nr. 233 Erstes Blatt 187. Jahrgang Mittwoch, b. Oktober 1937 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhefsen Onnft und Verlag: vrühlsche Univerfitätrdruckerei «.Lange in Sietzen. Schristlettung und Seschäftrftelle: Schulftratze 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für l mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Textanzeigen von 70 mm Breite 50 Rpf..Platzvorschrift nach vorh.Vereinbg.25°/„ mehr. Ermähigte Grundpr^fe: Stellen-. Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Lrlchemi lüg ltch. autzer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illusttierte Gretzener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monats-vezugspreis: Mil 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernsprechanschlüsse unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten. Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686 Die große Eröffnungskundgebung in der Berliner Deutschlandhalle. tererholungsfürsorge vom Mai 1934 bis Ende 1936 verlebten 175 892 Mütter 4 657 316 Erholungstage. Von dieser Zahl wurden 69 876 Mütter allein im Jahre 1936 auf Erholungsurlaub geschickt. Im Rahmen der Kindergärten und Schulen wurden im Monat durchschnittlich 176 803 Kinder- und Schulspeisungen und Speisungen durch Freittsche durchgeführt. Zur Entlastung kinderreicher und kranker Hausfrauen wurde in 80817 Fällen Haushalts- und Arbeitsplatz h i l f e gewährt. Durch die Jugenderholungspflege wurden im Jahre 1936 417 072 Kinder verschickt. Ziel unserer Arbeit auf diesem Gebiet ist, die Kinder, und Säuglingssterblichkeit auf ein Mindestmaß herabzudrücken, vor allem die geborenen Kinder gesund heranwachsen zu lassen. Deshalb ist die Arbeit des WHW. „Mutter und Kind" für die Zukunft unseres Volkes von so besonderer Bedeutung. Ihr Umfang wird von Jahr zu Jahr größer werden. Das sind die Leistungen eines einzigen Jahres. Welch ein stolze Bilanz fön- nen wir damit ausweisen! Wo sonst auf der Well gibt es demgegenüber auch nur ein annähernd gleiches Beispiel? Wir sind glücklich, vom Führer mit dieser wahrhaft nationalsozialistischen Ausgabe betraut worden zu sein und auch für das kommende Jahr betraut zu werden. Wir haben ihr mit der besten Kraft unseres Herzens gedient und wollen das auch in Zukunft tun. heute gibt der Führer uns wieder Befehl zu neuer Arbeit. Wir stehen bereit, wie immer, diesem Befehl zu gehorchen. Eine Welle der Begeisterung und Freude flammte auf, als nach der Rede des Reichsministers Dr. Goebbels d e r F ü h r e r in die Halle trat und durch das Spalier der Leibstandarte zur Ehrentribüne schritt. Minutenlang wiederholten sich die Kund- gedungen der Liebe und des Vertrauens. Reichs- Minister Dr. Goebbels begrüßte den Führer mit dem begeistert aufgenommenen alten nationalsozialistischen Kampfruf: Der Führer Sieg-Heil! Dann sprach der Führer selbst zu den hier versammelten 20000 Männern und Frauen, die mehr als eine Million Helfer und Helferinnen, Sammler und Sammlerinnen des Winterhilfswerkes vertreten, und darüber hinaus zum ganzen deutschen Volk. Durch Opfer zur Volksgemeinschaft. Der Führer spricht. Deutsche Volksgenossen und -genossinnenk Sie haben soeben wieder ein Bild der Leistung des größten Sozialwerkes aller Zeiten aus dem vergangenen Jahr erhalten. Es ist gigantisch in seinen Ausmaßen und gewaltig in der Tiefe seiner Wirkungen. Ich glaube, d e r L o h n für alle, die an diesem Werke tätig sind, liegt i m Gelingen der Arbeit selbst. Dieses Werk hat für uns nach zwei Richtungen hin eine besondere Bedeutung, nach der organisatorischen und nach der ideellen Seite. Denn dieses Werk umfaßt die Leistungen von zwei Faktoren Auf der einen Seite steht der Spender und auf der anderen Seite der Mitarbeiter an diesem Werk, der Sammler. Auf der einen Seite die große Armee derer, die durch ihre Groschen und durch ihre größeren Opfer helfen, und auf der anderen Seite die Millionenzahl jener freiwilligen Kräfte, die es durch ihre Arbeit erst ermöglichen, daß dieses gewalttge Werk gelingen kann. Der eine ist der Opferträger, aber vergessen wir es nicht: Der zweite ist der Opferbringer. Mancher, der sich vielleicht unangenehm berührt fühlt, weil sich zum zweiten oder zum dritten Mal jemand an ihn wendet mit der Bitte, er möge etwas spenden, vergißt vollkommen, daß der, den er glaubt, abweisen zu müssen, den viel unangenehmeren Schritt machen muß, um etwas zu bitten, das nicht nur ihm nicht zugute kommt, sondern im Gegenteil, für ihn selbst nur Arbeit und Aufopferung bedeutet. Diese beiden nun, der Spender und der Mitarbeiter, sind die Garanten für das Gelingen dieses großen Werkes! Der Mitarbeiter ist zugleich aber auch für uns alle eine unersetzbare Kraft im Dienste der Aufrichtung einer wahren Volksgemeinschaft. Denn unser nationalsozialistisches Winterhilfswerk ist rein er- ziehungsmähig das größte angewandte S o z i a l w e r k, das die Welt je ge- fehen hat. Wenn der Einwand erhoben wird: „Darum lassen Sie nicht durch eine besondere Steuer diese notwendigen Summen einbringen?-, dann möchte ich Ihnen erklären. weshalb wir diesen Weg nicht gegangen sind. Gewiß würde er viel einfacher und für unzählige Menschen viel weniger beschwerlich sein, allein er würde gerade das vermis- sen lassen, was wir durch das winterhilfs- werk mit erreichen wollen, die Erziehung zur deutschen Volksgemeinschaft! (Stürmische Zustimmung.) Indem wir den Weg des freiwilligen Sammelns einschlagen, wird für hunderttausende Tag für Tag immer wieder betont: Es gibt soziale Aufgaben, die der einzelne durch fein Opfer erfüllen muß! (Tosender Beifall.) Unter uns leben — und wir wollen ihnen deshalb keinen Vorwurf machen — Millionen Menschen, denen ihr eigener Lebensweg jede Einsicht in die Not und die Armut anderer Volksschichten verschließt. Aber gerade deshalb ist es wichtig, daß ihnen das Auge geöffnet wird, damit sie ermessen, wie groß die Opfer anderer für diese Gemeinschaft sind. Daß sie vor allem verstehen, welches Opfer alle diejenigen bringen, die sich für ihr Volk einsetzen, obwohl sie selbst nicht vom Glück g e s e g n e t sind Es ist z. B. sehr einfach für einen vermögenden Mann, für ein nationales Ideal einzutreten, das sich ihm plötzlich m vorteilhaftem Lichte zeigt. Allein um wie viel bewundernswürdiger ist dieser Idealismus bei Millionen anderen, denen sich dieses glanzvolle Bild im praktischen Leben nicht so zeigt, wie es sich einzelnen wenigen gibt. (Stürmische Beifallskundgebungen.) Das Winterhilfswerk, soll uns alle erziehen, das nationale Ideal in ein sozialistisches zu verwandeln! Denn es ist leicht gesagt: „Wir wollen sein ein einig Volk von Brüdern!"'— wenn man dafür gar nichts zu opfern und zu leisten hat. I Die wahre Brüderli.Mt zeigt sich aber erst darin, 'daß sie sich i n d e r Not bewährt. Tribut der Verminst für die innere Einheit unseres Volkes. Berlin, 5. Okt. (DNB.) Die Kameradschaft der deutschen Volksgemeinschaft ist durch kaum eine andere Maßnahme so klar vor aller Welt bewiesen worden, als durch die riesenhaften Leistungen des WHW. in den hinter uns liegenden vier Jahren. In demselben nationalsozialistischen Gemeinschaftsgeist wurde das fünfte Winterhilfswerk des deutschen Volkes durch den Führer eröffnet Den Riesenraum der Deutschlandhalle füllten 20 000 Menschen, die allesamt bereits aufopfernde ehrenamtliche Arbeit im Dien st e'dieses großen Werkes geleistet haben. Hoheitszeichen, auf hohen Sockeln rahmten das Rednerpodium an der Stirnseite der Halle ein, das in weitem Umkreis von einem aus Lorbeerbäumen bestehenden Ehrenhain umsäumt war. An der Ehrentribüne war auf aoldgerändertem Tuch das Abzeichen des Winter- bllfswerkes angebracht mit der Inschrift „Winter- hrlfswerk des deutschen Volkes 1937/38". Ein Transparent zeigt die Inschrift „E i n V o l k h i l f t s i ch selbst". Im übrigen beschränkte sich die Ausstattung der Halle auf Fahnen und Grünfchmuck. Auf der Ehrentribüne versammelten sich die Reichsregierung, die Reichsleiter und Staatssekretäre, Reichs- statchalter und Gauleiter, alle führenden Männer der Parteigliederungen, Generale der Wehrmacht und der Polizei Der stellvertretende Gauleiter von Berlin, Staatsrat G ö r l i tz e r , eröffnete die Kundgebung der Reichshauptstadt. Er begrüßte die 20 000 Erschienenen und das ganze deutsche Volk draußen an den Radioempfängern. Reichsmimsier Dr. Goebbels nahm dann das Wort, um den Rechenschaftsbericht über das abgeschlossene Winterhilfswerk 1936/37 zu erstatten. Meine Volksgenossen und Volksgenossinnen! Es ist eine schöne Tradition im neuen Staate, gleich nach dem Erntedankfest auf dem Bückeberg das Winterhilfswerk zu eröffnen. Damit bekommt der Erntedank erst feinen echten und vollen Sinn. Das tägliche Brot wird auf die ganze Nation verteilt. Es ist auch mehr als eine Geste, daß der Führer das Winterhilfswerk jährlich selbst eröffnet. Im Namen des ganzen deutschen Volkes, das weit über den Kreis der hier in der Deutschlandhalle versammelten 20 000 Mitarbeiter des WHW. nun an den Lautsprechern versammelt sitzt, wollen wir ihn an diesem Abend begrüßen und ihm unseren Dank abstatten. Das WHW. ist eine soziale Großtat, die in der Geschichte der deutschen Nation unvergänglich sein wird. Es erfüllt mich mit Stolz und Freude, in diesem Jahre wiederum den L e i - stungsbericht dieses sozialen Monumentalwerkes dem deutschen Volk zur Kenntnis bringen zu dürfen. Die Gesamtleistung des Winterhilfswerks 1936/37 beträgt 408 323 140 RM. Sie übertrifft die Leistung des WHW. 1935/36 um 36 379 232 und die des ersten Winterhilfswerkes um rund 58 Will. RW. Sämtliche bisher durchgeführten Winterhilfswerke zusammen haben eine Gesamtsumme von 1 490 760 834 RM. erbracht, damit also s a st 11/s Milliarden Reichsmark erreicht. Der Opsergeist des deutschen Volkes hat in vier Winterhilfswerken für unsere notleidenden Volksgenossen eine Leistung vollbracht, die in der Welt kein Beispiel hat. Ein besonders bemerkenswertes Vorbild gaben die deutschen Kohlensyndikate, die im Jahre 1936/37 mit einem Betrage von insgesamt 4,5 Mill. RM. am Winterhilfswerk des deutschen Volkes beteiligt waren. Mit diesem Betrag steht der deutsche Bergbau vor allem des Ruhrgebietes unter den Spendern der deutschen Wirtschaft m i t a n erster Stelle. Um außer der Sammel- tötigkett des Winterhilfswerkes die übrige Zeit des Jahres von Sammlungen möglichst frei zu halten, wurden während des Winterhilfswerkes 1936/37 zum ersten Male das Deutsche Rote Kreuz, die Verbände und Organisationen der Wohlfahrtspflege mit 16 500 000 RM. unterstützt. Außerdem wurden aus Mitteln des WHW. für das Tuberkulosehilfswerk der NSV. 3 Mill. RM. abgezweigt.. Wenn die vom WHW. verteilten Mengen an Kartoffeln, Brennstoffen und Lebensmitteln in einer Gesamtmenge von 28 005 953 Doppelzentnern i n Säcken z u je 50 Kilogramm nebeneinander gestellt würden, so würde das drei Reihen Säcke von je 9335 Kilometer ergeben, das ist 21/2= mal die Entfernung zwischen Berlin und Tokio oder fast viermal die Entfernung zwischen Berlin und Neuyork. Das neue, von den Junkerswerken erbaute Großverkehrsflugzeug Ju 00, „Der große Dessauer", würde mit einer Reisedurchschnittsgeschwindigkeit von 350 Stundenkilometer 80 Flugstunden benötigen, um diese in einer Reihe von 28 005 Kilometer aufgestellten Säcke zu je 50 Kilogramm abzufliegen. Wenn man sich die mengenmäßige Leistung an solchen Bei- spielen klar macht, dann erkennt man erst, welche ungeheure Arbeitsleistung das WHW. für die deutsche Wirtschaft während des Winterhalbjahres bedeutet. Die Beseitigung der Arbeitslosigkeit hat sich hinsichtlich der Zahl der vom DhD. betreuten Volksgenossen weiterhin günstig ausgewirkt. Während vom WHW. 1933/34 von 1000 Einwohnern noch 253 vom WHW. 1934/35 noch 211 und vom WHW. 1935/36 noch 194 Volksgenossen betreut wurden, betrug die Zahl der vom letzten WHW. betreuten Volksgenossen nur noch 161 von 1000 Einwohnern. Die Zahl der gegen Gehalt oder Entschädigung für das WHW. 1936/37 tätig gewesenen Helfer macht 0,6 v. h. von der Gesamtdurchschnittszahl der Helfer von 1349 008 aus. Der großen Zahl der ehren- Die erste Türplakette für die diesjährige Aktion des Winterhilfswerks ist nunmehr herausgekommen. — (Scherl-Bilderdienst-M.) MM I ■ ! D55 masa U N VOLKES ■ Dem Opfer \ Ichafft . \ 'Jreuae amtlichen Helfer des WHW., die sich um 113 258 erhöht hat, gebührt der besondere Dank des deutschen Volkes. Die An ko st en des WHW. 1936/37 waren verschwindend gering, sie betrugen nur 1,8 v. h. von der Gesamtleistung des WHW. 1936/37. Der Tag der nationalen Solidarität 1936 erbrachte 1577 465,70 RM. mehr als der Tag der nationalen Solidarität des Vorjahres. Dieser Mehrerfolg der sozialen Volksabstimmung, wie der Tag der nationalen Solidarität mit Recht benannt wurde, bedeutet eine Steigerung um 38,6 v.H. Unsere im Ausland lebenden deutschen Brüder brachten über die Auslandsorganisatton der NSDAP, für das WHW. 1936/37 2 542 548,52 RM. auf. Das bedeutet gegenüber der Leistung für das WHW. 1935/36 eine weitere Erhöhung ihrer Beteiligung am WHW., und zwar um 41,9 Prozent. Unsere deutschen Volksgenossen im Ausland haben besonders schwer unter der Schwäche und dem geringen Ansehen ihres Vaterlandes vor der Machtübernahme aelitten. Auch heute noch find sie in manchen Ländern besonderer Bedrängnis ausgesetzt. Deshalb gerade erblicken wir in diesen ständig sich steigernden Spenden für das WHW. ein freudiges und opferbereites Bekenntnis zu dem unter dem Führer erstarkten Deutschen Reiche und einen Beweis dafür, daß die Ausländsdeutschen wieder stolz sind, Deutsche zu sein. Bisher wurden die Aufkommen des WHW. ausschließlich dazu verwandt, die furchtbare Rot, die die nationalsozialistische Regierung bei der Machtübernahme vorfand, zu lindern. Es ist aber der Grundgedanke nationalsozialistischer Wohlfahrtsarbeit, nicht allein Krankheiten am Volkskörper zu bekämpfen, sondern ihre Ursachen vorbeugend nach Möglichkeit zu beseitigen. In dieser Richtung wird sich mit dem Fortschreiten der wirtschaftlichen Gesundung die Arbeit des WHW. allmählich auch etwas verlagern. So find von den Aufkommen des WHW. 1936/37 59 597 469,88 RM. für das Hilfswerk „M utter und Kind" und den Reichsmütterdienst verwandt worden. Dadurch hat die Arbeit des WHW. „Mutter und Kind" einen erheblichen Aufschwung genommen. Ende 1936 betrug die Zahl der Hilfs- und Beratungsstellen 26 297, das bedeutet gegenüber dem Vorjahre eine Vermehrung um 3 7,7 v.H. Diese 26 279 Hilfs- und Beratungsstellen wurden von 3 410 848 Volksgenossen in Anspruch genommen. Durch Freigabe von Restfinanzierun- gen für Kleinsiedlungen konnten erbge- sunde und kinderreiche Familien in den Besitz einer gesunden Wohnung mit Gartenland gelangen. Durch die Mütterfürsorge wurden im Jahre 1936 185 845 werdende Mütter und Wöchnerinnen und 99168 Säuglinge betreut. Im Rahmen der Müt- Dieses Wrnterhilfswerk ist im tiefsten Grunde auch ein christliches Werk! Viel christlicher als manch theoretische Fragen es vorgaben. (Stürmische Zusttmmung der Massen.) Wenn ich so manches Mal ärmlich gekleidete Mädchen mit unendlicher Geduld sammeln sehe, selbst frierend, um für andere Frierende zu sorgen, dann habe ich das Gefühl, daß sie alle auch Apostel eines Christentumes sind! (Stürmische Zusttmmung.) Und zwar eines Christentumes, das von sich mit mehr Recht, als ein anderes sagen kann: Dies ist das Christentum eines aufrichtigen Bekenntnisses, weil hinter ihm nicht das Wort, sondern die Tat steht! (Minutenlange tosende Zusttmmungskundgebungen.) Durch dieses gewaltige Werk werden unzählige Menschen dem Gefühl der sozialen Verlassenheit und Vereinsamung entrissen. Viele erhalten dadurch wieder den festen Glauben, daß sie auf dieser Welt nicht ganz verloren, sondern in ihrer Volksgemeinschaft geborgen sind, daß auch für sie gesorgt wird, daß man auch an sie denkt und sich auch ihrer erinnert (Erneuter stürmischer Beifall.) Und noch mehr: Es ist ein Unterschied zwischen dem Sozialismus theoretischer Erkenntnis und dem Sozialismus des praktischen Lebens. Zum Sozialisten wird man nicht geboren, dazu muß man erst erzogen werden! (Lebhafte Zustimmung.) Millionen Menschen haben früher dieses Wort im Munde geführt, allein ihr ganzes Leben ist dieser Verpflichtung zuwidergelaufen, denn Sozialismus, das kann nichts anderes fein als eine Verpflichtung, nicht nur an bas eigene Ich zu denken, sondern vor sich d i e größeren Ausgaben der Gemeinschaft zu sehen und ihnen gemäß zu handeln. Dieses Problem ist allerdings nicht in einem, in zwei ober drei Jahren zu lösen, es ist eine der ewigen Aufgaben der Menschen. Immer wieder müssen wir uns bemühen, den einzelnen *m Sinne dieser höheren Ausgabe zu erziehen. Gewiß ist dies ein gewaltiges Ideal. Allein wie in allen Idealen, liegt auch in diesem eine ungeheure Kraft! Unter anhaltender begeisterter Zustimmung zeich- nete der Führer bann in großen Strichen ein packendes Bild ber Errettung der Nation durch den Glauben an dieses Ideal, bas Deutschland wieder emporgerissen hat. So lange dieses Ideal seiner Vollendung sich nähert, — rief der Führer aus: so lange wird Deutschland zunehmen an Kraft und an Stärfe! Weder Waffengewalt, noch diplomatische Schliche können die Kraft ersetzen, die in der ^inneren Einheit einer Nation liegt. (Jubelnder Beifall.) Das ist das Fundament, das alles andere erst zu tragen hat und zu tragen vermag! Dem ungeheuren Ausmaß des Sieges dieses Ideals verdanken wir unsere Volksgemeinschaft. Wir leben in einer sehr bewegten Zeit. Deutschland ist — ausgenommen ein zweiter Staat, mit dem wir Hand in Hand gehen — das einzige Land, das van den erregten Zuständen der Umwelt verschont ist und verschont bleiben wird. Deutschland bildet heute wirklich eine Insel des Friedens. So mancher geht heute in sein Geschäft, er verdient, vergißt dabei aber ganz, daß er dies alles letzten Endes nur dem Glauben an die deutsche Volksgemeinschaft zuzuschreiben hat. Der Gemeinschaft, die unserem Volke die Kraft gegeben hat zur Behauptung auf der Welt, ohne daß es notwendig war, das Schwert zu ziehen. (Stürmischer Beifall.) Sie sollen es alle wissen: Die Einheit unseres Volkes ist das h ö ch st e Gut, das es für uns geben kann. Sie ist durch nichts ersetzbar. Dafür ein Opfer zu bringen, ist kein Opfer, sondern ein Tribut an die Vernunft! (Stürmische und langanhaltende Zustimmung.) Die Menschen im bürgerlichen Zeitalter vor uns haben sich gegen alles versichert, gegen Brand, gegen Diebstahl, gegen Hagel, gegen Einbruch usw., nur eine Versicherung haben sie vergessen, nämlich die Versicherung gegen den politischen Wahnsinn, die Versicherung gegen die politische Unvernunft, die erst ein Volk zerreißt und es dann ohnmächtig werden läßt zur Erfüllung seiner Lebensaufgaben. Und dieses eine Versäumnis hat alle anderen Versicherungen zunichte gemacht, wir aber stellen an die Spitze aller Versicherungen die Versicherung der deutschen Volksgemeinschaft! (Jubelnde Zustimmung und langanhaltender Beifall.) Dafür zahlen wir unsere Spende und wissen, daß sie uns tausendfach zur Ücker statt et wird! (Erneuter Beifallssturm.) Denn so lange diese Volksgemeinschaft unangetastet bestehen bleibt, kann uns nichts bedrohen! (Jubelnde Kundgebungen.) Darin liegt die Gewähr für die Zukunft des Lebens nicht nur der Nation, sondern damit auch der Existenz jedes einzelnen. Cs ist daher gerecht, dafür von jedem einzelnen auch jene Prämie zu fordern, die seinem Einkommen entspricht. Es zeugt für eine unanständige Gesinnung, diese Prämie nach einem allgemeinen Satz bemessen zu wollen. Das alte kleine Weibchen, das in Moabit oder irgendwo auf dem Lande draußen fünf oder zehn Pfennige opfert, tut viel mehr als mancher, der hundert oder tausend oder vielleicht zehntausend Mark gibt. (Stürmische Beifallskundgebungen.) Hätten unsere sogenannten intellektuellen Schichten schon vor dem Kriege diese Prämienzahlung durchgeführt, dann wäre später manches Unglück vermieden worden. (Tosende Zustimmung.) Heute wollen wir aus den Fehlern der Vergangenheit lernen. Wir wollen uns geloben, unser Volk in dieser Gemeinschaft des Opferns z u stärken. In ihr haben unzählige Menschen sehr viel schwerere Opfer zu bringen. Sie nehmen dies freiwillig auf sich. Andere wieder müssen solche Opfer bringen! Sie werden von ihnen gefordert. Als unanständig würde der gelten, der sich diesem Opfer entziehen wollte. Möge Gott verhüten, daß uns das Schicksal noch einmal auf die schwer st e Probe stellt. Allein auch dann — das wissen wir — würden sich Millionen Deutsche finden, die sofort und bedingungslos dieses letzte Opfer der Nation, dem ewigen Volke bringen würden. Was ist unser heutiges Opfer dagegen?! Tun Sie vor allem Ihre Pflicht im Gedenken an jene Millionen, die einst ihre Pflicht für uns alle getan haben. * Ein fast nicht endenwollender Beifallssturm drückte dem Führer den Dank aus für seine überzeugenden Worte. Als Sprecher der Helferinnen und Helfer des WHW. dankte Hauptamtsleiter Hilgenfeldt dem Führer. Jubelnd stimmten die Tausende in das Sieg-Heil auf den Führer ein, das Hauptamtsleiter Hilgenfeldt ausbrachte. Die Lieder der Nation beschlossen die Feierstunde. Neuer Jubel begleitete den Führer bei dem Verlassen der Halle. Am lü.Okiober der erste Emiopf-Sonntag. Oie Sammeltage des neuen Winterhilfswerks. Berlin, 5. Okt. (DNB.) Das neue Winterhilfswerk wird die Mittel zur Unterstützung bedürftiger Volksgenossen außer durch die Pfundspende, die Spende für die Tür Plakette, die Kleidersammlung und sonstige Veranstaltungen in der Hauptsache wieder durch Eintopfsonntage und Reichs st raßensammlungen aufbringen. Eintopfsonntage sind der kommende Sonntag, der 14. November, der 12. Dezember, der 9. Januar, der 13. Februar und der 13. März. Die erste Reichs st raßensammlung findet am 16./17. Oktober statt. Die ehrenamtlich tätigen Sammler — in diesem Monat die Angehörigen der Deutschen Arbeitsfront — werden dem Spender fünf verschiedene Buchzeichen mit dem Bildnis des Führers zur Auswahl anbieten. Am 6./7.November sammeln SA., SS. und N S K K. gegen Abgabe von Edelsteinabzeichen auf Elektron, von denen zwölf verschiedene Ausführungen vorhanden sein werden. Zum Tag der Nationalen Solidarität, an dem sich die führenden Männer aus Partei und Staat mit der Sammelbüchse in den Dienst des großen Hilfswerkes stellen werden, ist der 4. Dezember, ein Samstag, bestimmt worden. Die dritte Reichsstraßensammlung wird sich über drei Tage, den 17. und 18. Dezember und den anschließenden Sonntag erstrecken. Hitler-Jugend und BDM. werden silberne Abzeichen in sieben verschiedenen Arten anbieten. Als Tag der W e i h n a ch t s - feiern für die Betreuten ist der Tag vor Heiligabend in Aussicht genommen. Der Monat I a - nuar bleibt diesmal allein den Gaustraßensammlungen vorbehalten, so daß die lieber- schneidung von Reichs, und Gaustraßensammlungen, wie im vorigen Jahr, vermieden ist. Die vierte Reichsstraßensammlung fällt auf den 5. und 6. Februar. Auch für diese halten sich wieder SA., SS. und NSKK. bereit. Der Spender kann unter den zehn verschiedenen Webeabzeichen auswählen. Die beiden letzten Straßensammlungen finden im März statt, und zwar die fünfte am 5. und 6. und die sechste am 26. und 27. März. Für die eine stellen sich — zum dritten Male — die Männer der SA., der SS. und des NSKK. zur Verfügung, für die andere nochmals die DAF. Der Spender wird mit Porzellan- bzw. Kunstharzabzeichen in zehn verschiedenen Mustern ausgezeichnet. Schon über 21 Billionen Ä für das neue Mnierhilsswerk. Die erste amtliche Reichsspendenliste. Berlin, 5. Okt. (DNB.) Obwohl erst wenige Stunden seit der feierlichen Eröffnung des 5. WHW. des deutschen Volkes durch den Führer vergangen find, liegt bereits die erste amtliche Reich.spendenliste vor, die mit einem Gesamtbetrag von 21 016 400 Reichsmark das Ergebnis vom Vorjahre weit übertrifft. Auch in diesem Jahre wird die Liste mit einer Spende von 500 000 RM. der Reichsleitung der NSDAP. München eröffnet. Hieran schließt sich eine Spende der Mitglieder der Wirtschaftsgruppe Fahrzeugindustrie und des Reichsverbandes der Automobilindustrie von 1 714 000 RM. Aus der Unzahl der weiteren Spenden fallen auf das Rheinisch-Westfälische Kohlensyndi- k a t rund 3 750 000, die Vereinigten Stahlwerke AG., Düsseldorf, rund 1500 000 RM. und die DAF., Berlin, rund 1000 000 RM. Besonders zu erwähnen ist ferner eine Sonderspende von einer Million Reichsmark, die von den GefolgNachdenkliches Gespräch mit einem Hundertjährigen. Don Gerhard Weither. .. an triefe Dinge aber denken die wenigsten", der alte Herr strich sich mit der Hand über die Stirn, „man wünscht eigentlich immer nur von uns zu wissen, wie wir das gemacht haben, um hundert Jahre alt zu werden. Was diese hundert Jahre aber bedeuten, das kann sich ein junger Mensch überhaupt nicht vorstellen. Sehen Sie — da war zum Beispiel der alte Christoph von der Menden. Den lernte ich kennen, als ich ein guter Dreißiger war, und ich hielt seine Hand in der meinen. Er war damals etwas über neunzig, und die Hand, die ich hielt, hatte die Hand des Alten Fritz gedrückt, der bei feiner Oderbruchreise auch den Hof von Christophs Eltern besuchte. So reichen sich Jahrhunderte die Hand. Und wenn ich die Finger eines Kindes zwischen den meinen halte, dann denke ich manchmal: Welche Wunder der Wissenschaft, der Technik und Kunst werdet ihr einmal gestalten, von denen man sich heute noch nichts träumen läßt, so wie die Alten zu meiner Zeit sich nichts träumen ließen von der Glühbirne und dem Auto, dem Fernsprecher, dem Rundfunk und tausend Dingen, die heute einfach selbstverständlich sind. Wir Uralten sind eine Verbindung zwischen den Zeiten, und das ist ein Gedanke, der euch Jungen fremd ist. Wenn wir sagen: zu meiner Zeit, dann ist das eine Festsetzung, die ein wenig traurig ist. Ich verstehe darunter die Zeit von ungefähr meinem zwanzigsten bis sechzigsten Jahr — eine Dauer von vierzig Jahren, die Zeit von 1854 bis 1894. Natürlich erlebte ich auch später alles lebendig mit, aber man nimmt im Alter nicht mehr schaffend und schöpferisch teil an der Entwicklung, man nimmt hin, was Jüngere schaffen und uns geben und freut sich, wenn man alles benützen und alles verstehen kann. Welch eine Unsumme von Erlebnissen der gan- zen Welt haben meine Augen gesehen! Ich bin viel gereift und hatte immer offene Augen. Ich sah San Franzisko, als es nicht viel mehr war als ein Dorf, und erinnere mich, wie nahe der Wald an Neuyork heranging. Als ich geboren wurde, übten in Nürnberg noch die letzten Meistersinger, die erst 1837 ihr musikalisches Handwerk einschlafen ließen. Japan lebte abgeschlossen von aller Welt in feinem feudalen Mittelalter. Nach China zu reifen bedeutete ein Abenteuer. Als die Telegraphie sich durchsetzen wollte, oerbo-t der Papst sie in seinen Ländern, und vom Fliegen der Menschen redete man nur in Märchen. Ich habe mehrere der Feldherren Napoleons kennengelernt, als ich ein sehr junger Mensch war, und in meiner Kinderzeit wurde in Kurhessen noch die gepuderte Perücke getragen, und der Kurfürst verbot das Tabakrauchen bei Strafe. Ich bin in der Postkutsche, in der Eisenbahn und im Auto gefahren. Ich habe meine erste Ueberfahrt nach Amerika in einer vierwöchigen Reise mit einem Segler zurückgelegt, fuhr in den sechziger Jähren mit den „Luxusdampfern", über die ihr heute lachen würdet, und machte gleich nach dem Kriege eine Ueberfahrt mit einem riesigen Ueberseer. Als ich das erstemal in ein Flugzeug stieg, war es eine große Tat, und die Kiste sah mit ihren dünnen Brettern und Drähten aus, als ob sie alle Augenblicke auseinanderfallen wollte. Und ich wurde überaus aern mit dem „Graf Zeppelin" nach Südamerika fliegen — aber mit hundert Jahren vergeht doch die Reiselust ein wenig, und mein regelmäßiger Kaffee ist mir lieber. Sie meinen, ob mir Kaffee denn bekommt? Nun sind Sie wie alle Reporter, die sich nur um unser körperliches Alter kümmern. Ja, gewiß bekommt mir der Kaffee, und recht stark muß er fein. Und auch der Tabak schmeckt. Ich bin nach der Zigarre zur Zigarette, dann zur Pfeife übergegangen. Und heute rauche ich die ganz lange Pfeife, wie Sie sehen. Nein, nicht weil ich sie für gesünder halte. Aber meine Hände werden müde und die lange Pfeife ist mir am bequemsten." Lob der Stadt Augsburg. Don Werner Schumann. Seit Jahr und Tag spukt einem diese Stadt im Kopfe herum, daß man die Däckerjungen beneiden möchte, die jeden Morgen durch die alten, viel- hundertjährigen Gassen flitzen dürfen, und die Kaminkehrer nicht minder, weil sie auf den mittelalterlichen Giebeln herumturnen und in die halb- dunklen, verwinkelten, märchenhaften Höfe herabschauen können... Dahin wird man's freilich nie bringen, sondern nur als ganz gewöhnlicher Reisender in einem Gasthof absteigen — wenn's hoch kommt: in den „Drei Mohren" —, um dann am freien Nachmittag und in der Nacht dazu 2000 Jahre Augsburg zu durch- streifen, was unter etwas anderen Verhältnissen und Umständen vordem schon der Kaiser Maximilian I., Martin Luther, Mozart und Goethe taten. Das Herz der Stadt, an das man sich sogleich verliert, ist die Maximilianstraße. Und es ist zugleich auch das Herz der Augsburger Renaissance, kein totes und steinernes zum Bestaunen, sondern eines, das noch heute wie vor vier Jahrhunderten das Leben durch die Adern der Gassen und Gäßchen pumpt. Der edle Schwung dieses herrlichen Stra- henzugs, die Pracht und Kraft feiner Brunnen ist einmalig in Deutschland — und es stimmt gewiß: läge sie irgendwo in Italien, ganz Deutschland wurde zu ihr pilgern und ihr Lob fingen! Zwischen dem Merkur- und dem Herkulesbrun- nen, die beide Adrian de Vries modellierte, stehen noch heute die reich bemalten Häuser der Fugger, der Großkapitalisten des Mittelalters. Die Medici waren reich, die Welser noch reicher, aber die Augsburger Fugger, deren Ahnherrn solide Web- meister und Leinwandhändler waren, mit ihren schätzungsweise 400 Millionen machten sich Päpste und Kaiser abhängig und finanzierten die Kriege ihrer Zeit. Das Antlitz des 15. und 16. Jahrhunderts wurde, wenn man will, wesentlich von ihnen mitbestimmt. In der „Goldenen Schreibstube" saßen sie, die Karawanen und Schiffe über den Erdball lenkten, an der Stelle, wo heute das Kaufhaus Kröll & Nil! aus dem Buggerfchen Gebäudekomplex herausblickt. Bis in alle Ewigkeit werden die Fugger mit dem Namen der ehrwürdigen Freien Reichsstadt verbunden bleiben, wie der große Baumeister Elias Holl, der seiner Vaterstadt das repräsentative Rathaus im Renaissancestil (mit dem weltberühmten „Goldenen Saal"), die Brunnentürme der mittelalterlichen Wasserversorgung und den Rote- thorturm schuf; wie die Confessio Augustana, Phi- lippine Welser, die beiden Holbeins und Luther, der hier auf dem Reichstag von 1518 dem päpstlichen Legaten sein Nein entgegensetzte. Aber auch, als die Stadt Augsburg noch im Gelde schwamm, als die mächtigen Bürgerhäuser noch strahlende Feste sahen und die prunkenden Züge der Kaiser und Fürsten durch die engen Straßen zogen, ging man hier nicht nur in Seiden und Purpur spazieren. Es gab genug Arme im zerschlissenen Rock, denen Jakob Fugger am Rande der Altstadt der Welt erste Kleinsiedlung errichten ließ: 53 hochgieblige, schmucke Häuschen mit je zwei Wohnungen, umgeben von einer Mauer mit vier Toren, die abends verschlossen wurden. Aber das Merkwürdigste daran ist doch, daß noch in unfern Tagen, nach über vier Jahrhunderten, in den selben Häuschen bedürftige Familien zum alten Jahres- Mietzins von 1,71 Mark (gleich einem Gulden rheinisch) wohnen und leben, Kinder zur Welt bringen schaftsmitgliedern der Deutschen Reichsbahn gezeichnet wurde, sowie eine Spende von Ungenannt, die in der gleichen Höhe eingegangen ist. Der Versicherungsverein Deutscher Eisenbahnbediensteten in Berlin hat zur Eröffnung des Winterhilfswerkes des deutschen Volkes 1937/38 eine Spende von 200 000 Reichsmark gezeichnet. Diese Ziffern, so überwältigend sie auch sind, stellen nur einen erfolg- und glückverheißenden Auftakt für Jenes gewaltige Hilfswerk dar, dessen Durchführung heute für jeden deutschen Volksgenossen zu einer freiwilligen Verpflichtung geworden ist. Was leistete das WHW. im Winter 1936/37? Der Rechenschaftsbericht. Berlin, 2. Okt. (DNB.) Der Welt größte soziale Aktion, das Winterhilfswerk des deutschen Volkes, beginnt aufs neue. Jahr für Jahr sinkt die Zahl der Betreuten, je erfolgreicher der Reichsaufbau sich gestaltet. Solange er noch nicht vollendet ist, muß auch in dem bevorstehenden Winter alles getan werden, um die glänzenden Erfolge des Winterhilfswerkes vergangener Jahre zu wiederholen. 1 490 760 834 Reichsmark hat das deutsche Volk insgesamt bisher aufgebracht, um solche Volksgenossen, deren Existenz in den Krisenjahren des Systems vernichtet wurde, in der harten Zeit des Winters zu schützen. Die Empfänger von Arbeitslosenunterstützung, Wohlfahrts-Erwerbslose, Rentenempfänger, Kurzarbeiter, eben erst wieder in Lohn und Brot Gekommene — alle sie bedürfen des Beistandes ihrer Volksgenossen. So hat auch — das schildern die überwältigenden Zahlen des soeben herausgekommenen Rechenschafts-Berichtes des WHW. 1936/37 — unser Volk der Welt ein festes Zusammenstehen gezeigt, dem voller Erfolg be- schieden war. Lieber 408 Millionen gegen Hunger und Kälte. So umfassend die Sammlung von Geldspenden (RM. 294 309 604,15), Sachspenden (im Werte von RM. 92 777 946,54) und der durch Organisation und Staatshilfe erzielte Wertzuwachs (durch verbilligten Einkauf, frachtfreie Beförderung usw. 28 062 962,01 RM.!) waren, so zuverlässig wurden die Kanäle gezogen, durch die diese ungeheuren Summen in die Häuser der Bedürftigen flössen. Fast 8 Millionen Reichsmark vom Winterhilfswerk 1935/36 bildeten den Grundstock, dazu kamen Geldspenden, Sachspenden und der erzielte Wertzuwachs, so daß den Winter über eine Summe von 422 773 731,31 RM. zur Verfügung standen. RM. An Spenden wurden verteilt 321 842981,66 Die Sonderaufwendungen betrugen: Hilfswerk „Mutter und RM. Kind" 54 597 469,88 Reichsmütterdienst 5 000 000,— Deutsches Rotes Kreuz 5 000 000,— Verbände und Organisationen der Wohlfahrtspflege 11 500 000,— Tuberkulosehilfswerk 3 000 000,— Insgesamt für Aufwendungen 79 097 469,88 Unkosten 7 382 688,50 Leistung 408 323 140,04 Barvortrag für das WHW. 1937/38 14 450 591,27 Gesamtverwendung der eingegangenen Gelder also 422 773 731,31 Wie der Schatz zusammenkam. Jeder weiß, wie die Helfer des WHW. (durchschnittlich 1 339 008, davon nur 8652 hauptamtlich gegen Entschädigung Tätige) Groschen um Groschen zusammentrugen. Da waren die Büchsensammlungen (mit 861 559,97 RM. Erlös), die E i n t o p f s p e n d e n (33 737 021,99 Reichsmark), die Reichs st raßensammlungen (30 531 925,24 RM.), die Gau-Str ahen- fatnmlungen (3971 164,65 RM). Da brachten weiter der Tag der Nationalen Solidarität 5 662 279,19 RM., die Spenden von Firmen und Organisationen bei dem Reichsbeauftragten 40 094 254,33 RM., bei den Gaubeauftragten weitere 65 353 424,16 RM. Die Aus - landorganisation der NSDAP, brachte 2 542 548,52 RM. auf. Der Reingewinn der WHW.- Lotterie betrug 7 066 211,69 RM. Die WHW. - Briefmarken erzielten 1543 952,32 RM. und es wurden für 347 430,59 RM. Spendenkar« t e n ausgegeben. Wenn man dann noch bedenkt, daß durch die allen arbeitenden Deutschen selbstverständlichen Opfer von Lohn und Gehalt 69 431 071,85 RM. Zusammenstössen und auf den Reichssammellisten 5 376 472,96 RM. gezeichnet wurden, kann sich jeder ein Bild machen von der Gründlichkeit, mit der das nationalsozialistische Deutschland jenes Kapital zusammentrug, das für die Angehörigen unseres Volkes bestimmt ist, die weniger ober nichts haben. Erst wenn man bedenkt, daß Deutschland nach dem verlorenen Krieg und den rücksichtslos auspowernden Jahren der Systemzeit auch heute noch ein materiell armes und einzig auf feinen rastlosen Fleiß angewiesenes Volk ist, ermißt man die Gröhe der alljährlichen Leistungen der Winterhilfe. Die reichsten Völker der Erde mit Schaßen an Gold und Devisen, mit Kolonien, die vom Ueberfluß strotzen, riesigen Ackerbau- und Siedlungsgebieten und nationalen Reichtümern aller Art haben in jedem Winter trotzdem Millionen von hungernden und Frierenden. Das arme, aller großen materiellen Werte bis 1933 systematisch beraubte Deutschland kennt einen solchen Schandfleck der Zivilisation nicht! In den Elendsvierteln so mancher internationaler Weltstädte und Landstriche hungern elende Kinder, abgemergelte Frauen, hilflose Männer. Bei uns wurden allein im vorigen Winter Nahrungsmittel für 124 080 304,02 Mark verteilt; niemand brauchte Hunger zu leiden. In öden kalten Behausungen frieren in der Welt Hunderttausende jeden Winter — wir verteilten allein 1936/37 für 62 937 592,36 Mark Brennmaterialien. Für Bekleidung gab das vergangene deutsche Winterhilfswerk 78 965 265,14 Reichsmark aus, mit 9 579 671,89 RM. wurde bedürftigen Familien bei Anschaffung von notwendigen Haushalts- gegenständen beigesprungen. Gutscheine und Leistungen sonstiger Art wiesen 1936/37 laut Rechenschaftsbericht des Reichsbeauftragten Hilgenfeldt die Höhe von 38 630 041,72 RM. auf und die sonstigen Sachspenden 7 650106,53 RM. Kartoffeln, Kohlen, Haferflocken, Gemüse, Mehl, Fleisch, Brot, Butter, Eier, Milch, Kakao, Fisch, Honig — sie wanderten in vielen Millionen Doppelzentnern dahin wo man sie aus eigener Kraft nicht aufbringen konnte. Röcke, Anzüge, Mäntel, Mützen, Handschuhe, Strümpfe, Schuhe, vor allem Kinderaus- stattungen, wurden in ungeheuren Massen verteilt. Betten, Geschirr, Oefen, Decken, Matratzen, Möbel würben gestiftet, bis zu Wasserkessel und Waschpulver ging bas! Hanbwerksarbeit wurde bezahlt, Strom- und Gasrechnungen beglichen, riesige Speisungen organisiert. Unb auch an bie über Hunger unb Kälte hinausgehenbe Not würbe gebucht durch Verteilung von Karten für Theater, Konzerte, Lichtspiel - Theater; Bücher wurden ausgegeben, Rundfunkempfänger, Sportgeräte, Weihnachtsbäume. So wollen wir es auch in dem bevorstehenden Winter halten! Das deutsche Volk hat bitter in seinen Leidensjahren erfahren müssen, daß der einzige richtige Grundsatz für Deutschland ist: „Hilf dir selbst, dann hilft dir Gott!" Die Energie und die Folgerichtigkeit, mit der unser Volk sich unter Führung Adolf Hitlers allen Widerständen zum Trotz hochkämpft, spricht ganz besonders aus dem Winterhilfswerk. und sterben. Schon zu des Kaisers Maximilian Tagen spielten die Buben am Brunnen in der Sonne — wie heute wieder, Sauberkeit und Ordnung, so will es das Gebot der (Stiftung, herrschen überall, bie Katzen schnurren auf der Schwelle, und Genügen unb Zufriebensein sinb darüber ausgebreitet. Wenn die Tore dieser alle Zeiten und Krisen überdauernden Siedlung geschlossen werden, ist es schon Abend, das Dunkel spinnt zwischen den Häusern, lauter rauschen die Brunnen und die Kirchen ragen als schwarze, unbewegliche Schatten in den bestirnten Himmel. Bastionen und Wehrtürme — in dieser Stunde erst schlagen sie einen magisch in Bann, beschwören sie verklungene Zeiten herauf, als noch des Erzgießers Töchterlein mit dem jungen Goldschmied an der dicken Festungsmauer selige Zwiesprache hielt. Zeitschriften. — Westermanns Monatshefte bringen in ihrem Septemberheft einen Versuch von Erich von Hartz in dem Beitrag „Der Mittelpunkt der Welt", die Forderungen der Vernunft, des Gefühls, des Wissens unb bes Glaubens für das religiöse Leben unserer Zeit miteinander zu verbinden und versöhnlich zu gestalten, lieber bas Leben der Jugend in verschiedenen außerbeutschen Ländern gibt Dr. Paul Royrbach einen fesselnden Ueberblüf aus eigener Beobachtung. Ebenfalls aus eigener Anschauung spricht Ilse Schreiber über die wenig beneidenswerte Lage der deutschen Siedler in Kanada. In die Welt bes Kinderbaseins führt Ebith Winkelmann mit einer tief verstehenben Be. trachtung über Kinberspiele unb Kinberreigen. 2In- sprechende Tiefbruckbilber machen dieses Kapitel doppelt anschaulich. Andere Bilder zeigen Luftaufnahmen von den Fliegern am Meer. Dann taucht unter den Titeln die Frage auf: Ist Blindsein Unglück? Zu diesem scheinbar tiefsten menschlichen Schicksal weiß Geh. Med.-Rat Professor L. Heine, Kiel, viel Tröstliches zu sagen. Zwei farbige Aufsätze sind der Kunstoetrachtung gewidmet. Ueber Fritz Durmann, den Maler der Kurischen Nehrung, schreibt Karla Eckert. Zu eigenartigen Bildern chinesischer Maler der Gegenwart gibt Dr. L. Neide- meister eine gehaltvolle Einführung. Als ein Nachklang zur 700-Jahrfeier der Stadt Berlin ist eine nette Plauderei von Hans Frank „Idylle Berlin" zu nennen. Prächtige Wiedergaben von alten Soldatenbildern illustrieren einen 'Beitrag „Dom Landsknecht zum Panzerwagenschützen". Oer chinesische Krieg und -ie Mächte 1937. !l n tt OSDAM-0-LAM PEN t S It t m e* e« in Cai {hnrtjeldjen 6er Osram-g-Lampen, Packung Der pariser Besuch Äeneral Mitchs. Paris, 5. Oft (DNB.) Der Staatssekretär im Reichsluftfahrtministerium General der Flieger Milch stattete dem Luftfahrtminister Pierre C o t, dem Unterstaatssekretär im Luftfahrtministerium, den Generalstabschefs der Fliegertruppe und des Heeres sowie dem Chef des Admiralstabes Besuche ab. Er legte dann am Grube des unbekannten Soldaten einen Kranz nieder. Eine Ehrenkompanie der Fliegertruppe hatte vor dem Triumphbogen Aufstellung genommen und präsentierte während der feierlichen Kundgebung das Gewehr. Eine große Menschenmenge hatte sich hinter dem Spalier versammelt. Die deutschen Offiziere trugen sich anschließend in das Goldene Buch des Triumphbogens ein. Am Montagabend war der General Gast des Stabschefs der französischen Luftwaffe, General Fequant. Dienstag mittag war er beim Luftfahrtminister Cot geladen, der einen Trinkspruch auf das Oberhaupt des Deutschen Reiches und auf die deutsche Luftwaffe ausbrachte. In einer Erwiderung wünschte General der Flieger Milch eine freundschaftliche Zusammenarbeit der Luftfahrt Nachdruck verboten. II Ein Interview und dann zur Front. Tientsin, September (Durch Luftpost). Reise an die japanische Front Von unserem H. Tr.-Sonderberichterstatter. Japan an seine britischen Kritiker. Die Luftangriffe hätten vermieden werden können. London, 6. Okt. (DNB. Funkspruch.) Die „Times" veröffentlicht die gemeinsame Zuschrift zahlreicher japanischer Politiker, in der festgestellt wird, daß der Krieg von China den Japanern aufgezwungen wurde. Es wird daran erinnert, daß Japan Luftangriffe auf Zivilisten stets abgeleynt, und 1923 in Haag auf die völlige Abschaffung der Bomberwaffe gedrängt habe. Die japanische Regierung sei aber damals am Widerstand Englands und Frankreichs gescheitert. Solange der Gegner eine derartige Waffe anwende, könne natürlich auch Japan nicht auf sie verzichten. Sofern Eisenbahnstationen und andere militärisch-wichttge Ziele in stark bevölkerten Gebieten lägen, gerate unvermeidlich auch die in deren Nähe wohnende Bevölkerung in Gefahr. Die japanischen Flieger täten allerdings alles in ihrer Macht liegende, um die Gefahren für die Zivilbevölkerung zu verringern. Wenn gerade heute von den Westmächten diese Luftangriffe verdammt würden, so könnte man dem nur zusttmmen. Freilich hätte man, wie Japan es getan hätte, die Schrecken eines Luftkrieges früher erkennen und mit Japan zur Beseitigung dieser Schrecken Zusammenarbeiten sollen. Oer Genfer Völkerbund sagtChina,,moralische!lnterstühung"zu Genf, 5.-Okt. (DNB.) Die Dölkerbundsver- sammlung hat die von dem Konsultativausschuß für Ostasien vorgelegten Berichte über den chinesisch- japanischen Konflikt angenommen. Demnach werden die Dölkerbundsmitglieder, die den Neunmächtevertrag unterzeichnet haben, aufgefordert, sich so- fort über die besten und schnellsten Mittel zu verständigen, um den Konflikt im Wege des Einver- nehmens ein Ende zu machen. Ferner verspricht die Versammlung China ihre „moralische Unterstützung" und fordert die Mitgliedsstaaten auf, sich jeder Aktion zu enthalten, die die Widerstandskraft Chinas schwächen und seine Schwierigkeiten vermehren könnte, weiter zu erwägen, in welchem Maße sie, jeder für sich, China Hilfe leisten könnten. Aordchinas Zäunst. „Ein halb unabhängiges Regime unter japanischer Führung." Tokio, 6. Okt. (Ostasiendienst des DNB. Funkspruch.) Laut Pressemeldungen hat der japanische Presseattache in China, ^Generalmajor Kita, in einem Interview erklärt, Japan beabsichtige in Nordchina keine neue Staatsgründung, wie es gleichfalls eine ständige militärische Besetzung Nordchinas zu vermeiden wünsche. Jedoch glaube er für den Fall des weiteren An- hultens der antijapanischen Einstellung Chinas ein halb unabhängiges Regime unter japanischer Führung voraussagen zu können. Eine ständige Besetzung wichtiger strategischer Punkte Nordchinas im Falle weiterer Feindseligkeiten der Chinesen bezeichnete Generalmajor Kita als wahrscheinlich. Augenblicklich müsse das in den japanischen Machtbereich geratene Gebiet derartig verwaltet werden, daß daraus jedes zukünfttge Regime entwickelt werden könne. Neues Bombardement Schanghais. Schanghai, 5. Okt. (DNB.) Der Stadtteil T s ch a p e i war am Dienstag dem bisher in den Kämpfen um Schanghai schwersten Luftbombardement ausgesetzt, durch das die westlichen Teile der Internationalen Niederlassung den .ganzen Tag über erschüttert wurden. Staffelweise fliegende japanische Maschinen warfen, eine neue Taktik anwendend, ihre ganze Bombenladung mit einem Mal ab. Mehrere 100 Bomben, darunter auch solche von 500 Pfund, gingen auch über der chinesischen Front und auf die rückwärttgen chinesischen Stellungen nieder. schen Städten noch Läden und zwar in einer solchen Masse, daß man annehmen muß, so eine chinesische Stadt bestünde nur aus Kaufleuten. Wie im orientalischen Basar liegt Budike neben Budike. Kisten und Kasten waren erbrochen und ihr In- halt über die Gassen verstreut, wo die Räder der schweren Artillerie den ganzen Krimskrams platt walzten. Etwas ungeheuer Trübseliges ging von dieser toten Stadt aus: ab und zu trabte auf hochbeinigem Pferd ein Meldereiter vorbei, hier und dort wurden Telephonleitungen gelegt, in einer verwüsteten Apotheke rochen japanische Soldaten prüfend an den Medikamenten, vor Hunger halbtote Hunde schlichen herum, ein paar Häuser durch Fliegerbomben verwüstet, an den Wänden Wegweiser zu den verschiedenen „Stäben" und da und dort ein verschüchterter uralter Chinese, der als „Paß" und „Talisman" mit einer kleinen japanischen Pa- pierflagge in der Hand sich ängstlich an den Mauern entlang tastete, in der Luft ein süßlicher Verwesungsgeruch, Millionen von Fliegen. — Weiß der Teufel! Als Divisionskommandeur hätte ich mein Stabsquartier in einer hübscheren Gegend aufgeschlagen! Nach endloser Fragerei und verschiedentlichem „Verlaufen" hatten wir dies Divisionsquartier endlich gefunden: das Haus eines reichen Chinesen. Vor dem Eingangstor ein Doppelposten im braunem Stahlhelm mit aufgepflanztem Seitengewehr hinter einer Schutzmauer aus Sandsäcken. Im breiten Eingangstor die Wache, saubere Burschen, denen man ansah, daß ihnen dieser „Druckposten" gut bekam. Rittmeister Satoh stellte seinen Koffer ab, wir taten das gleiche, staubten uns ab und machten uns „Dinner-fertig". Eine Viertelstunde verging, eine halbe, eine ganze ... Rittmeister Sa- toh blieb verschwunden! Sitzgelegenheiten gab es nicht, also setzte man sich resigniert auf die Erde. Gegenüber wurden die Pferde des Stabes geputzt, irgendwo war ein Haufe japanischer Stahlhelme aufgestapelt, anscheinend von Toten oder Verwundeten herrührend. Meldereiter kamen und gingen, ab und zu kam ein Offizier mit goldener Schärpe und ebensolchem Bandolier heraus, sah uns prüfend an und verschwand. Allmählich bekam man Hunger. Und vor allem Durst. Wieder verging eine Viertelstunde, endlich kam Rittmeister Satoh heraus: „Exzellenz lassen bitten!" Na, Gott sei Dank, hoffentlich „zu Tisch". — Leider war das nicht der Fall: Exzellenz erwartete uns vielmehr zu einem „I n t e r v i e w" in der Ahnenhalle des Hauses, die auch jetzt ihre Funktion als „Besuchszimmer" er- füllte. Wie die meisten chinesischen Privathäuser, so Potifif mit Torpedos. Qün englischer Politiker, bekannt wegen seines ab» Deutschenhasses, fragte dieser Tage mehr als höhnisch, wo denn nun eigentlich die U-Boot- Piraten geblieben wären. Die Antwort auf diese Frage, bewußt so gestellt, als wären es deutsche und italienische Boote gewesen, die im Mittelmeer Unruhe geschaffen, sich dann aber nach Einrichtung der englisch-französischen Kontrolle schleunigst verkrochen hätten, ist ihm kurzfristig erteilt worden. Und zwar von sowjetrussischer Seite. Ein Moskauer U-Boot hat entsprechend der Kreml-Taktik einen Torpedo auf den britischen Zerstörer „Basilisk" abgeschossen, hat zwar nicht getroffen, aber erreicht, daß nun wieder hellste Aufregung herrscht. Daß es ein Bolschewistenboot war, ergibt sich' einwandfrei aus den „Beobachtungen" der Valencia- Bolschewisten, die gleich mit ausführlichen Berichten über diesen Angriff bei der Hand waren und sogar noch etwas über einen zweiten Torpedoangriff mitzuteilen wußten, von dem die britische Admiralität bisher noch keine Kenntnis erhalten hat. Die ausgezeichnete Unterrichtung der Roten in Valencia über die Einzelheiten des Angriffs erinnern uns lebhaft an gleiche Vorfälle der Vergangenheit. Auch damals wußte man besser Bescheid als die unmittelbar Betroffenen, was kein Wunder ist, waren damals wie heute diese Angriffe von den Roten wohlvorbereitet worden. Wenn sich die Bolschewisten wiederum einen Engländer ausgesucht haben, dann nicht ohne Grund. Mit den Angriffen auf deutsche und italienische Schiffe haben sie die gewünschten politischen Wirkungen nicht auszulösen vermocht, die eben darin bestehen sollten, die Völker so in Harnisch zu bringen, daß sie gegeneinander zu den Waffen griffen. Diesen Gefallen haben ihnen auch die sonst hinter den Bolschewisten herlaufenden oder sich die bolschewistischen Außenpolitik recht gefügig zeigenden Nationen denn doch nicht getan. Und was Deutschland anlangt, so haben wir aus den Angriffen auf unsere Schisse die erforderlichen Konsequenzen gezogen, was man drüben mit süß-saurer Miene aufnahm. Litwinow-Finkelstein, der die Puppen tanzen lassen möchte, hat in Gens bei der Behandlung eines chilenischen Antrags, auch die nicht im Völkerbund sitzendenNationen um ihre Ratschläge bei der Völkerbundsreform zu bitten, erregt protestiert. Weil dann auch Deutschland undJapan gefragt werden müßten. Das aber will die Sowjetunion nicht. Sie will sich in Genf zum Alleinherrscher machen, sie will den Genfer Kurs bestimmen. Darum sind ihr auch die „Abstinenziv- nisten" im Völkerbund ein Dorn im Auge, jene kleinen Staaten, die mit dem Bolschewismus wiederholt höchst unangenehme Bekanntschaft gemacht haben und die gar nicht bereit sind, jeden Unfug am Genfer See mitzumachen. Sie stellten sich auch bei dem Versuch, die Freiwilligen-Aktion im Moskauer Sinne zu unterstützen, abseits, so daß der sowjetrussische Antrag ins Wasser fiel. Darob natürlich in allen bolschewistischen und probolschewistischen Kreisen große Empörung. Am meisten bei Litwi- now-Finkelstein, wie sein Reagieren auf den chilenischen Antrag zeigt, der angenommen wurde. Zeigten die Ausfälle Litwinows, welchen Weg er steuert, so zeigt der Angriff auf den britischen Zerstörer, daß Moskau wieder zur Politik mit Torpedos zurückgekehrt ist. Zu gern hätte man gesehen, daß die ab gefeuerten Sprengladungen den Zerstörer versenkt hätten. Wie hätte man dann wieder die internationale Oeffentlichkeit aufwiegeln und die Spuren der sowjetrussischen Außenpolitik vermischen können. Das Schicksal wollte es anders, die Torpedos liefen vorbei. Und Litwinow-Finkelstein wird sich gedulden müssen, bis das nächste Sowjetunterseeboot zum Schuß kommt. Denn nach der großen Pleite der bolschewistischen Außenpolitik, nach dem engen Zusammenschluß Deutschlands und Italiens weiß man sich in Moskau keinen andern Rat mehr, als zu der alten Methode der Anwendung von Gewaltakten zu greifen. Uns geht diese Politik wenig an, solange Torpedos auf britische Schiffe abgefeuert werden. Es ist Sache der Engländer, sich mit den Herrschaften im Kreml auseinanderzusehen, denen man bisher bereitwillig den Vortritt gelassen hat, so daß sich niemand wundern darf, wenn sie neue Sitten einführen. Nur sind diese Sitten dem europäischen Frieden wenig bekömmlich. D. S. Oie Suche nach dem bolschewistischen !l-Dooi eingestellt. London, 5. Okt. (DNB.) Wie Reuter berichtet, ist die Suche nach dem U-Boot, das einen Torpedo auf den britischen Zerstörer „Basilisk" abfeuerte, eingestellt worden. Dienstag früh seien d i e normalen Patroui(lenfährten wieder ausgenommen worden, lieber das Ergebnis der Abwehrmaßnahmen fei nichts bekannt. Insgesamt hätten sieben britische Zerstörer und zwei Flugzeuge Montag abend und die ganze Nacht hindurch das westliche Mittelmeer abgesucht, ohne etwas von dem U-Bot zu finden. war auch dieses um einen quadratischen, mit Blumen und Springbrunnen geschmückten Hof herumgebaut — von der Eingangstür schreitet man durch den Hof in graller Linie auf das Ahnenzimmer zu, wo die Ahnentafeln ausgestellt sind und andere Familienerinnerungen aufbewahrt werden. Generalleutnant Renski I s o g a i, ehemals Chef der japanischen Militärmission in Peking und Typ des „politischen Generals", stand mit seinem Stabschef aufrecht hinter einem großen Tisch. Die Presse marschierte auf, jeder machte seine Verbeugung und legte vor dem General, nach fernöstlicher Sitte, seine Visitenkarte auf den Tisch. Er las sie durch und war im Bilde. Rittmeister Satoh, dem es etwas unbehaglich zumute zu sein schien, spielte den Dolmetscher und erklärte, Exzellenz seien bereit, Fragen der Presse zu beantworten. Erste Frage: „Was sind die japanischen Kriegsziele? Der General dachte einen Augenblick nach und erklärte: „Wir führen nicht gegen das arme chinesische Volk Krieg. Wir führen lediglich gegen den schlechten Geist der Nanking- Regierung Krieg und Sie müssen sich Japan rote einen Buddah mit dem Schwert vorstellen, der den Teufel austreiben will." Zweite Frage: „Wie weit soll die derzeitige Offensive vorgetragen werden? Antwort: „Geographisch unbegrenzt, sie endet erst, wenn Nanking eines anderen Sinnes geworden ist, denn die japanische Armee kämpft für den Frieden." Dritte Frage: „Verluste der Durchbruchsschlacht?" Antwort: „Chinesen etwa 300, Japaner etwa 200 Tote und Verwundete." Allgemeine Enttäuschung, infolgedessen sah sich der General genötigt, sich ganz kurz über die Gefechtstaktik zu äußern. Hier — in großen Zügen der Verlauf eines solchen Gefechts auf dem nordchinesischen Kriegsschauplatz: Irgendwo haben sich die Chinesen eingegraben. Stellungen meist recht geschickt angelegt und gut getarnt. Die Japaner marschieren an, entfalten sich und eröffnen das Artilleriefeuer im Verein mit Bombenfliegerangriffen. Darauf reißt ein Teil der schlecht disziplinierten chinesischen Provinzialtruppen aus, der Rest eröffnet das Snfanteriefeuer auf die an greifende japanische Infanterie. Ist diese etwa bis auf Sturmentfernung herangekommen, hauen die restlichen Verteidiger ebenfalls beschleunigt ab und schlagen sich durch die riesigen Kauliangselder seitwärts in die Büsche. Einen Tagesmarsch weiter rückwärts setzen sie sich aufs neue, und das alte Spiel wiederholt sich, das den Japanern unendlich viel Zeit und — ebenso wie den Chinesen — wenig blutige Verluste kostet. Es hat wenig Zweck, die vielen Fragen, die dem General gestellt wurden — die Unterredung dauerte etwa eine Stunde —, im einzelnen noch einmal zu wiederholen, wie alle japanischen Generale verstand es auch General Renski Jsogai, sehr liebenswürdig mit vielen Worten nichts zu sagen, zum Schluß ließ er sich photographieren und die Presse mar entlassen. „Herr Rittmeister, wo soll es denn nun eigentlich hingehen?" rief einer. — „N a ch Ma- s ch a n g!" — „Und wie weit ist das?" — „Etwa 8 oder 10 Kilometer." — „Waaas? Und wie sollen wir dorthin kommen?" — „Z u F u ß !" — „Gibt's denn keine Autos?" — „Nein!" Worauf die Presse geschlossen in den Streik trat, was den Rittmeister Satoh zu scharfem Nachdenken veranlaßte. Das Ergebnis war der Vorschlag, an den Kaiser-Kanal zu „tigern" und dort nach einer Fahrgelegenheit Ausschau zu halten. Gesagt, getan. Eine Stunde lang wanderte die Presse-Schlange, beladen mit Freßkörben und Bier- fäften, durch das übelduftende Tankuantung. Endlich war der Stadtrand erreicht — die chinesischen Städte sind meist von einer ungeheuren Ausdehnung —, unmittelbar am Rande lief der Kaiser- kanal vorbei, auf dem gerade ein mit japanischen Pionieren besetztes großes Motorboot angemeine Richtung Maschcma vorbeikam. „Hallo! He! Wo wollt ihr denn hin?" schrie der Rittmeister. „Nach M a s ch a n g !" „Anlegen!" — Und schon schnurrte das Bootchen heran, ein Brett wurde ausgelegt und aufatmend kletterten wir an Bord. Der Weg nach Tankuantung schien uns endlos. Da der schmale, durch ein Überschwemmungsgebiet führende Weg mit Feldartillerie und Kolonnen jeder Art f a st verstopft war, mußten wir in einer langen Reihe hintereinander am Rande des Wassers marschieren, vorbei an ertrunkenen Pferden, toten Maultieren und aufgequollenen Deren» Men Hunden, die in der Gluthitze — von Millionen von Fliegen und Moskitos umschwärmt — einen unbeschreiblich fürchterlichen Gestank verbreiteten. Mit feinem großen Schwert und feinem Mu- fterfoffer stiefelte Rittmeister Satoh an der Spitze der „Journalisten-Kette", deren Schluß die englische, einer Ohnmacht nahe „Miß" bildete, die mit ihren Stöckelschuhen in dem harten, ausgefahrenen Lehmboden kaum gehen konnte. Die japanischen Kanoniere und Trainfahrer wollten sich über uns kost fertigende, schwitzende und ingrimmig fluchende Menschlein halb tot lachen — vielleicht hielten sie uns für eine Kolonne Handlungsreisende oder gar arretierte „Kommunisten". Da die meisten der aus Jnnerjapan stammenden Mannschaften noch nie einen „Weißen" gesehen hatten, betrachtete man uns mit einer Art wohlwollend herablassenden und etwas mirteibigen Neugier Schweißgebadet erreichten wir endlich den Stadtrand von Tankuantung. Das Stadttor stand offen, die Stadt selbst war von der Zivilbevölkerung fast restlos verlassen worden. Chinesische Pro- vinzstädte gleichen in ihrer Einförmigkeit und Reizlosigkeit wie ein Ei dem andern. Alle Häuser aus Lehm gebaut, mit hohenLehmmauern nach der Straße abgeschlossen, so daß man stundenlang zwischen diesen toten Lehmmauern entlang laufen kann, die in mehr ober minber regelmäßigen Abständen von offenen Toren unb Türen unterbrochen finb unb bie ben Blick auf bie mit geheimnisvollen Schriftzeichen bebeckten „Geistermauern" freigeben, die in~ keinem chinesischen Hause fehlen. Denn Geister können in China keine „krummen Wege" gehen, fonbern nur gerabeaus laufen. Dabei rennen sie bann an bie „Geistermauer" an unb müssen un« verichteter Dinge roieber umkehren, währenb ber Mensch biefe Geistermauer, bie eine Art steinernen Vorhang hinter ber Eingangstür bilbet, geschickt „umgeht". Außer Mauern gibt es in ben chinesi- 3eber Arbeitsraum soll auch des Abends durch gute und reichliche AllgemeiN'Beleuch- iung und blendungsfreie Arbeitsplatz-Beleuchtung freundlich gestaltet sein. An solchen durch Llcht verschönerten Arbeitsplätzen wird sich der Mensch wohlfühlen und mit mehr Lust und Liebe seine Arbeit vollbringen. Osram-D-Lampen mit ihrer großen Lichtfülle sind die gegebenen Lichtspender für billige Meitsplah-Beleuchtung. Man frage den Elektrolicht-Fachmann wegen Verwendung. von Deutschlands und Frankreichs und trank auf eine glückliche Zukunft der französischen Luftfahrt. An dem Frühstück nahmen auch Botschafter Graf Welczeck, die deutschen Militärattaches, Außenminister D e l b o s, General Georges und andere höhere Militärs teil. Oer neue Volksempfänger. Das modernste Gerät zu volkstümlichem Preis. Berlin, 5. Oft (DNB.) Im „Zeit-Rundfunk" gab der Präsident der Reichsrundfunkkammer, K r i e g l e r, bekannt, daß der von Reichsminister Dr. Goebbels bei Eröffnung der diesjährigen „Großen Deutschen Rundfunkausstellung" in Berlin an- gekündiZte neue verbesserte und verbilligte Volksempfänger erschienen ist und in den Geschäften des Rundfunkeinzelhandels zum Verkauf bereit steht. Der neue Volksempfänger, der die Typenbezeichmmy „VE 301 Wn" trägt, sei den technischen Erfordernissen angepaßt, die an einen modernen Einkreiser zu stellen sind. Die Merkmale seiner Verbesserung seien eine leichtere Handhabung der BeDienung, Die Erhöhung der Klanggualität, die (Erreichung einer größeren Empfindlichkeit, besonders beim Tabesempfang, und schließlich eine Steigerung Der Betriebssicherheit und eine Verbilligung um 11 Mark gegenüber dem ursprünglichen Volksempfänger. Das neue Gerät koste trotz aller technischer Verbesserungen 65 Mark. Dieses neue Gerät sei Der moDernste Empfänger in der volkstümlichsten Preisklasse geworden. Präsident Kriegler gab ferner bekannt, daß der alte Volksempfänger, dessen Preis auf 59 Mark herabgesetzt sei, immer noch nicht veraltet sei, und es für seine Qualität spräche, wenn er sich in Den vier Jahren seines Bestehens gegenüber Den vielfach wechselnden Typen Der sonstigen RunDfunkgeräte mit gewaltigen Umsätzen auf dem Markt behaupten konnte. Die Preisherabsetzung roerbe auch ihm neue Käuferschichten zuführen, die gewiß sein könnten, einen leistungsfähigen und zuverlässigen Appart zu erhalten. Zuchthaus für kommunistische Mrdfchützen. Nach 5 Jahren Sühne für Notmordüberfall auf wehrlose SA.-Männer. Essen, 6. Okt. (DRB. Funkspruch.) Im März dieses Jahres starb Der SA.-Mann Alfred Schröer aus Essen nach fast fünfjährigem Siechtum an den Folgen einer Schußverte tz u n g , Die er am 28. Juli 1932 erhalten hatte. Damals war in Essen-Katernberg von Kommuri i st e n ein Feuerüberfall auf S A. - Männer gemacht worben, Die Wahlflugblätter verteilten. Schon im November 1932 hatte bas Essener Sonbergericht einige ber kommunistischen Morbschützen zu langjährigen Freiheitsstrafen verurteilt. Jetzt hatten sich ber 57 Jahre alte Friedrich Jorzig, ber bamals mangels Beweise freigesprochen worben war, und der 30 Jahre alte Max I a n d t, ber ebenfalls an bem Feuerüberfall auf Die völlig unbewaffneten unD wehrlosen SA.-Männer beteiligt war, vor Dem Essener Schwurgericht unter Der Anklage Des ToDschlages zu verantworten. Die Beweisaufnahme widerlegte bie Behauptung Der beiDen Angeklagten, nur Schreckschüsse auf die nationalsozialistischen Flugblattoerteiler abgegeben zu haben. Unter Versagung milDernber Um- stänDe verurteilte Das Gericht Die beiDen Angeklagten wegen schwerem LanDfrieDens- bruches in Tateinheit mit gemeinschaftlichem Totschlag zu je acht Jahren Zuchthaus unD 10 Jahren Ehrverlust. Die Untersuchungshaft rourDe beiDen Angeklagten angerechnet. Die^UrteilsbegrünDung betont die Gemeinheit Der Handlungsweise der beiDen Angeklagten, Die mit Den bereits rechtskräftig Verurteilten meuchlings auf wehrlose Volksgenossen schossen, Die ihnen nichts zu leibe getan hatten unD Siechtum unD ToD eines wackeren SA.-Mannes Durch ihr frevelhaftes Tun mitver- fchuldeten. Bombenanschlag auf die Oelleitung von Mossul. London, 5. Okt. (DRB.) Von bisher unbekannten Attentätern rourDe a u f Die Oelleitung Mossul —Haifa ein schwerer S p r e n g st o f f a n s ch l a g verübt. Danach ist Die Oelleitung auf transjorDanischem Gebiet zur Explosion gebracht unD zerstört worDen. Die Oelleitung befindet sich angeblich an drei Stellen in Brand. Da auch Die neben Der Oelleitung laufen» Den Telephonleitungen zerschnitten wurden, war eine sofortige Verfolgung ber Täter nicht möglich. Dieser Sabotageakt bebeutet einen Anschlag auf eine ßebensaber Der englischen Flotte. Das gigantische Werk ber Oelleitung von Mossul nach bem palästinensischen Hafen Haifa würbe erst im Januar 1935 beenbet. Um die Schwierigkeiten beim Bau auch nur annähernd würdigen zu können, muß man sich oorstellen, baß biese mehr als 20 00 Kilometer lange Rohrleitung unterirdisch verlegt wurde. Bereits während der Bauzeit war die Oelleitung Gegenstand verschiedenster Anschläge. Kleine politische Nachrichten. Der Führer und Reichskanzler hat Herrn Arthur Kannenberg, der seit Jahren Den Haushalt Des Reichskanzlerpalais betreut, Den Titel HausintenDant verliehen. * Die deutsche und Die polnische Regierung haben sich über Die Regelung Des EisenbahnDurch- gangsverkehrs zwischen Ostpreußen und Dem übrigen DeutschlanD Durch Das polnische Gebiet ver- ftänbigt. Ein Uebereinfommen enthält auch für 1938 Die Möglichkeit einer unbeschränkten Durchführung Des EisenbahnDurchgangsverkehrs auf ber im laufen- ben Jahr benutzten polnischen Strecke. Der tschechoslowakische Ministerpräsibent Dr. Hodza empfing bie sudetenbeutschen Abgeorbneten Frank und Kunbt zu einer mehr als zweistün- bigen Aussprache über bie Praxis ber politischen Verwaltungsbehörben unb staatlichen Sicherheitsorgane, bie nicht geeignet ist, bie innerstaatliche Atmosphäre zp verbessern. Der dieser Tage verhaftete Terrorist Fiam- be r t i wird auf Antrag des Staatsanwalts unter Anklage gestellt. Die Bombenanschläge a u f bie Bürogebäube Der beiDen Unternehmer-Gewerkschaften in Paris ausgeführt zu haben. Die gegen ihn erhobene BeschulDi- gung lautet: Zerstörung von GebäuDen mit ToDes- fällen unD Totschlagsversuch. * Die mit Dem Finanz- und Zollminister von Neuseeland geführten VerhanDlungen über Die AusDehnung Des Deutsch-neuseeländischen Handelsverkehrs haben zum Abschluß eines Abkommens geführt. Das Handelsabkommen enthält die Festlegung ber Meistbegünstigung unb bringt eine Zollermäßigung für eine beschränkte Anzahl deutscher Erzeugnisse bei ber Einfuhr nach Neuseeland Bei Der Umrechnung Der Deutschen Heimatwerte Der nach Neuseeland eingeführten Erzeugnisse für Verzollungszwecke roirD Die Umrechnung von Mark in neuseelänDische PfunD-Sterling nicht wie bisher zum Tageskurse, sonDern zu einem für I Deutschland günstigerem Kurse vorzunehmen fein. DeutschlanD roirD von Dem Gesamtbetrag Der für Die Einfuhr neuseeländischer Erzeugnisse zu erteilenden Devisengenehmigungen einen angemessenen Teilbetrag für Butter und Obst abzweigen. Infolge eines Streiks von Spezialarbeitern i n Den norDwalisischen Bergwerken wur- Den Drei Der großen Bergwerke von NorDwales, nämlich Llay Main, GresforD unD HafoD, still- gelegt, lieber 5000 Arbeiter roerDen von Der erzwungenen Arbeitslosigkeit betroffen. Aus aller Welt. 4S0deutscheArbeiterfah!-kn nachdem Berlin, 5. Oktober. (DNB.) Am 8. Oktober werben 450 beutsche Arbeiter in einem SonDer - zug ber N S G. „K b F." zu einem achttägigen Aufenthalt nach Italien fahren, um bamit Den Besuch Des italienischen Dopolavoro in DeutschlanD zu erroiDern. Die Fahrt geht nach Rom, wo Die Urlauber Drei Tage sich Die SehenswürDigkeiten Der HauptstaDt unD ihrer Umgebung ansehen roerDen. Am 12. Oktober erfolgt Die Weiterfahrt nach Florenz, roo außer Stadtbesichtigungen auch ein Empfang Des Dopolavoro unD ein geschlossener Theaterbesuch vorgesehen sind. Der KDF.-Sonderzug besteht aus 11 Wagen Der Polsterklasse, bie sämtlich mit Zuglautsprechern aus» g e r ü ft e f sinb, so Daß Den Fahrtteilnehmern von Der Reiseleitung laufenD Erklärungen ber Lanbschaft unb ber burchfahrenen Strecke gegeben werden können. Abschluß der NSKü.-Fahrl in Jugoslawien. Die Jugoslawien-Bulaarien-Fahrt Des NSKK. unter Führung Des Korpsführers Hühnlein fand ihren Abschluß. Die Kolonne des NSKK. startete im slowenischen Badeort Seines (Bled), um sich bald daraus an der jugoslawisch- österreichischen Grenze von ihrem letzten Gastgeber in Jugoslawien, bem Slowenischen Automobilklub, herzlich zu verabschieben. Die Fahrtteilnehmer kehren, wie Korpsführer Hühnlein in seiner Abschieds- ansprache in Velves erklärte, erfüllt von Den schönsten und nachhaltigsten Eindrücken sowohl von der überall erfahrenen herzlichen Aufnahme als auch von Den landschaftlichen Schönheiten Jugoslawiens nach DeutschlanD zurück. Die Fahrt ist ohne Unfall verlaufen. Der Revanchekampf um die Schachwellmeisterschafl. Die erste Partie im Revanchekampf Euwe gegen Aljechin um Den Schachweltmeistertitel im Haag rourDe nach 40 Zügen abgebrochen. Euroe führte Die weißen Steine und leitete Den Kampf mit einer Sameneröffnung ein. Bei Der Unterbrechung hatten beiDe Spieler je einen Turm unb Drei Bauern. Die Stellung Euwes ist etwas günstiger. Die Meister des Skates. Nach Den bis jetzt vorliegenden Ergebnissen der Skatwettspiele Des 14. Deutschen Skatkon- gref^es in Altenburg würben bei der Einzel- meisterschaft der Männer um ben Titel eines Deutschen Skatmeisters brei Meister ermittelt. Die Teilnehmer hatten bie 45 gelegten Spiele gleichmäßig Durchzuspielen. Jnsolgebessen entfiel auf jeden ber brei Plätze (Vorderhanb, Mittelhand und Hinterhand) ein Meister. Sieger und damit Skatmeister auf ben brei Plätzen würben Georg Purucker (Altenburg), ben von 15 Spielen nur eins verlor, mit 696 Punkten, Franz Strauß (Wittenberg), ber bei 16 Spielen feins verlor, mit 964 Punkten, Georg Wittig (Halle), ber von 18 Spielen zwei verlor, mit 758 Punkten. Bei ben Frauen wurde Skatmeisterin Frau Anny B o s s a u (Wallheusen), Frau Erna Solle (Altenburg) und Frau Lotte W i n s e l m a n n (Altenburg). Im Mannschaftskampf der Männer siegte Skatoerein Meuselwitz mit 7536 Punkten vor „Herzdame" (Berlin-Nikolassee) und „Erster Plauener Skatverein". Verheerendes Hochwasser in Südfrankreich. Sie Salat, ein Nebenfluß der Garonne, ist durch bie in Den letzten Tagen über Die Pyrenäen niedergegangenen Regenfälle so stark angeschwollen, daß zahlreiche von dem Fluß berührte BergDörfer und Die StaDt St. Girons völlig überschwemmt wurden. ZahlrÄche Brücken rourDen von Den reißenden Flüssen mitgerissen. In Den Sörfern Uftou, Salau und Couflens wurden Die meisten Häuser völlig vernichtet und von Den Wassern mitgerissen. Auch alle zu diesem Sörfern führenden Straßen sind überschwemmt. Bisher ist es noch nicht gelungen, mit Den abgeschnittenen Bewohnern In Verbindung zu treten. Menschenopfer wurden jedoch bisher nicht gemeldet. Vier Tote beim Absturz eines österreichischen heeresflugzeuges. Ein österreichisches Heeresflugzeug ist kurz nacfj'^ Dem Aufstieg auf Dem Flugfeld Aspern infolge * Tragflächenbruches abge stürzt. Sie Besatzung, Zwei Unteroffiziere unD zwei SolDaten Des Fliegerregiments 1, rourDe tot aus Den Trümmern gezogen. Ser Herzog von Dindsor im Deutschen Haus auf der Pariser Weltausstellung. Ser Herzog unD Die Herzogin von WinDsor besuchten am Sienstagnachmittag Das Deutsche Haus auf Der Internationalen Ausstellung in Paris. Sie waren u. a. in Begleitung von Generalkommissar Labbe, Den Vizekommissaren Der Ausstellung unb Dem AbgeorDneten Andre Cornu. Sie rourDen empfangen von Reichskommissar Rup. p e l unD Vizekommissar MairoalD. Der Herzog von WinDsor bezeugte ein lebhaftes Interesse für Die Deutsche Abteilung Der Ausstellung; besonDers äußerte er sich berounDernD über Die im Deutschen E)aus ausgestellten GegenstänDe der deutschen industriellen Erzeugung. Beim Abschied erklärte der Herzog von Windsor, er werde nach seiner Rückkehr von seiner bevorstehenden Seutschlandreise Dem Deutschen Haus einen nochmaligen Besuch abftatten. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. DeutschlanD liegt zwischen Dem starken skandinavischen Hochdruckgebiet unb einem Mittelmeertief. Demgemäß herrschen lebhafte Dftroinbe, die verhältnismäßig kühlere Festlandsluft für uns verfrachten. Sie von Südweft her aufgleitende Warmluft läßt jedoch kein beständiges Wetter aufkommen. Aussichten für Donnerstag: Zeitweise aufheiternd, doch meist wolkig, zeitweise auch leichter Regen, etwas milder, überwiegend östliche Winde. Aussichten für Freitag: Zeitweise heiter, doch immer noch leicht unbeständig. Lufttemperaturen am 5. Oktober: mittags 12,5 Grad Celsius, abends 9,6 Grad; am 6. Oktober: morgens 8,5 Grad. Maximum 12,9 Grad, Minimum heute nacht 7,8 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 5. Oktober: abends 10,2 Grad; am 6. Oktober: morgens 9 Grad. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum- fchein. Verantwortlich für Politik unb für Die BilDer: Dr. Fr.W. Lange; für Feuilleton: Dr.Hans Thyriot; für Den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für Den Inhalt Der Anzeigen: TheoDor Kümmel. S. A. IX. 37: 9248. Sruck und Verlag: Brühlsche llniversitätsDruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugs- preis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit Der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufs- preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit Der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. Für die überaus zahlreichen Beweise der innigsten Teilnahme Heinrich Geis und Kinder. beim Tode meiner lieben Frau kann ich nur auf diesem Wege, zugleich im Namen meiner Kinder, den herzlichsten Dank Klein-Linden (Frankfurter Str. 150), den 6. Oktober 1937. ausdrücken. 0'938 Dr. med. A.Weyl. Gießen, im Oktober 1937. 6491 D 17 | Kaufgesuche | Herr Helmut Pohl im Alter von 25 Jahren. | Verkäufe 04937 19.30-21.45 Uhr Moral Gute Stellung Dienerfathsthule Bad Godet berg a.Bh.l Stadttheater Kleine Anzeigen richten sich an die Bevölkerung der engeren Heimat! 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In dem Quergebäude werden die Aufnahme, die Poliklinik, die Strahlentherapie, der Hörsaal, die Operationsanlagen, der Kreißsaal und das Laboratorium untergebracht In den anschließenden zwei Seiten- und einem Quergebäude des Jahres 1870 zurücksteht. Ganz analog hat auch der vergangene Sommer 1937 im Vergleich zu seinen Vorgängern ein erheblich gesteigertes Maß an Hitzeperioden gebracht. Im Juni des Jahres 1937 hatten wir eine dreiwöchige Hitzewelle mit Rekordwerten von 33 bis 35 Grad, und auch im Anfang des August konnte sich nochmals tropische Wärme bis zu 36 Grad in ganz Mitteleuropa festsetzen. Aus den früheren Erfahrungen wäre nun der Schluß zu ziehen, daß der kommende Winter wesentlich kälter als die vorausgegangenen wird. Natürlich besitzt eine solche Vorhersage nur einen bestimmten Wahrscheinlichkeitswert — es läßt sich nicht Vorhersagen, ob ein früher oder später Winter eintritt, sondern man prophezeit lediglich eine kältere Durchschnittstemperatur, die ebenso gut durch einige kurze, aber sehr scharfe Kältewellen wie durch längere, leichte Frostperioden entstehen kann. Auch läßt sich regional damit nichts Bestimmtes sogen, hatte doch im vorigen Jahr das östliche Deutschland, das fast vier Wochen eine Tagesdurchschnittstemperatur von 3 bis 10 Grad unter Null aufwies, einen verhältnismäßig strengen Winter, während Westdeutschland und überhaupt ganz Westeuropa nur wenige Tage nennenswerten Frost aufwies. Es bestand hier also ein scharfer Die neue Universitäts-Frauenklinik Frankfurt im Modell. Der Neubau vom Mainufer aus gesehen. Rechts der Schöpfer des Projektes, Professor Dr. Guth mann, links der Leiter der Universitäts-Frauenklinik, Professor Dr. Sei tz. (Aufn.: Schwarz. NSG.) also nach dem Luftdruckzyklus Temperaturverhätt- nisse aufweisen, die niedriger als der Durchschnitt liegen. Aus den angeführten Forschungsergebnissen geht hervor, daß jetzt die Fachwissenschaft'von verschiedenen Seiten aus einen Angriff auf dos schwierige Problem der G r o ß w e t t e r v o r h e r s a g e und damit auch der langfristigen Witterungsvorhersage versucht. Daß es sich dabei um eine Aufgabe handelt, die nicht nur theoretisches Interesse hat, sondern noch viel mehr für wirtschaflliche Planungen der verschiedensten Art Bedeutung hat, braucht nicht besonders unterstrichen zu werden. Sehr erfolgreiche Arbeit auf diesem Gebiet leistet der deutsche Meteorologe Prof. Dr. Franz Baur, der Leiter der Staatlichen Forschungsstelle für langfristige Witterungsvorhersage in Bad Homburg. Seine Zehntage-Wettervorhersagen für die Sommermonate wurden in diesem Jahre mit besonderem Nachdruck in der Oeffentlichkeit behandelt. Professor Baur hält auf weitere Sicht hin auch eine Ausdehnung der regelmäßig veröffentlichten Vorhersagen auf Monate und ganze Jahreszeiten für durchaus möglich. Noch ist, wie gesagt, dieses Problem bei weitem nicht gelöst, aber die bisher bereits erzielten Fortschritte lassen es erhoffen, daß wir in absehbarer Zeit unsere Winter- oder Sommerreise auf Grund der Langfristprognosen rechtzeitig in eine Periode günstiger Witterung verlegen können. W. Lammert An die Führer der Betriebe Bon Or.Kimmisch, Reichsireuhänder der Arbeit für das Gaugebiet Hessen-Nassau. Wiederum beginnt in besonderen Veranstaltungen in allen-Gauen des Reiches die Deutsche Arbeitsfront ihre Winterschulungsarbeit. Hier werden sich in gemeinsamer Arbeit Betriebsführer, Vertrauensmänner und Gefolgschaftsmitglieder zusammenfinden, um eine einheitliche Ausrichtung im Dienste einer wahren Betriebs- und Volksgemeinschaft zu erleben. In Würdigung dieser für den Arbeitsfrieden so bedeutungsvollen Arbeit bitte ich die Betriebsführer, diese Schulungsmaßnahmen der Deutschen Arbeitsfront zu unterstützen und den Gefolgschaftsmitgliedern die notwendige Freizeit zur Tellnahme, insbesondere an Wochenend- und längeren Kursen, zu gewähren. durcharbeitete. Das Modell besichtigte Gauleiter i werden die Aerzte- und Schwesternwohnungen ein- Sprenger. Die neue Frauenklinik besteht aus I gebaut. Dom Jahre 1928 die Erfahrung unterstrichen, daß der Witterungscharakter in solcher Zeit erhöhter Sonnenfleckentätigkeit zu Externen neigt Auf einen zeitweise sehr warmen Hochsommer folgte Anfang 1929 ein abnorm strenger Winter — der kälteste seit 100 Jahren — mit Kälte und Schnee, der den Erdboden in manchen Gegenden bis zu 200 Zentimeter Tiefe frieren ließ. * Rach dem Durchschnittswert der Periode wäre das neue Sonnenfleckenmaximum erst im Jahre 1939 fällig. Der auffallend starke Anstieg der Fleckenhäufigkeit in den letzten zwei Jahren hat aber die Fachwissenschaft in Zweifel gebracht, ob die Sonne sich diesmal streng an die Norm halten wird. Vielmehr spricht die bisherige Entwicklung der Periode mit ihrem scharfen Tempo dafür, daß vielleicht bereits der kommende Winter den Höhepunkt bringt. So hat die Sonnentätigkeit in den letzten Monaten schon einen Grad erreicht, der nur wenig hinter dem berühmten Maximum parallel zum Mainufer verlaufen, einem Quergebäude, an das sich unmittelbar zwei kleinere Seitengebäude mit einem Quergebäude so anschließen, daß ein Binnenhof entsteht. Bei dem Bau wird Wert auf vollständige Zusammenfassung sämtlicher Behandlungsabteilungen gelegt. In dem großen Längsgebäude befinden sich die Patienten- und Wirtschaftsräume. Während die Wirtschaftsräume auf der Seite nach dem Mainufer untergebracht sind, liegen die Krankenzimmer auf der Südseite. Breite NGS Durch die Aufwärtsentwicklung der Stadt Frankfurt a M. hat sich gezeigt, daß verschiedene Abteilungen des Städtischen Krankenhauses nicht mehr den wachsenden Anforderungen genügen. Man ist deshalb darangegangen, Pläne für Neubauien zu entwerfen. Danach sollen die Frauenklinik das Verwaltungsgebäude, die Zentralküche, Krankenhausbibliothek Apotheke, die Magazine und das Aerztekasino neu gebaut werden. Im Baustil sollen sich die Gebäude dem des Hauses der Volksgesundheit, an oie sie anschließend links des Mainufers errichtet werden, anpasfen. Von den Projekten ist am vordringlichsten zunächst der Bau der Universitäts-Frauenklinik, da das jetzige Gebäude in keiner Weise den erhöhten Anforderungen unserer Zeit entspricht. Die Aufgabe, eine zweckentsprechende Bauform zu finden, die allen klinischen Bedürfnissen gerecht wird, wurde vom Oberarzt der Klinik, Professor Dr G u t b m a n n , in hervorragender Weise gelöst. Er entwarf selbst den Bauplan den er dann zusammen mit Magistratsbaurat Weber und Stadtbaumeister Pfaff vom Städtischen Hochbauamt Gegensatz auf dem verhältnismäßig kleinen Raum von 2000 Kilometer Durchmesser. Einige Meteorologen wollen jetzt auch dem wechselnden Gefälle des Luftdrucks eine sechsjährige Periode zuschreiben. Nach dem Wetterzyklus, der sich daraus ergibt, müßte schon der vergangene Winter zu den kalten gerechnet werden. Denkt man an seinen Verlauf zurück, namenllich an die aü- norm strenge Kälte, die im Januar und Februar das östliche Mitteleuropa, sowie ganz Nord- und Osteuropa beherrschte, so kann man'wohl sagen, daß der vergangene Winter — abgesehen von der westlichen Hälfte Europas — recht kalt gewesen ift, ’ zweifellos war er erheblich kälter als 'der Winter 1935/36. Der nun kommende Winter 1937/38 müßte 4711 Der nachstehende Artikel berichtet über einige aufschlußreiche Forschungsergebnisse, bei denen es sich darum handelt, die jetzt ja bereits für zehn Tage gültigen Wettervorhersagen auf die Witterung ganzer Jahreszeiten zu erweitern. Dieses Problem ist durchaus noch nicht gelöst, aber die Meteorologie verfügt doch bereits über einige wichtige Anhaltspunkte, die es auch gestatten, einige wissenschaftlich wohlbegründete „Prophezeiungen" über den Witterungscharakter des kommenden Winters zu geben. Schon in der Schule hörten wir von jenem biblischen Traum des Pharao mit den sieben fetten und sieben mageren Kühen, die fruchtbare und ebenso viel unfruchtbare Jahre bedeuteten. Aus dieser Geschichte geht hervor, daß bereits im Altertum eine gewisse Erfahrung über einen rhythmischen Gang der Witterungsoerhältnisse und besonders auch der Niederschläge Vorgelegen hat. Aber erst gegen Ende des porigen Jahrhunderts wurde erstmalig ein Versuch gemacht, Erfahrungsregeln dieser Art auf eine wissenschaftliche Grundlage zu stellen. Es war der Geograph Brückner in Wien, der ein sehr reichhaltiges Material verarbeitete, das sich auf die Bewegung von Gletschern und auf die Veränderlichkeit von Wasserständen bei einigen grö- steren Landseen bezog. Auf Grund seiner Untersuchungen erklärte er, das Mitteleuropa einer ,Flimaperiode" von 35 Jahren unterworfen sei, allerdings handelt es sich um einen Durchschnittswert, der kleinere Abweichungen aufweist. Mit der Brücknerschen Klimaperiode, wie sie genannt wird, haben sich in der letzten Zeit die Meteorologen aller Länder eingehend beschäftigt. Um ihren Verlauf genauer festzustellen, hat sie der Forscher Otto Myrbach in sieben Fünfjahrperioden zerlegt, die er besonders charakterisiert hat. Danach fällt in die Jahre von 1936 bis 1 9 4 0 die Phase des stärksten Ansteigens der Niederschlagsmenge. Man hat auch von anderer Seite das Jahr 1936 als das „kritische" Jahr bezeichnet, in dem sich der Uebergang von einer ausgesprochen trockenen zu einer nassen Witterungsperiode vollzog. In der Tat war das vorige Winterhalbjahr ausgesprochen niederschlagsreich; in den Sommermonaten dieses Jahres waren vor allem die tropischen und subtropischen Gegenden mehr als Mitteleuropa dem Wasserkreislauf unterworfen So hat-Südafrika zeitweilig ungewöhnlich starke Niederschläge gehabt. In den letzten Jahrzehnten hat man immer mehr den Gedanken verfolgt, daß die Klimaperiode auf Schwankungen der Sonnentätigkeit begründet sein muß. Wir wissen ja schon seit langem, daß die Häufigkeit der Sonnenflecken einer Periode unterliegt, deren Durchschnittswert auf etwas über elf Jahre bestimmt wurde. Nun hat man nach statistischen Aufzeichnungen festgestellt, daß gewöhnlich bei jeder dritten Periode das Flecken- maximum stärker ausgeprägt ist als im Durchschnitt. Es spricht also vieles dafür, daß in der Brücknerschen Klimaperiode die dreifache Sonnenfleckenperiode enthalten ist. Wir wissen jetzt, daß die Sonnenilecken und besonders die in ihrer Nähe auftretenden Sonnenfackeln und Protuberanzen elektrische Strahlungen aussenden, die auch in unsere Atmosphäre gelangen. Wenn nun diese Strahlen im Rhythmus der Sonnentätigkeit ab- und zunehmen, so erfolgt dadurch eine Einwirkung auf die Großwetterlage, vor allem die Intensität der Niederschläge. Gegenwärtig befinden wir uns nun mitten in einem sehr stark ausgeprägten M a x i m a l st a - d i u m der Sonnenflecken. Vor sechs Fleckenperioden, im Kriegssommer 1870, befand sich die Sonnenoberfläche in einem ähnlichen Stadium. Damals war der Sommer zeitweise ungewöhnlich warm, ihm folgte ein extrem kalter Winter der die Kriegführung sehr erschwerte. Auch das Sonnenfleckenmaximum im Kriegsjahr 1917 war außerordentlich wirksam. Der Winter dieses Jahres der berüchtigte Steckrübenwinter, war bekanntlich sehr streng, in vielen Gegenden Europas war der Erdboden in der Ebene bis auf 80 Zentimeter Tiefe gefroren. Noch deutlicher hat das letzte Maximum Dort, wo die Betriebsordnung über die Weitergewährung des Einkommens für die Dauer der Freizeit noch nichts vorsieht, empfehle ich eine entsprechende Bestimmung aufzunehmen, die den ~ satz für den Lohnausfall sichert. Ferner würde ich es begrüßen, wenn die triebsführer als verantwortliche Leiter ihres triebes sich, soweit wie möglich, persönlich an ..... Schulungsveranstaltungen beteiligen würden. Denn nur das gemeinsame Erleben eines Schulungslagers, Wochenendkurses oder eines gemeinsamen Aus» spracheabends wird in der täglichen Arbeit den ideellen und praktischen Nutzen dieser Einrichtung zeigen. IhtiWOoWM! Roman von Bernhard Lonzer. Urheberrechtsschutz: Arthur Moewig, Romanvertrieb, Berlin SW 68. 34 Fortletzung (Nachdruck verboten.» „Sag' mir erst, Stefan, ob du mir sehr böse bist." „Nein. Ich habe keine Veranlassung dazu. Das sagte ich Ihnen ja bereits." „Aber du warst es. Warst du mir sehr böse, Stefan?" „Das bedarf wohl keiner Frage Ich hätte ja sonst ein Mensch ohne jedes Ehr- und Selbstgefühl sein müssen. Aber heute ist diese Frage ja vollkommen gegenstandslos geworden und kann Sie meines Erachtens ebenso wenig interessieren, wie sie mich noch interessiert Uebrigens würde ich es für durchaus Angebracht halten, daß^Sie mich „Herr von Achenbach" nennen, wie ich Sie — nach Lage der Sache eine Selbstverständlichkeit — „Frau Konsul" nenne." „Nein, Stefan, ich kann nicht ,Sie' zu dir sagen. Es wäre Lüge, Verstellung, Theater. Mir ist nicht nach Theater zumute. Und du mußt mich anhören, Stefan. Ich weiß ja heute selber nicht mehr, wie das alles gekommen ist. Ich habe es schon damals nicht gewußt. Vielleicht — du warst noch so jung, ich war wohl deine erste Liebe, und da habe ich deine Gefühle für mich wohl nur für jugendliches Aufflammen gehalten. Ja, so wird es gewesen fein, Stefan." Er sah an ihr vorüber in die dunklen Stamme. „Ich war jung damals, gewiß. Aber nur den Jahren nach. In meiner Anschauung vom Leben war ich viel älter. Meine freudlose Jugend hat mich frühzeitig ernst gemacht. Aber wir sprechen von Dingen, die längst abgetan sind, von längst vergessenen Dingen." In Glorias Stimme glühte die Leidenschaft. „Ich, Stefan — ich habe nichts vergessen... Sieh mal, ich habe damals gar nicht gewußt, wie sehr ich dich liebte. Es ist mir erst zum Bewußtsein gekommen, als es zu spät war. Und heute — ach, Stefan, ich muß es sagen, und ich darf es sagen, weil alle Schuld bei mir liegt: heute liebe ich dich, wie eine Frau nur lieben kann. Glaubst du mir das, Stefan?" Sie forschte mit brennenden Augen in seinem abgewandten Gesicht. Langsam wandte er sich ihr wieder zu. „Und das sagen Sie mir als Frau eines anderen? Als Frau eines Mannes, der sein Glück in Ihnen sieht und Sie auf Händen trägt?" Der Funke einer jähen Hoffnung glomm ungesehen in ihren Augen auf. „Ist es nur das, Stefan? Scheust du dich nur, das Glück eines anderen zu zerstören? Oh — es ist doch alles nur Schicksal, alles Bestimmung. Du sollst ja auch gar nicht die Frau eines anderen antasten. Wir wollen geduldig warten, bis ich frei bin. Bruckner liebt mich auf seine Art. Er wird mich freigeben, wenn ich ihn bitte, er ist selbstlos genug, um meinem Glück nicht im Wege sein zu wollen." „Ihrem Glück, Frau Konsul...? Glauben Sie wirklich, daß Sie heute noch mit mir glücklich sein könnten ...?" „Ganz gewiß, Stefan. So glücklich, wie es eine liebende Frau nur sein kann." „Nein, Frau Konsul. Sie würden sogar noch unglücklicher werden, als Sie es anscheinend jetzt schon sind; denn der Stefan von Achenbach, zu dem Sie heute sprechen, ist ein anderer als der von damals. Er hat Ihnen nichts, aber auch nichts mehr zu geben. Und damit wollen wir unsere Unterredung als beendet betrachten. Sie zittern ja an allen Gliedern." „Es ist nicht die Kälte, Stefan..." Sie beugte sich plötzlich vor. „Kannst du wirklich nicht vergeben und vergessen? Oder sprichst du so, weil — dein Herz nicht mehr frei ist...?" Er schwieg in leiser Betroffenheit. „Ist dein Herz nicht mehr frei?" wiederholte sie mit drängender Stimme und angstvoll geweiteten Augen. Er wandte das Gesicht zur Seite „Ich — weiß es nicht." „Doch, du weißt es. Sag', Stefan, ist es — Annelore Hildach..." Er fühlte, daß sein Gesicht sich mit einem tiefen Rot überzog. Es drängte ihn, zu sagen: Laß die Hände von diesen Dingen! Aber er tat es nicht. Stumm sah er in das schneebedeckte Gezweig. Dort funkelte ein einsamer Stern glückverheißend durch den Frosthauch des Abends herab. Als wenn er einer inneren Stimme gehorchte, wandte Stefan sich plötzlich Gloria wieder zu. Seine Schultern reckten sich. „Du sollst — Sie sollen es wissen, Frau Konsul: Wenn ich noch einmal lieben werde, dann wird es eine ganz große Liebe sein. Und dann wird es ein Mädchen wie Annelore Hildach fein. Es ist auch gut für Sie, zu wissen, daß ich mich schon heute nicht mehr gegen eine Neigung für Fräulein Hildach wehre — wie ich es noch vor kurzem getan habe, weil ich gelernt hatte, die Frauen zu verachten..." Ein leises Stöhnen kam von Glorias Lippen. „Ich habe es gewußt, Stefan. Und ich sehe, daß ich nichts mehr zu hoffen habe..." Eine Schwäche schien sie anzukommen. Sie suchte Halt an dem eisbedeckten Mauerrest. Da klang ein leises, diskretes Hüsteln von der Seite her. Der Revierförster kam zögernd heran. Er hatte im Walde noch einmal nach den Futterplätzen für das Wild gesehen und wußte offe^^c nicht recht, wie er sich verhalten sollte. Stefan rief ihn heran. „Bitte, Lohmann — die Frau Konsul fühlt sich nicht wohl — vielleicht sind Sie so freundlich, sie ins Haus zurückzuführen. Gloria riß sich zusammen. „Nein, danke, bemühen Sie sich nicht." Mit gesenktem Kopf ging sie davon. Der Revierförster zögerte noch. „Danke, es ist gut", nickte Stefan ihm zu. Dann war er wieder allein. Ein tiefer Atemzug hob seine Brust, die so frei war wie feit Jahren nicht. Es war nicht nur der Gedanke, daß das Kapitel Gloria nun endgültig abgeschlossen war. Da war noch etwas anderes. Ihm war, als ob er eben etwas für Annelore getan hätte. Etwas ganz Großes, Unerhörtes. Er hatte sich zu ihr bekannt — vor der Frau, der feine erste Liebe gehört hatte! Und hatte er damit nicht auch gleichzeitig vor sich selbst ein Bekenntnis abgelegt? „Wenn ich noch einmal lieben werde ..." Äch, es gab da ja gar kein Wenn mehr! Die große Liebe feines Lebens war da. Jeder Pulsschlag, jeder Atemzug, jeder Gedanke^gab Kunde davon. Man hatte es nur nicht wissen wollen, hatte sich dagegen ge- wehrt. Weil man sich selber nicht traute. Well man nicht noch einmal enttäuscht werden wollte. Weil man die Frauen hassen und verachten gelernt hatte. Durch jene eine Frau! Aber diese Frau war ja kein Maßstab für alle. Annelore war gar nicht in einem Atemzuge mit ihr zu nennen. Man begriff es heute nicht, daß man Gloria Rettner einmal geliebt hatte. Es war eben nicht Liebe gewesen, sondern Leidenschaft der Jugend, ein sehnsüchtiges, haltloses Aufflammen nach den Jahren einer freudlosen und liebeleeren Jugend. Gloria hatte das wohl richtig empfunden. Und sie hatte feinen Weg wohl kreuzen und ihm Wunden schlagen müssen, damit er reif wurde für die wahre Liebe, die das Schicksal ihm bestimmt und aufgehoben hatte. Ja, Annelore, du bist doch das Glück! dachte er, als er mit raschen, leichten Schritten wieder ins Schloß zurückkehrte. Nun galt es, Annelores Herz zu gewinnen. Und wenn die Wege des Schicksals wirklich sinnvoll waren, konnte ihr Herz ihm nicht verschlossen bleiben. 12. Die Probe im Stadttheater war beendet. Die Künstler atmeten auf. Das war eine außergewöhnlich stürmische Angelegenheit gewesen! Die erste Sopranistin war plötzlich erkrankt, Ersatz konnte im Augenblick nicht beschafft werden, und so hatte sich der Intendant gezwungen gesehen, die Oper für ein paar Tage vom Spielplan abzusetzen und an ihre Stelle eine Operette einzuschieben. Man war darauf natürlich nicht vorbereitet gewesen. Außerdem mußte mit Hochdruck gearbeitet werden, ein Umstand, der die Schwierigkeiten naturgemäß nur noch steigerte. Der Spielleiter war in gelinde Verzweiflung geraten, der Kapellmeister hatte mehr als eine biffige Bemerkung hören lassen Immer und immer wieder war abgebrochen worden, bi» sich endlich alles in Zufriedenheit aufgelöst hatte. Der nicht mehr junge, aber immer noch sehr beliebte Tenorbuffo fuhr sich aufatmend mit dein Taschentuch über die feuchte Stirn. Fortjetzung folgt Kür den Bücheriisch. Deutsche Soldatenkunde Mnis eines Amerikaners Buntes Fahrtenbuch. — Otto Brües: Zarte Weisen von bunten Reisen. Ein Fahrtenbuch. 120 Seiten. Geb. 1,20 RM. Hesse und Becker, Verlag, Leipzig. — (251) — Brües, der sich nicht nur als Kulturpolitiker und Kunstbetrachter der Kölnischen Zeitung, sondern auch als Erzähler und Dramatiker einen bekannten und geschätzten Namen gemacht hat, vereinigt in diesem hübsch ausgestatteten Bändchen eine Anzahl Geschichten, Erinnerungen und Betrachtungen von seinen Reisen durch allerlei Länder und Landschaften: kleine, anekdotische, meist heitere, wohlpointierte Erzählungen, die einen kultivierten Schriftsteller, nachdenklichen Beobachter und liebenswürdig-gütigen Menschen erkennen lassen, obwohl er selbst fast immer im Schatten oder Hintergrund der zarten und zierlichen Aquarelle bleibt, mit denen man die gepflegte und gerundete Form seiner Aufzeichnungen vergleichen könnte. Hans Thyriot — Die deutsche Soldaten künde, herausgegeben von Oberst a. D. Dr. phil. h. c. Bernhard Schwertfeger und Oberregierungsrat Major a. D. Erich Otto Volkmann. Band I: Textband, Band II: Bilderatlas, über 600 Abbildungen, sieben Farbtafeln, zwei Faksimilebeilagen. Preis in Leinen gebunden 35 Mark. Verlag Bibliographisches Institut AG., Leipzig. — (190) — Diese Soldatenkunde erscheint als fünfte, in sich abge- chlossene und einzeln käufliche Abteilung des gro- ;en Sammelwerks „Das deutsche Volk, sein Wesen, eine Stände", und dieses Zusammenhanges bewußt, haben die Herausgeber ihre Aufgabe darin gesehen, nicht das herauszuarbeiten, was den Soldaten von den anderen Ständen trennt, sondern was ihn mit dem gesamten Volkstum innerlich und äußerlich verbindet, und damit den Nachweis zu erbringen, daß das deutsche Volk nicht nur infolge äußerer Notwendigkeiten, sondern dank seiner innersten Veranlagung ein Krieger- und Soldatenvolk ist und sein muß. So wird im ersten Teil des Textbandes eine Entwicklungsgeschichte des deutschen Soldatentums gegeben, die nach einem einführenden Hinweis auf die unlösbare Verflechtung des Soldatentums mit dem Gesamtschicksal des Volkes und seinem Leben im einzelnen Wehroerfassung und Kampfweise des deutschen Volkes vom Kriegertum der germanischen Zeit, über das Rittertum, Landsknechts- und Söldnertum des Mittelalters, zum stehenden Heer des Absoluttsmus, zum Volksheer im 19. Jahrhundert zeigt und schließlich über eine Betrachtung des Soldatentums des Weltkrieges und der kurzen Periode des uns in Versailles aufgezwungenen Berufsheeres einmündet in einer Darstellung der Wehrmacht des Dritten Reiches. Nach einer besonders interessanten, durch bewußte Knappheit klar und eindringlich gestalteten Uebersicht der Formen der Kriegssührung im Wandel der Zeiten aus der Feder des Oberregierungsrats Oberst a. D. Th. von Schäfer wird dann im zweiten Teil des Textbandes die Verbindung vom Soldatentum zur Volkskunde im weitesten Sinne geschlagen. Brauch und Glaube der Soldaten, Soldatenerziehung und Disziplin, das Soldatenkleid, die deutsche Soldatensprache, das Soldatenlied und die deutsche Soldatenmusik werden von den besten Sachkennern in großer Ausführlichkeit behandelt. Das im Bilderband vor uns ausaebreitete ungemein reichhaltige und vielseitige Anschauungsmaterial ergänzt die Textbeiträge auf das beste. Hauptmann a. D. Dr. phil. Otto Großmann hat zu dem umfangreichen Thema Bilder zusammengetragen, die in ihrer glücken der Flucht mit dem Höllenlager in Orenburg beginnt und dann zur qualvollen Fahrt mit dem „Totenschiff" die Lena abwärts in die Verbannung nach Sibirien führt, dort das schwere Los des Verbannten bringt. Endlich nach dem Zusammenbruch des Zarenreiches gelingt es dem schwer geprüften, in seinem Mut und in seiner Heimatsehnsucht aber ungebrochenen Deutschen, im härtesten Winter Sibiriens auf wochenlanger gefahrenreicher Flucht mtt dem Pferdeschlitten die unendliche Taiga zu durchqueren und schließlich Irkutsk zu erreichen, von wo er mitten durch die fremden- und insbesondere deutschfeindliche russische Welt hindurch sich als „Gedankenleser" und als allgemein beliebter belgischer „Professor John" über Wladiwostok und Schanghai bis nach Japan durchschlägt, um dort endlich die langersehnte Heimkehrmöglichkeit nach Deutschland zu finden. Wie dieser Deutsche auf feiner Flucht gehetzt und verfolgt wird, wie unendlich schwer sein Leben ist, wie er immer wieder durch Unerschrockenheit, Geistesgegenwart und List seinen Verfolgern entgeht, wie er hungert, friert und leidet, dabei verzehrt von brennendem Heimweh, das alles schildert dieser Erlebnisbericht. Es ist ein erschütterndes, aber auch erhebendes Stück deutschen Lebens, das in diesem Buche den Leser packt und ihm stark ans Herz greift. . Ernst Blumschem. ein Hindernis fein, denn der für ihn bestimmte Posten als Botschafter in Mexiko war zu dieser Zeit vielleicht der heikelste in der Diplomatie der Vereinigten Staaten, und wenn Morrow hier den psychologisch begreiflichen Widerwillen überwinden konnte, den die Mexikaner, die sich eben der Bevormundung und Ausbeutung der großen amerikanischen Oeltrusts zu entziehen trachteten, gegen ihn als den Mann von Wallstreet empfanden, so ist das einzig und allein.seiner bedeutenden Persönlichkeit zuzuschreiben, der er überhaupt alle seine Erfolge verdankte, weil sie imstande war, sachlich und unvoreingenommen auch schwierige Verhältnisse zu betrachten, und durch ihre vollendete Aufrichtigkeit zu überzeugen wußte. Das Buch ist für uns Deutsche noch besonders interessant, weil es weit offenherziger, als es sonst üblich ist, die überragende, wenn auch für uns höchst unerfreuliche Rolle zeigt, die das Bankhaus Morgan als Finanzier der Ententemächte und als Hauptantreiber für den Eintritt der Vereinigten Staaten in den Weltkrieg gespielt hat. Auch Morrow hat niemals ein Hehl daraus gemacht, daß er vom ersten Kriegstage an mit beiden Füßen im Lager der Alliierten stand, und er hat Pierpont Morgan nach Kräften darin bestärkt, das Gewicht feiner Milliarden zu Gunsten Englands in die Waagschale zu werfen. Ueberraschen wird uns hierbei wohl nur die Selbstverständlichkeit, mit der hier die großen Bankiers eines neutralen Landes schon am ersten Kriegstage ein Spiel begannen, von dem sie wissen mußten, daß es auch ihr Land je eher in den Krieg hineinziehen würde, je mehr Milliarden sie in dies „Geschäft" hineinsteckten, das ihnen eben so sehr Herzensbedürfnis wie Spekulation war. Später hat Morrow die Enttäuschung kommen sehen, die das Wahnsinnsdiktat von Versailles den Amerikanern bereiten sollte, sobald sie aus ihrer Kriegspsychose erwachen würden. Als kluger Geschäftsmann etkannte er auch die wirt- schaftliche Unmöglichkeit der Reparationspolitik, ohne allerdings sich durchsetzen zu können. Schließlich hat er noch auf der Londoner Flottenkonferenz von 1930 die Rolle des Vermittlers gespielt, ohne den die Konferenz ergebnislos geblieben wäre. So sehen wir in dem Buch Nicolsons vor uns sich ein Leben abrollen, das neben den uns sympathischen Besonderheiten eines lauteren, aufrichtigen und uneigennützigen Eharakters und kultivierten Menschen vielleicht typisch ist für den in Politik und Wirtschaft führenden Amerikaner unserer Zeit. Friedrich Wilhelm Lange. poleon von feinem Imperium entwirft, machte die Madame Mere zum gegebenen Mittelpunkt der Familie, der sie blieb auch in der Hoffnung einer Rückkehr ihres Enkels, des Herzogs von Reichsstadt, auf den Kaiserthron, bis sie, eine hohe Achtzigerin, fünfzehn bittere, leidvolle, nur den stolzen Erinnerungen und der Sorge um ihre Kinder geweihte Jahre nach dem Tode ihres großen Sohnes die Augen schließen durfte, die so welterschütternde Wandlungen gesehen hatten. Die Briefe geben von all dem den unmittelbarsten Eindruck. Eine Reihe nicht alltäglicher Bilder bringt uns den Kreis um Lelizia nahe. Dr. Fr. W. Lange. — Nacht über Sibirien. Don P. C. Et- tighoffer. (Verlag C. Bertelsmann, Gütersloh. Gebunden 3,25 Mark.) — (227) — In außerordentlich spannungsvoller Erzählung berichtet dieses Buch das furchtbare Schicksal eines jungen Deutschen, der im Juli 1914 nach Rußland fährt, um dort als Vertreter seiner Firma tätig zu sein, der in Petersburg vom Kriegsausbruch überrascht wird, nicht mehr nach Deutschland zurückkehren kann und dann versucht, quer durch ganz Rußland über Sibirien aus dem schrecklichen Lande zu entkommen. Aus der auf einige Monate berechneten abenteuerreichen Flucht vor der berüchtigten Ochrana, dem Geheimdienst des Zaren, wird eine fürchterliche, jahrelange Leidenszeit, die nach dem Mih- überrafchenden Vielfalt überaus eindrucksvoll den ganzen Lebensbereich des Soldaten und seine tiefe Verwurzelung im Volkstum durch die Jahrhunderte deutscher Geschichte lebendig werden läßt. Hier sehen wir an sorgfältig ausgewählten Beispielen die Entwicklung der Uniform von den frühesten Zeiten bis zum feldgrauen Kleid unserer Tage in zeitgenössischen Darstellungen. Für die neuere Zeit sind auch nichtpreußische Truppenteile berücksichtigt. Ein weiteres Kapitel ist der Waffe gewidmet von Feuersteinen an Speeren und Aexten, von Bronzeschwertern, Streitkolben, Partisanen und Armbrüsten bis zur Entwicklung der modernen Feuerwaffe aller Grade. Besonders hübsch sind einige Faynenbilder. Dann roerben Ausbildung und Gefecht in ihrer ganzen Vielseitigkeit gezeigt. Die große Probe des Soldaten, den Krieg, sehen wir dann in Darstellungen der frühmittelalterlichen Handschriften, in Holzschnitten, Kupferstichen und Lithographien, die vielfach als Bilderbogen von Hand zu Hand gingen, in Zeichnungen und Gemälden mit dem Auge des Künstlers gesehen und schließlich in der sachlich feststellenden desillusionierenden Art der unbestechlichen Photographie. Besonders interessant sind die hier zusammengetragenen vielfältigen Zeugnisse für die Stellung des Soldaten im Volke, Bilder aus dem Soldatenleben dreier Jahrhunderte, in denen auch der unerschöpfliche Humor unseres Volkes zu seinem Recht kommt. Hier sind sogar Neuruppiner Bilderbogen in Originalformat und in den kräftigen Originalfarben des Biedermeier wiederaegeben, ein besonders netter Gedanke, denn gerade diese zeigen ja ebenso wie Erinnerungsbilder der Reservisten, Schützenscheiben, Tabak-Etiketten, Vivatbänder usw. am besten, wie nah der Soldat dem Herzen des Volkes steht. Auch dem interessanten Kapitel „Zinnsoldaten" ist ein besonderes Bilderkapitel gewidmet. Sehr zu begrüßen ist es, daß der Bearbeiter aus seiner großen Sach künde heraus jedem Bild eine erschöpfende Erläuterung beigefügt hat, die den zeitgeschichtlichen und sachlichen Zusammenhang herstellt. So ist das umfangreiche Werk wirklich zu einem hohen Lied deutschen Soldatentums geworden, das heute in einer Zeit wiedererwachten deutschen Wehrgeistes, in einer Zeit, wo die „soldatische Haltung" unser ganzes Volk bestimmt, nicht nur in militärischen Fachkreisen, sondern überall dort des lebhaftesten Interesses gewiß sein darf, wo deutsches Soldatentum in reinstem Sinne als Lebensnerv freier deutscher Nation voll erkannt wird. Dr. Fr. W. Lange. Mim. — Sir George Dunbar: Geschichte Indiens von den ältesten Zeiten bis zur Gegenwart. Mit 16 Karten. Preis in Seinen gebunden 10,50 Mark. Verlag R. Oldenbourg, München. — (170) — Ueber die Geschichte Indiens haben wir eine Reihe brauchbarer Handbücher, aber unseres Wissens keines, das, wie das vorliegende, auf 400 Seiten zusammengedrängt und doch für die Mehrzahl der Leser durchaus erschöpfend die älteren Zeiten der Geschichte Indiens schildert und dabei Religion und Kultur einbezieht, ja seine Darstellung auf diesen Zweigen völkischen Lebens direkt aufbaut, aus denen heraus ja die Entwicklungslinien einer Geschichte Indiens einzig und allein voll begriffen werden können. Wenn ttotzdem diese frühe Zeit nicht einmal die Hälfte des ganzen Buches einnimmt, so wird man sagen dürfen, daß die große Vertrautheit des Verfassers mit seinem Stoff — er war fast eine Menschengeneration lang als Soldat und Beamter in Indien, später Indien-Referent im britischen Kriegsministerium, Sachverständiger der ersten Indien-Konferenz und einer der besten Kenner der Sprachen der immer noch hart um« kämpften Nordwestprovinzen — ihm erlaubt hat, aus dem ungeheuren Material das wirklich Wesentliche herauszustellen und so zu gliedern, daß sowohl die Zusammenhänge innerhalb der recht verwickel« ten Frühgeschichte Indiens klar werden wie die Verbindung zur allgemeinen Geschichte und damit auch die Einflüsse von außen: Brahmanismus und Kastengliederung der Jndoarier, die Kultur des Islam und schließlich die Europäisierung dem Leser stets bewußt bleiben. Der Verfasser ist Engländer und nicht Inder, und selbstverständlich ist seine Schilderung namentlich der neuesten Zeit in der Geschichte Indiens aus dem nationalen Gesichtswinkel seines Volkes gesehen. Das war für die vorausgegangenen großen Monographien von Trevelyan (England) und Seignobos (Frankreich) ein höchst interessanter Standpunkt. Er muß bei der vorliegenden Geschichte Indiens natürlich dahin revidiert werden, daß vermutlich vieles von einem indischen Nationalisten anders gesehen würde, wie von einem englischen Beobachter. Das darf nicht hindern festzustellen, daß Sir George Dunbar sich einer außerordentlichen Sachlichkeit befleißigt hat und sehr wohl auch die großen und schweren Probleme, vor die sich die britische Herrschaft in diesem völkisch, religiös, kulturell und politisch ungeheuer zersplitterten Lande gestellt sieht, ohne Beschönigung zugibt. So ist das Buch, dem eine Reihe ausgezeichneter Karten beigegeben sind, in der lieber- setzung des Heidelberger Indologen Heinrich Zimmer sehr wohl geeignet, aus der Kenntnis der Geschichte Indiens das Verständnis für die Vielseitigkeit der indischen Frage zu fördern. Dr. Fr. W. Lange. — R. H. Bruce Lockhart: Wieder in Malaya. Deutsche Verlagsanstalt Stuttgart. Preis in Leinen gebunden 6,75 RM. — (265) — Lockhart, ein junger britischer Divlomat, hat sich einen Namen gemacht durch zwei sehr frisch und aufgelockert geschriebene Erinnerungsbücher über seine Erlebnyse als britischer Konsul in Moskau während der bosiche» wistischen Revolution und als Diplomat, Bankmann und Journalist in den neugebackenen Staaten des Südostens. Lockhart entstammt einer alten schottischen Familie, die beträchtliche Gummiinteressen in Malaya hatte, der britischen Besitzung in Hinterindien, die wir besser unter dem Begriff Singapore oder Straits Settlements kennen. Lockhart ist als junger Springinsfeld auf diesen Gummiplantagen tätig gewesen und hat dort eine Liebschaft mit dem schönen Malayenmädchen Amai gehabt. Das liegt nun ein Vierteljahrhundert zurück, die Welt hat ein anderes Gesicht bekommen, und auch Malaya ist davon nicht unberührt geblieben, als Lockhart, einer alten Sehnsucht folgend, wieder nach Osten fährt. Aber der gereifte Mann, dem ein Leben inmitten ungeheurer politischer Spannungen den Blick geschärft hat für die Realitäten der großen Welt, bleibt nicht in romantischen Erinnerungen stecken, wenn auch die Geschichte des Wiedersehens mit Amai, die inzwischen die matronenhafte Ehefrau eines Muezzin geworden ist, menschlich nicht ohne Eindruck ist. Lockhart gibt ein sehr aufschlußreiches Bild der politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse in diesem Brennpunkt der Großmachtinteressen innerhalb der pazifischen Welt. Da er seine Reise auch noch auf Jnsulinde ausdehnte, hat er Gelegen- heit, interessante Vergleiche zwischen britischer und holländischer Kolonialverwaltung anzustellen, die für letztere keineswegs schlecht ausfallen. Die Schilderung Singavores, dieses riesigen Umschlagplatzes für den Handel mit Ostasien und der gleichzeitig gewaltigsten, immer noch im Ausbau begriffenen See- feftung des Empire im Osten, ist ebenso fesselnd und anschaulich, wie alles, was er über das seltsame märchenhaft anmutende Leben und Treiben der eingeborenen Sultane auf Java und Bali erzählt. Besonders interessant sind feine Mitteilungen über die nationale Bewegung in Niederländifch-Jndien, die vielleicht einmal die Kolonialpolitik vor ernste Aufgaben stellen wird. Ueberall Kampf und Angleichung zwischen modernen kolonialen Wirtschaftsformen und jahrtausendealter Sitte, zwischen europäischer Zivilisation und asiatischem Volkstum. So rollt das Buch Lockharts Probleme auf, die für die Beurteilung der weltpolitischen Lage im pazifischen Raum von höchstem Interesse sind. Daß alles aus sehr persönlichem und menschlichem Gesichtswinkel gesehen ist, gibt dem Buch seinen besonderen Reiz. Fr. W. Lange. — Harald Nicolson: Dwight Mor- row, Finanzmann und Diplomat in USA. Verlag Hans von Hugo und Schlotheim, Berlin, Preis fort. 7.— RM., Leinen geb. 8,50 RM. — (224.) — Der Held dieses Buches, wenn man von einem gänzlich unheldischen Buch so sagen darf, dürfte den meisten unserer Leser überhaupt nicht bekannt sein und einigen wenigen nur als Schwiegervater Charles Lindberghs, des berühmten amerikanischen Ozeanfliegers, der zuletzt bei dem Prozeß gegen die Entführer feines Kindes in aller Mund war. Aber diese sehr amerikanischen Sensationen liegen weit später, als das Ende der Lebensgeschichte, die dieses Buch erzählt. Der Verfasser ist britischer Diplomat, der sich durch politisch-biographische Skizzen über seinen Vater, den Vorkriegsbotschafter Sir Arthur Nicolson, und den britischen Außenminister Lord Curzon wie durch die Veröffentlichung seiner Erlebnisse auf der „Friedens- konferenz" von Versailles einen Namen gemacht hat. Es ist nicht ersichtlich, ob es ein Zufall war, der ihn auf Dwight Morrow stoßen ließ, einen Mann, der nur am Rande der Weltpolitik eine kurze Rolle gespielt hat und auch im öffentlichen Leben seines Londes kaum allen sichtbar hervor- getreten ist. Sei dem wie ihm wolle, Nicolson hat einen guten Griff getan, und was er aus dem ihm von der Familie und Freunden Morrows zur Verfügung gestellten literarischen Material gemacht hat, ist ein mit großem Verständnis für den Amerikaner, das amerikanische Leben und die Eigenart der amerikanischen Politik gezeichnetes, trotz des absoluten Mangels irgendwelcher Sensationen überaus eindrucksvolles und interessantes Porträt eines amerikanischen Geschäftsmannes und Diplomaten großen Stils. Morrow war Selfmademan, er entstammte einer Lehrersfamilie, die sich schlecht und recht durchs Leben schlagen mußte, aber immerhin dem Sohn den Besuch eines berühmten College ermöglichen konnte, wo Morrow Klassenkamerad des späteren Präsidenten Coolidge war, was ihm aber nebenbei gesagt in seiner Laufbahn eher geschadet hat, denn der kühle und überaus zurückhaltende Coolidge konnte sich nur sehr schwer entschließen, dem damals schon als Teilhaber des Bankhauses Morgan hoch angesehenen Finanz- und Wirtschaftspolitiker ein öffentliches Amt zu übertragen. Auch die Verbindung mit Morgan, die er nach Vollendung seiner juristischen Studien und nach erfolgreicher Tätigkeit als Gesellschaftsanwalt knüpfte, sollte ihm für seinen Eintritt in den diplomatischen Dienst nur Deutsche Erzähler. — Im Lebensweiser-Derlaa Pfister und Schwab, Gettenbach bei Gelnhausen, sind zwei Prosabücher von Wera Wagenschein herausgekommen, auf die wir unsere Leser Hinweisen möchten: Bereits vor einiger Zeit erschien die „Südliche Insel" (51 Seiten. Kart. 1,80, Seinen 2,50 RM. — 272 —) Dies sind pastellhaft zarte Aufzeichnungen, Betrachtungen und Erinnerungsbilder von einer Reife an übliche Gestade, mit klaren, für Farbe und Atmosphäre geschärften Sinnen und empfindlichem Gefühl aufgenommene Augenblickseindrücke: Meer und Strand, ein altes Fischernest und die Berge bilden die landschaftliche Szenerie, deren eigenes Beben den Besucher und Beschauer so beschwört und gefangen nimmt, daß die Erzählerin jeglicher „Handlung" im alltäglichen Sinne entbehren kann. Ein paar Kinder, Fischer und Hirt, Delphine und Schmetterlinge, eine Ziege, ein Eselchen bilden das ganze Personal, die gesamte Staffage, und dies genügt schon, um den Befer des kleinen Buches Duft und Glanz, die sommerliche Fülle und Einsamkeit einer fernen und beglückenden Band- schaft empfinden zu lassen. — Das zweite Buch ist jetzt erschienen: es heißt „Ein Kind erzählt" (150 Seiten — 271 —) und dürfte hier besonderem Interesse begegnen, da es in Gießen spielt und von zahlreichen Menschen und Oertlichkeiten handelt, die jedem alten Gießener sehr vertraut fein werden. Frau Wagenschein, eine Tochter des verstorbenen Professors Biermer und selbst gebürtige Gießenerin, berichtet hier Erinnerungen und Erlebnisse aus den ersten Bebensjahren: „In 'diesen Bildern aus einer stillen Kindheit war es mein Ziel, nur die Wirklichkeit darzustellen, so genau und einfach wie möglich und in der Sprache des Kindes ..Es ist der Erzählerin in der Tat gelungen, sich völlig zurückzuversetzen in den Zustand der Frühe, des tastenden Bebensbeginns, und keine fälschende Reflexion aus der bewußter zurückschauenden Welt des Erwachsenen in die Schilderung einbringen zu lassen: so entstand das Bild einer kleinen, stillen, engen, sehr befriedeten Welt; Reich und Umkreis und Erlebnis eines sehr jungen Menschen noch vor dem Stadium eigentlicher Menschwerdung: alles ist noch früh und frisch, unschuldig und von Geheimnissen umgeben. Was diese Schilderungen, die sich vieler Namen und Redewendungen aus der kindlichen Phantasie bedienen, über die Sphäre rein privater und familiärer Aufzeichnungen hinaushebt, ist weniger der Umstand, daß vielen Be- fern das meiste von dem, was da berichtet wird, aus eigener Anschauung ober Erinnerung geläufig sein wird, — als vielmehr die Ueberlegung, daß hier in sehr persönlich empfundenen Eindrücken und Beobachtungen doch manches eingefangen und gespiegelt wird, was uns von allgemeinerer Gültigkeit für die Erkenntnis und Würdigung kindlichen Seelenlebens und kindlicher Phantasie zu fein scheint. — Beide Bücher sind von der Verfasserin mit eigenen Zeichnungen und Umschlagentwürfen anziehend ausgestattet. Hans Thyriot. — Erwin H. Rain alter: Die Botin. Erzählung. Mit Holzschnitten von Fritz Stein und einem autobiographischem Nachwort. (Nr. 7366.) Kart. 35 Pf., Künstlerpappband 75 Pf., Meisterband (Ganzleinen) 1,— RM. Philipp Reclam jun., Verlag, Beipzig. — (171) — Die alte Botenleni aus den teirischen Alpen hat dem Dichter Rainalter ihre änderbare Bebensgeschichte erzählt, nun erzählt er ie weiter in derselben schlichten, treuherzigen Art. Eigentümlich sind Humor und Tragik, guter und schlechter Ausgang in dieser Erzählung verknüpft. Die urwüchsigen Gestalten dieser Dichtung hat der junge Künstler Fritz Stein in seinen Holzschnitten zu lebendigster Anschauung gebracht. — Gorch Fock: Das schnellste Schiff der Flotte. Seegeschichten. Mit einem Nachwort von Aline Bußmann. (Nr. 7369.) Kart. 35 Pf. Philipp Reclam jun., Verlag, Beipzig. — (172) — Gorch Fock, der Dichter und Seemann, der in der Skagerrak-Schlacht den Heldentod starb, kommt in diesem Bändchen mit einigen seiner schönsten Erzählungen zu Wort. „Seefahrt ist not" — dieser alte Wahl- spruch der Fahrensleute schwingt durch das ganze Werk des Finkenwärders, der aus eigenem, unruhigem Seemannsblut seine knorrigen Gestalten mit Beben füllte. Hier ist alles echt und erlebt, die Lust an Fahrt und Abenteuer, der köstliche, trockene Humor des Hanseaten, die stets gegenwärtige Tragik des Seemannstodes verweben sich zu bunten und erschütternden Schicksalen. Geschichte. — Piero Misciatelli: ßetijia Bonaparte, Napoleons Mutter in ihren Briefen. Mit einer Biographie von Octave Aubry und 17 Bildern. Preis in Seinen geb. 7,50 Mark. Verlag Eugen Rentfch, Beipzig C I. — (223). „Nach Napoleon ist feine Mutter die größte Gestalt in der Familie Bonaparte", so beginnt Octave Aubry, der durch Bücher über den Tob Napoleons auf St. Helena und den Sohn des Kaisers bekannte Forscher, seine Biographie der Madame Mere, und man darf nach dem Studium ihrer Briefe unbe- denklich hinzufügen: sie war die menschlich anziehendste Erscheinung im Kreise der Bonaparte, weil sie niemals etwas anderes sein wollte, als ganz sie selbst, eine Frau und Mutter von großem echtem Gefühl für Haltung und Würde, die fehr wohl die Einmaligkeit ihres großen Sohnes erkannt hatte, aber auch die Gefahren, die ihn umlauerten und die ihm auch aus dem Schoß der eigenen Familie drohten. Immer hat sie zur Versöhnung geredet, als es bald Mitzhelligkeiten und Verstimmungen zwischen dem kaiserlichen Bruder und den anspruchsvollen Geschwistern gibt, die wohl ihren Anteil an Reichtum und Würden begehren, aber allermeist zu wenig Ehrgeiz besitzen, um auch die Basten ihrer neuen Stellung auf sich zu nehmen. Im dunklen Gefühl kommenden Unheils gibt Madame Möre ihrer sparsamen haushälterischen Natur nach und legt zurück, was sie erübrigen kann. An sie wird man sich halten, als der Zusammenbruch des Kaiserreichs und das flotte Beben der Bonapartes den mühelosen Einkünften ein schnelles Ende machen. Die Briefe Betizias geben einen sehr unmittelbaren Eindruck der großen Zeit in all ihren erstaunlichen Wandlungen. Ergreifend sind ihre Bemühungen um eine ßinöerung des Boses des (9e- angenen von St. Helena und ihr erfolgloses Ringen um die Auslieferung seines Beichnams. Ihr tarier Charakter, der an die Frauen des alten Roms erinnert und vielleicht als einziger aus dem großen Kreis der Bonapartes wirklich hineinpaßt in das Idealbild altrömischer Renaissance, bas Na- Nr.233 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Mittwoch b. Oktober <957 Gesichtspunkten untersucht mit den nismus 3m Auftrag des Führers! Don K. Beckmann, Kreisberufswalier der DAF., Gießen. fessor Dr. Hamm, in Nidda eine Besprechung statt. Die Vertreter der Kreisleitungen der NSDAP., Kreisdirektoren und Bürgermeister verschiedener oberhessischer Fremdenverkehrsorte waren erschienen . Nach Eröffnung der Sitzung durch den oberhessischen Gebietsreferenten hielt Prof. Dr. Linke von der Kurortklima-Kreisstelle Frankfurt a. M. einen Dortrag über die Wichtigkeit einer wissenschaftlichen klimatologischen Untersuchung der Fremdenverkehrs- orte, die in Zukunft sich das Attribut „Heilklimatischer Kurort", „Luftkurort" und „Sommerfrische" zulegen wollen. Nach den Anordnungen des Reichs- fremdenverkehrsverbandes müssen, um in Zukunft Der Reichsbauernführer, der diesen Appell an die deutsche Hausfrau in den Mittelpunkt seiner Rede zum Erntedankfest auf dem Bückeberg gestellt hat, forderte damit jeden einzelnen Haushalt im Reiche auf, auch den geringfügigsten Verderb zu vermeiden. Die 17 Millionen Haushaltungen in Deutschland lassen selbst den kleinsten Einzelverderb la- roinenartig anschwellen. „Schon der tägliche Verlust einer einzigen Schnitte Brot in jedem deutschen Haushalt ergibt insgesamt einen jährlichen Verlust von mehr als 6 Millionen Zentner Brotgetreide." 40 Millionen Mark Devisen sind notwendig, um diese fehlenden 6 Millionen Zentner wieder aus dem Auslande einzuführen. Und warum das? Nur weil Gedankenlosigkeit und Unachtsamkeit noch hier und da herrschen, zwei gefährliche Gegner, mit denen jeder einzelne von uns fertig werden muß. Der Führer hat in seiner Bückeberg-Rede der früher üblichen Parole „Jeder kann tun, was er will" die heute geltende Auffassung gegenübergestellt: „Jeder muß tun, was allen nützt, was allen zugute kommt!" diese Bezeichnungen führen zu dürfen, meteorologische Begutachtungen vorliegen. In Verbindung Äerzten soll das für den einzelnen Orga- besonders geeignete Klima studiert und ausgesucht werden. Da der Vogelsberg reich an Kurbezirken ist, und verschiedene Gemeinden den Antrag auf die Bezeichnung „Heilklimatischer Kurort" usw. gestellt haben, so muß jetzt ein kurortklimatologischer Forschungsdienst in Oberhessen eingerichtet werden. Dazu ift zunächst die Errichtung einiger Beobachtungsstationen notwendig. Auf Vorschlag von Prof. Dr. Linke wird eine solche Station in Ilbeshausen-Hochwald- hausen, ferner je eine in Laubach und G e - dern noch in allernächster ßeit und voraussichtlich eine in Bad Salzhausen errichtet werden. Gerade für die einzelnen Fremdenverkehrsgemeinden wird es in Zukunft mit ein neues Werbeargument fein, wenn in den Werbeschriften die Klimaverhältnisse, die durch diesen wissenschaftlichen For- schungsdienst festgestellt werden, zu finden sind. Nach reger Aussprache, tue das große Interesse an dieser Einrichtung bewies, schloß der Gebietsreferent die Sitzung mit Dank an Professor Dr. Linke für seine aufklärenden Ausführungen. "Ich wende mich besonders an die deutschen Hausfrauen und bitte sie, hauszuhalten mit den Erzeugnissen unserer deutschen Erde, gleichzeitig aber auch — und mag es für die einzelnen Familien noch so nebensächlich erscheinen — den vermeidbaren Verderb zu verhindern." _ ...., Am gestrigen Dienstagnachmittag fand auf Ein- amilien noch so ladung des Gebietsreferenten im Landesfremden- meidbaren Ver- verkehrsverband Rhein-Main, Bürgermeister Pro- Aus der Stad« Gießen. Oberhessen wird nach kurorMmalologischen Seid haushälterisch! Diese Parole muß in Zukunft auch für die Hausfrau in Stadt und Land richtunggebend sein. Jeder tue, was allen nützt! Wir werden künftig noch mehr Verständnis für unsere Ernährungslaue aufbringen und damit die Arbeit der deutschen Landwirtschaft unterstützen. Wir werden noch mehr Achtung vor dem täglichen Brot haben und es vor jedem Verderb bewahren. Wir werden Roggenbrot bevorzugen, weil wir mehr Roggen als Weizen bauen und weil Roggenbrot gesünder ist. Wir werden aber auch aus freiwilligem Entschluß mehr Kartoffeln essen, weil wir in diesem Jahr eine besonders reiche Kartoffelernte haben. Damit sind den Hausfrauen weitergehende und verpflichtendere Aufgaben gestellt, als jemals zuvor; Aufgaben, die aus dem engen Lebensraum unseres Volkes sich für jeden einzelnen ergeben. Diese Freiheit des einzelnen, die in den vergangenen Jahren üppige Blüten trieb, muß aus nationalwirtschaftlichen Gründen auf gegeben werden. An ihre Stelle tritt das Gesetz, das die Gemeinschaft unseres Volkes selbst gegeben hat. Darin liegt das Geheimnis der Leistung und des Erfolges, daß jeder einzelne sich als Glied des größeren Ganzen fühlt und sein Handeln danach einrichtet. Im Haushalten und im Kampf gegen den Verderb kann die deutsche Hausfrau die Arbeit des Landvolks unterstützen. Der Reichsbauernführer hat auf dem Bückeberg feststellen können, daß das Verständnis für die Versorgungslage in sehr weiten Kreisen der Verbraucherschaft bereits vorhanden ist. Die Erwartungen, die der Führer und der Reichsbauernführer in das deutsche Volk setzen, gehen aber weit darüber hinaus. Der deutsche Konsument soll sich bei jeglichem Verbrauch von Nahrungsgütern und in jedem Augenblick der Verantwortung bewußt sein, die in seine Hand gelegt ist. Von dem Ernst, mit dem mir diele Verantwortung tragen, hängt letzten Endes aer Erfolg aller Maßnahmen ab, die zur Sicherung unserer Nahrungsfreiheit getroffen werden. Bo. Dornotizen. Tageskalender für Mittwoch. Stadttheater: 19.30 bis 21.45 Uhr „Moral". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Spiel auf der Tenne". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Wenn du eine Schwiegermutter hast". — Skiklub Gießen: 20 Uhr im „Prinz Carl" Generalversammlung. Stadttheater Gießen. Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Heute abend findet die 1. Wiederholung der mit großem Beifall aufgenommenen Komödie „Moral" von Ludwig Thoma statt. Spielleitung: Hans Geißler. Die Vorstellung findet als 2. Vorstellung der Mittwoch-Miete statt. Anfang 19.30 Uhr, Ende 21.45 Uhr. BOM.-ttnieraau 116. Mädelgruppe 3/116. Dien st befehl Die Herbstfahrt kostet nur 3 RM. und dauert vom 13. Oktober bis 18. Oktober. Wir sind am Montag um 12 Uhr wieder zurück. Anmeldungen bis spätestens Donnerstag bei der jeweiligen Schar- führerin. Heil Hitler! Die Führerin der Mädelgruppe 3/116: Jngeborg Wrede, Mädelscharführerin. (Schluß.) Wenn wir bisher einen Ueberblick über das gesamte Berufserziehungswerk der Deutschen Arbeitsfront und damit Über die gesamte Berufserziehung und -ausbildung des schaffenden deutschen Menschen gaben, so wollen wir nunmehr die überbetriebliche Berufserziehung in den llebungsftätten der DAF. behandeln. Während die DAF. in den vergangenen Jahren in ihren Arbeitsschulen Lehrgänge der verschiedensten Art durchführte, erfolgte ganz zwangsläufig in diesem Jahr die bewußte Umgestaltung dieser fördernden Berufserziehungsarbeit. Schon allein in der Umbenennung der Arbeitsschule in „Uebungs- ft ä 11 e n" prägt sich grundsätzlich die veränderte Haltung aus. Während die Arbeitsschule mehr ihre Ausgabe in der Durchführung von Lehrgängen sah, die mehr oder weniger alle Schaffende nach eigenem Gutdünken Lehrgänge besuchen ließ, hat die Uebungsstätte in diesem Jahr eine ganz strenge Menschenfuhrung und damit eine der gewaltigsten Aufgaben in der DAF. überhaupt übernommen. Die Tagung der DAF. — und zwar der Gaue Hessen-Nassau, Koblenz-Trier, Main-Franken und Kurhessen am 25. und 26. September in Frankfurt am Main mit ihren Lehrkräften, d. h. mit ihren Arbeits- und Arbeiterlehrern des deutschen Volkes — hat klar diese Aufgabe herausgestellt. Die llebungsftätten der DAF. haben jede Anmeldung für die ausgeschriebenen Lehrgemeinschaften und Aufbaukameradschaften, die stufenmähig aufgegliedert find, persönlich anzunehmen und eine fördernde Berufslaufbahnberatung dabei durchzuführen. Es liegt somit nicht mehr in der Entscheidung des einzelnen, sich für eine bestimmte Berufser - Ziehungsmaßnahme anzumelden, sondern es ist Aufgabe des betreffenden Amtswalters, den Interessenten in die Lehrgemeinschaft oder Aufbaukameradschaft einzuweifen, in die er auf Grund feiner Kenntnisse gehört. Der Besuch einer Berufs- erziehungsmaßnahme liegt insofern auch nicht mehr im Ermessen eines einzelnen, als Berufsfremde überhaupt nicht mehr und Lehrlinge nur bedingt zu den Lehrgemeinschaften und Aufbaukameradschaften zugelassen werden. Denn es kann nicht die Aufgabe der llebungsffätten fein, dem Arbeitsamt die Aufgabe der Umschulung und der Berufsschule die theoretische Ausbildung der Lehrlinge abzunehmen bzw. zu wiederholen, sondern sie 'hat die qualifizierten Facharbeiter aller Berufe für die deutsche Volksgemeinschaft zu fördern. Insbesondere haben die Uebungsstätten der DAF. zur Verwirklichung des zweiten Dierjahresplanes beizutragen, indem sie die fördernde Erwachsenen-Er- ziehung auf breitester Grundlage durchführen, was nur erfolgreich geschehen kann, wenn trotzdem die Auslese in den llebungsftätten streng gehandhabt und damit das Ziel der llebungsftätten nicht verwässert wird. Von den llebungsftätten sind Stoffverteilungspläne für Lehrgemeinfchaften und Aufbaukameradschaften fast aller Berufe ausgearbeitet worden, welche die Grundlage für die Üebungen sind. (Eine Lehrgemeinschaft oder Aufbaukameradschaft umfaßt durchschnittlich 15 bis 30 Hebungen von je zwei Vollstunden, die im allgemeinen in den Abendstunden liegen.) Es ist hierbei zu betonen, daß die nationalsozialistische Weltanschauung nicht als Lehrstoff, aber kein Lehrstoff ohne nationalsozialistische Weltanschauung gebracht wird. Der Leiter, d. h. die Lehrkraft der jeweiligen Lehrgemeinfchaft oder Aufbaukameradschaft, deur- teilt den einzelnen Teilnehmer während ober nach der Berufserziehungsmaßnahme nach ß e i ft u n g , Arbeitscharakter und weltanschaulicher Haltung. Ist die Beurteilung eine genügende oder gute, so erfolgt die Beratung dahingehend, eine höhere Lehrgemeinschaft ober Aufbau- kamerabschaft zu besuchen. War die gezeigte Leistung ungenügend, so kann der Teilnehmer dieselbe Maßnahme noch einmal besuchen bzw. muß bei vollkommener Unfähigkeit gänzlich ausscheiden ober andere Gebiete erarbeiten, für die er die entsprechende Eignung mitbringt. Um nun jedem schaffenden deutschen Volksgenossen die Gelegenheit zum beruflichen Aufstieg zu geben, sind in diesem Jahr in vermehrter Anzahl llebungsftätten errichtet worben. In den Kreisen Wetterau (Gießen und Friedberg), Alsfeld und Lauterbach bestehen folgende Uebungsstätten: 1. für alle Lehrgemeinschaften und Aufbaukameradschaften in Gießen und Friedberg, Bad- Nauheim, Butzbach, Lich, Grünberg. Lollar, Alsfeld, Groß-Felda, Homberg-Ohm, Lauterbach, Schlitz und Grebenhain; 2. für die Lehrgemeinfchaften Kurzschrift und Maschinenschreiben außerdem in Großen-Linden, Heuchelheim und Wieseck. Die ausgeschriebenen Lchrgemeinschasten und Aufbaukameradschaften werden in diesen Uebungsstätten durchgeführt, wenn sich die erforderliche Anzahl von Teilnehmern meldet. Die persönliche Anmeldung muß bei dem zuständigen Ortsberufswalter oder Ortsreferenten vorgenommen werden, während sämtliche Kreis- und Ortswaltungen der DAF. allgemeine Auskünfte geben können. Der Leistungskampf der deutschen Betriebe im Gau beginnt. NSG. Jrn Haus der Arbeit in Frankfurt a. M. waren am Dienstag die Gauabteilungsleiter der Deutschen Arbeitsfront und die Kreisobmänner des Gaues Hessen-Nassau versammelt. Gauabteilungsleiter Dr. Brunne gab einen Bericht über den Stand des Leistungskampfes der deutschen Betriebe. Anschließend sprach Pg. Tex- t o r vom Reichsamt „Soziale Selbstverantwortung" und gab die Richtlinien für die nunmehr einsetzende Prüfung der Betriebe, die sich gemeldet haben. Als Voraussetzungen für eine Auszeichnung nannte er den guten Willen des Betriebsführers und der Menschen im Betrieb, sowie deren politische Zuverlässigkeit. Beachtenswert war der Hinweis, daß für die Ernennung zum Musterbetrieb nicht die Verleihung aller Leistungsabzeichen Voraussetzung ist, da manchmal für die Verleihung eines bestimmten Leistungsabzeichens keine tatsächlichen Grundlagen bestehen, wie z. B. in Betrieben, deren Arbeitsgang eine Einstellung und Ausbildung von Lehrlingen nicht zuläßt; die Musterbetriebe werden vielmehr unter allen durch den Gauleiter mit einem Leistungsabzeichen der DAF. ausgezeichneten Betrieben ausgewählt. Anschließeick) gab Pg. Textor einige Einzelbeispiele. Wer hat gewonnen? Bei der Verlosung der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude", die mit dem „KdF."-Monatsheft verbunden ist, fiel dieses Mal ein zweiter Gewinn nach Gießen. Der glückliche Gewinner kann vom 26. Dezember 1937 bis 2. Januar 1938 an einer Winterurlaubsfahrt teilnehmen. 45 Jahre im Staatsdienst. Am Montagnachmittag war die Gefolgschaft der Universitäts-Bibliothek zu einer kleinen Feier auf der Pulvermühle versammelt, an der auch die An- gehörigen teilnahmen. An diesem Tage waren es 45 Jahre, daß der Kanzlei-Oberassistent Otto Purrmann im Staatsdienst tätig ist. Der jetzt 64jährige trat am 4. Oktober 1892 beim Leibdragoner-Regiment 24 in Darmstadt ein und kam im Juli 1907 als Zivildienstanwärter an die Universitäts-Bibliothek. In seiner Glückwunschansprache betonte Direktor Clarius die Treue und Zuverlässigkeit des Jubilars, die er immer wieder in seiner langen Dienstzeit bewiesen habe, und rechnete cs sich zur Ehre an, Herrn Purrmann als Dank des Führers und Reichskanzlers eine eigenhändig unterzeichnete Urkunde aushändigen zu können. Professor Dr. Hepding sprach als ältester Mitarbeiter des Jubilars für die Gefolgschaft und überreichte ihm eine kleine Gabe. Oie Polizei gegen Verkehrssünder. Die Polizei schritt in der Zeit vom 25. bis 30. September einschl. ein: gegen Radfahrer mit 13 Verwarnungen und Belehrungen und 9 Anzeigen; gegen Führer von Kraftfahrzeugen mit 8 Verwarnungen und Belehrungen und mit 49 Anzeigen; gegen Fußgänger mit 30 Verwarnungen und Belehrungen und mit 5 Anzeigen. Nicht le.chtsinnig radeln! Zahlreiche mehr ober minder schwere Verkehrsunfalle in der letzten Zeit sind, wie die Feststellungen einer Amtsanwaltschaft ergeben, auf das unsachgemäße, leichtfertige oder unzuverlässige Verhalten jugendlicher Radfahrer zurückzuführen. Radfahrer als Verkehrsteilnehmer müssen, besonders in städtischen Derkehrsverhältnissen, über völlige Fahrsicherheit, Umsicht und vor allem auch über die ausreichende Kenntnis der zu berücksichtigenden Verkehrsvorschriften verfügen. Kinder und Jugendliche, die diesen Anforderungen nicht genügen und durch planloses, unberechenbares ober spielerisches Rab- fahren ben öffentlichen Verkehr stören, finb nicht nur eine große Gefahr für anbere, fonbern vor allem auch für bas eigene Leben unb bie eigene Gesunb- heit. Es gehört zu ben Erziehungsfragen aller Eltern, an ber Dermeibung solcher Unfallmöglichkeiten mitzuwirken. Hindenburg-Gedenkfeier der Gießener Sparer. Die Ortsgruppe Gießen des Sparerbundes widmete ihre Oktober-Monatsverfammlung im „Burghof" dem Gedenken des verewigten Generalfeldmarschalls von Hindenburg. Nach den Begrüßungsworten des Ortsgruppenvorsitzenden Lorenz ließ der Landesverbandsführer des Sparerbundes Dr. Danner die Erinnerung aufleben an den Feldmarschall, ber am 2. Oktober seinen 90. Geburtstag hätte feiern können unb ber als Reichspräfibcnt auch den Sparern unb Rentnern großes Interesse entgegenbrachte und gutzumachen versuchte, was bieten Volksgenossen an Unrecht geschehen war. Der Vorsitzende H. Lorenz unterstützte diese Ausführungen in wirksamer Weise durch eine große Anzahl von Lichtbildern aus dem Leben Hindenburgs, der dem Gründer und damaligen Führer der Sparerbewegung, Oberschulrat Käufer, 1932 die Gelegenheit gab, zum ersten Male nach ber Aufwertungsgesetzgebung von 1925 einem Reichs- präfibenten bie Wünsche und Nöte ber bisher unbeachtet gebliebenen Sparer oorzutragen. Der Reb- ner rief auch die Stunde von Potsdam in Erinnerung, in der sich in der Gamifonkirche Feld- marfchall und Führer die Hände reichten. Auf Schallplatten wurden die Siloesteransprache Hindenburgs aus dem Jahre 1931 unb feine Dankesworte für die Glückwünsche zu seinem 85. Geburtstage übertragen. Im Verlaufe bes anschließenden geschäftlichen Teils gab ber Vorsitzende Lorenz eine Uebersicht über bie letzten Ereignisse im Sparerbund, der jetzt unter ber Leitung bes Reichsbahningenieurs Bürgermeister a. D. Karl Schneiber, Walldorf bei Frankfurt a. M., steht. Der Redner würdigte die Verdienste des bisherigen Bundesvorfitzenben Freiherrn von Totenwarth, ber sich erfolgreich für die Sparer und Rentner eingesetzt hat und dem u. a. auch das günstigere Ergebnis der Ablösung ber Anleihe der Provinz Oberhessen zu verbanken ist. Weiterhin machte er auf die Gelegenheit des Umtausches alter Papiere in Anleiheablösungen ober bar aufmerksam. Mit einer Eingabe verfolgt ber Bund die Wiedergutmachung eines an dem Altbesitz begangenen Unrechtes. Diese Volksgenossen hatten ihre alten Reichsanleiheanteile in Kriegsanleihe umgetauscht und sind dadurch um das Vorrecht bes Ältbesitzes gekommen. Es wäre an ber Zeit, biefe Volksgenossen genau wie bie anderen zu entschädigen. Der Erfolg dieses Vorgehens muß Z)er Staatliche Lotterte . Einnehmer, das ist Der Glücksbringer, bei Dem Sie, soweit vorrätig, Lose und den amtlichen Gewinnplan erhalten u. bei dem dann auch die Gewinne ausgezahlt werden.Anschriften werden Ihnen auf Wunsch gern mitgeteilt, wenn Sie an die Preußisch-Süddeutsche Staats- lotterte. Berlin 2B35, Diktoriastr. 29. schreiben. Sie erkennen die Staatlichen Lotterie- Einnahmen an diesem Zeichen im schwarzen, blan umränderten Feld. Man braucht ja gar nicht so viel Glück - fast jedes zweite Los gewinnt! Entschließ' Dich schnell — kauf heute ein Lost Wenn 343000 Gewinne auf 800000 Lose ausgespielt werden, dann braucht man gar nicht so viel Glück, um einen Treffer zu erwischen. Und deshalb hat die Preußisch-Süddeutsche Staatslotterie auch schon so vielen deutschen Volksgenossen das Glück gebracht. Denn ein jeder kann sich hier beteiligen — schon für 3.— RM je Klaffe gibt es ein Achtellos, das in der 5. Klaffe bare 100.000.— RM gewinnen kann. Am 20. Oktober beginnt die Ziehung zur 1. Klaffe der neuen Lotterie. Insgesamt werden in den 5Klaffen wieder 67.660.180 — RM ausgespielt. Alle Gewinne sind einkommensteuerfrei. Sichern Sie sich deshalb ein Los rechtzeitig! Der Präsident der Preußisch/-/ Süddeutschen Ans dem Gewinnplan der neuen Lottertet s x 1.000.000 2 x 500.000 2 x 300.000 2 x 300.000 IO x 100.000 12 x 50.000 AuDerdem 2 Gewinne zu Je 75.000.— RÖ und 842 068 weitere Gewinne Im Gesamtbetrags von 61.910.180.— RM Staatslotterie uogemartet werden. Der neue Bundesleiter Bürger-1 in der Lobelin-Einspritzung für den 23. Oktober meister a. D. Äarl, Schneider wird demnächst festgesetzt. auch in Gießen über diese und andere wichtige Die Tagung fand ihren Abschluß mit praktischen Hebungen in der Schwimmhalle, die vor allem der einheitlichen Handhabung in der Prüfungsabnahme dienten. Von Seiten des Landesverbandes ist geplant, die Lehrscheininhaber öfters zu Arbeits- und Hebungsgemeinschaften zusammenzurufen. Sparerfragen sprechen. Schließlich gedachte er noch des Geburtstages des früheren Gießener Dor- sitzenden Christian Reiber, der 81 Jahre alt geworden ist, und des hessischen Ehrenvorsitzenden und Vorkämpfers für die Wiedergutmachung des an den Sparern begangenen Hnrechtes, des Oberlandgerichtsrates a. D. Dr. B e st, der seinen 82. Ge- burtstag feiern wird. Nachdem noch organisatorische Fragen besprochen waren, wurde die Versammlung in üblicher Weise geschlossen. Gchülerkonzert bei Cläre Echlesier-Allmann. Für Freunde der Hausmusik und ihrer so notwendigen Pflege war das Schülerkonzert der Klavierschule von Frau Schlesier - Altmann am Sonntag ein schönes Sonntagserlebnis. Mit einer gut gewählten Vortragsfolge, an der zu loben ist, daß sie auch unsere klassische Musik reichlich berücksichtigte, war Gelegenheit geboten, sich ein Bild zu machen von der Arbeit, die hier geleistet wird, und von den schönen Ergebnissen, zu denen sie führt. Die jugendlichen Schüler und Schülerinnen waren eifrig bei der Sache und gaben ihr Bestes. Den fast weihevollen, feinen Anfang der Darbietungen bildete ein Klaviertrio Fs-Dur von Sixt, zu dem Renate R o e s e (Violine) von der Schule Bostroem und Carl Gros (Cello) von der Schule Hermann ihr schönes Können zur Verfügung gestellt hatten. Das Klavier spielte M. Stitz. Es war eine Freude, dem gemeinsamen Musizieren der Drei zuzuhören, die in sauberem und geläufigem Spiel, mit guter Betonung und klarer Heraus- arbeitung des jeweils führenden Instrumentes, das in feiner edlen Melodik und Harmonie sehr oft ansprechende und innige Merkchen sehr schön Wiedergaben. Nach einem kurzen, „Lied" betitelten Klavierstück von Tschaikowsky, von Karola A rn p t sorgfältig gespielt, und dem Charakterstück „Glockenspiel" von Couppey, vorgetragen von Clara A m p t, hörte man das bekannte O-ctur-Menuett von Bach, das Helmut Knoll sorgfältig zum Vor- trag brachte. Eine besonders schöne Leistung bot Hannelore Dem mit dem reizvollen Stückchen „Die Mühle" aus Jensens „Wanderbilder", Klavierspiel zu vier Händen ist immer reizvoll und das beste Mittel zur Erzielung von Taktsicherheit und Musizierfreüdigkeit. Es sollte wieder viel mehr gepflegt werden. So freute man sich, es auch mit einer Nummer in der Vortragsfolge (Knorr „Wiegenlied und Menuett") vertreten zu sehen. Margot Stitz und Marianne Krämer waren gut aufeinander eingespielt und wurden dem Musikstück mit seinen wohltuenden Harmonien durch leichten und doch tragenden Anschlag und durch klares Her- vorholen der bald im Diskant, bald im Baß auf« tauchenden Melodie gerecht. Rosemarie Wellstein gab einem Andantino von Mozart innigen Ausdruck, spielte zwei Tänze von Beechoven mit großer Sicherheit und entfaltete in dem neckischen Spiel eines Klavierstücks von Zilcher große Geläufigkeit bei Harpeggien und Trillern. Der Vortrag von Mozarts Sonate F-dur, 1. Satz, mit dem sehr sauberen Spiel der Verzierungen, Läufe und Triller machte der kleinen Spielerin M. Stitz alle Ehre. Beethovens Sonate G-dur, op. 79, 1. Sah, gespielt von M. Krämer, war das gleichwertige Gegenstück dazu. Gern begrüßte man Schuberts Impromptu" G-dur, das Helmut Dietz mit technischer Gewandtheit und guter Einfühlung in die romantische Welt des Tondichters vortrug. Die schmelzenden Klänge Chopinscher Musik in Valse lente a-moll und der ewig jungen Polonaise in A-dur kamen im Klaviervortrag von Inge Dietz mit großer Beschwingtheit zum Ausdruck. Der reiche Beifall, den die zahlreich erschienenen Zuhörer zwischendurch und am Schluß des Konzertes spendeten, galt nicht nur den Schülern des edlen Klavierspiels, sondern auch ihrer Lehrmeisterin, Frau Schlesier-Altmann, die das Bewußtsein haben darf, planvoll und gediegene Unter- richtsarbeit geleistet zu haben. Tagung der Lehrschein-Znhaber der Deutschen Lebensrettungs-Gesellschast Der Bezirk Oberhessen der Deutschen Lebens- rettungs-Gesellschaft (DLRG.) hatte am vergangenen Samstag die Lehrschein-Jnhaber seines Arbeitsgebietes zu einer Tagung einberufen. Die Arbeitsgemeinschaft, die in ihrem ersten Teile im Institut für Leibesübungen, im zweiten Teil in der Schwimmhalle des Städt. Dolksbades stattfand, wurde von dem Bezirksleiter, Baurat Mangold, eröffnet. Anschließend berichtete der technische Leiter, Franz Sauer, über wichtige technische und organisatorische Belange, so u. a. über die Zuständigkeit der Landesverbände, die Hebernahme der Schirmherrschaft der DLRG. durch Herzog Carl Eduard von Coburg usw. Nach einer Weisung der Berliner Führung sei es der DLRG. nicht gestattet, bei ihren Veranstaltungen die Fahne des Reichsbundes für Leibesübungen zu hissen, da die DLRG. weder Mitglied des NFL. ist, noch ihm untersteht, sondern vielmehr eine selbständige Organisation mit eigener Satzung darstellt, die sich selbständig im Dienste der Allgemeinheit betätigt. Es wurden verschiedene Ziele ins Auge gefaßt, wie der Bezirk Oberhesfen auch künftig durch Abhaltung von Lehrgängen usw. für die Verbreitung des Rettungsgedankens arbeiten will. Als nächster Lehrgang beginnt am Montag, 11. Oktober, im Städtischen Volksbad ein Kursus für die Ausbildung von Rettungsschwimmern, der sich über fünf Abende erstrecken wird, und dem sich, je nach Erfordernis, gegebenenfalls weitere Hebungsgemeinschaften anschließen werden. Für die Lehrscheininhaber wurde eine Ausbildung ** Versetzungen im Kulturbaudienst. Versetzt wurden mit Wirkung vom 1. Oktober 1937: Der Regierungsbaurat Adolf Brusius an das Kulturbauamt Oberhessen in Gießen, der Regie- rungsbaurat Philipp August Lorenz an das Kul- turbauamt Starkenburg in Darmstadt und der Regierungsoberbaurat Karl Ludwig H a l l w a ch s als Amtsvorstand an das Kulturbauamt Rheinhessen in Mainz. ** Rückständige Strom - und Gas gelder vom Monat August sind bis zum 15. Oktober zu bezahlen, andernfalls die Zufuhr gesperrt wird. *♦ Motorrad gegen Personenauto. Am gestrigen Dienstagabend ereignete sich an der berüchtigten „scharfen" Ecke Liebigstraße-Lu-dwig- strahe schon wieder ein Derkehrsunfall. Dort rannte ein Motorradfahrer namens Reuning aus Berlin-Wilmersdorf mit feiner Maschine gegen ein Personenauto. Dabei erlitt der Motorradler einen Oberschenkelbruch und Kopfverletzungen, die seine Heberführung nach der Chirurgischen Klinik erforderlich machten. Das Motorrad wurde schwer beschädigt, und auch an dem Auto entstand einiger Sachschaden. LPD. Sitzverlegung des türkischen Konsulats. Das türkische Konsulat, das die Gebiete Hessen-Nassau, Rhein-Main, Baden, Bayern und Württemberg umfaßt, befindet sich seit dem 1. Oktober 1937 nicht mehr Frankfurt a. M., Kaiserstraße 16, sondern Frankfurt a. M., Arndtstraße 33. Herbstliche Reitjagd der Gießener Garnison. Der herbstlich-trübe Nachmittag des gestrigen Dienstag brachte die erste Reitjagd der Wehrmacht unseres Standorts. Au/ dem Wiesengelände neben der Heyligenstädtschen Fabrik am Aulweg waren etwa 150 Offiziere, Unteroffiziere und (Befreiten der Gießener Wehrmacht mit ihren Pferden zu fröh- lichen Reiterstunden versammelt, die eine solche Herbstjagd bedeutet. Jetzt ist die schönste Jahreszeit für den Reitersmann, der dann mit dem Sturmwind über die Stoppelfelder und Sturzäcker um die Wette jagt, so daß die Pferdehufe das bunte Laub auf wirbeln und der Boden widerhallt von dem Pferdegetrappel. Früher wurde der Hirsch oder das hauende Schwein gejagt, in England wird heute noch der rote Fuchs vor der Meute hergetrieben. Bei dem Soldaten gehört das Jagdreiten im Herbst zur Ausbildung. Dann haben sich die Pferde von den Anstrengungen des Manövers erholt, sie sind eingesprungen und im (Salopp trainiert. Die Anforderungen an Reiter und Pserd werden von Jagdtag zu Jagdtag gesteigert. Für die Gießener Soldaten — und besonders für die Artilleristen — hatte diese erste Jagd eine doppelte Bedeutung; denn zum ersten Male gingen die alten Remonten, die fünfjährigen Pferde, die das erste Ausbildungsiahr hinter sich haben, mit und auch eine große Anzahl der jungen Soldaten ritt ihre erste Jagd. Der Divisionskommandeur, Herr Generalleutnant O ß w a l d , als Jagdherr wurde mit einem noblen Oftpreußenviererzug von seiner Wohnung abgeholt. Aus der engeren Heimat. 10 Jahre ^Freiwillige Feuerwehr^ in Watzenborn-Steinberg. V Watzenborn-Steinberg, 4. Oft. In diesen Tagen konnte die hiesige Freiwillige Feuerwehr auf ihr zehnjähriges Bestehen zu- rückblicken. Die Kriegs- und Nachkriegszeit war auch nicht ohne Folgen für das Feuerlöschwesen unserer Gemeinde gewesen. Es wurde der Pflichtfeuerwehr nicht mehr das nötige Interesse entgegengebradjt, und so wurde der Wunsch geäußert, eine freiwillige Wehr zu gründen. Als alle Geräte, insbesondere die für die Steigmannschaften, abgängig waren, wurde vom derzeitigen Gemeinderat beschlossen, eine große mechanische ausziehbare Leiter anzu- schafsen. Als nun diese neue Leiter der Feuerwehr üoergeben wurde, wurde der langersehnte Wunsch Tatsache. Am 20. August 1927, am Tage der Heber« gäbe der Leiter, schlossen sich nachstehende Kameraden zusammen und legten das Fundament zu einer freiwilligen Wehr: Bürgermeister K. Schäfer, K. Schmandt V., K. May, O. Ruckelshausen, O. Burger I., K. Häuser IV., Otto Happel II., K. Sommer, Gg. Jung, Ernst Schäfer, Ernst Harnisch, K. Mandler, Wilhelm Euler, K. Sommer, E. Mandler, H. Burger, Wilh. Zammert, L. Dem, O. Seipp, Th. Philipp, O. Buß, Herrn. Lecke, L. Fett, E. Harnisch II., K. Philipp, Fr. Löhrke, H. Happel, O. Schäfer, R. Eiff, K. Philipp, K. Schneider, K. Ruckelshausen, K. Schmandt VII., K. Reuter, Otto Reitschmidt, Otto Maid I., K. Babel, K. Schneider, H. Luh, R. Dietz, Karl Sommer VII., Otto Zammert, K. Seipp, Karl Freund, Otto Wallbott, Ludwig Schäfer VII., K. Burger, Ludwig Buß, A. Weiß, Otto Sommer, Karl Kolmer und Otto Happel. Vier Wochen später, im September 1927, versammelten sich diese 52 Kameraden im Rathaus zur eigentlichen Gründung. In dieser Gründungsoer- sammlung konnte Bürgermeister S ch ä f e r den Kreisfeuerwehrinspektor Dickor 6 sowie den Vorsitzenden des Kreisverbandes der freiwilligen Feuerwehren, Herrn Wenzel, als Gäste begrüßen. Neben Aufstellung der Vereinssatzungen wurde der Vorstand gebildet. Als 1. Kommandant wurde Karl Schmandt, 2. Kommandant Otto Reitschmidt, Schriftführer Bürgermeister Schäfer, Rechner E. Mandler und als Zeugwart K. Sommer gewählt, die heute noch mit Ausnahme des Schriftführers in ihren Aemtern find. In der Generalversammlung vom 18. März 1928 wurde die Uniformierung vorgenommen. Auch konnte die junge Wehr im Laufe dieser Jahre ihr Können unter Beweis stellen und bei verschiedenen Bränden erfolgreich dem verheerenden Feuer Widerstand leisten. So bei dem Brande des hiesigen Sägewerks von Jakob Ruhl, auf dem Hofgut Obersteinberg und bei verschiedenen Scheunenbränden. Eine besondere Stütze hat die junge Wehr durch die zwei älteren Kameraden, den 1. Kommandanten Karl Schmandt und den Bürgermeister Karl Schäfer. Im September vergangenen Jahres Bevor die Jagd angeblasen wurde, gab der Jagdherr seiner Freude über die zahlreiche Beteiligung Ausdruck, verwies auf den hohen Wert der Jagdreiterei für die Ausbildung und auf die Erfahrungen des Korpsdauerrittes. Er ermahnte zu sportlichem Verhalten und ließ den stellvertretenden Master Hauptmann Dr. Brandts (7./AR. 9) den Parcours erläutern. Dann wurden drei Felder gebildet, das erste, Gäste und Offiziere, führte der Jagdherr selbst. Dor dem zweiten Felde der Wachtmeister und Feldwebel ritt Wachtmeister Pa11 o - wi tz (7./AR. 9), das dritte Feld, die jüngeren Unteroffiziere und Mannschaften, brachte Uffz- Göttner (7./AR. 9) über die Fährte. Als „Füchse" ritten Oberstleutnant Lange und Hauptmann Brandts, gehetzt von den beiden „Hunden" Leutnant Jhring und Wachtm. Kanopka (7./AR. 9). Kapellmeister K r e n g e l blies mit feinen Musikern die Jagd an, dann gings in gestrecktem Galopp — die drei Felder mif je 400 Meter Abstand — über mehr als drei Kilometer mit zehn fairen Sprüngen durch das prächtige Jagdgelände westlich der Gailfchen Dampf Ziegelei. Auf einer Anhöhe nahe dem Leihgesterner Weg wurde Halali geblasen. Der Jagdherr nahm den ersten Eichenbruch entgegen und verlieh persönlich jedem Reiter einen weiteren Bruch. Als Erste wurde Frau Dr. Pauly damit ausgezeichnet. In der Bergscbenke beschloß eine Kaffeetafel das schöne Jagderlevnis. Die nächste Jagd am Freitag, 8. Oktober, wird von der MG.-Komp. JR. 116 angelegt. wurden der Wehr durch Polizeioerwalter Bürgermeister Karl Schäfer insgesamt 49 Feuerwehrmänner verpflichtet. Im Anschluß wurde der Führerrat gebildet, der sich wie folgt zusammensetzt: 1. Brand- meister K. Schmandt, dessen Stellvertreter Otto Reitschmidt, Kassenwart Ernst Mandler, Gerätewart Karl Sommer, Zugführer Otto Maid, Karl Chr. Jung, Karl Sommer VI. und Karl Philipp XI. Umbau der Bad-Nauheimer Kurhauoterraffe. LPD. Bad-Nauheim, 5. Oft. Die seit einiger Zeit geführten Erörterungen über einen Umbau der Kurhausterrasse sind zum Abschluß gekommen. Nach einem Projekt von Baurat Metzger sollen die Arbeiten so ausgeführt werden, daß vier abaeftufte Terrassen in Zukunft jedem Besucher einen Ausblick auf die große Wiese vor dem Kurhaus gestatten. Die unterste Terrasse soll einen Platz für das Orchester bieten, wo Musik im Freien ertönen soll. Landkreis Gießen. 00 Klein-Linden, 5. Oft. Bei der Gemeinschaftsfeier des Erntedanffestes in unserer Gemeinde formte Ortsbauernführer Bechtold im Auftrag des Landesbauernführers dem hiesigen Landwirt Ludwig Jung XVI. für vorbildliche Haltung und Leistung in der Erzeugungsschlacht 1937 eine künstlerisch ausgestattete Ehrenurkunde, die erste dieser Art in unserer Gemeinde, überreichen. Ferner händigte Bürgermeister Fischer im Auftrag des Reichsführers SS. Himmler, des Chefs der deutschen Polizei, einigen um das Feuerlöschwesen in unserer Gemeinde verdienten Männern das Reichsfeuerwehr-Ehrenzeichen 2. Klaffe aus. Die Ehrung wurde folgenden Mitgliedern der Freiwilligen Feuer- wehr zuteil: Oberbrandmeister Friedrich Müller und den Oberfeuerwehr- bzw. Feuerwehrmännern Ludwig Schaum, Ludwig Jung XIV., Reinhard Wagner und Karl Fink. $ Alten-Buseck, 1. Oft. Am Donnerstagabend fand im Saale der Wirtschaft Rühl eine Ortsgruppenversammlung statt, die die Dersammlungstätigkeit im kommenden Winterhalbjahr in der Drt.gruppe Alten-Buseck eröffnete. Ortsgruppenleiter Bürgermeister Kahl begrüßte zunächst die Parteimitglieder und Unterorganifatio- nen der Zellen Alten-Buseck, Rödgen und Trohe. Sodann richtete er seine Worte an die Parteianwärter und sprach über die hohen Pflichten und die große Verantwortung, die eng verbunden sind mit der Ehre der Parteizugehörigkeit. Er ging dann über zu einer grundsätzlichen Betrachtung der wichtigsten Punkte der nationalsozialistischen Welt- anschauung, die von allen mit großem Interesse aufgenommen wurde. Der Abend wurde bann in der üblichen Weise geschlossen. 5 Steinbach, 4. Oft. Zum 70. Geburtstag des Vertreters des Gießener Anzeigers in Steinbach Herrn Christian Pitz, von Dem schon berichtet rourM ist weiter zu melden, daß am De« burtstage der Kirchenvorstand, dessen langjähriges Mitglied Herr P i tz ist, sich nach dem Gottesdienst gemeinsam in die Wohnung seines Mitgliedes begab. Hier überbrachte der Vorsitzende, Pfarrer Söll, als Ehrengabe ein Buch und wünschte dem Geburtstagsfinde Gottes Segen und noch eine lange Reihe von Jahren in guter Gesundheit. — Im vergangenen Monat fonnte die lange geplante Neueindeckung des Daches des Pfarrhauses vorgenommen werden. Bei der Renovierung des Pfarrhauses beim Aufzug des Pfarrers vor etwa viereinhalb Jahren war das Dach wohl repariert morden. Da es aber nicht dicht wurde, mußte zur Neueindeckung geschritten werden. — Da der Turm bei der letzten großen Erneuerung der Kirche im Jahre 1928, die über 11000 Marf kostete und an deren Kosten heute noch amortisiert wird, nicht gründlich renoviert worden war, war er seitdem die Hrsache laufender Schäden an dem neugemachten Kirchendach. Dom Turm herunterfallende Schiefer schlugen immer wieder Schiefer des Kirchendaches entzwei. Da außerdem auf dem Gottesacker neben Kirche und Turm herabfallende Schiefer eine ständige Bedrohung der Besucher des Friedhofes bildeten, wurde in den Voranschlag für 1937 die Renovierung des Turmdaches eingesetzt. Nachdem die bürgerliche Gemeinde ihre finanzielle Hilfe zugesagt hat, wurden nunmehr die Arbeiten ausgeschrieben. Die Ausführung soll noch in diesem Monat erfolgen. Die Planung und Leitung beider Reparaturen erfolgt durch das Hochbauamt Gießen. "Y" Watzenborn-Steinberg, 1. Oft. Bei Mitglied Karl Häuser X. fand eine Versammlung des hiesigen Obst- und Gartenbauvereins statt. Nach der Begrüßung durch ben Vorsitzenden Karl Häuser wurde die Durchfüh- rung der Obst- und Gemüse-Ausstellung, die aus Anlaß des Erntedankfestes in der hiesigen Volks- Halle stattfindet, beraten. Don den anwesenden Mitgliedern wurden bereits 100 Nummern für diese Ausstellung gemeldet. Im weiteren Verlaufe der Versammlung wurden die Richtlinien zur Erlangung einer Staatshilfe bei Der Anlegung eines Baumstückes bekanntgegeben. Die Beschaffung von Leimringen soll durch den Verein geschehen. Im Laufe des Winters sollen wieder verschiedene Vorträge gehalten werden. Eine rege Aussprache beschloß die Versammlung. A Eberstadt, 1. Oft. Die Karto fs elernte. Zu der auch in diesem Jahre wieder zehn Arbeitsdienstmänner für unser Dorf geschickt wurden, ist jetzt in vollem Gange. Die Erträge sind zufriedenstellend. Man kann von einer mittleren Ernte bei guter Qualität sprechen. <£ Eberstadt, 1. Oft. Heute fand hier die Ob st Versteigerung auf der Provinzialstraße Hof Güll—Ober-Hörgern statt. Es hatten sich zahlreiche Kaufliebhaber, insbesondere Obsthändler, eingebunden. Die Preise lagen durchweg sehr hoch. Es kosteten der Zentner am Baum: Tafeläpfel je nach Sorte 8 bis 12 Mark, Birnen 6 bis 8 Mark. Bäume mit gutem Behang kamen auf 40 bis 60 Mark. Kreis Wehlar. Q] Wißmar, 4. Ott. Am 1. Oktober waren es 25 Jahre, daß Herr Jakob Rupp das Amt des Kirchendieners innehat, ebenso ist er solange Wiegemeister der Gemeinde. Möge es ihm vergönnt sein, noch viele Jahre feinen Dienst zu versehen. Große Strafkammer Gießen. Der Otto Kratz aus Friedberg hatte sich gestern vor der Großen Strafkammer wegen Blutschande zu verantworten. Die Anklage legte ihm zur Last, in den Jahren 1935 und 1936 mit feiner nunmehr 16 Jahre alten Tochter verbotenen Umgang gehabt zu haben. In der Hauptoerhandluyg, die unter Ausschluß der Oeffer.tlithfeit ftattfand, gab der Angeklagte, wie auch schon im Vorverfahren, feine Verfehlungen vollständig zu. Da die Tochter zu Beginn der unerlaubten Beziehungen noch nicht 14 Jahre alt war, mußte der Angeklagte auch aus dem Gesichtspunkt des Sittlichkeitsverbrechens an Minderjährigen bestraft werden. Das Urteil lautete auf ein Jahr sechs Monate Zucht- Haus, wovon zwei Monate durch die Untersuchungshaft als verbüßt gelten. Die anschließende Verhandlung gegen den Joh. ßud o r f aus Bad-Nauheim, ebenfalls wegen Sittlichkeitsverbrechens, fand auch unter Ausschluß der Öffentlichkeit statt. Der Angeklagte wurde beschuldigt, sich in drei Fällen an einem Mädchen vergangen zu haben, das noch im schulpflichtigen Altsr stand. Dem Angeklagten konnte jedoch nur ein Fall nachgewiesen werden, so daß auch nur insoweit Bestrafung erfolgen konnte. Das Urteil lautete unter Zubilligung mildernder Umstände auf a ch t Mo- nate Gefängnis. Rundfunkprogramm Donnerstag, 7. Oktober. 6 Uhr: Morgenlied. Morgenfpruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Ein froher Morgengruß aus der Westmark. 9.45: Hausfrau, hör zu! 11: Ansprache des Reichs- jugendführers Baldur von Schirach anläßlich der Einweihung von 50 neuen Jugendherbergen sowie zahlreicher Grundsteinlegungen und Richtfeste von Jugendherbergen. 11.45: Deutsche Scholle. 12: Musik für alle! 13: Nachrichten, auch aus dem Sendebezirk. 13.15: Musik für alle! 14: Nachrichten. 14.10: Dem Opernfreund. 15: Volk und Wirtschaft. 15.15: Für unsere Kinder. 16: Nachmittagskonzert. 18: Zeitgeschehen im Funk. 19: Nachrichten. 19.10: Wenn die Soldaten ... 20: Der Wein in Sang und Klang. 21: Kammermusik. 22: Nachrichten, auch aus dem Sendebezirk. Sportbericht. 22.30: Volks- und Unter» Haltungsmusik. 24 bis 1: Nachtkonzert. Schiichbrel Si'liutzniar Es ist nicht alles Seide, was ZTYee* __ SJl.-SpOlt ,$6. Teutonia" Wahenbom-Steinberg WahenbornZleinberg I — Lollar I 3:1 (1:0). 1900 II — Watzenborn-Steinberg II 2:0 (0:0). Am Sonntag weilte die 1. Elf des Sportvereins Lollar in Watzenborn-Steinberg, um ihr fälliges Verbandsspiel auszutragen. In den Anfangsminuten des Spiels wehrten die Lollarer noch in den letzten Sekunden immer wieder mit Glück ab, sie konnten aber nicht verhindern, daß es in der 7. Minute 1:0 für die Gastgeber hieß. Die ganze Halbzeit hindurch sah man jetzt die Teutonen immer im Vorteil, aber Tore wurden nicht erzielt. Nach der Pause dasselbe Bild. Schon am Anfang erhöhten die Teutonen auf 2:0. Etwa 20 Minuten vor Schluß konnte Lang nach einer leichten Vorlage von Buß sogar auf 3:0 erhöhen. Nun fühlte man sich im Lager der Teutonen siegessicher, und es wurde phlegmatisch gespielt. Da etwa fünf Minuten vor Schluß Kreiling für Lollar das Ehrentor schoß, wurde das Spiel wieder lebhafter. Bei dem Stand von 3:1 ließ der Lollarer Tormann bei einem Zusammenprall sich zu einer Tätlichkeit hin- reißen, und der Platzverweis war chm dadurch sicher. Diesem folgte er erst, als ihn ein Vorstandsmitglied seines Vereins mit Gewalt aus feinem Tor entfernte. Die letzten Minuten verliefen noch in sportlichem Anstand. Der Sieg wurde von folgenden Spielern der Teutonen verdient errungen: Happel; Fett, Jung; Burger, Hedderich, H. Schmandt; Buß, £). Haas, K. Haas, Lang, Bender. Epielvereinigung 1926 Leihgestern. Leihgestern I — Garbenleich I 4:4 (3:0). ^Am Sonntag empfing die 1. Mannschaft der Spielvereinigung die gleiche des SV. Garbenteich zum fälligen Derbandsspiel. Die Leihgesterner, die zum ersten Male in stärkster Aufstellung (also mit Dutenhöfer; Funk, K. Laux; Wedemann, Gremm, Textor; Lauber, Väth, Krick, R. Arnold und Heß) antraten, lagen bei Halbzeit durch schöne Leistungen der ganzen Mannschaft mit 3:0 in Führung. Nach der Halbzeit spielten die Leihgesterner auf Halten des Resultats. Dadurch gewannen die Gäste Boden, und drei Minuten vor Schluß konnten sie den Führungstreffer erzielen. Vom Anstoß weg gingen die Einheimischen vor das Gästetor. Funk, der mit in den Sturm gegangen war, konnte den Ausgleich erzielen. Der Mittelanstoß wurde wieder abgefangen. Die Blauweißen gingen nochmals vor das Gästetor; ein Schuß von Funk landete am Pfosten, den Nachschuß von Lauber konnte der gute Gästehüter gerade noch im Fallen abwehren. Wie schon gesagt, boten die Einheimischen eine ausgezeichnete Leistung, die an die besten Jahre erinnerte. Nach diesem Spiel hofft man, daß die Blauweißen sich einen guten Mittelplatz in der Tabelle erspielen. Heer und Marine auf MsterschMahrl. Die überaus schwierigen Bedingungen des ersten Tages der Heeresrneisterschaften und der Meisterschaften der Kriegsmarine im Kraftfahr-Gelände- sport haben bereits eine ganze Anzahl von Teilnehmern ausscheiden lassen. Ueberall gab es außerdem noch Strafpunkte, von denen kein einziger Fahrer verschont blieb. Am besten kam bei den Krafträdern Sch. Uffz. Lück von der AA. 6 auf seiner BMW. davon, der von 142 erreichbaren Gutpunkten 141 für sich buchen konnte. Oie Ergebnisse des ersten Iahrtages. Krafträder ohne Seitenwagen (Höchstpunktzahl 142 Punkte). Heer: Einzelfahrer: Startn. 69 Sch. Uffz. Lück AA. 6 (BMW.) 141 P.; Startn. 57 Schirrm. Maciejewski II. AR. 48 (BMW.) 136 P.; Startn. 58 Lt. v. Cramon Panzer-Rgt. 2 (BMW.) 136 P.; Startn. 67 Oblt. Ball AA. 6 (BMW.) 130 Punkte. Mannschaften: Startn. 39—41 1. Mannschaft des VII. AK. (BMW.) 416 P.; Startn. 42-44 1.Mannschaft des VIII.AK. (BMW.) 395 P.; Startn. 48—50 2. Mannschaft des I. AK. (DKW.) 382 P., ausgeschieden: 5 Fahrzeuge. Kriegsmarine. Mannschaften: Startn. 73—75 Mannschaft der Bef. d. pommerschen Küste in Swinemünde (BMW.) 411 P.; Startn. 91—93 Mannschaft der Fest. - Kdtr. Cuxhaven (BMW.) 348 P., ausgeschieden: 5 Fahrzeuge. Krafträder mit Seitenwagen (Höchstzahl 151 Punkte). Heer. Einzelfahrer: Startnummer 21 Lt. Klumpp Panzer-Abwehr-Abtl. 14 (BMW.) 145 P.; Startn. 209 Uffz. Neumann AA. 1 (BMW.) 145 P.; Startn. 28 Uffz. Kren 14/JR. 84 (BMW.) 134 P.; Startn. 31 Oblt. Trippe 1. KfK.-Lehr-Abtl. (BMW.) 143 Punkte. Mannschaften: Startn. 16—18 Mannschaft des VII. AK. 407 P.; Startn. 1—3 Mannschaft des Schützen-Rgt. 2 403 P.; Startn. 4—6 1. Mannschaft des III. AK. 347 P. (alles BMW.), ausgeschieden: 5 Fahrzeuge. Mittlere geländegängige Personen-Kraftwagen (Höchstpunktzahl 151). Heer. Einzelfahrer: Startn. 173 Hptm. Wegner Panzer-Abwehr-Abtl. 10 (Mercedes-Benz) 148 P.; Startn. 157 Oblt. Binder MG.-Bat. 8 (Stö- wer) 147 P.; Startn. 194 Hptm. Pächter, Heeres- Nachr.-Schule (Horch) 147 P.; Startn. 199 Ob.- Schirrm. Kursawe, Kav.-Rgt. 8 (Adler) 147 P.; Startn. 180 Oblt. v. Kriegsheim, KKS.-Abtl. 6 (Mercedes-Benz) 145 P.; Startn. 197 Hptm. Riemer, Nachr.-Abtl. 29 (Horch) 145 Punkte. Mannschaften: Startn. 118—120 1. Mannschaft des X. AK. (Adler) 434 P.; Startn. 130—132 2. Mannschaft des V. AK. (Mercedes-Benz) 427 P.; Startn. 121 bis 123 3. Mannschaft des XI. AK. (Horch) 422 P.; Startn. 115—117 2. Mannschaft bes VIII. AK. (Horch) 418 P.; ausgeschieden: 1 Fahrzeug. Kriegsmarine. Mannschaften: Startn. 205—207 2. Mannschaft der Marine-Station der Nordsee (Wanderer) 384 Punkte, ausgeschieden: 1 Fahrzeug. 0er zweite Tag: noch schlimmer. Der zweite Tage der Heeres- und Marine-Meisterschaften im Kraftfahr-Geländesport brachte eine Streckenfahrt von Halle nach Ohrdruf. Sie übertraf die erste Etappe an Schwierigkeiten ganz bedeutend. Die ganze Nacht hindurch und in den frühen Morgenstunden gab es in den verschiedenen Gebieten der zweiten Tagesstrecke Regen, so daß die Wege völlig aufgeweicht und in einen Morast verwandelt waren. Schon bei der ersten Zeitkontrolle gab es Verspätungen; besonders schlimm wurden natürlich die Motorradfahrer mitgenommen. Die 25 Minuten Ueberzeit der in ihrer Wertungsgruppe führenden drei „Gußeisernen" von Wünsdorf, Meier, F o r - st e r und Linhardt, stellten noch eine Bestleistung dar. Auf der Weiterfahrt spottete dann die Wegfüh- rung jeder Beschreibung. Zu Dutzenden blieben die Maschinen an dem Waldhöhenrücken der Schmücke hängen. Der Schlamm setzte sich zwischen Rädern und Schutzblechen fest, so daß sich die Räder nicht mehr drehten. Auf dem schwierigsten Teil mußten teilweise drei- bis viermal die Rader ausgebaut werden, und viele kostbare Stunden gingen so verloren. Die begeisterte Dorsjugend stand überall mit Eimern bereit, um die Maschinen vom größten Schmutz zu befreien, waren doch die Speichenräder vielfach schon zu Scheibenrädern geworden. So konnte natürlich ein großes „Massensterben" nicht ausbleiben, und „ungerupft" kam überhaupt keiner ans Ziel. Als Höhepunkt und schwerstes Stück der Strecke galt der steile Geröll-Aufstiea zur Fahner-Höhe, wenige Kilometer vor Gotha. Allerdings hatte hier der Wettergott Vorsehung gespielt und den Weg völlig unbefahrbar gemacht. Die Umleitung wurde trotz der längeren Strecke gern in Kauf genommen. Bei der zweiten Zeitkontrolle gingen 2% Stunden auf die Sollzeit, bevor die ersten Fahrer eintrafen. Mit dem BMW.-Gespann erschien Hptm. Creuz- n a d) e r als erster Teilnehmer. Dann folgten einige Personenkraftwagen, aber sämtliche Krafträder mit und ohne Seitenwagen fehlten. Schwer sollte die Prüfung sein, daß sie aber durch die Witterungsverhältnisse derartig große Anforderungen an die Fahrer stellen würde, konnte man nicht voraussehen. Es regnete ..., nicht nur aus den Wolken, sondern noch viel mehr Strafpunkte. Aber unsere Wehrmachtangehörigen sind es gewohnt, Schwierigkeiten zu trotzen. Handball im SporlkreiS Gießen. Das am Sonntag vorgesehene Spielprogramm ließ sich leider in dem beabsichtigten Rahmen nicht abwickeln. Eine ganze Reihe von Spielen mußte noch in letzter Minute abgesagt werden. Die Ergebnisse: Gauklasse. Jahn Gensungen — T v. Wetzlar 8:7 (6:5). Die Wetzlarer mußten mit reichlichem Ersatz antreten, hielten sich aber trotzdem gut. Allerdings war die Niederlage nicht zu umgehen, weil die Platzbesitzer die gebotenen Chancen mit allen Mitteln ausnutzten. Bezirksklasse. Mtv. Gießen — BfB. - R. Gießen. Tuspo W.- Niedergirmes — Spvgg. 1 900 Gießen. BfB.-R. trat auch diesmal wieder nicht an; der Grund soll angeblich im Spielermangel liegen. Eine Wiederholung dieses Falles müßte die Leitung veranlassen, die Mannschaft endgültig zu streichen. — Die Mannschaft der Spvgg. 1900 hatte gegen Niedergirmes nur 7 Spieler zur Stelle, so daß das Treffen schon von vorneherein verloren war. Tv. Heuchelheim — T v. Lützellinden 8:9 (5:3). In Heuchelheim kam es zu einem außerordentlich harten Spiel, was schon durch die Tatsache von zwei Herausstellungen bewiesen wird. Heuchelheim hatte in der 1. Halbzeit weit mehr vom Spiel, als sein Gegner, der bis dahin oft bedenkliche Schwächen gezeigt hatte. Nach dem Wechsel änderte sich das Bild grundlegend. Lützellinden holte mächtig auf und konnte zum Schluß mit etwas Glück einen knappen Erfolg erringen. T v. Münchholzhausen — T v. Hörnsheim 9:4 (5:3). Münchholzhausen konnte erneut seine derzeitige gute Form unter Beweis stellen. Die Mannschaft. hat, wie sich immer mehr herausstellt, in diesem Jahr tatsächlich keinen Gegner zu I fürchten. Wenn Hörnsheim sich diesmal ebenfalls | anftrengte, war es trotzdem nicht möglich, ein günstigeres Ergebnis zu erzielen, weil eben der Gegner zu stark war. VsV.-R. tritt gegen den 2Mv. nicht an. Die beiden Mannschaften des M t v. mußten am Sonntag vergeblich auf ihre Gegner warten. Die Punkte sind ihnen somit kampflos zugefallen. Der Tv. Holzheim hatte zum mindesten einen Tag UHL Sei ersweg Nr. 67 j9| 2ÜIO Telephon Nr. 3170 ™ ;s XReparaturen ,!9W W vorher abgesagt. Der Lokalverein VfB. -R. war einfach nicht da,- so daß man nur die komplette Mannschaft des Mtv. beim Anpfiff sehen konnte. Um Die Zuschauer zu entschädigen, führte der Mtv. mit den beiden eigenen Mannschaften ein Uebungsspiel vor, das trotz der hohen Ueberlegen» heit der ^.-Mannschaft viele schöne Kampfszenen brachte. 1. kreisktasse. To. Du k^e nhofen I — T v. Garbenheiml 10:14 (5:7). In Dutenhofen kam es zu hart umstrittenem Kampf, in dem bis kurz vor Schluß der Sieger noch nicht feststand. Die Platzbesitzer hatten nach der Bause mächtig aufgeholt und den «Spielstand auf 9:9 gleichgestellt. Dann war es allerdings vorbei. Die Gäste, auf deren Seite das größere Stehvermögen vorhanden war, gingen zum Endspurt über und siegten wie sie wollten. To. Holzheim — MSV. „Barbara" Oie» ßen 8:9 (5:5). In einem sehr harten Spiel mußten die Einheimischen, die immer noch nicht ihre Gegründet 1831 ........... pfunisS£ädter Bier--- Vertreter: Fritz Heinzerling, Gießen, Schiffenberger Weg 32, Telephon 3259 Exportbrauerei JUSTUS HILDEBRAND G.m.b.H. • PFUNGSTADT 6260 D Or. jur. Fritz Hübner, Assessor Annemarie Hübner, geb. Schmidt beehren sich, ihre Vermählung anzuzeigen Gießen (Friedrichstraße 13), den 6. Oktober 1937 04916 Zur Bekämpfung des Frostspanners jetzt Leimringe anlegen! Raupenleim in den bewährten Fabrikaten von Hinsberg und Schacht Unterlagepapier Drahtkordel sowie die neuen Leimringe »Fix-Fertig« und »Rekord« erhalten Sie im SamtasBemdiBali Bahnhofstraße Telefon 3403 6207 A Besonders Tnnnfpn Versand n. Auswärts, bi-lige iupulGU l/nnf Frankfurt Main, Muster frei Haus Allerheil.Str.87. Vogtsche Privat-Handelsschuk Gießen, Goethestr.32 Aufnahme für das Winterhalbjahr in die 1 und %-jähr. Klassen. Beginn 18. Oktober >937 Anmeldungen u. 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Flechte, andere Bezeichnung für Zopf, das in drei Strähnen geflochtene Frauenhaar Flechten, populäre Bezeichnung für verschiedenartige chronische Hautausschläge, z. B. Bartflechte, (Erreger Pine, die vom Hund und von der Katze auf den Menschen übertragen werden, s. b.J, Schuppenflechte: trockene weißliche Schuppen auf geröteten Hautstellen. Kleienflechte: kleien- sörmiae Abschuppungen. Haut verdickt, gerötet, juckend. Fressende Flechten siehe Hauttuberkulose. Fleck (Königsberger Fleck. Kuttelfleck), gereinigte, zerschnittene und gekochte Rmderdärme und Rindermagen, die als stark gewürzte Suppe oder mit einer braunen, sauren Tunke gegessen werden. Flecken können nicht alle mit dem gleichen Mittel entfernt werden. Es ist daher wichtig zu roiffen, um welche Art von Flecken es sich handelt. Ferner muß das Gewebe und das Alter des Flecks berücksichtigt werden. In vielen Fällen genügt warmes Wasser, das bei einem ersten Reinigungsversuch nie schadet. Sodann kann man es mit Seifenspiritus oder Benzin versuchen. Bei besonderen Flecken ist das Reinigungsverfahren besonders angegeben (beispielsweise Eierflecke usw.) Immer ist darauf zu achten, daß sich bei der Fleckenreinigung keine Ränder bilden. Flecken bei Schwangeren, oft im Gesicht auftretend und lehr störend, brauchen keine Behandlung, verschwinden meist nach der Entbindung von selbst. Fleckwasser sind fertig zu kaufen. Die Selbstherstellung lohnt sich kaum. Fleckwasier sollen mit gut sichtbarer Aufschrift gesondert aufbewahrt werden, da eine 93er. weckslung leicht verhängnisvoll weroen kann. Flegeljahre, siehe Entwicklungsjahre. Fleisch, Muskelmasie von Wirbel- Heren, Warmblütern undFrschen, hat einen hohen Nähr- und Sättigungswert. mit Fleischnabrung ist dem Körper dennoch nicht gedient, er verlangt nach gemischter. abwechslungsreicher Kost. Dunkles und helles Fleisch hat den gleichen Nährwert, doch ist sogenanntes weißes Fleisch, Kalbfleisch und Geflügel für Kranke bekömmlicher. Alles Fleisch muß vor der Verwendung gut abgehangc sein. Da Fleisch nicht sehr haltbar ist. muß es be- sonoers im Sommer in Kühlräumen aufbewahrt oder durch Anbraten. Ankochen. Einlegen in Esiig. Pökeln oder Räuchern für längere Zeit haltbar gemacht werden. Fleischbrühe, entbehrl. Fremdwort: Bouillon, die Brühe von gekochtem Rindfleisch, hat wenig Nährwert, ist aber appetitanregend Beim Kochen wird sie durch Abschäumen geklärt. Fleisch, brühflecken werden mit Benzin, Terpentin oder Alkohol entfernt komplette Vertretung zur Stelle haben, eine ftrappe, aber verdiente Niederlage hinnehmen. Die Gießener Artilleristen, die eine Anzahl sehr guter Spieler in ihren Reihen hatten, zeigten das weitaus bessere Zusammenspiel und auch die zweckmäßigere Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Mannschaftsteilen. Demgegenüber war Holzheim gar nicht in der Form, die erforderlich ist, um derart schwere Spiele zu gewinnen. 2. Kreisklasse. Dutenhofen II — To. Garbenheim II 9:12. Mto. Gießen II — To. Holzheim, kpfl. f. Mto. Tv. 1846 Gießen — Tv. Lich 7:5. SA. I/J 33 — SA. Stand. J 33 2:4. Tv. Nauborn — Tv. Katzenfurt 8:8. Dutenhofen mußte auch der 2. Mannschaft der Gäste den Sieg überlassen. Wohl waren sich die Gegner ziemlich gleichwertig. Der bessere Sturm der verstärkt spielenden Gästemannschaft entschied das Spiel. — Holzheim ist durch sein abermaliges Nichtantreten automatisch aus der Runde ausgeschieden. — Die Mannschaft des Tv. 1846 hatte ihre Not, die flinken Gäste fn-app niederzuhalten. Der Kampf war oftmals hart, konnte aber trotzdem gefallen. Wirtschaft. Rhein-Mainische Börse. Uneinheitlich. Frankfurt a. M., 5. Okt. Bei kleinen Umsätzen hatte die Börse am Aktienmarkt wieder keine einheitliche Tendenz, wobei zu den ersten Notierungen Abschwächungen bis zu 1 v. H. in der Mehrzahl waren. Die völlige Reprivatisierung bei der Dresdner Bank fand eine gute Abfnahme, so daß sich für Bankaktien weiterhin etwas größeres Interesse erhielt. An den übrigen Marktgebieten überwogen kleine Angabe der Kulisse. Später ergaben sich verschiedentlich leichte Erhöhungen. Bon Mondanwerten ließen Buderus und Verein. Stahl je 0,50 v. H., Hoesch 0,25 v. H. nach, Mannesmann blieben mit 123,50 behauptet. JG.-Farben ermäßigten sich zunächst auf 164,40 (164,75), konnten sich aber später auf 164,90 erholen, Rütgerswerke uno. 150. Von Elektroaktien zogen Licht und Kraft 1 v. H. an, wogegen AEG. 0,65 v. H. verloren. Bau- und Zementwerte blieben behauptet. Maschinen- und Motorenaktien schwächten sich bis 1 v. H. ab. Etwas schwächer lagen ferner Reichsbank mit 204,50 (205,50) und Aschaffenburger Zellstoff mit 144,25 (145,50). Am Rentenmarkt war das Geschäft ebenfalls klein. Reichsaltbesitz uno. 128,75. Kommunal- Umschuldung lagen 5 Pfennig höher mit 94,90, Städte-Altbesitzanleihe blieben, zu 133 bis 133,50 gefragt. Reichsbahn-VA. lagen 0,25 v. H. höher mit 128,13, auch Dekofama Altbesitz plus 0,25 v. H. auf 135. Von Reichsanleihen 5prozentige von 1927 101,50 (101,40). Am Pfandbriefmarkt lagen Liquidationswerte z. T. noch etwas höher, im übrigen blieben die Kurse bei einiger Nachfrage behauptet. Stadtanleihen und Industrie - Obligationen lagen ruhig. Im Verlaufe wurde das Geschäft nicht größer, das Hauptinteresse blieb bei Bankaktien, die lebhafte Umsätze aufwiesen. Deutsche Bank 125 (124,50), Commerzbank 119,50 (119), Dresdner Bank 114,50 (114), ferner Effektenbank 86,40 (86). Im Großverkehr blieb die Haltung unregelmäßig, etwas erholt waren Hoesch mit 128 nach 127,25, Rheinstahl mit 153 nach 152,50. Von später notierten waren stärker verändert Scheideanstalt mit 262 (264), Conti- Gummi mit 188,50 (189,90), Junghans mit 134 (135,40), Berger Tiefbau mit 149,50 bis 149,13 (150,25) und Hapag mit 86 (87). Am Einheitsmarkt stiegen Kahlgrund Eisenbahn auf 26,50 (24,50), wobei pro Order nur 1000 RM. zugeteilt wurden. Im Freiverkehr nannte man: Rastatter Waggon 61 bis 63, Wayß & Freytag 149,50 bis 151,50, Elsaß Baden Wolle 83 bis 84, Schuh Berneis 76,50 bis 77,50, Verein. Pinsel 75,50 bis 76,50, Geiling Sekt 73,50 Geld, Ufa 74,25. Abendbörse ruhig. An der Abendbörse war das Geschäft sehr klein, auch die Kursveränderungen hielten sich in engsten Grenzen. Die meisten Papiere kamen nominell zur Notiz. Trotz der Geschäftsstille war die Haltung widerstandsfähig, die schwachen Meldungen von den Auslandsplatzen übten keinen Einfluß aus.' Soweit überhaupt Abweichungen eintraten, betrugen sie 0,13 bis 0,25 v. H. Von Montanwerten waren Mannesmann mit 123,50 und Rheinstahl mit 152,75 je 0,25 v. H. niedriger gesucht, Deutsche Erdöl zogen 0,25 v. H. an auf 152. IG. Farben lagen mit 164,65 (164,75) wenig verändert bei kleinern Umsatz. Am Elektromarkt kamen Akkumulatoren nach Pause mit unverändert 225, Rheag aber 1,50 o. H. schwächer mit 126,50 wieder zur Notiz. Ges- fürel mit 153,75, Schuckert mit 170,25 und Elektr. Lieferungen mit 132,90 lagen bis 0,25 v. H. höher. Von Maschinenaktien notierten Rheinmetall 151,50 (151,75), Moenus unverändert 125, MAN. unverändert 137,25, Demag unverändert 150,75 und Junghans unverändert 134, aber 1 v. H. unter Berlin. Bankaktien hatten bei unveränderten Kursen nur kleines Geschäft. Sranffurter Pferdemarkt. Frankfurt a. M., 5. Okt. Infolge der Erntearbeiten war der Besuch und der Auftrieb zum Frankfurter Pferdemarkt gering. Es standen insgesamt nur rund 200 Pferde aller Gattungen einschließlich einer Anzahl Fohlen zum Verkauf. Die Preise waren gedrückt. Für gute mittelschwere Arbeitspferde wurden 1100 bis 1300 Mark erzielt. Schlachtpferde, fette Ware, waren gesucht und wurden mit 37 bis 39 Mark je 50 Kilogramm Schlachtgewicht gerne bezahlt. Der nächste Pferdemarkt finbet am 7. Dezember statt. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 5. Okt. Auftrieb: Kälber 707 (am -28. Sept. 707), Hämmel und Schafe 372 (259), Schweine 2702 (4145), ferner 30 Stück Husumer Großvieh. Notiert wurden je 50 Kilogramm Lebendgewicht in Mark: Ochsen a) 45. Kühe a) 43. Färsen a) 44. Kälber a) 60 bis 65 (am 28. Sept. 60 bis 65), b) 55 bis 59 (54 bis 59), c) 45 bis 50 (45 bis 50), d) 36 bis 40 (36 bis 40). Hämmel b2) 46 bis 50 (46 bis 50), c) 40 bis 45 (41 bis 45), d) 30 bis 39 (32 bis 40). Schafe a) 38 bis 44 (37 bis 45), b) 30 bis 37 (30 bis 35), c) 18 bis 28 (24 bis 28). Schweine a) 55 (56), bl) 55 (56), b2) 55 (56), c) 54 (55), d) 51 (52). Sauen gl) 55 (56). Marktverlauf: Rinder, Kälber und Schweine zugeteilt. Hämmel und Schafe mittelmäßig. Oer arme Reiche. LPD. Frankfurt a. M., 3. Okt. Dieser Tage erlitt auf dem Hindenburgplatz in Frankfurt a. M. ein ältere r Mann einen tödlichen Schlag, a n f a 11. Er hatte sehr ärmlich gelebt und sich von Freunden und Bekannten mit Geld und Lebensrnitteln, sowie mit Kleidern unterstützen lassen. Man fand bei dem Toten in einer Tasche den Betrag von annähernd 15 000 Mark in 100° und 50-Reichs- markscheinen. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt oeschlosienen Dividende an. Retchsbankdiskont 4 o H.. Lombardzinsfuß 5 o H. Zronkfurl a M. Berlin Devisenmarkt Frankfurt a. M. Berlin Frankfurt a. M. Berlin Schluß- kurS Schlußk. Abendbörse Schluß- fürs Schluß! Mittag börse Schlußkurs Schluß?. Abend börse Schlußkurs Schluß!. Mittag. börte Darum 4.10. 5-10. 4.10. 5.10 Daium 4.10. 5.10. 4.10. 5-10. 5% Deutsche Retchsanleihe v. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 4y2% Deutsche Reichsschatzanwei- 101,4 98,75 99,4 99 100,25 99,75 128,75 99,5 101,65 98,13 134,75 99,75 98,5 101,75 101,65 111,1 129 87 87,5 127,9 205,5 119 124,5 114 101,5 98,75 99,4 99 100,25 99,65 128,55 99,5 101,75 98,13 135 99,75 98,5 101,9 101,65 111,1 129 86 86,75 128,13 205 119,5 125 114,5 101,5 98,75 99,4 99 104,9 100,5 99,65 128,9 99,5 98,75 135,25 99,75 101,7 111,25 128 46,5 86,4 87,75 128,13 204,75 135 119 124,5 114 101,4 98,8 99,4 99 100,25 100,5 99,65 128,5 99,5 98,75 135,1 99,75 1,75 129,25 46,25 85,9 86,25 128,13 204,9 135,5 119,5 125 114,5 Accumulatoren-Fabrik.......14 Aschaffenburg Zellstoff........6 223 148,5 168 126 170,25 189,9 142,5 152 264 165,5 132,25 154 164,75 135,5 153,5 145,5 52 177,5 127,5 155,25 138,5 120,4 132J5 127 95,5 123,5 154,5 154,5 230 153,5 131,75 150 170,5 215,75 118 59,65 156,5 32,3 225 144,25 148,5 168 125,5 170,25 188,5 141,5 152 262 164 132,9 155 164,65 135,5 153,75 145 51,75 177,4 128 155,5 139 132,25 126,5 96 123,5 154,25 230 126,5 152,75 132 150 165 170,25 216 203 117,5 59,5 156 32 222,75 146,25 149,5 168,5 126 190 142 123,13 151,25 165,25 132,9 154,5 164,75 135,4 153,5 145,5 52,75 178 127,75 155,25 167,75 119,9 132 159,75 127 123.65 154,5 154 114 229,75 153,25 132 149,5 165,75 170,75 96,25 215,75 203 117,9 59,5 118 155,5 32,5 223 144,75 14«,25 168 124,5 189,5 141,5 122,75 152 164 132,9 155,25 164,75 135,5 154 145,15 52,83 172 127,5 155,75 166,5 139 118,5 131,75 159,5 127,5 123,75 154,5 153,75 113,25 230 126,5 152,75 132 149,5 165 178,75 96,75 216,25 202-25 117,4 59,4 118 155,5 32,13 4*4% Deutsche Reichsschatzanwei- sungen von 1935, II. Folge ... iVi'o Deutsche Reichsschatzanwei- sungen von 1936, 111. Folge .. sy2% Doung Anleihe von 1930 .. rfttt*n 4%% Hess. Lan desbk. Dannstad! Goldpfe. R. 12 ............. 5y2% Hess. Landes-Hyp.-Banl Gesfürel.................... 7 Th. Goldschmidt............. 6 Gritzner Maschinen........... 0 Harpener................. S’/j Hoesch Eisen...............3 yt Philipp Holzmann........... 8 Ilse Bergbau................6 Ilse Genüsse................6 Kali Aschersleben............ 4 Klöcknerwerke ............. 4% Kvkswerke und Chemische Fabrik 7 Lahmeyer.................. 6 Mainkraft,........ 4 Mannesmann.............4'/r Mansfelder Bergbau......... 7 Metallgesellschaft............. 6 Orenstein & Koppel..........0 Rheinische Braunkohle....... 12 Rheinische Elektro............6 Rheinstahlwerke..............6 Rheinisch-Westfälische Elektro .. 6 Rütgerswerke ...............7 Salzdetfurth Kalt............ 6 Schuckert & Co............... 7 Schultheis Patzenhofer........4 Siemens & Halske........... t Süddeutsche Zucker.......... 10 Bereinigte Stahlwerke......41/* Westdeutsche Kaufhof.........o Westeregeln Alkali............ 4 Zellstoff Waldhos............6 Otavi Minen ...;...........0,6 /z% Darmstädter Komm.-Lan- Deutsche Komm.-Sammel-Anleihe 4%% Franks. Hyp. Goldpfe. R. 15 orschungsstelle für Tierseelenkunde am Westfälischen Zoologischen Garten zu Münster. - 140 Seiten mit 100 Abbildungen, in Lernen gebunden RBL 3.60. In Teber Gießener Buchhandlung erhältlich. Hugo Sevmüblev Sevlag ♦ VevUn-Lichtevfelde Fleischertratt ■ , ISS Flitter ___________________ — nn ii - ----- - Fleifchextrakt wird durch Eindampfen von Fleischbrühe ge- roonnen. 1 Kilo Fleisch ergibt dabei 31 Gramm Extrakt. Fleischhackmaschine (Wolf) eine Vorrichtung aus Metall, die Fleisch durch Mesier und Lochscheiben treibt und dabei mahlt. Fleischlose Ernährung, die von manchen Reformbestrebungen verlangt wird, ist nicht jedem Menschen zuträglich, da der Körper abwechslungsreiche Kost verlangt und durch andere Nahrungsmittel der Eiweißbedarf nur schwer gedeckt werden kann. Fleischvergiftung ist Vergiftung durch verdorbenes Fleisch, im engeren Sinne Vergiftung durch die Gifte eines beft. rrankmachen- den Bazillus. Siehe Nahrungsmittelvergiftung. Fleißiges Lieschen (Impatiens balsamina), land- und stadtbekannte Topfpflanze, die unermüdlich rosarote Blüten hervor- bringt. Im März werden ältere Pflanzen ohne Störung des Erd- oallens in neue Erde gesetzt. Lange Triebe werden dann gekürzt. Die Kopftriebe als Stecklinge setzen, am einfachsten an den Topfrand zur Mutterpflanze. Fleischbretter, die in der Küche zur Bearbeitung frischen Fleisches verwendet werden, sollen Rillen haben, damit der Fleischsaft sich darin sammelt. Flieder, beliebter Zierstrauch, der nach der Blüte im Mai besmnit- ten wird. Alles schwache, unregelmäßige Holz und die Samendolden werden entfernt, die langen Triebe eingestutzt. Fliedertee, siehe Holunder. Fliege, in vielen Arten auftretendes lästiges Insekt, das alle Gegenstände beschmutzt und Krankheitskeime sowie Fäulnis- erreget überträgt. Fliegen halten sich ungern in dunklen oder gut durchlüfteten Räumen auf. Um die zahllose Nachkommenschaft zu bekämpfen, müssen alle Abfälle entfernt oder wenigstens gut verdeckt werden Müllgruben bewirft man mit gelöschtem Kalk. Fliegenfänger sind meist wenig appetitlich und auch für Menschen nicht ganz ungefährlich. Fliegende Hitze, Blutandrang zum Kopfe mit Unbehagen, bef. in den Wechseljahren Für geregelte Lebensweise sorgen, unter Umständen Aderlaß durch den Arzt. Kühle Abwaschungen des Oberkörpers, heiße Fußbäder. S. Wallungen! Fliegenjchmutz entfernt man mit Salmiakwasser, Terpentin oder Spiritus, von seidenen Lampenschirmen mit lauwarmem Essig- wasier. Fliesen, viereckige Plättchen aus Stein, glasiertem Ton oder Porzellan werden als Belag für Fußböden oder Wände verwendet. Sie sind praktisch und sauber und lassen sich mit Wasser und Seife leicht reinigen. Flip, englisches kaltes Getränk, ursprünglich aus Bier, Branntwein und Zucker, hat mancherlei Abarten. Flitter, siehe Pailletten. Färberei Braubach & Fischer Seltersweg 63 Wir reinigen und färben alles, womit Sie sich bekleiden oder Ihr Heim schmücken Atüch.... wird immer größer, wenn Sie ein schlechtsitzendes Bruchband tragen. Es kann auch Brucheinklemmung entstehen. Fragen Sie Ihren Arzt. Ein Unterleibsbruch ist nicht ein Riß in der Netzhaut, sondern stellt eine Bauchfellausstülpung dar und ist besserungsfähig. Viele Bruchleidende haben sich mit Hilfe meinerSpezialausführungen sogar geheilt. U. a. schreibt Herr Gnahn: „Teile Ihnen mit, daß mein doppelseitig. Leistenbruch trotz meines Alters von 62 Jahren durch das Tragen Ihrer Bandage vollkommen geheilt ist. Ich habe nichts gegen die Veröffentlichung des Dankschreibens. Ich kann Ihre Bandage nur jedem Bruchleidenden empfehlen. Friedrich Gnahn, Bauer, Kahlau, Kreis Moh- rungen/Ostpr., den 1. Juni 1937.“ Weshalb wollen Sie sich weiter quälen? Kommen Sie zu mir. Sie werden überrascht sein, wie leicht und bequem