2 S 2 2^ 68 BÖ. ZT- =f -0 erlei»ignne8nniei6e. Einkommensteuererhöhung in England? OieOeckungderneuen1iüstungsauSgaben.-AuchstarkeAufrüstungderLustwaffe Europäische Arbeiter in Tunis von streikenden Eingeborenen belagert. Paris, 5. März. (DNB.) lieber die Zustände im südtunesischen Streikgebiet gibt folgende Haoas-Meldung Auskunft: Die europäischen Arbeiter der Phosphatbergwerke von M'Dilla wollten mit Zustimmung der streikenden (Eingeborenen die Arbeit wieder aufnehmen, als die Eingeboeenen-Belegschaft in Stärke von 300 Mann mit Gummiknüppeln über bie europäischen Arbeiter herfiel. Diese flüchteten in ein Fabrikgebäude, wo sie von den streikenden (Eingeborenen regelrecht belagert wurden. Die Polizei gab sich Mühe, die Europäer zu befreien. Als die (Eingeborenen aber Widerstand leisteten und eine bedrohliche Haltung annahmen, machte die Polizei von der Waffe © e • brauch. Die streikenden (Eingeborenen flüchteten darauf und ließen vier Tote auf dem Kampfplatz zurück. gesetzes, einer L......,-------- r , und Geld- oder Warenkredite außer den normalen neue bestände dem Schatzamt zur Verfügung zu stellen, weil er im Auslande bedeutend mehr dafür erhielt. * „Wieviel schöner ist doch Frankreich, dieses große und milde Frankreich, das alle feine Kinder mit der gleichen Liebe umfängt!" Das waren die salbungsvollen Worte des ehemaligen Ministerpräsidenten Sarraut, die seiner Kußszene mit dem Negerabgeordneten Candace aus Guadeloupe voraufgingen. Monsieur Candace persönlich dürfte allerdings nur Gutes von Frankreich entgegengenommen haben, dafür hat er dann auch alles totgeschwiegen, was den (EingcborenenDÖr!em Frankreichs durch die gewiß nicht zartbesaitete französische Kolonialpolitik widerfahren ist. Wenn Frankreich wirklich das „große und milde Frankreich" wäre, von dem Sarraut sprach, bevor er den Negerabgeordneten abschmatzte, dann müßte eigentlich in den dieses Programm zum Verschwinden gebracht würden und die Zusammenballung in kapitalistischen Großbetrieben geradezu das Endziel der Blumschen Sozialpolitik wäre. Das hat sich bewahrheitet. Die Entwicklung zu großen Konzernen hat seit einem Jahr in Frankreich gewaltige Fortschritte gemacht und die kleinen Wähler der Radikalsozialisten, also einer Volksfrontpartei, opponieren bisher vergeblich dagegen. Aber wie werden die marxistischen Massen die Blumsche Verleugnung aller Parteigrundsätze im angeblichen Kampf gegen den Kapitalismus aufnehmen? rt- Der Führer dieser Opposition der Kapitalisten war R i st. Rist ist der typische Vertreter des Kapitals der Großbanken. Nach einem Besuch bei amerikanischen Bankiers riet er im September Blum zur Abwertung und Blum folgte gehorsam als Marxist diesem Großkapitalisten, schaltete aber in das Währungsgesetz Bestimmungen über bie Abgabe von Abwertungsgewinnen ein, bie Rist von vornherein als gänzlich unburchführbar bezeichnete, was auch tatsächlich in der Folgezeit sich als richtig erwies. Blum blieb also nichts übrig, als vor dem Kapitalismus zu kapitulieren. Ab Delle (dem Blatt, in dem in wichtigen Zeiten Herrwt feine Ansicht zum Ausdruck bringt), Albert Mil- haud den völligen Mißerfolg der Volks- front-Politik fest und verlangt eine Aenberung be r Methoden. Es fei die Stunde der ganzen Nation und der Einigkeit, die geschlagen habe, in dieser Stunde müsse der Streit der Parteien und der doktrinären Haarspaltereien schweigen. Es käme darauf an, daß das ewige Frankreich lebe und nicht bas Frankreich der ober jener Front... Das Echo de Paris" sagt: „Der Ministerrat hat den Mißerfolg der Politik der Volksfront sanktioniert " Das ausgegebene (Eommuniqe enthalte ein klares Eingeständnis, daß die bisherigen Maßnahmen nichts' taugten, und das Versprechen, das neu- geforderte Vertrauen keiner harten Belastungs- probe auszusetzen. Das Blatt sagt dazu, das Vertrauen wird erst wiederkehren, wenn Leon Jouhaux nicht mehr regiert. Der rechtsstehende „Sour schreibt: „Die Regierung refigmert — Deflationspolitik". Blum habe sich am Freitag vor der Wahl befunden: abzudanken ober bie Po l i t i k der Volksfront aufzugeben. Er habe das letztere gewählt. Jetzt bleibe abzuwarten, was feine Partei, was die kommunistische Partei, der Gewerkschaftsverband CCT., Herr Jouhaux und die Beamten, die Gehaltsempfänger usw. zu dieser „Pause" sagen werden, die nicht einmal mehr ein „Halt" bedeute, sondern die ein Marsch 3 u r u er auf der vom Kollektivismus versperrten Straße sei. wird übrigens nicht nach seinen Personalien gefragt. Damit wird also eine weitgehende Amnestie für Kapitalflüchtlinge ohne weiteres erklärt und bas Geschäft haben diejenigen Kreise gemacht, bie bie bis jetzt bestehenden Vorschriften des Währungsgesetzes sabotierten! Bemerkenswert ist noch bie Auflegung einer gro- lich mürbe auch von maßgebender amerikanischer Seite bie Wahrheit über bie Hintergründe der Versenkung der „L u \ i t a n i a" freimütig anerkannt, die als englischer Hilfskreuzer schwer bewaffnet trotz Warnung der deutschen Botschaft amerikanische Bürger an Bord nahm als Tarnung und Sicherung für den Transport von 5400 Kisten Munition und der kanadischen Truppen, die für England bestimmt waren. Damals erklärte Wilson unter den Eingebungen der an dem gewrnnverheißenden Waften- aeschäft beteiligten amerikanischen Kreise und der sehr rührigen englischen Propaganda in seiner Note vom 15. Mai 1915: „Amerikanische Bürger handeln innerhalb der Grenzen ihrer unbestreitbaren Rechte, wenn sie auf hoher See ihre Schiffe überall dahin steuern und zur See überall dahin reisen, wohin sie ihre rechtmäßigen Geschäfte führen." Das Ende eines mißglückten Experiments. Die Meinung der Pariser Presse. Paris, 6. März. (DNB. Funkspruch.) Die Rückkehr zum Liberalismus auf Wah- rungs- und finanzpolitischem Gebiet steht im Mittelpunkt des Interesses. Die V o l k s f r o n t p r e s s e timmt den Maßnahmen zu, während bie Opposi- tionspresse frohlockend das Ende eines mißglückten Experimentes und die unfreiwillige Umstellung der Regierung auf einen neuen Kurs fettftellt. Die radikalsozialistifchen Zeitungen sind nicht einheitlich in der Beurteilung. Während bei- pielsweise das „Oeuvre" von einer „neuen und liberalen Finanzpolitik" spricht, stellt in der „Ere Nou- London, 5. März. (DNB.) Der Haushaltsvoranschlag für 1937/38 fordert für bie britische Luftwaffe 82,5 Millionen Pfund Sterling (990 Millionen Mark), d. h. also 31,8 Millionen (rund 382 Millionen Mark) mehr als im Vorjahre. Eine Denkschrift weist darauf hin, daß die Zahl der in den Flugzeugfabriken vefchäftigten Persone n um 63 000 gestiegen sei. Die Flugwaffe werde am 1. April aus 100 in der Heimat stationierten Geschwadern bestehen, weitere 20 Geschwader würden bei der Marineluftwaffe und 26 Geschwader in Uebersee liegen. Die Stärke der britischen Luftwaffe belaufe sich auf 4850 Offiziere und 51 000 Mann. Sechs neue Flugzeugmotorenfabriken würden in wenigen Monaten fertiggestellt sein. Für bie Verteidigung der Städte soll eine Luftstreitkraft von 1750 Flugzeugen geschaffen werden. Außerdem würden zehn Regimenter für eine Ballonsperre für London in Aussicht genommen. Die Zahl der überseeischen Geschwader sei auf 26 erhöht worden. Die Luftwaffe der Flotte sei von 217 auf 278 Flugzeuge gebracht worden. Die Mannschaftsstärke solle auf 70 000 Mann gebracht werden. Die Zahl der Reserve-Geschwader werde auf 20 erhöht werden. 800 Piloten würden der Luftreserve überschrieben. Nunmehr läßt sich übersehen, wie hoch sich die Gesamtausgaben für die britische Wehrmacht im nächsten Finanzjahr stellen werden. Danach werden für die Armee 63,16 (i. V. 49,28), für die Flotte 78,0 (69,9), für die Luftwaffe 56,5 (39,0) Millionen Pfund Sterling angefordert, b. h. insgesamt 197,6 Millionen Pfand Sterling (2,4 Milliarden Reichsmark), also 39,5 Millionen Pfund mehr als im Vorjahre. Hierzu kommen noch an geplanten Ausgaben, bie durch Anleihen gedeckt werden sollen, 80 Millionen Pfund Sterling. Die eitel Freude und Wonne darüber herrschen, unter der Trikolore leben zu dürfen. In der französischen Presse finden wir aber dauernd Zeugnisse der ausgesprochenen Feindschaft, mit der die Neger und sonstigen Bewohner französischer Kolonien den Franzosen entgegentreten. Es ist ja auch nicht verborgen geblieben, mit welchen massiven Mitteln z. B. in Nordafrika von französischer Seite jede freiheitliche Regung der (Eingeborenen unterbricht worden ist. Das alles schließt natürlich nicht aus, daß sich die Franzosen selbst beweihräuchern, ihre Kolonialpolitik in den Himmel heben, sich und aller Welt einreden, daß nur sie allein ihre (Eingeborenen liebten und die Völker Afrikas von Deutschland als Kolonisator nichts zu erwarten hätten. Wir verstehen auch ohne Hörrohr: man will von den geraubten Kolonien nicht herunter, deren Bevölkerung sich voller Wehmut der deutschen Herrschaft erinnert, unter der sie es zu Wohlstand brachte und die eine echte Liebe der (Eingeborenen zu Deutschland auslöste. Allerdings haben wir niemals einen derartigen Zauber vollführt, wie jetzt Sarraut. Jedoch über den Geschmack läßt sich streiten. Wenn man in Frankreich meint, auch das letzte Fünkchen Rassenstolz an den Nagel hängen zu müssen, dann mag das Frankreich mit sich abmachen. Schließlich geht es dabei ja immer nur um bie Zukunft des französischen Volkes. Und doch — ist nicht der Negerkuß Sarrauts vielleicht ein Judaskuß für die ganze weiße Raffe, die durch ihn in aller Form und Feierlichkeit verraten worden ist? Die französische „Familie". Seltsame Ehrung eines Neger-Abgeordneten.-Frankreich sucht seine Kolonial. Völker bei der Stange zu halten Paris, 5. März. (DNB.) Ministerpräsident Blum machte nach Abschluß des Ministerrates vor Pressevertretern folgende Mitteilung: Der Ministerrat hat auf Vorschlag des Finanzministers einstimmig folgende Beschlüsse gefaßt: Währung: Der am 25. September mit den Vereinigten Staaten von Amerika und mit England abgeschlossene Dreier-Vertrag bleibt die Grundlage der Währungspolitik Frankreichs. Die Einführung einer Devisenkontrolle ist daher ausgeschlossen. Die Regierung ersucht die Bank von Frankreich, eine allgemeine Genehmigung zur freien Einfuhr von Gold und zum freien Handel von Gold im Innern zu geben. Ab 8. März wird die Bank von Frankreich I G o l d zum Tageskurs ankaufen, ohne vom Verkäufer die Angaben feiner Personalien zu verlangen. Ein Ausschuß wird den Währungsausgleichsfonds verwalten mit dem Bestreben, die Sicherheit des Handels und bie Stabilität der Preise zu gewährleisten. Haushalt: Die Aussichten der wirtschaftlichen Belebung geben Anlaß zu der Hoffnung, daß der geringe Fehlbetrag im Haushalt sich im Verlaufe Ull bes Haushaltsjahres sehr wesentlich ver- in r i n g e r n wird. Die Regierung ist entschlossen, bie Paris, 5. -uiuiq. xj“ vv*v,— Abgeordneten der französischen Kammer, Gratien Candace (Guadeloupe), der gerade sein 2 5 - jähriges Jubiläum als französischer Volksvertreter feiert, wurde in Paris ein Festessen veranstaltet, an dem als Vertreter der ranzösischen Regierung der Kolonialminister M o u t e t erklärte, daß diese Feier das Fest der großen französischen Familie sei. Candace sei „das Symbol der E i n g t e i t der Ras - e n in dem gleichen Vaterland". Der ehemalige Ministerpräsident Albert Sarraut feierte m Candace das „lebende Symbol des Kolonisationswerkes Frankreichs." In seiner Rede fehlte es nicht an Angriffen gegen Deutschland und Italien. Nachdem er sich gegen die deutsche Rassenlehre gewandt hatte, die er als „grausam" bezeichnete, erklärte er u. a., daß ein Diktator, der soeben ein Kolonialweltreich erobert habe, jede Vermischung, jede gefühlsmäßige und eheliche Verbindung zwischen der (Eroberer» rasse und den (Eingeborenen verbiete. Und dies werde in der „heiligen Stadt der Christenheit", wenige Schritte von dem Hause des Vikars Christi, der „die Brüderlichkeit aller menschlichen Rassen" gepredigt habe, verkündet. „W ieviel schöner ist doch Frankrei ch", rief Sarraut aus, „dieses große und milde Frankreich, das alle feine Kinder mit der gleichen Liebe umfängt." (!) Nach diesen Worten tauschten Sarraut und der Neger Candace unter dem begeisterten Beifall der Anwesenheit Umarmung und Kuß. Der ehemalige Ministerpräsident H e r r i o t sprach mit Stolz davon, daß in Frankreich die höch sten Stellen von Negern bekleidet würden. Er schloß mit den Worten: „Ich erkläre am heutigen Abend, daß wir euch alle sehr liebe n." Gesamtausgaben für 1937/38 für die Rüstungen belaufen sich auf 277,6Millionen Pfund (3,4 Milliarden Reichsmark). Ohne Berücksichtigung der Ausgaben für die Schuldentilgung, die auf 230 Millionen geschätzt werden, stellen sich die englischen Haushaltsausgaben für 1937 auf 619,6 Millionen Pfund Sterling gegenüber 536,9 Millionen im Vorjahre, d. h. die Gesamtausgaben übersteigen die des Vorjahres um 82,6 Millionen Pfund oder rund eine Milliarde Mark. Nach der Veröffentlichung der Haushaltsvoranschläge für die drei englischen Waffengattungen kann an einer Erhöhung der Einkorn- menfteuer im Gefamthausyalt 1937/38 nicht mehr gezweifelt werden. Obwohl 80 Millionen Pfund der zusätzlichen Rüstungsausgaben auf dem Anleihewege gedeckt werden, wird im neuen Haushalt immer noch ein Restbetrag von über 50 Millionen Pfund (ca. 615 Millionen Reichsmark) verbleiben, der durch Steuern aufgebracht werden muß. Die Presse ist daher überzeugt, daß die Einkommensteuer um m i n ■ destens drei Pence für das Pfund erhöht werden wird. Streikinderenglischen^lugzeugindustrie London, 6. März. (DNB. Funkspruch.) Wie „Daily Expreß" meldet, find in der Fairey- Flugzeugfirma in Hayes 2000 Arbeiter in den Streik getreten. Der Streik ist auf die Entlassung eines Arbeiters zurückzuführen. Die Streikführer erklären, daß sie die Arbeit erst wieder aufnehmen werden, wenn der entlassene Arbeiter wieder eingestellt sein wird. Der Streik bedeutet eine neue Behinderung des Aufrüstungsprogramms für bie englische Luftflotte. Auch in der Flugzeugmotoren- 8. März wird die Bank von Frankreich zum freien Goldhandel übergehen, sie wird das Gold zum Tagespreis kaufen, also zu einem Kurs, der gegenwärtig bereits um 40 v. H. höher liegt als der bisher von Frankreich gezahlte. Der Goloverkäufer Wenn nun auch das Neutralitätsgesetz, wie wir gesehen haben, eine radikale Abkehr von dem im Weltkrieg von den Amerikanern mit so unheilvollen Folgen verfochtenen Grundsatz der „Freiheit der Meere^ bedeutet und eine Weiterführung der Nichteinmischungspolitik, die Präsident Roosevelt im Mandschurei-Konflikt, im Abesfinienstreit und im spanischen Bürgerkrieg allen Widerständen der am Waffengeschäft interessierten Kreise zum Trotz durchgesetzt hat, so darf man es sich doch nicht verhehlen, daß das Gesetz die großen Mächte begünstigt gegenüber denen, die weder über eine große Handelsflotte noch über hinreichende Geldmittel zur Barzahlung verfügen. Der fast gleichzeitig ergangene Beschluß des Faschistischen Großrats, für Italien mit allen Mitteln der Organisa- tion, der Wissenschaft und Technik ein Höchstmaß an Autarkie in allen militärischen Bedürfnissen zu erreichen, mit andern Worten also Italiens Rüstungsindustrie in weitestem Sinne von Zufuhren aus dem Ausland unabhängig zu machen, berück-, - . .~ ~ „ sichtigt bereits etwaige Folgen aus dem amerika- stenLandesverte i b i g un g s an l e i h e. Ihre nischen Neutralitätsgesetz. Aber auch England Höhe ist noch nicht bekannt, aber gewiß ist, daß sie möchte sich künftighin nicht mehr unbedingt auf die neue außerordentliche Lasten dem ohnehin von der amerikanische Freundschaft verlassen. Daß es in Aufrüstung schon fast erdrückten französischen sein Rüstungsprogramm auch den Aufbau einer Staatsbürger auflegen wird nachdem England mit großen Kriegsindustrie und die Ansammlung riesiger ^/^er 18-Milliarben-Mark ' Aufrustungsanleihe den Munition-. und materiatreleroen, ja sogar die M-. Auftakt zu diesen Belastungen gegeben hat. Daß bilisi-rung der Landwirtschaft einbezogen hat. deute, ?usS-rechnet em Marxist wie Blum eme kapital,- auf den Wunsch hin, in erster Linie die eigenen stM- P°l>t>k trieb war schon immer betont war- Kräfte für den Kriegsbedarf einzusetzen, statt auch in 7". M- er sein fozialreoolutionares Programm Zukunst allzusehr mit dem amerikanischen^Markt zu ^7? N e i°n ”nS( Ui Jb Ä'ta gJan’h"«? regnen. I der Mehrheit sind und in denen der „Patron" mit Ibis zu fünf Arbeitern kameradschaftlich schafft, durch Es kann keinen krasseren Gegensatz geben, als zwischen dem hier proklamierten Recht jedes amerikanischen Bürgers, auch in einem Kriege, aus dem die Vereinigten Staaten sich herauszuhalten wünschen, zu tun und zu lassen, was ihm beliebt, und der in dem soeben erlassenen Neutralitätsgesetz festgelegten Pflicht, sich allem fernzuhalten, was die Vereinigten Staaten in Verwicklungen mit den kriegführenden Parteien bringen könnte. Zwischen diesen beiden so extremen Auffassungen liegen Amerikas Erfahrungen in Versailles und Genf, liegt die Erkenntnis der schamlosen Vergewaltigung der Wilsonschen Politik durch Rüstungsindustrie, Waffenhandel und Hochfinanz und liegt schließlich die bittere Enttäuschung der bis heute nicht an Amerika zurückgezahlten Kriegsschulden in > - - - § - - -----v . .. .. ungefährer Höhe von 14 Milliarden Dollars (35 R u ck k e h r zu dem ^^Elichen /f)9 ' Milliarden Mark). Daß gerade dieses letzte Mo- wicht nicht durch unvorhergesehene Ausgaben zu ment die öffentliche Meinung Amerikas außer- verhindern. Die allerftrengften Anweisungen fmd orbentlich für die Neutralitätspolitik des Präsiden- an alle Abteilungen ergangen, um zusätzliche ten Roosevelt eingenommen hat, sieht man einmal K r e b i te z u u n tersage " ^re Regierung Der- - -ÄS, yss gewähren — Amerika will also niJ)t noch einmal jichen Ausgaben werben sich gleichzeitig auf ie mit einer praktisch nicht eintreibbaren Riesensorde- P r e i s e a usw i r k ? n. mirtfchaftlichen rung h°ng°nbl°ib-n - zum andern °n den ei ngen stI^''Mtiguna der^rbLs- Bemühungen Englands und Frankreichs,! |nr:rt6s:|. •„ „pmiilpn ^nhuifrien aeitatten es die durch Zugeständnisse in der Frage der Kriegsschul-6 Schatzamtes im Laufe den dem zumindest höchst unbequemen, wenn nicht J Milliarden xu gar einmal gefährlichen Neutralitatsgesetz eine Fas- ^qern unter Berücksichtigung dieser Ver- fung zu geben, die die von ihm befürchteten Folgen n g e r m um» .^u^cy^g^g ie Reoieruna durch eine große Lan - feiner fähigsten Lirtfchos.-Politiker. George- B ° n nlei h -zu decken be. net, an die Stelle des Berufsdiplomaten de La- frhrnff(ni hrtf b boulaye als Botschafter nach Washington entsandt 9 * und gleichzeitig war Englands Handelsminister Sir französische Sozialist Proudhon verhöhnte k00 mr-r^ U r C ^auf^ die Marxisten mit dem Wort, sie ständen dem des Präsidenten Roosevelt, Gast im Weißen Hause. Kapitalismus gegenüber wie eine Meute dem Beide haben natürlich zu erfahren gesucht, wie Stachelschwein. Der Marxist und Ministerpräsident sich die amerikanische Neuttalitätsgesetzgebung im 231 u m hat jetzt erlebt, daß der französische Kapi- Falle eines Krieges auswirken werde und beide talismus unangreifbar ist. Er hat also seine Deval- haben ebenso natürlich versucht, zu verhindern, bah vattonspolitik gründlich geändert, er hat den For- ihnen im Kriegsfälle der amerikanische Markt ver- berungen des französischen Kapitalismus nachge- schlossen bleibt. Es muß dahingestellt bleiben, ob geben, seinen ^rieben mit dessen hervorragendstem es auf ihre Einwirkungen zurückzuführen ist, daß Vertreter, dem ftüheren Vizegouvemeur der Bank das soeben vom amerikanischen Senat mit der über- von Frankreich Charles Rist geschlossen, und dabei mältigenben Mehrheit von 62 gegen 6 Stimmen sind bie letzten marxistischen Programmpunkte in angenommene Gesetz wohl bie Ausfuhr von alle Winde zerstoben. Nach einem halben Jahr der Kriegsmaterial verbietet, nicht aber bie Abwertung, der ungeheuerlichsten Preissteigerungen, anderer Waren, wenn sie nur bar bezahlt wodurch Paris jetzt die teuerste Hauptstadt der Welt werden. Auch für biefe kann ber Präfibent zwar ist, kehrt ber Marxist Blum reuig zum liberalen ein Verbot ber Verschiffung auf amerikani - Finanzkapitalismus zurück und beweist baburch, s ch e n Schiffen erlassen, wenn er fürchten muß, wie eng eigentlich beide, aus ber gleichen Wurzel daß eine solche Fracht zu Verwicklungen mit den entsprossen, allüberall versippt sind. kriegführenden Parteien führen könnte, es steht Der entscheidende Punkt der Beratungen des dann aber dem Käufer, also auch den kriegführen- plötzlich einberufenen Ministerrats war bie W i e - den Mächten, frei, die in Amerika gekauften und derh erste llung des freien Goldmar kts. bar bezahlten Waren mit Ausnahme von Kriegs- Ursprünglich war gerade die Freiheit dieses Gold- material auf eigenen Schiffen abzuholen, marktes stark beschränkt worden, denn das Abwer- Das bedeutet also, daß Mächte, die, wie England, tungsgesetz hatte die Testdenz, alle Abwertungsüber eine hinreichend große Handelsflotte und ge- gewinne, die bei dem Besitz der einzelnen Kapita- nügenb Geldmittel zur Barzahlung verfügen, auch listen an Gold und an Devisen gemacht wurden, im Kriegsfälle auf dem amerikanischen Markt ihren 3" beschlagnahmen. Sie mußten, so stand es m den Bedarf an Lebensrnitteln und Rohstoffen decken Artikeln 8-14 des Wahnmgsgesetzes, bem können, soweit letztere nicht in dem Neutralitäts- amt Frankreichs abgeliefert werten Optimistisch gesetz als Kriegsmaterial feftgelegt worden find. AstAe erwartet, daß die Kapitalbesitzer mehrere Eine willkürliche Aenderung der dem Neutralitäts- Milliarden dieser KonMnkturgewinnste dem Schatzgesetz eingefügten Liste des dem Ausfuhrverbot amt dur Verfügung stellen wurden, und Schatzununterliegenden Kriegsmaterials ist dem Präsidenten gen wurden laut wonach mit dem Eingang von nicht gestattet. Das Gesetz tritt vielmehr automatisch mindestens 3ehn Milliarden Franks zu rechnen sei. in Kraft, sobald der Präsident das Bestehen eines Aber diese marxistische Rechnung hatte natürlich em Kriegszustands oder eines Bürgerkrieges festgestellt ^och. Tatsächlich sollen nur rund 600 Millionen hat. Vermutlich haben die Erfahrungen, die die Franks dem Schatzamt S.ugefloffen em, wahrenb Amerikaner im Weltkriege mit dem Präsidenten che überwiegende Mehrheit der Kapital- und De Wilson gemacht haben, der auf das Deriprechen mseubesttzer ihre Verwogen ins Ausland hin wiedergewählt worden war, bie bereinigten & rac^t e, zumal der ^'Mostsche Preis ^ur Golb Staaten aus dem Kriege herauszuhalten und rundUO d. $ .unter bem wenige Monate später sich von Rüstungsinbustrie ^r Franzose sich sträubte eine Golb-■ unt ©Men- und Dankwelt m den verlogenen „Kreuzzug gegen Deutschland drängen ließ, ein gewichtiges Wort mitgesprochen, daß man diesmal die Vollmacht des Präsidenten so scharf begrenzt hat. r lkA-*. 7- MM WÄ SN-S ÄÄ1 Alle Zwei-Reichsmark-Stücke, Eine-Reichsmark- und Fünf-Reichsmark-Stücke, die ab 1933 ausgegeben sind, bleiben weiter im Verkehr. 1. 2-RM- Stück, Durchmesser 26 mm, Vorderseite (Rückseite zeigt den Adler); 2.2-RM.-Stück, Durchmesser 25 mm, Rückseite, die Vorderseite zeigt die Garnisonkirche in Potsdam mit dem Datum 21.3.1933; 3. 5-RM.- Stück (Ausgabe 1936), Rückseite, Vorderseite wie Rr.5; 4. 5-RM.-Stück (Ausgabe 1934), Rückseite, Vorderseite wie 6., aber ohne Datum; 5. 5-RM.-Stück (Ausgabe 1935), Vorderseite; 6. 5-RM.-Stück (Aus- Der Rundfunk im Dienste der Völkerverständigung Staatssekretär Funk begrüßt den Weltrundfunkverein in Berlin ternationale Wellenverteilung hervor- gegangen. Wir haben den dringenden Wunsch, daß die Rundfunkbeziehungen mit unseren Nachbarländern freundschaftlich gestaltet werden und jede internationale Hetze und Einmischung in die inneren Verhältnisse fremder Staaten über die Rundfunksender unterbunden werden. Als einen Erfolg dieser Bestrebungen können wir das in diesen Tagen m i t Oesterreich abgeschlossene Abkommen verzeichnen, das auch eine Verständigung auf dem Nund- funkgebiete in sich schließt. Der Präsident des Weltrundfunkvereins, R a m - bert, dankte für die liebenswürdigen Worte und führte dann u. a. fort: Deutschland macht gegenwärtig unter dem kräftigen Impuls seines Führers ein hochinteressantes Experiment moderner Soziologie. In dieser Neuorganisation des Dritten Reiches muß auch der Rundfunk eine sehr wichtige Rolle spielen, und es bedeutet für dis Mitglieder unserer Union eine außerordentliche und glückliche Gelegenheit, diese Rolle am Platze selbll st u - d i e r e n zu können. Neben den nationalen Belangen hat aber der deutsche Rundfunk ruch dem i n - ternationalen Gedanken große Aufmerksamkeit geschenkt und von sich aus oder in Zusammenarbeit mit Mitgliedern der Union schon viel Gutes geleistet. Ganz besonders möchte ich hier die hervorragende Leistung der Reichsrundfuukgesell- schaft betonen anläßlich der Olympischen Spiele und bei der Weltringsendung „Jugend singt über die Grenzen". Wir hoffen, daß der deutsche Rundfunk, den wir bewundern, noch recht oft Gelegenheit zu solchen großen Leistungen haben wird. Außenminister Hüll teilte am Freitag mit, daß Ende März die amerikanische Vertretung in Addis Abeba endgültig geschlossen werden soll, da in Addis Abeba kein Bedürfnis mehr für die Unterhaltung einer Vertretung bestehe. Mit diesem Schritt stehe die Frage der Anerkennung der Eroberung Aethiopiens in keinem Zusammenhang. * Der ehemalige Chefredakteur der amtlichen „Js- westija", Bucharin, und der ehemalige Vorsitzende des Rates der Volkskommissare und spätere Postkommissar Rykow wurden aus der bolschewistischen Partei ausgeschlossen. Beide befinden sich eit geraumer Zeit in Haft. CTunff und Wissenschaft Aerztetagung für allergische Krankheiten. Während der großen Reichsausstellung „Schafendes Volk" in Düsseldorf findet im Mai die 2. Aerztetagung für allergische Krankheiten in Düsseldorf statt. Die Tagung steht unter dem Ehrenvorsitz von Geheimrat Pros. Dr. Otto (Frankfurt am Main) und unter der Leitung von Prof. Haag (Düsseldorf). Sie wird von der wissenschaftlichen Zentralstelle des Heufieberbundes e. V. veranstaltet. Kein oes-kliche« »w^r. Vereiteltes Attentat auf die Eisenbahn Istanbul-Ankara. I st a n b u l, 5. März. (DNB.) In der asiatischen Dorstadt Istanbuls K a d i k ö i nahm die Polizei in einem Haus, das von drei armenischen Frauen bewohnt wurde, eine Haussuchung vor auf Grund der Anzeigen einiger Nachbarn, nach der die Frauen einen Anschlag auf die nur wenige Meter von dem Haus entfernt vorbeiführende wichtige Eisenbahnlinie Jstan- b u l — A n k a r a geplant hätten. Die Polizei wurde von den Frauen mit gezückten Messern empfangen. Als die Frauen die Zwecklosigkeit ihres Widerstandes einsahen, setzten sie das Haus mit schon bereitstehendem Petroleum in Brand. Dennoch konnten Briefe beschlagnahmt werden, die den Beweis dafür liefern, daß die Hausoewohne- rinnen mit ihren in Sowjetruhland lebenden Verwandten im Briefwechsel stehen und selbst alles zur Abreise nach Sowjet- armenien vorbereitet hatten. Aus der Auffindung von 1 bis 1/4 Kilogramm Zigaretten und Tabak glauben die Zeitungen schließen zu können, daß die drei Armenierinnen noch in der letzten Zeit ausländischen Besuch hatten, eine Vermutung, die dadurch unterstützt wird, daß im Hause auch Bomben und eine fertige Höllenmaschine gesunden wurden. Die Blätter schließen die Möglichkeit nicht aus, daß die Frauen einen Anschlag auf einen der zahlreich verkehrenden Sonderzüge mit führenden türkischen Persönlichkeiten geplant haben. Kleine politische Nachrichten. Staatssekretär Dr. Schlegelberger vom Reichsjustizministerium stattete dem O b e r l a n - desgerichtsbczirk Darmstadt einen zweitägigen Besuch ab. Gelegentlich einer Aussprache gaben der Staatssekretär und Ministerialrat Millers einen Ueberblick über künftige gesetzgeberische und organisatorische Maßnahmen. Die Auslandsorganisation der NSDAP, weihte mit einer kurzen. Feier ihr neues Rückwandererheim in Tegel bei Berlin, das geschaffen wurde, um reichsdeutschen Volksgenossen bei ihrer Rückkehr in das Reich für die ersten Wochen eine Heimstätte zu bieten. * Auf Grund des endgültigen Ergebnisfes der Londoner Stadtratswahlen haben die Labour Party 75 Sitze (1934 = 69 Sitze) und die Stadtreformer (Konservative) 49 Sitze (1934 = 55 Sitzet erhalten. Sämtliche anderen Parteien haben keine Sitze Für die politische Stimmung des Landes ist die Londoner Wahl ohne Bedeutung, da in London besondere Verhältnisse herrschen. kulturgeschichtlichen Abteilung wirb die Entwicklung von der ältesten bis zur neuzeitlichen I n - nunslabe gezeigt. Wiederfehensseler der allen Kampfwagen-Kämpfer. Die schweren Kampfwagen-Abteilungen des Weltkrieges fanden sich nach 19 Jahren unter Leitung ihres Feldkommandeurs in Berlin zum erstenmal wieder zusammen. Der Kommandeur des Panzerregiments V, das als Traditions- truppenteil bestimmt worden ist, richtete die Bitte an die alten Kampfwagen-Kämpfer, ihre Söhne dem Traditionstruppenteil zurnführen, und stellte für das nächste Treffen im August eine größere militärische Veranstaltung in Aussicht. Bei dieser Gelegenheit soll auch der engere Zusammenschluß der alten Kampfwagen-Kämpfer zu einer Kameradschaft erfolgen. (Anmeldungen bei W. Pommerenke, Berlin 0 34, Petersburger Straße 29.) Gefängnis für einen unsozialen Betriebsführer. Großes Aufsehen erregte Oktober 1936 die Verhaftung des Mitinhabers und Betriebsführers Karl Schmidt von der Rhein-Emscher-Armaturen- sabrik in Baerl bei Mörs. In einer Belegschafts- Versammlung hatte Schmidt den 61jährigen Betriebszellenobmann, der ihm ruhig und sachlich die Wünsche der Belegschaft auf Zahlung des tarifmäßigen Ueberstundenzuschlags unterbreitet hatte, unerhört beschimpft und bedroht. Dor dem Mörser Schöffengericht entschuldigte sich Schmidt jetzt damit, er sei sehr erregt gewesen, da er nach seiner Ansicht belogen worden sei. Die Tarifbestimmungen habe er immer gewissenhaft beachtet. Jrn Interesse seiner Gefolgschaft habe er sogar sein Vermögen zur Aufrechterhaltung des Betriebes verpfändet. Die Beweisaufnahme ergab jedoch, daß das Ver- hältnis zwischen Betriebsführer und Gefolgschaft denkbar schlecht war. Die Schuld daran lag nach den übereinstimmenden Bekundungen mehrerer Zeugen allein bei dem Angeklagten. Einwandfrei ergab die Zeugenvernehmung auch die maßlose Beleidigung des Betriebszellenobmanns. Das Gericht war der Ansicht, daß die unerhörten Beleidigungen nicht mit einer Geldstrafe gesühnt werden könnten, und erkannte auf zwei Monate Gefäng- n i s. OieseSilbermünzen bleiben im Umlauf. Weiterbericht des Reichsweiterdienftes. Ausgabeort Frankfurt lieber das europäische Festland erstreckt sich in westöstlicher Richtung eine Tiefdruckrinne, in der Luftmassen der verschiedensten Art Zusammentreffen. Damit stellte sich auch bei uns am Freitag wieder erhebliche Witterungsverschlechterung ein, die zu verbreiteten, wenn auch im allgemeinen wenig ergiebigen Niederschlägen Anlaß gab. Sie werden im Laufe des Samstag mehr schauerartigen Charakter annehmen und auch in den Niederungen teilweise als Schnee fallen. Nach anschließender Besserung im Zwischenhoch kann wieder mit dem Eingreifen einer neuen Tiefdruckstörung gerechnet werden. Aussichten für Sonntag: Zunächst häufig aufheiternd und nachts vielerorts Frost, später zunehmende Unbeständigkeit und Niederschlagsneigung, in Richtung veränderliche Winde. Aussichten für Montag: Zeitweise aufheiternd, doch im ganzen noch unbeständig und zu Niederschlägen geneigt. Lufttemperaturen am 5. März: mittags 6 Grad Celsius, abends 4,7 Grad; am 6. März: morgens 3,7 Grad. Maximum 6,3 Grad, Minimum heute nacht 3,3 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 5. März: abends 4,9 Grad; am 6. März: morgens 3,8 Grad. — Niederschläge 1,5 mm. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D A. II 37: 10 933. Druck- und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspr^is 10 Pf und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. sabrik von Rolls Royce in Derby befinden sich rund 4000 Arbeiter bereits seit einer Woche im Streik. Außenminister Hutt spricht sein Bedauern aus. W a I h i n g t ° n , 5. Mürz. (DNB., Der amerika- Nische Außenminister Hüll hat nach Feststellung des Sachverhalts über die Unverschämtheiten des Juden ßaguarbia folgende Erklärung abgegeben: „Die deutsche Regierung hat sich durch ihre hiesige Botschaft über gewisse,2IeuBe™n9cJL die ßaguarbia in einer öffentlichen Ansprache im Hotel ,2Iftor‘ in Neuyork am 3. Marz getan hat. Sie hat erklärt, daß diese Aeußerungen m ernstem und schwerem Maße sich gegen d a s deutsche Staatsoberhaup und gegen die deutsche Regierung richten In unserem Lande ist jedem Bürger durch die Verfassung Redefreiheit garantiert und diese wird als Teil unseres nationalen Erbes hochgeschätzt. Das aber vermindert nicht das Bedauern der amerikanischen R egt erung, wenn Aeußerungen von privaten Buraern oder als individuelle Personen sprechenden Beamten eine Regierung beleidigen, mit der wir offizielle Beziehungen unterhalten. Ich bedauere s-hr ernstlich diese Aeußerung-N !n- die beutldre Regierung beleidigt haben. Sie stellen nicht di- Einstellung der amerikanr- schen Regierung gegenüber der deutschen Regierung dar. Es ist unser Grundsatz, die offiziellen Beziehungen zu anderen Nationen auf einer Basis vollkommener und gegenseitiger Achtung für die Rechte und Gefühle beider Teile zu pflegen. Oie unzufriedenen Philippinen. Washington, 5. März. (DNB.) Im Presseklub hielt der Präsident der Philippinen, Manuel ß. Quezon, eine Ansprache, in der er heftige Angriffe gegen die Vereinigten Staaten erhob. Quezon wies daraufhin, daß man den Philippinen U n - abhängigkeit gewährt habe, ihnen jetzt aber nach und nach eine wirtschaftliche ßa ft nach der anderen aufbürbe. Die Dollar- abmertung habe ben Philippinen z. B. viele Millionen Dollar gekostet. Ms das Unabhängigkeits- gefetz in Kraft trat, habe das Volk geglaubt, es als einen Vertrag zwischen zwei Völkern bewerten zu können, stattdessen versuche der Bunbes- kongreß, in jeher Tagung immer ein schnei- benbere Beschränkungen her Einfuhr aus den Philippinen durchzuführen. Entweder solle Amerika die Insel wieder zurücknehmen, oder aber wirkliche volle Unabhängigkeit gewähren. Quezon versuchte bann, bie Philippinen als desonbers wertvoll erscheinen zu lassen, inbem er erwähnte, baß reiche Goldselber entdeckt worden seien. Die Philippinen seien daher kein zu verachtender Bundesgenosse. Die Freundschaft mit ihm fei daher wert, gepflegt zu werden. Bolschewistischer Angriff auf Oviedo zurückgeschlagen. Salamanca, 6. März. (DNB. Funkfpruch.) Aus Oviedo meldet der Sender San Sebastian, baß bie bolschewistischen Truppen am Freitagmorgen im Osten her Stabt, unterstützt von ihrer Artillerie unb sowjetrussischen Tanks, einen Angriff auf bie Stabt versuchten. Nationale Tankabwehrgeschütze machten zwei sowjetrussische Ian k s unbrauchbar. Ein bolschewistischer Flieger wurde abgeschossen. Auch an der Teruel-Front wurde ein sowjetrussisches Flugzeug abgeschossen — Auf Grund bes steten Vorrückens her nationalen Truppen im Südosten Spaniens haben die Marxisten bie sofortige Räumung des Ortes Guabix, östlich Granabas, angeorbnet. An her Asturien- Front besetzten bie nationalen Truppen einige bolschewistische Schützengräben unb fügten dem Gegner große Verluste zu. Don der Madrider Front war außer leichtem Geschützfeuer nichts neues zu melden. Berlin, 5. März. (DNB.) Zu Beginn der berliner Tagung des W e l t r u n d f u n k v e r e i n s überbrachte Staatssekretär Funk bie Grüße her Reichsregierung unb insbesondere des Reichsministers für Volksaufklärung und Propaganda, Dr. Goebbels. Staatssekretär Funk führte u. a. aus: Sie sind als Rundfimkleute, also als politisch und künstlerisch geschulte Menschen sicherlich besonders gute Beobachter und werden daher bas völlig ver- änberte Bild, bas das neue nationalsozialistische Deutschland gegenüber dem Zustand vor der Machtergreifung bietet, alsbald auf allen Gebieten wahrnehmen. Auch das Rundfunkwesen hat in Deutschland seitdem einen gewaltigen Aufschwung genommen. Dies beweist allein die Tatsache, bah sich die Zahl her Rundfunkhörer in den letzten Jahren m-e h r als verdoppelt hat. Der Rundfunk ist für die politische Führung zu einem der wichtigsten Mittel der Volksaufklärung und Volkserziehung geworden. Der Rundfunk ist insonderheit das Instrument, mit dem wir die ganze Welt über unsere politischen Ziele aufklären, und er ist daher in seinem heutigen hochentwickelten Stand in erster Reihe dazu berufen, her Verständigung unter Öen Völkern und demFrieden derWelt zu dienen. Ihr Verein ist einer der stärksten Beweise für die völkerverbindende Kraft bes Runb- funfs. Aus ben Anfängen eines gelegentlichen unb nur nachbarlichen Austtmsches von Runbfunküber- tragungen ist bas große Arbeitgebiet des internationalen Programm-Austausches entstauben, bas heute bie ganze Welt erfaßt. Aus ben anfänglichen Versuchen, gegenseitige technische Wellen- ftörungen freundschaftlich zu beheben, ist bie i n - gäbe 1934), Vorberseite; die Rückseiten zu 5. und 6. haben einen Adler; 7. und 8. l-RM.-Stück (Ausgabe 1936), Vorder- und Rückseite — (Scherl-M.) Der Mörder von Schloß holte zum lobe verurteilt. Das Schwurgericht Bielefeld sprach ben Robert Schöler bes Korbes in Schloß Holte schulbig unb verurteilte ihn zum Tobe. Ferner erhielt Schöler wegen versuchten Morbes in brei Fallen unb wegen schweren Rückfallbiebstahls 15 Jahre Zuchthaus. Die bürgerlichen Ehrenrechte würben ihm auf ßebenszeit aberkannt. In der Urteilsbegründung führte der Vorsitzende aus, Schöler sei bei der Ausführung der Tat mit größter Kaltblütig- (eit vorgegangen. Er habe mit Ueberlegung Blut vergossen und müsse die Tat mit feinem ßeben sühnen Drei Menschen verbrannt. Durch die Unvorsichtigkeit einer Bäuerin ereignete sich in der Nähe von Cosenza (Kalabrien) ein U n glutfs f all, bei dem brei Tote unb zwei Schwerverletzte zu beklagen sinb Am Küchenherb fingen bie Kleiber der Frau Feuer, bas, als sie sich ins Freie retten wollte, auch einen Haufen trockener Maisblätter in Branb setzte. Bei bem Versuch, her Frau zu Hilfe zu kommen, kamen auch her Mann unb ein Kind ums ßeben, während zwei andere Söhne lebensgefährliche Brandwunden ba- oontrugen. Acht Menschen bei einer Feuersbrunst in Tokio ums Leben gekommen. In einer Gaststätte auf der Hauptstraße Tokios brach Feuer aus, das rasend schnell um sich griff. Von den Flammen wurden acht Kellnerinnen und ein Koch eingeschlossen, so daß ihnen keine Hilfe zuteil werden konnte. Die acht Angestellten v e r« brannten. Vorsätzliche Brandstiftung. In Magdeburg war, wie bereits gemeldet, in dem Tischlereibetrieb der Firma ßübke ein verheerendes Großfeuer ausgebrochen, dem fast die gesamten Betriebseinrichtungen und Warenvorräte und z. T. auch das Gebäude selbst zum Opfer fielen. Jetzt wurde festgestellt, daß vorsätzliche Brandstiftung vorliegt. Wegen dringenden Tatverdachtes wurde der Betriebsführer festgenommen und dem Richter zugeführt. Spielendes Kind verschuldet den Tod von drei Menschen. Im Dachgeschoß eines Hauses in Ribnitz (Mecklenburg) entstand durch ein spielendes Kind ein Brand, der sich rasch ausbreitete. Als die Feuerwehr in die vom Brand ergriffene Wohnung eindrang, fand sie dort die Ehefrau des Kraftfahrers R a d l o f f mit ihren beiden jüngsten Kindern, einem fünfjährigen Mädchen und einem einjährigen Knaben — offenbar durch die Rauchentwicklung e r - stickt — tot auf. Das dritte Kind, ein Junge, der den Brand verschuldet hat, hatte sich rechtzeitig in Sicherheit gebracht. Vom Spiel in den Tod. Der 12jährige Schüler Helmut W e y e l, Sohn einer Witwe in Breitscheid (Dillkreis), hatte sich mit mehreren gleichaltrigen Kameraden in ein benachbartes Tal begeben, wo er sich kurze Zeit allein in einem Dickicht aufhielt. Als er wieder zum Vorschein kam, sahen seine Spielgefährten ihn plötzlich taumeln und zusammenbrechen. Wie sich herausstellte, hatte sich der Junge mit einem Messer schwere Stichverletzungen in der Brust beigebracht. Es muß angenommen werden, daß der Junge aus« gerutscht und in bas Messer gefallen ist. Seine Verletzungen waren so schwer, baß er halb nach seiner Einlieferung ins Haigerer Krankenhaus g e ft o r • benist. Unglück im Abwässerkanal. Im Abwässerkanal im Mannheimer Stadtteil Waldhof ereignete sich ein schweres Unglück. Drei Kanalarbeiter wurden bei Ausübung ihrer Tätigkeit in bem unterirdischen Kanal plötzlich von Gasen überrascht. Zwei von ihnen wurden mit starken Vergiftungserscheinungen am Fuße des sechs Meter tiefen Einsteigschachtes aufgefunden, während der dritte Arbeiter vom Kanalwasser etwa zwei Kilometer abgetrieben wurde unb nach stun- benlangem Suchen nur noch als ßeiche geborgen werben konnte. Fast die ganze Besatzung des griechischen Dampfers „Lukia" umgekommen. Wie zu bem Untergang bes an her spanischen Küste auf eine Mine gelaufenen griechischen Vetro- le-mndampfers „ßutia" bekannt wirb, bestaub bie Besatzung aus 24 Mann, die alle bis auf einen Matrosen, der in schwerverletztem Zustande gei ettct werden konnte, ums ßeben gekommen sind. Das Schiff ist nach der Explosion her Mine buchstäblich in zwei Stücke zerbrochen. Die obenstehenden Silbermünzen werden vom 1. April ab aus dem Verkehr gezogen. 1. l-RM.-Stück (Ausgabedatum 1924), Vorderseite; 2. Rückseite l-RM.-Stück; 3. 5-RM.-Stück, Rückseite, und 4. 5-RM.-Stück, Vorderseite. Außerdem werden alle 5-RM.-Erinnerungsmünzen der Jahre 1925 bis 1932 außer Verkehr gesetzt; 5. l-RM.-Stück, Vorderseite; 6. I-RM.-Stück, Rückseite (Ausgabedatum vor 1933). — (Scherl-Bilderdienst-M.) Aus alter Wett. EiueLeistuugsschau des Bäckerhandwerks. Berlin, 5. März. (ZdR.) Der Reichsinnungsverband des Bäckerhandwerkes hat in den Ausstellungsräumen im Hause des Reichsstandes bes beut» schen Hanbwerks eine gelungene ßeistungsschau eröffnet. Wenn bas Bäckerhanbwerk biefc Ausstellung unter bas Kennwort: „Frühmorgens, wenn bie Hähne krähn" gestellt hat, so bringt es bamit sehr glücklich zum Ausbruck, baß her Bäckermeister mit feinen Gefolgschaftsmitgliedern schon in aller Frühe am Werk ist, um bie Brot- unb Back- warenoersorgung her Bevölkerung sicherzustellen. Es wirb bie Umstellung auf neue Mehltypen bar- gestellt, es wirb her Anteil des Bäckermeisters am Kampf bem Verberb gezeigt. Anschließenb zeigt eine befonbere Ausstellung bie Zusammenarbeit zwischen bem Bäckerhanbwerk unb her NS.-Frauenschaft durch Hinweise auf die Verwendbarkeit von Brot- unb Gebäckabfällen. Eine internationale Schau betitelt sich: „21 n b e r e 5 Stäbtchen , anderes Brödche n". Man hat schon oft von der Vielfalt unb Eigenart beutschen Kleingebäcks gehört. Man ist aber hoch erstaunt, welchen Raum eine einigermaßen umfassenbe Uebersicht über beutsches Kleingebäck einnimmt. Zu ben Besonderheiten der Schau gehört ein Riesennapfkuchen, der etwa mannshoch ist und ein Gewicht von vier Zentnern hat. In der Stellenangebote! f. Mietgesuche | Gienen. [01143 b Chemnitz. 1327V Tüchtigen NWklW sucht. [01145 Asterweg 44 I B.Häuser5 Verreist Junger Kaufmann bis Ende März 4 Dr. C. Schott Zahnarzt 1568Q Standard | Vermietungen"! Mm.-#. 1-2 Damen [Verschiedenes! -Z.-Wohn., m. 4- | Vereine | Verkäufe | Alleinverkauf an Leeres Zimmer z. ng. unt. 01147 a.d.G.A Aevvn als Vertretet» der bei der einschlägigen Kundschaft gut eingeführt ist Weinbrennerei, Uerdingen/Rh. Re'n arisches Unternehmen 1530D Mein Dämmerschoppen! Stadttheater AN! an Gießen, Wrlson- straße5,Tel.3119 Heinr. Eisler Nachfolger Frankfurt am Main. 1501V 'Wr' WANDERER Große deutsche Dersicherungs-Gesellschast sucht für Gießen/Wehlar einen 3 Hasen (Chinchilla) mit Jungen zu verkaufen, [oneo Steinstraße 41. Gießen,a.Oswaldsgarten Fernruf Nr. 2145-2146 Preise von 0.60-3.00 RM. 1412 D Namhaftes und leistungsfähig. 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Avril 37 zu vermiet. si7v Horn, Bleichstraße 46. j Nr.55 Zweites Blatt Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhesien) Samstag, b. Marz 1937 Wehr und Waffen. Der Arzt im Waffenroü. Von Pr. Gerhard Scholtz, Hauptmann a. D Das Handwerk des Soldaten ist nicht zuletzt deshalb geschätzt, weil es hart ist und daher ganze Männer verlangt. Der Krieg kostet Blut Der Weltkrieg hat für die deutsche Wehrmacht, zu der im Verlaufe des Ringens rund 13 Millionen Mann einberufen wurden, eine Gesamtverlustzahl von 2 036 897 Gefallenen und vermißt Gebliebenen gebracht. Außer den Gefallenen wurden in der deutschen Wehrmacht 5 686 937 Mann, darunter 100 000 Offiziere, verwundet. Durch mehrfache Heilbehandlung verwundeter und kranker deutscher Krieger ergibt sich die fast die gesamte Kriegsstärke der Wehrmacht erreichende Ziffer von 13 Millionen von Behandlungsfällen in Feld und Heimat. Bei allen am Großen Kriege beteiligten Mächten wurden 19 Millionen Kämpfer verwundet. Davon find 3,5 Millionen invalide geblieben. In diesen gewaltigen Zahlen widerspiegelt sich die Größe des Heldentums aller derjenigen, die für die Landesverteidigung eingetreten sind und dafür gelitten haben. Diese Zahlen' lassen aber über den furchtbaren Ernst des Krieges keinen Zweifel. Aus den Reihen der deutschen Wehrmacht des Weltkrieges sind (rund) 19 v H., also ein Fünftel der Offiziere (darunter 24 v H., ein Viertel des aktiven Bestandes) und (rund) 14 v. H der Unterführer und der Mannschaften gefallen Auf je 35 Einwohner Deutschlands ist demnach em Frontsoldat gestorben. Das lehrt die Wahrheit des auch heute und in Zukunft geltenden alten Soldatenwortes, daß nicht jede Kugel trifft. Es rechtfertigt Zuversicht für jeden einzelnen. Auf der anderen Seite aber bleiben die Blutopfer, die der Krieg verlangt, schwer genug. Für den Dienst an den Opfern des Krieges ist der Arzt im Waffenrock bestimmt. Er soll die vom Feinde wund geschlagene Wehrkraft wiederherstellen, helfen und heilen Dieser Dienst heischt Männer und Soldaten Er ist Pflege zur Erhaltung des Lebens und der Kraft. Der Arzt im Waffenrock, der Sanitätsoffizier mit seinen Gehilfen, gehört in die Mitte der Wehrmacht. Es ist dabei gleich, ob sich feine Dienststelle beim Heere, bei der Luftwaffe oder auf einem Panzerschiff befindet. Wie dem Soldaten mit der Waffe, stellt der Krieg dem Sanitätsoffizier die größten und schwersten Aufgaben. Er ist die Probe auf fein Können im Ernstfall. Zum Erwerb der Befähigung dazu und zur Vorbereitung des Heilfürsorgedienstes im Kriege dient die Arbeit im Frieden. Ein schwerer Irrtum wäre aber die Ansicht, bannt sei die Arbeit des Sanitätspersonals bet der Wehrmacht erschöpft Der Sanitätsoffizier ist vielmehr einer der ersten Führer aus den Reihen der Wehrmacht, der dem jungen Dienstpflichtigen vor Augen kommt, wenn er sich zur Musterung stellt. Er ist der Mann, der den Anwärter auf die körperliche und allgemeine geistige Tauglichkeit zum Wehrdienst untersucht. Die Feststellung der Taug- lickkeit aller Angehörigen der Wehrmacht, einschließlich der Offiziere, die dauernde Ueber- wachung der Gesundheit bei den Führern und der Mannschaft, die Anleitung und Dienstaufsicht bei der Innehaltung aller für die dauernde Gesundheitspflege erforderlichen Maßnahmen einschließlich der Nahrungsmittel- und Speisezubereitungsaufsicht, und die Heilfürsorge bei Dienstun- fällen und Erkrankungen sind dte hauptsächlichsten Aufgaben des Sanitätspersonals der Wehrmacht im Frieden. Wie bei allen sonstigen Soldaten gehört eine dauernde sachliche Fortbildung und Uebung dazu E^nst waren die Kriege gefürchtet auch wegen der regelmäßigen Begleitung durch Seuchen. Sie haben oft Verluste erzeugt, die denjenigen der Gefechte nicht nachstanden. Einst wurde ein beträchtlicher Teil der Mannschaft während langer Dienstzeit früh invalide; zur Zeit Napoleons lägen Zehntausende verwundeter und sterbender Krieger fast hilflos auf der Walstatt. Heute gehören derartige Dinge der Vergangenheit an Etwa in die Mitte des 18. Jahrhunderts, ins Zeitalter Friedrichs des Großen, fällt die nun regelmäßig und ausgebreitet werdende Zuordnung von Aerzten zur Truppe; wer erinnert sich nicht daran, daß kein Geringerer als Friedrich Schiller als „Chirurgus", wie der frühere Titel hieß, oder wie man heute sagen würde, als Unterarzt beim Regiment Dienst getan hat? Einst haben Alkohol und ein aufs Gesicht gedrückter Esiigfchwamm als Behelfsmittel zur Betäubung während kriegsmäßiger Amputationen dienen müssen; heute ist eine Fülle von lindernden Betäubungsmitteln vorhanden. Aus dem Anblicke des namenlosen Elends auf den Schlachtfeldern des 18. Jahrhunderts ist die Einrichtung des Sanitätspersonals beim Heere und dann bei der gesamten Wehrmacht hervorgegangen. Das ist nicht nur zu einer menschlichen Wohltat für Millionen von Kämpfern geworden, sondern hat in steigendem Maße dazu geführt, daß nunmehr Hunderttausende, die früher dem sicheren Tode preisgegeben waren, erhalten bleiben und dem Heere nach der Wiederherstellung großenteils wieder eingereiht werden können. Es läßt sich für das 20. Jahrhundert der Satz auffteUen, daß eine Truppe ohne Arzt und Hilfspersonal nicht einsatzfähig ist. Sie Wirkung der Waffen kann kein Arzt hindern; danach zu heilen und vorher dafür zu sorgen, daß eine gesund erhaltene Truppe ihre Waffen zur Wirkuna bringt, ist seine Aufgabe. Die Truppe und der Arzt gehören zusammen; dieser ist der treue Gefährte jener, bis mitten aufs Schlachtfeld, wo er alle Not und Gefahr mit ihr teilt. Er ist ihr Freund, der ihr hilft, wo immer Menschen helfen können. Die Leistung der deutschen Aerzte im Weltkrieg ist ein Ruhmesblatt, das kein Soldat vergessen kann. Die Achtung, die dem Arzt entgegengebracht wird, ist verknüpft mit seinem Können. Dieses ist eine Frage der Ausbildung. Von den bescheidensten Anfängen im 18. Jahrhundert war es ein weiter Weg bis zur Gegenwart. Dabei hat die Truppe den Arzt schätzen gelernt. Eine böse Krittk an der angeblich mangelhaften Vorbildung der Truppenärzte hat das bald verbreitete Wort von dem „Allheilmittel Aspirin" hingeworfen; dabei wurde die ernste Berufsarbeit der Aerzte im Waffenrock feit einem Jahrhundert geringgefchätzt und leichtfertig übersehen, welches hohe Ausmaß an Können, Wissen und Bildung die deutschen Truppenärzte im Weltkrieg ausgewiesen haben. Es wurde von keinem Fremdstaat übertroffen. Die Erhaltung der Millionenzahl von Kämpfern, die unser Volk an die Front geschickt hat, ist den deutschen Aerzten in der Wehrmacht für immer zu danken. Der Frontkämpfer des großen Krieges weiß, in welch tiefer innerer Bedeutung des Wortes der Arzt im Waffenrock Kamerad und Helfer gewesen ist. Der Arzt ist ein Angehöriger der Wehrmacht mit dem Range der Offiziere, vom Fähnrich an bis zum General; feine Abzeichen sind diejenigen der Offiziere. Zur Unterscheidung trägt der Sanitätsoffizier blaue Besatzstreifen und eine blaue Unterlage unter seinem Achselstück. Es ist die Farbe, die bei der bunten Uniform der alten Armee bis zum Weltkriege das Gattungskennzeichen der Sanitätsoffiziere gewesen ist. Die Abzeichen zur Unterscheidung der Dienstgrade vom Fähnrich im Sanitätskorps bis zum Generalstabsarzt find völlig diejenigen der übrigen Offiziere. An Stelle der sonst vorhandenen Nummer oder des Namenszuges des Truppenteils führen die Sanitätsoffiziere das allgemeine Arztabzeichen, den Aeskulapstab mit der Schlange, das Sinnbild der Heilkunft, auf dem Schulterstück. Bei der Truppe find die Aerzte den militärischen Befehlshabern (Kommandeuren) zugeteilt; sie gehören zu ihren Stäben und find ihre fachlichen Berater und Gehilfen, ähnlich wie die Generalstabsoffiziere dies für die Truppenführung sind. Als Führer geschloffener Sanitätsverbände (Sanitätskompanien, Sanitätslager und Lazarette) besitzen die leitenden Sanitätsoffiziere volle Befehlsgewalt, wie jede andere Gattung des Offiziers nach Dienstgrad und Bereich. Bekannt ist die „Rote-Kreuz- Flagge" als das Kennzeichen des Gefundheits- und Heildienstes auch im Frieden. Im Krieg gilt das Rote Kreuz als ein Schutzzeichen für Verwundete und ihr Pflegepersonal; alle Personen des Sanitätsdienstes tragen im Kriegsfälle am linken Oberarm die weiße Binde mit dem Roten Kreuz. Ihnen iftJiie Beteiligung am Kampf völkerrechtlich untersagt; dafür sollen sie völkerrechtlichen Schutz gegen den Angriff genießen. Im Kriegsfälle wird die Rote-Kreuz-Flagge deutlich und weityin sichtbar gezeigt; sie ist von der Tarnung ausgenommen, die sonst zum beherrschenden Gesetz des neuzeitlichen Krieges geworden ist. Die Verwundeten und ihr Pflegepersonal gelten als aus der kämpfenden Front ausgeschieden. Die Waffen, die das Sanitätspersonal trägt, sind ausschließlich zur Selbstverteidigung bestimmt. Wer Sanitätsoffizier werden will, muß selbstverständlich im vollen Umfange tauglich zum aktiven Wehrdienst sein; vordem Gintritt in die fachliche Laufbahn erfolgt eine grundlegende allgemeine Ausbildung, ähnlich wie sie jeder andere Soldat erfährt, b e t der Truppe. Wer im einfachen Mannschaftsdienst nicht genügt, ist für die Laufbahn eines Sanitätsoffiziers ungeeignet. Eine erste Bewährungsprobe im Frontdienst geht voraus. Sie ist deswegen unerläßlich, weil der Sanitätsoffizier nicht nur befähigt fein muß, den Truppendienst fachkundig zu beurteilen, sondern weil er ihn, jis in hohe Dienstgrade hinauf, durch Tag und Nacht, Märsche, Lager, Quartier, Uebung und Gefecht begleiten muß. Der Sanitätsoffizier gehört so eng zur Truppe wie jeder andere Führer. Das Hochschul st udium schließt sich an die allgemeine Ausbildung an; wenn es vorausgegangen ist, entscheidet die Bewährung bei der Truppe über die Zulassung zur Laufbahn. Der Abschluß der fachlichen Ausbildung, die entweder an einer beliebigen deutschen Universität oder an der Militärärztlichen Akademie und bei der Truppe erfolgt, mit einem guten Zeugnisse ist eine Voraussetzung für den Eintritt in die ebenso schöne und dankbare wie verantwortungsvolle Laufbahn. SlaMerien und Flakscheinwerfer. Von Wolfgang pickeri, Major im Michslustfahriministerium. Die nachstehenden Ausführungen sind der Schrift „Unsere Flakarttllerie" entnommen. (E. S. Mittler und Sohn, Berlin.) Wenn auch die Flakarttllerie des Weltkrieges auf der Anfangsstufe ihrer Entwicklung stand, wenn sie auch besonders 1914 bis 1916 erst geringe Wirkung hatte, so wurde doch von Offizier und Mann mit glühendem Eifer unermüdlich an der Verbesserung dieser Waffe zur Bekämpfung des neu entstandenen Luftgegners gearbeitet. Abgesehen von den 1588 im Weltkrieg durch deutsche Flakartillerie tatsächlich und amtlich bestätigt abgeschossenen Flugzeugen muß man vor allem die zahllosen Fälle erwähnen, in denen durch gutliegendes Flakfeuer der Gegner an der Ausführung feines Auftrages — Bombenwurf, Aufklärung, Lichtbildaus- nahmen, Artillerieeinschießen — wirksam b e ° hindert wurde. Diese Fälle lassen sich zahlenmäßig genau so wenig erfassen, wie die Gesechts- handlungen auf der Erde, bei denen Maschinengewehr- oder Arttlleriefeuer den Gegner am Angriff, in der Artillerietätigkeit, im Nachschub usw. störte oder seinen Auftrag unmöglich machte. Mit Kriegsende wurde durch Feinddiktat die deutsche Flakarttllerie fast vernichtet. Sie verschwand aus dem kleinen Reichsheer, abgesehen von den paar ortsfesten Geschützen der Festung Königsberg. Nur die Reichsmarine durfte dank einer gnädigen Siegerlaune die Flakarttllerie weiterführen. Aber trotz dieser fast ttostlosen Lage arbeiteten die deutschen Hirne weiter an der Entwicklung des schwierigen Problems der artilleristischen Flugzeugbekämpfung. Diese Arbeit der Köpfe konnte ja kein Feind verwehren. So entstanden gegenüber der Flakarttllerie des Weltkrieges die entscheidenden Fortschritte: Geschütze mit großer Anfangsgeschwindigkeit, Reichweite und Beweglichkeit, Meßgeräte mit einer gegenüber dem Kriege hochstehenden Leistungsfähigkeit, verbesserte Kommandogeräte verschiedener Art zur Ermittlung der Schußwerte und damit weitgehender Steigerung der Wirkung, schließlich noch wesentliche Verbesserungen an der Munition, dem Scheinwerfergerät und vor allem auch in den leichten, schnell schießenden Flakwaffen kleinen Kalibers. So ist in den 18 Jahren nach Kriegsende ein Kriegsinstrument gewachsen, das trotzdem mit der ungeheuren Entwicklung des Flugwesens im gleichen Zeitabschnitt nicht nur Schritt gehalten hat, sondern dem angreifenden Flugzeug ein Abwehrmittel wirkungsvollster Art entgegenstellt. Der Wettlauf zwischen Angriffsmittel und Abwehr, der schon durch die Jahrhunderte zu verfolgen ist, zeigt sich auch hier wieder in bemerkenswerter Form. Der Ernstfall nur kann zeigen, welches Mittel das wirksamere ist. Vermutungen ober Voraussagen in dieser Richtung sind zu vermeiden. Für beide Teile Im Münchner Armeemuseum wurde diese Kanone ausgestellt, die als Vorläufer der heutigen Flugzeug-Abwehrkanonen anzusehen ist. Zu Beginn des Krieges fertigten unsere Soldaten im Schützengraben selbst diese Kanone an, um damit feindliche Fliegerangriffe abzuwehren. Das Rohr ist zwischen den Riesenrädern frei aufgehängt, während eine Kiste mit Steinen und Eisenteilen das Gleichgewicht hält. Trotz feines Aussehens hat das Geschütz brav seinen Dienst getan, bis den Soldaten entsprechende Geschütze geliefert wurden. — (Scherl-Bilderdienst-M.) aber, Flakartillerie wie Flieger, ist gegenseitige Beobachtung ihrer Kampfweise, ihrer Fortschritte notwendig, um nüchtern die Lage zu beurteilen. Ein Fehler ist es jedenfalls, den Gegner zu unterschätzen, also etwa den Maßstab von 1918 bei der Beurteilung der Flakartillerie oder der Flieger anzulegen. Die Arbeit der Flakscheinwerfer beruht in erster Linie auf einwandfreiem Horchen. An die Ausbildung der Horcher müssen daher ähnliche Forderungen gestellt werden wie an Entfernungsmeßleute. Die Bedeutung der Horcher steigert sich noch aus der Erkenntnis heraus, daß voraussichtlich nächtliche Luftangriffe in einem künftigen Antwort geht die rote Rakete in die Nacht, „Das Ziel erreicht" .... Langsam treibt die Rakete den Besichtigungssieber schadet auch nichts. Es ist ein harmloser Vorgeschmack des Kanonenfiebers und Smrmnacht an Der Westfront. An den ausgebrannten Ruinen der Chambrettes Ferme schiebt sich niedrig die dunkelrote Riesenscheibe des Vollmondes vorbei. Langsam wächst die Nacht aus der Niederung heraus, während Rauch und Nebel einen Gespenfterreigen tanzen Auf der unter Feuer liegenden Straße von Ornes marschieren m langen Reihen Sturmtruppen und harren im Schutze der Dunkelheit, lieber sie hinweg schleudern schwere Batterien ihre Geschosse am Himmel entlang und weiter immer weiter rollt das Feuer, übertobt vom riesenhaften Brüllen der Ferngeschütze. Weißglühend fährt der heulende Tod am Himmel dahin, gleichsam als streife er die Sterne und reiße ganze Stücke von ihnen ab. Aus tiefen Unterständen züngeln Feuerzungen: Feldhaubitzen, Kanonen und Mörser bellen in die Nacht hinaus. Dicht über den Erdboden hinweg fegen hellauf- jaulend Flachbahngeschosse und veranlassen den Kopf unwillkürlich etwas tiefer zu ducken. Don der anderen Seite sendet der Feind den gleichen Tod. Ringsum brechen Glutkrater aus der Erde hervor und aus lodernden Flammen fingen wie rotierende M.-sser, haarscharf und eisern Sprengstücke durch die Nacht. Aus der Luft aber schütten Schrapnells ihren Inhalt klirrend über die Straße. Unaufhörlich steigen an der ganzen Front von Süden nach Norden Leuchtkugeln auf. Rote, grüne, wie es die Gefechtslage erfordert. Raketenfignale zischen durch die Nacht und zerplatzen in grüne, rote und orange Sterne, wie Blendfeuerwerk zur Sommersonnenwende. Aufmerksam und sorgfältig werden diese Signale von besonderen Beobachtern aufgefangen und sofort zu den Stäben nach hinten weitergeleitet. Ueberaü in der Nähe wichtiger Punkte und Straßen stehen diese Lichtsignalposten Vom Himmel durchzogen vom bleichen Band der Milchstraße bringt das Surren der Bombenflugzeuge. Heber ihnen aber noch stehen die feurigen Glutbälle der berstenden Schrapnells und streuen ihren prasselnden Eisenregen gegen die^ächtlichen Flieger Noch liegen die Sturnitruppen m Deckung, starren hinaus in das vor ihnen liegende Gelände, in dem die Vernichtung Orgien feiert, ruhig des Zeitpunktes harrend an dem sie die schützende Deckung zu verlassen haben. Da werden Minuten zu Stunden, Stunden zu Tagen. Unter dem stählernen Helm im kreisenden Rhythmus der Gedanken, ballt sich zusammen der Wille zur Tat, zur Pflicht, zum Drange nach vorwärts. Geradeaus zu marschieren in den Orkan von Feuer, Eisen und Gas. Los- getrennt einer vom anderen, abgerissen vom Führer, jeder auf sich selbst gestellt, verschlungen vom Dunkel der Nacht. Eisern umschlingt den Sturmsoldaten das Band der Gemeinschaft und läßt selbst den Gedanken an ein einsames Sterben in den Schlammtrichtern keine Macht über ihn gewinnen. Mit dem Sturmgepäck des guten Gewissens äußerster Pflichterfüllung stürmt er nach vorne ober liegt in einem ber granatgeschaufelten Kratern in Erwartung des feindlichen Gegenstoßes. Unaufhörlich trommelt noch die Front, geht bas Walzwerk über zermürbte Gräben, ..... um plötzlich zu verstummen. Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen. Heraus stürzen die Kämpfer, vorwärts geht es, vorbei an schanzenden Kompanien, durch sinkende Gräben, zwischen Hindernissen und Verhauen, hinein in dieses betäubende Brüllen, Johlen, Heulen, Klirren, Schreien, hindurch zwischen spritzenden Erdbrunnen und haushohen Rauchfontänen, weiter, immer weiter, hinter dem sich unaufhörlich oorschiebenden Feuerriegel unserer Artillerie, hindurch durch die feindlichen Stellungen Der Himmel ist in Blutröte getaucht, da schleudern Flammenwerfer den Tod des Grausens, das Feuer der Hölle. Mit zischenden Flammenruten peitscht es in die feindlichen Unterstände hinein, alles Leben vernichtend. Minen zerspringen und wie Geiser im Feuerwerk zerspritzt der weiße Luftschaum ätzender Gasgranaten und überschwemmt das Gelände. Im Mondlicht sieht man das Gift wallend über die Erde schleichen und die Trichter füllen. Die Kompanien reißen die Gasmasken vor das Gesicht und verschwinden im Dunst der teuflischen Wolke. Erreicht ist das Angriffsziel und sofort werden die gewonnenen Punkte zur Verteidigung hergerichtet. Kalk und Stein zerspritzt unter der Spitzhacke und in beispielloser Arbeit schanzen Pioniere in Gift und Feuer. Von hinten steigen farbige Leuchtkugeln hoch, --Wie weit seid ihr?" Als Mond bleich hinter der Chambrettes-Ferme, bleibt noch ein Weilchen in den Ruinen und Baumskeletten hängen und taucht dann in einer aufkommenden Wolkenwand unter. Durch die dürren Aeste aber der zerschossenen Bäume klingt dumpf und leise die dunkle Weise vom Tod. Otto Müller. Besichtigung. KWK. Ein altes Soldatenwort will wissen: „Was nicht besichtigt wird, wird nicht geübt." Dem ist natürlich nicht so, denn es wäre tran ig, wenn es wahr wäre, wenn soldatisches Streben sich nur unter den Augen der Vorgesetzten entfalten würde. Aber ein Körnchen Wahrheit liegt doch in dem Satz. Der Major brütet über den Aufgaben, die er zu stellen hat, der Hauptmann sorgt, ob die Griffe klappen, der Leutnant quält sich mit den Remonten ab, der Oberfeldwebel rechnet an der Stärkenachweisung herum, der Unteroffizier hämmert seiner Korporalschaft immer wieder die Namen der Vorgesetzten ein, und der Rekrut wienert Koppel und Stiefel, bis er sich in ihnen spiegeln kann. Die ganze Bevölkerung der Stadt nimmt an ihrer Aufregung teil. Jung und alt liegt aus den Fenstern der Nachbarhäuser und folgt den Vorgängen auf dem Kasernenhof oder pilgert hinaus zum Exerzierplatz, um vom Kletterwall herab die Geländebesichtigung zu erleben. Die Mütter, die Bräute drücken in aller Arbeitshast den Daumen. Alles atmet erleichtert auf, wenn am Spätnachmittag der Fritz oder Werner aus der Kaserne kommt und leichthin berichtet: „Es war nur halb so schlimm. Unsere Kompanie war natürlich die beste." Besichtigungen müssen sein. Sie sind ja die einzige Gelegenheit, bei der die hohen und höchsten Vorgesetzten die Truppe kennenlernen, bei der die Truppe Vertrauen zu den Vorgesetzten gewinnen kann. Sie verlieren auch nichts von ihrem Ernst, ihrem Gewicht, wenn der Vorgesetzte sie „tarnt", wenn er erklärt, daß er nicht besichtigen, sondern nur dem Dienst beiwohnen will. Ein wenig nur, wenn der Besichtigungseifer dazu führt, aus der Besichtigung einen Film zu machen, bei dem der Vorgesetzte in einem verabredeten Frage- und Ant- Wortspiel durch vorher mehrmals geübte Aufgaben über das wahre Können der Truppen getäuscht wird. Noch schlimmer ist es, wenn der Vorgesetzte sich tatsächlich dadurch hinter das Licht führen läßt. Aber er wird schon in der Regel stutzig werden, wenn die Besichtigung allzu glatt verläuft. Er weiß, junge Soldaten machen Fehler, und lernen durch nichts mehr und besser als durch die Fehler, die sie machen. Er knüpft bei seinen Besprechungen gern an diese Fehler an, macht dabei niemand einen Vorwurf aus ihnen, wenn er nur guten Willen und keimendes Verständnis sieht. Er wird nur ungemütlich und sacksiedegrob, wenn er auf Faulheit und Nachlässig- feit stößt. Er lobt lieber. Aber er ist auch vorsichtig in seinem Lob, auf daß die Truppe nicht übermütig werde und sich auf ihren Lorbeeren ausruhe. Er bemüht sich, in wenigen Stunden ein klares Urteil über den Stand der Ausbildung zu gewinnen und unzweideutig zum Ausdruck zu bringen. Er hält klug die Mitte zwischen dem Römerwort: , Um Kleinigkeiten soll sich der Feldherr nicht kümmern!" und dem Ausspruch des großen Königs: „Vernach- läsfigt mir nicht die Einzelheiten!" Er durchkreuzt das Besichtigungsprogramm nur dann, wenn er merkt, daß es allzusehr ins Friedensmäßige ab- gleitet. Er sucht der Truppe etwas aus dem Schatze seiner Kriegserfahrung mit auf den Weg zu geben, ben er will, daß der Besichtigungstag kein verlorener Tag in der so kurz bemessenen Ausbildungs- zeit ist, daß im Gegenteil an ihm viel, besonders viel von Vorgesetzten und Untergebenen gelernt wird. Er ist nur zufrieden, wenn die Truppe ihn mit Bedauern wieder in feinen Kraftwagen steigen sieht. Und die Truppe? Der Kommißhengst er ift glücklicherweise im Nachkriegsheer immer seltener geworden — denkt voll Sorge an die nächste Besichtigung, die große Masse wirft aber alle schweren Gedanken hinter sich und freut sich auf das Bier, das der Hauptmann zum Lohne für die gute Be- sichtigung auflegen wird. By. Krieg eine große Rolle spielen werden. Ehe nicht die Horcher durch tadelloses, schnelles und genaues Horchen die Flakscheinwerfer zum Aufleuchten auf das Flugziel gebracht haben, können ja die Entfernungsmeßleute der Flakbatterien nicht messen. Die Zeiten, die nachts für rechtzeitige Feuereröffnung zur Verfügung stehen, sind noch viel kürzer als bei Tage. Vom schnellen Arbeiten der Flakscheinwerferbatterien hängt daher die rechtzeitige Feuereröff- nung der schweren und leichten Flakbatterien ab. Das bedeutet noch mehr als bei Tage einen Kampf um Sekunden! Flakscheinwerfer müssen ebenso wie Flakbatterien nach dem Grundsatz aufgestellt werden, daß der Lutfgegner von allen Richtungen anfliegen könnte. Natürlich wird er besonders markante Anflugwege — Flüsse, Kanäle usw. bei Nacht vorziehen, wenn er nicht blind, also nach Navigation, anfliegt. Zum eigentlichen Angriff jedoch kann er bei Nacht wie bei Tage aus jeder Richtung kommen. Er wird bei Nacht versuchen, durch Gleitflug oder durch besondere Störflugzeuge die Horcher zu täuschen und dem angreifenden Flugzeug das unbemerkte Herankommen zu erleichtern. Diese Möglichkeiten stellen an die Aufmerksamkeit und Wendigkeit der Flakscheinwerfer- und Horchgerätebedienung besonders hohe Anforderungen. Andererseits kann man aber feststellen, daß ein im Scheinwerferlicht fliegendes Flugzeug, besonders da es von 3 bis 5 Flakscheinwerfern gleichzeitig gefaßt wird, nicht mehr dem Scheinwerferlicht sich entziehen kann und daß der Flugzeugbesatzung der gezielte Bombenwurf durch die Blendwirkung stark erschwert wird. Das Scheinwerferlicht verhindert das Erkennen von Einzelheiten auf der Erde. Wenn der Luftgegner die Wirksamkeit der Flakartillerie richtig einschätzt, wird er voraussichtlich versuchen, die Flakbatterien während oder vor dem Luftangriff zu lähmen, und zwar durch besondere Angriffe auf die Flakbatterien selbst, meist wohl im Tiefangriff. Dieses Angriffsverfahren stellt an den Angreifer hohe Anforderungen — Tiefangriff ist ein schwieriges Verfahren, vor allem, wenn starke Gegenwehr vorhanden ist —, besonders aber auch an die Flakartillerie. Diese muß trotz und während des feindlichen Tiefangriffs mit ihren schweren Flakbatterien unerschütterlich im Feuer gegen den hoch oben anfliegenden Hauptangreifer bleiben.. Nur ganze Männer, eine todesmutige, fest disziplinierte Truppe, mi'rd diese Aufgabe meistern können. Neuzeitliche Flakartillerie wird also dem Luftgegner schärfsten Widerstand entgegensetzen. Trotzdem darf kein Zweifel darüber bestehen, daß, genau wie bei den Kampfhandlungen auf der Erde, auch in der Luft ein entschlossen durchgeführter Angriff oft nicht verhindert werden kann. Daß diese Angriffe aber dem Gegner so hohe Verluste beibringen, daß seine Angriffskrast entscheidend geschwächt oder gar gebrochen werden kann, ist Sache gut ausgerüsteter, gut schießender Flakartillerie. Eigene Jagdflieger werden hierbei die Flakartillerie durch Angriff auf die feindlichen Kampfflugzeuae unterstützen.' Ferner ist die Moral des Angreifers ebenso einer Abnutzung ausgesetzt, wie sein Material. Ob und wie lange diese beiden Faktoren beim Luftgegner auf der Höhe gehalten werden können, hängt stark von den Leistungen der Flakartillerie ab. Nur der Ernstfall wird die letzte Klarheit in diese Fragen bringen können. Die Flakartillerie wird das Menschenmögliche aus den ihr anvertrauten Waffen herausholen und ihr Teil beitragen zur Verteidigung des deutschen Luftraums und zum Schutze des Heeres bei feinen entscheidenden Kämpfen zur Nieder- ringung des Feindes. MrschleistulMti. „Ein großer Teil der Kriegstätigkeit der Truppe besteht im Marschieren", die alten Soldaten wissen um die Wahrheit dieses Satzes, der das Kapitel „Marsch" in der deutschen Vorschrift „Truppenführung" einleitet. Vom Rhein bis nach Paris, von der Weichsel bis an die Grenze Asiens ist der deutsche Musketier im Weltkrieg marschiert. Hohe Einzel- und Durchschnittsleistungen sind erzielt worden. So legte die 115. Infanterie-Division in den letzten fünf Tagen der Schlacht um Wilna, nachdem schon die Tage vorher hohe Marschanforderungen an sie gestellt hatten, 180 Kilometer zurück. So brachte das Jäger-Regiment zu Pferde 2 von 8. bis 31. August Gottfried Kellers Stiefel. Von Wilhelm von Scholz. Von den Stiefeln des Dichters Gottfried Keller wird dies und das erzählt. Zum Beispiel: daß Meister Gottfried sie auf der Freitreppe seines Hauses in Zürich gelegentlich abends ausgewogen und auf die Straße geworfen habe. Das mag geschehen sein, wenn die Hauptfiguren zu Gottfried Kellers eigentlichem Stiefelabenteuer fehlten, nämlich die nächtlichen Heimführer des Herrn Stadtschreibers, die ihn aus der „Oepfelkammer" oder dem „Pfauen" au leiten und im Gleichgewicht zu halten hatten. Aber vielleicht wird es erst aus dem Folgenden verständlich. Ich habe einen alten Herrn aus Zürich, der Keller öfters nach einem Trunk den Liebesdienst des Heimbringens erwies, gut gekannt. Er ist vor wenigen Jahren als hoher Achtziger, der bis zuletzt rüstig und geistig lebhaft war, in Zürich gestorben. Es war der Professor Rohrer, einstiger Ordinarius für Ohrenheilkunde an der Universität, zugleich ein Sänger und Freund der Künste. Er saß als jüngerer Mann manchen Abend mit Keller beim schweigsamen Bechern, bei dem jede kleine Meinungsäußerung offenbar sehr viel Gewicht annahm, denn Keller hat ihn einmal gar zum Duell fordern wollen, was dann durch die beiderseitigen Freunde friedlich beigelegt wurde. Der Kobold aber, der Keller zeitweilig fein konnte ober wohl immer ein wenig war, der zeigte sich bei den Stiefeln. Rohrer und noch ein anderer hilfreicher Nachtgeist hatten den Dichter unter dem Arm und führten ihn zu seiner Wohnung, die damals im Stadtteil Enge lag. Die Drei nähern sich in der hellen Züricher Sommernacht langsam und leicht schwankend der kleinen Freitreppe vor der Kellerschen Wohnung. Dort angelangt, ersucht Keller die beiden Adjutanten um ihre technische Nothilfe, indem er ihnen, auf der obersten Stufe sitzend, die Füße zureicht. Als sie ihm die Stiesel höflich ausgezogen haben, streckt der noch immer auf seiner Stufe Sitzende den Zeigefinger der Rechten aus und bittet darum, man möge ihm die Schlaufen der Stiesel da herüber streifen, damit er sie nicht verliere. Als die Stiefel an seinem Finger baumeln, kneift er ihn zusammen und drischt nun mit höchstem Vergnügen auf feine beiden Begleiter ein. Soviel Groll hatte Gottfried Keller eben immer und gegen alle auf dem Herzen, daß er eine schöne Gelegenheit, diesem Groll Luft zu machen, nie vorübergehen lassen konnte. Und nun wirb klar, was vorgegangen sein mag, wenn er seine Stiesel allein 1914, ungerechnet die Märsche auf dem Gesechts- felbe, 594 Kilometer hinter sich. Die Reichswehr hat mit ihren langbienenden, durchtrainierten Berufssoldaten die Kriegsleistungen oft überboten. Das junge Heer hat sie während der letzten Manöver ohne große Mühe erreicht. Der Motor ist im Begriff, Marschtechnik und damit Marschleistungen auf eine ganz andere Basis zu stellen. So berichtete das Militärwochenblatt, daß ein Krastradschützen-Bataillon für den Rückmarsch aus dem Manöver im südlichen Württemberg nach seinem Standort Eisenach (410 Kilometer) im hügeligen Gelände zwölf Stunden gebrauchte. Fahrer und Fahrzeuge hatten anstrengende Tage hinter sich. Dennoch wurde die Strecke mit Ausnahmen einiger rasch zu behebenden Reifen- unb Zünberpanncn unb einem Gabelbruch ohne Unfall burchmessen. Die einzelnen Kompanien marschierten mit Drei Minuten Abstand. Nach spätestens zwei Stunden wurde ein Fahrpause eingelegt, so daß eine reine Fahrzeit von 8 Stunden 50 Minuten blieb. Es wurde unterwegs aus dem Betriebsstoffkraftwagen des Bataillons getankt und kleinere Instandsetzungen während der Marschpausen an der mitgeführten Werkstatt ausgeführt. Am Ende des Marsches war die Truppe voll gefechtsfähig. Sowjetrußland legt bei den großen Entfernungen innerhalb seines weiten Reiches besonderen Wert auf Dauermarschleistungen. So finden sich in der russischen Militärpresse fortlaufend Berichte über Gewaltmärsche von Infanteristen, Reitern unb Skiläufern. Es legten zum Beispiel fünf Unteroffiziere mit ihren Patrouillen bie 5300 Kilometer lange Strecke Irkutsk—Moskau in 83 Tagen zurück, bas bebeutet eine Tagesleistung von 60 Kilometer. Der abessinische Krieg brachte in seinem Schlußakt, im „Marsch des eisernen Willens", in ber Ueberwinbung ber letzten Wegeftrecke nach Addis Abeba ein Glanzstück neuzeitlicher Marschtechnik und Marschleistungen. 20 000 Mann legten auf etwa 1600 Lastwagen nicht zuletzt dank ber auf- opfernben Tätigkeit ber wegebauenden Pioniere, die fast wegelose Strecke von 400 Kilometer im schweren Tropenregen in 10 Tagen zurück. By. Bummel durchs Suaheli-Land Von unserem E.R.K.-Äerichierstaiier. in. SprungvomDampferindieUrzelt Tanga, Anfang 1937. Der erste Eindruck vorn tropischen Afrika war ber, daß selten auf ber Erbe bie Gegensätze von Zivilisation unb Wilbnis, von Gefahr unb Gesichertheit, so aufeinanber platzen wie hier. Kaurn waren wir in Tanga vorn Dampfer gegangen, hatten uns in Autos verstaut unb die letzten Häuser der Stadt hinter uns gelassen, als sehr zu meinem Kummer die den Wagen fahrende Afrikanerin scharf anhielt. „Fahren Sie doch rüber", sagte ich mehrmals. Denn vor uns quer über dem Weg lag eine gut IV- Meter lange Puffo11er, eine Der giftigsten Bestien des Erdteils, der bräunliche Schuppenleib dick wie eine Männerfaust und mit widerlich kleinem und spitzem Kopf. Die Dame am Steuer lenkte vorsichtig um bas Tier herum, indem sie bemerkte: „Bei ber Hitze heute würbe es nur eine Stunbe dauern, bis man tot ist." — Dies war ber erste unb man muß sagen: etwas drohenbe Gruß Afrikas. Den zweiten erlebten wir nicht allzuviel später. Und diesmal konnte ich es kaum erwarten, bis der Wagen anhielt. Ich brüllte fortwährend: anhalten, anhalten, in allen Sprachen, deren ich im Augenblick habhaft werden konnte. Die Bedenken kamen mir erst, als es schon zu spät zum Rückzug war. Wenn die Menschen überlegen würden, solange es noch Zeit ist, geschähe viel weniger auf der Welt. Außerdem: die Verlockung war gar zu groß. Also ich wand mich ohne viel Besinnen unter dem Verdeck des Ford hervor. Es war auch kein Traum, der mich äffte, nein. Ich fühlte meinen Photoapparat in ber Hanb, unb auf dem Kopf hatte ich einen Tropenhelm, unb ber war bestimmt kein Traum von einem Tropenhelm, benn er brückte. Ganz beson- bers spürbar bann, wenn ich aufgeregt war. Oben auf biesem Auswuchs meines Schädels lag, burch bas wohl isolierte Schweißleber hinburch zu fühlen, eine Sonnenglut wie schmelzendes Blei. Ich duckte mich unwillkürlich ein bißchen. Die Sache aber war die, daß gänzlich unerwartet, wider alle Wahrscheinlichkeit und alles Hoffen, eine Giraffe zu sehen war, ungefähr 150 Meter rechts von dem, was sich hier Straße nennt. (Was aber eher einem Halbmeter tief verstaubten Feldweg mit sorglich 'eingearbeiteten Schlaglöchern glich, damit man auch ja merkte, baß man in Afrika fuhr.) Es war die erste Giraffe meines Lebens, wenn man von den Zoologischen Gärten absieht, wo man immer Angst hat, sie stoßt ein Loch in bas Dach. Hier aber war bie Giraffe burchaus am Platze, ber Umgebung angepaßt —. Wie sie da in ber Gegend stand, auf ihren vier unendlich langen Beinen und mit dem meilenlangen Hals, glich sie einer verbindlich nach vorn sich neigenden Groß- fenbeftation. So gewaltig war sie. Eine überlebensgroße Ausgabe meiner kühnsten Vorstellungen. Also ich latschte, mit meinen schweren Safari- ftiebeln, recht langsam unb geruhig auf sie zu, ohne zu bebenfen, baß ich an Waffen nichts, aber auch gar nichts babei hatte außer einem Taschenmesser. Meine Augen hingen an ihr wie an einer Fata Morgana. Ich verzehrte sie förmlich. Leider stellte ich wäh- renbdem fest, baß eine der meinem zweifelhaften Schutz anvertrauten Damen gleichfalls ausgestiegen war und entschieden und furchtlos hinter mir drein marschierte, die Kleinkamera in der Faust. Es war eine noch jüngere Dame, hager unb sehr breitschultrig, sportbeflissen unb sportgeübt. Ich bin überzeugt, daß ihr Schwinger einigen Nachdruck hatte, doch bleibt zweifelhaft, ob mit Boxen etwas gegen Giraffen auszurichten ist. Auf alle Fälle, bie Dame mit ihrer Leica störte mich gewaltig, aber ich hatte die Geistesgegenwart, mich sofort zum Führer unserer Safari aufzuwerfen unb tommanbierte leise: „Ganz langsam unb ruhig Herangehen, bis wir nahe genug finb. Nur Ruhe, Ruhe, erschrecken Sie mir bas Vieh nicht mit hastigen Bewegungen. Das ist unsere einzige Chance, denn gesehen hat sie unsere weiß blenben» ben Tropenhelme natürlich längst." Vorsichtshalber warf ich ber Dame noch einen Blick über die Schulter zu, der ihr verhieß, daß ich sie ben Löwen oorwerfen würbe, wenn sie Dummheiten machte. Aber ihr Gesichtsausbruck bewies mir, daß sie mich als willkommenes Panzerschild gegen unliebsame Zwischenfälle seitens ber Giraffe betrachtete. Sie ging denn auch während der ganzen Aktion nicht aus ihrer Deckung hinter meinen nicht gerade hervorragend breiten Schultern heraus. Die Giraffe unterdes tat, wie Giraffen immer tun, wenn ihnen etwas mißfällt: sie äugte. So etwas schief und mit wehleidigen Gedanken unterm Schädeldach. Im übrigen aber stand sie königlich und sozusagen prähistorisch da, und bie Steppe um sie war weit und groß. Der Blick in ber Runbe schweifte über Hunderte von Qubratfilometer unb am Horinzont entlang schwangen sich hier unb ba blauende Gebirge. In ber Richtung unserer sogenannten Autostraße aber türmte sich keglig der über 4500 Meter hohe Meru - Vulkan. Dazu bas äugenbe Tier der Wilbnis — ich verstaub in diesem Augenblick sehr lebhaft bie Tiroler, bie bei solchen Gelegenheiten überschäumenber Daseins- freube bas Jobeln anfangen. Aber das wäre wohl hier nicht das Rechte gewesen. Die Haltung der Giraffe war Mißtrauen. Und ich mußte unb mußte so nahe kommen, wie nur irgendmöglich. Denn so groß die Giraffe ist — unb sie wird, wie bas Ulmer Münster, erst auf weite Entfernung so groß, wie sie wirklich ist —, die Steppe ist noch großer. Und man muß die Giraffe gegen den Horizont zu bekommen versuchen, ohne ben flimmernden Boden, von dem sich ihr geflecktes Fell oft zuwenig abhebt. So setzte ich sachte immer wieder einen Fuß vor den andern und die Sekunden vergingen mir so langsam, wie ich es hier erzählte. Das Gras um meine Füße ra- auszog unb man sie seltsamerweise nachher auf ber Straße l^nb. Da hat er sie ohne Zweifel einem vermeintlich begleitenben Samariter, Der aber zu seinem Glück nicht mehr mitgefommen war, an ben Kopf geroorf Blick auf Island. Von Manfred Hausmann. Eine Regenbö nach ber anderen fegte von Süden her über bie Westmänner-Jnsel hin, über bie schwarzen Lavaklötze mit ben grünen Rasenflächen obenauf, über den düsteren Kegel des erloschenen Helga-Vulkans unb über bie Holz- unb Wellblechhäuschen von Kaupftadur. Die „Berlin", die vor Kaupstadur auf Reede lag, sollte um Mitternacht ankeraus gehen. Da nicht anzunehmen war, daß ich eine Stunde vorher noch jemanden auf dem Aschengipfel des Vulkans antreffen würde, zumal die meisten Fahrgäste, des schlechten Wetters wegen, von vornherein auf die Besteigung verzichtet hatten, machte ich mich gegen breiundzwanzia Uhr auf, um eine Weile allein bort oben, zweihunbertdreißig Meter über ber See, im Gebrause zu stehen unb nach ben isländischen Gletschern hinüberzublicken. Als ich mich in der Dämmerung ber nordischen Nacht, bie trotz des schweren Regengewölks keine eigentliche Dämmerung sondern nur ein Stumpferwerben bes Tageslichtes war, am oberen Steilhang bes Kegels burch den losen, windburchwinlel- ten Aschenschutt emporarbeitete, zeichnete sich der Gipfel dunkel und menschenleer gegen bas dicht über ihm hinjagende hellere Gedämpf ab. Ich kletterte höher, rutschte zurück, fand einen Halt unb kletterte wieder weiter. Von hinten prasselte ein Regenschauer auf meinen Delmantel, wilde Luftmassen, von weit her über ben Norbatlantik rasend, warfen sich gegen ben Berg unb wichen bröhnenb zur Seite. Ich schwankte unb rutschte unb kämpfte mich auf allen Vieren vorwärts. Unb nach einer Diertelstunbe war ich oben. Aber ber Sturm wuchtete so heftig gegen mich an unb bie eiskalten Regentropfen fuhren, wenn bie Bö sie vor sich her trieb, so schmerzhaft in mein Gesicht, einer Schrotlabung gleich, baß mir, wenn ich nicht in bie Tiefe geschleubert unb blutig geschlagen werben wollte, nichts anderes übrig blieb, als erst einmal in ben Krater hinabzugleiten unb hinter einem ber Lava- blöcfe, die am Grunde aus dem kümmerlichen Rasen von Grasnelken und Thymian herausragten, Schutz zu suchen. So etwas von einem Wetter hatte ich denn doch noch nicht erlebt. Nach einer Weile flog ein silbriger Lichthauch durch ben grauen gewellten Regenvorhang über mir, an einer Stelle zeigte sich sogar ber blaßgrüne Himmel, aber ber Sturm heulte unb bröhnte noch unoeränbert fort. Es hals nichts, ich mußte es, wenn ich bie Zeit nicht ungenutzt verstreichen lassen wollte, noch einmal versuchen. So kletterte ich wieher auf ben Ranb bes Kraters hinauf. Aber sowie mich bort bie volle Gewalt bes Wetters traf, taumelte ich zurück. Es war einfach nicht möglich, aufrecht ftehenb ben Stößen stanbzuhalten. Erft als ich mich nieberbutfte unb kriechenb Schritt für Schritt aufwärts brang, gelang es mir, den Grat zu gewinnen und mich bort eine Zeitlang zu behaupten. Gegen Narben hin, wo Jslanb liegen sollte, war alles noch Blinbheit unb Regenschauer vom höchsten Himmel bis nieder auf die See. Ich konnte nicht einmal bie „Berlin", nicht einmal Kaupstadur, bas doch gleichsam am Fuße bes Berges lag, erkennen. Nur ber Donner ber Branbung rauschte bumpf, wenn bas Sturmgeheul einmal schwächer würbe, aus ber verhüllten Gegenb herauf. Von Süden, genauer von Sübwesten her, wehte inbeffen bas Licht heran, bas blasse, wunbersam verschleierte unb verschleiernde Licht bes Nordens. Es sickerte durch die wattigen Wolken, es schimmerte wie glanzloses Silber durch die schräg herunterhängen- ben, durchsichtigen Regenbahnen, es ließ ben Luftraum, in ben ich hineinblickte, so wirklich, so greifbar werden, daß ich unwillkürlich bie Hanb ausstreckte, um hineinzufassen; es verwandelte, wo es hintraf, bie schwarzblaue, in langer Dünung sich heranwälzende See gleichfalls in Silber, in mattes, graues, wogendes Silber. Da und bort fliegen aus dem Silber, jetzt ungewiß, jetzt deutlicher, schneeweiß umgischtete Klippen unb Jnselblöcke empor, bereu finstere Wänbe unb zarte Wiesen grau üb erwischt waren. Wie benn überhaupt alle Farben nur Abschattierungen von Grau unb Silber barstellten unb alle Dinge, bie Luft, bas Laub unb bie See, in sickernbes, strömenbes, wehendes Licht aufgelöst waren. Ich bezweifelte fast, ob der Gipfel, auf dem ich stand, noch Festigkeit genug hatte, um mich zu tragen, ich wurde, im Sturm, der ununterbrochen weitersauste, hin unb her schwankend, fast schwindelig von all diesem deutlichen Raum und dieser Tiefe unter mir. Das Licht flog heran, flutete um mich her und über mich weg unb schwamm blaßleuchtend gen Norben, gen Island. Der Dampf, der den nördlichen Bereich verhüllt hatte, wich vor ihm zurück, bie grauen und roten Dächer von Kaupstadur wurden langsam sichtbar, die gelben Wiesen darum herum, schelte, ein wenig Wind sauste durch meinen Tropenhelm, sonst war tiefe Mittagsstille. Zugleich setzten meine Bedenken plötzlich mit ungehemmter Stärke ein, benn ich war vielleicht nur noch 50 Meter von ihr entfernt, unb Giraffen sind, wie man weiß, sehr schnell. Die im Wagen hatten bereits, wie sich nachher herausstellte, bie blasse Angst um uns, benn von dort aus sah es aus, als ständen wir bereits dicht unter ihr. Aber auch mir schien ber kritische Zeitpunkt nahe. Offenbar hat die Giraffe die Absicht gehabt, in den Dornenakazien zu äsen, mit denen bie Steppe hinter ihr weitläufig bestreut war. Mit solcherlei Gebanken in ihrem Hirn hatte sie das brummende Kriechtier, das mit einer gewaltigen Staubwolke hinter sich bie Steppe entlangfegte, gar nicht weiter beachtenswert gefunben. Erst als unsere weißen Helme sich unter bem Verdeck herauslösten, hatte sie sich alarmiert gefühlt, und ba ich nahe gnug war, konnte ich sehen, baß sie nicht nur mit ben Augen äugte, sonbern auch mit ben Ohren, ben Nüstern unb mit jebem Fleck ihres herrlich gelb unb braun gezeichneten Fells. Nie zuvor habe ich mich so gesammelt angesehen gefühlt, unb ber unbehagliche -Gedanke kam mir, baß ein Schlag ihrer Vorderläufe reichlich genügen würde, um mich zu erledigen. Denn bie Decke bes Tieres, bie abgezogene Haut allein wiegt, wie mir ein erfahrener Säger erzählt hatte, bereits 200 Kilo. Kurzum, ich überlegte mir, ob sie vielleicht bvch annehmen würde. Ich erinnerte mich zwar, gelesen zu haben, daß Giraffen das nie tun. Ader was lieft man nicht alles? Früher las man auch, Löwen konnten keine Bäume erklettern, und bann war es eines Tages gar nicht wahr. Was ich tun würde, wenn es ihr etwa einfallen sollte, die Mode angriffsweisen Vorgehens bei ben Giraffen einzuführen, stand keineswegs fest. Aber um so sicherer war ich, baß mir im gegebenen Zeitpunkt schon etwas einfallen würbe, um mich in Sicherheit zu bringen. So schritt ich einfach ganz frech weiter los, bis ich eine Berührung an meiner Schulter spürte. Die Dame mit ihrem kleinen Kinofilm-Format konnte nun nicht weiter heran, wollte sie bas Tier noch ganz auf bas Bild bringen. „Also los", flüsterte ich, eisern ruhig und doch zitternd vor Freude und unbändiger Jagdlust. Und die Verschlüsse knackten leis. Einmal, zweimal, während wir versuchten, langsam im Kreise um bas Tier herumzukommen. Aber dem wurde es nun endgültig zu Dumm. Es setzte an: ein paar Sprünge in diesem sonderbar wiegenden Giraffengalopp,--Gott sei Dank in ber Richtung quer von uns weg. Sie bog auch nicht gegen uns um, sondern verhielt unb äugte abermals. Wir näherten uns von neuem, worauf sie gemütlich etwa um die Doppelte Strecke davontrollte, sehr gemächlich, und bann stehen blieb, wie im Hohn auf unsere Langsamkeit. Dies, Aeugen und Davontrollen, wiederholte sich drei- oder viermal. Dann gaben mir es auf und drehten ab. Außerdem hupte in ber Ferne der Wagen. Die dort wollten weiterfahren. Ich winkte hinüber: jawohl, wir kommen gleich. Meine Begleiterin, die ich ganz vergessen hatte, stand mit hochrotem Kopf mitten in ber Steppe und drehte an ihrer Leica herum mit einem Ausdruck von Zärtlichkeit, als wolle sie zu ihr sagen: So was Feines wirft du in deinem ganzen Leben nicht wieder vor deinen Schlitzverfchluß bekommen. Ich verspürte nur den brennenden Wunsch, dem Tier ben ganzen Tag folgen zu können, lediglich, um in seiner Nähe zu sein. Ich hatte dasselbe'Gefühl wie Damals, als ich zum ersten Male vor Dem Eiffelturm stand. Dann drehte ich mich noch einmal um. Die Giraffe blieb äugend bei einer Der Gruppen von Dornakazien stehen und schweifwedelte heftig, im berechtigten Selbstgefühl des Siegers. Dann schien ihr ein kleiner Imbiß rötlich. Sie steckte Den Kopf in Das Geäst. Mit wählerischer Greiflippe und feinschmeckerisch, sozusagen vor Behagen schmatzend, schien sie Das Aroma Der Dornen zu probieren wie mir einen Artischockenboden oder einen Riesling Spätlese aus Der besten Lage am Rhein. So stand sie ba, eindrucksvoll und grotesk, und doch königlich, von etroas komischer Einfalt unb doch weise von der Weisheit vergangener Erdepochen, aus denen sie stammt und aus denen diese ganze Steppe hier überdauerte. — Welch ein frevler'ischer Wahnsinn, welche Unmöglichkeit, so ein Tier zu erschießen! die mit Segeltuch bedeckten Klippfischhaufen, das zackige Vorgebirge, bas bie Hafenbucht beschützte, bie „Berlin' nut ihren weißen Aufbauten unb gelben Schornsteinen, Die Felseninseln Bjarnar Ey unb Elliba Ey braußen in Der grau überschimmerten See, Die nördliche See wurde sichtbar, weithin, und dann, während über mir schon wieder, von Süden sich heraufhebend, ein pechschwarzer Regenwust hing unb ber Sturm mich dicht an ben Boben zwang, die gewaltigen Gletscher von Jslanb, die eisigen Schübe, bie in flachen Wölbungen oben auf ben flachen Gipfeln der Gebirge lagen. Sie leuchteten, als bie Wolken sie freigaben, gleichsam von innen heraus, sie leuchteten weißer unb heller als alles sonst auf der Welt, sie waren wie zusammengedrücktes Licht, unirdisch in ihrer gleichmäßigen Helligkeit und Transparenz, sie waren wie verdoppeltes, wie verdreifachtes Licht. Wenn ich nicht gewußt hätte, um was es sich handelte, wäre ich nie auf ben Gebanken gekommen, daß dies Gletscher sein sollten. Unten deutete sich mit blauen und grauen Nebelstrichen bie Küste an, unb darüber schwebte Das leuchtende Eis, schwerelos. Es war ungeheuerlich. Don hinten und von der Seite schüttete sich wieder Regen über mich. Ein bräunlicher Schleier wehte in großem Bogen, faltenroerfenb unb am Rande flatternb, vor Die Ferne. Aber ber Gletscher- glonz schimmerte noch immer hinburch. Links ber Eyjafjalla Jokull unb rechts ber Myrbals Jökull. Ich sah hinüber unb buchte an bie norwegischen Männer, Die Jslanb entdeckt hatten. Was waren wir doch für armselige Menschenkinder! Da ging man zu Hause umher und betrieb sein Geschäft und saß im Theater und kam sich wunder wie vor, und hier aab es jahraus, jahrein so etwas Wogendes und Allmächtiges. Nichts waren wir im Grunde, nichts! Der bräunliche Schleier wurde dichter und dichter, und nun war es kein Schleier mehr sondern Gewölk, graues, violettes und wieder graues, das wie Rauch dahintrieb und die letzte Spur von Island auslöschte. Nun war es auch höchste Zeit, mich wieder an den Abstieg zu machen, wenn ich das Schiff noch erreichen wollte. Ich tappte mit quergestellten Füken voran, rutschte aus und fuhr auf dem losen Aschen» geroll ein Stück in die Tiefe. Regenböen klatschten auf mich nieder, der Sturm blies mich vorwärts und unterm Rutschen und Schwanken und Marschieren schwur ich mir zu, daß ich nach Island hinein müßte, tief ins Innere bis zu bem Licht betf . Gletscher. Wirtschaftskrieg im Pazifik 23on unterem or.sSerichterttatter (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Singapur, Ende Januar 1937. Die „Bürde des weißen Mannes" lastet schwer auf den Schultern der Handvoll Engländer, die den Handelsverkehr zwischen dem Stillen und Indischen Ozean kontrollieren und die Geschicke der asiatischen Groß- und Weltstadt bestimmen, zu der sich binnen kaum hundert Jahren ein ehemaliges Fischerdorf nur dank britischer imperialer Führungskunst entwickeln konnte. Man mag sich tagsüber an geschäftlichen Erfolgen berauschen, nachher in lärmenden Vergnügungen Betäubung suchen; das Gefühl wachsenden inneren Unbefriedigt s e i n s wird kein besonnener Engländer in Singapur mehr los. Die Stadt reckt sich und streckt sich, der Weltmarkt braucht wieder in wachsenden Mengen alles, was auf der malayischen Halbinsel einer tropischen Natur fabrikmäßig abgewonnen oder aus unerschöpflich scheinenden unterirdischen Hilfsquellen zutage gefördert wird; die Gummikönige im besonderen können wieder märchenhafte Gewinne einheimsen, während zugleich alle Bevölkerungsschichten bis zu den Kulis ihr Einkommen steigen sehen; unaufhaltsam wächst die Zahl der Schiffe, die an kilomterlangen Kais löschen und laden, während unübersehbare Scharen ma- layischer Praus, chinesischer Dschunken und arabischer Dhaus die Unverwüstlichkeit mittelalterlicher Formen im fernöstlichen Seeverkehr bezeugen. Und nun ist durch den beschleunigten Ausbau Singapurs als Krieshafen auch alles nachgeholt worden, was zur Sicherung der britischen Herrschaft im Jndiameer versäumt schien. Die Machtousstrahlungen des ausgebauten Flottenstützpunktes sollen ausreichen, nicht nur das Jndiameer vor einem Einbrecher zu schützen, sondern auch alle denkbaren Gefahren abzuwenden, die den Hafen von Hongkong, die Oelquellen auf Borneo, die Goldminen auf N e u - G u i n e ä, den Erdteil A u st r a l i e n und die Insel Neuseeland, nicht minder den niederländisch-indischen Kolonialbesitz bedrohen könnten. Die Manöver sollten die Unangreifbarkeit der Doppelflankenstellung, über die England am Indischen und Großen Ozean verfügt, unter Beweis stellen. Daß unter möglicher Gegnerschaft nur die japanische gemeint ist, braucht nicht betont zu werden. Aber in der Richtung auf Tokio zeigt sich zur Zeit am diplomatischen Himmel kein Wölkchen. Niemals war in der japanischen Presse mehr von einer dauerhaften neuen Verständigung mit England die Rede als gegenwärtig. Auch von London her werden hoffnungsvolle Stimmen über eine Entspannung im Fernen Osten laut, nachdem sich die Furcht vor japanisch-deutschen Geheimabmachungen als unbegründet herausstellte. Wie erklärt sich da die Unsicherheit, die das britische Wesen im indopazifischen Raume verrät? Es handelt sich in Wirklichkeit um ein schwindendes Vertrauen auf die innere F e st i g k e i t des eigenen Herrschaftsgebäudes. Der britische Imperialismus ist im indopazifischen Raume hoffnungslos teurer als der japanische, und dieses liebel wird durch jeden neuen Rüstungsaufwand verschlimmert. Man sucht Indien gut zuzureden, seinen lächerlich niedrigen Beitrag für das Rüstungswerk in Singapur zu erhöhen, da seine Sicherheit davon heute mehr abhänge, als von der Wacht am Khyberpaß. Indien hat dafür nur taube Ohren. Der indische Bauer ist, nicht zuletzt infolge der Kostspieligkeit britischer Verwaltung, bettelarm. Er war schlecht ernährt, ging barfuß und war zu dürftig gekleidet, um bei schlechter Witterung gegen Erkältung geschützt zu sein. Da kamen Schuhe, Hemden und Unterjacken aus Japan auf den Markt, deren Preise niedrig genug waren, um selbst für die unteren Schichten der indischen Bevölkerung erschwinglich zu sein. Das sprach sich herum, und die herkömmliche Ehrfurcht vor dem britischen Sahib geriet dabei von selbst ins Wanken. Die billigen Waren kommen auf japanische Schiffen, die indische Rohstoffe als Rückfracht mitnehmen. Schon besorgen japanische Schiffahrtslinien vier Fünftel des Warenverkehrs zwischen Bombay und Japan. Dieser Vorgang wiederholt sich in anderen britischen Einflußsphären im indopazifischen Raume. Je mehr England sich gegen japanischen Wettbewerb innerhalb seiner unmittelbaren Herrschaftsgebiete zu schützen sucht, desto rascher wird es auf allen Märkten verdrängt, wo der politische Einfluß Japans überwiegt. Das schlimmste ist, daß England, und nach seinem Beispiel alle abendländischen Großmächte, innerhalb des indopazifischen Raums einseitig die massenhafte Erzeugung von Rohstoffen förderten. Eine sogenannte „Politik der offenen Tür" gab dabei einheimische Gewerbe schonungslosem Wettbewerb mit den wohlfeilen Erzeugnissen westländischer industrieller Massenwarenerzeugung preis, was sie größtenteils erbarmungslos zugrunde richtete. Es entstand dadurch eine Zwangsnachfrage nach allem, was außer Nahrung und Wohnung zum notwendigsten Unterhalt gehörte, die nur durch Einfuhr fremder Erzeugnisse gedeckt werden konnte. Das führte im Laufe von Jahrzehnten zu völliger Auszehrung des Wohlstandes fast aller asiatischen Randländer des Indischen und Pazifischen Ozeans. Was Wunder, daß der konkurrenzlos billig arbeitende moderne japanische Industrialismus von seinen günstigeren Standorten aus auf asiatischen Märkten sich spielend leicht Monopol ft ellun- g e n erobern konnte, zumal ihm nach Ausbruch der Weltwirtschaftskrise die Rohstoffüberschüsse abendländischer Kolonial- oder Halb-Kolonialländer zu Spottpreisen zur Verfügung standen. Was kann England dagegen tun? Es lag am nächsten, die japanische Einfuhr in seinen unmittelbaren und mittelbaren Herrschaftsgebieten möglichst zu drosseln. Man ließ Kanada einen Handelskrieg mit Japan führen, den es glattweg verlor, weil sich herausstellte, daß die Wirtschaftsbelebung in dem Dominion schon von dem stetig steigenden Absatz westkanadischer Boden- und Bergbauerzeugnisse auf den durch den japanischen Wirtschaftsimperialismus im Fernen Osten erschlossenen Märkten zu sehr abhängig geworden war. Günstiger schnitt Australien mit seinen Kampfmaßnahmen ab, weil sich Japan nicht rechtzeitig genügend Ersatzquellen für australische Wolle zu sichern vermochte. Der australische Sieg war aber, wenn es ein Sieg war, ein Pyrrhussieg. Australien setzt auf den Märkten des japanischen Imperiums vier- bis fünfmal mehr ab, als Japan auf dem australischen Markt. Mit der Zeit muß sich daraus eine hoffnungslose handelspolitische Unterlegenheit Australiens entwickeln. Die Frage ist nun, ob sich England hinter seiner unheimlich verstärkten Flankenstellung in Singapur eine planmäßige Verdrängung japanischen Wettbewerbs an den asiatischen Gestaden des Indischen Ozeans, in seinen afrikanischen Besitzungen und im Nahen Osten zu leisten vermag. Was in dieser Richtung schon unternommen wurde, forderte Japan dazu heraus, in Nordchina einen Schmuggel großen Stils zu organisieren. Gegen die moralische Entrüstung auf britischer Seite wehrt es sich mit handelsgeschichtlichen Erinnerungen, wie solche an die Zeiten der englischen Opiumkriege, vor allem aber durch großzügige Angebote seiner Mitwirkung an einer völligen Neuorganisation der gesamten Weltwirtschaft nach den Grundsätzen unbedingten freien Handels und freier Aus- und Einwanderung. „Nichts", erklärte Hirota im Januar vor dem japanischen Reichstage, „kann den Weltfrieden so sehr fördern wie freie Bewegung von Menschen und Gütern auf der ganzen Erde." Während sich Japan tatsächlich hinter neueroberten Monopolstellungen ebenso verschanzt, wie England hinter überkommenen alten, entfaltet es dasselbe freihändlerische Banner, unter dem das Angel- sachsentum sich die Herrschaft über die Meere und die besten Teile der Kontinente sicherte. Es braucht außerhalb Ostosiens weder britische noch amerikanische Belange machtpolitisch zu bedrohen, weil es Überall anderwärts mit wirtschaftlichen und geistigen Waffen auskommt. England ist nicht wohl dabei zumute, indem es im indopazifischen Raume seine wirtschaftliche und moralische Schwäche hinter schimmernder Wehr zu verbergen sucht. Es fürchtet sich vor dem eigenen Schicksal, das es zwinat, die freiheitlichen, Welterlösung verheißenden Losungen, unter denen es in der Vergangenheit auf dem ganzen Erdball moralische Eroberungen zu machen verstand, die es möglich machten, mit unglaublich geringem Kraftaufwand ein riesiges Imperium zusammenzuhalten, in dem Augenblick zu verleugnen, wo es sein gelehriger ostasiatischer Schüler beim Wort zu nehmen sucht. Das erklärt das große, Gewissenruhe und Schlaf raubende Unbehagen, das man in den Mienen britischer Kulturpioniere und Trägern der „Bürde des weißen Mannes" nirgends deutlicher zu lesen vermag, als hier an der Schwelle zum „Meer der Entscheidungen", unter unmittelbarem Schutz des jüngsten und stolzesten Bollwerks des britischen Imperiums. Oer Arbeitsdienst als irtschastsfaktor 200 000 junge Deutsche werden zweimal im Jahre, am 1. April und am 1. Oktober, zum Reichsarbeitsdienst eingezogen, um in dieser Friedensarmee mit dem Spaten für Deutschland zu arbeiten und mit ihren Kräften zur Sicherstellung der Ernährung des Volkes aus eigener Scholle beizutragen. Große Aufgaben sind dem Reichsarbeitsdienst auch gerade im Rahmen des zweiten Vierjahresplanes gestellt, gilt es doch, gerade die Einfuhr von Lebensmitteln aus dem Auslande noch mehr herabzusetzen als es bislang der Fall war. Dies alles bringt es mit sich, daß die Mannschaftsstärke des Reichsarbeitsdienstes eine erhebliche Erhöhung ersährt, sie wird schon am 1. April dieses Jahres 230 000 Mann betragen und im Jahre 1939 eine Stärke von 300 000 Mann erreicht haben. Daß bei einer so großen Organisation alle Fragen der Wirtschaft eine besonders wichtige Rolle spielen, liegt auf der Hand. Wenn jeder Arbeitsmann bei seinem Einrücken Tuchröcke, Tuchhosen, Tuchmäntel und Wäsche bekommt, alles Dinge, die naturgemäß im Laufe der Zeit einer Abnutzung unterliegen, dann leuchtet es jedem ein, daß die gesamte Bekleidungsindustrie durch den Reichsarbeitsdienst einen Auftrieb erhalten hat, der keinesfalls unterschätzt werden darf. Jahr um Jahr beläuft sich die Meterlänge der Tuch-, Futterstoff- und Drillichsbeschaffungen auf mehrere tausend Kilometer, Jahr um Jahr finden regelmäßig mehrere tausend Volksgenossen Arbeit, denen nichts anderes obliegt, als für die Bekleidung des Reichsarbeitsdienstes Sorge zu tragen. Von nicht minder wichtiger Bedeutung ist die Beschaffung der V e r p f l e g u n a, die fast ausnahmslos durch die einzelnen Abteilungen direkt erfolgt, weil es vor allem das Bestreben des Reichsarbeitsdienstes ist, den örtlichen Geschäften Aufträge zukommen zu lassen. Es muß besonders anerkannt werden, wie schnell und mit welcher Sparsamkeit und Sorgfalt sich die Führer des Reichsarbeitsdienstes dieses so überaus wichtigen Beschaffungsgebietes angenommen haben. Und wenn bei jedem Jahrgang von Arbeitsmännern, der das Lager verläßt, erneut die Feststellung getroffen wird, daß die jungen Menschen in diesen sechs Monaten eine zum Teil recht erhebliche Gewichtszunahme verzeichnen konnten, so ist dies der beste Beweis für die Qualität und die Quantität des Essens, welches in den Lagern verabfolgt wird. Welche Mengen an Lebensmitteln täglich und jährlich durch die erfreulich gesunden Mägen von rund 200 000 Arbeitsmännern gehen, sollen nachfolgende Zahlen erläutern: 1. Pro Mann, pro Tag 0,75 kg Roggenbrot, das find jährlich 54 750 000 kg = 3650 Waggons ä 15 Tonnen mit einer Gesamtlänge von 29 km. Um 54 000 kg Brot herzustellen, werden 36 410 000 kg Mehl gebraucht. 2. Pro Mann, pro Tag 1 kg Kartoffeln, das sind 73 000 000 kg jährlich = 4867 Waggons ä 15 Tonnen mit einer Gesamtlänge von 39 km. In 2-Zentner-Säcken zu 70 cm Durchmesser aneinandergestellt = 511 km. 3. Pro Mann, pro Tag 100 g Fleisch, das sind jährlich 7 300 000 kg = 486 Waggons ä 15 Tonnen. 4. Pro Mann, pro Tag 40 g Butter bzw. Margarine oder Fett, das sind jährlich 2 900 000 kg = 195 Waggons ä 15 Tonnen. 5. Pro Mann, pro Tag 20 g Kaffee-Ersatz, das sind jährlich 1 460 000 kg = 97 Waggons ä 15 Tonnen. 6. Pro Mann, pro Tag 57 g Wurst, das sind jährlich 4 161 000 kg - 277 Waggons ä 15 Tonnen. 7. Pro Mann, pro Tag 35 g S e e f i f ch , das sind jährlich 2 555 000 kg = 170 Waggons ä 15 Tonnen. 8. Pro Mann, pro Tag 30gMarmelade, das sind jährlich 2 190 000 kg = 146 Waggons ä 15 Tonnen. Für die Verpflegung werden jährlich rund 60 Millionen Mark aus dem Haushalt des Reichsarbeitsdienstes der Lebensmittelwirtschaft zugeführt. Eine wichtige Rolle spielen weiterhin, alles vom Standpunkt der Förderung der Wirtschaft aus betrachtet, die Unterkünfte. Die Abteilungen des Reichsarbeitsdienstes bleiben nicht immer an demselben Standort, weil naturgemäß jedes Arbeitsprojekt, das eine Abteilung zu erfüllen hat, nach mehr ober minder langer Zeit zu Ende geführt ist. Es würde sich deshalb nicht überall lohnen, eine feste Unterkunft, die dann nicht mehr verwandt werden könnte, zu errichten. Aus diesem Grunde ist man bereits im Jahre 1933 daran gegangen, Baracken zu errichten, welche an jedem anderen Platz neu ausgestellt werden können. Jetzt sind viele Abteilungen sogenannte Reichsbarackenlager, d. h. Lager, die, wenn das betreffende Arbeitsvorhaben ausgeführt worden ist, ohne Schwierigkeiten an jeder anderen Stelle neu aufgebaut werden können. So sind der Holzbauwirtschaft Aufträge zugeflossen, die in viele Millionen gehen und Tausenden von Arbeitern eine Existenz gaben. Von besonders wichtigen Beschaffungen müssen noch neben den Betten, Spinden sowie den zahllosen Geräten für die Arbeit selbst, für den Küchen- betrieb, Heildienst usw. die Anschaffungen an Kraftwagen und Zubehör erwähnt werden. Die besonderen Aufgaben des Reichsarbeits- dienstes bringen es mit sich, daß er in bezug auf die Notwendigkeit der Ausstattung mit Kraftfahrzeugen mit kaum einer anderen Organisation, geschweige denn Behörde, verglichen werden kann. Der Führer eines Arbeitsgaues fyat im Durchschnitt 6000 bis 8000 Arbeitsmänner zu betreuen, die sich auf mindestens 35 bis 50 Lager verteilen. Diese Lager liegen oft meilenweit auseinander und fast immer (denn darin liegt ja eine der großen Aufgaben des Arbeitsdienstes) in unwegsamem Gelände. Daß also eine Arbeitsbauleitung und Gruppenführung über eine Anzahl möglichst geländegängiger Personenkraftwagen und eine Gauleitung auch über einige Lastkraftwagen verfügen muß, ist selbstverständlich. Der Reichsarbeitsdienst braucht seine Kraftwagen nicht zur „Repräsentation", sondern aus harten Arbeits- und Führungsnotwendigkeiten heraus. Diese kurzen Darlegungen werden gezeigt haben, daß der Reichsarbeitsdienst auch als Wirtschaftsfaktor eine recht erhebliche Rolle spielt und Jahr um Jahr Tausenden von Volksgenossen Arbeit gibt. Immer jedoch müssen wir daran denken, daß das Geld, das der Reichsarbeitsdienst ausgibt, darüber hinaus die Wege ebnet für die großen Landeskulturarbeiten, durch die bis jetzt bereits ein Mehrertrag des deutschen Bodens geschaffen worden ist, welcher der Vergrößerung des deutschen Raumes um eine Fläche entspricht, die um etwa ein Viertel größer als das Saarland ist. Segensreiche Tätigkeit des AG - Hiissvereins. NSG. Am 5. März 1937 fand im Adolf-Hitler- hause zu Frankfurt a. M. unter dem Vorsitz des Gauleiters die Jahresversammlung des Nationalsozialistischen Hilfsvereins Hessen-Nassau statt. Der stellvertretende Vorsitzende Gauamtsleiter A v i e n y berichtete über die erfreuliche Entwicklung dieses Werkes, das durch kameradschaftliches Zusammenstehen eine Haftungsgemeinschaft geschaffen hat, die durch Uebernahme von Bürgschaften die Möglichkeit gab, normalen Bank- und Sparkassenkredit in Anspruch zu nehmen. Am 19. November 1934 wurde der Verein von 10 Parteigenossen gegründet. Ende 1936 zählte er 730 Mitglieder: Organisationen der NSDAP., Gemeinden, Banken, Sparkassen, private Unter« nehmen und Einzelpersonen aus fast allen Kreisen des Gaues. Mit ihrer Hilfe konnten bis Ende 1936 in 3 21 Fällen Bürgschaften gegenüber 45 Kreditinstituten übernommen werden. Bis zu dem gleichen Zeitpunkt war hiervon nahezu die Hälfte der in Anspruch genommenen Kredite bereits wieder zurückgezahlt, ein Zeichen für die Sorgfalt, mit der der Verein arbeitet und für die Zuverlässigkeit, mit der die Parteigenossen, die Kredit bekommen haben, sich um die Rückzahlung ihrer Verpflichtungen bemüht haben. Der Durchschnittsbetrag eines garantierten Kredites liegt um 500 Mark. Dies entspricht den gegebenen Richtlinien, wonach einer möglichst großen Zahl von Parteigenossen geholfen werden soll. Beimischung Maisbackmehl zum Weizenmehl. B e r l in , 5. März. (DNB.) Im Interesse der netwendigen Vorratshaltung an Brotgetreide hat die Hauptoereinigung der deutschen Getreidewirtschaft angeordnet, daß bei der Herstellung von Brot und Backwaren 7 v. H. Mais- backmehl dern Weizenmehl beigemischt werden. Das Maisbackmehl wird den Bäckern zu dem gleichen Preis zur Verfügung gestellt, wie das Roggenmehl der Type 997. Die Beimischung ist ab 15 März Pflicht. Probevermahlungen und Backversuche haben ergeben, daß durch die Beimischung von Maismehl zu Weizenmehl die Güte des Brotes und der Backwaren in keiner Weise beeinträchtigt wird, selbst dann nicht, wenn 10 v. H. Maismehl beigemischt werden. Die angeordnete Beimischung beträgt aber nur 7 v. H. Vor dem Kriege wurden in Deutschland in erheblichem Umfange freiwillig und gern Backwaren verbraucht, die viel Maismehl enthielten. Urquell Randglossen zur kleinen Zeitgeschichte Von Ernst von Niebelschüh. An die Wahrheit des alten Sprichwortes, wonach „Ehen im Himmel geschloffen" werden, scheint man in dem „sachlichen" Amerika nicht mehr recht glauben zu wollen, was in dem klassischen Lande der Scheidung ja auch begreiflich ist. Anstatt also dem Himmel für ein immerhin zweifelhaftes Unternehmen die Verantwortung aufzubürden, bekennt man sich jetzt in einigen amerikanischen Großstädten zu dem Grundsatz: Ehen werden im Heiratsvermittlungs-Automaten geschlossen! Das ist einer jener vertrauenerweckenden Kurbelapparate, die man auch bei uns kennt, nur daß er dir nicht Streichhölzer und Schokolade, sondern die ersehnte Lebensgefährtin liefert. Sobald du einen Dollar in den Schlitz geworfen hast, wird nämlich unter einer Glasscheibe ein Filmstreifen in Tätigkeit gesetzt, der an deinen entzückten Augen eine ganze Serie holder Frauengestalten vorüberziehen läßt. Hast du die Passende' gefunden, drückst du auf den Stop-Knopf, woraus der Automat dir einen Brief aushändigt, der neben der Photographie deiner Angebeteten alles sonst Wissenswerte über sie enthält: Alter, Haarfarbe, Gemütseigenschaften, Größe und selbstverständlich auch die Höhe der Mitgift. So findet sich, was nach dem Ratschluß des Automaten zusammengehört, ohne die leicht trügende Stimme des Herzens umständlich befragen zu müssen. Denn auch deine zukünftige Gattin ist nicht sentimental; gegen Hinterlegung von fünf Dollar hat sie ihr Heiratsangebot dem geheimnisvollen Schicksalsapparat anvertraut und wartet auf dich mit du auf sie. Es fehlt nur noch der lyrische Dichter, der diese zeitgemäße Methode der Seelenverbindung in entsprechender Form besingt. Da es noch immer einige unbelehrbare Ideologen gibt, die in der sowjetrussischen Erziehungsweise, die daraus hinausläuft, Menschen in gut funktionierende Maschinen zu verwandeln, so etwas wie ein erstrebenswertes Ziel der Entwicklung erblicken, wird man gut tun, den Tagebuchaufzeichnungen einer emigrierten Russin, Alja Rach- manooa, Aufmerksamkeit zu schenken. Wir meinen, daß diese ehemalige Studentin sehr klar erkannt hat, wohin die im heutigen Rußland mit Hochdruck betriebene Mechanisierung lebendiger Kräfte notwendig führen muß. Sie schreibt: „Politik, Technik und Medizin, das sind die einzigen Wissensgebiete, die übrig bleiben werden. In fünfzig Jahren wird der Russe der unkultivierteste Mensch sein der auf der Erde eriftiert: er wird hinter dem Australneger rangieren. Der Russe mirh — angenommen, daß sich die Träume der Bolschewiken erfüllen — vielleicht die größten Kraftwerke, die schnellsten Eisenbahnen und die meisten Aeroplane haben, aber er wird ein Tier sein. Das hundertprozentig durchtechnisierte Tier, das ist das Ideal, das denen vorschwebt, die jeßt den russischen Menschen formen, indem sie das Menschliche in ihm vernichten". ♦ Es scheint, als ob der moderne Mensch in dem aufreibenden Kampf um die Sicherung seiner Existenz nur noch die Wahl zwischen äußerster Arbeitsüberlastung und tödlicher Langeweile habe. Das Verhältnis von Arbeit und Muße, dieser beiden Pole, die sich normalerweise ergänzen und in periodischem Rhythmus ablösen sollten, wie das Ein- und Ausatmen in einem aefunben Organismus — es hat seine produktive Spannung verloren. Der Arbeit fehlt gemeinhin das ruhespendende, der Ruhe das zu neuer Tätigkeit anregende Moment. So taumelt man willenlos von einem Ertrem in das andere und fühlt sich in beiden Zuständen unbefriedigt. Jedenfalls ist dies die drohende Gefahr, womit keineswegs gesagt sein soll, daß es nun überall so fein müsse und daß es nicht Mittel gäbe, dem Unheil zu steuern. „Kraft durch Freude" ist sicher solch ein Mittel und wird mit zunehmender Erfahrung immer mehr dazu beitragen, jenen vernünftigen Gleichge - wichtszustand herzustellen, ohne den eine Zivilisation, die von jedem einzelnen Höchstleistungen fordert, sich selbst zerstören würde. In Amerika ist man offenbar noch nicht so weit; dort stehen die beiden Faktoren, Tätigkeit und Muße, die sich zur Harmonisierung des Lebensprozeßes zusammenfinden sollten, noch unversöhnt nebeneinander So ist kürzlich in Boston ein Sanatorium gegründet worden, dessen Hausordnung die Patienten zu absoluter Untätigkeit verpflichtet. Niemand darf auch nur einen Finger rühren; alles, auch die Korrespondenz mit den Angehörigen, wird den Eeholungsbedürf- Ligen abgenommen und von fremder Hand erledigt. Sogar Besuche sind unerwünscht in diesem Sanatorium, das sich nicht ohne Stolz das „Haus der Faulheit" nennt. Man sucht hier also ganz radikal den Teufel durch Beelzebub, d. h. das Ueber- maß von Arbeit durch ein Uebermaß von Langeweile auszutreiben, anscheinend doch in dem Glauben, damit besondere Kurerfolge zu erzielen. Man wird sich irren. Die aus dem Hause der Faulheit als „gesund" Entlassenen werden binnen kurzem wiederkommen, falls sie nicht von selbst zur Einsicht gelanaen, daß nicht der plötzliche Wechsel von Mrbeit und lähmender Langeweile, sondern ein richtiger Ausgleich von Arbeit und gehaltvoller Ruhe die wirkliche Genesung bringt. ♦ Der italienische Buchhandel hat unlängst eine Statistik der mei st gelesenen Bücher veröffentlicht, aus welcher hervorgeht, daß Dantes „Göttliche Komödie" noch immer bei weitem an der Spille stellt. Man versuche sich vorzustellen, was das heißt: ein mittelalterlicher Dichter, dessen Hauptwerk außerhalb Italiens nicht ohne gelehrten Kommentar verständlich ist und als das vielleicht gedankenreichste und schwierigste Buch der Weltliteratur gilt: dieser Dichter wird in seinem Vaterlande noch heute nach sechshundert Jahren allen späteren Schriftstellern vorgezogen! Er wird nicht nur geehrt und geliebt, wie sich das für einen patriotischen Italiener von selbst versteht, er wird sogar gelesen und rezitiert, nicht selten auch in solchen Kreisen der Bevölkerung, in denen man eine literarische „Bildung" nicht zu erwarten gewohnt ist. Aber das ist ja gerade das Wunderbare und Beglückende: zu sehen, daß Dante in seiner Heimat nicht „Literatur" geworden, sondern Leben geblieben ist, daß man sich auf ihn beruft als auf den ewigen Kronzeugen eines Landes, eines Volkes und einer Sprache, von denen man die lieber« zeuaunq hat, daß sie nicht sterben können. Was weiß heute der Durchschnittsitaliener noch von Bonifaz VIII, von Cacciaguida, von Ugolino und den anderen Personen der Commedia! Aber daß dieser Dante Terzinen von bestrickendem Wohlklang qe- dichtet und sich mit diesen Versen in die Herzen der Nation hineingesungen hat, das weiß in Italien jeder Maultiertreiber, und so erklärt sich die ungeheure Verbreitung dieses Gedichtes in einem Volke, das damit dem eigentlichen Schöpfer feiner Sprache huldigt. * Ein englischer Anthropologe hat auf einer zehnjährigen Weltreise, die u. a. den Zweck hatte, die guten alten Sitten und Gebräuche der Volker zu studieren, feststellen können, daß es noch rund eine Million Menschenfresser auf der Erde gibt Er hat sie namentlich im Innern Afrikas angetroffen. Wir buchen diesen Fortschritt der Zivilisation — denn was will eine lumnige Million unter so vielen Nullen auf der weiten Welt bedeuten? — und geben uns ber Hoffnung hin, daß auch diese Restbestände der Roheit demnächst zu höflicheren Umgangsformen übergehen werden, llebrigens scheinen sie schon heute mit sich reden zu lassen, andernfalls es dem britischen Forscher wohl kaum erlaubt gewesen wäre, uns unaufgefressen von seiner Entdeckung Kenntnis zu geben. Gesell^ntvindern und ^esellenou^iaufch Lpd. Die Zeit des Gesellenwanderns naht und es ist gut, wenn sich die jungen Volksgenossen beizeiten damit vertraut machen. Das Deutsche Handwerk in der Deutschen Arbeitsfront ruft seine Junggesellen zum Gesellenwandern bzw. Gesellenaustausch auf. Zugelassen sind: Metallhandwerk (Schmiede, Kraftsahrzeughandwerk), Holzhandwerk (Bau- und Möbeltischler, Küfer, Böttcher, Stellmacher), Nahrungsmittelgewerbe (Backer, Fleischer, Konditoren, Mül- Morgen Kähnen heraus! Es fei noch einmal auf den gestrigen Aufruf des Gauleiters hingewiesen, in dem zum Flaggen am morgigen 7. März anläßlich der Wiederkehr des Tages der Wiederbesehung des Rheinlandes durch unsere Truppen aufgefordert wird. ler), Bekleidungs- und Reinigungshandwerk (Friseure, Friseusen, Schneider, Damenschneiderinnen, Schuhmacher, Putzmacherinnen, Pelznäherinnen), Spezialhandwerk (Graveure, Bandagisten, Orthopädie- und Chirurgie-Mechaniker, Nähmaschinenhandwerker, Photographinnen, Buchdrucker, Buchbinder). Die Wanderschaft beträgt zwei Monate, die Austauschzeit neun Monate. Für das Bau- und Baunebengewerbe gelten besondere Richtlinien. Die Wanderzeit für Bauhandwerker beträgt mindestens zwei, höchstens drei Jahre. Sie sind nicht an das System des Austausches gebunden. Infolgedessen können auch Arbeitslose, die die sonstigen Bedingungen erfüllen, daran teilnehmen. Die Wandergesellen aus dem Bauhandwerk erhalten, vor allem in den Wintermonaten bei vorübergehender Arbeitslosigkeit infolge Witterungsverhältnisse, nach den Anweisungen der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung an dem Ort der letzten Beschäftigung die übliche Arbeitslosenunterstützung. Nach Möglichkeit sollen sie die einheitliche Wanderkleidung tragen, jedoch ist für Zimmerer und Maurer die bisher bestehende Berufstracht auch auf der Wanderschaft gestattet. Näheres ist bei der Deutschen Arbeitsfront, Gauwaltung Hessen- Nassau, Abteilung Gesellenwandern und Austausch, Frankfurt a. M., Bürgerstraße 69/77, zu erfragen. Mithilfe bei Arierforschun«. EPNH. Immer wieder machen die mit der Bearbeitung der Nachweise für die arische Abstammung der Volksgenossen befaßten Stellen: Standesämter, Kirchenbuchführer, Archive usw. die Erfahrung, daß die Antragsteller es an Genauigkeit bei der Einreichung von Unterlagen für die weiteren Feststellungen fehlen lassen. Vielfach können die Antragsteller selbst durch Ergänzung des Materials viel zu einer Beschleunigung der Nachforschung beitragen. Vermutlich machen sich viele oft ein unrichtiges Bild über die Schwierigkeiten, die mit der Kirchenbuchforschung verbunden sind, und vermögen den Wert möglichst vollständiger Angaben nicht recht einzusehen. Manchmal ist es auch eine gewisse Bequemlichkeit, sich durch vorherige Beschaffung aller erreichbaren Daten die Unterlagen in größerer Vollständigkeit selbst zu besorgen. Lieber versucht man es zunächst einmal bei den Kirchenbuchführern durch einige allgemeine Hinweise. An die Antragsteller kann daher immer wieder nur die Bitte gerichtet werden, sich durch Feststellungen im Familienkreis, aus alten Familienpapieren, Notizen in den Familienbibeln usw. die Daten, welche Anhaltspunkte bieten, für weitere Forschungen so vollständig wie nur irgend möglich selbst zu beschaffen. Dadurch bleiben Rückfragen und Ungeduld erspart, wenn m. k sehr lange auf die Erfüllung des gestellten Antrags warten muß. Bei möglichst vollständigen Unterlagen aber wird der Kirchenbuchführer auf Grund der vorhandenen Register aus den Kirchenbüchern, oder einer Kartei leicht die gewünschten Daten feststellen können. Sonst ist ein umfangreiches Suchen erforderlich und es entsteht eine besondere Suchgebühr, deren sich der Antragsteller oft entziehen kann, wenn er ausreichende Angaben über seine Vorfahren macht. Oie Bedarfsdeckungsscheine im Möbelhandel. Fwd. Bereits im vorigen Jahr bestimmte der Reichsfinanzminister, daß Handwerkern, die lediglich als Vermittler Empfänger von Ehestandsdarlehen oder Kinderbeihilfen in Fabriken, Auslieferungslägern oder Großhandlungen schleppen, die nicht als Möbeleinzelhändler zur Entgegennahme von Bedarfsdeckungsscheinen zugelassen sind, die Zulassung zur Annahme von Bedarfsdeckungsscheinen rücksichtslos zu entziehen ist. Wie der Reichsfinanzminister der Wirtschaftsgruppe Einzelhandel mitteilt, gilt diese Regelung künftig auch für alle übrigen zur Entgegennahme von Bedarfsdeckungsscheinen zugelassenen Gewerbetreibenden. Um Zweifel auszuschließen, wird darauf hingewiesen, daß Handwerker, die neben der eigenen Herstellung auch Möbeleinzelhandel betreiben, berechtigt sind, gegen Bedarfsdeckungsscheine auch in Fabrikbetrieben oder anderen Handwerksbetrieben hergestellte Möbel zu verkaufen, wenn dies aus dem eigenen Lager oder in den eigenen Geschäftsräumen des Handwerkers geschieht. Fabrikgroßbe- triebe, die keine offenen Verkaufsstellen haben, dürfen als Verkaufsstelle nicht zugelassen werden, wenn sich an ihrem Sitz genügend Schreinereien, sonstige Unternehmen des Handwerks oder Verkaufsstellen des mittelständischen Einzelhandels befinden. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsqutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) 3. G. Sch. in R. Zinsen für die aufgewerteten Beträge aus Spareinlagen wurden seit 1927 gezahlt. Der Zinsfuß hat in dieser Zeit zwischen 3 und 5 v. H. geschwankt. Die Zinsen, die von den Kassen für Kredite berechnet werden, sind stets erheblich höher als diejenigen, die für Spareinlagen gewährt werden. G. B., Gießen. Grundsätzlich ist der Vermieter nicht berechtigt, den Mietpreis beim Mieterwechsel zu erhöhen. Eine Steigerung der Miete ist um deswillen nur in ganz besonderen Fällen statthaft, insbesondere dann, wenn durch wesentliche Verbesserung der Mieträume (Dampfheizung, Badeeinrichtung, Parkett u. dgl.) diese im Werte erheblich gestiegen sind. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstagnach- mittag geschlossen. Nach kurzem, schwerem Leiden verschied im Lazarett in Dresden unser lieber, guter, braver Sohn und Bruder Obergefreiter Karl Klaum im blühenden Alter von 20 Jahren Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Familie Karl Klaum Großen-Linden, Aliendorf (Lahn), Watzenborn-Steinberg, 5. März 1937 Die Beerdigung findet am Sonntag, dem 7. März, nachmittags 3 Uhr in Grofien-Linden statt ___________________________________________________________________________1525 D Genau, schnell,zuverlässig arbeitet JEDE BRILLE MA RN HC der Optiker 7371 a MAUHUu Ihres Vertrauens Gießen,Se tersweg33-Lieferantall.Krankenkassen Geschäftsdrucksachen Rechnungen Briefblätter Briefumschläge Postkarten Geschäftskarten ' bei Brühl, Schulstr. 7 Oeffeniliche Mahnung. Folgende Rückstände werden zur Zahlung bis 15. d. ITC. gemahnt: 1526C 1. Rate Hundesteuer 1937. 1. Rate Bürgersteuer 1937. Nach Ablauf dieser Frist wird die Beitreibung eingeleitet. Gießen, den 5. März 1937. Zohamieskirche Volksmission aüenOs 8 Hör: Plattet fjeinemann Samstag, 8 Uhr: 1537V „Oer deutsche Michael" Stadtkasse Gießen. Oie letzte Holzversteigerung der Fürstlichen Oberförsterei Lich. Wonlag, 8. März, werden in der Hard, Franken- wiese und Wehrholz versteigert: rm Scheitholz: Buche 95, Eiche 10; Knüppel: Buche 60, Eiche 25, Erle 20; Stockholz: Buche 37; Knüppelreifer: Eiche usw. 30; Dellen Reisholz: Buche 4200, Eiche 700, Erle 800, dabei die besten Forstwellen des Jahres; ferner einige Stämme (Buche, Eiche, Lärche) und Fichten- Derbftangen. 1293D Zusammenkunft: 10 Uhr an der „Guckerte", ver- steinter Abfuhrweg am Ortsausaang Lich—Langsdorf. Das Eichen-Brennholz im Wehrholz wird nicht vorgezeigt. Eine Haupt-Stangen-Versteigerung ist noch im Frühjahr geplant._________________________________ Hanhläocn von3 bis 20V. H. erhalten Sie bei wieder- HdulllduuC holten Veröffentlichungen einer Anzeigei Sonntag, 6 Uhr: Schlusigottes- dienst mit Abendmahlsfeier. Kv. (öelümtgemelnöe. Ko. 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X Eckstein, Grünberg. — unter freiem Himmel ihr Wochenbett aufzuschlagen veranlaßte, anstatt im geschützten Kessel eines versteckten Baues, gebe ich mich nachstehenden Vermutungen hin. Man kann den seltenen Fall in Verbindung bringen mit der diesjährigen, außergewöhnlichen nassen Witterung. Vielleicht stand der ausersehene Mutterbau, der doch im allgemeinen überschwemmungssicher angelegt ist bzw. das sonst in Betracht kommende Notquartier unter Wasser, oder mußte etwa Frau Grimbart infolge anderweitiger Besetzung dieser Wohnstätten nach Art einzelner Bodenbrüter aus der gefiederten Welt zur Anlage dieses Aufsehen erregenden Wiegenbettes schreiten? Denn die Mutterbäue sind für die Zahl der vorhandenen Dächse im allgemeinen verhältnismäßig spärlich vorhanden und wohl durchweg uralt. Selten wird mal an einer dieser alten Burgen ein kleiner Flügel angebaut, aber neue Baue, von Notrohren abgesehen, entstehen nicht, so daß ich fast annehme, daß das Dachsgeschlecht die geeigneten — in unserem Basaltgebiet keineswegs häufigen Derb lichkeiten — zur Anlage seiner Wohnungen vollends ausgenutzt hat. Hiernach könnte der krasse Vorgang auf eine gewisse Wohnungsnot zurückgeführt werden. Weit wahrscheinlicher scheint mir aber der Umstand, daß die Dächsin das ihr zusagende und lieb- »tn W\ W - ÜA, li der 1.6 bei lich, » DE noch bE Das »0te6t)e iw Kx 9 ,lf eiE «J (Erbe” Höhere Privatschule ßlehen Wernerwall 15 Oberrealschul-Lehrplan, realgymna- siale und gymnasiale Kurse. Gründliche Vorbereitung für die Reifeprüfung und Obersekundarelfe. Reichsverbandsprüfung durch die Lehrer der Schule. Tägliche, gewissenhaft beaufsicht. Arbeitsstunden. Aufnahme von Schülern und Schülerinnen in alle Klassen (auch Sexta) jederzeit. - Sprech- eßen, ßen vom j. 2). aus n lieber« Tin- und haDrafe ber Äe- agte bie ■5 Wt als Be- a unter« isch nach ;u achten, durch den te Singe« erücksichti« itzdem die worben der Ser« nnen. Es s Gießen zu einet m Uneinoerbüßen n mit den von 150 weil der Der Heber- . erkannte jten davor "er solche» qegen den n Steuer- ericht Ml' zu einer chtMo' iagte halte »uerbetrage ingetlagten bei fen von ie zu den nMbM ) und Gericht er- für ange' Sterilisieren = Einkochen. Jede Hausfrau weiß es zu schätzen, wenn sie im Winter einen Vorrat an Sommerfrüchten hat. Darum heißt es im Sommer tüchtig einkochen. Mit einem guten Einkochapparat und den Gläsern von Häuser wird alles richtig gelingen. J. D. Häuser, Gießen, am Oswaldsgarlen, Fernsprecher 2145/2146. dieser Tage wurde unser zweitältester Einwohner, Kolonialwarenhändler Hch. R e u h l IX., zur letzten Ruhe gebettet. Am 13. Januar hatte er im Kreise seiner Angehörigen und Bekannten seinen 89. Geburtstag gefeiert. Waldgirmes (Kreis Wetzlar), 5. März. In der letzten Nacht wurde ein von auswärts hier zugezogenes E h e p a a r in unliebsamer Weise beim Reh braten gestört. Die beiden hatten vorher das Fell desRehes verbrannt und dadurch viel Gestank verursacht, durch den sie die Nachbarschaft aufmerksam machten. Die sofort benachrichtigte Polizei sand in der Wohnung im Schlafzimmer ein zerstückeltes Reh mit zwei Kitzchen vor, das die Frau angeblich bei einem Spaziergang im Walde in einer Halsschlinge lebend aufgefunden haben wollte. Die Frau hatte es dann mit ihrem Manne abends in einem Sack nach Hause getragen, wo es in den Nachtstunden in die Bratpfanne marschierte. Bei der Vernehmung des Ehemanns und der Zeugenaussage des Försters Schröder aus Atzbach ergab sich, daß der Förster dem Mann vor einigen Wocyen im Walde ein stehendes Messer abgenommen hatte, ferner trat zutage, daß nicht weit von der Fundstelle des Rehes vor einigen Tagen schon zwei Rehe mit durchschnittener Kehle auf- gefunden worden waren. Ferner hatte man im Atzbacher Wald einen Rehbock abgezogen aufge- fanden. Der Mann wurde nach Wetzlar in Haft gebracht. Gastod an der Arbeitsstätte. LPD. Wetzlar, 5. März. An seiner Arbeitsstätte in der Gießerei der Buderusschen Eisenwerke fand man am Donnerstagmittag den Schlosser Wilhelm Klein aus Wetzlar tot auf. Der Mann hatte in einem Meisterzimmer zu tun gehabt und war dort durch aus strömendes Gas bewußtlos geworden und gestorben. Der Gasschlauch mar von der Leitung abgefallen, so daß das Gas unbemerkt ausströmen konnte. Kreis Wetzlar. (D Krofdorf-Gleiberg, 3. März. Der seit Mai vorigen Jahres in unserer Gemeinde von der NSV. eingerichtete Kindergarten im alten Schulgebäude hat in der kurzen Zeit seines Be- steyens seine Bewährungsprobe bestens bestanden. Er hat bereits den Ruf eines Mustergartens, und er ist in der Reichszeitschrift der NSV. in Schotten baut ein Heim für die HI. * Schotten, 5. März. Bei der Verabschiedung des städtischen Voranschlags für 1937 wurde die Einstellung eines größeren Betrages zur Errichtung eines HI.-Heimes beschlossen. Der Bau soll mit möglichster Beschleunigung vorgenommen werden. Landkreis Gießen. CO Klein-Linden, 5 März. Dieser Tage wurde hier der im Alter von 76 Jahren verdorbene, weit über unsere Heimat hinaus bekannte Burgwirt Philipp Jung XV. zu Grabe getragen. Das Musikkorps des Jnf.-Rgts. 116 eröffnete den Trauerzug. Pfarrer König hielt die Grabrede. Kameradschaftsführer Schimmel widmete rm Auftrage des Kriegervereins dem dahingeschiedenen Kameraden, der 42 Jahre lang dem Verein angehörte, einen herzlichen Nachruf. Der Mannergesangverein „Harmonie", der in dem Verstorbenen einen seiner letzten Gründer verlor, sang einige Trauerlieder. Der stellvertretende Vorsitzende des Männergesangverens „Harmonie", Fritz Diehl, würdigte die Verdienste des Heimgegangenen, die er sich während der 50jährigen Zugehörigkeit zum Verein erworben hatte. Herr Jung war nahezu 50 Jahre als Burgwirt tätig. Von alt und jung wurde er „Burgpetter" genannt. <£ Leihgestern, 5. März. Der früher beim Bahnhof Gießen beschäftigte Eisenbahnschaffner i. R. Johannes O t t dahier, kann am Sonntag, 7. März, seinen 7 9. Geburtstag in leidlich guter Gesundheit begehen. 5 Aldach, 5. März. Im Alter von mehr als 86^ Jahren verstarb hier der Förster im Ruhestand Johann Friedrich Zimmer, geboren 1850 zu Villingen. Dor mehr als 60 Jahren kam er als junger Mensch nach Alb ach; er war zunächst als Bergmann in dem damals hier in Betrieb befindlichen Bergwerk tätig. Nach seiner Eheschließung wurde er Gemeindeflurschütz und später Gemeindeförster, zuletzt vom Staate übernommen al? Forstwatt. In hohem Alter trat er 1922 in den Ruhestand. Leider war der Lebensabend des alten Försters durch den Tod feiner Tochter getrübt. Am Grade würdigte Bürgermeister Lenz seine Verdienste und Treue, ebenso der Vertreter des Forst- amtes Schiffenberg, Forstafsessor v. Gall, unter Kranzniederlegung. Pfarerr Döll (Steinbach) batte in seiner Ansprache den Verstorbenen als treuen Christ und Ahnherrn seiner Familie gewürdigt. nsf. Albach, 5. März. Einen sehr guten Besuch wies der Fischlehrgang auf, den Fräulein Christ in unserer Frauenschaft durchführte. Es waren ungefähr 45 Frauen anwesend, die mit Eifer bei der Sache waren und mit großer Aufmerksamkeit die Vorbereitungen und die Herstellung der verschiedensten Fischgerichte verfolgten. Aus diese Weise wird die Verwendung des See- isches auch auf dem Lande immer mehr Freunde inden und den Mittagstisch abwechselungsreich gefallen helfen. nsf. Burkhardsfelden, 4. März, lieber Erziehungsfragen, über gute und schlechte Eigenschaften des Kindes sprach Frau Dr. Neumann aus Gießen in unserer Frauenschaft. Die zahlreichen Hörerinnen folgten den Ausführungen mit großem Interesse. Manche Mutter wird einen wertvollen Rat an diesem Abend erhalten haben. Der lebhafte Beifall zeigte der Rednerin, wie dankbar die Frauen für diese aufklärende Arbeit sind. A Daubringen, 5. März. Unsere Gemeinde zählt in diesem Jahre 17 Konfirmanden. Diese haben zusammen im Laufe ihrer Schulzeit etwas über 3000 Mark bei dem hiesigen Spar, und Ende Januar d. I. war in einem größeren Feldgehölz des Forstamts Grünberg eine Holzhauerrotte mit dem Aushieb mißwüchsiger, verdämmender Eichen in einer Fichtendickung beschäftigt. Bei die- fer Arbeit fanden die Leute am Saume des Bestandes einen sorgfältig zusammengetragenen Grashaufen von der Form und fast der Größe eines Storchnestes. Sie meldeten dies dem Reoierförster, der sich die Sache nicht erklären konnte, wohl aber Raubzeug im Verdacht hatte. Nach Verlauf von etwa drei Wochen kam allmählich Licht in das Naturgeheimnis. Den Holzhauern war vom Forstamt das bei der Fällung liegen gebliebene geringe Reisig überlassen worden. So trug sich denn am 18. Februar einer der Leute mit einem Gehilfen das Holz zusammen und es mag gegen 16 Uhr gewesen sein, als ich an diesem Tage mit meinem Bruder zufällig dort vorbei kam. Hier meldeten sie, daß der seinerzeit entdeckte Grashausen ein Dachsnest sei und inzwischen in einem Abstand von etwa 10 Meter hiervon ein zweites Nest von dreifach größeren Ausmaßen entstanden wäre. Sie hätten heute früh beim Betreten des Dickichts ein eigenartiges Fauchen vernommen, sich dem Tone genähert und hierbei das zweite Nest vorgefunden, aus dem die Dächsin dicht vor ihnen herausgefahren sei. In diesem Neste lägen zwei lebende Jung- dächse, etwa zwei Tage alt und in dem ersten Nest ebenfalls zwei verendete gleichen Alters und gleicher Größe. „Wir trauen unseren Ohren und Augen nicht, als die Leute uns an die Stelle führen und wir uns von der Richtigkeit ihrer Angaben überzeugen müssen. Dicht neben Kiefernüberhältern stehen die Nester in der Schonung. Die blinden Jungtiere im großen sind infolge des stundenlangen Entzugs der mütterlichen Wärme nahezu kälteerstarrt — die Dächsin ist natürlich von der Störung nicht wieder zurückgekehrt — und zeigen kaum noch Leben, die zwei Leichen im kleinen Nest sind bereits von Mäusen angenagt." Heber die Gründe, welche die Dachsfähe — entgegen der Gewohnheit ihrer heimlichen Artgenossen Vorschußverein erspart. Nun bekommen sie zur Schulentlassung ihr erspartes Geld mit Zinsen wieder zurück, eine schöne Belohnung für ihre Sparsamkeit und eine gute, willkommene Beihilfe für ihre Eltern bei der Anschaffung notwendiger Kleider usw. anläßlich der bevorstehenden Konfirmation. Der hiesige Spar- und Vorschußverein, sowie die die „S ch u l s p a r k a s s e" verwaltenden Lehrer arbeiten seit vielen Jahren in dieser Beziehungen vorbildlich. j) Allendorf a. d. Lda., 4. März. Gestern abend hielt die Deutsche Arbeitsfront in der Stadthalle eine Mitgliederversammlung ab. Nach einleitenden Worten des Ortswalters Nagel sprach Kreiswalter Wagner, Gießen, über die großen Aufgabengebiete der Deutschs« Arbeitsfront. Die vom Musikzug der SA. und von der hiesigen Feuerwehrkapelle zu Gehör gebrachten Märsche wurden beifällig ausgenommen. + Saasen, 4. März. Die Kriegerkameradschaft hielt bei Wilhelm Schepp ihre Jahreshauptversammlung ab. Zunächst wurde der Gefallenen des großen Ktteges und des im abgelaufenen Jahre verstorbenen Kameraden Karl Schepp gedacht. Nach der Bekanntgabe des Geschäftsberichts wurde die Kaffe geprüft. Sie wurde in bester Ordnung befunden, so daß dem Rechner Hetterich Entlastung erteilt werden konnte. Für dieses Jahr wird die Errichtung eines neuen Schieß- standes geplant. = Ettingshausen, 5. März. Bei der jüngsten Pfundsammlung wurden insgesamt 80 Pfund Lebensrnittel aufgebracht. Auf Ettingshausen entfielen 38 Pfund, auf Queckborn 30 und auf die Zelle Münster 12 Pfund. nsf. Ettingshausen, 4. März. Von der Abteilung Volkswirtschaft-Hauswirtschaft fand hier in der Frauenschaft ein Vortrag über die Frau im Haushalt statt. Frau Schäfer aus Gießen verstand es vortrefflich, den Frauen die Aufgaben nahezubringen, die der Vierjahresplan von ihnen verlangt, nämlich „Kampf dem Verderb" und sparsamste Verwendung und Ausnutzung der vorhandenen Vorräte. Die rege Beteiligung zeigte, wie dankbar die Frauen für diese Vorträge sind, und wie gern jede von ihnen an ihrer Stelle beitragen möchte am großen Plan zur Nährfreiheit unseres Volkes. ch Lauter, 4. März. Gegenwärtig führt hier die NS.-Frauenfchaft einen Kochkursus durch. Da die Mitgliederzahl ziemlich groß ist, so hat man den Kursus in zwei Gruppen eingeteilt, die abwechselnd bei einem Mitglied die Eintopfgerichte bereiten; denn für die Bereitung solcher Eintopfessen ist der Kursus eingerichtet. Die Leitung hat ein Mitglied, das an einem Kursus in Gießen teilgenommen hat und die dort ermorbenenen Kenntnisse an die anderen Mitglieder weitergibt. — Heute fand hier die Untersuchung der diesjährigen Schul- r e f r u t e n statt. Ein Knabe wurde zurückgestellt. Acht Abcschützen, vier Knaben und vier Mädchen, kommen an Ostern zur Schule. Zur Entlassung kommen zwei Knaben und zwei Mädchen. Im neuen Schuljahr wird somit die Schülerzahl unserer einklassigen Schule achtzig betragen. * Lich, 6. März. Am Dienstag, 9. März, begeht der in seiner engeren Heimat bekannte Schreinermeister Karl K a m b e i tz mit seiner Ehefrau das Fest der Silberhochzeit. < Holzheim, 4. März. Nächsten Sonntaa, 7. März, begehen die Eheleute Wilhelm Reitz I. und Frau Margarete, geborene Jung, das Fest der goldenen Hochzeit. Der Ehemann steht im 77., die Ehefrau im 71. Lebensjahre. Beide sind noch geistig und körperlich frisch und gesund. — Sterilisieren Steppdecken find in der Hauptsache mit Daunen gefüllt. Zu einer Steppdecke in gewöhnlicher Größe 150 X 200 cm benötigt man 21A Pfund Daunen zur Füllung. Den Bezug der Steppdecken wählt man zweckmäßig aus Seidensatin, der haltbarer als Seide ist. Man kann Steppdecken auch mit einer Füllung aus Wolle oder Baumwolle Herstellen, wenn man genügend Zeit und Ausdauer hat. Genaue Anweisungen erteilt das Fachgeschäft. Steppen nennt man das Nähen von gleichmäßigen Stichen mit der Hand oder der Nähmaschine. Sogenannte Stepper sind bei jeder Maschine vorhanden, sonst sind sie in den einschlägigen Geschäften erhältlich. Stepptanz, amerikanischer Kunsttanz, bei dem der Tänzer auf einer Unterlage aus nebeneinanderliegenden Brettchen tanzt, so daß der Rhythmus sehr stark betont wird. Die Schuhsohlen des Tänzers sind in der Regel aus Holz und geteilt. Sterilisieren, 1. Keimfreimachen. Abtötung der Pilzkeime in Flüssigkeiten ober an Geräten. Kann geschehen durch chemische Mittel, durch Auskochen oder durch strömenden Mafferdampf Für medizinische Instrumente werden eigene Sterilisationsapparate benützt. — 2. Unfruchtbarmachung. In Deutschland müffen nach dem Gesetz zur Der- Hütung erbkranken Nachwuchses alle Leute sterilisiert werden, die an einer Erbkrankheit leiden rt Mmjjt n. AnineldMi»: Sleioslr. 10. Tannen- Anmachholz gibt laufend ab 703D Dampfsägewerk Abendstern Ludwig Kröck Telefon 3580 30 Jahre nach Sonne Körper“ Wern aber die Zeit fehlt. eX Stunden hinan, in die Sonne ÄLen,.cW«e .ik unofebensfreudebei - nichts darfuns„fbmd fein!-Sei den hobeln ifon TveH yev - selbst wenn ste imAnbbmy an vergangene (Epochen gebaut stnd-WÄ man fleh. ^ubause"u. gliir£lüft. fallen Sie sich einmal unverbindlich. unsere veitheJUisuftdil an -formschönen.und pveisuse^en -Modellen zeigen. ffijbelfabvifc und^inrithlungskmis (fiebv. LranGu4 aÄ. Gr.§riedberyerstr.N Auf- und Ab"Hupfen des Wagens, das gibt es bei der Segment-Umschaltung der formschönen Klein -Torpedo nicht. Jede Erschütterung wird vermieden — und dadurch ständige Zeilen- gradheit. Trotzdem nur RM. 186 - und schon in Raten von RM. 8 30 zu haben Nur bei Niederhausen & Co. GIESSEN — Bahnhofstraße 49 952 A Volkstümliche Naturwissenschaft IN reichbebilderten, leichtverständlich geschriebenen Werken und in verschiedenen Preislagen bieten unsere Verlauserzeugnisse. Sie vermitteln einen tiefen Einblick in die Geheimnisse des Naturgeschehens und damitdurch erweitertes Wissen erhöhte Freude an den vielfältigen Schönheiten der Natur. - Verlangen Sie Prospekte und auch Probehefte der Zeitschrift „Der Naturforscher“ Hugo Bermühler Verlag • Berlin-Lichterfelde letzter Ww-Monat 1936/37 Hürth Opfer zum Sieg! Siele Plakette gehört im Monat Man an Seine liiri AWsumveWK VerwiUe MD sr,6 1 9 3 6 19 3 7 llr.55 viertes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Samstag, ö.MSrz 1937 Vorbildliche Schweinezucht in Lang-Göns. R- X. <■ I ; v D I 1 Z- ' ■' '• ** ; >* ' , ***, Gesunder Wurf einer Erstlingssau. und Fleiß ließen schon und Fleiß ließen schon in den ersten Jahren die schönsten Erfolge heranblühen. Auf den Landesausstellungen vor dem Kriege, z. B. im Jahre 1905, in Mainz und später in Gießen, erzielten die Züch- Es war von jeher das Bestreben der Lang-Gön- ser Bauernschaft, in allen Berufs- und Zeitfragen an der Spitze zu marschieren, und so darf es nicht wundern, wenn auch in der Viehzucht in der Gemeinde Lang-Göns Vorbildliches geleistet wurde. Das trifft vor allem auf die Schweinezucht zu. ter hohe Auszeichnungen. Nach dem Kriege, im Jahre 1927, erhält auf der Landesausstellung in Darmstadt ein Lang-Gönser Zuchttier den allerhöchsten Preis: die Staatsmedaille. Daneben gab es noch zahlreiche erste und Ehrenpreise, ebenso auf der DLG. in Köln. Dort wurde zum ersten Male der I. Sa mmlungspreis geholt, auch auf der Reichsnährstandsschau und in Erfurt. Dort in Erfurt war es der bekannte Fachmann, Prof. Dr. F r ö h - l i ch (Halle), der die Lang- Gönser Zucht besonders erwähnte und ihre vortrefflichen Ergebnisse lobend hervorhob. Aber die Hauptaufgabe des Schweinezuchtvereins ist mit der Erringung von Preisen noch lange nicht gelöst. Die wirtschaftliche Bedeutung der Zuchtver- Tat zur Seite steht. Der Bestand der Züchtermitglieder ist ziemlich unverändert erhalten geblieben. In zahlreichen Familien ging die Hauptarbeit vom Vater auf den Sohn über. AlsHauptzielschwebteden Gründern vor V e r b e s - serung der Sch weine- z u ch t an und für sich. Nirgends fand sich zu damaliger Zeit eine ein- heitliche Rasse. Das Zucht- ziel fehlte. Es galt deshalb, ein frühreifes, frohwüchsiges Tier zu züchten, das allen Anforderungen gerechtwird. Der Zuchtverein inLang-Göns legte sich zunächst auf die Zucht des deutschen Edelschweines. Ausdauer Mutterschweine in der Herde. — (Aufnahmen: Heinrich.) Lang-Göns ging in Oberhessen als erste Dorfgemeinde an die Aufgabe, gute Zuchttiere heranzuziehen. Es hat also den ältesten bäuerlichen Schweinezuchtbetrieb in ganz Oberhessen. Die Zucht des deutschen Edelschweines in Lang-Göns ist hervoraegangen aus der Zucht des Oekonomierates Hofmann, Hof-Güll, der einer der ältesten Züchter von ganz Deutschland ist. Um die Jahrhundertwende, im Jahre 1901, gründete man in Lang-Göns einen Schweinezuchtverein, dem 14 Mitglieder beitraten. Der damalige Vorsitzende war Ludwig Konrad L u h, der auch heute noch mit unermüdlicher Zähigkeit und pie erlahmender Ausdauer dem Zuchtverein mit Rat und besserung erhellt erst aus der Tatsache, daß jährlich siebzig bis achtzig tadellose, junge Eber aus Lang-Göns für andere Gemeinden erworben werden. Erst dadurch wird die gesamte Zucht gehoben. Diese jungen Eber werden hauptsächlich in Hessen abgesetzt,' es gehen aber auch viele Tiere nach allen übrigen Teilen Deutschlands. Zur Zeit besteht die Bestimmung, daß diese Eber in Gießen versteigert werden. Voran geht eine genaue fachmännische Besichtigung. Es kommen also nur allerbeste Zuchttiere zum Verkauf. Augenblicklich sind in Lang-Göns in den Händen der Züchter etwa 40 bis 50 eingetragene Muttersauen. Ganz besonders müssen bei diesem Bericht über die Lang-Gönser Schweinezucht die Verdienste und die tatkräftige Unterstützung des Tierzuchtamtes Gießen unter dessen langjährigem Leiter Ober-Landwirtschaftsrates Dr. Wagner, hervorgehoben werden, der die erstklassigen Zuchteber aus den besten Zuchten Norddeutschlands auswählte und für Lang-Göns bestimmte. Um auch weiteren Forderungen gerecht zu werden, wird seit einigen Jahren in Lang-Göns neben dem deutschen Edelschwein das veredelte Landschwein gezüchtet. Neben'dem Zuchtverein hat sich eine Anzahl Züchter zusammengeschlossen und züchtet das veredelte Landschwein. Auch diese Züchter haben schon sehr schöne Erfolge zu verzeichnen (z. B. auf der Landeseberschau August 1936). Nach den neueren Bestimmungen sind alle Schweinezüchter Oberhessens zu einem Verbände zusammengeschlossen und stehen unter Leitung des Tierzuchtamtes Gießen. Die Z u ch t z i e l e sind in der Hauptsache dieselben geblieben. Man will frühreife, schnellwachsende Tiere züchten, die aber mit w i r t s ch a f t s eigen e m Futter herangezogen werden. Im Alter von etwa sieben Monaten soll das Tier 100 bis 110 Kilogramm wiegen. Daß die Lang-Gönser Züchter auf dem rechten Wege sind, haben ihre Erfolge bewiesen, die sie bei den Prämiierungen auf Leistung und Form erzielten. Daneben muß aber erwähnt werden, daß der Schweinezuchtverein und die einzelnen Züchter sehr stark dazu angeregt haben, daß nun in der Gemeinde Lang-Göns von anderen Bauern etwa 150 bis 200 Mutterschweine gehalten werden. Das ist im Gegensatz zu andern, gleich großen Gemeinde* eine sehr beachtliche Zahl. Und daß die Ferkel poH Lang-Göns auf den Märkten gesucht sind, beweise» die Nachfragen. Wie es schon vor Jahrzehnten das Hauptziel der Lang-Gönser Schweinezüchter war, Den Bauern durch Einstellung von nur guten Zuchttieren in der Viehwirtschaft zu helfen, so soll es auch in Zukunft bleiben. Die Züchter wollen im Rahmen des Vier« jahresplanes mit dazu beitragen, daß nur anerkannte und vorzügliche Zuchttiere in die Hand des deutschen Bauern kommen, damit Höchstleistungen erzielt werden. Es sollte niemals vergessen werden, daß die Züchter nicht nur ihre wirtschaftlichen Vorteile im Auge haben, sondern daß zu dem Berufe eines guten Züchters vor allem Idealismus gehört, d. h. sich einzusetzen für seine Berufskameraden. Einer für alle, alle für einen! Ein Zuchteber, der auf der 1. Reichsnährstandsschau in Erfurt mit einem 1. Preis bewertet wurde. Der gleiche Wurf (wie oben links): Die Ferkel drängen sich zu den Quellen ihrer Nahrung. Das Mädchen m't dem Gilberhaar Roman von Anny von panhuys. 21 Fortietzung (Nachdruck verboten.) Ihre Mutter ist lange tot, und das, was Sie vorhin sagten, müßte Sie eigentlich beruhigen. Denken Sie doch an das große Fenster in der Ewigkeit. Aber an dem Fenster steht nicht nur Ihre Großmutter, sondern neben ihr auch Ihre Mutter, und beide freuen sich zusammen, weil es Ihnen gut geht." Franziska lächelte unter Tränen. „Hübsch haben Sie das gesagt, Kathrin, und jetzt möchte ich schlafen gehen; es kann spät werden, ehe mein Mann heute heirnkornrnt. Ich fühle mich mit einem Male sehr müde." Als sie im Bett lag und nur noch die kleine grünbeschirmte Nachttischlampe brannte, sann sie über das traurige Schicksal ihrer Mutter nach, und mit dem Gedanken an sie fielen ihr die Augen zu. Aber ihr war es, als neigte sich eine schlanke schemenhafte Gestalt über sie, als hauche eine weiche sanfte Stimme: Mir geht es gut, mein Kind, schlafe du ruhig, ganz ruhig! Am nächsten Vormittag trat Eva Zoll in Franziskas Büro der Radio-Radix. „Kann ich dich ungestört sprechen, Fränze?" Franziska nickte. „Natürlich! Mein Mann macht mit einem Geschäftsfreund aus Wien einen Rund- S durch den Betrieb, und ich habe augenblicklich sehr dringende Arbeit. Setze dich, Eva, und erzähle mir, was es gibt." Eva Zoll kramte in ihrer Tasche herum, murmelte: „So, da habe ich's ja!" Sie wickelte aus einem Stück Zeitungspapier einen großen blauen Stein, legte ihn vor Franziska auf den Schreibtisch. „Gestern abend gab ihn mir mein Vetter, der Oberkellner vom ,Einhorns Der Stein wurde neftern beim Saubermachen auf der Galerie gesunden, er hatte sich unter einen Balken geklemmt. Mein Vetter erinnerte sich, daß ich damals nach dem Diadem gefragt habe und meinte, es könnte ein Stein daraus fein. Es ist vielleicht Unsinn, daß ich ihn dir bringe, aber weil das Diadem doch ein Andenken an deine Mutter gewesen, dachte ich, besser ist's, dir bleibt ein einziger Stein davon zur Erinnerung, als gar nichts." Die Herbstsonne lag in einem breiten flirrenden Streifen schräg über' dem Schreibtisch und warf auf den erbsengroßen Stern wundersame Lichter. Helleres und dunkleres Blau strahlte sanft und doch kraftvoll immer wieder von neuem auf, wenn die Sonne darüber hinstrich. Franziska nahm den Stein sorgfältig hoch. ..Natürlich jst's besser, ich besitze zum Andenken wenigstens den einen Stein als gar nichts von dem Diadem. Wie hübsch das Blau funkelt durch den Schlifft" Sis lächelte die Freundin an. ,Hch danke dir recht sehr, Evalein. Besuche uns, bitte, am Sonntagnachmittag, da darfst du als Belohnung so viel Schlagsahne essen, bis dir schleckt wird." Eva lachte und ging dann an ihre Arbeit. Franziska aber dachte jetzt nicht daran, die vorhin abgebrochene Schreiberei wieder aufzunehmen. Der Stein hatte in ihr überaus lebhaft die Erinnerung an den Maskenball erweckt, und dadurch war mit einem Male alles, was sie schon beinahe überwunden geglaubt, wieder ganz lebhaft und deutlich geworden. Unheimlich deutlich. Sie sah den Fremden, von dem sie nun wußte, daß er einmal ein berühmter Geiger gewesen, vor sich; sie fühlte, wie seine Arme sie umschlangen, sie spürte seine Küsse auf ihren Lippen. Ihr Herz klopfte stark; sie sprang von ihrem Stuhl hoch, dachte, es durfte doch nicht sein. Sie hatte doch ihren Mann, den sie gern hatte, den sie lieben wollte. Warum quälte sie wieder der andere, dem fte gerade recht gewesen zu kurzem Spiel, der sich im Hotel unter falschem Namen gemeldet, und der längst nicht mehr daran dachte, daß er sie geküßt? Sie legte die Fingerspitzen an die Schläfen. Sie fühlte ein Frösteln und sagte sich, daß es besser gewesen wäre, wenn der Stein verloren geblieben wäre. Es klopfte, und sie riß sich zusammen, rief herein. Prokurist Weller trat ein. „Ich wollte melden, daß der Herr Direktor gleich mit dem Besucher kommen wird." „Danke schön", nickte Franziska, und als sich die Tür hinter Weller geschlossen, entnahm sie ihrer Handtasche ein Spiegelchen, betrachtete sich eingehend, ob ihr auch keine Erregung mehr anzusehen wäre. Sie befahl sich: Ganz ruhig sein! Der Spuk von damals soll nicht mehr existieren, ich will meinen Mann lieben! Sie lächelte sich gezwungen im Spiegel an, zupfte ihr Haar zurecht, und nun wurde auch schon die Tür geöffnet, ihres Mannes Stimme erklang: „Du erlaubst, liebe Fränze, daß ich dir Doktor Steinke aus Wien vorstelle; du weißt, er ist dort unser Großabnehmer." Franziska sah sich einem stattlichen dunkeläugigen Herrn gegenüber. Sie lächelte liebenswürdig, lud zum Sitzen ein, freute sich, als ihr Man sagte: „Meine Frau ist die tüchtigste Kraft der Radio-Radix, Herr Doktor. Wenn man etwas Geschäftliches über unser Werk wissen will, gibt sie wie ein Lexikon Auskunft." „Das ist ja ein Wunder, daß eine so junge Frau so fleißig und strebsam ist", lobte der Wiener. Er lächelte: „Aber die gnädige Frau liebt trotzdem alles, was Frauen lieben, vor allem wohl seltene Juwelen." Er deutete auf den blauen Stein, den Franziska vergessen hatte, fortzulegen. „Das ist ja ein ganz prachtvoller Saphir! Gestatten Sie, daß ich ihn näher betrachte?" Franziska antwortete freundlich: „Natürlich, Herr Doktor, betrachten Sie ihn nur." Ihr Man blickte sie forschend an. Er begriff nicht, was es mit dem Stein für eine Bewandtnis hatte, aber er mochte auch nicht in Gegenwart des Besuchers fragen. Der drehte den Stein nach allen Richtungen, lobte: „Ein erlesenes Stück! Meine Frau schwärmt für Saphire. Er legte den Stein zurück, und dann sprach man vorn Geschäft. Auch Franziska beteiligte sich lebhaft an der Unterhaltung, die um das Fernsehen ging, ein Gebiet, auf dem Franziska besonders beschlagen war, weil sie sich ja über alles, was mit dem Radiofach zusammenhing, so eingehend wie möglich unterrichtete. Später fuhr man mit Doktor Steinle nach Hause, wo man in Gesellschaft von Frau Radix zu Tisch ging. Gegen Abend reiste der Besucher wieder ab, und erst, als sich das Ehepaar ober in seiner Wohnung allein befand, konnte Berthold Radix die Frage tun, die ihn seit dem Vormittag beschäftigte. Franziska gab wahrheitsgetreu Auskunft, wie es sich mit dem blauen Stein verhielt, setzte hinzu: „Doktor Steinle scheint allerdings nicht viel von Edelsteinen zu verstehen, sonst hätte er das Stückchen gefärbtes und geschliffenes Glas nicht für echt halten können." Ihr Mann nickte: „Es spielt sich ja mancher als Kenner auf, der keine Ahnung davon hat." Er neigte sich zu ihr, flüsterte ihr ins Ohr: Bewahre den Stein als Andenken gut auf, vergiß aber, was sonst für dich damit zusammenhängt. Ich kann es ja gar nicht erwarten, Fränze, daß du mir sagst, dein ganzes Herz gehöre nur mir, und es gäbe darin fein noch so winziges Reftchen der Erinnerung an einen anderen Mann." Sie neigte bejahend den Kopf, aber sie schwieg, und er dachte traurig, weshalb ihm der Stein wieder einen Weg verbauen mußte, der schon beinahe frei gewesen war. Den Stein hob Franziska tief unten in ihrer Schmuckkassette auf, in der schon allerlei hübsche Dinge lagen: Hochzeitsgeschenke und Gelegenheitsgeschenke von Mann und Schwiegermutter. Wenn sie keine Trauer mehr trug, wollte sie sich damit schmücken. 16. Das Pariser Leben pulste stark und laut unter der beinahe sommerlich warmen Herbstsonne. Im Bois de Boulogne mischten sich schon gelbe und rotbraune Farbtöne in das Grün der Bäume, aber die Luft war lau und betörend. Weil er früher dort oft gewohnt, war Berthold Radix mit seiner Frau im Hotel Continental abgestiegen. Sie fuhren am Vormittag nach ihrer Ankunft durch das Bois, und er erklärte ihr: Siehst du, hier vor dir, das ist der Mont Valerien, weiter drüben, dort, das ist die Anhöhe von Saint Cloud." Sie nickte. „Du, Bertel, es ist wie ein Traum, so mit dir allein und arbeitsfrei durch den sonnigen Vormittag zu fahren! Ich bin wie taumelig vor Freude, was ich jetzt alles fenmnlernen werde. Die alten berühmten Schlösser, das Louvremuseum, Versailles, die Oper, das Montmartreleben und noch jo vieles andere." Er lächelte sie an: „Das ist unsere zweite Hochzeitsreise, Fränze." Sie saßen Hand in Hand in dem offenen Auto, und plötzlich befiel Franziska das quälende Gefühl: Vielleicht ist meine Mutter vor langen Jahren auf denselben Wegen durch das Bois gefahren wie ich heute, und vielleicht hat auch ein Mann neben ihr gesessen, und sie hat gelächelt und sich ihres jungen Lebens gefreut, wie ich mich des meinen freue. Ihr Mann fragte: „Was ist dir, Fränze? Du siehst mit einem Male so traurig aus." Sie riß sich zusammen. Hatte nicht Nähkathrin ihr geraten, sie solle denken, an dem großen Fenster der Ewigkeit stände nicht nur die Großmutter, sondern auch ihre Mutter, und beide freuten sich, weil es ihr gut ging? Sie antwortete: „Ich dachte an meine Mutter, die in Paris lebte, aber so müde und traurig von hier heimkehrte und gleich bei meiner Geburt starb." Er drückte zärtlich ihre Hand. „Sollst nicht traurigen Dingen nachhängen, mein Liebling, sonst werde ich auch traurig. Und das willst Du doch nicht? Wir besuchen heute nachmittag ein paar Modehäuser; du mußt dir einige Pariser Kleider mitnehmen, und dann hast du auch gleich etwas Apartes für hier anzuziehen." Sie schüttelte den Kopf. „Ich besitze hübsche Kleider genug, du Verschwender! Höchstens könnte ich ein Abendkleid brauchen, wenn mir mal etwas Besonderes Vorhaben. Aber natürlich auch nur etwas in Schwarz." Er zog ihre Hand an die Lippen, küßte das feine Gelenk. Auf seinen Wunsch machte das Auto kehrt, fuhr an der Seine entlang bis zur Kirche Notre-Dame. Still gingen sie durch das Gotteshaus und fliegen hinauf zur Plattform. Paris lag ihnen zu Füßen und die lärmenden Geräusche der großen Stadt wurden zu einem einförmigen Summen, als wäre ein mächtiger Bienenschwarm nahe. Franziskas Augen nahmen das großartige Bild, das der Rundblick bot, in sich auf, aber zugleich quälte sie unablässig die Frage, in welcher der vielen Straßen und Gassen, auf die sie niederschaute, ihre Mutter einstmals gewohnt haben mochte. Vielleicht ganz nahe von hier, vielleicht traf ihr Blick gerade das Haus, in dem sie gelebt. Sie war zornig auf sich, weil sie schon wieder schwach wurde und ihren zudringlichen Gedanken freien Lauf gab. Wollte sie dem gütigen Mann, der sie mit Liebe überschüttete, den Aufenthalt hier verderben, dann stellte sie es gerade richtig an. Er schlug eben vor: „Wir essen am besten im Hotel, dann erfrischst du dich ein wenig, und danach wird eingekauft." Franziska war mit allem einverstanden, nur ablenken mußte sie sich, um den Spuk hier zu bannen, vor dem sie sich schon vor der Reise ein wenig gefürchtet hatte. Der Spuk waren die Gedanken an die Mutter Sie fuhren ins Hotel, begaben sich gleich in den Speisesaal. Es waren ziemlich viele Tische besetzt. L Fortsetzung folgt l) OJlXfpOTt Wirtschaft des des Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. DL London Buenos Aires . Brüssel....... Rio de Janeiro Polen........ Kopenhagen... Danzig....... Frankfurt a. M., 5. März. Nach etwas um einheitlichen Beginn war die Börse am Aktienmarkt nach den ersten Kursen vorwiegend etwas fester. Anfangs in mäßigem Umfange vorliegendes Angebot wurde auf leicht ermäßigter Basis ausgenommen. Im ganzen blieb das Geschäft aber klein, nur in wenigen Speziolpapieren war der Umsatz etwas größer. Lebhafte Umsätze verzeichneten im Freiverkehr Brennabor auf die Wiederaufnahme der Dividendenzahlung mit 114,50 bis 117 (111). eonoon .. /innrroerFe Kleyer etwas mitgezogen auf 109 50 HeMngfors 009), dagegen lagen die amtlich notierten Daimler SSL;-” 0,65 v. H. schwächer mit 127,90. Erhöhtes Interesse 1 Jtattea wandte sich den Montanverten zu, Hoesch 118,25 bis 118,75 (118,25), Klöckner 124,50 bis 125 (124,50), Mannesmann 119,40 bis 119,75 (119,25), Rbein- stahl 156,40 bis 157,25 (157) und Verein. Stahlwerke 121,13 bis 121,75 (121,25). Von chemischen Werten notierten IG.-Farben und Deutsche Erdöl unverändert, Goldschmidt 1 v. H. höher, weiter fest Metallgesellschaft mit 155 (153,75). Elektropapiere eröffneten zumeist 0,25 bis 0,50 v. H. freundlicher, Siemens 0,75 v. Sy niedriger. Fest lagen in Anpassung an Berlin Rheinmetall mit 153 (149,75) und Reichsbank mit 193,50 (191,50), ferner gewannen AG. für Verkehr 0,25 v. Sy und Eßlinger Maschinen 0,50 v. Sy, während Westdeutsche Kaufhof 0,50 v. Sy und Nordd. Lloyd 0,40 v. Sy nachgaben. Süddeutsche Zucker (201) und Cement Heidelberg (160,50) lagen unverändert. gung an den Pokalspielen zu behaupten. — erste Jugendmannschaft empfängt die gleiche Sportvereins Krofdorf. Fußballabteilung des Turnvereins Wieseck. Die 1. Mannschaft der Fußball-Abteilung Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 d. Sy, Lombardzinsfuß 5 v. H Am Sonntag weilt die erste Mannschaft zum Pokalspiel beim Sportverein Alsfeld. Die Platz- besitzer waren anfangs der Serienspiele in der Bezirksklasse — Gießen-Dill — und wurden dann wegen der großen Entfernung umgruppiert. Bei diesen Anfangsspielen zeigten die Platzbesitzer ein gutes Können. Es wird den Teutonen schwer fallen, einen Sieg zu erringen und damit die Weiterbeteili- ...... ' ' Die ÄfB.-Reichsbahn Gießen. wehlar-Niedergirmes auf dem Waldsportplah. Am Sonntag stehen die Grünweißen der Mannschaft von Niedergirmes im Pokalspiel gegenüber. Nichts kann die Spielstärke der Niedergirmeser mehr unter Beweis stellen, als die Tatsache, daß sie, obwohl in ihrer Gruppe sehr spielstarke Vereine spielen, bis jetzt ungeschlagen, die Tabelle anführen. Die Niedergirmeser Mannschaft galt, als sie noch in der Bezirksklasse spielte, als eine technisch sehr fähige Mannschaft, der nur die Härte fehlte. Diesen Mangel scheinen die Gäste jetzt behoben zu haben, denn ihr Torverhältnis zeigt zu deutlich die Gefährlichkeit und die Schußkraft ihres Sturmes. Die Gießener Elf tritt in zur Zeit stärkster Aufstellung an und man erwartet, daß sie wenigstens einen knappen Sieg erringt. Leiter des Spieles ist Gerhard, Annerod. VfB.-R. II — Wieseck I: Die 2. Mannschaft fährt in stärkster Aufttellung nach Wieseck Jugendfußball. Nie 1. Jugend spielt das die Meisterschaft entscheidende Spiel in Klein-Linden. Da die Mannschaft genau wissen sollte, daß der Ausgang des Spieles-für sie von größter Bedeutung ist, so sollte sie von Beginn an alles daran setzen, um zu siegen. VfB.-R. 2. Jugend — Allendorf 1. Jgd.: Die 2. Jugend steht Allendorf gegenüber. Da sie den Vorteil des eigenen Platzes hat, sollte sie das Spiel siegreich beenden können. VfB.-R. 3. Jgd. — Heuchelheim 2. Jgd.: Gleichwertige Gegner werden hier um den Sieg ringen. Spielvereinigung 1900 Gießen. Lollar — 1900. In dem Pokalspiel der ersten Zwischenrunde treffen die Blauweißen auf den Sportverein Lollar. Da die Voraussetzungen für die Pokalspiele ganz andere sind als bei den Verbandsspielen, kann man den Ausgang schwer vorausbestimmen. Selbst die in den letzten Spielen deutlich gewordene Forrn- verbesseruna der Blauweißen garantiert nicht dafür, einen Sieg bei der Vorschau festzulegen, da das Fehlen des besten Mannes der Lollarer, des Verteidigers Gabriel, der bedauerlicherweise durch einen Beinbruch längere Zeit pausieren muß, der Stärke der Platzbesitzer nicht allzuviel Abtrag tun wird. Da die Pokalspiele bekanntlich nach dem K.-o.-System, der Verlierer scheidet von der weiteren Teilnahme aus, durchgeführt werden, dürfte es ratsam erscheinen, dem Spiel den nötigen Ernst beizumessen. Die Aufstellung der Blauweißen zu dem Spiel ist dieselbe wie gegen Naunheim. Lediglich im Sturm erfolgt eine kleine Umbesetzung, da Heilmann wieder zur Verfügung steht. „ ZETeutonia^ Watzenborn-Steinberg Turnvereins Wieseck wird am kommenden Sonntag mit der Reserve vom VfB.-Reichsbahn ein Freundschaftsspiel auf dem Wiesecker Platz austragen. Es ist erfteulich, daß diese beiden Mannschaften, welche sich im Zusammenspiel schon über zwei Jahre fremd sind, jetzt wieder einmal gegenüberstehen. Die 1. Mannschaft von Wieseck hat bei den letzten Spielen sehr gute Leistungen gezeigt. Es dürfte am Sonntag ein spannender Kampf zu erwarten sein. Iußballabteilung des Turnvereins Alten-Buseck. Morgen trägt die erste Mannschaft von Alten- Buseck das letzte Verbandsspiel aus, und zwar ist die erste Mannschaft von Daubringen in Alten- Buseck zu Gast. Beide Mannschaften lieferten sich immer spannende Kämpfe. Die Einheimischen müssen leider mit Ersatz spielen. Sportverein 1920 Heuchelheim. Großeu Buseck I — Heuchelheim L In Großen-Buseck wird es sich am kommenden Sonntag entscheiden, ob Heuchelheim noch Aussicht auf die Meisterschaft hat oder nicht. Jedenfalls werden die Heuchelheimer alles daran setzen, in Großen-Buseck ehrenvoll abzuschneiden. Wenn man nach dem Vorspielergebms (5:0 für Heuchelheim) urteilt, dürfte es nicht ausgeschlossen sein, daß es zu einem knappen Sieg der Heuchelheimer kommt. Die 1. Jugend fährt zu einem Freundschaftsspiel nach Großen-Linden. Die 2. Jugend-Mannschaft muß zur 3. des VfB.-R. nach Gießen. F.-Sp.-V. 1926 Steinbach. Am morgigen Sonntag empfängt Steinbachs 1 Mannschaft die gleiche von Rodheim zum Gesellschaftsspiel. Rodheim, das sich in seiner Gruppe den zweiten Platz erkämpft hat, stellt eine starke Mannschaft. Steinbachs Mannschaft, die in den letzten drei Sonntagen pausieren mußte, wird alles daransetzen müssen, um ein ehrenvolles Resultat zu erzielen. Dem Tabellenstand aus den Pflichtspielen nach zu urteilen, sollte man Rodheim ein kleines Plus zurechnen. Handballkämpfe des Sonntags. Nach der Spielruhe des letzten Sonntags nehmen die Pflichtspiele morgen wieder ihren Fortgang. Die Bezirksklasse ist durch das Ausscheiden einer Anzahl Mannschaften nahezu fertig, während die 1. Kreisklasse in diesem Jahre nachhinken muß. Aber auch dort hofft man wieder vorwärts zu kommen und schließlich sogar die Mannschaft zu ermitteln, die im kommenden Spieljahr aufsteigen wird Die 2. Kreisklasse hat ebenfalls nur noch wenige Spiele nachzuholen, so daß man auch hier bald die aufsteigende Mannschaft nennen kann. Die Jugend beginnt schon in Kürze mit den Spielen um die Kreismeisterschaft. Vezirksklasse. To. Hochelheim — Tuspo. Niedergirmes: Beide Mannschaften haben ziemlich lange Tisch-Tennis der Sp.-Vg. 1900. Im Kampf um die deutsche Vereinsmeisterschaft. Am morgigen Sonntag weilt die erste Mannschaft der Trsch-Tennis-Abteiluna in Köln und trifft hierbei auf sehr starke Mannschaften, wie Pfalz Ludwigshafen, Etusva Aachen und Düsseldorf- Oberkassel. 1900 tritt mit folgender Mannschaft an: Jung, Günther, Beil, Reichel, Schüler und Schrnitt- diehl. Der Sieger aus diesem Turnier spielt 14 Tage später um die deutsche Meisterschaft in Mainz. Auf das Abschneiden der Gießener darf man gespannt sein. Deutsche Schüler-Zußballmannschast siegt über die „Eton-Boys". Eine deutsche Schülermannfchaft besucht zur Zeit englische Schulen. Sie ist in Eton eingetroffen, wo den deutschen Schülern zunächst die alten Schulgebäude gezeigt wurden. In einem anschließenden Fußballkampf gegen die „Eton-Boys" gewann die deutsche Schülermannschaft mit 3:1. Kurze Sportnotizen. 7 2 3 0 0 Eintrittskarten sind für das am 21. März in der Stuttgarter „Adolf-Hitler-Kampfbahn" stattfindende Fußball-Länderspiel zwischen Deutschland und Frankreich ausgegeben worden. Schreiber-Blersch von Wanderlust Frankfurt, die früheren Weltmeister im Zweier-Radball, gewannen am Donnerstag das Dierländer-Radball- turnier in München. Sie schlugen Frankreich 10:6, Oesterreich 8:3 und spielten gegen die Schweizer Mannschaft 7:7. Gegen öie Sechstagerennen spricht man sich jetzt auch in Holland aus, nachdem diese Wettbewerbe in Deutschland schon seit Jahren nicht mehr geduldet werden. „Hessen" Bad H e r s f e l d, Tabellenzweiter der Fußball-Gauliga Hessens, spielt am Sonntag ein Freundschaftsspiel gegen Göttingen 05. Eishockey-Weltmeister Kanada mußte eine empfindliche Niederlage einstecken. Die „Dy- namiters" wurden jetzt in London von den „Har- ringay Racers", einer „englischen" Kanadier-Mannschaft, mit 7:2 besiegt. Oesterreichs Skispringer bei dem am Sonntag in Garmisch-Partenkirchen stattfindenden Springen sind Aschenwald, Wechselberger, Wagen- bichler und Toferer. Josef Manger, unser Olympiasieger im Gewichtheben der Schergewichtsklasse, verbesserte in Starnberg seinen erst vor wenigen Tagen aufgestell- ten Weltrekord im beidarmigen Drücken von 140 auf 141,5 Kilogramm. pausiert, so daß man eigentlich schlecht etwas über ihr Abschneiden sagen kann. Zwar ist bekannt, daß die Gäste einen guten Handball spielen. Wir wissen aber auch, wie schwer Hochelheim auf eigenem Platz zu schlagen ist. 1. kreisklasse. Tuspo. Groß-Rechtenbach — To. Holzheim, Tv. Herborn — To. Garbenheim, To. Grüningen — To. Katzenfurt. Holzheim geht einen schweren Gang. Die Platzbesitzer haben sich als eine Mannschaft entpuppt, die keinen Gegner fürchtet und die zur rechten Zeit sich auch einzusetzen weiß. — Herborn sollte seinen Vorspielsieg wiederholen können. — Grüningen hat Gelegenheit, seine derzeitige Form erneut unter Beweis zu stellen. 2. kreisklasse. Tv. Nauborn — Mtv. Gießen II: Die Gießener werden selbst auf des Gegners Platz ihren Vorspielsieg wiederholen können, weil sie die weitaus bessere Mannschaft stellen und deshalb Nauborn schon von vornherein überlegen sind. 1900 — Gambach. Für Sonntag hat sich die Spieloereinigung 1900 einen Gegner aus dem Kreis Friedberg, nämlich den Turnverein Gambach, verschrieben, der mit seiner ersten und Jugend-Elf antritt. Den Gästen geht ein guter Ruf voraus, und die 1900er, insbesondere die Aktiven, dürfen das Spiel keinesfalls auf die leichte Schulter nehmen; dies um so mehr, als durch das Fehlen von Enders, Neist, Schmitt- diehl, Schüler, Färber und Winden nur eine kombinierte Mannschaft auf den Plan treten kann. In der Jugendklasse sollten die Blauweißen das bessere Ende für sich behalten. VfB.-R. — Artillerie-Abteilung. Am morgigen Sonntag tritt die erste Handballmannschaft gegen die Mannschaft der III. Abteilung Artillerie-Regiment 9 zu einem Freundschaftsspiel an. Die Gäste verfügen über eine sehr gute Elf und werden die Leute vom Waldspartplatz auf eine harte Probe stellen, zumal Herrmann nicht zur Verfügung steht und Orloff und Charly, die in der Abteilungs-Mannschaft spielen, ersetzen muß. Die Mannschaft des VfB.-Reichsbahn spielt in der Aufstellung: Hoer, Bandholz, Loos, Klenk, Rubin, Graf, Hildebrand, Wampers, Leinberger, Jeroch, Reese. Renten lagen ruhig und uneinheitlich. Etwas schwächer notierten Altbesitz mit 120,45 (120,70), auch zertifizierte Dollar-Bonds nicht ganz behauptet, 6proz. Preußen 68,50 (68,75). Kommunal-Umschul- düng bewegten sich zwischen 91,55 bis 91,65 und Städte-Altbesitz zwischen 122 bis 122,50. In den unnotierten 5proz. Industrie-Obligationen war das Geschäft mangels Angebots klein. Im Verlaufe flaute das Geschäft am Aktienmarkt merklich ab, und auch die höchsten Kurse konnten sich nicht immer behaupten, doch war dis Grundtendenz weiterhin freundlich. Fest blieben Reichsbank mit 200 nach 193,50, während Montanwerte, die teilweise noch 0,13 bis 0,25 v. H. gewonnen hatten, etwas nachließen, ebenso IG.-Farben auf 168,50 nach 169. Die später zur Notiz gekommenen Papiere lagen meist etwas höher, Junghans plus 1,25 v. H. auf 128, Rheag Stamm 135,50 (133 per Kasse). Am Kassamarkt erhöhten sich Schramm Lack in Erwartung einer 6- (5)proz. Dividende auf 125 (122), Durlacher Hof waren mit 95 (91,50) gesucht. Don Renten stiegen Städte-Altbesitz auf 123 nach 122,50, weiter fest Wiederaufbauzuschläge mit 78,50 (78,25), Kommunal-Umschuldung etwa 91,60. Goldpfandbriefe und ^ommunal-Obligationen lagen unverändert, Liquidationspfandbriefe meist etwas schwächer. Pfälzische 101 (101,50), Rheinische 101 (101,25). Stadtanleihen blieben gefragt und zogen zum Teil 0,25 bis 0,50 v. H. an, 7proz. Frankfurter 96,75 (96). Abendbörse fest. An der Abendbörse war die Haltung fest. Das Interesse beschränkte sich im wesentlichen auf die vom Anleihestock begünstigten Papiere, in denen aber infolge fehlenden Angebots größtenteils Notierungen unterblieben. Reichsbank weiter stark erhöht auf 205,50 bis 207 (200, Berlin 202), Rhein. Braunkohlen 238 (234) und Schöfferhof-Binding 193 (186,25). Lebhaftes Geschäft verzeichneten in Erwartung der Bilanz der Verein. Stahlwerke die meisten Montanwerte bei Erhöhungen von 0,50 bis 1 v. Sy Auch auf den übrigen Aktienmärkten stellten sich gegen den Berliner Schluß mäßige Befestigungen ein. Fest waren Moenus Maschinen mit 107,50 (106,25), auch einzelne Kassapapiere zogen bis 1 v. H. an. Der Rentenmarkt war sehr still und ahne Veränderungen. Im Freiverkehr wurden VDM. mit 167 gesucht. U. a. notierten: 1951er Verein. Stahl 96,25, 6proz. IG.-Farben 134,65, 4,5proz. Krupp 98,13, Reichsbahn-VA. 125, Reichsbank 205,50 bis 207, Buderus 120 bis 120,50, Harpener 154, Ilse Genuß 147,50, Mannesmann 120,25, Rhein. Braunkohlen 238, Rheinstahl 158,25, Verein. Stahl 122,50, Otavi 32.75, BMW. 142, Bemberg 112,25, Daimler 128, Deutsche Erdöl 149,50, Scheldeanstalt 264, Deutsche Linoleum 176,75, Licht und Kraft 148,50, JG.-Far- ben 169,50, Gebr. Fahr 152, Gesfürel 145,50, Gritz- ner 45, Holzmann 145,50, Junghans 129,25, Muag 144,50, Metallgesellschaft 155, Moenus 107,50. Der nächste Frankfurter Pferdemarkt steht am 9. März bevor. Nicht nur mittelschwere Ackerpferde, einzelne Kollektionen Tiere norddeutscher Pferdeschläge und Hunsrücker Arbeitspferde, sondern auch importierte belgische Pferde werden zum Verkauf stehen. Die Preise werden sich voraussichtlich aus gleicher Höhe wie beim Februar-Markt bewegen. (Siehe heutige Anzeige.) Rotvieh-Versleigerung in Wehlar. Der Reichsverband der Rinderzüchter Deutschlands, Abteilung V, Mitteldeutsches Rotvieh, veranstaltet am nächsten Donnerstag, 11. März, in Wetzlar in der Markthalle seine 89. Ausstellung und Zuchtviehversteigerung. Aufgetrieben werden 85 Bullen. Näheres in der heutigen Anzeige. Meldepflicht der Butterverteiler. Fwd. Der Reichsnährstand hat durch die Haupt- oereinigung der deutschen Milchwirtschaft am 3. 3. 1937 eine Anordnung über die Butterverteilung erlassen, die im Derkündungsblatt des Reichsnährstandes Nr. 14 vom 4. März veröffentlicht ist. Der Zweck dieser Anordnung ist, einen Ueberblick über die Verteilung der Butter auf Grund der Kundenlisten zu gewinnen, um örtlich auftretende Ungleichheiten nach Möglichkeit beseitigen zu können. Danach sind die Verteiler und Molkereien verpflichtet, u a. Angaben über die Zahl der Kunden, der Personen, der gewerblichen Betriebe und der abgesetzten Buttermengen zu machen. Im übrigen ist es den Butterverteilern, wie bisher, verboten, Butter an Verbraucher, die nicht in die Kundenlisten ausgenommen sind, abzugeben. Werbung durch Ausstellungen. Allmärkische Werbewoche in Stendal vom 30. April bis 9.2Ral Die Werbung durch Ausstellungen bildet innerhalb der Wirtschaftswerbung einen wesentlichen Faktor. Die Ausstellungen haben heute den Zweck, weitestgehend Aufklärungsarbeit für das Volk zu leisten und es über alle Zweige der Wirtschaft wahrheitsgetreu zu unterrichten. Diesem letzten Gedanken trägt das Institut für deutsche Wirtschafspropaganda Rechnung, wenn es seinen Ausstellungen eine persönliche Note verleiht. Die „Altmärkische Werbewoche", die in der Zeit vom 30. April bis zum 9. Mai in Stendal vom Jnstttut für deutsche Wirtschaftspropaganda veranstaltet wird, will neben einer eindrucksvollen Werbung für Qualitätsarbeit der deutschen Ware neue Absatzmöglichkeiten schaffen. Es werden auf dieser Schau nur hochwertige Arbeiten gezeigt, die den Besucher von ihrer Güte und Leistungsfähigkeit überzeugen sollen. Verbraucher und Verbrauchergruppen können sich auf dieser Ausstellung ein Bild machen von der Leistungsfähigkeit der Wirtschaft und einen Einblick nehmen in Die wirtschaftliche Bedeutung des Gaues. Werbeschau von handel und Handwerk vom 10.4. bis 18.4. in Speyer. Zum ersten Mal feit der Machtübernahme nimmt die Stadt Speyer die Gelegenheit zu einer repräsentativen wirtschaftlichen Leistungsschau wahr, die das Institut für deutsche Wirtschaftspropaganda unter dem Namen „Werbeschau von Handel und Handwerk" vom 10 bis 18. April in der städttschen Festhalle veranstaltet. Speyer ist nicht nur als die Stadt des Kaiserdoms und als Zeuge einer großen deutschen Vergangenheit bekannt, sondern das neue Speyer hat sich zu einer betriebsamen Mittelstadt am Rhein emporgeschwungen und verfügt über eine Reihe wichtiger Großindustrien. Viele aus nah und fern werden diese leistungsbewußte Ausstellung der heimischen Wirtschaft aufsuchen, die sowohl dem Handel und Handwerk, wie den ansässigen Großindustrien und Gewerbezweigen Gelegenheit gibt zu friedlichem Wettstreit und zur Gemeinschaftsleistung. Vorgesehen ist auch eine Gemeinschaftsschau der einzelnen Innungen. Nbein'Mainische Börse. Wltlagsbörse freundlich. Frankfurt a. M. Berlin Schluß- kurs Schlußk. Abend- börse Schluß- kurs Schluß! Mittag, börse Datum 4.3. 5-3. 4.3. 5.3. 5% Deutsche Reichsanlethe v. 1927 101,2 101,25 101,25 101,4 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 98,25 98,25 103,75 98,25 98,25 5%% Doung-Anleihe von 1930 .. 103,75 103 103 4Vi% Hessische Volksstaat von 1929 4/2% Deutsche Reichspostschatz von 99,75 99,75 99,75 99,75 1934 I...................... 4yz% Deutsche Reichsbahnschatz 100,2 100,13 100,3 100,3 von 1936 I.................. 98,5 98,5 98,5 98,5 Reichsanleihe-Altbesitz.......... Oberhessen Provinz-Anlethe mit 120,7 120,45 120,65 120,65 Auslos.-Rechten.............. 4yz% Hess. L andesbk. Darmstadt 132,75 132,75 — — Goldpfe. R. 12.............. 5¥i% Hess. Landes-Hyp.-Bank 98,25 98,25 — 98,25 Liqu. Goldpfe............... 4*/2% Preuß. Landespfdbr.-Anst. 100,75 100,75 — — Goldpfe. R. 19.............. —— 98,25 98,25 98,25 4y2% Preuß. Gold-Komm. R. 20 4y2% Darmstädter Komm.-Lan- 96,25 96,25 — desbcmkR. 6................ Deutsche Komm.-Sammel-Anleihe 95,5 95,5 — — Auslos.-Rechte l.............. 128,65 128,5 128,75 128,75 »y2% Franks. Hyp. Goldpfe. R. 15 4y2% Franks. Hyp. Gold-Komm. 98,5 98,5 98,5 98,5 £61. 2 3.................... sy2% Franks. Hyp. Liquidation 96,5 96,5 — — Goldpfe..................... 6y2% Rheinische Hyp. Liquidation 101,15 101,05 — — Goldpfe..................... 101,25 101 101,1 101 Steuergutschein-Berrechnungskurs 110,4 110,4 110,6 110,6 5% Goldmexikaner von 1899 .... — — —— — 4% Oesterreichische Goldrente.... — — — — 4,2% Oesterreichische Stlberrente. — — — — 4’/2 Ungarn Staats von 1913 .... — — —— — 4% Ungarische Goldrente....... — — — _ 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 —— — — — 5% Rumänen von 1903......... — — _ —— 4yt% Rumänen Gold von 1913.. — — — — 4% Einheits-Rumänen......... — —— —— — 4% Türken Bagdad I........... — — - _ 4% Türken Bagdad II.......... — —— __ _ 2y4% I. Anatolier.............. — — — — A.G. für Verkehrswesen...... 6 131 131,5 130,75 131 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 — — 42,25 42 Hamburg-Amerika Paket......0 16,75 16,9 16,9 16,75 Norddeutscher Lloyd..........0 17,65 17,25 17,25 17,4 Deutsche Reichsbahn Borz.-Mt. 7 124,75 125 124,75 124,9 RetchSbanl................. 12 191,5 207 192,75 202 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 —— — 131,5 131,5 Commerz- und Privat-Bank ... 4 115,5 115,5 115,5 115,5 Deutsche Diskonto............4 118,5 118,5 118,5 118,5 Dresdner Bank..............4 105 105 105 105 Frankfurt a. M. Berlin Schluß- kurS Schluß!. Abendbörse Schluß- kurö Schluß!. Mittag- börse Datum 43. 5.3. 43. 5-3. Accumulatoren-Fabrik...... . 12 200 210 203 214 AK U-ftunftfeibe........... .. 0 —— — — —— Aschaffenburg Zellstoff...... .. 3 137,25 137,5 137,5 137 Bemberg................. .. 0 111,5 112,25 111,25 111,5 Bekula................... .. 8 165 165,5 165 166,25 Buderus Eisen............. .. 4 119,5 120,5 118,75 119,5 Cement Heidelberg......... Cement Karlstadt.......... .. 7 160,5 160,5 — .. 6 — —— — —— Chade A.-C................ .. 9 — — — —— Conti Gummi............. . 11 188,5 189,5 189,5 190 Daimler Motoren.......... .. 5 128,5 128 128,13 128 Dessauer Gas............. .. 4 — 116,4 116,5 Deutsche Erdöl ............ .. 5 148,5 149,5 148,75 149,25 Deutsche Gold- und Silber .. .. 9 262 264 Deutsche Linoleum......... . 10 175,25 176,75 175,25 177 Elektrische Lieferungen...... .. 6 135 135 135 136,5 Elektrische Licht und Kraft... .. 7 148 148,5 148 148 I. G. Farben-Jndustrie..... .. 7 169 169,5 168,4 169 Felten & Guilleaume....... .. 6 138,75 139 139 138,9 Gesfürel.................. .. 6 145,5 145.5 145 145,5 Th. Goldschmidt........... .. 5 129 129 127,75 128,5 Gritzner Maschinen......... .. 0 45,65 45 45,65 45,25 Harpener................. 2'/, 155,5 154 155 153 Hoesch Eisen............... 3'/r 118,25 119 118 119,25 PhUipp Holzmann......... .. 6 145 145,5 145,25 145 Ilse Bergbau.............. .. 6 — — 175,5 Ilse Genüsse.............. .. 6 146 147,5 146 147 Kali Aschersleben.......... .. 5 138,75 140 139 139,5 Klöcknerwerke ......... ... 4y2 124,5 125,5 125 125,25 Kokswerke und Chemische Fabrik 6 — 144,75 144,75 Lahmeyer................ .. 6 125,75 126 125,5 Mainkraft................. .. 4 94,75 94,75 —— Mannesmann............. .. 3 119,25 120,25 119,25 119,9 Mcmsfelder Bergbau ...... ey2 155 155,5 155,75 155,75 Metallgesellschaft........... .. d 153,75 155 153,25 155 Orenstein & Koppel........ .. 0 _ 91 91,25 Rheinische Braunkohle...... . 12 227,5 823 227 234 Rheinische Elektro.......... Rheinstahlwerke............ .. 6 .. 6 133 157 135,5 158,25 135,5 156,75 135,5 157,75 Rheinisch-Westfälische Elektro .. 6 132,5 132,75 132,75 132,75 Rütgerswerke ............. .. 6 143,75 145 144 144,75 Salzdetfurth Kali .......... ?y. 182,5 182 182,5 182 Scbückert & Co............. .. 6 164,75 165 165 165 Schultheis Patzenhofer...... .. 4 94,9 94 9 Siemens & Halske......... .. 8 196 196,5 195,75 197,5 Süddeutsche Zucker......... bereinigte Stahlwerke...... Westdeutsche Kaufhof....... Westeregeln Alkali.......... Zellstoff Waldhof.......... Ltavt Minen.............. . 10 3y2 .. 0 .. 5 .. 6 201 121,25 59,25 136 158,5 203 122,5 58,75 137 159 200,5 121,25 59,4 135,75 158 203 122 98,9 136,5 158 32,5 32,75 34 33 4 März 5 .März 4 März ö.Mün Amtliche Notierung Geld | Bries Amtliche Notierung Geld | Briei Amtliche Notierung Geld | Brie, Am licheNotierung Gelb | Brie, 0,747 0,751 0,746 0,750 Japan.................... 0,709 0,711 0,709 0,711 41,91 41,99 42,00 42,08 Jugoslawien .............. 5,694 5,706 5,694 5,706 0,151 0,153 0,151 0,153 Oslo ................... 61,09 61,21 61,04 61,16 47,04 47,14 47,04 47,14 Wien..................... 48,95 49,05 48,95 49,05 11 .05 62,74 56,91 17,52 8.674 54,28 47,04 54,38 47,14 54,24 47,04 54,34 47,14 Lissabon.................. Stockholm ................ 11,04 62,67 11,06 62,79 11,03 62,62 12,155 5,365 11,565 136,24 13,09 '2,185 .375 ,585 .16,52 12,145 5,365 11,555 136,25 12,175 5,375 11,575 136,53 Schweiz.................. Spanien.................. Prag..................... Budapest................. 56,77 17,48 8,656 56,89 17,52 8,674 56,79 17,48 8,656 13,11 13,09 13,11 Reu York.................. 2,488 2,492 2,488 2,492 Geschichten a (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Tagebuch eines Ueberlebenden. (C. K.) Sidney. Als die erste Rettungsmannschaft, nachdem sie sich unter größten Mühen den Weg durch das Ge- (trüpp gebahnt hatte, zu der Stelle in den wilden McPherson-Bergen gelangte, an der ein großes australisches Flugzeug abstürzte und verbrannte, fand sie nur noch zwei Ueberlebende vor. Die beiden erzählten, daß die Fahrgäste im Flugzeug gerade miteinander scherzten, als der Absturz erfolgte. Drei von ihnen halfen einander durch die Fenster auszusteigen, aber vier Insassen wurden getötet. Der eine der Geretteten fand später den Lod, als er über einen Abhang abstürzte, während er Hilfe herbeizuholen suchte. Von den beiden Ueberlebenden führte der eine ein Tagebuch, indem er mit einem Federmesser auf ein großes Metallblatt schrieb. Darin heißt es: „19. Februar. Flugzeug abaestürzt auf einem Hüegl. 1.50 Uhr nachmittags. Bäume deutlich gesehen vor dem Absturz, 50 Fuß entfernt am Fenster der Steuerbordseite. Das Flugzeug hing schwer nach Steuerbord über und fuhr mit lautem Krach auf dem Boden auf. Es fing Feuer, und die Kavine war mit Rauch gefüllt. Ich war der erste, der den Ausgang gewann, indem ich ein Fenster entfernte, zog Binstead heraus und half ihm, Westray herauszuziehen, der am Rücken Brandwunden davontrug. Die Hitze war so groß, daß wir uns aus dem Bereich des Flugzeugs bringen mußten. Es regnete höllisch. — 20. Wetter klar. Westray verließ uns, um Hilfe zu suchen, und er rief aus, daß er ein Farmhaus sähe, aber er kehrte nicht zurück." Dann folgen mehrere Tage lang keine Eintragungen außer einer kurzen Notiz: „Für lange Zeit nichts gesehen. Wissen nicht, warum nicht nach uns gesucht wird." Die letzte Eintragung lautete: „11. Tag. Hoffnung schwindet." Der eine der Geretteten erzählte, welch außerordentliche Anstrengung es ihn gekostet hat, Wasser aus einem Bach herbeizuholen, der nur 200 Meter entfernt war. Er brauchte das letztemal fünf Stunden zu diesem kurzen Weg. Die Frau, die 25 Tiger tötete. (k-h) Bangkok. Hinterindien macht sonst nicht viel von sich reden in bezug auf Rekorde. Aber jene einsame Dschungelwanderin, die Französin Poilane-Bourdeaudocq, hat soeben zweifellos insofern einen Frauenweltrekord aufgestellt, als sie ihren 25. Tiger abschoß. Dabei ist sie keineswegs eine Frau, die nichts anderes zu tun hätte, als den ganzen Tag Tiger zu jagen. Sie besitzt seit zwölf Jahren eine Farm. Anfangs nahm sie es als Schicksalsschlag hin, wenn die Tiger dann und wann ein Stück Rindvieh holten. Endlich aber wurde ihr das au teuer. Sie beschaffte sich eine gute Büchse und baute einen Hochsitz in der Nähe ihrer Viehweiden. „Heute schieße ich selten daneben. Für mich ist das Abschießen eines Tigers genau so eine alltägliche Notwendigkeit wie für die Hausfrau das Mäusefangen. Man muß nur nicht zuviel Aufhebens davon machen!" Die sinkende Stadt. (ku) Tokio. Osaka ist heute eines der großen japanischen Industriezentren. Fast drei Millionen Einwohner zählt diese Stadt, um deren Existenz seit einigen Monaten ernstliche Sorgen erwachsen sind. Schon vor zwei Jahren machte ein Geologe darauf aufmerksam, daß der Boden, auf dem Osaka emporgewachsen ist, die Neigung habe, sich allmählich zu senken. Man nahm diese Kunde damals für einen Schreckschuß. Heute muß man jedoch feststellen, daß in jenen vierundzwanzig Monaten das gesamte Stadtgebiet von Osaka sich um zehn Zentimeter senkte — und selbstverständlich alle Häuser und Einrichtungen mit. Da die Senkung ziemlich einheitlich geschah, sind bis zum Augenblick größere Schäden vermieden worden. Aber es ist möglich, daß die 3 000 000 Menschen von Osaka über Nacht eine unangenehme Ueberraschung erleben. Erstaunliche Selbsthilfe. (sh) Oslo. Stig Hassel ist Holzfäller von Beruf. Er trieb sich — wie es sein Beruf erfordert — auch in diesen etwas kalten Monaten hoch droben in den verschneiten Wäldern umher. Als er eine Baumwurzel hochstemmen wollte, schoß eine im Winterschlaf gestörte Schlange hoch und biß ihm in den Finger. Stig besah den Schaden, überlegte, daß der Arzt weit und die Gefahr dringend sei, griff zu seiner Pistole und schoß sich in raschem Entschluß den Finger ab. Der unzulängliche Korn. (St. Bl.) Stockholm. In den letzten Wochen waren die Arbeiter des schwedischen staatlichen Alkoholmonopols in den Streik getreten, weshalb man allmählich auf die Reservelager zurückgrei^n mußte. Der „Reserve"- Korn hat aber wenig Beifall gefunden, und bald mehrten sich ziemlich lebhaft vorgetragene Klagen, daß das Getränk offenbar seine bekannte würzige Schärfe verloren habe und allzu „zahm" geworden ei. Als man schließlich Proben analysieren mußte, teilte sich zur allgemeinen Ueberraschung heraus, )aß die Zungen richtiger waren, als die Flaschenetiketten Die chemische Formel für den Flaschen- tnhalt war nämlich H2O, welche geheimnisvollen Buchstaben im gewöhnlichen Leben Wasser bedeuten. Den meisten von uns ist noch der berühmte Schulvers in Erinnerung: „Wer niemals war des Lebens froh, der stürzte sich in H2O." Das wollten aber die Käufer des schwedischen „Monopol"-Korns ganz bestimmt nicht. Es stellte sich auch heraus, daß zwei Angestellte der Monopolverwaltung die Flaschen „umgefüllt" hatten, womit sich demnächst die zuständigen Gerichte zu beschäftigen haben. Wolfsjagden in England. (—) London. Wenn man in der englischen Geschichte nachschlägt, dann kann man feststellen, daß nach offiziellen Berichten während der Regierungszeit Heinrichs VII., also zwischen 1485 und 1509, der letzte Wolf in England getötet wurde. Die Geschichte muß revidiert werden; denn in diesen Tagen sind zwei weitere Wölfe in englischen Wäldern abgeschossen worden. Und einen dritten jagt man noch ... Alle drei stammen aus dem Zoo von Kidlington und hatten sich unter dem Gitter hindurch einen Weg in die Freiheit gebahnt. Den einen schoß ein Polizeibeamter nieder, den andern ein Landwirt, der im Krieg Scharfschütze war. Der dritte Wolf konnte sich am längsten seinen Jägern entziehen. Aber eine Anzahl Deutscher Schäferhunde mußte bei der Wolfsjagd ihr Leben lassen. Sie wurden nämlich von den ein wenig eingeschüch- US aller Wett. terten Bauern für Wölfe gehalten und abgeschossen oder mit Knüppeln niedergeschlagen. Kaiser Franz Josef im Eichbaum. (ky) Wien. Die Sache war so: Ein jetzt in Budapest ansässiger Kaufmann war vor vielen Jahren als Holzhändler tätig und kam in Ausübung seines Berufes auch nach dem ungarischen Orte Bodrogköva- ralja. Dort wollte er auf einem Gute einen Posten Holz übernehmen. Als er auf dem Holzplatz stand, stieß ein in seiner Nähe arbeitender Holzarbeiter gerade mit dem Fuß einen eben gespaltenen Holzklotz beiseite. Wie groß war das Erstaunen des Händlers, als ihn aus diesem Holzklotz sozusagen das Gesicht des Kaisers Franz Josef anzublicken schien. Bei näherem Zusehen stellte er fest, daß durch ein ganz eigenartiges Spiel der Natur die Maserung des Holzes genau die Züge des verstorbenen Kaisers erkennen ließ. Das Bild war so deutlich zu erkennen, daß auch die Arbeiter, die der Holzhändler hereigerufen gatte, in Erstaunen gerieten. Der Kaufmann nahm den Holzklotz an sich, ließ ihn sorgfältig behauen und bearbeiten und dann in seiner Wohnung aufstellen. Vor einigen Tagen sah sich der Kaufmann gezwungen, sich von dieser eigenartigen Relique zu trennen. Er verkaufte sie an die Legittmistische Partei in Budapest, die bas Bild in ihren Klubräumen aufstellen will. Schwerer Junge wird nervös. (ky) Budapest. Schon im gewöhnlichen ße'ben ist es mitunter recht unangenehm, wenn man die Nerven verliert. Geradezu verhängnisvoll aber ist es, wenn ein Mann auf „exponiertem" Posten aus der Fassung gerät. Das mußte dieser Tage der „fleißige Re- czenko", ein schon lange von oer Budapester Poli- Neues für dei — Rudolf G. Binding: Angelucia. 68 Seiten. Rütten & Loening Verlag, Potsdam 1937. — (602.) — Auch diese kleine Erzählung, die früher bereits in einem Novellenbande mit andern zusammen erschienen ist, fügt sich nach Inhalt, Form und geistiger Haltung selbstverständlich und unverkennbar ein in die Reche der Dichtungen, welche Rudolf G. Binbings Werk bezeichnen. Es ist eine Erzählung, die wie eine mittelalterliche Legende zu lesen, wie eines jener höfischen Epen, an denen das deutsche Schrifttum des 12. und 13. Jahrhunderts überreich war. Die Geschichte der jungen Gräfin von Nevers aus der Touraine, welche als Angelucia im Kreuzfahrer-Lager vor Damiette den Tod findet, ist ein mit edler Gehaltenheit und sprachlicher Zucht geformter, dichterischer Bericht von irdischer und himmlischer Liebe, von Vision, Verzückung und wunderbarer Verwandlung, — herzbewegend nicht nur als die lleberlieferung oder Gestaltung eines einzelnen menschlichen Schicksals, sondern auch höchst fesselnd als kleiner Ausschnitt aus dem Bilde eines hoch erregten, romantischen, abenteuerlichen und vielfachen schöpferischen Zeitalters. Hans Thyriot — Gertrud Fuffenegger: Mohren- legenbe. 54 Seiten. Geb. 1,80 Mark. Rütten und Loening, Verlag, Potsdam 1937. — (601) — Gertrud Fuffenegger ist eine junge Tiroler Dichterin, deren ersten großen Roman „Geschlecht im Advent" wir im vorigen Jahre in dieser Stelle angezeigt haben. In der „Mohrenlegende" erzählt sie die wunderlich-schmerzliche Geschichte eines Kindes aus dem Morgenlande, das als einsamer Begleiter eines todkrank heimkehrenden Kreuzfahrers in der rauhen Fremde ein schweres Schicksal und ein verklärtes Ende um die Weihnachtszeit findet. Wir glauben, daß Empfindung und Wärme einer weiblichen Erzählkunst sich an einem Stoff wie diesem ursprünglicher und natürlicher entfalten konnten als an der männlich spröden Historie des „Geschlechtes im Advent." Es wird lehrreich fein, die fernere Entwicklung der jungen Tirolerin kennenzulernen. Hans Thyriot. — G. K. Chesterton: Charles Dickens. Im Phaidon-Verlag in Wien. Preis geb. 5.— RM. — (581.) — Chesterton gibt fein Lebensbild feines großen Landsmanns, dessen Bücher, von den ersten Penny-Heften der Pickwickier bis zu den letzten großen Romanen einen bis dahin unerhörten Bucherfolgt weit über die angelsächsische Welt hinaus gehabt haben, der aber bis heute nicht aufgehört hat, eine höchst umstrittene Persönlichkeit in der kritischen Literaturgeschichte zu fein. Chesterton untersucht die Gründe für diese so unterschiedliche Bewertung von Werk und Charakter eines Schriftstellers, der noch heute im Jahre der 125. Wiederkehr seines Geburtstages eine nach Millionen zählende begeisterte Lesergemeinde aus allen Völkern, allen Ständen, allen Attersschichten um sich zu scharen vermag, während ihn manch namhafte Vertreter der zünftigen Wissenschaft mit scharfen Worten des Tadels atro dem Kreise der wahren Dichter für immer verbannen möchten, ohne indessen leugnen zu können, daß die Wirkung seiner „Kunst" keineswegs auf billigen Spannungseffekten beruht. Diese Wirkung ist um so erstaunlicher, als die Dickensschen Werke mit wenigen Ausnahmen in Thema und Durchführung durchaus zeitgebunden waren, eine sozialkritische Mahnung an seine Zeitgenossen, geboren aus den bitteren Erfahrungen seiner eigenen traurigen Jugend, über dem äußeren Glanz der damals für England eben aufsteigenden Aera des Industrialismus und der bürgerlichen Wohlhabenheit des Liberalismus nicht die Aerm- sten der Armen zu vergessen, die der dahinrasende Wagen des wirtschaftlichen Fortschritts erbarmungslos in den Abgrund aelchleudert hat. Man hat ae- sagt, daß Dickens, ähnlich wie Turner und Constable nach einem ebenso witzigen wie treffenden Wort von Wilde den englischen Nebel gleichsam entdeckt haben, den vor ihnen niemand gesehen hat, die Atmosphäre des Londoner Ostends „geschaffen" hat. Und diese eigene Wett der Dickensschen Gestalten, die vor ihm niemand gesehen hat, obwohl sie vor aller Augen lag, zeugt für die Schöpferkraft des Dichters, der etwas Allgemeingülttges auf feine besondere Art hervorgebracht hat, eine universale Leistung nach einem Wort Chestertons, die nur ein Engländer hervorbringen konnte Man hat die Dickensschen Charaktere und ihre Taten übertrieben und unmöglich genannt für die moderne Anschauungsweise, aber die durch und durch dichterische Phantasie ihres Schöpfers hat ihnen Unsterblichkeit eingehaucht, vor der der Realismus im Wandel der Zeit verfliegt. So verdanken wir Chestertons geistvollem Essay grundlegende Erkenntnisse für Charakter und Werk von Charles Dickens, darüber hinaus aber auch einige kluge Bemerkungen über zei gesuchter Einbrecher, am eigenen Leibe erfahren. Niemals bisher konnte ihn die Polizei fangen. In einer der letzten Nächte war Reczenko wieder einmal mit einem Einbruch beschäftigt. In einem Geschäftshause am Sandorvlatz in Budapest wollte er einem Geldschrank zu Leibe gehen. Als er mitten in der „Arbeit" war und gerade den Schrank öffnen wollte, brach ihm ein Dietrich ab. In seinem Aerger schleuderte er mit einer Verwünschung das Werkzeug in die Ecke. Das hätte er nicht tun sollen, denn von dem Geräusch erwachte der Pförtner, der unter diesem Raume schlief. Schon wenige Minuten später wurde Reczenko von der Polizei aufgefordert, die Hände hoch zu heben. Die wahre Liebe. C. K. Belgrad. In einem kleinen Dorf Jugoslawiens bemerkte- der Bauer Stoja Mijes zu seinem großen Mißvergnügen, daß sich seine Tochter nicht, wie er gewünscht hatte, in einen reichen Freier verliebt hatte, sondern in einen armen Marktschreier. Die Tochter war jedoch fest entschlossen, den Mann ihrer Liebe zu heiraten und wollte von dem reichen Bräutigam nichts wissen. Da entschloß sich der Vater, um seine Tochter gefügig zu machen, an dem Tage bevor diese sich verloben wollte, es ihr mit Gewalt unmöglich zu machen, zu ihrem (Beliebten zu gelangen, nahm ihr alle Kleider weg und schloß sie in einem Zimmer ein. Der Bericht läßt sich nicht genauer darüber aus, ob der Bauer ihr wenigstens das Hemd gelassen hatte oder ob sie sonst in den Besitz eines solchen gelangte, Tatsache aber ist, daß sie nur mit dem Hemd bekleidet fünf Kilometer weit über die schneebedeckten Felder floh, um zu ihrem Geliebten zu gelangen. Angesichts dieser Leistung, die den Vater endlich von der Gewalt der Liebe seiner Tochter überzeugte, gab es keine Hemmnisse mehr. Der Bauer gab seine Einwilligung, und so konnte die Verlobung in großer Freude gefeiert werden. 1 Büchettisch. die Dichtkunst überhaupt, die die Beschäftigung mit diesem anregenden und einfallsreichen Buch lohnen. Friedrich W. Lange. — Tiere mit Gefühl und Verstand. Eine allgemeinverständliche Darstellung der Forschungsergebnisse über das Seelenleben der Tiere mit praktischen Versuchsanleitungen. Von Dr. Werner Fischel, Leiter der Forschungsstelle für Tierseelenkunde am Westfälischen Zoologischen Garten zu Münster. 133 Seiten mit 100 Abbildungen im Text. In Leinen 3,60 RM. Hugo Bermühler Verlag, Berlin-Lichterfelde. — (599.) — Wenn wir dieses ausgezeichnete, fesselnde und vielfach anregende Buch anzeigen, so möchten wir zunächst auf das im Untertitel zu findende Beiwort allgemeinverständlich mit Nachdruck Hinweisen: hier ist ein von Grund auf sachliches, vom gesicherten Bereich der wissenschaftlichen Methode her geschriebenes Buch , das in jeder Zeile für jedermann leicht lesbar und verständlich ist; überdies nicht allein lesbar, sondern auch sehr lefensroert, denn die Fragen, die hier behandelt und beantwortet werben, interessieren und beschäftigen heute allgemein, nicht etwa nur Zoologen und Psychologen, auch nicht nur Jäger, Hundebesitzer und Haustierhalter. Die Fülle der Tierbücher, die heute auf dem Markt erscheinen, beweist, wie tief und allgemein die Liebe zum Tier in unferm Volke lebendig ist. Die Tierseelenkunde ist einer der jüngsten Zweige der biologischen Wissenschaft; sie- beantwortet hier auf eine so lehrreiche wie reizvolle, oielfältige Aufschlüsse und Anregungen vermittelnde Weise eine Reihe von Fragen, Z2V t / / a Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 7. März. Gießen. Stadtkirche. 9.30 Uhr: Pfarrverwalter Damerau; 11: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde; Pfarrverwalter Damerau; 18: Pfr. Becker; Beichte und hl. Abendmahl für die Matthäus- und Markus- gemeinbe. — Iohanneskirche. 9.30: Pfr. Bechtols- heimer; 11: Kinderkirche für die Lukasgemeinde; Pfr. Bechtolsheimer; 18: Pfr. Heinemann; Beichte und hl. Abendmahl für die Lukas- und Johannesgemeinde. — Kapelle des Alten Friedhofs. 9.30: Pfarrvikar Weckerling. — Petruskapelle (Wetzlarer Weg 59). 9.30: Pfr. Trapp; 10.45: Kinderkirche für die Petrus- gemeinbe; Pfr. Trapp. — Saal der Neuen Krippe. 11: Kinberkirche für bie Johannesgemeinbe; Pfr. Ausfelb. — Cutasfaal (Liebigstrahe 56 H). 14: Taub- ftummengottesbienft; Beichte unb hl. Abenbmahl; Pfr. Bechtolsheimer. — Wiefeck. 9.45: Pfarrassistent Bangert; 11: Kinbergottesbienst; 15: Bibelstunbe. — Alten-Buseck. 10: Gottesbienft; Kollekte. — Trohe. 13: Gottesbienft. — Steinbach. 10: Gottesbienft; Kollekte. — Albach. 12.30: Gottesbienft; anschließenb Christenlehre; Kollekte. — Rödgen. 10: Gottesbienft. — Annerod. 13: Gottesbienft. — Heuchelheim. 10: Hauptgottesbienst; Kollekte. — Klein-Linden. 9.30: Gottesbienft unb hl. Abenbmahl für bie weibliche Jugenb; 11.15: Kinbergottesbienst. — Watzenborn- Steinberg. 13: Gottesbienft. — Garbenteich. 13: Gottesbienft. — Haufen. 10: Gottesbienft. — Langsdorf. 11: Hauptgottesbienst; 20: Abenbgottesbienst. — Dettenhausen. 13.30: Hauptgottesbienst. — Muschenheim. 11: Gottesbienft. — Birklar. 13.30: Gottesbienft. — Münzenberg. 11: Gottesbienft; Kollekte; 14: Teilnahme am Gottesbienft Arnsburg. — Irais-THün- zenberg. 9: Gottesbienft; Kollekte; 14: Teilnahme am Gottesbienft in Arnsburg. — Hungen. 10: (Bottes« bienst; 11: Kinbergottesbienst. — Reinhardshain. 10: Gottesbienst; Kollekte. — Harbach. 12.15: (Bottes« bienst; Kollekte. — Beltershain. 14.15: Gottesbienst; Kollekte. — Veitsberg. 10: Lesegottesbienst. — Kirchberg. 10: Gottesbienst. — Lollar. 13.30: Gottesbienst. — Cid). 9.45: Beichte; 10: Stiftspfarrer Naumann; Kollekte; Abenbmahl; 13: Kinbergottesbienst. — — Nieder-Bessingen. 13.30: Stiftspfarrer Naumann. — Birklar. 13.30: Kanbibat Becker. — Muschenheim. 10.45: Kanbibat Becker. Montag, ben 8. März. 20 Uhr: Frauen- unb Mäbchenabenb (Bibelkreis). Trais-Münzenberg. 20 Uhr: Frauen- unb Mäbchenabenb (Bibelarbeit). Mittwoch, ben 10. März. Gießen. Stadtkirche. 18 Uhr: Passionsgottesbienst. — Klein-Linden. 20: Paffionsanbacht. — Langsdorf. 20: Paffionsanbacht. — Münzenberg. 20: Frauen- unb Mäbchenabenb (Bibelarbeit). — Daubringen. 20: Paffionsanbacht. — Lich. 20: Paffionsanbacht. Donnerstag, den 11. März. Kirchberg. 20 Uhr: Paffionsandacht für Staufenberg unb Ruttershausen. — Lollar. 20: Passions- I andacht. denen jeder schon einmal begegnet sein muß, wofern er nur über das oberflächlichste Verhältnis zur Tier-Welt im weitesten Sinne verfügt: ist das Handeln der Tiere vorn Instinkt geleitet, vom Verstand, vom Gefühl, von einer Regung, die ein dem unfern ähnliches ober vergleichbares Seelenleben voraus- setzt? Der überaus weitschichtige Stoff ist klar gegliedert; die Ergebnisse werden mit Vorsicht und Ueberlegung möglicher Fehlerquellen aus dem Versuch entwickelt; feber bieser Versuche ist so beschrieben, baß auch ber ungeschulte Leser mühelos folgen unb verstehen kann; außerbem veranschaulichen zahlreiche vortreffliche Bilder im Text (Photos, Zeichnungen, Schemata) den jeweiligen Vorgang. Wahrnehmungsvermögen, Gedächtnisleiftungen, mehr ober minder selbständige, auf ein bestimmtes Ziel gerichtete Handlungen stehen im Mittelpunkt der Untersuchungen. Der Kreis der Versuchstiere ift weit gezogen; die Experimente befassen sich mit niederen Lebewesen wie (Seeanemone und Einsiedlerkrebs ebenso eingehend wie mtt den hochorganisier-- ten und intelligentesten, Hunden und Menschenaffen vor allem. Rückschau unb Ausschau fassen bie Ergebnisse übersichtlich zusammen; Register unb Schriftenverzeichnis werden jedem Leser willkommen sein. Auf bas reichhaltige Anschauungsmaterial, ben klaren Druck und die tadellose Ausstattung des Buches sei besonders aufmerksam gemacht. Dr. Hans Thyriot. — Jürgen Hahn-Butry: Die Mann» schäft. Frontsoldaten erzählen vom Front-Alltag. Band II mit 22 Bildern. Preis in Ganzleinen 4,80 Mark. Verlag Wilhelm Limpert, Dresden-^. 1. — (2) — Den starken Eindruck dieser ganz unliterarischen Gemeinschaftsleistung deutscher Frontsoldaten bestätigt auch dieser zweite Band. Wenn auch nicht überall ber Charakter bes „Front-Alltaas" gewahrt sein mag, so wirb man boch als satanisches Gegenspiel zum Erlebnis bes Frontkämpfers auch bas büftere Bild nicht missen wollen, das Curt H 0 tz e l von dem besaitistischen Treiben einer gewissen Sorte von „Reklamierten", „Unabkömmlichen" unb „Dauernd untauglichen" in ben Postüberwachungsstellen entwirft. Auch bas gehört in biefen Rahmen wie Ettighoffers Skizze „Vizefeldwebel Links- heraus", die an einem Einzelschicksal uns bie Tra- göbie ber zwischen zwei Völkern gestellten Elsässer näher bringt, als manche langatmige Abhanblung. Für bas gewöhnliche Frontschwein besonbers interessant ist auch ber Tag eines Divisionskommandeurs, von besten Dasein sich boch manche von uns ein geruhsameres Bilb entworfen haben werben, als es uns in ber Schilderung des durch viele kriegswisten- schaftliche Arbeiten bekannt gewordenen Generals Kubisch entgegentritt. Eine launige Geschichte, die aber auch einen guten Einblick in die gefahrvolle, ganz auf sich gestellte Tätigkeit unserer U-Bootsbe- satzungen gewährt, hat der Korvettenkapitän Freiherr von Forstner beigesteuert. Nicht alltäglich sind auch die Geschehnisse, die Oberleutnant Agric 0 la als „Front-Alltag" eines Nachrichtenoffiziers erzählt. Von den vielen bekannten unb unbekannten Mitarbeitern dieses Buches wie Schauwecker, Keienburg, Bloem, Freiherr Grote, Euringer, Dwinger u. a. einige Beiträge herauszugreifen, widerspricht im Grunde dem Geist dieses Buches. Nur um seiner befreienden Heiterkeit willen sei noch genannt die köstliche „Maskerade", von ber Corbt v 0 n Branbis erzählt. Unb Erich Mül - bes Skizze „Gasthaus zum Frieden" sei noch erwähnt, weil sie bas gute Verhältnis zwischen beut- scheu Frontsoldaten unb Bevölkerung auch auf bem italienischen Kriegsschauplatz zeigt. So wird auch bieses phrasenlos-unhelbische Buch vom Frontalltag als ein Denkmal ber Kameradschaft das Band enger schlingen zwischen Frontgeneration und junger Mannschaft, die daraus lernen kann, daß erst „im eintönigen (Brau des Alltags" der Soldat zu zeigen hat, was in ihm steckt. Friedrich W. Lange. / r / / Freitag, ben 12. März. Mainzlar. 20 Uhr: Paffionsanbacht. — Nieder- Bessingen. 19.30: Passionsandacht. Evangelische Stadtmission (Christliche Gemeinschaft innerhalb der Landeskirche), Lobersttaße 14. Sonntag, den 7. März. 8.30 Uhr: Morgenanbacht; 13.30: Sonntagsschule; 15: Gemeinschaftsstunbe für Mit- glieber; 16: Solbatenbibelstunbe; 20.15: Eoangelisa- tionsvortrag. — Montag, ben 8. März. 15 unb 20: Vorträge von Pastor Mobersohn. — Dienstag, ben 9. März. 15 unb 20: Vorträge von Pastor Modersohn. — Freitag, den 12. März. 20: Zeugnisabend; Prediger Stähler, Peters und Missionsbirektor Seiet (St. Chrischona). Gemeinschaft innerhalb der Kirche (Landeskirch- tiche Gemeinschaft), Gutenbergstraße 9. Sonntag, ben 7. März. 20.30 Uhr: Evangelisationsstunbe. — Mittwoch, ben 10. März. 20.30: Bibelstunbe. — Donners- taa, ben 11. März. 20.30: Jugendbunbstunbe. Neuapostolische Gemeinden, Hänbelstraße 1, Eder» straße 13. Sonntag, ben 7. März: 9.30 Uhr: Gottesdienst; 16: Gottesdienst. — Mittwoch, den 10. März. 20.30: Gottesdienst. Katholische Gemeinden. Samstag, ben 6. März. Gießen. 16.30 unb 19 Uhr: Beichte. Sonntag, ben 7. März. 4. Fastensonntag. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommunion ber Männer; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Pre- bigt; 11.15: Messe mit Prebigt 17.30: Christenlehre unb Anbacht. — Grünberg. 9.45: Hochamt mit Prebigt. — Hungen. 17.30: Vortrgg unb Anbacht. — Laubach. 10: Hochamt mit Prebigt; 14.30: Christenlehre unb Anbacht. — Lich. 7.30: Hochamt mit Prebigt; 20: Vortrag unb Anbacht. — Nidda. 8.15: Hochamt mit Predigt. — Schotten. 10.30: Hochanv mit Predigt. Dienstag, den 9. März. Gießen. 20 Uhr: Fastenandacht. Mittwoch, den 10. März. Hungen. 7.15 Uhr: Messe. Freitag, den 12. März. Gießen. 20 Uhr: Fastenandacht. Oeffentttcher Sonntagsdienst. Polizei: Telefon 2751, nur in dringende» Notfällen Telefon 01. Feuerwache: Telefon 2244/45, Notruf Telefon 02. Hauptpostamt: Beschränkter Schalterdienst 8 bis 21 Uhr. Stadt postamt: Für Schließfachabholer f bis 13 Uhr. Sanitätskolonne: Telefon 2500. Falls behandelnder Arzt nicht zu erreichen: A e r z t e : Dr. Malech, Dr. Ploch. Zahnarzt: Dr. Schäffer. Apotheke: Engel-Apotheke. Autohilfe: Rufnummer 04 beim Postamt Gieße». sind unsere neuen Frühjahrs-Kostüme, meine Damen I Sie müssen sie sich unbedingt einmal bei uns anschauen. Auch unsere kleinen Preise werden Sie sicher zufrieden stellen. GIESSEN SELTERSWEG 81 ;NHABER; £ÄRL>HEINZ SCHLÜTE R| Jur Nacheichung geeichte Waagen und Gewichte aller Art 1439D Vogtsche Privat-Handelsschule Gießen, Goethestr. 32 Telephon 24s6 Zweijährige Hande!sk!asse für Schulentlassene mit Sjähr. Schulbildung. Ziel: Mittlere Reife (früher Ein.iähi .-Examen genannt). Für Mädchen auch Kochen u. Nähen. Schulgeld RM.17.-, keine Nebengebühren Ein- u. halbjährige Handelsfachklasse Schulgeld RM. 19- keine Nebengebühren. Abendkurse für Berufstätige in Maschinenschreiben,Stenographie und allen Handels- Fächern. 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