Kr.Z9 Erstes Blatt Dienstag, 6. April 193Z 18Z. Jahrgang Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Postscheckkonto: Frankfurt am Main 1168« Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfitats-Vuch- und Sleindruckerei R. Lange in Gießen. Schristlettung und Geschäftsstelle: Schulftratze 7 Annahme von Anzeigen für die Mitlagsnummer bis8*/,Uhr des Vormittags Grundpreise für I mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rps.. für Text» anzeigen von 70mm Breite 50Rpf.,Platzvorschrift nach vorh. 93ereinbg.25°/0 mehr. Lrmähtgte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf, Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts-u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Erscheint tftgltd), außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Vie Illustrierte Gietzener Familienblättei Heimat im Bild • Die Scholle Monals-Sezugsprets: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr .. , -.25 Auch bei Mchterschetnen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gietzen AriedensmelodieinfalfHerTonart In London ist am Montag die Internationale Zuckerkonferenz eröffnet worden, zu der nicht weniger als 22 Länder, darunter auch Deutschland, Delegierte sandten. Aber die ganze Aufmachung dieser Konferenz zeigt, daß es um mehr geht als die Erneuerung des alten Chad- bourne-Abkommens, der Preisregelung auf dem internationalen Zuckermarkt, die vor anderthalb Jahren völlig zusammenbrach, weil die Rohzuckerproduktion in der Kriegs- und Nachkriegszeit gewaltig zugenommen hatte. Die Preise fielen und trotz des großen Opfers, das Java brachte, indem es seine Zuckererzeugung infolge des Chadbourne-Abkom- mens plötzlich auf ein Sechstel zurückwarf, sind sie weiter gefallen. Die USA. haben nämlich zu dieser Konferenz einen Sonderbotschafter, NormanDa- vis, entsandt, von dem nicht nur die englische Presse annimmt, er habe Sonderbotschaften des Präsidenten Roosevelt auszurichten. London ist durch den greisen Lordpräsidenten des Geheimen Rats MacDonald und durch den bekannten Wirtschaftsberater Leith Roß vertreten, und auch die Deutschen haben neben die Fachleute den deutschen Botschafter in London gestellt. Wenn es sich nur um eine Wirtschaftskonferenz, die schließlich doch nur ein beschränktes Produktionsgebiet zum Ziele nimmt, wie es bei Zucker der Fall ist, handelte, dann wäre der ganze Aufwand an Staatsmännern und die Leitung der Konferenz durch die britische Regierung überhaupt nicht notwendig gewesen. Die Lösung des Rätsels ist wohl in dem Bemühen der USA. und Englands zu erblicken, diese Konferenz als Vorbereitung einer neuen Weltwirtschaftskonfe- r e n z hinzustellen, auf der gleichzeitig die R ü - stungssrage erörtert werden soll. Dabei wird in der britischen Presse vor allem Gewicht auf die Intimität der englischen und der nordamerikanischen Politik gelegt. Andererseits ist bekannt, daß London und Paris in vielen hochpolitischen Fragen übereinstimmen, rnnd natürlich macht die englische Presse jetzt schon den Versuch, die Formeln für die kommende große Konferenz zu bilden, die angeblich wie der „Sunday Expreß" unvorsichtig schreibt, „einen Druck auf die übrige Welt ausüben würden, um die Rüstungen herabzusetzen." Soll so etwas wie eine politische und wirtschaftliche Front der drei Staaten England, Frankreich und USA. gebildet werden, die in politischer und wirtschaftticher Hinsicht den anderen Mächten eine festumrissene Formel vorlegt, den Frieden, den dieses Triumvirat ausgetüftelt hat, anzunehmen oder abzulehnen und damit die Welt vor die Frage zu stellen, ob sie einen Frieden der sogenannten Weltdemokratien will oder nicht? Wenn das die Absicht dieser Konferenz ist, wenn dazu die Grundsteine gelegt werden sollen, dann muß doch gesagt werden, daß die anderen Staaten zunächst einmal die Pflicht haben, überhaupt zu untersuchen, auf welcher Basis sich denn diese Friedenspolitik der Weltdemokratien eigentlich aufbaut. Zunächst ist bezeichnend, daß die englische Presse davon spricht, die Handelsbeziehungen zu dem Reich Roosevelts würden intensiver gestaltet werden. Das ist eine Sache, die lediglich Washington und London angeht, und die übrigen Mächte haben nur das Interesse daran, daß diese Verhandlungen nicht ihre Handelsinteressen gefährden. Aber diese Verhandlungen sollen durch solche mit anderen Staaten erweitert werden, angeblich will Roosevelt, nachdem durch die neue Konferenz des Empire die wirtschaftlichen und politischen Linien der Zusammenarbeit aller Glieder des brittschen Weltreiches festgelegt sind, dazu übergehen, der übrigen Welt einen Friedens plan vorzulegen, so wie ihn sich die amerikanischen Staatsmänner denken. Wohl gemerkt: nachdem das Empire wirtschaftlich und handelspolitisch wieder einig sei, nachdem die Amerikaner aller Zungen sich auf einen amerikanischen Frieden nicht nur in der Politik, sondern auch in der Wirtschaft in Buenos Aires einigten, nachdem die englische Aufrüstung im wesentlichen durchgeführt wurde und ebenfalls die der Vereinigten Staaten. Marr glaubt durch Hinzutritt Frankreichs dann stark genug zu sein, um der übrigen Welt die anglo-amerikanischen Friedensideen aufzudrücken. Aber an und für sich entspricht doch die vielleicht kommende Zusammenarbeit Washingtons und Londons nicht dem demokratischen Ideal der Gleichberechtigung aller Mächte. Außerdem kommt hinzu, daß wenigstens die englische Staatsführung darauf hinausläuft, die Grundlagen des durch Versailles geschaffenen Zustandes beizubehalten und eine Revision abzulehnen, zum Beispiel in der Mandatsfrage. Und überdies würde England, wie es schon im Währungsabkommen eigene Wege ging und dadurch Frankreichs Währungspolitik nicht sicherte, immer und überall den Grundsatz vertreten, daß die britische Politik zunächst britisch sei, dann die Politik der auswärtigen Staaten danach beurteilt werden müßte, ob diese Politik einigermaßen mit der englischen übereinstimmt, woraus der Brite selbstverständlich schließt, ob die Politik dieser Staaten „gut" oder „schlecht" ist. Die Moralismen des demokratischen Eigennutzes wurden also dem neuen Friedensgebaude von den Briten und den übrigen Demokratien als Grundmauern unterlegt werden. Das ist das Ziel, das ist aber auch die Gefahr für alle dleien.gen Mächte, deren Politik sich außerhalb des britischen und des amerikanischen Bereichs auf eine gewisse Selbständigkeit stützt. _ f Und wie will man, um das angeblich letzte Ziel des Sonderbotschafters Norman Davis zu kennzeichnen, zu einer Abrüstung kommen, wenn man einmal sich dem gesunden Gedanken verschreibt, daß jede Macht über die militärischen Mit- „Amerikas größter Kehler." Nachdenkliche Rückblicke am 20. Jahrestage des Eintritts der USA. in den Weltkrieg. Hüll fordert Abbau der Zollmauern. ..Neuyork, 6. April. (DNB. Funkspruch.) Anläßlich des 20. Jahrestages des Eintritts der Vereinigten Staaten in den Weltkrieg stellt die Presse Vergleiche über die Gefühle des amerikanischen Volkes in damaliger Zeit gegenüber der heutigen Einstellung an. „New $orE Post" erwähnt die kürzlich erfolgte Rundfrage an die Bevölkerung, ob der Kriegseintritt der Vereinigten Staaten ein Fehler gewesen sei. 70 v.H., also nahezu Drei- viertel der Gesamtbevölkerung, hätten diese Frage mit Ja beantwortet. Der progressive republikanische Senator Morris, der seinerzeit gegen den Eintritt in den Krieg gestimmt hat, erklärte, daß die Beteiligung der Vereinigten Staaten am Weltkrieg der größte Fehler gewesen sei, den diese Nation jemals begangen habe. Der Schritt habe niemandem etwas Gutes gebracht, und noch die Kinder der jetzt lebenden Generation würden unter diesem Fehler zu leiden haben. Der demokratische Senator Sheppard bezeichnete seine Weigerung, den Kriegshetzern Gefolgschaft, zu leisten, als die st o l z e st e Tat seines Lebens, auf die er täglich stolzer werde. Staatssekretär Hüll erhielt in Neuyork von der Wilson-Stiftung die Woodrow Wilson-Medaille für seine Bemühungen um Abbau der internationalen Handelsschranken. In seiner Dankrede führte Hüll u. a. aus, Wilson habe im Januar 1918 im Punkt 3 seiner Friedensvorschläge die Niederlegung der Handelsschranken gefordert. Auf der Pariser Friedenskonferenz sei jedoch lediglich erreicht worden, daß die Sieger auf das wirtschaftliche Bündnis verzichteten, das sie sich 1916 versprochen hatten. Im übrigen aber habe der Vertrag Deutschland und dessen Verbündete wirtschaftliche Fesseln und Ungleichheit auferlegt, und es habe bis 1925 gedauert, bis die wirtschaftliche Gleichberechttgung zwischen den Siegern und Besiegten wieder hergestellt wurde. Inzwischen hätten die wirtschaftlich freien Nationen alle möglichen Handelsschranken errichtet und die Zentralmächte seien, sobald sie ihre Freiheit wieder erlangt hätten, in dieser Richtung gefolgt. Dann sei 1928 von Amerika ein schwerer Schlag gegen die wirtschaftliche Zusammenarbeit geführt worden, und die Bereinigfen Staaten seien daran schuld, daß bis 1930 die Zollschranken immer höher wurden und eine Flutwelle extremer Schuhpolitik in der ganzen Welt in Gang kam. Es gebe nur einen Weg, eine Katastrophe abzuwenden. Und das fei der, daß die gegeneinander rüstenden Nationen sich zu zielbewußter gemeinsamer Arbeit für die Wiederher st eltung der internationalen politischen und wirtschaftlichen B e- Ziehungen auf der Grundlage freundschaftlicher Zusammenarbeit zusammenfinden. Die Befreiung des internationalen Handels. Ein Auftrag für den belgischen Ministerpräsidenten. Wenig Vertrauen in London. London, 6. April. (DNB. Funkspruch.) Mit einer gewissen Skepsis stehen die Blätter einem Plan der englischen und französischen Regierung gegenüber, durch den belgischen Ministerpräsidenten van Zeel and die Möglichkeit eines Abbaues der internationalen Handelsschranken prüfen zu lassen. • „Daily Telegraph" warnt ausdrücklich vor übertriebenen Hoffnungen. Jedes Land wünsche, daß die anderen Länder die Zolltarife herabsetze und das Quotensystem lockere. Das sei ganz natürlich. Diesen Traum aber in die Praxis umzusetzen, bedeute eine Periode geduldiger Verhandlungen. Von der Einberufung einer Weltwirtschafts-Konferenz könne noch keine Rede sein. Ein allgemeiner wirtschaftlicher Waffenstillstand sei auch nicht möglich, solange die einzelnen Staaten s i ch nicht politisch sicher fühlten. Die Staaten der Osloer Konvention hätten nur gezeigt, wie guter Wille wenigstens die Handelshemmnisse innerhalb dieser Staatengruppe verringern könnte. Auch „Morning Post" verneint die Absicht ber Einberufung einer Weltwirtschafts-Konferenz. Zwischen England, Belgien und Frankreich finde e i n Meinungsaustausch statt. Wenn man sich über die Hebung des Handels in Europa im klaren sei, werde man vielleicht an andere Regierungen herantreten, um zu sehen, ob Aussichten für ein allgemeines Abkommen bestünden. „Daily Mail" will wissen, daß ein belgischer Wirtschaftler in kurzer Zeit einige Länder bereisen und dann van Zeeland berichten werde. „Daily Herold" und „News Chronicle" unterstellen der englischen Regierung, daß sie an der Beseitigung der internationalen Handelshemmnisse nicht mitarbeiten wollte. Erst vor einigen Tagen habe Baldwin einer Abordnung einflußreicher Männer die Unterstützung der englischen Regierung selbst für den kleinsten Schritt zur Herabsetzung der Zollschranken verweigert. Die englische Regierung habe die Einladung an van Zeeland überhaupt geheim halten wollen, was vermuten lasse, daß ihre Beteiligung nur a u f Drängen anderer Staaten, insbesondere Frankreich und der Vereinigten Staaten erfolgt sei. tel selbst befindet, wie es England, Frankreich und die USA. tun, und zwar grundsätzlich tun, aber dann die Rüstungen der anderen Länder nach dem eigenen Interesse beurteilt, ob sie gut oder schädlich sind. Der Führer hatte seinerzeit den Westmächten ein Abrüstungsangebot unterbreitet, das gleiches Recht für alle schaffen sollte. Weil die Westmächte glaubten, darauf nicht eingehen zu können, also in Wirklichkeit die Fortdauer Deutschlands auf Gleichberechtigung verneinten, ist die Aufrüstung aller Länder eingetreten und Nicht zuletzt als eine Folge der sowjetrussischen Rüstungstätigkeit, die doch nicht durch Konferenzbeschlüsse aus der Welt geschafft werden kann. Bei der bolschewistisch-jüdischen Mentalität ist es klar, daß Moskau alles versprechen, aber nichts halten wird, und auf dieser Grundlage vertrauensvoll den Selbstschutz einer nichtbolschewistischen Nation verringern, heißt doch, langsam Selbstmord verüben. tv. Die Eröffnung der Zuckerkonferenz. London, 5. April. (DNB.) Im „Locarno- Raum" des Außenamtes wurde die Internationale Zuckerkonferenz eröffnet, an der 23 Länder beteiligt find. Der Lordpräfident des Geheimen Rates, Ramfay Macdonald, wies in seiner Eröffnungsrede daraufhin, daß die Konferenz erwägen solle, ob etwas zur Beseitigung der Schwierigkeiten getan werden könne, auf die die Zuckerproduzenten seit Jahren gestoßen seien. Die Lage sei zwar heute besser als noch vor vier Jahren, aber trotzdem betrage die Produktion in einigen der größten Zucker erzeugenden Ländern nur 50 v. H. des rüheren Ausmaßes. Die Schwierigkeiten eien darauf zurückzuführen, daß es nicht gelungen ei, die Zuckerpolitik der verschiedenen Lander auszugleichen. Die Konferenz müsse den Zweck verfolgen, ein internationales Abkommen für die A ufrechte rhaltung eines vernünftigen Gleichgewichts zwischen Angebot und Nachfrage auf dem Zuckerweltmarkt zu erzielen. Es fei klar, daß keine allgemeine Formel gefunden werden könne, die auf alle Länder anwendbar sei, aber es werde sich ermöglichen lassen, Regeln aufzustellen, die aus jede Gruppe von Ländern anwendbar seien, und die besondere Rolle, die diese als Erzeuger, Exporteure und Importeure in der Zuckerindustrie spielten, berücksichtigten. Im Namen der übrigen Delegationen dankte der holländische Vertreter, Ministerpräsident Colijn, für die Bemühungen der englischen Regierung. Die Konferenz werde ihr Aeußerstes tun, um eine Vereinbarung zu erzielen. Schließlich wurde das Büro der Konferenz gebildet und die Einsetzung eines kleinen statistischen Ausschusses vereinbart. Nach der Wahl des englischen Kolonialministers Ormsby Gore zum Vizepräsidenten vertagte sich die Konferenz. * Im Jahre 1931 versuchten die damaligen Hauptzucker-Ausfuhrländer der Welt, nämlich Kuba, Java, Peru, Tschechoslowakei, Polen, Deutschland, Belgien, Ungarn und Jugoslawien die verheerenden Wirkungen der Zuckerrüben-Uebererzeugung in der Welt durch ein Abkommen zu regeln. Es wurden Aus- f u h r a n t e i I e für die beteiligten Länder festgestellt, um dadurch mittelbar die Erzeugung zu beschränken. Der Versuch ist jedoch gescheitert, weil die festgesetzten Ausfuhranteile ju hoch waren und das Abkommen von einigen Ländern, insbesondere englischen und amerikanischen Kolonien, dadurch hinfällig gemacht wurde, daß diese Läyder ihre Erzeugung auf Kosten der am Abkommen beteiligten Länder wesentlich g e st e i - g e r t haben. Inzwischen ist der freie Zuckerweltmarkt, der im Jahre 1931 noch über 5 Millionen Tonnen betrug, auf etwa 3,2 bis 3,3 Millionen eingeschrumpft. Auf Veranlassung der englischen Regierung findet daher jetzt die große Weltzuckerkonferenz statt, an der nahezu alle am Zucker irgendwie interessierten Länder beteiligt sind. Das Ziel dieser Verhandlung ist ein großes internationales Abkommen in der Richtung, daß der freie Weltzuckermarkt in Form von Ausfuhranteilen auf die an der Ausfuhr beteiligten Länder a u f g e t e i l t wird, und daß die nicht Zucker ausführenden Länder sich verpflichten, ihre Zuckererzeugung nicht zu vergrößern und keinen Zucker auf den freien Weltmarkt auszuführen. Deutschland hat in den letzten Jahren wegen der niedrigen Weltzuckerpreise und aus anderen Gründen sich von der Ausfuhr zurückgehalten und dadurch seinerseits zu der sich jetzt anbahnenden Gesundung im Weltzuckermarkt beigetragen. Da das Abkommen voraussichtlich für eine Zeitspanne von fünf Jahren abgeschlossen wird, ist es selbstverständlich, daß Deutschland einen genügend großen Ausfuhranteil in einem gegebenenfalls abzuschließenden Abkommen besitzen muß, denn es ist durchaus möglich, daß in den späteren Jahren sich für Deutschland die Notwendigkeit ergibt, Zucker auszuführen. Oie Preisbewegung in England. Die Engländer haben im Jahre 1931 einen phantastisch günstigen Zeitpunkt für die Abwertung ihres Pfundes von 20.— auf rund 12,50 RM. erwischt. Damals sanken alle Weltmarktpreise von einem Tage zum anderen und da auch das Pfund nicht mit einem Schlag abgewertet wurde, sondern sein internationaler Kurs auf 12,50 Mark im Laufe von ungefähr sechs Monaten sank, so merkte der „Mann auf der Straße" überhaupt nichts oder nur sehr wenig von dem Sinken des Pfundkurses, der sich ja unter anderen Umständen in einer wesentlichen Erhöhung der englischen Einfuhrpreise hätte ausdrücken müssen. Auf der anderen Seite wurde die englische Ausfuhr wettbewerbsfähiger und zugleich wurde auch das englische Preisniveau im Innern vor einem zu jähen Abgleiten, wie es damals etwa die Vereinigten Staaten oder auch Deutschland erlebten, geschützt, so daß die englischen Warenbesitzer in die Katastrophe der Rohstoffmärkte nicht in demselben Umfange hineingezogen wurden wie ihre unglücklicheren Kollegen in anderen Ländern. Denn: wenn das Sinken der Roh- ftoffpreife in dieser Zeit durch die Pfundabwertung, der ja eine Verteuerung anderer ausländischer Zahlungsmittel gegenüberstand, abgebremst wurde, so war" doch der Umfang der Pfundabwertung wie des Preissturzes auf der anderen Seite ungefähr so parallel, daß der englische Verbraucher die Pfundabwertung, wie gesagt, „nicht merkte". Nun ist eine scharf gegenläufige Bewegung im Zuge. Gewiß, wir Haden in Deutschland auch unsere Sorgen. Aber der Staat sucht doch durch ein planmäßiges Eingreifen die einzelnen Faktoren der Preis- und Lohnbildung im Gleichgewicht zu halten und die dabei erzielten Erfolge find trotz mancher Mißlichkeiten da und dort gar nicht zu unterschätzen. In England wie in den anderen liberalen Ländern herrscht aber das freie Spiel der Kräfte und zu diesem freien Spiel der Kräfte gehört auch die Spekulationsfreiheit, die Preise so hoch in die Höhe zu setzen, als es die Atemkraft der Spekulanten überhaupt nur zuläßt. Das gilt sowohl für die Rohstoffe der Industrie wie für den unmittelbaren Lebensbedarf. Seit dem Jahre 1932 ist der englische Quarter (ein englisches Hohlmaß mit dem Fassungsinhalt von 2,9 Hektoliter) für Brotgetreide von 25 Schilling 3 Pennies (rund 15 Mark) auf 55 Schilling 6 Pennies (34 Mark) gestiegen; dementsprechend erhöhte sich natürlich auch der Brot- u.nd M e h l p r e i s. Seit einem halben Jahr Haden nicht weniger als sechs Erhöhungen des Mehl- und Brotpreises stattgefunden, der nun wieder auf der Höhe des Jahres 1928 oder der Kriegszeit angelangt ist. Dabei muß England noch eine zusätzliche unerfreuliche Entdeckung machen. Vor dem Kriege bezog es sein Getreide aus rund einem Dutzend Länder. Infolge der Bevölkerungszunahme in den Vereinigten Staaten und wiederholter dortiger Fehlernten ist die Bezugsfreiheit hier wie in anderen agrarischen Ueberschußländern wesentlich eingeschränkt. Heute bezieht England sein Getreide überwiegend nur aus drei Ländern, nämlich Australien, Kanada und Argentinien. Die Ernteerträge schwanken aber gerade in diesen Bezugsländern wegen des sehr wechselnden Wetters ganz ungemein und so sind die Preise auch sprunghaften Äenderungen unterworfen. Werfen wir nun noch einen Blick auf die induft ri e l l e n Rohstoffe, so ergibt sich z. B. eine Preissteigerung wieder von 1932 bis März 1937 für die Tonne Kupfer von rund 360 auf 850, für die Tonne Blei von etwa 150 auf 380 Mark. Das Pfund G u m m i kostete 1932 etwa 12 Pfennig, im März 1937 aber 65 Pfennig. Allgemein wird die Steigerung der Großhandelspreise aller Arten auf mindestens 50 v. H. geschätzt. Mit dem Weizen werden auch Fleisch, Speck, ja selbst Milch, Butter, Eier und Fische teurer. Das freie Spiel der Kräfte' wirkt sich nun zusätzlich darin aus, daß nicht eine allmähliche, sondern eine sprunghafte Preissteigerung eintritt, die teilweise in sich selbst schon ungesund und unvernünftig geworden ist und deut- liche Merkmale der spekulativen Preisüberhöhung Zeigt. Drei kurze Ausblicke seien in diesem Zusammenhang eröffnet: Die jetzt von verschiedenen Seiten auftauchenden Anregung einer neuen Welt- w i r t s ch a f t s k o n f e r e n z, an die man auch untv Umständen eine Abrüstungskonferenz koppeln will, gehen nicht zuletzt auf die Sorge der Regierungen in den sogenannten liberalen Ländern zurück, daß der jetzige konjunkturelle Auf- st i e g, der mit der Aufrüstung so eng verbunden ist, sich überschlägt und zu einer Wirtschaftskatastrophe führt, nachdem er noch vorher die betroffenen Länder in den typischen Zustand der „s o - z i a l e n U n r a st" (Streiks, Aussperrungen) durch eine absolute Verschiebung des Preis- und Lohnverhältnisses gebracht hat. Hier setzt die sehr rührige kommunistische Bewegung mit ihrem selbständigen Ziele der Revolutionierung der Welt ein, wofür die sich häufenden offenen oder wahscheinlichen Sabotagefälle in England und wilde Streiks, sowie Durchsetzung der Gewerkschaften mit kommunistischen Zellen ein deutlicher Beweis sind. Die englische Regierung sucht in einer für uns Deutsche geradezu unbegreiflichen Vogel-Strauß-Politik über die sich hier auftuenden Schwierigkeiten hinweg zu kommen. Diese Vogel- Strauß-Politik ist das zweite Faktum, das wir zu beachten haben. Sie hängt auf das Engste wiederum mit der dritten Tatsache zusammen, daß der englischen Regierung die finanziellen Berechnungen für die von ihr geplante Aufrüstung einfach unter der allerwertesten Sitzfläche weggerutscht sind, weil die Steigerung der Preise ganz neue Gestehungskosten schafft. Kurz gesagt: die Preise laufen gegen das Pfund! Dr. Ho. Was sagt man nun in Enqland? Gandhi jüngster Kandidat für den Friedens-Nobelpreis? London, 5. April. (DNB.) Die aus Oslo kommende Nachricht, daß Mahatma Gandhi als Kandidat für den sogenannten Nobel-Friedenspreis aufgestellt worden ist, hat in England peinliches Erstaunen hervorgerufen. So hat ein englisches Blatt festgestellt, daß Gandhis hauptsächlichster Beitrag zum Frieden die Anzettelung von Unruhen in Indien gewesen sei. Das Blatt wies auf die Protestbewegung in Indien gegen die neue Verfassung hin und erklärte, Gandhi sei es, der den General st reik in Indien ausgerufen habe. Nach Reuter ist der Vorschlag von einer Organisation erfolgt, die sich „Freunde Indien s" nennt. Die Vermittlung habe ein linksstehender Politiker übernommen, dessen Name nicht genannt wird. Von anderer Seite verlautet hierzu, daß diese Kandidatur bei einigen kleinen Nationen a u f Wohlwollen gestoßen sei. Man muß sich immer wieder wundern, mit welch fataler Geschicklichkeit gewisse Kreise in Norwegen es verstehen, die Großmächte vor den Kopf zu stoßen unter Benutzung von Institutionen, die angeblich der Förderung des Friedens unter den Völkern dienen sollen. Die englischen Kreise, die seinerzeit Deutschlands Stellungnahme bei der Zuteilung des Nobelpreises an den Landesverräter Ossietzky nicht verstehen konnten, dürften jetzt wohl nachträglich für die Haltung Deutschlands Verständnis aufbringen. „Oie Huldigung des Imperiums." Eine britische Weltsendung am Krönungsabend. London, 3. April (DNB.) Die Britische Rund- sunkgesellschaft hat für die Krönungsfeierlichkeiten ein Programm vorbereitet, das am Abend des Krönungstages in einer Sendung unter dem Schlagwort „Die Huldigung des Imperiums" gipfeln wird. An dieser Sendung, die nach f a st sämtlichen Ländern der Welt übertragen werden soll, werden sich neben König Georg, der britische Ministerpräsident Baldwin, die fünf Ministerpräsidenten der Dominions, der indische Vizekönig und Vertreter einiger K o - Ionien beteiligen. Die meisten werden in London sein und von hier aus ins Mikrophon sprechen. Ferner werden britische Staatsmänner in allen Teilen des Imperiums sich an der Sendung ' beteiligen, die mit einer „Botschaft des Königs an sein Volk" enden wird. Oie polonisierungswelle in PommereUen. Posen, 5. April. (DNB.) Die reichsdeutsche Presse vermerkte mit Genugtuung, daß die vom polnischen Westverband anberaumte ,P o m m e - rellenwoche" keine offen deutschfeindlichen Tendenzen aufwies, wenngleich sie nicht ihre Sorge um das dortige Deutschtum angesichts der neuen Propagandawelle verschwieg. Alle diese Befürchtungen werden bestätigt. Auf die Frage, ob diese „Pommerellenwoche" nützlich und notwendig sei, wurde dem Westverband geantwortet, daß es die vordringlichste Aufgabe jeder Propaganda sein müsse, „d a s p o l - nische Leben in Pommerellen zu stär- ken und gleichzeitig fremde .Einflüsse zu beseitigen." „Man muß die Ueberzeugung zum Ausdruck bringen, daß es wichtiger ist, in der gc^enwärtigenPolonisierungsetappe au, dem Gebiet Pomerellens alle deutsche Ueberlegenheit auf dem Wege zur Ostsee und nach Gdingen zu beseitigen, als weitere Millionen in den Ausbau des ©Dinger Hafens zu stecken." Der „Dziennik Poznanski" meint u. a., daß die Beseitigung „aller deutschen Ueberlegenheit" in dem genannten Gebiet einmal durch die Stärkung des polnischen Nationalbewußtseins und zweitens durch eine s y st e - malische Unterstützung polnischer Betriebe erfolgen müsse. Es betont, daß es auf die negative Seite dieses Kampfes, d. h. die Beseitigung deutscher Wirtschaftsorganisationen und Betriebe, nicht erst eingehen wolle, da „diese deutschen Betriebe eines natürlichen Todes st erben müßten in dem Augenblick, in dem es gelingt, die polnische Kundschaft von diesen deutschen Einrichtungen wegzulenke n." Neue Etudeuteutumulte in Warschau. Warschau, 6. April. (DNB. Funkspruch.) In der Technischen und in der Landwirtschaftlichen Hochschule waren die Vorlesungen nach längerer Unterbrechung wieder ausgenommen worden, während die Universität noch geschlossen ist. In der Technischen Hochschule wurden bald nach Beginn der Vorlesungen in Hörsälen und Gängen Stinkbomben und Flaschen mit Tränengas geschleudert. Die Räume füllten sich mit beißendem Rauch, so daß alle Vorlesungen a b - gebrochen werden mußten. Der Stellvertreter des Kultusministers, Professor U j e j s k i, erklärte über alle polnischen Sender: Verbrecherische Elemente versuchten, das akademische Leben zu beherrschen. Sie scheuten vor keinem Mittel physischen und moralischen Terrors zurück, von anonymen Schmähschreiben bis zu Bomben. Ueberfälle auf einzelne Studenten seien beinahe eine normale Erscheinung geworden. Man terrorisiere die akademischen Behörden und suche die Universitäts- richter in Schrecken zu versetzen. Unter diesen Umständen könne von einem normalen Unterrichts- bctrieb an den Hochschulen nicht die Rede sein. Den gegenwärtigen Zuständen müsse energisch und wirksam entgegengetreten werden. Oie Befreiung Belgiens von femen £ofarno=Serpflidi meinfchaftsschule tätig war, muß ich mich auch öffentlich gegen die Behauptung wenden, daß an der Gemeinschaftsschule die Kinder religiös schlechter betreut werden als an einer Konfessionsschule. Als Dozent an der Hochschule für Lehrerbildung in Pasing kann ich Ihnen über die religiöse Betreuung der Kinder unserer Uebungsschule (Gemeinschaftsschule!) nur sagen, daß 1. regelmäßiger Religionsunterricht erteilt, 2. Gelegenheit zum Empfang der heiligen Beichte und Kommunion gegeben und 3. der Besuch der heiligen S ch u l m e s s e regelmäßig ermöglicht wird. 4. In jedem Schulzimmer hängt ein Kreuz. 5. Zum Beginn und Schluß des Unterrichts wird gebetet. Ich hoffe und wünsche als deutscher Geistlicher, daß diese Zeilen, die Sie jederzeit und überall, auch in der Presse, verwerten dürfen, dem leidigen Schulkampf und dem politischen Katholizismus ein Ende bereiten helfen. Es wäre mir eine große Freude und Genugtuung, wenn ich als bewußt katholischer und nationalsozialistischer Geistlicher meinen Teil zum religiösen Frieden in unserem Volke beigetragen .hätte. Die Losung heißt: Unsere Religion ist Christus! Unsere Politik ist Deutschland! Sie war mir immer Richtschnur und hat mir die Vereinbarkeit von Nationalsozialismus und Christentum zum Erlebnis gebracht. Für diese Vereinbarkeit bin ich unerschrocken immer eingetreten und sehe meine Lebensaufgabe darin, junge Men- scheu zu treuen und nationalsozialistischen Deutschen Zu erziehen. Heil Hitler! A. Kober, Dozent für katholische Religionswissenschaft und Katechetik an der Hochschule für Lehrerbildung in Pasing. Die Verhaftung Jagodas. Das Sterben der roten Gotter in Sowjetrußland nimmt seinen Fortgang. Herschel Jagoda (Jehuda), einst der allmächtige Herrscher der GPU., der die Todesurteile am laufenden Band unterschrieb, der Zehntausende von „Feinden der Sowjetunion" ums Leben gebracht hat, ist nun selber als Feind des proletarischen Kassenstaates verhaftet worden. So frißt die Revolution noch immer ihre eigenen Kinder, ja heute auch ihre eigenen Väter. Dies ist bezeichnend für den gegenwärtigen Zustand im Sowjetreich. Jagoda, der blutbefleckte Henker der sogenannten Konterrevolutionäre, ist Jude, und man hat geglaubt, seinen Sturz mit antisemitischen Tendenzen in Zusammenhang zu bringen, die im Reiche Stalins in den Vordergrund drängten. Daß die Verbitterung über die jüdische Vorherrschaft in der Arbeiterschaft, in Stadt und Land, überhaupt in den breiten Schichten des russischen Volkes dauernd zunimmt, ist wohl richtig. Aber von einer antijüdischen Richtung in der Kommunistischen Partei oder gar in den Regierungskreisen kann keine Rede sein. Das haben gerade die zahllosen Umgruppierungen der letzten Wochen innerhalb des Partei- und Staatsapparates bewiesen. Denn es sind nicht nur Juden aus ihren Positionen verdrängt, sondern noch mehr Juden in einflußreiche Stellungen hineingeschoben worden. Man hat, zumal in England, auch davon gesprochen, daß Jagoda der Rivalität zwischen dem I n - nentommiffariat (früher GPU. und Tscheka) und der roten Armee oder dem angeblichen Gegensatz zwischen Stalin und Woroschilow zum Opfer gefallen wäre. Wir halten auch diese These für verfehlt. Zwar ist es richtig, daß die GPU. sich eine eigene 200 000 Mann starke Armee herangebildet hatte, die gelegentlich auch in die' Offizierkreise eindrang und dort ihre Opfer suchte, aber im großen und ganzen ist das reguläre Heer doch immer ein selbständiges Werkzeug der Staatsführung geblieben. Die Gründe, die tieferen Ursachen für die Ausschaltung Jagodas liegen auf einem anderen Gebiete. Sie sind einmal in dem System selber zu suchen, das ohne Intrigen, Denunziationen, Kulissenaffären und Gruppenkämpfe gar nicht denkbar ist, zum anderen in dem dauernden Bemühen Stalins, seine Machtstellung durch die Abhalf- terung der alten Parteigarde Lenins zu festigen. Stalin muß, um die ewigen Mißerfolge seiner Wirtschaftspolitik zu verdecken und um sich vor dem Vorwurf der Unfähigkeit zu reinigen, Sündenböcke finden, die an seiner Statt die Schuld für die zweifellos vorhandenen Mißstände zu büßen haben. Diese „tollen Hunde", wie es im Jargon der sowjetrussischen Presse heißt, aber nimmt der rote Zar mit Vorliebe aus dem Kreise der alten Parteigenossen, weil diese noch so etwas wie einen eigenen Willen und eine eigene Linie verkörpern. Sachlich dürfte auch Jagoda nicht mehr vorzuwerfen sein, als sich alle anderen Größen in Sowjetjudäa zu Schulden kommen ließen. Denn das, was der Jude Jagoda tat, als er seine Kulacken- jagden begann, als er das System der Zwangsarbeitslager ausbaute, als er die Trotzkistenverfolgungen auf ihren Höhepunkt führte, alles das paßte so ganz und gar in die Richtung der (Stalin» scheu Methoden überhaupt, daß ihm vom Standpunkt des Regimes bestimmt nichts vorgeworfen werden kann. Es ist auch zweifelhaft, ob die planmäßige Ausrottung der alten Intelligenz nicht nur, sondern auch die Lahmlegung der qualifizierten Arbeiterschaft, die Jagoda betrieb und die zu gefährlichen Rückschlägen in der Produktion führte, schließlich zu seinem Sturz beigetragen hat. Denn auch diese Maßnahmen leitete der Hetzhund Jagoda im vollen Einvernehmen mit Stalin, dessen engster Vertrauter er lange Jahre hindurch war. Viel wahrscheinlicher ist, daß in Jagoda ein Ueberbleib» sei und einer der wichtigsten Männer aus der (Generation Lenins getroffen werden sollte — als abschreckendes Beispiel für alle alten Kommunisten. Denn Jagoda, der im übrigen aus derselben Gegend des ehemals russischen Polen stammt wie Litwinow- Finkelstein, trat bereits 1907 der bolschewistischen Partei bei, während die meisten neuen Männer, mit denen sich „Väterchen" Stalin umgibt, erst in der Nachkriegszeit ihre Bekehrung vollzogen. Das Wort Menschinskis „Mitleid muß abgeschafft werden", das Jagoda als GPU.-Chef einst von feinem Vorgänger übernommen und in die Tat umgesetzt hatte, wird jetzt an ihm selber wahrgemacht. Sowjetsendungen des deutschen Rundfunks. Berlin, 5. April. (DNB.) Am 6. April 1937 in der Zeit von 19.45 bis 20 Uhr setzen die Reichssender Berlin, Hamburg, Leipzig und Köln die Kurzsenderreihe des deutschen Rundfunks „Hier spricht Sowjetrußland" fort. Das Sendeprogramm ist aus sowjetrussischenPresse- ft i m m e n zusammengestellt. Von den Sowjetbehörden öffentlich zugegebene Mißstände zeigen die Verlogenheit der bolschewistischen Propaganda. Seit Jahren sendet Sowjetrußland über seine Anlagen in 60 verschiedenen Sprachen Verleumdungen und Falschmeldungen in die Welt. Selbstverständliche nationale Belange anderer Länder werden dabei rücksichtslos übergangen. Die Fülle fremdsprachiger Sendungen versucht Moskau damit zu erklären, daß sie nur an die völkischen Minderheiten innssrhalb der UdSSR, gerichtet seien, aber alle Welt hat dieses Gebaren längst durchschaut. Die Sendereihe „Hier spricht Sowjetrußland", die allwöchentlich Dienstag stattfindet, wird mithelfen, das wahre Bild des Bolschewismus aufzuzeigen und ihn als das hinzustellen, was er ist: Weltfeind Nr. 1. Präsident Venesch in Selarad. WenigZuversicht in der französischenPresse. B e Ig r a b , 5. April. (DNB.) Der Präsident der Tschechoslowakischen Republik Dr. Benesch traf mit seiner Gemahlin im Sonderzug in Belgrad ein. Zum Empfang Beneschs hatten sich Prinzregent Paul mit Gattin und die Mitglieder des Regentschaftsrates Dr. S t a n k o w i t f ch und Dr. Per o- witfch eingefunden. Nachdem Dr. Benesch und Prinzregent Paul die Ehrenkompanie abgeschritten hatten, fuhren sie zum Alten Schloß, wo' Dr. Benesch Wohnung nimmt. Prinzregent Paul gab Montagabend zu Ehren des tschechoslowakischen Staatspräsidenten im alten Schloß ein Festessen, an dem auch die jugoslawische Regierung teilnahm. * Die Reise des Präsidenten Benesch wird von der französischen Presse mit beträchtlichem Interesse verfolgt. „Oeuvre" weiß zu berichten, daß Benesch Stojadinowitsch erklärt habe, daß die Tschechoslowakei die nötigen Schlußfolgerungen ziehen werde, wenn der jugoslawisch^italienische Vertrag eine Sonderpolitik Jugoslawiens einleite. Stojadinowitsch sei also gezwungen, Farbe zu bekennen. Die „Humanite" schreibt u. a., so herzlich der (Empfang auch sein möge, er könne den unglücklichen Eindruck doch nicht verwischen, den das bedauerliche Ergebnis der Kleinen-Entente-Konfe- renz hinterlassen habe. Jugoslawien habe mit Bulgarien und dann mit Italien zweiseitige Pakte abgeschlossen, die ganz offensichtlich im Widerspruch zu den Satzungen des Völkerbundes und denen der Kleinen Entente ständen. Die Konferenz habe es nicht einmal fertig bekommen, für die Zukunft eine derartige Politik zu verhüten. Darüber hinaus habe sie die Prüfung des von Frankreich gemachten gegenseitigen Beistandsvorschlages vertagt. Dieser Mißerfolg der französischen Diplomatie fei äußerst schwer. Man würde der französischen Regierung schlecht dienen, wenn man ihr die Tragweite des Fehlschlages verheimlichen würde. Verleihung der „Goldenen Vose" an die Königin Helena. Rom, 5. April. (DNB.) Die von Pius XI. der Königin von Italien und Kaiserin von Aethiopien verliehene „Goldene Rose" ist nach einem Hochamt, dem das italienische Herrscherpaar mit hohen Würdenträgern und Regierungsmitgliedern in der Schloßkapelle des Quirinals beiwohnte, von Nuntius Borgongini Duca feierlich der Königin und Kaiserin überreicht worden. In einer besonderen Verleihungsurkunde, die der Nuntius dem Herrscherpaar überreicht hatte, wendet sich Pius XI. mehrmals an den König von Italien und Kaiser von Aethiopien, was als stillschweigende Anerkennung des italieni- schen Imperiums durch die KuPie gelten muß. Kleine politische Nachrichten. Mit dem 1. April 1937 ist Cuxhaven aus hamburgischem Besitz auf das Land Preußen übergegangen. Aus Anlaß dieses Ereignisses fand am Sonntag in Cuxhaven in Anwesenheit der Gauleitung, Reichsstatthalter Kaufmann und Staatsrat Telschow, die Ueberleitungsfeier statt, an der die Einwohnerschaft außerordentlich regen Anteil nahm. * Einer Einladung des Reichsministers der Luftfahrt und Oberbefehlshabers der Luftwaffe, Generaloberst Göring, folgend, sind in Deuffchland L u f t f a h r t k o m Missionen" aus Brasi- lien und Chile eingetroffen. Der brasilianische Saft ist der Chef der brasilianischen Marineflieger, Admiral S ch o r ch t. Die chilenische Kommission wird geführt von dem Chef der chilenischen Luftstreitkräfte, General der Flieger Aracena. Den Kommissionen wird Gelegenheit geboten werden, Anlagen und Einrichtungen der deutschen Luftwaffe, Luftfahrt und Industrie kennenzulernen. Reichsminister Rust und seine Begleitung sind mit dem Dampfer „Milwaukee" in Neu-Phaleron bei Athen eingetroffen. * Der ungarische Reichsverweser Admiral von Hvrthy empfing den scheidenden Budapester Gesandten von Mackensen, der zum Staatssekretär des Auswärtigen Amtes ernannt worden ist, zu einer fast einstündigen Abschiedsaudienz, an die sich ein Frühstück im engsten Kreis anschloß. Der Reichsoerweser überreichte hierbei dem Staatssekretär von Mackensen sein Bild "mit Unterschrift. Die ungarische Regierung verabschiedete sich von dem scheidenden Gesandten mit einer Reihe von Abschiedsessen, die den aufrichtigen Dank für die großen Verdienste des Gesandten um die Vertiefung der deutsch-ungarischen Freundschaft zum Ausdruck brachten. * Zur Teilnahme an den englischen Krö- nungsfeierlichkeiten hat der König persönlich vier Angehörige des Arbeiterstandes eingeladen, und zwar einen Arbeiter, eine Arbeiterin und zwei Jungarbeiter. Die Arbeiter sind verschiedenen Berufsgruppen entnommen und sollen die Verbundenheit des Königs mit der Industrie versinnbildlichen. Ministerpräsident Baldwin kehrte aus seinen Osterferien nach Downing Street 10 zurück. Er hat seinen Urlauf beim Unterstaatssekretär Sir Philipp Sassoon in der Nähe von Barnet (Mittelessex) verbracht. Wie „Telegraph" meldet, wird Baldwin nach Aufgabe seines Amtes zum Earl ernannt werden mit dem Titel eines Earl Baldwin of Bewdley. * Der Sohn des Ministerpräsidenten Baldwin, Oliver Baldwin, ist von der L a b o u r - Partei als ihr Kandidat für die kommenden Wahlen im Bezirk Paisley aufgestellt worden. Oliver Baldwin hatte hier bereits einmal kandidiert, war aber von dem liberalen Kandidaten mit einer Mehrheit von 389 Stimmen geschlafen worden. * Am 1. Mai wird in Oesterreich eine neue Kraftfahroerordnung Gültigkeit erlangen, die Führerscheine solchen Personen, die einmal im Zuge der politischen Kämpfe der letzten Jahre eine Strafe, und sei es auch nur im Verwaltungswege, erhalten haben, vorenthält. Da die Zahl der politisch Gemaßregelten sehr groß ist, würde ein bedeutender Teil der Bevölkerung von der Steuerung eines Kraftwagens ausgeschlossen sein. Selbstverwaltung. „Staatsmacht und Volksfreiheit miteinander zu versöhnen, ist die Aufgabe des dem Volle dienenden Staates". So heißt es klar und unmißverständlich in dem Preußischen Gemeindeoerfassungsgesetz vorn 15. Dezember 1933, das der Vorläufer des inzwischen erlassenen Reichs-Gemeindeoerfas- sungsgesetzes gewesen ist. Und dann fährt das genannte Gemeindeoerfassungsgesetz fort: „Wo auch der junge deutsche Staatsbürger heranwachse, im Bauerndorf, in der Landgemeinde oder in der Stadt, überall soll er, nicht nur in der den Staat tragenden Partei, sondern auch in der Stadtverwaltung und in der Selbstverwaltung von diesen, Freiheit, Autorität und Verantwortung miteinander verbindenden Grundsätzen umgeben sein..." Das. waren auch die Grundgedanken der Preußischen Städteordnung, die der Freiherr vom Stein geschaffen hat — ein Werk, das nach dem Willen seines Urhebers nicht eigentlich nur „preußisch", sondern im höchsten und letzten Sinne durchaus deutsch sein und alle moralischen Energien des unter den Schlägen der napoleonischen Kriegskunst aufs schwerste zerrütteten Deutschlands entfachen sollte. Aber damals ging es nicht ganz so glatt. Die an den polizeilichen Obrigkeitsstaat gewöhnten Bürger wußten mit den ihnen von oben her übertragenen neuen „Freiheiten" zunächst nicht sonderlich viel anzufangen und selbst unter den allezeit besonders Hellen und kessen Berlinern fand sich kein einziger Kandidat für den Bürgermeisterposten, sondern man wählte einen Vertreter der altpreußischen -„Bürokratie". Auch heute wird nicht überall der wahre Sinn der Selbstverwaltung richtig und voll erfaßt. Er kann mit den angeführten drei Begriffen des Gemeindegesetzes umschrieben werden: „Freiheit, Autorität und Verantwortung". Wir wissen genau, daß auch im privaten Leben diese drei Begriffe, und zwar durch alle Volksschichten hindurch, aufs innigste Zusammenhängen. Je besser ein Mensch sein Metier versteht, will sagen: je mehr er Verantwortung trägt, desto mehr Freiheit und Autorität genießt er eben. Freiheit und Autorität sind noch niemals zu einem wahrhaften Besitz geworden, wenn nicht hinter ihnen die Verantwortung stand, die nur durch die Tat geschaffen werden kann. Wo aber Freiheit, Autorität und Verantwortung herrschen, dort blüht immer auch persönliches Leben, das aus einem persönlichen Wirken kommt und aus den individuellen Bedingtheiten einer Gemeinde oder einer Landschaft Eigenständiges und Nützliches zugleich schasst. Das meinte der Reichsund preußische Minister Dr. Frick, als er dieser Tage bei der Uebernahme der alten Hansestadt Lübeck in den preußischen Staatsverband sagte: „Deutsche Selbstverwaltung bedeutet für uns nicht Uniformierung der deutschen Gemeinden, sondern aktivste Auslösung dieser Kräfte nach den besonderen Verhältnissen jeder einzelnen Gemeinde. Ich halte es für meine vornehmste Pflicht, als Reichsminister des Innern, dem die Betreuung der deutschen Selbstverwaltung zusteht, um des Selbstverwaltungsgedankens willen diese eigenständige Entwicklung der deutschen Gemeinden zu schützen und zu fördern." Neue Reichstarifordnung für das Bankgewerbe. Berlin, 5. April. (DNB.) Der Reichstreu, händer der Arbeit für das Wirtschaftsgebiet Hessen hat als Sondertreuhänder eine Reichstarif- ordnung für das private Bankgewerbe erlassen, die am 1. April in Kraft tritt. Die neue Reichstarifordnung enthält eine Reihe von Verbesserungen gegenüber der früheren Regelung. So ist die Haushalts - und Kinderzulage im ganzen Reich einheitlich auf 20 Mark festgesetzt worden. Bei den Gehältern der weiblichen Gefolgschaftsmitglieder findet bereits nach dem 15. Berufsjahr (statt wie bisher erst nach dem 21. Berufsjahr) kein Abschlag mehr gegenüber dem Gehalt des entsprechenden männlichen Gefolgschaftsmitgliedes statt. Die Vergütung für M e h r a r b e i t ist erhöht worden. Die bisherige Unterscheidung zwischen kaufmännischen und gewerblichen Angestellten ist weggefallen. Die Tarifordnung kennt nur noch Gefolgschaftsmitglieder mit oder ohne kaufmännische Vorbildung. iU: irtschastswerbung tut not! Die Werbemüdigkeit der vergangenen Jahre hat mehrere Ursachen gehabt. Zunächst ist dafür das Chaos verantwortlich zu machen, das sich am Ende der liberalistischen Wirtschaftsepoche gerade auf diesem Gebiet ausgebreitet hatte, so daß ehrbare Kaufleute, die auf Wahrheit und Lauterkeit Wert gelegt haben, sich von der Wirtschaftswerbung zurückgestoßen fühlten. Das Gegeneinander und Durcheinander auf diesem Gebiet hat ohne Zweifel zu einer starken Beschränkung des Werbeetats in zahlreichen gewerblichen und kaufmännischen Unternehmungen beigetragen. Es war deshalb eine verdienstvolle Tat, daß der Werberat der deutschen Wirtschaft zunächst auf dem gesamten Gebiet der Wirtschaftswerbunq Ordnung geschaffen hat. Die notwendigen neuen Bestimmungen über die Wirtschaftswerbung, die im Zuge der Neuordnung erlassen werden mußten, haben aber zunächst vielfach dazu geführt, daß die neue Wettbewerbsregelung falsch ausgelegt worden ist. Man ist sich in manchen Kreisen nicht darüber klar geworden, daß man durch die neuen .gesetzlichen Bestimmungen picht die Wirtschaftswerbung an sich, sondern n U*r deren Auswüchse ausmerzen wollte. Niemand hat ein Interesse daran, die gute Wirtschaftswerbung, die die eigene Leistung entsprechend hervor hebt, irgendwie zu beschränken oder in ihrer Entfaltung zu hindern. Aus dem letzten Bericht des Werberates der deutschen Wirtschaft hat die Oeffentlichkeit mit Befriedigung entnommen, daß die Neuordnung der Wirtschaftswerbung durchgeführt ist. Der Werberat sieht in Zukunft seine Hauptaufgabe in einer B e - ratung und Unterstützung der Werbetreibenden. Wie hoch die Kapitalien sind, die für Werbungszwecke ausgegeben werden, geht daraus hervor, daß für Schaufensterwerbung schätzungsweise 350 Mill. RM. ausgegeben worden sind. Die Anzeigenwerbung erforderte im letzten Wirtschaftsjahr einen Betrag von 276 Mill. RM., die Werbung mit Drucksachen, Postwurfsendungen usw. 250 Mill. RM., die Werbung durch Vertreter 50 Mill. RM., durch Messen und Ausstellungen 40 bis 50 Mill., die Filmwerbung 26 Mill., die Werbung durch Daueranschlag 16 Mill, und die Verkehrsreklame sowie die Werbung durch Bogenanschlag zusammen 30 Mill. RM. Vom Gesamtumsatz der deutschen Volkswirtschaft sind rund Ve v. H. für Werbezwecke verausgabt, während beim Einzelhandel sogar 2 bis 2,5 v. H. des Umsatzes für die Werbung verwandt wurden. Die Anzeigenwerbung, die in den Jahren vorher beträchtliche' Rückschläge aufzuweisen hatte, entwickelt sich seit 1936 wieder nach oben. Gegenüber 1934 hat sich die Anzeigenwerbung in Tageszeitungen um 16 v. H. gehoben und bei den Zeitschriften sogar um 25 v. H. Die Wirtschaftswerbung ist nicht von den Aufgaben zu trennen, die der gesamten Wirtschaft durch den Dierjahresplan gestellt worden sind. Gerade in der jetzigen Zeit, wo es gilt, die Gute zahlreicher neuer -Artikel und Waren 'hervorzuheben, ist die wirklich gute ideenreiche Leistungs- Werbung nicht zu entbehren. Jeder Kaufmann, der auf diesem Gebiete vorankommen will, kann auf Wirtschaftswerbung nicht verzichten. Auch hier gilt unbedingt, daß im Rahmen der durch gesetzliche und behördliche Bestimmungen gesteckten Grenzen dem Einzelnen so viel Freiheit b.ei seiner Werbung gelassen wird, daß er nach eigenem Ermessen Art und Umfang der Werbung bestimmen kann. Wenn man vielfach die Meinung vertreten hört „Ich kenne mich auf dem Gebiet der Wirtschaftswerbung nicht mehr aus", so ist diese Einschränkung keineswegs stichhaltig, denn die zuständigen Stellen des Werberates und der Vertreter der einzelnen Werbemittel dürften jederzeit mit Rat und Tat zur Seite stehen. Das erstrebenswerte Ziel für alle Teile ist die gute Leistungswerbung, die zu erhöhtem Umsatz und damit zu einer allgemeinen Belebung. der Volkswirtschaft führt. Neben der individuellen Werbung wird die Gemeinschaftswerbung sehr gefördert und geschätzt. Mit der Gemeinschaftswerbung sind bereits größere Erfolge erzielt worden. Im übrigen dient die Gemeinschcfttswerbung vielfach der Auflockerung, deren endgültiger Erfolg durch eine nachfolgende Einzelwerbung verbürgt werden muß. Auf alle Fälle heißt es heute für jeden Kaufmann: Beteiligung an der Wirtschaftswerbung ist nicht nur volkswirtschaftliche Pflicht, sondern auch nutz- und gewinnbringend. Im Urlaub sind die gewerblichen Gefolgschafts- mitglieder ohne kaufmännische Vorbildung, die bisher einen kürzeren Urlaub hatten, den Gefolgschaftsmitgliedern mit kaufmännischer Vorbildung gleichgestellt worden. Im übrigen ist der Höchsturlaub für alle Gefolgschaftsmitglieder vom 15. Berufsjahre an um drei Urlaubstage erhöht worden. Das Wochenende des Einzechändlers Berlin, 6. April. (DNB.) Im Zusammenhang mit der Aktion zur Durchsetzung des 16-Uhr-Laden- schlusses an Samstagen richtet der Leiter der Reichsbetriebsgemeinschaft Handel einen Au^ ruf an die Hausfrau, dem Kaufmann und seiner Gefolgschaft ihr Wochenende zu geben. Wenn in absehbarer Zeit alle Geschäfte am Samstag etwa um 16 Uhr schließen würden, so werde das naturgemäß eine Aenderung der Einkaufsgewohnheiten mit sich bringen müssen. Gerade der Samstagnachmittag sei bisher von der Hausfrau mehr als die übrigen Wochentage zum Einkauf benutzt worden. Während die überwiegende Mehrzahl der Schaffenden ihren Arbeitsplatz am frühen Samstagnachmittag schon verlasse und anderthalb Tage Freizeit habe, müsse der Kaufmann und das Heer der Verkäufer und Verkäuferinnen bis 19 Uhr- die dann besonders zahlreichen Kunden bedienen, und ihr Wochenende beginne oft genug nicht vor 20 Uhr. Durch die Vorverlegung des Geschäftsschlusses solle die Freizeit der weit über zwei Millionen im Handel Tätigen der Freizeit der übrigen schaffenden Volksgenossen ein wenig angenähert werden. Die Hausfrau sei wichtigster Kunde des Kaufmanns, und ihr Verzicht auf die alte Gewohnheit, viele Einkäufe auf den Samstagnachmittag zu verschieben, werde jenen Millionen das freie Wochenende ermöglichen. Der Aufruf erwartet schon heute von den Frauen Verständnis für die soziale Notwendigkeit des früheren Ladenschlusses am Samstag. Wettbewerb für den Neubau eines Berliner Rathauses. Berlin, 5. April. (DNB.) Generalbauinspektor Professor Speer hat in diesen Tagen zum ersten- mal in die bauliche Gestaltung der Reichshauptstadt eingegriffen. Der Verwaltungsbezirk Kreuzberg braucht ein neues Rathaus, das am Blücherplatz an hervorragender Stelle auf einem stadteigenen Grundstück entstehen soll. Der Entwurf soll einem der besten bei der Stadtverwaltung tätigen Architekten vorbehalten bleiben, der im Wege eines Wettbewerbs gefunden werden soll. Generalbauinspektor Professor Speer hat ihm ein Vorwort zum Geleit gegeben. Es heißt, Grundlage für die künstlerische Gestaltung des Gebäudes sollen d i e Bauten in München und Nürnberg sein, an deren Form der Führer selbst maßgebenden Anteil hat. Hier ist zum erstenmal seit Jahrhunderten der Anfang zu einer neuen Stilbildung zu sehen. Es ist eine meiner Ausgaben, dafür Sorge zu tragen, daß die neuen Bauten Berlins in ihrer Haltung dieselbe klassische Strenge, Klarheit und Reinheit haben werden wie sie in diesen ersten nationalsozialistischen Bauten Münchens und Nürnbergs Gestalt gefunden haben. Dabei darf nicht an eine Nachahmung dieser Bauten gedacht werden. — Innerhalb des hiermit gegebenen Rahmens wird genügend Freiheit vorhanden sein, um dem einzelnen Bauwerk seinen eigenen Charakter zu geben, der im übrigen schon allein durch den geeigneten Ausdruck seiner Zweckbestimmung gefunden werden kann. Die studentische Ehrenordnung Berlin, 6. April (DNB. Funkspruch.) In Berlin trat der Arbeitsausschuß für b t e Ehrenordnung der Reichsstudentenfuhrung unter Leitung des SA.-Obersturmbannführers Trumpf, Leiter des Verbindungsamtes Berlin der Reichsstudentenführung zusammen. Als Vertreter des Verfassungsausschusses der Reichsstudentenführung nahm Gruppenführer Dr. B e n n e ck e an der Sitzung teil. Die Ehren- und Verfahrenordnung kann als fertiggestellt betrachtet wexden. Heber die Waffen- und Zweikampfordnung wurde dahingehend Klarheit geschaffen, daß man nunmehr endgültig von der seitherigen starren Form der Mensur abgehen und die beweglichere sogenannte Sprungmensur, die wesentlich mehr Schneid und persönlichen Mut verlangt, einführen will. Kunst und Wissenschaft. Oeh.KonsistorialratAdolfOeißmann't Der Geheime Konsistorialrat Professor Dr. D. Adolf Deißmann ist in Wünsdorf bei Berlin plötzlich gestorben. Prof. Detßmann war einer der bedeutendsten Vertreter der evangelischen Theologie. Jahrelang gehörte er als eine der hervorragendsten Persönlichkeiten der Berliner Universität an und war zugleich einer der bekanntesten Vorkämpfer der protestantischen Einigungsbewegung. Prof. Deißmann war am 7. November 1866 in Langenscheid in Nassau als Sohn eines Pfarrers geboren, studierte in Tübingen, Berlin und am Theologischen Seminar in Herborn, wurde 1890 Vikar in Dausenau (Lahn) und habilitierte sich 1892 an der Universität Marburg. 1897 wurde er zum ordentlichen Professor in Heidelberg ernannt, 1908 wurde er als Ordinarius für neutesta- mentliche Exegese nach Berlin berufen. 1911 wurde Deißmann Mitglied der preußischen Provinzial- und drei Jahre später Mitglied der Generalsynode. Deißmann war vor allem praktischer Kirchenpoliti- ker und einer der Hauptvertreter der ökumenischen Idee. An dem Zustandekommen der Stockholmer Weltkonferenz hat er . hervorragenden Anteil gehabt. Auf der Weltkonferenz für Glauben und Kirchenverfassung in Lausanne 1927 war er ebenfalls führender deutscher Vertreter. Deißmann, der seit 1925 im Ruhestand lebte, war Ehrendoktor der Universitäten Marburg, Aberdeen, St. Andrews, Manchester, Oxford, Uppsala und Wooster (Ohio) und Mitglied der Königlich-Schwedischen Akademie der Wissenschaften. Eckermann-Ehrung. In diesen Tagen sind hundert Jahre vergangen, seitdem Johann Peter Eckermann aus 'Winsen a. d. Luhe seine „Gespräche mit Goethe" veröffentlicht hat. Die Stadt Winsen hat dieses Jubiläum zum Anlaß einer Ehrung Eckermanns genommen. Da seine Wohnstätte nicht genau festzustellen ist und eine Gedenktafel nicht angebracht werden kann, wird in dem von der Stadt hergerichteten Schloßgarten ein Johann-Peter-Eckermann - Denkmal enthüllt werden. Aus alter Wett. Die Schulbrände in Nelson. Wie aus Nelson (Britisch-Colum'bien) ergänzend berichtet wird, wurden die vier Schulen und zwei Gemeindehallen durch Brandbomben völlig eingeäschert. Zwei weitere Hallen wurden teilweise durch Feier zerstört. Eine fünfte Schule wurde durch eine Bombe beschädigt. Die Ursache der Feuersbrunst wird auf Brand st iftung der „Söhne der Freiheit", einer fanatischen Sekte, zu- rückgeführt, die vor einigen Tagen mit Gewaltmaßnahmen drohten, wenn ihre Kinder gezwungen würden, kanadische Schulen zu besuchen. 60 Aussätzige von chinesischen Soldaten erschossen. Die chinesische medizinische Vereinigung hat auf einer Tagung in Schanghai gegen b i e E r - schießung von sechzig Aussätzigen in Penugkong in Sübkwantun durch chinesische Soldaten protestiert. Das Militär überfiel am Ostersonntag bas Lepra-Krankenhaus, bas von der Mission der amerikanischen Presbyterianer unterhalten wird, und schoß die Kran« len nieder. Das Missionsgebäude wurde nie- bergebrannt. Nur die Kapelle blieb stehen. Die Soldaten verschwanden dann mit ihrer Beute. Folgenschwere Explosion in Genf. Eine furchtbare Explosion zerstörte ein fünfstöckiges Wohnhaus in der Genfer Vorstadt Eaux Vives. Vier Tote sind zu beklagen, sieben Verletzte wurden in das Krankenhaus eingeliefert, zahlreiche Personen wurden außerdem leicht verletzt. Die Ursache der Explosion ist unbekannt. Zwei Kinder bei einem Brand umgekommen. Bei einem Brand in Feilenforst in der Gemeinde Ernsgaden (Oberbayern) kamen zwei Mädchen im Alter von sieben und acht Jahren ums Leben. Drei Todesopfer einer Vluttak in Dien. In dem Wiener Stadtteil Ottakring wurde eine grauenvolle Bluttat entdeckt. Ein 79jähriger Kürschnermeister und seine 73 Jahre alte Ehefrau wurden in ihrer Wohnung ermordet aufgefunden. Die 30 Jahre alte Hausgehilfin bes Ehepaares, die sich in einem Abschiedsbrief der £at beschuldigt, wurde in ihrem mit Leuchtgas gefüllten Schlafraum ebenfalls tot aufgefunden. Der Anlaß zu der Bluttat konnte bisher noch nicht geklärt werden. Forderungen der Hygiene. In der Vergangenheit waren wirtschaftliche Dinge derart in den Vordergrund gestellt worden, daß sie die Lebensbedingungen eines Volkes regierten, statt daß die natürlichen Lebensbedingungen der Wirtschaft ihre Funktionen zuwiesen. Heute ist die deutsche Wissenschaft dazu berufen, diese natürlichen Lebensbedingungen zu erforschen, damit die richtigen Wege zur Gestaltung und Lenkung des Gemeinschaftswirkens zu finden sind. „Das internationale Wissen wird so zu einer nationalen zweckgebundenen Wissenschaft", schreibt Professor Kollath, der Rostocker Hygieniker, in feinem Buch „Grundlagen, Methoden und Ziel der Hygiene." Professor Kollath betont, daß es viel leichter sei, Gefahren in der Lebensführung zu vermeiden, als entstandene Schäden zu beseitigen. Hygiene ist Kulturnotwendigkeit, eine Vorbedingung eines geregelten Zusammenlebens in der Gemeinschaft, sie ist deshalb auch die Lehre von der Rücksicht, die man auf ander Menschen nehmen muß. Vor allem aber entstand sie aus dem Wunsch, die erreichten Lebensbedingungen zu verbessern. Letzter Sinn und Zweck der Hygiene wird damit die kulturelle Hochentwicklung ohne Schädigung der naturgesetzlichen normalen Lebensprozesse beim Einzelnen und der Gesamtheit; dabei ist, wie Professor Kollath hervorhebt, geistige und körperliche Entwicklung gleichwertig zu behandeln. Gerade in den Bestrebungen der Hygiene feiert der Grundsatz, daß Gemeinnutz vor Eigennutz geht, seine größten Siege; hygienische Maßnahmen haben vor allem das Wohl der Gesamtheit im Auge, sie erziehen den Einzelnen zur Rücksichtnahme auf die berechtigten Interessen der Volksgenossen in Gegenwart und Zukunft, denn die richtige Lebensführung zeitigt nicht nur augenblickliche Wirkungen, sondern erstreckt sich vorausgreifend auch auf die Lebens- geftaltung unserer Nachfahren. Professor Kollath zieht deshalb auch die Lebensversicherung, dieses Vorbild der Vorsorge, in den Kreis feiner Betrachtung. „Denn nicht zu selten sind die Fälle", schreibt er, „in denen durch plötzlichen Tod die wirtschaftliche Lage einer Familie auf lange Zeit hinaus ruiniert werden kann." Folgerichtig kommt er zu dem Schluß: „Die Lebensversicherungen sind in diesem Sinne die segensreichsten Einrichtungen", eine Feststellung, die gerade aus der Feder eines berufenen Führers auf dem Gebiete der Volksgesundheit von besonderem Gewicht ist. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Warmluft im Verein mit Sonneneinstrahlung ließ am Montag die Temperaturen, vornehmlich in Südost- und Süddeutschland, weiter ansteigen, so daß hier Werte bis zu 20 Grad im Schatten und 4 Grad über dem jahreszeitlichen Regelwerk gemessen wurden. Allgemein herrscht in Deutschland jedoch freundliches Wetter, doch läßt die Wetterlage — flache Tiefdruckrinne — über dem Festland noch keine völlige Beständigkeit aufkommen. Abgesehen von zeitlich stärkerer Bewölkung mit Schauerneigung wird auch für die Folge freundlicher Charakter vorherrschen, bzw. sich immer wieder Herstellen. Aussichten für Mittwoch: Veränderlich mit häufiger Aufheiterung und nur ganz vereinzelten Schauern, tagsüber ziemlich warm, überwiegend südliche Winde. Aussichten für Donnerstag: Im ganzen freundliches, aber kein durchaus beständiges Wetter. Lufttemperaturen am 5. April, mittags 15,6 Grad Celsius, abends: 8,3 Grad; am 6. April, morgens: 3,3 Grad. Maximum 17,1 Grad; Minimum, heute nacht, 2,4 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 5. April, abends: 10,4 Grad; am 6. April, morgens 6,2 Grad. — Sonnenscheindauer 10,6 Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. III 37: 10 496. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr Emzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. April 1937 gültig. WIAGGI Die gelbe Soßenschüsspl im roten Feld, das ist das Kennzeichen für IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIW Kälte QajenTäutnto <2 ® t « <3 Die Erhaltung unserer Nahrungsmittel vor Verlusten ist heute eine der höchsten Pflichten der deutschen Hausfrau; — aber auch der Kaufmann und der Handwerker, der Lebensmittel zum Verkauf bereit hält, weiß, daß seine Waren größeren Absatz finden, wenn sie frisch und ansehnlich in die Hände des Verbrauchers gelangen. Besonders in den Sommermonaten sind die wertvollen Güter wie Milch, Butter, Fleisch usw. großen Gefahren ausgesetzt, denn Wärme fördert alle Zersetzungserscheinungen. Es ist daher naheliegend, zur Verminderung der Verluste und zur Erhaltung von Frische und Aroma die Kühllagerung heranzuziehen. Die Eiskühlung, als die älteste Form der Frischhaltung durch Kälte, hat eine wertvolle Ergänzung in dem Elektro- und dem Gaskühlschrank gefunden. Welcher Art der Kühlung — ob mit Roheis, mit Elektrizität oder mit Gas — der Vorzug gegeben werden muß, ist eine Frage, die der Käufer selbst zu entscheiden hat. Die Fachgeschäfte sind zur Beratung gern bereit. Die Mannigfaltigkeit und Preiswürdigkeit der Erzeugnisse läßt es zu, daß sich heute jede Familie auch bei bescheidenem Einkommen einen zweckentsprechenden Kühlschrank anschaffen kann. — Die Parole „Kampf dem Verderb" macht es jedem zur Pflicht, dem deutschen Volke kostbaresVolksver- mögen zu retten und damit der Nahrungsfreiheit zu dienen. Kühlung ist das sicherste Mittel, um leichtverderbliche Nahrungsmittel frisch zu erhalten. ,5 ))]> -o o °ol '£*?• 2---1 JTv—b ygrgf wtl A Sichern Sie sich im Kampf dem Verderb einen SasXühlfdmmft ®o, liefert in erstklassiger Ausführung Erste Hessische Eisschrank-Fabrik praktisch auf Gas kochen kann, so Lich/Heffen Telefon 232 Gegr. 1888 Elekftro-Kiihlschränke Fernsprecher 2145/2146 Vor der Anschaffung des Kühlschranks Vermietungen von Kühlzellen und Pökelzellent Eis in 25-kg-Stangen Gefrieranlage Kunsteisfabrik Auskunft durch die Fernsprecher 2232 Direktion des Städtischen Schlachthofes Gießen Regelmäßige Anlieferung jeder Menge. Günstige Preise bet Abschluß. Lieferung an Haushaltungen u.Gewerbetreibende (Rsschränke für Haushalt uni. Gewerbe Elektrische vollautomatische Kühlschränke Schankanlagen/Kühlraumtüren/Eiskisten Ich mach Eis durch HitzeI Du glaubst, das sind Witze und fragst: Wie geht denn das? Na, einfach mit Gas! Das billige Gas-Sparflämmchen spricht: Ein zeitgemäßer Kühlschrank! werden Lebensmittel (Fleisch, Fleischwaren, Fette aller Art, Molkereiprodukte, Eier usw.) vor dem Verderben geschützt! gibt es jetzt automatische Kühlschränke, die nur durch ein winziges Gasflämmchen betrieben werden. Lebensmittel werden frisch und Getränke kühl gehalten, und das billige Flämmchen kostet täglich nur wenige Pfennige. Gas-Kühlschränke arbeiten völlig lautlos u.sind nicht nur im Betrieb, sondern auch in der Anschaffung billig. Auskünfte über die verschiedenen Modelle erteilen die Mitglieder der Gg. Appel Inhaber: F. Schmidt Beleuchtungskörper, Heizgeräte Seltersweg 54, Telephon 3566 Volkswirtschaftlich denken lassen Sie sich beraten im Fachgeschäft Durch die Kühlanlage des Städtischen Schlachthofes Gießen ROIH^IEIIS für Gewerbe und Private liefert frei Haus Johannes Altensen Bruchstr. 12, Fernspr. 3717 MUH? Wv ist eine Notwendigkeit, die heute mehr denn je im Vordergrund steht. Oer Edeka-Kaufmann weiß das und handelt danach: Gut geschulte Fachleute sorgen dafür, daß im Edeka-Laden nur Waren bester Herkunft und Beschaffenheit geführt werden, die durch sachliche Lagerung und saubere Verpackung jeden Verderb ausschalten. Daß die Ware stets frisch und preiswert, ist bekannt und selbstverständlich. Das ist auch das Geheimnis, warum die kluge Hausfrau dem Edeka- Kaufmann mit Recht vertraut und bei ihm ihre Lebensmittel kaust. J.B. HAUSER, GIESSEN AM QSWALDSCARTEN von Kuntzemüller 5: Gas- oder Elektro- Kühlschrank lieber beide werden Sie fachmännisch unterrichtet bei Rudolf RödigeroHG. Walltorstr. 35, Fachgeschäft moderner Installationsanlagen Neustadt 45 Fernsprecher 2383 Der Gas-JiüMsdiTantt kann in meinem Ausstellungsraum besichtigt und auf Wunsch in Betrieb gesetzt werden. Keinrifff £irichfen Dem ao. Prof. Dr. habil. Wilhelm Schütz in München ist unter Ernennung zum o. Professor in der Naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Königsberg ber Lehrstuhl für Experimen- tal-Physik übertragen worben. GJLjfpott Ehren-Kreisvertreter Arthur Pfeiffer, Wehiar, 10 Jahre alt. Am 7. April vollendet Fabrikant Arthur Pfeiffer in Wetzlär fein 70. Lebensjahr. A. Pfeiffer, der heute noch Vereinsführer des Turnvereins 1847 Wetzlar ist, ist im turnerischen Leben der engeren und weiteren Heimat stark hervorgetreten. Nach dem Weltkriege wurde er erster Gauvertreter des ehemaligen Gaues Hessen im Mittelrheinkreis der DT., und gemeinsam mit seinem Freund Wilhelm Will, dem verdienten Gauoberturnwart, hat er den Gau Hessen in bezug auf Verwaltung und Leistung zu einem der angesehensten der Gaue des großen Mittelrheinkreises emporgeführt. Später wurde Arthur Pfeiffer nach dem Tode von Emmanuel Schmuck erster Kreisvertreter des Mittelrheinkreises der DT., und als solcher eins der rührigsten Mitglieder des großen Ausschusses der DT. In beiden Aemtern stand Arthur Pfeiffer bis zur Neuordnung von Turnen und Sport nach dem Umbruch von 1933. Der neugebildete Turngau XII: Hessen ehrte A. Pfeiffer, indem er ihn ehrenhalber in den Gauführerring berief. Heute noch nimmt der rüstige ehemalige Turnerführer regen Anteil an dem turnerischen und sportlichen Leben unserer Heimat. Oesters weilt er als gern gesehener Gast bei den turnerischen Veranstaltungen der Kreise und des Gaues. Zechten im Gau XII (Hessen). Kreisgruppen-Fechlen in Bad-Rauheim. Als Ausscheidung für die demnächst in Fulda stattfindenden Gausechtmeisterschaften des Gaues Hessen wurden am Sonntag in Bad-Nauheim die Wettkämpfe der südlichen Kreisgruppe ausgetragen. Die Beteiligung war über Erwarten gut. Die Wettkämpfer unb Wettkämpferinnen wurden von dem Stellvertreter des Kreisführers des Sportkreises Friedberg. Dr. Siegert (Stockheim), und vom Vereinsführer der Turngemeinde Bad-Nauheim, Sturmbannführer Walter, begrüßt. Kreisgrup- penfechtwart Ludwig Gerhard (Gießen), der^ mit der Oberleitung der Wettkämpfe beauftragt war, wies die Teilnehmer auf die Bedeutung dieses Ausscheidungskampfes hin. Die Florettwettkämpfe der Fechter begannen um 9 Uhr und wurden in schnellem Tempo auf zwei Kampfbahnen erledigt. Die Flo rett kämpfe der Fechterinnen waren weniger von Draufgängertum erfüllt, so daß es der 1. Siegerin, E l s e W i r t h (Gießen), nicht schwer wurde, sämtliche Gefechte zu gewinnen. Wie in der Endrunde der Florettfechter, wurden auch in der Säbel- Endrunde sehr schöne Gefechte geliefert. Hirth vom Tv. Wetzlar, der ausgezeichnete Schulung verriet, wurde hierbei 1. Sieger. Nachstehend die Ausstellung der Sieger, die sich die Berechtigung erworben haben, an den Gaü- meisterschaften in Fulda teilzunehmen. Florett: 1. Ehmer, Tv. Idstein; 2. Mitterer, Tgm. Hanau; 3. Ziegler, Tv. 1846 Gießen; 4 Bingemer, Tv. Bergen; 5. Schöneich, Bergen; 6. Gerth, Tgm. Bad-Nauheim; 7. Schuler, Bergen; 8. Kipfer, Tgm. Hanau; 9. Weinrich, Bergen; 10. Zell, Bergen. Säbel: 1. Hirth, Tv. Wetzlar; 2. Ziegler, Tv. 1846 Gießen; 3. Mitterer, Hanau. Fechterinnen (Florett): 1. Else Wirth, Tv. 1 8 4 6 Gießen; 2. Hilde Stassen, Tgm. Hanau; 3. M. Braun, Tgm. Hanau. Aufstiegspiele in Hessen. Nunmehr wurden im Gau Hessen auch die Fußball-Aufstiegsspiele der Gruppe Nord festgelegt, die am 11. April beginnen. Beteiligt sind die Be- zirksklassen-Sieger Sport Kassel (Gruppe Kassel), FSV. Bebra (Gruppe Werra), VfL. Lauterbach (Gruppe Fulda) und FV. Breidenbach (Gruppe Marburg). Die Spiele wurden wie folgt festgelegt: 11. April: Sport Kassel — VfL. Lauterbach 18. April: FSV. Bebra — Sport Kassel VfL. Lauterbach — FV. Breidenbach 25. April: FV. Breidenbach — Sport Kassel VfL. Lauterbach — FSV. Bebra 2. Mai: FSV. Bebra — FV. Breidenbach. FV. Breidenbach Vezirksmeister. In der Gruppe Marburg des Gaues Hessen ist jetzt die Entscheidung in der Meisterschaft der Bezirksklasse gefallen. Sie fiel zugunsten des FV. Breidenbach, der sich durch einen 8:0-Sieg über TSV. Schweinsberg die noch fehlenden Punkte sicherte. Breidenbach kann noch vom SD. Bottenhorn eingeholt werden, doch ist Bottenhorn nicht mehr in der Lage, das Torverhältnis Breidenbachs zu übertreffen. ÄfB.-Reichsbahn Gießen. Sportfreunde Wetzlar I — VfB. R. Liga 2:3 (2:1). Mit gemischten Gefühlen trat die Mannschaft die Reise nach Wetzlar an, denn vier Spieler der Els mußten ersetzt werden. Trotzdem lieferte die Mannschaft ein gutes Spiel, der Sieg war verdient, hätte aber noch höher ausfallen müssen. Die Mannschaft stellte sich dem gut leitenden Schiedsrichter Keller (Naunheim) in folgender Aufstellung: Kramer; Fehling, Krämer; Seitz, Thron, Hauptfeld; Wilhelm, Schmidt, Heß, Feußer, Szponick. Die Mannschaft war an sich gut, lediglich Thron war nicht auf der Höhe, sein Abspiel war zu ungenau, auch ließ er sich zu sehr auf Kampf ein.'Die Platzherren erschienen mit einer körperlich starken Elf, die in allen Posten gut besetzt war und zu kämpfen versteht. Beide Parteien begannen sehr aufgeregt, doch fanden sich die VfBer, die Szponick oft einsetzten, dessen Flanken und Schüsse die Hintermannschaft aus dem Konzept brachten. Schüsse von rechts und links wurden zum Teil glänzend gehalten, einmal rettete der Pfosten. Auf der anderen Seite hatte Kramer schwere Bälle zu halten, auch hier war der Pfosten der Retter. Doch ging Wetzlar nach einer Spielzeit von 20 Minuten durch Nachschuß in Führung. Heß wurde von Thron gut bedient und konnte kurz darauf ausgleichen, aber der Anstoß der Platzherren wurde von Kramer verpaßt, und der Mittelstürmer sorgte erneut für die Führung. Bei Halbzeit ging Kramer in den Sturm, und von nun an waren die Grünweißen die Beherrscher des Feldes. Trotz Drängens dauerte es etwa 20 Minuten, bis Heß im Anschluß an eine Ecke den Ausgleich erzielte. Szponick hatte eine große Chance, aber anstatt zu schießen, gab er den Ball ab, wo die Verteidigung abwehren konnte, 10 Minuten vor Schluß konnte Wilhelm, der sehr wenig eingesetzt wurde, durch unhaltbaren Schuß das Spiel entscheiden. VfB.-R. 2. Jgd. — Lich 1. 3gb. 10:0. Infolge eines Mißverständnisses trat die erste Jugend nicht in Rodheim an. Die 2. Jgd. zeigte sich in glänzender Spiellaune und gewann haushoch. Fußball in Nodheim a. d. Bieber. Rodheim I — 1900 Gießen II 5:0 (2:0). Am vergangenen Sonntag weilte die Reserve der Gießener Spielvereinigung in Rodheim und mußte sich hoch geschlagen bekennen. Der Gastgeber stellte eine schlagkräftige Mannschaft, die über einen guten Sturm verfügte. Bei den Gästen wollte es diesmal nicht klappen. Das Spiel begann mit einer kleinen Ueberlegenheit der Platzherren. Doch bald hatten sich auch die Gießener gefunden und arbeiteten gute Torgelegenheiten heraus. Aber der Sturm konnte sie nicht auswerten. Mitte der ersten Halbzeit fiel überraschend das Führungstor, und zwei Minuten später hieß es 2:0 für Rodheim. Bis zur Pause änderte sich nichts mehr an diesem Resultat. Nach der Pause hatten -die Gäste umge- stellt. Aber alle Torgelegenheiten wurden entweder vergeben oder die gegnerische Hintermannschaft machte sie zunichte. Rodheim machte sich nun aus dieser Umklammerung frei und schoß kurz hintereinander zwei Tore. Vergeblich versuchten die Gießener Stürmer dem Spiel eine Wendung zu geben, aber der nötige Einsatz fehlte. In den Schlußminuten konnten dann die Gastgeber durch ein fünftes Tor ihren Sieg sicherstellen. v. Gramm siegt in Alexandrien. Der deutsche Tennismeister Gottfried von Gramm bezwang bei dem internationalen Turnier in Alexandrien Henner Henkel in drei Sätzen glatt mit 6:1, 6:2, 6:4. Nur im letzten Satz konnte Henkel, der einen beachtlichen Gegner abgab, seinem Lehrer vier Spiele abnehmen. Gportamt „Kraft durch Kreude". Heute folgender Kursus: Fröhliche Gymnastik und Spiele, Lyzeum, Dammstraße. Kurse fallen heute aus. Allgemeine Körperschule, Schillerschule, Schillerstraße, nur für Angehörige der SS., 20.15 bis 21.45 Uhr. Boxen, Schillerschule, Schulsaal, Schillerstraße. 20.30 bis 21.45 Uhr. Schwimmen, Volksbad, Seltersweg — für Männer und Frauen gemeinsam — 20 bis 21 Uhr; — nur für Frauen — 21 bis 22 Uhr. Gießener Skiläufer hallen Mlkschau. 3« den Bergen der Heimat. Am 13. Dezember 1936 zogen die heimischen Skiläufer zum erstenmal ihre Spuren in den Skiwinter 1936/37. Und seitdem verging kaum ein Sonntag, daß nicht ein oder gar fünf bis sechs Gießener Skiklubautobusse irt die verschiedensten Nachbarge- birae fuhren. Außer dem Vogelsberg, den „oberhessischen Alpen", war in diesem Winter erstmalig auch das Hochsauerland mit seinen wundervollen Hängen um Winterberg und Kahlen Asten und die Rhön bei Gersfeld und Kippelbach Ziel dieser sonntäglichen Autofahrten. Eine große Zahl Gießener Skiläufer verfügt heute über ein sehr beachtliches skiläuferisches Können. Sowohl die mitteldeutsche Abfahrtsmeisterschast, als auch die Kreismeisterschaft im Abfahrtslauf, Sprung- und Langlauf fiel an den Skiklub Gießen. Außerdem wurden Siege bei Abfahrts- und Torlaufrennen im Hochgebirge in Balderschwang und im Walsertal gegen hervorragende Gegner errungen. Sehr viele Klubmitglieder beteiligten sich an den Hochgebirgsfahrten ins Walsertal, nach Jungholz im Allgäu, in die Dolomiten, an der Skifahrt der Universität Gießen nach Balderschwang und an Fahrten in den Schwarzwald. Immer mehr Kameraden verbringen ihren Urlaub zur Winterzeit in Schnee und Sonne, um mit größerer Kraft und Freude zurückzukehren in Beruf und Alltag. Nur die „blutigsten Anfänger" hatten bereits Mitte März ihre Skiausrüstung zur Sommerruhe verpackt. Die „Alten" aus der Zunft der Skiläufer wissen um die schönste Zeit des Skilaufes unter tiefblauem Himmel in frühlingswarmer Sonne. Und sie wurden auch in diesem Jahre nicht enttäuscht. Der Osterhase brachte den Skiläufern als willkommene Gabe sowohl in mitteldeutschen Gebirgen als auch im Hochgebirge schönen Neuschnee. So konnten die Skiautobusse nochmals zum Hoherods- kopf fahren. Sehr viele Gießener Skiläufer konnte man auch im Skigelände von Winterberg antreffen. Bei Winterpracht und Zrühlingsfonne im Walsertal. Am Gründonnerstag trafen sich, wie uns berichtet wird, 17 Skiklubmitglieder zur Osterfahrt ins Walsertal. Als am frühen Morgen des Karfreitags die Glocken läuteten, fuhren wir an der im Bau befindlichen Ordensburg Sonthofen vorbei ins Oberstdorfer Land. Etwa 30 Postautobusse brachten die Skiläufer über die Walserschanze an, der deutsch- österreichischen Grenze hinauf nach Riezlern. Da unsere Hüttenunterkunft in letzter Minute abgesagt worden war, machten wir uns auf die Suche nach geeigneter Unterkunft. Trotzdem alle Gasthäuser, Hütten und Privathäuser bereits überfüllt waren, gelang es innerhalb weniger Minuten, für alle Quartier zu erhalten. Nach anfänglicher Föhnstimmung brachte der Ostersamstag herrlichen Pulverschnee und Frost. Als am 1. Feiertag die Osterglocken die Schläfer weckten, grüßten von den Bergspitzen die ersten Sonnenstrahlen. Schnell war aller Schlaf aus den Augen und bald zogen wir über zu Tal gegangene Lawinen über die Zwerenalrnen zur Kanzelwand (2200 Meter). So haben wir bis zum 3. Feiertag täglich herrliche Hochtouren zum Heuberg, Hahne- köpfle, Grünhorn, Starzeljoch, Schwarzwasser und zum Isen durchgeführt. Etwa 4000 Meter wurden hierbei bei mühsamem Aufstieg und in sausender Talfahrt überwunden. Die Wirkung der Sonne war so stark, daß mehrere Fahrtteilnehmer mit heftigen Verbrennungen den „Geschwollenen" spielen mußten. Diese Fahrt hat ergeben, daß die Frühjahrszeit im Gebirge für den Skiläufer das schönste Erlebnis ist, so daß der Skiklub Gießen die Osterfahrt in den nächsten Jahren weiter ausbauen wird. Wirtschaft. Mein-Mainische Börse. ZNittagsbörse ruhig. Frankfurt a. M., 5. April. Die Börse eröffnete die neue Woche in ruhiger Haltung. Aufträge lagen nur wenig vor. Am Aktienmarkt erfolgten kleine Abgaben, wie man hörte aus Sperrmarkkonto, während am Rentenmarkt das Kaufinteresse vorhielt, obgleich es doch stiller geworden ist. Nur Pfandbriefe und Kommunal- Dbligationen blieben lebhaft begehrt, das Angebot ist nur unbedeutend, so daß wieder Rationierungen vorgenommen wurden. Von den variablen Werten bröckelten Reichsbahn-Vorzugsaktien 0,25 v. H. ab auf 126,40, Altbesitzanleihe 0,13 v. H. auf 121,25, Kommuncll-Umfchuldung mit 92,30 und Städte-Alt- befitzanleihen mit 125 konnten sich voll behaupten. Am A k t i e n m a r ft überwogen bei uneinheitlicher Entwicklung Abschwächungen von 0,50 bis 1 v. H. Am Montanmarkt gingen Mannesmann auf 118 (119), Rheinftahl auf 156,25 (157,25), Verein. Stahl mit 115,13 bund Hoefch mit 118 blieben behauptet. IG. Farben bröckelten auf 165,50 (166) ab, während Deutsche Erdöl mit 145 bis 145,50 (144,75) gefragt wurden. Elektrowerte lagen, soweit Erst- notierungen erfolgten, nahezu unverändert. Maschinen- und Motorenaktien notierten vorwiegend bis 1 v. Sy schwächer, nur Rheinmetall 1,25 v. H. fester mit 148,25. Im einzelnen eröffneten Westdeutsche Kaufhof auf Kulissenabgaben mit 58,40 (59,50), ferner Bemberg mit 112 (113), Gement Heidelberg mit 164,50 (165), .Hapag mit 16,75 (6,65) und Braubank fest mit 133 (130,50). Im Freiverkehr gingen Adlerwerke Kleyer mit 111 (112) nach vorbörslich 113,50 um. Im Verlaufe blieben die Aktien- und Rente n m ä r f t e still. Die Anfangskurse konnten sich zumeist gut behaupten, Altbesitzanleihe wieder 121,40 nach 121,25. Von den später notierten Aktienwerten gewannen Deutsche Linoleum 2,75 v. H. auf 172,75, Buderus, Licht & Kraft und Holzmann 0,50 bis 1 v. H., während Klöckner 1,25 v. H. nachgaben auf 122,25. Am Kasfarentenmarkt wurden Goldpfandbriefe und Kommunal-Obligationen bei überwiegend unveränderten Kursen vielfach rationiert. Liquidationspfandbriefe bröckelten z. T.. 0,13 bis 0,25 v. H. ab, während Stadtanleihen überwiegend im gleichen Ausmaß anzogen. Von Jndustrie-Öbki- gationen erhöhten sich 1951er Verein. Stahl auf 98,13 (98), dagegen 4,50 v. H. Krupp 97,75 (98,25). Im Freiverkehr blieben Adlerwerke Kleyer bei 111,50 bis 113,50 lebhaft, man rechnet' mit der Wiedereinführung in den amtlichen Verkehr. Neue Wayß & Freytag 145,50 bis 147,50. — Tagesgeld uno. 2,50 v. H. SMbenbbörfe ruhig und behauptet. Die Abendbörse nahm auf allen Gebieten einen sehr ruhigen Verlauf. Nennenswerte Veränderungen traten nicht ein. Scheideanstalt bröckelten weiter ab auf 257 (257,50), auch Deutsche Erdöl konnten den erhöhten Berliner Schlußkurs von 146,50 nicht behaupten, lagen aber mit 146,25 v. H. über Frankfurt. Etwas höher waren Moenus Maschinen mit 109 (108,50), im übrigen kamen die Kurse meist nominell zur Notiz. Im Freiverkehr blieben Adlerwerke Kleyer zu 111,50 bis 112,50 beachtet. Auch der Rentenmarkt lag überaus ruhig. 5 v. H. Eisenbahn-Bank Obl. ließen auf 87,25 (87,50) nach. Im Freiverkehr bewegten sich Kommunal-Umschuldung bei etwa 92,30 bis 92,35. U. a. notierten: 1951er Verein. Stahl 98,13, 6 v. H. IG. Farben 134,50, 4,50 o. H. Krupp 97,75, Commerzbank 117, Buderus 124, Ilse Genuß 157,25, Mannesmann 118, Rheinstahl 156,65, AEG. 41, BMW. 140, Bemberg 112, Conti Gummi 196, Deutsche Erdöl 146, Scheideanstalt 257, Eßlinger Maschinen 114,13, IG- Farben 165,75, Gesfürel 147, Holzmann 147, Junghans 128, Muag 141, Moenus 109, Stempel 92,75, Schuckert 164,25, Kahlgrund 11,25. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 5. April. Der Marktverkehr in Brot- und Futtergetreide liegt still. Das Angebot in Mehlen aller Sorten ist beschränkt, jedoch können im engeren Bezirk alle Anforderungen der Bäcker erfüllt werden. An Futtermitteln sind mäßige Mengen von Mischfutter und Hülsenfrüchten, wie Wicken und Futtererbsen, rasch verkauft worden. Schnitzel aus Zuteilungen sind zur Zeit nicht vorhanden, dagegen wird die vierte Oelkuchenzutei- lung abgewickelt. Rauhfutter wird weiter gefragt. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in Mark: Weizen W 13 211, W 16 214, W 19 218, W 20 220, Roggen R 12 174, R 15 177, R18 181, R19 183 Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Futtergerste —, Futterhafer —. Weizenmehl Type 812 W 13 29,35, W 16 29,45, W 19 29,45, W 20 29,80, Roggenmehl Type 1150 R 12 22,45, R 15 22,80, R 18 23,30, R 19 23,50 plus 50 Pf. Frachtausgleich. Weizenfuttermehl 13,60. Weizenkleie W13 10,75, W16 10,90, W19 11,10, W 20 11,20, Roggenkleie R12 9,95, R 15 10,15, R 18 10,40, R 19 10,50 Mühlenfestpreise ab Mühlenstation. Soyaschrot —, Palmkuchen —, Erdnußkuchen —, Treber getrocknet 14, Höchstpreis ab Erzeugerstation, Trockenschnitzel —, Heu lose 5 bis 5,50, do. drahtgepreßt 5,40 bis 5,90, Weizen- und Roggenstroh drahtgepreßt oder gebündelt 2,40. Tendenz: ruhig. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 6. April. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 250 Rinder, 843 Kälber, 24 Hämmel, 13 Schafe, 4400 Schweine. Es kosteten: Kälber 30 bis 65 Mark, Hämmel 45 bis 51, Schweine 48,50 bis 52,50 Mark. Marktverlau': Rinder und Schweine wurden zuge- teilt, Kälber lebhaft, Hämmel und Schafe ruhig. Rundfunkprogramm. Mittwoch, 7. April: 6 Uhr: Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Werkskonzert. 11.15: Hausfrau, hör zu! 11.50: Landfunk. 12: Werkskonzert der Staat!. Bade- und Brunnendirektion Bad Ems. 13: Nachrichten, Offene Stellen. Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Beliebte Kapellen und Solisten. Eugen Wolff — Walter Ludwig (Tenor). 15: Volk und Wirtschaft. 15.15: 1. Dichterstimmen aus Kurhessen (VII). 2. Der silberne Strom. 3. Geschichte eines hessischen Dorfes. 16: Klaviermusik. 16.30: Unterhaltungskonzert. 17.30: Sport zeitgemäß belauscht. Bei den Segelfliegern. 18: Unser singendes, klingendes Frankfurt. 19.45: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.15: Stunde der jungen Nation. „Alkazar". Hörspiel von Roland E. Strunk. 21: Konzert der ungarischen Philharmoniker. 22: Nachrichten, Grenzecho. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.30: Unterhaltungs- und Tanzmusik. 24 bis 2: Nachtsendung. Zwei Freiburger Komponisten. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Frankfurt a. M. Berlin Schlußkurs Schlußk. Abendbörse Schluß, kurs Schlußk. Mittagbörse Datum 3-4. 5.4. 3.4. 5-4. 5% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 101 AI 101,25 101,3 101,3 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 99 98,9 99 98,9 5yz% Doung-Anlcihe von 1930 .. 103,5 103,5 103,75 — 4V2% Hessische Volksstaat von 1929 99,65 99,65 — —— 4x/2% Deutsche Reichspostschatz von 1934 l...................... 100,4 100,4 100,75 100,7 4/2% Deutsche Reichsbahnschatz von 1936 I.................. 98,5 98,5 98,5 98,5 ReichSanleihe-Wtbesttz.......... 121,4 121,4 121,3 121 Oberhessen Provinz-Anlethe mit Auslos.-Rechten.............. 133 133 _ — 4y2% Hess. Landesbk. Darmstadt Goldpfe. R. 12.............. 98,75 98,75 98,75 5y2% Hess. Landes-Hhp.-Bank Liqu. Goldpfe............... 101,25 101 _ _ 4y2% Preuß. Landespfdbr.-Anst. Goldpfe. R. 19.............. 98,5 _ _ 98.75 4x/2% Preuß. Gold-Komm. R. 20 — 97 97 97 4y2% Darmstädter Komm.-Lan- desbankR. 6 ................ 96,25 96,65 _ Deutsche Komm.-Sammel-Anleihe Auslos.-Rechte l.............. — _ 128,75 128,75 4/2% Franks. Hyp. Goldpfe. R. 15 99 99 99 99 4y>% Franks. Hyp. Gold-Komm. Obl. 2 3.................... _ 97 _ 5%% Franks. Hyp. Liquidation Goldpfe..................... 101,4 101,25 _ 5%% Rheinische Hyp. Liquidation Goldpfe..................... 101,5 101,25 101,13 110,65 101,4 Steuergütschein-Verrechnungskurs 110,4 110,6 110,65 5% Goldmexikaner von 1899 .... — — — — 4% Oesterreichische Goldrente.... — —— — — 4,2% Oesterreichische Silberrente. — — —— 4>/r Ungarn Staats von 1913 .... — — — —— 4% Ungarische Goldrente....... — — —— __ 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 — — — — 5% Rumänen von 1903......... — — — — 4’/2% Rumänen Gold von 1913.. — — — — 4% Einheits-Rumänen......... — — — — 4% Türken Bagdad I........... — —— — — 4% Türken Bagdad U.......... — -1— — — 2 y4% I. Anatolier.............. — — — — A.G. für Verkehrswesen ......6 129,5 130 129,75 130 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 — — 44,5 43,5 16,5 Hamburg-Amerika Paket......0 16,65 16,75 17 Norddeutscher Lloyd..........0 17 17,13 17,13 16,5 Deutsche Reichsbahn Vorz.°Akt. 7 126,65 126,4 126,4 126,4 Reichsbank................. 12 197 197 197,13 196,5 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 — — 125 125,25 Commerz- und Privat-Bank ... 4 117 117 117 117 Deutsche Diskonto............4 120 120 120 120 Dresdner Bank..............4 103 103 103 103 Frankfurt a. M. Berlin Schlußkurs Schlußk. Abendbörse Schluß- kurs Schlußk. Mittag, börse Damm 3.4. 5.4.. 3.4. 5-4. Accumulatoren-Fabrtk...... . 12 209,5 210 209,75 211,5 äKO-Kunstseide........... .. 0 — — — — Aschaffenburg Zellstoff...... .. 3 136 135,5 136,75 135 Bemberg................. .. 0 113 112 112,65 111,9 Bekula................... .. 8 166 166 166,13 166 Buderus Eisen............. .. 4 123,25 124 123,25 123,5 Gement Heidelberg......... .. 7 165 164,5 — — Gement Karlstadt.......... .. 6 — — — —— Ghade A.-C................ .. 9 — — — —— Gönti Gummi............. . 11 194 196 194,5 195,65 Daimler Motoren.......... .. 5 128 127,65 127,5 128,13 Dessauer Gas............. .. 4 — 112,5 112,4 Deutsche Erdöl............ .. 5 144,75 146 144,75 146,5 Deutsche Gold- und Silber . .. 9 259 257 —* Deutsche Linoleum......... . 10 170 172,25 170 172,5 Elektrische Lieferungen...... .. 6 131,75 131,9 132,25 132 Elektrische Licht und Kraft.. .. 7 147,5 148,5 148,5 148,75 I. G. Farben-Jndustrie..... .. 7 166 165,75 166,13 165,75 Felten & Guilleaume....... .. 6 138,5 138 138 137,4 Gesfürel.................. .. 6 147,5 147 147,5 147,4 Th. Goldschmidt........... .. 5 133 133 133,25 132,9 Grihner Maschinen......... .. 0 —— — 42 43 Harpen er................. 157 157,25 157,5 157,5 Hoesch Eisen............... sy7. 118 118 117,9 118 Philipp Holzmann......... .. 6 147 147 146,75 147 Ilse Bergbau.............. .. 6 — — 173,5 — Ilse Genüsse.............. .. 6 148 148,75 147,5 149 Kali Aschersleben.......... .. 5 125,25 125 125,25 124,75 Klöcknerwerke............ 4y2 — 122,25 123,5 122,5 Kokswerke und Ehemische Fabrik 6 — 144,5 146 Lahmeyer................ .. 6 123,13 123,13 123,75 123,5 Mainkraft................. .. 4 94,25 93,65 Mannesmann............. .. 3 119 118 118,25 118,13 Mansfelder Bergbau....... 6 y2 157 157,25 157 157,25 Metallgesellschaft........... .. 5 154,75 152,9 155 152,5 Orenstein & Koppel........ .. 0 91,65 91 Rheinische Braunkohle...... . 12 _ 232 231,75 232 Rheinische Elektro.......... .. 6 132,5 132,25 132,25 132 Rheinstahlwerke............ .. 6 157,25 156,65 156,5 156,65 Rheinisch-Westfälische Elektro .. 6 128,5 128,25 128,4 127,5 Rütgerswerke ............. .. 6 145,5 145,5 145,4 146,25 Salzdetfurth Kali.......... 7% 166,75 167 168 166,25 Schuckert & Go............. .. 6 164,5 164,25 164 164,25 Schultheis Patzenhofer.../.. .. 4 95,65 95,25 Siemens & Halske......... Süddeutsche Zucker......... .. 8 . 10 193,5 200 193,5 200 193,5 200 193,5 Vereinigte Stahlwerke...... 3y?. 115,25 115 115,13 114,75 Westdeutsche Kaufhof....... .. 0 59,5 58,75 59,13 58,25 Weiteregeln Malt.......... Zellstoff Waldhof.......... .. 5 .. 6 124 158,25 123,5 158 124,25 158,25 123,5 157 Otavi Minen.............. . 0,6 32,9 32,13 32,9 32,13 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. ZIL 3.April 5.April 3. April 5. April Amtliche Geld Kotierung Bries Amtliche Geld Notierung Brief Amtliche Geld Notierung Briei Amiltche Geld Notierung Brief Buenos Aires............. 0,750 0,754 0,752 0,756 Japan.................... 0,709 0,711 0,709 0,711 Brüssel................... 41,91 41,99 41,93 42,01 Jugoslawien .............. 5,694 5,706 5,694 5,706 Rio de Janeiro............ 0,143 0,155 0,143 0,155 Oslo......;............. 61,21 61,33 »1,26 61,38 Polen.................... 47,04 47,14 47,04 47,14 Wien..................... 48,95 49,05' 48,95 19.05 Kopenhagen............... 54,39 54,49 54,43 54,53 Lissabon.................. 11,06 11,08 11 ,07 11,09 Danzig................... 47,04 47,14 47,04 47,14 Stockholm ................ 62,79 62,91 62,84 62,96 London................... 12,18 12,21 12,19 12,22 Schweiz.................. 56,70 56,82 56,72 56,84 Helsingfors................ 5,385 5,395 5,385* 5,395 Spanien-.................. 16,98 17,02 16,98 17,02 Paris.................... 11,455 11,475 11,465 11,485 Prag..................... 8,656 8,674 8,656 8,674 Holland .................. Italien................... 136,23 13,09 136,51 13,11 136,21 13,09 136,49 13,11 Budapest................. Neuyork.................. 2,488 2,492 2,488 2,49 2 Nivea- NIVEA CREME Setita £d)Iub* fürs 86rfe. ioidende an. litt ^bericht.) Um auftrieb: 250 Schafe, 4400 is 65 Mark, • 52,50 Mark, surben zuge« >fe ruhig. 6.30: Früh- maftif. 8.30: zu! 11.50: 1. Bade- und ichten, Offene lezirk. 13.15: .10: Beliebte \ — Walter tfchaft. 15.15: I). 2. Der sil- Men Dorfes, iltungskonzert. ei den Segel- Zes Frankfurt. teslpiegel 20: 1 gen Marion. Sinin f. 21: er. 22: Nachen aus dem Ab Tanzmusik, arger Kompo- ®«nus lu'm' Ä '-'.L S’9'1 d„ tat i! 50rb?n. *W vor- Menzutej. ^.gefragt. E u5rige ie 2 XK R15 greife her utergerfte- 29,35, ?°98enmehl ÄRig MZenfutter. ^16 10,90, R 12 9,95, »lenfestpreife aikuchen —f ^achstpreig Leu lose 5 90, Weizen- wndelt 2,40. stzchW. sW böne_ 5-4. 136,75 112,65 166,13 6 123,25 123^5 Ilr.79 Drittes Blatt Dienstag, 6. April 1937 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Zeichnung mit dem Wandgemälde in Breisach, so ist der Stil bei dem letzteren unverkennbar tierber als bei der Zeichnung. Um dem Maler des Freskos gerecht zu werden, muß man sich an das dramatisch geladene Höllenbild halten, das von einer ehernen Wucht ist und etwa in einer Gruppe, in der ein maskierter Teufel ein Mädchen mit feinen Krallen umfaßt, das Mädchen aber einen Blick von unendlicher Verzagtheit und Verzweiflung auf ihn wirft, eine Kraft der Darstellung zeigt, dir ihresgleichen in der europäischen Spätgotik sucht. Man kann nicht annehmen, daß sich hier der klassisch edle Spätstil Schongauers direkt zeigt, sondern muß auf eine jüngere Kraft, einen Gehilfen Schongauers schließen. Der Einfluß des Meisters gelangt aber voll zum Ausdruck in der Handhabung der Schon- gauerschen Kompositionsweise; auch die Schriftbänder haben ausgesprochen sein Gepräge. Ebenso finden sich in den Köpfen solche, die man im Entwurf auf ihn zurückführen könnte. So gewährt das „Jüngste Gericht" einen wertvollen Einblick in den Schongauerschen Werkstattbetrieb, den der Meister in allem leitete und bestimmte, bei dem er aber in der Ausführung seiner Pläne am Ort auf fähige Gesellen angewiesen war. Er wollte in seinem gestochenen Werk ein Vorlagewerk für junge Künstler schaffen und damit Lehrer einer neuen Generation werden, und so hat sich in den unmittelbar unter des Meisters Anweisung entstandenen Breisacher Fresken sein monumentales Vermächtnis erfüllt. Zeitschriften. — Im April/Mai-Heft der „Deutschen Zeitschrift" (Verlag Georg D. W. Callwey, München) befassen sich die Leitaufsätze mit zwei Persönlichkeiten, die Wendepunkte der abendländischen Geschichte bezeichnen: mit Mathis Gothart-Nithart (wie der wirkliche Name Matthias Grünewalds lautet) und Gregor dem Großen. I. G. Greiner würdigt Meister Mathis als die mächtigste und letzte Synthese des deutschen Mittelalters und als eine der größten des Abendlands überhaupt, als eine Figur von so riesenhaften Ausmaßen, daß sie wie kein deutscher Künstler sonst auf uns Nachgeborene noch mit beängstigender Unmittelbarkeit wirkt. Der Aufsatz von Johannes Spörl schildert den Ausgang der Antike, eine Lage, die mit der gegenwärtigen europäischen eine unheimliche Ähnlichkeit hat. Er weist überzeugend nach, daß in dieser schweren Krise die nüchtern-praktische und sittliche Haltung eines großen Mannes und nicht der Geist der Literaten und Humanisten Europa zum Heile wurde. Martin Schongauers Vermächtnis. Das „Jüngste Gericht" im Münster von Breisach. Im Breisacher Münster waren seit langem Spuren von Wandmalerei zutage getreten, aber erst im Sommer 1931 setzte der Freiburger Professor I. Sauer die Freilegung der ganzen Westwand und der anschließenden Teile der Nord- und Südwand im westlichen Joch durch. Unter der vierfachen Tüncheschicht kam eine Darstellung des „Jüngsten Gerichts" in überlebensgroßen Figuren zutage, die vom Boden bis an die Gewölberippen reichte. Ein derartig großes Unterfangen, das innerhalb der fast nur der Tafelmalerei zugewandten spätgotischen Kunstübung eine Seltenheit ist, läßt auf einen Meister von eigener Entschlußkraft schließen, und Alois Elsen würdigt es in der bei F. Bruckmann in München erscheinenden Monatsschrift „Pantheon" als ein monumentales Vermächtnis Martin Schongauers, wenn es auch nicht ein eigenhändiges Werk des Meisters ist. Die Darstellung ist so angeordnet, daß gegen Sonnenuntergang die Gerichtsszene gezeigt ist, während sich südlich der Aufzug der Seligen zur ewigen Glorie anschließt und an der Nordwand der Höllenpfuhl gemalt ist. Das westliche Joch des Breisacher Münsters war 1485 vollendet, so daß es in den folgenden Jahren ausgemalt werden konnte. In diese Zeit, in das Jahr 1488, fällt die Uebersied- Jling Martin Schongauers von Kolmar nach Breisach, wo er das Bürgerrecht erwarb. Den Grund, weshalb der weltberühmte Meister sich zwei Jahre vor seinem Tode nach Breisach zurückzog, weiß man nicht, aber es liegt nahe, ihn in dem Auftrag für das Münster zu suchen. Die Frage, ob es sich um ein eigenhändiges Werk Schongauers handelt oder ob es nur unter feiner Anleitung von Gesellenhand ausgeführt wurde, hängt aufs engste mit der Handhabung des spätmittelalterlichen Werkstattbetriebes zusammen. Es steht außer Zweifel, daß Schongauer sich in seiner spätesten Zeit mit dem Gedanken an ein großes „Jüngstes Gericht" trug. Im Pariser Louvre wird eine „Schongauer" signierte Federzeichnung aufbewahrt, die Christus auf dem Regenbogen darstellt und sichtlich nach einem Hauptwerk Rogier van der Weydens, dem Flügelaltar mit dem „Jüngsten Gericht" im Spital von Beaune, angefertigt ist. Es steht nichts im Wege, dieses durch Dürers Hand überlieferte Bildwerk Schongauers in dessen letzte Schaffenszeit zu verlegen, so reif und eindringlich ist es gehalten. Vergleicht man diese goldene Wagen aber ist die Sonne, aus dem die Blumen und die Blüten fallen, die gaukelnden Schmetterlinge und die blitzenden Käfer, die Vogelmelodien und die zarten Düfte. Wie schön ist es, jetzt die sonnenbeschienenen Alleen entlangzugehen, die noch keine Blätter haben, aber vielleicht schon morgen im neuen Grün schimmern. Noch ist eine stille Verhaltenheit in der Luft, die Sonne erwärmt, aber erhitzt nicht, den Mantel auf dem Arm, den Hut in der Hand, die Geliebte an der Seite: ist das nicht ein Gang ins Glück, ins helle blaue Paradies, in den Zustand der Fröhlichkeit und der heiteren Laune. lieb er all riecht es nach umgegrabener Erde. Es ist etwas Verlockendes in der Luft, eine unwiderstehliche Lebendigkeit und Helle. Ueberall blitzen die Fahrräder auf und gleiten klingelnd über die Landstraßen zu den Dorfmühlen, zu den lustigen Wirtshäusern, zu den sonnigen Rainen, die von Veilchen und Leberblumen einen bläulichen Schein bekommen haben. Der Früh'ling ist die Jahreszeit der Entdeckungen. Aus der öden und gleichförmigen Winterlandschaft wird plötzlich eine Welt der neuen Dinge, der neuen Farben, der anderen Töne und Beschäftigungen. Die Kinder kehren aus dieser neiiei; Landschaft mit Anemonensträußen heim, die sie im Moos der Hecken und auf den hellbegrünten Hügeln gefunden haben. Die Vögel des Nordens und des Ostens kehren heim. Vogelwolke auf Dogelwolke streicht unterm Samtgewölk des Südhimmels herauf und verweht wie ein überirdisches Rauschen an das Meer, in die Steppen, an die Fjorde, in die Heiden, an die Dorfränder, in die Baumalleen und an die Flußufer. Die Mutter an der samländischen Küste hebt mit beglücktem Gesicht ihr neugeborenes Kind in das blaue warme Licht des Frühlings, der den Storch aus den Urwäldern des afrikanischen Sudans wieder auf die schilfbedeckte Fischerkate gebracht hat. Auf den Wegen, wo die Kastanienbäume die Glut der weißen Kerzen angesteckt haben, wandeln die Liebenden. Wenn das junge Mädchen aus der Dämmerung in das Haus am Flußrand geht, winkt es noch einmal zurück. Wer sie sehen konnte m diesem Augenblick, weiß wie das Gluck der Liebe und des Frühlings aussieht: klopfendes Herz, leuchtendes Auge, feuchtglühender Mund, gerötete Wangen und verwirrtes Haar. Beneidenswert, wer daran teil hat! Es wird Frühling überall. Von Anton Schnack. Er hat sich leise herangetastet mit dem gluckernden Schmelzwasser in der.Dachrinne und dem Anschwellen der Knospen in den Baumwipfeln. Er hat plötzlich eine schwere samtene Nacht gebracht, die warm ist und eine dumpfe Fruchtbarkeit auf die Erde senkt. Eine Nacht voll Gesicker, Tropfen, Geraun, Dehnen und Unruhe. Ich weiß, daß mein Herz an der Unruhe dieses Erwachens teil hat. Ich weiß auch, daß diese Unruhe das Herz des jungen Mädchens beseligt, das urtter der Tür des Nachbarhauses steht und dem abendlichen Trommeln der Grasfrüsche zuhört, das aus tien Wiesentümpeln trommelt. Dieser Nacht folgt der gewürzte kräuterstarke Morgen, wo im sonnigen Bauerngarten der Schaft des jungen Kirschbaumes sich mit einer weihen Blütenkette geschmückt hat. Mir ist, als müßte ich jede einzelne Blüte streicheln, so tief und seltsam ergreift mich die jähe uni) plötzliche Entfaltung. Am Abend war der Zweig noch von rotbraunen Knospenknöpfen besetzt, aber jetzt hat die Macht der Wärme die Hüllen gesprengt. Ich habe den Stamm mit Bast und Band selbst an den Pflock gebunden und für seinen schlanken Schaft gezittert, als die großen Winde sausten, die der Gnade und Stille des Frühlings vorausgingen. Ich habe umsonst gezittert: makellos weiß, schimmernde Porzellanhäute, in die der Goldrock der heransummenden Biene schlüpft, sitzen die Blüten am schmalen Zweig und lächeln sonnenhungrig und lichtbegierig. Auf dem hellgrünen Hügel, wo die Schlüsselblumen einen gelben Teppich ausgebreitet haben, steht das junge Mädchen mitten im Murmeln der Rinnsale und überhuscht vom schwachen Schatten dahinziehender Frühlingswolken. Das lächelnde frohe Gesicht spricht von holden Gedanken, die der Lenz im Herzen des Mädchens entfacht hat. Es werden Gedanken der Sehnsucht sein, Vorstellungen von der Liebe, innige Träumereien, unvorstellbare Wünsche, Liederfetzen, Verlangen, teilzuhaben am Blühen und Gedeihen ringsum. Nun ist auch die Stunde für den Kinderreigen gekommen, der sich gemischt aus blauen, weißen und rosanen Kleidern unter dem blühenden Magnolienbaum rundet und dreht. Wa^ werden die kleinen Stimmen singen? Die alte verschollene Großmuttermelodie: „Macht aus das Tor, es kommt ein goldner Wagen..." Das Tor sind die Herzen, der Aus der Stadt Gießen. Schuh unserer Pflanzenwelt. Von Studienrat Ernst Holzel, Kreisbeaufiragtem für den Naturschutz. Jetzt, wo überall das Blühen anhebt, ist daraus hinzuweisen, daß die Pflanzenwelt im vorigen Jahre unter den besonderen Schutz einer „Naturschutzoerordnung", eines Bestandteiles des Reichsnaturschutzgesetzes, gestellt worden ist. Mit diesem Hinweis sei die Bitte verknüpft, daß die Bestrebungen, dem deutschen Volke in allen seinen Schichten die Schönheit der heimatlichen Natur zu erhalten, vom Volke selbst jede Förderung erfahren mögen. Das Reichsnaturschutzgesetz entspringt nicht dem besonderen Interesse einiger Naturwissenschaftler oder den Gefühlen besonderer „Naturschwärmer", sondern es ist geboren aus dem tiefen Verantwortungsbewußtsein der zuständigen Stellen der Reichsregierung gegenüber den Schönheiten unserer deutschen Heimatlandschaft und gegenüber den Millionen von deutschen Volksgenossen, die in ihr ihre Erholung suchen und finden. Diese Heimatlandschaft ist in ihren großen, wie in unendlich vielen kleinen Zügen seit der Zeit der Industrialisierung Deutschlands gewaltigen Veränderungen unterworfen worden, die zum großen Teil zwar bedauerlich, aber — unter höheren Gesichtspunkten betrachtet — vielfach unvermeidlich waren. Daneben ist z. T. ohne irgendwelche zwingende Not oder sogar aus reiner persönlicher Gewinnsucht die Natur verunstaltet und vieler ihrer schönsten Erscheinungen beraubt worden. Hier heißt es eingreifen, ehe es zu spät ist. So kommt es auch, daß sich die Gesetzgebung der Pflanzenwelt besonders angenommen hat, die gerade in ihren schönsten Erscheinungsformen aus verständlichen Gründen am meisten, ja so stark bedroht ist, daß einzelne Arten vor dem Aussterben stehen. Diese Pflanzenarten sind die in § 4 der Naturschutzverordnung aufgeführten. Sie dürfen weder gepflückt, noch ausgestochen oder ihrer Samen beraubt werden. Für unser Gebiet sei dabei vor allem auf den Schutz der Türkenbundlilie, der Knabenkräuter, des Akelei, der Küchenschelle, des Seidelbastes und des Enzians hingewiesen. Während diese Pflanzen also vollkommen Schutz genießen, sind die in § 5 ausgesührten Pflanzen teilweise geschützt, und zwar ist es verboten, ihre ausdauernden unterirdischen Teile zu beschädigen, oder die Pflanzen guszugraben. In Frage kommen für unseren Kreis vor allem Maiglöckchen, Märzbecher und Himmelsschlüssel oder Schlüsselblumen. Es darf danach derjenige, der Freude an einem Strauß dieser Blumen hat, sich diesen brechen, er macht sich aber strafbar, wenn er ganze Pflanzen aussticht, um etwa Anpflanzungsversuche in seinem Garten zu machen. Alle übrigen Pflanzen mußten gegen d i e „Naturfreunde" geschützt werden, die aus ihrem Pflücken und Sammeln geldlichen Gewinn zu ziehen wußten und gewohnt waren, die Natur ihrem Eigennutz dienstbar zu machen. Daher ist grundsätzlich jedes Sammeln von wildwachsenden Pflanzen, das dem Handel dient oder für gewerbliche Zwecke berechnet ist, von einer besonderen Erlaubnis abhängig gemacht. Das bedeutet in der Praxis, daß jeder sich strafbar macht, der z. B. auf dem Wochenmarkt, in Wirtschaften oder an den Wohnungstüren, aber auch bei Wiederoerkäufern (Blumengeschäfte) Sträuße von Schlüsselblumen, Veilchen, Maiblumen, Maikraut usw. zum Kauf am bretet, ohne im Besitze einer Sammelerlaubnis zu sein. Auf diese Bestimmung sei ausdrücklich hingewiesen. Denn alle Aufsichtsorgane (Markt- und Gewerbepolizei, Forst- und Feldschutzpersonal usw.) sind angehalten worden, den unbefugten Handel als die größte Gefahrenquelle besonders zu überwachen. Die Erlaubnis wird erteilt durch die Orts- polizeibehörde oder das zuständige Forftgmt, die vor Erteilung den Kreisbeauftragten hören müssen. Es ist bei dem Antrag genau anzugeben, was und wo gesammelt werden soll. Der Erlaubnisschein —iimi IIMI W III --1----- SA rüst zum Oankopser Ser Nation! aber feine wird treuer seinem Wie auch Gefolgschaft dem Führer Adolf Hitler bei Aufbauwerk helfen. im vorigen Jahre, so soll und wird es in diesem Jahre bei dem zweiten Dank- ein Wettbewerb um die Spitzenleistung bei der Sammlung. Aber auch die Volksgenossen in Stadt und Land waren sofort mit ganzem Herzen bei dieser Opser- spende. In den Einzeichnungslokalen, den Dienststellen der SA.-Stürme, fanden sich Männer und Frauen aus allen Volksschichten und Berufen, jung und alt ein, um ihre Spende darzubringen. In dieser Gemeinschaft des Opferns offenbarte sich nicht nur der Wille, an einer guten und großen Sache mitzuarbeiten, sondern es bekundete sich darin auch die enge Verbundenheit der SA. mit allen Volksgenossen in Stadt und Land, die große Gemeinschaft aller deutschen Menschen, die in Opfer der Nation wieder werden! Erneut wer- den alle deutschen Wanner und Frauen auch bei dieser Gelegenheit gerne ihr Dankopfer dem Führer zur Verfügung stellen. Die Einzeichnungslisten für die Spenden liegen in allen Dienststellen der SA. vom 10. April bis 1. Wai einschließlich für jedermann offen. Plakate an den Dienststellen bzw. Sturmlokalen machen die Einzeichnungsstellen noch besonders kenntlich. Der Stabschef hat seine SA.-Kameraden und alle Volksgenossen zu diesem gri^jen Gemeinschaftswerk erneut auf gerufen! Auch im Bereiche unserer oberhessischen SA.-Brigade 147 wird dieser Ruf wieder ein starkes Echo in Gestalt von vielen Einzeichnun- gen finden! muß stets mitgeführt und den Kontrollorganen auf Verlangen vorgezeigt werden. Eine größere Anzahl von Pflanzen darf allerdings überhaupt nicht zum Sammeln freigegeben werden. Es wäre erfreulich, wenn die Einsicht aller Beteiligten soweit ginge, daß es ohne Anwendung der Strafbestimmungen' gehen möchte, die vor allem bei Verstoßen aus gewerblichen Interessen besonders streng sind. In diesem Zusammenhänge sei besonders noch auf die Bestimmungen über Schmuck- reisig usw. hingewiesen, gegen die außerordentlich viel verstoßen wird. Es wird von dem einzelnen Volksgenossen nichts mehr verlangt als das, was überhaupt der Leitstern bei seinem ganzen Handeln sein sollte: seine persönlichen Interessen denen der Allgmeinheit unterzuordnen! Diese Allgemeinheit Wiederum hat der Stabschef der SA. Viktor Lutze seine SA.-Kameraden und das ganze deutsche Volk zu dem Dankopfer der Nation aufgerufen. Im vorigen Jahre wurde diese Spende zum ersten Male dem Führer als sichtbarer Ausdruck des Dankes des deutschen Volkes an ihn und an feine alten Kämpfer der SA. dargebracht. Nach dem Willen des Führers wurde die Spende eingesetzt für die Schaffung von Siedlungen, in denen verdiente alte Kämpfer der SA. und Kriegsopfer als Siedler schöne Wohnstätten finden. In mehreren Siedlungen hat die SA. vorbildliche Bauten und Einrichtungen aus den Mitteln jener ersten Dankopferspende begonnen. Der erfolgreich betretene Weg foll mit aller Tatkraft weiter befolgt werden. Dazu foll das diesjährige Dankopfer der Nation wiederum die aufbauende finanzielle Kraft bieten. Der Führer hat das ihm von der SA. zu feinem Geburtstage dargebrachte Dankopfer der Nation für 1937 wieder angenommen, um damit zahlreichen alten SA.Kämpfern und Kriegsopfern den weg zum Wirken auf eigenem Grund und Boden zu ebnen. Im vorigen Jahre haben mit der oberhessischen SA. auch alle Volksgenossen in Stadt und Land gerne und freudig ihre Spende für dieses Dankopfer geleistet. Es ist noch in guter Erinnerung, daß damals der Ruf des Stabschefs bei allen Stürmen der SA.-Brigade 147 sofort den größten Sammeleifer auslöste. Die Einzeichnungslisten wiesen schon innerhalb weniger Tage viele Zeichnungen auf. Zwischen vielen Stürmen entstand gewissermaßen NSDStB. und der Studentenschaft begrüßt. Hierauf wird der Gauleiter Reichsstatthalter Sprenger eine Ansprache an die Versammelten richten, der zum Schluß eine Ansprache des Rektors folgt. Mit dem Fahnenausmarsch wird die Feier geschlossen. Polizeistunde bleibt unverändert. DNB. In einem an alle Polizeibehörden gerichteten Erlaß wendet sich der Reichsführer SS. und Chef der deutschen Polizei gegen Bestrebungen, die auf eine Vorverlegung des Beginns der Polizeistunde, namentlich auch in den Großstädten, hinzielen. Alle diesbezüglichen Anregungen feien ab-- zulehnen. Die bestehende Regelung soll unverändert bleiben. Keine Botengänge in polizeiuniform. DNB. Mit allemNachdruck wendet sich der Reichsführer SS. und Chef der deutschen Polizei erneut gegen die Gepflogenheit einzelner Polizeiverwaltungen, Vollzugsbeamte der uniformierten Ordnungspolizei zu Dienstoerrichtungen heranzuziehen, die nicht zu den Aufgaben des polizeilichen Exekutiv- dienstes gehören. Jede Beschäftigung der Polizei- vollzugsbeamten mit Botengängen, mit* Austragen von Briefen, Austragen und Einziehen van Listen, wie z. B. für die im Oktober jeden Jahres stattfindende Personenstandsaufnahme, . Viehzählungen usw., habe zu unterbleiben. Vollzugsbeamte der uniformierten Ordnungspolizei seien in Zukunft ausschließlich im Palizeivollzugsdienst zu verwenden. Was jeder Wehrpflichtige wissen muß! Jeder wehrpflichtige Deutsche muß unbedingt wissen, zu welchem Musterungsbezirk bzw. zu welchem Wehrmeldeamt sein Wohnsitz gehört. Diese Feststellung ist für alle Männer im Alter von 18 bis 45 Jahren wichtig, einerlei, ob der Betreffende bereits Soldat war (während des Krieges oder in der Nachkriegszeit), oder nicht. Wenig bekannt ist ebenfalls, daß bei einer Auslandreise der Wehrpflichtige vom Wehrmeldeamt seines Bezirks eine ist das deutsche Volk, das verlangt, daß ihm Heimatnatur in allen ihren Gliedern geschützt und erhalten bleibt. Dornotizen. Tageskalender für Dienstag. Stadttheater: 20 bis 22.30 Uhr „Das Schloß im Wind". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Menschen ohne Vaterland". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die Stimme des Herzens". Stadttheater Gießen. Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Heute abend findet die erste Wiederholung von „Das Schloß im Wind", Schauspiel von H. Ä. Weber, statt. Spielleitung: Der Intendant. Diese Vorstellung findet als 26. Vorstellung der Dienstag- Mkete statt. Anfang 20 Uhr, Ende 22.30 Uhr. Don der Universität. Am morgigen Mittwoch, 7. April, vormittags findet in der Neuen Aula der Semester-Eröffnungsappell verbunden mit der Rektoratsübergabe unserer Ludwigsuniversität statt. Nach dem Fahneneinmarsch und einem Vortrag des Collegium musi- cum wird der Gauleiter, Reichsstatthalter Sprenger durch den Führer des Dozentenbundes und der Dozentenschaft, sowie durch den Führer des „Ausreisegenehmigung" anfordern muß, da die Polizei sonst keinen Reisepaß ausstellt. Außerdem muß in solchen Fällen dem Wehrmeldeamt stets ein „Befehlsübermittler", d. h. eine Zivilperson am gleichen Wohnsitz dem Wehrmeldeamt namhaft gemacht werden, die etwaige Zuschriften an den Auslandreisenden weiterleitet. Amt Feierabend. Sondervorstellung der Operette „Det Opernba11." Am Samstag, 10. April, um 20 Uhr, bringen wir als Sondervorstellung im Gießener Stadttheater die Operette von Heuberger „Der Opernball." Karten zum Preis von 80 Pf. und 1,— Mark sind auf der Kreisdi^enststelle zu haben. Die Vorstellung am 12. April fällt aus. Amt Reifen, Wandern und Urlaub. Tagesomnibusfahrt zur Baumblüte an die Bergstraße. Am Sönntag, 11.April, führen wir eine Omnibusfahrt an die Bergstraße durch. In dieser Zeit steht die Bergstraße in voller Blüte. Die Fahrt geht von Gießen nach Frankfurt, Sprendlingen, Langen, Arheilgen, Darmstadt, Eberstadt, Jugenheim, Zwingenberg, Auerbach, Bensheim zurück nach Gießen. Abfahrt 7 Uhr am Haus der Deutschen Arbeitsfront. Der Fahrpreis beträgt 5,50 Mark. Anmeldungen nimmt die Kreisdienststelle entgegen. Ausstellung „Gebt mir vier Fahre Zeit" in Berlin vom 29. April bis 20. Juni 1937. Zu dieser Ausstellung fährt der NSG. „Kraft durch Freude" in Verbindung mit der Gaupropagandaleitung der NSDAP. Sonderzüge nach Berlin, und zwar: 1. Zug: KF 5105 vom 21. bis 24. Mai 1937 2. Zug: KF 5016 vom 11. bis 14. Juni 1937 Der Teilnehmerpreis beträgt einschließlich lieber» nachtung, Eintrittskarten zur Ausstellung und einer Gemeinschaftsveranstaltung 17,50 Mark. Anmeldungen nimmt die Kreisdienststelle entgegen. Iünfjahresfeier der Attersvereiniguug 1882/1932. Die Altersvereinigung 1882/1932 veranstaltete ant Samstagabend im Saale des Hotel Schütz aus Anlaß ihres 5jährigen Bestehens und mit Rücksicht darauf, daß die Alterskameraden in diesem Jahre ihren 55. Geburtstag feiern, einen gutbesuchten Kameradschaftsabend. Der zweite Dorsitzentie der Vereinigung H. Kirchner betonte in seiner Ansprache, daß die Altersoereinigungen in besonderem Maße geeignet seien, ohne Ansehen des Berufsstandes echte Kameradschaft und damit auch wahre Volksgemeinschaft zu pflegen. Alterskamerad A. Dönges gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß in der Altersvereinigung 1882/1932 diese Eigenschaften in weitgehendem Maße festzustellen feien. Alterskamerad P. Schäfer brachte in humoristischer Weise Begebenheiten innerhalb des Vereinslebens zu Gehör. Den musikalischen Teil hatte dis Kapelle Einbrod übernommen. Walter Einbrod erfreute durch ein wirkungsvoll vorgetragenes Vio- linsolo, während Alterskamerad M. Büttner mit heiteren Schnurren aufwartete. Im übrigen trugen gemeinschaftliche Lieder, bei denen auch der leider zu früh verstorbene Freund der Altersoereinigungen L. Frech entsprechend geehrt wurde, wesentlich zur Verschönerung des Abends bei. flhö/ Cin Anfänger! Das ist bestimmt das Urteil, wenn man — statt sauber rasiert — „geschunden" zum Dii Einseifen die euzerithaltige Creme benutzen, lieber Freund! Das macht Ihre Haut glatt und läßt die Klinge weich dahingleiten. Skandal um Or.Vandergruen Vornan von Hans Hirthammer. Copyright by Verlag Oskar Meister, Werdau i.S. 9. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) „Oh, wenn man an diese Möglichkeit glauben könnte! Uebrigens — falls meine Nachforschungen erfolglos bleiben sollten, werde ich gegen Mittag nach einmal bei Ihnen anfragen." „Schön, schön!" meint Frau Bürklein und drängt den Jüngling sanft zur Tür. Sie will endlich ihren Kaffee trinken und die. Zeitung lesen. Knackchen ist schon draußen und bis zum Treppenabsatz gelangt, da fällt ihm die Hauptsache erst ein. „Hallo, Frau Bürklein!" Die Gute wollte eben die Flurtür schließen und unterdrückt eine sanfte Verwünschung. „Nun, Herr Knack?" „Ja, weshalb ich eigentlich zu so ungewohnter Stunde kam! Wenn meine Braut sich inzwischen finden sollte, dann bestellen Sie ihr doch bitte, sie möchte sich sofort reisefertig machen. Ich muß noch heute geschäftlich nach Bayern und habe die Absicht, sie mitzunehmen." „Oh!" macht Mutter Bürklein, es kann Bewunderung, es kann auch Mißfallen fein. „Ja, schön, ich werde es Fräulein Amelung bestellen." Drunten auf der Straße tauschen indessen ein paar Jungs ihre Meinung über Knacks Wagen aus. „Knorke Kiste!" meint der eine. „Mensch, wat denn? Knorke Kiste nennste bet? So 'ne verbeulte Heringsdose? Kiek dir doch mal det Jestelle an, da is ja unsa olla Kinderwagen eene Luxuslimasine jejen." So geht es eine Weile, bis Knacks Ankunft dem Meinungsstreit ein Ende macht. Die Bengels wollen ihn über technische Einzelheiten ausfragen, aber Herr Knack verweigert mit eisig unnahbarer Miene jede Auskunft. „So 'n Fatzke!" sagen die Jungs und trollen sich. Emil Knack entspricht genau dem Bilde, -das sich Tante Liess von ihm entworfen hat. Klein von Gestalt, dabei an allen Orten angenehm gerundet. Das Haar hat einen Stich ins Rote, es läßt sich nicht leugnen. Die Augen sind klein und bon quiet- schiger Lebendigkeit. Die Wangen, frisch und rosig, sind wohl unterpolstert. Nehmt noch den perlgrauen Anzug, auf Taille gearbeitet (soweit von „Taille" bei Herrn Knack die Rede sein kann), nehmt die ahorngrüne Krawatte, das beigefarbene Busentüchlein, die Lackschuhe mit den weißen Gamaschen — und ihr habt alles in allem einen Mann — nicht von schlechten Eltern, wie man zu sagen pflegt. Emil ist entschlossen, das Geheimnis dieser Nacht um jeden Preis zu lösen, und sein erster Weg führt nach Friedenau. Er hat sich mit dem Pförtner von Schröder & Co. ein wenig angefreundet, mit gelegentlichen Trinkgeldern und Zigarrenspenden. Er pflegt Gisch manchmal, nicht allzu oft, von der Fabrik abzuholen, und da ist ein gutes Einvernehmen mit dem Zerberus nicht ohne Vorteil. Herr Krause II (Krause I ist Buchhalter in der Revisionsabteilung) greift auch sogleich respektvoll an den Mützenrand, als Knack in vollem Glanz sich nähert. „Morsen, lieber Krause! So früh schon wieder munter bei der Arbeit?" „Dienst ist Dienst!" sagt Krause II und zieht stramm den Bauch ein. „Tja ja, Morgenstunde hat Haare auf den Zähnen, sagt der Berliner, is es nid) so?" Krause II bejaht pflichtschuldigst. „Tscha, was ich sagen wollte, ist Fräulein Amelung schon eingetrudelt? Habe gerade geschäftlich hier in der Gegend zu tun, na, dacht' ich bei mir, willst doch mal sehen, ob die Kleine nicht verschlafen hat. Sie pflegt sich nämlich damit groß zu tun, daß so etwas bei ihr überhaupt nicht in Frage kommt. Sagen Sie, Herr Krause, stimmt das denn? Kommt es gar nie vor, daß sie mal verschläft?" „Nee, Herr Knack, wees der Deiwel, da is nifcht zu melden. Immer zwei vor sieben, ich könnte meine Uhr nach ihr stellen. Aber — sonderbar, grab heute ist sie nicht gekommen. Ob sie krank geworden ist?" Emil Knack ist auf eine derartige Nachricht zwar gefaßt, aber nun fährt ihm doch ein Schreck in die Lungvolk-MitarbeitbeimVierjahresplan Eine Anregung zu einer neuen Aufgabe Von $r. Mach Manch Gießener Pimpf wird lächeln und vielleicht zu sich selbst sagen: „Was für eine neue Aufgabe könnte das fein, die uns da innerhalb des zweiten Dierjahresplanes gestellt wird? Ist unsere Aufgabe nicht mit dem Sammeln von alten Metallen und Altpapier erschöpft? Ja, unsere Kameraden auf dem Lande, die können sich schon recht in der Erzeugungsschlacht einsetzen, indem sie ihren Eltern tüchtig in der Landwirtschaft helfen, aber wir —? Unsere Eltern haben kein Land, bestenfalls ein Stück Gartenland." Und doch, Gießener Jungvolk, liegt eine neue Aufgabe auch für dich auf landwirtschaftlichem Gebiet! Höret her! Im Busecker Tal an der Wieseck, im Schiffen- berger Tal am Klingelbach dehnen sich Wiesen aus, die eben ihr Frühlingskleid anlegen. Ihr alle habt euch auf ihnen schon getummelt, und beim Spaziergang mit euren Eltern habt ihr euch über das frische Grün des Wiesenteppichs, der sich weithin vor euch erstreckte, gefreut. Tausend, Millionen Gräslein sprießen in ihm auf, die dem Landmann im Juni das duftende Heu liefern, das er als Dieh- futter im Winter notwendig braucht. Einen Fehler hat dieses Heu aber: es enthält eine Pflanze, die in allen Teilen ein scharfes Gift enthält, das Menschen und Tieren schadet, hier also besonders den Haustieren. Wenn auch die Pflanze getrocknet, also in Heu verwandelt ist, bleibt das Gift wirksam. Der Bauer sucht darum diese Pflanze auszurotten. Das Jungvolk soll ihm in diesem Kampfe helfen! Die Pflanze kennt ihr Pimpfe alle. Zu Tausenden und aber Tausenden wächst sie auf den Mesen des Busecker- und des Schiftenberger Tales: es ist die Herbstzeitlose. Freilich werdet ihr sie nur in einer ihrer Erscheinungsformen kennen, nämlich bann, wenn sie im Oktober blüht. Die Blüten, die der Tulpe ähnlich sehen, sind von blaßvioletter Farbe. Kein Laubblatt schmückt die sonst prächtige Blüte, die, wenn sie nicht giftig märe, zu den Lieblingen des Menschen gezählt werden würde, zumal sie spät im Jahre erscheint. Nur ein paar Tage währt das Blühen, bann stirbt die Blüte bis auf den Fruchtknoten ab, ber währenb bes Winters tief im Erdboden verbleibt. Die zarte Samenanlage entwickelt sich also, vor Frost geschützt, im warmen Schoße der Erde. Im Frühjahr ^eigt sich die zweite Erscheinungsform der Pflanze. Der unterirdische Stamm, wächst au einem Stengel aus, der drei Laubblätter trägt, Die ein ähnliches Aussehen wie die ber Tulpe haben unb auch ben Fruchtknoten aus ber Erde heraushebt, damit die Samenanlage sich nun in ber günstigen Jahreszeit gut entwickeln kann. Diesen Stengel gilt es zu zerstören! Warum? Seine Laubblätter bereiten bie Baustoffe, bie einesteils gebraucht werden, um bie Samenanlage völlig Hu entwickeln, unb bie anbernteils in ben untersten Abschnitt bes Stengels hinabsteigen, um hier eine neue Pflastzenknolle für bas nächste Jahr heranzu- bilben. Gleichzeitig geht aus einer Knospe bes untersten Laubblattes eine junge Pflanze hervor. Wer ben Stengel zerstört, vernichtet die Samenanlage, verhinbertdie Entwicklung ber nächstjährigen Knolle unb bas Entstehen junger Pflanzen in ben Blattachseln; er schlägt also sozusagen brei Fliegen mit einer Klappe. Wie ist nun ber Kampf bes Jungvolkes gegen diese gefährliche Pflanze zu denken? In etwa brei bis vier Wochen werben bie Stengel ber Herbstzeitlose herangewachsen sein. Da sie in ber Knolle genügend Baustoffe zur Verfügung haben, sind sie viel schnellwüchsiger, als das Gras, über bas sie balb hinausragen. Jetzt ist bie Zeit gekommen, bie Giftpflanze zu bekämpfen. Die Pimpfe schwärmen auf bem Wiesenwege mit zwei Meter Zwischenraum aus, gehen über bie Wiesen unb stechen mit einem Stecheisen ben Stengel Möglichst tief im Boden ab. Da bas eine leichte Arbeit ist, läßt sich an einem Nachmittag von etwa 50 Jungen schon ein großer Wiesenplan von ber gefährlichen Pflanze säubern. Wird die Arbeit im nächsten Frühjahr wiederholt, so wird bie Pflanze restlos vernichtet sein, und ber Bauer wirb auf seinen Wiesen bann ein Heu ernten, bas er ohne jebes Bedenken an seine Haustiere verfüttern kann. Die Stecheisen mit einer 2,5—3 Zentimeter breiten Schneide unb einem etwa 1,5 Meter langen Stiel läßt vielleicht bie Stabt als Eigentümerin ber Wiesen in genügender Zahl bereitstellen. Die Unkosten könnten, da sich die Qualität bes Heues verbessert hat burch einen etwas erhöhten Pachtpreis gedeckt werden. Wenn beim Kampf gegen bie Herbstz ei t- l o s e an euch, ihr Jungen des JV., gebucht wird, bann aus ben Gründen, weil bie Giftpflanze, bie in Tausenben von Exemplaren auf unseren Wiesen wächst, nur burch eine Mehrheit bekämpft werben kann. Ein einzelner ist fast machtlos gegen sie, außerbem würbe sein Kampf zu lange bauern. Ende April, Anfang Mai muß er durchgeführt sein; späterhin würde man durch bas Niedertreten bes Grases Schaben a n r i ch t e n. Eure vielen Hände würden ben Kampf schnell beenden. Euer leichter Schritt würde auch ber Grasdecke beim Gehen burch bie Mesen am wenigsten schaben. Der wichtigste Grund ist aber der, daß ihr eure Kraft unb Zeit einsetzt für eures Volkes Sache! Gießener Wochenmarktpreise. * Gießen, 6. April. Auf bem heutigen Wochenmarkt kosteten: Deutsche feine Molkereibutter, )4 kg 1,57 Mark, feine Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60, ßanbbutter 1,42 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, bas Stück 4 bis 10, Eier, beutsche, Klasse S 14, Klasse A 13, Klasse B 12, Klasse C 11)4, Klasse D 10)4, ungezeichnete 10, Wirsing, )4 kg (gelb) 12, (grün) 20 bis 25, Weißkraut 10, Rotkraut 12, gelbe Rüben 8 bis 12, rote Rüben 8 bis 10, Spinat 25 bis 30, Unterkohlrabi 6 bis 8, Grünkohl 12 bis 15, Rosenkohl 25 bis 30, Feldsalat, 50 g 10 bis 12, )4 kg 90 Pf. bis 1,10 Mk., Tomaten 70 bis 75 Pf., Zwiebeln 10 bis 14, Meerrettich 30 bis 70, Schwarzwurzeln 25 bis 35, Rhabarber 25 bis 30, Kartoffeln, % kg 5 Pf., 5 kg 44 Pf., 50 kg 3,65 bis 3,80 Mark, Aepfel, % kg 20 bis 45 Pf., Zwetfchenhonig 50, Suppenhühner 90 Pf. bis 1 Mark, Blumenkohl, bas Stück 30 bis 45 Pf., Salat 15 bis 30, Endivien 10 bis 20, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 30, Rettich 5 bis 15, Radieschen, bas Bünbel 15 bis 20 Pf. Helfer im Kampf gegen -en Verderb! Neben der Erzeugungsschlacht ist ber Kampf um die Erhaltung unserer wertvollen Lebens- und Genußmittel ganz besonders wichtig. Jeber soll und muß mithelfen, die jetzigen Verluste, welche mit 1,5 Milliarden im Jahr beziffert werden, zu mindern. Das ist nach den heutigen Erkenntnissen ber Wissenschaft ohne Schwierigkeit auch im kleinsten Haushalt möglich. - Ein großer Teil dieser wertvollen Güter, wie Milch, Butter, Fleisch, Fische, Obst, Gemüse usw., also alle wasserhaltigen, gehen im Sommer sehr schnell in Zersetzung über, wenn sie nicht vor Warme geschützt werden. Werden sie dagegen kühl gehalten, so kann man sie unbedenklich längere Zeit aufbewahren, ohne baß sie Schaden erleiden, oder an Frische und Aroma einbüßen. Alle diese Waren sollten vom Erzeuger bis zum letzten Verbraucher ständig und möglichst gleichmäßig gekühlt werden. Diese sogenannte „Kühlkette" darf nicht unterbrochen werden oder vorzeitig abreißen. Leider haben noch viele Lebensmittelgeschäfte und prozentual noch viel mehr Haushaltungen keine geeigneten Kühleinrichtungen. Man ruft jetzt immer nach bem „Volkskühlschrank" unb wartet auf irgend etwas „Neues". Warum? Den wirklichen Volkskühlschrank gibt es doch schon lange, unb zwar für alle vorkommenben Bedürfnisse. Es ist ber millionenfach bewährte Eiskühlschrank. Dieser hat den besonberen Vorzug, billig in der Anschaffung unb billig in ber Benutzung zu fein. Er wird in allen gangbaren Größen serienmäßig gebaut unb entspricht in Ausstattung unb Konstruktion allen Erfordernissen eines guten unb zweckmäßigen Kühl- gerätes. Aus der engeren Heimat. Dezitzksliedertag in Heuchelheim. f Heuchelheim, 5. April. Die Gesangvereine des Hüttenbergs sowie ber Orte um ben Gleib erg unb bem Biebertal, bie zum Sängerkreis Solms-Wetzlar gehören, hielten am Sonntag in Heuchelheim ihren diesjährigen Kreisliedertag ab, ber sehr zahlreich besucht war. Bereits um 8 Uhr begann in ber Turnhalle bas Wertungssingen, an bem sich 20 Vereine beteiligten, die je einen Pflichtchor unb ein freiwilliges Lied zum Vortrag brachten. Als Vertreter ber Gemeinde widmete Beigeordneter S«a ck ben Sängern bie besten Willkommensgrüße Heuchelheims, dessen Einwohner über diesen Besuch sehr erfreut seien. Unter ber Leitung des Kreisführers des Sängerbundes, Lehrer Majewski (Oberndorf), unb bes Kreischormeifters Lotz (Ehringshausen) würbe bann das Wertungssingen durchgeführt. Als Wertungsrichter war Prof. Dr. Gambke (Frankfurt) erschienen. Der größte Teil ber Vereine brachte als Pflichtchor Armin Knabs Lied: '„Ich habe Lust im weiten Feld zu streiten", ber andere Teil ein Soldatenlied von Wilh. Weismann Die Eiskühlung ist auch heute im Zeitalter unserer hochentwickelten Technik noch weitverbreitet. Sie ist absolut zuverlässig, bequem unb auch für ben kleinen Haushalt erschwinglich. Eis hat ben großen Vorteil, im Kühlschrank eine stets gleichmäßige tiefe Temperatur zu halten unb baneben noch bie fabelhafte Eigenschaft, Fremdgerüche unb übermäßige Feuchtigkeit zu absorbieren, vorausgesetzt, daß es in einem neuzeitlichen Eiskühlschrank verwendet wird. Das Wachstum ber Bakterien wirb praktisch so gut wie verhindert, unb bie aufbewahrten frischen Lebensmittel behalten längere Zeit ihr gutes Aussehen und ihre volle Qualität. Vermieden werden Schäden an Leib und Gut. Darum sollte jeder Haushalt sich einen Eisschrank, seinen besonderen Zwecken entsprechend, anschaffen. Man hat damit immer einen „treuen Helfer im Kampf gegen ben Verberb!" Metzgereien unb Buttergeschäfte sind aber auch auf diese Verkaufshelfer angewiesen. Es hibt für jeden Ladenumfang ben geeigneten Schrank. Ohne weiteres kann er im Verkaufsraum selbst untergebracht werben. Die Betriebskosten finb niedrig unb entsprechen in keiner Weise bem sonst üblichen Ausfall an Ware, an Abfall. Also — mit bem Labenkühlschrank wird gespart! Darüber hinaus ist er ein Kundschaftsfänger, weil bie kaufende Hausfrau im Sommer gekühlte Ware als hochwertiger empfindet unb entsprechend lieber kauft als ungekühlte Lebensrnittel, bie ursprünglich gleich-, wenn nicht höherwertig waren, aber durch die Hitze an Aussehen unb Geschmack verloren haben. unb der Rest bas „Deutsche Morgenlieb" von Hans Lang zu Gehör. Es wurden sehr ansprechende Leistungen geboten, bie bewiesen, daß ber beutsche Männergesang auch auf dem flachen Lanbe eine gute Pflegestätte besitzt. Nicht nur in ber Turnhalle, sondern auch im Orte entwickelte sich ein frohes Leben. Aus den vielen Standorten ber Gesangvereine klangen in den frühen Morgen die frischen Weisen der Sänger. Um 12 Uhr fand auf dem geräumigen Platz des „Kreuzes" mitten im Dorf eine öffentliche Kundgebung f ü r ben deutschen Männergesang statt, an der auch die Einwohner Heuchelheims starken Anteil nahmen. Mit wehenden Fahnen unb frischen Marschweisen zogen die Sänger von der Turnhalle zur Kundgebung. Unter Leitung des Kreischormeisters Lotz (Ehringshausen) wurden von ben Massenchören der Deutsche Sängergruß unb das Deutsche Morgenlieb gesungen. Hierauf sprach der Kreisbundesführer Majewski (Oberndorf). Er betonte, daß die Sänger mit ihrem Gesang mitten im Volke stehen. Heuchelheim mit seiner für solche Wertungssingen wundervollen Turnhalle sei den Sängern bes Sängerkreises nie abseits gelegen gewesen, unb sie fühlten sich stets heimisch hier. Diese Verbundenheit mit Heuchelheim komme auch durch das Erscheinen von Ortsgruppenleiter W o b k e r , Bürgermeister Rinn unb Beigeordneten Sack zum Ausdruck, die der Redner besonders begrüßte. Er sprach bann noch über bie Aufgabe der deutschen Sänger, bie ihre Lieder aus dem Herzen in die Herzen des Volkes erklingen lassen wollen und als ersten Grundsatz bas Be- Kenntnis zu Heimat unb Vaterland hervorheben. Mit dem Gruß an ben Führer und bem gemeinsamen Gesang ber Nationallieber klang bie Ansprache aus. Nach einem weiteren Massenchor unb einem burch Trompetensolo ansprechend unterstützten Volkslied von H. Heinrichs „des Morgens zwischen dreien und vieren' überbrachte Ortsgruppenleiter Wob - Per die Grüße der Bewegung. Er gab seinem Wunsche Ausdruck, daß auch die deutschen Sänger ihre Aufgabe innerhalb des Volkes erfüllen und durch die Pflege von Kulturgut zur Schaffung der Volksgemeinschaft beitragen mögen. Mit zwei weiteren Massenchören wurde bie Kundgebung beendet. Nach der Mittagspause sand in ber Turnhalle bie kritische Besprechung des Wertungssingens statt. Anschließend vereinigten sich die Vereine noch zu einem gemütlichen Stündchen. Kreisverbandstreffen der Evangelischen Frauenhilfen. 0 Rödgen, 5. April. Wohl 500 Mitglieder der Evangelischen Frauenhilfen trafen sich am Sonntag in unserer Gemeinde zur diesjährigen Kreisverbandstagung. Es waren erschienen die Evangelischen Frauenhilfen von Alten- Buseck, Annerod, Steinbach, Lindenstruth, Wieseck, Saasen, Rödgen und aus Gießen die Lukas- und die Markusgemeinde. Im F est g o tte sd i e nft in der Kirche, an dem auch viele Gemeindemitglieder teilnahmen, predigte Pfarrer D ö l l (Steinbach) über das Bibelwort aus dem Evangelium Johannes 6, Vers 66 bis 71. In einer kurzen Kaffeepause bewirtete bie hiesige Frauenhilfe bie auswärtigen Teilnehmer im festlich geschmückten Saal von Gastwirt Balser. Um 15.30 Uhr begann bie Nachversammlung in der Kirche. Unser Ortsgeistlicher, Pfarrer Bönning, begrüßte die Teilnehmer, besonders die Rednerin des Tages, Vikarin Frl. S i e b e r t h vom Hessischen Hauptverband. Diese hielt einen Vortrag über bas Thema „Frauen unter ber Bibel." Den Jahresbericht erstattete die stellv. Kreis- vorsitzende, Frau Rau (Klein-Linden). Der Bericht zeigte ein erfreuliches Bild ber Arbeit bes Kreis- oerbanbes Gießen. Frau Rau bankte auch ber hiesigen Frauenhilfe bafür, baß bie Tagung so schön vorbereitet worden war. Die Grüße des Dekanats Gießen überbrachte Dekan Sattler (Wieseck). In feinem Schlußwort dankte Pfarrer Bönning allen Teilnehmern unb Rebnern. Mit Gemeinde- gefang, Gebet unb Segen schloß bie Tagung. Landkreis Gießen. <£ Leihgestern, 6. April. Ihre silberne Hochzeit können am Donnerstag, 8. April, ber Eisenbahnschaffner Heinrich Seel unb Ehefrau Susanne, geb. Ott, Rathausstraße dahier, und ber Eisenbahnschaffner Karl Seipp und Ehefrau Marie, geb. Arnold, Klausegasse dahier wohnhaft, begehen. I Leihgestern, 5. April. Der hiesige Spar« unb Vorschußverein hielt am Samstagabend seine 46. ordentliche Hauptversammlung im Lokal „Zur Krone" ab. Der Vorsitzende Haas gab zunächst den Geschäftsbericht für 1936 bekannt. Der gegenwärtige Stand der Dorfkaffe ist als recht günstig zu bezeichnen; zehn Mitglieder sind neu eingetreten, denen zwei Austritte gegenüberstehen. Die Bilanz wurde vom Rechner Hauser vorgetragen. Der Umsatz betrug 124 000 Mark, der Reingewinn 1645 Mark, dessen Verteilung in der vorgeschlagenen Weise zugestimmt wurde. Die Einlagen der Schul- parkasse, die sich erfreulicherweise in jedem Jahre steigerten, betrugen letzthin 1885 Mark. Der Zins- atz wurde von 5)4 auf 5 v. H. gesenkt. An Dividende wurden 4 v. H. verteilt. Allen an sie gestellten Kreditansprüchen konnte die Kasse im abgelaufenen Jahre aus eigenen Mitteln gerecht werden. Der Jahresabschluß fand die Genehmigung ber Versammlung, dem Vorstand und Aufsichtsrat konnte Entlastung erteilt werden. Die ausscheidenden Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder wurden wiedergewählt. Nach Erledigung des geschäftlichen Teiles wurde die Versammlung in der üblichen Weise geschlossen. Glieder. Verflucht und zugenäht, wo steckt bloß das Mädel? Es kann ihr doch nichts passiert sein, bas gibt es doch nicht! „Was Sie sagen! Da will ich doch mal auf dem Rückweg, bei ihr vorbeikommen." Das wird so obenhin gesagt, im Tone leichter Besorgnis, Krause II braucht Näheres nicht zu wissen. Jedoch muß versucht werben, ob man nicht irgendeinen Anhaltspunkt in Erfahrung bringt. „Aber gestern hat sie gearbeitet, nicht wahr? Ist sie vielleicht früher nach Hause gegangen?" Krause II steckt schnuppernd die Nase in bie Luft. Wahrscheinlich kommen ihm solcherart die Erleuchtungen. „Nee, nee, sie ' le genau wie die anderen auf. Da war doch dies ngsba, ihre Freundin, die holte sie ab. Sie fragte mich noch, ob Fräulein Amelung schon 'raus sei." Herr Knack schnaubt wütend durch die Nase. Ah, die Mary also hat die Hand im Spiel! Das erklärt alles. Gisch hat sich verleiten lassen, mit Mary auszugehen, und wenn Mary bummeln geht — na, er hat bas ja einmal mit gemacht. Den Kater am anderen Tag vergißt er im Leben nicht. — Natürlich sitzt Gisch jetzt in Marys Bude, hat nasse Tücher um ben Kopf und labt sich an Rollmöpsen. „Na, wirb wohl weiter nichts Schlimmes fein, is ja ein stabiles Mädchen, nicht?" „Det kann man wohl sagen, Herr Knack!" schmunzelt Krause II und nimmt mit Würde die dicke schwarze Zigarre in Empfang, eine echte Brasil. Knack läßt sich in solchen Dingen nicht lumpen. Es ist bem jungen Mann nicht recht behaglich zumute, wie er nun seinen Wagen dem Berliner Narben zulenkt, benn diese Mary Hauck ist ein Teufel, um es geradeheraus zu sagen. Was hat er schon in Gisch hineingeredet, daß diese junge Dame kein Umgang für ein anständiges Mädchen sei, aber in der Beziehung ist Gisch von einer Dickköpfigkeit, bie eigen zum Platzen bringen kann. „Ich finde Mary fabelhaft!" sagt Gisch, da kann man nichts machen, so was scheint ihr eben zu imponieren. Ein rassiger Kerl ist sie ja, diese Mary, töricht, es leugnen zu wollen. Sprühend vor Lebenslust, unberechenbar in ihren Einfällen, eine richtige Zigeunerin, eine „tolle Nummer". Sie ist Vorführdame in einem Modesalon am Kurfürstendamm, erstes Haus, prima Kundschaft, unb da sie von dort auch ihre eigene Garderobe bezieht, zu herabgesetzten Preisen allerdings, ist es nicht verwunderlich, daß sie sich mit Erfolg den Anschein einer Dame von Welt zu geben vermag. Die Modephotographen bevorzugen sie als Modell, wenn es sich darum handelt, ein aufsehenerregendes Abendkleid ober ein Gedicht von einem Badeanzug in bie illustrierten Zeitungen zu bringen. Von Gisch Amelung wirb Mary vorbehaltlos bewundert. „Ihr kennt sie ja nicht, ihr wißt ja nicht, was für ein feiner Kerl sie ist!" Das ist ihre Antwort, wenn die Arbeitskameradinnen die Nase rümpfen. Mary und Gisch entstammen der gleichen Erde, das Frankenland ist ihre Heimat. Beide spielten in ben gleichen Straßen und Häuserwinkeln, badeten gemeinsam im Bach hinter der Mühle und stahlen gemeinsam die Aepfel aus bem Pfarrhausgarten. Aber eines Tages geschah etwas, das die beiden Mädchen für immer zusammenführte, und das war, als das Elternhaus von Gisch in Flammen aufging. Man hatte sie spielend irgendwo im Freien vermutet, aber gerade an diesem Nachmittag war sie heimlich auf den Speicher geschlichen, um in Mutters Trödelkiste zu stöbern. . Das Feuer schnitt ihr den Rückweg ab, und als sie schreiend an der Dachluke erschien, war bas Entsetzen so groß, daß zu einer besonnenen und raschen Rettungstat niemand imstande war. Nur Mary, die damals noch Mariele hieß, hatte den Mut, ihr eigenes Leben zu wagen, fauste auf bie anstoßenbe Scheune zu, und da sie eine gewandte Kletterin war, kam sie aufs Dach, eh fich's jemand versah. Sie tastete sich, des sprühenden Funkenregens nicht achtend, bis zur Dachrinne bes Wohnhauses vor, schwang sich über die Giebelwand und erreichte bie Dachluke. Das hat den gaffenden Mannsleuten die Scham ins Gesicht gejagt, so daß sie nun wacker das ihre taten, Leitern aufstellten und die Kinder aus ihrem Elend befreiten. Die Amelungs zogen bald darauf von ber Heimat weg, ein entfernter Verwandter, der von ihrem Unglück erfahren hatte, vermittelte dem Mann eine Stellung in Berlin. (Fortsetzung folgt!) ,L8;n“r' 6- Am morgigen Mittwoch, 7. April, können die Eheleute Wilhelm Fink und Frau Katharina, geb. Sames, das Fest ihrer silbernen Hochzeit begehen. < Staufenberg, 5. April. Der Spar- . 0 r ichußverein hielt am Samstag bei Gastwirt Geißler seine ordentliche Generalversammlung unter Leitung des Aufsichtsratsvorsitzenden Heinrich Benzler II. ab. Aus dem von Direktor Heinrich Stephan erstatteten Geschäftsbericht 9intior.D°r' ^6 sich der Umsatz im Jahre 1936 auf 223 146,50 NM. belief und den Umsatz im Vorjahre erheblich übertraf. Der Reingewinn bezifferte sich auf 855,45 RM. Daraus werden 6 v. H. Dividende verteilt, der Schulbücherei 20 RM gespendet, der Rest wird der Betriebsrücklage zuge- fuhrt. Dem Verein gehören gegenwärtig 145 Mitglieder an. Dem Vorstand und Aufsichtsrat wurde Entlastung erteilt. Die turnusmäßig ausscheidenden Vorstandsmitglieder Wilhelm Geißler und Wilhelm Grölz wurden einstimmig wiedergewählt. # Daubringen, 5. April. Die Ortsgruppe Mainzlar der Deutschen Arbeitsfront hielt gestern abend bei Gastwirt Weimer Hierselbst einen DA F. -Walter-Appell für die Orte Mainzlar, Daubringen und Staufenberg ab. Die Leitung des Abends hatte der Organisationswalter Ernst Schlapp. Ortsgruppenwalter Vogel sprach zu der Versammlung. Eine rege Aussprache brachte 'm Verlaufe der Arbeitstagung zahlreiche wertvolle Gesichtspunkte. Mit einem kameradschaftlichen Beisammensein fand der Abend seinen Abschluß. Bibelforscher vor dem Gonderqericht. Lpd. Frankfurt a. M., 5. April. Vor dem Sondergericht begann am Montag eine Verhandlung gegen 36 Angeklagte aus den Kreisen Biedenkopf und O b e r w e st e r w a l d. Die Angeschuldigten, unter denen sich em Dutzend Frauen befindet, sind angeklagt, die staatsgeführliche Tätigkeit der Bibelforscher fortgesetzt zu haben. Es sollen heimlich Versammlungen in Wohnungen einzelner Angeklagter abgehalten und illegales Schriftenmaterial beschafft und verbreitet worden sein. Unter den Beschuldigten, die vorwiegend in den Ortschaften Steinperf, Obereisenhausen und Zinhain ansässig sind, befindet sich auch der 38jährige Bürgermeister von Steinperf, dem Amtsverbrechen gemäß § 346 StGB, zur Last gelegt wird. Er soll in seiner Eigenschaft als Orksgemeindevorsteher die Tätigkeit der Bibelforscher nicht unterbunden haben. Er selbst will den Bibelforschern nicht angehören, hat aber Verwandte unter- diesen. Drei Wochen vor seiner Festnahme berichtete er dem zuständigen Landrat fälschlicherweise, daß von einer Tätigkeit der Bibelforscher in seinem Ort nichts zu bemerken sei. Die Verhandlung, die mehrere Tage dauern wird, ift der Vorläufer einer Reihe weiterer Prozesse, die sich gegen etwa 60 Personen richten werden, die gleichfalls verdächtig sind, die Bibelforschertätigkeit fortgesetzt zu haben. Beim Holzfällen von einem Baum erschlagen. Lpd. Darmstadt, 5. April. Der 70jährige Schmiedemeister B i ß aus Vielbrunn im Odenwald war in den Wald gegangen, um dürre Bäume zu schlagen. Als der Greis am Abend nicht zurückgekehrt war, suchte man nach ihm und fand schließlich den alten Mann neben einem gefällten Stamm mit einer schweren Kopfverletzung t o t auf. Der stürzende Baum hatte ihn erschlagen. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) (£. £. Die Aufsichtsbehörde kann Ihnen eine letzte Frist bis zum 1. Juli 1937 zur Vornahme der erforderlichen Jnstandsetzungsarbeiten an Ihrem Hause setzen. Ist die Ausführung der Arbeiten infolge besonderer Umstände unverschuldet unmöglich, so wird die Aufsichtsbehörde bei Darlegung des Sachverhalts in die von Ihnen gewünschte Fristerstreckung zweifellos einwilligen. Wird die Fristverlängerung versagt, so können Sie sich beschwerdeführend an die vorgesetzte Dienstbehörde wenden, die Ihrem berechtigten Verlangen entsprechen dürfte. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstagnach. mittag geschloffen. Erstklassige Zuschneider Bewährte Fachkräfte Ausgesuchte Stoffe Beste Zutaten das sind die Vorteile unserer bekannten Maßschneiderei. 1987 A £Kerren~ 3ßeßleidungsf)aus Gießen Marktplatz Ruf 2584 Vertragslieferant d. Heereskieiderkasse Eisen- Eine Anzahl gebrauchte hat abzugeben MOhelfabriken Alsleld-Törpe in Alsfeld/Hessen 2387 D Mittwoch, den 7. Avril 1937, 2 Uhr nachmittags, versteigere ich dahier, Neuenweg 28 (Hof) bzw. an Ort und Stelle, zwangsweise gegen Barzahlung: - Haus-, Laden- und Büromöbel, Schreibmasch., Grammophone, Musikinstrumente, 2 Klaviere, 1 Gasherd, Registrierkasse Kass.- Schränke, Radios, 1 Ausputzmaschine, Schuhmachereiartikel und -Maschinen, Staubsauger, Polsterwaren, 1 gold. Uhr, Füllfederhalt., Photoalben, Schreibtischgarnituren, Körbe, Kordel, Besen Bürsten u.a.m. Ferner kommen bestimmt zur Versteigerung: Möbelstücke aller Art (Einzelstücke und komplette Einrichtungen, alles neu), Rohrmöbel, 1 Fruso-Kochtopf, Hüte, Mützen, Kragen, Krawatten, Hemden usw. 23»eD Biiiorf Gerichtsvollzieher in Gießen Steinstraße 42, Telefon 3660 Frisch vom Meer Seefische aus dei Seltersweg 18, Ruf 2167 Kabeljau HK ohne Kopf....... 500 g toU Kabeljau-Filet <60 ohne Gräten..... 500g 00 Schelliisch 00 ohne Kopf........ 500g ÜU und viele Sorten mehr. Unsere deutschen 2374A Salz-Heringe mariniert ein delikates Essen Stück 5 7 und 9 Pf. 10 St. 45 65 und 85 Pf. Saatkartoffeln Hochzuchten: Deutsche Erstlinge, Juli (frühe, gelbfleischige) empfiehlt Samenhaus Hdi. Hahn 2399 a Bahnhofstraße * Tel. 3403 Eine gute Bettfeder Halbdaunen und Daunen, in vielen Preislagen, ein gutes, dichtes u.farbechtes Inlett in vielen Farben u. Qualitäten, liefern stets preiswert 2389 A C. Röhr & Co. Wegen Auflösung des Haushaltes zu verkaufen: 1 einfache, kompl. Kücheneinrichtung, 1 Gasherd, 4flammig mit Bratofen, 1 Nähmaschine, 1 Schrank mit Glasaufsatz, 1 alt. Kleiderschrank, 1 Bettstelle mit Matratze, 1 Sofa, 1 Nachttisch mit Marmorplatte, 1 Grammophon und vieles andere. 2390 d Seltersweg 81. VornehmI Geschmackvoll! PersönlichI Diese wesentlichen Eigenschaften der guten Familien- Drucksache bietet Ihnen In zahlreichen neuzeitlichen Ausführungsarten und Papieren zu mäßigenPrelsen BrUhl’sche Druckerei. Schulstr. 7, Ruf 2261 Billige Fischei Filet Vs kg von 32 Pfennig an Koch- und Bratfische Marktstraße 23 239sA Tel. 2417 Zum SManian!! in großer Auswahl: Kinder-Strümpfe Kniestrümpfe Söckchen Hemdchen und Schlüpfer Hemdhosen Pullover / Poloblusen Strickkleidchen und -Anzüge Trainingsanzüge Praktische Stoffe für Schulkleidchen Modehaus bei 2406 A Baumpfähle Rosenstäbe Latten Dachpappe Ludwig Haas Gießen Plockstr.7 Gießen Billig kaufen Sie Gardinen und sämtliches Zubehör SM Wtin frühe und späte Sorten eingetr. H. Trecksler Steinstraße 73 Tel. 3581. 24o8d Teppiche Läufer, Haargarn Velour, deutsche Smurnat. reelle Preise monatl.ab RM.IO.-.Angeb u.T.U.288(2394V) a.d.Gesch. d.Gß. Anz. Vertreter: Arens, Bochum, Eva- strostsl.z.Zt.hier. Gestoch. scharfe Schrift, unverwüstliche Konstruktion, spielend leichter Anschlag, formschönes Aussehen — das ist die Mrpedo mit Segmentumschaltung. Nur RM. 186- Schon f. 8.30 mtl. Niederhausen Bahnhofstraße49 Gießen. oqqA MMWWMe Schellfisch, 1. Qualität e- im Ausschnitt......500 g Kabeljau-Kilet, 4. Qual. ohne Gräten......500 g Mäusburg 15 2mA Teleph. 3612 Sdinefaser Gießen, Schulstraße 4 2405 A tefl 2377A in schönster Vollendung zeigt Ihnen diese Woche Karbolineum HappelS Co. Kl.Mühlgasse 4 u.6 Ruf 3925 Zur 1422d Bodenbearbeitung und Düngung empfehle Torfmull Düngekalk Kunstdünger ti. Trechsler Tel. 3581,Steinstr. 73 DIENST Einer freut sich! § s Seine Masdiin^ läßt ihn nie im Stich, seif er „mit BOSCH gerüstet" ist. BOSCH-Zubehör für Krafträder, Personenwagen, Lieferwagen und Diesel-Lastzüge hat sich millionenfach bewährt. Auch Sie fahren besser mit den nach 50-jähriger Entwicklungsarbeit gebauten BOSCH-Erzeugnis- sen. In allen Fachgeschäften erhalten Sie BOSCH- Erzeugnisse. Und im BOSCH-Dienst findet der Kraftfahrer fachmännischen Rat und rasche Hilfe. Der BOSCH-Dienst hilft, der Fahrer spart! RUHL& FETZER BOSCH-Dienst Gießen-Lahn, Schanzenstr. 3 Ruf: 2534 2253V Moderne Gießen Kreuzplatz 15 ___________2400A Dirndelstoffe in den neuesten Must. 1.25, 0.85, 0.60 Seidenleinen, einfarbig u. bedruckt. . 1.15, 0.95, 0.85 Kräusel-Krepp moderne Streifen u. Blumenmuster .......1.35, 1.25 Deutsch-Musselin, gestr. u. geblumt 1.50, 1.35, 1.20 Krepp-Marocain bedruckt in reicher Ausmusterung .... 2.75, 2,20, 1.95 Mattkrepp, bedruckt, aparte Streifen und Blumenmuster. ... 3.80, 3.20, 2.25 Mantel- u.Completstoffe in reicher Auswahl u. neuesten Modefarben,7.00,5.60,4.25 Machen Sie bitte einen Versuch und überzeugen Sie sich bitte von der Fülle unserer Abteilung Kleiderstoffe JUfaesslfadiß ÄtVtzV S$e«N an Der Mn Kasch KOVMSUsr-VkchKV Schlingenhäkelei Schlüsselgewalt 443 Schl auf 10 Schlüssel und ein Schloß. Welches ist der richtige? Das viele Probieren nach dem richtigen Schlüssel wird Ihnen erspart, wenn Sie jeden mit einem Schlüsselschildchen versehen. Eine kleine einmalige Ausgabe, die Ihnen viel Aerger erspart. Schlüsselschilder sind billig bei 3- B. Häuser, Gießen, am Oswaldsgarlen, Fernsprecher 2145 2146. (litten, Beförderungsmittel Schnee- und Eisflächen mit Hier abschneiden! Eleitschienen aus Holz oder Eisen. Zur Aufbewahrung im Sommer müssen die Eisenterle eingefettet und das Holz mit Bohnerwachs eingerieben werden. Schloß, Vorrichtung zum Schließen und Sichern von Türen. An der Wohnungstür genügt ein einfaches Schloß nicht. Man läßt zweckmäßig ein Patentschloß anbringen und die Innenseite der Türe mit Blech beschlagen, damit das Schloß ' nicht herausgesägt werden kann. Notwendig ist ferner eine Sicherheitskette und ein Guckloch, damit nicht ein Frem der gewaltsam in die Wohnung einzudringen vermag. Schlot, andere Bezeichnung für Schornstein und Esse. Schlucken oder Schluckauf ist eine unwillkürliche plötzliche Zusam- Schlingenhäkelei, eine Art des Häkelns, man arbeitet nur mit festen Maschen. Nach jeder Masche wird der Faden um eine Schlin- gengabel, die verstellt werden rann, gelegt, dann wieder eine fefti Masche gehäkelt und dies laufend wiederholt. Um der ganzen Arbeit einen festeren Halt zu geben, arbeitet man nach einer Reihe Schlingen eine Reihe nur fester Maschen. Schlinger, s. Rankpflanzen. Schlingpflanzen, s. Rankpflanzen. Schlingrosen, s. Rosen und Rankpflanzen. Schlips, vom engl. Slip, Bedeutung: Schlinge, soviel wie Krawatte. s. d. menziehung des Zwerchfells mit hörbarer tönender Einatmung. Ist oft eine ganz harmlose Erscheinung, kann aber veranlaßt sein durch Entzündung und damit Reizung des Zwerchfells, oder durch Druck vom Magen oder der Leber, nach Vauchopera- tionen, auch bei Grippe. Behandlung des gewöhnlichen Schluckauf: bei angehaltenem Atem schlucken oder ein Glas Wasser trinken. Schlund ist der oberste Teil der Speiseröhre, der an die Mund- und Nasenhöhle und an den Kehlkopf angrenzt. Schlüssel, Auslöser der Sperrvorrichtung eines Schlosses, sollen mit Schildchen versehen sein, damit man gleich den richtigen Schlüssel findet. Für den Schlüsselbund, den man in der Tasche trägt," (zur Schonung der Kleidung lederne Schlüsseltasche empfehlenswert) oder den Haustürschlüssel, wählt man Schlüssel aus Aluminium, weil sie leichter sind, oder läßt sich Schlüsiel anfertigen, die zusammengeklappt werden können. SchlüsiMblume, s. Primel. Schlüsselgewalt. Die Frau ist kraft ihrer Schl, berechtigt, innerhalb ihres häuslichen Wirkungskreises die Geschäfte des Mannes für ihn zu besorgen und ihn zu vertreten. Rechtsgeschäfte, dre sie innerhalb ihres Wirkungskreises vornimmt, gelten in der Regel als im Namen des Mannes vorgenommen. Wenn also die Frau Kleider, Lebensmittel usw. für das Hauswesen bestellt, so muß Nach kurzer Krankheit ist mein lieber Mann, unser guter Vater Herr Heinrich Guthardt Kaufmann von uns^gegangen. Die trauernden Hinterbliebenen: Luise Guthardt Anneliese Guthardt Heinz Guthardt, cand. med. dent. Gießen den 6 April 1937. Die Beisetzung hat heute früh in aller Stille stattgefunden. Beileidsbesuche dankend verbeten. 2384d Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meine liebe Schwester, unsere gute Gote und Tante Frau Marie Becker, geb. Schneider . Sonntag abend um 7 Uhr nach einem arbeitsreichen Leben im 86. Lebensjahre zu sich zu nehmen. Für die trauernden Hinterbliebenen: Familie Friedrich jDapper. Wieseck, den 5. April 1937. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 7. April, nachmittags 3 Uhr, vom Sterbehaus Philosophenstraße 7 aus statt. _________________________________________________________________________________________________2383D Das müssen Sie sehen! I Metallpflege im modernen Haushaiti Zum Frühjahrs-Markt täglich von 2 bis 7 Uhr 01767 die interessanten Vorführungen: Ecke Neustadt-Horst-Wessel-Wall DasTagesgesprächder Hausfrauen Mod.Straßenkleider Seidenleinen, Indanthren..... nur 4.90 Außerdem: Knabenhosen, Schlosser-Anzüge, Strapazierhosen, Leder- u. a. Berufskleidung sehr preiswert Friedr. Rühl Auf der Gießener Messe (Innenseite) 01772 Schmalz 444 Schmerzensgeld der Mann die Rechnung bezahlen, wenn die Anschaffungen jeweils den Verhältnissen und der tatsächlichen Lebenshaltung der Eheleute entsprechen. Der Mann kann die Schlüsselgewalt beschränken oder ausschließen. Die Beschränkung der Ausschließung ist dritten Personen gegenüber nur wirksam, wenn sie in das Güterrechtsregister eingetragen oder dem Dritten bekannt ist (eine Zeitungsnotiz ist meist wenig wirksam, da dem Dritten nachgewiesen werden muß, daß er die Notiz gelesen hat). Stellt sich die Beschränkung oder Ausschließung als Mißbrauch des Rechtes des Mannes dar, so kann die Frau beim Vormundschaftsgericht Antrag auf Aufhebung der Beschränkung stellen. Schmalz, aus Schweinespeck und Schweineliesen ausgelassenes weißes Fett, dessen Rückstand Grieben sind, die zum Kartoffelbraten verwendet werden können. Beim Auslassen brät man eine ganze Zwiebel mit lHchmalz dient, mit Salz bestreut, als Brotaufstrich und als Bratfett. Lediglich als Brotaufstrich wird Gänseschmalz verwendet, das nach Beimischung von Schweineschmalz nicht mehr so dünnflüssig ist. Schmand, Schmant, vielfach gebräuchlicher Ausdruck für Rahm oder Sahne. Schmarren, Kaiserschmarren, süddeutsche Bezeichnung für einen mit Gabeln, in der Pfanne auseinandergerissenen Eierpfannkuchen mit Rosinen. Schmeißfliege, Aasfliege, größere Fliegenart, deren Maden in Fleisch leben. Schinken schützt man davor durch einen Leinenbeutel. Schmelzbutter, Butterfett, Butterschmalz, eingeschmolzene Butter, die sehr haltbar ist, aber nur als Brat- und Kochbutter verwendet wird. Schmerzen sind nicht eine Krankheit, sondern immer ein von der Natur sehr weise eingerichteter Anzeiger dafür, daß irgend etwas im Körper nicht in Ordnung ist. Schmerzen kommen bei den mannigfachen Erkrankungen und Verletzungen vor. Magenschmerzen bei Magenverstimmung, aber auch bei Blinddarmentzündung usw. Jedenfalls gehe man bei allen länger anhaltenden stärkeren Schmerzen in ärztliche Behandlung, damit nicht eine ernstere Krankheit übersehen wird. Auf keinen Fall nehme man wahllos schmerzstillende Mittel, da man dadurch nur Warnsignale der Natur übertönt und vergißt, daß damit die Krankheit keinesfalls behoben ist. Schmerzensgeld, f. Körperoer. letzung, Schadenersatz. Das Sch. richtet sich nach der Schwere und Schmerzhaftigkeit der Verletzung, Dauer der Krankheit, Entstellung, Aufregung usw. DAS FÜHRENDE FACHGESCHÄFT IN <3LAS-UND POR^ELLANWAREnT Nachruf! Gießen, Berlin, Düsseldorf, den 5. April 1937. 01755 Unser verehrter Chef Das Personal der Firma Brüder Schmidt. Gießen, den 6. April 1937. Dl 743 von seinem schweren Leiden im kurz vollendeten 51. Lebensjahr durch den Tod erlöst. Er wurde am Freitag dem 2. April, in aller Stille beigesetzt. Wir danken dem Herrn Pfarrer für seine uns besonders trostreichen Worte, dem Pflegepersonal der Med. Klinik (HausVoit), für die aufopfernde Pflege und allen seinen Freunden, die ihm bis zu seinem Tode zur Seite standen. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Heinrich Greb. Siüoiing Größe 50, auf Seide gearbeit., la Stoff, getragen, preiswert zu verkaufen. Schr. Ang. unt. 01774 a.d.G.A. Am 30. März wurde mein lieber Sohn, Vater, unser lieber Bruder, Schwager und Onkel Karl Greb, Kaufmann Eisscbrank 80cmboc6,75cm lang, 60 em breit, neuwertig, günstig zu verkaufen Heinr. Lick tun. Sonnenstratze Neues, schwarzes Schneider- Kostüm für schlanke Figur preiswert zu verkaufen, »nes Hofmannstr. 9 I Am MW Lahnstratze zu verkaufen: 10—13 Wagen Bruchsteine, 3 Eisenträger 5 m lang. 2403D Telefon 3559. Herr Heinrich Guthardt Inhaber der Firma Brüder Schmidt ist nach schwerer Krankheit am 3. April für immer von uns gegangen. Er war uns zu jeder Zeit ein hilfsbereiter, vorbildlicher Berater und Freund. Wir werden sein Andenken stets in Ehren halten. Frau Kirchenrat im 85. Lebensjahre. [Stellengesuch^ 2395 D Altersvereinigung 1886—1936. Hermann Noll Carl Greb | Mietgesuche"] Zucht. 2393D Herrn. 2391D [Stellenangebote! W Heute | Mittwoch 20-22.30 Uhr Stadttheater Die Beerdigung findet statt: Mittwoch, 7. April, nachmittags 3.30 Uhr, vom Trauerhause, Bismarckstraße 8 aus. Heute früh entschlief sanft nach kurzer Krankheit unsere liebe, gute Mutter, Schwiegermutter, Schwester, Schwäge- , rin und Tante Butzbach (Hessen), Eßlingen (Nekar),Uerdingen (Rhein)j den 5. April 1937. Die Vereinigung beklagt das Ableben ihrer lieben Alterskameraden Erfahren., fleiß. Mädchen für halbe Tage gesucht. Zu erfr. in der Geschäftsstelle d.G.A. 01765 Hofgut Winnerod üb.Gießen-Land Preise von 0.60-3.00 RM. 2378 D 2 schöne Zimmer und Küche in schöner Lage, in besser. Hause, ab 1. Mai zu vermieten. Schriftliche Angeb. unt. 01753 a. d.Gieß. Anzeiger erbet. 19.30-22.15 Uhr 26. Mittwoch- Miete. Zumletzt.Male Viel Lärm um nichts Lustspiel von Shakespeare. Preise von 0.60—3.00 RM Heirat. Berufstätiges Mädel, 35Fahre, elternlos,möchte mit solid. Herrn in Briefwechsel treten, zwecks späterer Heirat. Schriftl.Ang.m. Bild unt. 01768 an d. Gieß. Anz. WM geMt zu leidendem alt. Das Schlofl im IM Tages: mäddien gesucht. 23850 Frau Adolf Lyucker Erlengasse 7 I. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Dr. Ludwig Schneider Dr. Alfred Schneider Liesel Schneider, geb. Hoffmann ürtnlanti zu verpachten. Näheres oms Mäusburg 17 (Laden). Frau sucht Beschällpg für 3 bis 4 Std. täglich vormitt. Schr. Ang. unt. 01756 a.d.G.A. Gut möbl. Zimmer an Dauermieter sofort zu vermieten. 01773 Seltersweg 60 II. Tüchtiges llleimätten welches auch kochen kann, sofort gesucht. Frau Hemeyer Laubach 2379D Schloß. Sauberes,flinkes Mdchen f. Zimmerarbeit, sowie Mädchen mit etwas Kochkenntnissen, das sich auch zum Bedienen eignet,bei guten Lohn sof. gesucht. 238oO Hotel Solmser Hoi Braunfels Lahn Keine Zeugnisse in Urschrift lonbent nur Zeugnis» abjchriften Dem Be- werbungslchreiben beilegen 1 — Lichtbilder undBewerbungsunter- lagen müllen zur Vermeidung von Verlusten auf der Rückseite Romen und Anschrift des Bewerbers tragen l Sie wird ihnen ein ehrendes Gedenken bewahren. — Die Beisetzungen haben bereits in der Stille stattgefunden. ____________________________________________2407 D WM. Metzgerstochter, Mitte20erJahre, v.L., wünscht m. tüchtigem Herrn bekannt zu werden, zwecks spät. Heirat. Schriftl. Ang. unt. 01769 andenGieß.Anz. Einfamilien- Haus 3 Zimmer, Küche und Garten zu verlausen. Preis RM. 6500,-. Nur schriftl. Bewerbung. erbet. Baugenossenschaft 1894 e. G. rn.b.H.,Gießen, Jahnstraße 53. Zuverlässiges Mdchen für halbe Tage gesucht. 01752 Henselstr.3vart. | Verkäufe | Abzugeh. starke Läufern. Ferkel aus anerkannter 10-120001 als 1. Hypothek auf Haus vonBe- amten sofort gesucht. Pünktliche Zinszahl. Schr. Angeb. u. 1770 a. d. Gieß. Anz. Für klein. Haushalts 2Personen) wird perfektes Mdchen ev. auch Tages- mädchenz.l.Mai gesucht. Näheres Kreuzvlatz 15 (Laden). 01754 Ihre Wohnung wird schöner durch znsA Hochstätter Tapeten Verlangen Sie Muster-Vorlage! Ruf 3836 SoldateßbDnde.V. lnt.Kameradschafl2 Am 8. u. 9. Mai 1937 findet in Frankfurt a. M. das Reichstreffen der ehemaligen Flagwaffen statt. Es spricht General LbeAt Göring. Teilnehm. meld, sich bis spätestens 7. 4. 1937 bei Kamerad Hirt, Lessingstr. 1.228i0 DerKarnerad- schaftsfülirer. Tüchtiges Baos- 001 Zimmermädchei] geg. hohen Lohn gesucht. 2104V Hotel Schütz. Erfahrenes Mädchen sucht für nachm. stundenweise Beschäftigung. Schr. Ang. unter 01757 an d.G.A. Junges solides MW für Konditorei u. Tageskaffee zum 15. April gesucht. Kaffee Geissner 2388v Plockstr.9. Samen MWiMI aus der 01701 Samenhandlung Eugen Scheel Mäusburg 17. Mn WißmarerWeg- Ederstraße, zirka §50 qm, sofort zu verpachten. 01771 Löwengasse 28. | Vermietungen | Sonnige ev.Bad,in freier Lage, rechts der Lahn (Neubau) zu vermieten. Schriftliche Angebote u. 01758 an den Gießener Anzeiger erbet. In Wieseck ä-Mobog. zum 1. 6. 37 zu vermieten. Ang. unter 2386D an den Gieß. Anz. WeMerungsgefeOWin mit sämtlichen Versicherungszweigen sucht einen tüchtigen Haupt-Agenten gegen Höchstprovisionen. Der vorhandene Bestand wird übertragen. Schriftliche Angebote unter 01759 an den Gießener Anzeiger erbeten. Tüchtiger SAelner gesucht. 2397D Möbelfabrik Karl Hahn Löberstraße 17. Wir bieten guten Verdienst regelm. und steigend ohne Risiko, wenn Sie ehrl.u.fleißig sind.Schreib.Sie weg.Übernahme uns.gewerbsmäß. ÄevtviebSstelle für uns.bek Bremer Edu-Kaffee, Tee u.Kakao an den Hansa-Kaffee- Handel H.F.Ed. Meyer, Bremen, Langenstraße 23. 23?6v Dorothea Schneider Wwe geb. Braubach Kleines LMM Nähe Gießen (Bahnverbindg.) per sofort oder spät, zu miet, gesucht. Angebote anAnatomisches Institut, Gießen Junges MW mit Neigung zur Kinderpflege z. 1. Mai gesucht. Nühkenntnisse erwünscht. 2402V Frau Hedwig lange An der Johan- neskirche 6II. Zu erfragen Löberstraße 22. Geschäftskarten bei Brühl, Gießen