ttlOt* 9tsai Q?e,C: be(Qnnien en ’feen It in* . t? 'N der 'e1* bem • ft,!; i- 'tft «m Gii, >fes 7'*» t.A y>eorq hinaus :ne- der ein 7M bis Regiment zu 1 ."eues unb 5 des Steijes ?r er allezeit ^r Beamter. postKrof. ^ltigen Ein. öur Zufrie. olkerung die rg- die in den l«ne ganzen ■utit konnte 5. ?e|t der • lemer M 1 begehen. - «Abel, eine Verstorbene >en ihr Alter ll. gsfest. mmunion; 9: lion. Samstagnad). Januar 1937, )r, verweigere Leg hitv. an tn gsweise segea SZT §L- L, HanMöe, »!«& kopflos Fischen 32 Pfennig säen! ;n billig Indier: rslrafie 2 rate 2 rate 2 iwistt.M strate 22 ii.Hirttitr.M MMN tehoistrateil 8aiitelslr.27 5s®? 18Z. Jahrgang M.4 Erstes Blatt M. Jahrgang ' Mittwoch, b.Januar MZ er)d)emi tögltd), außet M HnnaDme von Lnzergen Sonntags und Feiertags ▼ für die Mittagsnummer Beilagen: Die Illustriert. kA ▲ AA A AÄ M AA A A A J&h, A. ^tib b,-8-/.Uhr des Bormittag, ©ienenci Familienblätter M HA W WW jBW MW WW R IW fflY Grundpreise für l mm höhe HeimatimBild-DieScholl. ■ RW ■ 11 |7 11 ■ ■ 11 BV f| 1171> | 4 ■ 1/ ■ für Anzeigen von 22 mm Monats-vezugsprets: HLr |Z ■ ■ ■ /■ RI WM M ■ Breite 7 Rpf., für Text. Mit 4 Beilagen RM.1.95 W W V W WU W M WR W W ■[ W £ W W Wa M H W HL W anzeigen von 70 rnm Breite Ohne Illustrierte 1.80 M |A W W M ■. fflhi ''Tj. W HL H M,W^M 5^ ÄL- 50Rpf.,Platzvorschrif1 nach v:°Tte,~eT von einzelnen Nummern Rjr Lrmahtgte Grundpreise, infolge höherer Gewalt Stellen-, Vereins., gemem. MM General-Anzeiger fit Vberhessen Doftfebedtonto* behördliche Anzeigen 6Npf» Stantfuri am main HGss vruck uttö Verlag: Srühl'sche UstiverftlSls Such- und Steindruckerei «.Lange in Stehen. Schristleitung und S-ichäftsftelle: Schlllstrahe 7 M-ng°n°bichlüff-Staffel 8 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Letzte Warnung an die roten Machthaber. Befristete Aufforderung zur Auslieferung des Passagiers und der Restladung der „palos" Oie Wirtschaftslage -rinnen und draußen. Von Or. Carl Wellthor. Politik zu bringen. Die amerikanische Waffenausfuhr Zweiter Waffentransport für die Roten genehmigt. Der Londoner Lleberwachungsplan den spanischen Parteien übersandt. munistischen Staat in Westeuropa bezeichnen kann. Es ist in diesem Zusammenhänge von größter Bedeutung, in welchem Sinne das englisch-italienische Mittelmeer-Abkommen ausgelegt wird. Die Verpflichtung zur Aufrechterhaltung des Status quo im westlichen Mittelmeer gilt unseres Erachtens nicht nur für Italien, das sich damit aller territorialen Ansprüche auf spanischen Besitz begeben hat, sondern ebensosehr für Sowjetrußland, das sich in Spanien bzw. in Katalonien eine eigene Kolonie einrichten Die Reichskreditgesellschaft veroffent- licht soeben ihren Bericht für das zweite Halbjahr 1936. Dieser Bericht ist wie gewöhnlich eine reiche Fundgrube wirtschafts-, finanz- und sozialpolitischer Daten und Darlegungen. Sie gibt auch den üblichen Rückblick auf das abgelaufene Jahr und den Ausblick auf das kommende Jahr. Diese Ausführungen konnten und wollten an den großen politischen Zusammenhängen nicht vorübergehen. Sie machen die bekannten Spannungen zwischen den Völkern dafür verantwortlich, daß zahlreiche Quellen von Verlust und Störung nicht beseitigt werden konnten. Sie heben hervor, daß Deutschland unverändert bereit sei, sich an der Behebung der inter» nationalen Wirtschaftsschwierigkeiten zu beteiligen. Sie vergessen auch nicht die Rolle hervorzuheben, welche die einmalige Rüstungskonjunktur bei der Produktionsbelebung spielt. Deutschland hat dieses Wettrüsten nicht gewollt; erst als alle Versuche, die Großmächte auf den verringerten deutschen Rüstungsstand herabzubringen, gescheitert waren, hat die Regierung des neuen Deutschlands ihrerseits energisch die Beseitigung des uns im Versailler Vertrage auferlegten Rüstungshandicaps in Angriff genommen. Es wird gemeinsame Sorge aller an der Rüstung beteiligten Völker und Länder sein, wie sie die erlöschende Rüstungskonjunktur durch eine echte friedliche Konjunktur ersetzen können. Es ist selbstverständlich, daß der Bericht der Reichskreditgesellschaft von den beiden deutschen Vierjahresplänen spricht, deren erster im Herbst 1936 — also früher als im Februar 1933 in Aussicht genommen worden war — im wesentlichen beendet werden konnte, und deren zweiter uns ja im Jahre 1937 in hohem Grade beschäftigen wird, lieber diesen zweiten deutschen Vier- jahresplan wird gesagt, daß er das Interesse Deutschlands am Außenhandel — und vornehmlich an der Ausfuhr — nicht Der« mindere. Es ist also verfehlt, wenn von ausländischen Kritikern behauptet wird, der zweite deutsche Vierjahresplan werde den Handelsverkehr zwischen Deutschland und der Umwelt zum Erliegen bringen. Die Reichskreditgesellschaft tritt für ihre Behauptung auch den Beweis an: Deutschland hatte vor dem Weltkrieg für 25 bis 30 Milliarden Mark Guthaben im Ausland und daraus Einkünfte, die es ihm gestatteten, einen Paffivfaldo der , Handelsbilanz von mehr als einer Milliarde im . Jahr auszugleichen. Dies Auslandsguthaben hat ; sich durch die territorialen Verluste und durch die Reparationsbelastung in eine Schuld von 12 bis ' 13 Milliarden Mark verwandelt. Obwohl Deutsch- ; land Mitte 1934 für seine langfristigen Schulden , ein Moratorium verfügen mußte und auch freie . Ueberroeifungen verhindert, haben die Gläubiger« länder, denen gegenüber Deutschland einen lieber« ' schuß im Außenhandel erzielt, doch im Verrechnungsverkehr Möglichkeiten genug, sich für fällige Zinsen Deckung zu verschaffen. So kommt es, daß " Deutschlands Handelsbilanz trotz ihrer Aktivität keine Heberschüsse liefert, aus denen in einem ' späteren Zeitraum ein verstärkter Rohstoffbe« ' z u g bezahlt werden könnte. Erzielte Deutschland diesen Ueberschuß in der Handelsbilanz nicht, so könnte es nicht die halbe Milliarde Mark für den ausländischen Schuldendienst zur Verfügung stellen. Berlin, 5. Jan. (DJtB.) Der Admiral der deutschen Seestreitkräfte in den spanischen Gewässern hat über den Kreuzer „Königsberg" folgenden Funkspruch an die roten Machthaber in Valencia gerichtet: „Nachdem nunmehr die beiden Dampfer „Aragon" und „2U arta Iuquera" von deutschen Seestreilkräften beschlagnahmt worden sind, wird nochmals die Auslieferung des Passagiers und der Restlabung des Dampfers „palos" gegen Freigabe der beschlagnahmten spanischen Dampfer gefordert. Sollte binnen drei Tagen, bis zum 8. Januar um 8 Uhr vormittags, die Auslieferung nicht erfolgt sein, werden die Dampfer und ihre Ladungen von der deutschen Regierung unter Abrechnung mit der von ihr anerkannten spanischen Regierung verwertet werden. Falls Wiederholung eines Piratenaktes gegen deutsche Handelsschiffe erfolgen sollte, wird die deutsche Regierung genötigt sein, weitere Maßnahmen zu ergreifen." Der Unterausschuß erörterte dann.die finanzielle Seite des Ueberwachungsplanes und nahm eine Erklärung zur Kenntnis, die sich auf die Fortschritte bezog, die die technischen beratenden Unterausschüsse gemacht haben, die in der letzten Sitzung eingesetzt worden sind, um die technische Seite der zwei Fragen zu prüfen, die unter den Begriff „ungerechte Einmischung" fallen. Es handelt sich dabei um die Rekrutierung ausländischer Staatsangehöriger für den Militärdienst einer der beiden Parteien in Spanien und die verschiedenen Formen finanzieller Hilfe für diese Parteien, die durch eine Ausdehnung des Abkommens unter Kontrolle gebracht werden könnten. Die Berichte dieser Ausschüsse werden im Verlaufe der nächsten ein bis zwei Tage unterzeichnet werden. Kolonne, besonders nach den letzten Verlusten k a tast rophal erschüttert sei, und allgemeine Disziplinlosigkeit herrsche. Eine von den Nationalisten eroberte Villa war für de n kommunist i s ch e n Stab mit allem Luxus eingerichtet, und wies große Bestände an Kleidung, Lebensrnitteln und Munition auf. Der nationale Sender meldet, daß der Oberste Befehlshaber der katalanischen Streitkräfte, Oberst Sandino, auf dem Fort Montjuich f e st g e s e tz t wurde, da die Polizei ihn bei Vorbereitungen f ü r eine Flucht nach Frankreich ertappte. Eine große Geldsumme, die diesem Zweck dienen sollte, wurde beschlagnahmt. Die Verhaftung erregt in Katalonien großes Aufsehen, da Sandino seit Revolutionsbeginn Generalissimus der katalanischen Streitkräfte ist. — In Bilbao drangen rote Horden in das Gefängnis ein und er rnorde- ten di e dort eingeterterten 200 Geiseln. Die Horden trieben die Geiseln zusammen, und warfen Handgranaten unter sie, so daß die Körper völlig zerrissen wurden. Aus dem Bericht der Reichskreditgesellschaft geht noch eine weitere außenwirtschaftlich bedeutsame Tatsache hervor: der G o l d st r o m fließt unverändert nach denjenigen Ländern, die ohnehin überreich an Gold sind. Diejenigen Länder, die ihre Devisen in Bewirtschaftung nehmen und ihre Währungen vor der internationalen Spekulation schützen mußten, sind derartig von Gold und Devisen entblößt, daß sie nicht einmal in einem kurzen lieber« gangszeitraum ihre Rohstoffeinfuhr aus Reserven bezahlen können. Dazu kommt, daß durch den Kreditzusammenbruch vom Sommer 1931 jene Deckungskredite aufgehört haben, die zur Zwischenfi n a n 3 i e r u n g überseeischer Rohstoffbezüge verwendet wurden und die nicht ohne weiteres ersetzt werden konnten. Wenn die Rohstoffländer und mit ihnen die Gläubiger dieser Länder und die Vermittler ihrer Lieferungen an die Interessenten, — also die großen Welthandelsvolker, — jahrelang unter der Preisdepression der Rohstoffmärkte gelitten haben, so tragen, sie selber daran die Hauptschuld. Sie hätten diese Entwicklung vermeiden oder doch erheblich mildern können, wenn sie bereit gewesen wären, den Schuldnerländern ihre Verpflichtungen zu erleichtern und ihnen bis zur Ueberroinbung der Uebergangsschwierigkeiten Kredit zu gewähren. Daß sie dazu nicht bereit waren, hat überwiegend politische Gründe. An Bemühungen der internationalen Wirtschaftsorganisationen, nämlich der großen Branchenzusammenschlüsse und der Internationalen Handelskammer, nach dieser Richtung hat es nicht gefehlt. Noch im vorigen Jahr stellte der Bericht der Reichskreditgesellschaft fest, daß die Umwelt in der Ueberwindung der Krise weitergekommen sei als Deutschland, wenigstens soweit die Außenwirtschaft in Betracht kommt. Der neue Bericht der Reichskredit-Gesellschaft verzeichnet für die deutschen Produktionsmittelindustrien, daß im dritten Quartal 1936 der Stand vom gleichen Quartal 1929 —- dem letzten Konjunkturjahr —, um 18 v.H. Ü b er troffen worden war. Bei den Konsumgüterindustrien ist der Stand von 1928/29 wieder erreicht worden. Damit wird der alte Erfahrungs- fatz bestätigt, daß die Konjunkturbesserung bei den Um das Wahlrecht der Eingeborenen in Nordafrika. Lord Nordelibank fordert Lösung der Kolonialfrage. London, 5.Jan. (DNB.) Das Oberhausmtt- glieb Lord Nordelibank fetzt sich in einer Zuschrift an die „Times" für eine Rückgabe von Togo und Kamerun ein und meint, daß Neuseeland, falls hierdurch der europäische Friede gewahrt werden könne, keine starken Einwände gegen die Rückgabe Sam 0 as und Australien keine Einwände gegen die Rückgabe Neu-Guineas erheben werde. Vielleicht gelinge es auch, Japan zu überreden, eine der Inseln im Stillen Ozeam wieder zurückzugeben. Lord Nordelibank weist ferner auf Holländisch-Neu-Guinea, das noch in weitem Ausmaß erfchließungsbedürftig fei und meint, daß auch Portugal helfen könne. Paris, 6. Jan. (DNB. Funkfpr.) Die Bürgermeister von 120 algerischen Städten haben unter dem Vorsitz des rechtsstehenden Bürgermeisters von Dran, Abb6 Lambert, in Dran gegen einen Gesetzentwurf protestiert, durch den den Eingeborenen der nordafrikanischen Kolonien unbeschränktes Bürgerrecht und insbesondere das Wahlrecht zugestanden werden soll. Diese Vorlage werde in Algerien von allen revolutionären Elementen unterstützt, die den französischen Einfluß in Nordafrika bekämpften und eine „algerische Nation" anstrebten, die von dem französischen Mutterland abgetrennt werden solle. Eine Gesetzesvorlage wurde gutgeheißen, durch die den Eingeborenen ein beschränktes Wahlrecht und eine parlamentarische Vertretung zugestanden wird, sowie eine Art Eh r e n b ü r g e r r e ch t für diejenigen Eingeborenen, die sich um das französische Vaterland besonders verdient gemacht hätten. Die Bürgermeister wurden beim Verlassen des Rathauses von mehreren hundert Kommunisten mit Schmährufen und dem Gesang der Internationale empfangen. Die Mitteilung, die der Kreuzer „Königsberg" an die roten Machthaber in Valencia gefunkt hat, stellt eine letzte Warnung und zugleich das einzig mögliche Mittel dar, durch das eine zufriedenstellende Lösung des Palos-Zwischenfalles erzwungen werden kann. Ob nun die Bolschewisten sich ejnes Besseren besinnen und das gestohlene deutsche Eigentum bis zum vorgesehenen Datum herausrücken ober ob sich im anderen Falle die deutsche Regierung veranlaßt sieht, die von unseren Kreuzern aufgebrachten roten Dampfer der recht- mäßigen spanischen Regierung Francos auf dem Derrechnungswege zurückzugeben — in beiden Fallen würde eine ausreichende Sühne erzielt. Sowohl vom allgemeinen moralischen wie vom völkerrechtlichen Standpunkt aus muß also die von Deutschland getroffene Regelung begrüßt werden. Sie trägt der nationalen 'Ehre Rechnung und vermeidet es trotzdem, durch Blutvergießen oder verschärfte Gewaltmaßnahmen einen internationalen Konflikt heraufzubeschwören. Man wird in Valencia wohl ober übel ben Sinn bes beutschen Ultimatums begreifen, man wirb verstehen müssen, baß wir zwar zu einer frieblichen Lösung aller Konflikte jeher« zeit bereit finb, baß wir aber eine Antastung ber deutschen Ehre unb bes beutschen Eigentums niemals zulassen werben. Damit man bort nicht etwa als Schwäche auslegt, was für uns nur bas Bedürfnis nach Frieben ist, hat bie beutsche Regierung gleichzeitig mit ihrem Ultimatum weiter e M a ß- nahrnen für ben Fall angetünbigt, daß sich das Vorgehen roter Piraten gegen deutsche Handelsschiffe wiederholen sollte. ' Man weiß nun also in Valencia, m Barcelona, in Madrid, in Bilbao ober wo sonst sogenannte rote „Regierungen" bestehen sollten, woran man ist. Db allerbings die verschiedenen Kommissionen und Ausschüsse, die in ben ebengenannten Stabten eine ftänbiq wechselnbe Gewaltherrschaft ausüben, noch imstanbe finb, felbftänbige Entschlüsse zu fassen, bas ist eine Frage, bie man heute wohl schon verneinen muß. Es geht im roten Laben alles brunter unb brüber, bie verschiebenen marxistischen, anarchistischen unb kommunistischen Gruppen liegen m ständigem Streit miteinander, eine gesetzliche Ordnung ist nicht vorhanden, und wenn da und dort sich gewisse Revolutionskomitees oder Machtcliquen behaupten, so finb auch biefe nneber« um nur Marionetten in der Hand der Moskauer Regisseure. Der sowjetrussische Botschafter Moses Rosenberg in Valencia ist der wahre Herrscher über Rot-Svanien, seinem Befehl gehorchen auch jene roten Machtcliguen, bie sich bort Regierungen nennen. m . Unter diesen Umständen erscheint auch der Palos- Zwischenfall in einem ganz neuen Licht. Bedeutende Zeitungen des Auslandes machen auf Die merkwürdigen Umstände aufmerksam, unter denen Die Behandlung dieses Konfliktes durch die Roten erfolgte. Beispielsweise schreibt die Londoner „Dcor- ningpost", bas Vorgehen ber Machthaber in Ba- lencia sei außerordentlich seltsam und gebe zu Dem Verdacht Anlaß, daß Valencia in seinem bartnaai= gen Widerstand gegen die Regelung der Palos- Angelegenheit von Moskau angetrieben werde. Denn sonst sei es unverständlich, warum Valencia es wegen einer verhältnismäßig unrrucy- tigen Sache auf eine Kraftprobe mit Deutschland auf hoher See ankommen lassen wolle. Der Pariser „Matin" berichtet in allen Einzelheiten, wie Der Sowjetbotschafter Rosenberg bie roten Behörden in Valencia und Bilbao gezwungen hat, den Borfai nicht auf gütliche Weise, wie es ursprünglich geplant war, zu schlichten. Auf Befehl Moskaus wurde also der Passagier und ein Teil ber Labung des „Palos" zurückgehalten. Diese Vorgänge bestätigen durchaus die Auffassung, daß es auf feiten ber Bolschewisten so etwas wie eine spanische Regierung niemals gegeben hat. Der spanische Krieg wurde von vornherein durch Moskau inszeniert und durchgefuhrt was auch durch die Tatsache bezeugt wird daß fowjettussische Waffen unb ^aat&a"S,^nD"fnt Anfang an Verwendung fanden. 3WlJ$en if in Katalonien das von Moskau befohlene Pro gramm der Kollektivierung und Sowlettsierung bereits soweit durchgeführt, daß man, wie die Times" es tut, Katalomen als den ersten fom- 3mmer mehr Roie laufen über. »er katalanische Generalissimus vor der Flucht verhaftet. eatamanca.6. San. (DNB. Funkspruch) Di- nationalen Truppen läuterten bas an den letzten bctbcn lagen eroberte Gelände, wobei 627 tote 'Rnhnifiaroßenteils Ausländer, sowie umfangreiches Kriegsmaterial geborgen wurden. 250 kommunistische Söldner liefen über. Die Ueber- läufer benutzten bie kopflose Flucht der roten Truppen sich zu verstecken, um sich bann ben Nationa- Nn zu ergeben. Sie berichteten, baß bie mora - 1 i s ch e Verfassung in ber internationalen Washingtons. Jan. (DNB.) Nachbem sich in Kreisen bes Bundeskongresses unb des Weißen Hauses ein Wiberstand bagegen geltenb gemacht hat, dem Präsidenten Vollmacht zur Verkündung von Waffensperren in Fällen eines Bürgerkrieges zu geben, hat sich die Bundesregierung entschlossen, durch die Vorsitzenden der auswärtigen Ausschüsse beider Häuser ein gemeinsame Entschließung einzubringen, die Präsident Roosevelt lediglich für den besonderen Fall des spanischenBürgerkrieges ermächtigen soll, ein Ausfuhrverbot für Kriegsmaterial zu erlassen. Durch diese Entschließung soll die Verschickung der durch die Maklerfirma Euse in New Jersey für die roten Machthaber in Spanien gekauften Flugzeuge verhindert werden. Der Makler Euse hat aber bereits seine Ausfuhrlizenzen dem Neuyorker Zollinspektor vorgezeigt und begonnen, schnellstens seine Flugzeuge und Motoren auf dem im Neuyorker Hafen liegenden Dampfer „Mare Eantabrico" zu verladen. Euse, der die Ladung schnellstens aus dem Hafen herausbringen will, ehe derKongreß d i e A u s f u h r v e r h i n- bert, hat bie Hafenarbeiter sogar bie Nacht über mit der Verladung von hundert großen Kisten, die 18 Flugzeuge enthalten, beschäftigt. Die Ladung des'Schiffes wird am Mittwoch beendet fein, wenn Euse so fieberhaft weiterarbeiten laßt. Das Staatsdepartement hat ferner dem Munitionsmakler Dinley die Ausfuhrlizenz für Kriegsmaterial für die Bolschewisten m Spanien erteilt. Dinley gab als Empfänger Drb a s, den Vertreter der spanischen Bolschewisten in Mexiko an, der sich angeblich im Flugzeug nach Washington unterwegs befindet. Die Lieferungen sollen nach Valencia gehen. Pressevertretern erklärte Dinley, sein Vertrag laute auf Gesamtlieferungen im Werte non neun Millionen Dollar, darunter auch Gasmasken. So gering angesichts der bevorstehenden Konqreßaktion offenbar die Möglichkeit ist, daß Dinley seinen Riesenvertrag erfüllen kann, \o bestimmt müssen die Aussichten des Maklers Euse angesehen werden, baß ber Dampfer „Mare Ean- tabrico" am Mittwochnachmittag mit einer „Flu^ zeuglabung losdampft. Der Kongreß ntt nämlich gewöhnlich erst mittags zusammen Auf der Tages- vrdnuna stehen zunächst Roosevelts Jahresbotschaft und die amtliche Zählung ber Wahlstimmen. Beamte des Außenministeriums erklärten, daß man dem Schiff, wenn es sich nach ber Unterzeichnung bes Ausfuhrverbotes burch ben Prasibenten n ° ch innerhalb ber D r e i m e i l e n z o n e beftnben sollte, ein Küstenwachboot nachschicken könnte, um es anzuhalten. mochte. Diese Auffassung Des englisch-italienischen Gentleman Agreements wirb offenbar auch in Rom vertreten, denn italienische Zeitungen erklären nach wie vor, baß Italien einen Sowjet st aat in Spanien niemals bulben könne. Die große Frage ist, welche Ansicht bie englische Reaie- rung in biesem Punkte vertritt. Das beutsche Ultimatum hat jebenfaüs neben seinem unmittelbaren Zweck auch bie Wirkung gehabt, etwas Licht in eine sehr bunkle Angelegenheit ber europäischen -........ Ev. London, 5. Jan. (DNB.) lieber die Sitzung bes Unterausschusses bes Nichteinmischungsausschusses würbe folgendes mitgeteilt: Der Vorsitzende teilte mit, daß er Vorschläge für bie Ueberwachung ber Grenzen Spaniens zur See und zu Lande und der spanischen Besitzungen über See zur Durchführung bes Nichteinmischungsabkommens bem britischen Außenminister mit bem Ersuchen Überreicht habe, sie ben beiben Parteien in Spanien zu Übermitteln. Er habe barum gebeten, daß ber Außenminister beide Parteien ersuchen solle, eine Antwort innerhalb von zehn Tagen nach Empfang, und zwar auf die Frage, ob sie zu einer Mitarbeit an dem vorgeschlagenen Ueberwachungs- plan bereit seien. Der britische Außenminister habe sofort die gewünschte Mitteilung an beide Parteien in Spanien ergehen lassen. Produktionsmitteln beginnt, und daß die Konsumgüter erst in einigem Abstand folgen. Besonderes Interesse beanspruchen die Darlegungen des Berichts über die währungspolitische Entwicklung im vergangenen Jahr. Der alte Unterschied zwischen den AbwertungslcHn Dem, in deren Händen etwa 75 v. H. des Welthandels liegen, den „Goldblockländer n", die auf sich etwa 11 v. H. des Welthandelsvolumens vereinen, und den Devisenbewirtschaftun g s l ä n d e r n , die sich in die restlichen rund 14 v. H. des Welthandels teilen, ist durch die neue Abwertungswelle vom letzten Herbst getilgt worden. Der Bericht verzeichnet auch einen sich offenbar anbahnenden Wechsel über die Beurteilung von Wäh- rrmgsabwertungen. Früher war man überzeugt, daß der Hauptzweck die Gewinnung neuer Ausfuhrmöglichkeiten nach anderen Ländern und der Schutz das Binnenmarkts gegen den Zustrom ausländischer Waren sei Neuerdings gewinnt die Lesart an Boden, daß der eigentliche Zweck der Wäh- run^sabwertung die Wiedergewinnung der binnenwirtschaftlichen Handlungsfreiheit sei. Natürlich wird diese „Handlungsfreiheit" auf Kosten derjenigen Volkskreise gewonnen, die Forderungen in Geld haben, also a u f Kosten der Sparer und Rentner. Wenn in einem Land wie England die Währungsabwertung nach einer Abwertung von 40 v. H. gestoppt werden konnte, und wenn sich die Angleichung der Preise und Werte an das neue Verhältnis der Währung zum Gold allmählich und fast unmerklich vollzog, so läßt sich das in einem Lande, das überhaupt noch keine Währungsabwertung durchgemacht hat, allenfalls vertreten. In anderen Ländern dagegen, die bereits eine fast vollständige Enteignung der Sparer und Rentner hinter sich haben, hat eine solche Politik ein ganz anderes Gesicht. Jedenfalls kann die Umdeutung, welche die Währungsabwertung zu erfahren beginnt, Deutschland von seiner bisherigen währungspolitischen Linie nicht abbringev. Der Ausblick des Halbjahresberichts enthält drastische und leider unbestreitbare Charakterisierungen der Handelspolitik, wie sie von den ausschlaggebenden Weltwirtschaftsmächten im vergangenen Jahr getrieben worden ist und aller Voraussicht nach auch ■im neuen Jahr getrieben werden wird. Der Bericht spricht von „Zollmauern von nie gekannter Höhe" und von „unübersehbaren Netzen von verschiedenartigsten Hemmnissen des Weltgüteraus- tauschs". Diese Dinge tragen einen Teil der Schuld daran, daß der internationale Warenaustausch noch nicht schneller in Gang gekommen ist. Die überseeischen Kaufleute müssen bei der Einleitung und Betreibung von Auslandgeschäften immer gewärtigen, daß ihnen irgendeine der unzähligen Zoll-, Einschränkungs-, Kontingentierungs-, Abfertigungs-, Zahlungs- oder Verrechnungsbestimmungen entgangen ist, die nachher entweder das ganze mühsam vorbereitete Geschäft unmöglich macht oder aber die Kalkulation über den Haufen wirft und aus dem errechneten Gewinn einen tatsächlichen Verlust macht. Genau so wie im vorigen Jahr schließt daher die Reichskreditgesellschaft ihren Bericht mit einem feierlichen Appell an alle weltwirtschaftlich interessierten Mächte, sich politisch zu verständigen und zwischen den Gliedern der Völkerfamilie verbesserte und gesündere Beziehungen anzubahnen. Derständiaung der Jugend von Volk zu Volk. Berchtesgaden, 5. Jan. Der Jugendführer des Deutschen Reiches Baldur von Schirach empfing im Namen des Führers die Teilnehmer am deutsch-englischen Jugendlager in der „Adolf-Hitler-Jugendherberge" in Berchtesgaden. Er erklärte u. a.: Wenn deutsche und englische Jugend hier 1n Berchtesgaden zu Gaste sei, so solle sie wissen, daß des Führers große Hoffnung für den Frieden der Zukunft die Verständigung der Jugend von Volk zu Volk sei. Für Verständigung und Verständnis wirbt man nicht, indem man die Ideen des eigenen Volkes einem anderen einzuflößen sucht. Die Jugend soll sich gegenseitig überzeugen, daß die Ideale des eigenen Volkes eben für dieses Volk die gesündesten und nützlichsten sind. Das Lager will durch Pflege des Sportgeistes und der Aussprache Verständnis reifen lassen, daß Freundschaft und Achtung vor fremder Leistung zur Folge hat. Wenn die Jugend der Völker daran geht, sich zu verständigen, so schmiedet sie damit ihr eigenes Glück. Denn sie kann aus ihrer Erfahrung und Kenntnis anderer Völker in späteren Jahren viel dazu beitragen, Katastrophen zu verhüten. Wiedersehen mit „Pamir". Lon Heinrich Hauser. Heinrich Hauser, der einstige Segelschiffsmatrose, dessen Buch und Film über die letzten Segelschiffe noch nicht vergessen sind, hat sich aufs neue auf Fahrt begeben, und zwar mit der „Pamir", seinem alten Schiff. Wie er es nach sechsjähriger Pause in Kopenhagen wiederfand, erzählt er in dem folgenden Bericht. Es waren drei große Segelschiffe, die da draußen ankerten, so weit, daß das unbewaffnete Auge kaum die Masten zählen konnte. Die Luft zitterte über dem Wasser und in diesem Flimmern, das sich im Fernrohr ungeheuer verstärkte, tauchte plötzlich wie aus Dampf der Rumpf eines der drei Schiffe, riesengroß, das ganze Sehfeld füllend. Ich fieberte, ich konnte das Glas kaum genügend ruhig halten; mühsam fand ich die Scharfeinstellung und las den Namen: „Passat". Links von „Passat" lag das nächste Schiff. Wieder zuckte der Wasserspiegel unruhig über das Seefeld, wieder wurde es schwarz vor meinen Augen von einem mächtigen Schiffsrumpf und nun las ich: „Pamir". Ich stand auf. Ich war tiefbewegt, konnte aber keinen Ausdruck dafür finden. Da lag es vor mir, das Schiff, die Wirklichkeit, mein altes Schif. Jetzt musterte ist es genauer durch das Glas. Es ragte hoch aus dem Wasser; augenscheinlich hatte es keine Ladung, nur Ballast. Es tat mir weh, das zu sehen. „Passat" und noch weiter links die „Pommern" waren auch in Ballast. Alle drei waren „zu meiner Zeit", — vor sechs Jahren, noch unter der deutschen Flagge gefahren. Jetzt wehte an der Gaffel am Heck, kaum von dem nordischen Himmel sich abhebend, die blasse Flagge Finnlands, das hellblaue Kreuz im weißen Feld. Wir mieteten ein Motorboot und fuhren hin. Es war ein seltener Anblick, daß drei von diesen letzten elf Segelschiffen zusammen vor Anker lagen. Sie waren bis zur Wasserlinie hinunter frisch gemalt. Nach Kopenhagen kamen sie, um ins Deck zu gehen, den Unterwasseranstrich zu erneuern und Proviant zu nehmen. Ich hatte nur noch Augen für „Pamir". Sie Hat Amerika wieder Hoffnung? Von Or. Friedrich Sohn. VII. Wo die Staubstürme entstehen. Ueber 2500 Kilometer haben wir auf amerikanischem Boden zurückgelegt, als der westlichste Punkt der Reise in Kansas City — etwa in der Mitte zwischen den beiden Ozeanen — erreicht wird. Auf der bisherigen Fahrt lernten wir neben einigen Notstandsgebieten vor allem die besten Agrar- bezirke Nordamerikas kennen. Vergleicht man die Verhältnisse mit denen des Jahres 1932, als ich zuletzt in diesen Gegenden weilte, so ist auch auf dem Lande ähnlich wie in der Stadt eine Besserung der Wirtschaftslage zu erkennen. Infolge der Trockenheit der letzten Jahre hat sich allerdings der Viehbestand erheblich vermindert, aber von der Geldseite gesehen scheint es den Farmern nicht schlecht zu gehen. Die Furcht, daß man dem Ansturm der Krise erliegen werde, ist jedenfalls weitgehend gewichen. Auf dem zweiten Teil unserer Entdeckungsfahrt werden wir uns mit ernsten Problemen beschäftigen, die auch durch eine vorübergehende „gute Konjunktur" nicht beseitigt werden. Die B o d e n e r h a l t u n g ist für den nördlichen Teil der Vereinigten Staaten unb. Kanada weniger ein Problem als für den Süden und Westen. Bei einer starken Spezialisierung auf die Viehwirtschaft erhält der Boden im wesentlichen das zurück, was ihm entnommen wird, ganz anders aber liegen die Verhältnisse in den Gebieten einseitigen 'Pflanzenbaues. Die Bodenzerftörung, die außerdem in USA. durch klimatische Einwirkungen — Wasser und Wind — verstärkt wird, geht in so schnellem Tempo vor sich, daß die besten Bodenfachleute in dieser Entwicklung die größte nationale Gefahr erblicken. Um eine dieser Gefahren, die Bodenverwehungen, kennen zu lernen, wollen wir im Geist einen Ausflug in die noch weiter westlich gelegenen Gebiete der „Großen Ebenen" (Great Plains) machen. Ich bin dort vor einigen Jahren gewesen, als sich in dieser Landschaft unter Anwendung der neuesten technischen Erfindungen, der Traktoren und Mähdrescher, die Weizenerzeugung in mächtigem Aufschwung befand und die Weltmärkte aus den „halbtrockenen" Räumen der Erde unter immer stärkeren Druck gesetzt wurden. Ein Ueb erb lief über die Agrarprobleme Nordamerikas wäre unvollkommen, wenn ich nicht in ganz großen Zügen die Geschichte der Landschaft zwischen dem Mittelwesten und dem Felsengebirge darstellen würde. Als die „Großen Ebenen" bezeichnet man das Gebiet, das sich etwa vom 98. Längengrad nach Westen hin bis zum Felsengebirge erstreckt. Allein in USA. hat dieser Raum in nord-südlicher Richtung eine Ausdehnung von etwa 2500 Kilometer; die Ebenen setzen sich aber noch um viele Hunderte von Kilometern nach Kanada hinein fort. Dieses Land hat drei besondere Merkmale: die Baumlos i g k e i t, die verhältnismäßig ebene Ober- flächengestaltung und die Armut an Wasser. Dadurch — und auch durch die gewaltigen Entfernungen von den Verbrauchsmärkten — werden die landwirtschaftlichen Nutzungsmöglichkeiten außerordentlich eingeengt. Bis weit in die „Großen Ebenen" hinein erstreckt sich im Norden die kanadische und amerikanische „Sommer- w e i z e n z o n e", in der Mitte die „W inter- weizenzone", und im Süden erreicht die „B a u rn w o l l z o n e" hier ihre westliche Grenze. Im äußersten Süden sind die ackerbaulichen Nutzungsmöglichkeiten auf das stärkste beschränkt, weil wegen der höheren Verdunstung nur ein kleiner Teil der geringen Niederschläge für das Wachstum ausgenutzt wird. In diesem Raum, in dem das Deutsche Reich mehrmals Platz haben würde, hat in der Zeit von 1925 bis 1930 eine unerhörte Entwicklung stattgefunden. Hier sind die „G e t r e i d e f a d r i k e n" entstanden, von denen wir soviel gehört haben. Erst durch die Traktoren und den Mähdrescher ist dieses Land, dessen bisherige Nutzungsweise die extensive. Weidewirtschaft war, ackerbaufähig geworden. Es gibt hier Betriebe, deren Bewirtschafter mitunter Hunderte von Kilometern von der Farm entfernt in Städten wohnen und nur zur Bestellung und Ernte aufs Land kommen. Oft werden Tausende von Morgen Land mit Hilfe der Maschinen von ein bis zwei Leuten bewirtschaftet. Nach großen Erfolgen in der Zeit von 1924 bis 1929 ist eine schwere Krisis über dieses Land hereingebrochen, und der Optimismus dieser Menschen, die hier ihr Glück suchten, ist dumpfer Verzweiflung gewichen. Die Natur scheint sich zu rächen, sie sträubt sich dagegen, daß der Mensch ihr Antlitz verändert. Wird die natürliche Grasnarbe umgebrochen, und der Boden durch die Bestellung aufgelockert, so entstehen in diesem Lande mit den nirgends gebrochenen Winden die S t a u b st ü r m e, die in kurzer Zeit zerstören, was die Natur in Jahrmillionen aufgebaut hat. Die amerikanische Ostküste, die über 2000 Kilometer von dieser Gegend entfernt ist, wurde wiederholt durch die Staubmassen verdunkelt, die der Wind mit sich führte. Hier hat die Natur den Amerikanern, die bisher unbekümmert um die Zukunft den Boden ausbeuteten, ein Warnungszeichen gegeben. Die Katastrophen der letzten Jahre haben in der öffentlichen Meinung einen so tiefen Eindruck hinterlassen, daß sich wahrscheinlich in der Einstellung zum Boden eine Wandlung vollziehen wird. Die „Großen Ebenen" sind eine Landschaft, an der man sich die gewaltigen Wandlungen im amerikanischen Raum während weniger Jahrzehnte besonders deutlich machen kann. Vor 60 bis 70 Jahren graften hier noch Büffelherden, und die Rothäute auf ihren flinken Pferden waren die Beherrscher des Landes. Als dann die ersten Eisenbahnen dieses weite Niemandsland durchquerten, und der weiße Mann in größerer Zahl erschien, da war es aus mit den Büffelherden. Die Steppe mit ihren nährstoffreichen Gräsern diente großen Herdenbesitzern als Weide für ihre Tiere. Da die Wasserlöcher in dem regenarmen und flußlosen Gebiet selten waren, gehörten blutige Zusammenstöße und Reibereien zu den Alltäglichkeiten. Es entwickelte sich jener eigentümliche gesetzlose Zustand, der als „Wildwest-Romantik" in unseren Vorstellungen lebt. In der baumlosen und wasserarmen Steppe versagten die Rechtsgrundsätze, die man aus dem regenreichen England nach Nordamerika gebracht hatte. Die unerbittliche Natur erzwang eine Anpassung des Rechts und der Gesellschaftsformen an die hier gegebenen Bedingungen. Die moderne Brunnenbautechnik, die Windmotoren und der in Amerika erfundene Stacheldraht veränderten bann das Wirtschaftsgefüge zum zweiten Male. Auch in der baumlosen Steppe wurde es möglich, die Weiden mit Hilfe des Stacheldrahtes ooneinanber abzugrenzen und überall Tränkstellen für das Vieh einzurichten. Man konnte darangehen, eine zielbewußte Rindoiehzucht zu treiben und die Tiere den besonderen Verhältnissen der Landschaft anzupassen. Die „Großen Ebenen" entwickelten sich so zu einer der wichtigsten Quellen der amerikanischen Rindfleischversorgung. Am östlichen Rande der Ebenen, wo die Niederschläge für den Ackerbau gerade noch ausreichten, lauerte aber bereits der Getreidefarmer. Die ebene Fläche, die Stein- losigkeit und die Jungfräulichkeit des Bodens reizten ihn, feinen Zug nach dem Westen weiter fortzusetzen. In niederschlagsreichen Jahren und in Zeiten mit hohen Weizenpreisen stieß die Siedlungswelle immer wieder nach Westen vor, um in schlechten Jahren wieder zurückzusluten, jedesmal Unglück, Verzweiflung und Not zurücklaslend. Die beiden letzten großen Einbrüche ereigneten sich während des Krieges und in der Zeit von 1925 bis 1930. In der Nachkriegszeit hat die Landwirtschaftstechnik in der Tat die Grenze des Ackerbaues beträchtlich ausgeweitet. Aber auch die letzte und stärkste Bewegung stieß zu weit vor. Wir erleben daher in dem Landstreifen östlich des Felsengebirges eine neue Tragödie. Es gehen hier nicht nur viele Existenzen zugrunde, die Bodenzerstörung durch den Wind hat eine Gefahr heraufbeschworen, gegen die ein gigantischer Kampf geführt werden muß. Die neue Streikwelle in Paris. Paris, 6. Jan. (DNB. Funkspruch.) Seit Dienstag wird auch die Großmolkerei Maggi bestreikt, die ein Drittel der ganzen Milch für die Stadt liefert. Die Betriebe und die Hunderte von Verkaufsstellen wurden von den Streikenden besetzt. Verlangt werden Einheitsrahmenvertrag und Lohnerhöhungen. Verhandlungen zwischen den Streikenden und der Betriebsleitung führten nur zu dem Ergebnis, daß beide Teile die Anwuchs und wuchs, und ihre Masten übertürmten uns. Matrosen arbeiteten noch auf den Raaen am Festmachen der Segel. Ich hatte ein ganz merkwürdiges Empfinden: Was ich da sah, war ohne Zweifel Wirklichkeit, aber daß es Wirklichkeit war, das war so unwirklich. Wir kletterten die Lotsenleiter hinauf an Bord. Als ich die Menschen sah, hatte ich die verrückte Idee: „Du kennst sie ja alle! — Du mußt „Guten Tag" sagen! — Himmel, wie hieß der doch gleich?" Der nächste Gedanke war: „Wie sonderbar, daß sie genau so sind, wie ich sie in Erinnerung hatte. Eigentlich müßten sie doch sechs Jahre älter geworden sein." Da erst fiel die Verwirrung zusammen, ich erkannte, daß es nicht dieselben Leute sein konnten. Es war nur der Typ gewesen, der Typ des Segelschiffsseemanns, dessen Angehörige sich so außerordentlich ähnlich sehen. Sie fielen mir auf, genau wie damals, als besonders groß, besonders hager, mit knochigen Gesichtern, mit festen Lippen, mit Entschlossenheit und Ruhe in den Zügen. Ihre Bewegungen aus der Ruhe heraus waren jäh, zupackend und katzenhaft flink. Und dann war etwas, was ich ganz vergessen hatte: der Gesang des Windes im Takelwerk. Es wehte gar nicht stark, und doch klang sie gewaltig und unheimlich, die riesige Windharfe der Sparren und Drähte und laue. Sie schien durch die Wolken zu wandern, und mir war wie in einem Dom, in dem die Orgel ankündigend präludiert. Ein anderes, ein größeres, ein entsetzlich einsames Leben tat sich wieder vor mir auf, das Leben auf dem Meer auf einem Segelschiff. Unendlichkeit und Zeitlosigkeit vereint. Wir begrüßten den Kapitän. Er heißt Mörn. Er ist mehr von slawischem als von nordischem Typ. Mittelgroß. Ein von Natur, nicht von den Tropen dunkles Gesicht. Von Temperament scheint er sehr ruhig, sehr still. Er spricht wenig. Sein Englisch ist hart, aber recht fließend. In meiner Unkenntnis der Verhältnisse hatte ich mir in Berlin einen finnischen Sprachführer gekauft. Ich nahm an, auf einem finnischen Schiff werde man finnisch sprechen. In Wirklichkeit spricht man Schwedisch Ich hoffe irgendwo in Kopenhagen noch einen deutsch-schwedischen Sprachführer aufzutrei- ben. 3n jedem Fall werde ich viel abgeschlossener von der Welt sein, als ich es früher auf „Pamir" war. Wir gingen in die Kajüte. Unverändert war sie bis auf die Tischdecke aus hellblauem Samt und bis auf das Bild der Frau des Kapitäns in der Ecke. Aber elektrische Lampen hatten sie eingebaut! Ich bekam fast einen Schreck über diese Neuerung. Der Kapitän beruhigte mich: Diese Lampen brannten nur zu Repräsentationszwecken im Hafen. Man mußte für sie extra einen kleinen Motor laufen lassen. Auf See brannte die gute alte, leierförmige Petroleumlampe. Meine Kammer kam mir größer und schöner vor, als ich sie in Erinnerung hatte. War ich etwa kleiner geworden? Es ging mir umgekehrt wie bei Kindheitserinnerungen. Ich scheute mich, sie näher anzusehen. Dazu würde ja noch genug Gelegenheit {ein, — später. Ich erfuhr etwas mehr von „Pamir". An Bord befinden sich nur 28 Mann, alles in allem. Unter deutscher Flagge führte das Schiff 33 Mann Besatzung. Da wird es viel zu tun geben! Von den 28 sind nur sechs oder sieben Vollmatrosen. Der Rest sind „Apprentices", junge Leute, die Steuermann werden wollen, und ihre Fahrzeit auf Segelschiffen sich verdienen müssen. Die Vollmatrosen erhalten eine Heuer zwischen 500 und 600 Finnenmark. Das ist recht wenig nach deutschem Geld, vielleicht 30 Mark im Monat. Die „Apprentices" — wir würden die Kadetten nennen — erhalten nur eine nominale Heuer und zahlen dagegen 6000 Finnenmark, also etwa 300 Mark, für ihre zweijährige Ausbildung. Das sind sicherlich schwere Bedingungen für die harte Seemannsarbeit, aber auch der Reeder Eric- son hat es hart, um seine Schiffe am Leben und in Fahrt zu halten. Sie machen ja nur eine Reise im Jahr, eine Reise von zehn Monaten ungefähr. Die Hälfte der Reise läuft das Schiff mit Ballast, es verdient nichts und auf der Heimreise mit Weizen von Australien sind die Frachten zum Verzweifeln niedrig. Die Ericson-Schiffe fahren schon alle unversichert, weil die Prämien viel höher sein würden als der Ertrag der Schiffe — wenn überhaupt von einem nennenswerten Ertrag die Rede fein kann. Der Beamte vom Lloyds meinte, daß so ein Segelschiff heutzutage, wenn es gut geht, vielleicht 50 englische Pfund im Jahr als Reingewinn buchen könne. wendung des obligatorijchen Schiedsgerichtsoerfah, rens annehmen wollen. Im übrigen wurden Maß. nahmen getroffen, um die Milchversorgung der Stadt zu sichern. Der Streik in den Grog. Wäschereien geht weiter. Die besetzten Betriebe sind allerdings von den Streikenden geräumt war. den. Für das Wochenende droht ein Streik der Pa. rifer Kraftdroschkenfahrer. Im Bau. arbeitergewerbe herrscht wegen Lohnstreitig, feiten neue Streikgefahr. Vorfreude tn Holland. Die Hochzeitswoche hat begonnen. A m ft e r i) a m , 5. Jan. (DNB.) Ganz Holland hat in diesen Tagen ein festliches Gewand angelegt. Vom Regierungssitz Den Haag und der Hauptstadt A m st e r d a m angefangen bis zum kleinsten Dörfchen wehen die rotweißblauen und Orange- fahnen, ziehen sich Girlanden an den Häuserfronten entlang, leuchten die Initialen der Kronprinzessin Juliana und des Bräutigams, des Prinzen Bernhard zur Lippe-Biesterfeld, die am 7. Januar den Bund fürs Leben schließen. Jeder Schritt in diesem Lande weist darauf hin, daß ein festliches Ereignis bevorsteht, an dem das ganze Volk, hoch und niedrig, jung und alt, arm und reich, Stadt und Land gleichermaßen teilhaben wollen. Am 19. Dezember nahm das Festprogramm seinen Anfang. Mit Ausnahme der Weihnachts- unb Neujahrstage gab es Tag für Tag Konzerte, Fest- Vorführungen, Fackelzüge, Aufmärsche, turnerische und sportliche Wettbewerbe, Sängerchöre und Huldigungszüge der holländischen Jugend. Die Zahl der Huldigungsgedichte, der Festspiele und Festkompositionen, der Kunstausstellungen und Theaterstücke ist so groß, daß die einzelnen Werke in den Theater- und Konzerthallen der Residenzstadt allein gar nicht aufgeführt werden können. Ein Film mit den großen Ereignissen, an denen das königliche Haus teil hatte, erfreut sich eines solchen Zuspruches, daß er bis um Mitternacht, eine für das solide Holland recht ungewöhnliche Zeit, laufen muß. Kein Schaufenster gibt es, in dem nicht das Bild des Brautpaares, mit Dranqeblüten und Flagaen umkleidet, zu sehen ist. Die Anfangsbuchstaben findet man auf allen möglichen und unmöglichen Gegenständen, auf Bonbons, Zigarettenetuis, Halstüchern, Geldbörsen, Brieftaschen unb Taschentüchern, auf Bierdeckeln und Milchflaschen. In einem Schaufenster der Hauptstadt sind Braut unb Bräutigam festlich gekleidet in Lebensgröße als ... Wachspuppen aufgestellt. Die Rekrutierungsschwierigkeiien in England. London, 6. Jan. (DNB. Funkspruch.) Das englische Kabinett wird sich mit einem Plan des Kriegsministers Duff-Cooper zur Beseitigung der Rekrutierungsschwierigkeiten befassen. „Morning Post" meldet, daß der Plan u. a. eine Erhö - hu n g der Löhnung vorsieht, ferner eine Aus- bildung, die dem Soldaten eine leichtere Rückkehr in das Zivilleben ermöglichen soll, und schließlich für die territorialen Einheiten im Londoner Bezirk moderne Exerzierhallen. Auch wird die Errichtung ständiger Rekrutenlager erwogen, um unterernährte Rekruten durch „Auffütterung" und körperliche Ausbildung in frischer Luft dienstfähig zu machen. Eine ungewöhnliche Zahl von Freiwilligen, die sich für die Armee melden, sind infolge falscher Ernährung für den Wehrdienst unfähig. Man beabsichtigt, bas erste Re- krutenlager dieser Art in Canterbury einzurichten. Oie Beisetzung Erzherzog Friedricks B u d a p e st, 5. Jan. (DNB.) Unter weitgehender Beteiligung der Bevölkerung fand die Beisetzungsfeier für den früheren Dbertommanbierenben der österreichisch-ungarischen Armee im Weltkrieg, Feld- marschall Erzherzog Friedrich, statt. Der Sarg war in der Familiengruft der Stadtpfarrkirche auf- yebahrt. An der Trauerfeier nahmen der Reichsverweser von Horthy, der frühere König Alfons von Spanien sowie zahlreiche Abordnungen ausländischer Staatsoberhäupter teil. In Vertretung des Führers und Reichskanzlers legte General der Infanterie von R u n d st e d t am Sarge einen Kranz nieder. Der deutschen Offiziersabordnung gehörten ferner General Freiherr von Weiths, Vizeadmiral Saalwächter und General G r a u e r t sowie zahlreiche höhere Offiziere an. Auch der Budapester deutsche Gesandte von Ma ck e n s e n war erschienen. Die Einsegnung erfolgte durch den Kardinal- Fürst-Primas von Ungarn Seredy. Daß diese Schiffe überhaupt noch in Fahrt sind, überhaupt noch etwas verdienen können, das ist nur möglich, weil Kapitän Ericson den größten Teil seiner Flotte sehr billig kaufen konnte. „Pamir" hat, soviel ich weiß, als Neubau anderthalb Millionen Mark gekostet. Verkauft wurde „Pamir" vor fünf Jahren für sage und schreibe zwanzigtausend Mark. So ähnlich waren auch die Preise der anderen Segelschiffe. Ich habe nicht den Vorzug, Herrn Kapitän Eric- fon zu kennen, aber ich habe die größte Hochachtung vor ihm, weil er die letzten großen Segelschiffe in Fahrt erhält. Er bewahrt sie vor dem Abwracken, er erhält die Schönheit einer längst verstorbenen Zeit auf dem Meere lebendig und er tut es aus Leidenschaft, aus Liebe zu den Segelschiffen, nicht um Gewinn. Was haben Sie für einen Huf? Man findet neuerdings in Briefköpfen neben dem ölten „Telephon", den neueren „Fernsprecher" oder „Anruf" auch den „Ruf" verzeichnet. Dagegen wendet sich die Zeitschrift des Deutschen Sprachvereins, „Muttersprache", indem sie ausführt: Das Wort „Ruf" ist nicht eindeutig; denn wenn z. B. jemand fragt: „Was haben Sie für einen Ruf?" so wird er in der Regel wohl antworten: „Das weiß ich nicht ganz genau, da müssen Sie einen anderen fragen; ich möchte aber doch hoffen, daß ich keinen schlechten habe!" Entsprechend dem Fernamt wird mon unter „Fernruf" den Anruf nach einer anderen Stabt verstehen. Wenn ich meinen Wohnungsnachbar über das Amt anrufe, so ist das zweifellos kein Fernruf. Es bleibt also das Wort „Anruf" übrig, das auch insofern richtig ist, als es zu dem längst eingebürgerten Tätigkeitswort „anrufen" paßt. Diese Uebereinftimmung des Hauptwortes mit dem Tätigkeitswort ist notwendig. Man sagt ja nicht: „Rufern Sie mich morgen!" sondern: „Rufen Sie mich morgen a n !", wenn man nämlich durch den Fernsprecher angerufen sein will. Unter „rufen" versteht man das Rufen ohne Vermittlung des Fernsprechers. Hat jemand besondere Anschlüsse für den Fernverkehr, so kann er vor ihre Nummern „Fernruf" setzen, also zwischen „Anruf" (im Ortsnetz und „Fernruf" (nach außerhalb) unter3 scheiden, R Ä*od,i ,!W« w aulfl- fei» 4 KW «tiSilun tief'» giatur 'M’» L-I-.S Itn blieb mar ft"“? Weinander 31 selbstverantv Meo ' J j unb । 65 lL. öje lungf MW Pari! HO" 8 in na en, sie Rubber Polen, btt ’:bnc neue Derpflch ist immerhin bei ft Regierung trotz Sen Einspruchs^ dinglichen Bersohr Vie ein Riegel l Men der asiatsich Mpliischen Kultur jchügende Barriere / lingeftanbene Ziel d unb Moskau. Wenn bedurft hätte, so tie' unb konkreter Weise erschienen ;ft und land unb die Kien 3n diesem Buch w giert, die Tschechoj unmittelbar^, verbinöen, einet leil aus polnifd, ren Umfang aus ri wgelifyiitten werden ’ cht verdienen, daß : A ihr macht, wenn Uoatmannes entsprr rn amtlichen Orbis-! men hohen Regierun wn tschechoslowakisch, >um Verfasser, und Ärofta hat sich n Auches noch durch ein mit die in ihm vertu Jen. Damit nicht genv übrigen ganz von bol ist, noch durch den dm ausgezeichnet. M dch diese heraussorder W nördlichen Nachbc } «est mit Sym «w auch Rumänie Mschaftliche Beziel !wn Bundesgenoss 5 der leidtragende le xomplott sein. ®ie im übrigen unverblümt den Nicht nur aus L°°ern hervor, x°HniXf .bcrno der ^Meiern. ( Staat J .s fr o tt t, s-hen aush ^eruÄ r^rnad ^nkreichs' i * KM KHr'd pUlguhft e^es w* Zwischen Ost und West zu Wanö. Eines der stolzesten und schönsten Kapitel deut-1 ihm in Kairo gegebenen Bankett nach seiner Rück- )er Forschung in Afrika, das leider heut schon! kehr aus Afrika Schweinfurth den Ehrenplatz , wie der Njam Njam zum Besuch der Fachhochschulen zugelassen werden. cher Forschung in Afrika, das leider heut schon etwas in Vergessenheit geraten ist, ist überschrieben mit dem Namen Georg Schwei nfurth, der ihren Abschluß kn einer zweisemestrigen schulpraktischen Bildung an den Hochschulen für Lehrerbildung finden. Es sei künftig auch strebsamen und begabten Gesellen und Meistern Gelegenheit zu geben, nach einer Eignungsprüfung — ebenso wie Abiturienten höherer Lehranstalten — neben sich eingeräumt. Das zweite wichtige Ergebnis dieser Reise war 11 ~ ‘ wilder und völlig unbekannter, gen zu Frankreich begannen, habe Europa viel Illusionen und Enttäuschungen erlebt. Gerade in diesem Augenblick aber stellen wir die Lebenskraft der Beziehungen zwischen Warschau und Paris fest, eine Lebenskraft, deren Bekundung einen Höhepunkt gefunden hat in dem Besuchsaustausch zwischen General Gamelin und Marschall Rydz-Srnigly. Ich kann Ihnen erklären, daß zwischen der polnischen Regierung und der französischen Regierung völlige Uebereinftimmung über den Grundsatz besteht, daß das polnisch-französische Bündnis angesichts günstiger Vorschläge oder Verhandlungen aufrechterhalten werden muß. Ich habe die Möglichkeit gehabt, diese Sache mit meinem französischen Kollegen Delbos aufzuklären. Ich denke hier in erster Reihe an die schon im Zuge befindlichen Dertragsoerhandlungen zwischen den West machten, wodurch möglicherweise die alten Locarno-Verträge ersetzt werden sollen. Ich hoffe, daß ich auch die Mittel finden werde, damit im Lichte etwaiger neuer Vorschläge unser Bündnis seinen vollen Wert behalten wird. Helfrttz wieder im Mittelpunkt des Interesses f Kleiner wurden mit den Jahren die Reisen, größer die Ehrungen, wie er denn beispielsweise bei der Begrüßung des aus Ost-Afrika zurückgekehrten Karl Peters 1890 die Festrede hielt. Erst en!’ nenn.^iK, Uni« vor hundert Jahren in Riga geboren wurde. Ebenbürtiger Schüler eines anderen deutschen Asrika- orschers und eines Der größten überhaupt: von Heinrich Barth, ragt Schweinfurth aus jenen Zeiten, Da Die weißen Forscher oDer Wirtschaftspioniere sich noch ihren Weg mit Lebensgefahr Durch barbarische, menschenfresserische und heut längst verwehte Negerkönigreiche erkämpfen mußten, weit hinein in unsere Zeit (Schweinfurth starb hochbetagt 1925), Da man überall in Afrika in Der „sterbenden Wildnis" ungefährdet im Auto herumfährt. Nun war zwar Riga, Schweinsurths Geburtsort, damals russisch, aber Der Forscher hat, wie Die Balten überhaupt, nie sein Deutschtum und insbesondere Die Abstammung seiner Familie aus Südwestdeutschland verleugnet, stets sich als zugehörig zur deutschen Kultur gefühlt, obwohl er erst mit 20 Jahren zum ersten Male Deutschland betrat; er wurde denn auch, obwohl er Damals noch in Aegypten unD Nordostafrika, seiner eigentlichen Forschungsdomäne ansässig war, auf Betreiben Des Fürsten Bismarck 1879 in DeutschlanD naturalisiert. MerkwürDig an diesem Leben ist, wie klar sich das Ziel, Forscher zu werden, von Anfang an abzeichnet. Materielle Kämpfe um Die Erfüllung seiner Sehnsucht blieben Schweinfurth, Dem Sohn eines wohlhabenden Rigaer Weinimporteurs, völlig erspart. Schon währenD Der Schul- und Studenten- jahre diente alles einem „training“ auf Den künftigen Beruf. Unauffällig suchte er sich, auf großen Wanderungen, an Strapazen und Entbehrungen zu gewöhnen; im Jahre 1857 bestieg er sogar Den Großglockner in Den österreichischen Alpen, Damals noch eine unerhörte Leistung, zumal er Der achte nach Dem Erstersteiger war. Nach Abschluß seiner naturwissenschaftlichen, besonbers Der botanischen Studien an deutschen Universitäten, erhielt er von Der Mutter aus Der Erbschaft Des Vaters eine größere Summe überwiesen und betrat zu Weihnachten 1863 zum erstenmal in Alexandria Den BoDen seines künftigen Wirkungskreises: Afrika. Die erste Reife ging schon tief ins Innere, an Der Küste Des Roten Meeres entlang bis Suakm und von Da in Den SuDan südlich von Chartum. Es war aber erst Die zweite, mit Den Mitteln Der HumbolDt-Stiftung in Berlin ausgeführte und Der botanischen Erforschung der Lander am oberen Nil unD am Bahr el Ghasal DienenDe Reise von 1868 bis 1871, die ihm Weltruhm brachte und ihn in Die erste Reihe der Afrikaforscher stellte. Denn hier entDerfte er, vom Gazellenfluß fubroarts oorDringenD, einen gewaltigen Fluß namens Ue lle Der nicht nach NorDen oDer Osten floß, sondern nach Westen und Südwesten, also kein Nebenfluß, geschweige Denn Der Oberlauf des Nils fein konnte, (fr mußte einem anderen ötromfpftem angeboren, welchem das war noch unbekannt.. Kurz gesagt, Schweinfurth war der erste Weiße, der femals über Die Quellflüsse Des Nils hinaus nach Süden vor- Drang unD Die Wasserscheide zwischen Nil und Kongo überschritt. Es wirkt wie eine Ironie des Schicksals, Daß gerade Stanley, Der anfangs Miene machte, Schweinfurths Entdeckung anzu- iweifeln. Da ja Livingstone bereits viel südlicher Den Quellfluß des Nils entdeckt habe (es roar aber Der Lualaba, Der Oberlauf Des Kongo), später Derjenige war. Der Diese Zusammenhänge aufklärte. Stanley hat Denn auch ritterlich auf Dem önnen, das ist nir Den kMen M konnte. „Pamir anderthalb urde „Pamir vo ibe jmanjigtaufeiö je Pich der <* ;erm dk g»‘ jitn gr°b« ” ®*t s'- °°r ” ” ,il einer lanüf ’« lebenSig u1*JL ' ien Die Entdeckung roilDer mächtiger Völkerstämme, unD Der Monbuttu. Die zu feinen Ehren Die Deutsche Flagge hißten; er war Der erste, Der KunDe von Den Zwergvölkern Afrikas nach Europa brachte. Leider verlor er durch einen Brand auf dieser Reise all seine Aufzeichnungen, 7000 barometrische Ablesungen, die Tagebuchauszeichnun- gen von 825 Tagen, alle anthropologischen Messungen und Wörterbücher. Aber Schweinfurth war ein Mann, an Dem Die erschlaffende Wirkung Der Tropen versagte — Die Eingeborenen glaubten, wegen seiner botanischen StuDien, er fresse Blätter und gewinne aus ihnen feine ungewöhnliche Kraft —, unD es ist bewunDernswert, wie er, aller Hilfsmittel beraubt und zum Rückzug gezwungen, nunmehr Die Entfernungen durch Zählen Der Schritte wah- renD Des Marsches zu schätzen versuchte, — er kam währenD Der restlichen 6 Monate Der Reise au über 1V4 Millionen! Die Unzahl von kleineren Reisen, die Schweinfurth später noch ausgeführt hat, lassen sich schwer im einzelnen skizzieren; in der Hauptsache waren sie der geographischen, botanischen und prähistorischen Erforschung Aegyptens gewidmet, wobei unter Aegypten viel weniger das^Niltal als Die zum ägyptischen Staatsgebiet rechts vom Nil bis zum Roten Meer unD weit nach Westen hinüber sich erstreckenden Wüsten zu verstehen sind. Die erste dieser Reisen trat er schon 1874 nach Der Oase Chargeh an. 1875 wurde er auf Vorschlag von B r u g s ch - Pascha, Dem großen deutschen Aegyptologen, Der erste Vorsitzende der geographischen Gesellschaft in Kairo, 1876 schlug er, dieser Forschungsreisen wegen, Den ihm von Der Universität Leipzig angebotenen Lehrstuhl aus. Zahlreiche Ehrungen, Ehrenmitgliedschaften wissenschaftlicher Gesellschaften, Ehrendoktoren wurden ihm im Laufe der Jahre zuerkannt. So war er 1876 Mitglied Der von König Leopold nach Brüssel berufenen' Afrika-Konferenz, an Der auch Die Deutschen Forscher FerDinanD von Richt- Hofen, Gustav N a ch t i g a l unD GerharD R 0 hlfs teilnahmen. Von seinen Reisen sinD weiterhin zu erwähnen eine Forschungsreise nach Dem Libanon im Jahre 1880 und Die Erforschung Der Insel Sokotra, gelegen vor Der Ostspitze Afrikas, Dem berühmten. Der Gestalt eines ruhenden Löwen ähnlichen Kap Guardafui, sowie eine Reise mit Virchow, dem berühmten Arzt und Heinrich Schliemann, Dem Entdecker Trojas und Mykenes, nach Dem Fayum, einer westlichen Ausbuchtung Des Niltals oberhalb von Kairo. Im Jahre 1882 kam Schweinfurth in Alexandrien gelegentlich des europäerfeindlichen Aufftands von Arabi Pascha in Lebensgefahr, „der wohl einzigen Lebensgefahr, Der ich mich entsinne in Afrika ausgesetzt gewesen zu sein". (!) Schweinfurth war es auch, Der 1884 Die Engländer durch ein Telegramm an Charles Allen,' den englischen Vorsitzenden Der Antisklavereigesellschaft, Darauf aufmerksam machte, daß Gordo'n Pascha in Chartum sich in äußerster Lebensgefahr befinde und daß man schleunigst eine Expedition gegen die aufständischen Mahdisten ausrüsten müsse.'Da man indes Der Meinung war, Schweinfurth übertreibe, ging Die Expedition zu spät ab und Gordon kam um. Erst Kitchener hat dann die Mahdisten 1898 besiegt. — Das Jahr 1889 brachte noch eine große Reise nach fernen, Südarabien, Das heute durch Die Forschungen von Als kürzlich Der polnische Marschall Rydz- Smigly, Der Nachfolger Des großen PilsuDski, in Paris weilte und wichtige Verhandlungen mit der französischen Regierung einleitete, Da wurde dieser Besuch von Der deutschen Oeffentlichkeit mit absoluter Ruhe ausgenommen, während Die Presse anderer Staaten, wie etwa der Tschechoslowakei und der Sowjetunion, ihren Argwohn nur schlecht verbergen konnte. Diese verschiedenartige Beurteilung der polnisch-französischen Annäherung, Die zu sehr qreifbaren Ergebnissen in Form von Millionen- Anleihen für Die wirtschaftliche unD militärische Aufrüstung Des Warschauer Bündnispartners ge» führt hat, erschien auf Den ersten Blick überraschend, denn im Gegensatz zu Berlin müßte Doch Moskau eigentlich alles Interesse an einem Ausbau Der militärischen Einkreisung Mitteleuropas haben. Die Erklärung Dieses vermeintlichen Widerspruchs liegt in Der Tatsache, daß Polen als Staat zwilchen Zwei Welten, Der östlichen und Der westlichen, mit Naturnotwendigkeit daraus angewiesen ist, eine bis zum äußersten selbständige ... _ r. t. n - Politik zu treiben. und unabhängige . Würde beispielsweise Die Warschauer Regierung dem Drängen der bolschewistischen Machthaber nachgeben, d.h. Die Moskauer FreunDschäft um Den Preis einer Feindschaft gegen Das übrige Europa erwerben, so roürDe es Damit sein eigenes Todesurteil unterschreiben. Weil Dem so ist und weil Die polnischen Führer diese unabhängige Linie trotz des engen Einvernehmens mit Frankreich eingehalten haben, Deshalb mürbe man in Moskau nervös unD deshalb blieb man in Deutschland ruhig. Denn die nationalsozialistische Außenpolitik sieht gerade in dem Miteinander und Nebeneinander unab- tuntfprud).) emem Plan bt- r Beseitigung br nen. „Komin: a- eine Erhö. ferner eine Am. eichtere Rürt nöglichen soll, uiü inheiten im ßon> erzierhalles. Rekruten- rte Rekruten Dürft ttusbilbung in fii • Eine ungewöhb sich für die Arm Währung für be- iti.qt das erste Rn bun) einzurichter a faiebrieftf mter weitgehend« b bie Beisetzung». imanbierenben b« m Weltkrieg, Felt- h, statt. Der Gat; tadtpsarrkirche aui- men der Reichs- r frühere Koni; nie zahlreiche 21b ^Oberhäupter teil. 5 und Reichs- r Infanterie von Kranz nieder. Da lörten ferner ©ent« ths, Mzeadmirä trauert foroit uch der Budapest« 1 fen war erschif rrch den Kardinal- redy. gewährleistet sei. Reichsfachschaftsleiter Dr. Bargheer forderte als Ausbildungszeit für Lehrer an Volkschulen ein Studium von mindestens drei Jahren. — Reichsfachschaftsleiter Frank- Bayreuth gab einen Ueberblick über die Ausbildung der künftigen Lehrer an höheren Schulen. Ein dreijähriges fachwisfenfchaftliches Studium eines wissenschaftlichen Grundfaches und zweier wis- enschaftlicher Nebenfächer an den Universitäten müsse ergänzt werden durch eine gründliche Einführung in die Erziehungswissenschaften und in die Schulpraxis an den Hochschulen für Lehrerbildung. Dazu sei notwendig, die Hochschulen für Lehrerbildung entsprechend auszubauen. — Die Ausbildung der künftigen Lehrer an Berufsfchu- l e n sieht nach dem Bericht des Reichsfachschaftslei» $?.' Ä'ÄwM * delshochfchulen oder Bergakademien vor. Sie solle • -------- Sä . vtn w 8" Besuch abzustatten. Der Labour-Bund Universitäten, eine bc9«iihtn. ÄS :5S ein 9»ni( $’Ns ^4 4ö:ret2'tj!* Sä» 5 fnl* löblich .'"hn Zuspm ÄSi unmöglichen Qi, rettenetuis, m n und lad; f "nd Braut uit ’Wöfje als... "MMen Buchhandlung, Leipzig. — (435.) — Tel. 3565 83 D 85 D Gießen, den 6. Januar 1937. gebraucht, in sehr MiWöMeo KL°N°oÄ- Krepp-Pack 75D mit allem Bub. Umsichtiges SWWW-WMleWLM Sie verdunkeln vorschriftsmäßig und richtig durch reich!. Zubehör, 95£ Postfach 14. zu tauschen. jVermietungen | ^U-W|sssg. Kraftfahrer1 Verkäufe । mentiamute ■ Stadttheater! 19.30-21.45 Erstanflfthrnng Neuzeitliche 4- eventl. 5- haus, 5 Erw., ges. 200 ccm Phönix, Fr. Pfarrer 052 100 ccm Ardie-Sachs Motorrad (350 ccm) Große Laboratorien Lehrfabrik f. Praktikanten Arbeitssreudig., tüchtiges » Ein-u.halbjährige Handels- fachklasse s 40 -maA Ruf 3B55 Gutgehende WWsl Rundsunkprogramm Donnerstag, 7. Januar. 6 Uhr: Volkslied, Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause: 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Ein froher Gruß aus der Westmark! 10: Schulfunk: Dolksliedsingen. 11: Hausfrau, hör zu! 11.30: Landfunk. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Musik für alle! 14: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 14.10: Lockere Finger — lose Zungen, sprühende Rhythmen — fidele Jungen! (Schallplatten-Potpourri.) 15: Volk und Wirtschaft. 15.15: Kinderfunk. 16: Heitere klassische Musik. 17.30: Ein Philosoph als Dichter: Hans Künkel. 17.45: Bücherfunk: „Aus der Welt der Diplomaten". 18: Blaskonzert. 19: Kammermusik. 19.45: Funkbericht von der letzten Viertelstunde des Studenten-Fußballspiels England — Deutschland. 20: Nachrichten. 20.10: Abendkonzert. 22: Nach- And.Johannes- 28D kircke 5 sanft entschlafen. Um stille Anteilnahme wird gebeten. Tieftrauernd: Prof L. Storck, Studienrat i. R. Reinhard Krombach. 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Herausgegeben mit Unterstützung des Reichspostministeriums, Konkordia-Verlag, Leipzig. Preis 2 80 Mark. — (573) — Der neue Reichspost-Kalen- d'er bringt eine Fülle von wissenswerten und fesselnden Dingen aus dem mannigfaltigen Arbeitsgebiet der Deutschen Reichspost. Der Kalender zeigt, welche Neuerungen die Reichspost eingeführt hat und wie sie sich bemüht, im Dienste der Volksgemeinschaft zu arbeiten, dem Fortschritt zu dienen und den Leistungsgrundsatz hochzuhalten. Auf 128 Blattern werden durch Bilder und Zeichnungen in Verbindung mit lebendigen Texten zahlreiche Einzelheiten aus den Arbeitsgebieten der Reichspost volkstümlich und anschaulich behandelt. Weniger bekannte Einrichtungen, Verbesserungen und Neuerungen finden eine anschauliche Würdigung, so z. B. Sammelgespräche, Auskunft- und Bescheidstellen im Fernsprechbetrieb, Fernsehen, Bildtelegraphie, 3iunt)funL störungen und ihre Bekämpfung, Funkverkehr mit WiHWnillOü Stets gebrauchsfertig! Einmalige Anschaffung! 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Aussichten für Donnerstag: Zunächst weitere Niederschläge, sowie bei kräftigen südwestlichen Winden milder, dann mehr wechselnd bewölktes Wetter mit einzelnen Schauern und bei nach West drehenden Winden Abkühlung. Aussichten für Freitag: Bei Luftzufuhr aus West Unbeständigkeit und wechselhaftes Wetter mit einzelnen Niederschlägen, Temperaturen etwas über dem jahreszeitlichen Durchschnitt. Lufttemperaturen am 5. Januar: mittags 3,8 Grad Celsius, abends 1,5 Grad: am 6. Januar: morgens 4,1 Grad. Maximum 6,8 Grad, Minimum 1 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 5. Januar: abends 3,3 Grad: am 6. Januar: morgens 2,5 Grad. — Niederschläge 1,3 mm. — Sonnenscheindauer 0,2 Stunden. 2 Registrier- und 1 Ladenkasse, 2 Kassen-, 2 Waren- und 2 Aktenrollschränke, 8 Schreib- u. 2 Nahmaschinen, 6 Schreib- untz 2 Aus- ~ ziehtische, 3 Personenwagen, zehn in Gießen nnt Autoreifen, verschiedene Kannen nachweiöb. groß. 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Hugo Bermühler Verlag Berlin-Lichlerfelde fßahnhotirJl Nr. 4 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Mittwoch, 6.Januar 1937 Wo kann ich helfen? Äon Lotte Matschoß Wer in einer Gemeinschaft lebt, kann nicht nur das tun, was ihm behagt. Wenn ein Mädel zu Hause der Mutter Helsen will, so wird sie dort anpacken, wo ihre Hilfe am nötigsten ist. Sie kann nicht Plätzchen backen, wenn gerade alle Hände beim Großreinemachen gebraucht werden, und sie kann nicht an ihrem neuen Pullover weiterstricken, wenn dringend die Strümpfe der Familie gestopft werden müssen. Natürlich soll man im Leben das tun, wozu einem natürliche Gaben mit auf den Weg gegeben sind. Aber man sollte auch bei der Berufswahl überlegen, an welchem Platz man mit diesen Gaben seinem Volk am besten dienen kann. Es ist für die Berufswahl des jungen Menschen keineswegs gleichgültig, welche Aufgaben und Ziele seinem Volke in dieser Zeit gestellt sind. Wie im Haushalt der Mutter, müssen auch im großen Volkshaushalt alle Kräfte dort eingesetzt werden, wo es nötig ist, um Schaden und Verfall zu vermeiden und Neues zu schaffen. Die jungen Menschen tun gut daran, das zu lernen, was später für die Allgemeinheit den größten Wert hat und wo sie ihre eigenen Anlagen und Fähigkeiten nach am meisten leisten können. Unser Volk steht heute im großen Kampf um seine geistige, politische, wirtschaftliche Selbständigkeit. „Erzeugungsschlacht", „Nahrungsmittelfreiheit des deutschen Volkes", „Kampf dem Verderb", „Schutz dem Volksgut" — das sind die Kämpfe und Ziele, für die jetzt alle Kräfte eingesetzt werden. Es geht zunächst um das tägliche Brot, um die Grundlage des freien Lebens unseres Volkes. Wie im Hause die Frau dafür sorgen muß, daß nichts umkommt, daß die Vorräte richtig bewahrt und verwendet werden, daß das tägliche Brot auf den Tisch kommt — so liegt auch im Volkshaushalt ein gut Teil dieser Aufgaben in den Händen der Frauen. Wir brauchen einen großen Stab von Frauen, die auf diesem Gebiet so gut geschult sind, daß sie nun ihrerseits in der praktischen Arbeit, im Schul- und Beratungsdienst die Menge der deutschen Frauen und Mädchen beraten, belehren, erziehen können. Die wichtigsten Stellen für die Ausbildung solcher Führerinnen sind die Landfrauenschulen. Die Landfrauenschulen des Reifensteiner Verbandes bilden Lehrerinnen der landwirtschaftlichen Haushaltungskunde, ländliche Haushaltspflegerinnen, praktische Hausfrauen aus. Sie arbeiten in enger Verbindung mit den Ideen und Zielen des Reichsnährstandes, da sie ihm angegliedert sind. Wer diese Landfrauenschulen besucht und die Berufe, zu denen sie vorbereiten, ergreift, wird einst mitten in der Arbeit unserer Zeit stehen. Das Arbeitsfeld ist unermeßlich groß. Es werden so viel Arbeitskräfte gebraucht, daß gar nicht genug junge Mädchen in diese Berufe kommen können. Und es ist obendrein die weiblichste und schönste Arbeit; denn alle Lehrerinnen, Beraterinnen, Haushaltspflegerinnen dienen dem einen großen Beruf: sie sind Verwalterinnen des deutschen Volksguts, Kämpferinnen für seine Nahrungsfreiheit, kurz — sie sind Hausfrauen im Haushalt unseres Volkes. Hmle ümd gebügelt! 23on Dagmar Köhler Der Waschtag bereitet manchen Hausfrauen Unbehagen, und sie sind froh, wenn er vorüber ist. Ist also der Waschtag das Stiefkind, so ist der Bügeltag ein Lieblingskind! Es ist auch zu schön, einen Korb frisch duftender Wäsche vor sich zu haben und zu sehen, wie alles glatt und glänzend wird, wenn man mit dem heißen Eisen über die Wäschestücke gleitet. Ja, aber ganz so leicht, wie es sich die junge Hausfrau vorstellt, ist auch das Bügeln nicht. Gelernt muß es werden. Plätten ist nmnlich gar nicht so kinderleicht, wie es aussehen mag. Auch die erfahrene Hausfrau ist dankbar, wenn man ihr ein paar Tricks verrät, die das Bügeln erleichtern. Halten wir einmal ein fröhliches Kolleg am Bügelbrett ab. So, der Korb mit der gewaschenen Wüsche steht vor uns. Sind die Stücke auch richtig eingesprengt, nicht zu trocken und nicht zu feucht? Wenn es die Hausfrau nämlich allzu gut mit dem Wasser meint, dann verbraucht sie die doppelte Heizkraft für das Bügeleisen. Mit einem Wäschesprenger geht es besser als mit der bloßen Hand, die nie das Wasser gleichmäßig verteilen kann. Setzen Sie dem Einsprengwasser ein Tee- löffelchen voll Borax zu, dann bekommt die Wäsche nach dem Plätten einen besonders schönen Glanz. Daß man die eingesprengte Wasche nicht tagelang liegen lassen darf, weiß wohl jede Hausfrau, denn dann entstehen die häßlichen und für den Stoff gefährlichen Stockflecke. Auf der anderen Seite darf man aber auch nicht sofort hinter dem Einsprengen das Bügeleisen schwingen —die Wasche muß mindestens ein paar Stunden ruhen, damit die Feuchtigkeit richtig durchzieht. So, nun an die Arbeit! Halt — ist denn das Bügeleisen auch richtig in Form? Man prüft den Hitzegrad auf dem Versuchstuch. Das Eisen rutscht nur schwer, es hakt auf dem Stoss Schnell wird es mit dem Wachslappen abgeneben, den man sich selbst Herstellen kann aus Resten von Stearinkerzen, die man in ein Gazebeutelchen naht. Jetzt kommt das erste Gebot: Immer muß i n Fadenrichtung gebügelt werden, niemals gegen den Strich! Das ist auch wichtig bei uinfn= geweben, damit z. B. die Kaffeedecken und ^ifa)1 tücher später beim Auflegen keine hochstehenden Falten zeigen, die immer häßlich wirken. Daß Wollstoffe nie direkt mit dem Eisen zusammenkommen dürfen, ist ein zweites Gesetz. Man legt über den Stofs ein Handtuch, dann kann man auch von rechts plätten. Seidenstoffe dürfen niemals emgesprengt werden, sie bekommen bann Wasserflecken, die nie wieder herausgehen. Selbst Wasch- oder Bastseide muß trocken, mit mäßig warmem Eisen von links, ohne Druck geplättet werden. Die heute so beliebten Cloqueestoffe werden selbstverständlich auch nicht angefeuchtet. Man zieht den Stoff erst genau in die richtige Form, da Cloquee immer nach dem Waschen seine Form verändert hat — entweder viel zu weit oder viel zu eng geworden ist. Hat man das Kleidungsstück in die richtigen Maße gebracht, dann wird es von links Aus dem Reiche der Krau. mit lauwarmem Eisen behandelt. Auch hier legt man ein Tuch unter, am besten aus Frotteestoff. Schwieriger ist es, Samt zu bügeln. Zunächst muß der Stoff über heißem Wasser gedünstet werden, damit sich die feinen Härchen aufrichten. Oft genügt das Dämpfen schon, um jede Druckstelle zu beseitigen. Man kann diese Arbeit, die manchmal Kopfzerbrechen verursacht, sich sehr erleichtern, indem man das Kleid einfach über die Badewanne hangt, die man mit heißem, dampfenden Wasser gefüllt hat. Schon nach kurzer Zeit hat das „Dampfbad" gewirkt. Sind dann noch Druckstellen vorhanden, so muß der Stofs gebügelt werden. Dazu gehört Geschicklichkeit, denn man darf Samt nicht aufs Plättbrett legen, man muß ihn von links in der Hand bügeln, also den Stoff über das Eisen ziehen. Daß die Wäsche stets gut auskühlen muß, ehe man sie in den Schrank legt, weiß wohl jede Hausfrau! Auch frischgeplättete Kleider müssen zunächst außerhalb des Kleiderschrankes hängen, damit alle Hitze auszieht und das Kleid nicht wieder von neuem zerknittert. Mit kleinen Tricks kann man sich den Bügeltag erleichtern! Und ist wirklich einmal ein Sengfleck in der Wäsche entstanden, dann ist das auch keine Katastrophe. Ein altes Hausmittel hilft: Zwiebelsaft, tüchtig eingerieben, läßt den Fleck verschwinden. Bei empfindlichen Stoffen nimmt man Boraxwasser, allerdings muß man gut nachspülen! Was sollen wir tragen? PRAKTISCHE VORSCHLÄGE UNSERES MODEZEICHNERS 7M Von den drei heute gezeigten Abendkleidern ist das einfache weiße Mattkreppkleid ganz links für kleinere Festlichsten gedacht, für Theaterbesuche etwa das heliotropfarbene Velourschiffonkleid rechts und für große Gesellschaften das goldfarbene Kreppsatinkleid in der Mitte. Sehr schlicht in der Linienführung ist das weiße Kleid, der leicht glockige Vierbahnenrock ist seitlich etwas geschlitzt. Alle Schlitze werden durch kleine, viereckige Bergkristallknöpfe zusammengehalten. Das Velourschiffonkleid erhält seine Wirkung durch Farbe, Material und die reichgezogenen, halblangen Raglanärmel. Auch der breite Gürtel aus dem gleichen Material ist gezogen und schließt durch eine Spange aus Altsilder. Die reich geschnittenen Glockenteile sind in halber Rockhöhe schräg angesetzt. Schwerer, fließender Kreppsatin ist das Material für das große Abendkleid in der Mitte. Leicht gezogen sind das Blusenteil, die Hüftpartie, die Schulterteile und die schleppenden Glockenteile des Rockes. Eine um den Rückenausschnitt und den Hals geführte Schrägblende ersetzt die Träger. H. Hausarbeit und Körperhaltung. 23on Heinrich Petri Hausfrauenarbeit ist zum großen Teil körperliche Arbeit und trägt als solche alle Mrkmale körperlicher Berufsarbeit an sich. Dadurch, daß die meisten Hantierungen der Hausfrau stehend und in mehr oder minder vorgebeugter Haltung vorgenommen werden, bilden Haltungsfehler, wie vorhängende Schultern, eingefallener Brustkorb und runder Rücken die Hauptgefahr für die Körperhaltung. Beeinträchtigung der freien Funktion der inneren Organe ist die zwangsläufige Folge. Vieles Stehen ermüdet den Körper durch die ständige Muskelanspannung am schnellsten. Vieles Stehen zieht alle die nachteiligen Folgen nach sich, die sich zunächst in schmerzenden Füßen und Beinen und sich dann zu Krampfadern, Senkfüßen und Knickfüßen auswachsen können. Zwar besitzen wir in der modernen Gymna - ft i f und im Sport ein hervorragendes Mittel, um den Berufsschäden aller Art ausgleichend zu begegnen, doch ist es ebenso notwendig und wichtig, durch vorbeugende Maßnahmen das Uebel bei der Wurzel zu packen. Das heißt in unserem Falle: Die Arbeit rationell und kraftsparend zu gestalten und die Arbeitsbedingungen in das günstigste Verhältnis im gesundheitlichen und kraftsparenden Sinne zu bringen. — Gerade die Hausfrau muß mit ihren körperlichen Kräften haushalten, wie sie es mit den Dingen des täglichen Lebens zu tun gewohnt ist, hängt doch von ihrer Gesundheit und Arbeitskraft das Wohl und Wehe einer ganzen Familie ab. Darum ist es einer gewissenhaften und fleißigen Hausfrau durchaus nicht unwürdig, wenn sie sich die Arbeit erleichtert und bequemer macht. Hat doch die Technik auch auf diesem Gebiet segensreich gewirkt und durch die verschiedensten Apparate der Hausfrau die Arbeit abgenommen und angenehmer gestaltet. — Aber auch ohne diese kostspieligen Hilfsmittel kann man sich die Arbeitsbedingungen entsprechend gestalten. Zunächst erhebe ich die Frage, ob es denn wirklich notwendig ist, die Arbeit immer stehend zu verrichten? Nein, gewiß nicht. Die oben geschilderten Nachteile vielen Stehens können leicht vermieden werden. Stoßen Sie, verehrte Hausfrau, nicht gleich in das alte Horn des Vorurteils, daß man im Sitzen nicht arbeiten könne! Man muß sich nur die notwendigen Gerätschaften griffbereit und bequem aufbauen, muß alles sorgfältig bereithalten, damit man später nicht wegen jeder vergessenen Kleinigkeit wieder aufstehen muß. — Vorgeneigte Haltung läßt sich aber trotzdem nicht immer vermeiden und da sollte sich die Hausfrau täglich mehrmals ihre schlechte Haltung ins Gedächtnis zurückrufen, den Körper aufrichten und straffen, die Schultern zurücknehmen, den Brustkorb wölben und mehrere tiefe Atemzüge am geöffneten Fenster nehmen. Solche gelegentlich zwischen die Arbeit eingeschalteten gymnastischen Bewegungen vermögen das Gefühl der Abspannung und Ermüdung zu mildern und neue Spannkraft zu verleihen. Besonders dann, wenn man längere Zeit eine gebückte Haltung einnehmen mußte, sollten einige Streckbewegungen für den sofortigen Ausgleich sorgen. — Das ermüdende Bücken kann besonders dadurch vermieden werden, daß man auf die richtige Arbeitshöhe achtet. Da ist die Hausfrau, um ein Beispiel zu nennen, mit dem Aufhängen der Wäsche beschäftigt. Der Wäschekorb steht am Boden, und nach jedem Wäschestück muß sie sich rief hinunterbücken. Hintennach klagt sie dann über Kreuzschmerzen. Wie einfach wäre es doch, den Wäschekorb auf einen Stuhl ober Hocker zu stellen und dadurch das Bücken zu vermeiden! — Nicht in allen Fällen kann so die Arbeitshöhe in das richtige Verhältnis gebracht werden, kann man doch Tisch oder Herd in ihrer Höhe nicht verändern. Wo sich aber die Möglichkeit gibt, durch Höher- ober Tieferstellen bes Gefäßes, burch Verwenbung von Bocken unb Fuß-Schemeln, burch Erhöhen ber Sitzfläche bie Arbeitshöhe günstig zu oeränbern, ba sollte man bie kleine Mühe nicht scheuen, es zu tun. Besonbers in ber Waschküche bei ber anftrengenben Wascharbeit, spielt bas eine große Rolle. Steht bas Waschgefäß zu tief,_muf3 man sich barüberbeugen unb ermübet rasch. Steht es bagegen in Hüfthöhe, so kann man aufrechtstehen. Wie sollen wirunsere Kinder abWen? Äon Or. meb. et Phil Gerhard Äenzrner. Es gibt nicht wenige Kinber, bie ihren Eltern da- burch Sorge bereiten, baß sie m beinahe regelmäßigen Abstänben an allen möglichen katarrhalischen Erscheinungen, an Schnupfen, „rotem Hals", Rachen- unb Luftröhrenentzünbungen, Husten, Man- belschwellung usw. erkranken. Solche Kinber sind „ewig erkältet", bie Eltern zerbrechen sich ben Kops barüber, wie bem abzuhelfen sei, unb roenben alle erbenklichen Maßnahmen an, um ihre Lieblinge „abzuhärten". Dabei wirb bann ber Grunbsatz befolgt, baß man bie Anfälligkeit für „Erkältungen" am zweckmäßigsten baburch herabsetzen könne, in« bem man ben Körper vorsichtig an ben schäbigen- ben Einfluß, also an bie Kältereize, gewöhnt; b. h. man läßt bie Sorgenkinber bei offenem Fenster schlafen, verabfolgt ihnen morgens kalte Waschungen, Abgießungen, Duschen usw. Der Gebankengang, ber solchen Verfahren zu Grunbe liegt, wäre richtig, wenn es feftftänbe, baß jene häufig wieberkehrenben Halsentzünbungen, Mandelschwellungen unb Katarrhe wirklich burch bie Kältereize ausgelöst werben, also in ber Tat nur als „Erkältungen" aufzufassen sind. Hieran muß aber nach neueren Untersuchungsergebnissen der ärzHichen Forschung erheblich gezweifelt werden. Zwar treten sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern Katarrhe in ber „bunklen Jahreszeit", d. h. etwa von Dezember bis März unb April, am häufigsten auf. Aber es müssen nicht unbebingt Kältereize sein, bie hierfür verantwortlich zu machen finb; vielmehr können ebenso anbere Erscheinungen bes Winters, z. B. Nässe, Vitaminarmut ber Nahrung unb anbere, noch gar nicht aufgeklärte Einflüsse bie natürliche Wiberstanbskraft des Körpers herabsetzen. Verhängnisoollerweise werben hiervon nun ganz besonbers bie Schleimhäute betroffen, welche bie Körperöffnungen auskleiben, so z. B. bie bes Rachens unb ber Luftröhre. Die natürliche Folge ist, baß sie bann etwa einbringenben Keimen einen besonbers günstigen Boben bieten, unb schon stellen sich Katarrhe,' Luftröhrenentzünbungen usw. ein. Dennoch haben biese Erscheinun- gen, obgleich lanbläusig als „Erkältungskrankheiten" angesehen, gar nichts mit Erkältung im wahren Sinne bes Wortes zu tun, finb vielmehr reine Ansteckungen; unb ebenso liegen bie Dinge bei einer Unzahl weiterer, immer unb immer wieber als Erkältungen bezeichneter katarrhalischer Erkrankungen. Gegen sie muß eine Abhärtung, bie sich lebiglich gegen Kälteeinflüsse richtet, natürlich versagen; wir werben also lernen müssen, unsere Anschauungen über zweckmäßige Abhärtung auf eine neue Grundlage zu stellen. Zunächst ist zu beachten, daß die heutige kinder- ärztliche Wissenschaft bem Nutzen ber so beliebten Kaltwasserkuren zumal bei anfälligen Kindern sehr zurückhaltenb gegenübersteht. Man ist sich längst barüber einig, baß kalte Übergießungen Unb Duschen für den kindlichen Organismus keineswegs so gesund sind, wie dies in weiten Kreisen immer noch angenommen wirb; baß sie vielmehr geradezu gesunbheitsschäblich wirken können, indem sie dem Nervensystem schaden, die Neigung zu Katarrhen, zumal Luftröhrenentzünbung, Lungenentzünbung unb Dickdarmkatarrh noch er- höhen unb so bas Gegenteil bes gewünschten Erfolges bewirken. Man kann schließlich — aber auch nur in geeigneten Fällen! — bas Kinb morgens, sobalb es aus bem Bett kommt, auf einen Stuhl stellen unb um ben Körper ein nasses, zimmerwarmes, ausgewrungenes Tuch legen, bas vom Hals bis zu ben Füßen reicht. Damit wirb bie Haut tüchtig eine halbe bis eine Minute gerieben, worauf mit einem trockenen Frottiertuch grünblich nachge- rieben wirb. Rötet bie Haut sich jetzt unb empfindet bas Kinb ein angenehmes Wärmegefühl, so hat das Verfahren seinen Zweck erreicht; friert das Kind aber auch jetzt noch, so ist bas ganze Verfahren weit eher schäblich als nützlich. Auch sonst sei man mit Abhärtungsmaßnahmen, Z. B. solchen, bie sich auf bie Kleibung beziehen, vorsichtig! So kann es vom ärztlichen Stanbpunkt nicht gutgeheißen werben, wenn Jungen ober Mäbchen im Winter bei Winb unb Wetter in kurzen Hosen ober Röcken mit nackten Knien herumlaufen. Zumal beim Stehen kommen bann Gewebsauskühlungen zustanbe, die von den Knien nach den Oberschenkeln unb bem Unterleib zu einwirken unb bann zu Schäbigungen besonbers ber Blase führen können. Denn burch bie Auskühlung unb bie baburch bedingte Gewebeschäbigung wirb ben Infektionen Tür unb Tor geöffnet. Dor ber Berührung mit schäb- lichen Keimen in geschlossenen, von zahlreichen Menschen besuchten Räumen, in ber Schule, ber elektrischen Bahn usw. werben wir unsere Kinber praktisch zwar nicht bewahren können. Wohl aber können wir bie Schleimhäute gegen bas Einbringen ber Krankheitskeime wiberstanbsfähiger machen unb überhaupt die allgemeine Anfälligkeit bes Organismus herabsetzen. Dies geschieht vor allem burch bie Vitamine, bie in hervvrragenber Weise allen Infektionen entgegenwirken. Wir 'wissen heute, baß ein vitaminreich ernährter Körper einer Ansteckung ungleich leichter Herr wirb als ein vitaminarm ernährter; auch setzen manche Vitamine, wie man neuerbings festgestellt hat, bie Lebenskraft unb Giftigkeit von Krankheitserregern, z. B. Diphtherie-Bazillen, merklich herab. Dort, wo eine besonders gesteigerte Anfälligkeit besteht, wirb man baher mit bem vitaminreichen Lebertran ober gar mit ben heute zur Verfügung stehenben reinen Vitaminpräparaten eine „Abhär- tungsfur" burchführen; eingehenbere Vorschriften bafür finb in meinem Buch „Gesunb burch Vitamine" (Franckhsche Verlagshanblung, Stuttgart) gegeben. Im allgemeinen wirb man aber schon durch zweckmäßige Ernährung eine wirksame unb zuver- lässige Abhärtung betreiben können. Von dem früher geübten Verfahren, anfällige Kinber mit großen Mengen von Milch und Eiern vollzustopfen, ist man heute abgekommen; bie moberne Ernährungslehre hat als beste abhär- tenbe Kost für empfinbliche Kinber, bie häufig von Katarrhen heimgesucht werben, eine eiweißarme unb gemischte Nahrung erkannt, bie also in reicher Menge O b st und Gemüse bevorzugt unb auch Butter gestattet; ben Genuß von Fleisch, Eiern unb Zucker bagegen tunlichst einschränkt unb an Milch täglich nur etwa ein viertel bis ein halbes Liter erlaubt. S.jf.-tfport Ruppertsburg. Wirtschaft auf den was sich hat. Seit Nydalen aus, an dem sich auf jeder Seite 25 Mann beteiligen. Ob nun diesmal die Amtswalter mit Fähnchen sparten und auch sonst nicht sehr viel Sorgfalt auf die Absteckung der Strecke verwandten, jedenfalls konnte das Rennen diesmal nicht ordnungsgemäß gewertet werden, da sich sämtliche Teilnehmer verliefen. Den größten Spaß hatte man mit Reidar G r o e t t u m s b r a a t e n, der mit Startnummer 46 auf die Strecke gegangen war und ... als erster am Ziel eintraf. Run traut man zwar Groettumsbraaten allerhand zu, doch das er über 40 Vordermänner überholt haben sollte, das glaubte man denn doch nicht. Die größte Ueberraschung war aber, als der „Erste" erklärte, nicht einen einzigen Mann überholt zu haben. Oskar Johanson wieder hatte das Vergnügen, Olav Lian zweimal überholt zu haben usw. „Mitschuldig", wenn man so sagen därs, war an diesem Organisationszusammenbruch der steinbart gefrorene Schnee, der ein Spuren nicht zuließ. Es blieb . nichts anderes übrig, als die Akten über dieses Un- glücksrennsn zu schließen und sämtliche Ergebnisse zu annullieren. Amateur-Pokal zu vermeiden. Die voraussichtliche Aufstellung der deutschen Mannschaft lautet: Bonk (Halle); Simon, H. Vogel (beide Berlin); Dr. Th. Vogel (Köln), Richter (Berlin), Dr. Klaas (Berlin); Prysok (Greifswald), Gäßler (München), Lindemann (Frankfurt), Breindl (München), Dr. Böttger (Marburg). Die deutsche Mannschaft setzt sich sogar bis auf den Berliner Verteidiger Simon aus den gleichen Spielern zusammen, die in Frankfurt die knappe 3:2-Riederlage einstecken mußten, nur mit dem Unterschied, daß sie in London verschiedentlich auf anderen Posten stehen. Unsere Mannschaft ist gut und ausgeglichen besetzt und wird sicherlich den Engländern, die ebenfalls zum größten Teil auf die im letzten Spiel siegreich gewesene Mannschaft zurückgegriffen haben, einen großen Kampf liefern. Ein Unentschieden wäre für die deutschen Spieler auch schon ein Erfolg. gegen Klein-Linden. — 24. Januar: Klein-Linden gegen Steinberg; Hungen — Steinbach; Lich gegen (167,75). Etwas schwächer lagen noch Scheideanstalt mit 270 (272) und Betula mit 164,13 (164,90), sowie Schuckert mit 157 (157,75). Am Rentenmarkt bestand allenthalben Kaufneigung, größere Umsätze kamen jedoch nicht zustande. Kommunal- Umschuldung waren zu 90,10 (90) gesucht, auch für Städte-Altbesitz erhielt sich Nachfrage zu unverändert 116,25. Altbesitzanleihe erholten sich auf 117,40 (117,13), ferner waren Liquidationspfandbriefe und Kommunal-Obligationen beachtet. Von Auslandrenten erhöhten sich 4proz. Ungarn Gold im Einklang mit Paris auf 7 (6,65), auch Stücke-Ungorn waren etwa 0,25 v. H. höher gefragt. U. a. notierten: Altbesitzanleihe 117,40, 6prozent. JG.-Farben 134,90, 5,5proz. Franks. Hyp. Liquid. 101,13, 5,5proz. Meininger Liquid. 101, 4,5proz. Franks. Hyp. Bank KO. II 95, 4,5proz. Stadt Wiesbaden 93,50, Reichsbahn-VA. 124,90, 4proz. Ungarn Gold 7, Commerzbank 110, Buderus 121,50, Har- peher 155,50, Hoefch 118, Mannesmann 117,50 bis 117,75, Rtzeinstahl 150,50, Vereinigte Stahl 116,75 bis 117, Bemberg 103,65, Bekula 164,13, Deutsche Erdöl 147,50, Scheideanstalt 270, Licht & Kraft 148,50, JG.-Farben 167,90, Gesfürel 142, Holzmann 137, Muag 130, Rheag Stamm B 134, Schuckert 157, Westdeutsche Kaufhof 55,13, Hapag 15,25. Frankfurter Obst- und Gemüsemackt. Fwd. Frankfurt a. M., 5. Jan. Die Zufuhren von Gemüse waren ausreichend, Eskarol wird geringer angeboten. Für Feldsalat, Rosenkohl und Spinat gaben die Preise leicht nach, das Geschäft nahm einen lebhaften Verlauf. 11. a. notierten: Blumenkohl Steige 12 St. 3,50 bis 4,00 ital., do 18 St. 4,50 bis 5,00 ital., Eskarol 6 bis 20, Feldsalat groß 45 bis 60, do. klein 70 bis 80, Gelbe Rüben 3 bis 4, Karotten 4 bis 7, Kohlrabi (Ober) 4 bis 6, do. Unter 3 bis 5, Meerrettich 30 bis 45, Rosenkohl 18 bis 22, Rote Rüben 3V2 bis 6, Rotkraut 4 dis 6, Sellerie je n. G. 10 bis 35, do. 50 Kilogramm 7 bis 12, Spinat 16 bis 22, Schwarzwurzel 15 bis 25, do. holl. 22 bis 25, Tomaten 35 bis 40 Kanar., Weißkraut 3 bis 5, Wirsing 6 bis 8, Winterkohl 7 bis 9, Weiße Rüben 5 bis 6, Zwiebeln 6. Am Obstmarkt war das Angebot von Aepfeln im Verhältnis zur Nachfrage ausreichend, beste Auslesen knapper. Für Eßbirnen fehlt fast Angebot. Geschäft rege, Preise für Aepfel leicht erhöht. U. a. notierten: Aepfel I 32 bis 36, II 25 bis 30, Wirtschaftsäpfel 16 bis 22, Schafsnase 18 bis 22, Anhalter 22 bis 25, Boskoop I 35 bis 36, Eßbirnen 20 bis 30, Kochbirnen 12 bis 18, Bananen Kiste 12,5 Kilogramm netto 6,00 bis 6,50 Kam., 6,50 bis 7,00 Westind., Kranz-Feigen 25 Kilogramm 10,50 bis 12,00, Haselnüsse 30 bis 35, Walnüsse 25 bis 30 bülgar., Zitronen, Kiste 300 und 360 Stück 9,75 bis 11,00. (Die in RM. angegebenen Preise sind Großhandels- oder Erzeugerpreise an den Kleinhandel. Sie gelten, soweit nichts anderes angegeben, für 50 Kilogramm, 100 Stück oder 100 Bündel. Die Preise verstehen sich für marktgängige Waren, Spitzenpreise oder solche für geringwertige Erzeugnisse werden nicht festgestellt. Für beste Auslesen liegen die Preise in der Regel über Notiz.) Die Industrie- und Handelskammer gibt Auskunft: 16: Verrechnungsverkehr mit den Niederlanden — Verbesserung der Zahlungstechnik. — 17: Umrechnungskurse in den Güter- und Tierverkehren mit dem Auslande. — 18: Anordnung 21 der Ueberwachungsstelle für Eisen und Stahl (Verwendungsbeschränkung für nichtrostende Stähle) , vom 31. Dezember 1936. — 19: Umsatzsteuerumrech- । nungssätze auf Reichsmark für die Umjätze im Mo- i nat.Dezember 1936. England-Deutschland in London Fußball-Länderkampf der Studenten am 7. Januar. hausen I — Daubringen I (Hofmann, Geilshausen); Saasen I — Lollar I (Dietz, Geilshausen); Staufenberg I — VfB.-Reichsbahn III (Stahl, Lollar); Spieloereinigung 1900 III — Wieseck I (Scharf, Wißmar); Heuchelheim II — VfB.-Reichsbahn IV (Hillebrecht, Großen-Buseck); Rüddingshausen I gegen Nieder-Ohmen I (Müller, Rüddingshausen). Die erstgenannten Vereine sind Platzoerein und haben den Gegner sowohl den Schiedsrichter rechtzeitig über den Spielbeginn zu benachrichtigen. 'Hermann Kirchner, Jugendgruppenleiter. Lustiges von einem norwegischen Skilanglauf. Wenn es in Mittel-Europa einmal geschieht, daß Verständnis wurde das Spiel vom 9. _ 7. Januar vorverlegt, um ein Zusammenfallen des Spieles mit der ersten Runde um den englischen eine 18-Kilometer-Langlaufstrecke falsch oder zu dürftig abgesteckt wird, wird man sich in Norwegen, dem Mutterland des Skisports, vielleicht eines Lächelns nicht erwehrt haben können. Diesmal ist die Reihe an uns, zu lächeln. Man höre und staune, "■ ' da am Sonntag in Norwegen ereignet vier Jahren tragen die Vereine Bul und einen Zweikampf im Langlauf Rhein-Mainische Börse. Aliltagsbörse schwächer. Frankfurt a. M., 5. Jan. Der gestern einsetzende Abschwächungsprozeß am Aktienmarkt dauerte an. Es lag wieder.einiges Angebot sowohl der Kundschaft, als auch des berufsmäßigen Handels vor, dagegen war die Aufnahmebereitschaft infolge der starken Zurückhaltung weiterhin schwach. Von Montanwerken gingen Verein. Stahl auf 117,40 bis 116,75 (118), Hoesch auf 118 (119,50), Harpener nach Pause auf 156,25 (159), Ilse Genuß auf 146 (147,50), Klöckner und Mannesmann bis 1 v. H. zurück. Don chemischen Werten verloren JG.-Farben und Scheideanstalt je 2 o. H., Metallgesellschaft 2,50 und Deutsche Erdöl 1 v. H. Am Elektromarkt waren besonders Siemens weiter gedrückt auf 192,75 (197,75), ferner büßten Gesfürel 2,50, Elektr. Lieferungen 2, Schuckert 1,75, die übrigen Werte 0,50 bis 1 v. H. ein. Von Zellstoffaktien lagen Aschaffenburger matt mit 137,50 (140,25). Sonst eröffneten Deutsche Linoleum 1,25, Westdeutsche Kaufhof 0,25, Daimler 0,75 v. H. schwächer, anderseits lagen Reichsbank und AG. für Verkehrswesen je 0,50 v. H. freundlicher, BMW. blieben mit 141 unverändert. Am Rentenmarkt bestand in Auswirkung des Zinstermins weiter einige Nachfrage. Städte- Altbesitzanleihen 116,25 (116), ferner wurden niedrig im Kurs stehende Industrie-Obligationen gesucht, 5 v. H. Neckarwerke Eßlingen 99,75. Zinsoergütungsscheine blieben zu 94,25 gefragt. Knapp behauptet lagen Altbesitzanleihe mit 117,25 (117,30) und Kommunal-Umschuldung mit 89,95, ebenso waren zertif. Dollar-Bonds eher angeboten. Nachdem verschiedentlich am Aktienmarkt leichte Erholungen von etwa 0,25 bis 0,50 v. H., insbesondere bei einigen Montanwerten eingetreten waren, war die Haltung mit Beginn der zweiten Börsenstunde nicht ganz behauptet. Das Geschäft bewegte sich weiterhin in engsten Grenzen. Etwas schwächer waren Reichsbank mit 185 nach 186,25, auch JG.-Farben lagen mit 168 weiter schwächer. Don später notierten Werten verloren Muag 2, Moenus Maschinen 1,25, Rheinstahl 2,75, Eßlinger Maschinen lagen mit 101 gut behauptet. Nach Pause wurden Akkumulatoren mit 201,50 (199) wieder notiert. Am Kassamarkt bestand ein^e Nachfrage nach Bankaktien, Commerzbank 110 ' '75), Effektenbank 88.50 (88). Bon Renten bröckelten Altbesitzanleihe auf 117,13 nach 117.25 ab. Städte-Altbesitz wurden lebhaft mit unv. 116,25 gemeldet. Goldpfandbriefe waren gesucht bei unveränderten Kursen, Liquidationspfandbriefe zogen überwiegend 0,13 bis 0,40 v. H. an. Stadtanlcihen lagen nicht ganz einheitlich. Für Auslandaktien und - Renten zeigte sich überwiegend Nachfrage. Im Freioerkehr galten Adlerwerke 101.50 bis 103,50, Pokorny 125,50 bis 127,50, Wayß & Frentag 126 bis 128, Growag 92 bis 94. Tagesgeld leicht mit 2,50 (2,75) v. H. Abendbörse guk behauptet. An der Abendbörse kam die Abwärtsbewegung der Aktienkurse zum Stillstand. Zwar lag anfangs in manchen Papieren noch einiges Angebot vor, doch zeigte sich seitens der Kulisse bessere Auf- nahmeneigung, und im Verlaufe erfolgten kleine Rückkäufe auf dem ermäßigten Stand, so daß schließlich gegen den Berliner Schluß die Haltung gut behauptet war. Vereinzelt ergaben sich Besserungen um Bruchteile vom Hui.d^rt.^ Nachfrage fanden besonders Montanwerte, Verein. Stahl 116,75 bis 117 (116,90), Mannesmann 117,50 bis 117,75 (117,65), Hoesch 118 (117.90), Rheinstahl 150,50 (149,50), daneben auch JG.-Farben mit 167,90 Nachdem im Dezember 1935 die deutsche Natio- : nalmannschaft zum Fußball-Länderkampf in England weilte, begibt sich in den ersten Tagen des 1 neuen Jahres die deutsche Studenten-Fußballmann- - schäft ins Mutterland des Sports, um im riesigen Wembley-Stadion zu Londyn den dritten Kampf gegen Englands Studenten auszutragen. In den beiden ersten Begegnungen blieben die Deutschen ohne Sieg. Das erste Treffen im Rahmen der Stu- ' denten-Weltmeisterschaften in Budapest endete 2:2 unentschieden, ein Ergebnis, das den damals gezeigten Leistungen durchaus entsprochen hatte. Das zweite Spiel, im Frühjahr 1936 in Frankfurt am Main, wurde von den englischen Studenten etwas glücklich, aber dennoch nicht ganz unverdient, mit 3:2 (1:0) gewonnen. In London steht unserer Mannschaft eine schwere Aufgabe bevor. Sowohl die Briten, als auch unsere Spieler, die vom 29. Dezember bis 4. Januar, dem Abreisetag, zu einem kurzen Trainingslehrgang in Köln zusammengezogen worden sind, haben sich auf den Kampf gründlich vorbereitet, so daß man dem erneuten Kräftevergleich mit großer Spannung entgegensetzen darf. Im gegenseitigen Ein-l Rosemeyer führens Stundenkilometer! Das amtliche Ergebnis des Südafrika-Preises. Der Große Automobilpreis von Südafrika tritt jetzt noch einmal in den Vordergrund. Der Veranstalter ist ein Opfer seiner ausgetüftelten Vorgabeformel geworden, deren Anwendung bei der Festsetzung der Ergebnisse selbst einem eingefleischten Mathematiker Schwierigkeiten bereitet hätte. So ist es nicht weiter verwunderlich, daß die amtlichen Ergebnisse erst viele Tage nach dem Rennen das Licht der Welt erblickten. Rosemeyer und die Auto-Union werden das amtliche Ergebnis mit einem lachenden und einem weinenden Auge betrachten. Sie können sich mit Recht freuen, daß auf der noch nicht einmal besonders idealen Rennstrecke nicht nur 161 km/st, sondern 175 km/st von Bernd Rosemeyer herausgeholt wurden. Was macht es da schon aus, daß Rosemeyer im Ergebnis an fünfter Stelle einrangiert wird. Es bleibt nur die Hoffnung, daß bei dem Rennen in Kapstadt am 16. und in Johannesburg am 30. Januar die verunglückten Vorgabeversuche verschwinden. Der Rennstall der Aulo-Union. Mit dem Beginn des neuen Jahres find auch bei der Auto-Union die Verträge mit den Fahrern perfekt geworden, die im Jahre 1937 in den großen Automobilrennen die Farben der Auto-Union vertreten werden. Dabei ist bemerkenswert, daß der Italiener Achills Varzi nach einigen Jahren erfolgreicher Betätigung aus den Diensten der Auto-Union ausscheidet, der Nennstall also ausschließlich deutsche Fahrer umfaßt. Neben Europameister Bernd Rosemeyer sowie Hans Stuck und Ernst v. Delius kommen noch Rudolf Hasse und als „Neuling" H. P. Müller (Bielefeld) hinzu. Der Westdeutsche hat sich, ebenso wie Rosemeyer, seine Sporen als Motorradfahrer verdient. Er gewann im Vorjahr die deutsche Meisterschaft in der Halbliter-Solo-Klasse. Großkampf in Hanau. Der Gau Hessen hat am Sonntag sein Ereignis im Zusammentreffen zwischen dem Meister Hanau 93 und dem diesjährigen Favoriten Spielverein Kassel. Obwohl die Hanauer in den letzten Spielen nachgelassen und Punktverluste zu verzeichnen haben, sind sie immerhin noch ein beachtlicher Gegner, der dem Spv. Kassel die Lösung der Aufgabe nicht leicht machen wird. Ein Sieg würde den FC. Hanau 93 noch einmal in die erste Reihe der Meisterschaftsanwärter stellen. Germania Fulda und Hessen Hersfeld haben als Mitbewerber ein großes Interesse an dem Ausgang der Hanauer Begegnung. Die Mannschaft von Hessen Bad Hersfeld steht gegen VfB. Friedberg vor einem ziemlich sicheren Erfolg, der der Fuldaer Germania im Kampf gegen den wieder stark auskommenden Ortsgegner Borussia nicht so leicht fallen wird. Termine der Fußball-Kreisklassen für die Rückrunde. Kreisklasse Gießen A. 10.Jan.: Steinbach — Steinberg: Klein-Linden — Garbenteich; Hungen gegen Ruppertsburg; Leihgestern — Lich. — 17. Januar: Steinberg — Leihgestern; Lich gegen Ruppertsburg; Garbenteich — Hungen; Steinbach Linden. K r e i s k l a s s e Gießen B. 10. Januar: Rodheim — Heuchelheim; Alten-Buseck — Großen- Buseck. — 17. Januar: Heuchelheim — Alten-Buseck; Großen-Buseck — Tv. 1846; Rodheim — Daubringen. — 24. Januar: Tv. 1846 — Rodheim; Daubringen — Großen-Buseck. — 31. Januar: Heuchelheim — Daubringen; Rodheim — Großen-Buseck; Tv. 1846 — Alten-Buseck. — 7. Februar: Großen- Buseck — Heuchelheim; Daubringen — To. 1846; Alten-Buseck — Rodheim. — 14. Februar: Heuchelheim — Tv. 1846; Alten-Buseck — Daubringen. Kreisklasse Gießen A. 10.Januar: Steinberg II — Grüningen; Muschenheim — Heuchelheim II; 1846 II — Großen-Linden. — 17. Januar: 1846 II — Steinberg II; Heuchelheim — Bieber; Großen-Linden — Muschenheim. — 24. Januar: Steinberg II — Heuchelheim II; Grüningen — Bie- berg; Muschenheim — 1846 II. — 31. Januar: Großen-Linden — Steinberg II; Grüningen — Heuchelheim II; Muschenheim — Bieber. — 7. Februar: Steinberg II — Bieber; Großen-Linden — Grüningen; 1846 II — Heuchelheim II. — 14. Februar: Muschenheim — Steinberg II; Heuchelheim II gegen Großen-Linden; Grüningen — 1846 II. — 21. Februar: Muschenheim — Grüningen; Großen-Linden — Bieber. — 28. Februar: 1846 II — Bieber. K r e i s k l a s s e G i e ß e n B. 10. Januar: Launs- bach — Staufenberg; Wieseck — Wißmar; Flensungen — Rüddingshausen. —- 17. Januar: Launs- bach — Wieseck; Wißmar — Staufenberg; Londorf gegen Flensungen. — 24. Januar: Staufenberg gegen Londorf; Wieseck — Rüddingshausen; Launs- bach — Flensungen. — 31. Januar: Flensungen gegen Staufenberg; Londorf — Wißmar; Rüddingshausen — Launsbach. — 7. Februar: Wißmar gegen Flensungen; Staufenberg — Rüddingshausen; Londorf — Wieseck. — 14. Februar: Launsbach gegen Wißmar; Rüddingshausen — Londorf; Staufenberg — Wieseck. — 21. Februar: Londorf gegen Launsbach; Wißmar — Rüddingshausen; Wieseck gegen Flensungen. OHL. Fachamt 2 Fußball Jugendgruppe Gießen. Für Sonntag, 10. Januar, sind folgende Pflichtspiele angesetzt: Klein-Linden I — VfB.-Reichsbahn I. Jugend (Nesseldreher, Heuchelheim); Leihgestern I gegen Watzenborn-Steinberg I (Böcher, Gießen); VfB.- Reichsbahn II — Großen-Linden II (Hillebrecht, Großen-Buseck); Spieloereinigung 1900 II gegen Garbenteich I (Scharf, Wißmar); DfR. Lich I gegen Allendorf (Lahn) I (Keller,Lich); Heuchelheim I gegen Krofdorf I (Bender, Fellingshausen); Ettings- gegen Steinberg; Hungen Garbenteich: Leihgestern 31. Januar: Steinberg — Garbenteich; Ruppertsburg — Klein-Linden; Hungen — Leihgestern; Steinbach — Lich. — 7. Februar: Klein-Linden gegen Hungen; Lich — Steinberg; Ruppertsburg gegen Steinbach; Garbenteich — Leihgestern. — 14. Februar: Steinberg — Ruppertsburg; Hungen gegen Lich; Leihgestern — Steinbach. — 21. Februar: Ruppertsburg — Garbenteich; Klein-Linden gegen Leihgestern; Hungen — Steinberg. — 28. Februar: Steinbach — Garbenteich; Lich — Klein- Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v.H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Frankfurt a. M. Berlin Frankfurt o.M. Berlin Schlußkurs Schlußk. Abendbörse Schluß- kurs Schlußk. Miltagbörse Schlußkurs Schluß!. Abend- börse Schluß- kurs Schlußk. Miliag- börse Datum 4.L 5.1- 4.1. 51- Datum 4.1. 5.1. 4.1. 5.1. 6% DeutiÄe Reichsanleihe v. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 6%% Young-Anleihe von 1930 .. Deutiche Anl.-Ablöj.-Schuld mü 100,9 I 97,8 | 102,13 I 117,3 99,9 99 97 100,5 93,75 130,65 122 97,25 100,75 101,4 97,5 95 109,8 17 1,5 6,35 5,5 5,5 10,4 100,9 97,8 102,25 117,4 99,9 99 97 100,5 93,75 130,65 121,75 97,25 101,13 101,25 97,5 95 109,8 16,75 7 5,15 5,4 100,9 97,8 102,65 117,4 99,9 97 122 97,25 101 97,5 95 110 17,25 1,65 6,5 5,35 5,5 10,25 100,9 97,8 102 117,3 100 99 122,25 97,25 101,4 97,5 95 110 17 1,8 6,7 5,3 5,35 10,25 4% oesgt. Serie ii ............ 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4/r^oRumän.vereinh.Nentev.l913 4% Rumänische vereinh. Rente . 2*4% Anatolier............. Hamburg-Amerika-Paket .....0 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Norddeutscher Lloyd .........0 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 Commerz- und Privat-Bauk ... 4 Deutsche Banl und Disconto» Gesellschaft................ 4 9,25 5,25 21,5 15,5 15,5 123,5 109,75 112 108,25 185,75 165 140,5 147,5 143 145 135,5 134,25 159,5 197,75 124,5 122,75 148,5 119,5 147,5 127,5 118,5 6,13 9,25 5,15 21,5 15,25 15,13 124 110 112 108 185 164,13 138,5 148,5 142 142 134 134 157 192,75 123,5 121,5 147,5 155,5 110 146 126 i 117,75 6 9,4 5,25 21,5 15,75 39,75 15,13 123 125,25 109,75 112 108,25 185,5 165,13 139,5 147,5 142,5 145 136 134,5 159 197,75 124,25 123,75 148,5 156,25 119,5 146 127 75 118,75 6 9,4 5,1 21,5 15,5 39,4 15 123 125,75 110 112 108 185,75 164,9 139,75 148,5 141,5 142,25 134 134,25 i 157,25 194 1 124 122 147,5 155,5 i 117,9 1 185 I 146,5 | 126 ! 117.65 4/i% Deutsche Reichspostschatzan Weisungen von 1934, 1....... /2% Rheinische Hyp.-Bank-Liyu.-Goldpse. ... <%% ehem. 8% Pr. Landespfanii briefanstalt, Psandbriefe R 19 4%% ehern. 7% Pr. Landespfand briesanst., Gold Komm. Obi. 20 Steuergutich.Berrechnungsk. 34-38 4% Oesterreichische Goldrente... 4,20% Oesterreichische Silberrente 4% Ungarisct)e Staatsrente v. 191C 4y„% h(*s;gl von 1913......... 5% abgest. Goldmsxikaner von 9l 4% Türkische Bagdadbahn-Anleih Serie l................... Frankfurt a. M. Berlin Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. Schlußkurs Schlußk. Abendbörse Schluß- turs Schlußk. Mittagbörse 4.januar 5.Januar Amtliche Notierung Geld | Brief Amtliche Notierung Geld [ Briet Datum 4.1. 5.1. 4.1. 5.1. Buenos Alle Brüssel .... Rio de Jan. Sofia..... Kopenhagen Danzig .... London.... Helsingfors. Paris ..... Holland ... Italien..... Japan ..... Jugoslawien Oslo..... ’ Wien...... Lissabon... Stockholm.. Schweiz ... Spanien... 0,758 41,91 0,150 3,047 54,52 47,04 12,21 5,395 11,615 136,22 13,09 0,701 5,654 61,37 48,95 11,095 62,95 57,15 18,73 8,681 2,488 0,762 41,99 0,152 3,053 54,62 47,14 12'24 5,405 11,635 136,50 13,11 0,703 5,666 61,49 49,05 11,115 63,07 57,27 18,77 8,699 2,492 Banknoten 0,758 42,06 0,150 3,047 54,60 47,04 12,225 5,40 11,63 136,11 13,09 0,704 5,654 61,45 48,95 11,105 63,03 57,17 18,73 8.686 2,488 0,762 42,14 0,152 3,053 54,70 47,14 12,255 5,41 11,65 136,39 13,11 0,706 5,666 61,57 49,05 11,125 63,15 57,29 18,77 8,704 2,492 Mansselder Bergbau....... 6/i Kokswerke.................. 6 Rheinische Braunkohlen .....1*2 Rbeinstahl .................. 4 Vereinigte Stahlwerke......8/i Otavi Minen ...............0 Kaliwerke Aschersleben........5 Kaliwerke Westeregeln........5 Kaliwerke Salzdetfurth.....7% I. G. Farben-Industrie.......7 Scheideanstall...............9 Goldschmidt ................ 5 Rütgerswerke............... 6 Melallgeiellschaft............. 5 Philipp Holz mann...........4 Zementwerk Heidelberg ......7 Cementwerk Karlstadt....... 6 Schultheis Patzenhofer .......4 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 Bemberg...................5 Zellstoff Waldhof ............ 6 Zellstoff Aschaffenburg .......0 Dessauer Gas ...............7 Daimler Motoren...... 0 Deutsche Linoleum...........8 Lrenstein & Koppel ..........0 Westdeutsche Kaufhof.........0 Chade...................... 9 AccumulatoreN'Fabrik....... 12 Eonti-Gummi.............. 11 Mainlraftwerke Höchst 4 Süddeutscher Zucker ........ 10 160,75 153,25 118 26,25 137 134 182 171 274 129,25 142 154,5 137 163 161 54 105 158,5 140,25 122.5 167 55,5 227 173,5 95,5 1 203,5 150.5 117 26,13 132,5 180 167,9 270 128,75 139,5 152,5 137 163 53,25 103,65 158,5 137,5 121,75 165,75 55,13 227 201,5 171,25 | 33 95,5 I 203 159,75 143,75 231 153,65 118,5 25,75 137 133 182 171,13 129,25 140,65 154 137,5 101,9 54 104,75 158,25 140,4 107,75 122,5 167 90,75 55,9 227 173,5 I 33 203 142,5 227 149,5 116,9 26 135,5 132,75 179,75 167,75 128,75 139 152,5 137,13 101 53 103,25 158,25 137,75 108 121,5 165,75 88,65 55,13 227 202 171,5 33 203 Budapest .. Reuyork ... Berlin,5 Januar Geld Ärief Amenlanyche Roten.............. Belgische Roten.................. Dänische Noten ................. Englische Noten ................. Französische Noten............... Holländische Noten............... Italienische Noten................ Norwegische Noten .............. Deutsch Oesterreich, ä 100 Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Noten............... Schweizer Noten................. Spanische Noten................. Ungarische Noten................ 2,45 41,92 54,44 12,20 11,58 135,78 61,29 62,86 57,02 2,47 42,08 54,66 12,24 11,62 136,32 61,53 63,12 57,24 UM Drittes Blatt Aus Oer Provinzialhauptstadt. Oreikönigstag. Die Heiligen Drei Könige mit ihrem Stern, Sie essen gern und trinken gern, Sie essen und trinken und zahlen nicht gern. So und ähnlich singen die Buben in den bayerischen und tirolischen Dörfern, wenn sie als „Sternsinger" in der Rolle der drei Weisen aus dem Morgenlande mit goldenen Papierkronen und m langen Mänteln von Haus zu Haus ziehen und Gebäck und kleine Geschenke „für das neugeborene Christkind" heischen. Mit dem Dreikönigstag finden die Rauhnächte ihren Abschluß, die geheimnisvolle, gelsterdurchraunte Zeit „zwischen den Jahren", in denen es nicht ganz geheuer ist, in denen das Feuer nicht ausgehen darf und das Brot nachts auf dem Tisch liegen bleiben muß, wo Bäuerin und Mägde ängstlich darauf bedacht sind, daß in Haus und Hof alles sauber und ordentlich ist, weil die „Perchtn" als gestrenge Hüterin umgeht und die Säumigen straft. Der Dreikönigsabend bringt das Ende dieser Nächte und in einem letzten hellen Aufleuchten das Ende der ganzen Weihnachtsfestzeit, die mit dem Advent begann. Die ganze Innigkeit und der ganze Zauber von Weihnachten verdichtet sich noch einmal in dem Brauchtum dieses Abends, der m manchen Gegenden geradezu der „Dritte Heilige Abend" heißt. Die frischen Buben- geßchter leuchten unter der Verkleidung, das rußgeschwärzte des Mohrenkönigs am allermeisten, die hellen Stimmen der ganzen mitziehenden Kinderschar jubeln, an allen Haustüren tauchen die mit Kreide gemalten Buchstaben C. u. M. u. B. auf, Caspar und Melchior und Balthasar. Der kindliche Umzug ist ein letzter Ueberrest aus den mittelalterlichen weihnachtlichen Mysterienspielen, in denen die Gestalten der Magier aus dem Morgenland eine bedeutende Rolle spielten. Mit ihrem Auftauchen nimmt das weihnachtliche Geschehen gewissermaßen Besitz von der Welt, der Stern, der über dem Stalle von Bethlehem aufgegangen ist, hot seinen Schein über den weiten Erdkreis geworfen, und die Welt hat, verkörpert in den Heiligen Drei Königen oder den Drei Weisen, ihre Antwort darauf gegeben. Das Verborgene und Eingeschlossene der Weihe-Nacht, das nur Hirten und Engeln kund war, hat sich nun ganz entfaltet und im weltweiten Raum erfüllt. So ist der Dreikönigstag zeitlich und sinngemäß ein Abschluß, und es liegt über ihm bei aller Freude etwas von der Wehmut des Abschieds. Ueberall verschwinden an oder nach diesem Tage die Christbäume, die bunten Glaskugeln und der übrige Schmuck, vor allem die geliebten Krippenfiguren werden sorgsam wieder eingepackt und weg- geschlossen — bis zum nächsten Jahr. Das scheint noch in unendlich weiter Ferne zu liegen, und doch mischt sich auch in diese Abschiedswehmut wieder ein heller Schein von Hoffnung. Denn nun sind ja alle die längsten und dunkelsten Nächte, die kürzesten Tage des Jahres vorüber, das Licht nimmt wieder zu, noch zwei Wochen, dann ist der Tag da, an dem nach altem Volksglauben es in der Natur wieder anfängt sich zu regen, denn „St. Sebastian läßt den Saft zu Holze gähn". Das Gefühl, daß mit dem Dreikönigstag ein Neues beginnt, fand auch darin seinen Ausdruck, daß manche früheren Zeiten mit diesem Tag das Jahr beginnen ließen, wovon sich eine Erinnerung in manchen alten Orakelbräuchen erhalten hat. C. K. Dornotizen. Tageskalender für Mittwoch. Stadttheater: 19.30 bis 21.45 Uhr „Gyges und fein Ring." — Gloria-Palast, Seltersweg: „Das Hofkonzert." — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die Jugendsünde." Sladllhealer Gießen. Heute abend findet die Erstaufführung von „Gyges und sein Ring", Trauerspiel von Friedrich Hebbel, statt. Die Spielleitung führt Wolfgang Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Mittwoch, tt.Zanuar 1937 Gemeinnütziger Neubau am Oswaldsgarten. In den letzten Monaten des vergangenen Jahres entstand am Oswalds- garten, unmittelbar unterhalb des Bahndammes am Wernerwall, ein eingeschossiges, langgestrecktes Haus, das in ver- nützigen Zwecken dienen soll und im Laufe der nächsten Woche seiner Bestimmung übergeben werden kann. Das Haus, das in seiner Gesamtgestaltung einen freundlichen Eindruck macht und durch einen originell gemauerten Säulenumgang reizvolle Gestaltung erfahren hat, soll in erster Linie den häßlichen Wellblech- und Gußeisen-Pa- villon an der Ecke gegenüber der Gastwirtschaft Dippel ersetzen. Gleichzeitig wurde in dem Haus ein besonderer Raum geschaffen, von dem aus Erfrischungen verkauft werden können.Zwei große Auslage- und Verkaufsfenster stehen dafür zur Verfügung. Selbstverständlich ist dieser Raum von den übrigen Räumen des Hauses durch Mauerwerk streng getrennt. Mit dieser zusätzlichen Einrichtung soll auch die Möglichkeit gegeben sein, das einzeln und so unvermittelt auf Oswaldsgarten stehendeErfrischungshäus- chen abzulösen. Unter dem Säulenumgang des Neubaues, der Seite des großen Platzes zugewandt, wurde eine Das Alte fällt. — (Aufnahmen [2]: Neuner, Gießener Anzeiger.) ■ M Die neuen gemeinnützigen Anlagen auf Oswaldsgarten. lange Bank geschaffen, die bei schlechtem Wetter den Fahrgästen der Postomnibusse als Warteplatz dienen kann. Von diesem Unterstandsplatz bis zur Omnibushaltestelle sind ja kaum 30 Meter zu gehen. Eine reizvolle Bereicherung hat die Neuanlage durch einen etwa sechs Meter hohen Turm erfahren, der eine Uhr trägt, die während der Dunkelheit beleuchtet wird. Die Uhr an dieser Stelle wird sicherlich allgemein begrüßt werden. Diese gemeinnützige Anlage — in Hellen Klinkern ausgeführt — stellt eine erfreuliche Verschönerung des Stadtbildes an dieser Stelle dar, um so mehr, als sie links und rechts sehr bald von glatten, fteingefaßten Rasenflächen begrenzt sein wird. Der Pavillon Wellblech und das Derkaufshäuschen werden unmittelbar nach der endgültigen Fertigstellung des Hauses entfernt werden. Kühne. Es wirken mit Heinz Rosenthal (Gyges); Emmy Güngerich, als Gast (Rhodope); Anton Neuhaus (Kandaules); Maria Gerhardt (Hero); Hansi Prinz (Lesbia); Gert Geiger (Thoas); Fritz Walter (Kama). Die Bühnenbilder schuf Karl Löffler. Die Kostüme wurden in eigener Werkstatt unter der Leitung von Willi Endrich angefertigt. Die Vorstellung findet als 15. Vorstellung der Mittwoch- Miete statt. Anfang 19.30 Uhr, Ende 21.45 Uhr. Der Dterfe (Sintopfioimfaa NSG. Es erübrigt sich, um die Bedeutung des deutschen Eintopfsonntags viel Worte zu machen. Heute weiß es jeder, daß diese Einrichtung den sozialen Willen und die soziale Tat des neuen Reiches offenbart. Mag fein, daß der eine ober der andere, der unbelehrbar ist (das härtere Wort fei verschwiegen), allerlei Redensarten macht, wenn er an diesem Tage wiederum opfern soll. Die Tatsache bleibt bestehen, daß der Eintopfsonntag die schönste Einrichtung der größten Friedenstat der Welt ist. Am nächsten Sonntag appelliert das Winterhilfswerk wiederum an den guten Willen und den gefunden Menschenverstand aller Deutschen. Wer sich vom Opfer des Eintopfsonntags ohne triftigen Grund ausschließt, verdient die Opfer nicht, die andere für das Glück Deutschlands gebracht haben. Zwar haben die oorausgegangenen Feiertage manchen Geldbeutel erheblich in Mitleidenschaft gezogen, ber wo ein guter Wille ist, da ist auch ein guter Weg. Das Opfer des Eintopffonntags wird für Deutschlands Zukunft gebracht. Wer Sinn für Verantwortung hat, reicht feine Gabe freudigen Herzens, wenn die nimmermüden Sammler des WHW. ihn aufsuchen. Nationaler Anstand verpflichtet! Worte sind nichts. Die Tat des Opferns entscheidet! Die Eintopfgerichte der Gaststätten am 10. Januar. DNB. Der Leiter der Wirtschaftsgruppe Gaststätten- und Beherbergungsgewerbe teilt seinen Mitgliedern mit, daß für den vierten Eintopfsonntag am 10. Januar folgende vier Eintopfgerichte für die Gaststätten vorgeschrieben sind: 1. Weiße Bohnensuppe mit Wurst- oder Fleisch- ejnlage. 2. Eintopf von Sauerkraut mit Schweinefleisch. 3. Fisch-Eintopfgericht nach eigener Wahl. 4. Vegetarischer Gemüsetopf. Die Festlegung dieser Eintopfgerichte gilt nur für Gaststätten. Hitler-Jugend Bann 116 Gießen. Vetr.: Tätigkeitsbericht der Stellenleiter. JDie Leiter der Stellen O, G, WS, KS, R, Pr, (9a, K haben bis spätestens 6. Januar 1937, 18 Uhr, ihren Tätigkeitsbericht an die Adjutantur des Bannes 116 abzuliefern. Der Termin ist genauestens einzuhalten. Velr.: Lehrgang 1 der Vannführerschule. Die zur Einberufung notwendigen Papiere sind bereits durch die Personalstelle des Bannes zum Versand gekommen. Die Meldung der Teilnehmer hat bis spätestens 10. Januar 1937 an die Personalstelle zu erfolgen. Velr.: HJ.-Lhren;eichen. Die Ehrenzeichen der Jgg.: Karl Weber, Karl Heinrich, Walter Schmidt, Rudolf Keil, Karl Opper, Richard Müller, Richard Böcher, Wilhelm Keil, Ewald Neidel sind eingetroffen und können ab 5. Januar 1936 auf der Personalstelle des Bannes in Empfang genommen werden. Vetr.: Wochenendschulungen des Vannes 116. 1. Wochenendschulung des Unterbannes 11/116. An der Wochenendschulung des Unterbannes 11/116 haben alle Führer (vorn Kameradschaftsführer aufwärts) der Gefolgschaften 6, 7, 8, 9 und 10'116 teilzunehmen. Die Wochenendschulung beginnt am 9. Januar, 20.15 Uhr, und dauert bis 10. Januar, 16 Uhr. Die Teilnehmer müssen am 9. Januar um 20 Uhr in Londorf eingetroffen fein. Sportzeug ist mitzubringen. 2. Wochenendschulung der Gefolgschaften 5, 13, 14 und 15/116. Zu dieser Wochenendschulung haben alle Führer (vom Kameradschaftsführer aufwärts) der obengenannten Gefolgschaften anzutreten. Die Wochenendschulung beginnt am 9. Januar, 20.15 Uhr, und dauert bis 10. Januar, 16 Uhr. Die Teilnehmer müssen am 9. Januar um 20 Uhr am HJ-- Heim in Watzenborn-Steinberg angetreten sein. Vetr.: Führerbesprechung. Am kommenden Donnerstag, 7. Januar, findet auf der Banndienststelle eine Führerbesprechung aller Unterbann- und Gefolgschaftsführer, Führer der Sondereinheiten, sowie des gesamten Bann- ftabes (Stellenleiter und Mitarbeiter) statt. Beginn: 20.15 Uhr pünktlich. Angetreten wird in Winteruniform. Der Pfälzer Maler Otto Dill. Nächste Ausstellung im Oberhessischen Kunstverein. Der Kunstverein bringt in seiner nächsten Ausstellung eine Uebersicht über bas Schaffen des Pfälzer Malers Professor Otto Dill. Otto Dill wurde 1884 in Neustadt an der Hardt (jetzt Neustadt an der Weinstraße) geboren. Mit 24 Jahren ging er auf die Akademie nach München und wurde dort Meisterschüler Heinrich von Zügels. In den Jahren 1912 bis 1914 hat er als Krönung seiner Leistungen verschiedene Medaillen und Stipendien erhalten. Seine künstlerische Entwicklung begann ursprünglich beim Malen von Küh- und Ochsengespannen der Heimat. Dann machte er Pferdestudien auf verschiedenen Rennplätzen des In- und Auslandes. Auf Reifen nach Tunis und Algier, überhaupt rings um das Mittelmeer, hat sich dann fein Blick für die Landschaft geweitet. Die Bewegungsprobleme der Tiere, die Gute Möbel bei Koos Giessen Schulstr.6 Robert Schumann undRichard Strauß als Symphoniker. Ium bevorstehenden II. Orchester-Konzert des Gießener Konzertvereins. Nachdem Robert Schumann nach schweren Kämpfen sein Glück in dem Bunde mit Klara Schumann gefunden hatte, regte sich fein Schaffensdrang mit drängender Kraft. Diese ersten sonnen- freudigen Jahre der Ehe geben seinem Schaffen eine Wendung zum Instrumentalen. Er kann jetzt mit bewußt geschultem Können dem Zug zur Symphonie hin Erfüllung geben. In überaus kurzer Zeit entsteht so die Skizze zu der 6-clur-Symphonie (23. bis 26. Januar 1841); er selber schreibt darüber: „Ich habe in den vorigen Tagen eine Arbeit vollendet (wenigstens in den Umrissen), über die ich ganz selig gewesen, die mich aber auch ganz erschöpft. Denken Sie, eine ganze Symphonie... und obendrein eine Frühlingssymphonie... ich kann kaum selber glauben, daß sie fertig ist." Bereits am 20. Februar des Jahres liegt die Partitur fertig vor, und schon am 31. März 1841 findet sie in einem Konzert Klara Schumanns, das sie zum Besten des Orchester- Pensionsfonds in Leipzig gab, ihre Uraufführung, und der reiche Beifall bestätigte, daß sich Robert Schumann seinen Platz unter den Symphonikern gesichert hatte. f ..... _ Die direkte Anregung zu dieser „Fruhlmgs- fymphonie" soll ein Gedickt von A. Bottger gegeben haben. Schumann hatte sich auch mit dem Gedanken getragen, alle Sätze durch entsprechende Ueberschriften zu kennzeichnen: der erste Satz als „Frühlingserwachen", der letzte als ,,5rul)llt}95: abschied". Wenn auch die einzelnen Satze spater keine Sonderbezeichnungen bekommen haben, so kündet doch das ganze Werk von der neu erwachten Lebensfreude und verjüngten Kraft, die ihm der Ehefrühling gebracht hat. Und so wird diese Symphonie zum Bekenntnis überströmenden Lebenswillens. ., Dieses völlige Erfülltsein des Innern gibt ihm die Möglichkeit, die Formen, die er beifemen symphonischen Vorbildern, Beethoven und Schubert, begeistert bewundert hatte, mit eigenem . 3U füllen und so über die Form hinaus zu persönlicher Aeußerung zu erheben. Hörner und Trompeten eröffnen das Tor des Frühlings und das volle Orchester nimmt ihren Ruf auf, der sinnend weitergetragen wird und in feinem Aufwachfen hin in das stürmende allegro molto vivace führt. Sein Hauptthema ist aus dem Fanfarenruf gebildet; in Gegensatz dazu stellt sich das zweite Thema. Das Aufsprießen, Aufjauchzen des Hauptgedankens beherrscht die Durchführung, nur leichte Wolken scheinen den lichten Frühlingshimmel trüben zu wollen; dunkle Erinnerungen haben aber hier keinen Platz; der Jubel der Coda, untermischt mit der Fülle des Gefühls, läßt diese Stimmung voll ausschwingen. Das Larghetto gibt besinnlicher Beschaulichkeit Raum. Die' einmal angeschlagene Grundstimmung bewegt einheitlich den ganzen Satz, der eigentlich nicht zum Schluß geführt wird, sondern die Posaunen lassen bei seinem Abklingen schon das Grundmotiv des folgenden Scherzos erscheinen, das nun, obwohl in Moll erklingend, starken Impuls in sich trägt. Ihm stehen zwei Trios im Wechsel gegenüber; das erste im Zwei-Diertel-Takt, von eigenartigem Reiz der sich antwortenden Streicher- und Holzbläsergruppen, fast mit einer Wendung zum Phantastischen durch die eingeflochtenen Triolen; das zweite Trio im Drei-Viertel-Takt läßt fein Entwicklungsmotiv aus der Tonleiter entspringen. Ganz besonders aber die Coda verleiht dieser Satzgruppe eine eigentümliche Wendung. Das Finale schließt den Ring der wechselnden Bilder, inhaltlich stellt es sich ganz in die Nähe des Kopfsatzes. Die nur wenige Takte umfassende Einleitung kündet durch die rhythmische Verschiebung (Synkope) schon das zweite Thema im voraus an; ja, es scheint, als habe Schumann diesem Motiv seine besondere Liebe verliehen; denn er gewährt ihm in der Durchführung den Hauptantett. Die Posaunen erscheinen hier als drohende, schicksalhafte Erinnerung, dann aber lösen sich die Klänge und eine anmutige zierliche Kadenz der Flöte führt zur Wiederkehr der Themen hin. Wenn auch die Posaunen noch einmal hier versuchen, dem Dahinstürmen Dämpfung aufzuerlegen, es gelingt ihnen nicht, voller Jubel klingt das Werk aus. ♦ Schon diese Schumann-Symphonie hat mit ihrer Entstehungsgeschichte erwiesen, daß ihr Werden nicht nur'rein musikalischen Triebkräften zu danken war sondern daß eine außermusikalische Anregung den 'letzten Anstoß gab. Die Entwicklung des symphonischen Schaffens im 19. Jahrhundert konnte weiterhin auch nicht auf die Schaffenserregung durch von außen her auf den Musiker einwirkende Ideen verzichten. Nur wenigen symphonischen Meistern dieses Zeitalters war es gegeben, aus rein musikalischen Antriebskräften ihr Werk erstehen zu lassen wie etwa Brahms. War in der grandiosen Entwicklung der Oper des 19. Jahrhunderts das Schaffenselement durch die Bühnenhandlung ohne weiteres gegeben, so nahm auch der reine Symphoniker gern Eindrücke von außen her zur Befruchtung seiner Phantasie an. An der Spitze dieser Gruppe stand der Franzose Hector B e r l i o z, er legte seinen Symphonien ein Programm zu Grunde. Auf dem gleichen Wege schreitet Franz Liszt weiter in seinen symphonischen Dichtungen. Gegen Ende des Jahrhunderts gelangt Richard Strauß zur selben Erkenntnis. „Will man nun ein in Stimmung und konsequentem Aufbau einheitliches Kunstwerk schaffen, und soll dasselbe auf die Zuhörer plastisch einwirken, so muß das, was der Autor sagen wollte, auch plastisch vor seinem geistigen Auge geschwebt haben. Das ist nur möglich infolge der Befruchtung durch eine poetische Idee, mag dieselbe nun als Programm dem Werke beigefügt werden oder nicht." So Richard Strauß an Hans von Bülow, er kennzeichnet damit feine Einstellung aufs klarste. Das Befolgen eines vorgesetzten Programms kann für den Musiker zur größten Gefahr werden, wenn er sich verleiten läßt, mit der Musik das nachahmen zu wollen, was nur der bildenden Kunst und dem Dichter Vorbehalten ist; er würde sich gegebenenfalls im Abschildern verlieren und der Musik nur illustrierenden Wert geben. Läßt er dagegen den geschauten Vorgang in der Wirkung seines Verlaufes auch das Gefühl erleben, so wird er den grundlegenden Gesetzen musikalischer organischer 'Durchgestaltung dabei nicht entgegen arbeiten, sondern den Hörern in der Darstellung des Gefühlsablaufes ein geschlossenes musikalisches Ganzes geben können. Entscheidend wird dabei immer die persönliche Veranlagung des betreffenden Musikers sein. Der Tondichtung „Tod und Verklärung waren schon zwei Programmwerke vorausgegangen. „Don Juan" und „Macbeth", denen beiden ein durch lleberlieferung und Geschichte festgelegtes Geschehen zum Anhaltspunkte diente. Mochten sich darum in diesen beiden Werken mehr objektive Tatsachen abprägen, so strebt Richard Strauß in „Tod und Verklärung" mehr allgemein-menschlichen Empfindungen zu und läßt die Erschütterungen wach werden, denen sich keiner entziehen kann, der einmal an einem Sterbebette geweilt hat. Dieses Uebermaß an innerer Erregung, das ein jeder in solcher Lage erlebt, ließ dieses Werk werden So äußert sich hier tiefstes Empfinden, aus dem letzten Ich des Schaffenden heraus, und das mag der Grund dafür gewesen fein, daß „Tod und Verklärung" unter den symphonischen Werken von Richard Strauß das volkstümlichste geworden ist. Die Geschlossenheit des Erlebnisaktes ließ hier einen organischen musikalischen Vorgang erstehen, der einer programmlichen Erläuterung kaum bedurft hätte. Der Partitur dieses Werkes hat man aber eine Dichtung vorangestellt, die von einem Freunde des Komponisten, Alexander Ritter, stammt, und die erst nachträglich geschaffen wurde. Ja, für die Beurteilung dieser Tondichtung wäre sie fast zum Verhängnis geworden, da man an Hand der Wortdichtung nun jeden einzelnen musikalischen Vorgang ausdeuten wollte. Im Gegenteil, der Vorwurf, mit dem man den werdenden Richard Strauß treffen wollte, daß er mit dem Kopf und nicht mit dem Herzen Musik mache, wird gerade hier entEräftigt. Das ganze Werk kann als ein ausgedehnter Symphoniesatz gelten, in den eine Einleitung hinführt und dem ein zum Hymnischen sich auswachsender Epilog die Verklärung gibt. Mag man in der Einleitung den schlummernden Schwerkranken sehen, ihn in seinem Traumdämmern belauschen. In dem Allegro des Hauptteiles schüttelt ihn das Fieber; mit unerbittlichen, scharfen Tatzenschlägen gleichen Akzenten sucht der Tod seine Beute zu ergreifen. Noch einmal zieht das Leben in den Ficber- phantasien vorüber; selige Kindheitserinnerungen, jugendlicher Frohsinn wachen noch einmal kurz auf, immer droht der vernichtende Schlag. Fieberglut durchpeitscht den ganzen Körper, läßt ihn sich in Abwehr gegen den Tod aufbäumen und wieder absinken; die Kämpfe des Lebens werden noch einmal wach; ein Zurückfinken, ein letztes erschütterndes Aufzucken: der Tod hat fein Opfer. Aber über die sterbliche Hülle hinaus klingt nun der Wert des vollbrachten Lebens, die Hymne von Erlösung, Verklärung und Sieg. Das am 21. Juni 1890 auf dem Tonkünstlerfest zu Eisenach zuerst aufgeführte Werk mochte mit seinen zu realistischen Mitteln herausfordernden Vorgängen durch die Schärfe der Dissonanzen, durck die innere Schwere des Satzes zunächst auf Widerspruch stoßen; aber die Entwicklung seit dieser Zeit hat unsere Ohren und unfern Blick immer mehr für die bleibenden Werte dieses tiefergreifenden menschlichen Bekenntnisses geöffnet. * e Mit dem Violinkonzert op. 82 in a-moll von Alexander Glasun 6 w (geb. 1865) kommt ein Vertreter russischer Musik zu Wort, der als ein Schüler von Rimsky-Korssakow der national-russischen Komponistenschule folgte, und der gerade in diesem Werk mit feinem eigentümlich russischen Gepräge durch die Ausdruckskraft und feine Führung der Melodik dem Geiger würdige und dankbare Aufgaben stellt. Dr. H. Hering. Bie- 1. 2. 3. 6. 7. Fundbüro 8. 9. um hat der 4. 5. Fremdenorte in erreichbarer Nähe hatte. Alland hatte sich kurz entschlossen in dem netten kleinen Hotel angemeldet, das ihm von dem Kollegen so warm empfohlen war. Wie beglückend diese Reise gleich von Anfang an! Aus einem trüben, regnerisch kalten Herbsttag in München war man binnen zwölf Stunden schon wie durch Zauberei in den strahlendsten Sommer versetzt, der immer wärmer und heiterer wurde, je weiter einem der Zug nach Süden führte. Als er endlich, ein bißchen gerädert von der langen Fahrt, an der unscheinbaren kleinen Station ausstieg, vor der sich doch ein so großartiges Panorama von dunklen Bergen und blauem Meer ausbreitete — da wußte er schon gleich: hier würde er sehr glücklich sein. Vierzehn Tage lang an keinen Patienten und keine Krankengeschichten denken, nur schwimmen, nichts als schwimmen und ein wenig spazierengehen, ganz dem Genuß der Landschaft hinge- geb'en, ganz frei, ohne irgendwelche selbst ganz oberflächlichen Bindungen gesellschaftlicher Konvention — ein vergnügter Einsiedler ... Und dann war doch alles ganz anders gekommen, wenn auch freilich unendlich viel glücklicher noch, als er es sich erträumte. Gerade heute vor sechs Jahren, an diesem 21. September, war er ihr zuerst begegnet. Alles stand noch so deutlich vor seinem geistigen Auge, als wäre es gestern gewesen. inden werde, statt am ersten Samstag im Februar, hielten Soldatenlieder, Erzählungen aus Krieg und Frieden, Stall und Unterstand, die alten und jungen Artilleristen noch lange beisammen. Es war ein echter Soldatenabend. * ** Eine Neunundsiebzigjährige. Am morgigen Donnerstag, 7. Januar, kann Frau Maria Wurm, Witwe, geb. Rullmann, Kirchenplatz 9, ihren 79. Geburtstag feiern. Das große Gebiet des Verkehrswesens, wozu die Bearbeitung aller Verkehrsunsälle gehört. Sicherheits- und Ordnungsdienst, wie z. B. Theater- und Zirkusdienst/ Absperrung der Bränden, Kundgebungen usw., Ueberwachung der Pferde- und Viehmärkte, Wochenmärkte und Messen. Forst- und Feldpolizei-Angelegenheiten, Bearbeitung aller eingegangenen Strafanzeigen, die eine Uebertretung zum Gegenstand haben. Bearbeitung von Waffen-, Waffenerwerbs- und Munitionsvorratsscheinen. Bearbeitung von Schießerlaubnisscheinen. Bearbeitung der Anträge über Straßenbenutzung und Anträge über Aufstellung von Weißbindergerüsten. Anträge auf Ausstellung von Führerscheinen für Kraftfahrzeuge aller Art. Bearbeitung des umfangreichen Kraftdroschkenwesens. Alte und junge Soldaten zusammen! Wenn alte Soldaten zusammen sind, dann ist es allemal schön, aber wenn alte und junge in bunter Reihe sitzen, dann ist es „am schönsten". Am 2. Januar hatte der Artillerieverein Gießen (im Waffenring) seinen ersten Kameradschaftsabend 1937 im „Hessischen Hof", eine Abordnung der Unteroffizieroereinigung III/A. R. 9 war dabei zu Gast. Der Kameradschaftsführer begrüßte mit herzlichen Worten alle Kameraden und gab der besonderen Freude Ausdruck über den Besuch der aktiven Jünger der heiligen Barbara. In seiner Erwiderung betonte der Führer der Unteroffizier-Vereinigung, daß sie, wie auch ihr Kommandeur, mit den alten Kameraden stets beste Kameradschaft pflegen würden als Waffenbrüder und besonders auch, weil der junge Soldat in dem Frontsoldaten sein Vorbild sehe. Nach Bekanntgabe verschiedener Befehle des Bundesführers des Bundes der Waffenringe und Führers des Waffenringes der ehem. deutschen Feldartillerie, Generalleutnant Freiherr von Matter, wurde mit besonderer Freude zur Kenntnis genommen, daß sich die alten Waffenbrüder immer mehr im Waffenring zusammenschließen und auch überall enge Verbindung mit der Truppe ausgenommen worden ist, was ganz besonders erwünscht sei. Wenn man auch stets „gerade stehen" solle für „seinen Bund", so habe doch jeder Kamerad aus den Waffenringen die Pflicht, sich allen anderen Zusammenschlüssen alter Soldaten gegenüber vorbildlich und kameradschaftlich in Wort und Tat zu benehmen, damit ihnen niemand Unkameradschaftlichkeit und Unduldsamkeit vorwerfen könne. Stehend gedachten dann die Kameraden eines der markantesten Soldaten der Nachkriegszeit, des so plötzlich nach einem Leben der Pflicht zur großen Armee abberufenen Generalobersten von Seeckt. Er schuf, allem Undeutschen zum Trotz, aus den Resten des alten Heeres die neue Reichswehr und legte in diesem nicht vom Parteigeist angekränkelten 100 000-Mann-Heer den Keim zu unserer heutigen starken Wehrmacht. Wie dieser große Soldat den Grund legte zu dem stärksten Hort unseres Reiches, so schuf der Führer und Kanzler die innen- und außenpolitischen Voraussetzungen für die Verstärkung und den Ausbau dieses Schutzes zu unserer heutigen Wehrmacht, und ihm galt der einmütige Heil-Gruß der Artilleristen-Kameradschaft. Nachdem noch bekanntgegeben worden war,, daß die Jahreshauptoersammlung am 20. Februar statt- gefangen von Fahrrädern, Wagen aller Art bis herunter zu kleinen Damenhandschuhen, Uhren, Gold- und Silberwaren sowie Geldbörsen mit und ohne Inhalt findet man überhaupt alles, was nur nur Menschen zu verlieren imstande sind. Nun begeben wir uns zum ersten Stock. Hier befinden sich die Amtsräume des Polizeidirektors, des Außendienstleiters, des Leiters der Verwaltungspolizei, sowie des Leiters der Gewerbe- und Nahrungsmittelpolizei. Im gleichen Stock ist auch die Staatspolizeistelle untergebracht. Weiter befindet sich im größten Raume des Stockwerks der Unterrichtssaal. Nur von einzelnen dieser Abteilungen, und zwar von denen, die für alle Volksgenossen wichtige Gebiete bearbeiten, soll hier die Rede sein. Oie Außendienststelle. Sie ist die Stelle, die den gesamten Dienst der uniformierten Polizei zu regeln und zu organisieren hat. Ihr Arbeitsgebiet ist ein umfangreiches. Dw wichtigsten Aufgaben seien nachstehend aufgeführt: ** Ein Fünfundsiebzigjähriger. Der Schuhmachermeister Ehr. Schmidt, Bahnhofstraße 62, kann am heutigen Mittwoch, 6. Januar, seinen 75. Geburtstag feiern. ** Außerkurssetzung von Reichs- silbermünzen. Im Reichsgesetzblatt vom 31. Dezember ist eine vom Reichsminister der Fi- Wasserpolizei und _ nicht zuletzt das große Gebiet des Luftschutzes. Ein nicht unwichtiges Arbeitsgebiet ist auch die Aus- und Weiterbildung der Polizeibeamten im Schießen, Körperertüchtigung und nicht zuletzt im Unterrrichten der vielen zum Neuaufbau unseres Staates so wichtigen Gesetze, Verordnungen und Die Polizei als Diener und Freund des Volkes Einiges aus dem Aufgabengebiet der heutigen Polizei. Ein junger Mann aus Allendorf a. d. Lda. war angeklagt, einen Diebstahl zum Nachteil eines Arbeitskameraden ausgeführt zu haben. Trotz eingehender Beweisaufnahme konnte dem Angeklagten nicht einwandfrei nachgewiesen werden, daß er die Tat begangen hat. Er wurde deshalb freigefprochen. Der A. D. aus Gießen, jetzt in Königsberg, verkaufte im Sommer vorigen Jahres einem hiesigen Geschäftsmann einen gebrauchten Personenkraft- jen. Da der Käufer des Wagens schleppend nanzen am 29. Dezember 1936 erlassene Verordnung Geschäftsmann einen gebrauchten Personenkraft- über die Außerkurssetzung der Reichssilbermünzen wagen. Da der Käufer des Wagens schleppend im Nennbeträge von 1 Mark, IReichsmark und I zahlte, begab sich der Angeklagte eines Tages zu Um dem einzelnen Volksgenossen dieses Aufzahlen von Polizeiaufgaben schmackhafter und gemeinverständlicher zu machen, bitte ich, im Geiste mit mit zu dem allen Gießenern bekannten Polizeidirektionsgebäude zu gehen und mir nun zu folgen. Nachdem wir das Polizeidirektionsgebäude betreten haben, sehen wir gleich im Erdgeschoß links die Tag und Nacht mit einem Polizeibeamten besetzte Amiswache. Hier in diesem Raume, in dem sich auch die Fernsprechanlage mit dem dazugehörigen Klappenschrank befindet, werden alle ankommenden Stadt- und Ferngespräche an die jeweils in Frage kommenden Dienststellen weitergeleitet. Werden Verbrechen, Vergehen oder Verkehrsunfälle gemeldet — dies geschieht täglich und namentlich auch sehr häufig nachts — so werden sofort das Notrufkommando und die Vorgesetzten alarmiert, und in wenigen Minuten ist der Tatort erreicht und die Aufklärungsarbeit beginnt. Gegenüber der Amtswache liegt das Einwohnermeldeamt. Hier werden alle Zu-, Um- und Wegzüge karteimäßig erfaßt und registriert. Das Meldeamt wird mit Recht die Seele'der Polizei genannt. Gewissenhaftes Arbeiten ist hier erforderlich, um alle Volksgenossen, die hier zuziehen — und sei es auch nur vorübergehend — restlos zu erfassen. Wie mancher Volksgenosse hat es schon bitter erfahren und bereut, daß er es unterlassen hatte, sich ord- Diese zauberhafte Mondnacht, die ihn so lange vor dem kleinen Cafö am Strande hatte verweilen lassen, bis der Kellner im Hintergrund die Tische zusammenrückte — diese zauberhaft helle Nacht hielt ihn auch dann noch im Freien zurück. Unmöglich, an schlafen zu denken, solange der Meeresspiegel — wirklich ein Spiegel — das sanfte Licht des Mondes so intensiv zurückstrahlte, daß es fast blendete. Wenn schon der Heimweg, so mindestens doch ein Umweg! Der schmale, steinige Fußpfad rings um das weit vorspringende Kap, sonst bei Nacht kaum gangbar, lag heute beinahe überall in taghellem Licht. Die wellenzerfressenen, zackigen Klippenfelder drunten am Meeressaum wirkten in dieser seltsam körperlichen Beleuchtung selber phantastisch-farblos und kahl wie eine Landschaft auf dem Mond und nicht wie ein Stück mondbeschienener Landschaft. Erst wenn man den Blick darüber hinaus zur Küste schweifen ließ, wo das helle Band der großen Straße in die vielen Lichter des nächsten größeren Ortes mündete, erst dann kam wieder menschliche Lebendigkeit in dieses gar zu unwirkliche Bild von Wasser und Urgestein. Er hatte es sich mit Hilfe des zusammenge- rolften Bademantels auf den Wurzeln einer Pmie bequem gemacht, die, vom Wege überhängend, ihn selber fast völlig mit ihrem Schatten bedeckte. Plötzlich schreckte er unwillkürlich auf. Ganz in der Nähe war ein menschlicher Schritt zu hören, ein hastiger und dann wieder stockender Schritt, aber kurz und leicht wie der eines Kindes. Fischerkinder wahrscheinlich, die jetzt noch Tintenfische in den Felsen zu fangen hofften. Jetzt schien der Schritt sich wieder zu entfernen, aber dann ließ das Geräusch rollender Steine eher vermuten, daß jemand vom Wege aus vorsichtig über das zackige Klippenfeld zum Meer hinabstieg. Richtig, da — kaum zwanzig Meter weiter, wo der Pfad eine Biegung machte — trat eine Gestalt aus dem Baumschatten hervor und strebte, vorsichtig gebeugt über die spitzen Zacken tastend, der Stelle zu, wo eine einzelne Klippe weit vorstoßend unmittelbar ins freie Meer abfiel. Aber das war durchaus kein Fischerjunge, das war eine weibliche Gestalt, offenbar eine junge Dame sogar, die da mit hastigen, aber doch unverkennbar anmutigen Bewegungen umherkletterte. Wahrscheinlich eine romantische Engländerin aus irgendeiner der großen Villen, deren Gärten fast bis hier heruntergehen. In diese Traumlandschaft paßt eine badende Nixe ausgezeichnet, vorausgesetzt, daß sie schön genug ist. Dort im Schatten scheint sie das Kleid abzustreifen, und da steht sie schon im weißen Schwimmtrikot oben auf der Klippe, bewegungslos, wie gebannt von dem Mondlicht, das sie jetzt ganz umfließt: das edelgeformte Gesicht, fast kindlich noch, mit großgeschnittenen Augen unter dem weichen Gelock des silberblond schimmernden Haares. So steht sie da oben — ein Wesen aus irgendeiner andern, märchenhaften Welt — regungslos, entfernt und unwirklich. Nur ein paar Augenblicke. Dann wirft sie sich mit einer erschreckend gewaltsamen Bewegung, die Arme halb sportlich, halb wie in Verzweiflung über dem Kopf zusammenschlagend, mit einem mächtig Hochschnellenden Sprung ins Meer. so mehr. Jeder Finder einer verlorenen <5ad>e nach § 965 BGB. der Polizeibehörde, sofern Empfangsberechtigte unbekannt ist, unverzüglich von dem Funde Anzeige zu machen, den Gegenstand mindestens ein Jahr aufzubewahren, oder der Polizeibehörde zwecks Aufbewahrung abzu- liefern. Dies gilt jedoch nur von den über 3 Mark Wert betragenden Gegenständen. Ist der Verlierer nach einem Jahre noch nicht bekannt oder ermittelt worden, so geht der Fundgegenstand in den Besitz des Finders über. Was sich alles bei einem Polizei- funbbüro befindet, läßt sich kaum beschreiben. An- 23on polizeiverwaliungs-Oderinspettor Beate. nungsgemäß an-, um- oder abzumelden. Die Ausstellung von amtlichen Ausweisen, wie z. B. von Reisepässen, Führungszeugnissen usw. hängt einzig und allein ab von der ordnungsmäßigen An-, Um- und Abmeldung. Ist diese unterblieben, so kann dem Betroffenen das für ihn meist wichtige Dokument nicht ausgestellt werden, was naturgemäß unangenehme Folgerungen nach sich zieht. Darum, lieber Volksgenosse und liebe Volksgenossin, Meldepflicht ist dringende Staatsbürgerpflicht! Zu den Aufgabengebieten des Einwohnermeldeamtes gehören noch die Führung und Berichtigung wichtiger Listen und Karteien. So z. B. die Jmpfliste, die alle Impflinge zu erfassen hat, die Schulliste, in die sämtliche schulpflichtigen Kinder erfaßt werden, die Liste aller Fortbildungsschulpflichtigen, ferner werden alle hier wohnhaften Aerzte, Apotheken, Krankenpfleger, Schwestern und das sonstige Pflegepersonal listenmäßig erfaßt. Seit Einführung der Wehrdienstpflicht durch unseren Führer ist dem Einwohnermeldeamt noch das sog. Wehrdezernat angegliedert. Hier gilt es, alle wehrpflichtigen Männer zu erfassen und alles so vorzubereiten, daß die jährlich stattfindenden Musterungen und Aushebungen reibungslos vonstatten gehen können. Wahrlich, das Einwohnermeldeamt Ist ein wichtiges, zum Polizeikörper gehöriges Organ. Im Parterrestock und zwar links, befindet sich weiterhin die Registratur und die Schreibstube. Wenn man die farbigen Gegensätze in der Landschaft haben ihn besonders angezogen. Viele staatliche und städtische Galerien in Deutschland, Ungarn, England, Amerika und in der Türkei haben Werke von ihm angekauft. Seit 1930 lebt er wieder in seiner Heimatstadt Neustadt; hier hat ihn die Landschaft in ihrer besonderen Schönheit zu neuem Schaffen und Schauen gereizt. Seine Arbeiten sind in vielen Ausstellungen gezeigt worden. Es wird reizvoll sein, auch einmal einen Künstler aus der pfälzischen Landschaft in Gießen zu sehen, zumal die ausgestellten 30 Gemälde und etwa 35 Aquarelle einen geschlossenen Ueberblick über die bisherigen Leistungen des Künstlers geben können. Umfangreiche Verbesserungen an der Biebertalbahn. Registratur das Hirn der Behörde bezeichnet, so ist dies richtig und nicht übertrieben. Alles, was an Schriftstücken bei der Polizei einläuft, geht durch die Registratur. An Hand eines besonders für die Polizei ausgearbeiteten Registraturplanes, der 32 Hauptabteilungen und soundso viel Unterabteilungen aufweist, müssen die täglich in großer Anzahl einlaufenden amtlichen und nichtamtlichen Schriftstücke registriert und so weggelegt werden, daß irgendein Vorgang — und sei er noch so unwichtig — nach Monaten, ja nach Jahren wieder gefunden und vorgelegt werden kann. Im gleichen Stockwerk befindet sich noch das Rechnungs- und Fundbüro. Während die Beamten des Rechnungsbüros nur innere und die Beamten angehende Arbeiten verrichten, interessiert dagegen das 5 Reichsmark veröffentlicht. Die Reichssilbermunzen im Nennbetrag von 1 Mark, 1 Reichsmark und 5 Reichsmark gelten ab 1. April 1937 nicht mehr als gesetzliche Zahlungsmittel und sind einzuziehen. Von diesem Zeitpunkt ab ist außer den mit der Einziehung beauftragten Kassen niemand verpflichtet, diese Münzen in Zahlung zu nehmen. Amtsgericht Gießen. jenem und bat ihn, ihm den Wagen für eine kurze Fahrt einmal zu überlassen, er werde ihn bald wieder zurückbringen. Diesem Versprechen kam der Angeklagte aber nicht nach, sondern er verkaufte den Personenkraftwagen an eine dritte Person. Wegen Betrugs verurteilte ihn das Gericht zu 80 Mark Geldstrafe, hilfsweise 16 Tage Gefängnis. Außerdem belegte es den Angeklagten mit den Kosten des Verfahrens. Der 47 Jahre alte F. F. aus Dortmund, zur Zeit in einem auswärtigen Gerickstsgefängms m Untersuchungshaft, ist bereits vorbestraft. Wegen Betrugs nach § 263 StGB, verurteilte ihn das Amtsgericht zu zwei Monaten Gefängnis. Von der Strafe gelten 25 Tage Untersuchungshaft als verbüßt. Der Angeklagte hatte sich bei einem hiesigen Gastwirt einlogiert und war eines Tages unter Hinterlassung einer Schuld von etwa 40 Mark abgereist. Die wiederholten Verkehrsunfälle auf der bertalbahn und die leider nur allzusehr begründeten Beschwerden in der Oeffentlichkeit haben dazu geführt, daß am gestrigen Dienstag eine Besprechung von Vertretern der Regierung, der Reichsbahn, der Stadt, der Polizei und der Siebertal» bahn im Bereiche der Biebertalanlagen in Gießen stattgefunden hat, die einer umfassenden lieber» Prüfung der verschiedensten Fragen des Betriebes diente. Es wurden sorgsame Erwägungen und Vorschläge nach verschiedensten Richtungen hin an- gestellt bzw. unterbreitet. Als Ergebnis der Beratungen kann die erfreuliche Mitteilung gemacht werden, daß die geschäftsführende Firma der Bie- bertalbahn umfangreiche Ausbesserungsarbeiten an den Bahnanlagen, insbesondere am Unterbau per Gleise, vornehmen will. Die Geldmittel dazu sind in einem Betriebsrücklagefonds vorhanden, ebenso stehen die Arbeitskräfte für diese Aufgabe zur Verfügung. Es kann damit gerechnet werden, daß schon in aller Kürze mit den Erneuerungsarbeiten begonnen wird, so daß in absehbarer Zeit wohl wieder annehmbare Verkehrsverhältnisse auf der Biebertalbahn herrschen werden. Wenn im Laufe der kommenden Woche, der Polizeiaufklärungswoche, alle Volksgenossen, ob jung ober alt, aufgeklärt werden über die Mittel und Wege, die notwendig sind, um sich vor Gefahren und Schaden zu bewahren, und ihnen anderseits mit Recht immer wieder gesagt wird, daß der Polizeibeamte im nationalsozialistischen Staat der Freund, Beschützer und Helfer aller Volksgenossen fein will, so werden wohl diese aufklärenden Zeilen, die einiges aus dem Aufgabengebiet der Polizei bringen, von allen mit Freuden begrüßt werden. Viele Volksgenossen, so glaube ich, wird es aller- dings geben, die sich und vielleicht auch schon anderen die Frage vorgelegt haben: „Was macht denn nun alles die Polizei?" Ihr Gedankengang ist meist der: Ist ein Radfahrer verkehrt gefahren und hat somit gegen die Reichsverkehrsvorschriften Der- stoßen, dann kommt der Schutzmann und schreibt ihn auf; oder es wird ein Dieb, der gestohlen hat, festgenommen; ist irgendwo eine Schlägerei, dann kommt der Polizeibeamte gewiß immer erst dann, wenn alles vorbei und die Rühe wieder eingetreten ist. Das, liebe Volksgenossen, war so etwa die Meinung über die Polizei in früheren Jahren. Es soll auch keinem übelgenommen werden, denn was weiß denn der Einzelne von dem überaus großen Aufgabengebiet, das volksverbunden zu bewälttgen höchste und vornehmste Pflicht jedes Polizeibeamten im Dritten Reiche ist. Interessieren dürfte es deshalb, etwas Näheres zu erfahren über alles das, was zum Pflichtenkreis der Polizei gehört. Bestimmungen. Oie Gewerbe- und Tlahrungsmittei- polizeistelle. Diese für die gesamte Bevölkerung unserer Stadt wichtige Dienststelle hat die Pflicht und die Aufgabe, in Zusammenarbeit mit den hierzu mitberufenen Stellen, wie Gewerbeaufsichtsamt, Chemisches Untersuchungsamt, Kreisveterinäramt, Industrie- und Handelskammer, Arbeitsamt, und Handwerskammer ufw., alle die Industrie, das Gewerbe und das Handwerk betreffenden Fragen an Hand der hierzu erlassenen vielseitigen Gesetze, Verordnungen und Bestimmungen aufzuklären, zu bearbeiten und darüber hinaus die zum Schutze der Arbeiter und Eine gute Schwimmerin offenbar, fährt es Alland durch den Kops (er ist als ehemaliger Meisterschwimmer auf diesem Gebiet fast ebenso sachverständig wie auf dem ärztlichen), sie springt vorzüglich, aber beinah wie eine Selbstmörderin. Wenn man nicht nach dem leichten Aufprall des Körpers jetzt die regelmäßigen und nur ein wenig zu raschen Schwimmzüge hörte, könnte man fast fürchten, daß es sich nicht bloß um das nächtliche Bad irgendeines harmlos exaltierten Mädchens handelt ... Unwillkürlich ist er aufgestanden und ein Stück die Klippe entlang geklettert, um die Schwimmerin besser sehen zu können. Sie ist schon ein gutes Ende vorwärts gekommen inzwischen und hält sich mitten in der breiten Silberstraße, die der Mond durch das dunkle Gewässer zieht. Lange wird sie dieses Tempo nicht aushalten, so ruhig das Wasser ist. Und dabei schwimmt sie immer noch geradeaus, immer weiter dem offenen Meere zu. Schnurgerade ohne rückwärts zu schauen. Wenn sie dann plötzlich ermüdet und womöglich den Kopf verliert ...? Verdrehte kleine Närrin, man sollte besser auf sie aufpassen ...! Ob man ihr nicht zurufen soll, umzukehren? Aber das sieht beinahe so aus, als ob sie überhaupt nicht mehr umkehren wollte ...! Von plötzlicher Unruhe ergriffen, schlüpft er rasch aus Hemd und Hose und streift das noch feilte Schwimmtrikot über, das zusammengerollt in seinem Bademantel steckt. Dann kletterte er weiter bis zum Rand der Klippe. Zieht die Schuhe von den Füßep und läßt sich ins Wasser gleiten. Einen Moment hat er das Mädchen aus dem Gesicht verloren. Aber dann leuchtet weit vor ihm — erschreckend weit vor ihm — der helle Kopf im Mondlicht auf. Er wird sich sputen müssen, um sie einzuholen. Und es wird gut sein, wenn er sie einholt, denn ihre Bewegungen scheinen schon langsamer zu werden. Aber sie wendet trotzdem nicht um ... Gut, daß sie nicht, wie er selber, krault, so wird er den Abstand doch bald einbringen können. Er schießt wie ein Torpedo vorwärts, den Richtungspunkt immer wieder mit sicherem Blick kontrollierend. Arme und Beine arbeiten so exakt wie beim Wettschwimmen. (Fortsetzung folgt!) Das fremde Gesicht. CRotnan von Caren. 9. Fortsetzung. (Nachdruck verboten!) Der einundzwanzigste September ...! Es gab Alland einen Stich durchs Herz. Großer Gott — wie hatte er nur dieses Datum vergessen können! Dieses verhängnisvolle Datum, das er bisher als den feierlichsten Höhepunkt seines Lebens betrachtet hatte und noch betrachtete, auch heute noch, trotz allem und allem — weil es ihm den Beginn allen Glückes bedeutete. Eines Glückes, wie er es nie für sich zu erträumen gewagt hätte ... Jedes Jahr stellte ihm Evelyn an diesem Tag einen Strauß roter Rosen auf den Schreibtisch, und auch diesmal hatte sie es, trotz ihres Zerwürfnisses, nicht vergessen. Es war der Tag ihrer ersten Begegnung, der Tag oder vielmehr die Nacht, in der er auf eine so seltsame und schicksalhafte Art ihren Weg gekreuzt hatte. Die roten Rosen sollten ihn daran erinnern, ihm sagen, daß auch ihr dieser Tag unvergeßlich war. Sie waren ein Ruf ihrer Liebe. Ein stummer Alarmruf an sein innerstes Gefühl... Frank Alland ließ sich langsam in den Schreib- tischsessel gleiten und verbarg sein Gesicht in den Händen. Er merkte nicht, wie allmählich die Dunkelheit kam und das Zimmer mit ihrem Schatten füllte. Immer mehr versank sein Geist in der Vergangenheit. Und aus der Tiefe seines Bewußtseins löste sich Bild um Bild — die ganze Folge von Geschehnissen, die sein Gedächtnis mit überlebendiger Deutlichkeit bewahrt hatte ... ... Seltsam, von was für Zufällen das Schicksal abhängt .. .! Als ihm damals die kleine Erbschaft von Tante Melanie zufiel und er den Entschluß faßte, nun endlich einmal seine alte Sehnsucht zu erfüllen und feinen Urlaub im Süden zuzubringen, hatte er erst lange zwischen der italienischen und französischen Riviera geschwankt. Die Prospekte Hangen alle gleich verlockend, es war schwer, sich zu entscheiden. Bis ihm dann eines Tages ein Kollege von dem kleinen Küstenort zwischen Nizza und Mentone erzählte, wo man so herrlich ungestört, beinahe ländlich leben konnte und doch die großen! I Schaufenster mit eingeschränkter VeteuKtuna Vorbereitung für die Verdunkelungsübung am 13. Januar. i. Oberheffen Ziselieren 593 Die Fran im Luftschutz 2. 3. Don gendes Als der Polizeidirektion Gießen wird uns fol- mitgeteilt: Vorbereitung für die am 13. Januar zur Gustav Geisse, Lebensmittelhandlung, Seltersweg 2. Durchführung gelangende große Verdunkelungsübung in Gießen werden in der Zeit von Mittwoch, 6. Januar, bis Samstag, 9. Januar, nach- tehende Schaufenster als Musterfenster für die ein- Schadensforderungen durch Unfälle beleuchtet bleiben. Soweit Schutzräume vorhanden sind und diese benutzt werden, ist auch dort für Beleuchtung der Zugänge Sorge zu tragen. Und nun noch einige Sonderausgaben. Die Frau des Arztes sorgt für die Abdunkelung der Praxisräume ihres Mannes und die Hauswirtin für die Abdunkelung der Zimmer ihrer Untermieter ufw. Wenn alle Frauen im Haufe sich gegenseitig helfen, werden die Verdunkelungsübungen bald eine Selbstverständlichkeit sein, die ohne große Vorbereitungen gelingen werden. Die Polizeidirektion Gießen teilt uns folgendes mit: Bei der am Mittwoch, 13. Januar, in Stadt und Kreis Gießen angesetzten Derdunkelungsübung gut es für die Hausfrau, auf dem Posten zu sein. Diele Frauen haben bereits an einem Lehrgang im Selbstschutz teilgenommen und sind als Luftschutz- Hauswart geschult worden. Bei der Derdunkelungsübung wird der Hausfrau die einfache und doch sehr wichtige Aufgabe gestellt, die Häuser so zu verdunkeln, daß aus den erleuchteten Räumen kein Lichtstrahl nach außen fällt. Menschen von gestern, die sich während der Verdunkelung einfach ins Bett legen und das Licht ausmachen, find nicht mehr zeitgemäß. Ebenfo falsch ist es, ängstlich in einem verdunkelten Raum zu hocken und sich außerhalb desselben mit Streich hölzern und Kerzen unzulänglich und feuergefährlich zu beschäftigen. Die Hausfrau als Ordnerin in der Familie hat dafür zu sorgen, daß auch während der Verdunkelung das Leben im Haufe feinen gewohnten Gang gehen kann. Wo dichtschließende Rolläden an den Fenstern find, ist die Sache sehr einfach. Bei Fenstern mit Laden, die kleine Lichtstreifen durchlafsen, genügen leichte dunkle Vorhänge, die bequem auf- und abzuhangen sind. Große und breite Treppenfenster verdunkelt man am besten mit dichten dunklen Wolldecken, fein Ende der Decke wird umgenäht, so daß em Schlauch entsteht. Durch diesen steckt man eine runde Gardinenstange aus Holz. Zwei Kloben an den Seiten des Fensters geben der Stange Halt. Alsdann eine Ueberprüfung, daß die Decke an den Rändern richtig anliegt und die Abdunkelung ist in Ordnung. Vor den Bodenluken und den Kellerfenstern sofern diese mit Lampen betreten werden, genügt schwarzes Papier, da hier die Anschaffung bei öfterer Wiederholung nicht kostspielig wird. 3n den Treppenhäusern wird da, wo es erforderlich ist, durch Anbringung einer Decke eine Lichlschleufe vor der Haustüre angebracht, damit beim Oeffnen der haustüre kein Licht nach außen fällt. Die Treppenhäuser müssen jedoch unter allen Umständen wegen etwaiger Färberei Braubach & Fischer Seltersweg 63 Wir reinigen und färben alles, womit Sie sich bekleiden oder Ihr Helm schmücken geschränkte Beleuchtung gezeigt: Hermann Mettenheimer, Inh. Wilhelm Menges, Porzellanwaren, Kreuzplatz 3. Carl Brück, Juwelier, Kreuzplatz 8. Hier abschneiden! Pflanzung und als Schnittblumen lehr geeignet. Zinnkraut, auch Schachtelhalm u. Katzenschwanz genannt, wächst auf feuchten Wieien Schutthaufen usw Bekannte Heilpflanze, im Haushalt zum Scheuern von Zinnzeug und Weißblechgeräten benützt Zinnpest, Veränderung d. Zinns, das starker Kälte ausgesetzt worden ist. Einzelne Stellen treiben wie Wucherungen auf, bis das Zinn zu einer bröckligen Masse zerfällt. Zinnpest kann durch Berühren auf gesundes Zinn übertragen werden Das beste Gegenmittel gegen Zinnpest sind warme Räume ober Behandlung mit warmem Wasser. Zinse» für Darlehen oder gestundeten Kaufpreis braucht man nur bezahlen wenn dies vereinbart ist ober wenn man eine fällige Schuld trotz Mahnung nicht rechtzeitig bezahlt. Die Höhe der Zinsen richtet sich nach Vereinbarung, mangels einer solchen sind 4 Prozeni zu zahlen Kaufleute können 5 Prozent verlangen. Vereinbarung von Wucherzinsen ist nichtig. S. Darlehen. Zipperlein, siehe Eicht. Zirkular, entbehrliches lateinisches Fremdwort für Rundschreiben, Runderlaß, Laufzettel. — Zirkulieren ist kreisen umlaufen. Ziselieren, franz.. Bedeutung: sticheln, die Verzierung von Metallen mit feinen Ornamenten, die mit Grabsticheln. Feilen und Schleifmitteln herausgearbeitet werden stimmungen über die Arbeiterlegitimierungen be-i lehrt und karteimäßig registriert. Zur Bearbeitung! dieser Stelle gehört auch die Ausstellung aller einen Gebührenstempel erforderlichen Erlaubnisse, Zeugnisse und Bescheinigungen, wie Tanzscheine, Genehmigungen aller Art für Schaustellungen und Belustigungsvorführungen auf Messen und Märkten. Ausgestellt werden ferner die vielen für die Partei- und Staatsdienststellen erforderlichen Führungszeugnisse usw. Die Beerdigungs- und Feuerbestattungserlaubnisscheine gehören mit zum Arbeitsgebiet. Im obersten Stockwerk der Polizeidirektion ist die allen Volksgenossen bekannte Kriminalpolizeistette untergebracht. Hier werden alle Kriminalfälle, angefangen von der Sachbeschädigung bis zum Mord, bearbeitet. Dazu gehört in erster Linie die völlige Aufklärung jedes einzelnen Straf- und Kriminalfalles, wozu die eingehende Vernehmung der Beschuldigten und aller Zeugen gehört, die irgendwelche, den jeweiligen Fall betreffenden Angaben oder Aussagen zu machen in der Lage sind. Es sind sogenannte Dezernate gebildet, in denen die einzelnen Straffälle von Kriminalisten bearbeitet werden, die sich im Laufe der Dienstzeit besondere Erfahrungen auf diesen Gebieten erworben haben. So werden z. B. Kapitalverbrechen, wie Mord, Totschlag, Brandstiftung, von besonderen Beamten bearbeitet. Es besteht ein Dezernat für Einbrüche, schwere und leichte Diebstähle, ferner eine Abteilung, die hauptsächlich Betrugs- und Unterschlagungsfälle, sowie Falschgelddelikte bearbeitet, ferner besteht eine nur Sittlichkeitsdelikte bearbeitende Abteilung. Eine nicht unwichtige Stelle ist auch die sogenannte Fahndungsstelle. An Hand einer gut arbeitenden Fahndungskartothek ist schon mancher Verbrecher, der glaubte, nicht mehr gefaßt zu werden, dingfest gemacht und der gerechten Strafe zugeführt worden. Sämtliche Beamte der Kriminalpolizei sind im Fingerabdruckverfahren (Daktilos- kopie) ausgebildet, und die Erfolge, die mit dieser Kriminalwissenschaft schon erreicht wurden, sind nicht wenige. Daß zu einem tüchtigen Kriminalisten auch das Photographieren gehört, braucht wohl nicht be- sonders erwähnt zu. werden. Es müssen nicht nur Tatbestandsaufnahmen gemacht werden, sondern darüber hinaus werden alle Verbrecher, überhaupt alle Personen, die kriminell werden, im Lichtbild festgehalten und in der von der Kriminalabteilung geführten sog. Bildkartei karteimäßig ersaßt. Oie Bevölkerung als Helfer! Der Polizei, insbesondere der Kriminalpolizei, kann viel geholfen werden, wenn Volksgenossen, die durch Tricks der Verbrecher, wie z. B. der Zigeuner, Stoßbetrüger, Heiratsschwindler usw. irgendwie' geschädigt worden sind, derartige Fälle sofort der Polizei melden, damit diese sofort die notigen Ermittlungen aufnehmen und den Betrügern ihr unsauberes Handwerk legen kann. Wir als Polizei wissen, daß manche Fälle und meist sehr oft wichtige Fälle, unaufgeklärt bleiben und weitere Volks- f (höben entstehen, nur aus Scheu ober aus Angst von Personen, zur Polizei ober als Zeuge zum Gericht kommen zu müssen. Diese Anschauung ist grund- falsch. Kommt, zeigt solche überaus volksschabigende Verbrechen unb Vergehen an, bamit ben Uebeltätern ihr unsauberes Hanbwerk gelegt wird! Geheimhal- tung ber Namen ber Personen, bie derartige Anzeichen erstatten unb Geheimhaltung wünschen, ist selbstverstänbliche Ehrenpflicht der Polizei. „ W das Volk da . . /' Aus den vorstehenden Ausführungen kann jeder Volksgenosse unb Volksgenossin ersehen, welche mel- seitige unb meist sehr wichtige Aufgabengebiete bie Polizei im Interesse des Volksganzen zu bearbeiten hat. Das Verhältnis der Einwohnerschaft Gießens zur Polizei kann als ein durchaus gutes bezeichnet werden. Wir Polizeibeamte, die wir für das Volk da find, wollen unsere ganze Kraft und Ehre darein setzen mit der friedliebenden Bevölkerung, die auf mancherlei polizeilichen Gebieten mit uns in Berührung kommt, fruchtbringend zu arbeiten. Den Verbrechern und Volksverderbern dagegen gilt unser rücksichtslosester Kampf. 4. Gebr. Seelbach, Gardinen, Seltersweg 20. 5. W. u. G. Schuchard, Hutgroßhandlung, Sei- tersweg 44. Allen Schaufensterinhabern wird dringend empfohlen, diese Fenster eingehend zu besichtigen, damit alle Schaufenster am 13. Januar richtig her- gerichtet sind. Zur Aufklärung des Begriffes „eingeschränkte Beleuchtung" und „volle Verdunkelung" für die Schaufenster geben wir bekannt, daß bei eingeschränkter Beleuchtung die Schaufenster noch so zu beleuchten sind, daß das Publikum die Auslagen erkennen kann, während bei voller Verdunkelung die Schaufenster vollständig dunkel sein müssen. Geburten 34 — außer vier auswärts Geborenen—, Eheschließungen 15, Sterbefälle 20. ± Großen-Linden, 5. Jan. Gestern abend fand die erste Verdunkelungsübung in unserem Orte statt. Reichsluftschutzbund und SA. stellten sich in den Dienst der Sache. Aus den Kontrollgängen durch das Dorf konnte feftgefteUt werden, daß die Bevölkerung für eme^ Ordnungsmäßige Verdunkelung Sorge getxager ‘jp1 ?. Ein« Sirene von dem Turnz ber neuen Schule füin>et'e oen Beginn und das Ende der Hebung an. U Leihgestern, 5. Jan. Gestern abend fand bie erste Verdunkelungsübung für unseren Ort statt. Es würbe festgestellt, daß im Verlaufe der einstündigen Verdunkelung mit wenigen Ausnahmen alle Gebäude vorschriftsmäßig abgedunkelt waren und so der Grundgedanke des Luftschutzes in seiner ganzen Bedeutung gewürdigt wurde. = L i ch, 5. Jan. Heute vormittag wurde dem Erbprinzen Dr. Hermann Otto zu Solms- Lich und seiner Gemahlin Gertrud, geb. Freiin von und zu Werthern, ein Sohn geboren. )( Li ch, 5. Jan. Dieser Tage fand eine zum Besten ber Chorschule veranstaltete kirchenmusikalische Feier st unbe statt. Rach der Eröffnung mit einer Orgelphantasie von I. S. Bach wetteiferten Kirchenchor und Chorschule mit verschiedenen Chören, die unter Leitung von Organist und Chorleiter Stein zu Gehör gebracht wurden. Der Kirchenchor wartete mit zwei Liedern aus dem 16. Jahrhundert auf, die Chorschule bot altböhmische Volksweisen und außerdem zwei deutsche Volkslieder. Als Solisten wirkten Frau Marie Wagner, Frl. Hilde Junker und die Lehrer Hinkel (Violine) und Stein (Orgel) mit. Alle, die an dieser Feierstunde teilnahmen, verließen dankbar für die gebotene Kunst das Gotteshaus. Der Dank der Gemeinde kam im Ertrag der Kollekte in Höhe von 28 Mark zum äußeren Ausdruck. < Nieder-Beffingen, 5. Jan. Die K a - merabschaft Nieber - Bessingen im K y f f l) ä u \ e r b u n b hielt biefer Tage ihre Generalversammlung ab. Kamerab Heinz gedachte zunächst der im vergangenen Jahre verstorbenen Kameraden, sowie der für Deutschland gefallenen Helden. Weiter wurde der Kassenbericht erstattet und dem Rechner I o x Entlastung erteilt. Im Anschluß an den geschäftlichen Teil übten sich bie Kameraden mit dem neuangeschafften Zimmerstutzen im Schießen. Es wurden dabei selbst von älteren Kameraden gute Ergebnisse erzielt. cxD Langsdorf, 4. Jan. Am 2. Januar, im Volksmund „der letzte Neujahrstag" genannt, sammelten sich die Mitglieder der V i e h k a s s e zu ihrer alljährlichen Hauptversammlung. Aus dem Rechenschaftsbericht des Vorsitzenden K. Bausch L entnehmen wir folgende Angaben: Die Zahl ber Mitglieder betrug 131. Versichert waren 850 Stück Vieh, die einen Wert von 351 000 RM. darstellen. Die Gesamteinnahme betrug 3977 RM., die Aus- Angestellten erlassenen Schutzbestimmungen durch \ fortgesetzte Kontrollen und Revisionen zur Durch- 1 führuna zu bringen. Die Volksgenossen und Volksgenossinnen wird es । interessieren, einige dieser Arbeitsgebiete kennen- tulcrnen, so insbesondere die Revisionen und Kon- 1 trollen, die von den zur Gewerbe- und Nahrungsmittelpolizei gehörigen Beamten vorgenommen werden müssen: 1. Arbeitsbeginn und Arbeitsbauer in Bäckereien (Betriebe); 2. Auktionatoren (Versteigerer), Ueberwachung ber Versteigerungen; 3. Bäckereien unb Konbitoreien; 4. Betriebe mit 20 Arbeitern unb mehr; 5. Betriebe mit 10 Arbeitern unb mehr; 6. Buchbruckereien, Einrichtung und Betrieb; 7. Gast- und Schankwirtschaften (Arbeiter- schutz unb Arbeitszeit); 8. Lehrlingswesen; 9. Kontrolle des Brotgewichtes; 10. Ladenschluhrevisionen an Werktagen; 11. Ladenschlußrevisionen an Sonn- und Feiertagen; 12. Maß- und Gewichtsrevisionen (Raumgehalt der Schankgefäße); 13. Kinderschutz- revisionen; 14. Marktkontrolle; 15. Schneidereien und Putzmachereien; 16. Trödler und Althändler; 17. Steinhauereien und Steinbrüche; 18. Namensanschrist nach der GO.; 19. Wandergewerbe und Wanderlagerkontrolle; 20. Dampfbacköfen (Merkblatt-Aushang); 21. Verordnung zum Schutze gegen Bleivergiftungen; 22. Einrichtung von Sitzgelegenheiten für weibliche Angestellte in offenen Verkaufsstellen; 23. Metzgereien hinsichtlich der Arbeitszeit; 24. Friseure; 25. Revisionen nach dem Lebesmittelgesetz; 26. Verordnung über den Verkehr mit Erzeugnissen der Margarinefabriken und Oelmühlen; 27. Verordnung über Obsterzeugnisse; 28. Lebensmittelkontrolle; 29. Milchgesetz und seine Ausführung; 30. Wildhandelsordnung; 31. Metzgereien über den Verkehr mit Fleisch; 32. Viehtransportmittel (Desinfektion); 33. Zigarrenfabriken; 34. Kontrolle der Fahrstühle und Aufzüge; 35. Arbeitszeit für Lehrlinge in Bäckereien; 36. Röntgenfilmlager; 37. Milchhändler und Milchausträger (Geräte); 38. Verordnung über Bienenhonig; 39. Kennzeichnung ber ßanbbutter; 40. Kennzeichnung von Lebensmitteln; 41. Milchflaschenverschlüsse; 42. Molkerei (Milchkannen); 43. Eiergesetz; 44. Markenmilchküchen; 45. Milchproduktengeschäfte; 46. Papageienkrankheit; 47. Kohlengewichts- und Kohlenqualitätskontrollen; 48. Durchführung des Gaststättengesetzes (Kleinhandel mit Branntwein); 49. Lagerung von Sprengstoffen; 50. Bestimmungen des Reichspreiskommissars und alle Preisverordnungen, Preisaushang und Preisbeschilberung; 51. Lagerung von Knochen und Lumpen von Althändlern innerhalb des Ortsbauplanes der Stadt Gießen; 52. Käsekennzeichnung; 53. Tierärztliche Lebensmitteluntersuchung in den Veterinäruntersuchungsanstalten; 54. Butterpreise; 55. Ziegeleien; 56. Ueberwachung der Ein- und Durchfuhr von frischem Fleisch; 57. Herstellung von Speiseeis; 58. Kinderschutzgesetz. paß- und Stempelstelle. Auch diese ist eine für alle Einwohner wichtige Stelle. Hier werden sämtliche Reise- und Auslandsreisepässe auf Grund der Paß- und Devisenbestimmungen ausgestellt. Paßpflicht besteht für alle über 15 Jahre alten Personen, die die Grenze des Deutschen Reiches zur Ein-, Aus- und Durchreise überschreiten wollen, d. h. jede dieser Person muß im Besitze eines gültigen Passes sein. Der Antrag auf Ausstellung eines Reisepasses ist bei der Ortspolizeibehörde bzw. hier in Gießen bei den Polizeibezirken zu stellen. Hierbei sind erforderlich: das persönliche Erscheinen des Antragstellers, ein Lichtbild aus neuerer Zeit, der Nachweis, daß der Antragsteller die Reichsangehörigkeit besitzt, und eine Unterlage über seine Personalien. Der Nachweis kann geführt werden durch Vorlage eines Heimatscheines, Geburtsscheines, Staatsangehörigkeits- oder Anstellungsurkunde, oder durch Vorlage eines dem Antragsteller früher ausgestellten Paffes. Minderjährige Personen bedürfen der Einwilligung des Vaters bzw. gesetzlichen Vertreters, ausgenommen Ehefrauen unter 21 Jahren. Die Geltungsdauer eines Passes beträgt 5 Jahre. Stempelgebühr für einen Paß 3 — RM. Reisepässe werden als Einzel- unb Familienpässe ausgestellt. In einem Familienpaß können Eltern oder Elternteile mit ihren Kindern bis 15 Jahren eingetragen werben. Arbeiter, bie vom Auslanb kommen und hier in Arbeit treten wollen, werben erfaßt und auf Grund der B"- Oas Auiobusuncz?ück bei Hüffelsheim. 1 Toter und 13 Verletzte. Lpd. Rüffelsheim, 5. Jan. Bei dem schweren A u t o b u s u n g l ü ck , das sich an der Blockstelle Schönauerhof bei Rüsselsheim zutrug, wurden insgesamt 13 Personen verletzt, darunter 7 schwer. Einer der Verunglückten, der Ar- beiter Peter Klingler aus Grafenhausen bei Darmstadt, ist im Stadtkrankenhaus Mainz seinen Verletzungen erlegen. Bei dem Transport handelte es sich um auswärts wohnende Leute, die an ihre Arbeitsstelle nach Rüsselsheim gefahren wurden. v ~ Die Gerüchte von weiteren Todesopfern treffen glücklicherweise nicht zu. Schwerverletzt wurde noch der Schlosser Fritz Jost aus Grafenhausen, der neben verschiedenen leichteren Verletzungen einen Schädelbruch, eine Gehirnerschütterung und andere erhebliche Kopfverletzungen daoontrug. Der Chauffeur des Unglücksautos, Maier, hat eine leichte Gehirnerschütterung, einen Fußbruch und mehrere Hautwunden erlitten. Er kann sich gut an den Her- gang des Unfalles erinnern. Die Unfallstelle bot einen entsetzlichen Anblick. Die Schwerverletzten wurden bis zum Eintreffen der Sanitätsautos aus Rüsselsheim, Mainz unb Darmstabt im Bahnwärterhaus untergebracht. Der zertrümmerte Autobus lag vor ben Gleisen, der Motor war völlig eingedrückt und die rechte Seite des Wagens bis zur Hälfte aufgerisfen. Der Unfall ist darauf zurückzuführen, daß ber Schrankenwärter ber Blockstelle Schönauerhof an- I geblich wegen starken Straßenverkehrs ben richtigen 1 Augenblick zum Schließen der Schranke verpaßt hat. Zinkfarben I Lampenfügen, die später bronziert oder verkupfert werden, verarbeitet. Zinkfarben, aus gemahlener Zinkblende hergestellte, beständige Oel- unb Wasserfarben. Zinkfieber, siehe Eießerfieber. Zinksalbe ist eine weiße Salbe, die vielfach Verwenbung finbet. Bei manchen Hautkrankheiten, bei Entzünbungen unb Furunkeln leistet sie gute Dienste. Zinn, weiches, silberweißes Metall, bas sich an ber Luft nicht verändert, bas zu Geräten zum Verzinnen unb zu Stanniol gewalzt als Spiegelbelag unb zu Verpackungen bient Zinn ist u. a. in Bronze enthalten Alte Zinngefäße reibt man in warmem Wasser mit Zinnkraut ab unb trocknet sie mit weichen Tüchern. Weißblech, mit Zinn überzogenes Blech, verzinnte Pfannen usw. lassen sich mit warmem Sobawasser reinigen Zinnguß, aus Zinn gegofiene Geschirre. Teller Kannen. Leuchter usw., wirb neuerbings wieder hergestellt Alte Zinniachen sind immer schön unb sinb gut als Eßzimmerschmuck zu verwenden. Manche Zinnsachen sind künstlerisch wertvoll Zinnie, besonders schöne Sommerblume; im April warm oor- gezogen, im Mai gepflanzt Es gibt klein- und großblumige, niedrige unb hohe Sorten. Die kleinen (Liliput-) Zinnien und die großen dahlienblütigen (Riesen-) Zinnien sind zur Beet. Landkreis Gießen wg. Großen-Buseck, 6. Jan. Der Zweitälteste Einwohner unb letzte Altveteran unserer Gemeinde Christoph Wagner XX., wurde gestern zur letzten Ruhe gebracht. Der Verstorbene stand im 90. Lebensjahr. Seine Militärzeit diente er im Regiment 116, er nahm am Feldzug 1870/71 teil. Die Kriegerkameradschaft „Konkordia", deren ältestes Mitglied und Gründer er war, erwies dem zur großen Armee abberufenen Kameraden die letzten militärischen Ehren. — Der Pferdeversiche- rungsoerein „Busecker Tal" hielt in der Wirtschaft „Zum kühlen Grund" seine Hauptversammlung ab. Der Vorsitzende Karl Wagner III. gab den Geschäftsbericht für das vergangene Jahr bekannt. Da die Versicherung auf Gegenseitigkeit besteht, alle Arbeiten ehrenamtlich geleistet werden und keine Entschädigung für zu Fall gekommene Pferde auszuzahlen war, wurde den Mitgliedern die Versicherungsprämie erlassen. Der Rechner Konrad Maier erstattete den Kassenbericht. Dem Gesamt- vorstand wurde Entlastung erteilt. Zwei RUtglieder wurden neu ausgenommen. # Mainzlar, 5. Jan. Am Samstagabend fand die Generalversammlung des hiesigen G e - sangvereins statt. Vereinsführer Fuchs leitete den Abend. Bei der Vorstandswahl schieden der seitherige 2. Vorsitzende L. L e m p und Rechner Ferdinand Düringer freiwillig aus. Neu bestimmt wurden als Ersatzleute L. Hormann zum 2. Vorsitzenden und Wilhelm Sommer zum Rechner. j) Allendorf a. d. L d a., 5. Jan. Gestern abend wurde in der hiesigen Untergruppe der Ortsgruppe Alten-Buseck des Reichsluftschutz- b u n d e s mit der Luftschutzgrundschulung begonnen. Der Lehrplan umfaßt für die Zeit bis zum 21. dieses Monats acht Themen. Untergruppenleiter Döll eröffnete den Schulungsabend und wies auf die Wichtigkeit der Schulung und auch darauf hin, daß es unbedingt notwendig fei, daß diejenigen Personen, die den ersten Schulungsabend besuchten, auch die folgenden Abende regelmäßig besuchen, wenn die Schulung den gewünschten Erfolg zeitigen soll. In dem folgenden Vortrag des Ortsgruppenleiters Dr. Haas von Alten-Buseck sprach dieser über die Notwendigkeit des Luftschutzes, über Luftbedrohung, Lustempfindlichkeit, Front, Heimat, Arten der Luftangriffe, Wirkung der Luftwaffe, Aufgaben und Organisation des Luftschutzes, allgemeine Luftschutzmöglichkeiten, Flua- abwehr, militärischen und zivilen Luftschutz, Aufgaben und Aufbau des RLB., Nationalsozialismus und Luftschutz. Die am Schlüsse des Vortrags fest- gestellte Anwesenheitsliste ergab, daß fast jede Familie vertreten war. Der Schulungsabend wurde in der üblichen Weife geschlossen. — Ausweislich der Standesamtsregister weist die hiesige Bevölkerungsstatistik für 1936 folgende Zahlen auf: gäbe 3621 RM. Ferner verfügt die Kasse über ein Sparkassenbuthaben von 1652 RM. An Versicherungsprämien hatten die Mitglieder zu entrichten 2726 RM. An Entschädigungen für gefallenes Vieh wurden 3300 RM. gezahlt, d. h. für 9 Stück Großvieh und 27 Kälber, deren große Anzahl auffällig ist. Die entsprechenden Zahlen für die angeschlossene Pferdeoersicherungskasse sind: 62 Mitglieder, Stückzahl der versicherten Tiere 92 zu einem Wert von 77 600 RM. Versicherungsprämien 1546 RM., gezahlte Entschädigungen 2500 RM. für sechs gefallene Tiere. Gesamteinnahme 3088 RM., Ausgabe 2859 RM., Sparkassenguthaben 229 RM. Der Bericht zeigte, daß die Kasse in ihren beiden Zweigen in bester Verfassung ist und eine unentbehrliche Sozialleistung im Bauerndorfe darstellt. § Lauter, 4. Jan. Im Jahre 1936 wurden in Lauter 7 Kinder getauft, 6 Brautpaare wurden kirchlich getraut, 7 Personen wurden zu Grabe getragen. Am heiligen Abendmahl nahmen 414 Gemeindeglieder teil und zwar 202 Männer und 212 Frauen, das sind 84,83 v. S). der Einwohnerschaft. An den 62 Gottesdiensten nahmen insgesamt 5471 Kirchenbesucher teil, davon waren 1915 Männer, 2070 Frauen und 1486 Kinder. Das ergibt einen durchschnittlichen Gottesdienstbesuch von 31 Männern, 34 Frauen, 24 Kindern. An Kollekten und an Gaben besonders zur Wiederherstellung der Kirche gingen 329,77 Mark ein. Kreis Bübingen. 0 Nidda, 5. Jan. Die Bevölkerungs- st a t i st iunserer ^eu.bt weist in 1936 21 Eheschließungen, Iß Geb^<'emund 19 Todesfälle auf. tt. Echzell, 5. Jan. In unserem Marktflecken, ungefähr 1500 Einwohner zählend, leben gegenwärtig 96 Personen, bi* ein Alter von 70 bis 89 Jahren zählen, und zwar sind es 49 im 70. bis 74. Jahr, 22 im 75. bis 79. Jahr. 18 im 80. bis 85. Jahr und 7 im 86. bis 90. Jahr. * Effolderbach, 5. Jan. Auch in diesem Jahre fand hier wieder, diesmal bei Gastwirt Schmidt, die sog. „M ä n n e r f e r b" statt. Pünktlich zur vorgesehenen Zeit setzte sich am Samstagabend der Fackelzug, begleitet von einer Musikkapelle, in Bewegung, um die neu gebackenen Ehemänner von 1936 in ihren Wohnungen abzuholen. Nach kurzen Musikständchen vor den betreffenden Häusern und Marschmusik ging es durch das Dorf zum Saal der Festwirtschaft. Je nach der finanziellen Lage mußten hier die jungen Männer — es waren diesmal sieben an der Zahl — ihren Eintritt geben. Eine Tellersammlung der übrigen Männer gab dann das Naß für den Abend und die Nacht' Jeglicher Zutritt von Frauen und Jugendlichen zur Männerkerb war wieder verboten. Die jungen Männer hatten auch diesmal die charakteristische Strumpfkappe auf, die sie während der ganzen Feier zu tragen hatten. Der Abend und die Nacht vergingen bei guter Musik. Die Feier dauerte bis in die Morgenstunden. Kunst und Wissenschaft. Friedrich Bekhges neue Komödie. Die Städtischen Bühnen Frankfurt a. M. haben Friedrich Bethges Komödie „Die Blutprobe" für Februar dieses Jahres zur Uraufführung erworben. Bethge ist vor allem durch fein Krieqsdrama „Reims" und fein Schauspiel „Marsch der Veteranen" bekannt geworden und gehört heute zu den meist gespielten Dramatikern. Iahreslagung der deutschen Geologen in Frankfurt. Wie alljährlich hielt die Geologische Vereinigung in Frankfurt a. M. eine wissenschaftliche Tagung ab. In der wissenschaftlichen Sitzung gaben zahlreiche Berichte über neuere geologische Forschungsergebnisse in allen Teilen der Welt einen Einblick in den heutigen Stand der Wissenschaft. An der Tagung nahmen auch Gäste aus der Schweiz, aus Holland und China teil. Ihren Höhepunkt und Abschluß fand die Jahresversammlung in einer öffentlichen Sitzung, in der Kulturfilme über geomorphologische Experimente des Geologischen Instituts Würzburg gezeigt wurden. Der Vorsitzende der Vereinigung, Professor Dr. H. Cloos (Bonn) hielt einen bedeutsamen Vortrag über Südwestafrika; der Bericht gab ein Bild vom Wirken der geaenwartsnahen deutschen Wissenschaft und ihren Aufgaben. Wer erhält das Reichsfeuerwehrehrenzeichen? Berlin, 5. Jan. (DNB.) Der Reichs- und preußische Minister des Innern hat in einem Runderlaß die Grundsätze für die Verleihung des soeben geschaffenen Reichsfeuerwehrehrenzeichens festgesetzt: Außer den Mitgliedern der Feuerlöschpoli- z e i, die sich um das Feuerlöschwesen besondere Verdienste erworben Haden, wird das Reichsfeuerwehrehrenzeichen auch vornehmlich sonstigen Personen verliehen, die sich um die Vereinheitlichung des deutschen Feuerwehrwesens verdient gemacht haben. Außerdem erhalten alle Feuerwehrmänner, welche vor dem l.Mai 1936 bereits ihr 2 5. Dienstjahr Unser Bild zeigt die 2. Klasse des Abzeichens, die am Ordensband getragen wird; die 1. Klasse wird auf der linken Brust wie das EK. I getragen. (Scherl- Bilderdienst-M.). vollendet haben, gleichfalls das Ehrenzeichen. Die Verleihung von Landes- ober Provin - zial-Feuerwehrehrenzeichen ist nach der Schaffung des Reichsfeuerwehrehrenzeichens nicht mehr gestattet. Ausgeschlossen von der Verleihung sind selbstverständlich Personen, die sich in staatsfeindlichem Sinne betätigt haben. Das Ehrenzeichen darf auch nicht an Personen verliehen werden, die eine Zuchthausstrafe oder eine mit dem Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte verbundene Bestrafung erlitten haben. Die Tatsache einer gerichtlichen Bestrafung schließt im übrigen die Verleihung nicht ohne weiteres aus, wenn die Strafe nicht Ausfluß einer ehrlosen Gesinnung war, wenn sie nicht allzu schwer gewesen ist und längere Zeit zurückliegt. In jedem solchen Falle wird eine sorgfältige Prüfung stattfinden. Das Reichsfeuerwehrehrenzeichen wird im Namen des Reichsminifters des Innern vom Reichsführer SS. und Chef der Deutschen Polizei verliehen. Die Aushändigung erfolgt außer bei besonderen Anlässen jeweils a m „Dag d e r Deutschen Arbeit" und a m Erntedanktag jedes Jahres. Aus aller Welt. Briefmarkenfreunde, Vorsicht! Die Justizpressestelle Berlin teilt mit: Zur Vorsicht sollte alle Briefmarkenfreunde und -Händler eine demnächst zur Verhandlung kommende Strafsache gegen einen gewissen Karl Sp. mahnen, der trotz mehrerer Gefängnisstrafen jahrelang einen außerordentlich gewinnbringenden Handel mit Briefmarken getrieben hat. Er kündigte teils unter seinem, teils unter falschem Namen an, daß er Briefmarken in jeder Menge ankaufe und verkaufe. In erstaunlich großer Zahl gingen ihm daraufhin Briefmarkensendungen und Barbeträge zu, ohne daß ein Einsender vorsichtig genug gewesen wäre, über Person und Ruf des Geschäftspartners vorher eine Auskunft einzuholen. Die leichtgläubigen Einsender sahen weder Briefmarken noch Geld wieder und merkten zu spät, daß sie einem Schwindler ins Garn gegangen waren. Beachtung und Vorsicht gebietet der Briefmarkenhandel mit dem Ausland. Aus Grund der Devisenvorschriften sind derartige Briefmarkengeschäfte mit dem Auslande ohne weiteres vielfach nicht zulässig. So ist eine Devisengenehmigung bei allen Briefmarkentauschgeschäften mit dem Ausland erforderlich, bei denen Geldforderungen verrechnet werden. lieber 50 Millionen Neujahrsbriefe in Berlin. Der alte Brauch, sich beim Jahreswechsel der Post als Vermittlerin von Glückwünschen zu bedienen, hat in diesem Jahre eine erhebliche Verkehrssteigerung gegen das Vorjahr gebracht. In der Zeit vom 30. Dezember bis zum 1. Januar sind den rund 5000 Briefkästen Berlins über 5 0 Millionen Neujahrsbriefe und -Karten anvertraut worden. Obwohl dank der Aufklärung durch Presse und Rundfunk ein großer Teil der Sendungen bereits am 30. Dezember aufgeliefert worden war, wurde doch die Hauptmasse aller Neujahrsglückwünsche erst am Abend des 31. Dezember und in der Silversternacht der Post übergeben. Das ständige Postpersonal und die vielen Hilfskräfte des Neujahrsoerkehrs find in treuer Pflichterfüllung dem Ansturm gerecht geworden. Die Lage der Münchener Bergsteiger in der Wahmann-Oslwand. Die beiden Münchener Bergsteiger Frey, die sich in der Watzmann-Ostwand in Bergnot befinden, find seit dem Verlassen ihres Biwaks unentwegt weiter gestiegen. Ihr stetes Weiterkämpfen wird aber allmählich langsamer, obwohl die Schneeverhältnisse nicht ungünstig zu sein scheinen. Entscheidend wird es sein, ob es ihnen gelingt, einen Durchstieg zu finden, den sie mit ihren Kräften noch bewältigen können. Sie befanden sich zuletzt ziemlich genau in Fallinie unter dem Gipfel. Außer acht erstklassigen Münchener Kletterern gehören der Bergungsmannschaft der Obmann der Rettungsstelle Berchtesgaden, Joseph A s ch a u e r, und Berchtesgadener Bergsteiger Josef A u r z an. Die Leute der Rettungs-Expedition biwakierten in einer Schneehöhle am Watzmanngipfel und nahmen am Mittwochmorgen sofort wieder Verbindung mit den beiden Kletterern auf. Die Wetteraussichten sind leider nicht günstig, doch hoffen die Bergwachtleute, daß die Rettung gelingt, wenn nicht allzu starker Schneefall eintritt. Zwei Bergleute ertrunken. Auf der Zeche „Elisabethenglück" im Dorchholz bei Hattingen wurden im Flöz „Wasserbank" durch einen plötzlichen Wassereinbruch zwei Hauer von den eindringenden Fluten überrascht. Es gelang ihnen nicht mehr, sich zu retten, so daß sie ertranken. Die Bergungsarbeiten wurden sofort aufgenommen. Nach Beendigung der Pumparbeiten hofft man ihre Leichen bergen zu können. Weitere Gefolgschaftsmitglieder sind nicht gefährdet. Die Verunglückten sind zwei Familienväter, von denen einer erst vor drei Tagen nach achtjähriger Erwerbslosigkeit wieder in Arbeit gekommen war. Die Bergbehörde sowie Vertreter der Reichsbetriebsgemeinschaft Bergbau weilten an der Unglücksstelle und leiteten die Rettungsmaßnahmen. Schreckenstat in einem pfälzischen Dorf. Eine schreckliche Tat hat sich in dem Dorfe Stetten bei Kirchheimbolanden (Pfalz) zugetragen. Ohne Anlaß fing dort der Einwohner Jakob Eberhardt mit seiner Frau einen Streit an, um sie dann mit einem Prügel niederzuschlagen. Hierauf ging der Mann in die Scheune, die plötzlich lichterloh zu brennen anfing. Als die Feuerwehr eingriff, war Eberhardt bereits verbrannt. Die verletzte Frau wurde ins Krankenhaus eingeliefert. — Der 42jährige Mann hatte erst kürzlich die Kopfgrippe, und man nimmt an, daß er die Tat in Sinnesverwirrung begangen hat, denn fein Familienleben war stets sehr einträchtig. Schwere Bluttat in Hamburg. Eine grauenhafte Bluttat ereignete sich in Hamburg. Der 28 Jahre alte Adolf Ball, der mit seinen Eltern in der Deseniß-Straße wohnt, überfiel plötzlich seine Mutter und brachte ihr mit seinem Rasiermesser so schwere Verletzungen bei, daß sie sogleich nach der Ueberführung ins Krankenhaus starb. Dem Vater, der seiner Frau zu Hilfe kommen wollte, brachte er ebenfalls Schnittwunden bei. Der Täter stürzte sich dann aus dem Fenster der im zweiten Stockwerk gelegenen Wohnung. Er wurde als Gefangener in das Lazarett des Untersuchungsgefängnisses eingeliefert. Ein Tobsüchtiger im D-Zug. Im D-Zug Wien—München erlitt plötzlich ein Mitreisender einen Tobsuchtsanfall. Er zertrümmerte die Fenster, stürzte sich auf die Fahrgäste, zog die Notbremse und konnte erst nach vieler Mühe überroältigt werden. Er wurde gefesselt und in den Dienstwagen gebracht. Auf dem Bahnhof in Linz nahm ein Rettungswagen des dortigen Krankenhauses den Bedauernswerten auf. Auf bisher ungeklärte Weise gelang es dann dem gefährlichen Kranken, nachts das Krankenhaus zu verlassen. Mit einem Messer bewaffnet raste er die Straßen entlang und verletzte zwölf Personen, darunter drei schwerer. Nach längerer Verfolgung konnte der Rasende schließlich überroältigt und in eine Isolierzelle des Linzer Krankenhauses gebracht werden. Warntafeln an Eisenbahnübergängen! Der Reichsführer SS. und Chef der Deutschen Polizei weist in einem Runderlaß die Verkehrs- polizeibehörden an, für die Aufstellung von Merk- tafeln (Baken) an Eisenbahnübergängen auch innerhalb geschlossener Ortsteile aus Gründen der Verkehrssicherheit grundsätzlich zu sorgen. Bisher war die Aufstellung von Merktafeln innerhalb geschlossener Ortsteile nur dann angeordnet, wenn aus Gründen der Verkehrssicherheit ein unbedingtes Bedürfnis hierfür besteht und die Verkehrspolizei die Aufstellung fordert. Jüdische Zinswucherer in Wien verhaftet. Einen geradezu unglaublichen Zinswucher betrieben die aus Polen zugewanderten jüdischen Geld- verleiher Naphtali Lewinter, Lettisch Fried- m a, Maische Loeb-Usiatyinski und Maische Kaufmann, die jetzt van der Wiener Polizei dingfest gemacht wurden. Die Wucherer verlangten van den Gewerbetreibenden, die von ihnen Geld ausborgten, 48 bis 72 v. H. Zinsen im Jahr und schreckten vor keinem Mittel, auch nicht vor dem der Erpressung zurück, um diese Zinsen einzutreiben. Einen arischen Wiener Kaufmann zwangen sie sogar, Wechsel zu fälschen, do daß dieser aus Gram darüber schließlich Selbstmord beging. Zisterne 594 Zisterne, unterirdischer Behälter, in dem sich Regenwasser ansammelt. Zisternen dienen als Brun- ' nenersatz. Zitronat, Succade, Kuchengewürz aus unreifen, getrockneten Schalen einer Zitronenart, die in Zucker gekocht sind. Zitrone, Frucht des Zitronenbaumes. der besonders in den Mittelmeerländern gedeiht. Zitronen werden in der Küche als Gewürz, zum Verzieren von Speisen und stcktt Essig zum Anrichten von Salat verwendet. Aus Zucker abgeriebene Zitronenschalen Dienen ebenfalls als Gewürz bei Backwaren und Mehlspeisen. Den abgeriebenen Zitronenzucker kann man, mit Zucker bedeckt, länger aufbewahren. Am wichtigsten ist die Zitrone, die als besonderen Vorzug das Skorbut bekämpfende Vitamin C enthält, zur Bereitung von erfrischendem Zitronenwasser, Das sowohl Kranken wie so- ?ar Säuglingen gegeben werden ann. Ausgeschnittene Zitronen halten sich, wenn man sie mit der Schnittfläche in Essig stellt. Zitronenöl, aus Zitronenschalen gepreßtes Öl. Das zu Likören, Zuckersachen tyib Parfüms verwendet wird. Zitronenpresse, Vorrichtung, um den Saft der Zitronen auszu- quetschen. Es gibt verschiedene Arten, am leichtesten sauber zu halten sind solche aus Glas. Rerrerdinas gibt es kleine Pressen für Zitronenstücken, die bei Tisch zum Beträufeln von Fleisch oder Fisch gute Dienste leisten. Zone Zitronensäure, farblose, leicht lösliche Kristalle, die zur Herstellung von Getränken und bei Fleckentfernung statt Zitronensaft verwendet werden. Zittern der Hände kommt bei manchen Nervenerkrankungen vor ist auch ein Symptom bei Basedowscher Krankheit. Vor allem aber ist es eine Erscheinung des hohen Alters und charakteristisch für Greise. Auch bei Trinkern kommt es gerne vor. Zu heilen nur. wenn die Grundursache beseitigt werden kann. Zitz (Chitz), feines Kattun-Gewebe, Das mit Mustern bebrudt ist Zobel, marderähnliches, etwa Vs Meter langes Raubtier, das auch in Sibirien und Kanada selten geworden ist. Sein Fell liefert das kostbarste Pelzwerk. Das braune Fell hat einen breiten dunklen Rückenstreifen, auch Der Schwanz ist an der Oberseite Dunkel. Zoll. Für Das Einfuhren von Waren aus dem Auslande muh ein Zoll bezahlt werden, der sich nach dem Zolltarif richtet. Zollfrei kann man einführen, was man selbst zum unmittelbaren Gebrauch bestimmt hat. Dies mutz aber regelmäßig erkennbar fein, z. B. angebrochene Schachtel Zigaretten, angebrochene Tafel Schokolade usw. Näheres erfährt man bei den Zollstellen. Zoll, früher übliches Längenmaß, 12 Zoll -- 1 Futz - 31,4 cm. Zone, griech., Bedeutung: Gürtel. Deutsche Bezeichnungen dafür: Land, Streifen, Strich, Erdstrich, Höhe. Zitronensaft trinken ist gesund, und auch Sie tun es gerne. Eine Zittonenpresse aus Glas oder Metall erleichtert Ihnen das Auspressen ganz erheblich. Noch besser aber schmeckt's Ihnen, wenn Sie im „Heimsiphon" einen richtigen Zitronensprudel brauen. Alles zeigt Ihnen gerne J. B. Häuser, Gießen, am OsroalDsgarten, Fernsprecher 2145/2146. Quälende Bronchitis- chronische Verschleimung, Luftröhrenkatarrh, hartnäckiger Husten mit Auswurf, Asthma wurden mit Or. Boether-Tabletten auch in alten Fällen erfolgreich bekämpft. Bewährtes unschädliches, kräuterhaltiges Spezialmittel. Enthält 7 erprobte Wirkstoffe. Stark lösend, auswurffördernd.Reinigt, beruhigt u.kräftigt die angegriffenen Gewebe. Zahlreiche schriftliche Anerkennungen dankbarer Patienten und von zufriedenen Ärzten! In Apotheken —■■■■■Preis M 1.43 und 3.60 — । । Gloria-Palast | Freitag, 8. Januar, und Samstag, 9. Januar 1937 Beginn 23 Uhr 79. 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