187. Jahrgang „Bannerträger eines neu erwachenden Europas." Minister Nr.Goebbels spricht in einer Massenversammlung in der Hamburger Hanseatenhalle. Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen m. 30 Erstes Blatt 187. Jahrgang 8reitag, 5. Februar 1957 _ Ä Annahme von Anzeige« Lrjcheim täglich, autzei »■■■ ■ IHf W tor ote Mitlagsnummer Sonntags und Feiertags ▼ H ▲ Jk A bis 8'/.Uhr des Vormittags srs iMiAHAitAit HR *♦ -*A«A-fMsv E- VnviKlnl TlllwlUvl -Zs Auch bei Nichterscheinen NM MM Ermähtgle Grundpreise: BOT einzelnen Nummern V Stellen-. Vereins., gemein. ZGL General-Anzeiger für Oberheffen ZUM richten- Anzeiger Giessen V w 1 w behördliche Anzeigen 6Npf. Stanfftttin 11688 vruck und Verlag: vrühl'sche llniverfitätsVllch- und Steindruckerei R. Lange in Stehen. Schriftleitung und Seschäftsftelle: Schulftrahe 7 W-Ng-N°b,chiüsi° Stnffel 8 Hamburg, S. Dez. (DNB.) Reichsminister Dr. Goebbels traf gegen 19 Uhr auf dem Hamburger Hauptbahnhos ein, wo er von Gauleiter Reichsstatt- halter Kaufmann empfangen wurde. Tausende hatten sich eingefunden, um Dr. Goebbels auf seiner Fahrt zur Hanseatenhalle grüßen zu können. Der riesige Versammlungsraum war überfüllt. Dr. Goebbels erklärte, daß das nationalsozialistische Aufbauwerk der letzten vier Jahre niemals ohne das deutsche Volk möglich gewesen wäre. Der Nationalsozialismus habe eine Art moderner Demokratie geschaffen, die das Volk in unmittelbare Beziehung zur politischen Meisterung seines Schicksals gebracht habe. Der Nationalsozialismus habe zum ersten Male in der Geschichte eine Revolution der Ordnung Durchgeführt und ein Regime der Disziplinlosigkeit Lurch ein Regime der Disziplin abgelöst. Die deutsche Währung, erklärte der Minister, ist d i e -st a b i l st e der Welt, das Heer der Arbeitslosen von damals ist in dem Wirtschaftsprozeß eingegliedert — und zwar für immer — die Produktion geht wieder ihren geregelten Gang. Das Regime ruht im Herzen des Volkes. Wir haben den Bolschewismus ausgerottet, Versailles ist zerrissen, und nach innen wie außen steht das von einer starken Armee geschützte Reich g e f e st i g t e r da denn j 6. Heule gehe es um die Erhaltung der abendländischen Kultur, die durch den asiatisch-jüdischen Bolschewismus aufs schwerste bedroht sei. Bor dieser akuten Gefahr dürfe kein Staat die Augen verschließen. „Wir bemühen uns, Europa über diese Gefahr aufzu- klären. Des Führers Außenpolitik zeigt ein absolut konstruktives Gesamtbild und läßt klar erkennen, daß eine ordnende und regelnde Hand nach einer weil vorausschauenden Konzeption am Werke ist. Sie ist allerdings nur bei einer Regierung möglich, die fest im S a l t e l s i h l und dank der Geschlossenheil der Kation eine Wacht verkörpert, mit der die Welt rechnen kann und muß. Es gibt in Europa einen Gegner, der das Lhaos will: die Sowjets! Sie wissen, daß sie nur dadurch die Weltrevolution Vorwärtstreiben können." Dr. Goebbels rechnete scharf mit der von Moskau betriebenen Hetz- und Lügenkampagne ab. Moskau habe die Absicht, Europa zu revolutionieren. Es unterhSN als Fremdenlegionseiner Irrlehre in allen demokratischen Ländern kommunistische Parteien, die auf eine völlige Lähmung der Außenpolitik der betreffenden Staaten hinzielen. Wir wissen, daß das Zentrum der Hetze zur internationalen Weltrevolution in Moskau sitzt. Wir wissen, daß Moskau von Spanien aus die europäische Revolution aufzurollen gedenkt. Wir werden die Welt über diese Gefahr rückhaltlos aufklären. Wir haben es erreicht, oon sieben Mann zum Volke emporzuwachsen, und wir werden es auch erreichen, die Kulturvölker der Welt über die bolschewistische Gefahr aufzuklären. wie wir durch unseren unentwegten Ruf: „Deutschland erwache!" das deutsche Volk vom Abgrund zurückgerissen haben, so werden wir durch unseren Ruf: „Europa erwache!" den Völkern Europas die Augen öffnen. Deutschland hat damit eine wahrhaft europäische Wission zu erfüllen; es ist auf dem Wege, Bannerträger eines neu erwachenden Europas zu werden. Es giif, dem Bolschewismus mutig und unbeirrt ins Auge zu schauen, dann hat er bereits die Hälfte feiner Gefährlichkeit verloren. Deutschland steht in diesem gewaltigen Wettkampf nicht mehr allein da. Auch andere Völker haben die Gefahr bereits erkannt. Für uns sind Partei, Staat und Wehrmacht die wichtigsten Faktoren zur Erhaltung unseres Volkslebens. Denn das Volk ist für uns ein und alles. Wir alle haben dem Volke zu dienen und unsere Kräfte der Nation zu widmen. Die großen Bauten, die wir setzt planen, werden noch späteren Generationen Zeugnis von unserer großen Zeit ablegen. Wir wollen den Städten Berlin, München und Hamburg den ihrer Art und ihrem Charakter entsprechenden großzügigen architektonischen Ausdruck geben. Wir wollen sie zu wahren Weltstädten erheben. Die Organisationsformen der Partei, der Wehrmacht und des Staates finden i n der Person des Führers ihre Einheit. Die Partei stellt für alle Zukunft die politische Führung der Nation sicher. Deshalb bemüht sie sich, das Erziehungsproblem so schnell wie möglich einer Lösung entgegenzuführen. Die Partei hat eine universale deutsche Aufgabe zu erfüllen, sie läßt aus diesem Grunde jedem Volksgenossen auf religiösem Gebiet seine persönliche Freiheit. Die Wehrmacht schützt den Staat und seine Grenzen. Die Wehrmacht hat sich mit der Partei zum gemeinsamen Dienst am Volke verschworen. „Gibt es einen größeren Unterschied zwischen Bolschewismus und Nationalsozialismus als den, daß man in Moskau die alte Parteigarde Mann für Mann erschießt, während in Deutschland die alte Parteigarde Mann für Mann den heutigen Staat trägt?" Die Kation beginnt zu begreifen, daß es ihr großer tragischer Irrtum war, sich im Jahre 1919 damit abzufinden, eine dienende Rolle unter den anderen Völkern zu fpielen. Sie beginnt nun wieder ihren Anspruch auf Leben und Ehre in der Welt anzumelden, und sie ist glücklich, im Führer das große Vorbild zu besitzen. Die hinter uns liegenden vier Jahre waren nicht umsonst. Wir können mutig und getrost in die Zukunft fchauen. Das Schlimmste haben wir hinter uns. Was nun noch zu lösen bleibt, Moskau, 5. Fedr. (DNB. Funkspruch.) Wie im vergangenen Jahr nach dem Sinowjew-Prozeß, so setzte auch diesmal im Gefolge des Trotzkisten- Prozesses in der ganzen Sowjetunion eine Verhaftungswelle größten Umfanges ein. Ehemalige führende Sowjetpolitiker sind schwerster Kapital- und Staatsverbrechen angeklagt, und ohne jeden Zweifel verhaftet: Bucharin, einer der engsten Freunde Lenins, und früheres Mitglied des Politbüros, zuletzt Chefredakteur der „Jswestija", U g l a n o w , früheres Mitglied des bolschewistischen Zentralkomitees und gleichfalls ehemaliger Rechtsoppositioneller, R y k o w, Vorgänger Molotows im Vorsitz des Rats der Volkskommissare und zuletzt Postkommissar, Preobraschenski, S m i l g a und der Zarenmörder Beloborodow, alle drei frühere aktive Anhänger Trotzkys, sowie der frühere Sowjetbotschafter Rakowski. An Angehörigen von früheren „Trotzkisten" und ihnen sonst nahestehenden Personen sind verhaftet: Frau I a b a k o w , der jüngere Sohn Trotzkis, Sergey S e d o w - B r o n st e i n , der zuletzt als Ingenieur in einer Maschinenfabrik in Sibirien tätig war, ein Neffe Sinowjews mit Namen Sachs, der persönliche Sekretär Radeks und der persönliche Sekretär Rabakows. An Funktionären der Sowjetwirtschaft und leitenden Ingenieuren sind der Sabotage beschuldigt und verhaftet: der Direktor der großen landwirtschaftlichen Maschinenfabrik in Rostow am Don, G l o b o w , der Chef der Gebiets- oerwaltung für die einheimische Industrie in Tscher- nigow, Ljubimow, der Leiter der gesamtsowjetrussischen Gummiindustrie, Bitter (früher stellvertretender Leiter der Berliner Sowjethandelsvertretung) Marjassin, offenbar ein Bruder des wird zwar auch die angespannte Kraft des ganzen Volkes erfordern, aber es wird im Zuge der Entwicklung gelöst werden. Jeder ist zu dieser Aufgabe aufgerufen, es soll der Ehrgeiz eines jeden fein, daß einmal auch auf feinem Grabstein die ehrenden Worte stehen dürfen: „Auch ich habe mich verzehrt im Dienste am Vaterland!" Minutenlanger Beifall dankte Dr. Goebbels für seine Ausführungen, mit denen er die Massen von Anfang bis Ende im Banne hielt. früheren Staatsbankpräsidenten und hoher Funktionär des Uraler Industriegebietes, vier weitere hohe Beamte der Industrie des Uralgebietes, zwei Bankdirektoren, zwei führende Funktionäre in der koksoerarbeitenden Industrie, ferner als angebliche Mitglieder des west- sibirischen „Verschwörerzentrums" 10 h o ch g e - stellte Wirtschaftsfunktionäre und Ingenieure. Unter den hohen Eisenbahnbeamten zählt man insgesamt 26 Fälle von Verhaftungen. Laut „Jswestija" wurden vier „Terroristen' in der Akademie der Wissenschaften „entlarvt", während der bereits seit Monaten verhaftete frühere Rektor der Moskauer Universität Friedland der Anführer einer ganzen Gruppe von „terroristischen Historikern" gewesen sein soll Auch in der Zentrale der Sowjetgewerkschaften wurden angeblich vier „Trotzkisten" entdeckt. Unter den georgischen Nationalisten oder Separatisten werden gleichfalls ein halbes Dutzend Namen genannt, die dem Strafgericht der GPU. nicht entronnen sind. „Terrorgruppen" in Moskau, Leningrad, in der Ukraine und an anderen Orten sollen der Presse zufolge in Massen aufgedeckt worden sein. Hinsichtlich der Haftfälle in der Roten Armee wird amtlich lediglich die Verhaftung des bekannten früher trotzkistisch gesinnten Generals Pu tna zugegeben. Weitere Haftfälle wie der des Adjutanten Tuchatschewskis und andere werden dementiert. Diese stattliche Lifte vermag aber nur eine blasse Vorstellung zu geben von dem Ausmaß der in Gang befindlichen „Säuberungsaktion". Wie man sieht, bleibt kaum ein Gebiet der Sowjetwirtschaft oder Verwaltung davon berührt. (He Aussichten für Freiwillige her Lustwaffe. Von Major (E ) Adler, Meichslustfahrtministerium). (Schluß.) Rechnungsführer und Angehörige des Derwaltungsperfonals müssen schreibgewandt, also etwa Schreiber oder kaufmännische Angestellte gewesen sein. Kraftfahrer werden Soldaten aus dem gleichen Zivilberuf und alle, die Motorenkent- nisse, technische Anlagen und Fähigkeiten haben. Ihre Ausbildung geschieht auf der Kraftfahrschule der Luftwaffe/ Das Truppennachrichtenper- s o n a l erhält seine Ausbildung bei der Luftnach- richtentruppe, die bevorzugt einftellt: Funker, Funktechniker, Arbeiter aus der Funkindustrie, Telegraphenbauarbeiter, Vulkanisierer, Feinmechaniker, Uhrmacher, Kartographen, Mathematiker. — Musiker erhalten eine militärische Grundausbildung bei einem Truppenteil der Luftwaffe. Mufikunteroffi- ziere mit mindestens vierjähriger Gesamtdienstzeit, die durch eine Vorprüfung die Eignung dazu nachweisen, werden auf der Staatlichen akademischen Hochschule für Musik in Berlin zum Musikmeister ausgebildet. Diese Ausbildung dauert drei Jahre (sechs Semester). — Anwärter für die Feue r - werkerlaufbahn ergänzen sich aus Freiwilligen, die die Reife für Obersekunda einer neunstufi- gen höheren Lehranstalt und eine zweijährige praktische Tätigkeit in der Metallindustrie ober im Metallhandwerk nachweifen können. Nach sechsmonatiger militärischer Grundausbildung bei einer Fliegerersatzabteilung oder einer Flakabteilung leisten die Feuerwerkeranwärter ein halbes Jahr Frontdienst bei Truppenteilen und Munitionsanstalten, davon zwei Monate in einer Waffenmeisterei und einen Monat bei einer Nachschubdienststelle. Bei Eignung werden sie zu einem zweijährigen Lehrgang an die Feuerwerkerschule der Luftwaffe einberufen, der mit einer Prüfung und gegebenenfalls Beförderung zum Feuerwerker-Unteroffizier schließt. Bei weiterer Bewährung im Dienst bei den Verbänden folgt die Beförderung zum Feuerwerker und Oberfeuerwerker. Freiwillige für die Waffenmeisterlaufbahn werden bei der Fliegertruppe, der Flakartillerie oder der Luftnachrichtentruppe eingestellt. Sie müssen das Gesellenzeugnis für das Schlosser-, Mechaniker- oder Büchsenmacherhandwerk besitzen. Der sechsmonatigen militärischen Grundausbildung folgen neun Monate Dienstleistung in einer Waffenmeisterei der Truppe, und bei Eignung ein Lehrgang von drei Monaten an der Waffenmeisterschule der Luftwaffe. Die Waffenmeister (Beamte) ergänzen sich aus bewährten Feldwebeln und Oberfeldwebeln dieser Laufbahn. Diese Unteroffiziere nehmen im zehnten Dienstjahr an einem halbjährigen Waffenmeisterlehrgang der Waffenmeisterschule der Luftwaffe teil. Für das Sanitätspersonal kommen Freiwillige in Frage, die als Heilgehilfen, Drogisten ober in ähnlichen Berufen ausgebilbet finb. Die Sanitätsfchüler werben nach ber militärischen Grunb- ausbilbung ihre Sonberausbildung burch einen Lehrgang bei den Sanitätsschulen ber ßuftmaffe ober in einem Lazarett erhalten. — Als Anwärter für die Beamten- (Einheit-) Laufbahn bes gehobenen mittleren nichttechnischen Dienstes kommen Freiwillige mit minbestens Primareife einer neunstufigen höheren Lehranstalt in Betracht. Diese Freiwilligen leisten nach der militärischen Grunb- aiisbilbung fünfzehn Monate Frontdienst. Darauf folgt eine'breimonatige Probebienstleistung bei Der- waltungsbienststellen, in ber bie Eignung zum Verwaltungsbeamten nachzuweisen ist. Diese Prohe- bienstzeit wirb angerechnet auf eine dreijährige Ausbildung im Verwaltungsdienst, bie mit einer schriftlichen unb mündlichen Prüfung (Regierungs- inspektoren-Prüfung) vor dem Prüfungsausschuß bes Reichsluftfahrtministeriums abschließt. Nach be- ftanbener Prüfung scheiben bie Beamtenanwärter als Solbaten aus. Sie werben außerplanmäßige Beamte mit ber Amtsbezeichnung „außerplanmäßige Regierungsinspektoren". Bei der Flakartillerie unterscheidet man artilleristisches und allgemeines Personal. Der Bedarf an artilleristischem Personal wird durch Einstellung bei den Batterien gedeckt. Die Ausbildung geschieht bei der Truppe. Für das allgemeine Personal ber Flakartillerie gilt das, was oben über bas allgemeine Personal ber Fliegertruppe gesagt würbe. Es kommt lebiglich hinzu bie Laufbahn bes Gerätverwalters für Scheinwerfer, bie bei ber Truppe, in einer Pionierwerkstatt unb bei einem Zeugamt ihre Ausbildung erfahren. Für die Flakartillerie finb Freiwillige folgender Berufe erwünscht: Vermessungstechniker, Landmesser, Kartographen, Meteorologen, Motor- und Autoschlosser, Kraftfahrer, Autogenschweißer, Holzhandw"rker (Tischler, Stellmacher, Zimmerleute), Maurer, Bauarbeiter, Elektromechaniker, Mechaniker, Dreher, Fräser. Bei der Luftnachrichtentruppe gibt es Luftnachrichtenpersonal und allgemeines Personal. Das Luftnachrichtenperfonal erhält eine zwölfmonatige militärische und nachrichtentechnische Ausbildung, die mit der Funk- oder Fernsprechprüfung A ab schließt. Anschließend werden bie Funker im Funkbetriebsdienst oder im Bodenpeildienst, die Fernsprecher im Fernsprechbetriebsdienst und Fernschreibbienst, bie Kraftfahrer im Kraft- fahrbienst ausgebilbet. Diese Ausbildung dauert sechs Monate und endet mit der Funk- ober Fernsprechprüfung B beziehungsweise den Kraftfahrprüfungen. Aus dem Luftnachrichtenperfonal gehen hervor die Bordfunker (Fliegerschützen), das Flug- Hinter den Mauern des Vutzrki-GefängMes. Warschau, 4. Febr. (DNB.) Die polnische Presse berichtet über die Hinrichtung der 13 zum Tode Verurteilten. Am Tage nach ber Urteilsverkündung sind die zum Tode Verurteilten in bas berüchtigte Butyrki - Gefängnis gebracht worden. Die Exekution fand mehrere Stunden vor Sonnenaufgang in einem der Jnnenhöfe des Gefängnisses statt. Die Verurteilten wurden gemeinsam durch Maschinengewehrfeuer niedergemacht. Der Hinrichtung wohnte der Jnnenkommissar I e s o w und der Staatsanwalt Wyschynskij bei. Bis auf Muralow, der bis zum letzten Augenblick die Fassung behielt, sollen sämtliche Verurteilte auf dem Hof des Bu- tyrki-Gefängnisses zusammengebrochen sein, so daß sie zur Hinrichtung an der Mauer des Gefangnis- hofes fest gebunden werden mußten. Die Hinrichtung fand bei Scheinwerferlicht statt. Polnische Blätter berichten, daß trotz ber Freu- benkundgebungen, bie in Moskau unb im ganzen Lande inszeniert wurden, in kommunistischen Kreisen starke Verstimmung über bie Hinrichtung ber 13 alten Bolschewisten herrscht, von deren Schuld man keineswegs überzeugt fei. berichtet, baß in der Fabrik Metromer in Kiew em Großfeuer ausgebrochen fei, bei dem mehrere Personen ums Leben gekommen seien. Da Die GPU. vermutet, daß das Feuer das Werk von Oppositionisten sei, die auf diesem Wege gegen die Hinrichtung Pjatakows unb feiner Anhänger protestieren wollten, sind strenge Untersuchungen eingeleitet worden. Das russische Volk muß bunaern. Ein Drittel des Staatshaushalts der Sowjetunion für Rüstungen. Warschau, 4. Febr. (DNB.) Der Krakauer Illustrierte Kurier" berichtet, im Sowjethaushalt für 1937 seien 20,102 Milliarden Rubel für die Rüstung vorgesehen. Zu diesem Betrag müsse man den Haushalt des Kommlfiariats für die Rüstungsindustrie, der 2,3 Milliarden Rubel Ausgaben vorsehe, hinzurechnen. Auch in den Haushaltsvoranschlägen der übrigen Kommissariate befänden sich Ausgabenposten für die militärische Ausrüstung, so daß der tatsächliche Rüstungshaushalt der Sowjetunion für das Jahr 1937 etwa 30 Milliarden Rubel betrage. Das feien etwa 30 v. H. des gesamten Staatshaushalts. Etwa die Hälfte dieser Riesensumme soll für die technische Ausstattung ber Armee, vor allem für ben Ausbau ber Luftflotte bestimmt sein. Die Kämpfe in Spanien hätten nämlich erwiesen, baß bie sowjetrussischen Kampfflugzeuge unb Tanks nicht auf höchster Stufe ftünben. Darum seien besonbers große Bestellungen von Flugzeugen, Geschützen unb Munition aus ber Tschechoslowakei vorgesehen, mit der der sowjetrussische Generalstab immer enger zusammenarbeite. Diesen Anstrengungen stehen allerbings bie Entwicklung ber Bevölkerung entgegen, deren Kriegstüchtigkeit infolge bes wachfenben Mangels an Lebensrnittel ftänbig geringer werbe. In vielen Bezirken hungere bie ganze Bevölkerung. Da es auch an Futtermitteln fehle, werbe trotz strengen Verbots alles Vieh abgeschlachtet. Es gebe meber (Betreibe noch Kartoffeln. Der Preis für Roggen unb Heu fei ungewöhnlich gestiegen. Spekulanten forberten gerabezu Phantast i'f ch e Preise für Mehl, Butter unb Kleidungsstücke. Der Preis für ein Kilogramm Butter betrage im regelrechten Handel 28 Rubel, im illegalen H anbei etwa 40 Rubel. Dieser Preis werbe auch bezahlt, da die Lebensmittel in ben staatlichen Läben nicht ausreichten. Auch bie Preise für anbere Artikel bes täglichen Be- barfs feien in letzter Zeit um 30 bis 50 v. H. gestiegen. Der Trust für Herrenkonfektion habe den Preis für einen Konfektionsanzug auf 900 Rubel erhöht. Neue nationale Offensive auf Malaga. London, 5. Febr. (DNB. Funkspruch.) Nach Meldungen aus Gibraltar haben die nationalen Truppen eine neue Offensive auf Malaga eröffnet. Sie greifen zu Lande, zu Wasser und in der Luft an. Die nationale Flotte beschoß am Donnerstagnachmittag ben Hafen von Malaga. Gleichzeitig wutbe der Kampf auf ber Land front zwischen Marbella und Fuengiro begonnen. Oie neue Verhaftungswelle in der Sowjetunion. Hunderte von alten Freunden Lenins und Funktionären der Eowjetwirtschast ais rrohkistische Staatsverbrecher festgenommen. Aeirgfunfperfonal, Funkoberfeldwebel und Fernsprechoberfeldwebel. — Für das allgemeine Personal der Luftnachrichtentruppe gilt ebenfalls das, was bereits über das allgemeine Personal der Fliegertruppe gesagt wurde. Für die Luftvachrichtentruppe kommen in erster Linie Freiwillige der folgenden Berufe in Betracht: Funker, Techniker und Arbeiter aus der Funk-, Fernmelde- und Fernsprechgeräteindustrie, Telegraphenarbeiter, Dulkanisierer, Feinmechaniker, Uhrmacher, Kartographen, Mathematiker, Motor- und Autoschlosser, Kraftfahrer. 3m 11. und 12. Dienstjahr sind alle Unteroffiziere berechtigt und verpflichtet, eine Fachschule zu besuchen, um sich dadurch die Kenntnisse und damit die Anwartschaft für den erwählten Zivilberuf zu erwerben. Das kann zum Beispiel geschehen au einer Luftwaffen-Fachschule für Verwaltung mit dem Ziel einer späteren Anstellung als Beamter im Verwaltungsdienst bei Behörden des Reiches, der Länder und der Gemeinden. Für das Luftnachrichtenpersonal, Flugzeugfunkpersonal und Bordfunker liegt nahe der Besuch eines Lehrganges an einer höheren Technischen Wehrmachtslehranstalt, dessen Abschlußprüfung die Voraussetzung für die Einberufung als Anwärter für den gehobenen mittleren technischen Dienst des Nachrichtenwesens ist. Für Flug- zeugmechaniker, Flugzeugmotorenschlosser und Bordmechaniker kommen in Betracht die Lehrgänge a n der Fliegertechnischen Schule zur Vorbereitung auf den mittleren gehobenen Dienst des Flugwesens. Diese Lehrgänge dauern in der Regel zwei Jahre und werden im gleichen Rahmen wie die einer Höheren Technischen Lehranstalt durchgeführt. Kraftfahrer können die Höhere Technische Lehranstalt bei der Kraftfahrkampftruppe n s ch u l e besuchen. Die Abschlußprüfung dieser Lehrgänge berechtigt zur Zuladung als Beamten- anwärter des gehobenen mittleren technischen Dienstes des Kraftsahrwesens und zum gehobenen mittleren technischen Dienst bei den Bchörden des Reiches, der Länder, der Gemeinden und der Körperschaften des öffentlichen Rechts. Die Höhere Wehrmachtlehranstalt für Vermessungswesen bezweckt die Ausbildung für den gehobenen mittleren Vermessungsdienst bei den Behörden des Reichs, der Länder, der Gemeinden usw. Als Schüler eignet sich in erster Linie, wer in einem vermessungstechnischen oder ähnlichen technischen Beruf tätig war oder während seiner militärischen Dienstzeit im Bildwesen oder im Truppenoermessungsdienst ausgebildet wurde. Grundsätzlich steht aber jedem Soldaten der Zutritt zur Ausbildung offen. Hinreichende Kenntnisse in Mathematik und Fähigkeit im Zeichnen sind nötig. Soldaten mit handwerklichen oder technischen Kenntnissen, welche eine Stelle als technischer Beamter erstreben oder sich in ihrem früheren Beruf weiterbilden wollen, können eine Heeresfach- schule für Technich besuchen. Schließlich haben auch noch die Heeresfach- schulen für Landwirtschaft die Aufgabe, langdienende Soldaten, die aus der Landwirtschaft stammen, beruflich so weit zu fördern, daß sie in der Lage sind, einen bäuerlichen Betrieb selbständig zu bewirtschaften. Der Soldat der neuen Luftwaffe hat also nicht nur die Auswahl unter der Vielzahl der militärischen Laufbahnen, sondern er kehrt gekräftigt an Körper und Geist, reich an militärischem Erleben in seinen alten Zivilberuf zurück oder tritt gerüstet mit Kenntnissen und Fähigkeiten in die erwählte neue berufliche Laufbahn ein. So wirkt sich der Aufbau der Wehrmacht des Dritten Reichs segensreich aus für jeden, der seinen Dienst in der Wehrmacht leisten darf. 3m Geiste Heinrich von Stephans. Die Gefolgschaft -er Reichspoft begrüßt den neuen Minister. Berlin, 4. Febr. (DNB.) Am Donnerstagmorgen überreichten Mitglieder des Reichspostministeriums dem neuen Reichspostminister Dr.-Jng. e. h. Ohnesorge in seiner Wohnung als Glückwunsch der Gefolgschaft eine Festgabe, während eine Kapelle des Postschutzes ein Ständchen darbrachte. Im Festsaal des Reichspostministeriums fand eine schlichte Feier statt. Ministerialdirektor Diplom- Ingenieur Nagel begrüßte im Namen des Personals der Deutschen Reichspost herzlich den Minister. Am heutigen Tage danken ihm die Gefolgschaft und vor allem die alten Parteigenossen für sein jahrelanges unerschütterliches Eintreten für die Aufrechterhaltung des Charakters der Deutschen Reichspost als einer Hoheitsverwaltung. Die Gefolgschaft sei stolz darauf, daß an der Spitze der Verwaltung ein Mann stehe, der zu den ältesten und treuesten Anhängern des Führers zähle. Sie gelobe ihm, in Vertrauen und Treue auf dem Weg zu folgen, den sie der Minister im Staate unseres Adolf Hitler führen werde. Der Minister gab in kurzen Umrissen ein lebendiges Bild von der Entwicklung der Reichspost,- er dankte seinen Mitarbeitern für die treue Unterstützung und rief die Gefolgschaft auf, im Geiste preußischen Beamtentums auf dem Grundstein aufzubauen und weiterzuarbeiten, den Heinrich von Stephan der Reichspost legte. Reichspostminister Ohnesorge erklärte einem Schriftleiter des „Völkischen Beobachters" u. a.: Die Personalunion zwischen dem Reichspostminister und dem Reichsverkehrsminister hat bereits vor der nationalsozialistischen Machtergreifung bestanden. Nachdem die Reichsbahn jetzt als unmittelbare Reichsverwaltung wieder unter die Hoheit des Reiches zurückgeführt ist, ist der Aufgaben- kreis des Reichsverkehrsministers so gewachsen, daß eine einzelne Persönlichkeit diese vielgestaltigen Aufgaben nicht bewältigen kann. Einheit der Verkehrspolitik war in der vergangenen Zeit zu einem Schlagwort geworden. Die Deutsche Reichspost tritt aber im Nachrichtenwesen nie in Konkurrenz mit anderen Verkehrsanstalten auf, sondern hat eine monopol- artige Stellung, so daß hier die Einheit der Derkehrspolitik im Verwaltungskörper der Deut- chen Reichspost allein und unteilbar gesetzt ist. Im übrigen würde die Deutsche Reichspost auch schon deshalb nicht unter dieses Schlagwort passen, weil ie im Nachrichtenwesen keine Verkehrsleistung, also keinen Transport von Gütern ausführt. Die Reichspost übermittelt in ihrem Nachrichtenwesen geistiges Gedankengut und stellt es unter einen besonderen Vertrauens- 3H u tz, den Schutz des P 0 st g e h e i m n i f f e s. Sie transportiert diese Nachrichten, soweit sie verkörpert sind, nicht selbst, sondern überläßt den Transport den übrigen Derkehrsanstalten. Und soweit die Post in ihrem Personen- und Güterverkehr tatsächlich Beförderungsleistungen ausführt, teilen diese Aufgaben im Verhältnis zu ihren Ge- amtaufgaben einen so verschwindend kleinen Dro- zentsatz dar, daß es Sinn in Unsinn verkeyren ließe, die Deutsche Reicbspost in ein ihr wesens- remdes Schema zu pressen. Ueber seinen Aufgabenkreis als Reichspoltmini- ter äußerte sich Dr. Ohnesorge: Ich bin bereits seit über 40 Jahren im Dienste der Deuffchen Reichspost tätig und habe sämtliche Beamtenstellen der Deutschen Reichspost von unten bis ooen durchlaufen. Ich glaube daher für mich in Anspruch nehmen zu können, Fachmann auf dem Gebiet des Nachrichtenwesens zu fein. Seit 1933 habe ich als Staatssekretär im Reichspostministerium als meine Aufgabe angesehen, die Deutsche Reichspost von allen bisherigen p ri v a t w i rt s ch a ftl i ch e n Tendenzen zu befreien und ihre Eigenschaft als ein Kul- turinstitut, das nur dem Führer und dem gesamten Volk zu dienen hat, klar herauszustellen. Ich habe hierin an das Erbe des großen Generalpostmeisters von Stephan angeknüpft, der in der Deutschen Reichspost eine Einrichtung erblickte, die Berlin, 4. Febr. (DNB.) Auf dem Wilhelm- Platz waren etwa 20 000 Eisenbahner mit ihren Fahnen und Kapellen aufmarschiert, um dem Führer zugleich namens ihrer 670 000 Arbeitskameraden den Dank abzustatten für die Befreiung der Reichsbahn aus den Fesseln internationaler Verträge und die Rückführung unter die Hoheit des Reiches. Kurz vor 16 Uhr war die Aufstellung in vorbildlicher Disziplin vollzogen. Die Abordnung der Reichsbahnarbeiter und -beamten Berlins, die vom Reichsstellenleiter Reichsbahnoberinspektor P e p p m ü l l e r als Vertreter der Beamten und dem Eisenbahnarbeiter-Fachgruppenwalter Praefke geftihrt wurde, begab sich zum Führer. Der Reichsverkehrsminister Dr. Dorpmüller und der stellvertretende Generaldirektor Pg. Klein- m a n n stellten dem Führer die Vertreter der Reichsbahnarbeiter und -beamtenschaft, unter denen sich drei Mitglieder des Hauptvertrauensrates der Reichsbahn befanden, vor. Brausende Heilruse hallten über den weiten Platz und vermischten sich mit den Klängen des Badenweiler Marsches, als der Führer wenig später, gefolgt von Reichsverkehrsminister Dr. D 0 r p - müller, Reichsleiter Dr. Ley, dem stellvertretenden Generaldirektor Dr. Kleinmann, dem Präsidenten des Reichsfremdenverkehrsverbarrües Esser, Staatssekretär Lammers und anderen Herren seiner Umgebung auf dem Balkon der Reichskanzlei erschien. Der Führer hielt an die 20 000 deutschen Eisenbahner eine kurze Ansprache, in der er insbesondere daraus hinwies, daß nun die Deutsche Reichsbahn unter die restlose Oberhoheit des Reiches zurückgekehrt sei, ohne daß dafür neue umlanareiche Der- vflichtungen übernommen worden sind. Zum Schluß dankte der Führer den versammelten Eisenbahnern und darüber hinaus allen denen, die an dem großen Werk der Deutschen Reichsbahn in den vergangenen vier Jahren mit- gewirkt haben, für ihre Mühe und Arbeit. Als der nur der Allgemeinheit und dem Kul. turfort schritt des eigenen Volkes zu dienen und jeden Fiskalismus abzulehnen hatte. In Verfolg dieser Gesicktspunkts haben wir es als unsere Aufgabe angesehen, dem Führer und dem Volk ein auf der Höhe der Technik stehendes Nachrichtenwesen zur Verfügung zu stellen und auch der wirtschaftlichen Betätigung durch günstige, der Zeitlage entsprechenden Tarife zu helfen. Wir haben ferner das Personal der Deuffchen Reichspost zu einem f e ft e n Kameradschafts, block zusammengeschlossen, der fest in der Hand des Führers liegt. Auf diesem Wege werde ich jetzt fortfahren. Führer, immer wieder unterbrochen von begeisterten Zustimmungsrufen, seine Ansprache beendet hatte, klang brausend der Sprechchor der Eisenbahner auf: „Führer — wir sanken dir!" Ein einziger Ruf, der sich immer wieder erneuerte. Das Kommando, die „Fahnen hoch! Stillgestanden!" gab das Zeichen für das dreifache Sieg-Heil auf Führer und Reich. Den Abschluß der eindrucksvollen Kund- bildete der Gesang der Nationalhymnen. Amlsiidergahe im Reichsverkehrsmimstermm. Freiherr von Eltz-Rübenach verabschiedet sich. Berlin, 4. Febr. (DNB.) Im Festsaal des Reichsverkehrsministeriums verabschiedete sich der bisherige Reichspost- und Reichsverkehrsminister Freiherr von Eltz-Rübenach und dankte den Arbeitern, Angestellten und Beamten des Mi- nisteriums für ihre treue Mitarbeit. Er begrüßte seinen Nachfolger, Dr. D 0 r p m ü l l e r, und bat ihn, allen Mitarbeitern des Hauses fein Vertrauen zu fchenken. Reichsverkehrsminister Dr. Dorpmüller brachte in feiner Ansprache zum Ausdruck, daß er die ihm vom Führer übertragenen Aufgaben von allgemein v e r k e h r s p 0 li t i f ch e n Ge- fichtspunkten aus in Angriff nehmen werde. Es werde sein Bestreben sein, alle Verkehrsmittel weiter zu entwickeln. Er würde es als einen Fehler ansehen, einzelne Verkehrszweige nicht auf den höchsten Stand ihrer Entwicklungsfähigkeit zu bringen und nicht alles aus ihnen herauszuholen, was der Allgemeinheit nützen könne. Staatssekretär Königs dankte Freiherrn von Eltz, der allen Mitarbeitern ein gütiger und gerechter Vorgesetzter gewesen sei, und gelobte Reichsminister Dr. Dorpmüller die Treue und aufgeschlossene Mitarbeit aller Angehörigen des Reichsverkehrsministeriums. Oie deutschen Eisenbahner danken dem Führer. Große Kundgebung vor der Reichskanzlei.—Oer Führer spricht. Nochmals -er Fall Schütte. Als das Urteil gegen den ehemaligen Diözesanjungscharführer Schülle aus Oberkirch (Baden), der wegen Blutschande mit feinen Schwestern zu Vit Jahren Gefängnis verurteilt wurde, ausgesprochen war, hat sich die deuffche Presse wegen des besonders abscheulichen Charakters des von Schülle begangenen Verbrechens in der Berichterstattung stark zurückgehalten. Die Tatsache aber, daß von kirchlichen Stellen die Angelegenheit weiter öffentlich behandelt wird, gibt Veranlassung, noch einmal zum Fall Schülle Stellung zu nehmen. In den Erklärungen, die von amtlicher kirchlicher Seite abgegeben worden sind, heißt es, Schülle fei nicht Führer sämtlicher katholischer Jungscharen für Baden gewesen, sondern nur „vor zwei Jahren rund sechs Monate in der Diözesanführerschaft der katholischen Jugend tätig gewesen'. Es sei ferner unwahr, daß „dieser junge Mann Theologie studiere, da er noch nicht das vorgeschriebene Studium beendet habe. Er habe erst seit April vorigen Jahres die Obersekunda eines vadischen Prioatgymnasiums besucht." Demgegenüber muß festgestellt werden: 1. Die Behauptung, daß Hans Schülle Diözesanjungscharführer für Baden war. ist vollkommen richtig. Das ergibt sich schon daraus, daß beispielsweise die Anschriften von Briefen, die von amtlicher kirchlicher Stelle an Schülle gerichtet waren, lauteten: „An den Diözesanjungscharführer in Oberkirch". Die Weglassung des Namens besagt eindeutig, daß es eben in der ganzen Erzdiözese nur einen Jungscharführer gegeben hat. Rundschreiben des Schülle an seine Unterführer tragen den Kopf: „Jungschar, Erzdiözese Freiburg". Wenn es weiter in der Erklärung heißt, Schülle sei vor etwa zwei Jahren rund sechs Monate in der Diözesanführerschaft der katholischen Jungscharen tätig gewesen, so muß demgegenüber festgestellt werden, daß Schülle nicht nur irgendwie „tätig", sondern der tatsächliche Führer war. Wenn er nur sechs Monate „tätig'7 gewesen ist, so nicht deshalb, weil er vielleicht, wie aus der Formulierung der Erklärung geschlossen werden konnte, aus freiem Entschluß die Führerschaft niedergelegt hätte oder weil dies von der kirchlichen Obrigkeit veranlaßt worden wäre, sondern weil er wegen staatsfeindlicher Tätigkeit von seinem Posten entfernt wurde. Schülle hat sich übrigens auch noch im Prozeß als „Diözesan- jungscharführer" bezeichnet. 2. Es ist vollkommen wahr, daß Schülle Priester werden wollte. Schülle hat, wie berichtet, feiner Mutter aus der Untersuchungshaft geschrieben, er wolle trotz allem seine Absicht, Priester zu werden nicht aufgeben. Er hat im Prozeß auch nach richterlicher Feststellung feines Verbrechens bis zum letzten Augenblick den festen Entschluß kundgegeben, doch noch Pfarrer zu werden, ein Entschluß, der bei allen Prozeßbeteiligten Erstaunen und Verblüffung ausgelöft hat. Es ist freilich richttg, daß Schülle noch nicht eingeschriebener Student der Theologie an der Universität war, vielmehr gehörte er als Schüler der allen Katholiken wohlbekannten Len- derschen Dorbereitungsanftalt in Sasbach (Baden) an. Als solcher bezog er besonders hohe Stipendien von feiten des erzbischöflichen Ordinariats, die mir solchen Angehörigen der Darbereitungsschule in Am Grabe Wilhelm Gustloffs. Nächtliche Weihestunde im Schweriner Ehrenhain. Sasbach zuteil werden, die ausdrücklich erklärt haben, daß sie katholische Geistliche werden wollen und die man in ihrem Vorhaben unterstützen will. Schülle ist vom Herrn Erzbischof in Freiburg per- onlich als Jungscharführer eingesetzt worden. Ein Beweis für seine Bedeutung in der katholischen Jugendarbeit ist die Tatsache, daß er vom Herrn Erzbischof in Freiburg während seiner Schutzhaft persönlich besucht wurde. Unter diesen Umständen muß im Interesse der Wahrheit noch einmal darauf hingewiesen werden, daß die von kirchenamtlicher Seite'herausgegebenen Erklärungen an dem Kernpunkt der Angelegenheit vorbeigehen. Der wegen des scheußlichen Verbrechens der Blutschande bestrafte Schülle hat in der Erzdiözese Freiburg an einer bemerkenswerten Stelle gestanden. Es wäre unter diesen Umständen besser gewesen, wenn kirchliche Stellen die Angelegenheit nicht weiter in „Erklärungen" behandelt hätten, sondern entsprechend der von der deutschen Presse geübten Zurückhaltung durch Stillschweigen mit dafür geforgt hätten, daß der Urteilsspruch recht bald in Vergessenheit gerät. Durch immer neue Behandlung der Angelegenheit in der Oeffent- lichkeit kann unmöglich dem Interesse der Kirche gedient werden. Frankreichs Flottenrüftung. Fast 300 000 Tonnen Neubauten. London, 5. Febr. (DNB. Funkspruch.) Wie der Flottenkorrespondent des „Daily Telegraph" meldet, werden in Paris zwei verschiedene Pläne für die französische Flottenrüstung ausgearbeitet Der erste Plan sehe den Bau do n fünf Großkampfschiffen von je 35 000 Tonnen vor. Es würde sich um z u s ä tz l i ch e Schiffe zu den bereits in Bau befindlichen zwei Großkampffchiffen handeln. Ferner sehe dieser Plan den Bau von zwei Flugzeugträgern von je 15 000 Tonnen, 10 Kreuze rn von je 8000 und einer Reihe von Zerstörern und U-Booten vor. Ins- gesamt werden 39 Schiffe mit einer Gesamttonnage von 273 000 Tonnen gebaut werden. Nach dem w e i t en Plan wurden nur 3 Großkampf- chiffe, jedoch eine entsprechend größere Anzahl von kleineren Schiffen in Auftrag gegeben, um die gleiche Gesamttonnage zu erreichen. Neue Streiks in Frankreich. Paris, 5. Febr. (DNB. Funkspruch.) Fast zwei Drittel der Hafenarbeiter und Packer der großen Warenhäuser in St. Jean-de-Luz bei Paris sind am Donnerstag inden Ausstand getreten, wie es heißt wegen der noch immer nicht geregelten Lohnforderungen und der Einführung des Einheitsrahmenoertrages. Der Streik soll' jetzt durch das pflichtgemäße Schiedsverfahren beigelegt werden. In Casablanca ist die 800 Mann starke Belegschaft der marokkanischen Zuckerfabrik in den Streif getreten und hat die Arbeitsstätten be- etzt. Die Belegschaft einer Glasfabrik in Asnieres streikt und verlangt ein 25prozentige Lohnerhöhung. Die Fabrikgebäude sind von den Streikenden besetzt worden. Der Streik in den elfassifchen Kaligruben geht weiter, edoch haben die Stteikenden das Direktlonsgebäude geräumt Schwerin (Mecklenburg), 4. Febr. (DNB.) Mit einer erhebenden Weihestunde feierte am Donerstag- abenb die Auslandsorganisation der NSDAP, das Andenken ihres vor einem Jahr von jüdischer Mörderhand getöteten Landesgruppenleiters Wilhelm Gustl 0 ff in dem von loderndem Fackelschein erleuchteten Ehrenhain. Zu der Trauerfeier waren Ehrenabordnungen aller Gliederungen der NSDAP, mit ihren Feldzeichen angetreten. Besonders zahlreich waren ferner Parteigenossen aus dem Auslandsdeutschtum erschienen; so die Landesgruppenleiter von Großbritannien, Oesterreich, Jugoslawien, Italien, Polen, Luxemburg, Belgien, Frankreich und Bulgarien. Ferner die Gesandten von Stiewe und Frhr. von Weizsäcker, Ministerialdirektor Dr. Prüfer, der deuffche Geschäftsttäger in der Schweiz, Freiherr von Bibra.' Die Witwe Wilhelm Gustloffs wurde von Gauleiter Bohle durch das Fackelspalier geleitet. Die Trauermusik aus der „Götterdämmerung" leitete die Feierstunde ein. Dann legte Gauleiter Bohle den Kranz des Stellvertreters des Führers an der Grabstätte Wilhelm Gustloffs nieder. Anschließend nahm Reichsstatthalter Gauleiter Hildebrandt das Wort. Ein auslandsdeutscher Parteigenosse sprach darauf als Weihespruch die „Mahnung" des SA.-Dichters und Staatspreisträgers Gerhart Schumann. Darauf hielt Stabschef Lutzedie Gedenkrede. Wilhelm Gustloff, so sagte er, nahm den unbändigen Glauben an den Führer und an die Bewegung über die Grenzen Deutschlands hinaus, und hier ging er mit demselben harten Willen, mit dem unbändigen Glauben und unverbrüchlicher Treue an die Arbeit. Er tat auch i m A u s - lande als alter SA.-Mann im alten SA.-Geist seine Pflicht und marschierte mit uns auf das gemeinsame, vom Führer gesteckte Ziel. Er war dabei ebenso legal, wie wir immer legal gefochten haben, d. h. unter selbstverständlicher Achtung der Gesetze des Gastlandes. Hier, mitten in seiner Arbeit, strecke ihn des feigen Meuchelmörders Kugel nieder. Bei dieser feigen Ermordung unseres Kameraden hat sich der Jude in dem abgrundtiefen Haß eines niederrassigen Volkes gegen das Ariertum zum ersten Male selbst enthüllt: Der die Waffe gegen Gustloff richtete, war ein Jude! Der Grabstein, der die sterblichen Ueberreste dieses echten Nationalsozialisten ausgenommen habe, fei nicht nur ein Gedenkstein, sondern ein Mahn- und Ehrenmal für alle Zukunft. „Wir werden dafür sorgen — das ist unser Versprechen hier vor dem Gedenkstein unseres Kameraden Wilhelm Gust- loff —, daß wir dereinst reinen Herzens vor unserem Herrgott stolz bekennen können: Wir sind geblieben, was mir waren, des Füh- rers Soldaten! Wir werden bleiben, was wir sind, Kameraden in alle Ewigkeit!" Nach der Rede des Stabschefs spielte der Musikzug des Reichsarbeitsdienstes das Lied vom guten Kameraden, das die Trauergemeinde mit erhobener Rechten anhörte. Dann hielt der Leiter der Aus» landsorganisatton der NSDAP., Gauleiter Bohle, die Gedächtnisrede für seinen gefallenen Kameraden. Sein Name ist Sinnbild geworden für den Kampf der auslandsdeutschen Nationalsozialisten um die selbstverständlichen Rechte, die von keiner Macht der Welt dem Bürger des Dritten Reiches verwehrt werden können. In der Standarte Horst Wessel ist Wilhelm Gustloff der Bannerträger der Nationalsozialisten im Ausland geworden. Wir Kameraden, die wir ihn gekannt haben, und die wir vor allem den erschütternden Kampf kannten, den er als Landesgruppenleiter gegen Verleumder und gegen verhetzte Elemente zu führen gezwungen war, wir wissen, daß Wilhelm Gustloff schon als Lebender ein Mann war, dessen Tun und Handeln ein stilles Heldentum verkörperten. Es gehörte ein ganzer Mann dazu, jahrelang auf einsamem Posten jenseits unserer Reichsgrenzen für den Durchbruch einer neuen Idee zu kämpfen, ohne jede Rücksicht auf seine eigene Familie und auf sein Leben. Es kann daher kein Zufall sein, daß die Macht, die ihn gefällt hat und die mit allen Mitteln menschlicher Gemeinheit das Deutschland Adolf Hitlers zu stürzen sucht, gerade Wilhelm Gustloff als Opfer bestimmt hat. Man wollte das neue Deutschland treffen, und deshalb wurde einer von Deutschlands besten Söhnen im Ausland ermordet. Er starb als Sieger in dem von ihm selbst gewählten friedlichen Kampf um die Gewinnung deutscher Menschen, die diesem Reich gehören. In stolzer Trauer stehen wir in dieser Nacht an der Stelle, wo unser toter Kamerad feine letzte Ruhe gefunden hat. Das Deutschtum im Ausland lebt, weil der Führer auch ihm die Ehre wiedergab und weil Wilhelm Gustloff für diese Ehre stet. Meine politische Nachrichten. Die Reichsfrauenführerin Frau Sch 0 ltz - Klink sprach vor der Deutsch-Schwedischen Vereinigung in Stockholm über die Stellung der Frau im Dritten Reich. Dabei wies sie vor allem die ausländischen Behauptungen über die „unterdrückte" deuffche Frau zurück. Sven Hedin eröffnete den Abend. Den Dank der Versammlung brachte die Gattin des Admirals Lindstrom zum Ausdruck. * Außenminister Eden, der am Samstag einen vierzehntägigen Erholungsurlaub in Südfrankreich antreten wird, ist am Donnerstagabend von König Georg in Audienz empfangen worden. • König Georg VI. empfing die am Hofe beglaubigten Vertreter Der ausländischen Mächte zur Entgegennahme ihrer Beglaübigunas- schreiben. Auch der deutsche Botschafter von Ribbentrop überreichte sein Beglaubigungsschreiben. Von Brüssel kommend traf am Donnerstagabend der König von Schweden in Paris ein. Er wurde auf dem Bahnhof im Namen des französischen Außenministers vom Ehef des Protokolls begrüßt. ncichehciegeopfcrfütirtr. neidiefluOcntenfühcer, Oberst o. 0. Oberst. Gtnecalleutnont. entfielen 259 Millionen Mark, also 91 Prozent, auf das Inland. Besonders erfreulich ist die Tatsache, ungshaft in Landsberg am ltzung Ab-, 87 v. H. seines Höchststandes Ende der zwanziger Jahre erreicht. Bon dein Gesamtabsatz >e- ißs Zur 5. Neichsstraßensammlung des Winterstilfswerkes 1936/1937 (6.-7. sebruar 1937) Die jut gemeinsamen Neichsstraßensammlung des tDintcthilfe- werkes 1936/1917 oufgerufenen Vrgonisationen festen in istrer Rufgabe Die estrenvallste Derpstichlung, diese tage )u einem großen Erfolg für das Winterstilfawerk ju gestalten und damit ein eindringliches Behenntnie ju führet und Volksgemeinschaft obiulegen. des Materials und die Berwertungvon füllen erfolgt. Auch ist das Handwerk von sich aus darangeaangen, stärker als bisher heimische Werkstoffe zu verwenden. Faschingspalast Bad-Nauheim. Seit Anfang November des vorigen Jahres be» chäftigte sich der Bühnenbildner des Kurhauses 8ad-Nauheim mit ben Entwürfen für einen „Fa- chings-Palc^t". Seit geraumer Zeit find viele Hände damit beschäftigt, die Entwürfe in die Wirklichkeit umzusetzen. In diesen Stunden geht die Dekoration ihrer Vollendung entgegen. Es muß neidlos anerkannt werden, daß all das, was die Kurdirektion , . „ Es ist nicht allgemein bekannt, daß er den ersten Band seinem getreuen Mitkämpfer und Haftgenoffen Rudolf Heß, dem heutigen Stellvertreter des Führers in die Maschine diktierte. Am 20. Dezember 1924 hatte Adolf Hitler die Festung verlassen. Im Juli 1925 erschien dann die erste Auflage des ersten Bandes in Höhe von 10 000 Exemplaren, der zweite Band olgte im Dezember 1926. Schon bis zur Machtergreifung waren 192 000 Exemplare verkauft. In den ersten neun Monaten des Jahres 1933 schnellte diese Zahl dann auf 1 200 000 Stück herauf, vex- echsfachte sich also. Aus aller Welt. Adolf Hitlers „Mein Kampfs in 8 Sprachen. auf 275 Millionen. Das bedeutet eine Zunahme um abermals 38 v. H. und gegenüber dem Tiefstand von 1932/33 eine Steigerung um das 1)4fache. Damit hat der Gesamtabsatz an Landmaschinen wieder m Farbenspiel der Wintersonne Schlittenfahrt durch den Harz. Don Dr. K. E. Krack. Gute Möbel bei Koos ____Giessen Schulst!” 6 von 4V2 bis 5 Milliarden Mark. Da der Wert der industriellen Fertigwarenerzeugung in diesem Jahr etwa 40 Milliarden Mark betrug, nahm der Bauer rund ein Achtel der industriell erzeugten Fertigwaren auf. Eine neue Bestätigung für das Wort: Sjat der Bauer Geld... Eine der wichtigsten Waffen des deutschen Bauerntums im Kampf um die Nahrungsfreiyeit unseres Volkes sind die Landmaschinen. Dank der gestiegenen Kaufkraft der Landwirtschaft erhöhte sich der Gefamtabsatz an Landmaschinen im Wirtschaftsjahr 1935/37 von 200 Mill. Mark 1934/35 den Mark begeben wurden. Sie dienten der Kapitalbeschaffung für die Reichsbahn, und als 500 Millionen Reichsbahnvorzugsaktien im Jahre 1925 dem Reiche übergeben wurden, hat das Reich fie dem Publikum zur Verfügung gestellt, das sie als gute Kapitalsanlage schätzt. Als im Jahre 1930 die Reparationen zu Ende gingen und demgemäß auch die Vertreter der Reparationsmächte aus dem Verwaltungsrat der Reichsbahngesellschaft ausschieden, war damit ein wesentlicher Schritt zur Wiederverstaat- lichung erreicht, nach der Machtübernahme durch den Nationalsozialismus wurde in der Praxis die Reichsbahn eigentlich dem Reiche unterstellt, wenn auch in der Theorie die Deutsche Reichsbahn noch immer Privatgesellschaft blieb. Die jetzt erfolgte Wiederoer- staatlichuna der Reichsbahn ist der letzte Schritt zur Wiederherstellung des Vorkriegszustandes. Auch die R e i ch s b a n k ist wieder verstaatlicht worden. Die Reichsbank war in ihrer Form bisher ein Ergebnis des Jahres 1923, also des Dawes- planes und der Verhandlungen mit den Reparationsgläubigern. So kam ein Produkt zustande, das gewissermaßen unter Auslandskontrolle stand, der Generalrat der Bank trug fast ausschließlich ausländischen Charakter, er hatte den Reichsbankpräsidenten zu wählen, die Mitglieder des Reichsbankdirektoriums zu bestätigen, und übte somit wichtige und für Deutschland auf die Dauer unerträgliche Funktionen aus. Am 27. Oktober 1933 wurde der Reichsbank durch eine Novelle zum Reichsbankgesetz die fogenanntc Politik des offenen Marktes gewährt, also die Berechtigung, Wertpapiere am Kapitalmarkt zu kaufen und zu verkaufen, und ferner verschwand der ausländische Generalrat; der Reichsbankpräsident und die Mitglieder des Direktoriums wurden vom Reichspräsidenten ernannt. Immerhin blieben noch einige Bindungen bestehen, die im Poungplan niedergelegt waren, z. B. wurde die Reichsbank verpflichtet, Mitglied der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich in Bafel zu fein. Das war an und für sich nicht schlimm, aber der von uns vom Ausland auferlegte Zwang war immerhin eine Einschränkung der deutschen Souveränität, und dieser Zwang ist jetzt endgültig dadurch gefallen, daß die Deutsche Reichsbank künftighin nur der Entscheidung des Deutschen Reichs untersteht. für ihren Fasching vorbereiten ließ, schwerlich zu übertreffen sein wird. Der große Kurhaussaal hat eine zauberhafte Verwandlung erfahren. Die strengen Formen des Raumes wurden spielerisch aufgelöst, die dunklen Farben, die dem Saal sonst den Charakter geben, mußten den bunten Kaskaden zarter leuchtender Farben und Bänder weichen. Hunderte von Lampionen breiten schimmernden Glanz über die mit silbrigen Metallfolien verkleideten Wände und Brüstungen. Im Blickpunkt des Saals — in dem durch eine breite Freitreppe einbezogenen Bühnenraum — wurde ein leuchtendes Strahlenornament geschaffen, die Decke des Saales verbirgt sich hinter riesigen Lüstern, gewirkt aus Stoffen, Metallfolienbändern und Papier. Aus unsichtbaren Lichtquellen durchdringen Lichtaarben diese phantastischen Leuchtkörper, die magischen Glanz um sich breiten. In üppigen Bändergardinen setzen sich die Leuchtscheiben fort und scheinen sich schließlich im Raum, in Licht und Farbe auflösen zu wollen. Der Bühnensaal des Kurhauses Bad-Nauheim ist wahrhaftig zu einem Märchenreich geworden. Doch damit ließ man es nicht bewenden. Aus zahlreichen anschließenden Räumen wurden Arkaden, Lauben, Terrassen, Grotten und Irrgärten. Eine Wandelhalle, unmittelbar vor dem Saal, ist in purpurnes Rot getaucht, aus einer japanischen Bar leuchten Kirschblüten, schimmern exotische Lampions. Für jene aber, denen Rheinlandschaftsstimmung der Inbegriff des Glückes ist, wurde eine Terrasse mit alten Mauern und einem Blick auf den Rhein geschaffen. Schließlich wurden einige weitere Räume zu Labyrinthen, deren Gänge sich in Nischen Derberen. Das Fest soll, wie es die Kurdirektion be- adsichtigt, der Auftakt zu einer neuen Faschings- trabition für das Rhein-Main-Gebiet werden. Aber keinesfalls eine Nachahmung des Mainzer oder Kölner Karnevals! Als eine der größten Buchauflage der Welt darf man wohl Adolf Hitlers Werk „Mein Kampf" bezeichnen. Nach den Mitteilungen des „Börsenblattes für den deutschen Buchhandel" ist die Zahl von 2V2 Millionen Exemplaren schon weit überschritten. Im Laufe der letzten Jahre ist das Buch bereits achtmal in fremde Sprachen übersetzt worden, und zwar machte die amerikanische Ausgabe im Oktober 1933 den Anfang. Zwei Tage später erschien es auch in England, wo die Gesamtauflage bereits 19 000 Stück beträgt. Ferner ist das Werk noch in großen Aufgaben erschienen in dänischer, italienischer, portugiesischer, schwedischer, japanischer und ungarischer Uebersetzung. Zweifellos ist das in manchen Ländern merklich wachsende Verständnis für den Nationalsozialismus und seine Friedensmission in Europa in weitgehendem Maße darauf zurückzusühren, daß viele Zehntausende von Exemplaren des Werkes „Mein Kampf" in einer ganzen Anzahl führender Weltsprachen verbreitet sind und gelesen werden. Man erinnert sich dabei daran, daß Adolf Hitler den Plan zu seinem Buche während der Festungshaft in Lands- JTtZ8 Oer Bunöeeführer des deutschen Beidiehricgcc- Der Präsident dundes deoNeichslustschutibundeo (Auffhäufetbunö) t. 0. OeicholultsponMrek Als das Reichsbahngesetz im Jahre 1930 neu gefaßt wurde, ist die öffentlich-rechtliche Stellung des Unternehmens scharf hervorgehoben worden. Die Reichsbahn war eigentlich trotz der Bezeichnung „Deutsche Reichsbahngesellschaft" kein Privatunternehmen, denn das gesamte Aktienkapital in Höhe von 13 Milliarden Reichsmark befand sich im Besitz des Reiches. Allerdings bestehen außer diesen Aktien noch Reichsbahnoorzugsaktien, wovon 1,08 Milliar» Di- Bedeutung der Wirtschaftslage des -and. [aU51 bem c,n™. ™?rmer werks wird in weiten Kreisen des Volkes nach " "ns. D.e Tannen schütteln unimmer unterschätzt, obwohl sich in den Tätigkeit-- b,e uns ein Tan aus dem Wald Betriebe ^ües Handwerks sind chr5 Stmttur"na* PräX'"' 5^ ‘7fLunb lag ?,ic ^hlmgs- mcl konjunkturempfindlicher als manches awsie Sachen, dann faft.g und voll wie die Stimmen Werk das hPn Kpninn oinoa groye eines fernen Dornes. Vergeblich spähen wir nach noch nickt sofort [mirt Z' B. her Herkunft aus. Wir scheinen in eine Märchen- v-rg-ngm-n Jahres hat sich di- MttsWtWgkät ne.x»?“bl!rtL. in bcr °°rb°rg-ne Geist-r ihr des Handwerks nnrh oinow We en treiben, die uns mit ubenrdi chen Klangen Handwerk?- und des Deutschen betören wollen. Bis bann endlich das Rätsel sich bembisheri aeThÄ5 ?eiterh ? " f löst: von den Pferden geht das Wunder aus. Den Die sonst übliche9 iahre* IkMsge/ttts&i a&icL / Heiter. Sans zu verkaufen. Schriftliche Anfragen unt. 0587 an d. Gieß. Anz. wmtoriüllsMona 352.5000 gewinne und öoopdanmen 4200000« Geschäftsübernahme Wir haben die altbekannte Gastwirtschaft ,Zur Ölmühle' Ecke Dammstraße — Steinstraße übernommen. Als gelernter Koch und als Fachleute im Gaststättenbetrieb werden wir bestrebt sein, unsere Gäste durch Verabfolgung guter Speisen und Getränke (Denninghoff-Exportbier hell und dunkel) bei aufmerksamer Bedienung zufriedenzustellen. Wir bitten um geneigten Zuspruch. WALTER BRÜCKER UND FRAU Einen Posten gebrauchte Fahrräder zu verkaufen Fahrradhaus Aßmann Gießen 791D 20 Neustadt 20 Tüchtiges, in all. Hausarbeiten er« fahrenes, ehrlich. zum 1. März ge- sucht.Gute,langjährige Zeugnisse erforderlich. Borzustellenvon 10-11 Uhr und nachmittags von 5—6 Uhr. 78sD Fcau Wilhelms Lerhgesl.Weg 33 {Stellengesuche] Junger Mann 24 Jahre, sucht 015 Moorer Beschäftigung. Führerschein Kl. 3 vorhanden. 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Innerhalb von sechs Jahren sollen 5011 Millionen Dollar ausgegeben werden für private und öffentliche Bauvorhaben, Straßenbauten und Bauten zur Regelung des Wasserstandes. Unter Hunderten von Bauplänen in den Hochwassergebieten ragt ein Plan hervor, dessen Kostenaufwand 85 Millionen Dollar betragen soll. Er würde im derzeit überschwemmten Ohioflußtal eine große Flutregelung durchführen. Die verschiedenen Baupläne sollen sofort in Angriff genommen werden. In einer Begleitbotschaft erklärt Roosevelt, daß während der Wirtschaftskrise öffentliche Bauarbeiten etwas übereilt vorgenommen worden seien. Jetzt sei es an der Zeit, Baupläne für eine weitere Zukunft zu entwickeln. 1937 Alpenvereinslagung in Kufstein. Die diesjährige 63. Tagung des Deutschen und Oesterreichischen Alpenvereins findet vom 16. bis 18. Juli in der Grenzstadt Kufstein statt. Damit versammeln sich die Vertreter des Alpenvereins nach 12 Jahren wieder in Tirol, wo sie sich zum letzten Male 1925 zur 51. Tagung in Innsbruck eingefunden hatten. Schwerer Verkehrsunfall bei Miltenberg. Bei Miltenberg am Main ereignete sich ein schwerer Derkehrsunfall. Der Samenhändler Steiniger aus Heppdiel verlor die Herrschaft über seinen Kraftwagen, der gegen einen Baum prallte. Die Frau des Fahrers wurde so schwer verletzt, daß sie kurze Zeit darauf starb. Der Fahrer und die übrigen drei Insassen mußten mit schweren Verletzungen in das Miltenberger Krankenhaus gebracht werden. „Das deutsche Antlitz im Spiegel der Jahrhunderte." Die kulturelle Arbeit der Stadt Frankfurt im Jahre 1937 wird ihren stärksten Ausdruck finden in der Ausstellung „Das deutsche Antlitz im Spiegel der Jahrhunderte", die vom Mai bis Juni im ehemaligen Karmeliterkloster stattfindet. Es handelt sich um eine außergewöhnliche Schau von Bildwerken deutscher Volksgenossen seit der Zeit Hermanns des Cheruskers bis Adolf Hitler. Es sollen nicht nur Bildwerke großer Männer mit unsterblichen Namen ausgestellt werden, sondern das deutsche Antlitz schlechthin. Kunst und Wissenschaft Deutsch-japanische Gemeinschaftsarbeit im Film. Der Film „Die Tochter des Samurai" (japanischer Titel „Neue Erde"), über dessen Uraufführung bereits berichtete wurde, ist nicht nur die erste deutsch-japanische Gemeinschaftsarbeit, sondern ein erstes Werk gemeinsamen japanisch-europäischen Filmschaffens überhaupt. Es darf daher in Deutschland mit besonderem Stolz verzeichnet werden, daß uns eine solche Zusammenarbeit mit Japan zuerst gelungen ist. Sie war möglich in erster Linie durch suchen, ist schon stark nach West gerückt. Nahe dem Zenit leuchtet die gelbe Kapella im Fuhrmann. Das mattschimmernde Band der Milchstraße können wir an klaren, mondlosen Abenden von Pro- kyon über Zwillinae, Fuhrmann, Perseus, die einem lateinischen W ähnelnde Kassiopeia und Ke- pheus bis zum Schwan im Nordwesten verfolgen. Der veränderliche Stern Algol im Perseus hat günstig zu beobachtende Lichtminima am 5. kurz nach Mitternacht, am 7. um 21 Uhr, am 27. um 23 Uhr. Wenden wir uns nach Norden, so sehen wir rechts vom Polarstern den Himmelswagen im Gr. Bären, dessen Deichsel nach unten gerichtet ist. Um das Sternbild des Kleinen Bären, das am Polarstern hängt, windet sich der Drache. Am Osthimmel ist das große Sternbild des Löwen heraufgekommen mit dem Königsstern Regulus. Zwischen Regulus und den Zwillingen befindet sich das kleine Sternbild des Krebses mit dem Sternhaufen der Krippe, und von Südosten steigt die lange Sternreihe der Wasserschlange oder Hydra empor. Gegen 22 Uhr erscheint am Osthorizont der die fteundschaftlichen Beziehungen der beiden Völker zueinander, dann aber auch durch das große Entgegenkommen der Regierungen in Berlin und Tokio, die der Japanexpedition des von der Terra- Film G. m. b. H. beauftragten Spielleiters Dr. F a n ck großzügige Unterstützung gewährten. Die Dr. Fanck und seinen zehn deutschen Filmmitarbeitern gestellte Aufgabe war nicht einfach zr lösen; es kam darauf an, Japan so im Bilde ein,zufangen, Venus im Fernrohr wie der Mond im ersten Viertel. Eine besonders schöne Konstellation ergibt sich am Abend des 14. Februar, wenn die schmale Mondsichel dicht beim Abendstern steht. Näher dem südwestlichen Horizont sehen wir den Saturn, dessen Ringsystem in der zweiten Februarhälfte für einige Zeit auch in den besten Fernrohren unsichtbar wird, da dann die Ringebene genau in der Blickrichtung liegt. Nur der Schatten der Ringe hebt sich dann als ein feiner dunkler Strich auf der helleren Saturnscheibe ab. Saturn geht Ende des Monats bereits um 19 Uhr unter. Mars, im Sternbild der Waage, geht eine Stunde nach Mitternacht im Ostsüdoften auf. Er nähert sich uns von zweihundert Millionen Kilometer Abstand auf 159 Kilometer, die der Lichtstrahl in knapp neun Minuten zurücklegt. Die Helligkeit des Mars steigt im Laufe des Februar auf mehr als das Doppelte. Jupiter finden wir morgens kurz vor Sonnenaufgang tief im Südosten, wo unter günstigen Luftverhältnissen um den 7. Februar auch der Merkur, aber nur schwierig, gesehen werden kann. Betrachten wir gegen 21 Uhr den Fixsternhimmel, so zeigen sich die glanzvollen Wintersternbilder in günstigster Stellung. Hoch im Süden steht der Orion, die rötliche Beteigeuze links oben, der funkelnde Rigel rechts unten. Die drei in einer geraden Linie stehenden Gürtelsterne des Orion sind Sonnen höchster Leuchtkraft. Man schätzt ihren Abstand auf 400 Lichtjahre und ihre Helligkeit auf das 2000fache derjenigen unserer Sonne. Die Temperatur der blauweiß strahlenden Oberfläche dieser sehr heißen Heliumsterne beträgt 20 000 bis 25000 Grad, während unsere Sonne es nur auf 5900 Grad bringt. Unter den Gürtelsternen bemerken wir den berühmten Orionnebel als breiten, verwaschenen Lichtfleck; es ist eine leuchtende, sehr fein verteilte Gas- und Staubwolke, in die zahlreiche Sterne eingebettet sind. Schon ein gutes Fernglas zeigt den Sternreichtum dieser Himmelsgegend. Um den Orion gruppieren sich die Sternbilder Gr. Hund mit Sirius, dem hellsten Fixstern, Kl. Hund mit Prokyon, die Zwillinge Kastor und Pollux, der Stier mit dem rötlichen Riesenstern Aldebaran und den beiden Sternhaufen der Hya- den und Plejaden. Unter dem Orion erkennen wir auch die Sternbilder Hase und Taube. Am Süd- westhvmmel nähern sich Evidanus, Walfisch und Fische dem Horizont. Auch die Andromeda, in der wir uns Mit Hilfe des Fernglases den großen Andromedanebel, ein fernes Milchstraßensystem, aufBeachtenswertes Angebot! 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Aussichten für Sonntag: Voraussichtlich unbeständig und Niederschlagsneigung wieder zunehmend. Lufttemperaturen am 4. Februar: mittags 8,2 Grad Celsius, abends 6,8 Grad; am 5. Februar: morgens 6,2 Grad. Maximum 8,3 Grad, Minimum heute nacht 3,2 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 4. Februar: abends 0,2 Grad; am 5. Februar: morgens 0,3 Grad. — Niederschläge 0,3 mm. — Sonnenscheindauer 1,4 Stunden. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. I. 37: 11 250. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts- Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. Den behaglichen Feierabend verbringen Sie bei gepflegten Speisen und Getränken im IRHIEIINC.OILD Morgen Samstag polizeiliche Verlängerung! 787 D Keine Jahreszeit ist zur Beobachtung des abendlichen Tierkreis- oder Zodiakallichtes so günstig wie die Monate Februar und März. Es erscheint dann nach Eintritt der Dunkelheit am West- himmel als eine schräg nach links auffteigende zarte Lichtpyramide, deren Helligkeit in der Achse am stärksten ist und von da allmählich bis zu den verschwommenen Rändern abnimmt. Beobachtet man zwischen 19 und 20 Uhr, so verläuft die Achse der Lichtpyramide ungefähr zwischen den Sternbildern Walfisch und Pegasus, während die Spitze in der Nähe der Plejaden zu suchen ist. Der zarte, silbergraue Kegel des Tierkreislichtes gleicht an Helligkeit etwa der Milchstraße unt) ift naturgemäß nur an klaren, mondlichtfreien Abenden und unter Vermeidung aller störenden Lichtquellen zu erkennen. Auch müssen die Augen wenigstens eine Viertelstunde an die Dunkelheit gewöhnt sein. Man wird daher zweckmäßig in der ersten Februarhälfte, die mondlos ist, nach dem Zodiakallicht ausschauen. Während der Schweizer Meteorologe F. Schmid die Ansicht vertritt, daß das Tierkreislicht durch turückwerfen der Sonnenstrahlen in den höchsten chichten der Erdatmosphäre enffteht, sehen die meisten Astronomen in ihm eine kosmische Wolke äußerst fein verteilter Staubteilchen, die die Sonne in der Ebene der Eklipfik umgibt und fick weit über die Erdbahn hinaus erstreckt. Da nun die Ekliptik im Februar besonders steil ansteigt, ist das Tierkreislicht um diese Jahreszeit am leichtesten zu erkennen. Auffälliger als in unseren Breiten erscheint das Tierkreislicht in der Nähe des Aequators, namentlich über dem Meere, wo es nach dem Ausspruch Alexander von Humboldts einen ständigen Schmuck der Tropennächte bildet. Hoch am Südwesthimmel sehen wir schon während der Abenddämmerung die Venus strahlen, die an Helligkeit alle andern Sterne weit übertrifft. Der Abendstern hat Anfang Februar die Sternaröße minus 4,0 und ist demnach um fünf Größenklassen heller als Aldebaran, der Hauptstern im Stier, der ein Stern erster Größe ist, das heißt die Helligkeit 1,0 besitzt. Venus ist demnach hundertmal so hell wie Aldebaran. Am 5. Februar erreicht Venus ihre größte östliche Abweichung von der Sonne und geht reichlich vier Stunden später unter als unser Tagesgestirn. Im Laufe des Monats verringert sich der Abstand des Planeten von 110 Millionen auf 78 Millionen Kilometer, womit eine roytn auch geringe Helligkeitszunahme verbunden ist. Der von uns aus sichtbare beleuchtete Teil der Venusscheibe wird nämlich immer schmäler. 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Er wird auch in diesem Falle ein mürrisches Gesicht ziehen und auf die unwiderlegbare Tatsache Hinweisen, daß es Winter ist und daß wir eben noch die Wirkungen des winterlichen Regiments verspüren. Mag er auch mit diesem Hinweis recht behalten, er wird nicht glücklicher davon. Ein Griesgram wird niemals glücklich und würde er auch zum König der Griesgrämigkeit gekrönt. Hingegen läuft der Hoffnungsfreudige täglich mit der Anwartschaft auf das große Glück herum, und diese Aussicht stimmt ihn auf alle Fälle heiter. Mit heiteren Augen läßt sich aber auch eine ganze Menge wahrnehmen, und so stellt der Hoffnungsfreudige jetzt mit großer Genugtuung fest, daß es mit jedem Tage heller wird, daß wir das „Tief" winterlicher Lichtoerhält- nifse' längst überwunden haben und daß — etwas großzügig gerechnet — der Frühling nicht mehr allzu weit sein kann. Es ist in der Tat etwas viel Großzügigkeit in dieser Rechnung, denn bis zum Beginn des lenz- tichen Spiels werden wir noch ein gutes Weilchen warten müssen. Aber daß wir im Zeichen der helleren Tage leben, ist unbestreitbar. In der Frühe erscheint der graue Schein im Osten merklich zeitiger, und der Nachmittag dehnt sich bereits ganz angenehm aus. Zusammengenommen ist das eine spürbare Verlängerung des Tageslichtes, die uns sehr zustatten kommt und die wir deshalb dankbar begrüßen. Vielleicht ist die Meise derselben Ansicht, die sich jetzt jeden Mittag von einem Baum vernehmen läßt, der aus einem Garten auf die Straße ragt. Zum erstenmal erklang ihr hübsches Liedchen vor einigen' Tagen. Die Quecksilbersäule stand unter Null und von einem Frühlingslüftchen konnte gewiß keine Rede sein. Um so erfreulicher war dieser bescheidene Gesang in den Lüften, der wie ein rührendes Rufen aus der kleinen Vogelkehle drang und hier und da einen Fußgänger veranlaßte, stehen zu bleiben und verwundert Hochzuschauen. Seitdem singt die Meise täglich ihre Helle Weise, und das ist ein Grund mehr, um den Hoffnungsfreudigen zu frohen Erwartungen zu veranlassen. Jedenfalls bringen uns die Heller werdenden Tage von einem Stundenkreis zum anderen dem lenzlichen Beginnen ein wenig näher. Es geht zwar nur schrittweise oder besser minutenweise, aber dafür haben wir doch schon das Glück, gelegentlich in den Mittagsstunden ein wenig wärmenden Sonnenschein zu genießen. Der Griesgram wird davon keine bessere Laune kriegen, aber um so mehr wir anderen, die wir uns zu den Hoffnungsfreudigen rechnen. H- W. Sch. Dornotizen. Tageskalender für Freitag. Stadttheater: 20 bis 22.30 Uhr „Lehrling gesucht". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Der Säger von Fall". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Spiel an Bord". Karl-Ludwig-Lindt-Uraufführung im Stadttheater. Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Heute abend findet die alleinige Uraufführung der Schwank-Operette „Lehrling gesucht" im Stadttheater Gießen statt. Der Autor dieser Schwank-Operette ist Karl-Ludwig Lindt, das beliebte Mitglied des Stadttheaters. Karl-Ludwig Lindt ist als Autor nicht mehr unbekannt. Auch in Gießen ging sein letzter Schwank „Parole: Heiraten" schon über die Bretter. Dieses erste Stück des Autors hatte einen großen Erfolg. Der Intendant des Stadttheaters Hermann Schultze-Griesheim sicherte sich die Uraufführung des neuen Schwankes von Linot. Zweites Artilleristentreffen in Gießen. Noch klingen in der Erinnerung aller alten Artilleristen der Provinz Oberhessen und der angrenzenden preußischen Gebiete die schönen, kameradschaftlichen Stunden des 1. Gießener Artilleristentreffens im März 1936 nach. Auf Befehl des Führers wurde die damalige Gießener Artillerie-Garnison zur Wiederbesetzung unserer Rheinlande vorzeitig abberufen. Trotzdem infolgedessen das 1. Treffen nicht in der beabsichtigten Form durchgeführt werden konnte, hatten sich in bewährter Waffenkameradschaft etwa 1200 alte Kampfgefährten in unserer Stadt eingefunden. Der aus vielen Kreisen ehemaliger Artilleristen an die III. Abteilung Artillerie-Regiment 9 und den Artillerie-Verein Gießen herangetragene Wunsch, das Treffen in diesem Jahr zu wiederholen, hat auf Veranlassung des Kommandeurs der III. Abteilung Artillerie-Regiment 9 zu einer Besprechung zwischen der Abteilung und dem Artillerie-Verein geführt, deren erfreuliches Ergebnis die Durchführung eines 2. Artilleristentreffens am 6. und 7. März in Gießen sein wird. Unsere Gießener Artillerie und der Artillerie- Verein wollen sich, insonderheit mit einem in aller Karl D i e r g a r d t schrieb die Musik. Hans A l - tendorf verfaßte die Gesangstexte. Die musikalische Leitung liegt in den Händen des Kapellmeisters Hans Hampel. Wolfgang Kühne führt die Spielleitung. Die Titelrolle spielt Hansi Prinz. Es wirken mit: Maria Gerhardt. Ilse Laskus, Luise Schubert-Jüngling; Gustav Bley, Gerhardt Frickhoeffer, Gert Geiger, Karl-Ludwig Lindt, Karl Volck. — Bühnenbilder: Karl Löffler. — Die Vorstellung findet als 19. Vorstellung der Freitag- Miete statt. Anfang 20 Uhr, Ende 22.30 Uhr. — Hitler-Jugend Bann 116 Gießen. Bett.: Iugendfilmslunde. Sonntag, den 7. Februar, morgens 11 Uhr, läuft im Lichtspielhaus für alle Gießener Einheiten einschließlich Jungvolk und BDM. der Film: „Der Reiter von Deutsch-Ostafrika". Die Einheiten haben vor Beginn der Jugendfilmstunde die bereits erhaltenen Karten abzurechnen. Kameradschaft durchgeführten Abend, sowohl an alle ehemaligen Artilleristen Oberhessens und der an- arenzenden preußischen Gebiete, als auch an die Bevölkerung unserer Stadt wenden. Gleichzeitig will unsere Artillerie-Abteilung mit diesem Abend eine Dankesschuld an alle diejenigen Eltern unserer aktiven hessischen Artilleristen abtragen, die sich in selbstloser Weise bereiterklärt hatten, ostpreußische Kameraden der nach hier versetzten 7. Batterie, der weiten Entfernung von ihrer Heimat wegen, während des Weihnachts- bzw. Neujahrsurlaubes bei sich aufzunehmen. Sie sind ganz besonders herzlich eingeladen. Die Durchführung der Werbung unter allen alten Artilleristen hat im Einvernehmen mit der III. Abteilung Artillerie-Regiment 9 der Artillerie-Verein Gießen übernommen. Der Festabend findet am 6. März um 20 Uhr in der Volkshalle statt. An der Ausgestaltung des Programms wird bereits von der Truppe fleißig gearbeitet. Vorläufig wird aber noch nichts davon verraten. Die Parole für jeden Soldatenfreund in Gießen muß fein: Den 6. und 7. März freihalten! umgehend bestellt werden. Die vorbestellten Karten können auf der Kreisdienststelle abgeholt werden. Militärische Trauerparade. Eine militärische Trauerparade durchschritt am Donnerstagvormittag die Straßen der Stadt. Von den Kliniken kommend die Frankfurter Straße entlang über die Wälle zur Marburger Straße geleiteten Gießener Infanteristen ihren verstorbenen Kameraden, den Unteroffizier W i n d e m u t h von der 2. Kompanie, den ein jäher Tod aus einer erfolgversprechenden Soldatenlaufbahn gerissen hatte. Unter dem Kommando ihres Hauptmanns Pauly geleiteten ihn seine Kameraden zum letztenmal durch die Garnisonstadt. Gedämpfter Trommelwirbel, abgelöst von Trauerweisen des Musikkorps, kündeten schon von weitem die Trauerparade an, zu der die 1. Kompanie mit geschultertem Gewehr die Ehren- abordnung stellte. Vor dem Leichenwagen schritt Standortpsarrer A u s f e l d. Dem Sarge folgte ein Angehöriger des Entschlafenen mit den Kameraden der 2. Kompanie. Eine Anzahl von Kränzen war der Ausdruck der Wertschätzung und Beliebtheit, deren sich der junge Unteroffizier erfreute. An den Straßenseiten standen mit erhobener Rechten grüßend viele Volksgenossen. Am Stadtausgang schoß die Ehrenkompanie den Trauersalut. Der Verstorbene wurde in seinen Heimatort Wellingrode bei Eschwege übergeführt, wo die Beisetzung stattfindet. Morgen plahkomerte für das WHW. Die Kameradschaft Gießen der Nat.-Soz. Kriegsopferversorgung teilt uns mit: Auf Anregung der Nat.-Soz. Kriegsopferversor. gung haben sich in dankenswerter Weife anläßlich der Reichsstraßensammlung für das WHW. die Regimentskapelle des Inf. Reg. 116, sowie der Musikzug der SA.-Standarte 116 zur Verfügung gestellt. Beide Kapellen werden am Samstag konzertieren, die Regimentskapelle von 14 bis 15 Uhr auf dem Kreuzplatz, der Musikzug der SA.-Stan- darte von 16.30 bis 17.30 Uhr am Selterstor. ** Filmvorführungen für b i e Schu - l e n. Am gestrigen Donners'tagvormittag wurde den Volksschülern unserer Stadt, den Berufsschulen und höheren Lehranstalten im Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, der Film „Jugend der Welt" gezeigt. Es wurde den Schülern Gelegenheit geboten, die Ereignisse der Weltolympiade vom Winter 1936 in Garmisch-Partenkirchen in Bild und Wort mitzuerleben. Mit größter Aufmerksamkeit nahmen die jugendlichen Besucher die starken Eindrücke in sich auf. Ein zweiter Film „Sport und Soldaten" geb den Schülern einen Einblick in die Vielgestaltigkeit des deutschen Sports, wie er bei unserer Wehrmacht gepflegt wird. Die Besucher nahmen die Erkenntnis mit, wie notwendig die Ausübung des Sports für Körper-, Geistes- und Charakterbildung ist. Zum Schluß zeigte die Wochenfchau als Beiprogramm einige wichtige und spannende Ereignisse der letzten Tage. Am Freitag- und Samstagvormittag wird in den übrigen Schülern dasselbe gezeigt. Spitzbergen und Grönland. BOM.-undIM.-Untergaul 16 Gießen. Ab Mittwoch, 3. Februar, bis zum 10. Februar einschließlich, ordne ich für jedes Mädel und Jung- mädel Uniformverbot an. Der Dienst fällt, außer am Fastnacht-Dienstag, nicht aus, die Mädel kommen in Zivilkleidung zum Dienst. Die Dienststelle ist am 9. Februar geschlossen. Die Führerin des Untergaus 116 Gießen: K. Pfeffer. Vic dcuMe Rrbeitofronr ? n.3.=0cmtinf(haft „Kratt durch frcuöc"; Amt: Feierabend. Vorstellung am 13. Februar im Gießener Stadttheater. Am Samstag, 13.2., bringen wir als 11. Sondervorstellung im Stadttheater Gießen das Schauspiel „Wasser für Cani- toga" von Georg Turner. Die Eintrittspreise betragen 70 und 90 Pfennig. Kartenbestellungen müssen umgehend erfolgen. Amt: Reifen, Wandern und Urlaub. Omnibusfahrt am Rosenmontag nach Mainz. Am diesjährigen Rosenmontag führen wir eine Omnibusfahrt nach Mainz durch, um auch den Arbeitskameraden aus Oberhessen Gelegenheit zu geben, sich den traditionellen Rosenmontagszug anzusehen. Der Preis der Fahrt beträgt 4,10 RM. Abfahrt 7 Uhr am Haus der DAF., Schanzenstraße 18. Einige Plätze sind noch frei, müssen aber Vortrag in der Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde. Am gestrigen Donnerstagabend hielt auf Einladung der Gesellschaft für Eid- und Völkerkunde Dr. P o s e r aus Göttingen in der Neuen Aula einen Lichtbildervortrag über „Spitzbergen und Grönlan d", der auf den Beobachtungen und Erfahrungen des Redners auf eigenen Reisen im Rahmen von Forschungsexpeditionen aufgebaut war. Die zahlreichen Zuhörer erlebten bei diesen Reifeschilderungen viel Interessantes und Neues, das durch die Unmittelbarkeit der Eindrücke des Vortragenden, durch die vielen guten Lichtbilder und die fesselnde Erzählerart des Redners noch mehr an Reiz gewann. Den ersten Teil seines Lichtbildervortrags widmete Dr. P o s e r den Schilderungen von Spitzbergen. Er machte zunächst an Hand der Karte mit den geographischen Verhältnissen, dem Lauf des Golfstroms und seinen Einwirkungen auf die klimatischen Bedingungen des Landes, mit den Strö- mungsverhältnissen an der Küste, sowie den Eisbildungen usw. bekannt. Anschließend schilderte er in Wort und Bild die Landschaft und ihre Bodenformattonen, wobei in der Hauptsache zutage trat, daß im Bereiche des Küstengebiets der alpine Charakter ausgesprochen vorherrscht, während im Innern des Landes, wie sich auch aus den zahlreichen Bildern von den Fahrten in die Fjorde ergab, die Hochflächenlandschaft mit dazwischenliegenden Gletschern das Charakteristikum des Landes ist. Die Zuhörer erfuhren weiter interessante Einzelheiten über die Wild- und Jagdverhältnisse im Vorlandbereiche der Fjorde, über das Leben der Jäger, die in jenen Gegenden allein als menschliche Bewohner des Landes anzutreffen sind, außerdem gab der Vortragende einen Einblick in die wirtschaftlichen Möglichkeiten des Landes, die ihren stärksten Ausdruck in dem Abbau der Spitzbergen-Kohle finden, einer Arbeit, die von einigen hundert Männern geleistet wird, mit hohen Unkosten belastet ist und doch nur eine für europäische Verhältnisse nicht ganz vollwertige Kohle bringt. Während nach der Ansicht des Redners diese kohlenwirtschaftliche Möglichkeit des Landes als negativ zu bewerten ist, kommt seiner Ansicht nach der verkehrsgeographischen und verkehrswirtschaftlichen Seite eine weit größere und positive Möglichkeit zu, die ihren Ausdruck findet in der Eignung des Landes als günstiger Verkehrsstützpunkt für den transatlantischen Flugverkehr, und zwar von Europa als kürzester Weg nach Asien und den Norden Amerikas. Wie der erste Teil des Vortrags, so bot auch der zweite Teil über Ostgrönland in Bild und Wort viel Neues und Interessantes. Die Besucher erlebten hier zunächst im Geiste die Anfahrt des Schiffes nach der Küste, den schwierigen Weg durch das Packeis mit zeitweiligem Festfrieren des Schiffes, die Wiedergewinnung der freien Fahrt infolge putzt gründlich Oer gemeinsame Vogelbauer. Von Korvettenkapitän a. O. Zrhr. v. Iorstner. Der Kommandant eines Auslandskreuzers war ein ausgezeichneter Seemann und allbeliebter Vorgesetzter, nur eines setzte sein Ofsizierskorps an ihm mit Recht aus, daß er im Punkte des Geldausgebens überaus zurückhaltend war. Jede unnütze oder irgendwie vermeidbare Ausgabe wußte er unter irgendwelcher Begründung, gegen die man Mit 23er- nunfts- oder Rechtsgründen auch nicht ankommen konnte, zü umgehen. Eines schönen Tages unternahm er in Las Palmas einen Spaziergang mit dem Schiffszahlmeister, wobei kleine niedliche Singvögel eines Händlers beider Aufmerksamkeit erregten. Bald kamen Kommandant und Zahlmeister überein, daß jeder sich ein Dutzend dieser niedlichen Tierchen kaufen wollte, zumal sie ziemlich billig waren. Der nötige Vogelbauer war dagegen unverhältnismäßig teuer, doch auch hier wußte unser Kapitän bald guten Rat: „Herr Zahlmeister, wie wäre es, wenn wir unsere Vögel alle in einen gemeinsamen Bauer täten, dann brauchte jeder von uns nur den halben Preis dafür zu bezahlen. In meiner Kajüte ist genügend Platz, da kann ich beide Dutzend Vögel bequem unterstellen." Der arme Zahlmeister übersah sofort die Situation; ging er auf diesen Vorschlag ein, so würde er seine Vögel allmonatlich doch nur einmal kurz zu sehen bekommen, und zwar jedesmal am „ersten des Monats", wenn er dem Kommandanten in dessen Kajüte fein sauer verdientes Monatsgehalt vorzählte. Andererseits war es aber auch zu verstehen, daß er diesen Vorschlag seines höchsten Vorgesetzten an Bord nicht einfach ohne weiteres ablehnen konnte, — so etwas soll Vorgesetzten gegenüber niemals zu empfehlen fein. Deshalb willigte er, wenigstens äußerlich, sehr einverstanden in diesen Vorschlag ein. Der ihnen folgende Bursche des Kommandanten, der noch wegen etwaiger weiterer beabsichttgter Einkäufe mitgenommen war, brafyte den großen gemeinsamen Vogelbauer dieser neuesten ,,G. m. b. H." an Bord, wo er einen würdigen Platz in der geräumigen Kommandantenkajüte fand. Nachts träumte der betrübte Zahlmeister von feinen schönen Vöglein, die nun alltäglich feinem Kommandanten ihre «frohen Lieder Vorsingen würden. Kein Wunder, daß er hierbei nicht die richtige Nachtruhe fand. Der Kommandant des Schiffes dagegen schlief friedlich und ruhig, immer noch innerlich erfreut über seinen guten und praktischen Gedanken bei dem Einkaufsgeschäft des gemeinsamen Bauers. Am nächsten Morgen aber sollte ein jäher Schreck sein innerliches Gleichgewicht auf das schwerste stören, als sein Bursche ihm beim Wecken die Trauermeldung erstatten mußte: „ Herr Kapitän, da is über Nacht all einem von die kleinen Vögels krepiert, wo wir gestern an Land haben gekauft. Das bekommt die Biester wohl hier nicht gut an Bord bei uns." Gleich wurde der Zahlmeister geholt. Der Kommandant empfing ihn an der Stätte der Trauer mit der schmerzlichen Mitteilung: „Herr Zahlmeister, es tut mir unendlich leid, Ihnen mitteilen zu müssen, daß über Nacht zu meinem großen Bedauern einer Ihrer Vögel gestorben ist." Der Zahlmeister dankte bewegten Herzens für die liebenswürdige und wohltuende Teilnahme feines Kommandanten und bat sich gerührt den Leichnam feines kleinen Lieblings aus, den der Herr Kapitan ihm dann unter Händedruck überreichte. Der vorausschauende Zahlmeister schickte dann sofort feinen Burschen an Land, um einen kleineren Bauer, feinen beschränkteren Kammeroerhältnissen entsprechend, aber für zwölf Vögel genügend, $u kaufen. Mittags war dieser Bauer dann mit viel Geschick in der Zahlmeisterkammer vom Meister- personal nach Umhängung einiger Bilder angeschraubt. Während des Nachmittagschlafes des Kommandanten wurde nun nach Bestechung des Kommandantenburschen, dem die ganze Sachlage erklärt wurde und der hierzu das vernünftige Urteil fällte: „Is auch ganz gut so, an einem Dutzend von die Vögel haben wir auch allermeist genug, ich hab ja doch man die ganze Schererei davon", wurde nun folgender gefaßter Kriegsplan durchgeführt. Der Vogelleichnam wurde gegen einen lebenden Vogel aus dem Kommandantenbauer ausgetauscht, der in die Kammer des Zahlmeisters wanderte. Dann wiederholte sich fortgesetzt dasselbe Bild. Stets wurde nach einem so vorgenommenen Austausch der Zahlmeister zum Kommandanten geholt, der ihm immer wieder mit größtem Bedauern mitteilte, daß abermals leider ein Zahlmeister- Vogel das Zeitliche gesegnet hätte. Tief ergriffen verließ der Zahlmeister dann jedesmal mit feinem toten Vögelchen die Kommandantenkajüte. Als einige Tage verstrichen waren, kam das unvermeidliche Unwetter zum Ausbruch. Wieder stand der Zahlmeister vor feinem Kommandanten, aus dessen Antlitz jeder Zug von Mitleid jetzt gewichen war, und er nun in barschem Tone den armen Zahlmeister mit Vorwürfen überschüttete: „Herr Zahlmeister, ich finde es unerhört, nun haben ihre kranken Vögel auch noch einen von meinen Vögeln mit angesteckt. Ich will Sie jetzt nicht hierfür verantwortlich machen, aber ich muß mir doch sehr ausbitten, daß, falls wir wieder einmal ein ähnliches Geschäft machen sollten, Sie sich für den Gesundheitszustand Ihrer Tiere vorher etwas mehr interessieren müssen, sonst kann ich mich unmöglich wieder auf derartige Dinge mit Ihnen einlassen." Verlegen stammelte der gekränkte Zahlmeister nun einige Entschuldigungsworte wegen feiner großen Leichtsinnigkeit beim Einkauf seiner Vögel, und verließ äußerlich geknickt die Kajüte. Dann aber ließ er sich sogleich in feiner Kammer von seinen zwölf munteren Tieren etwas Fröhliches Vorsingen und war bald wieder bei guter Laune. Auch der Zorn des gestrengen Kommandanten verrauchte bald wieder, denn die Vogelepidemie war zum Glück erloschen, und seine elf übriggebliebenen lustigen Gesellen konnten ihn bald wieder durch ihr munteres Trillern erheitern. Sinnig meinte der Kommandantenbursche: „Laß dem Zahlmeister man ruhsg fein Dutzend voll haben, wir haben wirklich an die elf genug, und die können sich auch freuen, daß sie in dem großen Bauer jetzt viel mehr Platz haben als mit dem Zahlmeister feine zusammen, is doch wahr, nid)?" — Gloria-palast: „Oer Jäger von Ganghofers Roman lieferte den Stoff für diesen Peter-Ostermayr-Film der Ufa. Die Fabel ist geschickt zusammengedrängt, von einer unmittelbar sich mitteilenden Dramatik. Die Fronten sind klar abgegrenzt: hier die Wilderer, dort die Jäger; die Gegnerschaft der Männer wird auf eine menschlich begründete Weise verschärft, wenn einer der Jäger und einer der Wilderer sich um das gleiche Mädchen bemühen: Liebe, Eifersucht, böser Argwohn schüren die naturgegebene Feindschaft. Der Kampf der beiden findet in der Schlußszene mit einem erbitterten Ringen Mann wider Mann auf himmelhoher Brücke über einem brausenden Bergbach eine leicht vorauszusehende Entscheidung. In Hans A. Schlettow und Paul Richter, der seinerzeit als Siegfried in den „Nibelungen" bekannt wurde, finden die beiden männlichen Hauptgestalten eine prächtig charakterisierende Verkörperung. Zwischen beiden Georgia Holl als die Sennerin Burgl: gut, wenn auch wohl etwas zu zart für diese Rolle. Auch sonst sieht man tüchtige Leistungen im Ensemble: Willi Rösner, Rolf P i n e g g e r, Hans Hanauer, Betty Sedlmayr, Gustl Stark-Gstettenbaur, Josef Eichheim und Hans- Henninger feien genannt. Hans Deppes Regie verbindet geschickt kriminalistische Spannung Mit volksstückhasten Zügen und zeichnet sich durch schöne Aufnahmen einer großartigen Beraszenerie aus. — Im Beiprogramm fällt ein interessanter Kulturfilm in natürlichen Farben auf, der biologisch und filmtechnisch gleicherweise interessant ist. Hans Thyriot. Zeitschriften. — Die Februarnummer von „Langen- scheidts English Monthly Magazine“ und „Le Journal fran^ais Langenscheidt“ bieten wieder reichhaltigen Lesestoff in englischer und französischer Sprache. Das englische Magazin wird eingeleitet durch einen aufschlußreichen Artikel über „Neuyorks Waterfront". ,,Le Carnaval ä Nice" ist der Leitartikel im französischen Journal. Ein weiterer Aufsatz behandelt die lebenden Torpedos, von denen Nachrichten aus Japan zu uns gekommen sind. Weiter bringen beide Zeitschriften Kurzgeschichten, reichlich Humor und auch die Sprache des Kaufmanns. Das Wertvolle sind dis auf jeder Seite neben dem Text gegebenen Übersetzungen und die genaue Angabe, wie die englischen bzw. französischen Wörter auszusprechen sind. — „Der Bergsteiger" (Verlag F. Bruck- mann, München) beginnt fein Januarheft mit einem Romanabschnitt „Die Nacht im Fels^ von Oos- Graber, wobei zwei Bergsteiger zum Grand Dru steigen und wegen äußerst ungünstigen Schneeverhältnissen sich zu einem Biwak entschließen müssen. Sie seilen sich über die vereiste Wand gegen die Scharte des Pettt Dru ab und müssen nun auf einer Felsleiste, hoch über einem unergründlich tiefen Abgrund, ein Freilager beziehen. Hier geht es in erster Linie um den Menschen in den Bergen, um das Aufzeigen feines Seelenzustandes, feiner Regungen und Gedanken. Dieser Erzählung folgen prachtvoll bebilderte Aufsätze über Skifahrten im Wallis, um Gargellen und im Drtlergebiet, sowie eine Schilderung von schwierigen Bergfahrten in den Pyrenäen, ebenfalls mit selten schönen Lichtbildern versehen. Ein Beitrag „Hie Jäger — hie Bergsteiger" will das Verständnis für Jagd und Winternot des Bergwildes wecken. Das Heft enthält neben seiner ausgezeichneten Abhandlung über den Winter und feine Erscheinungen im Leben unserer Sprache noch einen Beitrag über Bergschulen in den österreichischen Alpenländern und schließt mit einer in Graubünden spielenden Novelle. In dem reichhaltigen Bilderteil finden wir die Wiedergabe des Bildes „Winterlandschaft" von C. D. Friedrich, das seinerzeit im Münchener Glaspalast mif verbrannt ist. eines Sturmes, der das Eis aufriß und dem Schiff die Möglichkeit gab, an der Küste entlang zu fahren bis hinauf zum 76. Grad. Sodann berichtete der Vortragende wiederum recht anschaulich über seine vielseitigen Wahrnehmungen sowohl auf der Fahrt, wie auch an seinen wissenschaftlichen Arbeitsplätzen. Die Zuhörer wurden bekannt mit den Eigenheiten und Bodenformationen des Landes, mit den Wildbeständen (Schneehasen, Moschusochsen, Schneehühner, die allesamt so zahm und vertrauensselig sind, daß der Jäger oder Photograph sich mitten in diese Tierherden hineinoegeben kann, um zu jagen oder zu photographieren), mit dem Problem der Fjorde, den Vorfeldern an diesen Wasserstraßen im Innern des Landes, sowie mit der Vegetation auf diesen Vorfeldern und mit dem Lebensraum und den Lebensmöglichkeiten der Tierwelt. Dagegen konnte der Vortragende nichts über menschliche Bevölkerung berichten, da er, abgesehen von Jägern, keine Spuren von eingeborenen Menschen angetroffen hat, so daß er die Vermutung äußerte, die Eskimos seien wohl, dem Standortwechsel der Renntiere folgend, noch mehr nach dem Norden und unbekannten Plätzen des Inneren hin abgewandert. In landschaftlicher Hinsicht bietet auch Ostgrönland, ebenso wie Spitzbergen, außerordentlich reizvolle Bilder, von denen die Besucher manche prächtige Ausschnitte zu sehen bekamen. Im Schlußteil seines Vortrags faßte der Redner die Hauptmerkmale der behandelten Länder, Spitzbergen und Ostgrönland, sowie die markantesten Unterschiede zwischen beiden kurz zusammen. Dabei betonte er, daß die Erforschung dieser arktischen Länder nicht mehr nur ein Gebot der Wissenschaft sei, sorü>ern auch eine Sache des Verkehrs, der Wirtschaft und der Politik. . Der aufschlußreiche Vortrag, dessen Wirkung auf die Zuhörer durch die durchweg guten Lichtbilder noch verstärkt wurde, fand die dankbare Anerkennung der Zuhörer. Landarbeiter in der Front des Bauerntums. Tagung der Hof- und Betriebsgefolgschast und ihrer Fachschaften in Friedberg. NSG. Am gestrigen Donnerstag begann in Friedberg die Tagung der H o f - u n d Betriebsgefolgschaft und ihrer Fachschaften innerhalb derLandesbauernschaftHessen- Nassau. Der Landarbeiter fühlte sich in den Zeiten des Liberalismus weder organisatorisch noch ideell mit dem Bauerntum verbunden. Wenn nun diese Tagung gleichsam der Ausdruck eines neuen Bekenntnisses unseres Landarbeitertums zum gesamten deutschen Landvolk darstellt, so ist dies eines der hervortretendsten Momente ihrer Bedeutung. Es zeigt sich hierin das Wesen der nationalsozialistischen Agrarpolitik, die alle Kräfte eines Standes zusammenfaßt, um sie dem ganzen Volk nutzbar zu machen. Nachdem der Landarbeiter durch das Gesetz des Führers dem Reichsnährstand angegliedert war, wurde seine Betreuung gemäß seiner Arbeitsgliederung in Fachschaften aufgeteilt. In unserer Landesbauernschaft Hessen-Nassau bestehen die Fachschaften: landwirtschaftliche Angestellte, Gärtnereigefolgschaft, Gutshandwerker und Lohndrescher-Lohnpflüger, Winzergefolgschaft, Tierpfleger, Forst- und Fischereigefolgschaft. Jede Fachschaft wird bei der Landesbauernschaft von einem Landesfachschaftswart und in jeder Kreisbauernschaft von einem Kreisfach- schaftswart betreut. Die Arbeit in sämtlichen Fachschaften erstreckt sich in erster Linie auf die sozialpolitische Betreuung und die zusätzliche Berufsfortbildung. Das sind die beiden wichtigsten Aufgaben, die in der Verbesserung der Lebensführung des Landarbeiters und in seiner fachlichen Weiterentwicklung zu erfüllen sind. Bei der Eröffnung der Tagung, die mit einem Sieg-Heil auf den Führer begonnen wurde, waren alle Fachschaften unseres Gebietes vertreten. Landesgefolgschastswart Steidle von der Landesbauernschaft Hessen-Nassau begrüßte die Arbeitskameraden und die Vertreter der Partei, der Arbeitsftont, des Landesarbeitsamtes und der Stadt Friedberg, und knüpfte dann in seinen Ausführungen unter anderem an das alte Kampfwort der Bewegung: „Der Kampf geht weiter!" an. Auch heute geht der Kampf noch weiter, denn er wird mit unermüdlicher Härte um die nationalsozialistische Volksgemeinschaft geführt. Aus einer echten und ehrlichen Gemeinschaft entsteht dann auch eine fruchtbare Arbeit. Der Landesgefolgschastswart erörterte dann den Aufbau der Fachschaften, die sozial betreut und durch die Berufsfortbildung zu einer Höherleistung gebracht werden, aus der sich dann auch ein höheres Einkommen ergibt. Landarbeiter zu fein, ist heute ein Ehrenname, und so muß denn dem Landarbeiter heute auch die Achtung entgegengebracht werden, die ihm gebührt. Die Fachtschaftsleiter ermahnte Parteigenosse S t e i d l e, sich draußen in ihrer Arbeit mit aller Kraft für den Gedanken der Gemeinschaft und der Kameradschaft einzusetzen. Jeder Landarbeiter aber muß sich von etwaigen Minderwertigkeitsgefühlen, die ihm vielleicht aus den Zeiten liberalistischer Mißachtung noch anhaften, freimachen und sich dessen bewußt werden, daß er ein vollwertiges Mitglied in der großen Front des Nationalsozialistischen Nährstan- des ist. Wer die nationalsozialistische Weltanschauung aus ganzem Herzen bejaht, der wird gar keine andere Einstellung wie diese haben können. Lan- desgefolgschaftswart Steidle richtete weiter an die Landarbeiter die Aufforderung, zu ihren Kräften mit dazu beizutragen, daß der Jude aus Öen Dörfern bleibt, und wandte sich abschließend gegen das Tippelunwesen, das dem Berufsstand des Landarbeiters nur Schaden bringt. Im Anschluß an die eindrucksvolle Eröffnung der Gesamttagung begannen die Sondertagungen der Fachschaften, in denen der Charakter dieser gesamten Zusammenkunft als einer ausgesprochenen Arbeitstagung klar hervortritt. Die Ziele der Sondertagungen entsprechen den vordringlichsten Aufgaben innerhalb der einzelnen Fachschaften. Es wird für die Forstge- f o l g s ch a f t die Erhöhung der Leistung und des Einkommens durch eine intensive zusätzliche Berufs- fortbiDung erstrebt. Die Gärtner sollen vor allem wieder dem Bauerntum nähergebracht und zum bäuerlichen Denken hingeführt werden, damit sie sich nicht mehr allein als Gewerbetreibende, sondern auch als Zugehörige zum Landvolk und dessen Aufgabe betrachten. Wichtig ist auch die Sicherung der ©utsange ft eilten, die in nationalsozialistischer Gesinnung zwischen Betriebsführer und Gefolgschaft stehen sollen. Bei den Tierpflege rn zeigt es sich mehr noch als bei anderen Fachschaften als notwendig, solche Elemente auszu- scherden, die dem gesamten Berufsstand schaden. Das ailt vor allem für die Beseitigung des Tippel- unwesens. Wer mit einem zerfetzten Karton unter dem Arm, verkommen aussehend, durch das Land zieht und sich zu einer Plage der Landstraßen entwickelt, hat nicht das Recht, einem Berufsstand anzugehören, der sich in strenger Disziplin in das Aufbauwerk des nationalsozialistischen Staates eingliedert. Für die Schäfer ist im Sinne der volkswirtschaftlich notwendigen Förderung unserer Schafzucht die Schaffung einer gesunden Arbeitsbasis unerläßlich. Oberheffen. Landkreis Gießen. § Lollar, 4. Febr. Die durch den Wegzua des Lehrers Brasch nach Chile fteigewordene Lehre r st e l l e an der hiesigen Volksschule wurde dem Lehrer Ruckelshausen, der seither in Ober- Ofleiden (Kreis Alsfeld) war, übertragen. Lehrer Ruckelshausen wurde durch Schulrat N e b e I i n g in feine neue Stelle eingemtefen und mit der Schulleitung beauftragt. ~ , "Y" Rüddingsha u f e n, 4. Febr. Die Ortsgruppe Busecker- und Lumdatal des Reichsluftschutzbundes führt auch hier eine Schulung der Blockwarte und der Selbstschutzkräste durch. Am Montagabend hielt Lehrer Eberle aus Lollar einen Vortrag über das Verhalten der Bevölkerung bei Luftangriffen, die Aufgaben der Selbstschutzkräfte, die Frau im Luftschutz und Aufgaben des ländlichen Luftschutzes. Der Vortrag war sehr gut besucht, besonders auch von den Frauen, und wurde mit großem Interesse ausgenommen. △ Harbach, 4. Febr. Der Ortsring Harbach des Landschaftsbundes Volkstum und Heimat, der seither elf Mitglieder zählte, hat auch im neuen Rechnungsjahr seine Mitgliederzahl behalten. An die Stelle eines ausscheidenden Mitgliedes trat Landwirt Wilhelm Stark, der sich für volkskundliche Dinge sehr interessiert. — Die Untergruppe Harbach des Reichsluftschutzbundes wird demnächst durch ihre Amtsträger die Keller besichtigen lassen, um geeignete Schutz- räume ausfindig zu machen. Die Bevölkerung wird gebeten, das Lustschutzpersonal bei seiner ehrenamtlichen Arbeit zu unterstützen und jede gewünschte Auskunft zu erteilen. — Da auf dem hiesigen Rodungsgelände noch größere Restbe- stände Holz vorhanden sind, ist der Einwohnerschaft Gelegenheit gegeben, sich billiges Brennmaterial zu verschaffen. Das Holz wird mit einem Lastwagen, der jeweils fünf Festmeter lädt, angefahren. Eine Fuhre kostet einschließlich Bringerlohn 25 RM. Da in den hiesigen Gemeinde- und Staatswaldungen wenig Holz geschlagen wurde, nutzt die Bevölkerung gerne die Gelegenheit aus. Auch die Nachbarorte werden beliefert. — Durch die Ortsschelle wurde bekanntgegeben, daß alle Obstbaumbesitzer bis zum 15.März ihre Bäume ouszuputzen haben. Säumigen wird nach diesem Termin auf ihre Kosten die Arbeit ausgeführt. Der größte Teil der Obstbäume ist schon vor der Jahreswende in Ordnung gebracht worden und in gutem Zustand. r l fyarb ad), 4. Febr. Wilhelm Scheid, der Sohn des Erbhofbauern Heinrich Scheid III., glitt auf einer vereisten Stelle der Hofteite aus und kam so unglücklich zu Fall, daß er sich den Knöchel des rechten Fußes brach. — Unser Schäfer Adolf Wirth zog sich eine leichte Fußverletzung zu. Da sie harmloser Art war, schenkte er ihr weiter keine Beachtung. Aber schon nach einigen Tagen trat starke Drüsenschwellung und Blutvergiftung ein. Da sich der Zustand des Kranken zusehends verschlimmerte, sah sich der Hausarzt genötigt, an Ort und Stelle eine Operation vorzunehmen; sie verlief sehr glücklich. Zufällig kam der acht Jahre alte Sohn des Patienten in das Krankenzimmer und war Augenzeuge der Operation. Dem Jungen wurde es schlecht, und er mußte schleunigst das Freie aufsuchen. Während er die Haustreppe hinuntereilte, überfiel ihn ein Schwindelanfall, und er stürzte ohnmächtig auf die Fliesen. Dabei zog er sich eine schwere Verletzung über dem linken Auge zu, so daß er ebenfalls ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen mußte. Beide Kranken befinden sich auf dem Wege der Besserung. ch Ettingshausen, 4. Febr. Im Rathaus fand dieser Tage eine gutbesuchte Mitgliederver- ammlung der Deutschen Arbeitsfront statt. Der Ortsobmann sprach ausführlich über die Beitragseinstufung der selbständigen Handwerker und Gewerbetreibenden. I H a u s e n, 4. Febr. Der evangelische Frauen- chor Hausen ließ es sich nicht nehmen, seinem passiven Mitglied Frau Katharina Vonderheid Witwe zu ihrem 8 0. Geburtstage am gestrigen Mittwochabend ein Ständchen zu bringen. Ist doch Frau Vonderheid seit Gründung des Chores vor 9% Jahren Mitglied desselben. Nach zwei Be- grüßungsliedern des Chors brachte Pfarrer Steine r hie Glückwünsche des Chors zum Ausdruck Der im Hause wohnende Sohn dankte im Namen seiner Mutter. Zwei Heimatlieder gaben den Ausklang der Ehrung für die greife Jubilarin, die an diesem Tage viel Liebe und Anerkennung erfahren durfte. Kreis Bübingen. * Büdingen, 4. Febr. Eine Siedlungsgesellschaft erwarb aus dem Besitz der hiesigen fürstlichen Standesherrschaft den etwa 280 Morgen großen, mit 70 Morgen Wiesen, Findörfer Hof bei Düdelsheim und hat damit fünf Gehöfte z u Erbhöfen aufgefüllt. Das Restgut von dem einstigen standesherrlichen Besitz wird ebenfalls als Erbhof fortgeführt werden. HNidda, 4. Febr. Infolge Unzulänglichkeit der Wasserleitung in Notfällen errichtete die Nach- barsgemeinde Geiß-Nidda auf dem höchstgelegenen Teile des Dorfes einen in Beton gefaßten, von der Wasserleitung gespeisten Brand weiher, in dem ständig etwa 110 Kubikmeter Wasser zur Verfügung stehen. Auch die Gemeinde Fauerbach sah sich aus gleichen Gründen zur Errichtung eines, hochgelegenen, etwa 400 Kubikmeter fassenden Wasserbehälters veranlaßt, der ebenfalls von der Gemeindewasserleitung gespeist wird. Kreis Schotten. * Ruppertsburg, 4. Febr. Auf Veranlass sung der Gartenbauberatungsstelle Büdingen-Schotten fand hier im Saale des Gastwirts O. Wagner eine Versammlung des Obst - und Garten« bauoereins statt. Sie war gut besucht. Auch von Wetterfeld hatten sich mehrere Mitglieder eingefunden. Nach kurzen Begrüßungsworten durch Inspektor Metternich, Büdingen, sprach Dr. Wetzel, Frankfurt, über das Thema: „Was hat der Obstbauer zu beachten, um seiner Aufgabe, die ihm der Dierjahresplan stellt, gerecht zu werden?" Reicher Beifall lohnte den Vortragenden. Eine außerordentlich lehrreiche und ausgiebige Ansprache schloß sich an. Dr. Wetzel und Inspektor Metternich hatten dabei noch Gelegenheit, über Kalkdüngung der Obstbäume, richtige Sortenwahl, Obstbewirtschaftung usw. ausführlich zu sprechen. Kreis Alsfeld. G> Alsfeld, 2. Febr. Am vergangenen Sonntag gab die Deutsche Musikbühne Berlin (Reichswanderoper) im großen Saal des „Deutschen Hauses" ihr zweites Operngastspiel dieses Winters, das für Alsfeld und die weitere Umgebung auch diesmal wieder zu einem großen V 129-280 VIM PUTZT ALLES ^cuhcUüU U*d Das fremde Gesicht. JRoman von Laren. 35. Fortsetzung. (Nachdruck verboten!) Evelyn begriff sofort, daß irgend etwas Schlimmes geschehen sein mußte, und daß er gekommen war, um sich mit ihr auszusprechen. Er war noch beim Frühstück so vergnügt gewesen wie überhaupt in den letzten Tagen, seitdem dieser Alpdruck Monno endgültig von ihnen gewichen zu sein schien. Und jetzt — was gab es jetzt wieder Neues, Schreckliches ...? Angstvoll suchte ihr Blick den seinen. Alland verstand die stumme Frage und nickte zustimmend. „Der Bär muß jetzt schlafen gehen, Liebling", beschwichtigte Evelyn die Kleine, die in kindlicher Unersättlichkeit weiterzuspielen begehrte. „Morgen — morgen kommt er wieder, wenn du brav bist." Sie schälte sich aus ihrer Vermummung und glättete mit beiden Händen das verwirrte Haar. „Gehen Sie mit Karin noch ein wenig in den Garten, Schwester Hanni", wandte sie sich nach einer beklommenen Pause an die Kinderpflegerin, die, diskret über eine Strickarbeit gebeugt, am Fenster saß. „Es ist grabe ein bißchen Sonne." Sie hob das Kind zu sich auf und küßte den weinerlich verzogenen Mund. „Nicht eigensinnig fein, Karin! Bring mir Kastanien aus dem Garten mit, bann wirb Mutti dir eine Kette machen, eine schöne, lange Kette." „Und Schiffchen!" jubelte die Kleine, schnell getröstet. „3a, und Schiffchen", versprach Evelyn mit abwesendem Lächeln. Als die Tür sich hinter Karin und der Schwester geschlossen hatte, lief sie auf Alland zu und drängte ihr Gesicht bang forschend an das feine. „Ist etwas geschehen, Frank? Ich seh' es dir an..." Alland nickte mit zusammengepreßten Lippen. „Ja, es ist etwas geschehen. Monno hat mir soeben wieder einen neuen „Patienten" geschickt." „Und — du?" „Ich habe dem Mann gesagt, daß er morgen früh um neun Uhr zur Operation kommen kann." Er nickte schwer. „Dieses eine Mal noch, Evelyn. Dann ist Schluß. Ich — kann nicht mehr!" Alland preßte in stummer Verzweiflung die Hände gegen die Schläfen und ließ sich, da kein Stuhl in der Nähe war, auf Karins niedrigen Spieltisch fallen. Wie ein Verurteilter saß er da, den Kopf zwischen den Händen, in einer Haltung, die den äußersten Grad von Hoffnungslosigkeit ausdrückte. Da spürte er plötzlich Evelyns Hand auf seinem Haar, und diese warme und zärtliche Berührung durchdrang ihn bis ins Innerste wie ein wieder- belebender Strom. Aufblickend zog er sie neben sich, ganz nah und fest, und legte den Kopf an ihre Schulter. Endlich sagte er: „Es muß noch einen Ausweg geben. Laß uns nachdenken. Lieb. Was meinst du, wenn ich bas alles hier aufgeben, wenn ich die Klinik verkaufen würde? Mehr als die Hypotheken wird dabei freilich kaum herauskommen — aber einerlei. Ich könnte mich dann irgendwo als praktischer Arzt niederlassen, irgendwo auf dem Land vielleicht, ganz bescheiden und unauffällig. In Deutschland vielleicht oder sonstwo. Wärst du damit einverstanden Eoelnn?" „Aber Liebster!^ Sie wandte ihm ihr unter Tränen lächelndes Gesicht zu. „Wie kannst du überhaupt fragen! Für mich ist es doch ganz gleich, wo ich lebe. Wenn ich nur bei dir bin." Sie senkte den Kopf und setzte leiser hinzu: „Aber für dich als Chirurgen wird es hart sein, den einfachen Landdoktor spielen zu müssen, nachdem ..." „Nicht so hart, als wenn ich hierbleibe und mich immer wieder von diesen Schurken vergewaltigen lassen muß. Man kann auch als einfacher Landdoktor feinen Beruf ausfüllen, wenn man ihn ernst nimmt, und sogar seine Befriedigung daraus ziehen. Davor ist mir nicht bange." Alland versank wieder in Nachdenken. Seine Stirn versinsterte sich. „Aber wenn sie mir hier eines Tages dahinterkommen — die Polizei meine ich — wenn es herauskommt, daß ich mich zu so etwas hergegeben habe — dann bin ich erledigt. Dann sperren sie mich ein und entziehen mir die Praxis. Und dann bleibt mir wirklich nichts anderes übrig als ..." „Nein, auch bann nicht, Frank! Dann werbe eben ich für uns arbeiten so lang, bis du etwas anderes gefunden hast. Es gibt ja so viele Frauen, die ihre Familie ernähren. Warum sollte ich das nicht auch können? Ich habe doch etwas gelernt, ich..Sie bemerkte ein schmerzliches Zucken in seinem Gesicht und fuhr errötend fort: „Und wenn du nicht willst, daß ich wieder tanze — es gibt ja cikch anderes, was in mein Fach schlägt, Heilgymnastik zum Beispiel, bas interessiert mich schon lange. Gymnastikkurse für kranke und schwächliche Kinder, weißt du. Ich hätte dich auch so um die Erlaubnis gebeten, daß ich so etwas anfangen darf. Ich bin soviel allein den Tag über; wenn Karin erst einmal zur Schule geht, werde ich gar nicht wissen, wo ich mit meiner Zeit hin soll. Es ist so schön, etwas Ernsthaftes zu arbeiten, auch wenn man es nicht grabe dringend nötig hat. Und hat man es bann einmal nötig, dann ist es um so schöner?" Ihr Gesicht glühte vor Eifer. Alland betrachtete sie gerührt. Das Bewußtsein, baß sie freudig jede Not mit ihm teilen würde, erfüllte ihn mit einem tiefen Glücksgefühl. Aber er mußte ihre Begeisterung dämpfen, so schwer es ihm fiel. So schonend wie möglich sagte er: „Du darfst nicht vergessen, Liebling, daß im Falle einer Entdeckung auch du nicht leer ausgehen würdest. Man würde dich natürlich sofort als meine Mitschuldige verhaften. Und bedenke doch nur — alles spricht gegen dich von Anfang an, besonders wenn ein Richter es im negativen Sinne beuten will. Schon daß du damals nach Ostrowskis Verhaftung geflohen bist, würde man dir als Schuldbeweis auslegen. Und daß es obendrein noch Monno gewesen ist, mit dem du flüchtig gingst, macht die Sache nicht besser. Denn selbstverständlich wird jeder Richter daraus den Schluß ziehen, daß du mit Monno und seiner Bande im Einvernehmen warst — und wenn es auch zehnmal ein Trugschluß ist. Der Schein ist jedenfalls gegen dich — ebenso wie gegen mich. Ich höre schon den Herrn Staatsanwalt von deinem .früheren Freund und Komplicen Monno< sprechen, den ich ,mit deinem Wissen und auf deine Veranlassung hin* operiert habe zu dem Zweck, ihn für die Polizei unkenntlich zu machen. Wie wollen wir uns gegen alle diese erdrückenden Indizien verteidigen? Wie den Beweis erbringen, daß du in der Ostrowski-Affäre ebenso schuldlos und gutgläubig warst, wie ich es Monno und Bertrand gegenüber gewesen bin? Monno hat ganz recht in seiner These, daß Nichtwissen schwer zu beweisen ist, besonders wenn man dafür keinen andern Entlastungszeugen hat als sich selbst. „Meinetwegen!" Die junge Frau zuckte geringschätzig die Achseln. Eine tiefe Erregung weitete ihre Pupillen, und um ihren Mund lag wieder jener eigensinnig entschlossene Zug, den er so gut an ihr kannte. „Sollen sie mich nur auch ins Gefängnis sperren — mir ist es einerlei. Wenn du bestraft wirst, will ich gar nicht leer ausgehen." Sie warf den Kopf zurück und lachte plötzlich laut auf, als ob sie mit diesem Lachen einen quälenden Druck abschütteln wollte. „Aber wir sitzen hier wirklich schon beisammen wie auf einem Armsünderbänkchen", versuchte sie zu scherzen. „Wenn uns irgendein Detektiv so sähe, würde er uns bestimmt gleich verhaften. Komm, Frank", sie sprang auf und zog Alland mit sich empor, „wozu sich schon immer im voraus abquälen? Es kommt ja bann boch immer ganz anders. Ich habe schon einmal gedacht, bas Leben sei aus für mich. Unb bann ist es doch noch fo schön geworden. So schön. Liebster!" Sie umschlang ihn mit beiden Armen und leuchtete ihm mit einem glücklichen Lächeln in die Augen. Dann öffnete sie bas Fenster und ließ mit einem tiefen Atemzug die reine Herbstluft einftrömen. Nach langen Nebeltagen war es zum erstenmal roieber klar. Der Himmel strahlte in einem sanften, gläsernen Blau. Eine Amsel fang unermüdlich. Und über dem Laub der Kastanien lag es wie ein Schimmer von Gold... * „Der Patient ist fo nervös, Herr Doktor, ich weiß nicht, was ich mit ihm anfangen soll. Er wollte sich gar nicht auf den Operationstisch schnallen lassen. Und gerabg heute, wo der Herr Assistenzarzt in Urlaub ist.. Das Gesicht der Schwester war gerötet. Sie fühlte sich durch diesen widerspenstigen Patienten sichtlich in ihrem Berufsstolz gekränkt. Alland hörte einen Moment auf, feine Hände mit der Bürste zu bearbeiten, unb streifte die Schwester mit einem ärgerlich zerstreuten Seitenblick. (Fortsetzung folgt!) fei WPfg. Smmer fehlt Soße bei ‘Wikabellen, ßeber, Koteletts, Schnitzeln, liieren/ Die beste Mahlzeit schmeckt aber bann trocken. Was tun? Ganz einfach: 1 Knorr Bratensotzwürfel fein zer- brücken, glattrühren, mit V4 Liter Wasser unter Umrühren 3 Minuten kochen. Das ergibt V4 Liter Bratensoße so recht sämig, so angenehm gewürzt, so abgerundet im Geschmack. Hauptsache dabei: 'TSnOVv Bratensoße künstlerischen Ereignis wurde. Zur Ausführung kam die zweiaktige Oper „Der Barbier von Sevilla' von Rossini, mit dem die Deutsche Musikbühne, die nun schon jahrelang regelmäßig auch unsere Stadt besucht, einen neuen Erfolg erringen konnte. Die Aufführung fand bei dem nahezu ausverkauften Hause sehr dankbaren und begeisterten Beifall. ----- Homberg, 4. Febr. In der vergangenen Woche wurde hier an vier Abenden eine Luft- schutzschulung durchgeführt, an der sich über 60 Hauswarte beteiligten. Bei dieser Schulung wirkten Assessor Dr. Franz, Alsfeld, und die bei. den Schulungsleiter Seipp und Allendör- fer von Homberg mit. —Homberg, 4. Febr. Pfarroerwalter H i e. b e r wurde durch Dekret nach Höchst a. M. versetzt. Er war am 1. November v. I. in der hiesi- aen Stadtkirche ordiniert worden und hat seit die. ser Zeit hier gewirkt. Nur ungern sieht man ihn von hier scheiden. Gelegentlich einer Lichtbildvor. führung in der Kirche durch Missionar G e r l a ch hat er sich von der zahlreich versammelten Ge. meinde in herzlichen Worten verabschiedet, das Gleiche tat er am Montagmorgen von den Schülern und Konfirmanden. Als sein Nachfolger tritt Pfarro^ Scheuermann von Neu-Isenburg an seine Stelle. 1. Deckenbach, 4. Febr. Am kommenden Samstag, 6. Februar, kann der Altveteran Heinrich Sohl II. von hier seinen 88. Geburtstag begehen. Bei seinem vorjährigen Geburtstage wurde der afft Herr durch ein Glückwunschschreiben des Führers mit seinem Bild und einem Geldgeschenk erfreut Zusatzvereinbarung zum Abkommen über den Zahlungsverkehr mit der Belgisch - Luxemburgischen Wirtschaftsunion. — 91: Anordnung des Reichswirtschaftsministers, betreffend Abänderung der Anordnung über die Anerkennung der Wirtschaftsgruppe Druck und Papierverarbeitung vom 30. Ja. nuar 1937. Rundfunkprogramm Samstag. 6. Februar. 6 Uhr: Choral, Morgenspruch, Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 10: Schulfunk. 11: Hausfrau, hör zu! 11.30: Nur Frankfurt: Gaunachrichten. 11.40: Land, funk. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten. Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten 14.10: Guk Stuß! Schallplatten-Potpourri. 15: Bolk und Wirt- schäft. Allerlei Neuigkeiten. 15.15: Wir bemerken dazu...! Musikerziehung einst und jetzt! 15-30. „Mit Trommeln und Pfeifen... (Ueber die Ge- schichte der deutschen Landsknechte.) 16: Froher Funk für alt und jung. 18: Alte Kameraden. Em Militärkonzert zum "Tag der alten Soldaten . 19 30: Der Zeitsunk bringt die Wochenschau. 19.45. Deutsche Ski. Meisterschaften m Rottach-Egern. Funkbericht vom Abfahrtslauf. 20: Nachnch en. 20.10: Fastnacht-Ringsendung. 22: Nachrichten. 2210: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.lv. Sportschau. 22.20: Echo oom Intern. Rett- und Fahrturnier. 22.30: TanzmMk. 24 bis 2: Nacht- konzert. Aus den preußischen Nachbargebieten. 100. Todestag eines großen deutschen Forstmannes. Lpd. Gladenbach, 4. Febr. Anläßlich des 10 0. Todestages des großen Forstmannes und Organisators des deutschen Forstwesens, Georg Ludwig H artig, fanden in Gladenbach, seinem Geburtsort, und in Dillenburg, der Hauptstätte seines Wirkens, Gedenkfeiern statt. Als Landforstmeister in Dillenburg legte Hariig den Grund für eine geordnete Forstwissenschaft und errichtete hier die erste deutsche Forstschule. Später ging er als Preußischer Staatsrat und Oberlandforstmeister nach Berlin. Durch 22 Titelwerke ist er als Schriftsteller bekannt geworden. Hartig wird der Erretter des deutschen Buchenwaldes genannt. Er war einer der gewaltigsten Landschaftsbildner, der der deutschen Landschaft seinen Stempel aufge- drückt hat. Kreis Wetzlar. t Kinzenbach, 2. Febr. Der hiesige Turn- v e r e t n hielt dieser Tage seine Hauptversammlung ab. Dietmar! Schleenbecker sprach einleitend über seine Arbeitsgebiete und rief dann die geschichtlichen Ereignisse des Monats Januar in die Erinnerung zurück. Vereinsführer B e p l e r gedachte sodann der im vergangenen Jahre verstorbenen Kameraden, insbesondere des Dereinswirtes L. P e u s ch. Im Mittelpunkt der Versammlung stand der Arbeitsbericht des Oberturnwarts. Dem Bericht war zu entnehmen, daß der Verein das Jahr seines 25jährigen Bestehens als ein sehr erfolgreiches Jahr betrachten könne. Vor allem sei der langgehegte Wunsch, ein Banner zu besitzen, in Erfüllung gegangen. Im Vorstand des Vereins ergaben sich keine Steuerungen. Der Vereinsführer dankte allen Mitarbeitern für die im vergangenen Sabre geleistete Arbeit. =F Kinzenbach, 3. Febr. Die Sch ul käme- raben des Jahrgangs 1887 trafen sich hier in der Gastwirtschaft Ludwig Mandler zu einer 50er-Feier. Nach einem gemeinsam gesungenen Liede dankte Kamerad Alt für die starke Anteilnahme an diesem Treffen. Anschließend sprach Kamerad Karl Willershäuser über die vergangenen Jahrzehnte. Des einzigen verstorbenen Kameraden Wilhelm C l o o s, der vor einigen Jahren einem Unalücksfall zum Opfer fiel, wurde in ehrender Weste gedacht. Im Verlauf des Abends wurde manche Jugenderinnerung ausgetauscht. Zwei Kameraden wußten sich mit einem Lied besonderen Beifall zu erringen. Mit dem Wunsche, in zehn Jähren wieder in solcher Kameradschaft feiern zu können, trennten sich die Alterskameraden. <£ Rodheim a. d. Bieber, 3. Febr. Am Sonntagnachmittag hielt die NS.-Frauen- schäft im Schlierbachschen Saale eine Sondertagung ab, in welcher Fräulein Geibel (Wetzlar) über „Erb- und Rassenpflege" sprach. Die Versammlung wies guten Besuch auf. — Am Sonntagnach- Dier verschiedene Vernsteinabzeichen wollen von dir gekauft fein! Frontkämpfer sammeln für dich. Weiht du, was du ihnen schuldig bist? Frontsoldaten sammeln am 6. und 7. Februar für das DHW. mittag hielt die Kriegerkameradschaft Rod he im im Reichsbund „Kyffhäuser" ihr dies- jähriges Opferschießen ab. Leider mar die Beteiligung der Kameradschaftsmitglieder nicht so, mie es erwartet worden war; immerhin beteiligten sich daran rund 50 v. H., und konnten 16 Mark für das WHW. abgeliefert werden. O Lützellinden, 4. Febr. Die hiesige Freiwillige Feuerwehr veranstaltete am Sonntag in der Gastwirtschaft „Germania" einen Werbeabend, der von dem Feuerwehrleiter Karl Drommershausen eröffnet wurde. Der Redner betonte dabei die Wichtigkeit der Feuerwehrarbeit und brachte den Gruß an den Führer aus. Der Verlauf des Abends brachte eine Reihe von geselligen Darbietungen, die den Besuchern einige schöne Stunden bereiteten. — Dieser Tage wurde hier die erste Derdunkelungsübung durchgeführt, bei der die erfreuliche Feststellung gemacht werden konnte, daß unsere Einwohnerschaft den Zweck dieser Selbsthilfe klar erkannt hat und sich geschlossen in den Dienst der bedeutsamen Aufgabe stellt. Wirtschaft Ser Koniingentsah für Schweineschlachtungen. Fwd. In einer Bekanntmachung Nr. 2/37 vom 20.1.1937 teilt der Vorsitzende der Hauptvereini- gung der deustchen Diehwirtschaft mit, daß er den Kontingentsatz für Schweineschlachtungen und Schweinefleischumsätze außerhalb der Schlachtviehmärkte auf 70 v. H. festgesetzt hat. Auf den Schlachtviehmärkten wird der Kontingentsatz jeweils nach der Größe der Auftriebe festgesetzt. Nhein-Mainische Börse. Mittagsbörse: Etwas freundlicher. Frankfurt a. M., 4. Febr. Die Börse war am Aktienmarkt etwas freundlicher gestimmt, die Umsatztätigkeit hatte aber weiterhin kleinstes Ausmaß, da nennenswerte Aufträge fehlten, die Abgaben der letzten Tage aber zum Stillstand gekommen sind. Auf kleine Käufe ergaben sich meist Besserungen von etwa 0,50 bis 0,75 v. H. Von wirtschaftlichen Meldungen fand die Dividendenerhöhung bei der Reichs-Kredit-Gesellschaft Beachtung und gab eine gewisse Anregung. Am Montanmarkt zogen Rheinstahl und Verein. Stahl je 0,90 v. H., Mansfelder 1 o. H., Klöckner und Mannesmann je 0,25 v. H. an, Buderus 119,25 (119,50), Hoesch uno. 118,50, ebenso Harpener mit 155,25. JG.-Farben erhöhten sich nach unverändertem Beginn um 0,50 v. H. auf 170,50, Metallgesellschaft aeroannen auf die Bilanzzahlen 1,25 v. H. auf 152. Don Elektroaktien gewannen AEG., RWE. und Schuckert je 0,40 v. H., Siemens 1 v. H. Maschinen- und Motorenwerte lagen behauptet, ebenso Reichsbank und Nordd. Lloyd. Leicht befestigt waren noch Westdeutsche Kaufhof mit 56,50 bis 57 (56,50), Ph. Holzmann mit 143 (142,50), während Zellstoff Waldhof auf 156,25 (157) und Dt. Estenhandel auf 153,25 (154,25) abbröckelten. Am Einheitsmarkt zeigte sich vorwiegend weitere Kaufneigung nach verschiedenen Spezialpapieren. Renten lagen still und freundlich. Etwas mehr Geschäft hatten Kommunal-Umschuldung mit 91,13 bis 91,20 (91,05), ferner blieben Städte-Altbesitz zu 120,50 bis 121 (120,50) gefragt. Reichsaltbesitz lagen mit 120,10 (120,13) wenig verändert. Unter geringen Schwankungen von etwa 0,25 v. H. nach beiden Seiten blieben die Aktien- Märkte im Verlaufe bei sehr kleinem Geschäft gut behauptet. Metallgesellschaft weitere 1 v. H. höher mit 153, ferner erhöhten sich RWE. auf 133,40 nach 133,25, Mannesmann auf 119,25 nach 118,90, Verein. Stahl auf 118,75 nach 118,50 und Rheinstahl auf 151,25 nach 151,13. Die später zur Notiz gekommenen Werte lagen meist 0,50 bis 1 v. H. über gestern, Kali Westeregeln plus 1,75 v. H. auf 138,75, Scheideanstalt 268,50 (267,50), dagegen Hanfwerke Füssen 98 (98,40). Don Renten blieben Kommunal-Umschuldung zu 91,20 beachtet, schwächer lagen Reichsbahn-DA. mit 125,25 (125,50) und im Freiverkehr steuerfreie Reichsbahnanleihe 103,75 (104,25). Goldpfandbriefe blieben bei unveränderten Kursen gesucht, der Materialmangel hielt an. Liguidationspfandbriefe und Kommunal-Obligationen lagen unverändert, Stadtanleihen größtenteils behauptet, teilweise 0,25 v. H. abbröckelnd. Von Auslandsrenten 3 v. H. Silber- mexikaner 9,25 (9). Jrn Freiverkehr hatten Adlerwerke Kleyer lebhaftes Geschäft, anfangs 103,50 bis 105,50, spä- ter 104,50 bis 106,50, bann 104 bis 106, Neue Wayß 8t Freytag 134,50 bis 136,50, Pokorny blieben mit 132 gesucht, Ufa 68. Tages gelb unverändert 2,50 v. H. Abendbörse behauptet. Die freundliche Tendenz des Mittags übertrug ich auch auf die Abendbörse, doch war das Ge- chäft infolge der schwachen Kundschaftsbeteiligung ehr klein. Auch die Kursveränderungen hielten sich in engen Grenzen, gegen den Berliner Schluß überwogen mäßige Erhöhungen von 0,25 o.H. Reichsbank gewannen 0,75 v. H. auf 186,75. Montanaktien blieben voll behauptet. IG. Farben bröckelten 0,25 v. H. ab auf 170. Gebr. Junghans stiegen auf 128,75 (128). Am Rentenmarkt schwächten sich Reichsbahn-VA. bei größerem Umsatz auf 125 (125,40) ab, sonst beschränkte sich hier das Geschäft auf wenige Ausländsanleihen, die mestt unverändert blieben, 5 v. H. Silbermexikaner 0,13 v. H. leichter 9,40. Im Freiverkehr nannte man Kommunal-Umschuldung mit unverändert 91,20 bis 91,25. U. a. notierten: 6 v. H. IG. Farben 133,40, 4,50 o. H. Krupp 96,25, 1914er Ungarn 5,20, 5 v. H. Rumänen 6,25, 4 v. H. Rumänen 5,20, 5 v. H. Silbermexikaner 9,40, Franks. Hyp.-Bank 104,50, Reichsbank 186,75, Buderus 119,50, Hoesch 118,75, Mannesmann 119, Rheinstahl 151,50, Verein. Stahl 118,50, MAN. 116,50, BMW. 144,75, Dekula 168,25, Conti Gummi 173,50, Deutsche Erdöl 149,25, Scheideanstalt 268,50, Deutscher Estenhandel 154, Licht & Kraft 152,50, IG. Farben 170, Gessürel 146, Gritzner 43,75, Hanfwerke Füssen 98,50, Holz- mann 143, Junghans 128,75, Muag 143,25, Metallgesellschaft 153, Moenus 109, Schuckert 163,25, Schöfferhof 188,50, Reichsbahn-VA. 124, Hapag 17,75. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 4. Febr. Auftrieb: 80 Rinder, darunter 7 Bullen, 67 Kühe, 6 Färsen; 849 (917) Kälber, 93 (163) Hümmel und Schafe, 628 (545) Schweine. Notiert wurden je 50 Kilogramm Lebendgewicht in Mark: Bullen a) 43, Kühe a) 41 bis 43, b) 35 bis 39, c) 30 bis 33, d) 21 bis 25; Färsen a) 44, b) 40, c) 35; Kälber a) 60 bis 65 (58 bis 65), b) 45 bis 55 (45 bis 55), c 40 (40), d) 34 bis 40; Hämmel b2) 45 bis 47 (46 bis 48), c) 40 bis 44 (40 bis 45), d) 33 bis 38; Schafe a) 35 bis 40 (32 bis 39), b) 30 bis 34; Schweine a) ab 120 Kilogramm Lebendgewicht 52,50 (52,50), bl) ab 120 Kilogramm 52,50 (52,50), b2) ab 120 Kilogramm 52,50 (52,50), c) von 100 bis 119.5 Kilogramm 51,50 (51,50), d) unter 100 Kilogramm 48,50 (48,50); Sauen gl) fette Specksauen 52,50 (52,50), g2) andere Sauen, Eber und Altschneiber 48 bis 50,50 (50 bis 50,50). — Marktverlauf: Rinder und Schweine wurden zugeteilt. Kälber, Hümmel und Schafe lebhaft, ausverkauft. Fleischgroßmarkt. Angebot: 767 Viertel Rindfleisch, 449 halbe Schweine, 148 ganze Külber, 49 ganze Hümmel, 8 Kleinvieh. Notiert wurden je 50 Kilogramm in Mark: Ochsenfleisch a) 80, b) 69; Bullenfleisch a) 77, b) 66; Kuhfleisch a) 77, b) 65, c) 54; Färsenflrisch a) 80, b) 69; Kalbfleisch a) 82 bis 90, b) 72 bis 80 (73 bis 82, c) 60 bis 70 (65 .bis 72; Hammelfleisch b) 90 bis 95; Schweinefleisch b) 73. Fettwaren: Roher Speck unter 7 Zenti- meter 78, Flomen 80. — Marktverkauf lebhaft. Die Industrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 87: Die neuen Bestimmungen für Ueberweisungen von Polen nach Deutschland. — 88: Wirtschaftsoptimismus in Belgien. — 89: Zur Auswirkung der französischen Steuerreform auf die Pauschal- und Einfuhrumsatzsteuer. — 90: Zweite Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börfe. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Frankfurt a. M. Berlin Schluß- kurS Schlußk. Abend- börie Schluß- tura Schluß! Mittag börse Darum 3.2. 4-2. 32. 4.2. 5% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 5’/a% Doung-Anleihe von 1930 .. 4*4% Hessische Bolksstaat von 1929 4%% Deutsche Reichspostschatz von 1934 I...................... 101,13 98,13 102,75 99,5 100,13 98,5 120,13 131,5 97,75 101,5 98 96 94,9 127 98 95,75 101,5 101,9 110,25 8,25 5,25 5,95 5,1 6,2 5,175 126,5 17,5 18,13 125,5 186,5 131 114 117 106,9 101 98,25 102,75 99,5 100,13 98,5 120,1 131,5 98 101,5 98 96 95 98 95,75 101,5 102 110,25 - 5,3 6,3 5,1 6,25 9,4 5,2 19,75 127 17,75 18 125 186,75 114 117 106,9 101 98,13 102,8 99,5 100,25 98,5 120,13 97,75 98 96 127 98 101,75 110,4 8,25 15,1 1,35 5,95 5,1 6,3 9,4 5,13 19,75 126,65 42 17,65 17,9 125,65 186 130,5 114 117 106,9 101,25 98,13 103 99,5 100,2 98,5 120 98 98 96 127,25 98 101,75 110,4 15,75 1,3 5,2 5,1 6,3 9,4 5,13 19,75 126,75 42,75 17,75 18 125,4 186 130,65 114 117 106,9 4V$% Deutsche Reichsbahnschatz bort 1936 I.................. Reichsanleihe-Altbesitz.......... Lberhessen Provinz-Anleihe mit Ausloi.-Reckten.............. 4%% Hess. Landesbk. Darmstadt Goldpfe. R. 12.............. 5%% Hess. Landes-Hyp.-Bank £iqu. Goldpfe............... 4%% Preuß. LandeSpfdbr.-Anst. Goldpfe. R. 19.............. 4Vi% Preuß. Gold-Komm. R. 20 4yt% Darmstädter Komm.-Lan- Deutsche Komm.-Sammel-Anleihe Auslos.-Rechte I.............. 4Vt% Franks. Hyp. Goldpfe. R. 15 4'/r% Franks. Hyp. Gold-Komm. Obl. 2 3.................... 5ys% Franks. Hyp. Liquidation 5y2% Rheinische Hyp. Liquidation Goldpfe..................... Steuergütichein-VerrechnungSkurs 5% Goldmexikaner von 1899 .... 4% Österreichische Goldrente.... 4,2% Oesterreichische Silberrente. 4>/z Ungarn Staats von 1913 .... 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 5% Rumänen von 1903......... 4y2°/0 Rumänen Gold von 1913.. 4% Einheits-Rumänen......... 4% Türken Bagdad I........... 4% Türken Bagdad II.......... 2*4% I- Anatolier.............. A.G. für Verkehrswesen ...... 6 Hamburg-Südam. Dampfschiff. O Hamburg-Amerika Paket......O Norddeutscher Lloyd..........O Deutsche Reichsbahn Borz.-Akt. 7 ReichSbanL................. 12 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 Commerz- und Privat-Bank ... 4 Deutsche Diskonto............4 Dresdner Bank..............4 Frankfun a. M. Berlin Schluß» lltrs Schluß?. Abend. börie Schluß kurS Schlußk. Mittag» börse Dalum | 3-2- 4.2. 3.2. 4-2- Accumillatoren-Fabrik....... 12 — 202 203,5 203 äKU-Kunstsetde............ Aschaffenburg Zellstoff....... Bemberg................. Bekula................... . O . 3 . O . 8 52,25 136,75 107 168 137 107,75 168,25 52 136 106,5 168,5 137 107,25 168,75 Buderus Eisen............. . 4 119,5 119,5 119,5 119,5 Cement Heidelberg......... . 7 161,5 161 — Cement Karlstadt.......... . 6 — Chade M................ Conti Gummi............. . 9 11 171,75 173,5 227 172,75 173,75 . 5 128,75 128,5 128 128,75 Dessauer GaS............. . 4 118,13 119 25 Deutsche Erdöl............ . 5 148,5 149,25 148,65 149 Deutsche Gold- und Silber .. . 9 267,5 268,5 — — Deutsche Linoleum......... 10 169 169 169 169 Elektrische Lieferungen...... . 6 136,75 136,9 136,5 136,5 Elektrische Licht und Kraft... . 7 152,5 152,5 152,4 152,5 I. G. Farben-Jndustrie..... . 7 . 6 170 140,75 170 141 170,13 140,75 170,25 141,25 Gesfürel.................. . 6 145,5 146 146 146 Th. Goldschmidt........... .. 5 130,75 131 130,5 130,9 Gritzner Maschinen......... . O 42,25 43,75 42,5 43,5 Harpener................. L'/7 155,25 155,75 155 156 Hoesch Eisen............... 3-/7 118,5 118,75 118,5 118,75 Philipp Holzmann......... .. 6 142,5 143 142,5 143,25 Ilse Bergbau.............. .. 6 — — — 180 Ilse Genüsse.............. .. 6 149 149,5 149,5 149.5 Kalt Aschersleben.......... .. 6 140 141 141 143 Klöcknerwerke ............. 414 126,25 126,5 126,25 127 Kokswerke und Chemische Fabrik 6 — — 143 143,75 Lahmeyer................ .. 6 124,65 124,5 125 —• Matnkraft................. .. 4 95 95 —— —— Mannesmann............. .. 3 118,65 119 118,4 118,75 Mansfelder Bergbau....... 6'4 160,5 161,5 160,75 161,5 Metallgesellschaft........... .. b 150,75 153 151 153,4 Orenstein & Koppel........ .. 0 — 89,5 90 Rheinische Braunkohle...... . 12 227 225,5 227,75 226,4 Rheinische Elektro.......... .. 6 . 137,25 — 137,5 137,25 Rheinstahlwerke............ .. 6 150,25 151,5 150 151,65 Rbeinisch-Destfältsche Elektro .. 61 133 133 133,25 132,25 Rüigerswerke ............. .. . 144,75 145 144,25 145,5 Salzdetfurth Kall.......... IVi - 183 183 183,25 .. e | 163.4 163,25 163 97,13 163 97,75 Schultheis Patzenhofer...... .. Siemens & Halske......... .. 199,75 200,75 200,5 201,65 Süddeutsche Zucker......... . IC 203 203 203 203 Vereinigte Stahlwerke...... 3'/- 117,65 118,5 117,5 118,5 Westdeutsche Kaufhof....... .. 56,5 57 56,4 56,65 Westeregeln Malt......... .. 137 138,75 137 139,5 Zellstoff Waldhos......... .. 157 156,25 156,5 157 Otavi Minen.............. . O,( 23,9 23,9 23,75 23,75 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt O.21L Z. Februar 4-Februar Amtliche Notierung Amtliche Geld Notierung Brief Geld Brief Buenos Aires............. 0,748 0,752 0,748 0,752 Brüssel................... 41,97 42,05 41,94 42,02 Rio de Janeiro............ 0,151 0,153 0,151 0,153 Polen.................... 47,04 47,14 47,04 47,14 Kopenhagen............... 54,43 54,53 54,39 54,49 Danzig ................... 47,04 47,14 47,04 47,14 London................... 12,19 12,22 12,18 12,21 HelsingforS................ 5,38 5,39 5,375 5,385 Paris.................... 11,60 11,62 11,59 11,61 Holland.................. 136,22 136,50 136,19 136,47 Italien................... 13,09 13,11 13,09 13,11 3-Fe^uar 4. Februar Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Brief Geld Bries Japan.................... 0,706 0.708 0,707 0,709 Jugoslawien .............. 5,694 5,706 5,694 5,706 0 61 .26 61 .38 61 ,21 61,33 48,95 49,95 48,95 49’05 Lissabon.................. 11,07 1b09 11,06 11,08 Stockholm................ 62,85 62,97 62,80 62,92 Schweiz.................. 56,90 57,02 56,89 57,01 Spanien.................. 17,48 17,52 17,48 17,52 Prag..................... 8,656 8,674 8,656 8,674 Budapest................. — — — — Neuyork.................. 2,488 2,492 2,488 2,492 Hier abschneiden! Verbrennung 541 Verdienst transsusion. Je schneller der Blutverlust erfolgt, desto eher tritt der Tod ein. weil sich dann der Körper gar nicht an oen neuen Zustand anpassen und durch Gewebeflüssigkeit den Llul- verlust ausgleichen kann. Auf jeden Fall rufe man bei jeder größeren Blutung sofort den Arzt und lege inzwischen einen Not- oerband an ober binde das Glied bei arteriellen Blutungen ab. Verbrennung entsteht durch Einwirkung von Hitze aus einen Teil des Körpers oder auch auf Den ganzen Körper. Aehnliche Wirkung ruft eine Saure hervor Vgl. Brandwunden. Niemals Wasier auf Die verbrannte Stelle bringen, wenn man gerade keine Brandbinde oder Brandsalbe zur Hand hat, nehme man etwas Del. Milch ob. Mehl Bei Verbrennungen mit Säure abspülen mit einer schwachen Lauge (Sodalosung). bei Verätzungen mit Säure überspulen mit schwacher Säure (Essig, Zitronensaft). Da Verbrennungen des Auges oft Hornhautnarben, die Die Sehkraft stark herabsetzen, im Gefolge haben, rufe man in solchen Fällen stets einen Arzt ober begebe sich wenigstens in ärztliche Behandlung. Verchromen, Das Überziehen von Bestecken mit Ehrornrnetall, wodurch sie rostsicher werden. Verdauung, Umwandlung der Nahrungsstoffe in derartige Formen, daß sie vom Blut ausgenommen werden können. Die Verdauung beginnt bereits im Munde durch das Zerkleinern beim Kauen und die Durchset- amit Speichel. 2m Magen en hauptsächlich die Eiweißkörper aufgespalten, im Zwöst- finger- und Dünndarm kommt die Wirkung der Galle und des Saftes der Bauchspeicheldrüse noch hinzu, um Die Verdauung der Fette, Eiweiße u. Der Stärke vollständig zu machen Vom Dünndarm aus werden die unbrauchbaren Stoffe in den Dickdarm weitergeschoben und durch den After schließlich entleert. Jeden Tag sollte normalerweise eine Entleerung erfolgen. Verdauungsstörungen kommen hauptsächlich als Durchfall und als Verstopfung vor. Verdienst. 1. Der Frau. Beim gesetzlichen Güterstand gehört der Verdienst aus ihrer Arbeit Der Frau (s. Vorbehaltsgut) Diese braucht ihn nicht in Den ehelichen Haushalt einwersen, wenn der Mann imstande ist, den nötigen Unterhalt und ehelichen Aufwand selbst zu bestreiten. Bei Den allgemeinen Gütergemeinschaften gehört Der Verdienst der Frau zum Eesamtqut, kann also vom Mann zur Bestreitung des ehelichen Aufwandes verwendet werden. 2. Der Verdienst der minderiährigen Kinder aus eigener Arbeit ober aus einem von ihnen betriebenen Erwerbsge- schäst unterliegt nickt der Nutznießung des Vaters ist also freies Vermögen. Das Kind braucht zur Verfügung über den Verdienst nicht die Genehmigung des Vaters, wenn dieser dem Kind die Beschäftigung ober den Be- Kohlen von Fischer Gießen, Alicenstraße 42—44, Telefon 3172 und 3176 SJJporf Oie Akademischen Weltwinterspiele. Christ! Cranz siegt im Abfahrtslauf. Am dritten Tag der V. Akademischen Weltwinter- spiele in Zell am See wurde der A b f a h r t s - lauf ausgetragen. Die Strecke war 7000 Meter lang und hatte einen Höhenunterschied von 1200 Meter aufzuweisen. In der deutschen Mannschaft klappte alles ausgezeichnet. Christ! Cranz war am frühen Morgen die Strecke zweimal abgefahren. Sie wurde übrigens am Abend vorher am Bahnhof von der gesamten deutschen Mannschaft abgeholt. Auch von den erschienenen rund 100 Oesterreichern wurde die Olympiasiegerin aufs herzlichste begrüßt. Am Vormittag herrschte 11 Grad Kälte. Die am Rennen nicht beteiligte deutsche Mannschaft hatte sich am Ziel aufgestellt und begrüßte jeden deutschen Teilnehmer mit dem Hakenkreuzbanner und Heilrufen. Fast keiner der Läufer stand die Strecke durch. Einer der wenigen, die nicht stürzten, war Ulrich Beutter, der aber zu langsam war und daher nur Vierter wurde, Christi Cranz kam sturzfrei über die Strecke. Geri Lantschner wurde am Ziel lebhaft begrüßt, auch von den Oesterreichern, er war auf einer vereisten Flachstrecke gestürzt, da seine Bretter übereinander gekommen waren, als er sich gerade von den Skistöcken abstieß. Die Zeitbekannt- aabe funktionierte nicht recht, da man es versäumt hatte, vom Start bis zum Ziel einen Fernsprecher zu legen. Das Eishockeyturnier wurde am Vormittag mit dem Spiel Ungarn—Frankreich fortgesetzt. Die Magyaren blieben mit 4:0 (0:0, 2:0, 2:0) siegreich und stehen nach diesem neuen Erfolge in der Spitze vor Oesterreich, Italien, Tschechoslowakei und Frankreich. — Die Eisschnellaufwettbewerbe brachten die Entscheidungen über 500 Meter und 3000 Meter. Auf der kurzen Strecke war der Norweger Krogh in 44,2 seinen Mitbewerbern klar überlegen, und ebenso sicher siegle der österreichische Meister Max Stiepl über 3000 Meter in 5:02,5 Minuten. In der Länderwertung führt jetzt Deutschland nach Ablauf der bisher ausgetragenen Skiwettbewerbe mit 30 Punkten vor Oesterreich (15), Norwegen (7), Italien (6) und der Schweiz (5). Die Kraftfahrzeug-Winterprüfung. Durchweg hatten die Konkurrenten noch viel Zeit und erreichten Garmisch Stunden vor ihrer Sollzeit. Wen man fragte, der berichtete, daß diese Anmarschprüfung, auf der man beweisen sollte, daß man trotz winterlicher Verhältnisse Landstraßen mit gutem Durchschnitt zu meistern versteht, eine richtige Winterfahrt gewesen ist. Nebel und Glatteis hat die Strecke schwer gemacht und mancher Kraftrad- oder Wagenfahrer landete im Graben. Davon zeugten verbeulte Kotflügel und eingedrückte Scheinwerfer am Ziel. Bei schönstem Sonnenschein kam bis gegen 11 Uhr ein Fahrzeug nach dem anderen auf dem Zielplatz vor den Toren Garmrschs am Fuße des Scheiterberges an. Manche Kraftrad- Mannschaft und auch einige Wagen-Mannschaften sind bereits gesprengt und zahlreiche Kraftradfahrer mußten am Morgen noch Kontrollen anfahren, die sie am Mittwoch nicht erreicht hatten, um ihre vorgeschriebene Punktzahl voll zu erreichen. Auf dem Parkplatz wurden die Fahrzeuge von technischen Kommissaren eingehend geprüft. Deutscher Bobsieg in der Schweiz. Deutsche Bobfahrer beteiligten sich mit Erfolg an einem Viererbobrennen in St. Moritz. Mit der Jahresbestzeit von 2:38,2 gewann die Mannschaft Wittrnann, Hachrnann, Kummer, von Hoff auf einer deutschen Schlittenkonstruktion das Rennen gegen die von McAvoy-England und Capadrutt- Schweiz gesteuerten Schlitten. Zwei weitere deutsche Bobs mit Fischer und Bruns am Steuer belegten den fünften und siebten Platz. Um die Deutsche Eishockey-Meisterschaft Gruppensieger ermittel!. In den drei westdeutschen Kunsteisstadien, Krefeld, Köln und Dortmund, wurden am Donnerstag die Dorrundenkämpfe zur deutschen Eishockeymeisterschaft abgeschlossen. Als Gruppensieger gingen der Berliner Schlittschuh-Club, der SC. Rießersee und die Düsseldorfer Eislaufgemeinschaft hervor, die bereits von heute, Freitag bis Sonntag, in Düsseldorf die Endrunde bestreiten. Mercedes-Benz wieder in Monza. Die Fahrer in Garmisch. Mercedes-Benz wird bereits in den nächsten Tagen wieder auf der Mailänder Monzabahn erscheinen, diesmal aber nicht mit den Nachwuchsfahrern, sondern mit den „Kanonen", die im Hinblick auf die kommenden Ereignisse die ersten Trainings- und Probefahrten machen sollen. Die Monzabahn mußte marschprüfung anzusehende Langstreckenfahrt hin-< wieder gewählt werden, weil in Deutschland die ter sich. Am Donnerstagfrüh bereits kurz nach acht Witterungsverhältnisse augenblicklich wenig günstig Uhr kamen die ersten Teilnehmer in Garmisch an. I sind. Die Teilnehmer der Kraftfahrzeug-Winterprü- fung haben den ersten Teil der Fahrt, die als An schprüfung anzusehende Langstreckenfahrt hin sich. Am Donnerstagfrüh bereits kurz nach ach Karze Sporinottze«. Einen E h r e n p r e i s hat Reichsfachamtsleiter Brigadeführer Herrmann für das am 14. März statt - findende Stuttgarter Hallen-Handballturnier gestiftet. Teilnehmende Mannschaften in der Hauptklasse sind sind neben Eintracht Frankfurt die württembergischen Gauligamannschaften To. Altenstadt, Tv. Cannstatt, Tbd. Göppingen, Tqs. Stuttgart, Stuttgarter Kickers, TSV. Süssen und KFV. Zuffenhausen. • 130000 Karten sind acht Wochen vor dem Fußballänderkampf Deutschland — Frankreich in Stuttgart bereits angefordert worden. Beim Reitturnier in Berlin gewann Oberleutnant Brinckmann auf Baron den Geschick- lichkeitspreis vor SS.-Sturmhauptführer Temme auf Nordland. Sportami „Straft durch Freude". Allgemeine Körperschule, Lyzeum, Dammstraße 26. Nur für Mitarbeiter der DAF. 18.15 bis 19.15 Uhr. Offener Kursus 20.30 bis 21.45 Uhr. Schwimmen — für Männer und Frauen gemeinsam — Dolksbad, Seltersweg, 20.30 bis 21.30 und 21.30 bis 22.30 Uhr. Oberhessische Skiläufer bei den mikieldeuischen Skimeisterschasten. Die Behauptung, daß die Eisenbahnfahrt von Gießen nach Fulda eine langweilige Angelegenheit sei, ist nicht ganz unberechtigt. Und doch kam sie uns vor einigen Tagen sehr kurz vor. Die Mitreisenden staunten die vielerlei Schneeschuhe an, die wir mit uns ins Abteil brachten. „Psundige" breite Sprungbretter, ganz schlanke, 2,30 Meter lange Langlaufskier und breite, mit blitzenden Stahlkanten versehene Abfahrtsbretter bildeten unser „kleines Handgepäck". Natürlich drehte sich das Gespräch um die Möglichkeiten und Aussichten, die wir uns für die bevorstehenden Großkampftage in der Rhön erhofften. Eigentlich hatten die Meisterschaftsläufe im Taunus stattfinden sollen. Aber da dieses Gebirge das nun einmal zum Skilaufen notwendige weiße Festkleid nicht aufweisen konnte, hatte die Wettkampfleitung die Rhön zum Kampfplatz bestimmt. Und man muß es den Gersfeldern lassen, sie verstehen es wirklich, Skifeste aufzuziehen. ei In allen Straßen und besonders auf dem Markt- platz wehten die Fahnen zum Willkommgruß der eintreffenden Wettkämpfer. Der Wintersportverein Gersfeld sorgte in Verbindung mit Mannschaften der SA.-Brigade 46 (Fulda) für eine tadellose Abwicklung der Wettläufe. Am Freitagmorgen wurden etwa 60 Teilnehmer auf die 14-km-Langlauf st recke entlassen. Die Gersfelder Emil Schleicher und Otto Baier lieferten sich auf der gut gespurteten Strecke einen hartnäckigen Kampf, den Schleicher mit 47 Minuten für sich entscheiden konnte. Rudi Bender (Hohe- rodskopf) wurde mit 57 Minuten Zehnter, während Ekkehard W e y l vorn Skiklub Gießen (SA. 147) mit 59 Minuten auf den 12. Platz kam. Der am Freitagnachmittag vom 930 Meter hohen Himmelsdunkberg stattfindende Abfahrtslauf wies bei 2 Kilometer Länge 350 Meter Höhenunterschied auf. Als wir zum Start hinaufgingen, wußten wir, daß es ohne Stürze auf dieser Strecke nicht abgehen würde. Von einer schönen Waldwiese ging es mit sehr großer Geschwindigkeit durch einen etwa 1 Meter breiten Hohlweg, in dem jegliche Fahrtverminderung unmöglich war. Alsdann führte das Rennen über blankes Eis und Bruchharsch in rasender Fahrt durch stark welliges Gelände zum Ziel. Der aus der Steiermark stammende Burg st einer vom Skiklub Gießen (SA.-Brigade 147) durchlief mit schmaler Skiführung die äußerst schwere Strecke m 2,56 Minuten. Rudi Bender (Hoherodskopf) wurde Vierter, während Weyl und Althaus (Skiklub Gießen) durch Sturz ihre guten Aussichten ein* büßten. Sämtliche oberhessischen Teilnehmer erlang, ten die Berechtigung zur Teilnahme am Torlauf, zu dem auf Grund des Abfahrtslaufes nur noch 16 Läufer zugelassen wurden. Am Sonntagmorgen wurde am Simmelsberg zum Torlauf gestartet, der durch steil abfallenden Wald führte. Die mißlichen Schneeverhältnisse ließen auch hier keine einwandfreie Durchführung zu. Stürze und Strafpunkte waren nicht zu ver- meiden. Wiederum erwies sich Surg ft einer (SA.-Brigade 147, Skiklub Gießen) als der Bests und errang somit den ersten Sieg und den Titel Gaumeister 1937 im zusammengesetzten Abfahrts. und Torlauf. Dieser Titel fiel bei den Frauen an die schneidig fahrende Anneliese Hillebrand vom Skiklub Rhön-Fulda. Der nun folgende Sprunglauf wurde aus der sehr gut hergerichteten Simmelsbergschanze durchgeführt. Die größte Weite erreichte der Gersfelder Hans R e i n a u mit 34 Meter. Da er jedoch keinen seiner Sprünge durchstehen konnte, erhielt er zuviel Minuspunkte, so daß S. Hofmann, Gersfeld und der jugendliche Petermann - Frankfurt a. M. Sprunglauffieger wurden. Ausgezeichnete Weiten erreichten Weyl- Gießen mit 29,50 Meter (gestürzt) und Bender- Hoherodskopf mit einem I gestandenen Sprung von 24,50 Meter. Am Nachmittag fand unter starker Teilnahme aller Wettkämpfer und der Gersfelder Bevölkerung auf dem festlich geschmückten Marktplatz die Sieger- Verkündung statt. Nun aber ’ran, wer einen Anzug oder Mantel braucht! Noch in letzter Minute rate ich Ihnen, diese große Spar- und Kaufgelegenheit auszunutzen! Aber - es ist hohe Zeit - denn nur noch zwei Tage gibt es solche Einkaufsmöglichkeiten im Winter-Schluß -Verkauf 793 A farl Sommer Gießen, Bahnhofstr. 14 - Das Haus der zufriedenen Kunden Betborbtu 542«”«*”»8 trieb des Erwerbsgeschäftes allallgemein gestattet hat. Als Verdienst sind auch anzusehen: Stipendien, Schulprämien, Trinkgelder. Ueberläht das Kind aus seinem Verdienst etwas den Eltern für den Haushalt, so ist im Zweifel anzunehmen, daß es keinen Ersatz verlangen will. Siehe Kindesvermögen. Arbeit. Verdorbene Lebensmittel können beim Genuß die schwersten Gesundheitsschädigungen Hervorrufen. In Zweifelsfällen soll man lieber etwas wegwerfen, als sich Gefahren aussetzen. Verdorbene Flüssigkeiten gießt man in den Ausguß, verdorbene Lebensrnittel wirft man in den Mülleimer. — Verdorbener Magen siehe Magenkatarrh. Verdunstung, die langsame Verwandlung von Wasser in Dampf, verursacht das Trocknen aufgehängter Wäsche. Bei Wärme und Wind geht die Verdunstung schneller vor sich. Da Verdunstung die Luftfeuchtigkeit erhöht, müssen bei trockener Luft in geheizten Räumen, namentlich bei Dampfheizungen, Wasserschalen aufgehängt oder wasfergefüllte Tongefäße am Heizkörper angebracht werden. Veredelung der Obstbäume und Ziergehölze wird verschieden vorgenommen: a) Okulieren, s. b.; b) Pfropfen, s. d.; c) Kopulieren, s. d. Geeignetes Werkzeug und praktische Kenntnisse sind notwendige Vorbedingungen zum Gelingen. Verein. Die Mitgliedschaftsrechte und -pflichten ergeben sich aus den Satzungen (Statuten). Man vergewissere sich darüber vor Eintritt in den Verein sehr genau. Man kann jederzeit aus einem Verein wieder austreten (kündigen), jedoch muß man die in den Satzungen vorgesehene Kündigungsfrist und Form (häufig Schriftlichkeit vorgeschrieben) einhalten und bis zum Ablauf der Kündigungsfrist die Beiträge entrichten. Jugendliche dürfen nur mit Genehmigung ihres gesetzlichen Vertreters einem Verein beitreten. Wird einem Mitglied die Mitgliedschaft abgesprochen, so kann es Klage auf Feststellung der Mitgliedschaft beim ordentlichen Gericht (Amtsoder Landgericht) erheben. Vererbung ist die Uebertragung gewisser Merkmale oder Krankheiten von den Eltern auf die Kinder (direkte Vererbung) ober auf entferntere Derwanbte. Erworbene Eigenschaften, z. B. Verlust eines Beines infolge einer Verletzung kann nicht vererbt werben. Nicht sämtliche Merkmale ber Eltern werben gleichmäßig auf die Kinder übertragen, ein Kind hat zum Bei- spiel mehr die Eigenschaften der Mutter, ein anderes mehr die des Vaters. Häufig ähneln Töchter mehr dem Vater, Söhne dagegen mehr der Mutter. Ansteckende Krankheiten werden als solche nicht vererbt, auch nicht die Syphilis und die Tuberkulose. Trockene Luft schabe! ... Nicht nur bie Möbel leiben barunter, sonbern bie trockene Zimmerluft ist auch ungefunb. Sorgen Sie also im Winter bafür, baß an jebem Zentralheizungskörper genügenb Verbimster hängen. Sie kosten gar nicht viel bei J. B. Häuser, Gießen, am Oswalbsgarten, Fernsprecher 2145/2146. HAUTHJEKENj FLECHTE?^ WiWWg * fflanölelB? usw.Selt Ober 20 Jahren bewähren sich die vorzügl. Hautpflegemittel Leupln Creme und Self9 Löwen-Drog.W.KllbingerNchf., Seltersweg 69; Drog. Winter- hoff.KrenzplatzlO; Drog.Borne- mann, Bahnhofstraße 17; Med.- Drog. H. Blges, Seltersweg 66; Germania - Drogerie C. Seibel, Frankfnrt.Str.39. 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