen, einem großen Kreis von Volksgenossen gute Literatur zu vermitteln. Dieser Grundsatz beherrschte das Streben des Vereins bis aus den heutigen Tag Zwar — der Gießener Lese- hallenoerein ist heute keine große Organisation mehr, seine Funktion hat aber insbesondere, was die wirtschaftliche Seite anbetrifft, eine andere Körperschaft übernommen: die Stadt Gießen. Alljährlich wird em angemessener Betrag zur Verfügung gestellt, der nicht nur die verwaltungsmäßige Aufrechterhaltung der Bücherei ermöglicht, sondern in erster Linie der Neuanschaffung von Werken dient. Fast alljährlich werden über 200 neue Werke angekauft und in die Bücherei eingestellt. Die Bücher werden ausschließlich vom Gießener Buchhandel bezogen. Zwischen dem Buchhandel in unserer Stadt und der Oeffentlichen Bücherhalle herrscht das beste Einvernehmen. Es besteht kein Zweifel darüber, daß also die Oeffentliche Bücher- Halle durchaus als ein wirtschaftlicher Faktor zu bewerten ist. Darüber hinaus ist sie in erster Linie eine Einrichtung von hohen sozialen Werten. Viele Volksgenossen befinden sich nun einmal nicht in der Lage, sich alle diese Bücher anzuschaffen, die sie zu lesen wünschen. Hier hilft die Bücherhalle und erfüllt alle Wünsche. Niemand wird sagen können, daß es ihm nicht möglich fei, die Bücherhalle in Anspruch zu nehmen Jedes Buch wird je Woche für 2 Pfennig ausgegeben. Wer ein Buch 14 Tage lang behalten will, muß 6 Pfennig dafür aufbringen. Für die Kulturwerte, die hier vermittelt werden, sind diese Pfennige ein unverhältnismäßig geringer Betrag. In den Verzeichnissen der Bibliothek liest man die Namen der besten Dichter und Erzähler. Viele Werke von Forschern und Wissenschaftlern stehen in den hohen Regalen, die bis zur Decke des Raumes reichen. Aus allen Gebieten der Wissenschaft, der Kunst, der Technik usw. sind Bücher vorhanden und stehen den Wissensdurstigen zur Verfügung. Viele Volksgenossen wissen diese Einrichtung voll zu würdigen! Die Oeffentliche Bücherhalle hat etwa 1000 ständige Leser; davon sind 800 Erwachsene und 200 Jugendliche. Den größeren Teil der Leserschaft stellen die Frauen, wenngleich damit zu rechnen ist, daß die Bücher, die sie mit nach Hause bringen, nicht nur von ihnen selbst, sondern oftmals auch von Angehörigen gelesen werden. Der Kreis der Leser ist also erheblich größer, als es die Zahl der ausgestellten Lesekarten ausweisen kann. Insbesondere in der jüngsten Zeit hat die Zahl der jugendlichen Leser zugenommen, da man sich entschloß, mehr als bisher, gute Jugendschriften eineinzustellen. Sehr lebhaft interessiert sich die Jugend — das sei hier kurz erwähnt — für die Literatur, in der das große Ereignis des Weltkrieges aus berufener Feder geschildert wird. Die reifere Jugend bevorzugt häufig geschichtliche Werke. Die Erwach- Viele Volksgenossen finden sich zu den Ausgabestunden in der Bücherei an der Neuen Bäue ein. Jenen interessieren sich in erster Linie für die erzählende Literatur Die ganze Arbeit der Ausgabe und der Hereinnahme der gelesenen Bü- cher vollzieht sich in verhältnismäßig wenigen Stunden. Die Bücherausgabe erfolgt jeweils am Mittwoch in der Zeit von 19 bis 21 Uhr und am Samstag von 17 bis 21 Uhr, also während 6 Stunden der Woche. Die Arbeit der Bücherausgabe ist rsicht immer leicht. Schwierig ist besonders die Behandlung jener Leser, die schon seit Jahrzehnten zu den Gästen in der Bücherhalle im Torhaus an der Neuen Bäue zählen. Unter ihnen sind viele, die schon eine große Anzahl der Bü- Zusammenfassend kann gesagt werden, daß durch die Oeffentliche Bücherhalle in unserer Stadt ein nicht unbedeutendes kulturelles Werk geleistet wird. Der Stadtverwaltung Gießen, die in den letzten Jahren der Bücherei außerordentliche Förderung hat angedeihen lassen, verdient dafür Dank und Anerkennung. Der Verwalterin und ihren beiden jungen Helferinnen wird man jene Hochachtung nicht versagen, die allen denen gebührt, die im schweren öffentlichen Dienst stehen. Und nicht zuletzt verdient die Bücherhalle mit ihren reichen Beständen den Zuspruch, den sie bereits hat. ♦ Neben der Bücherhalle besteht auch noch eine öffentliche Lesehalle (im Torhaus am Seltersweg), die ebenfalls allen Volksgenossen zur Verfügung steht. Dort liegt eine stattliche Anzahl der bedeutendsten deutschen Tageszeitungen auf, zahlreiche Zeitschriften finden sich in dem Austauschregal, an dem jedermann nach Belieben wählen kann. Im Winter ist die Lesehalle geheizt, und es kann nicht weiter verwundern, daß auch sie gerne und viel in -Anspruch genommen ist. Fast zu allen Stunden des Tages, die sie geöffnet ist, findet man Männer über die Zeitungen gebeugt, eifrig lesend, vor. Große Sülle herrscht ijn Raum und jedermann nimmt auf den Nachbar am Tisch Rücksicht. Allmorgendlich werden die Zeitungen ausgewechselt. Die Arbeit sowohl in der Bücherhalle, wie in der Lesehalle sind ein Dienst an der Volksgemeinschaft, der um so höher einzuschätzen ist, weil er es jedem Volksgenossen möglich macht, an den Ereignissen unserer Zeit, an den Kulturgütern unseres Volkes und fremder Völker, schließlich aber auch an den Errungenschaften der Wissenschaft und der Technik, wie auch an den Schöpfungen der Kunst teilzuhaben. In diesem Sinne erfüllen Bücherhalle und Lesehalle große Aufgaben. N. cher gelesen haben. Die Verwalterin, Frl. Johanna Vogt, die schon seif 20 Jahren den Dienst in der Bücherhalle mit gleicher Geduld versieht, hat es bann schwer, zu beraten und Zu empfehlen. Es ist selbstverständlich, daß es unter jenen, die die Bücherei in Anspruch nehmen, große Unterschiede gibt Die eine Leserin ist sehr wählerisch und ein anderer Leser ist mit dem zufrieden was ihm aus dem Schatz der guten Bücher der Bücherhalle empfohlen wird. Und sicherlich fährt er damit auch nicht schlecht, denn schlechte Bücher befinden sich nicht in der Bücherei! Es ist selbstverständlich, daß auch unsere Gießener Bücherhalle einer sorgfältigen Betreuung unterliegt. Die Bücherei untersteht, wie jede andere Bücherei, in unserem Vaterlande, einer staatlichen Aufsicht. Die Gießener Bücherei wird von der „Landesstelle für das Büche- reiroefen in Hessen" betreut und beraten. Selbstverständlich wird in den umfangreichen Beständen peinliche Ordnung gehalten. Jedes Buch hat seinen bestimmten Platz, und die Verwalterin und ihre Helferinnen wissen genau, wo dies oder jenes geforderte Buch sofort zu greifen ist. Nur von dieser Grundlage der Ordnung aus ist die rasche Erfüllung der Wünsche der vielen Bücherfreunde möglich. Und diese Ordnung findet auch in der Kartei ihren Niederschlag. Wessen Aufmerksamkeit es entgehen sollte, das eine ober andere Buch wiederzubringen, wird höflich daran erinnert. Die Leser wissen das, was ihnen an Gutem in der Bücherhalle geboten wird, sehr wohl zu schätzen. Die Bücher werden von den Lesern meist gut behandelt. In der Bücherei legt man Wert darauf, daß auch ben Forberungen ber Hygiene entsprochen wirb. Eine ganze Reihe von Büchern ist in jene abwaschbaren Einbänbe gebunben, wie sie bas „Einkaufshaus für deutsche Volksbüchereien" in Leipzig an die Bücherei gibt. Selbstverständlich werben auch biese Bücher durch den Gießener Buchhandel bezogen. Vlandine setzt sich durch Vornan von Hans-Joachim Ireiherrn von Reihenstein Copyright by Carl Sünder 18 Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Greta Schade sah in einem pfauenblauen, auf dem Rücken nicht vorhandenen Samtkleid sehr sHön und hochgewachsen aus. Bei künstlicher Beleuchtung sah man nicht, daß ihr überpflegtes Haar schon anfing, unnatürlich zu schimmern. „Was haben wir denn heute vor?" fragte Doktor Kapp überrascht, als er bei ihr eintrat. „Wir wollen doch in die »Bete Noire1. Wir haben neulich mit Schrader davon gesprochen." „Davon weiß ich ja gar nichts", sagte Kapp । erstaunt. I „Auch gut! Hauptsache: ich will!" entgegnete @reta kampfbereit. „Und ich gehe auf alle Fälle bm. Du bist ja sowieso nicht dafür angezogen." „Was willst du denn ausgerechnet in der Jjete Moire1? Ich weiß nicht, ob das ein Lokal ist fir ein Mädchen, das etwas auf sich hält." JDu meinst wohl, du bist berechtigt, mich auf al en Wegen zu überwachen?" fragte sie spöttisch, „damit ich ja feinen Schritt breit vom Tugend- psad abweiche, was?" „,Na, immerhin!" erwiderte Kapp, ,„Bete Moire1 - das ist doch nicht ganz das rechte für dich." Gerade weil Greta nicht Großstädterin war, liebte sie es, sich so zu geben, wie man sich ihrer iliesicht nach benehmen mußte, wollte man groß- slodtisch und mondän erscheinen. Sie setzte eine süf- jifinte Miene auf, als sie nun sagte: „Du glaubst loch hoffentlich nicht, ohne dich ginge es nicht! Du bilDeft dir am Ende gar ein, du seiest meine erste - i! Liebe!" .Sehr geschmackvoll von dir, das zu betonen! ,Ah, eifersüchtig, mein Teurer?" entgegnete sie mit Genugtuung. .Ich werde mich hüten, auch noch auf deine früheren Gefühle eifersüchtig zu sein. Du gibst mir ja in der Gegenwart Anlaß genug dazu." „Wie bitte?5' .Na, zum Beispiel Schrader/ Das schöne Mädchen wahrte, was sie für vornehme Ruhe hielt. „Ich kann nicht leugnen, daß er sich weniger spießig gibt als du." „Wenn er dir besser gefällt, bann geh doch mit ihm aus!" tobte Kapp. Greta lächelte mokant. „Das ist ein Gedanke. Eigentlich sind wir beide ja lange genug zusammengewesen." „Red nicht so dumm!" „Na, du mußt schließlich zugeben, daß es allmählich langweilig wird mit dir." „Du bist mir eine süße Puppe!" knirschte Kapp, griff rasch nach Hut unb Hanbschuhen unb schlug mütenb die Tür hinter sich zu Harry Engemann war ziemlich genau über Blan- bines Zeiteinteilung unterrichtet. Daß sie an die- sem Sonntag ausging, wußte er längst. Zufällig traf er sie in ber Diele, als er herunterkam. Zufällig staub fein Wagen fahrbereit vor ber Tür unb es war zufällig auch Benzin darin. „Wollen Sie fort?" fragte er erstaunt. „Ja, ich bin in Wannfee mit meinen Freundinnen verabredet." „Da kann ich Sie hinfahren." Sie fuhren durch den Vorfrühling. Blondine fog durstig die frische Lust ein. Sie genoß diese seltene Fahrt. Sie fuhren in die Avus ein. Er drehte auf. „Ach, bitte, nicht so schnell!" Mechanisch hob er den Fuß auf dem Gaspedal etwas an. „Angst?" Er drehte sich lachend zu ihr. „Nein", sagte sie. „Aber es ist nicht zu schön, um so durchzurasen?" „Achtzig Kilometer ist doch kein Rasen." „Für Sie wohl nicht. Aber mir tut es leid. Ich komme sowieso zu früh, weil ich ja mit dem weiten Weg zum Bahnhof und der Stadtbahnfahrt gerechnet habe." „Wann wollen Sie da fein?" „Um halb vier " „Dann machen wir noch einen Umweg, wenn's Ihnen recht ist." „Haben Sie denn noch Zeit?" »Mehr Zeit, als mir lieb ist." Blondine wußte, daß sie Lucienne nichts nahm. Denn die schlief am Sonntag stets bis gegen fünf Uhr. Auch Horry brachte der Frühling auf andere Gedanken. Wenn man nun sechzigtaufend Mark hätte, dachte er, während er glücklich dahinbrouste, dann könnte man sie entführen. — Die sparsame Hedwig Georgi hatte, als sie wieder einmal an der Reihe war, ben Vorschlag gemacht, im Sommer bie monatlichen Sonntagszusammenkünfte ins Freie zu verlegen. Sie wollten sich broußen treffen und jebe sollte ihren Kaffee unb Kuchen allein bezahlen. Denn da sie kein Heim besaß, wurde es ihr zu teuer, fünf kleine Fräulein in eine Konditorei zu führen. Die jungen Singer waren glücklich, ins Freie zu kommen. Greta Schade führte das neue Frühjahrs- foftum mit Zubehör aus. ßiffie Arndt trug wenigstens einen neuen, selbst garnierten Hut. Blondine hotte ein paar Veilchen angesteckt. Hebwig fing an, sich wegen ihrer sehr bebürftigen Haut mit Mandelkleie zu waschen und duftete enblich einmal ein bißchen. Aber am meisten hatte ber Frühling bei ber kleinen Ilse eingeschlagen. Rotwangig unb fröhlich war sie. Mit blanken Augen lachte sie alle unb alles an. Man saß hoch über bem Wannsee. Traumhaft Ichön lagerte unten bas blosse Wasser. Der sonntägliche Gegensatz bes stillen Walbes am Horizont unb ber aus ber Stabt heraus eilenben Autos unb Menschen schuf jene eigenartige Ferienstimmung ber Umgebung einer großen Stabt. Als ber buftenbe Dampf aus ben heißen Kaffeetassen aufstieg und bie Torten mit Schlagsahne vor ben Mäbchen standen, da begann Ilse schüchtern: „Ich habe euch etwas zu faaen." „Etwas Schönes?" fragte ßiffie. Ilse errötete. ,Ha, etwas sehr Schönes." Hedwig hatte den ganzen Mund voll Kuchen mit Sahne. „Für uns auch schön?" fragte sie. Ilse kramte etwas aus ihrem Täschchen heraus. „Die Verlobung ihrer Tochter Ilse mit Herrn Sparkassenrendant Wolter Siebe! beehrt sich anzuzeigen Frau verw Major Gehrke geborene Möller." „Unb falls ihr bas noch nicht glaubt ..." Sie gab auch noch bie zweite Seite zum besten: „Meine Verlobung mit Fräulein Gehrke, ältesten Tochter usw. Wolter Siebel, Sparkassenrendant." Ein backfischhafter Begeisterungssturm brach los. Als er sich langsam legte, griff ßiffie Arndt nach bem Wasserglas, in bem Blandines Veilchen standen und überreichte der Braut mit ein paar passenden Worten die Blumen. „Also nun erst mal: wie sieht er denn aus?" fragte Greta. „Ich möchte erst wissen, wie alt er ist?" meldete sich ßiffie. „Achtunddreißig." „Worte mol. Ist das dein Essensschwärmer, von bem bu uns ganz im Anfang erzählt hattest?" Greta hatte für so etwas ein sehr gutes Ge- bächtnis. Äse sagte zögernd: „Er ißt wirklich sehr gern. Er sagt, es schmeckt ihm bei uns 4o gut wie bei Muttern. Er hat nämlich keine Mutter mehr. Deshalb freut er sich so auf unsere Häuslichkeit. Aber ich werde es ihm auch sehr schön machen." „Was ist er?" fragte die nüchterne Hebwig. Blanbine reichte ihr bie Verlobungsanzeige. „Zur gefälligen Einsichtnahme." „Ja, Beamter", bestätigte bie kleine Braut. „Meine Mutter ist barüber sehr glücklich. Offizier ober Beamter wollte sie immer. Sie sagt, Pensionsberechtigung wäre bas einzige Richtige." „Entschuldige", sagte ßiffie, „aber ist das nicht ein bißchen prosaisch?" „Zch wuß Mutter recht geben. Wo wären wir denn alle ohne bie Majorspension?" Dann fügte sie lieb hinzu: „Unb sieh mal, schließlich will ein Mann sich auch mal ausruhen" „Ist er häuslich?" wollte Hebwig noch wissen. „Besonbers. Denkt mal, zur Verlobung hat er mir ein wunbervolles Kochbuch geschenkt, wo die auserlesensten Gerichte brin sinb." „Gin schönes Schmuckstück wäre mir lieber gewesen", flüsterte Greta ßiffie Arnbt zu. „Laß boch. Ich finbe bie Kleine rührend", antwortete sie. „Unb wie hübsch sie in ihrem Glück aussieht." „Na, hoffentlich wirb es ein Glück. Ich bin skeptisch", sagte Greta. Blanbine hatte die gleiche Beobachtung gemacht wie ßiffie. (Fortsetzung folgt) irtschast unverändert, auch Industrie-Obligationen hatten Frankfurt a. M. Berlin 4.11. Jachamt Handball im Dienste des WM 99 102,5 102,4 Stetchrbant 12 6 Devisenmarkt Deutsche Diskonto. Dresdner Bank... Schlußkurs 101,65 99,13 99,65 129,5 133,9 100 133,9 100 125,75 78,75 80,25 129,13 202,75 117,5 121,5 113,75 127 80 81,25 129 99,4 99 100,1 100,5 99,65 130,13 99,75 99 nur ten 0,736 42,15 0,137 47,00 55,16 47,00 12,355 5,46 8,402 137,31 13,09 99 98,65 133,55 99,75 98,75 102,25 102,5 111,2 0,740 42,23 0,139 47,10 55,28 47,10 12,385 5,47 8,418 137,59 13,11 99,65 130,25 137 99,5 102 98,65 133,6 99,75 98,75 102 102,65 111,2 206,5 117,5 121,5 113,75 203 133 117,5 121,5 113,75 99,4 99 104,8 100,1 126 45 78,25 80 129,25 127,25 79,75 81 129,25 Schluß» kurs 99,4 99 105,13 100,25 100,4 99,65 129,4 137 99,5 101,75 99,4 99 105,13 100,25 Höhungen von etwa 0,50 bis 1 v. S). Etwas stärker erhöht waren Moenus Maschinen mit 119,75 (118) und Akkumulatoren mit 225 (222). Am Montanmarkt notierten Buderus 120,50 (120), Harpener 177,50 (177), Mannesmann 115 (114,75), Verein. Stahl 112,75 bis 112,90 (112,75) und Hoesch unv. 124, wobei zu berücksichtigen ist, daß die Berliner Schlußnotierungen vielfach unter denen des hiesigen Platzes lagen. In der chemischen Gruppe befestigten sich IG.-Farben auf 155,50 (155), Scheideanstalt auf 254,50 (254). Don Maschinenaktien waren außer Moenus auch MAN fest mit 134,50 bis 135 (134), Junghans 124,65 (124), Eß- linger 115,75 (115), Adlerwerke 110 (109,65), Demag unv. 142,50. Am Elektromarkt verbesserten sich AEG. auf 118,13 (117,75), Licht und Kraft auf 150 (149,50), ELG. auf 130 (129,75), Schuckert auf 164 (162,50), während Gesfürel 0,40 v. H. niedriger lagen mit 145,13, aber 1 o. 5). über Berlin. Bon Zellstoffwerten zogen Feldmühle auf 135,75 (135) an, Waldhof unv. 146. Kunstseide Bemberg weiter fest mit 139 (138,50). Am Einheitsmarkt stiegen Lindes Eis auf 167 (165,40), Schantung notierten nach Pause mit 126,25 (127). Bankaktien waren bei unveränderten Kursen ebenfalls gefragt. Am Rentenmarkt war die Haltung unvermindert fest. Reichsaltbesitz erhöhten sich um 0,40 v. H. auf 130,25, Kommunal-Umschuldung blieben zu unv. 94,75 gefragt, ebenso 4,5prozentige Krupp zu 99,75. Berliner Handelsgesellschaft 6 ft Commerz- und Privat-Bank ... 6 OJL-^fpoti „ReichS-Schivimmschein" für die deulschelugend Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die Hinte» den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Retchsbankdiskont 4 v H., Lombardzinsfuß 5 o. H. Buenos 'Aires . Brüssel Rio he Janeiro Polen........ Kopenhagen... Danzig ..... London HelsingforS.... Parts........ Holland Italien ...... UHL Seilersweg Nr. 67 adiO Telephon Nr. 3170 eparaturen )897d 8 ®. für Verkehrswesen .... 6 ft Hamburg-Tüdam. Dampfschiff. 0 Hamburg-Amerika Paket......0 Norddeutscher Lloyd 0 Deutsche Reichsbahn Borz.-Akt. 7 durchgeführt werden, wobei jedoch ein Treibenlassen auf alle Fälle verboten ist. Wenn der Strom zum Zurückschwimmen zu stark ist, kann die Prüfung in diesem Wasser nicht angenommen werden. — Die Jungmädel und Mädel werden ebenfalls zu diesen Hebungen aufgerufen. — Die Bedingungen stellen eine Vorbereitung für den Erwerb des Grundscheines der Deutschen Lebens-Rettungs-Ge- sellschaft dar, den jeder HI.-Führer im Laufe der Entwicklung erwerben muß. — Der Reichsschwimm- schein für Pimpfe wird als „Reichsschwimmschein 1" bezeichnet, derjenige für Hitlerjungen als „Reichsschwimmschein 2". Geräte-Achtkamps um den Turnklubschild. Im Turnverein 1846 wird alljährlich der Kampf um den Turnklubschild, ein Wanderpreis für Geräteturner, ausgetragen. Wegen des erst kürzlich statt gefundenen großen Treffens zwischen Nürnberg—Langen—Gießen wurde am Dienstagabend in kleinem Rahmen das Turnen um diesen Wanderpreis durchgeführt. Trotzdem gestaltete sich der Wettkampf zu einem turnerischen Erlebnis für die erschienenen Zuschauer und die Beteiligten. Oberturnwart Karl Müller leitete das Wettturnen. Als Kampfrichter hatten sich Oberturnwart Karl Erb und Gauschwimmwart Franz Sauer zur Verfügung gestellt. Die angetretenen Turner hatten folgende Hebungen zu Hirnen: je eine Pflicht- und Kürübung an Barren, Pferd und Reck, einen Pflichtsprung am Querpferd ohne Pauschen und eine Pflichtfreiübung. Die Pflichtübungen, die erst kurz vor Beginn des Turnens bekanntgegeben wurden, als auch die Kürübungen ivurden gut durchgeturnt. Es war kaum ein Versager zu verzeichnen, ein guter Beweis dafür, daß das Geräteturnen im Tv. 46 Gießen eine gute Pflegestätte hat. Aus dem Kampf gingen Willi Ellermeier und Willi Straub mit gleicher Punktzahl als Turnklubschildsieger hervor. Hardt, Vogt und Gutbub, die den Wanderpreis schon früher errungen haben, turnten außer Konkurrenz mit. Die Zusammenstellung der Punkte zeigt folgendes Ergebnis: 1. Max Hardt, 140,5 P.; 2. Hans Vogt, 131 P.; 3. Willi Ellermeier, 121,5 P.; 3. Willi Straub, 121,5 P.; 4. Hermann Gutbub, 119 P.; 5. Georg Bingel, 118,5 P.; 6. Karlheinz Richter, 113 P.; 7. Hans Happel, 100,5 P.; 8. Karl Schemel, 94,5 P. Nach dem Kampf nahm Dberturnroart Karl Müller die Siegerehrung vor und dankte besonders den Kampfrichtern für die gerechten, Bewertungen der gezeigten Hebungen. Zum Schluß . verabschiedete er mit herzlichen Worten die Turner Ellermeier und Happel, die nun in die Wehrmacht eintreten. Abschießen in Launsbach. Dieser Tage fand bei sehr guter Beteiligung das Abschießen des Schützenvereins Launsbach statt. Am Königschießen beteiligten sich 27 Schützen. Die ersten Sieger waren 1. Schützenkönig 1937 Jungschütze Franz Bechthold 140 Ringe; 2. Otto Debus 138 R.; 3. Hermann Bitten darf 136 R.; 4. Rudolf Müller 131 R.; 5. Albert Klinke! 129 R.; 6. Albert Müller 128 R.; 7 Jungschütze Franz Mandler 121 R.; 8. Heinrich Müller 118 R.; 9. Otto Bechthold 114 R.; 10. Karl Bechthold 111 R. Außerdem wurden noch Echweinepreise wieder billiger. Fwd. Entsprechend der Anordnung 74 der HV. der deutschen Viehwirtschaft tritt ab 8. November die reichsseitig vorgesehene zeitbedingte weitere Ermäßigung der Schweinepreise um wieder 1.— RM. je 50 Kilogramm Lebendgewicht ein. Damit tritt nunmehr der Grundpreis wieder in Kraft. Die Preisregelung gilt sowohl für die Hauptmärkte, wi^ für die Nebenmärkte im Gebiete der Landesbauernschaft Hessen-Nassau. Der Vorsitzende des Viehwirtschaftsver- bandes Hessen-Nassau gibt folgende für die Zeit vom 8. November 1937 bis 3. Januar 19 3 8 geltenden Preise für Schlacht- schweine je 5 0 Kilogramm Lebendgewicht in Reichsmark bekannt: Marktpreise an den Viehgroßmärkten Frankfurt a. M., Darmstadt, Mainz und Wiesbaden. Schlachtwertklassen: a, bl und b2 (ab 120 kg) 53 bis 54 RM., c (100 bis 119,5 kg) 52 bis 53; d bis f (unter 100 kg) bis 50; gl (fette Specksauen) bis 54; g2 und h (andere Sauen, sowie Eber und Altschneider) bis 52 RM. Preise außerhalb der Viehgroßmärkte und Verteilungsstellen: Gebiet I I. Wetzlar, Friedberg, Gießen, Büdingen Schotten: a, bl, b2 (ab 120 kg) 50.50, 52,50; c (100 bis 119,5 kg) 49,50, 51.50; d bis f (unter 100 kg) 46.—, 48,50; gl (fette Speckfauen) 50,50, 52.50; g2 und h (andere Sauen, sowie Eber und Altschneider) 48.—, 50.50 RM. Gebiet III. Lauterbach, Alsfeld: a, bl, b2 (ab 120 kg) 50.—, 52.—; c (100 bis 119,5 kg) 49.—, 51.—; d bis f (unter 100 kg) 45.50, 48.—; gl (fette Speckfauen) 50.—, 52,—; g2 und h (andere Sauen, sowie Eber und Altschneider) 47,50, 50.— RM. Rhein-Mainische Börse. TNlltagsbörse erholt. Frankfurt a. M., 5. Nov. Die Börse zeigte nach der anhaltenden Schwäche der letzten Tage heute erstmals eine wirksame Erholung. Das Angebot hat erheblich nachgelassen, soweit noch welches vorlag, wurde es bei lebhaften Hmsätzen glatt ausgenommen. Auf dem ermäßigten Kursstand setzten allgemein Rückkäufe sowohl der Kundschaft, als auch der Kulisse ein, die noch durch vorteilhafte Berichte aus- der Wirtschaft und Industrie unterstützt wurden. Anregung bot auch die bessere Beurteilung in der Spanienfrage. Der A k t i e n m a r k erfuhr zu den ersten Notierungen durchschnittliche Besserungen von 0,50 bis 1,50 v. H. Auch später hielt die Nachfrage an, so daß in den meisten Fäller^weitere Erholungen um Prozentbruchteile eintraten. Jrn Vordergrund standen Msntanwerte, Hoesch 123 bis 123,50 (121,25), Rheinstahl 143,25 (141,75), Mannesmann 114 bis 114,50 (113,25), Verein. Stahl 112,25 bis 112,75 (111,75), ferner IG. Farben mit 154,13 bis 154,75 (154,25). Auf den übrigen Marktgebieten waren die Bewegungen ähnlich. Etwas stärker befestigt waren Reichsbank mit 205 (202,75), Bemberg mit 136 bis 137,50 (135,25), Rheinmetall mit 142,40 (140) und Demao mit 142 (140,25). Etwas niedriger lagen noch Feldmühle Papier mit 133,50 (134,40), Holzmann mit 147,50 (147,75) und Deutsche Linoleum mit 158 (158,50). Der Rentenmarkt lag ruhiger als an den Tagen zuvor, doch blieb die Tendenz fest. Nicht ganz behauptet waren allerdings Kommunal-Hm- schuldung mit 94,65 (94,75). Am Pfandbriefmarkt setzte sich die Nachfrage fort, während Angebot kaum vorlag. Goldpfandbriefe wurden teilweise wieder repartiert, Meininger lagen 0,25 v. H. leichter mit 99,75. Liquidationspfandbriefe blieben behauptet, etwas leichter die beiden Frankfurter. Kom- munal-Obligationen und Stadtanleihen notierten Lollar! — Sinn I. Die erste Mannschaft vom Sportklub Sinn ist morgen Gast der 1. Elf des Sportvereins Lollar. Die Einheimischen sind leider wieder gezwungen, Ersatz einzureihen. Der eigene Platz wird zwar den Lollarern zugute kommen, sie dürften aber trotzdem einen schweren Stand haben. Das Spiel wird in der Aufstellung Geißler; Hörstel, Naumann; Klein, A. Ziegler, Sommer; Löhr, Kreiling, Gabriel, Ger- lach und Seipp bestritten. Wenn jeder Spieler sich auf seinem Platz einsetzt, so dürfte den Gästen der Sieg nicht allzu leicht gemacht werden. Obwohl die Platzbesitzer sich bis jetzt noch zu keinem Sieg aufschwingen konnten, so haben sie gerade gegen die stärksten Gegner die schönsten Kämpfe geliefert. Die Gäste aus Sinn scheinen zur Zeit groß in Fahrt zu sein. Sie werden sich bemühen, ihren Siegeszug fortzusetzen. Oie Kreisklaffenspiele des Sonntags. SA.-Kampfgemeinschafl I — Heuchelheim I. Die Mannschaften der SA. und des Sportvereins Heuchelheim treffen sich am Sonntag auf dem Uni» versitätssportplatz zum fälligen Verbandsspiel. Die 1. Mannschaft der SA. ist allerdings durch Verletzung einzelner Spieler immer noch geschwächt. Sie wird sich sehr anstrengen müssen, wenn sie gegen die Heuchelheimer Elf bestehen will. Beide Mannschaften haben erst zwei Verlustpunkte. Beide werden versuchen, fich in der Spitzengruppe zu behaupten. Für die SA. wäre ein Unentschieden schon ein Erfolg. Die 2. Elf der SA.-Kampfgemeinschaft wird morgen im Kampf gegen Rodheim ein besseres Spiel zeigen müssen, als es am vergangenen Sonntag der Fall war. Alten-Bufeck — DfB.-R. Gießen. Morgen empfängt die Atten-Bufecker Mannschaft den Tabellenführer DfB.-R. Gießen. Leider ist die Mannschaft der Alten-Busecker durch Abgang einiger der besten Spieler ersatzgeschwächt. Es sollte den Gästen nicht schwer fallen, Sieg und Punkte mit nach Hause zu nehmen. Leihgestern I — DfB.R. n. Die Reserve fährt nach Leihgestern, wo sie schon manchesmal die Punkte lassen mußte. Das Kräfteverhältnis hat sich nunmehr zugunsten der Grün- weißen verschoben. Man hofft auf einen knappen Sieg, der aber erst nach Kampf erfochten fein sollte. Staufenberg I — VsB.-R. III. Die 3. Mannschaft fährt nach Staufenberg. Die Grünweißen, die technisch besser sind, dürfen sich nicht überrumpeln lassen. In letzter Stunde mache ich nochmals alle Mitarbeiter und alle Kameraden in den Vereinen guf die außerordentlich hohe Bedeutung unserer WHW.- Handball-Veranstaltungen aufmerksam. Kein Verein, keine Mannschaft, nicht ein einziger unserer Spieler darf fehlen! Sie alle müssen sich restlos für ein Gelingen einsetzen und durch ihren Einsatz dazu beitragen, daß wir unser Vorjahresergebnis in dem Kreis wesentlich erhöhen. Die besten Voraussetzungen sind dazu gegeben. Hnsere Kameraden der Fachämter Turnen und Fußball werden uns unterstützen. Die beiden Gaufachwarte haben dankenswerterweise ihre Mitarbeiter und Vereine darauf hingewiefen, daß der Termin zu schützen und die Veranstaltungen zu unterstützen sind. Die Partei- und NSD.-Dienststellen, SA. und SS., Wehrmacht und Behörden stehen hinter unserer Aktion und werben für sie. Es liegt nun an allen Mitarbeitern und vor allem auch an den Vereinen, diesen Schwung für die WHW.-Aktion aufzufangen und zu nutzen. Wenn alle sich einsetzen, dann habe ich die Heberzeugung, daß der Auftakt für die WHW.-Arbeit des DRL. durch uns Handballer ein großer wird! Und nun an die Arbeit, die letzten Vorbereitungen find zu treffen, um kommenden Sonntag einen vollen Erfolg melden zu können! Albert L u h , Kreisfachwart. Die Spiele selbst versprechen einen vollen Erfolg. Rein spielerisch ist wohl noch niemals ein derart interessantes Programm zusammengestellt worden. einige Ehrenpreise ausgeschossen. (Liegend freihändig.) Dabei wurden folgende Ergebnisse erzielt: 1. Rudolf Müller 36 R.; 2. Richard Pfeiffer 35 R.; 3 Franz Bechthold 35 R.; 4. Otto Debus 34 R.; 5. Karl Bechthold 33 R. (Stehend freihändig) 1. Rudolf Müller 30 R.; 2. Franz Bechthold 29 R.; 3. Karl Bechthold 29 R.; 4. Otto Debus 27 R. Oie Bezirksklaffe am Sonntag. 1900 — Steinberg, Burg — Wetzlar, Lollar — Sinn, Steindorf — Naunheim, Frohnhausen — Bissenberg. In Gießen kommt mit der Begegnung 1900 aegen Steinberg ein Spiel mit nachbarlichem Einschlag zustande, das seine Anziehungskraft beweisen wird. — Nachdem die Wetzlarer in Bissenberg eine ihrer t schwersten Klippen überwunden haben, darf man wohl annehmen, daß sie sich auch in Burg erfolgreich durchsetzen. — Lollar empfängt den stark auf- kommenden BC. Sinn. — In Steindorf wird Naunheim erwartet. Gyvße Torausbeute wird es nicht geben. — Frohnhausen, das bereits stark ins Hintertreffen geraten ist, trifft auf Biffenberg. 1900 — Steinberg. Durch das Fehlen der Lokalspiele / auf dem Programm der diesjährigen Programmrunde richtet sich das Interesse der hiesigen Fußballanhänger auf die Spiele des Gießener Vertreters mit den Vereinen der Bezirksklasse aus der näheren Umgebung. Hierbei steht das Spiel der Blauweißen gegen die Teutonen aus Steinberg mit an erster Stelle. Es ist daher nicht verwunderlich, daß die Merkmale, die früher dem Lvkaltreffen anhafteten, sich diesmal auf dieses Spiel übertragen haben. In beiden Lagern ist man sich bewußt, daß nichts unversäumt bleiben darf. Das Hauptaugenmerk richtet sich natürlich auf die Mannschaftsaufttellungen. Die Blauweißen kommen mit Rahn; Pankok, Lippert; Erhard, Sack, Lehrmund; Schellhaas, Bergmann, Krämer, Löb- sack, Heuser. Die Vertretung Steinbergs, die in den letzten Spielen Happel; Jung, Fett; Schmandt, Hedderich, Burger; O. Haas, Lang, K. Haas, Fischer, Buß lautete, wird sich auch diesmal nicht ändern. Schwer zu sagen, wer den Sieger stellen wird. — Das aber gibt die feste Heberzeugung, daß der erhoffte Erfolg zustande kommen wird. Die Spiele selbst sollen nachstehend nochmals angeführt werden: Tuspo. Wetzlar-Niedergirmes — Wehrmacht Wetzlar; Tv. Dutenhofen — Tv. Heuchelheim; Tv. Münchholzhausen — Tuspo. Groß-Rechtenbach; Tv. Lützellinden — Wehrmacht Wetzlar; Tv. Hausen — Mtv. Gießen; Tv. Holzheim — SA.-Standade 116 Gießen; Tv. Allendorf (Lahn) — SA.-Standarte I 33; Tv. Lang-Göns — Tv. Lich; To. Dornholzhausen gegen Tv. Nauborn; Tv. Hörnsheim — Tv. Wetzlar; To. Wißmar — Spvgg. 1900 Gießen; To. Atz- bach — Tv. Wetzlar II; To. Ruttershausen — To. Krofdorf; To. Beuern Jod. — Mtv. Gießen Igd.; Tv. Hochelheim Igd. — Tv. Lützellinden Igd.; Tv. Grüningen — To. 1846 Gießen. üreismannschafl spielt in Marburg. Die Mannschaft, die den Kreis bei der großen Veranstaltung des Kreises Marburg vertritt, dürfte in ihrer derzeitigen Aufstellung alle Erwartungen erfüllen. Es ist eine Reihe neuer Spieler berücksichtigt worden, die zeigen sollen, wie reichhaltig die Spielerauswahl ist und welche Spielstärke der Kreis VIII repräsentiert. Die Vertretung sieht heute wie folgt aus: Tor: Wenzel (Hörnsheim); Verteidiger: Seipp (Mtv. Gießen), K ö t h (Wetzlar); Läufer: U l m (Heuchelheim), Huffmann (1900), Schmi11die 1 (1900); Stürmer: Sch ü 1 er (19OO), Ferber (MSV.), Allen börfer (Lützellinden), Winden (MSV.), S t a h l h u t (Heuchelheim). 4.11. 101,65 99,13 Schluß! Mittag- börse 5.11. 101,65 99,13 Schluß!. Abend» börse 5.11. 101,65 99,13 geringe Abweichungen. Im Freiverkehr konn- fich Kvmmunal-Hmschuldung auf 94,75 nach 94,65 erholen. Reichsanleihe-Altbesitz weiter fest mit Der Iugendführer des Deutschen Reiches Baldur von Schirach hat nachstehende Anordnung erlassen: „Im Rahmen der mir vorn Führer gestellten Aufgabe der Leibeserziehung der gesamten deütschen Jugend außerhalb von Schule und Elternhaus ist der Schwimmsport eine der wichtigsten körperlichen und organischen Hebungen. Ich will, daß jeder Hitlerjunge und jedes Mädel bis zum Ausscheiden aus der HI. schwimmen kann. Nachdem der vom Reichsbauernführer R. W. D a r r 6, von Reichsminister Dr. Josef Goebbels und von mir im Frühjahr 1937 ins Leben gerufene Propaganda- Ausschuß zur Förderung des Schwimmsports bis hierzu erforderlichen Vorarbeiten in Angriff genommen hat, verfüge ich heute zur Förderung der Schwimmausbildung in der gesamten deut- schenJugend die Ausgabe einesReichs- Schwimmscheines, der jedem Jungen und Mädel nach abgelegter Schwimmprüfung vom Beauftragten für die Leibeserziehung der deutschen Jugend, Obergebietsführer von Tfchammer und Osten, erteilt wird. Die Ausführungsbestimmungen erläßt der Chef des Amtes für Leibeserziehung in der Reichsjugendführung. Bedingungen für denErwerb desReichs-Schwimmfcheins Der Reichsschwimmschein stellt die erste Anordnung auf sportlichem Gebiet für die gesamte deutsche Jugend dar. Zum Nachweis für die Befähigung gehören für Pimpfe (10 bis 14 Jahre) ein Startsprung, ein beliebiger Sprung vom 1- bis 3-Meter° Brett und ein 15-Minuten-Dauerschwimmen. Die Hitlerjungen (15 bis 18 Jahre) haben ein 60-Min.- Dauerschwimmen durchzuführen, das auf jeden Fall von einer Starterhöhung von höchstens 100 Zentimeter über dem Wasserspiegel mit Startsprung begonnen werden muß. Im Anschluß an das Dauerschwimmen muß ein Sprung vom 1- oder 3-Meter- Brett abgelegt werden. Das Dauerschwimmen kann im stehenden ober fließenben Wasser mit Hin- unb Zurückschwimmen 129,75 (129,40). Auch in ber zweiten Börsenstunbe machte bie Besserung Fortschritte. Das Geschäft war etwas ruhiger, da man offenbar die Wirkung ber Erholung abwarten will. Weitere Erhöhungen verzeichneten u. a. Gesfürel auf 145,50 nach 144,75, Bemberg 138 nach 137,50, Licht und Kraft 149,50 nach 148,75, IG. Farben 155 nach 154,13, Hoesch 124 nach 123, Junghans 124 nach 123,40, Demag 142,50 nach 142, Reichsbank 206,50 nach 205, Mannesmann schwankten bei lebhaften Hmsätzen zwischen 114,25 bis 114,75. Die erst später notierten Werte kamen ebenfalls bis zu 2 v. H. höher zur Notiz, Havag 78,50 bis 80 (78,75), Goldschmidt 139 (137,75), Kali Salzdetfurth 159 (158) dagegen Feinmech. Setter nach Pause 100,50 (103). Abenbbörse weiter fest. Die Abendbörfe war auf Käufe des Publikums und der Kulisse weiter fest und hatte lebhaftes Geschäft. Im allgemeinen ergaben sich neue Er- 206,25 133 117,5 121,5 113,75 Berlin — Frankfurt a. Ml. 4.November Iluulid)'- Wunerunn Datum 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 *ft% Deutsche Reichsschatzanweisungen von 1935 . .. 4ft% Deutsche ReichSschatzanwei- sungen von 1935, II. Holge ... 1 4ft% Deutsche ReichSschatzanwei- jungen von 1936, 111. Holge .. 6ft% Doung Anleihe von 1930 .. 4ft% Hes'ische Bollsstaat von 1929 4ft% Deutsche RetchSpostschatz von 1934 I...................... 4ft% DeuHche Retchsbahnschah von 1936 I.................. Retchsanleihe-Altbesitz.......... Oberhessen Provtnz-Anleihe mli Auslos.-Rechten.............. 4ft% Hess. Landesbk. Darmstadl Goldpfe. R. 12.............. 5ft% Hess. Landes»Hyp.»Banl Ligu. Goldpfe.............. 4ft% Preuß. LandeSpfdbr.-Anst. Goldpfe. R. 19.............. 4ft% Preuß. Gold-Komm. R. 20 4ft% Darmstädter Komm.-Lan- desban! R. 6................ Deutsche Kornm.-Sammel-Anleihe Auslos.-Rechte I.............. 4ft% Franks. Hyp. Goldpfe. R. 15 4ft% Franks. Hyp. Gold-Komm. Obi. 2 3 6ft% Franks. Hyp. Liquidation Goldpfe..................... 6ft% Rheinische Hyp. Liquidation Goldpfe..................... Eteuergutichein-Berrechnungskurs Frankfurt a. M. Berlin Schluß- kurs Schluß!. Abend börse Schluß- !urs Schlußk. Mittagbörse Dalum 4.11. 5.11. 4.11. 5.11. Accumulatoren-Fabrik...... 14 221 225 221 223 Aschaffenburg Zellstoff...... .. 6 137 138 137 139,25 Bemberg................. .. 0 135,5 139 135 138,25 Bekula................... .. 8 168,5 168,75 168,5 168,75 Buderus Eisen............. .. 5 118 120,5 117,65 119,75 Gement Heidelberg......... .. 7 164,75 164,5 —— — Gement Karlstadt.......... .. 6 —— — — — Conti Gummi............. 12 185 186 184,75 187,9 Daimler Motoren.......... 6 ft 131,75 —— 131,75 134,13 Dessauer Gas ............. .. 4 —— —— 116 117,5 140,75 Deutsche Erdöl............ .. 5 138,5 140,75 138,5 Deutsche Gold» und Silber .. .. 9 254 254,5 — — Deutsche Linoleum......... 10 — 158,75 159,75 158 Elektrische Lieferungen...... .. 6 127,25 130 128 129,75 Elektrische Licht und Kraft... .. 7 147,5 150 147,25 150 I. G. Farben-Jndustrie..... .. 7 154,25 155,5 153,5 155,13 Felten & Guilleaume....... .. 6 127.65 129,5 128 130,13 Gesfürel.................. .. 7 143,5 145,13 143,5 144,13 Th. Goldschmidt........... .. 6 137,75 138,75 138,25 139 Gritzner Maschinen......... .. 0 — — 48,5 46,75 Harpener................. 8 ft 177 177,5 177 177,25 Hoesch Eisen............... 8 ft 121,25 124 121,75 123,75 Philipp Holz mann......... .. 8 147,75 149 147,5 148,75 Ilse Bergbau.............. .. 6 — 160 160 157,5 Ilse Genüsse.............. .. 6 134 134,5 134 135 Kali Aschersleben .......... .. 4 — — 112 114,5 Klöcknerwerke.............