Nr.M Erstes Blatt 187. Jahrgang Mittwoch, S.Mai 1957 (fcr|d)enu tügMd), außei Sonntags und Feiertag» Beilagen; Vie □Quittiert» Giehene» Familienblättei Heimat im Bild Die Scholl» Monats-Vezugspretr: Mit 4 'Beilagen RM. I.9Ö Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr .. . -.25 Auch bet Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt ^ernfprechaufchlüste unter Sammelnummer 225) Anschrift für Drahtnach» richten Anzeiger Gieße» Postscheckkonto: firanffurt am Main 11686 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vruck und Verlag, vrühl'sche Untverfitätsvuch- und Zteindruckerei R.Lange in Gießen. 5chriftlettung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7 Annahme oon Anzeigen für die Mittagsnummer bis8'/.Uhr des Dormittags Grundpreise für 1 mm Höhe für Anzeigen oon 22 mm Breite 7 Rpf., für Text» anzeigen von 10 m m Breite 50 Rpf..Platzvorschrift nach vorh Bereinbg.25°/. mehr. 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Weil es schon immer so gewesen, deshalb schien es unantastbar zu sein, und schien es, bis auch hier der Nationalsozialismus grundsätzlichen Wandel schaffte. Sehr schnell sorgte er für Klarheit in den überkommenen Begriffsoerirrungen und stellte deutlich folgende Formel heraus: Traditionen werden anerkannt und gepflegt, sofern sie das politische Leben des Volkes zum Wohle seiner selbst und des gemeinsamen Reiches beleben und kräftigen; traditionelle Hebet aber werden mit Stumpf und Stiel ausgemerzt. Damit fi^l der Bart von so mancher ehedem ehrwürdig erscheinenden Angelegenheit und zum Vorschein kam nur allzuoft ein sehr unreifes, erbärmliches Geschöpf, dem dann bald das Lebenslicht ausgeblasen werden konnte. Der Wille zur Wahrheit ist es, mit dem die nationalsozialistische Weltanschauung jeder inneren Verlogenheit den Kampf ansagt, und sie zu Fall bringt. Mit dieser Haltung gedenkt heute der Gau Hessen-Nassau der vierjährigen Tätigkeit des Gauleiters als Reichs statt Halter in Hef- f e n. Alle Arbeit dieser Zeit galt dem großen Ziel, das der Führer in dem Reichsstatthaltergesetz zum Ausdruck brachte: der Verwirklichung der Einheit des deutschen Volkes. Dem Nationalsozialismus sollte es Vorbehalten fein, die art- gerechte Einheit des deutschen Volkes auch zu einer f'olitischen Einheit werden zu lassen. Damit erst and die über Jahrhunderte gehende Sehnsucht vom einigen Deutschen Reich ihre letzte Erfüllung. Denn damit erst wurde die organische Einheit praktisch auch wirksam. Hessen wurde darin ein Beispiel. Die Main- I i n i e, das Sakrament so vieler Wölfe im Schafspelz, wurde hie»r sehr wenig feierlich begraben. Sie starb gewiß nicht an Altersschwäche. Das mag hier nochmals festgestellt fein. Wir brauchten ansonst kein Aufhebens davon zu machen. Sie verreckte aber, weil sie zum erstenmal in der Geschichte ihren Gegner gefunden hatte: die Weltanschauung Adolf Hitlers. Als Nationalsozialist stellte Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger mit dem hessischen Beispiel zum erstenmal unter Beweis, daß das deutsche Volt ein politisches Volk geworden ist. So wie er einst während der Kampfzeit in elf harten und opfervollen Jahren das Rhein-Main- Gebiet für den Nationalsozialismus sturmreif gemacht hatte, so machte er es auch reif für feine Sendung, unlösbare Klammer von Nord und Süd zu fein. Aus einer der verwundbarsten Stellen des Reiches schuf er eine der widerstandsfähigsten und machte damit für immer jene Wirkung eines Lindenblattes unmöglich, die Siegfried sein tragisches Schicksal finden lassen sollte. Der Weg zum Erfolg in Hessen ist bekannt. Er besteht vor allem in der Konsequenz aller Arbeiten, die der Gauleiter im Jahre 1933 mit den Worten in Angriff nahm: „Was wir zu tun haben, ist, von uns aus praktisch an die Arbeit zu gehen, positiv für das Volkswohl tätig zu sein und hierbei keine künstlichen Grenzen zu beachten." Danach ist gehandelt worden und wird weiter gehandelt werden! Noch ist die Aufhebung der hessischen Provinzen, die sich vereinfachend auf allen Gebieten auswirkte, in aller Erinnerung und schon befindet sich ein zweites Gesetz zu weiteren Vereinfachungen der Verwaltung in Vorbereitung. Damit wird vor allem dem Erfordernis Rechnung getrageif werden, einige kleine Kreise aufzuheben. Auch auf dem Gebiet der Schaffung neuer Erbhöfe, worin Hessen bereits als mustergültig angesehen wird, gebt es weiter voran. Nach wie vor verfolgt Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger hier das Ziel, jeden nur erreichbaren Boden unter den Pflug des Bauern zu bringen. Dies ist nur ein Gebiet von vielen, aber es zeigt, das letzte Geheimnis des Erfolges: einen unbeugsamen Willen, der noch jedes Hindernis überwand. Hinter der vorbildlichen Organisation der Verwaltung steht dieser Wille gleichermaßen wie hinter der Schwungkraft der Bewegung, deren unmittelbarem Einsatz viel zu verdanken ist. Trotz der glücklichen Verbindung beider Mittel aber war ein Erreichen des Zieles nur möglich durch die freudige Gefolgschaft der Bevölkerung. Sie wiederum war und ist nichts anderes als die Folge des Erleben eines Vorbildes an Einfachheit und Schlichtheit des Wesens und Treue zum Führer. Denn noch kein Erfolg wurde in Hessen gefeiert, ohne daß nicht Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger darauf hingewiesen hätte, wem letztlich das Erreichte zu verdanken fei: Adolf Hitler, dem Führer und Kanzler des Reiches. Von ihm erhielt er vor nunmehr 15 Jahren den Befehl, nach dem er fern Leben in den Dienst der nationalsozialistischen Weltanschauung stellte. Sein Wille ist es stets, deshalb nicht gefeiert zu werden. Uns aber soll es Anlaß fein, an dem Tage, da der Führer ihn als Reichsstatthalter eine der verantwortungsvollsten Auf- Internationale Zusammenarbeit wird gewährleistet durch gegenseitiges Verständnis für nationale Lebensnotwendigkeiten. Rom, 4. Mai. (DNB.) Reichsaußenminister Freiherr von Neurath ist vom König von Italien und Kaiser von Aethiopien im Quirinal in Privataudienz empfangen worden. Die Unterredung zwischen den Außenministern Italiens und Deutschlands, die am Dienstagnachmittag im Palazzo Chigi stattfand, dauerte anderthalb Stunden. Sie ist in sehr freundschaftlichem Geist verlaufen und hcft volle Uebereinftimmung ergeben. • Bei einem zu Ehren des Reichsaußenministers in der Villa Madama gegebenen Essen führte Graf Eiano in einem Trinkspruch u. a. aus: Ich freue mich, Eurer Exzellenz meinen herzlichen Willkomm in Rom, dieser Stadt entbieten zu tönen, in der Sie vor 15 Jahren die Geburt des faschistischen Italiens miterlebt haben, und wo Sie und Ihr Werk in lebendiger Erinnerung geblieben sind und immer in Ehren gehalten werden. Auch drückt dieser Gruß unsere Bewunderung für Ihr Werk als Staatsmann und die tiefen Gefühle der Freundschaft sowie die festen Bande aus, die unlösbar das nationalsozialistische Deutschland mit dem faschistischen Italien verbinden. Sie sind hervorgegangen aus den gemeinsamen Idealen unserer beiden Völker. Sie haben ihre Bedeutung in der hohen Aufgabe, die unsere beiden Völker in harter und mutiger Arbeit zum Schutz der Güter Europas erfüllen. Auf solcher festen und dauerhaften Grundlage steht unsere Freundschaft wie auch die in dem Willen des Führers und in dem Willen des Duce begründete dauernde politische Zusammenarbeit zwischen den beiden Regierungen. Ich bin sicher in Uebereinftimmung mit Eurer Exzellenz, wenn ich von neuem bekräftige, daß Deutschland und Italien diese Politik i n einem wahren und aufrichtigen Friedensgei st fortsehen wollen, in dem gemeinsamen Wunsch, mit allen anderen Mächten zusammenzuarbeilen, und in der Ueberzeugung, daß es keine Schwierigkeiten und keine Gegensätzlichkeiten hinsichtlich dieser Zusammenarbeit gibt, die nicht überwunden werden könnten, wenn der aufrichtige und feste Wille des Einvernehmens und jenes gegenseitige Verständnis für die Lebensnotwendigkeiten vorhanden ist, von dem Italien und Deutschland in ihren Beziehungen ein glückliches und praktisches Beispiel gegeben haben. *7 ..... MS v M 4 & f ■i - te r; -V Reichsaußenminister Freiherr von Neurath schreitet, begleitet von Graf Ciano und Parteisekretär S t a r a c e, die Front der angetretenen Ehrenformation ab. (Scherl-M.) Im Interesse der Ruhe, der Stabilität und der Sicherheit Europas — und nicht weniger für die unmittelbaren Interessen Deutschlands und Italiens — wird also unsere Zusammenarbeit auch für die Zukunft eng und fruchtbar fortgesetzt werden. Ueichsaußenminister Irhr. v. Neurath erwiderte u. a.: Eurer Exzellenz Worte herzlichster Begrüßung und wärmster Freundschaft kann ich nur mit der Versicherung gleicher aufrichtiger Freundschaft erwidern. Nach langjähriger Abwesenheit wieder in Rom, kann ich mit besonderer Freude feststellen, was das im Faschismus geeinte italienische Volk an gewaltiger Aufbauarbeit seitdem geleistet hat. Ich habe die starke Empfindung unb die volle Ueberzeugung, daß man sich nicht etwa mit dem bisher Erreichten zuftieden gibt, sondern auf allen Gebieten auch weiterhin kraftvoll vorwärts strebt. Ein gleicher Gei st beseelt unsere beiden schaffenden Völker, und ich bin überzeugt, daß Italien zu seinem Teil uns bei der Durchführung unserer großen Aufgaben in jenem Wunsch der Zusammenarbeit zur Seite stehen wird, der auch uns gegenüber Italien leitet. Sie haben, Herr Minister, mit Recht darauf hingewiesen, daß diese Zusammenarbeit nicht nur den Interessen der eigenen Völker dient und dienen soll, sondern darüber hinaus der Erhaltung und Sicherung des allgemeinen Friedens. Mit der italienischen Regierung ist sich die deutsche Regierung bewußt, daß die Schwierigkeiten, die sich der vertrauensvollen Zusammenarbeit aller Völker noch entgegenstellen, überwunden werden müssen und können. Mit vollem Recht haben Sie gefordert, daß alle Völker das gegenseitige Verständnis für ihre Lebensnotwendigkeiten haben müssen, das zwischen ihnen und uns bereits besteht. Dies scheint auch uns der sicherste Weg zu sein, um auf Grund einer Zusammenarbeit aller Völker zu einer aufrichttgen und allgemeinen Befriedung zu gelangen. gaben des neuen Reiches zuwies, uns zu dem Werk zu bekennen, das er als Soldat der nationalsozialistischen Revolution als Teil des mächtigen Fundamentes der Ewigkeit unseres Reiches schuf. Fühlung mit der Front. Reichsminister Dr. Goebbels verabschiedet die in die Betriebe gehenden Beamten. Berlin, 4. Mai. (DNB.) Die höheren Beamten des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda, die in den letzten Tagen auf acht Wochen als Hilfsarbeiter in die Fabriken und landwirtschaftlichen Betriebe gehen, wurden vom Reichsminister Dr. Goebbels verabschiedet. Der Minister legte den Sinn der Aktion dar, die nur im nationalsozialistischen Staat möglich sei. Im Propagandaministerium seien nicht nur Verwaltungsbeamte, sondern Männer aus dem Volke tätig, und es sei notwendig, daß sie in ihrer Arbeit ständigen Kontakt und enge Tuchfühlung mit dem Volke behielten. Dr. Goebbels sagte, daß sich in den Lungen seiner Mitarbeiter niemals der Akten st aub der Verwaltungsarbeit festsetzen dürfe. Darum solle der Propagandist immer wieder zum Volke zurückkehren und ebenso wie der Offizier des Generalstabes ewige Fühlung mit der Front behalten. Wer jetzt als Arbeiter hinausgehe, der solle auch als einfacher Arbeiter tätig sein und als solcher leben. Er solle das Vertrauen seiner Arbeitskameraden gewinnen und als werktätiger Mensch das Volk wieder erleben. Das GA.-Gportabzeichen. Berlin, 4. Mai. (DNB.) Zu der Verfügung des Führers vom 18. März 1937 über die Wiederholungsübungen zum SA.-Sportabzeichen hat der Stabschef der SA. die Ausführungsbestimmungen erlassen, die vom 1. Januar 1938 in Kraft treten. Der Stabschef schreibt dazu u. a.: Durch die Wiederholungsübungen wird erreicht, daß die Wehrtüchtigkeit und körperliche Widerstandsfähigkeit in einem möglichst langen Lebensabschnitt gesteigert und erhalten wird. Während bisher körperliche Leistungsfähigkeit und charakterlich-weltanschauliche Haltung meist unabhängig voneinander gewertet wurden, wird zukünftig beim Erwerb des SA.- Sportabzeichens neben der Erfüllung der körperlichen Anforderungen ganz besonders auch d i e politische Haltung und sittliche Führung des einzelnen ausschlaggebend in Betracht gezogen. Damit ist das SA.-Sportabzeichen zum zweckdienlichen Mittel geworden, um Körper, Charakter und Geist in jene Bindung zueinander zu bringen, die das Volk zur höchsten' Leistung befähigt. Volksgenossen, die nicht der SA., SS., dem NSKK. oder dem Reichsarbeitsdienst angehören, erwerben das SA.-Sportabzeichen künftig in SA- Sportabzeichen-Gemeinschaften, die ausschließlich in Zusammenhang mit den Einheiten der SA. gebildet und oon den SA.-Führern geleitet werden. Während bisher der Erwerb und die Berechtigung zum Tragen des SA.-Sportabzeichens von der einmaligen Erfüllung der Leistungsprüfung abhängig war, kommen ab 1. Januar 1938 Wiederholungsübungen hinzu. Diese erstrecken sich nur auf bestimmte, von Jahr zu Jahr bekannt zu machende Uebungen. Das bronzene S A.» Sportabzeichen erhält, wer die vorgeschriebe- nen Leistungsprüfungen mit Erfolg abgelegt hat. Die Berechtigung zum Weitertragen ergibt sich durch die jährlichen Wiederholungen. Nach fünf Jahren wird das silberne, nach weiteren sechs Jahren das goldene SA.-Sportab- zeichen verliehen. Der dauernde Besitz des SA.- Sportabzeichens ist von der Teilnahme an den Wiederholungsübungen zunächst bis zum 40. Lebensjahre abhängig. Die Inhaber des SA.- Sportabzeichens können selbstverständlich an weiteren Uebungen teilnehmen. Unehrenhaftes Verhalten und Verstöße gegen die nationalsozialistischen Grundsätze sowie Versäumnis der Wiederholungsübungen hat die Entziehung des SA.-Sportabzeichens und der Urkunde zur Folge. Das Wirtschastsbarometer. Gute Entwicklung der Landes- und Gemeindesteuern. B e r l i n , 4. Mai. (DNB.) Aus den Mitteilungen des Statistischen Reichsamts über die Steuereinnahmen der Länder und Gemeinden läßt sich bereits ein Ueberblick über die Entwicklung der Landes- und Gemeindesteuern im Rechnungsjahr 1936/37 gewinnen. Für die Wirtschaftslage besonders kennzeichnend ist der steile Anstieg der Gewerbesteuereinnahmen. Die Kaffen der Gemeinden mit mehr als 5000 Einwohnern und der Gemeindeverbände haben aus Gewerbesteuern von April bis Dezember 1936 rund 115 Millionen Mark ober 30 v. H. mehr vereinnahmt als im gleichen Zeitabschnitt des Vorjahres. Auch die von Ländern erhobene Gewerbesteuer, die ab 1. April' 1937 a u f d i e Gemeinden übergeht, weist eine b e - trächtliche Zunahme der Erträge (um 20 v. H.) auf. Die Einnahmen aus den übrigen Steuerarten haben sich gleichfalls günstig entwickelt. Der Steigerungssatz der für die Gemeindefinanzen besonders wichtigen Grundsteuer liegt bei 5 v. H. gegenüber dem Vorjahre. Die Aufhebung der Befreiungen und Ermäßigungen für den älteren Neuhausbesitz und die Angleichung der Tarife in Sachsen und Thüringen an die der übrigen Länder haben bei dieser Aufkommenserhöhung mitgewirkt. Insgesamt verbesserten sich die Landesund Gemeindesteuereinnahmen der Gemeinden (mit mehr als 5000 Einwohnern) und der Kreis- und Provinzialverbände von April bis Dezember 1936 gegenüber 1935 um 183 Millionen Mark ober 12 v.H. Ende Dezember 1936 mürben nach Mitteilung bes Statistischen Reichsamts runb 2 118 700 hilfsbedürftige Familien und Einzelpersonen (Parteien) von den B e z i r k s f ü r s o r g e v e r b ä n b e n laufend bar unterstützt; Ende September 1936 waren es runb 2 098 400 Parteien. Die Parteienzahl hat sich etwas erhöht. Im Vergleich zum Dezember 1935 ist bie Gesamtzahl ber Parteien um 438 000 ober um 17,1 v. H. zurückgegangen. Die Auswenbungen ber Bezirksfürsorgeverbände für bie Arbeitslosen haben im britten Vierteljahr 1936 u m 15,4 Millionen abgenommen und sich auch im vierten Vierteljahr weiter um 4,4 Millionen RM. ermäßigt. Die Gesamtkosten ber offenen Fürsorge erforderten im zweiten Halbjahr 1936 etwas über 438 Millionen RM. und im Kalenderjahr 1936 956 Millionen RM Gegenüber den Kosten im Kalenderjahr 1933 haben sie sich um 1050 Millionen RM. oder um über 52y.H. vermindert. Neue Schahanweyungen des Reiches. Zur öffentlichen Zeichnung aufgelegt. Berlin, 4. Mai (DNB.) Zur Fortführung der von der Reichsregierung übernommenen Aufgaben begibt das Deutsche Reich 600 Millionen Mark 4*/2 Prozent, auslosbare Reichs- schatzanweisungen von 1937 II. Folge. Die Schatzanweisungen werden späte st ens in 15 Jahren fällig. Zum ersten Mai der Jahre 1947 bis 1952 wird je ein Sechstel des gesamten Betrages der Schatzanweisungen nach vorangegangener Verlosung zum Nennwert ausgelost, so daß die durchschnittliche Laufzeit sich auf zwölf Jahre errechnet. Das Reich behält sich jedoch die Kündigung aller Schatzanweisungen dieser Folge oder von Teilen der Schatzanweisungen dieser Folge nach Ablauf von fünf Jahren vor. Der Z i n s - lauf beginnt am 1. Mai d. I. Von dem Gesamtbetrag dieser Emission sind bereits 10 0 Millionen Mark f e st gezeichnet worden. Die verbleibenden 500 Millionen Mark werden durch ein unter Führung der Reichsbank stehendes Anleihekonsortium zum Kurse von 983/4 v. H. zur ö f - fentlichen Zeichnung in der Zeit vom 13. Mai bis 29. Mai aufgelegt. Die Einzahlungen durch die Zeichner auf die zugeteilten Schatzanweisungen verteilen sich auf die Zeit vom 3. Juni d. I. bis zum 20. Juli d. I., und zwar sind 40 v. H. am 3. Juni und je 20 v. H. am 21. Juni, 4. Juli und 20. Juli zu entrichten. Frühere Zahlungen sind zu- lässig. Die neuen Schatzanweisungen sind münde lf i ch e r ; ihre Stücke sind bei der Reichsbank l o m b a r d f ä h i g. Die Schatzanweisungen können auf Antrag in das Reichsschuldbuch eingetragen werden; ein dahingehender Antrag kann sofort bei der Zeichnung gestellt werden. „Ein beschämender Skandal." Bolschewistische Rowdies belästigen deutsche Kraftfahrer in Winterthur. Basel, 4. Mai. (DNB.) Unter der Ueberschrift „Ein veschämender Skandal" berichtet die „Neue Züricher Zeitung" aus Winterthur: Als die vielen deutschen Besucher des Fußball-Länderspieles in Zürich mit ihren Gesellschaftswagen auf der Rückfahrt in Winterthur einfuhren, wurden sie bei der „Krone" in Töß von gröh- lenden und lärmenden Burfchen empfangen, die sich längs der Züricher Straße bis zum Bahnhofsplatz aufgestellt hatten. Es handelt sich allem Anschein nach um einen organisierten Radau, an dem in der Hauptsache ein paar Dutzend halbwüchsige bis 20jährige Burschen mitwirkten. Auch „Rote Falken" wurden unter den Lärmmachern gesehen. Die Radaubrüder begleiteten während mehrerer Stunden die durchfahrenden deutschen Automobile mit einem ohrenbetäubenden Lärm. Einzelnen Insassen wurden beim Vorbeifahren die Hakenkreuzfähnchen aus der Hand gerissen, dann verbrannt oder zerschnitten. Die Deutschen begrüßte man mit „Rotfront" und beschimpfte sie zum Teil in unflätiger Weise. Eine wenig rühmliche Rolle spielte Die P o - l i z e i. Die Belästigungen geschahen unter ihren Augen, vor allem an zwei Straßenkreuzungen, wo Verkehrspolizisten den Autos den Weg wiesen, ohne die Krawallmacher in ihrem Tun zu hindern. Augenzeugen behaupten sogar, daß' der Chef der städtischen Polizei und ein höherer Polizeifunktionär in einem Auto ohne einzugreifen, dem Radau beiwohnten. Dabei wurde der Angriff auf die deutschen Automobile allseitig mißbilligt; man hörte auch zahlreiche Arbeiter und organisierte Sozialdemokraten, die die Beleidigung der fremden Gäste entschieden verurteilten. Mit Gummiknüppeln und Gewehrkolben gegen Eudetendeutsche. Prag, 4. Mai. (DNB.) Auf einer Kundgebung der Sudetendeutschen Partei zum „Tage der Arbeit" i n Staab bei Pilsen kam es bei der Ansprache des Abgeordneten Dr. Köllner zu Schmährufen von kommunistischer und tschechischer Seite. Der anwesende Regierungsoertreter erklärte, es fei Sache der Dersammlungsordner, für Ordnung zu sorgen. Als daraufhin SDP.-Ordner die kommunistischen Störenfriede in eine Nebenstraße abzudrängen versuchten, zog ein Oberleutnant der tschechoslowakischen Armee den Säbel und gab 70 Gendarmen den Befehl, den Platz zu räumen. Die Gendarmen verdrängten mit Gummiknüppeln und Gewehrkolben die 3000 Kundgebungsteilnehmer, ohne daß die Versammlung vom Regierungsvertreter aufgelöst worden wäre. Es entstand ein großer Tumult, in dessen Verlauf 80 Personen verletzt wurden. Der sudetendeutsche Abgeordnete Dr. Köllner legte sofort Verwahrung ein. Wieder ungesetzliches Vorgehen gegen eine Hakenkreuzfahne in Oesterreich. Wien, 4. Mai. (DNB.) Im südlichen Burgenland, in dem Städtchen Kinkafeld, wurde am 30. April bekanntgegeben, daß laut Staatsvertrag reichsdeutsche Staatsangehörige zum 1. Mai d i e Hakenkreuzfahne zeigen dürfen. Don diesem Recht machte auch der reichsdeutsche Staatsangehörige T h i e m Gebrauch. Am Vormittag des 1. Mai marschierte nun eine Abteilung Soldaten der Garnison unter Führung eines Oberleutnants vorbei. Als der Offizier die Fahne bemerkte, gab er einem Korporal den Befehl, die Flagge zu entfernen. Die Soldaten drangen in die Wohnung ein und entfernten die Flagge. Der Oberleutnant machte seinen Befehl auch nicht rückgängig, als er auf die Ungesetzlichkeit seines Handelns aufmerksam gemacht wurde. Während der Aktion hatte sich eine größere Menschenmenge angesammelt, die laut ihrer Entrüstung über den Vorfall Ausdruck gab. Großer Erfolg der Berliner Philharmoniker in London. Die ersten Konzerte der Berliner Philharmoniker unter Furtwänglers Stabführung in London haben einen großen künstlerischen Erfolg gebracht. Die Londoner Zeitungen unterstreichen mit Worten höchster Bewunderung die Leistung des Diri» genten und aller Orchestermitglieder. Bei der Neunten Symphonie von Beethoven, sagt der Musikkritiker der „Times", habe man eine Verwirklichung der Höhen und Tiefen von Beethoven erlebt, wie man sie nur selten erleben durfte. Oie künstlerische Führung im deutschen Filmschaffen. Neugebildete Kunstausschüffe bei der Lisa und der Tobis. Berlin, 4. Mai. (DNB.) In der Generalversammlung der Unioersum-Film AG. gab Generaldirektor K l i tz s ch eine Schilderung der Entwicklung während der ersten zehn Monate des am 31. Mai d. I. endenden Geschäftsjahres. Die vergleichbaren Umsätze konnten um etwa 17 Millionen Mark gesteigert werden. In den zehn Monaten 1936/37 erreichten die Umsätze 84 Millionen Mark gegenüber 67 Millionen Mark in der gleichen Zeit 1935/36 und 63 Millionen Mark 1934/35. — Während die Filmproduktionen 1934/35 und 1935/36 noch erhebliche Verluste aufwiesen, die nur durch Gewinne der Nebenbetriebe ausgeglichen werden konnten, werden die Herstellungskosten der Filmproduktion 1936/37 wesentlich verbesserte Deckungsmöglichkeiten finden. — In welchem Umfange sich das Jnlandsgeschäft verbesserte, gehe aus den Frequenzziffern der deutschen Ufa- Theater hervor, die während der ersten zehn Monate des Geschäftsjahres von 32 430 000 Personen (gegen 27 530 000 Personen in der entsprechenden Zeit des Vorjahres) besucht wurden. Die Besuchersteigerung betrug hiernach also 18 v. H. Die Filmwirtschaft sieht sich schwierigen Problemen gegenüber, u. a. denen des Farbfilms. Zum Zwecke der Entwicklung eines künstlerisch wettbewerbsfähigen Verfahrens wird in Neubabelsberg ein eigenes Laboratorium mit besonderen technischen Einrichtungen gebaut Auch andere Erfindungen, wie die Film-Fernübertragung (Television) müssen weiter verfolgt werden. Die allgemeinen künstlerischen Probleme der nächsten Zeit werden Aufgaben von besonderem Ausmaß stellen. Die Verwaltung steht daher auf dem Standpunkt, daß alle verfügbaren Mittel für solche Aufgaben dienstbar gemacht werden müssen, so daß eine Dividende für dieses Jahr voraussichtlich nicht in Frage kommen wird. Der Vorsitzende teilte alsdann mit, daß in Auswirkung des Besitzwechsels 20 Herren ihre Aufsichtsratsämter bzw. ihre Mandate niedergelegt haben: Es verbleiben im Aufsichtsrat die Herren Staatsrat Dr. von S t a u ß , Direktor K i e h l (Deutsche Bank und Diskontogesellschaft), Geheimer Regierungsrat Dr. K r e u t e r, Direktor Pfeiffer (Deutsche Länderbank) und Direktor Dr. Schilling (Commerz- und Privatbank). Staatsrat von Stauß dankte dem bisherigen Vorsitzenden des Auffichtsrates, Dr. Hugenberg, für die wertvollen, dem Unternehmen geleisteten Dienste. Die vor genau zehn Jahren erfolgte lieber» nähme der Mehrheit der Ufa durch Dr. Hugenberg sei in erster Linie deshalb erfolgt, um zu verhüten, daß die kulturell so bedeutende Unternehmung, die durch die sinnlose Lustbarkeitssteuerpoli- tit der Nachkriegsregierungen um Dutzende von Millionen geschwächt wurde, in die Hände unerwünschter oder ausländischer Kreise geriet. Die erste Maßnahme Hugenbergs bestand darin, die Ufa aus der amerikanischen Umklammerung zu befreien, die sich aus der Verpflichtung ergab, amerikanischen Spielfilmen in deutschen Ufa- Theatern die Hälfte der gesamten Spielzeit zur Verfügung zu stellen. Entscheidend für die Aufwärtsentwicklung der Ufa war der rechtzeitige Entschluß der Umstellung auf den T o n f i l m Es wurden alsdann neu in den Aufsichts- rat gewählt: Professor Karl Fröhlich, stellvertretender Vorsitzender, Staatsschauspieler Paul Hartmann, Generalintendant Eugen Klöpfer, Dr. Pilder, Direktor der Dresdner Bank, Filmregisseur Karl Ritter, Vizepräsident der Reichsfilmkammer Hanns Weidemann und Staatsschauspieler Mathias Wiemann. Den Vorsitz im Aufsichtsrat übernimmt Staatsrat Dr. v o n S t a u ß. — Die k ü n st l e r i s ch e F ü h - rung des Unternehmens liegt in den Händen eines Kunstausschusses, der sich wie folgt zusammensetzt: Professor Karl Fröhlich, Generalintendant Eugen Klöpfer, stellv. Vorsitzender, Staatsschauspieler Paul Hartmann, Filmregisseur Karl Ritter, Vizepräsident Hanns Weidemann, Staatsschauspieler Matthias W i e- mann und Generaldirektor Klitzsch. Gleichzeitig mit diesen organisatorischen Veränderungen bei der Ufa sind entsprechende Maßnahmen bei der Tobis (Tonbild-Syndikat 21. G.) getroffen worden. Auch bei der Tobis wird derKunstausschußdie künstlerische Führung des Unternehmens haben, dem angehören: Staatsschauspieler Emil Hannings als Vorsitzender, gleichzeitig stellvertretender Vorsitzender Des AR., Willy For st, Veit Harlan, Oberregierungsrat a. D. Raether, Regisseur Hans Zer- l e 11, der Generaldirektor der Tobis. Die Kunstausschüsse haben die laufenden künstlerischen Angelegenheiten der Gesellschaft, soweit sie mit der Filmplanung und -Herstellung Zusammenhängen, zu prüfen. Zu den besonderen Aufgaben der Kunstausschüsse gehören die Stoffauswahl, die Bestimmung der Komponisten, Schriftsteller, Regisseure, die Besetzungsfragen, die Kontrolle des Fortgangs der künstlerischen Arbeit in den Ateliers, die Ueberwachung aller die künstlerische Seite der Produktion betreffenden Angelegenheiten. Die Kunstausschüsse können aus ihrer Mitte einzelne Mitglieder bestimmen, welche die Ausführung bestimmter Filmvorhaben künstlerisch zu leiten und zu überwachen haben. Den Wirtschaftsausschüssen sind die Entscheidungen über alle wichtigen wirtschaftlichen Angelegenheiten vorbehalten. Hierzu teilt DNB. noch u. a. folgendes mit: Anläßlich der Jahrestagung der Reichsfilmkammer am । 5. März d. I. hat Reichsminister Dr. Goebbels ! bargelegt, daß es darauf ankomme, Grundsätze neu zu schaffen und Schäden abzustellen, die als unvermeidliche Folge falscher Organisation aufgetreten sind. Ein zu entscheidenden Zwecken vorgenommener Einbau kün st lerischer Kräfte auch in den Werdeprozeß sei das wichtigste Erfordernis des Filmschaffens. Denn auf die Dauer könne die Wirtschaft in der Filmkunst nur eine beratende und dienende Rolle spielen. Wenn dieser grundsätzlichen Forderung nachgekommen werde, dann werde der deutsche Film sein künstlerisches Gesicht wahren können, und bann werben wir bie Gewähr haben, baß es tatsächlich Künstler sinb, bie ben beutschen Film künstlerisch gestalten. Mit ben Beschlüssen bet Ufa unb ber Tobis ist nun biefen Forderungen Rechnung getragen worben. Diese Grunbsätze werden in der nächsten Zeit für das gesamte deutsche Filmschaffen Geltung erhalten. Die enge Zusammenarbeit zwischen Ufa und Tobis wird auch auf die heute noch außenstehenden Filmgesellschaften ausgedehnt werden, so daß insbesondere im deutschen Filmverleih eine nach einheitlichen Richtlinien geleitete Arbeitsgemeinschaft hergestellt wird. Bei der Wahl der Stoffe, die Heranziehung der Schriftsteller, der Vergebung der Spielleitung und der Besetzung der Rollen wird künftig tünftle» rischer Wille maßgebend mitwirken. Daß diese Einschaltung des bestimmenden künstlerischen Einflusses in diesem Maße gerade jetzt erfolgt, entspricht genau dem entwicklungsgeschichtlichen Stand des deutschen Films, den Dr. Goebbels mit dem Satz fixiert hat, baß ber deutsche Film heute etwa da stehe, wo das deutsche Theater zur Zeit Lessings stand. Das ist das Stadium der Möglichkeit einer neuen, einer Höch- ft en Entwicklung. Das ist der Augenblick, in dem der deutsche Film seiner natiönalen Aufgabe an Staat, Volk und Kultur gerecht zu werden und noch mehr als schon in den letzten Jahren vom Volk aus internationale Wirkung zu üben und vom nationalen Boden her eine geistige Weltmacht zu werden beginnt. Gerade der deutsche Film hat hier eine Berufung in der Welt. Die künstlerische Formungskraft, die ohne Vergleich dastehende deutsche Musikalität und die Verkündung des Primats des künstlerischen Grundgesetzes sind Gewähr dafür, daß gerade ber deutsche Film diese Mission erfüllen wird. Deutschlands neuer Zeniralslughasen. Noch vor Schluß des nächsten Jahres wird der neue Zentralflughafen des Deutschen Reiches betriebsfertig sein. Schon jetzt lassen sich auf bem gewaltigen Bauplatz auf bem alten Tempel- Hofer Feld, diesem größten Paradefeld der Vorkriegszeit, die Anlagen erkennen, die ausersehen sind, einen Luftverkehr durchzuschleusen, an bem 1925 erst 9000 Personen, 1936 aber schon 220 000 Fluggäste beteiligt waren. Die bisherigen, vorläufig noch benutzten Baulichkeiten genügten schon längst nicht mehr, um diesen Verkehr, der immer mehr in bie Breite geht, bewältigen zu können. Vor einem Jahr wurde mit dem ersten Spatenstich auf bem jetzigen Baugrund praktisch das Todesurteil über den alten Flughafen gefällt, nachdem dessen Schicksal schon durch ben Willen des Führers, der Reichshauptstadt einen wahrhaft imposanten Flugplatz zu geben, besiegelt worden war. Es fällt bem Besucher des Neubaues nicht leicht, eine Beschreibung ber kurz vor ber FertiDellung stehenden Gebäude zu geben. Lassen sie sich auch im einzelnen unterscheiden, so bilden sie in ihren Zusammenhängen doch ein Projekt, vor dem ber Laie ziemlich fassungslos steht. Er kommt sich hier wie ein verlorenes Wesen vor, das sich ben Hals ausrecken muß, um durch das teilweise schon verkleidete Gerippe ber Stahlskelettbauten bis zu den Dächern hinaufschauen zu können. Und schwindelig wirb einem, blickt man von ebener Erde tn bie Schächte, die als tiefe Höfe in den ganzen Bau eingelassen sind. Hier Unten liegen wichtige Anlagen für bie Reichspost und die Reichsbahn. Nicht weniger als sechzig Postautos können zu gleicher Zeit in bie unterirdischen Hallen für bie Brief- und Paketabfertigung hinemfahren, aber auch ein unterirdischer Gleisstrang ber Reichsbahn sorgt dafür, daß weiterzuleitende Fracht sofort in die bereit« stehenden Güterwagen hinübergeschafft und abbefördert wird. Alles ist hier auf Er rei chung höch ster Geschwindigkeiten in ber Weiterbeförderung abgestellt, genau wie überirdisch alle Vorkehrungen getroffen werden, um einen massierten Flugverkehr abwickeln zu können. Mächtige Flugzeughallen umschließen einen Teil des ovalen Flugfeldes, auf den Hallen selbst befinden sich 60 000 Plätze für Zuschauer bei Flugsporiver- anftaltungen. Dieser neue Flughafen hat zwei Fronten. Die eine ist dem abfahrenden Reisenden zugewandt, der aus der Stadt kommt. Er sieht vor sich ein riesiges Rund von Gebäuden, die alle mit dem zivilen Luftverkehr zusammenhängenden Abteilungen — von den Büros ber Deutschen Lufthansa bis zum Wetterbienst — aufnehmen werden. Das Halbrund ist so groß, daß die Vorderfront des gewiß nicht kleinen Reichsluftfahrtministeriums bequem hineingelegt werden könnte. Der Platz, mit Platten ausgelegt, gestattet eine rasche Abwicklung der An- und Abfahrt von Kraftwagen der Flug- gäste. Namentlich in der Stunde zwischen 7 und 8 Uhr verlassen täglich etwa 170 Gäste Berlin. Hier muß also für eine flotte Auffahrt gesorgt werben. Insgesamt gehen durch den Hafen täglich 1000 Fluggäste hindurch. Sobald der Reisende die Räumlichkeiten betreten hat, steht er inmitten eines gewaltigen Bahnhofs, wenn man diesen nicht ganz zutreffenden Ausdruck gelten lassen will. Er wird von Hallen und Räumen aufgenommen, die sämtliche 21 b - fertigungseinrid)tungen enthalten. Hier gibt es Warteräume und ein Restaurant, hier sind die Fahrpläne, hier wird mit modernsten Apparaten dem Reisenden mitgeteilt, wann und wo sein Flugzeug startet. Von hier aus führen wieder Treppenaufgänge zu einer überdachten Halle, zum Flug- ft e I g. Dori stehen die Flugzeuge wohlgeordnet, die die abfltegenben Gäste aufneymen, während in (Scherl-Bilderbienst-M.) -»> C v'v-w ... höchster Höhe die Flugpolizei dafür sorgt, daß sich der Verkehr zu ihren Füßen in aller Ordnung abwickelt. 'Hier liegt auch die zweite Front, die für den ankommenden Fluggast bestimmt ist. Ihn nimmt diese Halle auf, er passiert dann die mit deutschem Werkstein einfach und doch schmuck, nicht aufdringlich aber geschmackvoll unb gediegen verkleideten Räumen, um nun vom weiten Halbrund aus die Fahrt in die Reichshauptstadt anzutreten. Hier wird ein Bauwerk geschaffen, bas später eins der schönsten und größten Gebäude der Reichshauptstadt sein wird. Der Führer hat zu diesem Bau in großen Zügen die Richtlinien gegeben, er hat mit sicherem Griff das aufgezeigt, worauf es ankommt. Und Prozessor S a g e b t e l, der Gestalter des Flaghafens, yat, aufbauend auf der Idee des Führers, die Pläne entworfen und die Berechnungen vorgenommen, die nunmehr schon seit Jahresfrist zweitausend Mann von früh bis spät werken lassen. W. S. (Sporffämpfe der HZ. auf dem Heichsparteitag. Berlin, 4. Mai. (DNB.) Nach einer Anordnung des Beauftragten für die Leibeserziehung der deutschen Jugend, Reichssportführer v. Tscham- m e r und Osten, finden 1937 auf dem Reichsparteitag in Nürnberg erstmalig die Endkämpfe des Mannschaftsmehrkampfes der Hitler-Jugend und des Deutschen Jungvolkes statt. Gleichzeitig werden in Nürnberg erstmalig die Jugendmeisterschaften in Leichtathletik und Schwimme n ausgetragen. Die Ausscheidungen zu diesen sportlichen Wettkämpfen erfolgen in ben Fähnlein unb Gefolgschaften in Verbindung mit dem Reichs- sportwettkampf der Hitler-Jugend, in den Bannen und Jungbannen in Verbindung mit den Bann- unb Jungbann-Sportfesten, in ben Gebieten in Verbindung mit ben Gebiets-Sportfesten. Anläßlich der Kampfspiele werden in Nürnberg ferner ein Wehr- sporifünfkampf unb die Endkämpfe im Reichsschieß- wettkampf ber Hitler-Jugend ausgetygen. Kleine politische Nachrichten. Im Auftrage des Führers und Reichskanzlers wird sich der Reichswirtschaftsminister, Reichsbankpräsident Dr. Schacht, zur Eröffnung des Deutschen Hauses auf der Internationalen Ausstellung Paris 1937 nach Paris begeben. Die Eröffnung erfolgt am 26. Mai. ♦ Die italienischenJournalisten.die zum Abschluß ihrer Deutschlandreise sich in ber Hauptstadt der Bewegung aufhalten, ehrten die Toten der Bewegung in den Ehrentempeln der Ewigen Wache. Anschließend wurden die Journalisten im Braunen Haus vom Stellvertreter d e s Führers empfangen. Er gab feiner Freude darüber Ausdruck, daß bie gemeinsame kulturelle unb politische Mission beider Länder, die Europa vor bem Bolschewismus gerettet habe, immer wieder durch gegenseitige Besuche ber führenden Männer des öffentlichen Lebens zum Ausdruck komme. ♦ Infolge ber Beauftragung des bisherigen Prä- fibenten der Reichsrundfunkkammer Ministerialrat Pg. Horst D r e ß l e r - 21 n d r e ß mit der Leitung der besonderen Abteilung für volkskulturelle Arbeit im Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda ist der bisherige Intendant des Reichs» senoers Breslau, Pg. Hans K r i e g l e r, von bem Präsidenten der Reichskulturkammer, Reichsminister Dr. Goebbels, zum Präsidenten der Reichsrundfunkkammer ernannt worden. Oie glückhafle Flotte. Wenn am Mittwochoormittag unter dem Jubel einer begeisterten Menge, in Anwesenheit von Zehn- tausenden deutscher Arbeiter, das erste .Kraft- durch'Freude"- Schiff, welches van der Deutschen Arbeitsfront eroaut worden ist. vom Stapel läuft, bann können wir mit Stolz bekennen, wiederum eine Leistung für den deutschen Arbeiter vollbracht zu haben, wie sie sie bislang keine Nation aufzuweisen vermag ,.Kraft durch Freude"! Drei Worte, von denen, als sie geprägt wurden, wohl die wenigsten angenommen hatten, daß sie schon in so überraschend kurzer Zeit mehr als nur ein paar Worte darstellen würden „Kraft durch Freude" ist heute ein Programm, ist eine sozialistische Höchstleistung, die m der Welt ihresgleichen sucht. Fragt man heute einen Ausländer, was ihn an dem neuen Deutschland am meisten interessiere, so wird man° stets die Antwort bekommen: die neue Wehrmacht, der Reichsarbeitsdienst, das Win- terhilfswerk und „Kraft durch Freud e" Wir verzeichnen es mit Genugtuung, daß gerade das Ausland mehr und mehr sich mit dieser Gemeinschaft beschäftigt und daß die Stimmen, die wir darüber vernehmen, jetzt durchweg einen freundlichen Grundton aufweisen, aus dem Anerkennung, Bewunderung und — Neid sprechen. Und nun läuft das e r ft e eigene „K d F." - Schiff vom Stapel, nachdem bislang die Fahrten auf anderen Schiffen, die aber nahezu ausschließlich im Dienst dieser Organisation standen, durchgeführt waren. Deutsche Arbeiter haben auf einer deutschen Werft ein Schiff für deutsche Arbeiter gebaut! In dieser Tatsache offenbart sich so recht die tiefere Bedeutung, welche diesem Stapellauf zukommt. Dieses Schiff, das mit den modernsten technischen Errungenschaften versehen ist und gerade unter besonderer Berücksichtigung der Aufgaben, denen es zu dienen hat, gebaut worden ist, wird nun Jahr um Jahr Zehntausende von deutschen Arbeitern hinausführen auf das Meer, wird ihnen die Schönheit dieser Welt zeigen und ihnen all jene Kulturgüter erschließen, die kennenzulernen der deutsche Arbeiter in erster Lime Anspruch hat. Noch eine weitere besondere Bedeutung kommt diesem Stapellauf zu: An ihm nehmen aus allen Teilen des Reiches nahezu 10 000 Volksgenossen teil, welche am gleichen Tage mit sechs „KdF."- Dampfern die erste Seefahrt dieses Jahres antreten, die nach Norwegen führt. Wenn der Stapellauf vorüber ist, dann werden diese Tausende, noch ganz im Bann des soeben Erlebten, auf den sechs Dampfern den Hamburger Hafen verlassen, um diese große Reise, die für die meisten von ihnen wohl überhaupt die erste Seereise darstellt, anzutreten. Wir können jetzt getrost behaupten, daß keine Nation der Erde es wagen könnte, sechs Schiffe mit Tausenden von Menschen, Arbeitern aus allen Berufen hinauszuschicken in die Welt. Das ist das Große,«michl daß sie fahren, damit sie sich einmal erholen, sondern daß wir der Welt und uns selber den hohen Grad der Kultur unseres deutschen Volkes beweisen und den Weg zeigen, den wir dieses Volk führen wollen. Wie wir unsere neue soziale Ordnung bauen wollen, wie wir uns die Gemeinschaft denken, was wir aus uns selber machen, das ist in der Tat das Werden einer neuen Ordnung, die mit den Vorurteilen einer vergangenen Epoche restlos aufgeräumt hat. Niemand kann das neue Deutschland besser vertreten als- der deutsche Arbeiter, der mit „Kraft durch Freude" reist. Die Wahrheit dieses Satzes hat, da wir gerade von den Seereisen sprechen, auch ihren Niederschlag in der Presse der Länder gesunden, welche von den „Kraft-durch-Freude"- Schifsen angelaufen worden sind. Nur zwei Stimmen seien herausgegriffen. Die portugiesische Zeitung „D i a r i o da M a n h a" schrieb, als die deutschen Arbeiter anläßlich einer Madeirafahrt in Lissabon Halt machten: „Das ist die Revolution, die Deutschland sich anschickt, mit dem festen und disziplinierten Willen feines Volkes, geschart um Adolf Hitler, durchzuführen. Was werden die Wirkungen und die endgültigen Folgen sein? Jetzt ist es noch zu früh, um das abschätzen zu können, aber eins ist sicher, nämlich, daß der germanische Geist daran arbeitet, neue Lebensbegriffe zu schaffen und die beunruhigendsten Probleme unserer Zeit zu lösen." Der Schweizer Dichter Jakob Schaffner, dessen Werke Weltgeltung haben, nahm, ohne daß ihn jemand von den Urlaubern kannte, an einer Norwegenfahrt mit dem Dampfer „Der Deutsche" teil und schreibt in der Schweizer Zeitschrift „Nationale Hefte" u a. folgendes: . Alles macht nicht etwa eine Wohltäterei aus, sondern heute ist es ein Teil des Lohnes, die Erfüllung eines selbstverständlichen Anspruches an Lebensfreude und an die Güter des Daseins ebenso, wie diese Menschen ihren selbstverständlichen Anteil an den Plagen, Mühen und Gefahren der nationalen Arbeit tragen. Und so wird die Volksgemeinschaft vollständig ... Wo hat sich überhaupt ein Volk vorher erleben können? Es ist nicht anders: hier wächst etwas 91 e u e s , und es wächst nicht aus Worten, sondern aus Gefühl, aus Traum, aus — Freude. Sie gewinnen wirklich neue „Kraft durch Freude", das ist eine geniale Erfindung, aber es hat viel Not und Elend dazu gehört, um sie reif zu machen. Der hohe Wandel von Sonne und Mond über der leuchtenden Unendlichkeit der See weiß nichts von Not Der Salzwind weht ihnen Kummer und Niedrigkeit aus Den Augen Möven sind keine Sorgen Ihre Lebensfragen wiegen sich auf strahlenden Wolken!" Besonders hervorgehoben wird von Der Ausland- presse stets die Tatsache, daß die deutschen Arbeiter der Faust immer so sauber gekleidet sind und genau so kultiviert aussehen wie etwa ein Angestellter oder Beamter. Daran wird bann oft die Frage geknüpft, ob die Teilnehmer an den Reisen denn wirklich in der überwiegenden Mehrzahl Handarbeiter sind und nicht vielleicht lauter Angestellte ober Beamte Ein paar Zahlen sollen biete Behauptung roiberlegen: Ein Drittel sämtlicher Urlauber hat ein Einkommen unter 100 Mark — ein weiteres Drittel verdient monatlich zwischen 100 und 150 Mark, also zwei Drittel sämtlicher Urlauber haben ein Einkommen unter 150 Mark im Monat Der Rest liegt darüber, bleibt aber im Durchschnitt zwischen 200 bis 250 Mark lieber 250 Mark verdienen etwa nur 6 o H Jahr um Jahr wächst die Zahl der Teilnehmer an den „KdF."°Reisen, Jahr um Jahr erfahren die Reisen, insbesondere zur See, einen weiteren Ausbau Was Jahrzehnte hindurch am deutschen Arbeiter gesündigt worden ift das wird von dem nationalsozialistischen Staat wieder gutgemacht Verwirklicht worden ist das, was bisher als unmöglich galt und ichon lange Jahrzehnte ein Traum aller Sozialisten der Welt gewesen ist. Anarchistenausstand in Barcelona. Blutige Gtraßenkämpfe. — Oie Bolschewisten in der Klemme. Paris. 4. Mai. (DNB.) Nach einer Havas- melDung aus Perpignan haben die blutigen Auseinandersetzungen in Barcelona zwischen den bolschewistischen und den anarchistischen Elementen die Oberhäuptlinge in Valencia veranlaßt, von den katalanischen Machthabern „sofortige Maßnahmen" zu verlangen. Den Anarchisten sei eine Frist gesetzt worden, ihre Waffen abzuliefern. Als sie sich weigerten, seien in aller Eile Verstärkungen gegen die Anarchisten eingesetzt worden. Bei der Zurückeroberung des von den Anarchisten besetzten Telegraphenamtes sei es zu einer blutigen Schlacht gekommen, in deren Verlauf die bolschewistischen Streitkräfte gezwungen wurden, sich zurückzuziehen. Dann seien die Anarchisten zum Angriff vorgegangen, und hätten die „Polizei" Der Bolschewisten in die Vorstädte zurückgedrängt. Die Machthaber von Katalonien seien infolgedessen ihrer bewaffneten Streitmacht beraubt. Im Sender Barcelona wurde ein Aufruf der katalanischen Machthaber verlesen, der die Bevölkerung auffordert, den „blutigen Kampf" in den Straßen von Barcelona zu beenden. Die Hospitäler seien überfüllt mit Toten und Verwundeten. Während der Aufruf verlesen wurde, hörte man im Rundfunk deutlich Gewehrschüsse und das Knattern der Maschinengewehre. Wie das „Journal" berichtet, hat den Ausbruch des Konfliktes ein Ultimatum des anarchistischen Ausschusses an Companys verursacht. In diesem Ultimatum hätten die Anarchisten die Uebergabe der gesamten Macht gefordert mit der Begründung, daß sie es seien, die von Anfang an den „Krieg" geführt hätten, weshalb ihnen auch die tatsächliche Kommandogewalt über ganz Katalonien zufallen müsse. Die bolschewistische Generalidad beantwortete diese Forderungen damit, daß sie die E n t w a f f n u n g aller Z i v i l i st e n anoronete und die katalanischen Bolschewistenhaufen von der Aragon-Front zu Hilfe herbeirief. Dies wiederum beantwortete die Anar- chisten-Vereinigung mit einer regelrechten Einschließung des Generalidad-Palastes. Bewaffnete Anarchisten verhafteten auf den Straßen alle Milizmänner ,.Sturmgardisten" usw., die sich als Anhänger der Generalidad erklärten. Unter Bedrohung mit Gewehren und Handgranaten führten sie diese Leute in abgelegene Vorstädte, wo sie sie an mit Maschinengewehren ausgerüstete Anarchistenhaufen auslieferten Die Generalidad — somit aller Unterstützung beraubt — mußte die verhafteten Anarchisten freilassen. Der Versuch der Generalidad, durch eine Abteilung „Sturmgardi- sten" das Hauptpostamt, das sich in den Händen der Anarchisten befindet, besetzen zu lassen, schlug unter schweren Derlusten fehl. Es kam dort zu heftigen Kämpfen, desgleichen etwas später vor dem Generalidad - Gebäude, wo die Anarchisten schließlich mit Gewehrfeuer auseinanbergetrieben wurden. Der katalanische Oberbolschewist Companys erschien auf dem Balkon, um einen „Appell zur Ruhe und Einigkeit" zu erlassen, wurde aber verhöhnt und ausgepfiffen. Die Telephonverbindungen mit Barcelona sind unterbrochen. Die Beunruhigung bei der kommunistischen Partei in Frankreich uno bei der sowjetrussischen Botschaft in Paris soll sehr groß gewesen sein, da ein Sieg der Anarchisten der Sowjetpropaganda in Spanien ernste Schwierigkeiten bereiten würde. Es verlautet, daß zwischen Paris und den im Hafen von Barcelona und Valencia befindlichen Sowjetschiffen die ganze Nacht Funkmeldungen hin und her gegangen seien, um die Befehle Moskaus den diplomatischen Sowjetvertretern in diesen beiden Städten zu übermitteln. Das „Echo de Paris" schreibt, Katalonien sei seit Dienstag früh in der Gewalt der A n a r ch i st e n. In allen Ortschaften lieferten sich die Anarchisten mit den Marxisten regelrechte Straßenschlachten. Bombenwürfe in Waziristan. England führt in der nordwestindischen Provinz W a z i r i st a n einen scharfen Unterjochungskrieg gegen freiheitliebende Bergstämme. Nicht weniger als 30 000 wohlbewafnete Soldaten hat England gegen diese Stämme aufgeboten, deren Angehörige nur eine Flinte auf der Schulter, im Herzen aber einen glühenden Haß gegen England haben, weil sie Mitte des vorigen Jahrhunderts gewaltsam in das Britische Weltreich eingegliedert wurden. Um den Widerstand dieser Grenzbewohner zu brechen, steigen immer wieder Bombenflugzeuge auf, die ihre verderbenbringenden Ladungen über den Eingeborenensiedlungen abwerfen Mehr als ein Dorf ist in Trümmer gegangen oder ein Raub der Flammen geworden. Und unter diesen Trümmern liegen die Leiber von Männern, Frauen und Kindern der Bevölkerung Waziristans Darüber spricht der Engländer nicht viel. Er zuckt nur nervös zusammen, wenn nationale Spanier ihre Freiheit gegen den Bolschewismus verteidigen. Verwunderlich ist das allerdinas nicht, denn allgemein gültige Begriffe finden jenseits des Kanals stets die überraschendsten Auslegungen. Das hat uns ein F r a g e- undAntwortspielim Unterhaus gezeigt, das durch einen Abgeordneten wegen der Bombenwürfe in Waziristan ausgelöst wurde. Dieser Par- lametarier, der sich als Außenseiter entpuppte und das ganze Guernica- Konzept gewisser Aufrüstungspolitiker in Unordnung brachte, hat sich natürlich die allgemeine Verachtung zugezoaen. Wie konnte er auch im Unterhaus behaupten, daß englische Flugzeuge Bomben auf friedliche Zivilisten abwerfen, nachdem eben erst die Londoner Regierung selbst diese Art Kriegsführung als verbrecherisch angeprangert hatte. Immerhin mußte der Regierungsvertteter antworten, Doch was sagte er? Die Bombenabwürfe in Indien wären nur wirtschaftliche Druckmaß - nahmen! Wir sind angesichts dieser Erklärung einigermaßen verwirrt. Wirtschaftliche Druckmaßnahmen sahen bisher etwas anders aus, sind sogar vor einiger Zeit unter Anführung der auf den Völkerbund schwörenden Engländer getreu den Satzungen dieses Bundes inszeniert worden. Plötzlich erfährt nun die aufhorchende Menschheit, daß man an der Themse auch Bombenabwürfe aus dem Flugzeug zu wirtschaftlichen Druckmaßnahmen — Sanktionen nennt man diese Druckmaßnahmen in Gens — rechnet. Damit eröffnen sich der Genfer Politik neue Perspektiven und das Völkerrecht wird um einen neuen Begriff bereichert. Sollte aber ein Nichtengländer, ein Fremder also, der Englands Sympathien nicht besitzt, auch nur Aehnliches an- beuten, er würde von der Themse her als Feind der Menschheit gebrandmarkt, man würde seine und seines Volkes Ausrottung fordern. Was wir dann wieder nicht verstehen würden. Aber was den Engländern recht ist, ist den anderen noch längst nicht billig ... Sbt. Ausbau Der italienischen Flotte Rom, 5 Mai. (DNB.) Die italienische Kammer hat den Wehrmachtshaushalt ohne Aussprache angenommen Marine-Staatssekretär Cavagnari erklärte, das entscheidende Moment für das Wettrüsten sei die Entschließung jenes Staates, „der bereits die stärkste Seemacht der Welt besitzt". Die Eroberung des Imperiums fordere eine beträchtliche Vermehrung der italienischen Seestreitkräfte und eine Verstärkung ihrer Stützpunkte. Die italienische Marine werde die Anzahl ihrer Großkampf- schiffe erhöhen. Das faschistische Italien werde keine Anstrengungen scheuen, um eine Kriegsflotte zu bauen, die ihrer Aufgabe zum Schutze seines Besitzes, für seine Expansion und für fein Anfehen in der Welt entspreche. Italien brauche eine Hochseeflotte für b i e Weltmeere. Nack den Wahlen in Japan. Das äußere Ergebnis Der japanischen Wahlen geht dahin, daß die führenden „alten" Parlamentsparteien, die Minseito und Seiyukai, sich behauptet haben, daß die „soziale Massenpartei" (Sozialdemokratie mit stark kommunistisch-radikalem Einschlag) ihre Mandatszahl gut verdoppelt und die eigentliche Regierungspartei sich nur gerade behauptet hat. Das innere Ergebnis Der Wahlen steht noch völlig aus. Die Aeutzerungen währenD der Wahlschlacht, besonDers aus Dem MunDe Der alten Parteipolitiker, Dürfen nicht übertrieben ernst genommen roerDen. Es handelt sich ja um eine Art von Strafwahl, in der die alten Parteien zunächst ihr „Gesicht bewahren" mußten, was im ganzen fernen Osten als eine Grundregel menschlicher Haltung gilt. Es wird sich erst in Den nächsten Monaten Herausstellen, ob Die Parteien einige Pflöcke zurückstecken oDer es auf einen wirklich ernsten Konflikt ankommen lassen. Es ist bezeichnend, daß Die Times, Die selbstverständlich den westeuropäischen Parlamentarismus wenigstens in einem Abglanz in Japan erhalten haben möchte, mit der Möglichkeit eines Kompromisses rechnet, der durchaus nicht bei 50 zu 50 stehen bleiben müsse. Es sei vielmehr wahrscheinlicher, daß ein solcher Kompromiß mit 80 v. H. zugunsten der Armee und mit 20 v. H. zugunsten der Parteien ausgehe. Der japanische Ministerpräsident General Haya- s h i hat den Parteien diese Möglichkeit auch mit väterlich eindringlichen Worten bereits ans Herz gelegt, indem er den Wählern nahelegte, Männer zu wählen, die „einen klaren Ueberblicf über die gegenwärtige Lage" haben, oder indem er seine konstitutionelle Gesinnung betonte, aber hervorhob, daß eine verfassungsmäßige Politik den besonderen japanischen Bedürfnissen angepaßt sein müsse, oder indem er die Ausschreibung der Neuwahlen damit rechtfertigte, daß sie den Parteien eine Gelegenheit biete „über ihre Haltung nachzudenken" oder indem er die Erwartung aussprach, daß der neue Reichstag nicht so „unaufrichtig" fein werde wie der alte. Man merkt deutlich den Zaunpfahl, mit Dem hier gewunken wird! Selbstverständlich ist die hier skizzierte Möglichkeit nur eine Möglichkeit unter anderen. Sie darf deshalb nicht außer acht gelassen werden, weil das japanische nationale Denken in einem ganz erstaunlichen Maß^ familien- und sippengebunden ist. Die innenpolitischen japanischen Auseinandersetzungen dürfen daher nicht mit grundsätzlichen europäischen Maßstäben gemessen werden. Der Grundgedanke ist, daß gewissermaßen im Familienräte die Meinungen aufeinanderplatzen und u. U. außerordentlich schwer aufeinanderplatzen, daß aber, von einigen Heißspornen abgesehen,. Die weitaus überwiegende Zahl Familienmitglieder mit einer schließlichen Einigung rechnet, die bann allgemeines und oberstes Gebot ist. Allerdings muß hinzugefügt werden, daß die ideologische europäische Prinzipienreiterei des liberalen Parlamentarismus sich weitgehend auch der japanischen Intellektuellen bemächtigt hat und daß hinter dieser Prinzipienreiterei häufig anonyme Wirtschaftskräfte stehen, die die Parteiklüngel alten Stils für ihre Zwecke auszunutzen versuchen. Sollten sich diese versippten „Prinzipien" und „Jnteressenwünsche" in den Parteien durchsetzen, so ist wohl kein Zweifel daran, daß die Regierung, gestützt auf die Armee, dem Kaiser entsprechende Vorschläge unterbreiten wird. Für diesen Fall sei darauf hingewiesen, daß die japanische Verfassung sehr viele Bestandteile der Vorkriegsverfassung Preußens und des Reiches übernommen und zugunsten der Regierung sogar weitergebildet hat. Die Verfassung sieht nicht vor, daß „parlamentarisch" regiert wird, d. h. daß die Berufung der Minister von der nachträglichen Zustimmung des Reichstages abhängig ift? Diese Neuerung wurde erst nach dem Kriege ohne formelle Verfassungsänderung tatsächlich durchgeführt. Sie kann ebenso tatsächlich' wieder verschwinden. Außerdem ist auch die Wahlordnung kein Teil des japanischen Verfassungsgesetzes. Versckärfie Neutralität. Am 1. Mai 1937 lief das im August 1935 beschlossene erste Neutralitätsgesetz ab. Seit Monaten'beschäftigte sich die amerikanische Oeffent- lichkeit mit der Neuformung des Gesetzes, und beide Häuser des Kongresses haben sich jetzt auf ein Kompromiß geeinigt, das die Neutralität der Vereinig-. ten Staaten verschärft, allerdings mit einer Ausnahme. Der Präsident Der USA. kann Ausnahmebestimmungen zugunsten Kanadas treffen, und in Der Begründung heißt es, man wolle Die Fortsetzung des Handelsverkehrs auf dem amerikanischen Festland im Falle eines europäischen Krieges ermöglichen. Also wird Kanada als Bestandteil des britischen Empires sicherlich sofort in einem solchen Falle einen ausgedehnten Handel mit den USA. treiben und die erworbenen Rohstoffe nach Großbritannien weiterleiten; eine Bestimmung, deren Folgewirkung klar auf der Hand liegt und die eine Durchlöcherung des Neutralitätsgesetzes zugunsten Großbritanniens bedeutet. Diese Ausnahme ist folgenschwer. Sonst können 0 der bekannten großen Auswahl finden Sie in allen Preislagen 1 7 © XL A X X 3158 A die Kriegführenden weder direkt noch indirekt aus den Vereinigten Staaten Waffen, Munition oder anderes Kriegsmaterial beziehen, auch keine Flugzeugmotoren und Flugzeuge. Die Lifte der dem Ausfuhrverbot unterliegenden Waren wird vom Präsidenten veröffentlicht, aber Roosevelts Wunsch, eine Vollmacht zu erhalten, die die Ausfuhr von kriegswichtigen Rohstoffen auf das normale Frie- densvolumen beschränkt, ist ebenso wenig durchgegangen wie ein Antrag zur Erteilung der Vollmacht, Ausfuhrbeschränkungen nur gegen eine der kriegführenden Parteien zu verhängen, woraus sich allein schon die lückenhafte Neutralität der USA. ergeben hätte. Besonders wichtig ist die Bestimmung, wonach das Reisen von Amerikanern auf Schiffen der Kriegführenden verboten wird. Bekanntlich gehörte die Torpedierung der Lusitania zu den Kriegsoorwänden der Amerikaner, obgleich die Lusitania kein amerikanisches, sondern ein englisches Schiff war, und immer wieder wurde der Lusitania-Fall mißbraucht, um gegen Deutschland zu Hetzen. Aber die Auffassung hat sich gewandelt. Senator Pittmann, der Vorsitzende des Ausschusses für Außenpolitik, der den Neutra- litätsgesetzentwurf ausgearbeitet hat, erklärte jetzt: „Die Lusitania war ein bewaffnetes britisches Handelsschiff, daher allen Fährnissen des Krieges ausgesetzt, und die über hundert amerikanischen Bürger, die dabei umkamen, hatten nichts auf ihr zu suchen." Damit dürfte ein Kapitel amerikanischer Demagogie wohl endgültig abgeschlossen sein, wenn sich auch in Deutschland dabei das bittere Gefühl regt, aus einem Grunde, der lediglich Vorwand war, von den USA. mit Krieg überzogen worden zu sein. Die sonstigen verwickelten Bestimmungen betreffen Einzelheiten, z. B. darüber, daß Anleihen oder Kredite den Kriegführenden nicht gewährt werden, und vor allem, daß der amerikanische Kontinent nicht unter das Neutralitätsgesetz fällt, gemäß den in Buenos Aires auf der panamerikanischen Konferenz gefaßten Beschlüssen. Wichtig ist aber eine Lücke des Neutralitätsgesetzes: Kriegführende, die im Ernstfall die Meere beherrschen, können auf dem amerikanischen Markt alle möglichen Rohstoffe beziehen, und zwar nach der These Cash and Carry (liefere gegen Bargeld). Diese These ist sichtlich zugunsten Großbritanniens aufgestellt worden. rt. Kunst und Wissenschaft. Dem Andenken eines verdienten deutschen Arztes. Am 9. Mai jährt sich zum 75. Male der Todestag von Professor Dr. Theodor B ilh arz, der 1862 in Ausübung seiner Pflicht in Kairo gestorben ist. Theodor Bilharz wurde am 9. Mai 1825 in Sigmaringen geboren, studierte in Freiburg und kam mit 25 Jahren als Assistent des damaligen Leibarztes des Vizekönigs von Aegypten, Professor Griesinger, nach Kairo. Als Griesinger 1852 starb, wurde er zu dessen Nachfolger in dem Regierungshospital von Kasr el Eini ernannt und erhielt den Professorentitel. 1856 wurde ihm der Lehrstuhl für Anatomie übertragen. In unermüdlicher Forschungsarbeit gelang es ihm, den Erreger der nach ihm genannten Bilharziakrankheit zu finden, die bis heute eine der Hauptplagen Aegyptens ist. Er hat sich durch diese Tat und durch seinen unermüdlichen Dienst im Interesse der ägyptischen Volksgesundheit die größten Verdienste um sein Gastland erworben. 250 Jahre Naturforscher-Akademie in Halle. Die weit über die Grenzen des Deutschen Reiches hinaus bekannte Deutsche Akademie der Naturforscher in Halle, die sich nach ihrem ^Gründer und ersten Schirmherrn die „Kaiserlich- Leopoldinisch-Carolinische" nennt, kann am 28. Mai auf ein 2 5 0 j ä h r i g e s Wirken im Dienste der Naturwissenschaften zurückblicken. Präsident dieser Akademie ist der bekannte Vitamin- und Hormonforscher Geheimrat Professor Dr. Emil Abderhalden. Bei der Jubiläumsfeier vom 28. bis 30. Mai 1937 werden, der Bedeutung dieses wissenschaftlichen Instituts entsprechend, Vertreter zahlreicher europäischer Staaten zugegen sein. Don den ausländischen wissenschaftlichen Gesellschaften haben die Royal Society, London, die Kgl. Norwegische Gesellschaft der Wissenschaften, die Finnische Akademie der Wissenschaften u. a. ihre Zusage übersandt. Furtwängler und Liehen dirigieren bei den Bayreuther Festspielen. Bei den diesjährigen Bayreuther Fest- sp i e le n, die vom 23. Juli bis zum 21. August stattfinden, dirigiert Wilhelm Furtwängler alle Aufführungen des „Parsifal" und des „Nibelungen-Ringes", Heinz T i e t j e n sämtliche Aufführungen des „Lohengrin". „Junges musikalisches Schaffen" in Frankfurt. Die Stadt Frankfurt a. M. wird aus Anlaß der Tonkünstlerversammlung des Allgemeinen Deutschen Musikvereins eine Ausstellung zum Thema „Junges musikalisches Schaffen" in den Wandelhallen des Opernhauses veranstalten. Der Musikwissenschaftler Albert Richard Mohr wird diese Ausstellung im Auftrag der Stadt Frankfurt aufbauen. Jahresversammlung der Deutschen Dendrologifchen Gesellschaft. Die Deutsche Dendrologische Gesellschaft veranstaltet vom 29. Mai bis 3. Juni in Saarbrücken und Frankfurt a. M. ihre 45. Jahresversammlung. DieTagung beginnt mit einer Sitzung in Saarbrücken, an die sich Exkursionen durch die Wälder und Parkanlagen Westdeutschlands bis nach Frankfurt anschließen. In Frankfurt findet eine Sitzung im Senckenberg-Naturmuseum statt. Die Deutsche Dendrologische Gesellschaft hat sich zum Ziele gesetzt, die Kenntnis und die Verbreitung der Gehölze zu fördern. . Aus aller Wett. Ein einzigartiges Jubiläum. Frau Emma O t t m a n n in München kann am 5. Mai ein außerordentlich seltenes Jubiläum begehen: Ihre im Jahre 1912 geborenen Vierlinge vollenden an diesem Tage das 25. Lebensjahr. Oberbürgermeister Fiehler hat die Parteigenossin Emma Ottmann zu diesem im Leben der Stadt und des Volkes einzigartigen Jubiläum herzlichst beglückwünscht und ihr durch Kreisamtsleiter Ratsherrn Ortner neben einem Blumenkorb mit Wein ein auf einen sehr beträchtlichen Bettag lautendes Sparkassenbuch übergeben lassen. Schwere Unwetter über Bulgarien. Im Laufe der letzten Tage sind über fast ganz Bulgarien schwere Unwetter niedergegangen, die überall große Sachschäden angerichtet haben. Nicht weit von der südslawischen Grenze wurde die Haupteisenbahnlinie der Strecke Sofia—Belgrad an mehreren Stellen unterspült. Unterbrochen ist auch die Hauptlinie von Sofia nach dem Hafen Burgas am Schwarzen Meer, da ein Wolkenbruch die Strecke in einer Länge von mehreren Kilometern fortgerissen hatte. Besonders schwer betroffen ist die Umgebung von Sofia, wo einige Dörfer vollkommen unter Wasser gesetzt wurden, viele Häuser einstürzten und zahlreiches Groß- und Kleinvieh in den Fluten umkam. Große Unruhe herrscht über das Schicksal der Donaustadt Widin, wo bereits über 700 Häuser tief im Wasser stehen und bisher Sachschaden von einigen hundert Millionen Lewa gemeldet werden. 17 Todesopfer des Verkehrs am Wochenende in Bayern. Das letzte Wochenende hat eine erschreckende Zahl schwerer und schwerster Verkehrsunfälle gebracht. 17 Todesopfer des Sonn- und Feiertagsverkehrs sind allein in Bayern zu verzeichnen. Diese Bilanz stellt eine erschütternde Mahnung an alle Verkehrsteilnehmer zur Vorsicht, Gewissenhaftigkeit und Disziplin dar. Das schwerste Verkehrsunglück ereignete sich auf der Straße Mühldorf—München in der Nähe von Markt-Schwaben, wo der Unfall eines Heilbronner Autobusses drei Todesopfer for« Serie. Ebenfalls drei Todesopfer und einen Schwerverletzten forderte ein Motorradzusammenstoß auf der Staatsstraße Schöningen—Schweinfurt. Weitere tödliche Verkehrsunfälle am 1. und 2. Mai werden aus den Gegenden von Augsburg, Regensburg, Weiden, Lindau, Erlangen, Nürnberg, Lichtenfels, Schnaittach, Königshofen und Eltmann in Main- franken gemeldet. Wetterbericht des Relchswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Das heitere Hochdruckwetter ist feit Dienstagnachmittag durch einen von Westen erfolgten Vorstoß kühlerer und feuchter Luftmassen unterbrochen worden. Diese führten zunächst am Dienstagnachmittag zu häufigen Gewittern, anschließend traten am Mittwoch über West- und Süddeutschland bei meist stärker bewölktem Wetter noch häufigere Regenfälle auf. Diese Verschlechterung wird nur von vorübergehender Dauer sein. Für die nächste Zeit ist wieder mit Aufheiterung und Abnahme der Niederschlagsneigung zu rechnen. Aussichten für Donnerstag: Heiter bis wolkig, mäßig warm, vereinzelt noch Auftreten von schauerartigen Niederschlägen, schwache westliche Winde. Aussichten für Freitag: Von Westen her aufkommende leichte Unbeständigkeit. Lufttemperaturen am 4. Mai: mittags 23,4 Grad Celsius, abends 15,8 Grad; am 5. Mai: morgens 12,5 Grad. Maximum 24 Grad, Minimum heute nacht 12 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 4. Mai: abends 19,1 Grad: am 5. Mai: morgens 14,3 Grad. — Sonnenscheindauer 10,9 Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigen- leiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. IV. 37: 9657. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. Zum 1. 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Amalie Hebermehl, geb. Bichmann Eleonore und Paula Bichmann Karl Hebermehl August Daniel Hecht Else Reimers, geb. Hecht Alfred Reimers Anneliese und Klaus Reimers am 2. Mai 1937 im Alter von 64 Jahren heimgegangen, tief betrauert von den Ihren Alters-Vereinigung 1869-1919 Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, unsere Mitglieder von dem plötzlichen Ableben unseres lieben Alterskameraden Friedri di Menz geziemend in Kenntnis Schöne 3-ZimerwohDong m. Bodenzimm., Dampfheizung, groß. Balkon u. Gartenanteil in der Liebigstr. z. l.Juni zu verm. Baugenoflenfdiaft 1894 e.G m.ö.o. Sieben. 309qD Beerdigung: F reitag nachmittag, 2 Uhr, von der Kapelle des N euen Friedh. aus Gießen,4.5.37 DerVorstand Ruhig gelegene 2-3-Zmer- Wohnnog zum 1. Juli ev. mit Garage auch außerhalb von Gießen gesucht. Schristl. Angebote unt. 02291 a.d.G.A. im fast vollendeten 35. Lebensjahr. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Luise Heb, geb. Braun und Tochter Lydia. Großen-Linden, den 5. Mai 1937. Die Beerdigung findet Freitag, den 7. Mai, nachmittags 3'/, Uhr, vorn Trauerhause, Frankfurter Straße 5, aus statt Am 4. Mai d. J. verschied nach schwerem Leiden mein lieber Mann, mein herzensguter Vater, Schwiegersohn, Bruder, Schwager und Onkel Herr Karl Heß IV. 3-Z.-Wohnung zum 1. Juni zu vermiet. 02310 LudwigstratzeLO Schöne geraum. 3-3imm.Wohnung in gutem Hause, 1 Stock, Küche, Mans. u.Zubeh., m.Heizg.u.w.W. neu herger.,i.gr. Cit, Nähe Gieß., an ruhige Mieter günst. z. vermiet. Schr. Angeb. u. 02312 a.d.G.A. Dauer niieter sucht gut möbl.Zimmer zum 1.6. ob. 1.7. freie, ruh. Lage, Zentralheizung, mögl. sl. Wasser, ev.mit halb, oder ganzer Pension. Unterbring, ein. Kleinkraftrades ernt Schr. Ang. m. genau. Preisangabe u. 02301 an d. Gieß. Anz. Möbliertes Zimmer Nähe d. Kliniken m.Pens.z.verm. Schr. Anfr. unt. 3152D a.d.G.A. | Mietgesuche | Sonn., geraum. 3-4-Zim.-Wolmung m. Bad u. Mans., ingut.Wohnl.,z. 1. Juni od.l. Juli von Witwe mit Sohn gesucht. Auss. 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Monats-Versammlung 20.30 Uhr „StadtWetzlarr" Mittwoch 5.Mai 1937 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oderhefien) Nr. WZ Zweites Blatt Aus dem Leben König Georgs VI. Als ernochMr.Zohnsonwar. — Seekadett aufH.M.G.Cottingwood. — „prinj A" und die Anbenkenjäger. - Weltreisen. - LmJamilienkreiseundauf dem Sportplatz. (Nachdruck verboten.) London, im April 1937. Ein guter Hausvater, der sich der äußeren Würde seines Königshauses voll bewußt ist, aber auch ein ungezwungener Gesellschafter bei Gelegenheit, ein eifriger Sportler, arbeitsam und sehr ausdauernd, mutig und bescheiden — das sind die hervorstechendsten Eigenschaften König G e o r g s VI. Der König wurde am 14. Dezember 1895 m Sandringham geboren. Seine Erziehung ging dahin, daß er zu allererst ein Mann zu sein hätte. Gleichzeitig aber wurde er für die Aufgabe vorbereitet, die möglicherweise eines Tages an ihn herantreten konnte: nämlich ein König zu sein. Den ersten Unterricht gaben ihm Privatlehrer. In seiner Freizeit konnte er mit den Dorfjungens Fußball spielen. 1909, im Alter von 14 Jahren, schickte man ihn zur Ausbildung als Seekadett nach Osborne. Während seiner vierjährigen Dienstzeit in Osborne und später in Dartmouth trug er den Namen „Mr. Johnson" und wurde genau so behandelt wie seine übrigen Kameraden. Zeitweilig nahm er es mit seinen Aufgaben nicht sehr ernst, und es wird von ihm berichtet, daß er als Kadett gewöhnlich zu den Letzten seiner Klasse gehörte. Immerhin geigte er ein besonderes Interesse für technische Fragen und begehrte stets zu wissen, „wie und warum die Räder sich drehten" — ein Interesse, das ihm eigentümlich blieb, wie Fabrikanten und andere Unternehmer bezeugen, deren Werkstätten der König in den letzten Jahren besichtigte. 3m Seuer der Gkagerrakschlacht. Als der Weltkrieg ausbrach, war der König gerade als Seekadett auf H. M. S. „C o ll i n gwood" befohlen worden. Im Mai 1916, als die Colling- wood an der Skagerrakschlacht teilnahm, lernte er den modernen Krieg unmittelbar kennen. Der junge Prinz gehörte zur Bedienung eines Zwöli-Zoll-Geschützes. Während der ganzen Schlacht erfüllte er voll seine Pflicht, genau wie die übrige Geschützmannschaft, die auf ihr unsichtbare Ziele feuerte und hinter dem Panzerschutz nichts von dem Verlauf der Schlacht ahnte. Und als die Schlacht vorüber war, nahm „Mr. Johnson" unbekümmert seinen normalen Dienst wieder auf und machte den Kakao für seinen Vorgesetzten und seine Mannschaft fertig. Eins der schönsten Andenken, die der König heute besitzt, ist die Flagge, welche während der Skagerraktage über der „Collingwood" wehte, und die ihm später zum Geschenk gemacht wurde. Seit vor 250 Jahren ein früherer Herzog von Park sich bei Lowestoft mit den Holländern herumschlug, hatte nun zum ersten Male der Sohn eines britischen Monarchen wieder an einem Seegefecht teilgenommen. Das Pilotenexamen. Nach der Skagerrakschlacht stellte es sich jedoch mehr und mehr heraus, daß die Magenbeschwerden, an denen der junge Prinz seit einiger Zeit litt, ihm die weitere Verfolgung der seemännischen Laufbahn unmöglich machen würden, obgleich er mit seinem ganzen Herzen an diesem Beruf hing. Er gab den Dienst nicht sofort auf, sondern trat in den Stab des Oberkommandos in Portsmouth ein. Später ging er zur Marineleitung derLuft- streitkräfte in Cranwell und machte im Juli 1919 jein Pilotenexamen. Mittlerweile, als die Armeefliegerei mit der Marinefliegerei vereinigt wurde, war er zum Hauptmann der „Royal Air Forces“ ernannt worden. In dieser Eigenschaft wirkte er im Stabe des Generals Sir H. T r e n ch a rd in Nancy im Oktober 1918 und verbrachte, nachdem der Waffenstillstand unterzeichnet war, das Weihnachtsfest in Spa. Ab Februar war er dann im Luftfahrtministerium tätig. Seit August 1919 bekleidete er bei der Luftwaffe den Rang eines Staffelführers, 1920 wurde er Geschwaderführer, 1921 Gruppenkommandant. 3« Cambridge. Mit vielen Gleichaltrigen, deren Erziehung durch den Weltkrieg unterbrochen war, ging Prinz A l- b e r t, wie er damals genannt wurde, 1919 nach Cambrid ge zum Studium. Dank seiner natürlich Begabung war die Zeit, die er dort mit dem Studium der Geschichte, der W'irtschafts- und Staatswissenschaften zubrachte, keineswegs verloren, wenn auch später auf Grund der Protokolle gesagt wurde, daß er die Vorlesungen häufig nicht besucht hätte. Am Schlüsse des Kollegs jedoch entwendeten gewöhnlich eifrige Andenkenjäger den Zettel mit dem Namenszug „Prince A", der in den Kontrollkasten gesteckt werden mußte. Einmal wurde er beim Ausgang „erwischt". Der Pedell, der ihn nicht erkannte, stellte ihn zur Rede, weil er sich mitten auf der Straße, angetan mit Mütze und Talar, eine Zigarette anzündete. Empire-Reisen. In der Ehrenliste zum Königsgeburtstag 1920 wurde Prinz Albert zum Herzog von Port, Baron Killarney und Grafen von Jnverneß ernannt, Drei Jahre später, am 16. Januar 1923, wurde seine Verlobung mit der jetzigen Königin bekannt gegeben. Die Hochzeit fand nach einigen Monaten, am 26. April, in Westminster Abbey statt. Im Sommer des folgenden Jahres machte das königliche Paar seine erste offizielle Empire-Reise — nach Nordirland. Der König selbst kannte bereits Kanada und die Westindischen Inseln, wohin er gelegentlich einer sechsmonatigen Kreuzfahrt durch den Atlanttk mit der „Cumberland" gekommen war. Damals, im Jahre 1913, war der König 18 Jahre alt. Er arbeitete und spielte währende der Reise, lernte alle Höfe längs der Seeküste kennen und kam auch ins Innere des Landes bis nach Montteal, Ottawa und den Niagarafällen. Im Jahre 1924 reifte das Paar zu einem längst geplanten Besuch in Ost a f ri £ a ab, hielt sich über Weihnachten in Nairobi auf und unternahm von dort eine Großwild-Expedition. Das Neujahrsfest 1925 feierten sie in der Wildnis. Im Verlaufe dieser Expedition erlegten sie einen Löwen und eine Löwin, zwei Rhinozerosse, zwei Büffel und einen Leoparden. Der König vermehrte die Beute später in Uganda noch um zwei Elefanten. Durch den plötzlichen Tod des Gouverneurs von Kenya wurde die Reife etwas gestört. Das Herzogspaar kehrte sofort nach Nairobi zurück, fetzte aber dann seine Fahrt zu den Großen Seen fort, von wo es im Auto nach Rejaf am Nil gelangte. Am 7. April mar man schließlich in Khartum, und einige Tage später bestieg das Paar in Port Sudan das Schiff nach England. Besuch in Australien. Eine weitere offizielle Reise führte den ehemaligen Herzog von Port nach Australien und den Dominien' der südlichen Erdhälfte. Der unmittelbare Anlaß dazu war die Einweihung des neuen Parlamentsgebäudes in Canberra. Obgleich die Herzogin dadurch gezwungen war, ihre kleine Tochter, die am 21. April 1926 geborene Prinzessin Elisabeth, allein zurückzulassen, begleitete sie ihren Mann auf dieser Reise. Mit „H. M. S. Re- noron" fuhren sie über Jamaica, Panama-Kanal, die Südseeinseln und Neuseeland nach Australien, und von dort nach England zurück. In Neuseeland wurde der König zum Maori- Häuptling erwählt. Auf den Fidschi-Inseln jchenkte ihm der Eingeborenenhäuptling einen Wal- sischzahn, das Wahrzeichen der Lehnstreue. Ser Familienvater. Der König gibt sich zu Hause wie ein rechter Familienvater. Er ist am glücklichsten, wenn er mit der Prinzessin Elisaveth und ihrer kleinen Schwester Margaret Rose spielen kann. Wenn irgend möglich, versäumt er es niemals, abends in das Kinderzimmer zu gehen und seinen Töchtern gute Nacht zu sagen. Einen großen Teil seiner freien Zeit widmet er der „Takelage von Spielzeug", wie er es nennt, um seine Kinder (und sich) damit zu unterhalten. Unter anderrn hat er für das Kinderzim- mer eine eigene Funkstation und für das Puppenhaus eine elektrische Anlage selber zusammenge- bastelt. So eifrig er als Vater ist, so vorbildlich ist er als Ehemann. Wenn er einmal in einer Rede sagte „Ich weiß, was eine Frau in einem Hause bedeutet", so war das nur einer von den vielen Lobsprüchen, die er seiner Frau vor aller Oeffent- lichkeit gewidmet hat. Er vergißt niemals den Hochzeitstag und macht es sich zur Aufgabe, die Königin in jedem Jahr durch ein besonderes Erinnerungsgeschenk zu erfreuen. Liegen keine öffentlichen Verpflichtungen für den Abend vor, so bleibt er am liebsten im Familienkreise zu Hause, beschäftigt sich mit Kreuzworträtseln ober Strickereien. Als die Königin 1934 dem Ausschuß für nationale Strickwarenwerbung ihre Geschenke sandte, befand sich darunter auch eine weiche wollene Halsbinde, die der König angefertigt hatte. 3m 3ugendlager. Des Königs Liebe zu Kindern und seine Ueber- zeugung, daß die Zukunft von dem guten Willen und der Zusammenarbeit aller Teile einer Gemeinschaft abhängt, bestimmten ihn, alljährlich ein Lager für 400 Jungen im Alter von 17 bis 19 Jahren durchzuführen. 200 Jungen werden aus den öffentlichen Schulen einschließlich Eton, Harrow, Rugby und Winchester genommen, die anderen 200 sind Jungarbeiter aus den Industriegebieten. Der Zweck dieses Lagers ist es, die Klassenschranken zu beseitigen und die Jungen 14 Tage im Sommer unter dem gleichen Zeltdach leben zu lassen. Cliquenbildung ijt verboten, und die Jungen arbeiten, spielen und schwimmen zusammen unter den gleichen Bedingungen. Der König selber verbrachte stets ein oder zwei Tage bei ihnen, als er noch Herzog von Pork war, trug kurze Hosen und offene Hemd^i, also die übliche Lagerkleidung, wie die andern auch. Seine Besuche waren sehr beliebt, weil er sich an dem Lagerleben aktiv beteiligte, mit den Jungen schwamm und nachher am Strande sein Jngwerbrvt verzehrte. Oiephotographen und dieLautsprecher. Bei einer Gelegenheit, als sich der König in der Öffentlichkeit zeigen mußte, geriet er mit den Pressephotographen in Wortwechsel. Die Photographen hatten ihn während des ganzen Tages verfolgt, bis er sich schließlich zu ihnen mit den Worten umwandte: „Sie haben mit dauernd photographiert; nun will ich Sie photographieren." Er lieh sich eine Kamera von ihnen aus, und nachdem er sie geknivst hatte, sagte er mit einem kleinen Lächeln: „Ich werde gleich noch eine Aufnahme machen — für alle Fälle .. Ein anderer eigenartiger Zwischenfall, der dem König viel Beifall einbrachte, ereignete sich, als er das zweite Jahr der Wembley-Ausstellung 1925 eröffnete. Er stieg auf das Rednerpodium und begann zu sprechen, aber aus den ringsum aufgestellten Lautsprechern drang kein Ton hervor. Er wandte sich um, um einen seinen Begleiter darauf aufmerksam zu machen. „Die oerb ... Dinger funktionieren nicht", brüllten plötzlich alle Lautsprecher über den Platz. Die Monteure hatten den richtigen Augenblick zur Einschaltung gewählt. Der König als GporlSmann. Der König ist auch ein tüchtiger Sportsmcmnn. Wie sein Vater, der verstorbene König Georg V., ist er ein eifriger Besucher des Turfs und unterhält einen eigenen Rennstall. Im übrigen ist er auch das einzige Mitglied der Familie, das etwas von der väterlichen Schießkunst geerbt hat. Früher pflegte er auch zu jagen und Polo zu spielen und galt lange Zeit als eine Koryphäe des TennisPorts. 1920 gewann er mit dem Geschwaderführer Sir Louis Grieg zusammen das Doppel bei den Luftfahrtmeisterschaften, und 1926 kam er mit demselben Partner in die Ausscheidungskämpfe von Wim- bledon. Es ist charakteristisch für ihn, daß er damals darauf bestand, mit ausgelost zu werden und auf dem berühmten Centre Court zu spielen. Das Paar erlitt eine ehrenvolle Niederlage gegen zwei ehemalige Tennismeister in der ersten Runde, aber die Linkshandschläge des Königs wurden von den Zuschauern sehr bewundert. Der König ist auch ein eifriger Motorfahrer, der seinen Wagen selbst fährt, wenn es nur irgend geht. Seine Lust am Fahren geht so weit, daß er sogar lernte, Eisenbahnzüge und Straßenbahnen zu führen. Als er 1927 in Neuseeland war, begeisterte er die dortigen Eisenbahner, indem er seinen Zug selbst durch den längsten Tunnel des Dominions fuhr. Im übrigen tut der König, was er kann, um jedermann eine sportliche Betätigung zu ermöglichen. Eanitätsführertagung der Motorgruppe Hessen. NSG. Rund 200 NSKK.-Aerzte der Motorgruppe Hessen versammelten sich am Sonntag in Bad- Nauheim zu einer Arbeitstagung. Nach der Mel- düng des Gruppenarztes, San.-Oberführer Z ö ck - l e r , eröffnete Gruppenführer Richard Prinz von H e j f e n die Tagung und wies in feiner Ansprache darauf hin, daß der Sanitätsführer feine Tätigkeit im Kraftfahrkorps nicht als zusätzliche Berufsbelastung auffassen dürfe, sondern als ehrenvollen Dienst an der Nation, wie alle die Millionen Männer der Partei und ihrer Kampfgliederungen. Nach einem kurzen Ueberblick über die Entstehungsgeschichte der Motorgruppe Hessen und die allmähliche Entwicklung der heute so gewaltigen und umfassenden Aufgaben des nationalsozialistischen Kraftfahrkorps richtete er einen Appell an jeden Sanitätsführer der Motorgruppe, die ihm anvertrauten mrichtigen Aufgaben immer einsatzbereit und opferwillig zu erfüllen. Darauf gaben die Referenten für Fürsorge und Motorsport aus dem Stabe der Motorgruppe einen Ueberblitf über die Leistungen und Zukunftspläne ihrer Abteilung. Der Referent für Presse und weltanschauliche Ausbildung erinnerte die Aerzte eindringlich an die besonderen Pflichten'jedes NSKK.- Santtätsführers, und gab die einheitlichen Richtlinien für die weltanschauliche Ausrichtung bekannt, nach denen gearbeitet werden muß. Nach kurzer Pause wurden in vier interessanten und fesselnden Vorträgen medizinisch-wissenschaftliche Themen behandelt. Es sprachen: San.-Truppf. Prof. A. W. Fischer, M (Gießen), über „Wundpflege", Sturmmann Heilmann, M 49 (Homburg), über „Sanitätsgasschutz", San.-Truppf. Prof. Pfeiffer, IV/M 49 (Frankfurt a. M.), über „Kommandosprache". Besonders aufmerksam wurde das Thema des San.-Obertruppführers Dr. Gregor (Kassel), „Das Sanitätswesen im neuen Heer" verfolgt. Neben aufschlußreichen Zahlen und statistischem Material aus dem Weltkrieg zeigte Dr. Gregor auch starke weltanschauliche Festigung, die als Muster für einen nationalsozialistischen Arzt bezeichnet werden kann. Diese erste Arbeitstagung aller Einheits-Aerzts der gesamten Motorgruppe Hessen muß als ein voller Erfolg und eine wertvolle Anregung für den zukünftigen Einsatz des Sanitätswesens bezeichnet werden. mg. Tulpenfelder vor der Stadt. Don O. H. Sarnehki. Wer die Niederlande im Frühling um diese Zeit besucht, wird kaum versäumen, auch wenn er in diesen oder jenen Geschäften das Land bereist, das wahrhaft berückende Naturschauspiel zu genießen, das Menschenhand in jahrhundertelanger Kultur geschaffen: die blühenden Tulpenfelder vor und zwischen den kleinen und großen Städten vor allem Nord-Hollands. Wir wissen, es ist nicht der Zauber des Dustes, der wie bei anderen Blumen von der Tulpe auj uns einwirkt und uns selbst unscheinbare Pflänzchen wie Lavendel oder bescheidene wie Veilchen vertraut macht: es ist die eigentümliche hoheitsvolle Haltung, mit der sie gewissermaßen ihren Blumenadel betont, und dieser Adel ist schon beglaubigt, wenn man ihre Geschichte seit ihrem Einzug ins westliche Abendland verfolgt, um die Zett der Reformation. Aber als Holland nach dem Umweg über die Leidenschaft einer Pariser Tulpenmode sich zum Haupt- und Hochsitz der Tulpenzucht entwickelt hatte — ein Vorrang, der noch heute behauptet wird — kam es zu jenen fast abenteuerlichen Sammler-Liebhabereien, von denen die selt- jamften und schnurrigsten Geschichten erzählt werden. Wenn man bedenkt, daß zeitweilig eine er» erlesene Tulpenzwiebel hoher im Kaufwert stand als ein kostbares Gemälde, so war es eben das Besondere, das sich aus Kreuzung und Fortzüchtung ergab: Der Reiz der Vielfältigkeit der Farbe, der uns noch heute, wo diese Ueberfteigerung phantastischer Leidenschaft verflogen ist, immer wieder zur Tulpe hinzieht, sobald der Frühling seine frühesten Heerscharen zu einem verschwenderischen Blühen aufruft. Da steht sie vor uns als das Bild einer vollendeten Schönheit, einer kühlen, klassischen Schönheit in einfachen und unverkünstelten Formen, mit hellgrünen, breit linealischen Blättern, zwischen denen sich aufrecht der Stengel erhebt, bekrönt von einer Blüte, deren sechs Blätter zu einer Glocke zusammengeschlossen sind. Und von der leuchtenden Farbe dieser Glocke geht das Geheimnis ihrer Wirkung aus, jetzt wie ehedem ... Gibt es nur Tulpenfelder in Holland? Muß man eine Reise ins Nachbarland unternehmen, um dem unvergleichlichen Bilde zu begegnen, Tausende, Hunderttausende, Millionen dieser Frühlingsblüten vereinigt zu sehen, säuberlich wie an der Schnur gezogen bi Sn in die Ferne sich ausbreiten, den Rausch von Farben zu erleben, von der Maiensonne zu einem fast feierlichen Glühen erweckt? Mr wissen, daß die Versuche sich mehren, diesen wichtigen Handelszweig auch für uns zu erobern, wo die besonderen Bedingungen gegeben sind im Erdreich und in den atmosphärischen Verhältnissen, und wissen auch, daß von Ostfriesland her, wo die Tulpenkultur schon länger gepflegt wird, sich Tulpenfelder allmählich südwärts ziehen, über die niederrheinische Landschaft, von Emmerich etwa, bis in die Gegend von Neuß, bis vor die Tore von Köln. Das ist wie eine Entdeckung. Es bedarf nur einer kurzen Fahrt oder einer einstündigen Wanderung: da ist, so weit man sieht, eine baumlose fruchtbare Ebene, und nur in der Ferne zieht sich das Vorgebirge hin, mit Wäldern und Dörfern an den Hängen, aber auch hohen ragenden Schloten als den weithin sichtbaren Zeugen gewerblicher Tätig- keit rund um die Braunkohle. Wir biegen auf einen Feldweg ab; ein Feld kreuz oder ein Heiligenhäuschen, von alten Linden überdacht, sonst steht nichts in der Landschaft. Und plötzlich liegt es vor den Blicken — hier mitten im Lande: unübersehbar Feld an Feld von blühenden Tulpen. Tausende, Hunderttausende, Millionen von Blumen. Es brennt, glüht, leuchtet von Farben: Weiß, Lila, Rotbraun, scharlach-, burgunber», purpurfarben, grünlich, gelb — oh, dieses Gelb ist von einer Leuchtkraft in der Ferne, daß es alle andern Farben übertönt. Wir stehen vor einer neu angelegten deutschen Tulpenkultur... Dies alles, was man vor sich sieht, ist wie ein Schöpfungs- und Wachstumswunder. Aufgerichtet und unbeweglich stehen die blühenden Heerscharen unter dem sonnigen Himmel in Reih und Glied, in musterhafter Ordnung gereiht, und weder in den Wegen noch in den Furchen der langen schmalen Beete ist die geringste Unordnung, wird auch nicht einem Grashalm das bescheidenste Lebensrecht gegeben. Tulpen, nichts als Tulpen. Und dunkle feuchte Erde. Alle Fruchtbarkeit der Erde, ihre Kraft und das phantastische Spiel ihrer Kraft ist in ihnen beschlossen. Da sind weiße Bluten, von marmorner Blässe und doch von einem warmen Hauch übertönt; da drüben sind weiße mit lila Sprenkeln. La reine maxima getauft — auch die Namen berücksichtigen die adlige Herkunft von einer zarten und wahrhaft königlichen Schönheit. Rote Tulpen, die sich gerade wie auf geheime Verabredung zu erschließen beginnen — dunkelrote, brandrote, die wie erstarrte Flammen sind, braungoldene, wie Käferdecken, alle Spielarten von Rot, vom Wein- und Burgunderrot bis zu Purpur und Scharlach, Couleur Cardinal, Carmoisie brillant genannt, und die Namen bezeichnen schon Rang und Farbe. Da sind Tulpen, die sind getigert oder gefleckt wie Orchideen, andre haben bizarr gezackte Ränder, andre sind gefüllt — es sind lilafarbene — und den Schwestern ganz unähnlich geworden. Ibis hat ein brennendes Rot mit weißen Rändern, wieder andre haben seltsam metallischen Glanz, spielen ins Graue, ins Violette, ins Grünliche, und das schreiende Gelb, das über das Feld zuckt und gelber leuchtet als das Federkleid des Kanarienvogels, gehört dem Gelben Prinzen. Es macht Freude, die Namen der Arten zu lesen. Jeder jagt gewiß etwas aus — nicht mir, aber dem Kundigen. Aber ich ahne Geheimnisse dahinter. Prinz von Oesterreich, Duc de Berlin (da er seines Blütenkopfes schon beraubt war, sehe ich nichts mehr von den Farben seines Wappens, aber ich weiß, daß es ein Rot ist mit gelbem Rand), General de Wet. Victoire d’Olividra, Allard Pearson, Prinzeß Elisabeth, Willlliam Pitt — oh, man kann sich aussuchen und sich schöne Geschichten zusammendenken, von denen nicht eine einzige wahr ist. Denn die Romantik ist nur für die Beschauer. Für sie ist das farbensatte, das über die Maßen bunte Bild, dieses Blütenfeld ohne Ende eine Augenweide. Sonst aber ist Tulpenzucht eine Wisjen- schaft, ist gewissenhafte Arbeit und ist Geschäft. Der Segen dieser Erde, dieser sttllen Fruchtbarkeit reift in Jahren geduldiger Arbeit. Gerade werden die roten Blüten geschnitten, gleich unter dem Stengel- ansatz, wenn ihre Glocken unter der Sonne sich geöffnet haben zu einem flachen glühenden Stern. Nutzlose Schönheit, die auf Karren geladen dem Kehricht verfällt. Denn schöner noch muß sich die Blüte entfalten, im nächsten, im übernächsten Jahr — und in der Erde müßen die neugeborenen Zwiebeln heranwachsen. Es ist ein großes Schweigen um die Tulpen. Eine Stille der Farbe an sich. Sie blühen. Sie blühen über der Erde, sie treiben unter der Erde. Das ist ihr Zweck. Und das Auge der Sonne ist über ihnen. Und das der Menschen... * Während ich dies schreibe, steht vor eine weiße Porzellanvase mit Goldrand, und aus ihr erhebt sich, ein Geschenk von Freunden, ein halbes Dutzend makelloser roter Tulpen. Weiß, gold, grün, rot, ein harmonischer Klang. Die dunkelsamtnen Blütenglocken beginnen sich leise zu öffnen. Sie vervielfältigen sich — und ich sehe weite Felder, ein Meer von Blüten, eine Sinfonie von Farben, Offenbarung des Schöpferischen im Organismus einer ewig sich fortzeugenden, sich entfaltenden und ewig sich verwandelnden Natur. Die eiserne Nähmamsell. Ums Jahr 1850 traf die erste Nähmaschine aus Amerika in Berlin ein, der Schneidermeister Pom- merenke, ein unternehmungslustiger, fortschrittlicher Mann, hatte sich entschlossen,, dies Wunderwerk der Technik in seinem Betrieb zu verwenden. Ihr Schicksal wird in „Reclams Universum" erzählt, Die Maschine wurde unter allgemeiner Spannung und begreiflichem Staunen ausgepackt. Die „eiferne Nähmamsell", die nun rastlos in Pommerenkes Werkstatt ratterte, erregte das größte Aufsehen, und jedermann wollte sie sehen. So wurde die Schneiderwerkstatt von den Berlinern eifrig besucht. Auch König Friedrich Wilhelm IV. und der Papa Wran- gel erschienen, um die Maschine in Augenschein zu nehmen. Der alte Haudegen war von der eisernen Nähmamsell so begeistert, daß er am nächsten Morgen sämtliche Schneider des 2. Garde-Jnfanterie- Regiments zu Fuß Pommerenke auf den Hals schickte, damit sie nähen lernten. Auch der König war entzückt und stimmte Wrangels Vorschlag zu, die Nähmaschine der Militärschneiderei bienftbar zu machen. Doch die Sache war nicht so einfach. Die braven Musketiere konnten mit dem neumodischen Ding nicht so ohne weiteres fertig werden; gar zu oft riß ihnen der Zwirn und nicht minder die Geduld. Die Maschine war eben noch sehr unvollkommen, und Friedrich Wilhelm IV. erkannte sehr bald, daß die Mängel in der wenig zuverlässigen Greifvorrichtung zu suchen waren. Später wurden daher die Nähmaschinen in dieser Richtung verbessert. Das erste Erzeugnis der eisernen Nähmamsell war eine Steppjacke für den König, die Meister Pommerenke dem Monarchen überreichte, als dieser wieder einmal die Werkstatt besuchte. Der König nahm die Jacke dankend an. Weniger Glück hatte der Meister mit einer zweiten Steppjacke, die er Papa Wr angel in seine Wohnung brachte. Der alte Haudegen betrachtete die wohlgefütterte Steppjacke von allen Seiten, dann wandte er sich mit unverhohlener Geringschätzung an Meister Pommerenke: „Danke scheen, lieber Sohn, bet is aber nid) vor mir!" Hierauf ging er sporenklirrend auf seinen Adjutanten zu: „Da, lieber Natzmer, hast du bet Ding von ber eisernen Nähmamsell, verbrauche es mit Je- sundheit!" Der ao. Professor Dr. Kurt Wilhelm Käst n e r ist zum planmäßigen Drbinarius und zum Direktor des Kunstgeschichtlichen Seminaxs der Universität Greifswald ernannt worden. SJixfpoTt Womatta Worms oder Vs9. Stuttgart? Grotzkampf in Gruppe HL Mit einer Ausnahme erfuhren die Gruppen-End- fpiele um die deutsche Fußball-Meisterschaft am Vorsonntag, dem Tag des Länderspiels gegen die Schweiz, eine Unterbrechung. Fortuna Düsseldorf und Köln holten ihr aus der Vorrunde noch rückständiges Spiel nach, das mit dem 2:0-Siege des Mittelrheinmeisters endete und der damit zu seinem ersten Erfolg in den Endkämpfen kam. Gleichzeitig brachte der Sieg der Kölner dem 1. FC. Nürnberg den Meistertitel in der „Bombenaruppe" IV, in der die Entscheidung nun bedeutend schneller gefallen ist, als allgemein erwartet wurde. Mit dem Hamburger SV. und 1. FC. Nürnberg stehen also nun bereits zwei Teilnehmer der Vorschlußrunde fest, zu denen mit ziemlicher Sicherheit Schalke 04 kommen wird, während der vierte Verein Wor- matia Worms oder VfB. Stuttgart fein wird. Die Entscheidung dürfte hier am nächsten Sonntaa in Frankfurt fallen, wo die beiden Favoriten sich in der Rückbegegnung gegenüberstehen werden. Der Mitte-Meister SV. 05 Dessau hat beim Reichsfachamt Fußball erfolgreichen Protest gegen das von Kassel gewonnene 2:O-Spiel erhoben, doch wird das Spiel nur dann wiederholt werden, wenn Dessau noch für die Gruppenmeisterschaft in Frage kommen sollte. Der Südwest-Meister benötigt, um ganz sicher zu gehen, aus den beiden restlichen Spielen noch zwei Punkte, doch würde Wormatia auf Grund ihres besseren Torverhältnisses auch schon mit einem Punkt die Gruppenmeisterschaft voraussichtlich zu ihren Gunsten entscheiden, doch könnte dann erft das letzte Spiel die Klärung bringen. Warten wir also zunächst einmal den kommenden Sonntag ab. Aufstiegspiele zur Gauliga. Die Aufstiegspiele zur Gauliga neigen sich in den süddeutschen Gauen bereits ihrem Ende zu. In Hessen spielen in Gruppe Nord Sport Kassel gegen FSV. Bebra, FV. Breidenbach — VfL. Lauterbach, in Gruppe Süd VfB.-Groß-Auheim gegen SV. Wetzlar und SV. 06 Bad-Nauheim gegen SV. Elz. Maunschastsäuderungen gegen Manchester. Die beiden deutschen Fußballmannschaften gegen den englischen Liga-Meister Manchester City mußten nochmals geändert werden. In Wuppertal spielt an Stelle von Münzenberg der Münchener j)dringe r, und in Schweinfurt wird für Haringer der Nürnberger Billmann eingesetzt. Spielvereinigung 1900 Gießen. Iugendableilung. Am Himmelfahrtstag werden drei Jugendmannschaften der Spieloereinigung 1900 das Spielfeld betreten. Einem schweren Spiel geht unzweifelhaft die erste Jugend entgegen. Leihgestern erste Jugend ist neben VfB.-R. die spielstärkste Jugend der Gruppe. Dies kommt schon darin zum Ausdruck, daß Leihgestern Tabellenerster ist. Wie sich die erste Jugend der Blauweißen in Leihgestern schla- wird, kann man schwer vorhersagen. Die zweite Jugend spielt auf eigenem Gelände gegen die gleiche von Saasen. Saasens zweite Jugend ist hier wenig bekannt. Die dritte Jugend der Blauweißen tritt zu einem Gesellschaftsspiel in Leihgestern gegen die dortige neuaufgestellte zweite Jugend an. 60 ausländische Fliegergäste. Eine großartige Beteiligung weist das internationale Fliegertreffen auf, das der Aero-Klub von Deutschland anläßlich der Eröffnung der Reichsausstellung „Schaffendes Volk" in Düsseldorf durch Reichsminister Generaloberst Göring veranstaltet. Rund 60 ausländische Sportflieger werden aus zehn Ländern erwartet. Die Schweiz hat 17, England 13, Belgien 11, Frankreich 8, Polen 6, Holland 2, die Tschechoslowakei, Luxemburg, Schweden und die Türkei je einen Teilnehmer gemeldet. Das Programm sieht für den 7. Mai das Eintreffen der Teilnehmer auf dem Flughafen in Düsseldorf-Lohhausen vor. Am folgenden Tag werden die Gäste der Eröffnung der Reichsausstellung „Schaffendes Volk" beiwohnen. Sportamt „Kraft durch Freude". Heute folgende Kurse: Allgemeine Körperschule, Lyzeum, Dammstraße 26: Nur für PL. der NSDAP., Ortsgruppe Nord, 20.15 bis 21.45 Uhr. Neue Kurse. Anmeldungen für die Kurse Tennis, Boxen, Jiu-Jitsu und Reichssportabzeichen werden auf der Dienststelle, Schanzenstraße 18, entgegengenommen. Regiments-Handballmeister des Zns.-Regls. 116. Oie 1. Kompanie. Dem aufmerksamen Beobachter ist es nicht entgangen, daß es in den letzten 14 Tagen für unsere Gießener Soldaten oft ereignisreiche Tage auf den Gießener Sportplätzen gab. Die Kompaniemannschaften des 3. R. 116 kämpften um den Titel des Regimentsmeisiers im Handball. In den Kasernen, in den Gaststätten der Stadt, überall, wo Soldaten zusammenstanden, gab es nur ein Thema: Wer wird Meister? Es wurden zunächst nach dem Punktsystem die einzelnen Bataillons-Meister ermittelt. Im I. Bataillon überrraschte die „Elf" der 1. Komp, in den beiden ersten Spielen durch haushohe Siege: 23:1 gegen die 3. Komp, und 24:0 gegen die Stabskompanie. Im dritten Spiel traf die 1. Komp, auf die spielstarke Elf der 2. Komp. Nach erbittertem Kampf, bei dem auf beiden Seiten mit letztem Einsatz gekämpft wurde, trennten sich die Gegner mit einem Unentschieden von 3:3. Leider litt das Spiel sehr unter den schlechten Witterungs- und Bodenverhältnissen. Die Mannschaft der 1. Komp, kam in diesem Spiel nicht an ihre sonstige „Foriti" heran. — Mit um so größerer Spannung wurde das letzte Spiel der 1. Komp, gegen die 4. Komp, erwartet, hatte doch letztere nur mit einem Tor Unterschied gegen die 2. Komp, verloren. Schon ein Unentschieden hätte die 1. Komp, aus dem Rennen geworfen. Aber schon gleich nach dem Anpfiff merkte man, daß sich die 1. Komp, etwas vorgenommen hatte. Mit großem Eifer wurden sofort die schnellen Angriffe vorgetragen und eine Ueberlegenheit im Feldspiel herausgearbeitet, die während des ganzen Spieles anhielt. Trotzdem blieb die 4. Komp, durch gelegentlich wunderschön vorgetragene Angriffe gefährlich, die aber bei der gut arbeitenden Hintermannschaft der 1. Komp, nur zu zahlenmäßig geringen Erfolgen führten. Der Schlußstand 12:3 rechtfertigte die Ueberlegenheit der 1. Komp, und war wieder ein Beweis dafür, daß die 1. mehr kann, als sie beim unentschiedenen Spiel gegen die 2. Komp, gezeigt hatte. Da nun 1. und 2. punktgleich waren, entschied das bessere Torverhältnis für die 1. Komp. (Torverhältnis 1. Komp. 62:7, 2. Komp. 33:12). Im II. Bataillon hatte sich unterdessen die 7. Kompanie ungeschlagen als Meister herausgestellt. Der dritte Teilnehmer für die Zwischenrunde in Gießen war die 13. Komp. Für alle weiteren Spiele war das k. o.-System ein* geführt. 3m ersten Spiel der Zwischenrunde trafen auf dem VfB.-Sportplatz gleich die stärksten Gegner aufeinander. 1. gegen 7. Kompanie war die Paarung. Die Zuschauer erlebten einen fairen schnellen Kampf, der in feinem dramatischen Verlauf die Spannung bis zum Schlußpfiff nicht sinken ließ. Die 1. Komp, ging schon in der dritten Spielminute durch einen scharfen Wurf des Linksaußen in Führung. Kurz darauf fiel aber der Ausgleich. Schon bald danach konnte die 1. wieder die Führung übernehmen. Dann geschah etwas, dem niemand gewachsen war. Utffz. Band Holz, der voraussichtlich als Verteidiger in der deutschen Nationalelf gegen Oesterreich spielen wird, stellte durch einige seiner unheimlich scharfen Strafwürfe das Ergebnis auf 4:2 für die 7. Komp. Bei diesem Stand wurden die Seiten gewechselt. Kurz nach der Pause gelang es der 7. Komp, auf 5:2 zu erhöhen. Trotzdem ließ sich die 1. nicht entmutigen und schaffte immer wieder gefährliche Situationen im gegnerischen Strafraum. Bandholz war zuriick- gegangen und der Torhüter der 7. Komp, hielt einfach alles. Aber die 1. wurde immer noch schneller, die Situationen wurden gefährlicher, der 3. Treffer für die 1. Kompanie hing in der Luft. Endlich in der 24. Minute vor Schluß zappelte das Leder im Netz, ein wunderschöner, langer Wurf aus einer Strafecke heraus. Der Bann war gebrochen. Die 7. Komp, war dem Tempo nicht mchr gewachsen und wurde vollständig in ihre Hälfte eingeschnürt. Die zählbaren Erfolge blieben nicht aus. Zehn Minuten vor Schluß glich die 1. Komp. aus. Mit aller Macht versuchte die 7. Komp, doch noch zu siegen. Bandholz ging wieder in den Sturm. Aber die Hintermannschaft der 1. Kornv. stoppte alle Angriffe sicher ab. Die 1. Komp, drängte weiter, der Sturm ließ nicht nach, haargenau das Zuspiel, und noch einmal mußte sich der ausgezeichnete Tor- stcher der 7. Komp, geschlagen bekennen. 7:5 lautet das Ergebnis dieses fairsten und schönsten Meisterschaftsspieles. Am Montag, 26. April, trafen sich die 1. und 13. Kompanie zum Vorschlußspiel. Die 13. Kompanie, die das Spiel von Anfang an unnötig Hari gestaltete, konnte der ersatzgeschwächten Elf der 1. Kompanie nie ernstlich gefährlich werden und verlor 7:3 verdient. Damit war die 1. Kompanie Sieger in der Gruppe I Gießen. In der Gruppe II Fulda standen sich die 10. Kompanie als Bataillonsmeister vom III. Bataillon JR. 116, die Pionierabteilung 9 Hanau und MG. Mot. Büdingen gegenüber. Die Mannschaft der MG. Mot. schlug Pi. 9 und verlor dann im Vorschlußspiel gegen die 10. Kompanie. Damit hatte sich die 10. Kompanie zum Endspiel um die Regimentsmeisterschaft qualifiziert. Das Endspiel fand am vorigen Freitag auf dem VW.-Platz statt. Beide Mannschaften kannten sich spielerisch noch nicht, so daß die ersten Minuten nur dem gegenseitigen Abtasten galten. Aber schon bald kam der schnelle Sturm der 1. Kompanie ins Rollen und die ersten Tore fielen. Beim Stand von 4:0 wurden die Seiten gewechselt. In der 2. Spielhälfte trug die 10. Kompanie oft recht gefährliche Angriffe vor, aber die erfolgkrönenden Würfe fehlten, so daß auch in der zweiten Hälfte die 1. Kompanie das Heft fest in der Hand hielt. Beide Mannschaften zeigten ein schnelles, faires Spiel, das die 1. Kompanie verdient mit 9:2 gewann, allerdings hätte man den aufopferungsvoll spielenden Gästen aus Fulda dem Spielverlauf nach noch gern zwei Tore gegönnt. Die Meisterest wurde nach dem Spiel von ihren Kompaniekameraden stürmisch begrüßt, der Kompaniechef, Herr Hauptmann Osann, sprach chr feine Anerkennung aus. Die Mannschaftsaufstellung: Schütze Brettinger Utffz. Haust Feldw. Heller Gefr. Cramer Obfw. Schmidt, Oberschütze Kustch Schütze Neumann, Utfw. Raschack Fldw. Messer- schmidt, Utffz. Leuthardt, Schütze Süßenberger. Ersatzspieler: Schütze Bach, Gefr. Büttner, Gefr. v. Leliwa. In dieser Aufstellung wird der Regiments- meister am kommenden Sonntag beim großen Militärsportfest in Siegen um die Dioisions- mei st erschuft kämpfen. Uebersichl über die Spiele: Bataillons-Meisterschaft: 1. Kompanie—2. Kompanie 3:3 1. Kompanie—3. Kompanie 23:1 1 Kompanie—4. Kompanie 12:3 1. Kompanie—Stab 24:0. Zwischenrunde: 1. Kompanie—7. Kompanie 7:5 1. Kompanie—13. Kompanie 7:3. Endspiel: 1. Kompanie—10. Kompanie 9:2. ittschaff. r <* Oie Bautätigkeit im ersten Vierteljahr 1937. Fwd. In den Groß- und Mittelstädten hat sich nach Angaben des Statistischen Reichsamts in „Wirtschaft und Statistik" die Zahl der fertig- gestellten Wohnungen insgesamt im März (9771) gegenüber dem Vormonat um 42,5 v. H., die der Baubeginns (7132) um 39,9 v. H. und die der Bauerlaubnisse (7495) um 62,3 v. H. erhöht. Im Vergleich zum März 1936 ist im ganzen ein Rückgang festzustellen, weniger bei den fertiggestellten Wohnungen (um 0,2 v. H.) als bei den Bauerlaubnissen (um 29,9 v. H.) und bei den Baubeginnen (um 26,2 v. H.). Im ersten Vierteljahr 1937 wurden in den Groß- und Mittelstädten 25 976 Wohnungen fertiggestellt, d. f. 3,6 v. H. mchr als 1936. Im Gegensatz zur Zahl der feriiggestellten Neubauwohnungen hat die Zahl der durch Umbau, Teilung usw. geschaffenen Wohnungen (4234) um 16,3 v. H. abgenommen. Bei dem Bau von Nichtwohngebäuden ist im ersten Vierteljahr 1937 durchweg eine Zunahme erzielt worden. Die Bauvollendungen umfaßten 4,5 Mill. Kubikmeter, das sind 6,1 v. H. mehr als im Vorjahr. Bei den Bauerlaubnissen betrug die Steigerung 23,8 v. H. und bei den Baubeginnen 37,1 v. H. Rindermarkt in Gießen. Auf dem gestrigen Rinder-(Nutzvieh-)Markt in Gießen standen 372 Stück Großvieh, 91 Fresser und 97 Kälber zum Verkauf. Es kosteten a) Milchkühe oder hochtragende Kühe 1. Qualität 420 bis 520 RM., 2. Qualität 380 bis 360 RM., 3. Qualität 210 bis 240 RM.; c) Rinder 1/2= bis Z4jährig 100 bis 170 RM., 3/4= bis 2jährig 160 bis 220 RM., tragend 280 bis 430 RM.; d) Kälber, bis zwei Wochen 20 bis 25 RM., bis vier Wochen 25 bis 35 RM., bis sechs Wochen 40 bis 50 RM. Marktverlauf: sehr schleppend. Nächster Markt: 25. Mai. Rhein-Mainische Börse. Mttagsbörse: Sehr ruhig. Frankfurt a. M., 4. Mai. Während von der Kundschaft überwiegend kleine Kaufaufträge Vorlagen, nahm der berufsmäßige Handel auf nahezu allen Märkten Glattstellungen vor, so daß die Haltung am Aktienmarkt uneinheitlich war und nach den ersten Notterungen in Anbetracht der starken Geschäftsstille leichte Abschwächungen in der Mehrzahl waren. Abgaben erfolgten besonders in einigen Montanwerken, Rheinstahl 157 (159), Mannesmann 126,75 bis 126,50 (127,40), Verein. Stahl 118,50 (119,25). Hoesch lagen gut behauptet mit 123 (122,75). Maschinen- urtb Motorenwerie wichen um etwa 0,25 bis 0,50 v. H. nach beiden Seiten ab, gefragt blieben BMW. mit 156 (155,50). Chemische Papiere lagen etwas höher, JG.-Farben gingen jedoch von uno. 170 auf 169,50 zurück. Von Elektro- roerten gewannen Gesftirel 0,75 v. H., Mainkraft 0,50 v> H., Betula 0,25 v. H., AEG. unv. 42,90, dagegen verloren Felten 1,25 v. H. Von Einzelwerten gaben Reichsbank auf 203,50 (204,50), Bemberg auf 121,50 (122), Westdeutsche Kaufhof auf 62 (62,65) nach, während AG. für Verkehr 0,75 v. H. gewannen auf 134, Feldmühle 0,25 v. H. auf 145 und Deutsche Linoleum 0,25 v. H. auf 177,75. Hanfwerke Füssen waren erneut gesucht. Am Rentenmarkt war das Geschäft in den variablen Papieren ebenfalls gering, es zeigte sich Zurückhaltung. Altbesitz anleihe 126 (126,13), Kom- munal-Unischuldung 94 (94,10), Städte-Altbesitz etwa 0,50 v. H. niedriger mit 129 bis 130, Reichsbahn- VA. uno. 127,75. Von Industrie - Obligationen 1947er Verein. Stahl 99,25 (99,75). Im Verlaufe blieb das Geschäft am Aktienmarkt durchweg sehr klein. Die Kurse erfuhren größtenteils keine Veränderungen. Leicht ermäßigt waren Daimler mit 141 bis 140,25 (141,25), BMW. mit 155,75 nach 156, Bemberg mit 121 nach 121,50, Felten 140,75 (142,25), AG. für Verkehr 133,75 nach 134, etwas höher Deutsche Linoleum mit 178 nach 177,75. Hanfwerke Füssen kamen mit 110,75 rat. (107,50) zur Notiz, von Kaliwerten waren Salzdetfurth 2 v. H. hoher mit 162. Am Cinheits- marft stiegen Gebr. Fahr auf 160 (157,50). Abendbörse still. Die Abendbörse lag auf der ganzen Linie sehr still. In Erwartung der bevorstehenden Auflegung einer neuen Reichsanleihe, insbesondere hinsichtlich der Einzelheiten der Ausstattung, verhielt man sich weiter abwartend. Bei freundlicher Grundtendenz erwiesen sich die Kurse gegen den Mittagsschluß als meist gut behauptet, nur ganz vereinzelt ergaben sich geringe Abweichungen meist in Anpassung an den Berliner Schluß. Weiter etwas erhöht waren BMW. mit 157,75 (157,50), ferner Holzmann auf 154,50 (153,75), dagegen gingen JG.- Farben auf den Berliner Kurs von 169,40 (169,75) zurück. Sonst notierten u. a.: Buderus 127,50, Rheinstahl 157, Mannesmann 127, Daimler E 141, Muag 152,75, Moenus 113,75, Schuckert 171,50. Hanfwerke Füssen wurden bei unv. 110,75 voll zugeteilt. Am Einheitsmarkt kamen Verein. Strohstoff Dresden mit 135,50 (gestern 133,50) wieder zur Notiz. Renten lagen sehr ruhig und unverändert. Kommunal-Umschuldung bewegten sich bei 93,90 bis 94, 6proz. JG.-Farben 135,75, 5proz. Vereinigte Stahl 101,50. pfingfffamsfag keine Frankfurter Börse. Fwd. Am Samstag, 15. Mai, bleiben die Frankfurter Börsenräume für jeden Verkehr geschlossen. Eine Lieferung findet an diesem Tage nicht statt. Außerdem fällt am Freitag, 14. Mai, und Dienstag, 18. Mai, die Frankfurter Abendbörse aus. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 4. Mai. Austrieb: Kälber 934 (891), Hämmel und Schafe 47 (54), Schweine 5630 (5148). Notiert wurden je 50 Kilogramm Lebendgewicht in Mark: Kälber a) 65 (am 27. April 60 bis 65), b) 59 (53 bis 59), c) 41 bis 50 (41 bis 50), d) 35 bis 40 (30 bis 40). Hümmel b2) 50 bis 52 (48 bis 52), c) 45 (45). Schafe nicht notiert (a 40 bis 46). Schweine a) 52,50 (52,50), bl) 52,50 (52,50), b2) 52,50 (52,50). c) 51,50 (51,50), d) 48,50 (48,50). Sauen gl) 51,50 bis 52,50 (51,50 bis 52,50), g2) 50,50 (50,50). Marktverlauf: Schweine wurden zugeteilt. Kälber lebhaft, Hümmel und Schafe mittelmäßig. Fleischgroßmarkt: Angebot: 839 Viertel Rindfleisch, 345 halbe Schweine, 116 ganze Kälber, 5 Hämmel, 6 Kleinvieh. Notiert wurden in Mark je 50 Kilogramm: Ochsenfleisch a) 80. Bullenfleisch a) 77, Kuh fleisch a) 77, b) 65, c) 54. Färsenfleisch a)80 b) 69. Kalbfleisch I 75 bis 85, II 60 bis 74. Hammelfleisch b) 90 bis 95. Schweinefleisch b) 73. Fettwaren. Speck aus hiesiger Schlachtung, roh unter 7 Zentimeter 78, Flomen 80 Mark je 50 Kilogramm. Marktverlauf: lebhaft. • Frankfurt a. M., 5. Mai. (Vorberickt.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorausttieb: 932 Rinder (160 Ochsen, 169 Bullen, 477 Kühe, 126 Färsen), 316 Kälber, 11 Hämmel, 11 Schafe, 47 Schweine. Es kosteten: Rinder: Ochsen 36 bis 45 Mk., Bullen 34 bis 43, Kühe 18 bis 43, Färsen (Kalbinnen) 35 bis 44, Kälber 35 bis 65, Hämmel 45 bis 52 Mark. — Marktverlauf: Rinder und Schweine zugeteilt, Kälber lebhaft, Hämmel und Schafe mittelmäßig. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Hohe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Frankfurt a. M. Berlin Schluß- kurs Schluß!. Abend» bbrse Schlußkurs Schluß!. Mittagbörse Datum 3.5. 4.5. 3.5. 4.5. 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 6y2% Young-Anleihe von 1930 .. 4*/2% Hessische Bolksstaat von 1929 4Vi% Deutsche Reichspostschatz von 1934 I..................... 102 99,13 104,5 99,75 100,75 99,2 126,13 137 99,25 101,35 99 97,75 131,75 101,9 102 110,3 133,25 17,75 17,75 127,75 204,5 113,5 17,25 105 102 99,13 104,5 .99,75 100,75 99,13 125,9 137,65 99,25 101,4 99 98 132 99,5 98,5 101,75 101,9 110,3 133,75 17,75 17,75 127,75 203 113,25 117,25 105 102 99,13 104,5 99,75 101 99,2 125,9 99 132,3 99,5 102 110,4 133,5 47 17,65 17,9 127,65 203,75 131,75 113,5 117,25 105 102,13 99,13 104,5 101 99,13 126 99 98 132,25 99,5 101,9 133,4 47,5 17,75 17,9 127,5 203,13 131,75 113,25 117,25 105 4Yz% Deutsche Reichsbahnschatz von 1936 I.................. Reichsanleihe-Altbesttz.......... Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten.............. Wi% Hess. Landesbk. Darmstadt Goldpfe. R. 12.............. 6%% Hess. Landes-Hyp.-Bank Liqu. Goldpfe............... *y2% Preuß. Landespfdbr.-Anst. Goldpfe. R. 19.............. 4%% Preuß. Gold-Ko mm. R. 20 /r 122,75 123 122,5 122,75 Philipp Holzmann......... .. 6 154,5 154,5 155 154,9 Ilse Bergbau.............. .. 6 — — 183 183 Ilse Genüsse.............. .. 6 142,75 — 142,25 143,75 Kali Aschersleben.......... .. 5 121 120 121,5 120,65 Klocknerwerke............. 4% 131,5 131,5 131,5 131,5 Kokswerke und Chemische Fabrik 6 153,25 153,25 rraymeyer................ .. 6 — 126 125,65 126 Mainkraft................. .. 4 98 98,5 — Mannesmann............. .. 3 127,4 127 127,25 127,13 Mansselder Bergbau....... ey2 159,25 158 Metallgefellschaft........... .. 5 153,75 154,13 154 154 Orenstein & Koppel........ .. 0 99,13 100,9 Rheinische Braunkohle...... 12 232 230,25 230,65 230,5 Rheinische Elektro.......... .. 6 133 Rheinstahlwerke......... .. 6 159 157 158,5 156,75 Rbemisch-Westfälische Elektro .. 6 129,25 128,75 129 128 Rütgerswerke ......... . 6 149 149,25 148,5 148,5 Salzdetfurth Kali.......... ?y, 160 162 161 161,75 Schuckert L Co...... . 6 171,5 171,5 172 171 Schultheis Paüenhofer...... Siemens & Halske......... . 4 . 8 202 202 99,5 202,5 99,75 ■ 202,5 Süddeutsche Zucker......... 10 200 200 199 200 bereinigte Stahlwerke...... syf 119,25 118,75 119,4 118,5 Westdeutsche Kaufhof....... . 0 62,65 62 62,25 62,13 Weiteregeln Alkali.......... . 5 120,25 120,5 121,5 120,65 Zellstoff Waldhos.......... . 6 161 161 161 160,25 Otavi Minen............... 0,6 30,75 30,75 30,75 30,75 — Frankfurt a. ZIL 3-Mai 4-Mai Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Brief Geld Bries Buenos Aires............. 0,751 0,755 0,752 Brüssel................... 42,01 42,09 42,05 42J3 Rio de Janeiro............ 0,157 0,159 0,157 0.159 Polen.................... 47,04 47,14 47,04 47,14 Kopenhagen............... 54,83 54,93 54,88 54,98 Tanzig................... 47 04 47,14 47.04 London ................. 12,28 i 2 z 3 i 12'29 12^32 HelsingforS................ 5,44 Parts............. Holland.................. 13643 136J1 13M0 13M8 Italien................... 13,09 13,11 13,09 13,11 3-Mai 4-Mai Amtliche Notierung Am liche Notierung Geld Brie. Geld Brie, Japan.................... 0,715 0,717 0,715 0,717 Jugoslawien .............. 5,694 5,706 5,694 5.706 Oslo.................... 61,71 61,83 61,76 61,88 Wien..................... Lissabon.................. 11,155 11,175 11 *16 11/18 Stockholm ................ 63 47 Schweiz.................. Spanien.................. ?e',98 17,02 16'98 17,02 Prag..................... 8,646 8,664 8,651 8,669 8öuDopen •••••«•••••••••«• Neuyork.................. 2,488 2,492 2,490 2,494 Glehener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) nrJ05 Drittes Blatt Mittwoch. 5. Mai (937 Aus der Stadt Gießen I. - R. 116. Als diese Mannschaft über den Trieb läuft, kommen von der Liebigshöhe her schon die ersten Ankömmlinge von der 8. Batterie A.-R. 9 am Ziel an. Als die 6. Kompanie J.-R 116 auf der Laufstrecke ist, kommen schon die ersten Artilleristen am Ziel an. Auf dem Trieb entwickelt sich nun ein reges Leben. In gewissen Zeitabständen rücken die Mannschaften an, empfangen die letzten Anweisungen, legen ihre Trainingsanzüge oder Mäntel ab und rücken zum Start an. Mittlerweile trifft auch der Standortälteste, Generalleutnant Oßwald, ein. Der Sportoffizier, Oberleutnant Kuhle, erstattet ihm Meldung. Der Generalleutnant läßt sich eingehend orientieren und reitet dann die Laufstrecke ab. Die gute Vorarbeit der sportlichen Leitung, für die die Sportoffiziere, Oberleutnant Kühle, Oberleutnant H e r l e r t h vom J.-R. 116 und Leutnant Dippel vom III/A.-R. 9 verantwortlich zeichnen, erweist sich sehr vorteilhaft. Dadurch wird es möglich, die beste Leistung jeder Mannschaft reibungslos und sicher sestzustellen und gleichzeitig die besten Einzelläufer jeder Mannschaft zu ermitteln. Das Endergebnis des Standort-Geländelaufes wird erst am Samstag festzustellen sein, weil infolge des Himmelfahrtstages erst am Freitag die sog. „Nachzügler", die den Wachdienst versehenden Mannschaften und das Ausbildungspersonal des E.-Batls., ihre Lieblingen durchführen können. Der Start erfolgt in folgender Anordnung: 8/A.-R. 9; 6/J.-R. 116; Stabskomp., Nachrichtenzug, RZ.., Musikkorps J.-R. 116; 13/J.R. 116; 2/J.-R. 116; Stab und Nachrichtenzug H'I/J.-R. 116; 5/J.-R. 116; 1/JR. 116; 7/A.-R. 9; Stab und Nachrichtenzug III/A.-R 9; 3/J.-R. 116; Stab und Nachrichtenzug l/J.-R. 116; 14/J.-R 116; 7/J.-R. 116; 9/A.-R. 9; 4/J.-R. 116; 8/J.-R. 116. Pünktlich um 10 Uhr startete als letzte M a n n- s ch a f t die 8. Komp. JR. 116 Die beste Leistung hat wie wohl anzunehmen ist, die 3. Komp. I R. 116 vollbracht. An zweiter Stelle dürfte die 1. Komp. I R. 116 und voraussichtlich an dritter Stelle die 2. Komp. JR. 116 fein. Von der Artillerie hat die 7. Batterie AR. 9 die beste Zeit gelaufen Am Start vor der Volkshalle steht die 8. B a t t e r i e A. - R. 9, von der rechten Seite des Triebs in langer Linie bis über die Grünberger Straße. „Mein Kommando gilt", ruft der Offizier, die Mannschaften bereiten sich vor, dann kommt der entscheidende Befehl: „A ch t u n g I Fertig! Los!" Es ist pünktlich 6 Uhr. Sofort braust die Mannschaft über den Trieb und die Grünberger Straße entlang los. Die besseren Läufer haben sich an die Spitze gesetzt, die Linie löst sich in eine Kette und in Gruppen auf, so daß die Soldaten vom Trieb ab auf die Grünberger Straße wechseln und dem Flugplatz zustrebeN. Kaum ist die erste Mannschaft fort, da steht schon die zweite zur Stelle, die 6. Kompanie vom nicht so sehr viel damit abgeben. Wann schauen wir einmal wirklich auf? Wenn ein Flugzeug über uns dahinzieht. (Bald aber werden nicht einmal die Kinder mehr Hinschauen, wenn wir lange genug daran gewöhnt sind.) Wenn der Zeppelin kommt! Das ergreift uns immer wieder, weil wir da wirklich aufschauen können zu Gipfeln menschlicher Leistung und Größe. Manchmal steht einer auch abends vor seiner Haustüre und hat Feierabendgedanken. Dann schaut er zu den Sternen hinauf. Ob die Feierabendgedanken nicht schließlich doch die besten sind? In ihnen schauen wir am höchsten „hinauf"! Das Gegenstück ist dort, wo wir uns dieses Hinaufschauen abgewöhnt haben. Dann verlernen wir den Feierabend Und dann verlernen wir uns selbst. Wir wollen das Hinauf-Schauen nicht aufgeben! Es hilft uns dazu, außer uns selbst zu schauen, und dabei finden wir uns doch am ehesten wieder! Gott will uns die Brücken zum Ewigen bauen. Die Himmelfahrt Christi ist ein Weg auf die Brücke! Christus verbindet die Welten. Wer aber nur auf die Erde sieht, sieht die Brücken nicht. Auch mit dem schärfsten Fernrohr nicht! W.W. Himmelfahrt. Nach der nordisch-germanischen Sage ward der Frühling als Sinnbild der endlichen Vereinigung Wotans mit Freya angesehen, und das Fest der Siandort-Geländelaus der Wehrmacht in Gießen Heute früh sportlicher Grohbetrieb zwischen Volkshalle und Flughafen. Als Abschluß der Winterausbildung führte der Standort Gießen unserer Wehrmacht am heutigen Mittwochvormittag einen Sfanbod-Oelänbelauf durch, an dem sich alle Kompanien, Batterien, Stäbe und Nachrichtenzüge einschließlich Musikkorps des JR. 116 beteiligten. Die Durchführung dieser großen sportlichen Veranstaltung des Gießener Standortes lag in den Händen des Standortoffiziers, Major Lange, dem als Mitarbeiter der Stand- ort-Sportoffizier, Oberleutnant Kuhle, sowie alle Sportoffiziere der Bataillone, Abteilungen, der Kompanien und Batterien zur Seite standen. Teilnehmer an der sportlichen Veranstaltung waren 80 v. H. aller Oberleutnants und Leutnants und Nachrichtenoffiziere, sowie 85 v. H. aller Unteroffiziere und Mannschaften. In sorgfältiger Vorbereitung fanden die Vorübungen statt, die für die vorgeschriebenen 5000 Meter der Strecke eine Mindestzeit von 22.30 Minuten ergaben. Die Laufstrecke wurde von langer Hand ausgesucht und festgelegt, wobei reichlich abwechselndes Gelände berücksichtigt wurde. Der Start für den 5-Kilometer-Geländelauf erfolgte an der Dolkshalle. Von hier führte die Strecke nach einigen Windungen zum Flugplatz, von dort in einem großen Bogen um den Philosophenwald nach dem Handgranaten-Wurfstand, dann zur Volks- halle zurück. Die Kompanien bzw. Batterien und Nachrichten- Aüge, die in Sportkleidung antraten, starteten in Abständen von jeweils 15 Minuten. Vor sechs Uhr waren am Start vor dem Seiteneingang zur Volkshalle schon alle Vorbereitungen getroffen. In einem Halbrund waren Tische für die Meldungen der Ankommenden eingerichtet, die am Ziele einen schmalen, mit Seile abgesteckten Lauf- gang passieren mußten. Jeder Mann wurde hier gemeldet. Schau in die Höhe! EPNH. Die englische Sprache hat für unser Wort „Himmel" zwei verschiedene Worte Das eine heißt Sky. Damit ist der gestirnte Himmel über uns gemeint, der blaue unendliche Raum, an dem die Sonne steht und die Wolken ziehen Das andere heißt Heaven und bedeutet das Himmelreich, die ewige, unbegrenzte Welt Gottes. Dadurch ist der Engländer also vor Verwechslungen bestens geschützt. Wir Deutsche haben nur dieses eine Wort Himmel. Es kann sowohl die Himmelswelt bedeuten, die wir mit unseren Fernrohren durchforschen als auch die ewige Welt, in die kein Fernrohr reicht. Trotzdem meine ich, sind wir besser dran als der Engländer! Mit den zwei verschiedenen „Himmel" kann man auch die beiden Welten immer hübsch säuberlich voneinander trennen! Es gibt da keine Verwechslung, aber es fehlt auch gar leicht die Verbindung zwischen den beiden Welten in den Gedanken und dem Geist des Menschen. Darum aber geht es in der christlichen Botschaft der Himmelfahrt! Durch sie sollen wir eigentlich dazu gezwungen werden, aufzuschauen! Unsre eigene Welt ist das, was wir mit unseren Fernrohren betrachten können. Auch sie ist unendlich groß. Aber selbst das wissen wir nicht genau, weil wir uns < Links: Auf der Strecke am Professoreneck. — Rechts: Im Ziel an der Volkshalle. — (Aufnahmen f2]: Pfaff Nächst, Gießen.) Vermählung wurde in der Walpurgisnacht und den zwölf ersten Tagen des Mai begangen. Diese Tage galten als heilig, und an ihnen fand das „Maifeld öder Mailager"', der urdeutsche Landtag, statt. Hier wurden die Kriegszüge beschlossen, die Herzöge gewählt, Jünglinge für wehrhaft erklärt und mit dem Schwert umgürtet; dabei wurden große Opferfeste begangen mit Gelagen, Spiel und Tanz. Den Himmelfahrtstag zu fröhlicher Feier in Wald und Heide, auf Bergen und Hügeln zu benutzen, ist alter Brauch in deutschen Landen. In neuchristlicher Zeit zog zur Maifeier die Dorfgemeinde mit dem Priester um die im jungen Grün schimmernden Aecker und brachte dem Wettergott Donar Opfer, damit er die Felder schütze vor Wetterschäden und Mißernte, vor Frost und Hagel. Daran schloß sich das Anzünden eines Feuers: die verglimmten Holzreste wurden in die Felder gesteckt und die Asche über die Flur gestreut. In kluger Anpassung übernabm^bie Kirche die heidnische Sitte und gab ihr ein christliches Gepräge. Der Tag des Donar, Donnerstag, wurde auf den Tag der Himmelfahrt des Heilands gelegt. Allmählich ist bann der heidnische Wetterbittgang zu einem christlichen Erntebittgottesdienst, einer sogenannten Hagelfeier, umgebildet worden. Eine Erinnerung an den Wettergott Donar lebte noch bis in die Neuzeit hinein im Waldeckschen und in einigen Harzdörfern, das Eichhörnchenjagen; am Himmelfahrtstage zog man in die Tannenwälder, um die dem Donar heiligen Tiere mit dem roten Pelz zu, jagen. Maientau ist kräftigend und heilsam, wenn man sich damit wäscht. Am Himmelfahrtsmorgen pflücken in Schlesien die Burschen einen Strauß aus Gräsern und Maiblumen und überreichen ihn ihrer Auserwählten am Kammerfenster; wer sich mit dem Tau aus diesen Blumen das Gesicht bestreicht, bewahrt sich eine fleckenreine Haut und gesunde Augen, und welche Maid hat nicht den Wunsch nach frischen Wangen und blauen Augen? Weniger zart bei der Wahl der Mittel zur Auffrischung der Mädchenhaut verfahren die Knechte im Westfälischen, indem sie die Hofdirnen am Himmelfahrtsmorgen schlankweg in die „Hofkühle" werfen, und das nennen sie dann noch gemütvoll „Maibad"! Zugunsten der Burschm spricht noch der mögliche Mittelweg, daß die Mädchen einen Fuß oder wenigstens den Holzschuh in has Wasser der „Hofkuhle" stecken; dann sind sie vom „Bad" befreit, vorausgesetzt, daß sie nicht auf die Burschen schimpfen. Diese Voraussetzung kann man wohl als mildernden Umstand für die Dorfkavaliere dahin auslegen, daß die dörflichen Evastöchter ihr Mundwerk auch nicht immer zart und säuberlich handhaben. Im übrigen findet sich Männlein und Weiblein abends bei der Himmelfahrtsfeier zum Tanz friedlich und vergnügt beisammen. A. Dornotizen. Tageskalender für Mittwoch. Stadttheater: 19.30 bis 21.45 Uhr „Die Kleider meiner Frau". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Sein letztes Modell". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die Kronzeugin". — Oberhessischer Kunstoerein, Turmhaus am Brand: 16 bis 18 Uhr Ausstellung von Gemälden, Aquarellen und Zeichnungen von Lotte Droese. Tageskalender für himmelfahrlslag. Oberhessischer Kunstverein, Turmhaus am Brand: Ausstellung von Gemälden, Aquarellen und Zeichnungen von Lotte Droese. — Gloria-Palast- Sel- tersweg: „Sein letztes Modell". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die Kronzeugin". — Landschaftsbund Volkstum und Heimat: 7.30 Uhr Abfahrt ab Bahnhof zur Wanderung durch den Krofdorfer Forst. — Paddlergilde Gießen: 6.30 Uhr Abfahrt ab Bahnhof zur Wanderfahrt Marburg—Gießen. — Turnverein von 1846: 7 Uhr Abmarsch von der Lahnbrücke zur Wanderung ins Salzbödetal. — sich Hamstern Sie „Sonne"! Sonne ist Kraft u. Energie. Sie können nicht genug davon in aufnehmen! Aber Vorsicht vor Sonnenbrand! Nivea erlaubt Ihnen, in Sonne zu schwelgen, wenn Sie sich vorher und nach Bedarf wiederholt einreiben. Geburtstag eines guten Onkels. Von Gorge Spervogel. Die Schwänze abgeschnitten? Ihnen bei lebendi- oem Leibe die Schwänze abgeschnitten, um eine Ochsenschwanzsuppe ju kochen? Aber er hatte doch nur eine Pfanne! Nein, selbst die Ochsen wußten, daß Onkel Bommerjan, wenn er an seinem Geburtstage mit den Nichten, den Neffen und ihrer Freundschaft ausfuhr, wirklich nur eine Pfanne mitnahm. Zwar, hätten sie ihn mit einem Kessel gesehen ... Die Pfanne, das war die Hauptsache, sie war blank wie ein Spiegel, aber auch das Waldhorn war nötig. Wir alle kannten die Pfanne und das Waldhorn, jedoch in jedem Jahre erschienen sie uns neu. Auch der Gutshof, auch die Wagen — alles blank und neu wie die glitzernde Weite des Stromtales und der frische Himmel darüber und die Wolken, deren kühle Schatten das sprühende Licht auf den Wiesen kaum dämpften. Wir fuhren am Strome entlang durch die Wiesen, Onkel Bommerjan im Dogcart vorweg, dahinter die Equipage, der Landauer, die Chaise und der Jagdwagen, darauf Krümperwagen und Break, am Ende ein Lastgefährt; der Onkel blies, wir fuhren Trab, Lachen und Rufe den Zug entlang. Es war das eine wie das andere Mal: Onkel Bommerjan lenkte dem Dorfstrcken zu, mit krachenden Rädern und Peitschenknall kutschierten mir durch die Vormittagsstille der Straßen. Dann blies er zum Halten, nun kaufte er ein. Und damit entschied sich das Schicksal des Tages. Er hatte nur feine Bratpfanne, alles andere lag am Zufall. Was, wenn der Einkauf mißriete? Was, wenn der Onkel gezwungen wäre, erst seine wahren Künste anzuwenden? In Ruhe versammelte er die Schar der Nichten um sich her, daß sie ihm beim Suchen und Kaufen beistanden und lernten, aus dem, was der Zufall bieten mochte, ein Geburtstagsmahl zu erschaffen. Was den Meister Metzger betraf, so zeigte es sich, daß er im Besitze von nichts anderem als einer großen Menge Hammelkoteletten war; |a, vielleicht noch schieres' Kalbfleisch, wenn es das fein durfte, oder Leber, mehr war nicht vorrätig, das war alles Speck-? Jawohl, Speck war auch da. Keine übermäßige Auswahl, eine schwere Aufgabe für den Onkel. Er überlegt und sagt: „Schneiden Sie das Kalbfleisch und die Leber in kleine Würfel und den Speck in dünne Scheiben. Ich nehme das alles mit." Fertig, zum Krämer. Der Metzger strahlte, als er die Last an den Wagen braute; er hatte sich nicht verrechnet, was alle Jahre geschah, war auch in diesem nicht ausgeblieben. Indessen kam Onkel Bommerjan mit den Nichten vom Krämer zurück, eine große Düte Holzkohlen auf dem Arme. Auch der Krämer strahlte, er hatte nicht umsonst, teuren Käse und ausgesuchte Früchte bestellt. Nun gehörte es sich, daß wir alle, Nichten, Neffen und Freundschaft, den Onkel befragten, ob er auch wirklich in den Läden wenigstens das Allernötigste bekommen habe, und ob es nicht besser wäre, zurück zum Gute zu fahren oder im Gasthaus ein Essen zu bestellen. Er lächelte seine hübschen Nichten an, der gute Onkel Bommerjan, ob sie sich wohl getrauten, aus dem Eingekauften und einer Pfanne und sonst gar nichts eine des Tages würdige Mahlzeit für alle die Hungrigen zu bereiten; und nun gehörte es sich, daß sie daran zweifelten — nein, sie trauten es sich nicht zu, die lieben Mädchen. Ho, vorwärts, emgefttegen! Jetzt trachtete Onkel Bommerjan danach, auf anmutigen und verzwickten Umwegen einen feiner Lagerplätze zu erreichen. Er hatte ihrer verschiedene, die je nach dem Wetter aufgesucht wurden. Keiner lag sehr weit entfernt, alle auf dem Boden des Gutes, aber der Onkel zögerte die Ankunft so lange hinaus, bis ihn selbst und damit wohl auch uns der Hunger spürbar zu plagen begann. Noch einen Hügel hinauf, durch einen Wald aus Birken, dessen Boden weiß von Buschwindröschen war — das Ganze halt! Während wir die Pferde versorgten, die Körbe, die Decken und das Eingekaufte zum Lagerplatz trugen, streifte der Onkel einsam umher. Es gab nahebei einen kleinen Teich, in den ein Bach mundete, und Wiesen und Waldstücke, das alles war des Onkels Küchengarten. Was brachte er mit? Pfefferkraut, Löffel- und Pfennigkraut, junge Blätter vom Sauerampfer, dazu dürres Geäst, trockenes Gras und ein Bündel gerader, grüner Zweige Er betrachtete die Decken, die wir in einem weiten Kreise auf den Boden gelegt hatten, das weiße Tischzeug mit den Gläsern und Bestecken — gut, er konnte' anfangen. „Zu Tisch! Zu Tisch!" Aber noch war nichts vorhanden, nur die geöffneten Flaschen, ein Korb voll Brotscheiben und Stapel leerer Teller. Onkel Bommerjan entzündete in der Mitte unseres Kreises das dürre Gras und das Geäst. Er schüttete Holzkohlen darauf und blies. Es gab eine rote Glut. „Schenkt ein! Verteilt Brot!" Schnell, schnell ... und unter unserem staunenden Zweifel legt er eines der Koteletten nach dem anderen, nur eben trockengerieben, nebeneinander oben auf die Glut. Es zischt und brutzelt ... eine Minute, zwei, drei, er wendet sie, noch einmal zwei Minuten — die Teller, schnell! Ein Salznebel darüber, fertig. Die Glut neu entfacht, und noch einmal von vorne. „Eßt doch schon, wartet nicht!" Und nun gehört es sich, daß wir erstaunen. Wir erstaunen wirklich, denn die Koteletten sind goldbraun und knusperig, es hängt keine Spur von Kohle oder Asche daran; innen sind sie rosa und saftig. „Die Teller! Schnell!" Alle Koteletten sind gebraten. „Himmel, die Kräuter!" Sie schmecken, frisch wie sie sind, besser als Kresse Der Wein ist gut und alt, das Brot locker und kräftig. Der erste Gang ist beendet. Unser Onkel streift Kalbfleischwürfel, Leberstückchen und wieder Fleischwürfel, eines vom anderen durch Speckscheiben getrennt, auf die kleinen Spieße aus grünem Holz. Wieder zittert die Luft über der entfachten Glut, wieder beginnt es zu braten und zu duften. Jeder bekommt solch einen Spieß, diesmal mit Salz, Pfeffer und einem Tropfen Zitrone gewürzt. Wir trin- fen etwas mehr Wein dazu. Noch einen Spieß, noch ein Stück Brot. Wir essen, bis nichts mehr da ist. Die Nichten verteilen den Käse, das Obst. „Und nun", sagt Onkel Bommerjan voller Behagen, „einen Kaffee, wie?" Wir holen die Thermosflaschen. „Ein Glück, Onkel, daß du ihn nicht in der Pfanne kochst!" Die Pfanne? Nein, wahrhaftig, seht die Pfanne! Sie ist unbenutzt, blank und neu. „Aber was hättest du getan, Onkel, wenn im Dorfe nichts zu kaufen gewesen wäre?" „Es würde ... nun, es würde vielleicht wilde Spargeln gegeben haben, aus Teichkolbenstielen oder jungen Farrenwedeln, dazu Taubeneier und verschiedene Salate, vorher Fische, Forellen, mit der Hand aus den Bächen gefangen ... und nachher, ach, es hätte sich auch für nachher etwas gefunden." Seht ihr? Don Ochsenschwänzen keine Rede! Aber jetzt ist es an der Zeit, daß der gute Onkel ein wenig schlafen muß. Zwar ist er nicht müde, er ist jung wie wir; aber welche Anstrengung, ein Mahl für viele, aus Nichts, ohne Hilfe! So läßt er es geschehen, es sind ja seine Nichten, die ihn betten und mit allen Decken umhüllen. Leise nun! Wir gehen mit dem Geschirr zum Bach und waschen es, dann aber haben wir Zeit für uns. Wir gehen m den Wald, zu dritt, allein, oder zu zweien, und pflücken Anemonen, Sternblumen und Veilchen, Leberblumen, Lerchensporn und Himmelsschlüssel. Die Nichten winden Kränze für den Onkel, des Onkels Wagen und des Onkels Pferd. Vielleicht ist auch unter uns einer, dem ein Kranz zugedacht wird. Aber wir nehmen ihn aus dem Haar, wenn das Waldhorn zum Sammeln bläst. Heinrich SchluSnus. Kammersänger Heinrich Schlusnus (Bariton) von der Berliner Staatsoper gibt im Gießener Äon» zertverein einen Liederabend mit Werken von Schumann, Beethoven, Trunk, Pfitzner und Hugo Wolst fpielvereinlgmig 1900: 8.10 Uhr Abfahrt ab ahnhof zum Jagdhaus Hubertus. Sladttheater Gießen. Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Heute abend findet die Erstaufführung des neuen Lustspiels „Die Kleider meiner Frau" von Waldemar Frank statt. Das Lustspiel wurde vor kurzer Zeit in Hamburg uraufgeführt. Die Uraufführung hatte einen durchschlagenden Heiterkeitserfolg. Spielleitung Hermann Schultze-Griesheim. Büh- nenbilo Karl Löffler. 30. Vorstellung der Mittwoch- Miete. Anfang 19.30 Uhr, Ende 22 Uhr. Hebermorgen singt Schlusnus in Gießen. Große, menschlich wahre und tiefe Kunst entbietet Kammersänger Heinrich S ch l u s n u s gelegentlich feines übermorgen, Freitag, in der Neuen Aula der Universität stattfindenden Liederabends. Programm: Schumann, Beethoven, Trunk, Pfitzner Und Wolf. Am Flügel: Sebastian Peschko (Berlin). Keine Ruhestörungen durch Musizieren! Die Polizeidirektion weist darauf hin, daß anhaltendes Musizieren, insbesondere Klavierspielen, Spielenlasien von mechanischen Musikapparaten (Grammophonen, Radiolautsprecher u. dgl.) im Freien oder bei offenen Fenstern meist eine erhebliche Belästigung der Nachbarschaft bildet und häufig den Tatbestand des § 360, Ziffer II des Reichsstrafgesetzbuches (ungebührliche Erregung ruhestörenden Lärms oder Verübung groben Unfugs) erfüllt. Die Polizeibeamten sind angewiesen, dagegen einzuschreiten. Ausklopfen von Teppichen und Dett- werk nicht nach der Straße zu. Das Auslegen von Betten und Teppichen usw. nach der Straße ist nicht gestattet. Bei der Polizeidirektion eingegangene Beschwerden veranlassen diese Behörde, die Bevölkerung nochmals auf die bestehenden Bestimmungen mit dem Hinweis aufmerksam zu machen, daß die Polizeibeamten angewiesen sind, gegen diejenigen Personen vorzugehen, die gegen das Verbot verstoßen. Strafbare Verunreinigung des Lahnwassers. Die Polizeidirektion hat schon mehrfach darauf hingewiesen, daß vorsätzliche und fahrlässige Verunreinigung des Lahnwassers strafbar ist. Das Werfen von Unkraut, Kadavern und Gegenständen, sowie das Gießen von verunreinigenden Flüssigkeiten aller Art in die Lahn stellt also eine strafbare Verunreinigung des Flußwassers dar. Die Polizei- und Feldschutzbeamten werden in der Folge auf die Verunreinigung des Lahnwassers ein besonderes Augenmerk richten und vorkommendenfalls unnachsichtlich Anzeige erstatten. Gegen die Verunreinigung der Straßen. In letzter Zeit rourbe wiederholt die Wahrnehmung gemacht, daß die Straßen der Stadt durch Wegwerfen von Gegenständen, wie Papier, Obstreste, Fahrscheine, Zigarettenschachteln usw. verunreinigt werden. Nach § 7 der Polizeiverordnung betr. die Reinigung der Straßen und das Wegschaffen des Mülls in der Stadt Gießen vom 15.4. 1929 ist jede Verunreinigung der öffentlichen ‘ Straßen und Plätze, insbesondere auch durch Fuhrleute beim Fahren von Bauschutt, Dung, Sand, Lehm, Heu, Stroh, Kohlen, Erde und anderem losen Material verboten. Durch das Wegwerfen der obengenannten Gegenstände ist schon mancher Verkehrsunfall entstanden. Diese Straßenverunreinigungen sind eine Rücksichtslosigkeit gegenüber dem die Straße benutzenden Publikum. Die Polizeidirektion Gießen hat nochmals ihre Schutzpolizeibeamten angewiesen, jeden Zuwiderhandelnden unnachsichtlich zur Anzeige zu bringen. Fahrzeuge der Feuerwehr und Polizei haben Vorrechte. Es besteht Veranlassung, daraus hinzuweisen, daß den Fahrzeugen der Feuerwehr, Polizei und Rettungsanstalten (Rotes Kreuz) Platz zu machen ist. Die neue Reichsstraßenverkehrsordnung bestimmt in dieser Beziehung folgendes: Fahrzeuge, die zur Erfüllung ihrer öffentlichen oder dem gemeinen Wohl dienenden Aufaaben frei Bahn brauchen und als solche kenntlich sind (Wegerechtsfahrzeuge), ist Platz zu machen. Wegerechtsfahrzeuge sind u. a. 27000 mangelhasi adressierte Dries' sendungen in Gießen. 7000 Stück waren unzustellbar. Es ist schon oft, auch in den Spalten des „Gießener Anzeigers", betont worden, daß bei der Anschrift auf den Postsendungen stets alle Angaben zur genauen Feststellung des Empfängers sorgfältig zu machen sind, ebenso die Angabe über den Absender nicht vergessen werden darf. Leider sind diese Ermahnungen vielfach unbeachtet geblieben, und bedauerlicherweise finden sie täglich immer wieder bei vielen Volksgenossen nicht das Maß von Beherzigung, das nicht nur wegen eines schnellen und reibungslosen Postbetriebes, sondern auch unter dem Jnteressengesichtspunkt des Empfängers bzw. des Absenders der Sendungen wünschenswert ist. Wie sehr in dieser Hinsicht noch gesündigt wird und welche großen Nachteile daraus entstehen, zeigt deutlich die nachstehende Zuschrift des P o st - amtes Gießen an uns, die von allen Lesern beherzigt und als eine ernste Mahnung angesehen werden sollte. 3m Laufe eines Jahres gingen in Gießen 27 000 mangelhaft beanfchrifteke Brieffenbungen ein. Wenn davon auch 20 000 Stück durch Nachschlagen im Adreßbuch ode^ durch Rück- fragen ufw. untergebracht werden konnten, fo blieben immer noch 7000 Stück unzustellbar und mußten zurückgesandt werden. Durch die notwendigen Ermittlungen ist zudem ein großer Teil der untergebrachten mangelhaft bean- schrifteten Briefsendungen verzögert zugestellt worden, weil die Nachforschungen bis zum Abgang der Zusteller nicht beendet waren. Durch die Nachforschungen entstehen. der Post beträchtliche unwirtschaftliche Mehrarbeiten und Kosten, die beim Gießener Postamt jährlich 300 Mk. betragen. Bei einigem guten Willen läßt sich dem Hebelstand leicht abhelfen. Jeder Bolksgenosse kann dies ohne weiteres, wenn er bei Postsendungen stets die Wohnung des Empfängers nach Straße, Hausnummer, Gebäudeteil, Stockwerk und bei Sendungen nach Städten mit mehreren Zu- stellpoftanftalten dazu noch die Nummer der Zustellpostanstalt angibt. Wie die Geschäfte Karteien über die genauen Anschriften ihrer Kunden führen, so sollte sich jeder, statt sich auf sein Gedächtnis zu verlassen, ein ähnliches Verzeichnis mit den Anschriften der Personen anlegen, mit denen er im Briefwechsel steht. Zur richtigen und vollständigen Anschrift und damit zur richtigen und unverzögerten Ueberkunft der für ihn eingehenden Postsendungen kann außerdem jedermann viel beitragen, wenn er bei seinen ausgehenden Postsendungen sowohl auf den Schreiben, Rechnungen usw. als auch auf den Umschlägen außer seinem deutlich vermerkten Namen stets den Ort, die Straße und Hausnummer und bei größeren Städten die Nummer der Zustellpostanstalt angibt. Ohne vollständige Absenderangabe sollte überhaupt keine Postsendung eingeliefert werden, damit sie wenigstens dem Absender zurückgegeben werden kann, wenn die Zustellung an den Empfänger aus irgendeinem Grunde nicht möglich ist. rote Feuerwehrwagen, feldgraue oder buntfarbige Fahrzeuge der Wehrmacht, Mannschaftswagen der Polizei, Rettungswagen (Rote-Kreuz-Wagen), Straßenreinigungsmaschinen und dergleichen. Andere Fahrzeuge sind als Wegerechtsfahrzeuge nur dann anzusehen, wenn sie durch amtlich ausgegebene oder zugelassene Schilder und Schallzeichen (Glocke oder Hupe mit einer Folge verschiedener hoher Töne) als solche kenntlich gemacht sind. Es wird erwartet, daß alle Verkehrsteilnehmer den Wegerechtsfahrzeugen frühzeitig Platz machen. Diejenigen, die sich an diese Regelung nicht halten wollen, haben mit ihrer Bestrafung zu rechnen. Kraftfahrer und Radfahrer meidet den Alkohol! Mit dem Frühjahr beginnen auch wieder die Volksfeste und Vergnügungen in allen Gegenden des Reiches. Die zunehmende Motorisierung und der zunehmende Radfahrverkehr bringen es mit sich, daß an derartigen Veranstaltungen auch viele Kraftfahrer und Radfahrer teilnehmen. Feiern und Feste sind mit Genuß von Alkohol verbunden, und niemand wird frohen Menschen das verwehren wollen. Den Kraftfahrern und Radfahrern aber, die solche Feste feiern, obliegt eine schwere Verantwortung. Es ist erwiesen, daß schon geringe Mengen von Alkohol die Fahrsicherheit beeinträchtigen. Kraftfahrer und Radfahrer, die in angetrunkenem oder gar betrunkenem Zustande mit ihren Fahrzeugen fahren, gefährden sich und. ihre Mitmenschen. Wenn Fahrzeugführer nicht mehr zur sicheren Führung ihres Fahrzeuges in der Lage sind, mögen sie das Fahrzeug an Ort und Stelle lassen und es später abholen. Die Polizeibeamten sind angewiesen, unnachsicht- lich durchzugreifen, wenn betrunkene Kraftfahrer am Steuer von Kraftfahrzeugen, oder betrunkene Radfahrer auf Fahrrädern betroffen werden. Strenge Bestrafung, die Entziehung des Führerscheines, Untersagung der Führung von Fahrrädern und die polizeiliche Sicherstellung des Fahrzeuges droht diesen Fahrzeugführern. Sanitätertag in Gießen. Am nächsten Sonntag, 9. Mai, findet in Gießen eine Tagung sämtlicher Sanitätseinheiten des Deutschen Roten Kreuzes unter Zuziehung der Samariterinnen vom Deutschen Roten Kreuz aus dem Kreise Gießen in Gießen statt. Vormittags wird ein lehrreicher Film gezeigt, anschließend wird vor dem Gebäude der Universität ein Vorbeimarsch der Sanitätseinheiten vor dem Vorsitzenden des Hessischen Landesmännervereins vom Roten Kreuz, Staatsrat Reiner, stattfinden. Am Nachmittag wird sich eine große Geländeübung aller Sanitätseinheiten auf dem Trieb in der Nähe des Eulenkopfs anschließen. 7lSV., Ortsgruppe Gießen-Ost. Befr.: Lebensmittel-Opferring. Die Sammlung wird Dienstag, 4., und Mittwoch, 5. Mai, von der NS.-Frauenschaft durchgeführt. Die Mitglieder wollen die Pfundpäckchen bereithalten und die Mitgliedskarte zur Eintragung vorlegen. Der Inhalt der Päckchen ist außen sichtbar anzugeben. 7lSV., Ortsgruppe Mitte. Befr. Pfundfammlung. Am Mittwoch, 5. Mai, werden die Spenden (Pfundsammlung) durch die NS.-Frauenschaft ein« gesammelt. Die Hausfrauen werden gebeten, den Inhalt der Päckchen auf der Umhüllung kenntlich zu machen und die Mitgliedskarten zur Quittungseinzeichnung bereitzuhalten. die deutsche Arbeitsfront 9.=6emcinf(haft,straft durch freuö Wanderungen am Donnerstag, 6. Mai (hirnrnelfahrlstag). Gießen, Wiesenweg, Wieseck, Hangelstein, Daub- ringen, Staufenberg, Ruttershausen, Wißmar, Gleiberg, Gießen. Treffpunkt: 7 Uhr Amtsgericht. Gießen, Heuchelheim, Kinzenbach, Atzbacher Wald, Himberg, Vetzberg, Gleiberg, Gießen. Treffpunkt: 8.30 Uhr -Lahnbrücke. Gießen—Katzenfurth (Bahnfahrt), Katzenfurth, Greifenstein, Waldhof Elgershausen, Dianaburg, Heisterberg, Leun, Bahnhof Braunfels—Gießen. Treffpunkt: 6.30 Uhr Bahnhof Gießen. Gießener Wochenmarktpreife. * Gießen, 5. Mai. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Deutsche feine Molkereibutter, Vi kg 1,57 Mark, feine Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60, Landbutter 1,42 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, deutsche, Klasse S 11, Klasse A 10H, Klasse B 10, Klasse C OK Klasse D 0, ungezeichnete 8, Enteneier 10 bis 11* Wirsing, kg 15 bis 20, Weißkraut 12 bis 15, Rotkraut 15 bis 18, gelbe Rüben 20 bis 25, rote Rüben 10 bis 12, Spinat 25 bis 30, Römischkohl 12 bis 15, Spargel 90 Pf. bis 1,10 Mark, Unter» kohlrabi 8 bis 10 Pf., Tomaten 50 bis 60, Zwiebeln 10 bis 15, Meerrettich 30 bis 40, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Rhabarber 15 bis 18, Kartoffeln, alte, kg 5 Pf., 5 kg 46 Pf., 50 kg 3,80 bis 3,95 Mark, neue, Vi kg 25 Pf., Aepfel 40 bis 60, Zwetschenhonig 45 Pf., Hähne 1 bis 1,10 Mark, Suppenhühner 90 Pf. bis 1 Mark, Salat, das Stück 20 bis 30 Pf., Salatgurken 60 bis 65, Oberkohlrabi, neue, 15, Sellerie 10 bis 30, Rettich, neue, das Bündel 20 bis 30, Radieschen, das Bündel 10 bis 15 Pf. Gin Zmpfgegner verurteilt. Verhandlung vor dem Amtsgericht Gießen. Der H. P. aus Beuern war durch Strafbefehl des Amtsgerichts Gießen zu einer Haftstrafe von dreimal zwei Tagen verurteilt worden, weil er im Januar und Februar 1937 seine drei Kinder nicht impfen ließ. Er legte hiergegen Einspruch ein mit der Begründung, daß er Jmpfgegner aus lieber« zeuguna sei und auf dem Standpunkt stehe, daß seinen Kindern durch die Impfung dauernde Schä- RUHL SeHersweg Nr. 67 I adio Telephon Nr. 3170 I eparaturen i897d W digungen zu gefügt werden könnten. Das Gericht konnte diese Begründung des Angeklagten aber nicht gutheißen und verurteilte ihn zur gleichen Strafe, wie im Strafbefehl. Wenn er auch schon früher bei der erstmaligen Nichtimpfung bestraft worden war, so hindert.das nach dem Gesetz nicht, daß eine wiederholte Bestrafung eintritt. Das Gesetz ist nicht dazu da, daß der einzelne glaubt, sich darüber hinwegsetzen zu können, sondern es ist zum Wohle der Allgemeinheit erlassen worden, nach dem sich jeder zu richten hat. Auf dem Bahnsteig schwer verunglückt. Im Gießener Bahnhof ereignete sich am gestrigen Dienstag gegen 12 Uhr auf dem Bahnsteig 6 ein schwerer Unglücksfall, der auf eigene Unvorsichtig« feit des Verunglückten zurückzuführen ist. Als ein Personenzug aus Richtung Betzdorf in den Bahnhof einfuhr, stellte sich der 22 Jahre alte Paul Kirch« Höfer aus Biersdorf bei Betzdorf so dicht an den Rand des Bahnsteiges 6, daß die Lokomotive den jungen Mann erfaßte und mit großer Wucht zur Seite schleuderte. Kirchhof er befand sich auf der Reise von Naumburg nach seinem Heimatorte und hatte hier umsteigen müssen. Durch den wuchtigen Stoß von der Lokomotive erlitt der junge Mann schwere innere Verletzungen, die seine sofortige Ueberführung in die Chirurgische Klinik erforderlich machten. Hier liegt er in sehr ernstem Zustande darnieder. * ** Maienblasen am heutigen Mittwoch ab 19 Uhr vom Turm der Stadtkirche. Vortragsfolge: 1. Choral „Ein feste Burg ist unser Gott", Wittenberg 1529; 2. Abendchor aus „Das Nachtlager von Granada" von Conradin Kreutzer; 3. Volkslied „Drauß' ist alles so prächtig" von Fr. Silcher. — Das nächste Maienblasen findet am kommenden Samstag wieder auf dem Turme der Johanneskirche statt. ** Die Gießener Museen — Oberhessi« sches Museum und Museum für Völkerkunde — sind am morgigen Himmelfahrtstag von 11 bis 13 Uhr zur Besichtigung geöffnet. ** B e i der Arbeit verunglückt. Am gestrigen Dienstagnachmittag verunglückte in dem Gailfchen Ziegeleibetrieb beim Versetzen von Gleisen der Förderbahn der Arbeiter V i e h m a n n aus Atzbach dadurch, daß er unter einen umfallenden Kippwagen geriet. Der bedauernswerte Mann mußte mit einem Oberschenkelbruch der Klinik zugeführt werden. LPD. Vorsicht mit Schlüsselblumen. Unter den Frühlingsblumen erfreut sich die wegen ihres Blütenreichtums und ihrer Farbenschönheit als Schmuck- und Zierpflanze bekannte „Becherprimel" besonderer Beliebtheit. Bei ihrer Behandlung ist aber eine gewisse Vorsicht und Reinlichkeite geboten, da bei vielen Menschen die unvorsichtige Berührung ihrer Blätter und Blütenstiele leicht Hautreizungen und sogar Entzündungen hervorrüst, die unter Um- Skandal um Dr.Vandergruen Roman von Hans Hirthammer. Copyright by Verlag Oskar Meister, Werdau i. S. 33. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Er beginnt nach seiner Schwester zu suchen, ruft ihren Namen. Nicht zu Hause? Wird wohl eben eine Besorgung machen! Mit dem köstlichen Gefühl der wiedergewonnenen Freiheit wandelt Stefan Vandergruen durchs Haus. Und kommt dabei auch ins Fremdenzimmer. Ueber der Stuhllehne hängt ein Kleid, unter dem Schrank stehen zwei Paar Schuhe, auf dem Tisch liegt ein aufgeschlagenes Buch. Es ist toll, denkt Stefan, richtig eingenistet hat sie sich, und meine törichte Schwester hat sich alles gefallen lassen. Er greift nach dem Buch. Ein Band Novellen von Storm! Hm, er hatte eher Stuart Webbs vermutet. Zwischen den Seiten des Buches steckt ein Zettel. Marias Handschrift...? Als er die Mitteilung gelesen hat, wird ihm doch ein klein wenig unbehaglich. Wie denn? So vertraut also waren die beiden, daß Maria keine Bedenken hat, die andere allein im Hause zu lassen und sogar die Nacht auswärts zu verbringen? Diese Sorglosigkeit fremden Menschen gegenüber ist der Schwester nun einmal nicht auszutreiben. Beim weiteren Umhersehen entdeckt er Gischs Koffer oben auf dem Schrank. Er nimmt ihn herab und öffnet ihn. Zu albern, einfach alles hier liegen zu lassen! Sie hätte doch sagen können, daß sich ihre Sachen im Haus befinden! Er schlägt das Bett zurück, da liegt ihr Schlafanzug, ein zartes, blauseidenes Etwas, ordentlich zusammengelegt. Ein frischer Pust schlägt ihm entgegen, der Duft guter Seife und sonnengebräunter Haut. Er muß sich auf das Bett hinsetzen, so packt es ihn, eine plötzliche Schwäche überkommt ihn; ist es die Ahnung, daß er an dem jungen Kinde ein furchtbares Unrecht begangen hat? Stefan beginnt hastig in ihrem Koffer zu wühlen, vielleicht findet sich irgendein Beweis für ihre Schuld. Nein, da ist nichts, was sie hätte belasten können. Dafür aber entdeckt er etwa anderes, etwas, das feine Verwirrung und Unsicherheit noch weiter fiel» gert. In einem alten Briefumschlag steckt ein Bild von ihm, eine vor mehreren Jahren angefertigte Liebhaberaufnahme (ziemlich schlecht), er weiß, daß Maria das Bildchen aufbewahrt hatte. Warum hat Maria ihr dieses Bild geschenkt? Bat sie darum? Und — warum — wollte sie's haben? Eine heftige Bewegung erschüttert den Mann. Er läßt sich ins Kissen zurücksinken und starrt an die Decke empor. Nun ist ihr Duft stärker um ihn, und plötzlich kommt ihm beklemmend zum Bewußtsein, daß sie auf eben dem Kissen geruht hat in dieser Nacht, mit entspannten Zügen, müde von ihrer Tagesarbeit, hingegeben dem Schlummer, ohne Ahnung dessen, was der kommende Tag an Bitterem ihr bringen würde. Er wendet den Kopf und birgt sein Gesicht in den Kissen. Wie eine zarte Liebkosung empfindet er die Kühle des Leinens. „Warum hast du es nicht gesagt, Mädchen, wenn ich dir Unrecht tat?" Eine trockene, schmerzhafte Erschütterung durchwühlt ihn. Hatte er hier etwas zertreten und vernichet, das ihm ein köstliches Geschenk hätte wer- den können? Ganz lebendig ist ihm auf einmal jener Vormittag, da sie ihm gegenübersaß, anzuschauen wie ein holder Traum. Jedes ihrer Worte, jede ihrer Bewegungen fällt ihm wieder ein, ist lebendig da, daß er die Hände ausstrecken und dies junge Leben an sich nehmen möchte. Stefan Vandergruen springt auf, es ist nicht mehr zu ertragen, er braucht Gewißheit, welch ein Dämon hat ihn genarrt, daß er ohne Schuldbeweis einen Menschen von sich stieß? Er eilt nach unten, stürzt aus dem Hause, fast hätte er vergessen, es abzuschließen, er rennt in die Garage hinüber. Und wenige Minuten später jagt fein Wagen nach Charlottenburg. In Moabit, nahe dem Kriminalgericht, fährt ihm ein Lastwagen in die Flanke. Die Sache geht noch glimpflich ab, ein verbeultes Schutzblech, ein paar Schrammen und eine zerbrochene Fensterscheibe, aber dank einem sehr gewissenhaften Sicherheitsbeamten verliert er eine Menge Zeit, fast eine halbe Stunde. Er will die Schuld auf sich nehmen, obwohl er vorschriftsmäßig gefahren ist, nur um rasch weiterzukommen. Aber der Beamte läßt sich darauf nicht ein. Der wirkliche Vorgang muß genauestens festgestellt und zu Protokoll genommen werden, da ist nichts zu machen. Stefan ist nahe daran, aus der Haut zu fahren, freilich wäre er auf die Art auch nicht schneller nach Charlottenburg gekommen. Und bann hält sein Wagen endlich in der Olbera» straße. Nun weiß Stefan Vandergruen weder das Stockwerk noch den Namen der Wirtin und muß nacheinander sämtliche Wohnungstüren abklopfen. Eine alte Frau im dritten Stock kann ihm endlich Bescheid geben. „Eine Treppe links? — Da scheint aber niemand zu Hause zu sein! Ich habe schon geklingelt." „Na, bet weeß ick ja nu nid)!" murmelte die Alte unb schiebt die Tür zu. Stefan eilt mieber nach unten und läutet Sturm. Nichts! Er lehnt die Stirn an die Tür, (Stauen packt ihn plötzlich an. Könnte es sein, daß das Mädel--? Nein, nein, das tut sie nicht, dafür ist sie zu gesund, zu gläubig dem Leben verbunden. Dann sieht er das Nutzlose seines Wartens ein, kehrt auf die Straße zurück unb fetzt sich ins Auto. Und dort wartet er, bis die Nacht hereingebrochen ist. Gisch Amelung bleibt unsichtbar. Schließlich zieht er sein Notizbuch heraus, schreibt: .Fräulein Amelung. verzeihen Sie mir, ich habe mich heute bodenlos häßlich gegen Sie benommen. Bitte, kommen Sie, wenn Sie diese Zeilen gelesen haben, sofort zu mir. Ich werde nicht eher beruhigt sein, bis ich mit Ihnen gesprochen habe. Ihr Stefan Vandergruen. Diese Mitteilung steckt er durch den Briefschlitz von Frau Bürkleins Wohnungstür. Dann kehrt er nach Hause zurück. — 22. Gisch ist zunächst planlos dahingelaufen, eine Gehetzte, vernichtet und geschändet. Sie setzt ihre Füße, ohne^auf den Weg zu achten, einer Nachtwandlerin gleich. Da sie weder einen Hut noch eine Handtasche trägt, erregt sie einiges Aufsehen. Leute bleiben stehen und schauen nach ihr um. Die Straßenlaternen und Lichtreklamen flammen auf. Gisch merkt es kaum. SlUes ist zerstört, ihr Herz ist grausam verhöhnt, ihre erwachende Liebe in den Schmutz getreten. Was soll sie noch? Hat es noch einen Zweck, sich weiter abzurackem, Geld zu verdienen, zu essen und zu trinken? Wozu, wozu? Sie bleibt da unb dort vor einem Schaufenster stehen, blickt die Waren an unb wüßte doch hernach nicht zu sagen, was sie gesehen hat. Langsam nur erwacht sie aus ihrer Starre. Die Geschäfte haben längst geschlossen, der Feierabend- verkehr beginnt zu verebben. Gisch entflieht dem Kreis, in dessen Strudel sie mehrere Stunden lang getrieben hat, und pilgert dem Westen zu. So wiederholt sich alles. Wieder ist sie ohne Geld, wieder will sie nach Hause. Aber diesmal ist es viel schlimmer, denn sie hat Angst vor ihrer Stube. Wenn — wenn dort die Polizei wartet? Es kann ja möglich sein, daß er sich nicht damit begnügte, sie fortzujagen, daß er es für notwendig hielt, die Behörden zu unterrichten. Aber die Sehnsucht, zur Ruhe zu kommen und im Schlaf das Furchtbare für eine Nacht lang zu vergessen, ist schließlich stärker als ihre Angst. Sie trifft gleichzeitig mit Frau Bürklein an der Haustür ein. Frau Bürklein war den Nachmittag über zum Kaffeeklatsch bei einer Freundin und ist dann ins Kino gegangen. „Welch ein Glück, daß ich Sie gerade treffe!" gesteht Gisch ein. „Ich habe keine Schlüssel mit und hätte Sie aus dem Schlaf klingeln müssen." (Fortsetzung folgt!) standen sehr lästig werden können. Es empfiehlt sich daher, die welken Blätter stets mit der Schere ab» Hujchneiden und die Pflanzenteile vorsichtig, möglichst nur mit Handschuhen oder Papier, anzufassen. Dann können Hautreizungen niemals entstehen. Pfarrer als Heimatforscher. EPNH. Die heimatgeschichtliche Forschung ist mächtig im Aufblühen. Wichtige Quellen bieten sich in den Kirchenbüchern, die in der Regel nicht nur die unbedingt notwendigen Daten (Geburten, Todesfälle usw.) enthalten, sondern auch sonst noch mancherlei interessante Aufzeichnungen. Es ist deshalb durchaus verständlich, daß der Reichsnährstand on die kirchlichen Stellen die Bitte gerichtet hat, die Pfarrer möchten die Bestrebungen der Sippenforschung unterstützen. Große Strafkammer Gießen. Wegen Blutschande hatte sich der Joh. Konrad Rausch aus Eichenrod zu verantworten. Mit seiner Adoptivtochter hat er zweimal verbotenen Verkehr gepflogen. Das Gericht verurteilte ihn zu einer Gesamtgefängnisstrafe von 1 Jahr und 9 Monaten. 1 Monat und 3 Wochen der Untersuchungshaft wurden dem Angeklaaten auf die Strafe angerechnet. Die Mitangeklagte Adoptivtochter wurde freigesprochen, da sie wegen Nichtvorliegens des Derwandtsschaftsgrades nicht bestraft werden konnte. Der Friedrich D i e m e r aus Friedberg-Fauerbach wurde wegen Verbrechens gemäß § 176 Ziff. 3 StGB, zu einer Gesamt gefängnis st rafe von 10 Monaten verurteilt, weil er mit einem Mädchen unter 14 Jahren unzüchtige Handlungen vorgenommen hat. Zwei Monate der Untersuchungshaft wurden dem Angeklagten auf die Strafe ange- rechnet. Die Kosten Les Verfahrens hat der Angeklagte zu tragen. Sondergerichi in Gießen. Dor dem Sondergericht in Gießen hatte sich gestern der erst 22jährige Ernst Ludwig Ferd. Steinmüller aus Heuchelheim zu verantworten. Die Verhandlung ergab, daß es sich bei dem Angeklagten um einen haltlosen jungen Menschen handelt, der bereits wegen Diebstahls vorbestraft ist und sich auf dem besten Wege befindet, einmal hinter Zuchthausmauern zu enden. Er blieb nirgends in einer Arbeitsstelle, trieb sich in der Gegend herum, belog und bestahl seinen Onkel, der dem Angeklagten alles Gute wollte und wie ein leiblicher Vater für ihn sorgte, führte sich im Arbeitsdienst, in dem er 1933 war, sehr schlecht auf, vertrank das ihm von seinem Onkel zum Unterhalt und Antritt einer Arbeitsstelle bestimmte Geld in schlechter Gesellschaft, zog meistens mit Mädchen herum, brachte es schließlich sogar fertig, in geliehener SA.-Uni- form herumzulaufen und sich als SA.-Truppfiihrer auszugeben. Weiter mietete er sich unter der Vorspiegelung, er befände sich im festen Arbeitsoerhält- nis, in Oppenrod ein und blieb dem Vermieter das Kostgeld schuldig. Anläßlich der Feierlichkeit am Heldengedenktag erschien er in SA.-Uniform auf dem Trieb und trug das Hoheitsabzeichen, ohne hierzu berechtigt zu fein. Das Sondergericht verurteilte den Angeklagten wegen Verbrechens gegen § 3 des Heimtückengesetzes in Tateinheit mit Betrug zu zehn Monaten Gefängnis und zur Kostentragung^ Zwei Monate der Untersuchungshaft wurden dem Angeklagten angerechnet. Im zweiten Falle hatte sich der Josef Kleber aus Gießen wegen Beleidigung der Reichsregierung zu verantworten. Obwohl der Angeklagte erwerbslos ist, besaß er scheinbar doch soviel Mittel, um dem Alkohol ausgiebig zuzusprechen. In einer Wirtschaft in Gießen beleidigte er als alter Marxist in schamloser Weise das heutige Deutschland. Das Gericht zeigte dem Angeklagten, daß er auf dem von ihm beschrittenen Wege nicht weiterkommt, und verurteilte ihn zu einer Gefängnis st rafe von 4 Monaten. Außerdem legte es ihm die Kosten des Verfahrens auf. Aus der engeren Heimat. Schottener prämiierungsmarN. * Schotten, 5. Mai, Am 18. Mai (dritter Pfingsttag) findet hier in althergebrachter Weife der bekannte Schottener Prämiierungsmarkt statt. Der Markt besteht im einzelnen aus Pferde-, Rindvieh-, Schweine-, Ziegen- und Krämermarkt. Volksfest, Konzert und Tanz werden da- mit verbunden fein. Unter die Feldbahnlokomotive gekommen. * Garbenteich, 5. Mai. An der Baustelle der Reichsautobahn bei Garbenteich geriet gestern nachmittag der 25 Jahre alte Richard Hofmann aus Lang-Göns beim Ankoppeln von Kippwagen unter die Lokomotive des Feldbahn- betrieb es. Der bedauernswerte junge Mann wurde von der Lokomotive eine Strecke weit mitgeschleift und trug dabei erhebliche Verletzungen am rechten Bein und an der Hüfte davon. Die Sa- nitätskolonne vom Deutschen Roten Kreuz in Gießen verbrachte ihn nach der Chirurgischen Klinik. Oer Haushaltsvoranschlag der (Stadt Allendorf a. d. Lumda für 1932 Rj. £ Allendorf a. d. Lda., 3. Mai. In der letzten Sitzung der Ratsherrn stand als einziger Punkt „Die Beratung des Voranschlags für Rechnungsjahr 1937" zur Tagesordnung. Bürgermeister K r i e b beauftragte den 1. Beigeordneten mit dem Vortrag und Erläuterung der einzelnen Positionen. Der Voranschlag schließt in Einnahme und Ausgabe mit 151 483 Mk. ab. Davon entfallen auf die Abteilung I (Betrieb) 130 861 Mk., auf die Abteilung II (Vermögen) 20 622 Mk. Zum ersten Male erscheinen durch die Aenderung der Realsteuergesetze die Erträge dieser Steuern als Einnahme bei den Gemeindeumlagen, wodurch deren Vorsehung den Betrag von 22 267 Mk. aufweist, gegenüber 13 750 Mk. im Vorjahre. Da aber während der Übergangszeit und bis zur enbgültigen Regelung des Finanzausgleichs diese Steuern noch an Kreis und Land abzufiihren sind, erscheinen unter der Rublik „Steuern und Abgaben" etwa 7900 Mark. — Das schätzungsweise Aufkommen der Realsteuern — wieder als Aus- gäbe. Die Mehreinnahmen aus der behördlicherseits an- geordneten Holzmehrfällung erscheinen in der Dermögensabteilung in Höhe von 17 000 Mk. in Einnahme. Hiervon sollen 9000 Mark in die Betriebsabteilung zurücküberwiesen werden zur Bestreitung unbedingt notwendiger Ausgaben, insbe« sondere für Neuherstellung eines Teiles der Kanalisierung, Gofsenpftaster und Straßenverbesserung. Der Einnahmerest aus der außerordentlichen Holzfällung mit 8000 Mark soll dem Schulhausneubau- fonds zugelegt werden. Der Voranschlag wurde in der vorliegenden Form genehmigt. Die endgültige Festsetzung der Hebesätze der Steuern, die gegen das Vorjahr weder Erhöhung noch Senkung erfahren, soll erst nach erfolgter Nachprüfung des Voranschlags durch das Kreisamt, erfolgen. Nachstehend folgen die wichtigsten Rubriken des Voranschlages. A. Betrieb: Rechnungsrest Einnahme (E.) 23 4Ö0 Mk., Ausgabe (21.) 23 480 Mk.; Gebäude E. 72 Mk., A. 210 Mk.; Güter E. 3673 Mk., A. 1362 Mk.; Wal- düngen E. 54 400 Mk., A. 35 434 Mk.; Jagd und Fischerei E. 1521 Mk., A. —Mk.; Schäfereien E. —.— Mk., A. 478 Mk.; Märkte E. 50 Mk., A. 2270 Mk.; Waagen E. 170 Mk., A. 210 Mk.; Wasserversorgung E. 5241 Mk., A. 4239 Mk.; Allgemeine Verwaltung E. 310 Mk., 21. 8848 Mk.; Öffentliche Sicherheit E. —.—, 21. 784 Mk.; Gesundheitspflege und Wohlfahrtseinrichtungen E. —.—, A. 2019 Mk.; Feuerlöschwesen E. 172 Mk., 21. 546 Mk., Armenpflege E. 16 Mk., 21. 1910 Mk.; Schulen E. 811 Mk., 21. 3576 Mk.; Evangelische Kirche E. —.—, 21. 4287 Mk.; Friedhöfe E. 70 Mk., A. 1309 Mk.; Straßen, Brücken E. —. 21. 9925 Mk.: Kanäle E. 480 Mk., A. 1250 Mk.; Faselvieh E. 60 Mk., 21. 3388 Mk.; Grenzverhältnisse E. —, 21. 514 Mk.; Bäche A. 400 Mk.; Ruhegehalte, Witwen- und Waisengelder, soziale Fürsorge E. 1753 Mk., 21. 5000 Mk.; Arbeitslosenfürsorge E. —.—, 21. 500 Mk.; Wohnungsfürsorge E. 945 Mk., 21. 855 Mk.; Steuern und Abgaben E. —.—, A. 12 717 Mk.; Sondersteuern E. 2380 Mk., A. 103 Mk.; Kapitalzinsen E. 142 Mk., A. 594 Mk.; Ausgleichsrücklage E. —,—, 21. 1423 Mk.; Rücküberweisungen E. 90Ö0 Mk., A. —.—; Gemeindeumlagen (einschließlich staatlicher Gewerbesteuer und Kreisumlagen) E. 22 267 Mk., A. 720 Mk. — 8. Vermögen: Rechnungsrest E. 1614 Mk., 21. 1614 Mk.; Gebäude E.' —.—, 21. 8000 Mk.; Waldungen E. 17 000 Mk., 21. 9000 Mk.; Kapitalien und Erneuerungsfonds E. 2008 Mk., 21. 2008 Mark. Landkreis Gießen. K Daubringen, 4. Mai. Am Sonntagnachmittag sahen einige Spaziergänger aus Daubringen, wie mehrere Jungen auf der Paßhöhe zwischen Daubringen und Alten-Buseck mit Hollunder- stocken über die Straße warfen. Dabei fiel ein Stock, wahrscheinlich durch Zufall, auf die beiden unteren Drähte der elektrischen Hochspannungsleitung und blieb liegen. Als der Stock an fing zu brennen, liefen die Jungen davon. Es wäre notwendig, in der Schule die Jungen darüber aufzuklären, welche Schäden bei diesem Treiben hätten entstehen können,. damit dieses leichtsinnige Spiel für die Zukunft unterbleibt. <£ Allendorf a. d. Lda., 4. Mai. Der hiesige Spar- und Vorschuß verein hielt seine ordentliche Generalversammlung im Saale von Muth ab. Direktor Formhals eröffnete die Versammlung mit einigen kurzen Begrüßungsworten und anschließender Ehrung der im abgelaufenen Geschäftsjahr (1936) verstorbenen zwei Mitglieder. Der von dem Direktor erstattete Geschäftsbericht für 1936 gab eine ausführliche Ueberficht über den Geschäftsgang im vergangenen Jahre. Es konnte fest- gestellt werden, daß dank der Stabilität unserer Wirtschaft die Aufwärtsentwicklung auch im letzten Jahre angehalten hat. Der Gesamtumsatz betrug 3 557 365,68 Mark. Die Zahl der Mitglieder ist von 288 auf 293 gestiegen. Die Bilanzsumme beträgt 439 123,48 Mark. Sie Spareinlagen haben sich entsprechend erhöht und betrugen 311 590,73 Mark, die sich auf rund 900 Sparer verteilen. 125 neue Sparbücher gelangten im Berichtsjahr zur Ausgabe. Auch die Kleinsparkasse und Schulsparkasse zeigten eine günstige Entwicklung, sie erbrachten 2473,40 Mark neue Einlagen. Um den Sparsinn noch weiter zu fördern, hat die Dereinsleitung beschlossen, in Zukunft jedem neugeborenen Kinde unserer Stadt sowie der auswärtigen Mitglieder ein Einlagebuch mit einer kleinen Einlage gratis zukommen zu lassen. In laufender Rechnung verkehrten mit der Genossenschaft in 1936 210 Kontoinhaber. Allen Anforderungen auf Kreditgewährung konnte die Kasse gerecht werden. Die Neuausleihungen sind meistens Klein- und Mittelkredite, wie sie für die heimischen Verhältnisse vertretbar und zulässig sind. Vorwiegend dienten sie zum Bauen, zur Anschaffung von landwirtschaftlichen Maschinen und dergleichen und liefen zum größten Teil in der heimischen Wirtschaft um. Der Bericht über die gesetzliche Revision wurde zur Kenntnis genommen. Die Jahresrechnung, durch Rechner D ö l l vorgetragen, fand keine Beanstandung. Auf Antrag aus der Versammlung wurde dem Vorstand uno Aufsichtsrat Entlastung erteilt. Der Reingewinn fand nach den Vorschlägen des Vorstandes und Aufiichtsrates Verwendung. Das satzungsgemäß ausscheidende Auffichtsrcttsmftglied Andres Merkel T. wuM wiedergewählt. An Stelle des aus Gesundheitsrücksichten und Arbeitsüberhäufung freiwillig zurück- getretenen Aufsichtsratsmitglieds E. Lotz II. wurds Bürgermeister Kl. K r i e b gewählt. Dem Ausscheidenden wurde für seine stets eifrige und ersprießliche Mitarbeit durch den Vorsitzenden der Dank der Verwaltung ausgesprochen. Nachdem noch einige geschäftliche Angelegenheiten besprochen worden waren, wurde die Versammlung in üblicher Weise geschlossen. * Hungen, 4. Mai. Der Haushaltsvoranschlag unserer Stadt für das Rj. 1937 beziffert sich in der Abteilung Betrieb auf rund 159 023 RM. Am Gemeindeumlagen werden, wie in den letzten Jahren, 35 000 RM. erwartet. Für Zwecke der Hitler-Jugend werden einem Fonds wiederum 1000 RM. überwiesen, um den Bau eines HJ.-Heimes baldmöglichst bewerkstelligen zu können. — In unserer Gemarkung wurden 2 0 0 0 Maulbeerbäume gepflanzt, die an der unteren Horloff und auf dem Galgenberg stehen. Kreis Büdingen. ch Bad Salzhausen, 4. Mai. Mit Eintritt günstiger Witterung ist reges Leben in unser Bad gekommen. Sowohl im staatlichen Kurhaus als auch in den Privatgaststätten haben sich Badegäste schon für längere Zeit eingefunden. Der Badebetrieb, seither nur an drei Tagen zugänglich, ist nun voll ausgenommen. Das Kindererho- lungsheim des Noten Kreuzes, das auf je vier Wochen abwechselnd etwa 15 Kindern Aufenthalt gewährt, ist schon seit Beginn vorigen Monats geöffnet, ebenso seit einigen Tagen das Jugend-- familienheim für Füxsorgezoglinge mit durchschnittlich 15 Kindern. Im Reichs-Blinden- unb im Kaufmanns-Erholungsheim sind auch schon viele Gäste eingetroffen. Kreis Alsfeld. * Alsfeld, 4. Mai. Der Verein ehemaliger Alsfelder Real- und Oberrealschüler soll aufgelöst werden. Als Grund für diesen Beschluß wird angegeben, daß der seitherige Vorsitzende, Bürgermeister a. D. Frank, eine Wiederwahl endgültig abgelehnt hat, eine Neuwahl für den Vorsitzenden nicht zustandegekommen ist, dafür auch keinerlei Vorschläge gemacht worden sind, eine größere Zahl von Mitgliedern schon feit Jahren mit der Zahlung des Beitrags im Rückstand ist und überhaupt immer weniger Interesse für den Verein gezeigt wird. £ Groß-Felda, 4. Mai. In der Nacht vom 30. April auf den 1. Mai geht es seit altersher unheimlich zu. „W a l p e r n" ist für den Einheimischen ein fester Begriff, und die Jugend lebt schon lange in der Vorfreude. Nach Einbruch der Dunkelheit begibt sie sich auf eine der umliegenden Höhen, und im Scheine eines Feuers und unter Peitschenknallen wird ausgerufen, daß es über Berg und Tal erklingt, daß die N. N. dem N. N. fein „Liehmensch" sei. In der Nacht geht es unheimlich zu. Der eine sucht sein Gartentor, der andere seinen Wagen, ein dritter hat mit viel Liebe sein Holz aufgeschichtet und steht nun am Morgen des 1. Mai vor seiner zertrümmerten Herrlichkeit. Das ist ein altes Vorrecht der jungen Burschen, daß man ihnen in dieser Nacht keine „Schandtat" übel nimmt. Die jungen Mädchen erzählen sich am andern Morgen, was man für sie auf der Versteigerung geboten hat; denn das geschieht abends im Wirtshaus. Jedes Mädchen wird vom Ausrufer ausgeboten, und der gebotene Preis, das heißt ein Zehntel davon, wird in die Bierkaffe bezahlt. Die Dorfschöne, auf die das höchste Gebot gegeben wurde — es liegt so um 30 Mark herum — ist natürlich nicht wenig stolz. Gute Möbel bei Koos Giessen Schulstn6 1528 stets die druckfreie Brille nach Maß von Optiker Magnus Kassenlieferant Seltersweg 33 Lichtspielhaus Heute Erstaufführung des neuen Ufa-Kriminalfilms Sybille Schmitz mit Ursula Grabley, Sabine Peters, Ivan Petrovich, Gustav Waldau, Rudolf Platte. Regie: Georg Jacoby. Dramatische Wucht, mitreißende Spannung, spritzige Dialoge voller Witz und natürlichem Humor und eine hervorragende Besetzung sind die besonderen Vorzüge dieses packenden Kriminalfilms, in dessem Mittelpunkt Liebe u. Opferwillen einer Künstlerin stehen: gespielt und gelebt von — Sybille Schmitz I 3110 a Beiprogramm und Foz-Ton-Woche. Tlgl. 4,6,8.80 — Himmel!.«. Sonnt. 8,5.30,8.30 Ihre Vermählung geben bekannt Fritz Henß Erni Henß, geb. Kimmel Großen-Äuseck, den 3. Mai 1937 02296 Wir haben ein Sonniagsmadel! Heinrich Hub und Frau Gertrud,geb. Donau Gießen (Friedenssiraße 1), den 2. Mai 1937 3099D Nur die beste Drucksache neben der Zeitungsanzeige kann Ihre Werbung wirksam unterstützen. Geringwertige Drucksachen schaden mehr als sie nützen. Deshalb sparen Sie bei Herausgabe der beeten Drucksache i sie Wir beraten Sie Wir entwerfen Wir drucken gut Ist die billigste! BrOhl'sche Druckerei, Schulstraöe 7, Anruf 2251 Der bekannte SWMlWMMMlll findet am 3. pfingftfeiertag (18. mal 1937) in der althergebrachten Weise statt. Pferde-. Rindvieh-, Schweine-, Ziegen- und Kramermarkt. Beginn des Auftriebs 7 Uhr; Ende 8 Uhr. Beginn der Prämiierung 8 Uhr. Die Prämiierungsklassen sind dieselben wir im Vorjahre. Anmeldungen zur Prämiierung müssen spätestens bis 12. Mai 1937 bei der Bürgermeisterei Schotten unter Angabe der Herd- bzw. Jungvieh- nummer und Anzahl der Kälber der betreffenden Kühe erfolgt sein. „ Nichtangemeldete Tiere werden von der Prämiierung ausgeschlossen. 3109V Beginn der Verlosung: 1 Uhr auf dem Markt. Wertvolle Gewinne! Lose ä 50 Pf. bei der Bürgermeisterei Schotten zu haben. Volksfest — Konzert — Tanz! Bürgermeisterei Schotten. E9 Rasse 395 Hier abschneiden! Rasen - da langer Rasen durch Nässe gern fault. Notwendig ist gleichfalls das Abrechen des abgefallenen Laubes. Düngung erfolgt im November durch Kornpoftbelag, durch Ausstreuen von Thomasmehl und Kali. Gefrorenen R Rasiert sich Ihr Mann gern? Meistens ist den Männern diese tägliche Arbeit lästig. Und doch würde das Rasieren viel besser mit einer guten Rasierklinge gehen. Machen Sie Ihrem Mann bei der nächsten Gelegenheit die besondere Freude und schenken Sie ihm die guten Klingen von 3- V. Hauser, Gießen, am Oswaldsgarten, Fernsprecher 2145/2146. Schnittwunden schließen sich durch Bestreichen mit einem angefeuchteten Alaunstein. Der Rasierapparat muß sofort nach Gebrauch gereinigt und gut abgetrocknet werden. Zum Trocknen des Mesiers benützt man, damit keinHandtuch eingeschnittenwird, ein Stück weiches Papier. Rasierklingen nicht herumliegen lassen. Angerostete keinesfalls mehr benutzen. Gefahr der Blutvergiftung! Rasierpinsel wählt man zweckmäßig aus Dachshaar, das weich ist, die Seife gut schäumen läßt und sich im Gebrauch wenig abnützt. Nach der Benutzung muß der Pinsel jedesmal gut ausgewaschen und am besten mit den Pinselyaaren nach unten aufgehängt werden. Rasierspiegel, müssen so hängen, daß kein direktes Licht hineinfällt. Es gibt als Rasierspiegel auch Hohlspiegel, die Stellen, die man gerade rasiert, in Vergrößerung zeigen. Rasse, Unterscheidung des Menschen nach bestimmten Merkmalen. Die europäischen Rassen gliedern sich in die nordische Rasse, die hochgewachsen und langschädelig ist, mit schmalem Gesicht, blondem Haar, blauen Augen und heller Hautfarbe, die fälische Rasse, die stämmig ist, ein breites Gesicht, helles Haar und graue Augen besitzt, die ostbalti- foe Rasse, die ein rundes Gesicht, helles Haar und graue oder hellbraune Augen besitzt, die ostische Rasse, mit untersetzter Gestalt, rundem Gesicht, breiter Nase, möglichst nicht betreten. Im Frühjahr Kunstdünger ausstreuen (15 bis 20 g pro Quadratmeter) und reichliche Bewässerung hinterher. Moosbildung erfofgt bei Übersäuerung des Bodens, die durch zu reichliche Bewässerung und in Schattenlagen gern auftritt. Solche Stellen werden ausgerecht, durch Kalk entsäuert und dann neu besät. Rasen. Das unbefugte Wegnehmen von Rasen von Wegen oder fremden Grundstücken wird mit Geldstrafe bis zu 150.—RM. oder Haft bestraft. Nasenbleiche, die Art der Bleiche, bei der die Wäsche am meisten geschont wird. Der Rasen darf dabei nicht frisch geschnitten sein, da es sonst Grasflecke gibt und die Wäsche muß wiederholt begossen werden. Rasieren, die Entfernung der Varthaare, läßt sich um so leichter vornehmen, je länger und gründlicher man einseift, da dadurch die Barthaare erweicht werden. Das Rasiermesser oder die Rasierklinge müssen vor Gebrauch abgezogen werden. Klingen schneiden besser, wenn man sie während des Rasierens örter in heißes Wasser taucht. Nach dem Rasieren ist es zweckmäßig die Haut mit Toilettenessig ein- zureÄen und zu pudern. Kleine Rundfunkproaramm. Freilag, 7.2Nai. 6 Uhr: Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 8.10: Gymnastik. 8.30: Musik am Morgen. 10: Schulfunk: „Straßen des Führers". 11: Tummelstunde. 11.15: Hausfrau, hör zu! 11.45: Landfunk. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). Offene Stellen. Wetterbericht. 13.15: Mittagskonzert. 14.10: Dem Opernfreund. 15: Volk und Wirtschaft. 15.15: Frühling am Rhein. 16: Unterhaltungskonzert. 17.30: Zur Weltwirtschaftstagung in Frankfurt a. M. 17.45: „Die kinderreiche Familie in Verwaltung und Recht." Vortrag von Regierungsrat Direktor Dr. Ruttke. 18: Musik aus Dresden. 19: Volksmusik und Volkslieder. 19.40: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.10: „Der gutgelaunte Zufall." Ein heiteres Spiel für den Funk von Paul Schaaf. 21: Unterhaltungskonzert. 22: Nachrichten Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Donnerstag, den 6. Mai. Gießen. Stadtkirche. 9.30 Uhr: Pfarrer Becker. — Johanneskirche. 9.30: Pfarrer Ausfeld; 11: Kinderkirche für die Johannes- und Militärgemeinde, Pfarrer Ausfeld; 20: Bibelbesprechstunde im Jo- hannessaal, Pfarrer Ausfeld. — Kapelle des Alten Friedhofs. 9.30: Studienrat Dr. Unverzagt; 11: Kinderkirche für die Lucheraemeinde, Studienrat Dr. Unverzagt. — Petruskapelle (Wetzlarer Weg 59). 9.30: Pfarrer Trapp; 10.45: Kinderkirche für die Petrusgemeinde, Pfarrer Trapp. — Wiefeck. 9.30: Gottesdienst. — Albach. 9: Gottesdienst, Kollekte für die Mission. — Steinbach. 10: Gottesdienst, Kollekte für die Mission. — Annerod. 12.30: Gottesdienst. — Rödgen. 10: Gottesdienst. — Klein-Linden. 8: Gottesdienst. — Alle Klosterkirche auf dem Schif- fenberg. 8.30: Frühgottesdienst, Pfarrer Steiner (Hausen), Mitwirkung des Frauenchores Hausen und des Posaunenchores Watzenborn. — Hausen. 10.30: Gottesdienst. — Garbenteich. 13: Gottesdienst. — Lich. 9.30: Missionar Walther, Frauenchor, Kollekte; 10.45: Kindergottesdienst, Missionar Walther, Kollekte; 15: Missionsfest in der Meilbach, Stiftspfarrer Naumann, Missionar Walther, Posaunenchor Lich, Kollekte. — Rieder-Bessingen. 9.30: Stiftspfarrer Naumann. — Kloster Arnsburg. 10.30: Gottesdienst, Pfarrer Goethe. — Hungen. 10: Gottesdienst; 11: Kindergottesdienst. — Dir- berg. 10: Gottesdienst. — Harbach. 12.30: Gottesdienst. — Beltershain. 14: Gottesdienst. — Beils- berg. 10: Lesegottesdienst. — Bettenhausen. 13.30: Gottesdienst. — Birklar. 9.30: Gottesdienst. — Langsdorf. 11: Gottesdienst; 15.30: Hausabendmahle. katholische Gemeinden. Mittwoch, den 5. Mai. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Donnerstag, den 6. Mai. Chrffti Himmelfahrt. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; 8: Kommunion; 9: Amt und Predigt; 11.15: Messe Und Predigt; 14.30: Vesper; darauf Beichtgelegenheit. — Grünberg. 9.45: Messe und Predigt. — Hungen. 8: Amt und Predigt. — Lich. 10: Amt und Predigt. — Nidda. 8.15: Amt und Predigt. — Schotten. 10.30: Amt und Predigt. Oeffenllicher Sonntagsdienst. Polizei: Telefon 2751, nur in dringende» Notfällen Telefon 01. Feuerwache: Telefon 2244/45, Notruf Telefon 02. Hauptpostamt: Beschränkter Schalterdienst 8 bis 21 Uhr. Stadtpostamt: Für Schließfachabholer 1 bis 13 Uhr. Sanitätskolonne: Telefon 2500. Arzt: Dr. Geyer. Zahnarzt: Dr. Kockerbeck. Apotheke: Engel-Apotheke. Autohilfe: Rufnummer 04 b. Postamt Gießen. übermorgen Freitag 7. Mai, 20 Uhr, Nene Aula der Universität Am Flügel Sebastian Peschko, Berlin Schumann - Beethoven - Trnnk - PHtzner - Woll Karten 1.50-4.00 Mk. 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Rasienamt, dem Reichsministe- ' tium des Innern unterstellt, ist ! die maßgebende Stelle für Ras- . senfragen und entscheidet bei zweifelhafter arischer Abstammung. Rasienhygiene (Eugenik). Alle ■ Bestrebungen, die auf Erhaltung der erbgesunden Familie zielen und die Fortpflanzung der wertvollsten Rassemerkmale zur Ausgabe haben. Rasienschande. Unter R. versteht man den Geschlechtsverkehr zwischen deutschblütigen Menschen und Juden, s. dort., Geschlechtsverkehr, Rat. s. Empfehlung. Ratenzahlung, s. Abzahlung. Rätin, friesartiges Wollgewebe Nationalisierung, ein Schlagwort, das Arbeitsersparnis bedeutet i Ranch aber zu Arbeiterersparung mißbraucht wurde. Erst das Dritte Reich hat die Arbeitskraft des Menschen gegenüber der Maschine wieder zu Ehren gebracht. Rationalisierung im Haushalt bedeutet die Anwendung arbeitsparender Methoden oder Geräte. Ratten, schädliche Nagetiere, die auch Seuchen verbreiten. Die europäische Hausratte wird immer mehr durch die gefährlichere asiatische Wanderratte verdrängt. Ratten bekämpft man wie Mäuse mit einem käuflichen Präparat aus Meerzwiebeln. Auch Fallen werden gegen die Rattenplage eingesetzt. Rätsel, bei Denen eine einfache Denkaufgabe gestellt wird, sind bei Kindern sehr beliebt, da sie den kleinen Geist anregen. Das Rätsel muß selbstverständlich der Auffasiungsgabe angepaßt sein. Wenn Kinder Erwachsenen ein einfaches Rätsel aufgeben, macht es ihnen Freude, wenn man sich den Anschein gibt, ernstlich darüber nachzudenken. Raub. Wer einer Frau einen Kuß raubt, kann u. U. wegen Beleidigung bestraft werden (s. dort). Wer eine fremde bewegliche Sache unter Anwendung von Gewalt ober von Drohungen mit Mord oder Körperverletzung einem anderen wegnimmt, wird mit Zuchthaus bestraft. Rauch. Der Inhaber eines Grundstücks kann die Zuführung von Rauch, die von einem Nachbargrundstück ausgeht, im allgemeinen nicht verbieten, außer es XeHemieiwa1 DAS FÜHRENDE FACHGESCHÄFT IN GLAS-UNO POR^ELLANWAREN '“‘Äf W ~G I E» E N * P. EU ZPLAT1 Hern ja nicht aber es muß auch sein - und damit Ihnen die Arbeit recht leicht wird empfehle ich Ihnen meine erprobten Hausputzmittel Für den Fubboden Das vorzügliche Reinigungsmittel „Drowol“........Liter RM. 0.75 Edel-Bohnerwachs, eigen<* Herstellung .....1-kg-Dose RM. 130 Um Schmutz und Fett zu lösen „Drowefix“.......1 kg RM. 0.50 Fensterleder, verschiedene Fleck wässer, Kernseifen usw. 3iosA Alles,was zum Hausputz gebraucht wird, preiswert und gut bei Drogerie Kreuzplatz 10 Bestellungen nehmen alle Buchhandlungen und der Verlag entgegen. Hugo Bermühler Verlag Berlin-Lichterfelde Stadttheater Heute Freitag | 20-22.15 31. Freitag- Miete Erstaufführung Der Etappenhase Lustspiel von Bunje. 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Baiduff ANNEROD Am Himmelfahrtstag ab 2 Uhr TANZ im Saalbau Engelhardt la Militärkapelle sogsD Zum Muttertag schöne praktische Geschenke Strümpfe Handschuhe Aparte Schals Schürzen Kunsts. Wäsche Strickwesten Pullover usw. in großer Auswahl Modehaus Schneberger Schulstrabe 4 LA6mann,Gie6en Sie sind WJLÄYl IVyCUVWt Offen gesagt, den letzten Ausschlag gab Ihre korrekte Kleidung. Männer, die in Kleideriragen modern denken, tuns in der Arbeit auch. - Sich geschmackvoll zu kleiden, ist bei der großen Auswahl des Hauses Köhler und der aufmerksamen und fachmännischen Bedienung wirklich kein Kunststück. Sport-Anzüge - Sakko- Anzüge - Obergangs- Mäntel — Trachten-, Wetter-, Knaben- und Berufs-Kleidung - etwa teuer? Noch nie war Köhler teuer! ^KÖHLER Gießen- SeItersweg 17 Eigene Anzüge- und Uniform-Maßschneiderei 3096 A