Hr.259 Erstes Blatt 18Z. Jahrgang Zreitag, 5. November |93Z Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für \ mm Höhr für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Textanzeigen von 70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh. Dereinbg.25°/o mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf.,Familienanzei« gen, Bäder-, Unterrichts- iu behördliche Anzeigen 6Rpf. 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Wenn die Kantonalwahlen nach der Sommerpause gewissermaßen den Auftakt für die mit dem Zusammentritt des Parlaments zu erwartende Belebung der französischen Innenpolitik bildeten, so stand der radikalsoziale Parteitag im Mittelpunkt der innerpolitischen Ausrichtung der Mehrheitsparteien. Ihm folgen in den nächsten Tagen die Beratungen der sozialdemokratischen Partei und der von Flandin geleiteten demokratischen Vereinigung. Die Nachbarn der Radikalsozialen zur Linken und zur Rechten werden somit an das Ergebnis des Parteitages von Lille anknüpfen können. Ministerpräsident Chautemps äußerte vor dem Zusammentritt seiner Partei, er hätte nichts dagegen wenn bei dieser Gelegenheit die verschiedenen Auffassungen zutage treten würden, die den rechten und den linken Flügel der Radikalsozialen kennzeichnen, vorausgesetzt, daß die Einheit der Partei gewahrt bleibe. Sein Wunsch ist in jeder Hinsicht in Erfül- Jung gegangen: es hat nicht an einer sehr starken Kritik der Zusammenarbeit mit den Kommunisten und Sozialdemokraten gefehlt. Eine Entschließung des Parteitages geißelt sogar sehr deutlich die marxistische Finanzpolitik während des ersten Volksfrontkabinetts, aber die allgemeine Entschließung des Parteitages hat viele dieser Spitzen wieder urnge- bogen. Von radikalsozialer Seite ist also kein Druck auf die übrigen Parteien der Volksfront erfolgt, und die neuen Richtlinien der Partei zwingen auch die Sozialdemokraten nicht, sich von dem zweiten Volksfrontkabinett unter radikalsozialer Führung zu trennen. Die Sozialdemokraten werden, mit einigen „Wenn und Aber", der Regierung ihre weitere Mitarbeit versprechen. Soweit ist die Lage also unverändert, aber auch nur soweit, denn in Wirklichkeit haben die Radikalsozialen deutlich durchblicken lassen, daß sie ihre Unabhängigkeit anstreben. Während sie sich noch im vorigen Jahr lediglich als Mitarbeiter an der Volksfrontregierung fühlten, geben sie sich heute als Träger der französischen ' Politik. Sie haben die Selbstsicherheit wiedergefunden, die sie nach den Mißerfolgen seit dem Jahre 1932 vermissen ließen. Sie wollen nicht mehr Mitläufer sein, sondern die Haltung Frankreichs nach innen und außen bestimmen. Ihrer Uebertieferung gemäß haben die Radikalsozialen ihre Politik so geschmeidig umrissen, daß eine Spaltung der Volksfront zunächst nicht zu erwarten ist; aber sie haben nachdrücklich zu verstehen gegeben, was sie nicht wollen, nämlich keine Störung des von Chautemps und Bonnet eingeleiteten langsamen Gesundungswerkes. Die berühmte „Paus e" wird also weiter durchgeführt, und die von den Marxisten durch ihre Parteien und durch die Gewerkschaften beantragten Reformen werden nur nach Maßgabe ihrer Tragbarkeit zugelassen. Die Linksparteien haben zunächst keine Handhabe, um das Kabinett Chautemps zu stürzen und zu revolutionären Versuchen zurückzukehren, denn sie laufen damit Gefahr, die Radikalsozialen in das Lager der rechten Mitte abzudrängen. Es wird sich zeigen, ob so eine Entwicklung, die von der Mehrheit der Ra- dikalsozialen noch nicht gewünscht wird, nicht allmählich doch eintreten wird; fürs erste aber bleibt die Volksfront unter radikalsozialer Führung bestehen. Don den bitteren Worten, mit denen das sogenannte Experiment Blum von vielen radikalsozialen Rednern bedacht wurde, und von dem zutage getretenen Führungsanspruch der R a d i k a l s o z i a l e n abgesehen, haben die Beratungen in Lille zwei interessante Punkte gebracht: einmal das Bekenntnis zur Verhältniswahl 'und zum zweiten die starke Herausstellung des Ehrenvorsitzenden der Partei und gegenwärtigen Kammerpräsidenten H e r r i o t Der Wahlreform soll zwar ein neuer Parteitag gewidmet sein, aber schon diese Tatsache zeigt, daß die Frage ins Rollen gebracht ist. Eine Einführung der Verhältniswahl würde die Selbständigkeit der radikalsozialen Partei fördern. Herriot ist so sehr in den Vordergrund getreten, daß Augenzeugen seiner rednerischen Erfolge in Lille in ihm bereits den künftigen Mi n i - fterpräfibenten sehen wollen. Es ist in der Tat auffallend, daß Herriots Auftreten in Lille in innen- und außenpolitischer Hinsicht auch von den Nachbarparteien der Radikalsozialen mit starkem Beifall ausgenommen worden ist. Herriot wäre also nötigenfalls der Mann, der eine Brücke von links bis zu der demokratischen Vereinigung von Flandin schlagen könnte. Damit ist ein Weg an= xedeutet, den die Radikalsozialisten sich vielleicht ousgeüacht haben für den Fall, daß ein äußeres Ereignis eine breitere Mehrheit erfordert oder 'aber daß die augenblickliche Volksftont ausein- ünderbricht. Den Radikalsozialen kann es nicht als wünschenswert erscheinen, mit der Rechten allein regieren zu müssen, da sie dadurch weite Kreise wieder in die Opposition drängen würden, die jetzt langsam zu ihren Fahnen zurückfinden. Es wird interessant sein, wieweit die demokratische Vereinigung sich auf ihrem Parteitag zu diesem Plan bereiterklären wird. Flandin ist immer für die neu- ! ch von Daladier „allen Republikanern" hinge- s reckte Hand gewesen. Er würde sicherlich einschla- I en, wenn die Gelegenheit sich böte. Zunächst ge- pren solche Erwägungen der weiteren Zukunft an. °e tiefer der Schatten ist, der sich auf die Volks- f ont senkt, je lauter es im Gebälk dieses hauvt- sichlich von einer Negation, der Negation des Faschismus, getragenen Gebäude knistert, ,Lesto be- Brüssel, 4. Nov. (DNB.) Am Donnerstagvormittag versammelten sich im belgischen Außenministerium die in Brüssel anwesenden Vertreter der Signatar floaten des Neunmächteoertrages. In der Sitzung berichtete Außenminister S p a a k über die japanische Antwort auf die Einladung zur Konferenz Er hob hervor, daß Japan an sich das Fortbestehen des Neunmächteoertrages anerkenne, daß es aber die gegenwärtige Konferenz ablehne, weil sie eine Veranstal - t u n g des V ö lkerbundes und außerdem zu umfangreich fei. Spaak hielt eine Stellungnahme der Konferenz zu diesen beiden Punkten für erforderlich. Da sich ergab, daß keiner der anwesenden Delegierten eine individuelle Verantwortung für einen Schritt bei der japanischen Regierung übernehmen wollte, wurde grundsätzlich beschlossen, die Antwort an Japan von einem engeren Ausschuß der Konferenz erteilen zu lassen. Der italienische Delegierte kam auf seinen Vorschlag einer Vermittlungsaktion zurück, die das Ziel haben sollte, China und Japan wieder an den Verhandlungstisch zu bringen. Einer derartigen Aktion widersprach der amerikanische Vertreter Norman Davis energisch; er wurde darin von Eden und Delbos unterstützt. Delbos erklärte sich jedoch bereit, einem „Angebot der guten D i e n st e" an die beiden Parteien zuzustimmen, woraus man sich dann auch einigte. Die für Donnerstag abend anberaumte neue Sitzung der Dollkonferenz, in der die Note an Japan endgültig gebilligt werden sollte, ist auf Freitag vormittag verschoben worden. Wie es heißt, konnte noch keine Einigung über die Zusammensetzung d e s Konferenzausschusses, der die Angelegenheit weiter behandeln soll, erzielt werden Die „Times" meint, daß Außenminister Spaak einen Entwurf für eine neue Einladung Japans nach Brüssel vorbereiten werde, und daß Japan, falls es erneut ablehne, ersucht werden olle, demArbeitsausschuß seine Beschwerden vorzulegen. — „Daily Herold" spricht von einem „toten Punk t", an dem sich die Neunmächtekonferenz chon am zweiten Tage ihrer Sitzung befunden habe. Das Blatt gibt den Hinweis, daß Frankreich, um Italien aus dem Arbeitsausschuß herauszuhalten, ich vielleicht mit einem Dreierausschuß, be- tehend aus Amerika, Belgien und England, abfinden könnte. „Petit Parisien" erklärt, man mache sich in Konferenzkreisen keine große Hoffnung hinsichtlich der Wirkung eines an Japan zu richtenden Aufrufes. — „Echo de Paris" spricht von einem Versuch einer englisch-amerikanischen Zusammenarbeit, von dem Amerika sich jedoch schon wieder zurückzuziehen beginne. Eden t)abe sich wohl auch keinen trügerischen Hoffnungen hingegeben, sondern im Unterhaus nur zum Ausdruck bringen wollen, daß er nichts zur Annäherung der angelsächsischen Welt unterlassen habe. — „Jour" erklärt, der amerikanische Vertreter Davis tue in Brüssel praktisch gesehen eigentlich gar nichts. Die Ereignisse gingen dort genau denselben Gang, wie es ilt Genf der Fall gewesen wäre. Japan konzentriert die Miegssührnng. Ein kaiserliches Hauptquartier. Tokio, 5. Nov. (DNB. Funkspruch.) Im heutigen Kabinettsrat wurde beschlossen, den Reichstag auf den 24. Dezember einzuberufen und hierzu die Genehmigung des Kaisers einzuholen. Man erwartet die Errichtung eines kaiserlichen Hauptquartiers für den 10. November, um „Öen vereinigten Einsatz aller Kräfte unter militä- nscher Führung zur entschlossenen Durchführung und Beendigung des Konfliktes bereitzustellen". Das Hauptquartier werde ein rein militärisches Ö r g a n in Gestalt einer obersten Kommandobehörde unter der vereinigten Führung der Chefs des General- und Admiralstabes sein. Der Kriegsund der Marineminister seien Chef des gesamten militärischen Verwaltungsapparates zur Sicherstellung aller für die Durchführung des Konfliktes notwendigen Maßnahmen. Der Ministerpräsident, der Präsident des Staatsrates und die Minister würden jeweils zu den Beratungen hinzugezogen. Die wichtigste Ausgabe des Hauptquartiers fei neben einer zentral geleiteten militärischen Führung die völlige Umstellung auf die Kriegs- wirtschaft. Schwere Kampfe an allen Fronten Der Sutschau-Bach überschritten. Weiterer Vormarsch auf Tayuanfu. Schanghai, 4. Nov. (DNB.) An der Schanghai- Front haben wieder schwere Kämpfe stattgefunden, besonders am Sutschau-Bach, der von den Japanern nach erbittertem Ringen an drei Stellen überschritten werden konnte. Die erste erfolgreiche Landung auf dem Südufer des Baches gelang etwa sieben Kilometer westlich des Eisenbahnüberganges, wo mit Hilfe von flachen Flößen im Schutze der Dunkelheit eine Notbrücke geschlagen wurde. An der S ch a n s i - Front ist es der mechanisierten japanischen Abteilung Fukuda in enger Zusammenarbeit mit der Infanterie gelungen, den erbitterten chinesischen Widerstand nach sechsstündigen Nahkämpfen zu brechen und die chinesischen Truppen in die Flucht zu schlagen. Die japanischen motorisierten Streitkräfte ließen den Chinesen nicht einmal Zeit, ihre vorbereiteten Verteidigungslinien Kuantschengtschen zu besetzen und überschritten den letzten großen Gebirgspaß von Schihling, der weniger als 30 Kilometer nördlich von der Hauptstadt Schansis, T a y u a n f u , liegt. Gleichzeitig erreichten japanische Kavallerieabteilungen bei lhrem Vormarsch aus östlicher Richtung die Ortschaft A n l o t s ch e n , die nur noch 24 Kilometer von Tayuanfu entfernt ist. Bilanz des Grauens. 20 Jahre Sowjetrepublik in Rußland. Die Wurzeln der bolschewistischen Revolution reichen weit in die Geschichte des zaristischen Rußland zurück. Aber erst während des russisch-japanischen Krieges 1905/06 gewannen die inneren Bewegungen des Riesenreiches ihre ausgesprochen marxistisch-jüdische Richtung, die zu den blutigen Unruhen führte. Die Einführung des Parlamentarismus brachte zunächst die junge Schicht des Bürgertums zur Geltung, die bestrebt war, die revo- futionären Tendenzen durch die panslawistische Propaganda abzulösen, aber dadurch immer stärker in das deutschfeindliche Fahrwasser geriet. Insofern wurde diese Periode zum Wegbereiter des Weltkrieges. Nach den Niederlagen des zaristischen Staates traten die internationalen Strömungen an die Oberfläche empor. In den führenden Kreisen herrschte teils Verblendung, teils Ratlosigkeit. Die Ermordung des beim Hofe allmächtigen Wunder- mönches Rasputin wurde zum Signal der Revolution des 18. März 1917 (28. Februar alten Stils, daher „Februar-Revolutio n"). Am 15. März wurde die Abdankung des Zaren erzwungen. An die Stelle der Volksvertretung (Duma) traten die Soldatenräte, die sich bald zur wilden Nebenregierung ausweiteten. Gutschkow, Jwow und Miljukow suchten das Reich in ein demokratisches System hinüberzuretten, verloren aber immer mehr an Boden zu Gunsten des roten Umsturzes. Bald hatten die Bolschewisten Lenin, Trotzki und Radek die großen Städte in der Hand und erweiterten ihren Einfluß durch Terror und Sabotage. Nach einem gegenrevolutionären Versuch Kornilows wurde dann am 7. November 1917 d i e Diktatur des Proletariats ausgerufen (Oktober-Revolution nach dem Datum vom 25. Oktober alten Stils). Am 9. November erließen die neuen Machthaber, die sog. „Volkskommissare" ein heuchlerisches Friedensangebot an alle Welt. Die Siege der deutschen Waffen und der Zerfall der Front zwangen sie am 20. November zu einem Waffenstillstandsangebot an die Mittelmächte. Am 3. März 1918 begannen die Verhandlungen von Brest-Litowsk. Lenin hatte dem roten Rußland die „Verfassung" der Sowjets (Arbeiter- und Soldatenräte) aufgezwungen. Die Rote Armee wurde geschaffen, die sich 1918 bis 1920 im Bürgerkriege mit den „Weißen" unter Denikin, Koltschak, Wrangel und Judenitsch herum- chlug. Von der Entente im Stich gelassen, unterlagen die weißen Armeen, doch scheiterte der rote Vorstoß nach Polen im Jahre 1920 unweit von Warschau. Blutherrschaft und Hungersnot regieren seitdem das weite Rußland. Als am 7. November 1917 der II. Allrussische Kongreß der Arbeiter- und Soldatenräte die ge- amte Macht des zusammengebrochenen Riesen- reiches Uljanow-Lenin übertrug, als Lenin und Trotzki-Bronstein begannen, den Kampf gegen die überkommene Ordnung aufzunehmen, waren die Bolschewisten in Rußland unzweifelhaft in der Minderheit. Die These von der Diktatur des Proletariats wurde in eine Diktatur über das Proletariat abgewandelt. Die bolschewistische Form des Marxismus begann demgemäß den Kampf einer kleinen Gruppe gegen die Träger der Kultur, Wirtschaft und deren Ordnungen mit schroffster Gewalt. Vorher war das Reich des weißen Zaren eine Art Theokratie gewesen. Der Zar war absolut auch in der Kirche, der griechisch-russisch-orthodoxen Konfession, und jeder Russe stand zum „Väterchen Zar" in einem patriarchalisch-unterwürfigen Verhältnis. Fetzt wurden die Kirchen zerstört, die Stützen der Gesellschaftsordnung beseitigt, die wirtschaftlichen und völkischen Verhältnisse vollkommen umgekrempelt. Der Bolschewismus ist konsequent angewandter Marxismus, und seine blutige Verfolgung der west- lerisch angehauchten russischen Schichten, der sogenannten Intelligenzia, erstreckte sich bald auch auf Arbeiter und Bauern. Mehr als 20 Millionen Menschen, die fähigsten, tatkräftigsten und russischsten, sind dem Bolschewismus zum Opfer gefallen. Der Gettojude, einst in Rayons im alten Rußland unschädlich gemacht, trat an die Spitze der bolschewistischen Staatsform und mit dem alteingehnpfen Haß verfolgte und unterdrückte er alles, was russisch war. Die unter Stalin in den letzten Jahren weiter verfolgte Politik der Ausmerzung gegenüber den ursprünglichen Trägern des bolschewistischen Mechanismus, die Verbannung Trotzki-Bronsteins, die Hinrichtung Kamenew-Karfunkelsteins, Sinowjew- Apfelbaums und die nachfolgenden blutigen Gruppenkämpfe bestätigen, daß die rote Revolution ihre eigenen Kinder frißt. Bei dem passiven Charakter des russischen Volkes sind die furchtbaren Bluturteile, die physische Vernichtung jeder Intelligenz, mit Stumpfheit ausgenommen worden. Gegenaktionen wurden mit Hilfe des furchtbaren Instruments der Tscheka, die nur dem Namen nach sich in die GPU. wandelte, und der Roten Armee, die bevorzugt gegen das russische Volk angesetzt wird, rücksichtslos unterdrückt. Das Bolschewistenreich hat sich gegen die anderen Nationen mit einem riesigen Stacheldrahtzaun abgesperrt, hinter dem ein Volk von 150 Millionen dem ständigen Martyrium durch eine Handvoll Verbrecher hoffnungslos ausgeliefert wurde. Nach dem Tode Lenins am 21. Januar 1924 übernahm Stalin, ein Georgier, die diktatorische Macht und vernichtete nach und nach die letzten Regungen des Widerstandes. Die rusische Geschickte hat in dem Zaren Iwan dem Schrecklichen eine nur in alten außereuropäischen Despotien gekannte 'Herrschaft des Grauens gekannt. Im gleichen Moskau hat nach 350 Jahren Stalin Iwan 5en Schrecklichen weit übertroffen. Die Weltrevolutionierung rechtigter sind jedoch solche Ausblicke in die Zukunft. Die allgemeine Entschließung der radikalsozialen Partei zieht den Rahmen für ihre innerpolitische Betätigung wie folgt: Unterstützung der Volksfrontregierung unter radikalsozialer Führung, Forderung der republikanischen Disziplin zum Kampf gegen die Feinde der Republik, Achtung der von den Volksfrontparteien eingegangenen Verpflichtungen in wahlpolitischer Hinsicht, Fortsetzung des Gesundungswerkes in der Ordnung und der Gesetzmäßigkeit unter Zusammenarbeit von Kammer und Senat, Ablehnung der Devisenkontrolle, Herstellung des Haushaltsgleichgewichts, Hebung der Erzeugung. Die Betonung dieser einzelnen Dinge schließt-eine Kritik der ersten Volksfrontregierung in sich, aber jedoch so, daß niemand sich getroffen zu fühlen braucht. Und wenn man den übrigen Teil der Entschließung lieft, hat man den Eindruck, daß die Radikalsozialen in allgemeinen Redewendungen allen Richtungen, die ihre Partei zusammenschließt, gerecht werden wollten, ohne in irgendeiner Hinsicht ihre Handlungsfreiheit zu beschneiden. In der Berührung mit der Wirklichkeit und auf dem parlamentarischen Gebiet wird sich zeigen, welchen Weg die Radikalsozialen schließlich beschreiten werden. Jetzt haben die Sozialdemokraten das Wort, aber man kann sicher sein, daß sie Chautemps die Gefolgschaft nicht verweigern werden. Arsia, Italiens jüngste Stadt. Mittelpunkt des iftrischeu Kohlengebietes. Mailand, 5. Nov. (DNB. Funkspruch.) Im Rahmen der großen Feiern zur Erinnerung an das Ende des Weltkrieges wurde am 4. November als sechste der von dem faschistischen Regime gegründeten Städte die Kohlen st ad t Arsia in Istrien an der dalmatinischen Küste der Adria von dem Herzog von Spoleto eingeweiht. Arsia ist durch Zusammenfassung einiger Gemeinden in dem istrischen Kohlengebiet der Arsa-Gruben geschaffen worden. Die neue Stadt wurde im Laufe von 11/2 Jahren erbaut und bildet den Mittelpunkt für die Bergbaubevölkerung, deren Zahl sich infolge der zunehmenden Erschließung der Kohlengruben in den letzten Jahren von 800 auf 7000 Köpfe erhöht hat. Im Anschluß an die Einweihung der Stadt wurde ein neuer Stollen in das Berginnere von 300 Meter Länge eingeweiht, der den Namen Mussolini-Stollen erhielt. Wandlungen in Rumänien. In Rumänien stehen Neuwahlen bevor und bei rumänischen Wahlen siegt gewöhnlich die Partei, die am R e g i e r u n g 5 r u b e r sitzt. Durch die Berufung des Ministeriums bestimmt also letzthin der König den Ausgang der Wahlen. Man erwartet in nächster Zukunft eine Entscheidung und nachher baldige Ausschreibung der Wahlen. Inzwischen beschäftigt fid) aber die rumänische Oeffent- lichkeit mit einer Haupt- und Staatsaktion: Zum 1. November sind 4 7 Generale einschließlich des Generalstabschefs, sämtliche Mitglieder des Obersten Kriegsrates und fast alle Armee-Inspektoren, 152 Obersten und weitere 800 Offiziere mit einem Schlage pensioniert worden. Diese Massenpensionierung, die unter dem Schlagwort einer ,,Verjüngung" des Offizierskorps durch die rumänische Presse geht, wird auf eine absprechende Kritik des ftanzösischen Generalissimus G a m e I i n zurückgeführt, der unlängst den Herbstmanövern der rumänischen Armee beigewohnt hat. Bisher über 3 Milliarden Reichsmark für die englische Aufrüstung London, 5. Nov. (DNB. Funkspruch.) Verteidigungsminister Jnskip erklärte, innerhalb von 18 Monaten habe die Regierung Rüstungsaufträge im Werte von 288 Millionen Pfund Sterling (über drei Milliarden Reichsmark) vergeben. 2 6 Sonderfabriken feien nur für Zwecke d ar Flotte geschaffen worden, 17 für die Armee und 15 für Sie Luftwaffe Wenn man die notwendige Zeit dazu habe, werde auch die Zivilbevölkerung im Falle eines Luftangriffes nicht mehr schutzlos fein. Die gesamte Rüstung Englands solle nur friedlichen Zwecken dienen. im bolschewistischen Sinne, also die Vernichtung jeder Ordnung und Zucht, war von Anfang an das Ziel der bolschewistischen Herrscher über das Volk und war treibende Kraft der Außenpolitik der Sowjetunion, die fick mit allen destruktiven Gewalten au diesem Zwecre verband. So versuchte der Bolschewismus das chinesische Riesenreich mit Erfolg in Blut und Grauen zu stürzen. Ein Borstoß gegen die Polen im Jahre 1920 wurde durch die Tatkraft des polnischen Marschalls Pilsudski blutig zurück- gefchlagen. In Deutschland und Italien hatte der Bolschewismus, der in der Komintern eine dritte Internationale bildete, anfänglich Erfolg, bis Adolf Hitler und Mussolini fünf Minuten vor zwölf ihre Völker vom bolschewistischen Abgrund zurückrissen und den Bolschewismus ausrotteten. Das Werden einer neuen Ordnung in Deutschland und Italien, in Polen und Ungarn, die tatkräftige Bekämpfung des Kommunismus durch die Japaner sind ebenso viele verlorene Schlachten dieser jede Ordnung verneinenden Gewalt. Aber die roten Zaren im Kreml spekulierten auf die alte Zerrissenheit Europas und auf das Beharrungsvermögen der alten parlamentarisch regieren europäischen Mächte. Seit dem Pakt zwischen Paris und Moskau vom 2. Mai 1935 hat Frankreich den Unsegen der Dolksfrontregierung genugsam kennengelernt und ist durch zwei Währungsabwertungen gegangen, die gewissermaßen die Dor- rucht des Bolschewismus sind. England stellte ich aus Nachwirkungen der Kriegspsychose feindlich >en neuen autoritären Gewalten in Europa gegenüber und trieb eine eigennützige und kaum verhüllte bolschewistischenfreundliche Politik, die die westlichen Demokratien Frankreich und England auch kurzsichtig die Bestrebungen der Bolschewisten in Spanien unterstützen ließ, bis die nationale Bewegung in Spanien die Versuche, an der Südwestecke Europas eine Filiale des roten Moskau zu errichten, zerschlug. Im riesenhaften Blutmeer des Bolschewismus erttank in Rußland auch jeder Versuch, das Riesenreich zu modernisieren. Der Bolschewismus schwankte von einem marxistischen Experiment zum andern. Nach der Enteignung alles Grundbesitzes kam eine Epoche des Nepp, die der modernen Wirtschaftspolitik Konzessionen machte, um unter Stalin dann wieder der strengsten Diktatur in Wirtschaftsfragen zu weichen. Der russische Muschik verlor sein letztes Stückchen Land und sein letztes Stück Vieh. Er wurde willenloser Sklave der staatlichen Einrichtungen der kollektivierten Landwirtschaft, die aber trotz aller bolschewistischen Anstrengungen nicht genügend erzeugte, um den Massen auch nur eine notdürftige Existenzmöglichkeit zu geben. In der ehemaligen Kornkammer Rußland sind Millionen und aber Millionen infolge der fehlgeschlagenen Wirtschaftsexperimente verhungert und der Rest des Volkes lebt auf einer kaum denkbaren Elendsstufe. Die sogenannte Industrialisierung Rußlands durch die Fünfjahrespläne hat mit einem offenkundigen Mißerfolg geendet. Es bleibt die Frage, wie eine solche Gewaltherrschaft, die ein riesiges Nationalvermögen vernichtete und mindestens 3,5 Millionen von Menschen erbarmungslos hinschlachtete, 20 Jahre bestehen konnte. Der grauenvolle Terror, die Allmacht der Tscheka und der Roten Armee sowie der rücksichtslos durchgeführte Klassenkampf ist Erklärung genug. Er hat Stadt und Land gegeneinander gehetzt, kleine Bauern gegen die großen Besitzer, Landlose gegen Kleinbauern, hungernde Proletarier gegen das Landvolk getrieben, überhaupt den Kampf aller gegen alle zum Lebensgesetz gemacht. Nur durch ein solches System konnte sich die Diktatur einer marxistisch-jüdischen Minderheit erhalten, zumal die Absperrung gegen die übrige Welt zur Vollkommenheit gebracht wurde. Die Vertreibung der letzten Ausländer aus dem „Arbeitervaradies erfolgte gerade deshalb, um das Ausland in Unkenntnis über die wirklichen Zustände in der Sowjetunion zu halten. Ein kurzer Rückblick nur über eine lange Leidenszeit von 20 Jahren. Welche furchtbare Geißel wird über dem alten Rußland geschwungen! Wann wird die Welt endlich dem Rufe Adolf Hitlers folgen und einen festen Wall bilden, der dazu bestimmt ist, die Menschheitskultur vor der roten Barbarei zu bewahren! D. S. Madnd knallrott Wenn die englische Politik gerade wieder einmal — zur Zeit geht sie Franco um den Bart — auf ihre rotspanische Liebe zurückkommt, so erklärt sie feierlich, daß der „Ministerpräsident" Negrin der Valencia-Regierung ein zarter Philantrop und fein Kriegsminister Brieto ein vernünftiger Sozialdemokrat ist. Wir lesen nun in der „Time s": „Madrid ist schon heute beflaggt und wird in diesem Schmuck zu Ehren des 2 0. Jahrestages der russischen Revolution eine Woche bleiben. Sowjetrußland wird durch Vorführung sowjet- russischer Theaterstücke und Filme gehuldigt, eine Ausstellung von Büchern, Graphiken und Illustrationen soll den Fortschritt Rußlands in Wirtschaft und Verwaltung seit 1917 darstellen; ebenso Konzerte und Vorlesungen Die Gran Via (Hauptstraße) wird in „Allee der Sowjet-Union" umgetauft." Die „Times" fügt hinzu: „Flaggen und Musik, während Tod und Verzweiflung ihre täglichen Opfer fordern, das ist das tapfere Bild Madrids nach außen... Den Jahrestag seines eigenen Leidens und seiner eigenen Verteidigung feiert Madrid m i t Schweigen." Der nationale Heeresbericht. Salamanca: 5. Nov. (DNB. Funkspruch.) Der nationale Heeresbericht vom Donnerstag lautet: Madrid: Am Donnerstagfrüh versuchte der Gegner im Abschnitt Araoaca einen Handstreich auf unsere Stellungen durchzuführen. Er verlor dabei elf Tote; ein Leutnant mit sieben Milizen wurde gefangen genommen, zwei Unterofiziere und acht Milizen liefen zu uns über. — Aragon: Jrn Abschnitt Sabinanigo wurde eine Höhe im Süden von Allue von uns besetzt. Jrn Sektor Villamayor stellten die bei Magallon stehenden Truppeneinheiten die Verbindung mit denen bei Monte Macerado her und besetzten den Berg Macerado und eine Höhe. Die britischen Handelsagenten für das nationale Spanien. London, 4. Nov. (DNB.) Ministerpräsident Chamberlain erklärte im Unterhaus, die britische Regierung habe nicht die Absicht, ihre bisherige Haltung gegenüber den beiden Parteien in Spanien zu ändern. Sie müsse aber den Schutz der britischen Staatsangehörigen und der britischen Handelsinteressen in ganz Spanien in Rechnung stellen, einschließlich der weiten Gebiete in Nordwest, und Südwest-Spanien, sowie in Spanisch-Marokko, die sich in Händen Francos. Oie Londoner wird den spanischen London, 4. Nov. (DNB.) In der Donnerstagssitzung des Dollausschusses des Nichteinmischungsausschusses wurden von dem Vorsitzenden, Lord Plymouth, die beiden Entschließungen vorgelegt, der Entwurf zum englischen Plan, der die Freiwilligenfrage, die Wiedererichtung der Kontrolle und die Gewährung der Kriegführenden- Rechte behandelt, sowie die Empfehlung, daß die britische Regierung sofort den beiden Parteien den Entschließungsentwurf zur Stellungnahme unterbreiten soll, während inzwischen, vorbehaltlich der Stellungnahme der Sowjetregierung, in der Frage der Kriegführenden-Rechte die technische Durchführung des britischen Planes weiter geklärt werden soll. Der italienische Botschafter Graf Grandi wies nachdrücklich auf die Schwierigkeiten hin, die durch das Verhalten Sowjetrußlands gegeben feien. Er erklärte, daß eine weitergehende Durchführung des englischen Planes, wie das in der Entschließung angegeben sei, nicht in Frage komme, wenn nicht Sowjetrußland seine Haltung ändere oder wenn nicht eine andere Lösung, die der durch die sowjetrussische Haltung geschaffenen Lage Rechnung trage, gefunden werde. Der deutsche Vertreter, Gesandter Dr. Woe r- m a n n erklärte, daß Deutschland den plan annehrne, obwohl es nach deutscher Ansicht besser gewesen wäre, wenn die durch das foro- jetrussifche Verhalten geschaffene Lage vorher geklärt worden wäre. Er teile hierin die Auffassung des italienischen Botschafters. Deutschland könne den Folgerungen, die man aus der sowjetrussischen Stimmenthaltung ziehe, nicht zustimmen. Diese Frage müsse somit noch einmal geprüft werden, insbesondere insofern hierdurch die Verfahrensfrage berührt werde. Die heute eingenommene Haltung dürfe jedenfalls nicht als Präzedenzfall angesehen werden. Denn der Sowjetbotschafter sich in der Frage der Kriegführenden-Rechte nicht den anderen Dächten anschliehe. müsse eine andere Lösung gefunden werden, um das Gleichgewicht zwischen pflichten und Rechten zu wahren und um die Benachteiligung Francos auszugleichen. Ferner müßten vier weitere Fragen geklärt werden. Entschließung Parteien zugeleitet. 1. Sei es zweckmäßig, daß eine Partei an den Erörterungen einer Frage teiInehme, an deren Lösung sie nicht mitarbeiten wolle? 2. Was bedeute es praktisch, daß die Sowjetregierung die Verantwortung für die Nichteinmischung als Ganzes a b l e h n e ? Selbst wenn diese Haltung keine juristische Bedeutung habe, so habe sie doch eine politische. 3. Welche Folgerungen ergeben sich daraus, daß Sowjetrußland seinen Anteil an den Kosten des Nichteinmischungsplanes nicht mehr bezahle. 4. Die Haltung Sowjetrußlands in der Frage der Kontrolle fei völlig offen und widerspruchsvoll. Es müsse daher eine Klarstellung der Haltung Sowjetrußlands gegenüber der Kontrollfrage erfolgen. Deutschland könne jedenfalls weiteren Aktionen auf der Grundlage des brittfchen Planes nur zustimmen, nachdem d i e Lage völlig geklärt worden sei. Der französische Botschafter sprach sich für die beiden Entschließungsentwürfe aus, hob jedoch hervor, daß Frankreich einer Aufrechterhaltung der Kontrolle — nachdem sie wiederhergestellt sei — nur zustimmen würde, wenn eine völlige Lösung der Freiwilligenfrage erfolge. Die Vertreter Oesterreichs, Ungarns und Albaniens stellten nachdrücklich fest, daß sie der Haltung Deutschlands und Italiens voll und ganz z u - stimmten. Der Sowjetbotschafter Maisky wiederholte den bekannten sowjetrussischen Standpunkt, ohne sachlich etwas Neues hinzuzufügen. Endlich stimmte der portugiesische Vertreter mit Aus- führungen, die sich in großen Zügen mit denen des deutschen und italienischen Vertreters deckten, den Entschließungen zu. Dann wurde der Entschließungsentwurf zum britischen Plan von sämtlichen Mächten angenommen, wobei der Sowjetvertreter den bekannten Vorbehalt wegen der Gewährung der Kriegführenden-Rechte machte. Die zweite Empfehlung wurde hingegen einstimmig angenommen. Der Vorsitzende ist also ermächtigt worden, an die beiden spanischen Parteien heranzutreten. Er wird das voraussichtlich durch Vermittlung der brittfchen Regierung tun. Inzwischen wird der Vorsitzende für die Fortsetzung der technischen Vorarbeiten zur Durchführung des britischen Planes sorgen. Eine neue Sitzung der Ausschüsse ist vorerst noch nicht wieder in Aussicht genommen worden. befinden. Dementsprechend fei die britische Regierung über die Ernennung von Agenten bei General Franco zur Beratung der britischen und spanischen Handelsinteressen in Verhandlungen eingetreten. Die französische Regierung sei auf dem laufenden gehalten worden. Auf die Frage des Oppositionssprechers Attlee, ob das nicht eine de facto-2Inertennung der Franco-Regierung bedeute, antwortete Chamberlain: „Nein! Wie mir gesagt wurde, ist das nicht der Fall.." Die Schweiz wahrt ihre Neutralität im Span eu-Konflikt. Basel, 4. Nov. (DNB.) Die von der schweizerischen Bundesanwaltschaft in Basel, Zürich und der Ostschweiz bei einer Reihe von Kommunisten vorgenommenen Haussuchungen führten zu umfangreichen Beschlagnahmen. Die Untersuchung wurde auch auf die Redakttonsräume der kommunistischen „Freiheit" in Basel ausgedehnt. Nationalrat Bodenmann, der Baseler Großrat Meili, der Züricher Parteisekretär Schwarz, sowie mehrere weitere Kommunisten wurden v e r h a f - t e t. Don der „Freiheit" wurden eine Reihe von Belegschaftsmitgliedern ins Gefängnis abgeführt. Die 'Bundesanwaltschaft hat grobe Verstöße gegen die Neutralitätsoerordnung zum Spanienkonflikt festgestellt, die Kommunisten unterhielten eine Organisation zur Anwerbung von Freiwilligen für das bolschewistische Spanien. Keine Vorlesungen an Lemberger Hochschulen. Warschau, 5. Nov. (DNB. Funkspruch.) Erneute Zusammenstöße an der Technischen Hochschule und an der Universität in Lemberg, in deren Verlauf mehrere Studenten verletzt wurden, veranlaßten die Rektoren, die Vorlesungen und Hebungen aus» fallen zu lassen. Die Zusammenstöße wurden dadurch veranlaßt, daß die jüdischen Studenten sich geweigert hatten, den Vorlesungen und Uebungen auf den ihnen besonders zugewiesenen Plätzen beizuwohnen. Die polnischen Studenten an der Krakauer Universität überreichten dem Rektor eine Denkschrift, in der sie ebenfalls die Einführung abgesonderter Plätze für Juden fordern. In der Warschauer Handelshochschule erklärten die polnischen Hörer, sie würden die Hörsäle nicht eher räumen, bis dafür Sorge getragen werde, daß die jüdischen Hörer und Hörerinnen a b - gesondert von ihnen den Vorlesungen beiwohnen. Aegypten. Der Kampf um die formale Unabhängigkeit Aegyptens von der englischen Schutzmacht — ein Kampf, der schwer genug war — wurde von der ägypttschen Unabhängigkeitspartei, dem sogenannten „W a f d" aeführt, deren Führer ursprünglich Zaghlul Pascha und seit 1927 bis auf unsere Tage Nahas Pascha gewesen ist. In diesem Kampfe einigten sich alle nationalen Kräfte Aegyptens. Aber jetzt, nachdem England wenigstens formal in einem sogenannten Bündnisvertrag die Eigenstaatlichkeit Aegytens anerkannt hat, regen sich neue Kräfte. Praktisch gesehen, ist die Unabhängigkeitspartei seit einigen Monaten gespalten. Im Vordergründe stehen persönliche Zerwürfnisse, im Hintergründe aber rührt sich der Widerspruch gegen die Bestimmungen des englisch-ägyptischen Bündnisvertrages, der den englischen Generalen noch immer einen aanz wesentlichen Einfluß auf die ägyptische Aufrüstung einräumt. Es hat schon früher eine ägyptische Armee gegeben, aber niemals einen Aegypter, der es zu einem höheren Posten als dem eines Majors gebracht hätte. Praktisch herrschte der englische Offizier und sogar Unteroffizier vor. Die Opposition findet nun, oaß die englischen Militärberater auch jetzt auf die Stärke der ägyptischen Armee drücken. Diese Meinungsverschiedenheiten können bei der starken Erregung der arabischen Welt gegen England wegen Palästinas und gegen Frankreich wegen Syriens und Nordafrikas noch einmal von erheblicher Bedeutung werden. Inzwischen versucht der junge und sehr beliebte ägyptische König Faruk, seine Selbständigkeit gegenüber allen parteipolitischen Einflüssen nachdrücklich zu unterstreichen und hat zum Chef seines Kabinetts Ali Mäher ernannt, der vielfach als der fähigste Politiker Aegyptens angesprochen wird. Auf der anderen Seite bringen neben den schon geschilderten zersetzenden Einflüssen in die Wafd-Partei ein: Einmal der Gegensatz der jungen zur alten Generation und zum zweiten auch schon soziale Gegensätzlichkeiten. Die Studenten der berühmten mohammedanischen Universität in Kairo haben dieser Tage gestreikt, wobei es zu blutigen Zusammenstößen zwischen der Opposition und der Polizei kam und die Polizei von der parteiamtlichen Jugendorganisation des Wafd, den sogenannten Blauhemden, unterstützt wurde. Grundlose Gerüchte über einen Brief des Generals Ludendorff. Berlin, 4. Nov. (DNB.) Amtlich wird mitgeteilt: Seit einiger Zeit werden Gerüchte verbreitet, daß General Ludendorff in einem Brief, der an eine Persönlichkeit im Auslande gerichtet gewesen sei, die deutsche Außenpolitik, vor allem im Zusammenhang mit den freundschaftlichen Beziehungen Deutschlands zu einer anderen Macht, sowie mit Bezug auf die Ereignisse in Spanien, aufdas schwerste angegriffen habe. Eingehende Untersuchungen, die mit bereitwilliger Hilfe einer auswärtigen Macht geführt wurden, haben einwandfrei ergeben, daß es sich bei diefem angeblichen Brief um eine Fälschung handelte, und General Ludendorfs weder einen solchen Brief verfaßt, noch sich ähnlich geäußert hat. Amtlich wird dazu festgestellt, daß alle gegen General Ludendorff in diesem Zusammenhang erhobenen Beschuldigungen jeglicher Grundlage entbehren. Oer Langemmck-Ausschuß. Berlin, 4. Nov. (DNB.) Baldur v. Schirach hat den Arbeitsausschuß Langemarck, unter Vorsitz des Generalmajors a. D. Freiherr v. Grote, zu einer ersten Arbeitssitzunb für Samstag nach Berlin einberufen. Der R eich s;ug end führ er ernannte zu feinem Beauftragten den Leiter des Hauptreferates Gefallenen-Ehrung Oberbannführer M o k a. Als Vertreter der Hitler-Jugend wurden berufen die Obergebietsführer v Tschammer und Osten, Cersf, Rodatz, Reckewerth, Gebietsführer Berger und Bannführer Kaufmann. Für die Reichsstudentenführung Reichsstudentenführer Dr. Scheel und Reichsamtsleiter Dr Gerhardt Krüger. Die NSKOV. vertritt der Reichskriegsopferführer Oberlindober, den Kyffhäuferbund Oberst a. D Reinhardt, den Reichsverband der deutschen Offiziere Oberst a. D. v. Rodenberg, den Volksbund deutsche Kriegsaräberfürsorae Bundesführer Dr. Eulen und Architekt Tischler, die Vereinigung der Frontkämpferverbände ff» Sturmbannführer Stahmer. Die Reservekorps, die vor Langemarck gekämpft haben, werden durch General der Artillerie a. D. v. Matter, Oberst B ö ß e r , Oberleutnant a. D. Weiland und Derlagsbuchhändler K n i e I i n g vertreten. Als Rechtsberater berief der Reichsjugendführer den Rechtsanwalt W. Eisen. Die Rattfikattonsurkunden des deutsch-englischen Abkommens über die Begrenzung der Seerü st ungen und den Nachrichtenaustausch über Flottenbauten vom 17. Juli 1937 wurden im englischen Außenamt ausge» tauscht. Wie siebtes in derWittschafiauS? Die Entwicklung der Spareinlagen in de» Monaten Juli bis September zeigt einen außerordentlichen Zuwachs der Einzahlungen bei verhältnismäßig geringen Auszahlungen, obwohl es sich um Sommermonate handelt, in denen die Spareinlagen nach den bisherigen Erfahrungen den Durchschnitt der bis dahin erreichten Jahresentwicklung zum mindesten nicht zu übersteigen pflegen. Für die betrachteten drei Monate beläuft sich die Summe der Salden auf ein Vielfaches früherer Jahre. Unter den verschiedenen Erklärungsmöglichkeiten verdient besonders Beachtung, daß nach den Berichten des Reichskuratoriums für Wirtschaftlich- kett die Zunahme der Einzelhandelsumsätze im Juli und August dieses Jahres dem Steigerungsgrad für das Jahr 1936 und für das erste Halbjahr 1937 ziemlich genau entspricht, obwohl das Arbeitseinkommen eine stärker steigende Tendenz aufweist. Daraus kann geschlossen werden, daß der Nachholungsbedarf an Gütern, vor allem elastischer Nachfrage, der wieder in den Erzeugungsprozeß Eingeschalteten im großen und ganzen zum Stillstand gekommen ist. Nicht zuletzt haben wohl auch Parolen wie „Kampf dem Verderb" und „Sparen als nationale Lebensnotwendigkeit" ihre Wirkung getan. * Der in Wirtschaft und Statistik gebrachte Nachweis über das Ergebnis der Bautätigkeit im ersten Halbjahr 1937 bestätigt die Erwartungen. Im Bau von Nichtwohngebäuden zeigt die Kurve weiterhin nach oben führende Tendenz. Vom ersten Halbjayr 1936 zum ersten Halbjahr 1937 sind die Bauvollendungen von 18 725,30 cbm umbauten Raumes auf 25 749 000 cbm, die Bauerlaubnisse von 49 432 cbm auf 62 173 000 cbm gestiegen. Im Wohnungsbau haben sich zwar auch die Bauvollendungen erhöht, und zwar um 10,8 v. H. auf 119 883, die Bauerlaubnisse dagegen — hier wirkt sich die schärfere Ueberwachung des Wohnungsbaues in der Materialverwendung und Facharbeiterzuweisung und insbesondere das Abstoppen des zu kostspieligen Wohnungsbaues aus — sind um 9,4 v. H. auf 172 840 Wohnungen gesunken. Der Wohnungsbau zeigt eine bemerkenswerte Verlagerung zu den kleineren Gemeinden und erfreulicherweise gerade zu den Arbeiterwohnungen. Der Kleinwohnungsanteil hat sich von 41,3 v. H. auf 49,2 v. H. erhöht, der Kleinsiedlungsanteil von 9,6 auf 10,1 v. H. Daß man im übrigen hinsichtlich des Kleinwohnungsbaues mit Vertrauen der weiteren Entwicklung entgegensehen kann, zeigt die soeben erfolgte Heraufsetzung des Höchstbetrages der Reichsbürgschaft um weitere 200 Millionen auf 700 Millionen Reichsmark. * Der im Zusammenhang mit dem Reichsnährstand von der Deutschen Rentenbank-Kreditanstalt herausgegebene Bericht über die Kreditlage der deutschen Landwirtschaft im Wirtschaftsjahr 1935/36 spiegelt auf einem der wichtigsten Teilgebiete die fortschreitende Wiedergesundung der deutschen Landwirtschaft wider. Es ist eine e r - neute Entspannung der Kredittage eingetreten, und zwar nicht nur infolge weiterer öffentlicher Entschuldungsmaßnahmen, sondern auch infolge der gebesserten Ertragslage. Aus den um 500 Millionen RM. gestiegenen Verkaufserlösen konnten die um 5,4 v. H auf 5,85 Milliarden RM. erhöhten Betriebsausgaben in der Hauptsache ohne wesentliche Jnanspuchnahme neuer Fremdmittel gedeckt werden. Die Schuldenbelastung hat sich 1935/36 um etwa 1 v. H. auf 11,2 bis 11,3 Milliarden RM. (ohne Renten- und Altentette), die Zinsbelastung um 3 v. H. auf ungefähr 630 Millionen Reichsmark gesenkt. Die Zinsen beliefen sich 1935/36 nur noch auf 7,2 v. H. der Verkaufserlöse gegen 13,6 v. H. im schärfsten Krisenjahr 1931/32. Es liegt demnach bei den Zinsen eine fast 50prozentige Entlastung vor. Schauoilder über die Lage in den einzelnen Landesbauernschaften lassen die Schulden in den westlichen Landesbauernschaften, Westfalen und Rheinland - H e s s e n ° N a s- sau- Saarpfalz, neben Württemberg-Baden und Hannover-Oldenburg als am geringsten erscheinen. In der Verschuldung in Prozenten des Einheitswertes steht Westfalen mit 22 an unterster, also an bester Stelle, dann folgt das Rheinland mit 29 Prozent. Bei dem Zinsendienst war die Hektar-Belastung im Rheinland mit 20,7 vor Württemberg-Baden mit 21,4 und Westfalen mit 23,7 Reichsmark am günstigsten. * Im laufenden Jahr hat sich das Ackerland mit 19,41 Millionen Hektar um 13 000 Hektar, gleich 0,10 v. H., die Wiesen mit 5,61 Millionen Hektar um rund 34 000 Hektar, gleich 0,6 v. H. verkleinert, und zwar sind vorwiegend schlechte Wiesen vermindert worden. Demgegenüber sind die Gärten um 8000 Hektar, Die Viehweiden um 12 000 Hektar, die Ob st anlagen um 3500 Hektar vergrößert worden. Die Fläche der Weinberge mit rund 82 000 Hektar ist fast unverändert geblieben. Die Moorflächen gingen um 7000 Hektar, gleich 1,6 v.H., und Oed - und Unland um rund 37 000 Hektar, gleich 12,6 v. H., zurück. Die Kultivierung der Moor- und Oedlandflächen führte der Landwirtschaft im Laufe des Jahres rund 52 000 Hektar zu, so daß der Gesamtverlust der Landwirtschaft nur 23 000 Hektar beträgt. Der Ernteertrag ergab für Winterroggen eine Veränderung von minus 8,1 v. H. gegenüber 1937, für Sommerroggen eine Zunahme von 5,7, für Winterweizen eine Abnahme von 8,9 und für Sommerweizen eine Zunahme von 38,6 v. H. Für Hafer wurde ein Plus von 2,4, für Menggetreide von 14,9, für Mais zur Körnergewinnung sogar von 98,2 v. H. verzeichnet. Entsprechend ist eine Steigerung der Ernte auf fast allen Gebieten zu verzeich- nen, für Linsen sogar von 54,7 v. H., Süßlupinen von 90,7, und die Spätkartoffelernte hatte eine Zunahme von 3,8 v. H. zu buchen. Die Handelsvertragsverhandlungen zwischen Italien und Japan haben bis auf die Beschlüsse über die japanischen und italienischen Schiffahrtslinien günftige Fortschritte gemacht. Dagegen sind die englisch-amerikanischen Handesvertragsverhandlungen nicht recht vom Fleck gekommen, und wenn auch die USA. darauf hingewiesen haben sollten, daß die Präferenzbestimmungen gemäß dem Ottawa-Abkommen keine Hindernisse bildeten, so ist es doch Tatsache, daß gerade gegen sie sich "die Amerikaner wenden und es erscheint fraglich, ob die Handelsoertragsverhand- lungen überhaupt in diesem Jahr noch beginnen, so sehr auch England seit vielen Monaten auf ein schnelles und günsttges Ergebnis zu hoffen geneigt war. Unter Berücksichtigung der wichtigsten Weltbörsen betrug der auf Goldbasis erstellte Rod- st o f f i n d e x unter Vergleich der Zahl 100 für Ende 1930 am 29. Oktober (die Ziffern vom 22. Oktober): Silber 91,6 (91,2), Nickel 93 (93,2), Kleine politische Nachrichten Meine politische Nachrichten. Der Führer und Reichskanzler hat den Legationsrat Wolf im Auswärtigen Amt zum Vortragenden Legationsrat, den Gesandtschaftsrat der deutschen Gesandtschaft in Brüssel Dr. Curt Bräuer zum Botschaftsrat an der Pariser Botschaft ernannt. ♦ Der Führer und Reichskanzler empfing im „S)aufe des Reichspräsidenten" unter dem üblichen Zeremoniell den neuernannten Gesandten von Venezuela Dr. Gustavo Herrera zur Entgegennahme seines Beglaubigungsschreibens und des AbberufungsschreibenS seines Vorgängers. Es folgte der Empfang des neuernannten G e s a n d - Die Maul- und Klauenseuche Eine Gefahr für Bauernhof und Volkswirtschaft. Von unserer berliner Schristleitung. Der Reichsjustizminister und Frau Gürtner gaben in ihrer Wohnung in Berlin-Dahlem zu Ehren des italienischen Iustizministers S o l m i und seiner Begleitung einen Empfang, an dem der italienische Botschafter Attolico Reichsminister Dr. Frank, die Staatssekretäre Dr. Schlegelberger und Kupfer 125,6 (127,7), Blei 140,7 (140,9), Zinn 83 7 (86,6). 3’nf 113,4 (116,4), Baumwolle 80,9 (82 5) Kautschuk 158,6 (162,9), Petroleum 101,3 (107 5) Weizen 235,0 (250,9), Roggen 165,1 (163,8), Kaffee "0'2 (123,0), Kakao 114,6 (104,8), Zucker 119,9 (1214). 3m Durchschnitt ist die Vergleichszahl für dlese Rohstoffe am 29 Oktober auf den neuen Tief- stand von 129,7 gegen 131,1 am 22. Oktober gesellen und damit um 5,5 v $). niedriger als am 1. Oktober d. 3 Die Meldung über eine neue Kasfeepolitik Brasiliens — Brasilien gibt die Kaffeeausfuhr völlig frei — hatte einen starken Rückgang der Kaffeepreise in Neuyork für Santos- und Rio-Kaffee zur Folge. damalige Verlust auf eine Milliarde geschätzt werden. Der Ernst dieser Sachlage hat das 3nnenmim- sterium zu strengen Sperrmaßnahmen veranlaßt Neben der Unterbindung des Handels und des Viehverkehrs ordnete man vielfach auch in einem bisher nicht gebräuchlichen Ausmaß Beschränkungen des Personenverkehrs an, da der Erreger dieser Seuche besonders flüchtig und wie schon gesagt auch durch den Menschen über weite Strecken verschleppbar ist Namentlich in den Seuchengebieten Baden, der Pfalz und im Saarland wurden deshalb nicht nur tierzüchterische Veranstaltungen verboten, sondern auch zum Teil sogar die Schulen geschlossen und Veranstaltungen und Zusammenkünfte aller Art weitmöglichst untersagt. Um die Seuchenherde herum sind zum Schutz der noch unverseuchten Bestände im großen Umfange Ringimpfungen mit Riemser Maul- und Klauenseuche • Hochimmunserum vorgenommen worden. Durch diese 3mpfung sind gesunde Tiere etwa 14 Tage lang vor der Seuche geschützt, und die damit geschaffene Schutzzone verhindert eine rasche und sprunghafte Ausbreitung der Seuche Ministerialdirektor Moritz vom Ernährungsministerium hat vor der Presse dem Reichsinnenminister Dr Frick im Namen des Reichsbauern' führers und Ernährungsministers DarrS den Dank für die entschlossenen Maßnahmen zur Seuchenbekämpfung vermittelt und ihn der vollen Unter- stützung des Reichsnährstandes versichert. Er hat besonders darauf hingewiesen, daß die Seuche einen Ausfall in unserer Milch- und Fett- wirtschaft bedeutet. Ganze Gebiete fallen als Lieferanten aus, sie müssen von anderen Bezirken mitversorgt werden und stören damit das System der Marktordnung. Es ist weiter darauf hinzuwei- sen, daß die Milchleistungskontrotte, die seit 1933 eine Steigerung der Buttererzeugung von 20 o H. ermöglicht hat, in den gefährdeten Bezirken eingestellt werden muß. Eine überaus erfreuliche Entwicklung wird dadurch aufgehalten. Die Erkrankung der Tiere dauert in der Regel zwar nur 14 Tage, aber auch nachher macht sich bei ihnen der Rückgang in der Milchleistung und in der Mast noch lange bemerkbar. Es liegt bisher kein Grund zur Beunruhigung vor, da der oft bewährte deutsche Seuchenschutz auch diesmal das Aeußerste tut, um die Schäden in ihren Grenzen zu halten Es ist aber notwendig, daß das ganze Volk, nicht nur die Landwirtschaft, diese Abwehrmaßnahmen in jeder Hinsicht unterstützt. Edelsteine. Das schmucke Edelsteinabzetchen mit den zwölf Bildern des Tierkreises, das uns die 2 Reichs- straßensammlung des Winterhilfs- Werks am kommenden Samstag und Sonntag beschert, wird sicherlich die Frage „Edelstein oder Halbedelstein"? von neuem aufwerfen. Gar mancher wird meinen, daß es sich bei den Steinen dieses Edelsteinabzeichens nur um „Halbedelsteine" handeln kann. Um so erstaunter wird er sein, wenn er sich mit der Bitte um eine Entscheidung an einen Juwelier wendet, um dann zu hören, daß es gar keine Halbedelsteine gibt! Auch der Hinweis auf dieses oder jenes Konversationslexikon wird den zünftigen 3uwelier in seiner Entscheidung nicht beirren. weil eben der Edelsteinfachmann nur Edelsteine kennt. Damit ist aber eine neue Frage aufgeworfen: was sind denn nun überhaupt Edelsteine? Die Antwort ist nicht schwer. Edelsteine sind Mineralien, die sich durch Härte, Glanz, Reinheit, Durchsichtigkeit, Lichtbrechungsvermögen oder besondere Schön- heit auszeichnen. Ein Malachit, ein Opal, ein Achat ein Turmalin, ein Amethyst ist demnach ebenso ein Edelstein wie ein Rubin, ein Saphir oder ein Diamant. Und somit sind auch alle Steine des WHW.- Edelsteinabzeichens echte Edelsteine. Aber, so wird mancher einwerfen, ein Opal ist doch nicht so kostbar wie ein Diamant? Woher kommt das? Auch hierauf ist die Antwort nicht schwer. Der Unterschied der einzelnen Edelsteine liegt vornehmlich im Härtegrad des betreffenden Edelsteins. Unter „Härte" versteht man im allgemeinen in der Mineralogie den Widerstand gegen ritzendes Angreifen. Die auf diese Weise gefundene oder errechnete Härte wird in der Praxis des 3uwe° liers (nach Mohs) in zehn Stufen (Härtegrade) ein» geteilt. Erst ah Härtegrad 6 pflegt man von Edelsteinhärte 3u sprechen. Diese aus der Praxis übernommene Hebung ist es nun, die dazu geführt hat, fälschlicherweise von Halbedelsteinen und Edelsteinen zu sprechen. Diese Einteilung ist sehr zu bedauern, weil sie einmal zu einer durch nichts gerechtfertigten Geringschätzung der Edelsteine geführt hat, die nicht den Härtegrad 9 (Saphir und Rubin) oder Härtegrad 10 (Diamant) haben. Zum andern aber weil infolge dieser ungerechtfertigten Geringschätzung jene 3mita- tionen auf den Markt kamen die Saphire, Rubine und Diamanten oortäuschen sollen, zu welchen Imitationen übrigens nicht etwa die synthetischen Edelsteine gehören, die ihrem inneren Wesen und Aufbau nach durchaus Edelsteine, wenn auch künstliche, sind. Es ist erfreulich, daß durch die Edelstein- abzeichen des Winterhilfswerks die Freude an den echten Edelsteinen und damit am echten Schmuck wieder wachgerufen wurde. Und zwar nicht nur aus kulturellen Gründen, sondern auch aus wirtschaftlichen Gründen, weil damit einer bodenständigen deutschen Edelsteinerzeugung, wie sie z. Ä. in 3 d a r - O b e r st e i n vor ihrem Niedergang seit 3ahrhunderten geblüht hat, ein neuer und höchst erfreulicher Auftrieb gegeben wird. D. S. ten von 3ran Nader Arasteh. Ferner empfing der Führer und Reichskanzler den italienischen 3ustizminister S o l m i in Begleitung des Reichsministers Dr. Frank. Botschafter von Ribbentrop hat sich am Donnerstag in seiner Eigenschaft als Außerordentlicher und Bevollmächtigter Botschafter des Deutschen Reiches nach Rom begeben. Berlin, 4. November. Die deutsche Diehseuchenbekämpfung hat ihr besonderes Augenmerk auf die Gefahr der Tierseuchen zu lenken, die über d i e Grenzen einge- schleppt werden können. Diese Bemühungen versagen aber gegenüber der Maul- und Klauenseuche da diese 3nfektionskrankheit auch durch Menschen eingeführt werden kann, ferner durch Futtermittel oder Dünger, die aus verseuchten Bezirken stammen. Seit dem letzten Sommer grassiert nun u n • ter den französischen Viehbeständen die Maul- und Klauenseuche, die anscheinend von Afrika nach Frankreich gebracht worden ist. Bisher sind 79 von den 82 französischen Departements ergriffen, hauptsächlich aber Elsaß und Lothringen, wo unter Rindern, Schweinen und Ziegen der Schaden auf 12 bis 14 Millionen RM geschätzt wird. Dom Elsaß aus ist die Seuche, die eine Ansteckungskrankheit wie etwa Pocken, Scharlach und Grippe bei den Menschen ist, nach Baden und in die Pfalz gedrungen, sie hat jetzt einen Grenzstreifen im ganzen Westen Deutschlands von Basel bis nach Ostfriesland erfaßt. Bis jetzt find 2000 Höfe gesperrt worden. 3n Deutschland ist die Seuche nicht in derselben scharfen Form aufgetreten wie in Frankreich, Belgien und Holland. Die Zahl der tödlichen Fälle ist bei uns gering, es sind besonders 3ungtiere, Ferkel und Kälber erfaßt worden. Auch der Wildbestand kann davon ergriffen werden, da Rehe und Hirsche zu den anfälligen Tieren gehören. Die Erscheinungsformen der Seuche bestehen in Blasen, die sich an der Schleimhaut der erkrankten Tiere bilden oder in der Haut der Klauen, die bald platzen und Geschwüre zurücklassen. Wenn die Seuche auch selten tödlich verläuft, stellt sich doch bei den Tieren Abmagerung, Freßunlust oder Lähmung ein. Die Milcherzeugung geht stark zurück. Diese Milch darf nur abgekocht benutzt werden und kommt nicht in den Handel Es ist klar, daß die Ausbreitung der Maul- und Klauenseuche zu einer Gefahr für unseren Viehbestand jmb für die Ernährung unseres Volkes werden könnte. 3n den Fahren 1920/21, da dieselbe Krankheit ebenfalls vom Westen aus in unsere Stallungen gebracht wurde, betrug der Ausfall an Milch und Butter allein in Preußen 480 Millionen Goldmark. Die mittelbaren Verluste an Fleischerzeugung und Arbeitsleistung werden nicht geringer gewesen sein. Da die Zahlen von Baden, Hessen und Bayern dabei nicht mitgerechnet sind, muß der Dr. Freißler, Staatsrat Graf von der Goltz und die Universitätsprofessoren Dr. Hedemann und Dr. Kohlenrausch teilnahmen. Reichsjustizmmister Dr. Gürtner begrüßte in italienischer Sprache die Gäste. 3n seiner Erwiderung betonte Exzellenz Solmi die herzlichen persönlichen Beziehungen und die Verbundenheit der italienischen und der deutschen Rechtspflege. ♦ Der zum Vorsitzenden des 01. Zivilsenates des Reichsgerichts ernannte ©enatsprafibent Hage- mann hat zugleich den Vorsitz des Reichs- arbeitsgerichtes übernommen. Präsident Hagemann, der 1876 in Hannover geboren ist, gehört seit 1919 als Reichsgerichtsrat dem Reichsgericht an. • Der Reichs st atthalter in Hessen hat als Führer der Landesregierung mit Zustimmung der Reichsregierung das folgende Gesetz beschlossen, das soeben im Hessischen Regierungsblatt Nr. 20 im Namen des Reiches verkündet wird: „Artikel 1. 3n dem Staatshaushaltsplan für das Rechnungsjahr 1937 gehen im Ordentlichen Haushalt zu: an Einnahmen 2 520 057 RM., an Ausgaben 2 028 887 RM Die Abschlußzahlen des Ordentlichen Haushalts werden hiernach feftgefteUt für die Einnahme auf 103 160255 RM., die Ausgabe auf 105 633 246 RM " * Am Montag wird in der Hauptstadt der Bewegung die Ausstellung „Der ewige 3 u d e" eröffnet. Gauleiter Julius Streicher wird im Rahmen der Eröffnungskundgebung im Kongreßsaal des Deutschen Museums sprechen.' Hieran anschließend übergibt Reichsminister Dr Goebbels die Ausstellung der Oeffentlichkeit. * Reichsleiter Dr. Ley fliegt nach Neapel, um dort die am Samstag mit 3000 deutschen Arbeitern landenden drei „K d F." - S ch i f f e zu empfangen und an der von den italienischen Behörden vorbereiteten Begrüßungsfeier teilzunehmen. Dr. Ley und seine Begleiter kehren bereits am Montag mit dem Flugzeug nach München zurück. * Der König von Belgien hat den Außenminister S p a a f mit der Bildung einer Regierung der nationale nEinigung beauftragt. Spaak hat den Auftrag grundsätzlich angenommen. • Der Bruder Ottos von Habsburg, der dritte Sohn des verstorbenen Kaisers Karl, Erzherzog Felix, wird in die T h e r e f i a n i s ch e Militärakademie in Wiener-Neustadt eintreten um sich zum 3nfanterieoffizier ausbilden zu lassen. Mit ihm wird zum erstenmal ein Mitglied des Hauses Habsburg der neuen österreichischen Wehrmacht angehören. , • Einer Havas-Meldung nach soll der Militär- aufstand in Concepcion (Paraguay) völlig niedergeschlagen sein Die Verbindung zwischen der Hauptstadt Asuncion und Concepcion sei wieder hergestellt. Bei den Kämpfen seien etwa 100 Personen ums Leben gekommen Aus aller Welt. 40 Todesopfer eines Unwetters auf Sumatra. Zwischen den Orten Padang und Medan auf Sumatra (Niederländisch°3ndien) wütete ein schweres Unwetter, dem nach vorläufigen Meldungen vierzig Menschen zum Opfer gefallen sind. Die Telephon- und Wegeverbindun- gen sind teilweise unterbrochen. Nach den Angaben der örtlichen Behörden wurden mehrere Eingeborenendörfer und eine Anzahl von Brücken durch das Hochwasser vernichtet. W NW MM v' X OVERSTOLZ MIT GOLDMUND STUCK OHNE MUNDSTÜCK GULDENRING Qoldmundflücl^ schützt und damit vor Verlusten an Feuchtigkeit und Aroma bewahrt. 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Wohl erfolgten auf dem ermäßigten Stand einige Aufnahmen seitens der Banken, auch Ueberlegungen, daß infolge der letzten Rückgänge die Aktienrendite eine wesentliche Besserung erfahren habe, führten zu vereinzelten Käufen. Indessen waren sie nicht stark genug, um ein weiteres Nachgeben der Kurse um durchschnittlich 1 bis 1,50 v. H. zu vermeiden. Diese Umsatztätigkeit war im ganzen etwas lebhafter als in den letzten Tagen. Später verfiel die Börse aber wieder in starke Zurückhaltung. Besser behauptet waren einzelne Montanaktien, in denen Käufe vorgenommen wurden. Verein. Stahl 111,65 (111,90), Mannesmann 113,90 bis 113,50 (114), Hoesch 121,75 (121,50), matt lagen jedoch Klöckner mit 117,50 (119,25) und Buderus mit 117,50 (119). JG.-Far- ben verloren auf weitere Auslandsverkäufe 1 v. 5). auf 153,50, später gingen sie auf etwa 152,75 zurück. Rückgänge hatten besonders Maschinen-- und Motorenwerte, Demag 139,75 (141), Junghans 122,40 (124), Rheinmetall 140 (141), BMW. 146,50 (148), Daimler 132,50 (133,90), dagegen waren Adlerwerke Kleyer weiter erholt auf 109,50 (108,50). Stärkere Einbußen hatten außerdem Zellstoff Waldhof mit 142,75 (144,75), Feldmühle Papier mit 134,40 (136), Bemberg mit 134,75 bis 135,25 (137), Süddeutsche Zucker mit 200,25 (203) und Felten mit 127,65 (129,50). Dis zu 1 v. 5). niedriger lagen u. a. Reichsbank, RWE. AEG., Westdeutsche Kaufhof, Holzmann und Conti Gummi. Der Rentenmarkt war dagegen weiter fest. Reichsaltbesitz 129,40 (129,13), Reichsbahn - DA. 129,13 (129), Kommunal-Umschuldung voll behauptet mit 94,75. Am Pfandbriefmarkt hielt die Nachfrage an, teilweise wurden die Kurse gestrichen oder rationiert. Liquidationspfandbriefe bröckelten dagegen leicht ab. Stadtanleihen notierten unverändert, Industrie-Obligationen waren uneinheitlich, schwächer 5proz. Eifenbahn-Bank mit 91 (91,75). 9m Verlaufe war der Aktienmarkt weiter schwach. Reichsbank 202,50 nach 203,50, Daimler 131,75 nach 132,50, Demag 139 nach 139,75, Vereinigte Stahl 111 nach lli.65, Hoesch 121,50 nach 121,75, IG.-Farben 152,75 bis 153,25 nach 153,50, Adlerwerke Kleyer 108,50 nach 109,50. Von später erstmals notierten Werten gingen Rheinstahl auf 143 bis 141,75 (144,50), Metallqesellschaft auf 145 40 (147) und Rheag nach Pause auf 125 (127,50) zurück. Im weiteren Verlaufe ergaben sich bei einzelnen Montanwerten geringe Erholungen. Der Einheitswert lag ebenfalls überwiegend schwächer. 3m Freiverkehr wurden genannt: Elsäss. Wolle etwa 77 bis 79, Schuh Berneis etwa 70, Dingler 84, Wanß 6- Freytag 142 (143), Rastatter Waggon 52,50 (53) und Ufa 67,25 (68,25). Tagesgeld unverändert 2,50 v. H. Abendbörse leicht gebessert. Im Anschluß an den Mittagsverkehr ergaben sich auch an der Abendbörse vorwiegend weitere leichte Besserungen, da die Kulisse kleine Rückkäufe vornahm. Die Kursentwicklung war jedoch uneinheitlich, meist traten aber Erhöhungen um etwa 0,25 bis 0,50 v. H. ein. IG.-Farben erholten sich um 1 d. 5). auf 154,25, Demag um 1,25 v. 8). auf 140,25, Scheideanstalt um 1 v. H. auf 254, ferner u. a. Verein. Stahl auf 111,25 bis 111,75 (111,50), Buderus auf 118 (117,50), Adlerwerke auf 109 (108,50), Bemberg von 134,50 auf 135,50 (135,25). Etwas niedriger notierten noch Mannesmann mit 113,25 (113,50), Hoesch mit 121,25 (122), BMW. mit 145,50 (146,50), Holzmann mit 147,75 (148,40), wobei aber die Berliner Schlußnotierungen mit Ausnahme von Hoesch nicht unterschritten wurden. Von Einheitswerten lagen Verein. Ultramarin 2 v. H. schwächer Mehr Freude an der Natur durch Bermühler-Bücher! NI!VMIIIIII!!!!II!II!IIII!!!IIIIIIIIII>IIIIIIIIUIIIIIIIIIIIIIIIII!IIIIIIIIII!II!!IIIII 0,736 42,10 0,137 47,00 55,12 47,00 12,345 5,46 8,377 137,48 13 09 0,740 42,18 0,139 47,10 55,24 47,10 12,375 5,47 8,393 137,76 13 11 0,719 5,694 62,05 48,95 11,215 63,65 57,42 15,48 8,696 2,487 0,722 5,706 62,21 49,05 11,245 63,82 57,54 15,52 8,704 2,489 Buenos Aires . Brüssel....... Rio de Janeiro Polen........ Kopenhagen... Danzig....... London....... HelsingforS.... Paris........ Holland...... Italien....... 0,720 5,694 62,09 48,95 11,225 63,70 57,42 15,48 8,686 2,485 0,721 5,706 62,17 49,05 11,235 63,77 57,54 15,52 8,714 2,491 mit 134 und Schöfferhof um 1,25 v. H. mit 194. Der Rentenmarkt lag still und gut behauptet. Man nannte Kommunal-Umschuldung mit 94,75 und 4pro- zentige Rentenbank-Ablösungsscheine mit 93,25. 4,5- prozentige Krupp-Obl. notierten unv. 99,65. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 4. Nov. Auftrieb: Großvieh 2143 (gegen 2150 am letzten Donnerstagsmarkt vom 28.10.), darunter 386 (562) Ochsen, 209 (235) Bullen, 1088 (862) Kühe, 460 (473) Färsen. Kälber 590 (660), Hämmel und Schafe 65 (169), Schweine 1397 (264). Notiert wurden je 50 Kilogramm Lebendgewicht in RM.: Ochsen a) 43 bis 45 (43 bis 45), b) 38 bis 41 (37 bis 41), c) 36 (36), d) 29 (—). Bullen a) 40 bis 42 (42 bis 43), b) 38 bis 39 (37 bis 39), c) 32 bis 34 (34), d) 26 (27). Kühe a) 40 bis 43 (41 bis 43), b) 35 bis 39 (36 bis 39), c) 28 bis 33 (30 bis 33), d) 20 bis 25 (20 bis 25). Färsen a) 43 bis 44 (42 bis 44), b) 39 bis 40 (38 bis 40), c) 35 (34 bis 35). Kälber a) 63 bis 65 (63 bis 65), b) 55 bis 59 (55 bis 59), c) 45 bis 50 (45 bis 50), d) 34 bis 40 (33 bis 40). Hämmel b2) 40 bis 45 (39 bis 45), c) 38 (—). Schafe nicht notiert. Schweine a) 55 (55), bl) 55 (55), b2) 55 (55), c) 54 (54), d) 51 (51). Sauen gl) 55 (55), g2) — (53). Marktverlauf: Großvieh, Kälber und Schweine zugeteilt. Hämmel und Schafe mittelmäßig. Schweinemarkt in Butzbach. * Butzbach, 4. November. Auf dem heutigen Schweinemarkt waren 300 Ferkel aufgetrie- ben. Der Handel war flott. Es kosteten 3 bis 6 Wochen alte Ferkel bis 10 Mark, 6 bis 8 Wochen alte 10 bis 13 Mark, über 8 Wochen alte bis 16 Mark pro Stück. Schweinemarkt in Friedberg. Friedberg, 4. Nov. Bei lebhaftem Handel wurden auf dem Schweinemarkt folgende Preise bezahlt: bis 6 Wochen alte Tiere 12 bis 15 Mark, 6 bis 8 Wochen alte 15 bis 20 Mark, 8 bis 12 Wochen alte 20 bis 26 Mark. Die aufgetriebenen 517 Ferkel wurden fast restlos verkauft. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt oeschlosfenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 o H.. Lombardzinsfuß 5 o H. -.November Amttiche Notierung Geir > Briet -.November Amuche Notierung (fiele 0,736 42,15 0,137 47,00 55,16 47,00 12,355 5,46 8,402 137,31 13,09 Japan...... Jugoslawien Oslo ....... Wien....... Lissabon.... Stockholm .. Schweiz.... Spanien.... Prag....... Budapest... Neuyork.... 3.November Amtliche Nouerui g tfieir | Bn-'' Verwertet Wirtschastsäpfel! Es ist eine wichtige Aufgabe jeder tüchtigen Hausfrau, sich den Gegebenheiten des jahreszeitlich gebundenen Marktes anzupassen und die jeweils besonders stark anfallenden Erzeugnisse des deutschen Bodens zu verwerten. Während in den letzten Jahren die Aepfelernte nicht immer ausreichend war, ist sie in diesem Jahre wieder einmal sehr gut ausgefallen. Den Vorausschätzungen nach ist mit einem Ertrag von etwa 14 Millionen Doppelzentner gegenüber 1935 mit 8,7 und 1936 mit 5,8 Millionen Doppelzentner Aepfeln zu rechnen. Ein großer Teil diefer Aepfel ist kein für die Einlagerung geeignetes Dauerobst, sondern muß als Wirtschaftßobst sofort verwendet werden. Parum werden nun Wirtschaftsäpfel (K o ch - äpfel) weniger verlangt? Wie überall, so sagen sich auch hier die Hausfrauen, daß beste Ware immer die billigste ist. Für die meisten Erzeugnisse des, deutschen Bodens trifft dies zu, doch nicht für die Wirtschaftsäpfel. Wir müssen uns davor hüten, daß Nahrungsmittel im Laufe des Winters Schaden erleiden und in die Abfalltonnen wandern. Wirtschaftsäpfel, die billiger find als Tafelobst, können in der Küche auf die vielfältigste Art verarbeitet werden. Es wäre unverantwortlich und eine bedeutende Schädigung der deutschen Volkswirtschaft, wollten wir jetzt Qualitätsäpfel in der Küche verbrauchen und das Wirtschaftsobst im Laufe des Winters durch seine Ungeeignetheit als Dauerobst verkommen lassen. Darum muß es für die verantwortungsbewußte Hausfrau selbstverständlich fein, daß sie sich jetzt die Vielzahl der Verwendungsarten von Wirtschaftsäpfeln zunutze macht, um so den reichen Erntesegen dieses Herbstes unserer Ernährung restlos zuzu- führen. Nur so können wir eine Entlastung für andere Nahrungsmittel herbeiführen, die in geringeren Mengen vorhanden sind, und können im Zeichen von „Kampf dem Verderb" für die obstknappe Zeit die nötigen Vorräte schaffen. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeork Frankfurt. Deutschland liegt an der Südseite eines von Osteuropa nach England sich erstreckenden Hochdruckrückens. Da an der unteren verhältnismäßig kühleren Festlandluft warme Luft aus dem Mittelmeer kommt, besteht vor allem für die oft- und mitteldeutschen Gebiete leichte Unbeständigkeit, während im Westen und im Süden des Reiches der Hochdruckeinfluß stärker zur Auswirkung kommt, ohne aber durchweg heiteres Wetter zu bringen. Aussichten für Samstag: Vielfach dunstig, sonst wolkig bis aufheiternd und im allgemeinen trocken, Temperaturen wenig geändert, Winde um Ost. Aussichten für Sonntag: Abgesehen von NebelbilÜung wolkig bis aufheiternd und tagsüber etwas wärmer. Lufttemperaturen am 4. November: mittags 11,1 Grad Celsius, abends 6,9 Grad: am 5. November: morgens 3,8 Grad. Maximum 11,2 Grad, Minimum heute nacht 2,5 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 4. November: abends 6,8 Grad; am 5. November: morgens 4,6 Grad. — Sonnenscheindauer 6,5 Stunden. Hauptichriftleiter: Dr Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum- schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr Fr W Lange; für Feuilleton: Dr Hans Thyriot; für den Übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck Verantwortlich für den Inhalt her Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. X. 37: 10 031. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, K.-G.« sämtlich in Gießen. Monatsbezuas- preis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr Einzelverkaufs- preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf mehr Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. Brie, ' 0,740 42,23 0,139 47,10 55,28 47,10 12,385 5,47 8,418 137,59 13,11 3 .November Amtliche Notierung (fielt | Bries Frankfurt a. M. Berlin Frankfurt a. M. Berlin Schluß- kurs Schlußk. Abendbörse Schlußkurs Schlußk Mittagbörse Schluß- kurs Schluß?. Abend börfe Schlußkurs Schlußk. Mittag, börfe Damm 3.11. 4-11- 3.11. 4-11 • Daium 3.11. 4.11. 3.11. 4.11. 5% Deutsche Reichsanleihe v. 192? 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 ty2% Deutsche Reichsschatzanweisungen von 1935 . .......... iy2% Deutsche Reichsschatzanweisungen von 1935, II. Folge ... 4y2% Deutsche Reichsichatzanwei- sungen von 1936, III. Folge .. 6y2% Doung Anleihe von 1930 .. 4y2% Hesüsche Bolksstaat von 1929 4y2% Deutsche Reichspostschatz von 1934 I...................... V/2% Deutsche Reichsbahnschatz von 1936 I.................. Reichsanleihe-Altbesitz.......... Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten.............. re»>es Oym-Lumoatal. § Grünberg, 3. Nov. Arn Sonntagmittag trafen sich die Vertreter des S ä n g e r k r e i f e s Oym-Lumdatal zum ordentlichen Sängertag hier im Saale der Gastwirtschaft Mohr. Einleitend trug der Gesangverein „Sängerkranz" unter Leitung (eines Ehorleiters Nicolai (Großen-Buseck) verschiedene Ehore vor, die allgemeinen Beifall fanden. Sodann begrüßte der Sangerkreisführer Dönges die Vertreter der Vereine. Besonderen Gruß entbot er dem Provinzführer Wendler (Bad- Nauheim). Dem Tätigkeitsbericht des Kreisgeschäftsführers Becker war folgendes zu entnehmen: Der Sän- gerkreis zahlte zu Beginn 1936 35 Vereine mit 1104 aktiven und 585 passiven Mitgliedern. Drei Vereine (Frohsinn Bernsseld, Gemischter Chor Büßseld, Harmonie Nieder-Ofleiben) mußten wegen ungenügender Sangepzahl ihre Sangestätigkelt einsiel- len. Zwei Vereine (Sangerkranz Grunberg und Eintracht Lumda) sind dem Kreis neu zugeteilt. Somit zählte der Kreis zu Beginn des Jahres 1937 34 Vereine mit 1058 aktiven und 551 unterstützenden Mitgliedern. An den diesjährigen Wertungs- !Ingen nahmen sämtliche Vereine teil. 15 Vereine angen in Geilshausen. Die restlichen 19 Vereine angen in Nieder-Ohmen. Am Deutschen Sänger» bundessest nahmen 16 Mitglieder von Kreisvereinen teil. Für 19 3 8 sind wiederum zwei Wertungssingen vorgesehen. Mit Rücksicht auf die Größe des Sängerkreises hat sich als zweckmäßig erwiesen daß bei den Kreisoeranstaltungen der Kreis geteilt wird. Damit werden den einzelnen Kreisver- einen wesentliche Fahrtkosten erspart. Teutonia Nordeck will sein 75sahriges Bestehen feiern, und erbat deshalb die Uebertragung des Festes 1938. Männergesangverein Allendors blickt auf eine 60- jährige Sängertätigkeit zurück, und will diesen Anlaß festlich begehen. Sängerkranz Beltershain hat vor einigen Jahren eine Fahne angeschafft und will die eigentliche Weihe jetzt noch vornehmen. Lieber- kranz Flensungen beabsichtigt, eine Fahne anzu- schasfen, und erklärte sich zur Uebernahme eines Festes ebenfalls bereit. In der Aussprache ergab sich, daß Allendors zugunsten Nordecks verzichtete und verschiedene Sprecher für Flensungen sich entschieden. Daraufhin entschied der Kreisführer, baß das Fest und Wertungssingen für den unteren Teil in Nordeck und für «M» MM alte. L -3< ' . ' » e wg. Großen-Buseck, 5. Nov. Durch Entfernung des alten Bewurfs und durch Erneuerungsarbeiten ist das hiesige Rathaus in feiner ursprünglichen Form und Bauweise als Fach- werkbau wieder hergestellt worden. Nur der Seitenbau, der massiv ist, konnte dieser (Erneuerung nicht unterworfen werben. Die Balken sinb in dunklem Braun gehalten, während die Fachwerke in ihrem elfenbeinfarbigen Verputz, der blau- grau abgefetzt ist, sich wirkungsvoll abheben. Unser Rathaus, bas nun wieder ein Schmuckstück für unser Dorf geworden ist, zeugt von der bauhandwerklichen Kunst unserer Vorfahren, die ihren ganzen Stolz darein setzten, ihre Gebäude so groß un^ so schön zu bauen, als es ihnen nur möglich war. Auch bei den hiesigen Handwerkern, bie mit den Erneuerungsarbeiten beschäftigt waren, konnte man bemerken, mit welchem Eifer und Arbeitswillen sie sich ihrer Aufgabe widmeten, um die Baukunst im Geist ihrer längst Heimgegangenen Berufskameraden wieder erstehen zu lassen. Der Zeitpunkt der (Erbauung des Hauses kann nicht mehr einwandfrei nachgewiesen werden. Es hat aber eine abwechslungsreiche Geschichte hinter sich. Bestimmt hat es früher, als Großen-Buseck der Hauptort des Gerichtsbezirk „Bufecker Tal" war, als Gerichtsgebäude gedient. Als das Gericht am 1. April 1827 aufgehoben und nach Gießen verlegt wurde, diente das „Thalifche Rathaus", wie es damals hieß, als Wohnung des zweiten Pfarrers von Großen-Buseck. Als im Jahre 1834 die hiesige Volksschule zweiklassig wurde, sah sich die Gemeinde Großen-Buseck genötigt, dieses „Thalifche Rathaus" käuflich zu erwerben, und sie richtete einen neuen Schulsaal und eine Lehrerwohnung darin ein. Die Kosten beliefen sich auf 1449 Gulden und 48 Kreuzer, wovon im Jahre 1835 = 439 Gulden 59 Kreuzer, und 1836 = 1009 Gulden 49 Kreuzer zu zahlen waren. Im Jahre 1845, als bie dritte Schulklasse errichtet wurde und wiederum entsprechende Räume geschaffen werden mußten, erhielt das Gebäude einen seitlichen Anbau an der Südseite des Hauses, wo sich bis dahin ein Gärtchen befand. Der ßängsbau ist der älteste Teil, in dem nun zwei Schulsäle eingerichtet und die Lehrerwohnung in den neuen Seitenbau verlegt wurde. Die Kosten hierfür beliefen sich auf 5020 Gulden. Die Einrichtung und Benutzung des Rathauses blieb nun unverändert bis zur Einweihung des neuen Schulhauses in der Wilhelmstraße im Jahre 1922. Im Rathaus wurden nun mit Einschluß der vorhandenen Lehrerwohnung vier Wohnungen eingerichtet, die infolge der großen Wohnungsnot sofort vermietet wurden. Nach und nach wurde aber das schon jahrhundertealte Haus wieder geräumt, und nach einem abermaligen Umbau im Jahre 1934, genau 100 Jahre- später als es in den Besitz der Gemeinde gelangte, der jetzigen gemeindlichen Benutzung übergeben. So enthält das Rathaus im Innern heben der Bürgermeisterei noch Räume für den Gemeinderechner und für verschiedene Gliederungen der Bewegung Mit dem im Jahre 1935 gärtnerisch neu- und schön angelegten Anger, an dem es steht, bildet es eine Zierde Großen-Busecks. Unser Bild zeigt das neuhergerichtete Haus mit seinem schönen Fachwerk. — (Aufnahme: Neuner, Gießener Anzeiger.) Bierau und ß.; Euler. — Die Eheleute Heinrich Schäfer und Frau Elifabethe, geb. Wagner, feierten gestern das Fest der Silberhochzeit. £ Odenhausen (Lumda), 5. Nov. Unser langjähriger Ortsdiener Peter Peter wird morgen 7 9 Jahre alt. Semen Dienst versieht der alte, sehr rüstige Herr noch zur vollsten Zufriedenheit Leider hat er am vergangenen Montag einen Unfall erlitten. Er rutichte aus und brach dabei den linken Arm. Hoffen wir, daß er bald genesen ist Seit fast drei Jahrzehnten überbringt er seinen Mitbürgern sein ihm liebgewordenes Heimatblatt, den Gießener Anzeiger. Herzlichen Glückwunsch. I Garbenteich, 4 Nov Am Montagabend wurde in einer Sitzung der Ratsherren unter Vorsitz von Bürgermeister Burk die Gründung einer F r e i w i 11 i g en Feuerwehr beschlossen Zu diesem Zweck versammelten sich schon Mittwoch abend alle Mitglieder der Pflichtfeuerwehr auf dem Rathaus Bürgermeister Burk sprach über die Wichtigkeit des Feuerlöschwesens und die Notwendigkeit, eine Wehr zu schaffen, die auf der Grundlage der Freiwilligkeit stets zu vollem Einsatz bereit ist. Durch (Eintragung von 34 anwesenden Pflichtfeuerwehrleuten in die Gründungsliste wurde die Gründung einer freiwilligen Wehr sofort vollzogen. Der Bürgermeister dankte für das sofort entgegengebrachte Verständnis und gab der Hoffnung Ausdruck, daß noch viele Volksgenoffen den Weg zu dem Neugeschaffenen finden mögen und der Aufbau und Organisation sofort in geeignete Hände kommt. — Die hiesige NS. -Frauenschaft eröffnete dieser Tage einen Mütterschulungskursus. Unter der bewährten Leitung von Frau Günter (Gießen) nehmen gegenwärtig 22 Mitglieder der NS.-Frauenschast daran teil. — Der diesjährige erste Kursus im zivilen Luftschutz, der am 25. Oktober begonnen hat, nähert sich seinem Ende. Zahlreiche männliche Volksgenossen von 45 Jahren aufwärts als Teilnehmer zeigten sich als Interessenten für alles bereit und aufnahmefähig, was ihnen die Vorträge brachten. Kreis Alsfeld. * A l s f e l d , 5. Nov. Der bei der Reichsautobahn beschäftigte Arbeiter Karl N o l 1 i n g e r aus Offenbach erlitt bei feiner Arbeit am Kippwagen einen Unfall. Mit erheblichen Verletzungen an den Oberschenkeln und an den Händen mußte er in die Klinik nach Gießen gebracht werden. ch Bleidenrod, 4. Nov. Der Gesangverein „Lieder kranz" hielt dieser Tage eine außerordentliche Generalversammlung ab. Als einziger Punkt stand die Dirigentenfrage auf der Tagesordnung. Der seitherige Dirigent, Lehrer S t r e ck f u ß (Burg-Gemünden), der sein Amt aus Gesundheitsrücksichten niedergelegt hatte, schlug zu seinem Nachfolger den vor kurzem nach hier versetzten Lehrer Dietz vor und fand damit die einstimmige Zustimmung der Sangesbrüder. Vereinsführer Buch dankte dem scheidenden seitherigen Dirigenten für feine über ein Jahrzehnt dem Gesangverein in selbstloser Weise geleisteten Dienste und ernannte ihn zum Ehrendirigenten. Lehrer S t r e ck f u ß übergab dem neuen Dirigenten den Chormeisterstab mit der Bitte, das Werk, das er so lange Jahre geleitet, weiterzuführen zum Wohle des deutschen Männergesangs. — Zum Befehlshaber der hiesigen Pflichtfeuerwehr wurde Theodor Keller von hier ernannt. ch Wäldershausen (bei Homberg), 4. Nov. Gestern wurde in den Freiherrlich von Schenkschen Waldungen die Holzhauerei wieder ausgenommen, nachdem man die Arbeiter den Sommer über in umfangreichem Waldwegebau beschäftigt hatte. Kreis Bübingen. * Bingenheim, 5. Nov. Vor einigen Tagen hatte sich der hiesige Steinarbeiter Hermann Günther eine Kopfverletzung zugezogen. Da sich Komplikationen einstellten, mußte der Verletzte in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht werden. Mit einer Blutvergiftung liegt er schwer darnieder. Lichtspielhaus: „Oie Landstreicher/' Aus einer Operette von Ziehrer wurde ein munterer Verwechslungsschwank, in dem die Musik nicht mehr die Hauptrolle spielt, aber eine hübsche Begleitung abgibt für eine Anzahl mit Geschick und Sorgfalt ausgeklügelter Situationen von grotesker Komik. Zwei Landstreicher, die in besseren Tagen bei einem Wanderzirkus waren, haben aus dem Zusammenbruch dieses Unternehmens nichts gerettet als den Wunderhund Napoleon: aber sie machen es mit der Frechheit, und das Glück ist ihnen hold und bringt sie wunderbarerweise statt ins Kittchen auf die Hohe des Ruhms. Der Regisseur Carl L a m a c hat das Abenteuer mit Witz und Laune in Szene gesetzt. Paul Hörbiger und Rudolf Carl sind zwei Landstreicher mit Mutterwitz und goldenem Gemüt, Walter G r ü t e r s ist ein scharmanter junger Liebhaber; Lucie Englisch und Rudolf Platte bereichern den Schwank mit komischen Pointen von ausgesprochener (Eigenart. — Ein lehrreicher Kulturfilm und die neue Fox- Wochenschau ergänzen das unterhaltsame Programm. Hans Thyriot. Hochschulnachrichten Der Reichs- und preußische Minister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung hat den ordentlichen Professor der technischen Physik, thüringischen Staatsrat und Reichskultursenator Dr. Abraham E s a u zum Rektor der Universität Jena ernannt. Der bisherige Rektor, Professor Dr. h. c. Meyer- Erlach, amtierte seit 1. April 1935 Dem Abteilungsvorsteher Dr.-Jng. Walter Z i m° mermann in Hohenheim ist unter (Ernennung zum ordentlichen Professor an der Landwirtschaftlichen Hochschule Hohenheim der Lehrstuhl für landwirtschaftliche Technologie übertragen worden. Nicharb-Wagner-Abend. I. Konzert des Städtischen Orchesters und des Gießener Konzertvereins. Das Werden des Musikdramas mußte Richard Wagner von den m der Oper üblichen Wegen wegsühren hin zu der Prägung einer neuen Ausdrucksweise unter Einbeziehung erweiterter und differenzierter Ausdrucksmittel. Die traditionelle musikalische Form der Oper entbehrte der inneren Einheitlichkeit und Bezogenheit der einzelnen-klanglichen Episoden. Diese gewünschte innere Organik aber schwebte Wagner in der Symphonie vor, und so weitet er das Wesen des Symphonischen hin zum Dramatischen. „Die neue Form der dramatischen Musik muß die Einheit des Symphoniesatzes aufweisen, um wiederum ein Kunstwerk zu bilden. Diese Einheit gibt sich dann m einem das ganze Kunstwerk durchziehenden Gewebe von Grundthemen, welche sich ähnlich wie im Symphoniesatze gegenüberstehen, ergänzen, neu gestalten, trennen und verbinden." (Richard Wagner: „lieber bie Anwendung der Musik auf das Drama".) Waren bisher die Themen der Symphonien mehr oder weniger auf einem musikalischen Urgrunde erwachsen, so entstehen sie bei Richard Wagner aus der Durchdringung des Dramatischen durch das Gefühl, und in gleichsam seherischer Schau durchleuchtet er das bisher verstandesmäßig aufzunehmende Wortgepräge mit der Kraft des (Emotionalen. Diese musikalischen Symbole bezieht er in gleicher Weift aufeinander, wie die Sprache bie Begriffe logisch bindet. Und so wird seine Musik zu einer Ton- sprache im strengsten Sinne. Was sich auf der Szene und in der Gedankenwelt ber hanbelnben Personen vollzieht, bildet sich gleichzeitig im musikalischen Vorgang ab. dessen klanglicher Träger das Orchester ist So läßt Wagners Musik auch bei ber Aufführung im Konzertsaal bas innere Geschehen mit plastischer Deutlichkeit an uns vorüberziehen, gestützt auf bas allgemeine Bekanntfein ber Hanb- lung. , Mit bem „Fliegenben Holländer" begann sich Richard Wagner loszulöfen von der Bindung an die bisherige Oper. So spricht die Ouvertüre als eine symphonische Dichtung zu uns, die das Erleben ber gigantischen Naturgewalt des Meeres mit bem Walten bes Schicksals verknüpft, ausklingenb in ber (Erlöfungsibee bes Schluffes, ben Wagner nach Abschluß ber Tristanpartitur in ber heutigen Form festlegte. Als ein Zeugnis persönlichen Erlebens laßt Wagner in dem „Siegfriedidyll" die Freude über die Geburt feines Sohnes'Siegfried klangliche Gestalt gewinnen. Inmitten ber bramatisch bewegten Szenen seiner Bühnenwerke findet Richard Wagner Ruhepunkte musikalischen Verweilens, bie als Seelengemälde tiefster Eindringungskraft gelten können, so der Abschiedsschmerz Wotans, so der besinnliche Fliedermonolog Hans Sachsens in den „Meistersingern". Wie eine Vision mutet das Vorspiel zum 1. Akt des „Lohengrin" an: das Hernieberschweben bes heiligen Grals auf bie (Erbe. „In unendlich zarten Linien zeichnet sich mit allmählich" wachsender Bestimmtheit die wunderspendende Engelsschar ab, bie, in ihrer Mitte bas heilige Gefäß geleitend, aus lichten Hohen unmerklich sich herabsenkt." (R. Wagner.) Das Vorspiel zum 3. Akt ber „Meistersinger" läßt uns burch bie Musik bas erleben, was bas Bühnengeschehen nicht voll ausschwingen läßt, Hans Sachsens Herzenskampf: ein Verzicht auf ein eigenes Liebesglück, „Ruhe bes Gemüts in ber Entsagung", ein Durchringen „ber Erschütterung einer tiefergriffenen Seele zur Heiterkeit einer milben unb seligen Resignation". Diesen Aufgaben zeigte sich bas Gießener Stäbtische Orchester mit seinem jetzt erheblich erweiterten Körper, voll gewachsen, sowohl in klanglicher wie auch in technischer Hinsicht. Welcher bynamischen Aufwallung bie Streicher fähig find, ließ schon bie Ouvertüre zum „Fliegenben Hollänber" ersehen; in ihrer hohen Qualität erwiesen sie sich im Sieg» srieb-Jbyll mit berounberungsroürbiger Ausgeglichenheit unb gesättigter Farbe. Die schwebenben Geigen- Akkorbe bes „Lohengrin"-Vorspiels, bie Sauberkeit und Durchsichtigkeit ber Figuration im Feuerzauber unb die tiefe Gefühlsgebundenheit im Vorspiel zum 3. Akt der „Meistersinger" wurden zu jedesmal erneuter Bestätigung. Die Blechgruppe gab sich mit machtvoll eherner Pracht; schicksalsgebunden in ber Welt bes Nibelungenringes. (Stellenweise wäre eine leichte Zurückhaltung ben räumlichen akustischen Bedingungen günstiger gewesen.) Was bas Orchester an seinen Hornisten besitzt, trat überzeugenb 'in bem Solo bes Siegfrieb-Jbylls hervor. Zwischen biesen beiben Gruppen stauben bie Holzbläser in farbiger Weichheit, Nachgiebigkeit unb Austönung. Das Ganze führte Kapellmeister Paul Walter mit tiefem (Einbringen in bie geistige weihegebunbene Welt Wagners; mit Naturfrische unb Unmittelbarkeit beutete er Wagners motivische Symbolkraft in feinster bynamischer Durchbildung unb Abstufung bes thematischen Gefüges mit klanglicher Beherrschung und Ausgleich. Jean Stern, der genugsam bekannte Bariton vom Frankfurter Opernhaus, gestaltete auch hier, ohne ben szenischen Rahmen, mit Einbringlichkeit unb Kraft bes Ausbrucks als Ausfluß einer langen Bühneubewährung. Sein tlanggerunbetes Organ erscheint in seinem Gesamtumfang voll ausgeglichen und überaus charakterisierungsfähig. Wagners Wort-Ton-gezeugte melodische Führung durchleuchtete er zu individueller Geltung, dabei stets aus dem Sinne der gegebenen Bühnensituation nach- schaffend, voll Nachdenklichkeit im Fliedermonolog, voll herzlicher Wärme im Abschied der „Walküre" unb zwingenber Kraft bes Mahners in ber Schlußansprache des Hans Sachs in den „Meistersingern". Das vollbesetzte Haus zollte bem würbigen Wirken und Wollen aller lebhafte Anerkennung. Dr. Hermann Hering. Vögel als Wächter. Daß der Vogel bem Hunbe feinen Ruf als treuester Wächter in manchen Fällen streitig machen kann, ist eine kaum bekannte merhnürbige Tatsache. So zum Beispiel ber Trompeterkranich in Venezuela, ein langbeiniger, kräftiger Vogel, ber von ben (Eingeborenen als Schafhirt verwenbet wirb. Den ganzen Tag über geht er in merkwürdiger unb aufmerksamer Haltung mitten unter ben roeibenben Schafen, unb abenbs sorgt er bafür, baß sie alle in ben Stall zurückkehren. Eine anbere Kranichart, die sich in Mittelamerika findet, wird dort in fast allen Gärten gehalten, benn bieser Kranich ist die Wachsamkeit und Aufmerksamkeit selbst. Betritt ein Fremder bas Grunbstück, so läuft ber Vogel eilig hinter ihm her, belästigt ihn nicht, aber läßt ihn nicht aus ben Augen unb stoßt zugleich einen lauten anhaltenben Ruf aus. Nichts kann ihn bazu bewegen, zu schweigen, bis fein Herr ober eines ber Familienmitglieber erscheint. Dieser Vogel läßt also meber bei Tag noch bei Nacht irgenbeine unbekannte Person unbemerkt einbringen. Eine dritte Kranichart, der in Brasilien heimische Ca- riama, hält ben Garten ober bas Felb. auf bem man ihm Gastfreunbschaft gewährt, von Schlangen frei. Er ist außerordentlich kriegerischer Natur und nimmt selbst mit einer großen Klapperschlange sofort ben Kampf auf. Währenb er ben einen Flügel als eine Art Schilb vor ben Körper hält, packt er bie Schlange mit seinen fporenberoaffneten Füßen unb hält sie fest umklammert, baß sie sich nicht befreien kann. Zeitschriften. — Das Novemberheft ber Zeitschrift „Neues Volk", Blätter bes Rafsenpolitischen Amtes ber NSDAP-, bringt in glücklich gewählter Zusammenstellung unterhaltenben unb belehrenben Stoff aus bem großen Gebiet ber Erb- unb Rasfenkunbe. Die Zeitschrift zeigt in anschaulicher Weift, wie alles Geschehen im Leben bes beutschen Volkes irgenbroie von Rasse- unb Erbgesetzen beeinflußt wirb. Wir sehen etwa bie Stammtafel eines Verbrechers, besten Nachkommenschaft fast ausnahmslos kriminell geworben ist. Diese Stammtafel gibt ben Nachweis, wieviel Unheil hätte verhütet werben können, wenn dieser Mann rechtzeitig unfruchtbar gemacht worden märe. Ein fesselnder, anschaulich illustrierter Bericht führt in bie Arbeit bes Preußischen Hauptgestütes in Grabitz. Der Bilbbericht „Arbeiter ober Arbeitskuli" vergleicht außerorbentlich einbrucksvvll bas Los ber elenben, von bolschewistischen Antreibern gehetzten Kulis mit bem bes freien, für sein Volk schassenden beutschen Arbeiters. Junge deutsche Nation. Werk. Und wir lodern hell wie Brände großer Zeit durchs weite Land, daß sich unser Werk vollende, reihen wir uns Hand in Hand. Send schürfen wir die Schollen, ig streuen wir die Saat, und in fest verschwornem Wollen treten wir zu Werk und Tat. Aus den Hämmern spricht das Werde und wir treten froh ins Licht, wie die Saat im Schoß der Erde reift das Werk in Eid und Pflicht. H. W. Krause. Dienst am deutschen Such. Als Lehrmädel in einer Leipziger Buchhandlung Gleich morgens bei der ersten Post war mir der dicke Brief mit den bunten Marken aufgefallen. Gewiß, es kommen täglich aus allen Teilen Europas Bestellungen in unsere Buchhandlung. Aber so dick! — Sind mindestens 30 Aufträge! Aha, wie- der Bukarest (Rumänien)! Und nun mußte ich gleich zur „Adca", damit unser Vertreter seine Provision von der Rumänischen Creditbank ausAezahlt erhält. „3m Clearing", sagt man bei uns. Es ist dies der Ausgleich, in dem Banken ihre gegenseitigen For- derunaen und Guthaben berechnen. Während ich noch auf dem Wege bin, holt meine Arbeitskameradin bereits die Auskünfte über unsere neuen Kunden bei den ausländischen Informationsbüros ein. Dann machen wir die Versand- vapiere mit Zollinhaltserklärungen sowie die Melsungen an die Devisenstelle und Reichsschrifttums- kammer fertig und geben alles ins Lager. Don dort gehen die zusammengestellten Sendungen in den Packraum. Also „ran ans Verpacken!" Aber erst wird mal alles ein bißchen nach Sachgebieten sortiert. Hier die medizinischen Monatshefte — das sind Sendungen für Polen und Italien. Schnell noch die Rechnungen und Anschriften verglichen —, alles stimmt! Weiter! Run kommen die Wochenzeitschriften und Modezeitungen unserer deutschen Bezieher. Aufpassen, daß die Ecken nicht oeknickt werden! Ein paar Striche mit dem Leimpin^el, — schon prangt fein säuberlich in der Mitte die weiße Anschrift. So, hier ist noch die Sendung Schulbücher an eine deutsche Schule in Chile und das Zeitungspaket für Herrn Miguel in Barcelona. Dann sind wir fertig. Aber schon wartet eine andere wichtige und sehr interessante Arbeit. Ich muß nämlich jetzt Dertriebs- mappen und Prospektsendungen fertigmachen. Zuerst zu den Dertriebsmappen: In eine schöne „Schale" mit Firmenwappen und Aufdruck müssen die neuesten Prospekte aus allen Gebieten der Literatur eingelegt werden. Diese Mappen bekommen die Vertreter als Unterlagen für ihre Arbeit. Dabei kommt es sehr darauf an, daß man weiß, was die einzelnen Herren hauptsächlich verkaufen. Haben wir die Bücher nun abgeschickt, kommt aber erst die Hauptarbeit! Es müssen die vielen Konten der Kunden und Vertreter geführt, Auszüge geschrieben, säumige Zahler gemahnt und vielerlei Korrespondenz erledigt werden. Dazu kommt noch der Verkehr mit unseren ausländischen Bank- und Postscheckkonten und vor allen Dingen mit dem großen Mitarbeiterstab. Sogar eine eigene Rechtsabteilung haben wir. Unser Rechtsbearbeiter steht mit auswärtigen und ausländischen Rechtsanwälten in Verbindung. Doch wir haben ja nicht nur Auslandskunden. Unser Hauptbetrieb bearbeitet natürlich den über das Deutsche Reich ausgebreiteten Kundenkreis. Hunderte von Büchern, Tausende von Werbeschriften und Gutachten gehen täglich durch unsere Hände. Zehntausende von Bestellscheinen müssen jährlich abgelegt werden. Eine Unmenge interessanter und vielgestaltiger Arbeit. Jeden Tag erleben wir es neu: In Deutschland wird gearbeitet, und die ganze Welt braucht unsere Arbeit. An einem Tage dreißig deutsche Lexika nach Bukarest! Täglich wiederholt sich dieser Fall in allen Städten Europas und oft sogar in den anderen Erdteilen. Alle diese Bestellungen beweisen, daß das deutsche Buch und mit ihm die deutsche Wissenschaft gebraucht wird, daß man im Ausland das Deutsch- land Adolf Hitlers benötigt und Vertrauen zu ihm hat. A. W. Lukullisches Erlebnis. Die Sonne meinte es allzu gut mit uns, als wir auf unserer Sommerfahrt nach Dithmarschen radelten. Es hatte uns viel Schweiß gekostet, bis wir, hungrig mie die Wölfe, am breiten Eiderfluß anlangten. Wie groß war unsere Ueberraschung, als Heilar, unser Führer, anordnete: „Piefke, du brauchst heute nicht zu kochen!" „Was ist denn da los?" fragten wir. Aber Heilar lächelte nur, bis er mit der Sprache herauskam: „Ein Dithmarscher Großbauer hat uns alle zum Mittagessen eingeladen!" Inmitten von weitem, schier endlosem, ringsum angebauten Acker- und Weideland lag der einige hundert Jahre alte Erbhof unseres Gastgebers. Der Pimpf Pitter, des Bauern Sohn, war uns ein Stück entgegengekommen. Durch einen großen Obstgarten führte er uns in das Haus, aus dessen Ausdehnung und Größe mir allerlei Schlüsse wgen auf die Art der Verpflegung, die wir so sehnsüchtig erwarteten. Pitter nötigte uns in die Diele! Die Augen ginaen uns über: Auf einer langen, weißgedeckten Tafel standen riesige Näpfe, angefüllt mit dampfenden Riesen- knödeln. Das war etwas Außergewöhnliches. Wie lange hatten wir nicht mehr an einem weißgedeckten Tisch gesessen! Für uns waren Teller und Schüsseln überflüssiger Luxus geworden. Bevor wir uns niedersetzten, sangen wir dem Gastgeber ein Bauernlied. Seine Freude darüber war groß. Mit einem kräftigen „Ran!" ging's los. Wir hauten drein wie die Scheunendrescher. Es schmeckte! Rekorde fielen: neun Klöße — Höchstzahl! Aber wir sollten noch mehr staunen. Die Hauptmahlzeit sollte erst kommen. Eine Unzahl von Frikadellen, reichlich Salat und Kartoffeln wurden herangeschleppt. Zäh und verbissen kämpften wir uns durch. Der Gastgeber soll uns nicht kleinkriegen! war unsere Losung. Der aber hatte sich wohl in den Kopf gesetzt, unseren Riesenhunger zu bezwingen. Doch trotz glänzender Einzelleistungen gelang es uns nicht, Herr zu werden über die bis oben angefüllten Schüsseln und Näpfe. Der Bauer ging aus diesem hartnäckigen Kampfe als überlegener Sieger hervor. Aber auf jeden Fall nötigten wir ihm Achtung vor unserem Appetit ab. Auch der Kleinste von uns, die „Erbs", hatte eine gute Klinge geschlagen. Er seufzte nur: „Ich muß achtgeben, sonst gibt es einen dumpfen Knall, und die ,Erbs' isUplatzt!" Wir brauchten Ruhe. Am Nachmittag legten wir uns auf einer Wiese vor dem Hause in die Sonne und verdauten. Beinahe wie im Schlaraffenland. Weniger fettreiche Tage folgten. Wir waren weit, weit von unserem nahrhaften Quartier entfernt; aber die dampfenden Knödel und leckeren Frikadellen stehen heute noch vor unseren Augen als ein handfestes Beispiel Dithmarscher Gastfreundschaft. Hans Herdt. Die Heimabende des Jungvolks. Erfahrungen und Erlebni se, Pläne und Ziele. Die Heimabende nehmen einen wichtigen Raum in der Arbeit des Jungvolks ein Wenn die kalte Jahreszeit Fahrten und Ausmärsche einschränkt, roirö das Heim zum lebendigen Mittelpunkt des Jungenlebens. Die Erfahrungen und Erlebnisse des Sommers gilt es auszuwerten und zu überprüfen. Neue Pläne werden geschmiedet unö neue Ziele gesteckt. Schulung wechselt ab mit technischen und theo- retiscyen Vorbereitungen für den Geländedienst. Kartenlesen, Skizzenzeichnen, Meldungen, Geländebeurteilung, all diese geländesportlichen Dinge können zwar auf dem Heimabend keine praktische Erprobung erfahren, jedoch vorbereitet und ausgebaut werden. Dazu dient z. B. auch der in vielen Einheiten vorhandene Sandkasten, an dem ausgezeichnete Geländekunde vermittelt werden kann. In der Schulung wird natürlich auf trockene Wissensvermittlung verzichtet. Wie im übrigen Dienst, soll auch im Heimabend über das Erlebnis der bleibende, erzieherische Wert geweckt werden. Geschichts- und bedeutsame Gegenwartsbilder entstehen vor den Augen der Jungen; das politische Derantwortungsbewuhtsein wird geweckt, wenn sie in fesselnden Erzählungen mit den Taten großer Deutscher bekannt gemacht werden und die Leistungen deutscher Schaffenskraft und Genialität kennenlernen, wenn sie den starken Atem der Geschichte spüren, der Geschichte unseres Volkes, aus der wir so viel für unsere Gegenwart lernen können. Aus dieser Schau entwickelt sich unbewußt die politische Haltung, die die Frucht des Heimabends und der mit ihm verbundenen weltanschaulichen Schulung sein soll. Der Heimabend wird natürlich auch die Gelegenheit zu praktischer Arbeit sein. Basteln, nicht nur als Spielerei, sondern als sinnvolle, nützliche Arbeit betrieben, vermag praktische Fertigkeiten zu vermitteln, die dem Jungen später zugute kommen. Die Werte, die in der Bastelei ausgelöst werden, sind nicht hoch genug einzuschätzen. In erster Linie erstreckt sich diese Betätigung in den Heimabenden auf Dinge, die für die Formation selbst nutzbar sind Mit der Heimgestaltung beginnt sie. Nach eigenem Ermessen und eigenen Plänen wird das Heim ausgestaltet und ausgebaut. Viele Jungzüge des Jungvolks im ganzen Reich haben sich ihre Heime völlig neu errichtet — vom Grundstein bis zum letzten Dachziegel, als eigenes, selbständiges Werk. Sie waren ihr eigenes „Bauunternehmen", stellten aus chren Reihen die Zimmerleute, Ofensetzer, Malermeister und Bauarbeiter und bewiesen damit, zu welchen Erfolgen die gemeinsame Arbeit alle Jungen führen kann. Was auf dem Heimabend darüber hinaus auch theoretisch erörtert werden konnte, wird in den Zeltlagern wieder zu praktischer Nutzanwendung gelangen. Im Lager sind die Jungen einmal völlig auf sich selbst gestellt und erkennen bald, wie entbehrlich manche der sonst so „unentbehrlichen" Dinge des täglichen Lebens sind. Sie packen selbst überall an, und wie selbstverständlich gehen ihnen bald Arbeiten von der Hand, die sie vorher vielleicht nur dem Namen nach kannten. Was zu Hause zum täglichen Gebrauch gehört, all das muß im Lager mit den vorhandenen einfachen Mitteln selbst hergestellt werden. Das Umgehen mit den Werkzeugen, wie Säge, Hammer, Zange, Spaten, stellt manchen vor schwierig zu lösende Aufgaben. Was wird nicht alles im Heim wie im Lager selbst hergestellt! Stühle, Tische, Lampen, Zäune, Regale, Beobachtungstürme, Lagertore, Bootsstege, Flöße usw. Hier kann der Phantasie freier Lauf gelassen werden, und es ist manchmal staunenswert, wie schnell sich der Junge den besonderen Aufgaben und Bedingungen gewachsen zeigt, die so an ihn gestellt werden. Auf jede Weise wird also versucht, den praktischen Sinn der Pimpfe zu wecken und ihn maßgeblich zu beeinflussen, ,-den Jungen zu schaffen, den wir haben müssen, der ebenso geschickt und praktisch wie begeistert und hochdenkend ist". Auf dem Gebiete des Segelflugmodellbaues, dessen Bedeutung einen kaum geahnten Umfang angenommen, und der einen wesentlichen Einfluß auf die Gestaltung der Heimabende im Jungvolk hat, sind freiwillige Modellbauarbeitsgemein- schasten eingerichtet worden. Hier beginnt der erste Abschnitt der gesamten Fliegerausbildung der Jungen, die später in den Luftsportscharen der HI. fortgesetzt und erweitert wird und ihren Abschluß durch den Erwerb des A», B» und C-Scheines für Segelflug findet. W. Verfolgt... Wer folgt, wo unsre Fahne weht, der ist, wie wir, Soldat. Und wer mit uns für Deutschland steht, ist unser Kamerad. Was zu uns aus den Sternen spricht, ist Ziel uns und Gebot, So wächst das Reich in Eid und Pflicht; daß es gelingt, gibt Gott. Weil jeder ganz der Pflicht sich gibt, ist uns das Dienen Glück, und wer die Fahne wahrhaft liebt, weicht nicht von ihr zurück. H. W. K. Klemer Krieg im Moor. Wegen Mangels an Aktualität wurde die total veraltete original - mittelalterliche Raubritterfehde zwischen den beiden Jungzügen abaeblafen und an ihrer Stelle der zeitgemäßere Abessinienkrieg ausgerufen. Natürlich lehnte sich der Abessinienkrieg der Pimpfe nicht in allen Einzelheiten yaargenau an fein historisches Vorbild an, denn er wurde z. B. nicht ohne Kriegserklärung eröffnet, es wurden auch keine Giftgase und Dum-Dum-Patronen verschossen, keine Lazarette bombardiert, und er verlief zudem ohne Sanktionen und Protesttelegramme an den Völkerbund. Sonst war er ganz stilecht. Jungzug II hatte sich freiwillig erboten, das Abessinierheer zu mimen, Horst, der Jungzugführer, war ihr Ober-Ras. Er hatte geschworen, den Tanasee (der mit seinem gut bürgerlichen Namen Steinhuder Meer heißt), bis zum letzten Blutstropfen zu verteidigen, während Peter vom Jungzug III als Marschall Petrolio an der Spitze seiner Truppen dem Ober-Ras und seinen Leuten Sitte, Anstand, Zivilisation und noch diverse andere Requisiten der Kultur beibringen wollte. Die Abessinier hatten sich am Tanasee hinter Torfhaufen verschanzt, nur mit Badehosen bekleidet, und sich, um au einer Abessinierhautfarbe zu kommen, mit Torflake beschmiert. Die Italiener rückten indessen mit der Lorenbahn, die in den Torfstich führt, heran. Von der Endstation ging es im Sturmschritt über das Moor, über quietschende „Gummiwiesen", in Sprüngen übe schwarzbraune Tümpel, von einer Insel, die oft nur für ein Grasbüschel Platz hatte, zur andern. Mancher brave weiße Krieger der Heimatarmee fiel dabei in die Moorlake und wurde als brauner Eingeborenenkrieger wieder herausgezoaen. Mit wüstem Kriegsgeschrei wurden sie von den Abessiniern empfangen. Torfbrocken flogen ihn?n aus der feindlichen Stellung entgegen, so daß sie schleunigst hinter den nächsten Torfhaufen in Deckung gehen mußten. Petrolios Truppen erwiderten das Feuer, aber während die Abessinier zu Anfang nur mit alten harmlosen Torfstücken, die von Regen und Wind vollständig ausgelaugt waren und nur noch aus weichem Wurzelwerk bestanden, geschossen hatten, feuerten sie jetzt mit harten Brocken und tunkten die weichen schwammartigen Stücke vorher in die schwarzen Tümpel. Als den Italienern das nasse Zeug um die Ohren klatschte, steigerte sich ihre Wut, und sie entschlossen sich zum offenen Angriff. In einem kühnen Umgehungsmanöver fielen sie dem Feind in den Rücken und rollten seine ganze Front auf. Der Feind floh in Scharen, einige versuchten sich in den See zu retten, wo sie jedoch bald abgeschossen wurden, an Land zurückschwammen und sich winselnd ergaben. Ihr Ober-Ras, der die Stellung bis zum teufen Atemzug zu verteidigen geschworen hatte, und seine Unter-Rase waren in rasender Eile zuerst ausge- rückt, hatten sich ihre Uniformen unter den Arm geklemmt und auf die Lorenbahn geschwungen. Das war der Verlauf des Abessinienkrieges der Pimpfe im Moor, wie ihn unvoreingenommene Augenzeugen erlebt haben. Der 587. Heeresbericht aus dem unauffindbaren Hauptquartier des Ober- Ras allerdings meldete dann später von einer siegreichen Schlacht der Abessinier, die ein paar Dutzend Tanks und ein paar Großßflugzeuge abgeschofsen haben sollten. H. S. Kalle Äachl. In der Nacht hatte ich Krach gekriegt mit Tüdel. Wegen der Decke. Er behauptete, es sei seine, und er würde mich verschlagen, wenn ich mich noch einmal unterstehen würde... Tüdel hat einen größeren Bizeps als ich, ich zog es daher vor, vorläufig weiter zu frieren. — Als Tüdel zum erstenmal fein Schnarchen hinunterschluckte, war es soweit, daß ich mich unterstehen konnte. Schließlich war es ja auch meine Decke, nicht wahr? Ich rollte mich also in meine zweite Decke ein, bohrte mich in den Strohballen und schlummerte sofort in meiner Mulde ein, ohne zu frieren. Ich weiß nicht genau, wie der Traum anfing, ich entsinne mich jedoch, daß es in Afrika war. Und zwar unter der mörderisch brennenden Sonne. Ich hockte auf einem Stein und beobachtete, wie meine Schweißtropfen lautlos auf den Stein klatschten und sofort verdampften. Es war natürlich lächerlich mit dem Eisklumpen, den ich plötzlich vor dem Stein liegen sah. Aber ein Eisklumpen war es, weih Gott, ich sehe ihn jetzt noch. Ich hob ihn auf und wollte mich daran kühlen. Da kam einer an mit roten Haaren und sah aus wie der Tüdel. Er fletschte einen Zahn und fragte, was ich da mit seinem Eisklumpen machte; wenn ich ihn nicht sofort hergeben würde, wäre er nicht abgeneigt, mich zum Frühstück zu erledigen. Da machte ich mich nebst dem Eisklumpen aus dem Staube. Er hinter mir her. Ich rannte. Tagelang. Immer den Eisklumpen in den Händen, nach Norden, über Deutschland, Dänemark, Norwegen, Schweden, Lappland. Ich weiß nicht wie: ich war auf einmal in Grönland. Da blieb ich stehen. Ich wollte ihm den Eisklumpen geben, was sollte ich hier überhaupt damit, hier war die ganze Welt ja aus Eis, zudem fror ich, hu — hu —, daß ich schlotternd und bibbernd aufwachte. Die Decke! war mein erster Gedanke. Futsch! Tüdel mußte sie natürlich haben, die Decke. „Hör mal, Tüdel", brüllte ich, daß alle erschreckt hochfuh- ren, „ich will sofort meine Decke haben, verstehst du, sofort sage ich, sonst..." Mir fällt erneut Tü- dels Bizeps ein, darum schweige ich. Tüdel sagte, es [ei feine Decke, ich solle jetzt meine Klappe halten, und wenn ich nicht wollte, so würde er mich durch die Scheunenwand schmeißen. Mönkin lachte in einer fernen Ecke; es klang, wie wenn eine alte Geiß meckert. Die anderen blökten; sie wollten ihre Ruhe haben. Ich schwieg betroffen und fror von neuem. Lediglich ein Gefühl der Rache erwärmte mich ... Ich werde ihm morgen früh einen Feldstein in den Affen packen; seinen Kaffee werde ich mit Salz und Pfeffer würzen, durch feinen rechten Stiebe! einen ansehnlichen Nagel kloppen und sein Kochgeschirr werde ich mit ausgewachsenen Regenwürmern füllen. Nie hatte ich geglaubt, daß Rache so erwärmen und glücklich machen kann. Es war natürlich dumm, dachte ich nach, daß wir am Mittag nicht in Gersfeld geblieben waren; es gab doch da eine Jugendherberge, man hätte sich nicht wegen einer Decke aufzuregen brauchen, und gefroren hätte man auch nickt, nein. Ich hatte es gleich gesagt. Und am Abend war alles zu rasch gekommen mit der Dunkelheit und dem Regen, eigentlich konnten wir ja überhaupt noch froh sein, diesen windigen Strohschober erwischt zu haben. So oder so, ich werde es ihm schon ankreiden. So schlief ich tatsächlich zum zweiten Male ein. Ohne meine zweite Decke. Ohne Traum. Als ich aufwachte, blinzelte es schon hell durch die Latten und Dachpfannen. Ob der Tüdel auch schon wach war? Nein, er schlief fest. — Ich werde ihm meine Kamelhaardecke nehmen. Vorsichtig, um ihn nicht in Raserei zu bringen, fummelte ich nach meiner Decke. Meine Decke war weich und braun; die ich in den Händen hielt, war jedoch rauh und grau. Eine zweite Decke hatte Tüdel nicht. Merkwürdig. Dabei hatten wir doch jeher Amei Decken gehabt. Was sollte man davon halten? Vielleicht hatten wir sie auch nur ins Stroh gestrampelt. Mal nachsehen. Augenblick. Aber im Stroh unter und neben mir liegt keine Decke. Das werden wir ja gleich haben. Raus aus der Schlummermulde und suchen gegangen. Da lag Fietje, der hat sie nicht, die Decke, er hat auch nur eine. Aber er hatte doch zwei! Es war doch Befehl, daß jeder zwei Decken mitbringen mußte. Da liegen Ott, Franzl, Werner, Heio, alle liegen da und haben bloß eine Decke! Kapiert das einer? Ich nicht! Man muß sie also suchen, wenn man sie finden will, sagte ich mir in meinem Scharfsinn. Also suchte ich den kalten Schober ab. In der äußersten Ecke fand ich sie schließlich nach langem Fluchen alle beieinander, jedoch konnte ich mir keinen rechten lDers daraus machen. Wie kommen die denn bloß hierher? — Zuoberst lag meine weiche, warme, braune Decke aus Kamelhaar. Als ich sie aufheben wollte, vernahm ich ein dumpfes Brummen unter den vielen Decken. Ich nahm ziemlich schnell meine weiche Decke und kroch eilig auf meine Schlummermulde zu. Da ließ ich mir die Sache durch den Kopf gehen. Ziemlich lange sogar. Ich erwog alle Möglichkeiten, und plötzlich — da hatte ich es! Kam das meckernde Lachen heute Nacht nicht aus der entferntesten Ecke? Nur Mönkin lachte so wie eine alte Geiß. Und, zum Teufel, alle lagen wir beisammen, nur Mönkin nicht. Er mußte in der Ecke liegen, die Decken wird er uns heimlich im Schlafe geklaut haben, so war es. Ich schlief zum dritten Male ein, warm und ohne große neue Rachegedanken. Ich hatte ja meine Decke, meine weiche, warme Decke aus Kamelhaar. Bald wurden Stimmen laut, Knurren, Lachen. Als ich erwachte, waren alle wach. Keiner vermißte feine zweite Decke, weil eben ein jeder auf einmal zwei Decken hatte. Ich schlug mir eine Beule an die Stirn: hatte ich geträumt? In der entferntesten Ecke des Schobers brüllte Mönkin: „Ihr seid eine ganze gemeine Bande, versteht ihr mich, wer hat mir eine Decke geflaut?" Ich stellte plötzlich fest, daß ich keine zwei, sondern drei Decken habe. „Hör mal", sagte ich, „schrei erst- mal nicht so, und dann habe ich mir meine Decke heute Nacht selbst aus deiner Ecke dahinten geholt, also war es nicht nötig, daß du mir im Morgengrauen noch deine Decke brachtest. Hier hast du sie..., und sag mal, hast du kein Alpdrücken unter den vierzehn Decken gekriegt, he?" Mönkin schwieg betroffen. Darum schwieg ich auch. Ader als Mönkin am Morgen feinen Kaffee trank, gingen ihm die Augen über, wahrscheinlich hatte einer Salz und Pfeffer darein getan. Als wir unterwegs waren, begann er zu hinken und zu fluchen. Er zog feinen rechten Stiefel aus, da ragte ein Mordskerl von Nagel heraus. Gegen Mittag schmiß er keuchend den schweren Affen weg, besann sich jedoch und öffnete ihn. Es war nur ein zwan- zigpfündiger Feldstein darin. Gegessen hat Mönkin nichts, obgleich es Gulasch und Makkaroni, seine Lieblingsspeise, gab. Mönkin kehrte in sich. Er rooüte zeigen, daß er kein Waschlappen mar. Darum af$ er nichts. So sagte er wenigstens. Vielleicht tat er es wirklich darum. Vielleicht tat er es aber nur, roeil fein Eßgeschirr voll ausgewachsener Regenwürmer war... Frajof. Frühspott mit Hindernissen. „Wo ist denn nun schon wieder mein Turnschuh?" Ich mache mich daran, noch einmal auf dem Boden herumzurutschen, suche überall, sogar unterm Bett. Kein Turnschuh ist zu finden! Da — ein Pfiff! Mit einem Turnschuh und einem Strumpf schiebe ich michi ns Glied. Neben mir steht Ella und kann es nicht lassen, lachend auf meine einseitige Fußbekleidung zu gucken. — Nun wird auch noch Helge aufmerksam. „Ursel, was hast du denn da an deinen Füßen?" „Ja, als gepfiffen wurde, war ich noch nicht fertig." — „Zieh den andern Schuh an und melde dich sofort zurück!" Ich liege wieder auf dem Bauch, juche und suche und sinde nichts. Klettere auf den Schemel und suche in den Betten. Vielleicht hat diese Pummel, eingedenk des nassen Waschlappens, auf Rache gesonnen. Na warte! — Ich stehe wieder im Glied, ohne Turnschuh. „Er ist nicht zu finden." — „Hast du ihn denn auch nach der Lagerordnung an Ort und Stelle gehabt?" — „Ja, ganz bestimmt — das heißt, ich glaube ..." — „Hier ist er! Heute früh lag er im Waschraum. Paß nächstens auf deine Sachen auf!" Natürlich, da hatte ich heute früh beim Anziehen gebummelt und nachher vor lauter Eile vergessen, nach meinen Sachen zu sehen. „Rechts um — im Laufschritt!" Durch den Wald, der hinter der Herberge liegt, laufen wir zum Sportplatz. Wir lockern unfern Körper durch Schwingen, Kreisen, Beugen und Hüpfen. Wir machen Bockspringen und Rollen zu zweien. Inge hat ihr Seil, eine Wäscheleine, die ihren Dienst getan hat, mit zum Sportplatz genommen. Hilde und Gerti müssen das Seil halten, und wir springen hintereinander darüber. — Dann laufen wir nacheinander durch den Seilbogen. Wir wechseln mit einem Zwischensprung, linkes Bein, rechtes Bein, vorwärts und rückwärts, zu zweien und mehreren. Als Abschluß steigt noch ein Neckspiel. Erika hält das Seil an einem Ende, und am anderen Ende baumeln ein paar Turnschuhe zum Be- schweren. Sie schwingt das Seil nun in einem halben Meter Höhe über dem Boden im Kreis herum, und wir stehen neben Erika und springen dauernd über das Seil, damit es uns nicht an die Beine schlägt. Wer das Seil berührt, muß in die . Mitte. — Ja, da muß manf chon flink [ein!