Dienstag, 5. Oktober 1937 Nr. 232 Erstes Blatt 187. Jahrgang l „Der Erntedank der deutschen Jugend: Sorgfalt für das tägliche Brot! Die deutschen Bauern und Landarbeiter und mit ihnen Hunderttausende der arbeitenden Jugend geben ihre ganze Kraft für die Sicherstellung der Volksernährung a.u s eigenem Boden. Die Hitler- Jugend hat im Ernteeinsatz, im Aufbau der landwirtschaftlichen Berufserziehung und nicht zuletzt durch den L a n d d i e n st dazu beigetragen, daß das Landvolk erzeugen und ernten kann, was der engbegrenzte Boden unserer Heimat Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger weihte in der Nähe von Worms das neue Erbhöfedorf „Rosengarten" ein, das nunmehr fertiggestellt wurde. Gleichzeitig wurde im Ried der Grundstein zum fünften Erbhöfedorf „H e f f e n a u e" gelegt. Unser Bild zeigt die Feier in „Hessenaue". — (Scherl-Bilderdienst-M.) Annahme von Anzeigen für die Mitlagsnummer bis 8'/, Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rps., für Textanzeigen von 70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Vereinbg.25°/„ mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Der Erniedank der deutschen Jugend. Der Reichsjugendführer fordert Sorgfalt für das tägliche Brot. Berlin, 4. Okt. (DNB.) Am Erntedanktag erließ der Reichsjugendführer folgenden Aufruf an die deutsche Jugend: Das Winterhilfswerk ist ein Stück unseres Jahresprogramms. Reichsminister Dr. Goebbels hat daher in Nürnberg hervorgehoben, daß es eine ständige Einrichtung bleiben wird. Es ist ein Zeichen echter Gemeinschaft, kein Almosenbetrieb. Es will und soll allen Volksgenossen dienen und besonders denen den Winter erhellen, die auf der Schattenseite des Lebens stehen mußten. Deshalb begrüßt die Nation das WHW. 1937/38 und unterstützt es wie feine Vorgänger. B- R- Bayreuther Festspiele 1938. Bayreuth. 4. Off. (DRB.) Die Bayreuther Festspiele, die ursprünglich erst wieder 1939 abgehalten werden sollten, finden aus Anlaß des 125. Geburtstages von Richard Wagner bereits 1938 statt. In der Zeit vom 26. Juli bis 19. August werden zwei Zyklen des Ribelungen- Ringes, ferner fünf Aufführungen des „Parsivaf- und sechs Aufführungen von „Tristan und Isolde- geboten. große soziale Werk der kommenden sechs Wintermonate, durch das vor der ganzen Welt die Soli- darität aller Deutschen zum Ausdruck kommen wird. Alle deutschen Sender übertragen die Kundgebung in der Deutschlandhalle. Jeder Besitzer eines Rundfunkapparates wird aufgeforderl, alle diejenigen, die kein Empfangsgerät haben, in ihre Wohnungen zum Gemeinschaftsempfang einzuladen, so daß das ganze deutsche Volk am Dienstag um 20 Uhr die Ueberlragung mit der Rede des Führers hört. An dieser Kundgebung werden sämtliche Reichsminister, Reichsleiler, Staatssekretäre, Reichsstatthalter, Gauleiter, die führenden Männer der Parteigliederungen, der Wehrmacht und der Polizei teilnehmen. Auf Einladung des Reichspropagandaministers werden unter ihnen als Abgesandte des deutschen Volkes 2 000 0 Männer und Frauen sitzen, die seit Jahren opferreiche Arbeit im Dienst an der Allgemeinheit bei der großen Sammelaktion geleistet haben. Heute abend Eröffnungskundgebung in der Deutschlandhabe. Nebertragung auf alle Sender. Berlin, 4. Off. (DRV.) Im größten Halenbau Europas, in der repräsentativen GrundsteinlegungzumLrbhösedors„Seffenaue" Erziehung zur Harmonie. Oer Reichsjugendführer spricht zu einem Lehrgang des BOM. AuchindiesemWiniersollniemandhungernun-frieren! Der Führer rüst das deutsche Volk zum Winterhilfswerk auf. Das Winterhilfswerk des deutschen Volkes ist aus dem Leben der Nation nicht mehr gut wegzudenken. Es gehört in den Pflichtenkreis unseres Volkes wie die Tagesarbeit oder der Wehrdienst und der Arbeitsdienst. Solange es im Vaterlande Not und Sorge, Schwache und Hilfsbedürftige gibt, solange wird auch das große Hilfswerk der Nation zugun- ten ihrer schwächeren Bestandteile arbeiten. Als der Führer und Reichskanzler 1933 erstmals zum WHW. aufrief, gab es noch ca. 6 Millionen Arbeitslose. Damals galt es, die ärgste Not zu lindern. Das WHW. trat an die Stelle eines vielfach zersplitterten freiwilligen Wohlfahrtswesens und zeigte durch seine Aktivität sehr bald, welche Erfolge em geschlossener Einsatz erzielen kann. Es wurde getragen von der Kraft der Partei und des Staates, es schuf sich eine lückenlose Organisation bis ins kleinste Dorf. Es stützte sich auf Millionen freiwilliger Helfer und Helferinnen und gewann bald das Vertrauen des Volkes. In seiner Propaganda erwies sich die Leitung des Winterhilfswerks stets einfallsreich und geschickt. Seine Abzeichen und Plaketten sind weltberühmt geworden, das Sammeln wurde mit ihrer Hilfe nicht eine Last, sondern gewann noch an Interesse. Der Gedanke, verschiedene der großen Gliederungen des Volkes in den Dienst der Werbung zu stellen, hat sich ebenfalls bewährt. So sind die Leistungen von Jahr zu Jahr gewachsen: von 350 Millionen RM. im Jahre 1933/34 auf 360 Mill, im Jahre 1934/35 und auf 372 Mill. RM. im Jahre 1935/36. Das Ergebnis des Winters 1936/37 wird in den nächsten Tagen veröffentlicht werden. Der Rückgang der Arbeitslosigkeit als Erfolg der nationalsozialistischen Staatsführung hat eine wesentliche Aenderung in den Aufgaben des WHW. zur erfreulichen Folge gehabt. Es kommt nicht mehr in erster Linie darauf an, die Familien notleidend«^ Arbeitsloser zu unterstützen, sondern es ist nun auch möglich, planmäßige Wohlfahrtspolitik zu treiben. Die Fürsorge für alte und alleinstehende Bedürftige wird immer bestehen bleiben, die besondere Notlage mancher Grenzgebiete wird ebenfalls besondere Aufmerksamkeit und Fürsorge verllmgen. Damit aber nähert sich das große Werk der NSV. schon dem Ziel vorbeugender Fürsorge, der es darauf ankommt, soziale Schäden zu vermeiden, bevor sie ausgebrochen sind. Man denke an die Verbringung überlasteter Mütter in Sommer-Aufenthalt: der ganzen Familie wird es zum Segen, wenn die Mutter einmal einige Wochen frei von Last und Sorge ausspannen konnte. Die Verschickung bedürftiger und gesundheitlich gefährdeter Kinder gehört in dasselbe'Kapitel. In anderen Gegenden wird für d-e Verbesserung des Wohnungswesens praktische Hjske geboten. In solchen Fällen wird die NSV. nur eine ergänzende Aufgabe übernehmen, um die Leistungen des Staates zu verbessern und zu erhöhen Dasselbe gilt von dem Eingreifen m den Fällen plötzlicher Naturkatastrophen usw. Stets ist : das große freiwillige Hilfswerk des deutschen Volkes mit seinen Einrichtungen zur Stelle und aktions- : b-reit Daß in seinen Sammlungen auch ein großes i Stück Wirtschaftspolitik beruht, ist schon früher cr- : wähnt worden. Allein die Abzeichen und Plaketten haben in Notzeiten den Bezirken der Heimarbeit manchen lohnenden Auftrag zugeführt. etwa nur den seelisch und geistig gebildeten Menschen, sondern besteht aus einer Harmonie. Wir wollen uns vor Schematismus hüten, jede Enge der Auffassung erkennen, überwinden und zu einer Allgemeinbildung des Körpers und der Seele hinführen. Es sei nicht so, sagte der Reichsjugendführer, daß alles Glück vom Verstand herkomme. Vom Standpunkt der Vernunft habe man viel in der Vergangenheit Geschehenes als Unfug aussprechen müssen. Vom Standpunkt des tapferen Herzens aber sei alles für gläubige Menschen immer auch gläubige Gewißheit gewesen. Jede wahrhafte Bildung sei eine Bildung des Herzens: ihr zu dienen und sie zu formen, fei eine der großen Aufgaben des BDM. Sie sollten nicht konkurrieren mit den marschierenden Kolonnen der Jungen im Straßenbild, ihre politische Ausgabe erfülle sich in erster Linie auf kulturellem Gebiet. Entscheidend sei vor allem die Pflege des kulturellen Gedankengutes i n der Familie. Praktisch hört die Kultur im Volk auf, lebendig zu sein, wenn die Frau ihre kulturelle Sendung vergißt. Indem man die Technik dem kulturellen Bedürfnis dienstbar gemacht habe, sei der Anfang für einen Stil gefunden worden, der als deutscher Stil dieser Epoche seine Züge verleihe, und die Mädels gerade sollten lernen, dieses deutsche Wesen nicht nur in seiner politischen Ausdrucksform, sondern in seiner G a n z h e i t zu begreifen. Wir fordern Kolonien! Auf dem Bückeberg hat bei der Erntedankfeier vor 1,2 Millionen deutschen Menschen der Führer abermals die Rückgabe der uns geraubten Kolonien aefordert und kurz und schlagend die in sich widerspruchsvollen Argumente der besitzenden Staaten gegen die Rückgabe zurückaewiesen. Daß wir auf engem Raum, wo durchschnittlich 140 Menschen aus einem Quadratkilometer leben, trotz intensivster Arbeit nicht alles das, was zur Lebenshaltung eines Kulturvolkes notwendig ist, aus dem eigenen Boden und mit den Mitteln der modernen Industrie und Chemie erzeugen können, bedarf keines Beweises. Wir haben im Gegensatz zu anderen Ländern, die einen gewaltigen Goldbestand und reiche Devisenhorte aufweisen und dabei doch am Währungswirrwarr erkrankt sind, ohne Gold und ohne Devisen die Währung, die deutsche Mark, stabil gehalten, denn dahinter steht die deutsche Arbeit. Aber wir könnten gerade durch die Rückgabe der Kolonien noch viel wesentlicher zur Gesundung der Weltwirtschaft beitragen, wenn man uns in die Lage versetzte, durch Deckung eines erheblichen Teiles unseres Bedarfs an Rohstoffen aus eigenen Kolonien gold- und devisenreicher zu werden und so der englischen Forderung nachkommen, die gerade durch Englands Zollpraxis und Absperrungsversuche gegen deutsche Waren entstandene Devisenkontrolle aufzuheben. Denn daß dieses Mittel der Devisenkontrolle uns erst durch das Verhalten der anderen Nationen aufgezwun- 'gen, daß es eine wirtschaftliche Notwehr ist, das ist den anderen Nationen anscheinend noch gar nicht bewußt geworden, jedenfalls wird es zumeist in der internationalen Presseauseinandersetzung verschwiegen. Deutschland braucht einen eigenen Kolonialbesitz unter eigener Verwaltung. Als man uns die Kolonien in Versailles raubte, geschah das mit scheinbar moralischen Argumenten, die nicht verdecken konnten, daß es sich hierbei um einen imperialistischen Raub handelte, der um so infamer war, als die Staaten, die uns die Kolonien raubten, Das Große an dem WHW. ist der Gedanke der Freiwilligkeit. Diese Solidarität, die nicht auf Zwang, sondern auf der inneren Hilfsbereitschaft der Gesamtheit aufgebaut ist, stellt ein Stück Erziehungsarbeit dar, das sich sehen lassen kann. Der Ruf, daß niemand in Deutschland im Winter hungern und frieren dürfe, hat immer wieder freudige Ausnahme gefunden. Auch in dem Winter 1937/38 wird das der Fall fein. Heute abend wird der Führer die neue Aktion selbst durch eine Kundgebung in der Deutschlandhalle in Berlin eröffnen. Allein der Umstand, daß der erste Mann des Volkes sich alljährlich in die vorderste Reihe der Mahner und Rufer für das Winterhilfswerk stellt, zeigt den Geist dieses Reiches, der sich auf Bruderhilfe und nationale Gemeinschaft gründet. Wo in aller Welt ist ein solches Beispiel zu finden? Vielleicht in Sowjetrußland, wo alljährlich unzählige Tausende verhungern und erfrieren? Oder im roten Teile Spaniens, wo Mord und Brand das Land als die Folge des roten Terrors erfüllt? Oder in demokratisch regierten Nachbarländern, die über Teuerung und Loynkämpfe klagen? Deutschlandhalle am Berliner Messegefände, wird am Dienstag um 20 Uhr der Führer das Winterhilfswerk 19 3 7/38 eröffnen. Die Kundgebung für den friedlichen Feldzug gegen die Rot beginnt mit einer Ansprache des stellvertretenden Berliner Gauleiters Staatsrat Gör- l i h e r. Reichsminister Dr. Goebbels wird dann über das abgeschlossene Winterhilfswerk 1936/37 Rechenschaft ablegen. Anschließend gibt der Führer und Reichskanzler die Parole für das längst im Besitze gewaltiger Kolonialgebiete waren 1 und sie auf eine Weise erworben und verwaltet hat- | ten, über die man am besten den Mantel des । Schweigens legt. Gegenüber der gerade von einigen , englischen Zeitungen beliebten Art haben einfluß- , reiche Männer der englischen Politik doch bereits die , deutsche Forderung nicht nur als gerecht, sondern • als den europäischen Frieden fördernd hingestellt. 1 Schon im Januar 1935 setzte sich L l o y d G e o r g e, > einer der Väter des Versailles Diktats, für die Rück- 1 gäbe der deutschen Kolonien ein und gab dabei zu, daß das deutsche Recht in Versailles gebrochen worden ist. Lord Lothian schtieb damals der 1 „Times", Deutschland gehöre zu den „erstickten ( Mächten", wie auch Italien und Japan, die sich auf ; andere Weise zu helfen wußten. Am 13. Juli 1936 | hat der südafrikanische Verteidigungsminister Pi- i row erklärt: „Sehr einflußreiche Kreise in England sind sich darüber einig, daß es keine ständige Grundlage für die friedliche Vereinbarung mit Deuffchland geben kann, solange nicht die Deutschen eine angemessene Entschädigung für ihre Kolonien erhalten; womit eine gebietsmäßige Entschädigung gemeint ist — und zwar nicht irgendwo auf der Erdoberfläche, sondern in Afrika.. Ich habe starke Unterstützung für die Ansicht gefunden, daß Deutschlands Mitarbeit in Afrika für die Aufrechterhaltung der Zivilisation in diesem Erdteil wichtig ist." Und gerade als der Führer in diesem Jahre auf dem Parteitag in Nürnberg die deutsche Kolonialfo^ie- rung wieder gestellt hatte, kam die Meldung, daß der südafrikanische Gesandte in London, T e Water, in Ottawa erklärte hatte, Südafrika sei zu Verhandlungen mit Deutschland über die Rückgabe der Kolonien bereit, und General Hertzog bestätigte, daß die „persönliche" Meinung des Oberkommissars Te Water auch seine eigene sei. Mit der Erklärung, Deutschland sei in Afrika als Kultur m a ch t notwendig, hat die südafrikanische Regierung bie englisch-insulare Vorstellung, Deutschland wolle in den Kolonien Militärstationen errichten, zurückgewiesen, und zwar als die nächste Macht, die von einer solchen angeblich deutschen Gefahr bedroht wäre. England ist ja, ebenso wie Frankreich, überhaupt nicht in der Lage, mit seinem Bevölkerungsuberschuß auch nur die eigentlich englischen Kolonien zu versorgen. In Südafrika kommen z. B. auf den Quadratkilometer nur 6, in Australen 0 9, in Kanada 1,1 Einwohner, und Frankreich, dessen europäisches Gebiet nur halb so stark bevölkert ist wie Deut chland, ist in der gleichen Zwickmühle. Als im ehemals deutschen Ostafrika die beschlagnahmten deutschen Werte für nur ein Zwanzigstel ihres wahren Wertes versteigert wurden gab es> mch Engländer genug, die diese „Geschäfts ausnutzen konnten, sondern Inder und Neger erwarben ehemals deutschen Besitz. Unser Anspruch auf Kolonien ist eine F o r d e r u n g d e s R echtes und der Vernunft. "Das koloniale Problem", so schrieb am 21. August 1935 die "Times , wird die nächste große Frage fern, der Europa gegenübertreten muß. In Paris wre 'N London gibt es nachdenkliche Leute, tue glauben, daß eine Revision der Verteilung der Kolonien früher oder später unvermeidlich ist, und daß diese Revision um so leichter und billiger vonstatten gehen wird, I e eher diese Taffache Anerkennung findet. Seitdem hat sich nicht nur die Times dieser Tatsache gegenüber versteift, aber es ist notwendig, daß die Forderung auf Rückgabe der deutschen Kolonien gestellt wird, weil ihre Erfüllung allein Europa den Frieden zu geben und die Schwierigkeiten zu beheben vermag, die einer Gleichberechtigung und Aussöhnung der verschiedenen Nationen, der Besitzenden und Nichtbesitzenden, entgegenstehen. $r|d)etnt täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle monats=Be$ugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte e 1.80 Zustellgebühr „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschliiffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Srantfurt am Main 11686 Berlin,!. Okt. (DNB.) In der Reichsakademie für Leibesübungen sprach zu einem Lehrgang sämtlicher Untergauführerinnen des BDM. der Jugendführer des Deutschen Reiches. Baldur v. Schirach wandte sich gegen die Meinung, daß sich grauen und Mädel nicht mit geistigen Dingen beschäftigen sollten. Die Mädels seien wie die Jungen mit ihrem Herzen und ihrer Person genau so beteiligt an den lebenswichtigen Entscheidungen der Nation, und kein Problem des Volkes könne gelöst werden, das nicht auch das Leben der Frau angehe. Es sei nun einmal nicht wahr, daß Männer nur mit dummen Frauen glücklich würden. Man dürfe nicht verkennen, daß ein großer Teil der Männer durch ihren Beruf zu einer gewissen Einseitigkeit geführt würde. Ist es da nicht notwendig, daß unsere Mädel und Frauen auf kulturellem Gebiet, im künstlerischen Erleben einen Ausgleich schaffen? Die aufwachsende Jugend kann in vielen Fällen von ihren Vätern die politische Tradition, von den Müttern das kulturelle Erbgut der Nation überliefert erhalten Es ist darum auch nicht möglich, Mädels nur zum Kochen und zum Leben auf dem Sportplatz zu erziehen. Anderseits bedeutet auch die geistreichste Frau in der Familie nichts, wenn sie nicht den Haushalt zu führen imstande fei. „Ich will nicht mißverstanden werden", erklärte Baldur v. Schirach, „ich möchte nur nicht die Züchtung einer bet physischen Typen, denn die Welt besteht nun einmal nicht nur aus körperlichen oder Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Druck und Verlag: vrühlsche Univerfitätsdrnckerei «.Lange in Sieben. Schristieitung und Geschäftsstelle: Schulftrahe 7 k einem Aufzuge, die sich am besten mit dem Begriff „Räuberzivil" deckt. Vor allem schienen sich die Engländer und Amerikaner sehr merkwürdige Vorstellungen von einer „Frontreise" und den damit verbundenen Unannehmlichkeiten zu machen: die meisten waren in langen weißen Hosen und Tennisschuhen erschienen, eine englische Journalistin in koketten Stöckelschuhen hatte es sich auch nicht nehmen lassen wollen, außerdem brachte jeder eine unwahrscheinliche Menge von Getränken mit: manche schleppten 12 Bierflaschen in einem großen Pappkarton mit, andere hatten die Whisky-Bulle in der Jackentasche und jeder hatte sich einen mehr oder minder großen Freßkorb mitgebracht, weil sich jeder natürlich sagte: Wir steigen jetzt einfach in den für uns reservierten Salonwagen, in Maschang halten die Autos des Divisionsstabes, dort essen wir erst mal gut, lassen uns vom Kommandeur erzählen, uns aufs Schlachtfeld fahren, dann wird abends ein bißchen gesoffen und dann fährt man im Salonwagen wieder nach Hause. So dachten sich die Laien, die noch keinen Krieg mitgemacht hatten, die Sache und infolgedessen war der Salonwagen, der uns erwartete, die er sie Ueberraschung: irgendwo auf einem Nebengleise stand ein Güterzug von etwa 10 Wagen, der mit Munition vollgepackt war. An diesen Zug war ein nicht ausgemisteter Pferdewagen angehängt und der war f u r die Presse bestimmt. Selbst Rittmeister Sato, der in der einen Hand sein anderthalb Meter langes Samurai-Schwert und in der anderen einen großen Lederkoffer, gefüllt mit Zigaretten und Verpflegung, trug, war einigermaßen überrascht — soweit ein Japaner überhaupt Ueberraschung mimisch darstellen kann. Aber er veranlaßte sofort alles Notwendige: Ein paar Soldaten mußten ein paar Bambusmatten, die sich zu den unmöglichsten Zwecken verwenden lassen, über den feuchten Strohdung und die vielen Pferdeäppel ausbreiten und schon sah der Waggon wesentlich freundlicher aus. Da er nicht an einer Rampe hielt, war das Hineinklettern für beleibte Herren nicht ganz einfach, die englische Journalistin mußte mit vereinten Kräften sogar hineinqehoben oder hineingewuchtet werden, was ihr sichtlich peinlich war. Rasch wurde die Platzverteilung vorqenommen, die ersten Bierflaschen geköpft und die Spielkarten hervorgeholt. Wir — „Semi-Soldaten" warteten so auf den Absahrtspfiff der Maschine, der aber erst gegen 9 Uhr ertönte... bis dahin hatte man Zeit, sich das bunte militärische Leben und Treiben auf diesem wichtigsten japanischen Etappenbahnhof in Nordchina anzusehen. Tientsin hat etwa anderthalb Millionen Einwohner, es ist der zweitgrößte Hafen Chinas und eine in jeder Hinsicht moderne Stadt, die drei große Fernbahnhöfe besitzt. Die um den Zentralbahnhof herumliegenden Verwaltungsund Privatgebäude sind zumeist durch die Luftangriffe der Japaner zerstört worden, die brandgeschwärzten Ruinen bildeten die denkbar beste Kulisse zu dem lebhaften Verladebetrieb. der auf dem Güterbahnhof herrschte. In drei Reihen nebeneinander standen auf dem breiten zum Bahnhof führenden Boulevard die japanischen Lastautos, die Tankgeschwader, die Panzerautos, Offiziere und Soldaten aller Waffengattungen — zum großen Teil schon sehr erheblich frontmäßia einaedreckt — wimmelten geschäftig hin und her. Chinesische Händler hatten sich überall mit Zigaretten, Hosenknövfen, Nadeln, Ansichtskarten und schlechten Bonbons breitgemacht — kurzum, das typische Bahn- bofs-Etgppenbild, wie man es im großen Kriege Hunderte von Malen gesehen und erlebt hat. Die Ent- und Beladung der Eisenbahnwagen ging rasch, still und lautlos in der größten Ordnung vor sich... fast alle halbe Stunde lief aus Richtung Taku — dem eigentlichen Hafen Tientsins, der gleichzeitig Eisenbahnstation an der Strecke Mukden—Tientsin—Peking ist und auf der in« japa- London, 4. Okt. (DJIB.) Von der englischen Admiralität wird mitgeteilt, daß der britische Zerstörer „Basilisk" am Alontagmorgen von einem U-Boot im BNttelmeer angegriffen worden sei. Der Engländer habe den Angriff mit Tiefenladungen beantwortet, deren Wirkung noch nicht bekannt sei. Auf das englische Kriegsschiff fei ein Torpedo abgefeuert worden, das aber sein Ziel verfehlt habe. Meldungen aus Valencia (Reuter) besagen, daß sieben britische Zerstörer und zwei Flugboote die Suche nach dem U-Vook in der Nähe von Kap San Antonio (etwa 100 km südöstlich von Valencia) ausgenommen hätten. Die „Daily Mail" erklärt es für fast unglaublich, daß ein Unterwasser-Freibeuter schon wieder ein britisches Kriegsschiff angegriffen hat und macht darauf aufmerksam, daß der Zwischenfall sich fast an derselben Stelle abgespielt hat, wie der Angriff auf den Zerstörer „havo c". Die Angreifer hätten wissen müssen, daß britische Schiffe auf Grund des Nyon-Abkommens diese Gegend des Mittelmeeres kontrollierten. Unprovozierte Piratenangriffe, die Schiffe bei ihrer friedlichen Betätigung bedrohten, könnten nicht geduldet werden, welcher Rationalität die Angreifer auch feien. Bolschewistisches Ireibeulerlum im Mielmeer Englischer Zerstörer bei Valencia von einem roten !l-Doot angegriffen. England uvd der Oflasienkonflcki. Die Londoner Presse erörtert Vohkottplane gegen japanische Waren. L o n d o n, 5. Okt. (DNB. Funkspruch.) Die Frage einer aktiven Intervention zu Gunsten Chinas be- chäftigt die Londoner Presse. Sowohl „Daily Herold" wie auch „News Chronicle" machen für einen Boykott japanischer Waren Stimmung und behaupten, daß durch einen wirt- chaftlichen Druck Japan sehr wohl zu einer Ein- tellung des Krieges gezwungen werden könnte. „Times", „Daily Telegraph" und „Daily Expreß" bringen jedoch zum Ausdruck, daß diejenigen, die einen Boykott gegenüber Japan vorschlügen, sich darüber flar sein müßten, daß Japan ein derartiges Vorgehen als feindselige Handlung an- ehen könnte, und daß das unter Umständen zu einem Krieg« führen würde, „Daily Tel«* Reife an die japanische Front Von unserem H. Tr.-Sonderberichterstntter. I. Bahnfahrt nach Talistanlung. Tientsin, Ende September 1937. (Durch Luftpost.) Bitte die Karten zur Hand nehmen, ... folgende Kriegslage: Die im Raume Sanhai- kwan — wo die Große Mauer ans Meer tritt — Taku—Tientsin—Peking—Große Mauer—Sanhei- kwan bisher stehende 2 9. chinesische Armee — eine Art „Freikorpstruppe — ist in den Juli- und Augustkämpfen von den japanischen Nordchina- Truppen aus diesem Raum verdrängt worden. Ein Teil dieser Armee hat im Nankaupaß, an der Grenze der „Inneren Mongolei" den verfolgenden Japanern zähen Widerstand geleistet und hat sich dann über Kalgan hinaus zurückgezogen. Der Rest dieser Armee ging von Tientsin in südwestlicher Richtung zurück und bezog in einer Entfernung von etwa 30 bis 50 Kilometer eine Stellung, die sich etwa parallel zur Eisenbahn Tientsin—Peking hinzog und von wo aus diese „Armee" ständig die wichtigste japanische Nachschublinie — eben diese Taku—Tientsin— Peking-Bahn — bedrohte. Infolgedessen mußte es Aufgabe der japanischen Heeresleitung sein, diese chinesischen Truppen aus der unmittelbaren Nähe der eben genannten Eisenbahn zu vertreiben. Durch strömende Regengüsse wurde diese japanische Offensive immer' wieder verhindert, bis sie endlich etwa am 9. September losgehen konnte. Und zwar richtete sich der Hauptangriff der Japaner gegen das Städtchen Maschang, das etwa 60 Kilometer von Tientsin entfernt, an der nach Südwesten abgehenden Tientsin—Pykau-Bahn liegt int) das gewissermaßen der Schlüssel der chinesi- chen Hauptstellung war, die sich rittlings der Bahn nit Front nach Nordosten — also nach Tientsin — hinzog. Am 12. September wurde Maschang nach kurzer, energischer artilleristischer Vorbereitung von den Japanern genommen, die sich damit den Weg nach Süden öffneten und seitdem im ständigen Vormarsch begriffen sind. Die Eroberung von Machang wurde als ein ganz großer japanischer Er- olg yingestellt und einen Tag nach der Einnahme wurde die gesamte, im japanischen Hauptquartier beglaubigte ausländische Presse auf das Schlacht- e l d geführt. Und was die Presse dort gesehen hat, das habe ich sine ira et studio auf das ewigste unterwegs notiert, und hier ist der „Bericht einer Reise an die japanische Front". An einem schönen Sonntagvormittag sollte die Partie vom Tientsiner Bahnhof ihren Ausgang nehmen. Rittmeister Sato, an seinen blauen Spiegeln als Trainofsizier kenntlich, hatte es als Leiter der Expedition und als berufsmäßiger Betreuer der Presse am Tage vorher an eingehenden Belehrungen und Ermahnungen nicht fehlen lassen: bis heute sei er unser Kamerad gewesen, morgen an der Front würde er aber ein ganz anderer Mensch sein und jeder habe seinen Befehlen zu gehorchen. Anzug sei beliebig. Pbotoavparate könnten mitgenommen werden, für Verpflegung — einschließlich Wasser — habe jeder selbst zu sorgen, außerdem olle sich jeder reichlich mit Zigaretten eindecken und sie an der Front an die Soldaten verteilen. Keine guten, sondern die billige Zehnerpackung zu 5 Pfennigen, alldieweil die jananilchen Soldaten keine großen Ansprüche stellten. Im übrigen sei unsre Reise dem zuständigen Divisionskommandeur in Maschang nicht gemeldet worden ... ob man uns überhaupt nach Maschang ließe, sei bei der Unbeliebtheit, der sich die Presse und die Photomänner allgemein erfreuten, nicht ganz sicher ... aus alle Fälle „versuchen könne man es ja mal", zumal das Oberkommando in Tientsin nichts einzuwenden gehabt habe. Uns sollte es recht sein und e abenteuerlicher die Reise verlief, desto besser. Pünktlich fanden wir uns also um 6 Uhr vormittags auf dem Hauptbahnhof ein, und zwar in Gegen Mittag lief der Zug endlich in Tan - u a n t u n a ein, wo der Generalleutnant Renski Iso ga indessen Division die chinesische Haupt- tellung bei Maschang durchbrochen und damit „die ganze Geschichte ins Rutschen gebracht hatte", sein Hauptquartier aufgeschlagen hatte. Auf diesem Bahnhof erwartete uns die zweite Ueberraschung, die nicht vorhandenen Divisionsautos, die uns doch eigentlich zum Stabe bringen sollten! Also blieb uns nichts anderes übrig, als uns mit unseren Handkoffern, den Flaschenbierkästen, den Whisky-Pullen und den Zigarettenvorräten zu beladen und ächzend und stöhnend bei einer infernalischen Hitze den Fußmarsch nach der etwa einen Kilometer entfernten Stadt anzutreten. bedingung für die Zuerkennung der Rechte Kriegführender an beide spanische Parteien sei, ausschließlich oder überwiegend von dem guten Willen Italiens abhängt. Weiter wird die Binsenwahrheit ausgesprochen, daß es außerordentlich schwierig sei, irgendeinen Fortschritt in Richtung auf die europäische Beruhigung zu erreichen, so lange nicht die spanische Angelegenheit wirkungsvoll und rasch in Angriff genommen werde. Dabei wird in der Note geflissentlich übersehen, daß es nicht Italien, sondern Sowjetrußlund ist, das durch seine offene Einmischung immer wieder eine wirkliche Regelung der Freiwilligenfrage und des Spanienproblems überhaupt unmöglich macht. Die in Paris vereinbarten Bestimmungen über die Teilnahme Italiens an der Mittelmeerkontrolle werden, wie von unterrichteter italienischer Seite verlautet, voraussichtlich noch in dieser Woche ratifiziert werden können. Ferner vernimmt man, daß voraussichtlich noch diese Woche mit der Antwort Italiens auf die englisch-französische Note über Dreierbesprechungen zur spanischen Frage gerechnet werden könne. ZmZeichen derAichteinmischung. Die Sowjetausfuhr nach dem bolschewistischen Spanien fast um das 27fache gestiegen. M o s k a u , 4. Okt. (DNB.) Die Hauptzollverwaltung der Sowjetunion hat Angaben über den sowjetrussischen Außenhandel in den ersten acht Monaten des laufenden Jahres gemacht. In dieser sowjet- amtlichen Statistik fällt der Posten „Spanien" am meisten auf. Während die sowjetrussische Ausfuhr dahin in dem Zeitraum vom Januar bis August 1936, also bis zum Ausbruch des bolschewistischen Umsturzes, außerordentlich gering war und nur 3,1 Millionen neue Rubel (ein neuer Goldrubel ist gleich 0,48 RM.) ausmachte, stieg diese Ziffer in den ersten acht Monaten des laufenden Jahres auf n i cht weniger als 8 2,9 Mill. an. Das bedeutet, daß während der Zeit der offiziellen „Nichteinmischung" die sowjetrussische Ausfuhr nach dem bolschewistischen Spanien fast um das 27fache (!) g e st i e g e n ist. Diese Statistik ist ein bemerkenswertes sowjetrussisches Eingeständnis für die gewaltige Unterstützung, die die Sowjetunion dem bolschewistischen Spanien gewährt. Nischen Truppen aus Korea und der Mandschurei anrollen — ein Transportzug nach dem andern ' ein. Meist Infanterie in olivgrünen Uniformen mit roten Kragenspiegeln, alles kräftige, untersetzte, gut genährte Leute, die im Handumdrehen mit ihren Fahrzeugen ausgeladen waren, sich formierten und ! schweigend ohne Musik und ohne Singen in die : Stadt abmarschierten. Diese „Abmarsch - Stunde" : schlug auch für die Presse kurz nach 9 Uhr vormittags, mit einem Ruck zog die Maschine ganz 1 unvermittelt an, warf die halbgeleerten Bierflaschen um, was einen allgemeinen „Aufstand" auslöste, und langsam rollte der Zug der Front entgegen. Um sie schildern und das ganze Ausmaß der Schwierigkeiten verstehen zu können, mit denen die Japaner zu kämpfen haben, läßt sich leider eine kurze „G e l ä nd e b e s ch r e ib u n g" nicht umgehen. Eine unendliche, bis an den Horizont reichende Ebene. Bestanden mit übermannshohen Kauliang-Feldern, die an die Maisfelder der ungarischen Tiefebene erinnern, mit der das ungeheuer fruchtbare Nordchina eine merkwürdige A ehn licht eit» hat. Wochenlange Regengüsse hatten diese Felder, die nirgends eine natürliche Deckungsmöglichkeit in Form von Hügeln usw. bieten, in einen See verwandelt. Dieser See vergrößerte sich ständig, weil die chinesischen Truppen Der 29. Armee den bei Maschang vorbeiführenden „Großen" oder „Kaiser-Kanal" an vier Stellen durchstochen hatten. Dieser, etwa 30 bis 40 Meter breite und viele hundert Kilometer lange Kanal läuft zum Teil auf ebener Erde, das heißt auf gewachsenem Boden zwischen zwei künstlich aufgeschütteten Deichen entlang — durchsticht man diese Deiche, dann ergießen sich wachen- und monatelang (genau wie bei den Dammbrüchen des Gelben Flusses) ungeheure Wassermassen über das flache Land, unaufhaltsam schreitet die lieber- schwemmung weiter und überflutet manchmal Gebiete so groß wie eine preußische Provinz. „Vormarsch"— womöglich noch in der Schützenlinie — durch diese kilometerbreiten hohen Kauliangfelder, womöglich bis an die Knie im Wasser — muß ein Vergnügen sein, das sich mit „Schliff" schon nicht mehr bezeichnen läßt, um so beachtlicher die japanische Leistung, mit diesem Hindernis Der Natur fertig geworden zu sein, lieber das „Wie?" werden wir zur gegebenen Heit berichten. An Sensationen war diese Fahrt im Güterwagen sonst nicht gerade reich: auf allen Stationen der eingleisigen Bahn gab es endlose Aufenthalte, um die entgegenkommenden Leerzüge vorbeizulassen und man hatte also Zeit und Muße genug, sich den Betrieb auf diesen kleinen Etappenbahnhöfen genauer anzusehen. Bahnhofskommandanten waren meist ältere, bebrillte, ungeheuer gelehrt aussehende Reserveofsiziere, die immer wieder und überall den deutschen Journalisten mit einem Wust von Fragen überschütteten, „welchen Eindruck die japanische Armee mache?" „Ob man glaube — die große Sorge!! — daß die Russen den Japanern in Den Rücken fallen?" Auf Den Bahnsteigen war jeder verfügbare Raum mit Munition und Proviant vollgestopft. Bergehoch türmten sich Kisten mit Artilleriemunition, die aus Stroh geflochtenen Hafer- und Reissäcke, Die von Hunderten und aber Hunderten von chinesischen Kulis — arme Lasttiere, Die für jeden arbeiten, der ie bezahlt oder zur Arbeit zwingt und die infolgedessen den Japanern unschätzbare Dienste leisten — in die wartenden Fuhrparkkolonnen verladen wurden, Deren Wagen im Hinblick auf die fürchterlichen Wegeverhältnisse sehr sinnreich konstruiert sind. Zweirädrige, ganz leicht gebaute Karren, die von einem Pferd gezogen werden, jeder Karren faßt vielleicht drei oder vier kleine Hafer- ober Reis» äcke, so daß die Tiefengliederung einer solchen Kolonne eine phantastische Länge erreicht. Zu Hunderten, um nicht zu sagen zu Tausenden, waren diese Wägelchen auf den trocknen Inseln um die Bahnhöfe herum aufmarschiert, darunter ein Korps Brückentrain, Der ebenfalls sehr sinnreich konstruiert war. Die Pontons bestanden nicht wie bei uns aus einem Stück, sondern waren ebenfalls in vier Teile zerlegt, auf ebenso vielen zweirädrigen, von je einem Pferd gezogenen Karren verstaut, Die genau so gebaut waren, wie Die Verpflegungs- und Munitionswagen ... genormte Einheitswagen, Die sich also für alle Zwecke, auch für Den Bretter-, Balken- und VerwunDetentransport verwenden ließen. Im Gegensatz zu Den disziplinierten Front- truppen machten die Trainfahrer einen mehr als änderbaren Eindruck: beim Appell standen sie in dicken Haufen, die Hände in den Hosentaschen, um den Wachtmeister herum und schienen „betont" Den „alten Krieger" markieren zu wollen, ebenso auffällig war die ausgesprochene Unsauberkeit, die auf diesen Etappenbahnhöfen herrschte. Tote Hunde, erschossene Pferde lag^n überall herum und verbreiteten einen pestilenzartigen Gestank, an einer Stelle lag sogar ein geköpfter Chinese, leicht in Verwesung übergegangen, Unrat, faulendes Stroh und Abfälle jeder Art bedeckten den freien Raum zwischen den Lebensmittel- und Munitionsstapeln ... das Ganze ein Bild, das in keiner Weife Dem niet- gerühmten Sinn Der Japaner für Sauberkeit ent- prach. Es hanDelt sich hierbei zweifellos um einen neuen Akt bolschewistischer Piraterie im Mittelmeer. Moskau setzt angesichts Der Entwicklung Der Verhand- lungen über Die Spanienfrage alles Daran, wie - Der einen Zwischenfall — noch Dazu mit einem englischen Kriegsschiff als Opfer — zu provozieren, um Die sich anbahnenDe Verständigung der westeuropäischen Staaten zu hintertreiben. Ke ne Verschiebung der Verantworilichk iien. Die englisch-französische Note in der Freiwilligenfrage. London, 4. Okt. (DNB.) Der Inhalt Der englisch-französischen Note an Italien roirD in einer Meldung Der Preß Association kurz skizziert. Danach scheint Die Note von der irrtümlichen Auffassung auszugehen, als ob Die Zurückziehung Der Freiwilligen, Die Die Vor- uberhaupt herzugeben vermag. In Dieser Mitarbeit offenbart sich Die tätige FreuDe Der Deutschen Jugend zum Bauerntum. Der wertvollste Rohstoff für die Arbeit aller Deutschen Menschen ist Das tägliche Brot Es ist aber nicht allein wichtig, ihn zu erzeugen Nach- Dem er unter Mühen unD Sorgen gewachsen und geborgen ist, gilt es, ihn z u pflegen und z u erhalten. Durch Die Achtlosigkeit eines einzelnen mag vielleicht nur ein kaum spürbarer Teil Des Erzeugten verschwendet oDer oerDorben roerDen. Millionenfache Achtlosigkeit aber bedeutet Den 93 er lüft unersetzlicher Werte. Millionenfach muß daher die Mitarbeit der deutschen Jugend gegen den Verderb unseres täglichen Brotes einsetzen. Unsere Sorgfalt für das kleinste Stück Brot kann uns den Ernteertrag einer großen deutschen Provinz erhalten. Wir ehren so durch Die Tat Die schwere Jahresarbeit Der Bauern und Landarbeiter, der Frauen und Mädel auf den Höfen. Wachsamkeit für die Erhaltung unserer Nahrungsgüter ist der Erntedank der deutschen Jugend." Der Bückeberg dem Führer zur Verfügung gestellt. Ein Geschenk des preußischen Staates. Auf Dem Bückeberg, 4. Okt. (DNB.) Reichs- minifter Dr. Goebbels überreichte Dem Führer auf Dem Bückeberg anläßlich Des Erntedankfestes 1937 folgende Urkunde: Das deutsche Bauerntum feiert alljährlich auf dem im Herzen Des Reiches gelegenen Bückeberg Den Erntedanktag. Es dankt mit Dem ganzen Volke feinem Herrgott für Frucht und Ernte eines arbeitsreichen Jahres. Es gelobt dem Führer Des Reiches aufs neue Gefolgschaft unD Dienst an Der heimatlichen Scholle. Die Heimatstätte Des Deutschen Landvolkes soll für alle Zeiten erhalten unD würdig gelt a 11 e t werden. Auch hier sollen sich deutsche Volksgenossen aller Stämme im Bekenntnis zu der Einheit Des Blutes vereinen. Diesen Zielen will Das Land Preußen mit feinem Beitrag Dienen. Das Staatsminifterium hat beschlossen, Den Bückeberg, soweit er als preußisches Staatseigentum bisher zur Domäne Ohsen gehörte, Dem Führer unD Reichskanzler z u übereignen. Ich vollziehe Diesen Beschluß a m 5. ErnteDanktag im Reiche Adolf Hitlers, Der über Die Gabe Preußens nach feinem Willen verfügen möge. Berlin, Den 3. Oktober 1937. Der preußische Ministerpräsident: Hermann ©Öring. EinDeuischerTog inReuyork Neuy ork, 4. Okt. (DNB.) Zu einer machtvollen Kundgebung Volksdeutschen Gedankens gestaltete sich der im Madison Square Garden gefeierte Deutsche Tag, der von 16 deutsch-amerikanischen Verbänden gemeinsam begangen wurde. Wohl 25 000 deutschblütige Menschen waren erschienen, um am gleichen Tage, an dem Deutschland Das ErnteDankfest begeht, ihre Liebe zur alten Heimat zu befunden unD zugleich um ein lebendiges Zeugnis abzulegen von dem bedeutenden Anteil, Den Die Amerikaner Deutscher Abstammung am Aufbau Der Vereinigten Staaten geleistet haben. Der neue Deutsche Botschafter, Dr. Dieckhofi, schilDerte Deutschlands Kampf um eine neue Weltgeltung. Es erstaune nicht, Daß DeuffchlanDs Wie- Dererftarfen nicht überall im Ausland FreuDe Hervorrufe, Denn für viele fei ein schwaches Reich bequemer gewesen. Trotz allem aber werDe Deutsch- lanD auf seinem Wege zur Feiheit unD Stärke unbeirrt weiterschreiten unD sein Haus so einrichten, wie es Die nationalsozialistifche Weltanschauung for- Dere. AnDererseits lehne es DeutschlanD aber auch ab, anderen Volkern Ratschläge zu geben, nach welchen Gesetzen sie zu leben' hätten. Deutschland dächte nicht Daran^ sich in die inneren Ereignisse anderer Nationen /inzumischen, besonders versagen sich die Reichsdeutschen im Ausland jede Kritik an Einrichtungen und jede Einmischung in die Angelegenheiten ihrer Gastländer. Wenn auch bei anderen Volkern die gleiche Zurückhaltung geübt würde, dann würde schneller als bisher das gegenseitige Verständnis unter den Nationen wachsen. Nach der Rede des Botschafters wurden Buchpreise an 35 Zöglinge deutjcher Sprachschulen verteilt.. In einem Festspiel wurde unter Mitwirkung deutscher Turnvereine und Sängerbünde der überragende Anteil deutschstämmiger Amerikaner an Dem Ausbau unD Der Geschichte Amerikas versinn- bildlicht. An Den Führer unD Reichskanz« < l e r rourDe ein Telegramm gesandt. Darin wird । Der Dank für Die Befreiung Der Deutschen Heimat unD Das Gelöbnis, Die alte Freundschaft zwischen Dem LanDe Luthers, Schillers unD Wagners unD Dem Lande Washingtons unD Lincolns hüten zu : wollen, zum AusDruck gebracht. Lt-Booi-Floiiitte „Lohs". Ehrung eines tapferen N-Boot-Konrrnandanten, Kiel, 4. Okt. (DNB.) In Kiel wurde die i 3. U-Boot-Flottille Durch ihren Flottillenchef, Kapitänleutnant Eckermann, in Dienst gestellt. ' Die Boote wurden aus Der Flottille „W e d - Di gen" herausgezogen, so daß Die neue ■ Dritte U-Boot-Flottille jetzt aus Dem U-Boot-Tender „W eichsel" als Mutterschiff, Dem U-Boot-Tender „Mose l", Dem Torpedoboot „T 156" und Den 11- booten „U 10", „U 12", „U 14", „U 16", „U 18", „U 20" und „U 22" besteht. Als Reserveboote sind Die U-Boote „U 8" und „U 24" vorgesehen. Alle Boote gehören Der bewährten 250-ionnen- Klasse an. Auf Befehl Des Führers trägt Die Flottille Den Namen Des Oberleutnants z. S. Lohs, Der als 1 einer Der tapfersten Offiziere Der alten Marine für ' feine schneidigen Unternehmungen den Orden Pour le m6rite bekam. Er war im Januar 1918 Kommandant des U-Bootes „UB 57" geworden; mit diesem Boot hat er besonders große Fernunternehmungen ausgeführt; ihm ging der Ruf voraus, daß ! er niemals mit weniger als 20 000 Tonnen von ! einer Unternehmung zurückkam. Im August Des Jahres 1918 traf ihn Das Seemannslos: von einer Unternehmung an Der englischen Küste kehrte das Boot mit feinem heldenhaften Kommandanten und : feiner tapferen 34 Mann starken Besatzung nicht ' mehr zurück , Der Flottillenchef hielt seiner Mannschaft dieses . leuchtende Beispiel von Pflichterfüllung vor Augen ? und ermahnte sie zur Nacheiferung. Der Oberbe- i fehlshaber Der Kriegsmarine hat Der Frau und Der Tochter des ruhmreichen Kommandanten Die Ehrung ifl einem persönlichen Schreiben mitgetellt. ; Mit lustigem Geklingel kommen kleine Autos, in ii m 1* ite d SPÄTLESEObt ah'net von Pro- le Lehrstuhl infität B e r< «Aber die Ernte Ist doch schon fast vorbei! Die langstieligen Pflanzen tragen doch nur noch gungen entsprechen, erneut Bewerbungrgesuche einzureichen. die s!ch IN' zu Alles dient dem Tabak, jedes Gespräch dreht sich um Tabak. Viele tausend Menschen im Orient in Bremen und Berlin arbeiten Tag für Tag im Dienste des Tabaks, damit Sie. lieber Leser, sich jetzt behaglich zurücklehnen und eine „SPÄTLESE o/M* genießen können. wenige Blätter* entgegne ich ihm. Mit einem verzeihenden Lächeln belehrt er mich: „Du kannst nicht wissen. Ungläubiger, daß diese Blätter, bei Euch Späflese genannt der Ernte kostbarstes Gut darstellen, weil ihnen Allahs Sonne den köstlichen Wohlgeschmack der letzten Reife schenkte.**) So ist es hier. 'ge be* he* iir en irt* in« ite. diente, vollendetes 26. Lebensjahr für fünfjährig Gediente. Ausnahmsweise können bei besonderer Eignung auch Bewerber eingestellt werden, die das festgesetzte Höchstalter um nicht mehr als sechs Monate überschritten haben. Merkblätter können bei der dem Wohnort des Berwerbers zunächst ge- gelegene Einstellungsstelle zu richten. Auch sol- ausnehmen. So kann man für einige Franken chen ehemaligen Wehrmachtsangehörigen, die auf durch die Ausstellung kreuz und quer von einem Grund der bisherigen Einstellungsbestimmungen; Ende bis zum anderen fahren. Das geht mitten wegen Altersüberschreitung zurückgewiesen worden Zwischen den Fußgängern durch. Und wenn die sind, wird empfohlen, wenn sie den neuen Bedin-; Klingeln anschlagen, wird willig Platz gemacht, Trocadero - Palais — von dem vor kurzem erst die letzten Gerüste gefallen sind — braucht man mehr als eine Stunde. Dabei geht es auch in diesem Gedränge so heiter und ungezwungen zu, ohne jedes laute Wort, wie wenn man sich auf einer bequemen Promenade befände. Dazu fahren ständig noch Elektrowagen durch die Menschenmasse. ki t« ie in m d. s, n! lit en >e« :a« en *) Tabak wird in mehreren Etappen geerntet. Zuerst die unteren Blätter, „untere Hände“ genannt, dann die „mittleren Hände** und suletst — am spätesten die aromareichen, wertvollsten _oberen Händel: Die Spätlese. Heiß brennt die Sonne vom wolkenlosen Himmel, und jeder sucht ein Fleckchen Schatten. Auch Ali Mechmed — unter einem Aachener Regenschirm. Doch Ali hat in typisch orientalischer Weise einen anderen Grund. „Bist du zu gering, als daß dich Allahs Sonne bescheine?' frage ich ihn. „O nein. Herr." antwortet er mir, „aber jeder kostbare Sonnenstrahl muß der Frucht meiner Felder erhalten bleiben und darf sich nicht an mich verschwenden.* dann drängt man sich an den Seiten eben noch enger zusammen. Kein Schimpfwort fällt, kein Spott, nicht einmal eine pflaumige Bemerkung. Das ist auch ein Ausdruck der französischen Höflichkeit. Es spricht vielleicht auch für den eigenartigen französischen Begriff von der persönlichen Freiheit, der davon ausgeht, daß jeder tun und lassen kann, was er will, daß aber auch der andere das gleiche Recht hat. Es ist ein Gegenstück zu dem für unsere Verhältnisse unvorstellbar schnellen und chaotischen Pariser Straßenverkehr, der sich doch dank der Höflichkeit und der Anerkennung des Rechtes des anderen auf die Straße erstaunlich reibungslos und ohne Unfälle abwickelt. Allerdings in der französischen Politik sind diese Grundsätze der persönlichen Freiheit bisher noch unbekannt, jedenfalls soweit die vorbehaltlose Anerkennung des Rechtes der anderen auf freies Leben und ungetrübten Genuß in Frage steht. erworben hatten, erhalten die Arbeitslosenunterstützung unter den gleichen Voraussetzungen und in der gleichen Weise, wie wenn sie die Anwartschaft auf Arbeitslosenunterstützung bereits erworben hätten, jedoch nur, soweit sie hilfsbedürftig sind. Einstellungen in die Gchuhpoiüe,. Berlin, 27. Sept. (DRB.) Im Herbst 1937 ausgeschiedenen Angehörigen der Wehrmacht mit einer Dienstzeit von zwei bis fünf Jahren bietet sich Gelegenheit, zum 1. November und 1. Dezember 1937 oder 1. Januar 1938 als Wachtmeister b ei der Scbutzpoli- z e i eingestellt zu werden. Vorgeschrieoenes Alter am Tage der Einstellung: Für Angehörige des Geburtsjahrganges 1914 ohne Beschränkung: im übrigen vollendetes 24. Lebensjahr für dreijährig Gediente, "vollendetes 25. Lebensjahr für vierjährig Ge- picknick am Eiffelturm Don unserem $. M-Berichierstaiter. graph" und „Daily Expreß" heben besonders die wirtschaftlichen Schäden hervor, die sich zwangsläufig für die Länder ergeben würden, die den Boykott durchführten. Absonderung der jüdischen Studenten an den polnischen Hochschulen. Warschau, 5. Okt. (DNB. Funkspruch.) Die Rektoren sämtlicher Warschauer Hochschulen haben angeordnet, daß in sämtlichen Hör- und Uebungs- sälen den jüdischen Studenten abgesonderte Plätze zugewiesen werden. „ABC" stellt fest, daß damit die erste Etappe des Kampfes der nationalen polnischen Jugend um die Entjudung der Hochschulen abgeschlossen sei. Aber die polnische Jugend werde erst dann völlig von den schädlichen Einflüssen der jüdischen Elementen sicher sein, wenn die Juden die Mauern der polnischen Hochschulen überhaupt verlassen haben werden. Die nächste Etappe gelte dem Kampf um die Einführung des numerus clausus für die jüdischen Studenten. Neues Walzwerk in Jugoslawien in Betrieb genommen. Belgrad, 4. Okt. (DNB.) In Senitza (Bosnien) fand die Inbetriebsetzung des neuen Walzwerkes des dortigen staatlichen Eisenwerkes statt, das von den Kruppwerken errichtet wurde. Der Feier wohnten u. a. bei: Der Ministerpräsident und Außenminister Dr. S t o j a - d i n o w i t s ch mit fünf weiteren Kabinettsmitgliedern, der Präsident des Senates Maschuranitfch, der Belgrader deutsche Gesandte von Heeren, der Landesgruppenleiter Generalkonsul Neuhausen, Vertreter der Firma Krupp sowie zahlreiche Persönlichkeiten des jugoslawischen politischen und wirtschaftlichen Lebens. Die Stadt Senitza war festlich geschmückt. Bergwerksminister I a n k o w i t s ch führte aus, daß dieser Tag das bedeutsamste Datum in der Entwicklung der jugoslawischen Industrie darstelle. Jugoslawien mache sich durch das Walzwerk Senitza hinsichtlich seines Eisenbedarfes weitgehend selbständig. Dr. Stojadinowitsch sagte, das Werk Senitza werde nicht nur dem wirtschaftlichen Fortschritt des Landes dienen, sondern auch der Landesverteidigung. Der politische Horizont in Jugoslawien habe sich allerdings durch die Politik der Verständigung mit Bulgarien und Italien glücklicherweise aufgehellt. Es stehe auch eine Verständigung mit Ungarn in Aussicht. Der deutsche Gesandte von Heeren dankte dem Ministerpräsidenten für die Worte hoher Anerkennung, die er für die deutsche Arbeit am Werk von Senitza gefunden habe, das ein Beispiel für die friedliche und nützliche Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Jugoslawien sei. Arbeitsvermittlung für ausscheidende Soldaten und Arbeitsmänner. Berlin, 1. Okt. (DNB.) Die Soldaten, die nach Erfüllung ihrer Dienstpflicht in diesen Tagen aus dem Wehrdienst ausscheiden, werden bei der V e r- mittlung inArbeitsplätzeder freien Wirtschaft oder des öffentlichen Dienstes bevorzugt behandelt. Die Vermittlung wird von den Arbeitsämtern durchgeführt. Die Soldaten, die nach ihrem Ausscheiden die Vermittlung eines Arbeitsplatzes durch das Arbeitsamt erstreben, werden also gut daran tun, sich r e ch t z e i t i g beim zuständigen Arbeitsamt zu melden. Wenn die Vermittlung in Arbeit aus irgendwelchen Gründen nicht alsbald zu- ftandekommt, erhalten die ausscheidenden Soldaten vom Arbeitsamt ohne eine Wartezeit A r b e i t s - losenunter st ützung, auch dann, wenn sie die Anwartschaft auf Arbeitslosenunterstützung noch nicht erworben hatten. Das neue Gesetz über Arbeitslosenunterstützung nach Wehr- und Arbeitsdienst enthält über die Höhe der zu gewährenden Arbeitslosenunterstützung wichtige Bestimmungen. Es gilt in gleicher Weise für Arbbitsmönner nach Erfüllung ihrer Dienstpflicht. Die Arbeitslosenunterstützung bemißt sich mindestens nach der Lohnklasse V. Sie wird ohne Einhaltung einer Wartezeit gewährt; auch bei späterer Arbeitslosmeldung, solange der ausgeschiedene Soldat oder Arbeitsmann nicht mehr als dreizehn zusammenhängende Wochen Beschäftigung hatte. Während der Teilnahme an einer kurzfristigen Ausbildung oder an einer Hebung der Wehrmacht bleibt die Versicherungspolitik auftecht- erhalten; es ruht jedoch die Beitragspflicht. Soldaten und Arbeitsmänner, die die Anwartschaft auf Arbeitslosenunterstützung vor ihrer Einberufung zum Wehrdienst oder Arbeitsdienst noch nicht legenen Einstellungsstelle angefordert werden. Einstellungsstellen sind u. a. Kommando der Schutz- ,..... .......3.. .............. ... Polizei in: Offenbach, Frankfurt, Wiesbaden, Kob-denen sich reiche Ausländer den Ausstellungstrubel lenz. Bewerbungsgesuche sind möglichst b a l d zeigen lassen, oder auch bunte Züge mit acht oder an die dem Wohnort des Bewerbers zunächst zehn offenen Anhängern, die sich wie dicke Raupen Probleme des Hausbesitzes. Die Arbeitstagung des Reichsbundes der Haus- und Grundbesitzer in Köln fand ihren Abschluß mit einem Querschnitt durch die Probleme des Hausbesitzes. Heber den G e- fchäftshausbesitz berichtete Rechtsanwalt Dr. Bayer (Berlin). Der Kriseneinbruch vor der Machtübernahme hat bei diesem Teil des Hausbesitzes zu ganz besonderen Zerstörungen geführt, zumal infolge der Auflösung jeglicher Wirtschaftsgrundlagen durch das außerordentliche Kündigungsrecht der Vierten Notverordnung. Noch jetzt dürfte der Durchschnitt der in Geschäfts- und Industrie- Häusern erzielten Mieten erheblich unter den Friedensmieten liegen. Stadtrat Kaiser (Berlin) behandelte die Eigenarten des gartennutzenden Eigenheimbesitzes. Betreuung gilt hier besonders der Kleintierhaltung und Gartennutzung, deren Bedeutung bereits aus wenigen Zahlen klar wird: 5,3 Millionen Kleingärten und landwirtschaftliche Kleinbetriebe bis zu einem halben Hektar mit insgesamt über eine halbe Million Hektar, worunter reichlich 45 000 Hektar, von etwa 1,3 Millionen Klein- (Pacht-)Gärtner fallen. Belehrung und zweckmäßiger Einsatz haben bereits im ersten Vierjahresplan zu einer 25- bis 30prozentigen Ertragssteigerung geführt. Bodenkunde, Obst- und Gemüsebau, Obst- und Gemüseoerwertung, Schädlingsbekämpfung, Pflanzen- und Vogelschutz sowie Kleintierhaltung sind die hauptsächlichsten Arbeitsgebiete der Betreuung dieser Gruppe des Haus- und Grundbesitzes. Den Sonderfragen des Neuhausbesitzes galt das Referat von Dipl.-Ina. Riß mann (Berlin). Das ständige Anwachsen des Neuhausbesitzes, der bereits nahezu ein Viertel des gesamten Wohnungsbestandes umfaßt, machen einen Jnteressentenaus- gleich zwischen Alt- und Neuhausbesitz erforderlich. Zu denken ist an die gleichmäßigere Besteuerung beider Gruppen wie auch an den Ausgleich der technischen Unterschiede zwischen überaltertem Altraum und technischen Vorzügen des Neuhausbesitzes. Die öffentliche Finanzierung der Wohnungsbautätigkeit ist wesentlich zurückgegangen unter entsprechender Beteiligung des organisierten Kredits und des Privatkapitals — 1936 rund 40 v. H. gegenüber nur 8 v. H. öffentlicher Mittel. Die Hauptgefahrenzone liegt beim älteren Neuhausbesitz, einem Block von über neun Milliarden öffentlichen Mitteln und insgesamt über 20 Milliarden RM. Volksvermögen. Sozial-, Bau- und Finanzierungs- experimente der Systemzeit, Heberteurungen der Gestehungskosten durch falsche Lohn- und Preispolitik, das Fehlen jeder Lenkung beim Kapitalmarkt und bei der Zinsgestaltung, wie auch das schon erwähnte außerordentliche Kündigungsrecht sind die Hauptursachen für die unorganische Entwicklung beim älteren Neuhausbesitz. Trotz der Seggen möglich machen. In dem offenen Kellergewölbe der Landschaft Cognac am Seine-Ufer bemüht sich der liebenswürdige Geschäftsführer, den Gästen die erfrischende Wirkung von Kaffee mit Kognak gerade bei dieser Temperatur durch die rechte Art des Genusses (man wird dazu nicht gerade 100jährigen Kognak nehmen) klar zu machen: Erst füllt sich die Nase mit dem köstlichen Duft des gebrannten Weins. Dann gleitet eine Probe über die Zunge. Ein Schluck des schwarzen Mokkas, nach Gefallen gesüßt und kochend heiß, kommt hinterher. Erst dann wird die Kaffeetasse mit Kognak aufgefüllt, der nun in dieser Mischung feine köstlich belebende und erfrischende Wirkung zeigt. Man kann auch mit Kognak beträufelten Würfelzucker lutschen. „Aber nicht zuviel!" sagt der freundliche Mann, sonst könnte das gefährlich werden." Gegenüber diesem fröhlichen und in der Stam- meseigenart herzlichen Treiben in den Straßen der Regional-Ausstellung herrscht auf der Schwa- n e n i n f e I ein wilder und bizarrer Trubel. Hier zeigen sich die französischen Kolonien, bei denen die Mandate miteinbezogen sind. Es ist ein Vergnügungspark für sich. Gewiß wird hier und da auch etwas von der Kolonialarbeit gezeigt. Aber auch dabei überwiegen die Schaustellungen der Merkwürdigkeiten der Eingeborenen. Nichts, aber auch gar nichts wird hier vorgeführt, woraus man einen Schluß auf eine ernsthafte und intensive K o - lonialarbeit ziehen könnte. Nichts deutet darauf hin, was die französische Kolonialverwaltung zur Förderung der eingeborenen Bevölkerung tut, ob das nun Marokko oder Indo-China ober Kamerun ist. Diese Seite der Kolonialpolitik ist auch in den nationalen Pavillons von den anderen Kolonialmächten, mit Ausnahme Hollands und bis zu einem gewissen Grade noch Südafrikas und Australiens, völlig vergessen worden. Man denkt dabei an die Kolonialschuldlüge, an die schamlose Begründung für den Raub der deutschen Kolonien, daß wir nicht dazu in der Lage gewesen sein sollen, die Eingeborenen höher zu entwickeln und die Reichtümer des Landes wirtschaftlich zu erschließen. Geht es nach dieser französischen Kolonial-Aus- stellung, so beschränkt sich die wirtschaftliche Erschließung auf die Ausnutzung der Rohstoffe, auf das Heranschaffen leckerer Lebens- und Genußmittel; und die Entwicklung der Eingeborenen zeigt sich in den farbigen Sold aten, die um die einzelnen Pavillons stehen. Im übrigen ist die Fülle der Kolonien eine Quelle zusätzlichen Reichtums für das sowieso bei seiner dünnen Bevölkerung reiche Frankreich, das eigentlich im Gegensatz zu der sonstigen Sparsamkeit die Schätze des Landes nur unzureichend nutzt und etwa allein in den ftanzösi- schen Wäldern Nutzholzwerte verkommen läßt, die ohne weiteres zur Beseitigung des augenblicklichen Fehlbetrages im Staatshaushalt ausreichen würden. Sonst sind die Kolonien ein Gegenstand des Stolzes, der Freude und des Vergnügens. Doch bei allem Zauber und aller wilden Romantik dieser mit bunten Eindrücken, mit exotischen Bauten und mit extravaganten Genüssen im Wirbel der Eingebore- nen-Musik und des grotesken Straßenwirrwarrs lockenden Kolonialfchau kann der Deutsche bittere Gefühle nicht unterdrücken. Inzwischen ist die Fülle der Menschenmassen, die sich an der breitesten Stelle der Ausstellung, auf der Prachtstraße unter dem Eiffelturm, hin- und herschieben, noch beängstigender geworden. Zu einem Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten. Paris, im September 1937. Es ist billiger Montag auf der Weltausstellung. Das ist der Tag, an dem das französische Publikum in Massen auf dieses riesige Gelände kommt, das sich in einer Sänge von 3V2 Kilometer zu beiden Seiten der Seine erstreckt. Die rund 900 000 Quadratmeter der Ausstellung sind schwarz von Menschen. Nicht etwa nur die Pariser nehmen den halben Eintrittspreis wahr. Auch der Urlauber aus der Provinz richtet sich so ein, daß er die 30 Pf. sparen kann. 30 Ps. sind 3 Franks; und das hat für den Franzosen eine ganz andere Bedeutung, als für uns die 30 Pf. Es würde aber auch sonst der überlieferten französischen Sparsamkeit widersprechen, eine unnütze Ausgabe zu machen. So laufen heute noch auf den französischen Bahnen — wie übrigens auch auf den belgischen — die Reparationswagen, die seinerzeit von Deutschland abgeliefert werden mußten und deren Typen bei uns noch auf wenigen Nebenbahnen im Verkehr find. Was einmal vorhanden ist, muß aufgebraucht werden, solange es irgend überhaupt noch brauchbar ist. Diese Sparsamkeit gilt dem nationalen Lebensziel, nach 30, möglichst schon nach 25 Jahren der Arbeit sich zur Ruhe setzen zu können. So weicht sogar der Pariser auf der Ausstellung nicht von seiner Gewohnheit ab, sich unterwegs selbst zu verpflegen; die vielen Gaststätten auf der Ausstellung sind ein wenig teurer als die Restaurants sonst in der Seinestadt. Die Wirtschaft- ten der ausländischen Pavillons kommen schon gar nicht in Betracht, abgesehen vielleicht von dem ausgezeichneten und billigen Mokka von Haiti und von dem deutschen Bier, dessen Stände bei der drückenden Hitze umlagert sind. So sitzen in Ecken und Winkeln, auf den Stufen der Hallen und an den Brüstungen des Ufers und der Wasserkünste die Familien beisammen und kramen aus dem Köfferchen oder dem Karton die Eßvorräte heraus, die z. T. offenbar gleich aus der Heimat für die Versorgung in den Tagen des Pariser Besuchs mitgebracht sind. Mann, Frau und Kind, oft auch zwei, dazu die Schwiegermutter und vielleicht noch eine Tante. Das ist der Typ der französischen Familie, der es verständlich macht, daß bei der Bahn und allen möglichen anderen Stellen auffällige Schilder auf die Ermäßigungen für kinderreiche Familien Hinweisen. Zum Teil sind es einfache Leute, offensichtlich Arbeiter aus der Dorstadt, oder Bauern vom Land, aber auch gut angezogene Familien, die dem gehobenen Mittelstand angehören. Man ist gegen Mittag in die Ausstellung gekommen und will bis in die Nacht, bis nach dem Feuerwerk, für fein Eintrittsgeld alles genießen, was geboten wird, ohne weiter viel Ausgaben zu haben. Dabei find denn doch noch die Hunderte von Gaststätten reichlich gefüllt. Abgesehen von den Fremden und von den jungen Leuten, die in Frankreich nicht minder leichtsinnig sind als anderswo, weiß der Franzose überall eine preiswerte Spezialität zu entdecken. Dor allem gilt das für die P a - villons der französischen Provinzen. Dort wird zwar auch Fremdenverkehrswerbung getrieben. Man zeigt auch die heimatliche Volkskunst und stellt die Erzeugnisse der Landschaft aus. Aber die Hauptsache sind dabei doch die Restaurants, Casös und Bars, wo man für billiges Geld den prickelnden Champagner, den eiskalten Ananas- und Tomatensaft bekommt und dazu kleine Leckerbissen, die solche Genüsse in der raschen Folge von einem Pavillon zum anderen ohne üblen Fob SPATLESF WW« WWWWW IWIW WWWWWWW IT« 2. Orient• SPATLESE -Bericht unseres Sonderberichterstatters: I 1 4 * K cjtttjwduned. span jonwnschettt! v L n n s s r n e i ie r« it Teile des mittleren Neuhausbesitzes und den neuesten Neuhausbesitz für den Zeitpunkt, in dem die bisher gewährten Steuerbegünstigungen ihr Ende finden. Die neue Re-ichswohnungspolitik konzentriert sich auf den Arbeiterwohnstättenbau und gewährleistet damit die Zusammenfassung aller Kräfte und Mittel zur Schaffung von Wohnräumen für die minderbemittelten Volksgenossen. Unter den Gesichtspunkten des Miethausbesitzes erstattete schließlich Dr. G l o s e (Hamburg) Bericht. Selbst in Großstädten entfallen auf ein Gebäude durchschnittlich nur 5,3 Wohnungen. In den kleinen Gemeinden geht der Satz sogar auf 2,3 Wohnungen zurück. Die Investierung von 30 Milliarden Fremdkapital, die großen Aufgaben des Miethausbesitzes als Auftraggeber, Steuerträger und Zinszahler zeigen feine Leistungspflichten als Funktion der Miete. Als seine Träger überwiegen der kleine „Mittelstand" und die bodenständige Sparerschicht. Ältst ad Sanierung, Hypothekenrechtsreform, Grund- und Hauszinssteuerfragen und die Angleichung von Krisenmieten für bestimmte Teile des Miethausbesitzes sind einige seiner Hauptsorgen. Bevölkerungspolitik und Wohnwirtschaftsprobleme machen auch künftig das Miethaus unentbehrlich. Die Schaffung und Erhaltung gesunder preiswerter Wohnungen ist die große Aufgabe des Miethausbesitzes. Kunst und Wissenschaft. Oie Irobenius-Expediiion nach den Molukken. Die 1511 von den Portugiesen entdeckten und im 17. Jahrhundert von den Holländern eroberten Molukken liegen zwischen Celebes und Neu-Guinea im Indischen Ozean. Dorthin begab sich im Februar 1937 eine Expedition, die Geheimrat Leo F r o b e - n i u 5 ausrüstete, um die in 30jähriger Expeditions- orbeit in Afrika gewonnenen Erkenntnisse auszubauen. Die Expedition begab sich unter Leitung von Dr. Jensen auf die Insel (Seram. Nur mit der entgegenkommenden Unterstützung Hollands gelang es den Forschern, die fast undurchdringlichen Urwälder auf schmalen Eingeborenenpfaden zu durchqueren und mit der sehr europäerfeindlichen Einge- borenenbevölkerung in Verbindung zu treten. Auf der Insel Seram hat sich der Kult der K o p f j ä - g e r am unberührtesten erhalten. Es gelang, nach Aufzeichnung der unbekannten Eingeborenensprachen Wernale und Alurne in diesen wenig bekannten Kult Klarheit zu bringen. Wenn auch durch ftrenqe Maßnahmen der holländischen Beamten die Kops- j a g d bis auf vereinzelte Fälle verschwunden ist, so hat sich der Kult, der auf der Kopstagd begründet ist, erhalten. Die mit großer Phantasie begabten Eingeborenen sind, seit die Kopfjagd verboten ist, auf einen seltsamen Ausweg gekommen und haben, da der Kult ohne Kopf nicht denkbar ist, den Menschenkovf durch chinesisches Porzellan ersetzt. Meist werden alte chinesische Teller von den Forschern gefunden, die an Stelle des Kopfes beim Kult verwandt wurden. Die Forscher konnten eine hochentwickelte Bambus- Architektur beim Hausbau im Urwald feststellen. Ueber 500 Märchen konnten aufgezeichnet werden. Eine Fülle von Zeichnungen und Photographien ergänzen die Ausbeute. — Der Leiter der Expedition, Dr. Jensen, ist jetzt wieder nach Frankfurt zurückgekehrt. Die übrigen Teilnehmer befinden sich noch im Macluer-Gols, wo unbekannte Felsbil- der gefunden wurden, die der Prähistorischen Reichs- bildergalerie einverleibt werden. In Kürze wird eine zweite Frobenius-Expedition nach den Molukken abreisen. Goethemedaille für die Professoren Sebastian Merkle und Aloys Schulte. Der Führer und Reichskanzler hat den Universitätsprofessoren Geheimrat Dr. Sebastian Merkle in Würzburg und Geheimrat Dr. Aloys Schulte in Bonn die Goethemedaille für Kunst und Wissenschaft verliehen. — Sebastian Merkle, Ordinarius für Kirchengeschichte, christliche Dogmengeschichte und christliche Archäologie in der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Würzburg, ist am 28. August 1862 in Ellwangen geboren; von seinen Schriften seien genannt: „Reformationsgeschichtliche Streitfragen", „Die kirchliche Aufklärung im katholischen Deutschland", „Julius Echter und seine Universität", „Religiöse Erzieher der katholischen Kirche". Merkle ist Mitherausgeber der „Weltgeschichte in Charakterbildern". — Aloys Schulte, der em. Ordinarius für mittlere und neuere Geschichte an der Universität Bonn, Mitglied der Akademie der Wissenschaften zu Berlin und München, ist am 2. August 1857 in Münster i. W. geboren. Von seinen zahlreichen Arbeiten seien genannt: „Die Fugger in Rom", „Der Adel und die deutsche Kirche im Mittelalter", „Die Schlacht bei Leipzig", „Frankreich und das linke Rheinufer", „Die Kaiser- und Königskrönungen in Aachen". Zwei bedeutende deutsche Mediziner gestorben. Im Alter von 80 Jahren starb in Bad Gastein der Geheime Medizinalrat Professor Dr. Fedor Krause, der durch seine bahnbrechenden Verbesserungen der Operationsmethoden Weltruf genoß. Insbesondere der Chirurgie des Gehirns und des Rückenmarks hat er neue Wege gewiesen. In Schlesien 1857 geboren, wirkte er zunächst in Halle und Altona, später in Berlin. Als Generalarzt und beratender Chirurg im Weltkriege erhielt er 1915 seine Ernennung zum o. Honorarprofessor an der Berliner Universität. — Im Alter von 61 Jahren starb in Berlin der Chefarzt der Inneren Abteilung des Augusta-Hospitals, ao. Professor Dr. Carl S ch l a y e r , der als Internist vor allem auf dem Gebiete der Nieren-, Leber- und Gallenerkrankun- gen Hervorragendes geleistet hat. Die Reichshaupt- stadt verliert in ihm einen ihrer tüchtigsten Aerzte. Deutscher Lehrstuhl in USA. Um den amerikanischen Studenten eine bessere Kenntnis des deutschen Geisteslebens zu vermitteln, hat die Oglethorpe-Universität in Atlanta (Georgia) beschlossen, einen deutschen Lehrstuhl zu errichten. Die Universität hofft, wie sie mit der Ankündigung dieser Absicht mitteilt, daß ein derartiger Lehrstuhl nicht nur jedem einzelnen amerikanischen Studenten für seine wissenschaftliche Fortbildung von Nutzen sei, sondern auch dazu beitragen werde, den Grundstein für eine aufgeklärte öffentliche Meinung über Probleme zu legen, die für eine Enger- gestaltung der Beziehungen zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten lebenswichtig seien. Großer Erfolg eines englischen Sängerchores in Frankfurt. Das Konzert, das der englische „Fleet Street C h o i r‘‘ in Frankfurt a. M. gab, war für die englischen Sänger ein großer Erfolg. Zur Begrüßung sang der Gesangverein „Concordia" den „Deutschen Sängergruß" und den „Deutschen Glauben". Die englischen Volks- und geistlichen Lieder, die der „Fleet Street Choir‘‘ zu Gehör brachte, sanden reichsten Beifall, so daß sich der Chorleiter Mr. Lawrence immer wieder bedanken mußte. Kleine politische Nachrichten. Der Reichskriegsminister Generalfeldmarschall von Blomberg tritt am 4. Oktober eine Erholungsreise mit Aviso Grille an. Es ist beabsichtigt, Funchal auf Madeira und Ponta Del- gada auf Sao Miguel (Azoren) anzulaufen. ♦ Der Staatssekretär im Reichsluftfahrtministerium General der Flieger Milch traf auf dem Militärflughafen Dudny bei Paris ein. Er wurde vom Unterstaatssekretär Andrauü, Botschafter Graf Welczeck und dem Generalstabschef der Luftstreitkräfte empfangen. Flankiert von je drei Bombern, hatte ein Ehrenbataillon der französischen Fliegertruppen vor dem mit der Hakenkreuzfahne und der Trikolore geschmückten Empfangsgebäude Aufstellung genommen. Als General Milch vor der Fahne des Ehrenbataillons Halt machte, wurden das Deutschlandlied, das Horst-Wessel-Lied und die Marseilleise gespielt. * Zur Ablösung der deutschen Seestreitkräfte, die ich in den spanischen Gewässern be- inden, laufen am 5. und 7. Oktober das Panzer- chiff „Deutschland" und die Vierte Torpedobootsflottille aus. Wie „Sunday Times" berichtet, wird die ^feierliche Krönung Königs Georg VI. von England zum Kaiser von Indien im Dezember 1938 stattfinden. Ursprünglich hatte man gehofft, daß die Krönung noch in diesem Jahre stattfinden würde. Der Staatsakt ist jedoch aus technischen Gründen auf nächstes Jahr verschoben worden. ♦ Der jugoslawische Regentschaftsrat hat einer vom Ministerpräsidenten Stojadinowitsch vorgeschlagenen Umbildung des Kabinetts zugestimmt, durch die neu besetzt werden: das Justiz-, das Forst-, das Unterrichts-, das Postministerium sowie das Ministerium für Physische Volkserziehung. Die parteimäßige Grundlage der Regierung beruht nach wie vor auf der Regierungspartei, der „Jugo- s l a w i f ch - R a d i k a l e n G e m e i n f ch a f t". Damit ist auch schon gesagt, daß der Regierungskurs der gleiche bleiben soll. Aus aller Wett. Schwere Unweller über Katalonien. In ganz Katalonien und Barcelona haben schwere Unwetter und Regengüsse allenthalben Uerschwemmungen hervorgerufen. Mehrere von Barcelona ausgehende Eisenbahnlinien wurden unterspült. Zwei Brücken sind eingestürzt; die eine stürzte zusammen, als ein Omnibus sie passierte. 30 Personen wurden verletzt. In Barcelona sind Teile der Altstadt überschwemmt. Der Fracht- oerkehr auf der Strecke von Barcelona nach der französischen Grenze ist unterbrochen. Ein dreifacher Frauenmörder verhaflel. Der Kriminalpolizei Hamburg ist es gelungen, den Frauenmörder zu ermitteln und zu überführen, der die Cuxhavener Bevölkerung lange beunruhigt hat. Der Mörder, der in Meißen geborene Robert K o e r n i g, hat unter dem Druck des ihm vorgehaltenen Beweismaterials ein Geständnis abgelegt. Danach hat er 1930 eine Frau im Werne rwald bei Cuxhaven niedergeschlagen und sich an ihr vergangen. Weiter hat er 1936 die Ehefrau von Bargen in der Wusterheide bei Cuxhaven auf offener Straße überfallen, genotzüchtigt und erdrosselt. In der Nacht zum 23. Mai 1937 hat er Grete Bange in einem Teich ertränkt. Ob Koernig auch für den Tod einer weiteren Frau, die in Cuxhaven ermordet wurde, verantwortlich zu machen ist, wird zur Zeit noch geprüft. Jude wegen forlgesehler Rassenschande verurteilt Nürnberg, 4. Okt. (DNB.) Die Erste Große Strafkammer beim Landgericht Nürnberg-Führt verhandelte gegen den 52 Jahre alten Juden Arthur Strauß aus Nürnberg, der seit 1931 mit einem deutschblütigen Mädchen ein Verhältnis unterhielt. Selbst nach dem Erlaß der Nürnberger Gesetze hat er dieses Verhältnis, obwohl er von der Polizei dreimal verwarnt worden war, weitergeführt. Der Staatsanwalt beantragte, den Angeklagten wegen eines fortgesetzten Verbrechens der Rassenschande zu fünf Jahren Zuchthaus zu verurteilen und zu fünf Jahren Ehrverlust. Die Strafkammer schloß sich diesem Antrag an und begründete dies wie folgt: Wer gegen das Rassengesetz verstößt, verübt einen Angriff schwerster Art auf die Lebensgrundlage des deutschen Volkes. Menschliche und moralische Einwände gegen ein derartiges Urteil haben hier hinter dieser politischen Forderung zurückzutreten. Der Angeklagte hat in seltener Hartnäckigkeit und Frivolität gehandelt. Er hatte alle Warnungen der Polizei in den Wind geschlagen und sich sogar nicht gescheut, sich als Katholik zu tarnen. Ihn muß deshalb die ganze Härte des Gesetzes treffen. Schweres Autobusunglück in Nordafrika. Der Schnellzug Constantine—Algier überrannte an einem schienengleichen Straßenübergang einen Ausflügler-Autobus. Drei Insassen des Kraftwagens wurden dabei auf der Stelle getötet. Jüdische Geldschrankknacker in Danzig festgenommen. Nach der Verhaftung des internationalen jüdischen . Scheckfälschers Siegfried Lo schinski konnte jetzt die Danziger Kriminalpolizei einen weiteren guten Fang machen. Sie kam einer Verbrecherbande auf die Spur, die nach modernen Methoden arbeitete. Bei allen Beteiligten handelt es sich ausschließlich um Juden und — mit Ausnahme eines Danzigers — um polnische Staatsangehörige, die in Danzig das Gastrecht genießen. Den Verbrechern konnten bisher drei Geldschrankeinbrüche nachgewiesen werden, die sie in einer Weinhandlung, einem Juwelengeschäft und einer Filiale der Danziger Feuersozietät ausgeführt haben. Bei 'fcen Einbrüchen war eine weitere Anzahl Warschauer Verbrecher beteiligt, die aber über die Grenze flüchten konnten. Wetterbericht des Reichswetterdienstes, Ausgabeort Frankfurt. Heber Skandinavien hat sich ein kräftiges Hochdruckgebiet auf geb aut, das zunächst seinen Einfluß auf;5ie Witterung Deutschlands verstärkt. Es hat bereits die Zufuhr kälterer festländischer Luft aus Osten ausgenommen, die zur Zeit bei der Verdrängung der vor allem in der Höhe noch vorhandenen Warmluft stellenweise noch zu Niederschlägen Anlaß gibt. Im ganzen kann jedoch zunächst mit fortschreitender Besserung gerechnet werden. Aussichten für Mittwo ch: Vereinzelt Frühnebel, sonst wolkig bis heiter und meist trocken, nachts recht frisch, tagsüber mäßig warm, lebhafte östliche Winde. Aussichten für Donnerstag: Bei östlichen Winden im wesentlichen heiter und trocken. Lufttemperaturen am 4. Oktober: mittags 14,6 Grad Celsius, abends 9,6 Grad; am 5. Oktober: morgens 6 Grad. Maximum 15,2 Grad, Minimum heute nacht 3,8 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 4. Oktober: abends 12,7 Grad; am 5. Oktober: morgens 8,9 Grad. — Niederschläge 1,1 mm. — Sonnenscheindauer 0,2 Stunden. Hauptschriftlöiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr.W. Lange; für Feuilleton: Dr.Hcms Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. IX. 37: 9248. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugs- preis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufs- preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. Stadttheater Giefeen Heute 20—23 Uhr: letzte Aufführung der großen Eröffnungsvorstellung: „Mafe für Malt“ Tragikomödie von Shakespeare So urteilt die auswärtige Presse: „Der Mittag“: Gießen überrascht durch eine frische und wache Wiedergabe, schönem Elan, fügend liebes Temperament... „KölnischeVolkszeitung“: Die Gießener Uraufführung hatte eine zwingende Geschlossenheit der dramatischen Vision. „Nassauische Volkszeitung“, Wiesbaden: Die Darstellung hatte hohes Niveau. „Frankfurter Volks blatt“: Die Aufführung: .... ein verheißungsvoller Auftakt der neuen Spielzeit. Dienstag-Miete 2. Vorstellung Preise von 0.60-3.— ________________________________________________________6469 D Vermietungen Stellenangebote Zentral gelegene Wohnung 1. Stock, große Wohnküche und gr. Schlafzimm. per 1. Nooemb. zu vermieten. Schr.Angebmnt. 04924 a.d.G.A. 2-Zimmer-Wohi. zu vermieten. Schriftl. Anfrag, unt.04918 an ben Gießen. Anzeig. Ruhig. Ehepaar sucht 3-Zimmer-Wohn. Schr.Angeb.unt. 04927 a.d.G.A. 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Oktober (93Z Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Aus der Stadl Gießen. Bückling auf jeden Tisch! V. A. Fett wie ein Aal, zart und schmackhaft — eine Delikatesse von großer Preiswürdigkeit, das ist der deutsche Bückling in diesen Monaten. Und das hat seine guten Gründe. Nach den Untersuchungen des staatlichen Instituts für Seefischerei in Weser- münde hat nämlich die deutsche Fischindustrie aus den Heringsfängen den fettesten und schönsten Hering zur Verfügung. Diese Qualität gerade des deutschen Herings wird einmal bedingt durch die Art der Heringe, die uns zum Fang zur Verfügung stehen, sie ist zweitens bedingt durch die Jahreszeit, in der wir den größten Teil fangen. Und schließlich sind die Fangergebnisse bestimmt durch die wissenschaftlichen und technischen Voraussetzungen, die in großzügigster Weise heute geschaffen sind. Heute unterliegt auch der Fischbestand auf dem offenen Meere einer sehr großzügigen und umfangreichen Forschung, deren Ergebnisse der Hochseefischerei und damit unserer Ernährungsbasis zugute kommen. Zwar kannten die Fischer im allgemeinen die Ergiebigkeit der Fischgründe, und sie wußten auch, zu welchen Jahreszeiten sie dem Fang nachgehen mußten. Die Wissenschaft vermochte aber erst die Ursachen zu ergründen, die zu den merkwürdigen Schwankungen in den Fischbeständen führen, Schwankungen, die sich im Fangergebnis derart stark auswirken, daß die Hochseefischerei früher periodenweise in die schwierigsten Wirtschaftskrisen geriet. Mit Hilfe der Wissenschaft und mit dem Ausbau unserer Fischereiflotte war es erst möglich, die Fangzeiten ganz wesentlich auszudehnen. Die Wissenschaft hat nämlich eine sehr eingehende Erkenntnis von den verschiedenen Heringsarten, ihren Laichplätzen und Laichzeiten geschaffen. Die Heringsart, die z. B. jetzt in ganz großen Mengen im westlichen Teil der Nordsee von der schottischen Küste bis zur Doggerbank gefangen wird, da sie dort ihre Laichplätze hat, stellt einen völlig unabhängigen Bestand, wie der Wissenschaftler sagt, gegenüber denen dar, die im Februar/März an den Küsten Schottlands, der Orkneys und Shetlands laichen. Jetzt wird der Leser auch verstehen, warum der Beauftragte des Vierjahresplans in umfassender Weise die Vervollkommnung der technischen Ausrüstung unserer Fangflotte und den Bau einer genügenden Anzahl modernster Heringslogger fördert. Erst durch Einsatz aller technischen Mittel ist es möglich, nicht nur das Fangergebnis ganz erheblich zu steigern und damit vor allem die Einfuhr von Salzheringen weitgehend überflüssig zu machen, sondern jetzt ist es auch erst möglich, die Fangzeit des Herings, die saisonmäßig auf die Zeit von Juli bis Oktober beschränkt war, auf die Zeit von Ende Mai bis in den Januar hinein auszudehnen. Weiter ist es durch eine leistungsfähige Flotte möglich, die Preisgestaltung am deutschen Fischmarkt gerade in den kritischen Monaten September und Oktober, in denen alle nur verfügbaren Schiffe für den Heringsfang eingesetzt und dem übrigen Fischfang entzogen werden — wodurch die Preise der'Fische, mit Aus- nabme des Herings, in die Höhe zu gehen pflegen —, einigermaßen zu regulieren. Die bisherigen diesjährigen Heringsfangergebnisse sind wieder ganz vorzüglich, und wenn nicht in den beiden kommenden Monaten schwere Stürme den Fang beeinträchtigen, dann können wir mit einem neuen Rekordjahr im Heringsfang rechnen. Was das für die deutsche Ernährung bedeutet, weiß heute jeder von uns. Schon 1936 konnte gegenüber 1935 das gesamte Fangergebnis in allen Fischarten ganz erheblich gesteigert werden — nämlich um rund 100 Millionen Kilogramm —, wobei auch der Hering sehr stark beteiligt war. Statt 121 Mill. Kilogramm im Jahre 1935 konnten 169 Mill. Kilogramm angelandet werden, wodurch es möglich wurde, die Salzheringsproduktion und auch den Konsum über die seit längerer Zeit konstant gebliebene Ziffer von 1.3 Millionen Faß auf rund 1,4 Millionen Faß zu steigern. ‘ bei Katarrh (Schluß folgt.) zu zeigen. ternehmer zu erklären. Wir sehen also die Berufs» erziehung und -ausbildung in drei großen Abschnitten: Lernen, Können, Beherrschen! Die Leistungspyramide sieht also in ihrer breitestens Basis alle Menschen und in ihrer Spitze nur Einzelne. Diese Einzelnen haben durch ihren Dienst an der Gemeinschaft und durch ihre Leistung und ihre Befähigung an verantwortungsvollster Stelle zu beweisen, daß sie nicht nur befehlen, sondern auch gehorchen können, denn sie sind durch das Vertrauen der Volksgemeinschaft auf führende Posten gestellt und haben sich dort als führend und der Volksgemeinschaft dienend nationalsozialistisch geführt werden kann, ist es notwendig, für den verbleibenden Teil der deutschen Facharbeiter aller Berufe — und das ist der Großteil aller schaffenden deutschen Menschen —, eine überbetriebliche Berufserziehung durchzuführen und die entsprechenden Einrichtungen zu schaffen. Das hat die Deutsche Arbeitsfront getan, und zwar durch die Errichtung der Uebungsstätten im Bern fserziehungswerk. Die fördernde Berufserziehung hat nun die Aufgabe, die Menschen, die von ihr erfaßt werden, nach dem Prinzip der Auslese allmählich höher zu führen und sie durch kleinere Teilprüfungen, wie z. B. Bilanzbuchhalter- oder Geschäftsstenographenprüfung, oder durch Ganzprüfungen, wie Meister- oder Einzelhandelsfachprüfung als befähigt zum Betriebsführer und Un» Vom Kaufmann sei zu fordern, daß er an den Anfang aller Dinge die Tat setze! Als Grundlage allen Erfolges gilt für Greck die Voraussetzung einer gewissen Harmonie in der Familie, sowohl des Geschäftsinhabers wie in der des Geschäftspersonals, zwischen Betriebsführer und Gefolgschaft. Diese Harmonie müsse sich dann auch in der gemeinsamen Arbeit auswirken können, indem der Verkäufer dem Geschäftsinhaber die Bemerkungen der Kundschaft, ihre Wünsche und Anregungen so übermittelt, daß sie für die Geschäftsvorgänge, die Schaufensterdekoration, den Verkauf und Einkauf usw. ausgewertet werden können. Verkäufer müßten sich bewußt sein, daß sie in der Front stehen. Dazu sei aber auch notwendig, daß ihnen Anregungen geboten werden, daß sie auch einmal an die großen Handelsplätze geschickt würden und anderes sähen. Dafür brachte der Redner den Gedankenaustausch der Kaufleute mehrerer Städte in Vorschlag, und für einen solchen Zweck regt er auch einen Schulungskurs des Einzelhandels auf dem Gleiberg an. Nach einer kurzen Pause ging der Schulungsleiter ganz besonders auf die Fragen der Geschäftsführung ein und hob die Bedeutung einer übersichtlichen und geordneten Buchführung hervor, die Aufschluß über den Bestand und die Entwickelung eines Betriebes zuläßt. Viele Kaufleute glaubten etwas zu haben und lebten doch von der Substanz, und ihr Geschäftsrückgang belaste die Volkswirtschaft. Zum Schluß verwies er aus die Notwendigkeit eines inneren Zusammenhanges von Geschäftsgefolgschaft und Geschäftsführung hin und kennzeichnete diejenigen, die außerhalb des Geschäftes irgendwie geringschätzig von ihrem eigenen Geschäft reden, als nichtsnützige und minderwertige Charaktere, die nicht wert feien, dem Kaufmannsstande anzugehören. Der anhaltende Beifall brachte dem Vortragenden den Dank zer Zuhörer zum Ausdruck. 3m Auftrag des Führers! Von K. Beckmann, Kreisberufswalier der OAF., Gießen. Lebensfragen des Einzelhandels Vortragsabend der Kreisfachgruppe Einzelhandel. Prüfung und für alle Lehrlinge (einschließlich der handwerklichen Lehrlinge) der jährliche Reichsberufswettkampf statt. Darüber hinaus können die jugendlichen Facharbeiters jedes Berufes bis zu einem bestimten Alter am Reichsberufswettkampf ebenfalls teilnehmen. Gegen Ende der Lehrzeit hat der jeweilige Lehrherr feinen Lehrling zur Gesellen-, Facharbeiter- ober Kaufmannsgehilfenprüfung anzumelden. Besteht der Lehrling diese Prüfung, so erhält er seinen Gesellen-, Facharbeiter- oder Kauf- mannsgehilfen-Brief und ist damit ein Facharbeiter für die deutsche Volksgemeinschaft geworden. Er hat seinen Beruf gelernt! Damit hat er die erste Stufe der Berufserziehung- und Berufsausbildung erreicht. Er darf nun keineswegs glauben, daß er jetzt genug gelernt hat, denn jetzt setzt die fördernde Berufserziehung, die Erwachsenen- Erziehung ein. Diese teilt sich in eine betriebliche und eine überbetriebliche Berufserziehung. In größeren Betrieben ist es ohne weiteres möglich, die betriebliche Berufserziehung durchzuführen, und zwar für die größten Gruppen der jeweilig vertretenen Berufe. Die betriebliche Berufserziehung kann 1. durch Vorträge betriebswirtschaftlicher und volkswirtschaftlicher Art, 2. in fachlichen Vorträgen, die durch Lichtbilder und Filme besonders wirksam gemacht werden können, und 3. durch praktische Unterweisung erfolgen. Da diese betriebliche Berufserziehung aber nur in größeren Betrieben ganz bzw. in mittleren Betrieben, sofern die Belegschaft zu 80 v. H. einer Berufsgruppe angehört, durch- Die Verordnung des Führers und Reichskanzlers Adolf Hitler über die Deutsche Arbeitsfront enthält u. a. auch den strikten Auftrag, die deutsche Volks- und Leistungsgemeinschaft zu bilden und für die gesamte Berufserziehung und -ausbildung Sorge zu tragen. Die Deutsche Arbeitsfront hat diesem Befehl Folge geleistet und durch ihr Amt „Berufserziehung und Betriebsführung" die grundsätzlichen Richtlinien für die verschiedenen Gebiete der Berufserziehung und damit der Betriebsführung bekanntgegeben. Vor allem sind auch die verschiedenen Probleme, die zu lösen waren, in Angriff genommen worden, und wir sehen heute die Berufserziehung und Berufsausbildung in ihrer Zielsetzung durch die praktische Inangriffnahme der verschiedenen Probleme klar vor uns und zum Teil bereits gelöst. Es ist selbstverständlich, daß die gesamte Berufs- erziehuna und Berufsausbildung als Grundlage die nationalsozialistische Weltanschauung haben muß. Für das deutsche. Volk ist der beste Arbeiter auch sein wertvollster. Wir haben heute nur noch einen Adel, und zwar den Adel der Arbeit. Wenn wir diesen Wertmesser an die Arbeit im Wirtschaftsleben unseres Volkes anlegen, so sehen wir die naturnotwendige und naturgegebene Auslese in einer großen Pyramide bildlich vor uns. Die breiteste Grundlage umfaßt alle die Menschen, die in das Berufsleben eintreten. Sie werden künftig im letzten Schuljahr, d. h. im 14. Lebensjahr, durch die Einfach ft schulung der Deutschen Arbeitsfront, die gemeinsam durch die Deutsche Arbeitsfront und durch die Schule durchgeführt wird, hindurchlaufen. Die jungen Menschen werden hier an mehreren Materialien, wie Papier, Stoff, Holz und Eisen erprobt, die sie mit den einfachsten Werkzeugen bearbeiten müssen. Es handelt sich hier nicht um eine Berufsausbildung, sondern um das Studium des Arbeitscharakters, um die Berufsfindung des einzelnen jungen deutschen Volksgenossen. Die Berufslenkung und den Arbeitseinsatz nimmt bann das Arbeitsamt vor, und es ist selbstverständlich, daß nur diejenigen in eine Lehrstelle gelangen, deren herausgefundener Arbeitscharakter diese Bevorzugung rechtfertigt und Gewähr dafür bietet, daß der fo getroffene Arbeitseinsatz die daran geknüpften Erwartungen auf Leistung erfüllt. Diese nun bereits getroffene Auslese tritt in der Lehrzeit ein. Die Lehrzeit erstreckt sich über mehrere Jahre, im Durchschnitt drei bis vier Jahre. Es ist selbstverständlich, daß die praktische Ausbildung im Betriebe liegen muß, während die theoretische Ausbildung Aufgabe der Berufsschule ist. Das Ziel für die praktische Ausbildung ist in jedem Betrieb die organische Berufsausbildung, d.ch., wenn möglich, eine Ausbildung in Lehrwerkstadt ober Lehrecke; wo dies nicht möglich ist, insbesondere in den kaufmännischen und Kleinhandels- und Handwerksbetrieben, soll die Ausbildung trotzdem eine planvolle sein. Es sind also zum mindesten genaue Berusserziehungs- und -ausbil- dungspläne aufzustellen und strikte einzuhalten. Das Ziel für die Berufsschule muß sein, den Stoff theoretisch zu lehren, welcher praktisch im Betrieb erarbeitet wird. Der Unterricht in der Berufsschule soll möglichst für alle Berufe den Fachunterricht in der Fach klasse durch den Fachlehrer bringen. Da dies nicht restlos möglich sein wird, ist es Ausgabe der Uebungs- stätten der Deutschen Arbeitsfront, durch entsprechende Lehrgemeinschaften den jungen Menschen den notwendigen Ausgleich zu geben, genau so wie den Betrieben, die ihren Lehrlingen die erforderliche Grundausbildung nicht geben können, diese Lehrlinge für das erste Jahr in die G e - meinschastslehrwerkstatt der DAF. geben können. Während der Lehrzeit findet für die handwerklichen Lehrlinge halbjährlich eine ZwischenDie Kreisfachgruppe Einzelhandel hatte zu einem Vortrag eingeladen. Kaufmann Erich Schulte hatte den Schulungsleiter der Reichsfachgruppe Einzelhandel Greck (München) als Redner verpflichtet. Dankbar folgten die Zuhörer, um fo mehr, als der Redner von feinem ersten Vortrag her in Gießen bekannt ist. Seine starke persönliche Eigenart des Vortrages war für jedermann unterhaltsam und lehrreich zugleich. Der Redner verstand es, seinen Zuhörern die Bedeutung und den Wert eines gesunden und existenzfähigen Kaufmannsstandes begreiflich zu machen, aus feiner reichen Erfahrung heraus einen Geschäftsbetrieb nüchtern und kritisch zu betrachten und zu beurteilen. Das tat er einmal vom Standpunkt des Verkäufers und dann von dem des Geschäftsführers aus. Er ging zur strengsten Kritik über und vermochte dazu anzuregen, sich selbst zu prüfen mit dem Ziel: Ein Geschäft zu erhalten und es weiter zu entwickeln! Dabei machte er auf Trugschlüsse, wie z. B. die befriedigenden Tagesumsätze aufmerksam und lenkte die Aufmerksamkeit der Umsatzkurve, .dem Reichsdurchschnitt und der Preisbildung zu. Der Chef müsse das Risiko, so sagte er, die Ausgleichsmöglichkeit haben, damit er Reserven schaffe und dafür sei die Zusammenarbeit von Geschäftsführer und Geschäftsgefolgschaft notwendig. Als Voraussetzung forderte er für beide Teile die Sachkundeprüfung. Jedes Geschäft müsse einen einheitlichen Plan haben, so fuhr der Redner fort, es müsse von außen wie von innen einheitlich wirken und alle Faktoren eines gesunden Geschäftsbetriebes in sich vereinen. Nur der Kaufmann komme vorwärts, der viel vergleiche. Wer hinter dem Ladentisch stehen bleibt und nicht einmal aus dem Laden, geschweige denn aus dem Ort herausgehe, der werde „betriebsblind". Wer im Betrieb stehe, müsse von großer geistiger Beweglichkeit sein. Wer nicht jeden Tag Fragen an sich stelle, der komme nicht vorwärts. Oie Gtunde Gottes. Von Otto Heuscheie. Düster und schwarz stiegen an diesem Abend die Wvlkenberge aus dem westlichen Horizont. Es lag eine schwere Schwüle über der Ebene, kein Luftzug lief über das weite Land und der Wald drüben stand reglos und finster, er erwartete den Sturm, der von Westen her einbrechen würde, wie so oft schon in den Jahren und Jahrzehnten, seit er hier stand. Wald und Wolkenwand sahen fich an wie die finsteren Angesichte zweier Feinde vor dem Kampf. Michael Wurm, seinem Beruf nach Landarbeiter, Vater dreier kleiner Kinder, verlieh in dieser Stunde ein kleines Haus, das in einem kleinen, aber sauber gepflegten Garten stand. Sein Antlitz, finster wie das des Waldes und das der Wolken, sah nach der schwarzen Wolkenwand zurück. Aber er fürchtete fich vor nichts . . . weder vor dem Unwetter noch vor dem Wald, wenn ihn der Sturm aufwühlte und zornig werden lieh. Das hatte er schon oft erlebt. Gerade bei solchen Wolken war er gerne in den Wald hinübergegangen ... da war niemand, der ihn beobvchtete, niemand, der ihm folgte. Fadesten stand die Frau wie immer mit bebenden Gliedern am Fenster, um dem fich @ntfernenöen nachzusehen. Sie wuhte wohin er ging. Sie kannte das. Sie hatte alles versucht, ihn von diesen Gangen zurückzuhalten. Vergebens. Er war sonst ein Mensch, mit dem man umgehen konnte. Er schlug sie nrchll. Er trank nicht. Er l ef keinen anderen Frauen nach. Aber er ging in den Wald . . . und brachte von dort heim, was nicht erlaubt war. Das war seine Leidenschaft . . . sein Unglück. War es anders als ein grohes Wunder, daß er bisher noch ntd)t ent- deckt worden war? War der Wald endlos? Er zog sich wohl drei, vier Stunden hin, man konnte sich verbergen, konnte fliehen, aber einmal, einmal, das wuhte die Frau, einmal würde er nicht meyr wiederkehren. Einmal würde er als 33 e,r Bremer entlarvt werden. Langsam kam die Wolkenbant herüber. Der Himmel verfinsterte sich. Roch uef kein Wind über das Land. Unruhig, als fürchteten sie das Drohende, flogen die Vögel, ganz meoer fcie Schwalben, höher die Staare und noch hoher die großen Raubvögel. Jetzt war der Mann verschwunden. Sie holte die Bibel. Warum hatte sie in diesem Sinn keine Gewalt über ihn? Früher hatte sie noch Kralt genug gehabt, mit ihm zu streiten, ihn zu warnen, ihn zu richten. Da gab es Szenen Harte Wortwechsel. Geschlagen hatte er sie nie. Jetzt schwieg sie. Aber sie litt unter all dem und oft wünschte sie, er möge entdeckt werden und gerichtet, damit der Frevel ein Ende habe. Aber sogleich erschrak sie vor ihren Gedanken, denn sie liebte ihren Mann, obgleich er ein Verbrecher war. Michael Wurm schlich durch das niedere Buschwerk. 3m Wald war es finster und still ... unsagbar still. Jeder gebrochene Zweig knackte laut, jeder zurückschnellende Ast klatschte, als rausche Waster über Felsen. Die Stille schreckte Michael. Er hielt inne, warf sich auf die Erde. Die Wolkenbank muhte heraufgestiegen sein. Mit einem Mal brach der Sturm los . . . wild, gewaltig. Als seien wilde Tiere aus Abgründen schreiend aufgesprungen, um sich ineinander zu verbeißen, so brüllte der Sturm. Äste brachen . . . Blitze zuckten blutig aus dem Schwarzblau der Wolken, Donner krachte, der Sturm peitschte Hagel durch die Baume . . . weih und hart trafen sie Michaels Gesicht. Der sprang auf, stürzte durch das Dickicht. Wie ein Schwimmer im Waster fühlte er sich jetzt in seinem Element. Rastlos trieb es ihn vorwärts. Da brach ein Wild durch das Dickicht ... er legte an. Sein Schuh krachte durch den Wald, wahrend gleichzeitig zwei, drei Donnerschlage sich trafen. Er hatte sein Ziel verfehlt. Weiter, immer weiter trieb es ihn, während der Sturm sich härter in den Wald verbiß, so dah dieser immer lauter aufbrüllte. Ein Wirbel erfaßte zwei alte Tannen, hob sie samt den Wurzeln aus der Erde und ließ sie krachend zu Boden fallen. Lächelnd sah Michael zu. Er drängte unbekümmert vorwärts. In Strömen fielen Regen und Hagel. Da! Was war das . . . Drüben hundert Meter im Schuhe einer großen alten Tanne stand der Förster. Er hatte ihn gesehen. Er legte sein Gewehr an. Er rief etwas. Michael hörte es nicht, er sah nur, wie der Mund des Mannes sich öffnete. Zwischen ihnen stand eine große Eiche. Sie mochte achthundert, neunhundert Jahre alt sein. Sollte er sich bis dorthin schleichen und hinter ihrem Stamm Schuh vor des Försters Kugeln suchen? Bon dort aus sein Gewehr auf ihn richten? Rein - von hier aus wollte er ihn treffen. Sekunden vergingen. Sin Blitz erhellte die Rächt. Die Erde bebt. Zwei Gewehre gehen los. Donner krachen. Die uralte Eiche, vom Blitz getroffen, bricht m't furchtbarem Krachen auseinander. Der Förster sieht, wie die Elemente walten ... Er sieht wie der Wilderer aus der Kniestellung, in der er gefloßen hatte, umsinkt. Er hat ihn getrosten! Das sind Sekunden gewesen. Ewigkeiten. Der Sturm brüllt weiter. Die Luft ist voll Schwefel und Brand» geruch. Langsam geht der Förster auf Michael zu. Der liegt bleich und mit geschloßenen Augen da . .. seine Hand hält das Gewehr umklammert. Aber es ist keine Wunde an ihm zu sehen, kein Blut. Der Förster blickt den Mann an. Er sieht, daß er atmet. Also nicht tot... Er hat ihn nicht getrosten. Er schüttelt den Kopf. .Ein Wunder. Er überlegt, was zu tun ist, läuft zu der zersplitterten Eiche zurück und findet in ihrem Stamm beide Kugeln stecken, die seinige und die Michaels. Das ist ein Wunder, denkt er und wartet, bis der bleiche Mann aus seiner Bewußtlosigkeit erwacht. Dieser aber, als er langsam wieder zu sich kommend, den Förster vor sich stehen sieht, erschrickt, greift nach des Försters Händen und will sich ihm ausliefern, legt fein Schicksal völlig in seine Hände Er könne ihn dem Gericht ausliefern, könne ihn strafen laßen, könne ihm verzeihen und Gnade vor Recht gehen laßen, es werde alles dasselbe fein; er werde umkehren von feiner Leidenschaft. Hart und schwer kommen die Worte über Michael Wurms Lippen, aber sie sind echt und ohne Falsch. Er bekennt seine Schuld, sein Verbrechen so ergreifend und stark, er bittet nicht um Gnade, aber er nimmt sie um des Weibes und der Kinder willen an, er weiß um das Wunder, das geschehen ist und wird es begreifen. Der Förster ist so überwältigt, daß er den Mann ziehen läßt, nachdem er ihn nach Rame und Wohnung gefragt. Als er am nächsten Tag gesehen, daß beide richtig waren, wußte er, daß Michael verwandelt war. Bleich und wortlos kam dieser im Morgengrauen zu seinem Heim. Lange wich der Schrecken nicht von ihm. Sein Weib fragte nicht nach dem, was ihm widerfahren war. Erst als sie nach vielen Wochen plötzlich entdeckte, daß er im Geheimen in der Bibel las und allabendlich die Hände faltete zum Gebet, wußte sie, daß eine Verwandlung mit ihm vor sich gegangen war. In den Wald ging er nie mehr. Eines Abends kam der Förster vor das Haus, die Männer faßen lange auf der Dank unter dem Ahornbaum. Was sie sprachen, hat sie nie erfahren und nie erfragen wollen. Sloria-palast: „Spiel auf der Tenne/" Die Gemeinde St. Waltraut will den Fremdenverkehr heben und beschließt zu diesem Zweck, ein Theater zu errichten. Die Einheimischen spielen selber, und da etwas geboten werden muß, und weil es ein grausames und ergreifendes Stück sein soll, verfallen sie auf „Judith und Holofernes". „Eine ehrsame Witfrau verführt einen mächtigen General und schlägt ihm dann im Zelt den Kopf ab." Es ist nämlich vom Marterlverfasser der Gemeinde gedichtet, und es wird eine großartige Aufführung im oberbayerischen Moritatenstil, mit Blasmusik und viel Bier und unter hitziger Anteilnahme der gesamten Bevölkerung. Dem Holofernes muß fünfmal hinter» einander das Haupt heruntergemacht werden, ehe sich die begeisterte Menge zufrieden gibt. Außerdem ist es schön zu sehen, wie das reale Leben auf die Bühne übergreift, und umgekehrt das Theater im Alltag weiterwirkt. Es schadet also nichts, daß die zweite Aufführung von einem Gewitter sozusagen weggeschwemmt wird: dafür heiraten sich, aller Ueberlieferung zum Trotz, Judith und Holofernes und noch drei andere Paare unter den Mitwirkenden; das ist fürwahr ein starker Erfolg, nicht zuletzt für den Wirt, bei dem vier Hochzeiten gefeiert werden. Das Ganze ist ein recht vergnügtes, bayerisches Volksstück (nach einem Roman von Hans Matscher; Drehbuch von Aloys Johannes L i p p l). Georg Jacoby hat es sauber und mit gutem Humor in Szene gesetzt. Von den Darstellern geben Joe Stöckel, Fritz Kämpers, Josef Eichheim und Kurt M e i f e l einige der urwüchsigsten Gestalten ab; Heli Finkenzeller ist eine sehr fesche und nicht bloß auf der Bühne verliebte Judith; wenn sie das Schwert hebt am Bett des Holofernes, hält die ganze Gemeinde die Luft an. In einer kleinen Rolle fällt die junge Theodolinde Müller durch die natürliche Anmut einer dörflichen Liebhaberin auf. — (Ufa.) * Das Vorprogramm bringt einen aufschlußreichen Kulturfilm „Spreehafen Berlin"; in der neuen Wochenschau sieht man eindrucksvolle Bilder von den Vorführungen der Wehrmacht beim Reichsparteitag und vom Empfang Mussolinis in München. Hans Thyriot. Hochschulnachnchlen. Im Alter von 88 Jahren starb nach kurzem Krankenlager der Nestor der deutschen zoologischen Wissenschaft, Geheimrat Professor Dr. Richard von Hertwig in München. Der Verstorbene hat an den Universitäten Jena, Königsberg, Bonn und München gewirkt, war in München auch Direktor der Zoologischen Sammlungen des Staates und des Zoologischen Universitätsinstituts. Professor Dr. von Hertwig hat durch seine Forschungen und feine ausgezeichneten Lehrbücher hervorragenden Einfluß auf die zoologische Wissenschaft und die Abstammungslehre genommen. Dem Ordinarius für romanische Philologie an der Universität Breslau, Professor Dr. Fritz N e u • bert, ist der durch die Emeritierung von Professor Dr. G. W e ch ß l e r freigewordene Lehrstuhl für romanische Philologie an der Universität Ber < lin angeboten worden. Dornotszen. Tageskalender für Dienskag. Amt für Volkswohlfahrt, Ortsgruppe Gießen- Mitte: 20 Uhr, Gasthaus „Zum Löwen", Neuen- weg, Amtswalter-Appell. — Stadttheater: 20 bis gegen 23 Uhr: „Maß für Maß." — Gloria-Palast (Seltersweg): „Spiel auf der Tenne." — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Wenn du eine Schwiegermutter hast." Stadtthealer Gießen. Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Heute abend findet die letzte Wiederholung der Eröffnungsvorstellung der Winterspielzeit „Maß für Maß", Tragikomödie von Shakespeare, statt. Die Spielleitung hat Hermann Schultze-Griesheim. Bühnenbild Karl Löffler. Die Vorstellung findet als 2. Vorstellung der Dienstag-Miete statt. Anfang 20 Uhr, Ende 23 Uhr. 7!SD., Ortsgruppe Mitte. Die Annahme der Unterstützungsanträge für das Winterhilfswerk 1937/38 für den Bereich derOrt s- gruppe Gießen-Mltte erfolgt nach folgendem Plan: Mittwoch, 6. Oktober, von 9 bis 12 Uhr: Seltersweg; von 15 bis 18 Uhr: Sand gaffe, Teufelslustgärtchen, Tiefenweg, Wagengasse, Weidengasse, Wolkengasse. Vorzulegen sind Mietbuch und Belege über Einkommen, Unterstützungen und sonstigen Verdienst; ferner Meldekarte des Arbeitsamtes. Heil Hitler! gez. S ch e l h o r n, Ortsgruppenamtsleiter. BOM.-Untergau 116. Zn dieser Woche sind folgende Appelle angesetzt: Dienstag, 5. Oktober, in R ü d d i n g s h a u s e n, 20.30 Uhr, Standortappell. Mittwoch, 6. Oktober, in Ruttershausen, 20 Uhr, Neugründung eines BDM.^Standorts. Alles Nähere bei dem Bürgermeister. Mittwoch, 6. Oktober, in D a u b r i n g e n, 21 Uhr, Standortappell. Donnerstag, 7. Oktober, Standortappell in Grünt n g e n , 20.30 Uhr. Donnerstag, 7. Oktober, GA.-Abend in Hungen durch die GA.-Referentin des Untergaues. Gießener Wochen Marktpreise ♦ Gießen, 5. Okt. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Deutsche feine Molkereibutter, % kg 1,57 Mark, feine Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 5 bis 10, Eier, deutsche, Klasse S 12%, Klasse B 12, Wirsing, % kg 9 bis 12 Pf., 50 kg 8 Mark, Weißkraut, % kg 6 Pf., 50 kg 5 Mark, Rotkraut, % kg 9 bis 12 Pf., 50 kg 8 bis 9 Mark, gelbe Rüben, % kg 8 bis 9 Pf., Karotten 8 bis 12, rote Rüben 8 bis 10, Spinat 20 bis 25, Römischkohl 8 bis 12, Bohnen, grün 15 bis 25, Unterkohlrabi 6 bis 8, Erbsen 25 bis 35, Grünkohl 15, Rosenkohl 15 bis 25, Feldsalat, Vio 10, Tomaten, % kg 12 bis 17, Zwiebeln 6 bis 7, Meerrettich 30 bis 80, Schwarzwurzeln 25, Kürbis 5 bis 6, Pilze 40 bis 50, Kartoffeln, % kg 4 Pf., 5 kg 40 Pf., 50 kg 3,45 Mk., Falläpfel, % kg 5 bis 6 Pf., Birnen 10 bis 25, Preiselbeeren 35, Zwetschen 15 bis 16, Suppenhühner 80 bis 90, Blumenkohl, das Stück 10 bis 40, Salat 9 bis 11, Endivien 9 bis 12, Oberkohlrabi 5 bis 8, Lauch 5 bis 8, Sellerie 10 bis 30, Rettich 5 bis 10, Radieschen, das Bündel 5 bis 10 Pf. * ** Ein Fünfundsiebzigjähriger. Am morgigen Mittwoch, 6. Oktober, kann der Rentner Karl Dechert, Neuen Bäue 2 wohnhaft, in geistiger und körperlicher Frische seinen 75. Geburtstag it dem Auto in den Straßengraben. Am gestrigen Montagmittag fuhr auf der Landstraße Gießen—Steinbach zwischen dem Forsthaus Hochwart und der Waldkaserne ein Personenauto in den Straßengraben, überschlug sich und wurde stark beschädigt. Von den Insassen wurde der Autobesitzer verletzt, so daß er nach der Chirurgischen Klinik gebracht werden mußte. Der Fahrer blieb unverletzt. ** Unfälle mit dem Motorrad. Am Os- waldsgarten rannte ein Motorradler, auf dessen Soziussitz ein Beifahrer saß, mit einem Lastauto zusammen. Dabei wurde der Motorradler so erheblich verletzt, daß er nach der Chirurgischen Klinik verbracht werden mußte. — Ein 22 Jahre alter Mann aus Mainzlar, der in Gießen beschäfttgt ist, begehen. ** M Oie Universität vor den Abiturienten. Am gestrigen MontaAvormittag besuchten je ein Vertreter der Universität, der Studentenschaft und des Stuüentenwerks die Abiturienten der Gießener höheren Schulen, um über Studium und Universität Aufklärung zu geben. In der Aula des Gymnasiums hatten sich Die Schüler der Oberklassen des Gymnasiums und der Oberrealschule versammelt. Oberstudiendirektor Dr. W o l k e w i tz eröffnete die Aussprachestunde und begrüßte die Vertreter der Universität. Prof. Dr. Anke! (Gießen) nahm als erster das Wort, dankte für die Möglichkeit, vor den Abiturienten sprechen zu können, und schilderte von dem Standpunkt des Professors und Dozenten die Universität im neuen Reich. Heute sei der akademische Nachwuchs sehr notwendig, denn neben anderen Umständen sei es gerade der Vierjahresplan, der erhöhten Bedarf an Akademikern und Wissenschaftlern verlange. Fast alle Fakultäten könnten heute zum Studium empfohlen werden, weil der Aufbau oes Dritten Reiches tüchtige Mitarbeiter auf allen Gebieten fordere. Das Gesicht der Universität im nationalsozialistischen Staat habe sich gegenüber den früheren Jahrzehnten sehr gewandelt, eine lebendige Wissenschaft sei auf den Plan getreten, und besonders das Verhältnis zwischen Dozenten und Studenten habe sich immer mehr zu einem kameradschaftlichen ausgestaltet. Studentenführer Frank knüpfte an die Ausführungen Prof. Ankels an und gab ein Bild, wie die heuttgen Studenten ihre Universität oder Hochschule sehen. Ausgehend von der Geschichte der deutschen Studentenschaft sprach der Gießener Studen- tenführer von den großen Aufgaben und Zielen, die sich die heutige studierende Jugend gesteckt habe. Vorbild bei allem Tun und Handeln sei der Führer und das Vaterland. Heute sei die Studentenschaft und der NSDStB. in einer Spitze geeint, und der Reichsstudentenführer Dr. G. A. Scheel habe den Neuaufbau der deutschen Studentenschaft vollendet. Auf dem Parteitag der Arbeit habe der Stellvertreter des Führers den NSDStB. als einen starken Sproß der Bewegung bezeichnet und die Parole für die künftige Arbeit gegeben. Nachdem Herr Frank noch den Aufbau und die Organisation der Studentenschaft, des NSDStB., des Studentenwerks und der NS.-Studentenkampfhilfe erklärt hatte, schloß er seine Ausführungen mit einer Verpflichtung der studierenden jungen Mannschaft auf Adolf Hitler. Aufklärung über wirtschaftliche und soziale Fragen des Studiums gab dann Herr Adam vom Studentenwerk Gießen. An dem Tag der nationalen Arbeit und an dem Erntedanktag komme der Wille des ganzen deutschen Volkes als einzige große Arbeitsgemeinschaft klar und offen zum Ausdruck. In dieser Gemeinschaft sei jeder notwendig, gleichgültig, wo er stehe und ob er Arbeiter der Faust oder der Stirn sei. Jeder trage die gleiche Verantwortung. In Erfüllung des Punktes 20 des Parteiprogramms gebe der nationalsozialistische Staat jedem die Möglichkeit, höhere Bildung sich anzueignen. Wie in den höheren Schulen es die Freistellen gebe, so gebe es an der Hochschule die Kameradschaftsförderung. Diese Hilfe, die keinen charitativen Charakter trage, werde jedem zuteil, der nicht aus eigenen Mitteln .ein Studium ergreifen könne, der aber auf Grund feiner Leistungen und charakterlichen Eigenschaften auf Vorschlag der Schule und der Parteigliederungen in diese Studienförderung ausgenommen werde. Herr Adam faßte nochmals den Zweck der Aussprache zusammen, der ein Appell an alle diejenigen sei, die sich zur Akademikerlaufbahn berufen fühlten. Oberstudiendirektor Dr. Wolkewitz dankte, auch im Namen der Oberrealschule, den Vertretern der Universität für die Aufklärung, die durch die Vorträge den Abiturienten von der Universität gegeben worden sei. stürzte auf der Heimfahrt in der Nähe der Karlsruhe mit seinem Motorrad. Mit einer Gehirnerschütterung und Kopf- und Beinverletzungen mußte er zur Chirurgischen Klinik gebracht werden. ** Auf der Baustelle schwer verun- glückt. Am heutigen Dienstagvormittag verunglückte der 25 Jahre alte Bauarbeiter Willi R ö - m e r aus Vetzberg auf feiner Arbeitsstätte an einer Baustelle in Gießen. Der junge Mann, der an der Baumaterial-Feldbahn zu Schaden kam, mußte mit schweren Kopfverletzungen in die Klinik gebracht werden. ** „Biohum" - Derteilungsstellen. Der in Gießen und in etwa 60 weiteren Orten erfolgreich eingeführte Natur-Humus-Dünaer „Biohum" soll auch in der hiesigen Gegend der Landwirtschaft, dem Obst- und Gartenbau zugängig gemacht werden. Durch die in allen Orten neu zu errichtenden Derteilungsstellen sollen die Transportkosten verbilligt und die Derpackungsspesen erspart werden. Aus her engeren Heimat. Würdige Erniedankfeiern. Aus einer Reche von Landorten liegen uns Berichte über den Verlauf des Emted an Festtages vor. Da der Verlauf der Feiern in allen Orten nahezu gleichartig war, müssen wir — auch im Hinblick auf die starke Inanspruchnahme des Raumes — von dem Abdruck der einzelnen Berichte absehen. Zusammenfassend ist zu sagen, daß der Erntedanktag in den mit Fahnen reichgeschmückten Orten, Feiern in den Kirchen und um die Mittagszeit große Gemeinschaftsfeiern aller Volksgenossen mit der Uebertragung vom Bückeberg, ferner in einer Reihe von Ortschaften Festzüge und allenthalben schließlich frohes Volksfesttreiben brachte. Sämtliche Veranstaltungen ließen die enge Verbundenheit aller Bevölkerungsschichten untereinander und mit dem Bauerntum, den tiefen Dank für die gute Ernte und die herzliche Dankbarkeit für den Führer und sein Werk eindrucksvoll erkennen. Oer Grünberaer Sallusmarki. + Grünberg, 5. Okt. Am Montagabend fand eine Sitzung der Gallus-Markt-Kommission statt, in der nochmals die einzelnen Veranstaltungen für den diesjährigen Markt besprochen wurden. Der Heimatabend am Sonntag in der Turnhalle steht unter dem Leitgedanken „Unser Wald" und wird einen Lichtbildervortrag über den Stadtwald, Szenen aus dem Holzhauerleben, Lieder vom Wald u. a. bringen. Der Dienstag abend, an dem die offizielle Markteröffnung auf dem Marktplatze am Rathause ftattfinbet, wird dieses Jahr besonders wirkungsvoll gestaltet. Ein Eröffnungsspiel von Henner Bücher, einem geborenen Grün- berger, das den Gallusmarkt in seiner geschichtlichen und wirtschaftlichen Bedeutung aufzeigt, wird auf einer Freilichtbühne xur Aufführung kommen. Die Begleitmusik hat der frühere Kapellmeister des Gießener Stadttheaters, Herr Bräuer, geschrieben. Der Ablauf der Markttage, Mittwoch und Donnerstag, vollzieht sich in der gewohnten Weise. Die für den zweiten Tag vorgesehene Preisverteilung für den Schülerwettbewerb, „Ein Vierzeiler zum Lob des Gallusmarktes" wird ein Hauptanziehungs- mittel für die Jugend werden, aus mehr als 120 Einsendungen werden die 12 Preisträger ermittelt, die an diesem Tage öffentlich verkündet werden. Flobertschuß in den Hols. * Obbornhofen (Kreis Gießen), 4. Okt. Zwei 16 Jahre alte Jungens von hier beschäftigten sich heute mit einem Flobert. Als der eine der Jungen, der Richard L., die Schußwaffe von dem anderen, dem Reinhard E., entgegennehmen wollte, um auch einmal zu schießen, entlud sich die Waffe und das Geschoß drang dem L. in den Hals ein. Der Verletzte mußte nach Gießen in die Klinik gebracht werden, wo sich glücklicherweise ergab, daß die Verletzung nicht allzu schwer ist. Unfälle auf dem ianbe. Bei Drescharbeiten stürzte der 68 Jahre alte Landwirt Wilhelm Harbach in Großen-Buseck von der Leiter. Mit Verletzungen am linken Oberschenkel und an der Hand, sowie mit Prellungen mußte er nach Gießen in die Klinik verbracht werden. — Der 40 Jahre alte Bergmann Heinr. Rohn erlitt bei der Arbeit einen Oberschenkelbruch, so daß er zur Behandlung nach Gießen in die Klinik gebracht werden mußte. — Der 19 Jahre alte Hilfsarbeiter Wilhelm Vogel aus Vetzberg stürzte oei der Arbeit und mußte mit einer schweren Gehirnerschütterung nach Gießen in die Klinik gebracht werden. — Der 38 Jahre alte Maurer Wilh. Fey aus Allendorf (Kreis Wetzlar), der mit seinem Motorrad gegen eine Telegraphenstange gefahren war und dabei einen Schädelbruch erlitten hatte, ist ht der Gießener Klinik an den schweren Verletzungen gestorben. Landkreis Gießen. > Allendorf a. d. Lumda, 4.Okt. Gestern gegen 21 Uhr fuhren zwei mit je zwei Per- jenen besetzte Motorräder zwischen der Apotheke und der Postagentur aufeinander, wobei von dem einen Motorrad der Lenker und der Soziusfahrer verletzt wurden. Der Soziusfahrer, namens Pfeil aus Treis a. d. Lda., wurde auf Veranlassung von Dr. Augst durch die Gießener Sanitätskolonne der Klinik in Gießen zugeführt, während der Lenker nach Anlegung eines Verbandes nach Lumda gebracht wurde. Die beiden Fahrer oes andern Motorrades kamen mit dem Schrecken davon. An den Motorrädern ist nur geringer Sachschaden zu verzeichnen. Die beiden Motorräder waren auf der gafjrt von Lumda nach Treis a. d. Lumda. + Grünberg, 3. Okt. Die beiden Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr, Metzger- meister Aug. Mohr und Spenglermeister Otto Pfeffer wurden für ihre 25jährige Zugehörig- Det ist da! Und mit ihm das Großreinemachen gründlich W schonend VIM PUTZT ALLES Ä7 1 kett zur Wehr mit dem Reichsfeuerwehr-Ehrenzeichen 2. Klaffe ausgezeichnet. Der erste Beigeordnete A l b a ch überreichte im Beisein des Wehrleiters Reinhard Haas den beiden Wehrmännern die Auszeichnung nebst Urkunde. Die vom Reichsministerium des Innern ausgefertigte Urkunde trägt die Unterschrift des Reichsführers SS. Himmler, als Chef der Polizei. Es sind dies die beiden ersten Ehrenzeichen, die nach der Neuordnung der Freiwilligen Feuerwehren an hiesige Wehrmänner verliehen wurden. D Watzenborn-Steinberg, 4. Okt. Deik hiesige Männergesangverein Jugendfreund" kann im kommenden Jahr auf sein 50jähriges Bestehen zurückblicken. Dieses Jubiläum soll in Form eines Sängerfestes gefeiert werden. Im Hinblick auf das große Gau-Sängerfest im kommenden Jahre in Gießen hat die Vereinsführung die Jubiläumstage auf den 5. und 6. Juni end- gültia festgelegt. * Lich, 4. Okt. In einer der letzten Nächte drang ein Marder in den Geflügel st all eines hiesigen Einwohners ein und tötete 15 Tauben u nb 3 Fasanen. Am anderen Morgen wurde der Räuber gefangen und getötet, ebenso auch ein Wiesel, das sich in der Nähe des Stalles herumttieb. Rundfunkprogramm Dienskag, 5. Oktober. 12 Uhr: Mittagskonzert. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: O holde Frau Musika! 15: Volk und Wirtschaft. 15.15: Liebe Nichte, hör einmal zu! Ein Rundfunk-Zwiegespräch. 16: Nachmittagskonzert. 17.30: Konzert. 18: Zeitgeschehen im Funk. 19: Nachrichten. 19.10: Musikalische Stapelläufe! 20: lieber« tragung aus der Deutschlandhalle: Eröffnung des Winterhilfswerks 1937/38. 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). Sportbericht. 22.30: Unterhaltung und Tanz. 24 bis 1.15: Nachtmusik. Mittwoch, 6. Oktober. 6 Uhr: Morgenlied, Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Werkskonzert. 9.45: Hausfrau, hör zu! 11.45: Deutsche Scholle. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Was wir lieben! Ein Reigen schöner Melodien. 15: Volk und Wirtschaft. 16: Nachmittagskonzert. Fröhliche Weisen von der Mosel. 18: Zeitgeschehen im Funk. 19: Nachrichten. 19.15: Unser singendes, klingendes Frankfurt. 21.15: „Alles nach Wunsch." Einmaliges Gastspiel des Kasperl Larifari für die Erwachsenen. Roman von Bernhard Lonzer. Urheberrechtsschutz: Arthur Moewig, Romanvertrieb, Berlin SW 68. 33 Fortsetzung (Nachdruck verboten.) „Sie bettachten meine sogenannte Schmeichelei offenbar als eine Taktlosigkeit. Aber ich befinde mich dabei eigentlich in recht guter Gesellschaft: der Herr Geheimrat hat sich vorhin — allerdings wohl unbewußt — eine noch viel größere Taktlosigkeit geleistet. Oder sind Sie ihm gegenüber nachsichtiger? Dann würde ich gern den Grund dafür wissen." Annelore rührte sich auch jetzt nicht, aber eine flammende Rote schoß ihr urplötzlich ins Gesicht. Ihr Denken wollte im Augenblick aussetzen. Der Geheimrat hatte sie für die junge Frau von Achenbach gehalten — warum beschwor Stefan diesen unsagbar peinlichen Augenblick noch einmal herauf? Daß es absichtlich geschah, stand fest. Aber ebenso fest stand, daß er damit nicht eine Kränkung und Demütigung beabsichtigte. Warum aber tat er es bann? Ueberhaupt — er mar heute so ganz anders ... Was ging in ihr vor? Sie fühlte ihr Herz bis in den Hals hinauf schlagen, aber sie zwang sich mit aller Gewalt zur Ruhe. Sie hob die schweren Wimpern, kühl und unnahbar sah sie ihn an. "2ch kann den Irrtum des Herrn Geheimrats beim besten Willen nicht als Taktlosigkeit bezeich- neu. Seme Verlegenheit wird Ihnen ja selbst be- miefen haben, daß es wirklich nur ein Irrtum war und nicht etwa eine fade, sinnlose Schmeichelei oder gar ein übler Scherz. Ich habe infolgedessen auch keine Veranlassung, mich empfindlich zu zeigen. Und wenn jetzt auch die .Erzieherin' ein Wort dazu sagen darf: Ick finde es nicht sehr geschmackvoll, an diese immerhin unangenehme Situation erinnert zu werden." Stefan war versucht, vor ihrem Blick die Augen zu senken. Aber er tat es nicht, saß ganz still. Seine Stimme klang heiser und gepreßt. „Weiter haben Sie nichts dazu zu sagen —?" ^2ch wüßte nicht", erwiderte sie mit der gleichen Kühle und herben Unnahbarkeit. Aber ihr Herz schlug rasend, als wenn es zerspringen wollte. Plötzlich flutete das Rot auf ihrem Gesicht zurück und machte einer tiefen Blässe Platz. Ein jähes Schwindelgefühl überkam sie. Stefan bemerkte es nicht. Mit einem leeren Lächeln ließ er sich zurücksinken. „Natürlich! Es war eine Geschmacklosigkeit. Man fällt von einem Extrem ins andere. Woraus Sie ersehen können, daß Sie es mit Ihrem Erziehungswerk nicht leicht haben werden. Ihr Zögling Stefan von Achenbach ist in Grund und Boden verdorben." Da zwang auch Annelore wieder ein Lächeln auf ihr Gesicht. „Nun, das ist natürlich zuviel gesagt —" In diesem Augenblick erschien Fräulein v. Birkhammer wieder und bat zum Abendessen. Mit auffallend müder Bewegung erhob sich Stefan. Annelore war schon ein paar Schritte vorangegangen. Sein Blick ruhte auf ihr, während er ihr langsam folgte. Kamerad Annelore! dachte er. Wie lange noch Kamerad? Immer, immer nur der Kamerad ...? — — — Der Abend war sternklar und schneidend falt. Glorias Zimmer lag im Dunkel Gleich nach dem einsamen Abendessen hatte sie das Licht wieder ausgeschaltet. Sie hatte es nicht ertragen können. Nicht ihrer Augen wegen — o nein, die waren geheilt. Wenn sie auch noch der Schonung bedurften, so hätte man doch getrost abreisen können. Man sollte es tun, denn man war hier überflüssig. Mehr noch: man war zuviel! Täglich, stündlich bekam man es zu spüren. Daß man das überhaupt ertrug! O ja, man ertrug es — es gab noch Schwereres, was man vielleicht zu ertragen haben würde: die Gewißheit, daß alle Hoffnung vergebens war! Und wenn man Wolfersdorffs ziemlich durchsichtigen Andeutungen glauben wollte, so bestand daran kaum noch ein Zweifel. Sie hatte Wolfersdorfs getroffen, als er aus dem Arbeitszimmer des Schloßherrn herabgekommen war. Mit einer übertrieben höflichen Verbeugung und einem Lächeln, das ihr das Blut ins Gesicht getrieben hatte, war er an ihr vorbeigegangen. Nach kurzer Ueberlegung hatte sie ihn angehalten. Er' mußte ja einigermaßen über die Verhältnisse im Hause Bescheid wissen, und sie hatte gehofft, von Hm etwas über Annelore erfahren zu können. Wie zwei übervorsichtige Fechter, die dem Gegner nur tastend die blanke Degenspitze zeigen, hatten sie zunächst ein paar Worte über die Vergangenheit gewechselt. Mit aut gespielter Gleichgültigkeit war Gloria dann auf ihr Ziel losgegangen. Sie war sich darüber klar, daß sie Wolfersdorfs nicht hatte täuschen können, aber sie hatte ihren Zweck doch erreicht. Nach dem, was sie gehört hatte, galt Annelore Hildach hier als Haustochter. „Der alte Herr ist ganz vernarrt in sie", hatte Wolfersdorfs geäußert. „Und der junge Herr?" hatte sie geforscht. „Das, Frau Konsul — das werden Sie schon noch selber sehen. Wenn Sie es nicht schon wissen und wenn Ihnen daran liegt, es zu sehen." Das war deutlich genug gewesen. Also wirklich diese Annelore Hildach! Wieder war eine dumpfe Welle von Haß über Gloria hingegangen, erstickend bis zur Ohnmacht. Nur nebelhaft erinnerte sie sich daran, daß sie sich vor kurzem eingeredet hatte, nicht schlecht zu sein und Annelore Hildach nicht zu hassen. Wenn man sie schon nicht hassen sollte und wollte — sie war doch da, sie stand doch im Wege! Haß oder nicht — das war so gleichgültig, war nur ein Spiel mit Worten. Darüber mochten sich Menschen unterhalten, die unbeteiligt waren, kalte Menschen, satte Menschen. Man war weder kalt noch satt. Man hungerte. Nach Liebe. Bruckner...? Gewiß, er gab, was er an Liebe hatte, und das war nicht wenig. Aber machte nicht satt — weil man ihn nicht liebte. Nie war das so deutlich geworden wie in diesen Tagen und Wochen. Ganz von einer schweren, bohrenden Gereiztheit beherrscht, stand Gloria im Dunkeln am Fenster. Die Sterne flimmerten frostig über dem Walde. Wie angefroren hingen ein paar matte Lichter am Berghang. Dicht vor dem Fenster schimmerte blau- weiß der alte Park Manches Mal schon hatte Gloria in letzter Zeit hier am Fenster gestanden und Stefan beobachtet, wenn er abends feinen gewohnten Spaziergang durch den Park machte oder zum Walde hinaufstieg. Ein paarmal war sie nahe dran gewesen, hinauszugehen und sich mit ihm auszusprechen, es bot sich ja sonst keine Gelegenheit. Nur die Furcht, seinen Unwillen zu erregen, hatte sie davon zurückgehalten. Mit brennenden Blicken starrte sie in den Park hinaus. Plötzlich bog sie sich zur Seite. Eine männliche Gestatt kam den rechten Mittelgang entlang. deutlich hob sie sich aus dem schimmernden Schnee- licht heraus. Stefan . .! Es gab für Gloria fein lleberlegen mehr. Sie mußte Gewißheit haben. Auf jeden Fall, um jeden Preis! Hastig schlüpfte sie im Dunkeln in den Pelzmantel. Wenig später hatte sie unbemerkt den Mittelgang des Parkes erreicht. Sie sah gerade noch, wie Stefan nach links in einen Seitenweg einbog. Der Schnee ging ihr bis über die Knöchel, ballte sich unter den schmalen, hohen Absätzen ihrer leichten Schuhe und machte ihre Schritte unsicher. Aber unaufhaltsam drängte sie vorwärts. Kurz vor der alten Ruine erreichte sie ihn. Den Kragen des Ulsters hochgeschlagen, die Hände in den Taschen und ein wenig vornübergebeugt, ging er in Gedanken versunken langsam dahin. „Stefan ...!" rief Gloria ihn mit leiser, verhaltener Stimme an. Sie konnte sein Gesicht nur undeutlich erkennen. Aber seine Stimme war hart wie der klirrende Frost des Abends. „Frau Konsul ...?" Gloria trat vollends heran. „Sei nicht böse, Stefan, aber ich muß dich endlich einmal sprechen. Und ich habe ja sonst keine Möglichkeit dazu." Es schien, als schöben sich seine Hände noch tiefer in die Taschen. „Ich wüßte nicht, was wir uns noch zu sagen hätten." „Doch, Stefan, es gibt viel zu sagen, viel zu erklären. Und du mußt mich anhören, ich finde sonst keine Ruhe." Er schwieg und sah über sie hinweg. Dann reckte er sich plötzlich auf. Einmal mußte das ja doch kommen. Es hatte keinen Sinn, auszuweichen. Und es war gut, endgültige Klarheit zu schaffen. Er wandte sich zur Seite. „Treten Sie hier hinter den Mauerboaen. Aber fassen Sie sich kurz. Ich kann es als Arzt nicht verantworten, daß Sie Ihre Augen dieser Kälte lange aussehen." Gloria gehorchte. Ihre Bewegungen hatten plötzlich etwas Hilfloses. Stefans kalte Unnahbarkeit nahm ihr allen Mut. Fast zaghaft suchte sie seine Augen. Fortsetzung folgt. Aus den Gießener Gen'chtssälen. Meine Strafkammer Gießen. Der A. St. aus Klein-Linden war durch Urteil des Amtsgerichts wegen Körperverletzung zu einer Geldstrafe von 50 Mark verurteilt worden. Seme Berufung wurde vor der Kleinen Strafkammer verhandelt. Der Anklage lag folgender Sachverhalt zugrunde: Der Angeklagte, der Verletzte und ein Dritter hatten in einer Gießener Wirtschaft Skat gespielt. Als man gegen Feieradend zur Abrechnung fchritt, konnte der Angeklagte einen Gewinn von rund 3 Mark verzeichnen. Die anderen Gäste regten daraufhin an, daß der Gewinn gemeinschaftlich vertrunken werden sollte. Dieses Ansinnen lehnte der Angeklagte ab. Der Angeklagte verließ dann für einen Augenblick das Lokal. Als er wieder hereinkam, beschuldigte er die anderen, sie hätten sein Bier ausgetrunken, obwohl er dies vor dem Austreten selbst besorgt hatte. Dabei titulierte er die Gäste als „Lumpen" usw. und warf ihnen Un- kameradschaftlichteit vor. Als diese sich das verbaten, versuchte er wieder einzurenken und erklärte sich nunmehr bereit, eine „Lage" zu geben. Die Gäste vernichteten aber auf diese „Lage". Daraufhin bezahlte der Angeklagte seine Zeche und verließ das Lokal, um nach Hause zu gehen. Gleichzeitig mit ihm war der Verletzte hinausgegangen. Draußen entspann sich -wischen beiden eine Auseinandersetzung, in deren Verlauf der Anaeklagte dem anderen mit einem Messer einen Stlch in den linken Arm versetzte. Da kein Totzeuge vorhanden und die Darstellung der beiden Beteiligten sehr abweichend voneinander war, gestaltete sich die Beweisaufnahme sehr schwierig und umfangreich. Der Angeklagte stellte den Vorgang so dar, daß der Verletzte ihn überfallen habe. Um sich zu wehren, habe er sein feststehendes Messer gezogen, in das der Verletzte hineingeschlagen habe. Der Angeklagte wurde jedoch, insbesondere durch die beeidigende Aussage des Verletzten, überführt. Das Gericht kam daher zur Verwerfung der Berufung. Große Strafkammer Gießen. Gestern wurde gegen den E. Sch. aus Heuchelheim, jetzt wohnhaft in München, vor der Großen Strafkammer verhandelt. Der Angeklagte, der vom Erscheinen in der Hauptoerhandlung entbunden war, stand unter der Anklage des Betrugs. Er war in den Jahren 1932 und 1933 als Vertreter einer Hamburger Bausparkasse im hiesigen Bezirk tätig. Bei der Kundenwerbung versicherte er den Interessenten, daß die Darlehenssumme zu einem ganz bestimmten kurzfristigen Termin zur Auszahlung käme, obwohl iym genau bekannt war, daß die Auszahlungen im Wege der Auslosung zugeteilt wurden und die in Gießen neu eingetretenen Mitglieder infolge ihrer kurzen Mitgliedschaft noch lange nicht an der Reihe waren. Hierdurch veranlaßte er eine Anzahl von Volksgenossen, der Bausparkasse beizutreten. Gleichzeitig nahm er auch die Prämien entgegen, obwohl er nicht inkassoberechtigt war. Die eingegangenen Gelder führte er auch größtenteils nicht an seine Auftraggeberin ab, sondern gab auf eigne Faust Mitgliedern, mit denen er sich gut stand, Darlehen aus, um damit die Leistungsfähigkeit des Unternehmens darzutun. So schädigte er u. a. zwei Gießener Einwohner um 800 bzw. 600 Mark. In der umfangreichen Beweisaufnahme wurde der Angeklagte, der schon einschlägig vorbestraft ist, einwandfrei überführt. Das Urteil lautete auf neun Monate Gefängnis. Wirtschaft. Mein-Mainische Börse. Millagsbörse uneinheitlich. Frankfurt a. M., 4. Oft. Der Ordereingang erreichte nicht den erwarteten Umfang, so daß die Börse die neue Woche mit recht stillem Geschäft begann, zumal auch die Kulisse keine größere Unternehmungslust zeigte. Auch lagen größere Anre- jungen nicht vor. Der Aktienmarkt hatte eine uneinheitliche Entwicklung, wobei aber die Veränderungen meist unter 1 v. H. blieben. Stark vernachlässigt lagen Montanwerte, von denen zunächst nur Hoesch mit 128 (128,65) zur Notiz kamen, auch die übrigen zunächst genannten Kurse lagen etwas niedriger, Klöckner waren etwa 2 v. H. schwächer. IG.-Farben konnten sich bei kleinen Käufen mit 165 voll behaupten, fest lagen Scheideanstalt mit 264 (262,50). Auch für Bauwerte erhielt sich Nachfrage, Holzmann 156,25 (155), Jul. Berger 151 (150). Äon Maschinenaktien gaben Demag auf 151,25 (152) nach, die übrigen lagen behauptet. Elektro- nftien zeigten Abweichungen von 0,25 bis 0,50 d. H. Don Einzelwerten blieben Hanfwerke Füssen jfeft mit 129 (128,40), Reichsbank bröckelten auf 205,50 (206) ab. Im Freiverkehr waren Spezial- werte weiter fest, besonders wieder Rastatter Waggon mit 60 bis 62,50 (58), ferner Ufa mit 74,75 (73,25), Wayß & Freytag mit 151 (149) und Schuh Berneis mit 77,50 (76,50). Arn Rentenmarkt war das Geschäft bei nahezu unveränderten Kursen gering. Reichsbahn- DA. 127,90 (128), Kommunal-Umschuldung unver- Lindert 94,85, Reichsaltbesitz 128,75 (128,90). Am Pfandbriefmarkt zogen Liquidationspfandbriefe der «Gemeinschaftsgruppe bis 0,25 v. H. an, Nass. Landesbank gaben 0,25 v. H. nach auf 101,50. cZoldpfandbriefe bei kleiner Nachfrage unverändert. Von Induftrie-Anle'chen notierten 6proz. IG.-Farben 132 (131,90), 5proz. Röchling 101,75 (101,40). Stadtanleihen lagen fest unverändert. Dekosama Altbesitz bröckelten auf 134,75 (135) ab. Abendbörfe still t Infolge des nur schwachen Auftragseinganges war das Geschäft auch an der Abendbörse begrenzt. Den meisten zur Notiz gekommenen Papieren lag kein nennenswerter Umsatz zugrunde, wobei die Kurse gegen den Mittagsschluß überwiegend noch leicht abbröckelten. Don Montanwerken ermäßigten sich Rheinstahl auf 153,50 (154,50), Mannesmann auf 123,50 (123,90) und Hoesch auf 127,50 (128), Otavi Mnen notierten nach Pause mit 32,30 (33). Don Maschinenwerten gingen Rheinstahl auf 152,25 (153,25) und Demag auf 150,50 (151,25), während Moenus mit 125 und MAN. mit 138,50 behauptet lagen. IG.-Färben konnten sich mit 164,75 behaupten, ebenso Scheideanstalt mit 264, Bemderg mit 148,50, Goldschmidt mit 145,50, Schuckert mit 170,50 und DDM. mit 173,75. Etwas ermäßigt waren von Elektropapieren AEG. mit 129,25 (129,75), Gessürel mit 153,50 (154), von sonstigen Werten bröckelten Holzmann auf 155,25 (155,75) und Deutsche Linoleum auf 165,50 (166) ab. Etwas fester lagen Adlerwerke Kleyer mit 116,50 (116). Großbankaktien hatten bei unveränderten Kursen weitere Nachfrage. Der Rentenmarkt lag ruhig und behauptet; Altbesitz 128,75, 4,5 proz. Krupp 99,13, 6proz. IG.-Farben 132, 4,5 proz. Frankfurter Hypotheken Gold R 8—10 99,75. Im Freiverkehr Kommunal-Umschuldung um). 94,85. $ranffurler Getreidebörse. Frankfurt a. M., 4. Oft. Infolge der Spätkartoffelernte sind die Anlieferungen von Weizen und Roggen z. Zt. ruhig, doch kann der laufenden Nachfrage genügt werden. Der Mehlmarkt ist unverändert. Weizenmehl Type 1050 und gebietsweise auch Roggenmehl, namentlich norddeutscher Herkunft, werden schleppend abgesetzt. Auf dem Futtermittelmarkt finden lausend Versendungen aus der Oelkuchen- und der Maiszuteilung statt, Kartoffel- flocken und vollwertige Zuckerschnitzel werden demnächst erwartet. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in Mark: Weizen W 13 204, W 16 207, W19 211, W 20 213, Roggen R 12 189, R 15 192, R 18 196, R 19 198 Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisaebiete. Futtergerste —, Futterhafer —. Weizenmehl Type 812 W 13 29,00, W 16 29,10, W 19 29,10, W 20 29,45, Roggenmehl Type 1150 R 12 22,45, R 15 22,80, R 18 23,30, R 19 23,50 plus 50 Pf. Frachtausgleich. Weizenfuttermehl 13,60. Weizenkleie W 13 10,75, W 16 10,90, W19 11,10, W20 11,20, Roggenkleie R 12 9,95, R 15 10,15, R 18 10,40, R 19 10,50. Soyaschrot —, Palmkuchen —, Erdnußkuchen —, Treber 14,00 Höchstpreis ab Erzeugerstation, Trockenschnitzel — Heu —, Weizen- und Roggenstroh drahtgepreßr 3,00 bis 3,30, gebündelt 2,70 bis 3,00. Aranlfurter SchlachtviehmarN. Frankfurt a. M., 5. Okt. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 707 Kälber, 212 Hämmel, 160 Schafe, 2586 Schweine. Es kosteten: Kälber 35 bis 65 Mark, Hämmel 35 bis 50, Schafe 25 bis 45, Schweine 51 bis 55 Mark. — Marktverkauf: Kälber und Schweine zugeteilt, Hämmel und Schafe mittelmäßig. Schweinemarkt in Alsfeld. A Alsfeld, 4. Oktober. Auf dem heutigen Schweinemarkt waren 312 Ferkel aufgetrieben. Bei schleppendem Handel verblieben 130 Stück Ueberstand. Es kosteten 6 bis 8 Wochen alte Ferkel 12 bis 16 Mark, 8 bis 10 Wochen alte 16 bis 20 Mark, 10 bis 12 Wochen alte 20 bis 24 Mark pro Stück. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börje. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt oejchlostenen Dividende art Reichsbankdiskont 4 v H., Lombardzinsfuß 5 o H Frankfurt a. M. Berlin Frankfurt a. M. Berlin Schluß- kurS Schlutzk. Abend- börse Schluß fürs Schlukk Mittag- bor>e Schlub- fürs Schluß'. Abend börse Schluß- für« Schluß!. Mittag, börse Damm 2-10. 4-10- 2-10. 4-10 Daium 2.10. 4.10. 2-10. 4.10. 5% Deutsche RetchSanleihe v. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 V/t% Deutsche Relchüschatzanwet- jungen von 1935 . .......... *y«% Deutsche ReichSschahanwei- jungen von 1935, 11. Folge ... 4%% Deutsche Relchöichatzanwei- jungen von 1936, lll. Folge .. 5y2% Doung Anleihe von 1930 .. 4/;% Hessische BolkSstaat von 1929 4%% Deutsche ReichSpostschatz von 1934 1...................... 4ys% Deutsche ReichSbahnschay von 1936 1.................. RetchSanlethe-Altbesitz.......... vberhesjen Provinz-Anleihe mit AuSlos.-Rechten..............