Nr. 285 Erstes Blatt 18?. Jahrgang Samstag, < Dezember (93? LrfchetM täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monatr-Vezugspreis: Mil 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte e 1.80 Zustellgebühr „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernfprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Siehrn Postscheckkonto: Zranlfurt am Main 11686 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: SrShlsche UniverfilStsdruckerei «.Lange in Sietzen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstratz« 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Dormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Textanzeigen von 70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh. Bereinbg.25°/O mehr. 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Dem diente, da ihm das Verhältnis zur Mittelmeermacht Italien das brennendste Problem zu sein schien, die persönliche Korrespondenz mit Mussolini und die damit eingefädelten diplomatischen Verhandlungen zwischen Rom und London, die das Ziel haben, die während des ostafrikanischen Feldzuges durch die von England in Gang gesetzten Dölkerbundssanktionen merklich getrübte Atmosphäre zwischen beiden Nationen wieder zu normalisieren, wenn es schon nicht möglich fein sollte, das traditionelle Vertrauensverhältnis zwischen beiden Völkern auf einen Schlag wiederherzustellen, da die Auffassungen über die Bedeutung des Mittelmeeres für die beiden Imperien im springenden Punkt weit auseinandergehen. Die Zuspitzung des Konflikts in Ostasten machte es für den briti- Die Kameradschaft eines Volkes überwindet jede Not! Beherzige es am Tag der nationalen Solidarität schen Ministerpräsidenten weiter wünschenswert, die Meinung der Vereinigten Staaten kennen zu lernen, denn England legt schon mit Rücksicht auf die Dominions nach wie vor den größten Wert darauf, in allen weltpolitischen Fragen mit Amerika in Tuchfühlung zu bleiben und strebt namentlich im Hinblick auf die großen Interessen, die beide angelsächsischen Mächte in China zu wahren lhaben, nach engster Zusammenarbeit mit Washing- iton. Dem sollte die Brüsseler Konferenz »der Unterzeichner des Neunmächteabkommens die- men. Daß hier der amerikanische Delegierte Nor- vnan Davis, gewarnt durch die Abneigung der -amerikanischen Oeffentlichkeit gegen jede mit dem Risiko eines offenen Konflikts belastete Einmischung, sich äußerster Zurückhaltung befleißigte und sogar □uf Anweisung Roosevelts ohne den geplanten Abstecher nach London die Rückreise antrat, hat die »englischen Staatsmänner gewiß mehr enttäuscht, □als der recht blamable Ausgana der Konferenz selbst. Es mag jedoch für Englano eine Mahnung gewesen sein, alle Anstrengungen zu machen, mm die Dinge in Europa zu klären, ehe die weltweiten Interessen des Britischen Reiches die gesammelte Aufmerksamkeit Englands an anderer Btelle erfordern. Dieser Klärung diente der Besuch von Lord «Halifax in Berlin. Daß er seinen Zweck der zuverlässigen Unterrichtung über die allgemeine politische Linie Deutschlands und über die Auffassung des Führers von den Deutschland in besonderem Maße berührenden Problemen vollauf srsüllt hat, hat Chamberlain im Unterhaus befriedigt festgestellt. Dem Berliner Besuch des Lordpräsidenten ist der nächste Akt gefolgt. Der französische Ministerpräsident Chautemps und Außenminister D e l b o s ließen sich in London über das Ergebnis der Berliner Fühlungnahme informieren, suchten jedoch auch selber den britischen Staats- männern auf den Zahn zu fühlen, denn in Paris hatte man die Versuche des neuen britischen Ministerpräsidenten, sich über die politische Lage vorurteilslos zu unterrichten und nach allen Seiten Fühler auszustrecken, nicht ohne Mißtrauen beob- nchtet. Wir haben hier schon mehrfach gesagt, wie stark nach wie vor in Frankreich das Bedürfnis empfunden wird, nachdem die Fortsetzung des ^riegsbündniffes mit den beiden angelsächsischen Weltmächten, die man in Paris als die sicherste Garantie für die in Versailles errungene Vormachtstellung Frankreichs auf dem europäischen Festland betrachtet hatte, an der strikten Ablehnung '-es amerikanischen Volkes gescheitert war, wenig- tens in einem engen Bündnis mit England einen Ersatz dafür zu finden. Die französisch-englischen Abmachungen von 1936 haben die französischen ' Mn sche weitgehend erfüllt und aus der Mitteilung ::ber die Londoner Besprechungen dieser Woche geht iervor, wie sehr Chamberlain und Eden es sich ? aben angelegen sein lassen, ihre französischen Zolle gen über das unveränderte Festhalten Englands : n den eingegangenen Bindungen zu Frankreich zu eruhigen. Dabei wird sicher der Gedanke mitge- prochen haben, daß ein Frankreich, das sich in der mgen Anlehnung an das Britische Reich geborgen üihlt, vielleicht eher zu einer großzügigen Betrach- ung der europäischen Probleme zu bewegen sein Ltiinne, denn Frankreichs Bündnisse mit Polen und ixr Kleinen Entente und sein Militärpakt mit der Sowjetunion waren ja dem aus der eigenen Mentalität der Franzosen verständlichen Gefühl Ixr Angst entsprungen, von den angelsächsischen Mächten dem Furor Teutonicus des racheschnau- lLnden Deutschlands gegenüber allein gelassen zu sÜN. So könnte diese in London erneuerte Versicherung, sich auf England verlassen zu können, auch für den Charakter der Besuchsreise von Bedeutung firn, die der französische Außenminister Delbos f. eben nach den Hauptstädten des Ostens angetreten tat. Und insofern könnte auch Deutschland mit dem Crcgebnis der Londoner Besprechungen zufrieden sÄn, da ihm nur daran gelegen sein kann, wenn die französische Politik sich 'aus der fruchtlosen Starrheit ihres Sicherheitskompleres zu lösen be° Göring ordnet die Lohnzahlung an Feiertagen an. Anerkennung der Leistungen aller Mitarbeiter am Vierjahresplan. Berlin, 3. Dez. (DRB.) Der Beauftragte für den Bierjahresplan, Ministerpräsident Generaloberst Göring, erläßt über die Lohnzahlungen an Feiertagen folgende Anordnung: Die Durchführung des Bierjahresplanes stellt erhöhte Anforderungen an alle Gefolgfchafts- angehörigen. Lohnverbefserungen können als Ausgleich dafür n i ch t gewährt werden. Damit aber die Mitarbeiter an dem großen Werke des Führers die Feiertage in Freude verleben können, bestimme ich folgendes: 1. Für die Arbeitszeit, die infolge des Reujahrstages, des Oster- und Pfingstmontag sowie des 1. und 2. Weihnachtsfeiertages ausfällt, ist den Gefolgschaftsangehörigen der regelmäßige Arbeitsverdienst zu zahlen. Dieses gilt nicht, soweit der Reujahrstag und die Weihnachtslage auf einen Sonntag fallen. Durch Tarifordnung oder Betriebs- (Dienst-) Ordnung kann bestimmt werden, was als regelmäßiger Arbeitsverdienst anzusehen ist. 2. Für den 1. Mai verbleibt es bei der entsprechenden Regelung des Gesetzes über die Lohnzahlung am nationalen Feiertag des deutschen Bottes vom 26. April 1934 (RGBl. I S. 337). 3. Der Reichsarbeitsminister trifft die zur Durchführung und Ergänzung dieser Anordnung notwendigen Bestimmungen. Er kann Ausnahmen von der Borschrist der Ziffer 1 für einzelne Betriebe genehmigen, wenn es ihre wirtschaftliche Lage zwingend erfordert. Berlin, den 3. Dezember 1937. Der Beauftragte für den Bierjahresplan: (gez.) Göring, Preußischer Ministerpräsident. ♦ Die Frage der Bezahlung der zweiten Feiertage zu Weihnachten, Ostern und Pfingsten ist ein altes sozialpolitisches Problem. Für die Privatangestell- ten, die Beamten und Hausangestellten, die auf Monatsgehalt bezahlt werden, hat es niemals bestanden, um so dringlicher aber war diese Frage für das Millionenheer der auf Wochenlohn oder Stücklohn angestellten tätigen Arbeitnehmer. Jeder Werktätige freut sich, naturgemäß auf den Tag, der ihm im Jahreslauf der Pflichten eine Feierstunde bereitet oder den Besuch von Verwandten und Bekannten ermöglicht. Andererseits muß es mancher von ihnen hart empfinden, gerade in den Wochen, die ihm durch Familienfeste, Weihnachts- und Siloestertage besondere Unkosten verursachen, das Lohneinkommen verkürzt zu sehen. Viele Betriebe sind in der Lage gewesen, durch Weihnachtszuwendungen an ihre Gefolgschaften diesem Umstande Rechnung zu tragen, aber nicht allen von ihnen ist das möglich gewesen. Auch manche Tarife sahen gönne. Darauf würde auch die Bereitschaft hin- deuten, selbst die von Deutschland energisch angeschnittene Kolonialfrage zu prüfen. Freilich, und hier ist der Haken, heißt es in der Mitteilung, könne die Kolonialfrage „nicht isoliert gelöst" werden, sondern nur im Rahmen einer „© e f amtrege» l u n g". Hier verschanzt man sich also wieder ein-, mal aus Angst vor der eigenen Courage hinter eine Formel, die so oft schon eine Verständigung verhindert Ijat, weil man sich nicht damit abfinden wollte, ein Problem nach dem andern anzupacken, sondern alles auf einmal wollte, damit aber nur erreicht hat, daß auf keinem einzigen Feld ein Schritt vorwärts gemacht werden konnte. Denn gerade aus der unnatürlichen Verkoppelung von Problemen, die nichts miteinander zu tun haben, ergaben sich ebenso wie aus der gefährlichen und immer mieber ad absurdum geführten Methode, die allgemeine Sicherheit in einer „Gesamtregelung" auf kollektiver Grundlage zu suchen, so viele Möglichkeiten des Querschießens dritter Mächte oder des Versuchs, im Kuhhandel unerträgliche Forderungen durchzudrücken, daß Deutschlands Mißtrauen gegen die Methode, alle Probleme gleichzeitig oder keines lösen zu wollen, durch den Gang der Dinge in der Praxis vollauf gerechtfertigt ist. Die Kunst der Politik-besteht nach deutscher Auffassung darin, alle Anstrengungen auf das jeweils Erreichbare zu richten und die einzelnen Probleme um ihrer selbst willen anzupacken, nicht aber aus ihnen ein Handelsobjett zu machen. Durch ein schrittweises Vorgehen nach dieser Methode wird nach unserer Meinung weit eher jene Atmosphäre allgemeinen Sicherheitsgefühls erreicht, die die verantwortungsbewußten Staatsmänner aller Nationen erstteben müssen, als hoffnungslos dem Phantom einer „Ge- famtregehmg" nachzufagen. Herr Delbos hat sich nun gleich nach dem Besuch in London auf den Weg nach Osten gemacht. Seine Reise sollte ursprünglich gleichsam als Gegenzug zu der Fühlungnahme Chamberlains mit Italien und Deutschland und den daraus in Paris entsprungenen Befürchtungen der Befestigung der östlichen Freundschaften Frankreichs dienen. Von einem Besuch bei dem Sowjetverbündeten hatte l^den in Brüssel bereits abgeraten. So war der Wunsch geblieben, Polen zu einer Annäherung an die Kleine Entente zu bewegen und das schon oft erörterte Militärbündnis der drei Mächte der Klei- schon die Bezahlung der Feiertage vor, aber es fehlte die einheitliche Regelung. Es wird daher mit Freude begrüßt werden, daß der Beauftragte des Führers für den Vierjahresplan, Generaloberst Göring,'durch eiize Verordnung die Bezahlung der zweiten Feiertage an den großen Festen und auch des Neujahrstages Zur allgemeinen Verpflichtung gemacht hat. Es müssen von nun an bis auf weiteres die zweiten Feiertage zu Weihnachten, Ostern und Pfingsten und der Neujahrstag auch dann für die Arbeitnehmer in den Wochenlohn einbezogen werden, wenn an diesen Tagen nicht gearbeitet wurde. Ausgenommen sind selbstverständlich diejenigen Fälle, an denen einer der erwähnten Feiertage auf einen Sonntag fällt. Die Bedeutung dieser Anordnung geht aus der Tatsache hervor, daß im Jahresdurchschnitt 1936/37 in Deutschland 17,4 Millionen Angestellte und Arbeiter beschäftigt wurden. Wenn von dieser Zahl die Hausangestellten und die Prioatangestellten abzuziehen sind, so bleibt doch ein Heer von über 15 Millionen Werktätiger, denen die neue soziale nen Entente unter sich zustande zu bringen, womöglich gar Rumänien und Südslawien zum Anschluß an den französisch-sowjetrussisch-tschechoslowakischen Militärpakt zu überreden. Man sieht, es waren die alten Ziele der Einkreisungspolitik eines Barthou, und es ist gewiß ein Fortschritt, wenn, wie wir oben schon kurz erwähnt haben, die Londoner Besprechung anscheinend auch die Reise des französischen Außenministers in den Dienst der Erkundung der Möglichkeiten einer Ausräumung der Differenzen gestellt hat, die bislang einer vertrauensvollen Zusammenarbeit zwischen den Mächten der Achse Berlin—Rom und den beiden Westmächten im Wege standen. Das gilt vor allem für die Aufgabe, die^Delbos in Prag erwartet. Denn die Tschechoslowakei hat bis jetzt, gestützt auf das Militärbündnis mit Frankreich und der Sowjetunion und immer wieder ermutigt durch die Unfreundlichkeiten der Pariser Presse und die kühle Reserve der französischen Regierung gegenüber allen deutschen Bemühungen um einen Ausgleich mit Frankreich, geglaubt, sich dem Sudetendeutschtum gegenüber eine krasse Unterdrückungspolitik leisten zu können, die natürlich ein erträgliches Verhältnis zum deutschen Nachbarn unmöglich machte. Es scheint, als ob man in Paris einzusehen begonnen hat, daß diese Einstellung der Tschechoslowakei zu einer auf die Dauer nicht mehr tragbaren Belastung der europäischen Politik werden muß, und in dieser Auffassung sind die französischen Staatsmänner in London offenbar bestärkt worden. Die englische Presse hat sich schon mehrfach recht kritisch mit den unerhörten Zuständen befaßt, die die tschechische Regierung in den vorwiegend von Sudetendeutschen bewohnten Gebieten hat groß werden lassen. So ist auch im englischen Kabinett die Erkenntnis gewachsen, daß man statt immer wieder in das Feuer zu blasen und der tschechischen Ueber- heblichkeit Rückendeckung zu gewähren, wie es viel zu lange Pariser Methode war, alles tun muß, um die Tschechen von der Notwendigkeit zu überzeugen, dieses Hindernis auf dem Wege zu einem nachbarlichen Verhältnis zum Deutschen Reich durch einen von Gerechtigkeit und Verantwortungsgefühl diktierten Kurs in der Minderheitenpolitik aus dem Wege zu räumen. Unter diesen Voraussetzungen scheint England Herrn Delbos für seinen Besuch in Prag seinen Segen mit auf den Weg gegeben zu haben. Tat der nationalsozialistischen Regierung zugute kommt. Es wird damit anerkannt, daß die deutschen Arbeiter sich für das Gelingen des Dierjahresplanes mit vollen Kräften eingesetzt haben und sich auch der Notwendigkeit fügten, auf Lohnverbefserungen zu verzichten, die nach Lage der Dinge nur zu einer Steigerung der Preise und der Lebenshaltungskosten geführt hätten. Wenn die Bezahlung der zweiten Feiertage der Wirtschaft erhebliche Opfer auferlegt, so steht andererseits doch fest, daß sich ihre Lage durch die vom Staat herbeigeführte Konjunktur so gebessert hat, daß die Mehrbelastung erträglich sein wird. Es ist zu erwarten, daß ähnlich wie beim bezahlten Urlaub durch die Vergütung des Lohnes für die erwähnten Feiertage die Arbeitsfreude der Belegschaften steigen wird, so daß im Endergebnis auch diese soziale Leistung einen Ausgleich im Interesse der gesamten Wirtschaft findet. Es ist ein Zufall, daß gerade in diesen Tagen die englische Presse feststellen muß, daß in England 13 Millionen Arbeiter ohne bezahlte Ferien sind. Ein Vergleich mit den deutschen Verhältnissen stellt unsere Sozialpolitik in das hellste Licht. B. R. Weniger kompliziert werden vermutlich die Aufgaben des französischen Außenministers in den andern Hauptstädten des Ostens sein. In Warschau gehört die Freundschaft zu Frankreich fo seyr zur außenpolitischen Tradition, daß man es bei der Begrüßung des Ministers an Herzlichkeit nicht fehlen lassen wird. Sachlich wird Delbos jedoch kaum seinem Ziel näher kommen, als einst Barthou. Frankreich hat sich daran gewöhnen müssen, daß man in Warschau ausschließlich polnische Politik macht. Das deutsch-polnische Abkommen hat auch dem französischen Bundesgenossen klar gemacht, daß Polen auf eigenen Füßen zu stehen gelernt hat und seine Schlüsselstellung zwischen Ost und West dazu auszunutzen gewillt ist, seine Unabhängigkeit nach allen Seiten hin zu wahren. So-lehnte Polen den französischen Ostpakt ab und wünschte keine Annäherung an die Kleine Entente, da es zwar zu Rumänien die besten Beziehungen unterhält, von der^Tschccho- slowakei aber sich durch die in Prag beliebte Politik gegenüber ^der polnischen Minderheit in Mähren ständig brüskiert fühlt. Nicht besser sind die Aussichten für Delbos in Bukarest und Belgrad. In Rumänien ist soeben erst eine Negierungskrisis durch die geschickte Politik König Carols mit der Umbildung des liberalen Kabinetts Tatarescu beendet worden, womit der außenpolitische Kurs, der ein Bündnis mit der Sowjetunion nicht wünscht, betätigt worden ist. In Südslawien ist die Wendung vom bedingungslosen Vasallen Frankreichs, der aus der österreichisch-ungarischen Erbschaft auch die traditionelle Spannung zum großen Nachbarn jenseits der Adria übernommen hatte, zu einer selbständigen und unabhängigen Außenpolitik durch das italienisch-südslawische Abkommen vom März dieses Jahres deutlich geworden, ein Ausgleich, der gezeigt hat, daß der Wille zur Verständigung und zu gutnachbarlichem Zusammenleben auf beiden Seiten auch über große Schwierigkeiten hinweg zum Erfolg führen kann. Mit dem soeben angekündigten Besuch des südslawischen Ministerpräsidenten Stojadinowitsch in Rom so kurze Zeit vor dem Empfang des französischen Außenministers in Belgrad unterstreicht die südslawische Regierung den steuen Kurs ihrer Außenpolitik, die darauf hinausläuft, sowohl zu Frankreich wie zu Italien freundschaftliche Beziehungen zu unterhalten, ohne sich in Dinge hineinziehen zu lassen, die die südslawischen Interessen nicht derüh- Ein Wort -er Besinnung. Zum Tage der nationalen Solidarität. Das Wesen unseres Sozialismus ist nicht eine geistlose Gleichmacherei. Kein Nationalsozialist wird die Ansicht vertreten, daß etwa ein Regierungsrat an der Straßenecke Zeitungen verkaufen soll, oder daß ein Zeitungsverkäufer Referent für ein Sondergebiet in einem Ministerium werden kann. Der Nationalsozialist achtet jeden Beruf, auch den geringsten, aber er bleibt sich dessen bewußt, daß die Menschen und ihre Gaben verschieden sind, und daß es höher bezahlte und geringer bezahlte Berufe geben muß. Aber er läßt deswegen keinen Hochmut des Standes gelten. Wer 600 Mark verdient und sich daher besser kleiden kann, der ist als Mensch und als Volksgenosse darum nicht etwa mehr wert als jemand, der sich von einem Monatsverdienst von 150 Mark keine Schneideranzüge leisten kann. Und nicht zuletzt damit dies immer wieder in die Erinnerung zurückgerufen wird, schicken ja die Ministerien ihre höheren und mittleren Beamten zur Landarbeit, auf die Baustellen, in die Fabriken. Wer einmal ernsthaft unter Arbeitern geschuftet hat, der wird überhaupt nicht auf den Gedanken kommen, jemals den Arbeiter zu verachten ober gering einzuschätzen. Im Gegenteil, er wird jetzt erst richtig spüren, was eine Volksgemeinschaft ist. Er wird sehen, daß das Leben des Arbeiters, das ihm vordem vielleicht klein und eng erschien, in Wirklichkeit sehr oft reich und stark ist, und daß der Bezirk, in dem er bisher gelebt hat, nicht selten enger und kleiner ist, als der Lebensbezirk des Arbeiters, in den er nun einen Blick getan hat. Daraus erwächst dann ein neues Gefühl der Volksgemeinschaft, das größer und tiefer ist als das bisherige, weil es den zweifelhaften Wert eines unkritischen Standesbewußt- seins enthüllt. Diese Gedanken kommen uns amTag der nationalen Solidarität, dessen Sinn niemals darin liegen kann, daß die Nation sich einzig an diesem Tage solidarisch zu fühlen braucht. Nein, das Volk müßte an jedem Tage, zu jeder Stunde sich als eine Gemeinschaft empfinden. Nur dann wäre der Sozialismus bei uns verwirklicht. Wir wissen nun alle, daß wir noch nicht am Ziele sind, und daß wir an uns selbst noch viel Erziehungsarbeit leisten müssen. Und darum sind solche Tage, wie dieser, für uns nötig, weil sie wie ein mächtiger Paukenschlag in unsere Ruhe hineinhallen. Sie sollen uns immer wieder zur Besinnung bringen: Tustdu deine Pflicht in der Volksgemeinschaft? Bist du in deinem kleinen Lebensbezirk ein vorbildlicher Volksgenosse oder redest du bloß in tönenden Worten vom Nationalsozialismus? Wenn uns dieser Tag wirklich zur inneren Besinnung bringt, dann hat er bei uns seinen Zweck erfüllt. Sonst bleibt er eine leere Geste. Nichts ist ja leichter, als eine schöne Geste der Volksverbundenheit zu machen, bei der man nur sich selbst im Spiegel sieht. Nichts aber ist schwerer, aber auch notwendiger und dankbarer, als mit sich selbst ins Gericht zu gehen und sich zu prüfen: Hast du recht getan, und was kannst du in Zukunft besser machen? ren So wird Herr Delbos in Warschau wie in Bukarest und Belgrad auf den gleichen Wunsch stoßen, die eigene Unabhängigkeit Berlin, 3. Dez. (DNB.) Der französische Botschafter Franxois Poncet hatte dem Reichs- Minister des Auswärtigen, Freiherrn v. Neurath, offiziell davon unterrichtet, daß der französische Außenminister Delbos auf feiner Reise nach Warschau Berlin berühren würde. Am Freitagmorgen wurde Herr Delbos bei seiner Durchreise auf dem Schlesischen Bahnhof von dem R e i ch s m i n i st e r des Auswärtigen und Botschafter Franxois Poncet begrüßt. Havas meldet, daß darin mehr als eine höfliche Geste gesehen werde und dadurch eine bessere Atmospäre in der öffentlichen Meinung beider Länder gekennzeichnet wurde. In diesem Zusammenhang werden die Bemühungen der Frontkämpfer und des Reichsjuaendführers unterstrichen. Die „In- ormation" läßt sieh berichten, daß Minister Delbos )urch die Höflichkeit des Reichsaußenministers be- onders beeindruckt gewesen sei „Jntransigeant" verzeichnet mit Genugtuung die Herzlichkeit in der Begegnung. Oer Erfolg der neuen" n erkstoffe auf der pariser Wettausstellung. Oie Ersten Preise für deutscheWerkstoffe undVerfahren, eine hohe Auszeichnung deutscher Wissenschaft. Paris, 3. Dez. (DNB.) Bisher sind folgenden Ausstellernvon neuendeutschen W e r k- ft offen und Verfahren Große Preise (Grand Prix) zuerkannt worden: Für den synthetischen Gummi Buna, der als Autoreifen und als Fußbodenbelag ausgestellt war, der IG. Farben AG., ebenfalls für die neue trocken- und naßfeste gellroollfafer „23 i ft r a » X T" mit bleibender Kräuselung und wollähnlicher Oberflächenstruktur hochelastisch, von ausgezeichneter Wärmeisolationsfähigkeit, und für den neuen synthetischen Treibstoff nach dem JG.-Hochdruckverfahren. Unter den neuen auf der Kohle - Kalk- Basis hergestellten plastischen Werk st offen sind preisgekrönt roorben: Für das Plexiglas — ein glasähnliches, glasklares, praktisch unzerbrechliches und in beliebigen Farben herstellbares Erzeugnis, für den Flugzeugbau in Form, von gebogenen Scheiben, ferner für die Herstellung von Musikinstrumenten und Linsen, der „Firma Roehm-Haas (Darmstadt). — Für die technischen Harze Mipolam, Polopas, Trolon und Trolitan der Dynamit AG. vorm. Alfred Nobel (Troisdorf) in Form von Röhren, Schläuchen, Platten, Fußbvdenbelag, Möbelbefpannftoffen, wasserdichten Bezugsstoffen für Faltboote, unzerbrechlichem Geschirr, ferner als Wandplatten, plastische Buchstaben und in pulverisierter Form.— Für die synthetischen Farben der IG.- Farbenindustrie AG. in den verschiedensten Schattierungen und Verwendungsmöglichkeiten. — Für das Hartmetall W i d i a in feiner praktischen Anwendung auf Hochleistungsdrehbänken der Firma Friedrich Krupp.- — Für die L e i ch t m e t a l l e der IG. Farben (Bitterfeld) Hydromalium und Elektron in ihren vielen Anwendungsmöglichkeiten besonders als Werkstoffe 'ür den Flugzeugbau und Motorenbau. — ftür das neue M e - tallplattierungsverfahren (Walzschweißverfahren) für die Herstellung von Geräten für die chemische Industrie, wie Kesselböden, der Deutschen Röhrenwerke AG. Düsseldorf (Werk Thyssen, Mülheim-Ruhr). — Für die aus Kruppschen nicht rostenden säure- und hitzebeständigen V2^-Stayl nahtlos gezogenen und kunstvoll gebogenen Rohrschlangen den Mannesmann-Röhrenwerken (Düsseldorf). — Für die hervorragenden Erzeugnisse aus Glas und Sturzgut (Dioxsil) zu technischen Zwecken dem Jenaer Glaswerk Schott. — Ferner auf pharmazeutischem Gebiet das neu entdeckte Mittel gegen das Kindbettfieber Prontofil (IG. Farben) und die Darstellung der Ergebnisse jüngster Untersuchungen der Hormone- Forschung (Schering-Kahlbaum AG., Berlin); weiterhin das hervorragende Mottenschutzmittel E u I a n der IG. Oer deutsche Student im neuen Reich. Reichsftudentenführer Or. Scheel spricht auf einer Kundgebung des Gaues Hessen-Nassau. der Achse London—Paris an die Achse Berlin- Rom werden soll Die englische Regierung, so setzt „Popolo di Roma" hinzu, habe den beträchtlichen konstruktiven Wert der deutsch-italienischen Freundschaft für die neuen Bemühungen um den Frieden, von denen Chamberlain in seiner letzten Rede sprach, erkannt. „Messaggero" meint, man dürfe allerdings nicht übersehen, daß die Kräfte, die hartnäckig gegen die Politik Chamberlains arbeiten, nach wie vor tätig seien. Nach Ansicht des „Popolo di Roma" hat mit den Besprechungen die Phase der normalen diplomatischen Fühlungnahmen begonnen, die naturgemäß ziemliche Zeit erfordern werden. Ein dritter deutscher Pastor aus Ostoberschlesien ausgewiesen. K a ttow i tz, 3. Dez. (DNB.) Dem Gesetz vom 16. Juli 1937, das dem Wojewoden G r a z y n s k i Vollmachten „zur Aenderung der Verwaltung der uniierten evangelischen Kirche in der Wojewodschaft Schlesien' in die Hand gibt, fiel nunmehr ein dritter deutscher Pastor, der langjährige Leiter der evangelischen Kirchengemeinde in Nikolai. Pastor Abolf Leder, der deutscher Reichsangehöriger ist, zum Opfer. Pastor Leder wurde vom zuständigen Landratsamt die Verlängerung der Aufenthaltsgenehmigung versagt und ihm gleichzeitig mitgeteilt, daß er bis zum 12 Dezember d I. das polnische Staatsgebiet zu verlassen habe. Schwierigkeiten der deutsch- holländischenWirtschastsbesprechungen Amsterdam, 3. Dez. (DNB.) Die holländische Zweite Kammer hat mit 58 gegen 9 Stimmen einen Gesetzentwurf zur Aenderung des Krisis-Einfuhrgesetzes angenommen. Das neue Gesetz gibt der Regierung weitgehende Vollmacht zu handelspolitischen Maßnahmen hinsichtlich der Einfuhrkontingentierung. Das Gesetz soll nur zur Anwendung gelangen, wenn eine wirtschaftliche Notwendigkeit vorliegt Wirtschaftsminister Steen- b e r g h e (Römisck-Katholische Staatspartei) betonte, die Wirtschaftsbesprechungen zwischen der deutschen und der niederlänoischen Abordnung hätten einen so starken Gegensatz in den Auffassungen beider Abordnungen ergeben, daß von einfer sehr schwierigen Lage gesprochen werden könne. Deutschland untersuche soeben den niederländischen Standpunkt; es könne aber noch nicht gesagt werden, wann die Verhandlungen wieder ausgenommen werden. Das niederländische Interesse erfordere das Krisis-Einfuhrgesetz, lieber gewisse Dinge müsse ge- Ichwieaen werden, um die Lage Hollands bei Han- «elsbesprechungen nicht unnötig zu stören» Lpd. Frankfurt a. M., 3. Dez. In einer Kundgebung des Gauverbandes Hessen-Nassau der NS.-Studentenkampfhilfe führte Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger den neuen Gau- tudentenführer Kugelmann in sein Amt ein und verabschiedete den zum Gaukulturwart berufenen seitherigen Gaustudentenführer Conrad Bei dieser Gelegenheit machte Reichsstudentenführer Dr. Scheel grundlegende Ausführungen über die Studentenkameradschaften und Altherrenschaft. Dr. Scheel schilderte die Verhältnisse, die an den deutschen Hoch- und Fachschulen herrschten, als ihn vor einem Jahr der Stellvertreter des Führers zum Reichsstudentenführer berief. Er habe sein Amt angetreten aus dem letzten Verantwortungsgefühl heraus, denn es ging nicht um das Schicksal von Korporationen, sondern u m d i e Zukunft der deutschen Hochschule überhaupt, um Sein oder Nichtsein des freien, selbst- verantwortlichen deutschen Studententums. Die na- ttonalsozialistische Revolution als eine Revolution der Weltanschauung habe auch tief in das Gebiet des studentischen Lebens einge- flriffen. Alles mußte vergehen, was nicht der neuen Zeit dienstbar gemacht werden konnte. Es galt, alle vorhandenen, aufbauwilligen Kräfte vereint für öie Neuordnung des studentischen Lebens einzusetzen. Das Wagnis ist geglückt. Ein neues Lebensge- fühl durchströmt die deutschen Studenten und das Altherrentum. Nach Erledigung der organisatorischen Fragen war es notwendig, mit dem Ausbau der Kameradschaften zu beginnen, die an Stelle der früheren Korporationen die Erziehung der studentischen Jugend im nationalsozialistischen Geist durchzusühren hatten. Hand in Hand damit muhte die Mitarbeit der Alten Herren erfolgen. Mit Stolz und Befriedigung dürfen wir heute bekennen, der (Erfolg ist unserer Arbeit nicht versagt geblieben, und Partei und Staat Haden vertrauen zu dem Studententum seiner Arbeit gewonnen. Die Reichsführung des RSDSTB. ist zum Hauptamt in der Reichsleitung der Partei erhoben und die RS. - Studentenkampf» tzilje als einziger Altherrenverband von der RSDAp. anerkannt worden. Damit ist Stu- dentum und Altherrentum in die große nationalsozialistische Bewegung eingegliedert worden. Im Mittelpunkt der Kameradschaftsgestaltung stehe der Erziehungsauftrag an den Studentendund: die Erkenntnis, das von allen Aufgaben die erhabenste und heiligste die Erhaltung der von Gott gegebenen blutgebundenen A r t ist. Student fein heiße: Du bist als Mensch und Persönlichkeit der Träger einer Kraft, die das Volk braucht. Deine Losung ist: Arbeit, Opfer und Einsatz, Tag für Tag, dein Studium ist nicht Vorbereitung für irgend ein Fach, sondern es ist Dien ft zugleich und ewige Verpflichtung. So wie der Arbeiter Deutschlands treuester Sohn ist, so mußt du, deutscher Student, deine Kraft daransetzen der erste und treueste Diener deines Volkes zu werden. Der Schwerpunkt des studentischen Lebens heiße alle Kraft in den Dienst des Volkes zu stellen Der junge Mensch werde an die praktische Arbeit herangeführt werden: im Landdienst, an der Reichsautobahn, in der wissenschaftlichen Arbeitsgemeinschaft usw Politischer Einsatz und wissenschaftliche Leistung seien die großen Ideale, die dem Studenten vorschwebten. In einer Front mit den Gliederungen der Partei werde dafür gesorgt, daß für Drückeberger und Feiglinge an Deutschlands hohen Schulen kein Platz mehr ist Wenn heute überall im Reich lebenskräftige Kameradschaften bestehen, so sei das der Unterstützung durch zahlreiche nationalsozialistische Alte Herren mit zu verdanken. Der Ruf zur Entscheidung und Mitarbeit ist an alle ergangen. Der Gaulester führt Den neuen Gaustudentensü^rer ein. Gauverbandsleiter H e y s e skizzierte Sinn und Zweck der Aufgaben der Studentenkampfhilfe und gab einen kurzen Rückblick über die Geschichte des Studentenbundes im Gau. Gauleiter und Reichs- statthalter Sprenger dankte dann dem Reichsstudentenführer, daß er in aller Offenheit die Der- Haltnisse bargelegt habe. Nun gelte es. entsprechend ZU handeln. An die Alten Herren sei der Appell zur Mitarbeit ergangen. Die Studentenschaft könne stolz sein, daß ihre Parole: „Freiheit, Ehre, Vo k und Vaterland" zum Grundsatz des ganzen Volkes UHirta. ___ u Die Allen Herren müßten nun m i t h e l f e n am Reubau der Hochschulen, da die bestehenden Institutionen einer grundlegenden Reubildung bedürften. Was der Rationalfozia- lismus vom einfachen Volksgenossen verlange, verpflichte die Alten Herren, die auf Grund ihres Werdeganges eine größere Einsicht hätten, in noch weit höherem Maße. In ihnen wolle das Volk Führer sehen, und es sei von größter Bedeutung, daß das Volk in ihnen auch tatsächlich Führer sehen könne. Ich glaube, daß der Ruf an die Alten Herren nicht verhallen wird, sondern daß sie mithelfen, dem hohen Ziele zuzustreben, das der Führer gesteckt hat. Es ist nicht notwendig, daß jeder eine Parteiuniform trägt. Rationalsozialist sein heißt ehrlich, blutsmähig und charakterlich e i n echter Deutscher sein. So erwarte ich von 1 Ihnen, daß Sie alle in diesem Sinne ihre Pflicht tun. Der Gauleiter sprach dann dem aus dem Amt scheidenden Gaustudentenführer Conrad seinen Dank aus und erklärte: ,^Jch sehe Sie mit Bedauern scheiden. Sie haben mit Geschick das Schiff des Studentenbundes geleitet, Sie find übergetreten in den Dienst der Partei. Auch dafür sage ich Ihnen hier öffentlich meinen Dank. Ich spreche es offen aus: Die Besten hole ich für die Partei!" Dann wurde Gaustudentenführer Kugelmann vom Gauleiter in sein Amt eingeführt. Gaustudentenführer Kugelmann dankte für seine Berufung und schloß die Kundgebung mit dem Sieg-Heil auf ben Führer. Oie synthetische Eiweißfaser. Hamburg, 3. Dez. (DNB.) Beim Besuch des Ministerpräsidenten Göring in Hamburg konnte Gauleiter Kaufmann den Abschluß der fabrikatorischen Vorversuche zur Schaffung einer neuen synthetischen Eiweißfaser melden. Es ist der Deutschen Eiweiß-Gesellschaft. Hamburg, in Zusammenarbeit mit Professor Dr.-Jng. Otto Mecheels, München-Gladbach, und einer namhaften deutschen Textilsirma gelungen, eine reine Eiweißfaser aus dem Fischeiweiß zu gewinnen, die „F i s ch- wolle". Es ist weiter gelungen, die Synthese zwischen Zellulose und Fischeiweiß herzustellen in einer «F i s ch z e 1 l w o 1 l e" nach dem Verfahren Hiltner- Mecheels. Prof. Mecheels ist der Leiter des Deutschen Forschungs-Instituts für Textilindustrie in München-Gladbach. lieber die Bedeutung und die Besonderheiten des neuen Verfahrens erfährt der Wirtschaftsdienst des Deutschen Nachrichtenbüros noch folgende Einzelheiten: Es ist bekannt, daß Wolle aus Eiweiß und Baumwolle aus Zellulose besteht. Die bisher geschaffenen Zellwollen bestehen ohne Ausnahme aus Zellulose, und es war deshalb nicht möglich, sie mit Wolle zu mischen und mit W o l l - färb st offen anzufärben. Die Animalisie- rung von Fasern mit Eiweißkörpern, und zwar mit Kasein, wird hauptsächlich in Italien betrieben. In dem nach dem Verfahren der Deutschen Eiweiß-Gesellschaft, Hamburg, hergestellten F i sch- eiweiß besitzen wir nunmehr ein Eiweißmolekül, das — in geeigneter Weise versponnen — eine sehr verschleißfeste, woll ähnliche Faser liefert. Das Fischeiweiß steht der deutschen Wirtschaft zusätzlich in beliebigen Mengen zur Verfügung, ha es lediglich darauf ankommt, die Rohstoffquelle Meer hinsichtlich des Fischfangs entsprechend aufzufchlie- feen. Es kam zunächst darauf an, eine Synthese zwischen Zellulose und Fischeiweiß zu finden. Dies ist gelungen. Die so gewonnene Faser besteht aus 80 v. H. Zellulose und Fischeiweife. Sie ist genü- aenb reifefest, wärmehaltig, verschleißfest und färbt s i ch insbesondere mit Wollfarbstoffen ähnlich wie Naturwolle an. Es besteht ferner die Möglichkeit, den Eiweifegehalt der Faser noch zu erhöhen und den Zellulosegehalt zu ermäßigen, eine Entwicklung, die gleichzeitig eine langsame Entlastung des deutschen Waldes mit sich bringen würde. Umgestaltung des Hauses der Deutschen presse. Berlin, 3. Dez. (DNB.) Unter Mitarbeit aller berufsständischen Gliederungen,0er deutschen Presse ist der Deutsche Presseklub in Berlin zu einer Kameradschaftlichen Gemeinschaft der besamten deutschen Presse (Verleger, Schriftleiter, behördliche Pressestellen und Verlagsangestellte) ausgebaut worden. Schirmherrschaft und Ehrenpräsidium des Deutschen Presse- klubs haben der Reichsminister für Dolksaufklärung und Propaganda Dr. Goebbels, der Präsident der Reichspressekämmer Reichsleiter Amann, Reichspressechef Reichsleiter Dr. Dietrich und Reichswirtschaftsmikiister Funk übernommen. In das Präsidium hat der Reichsminister für Dolksaufklärung und Propaganda den Leiter des Reichs» verbandes der Deutschen Presse SA.-Obergruppenführer Weiß als Präsidenten, Hauptamtsleiter Rienhardt als Vertreter des Reichsoerbandes der Deutschen Zeitungsoerleger, den Leiter des Reichsverbandes der Deutschen Zeitschriftenoerleger Bischoff und den Leiter des Landesverbandes Berlin im Reichsverband der Deutschen Presse Kampmann berufen. Mit dieser Neugestaltung, die von allen zur deutschen Presse gehörigen Kreisen aus dem ganzen Reiche, aber auch von den deutschen Berufskameraden im Auslande getragen wird, ist nunmehr ein Mittelpunkt des geistigen, kameradschaftlichen und geselligen Lebens geschaffen worden, der der Bedeutung und der Stellung Der Presse im neuen Deutschland entspricht. Oer Neubau der Technischen Hochschule in München. München, 3. Dez. (DNB.) Anläßlich der Jahresfeier der Technischen Hochschule machte der Rektor, Professor Dr. Schmidt, Mitteilungen über den Neubau der Technischen Hochschule im Westen Münchens. In Nymphenburg stehe ein Gelände von 460 000 Quadratmeter zuk Verfügung. Der Grundstein zu dem Gebäudekomplex, der zwölfmal größer werde, als der jetzige Bau, und dessen Entwurf von Geheimrat Professor Dr. B e st e l m e y e r , Professor F i ck und Ministerialrat G a b l o n s k y stamme, werde voraussichtlich im nächsten Jahr, dem 70. Gründungsjahr der Hochschule, gelegt werden. Die erste Baurate sei vom bayerischen Staatsministerium bereits zur Verfügung gestellt. Bei der Wahl des Baugeländes sei auch die Erwägung maßgebend gewesen, den nötigen Platz für Sportanlagen zur körperlichen Ertüchtigung der studierenden Jugend zur Verfügung zu haben. Die bauliche Gestaltung sehe einen Zweckbau tm besten Sinne des Wortes vor» Oer Segelflug macht sich unabhängig von Windrichtung und Wetter. Noch große Möglichkeiten Berlin, 3. Dez. (DNB.) Auf einem Vortragsabend der Lilienthal-Gesellschaft für Luftfahrtforschung wies der Leiter des deutschen Forschunas- Institutes für Segelslug in Darmstadt, Professor Dr. Georgii, nach, daß die Möglichkeiten des Segelfliegens trotz der erreichten großartigen Leistungen n o ch lange nicht am Ende seien. Voraussetzungen für eine weitere Steigerung seien fliegerisches Können, Einsatzbereitschaft und genaue Kenntnis der atmosphärischen Energiequellen. Gerade der diesjährige Rhön-Segelflugwett- bewerb habe gezeigt, daß der Segelflieger auch unabhängig von der Windrichtung ein gestecktes Ziel erreichen könne. Wir würden also in Zukunft zum Allwetter-Segelflug kommen, der nicht mehr auf eine bestimmte Wetterlage Rücksicht nehme. Die Alpen-Segelflüge hätten die Leistungsmöglichkeiten des deutschen Segelflugzeuges und die Einsatzbereitschaft der deutschen Segelflieger glänzend bewiesen. Eine Steigerung der der Leistungssteigerung. Streckenleistung, die mit 503 Kilometer seit 1935 noch nicht Überboten worden sei, und der Höhenleistung, die jetzt bei 6000 Metern liege, sei möglich unter der Voraussetzung, daß d e m b e st e n Flieger das beste Segelflugzeug gegeben werde. Es sei bereits erreicht worben, W o l - kensegelflüge verhältnismäßig sicher durchzuführen. Es sei dis Möglichkeit gegeben, durch Flug unterderWolkenstraße die Streckenleistung zu vergrößern. Unter Benutzung der Luftwellen, insbesondere der Föhnwellen im Alpengebiet, werde man mit Benutzung des Höhenatmungs- aeräts und in der Voraussetzung, daß das Segelflugzeug heizbar wird, Höhen von 7 0 0 0 b i s 8000 Metern, vielleicht auch noch darüber erreichen können. In enger Zusammenarbeit werden Pilot, Konstrukteur und Forscher Wege finden, um den motorlosen Flug zu weiteren Leistungen zu steigern. Zwischenfall in Schanghai. Attentat bei einer japanischen Parade in der Internationalen Niederlassung. Tokio, 3. Dez. (DNB.) Bei einer japanischen Parade in der Internationalen Niederlassung von Schanghai warf, als die japanischen Truppen Las Wingon-Warenhaus in der Naizkingstraße passierten, ein Chinese zwei Bomben von Dem Gebäude herab in den Zug. Drei japanische Soldaten und ein japanischer Konsularpolizist wur- Len verwundet. Der Täter wurde durch einen «Gemeindepolizisten getötet. Die Parade wurde darauf planmäßig zu Ende geführt. Die japanischen Truppen, die nach dem Attentat Teile der internationalen Niederlassung besetzt hatten, haben sich später auf das Gebiet der Nanking Road zurückgezogen, nachdem die notwendigen Feststellungen zur Kläruna des Attentates getroffen waren. Der ' Verkehr auf der Nanking Road wurde wieder in ! feinem normalen Umfang aufgenommen. Die gesamte Londoner Marge npresse j^teht stark unter dem Eindruck der Vorgänge in schanghai. Der Marsch japanischer Truppen durch Die Internationale Niederlassung, der Zwischenfall, Der sich dabei ereignete, die japanischen Gegenmaßnahmen und die schließliche Räumung der Niederlassung werden in mehr oder weniger scharfer Form I r i t i s i e r t. Vor allem die „Times" führt eine sehr heftige Sprache. „Daily Telegraph" bringt ernste Befürchtungen für die Zukunft der Internationalen Niederlassung mm Ausdruck. In dem Bericht des „Daily Heralü" heißt es, daß der Siegesmarsch der Japaner durch die Internationale Niederlassung tatsächlich einen Schlußstrich unter 90 Jahre englisch-amerikanischer Kontrolle über Chinas wirtschaftliches und politisches Leben gezogen habe. Der „Daily Expreß" stellt fest, daß Japans Recht zur Beherrschung das Recht des Eroberers sei, nichts anderes. Die Kanonen schafften sich ihr eigenes Gesetz, ein Gedanke, der dem Völkerbundsverband peinlich sein möge, aber doch den Tatsachen entspreche. Die „Daily Mail" berichtet von Rechten, die die Stadtverwaltung der internationalen Niederlassung den Japanern zugestanden habe. Diese Zugeständnisse beständen danach vor allem in dem Durchmarschrecht für die japanische Armee und dem Versprechen, ähnliche Zwischenfälle zu verhindern oder aber den Japanern das Recht eigener Maßnahmen zuzugestehen. Weiter heißt es, daß Japan das Recht erhält, gegen antijapanische Machenschaften Maßnahmen zu ergreifen, sowie Durchsuchungen und Fe st nahmen vorzunehmen. Die Verjüngung in -er Führung des britischen Heeres. Die englische Armeereform, wie sie »etzt der Kriegsminister Hore-Belisha vorgenommen hat, ist für englische Anschauungen ge- - adezu eine Sensation. Diese liegt nicht nur darin, daß das Durchschnittsalter für die hohen Zefehlsstellen von 63 auf 52 Jahre herun- ergedrückt wurde, sondern vielmehr noch in em radikalen Bruch des Kriegsministers mit einer ! er ältesten, bisher nie angetasteten, militärischen Traditionen Englands, wonach nämlich die Beför- d erungen auf den höchsten Posten des Heeres streng i a d) dem Dien ft alter erfolgte. Selbst im Weltkrieg ist man von dieser uralten englischen Regel gerade in den entscheidenden Stellen nicht : bgewichen. Das starre Festhalten an dieser ver- • Iteten Tradition hat schon damals in England viel Kritik gefunden. Um so größer ist naturgemäß das Aufsehen, das I !'ie rücksichtslos durchgreifende Maßnahme des Lriegsminifters in England erregt hat, wenn man jr auch im allgemeinen zustimmt. Nachdem erst iurzlich die englische Territorialarmee zur Erhöhung ihrer Schlagkraft in eine engere Bin- lung an das aktive Heer gebracht wurde, treibt die ton dem Kriegsminister jetzt durchgeführte starke Verjüngung der obersten Kommandostellen das sunze Projekt der englischen Heeresreform mit tiinem starken Stoß weiter. Daß diese Dinge erst in letzter Zeit — und vermutlich unter mancherlei inneren Kämpfen — beschlossen sein können, geht i_ a. daraus hervor, daß der jetzt zurücktretende l hef des Reichsgeneralstabes Feldmarschall Sir ( yrill D ever ell noch im September als Vertreter der englischen Armee an den großen Wehr- machtmanövern in Deutschland teilgenommen hat ( benso wie an den französischen Manövern). Das t'äre naturgemäß nicht der Fall gewesen, wenn jtiin Ausscheiden aus dem aktiven Dienst im Sep- timber schon beschlossene Sache gewesen wäre. Der sieldmarschall ist 63 Jahre alt, er wird jetzt durch bttn 51jährigen Generalmajor Lord C o r t ersetzt, der sich ebenfalls schon im Weltkrieg hervorgetan Hot und Inhaber des Viktoria-Kreuzes ist, der höchsten Kriegsauszeichnung Englands. Das stärkste Lmsmaß an Verjüngung erfolgt in. dem Armee- kn t (Army Council), von dessen vier militärischen Mitgliedern nicht weniger als drei durch neue Männer ersetzt werden. Armeerat und Luftrat unterstehen direkt dem Reichsverteidigungs- atu s s ch u ß , zu dem die drei Minister für Heek, Suftroaffe und Flotte sowie die entsprechenden Lttabschefs gehören; für die Flotte besteht fein b londerer Rat als oberste militärische Teilbehörde. Mit Recht wird die radikale Verjüngungsmaß- whme des Kriegsministers in der englischen Presse C:5 die „größte Revolution des konservativen Kriegs- ministeriums" bezeichnet. Daß Hore-Belisha etwas sehnliches plante, vermutete man bereits beim An- 'titt der Regierung Chamberlain. Der Kriegs- niinister hatte damals festgestellt, daß das Durch- foonittsalter der höchsten englischen Befehlshaber nach höher war als im Weltkrieg. Gleichwohl hat memanb vermutet, daß die Verjüngung volle elf Lvhresstufen umfassen würde. „Drastische Reorganisation" der Armee. London, 4. Dez. (DNB. Funkspruch.) Nach . rin em Bericht des „Daily Telegraph" hatte Kriegs- r nister Hore-Belisha eine Beratung mit dem ! iimien Chef des Generalstabes, Generalmajor Dis- trimt Gort, über die Aenderungen, die der Reor- Mijation der höheren Kommandostelletr folgen sollen. Morgen werde der Kriegsminister mit Vertretern des Hauptquartiers des westlichen Kommandos beraten. Viscount Cort werde nicht den Rang eines Feldmarschalls mit Uebernahme seines neuen Amtes erhalten. Es gebe acht Feldmarschälle, einschließlich zweier für Indien, und es würden keine neuen Ernennungen vorgenommen, ehe nicht eine entsprechende Stelle frei werde. „Daily Herald" mißt der Ernennung des neuen Generalstabschefs große Bedeutung für die Reorganisation der Armee bei. Es werde eine drastische Reorganisation der Armee von Kopf bis zuFuß folgen, von der jeder Ofsizier und jeder Soldat betroffen werde. Die Modernisierung der Ausrüstung werde beschleunigt in Angriff genommen werden, neue G e - schütze, Tanks und neuzeitliche Waf- f e n seien vorgesehen. Das Heeresbudget werde dabei allerdings unvermeidlich wachsen. „Wahlfreihcii" in der Gowjeidemokraiie. Sowjetwahlen unter Drohungen und Kontrolle. London, 4. Dez. (DNB. Funkspruch.) Der Moskauer Korrespondent des „Daily Telegraph" schildert die Anweisungen, die für die „W a h l" am 12. Dezember in Sowjetrußland gegeben worden sind und die den Sowjetbürger unter schärfsten Druck setzen. In dem Bericht wird hervorgehoben, daß es für die Wählerschaft praktisch gar keine Möglichkeit gibt, Nein zu sagen und gegen den einen nur möglichen Kandidaten zu stimmen, denn die Wähler wurden davor gewarnt, bas „Wahlgeheimnis" dadurch zu mißbrauchen, den Namen des Kandidaten auszustreichen oder einen anderen Namen an dessen Stelle zu setzen. In dem Wahlverfahren, so heißt es in dem Bericht des „Daily Telegraph", fei die Aufgabe des Wählers darauf beschränkt, die beiden Stimmzettel in dem dafür vorgesehenen Umschlag zu st ecken und bann unter der Aufsicht der Wahlkommission in die Wahlurne zu werfen. Mit anderen Worten, der Wähler könne also nur mit 3a ftimmen, oder er müsse zu Hause bleiben. Die Namen derjenigen aber, die sich an der Wahl nicht beteiligten, seien bekannt wegen des Kontrollzeichens, das in den Paß eines jeden „Wählers" gesetzt werde. Neue Todesurteile in der Sowjetunion. Moskau, 3. Dez. (DNB.) Eine neue Welle der Sabotage- und Hochverratsprozesse, denen die üblichen Massenerschießungen folgen, geht wieder durch die ganze Sowjetunion. Im Nordkaukasus- Gebiet wurden sechs Landwirtschaftsfunktionäre wegen konterrevolutionärer Umtriebe und Schädlingsarbeit erschossen. In Swerdlowsk sind fünf Funktionäre der Gebiets-Landwirtschofts- verwaltung, darunter eine Frau wegen angeblicher Zugehörigkeit zu einer antisowjetischen Organisation und wegen Sabotage sowie weitere fünf Angestellte eines Getreidekontors zum Tode verurteilt worden. Im Gebiet Samara wurde der Direktor einer Schweinefarm wegen Sabotage zum Tode verurteilt, während drei Bauern Zuchthausstrajen von insgesamt 50 Jahren erhielten. In der turkmenischen Sowjetrepublik wurde ein eingeborener Bauer zum Tode verurteilt, der einen Anschlag auf einen Wahlagitator verübt hatte. In der Wolgadeutschen Republik sind drei Angestellte eines Getreidespeichers im Gebiet Erlenbach wegen angeblicher vorsätzlicher Schadlingsarbeit zum Tode verurteilt worden. Meine politische Nachrichten. Der Führer und Reichskanzler hat dem Chef der spanischen Nationalregierung General Franco zum Geburtstag drahtlich seine Glückwünsche übermittelt. * Der Führer wohnte Freitag abend in Begleitung von Reichsminister Dr. Goebbels einer sehr eindrucksvollen Aufführung von P u c c i n i s „M a - bame Butterfly" in der Volksoper im Theater des Westens bei. Die musikalische Leitung hatte Generalmusikdirektor Erich Orthmann. Die Merkmale des Wohlbefindens Blühendes Aussehen, Spannkraft, . Appetit! Die winterliche Lebens- und Ernährungsweise ist vielen Kindern und Erwachsenen nicht bekömmlich. Blutarmut, Schwäche und Erschöpfung lassen keine rechte Lebensfreude aufkommen. Nehmen Sie deshalb rechtzeitig Bioferrin, das blutbildende Kräftigungsmittel, welches sämtliche Nährstoffe des Blutes enthält. Bioferrin ist in allen Apotheken erhältlich. ZbX / A \ BAYER) \E J Rolle der Butterfly fang Maria Wutz, die Rolle des Linkerton Wilhelm T r a u tz. Reichsjugendführer von Schirach traf, von Bagdad kommend, in Teheran ein. Zahlreiche Mitglieder der Deutschen Kolonie, an ihrer Spitze der deutsche Gesandte und der Ortsgruppenleiter, erwarteten auf dem Flugplatz die Gäste. * Der König und die Königin von Dänemark werden in der nächsten Woche eine kurze Reise nach England antreten. Wenn der Besuch in London auch privaten Charakter trägt, so werden König Christian und Königin Alexandrine doch Gelegenheit nehmen, König Georg und Königin Elisabeth von England zu begrüßen. * Der augenblicklich in London weilende König Georg von Griechenland war am Freitagnachmittag Gast von Außenminister E d e n. An dem Frühstück nahm auch Ministerpräsident Chamberlain teil. ♦ Reichsminister Dr. Frick ist in Begleitung seiner Gattin in Stockholm eingetroffen. Ein festlicher Abendempfang in der Gesandtschaft sah den Chef des schwedischen Verteidigungsstabes, Generalleutnant Thörnell, den Kabinettssekretär im schwedischen Außenministerium von Günther, Konteradmiral Lind ström, den italienischen Gesandten de Soragno, den Hofstallmeister Graf Clarence von Rosen und Dr. Sven Hedin. Aus aller Wett. Kaiser-Wilhelm-Jnsiilut für Biophysik in Frankfurt. Oberbürgermeister Staatsrat Dr. Krebs unterzeichnete den Vertrag, wonach das bisherige Institut für physikalische Grundlagen der Medizin in ein „Kaiser-Wilhelm-Jnstitut für B i o- physik zu Frankfurt a. M." umgewandelt wird. Für den Präsidenten der Kaiser-Wilhelm- Gesellschaft unterzeichnete der geschäftsführende Vorstand und Bevollmächtigte des Präsidenten der Ge- sellschaft Dr. T e l s ch o w , für die Universität und das Institut für physikalische Grundlagen der Medizin unterzeichneten der Kurator der Universität Wisser und Professor Dr. Rajewsky. Damit ist der Plan, der vor einigen Wochen von dem Senat der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft gebilligt wurde, dank der tatkräftigen Hilfe und finanziellen Unterstützung durch Staatsrat Dr. Krebs zur Verwirklichung gelangt. Das Institut wird in neue Räume in dem von der Stadt zu diesem Zwecke erworbenen Hause Ecke Forsthausstraße-Saar-Allee übersiedeln. Mit den erforderlichen Umbauten ist bereits begonnen worden, und es ist zu hoffen, daß das neue Institut schon im nächsten Frühjahr ein» geweiht werden kann und dazu beitragen wird, daß die deutsche Forschung den Vorsprung aufrecht erhält, den sie auf dem- Gebiete der Biophysik besitzt. Aljechin vor der Schach-Weltmeisterschaft. Die 24. Partie im Schach-Weltmeisterfchaftskampf, die nach dem 40. Zuge abgebrochen werden mußte, wurde von E u w e ohne Spielfortsetzung aufgegeben. Der Stand lautet mithin: Aljechin 14%, Euwe 9% Punkte. Aljechin braucht nur noch einen Punkt, um die Weltmeisterschaft zu gewinnen. Unfall eines Postflugzeuges. Das Postflugzeug der Strecke PF. 229 der Deutschen Lufthansa brach beim Start zum Fluge nach Bagdad auf dem Flughafen München aus bisher nicht geklärten Gründen kurz nach dem Abheben aus. Der Flugzeugführer Möbius versuchte sofort eine Landung vorzunehmen, geriet dabei jedoch mit der für einen Langstreckenflug schwer beladenen Maschine auf das Gelände einer chemischen Fabrik, wo das Flugzeug beim Aufsetzen schwer beschädigt wurde. Dabei kam der Flugzeugführer ums ße< ben. Flugkapitän Kuring und Funkermaschinist Salz würden schwer, Flugzeugfunker Herrn- brodt und Oberingenieur Dr. Dierbach leicht verletzt. Eine Untersuchungskommission hat sich sofort an die Unfallstelle begeben, um die Ursachen des Unglücks zu klären. Oochschulnacbnchten. Professor Dr. M. Bürger, Ordinarius für innere.Medizin an der Universität Bonn, ist in gleicher Diensteigenschaft an die Universität Leip» zig berufen worden. / Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 5. Dezember. Gießen. Sladtkirche. 9.30 Uhr: Pfr. Schmidt; 11: Kindergottesdienst für die Matthäusgemeinde; 17: Pfr. Becker; zugleich Feier des hl. Abendmahls für die Markusgemeinde; 20: Adventsandacht. — Jo- hanneskirche. 9.30; Pfr. Bechtolsheimer; 11: Militärgottesdienst; Pfr. Ausfeld; 11: Kinderaottesdiensk für die Lukasgemeinde im Johannesfaal; 14: Kindergottesdienst für die Johannes- und Militärgemeinde; Pfr. Ausfeld; 17: Pfr. Ausfeld; Beichte und hl. Abendmahl für die Johannesgemeinde; 19: Pfr. Ausfeld; Beichte und hl. Abendmahl für die Militärgemeinde; 20: Bibelbefprechftunde im Johannesfaal; Pfarrasfiftent Paetow. — Kapelle des Allen Friedhofs. 9.30: Gottesdienst; 11: Kindergottesdienst für die Luthergemeinde; 14: Gemeindetag der Luther- aemeinde in der Turnhalle am Oswaldsgarten. — peiruskapelle, Wetzlarer Weg 59. 9.30: Pfr. Trapp; 14.30: Gemeindetag der Petrusgemeinde, im Caf6 Leib, Walltorstraße. — Wieseck. 9.45: Gottesdienst; 11: Kinder kirche; 15: Bibelstunde. — Albach. 12.30: Gottesdienst. — Steinbach. 10: Gottesdienst. — Heuchelheim. 10: Hauptgottesdienst, Kollekte; 11: Kindergottesdienst, 1.Abt.; 13: Kindergottesdienst, 2.Abt. Kirchberg. 10: Gotesdienst; 13.30: Kindergottesdienst. Lollar. 13: Kindergottesdienst. — Klein-Linden. 10: Gottesdienst; Missionar Walther; 11.15: Kindergottesdienst; 20: Evangelisation; Missionar Walther. — Watzenborn-Steinberg. 13: Gottesdienst. — Garbenteich. 10: Gottesdienst. — Hausen. 13: Gottesdienst. — Licy. 9.45: Beichte; 10: Stiftpfarrer Naumann; Posaunenchor; Kirchenchor; Kellekte; hl. Abendmahl, besonders für die Jugend; 13: Kindergottesdienst; 14: Stiftsdechant Kahn; Kollekte. — (öfter Arnsburg. 10: Stiftsdechant Kahn. — Nieder-Beffingen. 13.30: Stiftspfarrer Naumann. — Langsdorf. 11: Hauptgottesdienst; Kollekte; 19.30: Abendmahlsfeiern. — Bettenhausen. 13.30: Hauptgottesdienst; Kollekte. — Birklar. 9: Gottesdienst. — Wuschenheim. 11: Gottesdienst. — Hungen. 10: Gottesdienst; 19: Adventsfeier. — Göbelnrod. 10: Gottesdienst mit anschließender Feier des hl. Abendmahls für die Alten. — Deitsberg. 13: Gottesdienst; Kollekte. Mittwoch, den 8. Dezember. Gießen. Stadtkirche. 20 Uhr: Abendandacht. — Lich. 20: Bibelstunde. Donnerstag, den 9. Dezember. Gießen. Johannesfaal. 20 Uhr: Bibelstunde; Pfr. Ausfeld. Evangelische Stadtmission, Löberstraße 14. Sonntag, 5. Dezember. 8.30 Uhr: Morgenandacht; 13.30: Sonntagsschule; 15: Gemeinschaftsstunde (Mitglieder); 20.15: Evangelisationsvortrag. — Mittwoch, 8. Dezember. 20.30: Bibelstunde. Gemeinschaft innerhalb der Kirche (Landeskirchliche Gemeinschaft), Gutenbergstraße 9. Sonntag, 5. Dezember. 8.30 Uhr: Evangelisationsstunde. — Mittwoch, 8. Dezember. 8.30: Bibelstunde. — Donnerstag, 9. Dezember. 8.30: Jugendbundstunde. Buna freikirchlicher Christen, Gemeinde Gießen, Großer Steinweg 4. Sonntag, 5. Dezember. 11.15 Uhr: Sonntagsschule; 20.15: Bibelstunde. — Mittwoch, 8. Dezember. 20.15: Bibel- und Gebetstunde. Baptistengemeinde, Gartenstraße 13. Sonntag, den 5. Dezember. 11 Uhr: Kindergottesdienst; 20.15: Adventsfeier. — Mittwoch, 8. Dezember. 20.15: Bibelstunde. Neuapostolische Gemeinden, Händelstraße 1, Eder- straße 13. Sonntag, 5. Dezember. 9.30 Uhr: Gottesdienst; 16: Gottesdienst. — Mittwoch, 8. Dezember. 20.30: Gottesdienst. t,9.30r U katholische Gemeinden. Samstag, den 4. Dezember. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichtgelegeyheit. Sonntag, den 5. Dezember. 2. Adventssonntag. Gießen. 6.30 Uhr: Beichtgelegenheit; 7: hl. Messe; 8: Spendung der hl. Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 10.15: Militärgottesdienst; 11.15: Singmesse mit Predigt; 17.30: Feierstunde zum Kolpings- gedenktag in der Kirche. — Grünberg. 9.45: Hochamt mit Predigt. — Lich. 7.30: Hockamt mit Predigt; 20: Vortrag und Andacht. — Laubach. 10: Hochamt mit Predigt; 14.30: Christenlehre und Andacht. — Nidda. 8.15: Hochamt mit Prediat. — Hungen. 17.30: Vortrag und Andacht. — Schotten. 10.30: Hochamt mit Predigt. Die Woche über in Gießen täglich Rorateämter um 6.30 Uhr. Dienstag, den 7. Dezember. Gießen. 20.30 Uhr: Bibelstunde. Mittwoch, den 8. Dezember. Hungen. 7.30 Uhr: hl. Messe. Vessentlicher Sonntagsdlenft. Polizei: Telefon 2751, nur in dringende» Notfällen Telefon 01. Feuerwache: Telefon 2244/45, Notruf Telefon 02. Hauptpostamt: Beschränkter Schalterdienst 8 bis 21 Uhr. Stadtpostamt: Für Schließfachabholer 1 bis 13 Uhr. Sanitätskolonne: Telefon 2500. Falls behandelnder Arzt nicht zu erreichen: Arzt: Frau Dr. Marx. Zahnarzt: Dr. Adam. Apotheke: Pelikan-Apotheke. * Autohilfe: Rufnummer 04 beim Postamt Gies. Wetterbericht des Relchswelterdiensies. Ausgabeort Frankfurt. Vom Süden heranziehend hat sich ein kräftiges Tief über Ostdeutschland und Polen ausgebildet. An seiner Rückseite stoßen jetzt kühlere Luftmassen nach Süden vor und bringen ckei uns verbreiteten Regen und im Gebirge bereits wieder Schnee. Aussichten für Sonntag: Wolkig bis bedeckt, vereinzelte leichte Ntederschläge, im Gebirge auch Schnee, Tagestemperaturen 0 bis 5 Grad, im Gebirge Dauerfrost. Lufttemperaturen am 3. Dezember: mittags 7 Grad Celsius, abends 4,2 Grad; am 4. Dezember: morgens 3,8 Grad. Maximum 7,2 Grad, Minimum heute nacht 3,2 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 3. Dezember: abends 4,6 Grad; am 4. Dezember: morgens 4,1 Grad. — Niederschläge 2,4 mm. fiauptjdjrntletter: Dr Friedrich Wilhelm Lange Stellvertreter des Hauptschristleiters: Ernst Blum- schein Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr Fr W Lange; für Feuilleton: Dr Hans Thuriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein Anzeigenleiter Hans Beck Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel D A X 37: 10 031. Druck und Verlag: Brühlsche Unwersitätsdruckeret R Lange, K -G.. sämtlich in Gießen Monatsbezugs- preis ÄM 2,05 einschließlich 25 Ps Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf mehr Einzelverkaufs- prets 10 Pf und Samstags 15 Pf. mit der Illustrierten 5 Pf mehr Zur Zeit ist Preisliste Nr 4 oom 1. 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Die letzten Vorbereitungen wurden getroffen, Kübel mit Wasser zurechtgestellt. Auf dem Misthaufen in der Mitte des Hofes war eine blaue Fahne aufgestellt, umgeben von drei Reihen Jungens, die sich untergehakt hatten. Dieser Fahne sollte der Angriff gelten, der in den nächsten Minuten erfolgen mußte. Von einem „Neutralen" und einem Wehrmachtsoffizier, die den Kampfhandlungen beiwohnten, ließen wir uns rasch den Stand der Operationen schildern. Blau und Rot standen sich in der Nähe Dietzenbachs — in der Nähe von Frankfurt — bereits am vergangenen Abend gegenüber. Blau wurde auf einer etwa sieben Kilometer langen Front zurückgedrängt und mußte sich, um sich nicht zu zersplittern, im „Pattershäuser Hos" sammeln und festsetzen. Die Nacht war mit Aufklärungen und leichten Geplänkeln der Spähtrupps ausgefüllt. Rot hatte unter Ausnutzung der Vorteile, die das Gelände bot, den alten Bauernhof umzingelt, um einen konzentrierten Angriff zu unternehmen. Da ging es auch schon los. Eine Trompete schmetterte, Schreckschüsse krachten. Ueberall im Gelände erhoben sich Gestalten und liefen los. Am Haupttor schien die Hauptmacht des Angreifers eingesetzt. Es ging einigermaßen toll zu, und wir wären froh, „Unparteiische" zu sein. Plötzlich ein großes Geschrei im Hof, ein Pfiff! Die Schlacht war beendet. Wie wir später erfuhren, war der Angriff auf das Tor nur eine Finte; während die Verteidiger ihr Hauptaugenmerk auf dieses Tor richteten, drangen die Roten durch einen rückwärtigen Eingang ein und hefteten den Sieg an ihre Fahnen. Wir sahen eines der vielen Geländespiele, die die Hitler-Jugend und das Jungvolk in Hessen- N a s f a u durchführten. Besonders erbittert tobten die Kämpfe um die Gauhauptstadt Frankfurt. In Bischofsheim, wo ein Frankfurter Unterbann sein Geländespiel durchführte, waren als Gäste der -^tandortälteste und der Divisionskommandeur der 15. Division, Generalleutnant ß e e b , sowie der italienische Generalkonsul in Frankfurt, Marchese Ferrante di R u f f a n o , mit der Faschistischen Jugend der Frankfurter italienischen Kolonie er- sschienen. Recht originelle Sachen hatte sich das ^Jungvolk zum Teil ausgedacht. So zogen u. a. die Wikinger gegen die Normannen, um zehn gefangene Stammesbrüder mit -aUen möglichen Kriegslisten ^u befreien, während andere Einheiten — geteilt in sioux und Komantschen — sich „blutige Kämpfe" lieferten. Alles in allem liefen diese Fehdetage für alle Beteiligten recht glimpflich ab, bis auf verdreckte lGesichter und zerrissene Hemden. Mathes. Pimpfe im Winter. Herrlich war der Sommer! Herrlich waren die Großfahrt, das Sommerlager! Kameraden, denkt noch einmal zurück an die erlebnisfrohen, sonnenhellen Tage, die ihr in der großen Gemeinschaft verbracht habt! Denkt noch einmal an die weiten Brünen Wiesen, voll von Blumenduft und Grillen- zezirp! Denkt an die großen weißen Wolken, die Trepoaus - treppab. Jagd auf Altmaterial. „Halt, nicht um die Ecke! Das Haus gehört nicht mehr zu unserem Revier!", ertönt hinter uns . ie Stimme des Gefolgschaftsführers, der auf dem Ralle kontrollierend durch die Straßen fährt, schade! Das Haus sah gerade so aussichtsreich aus. Mindestens 25 Wohnungen. Na, schadet auch nichts! Wir werden auch woanders unseren Korb vollbe- jommen. — Womit? ... Ach ja, das muß ja gesagt werden. Wir sind hei der Altmaterialsammlung, raffen alles an uns, was silbrig schimmert oder grau metallisch aus- s>eht: Flaschenkapseln, leere Tuben und Silber- Mpier. Da kann man schon etwas erleben, und wenn es nicht allein die Freude an der Aufgabe Tiare, die uns vorwärtstreibt, so wäre es der Spaß, ten es manchmal dabei gibt. Kommt mit in das große Haus, das wir jetzt in Angriff nehmen. Diesmal gehört es wirklich zu nuferem Revier und nicht den Mädeln, die uns rntürlich mächtig Konkurrenz machen. Wir nehmen 1 e Treppen in großen Absätzen unb beeilen uns, hnn die Abendstunden sind kurz, und wenn erst Le Häuser geschlossen werden, ist es Essig mit dem Hammeln. Einer stellt sich in Positur, der andere klingelt. , Wir sind gespannt, was für ein Gesicht aus dem t Mrschlitz lugen, was man uns auf unsere Bitte entworfen wird. Diesmal klappt es gleich auf An- I heb. Eine freundliche ältere Frau öffnet, und als unsere Uniformen sieht, sprudelt sie gleich los: „Ach, Sie kommen wegen der Sammlung? Ich fribe schon alles zurechfgelegt. Hier vor allen Dinkin das Silberpapier. Tuben habe ich nicht, und aich keine Flaschenkapseln." .„Wir erklären ihr, daß sie ruhig „Du" zu uns fegen kann, und nehmen dann freudig eine Zigar- r.nfiffe voll Silberpapier in Empfang. Ein schöner -chwung. „Danke schön!" und „Heil Hitler!" — fiter gehts. Dann klingeln wir schon einen Stock Mr. Vin abweisendes Gesicht sieht aus der Tür: „Wir linnen keine Zeitung brauchen!" Ist auch gar nicht üttig, meinen wir, und erklären dann, was mir if:, entlief) wollen. „Silberpapier?" Es bedarf dies- Nül etwas weitschweifiger Erklärungen, daß wir oider uns selbst Weihnachtsbaumschmuck anfertigen ud) andere damit beglücken wollen. Erst bei dem Kort „Vierjahresplan" dämmert es langsam bei )em Mann, und dann geht er ab. Dann kommt er wieder, und wir können uns so sanft über das Blau des Himmels schwammen! Denkt gn die fröhlichen Lagerabende, denkt an all die wilden Erlebnisse, an die Sturmnächte, an die Regengüsse, an die Geländespiele! Denkt noch einmal an die Fahrtentage, in denen ihr die deutsche Heimat kennen und lieben lerntet! In der Erinnerung steigen mir noch einmal zu den Gipfeln windumtobter Berge empor und schauen meit über das Land. Noch einmal wan- dern wir durch die Wälder und Wiesen, in denen unsere Zelte standen. Noch einmal ziehen wir die Straßen entlang, die wir marschierten, durch Wälder, Felder, Städte. ^Nun sind die gelben Halme schon lange unter der Sense des Bauern gefallen und hohe, beladene Erntewagen haben die gesegnete Frucht glücklich in die Scheuer gebracht. Wieder schritt der Bauer über die Felder und bereitete den Boden für neue Saat. Leise raschelte der Wind im Laub, das in ersterbender Pracht die Wege bedeckte. Weißlich zogen Nebel und Rauch von Kartoffelfeuern über die kahlen Felder. Bunte Drachen mit langen Schweifen standen am Himmel. Doch schon früh wurde es Abend, und milchige Nebel stiegen aus den Tälern und hüllten das Land in ihre Schleier. — Jetzt treibt der Wind schwere Schneewolken heran, und die Froste lassen den Boden erstarren. Eines Morgens liegt die Landschaft auf einmal in Vorbereitungen Don Brettln, Gteigwachs u Diese Tage sind geschaffen zum Träumen. Du .stehst am Fenster, guckst der ersten schwebenden Schneeflocke nach; wirklich, die erste heuer Das ist ein Fest. Und dann durchfährt dich ein heißer Schreck: Wie lange noch?! Und bann fallen dir alle deine Sünden ein. Hast sie wirklich ganz vergessen, die Brettln? Hast du nicht geschworen im letzten Jahr: Meinetwegen braucht'» gar keinen Sommer geben? Du bist mir gut! Vergißt noch deine besten Kameraden! Hattest du sie nicht im Anfang öfter mit heißem Leinöl ober Fichtenholzrohteer mehrmals präpariert unb gut gespannt auf den Boden getragen? Jetzt heißt's nachholen. Vorbereitungen sind bas Schönste; und wenn man sich oorftellt, wie der erste Schneetag richtig aussieht, kann man da nicht jetzt schon vor Lust saft aus der Haut platzen? — Dein Freynd kommt, der Franzl, den sollst du beraten, der ist nie mit dabei gewesen. — Ja, da mußte bu halt ganz von vorn beginnen. Der versteht's sonst nicht. Au weh, beine Kanten finb ganz abgefahren! Warum nahmst bu auch keine aus Stahl, bist eben noch unmodern, mein Junge. Das ift’s. Und dann hältst du dem Franz! einen ganzen Vortrag. Schau, sagst du, die Hauptsachen auf so einer Winterfahrt sind die Brettln, mußt zusehen, daß du ein Paar anständige kriegst. Esche oder Hickory, das ist das Beste im Gelände, bloß, daß das Eschenholz sich zu schnell ausfährt. Es gibt Rillen, und die muß man bann mit einem Glasscherben entfernen; Abziehen nennt man bas. Und den Lack an der Oberseite mußt du auch erneuern, wenn bu deine alten Brettln im neuen Jahr hervorsuchst. Wasser dürfen sie nicht saugen, bas ist das erste, was du lernen mußt. Ja, und deine Stiefel hast bu boch wohl auch gut übers Jahr gebracht: bie Sohlen neu gefirnift — wenn sie zu steif sind, darfst bu sie wohl auch mal ausnahmsweise mit Oel behanbeln, — nachher werben die Stiefel draußen nur jeden vierten Tag etwa geölt, sonst mit Fett oder besser einem Krem behandelt — am Oberleder, versteht sich —, die Sohle wird nur gefirnift. Zuviel Nähte sollen die Stiefel auch nicht haben, darauf mußt achten beim Einkäufen. Dann, daß sie gut in die Backen passen weißlicher Helle vor uns. — Wir stapfen wieder durch verschneite Wälder, wir erleben die Wunder des Rauhreifes und schießen auf geflügelten Brettern in stiebenden Schneewolken die Hänge hinab. Die Wände unseres Heimes schließen uns jetzt dichter zusammen. Wir sitzen um den selbstgebauten Tisch, basteln, erzählen Geschichten, fingen Lieder oder lesen auch aus Büchern vor, während im Ofen rotbäckige Aepfel schmoren und bas Zimmer mit süßem Duft erfüllen. Ja, nun soll auch bas Buch, bas im Sommer bem Leberball weichen mußte, wieder zu seinem Recht kommen. Wir hären mit klopfendem Herzen vom sieghaften Kampf deutschen Volkstums, wir lesen von wilden, großen Kämpfen, von Gefolgschaftstreue tapferer Männer, von Fernsehnsucht, Freiheitsliebe und Tod. Zusammen mit tollkühnen Entdeckern unternehmen wir verwegene Fahrten, stoßen unter tausend Gefahren zum Eis der Pole vor oder wandern durch die glühende Hitze der Wüsten. Andere Bücher wieder führen uns in das Reich der Natur unb Technik, unb wir staunen über die Weisheit einer alles treibenden Macht und über die Kühnheit menschlichen Geistes. — Dan mag draußen der Sturm noch so tollen, der Schnee noch so dicht fallen, die Kälte mit noch so unerbittlicher Hand alles Leben erstarren lassen -r- in unserem Heim entdecken wir die Welt. Ja, der Winter ist schon! L. G. Buchheim. zur Mnlerfahri. ib anderem zünftigen Kram. — na und überhaupt, bas ist ja bas Wichtigste- der Sitz. Fest, unb boch biegsam! Das ist bas große Geheimnis. Und bas hängt ganz unb allein von der Bindung ab. Hast bu als Skiläufer gute Stiefel, eine vernünftige Bindung und stehst auf guten Brettern, dann gibt es gar nichts mehr, was dir zustoßen kann. Aber beachten mußt diese drei, unb laufen unb — wachserln mußt halt auch können. Das ist natürlich mit eine Hauptfach. Und bann fühlst bu dich fast schon als Künstler mit deinen Brettln. Das, Franzl, ist die Hauptfach nun: das Wachserln. Damit die Brettln nicht kleben, weißt. Zuerst bas Grundwachs. Dazu nimmt man am besten, weil boch bann bas Steigwachs dauerhafter hält, entweder einfaches Steigwachs oder Paraffin und bügelst das ein, ober nimmst ein hartes Steigwachs zum Einreiben. Besser aber ist ein zähflüssiges Grunbwachs, z. B. „Skare", bas in bie Laufflächen bringt unb auch bas Steigwachs festhält. Ober du kannst auch zähflüssiges Steigwachs für nassen Schnee heiß einbügeln, das geht auch. Dann kommt nachher draußen bie Kunst: richtig wachsen. Oder es ist vielmehr eine ganze Wissenschaft. Dabei denkst bu immer daran, daß es drei Hauptwachsarten gibt: hartes Steigwachs für kalten, trockenen Schnee, mittelweiches für mittleren, feuchten Schnee, wenn er pappt, und sehr weiches Wachs für völlig nassen, gefroren gewesenen Schnee. An eins aber mußt halt immer denken beim Wachserln: sollen bie Brettln mehr greifen, bann stärker auftragen, sollen sie mehr gleiten, bann mußt bu bas Wachs mehr verreiben. — Zu schwer? Wart, bis bu braußen bist, benn bas sieht man besser unb merkt es, wenn man es falsch gemacht hat. Geh, Franzl, bas zeig ich dir bann einmal. Unb bann nimmst auch bu deine Brettln unb überlegst, ob bu dir nicht Stahlkanten einziehen läßt ober noch was ganz anderes, daß die andern staunen sollen; unb bei der Mutter klopfst bu an, ob auch an beinen Skihosen bie Ecke gestopft ist, die du dir zuletzt noch oben eingerissen hattest. Denn nun ist es bald so weit. Und morgen — da schaust wieder in den Winter. hjs. Stammeiffer Zungzug 3. Die Entscheidung der Stammeisterschaft im Fußball sollte in den nächsten Tagen fallen. Unser Jungzug 3 war der Favoritenschreck des ganzen Stammes geworden; denn bei uns ist Schwung im Laden. Zackiger ist alles geworden: die Haltung, die Uniformierung, überhaupt der ganze Dienst. Im besonderen waren aber noch andere Dinge in der Entwicklung ... Mit zerbrochenen Fensterscheiben und zerschlissenen Schuhen hat es angefangen. Die Schuld trug der Lappenball, der erste Vermittler zu den Geheimnissen des Königs Fußball. Seitdem hat es aber auch nicht an Dornen gefehlt am Wege, der zur vollendeten Fußball-Akrobatik führt. Künstlerpech — daß der Ball immer wieder feine eigenen Wege ging, um dann um so deutlichere Spuren zu hinterlassen. RUHL Seltersweg Nr. 67 ■ adiO Telephon Nr. 3170 I eparaturen l897D | So gerüstet, konnte uns beim Stammeisterschafts- kämpf nichts mehr passieren. Die Frage nach bem Fähnleinsieger war schon gar keine Frage mehr. Sichere Sache für unseren Jungzug! Unsere Gegner, die Jungzüge 1 und 2 des Fähnleins, waren schon niebergefdjrien, ehe sie überhaupt gegen uns antraten. Wir waren vollzählig zur Stelle. „Sieben, acht, neun, zehn — wir wollen Knochen sehn!" Der Schlachtruf war allein ein durchschlagender Erfolg. Einer nach dem anderen war lazarettfähig geworden, als der Ball immer weniger Gelegenheit fand, sich als letztes Hindernis zwischen die beiderseitigen Schienbeine zu schieben. So geschwächt, hatten die anderen schon von vornherein bei uns nicht mehr viel zu bestellen. „Moralisch vernichtet", nannte es Dotzki. Im Kanter wurde dann auch der erste und der zweite Gang genommen. Der Favoritenschreck Jungzug 3 des Fähnleins 16 ging den anderen nun doch mehr als man zugeben wollte, auf die Nerven. Und dabei hatte man vorher große Reden geschwungen und geglaubt, die Stammeisterschaft schon in der Tasche zu haben. Was bei den Generalstabsbesprechungen vor dem Meisterschaftskampf auf die Tapete kam, war bestimmt nichts aus Andersens Märchenbuch ober Tausendundeiner Nacht. Bei unserem gefürchteten Jungzug waren aber mittlerweile auch die Rollen verteilt und die Vorbereitungen zum entscheidenden Gang getroffen worden. Dotzki selbst würde sich den Tank kaufen und ihn schon auf die Schippe nehmen. Ihn konnte er doch nicht... Oder ob der Tank sich vielleicht einbildet, ihm mit seinen Generalstabsbiesen an den Hosennähten Respekt oder gar Angst einjagen zu können? Da war er schief gewickelt. Ueberhaupt Angst! Nur nicht bie Hühneraugen bange machen lassen! Kannten die überhaupt den schottischen Flachpaß, die Kunst der Kopfballartisten, die alles nur so mit der Virtuosität eines Rastelli hinlegen würden? Sie sollten sich wundern und das Angeben ein für allemal verlernen! Dann konnte ber Führer des Fähnleins, wie er es so oft tat, feinen letzten Senf zu den Titelkämpfen seiner Jungzüge geben. Die Freude gönnte man ihm schon. Das war aber auch alles. Seinem Namen „Favoritenschreck" würde ber Jungzug 3 schon Ehre machen, und mochten die anderen noch so gerüstet fein. Die Entscheidungsschlacht sollte es beweisen. Ein mörderisches Treffen hat es denn auch gegeben, und der Sieg war natürlich unser. R. L. freuen: Eine ganz große Kugel zusammengeknülltes Silberpapier bringt er an. Nun wird er noch schonend aufgeklärt, daß wir im Dezember wiederkommen unb sein Zigarettenpapier dann hübsch glattgestrichen in Empfang nehmen wollen. Er begreift und will uns zur Belohnung noch eine nicht ganz leere Zahnpasta-Tube geben. Wir zügeln aber unsere Ungeduld und versprechen ihm, sie in ein paar Wachen abzunehmen, wenn sie leer ist. „Kampf dem Verderb!" Der Mann bekommt etwas Achtung — und wird in den nächsten Monaten sicher einer unserer besten „Kunden" werden. Weiter geht es. Bei Schulzes ist nichts zu holen. Heini, mit Nachnamen Schulze, hat schon alles zu seiner Gefolgschaft mitgenommen. Dagegen läßt sich nichts einwenden, mehr schon gegen Frau Kampes Wunsch, uns ihre alten Zeitungen aufzuhängen. Wir verweisen freundlich darauf, daß die SA. für dieses Gebiet zuständig ist. „Das sind alles starke Männer, die können besser schleppen", sagt Erwin und drückt bereits nebenan auf den Klingelknopf. Keiner zu Haus. Ich notiere: Da müssen wir morgen noch einmal hin. Es wird nichts ausgelassen. Nun sind wir schon im Erdgeschoß angelangt. Der Portier schaut aus seiner Luke und schüttelt dann bedauernd den Kopf: „Alles schon weg! Bei mir waren zwei andere!" Da hat uns also einer ins Handwerk gepfuscht. „Aber geht mal nach hinten, zu Frau Funke, die hat bestimmt noch etwas!" Schleunigst machen wir kehrt, um uns der neuen Ausgabe zuzuwenden. Frau Funke hat beftimmt noch was! Jawohl, sie hat sogar mehr, als wir vertragen können. Denn sie hat anscheinend eben erst ihren Boden entrümpelt und will uns nun mit dem Kram beglücken. „Dieser Eisentopf ist doch noch sehr schön", sagt sie. Schön ist er zwar nicht, aber sie glaubt es eben. Wir sagen ihr, daß wir für Alteisen nicht zuständig sind, sondern der Altwarenhändler. Nun ist sie ganz traurig, weil wir auch für die Matratze von Opa keine Verwendung haben. Anäestrengt denkt sie nach, während uns schon der Boden unter den Füßen brennt. Wenn bloß nebenan bas Haus noch nicht zu ist! Dann kommt ihr eine Erleuchtung: „Aber eine Tasse Kaffee können Sie haben! Sie müssen doch schon ganz durchfroren fein von dem vielen Herumlaufen." Das hatten wir nun wirklich nicht erwartet. Erwin ist tatsächlich etwas blaß um die Nase. Ob wir Kaffee trinken? Doch damit kann er mir nicht kommen. Das Nebenhaus wartet, und in unserem Korb ist noch Platz. Ich lehne also dankend ab. „Vielleicht ein anderesmal, wenn wir mehr Zeit haben. Heute ist noch nicht Kaffeezeit." Unterwegs sage ich Erwin, er könne bei mir zu Haus nachher Kaffee trinken, und das sieht er ja denn auch ein. Gerade wollen wir losschieben, da tut sich unten eine Kellertür auf. „Jungens, kommt mal runter! Hier habe ich was für euch!" Das ist ja der Portier von vorhin. Er hat sich während unserer Unterhaltung auf die Socken gemacht und in seinem Keller gesucht. Da fand sich allerlei, was wir noch mitnehmen können. Wo hat der Mann nur die vielen leeren Tuben her? Egal, das ist richtig. Alles ein bißchen durcheinander, aber in Ordnung für uns. Wird also mitgenommen, mit bestem Dank. Nebenan aber ist bas Haus boch schon zu. Dann kommen wir eben morgen roieber. Die Woche ist ja noch nicht um. hb. Unsere Schweinezucht. Ein Jungmädel erzählt. In bem Schweinestall bes großen Bauernhofes nahe ber Stadt herrschte immer die gleiche Ruhe. Das mal eines der Schweine vor Behagen grunzte, sich im Stroh drehte, zum Trog ging und mit schmatzendem Geräusch fraß, gehörte zu der Umgebung. lieber den Christian regten fief) die altt'n Tiere nicht mehr auf; den kannten sie ihr ganzes Leben lang, der störte sie nicht. Heute aber war es mit ber Ruhe im Stall nichts. Einige Schweine -mußten in anbere Koben umziehen, so daß der hinterste frei wurde. Dort arbeitete Christian lange Zeit. Es war zwar auch sonst hier alles blitzsauber, aber bas Stroh konnte noch etroas, aufgelodert werden, und an die Wand kamen fünf weiße Zettel. Der Christian pfiff, Und von Zeit zu Zeit schmunzelte er vor sich hin. Dann klappte die Stalltür. Man konnte nicht gleich sehen, wenn man vom hellen Sonnenlicht hereinkam, aber man gewöhnte sich schnell daran. So blieben die Jungmädel denn auch erst einige Augenblicke zögernd stehen, ehe sie Christian erkannten und ihn lachend begrüßten. Nun ging der Christian mit den Jungmädeln von Koben zu Koben. Krümel stieg immer auf den Rand des Troges, damit sie über bie Wand hineingucken konnte. Der Christian mußte sehr schnell denken, denn die Jungmädel fragten so viel hintereinander. Wie alt bas große Schwein hier in dem dritten Koben wäre, wieviel bie Tiere zum Fressen brauchten, was sie bekämen unb wie oft ... Dann saß der Christian mit den Jungmädeln auf bem Hof in ber Sonne. — Plötzlich klang Räberrollen von der Straße her. „Dann kommen sie nun chohl", meinte er, und sie gingen wieder zum (Statt hinüber. Der Wagen hielt, ein großer Kasten wurde heruntergehoben. Der Christian holte ein kleines Ferkel heraus und legte es Krümel in die Arme. Die stand ganz still; nicht weil sie Angst hatte, son- dern weil sie noch nie bas Klopfen von dem Herzen eines jungen Tieres gespürt hatte. Plötzlich schrie sie auf. Das Schweinchen hatte einen Sprung getan, rannte quer über den Hos. Krümel behielt erst den Mund offen, lief ihm bann nach, was aber weiter keinen Erfolg hatte. Die anbern Ferkel trug Christian nun selbst in den Stall, das war sicherer. Einige Tage später war es. Da zogen bie Jungmädel mit Körben von Haus zu Haus. Sie brauchten kaum zu klingeln, denn die Leute warteten schon auf sie, hielten Kartoffelschalen und allerlei Abfälle bereit. Sie hatten in ber Zeitung gelesen, daß bie Jungmädel für siebzig Schweine, bie für bie NS. -Volkswohlfahrt bestimmt waren, Futter sammeln sollten. In kurzer Zeit gehörten bie Schweine, die die NSV. den Jungmädeln zum Füttern gegeben hatte, eigentlich nicht mehr den Jungmädeln allein. Vielleicht war es aber gerade bas Schöne, baß alle Leute banach fragten, ob bie Schweinchen schon orbentlich gewachsen wären, und ob sie gut fräßen. Sie sagten auch kaum mehr, daß sie vergessen hät- ten, die Abfälle zu sammeln. Ja, ber alte Arbeiter vom Hinterhof ging eines Tages sogar mit ben Jungmäbeln zu bem. Bauernhof hinaus unb trug ihnen zwei Körbe. „Ich muß doch mal sehen, wie groß unsere Ferkel sind." Mittlerweile war ber Herbst gekommen, unb es war nun manchmal roinbig unb kalt in ben Straßen, wenn bie Jungmädel ihren Dienst für bie NSV. taten. Aber seit ihnen jemand einen kleinen Leiterwagen geschenkt hatte, auf dem sie die Abfälle leichter als in den Körben befördern konnten, ging es viel schneller und einfacher. Nur einmal hatten sie Pech. Es hatte geschneit, und der Land- weg kurz vor dem Hof war zäher Morast. Da brach ausgerechnet ein Rad. Aber schließlich fuhr der Wagen auf drei Rädern dann doch noch weiter. Die kleinen Schweine waren nun eigentlich keine richtig kleinen Schweine mehr. Sie waren gewachsen, sogar ordentlich. Wenn sie an nicht zu kalten Tagen in bie Box vor bem Stall gelassen würben, sah man so recht, wie groß sie nun waren. „Nun werden sie bald abgeholt", sagte ber Christian, und die Jungmäbel würben fast etwas nachdenklich. Eigentlich hatten sie bie Schweine richtig gern gemocht. Aber als sie an bie vielen Würste, an ben Speck unb bie Schinken bachten, waren sie boch sehr stolz auf den Erfolg ihrer Schweinezucht. R. T* Randglossen zur kleinen Zeitgeschichte Don Ernst v Niebetschüh. Aus Rom vernehmen wir, daß der Maestro Jldebrando Pizzetti in einer kürzlich veröffentlichten, vielgelesenen Broschüre über die zunehmende Lauheit des italienischen Theater- Publikums in der Bezeugung von Beifall und Widerspruch Klage führt unb sich mit Wehmut der schönen Zeiten erinnert wo der Bühnenkünstler noch regelrecht ausgepfiffen wurde und ein Bombardement von Schimpfworten und faulen Eiern ihm unmißverständlich dokumentierte, daß man nicht mit ihm zufrieden war. Wie aber ist es heute? Da sitzen diese wohltemperierten, von Tag zu Tag besser erzogenen Leute, deren Väter noch wußten, was sich im Theater schickt, unbeweglich auf ihren Parkettsesseln, klatschen ein wenig und überlassen es im übrigen der Presse, ihrem Urteil den üblichen Ausdruck zu verleihen. Allein was kann der Künstler, der echte Künstler, der den Barometerstand der öffentlichen Anteilnahme spontan erfahren will, mit solchem Urteil anfangen? Nichts. Denn was ist die Meinung der Zeitungen, verglichen mit jenem nun schon historisch gewordenen Orkan der Leidenschaft, der einst vom Parterre auf die Bühne brandete, alles wie in einem Taumel der Lust oder auch des Abscheus mitriß und sich, auf seinem negativen Höhepunkt angelangt, in einem grellen Pfeifen entlud! Gestehen wir, daß dem Maestro Jldebrando Pizzetti unsere Sympathie gehört. So wenig wir diese Form südlicher Temperamentsäußerung auf das deutsche Theater übertragen wissen wollen, so unbedingt möchten wir Herrn Pizzetti recht geben, wenn er sie zur conditio sine qua non einer italienischen Theaterrenaissance machen zu müssen glaubt. Er mag ein wenig übertreiben und seine Forderung nach größerer Aktivität etwas überspitzen, aber m einem hat er doppelt recht, und das trifft für alle Theater zu: das Publikum soll pfeifen oder klatschen, es mag auch aus Ergriffenheit schweigen, nur teilnahmslos und stumpf dasitzen soll es nicht. ♦ Die Heldenoerehrung treibt in Frankreich zuweilen sonderbare, für uns nicht ganz verständliche Blüten, besonders, wenn ihr Gegenstand d i e Frau ist. Und das ist sie dort mehr und häufiger als in allen anderen Ländern, wobei immer wieder auffallen muß, wie außerordentlich nuancenreich diese Verehrung ist, und daß sie keineswegs etwa vor dem Heldenmädchenvon Orleans Haltmacht. Denn da ist sie berechtigt, so typisch französisch es auch sein mag, daß gerade eine Frau es ist, die den großen Männern, die Frankreich doch auch hat, bei weitem den Rang abläuft und über die Jahrhunderte hinweg als der „Nationalheld" gefeiert wird. Fragwürdiger wird die Sache schon, wenn der Kranz der Unsterblichkeit solchen Frauen gereicht wird, die für ihren Ruf mehr als für ihren Ruhm getan haben. Wir meinen die Heldinnen der Liebe, deren Vergangenheit sie keineswegs daran hindert, eine große Zukunft zu haben, immer vorausgesetzt, natürlich, daß es sich um einen beispielhaft französischen Fall handelt, der imstande ist, auch noch die erotische Phantasie der Nachwelt zu beschäftigen. M a n o n L e s c a u l t ist so einer und nicht weniger A d o l. phine Plessis, die im Alter von 23 Jahren 1847 ihre Kurtisanenlaufbahn beschloß und als das Urbild von Alexander Dumas „Kamelien- d a m e" berühmt geworden ist. Der sonst so verstandesklare Franzose kann noch heute Tränen der Rührung vergießen, wenn bloß ihr Name genannt wird. Kein Wunder also, wenn alljährlich am Allerseelentage die Pariser, die männlichen wenigstens, zu ihrem Grabe auf dem Montmartre wallfahren und es ebenso reich mit Kränzen und Blumen schmücken wie das Denkmal der Jeanne d'Arc am 14. Juli. Nur in einem Lande, in dem die Frau, die Frau als solche, die Frau jenseits von Gut und Böse, im Mittelpunkt alles Denkens und Fühlens steht, ist eine solche Huldigung möglich, und der Fremde, der sie bucht, wird gut daran tun, sie als den Ausdruck einer nicht un- liebenswürdigen Nationaleigenschaft anzuerkennen. Eine Zeitung der kleinen Stadt Winsen an der Luhe hatte sich am 1. April dieses Jahres einen Scherz geleistet, der, wären Scherze wiederholbar, nachgeahmt zu werden verdiente, schon des- halb, weil er den gewünschten Erfolg hatte. Winsen ist, was nicht jeder wissen wird, der Geburtsort von Johann Peter Ecker mann, dem Verfasser jener berühmten „Gespräche mit Goethe", die Nietzsche einmal als eines der besten deutschen Prosabücher bezeichnet hat. Ohne Eckermann kein Goethe (wenigstens kein vollständiger), aber auch ohne Winsen kein Eckermann. Freilich kann man auch umgekehrt sagen: ohne Eckermann fein Winsen. Dies mag der Gedankengang des Spaßvogels gewesen sein, der damals in der Win- jener Zeitung von einem Eckermann-Denkmal schrieb, welches das Städtchen in der Lüneburger Heide zur bleibenden Erinnerung an seinen berühmten Sohn am nächsten Tage im Schloßpark enthüllen werde. Alle Welt übernahm die Nachricht, und Winsen war somit ganz plötzlich aus einem geographischen Begriff eine mit Achtung erfüllende Vorstellung geworden. Das Ganze war ein Aprilscherz, aber ein hübscher, wie sich bald Herausstellen sollte. Denn der Bürgermeister, der sich sagen mochte, daß Pstnsen jetzt den Fluch der Lächerlichkeit nur durch eine entschlossene Tat von sich abschütteln könnte, nahm den Spaß als Anregung und Mahnung, und wenn abermals der 1. April da ist, wird Winsen - an der Luhe sein wirkliches Eckermann-Denkmal haben. Kleine Ursachen, große Wirkungen! Reise im Nahen Orient. Von unserem $. A in., Damaskus - 9000 Inn Wüste bis Vagdad. Nachdruck verboten! Bagdad, im November 1937. Damaskus ist eine seltsame Oase in der Wüste. Die Araber nennen es in ihrer Sprache „Aschams" — die Sonne. Damaskus bedeutet wirklich für jeden Araber und Beduinen, der die angrenzenden Wüstengebiete durchquert hat, die Sonne des Lebens. Das kann nur der verstehen, der die ungeheuren, heißen Wüstengebiete Arabiens mit ihren Leiden, der ungeheuren Hitze und ihren Schrecken kennt. Der Europäer sieht Damaskus mit anderen Augen an. Für ihn ist diese Stadt in der Wüste eine Ueberraschung. Man mag es glauben oder nicht, in Damaskus gibt es asphaltierte Straßen, moderne Autos, Taxis. Pferdedroschken und sogar Straßenbahnen, elektrische Straßenbahnen, und das alles gaukelt einem das Bild einer europäischen Stadt vor. Diese Illusion wird aber weggewischt, wenn plötzlich der Straßenbahnschaffner mit wüstem Gebimmel seinen Wagen zum Halten bringen muß, weil eine Kamel- oder Eselkarawane sich langsam durch die Straßen schlängelt und aus technischen Gründen vor der Straßenbahn das „Vormarsch - Recht" hat. Oder an irgend einer Straßenecke plötzlich ein Grammophon aber Radio heult, dessen schreiende Dissonanzen der arabischen Gesänge einem klarmachen, daß man sich in einer anderen Welt befindet. Seit Jahrhunderten ist Damaskus Welthandelsplatz des Nahen Ostens, und es war auch immer das Ziel arabischer Fürsten und Herrscher, die sich dort festsetzten und Damaskus so- wdhl als Festung wie auch als Brücke zum Mittelmeer betrachteten. Ein riesiger Festungsbau, der in seiner Gewaltigkeit und Ausdehnung auch heute noch Damaskus beherrscht, ist Zeuge einer längst vergangenen Zeit. Die Kampftürme sind eingeschossen, die Mauern zum Teil geschleift, nur die Kasematten haben sich erhalten. In ihnen wiehern heute keine wilden arabischen Streithengste mehr, sondern in den Kasematten stehen fein säuberlich geordnet Bett an Bett — denn hier liegt die syrische Garnison. Vor einigen Jahren noch wurde um den Bau bitter gekämpft, das war, als die Franzosen in den Jahren 1919/20 sich Syrien eroberten, es zum Mandatsgebiet machten, und Emir Fei- s a l, den damaligen Beherrscher Syriens, besiegten, der dann nach Mesopotamien sich zurückziehen mußte, um später König des Irak zu werden. Ein ganzes Stadtviertel liegt noch zusammengeschossen da, es ist der mahnende Zeuge der syrischen Freiheitsbewegung gegen die Franzosen vor zwei Jahren. Bittere Kämpfe haben die nach Freiheit ringenden Syrer mit den Franzosen geliefert. Rücksichtslos haben die Franzosen die Aufstandsbewegung niedergerungen und dabei wurde dieses Stadtviertel zusammengeschossen. Aus Protest gegen Frankreichs Gewaltherrschaft haben, die Araber das Stadtviertel nicht wieder aufgebaut. Ein führender Sch -Korrespondenten^ arabischer Nationalist erklärte mir auf meine Frage, wie lange denn das so liegen bleiben solle: „Bis zu dem Tage, an dem die Franzosen unser Land endgültig verlassen haben. Bis ä u b em Tage der wirklichen Freiheit/ Ein anderes Stadtviertel gehört der Welt des Handels. In den Bazaren wird noch gehandelt und verhandelt, wie in uralten Zeiten. Ein Laden neben dem anderen. Ein Lädchen, kaum so groß, daß der Verkäufer sich darin umdrehen kann, neben einem fliegenden Händler. Kaufen kann man alles. Die berühmten alten Damaszener-Arbeiten: Waffen, Seiden, gold- und silberdurchwirkte Brokate, Keramiken, wirklich schöne, gute und antike Sachen. Alles das wird auch heute noch handwerklich in Damaskus hergestellt, denn das Handwerk vererbt sich auch hier von Generation auf Generation. Lange wird es jedoch wohl nicht mehr dauern, dann wird auch diese alte Kunst erliegen, denn die fabrikmäßig hergestellten Jmitativ- n e n „echter Damaszener-Arbeiten" finden schon reichlich Eingang in die Bazare. Mitten in diesen Handelsstraßen liegt die gewaltige Omayaden-Moschee, sie ist das beft» erhaltene Wahrzeichen der Stadt und zeugt von türkischer Herrschaft. Die Omayaden-Moschee ist ein Prachtwerk orientalischer Baukunst, Teppiche von Millionenwerten decken die riesige Gebetshalle. Seit Jahrhunderten beten hier die mohammedanischen Gläubigen zu Allah. Und dann gibt es noch ein anderes Stadtviertel, das ist die moderne Stadt, hier entstanden, wie überall in den letzten Jahren im Orient, Hochhäuser und moderne Ladengeschäfte, Kinos und Tanzbars dürfen selbstverständlich nicht fehlen, ebenso wenig moderne Hotels und unter diesen ist eines, das kaum einem europäischen Luxushotel nachsteht. Damaskus ist ein Kaleidoskop. Sämtliche Sprachen des Orients Hingen einem an das Ohr. Auf den Europäer, der zum ersten Male die Stadt betritt, macht das alles einen gewaltigen Eindruck. Man übersieht den chronischen Schmutz, man versucht, nur das Schöne im Auge festzuhalten. Diele Wolken sind am politischen Himmel Syriens aufgestiegen und vorbeigezogen — nun jedoch erwacht Damaskus auch politisch wieder zu neuem Leben. Es ist d ie Haupt st adtdes syri schen Staates, in dem sich seit kurzem die führenden arabischen Nationalisten aller Länder treffen. Hier wurde einst die arabische Freiheitsbewegung Syriens geboren und sie ist heute politische Hochburg, wenn sie auch zeitweilig durch französische Waffen vorübergehend zum Schweigen gebracht wurde. Erst kürzlich fanden mehrere große Konferenzen der Führer der panarabischen Bewegung statt, um immer wieder von neuem dem Gang der Dinge einen Austrieb zu geben. Eingeweihte wollen sogar wissen, daß die Führung der arabischen Aufstandsbewegung in Palästina eng mit Damaskus in Verbindung steht. Daher erklärt sich auch, daß der Mufti, das kirchliche Oberhaupt der Mohammedaner Palästinas, auf seiner Flucht aus Jerusalem in Syrien Schutz suchte. Für uns ist jedoch Damaskus nur ein Saumstein auf dem weiten Wege nach dem Irak. Unser nächstes Ziel ist Bagdad, und davon trennen uns noch fast 1000 Kilometer weiter Wüstenweg. In früheren Jahren brauchte man Wochen und auch Monate, um von Damaskus nach Bagdad zu gelangen, es gab nur eine Möglichkeit, die Kamel', karawane. Später, als die Automobile aufkamen, versuchten Wagemutige, die Wüste in kürzerer Zeit zu bewältigen. Manchem gelang es, aber viele mußten den Versuch mit dem Leben bezahlen. Sie kamen um, weil Wasser und Ben- zin nicht hinreichten, um die fast 1000 Kilometer zu bewältigen. Sie verdursteten oder ein Sandsturm deckte sie mit heißer Erde zu. Heute ist das auch anders geworden. Man hat Spezial- Autobusse für die Wüstendurchquerung gebaut und regelmäßige Fahrten eingerichtet. Auch dabei kommt es manchmal vor, daß so ein Wüsten-Auto- bus im Sande oder zur Regenzeit im Schlamm stecken bleibt. Aber Verluste an Menschenleben sind hier ausgeschlossen. Und trotz dieser bequemen Einrichtung versucht hin und wieder trotzdem ein „wüster" Wüstenfahrer in einem Tourenwagen die Ueberquerung. Wenn er jedoch ein solches Unternehmen wagt, muß er erst die Sondergenehmigung der syrischen und irakischen Behörden dazu einholen, die die Ueberwachung der Wüstenstrecke seit Jahren eingerichtet haben, außerdem ist er verpflichtet, einen arabischen „Wüsten-Chauffeur" mitzunehmen, der für die sichere Ueberquerung hastet. Selbstverständlich gibt es auch Flugverbindungen, die jedoch wegen der beschränkten Platz« f 5ttinl|ä$tr- "Urquell« moglichkeit und der hohen Gebühren nur von wenigen benutzt werden. Der Weg mit der Kamelkarawane dauert, wie gesagt, wochenlang, und der Kostenpunkt der Reise ist unbekannt. Für 100 Mark befördert der Wüsten-Autobus, der Wüsten-Expreß, in 15 Stunden feine Fahrgäste von Damaskus nach Bagdad. Zum doppelten Preis und in vier Stunden schafft es das Flugzeug. Wir wählen den goldenen Mittelweg und entschließen uns zum Wüsten- Expreß. Angepriefen wird er als „airconditioned and dustprooh, d. h. zu deutsch eisgekühltund staubdicht. Und das sind zwei Eigenschaften, die für die Wüstendurchquerung fast unbezahlbar sind. Aeußerlich hat der Wüstenexpreß entfernte Aehnlich- feit mit dem „fliegenden Hamburger", aber mit dem Unterschied, daß der „Wüsten-Zepp" von einem Diesel-Tracker gezogen wird. Auch die innere Einrichtung ähnelt der seines deutschen Kollegen. Man sitzt in wunderbar gut gefederten Sesseln, die man nachts zum Schlafen zurückklappen kann. Federung ist die Hauptsache, denn der Weg führt nicht über eine gepflegte Autystraße, sondern geht einfach durch die Wüste, über Berg und Tal, über Steine und zuweilen auch über spiegelglatte Sand- flächen. Vier Uhr nachmittags rollten wir ab, und bald hatten wir die Hügelkette kahler Sand- berge, die Damaskus umlagern, erklommen, und dann waren wir in der Wüste. Soweit das Auge blickt, kein Strauch, fein Grashalm, nichts — nur gelber flimmernder Sand, über dem ein strahlend blauer Himmel steht, und der eine unsagbare Hi^e ausströmt--und Steine. Da fällt einem das in der Schule gelernte Wort ein: viel Steine gabs U"d wenig Brot. Wenn man so beharrlich in d m fühlen Wagen sitzt und durch die staubdichten großen Fenster hinausblickt, dann kann man sich oar feine- Vorstellung davon machen, wie heiß es draußen ist, und wie beschwerlich die Wüstendurchquerung ohne die Errungenschaften der Neuzeit ist. An der syrischen Polizeistation hält der Autobus noch einmal. Die Polizeistation ist Paßfontrollstelle. Ein viereckiger, Heiner Festungsbau, von hohen Mauern umgeben, nur Schießscharten starren einem entgegen. Die französische Trikolore flattert über der Zitadelle, zum Zeichen, daß Syrien noch nicht frei ist, sondern immer noch unter französischer Mandatsherrschaft steht. Französische Fremdenlegionäre bevölkern diese Heine Festung. Sie haben wie immer das Los, auf den exponiertesten und schwierigsten Posten französischer Be- Marionettentheater. Von Sofie von Llhde. Erwartungsvolle Stille! Hundert Kinder, Heranwachsende, die schon nahe vor Zweifeln und Kritik stehen, und kleine, ängstlich frohe, auf dem Schoß der Mütter, blicken atemlos zu dem Bühnchen hinauf, wo hinter dem goldenen Vorhang das Licht sich entzündet hat und eine' geheimnisvoll leise Musik zur Märchenwelt hinüber führt, der auch wir Erwachsenen mit der ganzen glücklichen Bereitschaft zum Kindsein, die die Weihnachtszeit wie keine andere in uns erweckt, uns hinzugeben bereit sind. Da — ein allgemeines, jubelndes Ah! — der Vorhang hebt sich? Holde Welt der Puppen, lächelndes Abbild unsrer Leidenschaften und Geschicke — nichts ist so im Tiefsten dem gleichnishaften Wesen des Märchens verwandt! Es ist die aufregende Geschichte vom Rumpelstilzchen, die über die kleinen Bretter geht und den Kindern Anlaß zu hüpfender Freude, zu lauter Empörung, zu verstummtem, mundoffenem Staunen gibt. Dieser König ist ein König wie er sein muß im Märchen: mit dicker, goldener Krone, mit Purpur und Hermelin und einem wohlwollenden, lebensfrohen Bäuchlein, geht er unter feinem Volk spazieren und hat alle Taschen voll unerhörter Möglichkeiten. Er schüttet denn auch gleich seinen Zaubermantel über ein Bauernmädchen aus und heraus fällt ein schöner Prinz und ein Königinnenkrönlein; aber zuvor hat das arglose Kind sich in die Hände eines kleinen Kobolds, des Rumpelstilzchens, begeben, der sie Stroh zu Gold spinnen lehrt und ihr damit den schlanken Königssohn verschafft, aber nun einen Wunsch bei ihr frei hat. Er nützt es aus, der boshafte, kleine Troll, und als die junge Königin schließlich ein Kindlein wiegt, fordert er dieses. Wie kommt es, daß man ihm nicht zürnen kann, dem bösen Wicht? Ist es, weil er gar so herrlich aufregend die Märchenwelt der Unterirdischen verkörpert? Ist es, weil der Künstler, der ihn schuf, und die unsichtbare Hand, die ihn lenkt, etwas so wunderbar naiv und kindlich Böses, so koboldhaft Fröhliches aus ihm machen? Oder erkennt man ganz einfach in ihm etwas, das wir alle kennen: die Macht des Bösen überhaupt, die mit der einen Hand das Tor zu ersehnten Reichen öffnet und mit der andern uns heimlich die Kette um den Fuß legt und der wir doch immer und immer wiedex verfallen, weil die schenk—»^ mit so holden Betörungen lockt? Nun, die Kinder denken so weit nicht, aber unbewußt unterliegen auch sie dem gnomenhaften Tropf. Da sie sich, trotz dem beschwichtigenden Psch! Psch! der Mütter und frommen Schulschwestern keinerlei Zwang auferlegen und lebhaft mitspielen, challt der Saal von ihren Meinungen wider, und die gehen alle dahin, daß das wildbehaarte kleinwinzige Männlein sehr böse sei, fragt man aber die kleinen Zuschauer, was denn nun das Schönste von allem fei, so rufen sie einmütig: „Das Rumpelstilzchen!" und nur sehr wenige und sehr zaghafte Stimmen sprechen sich für die arme, geprüfte Königin aus. Ein sehr temperamentvoller Vierjähriger, der auf meinem Schoße sitzt, schreit unter wütenden, rächenden Püffen gegen meine Beine: „O, du böser Rumpelstilz — du bist ja unartig! — na, wart nur, bis der Papi kommt!" — um schließlich, als das lästerliche Gnömchen mal wieder einen seiner höllisch frohen, triumphierenden Springtänze aufführt, mir um den Hals zu fallen mit dem vor Entzücken ganz erschöpften Seufzer: Guck doch bloß, der Rumpelstilz!? Sieg des gutgelaunten Bösen auch hier?! Nachdenklich schaut man in die hundert strahlenden Augenpaare. Pause, wie in dem richtigen, großen Theater. Da entladen sich die aufgestauten Leidenschaften in einem Lärm, der beispiellos ist. Längst haben auch die größeren Kinder, vom Märchenzauber bezwungen, alle „Weisheit" abgelegt und sind rtur noch Kinder. Alle sind von den Stühlen gesprungen, sie lachen, sie schreien, sie tragen Meinungsverschiedenheiten über das Stück prompt mit ihren Heinen Fäusten aus, sie hüpfen, sie tanzen, sie verlangen laut, daß es weitergehe. Die frommen Schwestern versuchen, wie ängstliche Hennen, die wilden Küchlein in den dunklen Falten ihrer weiten Gewänder zur Ruhe zu bringen, umsonst natürlich; die Mütter seufzen nur noch und halten fest, was sich erwischen läßt. Und schließlich werden Ungeduld und Aufregung in Schokoladeplätzchen und Lutschbonbons abreagiert. Das Klingelzeichen? Die Kinder schreien auf, die Schwestern zerren Entwischte eilig auf ihre Plätze zurück, schon hebt sich der Vorhang wieder. Und wie das nun so ist in einem rechten Märchen und Marionettenspiel: das Gute siegt! Und Rumpel- stilzchen unterliegt mit seiner ganzen gewissenlos vergnügten Bosheit. In einer nächtlichen Waldszene, die so entzückend ist, so ganz Hexenhäuslwelt aus Kindertagen, daß auch mir Großen alle voll gläubigem Glück sitzen und schauen und lauschen und selbst der kleine Wildling auf meinem Schoß ganz still geworden ist vor Verzauberung, belauscht der gute, dicke, komische Papa der armen Königin, von den glühenden Augen eines Geisterkaters sehr in Respekt gehalten, das Rumpelstilzchen, wie es um ein Feuer tanzt und voll Freude singt: „O wie gut, daß niemand weiß, daß ich Rumpelstilzchen heiß!" Aus diesen Namen aber kommt es gerade an und auf gar nichts sonst; denn der böse Quälgeist, seiner Sache gewiß, hat der weinenden Königin versprochen, ihr das Kindlein zu lassen, wenn sie seinen Namen rät. Nun läuft der dicke Papi, was hast du, was kannst du, nach Hause, den kostbaren Namen zu verkünden. Eitel Glück im Königsschloß! Rumpelstilzchen tritt an, das Kind zu holen, und noch einmal ent» wickelt sich die ganze Meisterschaft der unsichtbaren Hände, die an den Fäden ziehen: wie die kleine Königin, nun schon heimliche Siegerin, mit gespielter Verzweiflung einen Namen nach dem andern rät, wie der frech vergnügte kleine Wicht, auf einer Stuhllehne umherhüpfend, in steigender Freude einen Namen nach dem andern verwirft, bis der richtige fällt und das Gnömchen sich vor fassungsloser Wut selber in Stücke reißt — ach, wie ist das entzückend! Es lind nicht nur die Kinder, die vor Begeisterung juveln. Leise sinkt der Vorhang über einer holden Welt. Durch weihnachtliche Straßen folgt uns ihre Bezauberung, und als ich den vor lauter Aufregung, Glück und Kuchen ganz schläfrig gewordenen kleinen Wildling wieder in die Arme seiner Mutter zurückbringe, flüstert er mir besorgt zu: „Glaubst du, der arme Rumpelstilz wird nie mehr ganz?!" Sieh an, er teilt meine Besorgnis! Und um ihn und mich zu trösten, sag ich überzeugt: doch, doch, das wird er sicher, bald tanzt er wieder frech und luftig um das Feuerlein. Eine Londoner Mozart-Erinnerung. An dem Haufe Ebury-Street im Londoner Stadtteil Chelsea soll eine Gedenktafel angebracht werden, die an den Besuch des achtjährigen Wolfgang Amadeus Mozart erinnert, der hier mehrere feiner ersten Kompositionen schrieb. Er war von seinem Vater über Paris nach London gebracht worden, wo er bei Hofe den größten Erfolg hatte. Ganz London drängte sich dazu, die „Naturwunder", wie der Vater seine Kinder nannte, zu sehen. Als der Vater eine schwere Erkältung davongetragen hatte, zog er sich, um Erholung zu suchen, mit feiner Familie nach Chelsea zurück, das damals noch ein Dorfleben für sich führte. Aufruf zum Optimismus. Viele Leute bilden sich em, daß die Pessimisten tiefsinniger seien als die Optimisten, und berufen sich dabei fälschlich, wie Dr. Johannes Neumann (Gießen) in einem Aufsatz des Dezemberheftes von Velhagen & Klafings Monatsheften auseinanderfetzt, auf philosophische Systeme und ihre Träger. In Wirklichkeit ist der Pessimist der Schwache. West die Welt anders zu sein pflegt, wie er sie wünscht, und weil er nicht die Kraft in sich fühlt, sie nach seinen Ansprüchen zu wandeln, ist er Pessimist. Man kann sich aber gegen die Tücke des Schicksals nicht dadurch wehren, daß man sich vor ihm zu hüten beschließt. Neumann setzt das sehr hübsch an Beispielen auseinander, wie wir sis alle erlebt haben. Er schreibt: „Wir haben in unserer Wirtschaft abgebaut, um nicht zuviel auszugeben, um unseren Haushalt auszubalancieren. Dabei wurde bei der Verringerung der Wirtschaft immer weniger verdient. Deshalb neuer Abbau, neue Sparmaßnahmen. Daraus wurde wieder ein noch stärkerer Schrumpfungsprozeß. Das war eine Spirale, die immer mehr nach innen ging mit der Richtung auf den toten Punkt. Wir haben jetzt gelernt, es umgekehrt zu machen. So wurde die Autosteuer aufgehoben. Zunächst fteilich fiel diese Steuer aus. Aber das Vertrauen wuchs. Aus der wirtschaftlichen Erleichterung wurde ein Ankurbelungsprozeß. Der Autoverkauf stieg. Nun ist die Autoindustrie eine Schlüsselindustrie, die wieder andere Industriezweige ankurbelte. Jetzt bewegte sich die Spirale nach auswärts. Der Verbrauch belebte wieder neu, und darum stieg das Vertrauen wieder weiter. Sorge, Angst, Mißtrauen lähmen. Vertrauen ab et macht Mut, und Mut stärkt wieder das Vertrauen. Dieser Aufruf zum Vertrauen bedeutet nicht, d n Gefahren und Schwierigkeiten gegenüber blind zu sein. Der wirkliche Optimist weiß um Not, um Schwierigkeiten, um Kampf, um Versagen und um Risiko. Nur weiß er auch, daß das, was aus diesen Tatsachen wird, von ihm abhängt. Er greift zu und hat das Gesetz des Handelns in seiner Hand. Er glaubt an die Möglichkeit, auch harte Tatsachen meistern zu können. Der Pessimist will alles Risiko vermeiden. Darum wagt er nichts. Und so glückt ihm auch nichts. Der Pessimist darf nie verlieren. Der Optimist rechnet mit der Möglichkeit, auch einmal zu verlieren, und er verliert auch manchmal: aber er läßt sich durch nichts und niemand entmutigen." W-« Wtz Ihr11 sehnlichster Wunsch: zu diesen billigen Preisen ■eh u. Russisch-Nerz gefärbt >00 Sealkanin - Stücken- Jacken au< Waroc-Futter Paredes- (Bagdadlamm) Paletots . . . . A»f Wunsek Natur - Richte, Opossum - Würger ZaMunqs- n. Petzkragen in schöner Auswahl Sealstücken-Paletots zc00 *1* Ig-, Maroc-Steppfutter, wie Bild v5~• Zickel-Paletots canztelL auf Blsamrücken.Otter, ^ftOOO Feh u. Russisch-Nerz gefärbt. IUO~ w M M - 1 W v/M/fc , i; ■ ÄU?/- -MH WWMW MW lieber 900 Kilometer hat der Bus in 14 Stunden überwunden, das Sandmeer liegt hinter uns, mir sind im ehemals „gelobten Land", das zwischen Euphrat und Tigris liegt, angelangt. Die Luft beginnt nach Oel und Teer zu riechen, Autos begegnen uns in größerer Zahl, und dann wieder ein Stück weiter blinkt in der Morgensonne der Euphrat, an dessen Ufern herrliche Palmenhaine und hohes Grün wachsen. Arbeitsame Siedler bestellen die Felder, Kamele stillen ihren Durst in den Wasserzügen — hier ist wieder Leben. Langsam nähern wir uns dem Ziel, die goldenen Kuppeln und Minaretts der Kasimehn-Mofchee blinken in der Morgensonne. Die Bagdad-Bahn kreuzt unseren Weg, wir sehen die Ufer des Tigris, ein großes Häusermeer: Iraks Hauptstadt Bagdad. Wohin mit den alten Spielsachen? NSG. Vom 4. bis 11. Dezember wird im Gau Hessen-Nassau eine Spielzeugsammlung durchgeführt. Jungmädel des BDM. gehen von Tür zu Tür, um überall nachzufragen, ob Spielsachen vorhanden sind, die noch anderen Kindern Freude bereiten können. In vielen Familien wird es so fein, daß die Heranwachsenden Kinder ihre Spielsachen nicht mehr mögen oder sie einen Teil nicht mehr benutzen, weil sie mit ganzer Liebe an neuen Geschenken hängen. Alle Hausfrauen werden deshalb gebeten, alsbald das Spielzeug ihrer Kinder nachzusehen und in den Kammern zu kramen, wo ein großer Teil unbenutzter Spielsachen in vergessenen Ecken herumsteht. Man muß sich auch einmal von alten Sachen trennen können, wenn man damit anderen Kindern Freude machen kann, deren Eltern nicht in der Lage sind, für das Weihnachtsfest Spielsachen zu kaufen. den Weideplätzen das einzige, was sie suchen. Aber auch einmal im Jahr kommt für die Beduinen Oie gute Zeit, das ist der Winter, wenn der Himmel seine Schleusen öffnet und rauschende Wasser, die vom Sturmwind getrieben werden auf dse ausgetrocknete Lehmwüste fallen. Dann wird die Wüste, die im Gegensatz zur nordafrikanischen aus Lehm besteht, fast grün, und dann beginnt die gesegnete Zeit für die Beduinen. Kleine Steinhaufen sind die einzige Markierung des Weges, der feit Jahrhunderten die kürzeste Verbindung zwischen dem Mittelmeer und Mesopotamien, dem heutigen Irak, ist. Die Beduinen wandern nach dem Stand der Sonne, die modernen Chauffeure fahren nach dem Kompaß. Ein wunderbarer Sonnenuntergang verwandelt die von der Hitze flimmernde Wüste wie in ein Meer von Blut. Dann ist es ganz plötzlich Nacht. Die Temperaturen sinken schnell, vom Sonnenuntergang bis Mitternacht sinkt das Thermometer um 28 Grad. Und um diese Zeit langen wir bei dem ersten irakischen Grenzposten in Rutba an. Auch Rutba ist eine kleine Festung, die Grenzmarkierung besteht hier überraschenderweise aus schweren Drahtverhauen, wie wir sie vom Krieg her noch kennen. Der Durchgang, den die Wagen passieren müssen, wird durch spanische Reiter gedeckt. Der Grenzposten ist stark ausgebaut, auch hier starren Schießscharten nach allen Himmelsrichtungen. Der einzige Eingang, der in einen geräumigen, großen Jnnenhof führt, in dem verschiedene Automobile parken, wird durch ein eisernes Tor gesichert. Ein Unterkunftshaus mit Wasch- und Baderäumen, Speise- und Schlafzimmern und so etwas ähnliches wie eine Bar ist auch vorhanden. Doch welche Preise! Ein Glas Bier 1 Mark — Zitronenlimonade das gleiche, 1 Glas Wasser 50 Pfennig. In ähnlicher Weise bewegen sich auch die Preise für etwas Eßbares. Ueberrafchend teuer, aber erklärlich, wenn man bedenkt, unter wieviel Mühen dieser Schutz- und Halteplatz in der Wüste uufgebaut wurde. Jedes Stück Holz und jeder Ziegelstein, alles mußte hunderte Kilometer weit herangeschleppt werden, um diese künstliche Oase zu schaffen, die nicht nur für zivile, sondern vor allen Dingen auch für militärische Zwecke errichtet wurde. Sie besitzt eine Funkstation, Tankstelle, einen Notlandeplatz für Flugzeuge, und eine direkte Tele- vhonverbindung mit Bagdad. Rutba ist gleichzeitig die Ueberwachungsstelle für einzelne Wüstendurchquerer. In einem Schuppen stehen, unsichtbar für neugierige Beobachter, einige schnelle, mit MG.s bewaffnete Panzerwagen der Wüstenpolizei zum Schutz für die Reisenden und zu Hilfeleistungen für in Not Geratene, und vor allen Dingen zur Bekämpfung des Schmuggels. Eine Stunde dauert hier der Aufenthalt, die Chauffeure werden gewechselt, frisches Wasser wird getankt, die Reifen geprüft, und dann sucht jeder wieder seinen Platz auf und versucht so gut zu schlafen, wie er kann. Die 20 Grad im Wagen- innern werden empfindlich „kühl". Man hüllt sich in Wolldecken und läßt sich die Temperatur ein bißchen hoher schrauben, ein Druck auf einen Knopf genügt, und schon ist angenehmere Wärme hervorgezaubert. Am nächsten Morgen zeigt die Wüste ein anderes Gesicht, man sieht schon ein paar Palmen und Sträucher, Wasserkanäle durchziehen schachbrettartig den Wüstenboden, und Rauchsäulen aus einzelnen Lehmdörfern steigen gen Himmel. Und plötzlich rollt der Wagen stoßfrei auf einer asphaltierten Straße. sitzungen eingesetzt zu werden. Der Dienst ist sehr hart. Wochenlang müssen sie Tag und Nacht auf dem Posten fein in der unmenschlichen Hitze. Und wenn sie mal Urlaub haben, dann gehen sie bis nach Damaskus, in irgendeiner Tanzbar, die mit europäischen Mädchen bevölkert ist, findet man sie dann wieder. Die Paßkontrolle ist nach kurzer Zeit erledigt, die Fußsohlen fangen auf dem glühend heißen Sand an zu brennen. Da ist man wirklich froh, daß man nicht auf dem Rücken eines Kamels Die weite Reise hat antreten müssen. Stunden und Stunden, ohne den geringsten Aufenthalt, saust der Wüsten-Bus mit 70 Kilometer Stundengeschwindigkeit dahin. Immer nur wieder Sand, Sand und Staub. Ab und zu begegnen wir einer Kamelkarawane oder einem einzelnen Reiter, und dann fragt man sich immer nur wieder: wo kommt er her, wo will er hin in dieser unendlichen Einsamkeit. In der Ferne, unweit der Karawanenstraße, schimmern schwarze Zelt, das sind die typischen Lager der Beduinen, die mit Vieh und Frauen und Kindern ihr Lebenlang auf Wanderschaft sind, immer auf der Suche nach Weideplätzen und nach Wasser. Tausende Beduinen bevölkern diese unendliche Wüste, sie haben keinen festen Wohnsitz und kein Stückchen Erde, das sie ihr Eigen nennen. Nach ihrer Meinung gehört ihnen das ganze Land. Sie kennen keine politischen Grenzen und kein geschriebenes Gesetz, sie kennen nur die Gesetze ihres eigenen schweremLebens. Kämpfe werden manchmal unter den nomadisierenden Stämmen um Wasserlöcher oder Weideplätze ausgetragen. Aber all diese Kämpfe haben nichts mit Politik oder staatlichen Gegensätzen zu tun, davon wissen die Beduinen nichts. Sie sind Beduinen, ihnen gehört die Wüste, und das notwendige Wasser zum Leben ist neben fA 9*1 Ätt onh- ab, inh» und luge nur ilenb , Pr 15 h 1 rt - n 1 TO« 1 oat tau» ique» . Lang-Göns, Gummersbach, Köln, Kirch-Göns, Hausenbühl, den 3. Dez. 1937 Die Beerdigung findet Sonntag, den 5. Dezember, nachmittags 1.30 Uhr statt 05907 Kinzenbach, den 2 Dezember 1937. 7987 D 7968 D Unsere sieimsparbuchsen Banhfpatbüdjet Heuchelheim, Gießen, Vetzberg, 3. Dezember 1937. DRESDNER BANK 7986 D Male Gießen, Iotiannesstraße 1 7607o Heute nacht entschlief sanft nach kurzem Krankenlager unsere liebe Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Die Trauerfeier findet am Montag, dem 6. Dezember, nachmittags 1.30 Uhr in der Kapelle des Neuen Friedhofs in Gießen statt Heute entschlief in dem Herrn nach kurzer Krankheit unser lieber Vater, Großvater, Urgroßvater und Onkel Wünsche erfüllen HANSA 1100: Groß» raumkarosscri- en — Platz wie mancher 6«Zylinder .. 9-10 Li- ter-90-100 km! unter dem Weihnachtsbaum im weihnachtlichen ßewande Familiendrucksachen Verlobungsan zeigen Vermählungsanzeloen Geburtsanzeigen bei Brühl, Schulstr. 7 ab Lager lieferbar Krahn & Comp. Automobile Gießen Frankfurter Straße 82 Tel. 3039 Elchen- Brennholz gibt laufend ab 7772D Küferei Wilb. Wagner, Großen-Buseck. In tiefer Trauer: Familie Heinrich Kiefer Familie Karl Kiefer Familie Konrad Müller Familie Karl Wieland Familie Paul Spies Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgange unseres lieben Entschlafenen sagen wir hiermit unseren innigsten Dank. Im Namen der Hinterbliebenen: Frau E. Währum, Gießen, den 4. Dezember 1937. Die Beerdigung findet am Sonntag, dem 5.Dezember, nachm. 2X[% Uhr vom Trauerhause, Gießener Str. 1, aus statt. Kohlen Koks 6452 D Briketts Holz Torf Dungkalk H. Maar 4 Sohn Frankfurt. Str.19 Mühlstraße 18 Tel. 8144 3145. Frau Elisabethe Schmidt geb. Kröck im 74. Lebensjahre. Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Wilhelm Schmidt Familie Karl Mühlig Wwe. Familie Heinrich Weber V. Familie Theodor Römer. Bekanntmachung. Das Städtische Wohlfahrtsamt ist vom 6. Dezember 1937 bis auf weiteres Dienstag und Donnerstag für den Verkehr mit dem Publikum geschlossen. Für dringende Fälle steht die Auskunftsstelle im Stadthaus, Lonystraße 2, zur Verfügung. 7959C Gießen, den 30. November 1937. __Der Oberbürgermeister: RiHer. Asbest- 'Platten 1,2,3,4 u. 5 mm, wieder am Lager. 2O4D CarlSchunck Klaviere neue u. gebr., zu verkauf, u. w vermieten. Reparaturen n. Stimmungen fachgemäß u. vre'sw. 463b G-Eberör Gießen, Bleichstrahe 17 Televb. 2403. Hartbrennholz ä Wagen 5 Mk. Anmachholz, ä Wagen 6 Mk., 1 Sack Anmachbolz 1 Mk frei Keller. M2d J. Wellhöfer, Telephon 2313, Marb Str. 24. Heinrich Kiefer, Zimmermeister Altveteran 1866 und 1870/71 Im 93. Lebensjahre Montag, den 6. Dezember 1937, verkaufe ich im Neuenweg Nr. 28, Eingang durch den Hof: 60i4d Büfetts, Kleiderschränke, 1 Spie- gelschrank, Sofas u. Sessel, Nah- und Schreibmaschinen, 1 Herd, Gasherde, Küchenschränke, Betten, Schreibtische, 1 Aktenrollschrank, 1 Kassenschrank, 3 Badewannen, Grammophne u. v. a. Der Verkauf findet bestimmt statt. £. Hartmeh Biberette-Stücken- Jacken auf Maroc-Futter 45— Todesanzeige. Heute morgen entschlief unser lieber Bruder, Schwager und Onkel August Müller im 81. Lebensjahre. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Paul Müller Hugo Müller Lina Niebling, geb. Müller Whitecoat- u. Murmel« StUcken-Jaeken Zkkel-Jacken Morgen Sonntag zeige ich in meinen Schaufenstern efljtc OrienhCeppi dbc und delle deutsche martavCeppidtje Drücken, Läufer, Vorlagen Tisch- und Diwandecken, Reisedecken DekorationS-Stoffe, Stores Ditte um Besichtigung! Heinrich, fiochftitttr - __________________________________________________7980 a fpezial dunkel 'fondererseu&msse: fdei-!?ils 7982 D Oer größte Weihnachtswunsch 1 bequemer Sessel in Gießen 8.20 Uhr Abfahrt 1 schöne Kautsch Die reichste Auswahl und die schönsten Stoffe finden Sie bei A. Wehrheim, Polsterwerkstätte, Löberstraße 17 Ständige Ausstellung: Goethestroße 6 05936 7996 A rlobung geben bekannt Zhre V e Lina Eckstein Capes Robert Baum Umarbeitung Modernisieren 811 Nr 05900 SCHULTHEIS 05912 7965 D geben ihre Vermählung bekannt 7264A von Gießen 05894 STADTKIRCHE GIESSEN Donnerstag, den 9. Dezember 1937, abends 8% Uhr 8027 D \W7/ GLORIr 7934 D Ermäßigte Preise! Zahlungserleichterung! -7955V in reichhaltiger Auswahl im bekannten ^Spezialhaus von Bahnhofstrabe 31 7920 A 7988 D MWWWMW in W MW! und heute abend zum Beginn 20.15 übe 7981 D Ginivttt einschl.Tan» 5Li vs PQLAST Giessen Schwerhörige Teppiche Läuferstoffe Brücken Bettvorlagen Gardinen jegl. Art Dek.-Stoffe Bez.-Stoffe Für die mir anläßlich der Vollendung meines 75. Lebensjahres erwiesenen Aufmerksamkeit. danke ich allen, die meiner in so überaus freundlicher Weise gedachten. 8005 d Frau Albertine Rau Gießen, 4. Dezember 1937. Meine Verlobung mit Fräulein Gisela Geest, Tochter des Herrn Superintendent Friedrich Geest und seiner Frau Gemahlin Snriqueta,geb.Meidell, gebe ich hiermit bekannt Schlaf- und Reisedecken Steppdecken FeUe Sonder-Veranstaltung vom Spezial-Filmhaus Hornberg, Berlin Sonntag, 5. Dezember 1937 TA1NZ Es ladet em: Franz Rathenow Optiker Magnus Seltersweg 33. Ihr Kassenlieferant Jacken Paletots Mäntel Füchse Skunks Ab 1. Januar 1938 beginnt ein Anfangs-Kursus Voranmeldung erwünscht Ihr Weihnachtsgeschenk - Wieder hören! Spezial -Vorführung am Montag, 6. Dez., In Gießen im Hotel Schütz, von 10—1 Uhr. Prüfen Sie unverbindlich unsere wundervoll klangreinen und nebengeräuschfreien Konstruktionen. Wir erwarten Sie! Prospekt M gratis durch Deutsche Akustik-Ges., Berlin-Belnickendoi f. Elekt r,Q Leuchten- Radio v/ Fritz Rasp, Olga Tschechowa Hilde v. Stolz, Herbert Hübner Wolfgang Liebeneiner Russische Tänze und Chor: Dr. Swerkoffs Gesangs-Symphoniker Quartett Popoff Dipl.-Volkswirt Or. rer. pol. Ernst Eckhardt Lieselotte Eckhardt, geb. Klein Gasthaus Zur deutschen Eiche Klein-Linden 8032A Buxtehude - Bach — Reger — Micheelsen Freie Improvisationen Eintrittskarten zu RM. 1.- und RM. 1.50 bei Ernst Challier, Musikalienhandlung, Neuenweg 10, Fernsprecher 2671, und an der Abendkasse. Studentenkarten RM. -.50 bei Ernst Challier und im Studentenwerk Orgel-Konzert Karl Heinz Eckert - Berlin viel angenehmer trägt sich die druckfyeie Rückfahrt ab Frankfurt (Main)-Süd 21.12 Uhr Aufenthalt in der Stadt Frankfurt rd. Bestunden Fahrpreis 3.10 RM. einschl. Gebühr für Betreten des Flughafens und Innenbesich- ' tigung des Luftschiffes „Graf Zeppelin“ Die Teilnehmer erhalten auf Wunsch gegen Vorlage der Sonderzugkarte ermäßigte Eintrittspreise zum Tiergarten und Palmengarten in Frankfurt Weitere Auskunft kostenlos bei den Fahr- karten-Ausgaben und MER-Reisebüros Reichsbahndirektion Frankfurt (Main). 7998V Wilhelm Michel, Kriegsgerichtsrat beim Gericht der 9. Division Hans Nurtsch, Musiklehrer Alicenstraße 3611 Heute Samstag, den 4. Dezember, Beginn 23 Uhr Außergewöhnliche Spätvorführung Handharmonika -Unterricht erteilt privat Fernruf 3565 Gießen Marktstrabe 3 Telefon 3091 Gegründet 1832 WIESECK Sonntag, den 5. Dezember 1937 mod. Tanz W. Dorfeld Die Musik wirb ausgeführt von 6 Mitgliedern der Regiments- kavelle des Jnfanterie-Regim. 116 Kombinator- Dauerwellen verbess. Methode, kurze Behandl., keine Kitzebeschwerden, erstklassig ausgeführt im SALON GATH Gießen, Bahnhofstr./Ecke Grabenstr. Während der billigen Stromzeit von 8—4l/2 Uhr 7977d Reichsbahn-Sonderzug mit 60% Fahrpreisermäßigung am Sonntag, den 12. Dezember 1937 von Gießen nach Frankfurt (Main) und zum Flug- und Luftschiffhafen Rhein-Main Herzliche Einladung zumOemeindetagderlut^rgemeindeGießen am Sonntag, dem 2. Advent (5. Dez.) in der Turnballe am Oswaldsgarten Beginn: 14 Uhr Ende der Veranstaltung gegen 19 Uhr Sitfflenuornono u. Pfarramt öet Wrgemelnöe 7991 D Selbstgekelterter, naturreiner Apselsastu. Apfelwein LudwigKohlermannIV. Inh. L. Heiderich 7s4iD Tel. 4374 Gietzen Bleichstr. 14 Cafe Amend Montag nachmittag kommt der Nikolaus für unsere Kleinen WIESECK Sonntag, den 5. Dezember TA\NZ Zum kühlen Grund Inhaber Adolf Schepers. 7092D Dillenburg Hauptstraße Berlin W.s Zm Advent 1937 Gießen Kanonierstraße 4 Moltkestraße 22 Siebener SrauftausSier reoftlbeßömmlitft und beließt PELZE JFIÜIR Äerlin-Siemensstadt Ilonnenbammallee 92 E I. r. 5. Dezember 1937 Landgraf.PWpp.Matz Oiebf meine IBa (he nicht aus wie neu? Diel duftiger, weißer und schöner ist sie geworden, und ich habe doch genau so gewaschen .. 3a - bisher haben Sie wahr- Die immer scheinsich nur auf die bekannt große Heini- gungskraft 3hres Waschmittels geachtet, ober penil in seiner heutigen Form bietet ganz neue und wertvolle Verbesserungen, weil es die so schädlichen Kalkteilchen löst, die sich beim Waschen ins Gewebe sehen und die Wäsche grau machen - grau, spröde und bruchig! Perfil batt diese schädlichen Ablagerungen weitgehend von der Wäsche fern, dadurch wird die Wäsche Diel mehr geschont, zugleich aber so schön im Aussehen und so angenehm im Tragen, daß es leder aufmerksamen Hausfrau gleich auffällt. luicht nur gewaschen, nicht nur rein - persil-gepflegt soll Wasche fein! 0 Dergroßte u. geheimnisvollste \pion u. Verräter. aller Zeiten Ur. 285 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhesien) Samstag, 4. Dezember (957 Aus der Stadl Gießen. Kinder-Träume. Von Hans Hartmann. In diesen Tagen erscheint in fast allen Häusern, wo Kinder sind, der Nikolaus oder der Knecht Ruprecht, mit einem großen Sack, einem langen Bart und einer Rute. Vielfältig ist Gestalt und Name dieses Mannes, der zu unseren Kinderträu- merr' gehört, wie die Märchengestalten der Frau Holle oder der Knusperhexe. Sie erzählt von einer reichen Vergangenheit. Es gab wirklich einen „Heiligen" Nikolaus, dessen Leichnam vom Osten nach der italienischen Hafenstadt Bari gebracht wurde und dessen Geburts- und Todestag davn gefeiert wurden. Als diese Feier nach Deutschland übertragen wurde, ist der heilige Nikolaus zusammengeflossen mit dem altgermanischen Ruprecht. Heidnische Gebräuche hatten sich erhalten, in denen während der Wochen vor dem Iulfest ter Umzug der Geister sinnbildlich dargestellt wurde. Manche meinen, daß DZotan der Führer dieses Zuges war; dann wäre der Knecht Ruprecht eine Art Wotansgestalt, freilich stark verkleinert und verniedlicht. Gleichgültig, wie er durch die Jahrhunderte seine Gestalt behacken oder gewechselt hat — er ist und bleibt ein Sinnbild unserer Kinderträume. Wie gerne möchten wir noch die ganze Erlebniskraft unserer Kindheitstage besitzen, möchten uns der Spannung, ter Freude und der Furcht hingeben können. Ja, das sind wohl die eigentlichen Erlebnisse: Erwartung und Spannung, Freude und ein wenig Furcht. Wohl haben wir in unserem Leben immer wieder Spannung erlebt, wohl kam immer roieter Sorge und Angst über uns und manchmal auch ein wenig Freude — aber es war alles verblaßt gegenüber dem unmittelbaren und tiefdringenden Eindruck. Wir verloren das Träumen, wir wurden wach, zu wach. Das Träumen aber ist die Vorbedingung der Knecht-Ruprecht-Erlebnisse. Wir möchten gerne wieder wie ein Kind erleben, aum Kinde werden können. Wie fd)ön müßte es sein, dies Triiinnen-Kvnnen, diese starke, volle unüberwindliche Hingegebenheit! Aber es kommt nicht wieder, trine künstliche Erweckung führt zum Ziel. W:r kommen immer nur bis zu der Weisheit Goethes: „Niemand glaube, die ersten Einorücke der Jugend verwinden' zu können." Sie leben fort, sie haben unter Sein für immer geprägt, und glücklich die, die schöne Jugendeindrücke haben. Glücklich wir nüchtern Gewordene, wenn wir verstehen, unseren Kindern olche Eindrücke zu vermitteln und sie damit fürs Leben zu beschenken! So müssen wir entsagen. Entsagen gehört zum Schwersten, aber auch zum innerlich Notwendigsten des Lebens. Wer in den Naturwissenschaften zu Hause ist, würde von einem „nicht umkehrbaren Vorgang" sprechen. In einer, nicht umkehrbaren Richtung geht unser Lebensweg. Bejahen wir ihn! Seien wir wach! Aber helfen wir unseren Kindern, daß sie in ihrem Kinderland schön und glücklich träumen' Dank an die G^ßener Bevölkerung. Die Verdunkelungsübung am 30. November 1937 hat bewiesen, daß der Luftschutzgedanke in der Bevölkerung weiter Fuß gefaßt und die überwiegende Mehrzahl der Volksgenossen seine Notwendigkeiten willig und richtig befolgt hat. Indem ich für die dabei aufgewandte Mühe jedem einzelnen danke, verbinde ich damit den Wunsch, daß auch der letzte Volksgenosse die ernsten Aufgaben des Luftschutzes erkennt und befolgt. Heil Hitler! Der stellvertretende Polizeidirektor als örtlicher Luftschutzleiter. IM -Unterbau 116, Gießen. Betr.: Berichtigung zur IM. - Führerinnen schulung. Alle Jungmädelführerinnen, die Konfirmandinnen sind, sind vom Kirchgang im Heimatort beurlaubt und können am Schulungsort in die Kirche gehen. Die JM.-Untergauführerin. Am heutigen Samstag, dem „Tag der nativ n a I e n Solidaritä t", werden sich auch in ©iefjen wiederum alle Volksgenossen zu einer großen Opfergemein schäft d e r Spender und Sammler zusammenfinden, um durch ihre Opfergabe einen neuen Baustein hinzuzufügen zu jdem großen Werk der Nächstenliebe des Winter- lhilfswerks. Viele Männer unseres öffentlichen Lebens und in angesehnen Stellungen werden sich in Gemeinschaft mit führenden Männern der Partei und ihrer Gliederungen während des heutigen Nach- mittags und Abends mit den Sammelbüchsen des | WHW. unterwegs befinden, um die Opferspenden i aller Volksgenossen entgegenzunehmen. Mögen diese i Gaben allenthalben nach besten Kräften ter Spender reich lOch fließen und in ihrem Ausmaß ein wirkliches Opfer darstellen, damit das Gesamtergebnis der Sammlung in unserer Stadt sich nach jeder Richtung hin sehen lassen kann! Di» Hilfe der Wehrmacht. Anläßlich des „Tages der nationalen Solidarität" werden am heutigen Samstagvormittag die Soldaten unseres Standorts in ihren Kasernen ihre Beisteuer für das WHW. spenden. Daß unsere Soldaten dabei wiederum ihre innige Verbundenheit mit allen Volksgenossen, insbesondere mit den hilfsbedürftigen Familien durch den Sozialismus der Tat unter Beweis stellen werden, versteht sich von selbst. Ferner wird unsere Garnison das Sammelwerk durch ein TNilitärkonzerl des TNusikkorps des IR. 116 am heutigen Samstag in der Zeit von 16 bis 17 Uhr am Selterstor fördern. Dabei wird die nachstehende Musikfolge zu Gehör gebracht merten. 1. a) Schneidige Truppe, Marsch, Kayser; b) Regimentsgruß, Marsch, Steinbeck; 2. Romantische Ouvertüre, Keler Bela; 3. Großes Potpourri aus der Oper „Rigoletto", Verdi; 4. Temperamente, Walzer, Prager; 5. a) Anarimander-Marsch, Stork; b) Marsch des Hessischen Kreisregiments II, 262. Konzert des Musikzugs der SA. Der Musikzug der SA.-Standarte 116 unter Leitung des Musikzugführers Herrmann wird sich wiederum in bekannter Tatfreude für das WHW. einsetzen. Der Musikzeug wird von 16 bis 17 Uhr zur Förderung der Sammlung ein Konzert auf dem Kreuzplatz geben mit nachstehender Vortragsfolge: 1. „Durch Kampf zum Sieg", Marsch von Schröder. • 2. Ouvertüre „Die diebische Elster", von Rossini. 3. Ungarische Tänze Nr. 5 und 6, von Brahms. 4. Hyons Zauberhorn aus „Oberon", von C. M. Weber. 5. „Heil Hitler!", Marsch von Roßweil. Oie Kapelle ves HZ.-Aannes 116 wird ebenfalls am heutigen Samstag von 17 bis 18 Uhr am Selterstor und von 18 bis 19 Uhr auf dem Kreuzplatz spielen. Deutschlands Fellversorgung Vortrag in der Gießener Hochschulge ellschast. Am gestrigen Freitagabend vermittelte die Gießener Hochschulgesellschaft im Großen Hörsaal der Universität ihren Mitgliedern und Freunden wieder einen interessanten Vortrag. Der Vorsitzende der Hochschulgesellschaft, Dr. Mees- mann, erinnerte in seinen kurzen Einleitungsworten an die erfreuliche Tatsache, daß auf der Weltausstellung in Paris die neuen deutschen Werkstoffe mit vielen höchsten Preisen ausgezeichnet worden sind und damit die dankenswerten Bemühungen unserer Wissenschaft, Wirtschaft und Industrie um die Erschließung neuer Rohstoffe aus heimischen Quellen eine weithin sichtbare Anerkennung gefunden haben, auf die wir alle stolz fein können. Anschließend sprach zu der Zuhörerschaft, die den Saal fast bis zum letzten Platze füllte, Prof. Dr. Kaufmann, Direktor des Instituts für Pharmazie und chemische Technologie der Universität Münster i. W., über das Thema „Deutschlands Fettversorgun g". Er gab zunächst einen kurzen Rückblick auf die Umwandlung Deutschlands vom Agrar- zum Industriestaat, die in weiterer rückschauender Sicht eine der Ursachen der Verringerung in der Fetterzeugung unserer Landwirtschaft ist, wobei insbesondere der im Laufe der früheren Jahre immer weiter in Erscheinung getretene Rückgang des Anbaues von Oelpflanzen und die dafür vor dem Kriege, aber auch in den Nachkriegsjahren ständig gestiegene Einfuhr von Fetten und Deien zu beachten find. Von dieser Verschiebung der Grundlagen unserer Fettversorgung ausgehend schilderte er sodann die Auswirkungen auf unsere jetzige Sage, zugleich zeigte er vielseitige und weitreichende Möglichkeiten, deren Ausnutzung geeignet sein wird, die Eigenerzeugung von pflanzlichen und tierischen Fetten zur menschlichen Ernährung und zur technischen Verwendung erheblich zu steigern. Er kam dabei u. a. auf manche Möglichkeiten einer Fettersparnis und auf die gesundheitlich und wirtschaftlich annehmbare Verwendung von anderen Nahrungsmitteln, die wir in unbeschränktem Maße besitzen, zu sprechen, und behandelte in diesem Zusammenhänge die zweckentsprechenden Maßnahmen der Derbrauchslenkung. Weiterhin schilderte er u. a. die große Bedeutung des jetzt in erfreulicher Weise in starkem Anstieg befindlichen Anbaues von Oel- faaten und der zur Förderung dieser Produktionssteigerung dienenden Maßnahmen unserer Agrarwirtschaft. Er machte ferner auf die Bedeutung des deutschen Walfangs zur Erschließung eigener deutscher Oelquellen und Futtererzeugungsmöglichkeiten auf diesem Gebiete aufmerksam, sodann hob er die außerordentliche Wichtigkeit der von der Wissenschaft betriebenen Züchtung von Pflanzen zur Oel- und Fasergewinnung auf deutschem Boden zwecks Steigerung der Eigenerzeugung pflanzlicher und tierischer Fette hervor. Dabei würdigte er auch Arbeiten von Prof. Dr. S e s s o u s und Dr. Scheibe in Gießen. Zum Schluß sprach er noch über die Aufgaben, die von der chemischen Wissenschaft und Industrie auf diesem ganzen Fragenkomplex zu bearbeiten und zu lösen sind und die sich zu einem erheblichen Teile bereits -auf dem besten Wege' befinden. Er machte aber auch auf die großen Verpflichtungen aufmerksam, die alle Volksgenossen unter der Führung unserer starken und zielbewußten Regierung im Interesse der Volksgesamtheit und deren Sicherung für die Zukunft zu erfüllen haben. Im Anschluß an den mit großem Beifall aufgenommenen Vortrag dankte Dr. Meesmann dem Redner mit herzlichen Worten für die fesselnden Darlegungen, deren Bedeutung er auch seinerseits unterstrich. Vornoinen. Tageskalender für Samstag. Ortsgruppe Gießen-Nord: 20.30 Uhr Cafe Leib Kameradschaftsabend. — Stadttheater: 20 bis 22.45 Uhr „Der Wildschütz". — Gloria-Palast (Seltersweg): „Mädchen für alles". Spätaufführung 23 Uhr „Lockspitzel Asew". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Warschauer Zitadelle". — Leistungsschau der Volksschulen des Kreises Gießen in der Turnhalle der Neuen Pestalozzi-Schule. — Aerzt- Verein: 20.30 Uhr „Hessischer Hof" Karne- iftsabenb. Tageskalender für Sonntag. Stadttheater: 11.30 bis 12.30 Uhr „Neue italienische Musik". 15 bis 17.30 Uhr „Schneewittchen". — 19 bis 22 Uhr „Eine Nacht in Venedig". — Gloria-Palast (Seltersweg): „Ein Mädchen für alles". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Warschauer Zitadelle". — Oesfentlicher Vortrag über Physiologie: 11.30 Uhr Physiologisches Institut, Fried- rlchstraße 24, „Vom Herzen". — Evangelische Petrusgemeinde: 14.30 Uhr Cafe Leib, Gemeindetag. — Luthergemeinde: 14 Uhr Turnhalle Os- roalbsgarten, Gemeindetag. — Leistungsschau der Dölksschulen des Kreises Gießen in der Turnhalle der Neuen Pestalozzi-Schule. — Oberhessischer Ge- birgsverein: 10.15 Uhr Bahnhof Gießen, Nikolauswanderung. Stadttheater Gießen. Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Heute abend findet die Wiederholung ter komischen Oper „Der Wildschütz" von Albert Lortzing statt. Musikalische Leitung Kapellmeister Heinz Mark- warbt, Spielleitung Hermann Schultze- Griesheim. Die Vorstellung findet gleichzeitig als KdF.-Miete Gruppe I (5. Vorstellung) statt. Beginn 20 Uhr, Ende 22.45 Uhr. Am Sonntag, 5. Dezember, als 6. Morgenoeran- ftaltung der Spielzeit „Neue italienische Musik". In dieser Morgenfeier kommen zwei der markantesten t)as \ \ Gthönfcßifsrtftept Vertreter der Neuen italienischen Instrumentalmusik zu Wort: Ottorino Respighi mit „Konzert für fünf Soloinstrumente und Streichorchester", das in Gießen erst zum zweiten Male in Deutschland erklingt; das andere Werk von Riccardo Z a n- d o n a i „Andalusisches Konzert für Cello und kleines Orchester" ist eine deutsche Uraufführung. Musikalische Leitung Heinz Markwardt. Als Solisten wirken mit: Willy Heer, Ewald Lassen, Joachim Popelka, Adam Schöffel, Ernst Schneider, Georg Thomas. Platzmiefer auf allen Plätzen 0,25 RM. Die Veranstaltung beginnt pünktlich 11.30 Uhr. Ende 12.30 Uhr. — Am Nachmittag findet die erste Wiederholung des diesjährigen Weihnachtsmärchens „Schneewittchen", Märchen nach Gebr. Grimm von Trude Wehe, statt. Spielleitung Hermann Schultze- Griesheim, musikalische Leitung Heinz Markwardt. Die Tanze studierte Irmgard Zenner ein. Die Bühnenbilder schuf Karl Löffler. Beginn der Vorstellung 15 Uhr, Ende 17.30 Uhr. Diese Vorstellung ist bere'ts ausverkauft! — Am Abend Wiederholung der großen Erfolgsoperette „Eine Nacht in Venedigs von Johann Strauß. Spielleitung Karl-Ludwig Lindt, musikalische Leitung Heinz Markwardt. Die Vorstellung findet außer Miete statt. Beginn 19 Uhr, Ende 22 Uhr. Das Winterfest ter Studentenschaft. Am heutigen Samstagabend findet das Winterfest unserer Studentenschaft in der Volkshalle statt. Zu einem guten Gelingen der Veranstaltung sind umfassende Vorbereitungen getroffen. Die Musik stellt die Kreiskapelle der NSDAP. Evangelische Gemeindetage. Die Petrusgemeinde und die Luthergemeinde veranstalten am morgigen Sonntag, 5. Dezember, ihre alljährlichen Gemeindetage. Die Petrusgemeinde begeht diese Feier im Cafe Leib, die Luthergemeinde versammelt sich in der Turnhalle am Oswaldsgarten. Kem Brot vergeuden' NSG. In Hameln, der Stadt des Rattenfängers, haben die Bürger einst erfahren, was es heißt, wenn der Getreidevorrat der Stadt, das Mehl der Bäcker, das Brot in der Speisekammer bedroht find. I^auschgoldenget und Christkindlesmarkt. Adventszauber in Nürnberg. Don der Freiung der alten Hohenzollernburg Nürnbergs schweift der Blick über das Dächergewirr der alten Stadt. Dicht drängen sich die spitzen Giebel aneinander, in wundersamem Zickzack verlaufen die Gassen zwischen den schmalbrüstigen Häusern und verlieren sich im Grau des Dezembertages, der früh den Schleier te*1 Dämmerung über die Stadt legt. Wuchtig ragen die Türme von St. Sebaldus mit dem hohen Dach des Chores in den Himmel. Weiter ab zeigt der Lorenzer Dom fast das gleiche Bild, nur sein Gestein ist noch bunter, sein Dach noch vielfarbiger. Dazwischen streckt sich in strenger Renaissance der schwere Block des großen Rathauses und das gotische Türmchen der Frauenkirche. Von fern zeigen die dicken Türme und Mauerstücke die starke Einfassung Nürnbergs, die Jahrhunderte überdauerte, in deren Mauern sich heute noch das Leben der Stadt zusammendrängt. Die Dämmerung und der Dunst aus dem Pegnitz- tal verschlucken langsam Farben und Formen, das Bild der Stadt verschwindet, während von den Türmen das Abendgeläut der großen Glocken sein Brausen und Klingen beginnt. Die Lichter flammen auf und legen einen /mitten Schein über die dunklen Häuser und Gassen. Im Herzen der alten Stadt, auf dem früheren Hauptmarkt, dem heutigen Adolf- Hitler-Platz, wird dieser Schein immer stärker: das Leben des C h r i st k i n d l e s m a r k t erwacht Wie vor Jahrhunderten hat hier Nürnberg feinen Weihnachtsmarkt aufgeschlagen; die breite Front der Frauenkirche beherrscht den Platz, den stolze Bürgerbauten aus der Zeit der späten Gotik und der Renaissance umsäumen. Strenge Fronten mit behäbigen Erkern aus dunklem Holz, rötlicher Stein mit gelockerter Ornamentik, die Giebel mit kleinen Türmen und angeklebten Stübchen hoch über dem Platz, zaubern immer noch das Bild der alten Stadt aus dem Mittelalter. Nürnbergs junges Volk drängt sich vor den Bu-, den, die in acht, zehn Reihen den Markt füllen. Hell j fällt das Licht der Lampen und Kerzen auf die bun-1 ten Auslagen der Stände. „NürnbergerTan d", einst ein Handelsartikel über Meere und Kontinente,! gegen den Fugger und Welfer Spezereien und Tuch, aus dem Osten eintauschten, feiert in diesen Buden i Auferstehung. Auf breiten Tischen sind unzählige Zinnfiguren nach alten Modellen und modernsten Vorbildern aufgebaut, dort ist ein Stand mit den tausend Dingen, die kleine Mädel für ihre Puppenküche brauchen, dort ein Stand mit Rosinenbrot, dort zahllose Stände mit Lebkuchen, der so köstlich nach vielen Gewürzen schmeckt. Das handfeste Hölz- spielzeug aus der Bayerischen Ostmark für wilde Buben. Die bunten Decken und Tücher, wie sie im Bayerischen Wald noch heute am Handwebstuhl nach uralten Mustern gewebt werden, — und wieder Lebkuchen mit viel Zuckerguß und in Herzform. Mitten auf dem Christkindlesmarkt steht die große Krippe, matt erleuchtet vom Adventsstern mit rührend schlichten Figuren. Aber alles überstrahlt die weihnachtliche Herrlichkeit der R a u s ch g o l d e n g e l, die in mehreren Buden in allen Größen verkauft werden. Niemand kennt den Ursprung dieses Engelchens; man weiß nur, daß er schon lanje vor der Einführung des Weihnachtsbaumes den Gabentisch in den Nürnberger Häusern geschmückt hat. Ein Engel mit breiten goldenen Flügeln, mit einem plissierten Röckchen und einem bunten, gefransten Mieder, dessen glattes Puppengesicht durch eine bunte Papierkrone verklärt wird. Golden sind Flügel, Rocksaum, Miederiransen und Krone, in leuchtendem Rot die große Schürze und die Miederumrandung, breite grüne Streifen legen sich über diese Farbenpracht. Das alles ist in seinem Blinken und Gleißen eine Harmonie, nichts Grelles, nichts Störendes. Das Figürchen ist voll rührender Anmut und weihnachtlichem Zauder, ganz ein Engel, der den grünen Tannenbaum verschönen will. Nur wenige Zentimeter groß, oder prächtig bis zur Kindergröße, stehen die Nauschgoldengel in den Buden, bestaunt von jung und alt, und warten, daß sie einer heimholt zum Gabentisch der Kinder. Nürnberg ist vielfältiger Begriff, er erzählt von Kaiserpracht und Bürgerstolz, von der Kunst Dürers und Stoßens, von den Liedern des Hans Sachs, von dem Schritt der braunen Kolonnen Adolf Hitlers. All das versinkt, wenn in den ersten Dezember' tagen vom Altan der Frauenkirche der große lebendige Rauschgoldengel mit einem Dorsoruck den Christmarkt eröffnet, wenn sich der Duft der Bratwürstel in den Geruch der Lebkuchen mischt, wenn ! Kinderlachen vom nahenden Fest zeugt. . I Dann ist Alt-Nürnberg auferstanden, dann webt ein Zauber sondergleichen die Stadt in die Weih- ! nachtsseligkeit ein. Vergangenheit steht auf, Cbrist- , kindlesmarkt und Nauschgoldengel sind wieder in [Nürnberg. Heinrich Hest Charlie, der Sch mpanse. Von paut Eipper. Im Frühjahr 1925 kam ein kleines, schwarzhaariges Schimpansenkind in den Dresdner Zoo; heute ist dieser Charlie wohl der größte und älteste unter den in Deutschland lebenden Schimpansenmännern, ein beinahe menschengroßer, breitbrüstiger Koloß. Ich weiß von keiner Begegnung in diesen mehr als zwölf Jahren, da Charlie anders als gut und freundschaftlich zu mir gewesen wäre. Aber das ist nichts Außergewöhnliches. Buschi, der Dresdner Drang, der in Gemeinschaft mit seiner Mutter Suma kürzlich den zehnten Geburtstag begehen konnte, erkennt' mich innerhalb weniger Minuten selbst aus dem dichtesten Zuschauerhaufen heraus und „zieht" mich durch den einladenden Blick feiner schönen braunen Augen zwingend zu sich heran. Die hoch entwickelten Menschenaffen besitzen ein vortreffliches Erinnerungsvermögen, vergessen auch über noch so lange Trennungszeiten hinweg jene Personen nicht, mit denen sie einmal frohe Stunden verbracht haben. Allzu lange sind die Trennungszeiten zwischen Charlie und mir nie gewesen; die Klugheit und das erstaunlich behutsame, geradezu überlegende Verhalten dieses Schimpansen lockten mich immer wieder nach Dresden. In seinen Jünglingsjahren mußte Charlie täglich Vorstellungen geben; er war ein tüchtiger Akrobat, lief tadellos Seil, machte Ueberschläge am Reck, balancierte und konnte sich — auch im menschlichen Sinn — einwandfrei benehmen. Akrobatisches Turnen gehört ohne Zweifel zu den Grundfäksigkeiten der meisten Affen, und durch fachmännisch verständnisvolle Dressux kann diese angeborene Begabung zu einer gewissen Vollkommenheit gesteigert werden; das Tier gewinnt körperlich und geistig. Aber ich kann es nicht verschweigen, daß mir und sicher vielen Tierfreunden ein in Frack ober als Tiroler Dirndl verkleideter Affe peinlich, ja schmerzvoll ist, und ich bin froh, daß Charlies Größe und Kraft längst solche Maskeraden verbieten. Er schießt, wenn er gut aufgelegt ist, auch jetzt noch zu seiner eigenen Freude Kobvlz vor und zurück, turnt täglich; aber ebenso lieb ist ihm die stille Beschäftigung, das Basteln und Austüfteln. Man sieht feinem Gesicht die Interessiertheit deutlich an; er brabbelt dauernd, und auf feiner Stirn find Falten von der Anstrengung des Begreisenwollens» Einmal nahm er mir einen Bogen Papier aus der Hand, auf den ich mir Notizen gemacht hatte. Ich gab Charlie nun auch einen Bleistift; er beroch ihn, beugte sich dicht über das Papier und — schrieb. Selbstverständlich erwartete ich nicht, daß Charlie mir nach einiger Zeit den schriftlichen Erguß feiner Freundschaft wohlgeformt zurückreichen würde; er hat nur wirres Zeug gekritzelt, Punkte, Schnörkel, dünne und dicke Linien; aber er tat es mit einer verblüffenden Aufmerksamkeit, versuchte immer wieder, die schwarzen Gegenstände, die da vor seinen Augen entstanden, vom Papier hochzuheben, „malte" dann weiter, und sooft wir das seitdem wiederholten, nie hat er den Bleistift abgebrochen oder das Papier zerknüllt. Beides erhielt ich stets unversehrt zurück, allerdings im Tausch gegen etwas Angenehmes, ein Bonbon oder ein Ei. Während der letzten zwei Jahre bemühte ich mich, alle diese stillen, erstaunlichen klugen Betätigungen Charlies im Film festzuhalten: das Deffnen eines Manschettenknopfes durch Schieben von unten und Drücken von oben, die Besichtigung einer illustrierten Zeitung oder eines Buches, das zärtlich-sanfte Streicheln der Menschenstirn, das Verbinden einer Verletzung an meinem Finger, die genießerische Art, wie Charlie eine Zigarette raucht, sich ganz von selbst eine raffinierte Ablage für den Stummel ausdenkt und noch vieles andere. Die Forschung bezeichnet die Schimpansen als die klügsten Tiere überhaupt; nach meiner Ansicht ist Charlie einer der hervorragendsten Vertreter seiner Sippe; jetzt, im reifen Mannesalter, verblüfft er uns durch feine Besonnenheit, die aber nicht hindert, daß gelegentliche Temperamentsausbruche die Urgewalt seiner Körperkraft erhärten. Mein Menschenaffenfilm wird vielen Tierfreunden durch Charlie neue Erkenntnisse von den Geistesgaben der Schimpansen vermitteln; er zeigt aber auch, wie wir den Lebenskreis der Zootiere am besten erweitern und ausfüllen können, nämlich durch die freundschaftliche, anregende Beziehung zum Menschen. Zeiischn'ffen. — Im neuen Heft der „Sirene" findet sich u. a. ein interessanter Bildbericht „Verräter und Saboteure!" Das Heft bringt außerdem: Eine kleine Stadt baut ihren Luftschutz auf; Luftschutz-Dienstpflicht in der Tschechoslowakei; Gebrauchsanweisung für die Dolksgasmaske; Bilder aus unserem Grenzland; bei den fliegenden Seeleuten; die Mitteilungen des Reichsluftschntzbundes und vieles andere. zu Wehrgedanke und Schule Aus -er engeren Heimat Gießen gebracht werden- Der uns: Volksgenossen helft mit eure Anlagen zu schützen! Oberbürgermeister der Stadt Gießen schreibt Fachschaften Höhere Schule und VerMchule besuchten die Leistungsschau. nesung zuwenden. Vom Bezirksverwattungsgericht. In der öffentlichen Sitzung des Bezirksverwaltungsgerichts Gießen am vorigen Samstag ergingen folgende Entscheidungen: Der Klage des Wilhelm Spei er in Gießen wegen Versagung des Wandergewerbescheins für 1937 wurde stattgegeben. Die Klage des Bezirksfürsorgeoerbands Frankfurt a, M. gegen den Bezirksfürsorgeverband Kreis Friedberg weg^n Erstattung von Wegekosten für Christine Henn wurde wegen Unzuständigkeit kostenpflichtig abgewiesen. Die Klage des Bezirksfürsorgeverbandes Frankfurt a. M. gegen den Bezirksfürsorgeverband Kreis Lauterbach 'wegen Erstattung von Fürsorgekosten für Hedwig Klein wurde als unbegründet kostenpflichtig abgewiesen. In der Sache: Klage des August Greulich in Freiensteinau, Kreis Lauterbach, gegen den Bescheid des Kreisamts Lauterbach wegen Entziehung des Wandergewerbescheins für 1937 erging Beweisbeschluß; die Verhandlung wurde vertagt. Gießener Wochenmarktpreise. In der Nacht vom 24. aus 25. November wurden in den Grünanlagen zwischen Plockstraße und Hln- denburgwall zwei wertvolle Koniferen, eine iapa- ni che Sicheltanne und eine sapamsche Hemloatanne, die vermutlich in Gießen sonst überhaupt nicht mehr vorgefunden werden, derart zugerrchtet, daß sie entfernt werden mußten. Die Stadtverwaltung ersucht alle Volksgenossen dringend, an der Ermittlung der Tater mitzuhelfen damit sie streng bestraft, ihre Namen veröffentlicht und dadurch laiche Roheitsakte an öffentlichen Ein. richtunqen in Zukunft verhindert werden können. Ehrenpflicht jedes Volksgenossen muß es fern UN- fere Grünanlagen vor derartigen Rohlingen z stützen. Ortsgruppenleiter Kahl dankte dem Redner für seine aufschlußreichen Ausführungen. * L r l l a r , 2. Dez. Die NSDAP, veranstaltete im Saale „Zur Linde" einen Vortragsabend, in ich! dessen Mittelpunkt nach der Eröffnung durch den i Ortsgruppenletter Petra sch die Ausführungen 75 Jahre Vorschuß Verein Grünberg. + Grünbera, 3. Dez. Der Vorschuß- , Verein Grünberg e. G. m. b. H. blickt am 20. Dezember dieses Jahres auf ein 7 5 j ä h r i g e s B e st e h e n zurück. Er aehört seit seiner Gründung dem Deutschen Genossenschaftsverband (Schulze- Delitzsch) an. Ein Hauptförderer der Gründung war der damalige hiesige Apotheker Georg Stammler, der den Verein auch zunächst als Präsident leitete. Nach dem letzten Jahresbericht verzeichnet der Verein am 31. Dezember 1936 eine Mitgliederzahl von 439 und eine Bilanzsumme von rund 800 000 Mark bei einem Jahresumsatz von 9,5 Millionen. Die Verwaltung der Kasse hat eine Jubiläumsfeier für den 12. Dezember in der Turnhalle vorgesehen. Dabei wird Derbandsdirektor Dr. Frankenbach (Wiesbaden) einen Vortrag halten. Einem Herzschlag erlegen. Der am Donnerstagabend auf der Reichsautobahn- Baustelle in der Gemarkung Bersrod an einem Mast der elektrischen Stromleitung t o t aufgefundene 47 Jahre alte Bauführer Georg Berg aus Wiesbaden ist nicht, wie man zuerst vermutet hatte, durch einen Unglücksfall ums Leben gekommen, sondern nach den Feststellungen bei der ärztlichen Untersuchung einem Herzschlag erlegen. Die Leiche des Mannes wurde von der Staatsanwaltschaft zur Beerdigung freigegeben. Unfälle auf dem Lande. Der 40 Jahre alte Landwirt Richard Weller burtstag feiern. Wir gratulieren! Kreis Schotten } Schotten, 3. Dez. Der Postomnibus- verkehr im Bezirk Schotten erfährt in Kürze eine wesentliche Verbesserung insofern, als bei den täglichen Fahrten der Kraftpost ein zehn« sitziger Wagen eingestellt und damit der Personenverkehr im Bezirk Schotten weit günstiger gestaltet wird. Auch die Orte des Niddertales (Sichenhausen, Burkhards, Kaulstos, Breungesheim) haben dadurch gute Fahrgelegenheit und Verbindung mit der Kreisstadt. w Laubach , 2. Dez. Im Saale des „Solmser Hof" fand ein Kameradschaftsabend der Freiwilligen Feuerwehr statt, der sehr gut besucht war. Nach der Begrüßungsansprache des Hauptbrandmeisters Heinrich Kopp dankte Bürgermeister Högy der Wehr für ihre stete Einsatzbereitschaft und forderte zur weiteren Pflichttreue auf. Er überreichte im Auftrage des Vorstandes der Freiwilligen Feuerwehr dem Kameraden Wilhelm Pitz II. für seine langjährigen treuen Dienste in der Wehr eine Ehrenurkunde; gleichzeitig wurde er zum Ehrenmitglied ernannt. Anschließend sprach Kreisfeuerwehrführer Rausch (Schotten) zu den Kameraden, wobei er auch die Grüße des Kreis- amts Schotten überbrachte. Flotte Märsche und Konzertmusik umrahmten den ersten Teil des Abends. Sodann spielte das Streichorchester der Feuerwehrkapelle zum Tanz auf, und humoristische Einlagen und Vorträge, sowie ein Singspiel halfen den weiteren Teil des Abends verschönern, der »n echter Kameradschaft aus klang. Zweiter Elternabend. Der Elternabend für die Angehörigen der Schü- ler der Goethe- und der Alten Pestalozzischule erfreute sich gleichfalls eines sehr guten Besuches. Die Schüler des letzten Jahrganges gestalteten dieses Zusammensein mit Gedichten und Gesängen unter der Leitung von Lehrer Roth aus. Berufsberater Hoffmann vom Arbeitsamt gab den Eltern einen Einblick in die Arbeit der Berufsberatung. Er schilderte, wie aus den Ergebnissen der Schulzeugnisse, durch Zusammenarbett mit den Lehrern und der Hitler-Jugend und schließlich durch die psychologische Eignungsprüfung ein Bild der Anlagen und Fähigkeiten des Schülers gewonnen wird, nach dem dann die eigentliche Berufsvermi^ telung erfolgen kann. Dabei vermittelte er auch einen interessanten Einblick in die Verhältnisse von Berufswünschen und verfügbaren Lehrstellen. Be- rufsberater Hoffmann machte den Eltern verständlich, daß sie sich der notwendigen Forderung der Berufslenkung nicht verschließen sollten, sondern mithelfen möchten, daß für ihre Kinder der für sie nach Anlagen und Fähigketten geeignete Berus ermittelt werden könne. ~ Kreisschulrat Nebeling unterstrich diese For- berung des Berufsberaters und betonte, daß sie die Wünsche des einzelnen mit den Notwendigkeiten des Volkes in Einklang bringe. Die Viel- fälttgkeit der Berufe im Volte muh erhalten bleiben. Der Junge müsse sich da einsetzen, wo es die Notwendigkeiten des Lebens des Volkes erfordere, und dieser Weg werde auch für ihn der richtige sein. Er wies daraus hin, daß wir über die Seiten, in denen man den Beruf von außen betrachtete, ihn in Rangstufen einordnete und danach Ge- sellschaftsschichten geschaffen habe, hinaus seien. Heute werde die Arbeit nicht nach Aeußerlichketten eingeschätzt, sondern jeder Arbeiter, ganz gleich wo er stehe, werde danach beurteilt, mit welcher Hingabe und Leistungsfähigkeit er seinen Beruf ausfülle. Nach dem mit Dem Treugruß an den Führer beschlossenen Elternabend war Gelegenheit zur Be- sichttgung der Ausstellung geboten. Denn Staub frißt und zerstört bekanntlich Vieles. Legen Sie darum^aÄi/^»»Bodenbelag in alle Räume! Er macht die Zimmer staubarm. und damit auch gesünder. zurück. )( Lich, 2. Dez. Die beiden hiesigen evangelischen Frauenhilfen hielten einen gemeinsamen viertägigen Bibel- und Singekurs ab. An den Abenden nahmen etwa 30 bis 100 Frauen und junge Mädchen teil, darunter auch et,ne Anzahl Gäste aus der Gemeinde. Frau Ohly (Darmstadt), die den Kurs leitete, verstand es, den Teilnehmerinnen durch ihre anschauliche Art das Verständnis des göttlichen Wortes der Schrift nahezubringen und die Frauen und Mädchen für fröhliches Singen zu begeistern. = Li ch, 2. Dez. Dieser' Tage konnten die Eheleute Georg Hofmann und Luise, geb. Dickel, das Fest der g o l d e n e n H o ch z e i t begehen. Von allen Seiten wurden dem Jubelpaar die herzlichsten Glück- und Segenswünsche übermittelt. Bereits am frühen Morgen des Festtags traf mit der Post cm Glückwunschschreiben und eine eigenhändig unterschriebene Ehrenurkunde des Führers ein. Reichsstatthalter Sprenger hat dem Jubelpaar unter gleichzeitiger Bewilligung einer Ehrengabe die Glückwünsche der Landesregierung übermittelt. Bürgermeister Geil überbrachte Glückwunschschreiben des Reichsstatthalters, des Kreisdirektors und der Stadtverwaltung Lich. Am Nachmittag erschien unter Führung des zuständigen Geistlichen eine Abordnung des evangelischen Kjrchenoorstandes und überreichte nach einer kurzen kirchlichen Feier und der Einsegnung der Eheleute eine Rudolf-Schäfer- Bilderbibel für die Gemeinde und ein Gedächtnis- blatt des Propstes von Oberhessen. Am Abend erschien der Posaunenchor und brachte ein Ständchen. Der Ehemann stand über 40 Jahre im Dienst der Reichsbahn und erfreut sich, wie auch seine Gattin, bester Gesundheit. * Lang-Göns, 4. Dez. Unsere Einwohnerin Frau Katharine Elisabethe Artz, geb. Metzger, kann am Montag, 6. Dezember, ihren 7 4. G e • LPD. Keine Lebens- und Genußmittelpakete an Insassen der Gefangene n a n st a l t e n. Die Justizpressestelle Frank- furt a. M. teilt mit: Es liegt Veranlassung vor, darauf hinzuweifen, daß die Zusendung von Lebens- und Genuhmitteln an die Insassen der Gefangenenanstalten nicht zulässig ist. Auch für die Weihnachtsfeiertage kann eine Ausnahme von die- [em Derbst nicht gemacht werben. Landkreis Gießen. * Klein-Linden, 4. Dez. Pfarramtskandidat Friedrich Morneweg wurde zum Pfarrverwalter der Gemeinde Bischofsheim bei Mainz ernannt. gfs. Heuchelheim, 3. Dezember. In unserer Frauen schäft fand Im festlich geschmückten Sälchen des Heuchelheimer Mühlchens die feierliche Verpflichtung der neuen Mitglieder des Frauenwerks statt. Die stellvertretende Ortsfrauenschaftsleiterin Frau Hainer begrüßte die Frauen. Dann sprach Ortsgruppenleiter W o b k e r über die Mitarbeit der Frau im Dritten Reich. Er betonte die Notwendigkeit, sich freudig und opferbereit zu jeder Mithilfe zu stellen, und verpflichtete die Frauen auf den Führer. Die Mitgliedsbücher wurden überreicht. Passende Lieder hoben die Stimmung des festlichen Abends. + Heuchelheim, 2. Dez. Die Krieger- kameradschaft Heuchelheim vereinigte Kameraden und Angehörige zu einem unterhaltsamen Abend. Dereinsführer Dr. R e i iU sprach nach der Begrüßung in einem Lichtbildervortrag über die Germanen und widerlegte dabei manche von Schulrat N e b e I i n g (Gießen) standen Der Redner schilderte die Verteilung deutschen Volks- tums in Europa und in der Welt und wandte sich bann besonders dem Kampf der Sudetendeutschen um ihre Eristenz zu. Er forderte dazu auf diese kämpfenden Volksgenossen nicht im Stich zu lassen, ondern sie über den Volksbund für das Deutschtum im Ausland nach Kräften zu unterstützen. Musik der SA.-Kapelle bereicherte den Abend. # Saubringen, 2. Dez. Am gestrigen Mitt- woch feierten die Eheleute Ioh. Carle und tfrau Karoline, geb. Grölz, das Fest der silbernen Hochzeit. — Am kommenden Samstag können die Eheleute Heinrich Büttner und Frau Margarete, geb. Albach, das Fest der goldenen Hochzeit begehen. Wir gratulieren. — Dieser Tage fand hier eine Bauern versa m m l u n g unter Leitung des Ortsbauernführers Grolz statt. Es wurden die Preise für Schlachttiere bekannt-, gegeben, ferner wurden die Anträge auf Futtermittelzuteilung entgegengenommen. < Beuern, 3. Dez. Die hiesigen Schweinehalter versammelten sich dieser Tage bei Gastwirt Dietrich, um über die Gründung eines Schweineverficherungsveresns zu sprechen. Für die Oberhessische Viehversicherungsanstalt erschien Herr S e y b v l d und legte den Anwesenden die Art der Versicherung und die Vorteile dar. Die anwesenden Landwirte und Schweinehalter entschlossen sich, einen Schweineversicherungsverein zu gründen, der der Oberhessischen Viehversiche- von W i e s e ck erlitt, verursacht durch einen Sturz vom Wagen, einen Oberarmbruch. — Beim Schwellenabladen zog sich der 25jährige Arbeiter August Reitz aus Niederohmen eine schwere Verletzung des linken Fußes zu. — Der bei der Reichsautobahn beschäftigte Arbeiter Karl Hof- mann aus Lang-Göns erlitt erhebliche Gesichtsverletzungen. Beim Schwellenlegen wurde er von einer (Eifenplatte am Kopf getroffen. — Der ebenfalls bei der Reichsautobahn unweit Reiskirchen beschäftigte Arbeiter Johann Bürger aus Beltershausen (Kreis Marburg) erlitt eine schwere Stirnverletzung. Beim Steinspalten traf ihn ein Hammer mit großer Wucht. Die Verunglückten mußten in die Chirurgische Klinik nach PROSPEKT 61 DURCH BALATUM-WERKE • NEUSS rungsanstalt angegliedert werden soll. — Dieser Tage wurden hier die Holzhauerarbeiten ausgenommen. Es konnte allerdings nur eine Rotte zusammengestellt werden. Da 4000 Festmeter Holz eingeschlagen werden, ist beabsichtigt, Arbeiter aus dem Vogelsberg zu beschäftigen und sie in Autobussen zur Arbeitsstelle zu bringen und wieder ch L au\. er, 4. Dez. Am Sonntag, 5. Dezember, kann unser Mitbürger Johann Groß in voller körperlicher und geistiger Frische fein 7 4. L e» bensjahr vollenden. Seit dem Jahre 1903 vergeht Herr Groß in unserer Gemeinde das Amt des Totengräbers und Friedhofswärters. O Lich, 2. Dez. An der Gedächtnisfeier des A li c e f r a u e n oe r e i n s Gießen für dis verewigte Vorsitzende des Landesvereins, Großherzogin Eleonore von Hessen, und die entschlafene Landesleiterin des Bereitschaftsdienftes, Erbgroß- herzoain Cecilie von Hessen, nahmen u. a. auch 40 Mitglieder und Samariterinnen unseres Alicefrauenvereins teil. Insbesondere waren die Fürsttnnen Reinhard und Carl zu Solms- H-hensolms-Lich, zwei Schwägerinnen der Großherzogin, und die gerade zu Besuch hier weilende JBdronin Ledebour, eine Schwester der Großherzogin, ebenfalls bei der Trauerfeier anwesend. Alle Teilnehmerinnen kehrten aufs tiefste ergriffen von der würdigen und eindrucksvollen Feier und fest entschlossen im Geist der Heimgegangenen im Dienst des Roten Kreuzes weiterzuarbeiten, nach Haufe Die letzte Abendveranstaltung aus Anlaß der Leistungsschau der Volksschulen des Kreises war dem Gedanken der Erziehung zum Wehrwillen gewidmet. Zu diesem Abend waren vor allem Offi- ziere des Standortes Gießen erschienen. Im Mittelpunkt der wieder von gemeinsamen Gesängen, die die Jungen der Goetheschule unter Leitung von Lehrer Müller vortrugen und diesmal auch von turnerischen Darbietungen der Schüler unter der Führung von Turnlehrer Mohr verschöllen Der- anftaltung stand ein Vortrag von Rektor Siegfried über „Wehrgedanke und Schule." Er stellte seinen Ausführungen die Worte des Generalfeldmarschalls v. Blomberg: „Die Wehrmacht schützt das deutsche Volk und seinen Lebens- raum", voraus und begrüßte den unbedingten Schutz der hohen Güter der Natton als oberstes Wehr- gesetz. Die Voraussetzungen dafür sind eine wehrhafte Gesinnung des ganzen deutschen Volkes, die zu erreichen erste Ausgabe des Staates ist und schon mit der Erziehung in der Schule beginnt. Dem weltanschaulichen Grundgedanken der Volksgemeinschaft entspricht der politische Gedanke der Wehrgemeinschaft. Bei der Erziehung dazu fällt der Schule und den Erziehern ein Hauptanteil zu. Die Schule hat vor allem die innere Vorbereitung auf das Soldatentum, die geiftige und gefinnungs« mäßige Wehrhaftmachung zum Ziele. In seinen weiteren Ausführungen begründete der Redner die Wichtigkeit dieser Aufgabe. Die Erziehung zum wehrhaften Geist darf sich aber nicht nur auf Die männliche Jugend beschränken. Die Frau, als der seelische Mittelpunkt und Stützpunkt der Familie, schützen. Hoch einmal: „Tannenberg von der russischen Seite gesehen.^ Unserem gestrigen Bericht übet diesen Vortrag cm Donnerstagabend im großen Saale des Gesell- schgstsvereins, veranstaltet von der Ortsgruppe Gießen des Reichsverbandes Deutscher Offiziere und vom Gesellschaftsverein (Klub), ist als besonders interessant für unsere Stadt nachzutragen, daß an dieser großen Schlacht auch ein früherer Gießener Offizier an führender Stelle teilnahm. Generalmajor a. D. Rudolf Mohr machte darüber m feinem Schlußwort, das er als Vorsitzender der Ortsgruppe Gießen des RDO. nach dem Vortrag des ehemaligen russischen Generals Nos ko ff sprach, nähere Mitteilungen. Es handelt sich bei jenem alten Gießener Offizier um 6en General der Infanterie a. D. von Conta, der vor dem Kriege als Oberstleutnant in Gießen in Garnison stand und in der Schlacht von Tannenberg als Generalleutnant mit der von ihm geführten 1. Division allen wütenden Anstürmen russischer Truppen gegen feine Front siegreich standhielt, während von ihm gleichzeitig im Rücken seiner Front die Angriffe anderer russischer Kräfte abgewehrt wurden. Gene- ralmajor Mohr gedachte in seinem Schlußwort weiterhin des genialen Feldherrn Ludendor fs, dem sich gerade in diesen Tagen, da er schwer krank darniederliegt, die herzliche Gesinnung und die besten Wünsche unseres Volkes für baldige Ge- Ein sehr reger Besuch der Leistungsschau der. Volksschulen war im Laufe des Donnerstages in der Pestalozzischule zu verzeichnen. Am NackMittag waren die Mitglieder der Fachschaften Höhere Schule und Berufsschule erschienen Ihnen schloß sich die Heeresfachschule an. Zunächst wurde wieder durch eine öffentliche Schulstunde im Rechnen und Deutschunterricht ein Einblick m die ®r3ie^n95’ Methode geboten. Anschließend sprach Kreisschulrat N e b e l i n g in der vollbesetzten Turnhalle über , Die Volksschule als Schule des Volkes." In einem Rückblick über die Entwickelung des Schulwesens zeigte er, wie in der Vorkriegszeit der Lehrer als Autorität vor der Klaffe stand und feine Schuler leitete, bis dann in der Nachkriegszeit eine sogenannte freiere Erziehungsmethode angewandt wurde, die darin bestand, daß die verschiedensten Typen ausprobiert wurden und alle Schäden und Schwächen in Erscheinung traten, die das System in M vereinigte. So vielfältig die Weltanschau- nngen der Lehrer und Eltern waren, so verschieden war auch die Erziehung. Erst durch den Nationalsozialismus wurde die Schule wieder so gerade ausgerichtet, wie es die nationalsozialistische Weltanschauung ist. Heute steht das vom Führer der Schule gestellte Proaramm als Forderung von Lehrern und Schülern. In längeren Ausführungen schilderte der Redner diese neuen Anforderungen und lenkte dabei auch die Aufmerksamkeit auf die größere Arbeit, die dadurch den Lehrern erwachsen ist. Er machte den Erwachsenen die Mühe verständlich, die ein Lehrer bei einer Klassenbesuchsziffer von 50 bis 60 Kindern aufzuwenden hat. Dabei führte er auch die vielen Einzelgebiete an, die neu hinzugekommen sind, damit die Schule ihre Aufgabe, den politischen Menschen zu formen, erfüllen kann. Im Anschluß an feine Ausführungen überreichte Schulrat N e b e 1 i n g den Spendern der Geldmittel für den Erholungsaufenthalt bedürftiger Kinder im Schullandheim Kesselbach Anerkennungsurkunden. Dann wurden der Film von diesem Ferienaufenthalt und einige Unterrichtsfilme vorge- führt. Taufende von Ratten kamen und fraßen auch das kleinste Krümchen auf. Was aber in Hameln die Ratten damals getan haben, das wird dem Jo rot, unserem wichtigsten Lebensmittel, heute noch oft durch Unverstand und Gleichgültigkeit angetan. Sv mancher kleine Schlingel wirft sein Schulbrot fort und denkt nicht daran, was er damit für em Unrecht tut. Nur eine kleine Schnitte Brot monatlich in jeder deutschen Familie vergeudet, würde bei den 17 Millionen Haushalten in Deutschland jährlich einen Verlust von acht Millionen Broten bedeuten. In vielen deutschen Märchen und Sprichworten wird der bestraft, der Brot achtlos vergeudet, und manche Mutter hat ihr Kind dadurch Belehrt, daß sie ihm durch diese sinnvollen Erzählungen das Unrecht klargemacht hat, das darin liegt, ein so wertvolles Allgemeingut zu verschwenden. * Gießen, 4. Dez. Auf dem heutigen Wochen- markt kosteten: Deutsche feine Molkereibutter, % kg ! 1,57 Mark, seine Molkereibutter 1,52, Markenbutter ' 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 5 bis 10, Eier, deutsche, Klasse S 13, Klasse A 12%, Klasse B 12, ausländische, Klasse A 12, Wirsina, % kg 8 bis 12, Weißkraut 5 bis 6, Rotkraut 7 bis 10, gelbe Rüben 8 bis 9, Karotten 8 bis 12, rote Rüben ß bis 10, Spinat 15 bis 20, Unterkohlrabi 6 bis 8, Grünkohl 15, Rosenkohl 20 bis 28, Feldsalat, Vio 10, Tomaten, % kg 15 bis 40, Zwiebeln 8 bis 9, Meerrettich 30 bis 60, Schwarzwurzeln 25 bis 40, Kürbis 5 bis 6, Kartoffeln, % kg 4 Pf., 5 kg 40 Pf., 50kg 1. Sorte 3,45 Mark, 2. Sorte 3,25, 3. Sorte 3 Mark, Aepfel, % kg 10 bis 20 Pf., Birnen 10 bis 15, Nüsse 35 bis 50 Pf., Hähne 90 Pf. bis 1,10 Mark, Suppenhühner 80 bis 90 Pf., Gänse 90 Pf. bis 1 Mark, Eyten 1 bis 1,10 Mark, Tauben, das Stück 50 bis 60 Pf., Blumenkohl 10 bis 50, Endivien 8 bis 12, Lauch 5 bis 8, Sellerie 10 bis 30, Rettich 5 bis 10, Radieschen, das Bündel 8 bis 10 Pf. * ♦* Dienstjubiläum. Am 23. November waren es — wie uns verspätet mitgeteilt wird — 25 Jahre, daß das Gefolgschaftsmitglied Pfleger Georg Friedrich bei der Landes-Heil- und Pflegeanstalt Gießen eingetreten ist. Der Betriebsführer Direktor Dr. Schneider beglückwünschte Den Jubilar zu seinem Ehrentag namens der ganzen Gefolgschaft und sprach ihm Dank und Anerkennung für seine treuen Dienste aus. *♦ Das Städtische Wohlfahrtsamt ist bis auf weiteres an jedem Dienstag und Donnerstag für den Verkehr mit dem Publikum geschloffen. ** Die Bezahlung der Strom- und G a s g e l d e r betrifft eine Bekanntmachung der Direktion der Städtischen Werke Alle säumigen Zahler mögen diese Mitteilung sorgsam beachten. muß frühzeitig mit den Gsdcmken der Wchrfreu- digkeit eines Volkes vertraut gemacht werden. Beide Geschlechter haben sich der Gemeinschaft der Nation zur Verfügung zu stellen. In der Bereitschaft, das Liebste zu opfern, liegt die Gröhe der Gesinnung der Frau. So hat die Schule bei den Mädchen ihre besonderen Aufgaben im Hinblick auf die Wehrerziehung. Kreisschulrat Nebeling zeigte die Unterschiede in der Einstellung des Volkes zum Wehrgedanken im Wandel der Zeit auf und wies nach, wie der Lehrer der Systemzeit als Marxist, Pazifist und Kommunist oder Dolksfremder nicht in der Lage gewesen wäre, ein wehrpolitische Erziehung durchzuführen. Er sprach mit Anerkennung davon, daß gerade die Offiziere und Mannschaften des ruhmreichen alten Heeres die Tradition über diese Zeit hinweg bewahrt haben, bis der Führer das neue Volksheer geschaffen habe. Nun ist die Schule mit beauftragt, den Wehrwillen des Volkes zu wecken. Das geschieht nicht durch ein Lehrfach oder Spezialgebiet, sondern durch die ganze Ausrichtung des Kindes auf die Bedeutung der Wehrmacht des Volkes. An den Beispielen der ruhmreichen deutschen Vergangenheit zeigte Schulrat N e v e l i n g , wie der deutsche Soldat überall in Ansehen steht. Von diesem Stolz auf den deutschen Soldaten muß nicht nur die Jugend, sondern das ganze Volk erfüllt werden, damit in dem Reiche Adolf Hitlers, neben dem Arbeiter und dem Bauern, auch der Soldat feinen Platz ausfüllt. Anschließend an die Vorträge fand sich Gelegenheit zur Besichtigung der I Ausstellung, die am Sonntagabend geschlossen wirb. falsche Vorstellungen über unsere Vorfahren. Er gab einen Einblick in die hohe Kultur, die den Germanen tatsächlich zu eigen war. Der Vortrag wurde mit großer Aufmerksamkeit verfolgt. Ehrenführer Böhmer schilderte in unterhaltsamer Weise seinen Erholungsaufenthalt im Kyffhäuserheim Edenkoben. Bei guter Musik, Gesang und Tanz vergingen die Stunden allzu rasch. oo Alt en-Buseck, 2. Dez. Die NSDAP, hatte zu einem VDA. - Werbeabend in den festlich geschmückten Saal von Rühl eingeladen. Nach der Begrüßung durch Ortsgruppenleiter und Bürgermeister Kahl folgten zwei Gedichtvorträge. Redner des Abends war Studienrat Seydold (Gießen), der über die Verteilung unseres Volks- tums in der Welt sprach und die vorbildlichen kulturellen Leistungen der Ausländsdeutschen und ihren schweren Kampf um ihre Behauptung als Deutsche schilderte. Er forderte dazu auf, den Kampf dieser Volksgenossen mit allen Straften zu unter- a find, 7962 A Mehr Humus h durch durch MK^eder6 der KS8 - keMKMvM Gießen Wieseck 8016 A Völl RM 3350 kn ab Werk • Kurzfristig lieferbar I Unverbindliche Probefahrten 8007 A Motorwagen=Verkaufsgesellschaft in. b. H daß Ihnen die Frankfurter Straße 58/56 GIESSEN Wuf Nummer 2847/48 kauft laufend 7957D 8022 D Weihnachtsangebot! für 7898A Kinderwollstrumpf schon für 0.67 6925 D mann 769oD . Stück 0.20 . Stück 0.35 . Stück 0.45 Gläsertücher, 45/45 cm . Gläsertücher, 58/58 cm. Gläsertücher, 58/75 cm . Denken Sie rechtzeitig an das Fest ? Je früher Sie kaufen, desto mehr Auswahl bietet sich Ihnen! 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Die Holzhauerel hat m unseren ausgedehnten Waldungen wieder begonnen. Nicht nur im Gemeindewald arbeiten die yiesiaen Holzhauer, auch im Graf-Solms-Laubacher Wald sind drei Rotten beschäftigt. Da es an anderen Arbeitern fehlt, sind in diesem Winter auch mehrere Landwirte in der Holzhauerei tätig. Kreis Friedberg. ch Butzbach, 3. Dez. Um den Erfordernissen ^^üM^ng zu tragen, hat die Stadtverwaltung sich entschlossen, einen neuen Sanitätskraftwagen anzuschaffen. Das bisherige Auto war in Mancher Beziehung nicht mehr für den Transport der Kranken nach den Krankenhäusern und Kliniken geeignet. — Einige Kinder zweier hiesiger Familien wurden von der Diphtherie befallen. Sie wur- den der Gießener Klinik zugeführt. Lebensgefahr besteht nicht. — Dieser Tage wurden vier Eisenbahn- waaen mit Kartoffeln für das Winter- h‘i.jsrocr f aus den Dörfern Nieder-Weifel, Hoch- Weisel, Ostheim, Fauerbach, Münster, Äodenroo, Maibach und Langenhain-Ziegenberg verladen. Die Spenden waren reichlicher, als im Vorjahr; sie wurden nach Frankfurt gebracht. Oer Krofdorfer Wald im Lichibild. Krofdorf-Gleiberg, 2. Dez. Dex Kreis- nngleiter des Landfchaftsbundes Volkstum und Heimat, Lehrer Praß, veranstaltete am Sonntag im Saalbau Bender einen Heimatabend, der einen derartig starken Besuch aufwies, daß zahlreiche + R 0 dheim a. d. Bieber, 3. Dez. In ferem Orte wurde eine Verdunkelungsübung durch» geführt. Ab 17 Uhr mußte alles abgeblendet fein. m 19 Uhr trat die völlige Verdunkelung ein. Die Hebung wurde zu einem vollen Erfolg und bewies, daß sich die Rodheimer Bevölkerung ihrer Pflich- ten bewußt und der Luftschuhgedanke Gemeingut geworden ist. — Heute kam hier ein junger Mann so unglücklich zu Fall, daß er sich einen Wadenbein- und einen Knöchelbruch zuzog. Der Bedauernswerte mußte nach erster Hilfeleistung in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht werden. Für die Dame willkommene Geschenke sind 1 ui uiu uuiiiu Gute Parfüms Seifen, Hautcremes. 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HÄUSER in Ul in in hü ui im in i «r.28S vlenes viatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Samstag, 4.Dezember 1057 iW i )?' i Marnmutztihne von Budtngen 4. fa* Heimatlandschast im Spiegel der irmwiftww Das Mastodon, vor Jahrtausenden auch in unserer Landschaft heimisch. Tierwelt der Eiszeit. Das wollhaarige Rhinozeros. Palmblatt-Versteinerung, gefunden bei Münzenberg. Mammutzähne von Büdingen und Lang-Göns. Eiszeitlicher Vorfahr des Elefanten, das Mammut. (Aufnahmen [5]: Neuner, Gießener Anzeiger.) Reichtum oder die Armut — des Bodens das Bild der Landschaft gestalten. Mit den Eisenerzvorkommen des Siegerlandes und des Dillgebietes ist für uns das Bild der rauchenden Schornsteine, der Hochöfen, der Eisengießereien gleichbedeutend, Oberhessen zeigt seine Basaltbrüche, an der unteren Lahn leuchten die fleischroten Marmorbrüche in die Landschaft und allenthalben bestimmt das Gesicht der Erde auch das Gesicht der Landschaft, ja es Hilst auch mit, den Menschen prägen. Kein Zweifel darüber, daß die geologische Wissenschaft immer wieder der Technik und Wirtschaft an die Hand zu gehen hat und hier ihre hohe Bedeutung — über das reine Wissen die Erkenntnis und die Forschung hinaus — gewinnt. Lassen schon die vielen Gesteins, arten die Mannigfaltigkeit urschöpferischer Kraft ernennen, so veranschaulicht die Schau in zahlreichen farbig gezeichneten Profilen und Querschnitten das Gesicht der Erdrinde, soweit sie mit menschlichen Mitteln erforschbar ist. Hier an diesen Zeichnungen kann man die Verwerfungen, die Senkungen, die Verschiebungen der verschiedenen Erdschichten studieren und — gleichzeitig erkennen, wie schwierig es für die Wissenschaft sein mag, aus der Fülle scheinbarer Willkürlichkeiten, die sich die Natur im Laufe von Jahrmillionen gestattete, zuverlässige Schlüsse zu ziehen auf das Gesamtbild auch nur eines begrenzten Raums. Die Natur war aber auch nicht launisch genug, an irgendeiner Stelle der Erde alle Schichten so übereinanderzulegen, wie sie der zeitlichen Entwicklung entsprechen und wie sie sich der Geologe im Jdealfall wünscht. Noch auf eine Besonderheit der Schau sei hingewiesen! Dem Besucher werden zahlreiche interessante Erdausschnitte.auffallen. Diese Schnitte bzw. Profile, die ein absolut naturgetreues Bild unserer Heimaterde geben (bis zu 2 Meter Höhe), sind in einem besonderen Verfahren (einem Bindeverfah- ren mit Hilfe von Lack) von Dr. Jessen (das Verfahren wurde von einem Halleschen Wissenschaft- Mit Bewunderung sieht man ferner die schönen Marmore von der unteren Lahn, die silbererzführenden Gesteine aus der gleichen Landschaft, das in mancher Hinsicht so aufschlußreich Rotliegende aus dem Mainzer Becker und vielerlei Kalksteine aus den verschiedensten Landschaften, Kalke, die auch dem Laien sofort ihre Herkunft verraten, weil sie sichtlich aus Korallen, Muscheln, Schnecken usw. bestehen. Völlig eindeutig drängt sich bei einem Gang durch diese Schau auf, wie stark die Schätze — der Teil dieser Werkzeuge der Eiszeitmenschen ist auch in dieser Aufstellung zu sehen. Geologie. enthalten bleiben sollten. Die Schau ist geeignet — hier liegt der tiefere Sinn — das Verständnis für unsere Heimatlandschaft zu fördern in raum- und zeitgreifender Schau auch dem Laien Entwicklungen ahnen zu lassen und den Beschauer im Geiste in unsere heimischen Landschaften zu führen und in eine Zeit, m der da, wo wir heute denDünsberg, dasBieber- tal und die Wetterau wissen, Meere waren, entstanden und vergingen, und — sich in unmittelbaren Zeugnissen dokumentieren und nachweisen lassen. Wer Gelegenheit hat, diese Schau des Geologischen Instituts — von einem verständnisvollen und sachkundigen Führer erläutert — zu sehen, vor dessen geistigen Augen ersteht Schöpfungsgeschichte, Geschichte unserer Erde, das Werden, Wachsen, die Entwicklung von Pflanze und Tier, entsteht das Antlitz unserer Erde, nicht wie wir es sonnebeschienen sehen, sondern wie es sich aus den Tiefen her aufbaut, in einer Mannigfaltigkeit und Schönheit, in einer Fülle der Formen und Formenspiele, wie sie kühnste menschliche Phantasie nicht quszudenken vermöchte. Liegt die Frage nahe: „Was zeigt nun schon diese Schau?" Es ließe sich kühl und sachlich antworten: Steine, Erze, Erden, Versteinerungen, Modelle, Nachbildungen, Kartenpläne, Lackprofile, fossile Knochenreste usw. Es läßt sich aber auch anders sagen! Der aufmerksame Beschauer findet Palmblattoersteinerungen aus dem Steinbruch von Münzenberg (ja! Palmen bei Münzenberg!), Mammutzähne, gefunden bei Lang-Göns und Büdingen, einen Wildpferdfuß, gefunden bei den Sandabtragungen für die Reichsautobahn zwischen Hochwart und Annerod. Man sieht ferner fossile Ueberreste sowohl von Elchen, Renntieren und von urweltlichen Rhinozerossen. Renntier und Rhinozeros!. Scheinen sich hier für unsere heutigen Begriffe nicht zwei Welten, Eismeer und Tropen, zu begegnen? Aus dem Kieselgur bei Beuern und von anderen Fundorten sieht man prächtige Versteinerungen von Fischen, von Schildkrötenpanzern und von vielen anderen Tieren, deren Gestalt oft auch von den Wissenschaftlern nur geahnt werden kann. Und die Schau führt auch ganz weit zurück in die Werkstatt der Natur, in jene Zeit, da das erste pflanzliche Leben entstanden sein mochte. In klaren, oft sehr dekorativen Versteinerungen sieht man Pflanzen von einfachster Gestalt, dann grazile Farne, Schachtelhalme, usw. Schon die Zahl der Versteinerungen pflanzlicher und tierischer Formen ist so groß, daß es unmöglich wäre, sie alle hier aufzuzählen. Nur auf eine Besonderheit sei hin- aewiesen: Reste aus der Braunkohle, Jahrmillio- nen alt, zeigen unverkennbar in deutlichem grünen Schimmer erhaltenes Chlorophyll, das einst, in einer uns Menschen begrifflich unfaßbar weit zurückliegenden Zeit, einem Blatte die Farbe gab. Erwähnungswert, daß in Sand- und Steinbrüchen bei Wieseck versteinerte Pflanzenüberreste des Feigen- und des Zimtbaums gefunden wurden. So reich die Sammlung an aufschlußreichen Versteinerungen planzlicher und tierischer Formen ist, so reich ist sie auch an den verschiedensten Steinproben. Es ist kein Stein unserer nächsten Landschaft zwischen Fulda und Koblenz, zwischen Siegerland und Odenwald, der hier nicht seinen Platz gefunden hätte. Da sind der Brauneisenstein und das Manganerz aus der Lindener Mark, die Grauwacken, die vom rheinischen Schiefergebirge her die Struktur des Bodens bestimmen bis heran an unsere Stadt, man sieht die Basalte von Gleiberg und Vetzberg, die diese Schichten der Grauwacken eruptiv durchbrachen, und Gesteine aus den verschiedenen Basaltvorkornrnen vorn Vogelsberg bis zum Hangelstein. Interessant die Quarzite vom Totenberg bei Treis a. d. Lda., aus denen sich Menschen der Eiszeit, die in den Höhlen am Totenberg wohnten, Werktisch, Hämmer, Messer und Hobel onzufertigen wußten. Ein Mcht jedem der vielen Institute und Forschungs- eiscichtungen unserer Landesuniversität kann es oeigönnt sein, in unmittelbarer Wechselbeziehung I W dem täglichen Leben zu stehen und dem Ver- I [ [täibnis vieler Volksgenossen zugänglich zu fein. Mache dienen ja in vieler Richtung oft unmittelbar l>e: Volksgemeinschaft, ganz zu schweigen von den rtitDr oder weniger eng der Universität ungegliederter Kliniken. Manches der Institute aber scheint im am Rande der Bewußtseinssphäre breiter Dolks- ltt"e ZU wirken, zu lehren, zu forschen. Manches )ie?r Institute dient trotzdem, wenn auch nicht ütenfällig, unserem Volke, unserer Wirtschaft, un- WK Technik, wie auch einer seelischen Vertiefung )bi unserem Verhältnis zu Natur und Umwelt, kii's dieser Institute ist das Geologische I n - ii ut, das erst vor kurzem in besonderer Sache i Ito der Sphäre seines stillen Wirkens heraustrat jiiß erstmalig seit dem Bestehen öffentlich in Er- chinung trat: es eröffnete eine Heimatschau, )ie mit voller Berechtigung die Aufmerksamkeit !ins breiteren Kreises auf sich lenken darf. Diese Ilirftellung darf sogar als ein neues Museum in iiwrer Stadt angesehen werden, denn sie ist jeden Ri wochnachmittag geöffnet, jedermann zugänglich in! wenn sich größere Gruppen von Jnteressen- eri finden sollten, können an jedem Tag der Vche Besichtigungen stattfinden, für die sachkun- Führer zur Verfügung stehen. an mag sich fragen, welche besondere Absichten i en Leiter des Geologischen Institutes, Professor !)r. Hummel, und seinen Assistenten Dr. Jes- f'er bewegten, als sie diese Schau zusammenstellten, (velifftverständlich sind alle die ausgestellten Dinge ist Uster Linie als Lehrmittel anzusehen, darüber mus dürfen sie aber in so hohem Maße auch für tp Mgelneinheit als sehenswert gelten, so daß sie eine-1 breiteren Kreis von Volksgenossen nicht vor- '90 IHHntsetzung (Nachdruck verboten.) ia ür >ffe ehe ehe nen Hanhine setzt sich durch Vornan von Sans-Joachim Zreiherrn von Reihenstein Copyright by Carl Ouncker 8btr diesmal wollte sie sich nicht zurückziehen tD'te iine ertappte Sünderin. Die Erfahrung mit Liidk hatte ihr gezeigt, daß das falsch war. Dieser 2) jrnfopf hatte ihr erschrockenes und verletztes Schn »gen ganz einfach in schlechtes Gewissen um= fies hi-et. Aber sie hatte kein schlechtes Gewissen. M würde das diesem Doktop Schrader zeigen. D 4:!7Ll ließ sie die wahnsinnigen Anschuldigungen ni f): :.uf sich sitzen. Rechtfertigen wollte sie sich! So filWZMd rechtfertigen, daß er sich bei ihr entschuldigen nußte. Und dann mochte er gehen Sie würde sichiAM gewiß nicht aufdrängen. Nein. Aber eine ar^rJbige Meinung sollte er wieder von ihr be- ko irr -n. Jetzt stürzten ihr die Tränen schon wieder au>Akm Augen. Wenn es nur nicht so bitter weh tä-e ,aß ihr Glück diesmal endgültig in Scherben „Etfior Schrader nahm Lüdtke in Halberstadt das ©ty.e aus der Hand, weil er es nicht mehr aus- ha-!1i konnte, stundenlang untätig zu sitzen und zu flrtibln, als Blondine in einem frischen, schlicht- bldur Tuchkleid die Hotelhalle betrat. '&)uber jagte schon die dunkle, ebene Straße QU'I Ksnthin zu und konnte es nicht hindern, daß sei ni Zedanken trotz des angestrengten Aufpassens wcifrch der Nachtfahrt immer wieder um den eine Punkt irrten, während Blondine mit über« toc1£i Aufmerksamkeit noch immer jeden Gast ttWtie, der die Halle betrat ober verließ, und zum suipU Male in die Nähe des Empfangsschalters 8'Nx im nun endlich nach Schrader zu fragen I faßte sie soviel Mut zusammen, daß' sie toMifljens herantrat: „Ach können Sie mir sagen TV, iräb dann wurde es ihr wieder leid, und sie lUhststrt: „Wieviel Uhr es ift?* Schrader übergab vor Brandenburg Lüdtke wieder die Führung des Wagens, weil seine Gedanken chn zu sehr in Anspruch nahmen, als daß er ruhig genua hätte steuern können. Die Neroenberuhigung, die ihm sonst dadurch kam, daß er feine Aufmerksamkeit ganz auf das Fahren konzentrierte und wußte, jetzt fei nichts anderes wichtig, die brachte es ihm heute nicht. Weil feine Gedanken ihn nicht zur Ruhe kommen ließen. Er nahm wieder feinen Platz im Fond des Wagens ein. Es war hinter Brandenburg, als er in feinen Grübeleien so weit gekommen war, daß bereits erhebliche Zweifel in ihm aufstiegen, ob dieses Mädchen tatsächlich eine Abenteuerin war. Es wollte ihm auf einmal gar nicht so unmöglich erscheinen, daß all dies lediglich in der? aufgeregten Phantasie dieses Burschen da vorn bestand. Die Limousine fuhr, von Lüdtke gesteuert, durch Potsdam, als in Braunlage ein blasses Mädchen, todmüde von den Aufregungen des Tages, sich endlich aufraffte und den Hotelportier fragte: „Wissen Sie, ob Doktor Schrader auf feinem Zimmer ist?" „Herr Doktor ist um sieben Uhr nach Berlin abgereist", antwortete er. Schrader verbrachte eine schlaflose Nacht. Jetzt war er entschlossen, Ordnung in diese ^Sache zu bringen. Entweder stimmte das was Lüdtke jagte; dann wollte er eine unumstößliche Gewißheit haben. Oder die Molny hatte recht: das Mädel drückte ein Kummer, und man mußte ihr helfen. Dann mußte das geschehen. Aber bestimmt nicht durch ihn, sondern durch jemand, der zu ihr gehörte. Schließlich war ja die Nächste dazu die Mutter. Irgend jemand mußte ihr behilflich sein, aus dieser Patsche herauszukommen, in die sie wahrscheinlich aus Leichtsinn oder Vergnügungssucht ober Eitelkeit hineingeraten war. Und jedenfalls aus großer Unerfahrenheit. Stand denn solch jungem Ding fein Mensch zur Seite, der sie beizeiten warnen konnte? Was waren das heutzutage eigentlich für Mütter, die nicht verhinderten, daß ein Mädel so reinfiel? Einen schönen Ruf hatte sie sich geschaffen. Wenn das so weiterging, kam sie unter die Räder. Er wollte mit der ganzen Sache nichts mehr zu tun haben. Aber wozu war denn solche Mutter da? Die sollte sich gefälligst um ihre Tochter kümmern und dafür sorgen, daß sie aus dieser Geschichte wieder herauskam. Am liebsten hätte er sich der welterfahrenen Lu- cienne Molny anvertraut. Doch gerade diese Sache konnte man ihr ja nicht erzählen. Aber die Mutter würde er sich kaufen! Doktor Schrader betrachtete Frau Hertel aufmerksam, während er ihr in ihrem lichten und behaglichen Wohnzimmer gegenübersaß. Keins der Bilder paßte, die er sich während der Nachtfahrt von ihr gemacht hatte. Sie war eine schlichte Frau, die eine angeborene ruhiae Würde besaß. Mit keiner Regung verriet sie die Neugier über den Zweck seines Besuches. Denn daß er nicht nur wegen eines Patienten kam, war ihr von Anfang an klar. Diese mächtige Frau hatte außer einem auffallend gutmütigen Ausdruck der Augen wenig Ähnlichkeit mit ihrer schönen, zierlichen Tochter. Und trotzdem kam sie ihm merkwürdig bekannt vor. „Haben wir uns nicht schon einmal irgendwo gesehen?" fragte er. ' „Gewiß, Herr Oberarzt. Wir sind ein paarmal in der Klinik aneinander vorbeiaelausen. Ich hole mir ja immer von Herrn Professor Lambertz Anordnung roeaen der Massagen." „Warum hat Ihre Tochter mir denn das nicht erzählt?" „Wie bitte?" fragte Frau Hertel, die «sofort hellhörig wurde, wenn man von ihrer Tochter sprach. Doktor Schrader schien etwas zu stocken „Nun, daß Sie — massieren." „Hat sie nicht vielleicht gedacht, daß Sie das wissen mußten? Ich gehöre doch gewissermaßen zur Lambertzschen Klinik." „Ach so", sagte er, „das kann natürlich sein." Er kam sich auf einmal sehr dumm vor — wie vor den Kopf geschlagen. Nein, so konnte man sich die Mutter einer Abenteuerin nicht vorstellen. Irgend etwas in Lüdtkes Rechnung stimmte nicht. „Oder — vielleicht haben Sie es nur wieder vergessen", schlug Frau Hertel nun freundlich vor. „Sie haben doch meine Tochter wahrscheinlich lange nicht mehr gesehen." Doktor Schrader wurde ein bißchen verlegen. Dann richtete er seine klugen Augen auf sie, um die Wirkung feiner Worte zu beobachten: „Ich habe sie in Braunlage getroffen. Und wir haben gestern noch eine Skitour zusammen gemacht." Frau Hertel wurde dunkelrot. Im Augenblick fiel ihr der Cafe-Besuch Blandines mit ihrem Vorgesetzten ein. Und wie sie gleich danach ihre Tochter aus der Klinik fortgenommen hatte. Ueber Schraders hübsches, männliches Gesicht glitt em Lächeln. „Warum erschreckt Sie das fo ..Woran merken Sie denn das?" fragte Frau Hertel, um Zeit zu gewinnen. „Gatt, dafür bin ich doch Arzt. Also warum?" „Das will ich Ihnen sagen, Herr Doktor. Weil ich eine ganz altmodische Mutter bin. Meine Blan- dine", — ihre nüchterne Stimme bekam etwas Weihevolles — „das ist für mich ein Heiligtum. Und ein Heiligtum muß man hüten." Schrader mußte feine Bewegung hinunterfchlucken. Das ist die altmodische Mutter mit dem gezückten vegen, von der Greta sprach, versuchte er vor sich «elbst die Wirkung ihrer Worte abzuschwächen. Immer starker wurden seine Zweifel an der Glaub- Würdigkeit von Lüdtkes Vermutungen. Der Chauffeur kombinierte sich da auf Grund einiger freilich nicht unerheblichen Tatsachen eine Geschichte zurecht. ®.cro^..~ e5 kannte, aber es mußte nicht so sein, wie Lüdtke es sich in seiner Phantasie ausgemalt batte. Oh, wenn es eine Möglichkeit gäbe, wieder Vertrauen zu fassen! betrachtete er einen Augenblick ruhig Me Michte Frau vor sich. Und da kam ihm endlich ein* Gedankenverbindung: „Sagen Sie bitte, Frau Hertel, sind Sie etwa die wundertättge Masseuse, von der Professor Lanz, bertz jo schwärmt?" (Fortsetzung folgt) , ii Wirtschaft S.Jl.-'SpOTt 22.30: Nachtmusik und Tanz. 24 bis 1: Nachtmusik. Abschluß der Vorserie der Vezirksklasse Gießen, x Z Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börfe Frankfurt a. M. 3.12. 3-12. 2.12. 99,75 99,75 99,75 130,75 130,5 122,25 Devisenmarkt Berlin — Aranksurt a ZR. 3.Dezember 2.Dezember Schluß- kurs 99,75 101,55 99,75 101,5 80,75 129,9 101,7 99,5 206,5 118,13 122,25 113,5 81 129,9 100,7 99,75 131,25 134,75 100 206,25 134,25 118,25 130,5 130 79,9 81 129,9 134,9 100 101,9 111,4 der det 207 134,5 118,25 101,7 99,5 101,7 99,5 206,25 134,25 118,13 99,75 99 130,9 130 79,5 81 129,9 0,723 5,706 62,34 49,05 11,265 63,94 57,44 15,27 8,729 2,485 102 111,4 99,7 99 105,75 100,3 100,7 99,75 0,721 5,694 62,22 48,95 11,245 63,82 57 32 15,23 8,711 2,481 99,7 99 105,65 100,13 100,5 99,85 98,9 134,65 99,75 99 101.65 102 111,35 0,722 5,694 62,24 48,95 11,25 63,85 57,34 15,23 8,706 2,482 99,7 99 105,75 100,25 100,65 99,85 131,1 Schluß!. Abend- börse Ä nurdv Möllerung Neu- | Br«e -l I 8 99,7 99 105,5 (er erfunden) hergestellt und gestatten ein ausgezeichnetes Studium insbesondere von Derwitterungs- erscheinungen, selbstverständlich auch Schichtbeobachtungen. Die Schau wird ferner ergänzt durch zahlreiche Karten, in denen vielfältig hie verschiedensten Gesteinsvorkommen unserer heimischen Landschaft in einer sorgfältigen wissenschaftlichen Arbeit festgehalten sind. Mit dieser Ausstellung, die mit Recht als Heimatschau angesprochen werden darf, ist unserer Be- Monlag, 6. Dezember. 6 Uhr: Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Hrühko, zert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Musi am Morgen. 10: Schulfunk. 10.30: Hausfrau, hör M 11.40: Deutsche Scholle. 12: Schloßkonzert. 13: Nach» richten, auch aus dem Sendebezirk. 13.15: Schloß» konzert. 14: Nachrichten. 14.10: Operetten-Bildcr bogen. 15: Volk und Wirtschaft. 15.15: Für unsen Kinder. 16: Nachmittagskonzert. 18: Zeitgeschehen ir Funk. 19: Nachrichten. 19.10: Wunschkonzert zugur> sten des WHW. 21: Herr Varnhousen liquidiert. Höw 122,25 . 122,25 113,5 | 113,5 Dienstag. 7. Dezember. 6 Uhr: Morgenlied. Morgenspruch. GymnaM 6.30: Frühkonzert. 8.10: Gymnastik. 8.30: Musik an Morgen. 10: Schulfunk. 10.30: Hausfrau, hör ji! 10.45: Sportfunk für die Jugend. 11.40: DeutsÄ.' Scholle. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten, aM aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert. Nachrichten. 14.10: 0 holde Frau Mufika! 15: und Wirtschaft. 15.15: Für die Frau. Vom richtige Wünschen und Schenken. 16: Schöne Weisen von hur Mosel. 17.30: Nordische Lieder auf Gedichte m Ibsen und Björnson. 18: Zeitgeschehen im Funk. U: Nachrichten. 19.10: „Ihr liebt sie alle ..." (W Spitzenparade der Jnstrumentalsolisten. 21.15: H?- tere Abendmusiken. 22: Nachrichten, auch aus brn Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe her zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 o H., Lombardzinsfuß 5 o. H. Die 3. Jugend hat an diesem Tage kein Pflichtspiel und wird aussetzen. Die 4. Jugend muß nach Staufenberg. Wenn auch die Gießener in diesem Spiel alles hergeben, so werden sie um eine Niederlage nicht herumkommen. Lollar Jgd. — Grohen-Buseck Igd. Die Lollarer Jugend muß sich zu einer technisch besseren Leistung aufschwingen, wenn sie siegreich sein will. 98,9 134,65 99,75 99 101,6 102 111,3 61 J Ü 8r"' Buenos Aires . Brüssel Rio de Janeiro Solen........ Kopenhagen... Tanzlg...... London veljingforS.... Parts........ Holland ..... Stallen....... Fußball der 1. Kreisklasse, Gruppe B. 5. 12.: Leihgestern — Steinberg II: Steinbai — 1900II; DfB.-R. II — Großen-Linden; Ln — Garbenteich. Der letzte Frankfurter Pferdemarkt in diesem Jahre wird am kommenden Dienstag auf dem (JJ?: lände „Landwirtschaftliche Halle" abgehalten, der Besuch aus den Sperrgebieten verboten ist, wir! Auftrieb nicht so stark sein wie sonst. Gemel- sind vorwiegend mittelschwere Arbeitspferbe Die Preise sind zur Zeit verhältnismäßig niedrig. , Die lanbg 8?lber I nur d 1 tber i ; hm s i'a sr j ilme I I reit' : Rsi l ß !°n völkerung ein Mittel an die Hand gegeben, das Wissen und das Verständnis für die Heimaterde, die uns trägt und ernährt, zu vertiefen. Em Gang durch diese Heimatschau bedeutet reichen Gewinn. Das geologische Institut tritt damit, zugleich mehr als je zuvor in den Blickpunkt des Interesses derer, die ihre Heimat lieben und von ihr nicht genug wissen können, um ihr immer inniger verbunden zu sein. N- Fwd Ka pitalerh oh ung beiHeyligen- st a e d t 6- Co., Werkzeugmaschinenfabrik in Gießen. Durch Beschluß einer ao. Gesell- schafterve^sammlung wurde das Stammkapital von 20 000 auf 100 000 Mark erhöht. Fwd. L. Dalton & Co. — Geschäftsverlegung nach Gießen. Das bisher unter der Firma L. Dalton & Co. AG. in Frankfurt a. M. betriebene Handelsgeschäft ist mit dem Recht der Fortführung der Firma L. Dalton & Co. und unter Ausschluß der Uebernahme der im Geschäftsbetrieb begründeten Verbindlichkeiten auf den Fabrikanten Josef Möbs in Gießen übergegangen. Der Sitz des Handelsgeschäftes wurde von Frankfurt a. M. 1900 — Lollar. Steinberg — Bissenberg. Sinn — Butzbach. Wetzlar — Naunheim. Steindorf — Frohnhausen. Die Dorserie der Bezirksklasse Gießen findet am Sonntag mit obigen Begegnungen ihren Abschluß. Rückständig ist lediglich das Spiel Naunheim gegen Butzbach. 1900 darf die Begegnung gegen Lollar nicht leicht nehmen. Bei der Begegnung mit Bissenberg muß Steinberg intensiver zu Werke gehen wie gegen Butzbach, sonst kann das, was vergangenen Sonntag nochmals glimpflich vorbeiging, morgen eintreten, und zwar eine unangenehme Ueber'rafchung. Sinn, erstmals mit seinem freigewordenen Mittel- -ftürmer Büch, hat gegen Butzbach wohl alle Vorteile in der Hand, unterschätzen darf man die in der Hintermannschaft starken Butzbacher aber nicht. Naunheim muß wegen seiner Platzsperre, die ’ gegen Butzbach infolge Verlegung des Spieles nicht wirksam geworden ist, beim Sportverein Wetzlar antreten. Dadurch wird sich der Sieg der Domstädter einfacher gestalten. Steindorf, das mehr und mehr zum Punktelieferant wird, hat gegen die in aufsteigender Form befindlichen Dränier wenig Aussicht auf Erfolg. Ein zweistelliges Torergebnis wird aber wohl nicht wieder herauskommen. 1900 — Lollar. Lasche !'ch? i c/ii ? Link leit eir • km € Ipf ’ (liefe J ihn. 6 »eine !$)ieb i 16ireni finit hi outet Mimte- fiamr N rcn. |M »Lage I feine l 12. 12.: Garbenteich — Leihgestern; Steinberg II — 1900 II; VfB.-R. II — Steinbach; Lich — @ro- ßen-Linden. 19. 12.: 1900II — Garbenteich; Lich — VfB- Reichsbahn II; Großen - Linden — Steinberg II; Steinbach — Leihgestern. 2. 1.: Leihgestern — 1900 II; Garbenteich — Steinbach; Steinberg B — Lich. 9. 1.: 1900II — DfB.-R. II; Großen-Linden — Garbenteich. 16. 1. Lich — Steinbach; Leihgestern — Großen- Linden; Garbenteich — Steinberg II. 2.12. 101,7 99,5 Briefkasten der Redaktion. lRechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit her \ Schriftleitung) k. B. in G. Für die Festsetzung des Kaufpreise« eines Grundstückes ist dessen Brandkassenwert nid): maßgebend, desgleichen nicht der Einheitswert, viel mehr der gewöhnliche Verkaufswert. Nach diesen richten sich auch die durch den Verkauf entstehende Kosten, Steuern und Abgaben. JRunhfunfprogramm Sonntag, 5. Dezember. 6 Uhr: Hafenkonzert. 8.10: Gymnastik. 8.30: Deutsche Scholle. 8.45: Drgelmusik. 9: Christliche Morgen- feler. 9.45: Ist die Religion der Rasse gottroihrig5: 10: Unser ganzes Leben verläuft zwischen Führunc und Gefolgschaft. 10.30: Chorgesang. 11.15: Nordisch: Welt. Funkfolge mit Texten von Walter von Mole 12: Musik am Mittag. 14: „Kasperle in der Klemme" Ein lustiges Spiel. 14.30: Wenn ich sonntags it j mein Kino geh! 15.15: Deutsche Scholle. 16. Nah mittagskonzert. 18: Vom Tannenwalde steigen Düfte Eine vorweihnachtliche Funkfolge. 19: Nachrichter. 19.10: Bel Canto. Caruso und Gigli singen. 19.40 Sportspiegel des Sonntags. 20: Operettenkonzert. 22 Nachrichten, auch aus dem Sendebezirk. 115,75 (115,50), Elektr. Lieferungen auf 129,75 (129,50) und Südd. Zucker auf 206,50 (206,25). Um verändert blieben u. a. Bemberg mit 140,50, Adler, werke mit 109,50, Scheideanstalt mit 252,50, VDM. mit 163, Holzmann mit 151 und Bekula mit 168. Am Rentenmarkt war das Geschäft, wie zumeist abends, nur klein, die Haltung blieb aber unver. mindert fest. Kommunal-Umschuldung nannte man mit 94,95. 4V- v. H. Krupp erhöhten sich auf 99,75 (99,50), 6 v. H. IG. Farben notierten unverändert 129,50. Frankfurter pferdemarkt. z.Tezemb-r .-imU'dir WC Die 2. Jugend wird gegen Großen-Lindens 2 Ju- ®erllnei ^"delsgeseMchast ßw __ r-R llzu hoch nu-f°llen soll. M Staufenberg - 1900 III. Die Junioren reifen nach Staufenberg. Selbst in Ausloj.-Rechte i.............. bester Besetzung wird es schwer halten, zu einem ö Erfolg zu kommen, da sich der körperliche Nachteil bbi.$ 8.......... durch technisches Spiel nicht ganz ausgleichen läßt. Wi% Franks. Hyp. Liquidation Jugendspiele im DfB.-Reichsbahn. 6y^/ob&nitoe fliquibatiön . Di- 1. Jugend tritt auf dem Waldsportplatz fälligen Pflichtspiel gegen Rodheim an. Das Vor- fpiel kannten die Siebener sicher für sich entscheiden. a.@.|üt.... 6# -anzwiscyen haben fiel) aber die Gäste zu einem star-1 Hamburg-Südam. Dampfschiff. o ken Gegner entwickelt. Das vor einiger Zeit erzielte Hamburg-Amerika Paket......o Unentschieden gegen Leihgestern läßt aufhorchen. Die ? Gießener, die noch aus zwei Spielen drei Punkte benötigen, haben daher nichts zu verschenken. Reicki-bani 12 __, __________________ .....____ Sendebezirk. 22.30: Heitere Spätmusik. 24 bis 1.12: (156)7 Moenus aus 118 '(117,75), Eßlinger auf^„Der Bajazzo", Oper in 2 Akten. Datum 5% Deutsche Reichsanteihe v. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 *y2% Deutsche Retchsschahanwei« undurchsichtig ist die 2. Kreisklasse. Hier wird es wohl noch etwas dauern, bevor man sichere An-, ~ ■ gaben machen kann. - In der Gauklasse sollte der nach Gießen verlegt. Tv. Wetzlar seinen Siegeszug fortsetzen. Nhein-Mainische Börse. Spogg. 1W0 Mchen-^VsL. 1860 Marburg Mittagsbörse uneinheitstch. In fe&a^e^'^ßü^iXn UÄ ver- Mw Gi-si-n - Tn Rath ® ! änderte Sage' Di- Kundschaft z-iyt- nach beiden Wann kommt 1900 endlich dazu, ein fchfag- Seiten Zurückhaltung, ebenso verhielt sich der be- kräftige Mannschaft zusammenzustellen? Sollte das ru^maßige Handel. nnn- nicht bald gelingen? Denn die Niederlagen müssen ststellung am A111 c ni ar k t vo unweigerlich dazu führen, daß man zuguterletzt noch Zog sich wiederum recht äogemd u^ die Haltung in Abstiegschwierigkeiten kommt. - Niedergirmes war -rn-ut unemhe.tl.ch. Kl-anen Sp-Z.a kaufen hat im letzten Spiel keine Leistung gezeigt. Es ist standen abermals Abgaben, angebstch aus Auswan deshalb schon möglich, daß morgen Hörnsheim ge- dererkreisen. gegenüber. Bel der Enge der Markte winnen wird, auch wenn die Mannschaft schon ergaben sich dabei z. T. stärkere Ausschlage. Schwa- einige Sonntage ausgesetzt hat. - Einen nicht leich- Ar b°s°n^rs Zell toffakst-n A^asi -nburger ten Gang geht Lützellinden. Münchhahhausen hat 139.50 (141,50), Waldhof 146,25 (148,25) Son fflion erff am lebten Sonntaa aereiat daß es wieder im tanwerten waren Klöckner um 1,50 v. S). niedriger Kommen ist. — Wenn sich der'Mtv. auch diesmal gefragt mit 118,25 choesch blieben mit 116 behaup- nicht aufra ft, wird er fagar gegen eine der schwäch- tet, ebenso Verein Stahl Mit 112,40 wahrend Man- sten Monnlckiasten verlieren nesmann 0,50 v. H. gewannen auf 116.50. Chemische ten Mannschaften Derherem Werte waren zunächst ohne Notiz. Feste Haltung 1. Rretsnaffe. zeigten Bemberg mit 140 (138). Sonst kamen zu- Tv. Holzheim — Tv. Hausen nädtft zur Notiz: Licht und Kraft 149,50 (149), MSV. III. AR. 9 (Barbara) Gießen — Tv. Mainkraftwerke 96 (95,75), RWE. 127,13 (128,50), Lana-Göns Jul. Berger 147,65 (148,50), Gement Heidelberg Tv. Dutenhofen — Tv. Dornholzhausen unD 167, Moenus Maschinen 117,75 (118), Daimler Tv. Katzenfurt — Tv. Groß-Rechtenbach. 134,65 (134,50). War auch das Vorspiel in Hausen seinerzeit hoch Der Renten markt behielt seine feste Haltung, verloren worden, so steht noch nicht fest, ob Hausen doch war das Geschäft nur klein. In der Altbesitzseine damalige Leistung wiederholen kann. Denn anleihe erfolgt heute und morgen wegen der immerhin ist Holzheim eine Mannschaft, die beson- Ziehung keine Notiz. Kommunal-Umschuldung lagen ders auf eigenem Platz ihren Mann stellt. — Die 5 Pf. leichter mit 94,90, im übrigen Froiverkehr Soldaten werden natürlich alles daransetzen, das nannte man die letzten Kurse. Am Pfandbriefmarkt Ergebnis des Vorspiels zu berichtigen. Inwieweit notiertest die Kurse unverändert, nur einzelne Li- das allerdings möglich ist, bleibt abzuwarten. — quidationswerte wichen geringfügig ab. Auch Stadt- Dutenhofen sollte leicht zu einem Sieg kommen. I anleihen hatten zumeist behauptete, teils leicht 2. Kreisklasse. schwankende Kurse. Industrie-Obligationen erfuhren ~ r < kaum Veränderungen. Von Staatspapieren waren Mendorf (Lohn) - Tm Atzbach . Reich-schotz-,nweisung°n writer gefragt. M 16 Im FreiUrkehr mar die Geschäftstätigkeit ra tin« in gering, Kursverän'derungen traten kaum ein. Fest ©efpannt darf man fe m wte bas Treffen in ? %uf ben günstigen Abschluß Ehern. Brockhues Allenborf enden w>rd Gewinnt Atzback), dann sit f » 76 78ti 8 feI,ner waren Ufa auf 71,25 M«Ä Ä ™ geMert, Xage5gelb unm 2 50 v. H. Gelegenheit, sich für die im Vorspiel erlittene Nie-1 Abendborse freundlich. '' . I Wenn auch die Unternehmungslust angesichts des Frankfurt a. M. Berlin Schluß- kurs Schlußk. Abend börse Schlub- kurs dhS Daium 2.12. 3.12. 2-12. Accumulatoren-Fabrik....... 14 — — — Aschaffenburg Zellstoff....... . 6 . 0 141,5 138 139,5 140,5 140,5 138,13 1