Nr. 258 Erstes Blatt 187. Jahrgang Donnerstag, 4- November <937 Prüft und Verlag: vrSHIsche Univerfitätrdruckerei ».Lange in Gießen. Schristlettnng und GeschSftrftelle: Schulftrahe 7 MS In das Berlin, 3 November 1937. der gewaltigen Ehrenhalle finden wir die zwar zwei Hirsche des Gatters Schaumburg-Lippe mit 231,5 und 222,6 Punkten, sowie ein Schwarz- burgischer Hirsch mit 225,3 Punkten Dann kommen wir zu den Elchen, von denen Deutschland einen Schild aus sieben erobert hat. Beim Damwild sind wir weit besser dran Hier treten in Konkurrenz nur Ungarn, Dänemark, Tschechoslowakei und Deutschland. Bon den verliehenen 33 Schilden entfallen 18 auf Deutschland, 4 auf Dänemark, 1 auf die Tschechoslowakei und 10 auf Ungarn Bei den 70 Rehgehörnen, die mir in der Ehrenhalle mit Schildern ausgezeichnet finden, steht Deutschland vor 1900 an 7., 8. und 9 Stelle und nach 1900 an 11, 12 und 13., 25., 29 , 33 34., 44., 52. 53 und 55. Stelle.Die beiden stärksten Böcke liefert Polen, dann kommen Rumänien, Schweden, die Tschechoslowakei und Ungarn. Don den 5 in der Ehrenhalle ausgestellten Muffe l s ch n e ck e n gehören 3 nach der Tschechoslowakei und 2 nach Deutschland Leider kann Deutschland mit dem Schwarzwild in der unerhörten Konkurrenz mit Polen — das mit Abstand führt, der Tschechoslowakei, Rumänien und Jugoslawien nicht bestehen Nachdem wir nun die europäischen Rekorde in der Ehrenhalle bewundert haben, treten wir nach rechts in die Masurenhalle ein wo wir die deutsche Trophäenschau und einen Teil der Lehr- und Hegeschauen vorfinden Der erste Raum enthält die Sonderjchau unseres Reichsjägermei- stärksten Trophäen Europas, die sämtlich durch silberne Schilde prämiiert worden sind. Unter den Rothirschen finden wir eine Klasse von Trophäen, wie wir sie bestimmt noch nicht gesehen haben, selbst nicht auf der IPA 1930 m Leipzig. Nur ein paar Beispiele: Der Schwarzenberger Hirsch aus der Tschechoslowakei mit 246,4 Punkten, der Montenuovo-Hirsch aus Ungarn der Koschsche Hirsch aus Rumänien, die Hirsche des Grafen Draskovich aus Jugoslawien und viele andere internationale Größen Daß wir in Deutschland mit unseren Trophäen nicht an der Spitze stehen, nimmt uns nicht wunder, wenn wir unsere Kultursteppe mit dem unberührten Urwald, seiner mannigfaltigeren Aesung, seiner geringeren Wilddichte, seinem starken Raubwild und seinen vielfach weit stärkeren Wintern vergleichen Wir stehen aber doch nicht ganz zurück, denn wir haben uns von den ausgegebenen 45 Rothirschschilden immerhin 6 Stück für unsere Hirsche gesichert. An der Spitze der deutschen Hirsche steht ein Mecklenburger Hirsch des Erbgroßherzogs Friedrich von Mecklenburg mit 226,4 Punkten dann kommen aus der Zeit nach 1900 als 8. Schild der Rothirsch des Revierförsters Kahler aus Westpreußen mit 225.4 Punkten und der von Rosenstielsche Hirich mit 2213 Punkten (21 Schild) Don den prämiierten Gatterhirschen ist der erste, dritte und vierte ein deutscher, und Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für \ mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Textanzeigen von 70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrist nach vorh. Dereinbg.25°/a mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsie Staffel B Was bringt die Zagdausstellung? Ein Jäger wandert durch die Niesenschau am Funkturm. Jäger in aller Welt immer diejenigen waren, sind und bleiben werden, die einem Volke die schönste Zierde seiner Heimat, das Wild, erhalten haben. So will die Ausstellung auch dem Ziele dienen, dle Stellung des Jägers in der ganzen Welt zu heben, sie soll ihm das Ansehen geben, das er verdient. Auf eines, auf das wir ganz besonders stolz sein können, wollen wir mit dieser Schau verweisen: auf die enge kameradschaftliche Verbundenheit, die seit jeher zwischen den Jägern eine edle und hohe alte Sitte ist. Bei der Jagd im gesitteten Weidwerk haben Standesunterschiede niemals eine Rolle gespielt. Wie im Kampfe gilt bei der Jagd nur der Wann selb st, nur seine männlichen Tugenden, seine Kameradschaft, sein Charakter, aber niemals sein Stand. Es ist eine uralte Ueberlieferung, daß der Iagdgehilfe mit seinem Jagdherrn bei der Pirsche ebenso Rot und Entbehrungen wie Freude und Erfolg teilt. Jagdfreundschaft und Jagdgemeinschaft bringt die Wenschen in ein enges persönliches Verhältnis. Wenn ebenso -die Jäger aller Welt über die Landesgrenzen hinaus gute Kameradschaft halten, so wird sicherlich auch damit dem Frieden der Welt gedient. Ge- Ein finnischer Falkner mit einem lebenden Steinadler. — (Scherl-Bilderdienst-M.) ?^3jäleTeifter G^eraloberst Göring in der bulgarischen Abteilung der Internationalen Jagdausstellung, wo chn der Gesandte K a r a d j o f f (links) führte. — (Scherl-Bilderdienst-M.) rode weil sie ihre Heimat über alles lieben, gerade weil sie stolz auf ihre Ration sind, sind sie, fern jedem falschen Internationalismus, gute und zuverlässige Mittler unter den Völkern. Lassen Sie mich nun, meine Herren, die Sie aus aller Welt so zahlreich nach Berlin zu der Internationalen Jagdausstellung gekommen sind als Schirmherr dieser einzigartigen Veranstaltung Ihnen allen von ganzem Herzen danken für die große Mühe, die Sie aufgewendet haben, der aber, wie ich fest überzeugt bin, ein ebenso großer und schöner Erfolg beschieden sein wird. Ihnen aber, meine verehrten Gäste, die Sie aus dem A u s - lande zu diesem für das Weidwerk denkwürdigen Tage hierher gekommen sind, rufe ich ein besonders herzliches Willkommen zu. In aufrichtiger G a ft f r e u n d f ch a f t hat Deutschland Ihnen seine Pforten geöffnet. Mögen Sie, wenn der Weg Sie wieder zurück in Ihre Heimat führt, die Gewißheit mitnehmen, daß nicht nur der deutsche Jäger, sondern das ganze Deutschland Ihnen als lieben Gästen echte Kameradschaft entgegengebracht hat und daß das neue Deutschland Adolf Hitlers nichts mehr ersehnt, als eine völkerverbindende Zusammenarbeit, die der Erhaltung des Friedens und der Förderung aller Kulturwerte der Welt dienen soll. Legen und Verblasen einer Waldstrecke im Modell, die hirschgerechten Zeichen, Schußzeichen und Bruchzeichen. Lrlchetm täglich, außer bonniags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Hermat im BUd Die Scholle Monat§-vezug§prei§: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte _ 1.80 Zustellgebühr „ -.25 Ulud) bei Nichterscheinen ®°,n einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernfprechanfchlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach- nchten: Anzeiger Siehe« Postscheckkonto: Krankfurt am Main 11686 Reichsjägermeister Generaloberst Göring eröffnet dieLniernaitonaleIag-ausstellung in Berlin Hermann Göring spricht. Iagdsignale leiteten über zu der Eröffnungsansprache des Reichsjägermeisters Generaloberst Göring. Der Reichsjägermeister sagte in seiner Rede: Das große Interesse, das die „Internationale Jagdausstellung in Berlin" bei allen Freunden der Jagd, der Natur und ihrer Geschöpfe in der ganzen Welt findet, beweist die Notwendigkeit dieser großartigen und einzigartigen Veranstaltung. 2 7 Jahre liegt die letzte internationale Jagdausstellung i n Wien zurück. Seitdem haben sich auf dem Gebiete der Jagd in allen Ländern Veränderungen von einschneidender Bedeutung vollzogen. Die Fortschritte der Technik, insbesondere der Waffenindustrie und der optischen Hilfsmittel des Jägers, die ungeheure Intensivierung der Bodenkultur, ganz besonders in Deutschland, das zur Erhaltung feiner Bevölkerung auf verhältnismäßig engem Raum jeden Quadratmeter nutzbarer Fläche auch wirklich nutzen muß, haben die Lebensbedingungen des Wildes in beängstigender Weise verschlechtert und feine Lebensmöglichkeiten eingeengt Der ständige Rückgang, ja das völlige Verschwinden gerade der schönsten und wertvollsten Gattungen unserer frei lebenden Tierwelt ist den Freunden der Ratur, zu denen sich die Jäger aller Länder mit besonders großem Recht zählen, eine ernste Mahnung, zum Schuhe dieser Tiere der Verödung der Ratur mit allen Mitteln, die menschenmöglich sind, Einhalt zu gebieten. Aus diesen Faktoren heraus erklärt sich der völlige Umschwung unserer jagdlichen An schauungen. Es ist gleichgültig, ob Sie den Blick in die Kolonien fremder Erdteile richten oder ob Sie die in der ganzen Welt von allen Tier- freunden mit so großer Begeisterung aufgenommenen Bestimmungen des deutschen Reichs- jagdgesehes betrachten, überall werden Sie Bestrebungen finden, die einerseits der Tierwelt einen vermehrten Schuh angedeihen lassen und andererseits einer Veredelung und vervollkomm- nung des Weidwerks selbst dienen. Der Gedanke, daß die Jagd auf die Entwicklung von Kultur und Kunst eines jeden Volkes entscheidenden Einfluß gehabt hat, Lir einer der Hauptgründe, die mich veranlaßt daben die Anregung zu dieser gewaltigen Schai^ ?u neben Vor allem erschien es mir notwendig, die Bedeutung der Jagd gerade als wichtigen Kulturfaktor durch eine Ausstellung, wie sie Welt bisher nicht gesehen hat und voraussicht- ticki auch in absehbarer Zeit nicht sehen wird wirk- unterstreichen. Die Ausstellung will auch \a”L n in der ganzen Welt, die in völliaer Berkennuna der Dinge in der Jagd ein überflüssiges Vergnügen angeblich begüterter Kreise sehern ' bie Augen darüber offnen, daß gerade Jagd und i [ ft e r s. Wir stehen in Bewunderung still vor den I Muffigen Hirschgeweihen, Schauflern und anderen I Trophäen, die unser Reichsjägermeister bei der Er- I holung von seiner verantwortungsvollen Arbeit in den besten deutschen Waldrevieren und als Gast des polnischen Staates erbeutet hat. Die stärksten deutschen Hirsche kommen natürlich aus Ostpreußen, Pommern und Mecklen- I bürg, aber auch den übrigen Gauen verdanken wir zum Teil recht starke Trophäen. Die erste Sonder- schau rechts über der Galerie ist die Schau R o - minten, sie zeigt uns die typischsten und stärksten Rothirschgeweihe, die auf diesem Gebiet greifbar waren — im großen Durchschnitt die stärksten Ge- I weihe Deutschlands, darunter vor allem einige I Nachbildungen der edelsten Hirsche des Reichsjägermeisters. In der sich anschließenden Sonderschau ISchorfheide sehen wir ebenfalls einige lehrreiche Abwurfreihen von Rothirschen, eine kleine Damwildlehrschau und einige Lichtbilder aus dem Elchgehege. Die nächsten Räume beherbergen Rot- I wildschauen zweier bekannter Gatterreviere, dem Gatter Zillbach (Thüringen) und Reinhards- w a l d. Reviere, deren Hege in der Welt einen Namen hat. Besonders klar aufgebaut ist die Rein- hardswaldschau. Die Sonderschauen aus der Eifel und dem Erzgebirge geben anschauliche Bilder aus diesen jagdlich hochinteressanten Gebieten Die Hegeschau Bayern stellt einen Rechenschaftsbericht über die Abschußleistungen der Gebirgsreviere dar. Die H e g e s ch a u Westfalen behandelt die Frage: Wie können wir einen gewißen Rotwildbestand in einem Gebiet mit hoher land- und forstwirtschaft- licher Kultur erhalten und aufarten, ohne den Gelangen beider Wirtschaftszweige Abbruch zu tun? Sie ,F) arzscha u", eine Hegeschau für das deutsche Mittelgebirge, bringt an Hand von Musterbeispielen eine praktische Abschußanweisung für das Rotwild. Sie Rotwildschau „Schlesien" ist gleichfalls eine sorgfältig durchdachte Lehrschau. Die Rot wild lehrschau behandelt im teilweisen Gegensatz zu den vorhergehenden Rotwild- schauen weniger die Jagd, als vielmehr die Zoologie des Rothirsches. Sie erste Gruppe zeigt die geographische Verbreitung der Gattung Cervus auf oer ganzen Erde, die Gruppe Biologie zeigt die Wirkung der Umweltfaktoren auf Körper und Geweihstärke, die nächste Gruppe: Blutauffrischungs- verfuche aus dem Gatter des Grafen v Werthern, die nächste Gruppe den Einfluß der Wildstands- dlchte auf Geweih- und Wildbretgewicht, die nächste die Stammesgeschichte des Rothirsches, und die letzte Gruppe: die Vererbung am Rothirschgeweih. Die Lehrschau „Jagdliches Brauchtum" fuhrt zunächst in die Geschichte der Jagd hinein und deren auch für die heutige Zeit erhalten gebliebenen Gebrauche. Wir sehen die Entwicklung der Jagd- geräte, der Iagduniformen und der jagdlichen Sitte, Berlin, 3. Nov. (DNB.) Die „9nfßmatinnnr1> Jagdausstellung - Berlin 1937", veranstattet vom Ä^Abbund Deutsche Jägerschaft und der Berliner Ausstellung-- Messe- und Fremden-ertehr-l G. m. b H., ist unter der Schirmherrickintt hoa Relchsj-igermeist-rs Ministerpräsident Gemralobettt ® 0 r i n g tn den acht Ausstellungshallen am türm eröffnet Worten. Gleichzeitig hat baute nefige Halle an der Masurenallee, dermo- dernste derartige Zweckbau Europas, ihre Weihe empfangen. Schon lange vor Beginn des Fest- ^tes hatten vor der Haupthalle ein Musikkorps der Lelbstandarte Adolf Hitler, rund 1000 Vertreter der ^gdbehorden 500 Forstbeamte und 100 Blä er 9httSn?Ukn $arIsru^ und Neuhaldensleben Ausstellung genommen. Zu beiden Seiten der breiten Gasse wegen von hohen Masten die Rah- h i f 3x° tionen , die an der Ausstellung beteiligt sind, und in der Mitte grüßt die Gäste ein gewaltiger Hirsch auf hohem Postament, geschaffen vom Bildhauer Sammann. Finnische Falkner hoch ZU Roß, mit Steinadlern auf der ledergepanzerten Rauft und mit einer Meute Bracken standen am Eingang zu der Festhalle. Ser Reichsjägermeister wurde mit Marschmusik unö Hörnerklang willkommen geheißen und von den Zuschauern stürmisch begrüßt. Unter den Ehrengästen sah man das Kronprinzenpaar von zahlreiche Botschafter, Gesandte und Geschäftsträger ausländischer Staaten, außerdem die meisten Reichsminister, Reichsleiter, fast sämt- liche Staatssekretäre, die Ministerpräsidenten der Lander, die Reichsstatthalter, zahlreiche Gauleiter sowie zahlreiche andere Vertreter des Staates, der Partei, der Wehrmacht und viele Grünröcke aus dem ganzen Reich. Oberbürgermeister und Stadtpräsident Sr. Lippert betonte, daß die Hauptstadt des Reiches sich nicht damit begnügt habe, von Fall zu Fall einer repräsentativen Ausstellung den notwendigen Rahmen zu schaffen. Sie sei seit vier Jahren mit Erfolg bestrebt, jede Ausstellung in den großen Rahmen der kulturellen Leistung der deutschen Nation einzufügen. Nach einem Hinweis auf den neuen Hallenbau schloß er mit Worten des Santes an den Reichsjägermeister, der in entscheidender Weise das Zustandekommen der Ausstellung ermöglicht habe. Sann kommen wir zu einer neuen Wildart die besonders m letzter Zeit viel von sich reden gemacht hat dem „M u f f e l w i l d". Es sind in den letzten Jahren — Jahrzehnten — verschiedentlich Versuche gemacht worden mit der Einbürgerung neuer Wildarten. Es ist daher durchaus berechtigt, wenn der Bearbeiter dieser Schau nun endlich das Muffelwild als deutsche Wildart bezeichnet. Wir gelangen dann zur S a m w i l d l e i st u n g s- schau und zur Lehr- und Hegeschau der Gaue Schleswig-Holstein, Mecklenburg und Kurmark Wir finden die biologischen Entwicklungen des deutschen Samhirsches, der schon während der Eiszeit bei uns heimisch war Sie letzte Schau im Erdgeschoß behandelt die seltenste und stärkste der deutschen Schalenwildarten, das Elchwild, seine Lebensge- Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhefsen W Der letzte deutsche Bär. — (Scherl-Bilderdienst-M.) MW W < W • xA-- Z jSiz MßM - UM z ,W f ■ W iMW W . . . Frankreichs prekäre Finanzlage. schichte seit prähistorischer Zeit, Entwicklung, Hege und Jagd Eine große Anzahl Lichtbilder unserer berühmten Elchphotographen, wie Krauskopf, Katies und Horst Siewert vervollständigen diese Schau. Was wir in der b ' st o r t s ch e n S ch a u an Kostbarkeiten aus deutschen Schlössern und Museen fin» den, erfüllt uns mit Bewunderung Wir bestaunen die Kolossalgemälde: „den alten Dessauer auf der Jagd", Falknerbilder aus dem Schloß Herrenhausen des Herzogs von Cumberland, Gobelins, Jagd- Schlitten und Wagen, Jagduniformen, Porzellan, Trinkgefäße, Plastiken, Waffen, Weidmesser, Hifthörner und viele andere Schätze. Dazwischen hängen die bekanntesten deutschen historischen Geweihe aus den Schlössern Erbach und Moritzburg, in einer Vielgestaltigkeit und Stärke, wie sie die neue Zeit nirgends auf der Welt hervorbringt Eine Schau, auf die wir Deutschen stolz sein können! In der G a m s s ch a u sehen wir, wie zahlreiche Gefahren leider unsere Gamsstände immer mehr bedrohen und heimsuchen-, Lawinen, Steinschlag und die Unruhe, die der wachsende Fremdenverkehr mit sich bringt. Die Schau zeigt uns ferner die Eigenheit und den Aufbau der Gambskrucke nach Alter und Geschlecht, die Alterungsmerkmale an Krücke und Haupt, die Hege und Bejagung des Gamswildes und schließlich eine große Anzahl der besten deutschen Gamskrucken. Im Anschluß hieran über der Schau „jagdliches Brauchtum", erblicken wir eine ganz besonders interessante Ausstellung des Mainzer Naturhistoriscben Museums, die uns in die Zeit des ältesten Menschen versetzt. Die Rehwildlehrschau behandelt die Entwicklung des Rehgehörns, die Rehwildhegeschauen Ostpreußen, Baden-Süd, Hannover und Braunschweig zeigen unsere verschiedensten Stnndortver- hältnisse, die Grundsätze des Wahlabschusses und die Einwirkung des Reichsjagdgesetzes auf die Bejagung des Rehwildes. In den Räumen der deutschen Vogelwarten Helgoland und Rossitten interessieren die Ergebnisse jahrzehntelanger Vogelberinaungsoer- sucye, die in einer Anzahl anschaulicher Lehrtafeln niedergelegt worden sind. Der nächste Ausstellungsraum ist dem deutsch en Jagdhund gewidmet. Zahlreiche Lichtbilder erläutern Die geschichtliche Entwicklung und Benutzung des heutigen Jagdhundes, sowie die Unterscheidungsmerkmale der wichtigsten deutschen Jagdhunderassen. Ein Lieblingsgebiet der Mehrzahl unserer Jagdgenossen ist die Statistik der Jagd st recke. Wer von uns hat nicht schon gestöhnt über die pünktliche und vorschriftsmäßige Einreihung der „Abschuß- und Wildstandsmeldun- P nUnd doch ist diese geringe Belastung unserer ' uemlichkeit nicht ohne Sinn und Zweck: Sämt- ' . Meldungen werden durch die Kreis- und Gau- logermeister alljährlich gesammelt und im Stabsamt der deutschen Jägerschaft zum Nutzen der deutschen Jagd ausgewertet. Von besonderer Wichtigkeit für Besucher aus dem Auslande und für die Werbung unter den Nichtjägern ist die Darstellung der jagdlichen Or- g a n i s a t i o n , ihre Entwicklung und Bedeutung für unser deutsches Volk. ♦ Dom Auslande ist Polen eines der jagdlich vielseitigsten Länder Europas mit seinen konkurrenzlosen Keilerwaffen, Rehgehörnen, Elchen und dem größten Bestand an starkem Raubwild. Außer Gams-, Muffel- und Damwild stoßen wir auf sämtliche europäischen Wildarten in unvergleichlicher Stärke. Rumänien, das Land der Rekordgams (von 15 Schilden gehören 11 nach Rumänien), der klobigen Hirsche und Böcke und des urigen Raubwildes ist uns nächst Ungarn wie kaum ein anderes Land durch die spannenden Jagdschilderungen deutscher Jäger bekannt. Gleich neben dem Eingang hängt eine endlose Kette gewaltigster Bärenfelle. Schweden zeigt als Krone seiner jagdbaren Tierwelt den Elch (3 von 7 Schilden), ferner kapitale Rehböcke und Raubwild. Die Tschechoslowakei bringt eine bemerkenswerte Schau aus dem Wildparadies der Karpathen, der Hohen Tatra. Halle VIII. Ungarn ist das Land der stärksten Hirsche und Damschaufler. Die Halle VII nimmt die Abteilung „Die Photographie in der Jagd" auf. Hier sieht man Lichtbildschöpfungen der bekanntesten deutschen Jagdphotographen. In den Ausstellungspavillons der exotischen Länder und Kolonialreiche hat England die stärksten exotischen Trophäen der Welt ausgestellt. Kanada ist mit Alaska die Heimat der stärksten Elche, Wapitis und Bären der Welt. Die afrikanische Schau und die Sonderschau der deutschen Kolonien enthält hochinteressante Stücke der wichtigsten in unseren Kolonien beheimateten Wildarten. Riesenkudus, Kaffernbüffel, verschiedene Antilopen und Gazellenarten schmücken den Saal. Ein ganz anderes Bild bringt die französische Ausstellung. Wir fühlen uns wieder versetzt in die prunkvollen mittelalterlichen Zeiten, in eine Stätte höchster jagdlicher Kultur von historischem Wert. Einzigartige Gobelins, Gemälde, Waffensammlungen und andere Kunstschätze von unermeßlichem Wert tauchen hier auf. Italien bringt nächst Aegypten die ältesten Kunstschätze der Ausstellung. Don der Zeit der Etruskerfürsten und der Blütezeit Roms bis zum Mittelalter. * Die Gläserne Galerie (Halle IV) konnte keine schönere Bestimmung finden als die Aufnahme der I a g d k u n st a ü s st e l l u n g , die in erster Linie von Deutschland, Schweden, Oesterreich und Polen beschickt ist. Es war der Wunsch unseres Führers, in dieser Ausstellung die Kunst besonders zur Geltung kommen zu lassen, und deshalb war es auch nötig, die besten verfügbaren Werke der verstorbenen deutschen Künstler in die Ausstellung mitaufzunehmen. Die bekanntesten Exotenmaler, Friese und Kuhnert, und die Altmeister der deutschen Jagdmalerei, Fröner und Deiner, zeigen uns den hohen Stand der deutschen Jagd- kunst. Mit der i n t e r n a t i o n a l e n F a l k n e r s ch a u schließt die Reihe der internationalen Schauen ab 2m Dorraum eine Anzahl von Beizvögeln — 2Iblern, Falken und Habichten fast unbeweglich in ihren „Trachten" — malerisch anzusehen. Zu beiden Seiten, an den Wänden, hat der deutsche Falknerorden eine Lehrschau „Raubvogelschutz" ausgestellt. Durch die Angliederuung des „Deutschen Falknerordens" an den Reichsbund Deutsche Jägerschaft hat unser Reichsjäaerrneister dafür gesorgt, daß auch in Deutschland die Falknerei wieder zu Ehren kommt. * Don den deutschen Sonderschauen seien noch das Riesendiorama „Deutsches Wild im deutschen Wald" und die Sonberschau des deutschen Jagdhundes genannt, die besonders edle Vertreter der deutschen Jagdhundrassen zeigt. Die Heeres-Hiinbeanstolt stellt Modelle von Fährtenrädern und ähnliches Anschauungsmaterial aus. Eine besondere Attraktton für die Jäger erwartet uns am Filmschießstand, in dem wir — genau wie auf der Drückjagd auf Rot-, Dam-, Elch-, Reh- und Schwarzwild, Trappen, Birkhahn und Fuchs mit der Kugel schießen können Wir glauben uns fast mitten im tiefen Walde auf einer Jagdschneise; der Büchsenspanner reicht uns die geladene Büchse, drückt auf einen Knopf, und schon wird es vor uns auf der Leinwand lebendig, ein Rudel Rotwild, eine Rotte Sauen oder sonst etwas kommt über die Schneise gezogen. Wir suchen uns schnell ein geeignetes Stück — natürlich das stärkste aus der Rotte, den groben Keiler, heraus, nehmen ihn aufs Korn und lassen fliegen. Im Augenblick steht das Bild unbeweglich fest, und an der Stelle, au der wir abkamen, erscheint ein leuchtender Fleck von Kalibergröße. — Das Institut für Jagdkunde hat die Schau „Jagdliche Forschung" auf- gebaut, die uns über die jünaften Forschungsergebnisse (Wildmarkenforschung, Zahnalterslehre, Wild- krankheiten, Abnormitäten, Wildbestätigungskunde u. a.) unterrichtet. Die Ausstellung „Unser Ur- wild" macht uns bekannt mit den seltensten — z. T. im Aussterben begriffenen — Wildarten unserer Heimat: Wisent, Bär, Wolf, Luchs,Steinwild und Biber. Die Jagdgaue Schlesien und Rheinland-Nord zeigen in ausgedehnten Sonder- schauen ihre Erfahrungen auf dem Gebiet der Niederwildhege. Nicht zu vergessen die muftergültige Leistungsschau der deutschen Waffen und Munition und der optischen Industrie. * Unsere Wanderung ist beendet, wir haben einen langen Marsch hinter uns, und es wäre unangebracht, wenn wir nicht schon während unserer Wanderungen daran gedacht hätten, zur Unterbrechung der unerhörten geistigen Genüsse auch an die Stärkung unseres Körpers zu denken. Im W i l d r e ft a u r a n t können wir die lukullischsten Wildgerichte kosten und die Schauplatten fertiger Wildgerichte bewundern. Der Leiter des Restaura- tionsbetriebes hat uns im Anhang des amtlichen Katalogs eine Reihe der köstlichsten Wildrezepte verraten, die leider viel zu unbekannt find und deshalb in den Bücherschrank des Jägers gehören. Das Lagdjahr 1936/31. Die wirtschaftlicheBedeutung der Jagd strecke Im Jagdjahr 1 936/37, also vom 1. April 1936 bis 31. März 1937, ergab sich auf einer für die Jagdnutzung in Frage kommenden Fläche von 45,4 Millionen Hektar 10,009 Millionen erlegte Tiere. Von diesen stehen die Hasen mit 3 Millionen Stück an der Spitze, es folgen Rebhühner mit 2 Millionen, Kaninchen mit 1,8 Millionen und Fasanen mit 1 Million Stück. Die größeren Wilbarten, wie Rot-, Reh- und Schwarzwild bleiben naturgemäß erheblich hinter diesen Ziffern, immerhin waren es 640 000 Stück Rehwild, 57 000 Stück Großwild und 37 000 Stück Schwarzwild. Unter Abzug der für die menschliche Ernährung nicht verwertbaren Bestandteile ergab sich ein Wildfleischanfall von rund 25 380 Tonnen, was etwa 12 v. H. der Kalbfleischerzeugung ent- prach. Die größte Wildfleischmenge fiel durch die erlegten Hasen mit rund 8260 Tonnen an, es folgen 7720 Tonnen Rehwild, 2734 Tonnen Rotwild, 2150 Tonnen Kaninchen und 1759 Tonnen Fleischanfall durch Schwarzwild. Der Wertder gesamten Jagd st recke im Reich berechnet sich auf rund 35 Millionen Mark, also etwa ein Zehntel des Wertes der durchschnittlichen deutschen Kalbfleischerzeugung oder der volle Wert der deutschen Schafwollerzeugung. Dem Geld- wert nach steht mit 10,29 Millionen Mark das Rehwild an der Spitze, dann folgen die Hasen mit 8,85 Millionen Mark, bas Rotwild mit 4 Millionen Mark, die Füchse mit 2,2 Millionen Mark und die Rebhühner mit rund 2 Millionen Mark. Abgesehen von den Füchsen, bei denen allein die Felle nutzbar und wertvoll sind, ergibt sich der Geldwert bei den übrigen Wildarten durch den Anfall von Fellen und an Fleisch. Die einzelnen Jagdgaue sind an dem Geldwert der gesamten Jagdstrecke recht unterschiedlich beteiligt. Für die wichtigste Jagdstrecke ergeben sich bei den wichtigsten erlegten Wildarten in dem Jagdgau K u r b e f | e n 705 000 Mark, davon je Hektar genutzte Jagdfläche 0,68 Mark, im Jagdgau Nas- a u ein Wert von 503 000 Mark, davon 0,87 Mark e Hektar genutzte Jagdfläche und im Jagdgau H e s- e n ein Wert von 679 000 Mark, davon 0,91 Mark je Hektar genutzte Jagdfläche. Die Werte der Jagdtrecken der einzelnen Gaue je Hektar genutzter Jagd- läche liegen im Reichsdurchschnitt bei 0,76 Mark. Don unteren Jaadgauen liegt dem Werte je Hektar nach nur Kurhessen unter, dagegen Nassau und Hessen beachtlich über dem Reichsdurchschnitt. Drei Hinrichtungen wegen Landes- und Hochverrats. Berlin, 4. Nov. (DNB Funkspruch.) Die Justizpressestelle beim Volksgerichtshof teilt mit: Der wegen Landesverrat zum Tode verurteilte 29 Jahre alte Peter Sausen aus Köln ist heute morgen hingerichtet worden. Sausen war 1928 nach Verübung mehrerer Diebstähle i n Die französische Fremdenlegion ein» getreten und hatte hier sechs Jahre lang Waffendienste für Frankreich geleistet Nach seiner Rückkehr konnte er sich mit der Ordnung des neuen Deutschlands nicht abfinden. Deshalb suchte er 1936 wiederum Dienst in d e r Fremdenlegion. Er bekundete schon dadurch ein solches Maß von vaterlandsloser Gesinnung, daß man ihn auch des Landesverrats für fähig hielt Daher wurde er dem gegen Deutschland a r b e i» tenben Nachrichtendien st zugeführt Sausen ging bereitwillig auf bas Angebot, Au§- pahungsdienste gegen sein Vaterland zu leisten ein. Bei dem Versuch, die ihm erteilten Aufträge auszuführen, wurde er verhaftet. Die Strafe für ein ehrloses Verbrechen konnte nur der Tod sein, denn jeder Deutsche, der auch nur versucht, ein Staatsgeheimnis zu verraten, wird nach $ 89 Strafgesetzbuch mit dem Tode bestraft Ferner sind heute morgen hingerichtet worden die wegen Vorbereitung eines hochver räterischen Unternehmens unter erschwerenden Umständen zum Tode verurteilte Adolf Rembte aus Airchsteinbik und Robert Stamm aus Remscheid. Die Verurteilten hatten sich mehrere Jahre hindurch bis 1935 als leitende Funktionäre in engster persönlicher Fühlungnahme mit den Spitzen der Komintern m deren Dienst betätigt und hatten versucht eine illegale Organifat'on ins Leben zu rufen Rembte war schon 1925 und 1932 wegen Vorbereitung zum Hochverrat bestraft worden. __ __ Der Staatshaushalt unter den Paris, 3. Nov. (DNB.) Finanzminister B o n - n e t sprach vor dem Finanzausschuß der Kammer. Da eine Verringerung der Ausgaben unmöglich gewesen sei, habe er einen beträchtlichen Steueraufwand verlangen müssen. Die Höhe des Fehlbetrages von 8 Milliarden Franken habe erfordert, daß alle Steuerarten gleichzeitig erfaßt werden. Dank der steuerlichen Anstrengungen habe er im Haushaltsentwurf 1938 ein wirkliches Gleichgewicht herstellen können. Er habe jede neue Ausgabe möglichst vermieden, doch seien zahlreiche Krediterhöhungen wegen der Preissteigerung notwendsg gewesen. Für die Landesverteidigung wurden die Kredite um 1,372 Milliarden erhöht. Die Gesamtausgaben des Haushaltsplanes beliefen sich auf 52,179 Milliarden. An Einnahmen seien 53,781 Milliarden zu erwarten, also könne man mit einem rechnungsmäßigen Ueberschuß von 1,600 Milliarden rechnen, dessen größter Teil zur Aufbesserung der Lage der Beamten, der Pensionsempfänger und der Kriegsopfer verwendet werde. Die R ü st u n g s Programme beliefen sich für 1938 auf 11,260 Milliarden, also 1,800 Milliarden mehr a l s 1937. Der Anleihebedarf werde wahrscheinlich nicht über 15 Milliarden hinausgehen. Diese Summe müsse D r ü s s e l, 3. Nov. (DNB.) Die Neunmächtekon- erenz wurde im Akademiegebäude durch den belgi- chen Außenminister S p a a k eröffnet. Er erklärte, öie belgische Regierung habe kein anderes Ziel als die Mitarbeit an einem Friedenswerk verfolgt. Die Welt, die schon durch die blutige Tragödie in Spanien seit anderthalb Jahren so bestürzt sei, habe mit wachsender Unruhe erlebt, daß in Ostajien ein urchtbarer K r i e g ausgebrochen sei. In solchen Augenblicken komme es darauf an, daß jeber seine Pflicht tue und seine Verantwortung übernehme. Dieser Aufgabe habe sich Belgien nie entzogen. Der Minister bedauerte, daß Deutschland nicht teilnehme und sprach die Hoffnung aus, daß „seine Ablehnung nicht absolut sei, daß sie auf gewissen besonderen Umständen beruhe und daß diese sich ändern können" Die Antwort der jaja n i s ch e n Regierung sei ein äußerst wichtiges Dokument, Das aufmerksam geprüft werden müsse. Er wolle daher jetzt nur sagen, daß Das Fernbleiben Japans die Konferenz vor eine wirkliche Schwierigkeit stelle. „Nach meiner Auffassung und zweifellos nach derjenigen aller hier Anwesenden", erklärte Spaak, „darf sich die Konferenz keineswegs als eine Art internationaler Gerichtshof betrachten, vor dem Japan unter Bedingungen, die mit feiner Würde und Ehre unvereinbar wären, zu erscheinen und sich zu verantworten hätte. Was wir wollen, ist ein Werk der Verständigung und des Friedens ohne Voreingenommenheit und ohne Leidenschaft unter Berücksichtigung aller berechtigten Interessen." Der amerikanische Vertreter Norman Davis erklärte dann, die Fragen, die hinter den chinesisch- japanischen Beziehungen stehen, müßten a u f einer für beide Teile fairen und annehmbaren Grundlage gelöst werden. Je länger die Feindseligkeiten dauern, um so schwerer werde eine konstruktive Lösung werden. Die Regierung der Vereinigten Staaten sei bereit, sich an den aemeinsamen Anstrengungen zu beteiligen, um die Mittel zur Herbeiführung einer friedlichen Lösung zu finden. — Der englische Außenminister Eden erklärte, für die versammelten Mächte handele'es sich um moralische und vertragliche Verpflichtungen. Keine dieser Mächte sei uninteressiert. Die Abwesenheit einer der streitenden Parteien müsse die Friedensbestrebungen beeinträchtigen, aber man dürfe deshalb in den Anstrengungen nicht nachlassen. — Der französische Außenminister D e 1 b o s erklärte, die Anstrengungen müssen darauf gerichtet sein, die Grundlagen einer Regelung zu prüfen, die es China und Äapan erlaubt, die Waffen niederzulegen und auf dem Wege friedlicher Verhandlungen ihren Platz am gemeinsamen Werk Des Friedens wieDer einzunehmen ©er italienische Vertreter Aldovrandi Marescotti erklärte, Daß von keiner Maßnahme Die ReDe sein tonne, Die unmittelbar ober mittelbar Zwangs- ajaraffer trage, wie sie von einigen unverantwortlichen Elementen qeforbert worben l-n Auch tonne man nicht von einer moralisch, n „Qua- vantäne" gegenüber Der einen ober anderen DerI Rückwirkungen der Teuerung. vom Sparertum aufgebracht werben können. Aller» Dings bestäuben noch anbere Anleihebebürfnisse für Die Eisenbahnen unb Die Stobt Paris. Die Ge» drechlichkeit Der Finanzlage Frankreichs Dürfe man nicht aus Den Augen verlieren. An Den Vortrag Des Finanzministers schloß sich eine längere Aussprache. Die Opposition vertrat Den StanDpunkt, Daß Der vom Finanzminister angegebene Fehlbetrag von 3V- MilliarDen zu nieDrig gegriffen sei. Ausführlich wurDe Über Die Finanzgebarung Der verstaatlichten Eisenbahngesellschaft gesprochen. Ein AusschußmitglieD wies nach, Daß ab 1. Januar eine 25prozentige Erhöhung Der B e» förDerungspreise für ReisenDe unD Gäter Dorgenommen werben mässe. Weiter wurde Die Frage gestellt, ob Die französische Regierung am 1. Dezember Die zur Rückzahlung fällig werbenbe englische Anleihe von 40 Millionen Sterling nach Dem neuen Kurs mit 6 Milliarden Franks tilgen müsse, währenD Frankreich als Anleihe- wert seinerzeit nur 4 MilliarDen Franks erhalten habe. Finanzminister Bonnet erklärte, es seien VerhanDlungen mit Der englischen Regierung hierüber im Gange. ftreitenDen Parteien sprechen Italien beklage Diesen erbitterten Kampf zwischen zwei ihm befreun» Deien Völkern, Die beiDe große VerDienste um Die Kultur Der Welt haben unD wäre glücklich, Diesen blutigen Kampf fobalD wie möglich aufhören zu sehen, aber unter solchen BeDingungen, Daß er nicht wieDer aufleben kann. Die Konferenz werbe Den Konflikt nicht aufhalten, wenn man nicht Das Hauptziel erreiche, Die Parteien Dazu zu über- reden, Die verborgenen unD tieferen Ur- suchen ihrer MeinungsverschieDenheiten unmittet. £bafr ’*LS Auge zu fassen unD zu beseitigen. Die faschistische Regierung mache alle Vorbehalte hin- sichtlich Der Ergebnisse einer Konferenz, Die nur zu platonischen Entschließungen führen könnte unb Damit einen Beweis Der Ohnmacht geben roürDe, wenn sie Der tatsächlichen Lage nicht Rech- nung trage. Das einzig Nützliche, was man ins Zluge fassen könne, sei, Die beiDen Parteien einzu- laDen, untereinander Fühlung zu nehmen. Dann hätte Die Konferenz nichts mehr zu tun. Die Nachmittagssitzung Der Konferenz begann mit einer Rede Litwinows, Die eine Sammlung bereits abgebrofehener Phrasen Darstellte unD Demgemäß keinerlei neue Gesichtspunkte enthielt. Der chinesische Delegierte Dr. Wellington Koo gab zu. Daß in China eine antijapanische Stimmung bestehe, bestritt aber, Daß Die chine- fische Regierung unter Dem Einfluß kommuni st i s ch e r Elemente stehe. Seit nahezu zehn Jahren habe Die chinesische Regierung mit allen ihr jur Verfügung stehenDen Kräften Die Betätigung Der chinesischen kommunistischen Partei bekämpft. Diese Gegnerschaft sei freilich weniger gegen Den Kommunismus als Weltanschauung gerichtet als vielmehr gegen Die Errichtung einer fe- p a r a t i st i s ch e n Regierung mit einer unab» hanaigen Armee Der japanische StanDpunkt, Daß Der Konflikt zwischen Japan unD China Durch Di- rette VerhanDlungen zwischen Den beiDen LonDern geregelt werden könne, übergehe Die Tatsache, Daß Durch Den Konflikt auch Die Interessen mehrerer anDerer Mächte berührt worben feien. China wünsche ben Frieben. Solange ber Konflikt aber bauere, fei China entschlossen, Den Wiberstand fortzusetzen. Nicht ein Friebe um {eben Prei s werbe China Gerechtigkeit verschaffen. Nur burch Die Annahme eines FrieDens, Der auf Den GrunDsätzen Des Artikels 10 Des Neunmachtevertrags beruht, werDe China einen Beitrag leisten für Die Sache Des Rechts unD Der DrDnung in Den internationalen Beziehungen. Die Konferenz tritt am Donnerstag zu einer nichtöffentlichen Sitzung wieDer zusammen. Wenig Zuversicht in London. LonDon, 4. Nov. (DNB. Funkspruch.) Der Neunmachtekonferenz in Brüssel steht Die englische Morgenpresse mit ziemlicher Skepsis gegenüber Der "Daily Telegraph" sagt, es gehöre schon ein Harter Optimismus Dazu, um zu glauben, Daß Die Konferenz ErM haben werDe. Unglücklicherweise habe sich Die Rolle, Die Der Völkerbund Dabei gespielt habe, als wenig hilfreich erwiesen. Zu begrüßen fei, Daß Die bei Der Eröffnung gehaltenen ReDen schon Die Absicht gezeigt hätten, baß man in Brüssel überhaupt kein Urteil fallen, fondern versuchen wolle, eine Beendigung Die Ostasienkonserenz in Brüssel eröffnet. Der ita'ienische Delegierte empfiehlt unmittelbare Fühlungnahme der Parteien. ma> FLEISCHBRÜHE wi4Qua£ML! maggf rna- lr . ,.....wvk v uuhii un unueier stelle gesagt, „konnten bereits mit Hilfe der Fünften Anordnung sämtliche arbeitslosen! Q ren A ngestellten untergebracht mprhort TOnww an. , >., ö .2 veranstaltet werden. Sie haben die Unterbringung Dotttion /o^ödienspiel um jede einzelne älterer Stellenloser wesentlich erleichtert Ebenso t etwaigen Handelsvertrages und haben sich die Werbebesuche von Beamten der Ar- snnnis^Zen spateren Anerkennung der national- beltsamter bei den Betriebsführern bewährt Durch i Regierung politisch so teuer wie möglich über 30 400 Werbebesuche konnten mehr als' 18 900 ° I t ouene Stellen für ältere Angestellte gewonnen Gleichzeitig tut Herr Eden im Unterhause so. Rudolf Heß in Tripolis. .. —uiuiiu uimqi Lueuere >mior- mahonen über die in der letzten Oktober-Woche von •ivrnrtrroim am ___:... . ' Öic Dolksstimmung in Japan gegen Einmischung Dritter. Sie Hakenkreuzflagge in Sanzig. Danzig, 4. Nov. (DNB.) Die Ankündigung des Gauleiters von Danzig, daß vorgesehen ist, die H a k e n k r e u z f a h n e in Danzig amtlich e i n z u f ü h r e n , hat in der ausländischen Oeffent- lichkeit zu Mißverständnissen Anlaß gegeben. Es ist selbstverständlich, wie von unterrichteter Danziger Seite mitgeteilt wird, daß in der neu geplanten Hakenkreuzfahne der' Freien Stadt das vielhundertjährige Wappen Danzigs als Gösch enthalten sein wird. Mit dieser Feststellung entfallen alle Vermutungen, die entgegen der Formulierung Forsters irrtümlicher- und unverständlicherweise aufgekommen sind. Aenderung der brasilianischen Kaffeepolrük. litzer Wohnung. Am Abend fand ein Empfang statt. Für die nächsten Tage ist ein umfangreiches Besichtigungsprogramm vorgesehen. Linier dem Union Lock. «chiffe unter englischer und französischer Flagge beliefern weiterhin die spanische« Bolschewisten. werden Wenn bei den Verhandlungen ein Er- Jahre von Vertretern aus 20 Nationen besucht roor= den. Äm Jahre 1937 ljaben 2400 ausländische ©tu» Akademiker, Lehrer und Professoren aus 20 verschiedenen Landren in 70 Gruppen Deutschland bewchr Im Dezember werden weitere Gruppen aus Brasilien, Argentinien und Südafrika erwartet. den um die Konkurrenzfähigkeit auf dem^ Äelt- markt wieder herzustellen. Um Spekulationen in Von Stund an betätigt sich der britische Handels- geist darin, mit den stärkeren Bataillonen in Spanien ins Geschäft zu kommen — nun » r etwa so, daß man sich in London mit der Anbahnung handelspolitischer Beziehungen begnügte, sondern man benutzt die gute Gelegenheit die Frage der Zuerkennung der Rechte Kriegführender ijnb damit die Frage der Anerkennung der N a t i o n a l r e g i e- rung als Handelsobjekt für die Einleitung wirt- schaftlicher Beziehungen größeren Umfanges auszubeuten. Da schickt man also einen „Hauptagenten" nach Burgos, setzt einige Assisten- ten in größere Städte Nationalspaniens, läßt die Möglichkeit für den Abschluß eines Handelsvertrages durchblicken, kprzum: baut also sozusagen a-tS. einer spanischen Wand den ganzen diplomatischen Apparat auf, der im Verkehr zwischen souveränen Regierungen üblich ist, verwahrt sich aber hoch und heilig dagegen, daß darin bereits eine Anerkennung der Regierung Franco ausge- druckt sei. Der britische Handelsgeist verlangt dieses Die letzten Hunderttausend. Bom Arbeitseinsatz der Angestellten. - Nur noch 117000 ohne Erwerb öic älteren Angestellten-Techniker noch immer am meisten gesucht. Z N°°. (DNB.) Der national,pa- mfrfje Marineoberbefehlshaber erklärte, daß die ^^^^kErlalversorgung Sowjetspaniens außer durch sowietrussi che Frachtdampfer vor allem auch durch Schiffe unter englischer und f r a n z o s i sch e r Flagge durchgeführt würde. „X natwnalspanische Kontrolle im Mittelmeer gestalte sich verhältnismäßig schwierig, da die Nationalen solche Schiffe nur in den spanischen Hoheitsgewassern aufgreifen könnten. Des- halb ei die Anerkennung als k r i e g f ü h r e n d e Bedeutung 005 "Zonale Spanien von größter Das ..Giornale d'Jtalia" bringt weitere Infor- llFlPF h Hl M Xa*. CM-. r . 1 , -y --- « v „ UH u.iuciyuu e 10, als wäre nie etwas zwischen London und Sala- gewesen, und versichert treuherzig, er glaube nicht, daß die nationalspanische Regierung nach ihrem endgültigen Siege „eine englandfeindliche Haltung einnehmen werde! Es ist schließlich Eng- land, das nächst Sowjetrußland und Frankreich dem spanischen Befreiungskampf gegen den Bol- 'T.ro,i5tmiU5r -urd) die fortgesetzte direkte und indirekte Unterstützung der Roten alle nur erdenklichen Schwierigkeiten gemacht hat. Es waren englische Kriegsschiffe die verhinderten, daß rotspanische Seestreitkrafte von nationalspanischen angegriffen und vernichtet wurden. Es waren englische ^^össchiffe, die die Blockadebrecher an der astu- nschen Küste sicher bis unter den Schutz roter Kriegsschiffe und roter Hafenbatterien geleiteten qn™"”« n 9 f« « Sriesisttiffe, die ünter den 90 000 rotspanlschen „Flüchtlingen" Zehntausende dAchewlstlschen Kämpfern sicher nach Frank- reich schafften und so mithalfen, daß diese Roten über das französische Landtransportsystem sicher £‘eb-r.r hU die rotspanische Front gelangen konnten. Es ist durch die ganze Weltpresse und sogar durch einige englische Blatter gegangen, wieviel Morde an wehrlo en Menschen und welche Verlängerung ^§^^"r-eges in Spanien auf diese Sorte von Nichteinmischung zuruckgeht. 103* Deutscher Akademischer Ausiauschdienst ZWMMWUMWMW Ä^'stiert keine rotspanische Küste mehr in so -r Re-chweite wie die asturische, es gibt auch AAiti» UH^ -n9e ft me?r' bie man unter den Schutz des Union Jack» stellen könnte. Die Zeit beginnt zu drängen. Drei Fünftel des spanischen Gebietes in Francos Hand! Immer rascherer Zerfall Kampfkraft Höchste Zeit, im schlichten W bes Handlungsreisenden und mit der Aktentasche unter dem Ärm die Vordertreppe in Salami-? n!Ü,°"^^'9^.rL°chste Zeit! Dieser Franco ist bei aller diplomatischen Gewandtheit von einer "^9^ongen Selbständigkeit in seinen Entschließungen, also schasten wir uns die Nörgler aus ?DnrrÄ W und steigen wir in das spanische Geschäft, bevor es zu spät sein könnte! ■ f?er britische.Handelsgeist arbeitet nach der spa- Äon bw - jederzeit bereit, das Geschäft Mit den Roten deswegen nun nicht etwa einschlafen Zu lassen. Was heißt hier Sowjetkrieg in Spanien! „Business as usual“, die Geschäfte gehen weiter, wie gewöhnlich. Jetzt sind die „Insurgenten" des Herrn Eden m der Vorhand man muß sie also gut b?han- dein. Unangenehm, daß gleichzeitig die Welt wieder mal von den Zahlen voll ist, die das Hinaufschnel- len des roten Knegsimportes nach Rotspanien als direkte Folge der englisch-französischen Beschlüsse von Nyon schreiend kennzeichnen. Aber man kann das ia nach bewahrter Methode einfach totschweigen und um so lauter den „Insurgenten" die Nütz- l chkeit lukrativer Handelsbeziehungen zu England klarmachen. Spater kann man dann über die po- lausche Seite reden. Später. Vielleicht ... B. R. ujcn. Zunächst wurde auf Grund von Verhandlungen oeriucht, die Betriebe zur Mehreinstellung ölte- Chnen ?Jec „veranlassen. „Trotz der Schwie- lgkeit der Aufgabe , heißt es in dem Bericht der ^^kunstalt, „war es doch bisher schon möglich, in zahlreichen Fallen die Betriebsführer zur Mehr- Anstellung von älteren Angestellten in der von den Arbeitsämtern geforderten Höhe auf freiwil- "ger Grundlage Zu veranlassen." „In eini- gen Arbeitsamtsbezirken" wird dann an anderer A I I A Aoi a aI C - . 1 < . . — . Kunst und Wissenschaft. Adlerfchild für Professor Dr. Ilocht. Der Führer und Reichskanzler hat dem lang- ^hngen Direktor des Instituts für Schiffs- und ?e^eimJen Obermedizinalrat Pro- jeffor Dr. Bernhard Rocht in Hamburg aus An- fafe seines 80. Geburtstages den A d l e r s ch i l d des Deutschen Reiches mit der Widmung „Dem ver- dlenstvollen Forscher und Arzt" verliehen. — Pro- essor Rocht, ein Schüler Robert Kochs, wurde Non in jungen Jahren bekannt, als er 1892 als Reichskommissar erfolgreich die Cholera in Ham- bm-g bekämpfte Seme in den folgenden Jahren nPTÄa*te ^Samsation der gesundheitlichen Ueberwachung des Hamburger Hafen- und Schiffs- Hygienedienstes wurde in der ganzen Welt als vor- bildlich gerühmt. Professor Rocht, der in Landshut geboren ist, hat vor zehn Jahren noch zahlreiche Malaria-Studienreisen im Ausland bur*= ^-ner Lebensabend verbringt der Gelehrte in Wiesbaden. a s^^^ekretar Zschin tzsch teilnahmen. Der Prä- sident des Deutschen Akademischen Austauschdienstes, 77-Brigadefilhrer General a. D. von Massvw kennzeichnete die kulturpolitischen Aufgaben, mit deren Durchführung der DAAD, betraut ist. Die Berliner Zentralstelle ist nach Sachgebieten gegliedert in em akademisches, ein pädagogisches, ein kulturpolitisches Referat und eine Abteilung für Äreiferk?nr berliner Zentrale stehen im ^MhAbeHt ZweIgstellen zur Verfügung (London, Pans, Salamanca, Rom, Budapest, Stockholm, Kopenhagen, den Haag) sowie einige mit Korrespondenten besetzte Stellen. Diese Zweigstellen fuhren den kulturellen Austausch in Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden und Organisationen der betreffenden Länder durch. Die Errichtung weiterer Zweigstellen in den Vereinigten und Polen ist vorgesehen. Im Reiche selbst widmen sich 32 akademische Auslandsstellen an den Hochschulen der Betreuung 2/ * a "^ländischen Studierenden in Deutschland, der Durchführung der Ausländer- Studienreisen und der kulturellen Beziehungen der deutschen Hochschulen zum Auslande. r Studienjahr 1937/38 gehen durch Vermittlung des DAAD, insgesamt 187 deutsche Stu- .e n len aller Fakultäten und Hochschulen zu einem nnjahngen Studium in 18 fremde Lander Etwa die gleiche Anzahl ausländischer Studieren- oer^kommt zu einem einjährigen Studium nach Deutschland. In den Herbstferien bot der DAAD. 90 Praktikanten eine zwei- bis dreimonatige Feri en Praxis in Betrieben und Kliniken. Rumäniens, Jugoslawiens und Ungarns. Einer gleichen Zahl von Praktikanten aus den erwähnten Landern wurden Praktikantenskellen in Leipziger, Dresdner und Münchener Betrieben vermittelt. „Alexander - von - Humboldt- ^tlftung gewährte im Sommersemester 1937 etwa 200 ausländischen Akademikern Stipendien für em Fortbildungsstudium an deutschen Hochschulen und wissenschaftlichen Instituten. Stipendien für ausländische Gelehrte werden für kürzeren Studienaufenthalt, Reisen durch Deutschland und Vorträge vergeben. Stipendien für oolks- d e u t sch e Gelehrte dienen dazu, die lebendige yiprfiinhiiriA -.wAXÄaa« ... «n.r. ö Mit den stärkeren Bataillonen. Von unserer Äerliner Sckristleiiung. Die Engländer sind ein vorwiegend handeltrei- oendes Volk Außer der Ueberzeugung, daß ausschließlich alles Englische Gott wohlgefällig fei, betätigen sie für das irdische Dasein vor allem den Grundsatz, daß die-Geschäfte unter gar keinen Umstanden stocken dürfen. Roch immer ist daher die Lnty eins der empfindlichsten Barometer der britischen Außenpolitik gewesen. Die City ist es auch, der das zunehmende Verlustgeschäft wegen des Vowjetkneaes in Spanien mehr und mehr auf die Nerven geht. Man hat da Dutzende und Dutzende von Schiffsladungen an die Roten geliefert, vor aUem an der Ost- und an der Rordküfte Spaniens, gewiß, aber das Geschäft war allzu unsicher und bvt sich nach dem Verlust der asturischen Küste durch die Roten noch mehr verringert. Es muß also etwas geschehen. Immer in Abstanden von einigen Monaten gibt die Reichsonstalt für Arbeitsvermittlung und Ar- ! beitslo,enversicherung einen eingehenderen Bericht 1 9,ber öAe des Arbeitseinsatzes der 1 hV' e?eur Bericht für das zweite Blertetjahr dieses Jahres zeigt, daß sich die Be- schaftlgungsmoglichkeit für die Angestellten günstig entwickelt hat. Ende März wurden noch 199 475 verfügbare arbeitsuchende Angestellte gezählt Hier muß allerdings gleich eingeschaltet werden' vatz die Zahl der verfügbaren Arbeitssuchenden nicht mit der Ziffer der Stellenlosen verwechselt werden darf. Denn gerade in den Angestelltenberufen versuchen viele sich besonders dann zu verändern, wenn die Arbeitseinsatzlage allge- mein günstig ist. Sie melden sich dann bei den Arbeitsämtern, lassen sich in die Listen der Arbeitsuchenden Einträgen in der Erwartung, sich durch einen Arbeitsplatzwechsel verbessern zu können. Wie groß der Anteil der n i ch t st e l l e n l o s e n Arbeitsuchenden ist, das kann aus folgenden Zahlen er- tonnt werden: Ende Juni betrug die Ziffer der verfügbaren Arbeitsuchenden noch 160 754, während 117U Stellenlosen sich Ende Juni auf rund 17000 stellte. Rund em Viertel der verfügbaren Arbeitsuchenden befanden sich Ende Juni also in u n g e k u n d i g t e r Stellung oder gehörten zu Sh™ b°»^ gekündigt waren oder gekündigt hatten, ohne daß das Beschäftigungsverhältnis voll abgelaufen war. Auch kurzfriftig Befchäf- VaV \ werden hier naturgemäß mitgezählt. Die Sä 9/SteUe»l0fen Jatte Ende Oktober 1936 Unb Gtzde Juli des letzten Jahres AnAP^ss^M^^EU- Die Stellenlosigkeit unter den l£L a f0 seit dem letzten Sommer in recht starkem Maße zurückgegangen. Dabei erhebt sich dann die Frage, wie es mit ^hiftap 9rnnrhn A ° " steht. Durch die ^^ ^e Anordnung des Ministerpräsidenten Gene- raloberst^ G oring vom 7. November 1936 wurde bie Möglichkeit geschaffen, den Betrieben bestimmte Un^nrr^U9UnLten einer Beschäftigung von alteren Angestellten aufzuerlegen. Bis zum 15. Ja- nuar hatten die Betriebe und Verwaltungen mit * "der mehr Angestellten den Arbeitsämtern die 4< ^onuar ständig beschäftigten Angestellten, nach dem Alter gealiedert, melden müssen. Erfaßt wurden hiervon 39 872 Betriebe und Verwaltungen mit 1 946 767 ängefttiten, non d-n-n 568 189 oSe? mnr»nD'rrei5 wurde früher u. a. an Hans Carossa, ^ofef Magnus Wehner, Hans Brandenburg, Hans Zoberlem, Willy Seidel, Ziska Luise Schember, Georg Sntting und E. G. Kolbenheyer verlieben jmo | am tiictje Kaffeebörsen Brasiliens bis I auf weiteres geschlossen worden. wig nicht zu erzielen war, „mußte", so sagt der Bencht, von der Möglichkeit, durch schriftlichen Ver- 6ie.äu beschäftigende Anzahl von alteren Angestellten f-ftzusetzen, Gebrauch gemacht werden. In manchen Landesarbeitsamtsbezirken so vor allem in Berlin, dann in Schlesien, im Rheinland und in Sachsen sind die Schwierigkeiten wegen d e r g r o ß e n Zahl der noch arbeite« lofen alteren Angestellten besonders groß. Um auch sie beheben zu können, hat die Reichsanstalt einen Ausgleich mit weniger belasteten Bezirken in die Wege geleitet. Von den Maßnahmen zur Unterbringung der älteren Angestellten müssen auch die N ach sch u- lungs- und Fortbildungskurse besonders genannt werden, die von den Arbeitsämtern Syrakus, 3. Nov. (DNB.) Der Stellvertreter des Führers ist gemeinsam mit der Abordnung der NSDAP, nach Tripolis gestartet, um der italienischen Kolonie Libyen einen Besuch abzustatten. In Syrakus erwartete ihn Marschall B a l b o , um ihn mit dem Sonderfluazeug „I-ABRA" — einer breimotorigen Wassermaschine — persönlich nach Tripolis zu fliegen. Der Flug bauerte bei gutem Flugwetter brei Stunden. Nach ber Ankunft an der afrikanischen Küste gab Marschall Balbo seinen Gästen durch einen längeren Rundflug über die Stadt und ihre Umgebung einen ersten Eindruck von der Hauptstadt der Kolonie. Im Hafen spieltsn die Kapellen der aufmarschierten Formationen die deutschen Nattonallieber. Rubolf Heß unb Marschall Balbo schritten bann bie Front ber Verbänbe ber Wehrmacht unb ber Faschistischen Partei ab. Im Palast bes Gouverneurs nahmen Rubolf Heß, bie Gauleiter Wagner unb Terboven unb ber stellvertretende Gauleiter Gör- werden, von denen 14 250 bis Ende Juni bereits besetzt wurden. Noch in ihrem Bericht vom 11. September 1936 mußte die Reichsanstalt schreiben: „Die Bemühung der Arbeitsämter um Unter- bringung älterer Angestellter begegneten in der AZirtschast nach wie vor Schwierigkeiten: lediglich bei den technischen Berufen waren hier die Einsatzmoglichkeiten günstiger." Berücksichtigt man den damaligen Stand, so darf man also sagen, daß die Maßnahmen auf Grund der Fünften' Anordnung ihre Erfolge gehabt haben. Zum Schluß ein kurzes Wort über die Arbeitsein satzlage für die Angestellten im allgemeinen Hier ist hervorzuheben, daß technische ^ge- stellte noch immer am m e i ft e n- ge- s u ch t sind. Von Ende März bis Ende Juni ging Die Zahl der verfügbaren arbeitssuchenden technischen Angestellten um 26,7 v. H. zurück, die der kaufmännischen und Büroangestellten dagegen um 19,7 vH. und die der sonstigen Angestellten um !5,4 v. H. Dr. E. S. X o f i o , 3. Nov. (DNB.) Riesige 2Iufmärf*p mürben pon ben vaterlänbischen Derbänben ben Universitäten Schulen und fünften vo r e m Kaiser palast anläßlich bes Geburtstages des Kaisers veranstaltet. Die Aufmärsche standen ebenin wie Massenversammlungen im Hibiya-Haus voll- npfrw1 r‘m ,5eiCfr bes japanisch-chinesischen Krie- n!r’ Ast^°chen des Premierministers, oerschiedp- ner Minister und Generale riefen auf auf sr» jjauptung der japanischen Friedensziele, lernten aber jede Einmischung Dritter ab dA !^stst ber Frieden im Fernen Osten endgültia' np fa^röet fei. Riesige Fackelzüge vor dem Palas? den Ministerien und Botschaften schloffen den F 'ertaa "b' dessen Höhepunkt die Verkündung der W9 Achten über die neuen Erfolge in Cbina nn x? Fronten Schanghai—Schansi bildeten.^ Neue An" gnsse gegen „das unaufrichtige i a p Q n f p i » h' Uche Verhalten England s" fowip A - ? b ' d°r Befriedung d-- Fernen ästens 7nd dom^°ll-r an der Ruhe Ostasiens interessierten Mächte. Oer japanische Vormaesch in Echansi. London, 3. Nov. (DNB ) ’Renfpr » c. die japanischen Streitkräfte au ihrem Somarto a“J Taiyuan u die Hauptstadt der Pravin-r H 2 ' Chengtai-Eisenb/hn'/ntlang Tschad kn> 1?n genommen hatten, das etwa 77 Meilen östlick von Tschauyang liege. Am Mittwoch hätten iav^ mfche Truppen Sinkäutschen besetzt das etwa 110 Meilen nördlich von Taiyuanfu liege. Nach vorsich- aen Schatzungen betrügen die Verluste auf ch ne ststher Seite mehr als 30 000 Mann. ' J - - - . v u.nitii uu(ju, uie leoenoige Lerbinhung zwischen ber reichsbeutschen Wissen- -°Ie ^^^a^^ unb ben österreichischen unb subetenbeutschen ter zu ermächtigen, notwenbigenfalls von ber Voll "wcht Zu P f l i ch t a u f I a g e n Gebrauch zu ajcn. Zunächst wurde auf Grunb von Verhaw sswä-'s,,“.“* Rio b e Janeiro, 3. Nov. (DNB.) Brasilien hat eine durchgreifende Aenderung feiner Kaffee- polifif beschlossen. Sämtliche bisherigen Einschränkungen sollen fortfallen. Die Persönlichkeit entscheidet. Rosenberg appelliert an den Forschergeist deutscher Jugend. 3' u tz w i l l e r, Ordinarius des Recht an ber Universi- jrbe auf eigenen Antrag 'jlichtungen entbunden. teriellen Unterstützungen. Neben zahlreichen Lieferungen französischen Kriegsmaterials, das z. T. sogar aus Hee^esbeständen stamme, die durch Vermittlung der sowjetspanischen Botschaft in Parks gekauft und nach Spanien versandt wurden, seien auch 5 00 0 Techniker und andere Spezialisten, und zwar 1200 Sowjetrus- l e n und 3800 Tschechen in Paris eingetroffen, um nach Spanien gebracht zu werden. Der französische Luftfahrtminister C o t habe aus den Beständen der französischen Luftwaffe 18000 Tonnen Benzin verkauft und einen Vertrag zur Lieferung von 17 Bombern und 2 2 Jagdflugzeugen modernsten Typs sowie von 15 000 Bomben unterzeichnet, die bis zum 15. November in Sowjetspanien eintreffen sollen. Das Blatt erklärt, man müsse diese neuen Verletzungen der Nichteinmischung zugunsten der Bolschewisten, unter Mithilfe der französischen Volksfrontregie- rung, dem Nichteinmischungsausschuß mitteilen. Diese Nachrichten bewiesen aber auch, daß das Freiwilligenproblem, das man in London zum Abschluß bringen wolle, in Paris und Umgebung unter Mitwirkung der französischen Regierung weiter bestehen bleibe. Wehrsteuer in Holland? Den Haag, 3. Nov. (DNB.) Im Zusammenhang mit den erhöhten R ü st u n g s a u s - gaben kündigt die holländische Regierung eine Reihe von Steuererhöhungen und neue Steuern an. In erster Linie sollen die Einkommensteuer, ferner auch die Dividenden- und Tantiemensteuer erhöht werden. Durch diese Maßnahme hofft man, 20 Millionen Gulden, die für Rüstungszwecke bestimmt sind, mehr aufzubringen. Da diese Summe jedoch bei weitem nicht genügt, um die Rüstungsausgaben zu decken, plant die holländische Regierung auch die Einführung einer b e - sonderen Wehr st euer. Kleine politische Nachrichten. Der Führer hat bestimmt, daß keine Reden von ihm in Broschüren und Büchern, Sammelwerken oder Zeitschriften zum Abdruck kommen dürfen, die nicht Reichsleiter Bo uhler, dem Chef der Kanzlei des Führers und Vorsitzenden der Parteiamtlichen Prüfungskommission zum Schutz des NS.-Schristtums, vorgelegen haben, da immer wieder bei dem Nachdruck von Führerreden in derartigen Schriftwerken durch willkürliche Auslassungen und Umstellungen Mängel in Erscheinung getreten sind. Der Reichskriegsminister Generalfeldmarschall von Blomberg weilte in O st p r e u ß e n , wo er mit dem Kommandierenden General des I. Armeekorps General der Artillerie von Küchler einige Standorteinrichtungen im Wehrkreis I besichtigte. Zu Ehren des italienischen Justizministers S o l - m i hatten Reichsminister Dr. Frank und Frau zu einem Empfang gebeten, zu dem Botschafter A t t o l i c o mit Frau, Reichsinnenminister Dr. Frick mit Frau, Reichserziehungsminister R,u st mit Frau, Reichsjustizminister Dr. Gärtner mit Frau, sowie die Staatssekretäre Freißler und Schlegelberger mit Frau und Ministerialdirektor Gauß erschienen waren. Zwischen der Reichsfilmkammer und der Kokusai Eiga Kyokai, dem japanischen Institut für die Pflege der internationalen Filmbeziehungen, wurde ein Kulturfilm-Austauschabkommen unterzeichnet, das der Verbreitung von Kulturfilmen in Lichtspieltheatern und Kulturfilm-Veranstaltungen und der Förderung von Kulturfilm-Herstellern in dem Lande des anderen Vertragschließenden dient. Am 11. November 1937 wird die erste Vorführung japanischer Kulturfilme in Berlin veranstaltet werden. Die Besprechungen, die der Landwirtschaftsminister P i e r l o t mit den bisherigen Regierungsparteien über die Neubildung der b-e bg i s ch e n Regierung gehabt hat, sind infolge der ablehnenden' Haltung der Sozialdemokraten gescheitert. Der König wird Donnerstag eine andere Persönlichkeit beauftragen, den Versuch einer Regierungsbildung zu übernehmen. Man hält es nicht für ausgeschlossen, daß der Ruf des Königs an den Außenminister S p a a k ergehen wird. * König Carol von Rumänien und Kronprinz Michael sind zu einem Jagdbesuch in der Tschechoslowakei eingetroffen. Sie begaben sich mit dem Präsidenten der Republik Dr. B e n e s ch nach Schloß Groß-Seelowitz und besichtigten unter Führung des Kriegsministers Machmk die tschechoslowakischen Waffenwerke in Brünn. * Havas meldet, die aufständischen Truppenteile i n Paraguay befänden sich im Rückzug und versuchten die brasilianische Grenze zu erreichen. Die von ihnen gefangen genommenen Offiziere seien von regierungstreuen Truppen befreit worden. Aus aller Welt. f papiere, die vermuten lassen, daß es sich um einen berufsmäßigen Autodieb handelte. Fünf Tote beim Zusammenstoß zwei« USA.-J(ug$euge. In Seattle (Washington) stieß ein großes Marineschwimmerflugzeug über dem Flugfeld mit einem kleineren Marineflugzeug zusammen. Bei dem Absturz des größeren Flugzeuges kamen fünf Marineflieger ums Leben. Die beiden Insassen des kleineren Flugzeuges konnten sich durch Fallschirmabsprung retten. 3n zehn Zähren 11,5 Millionen Pfund Sterling gestiftet. Lord Nuffield, der bekannte englische Auto, industrielle, der in den letzten Monaten durch seine Millionenspenden für wohltätige und wissenschaftliche Zwecke von sich reden gemacht hat, hat wiederum 150000 Pfund Sterling zugunsten von Krüppeln gestiftet. Wie der „Daily Expreß" im Zusammenhang damit feststellt, hat Lord Nuffield im Laufe der vergangenen zehn Jahre rund 11,5 Millionen Pfund Sterling für derartige Zwecke gestiftet. Pflege der deutschen Kunst nach dem Willen des Führers. Auf einer Tagung der Landesleiter der Reichskammer der Bildenden Künste in München sprach Präsident Professor Z i e g l e r sich für eine gesunde Dezentralisation der kulturpolitischen Arbeit in der Reichskammer aus und bezeichnete die Landesleiter als die verantwortlichen Träger jener kulturpolitischen Entscheidungen, die aus dem Gebiet der Malerei, Bildhauerei und Graphik überall im Reich notwendig werden. Die Voraussetzung für ihre Tätigkeit sei das tiefempfundene, rückhaltlose und lautere Bekenntnis zu dem unmißverständlichen Willen des F ü h r e r s. Professor Ziegler appe- lierte an die Landesleiter, sich jederzeit als treue Diener dieses kulturellen Gestaltungswillens des Führers zu fühlen und in seinem Geist als Pfleger der lebenden deutschen Kunst zu wirken. Erdrutsche und Vrückeneinsturz an der Riviera. Das Hochwasser ruft weitere Schäden hervor. Zahlreiche Erdlawinen machten Straßen unpassierbar. In Dego ist ein Bauernhaus unter einer Steinlawine begraben worden. Das Elektrizitätswerk von Millesimo wurde überschwemmt. Die oberitalienischen Flüsse steigen weiter. Außerordentlich hoch ist der Stand des Po bei Piacenza. Bei Bergamo stürzte eine Betonbrücke über dem Wildbach Sonna ein, so daß der Verkehr völlig unterbrochen wurde. Dichter Rebel in England, Nordfrankreich und im Kanal. In London und großen Teilen Englands herrschte in der Nacht zum heutigen Donnerstag teilweise so starker Nebel, daß der gesamte Verkehr zum Stillstand kam. In London selbst hatte man an Brennpunkten des Verkehrs Holzstöße angezündet, um den Verkehr einigermaßen leiten zu können. Trotz des sehr starken Nebels ist es bisher jedoch zu keinem ernsthaften Unfall gekommen. — Der Verkehr im Kanal ist durch den Nebel fast völlig zum Stillstand gekommen. Ein Dampfer, der den Hafen von Boulogne verließ, hat bei der Ausfahrt infolge des dichten Nebels einen französischen Fischdampfer gerammt, der wenige Minuten darauf sank. Die Besatzung konnte jedoch gerettet werden. Auch Nordostfrankreich hat unter diesem Nebel zu leiden. Nahe der Meeresküste ist der Kraft- wagenverkehr fast unmöglich geworden. Eine Frau stürzte infolge des dichten Nebels in Boulogne von einer Uferstraße in den Hafen und kam ums Leben. Vulkanausbruch auf einer AleulenInsel. Die Wetterwarte in Zettel (USA.) hat einen Funkspruch vom Dampfer „Boxer" aufgefangen, wonach aus Junaska, einer Insel der Aleuten-Kette (im Beringmeer zwischen Nordamerika und Asien, zu Alaska gehörig) ein verheerender Vulkanausbruch erfolgt fei. Lava und Aschenregen hätten die anscheinend unbewohnte Insel bedeckt, und der Himmel sei weithin von dem riesigen Feuerschein gerötet gewesen. Aufregende Verbrecherjagd in Paris. Mitten in Paris kam es zu einer aufregenden Jagd n ach e i n e m A u t o d i e b. Ein Radfahrer bemerkte in der Nähe des Justizpalastes einen Mann, der sich in verdächtiger Weise an einem Auto zu schaffen machte. Als er ihn zur Rede stellte, zog der Unbekannte einen Revolver und gab auf den Radfahrer zwei Schüsse ab, die ihn schwer verletzten. Ein Polizeibeamter nahm sofort die Verfolgung des Autodiebes auf, brach aber von einem Schuß des Flüchtenden tödlich getroffen zusammen. Zahlreiche Personen nahmen dann die Verfolgung auf. Der Flüchtende suchte am Seine- Kai unter einem Brückenbogen Deckung und machte schließlich feinem Leben ein Ende, nachdem er von mehreren Polizeibeamten eingekreist worden war. Bei der Untersuchung fand man in den Taschen des Toten 7 Revolver, 135 Schuß Munition, mehrere Personalausweise, Autoführerscheine und Auto- Wetterbericht des Reichswetterdiensies. Ausgabeort Frankfurt. Deutschland liegt an der Südseite eines neu auf- gebauten Hochdruckgebietes und damit im Zufuhrbereich kälterer, aber auch trockener Festlandsluft. Da, zudem noch begünstigt durch lebhafte Wirbeltätigkeit im Raume England-Island, sich bei uns absteigende Luftbewegung eingestellt hat, ist vornehmlich im Westen und Süden des Reiches Aufheiterung eingetreten. Der Hochdruckeinfluß wird vorerst wetterbestimmend sein. Aussichten für Freitag: Stellenweise Frühnebel, sonst heiter bis wolkig, trocken, vereinzelte leichte Fröste, tagsüber etwas wärmer, Winde um Ost. Aussichten für Samstag: Fortdauer der vielfach heiteren Witterung, weiter ansteigende Tagestemperaturen. Lufttemperaturen am 3. November: mittags 13 Grad Celsius, abends 4,6 Grad: am 4. November: morgens 4,4 Grad. Maximum 13,1 Grad, Minimum heute nacht 4 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 3. November: abends 7,7 Grad. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschristleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr W. Lange; für Feuilleton: Dr.Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Emst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. X. 37: 10 031. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugs- preis RM. 2,05 einschließlick) 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufs- preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. | Kaufgesuche Karl Sack I im 72. Lebensjahre. 72040 7 9 D UUEDDC DRUCKSACHEN CROC Brühl, Gießen Am 2. dieses Monats wurde unser Arbeitskamerad 7195 A 7201D 55 Dose 38 125 g 33 125 g 28 Stück 25 125 g 1 6 05425 Stadttheater SÜÄFuWM 32 38 Dose Dose 50 52 58 65 38 62 68 Mi Norm.-Dose Mi Norm.-Dose Mi Norm.-Dose Mi Norm.-Dose Mi Norm.-Dose .Mi DIN-Dose Mi Norm.-Dose Für die vielen Beweise herzlicher Anteilnahme beim Heimgang unserer lieben Mutter, Großmutter und Urgroßmutter sagen wir auf diesem Wege herzlichsten Dank. 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November, nachmittags 2 Uhr, vom Trauerhause aus statt. In tiefer Trauer.- Gottlieb Wagner und Sohn. Gießen, den 4. November 1937. Nr. 258 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Donnerstag, 4. November I95Z Neues für den Büchertisch des der Carl Wieder bestätigte es sich, daß fionen formende Kraft der Persönlichkeit Furtwänglers Sicherheit auf das Orchester und Treulosigkeit der Frauen, sondern: in Scherz, Komödienspiel und Verstellung sind sie alle gleich. das sich überall bewährende Gestaltungsgabe waren weitere Stützen der von Werner E g k musikalisch vorzüglich betreuten Aufführung. ßen Hafenstädten des Atlantik. Ihr Buch ist ein Niederschlag dieser ihrer Lebensarbeit. Es gibt nach einem kurzen Ueberblick über die Geschichte Brasiliens in losen Skizzen eine eindrucksvolle Schilderung der deutschen Kolonisation namentlich in den Südstaaten. Der Anteil der deutschen Schule am Zusammenhalt des Deutschtums und an der Erhaltung der deutschen Sprache fällt dabei sehr in die Augen. Interessant ist auch eine Schilderung des Lebens der deutschen Volksgenossen im Kaffeestaat Sao Paulo, wo zwar in der Stadt, dem „Chikago" Südamerikas, ein starkes, wurzelfestes Deutschtum mit zahllosen Vereinen, Schulen, Zeitungen sich hält, auf dem Lande aber vielfach die weit verstreuten deutschen Einzelsiedlungen in der fremden Umwelt ihre Sprache und damit auch ihre Erinnerung an die alte deutsche Herkunft verlieren und in fremdem Volkstum untergehen. Eine Arbeit, wie sie Maria Kahle in vorbildlicher Weise begonnen hat, ist vielleicht der beste Schutz vor diesem Verlust deutschen Bluts. Viele interessante Bilder verstärken den Eindruck von kräftigem, seiner Mission bewußten deutschen Volkstum in Brasilien. JDr. Fr. W. Lange. — Gunnar Gunnarsson: Der graue Mann. Roman. Einzige berechtigte Uebersetzung aus dem Dänischen von Helmut de B o o r. 217 Seiten. Leinen 5.— RM. Verlag Albert Langen / Georg Müller in München. 1937. — (287.) — Gun- narssons jüngstes Werk führt wieder nach Island und erzählt von einem der entscheidenden Wendepunkte in der Geschichte dieses alten Wikingervolkes. Es ist die Zeit des Kampfes zwischen Ohnmacht und Willkür, in die Olaf Hildesson, „der ärmste Mensch im ganzen Lande", hineingerät, und deren Härten er als Sohn eines Geächteten schuldlos zum Opfer fällt. Um des. Rechtes willen, das ihm zusteht, machte er sich eines harmlosen Vergehens schuldig, dessen Auswirkung er nicht übersehen kann, obwohl es eine ganze Welt in Aufruhr versetzt und schließlich zu seinem Tode führt. Noch ehe er sich darüber klar wird, ist er in den verderbenbringenden Streit herrschsüchtiger Sippen verwickelt, und was ihm in diesem blutigen Streit widerfährt, übersteigt alle Grenzen seines Verstandes: Recht wird in Unrecht verkehrt, Macht artet in Willkür aus und teuflische List triumphiert über menschliche Rechtschaffenheit. Ohne sich wehren zu können, wird er vom All-Thing, das noch ängstlich den Großen des Landes gefügig ist und mit zweierlei Maß mißt, an Stelle des eigentlichen Mörders geächtet und für vogelfrei erklärt. Rechtlos ist er geworden, der ordentliche Verdienst des Werkes beruht darin, daß es dem Deutschen, dem Europäer, dem weißen Menschen der Gegenwart zum ersten Male einen klaren, realen Ueberblick über die Gesamtsituation des Europäers in der Gegenwart vermittelt. Hier ist der archimedische Punkt des Europäers gefunden worden, von dem aus er die Welt nicht etwa aus den Angeln zu heben vermag, sondern gerade wieder in die Angeln, nämlich in das Gleichgewicht schöpferischen, glücklichen, friedvollen Lebens zu bringen berufen ist. Nicht mit Unrecht wird das Werk des Europäus vom Verleger Spenglers Untergangswerk gegenübergestellt. Während Spengler aber zerstörend wirkte, weil er ein abschiednehmender, negativer Geist war, wirkt Europäus lebensfördernd und wegweisend. Wer das Buch von Europäus gelesen hat, wird sich, mag er auch in der einen oder anderen Einzelheit Einwände erheben, im Sturme der Zeiten zurechtfinden. Klarheit schafft das Buch. Europa geht entweder den Weg, den Europäus zeigt, oder es zerstört sich selbst. Das Buch ist eine politische Tat, die ihre großen Folgen in sich selbst trägt. Wer das Buch gelesen hat, lebt fortan mit ganz anderer Kraft und Schaffensfreudigkeit in unserer Zeit, in unserem Volke und in Europa. Hans Martin Elster. — Maria Kahle: Deutsche Heimat in Brasilien, mit 37 Abbildungen. Preis geb. 2,70 Mark, Pappband 3,80 Mark. Verlag Grenze und Ausland, Berlin W 30. — (258) — Die Verfasserin ist als feinempfindende, für die Not deutschen Volkstums jenseits der Grenze aufgeschlossene Frau durch manches Buch und viele Vortragsreisen namentlich in den Kreisen des VDA. eine bekannte und hochgeschätzte Persönlichkeit. Sie wurde als junges Mädchen vom Weltkrieg in Brasilien überrascht und sah nun hier ihre Aufgabe, für die Tausende deutscher Volksgenossen, die in Brasilien eine zweite Heimat gefunden haben, in der Schlammflut der Verleumdungen, die die Alliierten auch in dem zum Bundesgenossen gepreßten Brasilien gegen Deutschland ausspien, ein wahres Bild der alten Heimat zu geben und ihnen damit Glauben, Zuversicht und Treue für die deutsche Sache in die Herzen zu senken. 1934 hat sie im Auftrage des VDA. eine zweite Reise nach Brasilien gemacht. So wurde sie Mittlerin zwischen Deutschland und seinen Söhnen im brasilianischen Urwald und in den gro- die in weiten Dimen- suggestiven Musiker- mit automatischer überströmt und hin- Die Dritte Sin - Schon wenige Tage später folgte die szenische Neugestaltung des untrennbaren Geschwisterpaares der veristischen Oper „Cavalleria r u st i - c a n a" und „B a j a z z o". An Mascagnis berühmtem Einakter ist der Bühnenbildner Edmund E r p f mit einem phantasievollen Szenarium vom gewohnten Schema abgewichen. Große Treppenaufbauten vor der Kirche eines sizilianischen Bergdorfes gestatteten dem Gastregisseur Bruno von Ni essen buntbewegte Szenen zwanglosen italienischen Volkslebens. Das Wirtshausbild erhält mittels Drehbühne einen erweiterten Schauplatz, nachdem das sinfonische Intermezzo bei geschlossenem Vorhang gespielt worden ist. Diese Teilung des Einakters trägt im dramaturgischen Sinne zur Spannungserhöhung bei. Das Orchester unter Johannes Schüler schwelgte in der sinnlichen Farbenglut und dem unaufhörlichen Melodienstrom der Partitur. In gesanglicher Hochform waren Franziska von D o b a y , die Santuzza, Marcel W i t t r i s ch , Turiddu, und Rudolf Bockelmann als Alfio. In Leoncavallos „Bajazzo" feierte vor allem Franz V ö l ck e r ais Canio Triumphe. Hilde Scheppau, Walter Großmann und Willi Domgraf-Faßbaender waren außerdem noch in der Tragödie des Komödiantentums beschäftigt, die Johannes Schüler mit glitzernden Farben der Orchesterpalette nachzeichnete. Das Bühnenbild von Karl Doll zeigte eine geschickte räumliche Aufteilung. In der Volksoper erregte eine Neubearbeitung von Mozarts „C o f i fan tutte" von Intendant Erich Orthmann und Hans H a r t - l e b auf der Grundlage der früheren Bühnenfassung von Eduard D e v r i e n t Interesse. Diese Bearbeitung enthält wesentliche Handlungsabänderungen des auf Parodie und Ironie aufgebauten Liebesspiels, das Mozart mit einer ätherisch-leichten Musik ausgestattet hat. Die Damen des Originals durchschauen bis zum Schluß nicht die Verkleidung ihrer die weibliche Treue erprobenden Liebhaber, was sehr unglaubwürdig ist; in der neuen Fassung wird das Komplott durch die Zofe an die Damen verraten, so daß die größten Unwahrscheinlichkeiten wegfallen und zweifellos menschlich-wärmere und harmloschumorvollere Züge in das sonst ter Ausdruckstiefe. Im Doppelkonzert für Violine und Cello unter Mitwirkung von Georg Kulenkamp f f und Enrico M a i n a r d i fetzten die Solisten ihrem Spiel zündende Lichter geistiger und technischer Brillanz auf. Mit der prachtvollen Akademischen Festouvertüre und mehreren im feurigen Pußta-Rhythmus dahinwirbelnden Ungarischen Tänzen klang das denkwürdige Konzert aus, dem auch Reichsminister Dr. Goebbels beiwohnte. Heino Lüdicke. Oper und Konzert in Berlin Musikbericht aus der Reichshauptstadt. Die Bearbeitung der Volksoper hat aus der schon vorhandenen Fassung Devrients noch musikalische und textliche Schwächen und Stilunreinheiten entfernt und hofft, damit diese bisher vernachlässigte Mozart-Oper endgültig für die Bühnen gewonnen zu haben. Erich Orthmann selbst waltete am Pult seines Amtes und schuf mit einem gewichtslosschwebenden Musizieren eine beglück-nde Mozart- Atmosphäre, wobei ihm ein gut aufeinander abgestimmtes Ensemble mit Margarete Eclas- Schurr, Margarete Krämer-Bergau, Franz N o t h o l t, Ferdinand Müller-Held- r i ch und Rosel S ch a f r i a n half. * Die großen Philharmonischen Konzerte unter Wilhelm Furtwängler wurden mit einer Brahms- Huldigung zum Gedenken Europäus: „Der Wiederauf st ieg Abendlandes aus der Dämonie T e ch n i k", Verlag Braune Bücher Berlin Rentfch, Berlin W. 62. — (247) — Das außerreißende Leistungen erzielt. Tonte in F-dur erfuhr eine Darstellung größ- Die Berliner S t a a t s o p e r brachte in, ziemlich frivole Spiel kommen. „So machen's alle" rascher Folge, die für die 2Irbßit5intenfität des In- bezieht sich nun sinngemäß nicht mehr auf Betrug stituts kennzeichnend ist, verschiedene Neuinszenierungen heraus. Die Einreihung von Ambroise Thomas' Oper „Mignon" (nach Goethes „Wilhelm Meister") in den Spielplan stellte sicherlich eine besondere Konzession an den durchschnittlichen Publikumsgeschmack dar, denn vom textlichen Standpunkt ist dies Werk eine Verballhornung des großen deutschen Dichters, und der zeitweilig banale Einschlag der Musik adelt diese literarischen Entgleisungen auch nicht gerade. Dennoch muß anerkannt werden, daß saubere Technik, flüssiger Ausdruck und gute Einfälle der Tonsprache „Mignon" zu einem großen Wurf der Opera comique gestempelt haben, dessen gefällige Sentimentalitäten in Musik und Text stets großer Nachfrage begegneten. Die Staatsoper konnte für die von Hanns F r i e - beriet neuinszenierte Aufführung, zu der Benno von A r e n t stilvolle und romantische Bühnenbilder beigesteuert hat, mit großer Besetzung aufwarten. Der prachtvolle Koloraturgesang Erna Bergers als Philine stand im Vordergrund, während die aus London als Gast verpflichtete Lisa Perli in der Titelpartie durch Heiserkeit an der vollen Entfaltung ihrer sehr bemerkenswerten Stimmmittel gehindert war. Marcel W i t t r i s ch s tenorale Qualitäten und Joses von M a n o w a r - an den 40. Todestag des norddeutschen Meisters eröffnet. Außer den üblichen zwei Aufführungen jedes Philharmonischen Konzerts mußte Furtwängler wegen der großen Nachfrage ein weiteres Konzert einlegen und das gleiche Programm noch ein viertes Mal für „Kraft durch Freude" wiederholen. Zusammen mit dem Konzert der Berliner Philharmoniker in Hamburg erzielte Furtwänglers Brahmsehrung also fünfmal ausverkaufte Säle. Boden ist ihm unter den Füßen entrissen, die Hei» mal geraubt, und er geht schimpflich zugrunde. Sein Opfer aber läßt die Gemüter nicht zur Ruhe kommen und weckt die Erinnerung an den „grauen Mann", von dem niemand weiß, ob es noch die alte Gestalt der Volksfage ist, die über Recht und Gesetz wacht, oder schon der Heiland des neuen Glaubens. So wird das Unrecht, das Olaf angetan wurde, zum entscheidenden Anstoß der Besserung: eine neue Zeit bricht an, in der auch der kleine Mann nicht mehr schutzlos dem Uebermut der Mächtigen preisgegeben ist. — In der Schlichtheit, die diese Dichtung auszeichnet, liegt ihre wahre Größe. Sie ist ein rühmenswertes Zeugnis germanischen Geistes. — Egon Vie11a: Empfindsame Reise nach Lappland. Mit 15 Zeichnungen von Hans Kuhn. 280 Seiten. Preis Ganzleinen 5,40 Mark. Societäts-Derlag, Frankfurt a. M. — (298) — Die Fahrt führt von der Odermündung durch die Ostsee nach Reval, dann nach Helsingsors und weiter nordwärts, wo die schwedisch-finnische Grenze das weite, seenreiche Land der Lappen und Renntiere durchschneidet. Die Beschreibung dieser Reise ist nicht eine Aufzählung von landschaftlichen und völkerkundlichen Tatsachen, wiewohl in Bildern von dichterischer Kraft das Meer, die Städte, Flüsse und Kirchen, Wälder und Menschen erscheinen. Auch ist sie nicht ein subjektiver Bericht von nur persönlichen Erlebnissen. Sondern das Entscheidende ist die Einfühlung in den Geist des Landes und seiner Bewohner, die das Fremdartige vertraut und das Traumhafte zur Wirklichkeit macht. Aus Bericht und Beschreibung, aus sinnlicher Wahrnehmung und reinem Gefühl, aus stilistischem Können und gedanklicher Tiefe erwächst ein Bild jener nordischen Welt, deren Eigenart und Reiz durch die Zeichnungen von Hans Kuhn unterstrichen wird. — Georg Grabenhorst: „Unbegreifliches Herz." Erzählung. In Leinen gebunden Preis 4,50 Mark. Verlag Albert Langen-Georg Müller, München. — (304) — Der Glanz sommerlicher Ferientage liegt über dieser Erzählung, die in ihrer Heiterkeit wie ein beschwingtes Spiel an- mutet, das nur zu bald ein schmerzliches Ende findet. Doller Hoffnungen ist der junge Regierungs- affeffor Andreas Arendt nach Bramdeck gekommen, um in dem kleinen Dorfe Constanze Roggentau, die große Schauspielerin, wiederzusehen, um deren Liebe er wirbt. Aber sie versteht mit fast mütterlicher Klugheit den jüngeren Freund und sich selbst vor der Unbesonnenheit seiner Leidenschaft zu bewahren. So schwer für ihn auch die Enttäuschung ist, sie weiß, für sie bleibt keine andere Wahl, als dem Rufe der Kunst zu gehorchen. Wie ungestüm das Leben fein Recht verlangt, erfährt Andreas freilich erst bei der Begegnung mit Johanna, deren natürliches und schlichtes Wesen ihn bis ins Innerste hinein verwandelt. Noch ehe er sich aber darüber klar wird, findet sie sich aus dieser Verwirrung der Gefühle wieder zurecht und kehrt in die Wirklichkeit zurück: sie darf ihn auf seinem Weg nicht begleiten, weil sie ihrem verpfändeten Worte die Treue wahrt. Wie die beiden Menschen sich finden und wieder verlieren und schließlich, reifer geworden im läuternden Schmerz des Verzichts, auseinandergehen, das wird in dieser Erzählung zu einem lange nachklingenden Erlebnis. — Hans Grimm: Glaub e und Erfahrung. Sätze aus seinen Werken. (Die Kleins Bücherei Nr. 80.) Albert Langen-Georg Müller, München. — (335) — Aus Hans Grimms zahlreichen Werken wurden die wichtigsten Sätze in diesem Bändchen gesammelt. Was ihm im Lause eines reichen, kampferfüllten Lebens an Glaube und Erfahrung zugeströmt ist, gewinnt hier Stimme in mahnendem Zuspruch und leidenschaftlicher Beschwörung. Aus jedem seiner Worte spricht das Wissen um Glück und Not, Stolz und Größe und den verpflichtenden Adel des deutschen Volkes. Stärkende Zuversicht geht von diesem Bekenntnis eines Mannes aus, der sich von jeher dem Worte verpflichtet hat: „Ich habe eine einzige Leidenschaft, die heißt Deutschland". Freundschaft mit Büchern. Von Hanns Arens. Gibt es wohl eine Familie, in der keine Bücher vorhanden sind? Schwerlich. Ein paar Bücher finden sich immer, und seien es uralte oder längst vergeßene und vergilbte. Jahrzehnte sind wohl darüber vergangen; von Umzug zu Umzug wurden sie mitgenommen, aufbewahrt für Kinder und Enkelkinder. Die Großeltern lasen sie vielleicht noch, dann die Eltern, bis jetzt die Kinder sie aus verstaubten Kisten und Winkeln holen. Die Bücher wandern mit den Menschen. Sie sind auf seltsame Weise mit ihnen verbunden, von Generation zu Generation, von Geschlecht zu Geschlecht. Es ist ein weiter Weg. Sie gehören zu uns wie andere notwendige Dinge des täglichen Lebens. Wir denken nicht darüber nach, wann sie in unser Leben traten, selbst wenn wir es uns leicht errechnen könnten. Sie sind da, und das genügt. Einige unter uns (und das sind sehr viele) lieben Bücher so sehr, daß sie, wenn sie ihnen entzogen würden, gleichsam den Tod Lesehungers st-kben könnten. Es sind die großen Verliebten di ^eb- Haber der Bücher. Sie bedeuten ihnen mehr als Geld und Gut. als alle klangvollen und rauschhasten Ber. gnugungen; sie machen ihnen das Dasein ebens- wert und ertragbar. Sie können nicht ohne Bucher leben, sie können es einfach nicht, wie fiti es auch ansangen wollten. Man steht ft-.hier und' bort unb wer ein Auge für diese Bücherfreunde hat. erkennt sie auf den ersten Blick. Geht in ihre Wohnungen; sie mögen mcht prunk- baft sein, es sind vielleicht nur zwei kleine Zrm mer; das Notwendigste steht darin; aber an> Öen Wänden, vielleicht gar ringsherum, s^en Bucher, viele Bücher in bescheidenen Regalen ausgestellt a ssts s&ää LGS >»" poliert unä luiiftooll g-orb-ürt. R-m abgewort dem kargen Gehalt. Groschen für Groschen, Mark für Mark dem Tage abgegeizt bis es langte und der Schreiner bezahlt werden konnte. So auch o schon von früher Jugend an — kauft er stcy oie Bücher, seine Lieblinge, seine stillen Freunde u Streiter durch Tage und Jahre; Freunde die ihn iste enttäuschen, wenn erst einmal Freundschaft ge- schlossen wurde. Er kann sich auf sie verlassen, si hpfrüaen ihn nie und treten still zuruck, wenn seine U es ihm mcht erlau... sich ihnen zu widmen, bei ihnen zu s-'N. Sie warten, ste stnd geduldig, d einzigen, die ihm nah- stnd. und bereit, m dunklen und qualvollen Stunden, ,n denen der Mensch, auch der uns liebste und nächste, zumeist fern ist, unerreichbar. Nur das Buch — wir haben es oft erleben müssen — ist uns dann zugetan, auf gütige Weise. Wir sind ihnen dankbar und verbunden, wir lieben unsere Bücher, schenken ihnen unsere besten Stunden; wir hüten sie wie Schätze und geben ihnen alle Sorgfalt, alle Liehe, zu der der Mensch fähig ist. Das geschieht nicht laut und mit großen Worten, wie es die Menschen unter sich lieben; jeder Blick in ein Buch, jedes Aufblättern, jedes leise Betasten ihrer Rücken, wenn sie im Regal stehen, trägt unser ganzes Gefühl der Fregde und Dankbarkeit, unsere Hingabe und Leidenschaft. Leidenschaft, ja, sie ist da, große, rauschende an manchen Tagen, stille, verhaltene, innerlich leise brodelnde zu mancher Stunde. Sie ist immerwährend, nie uns verlassend; und wenn Leid uxid Kummer auf uns lasten, dann spüren wir ihr heimliches Feuer, tief in uns, wenn wir uns den Büchern auftun, den lieben, hilfsbereiten. Sie find die schützende und stützende Mauer im täglichen Einerlei, im lauten Getriebe einer mechanisierten Welt. Unlösbar ist sie, die Leidenschaft, mit dem Bücherfreund verbunden, in trüben und heiteren Tagen. Wer Bücher liebt und in sein Haus nimmt, besitzt das Wertvollste auf Erden: das Gut des Geistes. G Markwart, der Eichelhäher. Von Karl Scherer. Der letzte Ausläufer des Gebirges endet in drei flache Basaltbuckel, die sich der Ebene sacht entgegensenken. Der mittelste trägt einen jungen Mischbestand aus Rotbuchen und Nadelhölzern mit eingesprengten Lärchen und schönen Weimutskiefern. Wo der Wald ausläuft, breitet sich ein Eichendriesch aus, dessen kräftige Bäume das kurze Hude- gras mit runden Dachkronen beschatten. Allmorgendlich treibt der Schäfer seine glanzwolligen Rhönschafe über den Driesch, und sobald die Herde vorüber ill, kommt ein starker Flug Eichelhäher aus dem Wald und verteilt sich kreischend über die Trift, wohl siebzig, achtzig Stück. Mit der Morgenstille ist es dann vorbei. Das pfeift und schwatzt, schnarrt wie ein Star, schnurrt wie eine Maultrommel, flötet wie eine Drossel, maunzt wie junge Kätzchen und quiekt wie ein tagealter Frischling, den die Bache getreten hat; denn außer seinem mißtönigen, g'rellenden Grätschen stehen dem Allerweltskünstler noch viele andere Töne zur Verfügung. Fußhoch hüpfen und hopsen die bunten, schöngefiederten Vögel in die Lust, stochern mit gesträubter Holle im Gras, drehen Eicheln aus den Hülsen, schweben umher und führen sich auf wie kleine Kinder. Da taud)t aus dem Hohlweg am Ackerrand der halbwüchsige Sohn des Hüters auf und knallt mit seiner meterlangen Ochsenpeitsche. Der Flug wird hoch und flattert kreischend in die dichten Baumkronen, daß es aussieht, als blitzten bunte Edelsteine durch die Luft — Türkise, Amethyste und silbern funkelnde Diamanten — denn in seiner Farbenpracht ist der Häher einer der schönsten Vögel Deutschlands. Markwart ist ein Sonderling und Tunichtgut, aber ein harmlos-lustiger Bruder, ein drolliger Kauz, ein schmucker Geselle, immer munter und aufgekratzt, aber auch mißtrauisch. Die verkörperte Wachsamkeit — nicht umsonst heißt er „Markwart" — steht er ständig auf Vorposten. Er sieht alles, und wenn er etwas entdeckt, grätscht er los, die ganze Sippe fällt ein und geht Hals über Kopf in Deckung. Er kennt Freunde und Feinde, warnt andere Tiere durch Kreischen vor dem Fuchs; den Rehbock aber warnt er vor dem Jäger. Wenn er auch ein Nesträuber ist, der sich frische Togeleier gern zu Gemüt führt, heute wissen wir, daß er mehr nützt als schadet. Unter den alten Föhren am Berghang, unter deren Schirmdächer der Buntsandstein seine breiten bemoosten Platten zu hohen Geschieben aufschichtet, hat sich ein Horst Jungeichen angesiedelt. Weit und breit steht keine Eiche im Wald; woher stammen die jungen kräftigen Triebe, deren frisches Grün einen lichten Farbenton in das Graublau der Kiefern mischt? Das hat der „Forstgärtner" getan! Wenn im Herbst die Eicheln fallen und Markwart sich an einem Oktobermorgen Kropf und Magen gefüllt hat, dann erwägt er als kluger Hausvater, daß auf die kurze nahrhafte Zeit der Eichelmast der böse lange Winter folgt. Drum sucht er geschützte Plätzchen und Waldwinkel, um da und dort kleine Speicher anzulegen, deren Vorräte ihm über die Notzeit forthelfen sollen. Aus der Fülle der unter einer reichtragenden Eiche verstreuten Früchte wählt er die rundlichsten und trägt sie zu seiner Niederlage, unb dann ist es ergötzlich zu sehen, wie listig der possierliche Schlaumeier bei diesem Geschäft zu Werke geht. Da kommt er durch die Baumkronen herangeschwebt, fußt in halber Höhe auf einem Dürrast, der ihm Ausblick gewährt, und hält vorsichtig Umschau. Ist die Luft rein, dann flattert er von Ast zu Ast zur Erde. Und nun „stuft" er die herzugetragene Eichel sorgfältig in den Waldboden ein, immer darauf bedacht, daß ihn niemand bei dieser Hantierung belauscht, auch keiner von der eigenen Sippe, der ihm das kostbare Gut stehlen könnte. Doch auch ihm spielt der Zufall oft einen Streich; vielleicht deckt Schnee den Grund, so daß er nicht zu feiner Vorratskammer gelangen kann, oder er findet das Plätzchen nicht wieder, die Eicheln, bleiben in der Erde, sprossen im Mai hervor und fördern die natürliche Besamung des Nadelwaldes mit jungem Laubgehölz, was wertvolle Mischbestände schafft. Wie alles was lebt, zieht der Häher schmackhafte Kost vor, doch ein Kostverächter ist er nicht. Dicke Eicheln und ölhaltige Bucheckern sind seine Lieb- lingsatzung, Blindschleichen und junge Kreuzotte-m verzehrt er gern; Kerbtiere, Spinnen und Schildläuse nimmt sein hungriger Magen ebenso wahllos auf wie die Raupen des Kiefernspinners und die Puppen des Eichenwicklers. Zwischen den Jungespen der Wegböschung surrt ein Hirschkäfer heran, der Riese unter den europäischen Käfern, der am ausfließenden Eichensaft lebt und als „Donnergugi" nach uraltem Volksglauben den Blitz anzieht: der kurze starke Schnabel zermalmt den Panzer des Hornfchröters, dann zerlegt er ihn und würgt den Leckerbissen ruckartig hinunter, das Geweih läßt er liegen. Markwart ist weder Strich- noch Zugvogel wo er einmal zu Hause ist, bleibt er, auch im kältesten Winter verläßt er uns nicht. Nur selten unternimmt der einzelne Vogel Wanderungen aus dem Osten nach dem Westen, jedoch nicht umgekehrt, wie die Beringung erwiesen hat; nur vereinzelt f)at man Massenwanderungen von Eichelhähern im Küstengebiet der Ostsee beobachtet. Sonderlich liebt er den Rand des Waldes, wo dieser mit buschigem Unterholz an das Feld grenzt, denn auch auf den benachbarten Getreidekoppeln ist ihm der Tisch gedeckt, Ackerschnecken und Kohlweißlinge und im Herbst, wenn der Pflug geht. Massen von Engerlingen. Auch gewährt ihm das nahe Gehölz rasche Zuflucht gegen Habicht, Wanderfalke und Waldohreule. Wo immer der schöne Vogel hausen mag, im Eichenhochwald oder im Föhrenholz, im Feldgebiet oder zwischen den Weiden und Erlen am Bach — überall belebt er die Landschaft, fein schmuckes Federkleid, dessen Farben prächtig zusammenklingen, leuchtet wie ein buntes Kleinod aus dem Grün, und sein drolliges Wesen macht ihn zum Freund des Menschen. Hochschulnacbnckien. Professor Dr. Max Gutzwiller, Ordinarius für deutsches und römisches Recht an der Universität Heidelberg, wurde auf eigenen Antrag von den amtlichen Verpflichtungen entbunden« Oie Jagd im November. „Heut möcht' ich suchen, morgen treiben, und übermorgen winkt der Vogelherd! O möcht' es Herbst im ganzen Jahre bleiben, das wär es, was mein Herz begehrt!" Wo noch das Rotwild seine Fährte zieht, kommen die Wildjagden, die den Abschuß von Kahlwild und Kälbern zum Ziele haben, jetzt zu ihrem Recht. Denn erhebliche Abscküsse sind vielfach zu erfüllen, die Zeit verlangen. Auch das Damwild soll in seinen Beständen aus Gründen der Landeskultur erheblich heruntergesetzt werden. Da beißt es für den Jäger, die Zeit zu nutzen. In unseren oberhessischen Revieren steht allerdings der Abschuß weiblichen Rehwildes im Vordergründe, nachdem die Schußzeit des Bockes zu Ende gegangen ist. Solange der Wald noch grün oder laubbehangen ist und solange der Bauer bei der Ernte der Hackfrüchte oder bei der Herbstbestellung bis in die Abenddämmerung auf dem Felde ist, stößt der Abschuß immer auf gewisse Schwierigkeiten. Um so besser wird es nach dem Blattfall, wenn die ersten kalten Nächte alles Gold von den Bäumen geschüttelt und gerüttelt haben. Die Zelten sind vorbei wo der Abschuß weiblichen Wildes als minderes Weidwerk galt, das man am liebsten anderen überließ. Heute ist der Jagdherr nicht nur für die Erfüllung des Abschusses verantwortlich, sondern dem richtigen Abschuß des weiblichen Wildes kommt eine so ausschlaggebende Bedeutung hinsichtlich der Verbesserung unserer Wildbestände zu, daß der verantwortungsbewußte Jagdherr ihm seine vollste Aufmerksamkeit schenken muß und nur zuverlässige und erfahrene Jäger zu seiner Unterstützung heranziehen wird. Dem Schwarzwild nachzustellen, wo urrd wie es möglich ist, wurde den hessischen Jägern zur Pflicht gemacht. Und nun ist auch -ie Zeit gekommen, wo unser wichtigstes Wild wieder zur Geltung kommt: der Hase. Erhebliche Wildbretmengen sind es, die er alljährlich der Volksernährung liefert, ein ebenso wertvoller Rohstoff ist sein Balg. Nun naht die Zeit, wo beides vollwertig wird, Wildbret und Balg, und damit ist die rechte Zeit zur Jagd gekommen. Im November gilt das Jagen dem Waldhasen, später kommt der Feldhase daran. Der großen Bedeutung Mümmelmanns muß aber auch seine Be- jagung gerecht werden. Nur dann kann eine Hasenjagd nachhaltig bejagt werden, d. h. alljährlich eine gute Strecke liefern, wenn sie am Ende der Jagdzeit einen entsprechenden Besatz behält. Man kennt zur Genüge das auch heute noch nicht vollkommen verschwundene Bild der Hasensuche ohne Ende, bis der letzte Hase, den man erwischen konnte, im Rucksack verschwunden ist. Solche „Jäger" gehören an den Pranger! Der Weg dorthin ist heute ja viel leichter zu finden wie früher. Sie schädigen alle Nachbarreoiere aus bloßem Eigennutz. Die jederzeit zu belegenden Erfahrungen solcher Reviere, die auch in schlechten Hasenjahren noch zufriedenstellende Strecken bringen, beweisen, daß die wirtschaftlichste und zugleich weidmännischste Jagdart die einmalige Treibjagd ist, bei der nach Möglichkeit noch der eine oder andere Revierteil als „Schonreoier" liegen bleibt. Für Küchenhasen gibt es immer noch abgelegene Reoierteile, die sich zum Treiben nicht eignen und hierbei ausgefpart werden. Wir versuchen auf allen Gebieten die Eigenerzeugung zu steigern. Den wenigsten Jägern ist es bekannt, daß unsere Strecke von fast 3 Millionen Hasen nicht ausreichte, um den Anforderungen des Marktes gerecht zu werden und daß ausländische Hasen in großer Zahl eingesührt wurden. Um so eher muß jeder pflichtbewußte Jäger danach streben, sein Teil zu der Steigerung der Strecke bei gleichzeitiger Bestandserhaltung beizutragen. Betonten wir eben schon den Wert des Hasenbalges als Rohstoff, so kommt dem roten Rock des Fuchses die gleiche Bedeutung zu. Was wäre eine Waldjagd ohne den roten Schelm? Nun kommt die Zeit, wo sein Balg weißledrig und höchstwertig wird. Damit aber wird seine Jagd nicht nur interessant und immer wieder reizvoll für den Jäger, sondern auch eindringlich für die Jagdkasse. Der Fuchsfang hat durch das Verbot des Tellereisens eine erhebliche Beeinträchtigung erfahren. Um so nötiger ist die Bejahung des roten Freibeuters, der nicht nur ein hervorragender Mäusejäger, sondern gelegentlich auch em gerissener Geflügelräuber ist. Drum müssen Drück- und Treibjagd, Sprengen und Graben mithelfen, seinen Balg auf das Spannbrett zu bringen. Auch zum Graben des Dachses, dessen Schwarte jetzt am besten ist, ruft die Zeit. Die Jagd auf diese Räuber aber ist auch nötig wegen der Niederjagd selbst. Die Jagd auf das Rebhuhn geht noch weiter, der Fasanen- abschuß ist in vollem Gange. Dabei wissen wir aus Erfahrung, daß die Niederwildbestände immer weiter zurückgehen, wenn wir ihnen nicht Hege und Pflege angedeihen lassen. Die schwerste Zeit für unser Federwild aber, der Winter, naht heran. Unsere beiden Wildhühner gerade verdienen in dieser Zeit unseren besonderen Schutz. Denn wenn wir einerseits zu große Schalenwildbestände heruntersetzen sollen, wo volkswirtschaftliche Erwägungen dazu zwingen, muß umgekehrt aus gleichen Gründen eine zahlenmäßige Hebung der Wildarten eintreten, die für Land- und Forstwirtschaft eher förderlich als schädlich sind. Die zu gehenden Wege aber sind kurz zusammengefaßt: Rücksichtsloser Kampf gegen alles Raubzeug (Hund, Katze, Wiesel, Krähe und Elster), Regelung des Raubwildbestandes (Fuchs und Dachs) nach den jeweiligen Revier- verhältnissen, Kurzhalten von Habicht, Sperber und Bussard, Kampf dem Wild- und Eierdieb, Schaffung von Deckung in Form von Hecken und Remisen aller Art und schließlich ausreichende Winterfütterung, die jetzt bereits einsetzen muß, auch wenn Schnee und Eis vielleicht erst im Dezember oder Januar kommen sollten. Denn es kommt darauf an, daß die Futterplätze bekannt sind! Wo dann noch eine vernünftige Bejagung hinzukommt, wird der Erfolg nicht ausbleiben: wertvolles, auch gut bezahltes Wildbret und viel jagdliche Freude! In diesem Jahre wird die deutsche Jägerschaft den Hubertustag in anderem Rahmen begehen als sonst. Denn dieses Mal werden die Weidmänner der ganzen Welt bei ihr zu Gast fein. Am 3. November wird der Reichsjägermeister in Berlin die größte jagdliche Schau aller Zeiten, das Olympia der Jäger, wie er es nannte, die „Internationale Jagdausstellung" eröffnen. Groß ist das Interesse der Jäger aller Kulturländer, groß die Zahl der Trophäen, die sie geschickt haben, gewaltig der Eindruck ihrer Wucht. Neben ihnen aber, die man z. T. schon früher auf großen Ausstellungen sah, wird die deutsche Jägerschaft stehen und deutsches Weidwerk zeigen in allen seinen Zweigen, nicht als ein Gebiet, auf dem es gilt Rekorde zu brechen, sondern als ein Gebiet, wo Wild'hege und Wildpflege zusammenfließen mit der Freude an der starken Trophäe, wo der Jäger zugleich der Schützer seines Wildes ist, wo er zum Freunde der Natur und ihrem Betreuer wird, wo die Tradition der Väter noch gilt und altes Brauchtum gepflegt wird, kurz alles das zum Ausdruck kommt, was wir zusammenfassen unter dem Begriff „Peutsches Weidwerk", einzig in seiner Art auf der Erde und weiten Kreisen fremdländischer Jäger unverständlich. Dorthin aber soll der deutsche Jäger kommen und sehen und schauen, was den meisten sonst verschlossen bleibt. Es wird eine Fülle von Eindrücken sein, die auf ihn einstürmt, die er mit sich nehmen soll nach Hause in sein Revier, um dort das in die Tat umzusetzen, was ihm in dem ihm gesteckten Rahmen möglich ist. Dann aber wird die Ausstellung mit ihrer nicht vorstellbaren Aufwendung an Arbeit und Mühe unserer besten Jäger erst ihr wahres Ziel erreichen, wenn sie befruchtend sich auswirkt auch im kleinsten Jagdrevier. Hubertus. SJlXfpOTt Schmelinq-Foord stark gefragt. Bereits jetzt sind dreiviertel der gesamten Eintrittskarten für den Schwergewichts-Boxkampf zwischen unserem Meister aller Klassen, Max Schme- I i n g, und dem Südafrikaner und früheren Empire-Meister, Ben F o o r d, am 30. Januar in der Hamburger Hanseatenhalle vergeben. Vor allem aus dem Auslande ist die Nachfrage überraschend stark, so daß die insgesamt zur Verfügung stehenden 21500 Karten sicherlich schon bald vergriffen werden. \ Fußball der (Sauliga Hessen. Es'.ist leicht möglich, daß Hessen Hersfeld am Säpntag bei H a n a u 9 3 die führende Stellung einbüßk. Was dem Neuling Sport Kassel sogar in Hersfeld gelang, sollte den 93ern zu Hause keine Unmöglichkeit sein. Bisher haben sich die Mannen um Sonnrein allerdings noch nicht zu einem Sieg aufschwingen können. — Der Lokalkamps zwischen Spielverein Kassel und SC. 0 3 Kassel verspricht ein Ereignis zu werden, denn der Spielverein hat noch nicht die Schlagkraft der vorigen Spielzeit erlangt und dem SC. 03 geht die Leitungskurve deutlich nach oben. Man darf gespannt ein, wer das bessere Ende behält. — Sehr wichtig ür die Gestaltung der Spitzengruppe ist auch der Kampf zwischen Borussia Fulda und K e w a Wachenbuchen. Wir erwarten die Borussen in Front, würden aber einen Punktgewinn des Gastes keineswegs als eine Ueberraschung ansehen. — Der VfB. Groß-Auheim hat am Sonntag Gelegenheit, sich wieder etwas zu „erholen", wir trauen jedenfalls Germania Fulda in Auheim keinen Erfolg zu. Fußball-Ergebnisse der Kreisklassen. Wißmar — Daubringen 1:1. Die beiden Mannschaften trafen sich zum fälligen Derbandsspiel. In scharfem Tempo wurde losae- legt, und beide Tore kamen abwechselnd in Gefahr. Die Hintermannschaften wehrten aber aufopfernd ab. Mitte der ersten Spiethälfte konnte der Mittelstürmer von Daubringen den ersten und einzigen Treffer für seine Mannschaft erzielen. Nach der Pause — Wißmar hatte umgestellt — wurden die Gastgeber leicht überlegen, kamen immer wieder vor des Gegners Tor, aber der Torhüter verhinderte zunächst jeden Erfolg. Erst bei einem Durchbruch, kurz vor Schluß des Schieles, konnte Wißmar den Ausgleich erzielen. Was die Wißmarer durch den eigenen Platz an Vorteil hatten, glichen die Gäste durch Eifer aus. AL. Saasen — Arbeilerlager Winnerod. Saasens 1. Juaend empfing am Sonntag eine Mannschaft des Autobahnlagers I Winnerod zum Freundschaftsspiel. Nachdem die Platzelf am vorletzten Sonntag mit drei Ersatzleuten gegen das Autobahnlager Oppenrod mit 4:3 siegen konnte, rechnete man auch hier mit einem Sieg'. Nach einem torreichen Treffen konnte Saasen mit 8:6 einen sicheren Sieg erringen, nachdem die Gäste bei Halbzeit mit 4:2 führten. Mittelstürmer und Mittelläufer' waren Saasens beste Leute. Großes Wettschießen in Leihgestern. Die Kriegerkameradschaft Leihgestern veranstaltete am Sonntag auf dem Kleinkaliberschießstand ein Wettschießen um eine Plakette. Hierzu hatte sie die Nachbarkameradschaften Garbenteich, Hausen, Gro- ßen-Linden, Lang-Göns, Klein-Linden und Watzenborn-Steinberg eingeladen, die außer Garbenteich mit einer oder mehreren Mannschaften am Schießen teilnahmen. Geschossen wurde in Gruppen zu je 4 Mann in den drei Anschlagsarten stehen freihändig, kniend und liegend freihändig je 5 Schuß. Das Schießen verlief reibungslos. Das Ergebnis: 1. Leihgestern I 507 R.; 2. Leihgestern II 470 R.; 3. Watzenborn-Steinberg I 438 R.; 4. Klein-Linden 426 R.; 5. Lang-Göns 414 R.; 6. Großen-Linden I 411 R.; 7. Hausen 396 R.; 8. Großen-Linden II 336 R.: 9. Watzenborn-Steinberg II 332 R. Die Plakette fiel somit der Kriegskameradschaft Leihgestern zu. Die erreichte Durchschnittszahl für den einzelnen Schutzen betrug 103 Ringe. — Wilh Konrad Drücke! (Lang-Göns) errang die bronzene Ehrennadel mit 123 Ringen und Bürgermeister Schäfer ^Watzenborn-Steinberg) die silberne Ehrennadel mit 131 Ringen. Ferner erreichten die vorgeschriebene Ringzahl für den Erwerb der Ehrennadel: Wilhelm Krämer (Leihgestern) 142, Wilhelm Jakobi (Leihgestern) 132, Otto Nern (Lana-Göns) 130, Karl Staubach (Leihgestern) 129, Heinrich Weber (Klein-Linden) 124 und Karl Dem II. (Leihgestern) 120 Ringe. Die Genannten waren bereits im Besitze dieser Auszeichnung. Beim Schießen auf eine Ehrenscheibe erwies sich unter 33 Mitbewerbern Kamerad Wilhelm Jakobi (Leihgestern) als bester Schütze. Kurze <^>porinoiizen. Die letzten Fußball-Länderspiele 19 37 bringen in den kommenden Wochen wieder eine Reihe von Begegnungen zur Weltmeisterschaft: u. a. spielt Deutschland am 21. November in Hamburg gegen Schweden. „OaS Hohelied der weißen Kunst." Der Skisport gewinnt immer mehr Freunde. Immer mehr wird dieser herrliche Sport zum Volkssport. Wie viele Volksgenossen sich dem Skisport verbunden fühlen, war gestern abend wieder einmal bei der Skifilmoorsührung, die das Institut für Leibesübungen unserer Universität und der Skiklub Gießen veranstalteten, zu sehen. Die Neue Aula war fast bis auf den letzten Platz besetzt. Der Leiter des Instituts für Leibesübungen. Dr. König, hieß die zahlreichen Teilnehmer /willkommen. Er sprach von jenem Wandertrieb, der den deutschen Menschen, insbesondere die deutsche Jugend immer wieder hinaustreibe in die heimatliche Natur und in die Berge. Er sprach davon, wie dieser Wunsch von dem großartigen Jugendherbergswerk unterstützt werde und wie dadurch die Jugend die Schönheiten der Heimat kennenlerne. Der gleiche Wandertrieb sei es aber auch, der die Freunde des Skilaufs immer wieder in die Berge führe und ihnen die Schönheiten der winterlichen Natur kennenlernen lasse. Der Film des heutigen Abends solle erneut die Schönheiten der winterlichen Bergwelt, aber auch die Freuden des Skisportes vor Augen -führen. Anschließend sprack) in kurzen einführenden Worten der Bergführer, Bergsteiger und Skilehrer M a • rini (Stuttgart) zu dem Film und wies besonders auf die hohen ethischen Werte hin, die der Skilauf und das Erlebnis der Bergwelt in sich schließen- Dann lief in einer Fülle schöner und interessanter Bilder der Film ab, der die Zuschauer lebhaft in Anspruch nahm und ihnen zunächst die spannenden Rennen der Olympischen Winterspiele, aber auch der Internationalen Wintersportwoche von 1937 vor Augen führte. Der zweite Teil des Films brachte eine sehr unterhaltsame Skischule, die manche groteske Szene brachte und zu hellem Lachen reizte. Schließlich trugen auch die launigen erläuternden Verszeilen viel zur Erheiterung bei. Der dritte Teil des Filmes führte dann mit drei Bergsteiger- und Skikameraden in das Hochgebirge, in das Ort. lergebiet, auf die Höhen des Großglockners und auf den Gipfel des Piz Pali. Die Bilder zeigten dabei wundervolle Abfahrten über lange Hänge und riefen in allen Zuschauern lebhafte Wünsche wach. Wirtschaft. Rhein-Mainische Börse. Mllagsbörse: Aktien wieder schwächer. Frankfurt a. M., 3. Nov. Die Börse hatte überaus kleines Geschäft und am Aktienmarkt erneut etwas schwächere Tendenz. Obwohl nur sehr kleines Angebot herauskam, gingen die Kurse weiter etwas zurück, da die Unternehmungslust und Aufnahmebereitschaft schwach blieben. Die Mehrzahl der Kurse blieben ohne Anfangsnotierungen. Etwas stärkeres Angebot verblieb in IG. Farben, die auf 155,25 bis 155 (156,25) nachgaben, Scheideanstalt schwächten sich auf 255 (256,50), Deutsche Eroöl und Metallgesellschaft je 0,25 v. H. ab, etwas höher lagen in der chemischen Gruppe Goldschmidt mit 139,75 (139,25). Von Bergwerkswerten ermäßigten sich Verein. Stahl auf 112,25 (113,13), Hoesch auf 121,75 (122,50), während Mannesmann mit 114,75 behauptet blieben und Ilse Genuß 1 v. H. gewannen auf 134,50. Im einzelnen kamen noch zur Notiz: Deutsche Linoleum bei nur kleinem Angebot mit 160 (163,50), Bemberg rnit 138 (139), Reichsbank mit 204,50 (205), Gesfürel mit 145,50 (146,40), AEG. ntit 117,75 (118) und Daimler mit 133,90 (134). Der Rentenmarkt lag zwar sehr ruhig, aber weiterhin gut behauptet. Kommunal-Umschuldung waren leicht gefragt mit 94,75 (94,70), Rentenbank- Ablösungsscheine 93,13 Geld. Reichsaltbesitz nannte man mit 129 bis 129,25 (129). Am Pfandbriefmarkt bestand weitere Nachfrage. Von Goldpfandbriefen notierten Meininger Hyp. und Preuß. San« despfandbrief-Anstalt Berlin je 100 nach 99,75 bzw. 99,50 und 99,75, Rheinische wurden mangels Angebot gestrichen. Kommunal-Obligationen notierten meist unverändert, 0,25 v. H. höher jedoch Preuß. Landespfandbrief-Anstalt. Liguidattonspfandbriefe blieben behauptet, Rheinische etwas fester. Stadtanleihen lagen unverändert, etwas niedriger 4V2 v. H. Mainz mit 98,13 (98,50). Industrie-Obligationen lagen uneinheitlich. Im Freiverkehr normte man: Dingtet 83 bis 85, Elsass. Wolle 80, Wayß & Freytag 143, Katz & Klumpp 103 bis 105, Rastatter Waggon 53, Schuh Berneis 71 und Ufa 68,25. Tagesgeld unverändert 2,50 v. H. Abendbörse: Aktien knapp behauptet. An der Abendbörse lag weiter etwas Angebot vor, das, obwohl es nur kleinen Umfana hatte, nur zögernd aufgenommen wurde. Die Umsätze bewegten sich in sehr engen Grenzen. Sowohl gegen den hiesigen als auch gegen den Berliner Schluß überwogen Rückgänge von 0,25 bis 0,50 v. H. Licht und Kraft lagen 1 v. H. niedriger mit 147,50, Gesfürel waren mit 145 (145,50) angeboten, während Elektr. Lieferungen und Schuckert je 0,50 v. H. höher notiert wurden mit 128,75 bzw. 162,25. Die Farben-Aktie ermäßigte sich bei sehr kleinem Angebot auf 154,50 (154,75). Von Montanwerten bröckelten Mannesmann auf 114 (114,25) und Verein. Stahl auf 111,90 (112,25) und Deutsche Erdöl auf 139,50 (140) ab. Weiter rückläufig w'ren ferner Bemberg mit 137 (137,50), MAN. mit 130 (130,50), Junghans mit 124 (124,50), Demag hieben behauptet mit 141, und Adlerwerke Kleyer konnten sich bei kleiner Nachfrage weiter etwas bessern auf 108,50 (108,25). Am Einheitsmarkt blieben Bankaktien behauptet, Henninger Bräu notierten nach Pause 1 v. H. schwächer mit 125, Schriftgießerei Stempel ermäßigten sich auf 110 (110,50). Am Rentenmarkt hielt die Nachfrage an, mangels passenden Angebots kam es aber zu keinem Geschäft. Im Freiverkehr wurden Elsass. Wolle angeboten mit 78 bis 79 nach 79,50 bis 80 im Mittags- oerkehr. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M„ 3. Nov. Es notierten ((Betreibe je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in Reichsmark: Weizen W13 206, W16 209, W19 213, W 20 215; Roggen R 12 191, R15 194, R 18 198, R19 200, Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Futtergerste und Futterhafer nicht notiert. Weizenmehl, Type 812, W13 29,10, W 16 29,20, W 19 29,20, W 20 29,55; Roggenmehl, Type 1150, R12 22,45, R 15 22,80, R 18 23,30, R 19 23,50, plus 0,50 RM. Frachtausgleich. Weizenfuttermehl 13,60; Weizenkleie W13 10,75, W16 10,90, W19 11,10, W20 11,20; Roggenkleie R12 9,95, R15 10,15, R18 10,40, R19 10,50, Mühlenfestpreise ab Mühlenstation. Sojaschrot, Palmkuchen und Erdnußkuchen nicht notiert; Treber 14, Höchstpreis ab Erzeugerstation, Trockenschnitzel nicht notiert; Heu 6,80 bis 7, dasselbe, drahtgepreßt 7,20 bis 7,40, Weizen- und Roggenstroh nicht notiert. Tendenz: ruhig. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 4. Nov. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 2143 Rinder (386 Ochsen, 209 Bullen, 1088 Kühe, 460 Färsen), 590 Kälber, 41 Härnmel, 24 Schafe, 1358 Schweine. Es kosteten: Rinder: Ochsen 36 bis 45 Mark, Bullen 27 bis 43, Kühe 20 bis 43, Färsen (Kalbinnen) 28 bis 44, Kälber 35 bis 65, Hammel 39 bis 45, Schafe 15 bis 38, Schweine 51 bis 55 Mark. — Marktverlauf: Großvieh, Kälber, Schweine zugeteilt, Härnmel und Schafe ruhig. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdtskont 4 0 H., Lombardzinsfuß 5 0. H. ®citum 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 4¥i% Deutsche Reichsschatzanwet- sungen von 1935 . .......... *y2% Deutsche Reichöschahanwei- sungen von 1935, II. Folge ... *y2% Deutsche Reichsschatzanweisungen von 1936, 111. Folge .. t>¥t% Voung Anleihe von 1930 .. 4y2% Heische Volksstaat von 1929 4¥i% Deutsche Reichspostschatz von 1934 I...................... 4Vi% Deutsche Reichöbahnschatz von 1936 I.................. Reichsanleihe-Altbesitz-'.......... Oberhessen Provinz-Anlethe mtl Auslos.-Rechten.............. 4¥t% Hess. Landesbk. Darmstadl Goldpse. R. 12 ............... 5%% Hess. LandeS-Hyp.-Banl Ligu. Goldpse............... 4¥i% Preuß. Landespsdbr.-Anst. Goldpse. R. 19.............. 4%% Preuß. Gold-Komm. R. 20 4y»% Darmstädter Komm.-Lan- oeSbaukR. 6................ Deutsche Komm.-Sammel-Anlethe Auslos.-Rechte I.............. 4y2% Franks. Hyp. Goldpse. R. 15 *y»% Franks. Hyp. Gold-Komm. Obl. 2 3................. 6y2% Franks. Hyp. Liquidation Goldpse..................... 6y2% Rheinische Hyp. Liquidation Goldpse..................... Steuergutschein-BerrechnungSkure A.G. für Verkehrswesen .... ey2 Hamburg-Südam. Dampfschiff 0 Hamburg-Amerika Paket...... 0 -Norddeutscher Lloyd..........0 Deutsche Reichsbahn Borz.-Akl. 7 Retchrbank................. 12 Berliner HandelSqeselttchaft 6% Commerz- unö Prtvat-Bank ... 5 Deutsche Diskonto............ 6 Dresdner Bank.......... 4 Frankfurt a. M. Berlin Schluß- kurs Schluß!. Abendbörse Schluß- kurs Schluß! Mittag- börse 2.11. 3.11. 2.11. 311- 101,65 101,65 101,6 101,65 99.3 99,13 91 13 99,13 — — — — 99,4 99,4 99,4 99,4 99 99 99 99 105,13 105 104,9 —— 100,25 100,25 — — 100,4 100,4 100,5 100,5 99,65 99,65 99,65 99,65 129 129,13 129,13 129,4 137 137 — — 99,5 99,5 99,5 — 102 102 — — — — 99 75 — — — — 99 98,65 98,65 — — 133,5 133,55 133,8 133,8 99,75 99,75 99,75 100 98,75 98,75 — — 102,25 102,25 — — 102,4 102,65 102,13 102,4 111,2 111,2 111,3 — 126,25 126 126,13 126,5 ■ - — I . -II - 45 —. 79,75 80,25 80 82,5 81,4 81,5 81 129,13 129 129,25 1 129,25 205 204 204,25 204 — 134 133,5 118,13 118 118.13 118 122,5 122 122,5 122 114,25 114 114.25 114 Damm Accumulatoren-Fabrik.......14 Aschaffenburg Zellstoff........6 Bemberg...................0 Bekula.............. 8 Buderus Eisen............. 5 Gement Heidelberg...........7 Gement Karlstadt ............6 Gonti Gummi.............. 12 Daimler Motoren.......... 6y2 Dessauer Gas ............... 4 Deutsche Erdöl ..............5 Deutsche Gold- und Silber .... 9 Deutsche Linoleum.......... 10 Elektrische Lieferungen........6 Elektrische Licht und Kraft.....7 I. K. Farben-Jndustrie.......7 Felten & Guilleaume.........6 Gesfürel.................... 7 Th. Goldschmidt............. 6 Gritzner Maschinen........... 0 Harvener................. 8% Hoesch Eisen............... 8y2 Philipp Holzmann........... 8 Ilse Bergbau................6 Ilse Genüsse................6 Kali Aschersleben............ 4 Klocknerwerke ............. 4y2 Kokswerke und Chemische Fabrik 7 Lahmeyer .................. 6 Mainkrast................... 4 Mannesmann.............4'/2 Mansselder Bergbau......... 7 Metallgeiellschafl............. 6 Crenftein & Koppel..........0 Rheinische Braunkohle....... 12 Rheinische Elektro............ 6 Rheinstahlwerke.............. 6 Rlieinisch-Destfälische Elektro .. 6 Rütgerswerke ............... 7 Salzdetfurth Kali............ 6 Schuckert & Go..............7 Schultheis Patzenhofer........4 Siemens & Halske .......... 9 Südbeulsche Zucker.......... 10 Vereinigte Stahlwerke...... 4*/2 Westdeutsche Kaufhof......... 0 Westeregeln Alkali............ 4 Zellstoff Walvhos............ 6 Olavi Minen ..............0,6 Frankfurt a. M. Berlin Schluß- kurs Schluß!. Abend- börie Schluß- kurs Schlußk. Mittagbörse 2.11. 3.11. 2-11. 3 .1 — 222 — 222,5 137,5 137,25 138 137,5 139 137 139 137,5 168 168 168,75 168,5 119,5 119 119,65 119 164,75 164,75 — — - —- - ■ - —— 187 186 186,13 185,25 134 133,9 134 133 —- — 116 116 140,25 139,5 139,75 139,5 256,5 255 — —• 163,5 160,5 162,25 160,5 129 128,5 129,25 128,75 146,5 147,5 146,25 147,5 156,25 154,5 156,5 155 129,5 129 129 129 146,4 145 146,25 145,25 139,25 139,5 139 139,5 49 48,75 48,5 — 177 177,25 177,25 177,5 122,5 121,5 122,5 121,5 149.75 149 149,5 148,75 — — 160 158,5 133,5 134,5 134,75 135 —— 112,25 112 112,75 120,25 119,25 120,13 118,75 —- —— 151,75 151 — — 126.5 125 94,5 94,5 — — 114,75 114 114,9 114,25 153,5 —— 153,5 154 147,25 147 147,5 146,65 — — 106,13 105,75 229 230 230 230.25 — — — 126 145,25 144,5 145,25 144,25 128,25 128,25 128,5 127,65 144 144,5 143,75 143 158 —— 158 159,75 162 162,25 162 163 — / — 95 94,5 —— 198,5 200,5 200 203 203 205 200 113,13 111,9 113,13 112,25 56,75 56,25 56,5 56,13 111,5 112 111,25 112 145 144,75 144,65 144,5 29,25 — 29,25 29,25 Deoifenmarfl Berlin — Frankfurt a Hl. 2 .November 3.November 2 .November 3.November •Uninull, Nonerui 0 Amu et), Noiieiuna Amuickie Nvueruua AnuucheNoueiuna iV-ir Br-- Brn- tet Br- «CT B11., Buenos Arres............. Brüssel................... 0,736 42,10 0,740 42,18 0,736 42,10 0,740 42,18 Jaoan.................... Jugoslawien ............. 0,719 5,694 0,721 5,706 0,719 5,694 0,721 5,706 Rio de Janeiro............ 0,137 0,139 0,137 0,139 Oslo ................... 62,02 62,14 62,05 62,17 Loten.................... 47,00 47,10 47,00 47,10 Wien..................... 48,95 49,05 48,95 49,05 Kopenhagen............... 55,10 55,22 55,12 55,24 Lissabon.................. 11,21 11,23 11,215 11,235 Tanzig............... ... London .................. 47,00 47,10 47,00 47,10 Sivckdolm ................ 63,63 63,75 63,65 63,77 12,34 12,37 19,345 12,375 Schweiz.................. 57,44 57,56 57,42 57,54 Helsingfors................ Laris.................... vollanb.................. Italien................... 5,455 5,465 5,46 5,47 Spanien.................. 15,48 15,52 15,48 15,52 8,392 137,50 C ,408 137,78 8,377 137,48 8,393 137,76 Prag..................... Budapest................. 8,696 8,714 8,696 8,714 13,09 13,11 13.09 13,11 Neuyvrl.................. 2,488 2,492 2,487 2,491 * ■vV'l v MM z "'>> 'dEMDD «L. •■•'.,•'< >;>/ V * ' '- ’’ * < *»• I r H RO •>*: MW-'-- '- ' M- ' - -•" >-y ;z'v/;; -' W < - MM8M hinüberzufahren". Zi. in big wiedergegeben sind. Die Novelle ist von Schicksale militärische,- Erfindungen. Es ist ebenso aufschlußreich wie reizvoll, sich einmal zu vergegenwärtigen, wie man sich vor dem Weltkrieg einen künftigen Waffengang vorstellte und die praktische Brauchbarkeit neuer Erfindungen beurteilte. Wenn es auch gewiß nicht einfach ist, die Bedeutung einer neuen Erfindung für den Fall eines Krieges richtig einzuschätzen, so darf man heute doch etwas erstaunt sein, welche Beachtung man in den 80er Jahren einer französischen Erfindung schenkte, die als S i r e n e n g r a n a te bezeichnet wurde und nicht nur wie jede Granate wirken, sondern dazu noch durch ihr starkes Heulen während des Fluges die Pferde der Artillerie und Kavalerie scheu machen sollte. Um dieses geräuschvolle Geschoß ist es bald recht still geworden. Später wandte sich die Aufmerksamkeit der Fachleute den wiederholten Versuchen zu, einen brauchbaren Panzerschutz für den Infanteristen zu finden. Auch hier wurden Vorschläge gemacht und Erfindungen erprobt, die offenbar von Theoretikern ausgingen, wie z. B. die Anregung, die Truppen mit einem zwei Meter breiten und ein Meter hohen S t a h l s ch i l d auszustatten, wobei eine Anzahl Schildträger die Spitze marschierender Kolonnen schützen und hundert Schilde genügen sollten, Front und Flanken eines Bataillons gegen Gewehrkugeln zu decken. Häufig find die Nachrichten in den militärischen Fachzeitschriften jener Jahre über kugelsichere Brustpanzer, mit denen sogar noch im Weltkriege auf deutscher wie französischer Seite Versuche angestellt wurden, die erneut zeigten, daß ein schußsicherer Panzer den Infanteristen viel zu unbeweglich macht. Stärkere Beachtung verdient der Versuch, transportable kleine Panzertürme, die Raum für zwei Mann und ein Geschütz boten, zur Verteidigung wichtiger Punkte zu verwenden. Von diesem durch ein Pferd fortbewegten Panzerturm war der Schritt zu einem gepanzerten Kampfwagen mit selbsttätigem Antrieb nicht weit. Das Panzerautomobil besaß nur bedingten miliErwin Wittstock und eine vergnügliche Plauderei über die häusliche Wetterwarte von Werner Bergen- gruen. — Der Modeteil bringt Abendkleider und Schmuck, verschiedenfarbige Ensembles, Schottenstoffe für neue Wintermäntel, Skiblusen und Zubehör für den Wintersport. tärischen Wert, da es an feste Straßen gebunden war. Dieser schwerwiegende Nachteil konnte durch die Erfindung des österreichisch-ungarischen Oberleutnants B u r st y n ausgeglichen werden, der einen Wagen konstruierte, der sich mit Hilfe eines endlosen Bandes, das um die Räder gelegt war, auch abseits der Straße im Gelände bewegen konnte. Dieses von seinem Erfinder „M o t o r g e - schütz" genannte Kraftfahrzeug, dessen Einführung er 1911 vergeblich vorschlug, stellte also den ersten Kampfwagen dar und wurde von den Alliierten im Weltkrieg als Tank mit großem Erfolg eingesetzt. Burstyns Erfindung hatte die Entwicklung des Kampfwagens, wie sie im Weltkrieg erfolgt ist, zum großen Teil schon oorweggenommen, denn sein Fahrzeug war schneller und kleiner als die Tanks unserer Gegner und besaß sogar schon eine Vorrichtung zur Umstellung vom Räderantrieb zum Antrieb ajuf Ketten. Das Schicksal Burstyns, der hier eine Erfindung anbot, die im Weltkrieg den Mittelmächten unschätzbare Vorteile geboten hätte, hat größte Aehnlichkeit mit dem Fultons, der Napoleon seine neue Erfindung, das Dampfschiff, zur militärischen Verwendung gegen England oor- schlug. Auch dieser Erfinder stieß auf Verständnislosigkeit, die der Kaiser nach der Unterredung mit ihm im Gespräch zu seiner Umgebung in den Worten ausgedrückt haben soll: „Der Mann schlägt mir vor, mit geheizten Kochtöpfen nach England die Mutter, das gehl nicht. Wir haben ja auch Fixi zum Aufpassen, da brauchen wir keinen Mann. Ich werde ihn Frauke schenken, sie kann ihn mit ihrer Eva verheiraten, — entschied sie ohne Bedauern. So ist sie nun damit beschäftigt, Frauke, ihrer Schwester, bei der Gründung einer Familie behilflich zu sein. Sie selbst will sich vorläufig nicht vergrößern. 3eiffd)riften. — Ist der Regisseur überflüssig? — oder ist er mehr als der Schauspieler Verwirklichen der Handlung, der Grundfarbe und Tonart des Stückes bestimmt? Diese Frage stellt, „die neue l i n i e" (Verlag Otto Beyer, Leipzig), in ihrem November-Heft zur Diskussion. Sie zeigt zu Beginn der Theater-Saison den tänzerischen Nachwuchs und bringt dazu einen Aufsatz von Harald Kreutzberg. — Vier Photographen machten Aufnahmen von drei bekannten Schauspielerinnen (Marianne Hoppe, Maria Bard, Gisela von Collande). Der Landschaftsaufsatz wurde von einem Maler geschrieben, dessen prachtvolle Temperabilder der Rhön far- umschriebene Funktion zu erfüllen hat, es sei denn, daß er die Herde zusammenhalte, und das tut er auch getreulich, wenn Daidai jammert: Lotti ist weg, Fixi such! — dann findet der kleine, weiße Plüschhund Lotti so prompt wieder, als habe er eine lebende Nase. Aber die anderen haben alle einen richtigen Beruf, darauf hält Daidai sehr. — Ella ist Kinderverpflegerm, Hans (Negerknabe) ist Schornsteinfeger, Renny (mit rosa Ballettröckchen) natürlich Tänzerin, Lotti kocht, Brigitti nähmaschie- tet — Was tut sie? — nähmaschietet, Brüdie (Tiroler Bua) ist Straßensänger — ja. Zeitweise, das war im Sommer, gehörte noch ein gewisses „Federli" zur Familie, ein körperloses Seelchen, das immer mit einem Fäbchen angebunden werden mußte, damit es kein Luftzug entführte. Es war eine zarte, weiße Flaumfeder, nicht mehr und nicht weniger, aber es wurde behandelt, als habe es sich schon in etwas Menschenähnlichem materialisiert. Es bekam zu essen und zu trinken und wurde schlafen gelegt. Wohin mag es wohl entschwebt sein? Familie Loring — o wäre es bei anderen ebenso; — ist am liebsten unter sich. Mutti, gehst du hier bald raus? — kann daidai ebenso höflich wie dringend fragen und hat bereits alles um sich aufgebaut. Die Tür ist noch nicht zugeklappt, da geht es schon los mit Reden, Zanken, Koseworten: Ihr schrecklichen Kinder! Renny, du hast deine Haarschleife wieder verloren! Lotti, kannst du denn nicht endlich stillsitzen, deine Beine sind schon sowieso ganz wacklig. Komm, mein Liebchen mit dem weichen Puschelköpfchen, ich singe dir ein Liedchen! Und sie singt mit ganz leiser, süßer Stimme, — das ist ein eigenes Lied für Familie Lorina, für die artigen Kinder der Familie, ein „Juxlied", wie sie es verlegen nennt, sie wollte den Text lange nicht verraten. Er lautet: „Auf dem goldnen Fliederbusch sitzen meine Lieder. Klingen sie nicht Gold und Silber? Ich und Liebchen sitzen da, wer hierherkommt, freut sich ja. Familie Loring mit den achtzehn Kindern. Von Anke Ehlers. Es wäre verlorene Liebesmüh, dieser Familie auf den Meldeämtern nachzuforschen, sie ist nirgends auf der ganzen Welt eingetragen, nur Wenigen ist ihr Dasein bekannt, und doch führt sie — bei der Kinderzahl! — ein höchst intensives Leben. Eine andere Merkwürdigkeit, um das gleich vorauszu- jchicken: Diese fruchtbare Familie hat zwar ein mütterliches, aber kein männliches Oberhaupt, nicht als ob ihr Erzeuger irgendwann mal durch Krankheit ober Unglücksfall dem Schoß der Familie entrissen worden sei ober gar aus Verantwortungslosigkeit sich ihr entzogen habe, — nein er existiert einfach nicht, unb biefe biologische Unmöglichkeit fällt nicht einmal weiter auf. Nun es finb Puppen, um bie es sich bei biefer Familie hanbelt, und Daidai oder Irma, wie sie eigentlich heißt, ist ihre Begründerin. Die den Namen für das Geschlecht der Lorings hergab, die Ahnfrau sozusagen, ist freilich eine andere Sie ahnt von ihrer Rolle nicht das Germgste und laßt es sich nicht träumen, daß ihr Bildnis auf Goldgrund abgezogen unb als „gilmierie ber Packung einer bekannten Zigarettenmarke beigelegt, - baß also ihr lächelnbes Filmgesicht sie murbig erscheinen ließ, einer zwanzigköpfigen Familie ihren Namen zu geben. Zwanzigköpfig, denn außer ^er Mutter unb ben achtzehn Kinbern gehört auch noch Mai? muß nun nicht aus biefer F'^p^nschaft schließen, daß die Puppen-Lonngs eine äußerlich sehr großartige Familie seien Ach, es sind alles nur 'winzige, billige Zelluloidpuppchen, davon nur ein paar mit „echtem" Haar, und das Größte, also dl Mutter, ist nicht viel größer als Daibals Hand Denn nur bie Kleinsten, bie sich sonst so leicht ier fieren ober übersehen werben, hat sie vorsorglich in ihrer Familie zusammengeschlossen Die Großen, meint sie, verwahren sich schon von selbst aus ihrem Stühlchen unb im Puppenwagen. Manchmal nimmt sie wohl pflichtgemäß bie Parabe über sie ab, aber leben — leben mag sie nur mit Familie Loring Gs ist für einen Fremben keine Kleinigkeit, sich durch bie Gesellschaft hinburchzufinden. Daibai natürlich kann es mühelos. Sie rattert, ohne zu stocken, der Reihe nach alle Namen ab: Lotti, Hans, Renny, Brübi Fixi heißt ber Hunb. Er ift ber einzige dieser 'buntgemischten Schar, ber feine genau Ja, wirklich, wer hätte solch steinernes Herz ber Brust, sich ba nicht mitzufreuen baß Familie Loring auf biefe Weise in den Bestand deutscher Lyrik eingegangen ist. Uebrigens ließ es eine alte Tante nicht ruhen, der Familie doch noch einen Vater, ein richtiges Oberhaupt in Gestalt eines blaubehosten Matrosen zu schenken. Daidai sah ihn wenig glücklich an: „Er ist viel zu groß für Lorings, doppelt so groß wie Rr.258 Drittes Blatt Donnerstag, 4. November Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Huberiusiag — Hubertusjagd (Aufnahme: Neuer, Gießener Anzeiger.) (Aufnahmen [3]: Neuner, Gießener Anzeiger.) Rekrlfien unterwegs in die Kasernen. heim und A tz b a ch zu, dann führte bie Strecke in weitem Knick nach Dutenhofen. Die Strecke war 5,3 Kilometer lang unb stellte an Pferbe unb Reiter erhebliche Anforberungen. 16 Hinbernisse waren zu nehmen, vor allem eine Anzahl von breiten unb tiefen Gräben, bie auf 100 Meter Länge markiert waren. In ber Nähe bes Zieles, auf ben letzten 400 Meter, waren außerbem noch vier künstliche Hinbernisse zum Springen aufgebaut. In schöner Geschlossenheit brachte ber größte Teil ber Reiterinnen unb Reiter bie Strecke hinter sich. Nach kurzer Ruhepause für Pferb unb Reiter würbe in einem Felb von je 600 Meter Seitenlänge bie Fuchsjagb geritten. Oberleutnant Grisar (III. AR 9) als „Fuchs" sprengte mit kurzer Vorgabe bem Felb voraus. Er stellte seine Verfolger vor eine harte Aufgabe. Lange Zeit jagte bas starke Felb hinter ihm her, unb in einem fintenreichen Bilb oben: Es war ein prächtiger Anblick, als bie vielen Reiter in tabel- loser Drbnung bie Lahnbrücke bei Heuchelheim passierten. Brücke unb Reiter boten sich vor der herbstlichen Landschaft wie ein reizvolles Ornament bar. Neben st ehenb (oben): Die Spitze des ersten Feldes (Offiziere unb Gäste) nimmt kurz vor bem Ziel eines ber künstlichen Hinbernisse. Dabei war zu beobachten, welche ausgezeichnete Schulung bas Pferbematerial erfahren hat. Keines ber Tiere verweigerte bie Hinbernisse. Darunter: Generalleutnant O ß w a l b , ber Jagbherr ber Hubertusjagd, verteilt bie Brüche. Soeben erhielt Oberstleutnant Döring, ber Organisator ber Jagb (im Vorbergrunb rechts), bas banbgefchmückte Tannenreis. Ritt wußte sich ber „Fuchs" auf seinem ausgezeichneten Pferb immer roieber feinen Verfolgern zu entziehen. Schließlich gelang es Major Kau - mann ben „Fuchs zu stellen unb ihm ben Fuchsschwanz zu entreißen. Das „Halali" bes Jagbherrn beschloß bie fesselnbe Jagb. Die nach vielen Hun- berten zählenben Zuschauer verfolgten bie Ereignisse mit großer Aufmerksamkeit. Für sie war mit großem Geschick ein Platz ausgesucht worben, ber einen Ueberblicf fast über bie ganze Strecke unb über bas Felb für bie Fuchsjagben gestattete. Balb nach bem Felb ber Offiziere unb Gäste gingen auch bie Unteroffiziere unb Mannschaften an ben Ablauf Ein Felb stellte bie Infanterie, bas anbere bie Artillerie. Auch biefe beiben Felber brachten ben schwierigen Parcours schneibig hinter sich, unb nicht weniger aufmerksam folgten bie Zuschauer bem Ritt über bie Strecke unb ben Fuchsjagben. Diese Fuchsjagben fanben aber rascher ihren Abschluß, als bie bes ersten Felbes. Die „Füchse" waren sehr schnell bas Opfer ber Verfolger. Dberfelbroebel Heinz ritt für bas Felb ber Infanterie als „Fuchs". Der Fuchsschwanz mürbe ihm von Unteroffizier Wenzel (ber auf „Olean- ber", bem Pferbe von Generalleutnant Oßwalb, ritt), entrissen. Für bas Felb ber Artillerie war Wachtmeister K a n o p k a ber „Fuchs".Er würbe von Oberwachtmeister Roos gestellt. Oberstleutnant Döring gratulierte ihm um so herzlicher zum Erfolg, als Roos am gestrigen Tage Geburtstag feiern konnte. Prächtig schien bie Sonne, als bie Jagb mit ber Verteilung ber Brüche ihren Abschluß fanb. Zunächst tauschten ber Jagbherr, Generalleutnant Oßwalb, unb Oberst Zehler (Kommanbeur bes- AR. 9) bie Brüche. Dann bebachte ber Jagbherr bie Reiterinnen mit bem banbgeschmückten Gestern zogen — wir berichteten bereits herüber — roieber Rekruten in unsere Stabt ein. Aus allen Richtungen kamen sie an unb in mehr ober weniger starken Trupps begaben sie sich in bie Kasernen. Zum Teil würben sie von Unteroffizieren am Bahnhof abgeholt unb in geschlossener Marschkolonne in bie Kasernen geführt. Auch heute werben noch viele Rekruten ankommen. Die gestrige Hubertus- ------———--- lagd ber Wehrmacht bes Stanborts Gießen fanb ihren Auftakt mit bem Jagdfrühstück im prächtig geschmückten Stabs-Stall der II1. Abt. A. - Rgt. 9. Ein kräftiges Eintopfessen stärkte vorbereitend für die Jagd. ^ach dem Hornsignal „Wohlauf Kameraden, aufs Pferd, aufs Pferd" verließ die stattliche Kavalkade der Reiter (Soldaten und Gäste von ber Reiter-SA. unb vom Gießener Reiterverein) um 13 Uhr bie Artilleriekaserne unter Voranritt bes Trompeterkorps bes Art.-Regts. 9, bas für Siefen -tag nach Gießen beorbert war. Der schöne militärische Aufzug lockte viele Volksgenossen an bie Straßen, bie bie Reiter auf ihrem Wege burch bie Stadt nach Klein-Linden unb zum Platz bes Stelldicheins passierten. In schlankem Trab ging es von Klein-Linben aus über bie Wiesen zur Heuchelheimer Brücke Der Kommanbeur unserer Artillerie-Abteilung, Oberstleutnant Döring, in besten Hänben bie Organisation lag (bie Ausrichtung ber Jagb hatte die III. Abteilung Art.-Regt. 9 übernommen), gab zunächst eine kurze Schilderung bes Parcours. Dann würbe aufgesessen. Auf bas Zeichen bes Jagbherrn, Generalleutnant Oßwalb, preschte bas erste Reiterfelb ber Offiziere unb ber Gäste los. Zunächst ging es in Richtung nach Heuchel- Tannenzweig, überreichte bie Brüche an bie Kom- manbeure Oberst Herrlein unb Oberstleutnant Döring, unb schließlich erhielten alle Reiter bas grüne Tannenreis. Insgesamt nahmen 185 Reiter an ber Jagb teil. Nach kurzer Rast — bas Trompeterkorps ber Artillerie liefe währenbbesten gute Musik hören — brach man auf, um nach ber Stabt zurückzureiten. Die Jagb nahm bank ber ausgezeichneten Vorbereitung einen glatten Verlauf Allen Teilnehmern wirb sie zu einem schönen Erlebnis geworben sein. \ Allabendlich mit Nivea-Creme , die Haut geschmeidig machen. Dann trotzt sie Wind und Wet- scheinung in ben Straßen, bie bie Menschen Verkehr nennen. Aber bafür hat er ja seine Herrin. Unb bie Herrin hielt sich an bie Weisungen unb wartete also, bis ber Fahrbamm zum Passieren frei fein würbe. So weit war alles in schönster Drbnung. Jn- bessen schien bas Warten ben Tatenbrang Fiffis nicht zu befriebigen. Schließlich ist ja eine junge Hunbeseele auch nicht auf weise unb abgeklärte Ruhe eingestellt. Weshalb es Fiffi unterhaltsamer fanb, ben Fahrbamm zu betreten unb bort nach Hunbeart zu luftroanbeln Er konnte es tun, weil er nicht bie lästige Leine spürte. Selbstverstänblich hätte er es nicht tun bürfen. Aber was kann jemand gegen sein Schicksal? Das Schicksal nahte in Gestalt eines Kraftwagens, ber fast lautlos bie Straße entlangfuhr. In biefem Augenblick hatte bie Hunbebesitzerin Fiffis Ver- schwinben unb zugleich bas brohenbe Verhängnis bemerkt. Einen Schrei ausstoßen unb auf bie Fahrbahn springen, war bas Werk einer einzigen Se- Aus ber Stabt Gießen. Sprung auf die Fahrbahn. Fiffi ist ein sympathischer junger Hunb. Er gehört zur Raste ber Schäferhunbe, aber bas tut hier wenig zur Sache. Wichtiger ist schon, baß Fiffi einer Dame gehört. Einer Dame, bie Fiffi mit Gunstbezeugungen gerabezu überschüttet. Dieser Tage erschien Fiffi mit seiner Herrin vergnügt unb fchweiswebelnb an einer stark befahrenen Straßenecke, wo ber Verkehrsposten seine Weisungen gab. Fiffi ist in jeber Hinsicht unerfahren unb keineswegs vertraut mit jener branbenben Er- ; ßegenspMde fairf M Bei den Winterhilfswerken in den verflossenen n Reißaus genommen und märe sicherlich sowieso gelingen, wenn landwirtschaftliche md Landarbeiter auch weiterhin gäbe kann nur b EO 1 kg Die ir kommen nach Die und 13/116 kommen Die und 12/116 kommen 16/116 kommen nach geb 4 2&$ 4 Si di 10 b M jiö v b u ei K bi Unti re rei DOi brfl Gruppen 11 (halb) nach Hungen. hatte. Dem Kraftwagenführer wurde sie zur Schreck ina 1,5' 5 b nw die töi tai Ki re Gruppen 8 und 9/116 Grünberg. Kim s-h ie6- tei t)0 ai darf (Lumda). Gruppen 6 und 10/116 kommen nach Großen-Buseck. Die Gruppen 11 (halb) nach Lich. Die Gruppen 14, 15, Großen-Linden. Betriebsführer und chre Kraft der deutschen Landwirtschaft zur Ver- Die Sicherstellung der Ernährung des deutschen Volkes erfordert eine ausreichende Bereitstellung von Arbeitskräften für die Bearbeitung des deutschen Bodens. Eine befriedigende Lösung dieser wichtigen Auffügung stellen. Die bisher beobachtete Neigung eines Teils der ländlichen Bevölkerung, chre auf dem Lande groß gewordenen Kinder zur Abwanderung in nichtland- wirtfchaftliche Berufe zu veranlassen, ist ebenso zu verwerfen, wie die noch bestehende Hebung eines Teils der landwirtschaftlichen Betriebsführer, ihre Arbeiter in den Wintermonaten ohne zwingenden Grund zu entlassen. Vielmehr muß das landwirtschaftliche Arbeitsverhältnis zu einer das ganze Jahr über dauernden Beschäftigung ausgestaltet werden. Nur so erhalten wir einen landverbundenen seßhaften Landarbeiter. Bei der zunehmenden Verknappung an landwirtschaftlichen Arbeitskräften ist es Pflicht jedes Betriebsführers, soweit als möglich seine Arbeiter auch den Winter über weiter zu beschäftigen und bereits jetzt für das Jahr 1938 Dauerarbeitsoerträge abzuschließen. Betriebsführer, die in den Wintermonaten ungerechtfertigte Entlasiungen vornehmen, können mit der rechtzeitigen Gestellung von Arbeitskräften nicht rechnen. Das in diesem Jahr von einem Teil der landwirtschaftlichen Betriebsführer geübte Verfahren der selbständigen Hereinholung von ausländischen Arbeitskräften ist im nächsten Jahr im Hinblick auf eine gerechte Verteilung auf die Gesamtlandwirtschast nicht mehr möglich. Landwirtschaftliche Betriebs sichrer, die für das Jahr 1938 landwirtschaftliche Arbiter benötigen, werden hierdurch aufgefordert, bei dem zuständigen Arbeitsamt auf den Vordrucken ihren Kräftebedarf für 1938 bis spätestens 15. November dieses Jahres anzumelden. Die Arbeitsämter geben Auskunft über Voraussetzung und Möglichkeiten des Durchhaltens über den Winter und der Wiederverpstichtung von zur Zeit im Betriebe beschäftigten Wanderarbeitern; über die Vermittlung von verheirateten und sonstigen Dauerarbeitskräften; über den Einsatz von Einzellandhelsern und Landhelfergruppen sowie über alle sonstigen Fragen des laichwirtschaftlichen Arbeitseinsatzes. Die wir auf Anfrage bei dem fireisbeauf- tragten des DHD. hören, beläuft sich die diesjährige Larloffelfpende unserer Bauern und Landwirte des Kreises Detteran auf etwa 25 OOO Zentner. Bis zum Eingang der Schluß- Meldungen, die im Laufe der nächsten Tage erwartet werden, ist unter Umständen sogar mit einer Gesamt-Lartoffetspende unserer Bauern und Landwirte in Höhe von etwa 30 OOO Zentner zu rechnen. Mit diesem sehr erfreulichen Ergebnis der Kar- tosfelspende haben sich unsere Volksgenossen in den Die Gruppen 17, 18, 19/116 kommen nach Klein-Linden. Die Gruppen 5 unb 7/116 kommen nach Men- Landorten des Kreises Wetterau erneut um die Forderung des Gemeinwohls verdient gemacht, insbesondere haben sie den hilfsbedürftigen Volksgenossen in Stadt und Land eine wertvolle, mit herzlichem Danke aufgenommene Hilfe zuteil werden lassen. Aus dieser Kartoffelspende des Kreises Wetterau konnte unser Kreisbeaustragter des WHW. über die Gauamtsleitung 20 000 Zentner Kartoffeln dem Kreisbeauftragten des DhD. für Groh-Frankfurt zur Verteilung an hilfsbedürftige Familien in Frankfurt a. 2TL zur Verfügung stellen. Diese Menge wird in etwa 100 Waggons, die in diesen Tagen auf den einzelnen Stationen verladen werden, nach Frankfurt am Main rollen. Die übrigen Mengen der Kartoffelspende verbleiben im Kreis Wetterau, um hier in den Stadtbezirken an hilfsbedürftige Volksgenossen ausgegeben bzw. zu einem kleineren Teile als Reserve für unvorhersehbare Anforderungen aufbewahrt zu werden. Die Führerinnen des Standortes Gießen haben ihre Schulung erst am 13. November, nachmittags 14.45 Uhr in der DJH. bis abends um 20 Uhr, da am 7. die Jugendherberge besetzt ist. Die Standorte der JM.-Gr. 11/116 Ober-Hörgern, Eberstadt, Muschenheim, Bettenhausen nehmen an der Schulung in Lich teil. Die Standorte der JM.-Gr. 11/116 Bellersheim, Obbornhofen, Inheiden, Trais-Horloff und Utphe nehmen an der Schulung in Hungen teil. BDM. Unfergau 116. Der für Freitag, 5. November, angesetzte Dolks- tanzabend fällt aus, da die M.-Gr. 3/116 Gruppenappell hält. Er wird daher auf Freitag, 12. November, verlegt. mit sicherem Instinkt der Gefahr entronnen. Nur seine Herrin besaß diesen Instinkt nicht, und das wäre ihr um ein Haar sehr schlimm bekommen. Woraus sich wieder ergibt, daß es in jedem Falle besser ist, wenn wir uns an die gegebenen Vorschriften halten. Denn es ist immerhin ein Unterschied, ob ein Hund oder seine Herrin einen Sprung ins Ungewisse tut. Und sei es auch nur ein kleiner Sprung auf die Fahrbahn. Sch. Lornoiizen. Tageskalender für Donnerstag. Stadttheater: 20 bis 22 Uhr 1. Orchesterkonzert „Richard-Wagner-Abend". — Gloria-Palast, Sel- tersweg: ,^Husaren heraus". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die Landstreicher". Stadttheater Gießen. Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Heute abend findet das erste Orchesterkonzert des großen städtischen Orchesters in Verbindung mit dem Konzertverein statt. Das städtische Orchester ist in diesem Jahre auf 50 Mann verstärkt worden und hat im ©ommer im Staatsbad Nauheim vor einem internationalen Publikum große Erfolge erzielt. Der heutige „Richard-Wagner-Abend" ist die erste Sonderveranstaltung des neuen Orchesters unter Leitung des Kapellmeisters Paul Walter. Als Solist wurde Opernsänger Jean Stern vom Frankfurter Opernhaus verpflichtet. Beginn 20 Uhr, Ende 22 Uhr. „Schneewittchen" im Stadtthealer. Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Das Stadttheater hat soeben „Schneewittchen", ein Märchen m 6 Bildern nach den Gebrüdern Grimm von Trude Wehe, zur Aufführung angenommen. Die Erstaufführung findet am 28. November statt. Intendant Hermann Schultze-Griesheim studiert das Märchen ein. BDM.-u. ZM.-ilntergau 116, Gießen. Die 4. Morgenveranstaltung des Stadttheaters „Kammermusik von Brahms" kann von allen Mitgliedern des HJ.-Theaterrings gegen Dorzeigen des BDM.-Mitgliedsousweises und des HI.-Theater- ringausweifes zum Preise von 0.25 RM. besucht werden. Beginn: 11.30 Uhr. Befr.: Arbeitsbesprechung der Mdel Gruppensührerinnen. Am Freitag um 17.30 Uhr findet auf der Dienststelle des Untergaues eine wichtige Arbeitsbesprechung aller Mädel-Gruppenführerinnen statt. Erscheinen ist Pflicht! Soweit die auswärtigen Gruppenführerinnen bann noch Gelegenheit haben, nach Hause zu fahren, nehmen sie anschließend an der HJ.-Arbeitsgemeinschast teil. Bett.: BDM.-Schulung. Am Sonntag, 7. November, findet die 2. Wochenendschulung statt. Beginn in allen Schuluno dorten um 8 Uhr. Es ist auf jeden Fall Turnzeug mit« zubringen. Die Schulung, die sonst in Lang-Göns stattgefunden hat, ist nach Watzenborn-Steinberg verlegt. Diejenigen Mädel, die an den Schulungen in Gießen teilnehmen, sind pünktlich um 8 Uhr an der Dienststelle des Untergaues angetreten, und werden von hier aus den beiden Schulungen zugeteilt. Bett.: J7Il.-Schulung. Am Sonntag, 7. November, findet die 2. Winter- Wochenendschulung des JM.-Untergaues statt. Alle IM. - Gruppen-, Schar- und Schaftsführerinnen nehmen daran teil. Die Schulung findet in den Heimen statt. Mitzubringen sind: Turnzeug, Liederbücher und Schreibzeug. Für die Werkarbeit: gummiertes Glanzpapier, Klebstoff, kleine und größere Schere, Lineal. Außerdem Brotbeuteloerpflegung für den ganzen Tag und Trinkbecher. 7lSV. Ortsgruppe G eß-n-Mitte. Bett.: Kohlenabrechnung am 5. November. Die Kohlenhändler werden ersucht, die Kohlenscheine der Serie A am Freitag, 5. November, 20% Uhr, auf unserer Geschäftsstelle (Zigarrenhaus Moeser), Eingang Löwengasse, einzureichen. Es wird hiermit daraus hingewiesen, daß die Rückseite der Kohlenscheine außer der Unterschrift des Händlers auch die Unterschrift des Empfängers, desien Wohnung, Straße und Hausnummer und die genaue Bezeichnung der Kohlensorte tragen muß. Nach dem 5. November 1937 eingereichte Scheine sind wertlos. WHW. Ortsgruppe Süd. Kohlenabrechnung. Die Kohlenhändler werben aufgeforberf, die in Zahlung genommenen Kohlengutscheine ber Serie „A" am Donnerstag, 4. November, von 19.30 Uhr bis 20.30 Uhr auf ber Geschäftsstelle, Crebnerfttaße Nr. 24, einzureichen. Später eingereichte Gutscheine werden nicht mehr angenommen. Steigende Motorisierung. LPD. Nach einer soeben vom Statistischen Reichsamt erfolgten Sonderveröffentlichung über den Bestand an Kraftfahrzeugen im Deutschen Reich stieg im Land Hessen Die Zahl der Kraftfahrzeuge im letzten Jahr von 48 337 am 1. Juli 1936 um 8110 Fahrzeuge auf 5 6447 am 1. Juli 1937. sekunde. Daß er Kaltblütigkeit aenug besaß, das /. .... ... . . .. „ Steuer herumriß unb zugleich Die Bremsen zog, 7— ---- v - . • ■ gedieh Fiffis Herrin zum Segen. So geschah es, Jahren haben die Bauern und Landwirte des Krei- daß sie fasiungslos und an allen Gliedern zitternd fes Wetterau (umfassend die politischen Kreise Gie- mitten auf der Straße stand — eine Verkehrs- 6en und Friedberg) in anerkennenswerter Weise ünDerin. I auch bei den Kartoffel speich en voll und ganz ihren Natürlich gab es einen kleinen Austaus köpf- Mann gestanden. D4e gleiche vorbildliche und dan- schüttelnder Passanten, die mit allerlei Ausdrücken kenswerte Tatbereitschaft im Kampf gegen Hunger nicht sparten. Unterdessen saß Fiffi schweifwedelnd und Kälte haben die Bauern und Laichwirte im auf dem jenseitigen Bürgersteig wo er mit mun-. Kreise Wetterau auch bei ber biesjafjrißen. Xa r« teren Augen feine Herrin erwartete. Er hatte rasch 10 f f e l s p e nbe für bas W interhilfs« Reißaus aenommen unb wäre sicherlich sowieso werk wieder an den -tag gelegt Arbeitskräfte für hie SrzeiWNgsschkachk 1038 Anmeldung des Bedarfs. M.... * e.-.-... « Hu,- Kartoffelspende im Kreis Wetterau Für die einzelnen Kreise wurden folgende Bestands- Ziffern ermittelt: Kreis Bensheim 2358 (am 1. Juli 1936: 2041), Darmstadt 7406 (6724), Dieburg 2295 (1928), Erbach 1870 (1772), Groß-Gerau 2900 (2868), Heppenheim 2008 (1659), Offenbach 7743 (6193), Alsfeld 1380 (1042), Büdingen 1303 (1078), Friedberg 4104 (3479), Gießen 4648 (3866), Lauterbach 1065 (907), Schot- ten 930 (716), Alzey 1811 (1594), Bingen 1743 (1254), Mainz 7525 (6424), Oppenheim 1449 (1355), Worms 3909 (3437). Oie Werkschar der Opelwerke Rüsselsheim in Gießen. Am Sonntag besuchte — wie man uns berichtet — auf Einladung der Firma Bänninger in Gießen eine Werkschar ber Opelwerke Rüsselsheim in Stärke von 60 Mann diesen Gießener Betti ed. Die Werkschar Bänninger war zur Begrüßung im Fabrikhof vollständig angetreten, preiswert- schar-Bannführer Schmid t begrüßte die Gäste und wünschte, baß im Laufe des Tages die beiden Werkscharen von Opel und Bänninger echte Kameradschaft schließen möchten. Sodann begrüßte der Stellvertreter des Betriebsführers, H u 11 e l, die Gäste unb betonte, daß man in Zukunft in einem Betrieb nur von einer Gemeinschaft sprechen könne, wenn eine Werkschar vorhanden sei. Er wünschte den Gästen angenehme und frohe Stunden. Der Haupt-Werkscharführer der Dpehoerfe, Pg. Brunken, dankte der Bettiebsführung für die Einladung, das Werk besichttgen zu dürfen. Er sprach sodann die Hoffnung aus, daß er die Werkschar Bänninger, sowie die Betriebsführung in nächster Zeit auch einmal in Rüsselsheim erwarten dürfe. Anschließend überreichte er dem Betriebsführer als Geschenk ein Buch von ber Entwicklung der Firma Opel. - Nach der Besichtigung des Betriebes fuhren die beiden Werkscharen zur Besichtigung der Gießener Veterinär-Kliniken und des Anatomischen Instituts. Der Tag fand seinen Abschluß im „Frankfurter Hof". Bcuw.Lister-Togung in Gießen. Man berichtet uns: Auf Einladung der Berufs« gruppe der Baumeister und Absolventen der höhe« ren' technischen Lehranstalten fand am Samstag- nachmittag im CafL 11. C. eine Zusammenkunft der Gruppe ber deutschen Baumeister in der Gesellschaft für Bauwesen im NSB. Deutscher Techniker, Bezirk Gießen, statt, zu ber außer hiesigen Berufs- fameraben auch Vertreter aus Frankfurt a. M., Wetzlar und ber weiteren Umgebung erschienen waren. Pg. Stadtbaumeister Siebte (Berfin) erklärte Zweck und Ziel des Zusammenschlusses in ber Deutschen Gesellschaft für Bauwesen und gab bekannt, baß er den ehemaligen Reichsverband ber Deutschen Baumeister am 31. Juli b. I. in Ehe-mnitz aufgelöst habe, nachdem eine große Anzahl Berufskameraden bereits in die Deutsche Gesellschaft für Bauwesen unb damit in den Nat-Soz. Bund Deutscher Technik überführt waren. Wetter wurde ausgeführt, baß die großen Aufgaben, wie die berufliche, die technisch-wissenschaftliche Arbett und die technisch- politische Schulung in Angriff genommen seien Der Redner forberte alle noch fernstehenden Beruss- fameraöen auf, sich heute noch zur Mitardett anzuschließen. Der als Letter des NSB. Deutscher Technik, Ortsgruppe Gießen, anwesende Pg. Diplom-Ingenieur Schaffner machte ebenfalls Ausführungen über den Zusammenschluß ber deutschen Techniker. Hiernach ist es nur möglich, über einen Fachverb and, wie die Deutsche Gesellschaft für Bauwesen. Mitglied im NSBDT-zu werden. Nach wetteren Darlegungen des Pg. Schaffner erklärte er die Gruppe ber Deutschen Baumeister in ber DGsB. in Gießen als gegründet unb bestimntte als vorläufigen Leiter Bauoberinspektor Sern. Nach einer befruchtenden Aussprache trat eine große Anzahl Berufskameraden dem Verband bei mit dem Willen, an dem großen Werk, bas der ge- Blondine setzt sich durch Vornan von Hans-Joachim Zreiherrn von Reihenstein Copyright by Earl Duncker 16 Fortsetzung (Nachdruck verboten.) Man sprach in den nächsten Tagen viel von den Festtorbereitungen. Des Hausherrn junges Leben war oollständia damtt ausgefüllt, Weine, Liköre, Zigarren und Zigaretten zu besorgen ßueienne kannte kein anderes Gesprächthema mehr in den kurzen Zetten, die sie zu Hause verbrachte. Blondine hatte neben laufender Arbeit alle Hände voll für das Fest zu tun. Aber sie glühte vor Freude. An den Abenden richtete sie in ihrem Zimmer ihr Gesellschaftskleid her. Sie nähte den Ausschnitt etwas tiefer, damit es festlicher wurde. Sie bügelte es auf unb sah ihre zarteste Wäsche durch. Sie kaufte sich neue seidene Strümpfe. Tagelang überlegte sie, ob sie auch ein Paar neue Schuhe nehmen sollte, entschied sich aber dann Dafür, die schwarzen Wildlederpumps nicht nur zum drittenmal gründ- lich mit ber Gummibürste zu bearbeiten, sondern sie auch noch zu pudern. Am Mittag des Festtages kam ßueienne, gegen chre Gewohnheit, aus dem Atelier herübergeflitzt. Da sie gerade in Neubabelsberg filmte, so ließ es sich einrichten, daß sie für Minuten abkam. Blondine hatte die Tafel, wie versprochen, fertig gedeckt, ßueienne war sehr zufrieden. „Nur noch die Tischkarten, gnädige Frau. Wollen Sie mir bitte die Namen ansagen?" „Ich schreibe sie Ihnen gleich auf." ßueienne ging durch die offenen Portieren der Zimmerflucht und setzte sich tm Damenzimmer an ihren Schreibtisch. Blondine war ihr gefolgt unb stand hinter ihr. „Uebrigens, Fräulein Hertel", sagte ßueienne, den Bleistift in ber Hand haltend, über chre Schul- ter weg, .ehe ich es vergesse. Sie merken ja, wieviel von diesem Abend für mich abhängt. Ich hatte erst gedacht. Sie sollten, wie immer, bei Tisch mit uns essen. Aber dann würde ich zu unruhig sein. Ich brauche gerade heute jemand, der hinter Den Kulissen alles überwacht. Seien Sie doch so lieb, während des Abends in der Küche zu bleiben und ein Auge auf alles zu hatten. Ich muß den Kopf für unsere Unterhaltung frei haben. Es geht um mehr für mich, als ich Ihnen jetzt sagen Darf. Nicht wahr. Sie passen draußen schön auf alles auf?" Blondine war erblaßt. „Selbstverständlich, gnädige Frau." „Bitte, liebes Fräulein Hertel." ßueienne reichte ihr das Blatt. Und Blondine los die Namen, von denen jeder einzelne die Verwirklichung eines Mädchentraumes bedeutete: drei Filmstars von internationalem Rang. Ein Filmdirektor aus Hollywood. Mr und Mrs. Stone, die von der Weltreise kamen Mit chnen ein ehemaliger Offizier ber englischen Armee, ber als Forschungsreisender einen ' großen Ruf hatte und gerade von Indien zurück war Alles Namen, die jeder kannte. Nomen, die in der Welt eine Rolle spielten. Namen, die sie heute auf Tischkarten schreiben durfte. ßueienne reichte ihr die Hand. Sie ahnte nicht, was sie _ angerichtet hotte. „Ich muß mich noch etwas fiisch machen. Dann fahre ich wieder zurück ins Atelier." Als Blandine aus dem Wohnzimmer trat, in dem ßueienne ihr die Namen für die Tischkarten in die Hand gedrückt hatte, begegnete sie in der Diele dem Chauffeur. Franz Lüdtke hatte gerade die Post abgenommen. Er hatte sämtliche Kuverts geprüft und um und um gedreht. Jetzt war er dabei, eine Karte zu lesen, die auch nicht an ihn mar Er hatte das Fräulein immer mit Wohlgefallen betrachtet. Heute sah er mit Anteilnahme, baß sie litt. Denn Blandine war blaß, hatte scharfe Züge unb sah vor sich hin, ohne jemand zu sehen. „Ist Ihnen nicht gut, Frollein?" Blandine hörte eine mitleidige Menschenstimme. Sie hob den Kopf und sah in ein Paar mitleidige Augen. Der geschärfte Blick des Mannes umfaßte noch einmal ihre Gestalt. Sie hing in den Seilern Frau Molny hatte sich in ihr Zimmer zurückgezogen,! nachdem sie ganz gegen chre Gewohnheit plötzlich mittags hereingeschnett war. „Aerger gehabt, Frollein?" fragte er mit ehrlicher Anteilnahme. Da traten Blandine die Tränen in die Augen, ohne daß sie es hindern konnte. Sie mußte etwas sagen von dem, was sie litt, sie konnte nicht immer alles hinunterschlucken. Und sie wollte auch freundlich gegen diesen einfachen Menschen fein, der gut zu ihr war. „Gott, bas kommt doch bei unfereinem gar nicht daraus an." Sie zuckte hilflos die Achseln. „Na, na Frolleinchen", begütigte er. „Es können ja auch mal andere Zeiten kommen." Und ein sehr warmer Blick traf sie. So warm, nicht nur von Anteilnahme. Blondine wurde unbehaglich zumute. Sie warf den Kopf auf. „Na, man muß eben sehen, wie man drüber weg kommt." Sie grüßte freundlich und ging. ßueienne saß in ihrem Schlafzimmer. Sie mußte sich wirklich etwas erfrischen. Ader dos mußte durch äußerliche Mittel unb für Den Augenblick erreicht werben. Am liebsten hätte sie jetzt ein paar Stunden geschlafen. Wie sollte das bloß heute abend noch werden? Sie fühlte sich wieder einmal vollständig erschöpft und ausgepumpt. Heber zwanzig Jahre Atelierlust, über zwanzig Jahre rasende Arbeit — Arbeit an sich, um aus der ungebildeten Unteroffizierstochter etwas zu machen. Kein Geld, keine Hilfe, keine Anleitung von einer andern Frau. Hundert Blamagen, die schmerzten. Hundert Fehler, die Geld und Nerven kosteten und nur den Zweck hatten, daß man an ihnen lernte. Fehlschläge im Beruf und im gesellschaftlichen ßeben und Arbeit, unermüdliche Arbett, von früh am Morgen bis spät am Abend, um heraufzukommen. Und bann erst bas Schlimmste: sich oben hatten. Neid unb Intrigen, Mißgunst solcher, die weniger begabt oder einfach weniger fleißig waren. Und bann bie Konkurrenz derer, die jünger und frischer waren als sie. Und bas fortwährende Sichkasteien, bis einem vor Hunger schwindlig wurde. Nicht aus- schlafen Dürfen, wenn einem die Augen vor Müdigkeit zufielen. Alles, damit man dem süffisanten Blick des Regisseurs standhallen konnte, wenn in den Manuskripten von der knabenhaften Schlankhett ber Heldin die Rede war. Und wenn es wenigstens frauliche Eitelkeit gewesen wäre, bie sie trieb, sich jung unb schlank zu erhallen. Was sie trieb war einfach ber stets drohende finanzielle Zusammenbruch, ßueienne war in den letzten Jahren nicht dazu gekommen, auch nur einen Pfennig zu ersparen. Bald nach chrer Hettat wuchs der Etat des Hauses jo sehr, baß er sogar ihr großes Einkommen oft überstieg. Der größte Posten Darin aber war Harrys Taschengeld. Einmal, im Anfang chrer Ehe, war es vorgekommen, daß ihr Mann chr seine Spielschulden beichtete. Mit dem angeborenen und anerzogenen Sinn für Ordnung, Den sie als Militärkind hatte, war sie sofort Daran gegangen, diese Schulden einzulosen. Sie hatte eine große Hypothek auf chr Haus aufnehmen muffen, an Deren Zinsen sie nun wetterzahlte. So mar auch dieses Wertobjekt für sie wertlos geworden. Und aus dieser Angst heraus schmiedete diese aus kleinen Verhältnissen stammende Frau, Die im Grunde eigentlich immer Das einfache unb bescheidene Mädchen ßueie Müller geblieben war, Pläne bei Tag und bei Nacht Sie ^erarbeitete chr müdes Gehirn und hetzte chre Phantasie. Und heute würde sie mit allen gesunden und ungesunden Mitteln ihre ermattende Seele und ihren müden Körper aufpeitschen müssen, um die unwiderstehlich bezaubernde und schöne ßueienne Molny zu fein — und endlich wieder einen festen Kontrakt zu bekommen, ber sie nicht zu einer Veränderung ihrer Lebenshaltung zwang und sie öon chren ewigen Geldsorgen befreite. Aber davon konnte sie zu Blandine ja nicht sprechen. Davon Durften natürlich auch ihre Gäste nichts wissen. Wenn einer wußte, wie es um ihren inneren und äußeren Menschen stand, bann würde man ihr keinen langjährigen Konttakt anbieten. Sachlich überlegte ßueienne Molny, welches Reizmittel sie heute abend würde anwenden müssen unb wie lange es Vorhalten mußte, um sie als Die gra- ziöse, spielerische, übermütige und geistsprühende Frau erscheinen zu lassen, die sie nicht mehr war. Fortsetzung folgt U 1 »bis 10, Eier, holländische, Klasse A 12, Wirsing, •4 kg 8 bis 12 Pf., 50 kg 7 bis 8 Mark, Weißkraut, ;0 bis 50 Pf., Salat 9 bis 12, Endivien 9 bis 12, l-berkohlrabi 5 bis 8, Lauch 5 bis 8, Sellerie 10 lis 30, Rettich 5 bis 10, Radieschen, das Bündel s bis 10 Pf. ** Eir Achtundsiebzigjähriger. Am morgigen Freitag, 5. November, kann der Schul- Diener i.R Wilhelm Dechert, Lahnstraße 3, in körperliche und geistiger Frische seinen 78. Geburtstag feiern.Oer hochbetagte Mann, der sich in weiten Preisen de en Ansehens erfreut, gehört seit 49 Fahren der GHener Freiwilligen Feuerwehr an. *♦ Siebes alle in Gießen. Es verstorben -in Gießen 16. Oktober: Franz Kramer, Bezirks- schornsteinstermeister, 61 Jahre alt, Weserstr. 13; Julie Kra, ohne Beruf, 43 Jahre alt, Aster- wea 40. l Anna Lamm, geb. Bergmann, ohne Berus, 513ahre alt, Horst-Wessel-Wall 7. 23.: ' P^er Dreier, ohne Beruf, 78 Jahre alt, Stein- t straße 2124.: Auguste Striepling, geb. Maker, l ohne Deri89 Jahre alt, Hindenburgwall 14. 25.: ElifabethaLagner, geb. Weber, ohne Beruf, 74 I^cchre alt.udwigstraße 46; Friederike Lapp, geb. Kümmel, )ne Beruf, 78 Jahre alt, Lieber Straße 328.: Pauline Alt, geb. Lipp, ohne Be- i rut 67 Je alt, Asterweg 40. 29.: Lina Schneider, gv. Kuhl, ohne Beruf, 67 Jahre alt, Schwarzlach; samten deutschen Technik gestellt ist, arbeiten. Trogern stehen noch viele Berufskameraden der Gesamtorganisation der Deutschen Technik fern; an sie wurde durch den Versammlungsleiter die ernste Mahnung gerichtet, sich alsbald in die im Nat.-Soz. Bund Deutscher Technik zusammengeschlosienen Be- rufsverbände einzureihen. Mit dem Gedenken an den Führer, den großen ' Baumeister des Deutschen Volkes und Vaterlandes, wurde die Versammlung geschlossen. Warum kein frisches Brot? DN2. Seit einer Reihe von Wochen ist den Bäckern und Kaufleuten der Verkauf von frischem Brot verboten. Durch diese Maßnahme soll die Ver- Ifchwendung von Brot, die der Verzehr frischen Brotes mit sich bringt, vermieden und der Notwendigkeit Rechnung getragen werden, mit dem Brot I)auszuhalten. Einen Tag abgelagertes Brot ist «außerdem viel bekömmlicher als frisches Brot. Volksgenoflen, die trotzdem noch frisches Brot «erlangen, verkennen die Bedeutung dieser Ver- Lotsoorschrift, handeln volkswirtschaftlich unrecht und verleiten dadurch ihren Broüieferanten zu piner strafbaren Handlung. 4 Im Interesse einer sparsamen Verwertung unse- "er Brotgetreidevorräte und um unnötige Aus- i gaben von Devisen für die Einfuhr von Weizen zu vermeiden, ist es auch erforderlich, beim Verbrauch von Brot mehr und mehr vom Mischbrot oder Weizenbrot zum Roggenbrot oder Roggenvollkorn- Zrot überzugehen. Gießener Vochenmarktpreise. * Gießen, 4. Nov. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Deutsche feine Molkereibutter, % kg ,57 Mark, feine Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück \ Y kg 12 bis 15, Zwiebeln 7 bis 8, Meerrettich bis 60, Schwarzwurzeln 25 bis 40, Kürbis 5 । ;is 6, Pilze 30 bis 40, Kartoffeln, % kg 4 Pf., ' : kg 40 Pf., 50 kg 1. Sorte 3,45 Mark, 2. Sorte 1 ,25, 3. Sorte 3 Mark, Aepfel, % kg 10 bis 18 Pf., ilusleseobst 18 bis 25 Pf., 50 kg 10 bis 25 Mark, ■ Simen, Vt kg 8 bis 18 Pf., Nüsse 30 bis 50 Pf., ; f^Hne 1 bis 1,10 Mark, Suppenhühner80 bis 90 Pf., 1 (iänfc 90 Pf. bis 1 Mark, Blumenkohl, das Stück '/i kg 6 Pf., 50 kg 4 bis 5 Mark, Rotkraut, % kg ' bis 12 Pf., 50 kg 7 bis 9 Mark, gelbe Rüben, A y2 kg 8 bis 9 Pf., Karotten 8 bis 12, rote Rüben i E bis 10, Spinat 15 bis 20, Römischkohl 8 bis 10, j Lnterkohlrabi 6 bis 8, Erbsen 25 bis 30, Grünkohl .5, Rosenkohl 20 bis 30, Feldsalat, Vio 10, Tomaten, Aus den Gießener Gerichtssälen richt zu einer Erhöhung der Strafe von 3 Mark auf von insgesamt 12000 Mark. Goddelau, 2. Nov. (Lpd.) Das Finanzamt Groß-Gerau verurteilte den Leopold Schellen- gab er zu. Er wurde jedoch durch die Beweisaufnahme einwandfrei überführt, daß er schon vor der Abfahrt aus Gambach von dem Vorhandensein des Kalbes in seinem Transport Kenntnis hatte. In Anbetracht dieser Umstände kam das Gericht zu einer Erhöhung der Strafe und erkannte statt der im Strafbefehl festgesetzten Geldstrafe von 50 Mark auf eine solche von 6 0 Mark. Gleichfalls ohne Erfolg blieb der Einspruch des O. W. aus Wiesbaden, der wegen Übertretung der Reichsstraßenverkehrsordnung eine Geldstrafe von 3 Mark erhalten hatte. Der Angeklagte war mit feinem Personenkraftwagen aus der Steinstraße gekommen und wollte nach links in die Marburger Straße einbiegen. Dabei schnitt er die Linkskurve derartig, daß ein ihm entgegenkommender, vorschriftsmäßig fahrender Personenwagen nur durch augenblickliches Abstoppen sich einem Zusammenstoß entziehen konnte. Der Angeklagte bestritt in der gestrigen Hauptoerhandlung, die Kurve geschnitten zu haben, und behauptete weiter, er habe infolge der Unübersichtlichkeit der Straßenkreuzung den anderen Wagen erst sehen können, als er sich schon in der Kurve befand. Im übrigen sei der ihm entgegenkommende Wagen nicht durch ihn, fonbern durch zwei unvorschriftsmäßig fahrende Radfahrer zum Anhalten gezwungen worden. Die Beweisaufnahme ergab jedoch einwandfrei die Schuld des Angeklagten, so daß auch in diesem Falle das Gell e r g wegen Hinterziehung von Einkommen-, Umsatz- und Gewerbesteuer zu Geld st rasen weg 35. 30.: Wilhelmine Mühl, geb. Drühmcmn, ohne Beruf, 68 Jahre alt. Am Riegelpfad 96. ** Mit dem Motorrad verunglückt. In der letzten Nacht wurde auf der Landstraße Wetzlar— Dutenhofen der 23 Jahre alte Emst Mohr aus Gießen, Wilhelmstraße, neben seinem Motorrade liegend von vorüberfahreirden Autoinsassen aufgefunden. Der bedauernswerte junge Mann wurde mitgenommen und in die Chirurgische Klinik eingeliefert. Hier liegt er mit einem Unterarm- und einem Unterschenkelbruch, die er sich bei dem Sturz mit der Maschine zugezogen Halle, darnieder. DNB, Fast zwei Wochen Gültigkeit für F e ft ta g s r ü ck f ahr k ar t en zu Weihnachten. Die Deutsche Reichsbahn gibt auch in diesem Jahre zu Weihnachten Festtagsrückfahrkarten mit einem Drittel Fahrpreisermäßigung aus, die die Möglichkeit bieten, für volle 13 Tage zu verreisen. Die Karten gelten von Mittwoch, 22. Dezember, bis Montag, 3. Januar 1938. Die Rückreise 6 Mark kam. 12000 Mk. Geldstrafe wegen Steuerhinterziehung. Schwurgericht in Gießen. Am gestrigen dritten Verhandlungstage der Schwurgerichtsperiode in Gießen- hatte sich der Heinrich Romer aus Reinhardshain unter der Anklage^ des Meineides zu verantworten. Der Anklage lag folgender Sachverhalt zugrunde: Zwischen einem Manne, ebenfalls aus Reinhards- Hain, und der Familie des Angeklagten war im März dieses Jahres ein Zioilprozeß vor dem Amtsgericht in Grünberg anhängig, in welchem der Angeklagte beschwor, „er habe niemals persönlich für seinen Schwiegervater dem Manne einen Auftrag erteilt". Der Angeklagte wollte damit nicht, wie es die Anklagebehörde auffaßte, schlechthin leugnen, dem Manne für seinen Schwiegervater Aufträge erteilt zu hallen, sondern er wollte mit dem Ausdruck persönlich nur sagen, daß er die Aufträge für den Schwiegervater niemals im eignen Namen und für eigne Rechnung erteilt habe, so daß er hieraus nicht in Anspruch genommen werden könne. Dieses Mißverständnis stellte sich bei der geflogen Vernehmung des damals in Grünberg amtierenben Gerichtsassessors heraus. Daraufhin wurde allseits auf die Vernehmung weiterer Zeugen, die in Stärke von 35 Mann erschienen roarep, verzichtet. Infolge dieser überraschenden Wendung stellte der Vertreter der Anklagebehörde keine Anträge, sondern überließ die Entscheidung dem Ermessen des Gerichtes, während die beiden Verteidiger des Angeklagten auf Freispruch plädierten. Das Schwurgericht schloß sich im wesentlichen den Ausführungen an und kam zu einem freisprechenden Urteil. Die Reichstaffe wurde mit den gesamten Kosten, einschließlich der dem Angeklagten infolge des Verfahrens entftanbenen persönlichen Unkosten, belastet. Amtsgericht Gießen. Der jüdische Viehhändler 2L Seewald aus Gambach Halle wegen Uebertretung des Reichsoieh- seuchengesetzes einen Strafbefehl über 50 Mark erhallen, gegen den er Einspruch einlegte. Der Angeklagte wurde, als er mit einem Viehtransport nach Gießen unterwegs war, von einer allgemeinen Kontrolle dabei betroffen, daß er ein einem anderen Viehhändler gehörendes Kalb in seinem Transport mitführte, ohne daß er dies in das Nellenkontroll- buch eingetragen hatte. Außerdem wurde festgestellt, daß die Eintragungen in seinem Hauptkontrollbuch nicht der Vorschrift entsprachen. In der gestrigen Hauptverhandlung versuchte er vergeblich, das Gericht davon zu überzeugen, nicht gewußt zu hallen, daß das Kalb in seinem Transport mitgeführt würde. Außerdem behauptete er, der Transport, zu dem das Kalb in Wirklichkeit gehörte, fei dem fei- nigen unmittelbar gefolgt. Die zweite Verfehlung muß am 3. Januar, 24 Uhr, beendigt fern. Die Karten werden auf allen Bahnhöfen der Reichsbahn für jedes gewünschte Reiseziel innerhalb des Reiches ausgegeben. NSG. Fahrtermähigung zum Reichsberufswettkampf. Die Teilnehmer am Reichsberufswettkampf 1938 in den Orts-, ©au» und Reichswettkämpfen, einschl. der vorbereitenden Schulungskurse der Sachbearbeiter, Arbeitsausschüsse unb Wettkampfleiter erhalten auf Grund des Einberufungsscheines eine Fahrpreisermäßigung von 50 v. H., wie sie auch den Besuchern von anerkannten Lehrgängen und den Teilnehmern an von der Reichsjugendführung eingerichteten Aus- blldungskursen für Mitglieder der HI. erteilt werden. Die Einberufungsschreiben werden von der Reichsjugendführung unterschrieben und tragen an der Stelle der Lehrgangsbezeichnung den Vermerk „Reichsberufswettkampf 1938". Aus -er engeren Heimai. Tödlicher Unglücksfall im Steinbruch. □ Laubach, 3. Nov. Am Dienstagnachmittag ereignete sich in dem bei Gonterskirchen gelegenen Steinbruch der hiesigen Firma Basalt- werk Braun ein schwerer Unglücksfall, dem leider ein Menschenleben zum Opfer fiel. Als der 35jährige Vorarbeiter Otto Gilbert aus Gonterskirchen mit dem Bohren von Sprenglöchern beschäftigt war, wurde er von herab stürzenden Steinen, die sich zufällig von der Felswand gelöst hatten, so schwer getroffen, daß der Tod auf der Stelle eintrat. Der Verunglückte, der eine Frau und Zwei Kinder hinterläßt, war als fleißiger und zuverlässiger Arbeiter bekannt. Landkreis Gießen. * Annerod, 2. Nov. Am Samstag fand im Saale der Gastwirtschaft Engelhardt ein Appell der Kameradschaft Annerod des Deutschen Reichskriegerbundes (Kyffhäufer) zu Ehren chres scheidenden Kameradschaftsführers Heinrich Haas III. statt. Die Kriegerkameradschaft Annerod führte er 26 Jahre. Zu seinem Ehren- abend erschien u. a. auch der Kreisführer des Deutschen Reichskriegerbundes Dr. Monnard mit einigen engeren Mitarbeitern. Die Partei und Behörde war durch Bürgermeister Groß vertreten. Nach der Begrüßung gab Kameradschaftsführer Hch. Haas III. einen Ueberblitf über seine 26jäh» rige Tätigkeit als Kameradschaftsführer. Freud und Leid verbinde ihn mit den Kameraden, und wenn er jetzt als Kameradschaftsführer ausfcheide, so bleibe er doch der Kameradschaft unverbrüchlich treu. Kreisführer Dr. Monnard sprach über die großen Verdienste des ausschevdenden Kameradschaftsführers, die er sich um den Reichskriegerbund erworben habe. In Deutschlands schwerster Zell habe Kameradschaftsführer Haas furchtlos und treu auf seinem Posten ausgeharrt. Rastlos Halle er seine ganze Kraft zum Wohle der Kameradschaft eingesetzt. Als äußeres Zeichen der Anerkennung für diese tatkräftige Mitarbeit im Reichskriegerllunb überreichte der Kreisführer dem Kameraden Haas das Kyffhäuser-Ehrenzeichen 2. Klaffe und die Be- sitzurkunde. Ferner entband er ihn von seiner Verpflichtung als Kameradschaftsführer. An feiner Stelle wurde Kamerad Konrad Rabenau zum Kameradschaftsführer ernannt. Danach schilderte Bürgermeister Groß das Wirken des Kameraden Haas und gab der Hoffnung Ausdruck, daß der neuernannte Kameradschaftsfuhrer die Kameradschaft ebensolange führen möge, wie sein Vorgänger. Kreispropagandaollmann H. K ö h r e s sprach noch über die Wichtigkeit der Propaganda. Der neu- ernannte Kameradschaftsfuhrer Konrad Rabenau übernahm die Führung der Kameradschaft und schloß den Abend mit dem Gedenken an den Führer Adolf Hitler. # ©taufenberg, 2. Nov. Die hiesige N ©.- Frauenschaft veranstaltete im Saale der Burg einen Unterhaltungsabend, der allen Teil- nehrnern große Freude bereitete. Die Tanzgruppe aus Wißmar wirkte mll, chre Vorführungen fanden verdienten starken Beifall. # Mainzlar, 2. Nov. Bei der dieser Tage im Distrikt Sailbach ab geh alten en Treibjagd wurden 34 Hasen, 3 Fasanenhähne und 1 Fuchs geschossen. I Saasen, 3. Nov. Am Samstag fand im Saale ,Lurn goldenen Löwen" ein Winzerfest statt, das von „Äraft durch Freude" in Verbindung rnll der Deutschen Arbeitsfront veranstaltet wurde. Alle Teilnehmer verlebten einige vergnügte Stunden. I Großen-Linden, 3. Nov. Am nächsten Freitag, 5. November, feiert Christine Pirr, geb. Luh, bei sehr guter Gesundheit ihren 8 5. (Geburtstag. Uj Allendorf (Lahn), 3. Nov. Die Ortsgruppe der DAF. hatte zu einer Dersamm- Rundfunkprogramm Freitag, 5. Jlooember. 6 Uhr: Romanze. Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnasttk. 8.30: Musik am Morgen. 10: Schulfunk. 10.30: Hausfrau, hör zu! 10.45: Mutter turnt und spielt mit dem Kind. 11.40: Deutsche Scholle. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten jauch aus dem Sendebezirk). 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: O holde Frau Musika! 15: Volk und Wirtschaft. 16: Nachmittagskonzert. 18: Zeitgeschehen im Funk. 19: Nachrichten. 19.10: Hörnerschall und Jagdgesang. Weidmannsklänge zum „Hubertustag". 21.15: Kammermusik. 22: Nachrichten jauch aus dem Sendebezirk). 22.30: Tanzmusik. 24 bis 1: Nachtkonzert. ■■ n n c DRUCKSACHEN ClXD EBrühl’sche Druckerei Dreißigsten, Recht des — Drüsen Hier abschneiden! nem Arbeitsplatz aus, ohne auf- zustehen, nach verschiedenen Seiten greifen mutz. Dreitzigsten. Recht des — . Die Familienangehörigen des Erb- laffers, die zur Zeit des Todes des Erblaffers zu deffen Haus- ftanb gehörten und von ihm unterhalten wurden, können vom Erben verlangen, daß dieser sie in den ersten dreißig Tagen nach dem Tode des Erblaffers unterhält. ihnen die Benutzung der Wohnung und der Haushalts- gegenftänbe gestattet, wie es der Erblasser getan hat. Das Recht des Dreißigsten kann der Erblaffer durch letztwillige Verfügung ausschließen oder beschränken. Drell Drilch, Drillich (Bedeutung dreifach 'oder dreifädig), besonders festes Gewebe aus Leinen, Hanf. Halbleinen oder Baumwolle, das zum Bezug von Vettmatratzen und zu groben Leinenanzügen verwendet wird. Drillinge, eine sehr seltene Mehrlingsgeburt. Schwangerschaft meist sehr beschwerlich, dagegen Geburt wegen der Kleinheit der Kinder einfad). Häufig sind die Kinder, zumindest eins oder zwei davon, sehr schwach. Sie können sich aller zu vollkommen gesunden Menschen entwickeln. Vgl. Zwillinge. Drohung. Ist jemand durch widerrechtliche Drohung zur Abgabe einer rechtsgeschäftlichen Willenserklärung veranlaßt worden. so kann er die Erklärung anfechten. Hat ein anderer als derjenige, dem gegenüber die Willenserklärung abgegeben wurde, die Drohung verübt, so kann die Erklärung nur angefochten werden, wenn der Empfänger der Willenserklärung die Drohung kannte oder sie hätte kennen müssen. Soweit Anfechtung nicht möglich ist. ist der zum Ersatz des Schadens verpflichtet. von dem die Drohung ausgegangen ist. Angefochten werden kann unter der erwähnten Voraussetzung insbesondere die Anerkennung der Ehelichkeit eines Kindes, die Annahme oder Ausschlagung einer Erbschaft, die Ehe, die Anerkennung der unehelichen Vaterschaft, ein Testament js. die einzelnen Stichworte). Ist jemand zur Begehung einer strafbaren Handlung durch eine Drohung genötigt worden, welche mit einer gegenwärtigen, auf andere Weise nicht abwendbaren Gefahr für Leib oder Leben seiner selbst oder eines Angehörigen verbunden war, so wird er nicht bestraft. Als Angehöriger gilt auch der Verlobte. Drüsen, sehr verschiedenartige und im Körper sehr verbreitete Organe, denen die Zubereitung und Absonderung besonderer Säfte obliegt, je nach der Eigenart der Zellen der einzelnen Drüsenart. Die Drüsen haben verschiedene Form, sie sind trau« benförmig oder schlauchförmig, letztere gerade, aufgeknäuelt ober verzweigt. Teils entleeren sie ihren Saft durch einen Ausführungsgang auf der Oberfläche der Haut (Talgdrüsen, Schweißdrüsen) oder der Schleimhäute 716*Ä Die reizende neue Film- Operette nach der berühmten Musikkomödie von Ziehrer. Liebhaber Erika Drusowitsch der neue große Operettenstar — eine herrliche Stimme und eine bezaubernde Erscheinung Ein Film, der Humor, Spannung, schauspielerische Leistung und glänzende Musik vereint Beiprogramm und Fox-Ton-Woche Täglich 4, 6,8.30, Sonntags 3, 5.30, 8.30 Uhr Paul Hörbiger als Musi kklown und Landstreicher, der wider Willen die tollsten Abenteuer erlebt Lucie Englisch als Begleiterin einer berühmten Sängerin, die die Bolle ihrer Herrin spielen muß Rudolf Carl als treuer Freund und urkomischer preiswert: Immer frisch und gut: -Kaffee Gießen, Sekersweg 16, Fernsprecher 2467 Frisch eingebratenl Grüne Heringe IQ 500 Gramm I W Vergebung. Auf Grund der Reichsverdingungsordnung sollen im öffentlichen Wettbewerb vergeben werden: Für Verlegung der Reichsstraße Nr. 254 bei 2lls- feld die Lieferung von rb. 1000 t Kle inp finsterste inen 8/10 und rd. 1400 m Randsteinen. Angebotsvordrucke sind, solange der Vorrat reicht, auf unserem Amt in Gießen, Hillerwall 371, Zimmer 8, erhälllich. Daselbst liegen die „Besonderen Bedingungen für die Lieferung von Meinpflaster- und Randsteinen" sowie die „Besonderen Vertragsbedingungen" zur Einsichtnahme offen. Die Angebote sind verschlossen mit der Aufschrift „Submission Kleinpflaster für Straßenverlegung bei Alsfeld R 254" bis Samstag, den 13. November, vormittags 10 Ahr, bei uns portofrei einzureichen. Die Oeffnung erfolgt in Gegenwart der erschienenen Bewerber. 7189D Hessisches Straßenbauamt Gießen. Bratheringe kop< ßfi und ausgenommen. ..1-kg-Dose ÜU Pf. Unsere neuen deutschen CaHhAvinaAetwas besonderes Uduneringc fett und zart Stück 5_____7 und 9 Pfennig 10 Stück 45 65 und 85 Pfennig Frisch wie aus dem Netz! 7205 A Mündlich können I Sieesnurveutgeo ________________________________I sagen, schriftlich mehreren, durch eine Kleinanzeige SflUHHBBH sagen Sie es »U»» Lichtspielhaus Ab heute Donnerstag: .. .und zum Bauen Abermann Wollene seidene Kleider- Kosfürn- und ManteL Stoffe W GIESSEN MARKTSTRASSE 27 Druck in der Magengegend 86 Duldung ^Schleimdrüsen, Speicheldrüsen, Magen- und Darmdrüsen, Vauck- speicheldrüse, Leber, Niere usw.), teils geben sie ihn in ihrem Innern an Blut- und Lymphgefäße ab (endokrine Drüsen). Unter Drüsen versteht man im Volksmund nur die Lymphdrüsen, die bei Infektionen schmerzhaft an- aeschwollen sein können, z. B. bei Verwundungen, Eindringen von Schmutz und Keimen, Weiterbeförderung in der Lymphbahn bis zu den Lymphgefäßen, dort Schwellung der Drüsen. Ärztliche Behandlung nötig! Schmerzlose Drüsenschwellungen lassen an Tuberkulose, Syphilis denken S. dort. Druck in der Magengegend, lästiges Gefühl von Schwere, manchmal auch schmerzhaft, und Völle in der Magengegend. Ein Zeichen unrichtiger Funktion der Verdauungsorgäne, meist Magenkatarrh,, Blähungen. Kann aber auch bei Herzerkrankungen vorkommen, daher in länger andauernden Fällen immer ärztlichen Rat einholen. Druckstellen in Samt entfernt man, indem man den Stoff mit der linken Seite aus ein nasses Tuch und beides über ein Bügeleisen legt. Dabei wird die rechte Seite des Samts gebürstet. Düngemittel sollen die Hauptnährstoffe für die Pflanzen enthalten, nämlich: Stickstoff, der die Blattbildung begünstigt, Kali, welches Wurzel- und Stengel- bildung beeinflußt, Phosphor der eine gute Wirkung auf Blüte und Frucht hat. Kalk, der Boden und Pflanze entsäuert. In natürlicher und künstlicher Form kommen Düngemittel vor. Na- turdung enthält eine Mischung von Nährstoffen und wird in fester Form vor der Bepflanzung, in flüssiger Form als Kopfdünger verabreicht. Künstliche Einzeldünger und Düngermischungen können kurz vor der Beetbestellung untergehackt oder, in Wasser aufgelöst, öfters während der Kulturzeit beigegeben werden. Nie aber an heißen Tagen Pflanzen in trockenem Erdreich mit Düngerlösungen gießen und immer die Mengen beachten! (1 Gramm auf 1 Liter Wasser.) Blumenerde kann durch Untermischung von Horn-, Knochen- und Fischmehl, auch durch Holzasche verbessert werden. Dünnung, Rindfleisch, das vom hinteren Bauchteil stammt. Dünsten bezeichnet man ebenso wie Dämpfen das Earkochen von Nahrungsmitteln in Wasserdampf, wobei der Topf fest verschlossen wird. Duett, Musikstück für zwei Sing- ftimmen. Duldung der Zwangsvollstrekkung. Eine Zwangsvollstreckung in das eingebrachte Gut der Ehefrau (s. dort) (z. B. Pfändung) ist nur möglich, wenn die Ehefrau zur Leistung, der Ehemann zur Duldung der Zwangsvollstreckung verurteilt worden ist. Eine Zwangsvollstreckung ohne eine solche Verurteilung ist unzulässig, der Mann kann dagegen Erinnerung erheben; s. dort. Der Mann kann zur Duldung der Dünsten — in jedem Kochtopf. Dünsten ist besonders bei Gemüse sehr vorteilhaft. Alle Nährwerte bleiben dabei voll erhalten. Außerdem aber schmecken die Speisen auch besser. Bei Häuser gibt es Dünst-Einsätze, die für jeden Kochtopf passen. Lassen Sie sich diese mal zeigen. J. B. Häuser, Gießen, am Oswaldsgarten, Fernsprecher 2145/2146. ÄhresversammlungderVezirkssparkaffeLaubach Eine Offenbarung für jeden Tierfre und/ Damen-Strickkleide Wolle plattiert 5.90 4.90 3.95 ■ Drogerie Kreuzplatz 101 7193 A Marke: KÜBLER 11.40 10.95 9.15 eine reizende Kinderkleidung, die zugleich praktisch, dauerhaft und gesund ist! ganz außergewöhnlich gut und preiswert der Reichsobmann des Männerwerks, Landesbischof Dr. Johnsen (Braunschweig), an ihr teilnehmen wird. Alle Themen weisen auf die Wichtigkeit der evangelischen Männerarbeit für Volk und Kirche hin. Dienstnachrichten der Evangelischen Landeskirche Rassau-Hessen. EPNH. Ernannt wurden: der Pfarrverwalter Karl Franz zu Hartershausen, Dek. Lauterbach, zum Aushilfsgeistlichen an der Anstaltspfarrei Gießen, Dek. Gießen, mit Wirkung vom 16. Oktober fiunftecttoufenöt heiser flehen fceirolllig in Oer front Oe» wisw. Selbstverständlich ist ihnen Oiefee Opfer! □ Laubach, 2. Nov. Die ordentliche Mitgliederversammlung der hiesigen B e - zirkssparkasse fand im Saale des Gasthauses „Zur Traube" statt. Der Vorsitzende des Verwaltungsrates, Oberamtsrichter Dr. Schmitt, begrüßte die zahlreich erschienenen Gemeindeoertreter; besonderen Gruß entbot er dem Vertreter des Kreisamts Schotten, Regierungsrat Schwan, dem Vertreter des Hessischen Sparkassen- und Girooerbandes, Oberbürgermeister i. R. Rahn (Darmstadt), sowie Direktor Seipp von der Landes- l ommunalbank-Girozentrale für Heften in' Darmstadt. Zunächst wurde bekanntgegeben, daß zwei langjährige Verwaltungsratsmitglieder, Bürgermeister" i. R. Kratz (Wohnbach) und Karl Reitz (Inheiden), aus dem Verwaltungsrat ausgefchjeden seien. An ihre Stelle treten Bürgermeister Metzger (Röthges) und Ortsgruppenleiter Braun (Laubach) in den Verwaltungsrat ein. Den aus- geschiedenen Mitgliedern wurde besonderer Dank für die langjährige Mitwirkung ausgesprochen. Sodann wurde der Jahresbericht des 104. Geschäftsjahres von Direktor Lindenmayer vorgetragen. Aus ihm war ersichtlich, daß die Bezirkssparkasse sich weiterhin recht gut entwickelt hat. Der Umsatz hat sich im Jahre 1936 um 933 022 RM. auf 10 023 696 erhöht. Gegenüber dem Vorjahre haben sich die Einzahlungen im Sparver - kehr um 21 657,96 RM. auf 346511,04 RM. erhöht, während die Rückzahlungen eine Verminderung von 1988,91 RM. auf 255 666,98 RM. erfahren haben. Einschließlich 41 977,91 RM. am Jahresschluß gutgeschriebener Zinsen haben die Spareinlagen um 90 844.— RM. zugenommen. Ebenso günstig entwickelten sich die SchuSparkassen, sowie das Kleinsparen. Die Einlagen betrugen hier 5329.97 RM. Eine nachhaltige Werbung bedeuten die seit Jahren ausgegebenen Geschenksparbücher für Neugeborene. Im Spargiro- und Konto-Korrent- Verkehr haben sich die Umsätze gegenüber dem Vorjahre um 334 519,19 RM. erhöht. Der Bestand am Jahresende von 224293,63 RM. ist um 75857,61 RM. höher als im Vorjahre. Die Vorteile des Spargiro-Verkehrs haben wesentlich zur Umsatzsteigerung beigetragen. Durch die günstige Entwicklung des Spareinlagengeschäfts war die Kasse in der Lage, sämtliche beantragten Kredite, sofern die notwendige Sicherheit vorhanden war, zur Auszahlung zu bringen. An neuen Darlehen und Krediten würden im abgelaufenen Rechnungsjahr 143 Stück im Betrage von 122 658,07 RM. gewährt. Ferner find 241 Stück Wechsel im Betrag von 51 190,95 RM. angekauft worden. Kreis Alsfeld. } Alsfeld, 2. Nov. Am vergangenen Sonntag pab ein stattliches Trauergefolge dem früheren langjährigen Beigeordneten Carl Weitz von Alsfeld 1937; der Pfarrafsistent Kurt Hose zu Eberstedt, Dek. Darmstadt, zum Pfarrverwalter der Pfarrei Bleichenbach Dek. Büdingen, mit Wirkung vom 1. Oktober 1937; der Pfarrverwalter Helmut Kaiser, bisher zu Michelbach, Dek. Bad Schmalbach, zum Pfarrverwalter der Pfarrei Hoch-Weisel, Dek. Friedberg, mit Wirkung vom 1. Oktober 1937; der Pfarrverwalter Ludwig Berg zu Schlitz, Dekanat Lauterbach, zum Pfarrverwalter der Pfarrei Hartershausen, Dek. Lauterbach, mit Wirkung vom 16. Oktober. Tiere mit Geßirhl und verstand Eine allgememverüändlicke Darstellung der Norichunasergebmsse üb. dasSeelen- leben derTieremlt vraktlschen Ber'uchsanieitungen vonTr.WernerFischel, Leiter °er-Aorschungsitelle für Tierseelenkunde am Westfälischen Boolvaischen Garten au Mümier.— 140 Seiten mit 100 Abbildungen/ in Leinen gebunden RM. 3.60. ftn iebei Gießener Buchhandlung erhältlich. Suso Nevrnühlev Vevlag ♦ Vevttn-Lichterfelde Reinige Dein Blut! Von Anfang November bis Anfang Dez. ist die beste Zeit mit Winterhoffs Blulreinigungsiee in Paketen zu 1 Mk., Probe- Pakete zu 50^, eine Blutreinigungskur durchzuführen. Sie fühlen sich leicht, gesund und arbeitsfreudig. Beginnen Sie sofort! 7143A Eine sichere und schnelle Verdunkelung durch ,,RapidM D. R. 6. 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Weitere Ehrungen am Grab erfolgten durch die Kriegerkameradschaft Alsfeld des Kyffhäuserbundes und durch den Turnverein Alsfeld, deren Ehrenmitglied der Verstorbene war. # Groß-Felda, 1. Nov. Im hiesigen B a - saltwerk herrscht zur Zeit Hochbetrieb. Für die Reichsautobahn wird viel Gestein gebrochen und abgefahren. Die Belegschaft des Werkes konnte erhöht werden. Kreis Wetzlar. (2) Krofdorf-Gleiberg, 2. Nov. Wie allmählich der Sparsinn auch in der Jugend mehr Auftrieb erfährt, beweisen die Erfolge der hiesigen, seit knapp drei Jahren eingerichteten Schulspar- kasse, die der örtlichen Genossenschaftskasse angegliedert ist. Im Gebrauch befindet sich das Sparmarkensystem mit Klebemarken im Werte von 5 bis 50 Pfennig. Von den 333 Schulkindern sind etwa 270 Sparer. Manche von ihnen haben durch regelmäßige Einzahlung von kleinen Beträgen schon ein ansehnliches Guthaben aufzuweisen. Die Gesamteinlage der Schüler beträgt fast 6000 Mark. Am letzten Nationalen Spartag gingen annähernd 300 Mark ein, und die Kasse hatte an diesem Tage an abgelieferten Sparmarken 520 Mark den einzelnen Konten gutzuschreiben. Schule, Elternschaft und Dorfgenossenschaftskasse abeiten Hand in Hand an der volkswirtschaftlich-wichtigen Aufgabe des richtigen Sparens nach dem Grundsatz: „Spare was, so hast du was!" Kreis Biedenkopf. <> Bottenhorn, 2. Nov. Der Gastwirt Jost Lotz von hier formte auf der Jagd zu abendlicher Stunde einen Meisterschuß anbringen. Er sah zwei Rehe beieinonderstehen, pürschte sich heran und vermochte mit einem Schuß beide Rehe zu erlegen. Kirche und Schule. Jahresfest des Oberheftifchen Vereins für Innere 2Uiffion und Tagung des Deutschen Evangelischen TNännerwerks in Gießen. EPNH. Der Oberhessische Verein für Innere Mission hat feine Jahresversammlung für den 7. und 8. November in Gießen angesetzt. In Verbindung mit dieser Veranstaltung findet vom 8. bis 10. November daselbst eine Tagung des Landesamtes Nassau-Heften des Deutschen Evangelischen Männerwerks statt. Gleichzeitig wird für Pfarrer und Gemeindeglieder, die in der Männerarbeit tätig sind, oder sich ihr widmen wollen, ein Lehrgang gehalten. Tagsüber werden in Arbeitsgemeinschaften und Besprechungen die Erfahrungen der Praxis für die Arbeit in den Gemeinden ausgewertet werden. Abends find volksmissionarische Vorträge in der Johanneskirche vorgesehen. Diese Gießener Ta- gung erhält dadurch eine besondere Bedeutung, daß gewiesenen Zinsrückstände Ende 1936 nur noch 21 495,86 RM. Auf diese Rückstände wurden in den ersten 4 Monaten des Rechnungsjahres 1937 bereits 13 457,39 RM. gezahlt. Die Gewinn- und Verlustrechnung schließt mit einem Reingewinn von 4013,75 RM. ab, welcher der gesetzlichen Sicherheitsrücklage zugeführt wird. Der Zinsfuß für Hypothekendarlehen wurde weiter um % v. H. auf 4% v. H. ermäßigt. Damit steht die Kaffe als eine der kleinsten Sparkassen Heftens mit an der Spitze derjenigen Sparkassen, welche die niedrigsten Soll-Zinssätze berechnen. Die vom Verwaltungsrat gesetzlich vorgeschriebe- nen Prüfungen wurden durchgeführt. Beanstandungen haben sich bei diesen Prüfungen nicht ergeben. Der Geschäftsverkehr hat sich auch im Geschäfts?, fahr 1937 weiter gesteigert. Die Spareinlagen haben bis Ende 1937 bereits um 34 656.— RM. zugenommen, was die Hoffnung erwecken darf, daß auch das neue Geschäftsjahr eine gute Weiterentwicklung bringen wird. Nach Abgabe des Geschäftsberichts hielt Direktor Seipp von der Landeskommunalbank-Girltzentrale einen interessanten Vortrag über die Entwicklung der Währung und des Geldmarktes seit deis Machtergreifung. Mit dem Sieg-Heil auf Führ', Volk und Vaterland wurde die Versammlung gehlossen. Sprechstunden der Redaktic. 1130 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Sam rgnach. mittag geschloffen Die gesetzlich vorgeschriebenen Liquiditäts- referoen sind vorhanden. Da die zur Ausleihung vorhandenen Mittel erheblich größer waren als die beantragten Darlehen, wurde der überschießende Betrag in mündelsicheren Wertpapieren angelegt. Es wurden 128 092,50 RM. neu erworben. Der gesamte Wertpapierbestand beträgt im Jahresende 348 957,50 RM. In 187 offenen Depots werden für die Kunden der Kaffe 235 758.— RM. (Nennwert) Wertpapiere verwaltet. Die fälligen D a r l e h e n s z i n f e n find im abgelaufenen Geschäftsjähr weit pünktlicher, als seither bezahlt worden. Während am Ende des Jahres 1935 noch ein Zinsrückstand von 37 474,86 RM. in der Bilanz ausgewiesen wurde, betragen die nach- ftmg !n die Wirtschaft „Zur Linde" elngeladen. Orts- gruppenroalter Reeh hieß die Teilnehmer willkommen. Sodann sprach Pg. Reitz (Gießen) über den Zweck und die Ziele der DAF. Seine Ausführungen wurden mit großem Beifall ausgenommen. — Bei der von der NS.-Frauenschaft durchgeführten Pfund-Sammlung wurden 138 Pfund Lebensrnittel gespendet. — Die hiesige Filiale der Zigarrenfatirik Rinn & Cloos hielt im vollbesetzten Saale von Hörr eine Betriebs- feier ab. Frau Schupp sprach kurz über den tieferen Sinn der Feier, die den Gefolgschaftsmitgliedern Gelegenheit geben solle, einmal auszuspan- nen. Für die DAF. wünschte Pg. Piper der Feier frohen Verlauf. Die Werksingschar unter Leitung von Werkmeister Weigel trug mit schönen Liedern zur Ausgestaltung des Abends bei. Auch ein kleines Theaterstück gelangte zur Aufführung. Reichen Beifall erntete die „Kapelle Weigel" für ihr guten musikalischen Darbietungen. 4= Lich, 1. Nov. Elektriker Fritz Kempf von hier bestand vor der Meisterprüfungskommission der Handwerkskammer in Darmstadt die Meisterprüfung als Elektroinstallationsmeister. I Ettingshausen, 2. Nov. Lehrer Repp, her seit Jahresbeginn eine Lehrerstelle an der hiesigen Schule verwaltete, verläßt unser Dorf. Die Gemeinde sieht ihn ungern scheiden, da er es in der verhältnismäßig kurzen Zeit verstanden f)at, sich das Vertrauen der Einwohnerschaft und der Schüler zu erwerben. Es ist ihm eine Schulstelle in Groß- Eichen übertragen worden. Sein Nachfolger an der hiesigen Schule ist Lehrer Becker, der seither in Groß-Eichen tätig war. Kreis Ariedberg. '4- B u tz b a ch, 2. November. Der Turn« und Sportverein veranstaltete im großen Saale des „Hessischen Hof" ein Schauturnen, das ein vollbesetztes Haus brachte. Bereinsleiter Lauk- hard begrüßte u. a. die Vertreter der Partei, der Gliederungen und die Offiziere der Wehrmacht. Es folgten dann in bunter Reihe Hebungen aller Art der Turner und Turnerinnen, die durch einen Reigen der Kindergruppe eingeleitet wurden. Schulturnen am Barren und am Pferd, ausgeführt von der Jugendgruppe, sowie den Turnerinnen, Kürfreiübungen und Kürübungen an Pferd, Barren und Reck zeigten geradezu Spitzenleistungen auf dem Gebiete des Geräteturnens. Für den Abend hatte sich noch der Turnverein Großen-Linden Hur Verfügung gestellt. Turner Seth aus Großen- Linden zeigte sein großes Können in vortrefflichen Reckübungen. Nach den Vorführungen, die dankbaren Beifall fanden, überreichte der Vereinsleiter fünf Reichssportabzeichen und Jugendsportabzeichen en verschiedene Vereinsmitglieder. A M ü nzenberg, 2. Nov. Die Gaufilmst e l l e zeigte bei gutem Besuch im Gasthaus „Zur Burg" den Tonfilm „Der Kurier des Zaren". — Am vergangenen Sonntag fand das Preis- schießen der hiesigen Kriegerkameradschaft ihren Abschluß. Bei der Siegerehrung konnten viele Kameraden, insbesondere auch die Jugend, die sich rege beteiligt hatte, mit Preisen ausgezeichnet werden. ftc na wi m wi tei ; ih' in it)t /eie bi m Der @ef feit eine bita mäh die stein $ nat tal' zut 9t c hin ein t und Ehr Kan soll, schon len ( Wahl w .he; L'lle her: JWr I W I M 1 Uso l-nk öl- «ede ousq . Ereil über' 9nbei toiinf regie biedk !°hgf •hie re Frdr.Teipel Bahnhofstraße 47 16 Markt 16 Hillebrandstraße 2 AUSSTELLUNGSRAUM; Mäusburg 4 Rübenschneider, Strohschneider. Kartoffel-Quetscher, Dezimalwaage, Futterdämpfer* BORRMANNo Gießen, Neustadt 5, Fernruf 4165