Nr.3 Erstes Blatt 187. Jahrgang Dienstag, 5.Januar 1937 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholl« Monats Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach« richten: Anzeiger Siesten Postscheckkonto: Zrankfurt am Main 11686 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Universttats-Vuch- und Steindruckerei R.Lange in Sieben. Zchriftleitung und Geschäftsstelle: Lchulftrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Mitlagsnummer bis8*/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rps., für Te^t- anzeigen non70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Vereinbg.25O/„ mehr. Ermähigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts-u. behördliche Anzeigen 6Npf. Mengenabschlüsse Staffel B Neuer Gewaltakt roter Freibeuter. Berlin, 4. Ian. (DJIB.) Nach am Sonntag eingegangenen Nachrichten ist eine weitere flagrante Verletzung deutschen f) o- heitsrechtes durch rote spanische Bewachungsfahrzeuge an der spanischen Nordküste feftgeftellt worden. Der Kapitän des Dampfers „p l u t o“ meldet, datz das Schiff am 20. Dezember 2 1 Seemeilen nördlich von Bilbao von zwei großen roten Fischdampfern durch Beschießung angehalten worden ist und zwei Stunden zur Kursänderung auf Bilbao gezwungen wurde, hieraus geht hervor, daß die roten Machthaber in Spanien schon seit längerer Zeit ihren Seestreitkräften Weisung erteilt haben, gegen deutsche Handelsschiffe vorzugehen, und zwar offenbar auch dann, wenn sie sich weit außerhalb der spanischen Hoheitsgewässer befinden. Dies bestätigt ferner, daß der deutsche Dampfer „p a l o s“ gleichfalls weit außerhalb der spanischen hoheitsgrenze aufgebracht worden ist, was von den roten Machthabern bekanntlich abgeleugnet wird. Piraten und Perücken. Wieder hat ein deutsches Kriegsschiff, der Kreuzer „K ü n i g s b e r g", einen Dampfer der spanischen Bolschewisten aufbringen müssen, weil sich rote Militärfahrzeuge eine neue freche Provokation leisteten, indem sie ein wehrloses deutsches Schiff außerhalb der spanischen Hoheitsgewässer beschossen, anhielten und zur Kursänderung zwangen. Diese flagrante Verletzung deutscher Hoheitsrechte reiht sich würdig den übrigen Uebergriffen an, die der internationale Bolschewismus in Spanien seit Beginn des Krieges gegen deutsches Leben und Eigentum beging und die ihren Höhepunkt in der Beschlagnahme des Frachtdampfers „Palos" fanden. Es ist selbstverständlich, daß das Deutsche Reich es nicht dulden kann, wenn rote Seeräuber sich an unseren Schiffen, an ihrer Besatzung oder Ladung vergreifen. Die Häufigkeit der roten Vorstöße läßt darauf schließen, daß es sich um eine bewußte Herausforderung handelt. Sie zwingt uns zu energischen Gegenmaßnahmen^ damit auf der Gegenseite nicht etwa der Eindruck entsteht, man könne ungestraft die deutschen Belange verletzen. Uns liegt nichts an einer Zuspitzung der internationalen Verhältnisse. Die deutschen Maßnahmen werden lediglich zum Schutz des deutschen Eigentums und der deutschen Staatsbürger getroffen. Sobald also Passagier und Ladung der „Palos", die bisher widerrechtlich von den Roten zurückgehalten werden, freigegeben worden sind, gewinnt die ganze Lage auch für uns, ein neues Gesicht. Solange aber die Bolschewisten ihre illegale und provokatorische Haltung nicht aufgeben, wird sich auch an unseren berechtigten Vergeltungsmaßnahmen gegenüber den roten Piratenschiffen nichts ändern. Denn die Ehre und Sicherheit deutscher Staatsangehöriger im Ausland ist uns um keinen Preis der Welt feil. Wenn in gewissen Diensträumen auswärtiger Regierungen oder in den Redaktionsstuben ausländischer Zeitungen, wo statt Menschen aus Fleisch und Blut offenbar Perücken regieren, über die deutsche „Empfindlichkeit" gezetert wird, so müssen mir die Gegenfrage stellen, was wohl andere Rationen tun'würden, wenn ihre Schiffahrt ebenso behandelt würde wie die unsrige. Wir glauben, daß f oin Land sich solche Uebergriffe widerspruchslos gefallen lassen würde. Wir erinnern nur an England, das sich niemals gescheut hat, Angriffe auf die britische Schiffahrt mit den aller ent schieden st en Maßnahmen und ohne jede Zimperlichkeit zu ahnden. Ja, wir wissen aus der Geschichte, daß die Engländer solche Zwischenfalle oft und gerne zum Anlaß nahmen, um nicht nur ihr Sühneverlangen, sondern auch ihr Bedürfnis nach machtpolitischer Expansion zu befriedigen. Die Tatsache, daß gegenwärtig Deutschland em bevorzugter Gegenstand der bolschewistischen Ausschreitungen in Spanien ist, darf doch nicht darüber Hinwegtäuschen, daß auch andere Länder |orb dauernd den Vorstößen der roten Piraterie ausge= jetzt gewesen sind. Daß die Wut des rötens Pöbels sich in erster Linie gegen den deutschen Führerstaat richtet, ist erklärlich und für uns eine Ehre. Daß die Freibeuter aber auch die anderen Rationen nicht verschonten, bestätigt uns nur die Totalität der bolschewistischen Gefahr. Um den Charakter dieses roten Freibeutertums zu kennzeichnen, erinnern wir nur daran, daß die ausländischen Diplomaten in Barcelona schon seit langem ihren Kurierdienst eingestellt haben, um den immer mehr zunehmenden Verletzungen des Kuriergeheimnisses zu entgehen. Wir erinnern an den fortgesetzten Raub fremden Eigentums in den von den Roten noch besetzten spanischen Städten. Wir erinnern an den Abschuß des Flugzeuges der französischen Botschaft durch einen Madrider Jagdflieger. Wir erinnern an die Ermordung fünf französischer Flieger in Barcelona, die ihren Dienst in der roten Armee kündigten und nach Frankreich zurückkehren wollten. Wir erinnern an die Tätigkeit der fpawschen Anarchisten, die jenseits der Grenze in Sud frank- reich ihre Propaganda entfalten können, Die Dort ihren verbrecherischen Instinkten freien Lauf lassen und zu einer wahren Landplage in der Gegend von Perpignan geworden sind. Wir erinnern auch an die Tötung des belgischen Botschaftssekretärs in Madrid, der ebenfalls ein Opfer des roten Blutterrors geworden ift Dies sind nur einige Beispiele aus den allerletzten Tagen. Sie beweisen eindeutig, daß sich die bolschewistische Freibeuterei in den verschieden st en Formen abspielt, daß sie sich nicht auf die Beschlagnahme deutscher Schiffe beschränkt, sondern gegen d i e Grundwerte menschlicher Ordnung und Gesittung überhaupt gerichtet ist. Es ist deshalb lächerlich, wenn in gewissen europäischen Hauptstädten die vorsintflutliche Ansicht verbreitet wird, es handele sich bei den spanischen Zwischenfällen um eine Auseinandersetzung von Ration zu Ration und man könne der kommunistischen Bewegung mit den alten Mitteln der Diplomatie Herr werden. Es mutet wie ein Witz an, wenn diese Leute in tragikomischer Verkennung der Sowjetidee sogar jene Cliquen als legale Regierung ernst nehmen und anerkennen, die sich in Valencia, Barcelona, Bilbao und anderswo aus der Hefe der Bevölkerung gebildet und zu einer kurzfristigen Gewaltherrschaft aufgeschwungen haben. Rein, gegen solche Raubgesellen und ihre Exzesse helfen nicht die langatmigen Ergüsse und Ermahnungen diplomatischer Perücken, sondern nur unmißverständliche Handlungen. Und wenn da irgendeine Kommission in Valencia, die sich widerrechtlich noch Regierung nennt, irgendwelche Protestnoten wegen des Kreuzers „Königsberg" in die Welt herumschickt, dann entlockt uns diese unverschämte Anmaßung kaum mehr als ein Lächeln. Mögen auch die anderen Rationen den prahlenden Räuberhaupt- mann, der sich da als „Außenminister" der spanischen Republik ausgibt, nicht ernster nehmen, als er es verdient ... Ev. Deutsche Gegenmaßnahmen gegen die rote Seeräuberei. Berlin, 4. Jan. (DNB.) Der Kreuzer „Königsberg" Hal am 3. Januar mittags den raten spanischen Dampfer „M a r l a 3 u- quera“ an der nardspanifchen Küste aufgebracht. Aus Befehl Moskaus. Die Komintern als Schiedsrichter in den Richtungskämpfen der katalanischen Marxisten. London, 5. Jan. (DRB. Funkspruch.) Moskaus Rolle in Spanien kommt, wie die „Times" aus Barcelona meldet, deutlich in einem Streitfall zum Ausdruck, der vorerst durch die Ausmerzung der P. O. U. M. Partido Obrera de Unificacion Marxista) einer kommunistischen Parteigruppe, zur Umbildung der katalanischen Kamarilla, die sich „Regierung" nennt, geführt hat. Die P. O. U. M. erklärt, daß die Umbildung aufBefehlMoskaus vollzogen worden sei. Moskau habe auch die Anweisung gegeben, die Partei mit denselben rücksichtslosen Methoden zu vernichten, die in Sowjetrußland gegen d i e Trotzki st en angewandt worden seien. Der „Times"-Korrespondent schreibt, daß Katalonien alle seine politischen Befehle von JRos = kau entgegennehme unter der Drohung, die Sowjets würden Katalonien ohne Waffen und Munition lassen, wenn ihren Anweisungen nicht Folge geleistet werde. Das Programm der Kollektivierung sei dort bereits soweit vorgeschritten, daß Katalonien als der erste kommunistische Staat in Westeuropa bezeiä)net werden könne. Wie der nationale Sender berichtet, wurden in Madrid am Montag die Leichen von vier Mitgliedern des anarcho-syndikalistischen Gewerkschaftsverbandes aufgefunden. Da die Vermutung naheliegt, daß es sich bei der Ermordung der vier Personen um einen kommunistischen Racheakt handelt, erwartet man ernste Gegenmaßnahmen der Anarchisten. Bereits am Montagnachmittag fanden vor den Gebäuden des marxistischen Gewerkschaftsoerbandes Ansammlungen von Anarchisten statt, die eine drohende Haltung einnahmen. Um Ueberfällen vorzubeugen, werden die Eingänge der marxistischen und der kommunistischen Büros durch rote Doppelposten bewacht. Me Hdtiondliflen Wen denLSMidl zuzweiDritleln eingeschlvffen. Aach nächtlicher Artillerievorbereitung erfolgreicher Angriff nationaler Truppen am linken Flügel der Front vor Madrid. Leon Barcelona MENORCA, Albacete Cordoba* ’aert Carfagena enä retuan Sei/illa ^Cadiz Gibraltar 5 iANTiScHeigtalles,wasdie deutsch-holländischen Beziehungen trübenkönnte. Haag, 4. Ian. (DNB.) Der Vertreter des Deutschen Nachrichtenbüros in den Niederlanden hatte am Montag eine Unterredung mit dem PrinzenBernhard zur Lippe Biester- f e l d, in deren Verlauf der Prinz folgende Mitteilung machte: Was den sogenannten Ftaggenzwischen- fatt gelegentlich des deutsch-holländischen Fuhball- wettfpiets im Haag am 23. Dezember 1936 anbelange, bei dem im übrigen der Prinz persönlich überhaupt nicht anwesend war, erklärte er, es sei für ihn selbstverständlich, daß er als gebürtiger Deutscher es niemals gutheißen werde, daß die Hoheitszeichen des Deutschen Reiches in irgendeiner Form herabgemindert bzw. das deutsche Rationalgefühl verletzt werde. 3m übrigen verurteile er alles, was die guten freundnachbarlichen Beziehungen zwischen Holland und Deutschland in irgendeiner Weife trüben könnte. Der Prinz fuhr dann wörtlich wie folgt fort: „Da ich in der letzten Zeit wiederholt den Eindruck bekommen habe, daß das Spielen des alten Soldatenliedes »Lippe - Detmold^ zu irrtümlichen Auffassungen sowohl in der deutschen wie auch in der holländischen Oeffenk- lichkeit geführt hat, habe ich gleich nach Bekanntwerden des obengenannten Zwischenfalles mein Büro gebeten, dafür zu sorgen, daß in Zukunft niemals in meiner Gegenwart das Lippe-Detmold-Lied gespielt werde, damit unter keinen Umständen irgendwie die Vermutung aufkommen könnte, als ob ich dieses Lied als Ersah für die deutschen Rationalhymnen betrachte." Bei der Uebermittlung des obenerwähnten Wunsches sei eine im übrigen nicht von ihm gewünschte Form gewählt worden, die bedauerlicherweise zu Unterstellungen geführt habe, durch die der Prinz selbst aufs Tiefste betroffen sei. Er hänge mit Liebe an seinem alten Baterlande, dem er soviel zu danken habe. Selbstverständlich bringe sein neues Amt in Holland, mit dem er gleichzeitig niederländischer Staatsangehöriger geworden sei, für ihn die eindeutige Verpflichtung mit sich, der Königin und dem holländischen Volke in voller Loyalität zu dienen, und dies sei sein selbstverständlicher fester Wille. 3ede Verbesserung der Beziehungen zwischen seinem neuen Vaterland, dem er durch das Gefühl des herzens und durch den der Königin und damit dem ganzen holländischen Volk geleisteten Eid angehöre, und seinem alten deutschen Vaterland liege ihm, wie es ihm jeder gute Holländer und jeder gute Deutsche nachempfinden müsse, sehr am Herzen. ♦ Damit ist dieser Streitfall zur Zufriedenheit r ,id Genugtuung, wie wir hoffen, f ü r beide Seiten erledigt. Entrümpelung der Schule. Dr. M e i n s h a u s e n , der Berliner Stadtschulrat, macht in der „Reichselternwarte" beachtliche Ausführungen über die Einführung der zwölfjährigen Schulzeit. Er geht von der selbstverständlichen Voraussetzung aus, daß eine Ueberalterung der führenden geistigen Schicht Deutschlands unbedingt vermieden werden muß. Sehr richtig fordert er als Folge der Schulzeitverkürzung nicht eine rohe Amputierung, sondern eine sinnvolle Konzentrierung des Schulstoffes unter dem Stichwort: „Die Entrümpelung der Schule muß nun kommen und zwar bald kommen". Für die bei manchen Lehrern beliebten „Steckenpferde" fei heute kein Platz mehr. Dr. Meinshaufen unterstreicht auch, daß die wirklich entscheidende Aufgabe der Höheren Schule auf dem „geistigen Training" liege. Wir stehen sicher nicht im Verdacht, positives Wissen gering anzuschlagen; auch das oft allzu beliebte Wort vom „Schulwissen" hält uns nicht ab, jedem jungen Manne eine ganz tüchtige Portion konkreten Wissensstoffes in den Kopf zu wünschen. Aber richtig ist, daß erst das geistige Training diesem positiven Wissen den inneren Gehalt und die bestimmende Vorstellungskraft gibt und damit das manchmal richtige, manchmal falsche Wort vom „Schulwissen" überflüssig macht. Dr. Meinshausen schreibt auch der Grundschule für die Zukunft die Aufgabe zu, mindestens einen Teil ihrer Schüler schon mit Abschluß des vierten Jahres unter strikter Anwendung des Leistungsprinzipes an die Höhere Schule abzugeben, wobei diese „Anwärter" schon in der Grundschule von einer Sonderschulung erfaßt werden. Oje verjudete Hinanzverwaltung der Sowjetunion. Moskau, 4. Ian. (DNB.) Die Sowjetpresse veröffentlicht eine Verordnung, wonach beim Volkskommissariat für Finanzen ein „Rat" aus 105 Persönlichkeiten gebildet worden ist. Eine Durchsicht der Namen ergibt, daß unter ihnen nicht weniger als 42 Juden (!) sind. So ist z. B. Stellvertreter des Volkskommissars für Finanzen der Jude Ruwin Jakobsohn Lewin, Leiter der Sowjetbank der Jude Salomon Lazarussohn Kruglikow, der Rüstungsfinanzierung der Jude Bermann, der Währungsabteilung der Jude Kagan (Cohen), des Finanzkommissariats für die Ukraine der Jude Rekis, der Abteilung für Sparkassen der Jude Rubin, der Abteilung für Steuereinnahmen der Jude Salomon Tamarkin, der Abteilung für Finanzierung der Schwerindustrie der Jude Schaurin. Oie Bnllantnadel. Eine Geschichte von Aingelnah. Der verstorbene Dichter Joachim R i n g e l n a tz war, wie man weiß, ein witziger Kopf und stand als guter Gesellschafter in hohem Ansehen. Daher sah man es auch an seinem Münchener Stammtisch nicht gern, wenn er einmal lange auf sich warten ließ oder ganz fehlte. Eines Abends verzögerte sich fein Erscheinen auffällig, und als er endlich zur Tür hereintrat, merkten die Kumpane sofort seinem Gesicht an, daß ihm etwas Ungewöhnliches widerfahren fein mußte. Nachdem er Platz genommen hatte, sprudelte er auch, ohne sich erst lange fragen zu lassen, gleich los: „Nein, Kinder, was ich vorhin erlebt habe, paßt auf keine Kuhhaut. Im tollsten Roman kann es nicht toller zugehen." „Nanu!" riefen die Gefährten gespannt. Ringelnatz stärkte sich erst erheblich und fing dann an: „Die Sache ist die: Ich stehe rauchend auf der Schwanthalerstraße und besehe mir behaglich das bunte Gewimmel ringsum. Da tritt ein Herr an mich heran mit der Bitte um Feuer. Unser beider Zigarrenspitzen berührten sich. Der Herr dankt, und wir gehen in verschiedenen Richtungen auseinander. Gleich darauf höre ich eilige Schritte hinter mir. Wieder steht der Mann da, diesmal rot vor Aufregung, und faucht: „Sie haben mir eben meine Brillantnadel gestohlen." Da ich ihn verständnislos anstarre, brüllt er weiter: „Tun Sie bloß nicht so, Sie, bei Feuerqeben vorhin haben Sie mir die Nadel aus der Aravatte gezogen." „Was habe ich? Bei Ihnen piept's woll! Machen Sie ja, daß Sie weiterkommen!" kollere ich nun meinerseits los. Unsere lauten Stimmen haben bereits Aufmerksamkeit erregt, und im Handumdrehen sind wir von Gaffern umringt. Der Mann tobt fort, beschuldigt mich vor allen Leuten, ich bin in meiner berechtigen Empörung gleichfalls nicht auf den Mund gefallen, der Auflauf wächst, und zu allem Ueberfluß erscheint auch ein Polizist auf der Bildfläche. Trotz meinem Protest muß ich mit dem anderen zur Wache. Der Weg dahin ist wie ein Spießrutenlaufen zwischen den Menschen auf der Straße und an den Fenstern. Ich platze fast vor Wut. Auf der Wache setzt sich der Tumult fort. Mein Gegner behauptet, die Nadel kurz zuvor noch an feiner Kravatte gefühlt zu haben. Man visitiert mich. Natürlich ohne Erfolg. „Er wird sie unterwegs heimlich weggeworfen haben, der Schuft", kreischt der andere. Da hat der Wachthabende eine Erleuchtung und läßt in der Wohnung des Anklägers telephonisch anfragen, ob dieser die Nadel etwa dort liegen gelassen habe. Und richtig — was sagt ihr? — es kommt der -Bescheid die vermißte Nadel befinde sich unversehrt auf dem Nachttisch. Nur mit Gewalt können mich die Beamten jetzt davon abhalten, dem blöden, frechen Kerl wie ein Tiger an die Gurgel zu springen. Der eben noch ein so großes Maul hatte, knickt förmlich zusammen und windet sich vor verlegener Unterwürfigkeit. Tausend Entschuldigungen stammelnd, holt er zwanzig Mark heraus. Entrüstet lehne ich ab. Er bietet fünfzig Mark. Ich verzichte. Die Beleidigung war zu groß. Jedoch er will durchaus wieder gut machen und hält mir hundert Mark hin. Hundert Mark, liebe Freunde, sind viel Geld. Mir war großes Unrecht geschehen, und eine Entschädigung war in der Tat nicht mehr als recht und billig. Ich fühltz, daß ich an der Grenze meiner Widerstandskraft angelangt bin, und will nach kurzem inneren Kampfe schon nach dem Schein greifen, als--" Hier machte der Erzähler eine Pause und guckte tieffinnig in sein Glas. „Als —? Na was denn?" drängten die Zuhörer, kribblig vor Neugierde. „Tja, als — der Wecker auf der Konsole schnurrt, und mit meinem Nachmittagstraum auch dem schönen Geldschein ein jähes Ende bereitet. Prost!" Friedrich Ritter. Fndianer. Äon Georg Brttttng. Als vierzehnjähriger schwärmte ich für die Indianer mit einer feurigen Hingabe, über die ich auch heute nicht lächeln kann. Ich schuf mir in ihnen Wesen einer höheren Art, edler und von mehr Größe als die Männer um mich, deren Erbärmlichkeit früh zu durchschauen mir nicht schwer fallen konnte. Das rothäutige Geschlecht, mit den fließenden Wassern, den ziehenden Wolken und dem Rauschen der Bäume brüderlich vertraut, schien mir höchster Verehrung würdig. Ich träumte davon, zwischen Häuptlingen über die dunkelnde Steppe in den Abend zu reiten. Ich saß unter überhängenden Felsen an Lagerfeuern, während unendlicher Regen aus niederen Wolken strömte. Ueber wogenden Büffelherden zuckten unsere Lassos und zwangen den Stier in die Knie. Beim Morgengrauen durchschwammen wir blaufunkelnde Flüsse und der hohe Mittag fand uns auf der Fährte des Felsenpumas. Ich liebte die roten Männer und die Tränen, die ich vergoß, nicht als Sioux geboren worden zu sein, waren bitterer als jene, die ich meinte, als mich das erste heuchlerische Mädchen verriet. Die Sehnsucht nach dem erdnäheren Dasein der Waldgesellen oerpflütigte sich, als ich mit zwanzig Jahren durch die breiten Straßen der Großstadt ging, über denen Bogenlampen wie falsche Monde prahlten. Die großen Worte der giattrafierten Männer auf der Bühne setzten mich in Taumel und in Verwirrung das Lächeln auf den geschminkten Lippen der Schauspielerinnen, und das Rasseln der Hochbahn klang mir gewaltiger als der Donner der Berggewitter. Ich bin nicht lang vor diesen Wundern gläubig auf den Knien gelegen. Doch als ich erkannte, daß die sieben Farben des Regenbogens glühender und milder brannten als alle Schmelzöfen der Länder, war mir die Natur nur mehr ein Schauspiel, das ich mit bewundernden und ungerührten Augen genoß. Wenn ich heute taub und blind durch den Wald gehe und vor dem Schrei des Hähers und dem Rascheln des Eichhörnchens zusammenfahre, bin ich traurig bei dem Gedanken, daß Wald und Wolke und Fluß mir fremd wie fremde Sachen sind und mir im Blut bekannt sein könnten wie der Schlag meines Herzens. Die Säfte, die der Pferde glänzende Schenkel prall machen, die Flügel der Vögel heben, in den Bäumen brausend nach oben steigen, müssen notwendig und innig denen verwandt sein, die durch mich rinnen, von Ufern roten Fleisches eingedämmt. Daß ich diese Verwandtschaft nur mit dem Verstände begreife, sie nicht mit Herz und Blut liebend fühle, ist ein Schmerz, der mich nicht verläßt. Ich habe viel in Jndianerbüchern gelesen. Immer zur stärksten Erschütterung riß mich Schillers Gedicht von dem Tod des Häuptlings. Ich habe den Band nicht zur Hand und muß die Verse nach dem Gedächtnis wiedergeben. Sie beginnen so: Seht, da sitzt er auf der Matte, Aufrecht sitzt er da. Mit dem Anstand, den er hatte, Als er's Licht noch sah. Der große, rote Greis stirbt, aber ihn schüttelt kein schmerzlicher Krampf und splitternd bersten bei ihm keine bösen Stricke, die uns an die kalte Klippe Erde schnüren. Die kristallene Luft um ihn ist wie ein gewaltiger, blitzender Wassertropfen, in dessen Mitte er schwebt, von dem er aufgesogen wird. Lächelnd vergeht er, wie die Blume im Herbst erlöst zerfällt. Ueber den Bergen, im Blauen, liegt Manttou, ein riesiger roter Krieger, und stößt tanzende Wolken aus seiner Pfeife. Er wird neben ihn sich strecken und Frühling und Herbst und alle Jahreszeiten werden wie die Schatten über die Täler wehn. Ich möchte sterben wie er. Aber wir müssen einmal fliehen von der Erde, die uns eine fremde Insel war. Und zitternd vom Fremden zum Fremden stehlen wir uns fort. Von einer Woge stechender Disteln, die uns unwillig trug, heben wir uns in ein Boot zur Fahrt über ein Meer, vor dessen Erahnen schon uns der Hauch vor dem Munde gerinnt. Wie alt wird ein Hirschkäfer? Der Hirschkäfer, als Schmuck unserer Wälder und Zubehör der deutschen Landschaft, ist, wie wir durch einen Abriß seiner Personal-Akten erfahren, schon 6 bis 8 Jahre alt, wenn er das Licht der Oberwelt als fertiges Insekt erblickt, nachdem er sich aus dem tiefen Waldboden, wo er als Larve lange Jahre von totem Holze lebte, herausgebohrt hat. Das Geweih des Männchens, das in seiner Ausbildung individuell sehr schwankt, sieht zwar bedrohlicher aus, als die viel kleineren Beißzangen des Weib- chens, aber die Zeitschrift „Natur und Volk" die uns die Lebensbeschreibung dieser bekanntesten aller Käfer-Arten vermittelt, rät jedem, den die Wißbegierde treibt, sich von einem Hirschkäfer beißen zu lassen, dies möglichst nicht von den kleineren harmlos aussehenden Weibchen besorgen zu lassen, sondern von den stattlicheren, Geweih tragenden Männchen, das trotz seiner riesigen Zangen weit weniger empfindlich verletzt. Der jugoslawisch-bulgarische Freimbschafispatt. Von unserem Or. H.-Berichterstatter. (Nachdruck verboten, auch mit Quellenangabe.) Belgrad, Januar 1937. Die Nachrichten von dem bevorstehenden Abschluß eines jugoslawisch-bulgarischen Freundschaftspaktes haben nicht nur in den Balkanstaaten son- dern auch in allen großen Zentren der europäischen Politik die stärkste Beachtung und Aufmerksamkeit gefunden. Das Interesse und die zahlreichen Kommentare, die sie schon bisher fanden, zeigen deutlich, daß die weittragende Bedeutung dieses Ereignisses für die weitere Entwicklung der politischen Beziehungen unter den Balkanstaaten und damit auch für die europäische Politik richtig erkannt wird Der bevorstehende Abschluß eines jugoslawisch-bulgarischen Freundschaftspaktes soll eine recht bewegte und zum Teil auch sehr blutige Geschichte zwischen den beiden Nachbarvölkern auf dem Balkan abschließen. Jugoslawien und Bulgarien sind aber nicht nur Nachbar-, sondern, wie es in der über den Paktabschluß hier soeben herausgegebenen amtlichen Verlautbarung heißt, auch Brudervölker. Trotz der sprachlichen und blutsmäßigen Verwandtschaft, die zwischen ihnen besteht, standen sie sich bis vor einigen Jahren in erbitterter Feindschaft gegenüber, deren hauptsächlichste Ursache die viel umstrittene mazedonische Frage war, die den zweiten Balkankrieg im Jahre 1913 hervorgerufen und legten Endes zum Eintritt Bulgariens in den Weltkrieg an der Seite der Mittelmächte geführt hatte. Der staatsmännische Weitblick des verstorbenen Königs Alexander von Jugoslawien, sowie des Königs Boris von Bulgarien, erkannte, daß das Lebensinteresse beider Völker das Beschreiten des Weges der Verständigung erfordere. Die von König Alexander I. gelegten Grundlagen der Verständigungspolitik zwischen Jugoslawien und Bulgarien wurden nach seinem Tode ausgebaut Dem jetzigen jugoslawischen Ministerpräsidenten Dr Stojadinowitsch. sowie dem bulgarischen Ministerpräsidenten Kjosseiwanoff gebührt das Verdienst, die Politik der jugoslawisch-bulgarischen Annäherung zielbewußt zu dem Punkt fortgeführt au haben, an dem sie den Abschluß eines Freund- schastspktes zwischen den beiden Staaten möglich macht. Der Vorschlag für den Abschluß dieses Paktes ging von bulgarischer Seite aus. Die jugoslawische Regierung nahm ihn, wie es in der amtlichen Mitteilung heißt, sofort sehr sympathisch auf. Auf Grund der vorhandenen vertraglichen Bindungen mit den anderen Staaten des Balkanpaktes, der außer Jugoslawien noch Griechenland, Rumänien und die Türkei umfaßt, mußte sie aber, bevor sie auf diesen Vorschlag eine endgültige Antwort erteilte, die Balkanpaktmächte sowie die Tschechoslowakei — als Mitglied der Kleinen Entente, deren Statut ebenfalls eine gegenseitige Befragung vor Eingehen internationaler Verpflichtungen vorsieht unterrichten. Nachdem sich alle diese Staaten für die Annahme des bulgarischen Paktoorschlages ausgesprochen hatten, hat die jugoslawische Regierung die bulgarische Regierung davon in Kenntnis gesetzt, daß sie den Vorschlag mit der größten Befriedigung annehme. Die Unterfertigung des Paktes wird daraufhin in der nächsten Zeit erfolgen. Die Zustimmung der von Jugoslawien befragten Staaten scheint nicht vorbehaltlos gegeben worden zu sein. Von den Balkanpaktmächten hat sie nur die Türkei, die schon seit dem Jahre 1925 mit Bulgarien einen Freundschaftspakt hat, nach dessen Muster auch der neue jugoslawisch-bulgarische Pakt abgeschlossen werden soll, sofort erteilt. Rumänien und Griechenland hingegen scheinen gegen den Paktabschluß nicht unerhebliche Einwendungen gemacht zu haben. Diese beiden Staaten, die im Verhältnis zu Bulgarien noch eine Reihe von offenen Fragen haben, befürchteten offenbar, daß die Stellung Bulgariens ihnen gegenüber durch den Pakt mit Jugoslawien zu sehr gestärkt werden könnte. Insbesondere bei Griechenland spielte dabei zweifellos die immer vorhandene Befürchtung eine Rolle, daß sich die jugoslawisch-bulgarische Annäherung eines Tages in ein Zusammengehen zum Schaden Griechenlands verwandeln könnte. Die Bedenken konnten aber Rumänien gegenüber durch Dr. Stojadinowitsch selbst beseitigt werden, der zu Weihnachten auf einem Jagdausflug im rumänischen Banat den rumänischen Ministerpräsidenten Tatarescu, sowie den rumänischen Außenminister Antonescu sprach, wogegen die Rolle des Vermittlers gegenüber Griechenland der türkische Außenminister Ruschdi Aras übernahm. Obwohl Rumänien und Griechenland daraufhin dem Paktabschluß zustimmten, geht aus der Presse der beiden Staaten hervor, daß diese Zustimmung nicht mit Begeisterung erfolgte. In diesem Zusammenhänge ist auch zu vermerken, daß ein Teil der französischen Presse starke Vorbehalte gegen den Paktabschluß macht. Dort befürchtet man, daß sich vor allem Jugoslawien durch die Aussöhnung mit Bulgarien endgültig vom französischen Einfluß frei machen würde. Der Abschluß des jugoslawisch-bulgarischen Paktes, durch den zwischen den beiden Staaten „unverletzbarer Friede und aufrichtige, dauernde Freundschaft" hergestellt werden soll, wird nicht nur die jugoslawisch-bulgarischen Beziehungen auf eine neue Grundlage stellen, sondern darüber hinaus auch für die gesamte weitere Entwicklung der Balkanpolitik von entscheidender Bedeutung sein. Dem im Jahre 1934 abgeschlossenen B a lkan- pakt, der zumindest latent und defensiv gegen Bulgarien gerichtet war, wird dadurch jedenfalls jede antibulgarische Spitze genommen werden. Jugoslawien und Bulgarien geben der Politik der Annäherung und Freundschaft durch den Pakt eine feste Grundlage. Die Befriedigung über den bevorstehenden Paktabschluß ist in Belgrad wie in Sofia gleichmäßig groß. Er entspricht auch zweifellos dem beiderseitigen Dolksernpsinben. Die Losung „Der Balkan den Balkanvölkern , Die schon feit Jahren zu den Hauptgrundsätzen der jugoslawischen Außenpolitik gehört, erhält durch den Pakt eine neue Bestätigung und Bestärkung. Das hiesige halbamtliche Blatt „Vreme" stellt fest, daß sich die Balkanstaaten durch diese Politik der Konsolidierung auf dem Balkan von der Rolle der „Zweitrangigkeit" befreien, die sie zu Schleppträgern der „Großen" machte. Die Emanzipierung des Balkans wird durch diesen Pakt jedenfalls weiter fortfchreiten. Er kann als Beitrag zum Frieden und zur Konsolidierung der Balkanverhaltnisse nur begrüßt werden, insbesondere auch als entscheidender Schritt zu einer dauernden jugoslawisch-bulgarischen Freundschaft. Der neue stellvertretende Präsident des Men Kremes. w K z'- WWMB My; ' - Im Hause des Deutschen Roten Kreuzes führte der Präsident des Deutschen Roten Kreuzes, Herzog von Coburg, den zum stellvertretenden Präsidenten des Deutschen Roten Kreuzes und zum Stellvertreter des Reichskommifsars für die freiwillige Krankenpflege ernannten SS.-Oberführer Reichsarzt der SS. Dr. Grawitz in fein Amt ein. Der Herzog dankte dem bisherigen stellvertretenden Präsidenten SA.-Sanitätsobergruppenführer Dr. H o ch e i f e n , der wegen Erreichung der Altersgrenze und aus gesundheitlichen Gründen fein Amt niederlegte, für seine aufopferungsvolle Tätigkeit und teilte mit, daß der Führer und Reichskanzler Exzellenz Hocheisen zum Ehrenpräsidenten des Deutschen Roten Kreuzes ernannt habe. Dann hieß er SS.-Oberführer Grawitz (im Bilde rechts neben dem Herzog) in "feinem neuen Amte herzlich willkommen. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Zm Paradies der Erfinder. Das Neueste aus den Mappen des Michspaieniamies. Berlin, Ende Dezember. Wer in die Zukunft der technischen Entwicklung sehen will, muß in den Akten des Reichspatentamtes blättern. Sie bergen ein Ideengut, mit dem man ohne weiteres ein Schlaraffenland der Technik schaffen könnte, wenn die Mittel, die diese Ideen zu ihrer Verwirklichung noch gebrauchen, zur Verfügung stünden. Auch von den patentierten Haushaltssachen ist erst ein kleiner Bruchteil Wirklichkeit geworden. Und doch hoffen alle die Patent- und Gebrauchmustennhaber daraus, daß ihre Idee der große Schlager werden möchte, mit dem man über Nacht ein Vermögen scheffeln kann. Es war, wenn es die Historie richtig überliefert hat, ein Amerikaner, der sich vor Jahrzehnten mit feinen ausgefransten Schnürsenkeln herumärgerte. Er konnte sie nämlich nur durch die dafür vorgesehene Oese hindurchfädeln, wenn er vorher die angefeuchteten Schnürfenkelfranfen sauber zufammengezwirbelt hatte. Eines Tages wurde er dabei so fuchsteufelswild, daß er die Finger statt in den Mund in ein Leimfaß steckte. Das war zwar im Augenblick für die Finger wenig angenehm, Aber am nächsten und übernächsten Tag ließen sich die Schnürsenkel so leicht gebrauchen, daß sich der Mann die zusammengeleimten Enden der Schnürsenkel — patentieren ließ. Er verkaufte gut und wurde — Millionär! Auf solches Glück warten alle Patent- und Musterschutzinhaber. Ob von den nachstehenden Neuerungen eine in die Reihe der großen Schlager aufrückt? geräten, in denen der Tee nicht mit Metall in Berührung kommt, eine Teepreffe, in der für die Zubereitung des Extraktes die ausgezogenen Teeblätter ausgedrückt werden können, ohne daß man sie besonders umfüllen muß. Eine zweifellos glückliche Lösung stellt auch ein neuartiges Teesieb mit seitlicher Tülle bar. Das ist ein Sieb, bei dem man wirklich sieht, wann die Tasse gefüllt ist. Neben diesen „Kleinigkeiten" für die Hausfrau interessieren sicherlich auch Dinge, die Flauen ihren Männern schenken können. Da gibt es z. B. Man- schetteneinlagen, mit deren Hilfe weich geplättete Manschetten steif gemacht werden können, ferner Manschettenknöpfe mit Gummizug, die ein leichteres An- und Ausziehen der Manschetten ermöglichen. Neu ist auch ein praktischer Hosenspanner, der aus gutem Federstahl konstruiert ist, immer für Bügelfalten sorgt und leicht benutzt werden kann. Eine Briefwaage im Drehbleistift ist sicherlich ebenso praktisch wie eine Abhestgabel für Briefordner, die endlich einmal Ordnung in die Korrespondenz bringt. Originell ist bas automatische Lesezeichen, das immer bie richtige Seite in bem Buche angibt, das man gerade liest. Eine feine Sache ist auch ein neuartiges Epifkop für Photos, mit bem vergrößerte Bilder an die Wand geworfen werden können. Wer viel mit Durchschlägen oder Durchschriften schreibt, der wird für den Schreibtisch ein Trockenpuderkissen begrüßen, mit dem jede Kopie unverwischbar gemacht werden kann. Kleine politische Nachrichten. Ministerpräsident Generaloberst Göring hat zum Neujahrstage wiederum Glückwünsche aus dem In- und Auslande in so reichem Maße erhalten, daß es ihm zu seinem Bedauern nicht möglich ist, die Glückwünsche im einzelnen zu erwidern. Der Ministerpräsident spricht allen, die zur Jahreswende seiner so freundlich gedacht haben, seinen Dank aus und erwidert die Neujahrswünsche auf das herzlichste. In einem Teil der estnischen Presse wurde vor einigen Tagen eine „Taß"-Meldung aus Stockholm wiedergegeben, nach der Deutschland von Estland die Genehmigung zum Erwerb bestimm- ter Ländereien an der estnischen Küste verlangt habe. Die Meldung, die übrigens von der estnischen Regierung bereits dementiert wurde, ist völlig frei erfunden. ♦ Die Nankinger Zentralregierung hat beschlossen, Tschangshueliang, der von einem Sonder- kriegsgericht zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt worden war, zu begnadigen. Fritz Koch, Gotha, 60 Zahre alt. Am 5. Januar begeht der bekannte Zeichner und Illustrator Fritz Koch - Gotha feinen 60. Geburtstag. Koch-Gotha ist einer der feinsten und be- aabteften Zeichner, die wir heute in Deutschland haben. Unzählige haben sich an feinen Bilderferien und Illustrationen gefreut. Bei ihm sitzt jeder Strich, wo er sitzen muß, feine Charakterisierungsgabe ist unübertrefflich, sein Humor ist mit Gemüt gepaart, er kommt aus dem Herzen und wirkt nie peinlich (Scherl-Bilderdienst-M.) O ober verletzend. Ein Honoratioren-Stammtisch, ein Geburtstag in der Kleinstadt, eine Silvefterfeier oder das Wiebersehensfest ber alten Abiturienten —: bas sinb einige typische Motive, wie sie Koch-Gotha zu hunberten gestaltet hat, und die uns immer wieder Freude machen. Wenn man seine Bilder betrachtet, wird man nicht in lautes Gelächter ausbre« chen, aber in verständnisvoll schmunzelnde Betrachtung versinken, die mit Vergnügen jeder Einzelheit nachgeht. Koch-Gotha bedarf zu seinen Bildern keiner Erklärung oder Erläuterung: sie sind allgemein verständlich und sprechen durch sich selbst: und zwar zu den großen Leuten wie zu den Kindern: wer die „Häschen-Schule" kennt, eines unserer hübschesten und lustigsten Bilderbücher, wird es bestätigen. Sehr nett ist ein neuartiger Paketträger. Er besteht aus einem farbig geflochtenen Ring, der sich über den Unterarm streifen läßt. An diesem Ring sind mehrere Karabinerhaken angebracht, an denen Pakete, Taschen, Schirme getragen werden können. Dadurch bleiben die Hände während des Einkaufens frei. Für die Hausfrau ist auch der Tafchenhaken sehr praktisch, an dem man die Handtasche aufhängen kann. Der aus Leichtmetall gefertigte Haken ist oben rechtwinklig umgeboen und mit einem Gummisaugnapf versehen. Will eine Dame beispielsweise beim Kaffeetrinken ihre Handtasche aus der Hand legen, dann befestigt sie durch einen leichten Druck den Taschenhaken an der Tischplatte, so daß sie sofort ihre Tasche daran aufhängen kann. Die Tasche liegt dann weder auf dem Tisch noch auf bem Stuhl herum und steht doch griffbereit zur Verfügung. Dem Radfahrer nimmt ein praktisches Fahr- radsch10 ß seine Sorgen um sein Stahlroß ab, wenn er es beim Einkauf vor ber Tür stehen lassen muß. Eine einfach zu bebienenbe Nummern- einteilung, bie im Dunkeln burch bas Einschnappen von Rasten zu bebienen ist, macht die Benutzung bieses Schlosses gerabezu zu einem Vergnügen. Die meisten Anregungen findet man in ber Klasse ber Küchengeräte. So sind jetzt neben einem brauchbaren Salzstreuer, ber nur eine Oefs- nung hat unb in bem bas Salz unter Garantie nicht mehr klumpig wird, auch wirklich gute Mostrichspender herausgekommen, in denen der Sens luftdicht abgeschlossen bleibt, so daß er nicht trocken werden kann. Sehr praktisch sind auch die aus Gummi hergestellten Eimerschoner, die man unten über die Eimerkanten streift, damit der Ueberzug nicht so leicht abgestoßen wird und damit es nicht überall gleich Ränder gibt, wenn man den Eimer einmal absetzt. Eine willkommene Hilfe für die Hausfrau ist sicher auch das neuartige Reibeisen mit Auffangvorrichtung und Jnnenzahnung, weil mit feiner Hilfe die „Rohstoffe" bis zum Schluß aufgebraucht werden können und der Tisch sauber bleibt, da jedes Körnchen durch das unten angebrachte Quereisen aufdefangen wird. Für die Zerkleinerung von Fleisch, Fisch, Gemüse, Tomaten, Gurken und ähnlichen Dingen benutzt die Haus rau heute ein Unioersal-Schneide- qerät Es besteht aus einem besonderen Brett, das in eiben 16er Emailletopf gelegt wird, und dann als Unterlage dient. Zum Zerschneiden selbst wird eine Art Wiegemesser — jedoch mit gerader Schneide — benutzt. Nach dem Zerkleinern drückt man das Brett mit dem Messer fest auf den Boden des Topfes und schüttet bie zerkleinerte Masse heraus. Darauf werden Messer unb Brett in einfachster Weise abgespült unb getrocknet. Sehr hübsche Hilfsmittel sinb auch für die X e e • Zubereitung in letzter Zett herausgebracht worden. So gibt es neben den verbesserten Futer- Zoologie Zoologie, griechisch, Bedeutung Lehre von den Tieren, davon abgeleitet: Zoologischer Garten. Tiergärten. Tierparks, in denen lebende Tiere, meist aus fremden Ländern, als Anschauungsmittel vereinigt sind. Kinder soll man öfter in Tiergärten führen, da sie in reiner Schaufreude sich Kenntnisse aneignen. Zorn. Gefühlsausbruch bei großem Arger. Es bezeugt wenig Selbstbeherrschung, wenn man sich vom Zorn übermannen läßt Menschen, die in Zorn geraten sind, soll man nicht weiter reizen, da der Zorn in Jähzorn urnschla- ?en kann, der zu unverantwort- ichen Handlungen verleitet. Zötus. lat., Bedeutung: Abteilung, vielfach in Schulen übliche Bezeichnung bei geteilten Klassen des gleichen Jahrganges. Züchen, Zichen. buntgewürfelte Leinwand, die zu Bettüberzügen und Kisienbezügen, hauptsächlich auf bem Lande, verwendet wird Züchtigung. Eltern haben gegenüber ihren Kindern, ber Vormund gegenüber dem Mündel ein Züchtigungsrecht. Lehrer nur nach dem ihnen von den Eltern und Schulbehörden gezogenen Rahmen. Stiefvater bzw -mutter nur mit Genehmigung des leiblichen Vaters bzw. Mutter oder des Vormundes. Fremde Kinder darf man nur züchtigen wenn sofortige Züchtigung tatsächlich notwendig und dies von den Eltern nicht geschehen kann Die Z. darf nicht in Mißhandlung ausarten ss. Kindsmißhand- Zuckererbse lang). Der Mann hat der Frau gegenüber ebensowenig ein Ziich- tigunasrecht wie die Herrschaft dem Dienstboten gegenüber. Zucker, Kohlenhydrate, bie aus Pflanzen gewonnen werden, sich aber auch künstlich Herstellen lassen. Der meiste Zucker wird aus Zuckerrohr und Zuckerrüben gewonnen. Unser Gebrauchszucker ist Rübenzucker. Zucker wird vom Körper unmittelbar in Kraft und Wärme umgesetzt und bedeutet daher ein äußerst wertvolles Nahrungsmittel. Bei bestimmten Krankheiten wird Zuckerdiät auferlegt. Im Haushalt verwendet man in der Hauptsache Streuzuk- ker sowie Würfelzucker zu Kaffee und Tee. Zum Einmachen wird Hut- oder Kristallzucker verwendet, zu feinem Gebäck Puderzucker. Mit viel Zucker eingemachtes Obst ist sehr haltbar unb kann offen aufbewahrt werden Ist der Zuckergehalt geringer als 50vH. |o ist Sterilisierung erforderlich. Bei Kochen von Kompotten aus sauren Früchten sowie Rhabarber kann man Zucker sparen wenn man eine Messerspitze dop- peltkohlensaures Natron beigibt Aus 160 Grad erhitzter Zucker wird glasig und bient bann zur Herstellung von Bonbons, bei 200 Grad verwandelt sich Zucker in braunen Karamel. Außer Ee- brauchszucker gibt es noch Malz-, Milch-, Frucht- und Traubenzucker. Zuckererbse wird mit der Hülse gegessen, als Busch- unb als Reisererbse gezogen. S. Hülsenfrüchte. 595 5um putzen brauchen Sie alle möglichen Geräte. Alles, was der Hausputz verlangt, Eimer aus Zink und Emaille, Putz- und Staubtücher, Putzmittel jeder Art für den Herd, bie Möbel, bie Bestecke unb für die feinen Nickel- unb Silbersachen usw. finben Sie stets in guter Qualität bei J. B. Häuser, Gießen, am Osroalbsgaden, Fernsprecher 2145/2146. Hier abschneiden! 25 Jahre Reichsversicherungsordnung Aus aller Welt. schaftlichen Folgen von Tod, Krankheit, Unfall, Invalidität und Alter für alle die Volksschichten, die diesen Schicksalsschlägen sonst mittellos und hilflos gegenüber gestanden hätten. Sowohl der Krieg, der eine bedeutende Vermehrung der Leistungen der Versicherungen verursachte, wie auch ganz besonders die Inflation, die das durch die Beiträge angesammelte Vermögen der Versicherungsträger verringerte und fast wertlos machte (die Angestelltenversicherung von rund zwei Milliarden!), führten die deutsche Sozialversicherung bis an den Rand des Abgrunds. Als auch die Zeit der Scheinblüte diese Lücken nicht hatte ausfüllen können, und die folgende Wirtschaftskrise durch die hohe Belastung der Arbeitslosenversicherung erneut starke Anforderungen an die Leistungen der Sozialversicherung stellte, drohte diese bisher für das deutsche Volk so unendlich segensreiche staatliche Einrichtung völlig zusammenzubrechen. Der Nationalsozialismus war es, der diesem Absturz Einhalt gebot. Der Nationalsozialismus erkannte, daß sowohl die Arbeiter und Angestellten um ihrer selbst willen, aber auch um ihrer für das Volk zu leistenden Arbeit geschützt werden müßten. So wurden durchgreifende Maßnahmen beschlossen, um die stark erschütterte, fa oft zerrüttete Vermögenslage der Sozialversicherung wieder auf eine gesunde Grundlage zu stellen. Die Gesetze vom 7. Dezember 1933 und vom 17. Mai 1934 wie viele ergänzende Verordnungen wurden zu diesem Zwecke erlassen. Auch die Frage, ob die Sozialversicherung etwa durch ihre Leistungshöhe jede selbständige Vorsorge für die Ungewißheit der Zukunft und des Lebensabends ausschließen soll, hat der Nationalsozialis- mus beantwortet. Es war früher vielfach, besonders von marxistischer Seite, angestrebt worden, die Sozialversicherung in eine Staatsbürgerversorgung umzuwandeln. Abgesehen von der hier- mit verbundenen Erhöhung der Beiträge der Versicherten — die bei der Angestelltenversicherung z. B. 20 v. H. des Einkommens der Versicherten hätten betragen müssen, um die Höhe des Ruhe- gelbes der Staatsbeamten zu erreichen — hätte eine solche Maßnahme den Einzelnen von der für sein Streben notwendigen sittlichen Pflicht der eigenen Verantwortung entbunden. Deshalb hat der Nationalsozialismus an dem Grundsatz, den schutzbedürftigen Volksgenossen ein M i n - d e st m a ß an Sicherheit zu geben, festgehalten. Neben der ausgleichenden Tätigkeit, die die Sozialversicherung des Staates bewirkt, soll der deutsche Arbeiter und Angestellte durch eine ergänzende Selb st Vorsorge zur Entfaltung aller seiner Kräfte und Fähigkeiten angehalten werden. Oesterreich — eine Reichssendung der £)3. Berlin, 4. Ian. (DNB.) Die „Stunde der jungen Nation" am Mittwoch, steht unter dem Thema „Oesterreich — Land und Volk". Die Hitlerjugend will in ihrer Reichssendung der gesamten deutschen Jugend und der deutschen Hörerschaft innerhalb und außerhalb der Reichsgrenzen das wirkliche Oe ft erreich der Gegenwart erschließen. Die ganze Sendung spielt »sich nur auf reichsdeutschem Boden ab. Zwischen den Themen hört man österreichische Volksmusik aber auch Mozart und Haydn. Sämtliche Reichssender übertragen die „Stunde der jungen Na- tiohn" am 6. Januar ab 20.15 Uhr, während der D e u t s ch l a n d s e n d e r sie ab 20.45 Uhr bringt. Autobusunglück bei Rüsselsheim: ein Toter, zwölf Verletzte. Am Dienstagfrüh, 5.30 Uhr, wurden auf dem bewachten Uebergang der Landstraße erster Ordnung der Strecke Mainz—Darmstadt bei der Blockstelle Schönauer Hof ein mit Arbeitern besetzter Personenomnibus von dem Leerzug 4704 erfaßt und zur Seite geschleudert. Don den etwa 30 Insassen sind sechs schwer verletzt. Einer der Verunglückten, der Arbeiter Peter Klingler aus Gräfenhausen bei Darmstadt, ist seinen Verletzungen erlegen. Es handelt sich um auswärts wohnende Leute, die an ihre Arbeitsstelle nach Rüsselsheim gefahren wurden. Zwei Münchener Vergsteiger am Dahmann in schwerer Bergnot Zwei Münchener Bergsteiger, der 19 Jahre alte Franz Frey und sein gleichnamiger Vetter, der 21 Jahre alt ist, unternahmen trotz mehrfacher Warnung den wahnsinnigen Versuch einer Winterdurchkletterung der Watzmann-Ost- wand. Am Neujahrstage stiegen sie in die Wand ein. Infolge des Wettersturzes gerieten sie am Sonntag in Bergnot. Sie können weder vorwärts noch rückwärts, da sie bis zu den Hüften im Neuschnee waten müssen. Die einzige Hilfe, die ihnen in ihrer bedrängten Lage geboten werden konnte, ist der Versuch, mit Hilfe eines Flugzeuges ihnen Lebensmittel, Wäsche usw. zuzuwerfen. Einem Flugzeug der Luftsport-Landesgruppe 14 ist es gelungen, die beiden Bergsteiger mit Lebensmitteln und Decken zu versorgen. Das Flugzeug konnte bis auf 50 Meter zu den Bergsteigern herunterstoßen und fünf Pakete mit Lebensmitteln, Decken und Ausrüstungsgegenständen abwerfen, die sämtlich in der Nähe der beiden jungen Leute niedersielen. Ein Paket und eine wollene Decke landeten sogar unmittelbar neben den Verunglückten, die sich am Leben befinden, aber anscheinend sehr erschöpft sind. Man konnte deutlich beobachten, wie sie versuchten, an die Pakete heranzukommen. Inzwischen wird versucht, durch eine Rettungsexpedition der Deutschen Bergwacht den beiden Verunglückten von oben her näherzukommen. Ob der Versuch gelingt, ist noch unsicher. Der Streik bei General Motors. In der amerikanischen Automobilindustrie erfolgten die ersten Unruhen vor den geschlossenen Toren der Fisher-Karosserie-Werke in Cleoeland. Infolge des durch die Ausstände verursachten Materialmangels mußten weitere Zweigfafriken der General Motors Corporation geschlossen werden. Bisher sind insgesamt 19 Werke ft tilge legt, wodurch über 38 000 Mann arbeitslos geworden sind. Der Vizepräsident Knudsen erklärte, bei Fortdauer der Streiklage würden Ende dieser Woche 135 000 Angestellte arbeitslos. Eine Konferenz von Gewerkschaftsvertretern beschloß, selbst einen Generalstreik zu unterstützen. Es wurden acht Forderungen aufgestellt, die der General Motors Corporation unterbreitet werden sollen, darunter die Forderung nach einer Konferenz zwi- zwischen Betriebsführung und Gewerkschaftsleitung über ein kollektives Lohnabkommen, 30-Stundenwoche mit sechsstündigem Arbeitstag, wobei ein Wochentag arbeitsfrei bleiben soll und Anerkennung der Vereinigten Autoarbeiter-Gewerkschaft als der einzigen Verhandlungsstelle. kommunistischer Rasseschänder verurteilt In einem Prozeß gegen den 34jährigen Bernhard Kettenhausen, einen ehemaligen Gaukassierer des Rotfrontkämpferbundes, erkannte die Große Strafkammer des Hamburger Landgerichtes wegen Verbrechens gegen das Gesetz zum Schutze des deutschen Blutes und der deutschen Ehre auf eine Zucht haus st rafe von zwei Jahren. Schon in der Zeit, als er noch kommunistischer Funktionär Am 1. Januar 1937 jährte sich zum 25. Male der Tag, an dem die Reichsversicherungsordnung in Kraft trat. Die Reichsoersicherungsordnung umfaßte damals die bereits seit den 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts bestehenden Sozialgesetze der Krankenversicherung, der Unfallversicherung, der Jnvaliditäts- und Altersversicherung sowie das im Jahre 1911 erlassene Versicherungsgesetz für Ange- st e l l t e. Erst nach dem Kriege wurden das heute ebenfalls zur Reichsoersicherungsordnung gehörende Knappschaftsversicherungsgesetz (23. 6. 1923) und das Gesetz über Arbeitsvermittlung und Arbeitsoersicherung (16. 7. 1927) geschaffen. Wenn heute, einschließlich der Familienangehörigen, rund zwei Drittel unseres Volkes der Sozialversicherung angehören, so haben wir allen Grund genug, anläßlich des Gedenktages der Reichsoersicherungsordnung einen kurzen Rückblick auf die geschichtliche Entwicklung, den Inhalt und die Auswirkungen der deutschen Sozialversicherung zu werfen. Im Laufe des 19. Jahrhunderts war das Deutsche Reich mehr und mehr zu einem Industriestaat geworden. Die Massen der ländlichen Bevölkerung waren in die Städte geströmt, wo sie als Angestellte und Arbeiter ihr Brot fanden. In weit stärkerem Maße als auf dem Lande wirkten sich hier Krankheiten und Unglücksfälle, die zu vorübergehender oder gänzlicher Arbeitsunfähigkeit führten, aus. Zeiten wirtschaftlichen Rückgangs brachten wochenlange und monatelange Arbeitslosigkeit. An eine Vorsorge für das Alter war bei den geringen Löhnen und Gehältern schon gar nicht zu denken. Die Arbeiter, besonders die, deren Tätigkeit vor allem gefährdet war, versuchten anfangs, sich durch Selb st Hilfe einen Schutz gegen die Gefahren und Unbilden des Lebens zu schaffen. Da ein Zwang bei diesen Versicherungen fehlte, traten nur die Arbeiter ihnen bei, die einer Unterstützung am notwendigsten zu bedürfen glaubten. Nur äußerst hohe Beiträge hätten in diesem Falle einen wirksamen Schutz der Versicherung bedeuten können. Nachdem sich die Selbsthilfe als nicht ausreichend erwiesen hatte, waren die Arbeiter nach wie vor den Launen des Arbeitsschicksals preisgegeben. In dem sich auf diese Weise bildenden städtischen „Proletariat" entstand dem Staat ein ständiger Unruheherd, der den Bestand des Staates bald ernstlich gefährdete und ihn zu Ausnahmegesetzen gegen die marxistische Aufwiegelung und Verhetzung veranlaßte. Kaiser Wilhelm I. und sein Kanzler Bismarck sahen ein, daß man das Uebel dieser Unruhen a n s e i n er Wurzel angreifen mußte, um es gänzlich zu beseitigen. Die berühmte Kaiserliche Botschaft vom 17. November 1881 wurde erlassen, in der „den Hilfsbedürftigen größere Sicherheit und Ergiebigkeit des Beistandes" zugesichert wurde. Dieser Botschaft folgte alsbald die Tat der Sozialversicherungsgesetzgebung. Die neuen Versicherungsgesetze waren im Gegensatz zur Selbsthilfe der Arbeiter Zwangsver- jicherungen. Grundlegend unterschieden sie sich von der Privatversicherung dadurch, daß in ihr das Wagnis (Risiko) des einzelnen nicht berücksichtigt wurde, und die Versicherungen keine Gewinnunternehmungen waren. Die Beiträge wurden auch nicht nur von den Versicherten allein, sondern auch von ihren Arbeitgebern aufgebracht. In verschiedenen Fällen leistete auch der Staat besondere Zuschüsse. Eine bedeutende Erweiterung erfuhr die Sozialversicherung durch das Gesetz über die A n - gestelltenversicherung. Nicht nur die Arbeiter, sondern auch die Angestellten mit einem Jahreseinkommen bis zu 7200 Mark, die bisher des Schutzes, den die Arbeiter genossen, nicht teilhaftig geworden waren, fielen nunmehr unter die Zwangsversicherungen. Die Sozialversicherungen bildeten einen wirksamen Schutz gegen die wirt- war, unterhielt Kettenhausen intime Beziehungen zu einer geschiedenen Frau, die Jüdin ist. Als er im April 1936 nad) Verbüßung einer Gefängnisstrafe, die er wegen Vorbereitung zum Hochverrat erhalten hatte, aus der Strafhaft entlassen wurde, wurde er ausdrücklich auf die Nürnberger Gesetze hingewiesen. Trotzdem ging Kettenhausen noch am Tage seiner Strafentlassung in die Wohnung der Jüdin und nahm die Beziehungen wieder auf. Auf Grund dieses Sachverhaltes hat das Gericht den Fall als besonders schweres Verbrechen angesehen. Jüdischer Kommunist in Polen erneut mit Zuchthaus bestraft. In Warschau wurde der jüdische Kommunist Rosenberg zu zwei Jahren Zuchthaus verurteilt. Rosenberg war einer der Leiter der sog. Kommunistischen Partei in Westweißrußland. Diese Partei sollte die in Polen lebenden Weißrussen im Sinne der aus Moskau erteilten Weisungen dem Kommunismus zuführen. Rosenberg hatte erst 1935 nach Verbüßung einer Strafe von acht Jahren das Zuchthaus verlassen, zu der er 1928 ebenfalls wegen hochverräterischer Tätigkeit und kommunistischer Hetze verurteilt worden war. Dieder einmal Herr ..Hase"! Das „Südpfälzer Tageblatt" berichtet: Dieser Tage kam ein in Niederhorbach ansässiger Landwirt zum dortigen Gemeindeeinnehmer, um seine fälligen Steuern zu bezahlen und legte dazu einen Hundertmarkschein auf den Tisch. Leider aber hatte dieser Geldschein keine Gültigkeit, da diese Geldsorte längst aus dem Verkehr gezogen wurde, wie es seinerzeit ja auch durch die Zeitung bekannt gegeben wurde. Da der Betreffende keine Zeitung las, hatte er es natürlich nicht erfahren können. Der Verlust trifft ihn hart, ist aber auf eigenes Verschulden zurückzuführen. Wetterbericht des Relchswefferdiensles. Ausgabeork Frankfurt Nach der Ueberfhitung des europäischen Festlandes mit milder Meeresluft macht sich zur Zeit das Eindringen kälterer aus nördlichen Breiten kommender Luftmassen bemerkbar. Ein Abfluß der vom Atlantik ausgehenden Wirbeltätigkeit scheint mit dieser Entwicklung aber noch nicht verbunden zu sein. Doch werden die Temperaturen in der Folge tiefer liegen als seither, auch werden die Niederschläge im Gebirge vielfach als Schnee fallen. Aussichten für Mittwoch: Zunächst vielfach aufheiternd und nur noch vereinzelte Schauer (im Gebirge Schnee), später zunehmende Unbeständigkeit, weitere Abkühlung, abflauende westliche Winde. Aussichten für Donnerstag: Bei Luftzufuhr aus West wechselhaftes und zu Niederschlägen geneigtes Wetter, kühler als seither. Lufttemperaturen am 4. Januar: mittags 7,7 Grad Celsius, abends 5,9 Grad; am 5. Januar: morgens 5,7 Grad. Maximum 9 Grad, Minimum heute nacht 4,9 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 4. Januar 5,8 Grad; am 5. Januar: morgens 4,9 Grad Celsius. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: i. V. H. L. Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. XII. 36: 11 250. Druck und Verlag: Brühl'fche Universitäts- Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. Zuckerflecke 596 Zugpflaster Zuckerflecke lasten sich mit lauwarmem Wasser auswaschen. Zuckergast s. Silberfischchen Zuckerkrankheit (Zuckerharnruhr, Diabetes), ist eine Stoffwechselkrankheit die ihre Ursache in einer Erkrankung der Bauchspeicheldrüse hat. Das Wesentliche ist, daß der Körper dieFähigkeit verloren hat,Kohlehydrate (Zucker, Mehl. Stärke) abzubauen und auszunützen. Die Bauchspeicheldrüse, die normalerweise das kohlehydratspaltende Ferment, das Insulin, liefert, ist dazu nicht mehr imstande. Früher waren die an schwerer Zuckerkrankheit Leidenden unrettbar verloren, heute haben wir in dem künstlich her- gestellten Insulin ein außerordentlich wertvolles Mittel, um neben einer kohlehydratfreien oder wenigstens kohlehydrat- armen Diät die Ausscheidung von Zucker im Harn einzudämmen. Die für den einzelnen Fall notwendige Jnsulinmenge und die Diät muß vom Arzt bestimmt werden. Vollkommen ohne Kohlehydrate kann der Körper auf die Dauer nicht leben, da sonst schwere Säurevergiftung auftritt. Anzeichen für Zuckerkrankheit lind Abmagerung, großes Durstgefühl, große Mengen eines ganz hellgelben Harnes, oft Hautjucken, häufigFurunkulose. nervöse Reizbarkeit, bei Männern Abnahme der Zeugungskraft; nicht selten Wadenkrämpfe und dgl. Eine Urinuntersuchung von einem Arzt wird die Grundursache derartiger Leiden aufdecken. Eine im höheren Alter auftretende Zuk- kerkrankheit ist nicht besonders gefährlich, wenn die entsprechende Diät eingehalten wird. Bei Vernachlässigung kann es allerdings zu schweren Komplikationen kommen. Eine sehr ernste und gefährliche Erkrankung ist aber Zuckerkrankheit in jungen Jahren. Oft kommt Zuckerkrankheit in einzelnen Familien gehäuft vor. Zuckerrohr, ostasiatische, bis vier Meter hohe Grasart, aus der Zucker und Rum gewonnen wird. Aus den Fasern wird Papier bereitet. Zuckersaure, Oxalsäure, giftige chemische Verbindung, die zum Reinigen von Kupferkesieln und als Fleckentfernungsmittel bei Rost-, Rotwein-, Obst- und Tintenflecken verwendet werden kann. Zuckersäure gibt es nur gegen Gutschein und wird nicht Kindern verabfolgt. Zuckerwasier, wird als Hausmittel gegen Schlaflosigkeit und gegen Schlucken verwendet, auch als Beruhigungsmittel bei Aufregungen. Heißes Zuckerwasier leistet gute Dienste bei Erkältungen. Zuckungen, siehe Krämpfe, Veitstanz. Zugpflaster ist ein Pflaster, dessen Wachs- oder Gummigrundlage bestrichen ist mit dem Saft von spanischen Fliegen, den Ean- thariden. Derartige Pflaster reizen die Haut so stark, daß sogar Blasenbildung entsteht. Es wird damit eine Ableitung der Krankheit auf die Haut, ein „Herausziehen" der Krankheitsstoffe an- geftrebt. Da es ein außerordentlich stark wirkendes Mittel ist. ünfer Groß-Einkauf- ---Ihr Nutzen! Höhere GLORlfl mit Paula Wessely 59 A stunden täglich 11.30-13 Uhr. 8458D mit Maria Eggerth - Job. Heesters 52PJ Postkarten bei Brühl Rollmops • V/2-Ltr.-Dose 44 POLAST Giessen [~ SCHADE & FÜLLGRABE Meiner werten Kundschaft zur Kenntnis, da& ich das Geschäft meines Mannes in vollem Umfange weiterführe. Sämtliche Neuarbeiten sowie Reparaturen werden schnellstens und fachgemäß ausgeführt Geburts-Anzeigen liefert Brühl'sche Druckerei Morgen Irische Fische Kabeljau o. K... Va kg 28 Pf. Filet v. Seelachs '/? kg 38 Pf. Grüne Heringe, frische Fettbücklinge.. 7-kg 35Pf. OttO ÄVßlHann,Walltorstraße2 Am Lindenplatz, Ruf 3263 71D Frau Karl Wolf Witwe Glaserei — Gießen, Bahnhofstraße Nr. 32 Frische Fische Wemerwall 15 Oberrealschul-Ijehrplan, realgymnasiale u. gymnasiale Kurse. Gründliche Vorbereitung für die Reifeprüfung und Obersekundareife. Reichsverbandsprüfung durch die Lehrer der Schule. Tägliche, gewissenhaft beaufsicht. Arbeitsstunden. Aufnahme von Schülern und Schülerinnen in alle Klassen (auch Sexta) jederzeit. - Sprech- Bismarckheringej 1-Ltr.-Dose 78 Bratheringe..... i-l.tr.- Dose 65 Geleeheringe .. .1-Ltr.-Dose 80 __________________________________________70 A UiftlcMVenMeliiDgeo nach Vorschrift d. Reichsluftschutzbundes in allen Preislagen. Einmalige Anschaffung, mit il ohne Montage liefern Häuser&Schmidt Liudwigstraße 8 Heute Dienstag zum letztenmal: DIE JULIKA Kohlen Koks 7Mb Briketts .Eiform Happel&Co.! KI.Mühigasse4u.6i Ruf 3925 Mittwoch von der See eintreffend Kabeljau ohne Kopf O A im ganz. Fisch AO 500 g OU 500 g Kabeljaufilet g 40 Morgen Mittwoch die große Premiere: Das Hof Konzert 54 D f ] k Pf J leesteß ie jettend ielm Lange. die Bilder: »ans Thyrioh ?r. Anzeigen' n Inhalt der 136: 11250. Ms- Vämtlid) in einschließlich irrten 15 Pf. nb Samstags f. mehr. li 1935 gültig. gfa FG M ZA h-n Steifen 1 Mq der ’S’1“ lch-mt 1 verbunden 'ren in üer werden die Nti fallen. M. zelte Schauer >de Unbeftän- löe westliche V Bei Luft- Niederschlä- her. ags 7,7 Grad ar: morgens a heute nacht ™ Tiefe am morgens 4,9 emiere: tert r9er ft. --i ».Ä ol>nunq ?"i t*'5 'N. er x üet= u"9en it® * "Mi sndwirt me 4“n 7 Wunder" i?'!e dieser @elb. ?urd-. »i, >'°nnt ge, ’» ®et Ser. ®«fd)ulben Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für (Vberheffen) Dienstag, S.Zanuar 1957 m.5 Zweites Blatt Das z Langsdorf, 4. Jan. Ueber die Bewegung des kirchlichen Lebens geben die Kirchenbücher und kirchlichen Statisttken folgende Auskünfte: Getauft wurden 19 Kinder, konfirmiert 19 Kinder, kirchliche Trauungen fanden 5 statt, beerdigt wurden 20 Personen. An gottesdienstlichen Feiern fanden 144 statt. Sie weisen folgenden Besuch auf: 8078 Männer, 9232 Frauen, 4011 Kinder, zusammen 21321 Personen. Im Durchschnitt der 52 Wochen betrug der Besuch 155 Männer, 178 Frauen = 333 Erwachsene und 77 Kinder = 410 Personen. Das bedeutet pro Wochendurchschnitt etwa 49 v. H. der Erwachsenen oder etwa 46 v. H. aller Evangelischen. Am heiligen Abendmahl nahmen 538 männliche und 634 weibliche, insgesamt also 1172 Personen teil, was einem Hundertsatz von etwa 167 der Erwachsenen entspricht. An Gaben evangelisch-kirchlicher Liebestätigkeit gingen etwa 3100 Mark ein. Die genauen Ergebnisse liegen Das fremde Gesicht JRomatt von Caren. 8. Fortsetzung. (Nachdruck verboten!) Den Hut noch immer auf dem Kopf, so wie er eingetreten war, hockte Alland vor dem großen Schreibtisch in seinem Ordinationszimmer und wühlte mit nervöser Hast aus den untersten, selten benutzten Schubfächern Stöße von alten Papieren hervor, ärztliche Korrespondenzen zumeist, vergilbte Manuskripte wissenschaftlicher Arbeiten, Fachzeitschriften und dann ein großes Paket mit alten Krankengeschichten aus seiner Assistentenzeit, als er noch keine eigene Klinik hatte und nur ab und zu mit Erlaubnis des Professors Privatpatienten sel- ber behandeln durfte. Während Alland mit zitternden Fingern die Schnur des gewichtigen Packes aufriß uni) in den großen gelben Aktenbogen zu blättern begann, beschlich ihn trotz aller Aufregung ein gewisses Gefühl der Befriedigung, wie gewissenhaft das alles geführt und wie sauber in alphabetischer Reihenfolge jeder Jahrgang für sich übersichtlich angeordnet war. Er lächelte bitter über diesen Anflug von kindlicher Selbstzufriedenheit — gerade jetzt, da seine ganze schöngeordnete Existenz zusammenzustürzen drohte, weil sie auf einem trügerischen Fundament aufgebaut war. Da — 1929 — wie war nur der Name gleich — Gal... da, Gallatin, natürlich: John B. Gal- latin, geboren 18. Dezember 1892 in New Orleans (Louisiana, USA.). Und dann mußte es auch noch ein Photo geben oder zwei sogar — ja richtig, hier! Alland hielt ein etwas verblichenes Bild unter den Schirm der Schreibtischlampe, um ja nur recht genau zu sehen. Er starrte darauf, als ob sein Leben davon abhinge, diesen Mann zu erkennen, der da in einer etwas unscharfen Amateuraufnahme dem Beschauer ein Gesicht von merkwürdig brutaler Intelligenz zuwandte. Die stutzerhafte Eleganz, mit der das etwas wellige Haar über die linke Stirnseite gekämmt war, paßte nicht gut zu diesem sonderbar direkten, beinahe drohenden Blick der Augen, die auf einen unsichtbaren Feind zu zielen schienen. Kein Zweifel! Es war nicht nötig, die Photographie noch einmal mit der auf dem Steckbrief zu vergleichen. Er war es. Damals hieß er eben Gallatin, wie ein andermal Monno, aber fein eigentlicher Name, der am besten zu ihm paßte, war dieser Apachenname. „Jo la Terreur". Der Schrecken! Ja, wirklich der Schrecken — der Schrecken für alle, die je mit ihm zu tun hatten — auch für mich und für Evelyn. Evelyn ...! Wie aus einem Angsttraum erwachend, schrak Alland auf. Evelyn! Er mußte sie gleich jetzt, so rasch wie möglich, sprechen. Mußte sie um Verzeihung bitten für all sein törichtes Mißtrauen. Mein Gott, was mußte sie gelitten haben in diesen Wochen und Monaten, vielleicht schon seit Jahren! Was wußte er? Wie hatte er nur so blind sein können, nicht zu merken, daß sie da neben ihm mit aller Kraft und aller List ihres weiblichen Instinkts für ihn und für die Erhaltung ihres gemeinsamen Lebens kämpfte — für ihn, für das Kind und endlich auch für sich. Alles, alles wurde jetzt verständlich: ihre geheimnisvollen Ausgänge, das Telegramm und selbst noch das unverschämte Benehmen dieses widerlichen Bertrand ... Frank Alland stöhnte beklommen auf. Mein Gott, wie furchtbar! Jetzt ist alles aus . .! Aber ganz gleich — wenn auch jetzt alles zusammenbricht: Evelyn und ich, wir gehören zusammen. Unlösbar! Vielleicht, daß man doch noch zusammen irgendeinen Ausweg findet ...? Vielleicht ...? Eilig stopft Alland die Papiere alle wieder in die Schreibtischfächer zurück, die er sorgfältig wieder verschließt. Nur die paar Bogen mit der Krankengeschichte von John B. Gallatin steckt er, sorgfältig zusammengefaltet, zu sich, das und die beiden Photos, die er nach kurzem Zögern wieder herausnimmt und gesondert in seiner Brieftasche verwahrt. Dann loscht er die Lampe und jagt wie gehetzt die Treppen hinunter, stoh, von niemanden gesehen und aufgehalten worden zu fein. Es dämmerte bereits, als Alland mit hastigen Schritten den Garten durchquerte. Die welken Herbstblätter, die der letzte Regen von den Bäumen geschüttelt hatte, rauschten melancholisch unter seinen Tritten. Fröstelnd knöpfte Alland seinen Rock zu. Da hörte er ganz in der Nähe eine Kinderstimme. Zwischen den Stämmen bewegte sich ein pastell- blaues Mäntelchen. Karin — durchzuckte es ihn freudig. „Karin!" rief er unwillkürlich. Die kleine Gestalt in dem hellblauen Mäntelchen blieb eine Sekunde, von dem Anruf getroffen, stehen und kam bann wie ein abgeschossener Pfeil auf den Vater zugeflogen, mitten in seine ausgebreiteten Arme. Alland hob die Kleine zu sich empor und küßte den dargebotenen Kindermund. Ein heißes Glücksgefühl überflutete fein Herz. Wie ähnlich dieses Kind der Mutter sah! Die gleiche Haarfarbe, dieses ganz seltene, ins Rötliche spielende Metallblond, das auch Evelyns Naturfarbe war; dieselbe Zartheit des Gliederbaues, das bezaubernde Oval des Gesichts, ach — und dieses Lächeln, das wie ein Sonnenaufgang das ganze Gesichtchen gleichsam von innen heraus erhellte! Nur die Augen hatten nicht den goldbraunen Sammetton von Evelyns Augen. Sie waren blau, dunkelblau und sehr lebhaft, wie die des Vaters. Zärtlich preßte Alland das Kind an sich. „Warst du spazieren, Liebling? Ist Mutti bei dir?" Die Kleine schüttelte verneinend die blonden Locken, und ein Schatten von Kümmernis verdunkelte ihren Blick. „Bloß Hanni. Mutti ist weggefahren. Immerzu ist sie jetzt weg, die Mutti. Nie geht sie mit mir spazieren." Der kleine Mund zuckte wie von verhaltenem Weinen. Plötzlich bog sie sich in Allands Armen zurück und sah ihm aufmerksam in die Augen. „Sag, Daterli — war Mutti denn unartig, weil du bös mit ihr bist?" Alland wurde unwillkürlich rot unter dem ernst forschenden Blick der hellen Kinderaugen. Er zwang sich zu einem Lachen. „Böse? Ich mit Mutti? Wie kommst du daraus?" „Ich weiß es. Paula hat es gestern zur Hanni gesagt, und Hanni ..." „Ist ja nicht wahr", fiel ihr die eben hrnzutre- tenbe Kinderschwester erschrocken ins Wort. Ihr Gesicht erglühte bis unter die Haube. „Schwatz keinen Unsinn,' Karin! Paula hat ja bloß Spaß gemacht, sie — sie wollte .. ." „Schon gut, Schwester Hanni, lassen wir bas." Der Arzt machte eine mübe abweisende Hand- bemegung. Also sie klatschen schon über fein Zerwürfnis mit Evelyn! Bitterkeit verzog seinen Mund. Sanft stellte er das Kind zu Boden und nahm es an die Hand. „Wissen Sie zufällig, wo meine Frau hingefahren ist, Schwester?" brach er nach einer Weile das peinliche Schweigen. „Die Kleine sagt, sie sei ausgegangen." „Ja, wir sind ihr unterwegs begegnet", beeilte sich Schwester Hanni mit höflicher Beflissenheit, die Scharte von vorhin wieder auszuwetzen. „Die Frau Doktor nahm uns ein Stück mit bis zum Spielplatz. Sie ist zu einer Tee-Einladung nach Zofingen hin- ausgefayren zu Frau von Lossow, glaub ich. Dor dem Abendbrot wird sie wohl kaum zurück sein." Alland gab unwillkürlich einen Laut ber Enttäuschung von sich. Ein schmerzhaftes Unbehagen befiel ihn bei bem Gedanken, gerade jetzt, in dieser Stimmung, womöglich noch stundenlang auf Evelyn warten zu müssen. „Wenn meine Frau zurückkommt, ich bin in meinem Zimmer", sagte er im Vorbeigehen zu bem Stubenmädchen, das ihnen die Haustür öffnete. Er wollte sich von Karin mit einem Kuß verabschieden, aber das Kind ließ seine Hand nicht los. „Nicht fortgehen, Vati", bettelte es, „komm solange mit Karin spielen, bis Mutti wieder da ist!" Die blauen Kinderaugen füllten sich mit Tränen, als der Vater sanft feine Hand befreite und sich mit einer zerstreuten Ausrede zum Gehen wandte. Die Kleine tat ihm leid, er hätte ihr gern den Gefallen getan, aber er fühlte sich außerstande, jetzt mit ihr zu spielen und ihrem kindlichen Geplauder zu folgen, während ihm diese unheimliche, qualvolle Spannung fast das Herz abdrückte. Nein — lieber allein sein. Lieber in irgendeinem Winkel sitzen und warten. Warten, bis die Dunkelheit kam. Tief atmend betrat er fein Arbeitszimmer und drehte in Gedanken den Schlüssel um. Die Gegenstände des großen Raumes verschwommen bereits im Zwielicht, nur den Schreibtisch am Fenster streifte noch eine letzte Sonnenspur. Ein durchdringender süßer Geruch erfüllte das ganze Zimmer stark, daß Frank Alland betroffen suchend umherblickte. Da entdeckte er auf dem Schreibtisch in einer bauchigen Kristalvase einen Strauß dunkelroter Rosen, die diesen verschwenderischen Duft verströmten. Daneben lag ein kleiner weißer Zettel, ein Kalenderabriß mit bem Datum: 21. September (Fortsetzung folgt!) noch nicht vor. An besonderen kirchlichen Ereignissen wären nur zu erwähnen eine Dekanatssynode der Bekennenden Kirche im November und die Veranstaltung einer kirchlichen Woche in der Adoents- jeit, in der Vorträge gehalten wurden über die biblische Lehre von den „Letzten Dingen." — Das Werk der „Geschlechterbucher für oie evangelische Gemeinde Langsdorf" liegt nun in drei handschriftlichen Bänden fertig vor. Im Jahre 1936 entstand der dritte Band, der die seit dem Ende des 30jährigen Krieges erloschenen oder ausgewanderten Stämme enthält. Damit ist die Bewegung der Langsdorfer Familien erforscht, soweit die vorhandenen Quellen es ermöglichen. cv) B e t t e n h a u s e n , 4. Ian. lieber das kirchliche Leben im Jahre 1936 erhalten wir folgende Nachrichten: Taufen fanden 3 statt, konfirmiert wurden 7 Kinder, kirchliche Trauungen wurden 3 gezählt, bestattet wurden 6 Personen. Die Zahl der gottesdienstlichen Veranstaltungen betrug 89. Sie wiesen folgenden Besuch auf: 1652 Manner und 1743 Frauen = 3395 Erwachsene und 1289 Kinder, insgesamt also 4684 Personen. Das entspricht einem Wochendurchschnitt von 65 Erwachsenen und 25 Kindern oder 24 v. S). der Erwachsenen oder 27 o. H. aller Evangelischen. Die Teilnahme am Heiligen Abendmahl wies folgende Zahlen auf: 173 männliche und 188 weibliche = 361 Personen oder 137 v. H. der Erwachsenen. An Gaben evangelischer Liebestätigkeit gingen insgesamt 260 Mark ein. — Das „Geschlechterbuch der evangelischen Gemeinde Bettenhausen" wurde im Jahre 1936 fertiggestellt. Es umfaßt in seinem der Vergangenheit gewidmeten 2. Band 56 Stämme, die von etwa 1650 an in Bettenhausen gewohnt haben oder noch dort bestehen. Wirtschaft. Oie Reichsbank am Iahresschluß 1936. Fwd. Berlin, 4. Jan. Nach dem Ausweis der Reichsbank vom 31. Dezember 1936 hat in der Ultimowoche die gesamte Kapitalanlage um 752,2 auf 6108,0 Millionen Mark zugenommen. Demgegenüber betrug der Zuwachs zur Kapitalanlage im Vorjahre 639,6 Millionen Mark. Diese erhöhte Inanspruchnahme des Reichsbankkredites wirkt sich insofern noch etwas mehr aus, als in den ersten drei Dezemberwochen von der zusätzlichen Belastungsstütze vom November-Ultimo nur 24,1 v. H. abgebaut worden waren gegen 44,8 v. H. im Vorjahre. Andererseits vermindert sich jedoch das Gewicht dieser Belastung dadurch, daß ein erheblicher Betrag von 272,4 (im Vorjahre 231,5) Millionen Mark der Beschaffungskreditmittel wiederum zur Einzahlung auf Girokonto verwendet worden ist, das damit avf 1 012,5 Millionen Mark angewachsen ist. Außerdem haben die sonstigen Aktiva um den erheblichen Betrag von 75,28 Millionen Mark abgenommen, was zum größten Teil auf Rückzahlungen des dem Reich eingeräumten Betriebskre- dites zurückzuführen ist. Schließlich muß bei dem Vergleich mit der vorjährigen Entwicklung berück- W werden, daß diesmal der Jahresschlußtermin n besonders ungünstig lag, als auf den Neujahrstag gleich wieder ein Samstag fiel, und an den auf einen Donnerstag fallenden Jahresschluß sowohl erhebliche Lohnsummen, als auch sonstige Mittel für die folgenden drei Tage geschafft werden mußten. Dementsprechend sind an Reichsbanknoten und fremden Bankscheinen zusammen 346,8 und Scheidemünzen 50,3 Millionen Mark in den Verkehr abgeflossen. Der gesamte Zahlungsmittelumlauf stellt sich am Jahresschluß auf 6 967 Millionen Mark gegen 6 570 in der Vorwoche, 6 639 Ende November und 6 384 Ende 1935. Die Gold- und Devisenbestände sind um 0,3 auf rund 72,1 Millionen Mark gestiegen. Im einzelnen haben dje Goldbestände um 0,1 auf rund 66,5 und die Bestände an deckungsfähigen Devisen um 0,2 auf rund 5,7 Millionen Mark zugenommen. * * Elektrotechnische Fabrik Bad- Nauheim ü b e r n i m m t P o r z e l l a n f a b r i k Coburg. Mit Wirkung vom 1. Januar hat, wie der Fwd. hört, die Elektrotechnische Fabrik Bad- Nauheim GmbH., die nach dem Tode ihres Vorbesitzers in Konkurs gegangene Porzellan- und Tonwaren-Fabrik GmbH, in Coburg übernommen. Der dortige Betrieb wird in vollem Umfange als Zweigniederlassung des Nauheimer Unternehmens, das bisher schon einer der größten Kunden der Coburger Porzellanfabrik war, fortgeführt. Rhein-Mainische Börse. Tendenz: Abbröckelnd. Frankfurt a. M., 4. Jan. Nach nicht ganz einheitlichem und nur wenig verändertem Beginn war die Börse am Aktienmarkt nach den ersten Notierungen vorwiegend etwas schwächer. Es kam kleines Angebot heraus, während die Aufnahmeneigung schwach war, da allgemein starke Zurückhaltung herrschte. Das Geschäft bewegte sich durchweg in sehr engen Grenzen. Schon anfangs waren Montanaktien leicht nachgebend bei Rückgängen von 0,25 bis 0,50 v. H., Verein. Stahl gingen dann auf 119,50 nach 120,25 (121,13) und Mannesmann auf 119,13 nach 120 (120,25) zurück, Klöckner verloren 1 v. H. auf 128, nur Mansfelder lagen 0,75 v. H. höher mit 160,75. IG.-Farben ermäßigten sich auf 172,50 bis 172 (173,25), Metallgesellschaft von 155 auf 154,50 (154,25), dagegen lagen Rütgerswerke 2 v. H. fester. Am Elektromarkt schwächten sich Siemens stärker ab auf 197,75 (202), ferner verloren AEG. 0,65 o. H., RWE. 0,40 v. H., Elektr. Lieferungen und Felten notierten bis 1 v. H. freundlicher. Maschinenaktien konnten sich gut behaupten. Im einzelnen notierten u. a. Westdeutsche Kaufhof mit 56,90 bis 56 (56), Deutscher Eisenhandel mit 144,25 (145,50), Reichsbank mit 186,75 (186), Holzmann mit 138,25 (137,75) und Feldmühle Papier mit unv. 145,25. 21m Rentenmarkt erhielt sich noch etwas Nachfrage, etwas schwächer waren jedoch Altbesitz mit 117,40 (117,75), Städte-Altbesitzanleihen waren ZU 116,25 bis 116,50 (116) weiter gesucht, auch für Kommunal-Umschuldung bestand zu 90,05 .kleine Nachfrage. Späte Schuldbuchforderungen und Wiederaufbauzuschläge blieben mit 98 bzw. 74 voll behauptet. Auch im Verlaufe blieb das Geschäft sehr klein und die Kurse der führenden Werte bröckelten noch leicht ab. IG.-Farben 171,50 nach 172, Verein. Stahl 118,75 nach 119,50, Mannesmann 119 nach 119,13, Hoesch 119,50 nach 120,25, Rheinstahl 154 nach 155,13, Reichsbank 185,75 nach 186,75, RWE. 133,75 nach 134,40. Zu Beginn der zweiten Börsenstunde wurde die Haltung widerstandsfähiger, auf dem ermäßigten Kursstand war die Aufnahmeneigung williger. Don erst später notierten Papieren gaben Deutsche Erdöl auf 149,25 bis 148,75 (151,40) nach, Scheideanstalt lagen 1 v. H. höher mit 274. Van Auslandsaktien blieben IG.-Chemie gesucht. Variable Renten lagen später ruhiger, gefragt wurden Zinsoergütungsscheine mit 94,25 nach 94, zertif. Dollar-Bands waren still. Von Industrie- Obligationen zogen 1955er Verein. Stahl auf 95,25 (94,50) an. Von Goldpfandbriefen erhöhten sich Pfälz.Hyp. auf 98,50 (98), do. Reihe 2—9 98,25 (98.). Liquidationspfandbriefe wurden gefragt und gewannen überwiegend 0,13 bis 0,25 v. H. Stadtanleihen lagen still und wenig verändert. Auslandsrenten lagen still. Abendbörse zurückhaltend. Die Zurückhaltung des Mittags übertrug sich auch auf die Abendbörse, so daß das Geschäft nur sehr kleinen Umfang hatte. Es bestand überwiegend noch etwas Abgabeneigung, wodurch die meisten Papiere weiter etwas abbröckelten, insbesondere am Mon- tpnmartt. Verein. Stahl 118,25 bis 118 (118,50), Mannesmann 118,50 (118,75), Rheinstahl 153,25 (153,65), Buderus 122,75 (123,75). Auch auf den anderen Marktgebieten wurden die Berliner Schlußnotierungen um Bruchteile unterschritten. IG- Farben 171 (171,13), Westdeutsche Kaufhof 55,50 (55.90), Holzmann 137 (137,50), Aschaffenburger Zellstoff 140,25 (140,40). Etwas mehr rückläufig waren Südd. Zucker mit 203,50 (206). Am Rentenmarkt bröckelten Altbesitzanleihe auf 117 30 <117,40) ab. Im Freiverkehr blieben Kommunal-Umschuldung mit 90.05 unverändert. Städte-Altbesitz waren zu 116 gefragt. Van Auslandpapieren erhöhten sich Otaoi Minen auf 26,75 (25,75), leicht nachgebend waren 4proz. Goldmexikaner mit 7,90 (8,13) und 4proz. Ungarn Gold mit 6,35 (6,50). U. a. notierten: Altbesitzanleibe 117,30, Reichsbakm-DA. 124,65 4proz. Ungarn Gold 6,35. 4proz. Mexikaner 7,90, Commerzbank 109,75, DD-Bank 112, Dresdner Bank 108,25, Buderus 122,75, Mannesmann 118,50, Rheinstahl 153,25, Verein. Stahl 118,25 bis 118, Aschaffenburger Zellstoff 140,25, Bemberg 105, Conti Gummi 173,50, Daimler 122 50, Deutsche Erdöl 148.50, Scheideanstalt 274, Licht & Kraft 147,50, JG.-Farben 171, Goldschmidt 129,25. Holz- mann 137, Junghans 116, Westdeutsche Kaufhof 55,50, Südd. Zucker 203.50, AG. für Verkehrs 123,50, Allianz Verein 252, Otaoi 26,25. Frankfurter Schlachtvietzmarkt. Frankfurt a. M., 4. Jan. Auftrieb: Rinder 791, darunter 130 Ochsen, 110 Bullen, 426 Kühe, 125 Färsen. Kälber 307, Hammel und Schafe 112, Schweine 3346. Notiert wurden pro 50 Kilogramm Lebendgewicht in Mark: Ochsen a) 43 bis 45 (am 30. Dezember 43 bis 45), b) 39 bis 41 (41). Bullen a) 43 (41 bis 43), b) 39 (39), c) 34 (34). Kühe a) 41 bis 43 (40 bis 43), b) 35 bis 39 (35 bis 39), c) 27 bis 33 (27 bis 33), d) 18 bis 25 (18 bis 25). Färsen a) 44 (41 bis 44), b) 40 (38 bis 40), c) 35 (35). Kälber a) 57 bis 65 (56 bis 65), b) 42 bis 55 (41 bis 55), c) 37 bis 40 (35 bis 40), d) 30 bis 36 (20 bis 34). Hämmel b2) 45 bis 47 (44 bis 46), c) 40 bis 42 (38 bis 43), d) 32 bis 35 (—). Schafe nicht notiert. Schweine a) 52,50 (57), bl) 52,50 (56), b2) 52,50 (55), c) 51,50 (53), d) 48,50 (51). Sauen gl) 52,50 (54 bis 56), g2) 50,50 (48 bis 53). Marktoerlauf: Großvieh und Schweine wurden zugeteilt. Kälber, Hämmel und Schafe mittelmäßig, ausoerkauft. — Fettwaren. Roher Speck unter 7 Zentimeter 78, Flomen 80. Marktverlauf: ruhig. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 4. Jan. Nach den Feiertagen war Brotgetreide noch nicht angeboten, nur laufende Abschlüsse wurden abgewickelt. Auch in Brau- und Jndustriegerste ist das Geschäft noch nicht in Gang gekommen. Hafer fehlt. Futtermittel sind rege begehrt. Weizenmehl hat sehr lebhaftes Geschäft, Roggenmehl ist leichter erhältlich. Rauhfutter wird gefragt, das Angebot ist unbedeutend. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in Mark: Weizen W 13 211, W 16 214, W 19 218, W 20 220; Roggen R 12 174, R 15 177, R18 181, R19 183, Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Futteraerste —, Futterhafer Weizenmehl Type 812 W13 29,05, W 16 29,15, W 19 29,15, W 20 29,50; Roggenmehl Type 997 R 12 22,45, R 15 22,80, R18 23,30, R 19 23,50 plus 0,50 Mark Frachtausgleich. Weizenfuttermehl 13,60. Weizenkleie W13 10,75, W16 10,90, W19 11,10, W 20 11,20; Roggenkleie R 12 9,95, R15 10,15, R18 10,40, R 19 10,50, Mühlenfestpreise ab Mühlenstation. Sojaschrot —, Palmkuchen —, Erdnußkuchen —, Treber (g-etr.) 14,00 (Höchstpreis ab Erzeugerstation), Trockenschnitzel —, Heu 5,00 bis 5,50, do. drahtgepreßt 5,40 bis 5,90, Weizen- und Roggenstroh drahtge» preßt ober gebündelt 2,40. Kartoffeln: gelb- fleischige hiesiger Gegend 2,90 Mark, weißschalige hiesiger Gegend 2,60 Mark per 50 Kilogramm bet Waggonbezug Frachtparität Frankfurt a. M. Tendenz: ruhig. Gesteigerte Umsätze derchein-mainischen Tabakindustne im Me1936. Fwd. Frankfurt a. M., 4. Jan. Die Tabak- industrie im rhein-rnainischen Wirtschaftsgebiet, deren überragender Anteil auf die hessischen Betriebe entfällt, nimmt im Rahmen her gesamten deutschen Tabakwarenindustrie, hauptsächlich durch die vorwiegend im Gießener Bezirk beheimatete Zigarrenherstellung, eine beachtliche Stellung ein. Die Bedeutung der rhein-mai- nischen Zigarrenindustrie im Verhältnis zur gesamten deutschen Zigarrenherstellung wird ferner dadurch unterstrichen, daß hier die Zigarrenherstellung auch im Gegensatz zur Zigaretteninbustvie ein sehr arbeitsintensiver Gewerbezweig ist, so baß die Lahnsumme der hessischen tabakverarbei- tenben Industrie einen größeren Anteil an der entsprechenden Reichssumme ausmacht als die Produk- tions- bzw. Absatzmenge. In den Krisenjahren hatte die Mittelstandscharakter tragende rhein-mainische Tabakindustrie besonders zu leiden; nur noch ein geringer Prozentsatz der ursprünglich tätigen Arbeiter fand Beschäftigung. Die Aufbaumaßnahmen der nationalsozialistischen Regierung bewirkten auch in diesem Gewerbezweig eine merkliche Besserung der Lage. Verschiedene Maßnahmen, so u. a. die weitgehende Einschränkung der Verwendung von Maschinen zur Jigarrenherstellung, wirkten sich günstig aus. So konnte der Mittelstandscharakter der Branche gewahrt werden, außerdem waren steigende Beschäftigten- und Umsatzziffern zu verzeichnen. Diese günstige Entwicklung hielt nach Informationen des Fwd. auch im Jahre 1936 an. Soweit sich die Entwicklung bis jetzt überblicken läßt, sind im abgelaufenen Jahre Auftragseingang und Um» s a tz innerhalb der rhein-rnainischen Tabakindustrie im allgemeinen nicht unerheblich gestiegen, was auf die weitere Verringerung der Arbeitslosigkeit und die damit verbundene Erhöhung der Kaufkraft zurückgeführt wird. Die billigeren Sorten werden vom Publikum zwar auch heute noch immer bevorzugt, gleichzeitig setzte aber bereits seit einigen Monaten schon die Entwicklung zu einer Absatzsteigerung auch in den höheren Preislagen ein, die bis zur Gegenwart anhält. Das Weihnachtsgeschäft war wiederum lebhaft, zum Teil traten ziemlich starke Umsatzerhöhungen ein. SJl.-^pont „Sport im Betrieb/' Werbefeldzug der NSG. „Kraft durch Freude". Das Sportamt der NSG. „Kraft durch Freude" beginnt seine Arbeit im neuen Jahr mit einem großzügigen Werbefeldzug für den Gedanken „Sport im Betriebe". Noch in aller Erinnerung steht der Dreijahresplan, der dem Feierabendwerk der Deutschen Arbeitsfront diente. Jetzt geht es darum, auch den letzten Volksgenossen für die Sache der Leibesübungen zu gewinnen. Der Reichsbund für Leibesübungen und die Formationen der NSG- ,^raft durch Freude" arbeiten gemeinsam daran, ein Volk in Leibesübungen zu schaffen. Darum ergeht an alle Betriebsführungen und Gefolgschaften der Aufruf, mitzuhelfen an der Erfüllung der Forderung „Sport im Betriebe". UeberaU im Reiche sind bereits Sportplätze und Turnhallen für die Durchführung von Betriebssportstunden geschaffen worden. UeberaU finden wir schon die Ansätze einer sich mehr und mehr entwickelnden Arbeit. Aber es muß erreicht werden, daß jedes Werk, jeder Betrieb mit über 500 Gefolgschaftsmitgliedern sportliche Uebungsftätten errichtet und für seine Belegschaft Sportlehrgänge durchführt. Das Sportamt der NSG. „Kraft durch Freude" hat zusammen mit dem Amt „Schönheit der Arbeit" überall entsprechende Aus- und Umbauten vorgenommen. Beide Aemter stehen jederzeit für die Gestaltung von Uebungsftätten und Betriebssportstunden zur Verfügung. Zwei neue deutsche Staffelrekorde. Im Düsseldorfer Stadtbad unternahm der Gladbecker Schwimmverein 1913 am Montagabend unter amtlicher Kontrolle verschiedene Staffelrekordversuche. In der Lagen st affet (10 0, 2 0 0, 100 Meter) erreichten die Glad- einer Pause unternahmen die Gladbecker einen weiteren Versuch über 3X100 Meter Lagen. Der bisher von Hellas Magdeburg gehaltene Rekord stand auf 3:31,6 Min.; Gladbeck erzielte mit der gleichen Mannschaft Simon, Heina und Schulte 3:30,4 und damit ebenfalls eine neue deutsche Bestleistung. Deutsche Rugbyniederlage in Grenoble. „Comite des Alpes" siegte 13:0 (5:0). Nach dem Neujahrs-Länderspiel gegen Italien bestritt die deutsche Rugby-Nationalmannschaft am Sonntag noch einen weiteren Kampf gegen eine südostfranzösische Auswahl vom „Comite des Alpes", die etwas überraschend hoch mit 13:0 (5:0) siegreich blieb. Die französischen Spieler, die sich bereits in früheren Treffen als starke Gegner gezeigt hatten, sicherten sich ihren Sieg vor allem durch ihr schnelles Angriffsspiel. Die durch die Reise noch ermüdete deutsche Fünfzehn lieferte vor allem in der recht hart durchgeführten zweiten Halbzeit ein ebenbürtiges Gefecht und war bei verschiedenen recht glücklichen Momenten reichlich vom Pech verfolgt. Die deutsche Mannschaft hat sich in diesem Treffen recht gut geschlagen und war keineswegs so unterlegen, wie es das Ergebnis von 13:0 auszudrücken scheint. Die 10 000 Zuschauer verfolgten das Spiel objektiv und würdigten das faire Spiel unserer Mannen mit viel Beifall. Kurze Sportnotizen. Für die Vorschlußrunde um den Reichsbundpokal am 7. Februar wurden die Paarungen wie folgt vorgenommen: In Leipzig: Sachfen gegen Baden; in Berlin: Brandenburg gegen Niederrhein. becker einen neuen deutschen Rekord. Sie schraub- Gregor Hradetzky, der zweifache öfterrei- ten die alte Bestleistung von 5:02,8 Min. auf 4:58,8 chische Olympiasieger im Paddeln, ist auch ein guter Min. Die Einzelzeiten waren: 100 Meter Rücken, Skiläufer. Er gewann auf dem Semmering den Simon: 1:11.4; 200 Meter Brust, Heina: 2:41,8; Skilanglauf über zehn Kilometer in 31:50 Mi- 100 Meter Kraul, Schulte: 1:05,3 Minuten. Nach' nuten. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 2R. 15,25 15,5 171,13 173,13 109,5 109,75 137,5 Banknoten. '.Elektr.Unternehmung. 6 173,5 172 173,5 172 119,5 120,5 -Vic ....... Ille Bergbau Genüsse Klöcknerwerke ....... Grttzner 'I 32,75 1 । 95,75 >1 2061 01 33 Matnkraftwerke Höchst 4' Süddeutscher Zucker 1O| 203 Mannesmann-Rühren... .... S 137 163 161 130,9 140 165 139,5 148 143,5 145,75 123,5 151,4 15,5 124 134,75 159,75 201,5 125,75 123,75 148,5 156,25 119,5 53 107 161,5 141,25 124,5 165 56 227 54 105 158,5 140,25 122,75 148,5 165 140,5 147,5 143 145 135,5 134,25 159,5 197,75 124,5 147,5 127,5 118,5 15,5 123,5 15,5 39,13 15,4 124 125 109,5 111,5 108 186 122 5 167 55,5 227 111,5 108 186 6 8 134,75 159,5 202 126,25 171 274 129,25 142 154,5 0 8 6 7 124,75 152 156,5 120,75 187,5 147,75 129 120,4 165,5 140 148 143,25 145,25 15,75 39,75 15,13 123 125,25 109,75 112 108,25 185,5 173,25 273 130,25 140,5 154,25 129,25 140,65 154 146 127 75 118,75 7 9 5 6 6 147,25 129 120,25 112 108,25 185,75 165,13 139,5 147,5 142,5 145 136 134,5 159 197,75 124,25 o 5 k 0 Buderus Deutsche Erdöl Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Retchsbankdiskont 4 v.H., Lombardzinsfuß 5 v. H. 102,25 53 107,5 160 141,25 107,5 124 167,5 90,5 56,75 227 6 6 6 8 7 101,9 54 104,75 158,25 140,4 107,75 122,5 167 90,75 55,9 227 . 0 8 G 0 9 12 11 Rheinische Elektrizität Rhein. Wests. Elektr. SchuckertLCo...... Tiemens & Halske... LahmeyerLLo..... t®. Farben-Industrie cheideanstalt........ Goldschmidt Rütgerswerke Metallgeiellschaft -21.®.® Bekula Elektr. Lieferungsgesellschaft Licht und Kraft .......... Kelten & Guilleaume Philipp Holzmann .... Zementwerk Heidelberg Eemenlwerk Karlstadt.. 95,5! -I 203,5 i —I Haroener................. 2Vi Hoesch Elsen—Köln-Neuessen .. S Ilse Bergbau ...............6 Schultheis Patzenhoser Aku (Allgemeine Kunstseide) .. Bemberg................... Zellstoff Waldhof Zellstoss Aschaffenburg Dessauer Gas ............... Daimler Motoren.......... Deutsche Linoleum Örenstein & Koppel Westdeutsche Kaufhof Thade ...................... Accu mulatoren-Fabrll : Eonti-Gummi.............. : Hamburg-Amerika-P aket 0 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Norddeutscher Lloyd .........0 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 Commerz, und Prioat-Bank ... 4 Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaft................ 4 Dresdner Bank 4 Reichsbank ................12 41 137,75 I 7 164 ß| 161 | Frankfurt a.M. Berlin Schlußkur«! Schlußk. Abend- börse Schluß- hird Schlußk. Mittagbörse Datum 2-1. 4.1. 2.1. 4.1. 4% besgl. Serie h ............ 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4^%Rumän.vereinh.Rentev.l913 4% Rumänische vereinh. Rente . 2&% Anatolier............. 9,25 5,025 21,5 9,25 5,25 21,5 6 9,25 5,13 21,5 6 9,4 5,25 21,5 Frankfurt o. M. Berlin Schlußkurs Schluyl. Abend- börse Schlußkurs Schlußk Mittagbörse Datum 2-1. 4.1. 2.1. 4.1. Maniselder Bergbau....... 6% Kokswerke.................. 6 Rheinische Braunkohlen .....12 Rheinstahl.................. 4 Bereinigte Stahlwerke......8yt Otaoi Minen ...............0 Kaliwerke Aschersleben........6 Kaliwerke Westeregeln........5 Kaliwerke Salzdetfurth..... 7% 160 155 121,13 25,13 135 183 160,75 153,25 118 26,25 137 134 182 160 143.65 234 155 121 25 138,5 135 185 159,75 143,75 231 153,65 118,5 25,75 137 133 182 Frankfurt a. M. Berlin Schlußkurs Schlußk. Abend- börse Schlußkurs Schlußk. Mittag- börse Datum 21. 41. 2-1. 41. 6% Deutsche Reichsanlethe v. 1927 4% Deutsche Retchsanl. von 1934 100,75 100,9 100.13 100,9 97,9 97,8 97,9 97,8 6Vi% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit 102,25 102,13 102,5 102,65 Ausloj..Rechten ............ 117,75 117,3 117,9 117,4 *¥a% Deutsche Reichspostschatzan 99,9 99,9 Weisungen von 1934, 1....... auch) sofort zu pachten ges. Schr. Ang. unter 051 an den Gießen. Anzeig. Wer übern, das iiilpolierei m NM? Schr.Angeb.unt. 66D an o. Gieß. Anzeiger erbet. Hut vertauscht Silvesternacht Caf6 Amend. Umtausch dort- felbst. 62d zusätzlicher Fischta(! Kabeljau kopflos in ganzen Fischen 500 Gramm 32 Pfennig Preis ab Laden! Weitere Sorten billigst! Die Fischhändler: O.IUeinann,Walltorstrahe2 W Haas, Schnherlstrahe 2 B.fiaah. Friedensstrahe 2 K. Rodenhausen, Bismarchstr. 30 I. Malernus, KlinilislraBe 22 A. Koch Nachfolger, MäasburO 15 FiscbhausCuihaven.Marktstr.23 August Walleniels. Marktplatz 17 C.G. Kleinhenn. Bahnhofstrahe 61 Richard Grünewald,Bahnho!str.27 60 A Mittwoch, den 6. Januars937, nachmittags 2 Uhr, versteigere ich dahier, Neuenweg 28 (Ver« steigerungölokal) bzw. an Ort und Stelle, zwangsweise gegen Barzahlung: Büro-, Haus- und Ladenmöbel, Schreib- u. Nähmaschinen, Schuh» machernähmasch., Kassenschränke, Neglstrierkasie, Kraftverstärk., verschiedene Nadiogeräte, Staubsauger, Musikinstrumente, Warenregale, Körbe, Kordel, Hanfstricke, 1 goldene Uhr, verschied. Anzug-, Kleider-, Mantel-, Kostüm-, Vorhang- und Möbelstoffe, Damenmäntel, Hüte, Mützen, Hemden, Krawatten usw. 69d Btttovf Gerichtsvollzieher in Gießen Stetwtraße 42, Telefon 3660. Stadttheater Heute | Mittwoch | 20-23.00 Priozessiii «olretele Preise von 1.20-4.00 RM. 53 D 19.30-21.45 15. Mittwoch- Miete Erstaufführung Gjges ü. sein Ring Trauerspiel v. Friedr. Hebbel Spielleitung: Wolfg. Kühne. Preise von 0.60-3.00 RM. H ,jnzel^" / ißta ‘Mg Aeskifleie W s&s Len W d» bc »jienins °"w- Wie folgen I aig genötigt l-m, ti greifen.“ Die Mitteilung, d in die roten Machte jiellt eine letzte linziq moglicheMitt Umstellende Losung -lvunqen werden ka ch eines Bestehen deutsche Eigentum herausrücken oder deutsche Negierung Kreuzern ausgebra mäßigen spanischer Derrechnungsweqe( len würde eine ausi vom allgemeinen mi Htyn Stanbpunli ai !anb getroffene Reg rag! der nationalen Itt es trotzdem, durch D-waltmaßnahmen e heraußubeschwören. ' ckr übel den Sinn greifen, man wird ve zu einer friedlichen zrit bereit sind, daß deutschen Ehre und i rnais zulassen werden, als Zchwäche auslegt Minnis nach Frieden । gleichzeitig mit ihrem nahmen für den F Wfon roter Pira Wie wiederholen sol . weiß nun alsl 'n Madrid, in Mai we „Regierungen" be f Erdings die oerj S*, di- in ben WiO wechselnde ®e 'jWe sind, selbständ J wejroge, die nur < Es geht im rot mber die verschiedet 2? ^kommunistis, »Streit mitein ^"“"8 ist ni» »W°-t sich gemi ta t|Sn behaupte Üur Marionetten t ^«niena L'n.7" te,enu* Sä rKA'-: ningpo«» Mmeis, bJRi Borg.) verde -n' üon ’ «"'encin® " H fe h9«i GqI ®'9«n ,i