M.154 Erstes Blatt 187. Jahrgang Dienstag, b. Juli 1937 Lrlchetm tügltd), autza Sonntags and Feiertag, Beilagen: Vie Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle monat$«Be3ngspretr. Mit 4 BeUogen RM.1.SS Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr.. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zenftprechanschlüffe anter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach« richten: Anzeiger Siebe« postfchecklonto: Sraitffurt am Main 11686 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhesten vrnck und Verlag: vrühl'sche UniverfitSlr-vuch- und Steindruckerei R. Lange in Stehen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulftrahe 1 Annahme von Anzeigen für die Millagsnummer bis8'/.UHrdes Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rps., für Text» anzeigen von 70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh Dereinbg.25"/^ mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rps, Familienanzei- gen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B worden. Die Rüstungskredite, die die Tschechoslowakei Rumänien zur Verfügung stellt, sind eine rein wirtschaftliche Angelegenheit, die Rumänien in gar keiner Weise verpflichtet. Die Tschechen hatten, um nicht alle Fäden ihres außenpolitischen Sy- stKns zerreißen zu lassen, den Rumänen so günstige Bedingungen gemacht, wie sie von anderer Seite nicht geboten werden konnten. Rach der in Warschau herrschenden Auffassung ist auch der letzte Vorstoß des tschechischen Ministerpräsidenten tn Bukarest mißlungen. Hobza hat seine Pläne auf eine rein wirtschaftliche Zusammenarbeit der Donaustaaten beschränken müssen. Die Nervosität, die sich der tschechischen Staatsmänner angesichts der Festigung der polnisch-rumänischen Beziehungen bemächtigt hat, ist in den Aeußerungen der tschechischen Presse zum Ausdruck gelangt, die es für nötig hielt, Rumänien vor der polnischen Hegemonie zu warnen. Rumänien solle sich hüten, sich dem polnischen Bundesgeossen in die Arme zu werfen. Es werde dadurch seine Selbständigkeit verlieren. Die Hintergründe der tschechischen Nervosität sind nur allzu durchsichtig: in dem Augenblick, in dem sich Rumänien von der Tschechoslowakei freigemacht, seine außenpolitische Selbständigkeit erlangt und sich der polnischen Politik der Abriegelung der Sowiet- union von Europa angeschlossen hat — in diesem gleichen Augenblick verliert das tschechische außenpolitische System, das sich auf das Militärbündnis mit der Sowjetunion aufbaut, ganz bedeutend an Wert. Diesen Schritt hat jetzt Rumänien in Warschau vollzogen. An der Stabilität und Aufrichtig- Besuche der Außenminister und Staatsoberhäupter die Reise des Chefs der polnischen Armee nach Bukarest folgt, die als Erwiderung des Besuchs des rumänischen Generalstabschefs noch fällig ist. Oer Präsident der Philippinen in Berlin Von Paris kommend ist der Präsident der Philippinen, Manuel el Quezon, zu einem mehrtägigen inoffiziellen Besuch in Berlin eingetroffen. Zur Begrüßung des Präsidenten, der mit seiner Gattin und seinen Kindern reist, und tn b>ssen Begleitung sich der General der philippinischen Armee, Waldes, befindet, hatten stch auf dem Bahnhof Friedrichstraße Vertreter des Auswärtigen Amts und der amerikam scheu Botschaft eingefunden. Der Bombenanschlag auf Galazar ein Werk Moskaus. dern. Desto leichter kann das Chinesentum, ununterbrochen durch Nachschübe verstärkt, der wirtschaftlichen Entwicklung Mandschukuos ihr eigentliches Gepräge geben. Mandschukuo hat auch die großen Erwartungen nicht erfüllt, die man in Japan für die Rohstoff- beschaffung auf es fetzte. 3750000 Tonnen Eisenerz führte Japan im vorigen Jahre ein, aber aus Mandschukuo erhält es monatlich kaum 5000 Tonnen. Ebenso geringfügig sind die Möglichkeiten, die Schieserlager Mandschukuos für die japanische Ölversorgung auszunutzen und veredelte Schafzucht größten Stils gleichsam mit Kommandogewalt aus dem Boden zu stampfen, blieben in kümmerlichen Anfängen stecken. Es liegt etwas Mystisches in der Eigenwilligkeit der Entwicklung Mandschukuos, der sich auch der hier lebende Japaner nicht zu entziehen vermag. Aus dem Inselbewohner wird mit der Zeit ein Festlandmensch mit einem neuartigen Lebensrhythmus, aus dem vorwiegend maritim orientierten japanischen Imperialisten ein mehr panasiatisch gesinnter Eroberer. Mandschukuo ist im Grunde ein Land ohne Grenzen, ein Aufmarschgebiet für den Kampf um die Herrschaft über einen großen Teil des asiatischen Festlandes. Die „K w a n t u u g" - A r m e e steht nicht umsonst im Gerüche, über ihre Bestimmung wesentlich anders zu urteilen, als es in der kleinjapanischen Atmosphäre Tokios Üblich ist. Die M a n d s ch u s als Rasse sind in dem eingewanderten Chinesentum fast völlig aufgegangen, aber ihre Erobererinstinkte leben in einer Führerauslese der neuen Bevölkerung fort. Daraus entwickelt sich ein besonderer Patriotismus, der sich der japanischen Herrschaft mehr bedient, als daß er ihr diente. Es ist in Wirklichkeit gar nicht an dem, daß die Japaner so sehr darauf aus wären, auf dem Festlande von Eroberung zu Eroberung zu schreiten. Die Ausbreitung über die Jnselbrücken nach südlicheren Ländern, auch nach den warmen Gegenden der Neuen Welt, liegt ihnen an und für stch viel mehr. Es ist in Wirklichkeit die Furcht, daß sie früher oder später auf ihren Inseln fein unabhängiges Dasein führen könnten, die ihnen die Rolle aufzwingt, dem Festland eine neue Erobererkaste zu liefern, bevor er dazu kommt, eine eigene zu entwickeln und mit modernen Machtmitteln genügend auszurüsten, das japanische Jnselreich schachmLit setzen. Die chinesischen Einwanderer in Mandschukuo kommen größtenteils aus den Ueberschwem» mungszonen des Hoangho. Die alte Wasserbau-Bürokratie, die die großen Ströme Chinas jahrtausendelang einigermaßen zu zähmen verstand, April führenden portugiesischen Revolutionären zur Verfügung gestellt habe. * Antonio de Oliveira S a l a z a r, der portugiesische Ministerpräsident, auf den soeben ein Bombenanschlag verübt worden ist, regiert sein Land unter dem Präsidenten General Carmona diktatorisch, aber mit der milden Hand des gelehrten Dolkswirt- fchaftlers und Finanzpolitikers. Er ist Professor dieser beiden Disziplinen an der altberühmten Lan- desuniversität Coimbra. Seine Bekannten nennen ihn oft einen Melancholiker. Der Mann weiß aber, worauf es ankommt, und kennt jene letzte geistige Freiheit, die sich nicht im Reden, sondern im Handeln ausspricht. Er hat die portugiesischen Finanzen und die portugiesische Wirtschaft gesund gemacht, die alten verrotteten Parteien zerschlagen und vor allem seinem Volke jenes moralische Selbstvertrauen em= geflößt, das allein einer Nation würdig ist, die einmal durch ihre Entdeckungsreisen sich einen weltweiten Ruf erworben hat. Antonio de Oliveira Sa- lazar ist Sohn eines armen Schulmeisters und wurde vor 10 Jahren — im damaligen Alter von 39 Jahren — erst zur Gesundung der portugiesischen Wirtschaft als Finanzminister und bann 1932 zur Ministerpräsidentschaft berufen. Oer Glückwunsch des Führers. Der Führer und Reichskanzler hat an den portugiesischen Ministerpräsidenten Antonio de Oloviera Salazar nachstehendes Telegramm gerichtet: „Ew. Exzellenz spreche ich zur glücklichen Errettung von dem v e r a b s ch e u u n g s- würdigen Attentat meine herzlichsten Glückwünsche aus. Adolf Hitler, Deutscher Reichskanzler." Frankreichs Neutralität diskreditiert. Man hat in einigen Teilen der Auslandspresse den Versuch gemacht, aus Anlaß des deutsch-italienischen Ausscheidens aus der Flottenkontrolle den Teufel an die Wand zu malen und so etwas wie eine Katastrophenstimmung heraufzubeschwören. Aber die Wirkung dieser Schwarzseherei ist im wesentlichen ausgeblieben, die Völker haben sich nicht beunruhigt, und die modernen Raubritter, die da im Trüben fischen wollten, mußten sich nach anderen Objekten und neuen Gelegenheiten umsehen. So setzte man denn schleunigst Gerüchte in die Welt, Deutschland und Italien wollten auf den Balearen ober ben Kanarischen Inseln Fuß fassen, um da- burch ben Englänbern ben Weg nach Jnbien, ben Franzosen aber bie Verbindung mit ihrem afrikanischen Kolonialbesitz abzuschneiden. Unb wie zur Bekräftigung biefes propagandisti- schen Tricks, ber bie roanfenbe militärische Stellung ber spanischen Bolschewisten mit bem strategischen Interesse ber westlichen Großmächte gleichsetzt, reisten bie Oberbolschewisten aus Valencia, Negrin unb Giral, heimlich auf bem Luftwege nach Paris, um bort ebenso heimlich-unheimliche Unter- rebungen mitber französischen Regierung zu führen. Die Verhanblungen waren so streng vertraulich, baß bie Pariser Zeitungen schon einen Tag nach ber Abfahrt ber Valencia-Häuptlinge wesentliche Punkte bes Gespräches zwischen den roten Brübern roiebergeben konnten. Obgleich nach ber Angabe bes „Oeuvre" bie Vertreter bes Valencia-Ausschusses „befriebigt" zurückgepflvgen finb, barf man wohl annehmen, baß ihre Forberung nach völliger Oesfnung ber Pyrenäen- Grenze von Chautemps unb seinen Ratgebern abgelehnt worben ist. Die unbeschränkte Lieferung von Waffen, Munition unb Kriegsteilnehmern würbe in ber Tat bas Ansehen Frankreichs in einem Maße kompromittieren, bas selbst ber rosaroten Regierung unserer Nachbar-Republik nicht angenehm sein kann. Anbers schon liegt es mit bem Versprechen ber Nichtanerkennung Francos als kriegs- führende Partei, bas Giral von seinem halb- marxistischen Kollegen in Paris verlangt hat. Es wäre unwahrscheinlich, wenn die Nachfolger Blums soviel Courage aufgebracht hätten, um auch biefem Ansinnen zu widersprechen. Allerbings sinb bie Schüben, bie bas französische Ansehen burch bas Der rote Wochenendbesuch in Paris Sie Valencia-Bolschewisten bei Chautemps und SelboS. feit ber polnisch-rumänischen Bündnisbeziehungen kann nicht mehr gezweifelt werben. Polen hat Rumänien für fein System gewonnen unb hat bannt als L-anb an der Grenze Europas das die Wache gegen die asiatische Sowjetunion bezogen hat, im Europäischen Kräftespiel erheblich an Bedeutung gewonnen, denn ber Wall ist letzt von ber Ostsee bis zum Schwarzen Meer geschlossen. Rumänien hat sich von fremben Einflüssen fre.gemacht unb ben Weg einer selbstänbigen Gestattung seiner Politik beschritten. Damit ist bas Mauseloch verstopft worben burch bas die Truppen ber Roten Armee n bie Tschechoslowakei gelangen sollten. 2n diesem Zusammenhang ist es nicht so wichtig, ob bas Militar- abfommen "während bes Aufenthalts König Carols in Polen schon abgeschlossen würbe ober erst abgeschlossen werben wirb, wenn auf bie gegenseitigen Lissabon, 5. Juli. (DNB.) Das verbrecherische Bombenattentat gegen Portugals Ministerpräsiden- ten findet in ber Öffentlichkeit schärfste Verurteilung. Das Regierungsorgang „Diario Manha brückt bie allgemeine Auffassung aus, baß es sich um ein Werk Moskaus hanbelt unb bemerkt, daß die Bolschewisten den Traum von einer iberischen Sowjetrepublik noch nicht aufgegeben hätten. „Seculo" schreibt: „Nicht nur unser Ministerpräsident ist gestern einem großen Unglück entronnen, sondern das ganze Land. Heute sind es genau fünf Jahre, daß Salazar auch das Amt des Ministerpräsidenten übertragen erhielt. Moskau versuchte, die Aufwärtsentwicklung unter dieser Führung zu unterbinden. Aber selbst wenn der teuflische Plan gelungen wäre — das Werk steht und wird nicht mehr vergehen. — Aus dem ganzen Land treffen in der Staatskanzlei Glückwunschtelegramme ein. Staatspräsident Carmona besuchte Salazar, um ihm bie Glückwünsche bes Landes zur Errettung zu überbringen. Im ganzen ßanbe finben Kundgebungen gegen bas bolschewistische Verbrechertum statt. Auch bie beiden Pariser Blätter „Figaro und „Action Fran?aise" werfen bie Frage auf, wer bie Hintermänner bes Anschlages gegen ben portugiesischen Ministerpräsidenten gewesen finb. Die Blätter vermuten, baß es sich um „gewisse portugiesische Revolutionäre" handelt, bie m 11 ö e n Bolschewisten in Spanien in Verbindung stehen. So erkundigt sich die „Action Fran- mtlich verschwiegen. jj.. jtosfau bekanntgegeben, daß an weitere 85 Angehörig der Roten Armee höchste Auszeichnungen unb Dr6en öer ” Union oerliehen worder, (eien a[5 Anerkennung „für ' die vorbildliche Erful,> von Spezial- i ist mit dem alten Kaiserreich zusammengebrochen. Der fremde Eroberer, der es versteht, auf den Trümmern des alten China eine Macht aufzurichten, die den zerstörenden Gewalten des Hoangho wieder wirksamere Schranken zu setzen verstände, hätte die Herzen aller Nordchinesen gewonnen. Japan kann seinen Eroberungszug auf dem Festland als geschichtliche Sendung nur rechtfertigen, wenn es einem modernen „roten" Dschingis-Khan den Weg zum Herzen Chinas verlegt und sich die Vorherrschaft über Nordchina dauernd sichert. Das ist zugleich die Bedingung seiner eigenen Unabhängigkeit. Auch abgesehen von diesem Hauptziele japanischer Machtausweitung auf dem Festlande bedeutet Mandschukuo innerhalb seiner gegenwärtigen „Grenzen" auf die Dauer ein Unding. Der Krafteinsatz für die Aufrichtung dieses Staatswesens hat Japan zunächst eine Verdoppelung seiner Schuldenlast gebracht. Es kann nicht dabei stehenbleiben. Von 247 Grenzstreitigkeiten, die sich aus der sowjetrussischen Nachbarschaft ergaben, konnten nur 16 geregelt werden. Weil Moskau ebensowenig wie Japan auf eine kriegerische Auseinandersetzung genügend vorbereitet ist, läßt man aus ungeregelten Streitfällen an den Grenzen immer mehr Zündstoff anhäufen, bis ein Funke eines Tages genügt, einen großen Brand zu entfachen. Es ist kein Zufall, daß auch im russifchen Fernen Osten den Dingen eine Eigengesetzlich- keit innewohnt, die sich der Kontrolle eines politischen Kraftzentrums immer mehr entzieht. Wohl oder übel mußte Moskau östlich des Baikalsees darauf verzichten, die Bevölkerung Zwanaskollek- tivisierungsmaßnahmen, hohen Naturalabgaben und gedrosselten Preisen zu unterwerfen, wie sie im eigentlichen Sowjetrußland gelten. Die ostfrbirischen Grenzzäune mußten Menschen anziehen können, die bereit waren, für die Sicherung ihrer Heimstätten Gut und Blut einzusetzen. Nur von wenigstens verhältnismäßig freien Siedlern ließ sich erwarten, daß sie die Getreide- und Viehwirtschast, die Aufzucht von Pferden und Zugochsen und die Fischerei in den Mstengewässern genügend entwickeln würden, Altrehse, 5.Juli. (DNB.) Auf der 3.Reichs- tagung des nationalsozialistischen deutschen Dozentenbundes führte der Reichsführer SS. und Chef der deutschen Polizei Himmler aus: Die europäischen Völker und Staaten sind Männer-Organisationen; unser ganzes -staatsleben ist deshalb auf dem Männerrecht auf- gebaut. Eine der Auswahlprinzipien war das Prinzip der rein fachlichen Leistung. Heute kommt zu dieser sachlichen Bewährung die Auslese nach nationalsozialistischen Gesichtspunkten. Der Reichsführer SS. behandelte die Gefahren einer Auslese, die gegen die Grundgesetze der Rasse verstößt. Auch bloße strafrechtliche und polizeiliche Maßnahmen seien auf die Dauer nicht wirkungsvoll, wenn man außer Acht lasse, die inneren sittlichen Werte der Rasse und des Volkstums zu kräftigen und in Bewegung zu setzen. Als Beispiel führte er das chinesische Volk an, das den Volkstod überwand, als es in seinen Ahnen die sittliche Kraft zur Behauptung seiner Existenz fand. Ahnen und Enkel sind wie Wurzeln und Blätter am Baum; Blätter schlägt ein Baum nur, wenn er Wurzeln hat. Wenn aber ein Volk so atomisiert ist, wie es bei uns war und zum Teil noch heute ist, muß man sich wundern, daß es überhaupt noch lebt. Die Bindung der in den großen Städten Miteinanderlebenden war uns sogar völlig verloren gegangen. Erst der Führer hat diese Verbindung der Miteinanderlebenden allmählich wiederhergestellt. Nicht weniger wichtig ist aber die innere Bindung eines Volkes in seiner Geschlechterfolge. Wir fertigen zwar Ahnentafeln, aber das ist in der Mehrzahl tote Schreiberei, Ausfüllen von Formularen. Wir müssen dem Volksgenossen wieder klarmachen, daß diese Tafeln lebendig sind, daß er in seinen Ahnen lebt Wir müssen die Geschichte unserer Familien wieder kennenlernen, in den Ahnen kennt jeder die eigenen Fehler und die eigenen Tugenden. Wenn wir aber wieder unsere Ahnen verehren, sind wir wieder verwurzelt, denn ein Volk, das seine Ahnen ehrt, hat Enkel. Dann sprach der Leiter der Abteilung für Nachwuchsförderung in der Reichsdozentenfuhrung, Dr. Ihn, über die Auslese zur Förderung des Hochschullehrernachwuchses. Er wies darauf hin, daß der Mangel bereits vor der Machtübernahme über ein Jahrzehnt bestand, aber erst sichtbar wurde, als I artfremde Jntellektualität von Hochschullehrern entfernt und der Ueberalterung eine Grenze gesetzt wurde. Er sei der Ueberzeugung, daß aus der jungen Generation ausreichend weltanschau- lich geeigneter und wissenschaftlich fähiger Nachwuchs erwachse. Die Aufgabe der Dozentenführer als Beauftragte der Bewegung sei es vorerst lediglich, die Existenz sicherzustellen. Entgegen der beim Liberalismus meist ange-i Katholische Priester wegen politischer Hetze verurteilt. KönigSk> erg, Z. Juli. (DNB.) Das Sonder. gencht verurteilte den Domherrn und Erzprie- ster Buchholz zu drei Jahren Gefäng- n' s, den Kaplan Szinfczetzky zu zwei Jahren und 6 Monaten Gefängnis, den Kaplan Hippel zu zwei Jahren Gefängnis und den Kaplan Jordan zu einem Jahr Gefängnis, sämtlich wegen des Verbrechens des Aufruhres als Rä- delsfuhrer; weitere sechs Angeklagte zu Gefängnisstrafen von einem Jahr bis zu sechs Monaten' Ge- fangms wegen Aufruhrs; gegen einen jugendlichen Angeklagten wurde eine Verwarnung ausgesprochen Die elf Angeklagten hatten während der Fronleichnamsprozession am 27. Mai dieses Jahres Polizeibeamten bei der rechtmäßigen Ausübung ihres Amtes Widerstand geleistet. Sie haben ferner eine Nötigung der Behörden versucht. In der Beweisaufnahme haben die Angeklagten den Tatbestand zu verschleiern gesucht, das Gericht hat sich jedoch auf solche Manöver nicht eingelassen. Bei dem Angeklagten Buchholz handelte es,sich um einen politisierenden Geistlichen, der vor 1933 in Ostpreußen als einer der fanatischsten Parteigänger des Zentrums bekannt war, und gegen den schon 1934 ein Verfahren wegen staatsfeindlicher Aeußerungen geschwebt hat. Bemerkenswert ist, daß keiner der geistlichen Rädelsführer und Urheber der Vorfälle auch nur ein Wort zur Verteidigung der von chnen aufgehetzten jugendlichen Angeklagten gefunden hat. Kleine politische Nachrichten. I Pom 5. bis 10. Juli 1937 findet die diesjährige Arbeitsgauführer-Reise statt, an der unter Leitung des Reichsarbeitsführers Reichsleiter Hierl die 30 Arbeitsgauführer sowie die Inspekteure und Amtschefs der Reichsleitung des Reichs- arbeitsbienftes teilnehmen. Die Uebungsreise führt die Arbeitsgauführer von Glücksburg an die Westküste von Schleswig-Holstein, wo Landgewinnunqs- arbeiten besichtigt werden, weiter auf die Baustellen der Eider-Niederung zum Adolf-Hitler-Koog, durch die Baustellen des Arbeitsgaues Niedersachsen-Mitte ‘ (Bremen) und Niedersachsen-Ost (Hannover) und endet nach einem Besuch der Truppführerschule in Braunschweig. Die diesjährige 6. ökumenische Hochschul- tagung der Lutherakademie in Sondershausen nahm Sonntag mit einem Festqottesdienst in der Trinitatiskirche ihren Anfang. Die Predigt hielt der ungarische Theologieprofessor D. Pröhle Anschließend fand im Festsaal des Schlosses die feierliche Eröffnung mit Generalsuperintendent a D Kähler (Bethel) als Festredner statt. Der Präsident der Reichskulturkammer, Reichs- Elster Dr Goebbels, hat den Geschäftsführer der Reichsschrifttumskammer SS.-Obersturmführer Pg. $unl Mitglied des Präsidialrates der Reichs schrifttumskammer ernannt und ihn in biefer Stellung in den Reichskultursenat berufen. 1 * Führer und Reichskanzer hat dem Königlich Italienischen Minister für „Culfura popo- lare Dino Alfieri in Anerkennung seiner Ver. dienst- um die Ausgestaltung der kulturellen Berie. Hungen zwischen Deutschland und Italien das Groß kreuz des Ordens vorn Deutschen Adler verliehen. 1 ♦ Der Führer und Reichskanzler verlieh für Ver- bienfk um d.e deutsch-ungarischen Beziehungen das Großkreuz des Ordens vorn Deutschen Adler dem Honvednunister Roder und dem Oberkomman- danten der Honved General der Infanterie Sonn das Verd.enftkreuz mit dem Stern dem Feldmar. schalleutnant Ratz und von Bartha sowie den Generalmajoren Temesy und Keresztes Fischer. $ ausgaben der Regierung" und für „besondere Verdienste in der militärischen, technischen und politischen Schulung von Truppenteilen der Roten Armee". Dabei wurde wiederum in sechs Fällen die höchste Auszeichnung „Held der Sowjet- u n i o n" ausgegeben. Daß in erster Linie M i l i - tärpersonen unterer Dien st ränge dekoriert wurden, läßt den Schluß zu, daß es sich um Instrukteure und Spezialisten für die Kampforganisationen für die spanischen Sowjets handelt. Für „vorbildliche und selbstverleugnende Erfüllung wichtige Regierungsaufgaben" sind auch 32 Funktionäre der GPU. mit dem höchsten Sowjetorüen ausgezeichnet worden. Darunter zehn Juden. Bei den Ordensträgern aus der GPU. handelt es sich offensichtlich um Elemente, die sich bei den letzten Massenschlächtereien besonders hervorgetan haben. peinliche Kragen an Eden. Konservative Kritik an der Freundschaft mit Moskau. London, 5. Juli. (DNB.) Im Unterhaus kam am Montag die Sprache auch auf Sowjetrußland. Auf eine Anfrage erklärte Eden, soweit er unterrichtet sei, weigerten sich insgesamt 25 Auf der Wasserkuppe begann der internationale Segelslugwettbewerb und brächte gleich am ersten Tage einen neuen Weltrekord: Flugkapitän Hanna Reitsch, die Versuchs- P“°“n des Deutschen Forschungsinstituts für Segelflug in Darmstadt, flog mit ihrem „Reiher bis Hamburg-Fuhlsbüttel. — Hanna Reitsch vor ihrem Start zum Weltrekordflug; rechts der „Rhönvater" Ursinus. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Fockes Hubschraubenflugzeug. M i t g l i e d st a a t e n d e s Bö 1 k e r b u n d e s, die! troffenen Auffassung von der mönchischen Abge- Sowjetunion a n z u e r k e n n e n. Als der konser- schiedenheit der Gelehrten stellte Dr. Jyn heraus, vative Abgeordnete Ramsay fragte, ob der Grund daß erst wieder mit der Ehe zum biologisch für diese Weigerung in der Erkenntnis dieser Län- richtigen Zeitpunkt die Forschung in ein gesundes der liege, daß Sowjetrußland umstürzlerische Verhältnis zum Gesamtleben der Nation gestellt Propaganda betreibe, antwortete Eden: Er werde. Die Auslese der weltanschaulich und der wis- könne nur Antworten für die britische Regierung senschaftlich Besten der Nation würde eine roefent- erteilen. Ramsay fragte daraufhin, ob Eden i n liche Aufgabe der örtlichen Dozentenführer werden, Anbetracht der Sowjetpropaganda in um eine s o z i a l i st i s ch e Auslese d e s Hoch- England nicht etwas unternehmen wolle, um die s ch u 11 e h r e r n a ch w u ch s e s für alle Zukunft Sowjetregierung auf deren Unzulässigkeit aufmerk- sicherzustellen. — Der zweite Taa der Reichstagung fam zu machen. Eden meinte, wenn der Fragesteller wurde mit einem Referat des Leiters der Reichsseiner Sache sicher sei, könne er ihm den Fall unter- fachgruppe Hochschullehrer im NS.-Rechtswahrer- breiten, und er werde sich dann damit befassen, bund, Professor Dr. Ritter dusch, über „Lage Ramsay verwies darauf, daß die Waffe, die die und Aufgabe der deutschen Rechtswissenschaft" ab- Sowjets mit ihrer Umsturzpropaganda gegen die geschlossen. Staaten der Welt verwendeten, weit empfind- Ä kichere Wunden verursache als die Waffe der -VCt PrÖftOCtti Ott Roten Armee, mit der sie bündnislüsterne Länder ^ttfcror köderten. Ramsay schlug vor, von den Leuten in vumi tyui,rKr‘ Frankreich, die England zu einem Bündnis Berlin, 5. Juli. (DNB.) Der Führer und mit den Bolschewisten überreden woll-Reichskanzler erhielt von dem Präsidenten ten, sich versichern zu lassen, daß die Sowjets auf der Internationalen Handelskammer, Herrn Thomas ihre umstürzlerische Propaganda verzichten I. Watson, folgendes Abschiedstelegramm: würden. Dem Fragesteller wurde auf seine pein- „Namens der amerikanischen Delegierten ebenso im liche Anfrage keine Antwort zuteil. Namen des gesamten Kongresses der IJHK. möchte ich unseren tiefempfundenen Dank I für die wirklich großartige Gastfreundschaft aussprechen, die uns während unseres Besuches in Deutschland erwiesen wurde. Insbesondere erkenne ich auch dankbar an, daß Sie eine große Zahl von Delegierten in Ihrem eigenen Heim willkommengeheißen haben. Ich bin der festen Ueberzeugung, daß solche Begegnungen viel dazu beitragen, das Gefühl für freundschaftliche Zusammenarbeit, die bei den heutigen Nöten ganz unerläßlich ist, zu stärken. Wir alle kehren nach Hause zurück und nehmen mit uns den tiefen und dauernden Eindruck von all dem, was für unser Wohlbefinden während unseres Aufenthaltes in Berlin getan worden ist. Thomas I. Watson, Präsident der Internationalen Handelskammer." I Seinen persönlichen Dank brachte Herr Watson durch das weitere nachstehende Telegramm zum Ausdruck: „Bevor ich Berlin verlasse, möchte ich die Versicherung meiner größten Wertschätzung und aus tiefstem Herzen kommenden Dankbarkeit für die hohe Ehre zum Ausdruck bringen, die mir durch Verleihung Ihres Ordens zuteil geworden ist. Indem ich den Geist der Freundschaft, der dieser Auszeichnung zugrunde liegt, voll würdige, versichere ich Ihnen, daß ich ebenso wie in der Vergangenheit auch in Zukunft meine Bemühungen fortsetzen werde, alles in meinen Kräften Stehende zu tun, um zwischen unseren beiden großen Nationen eine engere Verbindung herzustellen. Meine Frau und meine Familie schließen sich meinen allerbesten Wünschen für Sie an. Thomas Watson." - „Das junge Deutschland" gibt eine Verfügung des Chefs des Personalamtes der HI. bekannt, wonach die Reichssieger des 4. Relchsbe ° rufswettkampfes in Anerkennung ihrer hervorragenden beruflichen Leistungen, soweit sie Mitglieder der HI. sind, um einen Dienstgrad in der Hitlerjugend befördert werden. * NSKK.-Gruppensührer Herzog von Coburg stattete auf seiner Besuchsreise deutscher Kriegerkurhäuser und Heilanstalten in Genf dem Präsidenten des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz, Professor Dr. Max Huber, einen Besuch ab. Der deutsche Generalkonsul gab zu Ehren des Herzogs einen Empfang, zu dem die Spitzen der Behörden des Kantons Genf und die Mitglieder des Internationalen Komitees geladen waren. Am Sonntagnachmittag nahm der Herzog von Coburg an dem alljährlich zum Besten des deutschen Heims stattfindenden Sommerfest der Genfer Ortsgruppe der NSDAP, und der deutschen Kolonie teil. * In Berlin begannen Besprechungen zwischen einer deutschen und einer türkischen Delegation, deren Ziel es ist, gewisse Fragen zu klären, die mit der Durchführung der im vorigen Jahr abgeschlossenen deutsch-türkischen Vereinbarungen auf dem Gebiete des Waren- und Zah- l-ungsverkehrs Zusammenhängen. * Zwischen der deutschen und der Königlich Belgischen Regierung ist ein Abkommen über den deutschen Reiseverkehr nach Belgien und dem Großherzogtum Luxemburg abgeschlossen worden. Der belgische Ministerpräsident van Zeeland.l der von der englischen und von der französischen Negierung mit einer Untersuchung über die Verbesserung der internationalen Wirtschaft beauftragt worden war, traf nach seinem Besuch in Washington in Southampton ein, um in London seine Wirtschaftsbesprechungen fortzusetzen. Dan Z e e - land hatte mit Ministerpräsident Chamberlain und mit Außenminister Eden Besprechungen * In Eger wurde der Hauptschulungsleiter der Sudetendeutschen Partei Dr. Suchy verhaftet. Gegen iyn ist eine Untersuchung auf Grund des tschechoslowakischen Staatsschutzgesetzes eingeleitet worden. Dr. Suchy gehört zu dem engsten Kreise um Conrad Henlein. — In der westböhmischen Stadt Tachau wurde der Bezirkssekretar der Sudetendeutschen Partei Kanhäuser verhaftet. Bei Kanhäuser hatte eine Haussuchung stattgefunden. Die Gründe der Verhaftung sind unbekannt. * Wie das amerikanische Schatzamt bekannt gibt, schließt das Rechnungsjahr mit eine Gesamtstaatsschuld d. 36 425 Mill. Dollar (90 000 Millionen Mark) gegenüber 33 778 Mill. Dollar im Vorjahr ab. Das Defizit betrug im abgelaufenen Rechnungsjahr 2707 Mill. Dollar (68 000 Millionen Mark) gegenüber 4361 Mill. Dollar im Vorjahr. Die Einkommensteuern beliefen sich auf 2157 Mill. Dollar, das sind 52 Millionen mehr, als Roosevelt im April vorausgesetzt hatte. Oie Achema-Ausstellung in Frankfurt. In Frankfurt wurde die Achema VIII, Ausstellung für chemisches Apparatewesen, eröffnet. Unser Bild zeigt einen Blick auf eine der Ausstellungshallen. (Scherl-Bilderdienst-M.) W i jx W n •:> a j 4 4; v. 8LN Nach der Einnahme von Bilbao. Von unserem Gch.-Sonderberichierstaiier. Nachdruck verboten! Bilbao, Juli 1937. Acht Tage nach der Einnahme der baskischen Hauptstadt wickelte sich das öffentliche Leben der schwergeprüften Bevölkerung bereits wieder in normalen Bahnen ab. Die Produktionstätigkeit ist fast in sämtlichen Gruben und Fabriken wieder ausgenommen, die Hochöfen, das Wahrzeichen des industriellen Reichtums des Baskenlandes, sind nicht ausgegangen, die Straßen- und Eisenbahnen haben ihren fahrplanmäßigen Verkehr wieder ausgenommen, die Hochspannungsnetze und Wasserrohrleitungen sind ausgebessert, über den Nervion, der die Stadt in zwei Hälften teilt, geht der Fahr- und Füßoerkehr auf stabilen Notbrücken. Die Geschäfte sind zum größten Teil wieder geöffnet, die dürftigen Bestände der Warenläger werden laufend aufge- frischt; als Zahlungsmittel gelten die von der nationalen Regierung yerausgegebenen Banknoten; die im Besitz der Bevölkerung befindlichen alten Noten der Bank von Spanien werden umgetauscht, so daß den Basken, die fast ein Jahr unter der separatt- ftisch-bolschewistischen Knute gestanden haben, der Schmerz einer Geldentwertung oder eines völligen Vermögensverlustes erspart bleibt. Nur die von der roten Regierung Aguirre ausgegebenen Notgeldscheine, die teilweise die handschriftliche Zeichnung von irgendwelchen roten Despoten tragen, sind wertlos. Das Hotel Carlton, in dem Aguirre mit seiner Umgebung hauste, ist wieder wohnlich hergerichtet, die vielfachen Sandsackauflaaen in den Fensteröffnungen, die zentimeterdicken Eisenpanzerungen an den Wänden sind beseitigt und nur die Stahlkammer im Erdgeschoß des Gebäudes, wo der rote Baskenkönig mit seinen „Ministern" aus Furcht vor Attentaten seiner eigenen Leute und vor etwaigen Fliegerangriffen nächtigte, wird den Besuchern noch als Kuriosum gezeigt. An einzelnen Häuserwänden kleben noch die Reste bolschewistischer Propagandaplakate, deren technische Vollkommenheit und Wirksamkeit unschwer die Michilfe bewährter Praktiker des Weltbolschewismus verraten. Die Militärbehörden geben durch Maueranschläge ihre Verordnungen bekannt und politische Aufbauorganisatio- nen der Falanga Espanola Tradicionalista de las Ions vermitteln durch Werbeplakate der an marxistische Schlagwörter gewöhnten Bevölkerung die Grundbegriffe der neuen Staatsauffassung. Die Menschen atmen allmählich auf. In den ersten Tagen nach dem Einzug der nationalen Truppen fanden sie sich in der neuen Umgebung nur schwer zurecht. Nur mit Zögern erhoben sie den Arm zum nationalen Gruß. Mit der Behebung der Nahrungssorgen kehrte dann schnell das Vertrauen ein. Lastwagenzüge bis zu dreißig Autos treffen täglich mit Hunderten von Zentner Lebensmittel in der Märtyrerstadt ein, darunter große Mengen von spanischen Bauern und von der Bevölkerung nationaler Provinzen gespendeter Erzeugnisse. Um die Mittag- und Abendzeit werden Idie Kinder auseinandergerissener baskischer Familien und Einwohner, die durch den Krieg ihre ganze Lebensgrundlage verloren haben, in sauber hergerichteten Speisesälen von den freiwilligen Helferinnen des sozialen Hilfwerkes kostenlos bewirtet. Aus den fiebrigen Augen ausgehungerter Menschen, denen die Kleider schlapp am Leibe hängen, leuchtet wieder Freude und stille Dankbarkeit. Wenn Bilbao sich von den Schrecken einer elfmonatigen separatistisch-bolschewistischen Diktatur so überraschend schnell erholen konnte, so ist das nicht nur dem guten Funktionieren der mit dem Wiederaufbau beauftragten und von der Bevölkerung unterstützten nationalen Organisation zu verdanken, sondern hat seinen Grund in erster Linie in der mit vorbildlicher Schnelligkeit und Gewandtheit durchgeführten militärischen Operation. Diese führte zu einer völligen Ueberrumpelung des Gegners und ließ ihm keine Zeit mehr, seine verbrecherischen Instinkte, die ihn an allen spanischen Fronten kennzeichnen, voll zur Auswirkung zu bringen. Praktisch ist ihm nur die Sprengung sämtlicher über den Nervion führenden Brücken gelungen, die seit Wochen vorbereitet und das Werk von wenigen Minuten war. Alle übrigen Gewaltakte größeren Stils sind durch das vorzeitige Eintreffen der nationalen Truppen verhindert worden. Die baskischen Separatisten und ihre Milizen, die Gudaris, auf deren Konto die Hauptschuld an der Tragödie des baskischen Volkes kommt, sind in letzter Stunde von Reue gepackt worden, sie liefen in Scharen zu den nationalen Befreiern über und verhinderten ihre kommunistischen Bundesgenossen aus Asturien mit der Waffe in der Hand an der Ausführung vieler Freveltaten. Die Schießereien, die sich bis zur letzten Stunde vor der Einnahme Bilbaos zwischen den Gudaris und den plündernden Anarchobolschewisten in den Straßen der Stadt abspielten, sind das traurige Zeichen einer zu fpätent (Erfennt« nis und das Eingeständnis eines politischen Irrtums mit feinen unsagbar tragischen Folgen. Wie wirkt sich der Fall Bilbaos auf die Entwicklung des spanischen Krieges aus? Die Vermutung, mit der Einnahme von Bilbao würde die gesamte Nordfront zusammenbrechen, hat sich bis jetzt nicht verwirklicht. Der Feind zieht sich an allen Abschnitten ohne ernsthaften Widerstand zu leisten zuruck, auch die im Westen Bilbaos gelegenen Befestigungen des sogenannten Eisengürtels sind ohne Schuß gefallen, — die Zahl der Gefangenen und Ueberlau- fer geht in die Tausende, nur noch wenige Quadratkilometer fehlen, dann ist auch die letzte baskische Provinz wieder dem spanischen Vaterland zurück- gemonnen. Aber ergeben haben sich die baskischen Bataillone noch nicht. 30 000 bis 40 000 Mann sind bis in die Provinz Santander zurückgewichen. Von einem Kampf für das „baskische Vaterland kann nicht mehr die Rede sein; die baskische „Regierung" sitzt ohne Staat und Untertanen in Santander genießt das Gastrecht der „Nachbarrepublik" I unb versucht, nach den letzten Verlautbarungen, mit Spiel im Freien. Mannigfache Formen des deutschen Naturtheaters. Von Or. Paul Gerhardt Dippel. Mehr als zweihundert Freilichtbühnen spielen in diesem Sommer in allen Gauen des Reiches. Weißenburg und Zoppot gelten unter ihnen als die repräsentativsten musikalischen Festspielstätten, Heidelberg, Frankfurt a. M., Marburg und die Harzer Spiele sind die Höhepunkte des Freilichttheaters überhaupt. Anlage, Aufgabe und Leistung dieser Stätten kulturellen Wirkens sind scharf voneinander zu trennen. Während im 19. und 20. Jahrhundert das Laienspiel örtliche Erinnerungen aus der Stadtgeschichte brachte (wie in Rothenburg, Dinkelsbühl, Nördlingen), ist das älteste Naturtheater neuerer Zeit das (1903 eröffnete) Naturtheater bei Thale im Harz, wo bereits Klopstock an eine Aufführung seines Hermannsschlacht-Stoffes gedacht haben soll. Hier wurden denn auch zuerst in künstlerischer Weitsicht Berufsschauspieler in fester Spielzeit und in Stücken eingesetzt, die der ungebundenen Naturumgebung des Harz entsprechen. Die als reichswichtig bezeichneten Spiele im Heidelberger Schloß können vor einer breiten Spielfläche inszeniert werden. Geschlossenheit des Raums liegt hier vor, obwohl das Zerfallen in Teilbühnen oft unterschiedliche optische und akustische Wirkungen hervorruft. Dem „Sommernachtstraum" kommt neben der wuchtigen Schloßfassade die natürliche Baumgruppe des Hofes zugute. Vor allem aber ist es die Wirkung des Lichtes und der Beleuchtung — man spielt hier meist bei Abend — die künstlerische und psychologische Wirkung erzielt. Besondere Gunst der Anlage yat auch die Stätte der Frankfurter Römerberg-Fe st spiele. Eine gute Schallwand und ein großflächiger Hintergrund ergeben szenische Wirkungen von fesselnder Großartigkeit. Stufen, Balkone, Hallen, Fenster gestatten eine vielseitige Abwicklung der Handlung und ermöglichen im Zusammenhang mit den winkligen benachbarten Gassen die schnelle Entfaltung und Auflösung von Massenszenen. Von prunkvollen Aufzügen und dekorativ-sinnbildhaften Erscheinungen gibt der Theater-Raum der Römerbergspiele überraschende Eindrücke. Besonderen Wert auf den Spielplan legt Dr. Budde bei feinen Marburger Freilicht- spielen. In der Gestalt der Marburger Bühne mit der terrassenartigen Gliederung und der organischen Dreiteilung des ganzen Baus haben wir den Typ einer Bühne, in der sich Natur- und Kunsttheater fruchtbar vereinen. Bild und Sinnbild dieser in Größe und Einfachheit wohltuenden Bühne will auf eine innere Ueberroinbung des Guckkastentheaters hinaus. Hoch oben auf dem Schlohberg entfaltet sich, vom ragenden Schloß geschützt, der Theaterraum, den die hessischen Berge abschließen und wo Baumgrün ringsumher oergef- jen läßt, daß es sich um ein kunstvoll durchdachtes Bühnenwerk handelt. In drei gotischen Bögen faßt sich das Gesetz jeglicher Dramatik (These, Antithese, und Synthese) äußerlich zusammen. Diefe Bühne gewährleistet die Plastik der Handlung und vermittelt eine Poesie, die vor allem den in einen größeren Naturraum ragenden Dramen Shakespeares zugute kommt. Neben den dramatischen Werken Spillers, Goethes und Kleists bestätigten auch neuere Stücke die Allgemeingültigkeit dieser Bühne. Wie das Freilichttheater auch aus der Landschaft — und zwar der märkischen — entwickelt werden kann, das zeigen die Dietrich-Eckart-Bühne beim Reichssportfeld und das Naturtheater Friedrichshagen, im Osten Berlins. Dort eine gewaltige Arena-Bühne mit amphitheatralisch ge- gliebertem Zuschauerraum in antik-klassischer Form, hier bas liebliche Runb ber Stufen, bie auf bie unter Kiefern liegenbe Walbbühne münden. Dort das Theater der Zwanzigtausend, in ber Mitte bie kreisrunde Orchestra, bie eine unbegrenzte Fülle von Massenauftritten gestattet — hier, eingebettet in geheimnisvolle Wölbung ein Bühnenraum von natur- haft romantischer Prägung. Auf ber Dietrich- Eckart-Bühne kann sich im Steinring des Raumes das Gemeinschaftserlebnis einer politisch vertieften Dramatik (wie in E. W. Möllers „Frankenburger Würfelspiel") entfalten, in Frieb- richshagen erlebt der Kunstfreund bei stimmungsmäßiger Mitwirkung der umgebenden Natur ein Ineinander von Drama und Landschaftsraum, wie es in diesem Jahr besonders in der von Heinrich George geleiteten „Sommernachtstraum"-Aus- lührung die Hörerschaft begeistert. Ist hier die Na- tur Bestandteil der Bühne, so erscheint sie in der Luisenburg bei Wunsiedel als alleiniger Aus- druckshintergrund. Aehnlich ist es im Harzer Bergtheater. Der Aufführungsstil der einzelnen Naturtheater ergibt sich aus den Eigentümlichkeiten ber Mittel. Chor, Tanz unb Musik spielen hier eine weit größere Rolle als im geschlossenen Bühnenraum. Umbauten finb nicht möglich, jebes Stück kann pausenlos burchgespielt werben. Jebe Aufführung muß eine fließenbe Bewegung haben, in ber sich ber auflösenbe Raum immer roieber konzentriert. General Franco einen „günstigen" Frieden zu schließen. Da bie nationale Heeresleitung in Anbetracht ihres überroäüigenben Sieges unter keinen Umständen gewillt ist, von Vaterlandsverrätern Bedingungen zu akzeptieren, die darauf hinauslaufen, das Leben und Eigentum der Hauptschuldigen zu schonen, wirb bamit zu rechnen sein, daß auch in der Provinz Santander der Feldzug militärisch bis zum Ende ausgefochten wird. Diese Entwicklung kann beschleunigt werden durch ein Ueberlaufen feindlicher Truppenteile in noch stärkerem Maße als bisher. Es wird aber wegen des Unterschieds, den die nationale Heeresleitung zwischen Verführern unb Verführten macht, nicht zu umgehen sein, baß jeber Berg, jeder Wald unb jebes Dors auch bann einer grünblichen Säuberung burch bas Militär unterzogen werben muß, wenn sich eine ber politischen Gruppen ergibt ober bie rote Armee in völlige Auslösung übergeht. Es werben immer Kompanien ober ganze Bataillone bleiben, bie sich — wie z. B. bie meisten asturianischen — aus eingefleischten Kommunisten und Berufsverbrechern zusammen- setzen, die über ihr Schicksal im Falle ber Auslieferung vollständig im Klaren sind, unb bie sich baher als organisationslose Räuberbanben noch möglichst lange am Leben zu halten versuchen. Also auch für den Fall, daß ber nationale Vormarsch in Nordspanien mit demselben Tempo weitergesührt wird, dürften bis zur endgültigen Rückgewinnung des roten Nordens noch einige Monate verstreichen. Don einer Rückwirkung des Falles von Bilbao auf das Valencia-Spanien ist bis jetzt noch wenig zu merken, da die rote Regierung mit allen Mitteln verhindert, daß die Wahrheit über bie Ereignisse im Baskenland durchdringt. Die Heeresberichte von Valencia sprechen mit einer verräterischen Unklarheit über die Operationen an der Vizcaya- „Front" und versuchen, durch leere Redensarten die tatsächliche Lage zu verschleiern. Da trotz der 23er» drehungskünste der Machthaber von Valencia bie Wahrheit boch allmählich durchdringt, wird sie dazu beitragen, die Unzufriedenheit unter den hungernden Massen zu steigern, bie Kriegsmübigkeit ber durch militärische Fehlschläge zermürbten bolschewistischen Armee zu erhöhen unb bie Opposition ber politisch in ben Hintergrunb gebrängten Anarchosyndikalisten zu stärken. — Da ferner die Nordfront durch die Rückeroberung des Baskenlandes um über 100 Kilometer gekürzt worden ist, können etwa 10—20 000 Mann, ein großer Teil der Artillerie und fast die ganze, im Abschnitt Bilbao eingesetzte Luftwaffe an anderen Fron- t e n verwendet werden. Es ist daher anzunehmen, daß die Initiative des Angriffs, die während der letzten Monate besonders im Sektor Madrid, Andalusien, Soria und Huesca beim Gegner gelegen hat, nun langsam wieder auf die Truppen Francos übergehen wird. Ein maßgebender Einfluß auf bie Gesamtentwicklung fällt bem Auslanb zu. Wenn En gla ub ben logischen Grundsätzen, auf denen es angeblich feine Weltpolitik aufgebaut hat, nicht untreu wird, so muß es die bislang vorzugsweise als „Rebellen" bezeichnete nationale Partei in Spanien als kriegführende Partei anerkennen. Aehnliches gilt von Frankreich. Verpassen diese Länder, politisch betrachtet, den richtigen Zeitpunkt, so kann es passieren, daß sie auch den wirtschaftlichen Anschluß an den neuen spanischen Ordnungsstaat versäumen und mit einer Organisation noch Beziehungen pflegen, die längst den Konkurs angemeldet hat. Durch eine, wenn auch nur bedingte, Anerkennung Francos durch England und Frankreich würde Valencia eine moralische Stütze verlieren die der Todesstoß für das unechte Staatengebilde fein könnte. Der Vorwand, Franco werde mit einer Anerkennung durch England unb Frankreich nicht zu rechnen haben, solange er nicht über bie wichtigsten spanischen Stäbte und über den größeren Gebietsteil verfüge, hat feine Stichhaltigkeit schon seit geraumer Zeit verloren. Don den elf spanischen Städten mit einer Einwohnerzahl von über 100 000 stehen sechs unter nationaler Verwaltung, bas finb Sevilla, Malaga, Bilbao, Zaragossa, Corboba unb Granaba. Von ben fünfzig Provinzhauptstäbten gehören vierunbdreißig zu Franco, was ungefähr zwei Dritteln an spanischem Boben entspricht. Außerbem stehen bie Kolonien unb Schutzgebiete von Marokko, Jfni, Rio de Oro, bie Inseln am Golf von Guinea unter nationaler Regierungsgewalt. Es besteht ferner die Tatsache, daß bas nationale Heer seit Kriegsbeginn sechs Provinzhauptstädte, eine große Anzahl mittlerer, aber wirtschaftlich bedeutender Städte erobert unb umfangreichen Lanbgewinn mit unzähligen Flecken unb Dörfern zu verzeichnen hat, wogegen die bolschewistische Armee weder eine Provinzhaupt- ftabt, noch irgendeine Mittelstadt von Bedeutung einzunehmen vermochte. Leider haben diese Tatsachen, die nichts an Klarheit zu wünschen übrig lassen, in der internationalen Politik noch nicht den Widerhall gefunden, ber ihnen zukommen sollte. Der nationale Heeresbericht. Salamanca, 5. Juli. (2)3123.) Im nationalen Heeresbericht vom Montag heißt es: Unsere Truppen haben den Vormarsch ander Grenze zwischen den Provinzen Biscaya und Santander fortgesetzt und den 800 Meter hohen Berg Castrole, wo der Feind versuchte, Widerstand zu leisten, eingenommen. Nationale Truppenabteilungen vor Leon und A st u r i e n haben gemeinsam burch eine Umgehungsbewegung den Sami e b o p a ß umzingelt. Ein feindliches Bataillon wurde völlig aufgerieben. Die Stellungen, die der Gegner bei Somiedo besetzt hielt, befinden sich nun in unserem Besitz. Ein gegnerischer Angriff aus der Landstraße bei der Casa bei Campo wurde unter großen Verlusten für den Feind zurückgeschlagen. Ein heftiger Angriff bei Cuesta de la Heina, der von 14 sowjetrussischen Tanks eingeleitet wurde, konnte gleichfalls aufgehalten werden. Ein Tank fiel in unsere Hände, einer wurde vernichtet. Ein zweiter Angriff, begleitet von 16 sowjetrussischen Tanks, auf die gleichen Stellungen wurde ebenfalls zurückgeschlagen. Tilly Fleischer heiratet. MW? j W < In diesen Tagen wurde in ber Peterskirche in Frankfurt a. M. bie Olympiasiegerin im Speerwerfen Tilly Fleischer mit Herrn Dr. Häuser getraut. — Das glückliche Paar beim Verlassen ber Kirche im Ehrenspalier ber Sportkamerabinnen. — (Scherl-Bilberbienst-M.) Sm-und MsWmeili Akliengeseüsldnst Grotzen-Lindeo. ßinlflönno m ©enetaiuetfamnilung. Die Aktionäre unserer Gesellschaft werden hierdurch zu der am 17. Juli 1937, 19 Uhr, im Saale des Gastwirts Philivv Schaum in Großen-Linden stattfindenden ordentlichen Generalversammlung eingeladen. Tagesordnung: 1. Bericht des Vorstandes und Aufsichtsrates über das Geschäftsjahr 1936, Vorlage der Bilanz sowie der Gewinn- und Verlustrechnung für 1936. 2. Beschlußfassung über die Genehmigung der Bilanz, der Gewinn- und Verlustrechnung und über die Verteilung des Reingewinns. 3. Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat. 4. Wahl des Bilanzvrüfers. 5. Kapitalerhöhung. 6. Verschiedenes. Zur Teilnahme an der Generalversammlung sind diejenigen Aktionäre berechtigt, die ihre Aktien ohne Gewinnanteil- u. Erneuerungsscheine bis spätestens am 12. Juli 1937 in Großen-Linden bei der Ge- sellschaftskasse oder bei einem deutschen Notor hinterlegen. Im Falle der Hinterlegung bei einem Notar ist die Bescheinigung des Notars in Urschrift oder in Abschrift spätestens einen Tag nach Ablauf der Hinterlegungsfrist bei der Gesellschaft einzureichen. Die Hinterlegung gilt auch dann als ordnungsmäßig erfolgt, wenn eine Bank Aküen mit Zustimmung der Gesellschaftskasse für sie bis zur Beendigung der Generalversammlung in Sperrdepot genommen hat. «sesD Großen-Linden, den 22. Juni 1937. Spar-und Borschutzverein Aktiengesellschaft Der Vorstand: gez. Keßler, Direktor gez. Keßler, Rechner. ZMercedes- Limousine in sehr gutemZu- stand, steuerfrei, zu verkaufen. Wagen kann sofort übernomm. werden. Selkersweg 38 Telefon 2328. Dreirad- @01* Mnuiigen 200 ccm, zu verkaufen. 4577D Neustadt 24. Omzugsbalber billig 03367 zu verkaufen: 1 WneukSlW. Me. Stühle, Sfflränle ufro. Eonoftrahe 20 il Einspaltige Kleinanzeigen werden zum ermäßigten Grundpreis von 5 Pf. für die Millimeterzelie veröffentlicht 3a I ?’e Dl kr V0' fe S»S SWf Wtenl fr '8e Si( «ft ai Muen ,UrJerc ^iele '^er G d°s den ?fie 1 &°Hen x>,t get Aller kalter 51 S b, /Sir äji und t S I Theodo 3alt Worte- 2iann öen ui 6anze- Wenn oen öei Zweifeln । huldiqu 6s lollt >1 der । Aus aller Welt v ?| -v f-.! ihm von der Briüschen Gesellschaft der Neurochirurgen die Aufnahme als „Member Emeritus“ der Gesellschaft mitgeteilt wurde. rNolorisierte Schulzahnpflege. Zum erstenmal für ganz Westdeutschland wird im Gau Koblenz-Trier die motorisierte Schulzahnpflege durchgeführt. Sie bedeutet für alle Volksschichten, insbesondere für den Kleinbauern und Winzer, eine wesentliche Hilfe. Diese Aktion soll in großem Maßstab durchgeführt werden; im Laufe der Zeit werden sämtliche Kreise in zahnärztlicher Hinsicht saniert werden. Allein in den zunächst erfaßten zehn Kreisen werden 16 500 Kinder behandelt. Die Behandlung ist nicht einmalig, sondern dauernd; während der ganzen Schulzeit werden die Kinder unter zahnärztlicher Kontrolle bleiben. Tagung der Deutschen tandwirkschaflschemle in Frankfurt. Im Rahmen des in Frankfurt a. M. stattfindenden Reichstreffens der deutschen Chemiker begann die Gemeinschaftstagung der Reichsarbeitsgemeinschaft „Landwirtschaftliche Chemie". Der Präsident der Deutschen Bodenkundlichen Gesellschaft, Professor Dr. S ch u ch t (Berlin) begrüßte die Teilnehmer und gab bekannt, daß der diesjährige Preis aus der Wißmann-StiftunH Dr. Schuthan (Berlin) für seine Arbeiten aus dem Gebiet der Landwirtschaftschemie zuerkannt worden sei. Dann begannen die Vorträge, die sich auf das Gebiet der Pflanzenernährung bezogen. Es folgten Referate aus dem Gebiet der Bodenkunde, des Pflanzenschutzes und der Tierernährung. \ - ■ Oer Massenmörder Roloff vor Gericht Prenzlau, 5. Juli. (DRB.) Am Montag begann vor dem Schwurgericht in Prenzlau der Prozeß gegen den vierfachen Mörder Willi Roloff. Schon als 13jähriger hat Roloff einen Einbruchsdiebstahl begangen, als löjähriger wurde er wegen Diebstahls vom Jugendgericht zu Gefängnis verurteilt. Diebstähle, Unterschlagungen und Betrügereien brachten ihm erneut Gefängnisstrafen ein. 1931 verübte er den mit zur Anklage stehenden Mord an einer bisher unbekannt gebliebenen Frau in Remlin. 1933 wurde Roloff wegen Einbruchs zu Zuchthaus verurteilt. 1935/36 hatte der Angeklagte eine neue Stellung auf einem Gut bei Briesen inne. In dieser Zeit verübte er die Raubmorde an dem Landwirt Lüdke und dem Wirtschafter K 0 ch a n. Der Verbrecher hat bis zu seiner am 1. November 1936 erfolgten Festnahme etwa 25 Straftaten begangen, und zwar Motorrad- und Fahrraddiebstähle, Betrügereien und weitere Diebereien. Ferner werden ihm zur Last gelegt die fahrlässige Inbrandsetzung einer Scheune und ein Notzuchtversuch an einem 13jährigen Mädchen. Am 24. Oktober 1936 beging er den Mord an dem Händler W 0 r re s ch k. Vorsitzender: „Kannten Sie Worreschk schon?" Der Angeklagte schüttelt verneinend den Kopf. Vorsitzender: „Haben Sie schon damals den Plan gefaßt, ihn umzubringen und zu berauben?" Angeklagter ( nach langem Zögern mit leiser Stimme): „Vielleicht nicht gleich. Vorsitzender: „Wann haben Sie sich das vorgenommen? Sie haben ihn doch erschossen, das geben Sie doch zu." Angeklagter: „Ja!" Sodann geht der Vorsitzende auf den Mordfall Lüdke ein. Der Angeklagte gibt zu, daß er den Lüdke erschossen und beraubt hat. Bei der Erörterung des Mordfalles Kochan wiederholt sich das gleiche. Roloff gibt auch zu, die Frau in Remlin umgebracht zu haben, weil sie ihm nicht zu Willen sein wollte. Das Gericht tritt dann in die Beweisaufnahme ein. Kriminalkommissar Meyer aus Berlin schildert ausführlich, wie man Roloff auf die Spur kam und wie seine Verhaftung erfolgte. Der Zeuge erklärte, daß Roloff ein sehr gewandter Mensch sei, der es im Gegensatz zu seinem Auftreten vor Gericht durchaus verstand, überzeugend und gut zu reden. Der Vorsitzende ging nochmals auf den Mordfall an dem Landwirt Albert Lüdke ein. Roloff ist am 4. Juni 1936 mit Lüdke nach Briesen gefahren. In der Nähe des Gutes Angelenhof schoß Roloff feinen Begleiter hinterrücks in den Kopf. Lüdke war sofort tot. Roloff zog die Leiche vom Wege fort, nahm Uhr, Ring und Geldbörse mit etwa 15 Mark Inhalt an sich, brachte das Fahrrad des Lüdke mit dessen Koffern nach einer Feldscheune, holte sich einen Spaten und schaufelte die Leiche ein. Am nächsten Verhandlungstag werden weitere Mordtaten Roloffs erörtert werden. Schwere Unwetter im Ahrtal und in der Hocheifel. Im Ahrtal und in der Hocheifel gingen schwere Gewitter nieder. Durch den wolkenbruchartigen Regen wurden die Straßen stark in Mitleidenschaft gezogen, so daß der Kraftwagenverkehr zeitweilig vollkommen unterbunden -*toar. Im Ahrtal wurden besonders Altenahr, Hönningen und die Ortschaften bis Adenau vom Unwetter heimgesucht. Das Großvieh konnte zum großen Teil geborgen werden, dagegen ging das Kleinvieh restlos zugrunde. Hönningen bot ein Bild vollkommener Verwüstung. Große Mengen Getreide sind vernichtet. Die Kartoffeläcker sind verschlammt und die Wiesen mit Geröllmassen bedeckt. Zwei Todesopfer eines Unwetters im Breisgau. Ueber dem Breisgau entluden sich mehrere Gewitter, die im oberen Riedtal schwere Unwetterschäden zur Folge hatten. Zur Zeit des Unwetters befanden sich zwei Personenkraftwagen auf der Fahrt vom oberen Riedtal nach Freiburg. Die Insassen, die sich bis zum Hals im Wasser befanden, konnten in höchster Not noch gerettet werden. — Die mit unheimlicher Gewalt hereinbrechenden Wassermassen haben leider zwei Todesopfer gefordert. Unweit von Oberried hatten zwei Motorradfahrer gezeltet. Sie wurden von der Flut überrascht. Die Leiche der Mitfahrerin wurde gefunden. Die Suche nach dem verunglückten Motorradfahrer dauert noch an. Die Personalien konnten noch nicht festgestellt werden. Vier Menschen in der Weichsel ertrunken. Bei Gütland im Kreise Danziger Niederung gerieten zwei Schüler beim Baden in der Weichsel an eine abschüssige Stelle und ertranken. Zwei ältere Fräulein, die Tanten der beiden Jungen, und eine andere Frau, die mit zum Baden gegangen waren, versuchten sofort, die Jungen zu retten. Die Kunst und Wissenschaft. Deutscher Historiiertag in Erfurt. In Erfurt wurde der 1 9. D e u t s ch e H i st 0 - rikertag eröffnet. Im nationalsozialistischen Deutschland ist es das erstemal, daß die Geschichtsforscher sich versammeln, um Rechnung abzulegen über ihre Wissenschaft. Der Vorsitzende des Vereins Deutscher Historiker, Professor Dr. P l a tz h 0 f f begrüßte die Ehrengäste. Staatsminister Wacker sprach im Namen von Reichsminister Rust dem Historikertag die besten Wünsche aus. Prof. Frank sprach für den Reichsdozentenbundesführer und Reichsleiter T h e i n e für den Gauleiter. Professor Ritter von Srbik entbot die Grüße der deutschen Historiker in Oesterreich. Prof. P f i tz n e r (Prag) sprach für Sudetendeutschland, Prof. Chabot für die italienischen Historiker von der kameradschaftlichen Zusammenarbeit beider Länder. Dann ergriff Prof. Frank, der Präsident des Reichsinstituts für Geschichte des neuen Deutschlands, das Wort zu einem Vortrag über „Historie und Leben. — Der Weg der Geschichtswissenschaft im nationalsozialistischen Deutschland". Prof. Frank legte dar, wie in den Jahren nach dem Weltkriege die junge Geschichtswissenschaft einem größeren geschichtlichen Willen begegnete. Als der Nationalsozialismus zur Macht kam, mußte die überlieferte Geschichtswissenschaft in einen Schmelztiegel geworfen werden, auf dem Glauben mußte neu aufgebaut werden. Der Redner zeichnete die Arbeit der letzten vier Jahre als gesamtdeutsches Erlebnis. Auf der Arbeitstagung berichteten einzelne Geschichtsforscher aus ihren Fachgebieten. Zunächst sprach Professor Hans Bogner (Freiburg i. Br.) über „Das Wesen der altgriechischen Geschichtsschreibung unter besonderer Berücksichtigung des Thukydides". Anschließend sprach Professor Graf von Stauffenberg (Würzburg) über „Theo- derich den Großen" und Professor Hans Z e i ß (München) über „Die geschichtliche Bedeutung der Völkerwanderungskunst". Professor Erich Maschke (Jena) sprach über „Thüringen und das Reich". „Für uns", ein Film vom 9. November. Von der Amtsleitung Film der NSDAP. (Reichspropagandaleitung) wurde unter der Herstellungsleitung von Richard Qu a as ein Filmdokument von den Feierlichkeiten des 9. November in München: „F ü r uns!" fertiggestellt. Die künstlerische Gestaltung lag in Händen von Hermann Stöfs. Der Film wurde mit sämtlichen zu vergebenden Prädikaten ausgezeichnet und ist bereits durch die Gau-Filmstellen der NSDAP, eingesetzt worden. Neurochirurgen-Tagung in Breslau. In Breslau fand die Fortsetzung der Tagung d^er britischen Neurochirurgen und ihrer Gäste statt, die in Berlin begonnen hatte und auf Einladung von Prof. Dr. Otfried F 0 e r st e r in Breslau fortgesetzt wurde. Die führenden Neurochirurgen aus den meisten europäischen Ländern hatten sich eingefunden. In drei Referaten berichtete Prof. F 0 e r st e r über seine Erfahrungen auf dem Gebiete der Klinik, Pathologie und Operationslehre der Geschwülste des Gehirns und Rückenmarks. Der Präsident der britischen Gesellschaft wies auf die Bedeutung Prof. Foersters für die Neurologie und Neurochirurgie hin; ihm schlossen sich die Vertreter der einzelnen Länder in französischer und italienischer Sprache an. Prof. Foerster wurde eine besondere Ehrung dadurch zuteil, daß beiden Tanten ertranken jedoch bei dem Rettungsversuch, während es der Frau gelang, sich zu retten. Die Leiche eines der Schüler wurde sofort gefunden, und einige Stunden später gelang es auch einem Fischer, sieben Kilometer stromabwärts die Leiche des einen Fräuleins zu bergen. Ellern beim Versuch, ihr Kind zu retten, ertrunken. An der Oder bei Jeltsch, unweit von Ohlau, ereignete sich ein Unglück, das drei Menschenleben forderte. Ein Angler aus Breslau wollte feine Tochter retten, die bei dem Versuch, eine ins Wasser gefallene Angel herauszuholen, den Grund unter den Füßen verlor. Dabei erlitt der Vater jedoch einen Herzschlag und ging unter. Die Mutter, die ins Wasser sprang, obwohl sie, wie ihr Mann, des Schwimmens unkundig war, und ein elfjähriger Neffe fanden bei den Rettungsversuchen gleichfalls den Tod. Das Mädchen wurde jedoch von einem Schwimmer gerettet. Wieder Hochwasserkatastrophe in China. Aus Chungking (Provinz Szechuan) kommen Alarmmeldungen über eine drohende Hochwasfer- katastrophe. Der P a n g t s e ist im Laufe der letzten drei Tage um 20 Meter gestiegen. Nachrichten über riesige Überschwemmungen treffen auch aus der Provinz Kiangsi ein. Der Kan- und der Fu-Fluß sind bereits über d i e Ufer getre» t e n. Im Nordwesten der Provinz stehen schon 1500 Quadratkilometer Land unter Wasser. Von diesem Ueberschwemmungsunglück werden mehr als eine Million Bewohner betroffen. Ein drittes Todesopfer des Wiesbadener Explosionsunglücks. Als drittes Todesopfer der Explosion in der Wiesbadener Oelfabrik Fauth ist der Arbeiter Heinrich Göhler feinen Brandverletzungen im Krankenhaus erlegen. Wetterbericht des Reichswetkerdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Der auf das Festland vorgestoßene Hochdruckausläufer flacht sich rasch ab. Da zudem durch die vom Atlantik ausgehende $ßirbeitätigfeit feuchte Meeresluft zu uns verfrachtet wird, kann mit dem Auftreten von Störungen meist gewittriger Natur gerechnet werden. Aussichten für Mittwoch: Zeitweise heiter, doch unbeständig und Neigung zu gewittrigen Störungen, warm und schwül, meist südliche bis westliche Winde. Lufttemperaturen am 5. Juli: mittags 23,3 Grad Celsius, abends 20,5 Grad; am 6. Juli: morgens 17,8 Grad. Maximum 25,1 Grad, Minimum heute nacht 18,7 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 5. Juli: abends 25 Grad; am 6. Juli: morgens 21 Grad. — Sonnenscheindauer 3,9 Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: i. V. Hans Thein. D. A. VI. 37: 9104. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Emzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. Gießen, den 6 Juli 1937. 4573 D Ä'. Gustel Weigand, geb. Inderthal Marie Inderthal Willi Inderthal und Frau Erica, geb. Sudeck Karl, Gertrud und Helmut Weigand Peter und Marion Inderthal. Die Beisetzung findet am Donnerstag, dem 8. Juli, nachmittags 23/4 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt Unsere liebe, herzensgute Mutter, Großmutter und Sch wie* germutter Frau Johanna Inderthal, geb. Petri ist gestern abend im 78. Lebensjahre entschlafen. Neue Mleli stets auf Lager. Wiederoerkäufer Sonderpreise. 1 Treehsler SteinstF. 73,Telef. 3581 EMM- Iapolen Itweienhaue lienniilei Goethestr.7 (Hinter der Hagebant) Verlobungs-Anzeigen bei Brühl. Schulstr.7 Kohlen Koks ,00L Briketts Eiform Happel&Co. Kl. Mühlgasse 4 u. 6 Ruf 3925 4575 A IfernnkkUlediwaren gute, schwere Ausführung BORRMANN*: Gießen, Neustadt 5 Ruf 4165 Vermietungen 5-Zim.-Woling. 1. Etage, m. all. Zubehör, in best. Lage, wegzugs- b alb er per 1. 10. 1937 zu vermiet. Schr. 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Juli 1937, 20 Uhr: Berliner Mizart-thor des Gebietes 3 der Hitler-Jugend singt, spielt und tanzt Chöre alter Meister, Klassiker, Volkslieder, Instrumentalmusik, Volkstänze Jif P S«5 'M rein-J0! er St° uf dein ier den iian üU' ®etraa ehlsgru' WE llehlsjnw Wundr« Gruppe Straßen ’ Eine «Bürgen1 wicht- D uinö liest mnt lies am nan sich tut bet) Man ung ur jtdjn 0' dem kl zu übei Gar -„Steh Schmal nach M : postende „Standh ■fen, das liier rec len kan ?Weg in * Eine Straße unb W> -stein Schuhst Kmcinr stibsi d | Nadjat und zi liiere 3 Beobo finenfi hemm es nu feinen Menst losigke nen u jchwm kid)t I wenn pilgern. Zur natiirüc fälle vas M Weg g Wegs, i man le< korb,' aufgeste >°r 3ig ebenfaÖ les Zic ung; amtwol Dienstag, 6. Zuli 1937 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) r.154 Zweites Blatt Ein Achfzigjähriger ASM. im Verkehrserziehungsdienst bieten abaestreifb werden "müssen^ Unsere Polizei 8urch ganz Deutschland in etwa 7°° Konzerten uber- versieht mit arotzer Nachsicht und Geduld ihr nicht all Anerkennung gesunden als auch Freude am echten leichtes Amh Wenn sie darum, wie gestern, die ! deutschen alten und neuen Volkslied^geweckt^^^ Zeitschriften. Hannes dämm muß aus dem kürzesten Wege in rechtwinkligem Marsch überquert werden! — An den Ecken nicht stehenbleiben, wir brauchen keine Eckensteher! — Wer an den Ecken stehenbleibt, gefährdet sich und andere! — Die Uebergänge zu den Verkehrsinseln sind keine Versammlungsstellen, sondern sie sind freizuhalten! — Kinder haben auf dem Fahrdamm nichts zu suchen, der Fahrdamm ist kein Kinderspielplatz! — Der Fahrdamm ist nur für den Fahrzeugverkehr da! — Fußballspielen ist besser auf dem Sportplatz, als auf dem Fahrdamm, wo es auch verboten ist! — Kinderwagen können auf den Bürgersteigen gefahren werden, sie dürfen aber nicht den Fahrdamm als ständige Wegbahn benutzen! — Wenn der Bürgersteig zu eng ist, dann hintereinander gehen, aber nicht nebeneinander! Unsere Stadt wird am Donnerstag vom Berliner Mozart-Chor besucht, der mit seinen 75 Sängern sich auf einer größeren Konzertreise befindet und dabei auch unsere Stadt berührt. Der Chor zählt zu den besten Kinderchören Deutschlands Ausgezeichnete Beurteilungen seiner Leistungen beweisen, daß der „Berliner Mozart-Chor" im deutschen Musikleben eine hervorragende Stellung einnimmt. Diele Leser werden vielleicht schon einige seiner Darbietungen im Berliner Sender gehört, oder ihn bei der Mitwirkung in einem Film gesehen haben. Auch bei großen'offiziellen Feiern der Partei, zuletzt bei der Neichssendung der Weihnachtsfeier unter Dr. Goebbels, ist der' Chor zur Mitwirkung herangezogen worden. Mit seinen 75 kleinen Sängern und Sängerinnen hat er sowohl auf seinen 40 Konzertreisen Zeiger.) pol'zei auf Erziehungsfahrt. Durch alle seine Verse geht es wie eine Ahnung von dieser letzten Erfüllung, aber auch wie Ahnung von ewiger Wiederkehr. So läßt er den toten Soldaten aus dem Grabe sprechen: „Wir sanken hin für Deutschlands Glanz. Blüh', Deutschland, uns als Totenkranz! Der Bruder, der den Acker pflügt, ist mir ein Denkmal, wohlgefügt. Die Mutter, die ihr Kindlern hegt, ein Blümlein überm Grab mir pflegt. Die Büblein schlank, die Dirnlein rank blüh'n mir als Totengärtlein Donk. Blüh', Deutschland, überm Grabe mein jung, stark und schön als Heldenhain!" C. K. Zum ersten Male traten gestern in unserer Stadt die Angehörigen des Nationalsozialistischen Kraftfahr-Korps (Motorstandarte 147) im Rahmen der L ärmbekämp- fungs- und Verkehrs-Er- ziehungs-Woche im Verkehrs-Erziehungsdienst in Erscheinung. Doppelposten, ausgerüstet mit besonderen Brustschildern und mit Haltestäben (die das Zeichen des NSKK. tragen), hatten an stark belebten Punkten unserer Stadt Aufstellung genommen, um die Verkehrsteilnehmer, immer dann, wenn falsches Verhalten auf der Die Liste dessen, was im Fußgängerverkehr einer Stadt täglich in unendlich vielen Fällen falsch gemacht wird, meist ohne jeden bösen Gedanken, was aber bei einigem Ueberlegen ebenso leicht stets richtig gemacht werden kann, könnte in vielfacher Hinsicht hier fortgeführt werden. Jedoch es mag c enug sein mit diesen wenigen Beispielen der Gegenüberstellung von falsch und richtig. Zur Beherzigung für alle Fußgänger seien nur noch einige allgemeine Richtlinien hier hervorgehoben. Beim Ueberqueren der Straße erst links, dann rechts sehen! — Fußgänger benutzen immer nur den Bürgersteig, der Fahrdamm ist für den Fährverkehr da! — Auf dem Bürgersteig immer nur die rechte Seite in der Wegrichtung benutzen! — Der Fahr- Schulkinder mit auf ihre Rund fahren nimmt, so ist sie wohl auf dem besten Wege dazu, auch deren Eltern die erforderlichen Belehrungen nahezubringen; denn was das Kind zu Haus von diesen Fahrten berichtet, wirkt sich sicherlich gut aus, und so wird die Polizei auch auf dem Wege über die Schule zu dem Erfolg kommen, , den sie anstrebt: einen flüssigen Verkehr so lautlos als nur möglich in geordnete Bahnen zu lenken zum Wohle der Volksgemeinschaft! Berliner Mozartchor singt in Giehen. — „D a s I n n e r e R e i ch" (Herausgeber: Paul Alverdes und K. B. v. Mechow; Verlag Albert Langen/Georg Müller, München.) Im Jul'-Heft beginnt Wilhelm Schäfer unter dem ganz persönlichen Titel „Meine Eltern" vom Lebensweg fernes Vaters und feiner Mutter zu erzählen; dies ist nicht nur ein Stück klarer und anschaulicher Prosa, sondern auch ein Stück deutscher Wirklichkeit. Ebenso in deutsche Wirklichkeit führt Hans Grimm in einem Beitrag, den er dem scheidenden englischen Ministerpräsidenten Baldwin widmet — es geht ihm nicht nur um den bedeutenden Politiker, sondern auch um das Problem des Verstehens zwischen den Vol- kerki. Wie Schäfers Erzählung gelten eine Reche von Beiträgen dem rheinischen Raum im weitesten Sinne: Andreas Heusler spricht vom „rheinischen Hausfreund", dem Alemannen I. P. Hebel, Otto Brües schildert, mit Bildern Düsseldorfer Maler, die Landschaft am Niederrhein, auch die Kölner Mund- artqedichte von Goswin P Gath gehören hierher — denen in Christine Kochs sauerländischen Gedichten das westfälische Element gegenübertritt wahrend Friedrich Schnack mit seinen „Mamfloßern für die mittlere Landschaft spricht. Zu erwähnen ist noch die besinnliche Erzählung „Untergang einer Kindheit" von Martin Naschte; eine Zierde des Heftes ist die Wiedergabe der Schlageter-Buste Jo- Knubels. Die Polizei wendet sich in dieser Woche zur rerkehrerziehung an alle Volksgenossen. )as ist sehr löblich. Und dringend notwendig oben- irein. Denn nirgends wird im Gemeinschaftsleben er Stadt wohl mehr gesündigt und gegen die clbstverständlichsten Gebote verstoßen, als gerade uf dem Gebiete des Verkehrs. Keiner beschuldige ier den anderen! Wir sind in dieser Hinsicht alle miteinander täglich Sünder. Selbst bei vielen, die igentlich nicht zu dieser Gilde gehören sollten, kann man allerlei Verkehrssünden wahrnehmen. Betrachtet man die Sünder nach bestimmten Ver- ehrsgruppen, so muß man feststellen, daß gerade diejenige Gruppe, die meist am lautesten über Ver- ehrssunder schimpft, selbst am häufigsten gegen die Grundregeln des Verkehrs sündigt, nämlich die Gruppe der — Fußgänger. Ein Blick in die Straßen bestätigt das an jedem Tage. Eine Marsch r i ch t u n g s - Disziplin auf den Zürgersteigen gibt es für die meisten überhaupt icht. Die Grundregel „Rechts gehen!" hört tnb liest man wohl, befolgt sie aber nicht; kunter- unt wie Kraut und Rüben durcheinander läuft lles auf den Bürgersteigen, ohne zu bedenken, daß nan sich dadurch im Vorwärtskommen gegenseitig nur behindert. Man sieht auch häufig Männlein und Weiblein, jung und alt, in möglichst langestreckter Marsch- lah'n den Fahrdamm überqueren, anstatt ihn auf tem kürzesten Wege im rechten Winkel „Autofahrer hupt und Radfahrer schellt nicht unnötig" und noch viele andere beherzigenswerte Ermahnungen zur Verkehrserziehungswoche werden in diesen Tagen wiederholt durch den Lautsprecher allen zugerufen. Die Rundfahrten, die die Polizei in dieser Woche unternimmt, wirken sich erzieherisch aus; denn neben unvorschriftsmäßig fahrenden Automobilisten! und Radfahrern muß auch der Fußgänger noch richtig gehen lernen. Bei der gestrigen Rundfahrt der Polizei mußte Polizeikommissar Zimmer wiederholt auf das falsche Ueberqueren der Straße aufmerksam machen. Es ist eine Erfahrungstatsache, daß die Jugend sich besser den Verkehrsnotwendigkeiten anpaßt, als die älteren Volksgenossen. So ist die Verkehrserziehung und die Lärmbekämpfung ein Kampf gegen alte Angewohnheiten aus einer geruhsamen Zeit, die in den Zeiten des Fortschritts jetzt auf allen Ge- Hochschulnacknchten. Von den amtlichen Verpflichtungen entbunden wurden die ordentlichen Professoren Dr. Ernst Matthe^ (Zoologie) an der Universität Greifswald und Dr. Emanuel Mörsch (Bauingenieur- Kefen) an der Technischen Hochschule Stuttgart. hing gestaltet — und „Der Kanzler Klaus von Bismarck". r . Schon als Schüler erntete Flex seine ersten dichterischen Erfolge. So wurde sein Drama „D i e Bauernführer" am 14. Januar 1905 von seinen Mitschülern aufgeführt, er selbst spielte die Rolle des Thomas Münzer, und em Jahr spater, als Oberprimaner, schrieb er bereits seinen „D e - metrius", der 1909 im Eisenacher Stadttheater seine Uraufführung erlebte. Von früh an aber suchte er für sein Erleben auch nach rein lyrischem Ausdruck, und schon als dreiundzwanzigjahriger Student, 1910, veröffentlichte er seinen ersten Gedichtband „Im Wechsel". Eine Sammlung von Anekdoten und Geschichten aus dem dreißigjährigen Krieg, die nach und nach entstanden und von denen manche zu seinen stärksten Schöpfungen gehören, fanden erst nach seinem Tode im Fohre 1918 unter dem Titel „Wallensteins Antlitz' ihren Weg in die Oesfentlichkeit. Ebenso wurden auch, seine teilweise unvollendeten Dramen „Lothar uno „Das heilige Blut" erst aus seinem Nachlaß herausgegeben. Walter Flex war 27 Jahre alt, als der große Krieg über Deutschland hereinbrach. Selbstverständlich, daß er sofort als Freiwilliger zu den Fahnen eilte. Drei Jahre lang hat er das erringen an der Front miterlebt, zuerst in Frankreich, spater in Rußland. Dort, auf der Insel Oesel, erreichte ihn am 15. Oktober 1917 die tödliche Kugell Was er m diesen drei Jahren erlebt, fanb JMustoutf m dichtbänden „Sonne unb 6^1 b , "D o m g r o= Ke» Abendrnah l", „Im Felde zwischen N a ch t u n d T a g" und in dem Prosawerk D e r Wanderer zwischen beiden Welten , tn der er seinem Kriegskameraden dem flogen Ernst Wurche, ein herrliches Denkmal gesetzt hat Die ersten Blätter einer neuen Handschrift ,M o l f Eschenlohr" wurden, von der Kugel durchvohrt, in der Kartentasche des Toten gefunden. Dieses Fragment zeigt ein Ringen um die tiefen sozialen Nöte des deutschen Volkes, eine ahnungsvolle Sehnsucht nach einer wahren lebendigen ^nierbung über alle Klassen und Stände hinweg Hatte dieses Fragment seine Vollendung gefunden, so wäre es vielleicht eines der richtungweisenden Werke der "°W°r als^Nachl-b-nder di- Kri-gsg-dicht- des jungen Leutnants Walter Flex liest, begreift, daß dieser Mann zu denen gehörte, d.e nicht w.ed r- kamen Man sieht ihn im Geiste vor sich, tm feldgrauen Rock, einen Gezeichneten von Anbeginn einen, den der Tod liebt, der nur im Tode letztes , Maß und Erfüllung seiner Seele finden konnte. Oer Kußgänger im Straßenverkehr. benso leicht kann man das richtig machen, was bisher noch immer falsch ausgeführt wird! Oie Wanderungen des Kabeljaus. lieber die seltsamen Gewohnheiten des Kabeljaus, der von seinen Laichplätzen südlich von Island 2500 Seemeilen weit wandert und später dorthin zurückkehrt, spricht Dr. A. Vene! Taning, ein dänischer Gelehrter, in einem Bericht an die Internationale Gesellschaft für Meeresforschung. Mehr als 100 000 Kabeljaus sind in der nördlichen Atlantik und den benachbarten Arktischen Gewässern markiert worden. Die Markierung geschieht durch Plättchen von Silber, Bronze, Zinn, Ebenholz und Celloloid. Manche Kabeljaus, die ganz jung markiert worden sind, in der Nähe ihrer Laichplätze, sind dann am Ende ihrer Wanderschaft gefangen worden. Andere sind an der Küste von West-Grönland, fast in kanadischen Gewässern markiert war- den, und sind nach Island zurückgekehrt. Die längste Reise ging nach Dr. Taning von der Südküste von Island an Kap Faroel vorüber und durch die Davisstraße nach Neufundland. Manche Fische sind im höchsten Norden von Norwegen gefangen worden noch einer Reise von nicht weniger als 1400 Seemeilen. Diese Reisen werden, wie Dr. Taning erklärt, aus Gründen der Nahrungssuche unternommen, meistens an der Oberfläche und im allgemeinen den Meeresströmungen folgend. Was aber den Kabeljau antreibt, zu seinen Laichplätzen zurück- zukehren, ist vorläufig nicht bekannt. Die längsten von diesen bisher beobachteten Rückreisen waren von der Westküste von Grönland nach Island und vom Nördlichen Eismeer bei Novaja Semlja zur mittleren Küste Norwegens. Wir wissen nicht, wie sie diese Reise vollbracht haben", erklärt Dr. Taning, „noch kennen wir ihren Weg oder die Meerestiefe, in der sie wanderten, auch'nicht die Geschwindigkeit, mit der sie die Entfernung zurücklegten, oder die genaue Zeit, zu der die Wanderschaft beginnt. Noch weniger wissen wir von den eigentlichen Ursachen des Aufbruchs und von der Art, wie die Fische ihren Weg sinden oder vielleicht fühlen." Es wird nur vermutet, daß sie ihre Rückreise eher gegen Meeresströmungen zu- rücklegen als mit ihnen, qnd daß sie wahrscheinlich in großer Tiefe schwimmen, um die stärksten Strömungen zu vermeiden Aber der Sinn, der sie leitet, ist unbekannt. Die größte Wanderung der letzten Jahre, so fügte Dr. Taning hinzu, scheint zwischen den Jahren 1930 und 1934 stattgefunden zu haben. Jetzt hingegen scheint „ein Zustand der Beharrung" eingetreten zu sein, und, vielleicht als Folge davon hat das Jahr 1936 einen ungeheuren Rückgang in der isländischen Kabeljau-Fischerei gebracht. Am morgigen Mittwoch, 7. Juli, kann der Schriftsetzer i. R. Theodor Loos, Ebelstraße 2 I., in körperlicher und geistiger Frische seinen 80. Geburtstag feiern. Den hochbetagten Mann kann man noch häufig auf seinen Spaziergängen in den Straßen und in den Anlagen unserer Stadt sehen. Er, ein gebürtiger Gießener, hat seiner Heimatstadt wählend seines ganzen Lebens unwandelbar die Treue gehalten. Diese Treue kennzeichnete auch sein berufliches Leben. Er trat als 14jähriger in der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruck.erei als Setzerlehrling ein und hat über sechs Jahrzehnte dem Hause die Treue gehalten. Auch ihm waren die wohlverdienten Ehrungen für diese treue Mitarbeiterschaft nicht versagt geblieben. Die Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei — Betriebsleitung und Gefolgschaft — gedenken deshalb auch heute'in Dankbarkeit seiner und übermitteln ihm auf diesem Wege herzlichste Grüße und Glückwünsche zu seinem 80. Geburtstag. Merksätze für Ferienreisende. 1. Denke an die laufenden Zahlungen, die auch während deiner Abwesenheit erledigt werden müssen: Gas- und Stromrechnung, Miete, Steuern, Versicherungen, Fernsprech- und Rundfunkgebühren, Partei- und Derbandsbeiträge; erledige sie vor Antritt der Reise! 2. Beantrage beim Postamt die Nachsendung aller Postsachen! 3. Vergiß nicht, gültige Ausweispapiere mit auf die Reise zu nehmen! 4. Hinterlasse deinem Hauswirt oder deinem Nachbar deine Ferienadresse. 5. Vergiß nicht, in deiner Wohnung die „Dauerbrenner" (Heißwasserspeicher usw.) abzudrehen. Stelle den Haupthahn der Gasleitung für deine Wohnung und die Stromzuführung für Licht ab! 6. Nimm nicht allzuviel Gepäck mit, vergiß aber nicht, ein Kleidungsstück für die „kühlen Abende". Fertige dir ein Verzeichnis an über Inhalt deiner Koffer! .. 7. Vergiß nicht, beim Bäcker, Metzger usw. die laufenden Zusendungen für dich während der Dauer deiner Abwesenheit ab- bzw. umzubestellen! 8. Achte während der Fahrt und auf den Bahn- Jähnc putzen ist viel, Zätzne pflegen olles. Nicht darauf kommt es an, mit welcher Kraft Sie die Zähne putzen, sonderr» darauf, daß auch der äußerste Winkel der Zahnreihen erfaßt wird. — Nivea- Zahnpasta dringt überall hin und wirk» auch dort, wo die mechanische Reinigung nicht hinreicht. Das ist dann Zahnpflege! Straße festzustellen war, in freundlicher Weise zu belehren. Die NSKK.- Männer hatten dabei Gelegenheit einzugreifen, denn es erwies sich, daß viele Kraftfahrer, Radfahrer, Fuhrwerkslenker und Fußgänger nicht in letzter Konsequenz die Verkehrsregeln beachten. Unser Bild zeigt Männer des Verkehrserziehungsdienstes im belehrenden Gespräch mit einem Kraftfahrzeugführer, der unnötig gehupt hatte. (Aufnahme: Neuner, Gießener An- Walter Flex. 3u seinem 50. Geburtstage am 6.3utL Wenn Walter Flex heute noch unter den Leben- len weilte, so würde er — daran dürfen wir nicht zweifeln — zu seinem 50. Geburtstag die begeisterte Huldigung des ganzen deutschen Volkes empfangen. Es sollte nicht sein. Sein Schicksal hatte sich erfüllt in der ersten Blüte seines Mannestums, so wie sich \ hundert Jahre früher das Schicksal eines anderen deutschen Soldaten und Sängers erfüllt hatte Theodor Körners. Walter Flex war Soldat im adligsten Sinne des Wortes — keine Landsknechtsnatur, viel eher em Mann mit einem kindlich zarten, verträumten Her- ;en und einem reichen, tiefschauenden Geist, dessen ganzes Sinnen und Denken eingebettet war m die großen, überpersönlichen Ordnungen von Volk und Vaterland, Pflicht und Ehre. Dem thüringischen brofessorensohn hätte in friedlichen Zeiten eine Ge- lshrtenlaufbahn näher gelegen als die kriegerische, von früh an zeigte sich in dem Knaben der künftige Dichter, den ja nicht nur die sprachliche Form- lraft ausmacht, sondern eine besondere Art zu schauen und zu empfinden, aus dem Herzen der Natur heraus zu leben. Viele Züge aus seiner Kindheit erzählt das Buch „Wer Gottes Fahrt gewagt", von Maria Moe bis, las den jungen Walter und seine Bruder schi dert, Die sie unter der Obhut einer gütigen und verständnisvollen Mutter, von ihrer Liebe gelenkt, an ihrem Geist gebildet, in ihr Schicksal hineinwuchsen. „„Erne Mutter ist mehr wert als der beste Vater , hat Walter Flex selber einmal in liebender Dankbarkeit «eäußert. Diese Mutter durchleuchtete wie eine Sonne den Kinderhimmel ihrer Söhne, und als sie ihnen einmal vorschlug zu singen: „Geh aus mein Herz und suche Freud", da antwortete Walter: „Das Kinnen wir ja, aber eigentlich brauchen wir gar lucht erst zu suchen. Wir haben ja Freude! Soviel Freude haben wir, gelt Mutterte?" Die Mutter war es, die ihm Augen unb Obren geöffnet für die Sprache der Natur, der Winde und Wolken, der Tiere und Pflanzen, die er so gut verbanden hat. Der Vater aber lenkte den Blick der Söhne hinaus auf die Geschichte des eigenen Volkes, i^rte sie das Reich lieben und insbesondere den großen Gestalter deutschen Schicksals, dessen Wirken eine eigene Epoche geprägt hatte: Bismarck. Aus er Begeisterung für ihn erwuchs die Novellen- leihe „3 m ö I f Bismarck s" m der er G-stal- ien aus der Ahnenreihe des „Eisernen schildert — und zugleich als Tragödie und Erzay- iu überschreiten. Gar zu schön ist es auch, an den Straßenecken Steh-Konvente" abzuhalten und dort ein Schwätzchen auszutragen, für das die Straßenecke rad) Meinung dieser Eckensteher natürlich die einzig assende Stelle ist. Vielleicht aber kommen diese j Standhaften" noch einmal auf den guten Geban- en, daß man auch im Weiterschreiten auf er rechten Straßenseite seine Unterhaltung führen kann und dadurch anderen Fußgängern den Weg freihält. Eine wunderbare Stelle zur Umschau über Die Straße ist nach der Meinung mancher Männlein inb Weiblein der Platz direkt auf dem Bord- ein hart am F a h r b a m m r a n b, wobei die Schuhspitzen möglichst weit in die Fahrbahnfläche Hneinreid)en müssen. Auf den Gedanken, daß sie |»lbft dabei sehr gefährdet sind, weil sie von einem Radfahrer oder einem Fahrzeug angerannt werden . nb zu Fall kommen können, dabei aber auch an- here Menschen gefährden, kommen diese Bordstein- Jeobachtungsposten offenbar nicht. „Allerliebst" ist es auch, Bananen- und Apfel- f.nenschalen, Kirschkerne und andere Obstreste hemmungslos auf den Bürgersteig zu werfen, wenn (5 nur s o geschieht, daß man nicht selber über feinen Obstrest ausrutscht und hinschlägt; andere 'Menschen aber werden durch derartige Gedanken- iidsigkeiten selbstverständlich sehr gefährdet und kon- r en unter Umständen sogar für ihr ganzes Leben chwere Einbuße an ihrer Gesundheit erleiden. Viel- |ij>id)t kommt dieser Gedanke auch den Obstessern, oenn sie vergnügt kauend durch die Straßen !r tigern. . .. . Zur Verschönerung des Stadtbildes tragt es t-atürlid) auch nicht bei, wenn man Papierab - |älle aller Art einfach auf die Straßen wirft ober las Metallschächtelchen ber Zigaretten ben gleichen Weg gehen läßt. Papierabfälle steckt man unter Geld Brie i ctatian.................... 0.716 0,718 0,717 0,719 Jugoslawien .............. OSlo..................... 5,694 62,02 5,706 42,14 5,694 62,00 5,706 62,12 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon.................. 11,205 11,225 11,20 11,22 Stockholm................ 63,62 63,74 63,60 63,72 Schweiz.................. 57,01 57,13 56,93 57,05 Spanien ............... 16,98 17,02 16,98 17,02 8,671 8,689 8,671 8,689 — — Neuyork.................. 2,497 2,501 2,496 2,500 Für heitere Zwischenspiele wurden komische Radfahrer mit Anaströhren und Clowngesichtern auf den Platz gelassen. Humorvoll wirkte aber auch das Liebhaberpaar auf dem Motorrad. Dazu ein zweistöckiger Schutzmann, der, nachdem die Ladung des Motorrades gelöscht war, sich freundlichst bemühte, „mit Hand anzulegen" und schließlich aufsitzend mit davonftchr. Nach Beendigung der Wettkämpfe dankte der Bataillonskommandeur Oberstleutnant Theurich den Teilnehmern der Kämpft für die hervorragenden Leistungen. Im Anschluß daran fand die Siegerehrung statt, bei der Oberstleutnant Theurich seine Anerkennung aussprach und den Siegern zu ihren Erfolgen gratulierte. Am Abend fand in den Lokalen der Stadt und im Kameradschaftshaus des Bataillons der musikalische Abschluß statt. Wirtschaft. Rhein-Mainische Börse. Mittagsbörse gut behauptet. Frankfurt a. M., 5. Juli. Die Börse zeigte bei allerdings sehr ruhigem Geschäft eine vorwiegend gut behauptete Haltung. Der berufsmäßige Handel nahm kleine Käufe vor, vom Publikum waren aber kaum Aufträge auszuführen, nur am Rentenmarkt erfolgten aus dem Zinsscheintermin weitere Anlagekäufe. Die Schwierigkeiten im Nicht- einmischungsausschuß.lösten weiterhin Zurückhaltung aus. Der Aktienmarkt brachte dennoch kleine Besserungen um Bruchteile eines Prozentes. Eine Sonderbewegung vollzog sich in der Harpener-Aktie, die auf 180 (167,50) anstieg. Weiter fest auf Spezialkäufe lagen auch Bemberg mit 142 (139,75), dagegen gingen Conti Gummi um 2,50 v. H. auf 189 zurück. Von Montanwerten lagen Rheinstahl 1 v. H. und Hoesch 0,75 v. H. fester, die übrigen Werte erhöhten sich bis 0,50 v. H. Elektroaktien blieben voll behauptet, 0,65 v. H. gebessert waren Schuckert und RWE. gewannen 0,25 v. H. Maschinenpapiere wichen nur wenig ab, Motorenwerte zogen 0,25 bis 0,50 v. H. an. IG. Farbenindustrie bröckelten bei kleinem Umsatz auf 164,75 (165,40) ab, ebenso ließen Reichsbank auf 210 (210,50) nach. Von Einzelwerten notierten Feinmech. Jetter weiter fest mit 107 (106,25), ferner Cement Heidelberg mit 156,50 (155,50). Westdeutsche Kaufhof und Südd. Zucker lagen unverändert. Am Rentenmarkt stiegen Kommunal-Um- schuldung auf 94,40 nach 94,20, waren aber später mit 94,30 angeboten. Gesucht blieben Reichsbahn- Vorzugsaktien mit 126,90 bis 127 (126,65), Rheinische Städte-Altbesitz mit 131,40, ebenso erhielt sich nach einigen 5prozentigen Jndustrieanleihen etwas Nachfrage. Nicht ganz behauptet waren Reichsaltbesitz mit 126,25 (126,40). Augehend von Montanwerken, die bei lebhafteren Umsätzen etwa 0,25 bis 0,75 v. H. anzogen, war am Aktienmarkt die Börse im Verlaufe freundlich, so daß auch an den übrigen Marktgebieten mäßige Erhöhungen eintraten. Ü. a. bewegten sich Verein. Stahl bei 119,75 bis 120 nach 119,50, Deutsche Erdöl 150,75 nach 150,50, Harpener weiter gesteigert auf 181 nach 180,75, auch Schuckert 0,90 v. H. höher mit 172, IG. Farben 0,40 erholt mit 165,13. Leicht ermäßigt waren Bemberg mit 141,50 nach 142 und Rheinmetall mit 150 nach 150,25. Die später erstmalig notierten Werte lagen überwiegend etwas höher, nur Kali Aschersleben, Hanfwerke Füssen und Schiffahrtspapiere bröckelten leicht ab. Der variable Rentenmarkt blieb bei gehaltenen Kursen still. Der Pfandbriefmarkt lag bei behaupteten Kursen fest. Stadtanleihen zeigten kleine Schwankungen, fest 4,50- (ehemals 7) prozentige Frankfurter 98,90 (98,25), etwas niedriger 4,50 d. H. Darmstadt und Mainz von 28 mit 98,50 (98,75) bzw. 98 (98,25). Industrie-Obligationen zogen teilweise 0,13 bis 0,25 v. H. an. Abendbörfe still. Da besondere Anregungen nicht vorlagen, herrschte an der Abendbörse stilles Geschäft und Zurückhaltung. Die Grundtendenz blieb jedoch freundlich, obwohl die meisten Papiere nicht den Berliner Schlußstand behaupten konnten. Auf ermäßigter Basis bestand Kaufinteresse, Weiter gesucht waren von Montanaktien Harpener zum Berliner Kurs von 181,50 (180,75), wogegen Verein. Stahl auf 119,75 (120,40) nachließen, ebenso Mannesmann auf 122,75 (123,13) und Rheinstah auf 153,75 (154,25)* Kali-Chemie notierten nach Pause wie in Berlin mit 153,50 (am 2. 7. 148). Auf den übrigen Marktgebieten betrugen die Abweichunben etwa 0,13 bis 0,40 o. H. Am Einheitsmarkt notierten von Brauereiaktien Schöfferhof-Binding mit 200,25 (201) und Brauhaus Nürnberg mit 111 Xlll,50). Der Rentenmarkt war gleichfalls ruhig bei behaupteten Kursen. Etwas Geschäft hatten Kommunal-Umschul- dung mit unv. 94,30, unverändert waren auch 6 o. H. IG.-Farben mit 132,13. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 5. Juli. Die Großmühlen haben nach Erhalt der ersten Juliweizen-Rate die Mahltätigkeit wieder ausgenommen. Die Roggenversorgung der Prooinzmühlen ist ausreichend. Neue Wintergerste wurde noch nicht angeboten. Weizenmehl ist in allen Sorten lebhaft gefragt, im allgemeinen können die Anforderungen erfüllt werden. Roggenmehl blieb recht ruhig. Lagerbestand und Neuzugang sind befriedigend, nur die Ostofferten fehlen. Mischsutter wurden gerne ausgenommen. Die Kleieversorgung hat sich gebessert. Die Umsätze in Rauhfutter sind unbedeutend. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige ft 100 Kilogramm) in Mark: Weizen W 13 211, W 16 214, W 19 218, W 20 220, Roggen R 12 180, R 15 183, R18 187, R19 189 Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Futteraerste —, Futterhafer —. Weizenmehl Type 812 W 13 30,00, W 16 30,10, W 19 30,10, W 20 30,45, Roggenmehl Type 1150 R 12 22,45, R 15 22,80, R 18 23,30, R19- 23,50 plus 50 Pf. Frachtausgleich. Weizenfuttermehl 13,60. Weizenkleie W13 10,75, W16 10,90, W19 11,10, W20 11,20, Roggenkleie R12 9,45, R15 10,15, R18 10,40, R19 10,50 Mühlen- festpreise ab Mühlenstation. Soyaschrot —, Palm- kuchen —, Erdnußkuchen —, Treber getr. 14,00 Höchstpreis ab Erzeugerstation, Trockenschnitzel —, Heu alte Ernte 5,50, neue Ernte 3,80 bis 4,20, Heu drahtgepreßt alte Ernte 5,90, Weizen- und Roggenstroh drahtgepreßt 3,00, do. gebündelt 2,70. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 6. Juli. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 549 Rinder, 120 Hümmel, 30 Schafe, 5425 Schweine. Es kosteten: Kälber 33 bis 65 Mark, Hümmel 40 bis 50, Schweine 51,50 bis 55,50 Mark. — Marktverkauf: Kälber und Schweine zugeteilt, Hämmel und Schafe mittelmäßig. Festnahme eines Automaienbetrügers. Lpd. Frankfurt a. M., 5. Juli. Durch die Aufmerksamkeit eines Automatenbesitzers gelang es, einen 29jährigen Mann fest zunehmen, der mit alten, außer Kurs gesetzten Zehnpfennigstücken , von denen noch mehrere bei ihm gefunden wurden, Zigaretten aus Automaten entnommen hatte. Bei der Durchsuchung seiner Wohnung wurden noch erhebliche Mengen von diesen Geldstücken, die er ebenfalls zur Automatenberaubung verwenden wollte, vorgefunden. Hier abschneiden! 4 Manisch-depressives Marengo Manisch-depressives Irresein, erbliche Geisteskrankheit, die in verschiedenen Schüben verlauft So kann eine Periode, in der der Ablauf der Vorstellungen, Rede- und Beweaungsdrang und das Selbstgefühl gesteigert ist, ab- wetbleln mit Perioden, in denen der Vorstellungsablauf gehemmt ist. traurige Stimmung und Un- lustgefübl' im Vordergrund stehen. Anstaltsbeh. ist weg. Selbstmordgefahr bes. bei den Depre- stven geboten. Die Kranken fallen unter das Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses. Mannequin, franr, Bedeutung Eliederpuvpe. entbehr!. Fremdwort für Vorführdame. Mansarde, franz., Dachzimmer meist mit einer sckragen Wand oder Zimmer in Höhe der halben Trevve zwischen zwei Stockwerken. Bei den heutigen Wohnbauten werden durch geschicktes Einrichten von Wandschränken die schrägen Wände vielfach vermieden. so daß die Mansarden als vollwertige Zimmer gelten können. Zu jeder Wohnung sollte eine Mansarde gehören. Manschetten, franz., Bedeutung: Ärmelchen, der umgelegte und gesteifte oder nur abgesetzte Teil des Hemdärmels am Handgelenk früher als besonderes Teil. Röllchen, getragen. Zweckmäßig kauft man Hemden mit Ersatzmanschetten, die man annäht, wenn die ersten Manschetten durchgestoßen sind. Mantel, das über Anzug oder Kleid im Winter getragene Bekleidungsstück, bei Damen vielfach mit Pelzwerk verziert. Im Frühjahr werden die Mäntel gut geklopft und gebürstet und dann eingemottet. Man soll Mäntel nie zu modisch kaufen, damit man sie einige Jahre tra- aen kann. Mantille, kurzer, leichter Seidenmantel oder -umhang in Form eines dreieckig zusammen- rretegten Fransentuches. Manufakturwaren, der lat. Bedeutung nach Handarbeitswaren, sind meist umgekehrt Fabrik- "rbeit. Manuskript, lat., Bedeutung: eine mit der Hand geschriebene Arbeit. Heute auch für eine mit der Schreibmaschine hergestellten Arbeit angewandt. Marabu, ostafrikanischer Kropfstorch. dessen Schmuckfedern zu Halsboas und als Hutverzierung nerwendet werden. Maräne, zarter, renkenähnlicher Binnenseefisch, der auf alle Ar- fen zubereitet wird. Maraschino, erlesener Likör, der aus den Kernen einer dalmatinischen Kirschenart gewonnen wird. Marder, kleines Raubtier, das sowohl dem Wild wie dem Geflügel gefährlich wird und dessen Fell wertvolles Pelzwerk abgibt Marder werden mit Fallen gefangen. Außer dem europäischen Hausmarder und Edelmarder gibt es noch verschiedene Abarten wie den kanadischen Marder, der den Zobelpelz liefert. Marengo, schwarzer Wollstoff mit kleinen weißen Härchen, wird zu Damen- und Herrenmänteln, ebenso zu Abendanzügen der Herren verarbeitet. Färberei Braubach & Fischer Seltersweg 63 Die chemische Reinigung erspart Neuanschaffungen Einweihung des Waldschwimmbades der Siadi Lich 3) Lich, 5. Juli. Die gestrige Einweihung des neuen Schwimmbades unserer Stadt übte eine große Anziehungskraft aus. Unter Vorantritt des Bannmusikzuges 116 der Hitlerjugend und begleitet von den Klängen der Kapelle der Freiwilligen Feuerwehr Lich, bewegte sich zwischen 14 und 15 Uhr ein großer Festzug durch die Stadt zum Waldschwimmbad im Albacher Teich. Bürgermeister Geil schilderte hier in kurzen Zügen die Geschichte der Entstellung des neuen Bades und dankte dem anwesenden Erbprinzen Dr. Hermann Otto zu Solms-Hohensolms-Lich für die Bereitwilligkeit, den großen Teich als Badeplatz zur Verfügung zu stellen. Ferner dankte er allen Behörden, die den Bau unterstützen halfen. Besondere Worte des Dankes widmete er dem Beauftragten des Turn- und Sportamtes, Kulturinspektor Sauer (Gießen), dem Bauinspektor K i m p e l (Gießen) und den ausführenden Handwerkern und Geschäftsleuten der Stadt Lich. Bürgermeister Geil begrüßte sodann im Namen der Stadt Lich alle Gäste, besonders den Vertreter des Kreisleiters der NSDAP., Pg. Holländer (Gießen), ferner Negierungsrat Weber vom Kreisamt Gießen, den Vertreter der Wehrmacht, Leutnant Volkmann vom Inf.-Regt. 116 Gießen, den Vertreter der NSG. „Kraft durch Freude" Müller-Gießen, die BDM.-Untergauführerin Käthe Pfeffer, den Vertreter des Kreisschulamts Gießen, Kreisschulrat Nebeling, Regierungsbaurat Kuhlmann- Gießen, die Formationen der NSDAP., die Sportvereine ujw. Der Redner schilderte dann die Schönheiten des neuen Bades und wies ferner darauf hin, daß in den nächsten Jahren noch einige Verbesserungen vorgenommen würden, so u. a. die Errichtung eines Sprungturmes und einer Walser- rutschbähn. Auch solle für erwachsene Nichtschwimmer noch ein größeres Becken eingebaut werden, Ferner werde noch die Erbauung eines Erfrischungsraumes in Aussicht gestellt. Das Bad sei für alle Volksgenossen errichtet worden, es solle allen Volksgenossen, insbesondere aber der Heranwachsenden Jugend dienen. Deshalb habe die Leitung der Volksschule Lich nach Rücksprache mit der Stadtverwaltung den Schwimmunterricht in den Lehrplan ausgenommen. Alle Schüler sollten schwimmen lernen. Die Stadt habe mit der Errichtung des Bades bewiesen, daß sie bereit sei, r^itzu- arbeiten am Aufbau unseres Vaterlandes. Der Stellvertreter des Kreisleiters, Pg. Holländer (Gießen), sprach seine Freude über diese Tat der Stadtverwaltung aus, der Jugend und allen übrigen Volkgenossen dies schöne Bad geschaffen zu haben. Man sehe allenthalben, so auch hier, daß ein neuer Geist in unser Volk gekommen sei. Die Stadt Lich dürfe auf ihr herrliches Bad stolz sein. Der Redner überbrachte die Grüße und Glückwünsche des Gauleiters und Reichsstatthalters Sprenger, ferner des am Kommen verhinderten Kreis- leiters, und sprach auch für den Oberbürgermeister unserer Nachbarstadt Gießen die Glückwünsche aus. In dieser herrlichen Zeit, in der unser heutiges Geschlecht lebe, dürften wir zu unserer Freude ein neues Deutschland, ein Deutschland der Ordnung sehen. Deshalb müßten wir bestrebt sein, dem Mann nachzustreben und nachzuleben, der dies neue Deutschland geschaffen habe: unserem Führer Adolf Hitler. Mir müßten von neuem Lebensgefühl erfaßt werden und alle Träger der neuen Idee werden. Wie wir im Wasser Wahrheit, Klarheit und Gesundheit fänden, so sollten wir es halten im ganzen Leben. Ortsgruppenletter Kuhn dankte in erster Lime dem Schöpfer des neuen Bades, Bürgermeister Geil. Er sprach dann über die Bedeutung des Schwimmens und stellte die Forderung auf, daß jetzt jedem Kinde Gelegenheit gegeben sein müsse. Schwimmen zu lernen. Damit trage das Bad dazu bei, daß ein starkes, gesundes Geschlecht heranwachsen könne. Mitzuhelfen, daß das Bad schön erhalten bleibe, seien alle berufen, namentlich unsere Jugend. Mit dem begeistert aufgenommenen Sieg-Heil auf Führer und Volk klang die Ansprache aus. Als Beauftragter des Sport- und Turnamtes übermittelte Gauschwimmobmann Sauer (Gießen) die Glückwünsche des staatlichen Sport- und Turnamtes und gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß sich allenthalben die Erkenntnis durchgerungen habe über die Notwendigkeit des Sportes. Unser Ziel müßte sein: Jeder Deutsche ein Schwimmer — und jeder Schwimmer ein Lebensretter! Nach dem Eröffnungsschwimmen durch 6 mal 8 Schwimmer traten zunächst die auswärtigen und die einheimischen Schwimmer zur 4X50- Meter-Kraulstaffel für Männer an. Es schlossen sich weiter an die 4X50-Meter-Bruststaffel für Frauen und der mit großem Interesse aufgenommene Wettkampf der 4X50-Meter-Bruststaffel für Formationen und Vereine um den Wanderpreis der Stadt Lich, einen silbernen Becher mit eingeschriebener Widmung. Zu diesem Kampf traten sieben Gruppen an: der örtliche SS.-Trupp, die SA., das Jungvolk, die Hitler-Jugend, das NSKK., der Turnverein 1860 und der Verein für Rasenspiele. Sieger wurde der örtliche SS.-Trupp, dem Bürgermeister Geil den silbernen Pokal aushändigen konnte. Der Bürgermeister forderte alle Beteiligten auf, mit Tatkraft weiterzuarbeiten. Großes Interesse fanden auch die Vorführungen des Sportamtes „Kraft durch Freude". Den Festgästen war Gelegenheit geboten, eine Schwimm- stunde mitzuerleben. Von den vielen Vorführungen seien noch erwähnt das Kunstspringen, die 3X50- Meter-Lagenstaffel für Männer und das Massenspringen. Die Zuschauer begeisterten sich auch sehr für die beiden Wasserballspiele. Die Jugend erfreute sich am Baden, schnappte vom Wasser aus ihre Würstchen und plätscherte bis gegen Abend im warmen Wasser. Erwähnung verdienen noch die Gesangsvorträge der Sängervereinigung „Cäcilie", die unter Leitung von Chormeister Jlge einige Chöre sang. , Bei eintretender Dunkelheit fand auf dem Teich Gießener Schwimmer und Schwimmerinnen traten im neuen Licher Waldschwimmbad zum Anschwimmen an und führten anschließend verschiedene Schwimmwettkämpfe durch, die von den nach vielen Hunderten zählenden Zuschauern mit großer Aufmerksamkeit verfolgt wurden. Unser Bild zeigt das Anschwimmen. (Aufnahme: Neuner, Gießener Anzeiger.) ein Lampionschwimmen statt. Den Ausklang des Festes bildete ein großes Feuerwerk, wie es seit Jahren in unserer Stadt nicht geboten wurde. Bis in den Morgen hinein verlebten dann die Festteilnehmer bei Tanz und Frohsinn einige recht frohe Stunden. Eröffnung des „Horst-Wessel-Lagers" bei Grünberg. + Grünberg, 4. Juli. Am Sonntag fand die feierliche Eröffnung des hiesigen Zeltlagers der Hitler-Jugend statt. Erschienen waren hierzu Bannführer Freudenberg (Wiesbaden), der Beauftragte der Gebietsführung für die Zeltlager, Pg. Frank (Gießen) von der Kreisamtsleitung der NSV., dazu von hier die Vertreter und Amtswalter der Partei, SA., NSKK., Hitler-Jugend, Jungvolk, BDM. und Jungmädel. Trommel- und Fanfarenklänge eröffneten die Feier. Nach einem Lied des Jungvolks sprach Beigeordneter Pg. A l b a ch , der im Auftrag von Partei und Stadt Begrüßungsworte an die Erschienenen richtete und seiner Freude Ausdruck gab, daß es möglich gewesen sei, auch in diesem Jahre das Lager wieder zu eröffnen. Bannführer Fre.udenberg hielt dann die Eröffnungsansprache. Nach Dankesworten an die Gemeinde und die NSV. für ihre Mithilfe bei dem Lager und seiner Errichtung umriß er in kurzen Worten Zweck und Aufgabe der Lager, der Jugend praktische Kameradschaft zu lernen und eine deutsche Jugend in echt nationalsozialistischem Geiste zu erziehen. Dies solle neben dem Lager auch durch die Nacht, Seltersweg 69. L. .und zum Bauen Nachlässe von 3 bis 20 v. H. erhalten Sie bei wiederholten Wer- Öffentlichungen einer Anzeige / Herzliche Einladung zum Sibel- unö SekeluiHiisebenb Mittwoch, 7. Juli/ abends 8V< Uhr, im Johannessaal. Es spricht: 4 .71D Ufr. Betfer, Boro-@emünöen über das siebente Sendschreiben. Margareta Margareta, weibl. Vorname griech. Herkunft mit der Vedeu- ung „Die Perle", davon abgeleitet Margarete, Margret, Grete, Greta, Gretchen, Margot, Margherita. Margarine, Speisefett aus tierischen und pflanzlichen Fetten u. Ölen, dessen Zusammensetzung gesetzlich geregelt ist. Verwendet werden u. a. Soyaöl. Sesamöl u. Kopraöl. Margarine ist ein durchaus vollwertiges Nahrungsmittel, das nur im Vitamingehalt hinter der Butter zu- rücksteht. Margerite s. Chrysantheme. Maria, weibl. Vorname hebr. Herkunft mit der Bedeutung „Die Bittere", Herbe, abgeleitet Mary, Mizi, Mize, Ria, Mia. Marianne, weiblicher Vorname hebr. Herkunft, zusammengesetzt aus Maria und Anna. Marienkäfer, sehr nützliches Insekt, das, wie auch bereits seine Larven, die Blattläuse vernichtet. Zufällig gefangene M. auf lausbefallene Pflanzen setzen. Kinder anhalten, diese kleinen Garten„polizisten" zu schonen Von M. ausgeschiedener gelb-roter Saft kann Entzündung (Au- gen!) Hervorrufen. Marinieren, franz, deutsche Bezeichnung Beizen, das Einlegen von Fleisch oder Fisch in gewürzten Essig. Marionetten, Gliederpuppen, die an mehreren Fäden hängen und vom Puppenspieler kunstvoll geführt werden. Marionettenspiele find eine alte Kunstform, die die Marmelade Puppen zu einem seltsam lebendigen Dasein erwecken. Eine Marionettenvorführung hinterläßt bei Kindern einen tiefen Eindruck, aber auch jeder Erwachsene wird sich an der Marionettenkunst begeistern, die nicht allein auf kindliche Zuschauer abgestellt ist. Marionettentheater werden neuerdings stark gefördert. Mark, weiche, fetthaltige Masse in den Röhrenknochen der Schlachttiere, wird entweder in der Brühe mitgekocht oder vor dem Kochen herausgenommen und vor dem Anrichten kurz aufgequellt. Brühe mit Mark. Aus ausgelassenem Rindermarkmacht man mit geriebenen 6emmeln, Salz, Pfeffer, Ei, geriebenem Muskat und gehackter Petersilie einen Teig, formt daraus kleine Klößchen (Markklößchen), kocht sie in der Brühe gar und richtet sie mit der Brühe an. Markise, franz., Sonnendach aus Leinenstoff, das Fenster oder Veranden schützt. Markisen können durch linksseitiges Bestreichen mit Wasserglas wasserdicht gemacht werden. Markusbrot, andere Bezeichnung für Marzipan. Marly, großmaschiges Gazege- webe. Marmelade ist mit Zucker eingedicktes Obstmark. Im Gegensatz zu Eeleebereitung werden nur gute, reife Früchte genommen, da diese allein den vollen Fruchtge- sckmack haben. Die Obstsorten können gesondert oder gemischt gebraucht werden. Bei Mischun- 294 Für Ihren Frühstückstisch ... gibt es schone Marmeladendosen bei Häuser. Sehen Sie sich die reiche Auswahl mal an. Darunter ist auch die Marmeladendose, die ab morgen auf Ihrem Frühstückstisch stehen kann. Sie kostet bestimmt nicht viel bei Z. B. Häuser, Gießen, am Oswaldsgarten, Fernsprecher 2145/2146. Bekanntmachung. Die Erd-, Pflaster- und Chaussierungsarbeiten sowie die Arbeiten für den Bau eines Regen- und Schmutzwasserkanals zum Ausbau des Wartweges sollen auf Grund der Reichsoer,dingungsordnung für Bauleistungen öffentlich vergeben werden. Verdingungsunterlagen und Angebotsvordrucke find ab Donnerstag, den 8. Juli 1937, bei uns erhältlich. 45660 Die Angebote sind bis zum Samstag, dem 10. 3uli 1937, vormittags 10 Uhr, beim Städtischen Hoch- und Tiefbauamt, Asterweg 9, abzugeben, wo die Oeffnung der Angebote erfolgt. Zuschlags- und Bindefrist 4 Wochen. Gießen, den 5. Juli 1937. Städtisches Hoch- und Tiefbauamt. G r a ü e r t. WFPRFdrucksachen VV G IX Q C. Brühl'sche Druckerei Wann geM’s in Jenen? Ist schon alles bereit? Denken Sie ja daran, fehlende Dinge rechtzeitig zu beschaffen. Wir bringen vielerlei, was die Ferien angenehmer macht. Damen Badeanzug _ Qn Juvena.............U.öU Bademantel Q Qn moderne Form.......U.uU Damen-Blusen . -n in großer Auswahl .... 4iüU H.-Charmeuse-Hemd « Qn l/2 Arm..............J.uU Sporthemd R Qn moderne Ausmusterung DeUÜ Netzunterwäsche A -c in allen Größen....... I, IQ Dirndl-Kleider, Sepplanzüge f. unsere Kleinen in gr. Auswahl 4559 A ien int 4569A berechnet werden. Vom 15. Juli 1937 ab wird die Strom- und Gaslieferung bei allen Abnehmern gesperrt, die die Strom- und Gasgelder für Monat 2Nai 1937 einschließlich kosten noch nicht entrichtet haben. Gießen, den 3. Juli 1937. Direktion der Städtischen Betriebe. Uten! Der toierung M't die l Wnz ernt Mweiz, ii Mrn, daß stille neue Wbegkitet tibeutidyer 1 ! Nieman e gar nicht - der 2Iüto Ldem erst namerifani ein Neuyc nÄ'egeriM «den mürb Majtii^en Ätorennei Bekanntmachung. Die Strom- und Gasgelder im Stadt- und lieber» landgebiet sind nach den Lieferungsbedingungen grundsätzlich bei der Ablesung an den Erheber zu zahlen. Geschieht dies nicht, dann können die Stromgelder noch innerhalb der nächsten 8 Tage und die Gasaelder noch innerhalb 10 Tagen ohne kosten an die Kasse der Städtischen Betriebe Gießen, Gartenstraße 3, oder auf Postscheckkonto Nr. 27707 Frankfurt am Main gezahlt werden. Bei Ueberschreiten der Zahlungstermine müssen die Beitreibungskosten in diesem Jahre zum ersten Male durchgeführtett Fahrten erreicht werden. Das von der Hitler-Jugend angestrebte Ziel gehe dahin: erst Lager, dann Fahrt, und zwar zunächst durch den Gau und schließlich durch das weite Vaterland. In Ordnung und Disziplin soll durch ausgewählte Führer dieses Ziel erreicht werden. Er übergab dann das Lager in die Hände von Lagerleiter Metzger, der gelobte, das Ihm anvertraute Amt gewissenhaft zu erfüllen. Mit einem Begleitspruch fand dann die Flaggen- hissung statt. Mit dem Lied der Jugend und dem Sieg-Heil auf den Führer fand die Feier ihren Abschluß. Es folgte ein Rundgang durch das Lager, das mit feinen zwanzig großen Zelten malerisch in den Wald an einen Abhang sich anlehnt. Am oberen Ende hat es eine Küche mit einer davor liegenden überdachten Halle, die als Essens- und Aufenthaltsraum dient. Ein durch die ganze Länge des Lagers sich hinziehender Weg ist neu errichtet worden, die untere Hälfte als Knüppeldamm, während der obere Teil durch Ausstückung mit Steinen und einem Grusbelag erstellt wurde. Außerdem wurde an der oberen Seite des Lagers ein Abzugsgraben für Regenwasser angelegt. Dadurch ist es möglich, auch, bei regnerischem Wetter trockenen Fußes sich im Lager zu bewegen. Die erste Belegmannschaft stammt aus der Umgebung von Wetzlar. In je achttägigen Lagerzeiten soll das Lager bis zum 28. August dauern. Landkreis Gießen. * Lollar, 5. Juli. Der Arbeiter Rob. Zecher von hier hatte dieser Tage das Glück, mit einem Losbrief der Reichslotterie für Arbeitsbeschaffung einen Gewinn von 100 Reichsmark zu erlangen. gfs. Rödgen, 5. Juli Die Frauenfchaft wanderte in froher Gemeinschaft nach dem benachbarten Trohe, um den Mustergarten anzusehen, der von der Bäuerlichen Werkschule in Gießen dort angelegt wurde. Die Frauen betrachteten alles mit großem Interesse und nahmen manches Wissenswerte mit nach Hause. A Bollnbach , S. Juli. Ein hiesiger Einwohner zweier alleinliegender Gehöfte stellte dieser Tage große Unruhe unter seinen Hühnern fest. Als er der Ursache nachging, mußte er feststellen, daß Meister Reineke ihnen einen Besuch ab» gestattet hatte. Bis jetzt hat der Dieb schon sechs Hühner und sieben Kücken geholt. * Lang-Gons, 6. Juli. Am morgigen 7. Juli, feiern Konrad Anton Müller und seine Ehefrau Katharina, geb. Müller, in Lang-Göns bei guter Gesundheit das Fest der goldenen Hochzeit. Konrad Anton Müller war früher Metzgermeister und Landwirt. Die Metzgerei hat er vor Jahren infolge vorgerückten Alters an seinen Sohn Wilhelm Otto Müller abgegeben. Kreis Scholten. # Groß-Eichen, 6. Juli. Das Fest der silbernen Hochzeit feiern morgen, 7. Juli, die Eheleute Zimmermann Hermann Tröller und Frau Katharine, geborene Schott. Kreis Lauterbach. Lpd. Lauterbach, 5. Juli. In dem benachbarten Kreisort W a l l e n r o d ist eine Diphtherieepidemie ausgebrochen, wie sie hier seit langem nicht zu verzeichnen war. Ueber 20 Kinder sind erkrankt, so daß die Schule geschlossen werden mußte. Bei einem fünfjährigen Mädchen verlief die Krankheit tödlich. ! i W: j , E 4 'öeu K 5“’ iernlPrl «ter posts-h l-niiiM bei Wme„1 Äen. Un ißchr giinstio Ma Lanl t Mion li Mich di, jnh tie. Um M amerita ftungen d Wahrend di r a nr verte W fein an Whnie vor Men, sonde Mrz, alle ^e Bedeuti I’uf üon über Wntinents U Erfreulich .Murn jpoi W ! M Wen vurb Ma die bej1 sSW 1 tjtfmini ®er M dem । unh 2lut illo nb erb F ort, ft feer unb Sportliche' I Vereint ’ »Men brohi i3n die von OrreMM Bff fein ei Mn bie U als Mtz wollen i Min. So MV °iel tfiir Ä ?tti hgnmter Z Will nicht natiirli tordsucht «um i * 'senivechs! ^i'ehene \n gerät. ’ort E« von SW " Kd, 11 ÄD lA darf Jmponie f Wüigei M bit v Pw bh V fien in r?be bei j? '/ich am Z le Mi 3.rer gec Mochte i SM rrii gorer b?j Herren-Bekleidungshaus Adolf Möhl 6k: Ojl'O Marktplatz GIESSEN Marktplatz ——_____________ 4572 A Formbeständige Verarbeitung ist selbstverständlich bei unserer guten Kleidung, auch wenn die Preiswürdigkeit noch so überraschend ist. Wir legen, wie immer, größten Wert auf gute Stoffe — aber auch vor allem auf beste Innen Verarbeitung I Bitte machen Sie einen Versuch, denn nur so können Sie sich davon überzeugen