Nr. 153 Erstes Sian 187. Jahrgang Montag, 5. Juli 1937 (fcr|d)etm ttig HO), autze, Sonntag» and Feiertag» Beilagen Die 3Uu|triert» (Bienenei ^amilienblättei Heimat im Bild Die Scholl» monats-Beiugsprets: •Vitt 4 ‘Beilagen RM. 1.96 Ohne DUuftrierte . 1.80 Zustellgebühr .. . -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüste unter Sammelnummer 225) Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Siesten Postscheckkonto: granlfurt am Main 11686 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vruck und Verlag: vrühl'sche Unwerfttäts vuch- und Steindruckerei R. Lange in Gießen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Zchulstratze 7 Annahme von Anzeigen für Oie Mittagsnummer bis8' /.Uhr des Dormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von 70 m m Breite 50Rpf.,Platzvorschrift nach vorh Dereinbg 25°/„ mehr. 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Am Bahnhof überreichten Mädchen in Volkstrachten den französischen Gästen hübsche Angebinde mit Schwarzwälder Kirschwasser. Reichskriegsopferführer O b e r l i n d - ober erklärte in einer Begrüßungsansprache, daß die Achtung vor dem tapferen Gegner von einst mit dem Willen guter Kameradschaft und freund- chaftlicher Nachbarschaft verbunden sei. Reichsstatt- )alter Wagner wies darauf hin, daß die deut- chen und französischen Frontkämpfer heute unter der Last eines schweren und harten Schicksals K a - meraden geworden seien. Er drückte den Wunsch aus, daß diese Kameradschaft sich von den Frontsoldaten auf beide Völker übertragen möge. Nach der Begrüßung formierte sich ein langer Zug, der zum Ehrenmal marschierte, an dem neben der Hakenkreuzfahne die Trikolore aufgezogen war. Die deutschen und die französischen Fahnenabordnungen gruppierten sich rings um das Denkmal. Mit klingendem Spiel erschien eine Ehrenkompanie, deren Front der Reichsstatthalter und die Führer der französischen und deutschen Frontkämpfer abschritten. Reichskriegsopferführer Oberlindober hob dann hervor, daß dem Freiburger Treffen erheblich größere Bedeutung zukomme als den kurzen Besuchen, die sich französische und deutsche Frontkämpferführer bis jetzt abgestattet hätten. Freiburg sei der.Beweis dafür, daß die Gefolgschaft ebenso denke wie ihre Führer. „Wenn unser Führer und Reichskanzler davon sprach, daß es zwischen den beiden Völkern nach der Saarabstimmung keine territorialen Streitfragen mehr gebe, so hat dies zweifellos bei der großen Masse des französischen Volkes Befriedigung ausgelöst. Wenn aber von verschiedenen Seiten die Frage aufgeworfen wird, ob er auch nach diesen Worten handeln werde oder ob nicht deutsche Ueberra sch ungen kämen, so muß ich folgendes sagen: Die Franzosen sind ein Volk, das sich seit vielen Jahrhunderten den Namen „Grande Nation" gegeben hat. Wer einer Grande Nation angehört, hat die Pflicht, von einem anderen Volk ebenso groß zu denken wie er erwartet, daß groß von ihm gedacht wird." Der Reichskriegsopferführer dankte den Gästen für die Ehrung der Toten und betonte, daß die Deutschen heute ein glückliches Volk seien, das keinen anderen Wunsch kenne, als daß die Nachbarnation sich ebenso im Frieden finde und ebenso glücklich sei in der Lo- das Photo von der Hinrichtung eines Spaniers durch sowjetrussische Matrosen in rotspan'scher Ml- lizuniform. So reiht sich Bilddokument an Bild- dokument. Dazu die Photos der vielen Sowjetjuden, die im ganzen Lande den Ton angeben und auf die die grauenhaften Morde zurückgehen die durch das Rotbuch im Bilde festgehalten sind. Das und noch viel mehr ist die Wahrheit über Sowjetrußlands Einmischung in die spanischen Verhältnisse, über Sowjetrußlands Versuch, durch Gewaltanwendung Spanien zu einem Sowjetstaat zu machen. Hier sind Tatsachen hundert- und tau,endfach zusammengetragen, Tatsachen, die in schroffstem Gegensatz zu den Worten des Außenministers der Sowjetunion stehen. “ R- Eine internationale Studententagung in Heidelbera. Heidelberg. 3. Juli. (DNB.) In Heidelberg hat eine internationale Studententagung ihren Anfang genommen. Anwefend find der Ehrenprahdent der (Eonfeberation Internationale des Etudiants Plume (Lettland), und der Präsident Ralph (England). Außerdem nehmen die Bertreter der einzelnen Kommissione.n für bestimmte Arbeitsgebiete teil Von deutscher Seite nimmt der Leiter des Amtes für körperliche Ertüchtigung in der Reichsstuben- tenfiihrunq, Fifcher, teil. Sinn der Zusammenkunft ist die Vordere! tu na b es S ongres- (es in «Baris unb ber dort ftatffinbenben a fahr mit* en Wettspiele. Auf einem Empfang durch den' Reichsstudentenführer Dr. Schee, erklärte dieser, die Deutsche Studentenschaft sehe m der Tatsache, daß die Tagung in Heidelberg abgehalten werde einen neuen Beweis, daß die studentische Jugend Europas trotz aller politischen Wirren bereit und befähigt sei, in kameradschaftlicher Weife zusammenzuarbeite n. D,e Deutsche Studentschaft werde alles tun, um dieser Arbeit zum Erfolg zu oerhelfen. Im Namen ber CIE bantte Präsident Ralph herzlich für den schonen Empfang in Heidelberg. Vor allem se, der Kameradschaftsgeist heroorzuheben, den ine deutsche studentische Jugend ihren ausländischen Kameraden entgegengebracht habe. Die Tagung gab dem Reichs- ftubentenfübrer Gelegenheit zu einer Aussprache Gewehrmunition. Gewehre und Maschinengewehre schießen natürlich nicht von allein. Es mußten auch Truppen herangeschafft werden. 35 000 Mann aus der Sowjetunion, darunter viele Offiziere, und vor allem fast durchweg jüdische Agenten, die heute den gesamten rotspanischen politischen und ebenso den Verwaltungsapparat beherrschen, genau wie in der Sowjetunion, sind nach Spanien geschickt worden. Unter diesen Offizieren war auch der Kommandeur der Internationalen Brigade, der Sowjetgeneral Kleber (wirklicher Name Lazar Fekete, ungarischer Jude). Er war einer der Beteiligten am Mord der Zarenfamilie. Dafür wurde ihm auch damals die Leitung eines Kavallerie-Regiments übertragen. Jetzt ist er in Spanien aufgetaucht, wo er Volk aus aller Herren Länder befehligt, Menschen, auf die die Bolschewisten herabsehen, wie aus der rotspanischen Frontzeitung „La Voz del Combatiente" hervorgeht, die folgendes über die Angehörigen der Internationalen B r i - gaoe sagt: „Die zähe und geduldige Arbeit der politischen Kommissare eliminiert oder neutralisiert diese Elemente, die sich dem Meistbietenden verkaufen und die Marx .Lumpenproletariat' genannt hat." Wie übel müssen diese Gesellen sein, wenn selbst die bis an den Knien im Blute hingemordeter Bürger watenden spanischen Bolschewisten derart verächtlich von den Internationalen sprechen! Doch dieses Gesindel und die Insassen der Zuchthäuser sind nur eine der Stützen des Bolschewismus in Spanien, sind die Hilfstruppen Moskaus bei dem von Litwinow-Finkelstein mit frecher Stirn geleugneten Versuch, Spanien zu bolschewisieren. Die anderen Truppen stammen aus der Sowjetunion. Auch darüber weiß die Dokumentensammlung, das Rotbuch, mancherlei mitzuteilen. Z. B. fand man auf den Schlachtfeldern den Brief eines Rotspaniers an einen Kameraden, in dem es heißt: „Dann müßtest Du sehen, wie gut d e n russischen Fliegern die Uniform der fpa ni= schen Flieger steht .. " An anderer Stelle findet sich bie Photokopie einer Einladung des Bürgermeisters von Cartagena zum Ehrentrunk im Rathaus „z u Ehren der russischen Matrosen'. Oder aufzudrängen." Das bekam die Welt aus bolschewistischem Munde nach zwanzigjähriger, nur zu oft blutig verlaufener Wühlarbeit der Komin- i tern in allen 5 Erdteilen und nach einer mehr c als 10 Monaten offenen Unterstützung Rotspa- I niens durch die Sowjetunion mit Waffen aller ! Art, mit politischen Instrukteuren, Offizieren, Ge- : neralstäblern und Soldaten zu hören. Wohl ken- 1 nen die Völker längst die Rolle der Sowjetunion, 1 in dem spanischen Trauerspiel, aber merkwürdiger- ' weise schlagen sie um die Wahrheit noch immer * einen Bogen, obwohl sie sich von Zeit zu Zeit ge- \ nötigt sehen, ihrem Abscheu über die bolschewisti- 1 schen Greuel in Spanien Ausdruck zu geben. Dennoch wollen wir nicht müde werden, die Wahrheit über das bolschewistische System, über Moskaus Ziele und das Treiben der roten Unterwelt in Spanien zu verkünden. Dankbar begrüßen 1 wir es, daß die Anti-Komintern eine Samm- lung von Bildern, Dokumenten und Zeugenaussa- , gen als „R o t b u ch über Spanien" (Nibelungen-Verlag, Berlin-Leipzig) hat erscheinen lassen. In diesem Rotbuch wird ein Material aneinandergereiht, das vor unseren Augen das Leiden und Sterben der den Bolschewisten ausgelieferten Spanier erscheinen läßt und das uns nicht nur die Schrecken des bolschewistischen Terrors auch im Bild vor Augen führt, sondern tausendfach die Einmischung Sowjetrußlands belegt, also gerade das, was Litwinow-Finkelstein in Genf seinen Zuhörern gegenüber als Erfindung und Lüge hinzustellen suchte. Wir wissen nicht, wieviele Schiffe iowjetrussischer Herkunft mit Tanks, Flugzeugen, Geschützen, Munition und Soldaten in spanischen Häfen vor Anker gingen, wir wissen aber — und das Rotbuch bringt darüber umfassende Aufzeichnungen — daß ganze Flotten sowjetrussische Häfen verließen. Im Durchschnitt sind die Frachter 4000 Tonnen groß. Was in den Frachtraum eines derartigen Dampfers hineingeht, durften wir während des Krieges feststellen, als der Dampfer „Bistriza" (4000, Tonnen) aufgebracht wurde. Er hatte geladen: 125 000 Stück 7,5-Zentimeter-Granaten, 42 000 7,5-Zentimeter-Kartuschen, 1,4 Millionen Kartuschen für Mitrailleusen, 200 Stück 7,5-Zentimeter-Grana- ten, 300 Stahlbomben, 3600 Stück 12-Zentimeter- Granaten, 1,6 Millionen Patronen für Maschinengewehre, 60 000 Stahlhelme, 10 000 Gewehre, 100 Hotchkiß-Maschinengewehre, 20 Stück 5,8-Zentime- ter-Mörser, 28 Autos, 38 Tourenautos. 22 Lastautos, 5 Krankenautos, 7 Sanitätswagen, 883 Tonnen Stahl in Barren, 29 Tonnen Blei, 62 Tonnen Maschinen. Tag und Nacht haben seit dem Sommer vorigen Jahres sowjetrussische Transporter ihre Ladungen in rotspanischen Häfen gelöscht. Wieviel Material den Roten zugestellt wurde, läßt sich an Hand obigen Beispiels ungefähr ahnen. Und auf den spanischen Schlachtfeldern wird bestätigt, daß es keine Lebensmittel waren, die Sowjetrussen nach Spanien schickten. Die reiche Beute trägt russische Inschriften, alle Waffen zeigen sowjetrussische Fabrikmarken. Selbst die Blechdosen mit der russischen Aufschrifa,, Lebensmittel", gefunden im eroberten Malaga, bargen bei näherem Zusehen sung der Aufgaben, die jedes Volk für sich habe. Darüber hinaus aber bilde das deutsche Volk einen Schutzwall gegen den Bolschewismus und gegen die Ideen der Zersetzung und Zerstörung. Zum Schluß seiner Ausführungen wies Oberlindober besonders auf die wiederholten Erklärungen des Führers hin, daß Deutschland zur Zusammenarbeit in allen europäischen Fragen bereit sei, wenn die Ehre des deutschen Volkes ebenso hochgehalten werde, wie andere Nationen ihre Ehre hochzuhalten sich verpflichtet fühlen. Ebenso wie Deutschland einen Angriff abzuwehren wissen werde, sei es bereit, mit der gleichen Entschlossenheit eine Freundes- und Kameradenhand zu ergreifen. Im Namen der französischen Frontkämpfer dankte Dr. Maitre (Besan^on) für den herzlichen Empfang und betonte, daß die Franzosen in dem Bewußtsein gekommen seien, einen wichtigen Schritt auf dem Wege zur deutsch-französischen Verständigung zu unternehmen, die eine notwendige Bedingung des europäischen Friedens sei. Sie feien gekommen, um die deutschen Kameraden aufzufordern, die Vergangenheit zu vergessen und den Kriegsgefahren die Entschlossenheit eines gemeinsamen Friedenswillens entgegenzusetzen. Wenn die Deutschen und Franzosen dahin kämen, ihre wirklichen Absichten und Gefühle kennen und verstehen zu lernen, würden sie die tragischen Mißverständnisse verschwinden sehen, aus denen ein neuer Krieg entstehen könnte. Denn beide hätten die gleiche Liebe zum Vaterlande, dem sie in glühender Hingabe dienten. Aber diese Liebe könnte für Deutschland und Frankreich kein Hindernis eines guten Einvernehmens sein. Die Franzosen seien gekommen, um zu versuchen, das noch immer bestehende M ß- trauen zwischen beiden Völkern zu zerstören, und sie hofften, daß die Freiburger Kundgebung nicht vereinzelt bleiben werde. Die Deutschen seien daher herzlich eingeladen, bald nach Besan?on zu kommen und den Besuch zu erwidern. Mit den Worten: „Es lebe Deutschland, es lebe Frankreich, beide in Frieden und Freundschaft für immer geeinigt!" schloß der Redner. Deutsche Frontkämpfer in London. Deutsche Frontkämpfer, die der englischen Hauptstadt einen Besuch abstatteten, legten zusammen mit Mitgliedern der Britischen Legion am Cenotaph in White Hall einen Kranz nieder. (Scherl.) 05 I ' i ' - z' r |L V* w.. K: / V ,x W:: & | ' MW" Alk mit den anwesenden Sachwaltern der österreichischen Hochschüler. Italienische Manöver auf Sizilien. Rom, 4. Jnli. (DNB.) Die italienischen Sommermanöver werden in diesem Jahre in zwei örtlich getrennte Teile verfallen. Vom 2. bis 9. August werden taktische Hebungen in der Lombard e i e b e n e, am Fuße der Alpen, stattfinden. Daran nehmen zwei Divisionen, und zwar eine Vorhutdivision aus leichten Heeresverbänden und eine motorisierte Division, teil. Die eigentlichen großen Manöver, bei denen auch Mussolini anwesend sein wird, finden vom 12. bis 19. August an der Westküste von Sizilien statt. Fünf Divisionen, darunter eine neue Panzerbrigade, werden teilnehmen, außerdem Verbände der Luftwaffe sowie Flotteneinheiten. Als Thema der Hebung wurde die Landung eines feindlichen Heeres auf Sizilien angegeben. Sozialpolitische Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Italien. Unter Wahrung der Eigenarten und Selbständigkeiten der Organisationen beider Völker. Berlin, 3. Juli. (DNB.) Reichsleiter Dr. Ley und der Präsident des italienischen Jndustriearbei- terverbandes, (Gianetti, Mitglied des Großen Faschistischen Rates, sind im Anschluß an den Besuch des Präsidenten Eianetti in Deutschland und an den Besuch des Reichsleiters Dr. Ley in Italien in diesen Tagen in Bad Schachen am Bodensee erneut zusammengekommen. Als Ergebnis eingehender Besprechungen zwischen Dr. Ley und Präsident Eianetti ist das nachstehend formulierte bedeutsame Abkommen vereinbart und sowohl vom Führer und Reichskanzler Adolf Hitler als auch vom Chef der italienischen Negierung Mussolini genehmigt worden: 1 Es ist unsere Absicht, eine gemeinsame Arbeit zu leisten, die in gleichem Maße beiden Ländern nutzen und auch gleichzeitig dazu beitragen soll, die guten Beziehungen zwischen allen Völkern zu fördern. . 2. In dieser gemeinsamen Arbeit, die auf dem gemeinsamen Glauben und auf dem gegenseitigen Vertrauen ruht, sind wir entschlossen, die Eigenarten der zwei Völker streng zu achten, und zwar aus der Ueberzeugung heraus, daß diese Erkenntnis die Gewähr und die Grundlage des Erfolges bildet. 3. Aus diesem Grunde erkennen wir die organisatorischen Formen des Faschismus und des Nationalsozialismus als gegeben an. Eine Gegenüberstellung des syndikalistischen corporati- oen 6tj ft em s des Faschismus und Zellen- jystems der Deutschen Arbeitsfront ist demnach ausgeschlossen 4. Zur Erreichung obiger Ziele wird die Not- mcnOigreit erkannt, Begegnungen zwischen Leitern und Arbeitern beider Völker zu veranstalten und zu fördern, und zwar mit dem Endziel, daß sich beide Systeme gegenseitig gründlich kennenlernen. 5. Diese Begegnungen von Leitern und Arbeitern sollen durch Untersuchungen der einzelnen organisatorischen Erfahrungen, durch Studien der Statuten der verschiedenen Organisationen, durch Besuche von Amtsstellen und Werken, und Austausch von kulturellem und propagandistischem Jn- formationsmaterial ergänzt werden. Alles geschieht in der Absicht, die beiden Völker über das jeweils Erreichte auf dem Laufenden zu halten. 6. Bezüglich des Zieles, eine große Teilnahme von Arbeitern an dem Austausch sicherzustellen, wird vereinbart, daß von beiden Seiten alles getan wird, um die eventuellen Schwierigkeiten zu überwinden, die sich aus dem Problem der Devisen und der Transportmittel ergeben sollten. 7. Der gemeinsame Wille, aus Grund des Inhaltes obenstehender Punkte zu einer deutsch-italienischen Verständigung zu gelangen, darf nicht als das Bestreben zur Gründung einer neuen Internationale angesehen werden. Jede vertretene Organisation wahrt ihre Eigenarten und ihre volle Selbständigkeit 8. Es wird jedoch vereinbart, daß sich beide Teile in allen Angelegenheiten, die in den Rahmen der gegenwärtigen Vereinbarung fallen, v e r p f l i ch - te'n, sich gegenseitig zu besprechen, bevor sie Maßnahmen ergreifen, die internationalen Charakter haben. Gez.: Dr. Robert Ley. Gez.: Tulio C i a n e t ti Kaffegesehgebung auch im ehemaligen oberschlesischen Abstimmungsgebiet. Berlin, 3. Juli. (DRB.) Das deutsch-polnische Abkommen über Oberschlesien vom 15. Mai 1922 (Genfer Abkommen) enthält S ch u tz v o r s ch r i f- t e n für die im deutschen und die im polnischen Teil des ehemaligen Abstimmungsgebietes wohnhaften national en Minderheiten. Die Bestimmungen des Genfer Abkommens untersagen jede „unterschiedliche Behandlung" von Minderheitsangehörigen in ihren staatsbürgerlichen und kulturellen Rechten. Der Minderheitenschutz wurde ursprünglich nur von den polnischen Staatsangehörigen deutschen Volkstums in Ostoberschlesien und den Staatsangehörigen des polnischen Volkstums in Westoberschlesien in Anspruch genommen Rach Einführung der deutschen Rassegesetzgebung haben sich die Juden in Westoberschlesien eoenfalls aus die Schutzvorschriften berufen und für sich die Rechte einer „jüdischen Minderheit" beansprucht. Das Reich hat dem Judentum in Westoberschlesien den Minderheitenschutz des Genfer Abkommens in loyaler Weise zugestanden Im ehemaligen oberschlesischen Abstimmungsgebiet sind deshalb die Vorschriften der deutschen Rassegesetzgebung bisher nicht durchgeführt worden Mit dem Ablauf des Genfer Abkommens am 15. Juli 1937 treten in Westoberschlesien die Reichs- gesstze, die sich mit dem Rassen- und Blutschutz befassen, automatisch in Kraft. Sie gelten stets für das gesamte Reichsgebiet. Eine reichsgesetzliche Regelung war nur auf einigen Gebieten erforderlich, die eine rassenmäßige Bereinigung der verschiedenen Stände und Berufe vorsehen, und die, wie z B. das Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums, nach ihrer Durchführung inzwischen außer Kraft getreten sind. Das Ziel ist die vollständige Gleichschaltung des ehemaligen oberschlesischen Abstimmungsgebietes mit dem Rechtszustand in den übrigen Reichsgebieten. England befürchtet neue Unruhen in Palästina. L o n do n , 5. Juli. (DRB. Funkspruch.) Der Bericht der Palästina-Kommission, der am Donnerstag veröffentlicht wird, schlägt vor, Palästina in drei Teile zu teilen, nämlich in einen jüdischen und einen a r a b i sch e n Staat und schließlich in einen Staat unter ständigem britischem Mandat. Besonders der marxistische „Daily Herald" äußert die große Besorgnis, daß es bei der Bekanntgabe dieses Teilungsplanes in Palästina zu neu en Unruhen kommen werde, weil ein großer Teil der Araber, aber auch ein großer Teil der jüdischen Bevölkerung sich mit den Vorschlägen der Kommission nicht abfinden werde. Deswegen sei der britische Schlachtkreuzer „R e - pulse" unerwartet von Malta nach Palästina in See gegangen. Auch in Palästina selbst würden bereits militärische Vorsichtsmaßnahmen getroffen, es werde im Falle neuer Un- rühen der Belagerungszustand verhängt werden. Ander ägyptischen Grenze stünden außerdem britische Truppen bereit, die notfalls sogar im Flugzeug nach Palästina gebracht werden könnten. Rachspiel zur Amnestiedebaite inNelgien Der Justizminister in Mons schwer mitzhand *lt Brüssel, 3. Juli. (DRB.) Der Justizminister de L a v e l e y, der sich den Haß der Gegner der den politischen Führern des Flamentums während des Weltkrieges gewährten beschränkten Amnestie in besonderem Maße zugezogen hat, da er im Parlament die Amnestievorlage vertrat und der bereits vor wenigen Tagen bei einem Besuch in Charleroi ausgepfiffen wurde, ist in Mons tätlich angegriffen worden. Als er vor dem Justizpalast eintraf, stellten sich eine ansehnliche Menge, unter der sich vorwiegend Frontkämpfer und Rexisten befanden, dem Wagen des Ministers in den Weg. Es gelang ihm nur mit Mühe, in den Justizpalast zu kommen. Rach Erledigung seiner dienstlichen Angelegenheiten wurde der Justizminister von Polizeibeamten zu seinem Auto geleitet. Ein Polizeiauto setzte sich vor den Wagen des Ministers. Dieses konnte jedoch wegen einer Panne nicht in Bewegung gesetzt werden, und es blieb dem Justizminister nichts anderes übrig, als auszu- stejgen. Als er auf die Menge, die die ganze Zeit fchon eine drohende Haltung eingenommen hatte, zuging, erhob sich ein ungeheuerer Tumult. Die Menge versuchte, ihm die Kleidervom Leibe zu reißen. In dem allgemeinen Durcheinander erhielt de Laoeley einen Faust schlag ins Gesicht. Erst allmählich gelang es den Polizisten, den Justizminister vor weiteren Angriffen zu schützen. De Laoeley ist schon seit einiger Zeit Gegenstand heftiger Angriffe seiner eigenen, der liberalen Partei. Wegen des Eintretens in das Kabinett van Zeeland ist es vor den Auseinandersetzungen um die Amnestievorlage zu einem Konflikt zwischen der liberalen Partei und van Zeeland gekommen. Es ist anzunehmen, daß die Liberalen nach der Rückkehr van Zeelands aus den Vereinigten Staaten auf dem Rücktritt des Justizministers bestehen werden. Kleine politische Rachrichten. RSG. Der Gauamtsleiter für Kommunalpolitik und Vorsitzender der Landesstelle Hessen (Hessen- Nassau) des Deutschen Gemeindetages, Bürgermeister Linder (Frankfurt a. M.), Mitglied des Reichstages, wurde zum stellvertretenden Gauleiter des Gaues Hessen-Nassau berufen. Er wird am 26. Juli 1937 vom Gauleiter England und die spanische Krage. Eden über die französisch-englische Freundschaft und die „Friedensmission" der britischen Aufrüstung. London, 3. Juli. (DNB.) Außenminister Eden hielt in Coughton (Warwickshire) eine Rede, in der er erklärte: Neben der Verhinderung der Ausdehnung des Krieges über Spaniens Grenzen hat England noch ein anderes Interesse: Die Beibehaltung der gebietsmäßigen Unversehrtheit Spaniens. England wünsche von Spanien, ganz unabhängig von seiner Regierungsform, lediglich freundschaftliche und normale Beziehungen. Deshalb hätten seit dem Verbot weder Waffen, noch Offiziere, noch Munition für Spanien England verlassen, noch sei ein einziger Freiwilliger nach Spanien abgereist. Englischerseits sei man der Ansicht, daß Spaniens Regierungsform eine Angelegenheit des spanischen Volkes sei. Diese Frage berühre nicht vitale Interessen Englands. Aus diesem Grunde sei England auch jetzt bereit, an jeder fairen und gerechten Maßnahme mitzuarbeiten, den augenblicklichen Konflikt daran zu verhindern, ein europäischer Konflikt zu werden. Die englische Selbstlosigkeit dürfe aber nicht als Selbstlosigkeit in den Angelegenheiten betrachtet werden, in denen britische Interessen sei es an den Land- ober Seegrenzen Spaniens, sei es auf den Handelswegen, auf dem Spiele stünden. Trotz der Schwierigkeiten der internationalen Lage bestünden Faktoren, deren Gewicht vorteilhaft in die Waagschale fiele. An erster Stelle müsse man darunter die britische Weltkonferenz zählen; es bestünde kein Zweifel darüber, daß die Schlußerklärung dieser Konferenz zur Sache des Friedens beigetragen habe. Der zweite Faktor feien Englands Beziehungen zu Frankreich, die niemals besser gewesen seien, und die auf einer idealen Grundlage beruhten, weil die Beziehungen niemanden bedrohten und niemanden von der Freundschaft ausschlössen. Andere Nationen hätten jetzt verstanden, daß die Verständigung, die Frankreich und England verbinde, nicht leicht zerbrochen werden könne. Man könne jetzt bestimmt hoffen, daß durch diese Verständigung der Kreis der Freundschaften sich erweitere. Niemand von uns, so meinte Eden, wünscht jemand aus diesem Kreis auszuschließen. Der dritte Faktor seien die guten Beziehungen Englands zu den Vereinigten Staaten. Unser Aufrüstungsprogramm ist von beinahe allen Nationen der Welt und insbesondere von den kleinen Nationen als ein Beitrag zum Frieden begrüßt worden. Ein starkes England, so hat der schwedische Außenminister erklärt, stellt einen Schutzwall für den Weltfrieden dar. Ich (Eden) bin überzeugt, daß das die Wahrheit ist, und die Welt kann sicher sein, daß die wachsende Stärke der englischen Rüstungen niemals mißbraucht wird. London, 4. Juli. (DNB.) Die Londoner Sonntagspresse berichtet, daß eine rege diplomatische Tätigkeit m allen Hauptstädten eingesetzt habe. „Sun- day Times" schreibt, zur Lösung der Krise komme nur eine abgeänderte Form der englisch-französischen Vorschläge in Frage. Man spreche von der Einsetzung neutraler Beobachter m spanischen Häfen. „Observer" setzt sich sehr für den deutschen-italienischen Standpunkt ein. Was Berlin und Rom vorschlügen, sei wirklich u n - parteiisch. Die Vorschläge beruhten auf der gleichen Anerkennung beider Seiten in Spanien als kriegführende Parteien. Das würde in der Tat die beste Grundlage für eine Fortsetzung der kontrollierten Nichteinmischung sein. Man müsse sich darüber klar sein,' daß Deutschland und Italien es niemtls gestatten würden, daß Spanier eine bolschewistische Eroberung würde. Außerdem müsse man mit der Wahrscheinlichkeit rechnen, daß General Franco den Krieg in Spanien gewinnen werde. Zwei Drittel des spanischen Eisenerzes, das sich jetzt in Händen des Generals Franco befinde, war früher nach England geliefert worden. Gibraltar sei ein lebenswichtiger Knotenpunkt für EnglandsWeg nach dem Fernen Osten. Englands Interessen seien somit in steigendem Maße in die ganze Frage verwickelt. Aus diesem Grunde werde die englische Politik der sinnlosen Feindseligkeit gegen Franco jetzt einer genaueren Untersuchung unterzogen. Die britische Regierung müsse antworten, ob sie gewillt sei, den Zustand der Spannung mit Deutschland und Italien in einer rein spanischen Frage fortzusetzen oder nicht. Spanische Volscheivistenhäupilinge bitten in Paris um Hilfe. Paris, 4. Juli. (DNB.) Pariser Zeitungen veröffentlichen die Mitteilung, daß die spanisch-bolschewistischen Häuptlinge von Valencia „Ministerpräsident" N e g r i n und „Außenminister" Giral nach Paris gekommen seien und Besprechungen mit der französischen Regierung geführt haben. Es ist bemerkenswert, daß dieser Pariser Besuch der beiden spanischen Bolschewisten streng geheimgehal- t e n wurde. Beide sollen von Ministerpräsident Chautemps und von Außenminister Delbos empfangen worden sein. Der „Jour" meldet, sie hätten über die verzweifelte Lage in Rot- fpanien Bericht erstattet. Die Ernährung der Bevölkerung sei besonders in Madrid unmöglich geworden. Die spanischen Bolschewistenhäuptlinge sollen dringend um moralische und materielle Hilfe ersucht haben. Man könne neugierig sein, welche Antwort die französische Regierung ihnen erteilt habe. Der „Paris Midi" berichtet, bafc, Chautemps und Delbos eine Besprechung mit dem sowjet- russischen Botschafter in Paris gehabt haben, und wirft die Frage auf, ob es sich hier um das zufällige Zusammentreffen zweier Besuche handele, oder ob man in ihnen etwa das Vorzeichen neuer überstürzter Ereignisse zu sehen habe. Das „Oeuvre" glaubt zu wissen, daß Negrin und Giral von ihrer Pariser Reise sehr befriedigt nach Valencia zurückgekehrt seien. Londoner Sonntagsblätter vermuten, daß der Zweck des Besuchs ein Appell an Frankreich war, d i e Nichteinmischung aufzugeben, damit Valencia mit Waffen und Munition beliefert werden könne. Delbos soll aber erklärt haben, daß Frankreich die Nichteinmischung nicht fallen lasse. Das Echo der Eden-Rede. Paris, 4. Juli. Die Pariser Sonntagsblätter unterstreichen einen Hinweis Edens, daß die englisch-französischen Beziehungen nie besser gewesen seien als augenblicklich. Das durch seine wilden Kombinationen berüchtigte „Oeuvre" sieht in der deutschen Haltung nur den Wunsch, Zeit zu gewinnen. Der Grund hierfür fei, daß die augenblickliche Stellung General Francos sehr günstig sei. Man hoffe, daß General Franco inzwischen in Santander einziehe und die europäische öffentliche Meinung . sich weiter zu feinen Gunsten ändern werde. Der „Jour" versteigt sich zu der hysterischen Behauptung, Deutschland prüfe augenblicklich die Gelegenheiten, die sich ihm für einen Konflikt mit Frankreich böten.(!) Im „Figaro" wird betont, daß Frankreich noch nie eine s o ernste Stunde erlebt habe. Deshalb wäre es auch wünschenswert gewesen, daß die französische Regierung eine Regierung der nationalen Einigkeit wäre. Da dies augenblicklich nicht möglich sei, müsse man auf alle Fälle einmal deutlich erklären, daß alle Franzosen einen einzigen Block bildeten, wenn „die Interessen des Vaterlandes" auf dem Spiele ständen. Auf der Rechten wie auf der Linken gebe es in diesem Augenblick nur ein Gefühl, nämlich das Nationalgeftihl. Der marxistische „Populaire" begrüßt die französisch-englische Zusammenarbeit. Sie sei das Sicherheitsschloß, das das „Blutrad der Geschichte" daran hindere, sich in der Richtung auf den Krieg zu drehen. Sprenger in sein neues Amt feierlich eingeführt werden. ♦ Der Führer und Reichskanzler hat den Vortragenden Legationsrat Pilger zum Gesandten in Kabul (Afghanistan) und den Vortragenden Legationsrat Dr, Hempel zum Gesandten i n Dublin (Irland) ernannt. * Der Reichsbauernführer hat den Hauptabteilungsleiter I Thüringen, Bauer Karl Reinhardt - Kittelsthal zum (Sonderbeauftragten für Landarbeit erfragen ernannt. Bauer Reinhardt gehört dem Reichstag an und ist Reichsredner der NSDAP Der schweizerische Bundespräsident Motta empfing den zu einer Besichtigungsreife deutscher Krieger-Kurhäuser und Heilanstalten in der Schweiz weilenden Herzog von Koburg, Präsident des Deutschen Roten Kreuzes und Präsident der deutschen Frontkämpferverbände, in Begleitung des deutschen Gesandten Dr. Köcher. Aus Anlaß des Besuches fand auf der Gesandtschaft ein Frühstück statt, an dem Präsident Motta, Minister Bonna, der Leiter der auswärtigen Abteilung im politischen Departement und höhere Offiziere teilnahmen. Bei den irischen Landtagswahlen hat nach den bis Sonntag abend bekannt gewordenen Ergebnissen de Valero 58 Sitze, die Opposition 57 Sitze erhalten, von denen 38 auf die Partei Cosgraves entfallen. Am Sonntag veranstalteten die englischen Faschisten unter der Führung von Sir Oswald M o s- l e y einen Umzug durch die Hauptstadt. Ueberall versuchten linksgerichtete und jüdische Elemente Zusammenstöße hervorzurufen. Die Polizei hatte den Ordnungsdienst außerordentlich verstärkt, so daß es der jüdisch-bolschewistischen Meute nicht gelang, den disziplinierten Marsch der englischen Faschisten ernstlich zu stören. Sir Oswald Mosley hielt auf zwei Londoner Plätzen Ansprachen. * In Lissabon wurde auf den Ministerpräsidenten Salazar ein Bombenanschlag verübt, als der Ministerpräsident im Wagen vom Kirchenbesuch zurückkehrte. Personen wurden nicht, verletzt. Der Materialschaden ist bedeutend. Das Wrack -er „Rau IIP geborgen. (Ss gelang das Wrack des gesunkenen Walfängerbootes „Rau III" zu heben. Nachdem es am olden- burgrfchen Ufer der Außenwefer auf Grund gefetzt worden war, wurde mit dem Auspumpen begonnen (Scherl-Bilderdienst-M.) lind । kenne Obeingesammelt. Die Hausfrauen werden gebeten, den Inhalt der Päckchen auf der Umhüllung kenntlich zu machen und die Mitgliedskarten zur Quittungseinzeichnung bereitzuhalten. Da im nächsten Monat die Sammlung ausfällt, bitten wir, die Spende für den nächsten Monat mitzugeben. Uraufführung im Giadttheater Gießen. Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Die Winterspielzeit 1937/38 wird nm 24. September 1937 mit „Maß für Maß" von Shakespeare er- Oberstudiendirektor Leonhardt dankt in seinem Schlußwort für die zahlreichen Glückwünsche und Grüße. Sie seien ein Ansporn zu weiterer eifriger Arbeit. Man werde weiterhin zusammenstehen in der Arbeit an der deutschen Jugend. Er dankte allen, die das Fest vorbereiten und durchführen halfen. Er erinnerte daran, daß die großen Aufgaben zu lösen nur in einem Reiche des Friedens und der Ordnung möglich seien. Um diesen Frieden brauche uns nicht zu bangen, denn der Führer wisse, was Krieg bedeute, und diesen werde er dem.deutschen Volke zu ersparen wissen. Mit einer würdigen Huldigung an den Führer schloß der Redner die Kundgebung. Gemeinsam wurden das Deutschlandlied und das Horst-Wessel-Lied gesungen. Oer Ausklang der Feiern. Den Abschluß der Feierlichkeiten bildete ** T o t im Walde aufgefunden. Am gestrigen Sonntagnachmittag fanden Spaziergänger im Stadtwalde hinter der Waldkaserne einen etwa 40 Jahre alten Mann an einem Baume hängend tot auf. Nach den polizeilichen Feststellungen han- beit es sich um einen Mann aus Friedberg, der von dort schon vor etwa zehn Tagen vermißt gemeldet wurde. Es kommt einwandfrei Selbstmord * als Todesursache in Betracht. ** Von einem Auto angefahren. Am Samstag gegen 20 Uhr ereignete sich in der Marburger Straße, Ecke Wieseckerweg, ein Verkehrsunfall dadurch, daß ein Kind einem Personenwagen in den Weg lief und von dem Kraftwagen angefahren wurde. Das Kind^ mußte mit einigen Verletzungen der Klinik zugeführt werden. ** D i e Beiträge zur land- und forst- wirtschnftlichen Berufsgenossenschaft' sind aus der Heberolle ersichtlich. Landkreis Gießen. gfs. Heuchelheim, 3. Juli. Einen schönen Ausflug bei herrlichem Wetter unternahm die F r a u e n s ch a f t nach dem Forstgarten. Nicht nur gemeinsame Arbeit, auch sorglos verlebte Stunden befestigen das Band echter Volksgemeinschaft. — In unserer Frauenschaft wurde eine Jugend- gruppe gegründet, zu der sich bis jetzt sechs Mitglieder gemeldet haben. Kreis Alsfeld. * Deckenbach, 2. Juli. Am kommenden Mon- tag begeht die Witwe Margarete Michel ihren 77. Geburtstag. ausgenommen. Der Chor des Gymnasiums dann unter Leitung von Reallehrer Blaß Lied „Zigeunerleben" von R. Schumann und tete dafür anhaltenden Beifall. Dank der Schulen. ner t auch kleine bene Heren ßen a an ge in de! Lorzu habt, beider in klc eng. gebur Dann bo# das i deute S:uK ti-m j dem 1 teid Mit . Etappe nach Straß voller Minu (6:32: (Frar samtf , tot" TM ßrfh Am kamen den Ti drucksv Berlin mit ein Tie Eine a über dc vonTr künde a 140 Ee Sug< 3m Dienste der Verkehrserziehungswoche. Die Polizeidirektion Gießen teilt mit, daß die Lärmbekämpfungs- und Verkehrs-Erziehungswoche unterstützt wird von der Partei und ihren Gliederungen, insbesondere vom Verte h r s e r z i e h u n g s d i e n st des N S K K., der in dieser Woche zum ersten Male in Gießen in Erscheinung tritt und die Berechtigung hat, jeden Verkehrsteilnehmer anzuhalten, der sich vorschriftswidrig verhält. Zu diesem Zweck sind die Führer und Männer des NSKK. mit B r u st s ch i l d e r n und Haltstäben ausgerüstet, die mit dem Zeichen des NSKK. sowie mit der Aufschrift „NSKK.-Verkehrs-Erziehungsdienst" versehen sind. Auch der D D A C. stellt sich in den Dienst der Sache. Unterstützung der Verkehrserziehungs- und Lärmbekämpfungswoche hat auch der Oberbürgermeister unserer Stadt zugesagt, insbesondere hier das Städtische Hoch- und Tiefbauamt, das Stadtschulamt und die Direktoren der Städtischen Betriebe. Ferner haben auch der Kreisdirektor, die Wehrmacht, die Reichsbahn und die Reichspost ihre Mitarbeit in Aussicht gestellt. Wechsel in her Führung her Gießener Sanitätskolonne. Der langjährige Leiter der Sanitätskolonne Gießen, Ludwig Kratz, der feit zwei Jahren auch das Amt des Kreiskolonnenführers der Sanitätsabteilung des Kreises Gießen versieht, hat sich infolge der großen Arbeitslast bei der Führung der beiden Aemter veranlaßt gesehen, den Präsidenten des Hessischen Lanüesmänner-Dereins vom Roten Kreuz, Staatsrat Reiner, um Entbindung von der Führung der Geschäfte der Sanitätskolonne Gießen zu bitten. Diesem Wunsche hat der Präsident des Landesmänner-Vereins stattgegeben und bei dieser Gelegenheit Herrn Kratz für die in 30jähriger Sanitäter-Dienstzeit, darunter 17 Jahre an der Spitze der Gießener Kolonne, zum Wohle der Allgemeinden Betrag von 200 Mark zur Verfügung stelle. Beide Mitteilungen wurden mit großer Freude sang Dornotizen. Tageskalender für Montag. Gloria-Palast (Seltersweg): „Und du mein Schatz fährst mit." NSOAV. - Amt für Volkswohlfahrt. Ortsgruppe GießenOst. Betr.: Lebensmittel-Opferring. Die Sammlung wird Dienstag, 6., und Mittwoch, 7. Juli, von der NS.-Frauenschaft durchgeführt. Die Mitglieder wollen die Pfundpäckchen bereithalten und die Mitgliedskarten zur Eintragung vorlegen. Der Inhalt der Päckchen ist außen sichtbar anzugeben. Ortsgruppe Gießen-Mitte. Opferring-Sammlung. Am Mittwoch, 7. Juli, werden die Oberbürgermeister Ritter überbrachte die Grüße der Stadtverwaltung, der Reichs- und Landesbehörden, des Divisionskommandeurs und der Wehrmacht insgesamt. Er gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß die Feier so viele Gäste nach Gießen brachte. Er sei überzeuat, daß die beiden Gießener Realanstalten ihre Aufgaben erfüllen würden. Was die Stadt dazu helfen könne, werde geschehen. Die Schule gebe heute der Jugend den Charakter mit auf den Weg, der sie nicht nur an sich selber denken lasse. Mit dieser- Jugend werde das deutsche Volk bestehen, werde es ein Volk des Friedens und der Tatkraft werden. Für die Kreisleitung Wetterau der NSDAP, überbrachte Pg. Holländer Glückwünsche und Grüße. Er betonte, daß es im Reiche Adolf Hitlers dem Pflichtgefühl, der Treue und der Verantwortung zu leben gelte. Jeder habe sich als ein Träger der Idee des Führers zu beweisen. Nicht nur Wissen solle den jungen Menschen gegeben werden, sondern ein ganzer Mensch solle er schon von der Schule her werden. Mit dem Wunsche, daß die Gießener Realanstalten auch in Zukunft stets ein Hort deutscher Geistes- und Willensbildung sein möchten, schloß der Redner. Oberstudiendirektor Dr. W o l k e w i tz sprach im Namen des von ihm geleiteten Landgraf-Ludwigs- Gymnasiums, der übrigen Gießener Schulen und der hessischen höheren Lehranstalten. Mit Stolz, so sagte er, dürften die Realanstalten auf ihre Entwicklung zurückblicken. Die Realanstalten seien Erfordernisse der Zeit gewesen, und sie seien es heute, wie ehedem. Im Grunde sei von allen Schulen immer das Ziel verfolgt worden, Pflanz- und Pflegestätten edler Gesittung, der Vaterlandsliebe und alles Edlen und Schönen zu sein. Er überreichte den Direktoren der beiden feiernden Anstal, ten je eine von Prof. Walther künstlerisch ausgeführte Glückwunschadresse, und er gab dem Wunsche Ausdruck, daß zwischen den drei Anstalten immer das gleiche freundschaftliche Verhältnis herrschen möge, wie bisher. Sanitätsrat Dr. Becker übermittelte die Grüße der Vereinigung ehemaliger Realgymnasiasten und sprach von ihrer steten Bereitschaft zur Unterstützung der Anstalt in ideeller und materieller Hinsicht. Als Ausdruck dieser Bereitschaft gab der Red- „ _ , Spenden (Opferring-Sammlung) durch die NS.-Frauenschaft betrachtet werden im Zusammenhang mit der politischen, wirftchc-ftltchen, sozialen, biologischen und kulturellen Entwicklung von Volk und Staat. Schule hat keine Eigenbewegung, sondern folgt der all- aemeinen Kulturbewegung und empfängt von ihr Inhalt und Form. Große Zeitenwenden im Leben des Volkes bringen auch Wendepunkte in der Entwicklung des Bemühens der Völker und Staaten um die Erziehung und Bildung der folgenden Generationen. So schafft sich nach den Stürmen der französischen Revolution und den Freiheitskriegen das emporstrebende deutsche Bürgertum in oer „Realschule" die ihm gemäße Ausbildungsstätte seines Nachwuchses. Reaktionäre Regierungen widerstreben, aber nach der französischen Julirevolution 1830 ist der Kampf zu Gunsten der Realschule entschieden. Nach größeren Städten bekommt auch Gießen 1837 seine Realschule. Das Sturmjahr 1848 bleibt für die Schule ohne nennenswerte neue Formungen. Wie im Politischen, ist die Bedeutung dieser Jahre im Schulleben zu sehen in der inneren Stärkung und Ausgestaltung des Vorhandenen unter tüchtiaen Pädagogen und ablesbar an Schülerzahlen und der Besserung räumlicher Unterbringung durch ein eigenes Heim. So steht die Schule bereit für neue Aufgaben, als Bismarck die Einigung zum Zweiten Reich in den drei Kriegen durchführt. Seit 1866 stellt das Recht der Verleihung des Einjährigenscheines, nach 1870 der gewaltige wirtschaftliche Aufschwung diese neuen Aufgaben, die zu bewältigen sich man nicht leicht vorstellen darf. Aber die Schule schaffte es. Organisatorisch drückt sich das Ergebnis der erfolgreichen Arbeit aus in der Erweiterung eines Zweiges der Realschule zur Vollanstalt, dem Realgymnasium (1880 erste Reifeprüfung unter Direktor Soldan), zahlenmäßig im Anwachsen der Schülerzahl auf 600 in 19 Klassen. Dem später stärker differenzierten erweiterten Bildungsbedürfnis entspricht dann auch der Ausbau der Realschule zur Voll- anstalt, beendet 1905; die zahlenmäßige Entwicklung bedingt die Trennung der beiden Schulen Ostern 1914. Ein Zeichen der gesunden Aufwärtsbewegung der Stadt und ein beredtes Zeugnis lebendigen, opferfreudigen Gemeinsinns! Worte höchster Anerkennung fand der Redner alsdann für den herrlichen Geist der deutschen Jugend in den Schicksalsjahren des Weltkrieges. Die Schule darf stolz sein, so führte er aus, daß sie we- sentlicken Anteil hat an all dem Opfermut und 'der Vaterlandsliebe des von ihr herangebildeten Geschlechts. Sie darf aber auch ebenso als richtige Wertung des Zeitgeschehens buchen, daß die Versuche des Zwischenreiches zur Einstellung in seinem Sinne keinen günstigen Nährboden an den höheren Schulen fanden. Zeigt so die Geschichte der 100 Jahre, fährt der Redner fort, die Schule stets als treue und erfolgreiche Helferin bei der Durchführung vaterländischen Strebens, wie sollte das nach dem unvergleichlichen Umschwung 1933 anders sein? Die Geschichte schaffte Klarheit über die Aufgabe und die Möglichkeiten der Schule. Sie weiß, was sie leisten kann, und was sie dem Staat schuldig ist. Wird ihr dazu das Ziel so klar, so eindeutig und überzeugend gezeigt, wie es der Führer getan hat, dann kann es nur eine Losung geben: Einsatz ernster Entschlossenheit aller, die es angeht, Pflichttreue und volle Hingebung im Kampf um Deutschlands Erneuerung im festen Glauben an die deutsche Jugend, in unbeirrbarem Vertrauen zum Führer, im bewußten Verantwortungsgefühl vor Volk und Vaterland. Nach der mit anhaltendem Beifall aufgenommenen Festrede brachten Chor und Orchester der Oberrealschule das Lied „Schön ist der Friede" aus der „Braut von Messina" (G. Selle) zum Vortrag. Glückwünsche. Oberschulrat Dr. Leib (Darmstadt) überbrachte sodann im Auftrag des Leiters der Abteilung VII der Landesregierung, Ministerialrat Ringshau- f e n, die herzlichsten Grüße und Glückwünsche. Er sprach Worte des Ruhmes und des Dankes für die Arbeit der Gießener Realanstalten. Der Beweis, daß die Schulen ausgerichtet seien im nationalsozialistischen Geiste, sei erbracht. In seinen weiteren Ausführungen fchliderte der Redner die Schulen im Wechsel der Zeiten und betonte, daß die Schule rm Dritten Reich eine Schule des Volkes sein müsse. Heute könne man in Ruhe der Umbildung des Schulwesens entgegensehen, denn der völkische Sinn sei unserer Schule gewahrt. Um ihrer Verankerung im völkischen Willen werde sie sich immer behaupten. „Ist sie zu einer bekannten Familie geflohen. Das habe ich dir ja schon einmal erzählt, Anna. Weiter weiß ich selber nichts. Und in Hamburg habe ich sie dann nach so vielen Jahren wiedergetroffen." „Es ist so merkwürdig, daß Mutter zu mir nie von meinem Vater gesprochen hat", meinte das Mädchen verträumt. „Ich habe kein Bild von ihm, keine Erinnerung, gar nichts. Auch Mutter hat nichts hinterlassen. Ich weiß nur, daß er längst tot ist. Ein bißchen wenig, Josi; saa selber —" Fogg trank sein Bier aus und knurrte kurz: „Komm schlafen jetzt, Anna! Was, schon halb elf?! Gute Nacht, Anna." 18. Viktoria nähte Kinderhemdchen. Ihr Bruder lehnte am Fenster und starrte auf die gegenüberliegende Brandmauer und auf eine Dachaltane, auf der ein mageres Dienstmädchen Wasche au^ing. Der Raum, in dem die Geschwister hausten, war eine Dachkammer im äußersten Schwabing, giftgrün gekalkt, und die eine Wand war schief. Wie Dicki das nur aushält! dachte der junqe Mensch verzweifelt. Die Lebenskurve der Geschwister bewegte sich augenblicklich weit unten. Viktoria war nach jener häßlichen Szene in der Engasser-Villa nach München gefahren, trotzig entschlossen und planlos, und vor allem sehr überstürzt. Sie hatte etwas Wasche eingepackt, Hemdhöschen, ein Kleid, Strümpfe, was .eben/ Zwergkoffer so ging, aber das Wichtigst ließ sie jnü voller Absicht in Schellenberg zurück —. Geld. \ Geld in keinem Fall und unter gar keinen Umstanden. Der Satz „aus Armseligkeit hervorgeholt" brannte zu tief. Ja, und nun war sie also in München, 5Uid das einzig mögliche Unterkommen war bei n^ranz, ihrem Bruder, und der wohnte sehr bescheiden. Am nächsten Tag tat sie sich nach Arbeit um. W,-er so etwas unternimmt, muß Treppen steigen, iwimerzu Treppen, muß die Zeit verwarten, muß ssich in Vorzimmern herumdrücken, MMeiilWWM Vornan von Walther Kloepffer Copyright 1936 by August Scherl G. m. b. H., Berlin. öffnet. Es gelangt die neue Uebersetzung von Hans Josten zur Uraufführung. Die Spielleitung führt Intendant Schultze-Griesheim. Der Leiter des künstlerischen Betriebsbüros, Herr Hermann Wolff, seit 1930 an unserer Bühne tätig, wurde von Generalintendant Egon Klitsch für drei Spielzeiten an die städtischen Bühnen in Königsberg (Pr.) als Betriebsdirektor verpflichtet. Neue Anorhnung über hie Verbraucherpreise für Wurst. DNB. Der Reichskommissar für Preisbildung veröffentlicht im Reichsgesetzblatt eine zweite Verordnung über Fleisch- und Wurstpreise vom 2. Juli 1937. Danach darf der Preis für Wurst bei Abgabe an den Verbraucher zwei Reichsmark je Pfund nicht überschreiten. Wurst, die der Kleinhandel vom Hersteller bezieht, darf er höchstens mit einem Aufschlag von 25 v. H. auf die Einstandspreise verkaufen. Diese Spanne sichert ihm die Deckung seiner Unkosten und einen angemessenen Nutzen. Der Verbraucher wird also in Zukunft Wurst nicht teuerer als zu 50 Pf. je ein viertel Pfund einkaufen, aber auch diejenigen Wurstwaren, die bisher schon unter diesem Preis lagen, werden z. T. billiger werden, weil die Hersteller von Wurst ihre Preise nicht heraufsetzen dürfen und die Einzelhändler die Spanne von 25 v. H. einhalten müssen. Nur bei der Einzelabgabe von Vie Kilo an den Verbraucher darf der Einzelhändler einen Zuschlag von zwei Pf. nehmen, der aber schon nicht mehr berechnet werden darf, wenn gleichzeitig von zwei verschiedenen Wurstsorten je Vie Kilogramm verkauft wird. Geprüfte Hausgehilfinnen. In Anwesenheit des Kreisschulrats Pg. Nebe» l i n g und der Rektorin Weitzel fand die Prüfung der Haushaltslehrlinge, die zwei Jabre in einem Haushalt gelernt haben, in der Berufsschule statt. Die Sachbearbeiterin der Abteilung Volkswirtschaft-Hauswirtschaft im Deutschen Frauenwerk für den Kreis Wetterau, Frau Mathy, begrüßte die Mädchen und loste unter ihnen die Prüfungsaufgaben aus. Der Vormittag wurde dazu benutzt, ein Mittagessen selbständig herzustellen. Da gab es Fisch in verschiedener Art zu bereiten, Gemüsesuppen und andere Eintopfgerichte, während ein anderer Lehrling an einem Braten zeigen mußte, was er gelernt hatte. Der Tisch wurde mit großer Sorgfalt gedeckt und alle leckeren Gerichte zur Probe für die Prüfenden, zierlich angerichtet, aufgestellt. Nach dem Essen, dessen Zubereitung befriedigte, kam die Hausarbeit daran. Reinemachen und Fensterputzen, Waschen und Bügeln, das alles will gelernt fein, und nur eine geschickte und geübte Hand wird darin etwas leisten. Auch die Geschicklichkeit mit der Nadel im Nähen, Flicken und Stopfen mußte unter Beweis gestellt werden und fand die Zufriedenheit des Prüfungsausschusses. Nach gut bestandener Prüfung haben die Mädchen das Recht, sich als „geprüfte Hausgehilfinnen" zu vermieten. F. K. und murrte: „Nicht mal eine Zigarette kann man sich kaufen." „Das mit dem .Ernähren^ ist Schmarrn, Franzi. Und von wegen Zigarette? So notig sind wir nun wieder nicht daran. Da sind zwanzig Pfennig. Lauf mal ’runter an den Automat und hole sechs Stück. Eine mir, fünf dir; ich glaube, ich gewöhne mir auf meine alten Tage noch das Rauchen an. Verführt hast du mich, daß du es weißt. Mit Zigarette ist das ganze Leben bedeutend leichter, finde ich jetzt allmählich auch", lächelte sie. Als der Bruder die Dachkammer verlassen hatte, löschte dieses Lächeln jäh" aus. Sie geriet ins Grübeln. Franz war so unpraktisch, geradezu hilflos in vielem. Immer mußte man ihn anziehen und bemuttern und achthaben, daß er nichts vergaß. Es war eine Schnapsidee gewesen, ihn nach Amerika zu lassen und sich dort eine Zukunft für ihn zu versprechen. Mit Amerika war es nichts gewesen, leider. Das schöne Geld, dieses beschämende Darlehen von Engasser, war glatt zum Fenster hinausgeworfen. Da Franz dem Professor die betreffende Summe von Neuyork aus nicht zurückzahlen konnte, hatte es vor einigen Wochen Krach und bitterböse Worte in der Villa gegeben. Viktoria mußte sich von dem erzürnten Professor sagen lassen, ihr ausgewanderter Bruder sei ein lebensuntüchtiger Mensch, ein Verschwender und Galgenstrick, der ihm nicht mehr unter die Augen kommen solle. Auch ihre schwesterlichen Briefe mußte sie seither in aller Heimlichkeit schreiben. Und nun war Franz nach anderthalb Jahren abgebrannt und arm wie eine Kirchenmaus nach Deutschland, nach München, zurückgekehrt und befand sich seit etlicher Zeit auf einer zermürbenden Stellenjagd. So schlimm, wie Engasser ihn machte, war Franzl ja nun nicht; aber daß er geschoben werden mußte, daß er ein bißchen schlapp und verttäumt war, das stimmte. Wurden die eigenen Sorgen dadurch leichter, daß man sie mit denen des Bruders zufammenlegte? Sie schrak auf. „Hier sind die Zigaretten, Vicki", sagte Franz und startete eine weltmännische Verbeugung. Sie riß die Packung auf und steckte sich und dem Bruder eine in den Mund. „Und da ist die Post. Der Briefträger hat sie mir gleich auf der Stiege gegeben. Wird wieder ein schöner Mist sein, lauter Absagen!" meinte er höhnisch. „Wir sind halt Pechvögel, wir zwei, du mit deinem Professor und ich mit dem anderen! War uns auch nicht an der Wiege gesungen; aber so geht's halt. Erft wird man vorn Schicksal verwöhnt — ich Kollegs mit üppigem Monatswechsel, du Körbe austeilende Jungfrau — und dann, wie Vater starb, war auf einmal nichts da oder wenigstens nicht viel. Das bißchen genügte gerade zum Fertigmachen für mich und für deine Kurse. Und dann hat sich alles vorschriftsmäßig entwickelt. Bei dir diese Ehe, von der ich oir abgeraten habe, wie du weißt; bei mir diese blödsinnige Amerikafahrt. Dieser seriöse Herr in den besten Jahren war eine schwere Niete, Schwesterchen." „Du, ich mag das fein nicht, wenn man sich über Abwesende lustig macht!" wies sie ihn zurecht. „Sei nur still, du haft auch deine Fehler!" „Entschuldige, Vicki! Ich meinte nur wegen dieser Hemdennäherei da", sagte er beschämt. „Bei diesen Hemden werde ich nicht alt, des kannst du versichert sein. Das ist nur so ein Heber- gang, lieber Bruder Franz/’ Sie schlitzte mit der Stoffschere die Briefe auf. 2Ibfage, Ablage, Absage. Bezugnehmend auf Ihre t Offerte vom T-ten, bedauern wir höflich ..3 r- T bl?5 °ieIe Porto. Plötzlich schrie sie auf: xat? Der Lunaoerlag nimmt dich als Lektor. 250 Mark im Monat. Habe ich nicht gleich gesagt, es kommt eine bessere Zeit? Man darf nur nicht immer sofort die Flinte ins Korn werfen. Du gehst jetzt hin und stellst dich vor! Deinen blauen Anzug habe ich ausgebügelt. Gib mir • mal Die Krawatte mit den roten Tupfen her!" Sie war voll Geschäftigkeit und guter Ratschläge, \ bQ5 Schleifchen, sie bürstete ihn ab, sie ä ajirfte chn weg. Seit dieser Bries gekommen war, j icgien mit einemmal die Sonne ins Zimmer. Sils der Bruder gegangen war, sann sie nach, l roas sie ihrem Mann schreiben sollte. Es war Zeit, , .» er em Lebenszeichen von ihr erhH* ^hre Zu- sSEäSS mnr iiMs. 1 l”erti lun9 und ungebrochen wie fte 1 für Fortsetzung folgt muß sich zuweilen anschnauzen lassen, muß sich ganz klein und häßlich machen und aufsteigende Tranen hinunterschlucken, muß abschätzende und unanständige Männerblicke über sich ergehen lassen — und am Abend als Ergebnis buchen: Diesmal war es nichts. Noch nichts, aber es kommt schon. Nein, das Postensuchen war kein ungetrübtes Vergnügen. Nach vielen Fehlschlägen und Enttäuschungen war Viktoria bei diesen Hemden gelandet. Männer- hemüen, Kinderhemden. Von den erstgenannten bekam sie für jedes Stück siebenundsechzig Pfennig. Obschon sie fleißig war, brachte sie es nur auf fünf bis sechs Stück im Tag, weil sie der Ansicht huldigte, daß auch billige Hemden ordentlich und dauerhaft genäht sein müssen. Mit dem Erlös den Unterhalt von zwei ausgewachsenen Personen zu bestreiten, war jeden Morgen eine neue Aufgabe. Ihr Bruder riß den Blick von dem wäscheaufhängenden Dienstmädchen los und drehte sich um. Er machte Viktoria ein Zeichen, sie möge das Nähmaschinengeratter einstellen, und sagte: „Hör mal, Vicki, willst du nicht doch lieber zu deinem Mann zurückkehren?" „Nie!" flammte sie auf. „Wir sind zwar zwei ganz arme Hascherl, wir beiden, aber unfern Stolz haben wir doch, gel, Franzl?" „Schon. Es ist mir ja nur um dich, Vicki. Du sollst das nicht; es ist deiner nicht würdig, dieses Abrackern und diese Jammerbude und alles", sagte er mit heißer Zärtlichkeit. „Laß nur, Franzl. Wir müssen den Kops oben behalten. Es kommen auch wieder andere Zeiten." „Du bist so tapfer, Vicki", flüsterte er bewundernd. „Ich halte es eher für Trotz. Das Leben soll mich nicht so einszweidrei unterkriegen. Wir sind doch noch jung, Franzl." „Goldene Worte, Vicki. Ich habe sie mir auch vorgebetet, wie ich drüben in Neuyork gestanden bin. Aber wer von den Dollarbrüdern sucht schon einen Kunsthistoriker? Als es mit der Kunstgeschichte nichts war, habe ich das Uebliche gespielt, Taxichauffeur, Tellerwäscher, Laufbursche. Nicht mal das ist mir auf die Dauer geglückt. Und was ist in München? Ich lungere herum, warte auf eine Stellung, die nie kommt, und lasse mich von meiner izrau Schwester ernähren", seufzte er und ließ mutlos die Schultern fallen. Der junge Mensch, es stand nur ein Jahr zwilchen ihm und Viktoria, setzte sich auf den Bettrand Danziger Studenten in Gießen 6:0, 6:4, 6:8, 6:1 und holte sich an der Seite von IRound, die die Polin Jedrzejowska 6:2, 2:6, 7:5 während im Frauen-Doppel Mathieu- län Hanna Reitsch, ab mit der JleufonffrufHon wur- Schwimm-LänderkampsDelitsthland-Zrankreich der der der des Darmstädter Forschungs-Instituts gelfliegerei „Reiher". Hanna Reitsch nach einem Fluge von nahezu sechs den Hamburger Flughafen und stellte ersten Tage vollbracht. Den Vogel schoß die Segelfliegerin, Flug-Kapi- für Se- erreichte Stunden mit 350 war. Durch Ausnutzung der guten Aufwinde den zahlreiche ausgezeichnete Leistungen bereits am lm ;er Da nb m- >er ze- >rd Großartiger Austakt der „18. Rhön" Marble ebenfalls das Gemischte Doppel gegen besiegte, Mathieu-Petra 6:4, 6:1. Die Meisterschaft im Jorke den Titel gegen King-Pittmon 6:3, 6:3 er- Frauen-Einzel fiel an die Engländerin Dorothy! rangen. Rennen wie erwartet sicher in genau einer Mi- nute nach Hause. Im zweiten Wettbewerb des Tages kamen die Frauen an die Reihe, lieber 10 0 - Meter- Rücken gab es nur zwischen der Meisterin Anni S t o l t e und der Magdeburger Nachwuchs- Schwimmerin Heins einen scharfen Kampf, den die Düsseldorferin für sich entschied. Die beiden Französinnen Motto und Seignol wurden aussichtslos geschlagen. Das 200-Meter-Bru st schwimmen der Frauen war eine Angelegenheit der Duisburgerin Trude Wollschläger, die ihre sämtlichen Gegnerinnen schon auf halbem Wege geschlagen hatte und in 3:05,5 ganz überlegen als Erste am Ziel anschlug. Das Turmspringen der Männer entschied Erhard Weiß mit 122,69 Punkten zu seinen Gunsten. Europameister Hermann Stork belegte mit 111,41 Punkten den zweiten Platz. Schon nach der „Pflicht" lagen die beiden Deutschen mit 51,12 bzw. 46,18 Punkten vor den Franzosen heinkels (41,27) und Lemaitre (39,91) an der Spitze. lieber 10 0 Meter Rücken lagen die beiden Deutschen Heinz Schlauch und Paul Schwarz schon bei 50 Meter klar vor den Franzosen. Schlauch schwamm dann das Rennen in 1:09,6 als Sieger nach Hause, während Schwarz in 1:11,7 auf den zweiten Platz kam und erst vier Sekunden später schlug Noual vor seinem Landsmann Taieb an. Auch in der 400-Meter-Freistilstrecke der Frauen hatten die französischen Vertreterinnen nichts zu bestellen. Inge Schmitz lag schon bei 50 Meter klar vor halsguth, während die Französinnen Fleuret und Mazieres hier schon weit abgeschlagen waren. Nachdem Gerda Daumerlang wegen Erkrankung absagen mußte, stand die Siegerin des Frauen- Kunstspringens in Susanne Heinze fest. Mit 101,44 Punkten belegte sie den ersten Platz. Die erfreuliche Ueberraschung dieses Wettbewerbs war aber, daß die Stuttgarter Nachwuchsfpringerin Nach dem ersten Tage 63:25. In der neu hergerichteten Schwimm-Kampfbahn im „Großen Woog" in Darmstadt begann am Samstagnachmittag der 10. Schwimm-Länderkampf zwischen Deutschland und Frankreich, der schon am ersten Tage einen großen deutschen Erfolg brachte. Alle acht Wettbewerbe des ersten Tages wurden von den deutschen Vertretern überlegen gewonnen, so daß der Kampf nach dem ersten Tage 63:25 zugunsten Deutschlands steht. Nur einmal konnten die Franzosen einen zweiten Platz belegen (100 Meter Freistil), alle anderen Wettbewerbe sahen die deutschen Vertreter auf den ersten beiden Plätzen. Uebedegener Sieg am Sonntag. Prachtvolles Sommerwetter lag am Sonntag über Darmstadt, als der Anmarsch der Massen zum „Großen Woog", dem Schauplatz des 10. Schwimm- Länderkampfes zwischen Deutschland und Frankreich, begann. 10 000 Zuschauer umsäumten die prächtige fahnengeschmückte Kampfbahn und viele Hunderte mußten unverrichteter Dinge umkehren, weil das Fassungsvermögen der Anlage erschöpft war. Als die beiden Nationalmannschaften einmarschierten und die feierliche Flaggenhissung erfolgte, erklang begeisterter Beifall. Die deutschen Schwimmer und Schwimmerinnen, die am Vortage mit 63:25 Punkten schon eine klare Führung errungen hatten, setzten die Serie der stolzen Siege auch am Sonntag fort und gewannen den Länderkampf mit 1 3 0 : 57 Punkten. Alle acht Wettbewerbe des zweiten Tages ergaben deutsche Siege. Mit Ausnahme des 200- Meter-Brustschwimmens, bei dem Heina wegen Fehlstarts ausschied, belegten die Deutschen auch in allen Einzelwettbewerben den 2. Platz. Die Kämpfe des Samstags. Mit dem 100-Meter-Freistilschwim- men der Männer nahmen die sportlichen Wettbewerbe ihren Anfang. Helmut Fischer setzte sich schon vom Start weg m Führung und schwamm sein am Sonntag auf der Strecke im Brerngartenwald bei Bern abgeschlossen wurde, belegten die deutschen Teilnehmer in den Beiwagenklassen die ersten Plätze. Bis 600 ccm siegte der deutsche Meister Karl Braun (Auto-Union/DKW.) mit einem Stundenmittel von 111,877 km/st. und in der Klasse bis 1000 ccm gewann h. Schuhmann (Auto-Union DKW.) mit dem neuen Klassenrekord von 112,689 km/st. vor seinem Markengefährten Kahrmann. In der Soloklasse bis 250 ccm belegten die Italiener Tenni und Pagani auf Guzzi die ersten Plätze vor Kluge und Winkler auf Auto-Union/DKW. und in der 500er-Klasse siegte der Engländer Ruthrie, der auf Norton 266 km/st erreichte und damit Tagesbestzeit und absoluten Streckenrekord herausfuhr. Donald Äudge dreifacher Wimbledon-Sieger. Dreifacher Wimbledonsieger wurde der Amerikaner Donald Budge. Nach seinem Einzel-Sieg über Gottfried von (Tramm am Freitag gewann Budge am Samstag zusammen mit Mako auch das Män- ner-Doppel gegen die Engländer hughes-Tuckey schönsten Erfolge des deutschen Rudersports. Deutsche Erfolge im Berner Bremgartenwald. Beim Großen Motorradpreis von Europa, ßin Ehrenpreis des Führers für den Internationalen Eegelflugwettbewerb. Der Führer und Reichskanzler hat für den vom 4. bis 18). Juli 1937 auf der Wasserkuppe (Rhön) zum Austrag gelangenden Internationalen Segelflugwettbewerb als Ehrenpreis eine von dem Goldschmied Prof. Lettre geschaffene feueroergoldete Silberschale gestiftet. Die Schale befindet sich zur Zeit im Deutschen Haus der Pariser Weltausstellung. Bauh, Sieger der vierten Etappe der „Tour". Mit einem deutschen Triumph endete die vierte Etappe der Tour de France am Samstag von Metz nach Belfort über 200 Kilometer. Der deutsche Straßenmeister Erich B a u tz gewann nach prachtvoller Alleinfahrt in 6:28:58 Stunden mit über drei Minuten Vorsprung vor dem Italiener Bartali (6:32:04), Amberg (Schweiz) und Archambaud (Frankreich). Bautz trägt nunmehr mit einer Ge- samtfahrzeit von 23:03:22 Stunden das „gelbe Tri- fot" des Spitzenreiters. Archambaud, Bartali und Thierbach folgen auf den nächsten Plätzen. Erster deutscher Achter-Sieg in Henley. Am Schlußtage der berühmten Henley-Regatta tarnen die deutschen Farben im Achterrennen um den Großen Herausforderungspokal zu einem eindrucksvollen Siege. Die Manfnchaft der RG. Wiking Berlin siegte nach spannendem Rennen in 7:33 mit einer Diertellänge Vorsprung knapp aber sicher gegen die Mannschaft des Jesus College Cambridge. Es ist der erste deutsche Achtersieg bei der Henley- Regatta und nach den prächtigen Erfolgen auf olympischen Regatta in Berlm-Grünau einer Kilometer einen neuen Weltrekord im Streckenflug für Frauen auf. Die gleiche schöne Leistung vollbrachten auch Heini Dittmar (Deutschland) und der Pole My- narski, die ebenfalls in Hamburg landeten. Un- . ter der großen Zahl weiterer guter Flüge am ersten Tage ragen hervor die Strecken von L. Hofmann (Deutschland), der bis nach Kallähne in der Altmark (275 Kilometer) kam, Dort Zabski (Polen), der Bielefeld (215 Kilometer) erreichte, und seines Landsmannes Baranowsky, der in Braunschweig (210 Kilometer) landete, hinter diesen Leistungen stehen aber auch eine Reihe weiterer Piloten kaum zurück: so konnten der Schweizer Sand me i er in der Nähe von Peine (205 Kilometer) und die Oesterreicherin Emmy R o r e z bei Hamel an der Weser (185 Kilometer) niedergehen. Kurt Sch m i d t (Deutschland) und Späte (Deutschland) erreichten Sondershausen bzw. Erfurt (120 und 96 Kilometer). Der Engländer Wills landete in Langensalza und legte damit 85 Kilometer zurück. Auf einer Besichtigungsreise durch Universitätsstädte und Jndustriebezirke Deutschlands trafen am Samstagabend ungefähr 20 Danziger Physikstudenten in Gießen ein, um das Physikalische Institut und andere Einrichtungen der Gießener Universität kennenzulernen. Oberbürgermeister Ritter hieff auf einem Begrüßungsabend im Studentenhaus im Namen der Stadt den Leiter dieser Exkursion, Prof. Kossel, und die Studenten herzlich willkommen. Er gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß ihre Reise sie auch nach Gießen geführt habe, um einmal eine kleinere' aber durch ihre Arbeiten bekannt gewordene Universität kennenzulernen. Wie es in früheren Jahren in Gießen nicht an bedeutenden Professoren gefehlt habe, so wirken auch heute in Gießen angesehene Gelehrte im Dienst der Wissenschaft an gewaltigen Aufgaben. Gerade die Universitäten m den ^kleineren Städten hätten schon immer den Vorzug einer volksverbundenen Wissenschaft gehabt. Das Verhältnis zwischen Dozenten und Studenten^ zwischen Universität und Bevölkerung sei in kleineren Universitätsstädten besonders gut und eng. In Gießen käme noch hinzu, daß die Umgebung besonders schön und reich an Burgen sei. Dann kam der Oberbürgermeister auf die heutige hochschulpolitische Lage zu sprechen und erläuterte das Prinzip von Führer und Gefolgschaft, nach dem heute auch die Studentenschaft aufgebaut sei. Die Studenten müßten sich immer ihrer großen Trabi- trnn bewußt sein, immer aktiv mit gutem Beispiel dem Volke ooranzugehen, auch in der Zukunft. Mit dem Wunsche, daß die Danziger Gäste sich in Gießen wohlfühlen und von ihrer Besichtigung einen Erfolg mitnehmen möchten, schloß der Oberbürger- meUter sinne Begrüßungsansprache Anschließend begrüßte der Direktor des Physikalischen Instituts unserer Universität, Professor Dr. Gerthsen, im Namen des Rektors, der Fakultät und seines Instituts die Danziger Kameraden. Er erinnerte an die besonderen Verhältnisse, unter denen heute im Grenzland und insbesondere in Danzig gearbeitet werden müsse, und sprach von den guten Beziehungen zwischen Danzig und dem Reich. Sein Gruß galt her Technischen Hochschule in Danzig. Im Namen der Studentenschaft und der physikalischen Fachschaft der Gießener Studenten begrüßte deren Fachschaftsleiter Meyer die Danziger. Prof. Kossel (Danzig) als Leiter dieser wissenschaftlichen Fahrt dankte im Namen seiner Kameraden für die herzlichen Begrüßungsworte und besonders der Stadt Gießen für den schönen Empfang. Auf der Besichtigungsreife seien sie schon in viele Städte und Werke gekommen, und überall hätten sie dieselbe freundschaftliche Aufnahme gefunden. Der Zweck der Studienreise sei, den Physikstudenten Danzigs einen Einblick in die Industrie Jnnerdeutschlands und deren Entwicklung zu geben und praktische Erkenntnisse dabei zu sammeln. Selbstverständlich würde auch jede Gelegenheit wahrgenommen, um die physikalischen Institute deutscher Universitäten und Hochschulen in den Städten, die auf der Exkursion berührt würden, zu besichtigen. Professor Kossel trank auf das Wohl Der Stadt und Universität Gießen. Bei angeregter Unterhaltung, frohem Lied und Wort blieben die Danziger Gäste mit den Gießener Vertretern noch einige Zeit beisammen. Am gestrigen Sonntagvormittag fand die Besichtigung des Physikalischen Instituts statt, wobei interessante Vorträge gehalten und Experimente gezeigt wurden. Die Studenten fahren im Laufe des heutigen Montag von Gießen weiter nach Koblenz, von dort zur Ausstellung „Schaffendes Volk" in Düsseldorf und über das Industriegebiet nach Danzig zurück. Der große internationale Segelflug-Wettbewerb, der vom 4. bis 18. Juli auf der Wasserkuppe in der Rhön ausgetragen wird, wurde am Sonntag durch den Präsidenten des Aero-Clubs von Deutschland, Wolfgang von Gronau, in feierlicher Weise im Auftrage des Führers und Reichskanzlers, dessen Grüße er überbrachte, eröffnet. Dank einer vortrefflichen Organisation konnten die sich bietenden meteorologischen Voraussetzungen bei herrlichem Sommerwetter sofort zu einem regen Start-Wettbewerbs-Betrieb ausgenutzt werden, an dem sich alle gemeldeten Nationen fast vollzählig beteiligten. In Telegrammen an den Führer und Reichskanzler, den Reichsminister der Luftfahrt und den Staatssekretär der Luftfahrt, sowie an den Korpsführer des NSFK. hatte zuvor Präsident von Gronau die Eröffnung der Internationalen Rhön gemeldet. Den ersten Start vollzog gegen 9 Uhr morgens Kurt Schmidt (Deutschland), der vorjährige Rhönsieger, und ihm folgten dann alle übrigen Wettbewerbs-Teilnehmer, so daß nach zwei Stunden die Mehrzahl der Segelflug-Piloten bereits außer Sicht auf* Ihre 'auf: dich NM Dian MN Dty öine Offenbarung für jeden Tierfreund! Tiere mit Gefühl und Verstand Eine allgemeinverständliche Darstellung der Forschungsergebnisse über das Seelenleben der Tiere mit praktischen Versuchsanleitungen von Dr. Werner Fischet, Leiter der Forschungsstelle für Tierseelen- künde am Westfälischen Zoologischen Garten zu Münster 140 Seiten mit 100 Abbildungen, in Leinen gebunden RM. 3.60. Fn jeder Gießener Buchhandlung erhältlich. Hugo Bermühler Verlag, Berlin-Lichterfelde läge, t d, st- j Bjar, ßroWMMetoig Im Auftrage des Konkursverwalters, Herrn Rechtsanwalt Ludwig Heep, Gießen, versteigere ich Dienstag, 6. 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Spiegel- und 1 zweitüriger Wäsche- und Kleiderschrank, 2 Stühle; 1 Schlafzimmer (Kirsch), 2 Betten mit Svrungrahmen und dreiteiligen Matratzen, 1 Frisiertoilette m.Sessel, 2 Nachtschränkchen mit Glas, 1 groß, dreitüriger Kleider- und Wäscheschrank, 2 Stühle; 1 Dielengarnitur, 1 Standuhr (hell Eiche), 1 Banktruhe, 1 runder Tisch mit 2 Polsterstühlen; 1 Küche, Küchenschrank, Anrichte, Küchentisch mit 2 Stühlen, 1 Gasherd, 1 weißemaillierter Herd; sowieEinzelmöbel, als: Oelgemälde( Raupp, Curry,MenkeI, Carnot, Frank usw.), Bronzefiguren, gr. Steinsammlung, Hochs. Teppiche in verschied. Größen, 1 Badeeinrichtung (Gasbadeofen Junkers, emaill. Badewanne), 1 Stollenschrank, 1 geschn. Truhen- bnnk, dreitür. und and. Kleiderschränke, 1 antiken Schrank, Truhen,Flurgarderobe, Vorhänge u.v.U. Versteigerung bestimmt und pünktlich. - Besichtigung am Versteigerungstage ab 8 Uhr erwünscht. «soa £. Äliboff gerichtlich beeidigter Taxator für den Landgerichtsbezirk Oberhessen und Versteigerer für die Kreise Gießen, Lauterbach, Schotten. gen auf die Süße und die Saure der Fruchtarten achten. Zuckersätze nicht zu hoch nehmen. Durchschnittlich auf Vz kg Obst V« kg Zucker. Vor der Verwendung angefaulte, wurmige Stellen aus bett Früchten ansschneiden. Schalen und Ausschneiden des Kern- aebäuses ist nicht angebracht, da Vektin darin enthalten ist außerdem aromatische Geschmacksstofse Zu langes Kochen ergibt dunkle Farbe, deshalb möglichst keinen WallernUatz geben, auch Zucker erst beifügen, wenn Marmelade kocht, da er sonst bräunt. Marmor Marmelstein, kristallinischer Kalkstein in verschiedenartigen Farben, der sich polieren läßt. Marmor ist säureempfindlich. Man reinigt ihn nur mit heißem Master oder mit milder Marseiller Seife. Fle^e lasten sich mit Benzin und Schlemm- freibe entfernen. Kitten kann man Marmor mit einer Mischung von Schlemmkreibe unb Waster- glas. Marone, s. Kastanie, eßbare. Marotte, entbehrliches französ Frembwort für Laune. Schrulle Marroquinleder d. i. Marokkoleder. Saffianleder, gefärbtes Leder, meist aus Ziegenfellen. Marseiller Seife, venezianische Seife, milde Seife aus Olivenöl die für empfindliche Haut sowie als Kinderseife empfehlenswert ist und außerdem zum Waschen von Wollsachen. Seidenflor, Taft und Straußenfedern sowie zum Entfernen von Öl- und Fettflek- fett verwendet wird. Martha, weibl. Vorname hebr. Herkunft mit der Bedeutung „die fleißige Wirtschafterin". Martin, Merten, männl. Vorname lat. Herkunft mit der Bedeutung „der Kriegerische", abgeleitet von Mars. Martinsgans, die am 11. November, dem Martinstag, gebratene Gans. Marzipan, Maste aus geriebenen Mandeln, Zucker und Rosenöl, aus der man verschiedenes Backwerk herstellt. Berühmt ist Lübecker und Königsberger Marzipan. in Tortenform vielfach mit eingemachten Früchten belegt ob. als Marzipankonfekt mit ange- bräunter Oberfläche. Maschenanschlag beim Häkeln u Stricken. Um festzustellen. wieviel Maschen man jeweils aufzuschlagen bat. macht man sich am besten zunächst eine kleine Probe, zahlt bie Maschen, die auf einen Zentimeter gehen unb multipliziert biese Maschen mit dem Maß des zu arbeitenden Gegenstandes. Maschenlaufen bei Strümpfen. Man kann die laufende Masche bei Seidenstrümpfen aufhalten, wenn man die Stelle etwas mit Seife bestreicht. Die Maschen kann man sich in einschlägigen Geschäften wieder aufnehmen lasten. Mascotte, franz. Bezeichnung für einen angeblich glückbringenden Talisman, den jemand ständig bei sich trägt oder im Auto befestigt. Vielfach ist eine solche Mascotte eine Puppe. Selbstverständlich handelt es sich bei der Maskotte um einen Aberglauben. Marmor 295 Mascotte Hier abschneiden! I Das richtige Maß. Oft muß im Haushalt eine Flüssigkeit abgemessen werden. Da ist es gut, wenn ein Litermaß vorhanden ist. Häuser hat solche Maße mit Yi und V\ Liter Einteilung. Außerdem gibt es auch noch den praktischen Meßbecher bei 3. B. Häuser, Gießen, am Oswaldsgarten, Fernsprecher 2145/2146. ftopffd)tippen, ju dünne« tzaor? Nehmen <3ie Arya-Laya Brennefsel-Haarwasser ~ Naturechter AuSzug aus berBrenn« Z neffelpflanze. Warum gerade die«? o Weil es tatsächlich viele Haar« wuchSerfolae erzielte. Flasche 1.75 unb 2.95 RM. tm KräuterhausZung-GteßenMäusburg 9 Mittwoch, 7. Juli 4W7d Gchweinemarki in Niederwalgern Ihre Geschäftsdrucksachen ■teilen die Verbindung her zu Ihren Erzeugnissen. Man etellt eloh die Be- eohaffenhelt Ihrer Waren ao vor, wie man Briefbogen, Briefumschläge, Poetkarten, Rechnungen, Geschäfte karten Ihre« Hausee beurteilt. Legen Sie deshalb Wert auf gepflegte Drucksachen I Wir bieten eie Ihnen Brühl’sche Druckerei. Schulstr. 7, Ruf 2251 Der erste Krach? Nein — man ist sich nur nicht sianz einitr über die Belichtungszeit und manchmal sind es Kleinigkeiten, die uns die gute Stimmung verderb* n. Hier hilft nur ein elektr. Belichtungsmesser, wie Ombrux.............24 Mk. Sixtus. .............36 Mk. Electro Bewi.......36 Mk. Helios..............42 Mk. dann haben Sie keine Sorgen mehr. — Fragen Sie 4646a Photo-Kino Kreuzplatz 9 Haarausfall? Hanselmann, die an Stelle von Daumerlang startete, mit ausgezeichneten Leistungen aufwartete und mit der ansehnlichen Punktzahl von 97,86 Punkten Zweite wurde, während die Französinnen Andre und Pinci weit über 20 Punkte Rückstand hatten. Das abschließende 1500-Meter-Freistil- schwimmen war die Angelegenheit eines Mannes, des Berliners Heinz Arendt, der sein Rennen, vom 'Start bis zum Ziel führend, nach Haufe schwamm und in 20:09,2 Minuten siegte. Erst mit 26 Sekunden Abstand kam der Bremer Freese als Zweiter ins Ziel, sein Rennen war aber gegenüber den Franzosen Talli und Dhaze ebenso überlegen. Nach den acht Hebungen des ersten Tages führte also Deutschland bereits klar mit 63:25 Punkten, tleberlegene Siege auch am Sonntag. Schon der erste Wettbewerb des zweiten Tages brachte einen deutschen Sieg und zugleich eine neue Bestleistung. In der Besetzung Bachmann (Dortmund), Fischer (Bremen), Heibel (Bremen) und Plath (Berlin) «schwamm die deutsche Nationalmannschaft in 9:16,4 Minuten einen neuen deutschen Rekord heraus. Nakache als Startmann her Franzosen wechselte in 2:21 mit einem Meter Vdr- fprung vor Bachmann (2:21,6). Fischer holte dann Talli und wechselte nach 2:18 (Talli: 2:24,6) mit 6 Meter Vorsprung, den Heibel in 2:19,8 (Diener: 2:23) auf 12 Meter ausdehnte. Plath schwamm dann mit 2:16 eine hervorragende Freiwasserzeit und schlug mit 30 Meter Vorsprung vor dem 2:22,8 benötigenden Franzosen Cavallero an. Die 100 greiftil der Frauen endeten mit einer Ueberraschung, da es Inge Schmitz gelang, Gisela A r e n d t zu schlagen. Bei 50 Meter lag Schmitz schon an der Spitze und die zweite Hälfte der Strecke war ein scharfes Duell Schmitz- Arendt, während die Französinnen weit abgeschlagen waren. Frankreichs Rekordmann Cartonnet galt für das 200-Meter-Bru st schwimmen als ernsthafter Rivale unserer Schwimmer und man hätte einen Sieg des Franzosen nicht als Sensation angesehen. Äm Start blieb Heina stehen. Das Feld wurde irrtümlich zurückgerufen, das Schiedsgericht ordnete aber dann neuen Start ohne Heina an. So hatte Erwin Sietas allein gegen die Franzosen Cartonnet und Benoit zu schwimmen, Der Hamburger schwamm ein Rennen auf Tod und Leben und lag schon bei 100 Meter mit 4 Meter in Führung. Cartonnet schlug mit klarem Abstand vor seinem Landsmann Benoit an. Schon nach der „Pflicht" hatte sich der deutsche Doppelmeister Erhard Weiß (Dresden) mit 68,63 Punkten einen sicheren Vorsprung gesichert. In der „Kür" wartete der Dresdener dann mit ganz ausgezeichneten Leistungen auf, die feinen Gesamtsieg mit 160,61 Punkten ergaben, während Aderholb mit 136,26 Punkten klar abgeschlagen Zweiter wurde und Andre seinen Landsmann Heinkele noch auf den vierten Platz verweisen konnte. Der deutsche Rekordmann Werner Plath (Berlin) schwamm die 400 Meter Freistilstrecke allein nach Hause. Er war während des ganzen Rennens nicht ernsthaft gefährdet, um in 4:55,2 zu siegen. Heinz Arendt belegte in 5:01,7 den zweiten Platz, der ihm vor den Franzosen Talli und Cavallero so sicher war wie Plath der Sieg. Die Frauenstaffel über 4 X 100- Meter - F r e i st i l wurde eine sichere Beute unserer Vertreterinnen. Ruth Halsguth als Startschwimmerin schlug in 1:12 schon sechs Sekunden früher als die Französinnen Fleuret an. Ursula Pollack vergrößerte den Vorsprung mit 1:11,2, Gisela Arendt schwamm ihre Strecke in 1:13,4 und Inge Schmitz schwamm am Schluß mit 1:08,8 die beste Einzelzeit. Mit 4:46,2 siegten die deutschen Mädel klar vor Frankreich mit 5:11,6. Im vorletzten Wettbewerb des Tages, dem Turmspringen der Frauen, gab es wieder einen deutschen Doppelsieg. Anni Kapp (Frankfurt) gewann nach sauberen und sicheren Sprüngen mit 40,50 Punkten vor der ebenfalls sehr gute Leistungen zeigenden Berlinerin Susanne Heinze, die 39,60 Punkte erreichte. Die Französinnen Lebre- ton und Poirier kamen gegen das überlegene Können der Deutschen nicht auf. Auch im Wasserball deutscher Sieg. Mit dem Wasserballspiel wurde der 10. Länderkampf Deutschland—Frankreich abgeschlossen. Wie erwartet, waren die Franzosen im Wasserball stärker als in den Schwimmwettbewerben. Trotzdem mußten sie eine 3:1-Niederlage hinnehmen. MtÄfporlsest in Tübingen. Die Ergebnisse des Samstags. Bei prächtigem Wetter und großer Sportbegeisterung verliefen die Kämpfe des ersten Teiles des Sportfestes des M G. - B a 11. 3 Büdingen am Samstag. Unter den Klängen des Musikkorps des III /JR. 116 wurde der Veranstaltung ein festlicher Rahmen gegeben. Der Bataillonskommandeur Oberstleutnant T h e u r i ch , Kreisleiter G ö r n e r, Kreisdirektor Dr. Becker, Bürgermeister Die - m e r u. a. wohnten den Wettkämpfen bei. Die straffe Abwicklung des Programms, das in feiner Aielgestaltigkeit großes Interesse erweckte, wurde in jeder einzelnen Folge hervorragend bewältigt. Zeigte es sich doch erneut, wie klar aus dem Soldatengeist auch der Sportgeist hervortritt, der vielseitige Ausgaben dem Körper zuzumuten vermag. Das Bataillons-Sportfest erbrachte dafür schöne Beweise, die wir in den Spitzen mitteilen. Nach dem Einmarsch der Mitnehmer der Wettkämpfe gab es zunächst Mafsensreiübungen, die eine gute Abgestimmt- heit des einzelnen auf das Ganze verrieten. Dadurch war ein imposanter Eindruck gegeben. Die Ergebnisse. Vorentscheidung 100-Meter-Lauf: 1. Gesr. Rettwitz, 1. Komp.; 2. Oberschütze Adler, 2. Komp.; 3. Obergefr. Kasper, 3. Komp.; 4. Gesr. Beller, 3. Komp. Kugelstoßen: 1. Schütze Leichum, 1. Komp.; 2. Obergefr. Streitberger, 1. Komp.; 3. Schirm. Hildenbeutel, 3. Komp.; 4. Gesr. Hofmann, 3. Komp. Weitsprung: 1. Obergefreiter Streiberger, 1. Komp.; 2. Uffz. Hennecke, 3. Komp.; 3. Schütze Gottlieb, 3. Komp.; 4. Feldw. Kram, Stab. Reckturnen (Entscheidung): 1. Schütze Leichum, 1. Komp.; 2. Oberschütze Bitzger, 3. Komp. Vorentscheidung 400-Meter-Lauf: 1. Uffz. Hartung, 1. Komp.; 2. Schütze Faust, 2. Komp.; 3. Gefr. Reichert, 1. Komp.; 4. Schütze Berberich, 1. Komp. Blitzhandballspiel: 1. gegen 2. Komp., Ergebnis 0:2. Barrenturnen (Entscheidung): 1. Schütze Leichum, 1. Komp.; 2. Uffz. Sittel, 2. Komp. 1500-Meter-Lauf (Vorentscheidung): 1. Schütze Kesting, 1. Komp.; 2. Uffz. Alhäuser, 3. Komp. Handgranatenweitwurf: 1. Uffz. Frey- tag, 2. Komp.; 2. Schirm. Hilbenbeutel, 3. Komp.; 3. Gefr. Gisch, 1. Komp.; 4. Uffz. Heinsemann, 3. Komp. Hochsprung: 1. Obergefr. Martin, 2. Komp.; 2. Oberschütze Adler, 2. Komp.; 3. Gefr. Beller, 3. Komp.; 4. Schütze Alban, 1. Komp. Blitzhandballspiel: 3. —' Stabskp. 6:1. Als Schaunummern wurden noch die Vorführung einer Motorradquadrille, Kraftradgefchicklichkeits- fähren und Kraftradakrobatik geboten. AJ. Rhein-Maimkbe Börse. Freundlich. Frankfurt a. M., 3. Juli. Im Anschluß an die gestrige Abendbörse brachte der Wochenschluß- verkehr weitere Erholungen, die in der Hauptsache markttechnisch begründet sind, da die Kulisse noch als Rückkäufer auftrat. Immerhin lagen bei den Banken auch einige Kundschaftsaufträge, meist in einigen Spezialwerten, vor, so daß der Aktienmarkt überwiegend Erhöhungen von 0,50 bis 1 v. H. aufwies. Indessen konnte sich infolge der politischen Spannung im Zusammenhang mit der spanischen Frage kein größeres Geschäft entfalten, da eine gewisse Zurückhaltung verblieb. Arn Montanmarkt waren besonders Hoesch erholt mit 126 (124,50), die übrigen Papiere lagen 0,25 bis 0,50 v. H. über gestern abend. Von Elektroaktien zogen Schuckert auf 170,50 (169,50), Felten auf 138 (136,75), Gesfürel auf 150,50 (150) und AEG. auf 42,75 (42,25) an. JG.-Farben erholten sich auf 165,75 (165,25), Schekveanstalt unv. 262, Maschinenaktien lagen vernachlässigt, nur Rheinmetall kräftig erholt auf 150,50 (148,75), ferner Daimler Motoren 0,50 v. H. höher mit 137,50. Von Einzelwerten notierten Westdeutsche Kaufhof mit 59 (58,75), etwas schwächer Conti Gummi mit 188,13 Am Renten martt bestand weiteres Anlageinteresse für Pfandbrief. Von den variablen Wer' ten Altbesitz 126,40 (126,40), Reichsbahn-VA. 126,65 (126,40), Kommunal-Umschuldung bei unv. 94,20 lebhafter. Nachfrage fanden außerdem 5prozentige Industrie-Anleihen mit plus 0,13 bis 1 v. H. Variable Anleihen lagen später still und behauptet. Goldpfandbriefe infolge Materialmangels nur kleines Geschäft bei behaupteten Kursen, Liquidationswerte weiter beachtet und meist 0,13 bis 0,25 v. H. höher. Stadtanleihen lagen uneinheitlich mit Abweichungen bis 0,25 v. H. Staatspapiere wenig verändert. Von Industrie-Obligationen 6proz. IG.-Farben 132 (131,50). Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 v H.. Lombardzinsfuß 5 o H. Frankfurt a. M. Berlin Frankfurt a. M. Berlin ' 1 Schlußkurs Schluß!. Abend- borje Schluß- kurs Schluß! Mittag börse Schluß- kurs Schlußk. Abendbörse Schluß-- kurs Mittag, börse^ Datum 27 3.7. 2.7. 3.7. Datum 2.7. 3.7. 2-7. *■ 3 1- 5% Deutsche Neichsanleihe v. 1921 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 4*/2% Deutsche Reichsschatzanwei- 101,65 98,9 99,65 99 100,5 99,4 126.4 134,5 99,5 100,75 99,25 98,25 98 133,25 99,5 98,25 101 101,25 110,9 123,75 19 20,4 126,4 210,25 130,5 113,4 118,25 105 101,75 99 99,65 99 100,6 99,5 126,4 134,5 99,5 100,75 98,25 98 133,75 99,5 98,25 101,13 101,25 110,9 123 19,25 20,25 126,65 210,5 113,5 118,25 105 101,65 98,9 99,65 99 105,25 99,75 100,65 99,4 126,5 99,25 98,25 134 99,5 101,13 110,9 123 44 19,25 20 126,4 209,75 131 113,4 118,25 105 101,7 99 99,65 99 105,25 99,75 100,7 99,5 126,4 99,5 98,25 134,5 99,5 101,25 110,9 123 45,25 19,25 20,25 126,75 211 130,5 113,5 118,25 105 Accumulatoren-Fabrik....... 14 Aschaffenburg Zellstoff........ 6 Bemberg...................O Bekula...................8 143 138,75 164 128 155,25 172 189 137 150 262 135,25 165,25 137 150 147,5 53,5 173 124,5 148 141,75 121,4 137 124 95,5 122 153 152,75 131,75 147,5 160 169,5 214,25 208 119,25 58,75 158,5 31,9 143,5 139,75 164,4 127,9 155,5 172 191,5 137,5 150,5 262 165,75 135,5 152 165,4 138 150,5 148 176,5 125,75 147,25 141,25 123,5 137,5 95,5 122,13 152 233 152,75 133 148,5 163 170,5 207 119,25 59 121,65 159 32 234 143,25 139 164,5 128,25 189 137,13 120,75. 150 164,75 135 15? 164,9 137,25 150 147 54 173,5 124,75 147,75 141 121,75 137 158,75 123,75 122 152 152,5 108,4 232 137,25 152,9 132,5 147,75 161,5 169,75 99,13 215,25 208 118,75 58,75 121,4 158,25 31,9 143,75 139,9 165 128,5 190 137,75 120,75 150,75 168,13 136,25 151,5 165,25 138,5 151,25 148 53,5 177 126 147,75 141 123,5 137,25 161 125,5 122,25 151,25 152,25 109,25 233 153*25 133 148,75 162,5 171 99,5 216,5 207 119,13 59 122 158,65 32,13 4i/2% Deutsche Reichsschatzanwei- sungen von 1935, II. Folge ... 4V2% Deutsche Reichskchahanwei- jungen von 1936, III. Folge .. 5>/2% Doung Anleihe von 1930 .. 4y2% Hesiischß Volksstaat von 1929 4x/2% Deutsche Reichspostschatz von 1934 I...................... Buderus Eisen............... 6 Cement Heidelberg...........7 Gement Karlstadt............ 6 Conti Gummi.............. 12 Daimler 'Motoren.......... 6% Dessauer Gas............... 4 Deutsche Erdöl..............5 Deutsche Gold- und «Silber .... 9 Deutsche Linoleum.......... 10 Elektrische Lieferungen........ 6 Elektrische Licht und Kraft.....7 I. G. Farben-Jndustrie.......7 Felten & Guilleaume......... 6 Gesfürel.................... 7 Th. Goldschmidt............. 6 Gritzner Maschinen...........O Harpener................. 3'/r Hoesch Eisen............... 3y2 Philipp Holz mann........... 8 Ilse Bergbau................6 Ilse Genüsse................6 Kali Aschersleben............ 4 Klvclnerwerke ............. 4% Kokswerke und Chemische Fabrik 7 Lahmeyer..................6 Mainkraft................... 4 Mannesmann.............4*/2 Mansfelder Bergbau......... 7 Metallgesellschaft............. 6 Orenstein & Koppel..........0 Rheinische Braunkohle....... 12 Rheinische Elektro............ 6 Rheinstahlwerke..............6 Rheinisch-Westfälische Elektro .. 6 Rütgerswerke ............... 7 Salzdetfurth Kali............ 6 Schuckert L Eo......... 7 Schultheis Patzenhofer........4 Siemens & Halske........... 9 Süddeutsche Zucker.......... 10 Vereinigte Stahlwerke...... 4/2 Westdeutsche Kaufhof.........O Westeregeln Alkali............ 4 Zellstoff Waldhof............ 6 Otavi Minen...............0,6 4y2% Deutsche Reichsbahnschatz von 1936 I.................. Reichsanleihe-Altbesitz.......... Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten.............. 4y2% Hess. Landesbk. Darmstadl Goldpfe. R. 12.............. 5y2% Hess. Landes-Hyp.-Banf Liqu. Goldpfe............... 4y2% Preuß. Landespfdbr.-Ansi. Goldpfe. R. 19.............. 4y2% Preuß. Gold-Komm. N. 20 4V2% Darmstädter Ko mm.-Landesbank R. 6................ Deutsche Komm.-Sammel-Anleihe Auslos.-Rechte I.............. 4y2% Franks. Hyp. Goldpfe. R. 15 4y2% Franks. Hyp. Gold-Komm. Obl. 2 3.................... 5y2% Franks. Hyp. Liquidation Goldpfe..................... 51/2% Rheinische Hyp. Liquidation Goldpfe..................... Steuergutschein-Verrechnungskurs A.G. für Verkehrswesen .... 6% Hamburg-Südam. Dampfschiff. o Hamburg-Amerika Paket......O Norddeutscher Lloyd...... O Deutsche Reichsbahn Vorz.-Akt. 7 Reichsbank................. 12 Berliner Handelsgesellschaft . 6 yt Commerz- und Privat-Bank... 5 Deutsche Diskonto............6 Dresdner Bank..............4 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. ZIL Buenos Arres............. Brüssel................... Rio de Janeiro............ Polen.................... Kopenhagen............... Danzig............... ... London................... Helsingsors................ Paris.................... Holland.................. Italien................... 2 .Juli 3. Juli Amtliche Notierung Gelt | Bne> Amtliche Notierung Geld | Brie> 0,754 0,758 0,755 0,759 Japan.................... 42,03 42,11 42,01 42,09 Jugoslawien .............. 0,165 0,167 0,165 0,167 Oslo..................... 47,10 47,20 47,10 47,20 Wien..................... 55,05 55,17 55,09 55,21 Lissabon.................. 47,10 47,20 47,10 47,20 Stockholm................ 12,33 12,36 12,34 12,37 Schweiz.................. 5,455 5,465 5,455 5,465 Spanien.................. 9,59 9,61 — — Prag..................... 137,18 137,46 137,20 137,48 Budapest................. 13,09 13.11 13,09 13,11 Neuyork.................. 2 .Juli Amtliche Notierung Geld I Brie> 3. Juli Am lUche Notierung Geld | Brie. 0,716 5,694 61.97 48,95 11,195 63,57 57,08 16,98 8,671 2,496 0,718 5,706 62,09 49,05 11,215 63,69 57,20 17,02 8,689 2,500 0,716 5,694 62,02 48,95 11,205 63,62 57,01 16,98 8,671 2,497 0,718 5,706 42,14 49,05 11,225 63,74 57,13 17,02 8,689 2,501 Masdasnan 296 Maße Masdasnan, Mazdaznan, aus dem Altpersischen hergeleitete Lebensform, die Atemübungen und Ernährungsvorschriften enthält, Fleisch wie Fisch untersagt und hauptsächlich Rohkost anor'd- net. Masern, ansteckende Infektionskrankheit des Kindesalters. Die Ansteckung erfolgt unmittelbar von Kranken zu Kranken. Beginn mit Schnupfen. Bindehautkatarrh an den Augen, Lichtscheu. Husten und Heiserkeit. 10 Tage vor Ausbruch dieser Ersch. wurde das Kind schon angesteckt. Der Ausschlag beginnt im Gesicht, auf der Stirn und an den Wangen, vorher zeigen sich an der Wangen- fchleimhaut die sogenannten Ko- plikschen Flecken. Nachkrankheiten können Lungenentzündung, Mittelohrentzündung oder Drüsenerkrankungen sein, aber ganz bes. Keuchhusten. Beh.: Bettruhe in gut gelüfteten Zimmern, am Anfang flüssige Kost, Fruchtsäfte, schleimlösende Mittel, gute Mundpflege. Als Genesender ist der Kranke vor Erkältung zu schützen. Wenn einer einmal Masern überstanden hat, so hat er im allgemeinen Schutz vor dieser Krankheit für das ganze Leben Immer Arzt zuziehen! Maserung, aus dem Verlauf der Holzfasern entstehende Zeichnung im geschnittenen Holz, bei neuzeitlichen Möbeln vielfach der Hauptschmuck. Der seltsamen Maserung wegen wird vielfach als Fournier Wurzelholz verwendet. Massage. Übung der Muskeln, der Haut und der dazwischen liegenden Gewebe, welche man nicht selbst macht, sondern von einem andern ausüben läßt. Sie wird mit der Hand oder mit Werkzeugen ausgeführt, auch mit Anwendungen des elektrischen Stromes verbunden. Bewirkt besiere Durchblutung der Haut, dadurch werden Ermüdungsstoffe abtransportiert. Wenn Entzündung da ist, jede Masiage vermeiden! Hauptformen der Massage sind: Streichen, Kneten, Reiben. Klopfen. Vor dem Massieren wird die Haut durch Talg oder Vaseline geschmeidig gemacht. Maße, die im Haushalt verwendet werden, sind Längenmaß, Gewichtsmaß und Flüssigkeitsmaß. Als Längenmaß dient ein Zollstock oder ein Bandmaß, am besten aus Stahl. Zur Feststellung des Gewichtes benötigt man entweder eine Waage mit geeichten Gewichten oder eine Federwaage. Ist beides nicht vorhanden, so kann man sich bei kleinen Eewichtsmengen damit helfen, daß ein gestrichener Eßlöffel Butter 15 Gramm entspricht, ein gestrichener Eßlöffel Zucker, Mehl. Salz — 10 ©ramm, daß eine Kaffeetasse etwa 100 Gramm Mehl ober 150 Gramm Zucker enthält. Für Flüssigkeiten braucht man ein Litermaß, bei dem zweckmäßig auch Z4 und % Liter angegeben ist. 1 Liter Master — 6 Tasten. Eine Flasche Wein, % Liter, enthält 7 bis 8 Gläser Wein. Alle angegebenen Maße sind selbstverständlich nur annähernd. Was der Bauer dem deutschen Boden abringt pflegt und erhält der - Kaufmann für die deutsche Familie. 4548 A u. BORRMANN5: Gießen, Neustadt 5 Ruf 4165 w Bekanntmachung. Die Heberolle über die Beiträge zur Land- und forstwirtschaftlichen Berufsgenosfenfchaft für das Jahr 1936 liegt von heute an während zwei Wochen beim Versicherungsamt der Stadt Gießen, Gartenstraße 2, Seitenbau, täglich von 8 bis 12 Uhr zur Einsicht offen. Innerhalb einer weiteren Frist von zwei Wochen nach Ablauf der Offenlegungsfrist kann der in der Heberölle als beitragspflichtig in Anspruch Genommene gegen die Beitragsberechnung bei dem Leiter der Land- und forstwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft in Darmstadt Einspruch erheben. (§§ 1021 bis 1023 Reichsversicherungsord- nung.) Der Einspruch schiebt die vorläufige Zahlungspflicht nicht auf. 4549D Gießen, den 5. Juli 1937. Versicherungsamt der Stadt Gießen. Ritter. 111111111111111111111111111111 Ihre Geschäfts- Drucksachen ■teilen dieVerblndung her zu Ihren Erzeugnissen.Man stellt sich die Beschaffenheit Ihrer Waren so vor, wie man Briefbogen. Brief Umschläge.Postkarten, Rechnungen, Geschäftskarten Ihres Hauses beurteilt. Legen Sie deshalb Wert auf gepflegte Drucksachen I Wir bieten sie Ihnen preiswert I Brühl’sche Druckerei Schulstr. 7. Ruf 2251 Hllllllllllllllllllllllllllll Zwangsversteigerung Dienstag. 6. Juli, nachm. 2 Uhr sollen im Versteigerungslokal, Neuenweg 28- bzw. an Ort und Stelle (Bekanntg. in obig. Lokal) zwangsweise gegen sofortige Barzahlung versteigert werden: Haus-, Laden- und Büromöbel aller Art, 12 Paar Wildlederband- scbuhe, 5 Bücher, 2 Schreibma- schin., 4 Oefen, 4 Herde, 2 Spiegel, 1 Tischgrammovh.,1 Schaufensterausstellungseinrichtung, 1 Mörtel- masch., 1 Herrenfahrrad, 1 Flügel, 1 Handatlas, 1 Bohner. Bestimmt wird versteigert: 1 Chaiselongue. 4555d Sp.lMPMIl Gerichts»ollz., Gießen, übUÜllUllUU Wernerw.33, Tel.3108 Volkstümliche Naturwissenschaft in reichbebilderten, leichtverständlich geschriebenen Werken und in verschiedenen Preislagen bieten unsere Verlaes- erzeugnisse. Sie vermitteln einen tiefen Einblick in die Geheimnisse des Naturgeschehens und damitdurch erweitertes Wissen erhöhte Freude an den vielfältigen Schönheiten der Natur. - Verlangen Sie Prospekte und auch Probehefte der Zeitschrift „Der Naturforscher“ Hugo Bermühler Verlag • Berlin-Lichterfelde PQLRST Giessen [ Ein Ufafilm mit Hans Söhnken, Alfred Abel, Leopoldiue Konstantin, Kenia Nikolajewa, Oskar Sima, P. Hoffmann. Ein fröhlicher, musikbeschwingter Aus- stattungs- und abenteuerlicher Spielfilm, der in einer packenden Handlung den temperamentvollen Kampf einer Schauspielerin um die Kunst und um das Herz eines Menschen darstellt. 4547a Beiprogramm und Ufa-Ton-Woche Ab heute Montag in Neuaufführung ein Film, auf den Sie alle warten! MARIKA RÖKK