Hr.181 Erstes Blatt 187. Zahrgang Zreitag.b. August 1937 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr. . „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt üernsprechanschliiffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen Postscheckkonto: Zrantfurt am Main 11686 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen und Verlag: vriihlsche Univerfitatrdruckerei R. Lange in Gietzen. Zchristleitung und Geschäftsstelle: Zchulftratze 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8'/,Uhr des Dormittags Grundpreise für l mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Textanzeigen von7Omm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Dereinbg.25O/„ mehr. 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Während früher auch der Sprecher der Opposition auf die jeweilige außenpolitische Lage Rücksicht zu nehmen pflegte, schlug diesmal der Führer der Arbeiterpartei A t t l e e Töne an, die in Westminster bisher nicht üblich waren. Er machte sich zum Dolmetscher der Moskauer Intervention zugunsten der Valencia-Behörden und zwang damit — vielleicht gewollt, vielleicht auch ungewollt — die Regierung zu einer schärferen Kennzeichnung ihrer Spanien-Politik, als dieser vielleicht erwünscht war. Die große Rede Edens am Montag hat dann auch bewiesen, daß der Opposition wenigstens eines gelungen war, nämlich die Regierung aus ihrer bis dahin geübten Reserve herauszulocken. Nicht auf der gleichen Stufe, wie der Angriff der Opposition im Unterhaus, wohl aber auf der gleichen Linie lag ein Aufsatz, den bas konservative Unterhausmitglied Beverley-Baxter in der zum Berry-Konzern gehörenden „Sundy Graphic" veröffentlicht. (Zum gleichen Konzern gehören her „Daily Telegraph" und di^ „Sunday Times".) Wir erwähnen diesen Aufsatz um seines Verfassers wegen, der als politisch wohlunterrichteter Mann gilt und möglicherweise in die kleine Schar der kommenden parlamentarischen Größen gehört. Beverley- Baxter machte für die kommende innerpolitische Entwicklung folgende Voraussage: Nach seiner Meinung sind bie' Tage der Arbeiterpartei gezählt. Er ist der Auffassung, daß sich bei den nächsten Wahlen die Arbeiterpartei und der kleine Rest der liberalen Partei zu einer neuen Partei zusammenschließen, hinter der die großen Gewerkschaftsorganisationen stehen werden. Der Führer dieser neuen „demokratischen" Partei wird, nach der Auffassung Beverley-Bäxters, der jetzige Vorsitzende des Grafschaftsrates von London, Herbert Morrison, sein, der weder ein intellektueller Revolutionär, noch ein Tory in sozialistischer Gewandung ist, sondern ein in allen Verwaltungsfragen wohl geübter Vertreter der gemäßigten Linken. Als dritte Tatsache schließlich verzeichnen wir, baß sich bie Zeitungen plötzlich mieber einmal ben Kopf über bie Wahlreform zu zerbrechen beginnen. Hier liegen bie Dinge so, baß bie Einteilung ber Wahlkreise zwanzig Jahre alt ist unb eine Neueinteilung ungeachtet ber Bevölkerungsverschiebung nicht oorgenommen würbe. Vor zwanzig Jahren hatte man als notmenbige Stimmenzabl für jeben gewählten Vertreter im Unterhaus 50 000 Wähler zugrunde gelegt. Diese Ziffer würbe bereits daburch erheblich oeränbert, baß man ben Frauen bas Stimmrecht einräumte. Mit Hilfe ber Frauen errangen bie Konservativen ihren ersten großen Wahlsieg in ber Nachkriegszeit. Im heutigen Unterhaus find aber von insgesamt 650 Mitgliedern nicht weniger als 119 mit mehr als 60 000 Stimmen gewählt. Einzelne Wahlkreise haben sogar über 100 000 Wähler; Romforb z. B. 167 939. In anbe- ren Wahlkreisen ist burch bie Verschiebung ber Bevölkerung, in erster Linie burch ben Wegzug vom Lanb in bie Stabt, bie Zahl ber Wähler ganz erheblich gesunken. Es gibt zehn Wahlkreise, in benen die Zahl ber Wähler weniger als 30 000 beträgt. Das englische Wahlsystem hat es nun mit sich gebracht, baß ein Kanbibat in bem kleinen Wahlkreis Barmab Castle mit 27 309 Wählern ebenso wahlfähig ist, wie ein Kanbibat im Wahlkreis Dartforb mit 106 043 Wählern Die Wahl-Reform-Ueber- legungen gingen nun bahin, bie Wahlkreise neu aufzuteilen. Alles in allem würben etwa 40 neue Wahlkreise entstehen. Diese brei Tatsachen, bie wir eben aufgezählt haben, machen es wahrscheinlich, baß sowohl bie Regierung wie Opposition mit ber Möglichkeit rechnen, bie fommenben Wahlen unter neuen Vorzeichen unb Voraussetzungen auszufechten. Eine anbere Frage ist es allerdings, ob man auf Seiten ber Regierung in Wirklichkeit eine Veränberung ber Wahlorbnung wünscht. Zweifellos würbe bie Regierung in mindestens 30 von den 40 neu zu schaffenden Wahlkreisen bie Majorität erringen. Die konservative Mehrheit würbe bamit noch kompakter werben, als sie es ohnehin jetzt schon ist. Was sich aber parlamentarisch alh Gewinn ber regierenben konservativen Partei erweisen würbe, wäre anbererfeits eine erhebliche Schwächung bes parlamentarischen Systems überhaupt. Zu biesem gehört nun einmal bas Sviel unb Gegenspiel zwischen Regieru-ng unb Opposition. Kein Zweifel: Enalanb steht, wenn man die Dinge auf weite Sicht betrachtet, vor einer wichtigen politischen Alternative. Die Entwicklung hat es mit sich gebracht, daß, wenn auch unter parlamentarischen Formen, die Idee ber autoritären Staatsführung Schritt für Schritt an Boben gewonnen hat. Zurückschrauben läßt sich biese Entwicklung nicht. Solange aber Großbritannien an ben Methoben ber parlamentarischen Demokratie festzuhalten gewillt ist, solange kann es auch nicht ber Frage ausweichen, wie innerhalb bes langsam sich Oer Nichteinmischungsausschuß will Ferien machen. 3m Augenblick geringe Aussicht für erfolgreiche Arbeit. London, 6. Aug. (DNB.) Wie von unterrichteter Seite verlautet, will man auf ber Sitzung bes Hauptausschusfes bes Nichteinmischungsausschusses am Freitag versuchen, bie Lage so zu bereinigen, baß man zu einer Grunblage für bie späteren Bemühungen um ben Abschluß einer Vereinbarung gelangt. Man hält es für möglich, daß der Hauptausschuß beschließen wirb, zunäch st eine Pause einzuschieben unb ben Zeitpunkt einer neuen Zusammenkunft noch nicht festzulegen. Verschiedene Vertreter bes Ausschusses wünschten in ihre Länder z u r ü ck z u k e h r e n , um sich von ben Anstrengungen ber letzten Wochen zu erholen unb um mit ihren Regierungen in persönliche Verbinbung zu treten. Die ständigen Sitzungen bes Hauptunterausschusses, sowie bes Nichteinmischungsausschusses hätten lange Zeit hin- burch solche Heimreisen für bie Vertreter ber Län- ber unmöglich gemacht. So finb auch bie Lonboner Morgenblätter ber Ansicht, baß bie heutige Sitzung bes Unterausschusses bes Nichteinmischungsausschusses keine neue Entwicklung bringen werde, ba 6 o w j e t = rufjlanb an seiner Weigerung f e st - h a l t e, ben Parteien in Spanien bie Rechte Kriegführender zuzuerkennen. Die meisten Zeitungen rechnen bamit, baß ber Ausschuß sich nach ber heutigen Schung auf einige Zeit vertagen wirb unb baß bis auf weiteres bie Spanien- Kontrolle in ihrer jetzigen Form bleibt. „Daily Telegraph" schreibt, in vielen Kreisen sei man ber Ansicht, baß es besser sei, bie Nichteinmischung in ihrem gegenwärtigen Zustanb zu belassen, als bie erbitterten Streitigkeiten im Nichteinmischungsausschuß über neue Pläne der Kontrolle und Zurückziehung ber Freiwilligen zu verschärfen. Die Aussprache im Ausschuß habe gezeigt, baß keine Aussichten vorhanden seien, eine Vereinbarung zur Durchführung bes englischen Kompromißplanes zu erzielen. In ber heutigen Sitzung werbe baher wahrscheinlich nichts weiter beschlossen werben, als bie Angelegenheit baburch am Leben zu erhalten, baß ber Ausschuß in Beratung über eine Ermächtigung für Englanb eintreten werbe, bie Fühlungnahme auf Grund ber Arbeiten bes technischen Ausschusses fortzusetzen. Ader selbst bieses Zeil stehe in Zweifel. Sowjetrußland habe bis jetzt in amtlichen Mitteilungen sich unnachgiebig gegen einen grunblegenben Vorschlag im Rahmen bes britischen Planes gezeigt. — „Morning Post" schreibt, bie Folge ber Weigerung bes Sowjetbotschafters, bie Gewährung ber Rechte Kriegsführenber zu erwägen, scheine keine Aussicht auf eine Vereinbarung zuzulassen. Die beste Lösung sei etwa, wenn sich ber Ausschuß für eine kurze Ferienzeit vertagen würbe. Der marxistische „Daily Heralb" bringt unverhüllt bie Hoffnung zum Ausbruck, baß sich bie Meinungs- verschiebenheiten im Nichteinmischungsausschuß s o verschärfen würben, baß bas ganze Nichteinmischungsabkommen auf gegeben werben müßte. Wenn dies ber Fall fei, bann solle man bie Nichteinmischung ruhig sterben lassen, bann möge bie britische Regierung bie „allzu ehrenvolle Alternative" ergreifen, nämlich ber „rechtmäßigen spanischen Regierung" ihre vollen Rechte wieder zu geben und bie Spanienfrage dem Völkerbund zu überweifen. Lord Plymouth bei einem Autounfall verletzt. L o n b o n, 6. Aug. (DNB. Funkspruch.) Der Vorfi tz e n b e bes Nichteinrnischungsausschusses Lorb Plymouth würbe am Donnerstagabenb bei einem Autounfall verletzt. Eine Kraftbroschke, in ber er sich befanb, stieß im Zentrum Lonbons mit einem Kraftwagen zusammen. Lorb Plymouth erlitt eine leichte Verletzung am rechten Auge unb eine leichte Gehirnerschütterung. Er würbe sofort nach bem Westminsterhospital gebracht, konnte aber später i n feine Wohnung entlassen werben. Oie Wahrheit über die kommunistische Revolution in Spanien. Oie katholischen Bischöfe Spaniens an ihre Glaubensbrüder in aller Welt. Salamanca, 5. Aug. (DNB.) Die höchsten kirchlichen 9Bürbenträger bes nationalen Spaniens haben einen Brief, ber von zwei Karbinälen, sechs Erzbischöfen, 35 Bischöfen und fünf Generalvikaren unterschrieben ist, an bie katholischen Bischöfe ber ganzen Welt gerichtet. In bem Brief werben bie ausländischen Kirchenfürsten bei der Verbreitung der Wahrheit über bie Lage in Spanien zur Mithilfe aufgefordert. Von größter Wichtigkeit ist die Feststellung, daß bie letzten Parlamentswahlen vom Februar 1936 gefälscht waren, ba bie Rechte trotz ihrer Stimmenmehrheit oon über einer halben Million 118 Abgeordnete weniger als bie Volksfront erhalten hätte unb ba bie Wahlakte ganzer Provinzen willkürlich annulliert worben seien. Seit bem Juli vergangenen Jahres habe es nur eine Wahl gegeben, entweber ben Kommunisten zu unterliegen ober einen Versuch zu machen, sich bieses schrecklichen Feinbes zu entlebi- gen. Der Ausbruch ber kommunistischen Revolution sei zeitlich mit ber Befreiungsbewegung zusammengefallen. Die anarcho-kommunistische Revolution sei grünblich vorbereitet und äußer st grausam durchgeführt worben, währenb bie Befreiungsbewegung vom ersten Augenblick an die Unter st ützung des ganzen Volkes gehabt habe. Hinsichtlich der kommunistischen Revolutionsfüh- rung heißt es in dem Brief ber spanischen Kirchenfürsten: lieber 2OOOO Kirchen unb Kapel- l e n finb 3 e r ft ö r t unb ausgeraubt worben, 4 0 v. H. b^r Priester ber verwüsteten Diözesen sind ermorbet. In mehreren Diözesen betragen biese Morbe 80 v. H. Die Zahl berer, bie lebiglich wegen ihres Glaubens ermorbet würben, wirb auf 300000 geschätzt. Diele hat man auf schreckliche Weife gemartert. Man hat ihnen bie Augen ausgebrückt, bie Zunge abgeschnitten, sie von oben bis unten aufgeschlitzt, lebendig begraben unb verbrannt unb mit Seilen erschlagen. Sie würben getötet ohne Anklage, ohne Beweise, unb in ber Mehrzahl aller Fälle ohne Urteil. Die Revolution hat bas Werk einer Jahrhunberte alten Zivilisation zerstört unb bie elementarsten Prinzipien bes Menschenrechtes mißachtet. Die Märtyrer zählen nach Taufenben, ber Haß gegen Jesus Christus unb bie Heilige Jungfrau hat sich zum Wahnsinn entwickelt. Die nationale Bewegung hat bie Vater- lanbsliebe gefestigt unb bie wahre Nächstenliebe gebracht. Sie hat Orbnungunb Ruhe wieber- h e r g e st e l l t, überall ist bas christliche Leben wieher aufgeblüht. Diese im nationalen Gebiet geschaffene Lage verspricht für bie Zukunft ein R e - gime ber Gerechtigkeit unb bes Friedens. Zur Wieberherstellung ber Gerechtigkeit unb bes Friebens in Spanien gibt es nur eine Hoffnung, ber Sieg ber nationalen B e - w e g u n g. Mit ber Bitte ber spanischen Kirchenfürsten an bie auslänbischen Boschöfe: „Helft uns bie Wahrheit zu verbreiten!" schließt ber Brief. entwickelnben autoritär-parlamentarischen Systems bie „Opposition Seine Majestät" organisiert unb für bie Gesamtheit nutzbar gemacht werben kann. Holland plant HeeresverMkung. 21 m ft er b a m, 6. Aug. (DNB. Funkspruch.) Nach Blättermelbungen beabsichtigt bie Nieberlänbische Regierung, bie Aushebung für ben Mi l i - tärbienft z u erhöhen, was eine Vergrößerung ber hollänbifchen Armee bebeuten würbe. Es fei zu erwarten, baß auch bie Stellungspflichtigen 1938, bie bisher vom Heeresbienft befreit waren, ba Brüber von ihnen bienten, nunmehr boch 3 u ben Waffen berufen würben. Die Einbringung entsprechend Gesetzentwürfe fei in nächster Zeit zu erwarten. Den auf Grunb von Bruberbienst" Freigestellten sei von ben Behörben mitgeteilt worben, baß biese Freistellung nur eine vorläufige fei unb baß sie bamit rechnen müßten, noch in bie Jahresklasse 1938 als Dienstpflichtige eingereiht zu werben. Außerbem sei es nicht unmöglich, baß bie bisherige Auslösung oon Stellungspflichtigen in Fortfall kommen werbe. Die Auslösung erfolgt, weil bie Zahl ber Stellungspflichtigen bisher immer größer war, als bie Zahl, bie für bie Ergänzung ber Armee nötig war. Kleine politische Nachrichten Der Führer unb Reichskanzler hat zu ehrenamtlichen Mitgliebern bes Volksgerichtshofes auf die Dauer von fünf Jahren ernannt: SS.-Oberführer Wilhelm Graf von Wedel (Potsdam), SS.-Oberführer Zenner (München), SS.-Oberführer von Humann-Hainhofen (Münster), SS.-Obergruppenführer Krüger (Berlin), SS.-Brigadeführer Harm (Berlin), 66.= Standartenführer Mozek (Berlin), SS.-Standar- tenführer Katzmann (Berlin), SS.-Oberfturm- bannftihrer Tondock (Berlin). Zum Abschluß ihrer Deutschlandfahrt kamen 4 5 0 Avantgardisten unter Führung bes Com- manbante Zenturionen Banbini zu zweitägigem Besuch in bie Reichshaupt st ab t. Den italienischen Jungen, bie zwischen 16 unb 18 Jahren alt finb, würbe ein herzlicher Empfang bereitet. Zu ber Welterzieherkonferenz in Tokio hat nicht, wie vom DNB. genießet würbe, ber NSLB. eine Aborbnung entfanbt, vielmehr hanbelt es sich um eine vom Reichserziehungsministerium entfanbte Aborbnung, bie auf Einlabung ber japanischen Regierung bas Deutsche Reich vertritt. Wie sieht es in derMrlschafl ans? Dieses Jahr hat das beutfche Volk eine richtige Urlaubsstimmung ausgekostet. Der Ferienverkehr war erfreulich stark. In einzelnen befonbers begünstigten Kurorten und Bädern war der Andrang so lebhaft, daß für „Reisende auf gut Glück" gewissermaßen aus dem Handgelenk Uebernach- tungsgelegenheiten geschaffen werden mußten. Der Besuch aus dem Ausland war gut. Auch viele Ausländsdeutsche hatten sich eingefunden und konnten feststellen, daß niemand in Deutschland verhungern muß. Sie haben es sich alle gut schmecken lassen. Es hat den Anschein, daß sich auch-die Spät- und Nachsaison des Fremdenverkehrs befriedigend an- läßt. Eine einfache Daykespflicht zwingt im Anschluß an das Thema „Fröhlicher Urlaub" zu bem Hinweis, baß bie Ferienwochen bes Stäblers für ben Lanbwirt burch ungemein anfpannenbe Arbeit ausgefüllt waren. Die Ernte ist fast ganz eingebracht, aber überall sieht man auf ben frühest abgeernteten Felbern schon zahlreiche Nachsaaten ober Spätpflanzungen, um bis zum Spätherbst aus bem Acker herauszuholen, was herauszuholen ist. Kennwort: „Zweite Ernte!" * In ber Berichtswoche hat in ber Reichshauptstabt ein internationaler Kongreß für gärungs» lose Früchteverwertung stattgefunden, der von nicht weniger als 2000 Teilnehmern aus 34 ausländischen Staaten besucht war. Wenn der Hunger nach Urlaub und seiner wirklichen Ausnutzung durch die Maßnahmen ber Reichsregierung in einem Umfang angeregt worben ist, ber vor noch 30 Jahren undenkbar erschienen wäre, so hat ber Aufschwung ber Sportbewegung und bie bamit ver- bunbenen Strömungen ber Lebensreform unb Lebenserneuerung auch ben Geschmack weitgehend gewandelt. Nutznießer dieser Entwicklung ist eben die gärungslose Früchteverwertung, die ihren Ausgang von der Schweiz genommen hat, um sich in ben letzten Jahren mit merklicher Schnelligkeit über ganz Europa auszubehnen. Es ist bezeichnen!), baß bie schweizerische Bevölkerung jetzt jährlich 5 bis 6 Liter flüssigen Obstes, bie bulgarische Bevölkerung aber auch schon 2% Liter verbraucht. Dagegen ist ber Verbrauch an bem alten „Apfelwein" zurückgegangen. Es hat sich eine ganz neue Spezial- Jnbustrie für bie Herstellung ber Apparaturen entwickelt. Der Nutzen für ben Obstbauern liegt auf ber Hand. Aber auch bie Freunde eines guten Tropfens — und zwar nicht eines gärungslosen, sondern eines alkoholischen „guten Tropfens" — sind in ber Berichtswoche interessiert worben. Es finb eben bie einheitlichen fiieferungsbebingungen für ben in biesem Jahr zum Ausschank fommenben Paten- m e i n erlassen worden. Nur bie Jahrgänge 1934, 1935 unb 1936 dürfen unter diesem Stichwort aus- geschenkt werden. Weine mit Geruchs- unb Geschmacksfehlern ober Fehlern in ber Farbe, bie überschwefelt finb, werben nicht zugelafsen. Neben bem Patenwein wirb auch „Festwein" angeboten, will sagen, Weine von überburchschnittlicher Qualität, bie sich der Volksgenosse für besondere Gelegenheiten hinlegt, der sich durch den Patenwein hat überzeugen lassen, daß „im Weine die Wahrheit" liegt. Das „Fest ber beutschen Traube unb bes Weines 1937" findet am 25. und 26. September statt. * Nun haben wir von ben angenehmen Seiten bes Lebens genug gesprochen unb kommen zu einem Gegenstand von bem nun einmal nach unerforsch- lichem Ratschluß bas Sprichwort gilt: „Wat bem een' fin Uhl, is’ bem anberen sin Nachtigall". Es liegt nun bie Statistik über bas Ergebnis ber freiwilligen Hypotheken-Zinssenkung in ben neun Monaten vom 1. Juli 1936 bis 1. April 1937 oor. In ben verschobenen Krisenzeiten ber letzten zwölf Jahre waren Hypotheken zu Bebingungen untergebracht worben, bie vorn Stanbpunkt bes Schulbners schwer ober gar nicht tragbar unb vorn allgemein volkswirtschaftlichen Stanbpunkt unbillig waren. Nach ber Senkung ber Zinsen für Schulb- verschreibungen würbe auch ber Hypothekenmarkt für eine entsprechend Bereinigung reif, wobei für erststellige Hypotheken eine neue 'Zinsverpflichtung von 5 v. H., für zweitstellige eine solche von 5V2 bis 6 v. H. im allgemeinen als angemessen gilt. Der Gesetzgeber machte von vornherein eine gerichtliche Entscheibung zur Ausnahme unb bie gütliche Einigung zur Regel. Nur für einen Bruchteil bes gesamten Hypothekenkapitals, nämlich nur für 170 Mill. Mark würben 10 000 Anträge gestellt, von benen sich 6000 burch Vermittlung erledigten, währenb nur in 2000 Fällen gerichtliche Entscheibung erfolgte; 2000 weitere Fälle waren am 1. April noch nicht erlebigt. Auf bem B a u m a r k t hat sich sowohl bie Steigerung ber Bauvorhaben, bes Baubeginns sowie ber Bauvollenbung weiter günstig fortgesetzt. Beim Wohnungsbau finb im ersten Halbjahr 1937 runb 63 000 Wohnungsbauten hergeftellt worben gegen 56 600 in ber gleichen Zeit bes Vorjahres. Dabei ist ber Anteil bes Kleinwohnungsbaues beträchtlich gestiegen, was wohl in ber Hauptsache auf bie erhöhte Bautätigkeit ber gemeinnützigen Wohnungsunternehmen zurückzuführen ist. Dabei finb es vornehmlich bie Mittel ft äbte, auf bie ber größte Teil ber Bauvorhaben unb ber Bauvollenbung entfällt. Erheblich ist auch bie Steigerung beim Nichtwohnungsbau, gegenüber bem ersten Halbjahr 1936 würben in ber gleichen Zeit 1937 bei ben Bauerlaubniffen allein 11 600 Kubikmeter umbauten Raumes gezählt, also um 26 v. H. mehr als 1936. Hier finb bie Auswirkungen bes Dierjahresplanes zu ersehen, benn es werben vor- wiegenb Neuanlagen von Werkstätten aller Art sein, bie errichtet werben. Bei ber Beschäftigung ber In- Schund am Pranger. Die Ausstellung „Entartete Kunst" in München. Zwei Tage nach der Eröffnung der ersten großen Leistungsschau der bildenden Künste im Haus der Deutschen Kunst wurde der Öffentlichkeit in München eine andere Ausstellung übergeben, die sich zu der ersten verhält, wie das Zerrbild zum Urbild. Magazine und Keller haben sich geöffnet, um ihren Unrat auszuspeien — „Gemälde" und „Plastiken" dienen in der Zeit des Verfalls als „moderne Kunst" ausgegeben, mit den Steuergeldern des deutschen Volkes für öffentliche Galerien erworben und dort vom unverbildeten Betrachter mit Verständnislosigkeit und Widerwillen wahrgenommen wurden, während gleichzeitig die Cligue der jüdischen Presse und des schamlosen Kunsthandels ihre Schützlinge zu Berühmtheiten manaqerte. Ein Gang durch diese Schreckenskammer der Kunststotterei und der zynischen Frechheit läßt die grundsätzliche Wandlung von Gesinnung und Leistung ermessen, die sich im Bereich der bildenden Kunst unter der nationalsozialistischen Kulturführung vollzogen hat. Erst durch den Vergleich zwischen den Gesvenstern der Vergangenheit und der vorbildlichen Schau im Haus der Deutschen Kunst wird der Betrachter die weittragende Bedeutung der Großen Deutschen Kunstausstellung ganz begreifen. Die ausgewählten Zeugnisse der Verfallszeit sind keineswegs vereinzelte 2lusnabmeerscheinungen, die etwa mit propagandistischem Scharfsinn zusammen- gesucht wären. Nein, man sieht die W e r k e der „B e r ü h m teste n" jener Epoche und liest Namen, für die noch heute von gewisser Seite Versuche zur Ehrenrettung unternommen werden. Da ist z. B. Emil Nolde u. a. vertreten mit seinen „biblischen Bildern", auf denen heilige Figuren der christlichen Religion durch Fratzen und Grimassen profaniert werden. Mehr als ein halbes Dutzend Gemälde werden von dem älteren Lovis Corinth gezeigt. Liest man die Kaufsummen, die für einzelne feiner späteren Werke aufgewendet würben, — Zahlen, die bis zu 20 000 RM. klettern — dann hat man bereits ein Schulbeisviel für die damals übliche Verquickung von Handel und Kunst- kritik. Von Franz Marc ist u. a. der vielurn- strittene „Turm der blauen Pferde" da, der einst die „Zierde" einer berühmten staatlichen' Gemäldegalerie war. Die Feininger, Kokoschka, Kandinsky und Klee werden neben oiebm anderen, wie Hofer, Dix, dem Frankfurter B e ck - Der Geschäftsführer konnte ferner über die sehr Oer japanische Kurs in China rat Dr. von S t a u ß , Vizepräsident des Deutschen Reichstags, Staatsrat Dr. Thyssen, MdR., zusammen. Der ehrenamtliche Geschäftsführer, Oberregierungsrat Dr. Ziegler, erstattete den Geschäftsbericht, aus dem hervorgeht, daß der Eingang an Gesuchen unvermindert anhält. Es wurden dem Ehrenausschuß zur Beschlußfassung insgesamt 2972 Gesuche vorgelegt, von denen 2134 mit einmaligen und laufenden Zahlungen im Gesamtbeträge von 488175,91 Mark bedacht wurden. 838 Gesuche mußten abgelchnt werden, da die Voraussetzungen für die Gewährung einer Unterstützung nicht gegeben waren. Unter den bewilligten Gesuchen befinden sich 665, die mit erneuten Zahlungen im Gesamtbeträge von 99 594,09 Mark bedacht wurden. Damit sind seit Bestehen der Stiftung insge- amt 4,5 Millionen Mark an die Hinterbliebenen von tödlich verunglückten deutschen Ar- beitsopfern verteilt worden. sind und für die die Anlage der neuen Spargelder sogar ein Problem ist. Eine starke privatwirtschaft- liche Verantwortung und Entschlußfähigkeit (Initiative) bleibt für die Großbanken erwünscht, wenn die staatliche Wirtschaftsführung entschlossen ist, die allgemeinen Interessen wirksam zu wahren. Ganz anderer Art war die Kursbewegung in einigen Papieren, die lange als Non-valeurs (Un-Werte) angesprochen wurden, die auch alle von der Ausweitung der Konjunktur Nutzen gehabt haben, aber in denen sich insbesondere die Kleinspekuation überschlagen hat. Es handelt sich dabei um sechs Gesellschaften mit insgesamt 36 Millionen Kapital, von denen eine einzige Gesellschaft allein 20 Millionen Kapital hat. Sturm im Wasserglas! Auf den Internationalen Rohstoffmärkten hat sich der Preiseinbruch für Baumwolle weiter fortgesetzt. Der Ernteertrag für 1937 wird weiter günstig eingeschätzt, denn die Schätzungen bewegen sich um 15,6 Millionen Ball, was gegenüber mann, Kirchner, Pech st ein, Schmidt- Rottluf niedriger gehängt. Die häufig besprochene Frage, wohin Paula Becker-Modersohn gehöre, ist freimütig beantwortet worden, indem eines ihrer Bildnisse an den Pranger gestellt wurde, während Otto Modersohn und andere Worps- weder Künstler drüben im schönen Haus der Deutschen Kunst Aufnahme gefunden haben. War die Würdigung der malerischen und plastischen Zerfallsprodukte zur Zeit ihrer Blüte einer kleinen Gilde berufsmäßiger Erklärer vorbehalten — was sie in die Machwerke der Talentlosigkeit und der Frechheit an „seelischen" Abgründen hinein- geheimnisten, wird durch einige ausgestellte Kostproben in notwendige Erinnerung gebracht — so erscheinen die Werke setzt dank der deutlichen Sprache und der sinnvollen Anordnung wohl zum erstenmal in einer Ausstellung mit den richtigen Randbemerkungen. Da sind Gruppen unter gemeinsamer Überschrift zusammenqefügt, in denen z B die deutsche Frau durch gräßliche Entstellung ihres Körpers verhöhnt oder der deutsche Bauer mit den Zeichen tierischer Dumpfheit und jüdischer Rasse geschändet wird. Wie Kretins und Dirnen bezeichnenderweist ein ungewöhnlich beliebtes Darstellunqs- motiv jener „Künstler" waren, so kehren auch die Ti)pen von Negern und Südseeinsulanern mit modischer Hartnäckigkeck immer wieder als Sinnbilder eines künstlichen Kultus der Primitivität, den der Führer in feiner Münchner Rede treffend als prähistorische Rückständiqkeit dieser sich modern dünken- den internationalen Menschheitsapostel kennzeichnete Wir wollen ganz schweigen von den abstrakten Spielereien mit stereometrischen Gebilden, mit ineinandergeschobenen Flächen und wilden Farbkleckse- reien, unter denen finnigermeife von Leuten wie Femmger Namen deutscher Städte oder Dörfer angebracht wurden. Aber wie haben diese selben Leute gezetert als der Nationalsozialismus den selbstverständlichen Primat der Politik auch im Bezirk der Kunst nroHamierte! Da ist es gut, wieder einmal die Kriegs bild er von Otto Dix zu sehen. Auf dem einen schleichen ein paar „Kriegskrüvpel" mit hölzernen Stelzfüßen und idiotischen Grimassen ihre Straße, die ihnen von einem Schild mit der Aufschrift „Schuhmacher" und einem großen goldenen Schuh mit fchwarz-weiß-roten Streifen gewiesen wird. Neben dieser frechen Verhöhnung nationalen Opfertums hängt das andere Bild „Krieg". Hier soll die apokalyptische Dämonie des Krieges durch eine grauenhafte Anhäufung von zerrissenen Leibern, aus denen Gedärme quellen, von gespaltenen Schädeln und umherspritzendem Ge- Segensreiche Auswirkungen der Stiftung für Opfer der Arbeit. Insgesamt 4,5 Millionen an Hinterbliebene verteilt. - Ferienaufenthalt für bedürftige Kinder von Arbeitsopfern. Hirn und unaussprechbaren Perversitäten dargestellt werden, so daß man schon nach wenigen Augenblicken der Betrachtung von physischem Ekel verjagt wird. Das war die vielgepriesene „Freiheit der Kunst" — die Freiheit zur politischen Zersetzung, zum Pazifismus. Mit schamloser Offenheit zusammengefaßt erscheint diese „Kunstgesinnung" in einem bezeichnenden Kernspruch von Wielcm'd- Herzfelde (Malik-Verlag): „Wir ziehen es vor, unsauber zu existieren, als sauber zugrunde zü gehen Unfähig, aber anständig zu sein, überlassen wir verbohrten Individualisten und alten Jungfern." Johannes Jacobi. Kunst und Wissenschaft. 250 Jahre Deutsche Akademie der Naturforscher. Arn 7. August 1687 wurde eine private Gelehrtengesellschaft, die seit 1652 zu Schweinfurt unter Dem Namen einer „Academia Naturae Curio- sorum" als die älteste deutsche exakt wissenschaftliche Forschungsgemeinschaft arbeitete, durch Kaiser Leopold I. staatlich anerkannt und zur Kaiserlichen Akademie erhoben. Ungewöhnliche Auszeichnungen waren damit verbunden: die Akademie erhielt Wappen und Siegel, die Präsidenten wurden in den erblichen Reichsadel erhoben und erhielten die Würde eines Grafen und Pfalzgrafen mit ihren zahlreichen Vorrechten und den Titel kaiserliche Räte, Leibärzte und Erzärzte, und im ganzen Reich genossen die Mitglieder Portofreiheit. Die Akademie war ursprünglich, wie in der Leipziger „Jllustrir- ten Zeitung" erzählt wird, auf Grund der Anregungen gegründet worden, die eine kleine Schrift bes 1625 verstorbenen englischen Lordkanzlers Francis Bacon, die zwei Jahre nach seinem Tobe aus seinem Nachlaß herausgegeben würbe, dem Stadt- vhysikus Joh. Lorenz Bausch in der damals freien Reichsstadt S ch w einfurt vermittelt. Bacon in Form eines utopischen Staatsromans den ^chwschen Hochstand eines Staates geschildert, der ich der wissenschaftlichen Erforschung ber Naturzusammenhänge mit Umsicht unb Energie angenom- men batte. In biefem Staat gibt es bereits Flug» "ab Unterseeboote, Film, Radio, Grammophon und Mikrophon: die Aecker werden künstlich ge- 1 h"? mV- e Nahrungsmittel synthetisch hergestellt, > iin»r ö-es Erdinnern wird technisch genutzt. : „ »ich ist man in Versuchsanstalten tätig, . "e“c ^kenntnisst zum Besten der Menschheit zu i 9 en. Diese prophetische Schau eines künftigen fters Kung in London ist eine grundsätzliche Vereinbarung für die Auflegung einer Anleihe an China in Höhe von 200 Millionen Pfund Sterling erzielt worden. Die Anleihe, die d u r ch d i e chine- sischen Zolleinnahmen gesichert ist, wird wahrscheinlich für die Konvertierung der inneren chinesischen Anleihe verwandt werden; sie wird jedoch nicht während der gegenwärtigen Unruhen im Fernen Osten aufgelegt werden. Finanzminister K u n g trat am Donnerstagabend die Rückreise nach China an. Verwirrung in Schanghai. Sch a ngh ai, 5. Aug. (DRV. Ostasiendienst des DNB.) Die Gerüchte über angebliche militärische Absichten der Japaner haben unter ber Bevölkerung Schanghais große Verwirrung angerichtet. Tau- senbe verängstigte Chinesen s l ü ch t e t e n mit ihrem Hab unb Gut aus dem Stadtteil Tschapei und aus Öen nordöstlichen Teilen der Internationalen Niederlassung ins Innere der Konzession. Man schätzt, daß 16 000 Chinesen ihre Wohnstätten geräumt haben. Reges Treiben herrscht auch a u f ben Bahnhöfen Schanghais, auf benen schon mehrere tausend Chinesen a u s Nanking eintra- • glücklichen Menschheitszustandes übte eine außergewöhnlich tiefe Wirkung: Voraussetzung für ihre Verwirklichung war die Schaffung einer großen Forschungsgesellschaft, deren Aufgaben, Ziel und Zweck Bacon zum ersten Male umnß. Was ber Englänber ber 3bee/ nach skizzierte, wollte Bausch verwirklichen, unb so rief er im Herbst 1651 bie Aerzte seiner Stabt zur Begründung einer Akademie auf, die die neuen Ziele verfolgen sollte. Sie stellte sich bie Aufgabe, burch die Beteili- gung gller ihrer Mitglieder eine große Zahl von Forschungen auf einmal in Angriff zu nehmen unb bie Einzelthemen berart zu halten, daß sie ein größeres Gebiet nach allen Seiten hin aufschlossen und so zur Vertiefung der Erkenntnisse beitrugen. Zugleich schuf die Akademie eine periodische Schriftenreihe, die erste deutsche wissenschaftliche Zeitschrift, in der alle Forschungen zur Kenntnis der Fachwelt gebracht wurden. Trotz aller Stürme hat nch bie Akademie auf dem ihr ursprünglich gewiesenen Wege gehalten. Sie hat im Laust der Zeit 4000 Mitglieder zu den Ihren gezählt. Heute ist sie in Halle unter der Leitung Geheimrat Pro- fessor Abderhaldens tätig, unb die führenden Naturforscher in der ganzen Welt gehören ihr an. 3hre Geschichte ist nicht zu trennen von der Geschichte des deutschen Volkes und der der deutschen naturwissenschaftlichen Forschung. Schon im 17. Jahrhundert, als Deutschland noch keine Weltael» tung besaß, hat sie durch ihre lebhaften wechselseitigen Beziehungen zu den Gelehrten des Auslandes dazu beigetragen, daß Deutschland wenigstens mit ber deutschen Wissenschaft zur Weltgeltung kam. Karl Banher 80 Iahre alt. 2Im Ö. August vollendet der Mater. Geheimrat Professor Dr. h. c. Karl Bantzer (ein 80 Le- Mrtft 2?6-r Jubilar welcher aus Ziegenhain ge- burt-ll 'st. seine Jugend aber in Marburg verlebte ”ar zachst Maler in Berlin. Paris und dann in Dr-sden. roo er mm Professor der Kunstakademie ernannt wurde. Vom Jahre 1916 an hatte er die etmr Kunstakademie inne, um im 3af)re 1923 nach Marburg lurückzukehren und sich von nun an einer freien Künstlertätigkeit iu wid- mem In den langen Jahrzehnten seiner Künstler- hl.rnnrr11^^0}! ®an6er eine Unzahl von Werken geschaffen, welche seinen die Grenzen des Vaterlandes hinaus bekannt machten. In besonderem Maße wid- Pnnhf*Ver Künstler der Darstellung der hessischen rung ° Un& femer farbenbunten Trachtenbevölke- Honen Mark Betriebseinnahmen erzielt, die es möglich gemacht haben, den Betriebsüberschuß für das erste Halbjahr 1937 auf 320 Millionen Mark steigern zu können. Was das bedeutet geht daraus hervor, daß für das ganze Jahr 1936 ein Betriebsüberschuß von 470 Millionen Mark erzielt wurde, in dem also auch schon die Einnahmen stecken, die sich aus dem Abschluß der Ernte sowie den Güterverkehr im Herbst und Winter ergibt. Diese stehen für 1937 also noch bevor, so daß die Reichsbahn nunmehr wieder in der Lage sein wird, alle die Ausgaben und Verpflichtungen decken zu können, zu denen sie früher nicht im Stande war. Wäre die Reichsbahn heute noch mit Tributen belastet, wie das bis 1932 der Fall war, so würde kaum eine Deckung der unbedingt notwendigen Betriebsausgaben zu erzielen fein. Aber bie außerordentlich günstige Entwicklung der Einnahmen der Reichsbahn ist das Ergebnis der allgemeinen Steigerung der wirtschaftlichen Entwicklung feit der Machtergreifung. * ___ 2In der Börse hat es zwei kleine „Stürme im Wasserglas" gegeben. Das Interesse des reellen Publikums hat sich den Aktien der Groß- banken zugewandt, die ihre alten Aktienbestände gut veräußern konnten, deren einstmals eingefrorene Guthaben zum großen Teil wieder aufgetaut testamentarisch mit erheblichen Summen bedacht worden ist. Neben diesen Zuwendungen wurden auch die nach wie vor ständig eingehenden Einzelspenden • erwähnt, unter denen die monatlichen Ueberweisungen der Beamten, Arbeiter und Angestellten einzelner Direktionsbezirke der R e i chs- b a h n unb R e i ch s p c> st besondere Hervorhebung verdienen. Alle diese Spenden beweisen, ebenso wie die zahlreichen Dankschreiben, daß die Arbeit der Stiftung sich segensreich im Reichsgebiet auswirkt und hohe Schätzung in allen Kreisen der Volksgenossen findet. Insgesamt wurden 1936 von der Stiftung 48 Kinder von Arbeitsopfern im Gau Schlesien auf Kosten der Stiftung zu einem Ferienaufenthalt von vier Wochen verschickt. Ebenso wurden von der Abteilung „Stiftung für Opfer ber Arbeit auf See" 85 Kinder zu einem vier- bzw. achtwöchigen Kuraufenthalt an Die Ostsee verschickt. Cs handelt sich um bedürftige Seemannskinder, deren Väter auf See geblieben sind. Für 1937 ist die Kinderoerschickung bedeutend erweitert worden, so daß voraussichtlich insgesamt 230 Kinder von der „Stiftung für Opfer der Arbeit" und 157 Kinder , f., • -7 - - 7 i-v- I pon der „Stiftung für Opfer der Arbeit auf See" erfreuliche Tatsache berichten, daß die Stiftung'in Heimen ber NSV. untergebracht werben können. Berlin, 5. Aug. (DNB.) Zu seiner 11. Arbeitssitzung trat im Reichsministerium für Volksaufklärung unb Propaganda der Ehrenausschuß der „Stiftung für Opfer der Arbeit", bestehend aus den Herren Staatsrat Schuhmann, MdR., Staats- 1936 zwei Millionen Ball mehr ist, gegen 1935 sogar 5 Millionen Ball. Auch auf den Getreide- märften dauern die Schwankungen an, wobei auch hier die Aussicht auf Rekordernten in Nordamerika eine Rolle spielt. Dazu kommt, daß die Zuschußländer, vor allem in Europa selbst eine flute Ernte erzielt haben, also nicht darauf angewiesen sind, auf die Ernte und Vorräte in den großen Weizenstaaten so wie früher zurückgreifen zu müssen. Die Preise für Weizen und Mais sind deshalb auch international weiter gesunken. Auf den Metallmärkten ist eine gewisse Beruhigung eingetreten, vor allem auf dem Kupfermarkt, was aber wohl eher jahreszeitmäßig bedingt ist als durch die Wellenschläge der Konjunktur. Sowohl die Unruhen im Fernen Osten als auch die immer noch nicht ab- geebbte Streikwelle in ben Vereinigten Staaten behindern vielfach die Maßnahmen, die sonst in der Regel stärkere Nachfrage und stärkeren Absatz auslösen. V.Reichstagung der Ausländsdeutschen Berlin, 5. Aug. (DNB.) Vom 28. August bis 5. September findet in Stuttgart die von der Aus- landsorganifation der NSDAP. veranstaltete V. Reichstagung der Ausländsdeutschen unter der Schirmherrschaft von Gauleiter Bohle statt. Der Stellvertreter des Führers und der Reichsminister des Auswärtigen werden durch ihre Anwesenheit der Wichtigkeit dieses Ereignisses Rechnung tragen. Zwischen die Gemein- schaftsoeranstaltungen fallen die Arbeitstagungen, in denen die Landesgruppen- und Land^eskreisleiter, Ortsgruppen- und Stützpunktleiter als die brau- ßen an ber Front stehenden Hoheitsträger ber Aus- lanbsorganrfation von ihren Erfahrungen zu berichten haben und neue Richtlinien für ihre Arbeit Zur weiteren Durchdringung des Auslandsdeutsch, tums in nationalsozialistischer Zielsetzung empfangen. Ausstellungen des Kulturamtes, Schulungs- amtes und des Presseamtes der Leitung der Aus- landorganisation sollen eindrucksvolles Anschau- ungsmaterial vermitteln. Außerdem bekommen die auslandsdeutschen Besucher eine Exportmusterschau ber württembergischen Jnbustrie zu sehen. Aus- landsdeutsches Kulturschaffen wird durch die Urauf- führung des Argentinien-Films „Fern vom Land der Ahnen" zur Geltung kommen, ein Werk des Landeskreisleiters Pg. Schmidt. Der Film wird durch fein lebensgetreues Spiegelbild, das er vom Auslandsdeutschtum, seinem Wesen und Wirken zeichnet, zur engeren Verbundenheit zwischen Deutschen draußen und drinnen im Reich beitragen. Die Heerschau auslandsdeutschen Kämp- fertums klingt aus in einem historischen Trachten f e st mit Schlußappell und Fackelzug sämtlicher NS.-Formationen. dustrie im Juni und Juli überhaupt läßt sich feststellen, daß die Bauindustrie verhältnismäßig die Spitze hält. ♦ Die Firma AdamOpel in Rüsselsheim kann in diesen Tagen auf eine Arbeitsleistung von 75 Jahren zurücksehen, 1862 gründete der Schlosser Adam Opel eine kleine Werkstätte, aus der sich bis heute eine der größten Kraftfahrzeugwerkstätten der Erde entwickelt hat. An der Steigerung der Erzeugung von Kraftfahrzeugen aller Art sowie an ber Ausweitung ber Absatzmärkte ist bie Firma Abam Opel hervorragenb beteiligt. In biefem Zusammenhang ist darauf zu verweisen, daß es der deutschen Kraftfahrzeugindustrie gelungen ist, im ersten Halbjahr 1937 die Ausfuhr von Per- fonenwagen fast zu verdoppeln, nämlich von 16 609 Stück im ersten Halbjahr 1936 auf 30 616 Stück im ersten Halbjahr 1937. Welche Werte in ber Erzeugung stecken, geht baraus hervor, baß der Gesamtabsatzwert im Monat Juli allein 113 Millionen Reichsmark betrug, wobei mit einer weiteren Besserung des Absatzes zu rechnen ist. Besonders sind es die Kraftomnibusse, die das Ausland in Deutschland kauft, aber auch Personenkraftwagen und Lastkraftwagen werden glatt an das Ausland abgesetzt. Diese Entwicklung hat sich erst seit der Machtergreifung vollzogen, denn in den ersten Nachkriegsjahren war es die ausländische Kraftwageckindustrie, die den deutschen Markt beherrschte. Die deutsche Industrie konnte sich trotz technisch guter Leistung nicht durchsetzen, was sich noch verschärfte, als die Ueberfremöung der deutschen Kraftwagenindustrie nach der Inflation begann. * Der Ausbau der Verkehrsmittel unb Wege hat sich nach ber Machtergreifung nicht auf bie Reichs- fkraßen bes Führers beschränkt, and) ber Ausbau ber Wasserstraßen ist in Angrift genommen worden, nicht nur durch den Ausbau des Mittelland-Kanals, sondern auch durch Schiffbarmachung bisher vernachlässigter Flußläufe. So ist geplant, die Elbe so auszubauen, daß sie zu einer leistungsfähigen Großschiffahrtsstraße werben kann, so daß die großen deutschen Ströme nicht nur durch ben Mittelland-Kanal miteinander verbunden werben, sondern auch Anschluß an Nordsee und Ostsee erhalten. Die Wasserstraßen, zu Großschiffahrts- wegen ausgebaut, werden dann auch die Zubringer für bie Industrie, sowohl für die Rohstoffe als auch für die Betriebsstoffe. Auf dem E l b e s ch i f f - fahrtstag, der gegen Ende August in Lübeck veranstaltet wird, werden die Fragen der deutschen Binnenwasserstraßen ausgiebig Erörterung finden, vor allem in dem Sinne, was sofort zu tun ist, um ben Ausbau unb die Nutzbarmachung zu be- sckleunigen. Die günstige Entwicklung ber Wirt- schaftslage wie sie sich im Stand ber Beschäftigung in allen Wirtschaftsgruppen ausbrückt, wird auch bestätigt durch die Einnahmen ber Reichsbahn. Sie hat im Mai unb Juni rund 717 Mil- Tokio, 6. Aug. (DNB. Funkspruch.) Der Sprecher des japanischen Außenamtes sagte, trotz der augenblicklichen Ruhe in Nordchina sei bie Lage immer noch kritisch, baher sei keine Aende- rung der in Durchführung befindlichen militärischen Maßnahmen zu erwarten. Besonders betonte er, daß die Beziehungen Nankings zum Kommunismus nachweisbar seien. Die Rede Hirotas im Reichstag habe keinesfalls einen Hinweis enthalten, daß Japan den Anschluß Chinas an die Antikomintern als Voraussetzung für die friedliche Lösung des japanisch-chinesischen Konflikts zu fordern beabsichtige. Die japanisch-sowjetrussi- chen Beziehungen würden durch die nordchinesi- chen Schwierigkeiten nicht berührt, auch nicht )urch den UeberfaH auf das sowjetrussische Konsulat in Tientfin, da bie japanischen Truppen bamit nicht im Zusammenhang ständen. Die Aufnahme neuer Verhandlungen mit Nanking, die möglich seien, könnten das Nordchinaproblem nicht berühren, das als ausschließlich lokal zu betrachten und ohne Schwierigkeiten zu lösen sei. Eine englische An'eihe für China. London, 6. Aug. (DNB. Funkspruch.) Wäh- rend des Aufenthalts bes chinesischen Finanzminifen, weil sie glauben, baß bie Hauptstadt von fa- panischen Luftangriffen bedroht ist. Die Schanghaier Chinesen reisen ihrerseits aber iy Richtung Nanking ab, so daß die Zugfolge auf der Strecke Schanghai —Nanking vermehrt werden mußte. Auch aus den Städten am Pangtsekiang und an der Ostküste hat eine lebhafte Abwanderung aufs Land eingesetzt. Der Schiffsverkehr von Schanghai nach Ning-Po ist besonders stark von Flüchtlingen in Anspruch genommen. Oer Kampf um die chinesischen Bahnlinien. P e i p i n g, 6. Aug. (Dftafienöienft bes DNB. Funkspr.) Die Bahnlinie Peiping — Tientfin • ist anscheinend aus dem Kampfbereich gerückt, ber Verkehr ist roieber ausgenommen. An ben übrigen Bahnlinien entwickeln sich langsam bie Kämpfe zwischen ben chinesischen unb japanischen Truppen. An ber Hankau-Bahn konnten die chinesischen Abteilungen bei Lianghsiang 30 Kilometer südlich von Peiping anscheinend einen Raumgewinn erzielen. Entlang derTientsin-Punkou-Bahn sind ebenfalls Kämpfe im Gange. Hier wurden japanische Bombenflieger eingesetzt, doch werden größere Kämpfe durch den heftigen Regen verhindert. Die Kämpfe an der ©ui» yuan-Bahn sind von geringerer Heftigkeit als an den anderen Bahnlinien. Oie Manöver in Venetier- Mailand, 6. Aug. (DNB. Funkspruch.) Am Donnerstaa wurden bei den Manöoern in Venetien Hebungen durchgeführt, bie bem Taktiker Probleme bes Nachschubs in besonderen Situationen zeigten. In Anwesenheit bes Herzogs von Aosta unb ber Marschälle be Bono unb Pecori-Giraldi wurde bie Schlagkraft von Minenwerfern erprobt, und zwar von Soldaten, bie erst 30 Tage unter ben Waffen ft eben unb nur durch die vormilitärische Erziehung in ben faschistischen Verbänden geschult worden sind. In der Umgebung von Vittorio Deneto, wo die beiden „feindlichen^ Divisionen zusammengezogen worden waren, wurde eine Nachtübung durchgeführt, bei der Magnesium- lichter zur Anwendung kamen und bie Truppen sich burch Einnebelung zu decken suchten. SPATLESE Zeichnung Richard Enders Aus: Heinrich Hauser, „Opel ein deutsches Tor zur Welt" Es ist der Lebens- Oer Komet dieses Gommers August suche man den I Mizar und Alkor — (Zeichnung Schmalbach. — I Aus aller Well 4T5T V SPATLESE «M und Schaffensroman einer dem Hessenlande, spannend, ein Buch entstanden, das schriftstellerischen Schwung, Klarheit der Anschauung und menschliche Spannung hat. Es ist hervorragend ausgestattet, versehen mit zahlreichen zeitgenössischen Bildern. Eine Arbeit, die das Werk ehrt, dem es gilt. ^\NERvvagEn 4- Polarstem daher so bekömmlich! Oie Eiger-Ostwand von deutschen Bergsteigern bezwungen. Basel, 5. Aug. (DNB.) wie gemeldet wird, ist es der deutschen Seilmannschaft Zimmermann. Wollenweber und Löhner nach verschiedenen schwierigen Versuchen gelungen, die Eiger-Ostwand zu bezwingen. Die Nordwand und die Ostwand des Eigers stellen schwerste alpinistische Aufgaben An Winter- tagen kann man noch vom Uetliberg bei Zurich - wenn der Nebel an das Tal gebunden ist und über dem strahlend weißen Wolkenmeer die Luft durch- sichtig ist - aus fast 120 Kilometer als einen kleinen dunklen Fleck die Ostwand des Eigers erkennen Aus der Nähe, etwa von Wengen aus, ist das lichen Himmel Um den 11 s—ö_,. ...... . „ Kometen in der Nähe der bekannten Deichselsterne Scherl-M.) Mizar •— ---- August 15. August T Vor etwa drei Wochen wurde am nördlichen Himmel ein Komet entdeckt. der sich etwa im Sternbild des Großen Wagens befindet. Diese große Aufnahme zeigt den neuentdeckten Kometen. Die kleinen Striche stellen die Fixsterne dar. die sich in dieser Form abzeichneten, weil man das Fernrohr dem Kometen nachführte Die Karte gibt den ungefähren Verlauf des Kometen Finsler. Man muß die Karte bei der Benutzung so halten, daß sie der jeweiligen Lage des „Großen Wagen" am Nachthimmel entspricht. Anfang und Mitte August steht' der Himmelswagen zwischen 22 und 23 Uhr noch mit hochweisender Deichsel am nordwest- S.August, 5. August.£►-*-** August £--** lung der Familie so persönlich, als wäre man mit ihr verwandt. Woher kommt das? Weil sich in diesem schönen Buch der große Segen einer Familiengründuna erweist. in der die Mitglieder von Beginn an ihrem Werke treu geblieben sind und es durch Generationen hindurch mit der immer gleichen zähen Energie ausgebaut haben. Bis sich innerhalb von fünfundsiebzig Jahren der Kuhstall mit der einen Drehbank dem einen Schraubstock und einer Bohrmaschine zu der heutigen Fabrik von 22 000 Arbeitern und Angestellten strahlend herausentwickelt hat Opel, ein deutsches Tor zur Welt. 75 Lahre Opel-Werke-Rüffelshetm. — Ein Boman der Wirklichkeit aus: Auch für die Technik müsse die alte Devise Molt- kes und seines Generalstabes gelten: Mehr sein als scheinen. Der Verband habe zu dem neu- gegründeten Nationalsozialistischen Bund deutscher Technik seinen Teil beigetragen und stehe m enger und fruchtbarer Zusammenarbeit nut dem Jmt für deutsche Roh- und Werkstoffe Die Aktivität des Verbandes und seiner Arbeit komme in der Tal- fache zum Ausdruck, daß der Mitgliederbestand sich von rund 8000 auf annähernd 11 000 erh^t habe. In grundlegenden Ausführungen beschäftigte sich dann der Leiter der Reichsgruppe Energiewirtschaft Karl Krecke mit den Maßnahmen die notwendig erscheinen, um die Erzeugung und Verteilung der Elektrizität den Anforderungen des Aufbaus der deutschen Wirtschaftskräfte anzupa sen Der Dor, tragende betonte, daß der anhaltende wach ende Bedarf an elektrischer Energie, insbesondere die Erzeugung neuer Werkstoffe im Rahmen des Vier- jahresplanes gebieterisch eine grundlegende N enge st a l t u n g der Elektrizitätsversorgung Deutsch- Panbs forbere” Zur Lölung der dem VDE gefielt, ten Aufgaben forderte er die enge Gemeinschafts arbeit zwischen Elektrotechnik und Elektrizitätsversorgung, damit die Elektrizitätsversorgung den großen nationalwirtschaftlichen und sozialen Zielen au streichend Rechnung tragen kann. — Am Samstag finden Ausflüge und Besichtigungen der Industrie- werke Ostpreußens statt, und am Sonntag fahren die Teilnehmer der Elektriker-Tagung nach Danzig. Oer Gau Hessen Nassau vom 6. bis 16. September inNürnberg. NSG. Die ersten Sonderzuge aus dem Gau Hessen-Nassau für den R e i ch s p a r t e itag, der i?. diesem Jahre vom 6. bis 13. September stattstndet, fahren am 6. September, vormittags nach Nürnberg Die letzten Züge verlassen ledoch erst Nürnberg am 16 September. Gemäß diesen Zeiten ist de? Urlaub für die Parteitagsteilnehmer aus unserem Gau einzurichten. Auch m'diesem Jahre gewährt die Reichsbahn eme Fahrpreisermäßigung von 7 5 v. H, die auch für die An- und Rückfahrt zu den Sonderzugen bis zu einer Entfernung von 100 Kilometer gewahrt wird. Teilnehmer, die m i t d e m K r a f t w a g e n nach Rurn- ben> fahren, können, sofern sie b i s zum S. Se p- tember in Nürnberg eintreffen, ihre Wagen in den Garagen innerhalb Nürnbergs emfteUen. Teilnehmer, die nach dem 5. September m Nürnberg mit dem Kraftwagen eintreffen, müssen ihre Fahrzeuge auf den an der Peripherie der Stad gelegenen und besonders kenntlich gemachten P a r k- plätzen abstellen. Die Bewachung und Versicherung wird auf diesen Parkplätzen von einer Firma übernommen, auch sind auf jedem Parkplatz Tankstellen und fliegende Reparaturwerkstätten eingerichtet Die S t r a ß e n s p e r r e für Kraftwagen, Krafträder und Fahrräder beginnt am 6 September, mittags 12 Uhr Für den Verkehr von den Parkplätzen nach dem Innern der S^adt ist em Pendelverkehr mit Omnibussen eingerichtet. Elektrizität und Volkswirtschaft. Versammlung des Verbandes Deutscher Elektrotechniker Königsberg, S. Aug (DNB > Aus der 39 Mitglieder-Dersammlung des Verbau de s Deutscher Elektrotechniker ED (DDE.) in Königsberg konnte der Vorsitzende des DDE., der Reichspostminister Dr.-Jng. e. h Dhnesorge rund 15 000 Teilnehmer begrüßen. Der DDE mit seinen 12 000 Elektrotechnikern im In- und Aus- lande ist durch die im April d.J. verkündete Neuordnung der Technik F a ch v e r e i n des der Partei angeschlossenen NS - Bundes Deutscher Technik geworden. Im Rahmen dieses Bundes hat er. mit der Fachgruppe "Elektrotechnik Gas und Wasser" betraut, einen neuen Abschnitt seiner Geschichte begonnen. Die tatkräftige Gemeinschaftsarbeit findet in dem ständig dem wistenschaftlichen Fortschritt und den staatspolitischen Notwendigkeiten angepaßten VDE -Vorschriften und Normenwerk ihr Ergebnis Am Donnerstag fand eine Mitgliederversammlung statt. Oberbürgermeister Dr Will hiefc im Namen der Stadt Königsberg alle Mitglieder des Verbandes herzlich willkommen Er wies darauf hin, daß der vorgesehene Aufbau Ostpreußens auch der Elektrotechnik einen dreien Raum zur praktischen Betätigung geben werde Reichspost- minister Dr.-Jng. eh. Ohne sorge führte dann In einem der winzigen Häuschen, die heute klein und göduckt unter den Mauern des Riesenwerks am Mam liegen, wurde 1837 Adam Opel geboren. In 75 Jahren Arbeit erwuchs aus kleinsten Anfängen die größte Automobilfabrik des Kontinents — ein deutschesTor zur Welt. deutschen Familie aus dramatisch und doch frei von jeder Erfindung. Das Leben selbst hat diesen Roman geschrieben, ein Dichter hat ihn nacherzählt, und er ist, wie es der Feder Heinrich Hausers eigentümlich ist. keinen Millimeter von der Wahrheit abgewichen. So ist Schauspiel imposanter und fast erdrückend. Noch in den letzten Wochen haben wir wiederholt von Expeditionen gelesen, die mißlungen sind. Die Regierung des Kantons Bern hat die Schweizer Bergführer von der Pflicht befreit, Bergsteigern, die sich an diese schwere Aufgabe machten, Hilfe zu bringen. Jetzt haben zwei Münchener Bergsteiger Zimmermann und Wollenweber als erste Deutsche die Ostwand „geschafft", die zum erstenmal im Jahre 1921 im Sommer erklommen worden ist. Rund 1000 Meter bricht die Wand in einem jähen Sturze ab. Die reine Nordwand hat noch schwierigere berg- steigerische Probleme. Eine Lederfabrik in Flammen. In der Lederfabrik Emil Köster AG. in Gadeland bei Neumünster (Holstein) brach em Feuer aus, das sich in mengen Minuten zu einem Groß- feuer entwickelte. In kurzer Zeit verbreiteten sich Ein ZuMumsbuch Heinrich Sausers. Geschichte einer Familie und ihres Werkes Iubilävmsbücher haben meist das gleiche Schicksal. Sie sehen ausgezeichnet aus. sind nobel gedruckt, prächtig gebunden, mit guten, ja kostbaren Bildern versehen, aber — kaum ein Mensch liest sie. Sie sind etwas für den Bücherschrank und zwar für ein Fach, nach dem kaum jemand noch einmal hinlangt, es sei denn, um eme Jahreszahl nachzuschlagen oder den Namen einer Person Nun hat H e i n- rjch Hauser ein umfangreiches Buch über 200 Seiten geschrieben und nennt es: „Opel ein deutsches Tor 5 u r W e l t." (Verlag Hauserpresse Hans Schaefer in Frankfurt a. M. Preis 9 Mark.) Diese Arbeit ist em Einschnitt in die bisherige Art, 'die Geschichte großer Firmen zu behandeln Das Buch ist ein Roman der Wirklichkeit! Die Personen werden nicht m Lebensläufen abgehandelt, sondern sie treten sichtbar, farbig lebensvoll vor die Rampe der Oeffentlichikeit. Man wird nicht ermüdet von endlosen Zahlen und Jahresangaben, von überflüssigen Statistiken. In dieser Beschreibung des Familienwerkes Opel werden, von den Anfängen an, die Nähma,chine, das Fahrrad, das Auto zu lebendigen Wesen Man liebt ihre ersten Erscheinungen ebenso wie die ihrer bastelnden Konstrukteure, und wenn man in dem Buch die Zeichnung sieht, wie da Adam Opel mit seiner ersten fertigen Nähmaschine vor dem als Werkstatt eingerichteten Kuhstall eines alten Onkels sitzt, so hat dieses wahre Märchen eine faszinierende Gewalt. Man macht in Heinrich Hausers Schilderungen alle Nöte mit, bis das erste Stück nach so vielen Mühen und Schweißtropfen endlich fertig ist. Man ist sozusagen beim Lesen in Gedanken selber ein Adam Opel der in Paris mit verbissenem Elfer in einer französischen Nähmaschinenfavrik lernt, bis er weiß, wie man es machen muß. Man erlebt die Entwick- SPATLfSE'lM mit 5#ir<.t$e.eni.iChKtN wiN ___' : piuif«6fM T*0A"6l.*'Te^ Olt ZVltTZT- rp xjw 5FATMTIH-0«R*tit w{»0W . BIESE WERTVOLLSTEN «LATTEN Lrt\ der öahxem maiu-i-lahze erhalten rxJl ALSO AM LÄNGSTEN DIE RKTENOtN :••• »TRABItx MR «OHNE BIS ORIENT». OARfR PfR6t5CHMACK5’URP RROMARElCHTyM OER CIGARETTE *ni»t <>/m . . . dl-pAfifITf! dustr stelle: Spitz Di in d Jahr Adai heut« Erde Zeug der Ada, sann deut erste so n 16 6' Stüi der Ges« lion ren der- Au- kras das erst den disci beh lech noc sche gar sich str. b o HO M mc so de de erl TD« fü sü fc ve B vc U1 in b« b li li €1 s D 0 d i 1 T ( i 5 i die Flammen über das Grundstück, so daß auch nicht eines der zahlreichen Gebäude gerettet werden konnte. Die Feuerlöschpolizei Neumünster und die Wehren der umliegenden Ortschaften erwiesen sich dem Riesenbrand, der eine Front von über 300 Meter und eine Breite von mehr als 50 Meter umfaßte, gegenüber machtlos. Nach Eintreffen der Wehren aus Kiel wurde aus etwa 60 Rohren ununterbrochen Wasser gegeben. Auch zwei Wehrmachtsbataillone wurden eingesetzt. Mit Gasmasken gingen die Soldaten gegen den Brandherd vor. Es gelang ihnen, große Mengen Rohleder und Fertigwaren aus den Lagern zu retten. Mehrere Male mußten die Soldaten im letzten Augenblick aus den brennenden Gebäuden herausgeholt werden, die bald darauf einstürzten. Durch die Bemühungen der Wehren und der Soldaten konnte die wertvolle Turbinenanlage des Werkes sowie die Geschäftsbücher gerettet werden. Der Fabrik- schornstein, der durch die ungeheure Hitzeentwickelung des Großfeuers einzustürzen drohte, hielt dem Wüten des Elementes glücklicherweise stand. Der Schaden der Brandkatastrophe wird auf mehrere-Millionen Mark geschätzt. Kraftwagen in eine Gruppe spielender Kinder gefahren. In Mühlhausen im Elsaß fuhr ein mit vier Personen besetzter Kraftwagen, dessen Führer in verantwortungsloser Weise durch die Straßen steuerte, schließlich auf den Bürger- st e i g mitten in eine Gruppe spielender Kinder hinein, die sämtlich schwer verletzt wurden. Ein Kind ist seinen Verletzungen bald darauf erlegen. Die Jacht Datadiers von einem Dampfer gerammt. Die Jacht „Vellela II", aus der der französische Kriegsmini st er Daladier eine Mittelmeerreise unternimmt, wurde in der Nacht zum Donnerstag an der Rivieraküste von einem unbekannten Dammer gerammt. Während der Dampfer, ohne seinen Namen bekanntzugeben, seinen Kurs fortsetzte, lief die Jacht den Hafen von P o r t o f i n o an, um ihn am Donnerstagnachmittag bereits wieder zu verlassen. Ihre Beschädigungen sollen nur leicht gewesen sein. Der Name des Dampfers, der die Jacht gerammt hat, konnte noch nicht festgestellt werden. Die „Cahjmer“ in Gibraltar. Aus Gibraltar wird gemeldet, daß der britische Dampfer „Lcttymer", auf dem nach einem Funkspruch eine Meuterei ausgebrochen sein sollte, im Hafen eingelassen sei. Der Funkspruch hatte u. a. gesagt, daß der Kapitän des Schiffes in feiner Kabine eingeschlossen worden sei und um polizeiliche Hilfe beim Eintreffen des Schiffes in Gibraltar bitte. In Gibraltar begaben sich dementsprechend sofort Polizeibeamte an Bord, denen der Kapitän des Schiffes sagte, daß er ihre Hilfe nicht benötige. Die Polizei ist dabei, den Tatbestand, der hinter dem geheimnisvollen Funkspruch verborgen ist, aufzuklären. kein Eisenbahnerstreik in USA. Der Generalstreik, den 14 Eisenbahnergewerkschaften mit 800 000 Mitgliedern für den Fall an- aedroht hatten, daß nicht eine 20prozentige Lohnerhöhung bewilligt werde, ist durch die Bemühungen der Bundesschlichtungsbehörde abge- wendet worden. Die Eisenbahngesellschaften bewilligten eine öprozentige Lohnerhöhung, wodurch die Betriebskosten um jährlich 98 Millionen Dollar erhöht werden. Verhandlungen der weiteren fünf Eisenbahnergewerkschaften mit 350 000 Mitgliedern über eine Lohnerhöhung sind noch in der Schwebe. Streiklerror in einer dänischen Schlächterei. In Hadersleben legte in einer Genossenschaftsschlächterei die gewerkschaftlich organisierte Belegschaft die Arbeit nieder, weil ein früherer Meister, der der, Gewerkschaft nicht angehört, eingestellt worden war. Alle angelieferten Schweine mußten zurückgesandt werden, da keine Möglichkeit besteht, sie zu schlachten. Unter größten Schwierigkeiten füttern Hilfskräfte die 300 Tiere, die in behelfsmäßigen Gattern untergebracht find. 700 frischgeschlachtete Schweine hängen in den Räumen. Sie können nicht verarbeitet werden und verderben allmählich. Auch die Totengräber streiken. Ein auch für das bewegte amerikanische Streikgeschehen einzigartiger Vorgang ist die Arbeitsniederlegung durch 150 Totengräber in Cansas City. Vor allen städtischen Friedhöfen aufgestellte Streikposten verhindern jede Beerdigung, so daß bisher 20 Särge in den Leichen- vier Ein mit Amokläufer tötet vier "Personen. In der bessarabischen Gemeinde Zlotzi fielen Personen einem Amokläufer zum Opfer. Gendarmeriesergeant, der einen Wortwechsel untergestellt werden mußten. Die streikenden Totengräber verlangen u. a. die ausschließliche Beschäftigung gewerkschaftlich organisierter Kollegen. einem Forstmeister hatte, schoß diesen in einem Wutanfall mit seinem Gewehr nieder. Er lief dann auf seinen Posten, wo er einen Unteroffizier und dessen Frau niederschoß. Schließlich begab er sich in seine Wohnung und tötete mit elf Schüssen seine schlafende Frau. Der Amokläufer flüchtete nach diesen Morden vor den ihn verfolgenden Gendarmen in einen benachbarten Wald und verschwand. Er konnte bisher noch nicht gefunden werden. Guttempler-Tagung in Hamburg. In Hamburg begann die Reichstagung deutscher Guttempler, zu der etwa 2000 Volksgenossen aus Reich und Ausland eingetroffen sind. Die Tagungsstadt Hamburg ist von jeher eng mit der Guttemp- ler-Arbeit verwachsen. Zunächst wurde die Ausstellung „Alkoholismus" des NS.-Lehrerbundes, Gau Hamburg, in den Ausstellungsräumen der Kultur- und Schulbehörde eröffnet. Zu einer sommerlichen Wiese gehört ganz selbstverständlich auch das Gezirp der Heuschrecken und Grillen, das jeder von uns zum mindesten von der Serienreife her kennt. Aber haben Sie sich schon einmal überlegt, verehrter Leser, wie und aus welchen Gründen diese „Musik des Sommers" überhaupt angestimmt wird? Die Wissenschaft, gründlich wie sie ist, hat sich gerade in letzter Zeit mit diesen Dingen sehr eingehend beschäftigt und konnte dabei einige neue und geradezu erstaunliche Tatsachen über die „Gesangskunst" der kleinen Musikanten aus dem Jnsekteyreiche feststellen. „Glücklich leben die Zikaden, denn sie haben stumme Weiber", so schrieb im Altertum der boshafte Grieche Tenarchos. Schon damals war also bekannt, daß der „Gesang" der Zikaden, den sie mit Hilfe eines besonderen Singapparat vollführen, nur den Männchen eigen ist, ebenso können bei den Grillen nur die Männchen durch Anein- artberreiben der Flügel ihr Gezirp erzeugen. Wenn auch die Weibchen der Grillen und Zikaden stumm sind, so sind sie doch keineswegs taub. Im Gegenteil: beim Ertönen des Zirpens eines Artgenossen laufen oder fliegen sie in größter Eile zu diesem hin. Diese „Macht der Töne" bei den Grillen wurde durch die Versuche des Wiener Zoologen Prof. Regen sehr deutlich nachgewiesen. Bei seinen Experimenten verbarg er ein zirpendes Grillenmännchen unter einem schwarzen Pappzylinder, der nur einen kleinen Ausschnitt hatte. Sobald nun ein: Grillenweibchen in die Nähe gesetzt wurde, lief es den Tönen nach und suchte den „Künstler" so lange, bis es schließlich den Eingang zum Zylinder und damit das Ziel seiner Wünsche fand. Daß wirklich die Töne das Lockmittel waren und nicht etwa, wie bei manchen Schmetterlingen, der Duft, wurde mit Hilfe einer sinnreichen Versuchsanordnung einwandfrei festgestellt. Prof. Regen setzte nämlich ein zirpendes Grillenmännchen in einen Raum, in dem ein Mikrophon angebracht war und übertrug die damit aufgenommenen Töne durch einen Fernsprecher in ein entlegenes Zimmer. Dort aber faß ein Grillenweibchen — und wirklich lief es beim Ertönen der Stimme eiligst an den Telephanhörer! Tatsächlich ist also das Zirpen der Grillen ein Lockmittel für die Weibchen. Noch viel musikalischer als Grillen und Zikaden sind die Heuschrecken, die über mehrere „Mu- hunderte von Menschen bei einem Taifun über dem Danglse ertrunken. Ein Taifun, der Dienstag nacht nordwärts ziehend vor Schanghai abbog, richtete schwere Schäden in der Provinz Kiangsu an. Er fiel verheerend in das Pangse-Tal ein und ftaute den Strom derartig an, daß das Dorf Nanfeng an der Pangtse- Mündung während der Nacht überschwemmt wurde, wodurch mehrere hundert Bauern ihr Leben verloren. Donnerstag morgen wurden etwa 60 Leichen an die Ufer angeschwemmt. Auch eine Dschunke mjt 50 Pilgern brachte er zum Kentern, wobei alle ertranken. Auch in Nordchina richtete der Taifun schwere Schäden an. 20 Tofe bei der Explosion einer Tankanlage in Smyrna. In den Tankanlagen der türkischen Petroleumsgesellschaft in Smyrna entstand eine furchtbare Explosion, der schätzungsweise 20 Personen zum Opfer gefallen sind. Wegen der großen Hitze ist ein Vordringen zum Brandherd noch nicht möglich. Als Ursache vermutet man, dasi ein Funke aus einem Kochapparat das Benzin zur Entzündung gebracht hat. Explosion und Brand auf einem amerikanischen Küstendampfer. Der von Baltimore auf der Fahrt nach Norfolk in Virginien befindliche amerikanische Küstendampfer „City of Baltimore“, mit etwa 150 Aus- flüglern an Bord, geriet in Brand. Mehrere Fahrgäste sind verbrannt und eine große Anzahl verletzt. Alle Baltimorer Feuerlöschboote und mittschiffs auflodern gesehen hätten. In den nächsten Minuten sei der ganze Dampfer eine einzige Flam- menmaffe gewesen. Durch Explosion einer Dreschmaschine vier rumänische Bauern gelötet. In der Nähe von Crajowa (Walachei) explodierte der Kessel einer Dreschmaschine, während Sie Landarbeit in vollem Gange war. Vier Bauern wurden auf der Stelle getötet, vier andere so schwer verletzt, daß an ihrem Aufkommen gezweifelt wird. fifinftrumente" verfügen. Manche Heuschreckenarten reiben nämlich ähnlich wie die Grillen ihre Flügel aneinander, andere „geigen" mit ihrem Oberschenkel, der eine Zahnleiste trägt, über eine scharfe Flügelkante. Nach den neuesten Untersuchungen werden auf diese Weise nicht weniger als vierzehn verschiedene Laute erzeugt! Da gibt es zunächst einen „gewöhnlichen Gesang", den die Heuschrecken anstimmen, wenn sie allein sind. Das ist das gewöhnliche Heuschreckenkonzert auf unseren Wiesen, und zwar „singt" die häufigste Art, der gemeine Grashüpfer, am liebsten in der heißen Sonne; sobald ein Wolkenschatten vorüberzieht, verstummt er plötzlich. Solche merkwürdige Pausen haben schon manchen Naturfreund verwundert. Andere Arten lassen sich aber durch kühles Wetter nicht stören, weshalb wir auch an Sommer- und Herbstabenden noch Heuschreckenmusik zu hören bekommen. Außer diesem „gewöhnlichen Gesang" haben die Heuschrecken eine ganze Reihe von „Werbegesängen" auf ihrem Programm, die das einzelne Männchen anstimmt, wenn es einem Weibchen nachstreift ober unmittelbar vor ihm fitzt. Die höchste Kunst wird aber entfaltet, wenn es gilt, sich gegen Nebenbuhler durchzusetzen; das geschieht mit Hilfe der sogenannten Rivalenge- sänge. Sobald sich nämlich zwei zirpende Männchen einander hören — auch ohne sich zu sehen — brechen sie ihren bisherigen Gesang ab und beginnen statt dessen einen eigenartigen Wechselgesang. Dieser besteht bei den meisten Arten in gegenseitigem „Alternieren", d. h. sie lassen jeden zweiten Ton ihre Gesanges aus, und in dieser Pause läßt der „Rivale" seinen Ton erschallen. Die Rivalengesänge werden zwar auch angestimmt, wenn gar kein Weibchen in der Nähe ist, jedoch haben die Partner ohne ein derartig lockendes Ziel keine Ausdauer in ihrem Gesang, sondern gehen bald wieder jeder feines Weges. Ganz anders, wenn ein Weibchen dabei ist. Dann wird von den verheißungsvollen Tönen — ein heftiger Rivalengefang verrät ja dem vorüberkommenden Männchen, daß dort ein Weibchen ist — ein Männchen nach dem anderen angelockt, bis schließlich eine ganze Schar zusammenkommt. Jeder der Musikanten'ver sucht die anderen zu überbieten und wegzudrängeln. Wenn das nicht gelingt, kommt das Konzert meist erst dadurch zum Abschluß, daß sich das angesungene Weibchen durch einen Sprung ins Weite dem über- Musik -es Gommers. Der „Sängerkrieg" der Heuschrecken. — Grillen telefonieren 7!eue Forschungen über kleine Musikanten. Don Or. G. Walther. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum» schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot (beurlaubt), i. V.: Dr. Fr. W. Lange; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck (beurlaubt). Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. VII. 37: 9076. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugs- preis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufs, preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. ' mäßigen „Angebot" entzieht. Dann aber flaut die Kunstbegeisterung bald ab, und der Chor geht auseinander. Für „Herrengesellschaften" sind die Heuschrecken anscheinen nicht zu haben. In seinen neuesten Untersuchungen hat Pros. Faber bei manchen Arten auch Lautäußerungen der Weibchen festgestellt. Am merkwürdigsten sind wohl die „Gesänge", die sie, erschallen lassen, wenn sie von einem werbenden Männchen nichts wissen wollen — in diesem Falle stimmen sie ganz bestimmte Töne der Ablehnung an. Allerdings wird ein solcher „Korb mit Gesang" auch noch durch typische Gebärden mit den Beinen bekräftigt, wie überhaupt zahlreiche lautlose Bewegungen die „Sprache" der Heuschrecken ergänzen. Weitaus die meisten Insekten verständigen sich ja ausschließlich auf lautlosem Wege, z. B. die Menen und Ameisen, die sich durch gegenseitiges „Betrillern" mit den Fühlern alles Nötige mitteilen. Die besonders „musikalische" Veranlagung der Zikaden, Grillen und Heuschrecken, außerdem einiger Schmetterlinge und Wanzen, geht schon daraus hervor, daß nur sie regelrechte, mit Trommelfell ausgestattete Hörorgane besitzen. An den verschiedensten Körperstellen, so an den Beinen ober am Hinterleib, können „Ohren" vorkommen; ähnlich wie im menschlichen Ohr wird das Trommelfell durch die Schallwellen in Schwingungen versetzt und erregt damit die benachbarten Sinneszellen. Merkwürdigerweise können nun aber auch eine Reihe anderer Insekten, die nicht mit solchen „Ohren" ausgestattet sind, Töne hervorbringen. Allgemein bekannt ist beispielsweise das Ticken der „Totenuhr", das durch ein regelmäßiges Aufschlagen des Körpers dieser Käfer entsteht; ferner das „Klopfen" der Bücherlaus und das „Knallen" des Bombardierkäfers. Hören nun auch Insekten ohne „Ohren" und, wenn ja, womit hören sie? Diese Frage ist durch die in letzter Zeit angestellten Untersuchungen weitgehend geklärt worden. So konnte Dr. Minnich an Schmetterlingsraupen nachweisen, daß sie hören können: sie antworten nämlich auf Töne mit ganz bestimmten Bewegungen, vor allem mit einem ruckartigen Anheben des Vorderkörpers. Auf der Suche nach den Hörorganen dieser Raupen entdeckte man dann, daß höchstwahrscheinlich d i e Haare diesen Insekten zum Hören dienen. Sobald nämlich die Haare verklebt, mit Wassertröpfchen bedeckt oder sonstwie beeinträchtigt werden, bleiben die „Antworten" auf Töne fast ober voll- ftänbig aü5. Zu entsprechenben Ergebnissen kamen anbere Forscher bei ben Ameisen; biefe Tiere hören mit ben Haaren auf ben Fühlern. Auf ähnliche Weise werben bie kleinen Haare, mit denen fast alle Insekten an irgendwelchen Körperstellen ausgerüstet sind, von den Schallschwingungen gereizt und vermitteln so das Hören. Damit ist eine bisher unbekannte Art des .Hörens der Lebewesen aufgedeckt worden, geichzeitig aber ein schönes Beispiel dafür, wie meisterhafter Weise die Natur verschiedene Wege findet, um das gewünschte Ziel — in diesem Falle das Hören ohne Ohren — zu erreichen. Weiterbericht des Aelchswellerdienfles. Ausgabeork Jranffurt Die Wetterlage Deutschlands steht vollkommen unter dem Einfluß hohen Luftdruckes, so daß vorerst mit der Fortdauer des schönen Wetters gerechnet werden kann. Voraussage für Samstag: Morgens vielfach dunstig, neblig, sonst heiter und trocken, mittags recht warm; Winde meist um Ost. Vorhersage für Sonntag: Im Wesentlichen Fortdauer des schönen Wetters. Lufttemperaturen am 5. August: mittags 26,9 Grad Celsius, abends 17,3 Grad; am 6. August: morgens 15,8 Grad. Maximum 27,8 Grad, Minimum heute nacht 10,6 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 5. August: abends 24,3 Grad; am 6. August: morgens 18,8 Grad. — Sonnenscheindauer 11,5 Stunden. kümmern der Friedhofskapellen und in Mausoleen 1 Küstenwachtschiffe eilten zu Hilfe. Die Bewohner " v r' r‘ " v *)- einer benachbarten Insel erklärten, daß sie eine furchtbare Explofion vernommen und Flammen Morgen Samstag, 20.30 Uhr: Große Veranstaltung mit Tanz und Unterhaltung auf der Karlsruhe Ausgabe d. Urkunden v. Mainz DeilM Slenogtofenm Ortsgruvve Gießen 5150 D | Mietgesuche | 1-2 Zimmer mit Küche zu mieten gesucht Schr.Angeb.rnit Preis unt. 03869 an d. Gieß. Anz. 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Der am Mittwoch in Bad Tölz nach langem Leiden im 67.Lebensjahre entschlafene frühere Inhaber des Lehrstuhls für Hygiene und Direktor des Hy- 1 aiemfchen Instituts der Universität Gießen Professor ! Dr Philalethes Kuhn war am 13. Oktober 1870 in j Berlin geboren. Seine medizinische Ausbildung hatte ; er an der Kaiser-Wilhelm-Akademie in Berlin erhalten. Im Jahre 1895 bestand er das medizinische , Staatsexamen. Dann leistete er als Militärarzt ; Kolonialdienst bei der Schutztruppe in Südwestafrika, machte 1897/98 den Feldzug gegen die Hottentotten mit und wurde später Dlstriktschef von Grootfontein. Nach dem Feldzug gegen die Herero im Jahre 1904, in dem er Omaruru verteidigte, erhielt er ein Kommando im Reichskolonialamt und im Reichsgesundheitsamt. Später wirkte er als Chefarzt der Schutztruppe und Medizinalreferent beim Gouvernement in Kamerun. 1902/03 war er in das Institut für Tropenkrankheiten in Hamburg und 1909/11 in die Bakteriologische Abteilung des Reichsgesundheitsamtes kommandiert. 1914 wurde ihm das Prädikat „Professor" verliehen. Im gleichen Jahre wurde er an der Universität Straßburg a. o. Professor für Hygiene und Leiter der Bakteriologischen Anstalt für das Elsaß. Von 1920 bis 1926 wirkte er als Ordinarius für Hygiene an der Universität Tübingen und an der Technischen Hochschule Dresden, in letzterem Amt war er außerdem Kurator des Hygiene-Museums und Direktor der sächsischen Landesstelle für öffentliche Gesundheitspflege. Im Jahre 1926 wurde Prof. Kuhn als Nachfolger von Prof. Gotschlich auf den Lehrstuhl für Hygiene an der Universität Gießen und als Direktor des Hygienischen Instituts berufen. Hier wirkte er in segensreicher Weise, bis er am 1. Mai 1935 wegen schwerer Erkrankung aus dem ihm liebgewordenen Amte scheiden mußte. Prof. Kuhn beschäftigte sich zur Zeit seines Kolonialdienstes, seiner Kommandierung zum Reichsgesundheitsamt und auch späterhin noch mit Arbeiten über die Aetiologie der Pferdesterbe und über die chemisch-therapeutische Wirkung des Antimons. Ferner erschienen zahlreiche Veröffentlichungen von ihm über das Wesen des d'Herellefchen Phänomens, über die Aetiologie der Krebserkrankung und über Bakterienvariabilität. Weiterhin arbeitete er über die Aetiologie der multiplen Sklerose und veröffentlichte Untersuchungen zur lieber« tragung von Krankheiten durch einheimische stechende Insekten. Ganz besonders am Herzen lagen ihm alle Fragen, die mit der Rassenhygiene und Bvölkerungspolitik in Zusammenhang stehen. Schon sehr frühzeitig (seit 1922) trat er in Wort und Schrift für die Bedeutung nicht nur, sondern vor allem auch für die Realisierung rassenhygienischer Lehren ein. Kuhn war Mitbegründer der Deutschen Gesellschaft für Rassenhygiene und war einer der ersten deutschen Hochschulprofessoren, der ein offizielles Kolleg über Rassenhygiene und Bevölkerungspolitik ankündigte und so schon in der Systemzeit Grundsätze proklamierte, die erst im Dritten Reich — und zwar in allererster Linie — eine gesetzliche Fundamentierung erfuhren. Kuhn war ein alter und nimmermüder Verfechter der Frühehe, für deren Realisierung sich der Staat gerade im Augenblick in besonderem Maße einsetzt. Die Universität Gießen verdankt ihm die Mitschöpfung des Amtes für Leibesübungen und die Erstellung des Universitäts-Sportplatzes und des Universitäts-Tennisplatzes. Dem Ausbau und Aufbau feines Instituts galt feine ganze Sorge. Durch rege Beziehungen zur Industrie ermöglichte er es, sich für feine wissenschaftlichen Arbeiten einen größeren Stab von Mitarbeitern zu schaffen, die seiner wohlwollenden und stets gerechten Leitung willig und freudig folgten. Bei der Neuorganisation der Universität Gießen nach dem Umbruch war er unablässig und unermüdlich tätig, und es gelang seiner gewinnenden Art stets, bei irgendwelchen Differenzen Brücken der Versöhnung zu schlagen und vor allem seinen Studenten ein väterlicher Freund und Berater zu sein. In Anerkennung seiner großen Verdienste um Hochschule, Volk und Vaterland hatten ihm Anfang April 1935 der Rektor und der Dekan der Juristischen Fakultät der Universität Gießen das Diplom des Ehrendoktors der Juristischen Fakultät der Universität Gießen überreicht. Bei seinem Scheiden aus dem Dienst ging ihm als Zeichen der besonderen Ehrung auch ein persönlicher Brief des Führers zu. Die hohe Wertschätzung, die der Führer Prof. Kuhn zuteil werden ließ, kam in diesem Schreiben in einigen Sätzen — die wir in unserer gestrigen kurzen Mitteilung über das Ableben des Gelehrten bereits mitteilten, zum Ausdruck. Prof. Kuhn gehörte zu dem Kreise der ältesten Gefolgschaftsmänner des Führers, denn schon seit 1923 stand er in der nationalsozialistischen Bewegung. Während er damals in Dresden wirkte, war er gemeinsam mit dem jetzigen Gauleiter und Reichsstatthalter in Sachsen Mutsch mann in der Führung der nationalsozialistischen Bewegung in Sachsen tätig. In dankbarer Anerkennung jener Arbeit wurde Professor Kuhn von dem'Gauleiter Mutschmann das Ehrenzeichen von 1923 des Gaues Sachsen der NSDAP, verliehen. Ferner schmückten ihn die in opferfreudigem Dienst für fein Volk und Vaterland erworbenen beiden Klassen des Eisernen Kreuzes und andere Orden. Prof. Kuhn war ein Mann, dem die Zuneigung aller derer gehörte, die mit ihm je in nähere Berührung gekommen waren. Seine charaktervolle, vornehme Gesinnung, seine allezeit beispielhafte Liebenswürdigkeit und stete Hilfsbereitschaft, seine offene und gerade männliche Denkart, sein ausgeprägtes soldatisch - kameradschaftliches Empfinden, das man bei ihm immer aufs neue in Worten und Taten überzeugend bekundet sah, machten ihn zu Der Reichsstatthalter in Hessen — Landesregierung — hat an alle unterstellten Behörden, Gemeinden, Gemeindeoerbände und sonstigen Körperschaften des öffentlichen Rechts folgende Verfügung Hitler-Iugend. Unterbann 1/116. (6. August) um 20 Uhr findet im 2/116 eine Besprechung aller Geff.-, einem Menschen von bester deutscher Art. Darum wird ihm auch über den Kreis seiner wissenschaftlichen Mitarbeiter, Schüler und Kameraden hinaus in der Bevölkerung von Stadt und Land unserer engeren Heimat stets eine dankbare und verehrungs- volle Erinnerung gesichert sein. Dornotizen. Tageskalender für Freitag. NSDAP. Amt für Beamte: 20 Uhr: Eaf6 Leib Kameradschaftsabend mit der Hitler-Urlauber-Kame- radfchaft Wetterau. — Gloria-Palast, Seltersweg: „Unter Ausschluß der Oeffentlichkeit". — Deutsche Werkstoff-Ausstellung im Saale der Liebighöhe von 10 bis 20 Uhr. Sportamt „Kraft durch Freude". Neue Tennis-Kurse. Für die wieder neu beginnenden Tennis-Kurse werden Anmeldungen auf der Dienststelle, Schanzenstraße 18, Zimmer 7, entgegengenommen. Die Kurse beginnen am Sonntag, dem 8. 8., von 8 bis 9 und 9 bis 10 Uhr, und Montag, dem 9.8., von 18 bis 19 und 19 bis 20 Uhr auf den Tennisplätzen am Schützenhaus. Die Gebühren betragen für 6 Unterrichtsstunden RM. 6,—. In der Gebühr ist enthalten die Stellung von Schläger, Bällen, Platz und Tennislehrer. ______________51510 Vermerk über fre Wehrfleuerfreibeit. NSG. Durch das Wehrsteuergesetz ist die Wehrsteuerpflicht mit Wirkung vom 1. September 1937 ab eingeführt. Wehrsteuerpflichtig sind erstmals die Angehörigen der Geburtsjahrgänge 1914, 1915 und 1916, soweit sie nicht zur ordnungsmäßigen Erfüllung ihrer Dienstpflicht herangezogen find oder waren. Die Wehrsteuer wird bei Arbeitnehmern im Wege des Abzugs zusammen mit dem Lohnsteuerabzug, für sonstige Steuerpflichtige durch Veranlagung erhoben. Soweit Arbeitnehmer in Frage kommen, die nicht wehrsteuerpflichtig sind, müssen sie zur Vermeidung der sonst vorzunehmenden Abzüge ihre Steuerkarte für 1937 durch die Gemeindebehörde mit einem Vermerk der Steuerfreiheit versehen lassen. Die erforderlichen Nachweise (Wehr- paß, Ausschließungsschein, vorläufiger Musterunqs- ausweis) und die Steuerkarte 1937 sind bei Stellung des Antrages vorzulegen. Nie Urlaubsgewährung im Baugewerbe. Für die Berechnung der Urlaubsmarken ist der Bruttolohn maßgebend. LPD. In letzter Zeit wurde verschiedentlich festgestellt, daß manche Betriebsführer des Baugewerbes die Urlaubsmarken nicht ordnungsgemäß, insbesondere nicht in der vorgeschriebenen Höhe geklebt haben, so daß in diesen Fällen der Gefolgsmann nach der Wartezeit von 32 Wochen für feine Urlaubstage ein Urlaubsentgelt enthält, das bei weitem nicht an feinen durchschnittlich verdienten Lohn heranreicht. Von zuständiger Stelle wird deshalb darauf hingewiesen, daß die Berechnung der zu klebenden Urlaubsmarken stets vom Bruttolohn und niemals vom Nettolohn zu erfolgen hat und daß die Bestimmungen der Tarifordnung über den Urlaub nach dem Markensystem im Baugewerbe und in den Baunebengewerben als Mindestbestimmungen anzusehen sind. Unterschreitungen dieser Bestimmungen ohne besondere Genehmigung des Reichstreuhänders der Arbeit können mit Geld- oder Gefängnisstrafe geahndet werden. Außerdem besteht in diesen Fällen die Möglichkeit der Einleitung eines sozialen Ehrengerichtsoerfahrens. ♦ ** Straßensperrung. Wegen Straßenbauarbeiten wird der W a r t w e g zwischen Aulweg und Bergwerk für die Zeit vom 5. August bis 18. September für jeglichen Fährverkehr polizeilich gesperrt. Die aufgestellten Sperr- und Umleitungs- : schilder sind zu beachten. Theatersührung im neuen Deutschland Intendant Schultze-Griesheim im „Lager junger Bühnenkünstler". Heim der Gef.----- . ,, z w Sondereinheitsführer (auch S. Z.) des Unterbannes 1/116 statt. Mitzubringen ist eine genaue Aufstellung, welche und wieviel Instrumente in den einzelnen Einheiten gespielt werden. Aus der Stadt Gießen profestor Nr. Kuhn f. gerichtet: Der Beamte im Reiche Adolf Hitlers ist Verwaltungssoldat. Er steht zum Staat in einem besonderen Treueverhältnis und muß sich ihm uneingeschränkt hingeben. Das verpflichtet den Beamten mehr als jeden anderen Volksgenossen, außerhalb seines Dienstes in der Partei, einer ihrer Gliederungen oder einem angeschlossenen Verband mitzu- arbeiten. Der Partei dienen heißt, für Führer ünd Volk arbeiten. Die hohen politischen Anforderungen, die der Nationalsozialismus an die Nation stellt, haben zur Folge, daß er der ehrenamtliche Dienst an irgendeiner Stelle der Bewegung Adolf Hitlers den Deutschen voll qualifiziert. Ich erwarte daher, daß die Beamten und Angestellten im Staatsdienst, soweit sie noch keine aktive Arbeit für die NSDAP, und ihre Organisationen übernommen haben, sich beschleunigt zur Verfügung stellen. Heil Hitler! Sprenger. ler", das — wir berichteten bereits darüber — gegenwärtig auf dem Gleiberg 25 junge Menschen vereinigt, die von der Bühne kommen oder zur Bühne wollen, hielt am gestrigen Donnerstagnachmittag der Intendant unseres Stadttheaters Schultze-Griesheim einen aufschlußreichen Vortrag über das Thema „Theaterführung im neuen Deutschland". Der Redner stellte zunächst die Verantwortlichkeit des Intendanten dem Theater gegenüber voraus, das nicht mehr beeinflußt werde von den Wünschen vieler Parteien und Gruppen, wie es in der Systemzeit der Fall war. Der Intendant sei heute in erster Linie der Reichstheaterkammer bzw. der Reichskulturkammer verantwortlich im Hinblick auf den künstlerischen Weg, der eingeschlagen werde. Dem Intendanten seien zwar Richtlinien gegeben, die sich aber keineswegs in Einzelheiten erschöpften, sondern einen großen Rahmen darstellten, den er mit seiner Persönlichkeit ausfüllen müsse. Der Theaterleiter könne dabei dem Charakter der Stadt entsprechen, für das sein Theater zu wirken habe. Für das Theater unserer Gegenwart gehe es nicht allein darum, daß sich das Theater lohne, auch habe es nicht allein um fein Ansehen zu ringen, sondern vor allem der Zukunft und der Jugend zu dienen. In feinen weiteren Darlegungen schilderte der Intendant seine eigene Arbeit, insbesondere im Hinblick auf den neuen Weg, den er mit den Morgenfeiern beschritten habe, in denen mancher junge Autor zu Worte komme. Im nächsten Jahre solle ferner der Versuch gemacht werden, ein engeres Verhältnis zwischen Theater und Hitler-Jugend zu schaffen, Schauspieler und Hitler-Jugend zusammenzuführen zu einer gemeinsamen, zukunftweisenden Arbeit. Mehr und mehr sollten auch neue Stücke in den Spielplan eingebaut werden, wenngleich es noch nicht möglich fei, sie den Spielplan bestimmen zu lassen. , r ... Im mittleren und kleinen Theater bestehe für den Intendanten immer die Notwendigkeit, sich dessen bewußt zu sein, welche Stücke unter aller künstlerischen Verantwortung mit dem zur Verfügung stehenden Ensemble herausgebracht werden könnten. Fehl am Platze sei es, Stücke aufzuführen, die uns in Widersprüche zu unseren Erkenntnissen rassenpolitischer, staatspolitischer oder religiöser Art zu bringen geeignet seien, oder die einer falschen Auffassung begegnen müßten. Eine große und dankbare Aufgabe habe vielmehr das Theater !der Gegenwart in der Gestaltung des klassischen Dramas, das, mit neuem Geiste erfüllt, darzustellen sei. Dann sprach Intendant Schultze-Grießheim über das Wesen der Darstellung, über das Verhältnis des Schauspielers zum Regisseur, über die Arbeit des Schauspielers an sich selbst und über die Wandlung im Geist der Darstellung, wie sie sich heute aus einer anderen Erziehung des jungen Schauspielers her anbahne. Er forderte die jungen Kameraden des Lagers auf, mit allem Ernst an sich selbst zu arbeiten, bereit zu sein für das Theater unserer Zeit, das in einer Umformung begriffen sei, wie es für den Intendanten gelte, diest Bereitschaft zu erhalten und zur Auswirkung zu bringen. Nachdem sich der Redner noch in wenigen grundsätzlichen Erörterungen mit dem Wesen des Dramas und den Möglichkeiten der dramatischen Gestaltung der Probleme der Gegenwart beschäftigt hatte, schloß er feinen mit größter Aufmerksamkeit verfolgten Vortrag. Eine rege Aussprache schloß sich an, in der manche aus dem Kreise der Zuhörer aufgeworfene Frage Beantwortung fand. Goethe spürt die Inflation. Von JR. W. v. Mebenau. Jedes Jahr pflegte der Dichter und Staatsmann Goethe einen Badeort aufzusuchen, um sich für neues Schaffen zu ftätfen. Karlsbad darf sich rühmen, die Liebe des Dichters bis in dessen hohes Alter genossen zu haben. Aus der Zeit des Karlsbader Kuraufenthaltes im Jahre 1811 findet sich in Goethes Tagebuch folgende, feine erste Bekanntschaft mit einem „Heurigen" betreffende Eintragung: „In Weheditz, einem Dorf über der Eger gegen Dalwitz gelegen, hatte sich ein Bauer, der als Fuhrmann bis Ungarn frachtete, auf dem Rückweg mit dem jungen geistigen Wein beladen und in Hof und Haus eine kleine Wirtschaft errichtet. Bei dem niedrigen Stand des Papiergeldes, fast wie 10:1, trank man eine anmutige Flasche Wein für den Betrag von wenig Silbergroschen. Das Seltsame und die Wohlfeilheit hatte einen gewissen Reiz; man zog hinaus, lachte, sang, spottete über sich und andere und hatte immer mehr des Weines genossen, als billig war. Zu drei bejahrten Männern, jeder aus einem anderen Teil Deutschlands stammend, gingen wir von Karlsbad nach Weheditz zum Wein; zusammen zählten wir 253 Jahre und zechten wacker. Nur der Jüngste, 82jährige, zeigte beim Nachhausegehen einige Spuren von Bespitzung, aber die beiden anderen griffen ihm unter die Arme und brachten ihn glücklich in seine Wohnung." Kostverächter war Goethe weder im Essen noch im Trinken. Aber übervorteilen ließ er sich nicht. Dies besagen folgende Eintragungen in fein Tagebuch: 21. Juni 1811: Früh gegen 6 Uhr ausgefahren nach Schlackenwald. Im „Roten Ochsen" zu Mittag Händel mit dem Wirt wegen übertriebener Forderung. 22. Juni: Pro memoria wegen des Wirts in Schlackenwald und Vorschlag an den Kreishauptmann. Das Goethesche Pro memoria aus den Archiven der Karlsbader Kreishauptmannschaft ist für die Beurteilung Goethes als Kritiker und Beschwerdeführer interessant genug, um der Vergessenheit entrissen zu werden, denn der Dichter erteilt keine Rüge, ohne nicht gleichzeitig praktische Vorschläge zur Abstellung von Unzulänglichkeiten zu erstatten. Die Beschwerdeschrift hat folgenden Wortlaut: „Gestern, den 21 dieses, fuhr ich mit den Meinigen nach Schlackenwald. Es waren unserer vier. Wir kehrten zum „Roten Ochsen" ein und genossen ein Mittagsmahl, mit dessen Detail ich weder beschwerlich sein, noch dessen Wert allzusehr herabsetzen will. Genug, man tat ihm sehr viel Ehre an, wenn man den Preis desselben dem der Picknicks auf dem Pvsthvfe gleichstellen und die Person auf neun bis zehn Gulden anschlagen mochte. Der Wirt verlangte jedoch 68, und für den Kutscher zehn, zusammen also 78 Gulden. Ich weigerte die Zahlung und äußerte, daß ich den Vorfall dem Herrn Kreishauptmann Hochwohlgeboren anzeigen würde, welches hierdurch mit Beilage der 78 Gulden gehorsamst bewirkt wird. Es ist hierbei zu bemerken, daß nichts als das bloße Mittagessen und weder Frühstück noch Wem und Kaffee genossen worden ist. Der Kutscher erhielt sich mit geringerer Kost und hatte seinen Hafer bei sich. Unterzeichneter bittet um Vergebung, *r mit dieser anscheinenden Kleinigkeit beschwerlich fallt, aber es ist in diesen Tagen schon öfter zur Sprache gekommen, daß Gesellschaften, welche durch die schönen Wege, die herrlichen Naturgegenstande und das gute Wetter auswärts gelockt wurden, mit Verdruß über ganz unerwartete Zechen nach Hause gekehrt und ihre erhoffte und genossene Freude vergällt worden! Ob die Kreishauptmannschaft nun ben berühmten Kurgast nicht verletzen wollte oder ob sie die Ford^ rung des Ochsenwirtes zu Schlackenwald wirklich zu übertrieben fanb, eines ist gewiß, bie Beschwerdeschrift Goethes hatte vollen Erfolg. Eine Aktennotiz auf dem Schriftstück besagt daß die Rechnung des^Wirtes mit 41 Gulden 29 Kemern festgesetzt wurde und er wegen Übervorteilung eines Gastes zehn ®ulbc£ ££ hielt Wenige Tage nach diesem Vorfall sah sich Goethe zu folgender Eintragung in fein Tagebuch veranlaßt, woraus hervorgeht, daß er die Beweggründe des Wirtes für die übertriebene Forderung wohl verstand: alle Welt war durch ein ergangenes Patent verwirrt worden; die vorhandenen Geldzettel batten allen Wert verloren und man erwartete die f0a Antizipationsscheine. Die Verkäufer und Emp- änaer konnten dem sinkenden Papierwert nicht ge- nua nachrücken, den Käufern und Ausgebenden geriet es auch nicht zum Vorteil: sie verschleuderten ihre Groschen und wurden so ihre Taler los!' Damit lieferte der Kurgast Johann Wolfgang von Goethe eine geradezu klassische Definition der — Inflation. Sensation bei den Pavianen. Von Geno Ohlischlaeger. Das Freigehege der Paviane im Zov ist wie üblich von vielen Besuchern umlagert. Alles belustigt sich an dem Treiben der munteren grauen Gesellen und vor allem an den possierlichen Sprüngen der Affenjungen. Die einen machen erste Kletterversuche an den Felsen und an dem großen Baumstamm, die mit nicht wichtig genommenen Purzelbäumen enden, andere reiten auf Mamas Rücken, zwei spielen, genau wie Menschenkinder, an einem der Felsblöcke Verstecken. Die Großen sind im Augenblick ziemlich ruhig; jetzt aber beginnt einer von ihnen plötzlich ein Geschrei und Gezänk mit einem anderen, und das ist wie gewöhnlich das Signal für die ganze Bande, sich in Bewegung zu setzen und wie wild hintereinander herzurennen, sich anzufauchen und allerlei Allotria zu treiben. Ebenso plötzlich wie sie in Aufregung geraten sind, beruhigen sie sich wieder. Da wird die augenblickliche Ruhe durch einen Ruf aus dem Kreis der Zuschauer unterbrochen. „Himmel, mein Paket!" ruft jammernd eine junge Dams, die über die Brüstung der Mauer gelehnt steht, die den Graben um das Affengehege gegen die Zuschauer abschließt. Sie ist dabei gewesen, den Affen, die unten auf dem Grund des Grabens mit bittenden Gebärden und Gesten hocken, Futter zuzuwerfen, und dabei ist ihr ein kleines Paket entglitten. Alles, was sich an Affen gerade in der Nähe im Graben und an dessen Böschung aufhält, stürzt sich jetzt auf die Stelle, an der das Paket niedergefallen ist. Ein Kampf entbrennt, aus dem schließlich ein Affe als Sieger hervorgeht. Er rast mit der Beute davon, klettert den Berg herauf und erklimmt mit ein paar Sätzen den Baum. Er wird von den anderen als Sieger anerkannt, und keiner folgt ihm mehr. Die Affen zerstreuen sich wieder und kümmern sich im Augenblick nicht mehr um das Beutestück. . Um so mehr aber interessieren sich die Zuschauer dafür, was sich nun abspielen wird. Aller Blicke hängen an dem Affen, der jetzt das Paketchen auf seinen Inhalt zu untersuchen beginnt. Was wird es enthalten? Die Umstehenden sind genau so neugierig wie der Pavian. Seinen geschickten Händen gelingt es bald. Die Schnur abzustreifen. Nun zerreißt er das Papier. Die Spannung ist auf den Höhepunkt gelegen. Was wird zum Vorschein kommen? Vorsichtig zieht der Affe einen rosaroten Gegenstand hervor, beschnüffelt ihn, scheint enttäuscht, daß es nichts Eßbares ist, und entfaltet ihn. Schallendes Gelächter ringsum. Der Gegenstand hat sich — wie sag ich's meinem Leser? «— als eine zart "rosa seidene Kombination entpuppt. Der Affe weiß nichts damit anzufangen und wirft ihn zu Boden. Unten aber reißen sich die jungen Affen darum und entführen das willkommene Spielzeug. Und dieser Anblick wirkt so erheiternd, daß jetzt auch die Dame, die das Paket verloren hat, ihren Unmut über den Verlust überwindet und in das allgemeine Gelächter mit einstimmt, — was das beste Mittel war, zum Schaden nicht auch noch den Spott einstecken zu müssen. Na liegt der Hund begraben. Es ist sehr sonderbar, daß der arme Hund im Volksmund herzlich schlecht wegkommt. Seine Name dient, allein oder mit so schmeichelhaften Beiwörtern wie feige, frech, erbärmlich, schamlos, miserabel, räudig geschmückt, als vielgebrauchtes Schimpf- und Unglimpfwort, und der Lumpenhund, der Satans-, der Blut- und der Schweinehund sind gewiß keine erfreulichen, sondern hundsgemeine Zeitgenossen. Und wer für eine lumpiges Hundegeld oder einen erbärmlichen Hundefraß, vielleicht gar bei grimmiger Hundekälte oder sonstigem Hundewetter, eine mühselige Hundearbeit verrichten muß, um sich abends hundsmüde in sein elendes Hundeloch von einer Behausung zu schleppen, der führt weiß Gott ein rechtes Hundeleben. Die paar spärlichen Anerkennungen, die der Vvlksmund demgegenüber etwa für die rührende Treue unseres braven Vierbeins übrig hat, können die ihm sonst allerenden zugefügte Unbill nicht wettmachen. Die feit dem 17. Jahrhundert häufiger begegnende, auch heute noch gang und gäbe Redensart ,Da liegt der Hund begraben’ will besagen: Das ist der Kern der Sache, das Wesentliche, worauf es ankommt; dann aber auch, vielleicht durch das Wort begraben her- oorgerufen, mit leidigem Beigeschmack: Daran stößt sich die Sache, da. liegt die Schwierigkeit. Eine wissenschaftlich hinreichend begründete Erklärung hat, wie Hans Dörsam in einem Aufsatz im Augustheft von Velhagen & Klasings Monatsheften auseinanderfetzt, dieser Ausdruck bisher nicht gefunden. Nach vorherrschender Meinung leitet er sich von dem in vielen deutschen Sagen auftretenden Hunde — gewöhnlich ist es ein schwarzer, dämonischer Hund mit glühenden Augen — als Hüter unterirdischer Schätze her; mit Bezug auf diesen Glauben nannte man bann, das Gehütete mit dem Hüter vertauschend, einen verborgenen Schatz auch Hund. 8. Da der Schulgarten den Charakter eines Hei' Aus den Gießer er Genchtsfälen 'a- r er 17 Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) <>_ , .. ' uiiiiqcii. ym mir b uerruruojen. on‘f eiten „So. Herr Michailow." Mit unverhohlener Neurin??» v S r5. v?.n. femer "Erinnerungen" gier fragt Lyk: „Das ist wohl eine dicke Freund- °b'"e 'N d,- Maschine diktiert und gemeinsam mit schast mit Ihnen beiden?" Fortsetzung folgt kohlsn-Abbaubetrieb. Anschließend und in organischer Fortsetzung dessen, wurden dann die Anlagen des Schwelkraftwerkes besichtigt. Die Urlauber-Kr meraden erhielten auch hier von berufener Seite Aufklärung über den weiten Weg der Braunkohle zu den verschiedenen Produkten, die aus ihr gewiß weiß, ein Maßloser Schmerz und eine brennende Eifersucht aufgespeichert sind. Dann legt er die Hände wie ein Trichter um den Mund und ruft laut: Morgen wirst du wieder vernünftig sein, Jrinka! Morgen komm ich! Ja — soll ich morgen kommen? ..." Aber Irina gibt keine Antwort, sie ist auch nicht mehr zu sehen und zu hören. Da geht Igor Michailow achselzuckend seiner Wege. * Renz' Antritt auf dem Lykschen Gut erfolgt nicht gerade unter einem guten Stern. Tagelang regnet es, und das bleierne Grau des Himmels und die unaufhörlich oorbeiziehenden Nebelschwaden legen sich den Menschen schwer und drückend aufs Gemüt. Der Hof liegt tot, die Felder liegen tot, der Knecht Joseph hockt mit dem Bauern hinterm Ofen beim Skat, Michailow räkelt sich fluchend und miß- gelaunt auf der Chaiselongue in seinem Zimmer, und Renz, der „Neue", steht stundenlang an der Haustur und starrt in die graue Welt. keit so zahlreich vorhanden sein, daß alle Kinder gleichzeitig beschäftigt werden können 11. Soweit der Raum es gestattet, werden die nachstehenden, der deutschen Land- und Volkswirtschaft heute in besonderem Maße dienenden nützlichen Einrichtungen — je nach den örtlichen Bedürfnissen zur Auswahl — empfohlen: a) ejn Lehr- gräsergarten, b) der Anbau von Oel- und Gespinstpflanzen, c) Schaubeete für besondere biologische Gruppen, die in der Heimat nicht in geschlossener Form vorkommen, d) ein Bienenstand mit Bienengarten (Bienenweidenpflanzen), e) eine Seidenraupenzucht, f) Aquarien, Terrarien, Jnsektarien (Nützlinge und Schädlinge, Kampf dem Verderb). Sabine spielt an der Türklinke: „Och — Freundschaft? Aber er ist sehr nett zu mir." „Das will ich meinen. Nur kommt mir vor, aus Grundsätze der Vererbungs-, Züchtungs- und Sortenlehre (Rassenlehre), sowie eine Abteilung für Heil-, Gewürz- und Küchenkräuter haben. „Tag der Wirtschaft Sabine strahlt und schafft schnell Ordnung. Schon an der Tür faßt sie Mut zu der Frage: „Darf ich vielleicht den Schlüssel fürs Boot haben, Herr Lyk?" „Ist es denn schon repariert?" Sabine errötet ein wenig: „Nein, aber Herr Michailow wird mir's sicher gleich in Ordnung bringen. Er hat mir's versvrochen." fälschung stand der A. S. aus Merlau vor dem Schöffengericht. Dieser verwaltete zwei Monate lang eine Kantine. Er hatte jeden verkauften Posten in einer sog. Strichliste zu vermerken. Der Angeklagte verschaffte sich nun einen rechtswidrigen Vermögensoorteil, indem er in der Strichliste nicht alle verkauften Waren aufführte und die entsprechende Summe von dem eingenommenen Geld für sich verwandte. Der Schaden, der dadurch entstanden ist, beziffert sich auf 300.— RM. Weiterhin nahm der Angeklagte für einen Arbeitskameraden einen Geldbetrag von 10.— RM. in Empfang, den er jedoch in seine eigene Tasche steckte. Um dies zu vertuschen, fälschte er das Postquittungsbuch, indem er den Namen des Empfängers ausradierte und einen anderen Namen einsetzte. Der Angeklagte war im wesentlichen geständig, machte jedoch in dem ersten Falle die Einschränkung, daß er beim Herausgeben sich öfters verzählt habe und auch von unehrlichen Arbeitskameraden in dieser Hinsicht betrogen worden sei. Das Gericht" billigte dem Angeklagten mildernde Umstände zu, da er noch jugendlich und bis jetzt unvorbestraft, da weiterhin der Schaden ersetzt ist und der Angeklagte offensichtlich seiner Stellung nicht gewachsen war. Das Urteil lautete wegen schwerer Urkundenfälschung und zweifacher Untreue in Tateinheit mit Unterschlagung auf 3-6 Monate Gefängnis und 20.— RM. Geldstrafe. Die letzte Anklage gegen die Ehefrau D. aus Gießen lautete ebenfalls auf schwere Urkundenfälschung. Der Angeklagten wurde zur Last gelegt, eine ihr von dem städtischen Wasserableser über 12,60 RM. ausgehändigte Quittung in der Weise gefälscht zu haben, daß sie den Betrag in 14,60 RM. abänderte, um so die Umlage der bei ihr im Haus wohnenden Mieter für die monatliche WaVerrechnung zu erhöhen. Die Beweisaufnahme ergab einwandfrei, daß die Quittung zunächst auf 12.60 RM. gelautet hatte und nachträglich in 14,60 RM. abgeändert worden war. Die Angeklagte bestritt jedoch aufs Entschiedenste, diese Abänderung vorgenommen zu haben, und behauptete, sie habe dem Zeugen 14,60 RM. ausgehändigt. Daraufhin habe sie die Quittung weggelegt und nicht mehr in Händen gehabt, bis sich bei der nächsten monatlichen Abrechnung, die durch einen anderen Angestellten der Stadt vorgenommen wurde, die Differenz her- ausgestellt habe. Der in Frage kommende Beamte beschwor jedoch, daß er die Quittung nicht geändert habe. Das Gericht hielt daher die Angeklagte, obwohl ihr von ihrem Arbeitgeber ein gutes Leu- mundszeugnis ausgestellt wurde, für überführt und lauter Nettigkeit zu Ihnen denkt er an feine eigentliche Arbeit überhaupt nicht mehr. In den ersten Tagen konnte er sich gar nicht genug tun. Aber man soll nicht vorzeitig urteilen. Vielleicht hat er augenblicklich mit den Füchsen nicht so viel zu tun." „0 doch. Sehr viel sogar. Aber hauptsächlich zu einer Zeit, wenn Sie noch schlafen." „So? Und woher wissen Sie das?" Sabine errötet noch tiefer: „Ich bin schon ein paarmal ganz früh auf den Beobachtungsturm geklettert und hab' mir die Fütterung angesehen." „Nanu! — So? — Hm!" Eine Pause entsteht. Sabine hat das dunkle Gefühl, daß diese Ausflüge in der Frühe Herrn Lyk nicht recht sind. Aber darf sie in ihrer Freizeit nicht tun und lassen, was sie will? Und was ist schon dabei? Oder ob Herr Lyk es am Ende ungehörig fände, wenn er wüßte, daß sie nach der Fütterung jedesmal noch eine Weile mit Michailow zusammen drinnen im morgenstillen Haus auf der Treppe gesessen und sich von ihm einen Apfel hat zurechtmachen lassen? Sie ist höchstens zehn Minuten dort gewesen, und dann ist sie wieder die Treppe hinaufgehuscht und wieder in ihr Bett gekrochen, um noch ein „Eckchen" zu schlafen. Nein, es kann doch niemand etwas dabei finden. Lyk macht jetzt auch wieder ein ganz harmloses Gesicht. Er kramt den Bootsschlüssel hervor, gibt ihn Sabine und wünscht ihr viel Vergnügen. Sabine sucht Michailow im Stall, hinterm Haus — sogar in die Umzäunung der Fuchsfarm wagt sie sich hinein, obwohl dort Fremden der Zutritt streng untersagt ist. Aber Michailow ist nirgends ' zu finden. Statt dessen kreuzt Renz ihren Weg. Er begegnet ihr, als sie gerade das hölzerne Tor der Farmanlage vorsichtig wieder hinter sich zu- macht. In seinem Arm trägt er ein weißes Kanin» chen, auf dessen Fell zwei helle Blutflecke leuchten. Er bleibt stehen und macht mit dem Tier im Arm eine Bewegung, als wollte er es Sabine reichen. „Was fehlt ihm denn?" fragt Sabine teilnehmend und streicht vorsichtig über das weiche Fell. „Der Hund hat es gejagt, Fräulein Lorenz. Aber er hat es zum Glück nicht so richtig erwischt. Ich will jetzt die Wunde mit Jod auswaschen und es bei mir behalten, bis es sich von feinem Schreck erholt hat." „Darf ich zusehen und ein bißchen helfen?" Renz gibt nicht gleich Antwort. In seinem Gesicht arbeitet es. „Bitte sehr..." sagt er dann höflich und geht nun vor Sabine her schnell ins Haus. Nur die Füchse sind glücklich. Sie sitzen auf den Dächern ihrer kleinen Holzhäuser und heben die breiten Köpfe mit den runden, glühenden Augen dem Regen entgegen. Manchmal schütteln sie sich, dann sprühen die Tropfen wie Funken von ihnen ab, dann sitzen sie wieder still und ganz dem Genuß der Regenkühle hingeqeben. Auch Sabine und Lyk scheinen sich trotz des Regens wohl zu fühlen: Michailow stellt es mit Neid unb Groll fest. Er kann es nicht vertragen, wenn andere Leute guter Dinge sind und es ihm beim besten Willen nicht gelingt. Er hört Lyk zuweilen hin und her gehen, von einem Zimmer ins andere, und laut sprechen und noch lauter lachen. Und dazwischen hört er Sabine: sie singt meistens, wenn sie über den Korridor geht, und wenn sie an der Küchentür bei Frau Neumann ein Schwätzchen hält, kann er aus dem Klang ihrer Stimme hören, wie zufrieden sie mit sich und der Welt ist. Michailow lauscht angestrengter und eifriger ms obere Stockwerk hinauf, als seiner Verfassung zu- k^iallch ist. Was tun die beiden nur? Womit be« scha,tiqen sie sich so anaeregt? Warum fordern sie ihn nicht auf, einmal hinaukzukommen und ihnen ble Zeit zu vertreiben? Sind sie sich selbst genug? . Oder — arbeiten sie? Susannes Tochter. Vornan von Hedda Westenberger. Copyright by Carl Duncker, Verlag, Berlins35 Sabine arbeiten läßt. Sie nimmt nicht nur mechanisch das Diktat auf, sie arbeitet innerlich mit. Wenn er irgend etwas ungeschickt oder unklar ausgedrückt hat, hält sie im Schreiben inne und schüttelt den Kopf. Oder sie wirft leise ein anderes, besseres Wort dazwischen und wartet bann auf Lyks Entscheidung. Nimmt er ihren Vorschlag auf, geht ein kindliches Lächeln über ihr Gesicht, und die grauen Augen schimmern in unbewußtem Triumph. Auch heute sitzen sie wieder über der Arbeit. Lyk am Schreibtisch, Sabine ihm gegenüber an ihrem kleinen Schreibmaschinentisch. Gerade will sie ‘ein neues Blatt einlegen, da hellt sich auf einmal das Grau im Zimmer sichtlich auf, und über Sabines Schreibmaschine fällt ein matter Sonnenstrahl. Gleich darauf stehen Sabine und Lyk am Fenster und beobachten, wie sich das trübe Grau immer mehr lichtet, wie sich die Bäume unter einem befreienden Wind biegen, wie die flaumigen Nebelballen, die vom Tal heraufdrängen, in feinste, durchsichtigste Tücher zerrissen und in rasender Eile dahingejagt werden. Zugleich bricht aus dem immer höher werdenden Himmelsdom die Sonne sieghaft durch. „Da..." sagen Lyk und Sabine wie aus einem Mund, als der Hof plötzlich in leuchtendem Sonnenlicht daliegt. Und dann sehen sie sich an und lachen herzlich auf. „War bas nicht schön?" fragt Lyk unb legt eine Sekunde lang eine Hand auf Sabines Schulter. „Wunderschön! Ich hab' das so noch nie gesehen. Oh — und jetzt kommen auch brüben die Berge heraus! Sehen Sie nur, wie sie auf dem Nebelmeer schwimmen! Richtig wie Eisberge auf dem Wasser. Aber im Tal scheint der Nebel noch nicht wegzugehen." Lyk lacht väterlich: „Unsere Sorge, Kindchen! Und wissen Sie was — wir machen augenblicklich Schluß mit der Arbeit. Hinaus mit Ihnen ins Freie! Wir haben lange genug in der Stube gebockt." und mutieren Schulen. schreiten. Größere Flächen erschweren den Kindern die Uebersicht und werden zweckmäßig besser in mehrere Gärten aufgefeilt. . 3. Der Schulgarten soll ein Äemkinschaftsgarten sein; er dient der Erziehung zum Gemeinschaftsgedanken. Das Schüler- oder Eigenbeet ist abzulehnen. 4. Die Bewirtschaftung muß den gärtnerischen und landwirtschaftlichen Grundsätzen einer planmäßigen Wechselwirtschaft Rechnung tragen. Sie soll durch fachgemäßen Vor-, Haupt- und Nachfrucht- bau, sowie durch Zwischenfruchtkulturen (Anbau verschiedener Gartengewächse auf dem gleichen Beet zur besseren Raumausnutzung) höchstmögliche Bodennutzung erstreben. 5. Da der Eigengarten nicht Verkaufszwecken, sondern der Selbstversorgung bient, soll ber Schulgarten als Abbild des Kleingartens hinsichtlich Gemüsegarten und Obstsorten möglichst vielgestaltig sein und den Bedürfnissen des Anbauers Rechnung tragen. Es ist erwünscht, daß die Gemüsesorten der Reichssortenliste angebaut werden. Bei der Auswahl, der Obstsorten ist ein Sachverständiger der Landesbauernschaft zuzuziehen. Landwirtschaftliche Dün- gungs- und Sortenanbauversuche, sowie die Anzucht von Obstbäumen gehören nicht in den Schulgarten. 6. Die Kinder müssen die verschiedenen Arten der gärtnerischen Bodenbearbeitung kennenlernen und in den Gemüse-, Obst- und Blumenbau soweit ein- geführt werden, daß sie beim Verlassen der Schule ein Bild von der Einrichtung und Bewirtschaftung eines Eigengartens mitnehmen. 7. Der Schulgarten soll nach Möglichkeit Beob- achtungsbeete zur Veranschaulichung der wichtigsten 9. Als billige Einzäunung wird die Maulbeerhecke empfohlen, die nach 3 Jahren die Einrichtung einer Seidenraupenzucht ermöglicht. Die Reichsfachschaft für Seidenbau in Celle gibt Pflanzen ab und erteilt weitere Auskunft. 10. Die Gartenarbeitsgeräte sollen nach Möglich- Der „Tag der Wirtschaft" für die Hitler-Urlauber- Kameradschaft machte die Kameraden mit der weiteren Umgebung unserer Stadt bekannt. In einem Poftomnibus führte die Fahrt zunächst nach Butzbach und von dort aus weiter nach Wölfersheim. Unter sachverständiger Führung wurden die Unter» und UeberLgebaue der Braunkohlengruben besichtigt. Die Kameraden standen an den großen Baggern, sahen sich die Förderturmanlagen an und gewannen dabei einen tiefen Einblick in einen Braun- Schöffengericht Gießen. Gestern hatte sich der W. L aus Marburg wegen fahrlässiger Körperverletzung vor dem Schöffengericht zu verantworten. Der Angeklagte war am 6- Mai auf der Fahrt von Marburg nach Gelnhausen begriffen. Hinter Büdingen wurde er beim Rehmen einer Linkskurve aus dieser getragen. Er streifte zunächst einen Baum' und prallte dann gegen einen zweiten. Der Wagen wurde fast rest- los zertrümmert. Der Angeklagte, seine Frau, fein 17jähriger Sohn, eine Bekannte und deren Tochter, die alle in dem Wagen saßen, mußten mehr oder weniger schwer verletzt ins Krankenhaus eingeliefert werden. Der Angeklagte gab den Sachverhalt an sich zu, behauptete jedoch, durch einen ihm in der Kurve entgegenkommenden Kraftwagen, der sich fast auf der Straßenmitte bewegt haben soll, gezwungen worden zu sein, weit nach rechts herauszufahren, so daß er von der Fahrbahn abgekommen sei und die Herrschaft über den Wagen verloren habe. Das Urteil lautete wegen fahrlässiger Körperverletzung auf 6 0 Mark Geldstrafe, wobei dem Angeklagten, der noch ein ungeübter Wahrer ist, zugutegehalten wurde, daß der Unfall für ihn und seine Familie von schweren Folgen war. Die nächste Anklage richtete sich gegen den H. Sch. aus Butzbach. Sie lautete auf Untreue und Unterschlagung. Der Angeklagte, der schon erheblich, auch einchlägig vorbestraft ist, war als Verlags-Vertreter tätig. In dieser Eigenschaft hat er vereinnahmte Gelder nicht abgeführt, sondern für sich behalten. Er schädigte dadurch den einen Verlag um 241 Mark, den anderen um 234 Mark. Der Angeklagte bestritt entschieden, Gelder veruntreut zu haben. Er gab an, daß er im April 1936 290 Mark verloren habe und ihm außerdem durch Rückstände verschiedener Abonnenten ein weiterer erheblicher Fehlbetrag erwachsen sei. Da der Angeklagte den angeblichen Verlust überhaupt nicht gemeldet hatte und auch gerade in der kritischen Zeit, in der er das Geld verloren haben will, sein Konto bei beiden Verlagen ausgeglichen war, die Rückstände vielmehr erst im August eintraten, schenkte das Gericht seinen Einlassungen keinen Glauben und verurteilte ihn wegen zweifacher fortgesetzter Untreue in Tateinheit mit Unterschlagung zu einer G e - fängnisftrafe von fünf Monaten und 30 Mark Geldstrafe. Ebenfalls wegen Untreue und schwerer Urkunden- Sabine in d^e Maschine diktiert und gemeinsam mit 'br ganze Stoße von Photographien gesichtet und geordnet. Er hat dabei mit Erleichterung und tie» fer Freude festgestellt, daß es sich prachtvoll mit Irina wendet ihm langsam ihr klares Gesicht zu: „Ausgefragt? — Wenn man liebt, Michailow, braucht man über solche Dinge niemand auszusra- gen. Ich sah euch heute morgen miteinander weggehen — zufällig — und ich wußte genau, daß du die Kleine zum Brunsbichler Sattel führen würdest, weil — du hast auch die kleine Engländerin vorigen Sommer zuerst dorthin geführt — und ich 'chloß daraus weiter, daß du dich verspäten und daher auf dem kürzesten Weg zurückkommen würdest. Folglich ging ich dir auf diesem Weg entgegen. Ist das denn so verwunderlich?" Michailow gibt keine Antwort. Innas große und inftinftgetragene Liebe erscheint ihm auf einmal unheimlich. 2ch bin ja wie gefangen, denkt er erregt. Sie vweiß mehr von mir, als ich selbst, sie ist bei mir, auch wenn sie nicht bei mir ist, sie verfolgt mich .. «Du wirst noch Unheil anrichten", murmelte er hufloS, „wenn du derart auf mich aufpaßt. Dieser Ausflug geschah außerdem auf Herrn Lyks ausdrücklichen Wunsch" „Aber ich hindere dich ja gar nicht daran! Du bist ia auch frei, Igor", murmelte Irina. „Nun also!" Irina summt ihr Liedchen weiter, als sei das Gespräch mit Michailows Ausruf beendet. Dann verstummt sie brüsk, bleibt vor ihm stehen und sagt gelassen: „Aber es könnte sein, daß ich dir einmal, einmal, einen Strich durch die Rechnuna mache, versteht du? Mehr habe ich dir heute nicht zu sagen!" Und ehe Michailow noch etwas antworten kann, ist sie m das Gehölz eingedrungen, sich mit ihren kräftigen Händen rasch und geschickt einen Wea bahnend. Einen Augenblick fühlt Michailow eine so dumpfe Wut, daß er am liebsten hinter ihr herspränge, sie packte und züchtigte Aber sein Instinkt warnt ihn: Vorsicht! Vorsicht! ... So bleibt er denn mit geballten Fäusten stehen und hört das Rascheln und Knacken unter ihren sich entfernenden Schritten und sieht ihr helles Kleid durch die Zweiae schimmern, hört ihr aufreizendes, belangloses Trällern, hinter dem, wie er ganz ge- ing, für die Begleitung durch das Gelände, das r aus vielen Uebungen mit feiner Truppe gut kannte und erklären konnte. anschließenden Mittagstafel dankte der Kreisamtsleiter der NSV., Frank, für das große Entgegenkommen der Werke und dankte den Beamten für die ausgezeichneten Führungen durch Gruben und Betrieb. Kameradschaftsführer Hellwig dankte seinerseits für den ereignisreichen Vormittag. Unter der Führung von Kamerad Schaub (Coburg) besuchten einige Kameraden einen von der Kreisamtsleitung eingerichteten Kindergarten, in dem bis zu 90 Kinder betreut werden. Die vorbildliche Einrichtung machte starken Eindruck. Die Kameraden hatten auch verschiedentlich Gelegenheit, mit den Eltern der Kinder zu sprechen. Irn Anschluß daran wurde dann die Fahrt nach Bad-Nauheim fortgesetzt. Dort widmete man sich den Einrichtungen des Bades und feiner technischen Anlagen und war dann zu einer Kaffeetafel im Kurhaus zu Gast. Kameradschaftsführer Hellwig dankte zum Abschluß der Fahrt besonders dem Kommandeur der Gießener Artillerie-Abteilung, Oberstleutnant Doe - wonnen werden können. Zahlenmäßige Angaben ließen den Besuchern den Umfang und die Bedeutung des Werkes erkennen. Auch das Elektrizitätswerk wurde eingehend besichtigt. Im Anschluß an diese Besichtigungen begrüßte Direktor P e t e r a i t die Kameraden und schilderte ihnen in kurzen Zügen die Entwicklung des Werkes. Er wies vor allem auf die mancherlei Pionierarbeit hin, die gerade in Wölfersheim geleistet wurde. Direktor Peterait hatte für jeden der Kameraden ein freundliches SchulMlen an Volks- Der Reichsstatthalter in Hessen — Landesregierung, Abt VII — bringt den Kreis- und Stadtschulämtern folgenden Erlaß des Reichs- und Preußischen Ministers für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung vom 21. Juni 1937 zur Kenntnis: In den letzten Jahren hat die Zahl der Volksund mittleren Schulen mit einem eigenen Schulgarten beträchtlich zugenommen. Ich begrüße diese Entwicklung mit Rücksicht auf die große Bedeutung, die dem Schulgarten im Rahmen einer bodenverwurzelten Schularbeit zukommt und im Hinblick auf die Möglichkeit der Eingliederung der Schulgartenarbeit in den Dierjahresplan des Führers. Um Fehlentwicklungen in der Anlage' und Bewirtschaftung von Schulgärten vorzubeugen, ersuche ich, die anliegenden „Richtlinien für die Einrichtung und Bewirtschaftung von Schulgärten an Volks- und mittleren Schulen" zu beachten. Auf eine verständnisvolle Zusammenarbeit von Schulen, Gemeinden und Schulaufsichtsbehörden mit den zuständigen Stellen des Reichsnährstandes lege ich Wert. Richtlinien für die Einrichtung und Bewirtschaftung von Schulgarten an Volks- und mittleren Schulen. 1. Der Schulgarten soll ein Mustergarten für den heimatgebundenen Haus-, Siedler- und Kleingarten, in ländlichen Gemeinden für den bäuerlichen Haus- und Vorgarten sein. Er soll sich in der Gestaltung dem orts- und landesüblichen Brauche anpaffen und in der Bewirtschaftung die gegebenen natürlichen Verhältnisse berücksichtigen. 2. Seine Größe soll im allgemeinen 250 qm nicht unterschreiten und 500 qm nicht wesentlich über» Hitter-ilrlauber-Kameradschast in Wölfersheim. 8- Da der Schulgarten den Charakter eines Heimatgartens trägt, ist der althergebrachte Anbau Wort und vor allem irgendeinen Antnüpsungs- schöner alter Bauernblumen zu pflegen, besonders punkt, was lebhaftes Erstaunen hervorrief. Bei der in ländlichen Bezirken. 89,75 143 151.25 265 167,5 136,5 156,75 168,25 142 157,5 150,75 54,25 179,5 125,75 153 142,5 136 128,25 95,75 127 13 158 132,65 157,75 134,9 150,5 178,25 220,5 /06.25 122,13 61 120,5 165 32.13 156,25 169 130,25 169,25 190 143,75 151 265 166,25 135,9 157,5 167,75 142,75 157 151,75 54,65 179,25 126,25 153,5 142 138,75 95,75 126,5 235,25 157 5 136,13 150,5 163,5 178 220,25 121,75 61,4 120,25 165,5 31,9 232 152 158,25 168,25 130,25 189,75 142,9 119,5 151,75 136 156,5 168,25 142,25 157,25 151 54.25 179,5 125,75 153,75 172 141,65 121,13 136,65 162,5 129,9 126,9 150,25 157,75 120 233,25 132,25 158,13 134,65 150,5 164,5 178 100 221,75 207 121,75 61,4 121,25 166 32 153,5 156,25 169,25 130 189,75 142,9 118,9 151,5 166 136,9 157,75 168 143 157 151 54,25 179,65 125,75 154 172,5 142,25 121,75 138,5 162,25 130,5 126,4 119,75 235,75 133 158 135,25 150,4 163,75 178 99.5 220,75 207,5 121,9 61 120,25 165,5 31,75 s.Auaust 5-August Ainit-cy. ttt'-'tierun Ämu dr'Wntterune Br-> .vie-r Br.es Buenos Aires............. 0,752 0,756 0,752 0,756 Brüssel................... 41,90 41,98 41,89 41,97 Rio de Janeiro............ 0,167 0,169 0,167 0,169 Polen................... 47,00 47,10 47,00 47.10 Kopenhagen............... 55,34 55,46 55,30 55,42 Dnnlla ............. ... 47,00 47,10 47,00 47,10 London ............. .... 12,395 12,425 12,385 12,41° Helsingfors................ 5,48 5,49 5,48 5,49 9,331 9,349 9,331 9,349 Holland .................. 137,26 137,54 137,24 137,52 13,09 13,11 13,09 13,11 4 August 5 August ämilidv'Jtoueruitii vtm uchi-Rvnerun Heu Bri.'i Brte> Japan.................... Jugoslawien ............. Oslo ................... 0,719 5,694 62,29 0,721 5,706 62,41 0,719 5,694 62,25 0,721 5,706 62,37 48.95 49,05 48,95 49,05 Lissabon................. 11,255 11,275 11,25 11,27 Stockholm ............... 63,91 64,03 63,86 63,98 Schweiz .................. 57,15 57,27 57,12 57,24 Spanien................. 16,98 17,02 16,98 17,02 Prag ................... 8,651 8,669 8 651 8,669 Budapest................. — — 2,488 — Neuyork.................. 2,488 2,492 2,492 knollige Scheide und Ring fehlen ihm gänzlich, wie dies auch bei den Täublingen der Fall ist. Eßbare grüne Täublinge sollte nur der Kenner sammeln. Nach dem Bericht der medizinischen Fachkommission der Deutschen Gesellschaft für Pilzkunde kann eine Gabelspitze voll vom grünen Knollenblätterschwamm den Tod herbeiführen. Die Gefährlichkeit ist deshalb so außerordentlich, weil die Giftwirkung sich erst nach 6 bis 40 Stunden, meist mit Erbrechen und Durchfall, äußert. Bei den geringsten Anzeichen einer Pilzvergiftung sollte man für sofortige gründliche Entleerung von Magen und Darm durch Brech- und Abführmittel sorgen, wie auch für sofortige ärzt« liche Hilfe. Man hüte sich vor allen ähnlichen Pilzen, die eine Knollenscheide am Stielgrund besitzen. Es gibt bei uns noch eine ganze Reihe von anderen Knollenblätterpilzarten, die zum Teil ebenfalls sehr giftig sind (Fliegenpilz, Pantherpilz usw.). Nur solche Pilze darf man essen, die man ganz genau und als unschädlich kennt. Jrn Zweifelsfalle wende man sich an die nächste Pilzberatungsstelle oder an die Deutsche Gesellschaft für Pilzkunde, Darmstadt (Hessische Landesstelle für Pilz- und Hausschwammberatung). Wirtschaft. Rhein-Mainische Börse. TNittagsbörse still. Frankfurt a, M., 5. Aug Die Börse lag überaus still, da der Auftragseingang sich in sehr engen Grenzen hielt und zudem nur wenige Spezialpapiere betraf. Don diesen wurden besonders wieder Bankaktien gefragt, namentlich Commerzbank auf die Reprivatisierungsfortschritte. Auch einige Hypothekenbanken blieben gesucht. Im übrigen behauptete der Aktienmarkt seine freundliche Grundtendenz, und es überwogen auch kleine Erhöhungen um Bruchteile eines Prozentes. Am Montanmarkt lagen Klöckner auf eine größere Kauforder 2,75 v. H. höher mit 138,75,' die übrigen Werte lagen voll behauptet, Buderus aber 1 v. H. gedrückt auf 130. Von Elektropapieren konnten sich Lahmeyer weiter erholen um 3,25 v. H. auf 131,50, ferner RWE. um 1,25 v. H. auf 136,13 und AEG. um 0,50 o. H. auf 133,40. Für Maschinenaktien verblieb bei leichl gebesserten Kursen kleine Nachfrage, jedoch Rheinmetall bei einigem Angebot 1,25 v. H. niedriger mit 153,25. Etwas schwächer lagen auch Verkehrswerte, Allg. Lokal & Kraft 158 (159), AG. für Verkehr 129 (129,50). Am Chemiemarkt blieben IG. Farben mit 168,40 (168,25) und Deutsche Erdöl mit 151,40 (151,25) behauptet. Je 0,25 o. H. niedriger notierten Reichsbank und Cement Heidelberg, Bemberg gaben 0,50 v. H. nach. Zell- ftoffroerte etwa behauptet. Am Rentenmarkt bestand in der Hauptsache nach Goldpfandbriefen und Kommunal-Obligationen starke Nachfrage, das Angebot war aber verschwindend gering. Von den variablen Papieren Altbesitz 127,50 (127,45), Kommunal-Umschuldung etwa 94,80. Das Geschäft erfuhr auch in der zweiten Börsenstunde keine Belebung, die Kurse am Aktienmarkt blieben größtenteils unverändert. Leichte Steigerungen hatten nochmals Da'mler mit 143,75 nach 143,40 und Westdeutsche Kaufhof mit 61,40 nach 61,13, dagegen gingen Bemberg auf etwa 156 bis 156,50 nach 157,50 zurück. Don später notierten Werten waren Goldschmidt mit 151,75 (150,75) und Conti Gummi mit 190,75 (189,75) über den Durchschnitt von 0,25 bis 0,50 v. H hinaus verändert, ebenso Rheinbraunkohle nach Pause mit 235,25 (233,50). Am Einheitsmarkt kamen Commerzbank bei sehr großem Umsatz mit 117,50 (116 50), Ov-Bank und Dresdner Bank mit unverändert 126 bzw. 105 und ebenfalls größerem Geschäft zur Notiz. Pfälz. Hyp. Bank weiter erhöht auf 109 (108,50), auch einige Jndu- striepapiere zogen an. Der Rentenmarkt blieb ganz still. Goldpfandbriefe bei unveränderten Kursen teilweise wieder rationiert oder gestrichen, Liquidationspfandbriefe und Kommunal-Obligationen unverändert. Don Stadtanleihen gingen Heidelberger von 1926 auf 97,40 (97,70) zurück, andererseits 4,50 v. H. Darmstadt von 1926 98 (97,75), 4,50 (ehemals 7) o. H. Frankfurter von 1926 98,90 (98,75). Im Freiverkehr Adlerwerke Kleyer wieder belebter mit 117,50 bis 119,50 (116 bis 118,50), sodann blieben im Telephonverkehr Schuhfabrik Herz, Dingler Maschinen, Schles. Seinen Kramsta und Kühnle, Kopp & Kausch gesucht. — Tagesgeld unv. 2,50 v.H. Abendbörfe ruhig. Die Abendbörse hatte auf den meisten Gebieten des Aktien - und Rentenmarktes nur kleines Geschäft, da Aufträge fehlten. Im Großver- kehr erwiesen sich die meisten Papiere gegen den Berliner Schluß als nur knapp gehalten, doch gingen die Veränderungen kaum über 0,25 v. H. hinaus. Rheinstahl mit 157,50, Deutsche Erdöl mit 151 und Holzmann mit 153,50 lagen je 0,50 v. H. leichter, IG. Farben 167,75 (168), Verein. Stahl 121,75 (122), Harpener 179,25 (179,65), Rheinmetall 153 (153,50). Höher aber Th. Goldschmidt mit 151,75 (151) und Bekula mit 169 (168,50). Von Banken wurden Commerzbank seitens der Depofi- tenkassenkundschaft wieder lebhaft gefragt, bei beachtlichem Geschäft zog der Kurs auf 117,75 (117,50) an, die übrigen Banken lagen still und unverändert. Das Rentengeschäft war unbedeutend, Kommunal-Umschuldung schwankten zwischen 94,80 bis 94,90, 4,50 Krupp 100 (100,13), Reichsbahn-Vor- zugsaktien 127,65 (127,75), 6 v. H IG. Farben unv. 134,50. Im telephonischen Freiverkehr blieben Spezialaktien gesucht. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 5. Aug. Auftrieb: Großvieh 929 (gegen 860) am letzten Donnerstagsmarkt vom 29. Juli), darunter 120 (118) Ochsen, 145 (130) Bullen, 463 (447) Kühe, 201 (165) Färsen. Kälber 807 (789), Hämmel und Schafe 61 (104), Schweine 175 (49). Notiert wurden je 50 Kilogramm Lebendgewicht in RM.: Ochsen a) 42 bis 45 (43 bis 45), b) 39 bis 41 (38 bis 41); Bullen a) 41 bis 43 (42 bis 43), b) 39 (37 bis 39), c) 34 (34); Kühe a) 40 bis 43 (40 bis 43), b) 36 bis 39 (36 bis 39), c) 28 bis 33 (29 bis 33), d) 20 bis 25 (20 bis 25); Färsen a) 42 bis 44 (42 bis 44), b) 38 bis 40 (37 bis 40), c) 35 (—). Kälber a) 62 bis 65 (60 bis 65), b) 54 bis 59 (53 bis 59), c) 45 bis 50 (45 bis 50), d) 37 bis 40 (30 bis 40). Hämmel b2) 48 bis 52 (48 bis 50), c) 44 bis 46 (40 bis 44); Schafe a) 42 bis 47 (43 bis 47), b) 36 bis 40 (38 bis 41). Schweine a) 57 (—), bl) 57 (—), b2) 57 (—), c) — (—), d) 53 (—). Marktverkauf: Großvieh, Kälber und Schweine zugeteilt, Hämmel und Schafe lebhaft. Fleischgroßmarkt: Beschickung 159 (609) Viertel Rindfleisch, 110 (147) ganze Kälber, 44 (6) ganze Hämmel, 631 (256) halbe Schweine, 17 (12) Kleinvieh. Notiert wurden je 50 Kilo in RM.: Bullenfleisch b) 66; Kuhfleisch a) 77, b) 65, c) 54; Färsenfleisch a) 80, b) 69. Kalbfleisch a) 81 bis 97 (81 bis 96), b) 70 bis 80. Hammelfleisch b) 90 bis 95. Schweinefleisch b) 73. Fettwaren: Roher Speck unter 7 cm 78, Flomen 80 RM. je 50 Kilogramm. Marktoerlauf: lebhaft. Schweinemarkt in Friedberg. Friedberg, 5. Aug. Auf dem mit 583 Jungtieren beschickten Ferkelmarkt wurden bei flottem Geschäft folgende Preise bezahlt: bis sechs Wochen ■alte Tiere 8 bis 10 RM., sechs bis acht Wochen alte 10 bis 15 RM. und acht bis zwölf Wochen alte 15 bis 24 Reichsmark. Hier abschneiden! I Kindergarten 280 Kinderlähmung liche Gewalt (s. dort) über die Kinder, jedoch steht die Sorge für die Person der Söhne unter 6 Jahren und der Töchter der Mutter zu. Kannte der Vater die Ungültigkeit der Ehe, so hat er nicht die Vaterrechte; die elterliche Gewalt steht dann der Mutter zu. Der Vater muß aber Unterhalt gewähren wie einem ehelichen Kind. Ist die Mutter bös- gläubig, so hat ste nur die Rechte, welche im Falle der Scheidung der für allein schuldig erklärten Frau zustehen, sie hat also nur Anspruch auf persönlichen Verkehr mit den Kindern. Nach dem Tode des Vaters bekommen die Kinder bann einen Vormund Wußten beide Ehegatten um die Nichtigkeit der Ehe, dann gelten die Kinder als unehelich, sie können aber vom Vater den Unterhalt wie eheliche Kinder verlangen. Ein Erbrecht haben sie aber nicht. Jrn übrigen s. Aufsicht, eheliche Abstammung, Erbrecht Ehelichkeitserklärung, Annahme an Kindesstatt, Jugendliche, uneheliches Kind, Tierquälerei; Sorgerecht, Bekenntnis, Unterhalt' Kindergarten, Kinderkrippe Kinderheim, Kinderhort, öffentliche und private Anstalten, die Kinder verschiedenen Alters entweder ganz oder zu bestimmten Stunden in Pflege nehmen und beschäftigen, falls die Eltern nicht tn der Lage sind, ihnen die erforderliche Pflege od. Aufsicht angedeihen zu lassen. Auskunft erteilen die Gemeindeverwaltungen und die NS-Frauenschaf- ten. Gleitung A y •WV6VU, OUt^- 3x4*1/ Kinderkleidung kauft man zweckmäßig auf Zuwachs, damit sie nicht zu schnell ausaeroachsen wird. Auch breite Nähte und Säume sind Dorte^baft. Kinderkrankheiten sind Infektionskrankheiten. die in der Kindheit die einzelnen Menschen befallen. Für manche besieht eine allgemeine Empfänglichkeit (so erkrankt fast feder M an Masern), für andere wieder nicht. Die wichtigsten Kinderkrankheiten sind Malern, Keuchhusten, Windvocken. Noteln Mumps und mit Einschränkung Scharlach und Diphtherie S. bei den eint. Kr. Kinderlähmung, Heine-Medin- sche Erkrankung, ist eine akute Infektionskrankheit, die mit Lähmungen einhergeht. Der Sitz der Erkrankung ist im Rückenmark. Befallen werden meist Kinder im Alter vom 2.—5. Lebensjahre, aber auch jedes andere Alter und Erwachsene können daran erkranken. Erscheinungen: Fieber, Benommenheit. Gliederschmerzen u. starke Emvfindlichkeit der Haut, jede Berührung verursacht heftige Schmerzen. Wenn diese Er- Die Freude der Linder sind richtige Rollschuhe. Gewiß, sie müssen natürlich sehr haltbar sein, damit sie eine starke Beanspruchung auch aushalten. Haltbare Rollschuhe gibt es bei J. B. Häuser, Gießen, am Osnxilbsgarten, Fernsprecher 2145/2146. 9. A.-'Spott Oie Auszeichnungen für die (Sieger der E>A.-Neichssportwetttämpfe. !■ I I DE ßHGWSW ■£■'7 ’"/ MM In der Zeit vom 13. bis 15. August bestreiten in Berlin 4500 SA.-Männer aus 21 SA.-Gruppen die Reichssportwettkämpfe. Unser Bild zeigt die Auszeichnungen, die den Siegern zuteil werden. Oben der Preis für den ersten Sieger, darunter die Preise für die zweiten und dritten Sieger. Die Auslese der 4500 Weltkampfteilnehmer von Berlin, im Höchstfälle 180, werden in Nürnberg zu den Nationalsozialistischen Kampfspielen antreten. (Schirner-M.) Erfolgreiche Handball-Mannschaft des Marinesturmbanns 11/34 Gießen Dem Ruf der Obersten SA./Führung folgend, hat auch der Marinesturmbann 11/34 Gießen eine Handballmannschaft aufgestellt, die nun in den kommenden Spielen ihre Einheit gegen andere Mannschaften zu vertreten hat. Ein eifriges Training in Form von Spielen gegen Mannschaften des D. R. L. und des Arbeitsdienstes hat eingesetzt. Nach anfänglichem Mißerfolg wurde am Mittwochabend die Mannschaft des R. A. D. Braunfels mit 9:6 von der Ma- rine-SA. geschlagen. Dieses Ergebnis ist um so höher zu werten, zumal es sich bei. den Arbeitsmännern um eine Mannschaft handelt, die in allen Punkten mit Männern aus ehemaligen Bezirks- und Gauklassenmannschaften des D. R. L. besetzt war. Gerade am Sonntag vorher konnten die Arbeitsmänner der gewiß nicht schlechten Mannschaft des Standortes Wetzlar des Heeres mit 7:3 das Nachsehen geben. Das Ergebnis vom Mittwochabend spricht also für sich. Es erübrigt sich, jeden einzelnen der Spieler besonders zu erwähnen, das Mannschaftsgefüge war im Gegensatz zu den vorherigen Spielen bei weitem fester, die Ballabgabe viel flüssiger. Daß die Marine- SA.-Männer in der zweiten Halbzeit (bis dahin stand es 5:4 für die SA.) die sieggewohnten Arbeitsmänner kaum zur Entfaltung kommen ließen und ihren Torhüter mit zwei Toren mehr bezwingen konnten, ist für die Zuschauer wohl die größte Ueberraschung gewesen. Das Ergebnis hat jedenfalls gezeigt, daß die Mannschaft des Marinesturmbanns 11/34 für größere Kämpfe eingesetzt werden kann. Jutzball: SA.-Auswah>-7!ationaImannschast. Eine Begegnung bei den SA.-Reichssportwettkämpfen. Zu einem der Höhepunkte, die es während der Reichswettkämpfe der SA. in den Tagen vom 13. bis 15. August im Berliner Olympiastadion sicher in großer Zahl geben wird, dürfte der Fußball- kampf zwischen einer Auswahl, die sich nur aus SA.-Männern zusammensetzt, und der deutschen Länder-Elf bilden. Für diesen am 15. August stattfindenden Kamps hat die SA. eine starke Mannschaft zur Stelle, machen doch in ihren Reihen so bekannte Nationalspieler wie Jürissen, Stephan, Zielinski und Gauchel (alle Gruppe Niederrhein) und Lenz von der Gruppe Westfalen ihren Dienst. Die Länder-Elf stützt sich u. a. auf Fritz Szepan, Goldbrunner, Janes und Buchloh, zu denen sich neben Elbern die talentierten Nachwuchskräfte gesellen. Außerdem ist auch Seppl Fath zum erstenmal wieder bei den „Nationalen". Die beiden deutschen Auswahl-Mannschaften nehmen in folgender Aufstellung den Kampf auf: SA.-Mannschaft: Jürissen (Gruppe Niederrhein); Gipka (Niederrhein), Wend! (Gruppe Hochland); Stephan (Niederrhein), Krönung (Gruppe Franken), Zielinski (Niederrhein); Schneider II (Berlin-Brandenburg), Gauchel (Niederrhein), Lenz (Westfalen), Stermseck (Niederrhein), Winter (Danzig). National-Elf: Buchloh (VfB. Speldorf); Welsch (Bor. Neunkirchen), Janes (Fortuna Düsseldorf); Rose (Spvgg. Leipzig), Goldbrunner (Bayern München), Schädler (Ulm 94); Ebern (Bonn-Beuel), Hähnel (BC. Hartha), Berndt (Tennis-Borussia), Szepan (Schalke 04), Fath (Wor- matia Worms). Wanderpreisschiehen der politischen Leiter in Nürnberg. NSG. Zum erstenmal werden während des diesjährigen Reichsparteitages in Nürnberg die Gaue ihre Fertigkeit in der Handhabung der den Politischen Leitern verliehenen Ehrenwaffe bezeigen können. Das ganze Jahr hindurch haben die Pistolenträger sich an ihrer Waffe geübt und nun werden die drei Besten jedes Kreises durch ein Kreis- Sie kluge Hausfrau ergänzt ihren Vorrat mit ! Kolonialwaren und -Lebensmitteln Kinderlosigkeit scheinungen nach einigen Tagen verschwunden sind, bleibt eine Lähmung zurück, die sowohl am Arm als auch am Bein, seltener an mehreren Gliedmaßen zu finden sind. In den nächsten Wochen pflegt die Lähmung zurückzugehen, doch können einzelne Muskelgruppen, am häufigsten am Unterschenkel oder am Arm, noch lange schlaff bleiben. Die Behandlung gehört in die Hand eines Arztes, nachdem endgültig feststeht, welche Muskeln gelähmt bleiben, müssen wiederherstellende Operationen, entsprechende Übungen von Fachleuten die Funktionstüchtigkeit wiederherzustellen versuchen. Kinderlosigkeit soll bei einem erbgesunden Ehepaar nicht vorkommen. Eo. Adoption! Kindermehle, aufgeschlossene und leicht verdauliche Mehlzubereilungen, die von bestimmten Firmen hergestellt werden und als Ersatz der Ernährung mit Muttermilch dienen sollen. In ihnen ist die Stärke durch überhitzten Wasserdampf in Dextrin und Zuaer übergeführt. Teilweise haben sie noch bestimmte Zusätze, wie Milch, Eier, Zucker usw. Die Auswahl der einzelnen Präparate muß der Arzt treffen. Kinderschutz. Kinder unter 13 Jahren dürfen in gewerblichen Betrieben mit mehr als 10 Arbeitern (Fabriken usw.) als Arbeiter nicht beschäftigt werden Kinder über 13 Jahren nur dann, wenn weniger als 5 Arbeiter beschäftigt werden. Soweit die Beschäftigung von Kindern zulässig ist. müssen sie genügende Kinderzahl Freizeit haben. Die Arbeitszeit darf eine gewisse Stundenzahl, (je nach Alter des Kindes und Art der Beschäftigung) nicht überschreiten. Auch dürfen Kinder nicht in der Zeit von 8 Uhr abends bis 6 Uhr bzw. 8 Uhr morgens beschäftigt werden. An Sonntagen ist die Beschäftigung von Kindern überhaupt nicht gestattet, ausgenommen beim Austragen von Waren und sonstigen Botengängen. Jedoch darf diese Beschäftigung nicht während des Hauptgottesdienstes und nicht über 2 Stunden hinaus erfolgen. In Kinos, Theatern usw. dürfen Kinder nur mit Genehmigung der Verwaltungsbehörde beschäftigt werden. Man erkundige sich vor der Beschäftigung von Kindern eingehend bei der Polizei oder beim Jugendamt. Kindersprache, oder Ammenspra- che, die Verbildung und Verkleinerung von Wörtern ist höchst unzweckmäßig, da sie den Kindern das Verständnis und Sprechenlernen nur erschwert. Kinderwaage ist erforderlich, um das Gewicht des Säuglings täglich nachzuprüfen. Praktisch sind Federwaagen, bei denen man keine Gewichte benötigt. Kinderwagen sind nicht zu entbehren, da Kleinkinder möglichst jeden Tag ausgefahren werden sollen. DieForm ist gleichgültig, wenn der Wagen nur fest gebaut ist und ein Verdeck hat, das zurückgeschlagen werden kann. Kinderzahl, soll nicht künstlich beschränkt werden. Der Staat legt aus bevölkerungs - politischen 240 auswahlschießen ermittelt. Aus diesen Besten scheidet der Gau wieder durch ein Gauauswahlschießen am Samstag, dem 7. August, und Sonntag, ^?m 8. August, auf dem Schießstand in Frankfurt a. M.-Schwanheim die Gaumannschaft aus. Die zehn Besten treten dann in Nürnberg für den Gau zum Wanderpreisschießen als geschlossene Mannschaft an. Die Bedingungen des Schießens verlangen nicht nur einen geübten, ruhigen Schützen, sondern auch die Fertigkeit, in wenigen Sekunden die in der Pistolentasche versorgte und gesicherte Waffe schußfertig in Anschlag zu bringen. Das Wanderpreisschießen der Politischen Leiter wird alljährlich während der Reichsparteitage wiederholt. Der vom Führer gestiftete Wanderpreis muß in jedem Jahre erneut durch den Gau, der ihn erhalten hat, verteidigt werden. Es wird deshalb im ganzen Jahr von allen Politischen Leitern, denen die Ehrenwaffe verliehen worden ist, ständig an den Schießständen geübt, um so jeweils bis zum Reichsparteitag die besten Schützen zu ermitteln. Mannschastserfolge des Kiehener (Schühenvereins. Anläßlich des 75jährigen Bestehens des Marburger Schützenoereins fand in Marburg ein Iubi- läumsschießen statt. Das größte Interesse fanden die beiden Mannschaftskämpfe. 100 Meter Wehrmann in drei Stellungen und 50 Meter Kleinkaliber in drei Stellungen, militärische Anschlagsform, welche beide von der ersten Kampfmannschaft des Schützenvereins Gießen gegen die starke Marburger Mannschaft und zirka 20 andere Mannschaften gewonnen wurden. Es schossen Wehrmann: Heinrich Appel, W. Schilling, G. Schilling, W. Scheid, 879 Ringe (Ehrenpreis der Marburger Damen). Bester Einzel- schütze Heinrich Appel mit 226 Ringen (Ehrenpreis des 3. Batl. des J.-R. 57). Kleinkaliber, die gleiche Mannschaft mit 596 Ringen (Ehrenpreis des Landkreises Marburg). Bester Einzelschüße Georg Schilling mit 162 Ringen (Ehrenpreis des RKB. Kyffhäufer, Kreis« verband Marburg). , , . _, Im Einzelschießen erhielten folgende Schut« zen Preise: Kleinkaliber-Meisterscheibe: G. Schil- lina 5., W. Scheid 6., mit je 58 Ringen. Volks« schießen: G. Schilling 3. Preis, 58 Ringe. Wehr« mann (100 Meter): Georg Schilling 2. Preis, mit 58 Ringen, und W Scheid 7. Preis mit 56 Ringen. Standscheibe (175 Meter frech.): Georg Schilling 2 Preis mit 51 Ringen. 175 Meter aufgelegt: G. Schilling 2. Preis mit 57 Ringen. Außerdem wur- den noch eine Anzahl anderer Preise don Mitgliedern des Vereins errungen. Weltmeisterschastskiimpfe der Schützen. Einen großen Erfolg feierte Torsten Ullman (Schweden) bei den Weltmeisterschaften mit freier Pistole in Helsinki. Zum dritten Male hintereinander sicherte sich der Olympiasieger den Titel eines Weltmeisters und verbesserte den von ihm selbst gehaltenen Weltrekord von 547 auf 555 Ringe. Der Schweizer Büchi belegte den zweiten Rang und als bester Deutscher kam Dr. Wehner trotz eines Fehlschusses auf den vierten Platz. Den Mannschafts- Wettbewerb gewann die Schweiz mit 2647 Ringen gegen Finnland (2625), Schweden (2623) und Frankreich (2606). Mit 2574. Ringen endeten die Deutschen an siebter Stelle. Hans Stuck gewinnt das La-Turbie-kennen. Deutschlands erfolgreichster Bergfahrer Hans Stuck konnte am Donnerstag im La-Turbie-Berg- rennen (Riviera) feinem Siege im Großen Bergpreis von Deutschland einen weiteren anfügen. Auf feinem Auto-Union-Wagen gewann er, wie schon im Vorjahre, das Turbie-Bergrennen in der absoluten Rekordzeit von 3:31 (107,5 km/st) vor seinem einzigen Mitbewerber Sommer, der auf Alfa Romeo 3:43 benötigte. Stuck hat damit zugleich den ausgesetzten Wanderpreis für drei Siege, die er 1929, 1936 und 1937 davontrug, endgültig I in seinen Besitz gebracht. Zielstreckenflug Wafferkuppe-Verlin-Wafferkuppe geglückt Der Zielstreckenflug Wasserkuppe—Berlin—Wasserkuppe im Segelflugzeug ist geglückt. Als erster der 19 Teilnehmer an diesem schwirigen segelfliegerischen Wettstreit erreichte am Donnerstag um 18.55 Uhr der Hamburger Huth die Wasserkuppe, nachdem er Flugplätze Göttingen und Kassel in der vorgeschrie- in direktem Fluge von Wernigerode im Harz die Flugplätze Göttingen und Kassel in der vorgeschriebenen Höhe von 500 Meter passiert hatte. Dreimal mußte der Hamburger in Wernigerode zum Start ansetzen und erst dann glückte ihm mittels Motorschleppflugzeuges der Abflug. 2^. Stunden benötigte der Pilot um den Weg von Kassel zur Wasserkuppe zurückzulegen. Die schwachen Aufwinde forderten dabei von Huth den Einsatz seines ganzen segelfliegerischen Könnens. Oer 12. Weitbewerbsiag. Am zwölften Wettbewerbstag schränkten die anfänglich herrschenden Witterungsverhältnisse die Segelflugtätigkeit etwas ein. Aber unbekümmert um die Weiterentwicklung, Windstärke und Thermik, nahmen die Wettbewerbsteilnehmer trotz der Strapazen der Rücktransporte in den letzten Nächten sofort wieder nach Starteröffnung die Wettbewerbstätigkeit auf. Wieder stellten sich zunächst serienweise Tallandungen ein, der zweite oder dritte Start glückte dann aber. Süddeutsche Flugplätze hatten diesmal den Vorzug. Allein 67 von 73 Starts waren Zielstreckenflügen gewidmet. Die Gesamtstrecken- Die $21. marschiert für den Führer in die Zukunft. Reichswettkämpfe der $21. Berlin, 13. bis 15. August 1937. Ziffer hat sich wieder bedeutend erhöht und trotz der zeitweise beträchtlich erschwerenden meteorologischen Verhältnisse sind heute bereits die Rekordzahlen der Rhön 1935 erreicht. Im Segelfliegerlager Wasserkuppe wehten am Donnerstag die Hakenkreuzbanner auf Halbmast, da der Berliner «Ägelflieger Hans Rose am Mittwoch bei einem Autounfall schwer verunglückte und seinen Verletzungen im Fuldaer Krankenhaus erlag. Die kommende Spielzeit im Fachamt Handball. Die Meldungen zu der neuen Runde sind entgegen allen Erwartungen auch diesmal wieder recht gut ausgefallen. Wenn auch Vereine dabei find, die infolge des herrschenden SpielSrmangels nicht sämtliche Mannschaften der vergangenen Jahre aufrechterhalten konnten, so ist es trotzdem als eine erfreuliche Tatsache zu werten, daß'eine ganze Reihe von Abteilungen ins Leben gerufen werden konnten. Dazu kommt ferner noch, daß sich auch im Bereich der SA.-Standarte-116 eine immer größer werdende Beliebtheit für das Handballspiel bemerkbar macht, was schon durch die bereits bekannte Meldung von drei Mannschaften zum Ausdruck kommt. Alles in allem kann jedenfalls gesagt werden, daß die Meldung in jedem Falle zufriedenstellend ist und daß die Aussichten, auch in diesem Jahre wieder einen gesunden Spielbetrieb zu erhalten, die denkbar besten sind. Die Neueinteilung der Staffeln machte diesmal besondere Schwierigkeiten. Denn die Kreisspielleitung ist aus praktischen Erwägungen heraus von dem System der Vielmannschaftsstaffeln abgegangen und hat die Einreihung so oorgenommen, daß den beteiligten Mannschaften nicht nur keine großen Fahrtkosten entstehen, sondern auch, daß sich vor allen Dingen die Abwicklung der Rundenspiele nicht allzu lange hinzieht. Trotz alledem dürfte der Plan, nachdem" die Sache abgewickelt werden wird, geglückt sein. Die Spiele an sich behalten ihren Reiz, sie werden im Gegenteil noch spannender, weil es sich fast ausnahmslos um Lokalgegner handelt, die von sich aus schon für Belebung sorgen. Es werden zusammen spielen: 1. Kreisklasse. Staffel 1: Tv. Holzheim, MSV. Barbara Gießen, To. Grüningen, Tv. Lang-Göns, Tv. Hausen. — Staffel 2 : Tv. Dutenhofen, Tv. Garbenheim, Tv. Groß-Rechtenbach. Tv. Dornholzhausen, Tv. Katzenfurt. ' 2. Kreisklasse. Staffel 1: Tv. Allendorf (Lahn), To. Münchholzhausen II, To. Atzbach, Tv. Dutenhofen II, SA.- Standarte 116. Staffel 2: Tv. Holzheim II, Tv. Lich, SA. lll/116, Mtv. Gießen II, Tv. 1846 Gießen. Staffel 3 : Tv. W.-Niedergirmes, To. Ehringshausen, Tv. Nauborn, Tv. Wetzlar II. Staffel 4: Tv. Wißmar, To. Ruttershausen, To. Londorf komb., SA. 1/116. Jugendklasse. Staffel 1: Tv. Heuchelheim, SpV. 1900 Gießen, Tv. Krofdorf A, Mtv Gießen B. Staffel 2 : Mtv. Gießen C, Tv. Krofdorf B, Tv. Dutenhofen, Tv. Lützellinden. (Staffel 3 : Mtv. Gießen A, To. Holzheim, Tv. Grüningen, Tv. Lich. Staffel 4: Tv Hausen, Tv. Lang-Göns, Tv. Hochelheim, Tv. Oberkleen. Staffel 5: Tv. W.-Niedergirmes, To. Wetzlar, To. Nauborn, Tv. Katzenfurt. Staffel 6: To. Münchholzhausen, Tv. Garbenheim, To. Dornholzhausen, Tv. Groh-Mechten- bach. Wenn auch diese Aufteilung für die zuständigen Sachbearbeiter mit einer nicht unerheblichen Mehrarbeit verknüpft ist, so ist es doch klar ersichtlich, wie sich die Zweckmäßigkeit auf die beteiligten Mannschaften und Vereine auswirken wird. Es wird vermieden, in Schnee und Eis und bei Witterungsverhältnissen, die uns noch vom letzten Jahr her in guter Erinnerung stehen, zu spielen; es besteht die Möglichkeit, zuerst die Vorrundenspiele ab- zuschließen und erst im Frühjahr die Rückrunde folgen zu lassen. In der Zwischenzeit haben die Vereine Gelegenheit, soweit es das Wetter zuläßt, den Freundschaftsspielbetrieb zu pflegen. Nicht unerwähnt darf aber schließlich auch die Tatsache bleiben, daß die einzelnen Runden der Staffelsieger in den Klassen zwecks Ermittlung des jeweiligen Kreisbesten immer ihre Reize gehabt haben und sie diesmal durch die größere Anzahl der Staffeln noch in größerem Umfange haben werden. Heute schon irgendwelche Mutmaßungen in bezug auf die Aussichten der einzelnen Mannschaften anzustellen, wäre verfehlt. Ueber die Einteilung der Bezirksklasse schweben noch Verhandlungen. Auch die Gauklasse ist noch nicht endgültig normiert. Zahnpflege — warum und wie? ZdR. Für jeden Menschen ist es unbedingt erforderlich, seine Zähne in regelmäßiger Folge, etwa alle Viertel- bis Halbjahr, von einem Zahnarzt untersuchen zu lassen Läßt man ein Loch im Zahn erst richtig groß und "lohnend" werden, so daß man etwa gar schon Beschwerden davon hat, ist es leicht zu spät. Man erreicht damit nur eine lange Behandlungsdauer, so daß Schmerzen und Rechnung auch „lohnend" werden. Dies ist dann nicht nur nachteilig für die Zähne selbst, sondern auch für den Magen, der unbedingt zuverlässig arbeitende Kauwerkzeuge braucht, um nicht bei der ihm zufallenden Tätigkeit innerhalb der körperlichen Arbeits- maschine überlastet und dadurch auch krank zu werden. Um die Zähne in gutem Zustand zu erhalten, genügt es nicht nur, regelmäßig zum Zahnarzt zu gehen. Vielmehr sind unsere Beißer anspruchsvoll genug, eine dauernde Pflege zu verlangen. Also jeden Morgen und jeden Abend die Zähne mit einer nicht zu weichen Zahnbürste und Zahnpasta gründlichst reinigen! Man sei da nicht zu vorsichtig. Immer fest darauf los bürsten, wenn auch das Zahnfleisch mal ein bißchen blutet, das härtet ab. Für die Erhaltung der Zähne ist die Ernährung natürlich auch wichtig. Gemischte Kost, Mohrrüben roh gegessen usw., damit die Zähne wirklich kauen und sich blank schleifen können, ist das Gesündeste, Man soll die Zahnpflege keineswegs leicht nehmen, denn die meisten Krankheiten wandern durch den Mund in das Körperinnere und schwächen dadurch oft die Besten unseres Volkes.