Nr.rZl Erstes Blatt 187. Jahrgang Montag, 4 Oktober t<)57 krscheini täglich, auher Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Giehener Familienblätter Heimat im Bild • DieScholle Monat» Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte e 1.80 Zustellgebühr „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach» richten: Anzeiger Stehen Postscheckkonto: Zranksurt am Main 11686 Sietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: Srühlsche UuiverfitStrdruckerei ».Lauge le Stehen. Schristleitung und SeschSftsstelle: Schulstrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Textanzeigen von 70mm Breite 50Rpf..Platzvorschrift nach vorh.Vereinbg.25°/„ mehr. Ermähigte Grundpreise: Stellen-. Vereins--, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B „Hinter der deutschen Mark steht die deutsche Arbeit." Der Führer spricht am Erntedankfest des deutschen Volkes auf dem Bückeberg. Auf dem Vückeberg, 3.Okt. (DNB.) Der Staatsakt des Erntedanktages ist von einem prachtvollen sonnigen und warmen Wetter begünstigt. Seit 5 Uhr früh ist der Aufmarsch der Teilnehmer im Gange. Marschmusik ertönt auf allen Straßen. Sechs Musikkorps der Wehrmacht spielen unter Leitung des Luftwaffen-Musikinspizienten Professor Husadel auf dem Berge fröhliche Weisen und Märsche. Ein Massenchor von fast 20 000 Sängern aus ganz Niedersachsen unter Leitung von Kapellmeister Stenzel vom Deutschlandfender bringt Volkslieder zu Gehör. Durch die Reihen der bereits zu vielen Hunderttausenden an- geschwollenen Menge, die aus allen Gauen des Reiches stammen, marschieren fast 10 0 0 Feldzeichen und Fahnen der Parteigliederungen. Dann folgen in langen farbenfrohen Reihen 3000 Trachtenträger, 90 Jungen und Mädel als Abordnungen des Landjahres und 60 Studenten als Vertreter der 9000 Erntehelfer der Deutschen Studentenschaft, die den Bauern bei der Ernte freudig und selbfüos zur Hand gingen. 1000 Kriegs- und Arbeitsopfer erhalten bevorzugte Plätze unterhalb der oberen Tribüne, so daß sie dem Führer heute am nächsten sind. In unendlicher Reihe bringen die Kraftwagen die zahllosen Ehrengäste herbei, die höchsten Vertreter von Staat, Partei und Wehrmacht sowie die Abordnungen des Reichsnährstandes. Die Ehrenformationen der SA. und SS., des NSKK., des NSFK., des Reichsarbertsdienstes und der Poli- - ■" ' - i -»//•. ■' • MF u & * § >; V /, * tzungvolk-Pimpfe begleiten den Führer auf dem „Weg durch das Volk". — (Scherl-Bilderdienst-M.) tischen Leiter und der HI. nehmen Ausstellung. Die Vertreter der ftemden Mächte, die an diesem Festtage des deutschen Volkes teilnehmen, werden auf die Ehrentribünen geleitet. Der Führer kommt. 1200 000 Menschen stehen in diesem Augenblick auf diesem Fleck deutscher Erde. Die Blicke gehen hinunter ins Tal zu dem kleinen Bahnhof Tündern. Hier ist um 11.30 Uhr der Sonderzug des Führers eingelaufen. Deutlich erkennt man vom Berg her den Sonderzug. Der Führer ist hier von Reichsminister Dr. Goebbels, Reichsführer SS. Himmler, dem Oberpräsidenten von Hannover, Stabschef Lutze, dem Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst Freiherrn v. Fritsch, und dem Gauleiter des Gaues Südhannover- Braunschweig, Reichsminister Rust, empfangen worden. Langsam nähert sich die Wagenkolonne dem Festplatz, während 21 Schuß Salut das Staatsoberhaupt begrüßen. Jubelnde Zurufe klingen dem Führer entgegen, der unter den Klängen des Prä- sentiermarsches^vor der unteren Tribüne im Tal die Ehrenformationen der Wehrmacht und der Parteigliederungen abschreitet. Reichsstudentenführer Scheel meldet dem Führer die Abordnung der studentischen Erntehelfer. Der Weg durch das Volk. Die Trachtengruppen füllen zu beiden Seiten den erhöhten Weg, den der Führer auf dem Wege zur oberen Tribüne gehen muß. Von heute ab führt dieser Weg den Namen „Der Weg durch das Volt". Eine Jungbäuerin nach Ueberreichung der Erntekrone im Gespräch mit dem Führer. (Scherl-Bilderdienst-M.) W -li * ij II Meder beginnt, wie in jedem Jahr, der Triumphgang des Führers durch das Spalier der Trachtengruppen, die meist mit Bodenerzeugnissen ihrer Heimat hierhergekommen find und sie dem Führer darbringen wollen als Beweis dafür, was Fleiß und Geschicklichkeit des deutschen Bauern dem Boden abzuringen vermögen. Don rechts und links strecken sich Tausende und aber Tausende von Händen dem Führer entgegen, um ihm die Hand zu drücken. Hunderttausende von Armen winken ihm zu. Ununterbrochen klingt der brausende Jubel der Massen über das weite Feld, über Berg und Tal hinweg. Der Sängergruß „Grüß Gott mit hellem Klang" erschallt. Dem Gau Ostpreußen ist in diesem Jahre die Ehre zugefallen, dem Führer die Erntekrone überreichen zu dürfen. Die Abordnung besteht aus einem Jungbauern, einer Jungbäuerin, einem Jung-Landarbeiter und einer Jung-Landarbeiterin. Der Lrnte- spruch schließt mit den Worten: „Wein Führer! Sie schützen mit starker Hand unser Land, unser Volk, unseren Stand! Als unseres Dankes bescheidenes Zeichen wir Ihnen die Erntekrone reichen." Der Führer erwiderte mit herzlichen Dankeswor- ten und sprach noch einige Worte mit den Ostpreußen. Fast dreiviertel Stunden hat der Führer für den 500 Meter langen Weg durch das Volk bis zur Tribüne gebraucht. Als er auf der oberen Tribüne anlangt, wird die Führerstandarte aufgezogen, und die Führerfanfare ertönt. In der Begleitung des Führers auf der Ehrentribüne sieht man jetzt u. a. die Reichsminister Darre, Goebbels, Frick, Frank, Rust, Kerrl, Schwerin-Krosigk, Reichsführer SS. Himmler, Stabschef Lutze, Reichsorganisationsleiter Dr. Ley, Reichsleiter Bouhler, Reichsjugendführer von Schirach, Generaloberst Freiherrn von Fritsch, den Chef des Wehrmachtsamtes, General Keitel, General der Artil- lerie Becker, General der Infanterie Liefe, General der Flieger Halm aus Münster, den Führer des NSFK., Generalmajor Christiansen, Staatssekretär Backe und Reichsfrauenführerin, Frau Scholtz- Klink. Der Führer begrüßt die Mitglieder des Diplomatischen Korps und wendet sich dann, immer wieder dankend, den Massen zu, deren Heilrufe kein Ende nehmen. Die Schauiibung der Wehrmacht. Grüne Leuchtbomben und das Signal „Das Ganze Marsch!" kündigen den Beginn der großen Wehrmachtsübung an, die sich ähnlich wie im letzten Jahre, aber unter stärkerer Beteiligung der Kavallerie, abspielen. Bei der blauen Partei nehmen teil JR. 82, die 1. Abteilung AR. 19, die 2. (schwere) Abt. AR. 42, die 2. Abteilung Panzerregiment 3, zwei Jagdstaffeln und eine Sturzkampfstaffel, bei der roten Partei die Kavallerieregimenter 3 und 14, das Kraftradschützenbataillon 3, eine Fallschirm-Jnfanteriekomp., die 2. Abt. AR. 19, die Panzerabwehrabteilung 6, eine leichte Flakbatterie und eine schwere Flakbatterie. Das Gefecht, an dem über 10 000 Mann beteiligt sind, spielt sich ostwärts der Bahnlinie Pyrmont—Hameln ab. Hin und her wogt der Kampf. Wieder befestigt diese Hebung bei allen Zuschauern die Ueberzengung von der Kraft und Stärke der neuen deutschen Wehrmacht. Der schwungvolle Angriff der Kavallerieregimenter wird mit der gleichen Begeisterung verfolgt, wie der tapfere Einsatz der Infanterie, das tollkühne Fallschirmabspringen aus den Flugzeugen genau so wie das Vorgehen der Tanks und der Einsatz der Kampffftaffeln und Sturzflieger. Eine Brücke wird von den Fliegern vernichtet, und auch das „Bückedorf" geht schließlich im Feuer der Artillerie in Flammen auf. Ein besonderes Ereignis bilden Start, Flug und Landung des langsam fliegenden Flugzeuges „F i e s e l e r - Stör ch", das aus den Großen Wehrmachtsmanövern weithin bekanntgeworden ist. Nach den Darbietungen der Wehrmacht begab sich der Führer zur unteren Tribüne, wieder auf dem ganzen „Weg durch das Volk" von den Freudenkundgebungen der dankerfüllten Massen aus Stadt und Land begleitet. Der Massenchor sang das zu dieser Feststunde gehörige Lied „Wir sind die Männer vom Bauernstand." Dr. Goebbels eröffnet die Kundgebung. Reichsminister Dr. Goebbels eröffnete dann den zweiten Teil des Festtages. Beifall begleitete fast jeden Satz seiner Rede, in der er ausführte: „Mein Führer! 1 200 000 deutsche Bauern und Bäuerinnen aus dem ganzen Reich sind auf dem Bückeberg und den Straßen und Plätzen ringsum versammelt, um mit Ihnen, mein Führer, gemeinsam das E r n t e d a n k f e st des Jahres 1937 zu begehen. In dieser Stunde sind darüber hinaus ungezählte Bauern und Städter im ganzen Reich mit uns durch die Aetherwellen verbunden. Ein Jahr harter Bauernarbeit liegt hinter uns. Früher wurde der Erntedank nur von den Bauern gefeiert. Heute feiert ihn das ganze Volk, denn Sie, mein Führer, haben d i e Brückegeschlagen zwischen Bauer und Arbeiter, zwischen Land und Stadt. Die Menschen, die hier um Sie versammelt sind, haben es nicht leicht in ihrem Leben. Ihr Dasein ist angefüllt von härtester Arbeit und schwerster Sorge um Besitz und Erfolg der Arbeit. Auch hierher sind die vielen Hunderttausende zum größten Teil nur unter den schwersten Strapazen gekommen. Sie sind gekommen, um Sie, mein Führer, zu sehen (laute Heil-Rufe), um einmal im Jahre durch lauten Jubel und überströmende Begeisterung Ihnen ihre Huldigung und ihre Verehrung entgegenzubringen. (Neuer anhaltender stärkster Beifall.) Denn Sie, mein Führer, haben das Bauerntum wieder zum Urquell unserer Volkskraft gemacht. Sie haben das deutsche Volk wieder mit der Scholle verbunden. Darum haben Sie im deutschen Bauern auch den treue st en Gefolgsmann. (Neue begeisterte Heil!-Rufe und Zustimmungskundgebungen) Und so grüßen wir Sie im Kreise von Hunderttausenden deutscher Bauern. Gegrüßt vorn Bauerntum, gegrüßt vom deutschen Volke, so rufen wir: Unser Führer Sieg-Heil!" Der Reichsbauernfnhrer Reichsminister Darrs, nahm dann das Wort, um seinen Bauern Richtung und Ziel für ihr Schaffen im nächsten Jahre zu geben; „Mein Führer! Hohe Gäste! Deutsche Männer und Frauen! Das deutsche Landvolk hat ein Jahr großer Anstrengung und Kraftentfaltung hinter sich. Alle Voraussetzungen, die der Fleiß und das Können des Bauern für eine gute Ernte schaffen konnten, waren in diesem Jahre erfüllt. Freilich, das Wetter liegt nicht in unserer Hand und hat oft genug den bäuerlichen Fleiß schlecht belohnt. Wenn auch stellenweise das Getreide unter der Ungunst des Wetters gelitten hat, wenn auch ein harter Winter zu umfangreichen Umpflügungen von Getreideflächen zwang, so können wir heute dem Allmächtigen doch für diese Ernte danken. Die Hackfruchternte verspricht sogar reichen Segen, nicht zuletzt deshalb, weil der deutsche Bauer und Landwirt trotz größter Schwierigkeiten freudig der Aufforderung gefolgt ist, den Anbau von Rüben und Kartoffeln zu vergrößern. Weil diese Früchte von der Flächeneinheit einen größeren Nährstoffertrag bringen als Getreide. Die Schwierigkeiten, dem deutschen Volk auf seinem beengten Raum eine ausreichende Nahrungsmittelversorgung zu sichern, insbesondere der immer stärker fühlbare Mangel an Landarbeitern, bedeuten für die in der Erzeugungsschlacht geforderte Intensivierung des Landbaues zweifellos eine Erschwerung. Der freiwillige Einsatz in der Erntehilfe ist eines der schönsten Beispiele des wiedererwachten Gemein- schastsbewußtseins. Wille zur Leistung. Mit dem Nährstandsgesetz und der Marktordnung war die Marschrichtung der nationalsozialistischen Agrarpolitik gegeben. Diese neue Grundlage gab uns die Möglichkeit, bereits im Herbst 1934 die deutsche Landwirtschaft Aur E r - zeugungsschlacht aufzurufen. Daß Dies bereits ein Jahr nach der Machtübernahme möglich war, beweist, welch unendlich großer Wille zur Leistung im deutschen Landvolk liegt. Dieser Wille zur Leistung aber konnte eben nur auf der neuen Grundlage der gebundenen Wirtschaft entfaltet werden. Hierin liegt das Geheimnis des Erfolges. 1934 mußte das deutsche Volk noch zu 25 v. H. feine Nahrungsmittel im Auslande kaufen, 1936 demgegenüber brauchten wir nur noch 17 v. H. unseres Bedarfs einzu- führen. Der Milchertrag ist feit 1933 auf der gleichen Höhe geblieben, obwohl die Kraftfuttereinfuhr um die Hälfte sank. Um diese Leistungssteigerung des deutschen Landvolkes in ihrem vollen Umfange würdigen zu können, muß man sich klarmachen, daß der Verbrauch an Nahrungsgütern infolge des wirtschaftlichen Ausstieges und der Wiedereingliederung von mehr als sechs Millionen Arbeitslosen in den Arbeitsprozeß ganz erheblich 3 u genommen hat. Man muß dabei berücksichtigen, daß einer Bevölkerungszahl, die heute genau so groß wie 1914 auf dem damaligen größeren Reichsgebiet ist, eine Verminderung der landwirtschaftlich genutzten Fläche durch den Versailler Vertrag um fast fünf Millionen Hektar, das find 14,3 v. H., gegenübersteht. Wenn man außerdem noch berücksichtigt, daß die Einfuhr an Lebensrnitteln von über 6 Milliarden Mark vor dem Kriege und noch 4,8 Milliarden Mark im Jahre 1927 auf 1,5 Milliarden Mark im Jahre 1936 gesunken ist, so wird man erkennen, wie klein die Produktionsgrundlage ist, die dem Landvolk zur Verfügung steht für die Durchführung seiner großen Aufgabe, den Nahrungsbedarf des deutschen Volkes zu decken. Achtung vor dem täglichen Brot Deshalb bleibt die restlofe Versorgung des deutschen Volkes aus dem deutschen Boden ein schwieriges Problem, welches die deutsche Landwirtschaft nur mit Unter st ühung der Konsumentenschaft meistern kann. Wit Freude kann ich festsiellen, daß das Verständnis für die Versorgungslage in sehr weilen Kreisen der Konsumentenschaft vorhanden ist. Der Städter feiert heute nicht nur mit dem Landvolk gemeinsam den Ernledank, sondern weiß auch den Wert des geernteten Nahrungsgutes richtig zu ermessen. Deshalb wende ich mich besonders an die deutschen Hausfrauen und bitte sie gerade am Ernledank- tage, h a u s z u h a l t e n mit den Erzeugnissen unserer deutschen Erde, gleichzeitig aber auch — und mag es für die einzelne Familie noch so nebensächlich erscheinen — den vermeidbaren Verderb zu verhindern. Vor allen Dingen muß das deutsche Volk mehr Achtung vor dem Brot zeigen. Schon der tägliche Verlust einer einzigen Schnitte Brot in jedem Haushalt ergibt insgesamt einen jährlichen Verlust von mehr als sechs Millionen Zentnern Brotgetreide Das ist etwa ein Drittel unserer jährlichen Durchschnittseinfuhr. Diese sechs Millionen Zentner Brotgetreide müssen jetzt mit rund 40 Millionen Mark Devisen beschafft werden, eine Summe, die wir für unsere Rohstoffversorgung viel nötiger brauchen. Es ist dabei unverantwortlich, Brot verderben zu lassen. Wenn wir den harten Schritt tun mußten, dem landwirtschaftlichen Erzeuger die V e r- Fütterung des Roggens und Wetzens zu verbieten, so müssen wir auch vom Städter verlangen, mit dem wichtigsten Nahrungsgut des Volkes, dem Brot, sorgsam umzugehen. Dazu gehört vor allen Dingen der Unfug vieler Haushaltungen, das Brot ausgeschnitten auf den Tisch zu bringen, wodurch die nicht gegessenen Brotschnitten im allgemeinen dem Verderb ausgeliefert werden. Hierhin gehört auch, daß dem dunkleren Brot und Mehlder Vorzug gegeben wird, nicht nur weil Deutschland mehr Roggen als Weizen bauen kann, ondern auch deswegen, weil Roggenbrot gell n d e r ist. Ebenso ist nicht nur aus volkswirt- chaftlichen Gründen der Verzehr von frischem Brot Verschwendung, sondern er ist auch gesundheitlich schädlich. Wir dürfen in diesem Jahre auf eine reiche Kartoffelernte hoffen. Wir haben vom Erzeuger bewußt einen stärkeren Kartoffelanbau verlangt, da dieser ergiebiger ist als der Getreidebau. Mit dieser Verlagerung der Erzeugung muß jedoch Hand in Hand gehen eine Verlagerung des Verbrauches. Es ist notwendig, daß auch der Verbraucher dieser Tatsache Rechnung trägt, indem er den Verbrauch von Brot zugunsten der Kartoffel einschränkt und z. B. abends mehr Kartoffeln statt Brot ißt. Der Verbraucher muß in Zukunft die Rahrungs- güter bevorzugen, die uns unsere heimatliche Scholle reichlich zur Verfügung stellt, dagegen muh der Verbrauch solcher Lebensmittel eingeschränkt werden, deren Erzeugung auf deutschem Boden nicht in reichlichem Maße möglich ist. Stadt und Land müssen sich in der Befolgung dieser selbstverständlichen ernährungspolitischen Folgerung eng zusammenschließen, denn nur eine einheitliche Ausrichtung der gesamten Verbraucherschaft auf den zweckmäßigen und richtigen Verbrauch kann, auf die Dauer gesehen, die Anstrengungen des deutschen Landvolks, die Ernährung des Volkes zu sichern, zum vollen Erfolg führen. Für den deutschen Bauern und Landwirt möchte ich, mein Führer, das Gelöbnis ablegen, daß der deutsche Bauer freudig seine Pflicht erfüllen wird. Wir werden unsere ganze Kraft zusammennehmen, um auch das kommende Jahr der deutschen Ernährung erfolgreich zu bestehen. Wir bitten den Allmächtigen, uns beizustehen in unseren Bemühungen, damit auch künftig unsere Felder reiche Ernten tragen. Wir gehen an diese Aufgabe in dem Bewußtsein heran, daß sie uns gelingen wird, weil Ihre Politik des Friedens, mein Führer, die Voraussetzung schafft, um dem deutschen Landvolk seine Arbeit auf der deutschen Scholle zu ermöglichen. Cs kam nur eine Freiheit geben, die Freiheit des Volkes. ■ £ : „,fc Der Führer spricht von der Tribüne auf dem Bückeberg zum deutschen Landvolk. (Scherl-Bilderdienst-M.) Ser Führer spricht. Deutsche Volksgenossen unb Volksgenossinnen! Meine deutschen Bauern! Unter den großen demonstrativen Gemeinschafts- kundgebungen des deutschen Volkes und des neuen Reiches nimmt das Erntedankfest einen ersten Platz ein. In ihm soll sich nicht nur das deutsche Bauerntum, sondern auch das deutsche S t a d t v o l k vor dem ganzen Volk zu den Grundsätzen bekennen, die in erster Linie feine Unabhängigkeit und damit fein Leben ermöglichen. Die Zeit vor unserer Machtübernahme wurde von anderen Prinzipien beherrscht als unseren jetzigen. Damals gab es eine liberale Parole, die lautete: .Leder kann tun, was er will!" Und dann folgte die marxistische Lebensparole, die lautete: ,Lede Klasse kann tun, was sie will, d. h. was zu tun sie stark genug ist." Heute aber gibt es nun nur eine Parole: „Jeder muß tun, was allen nützt, was allen zugutekommt! (Lang anhaltender, stürmischer Beifall der Massen.) Wie wäre es möglich, eine Gemeinschaft aufzurichten, wenn in ihr jeder das tun wollte, was er glaubt tun zu können! Wir find hier versammelt — eine gewaltige Kundgebung, eine gigantische Demonstration! Und doch sind Sie alle in diesem Augenblick nur ein Teil eines gesamten Größeren! Darin liegt das Geheimnis jeder Leistung und jeden Erfolges! Genau so unmöglich aber ist die Parole, daß jede Klasse tun kann, was sie tun will. Auch diese Parole haben wir in Deutschland kennengelernt. Sie hat ihren letzten Ausdruck gefunden in dem Satz: „Und wenn dein starker Arm es will, dann stehen alle Räder still." Jawohl, die Rädersind stillge- ft a n b e n Aber man konnte sie auch nicht mehr in Gang bringen! Das Ergebnis dieser Parole haben wir tennengelernt: Sieben Millionen Erwerbslose, eine vernichtete Wirtschaft, ein ruiniertes Bauerntum. Es gibt daher keine Freiheit des einzelnen, so roenig es eine Freiheit der Klasse gibt. Was heißt, meine lieben Bauern, Freiheit des einzelnen? Sie wissen selbst, wie sehr Sie von der Natur und von den Aufaaben Ihres Berufs gezwungen find, bestimmte Arbeiten durchzuführen, ob sie Ihnen gerade gefallen oder nicht, ob das Wetter schön oder schlecht ist! Die Natur zwingt die Menschen ununterbrochen zu Arbeiten, die ihnen nicht gefallen, zu Leistungen, die nickt immer angenehm sind. Das Leben würde vielleicht aber auch gar nicht schön sein, wenn alles so ginge, wie der einzelne es gerade haben wollte. 3m Gegenteil, Wider st ände z n überwinden, ist der höchste Triumph des Lebens! (Lang anhaltender stürmischer Beifall der 'Millionenkundgebung.) Ls kann nur eine Freiheit geben, die Freiheit des Volkes! Und diese Freiheit kann nur dann gewährleistet werden, wenn jeder einzelne bereit ist, dafür auch sein Opfer zu bringen. (Begeisterte Zustimmung der Massen.) Freiheit des Volkes aber heißt vor allem Sicherung der Ordnung des Lebens. Der nationalsozialistische Staat hat eine Autorität aufgerichtet, die nicht einer be- stimmten Klasse verschrieben ist. 3n unserer Partei hat sich das ganze deutsche Volk feine politische Organisation gegeben. Sie erfaßt das ganze Volk und trägt damit auch die gesamte Verantwortung. Liner muh sie besitzen: wo käme auch nur der kleinste Bauernhof hin, wenn nicht einer die Verantwortung fragen wollte! Wenn nicht einer bestimmen würde, was geschehen muh und wie es zu geschehen hat. Und im Großen ist es nicht anders als im Kleinen. 3n der Volksgemeinschaft nicht anders als einer Familie: Liner muh den Gesamtüberblick haben, einer ist verantwortlich, nicht nur für die Organisation der Erzeugung, sondern auch für die Einteilung des Verbrauchs! Ls ist Aufgabe der Führung, dah sie dies alles überblickt und von ihrem Standpunkt aus der Gesamtheit die notwendigen Anweisungen für die Durchführung des Lebenskampfes gibt Der nationalsozialistische Staat hat die Organisation geschaffen, die es ihm ermöglicht, die großen Direktiven sowohl für die Produktion als für den Verbrauch zu erteilen. Er tut es nur des deutschen Volkes wegen. Denn wenn wir heute irgendeine Anordnung herausgeben, wie im vergangenen Jahre z. B. die Regelung des Fettverbrauches, dann tun wir das nicht etwa den Schweinen zuliebe, sondern wir tun es für das deutsche Volk, um es vor bitteren Enttäuschungen und Not zu bewahren. (Brausende Zustimmung der Massen.) Wir haben einen Anspruch ans unsere Kolonien. Mr haben ungeheuer schwere Probleme zu lösen. Aber: Wir selbst müssen diese Probleme lösen und mit ihnen fertig werden. Die Umwalt hat nur Unverständnis oder unsinnige Bemerkungen dafür. (Zustimmung und Heiterkeit.) Wenn wir heute sagen, dah unser Lebensraum zu klein ist, und dah wir daher unseren Lebensraum unbedingt durch Kolonien ergänzen müssen, dann geht so ein weiser Kopf irgendwo in der Welt daher und erklärt: „Was brauchen Sie Kolonien? Kolonien würden Ihnen gar nichts nützen! Sie können ja kaufen!" — So gescheit sind wir auch, dah wir kaufen können, wennwirGeldhaben. Man hätte uns nur nicht erst 15 Jahre ausplündern sollen, dann könnten wir heute taufen! (Stür- Mischer Beifall der Riesenkundgebung.) Es gibt reiche Leute, die sagen: „Reichtum ist eine Last, an der man sehr schwer zu tragen Hal! Keiner sehne sich danach, dah auch er von dieser Last aufgebürbef bekommt!" Run möchte man meinen, dah, wenn Reichtum eine jo schwere Last fein soll, sie dann froh fein mühten, etwas von ihr ab)ugeben. Allein, das wollen sie dann doch wieder nicht. So gibt es auch fremde Staatsmänner, die sagen: „Kolonien sind eine schwere Last." Aber sie wo l l e n von dieser Lastnichtsabgeben! Sie sagen „Kolonien haben gar keinen Wert!" Aber trotzdem wollen Sie dieses „Wertlose" unter keinen Umständen dem rechtmähigen Besitzer zurückgeben! Wenn ich vom rechtmähigen Besitzer spreche, bann nur in einer Zeit unb in einer Welt, die erfüllt ist von den Idealen völkerbundsrechtlicher Sittlichkeit und Sittsamkeit. Und nach diesen Idealen haben wir Deutsche ja einst unsere Kolonien erworben. Und nach anderen Prinzipien» die vom Standpunkt der Völkerbundsmoral aus schärfstens zu verdammen sind, haben wir sie verloren. Glauben Sie: Wir stehen schwereren Aufgaben gegenüber als andere Staaten und andere Länder: Zuviele Menschen auf einem zu kleinen Lebensraum, es mangelt an Rohstoffen, mangelt an Anbaufläche, und trotzdem: Ist Deutschland nicht schön? Ist Deutschland nicht trotzdem wunderbar? Lebt unser Volk nicht trotzdem so anständig? Möchten Sie alle mit irgend etwas anderem tauschen? (Stürmische „Niemals! -Rufe der Massen.) Ja, meine Volks- aenossen, woher kommt das, weshalb ist Deutschland heute wieder schön? Es ist schließlich das Ergebnis der Arbeit, des Fleißes und einer überlegenden Organisation! (Stürmi- cher Beifall und lang anhaltende Heil!-Rufe.) Sie wissen ja: Als ich zur Macht kam, da prophezeite man mir genau sechs Wochen Regierung. Und die Männer, die vor mir regierten, müßten das wissen, denn sie sind ja selbst meistens nicht länger da- ^ewesen als sechs Wochen. Seitdem sind nun bald ü n f Ja h r e vergangen. Was aber ist aus Deutschland geworden?! Ich lasse Ihnen nicht umsonst hier bei jedem Erntedankfest die Hebungen der Wehrmacht vorführen. Sie soll Sie alle erinnern, daß wir hier nicht stehen würden, wenn über uns nicht Schild und Schwert Wache halten würden. (Begeisterte Kundgebungen der Massen.) Jawohl, wir haben den Frieden, aber nur, weil über ihm d i e neue deutsche Waffe gehalten wird. Das gibt uns den Frieden, das gibt uns die Sicherheit und das gibt uns die Voraussetzungen für unsere Arbeit. (Erneute stürmische Kundgebungen.) Dieser Emporstieg Deutschlands ist aber kein Wunder. Die Grundsätze dieser Entwicklung können wir in vier Punkten zusammenfassen. Erstens: Wir haben dem Streit der Einzelnen und der Klassen untereinander, dem Streit der Stände, der Konfessionen und der Parteien untereinander ein Ende gemacht! Wir haben über dem aufgerichtet das deutsche Volk, so wie Sie jetzt alle hier vor mir stehen. Wir haben diesem Volk die Ueberzeugung gegeben, daß es nur als Volk bestehen kann und nicht als eine Sammlung von Individuen ober Parteien usw. Zweitens: Wir haben darüber eine Autorität gestellt: Eine Autorität, die niemand anderem verpflichtet ist als dem deutschen Volk und die sich daher auch kraft dieses Mandats durchgesetzt hat, durchsetzt und durchsetzen wird. Und drittens: Wir haben vor allem einen Willen in Deutschland herausgearbeitet. Wie notwendig aber ist doch das! Wir haben es erlebt im vergangenen Jahre, als die Verhältnisse uns zwangen, einen neuen Plan zur Durchführung zu bringen, den Vierjahresplan. Warum tun wir das? Weil nur durch eine solche gewaltige Anstrengung diejenigen Aufgaben zu lösen sind, die uns infolge unserer Verhältnisse nun einmal gestellt sind. Das kann aber nur ein Wille und nicht der Wille von 15, von 20, von 50, 100 oder gar von ich weiß nicht wieviel tausenden Menschen ober gar Vereinen und Verbänden. Aber nicht nur in der städtischen Wirtschaft, in der Industrie ist eine solche willensmäßige Führung notwendig, sondern auch in unserer Landwirtschaft. Auch hier muß man von Zeit zu Zeit große Parolen geben. Der Einzelne weiß ja gar nicht, was notwendig ist, damit alle bestehen können. Es ist aber die Voraussetzung für jeden (Erfolg, daß der, der den Willen repräsentiert, auch in feinem Willen respektiert wird. Solange die deutsche Ration in allen Ständen einem einzelnen Willen sich unferorbnet, solange werden alle Probleme zu lösen sein! Wir haben sie ja auch bisher gelöst! Aber ich konnte sie nur lösen, weil hinter mir das deutsche Volk stand! Deshalb, weil Sie mir nachmarschiert sind, konnte ich vorangehen! (Jubelnde Zustimmung der Massen.) Als ich im vergangenen Jahr den Befehl zur Besetzung des Rheinlandes gab, war das Entscheidende nicht, daß die Soldaten marschierten, sondern daß das deutsche Volk mitging, daß die ganze Ration sich hinter mich stellte. Dem haben Sie den Erfolg zu verdanken! (Stürmische Beifallskundgebungen.) Das gilt für nufere industrielle Erzeugungs- fchlacht genau fo wie für die landwirtschaftliche. Je mehr wir alle lernen, ich möchte fast sagen, auf ein Kommando in eine Linie einzuschwenken, um so größer wird der Erfolg sein. Sie deutsche Arbeit ist die solideste Deckung der deutschen Währung. Der vierte Grundsatz aber heißt, daß bei uns die Arbeit alles ist. Ich sage bei uns, denn in anderen Ländern ist es nicht so, unb bei uns war es früher auch nicht ber Fall. Bei uns war auch einmal bas Gelb alles. Das war in ber Zeit, in ber bie Stunbe erst mit 100 000 Mark unb bann mit einer Million unb endlich mit einer Billion honoriert wurde. Seit diese Zeit vorbei ist, kam das deutsche Volk etwas zum Nachdenken. Ader erst seit unserer Machtübernahme sind die Konsequenzen aus diesen Erfahrungen gezogen worden. Die Konsequenz heißt: Geld ist garnichts, Produktion ist alles! (Stürmische Zustimmung.) So können wir auch das Wunder erleben, daß in anderen Ländern, die mit Gold und Devisen vollgepfropft sind, die Währungen zugrunde gehen, und in Deutschland, wo hinter der Währung an Gold und Devisen gar nichts steht, bie Mark stabil bleibt! Hinter der deutschen Mark steht die deutsche Arbeit! (Brausende Beifallskundgebungen ber Millionenmassen.) Das ist bie fi- cherste Währung, weil sie bie solideste Deckung hat. Die Arbeitskraft einer Nation von 68 Millionen kann, zusammengefaßt, Wunder vollbringen. Sie gibt dem Geld erst seinen Wert. Denn: Wenn du mich fragst, deutscher Bauer, was deine landwirtschaftliche Produktion für einen Wert hat/ dann kann ich dir sagen: Genau so viel Wert wie die Arbeiter in der Stadt dafür schaffen! Und wenn der Arbeiter in der Stadt mich fragt: Was haben die Güter für einen Wert, die ich erzeuge? — so antworte ich ihm: Das, was der Bauer auf dem Lande für dich arbeitet. Jeder bekommt nur das, was der andere geschaffen hat, keiner kann mehr erhalten, als was von anderen erarbeitet und erzeugt wurde. Daher ist bas Problem unserer Lebenshaltung ein Erzeugungs Problem, ein Problem ber Arbeit, ber Organisation ber Arbeit unb ber Verteilung ihrer Ergebnisse. Unb damit haben Sie bas ganze Wunder. Es ist nur ein Wunder der Vernunft, daß nämlich das deutsche Volk langsam fo vernünftig geworden ist und wieder denken gelernt Hal. Daß es heute Millionen von Arbeitern gibt, die allmählich begreifen, daß Geld an sich gar keine Rolle fpielt, dah das nicht entscheidend ist, was er an gedrucktem Geld bekommt, sondern das, was er dafür kaufen kann! Und er kann nichts kaufen, was nicht andere wieder geschaffen haben! Dasselbe gilt auch für den deutschen Bauern. Auch er muh für feine Arbeit die Arbeit anderer einfau- fchen können. Denn, was wir auch produzieren, ob Getreide, Gemüfe oder Kartoffeln, ob Arbeiter Kohle fördern oder Eifen schaffen, das geht nicht zu den Sternen in die höhe, das wird von uns allen wieder konsumiert und nicht von den Millionären. Die Millionäre können die deutsche Kartoffelernte nicht aufessen, sie gehl in die Millionenmasse unseres Volkes. Daher ist die deutsche Lebensfrage eine Frage der Arbeit, der Arbeitssteigerung, der Organisation dieser Arbeit und der vernünftigen Verteilung ihrer Ergebnisse. Wir haben ein Recht dazu, Feste zu feiern. Und damit sind auch unsere großen Kundgebungen, die wir in Deutschland abhalten, immer nur wieder Tagungen, auf denen wir versuchen, unser Volk zu vernünftigem Denken zu bringen. Es ist so leicht, den Menschen etwas zu versprechen, aber unendlich schwer, es zu halten Und ich kann von mir wohl sagen, daß ich dem deutschen Volk nie etwas versprochen habe, was ich nicht auch zu halten in der Lage war. (Lang anhaltender stürmischer Beifall.) Ich glaube sogar, ich habe mehr gehalten in den fünf Jahren, als einst ver- sprachen worden ist! (Erneute stürmische Zustimmung.) Aber doch nur deshalb, weil es mir gelang, das deutsche Volk zu einem vernünftigen Mitgehen zu erziehen! Wir freuen uns darüber, daß wir heute diesen «hier feiern. Denn wir haben den Grund- if der einen Seite arbeiten bis zum Aeußer- ften, und auf der anderen Seite dann aber auch Freude und Feste. Unsere Gegner sagen: Ihr feiert schon wieder ein Fest! Natürlich, wir haben ja auch ein Recht dazu! Ihr habt früher allerdings keinen Grund gehabt, Feste zu feiern, denn ihr habt ja auch nichts geleistet. Wir haben etwas geschaffen, und wir haben darum auch ein Recht, nach getaner Arbeit zu feiern! (Tosender Beifall.) Eine große Arbeitsschlacht ist glücklich zu Ende gebracht worden. Wir haben wieder unsere Arbeit hinter uns, und darum können wir uns auch jetzt wieder freuen! Das können der deutsche Bauer und das ganze deutsche Volk an diesem Erntedankfest. (Begeisterte Kundgebungen der Massen). Wenn wir diesen Weg weitergehen, anständig, fleißig und redlich, wenn wir so brav und treu unsere Pflicht erfüllen, dann wird, das ist meine Ueberzeugung, auch in der Zukunft ber Herrgott uns immer wieder helfen. Er läßt anständige Menschen auf die Dauer nicht im Stich! Er kann sie vielleicht manchmal erproben, ihnen Prüfungen schicken, aber auf die Dauer läßt er doch immer wieder seine Sonne über sie strahlen und gibt ihnen am Ende seinen Segen. (Stürmischer Beifall der Massen.) Es ist etwas Wunderbares, wenn wir durch dieses schaffende Deutschland hindurchfahren. Es ist wirklich- ein blühender Garten, es erscheint uns schöner als irgend etwas ande- res auf der Welt. Rur der, der Deutschland fo kennt, kann auch ermessen, wie wir an diesem Deutschland hängen, wie besorgt wir sind, dah ihm kein Unheil zustoßen möge, vor allem daß ihm der Friede erhalten bleibt. Wir haben keine Lust, mit irgend jemanden Händel anzufangen. Aber es fall auch jeder wissen: Den Garten, den wir uns bestellt haben, den ernten wir auch allein ab, und niemand soll sich einbilden, jemals in diesen Garten einbrechen zu können! Das können sich die internationalen jüdischen Bolschewistenverbrecher gesagt fein taffen: Wo immer sie auch hingehen — an der deutschen Grenze stoßen sie auf ein eisernes Stop! (Lang anhaltende begeisterte Zustimmung.) Deutschland wird feine Freiheit, feine Unabhängigkeit und Sicherheit, feine Kultur und damit auch fein Leben schützen und bewahren! Wenn wir alle in Stadt unb Land so zusammen, halten, wenn jeder einzelne auf dem Platz, aus dem er steht, anständig seine Pflicht erfüllt unb nicht nur an sich allein, sondern auch an feine Mitmenschen denkt, bann, glauben Sie, kann nichts kommen, was uns zerbrechen könnte. Wir werben bestehen! Auch im kommenden Jahr unb in ben kommenden Jahrzehnten! Wir haben an diesem heutigen Tag eine wunderbare Sonne. Ein Jahr vor uns gab es strömenden Regen. Was es bas nächste Jahr geben wirb, weiß ich nicht. Aber baß wir immer roieber hier stehen werben, bas weiß ich, ganz gleich wie das Wetter sein wird! (Stürmischer Beifall der Millionenmassen.) Wenn wir uns aber nach einem Jahr hier wieder treffen, dann werden wir aufs neue bekennen können: Das Jahr ist um, unb es ist roieber alles gut gegangen. Alles ist noch schöner geworben. Es ist für uns ein Glück, in Deutschland leben zu dürfen. Unser Deutsches Reich unb unser beutsches Volk — Sieg-Heil! * Ein ungeheurer Sturm bes Jubels und der Begeisterung braust über bie Höhe. Millionenfach stimmen bie Bauern und Bäuerinnen in bas Sieg- Heil ein, das (Bauleiter Rust auf den Führer ausbringt. Die Lieber ber Nation steigen zum Abschluß ber großen Stunde zum Himmel empor. Der Führer trat im Sonderzug die Weiterreise nach (B o s I a r an. Langsam zerstreute sich die Millionenmenge. Hunderttausende werden noch teilnehmen an den „K d F." - V o l k s f e st e n, die in allen Orten ber Umgebung stattfinden. In der Reichsbauernstadt Goslar. Ausklang des Erntedanktages. Goslar, 3.Okt. (DNB.) Mit der gleichen Begeisterung, die den Führer auf dem Wege vom Bückeberg zum Bahnhof Tündern begleitete, wurde Adolf Hitler auch auf der weiteren Fahrt zur Reichsbauernstadt Goslar gefeiert. Ueber- all jubelten begeisterte Massen dem Führer zu, an allen Bahnhöfen entlang der Strecke, die der Zug berührte, standen dicht gedrängt die Volksgenossen. Ein Meer von Fahnen und Fenster an Fenster strahlende Lichterketten, die Straßen überzogen von Tannengrün und Girlanden, um die Straßenlampen Erntekränze, über den Kreuzungen bunt bebänderte Erntekronen, und zwischen all diesem reichen Schmuck das malerische Bild mittelalterlicher Bürgerhäuser mit reichen Schnitzereien und Sinnsprüchen im Glanze der Scheinwerfer. In den Straßen aber harrt die begeisterte Menge dicht gedrängt am Rande der Fahrbahnen, tief gestaffelt an den Straßenkreuzungen und überall an den Fenstern, in den Gärten, an den Brüstungen, in den Gaststätten und auf den eigens errichteten Tribünen zu Zehntausenden in froher Erwartung des Führers. Als der Sonderzug des Führers in den Bahnhof einläuft, flammen zehn mächtige Scheinwerfer rings auf oen Höhen um Goslar auf. In der Kaiserpfalz erwarteten den Führer die Männer des Reichsnährstandes und Abordnungen der Bauern und Landarbeiter aus allen deutschen Gauen. Mächtige Hoheitszeichen ragten zwischen den riesigen Tannengirlanden an den Wänden. In der Mitte des Saales find die Geschenke ausgestellt, die dem Führer an diesem Ehrentag des deutschen Landvolkes überreicht wurden, spezifische Erzeugnisse jeder deutschen Landschaft. Reichsbauernführer Darre begrüßt den Führer mit einer kurzen Ansprache und stellt seine engsten Mitarbeiter vor, worauf der Führer zu den Abordnungen sprach und sich von dem Landesbauernführer die einzelnen Mitglieder vorstellen ließ. Die besten Dauern und Landarbeiter aus jeder deutschen Landschaft sind es, die dem Führer die Hannover, 2. Okt. (DNB.) Vor der mit Erntekronen reich geschmückten neuen Gaststätte am M a s ch s e e erwartete schon in den Mittagsstunden eine freudig gestimmte Menschenmenge die Reichsminister Dr. Goebbels und D a r r £. Die Abordnungen der deutschen Bauern und Landarbeiter trafen nach einer Stadtrundfahrt am Masch- see ein, wo sie sich zu der Ehrung der Reichssieger im Leistungswettkampf des deutschen Landvolkes versammelten. Reichsminister Darre gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß das deutsche Bauerntum geschlossen und einig die vom Führer ausgegebene Parole zum Kampf für die deutsche Ernährungsfreiheit ausgenommen und befolgt habe und überreichte dann den Reichssiegern Urkunden und ein Buch des Reichsministers Darre mit seiner Unterschrift. Reichsminister Dr. Goebbels betonte, wenn heute in Deutschland ein großes Fest begangen werde, so sei das nicht eine Sache allein des Volkes oder allein der Regierung, sondern eine Angelegenheit, bei der die Regierung mit dem Volke und das Volk mit der Regierung zusammengehe. So sei auch das Erntedankfest nicht eine Angelegenheit allein der Bauern, sondern es komme an diesem Tage vor aller Oeffentlichkeit die Verbrüderung der Klassen und Stände zum Ausdruck, die der Nationalsozialismus durchgeführt habe. Wieder vereinigte sich das deutsche Volk mit seinen Bauern in heißer Dankbarkeit zum Himmel für die gute Ernte, gleichzeitig bringe aber auch das ganze deutsche Volk dem Bauern seinen Dank für ein Jahr mühseliger und sorgenvoller Arbeit Hand geben, Männer, die in der Erzeugungsschlacht ihre ganze Kraft für das Wohl des deutschen Volkes eingesetzt haben und nun die hohe Ehre und Auszeichnung genießen, dem Führer des Deutschen Reiches ins Auge blicken zu können. Der Führer bleibt da und dort stehen und spricht mit einzelnen Mitgliedern der Abordnungen. Besonders herzlich wendet er sich an das älteste Mitglied der Abordnung Wildmeister Bruhn aus der Landesbauernschaft Hannover, einem alten Ehrenzeichenträger, der mit feinen 84 Jahren es sich nicht nehmen ließ, den Führer persönlich zu begrüßen. Der Führer d a n k t e den Männern des deutschen Bauerntums für die geleistete Arbeit und umriß die Aufgaben, die in der Zukunft vor ihnen liegen. Er gab seiner großen Befriedigung Ausdruck über den Besuch des italienischen Regierungschefs Benito Mussolini im nationalsozialistischen Deutschland und wies insbesondere auf die Bedeutung der durch diesen Besuch aufs neue dokumentierten Zusammenarbeit des faschistischen Italien mit dem nationalsozialistischen Deutschland für die europäische Politik und den Frieden der Völker hin. Der Führer begab sich nun mit seiner Begleitung auf die große Freitreppe, wiederum von nicht endenwollenden Jubelrufen der Menge begrüßt. Rings um Goslar leuchteten in diesem Augenblick Leuchtfeuer auf, hoch überstraht von dem Lichtdom der Scheinwerfer. Zum ersten Male wurde der neu- geschaffene Jägerzapfenstreich durch das verstärkte Musikkorps des Goslarer Jägerbataillons gespielt. Der Zapfenstreich leitet über zum Gebet und klingt aus mit den Liedern der Nation. Unter klingendem Spiel rückt die Wehrmacht ab, jetzt besteigt der Führer seinen Kraftwagen und verläßt die Goslarer Kaiserpfalz. In seinem Wagen stehend nimmt er die Huldigung der begeisterten Menge auf der Fahrt durch die märchenhaft beleuchteten Straßen noch einmal entgegen und begibt sich zum Bahnhof, von wo die Weiterfahrt angetreten roitb. dar. „Wir verdanken es vor allem dem Führer, daß der Bauer in den Augen jedes Deutschen wieder der Urquell unseres Volkstums und unserer Volkskraft und der Schaffer unseres täglichen Brotes ist. Der nationalsozialistische Staat ist mit Bewußtsein ein Bauern- und ein Arbeiter st aat. Er hat den Bauern wie den Arbeiter zum festen Fundament des ganzen Staates und des ganzen öffentlichen Lebens gemacht." In diesem Sinne begrüßte Reichsminister Dr. Goebbels die Bauern und Landarbeiter herzlichst und gab dem Wunsche Ausdruck, daß diese Tage des Erntedankfestes für sie selbst und ihre Familien wie auch ihre Nachkommen eine bleibende Erinnerung in ihrem schweren und arbeitsreichen Leben sein mögen. Im Namen der geladenen Ehrengäste des Landvolks dankte Reichsbauernführer D a r r 6 herzlich für diese Stunde. Daß nun auch der Städter Verständnis für die Arbeit des Landmannes aufbringe, sei zum größten Teil mit das Werk von Dr. Goebbels, der den oom Lande entfremdeten Massen wieder das Verständnis für die Landbevölkerung zu vermitteln gewußt habe. Daß wir auf unserem beengten Raum mit unseren Lebensmitteln haushalten könnten, daß die Lebensrnittel so vermehrt würden, wie die heimatliche Scholle sie hervorbrmge, das sei' der überzeugenden Aufklärungsarbeit des Reichspropagandaministers zu danken. — Reichsminister Dr. Goebbels setzte sich dann mitten unter seine Gäste, mit denen er sich eingehend über die Sorgen und Nöte des deutschen Landmannes unterhielt. Ernahrungsmöglichkeiten zu schaffen, sondern gesunde und glückliche Familien als Träger der deutschen Zukunft zu verankern. Denn wir müssen uns darüber klar sein, daß die Großstadt in ihrer heutigen Struktur Völkermorden- bleibt, darum haben wir Hand angelegt und neue Dörfer, aber auch an Stelle der Mietskasernen in der V o r st a d t s i e d l u n g neue Wohnungsmöglichkeiten für eine gesunde Generation geschaffen. Da nur ein gesundes Volk stark und jung bleibt, gilt unsere ganze Arbeit der Sicherung und Erweiterung der Lebensmöglichkeiten unseres Volkes. In dieser Gemeinschaftsarbeit wird auch der weibliche Arbeitsdienst eingesetzt, der die Aufgabe hat, die Siedlerfrau zu unterstützen und so die Siedlerfrau vor einem frühzeitigen Altern und Verbrauchtsein zu schützen. Der Gemeinschaftsgeist, der in den Lagern lebt, wird darüber hinaus die richtunggebende Schule für das Leben einer jeden Arbeitsmaid fein. Hier sehen wir praktisch, was Nationalsozialismus ist, und wir können sagen, wenn es irgendwo auf der Welt einen sozialistischen Staat gibt, dann ist es das Dritte Reich. — Nach der Grundsteinlegung wurde gemeinsam die Uebertragung vom Bückeberg angehört, und dann fuhren der Gauleiter, die zahlreichen führenden Persönlichkeiten und die Gäste nach dem Erbhöfeweiler Rosengarten. * Daß die Arbeit des nationalsozialistischen Staates die Arbeit des ganzen Volkes ist, zeigte klar und eindeutig die riesenhafte Beteiligung der Wormser Bevölkerung an der Einweihung des Erbhöfeweilers Rosengarten. Schon lange Potsdam, 2. Okt. (DNB.) Aus Anlaß der fünften Wiederkehr des Reichsjugendtages von Potsdam 1932 nahm Reichsjugendführer Baldur von Schirach in Potsdam die feierlich^ Weihe des ersten Bauabschnittes der neuen Reichsführerschule der HI. vor. Wer heute, so sagte er, angesichts der im Nürnberg-Stadion oder im Olympischen Stadion zu Berlin angetretenen Jugend am Reichsparteitag und am 1. Mai die Frage stellt, wodurch in einer so kurzen Zeitspanne die Millionenmasse unserer Jugend diszipliniert wurde, hier steht die Antwort! Während unsere Blicke hier iy Potsdam auf den bescheidenen Gebäuden weilen, die das Programm der deutschen Nationalerziehung mit verwirklichen halfen, sind in Braunschweig schon Hunderte von Arbeitern damit beschäftigt, die Fundamente der Reichsakademie für Jugendführer zu errichten. Jedes Gebiet der Hitler-Jugend, jeder Obergau schuf sich seine Führerschule; für die einzelnen Spezialgebiete der Jugendführung und Erziehung entstanden Fachanstalten. Was nun in Braunschweig tm Entstehen begriffen ist, ist eine einzigartige Hochschule der jungen Führer, die auch in ihrer äußeren Gestaltung ein strenger und schöner Ausdruck unseres erzieherischen Ideals sein wird." Zu den Fragen der Führerbefähigung erklärte der Reichsfugendführer: „Menschen, die nicht zum Führen geboren sind, werden auch nicht durch Führerschulen dazu befähigt. Man hüte sich vordem Wahn, zu glauben, daß man die Führerfrage einer Organisation mechanisch dadurch zu lösen vermöchte, daß man einem wahllos zusammengewürfelten Arbeitskreis von Führeramtskandidaten eine Serie von mehr ober weniger wertvollen Vorträgen vorsetzt. Die Jugend unserer Führerschulen soll nicht Kurse absolvieren, fonbem von Erlebnissen ergriffen werben, die als Anregungen ein ganzes Jahr hindurch fortroirfen. Unsere jährliche Bannführertagung ist eine Führerschule in diesem Sinne. Es gibt feinen Bannführer im Deutschen Reich, der nicht begeistert bestätigen wird, daß unser diesjähriges Reichsführerlager in Weimar ein hinreißendes Erlebnis war! Der wahre Erzieher lehrt nicht, er lebt. Das heißt, was er voll- vor Beginn der Einweihung zva ein ununterbrochener Menschenstrom über die Rheinbrücke durch den sonnigen Herbstnachmittag zu der Stätte, an der Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger die Vergrößerung der Stadt Worms verkündete, nach der Worms nun wieder wie vor mehr als hundert Jahren auf das rechte Rheinufer hinübergreift, durch den neuen Stadtteil Worms-Rosen- garten, der aus Gemarkungsteilen von Lampertheim, Bürstadt, Hofheim und Maulbeerau gebildet wird. Auch die Chinadeutschen feiern das Erntedankfest. Schanghai, 3. Okt. (DNB.) Die Deutschen Nankings versammelten sich auf einem S ch i f i i m Y a n g t s e k i a n g, um ihr Erntsdank- feft zu feiern. Inmitten der Fluten des Yangtsekiang war diese Feier wohl ein einzigartiger Festakt. Botschafter Trautmann begrüßte die Volksgenossen herzlich, erfreut, sie alle inmitten der Gefahren gesund zu sehen. Mit treffenden Worten um- riß er die Geschichte des Deutschtums in Ehina, das ähnliche Krisenzeiten wiederholt erleben muhte. Auch in der deutschen Kolonie Schanghais drückte der Ernst der Lage dem Erntedankfest seinen Stempel auf. Der Festakt wurde eingeleitet mit Gottesdienst. Konsul Behrens wies dann auf die dem Ernst der Zeit entsprechende schlichte nationale Feier hin. Der Opferwille der deutschen Kolonie habe namhafte Geldbeträge zugunsten des deutschen Hilfsfonds für Volksgenossen aufgebracht, die unter der Auswirkung der Kämpfe leiden. bringt, das leistet er durch feine Persönlichkeit. We- der verkündet er gesammelte Reden des Anstandes und der Moral, noch macht er den peinlichen Versuch, aus dem Schatz seiner sogenannten Erfahrung mitzuteilen. Hebbel sagt irgendwo: „Das Alter nennt seine gemachten Irrtümer Erfahrung". Ich behaupte, die Jugend wird weniger durch die Erfahrung der älteren Generation bereichert als durch die notwendigen Irrtümer, durch die sie allein zu eigener Erfahrung gelangt. Nur diese ist lebendig. Weise werden kann man nur durch sich selbst, niemals durch andere. Die Grenze zwischen Wissen und Bildung ist dort gezogen, wo der jugendliche Mensch das Erlebnis begehrt. Nüchternes Wissen, Kenntnis von Material an Vorgängen oder Zahlen kann gelehrt werden. Um Jugend bilden zu können, bedarf es eines tapferen Herzens. Bin ich tapfer, folgen mir die Tapferen und ich bilde zugleich die Jugend zur Tapferkeit. Kein Wort ist wahr, wenn es nicht von einer wahrhaftigen Per- fönlichkeit gesprochen wird. So ist die Krise der Erzieher nichts anderes als eine Krise der Erzieher, die Krise der Frömmigkeit eine Krise der Priester. Nur wer Mut hat, das Wort Nietzsches und den Lebensgrundsatz Mussolinis, das da heißt: „Lebe gefährlich", zum Motto seines Daseins zu erklären, wird hinter sich eine Gefolgschaft der Muttgen wissen. Dies trifft auch zu für die Monarchen. So lange der König steht, steht auch sein Thron. Denn so lange ein solcher Mensch an sich selbst glaubt, glauben auch andere an ihn. In Potsdam sollen die Abteilungsleiter der Gebiets stöbe von Zeit zu Zeit zusammengefaßt werden, um mit den führenden Männern des Reiches in Berührung zu kommen. Da eine solche Aufgabe nicht im Rahmen der bestehenden Anlagen erfüllt werden konnte, habe ich den Architekten Professor March, den berühmten (Erbauer unseres Olympischen Stadions, beauftragt, hier eine sportliche Anlage zu schaffen, die allen modernen Forderungen entspricht. Dieser Auftrag ist in vorbildlicher und origineller Weise erfüllt worden." Während das Flaggenlied der HI. erklang, stieg die Fahne am Mast empor. Der Bauern-Empfang in Hannover. Reichsminister Dr. Goebbels dankt Bauern und Landarbeitern. Die neue Reichsführerschule der HI. »Bildung im nationalsozialistischen Sinne wird vorgelebt/' Der Mrer auf der Meldorfer Ausstellung „Schaffendes Volk". Die Vertrauenskrisis in Frankreich. Oie neue Marschroute des Kabinetts Chautemps. Düsseldorf, 2. Okt. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler besuchte am Samstag die Reichsausstellung „Schaffendes Dol k". Seit den frühen Morgenstunden war die ganze Stadt auf den Beinen. Aus dem Niederrhein-Gebiet und aus dem Bergischen Lande trafen unaufhörlich Sonderzüge in Düsseldorf ein. Am Eingang zur Ausstellung „Schaffendes Volk" sind sieben hohe Pylonen mit goldenen Hoheitszeichen aufgestellt und weit über die Straße gespannte Spruchbänder grüßen den Führer „Willkommen in der Schlageter-Stadt!" — „Männer und Frauen des befreiten Rheinlandes danken dem Führer." Der Führer besichtigte zunächst eingehend die Hallen, die den neuen deutschen Werk- st o f f e n , sowie der Stahl- und Eisenindustrie Vorbehalten sind. Anschließend auch die übrigen- Hallen, u. a. die des Reichsnährstandes, der Reichsbahn, der Reichspost, die Sonderhalle Gas und Elektrizi- tät, Holz, die Maschinen- und Werkzeughallen, die Abteilung „Deutscher Lebensraum" und viele andere. Auch in der Gartenschau, der Wilhelm-Gust- lofs-Siedlung und in der Kunstausstellung verweilte der Führer einige Zeit. Der Führer unternahm ferner, begleitet von der jubelnden Begeisterung der in der Ausstellung tätigen Arbeiter und Angestellten, auf der Liliput bahn eine Rundfahrt durch das Ausstellungsgelände. Die Führung hatten Gauleiter Florian, der Leiter des Amtes für Roh- und Werkstoffe, Oberst Löb, Generaldirektor Dr. Ernst Poensgen und Direktor Dr. Maiwald übernommen. Um 13 Uhr traf der Führer von der Reichsausstellung „Schaffendes Volk" kommend in Düsseldorf ein. Die Straßen von der Ausstellung bis zum Parkhotel waren von einer nach Zehntausenden zählenden Menschenmenge umlagert, die in jubelnde Begeisterung geriet, als sie den Führer sah. In der Reitallee haben die Ehrenformationen der Bewegung, eine Kompanie der Wehrmacht, die Alte Garde und die Blutordensträger des Gaues Düsseldorf Aufstellung genommen. Unter Tücher- schwenken und Jubelrufen schritt der Führer die Fronten ab. Dann betrat er durch das prächtige schmiedeeiserne Tor den Jägerhof, ein altes kurfürstliches Jagdschloß, das jetzt der Sitz der Gauleitung Düsseldorf ist. Im Sitzungssaal erwarteten die führenden Persönlichkeiten aller Parteigliederungen, der Wehrmacht, des Reichsarbeitsdienstes, des Reichsluftschutzbundes, des NSFK. und der Behörden, ferner sämtliche Oberbürgermeister der größeren Städte des Gaues sowie die führenden Männer der Wirtschaft, der Kunst und der Wissenschaft den Führer. Nachdem (Bauleiter Florian die Herren dem Führer vorgestellt hatte, unterhielt sich der Führer mit den einzelnen Persönlichkeiten. Hierauf trug er sich in das Goldene Buch der Stadt Düsseldorf ein. Es folgte eine Besichtigung des Hauses der (Bauleitung. Noch einmal umfing den Führer bei seinem (Eintreffen am Hauptbahnhof die ganze Liebe des niederrheinischen Volkes. In einem gewaltigen Chor klang mit immer wieder erneut aufbrausenden Heilrufen der Dank und die Freude der Tausende dem Führer entgegen. Unter den Jubelstürmen der Männer durchschritt der Führer das Bahnhofsportal. Wenige Minuten später verließ der Sonderzug Düsseldorf. Der Grundstein für Hessenaue. Der Stadtteil „Worms-Rosengarten" durch den Gauleiter geweiht. NSG. Leichter Herbstnebel lag über den Fluren, als sich am Erntedankfest die Vertreter der Partei, ihrer Gliederungen, des Arbeitsdienstes und der Wehrmacht sowie der Behörden unweit des Rheines bei Geinsheim versammelten zur Grundsteinlegung für das Neubauerndvrf Hessenaue. Nachdem Kreisleiter W e l l e n k a m p die Feier eröffnet hatte, sprach Landeskulturrat Reich über das neu- geschaffene Dorf und seine Vorgeschichte. Der Gauleiter sprach dann von dem Neubau des Schulhauses aus. Unsere neue Bodenverteilung in Hessen ermöglicht eine intensive Bewirtschaftung auf größerer Grundlage nach den Plänen, die die Partei bereits in der Kampfzeit ausgearbeitet hat. Nicht nur die Pläne und Modelle haben bereits vor der Machtergreifung bei der (Bauleitung Vorgelegen, sondern auch Gauarbeitsführer Faatz hat schon damals freiwillige Arbeitsdienstlager im Ried errichtet, die mit der praktischen Arbeit begannen. Die Machtübernahme machte dann den Weg frei. Die Gesetze des Landes Hessen gaben die Unterlage für das heutige Schaffen. Der Sinn unserer Arbeit ist dabei nicht so sehr neue Paris, 2. Okt. (DNB.) Noch vor Beendigung des am Samstag im Schloß Rambouillet ab gehaltenen Ministerrates hat der Ministerrat festgestellt, daß kein fachlicher Grund das kürzliche spekulative Anziehen der französischen Währung rechtfertigt. Der Haushalt ist ausgeglichen, das Schatzamt entlastet. Die Oktober- Zahlungen sind sichergestellt, ohne daß der Staat dazu seine verfügbaren Mittel aus der Bank zu beanspruchen braucht. Die Finanzlage Frankreichs ist somit gesund. Auf wirtschaftlichem Gebiet muß her Unterschuß der Handelsbilanz durch Steigerung der Erzeugung zurückgeschraubt oder ganz behoben werden. Zu diesem Zweck hat die Regierung eine Umlage angeordnet, deren Ergebnisse rasch und entschieden zur Anwendung gebracht werden müssen. Die Gerüchte, die bei den Kapitalinhabern Mißtrauen Hervorrufen, beziehen sich hauptsächlich auf die internationale Spannung, auf Befürchtungen hinsichtlich eines Wiederauflebens der sozialen Agitation, auf Zweifel, die Zusammenarbeit der Arbeiter und Arbeitgeber bei der Organisierung der Arbeit zu erreichen. Der Ministerrat lehnt jeden Gedanken einer Währungskontrolle ab; er steht auf dem Standpunkt, daß der Schutz der Währung sich nur aus dem einmütigen Willen der Nation ergeben kann, ihren Wohlstand durch eine große Anstrengung der Arbeit, der Disziplin und der (Einigung zu verteidigen. Die Regierung wird entschlossen die Friedenspolitik aufrechterhalten. Im Einvernehmen mit Großbritannien gedenkt die französische Regierung, von den anderen Ländern die Achtung der Nichteinmischung in die inneren spanischen Angelegenheiten, ebenso wie sie sie selbst anwendet, zu erlangen. Die Regierung wird weiterhin energisch die lebenswichtigen Belange Frankreichs verteidigen und sich dabei bemühen, ihre friedlichen Beziehungen zu anderen Nationen aufrechtzuerhalten. Der Ministerrat beauftragt den Arbeitsminister, mit der Durchführung der Schlußfolgerungen des Untersuchungsausschusses zwecks Beschleunigung der Produktion, sei es durch Rationalisierung der Unternehmen, sei es durch Anpassung des Arbeitsregimes unter den im Gesetz über die 40-Stundenwoche vorgesehenen Bedingungen. Die Regierung appelliert an die Arbeitgeber und Arbeitnehmer, unter dem Regime eines gerechten Schlichtungsverfahrens zur Beilegung von Konflikten, das von den Behörden organisiert wird, endgültig auf alle Manöver und alle Ungesetzlichkeiten (Verletzung der Arbeitsverträge oder gewerkschaftlichen Freiheit, Besetzung von Fabriken und anderen Betrieben) zu verzichten, Ungesetzlichkeiten, die die Behörden entschlossen sind, sich nicht wiederholen zu lassen. Die Regierung beschließt, den Machenschaften und Umtrieben gewisser Ausländer auf französischem Gebiet ein Ende zu setzen. Der Mi- nifterrat billigt die Vorschläge, die die Ueberroa« chung aller ausländischen Agitatoren, gleichviel welcher Richtung, vvrsehen. Außerdem hat der Ministerrat die Lage in Algerien, Tunesien und Marokko geprüft. Die Regierung faßt die Berücksichtigung der berechtigten Forderungen der Bevölkerung ins Auge, ist aber deshalb nicht weniger bemüht, überall die Achtung vor der französischen Macht aufrechtzuerhalten und bestimmt den Staatsminister Sarraut, die einheitliche Gestaltung der nordaftikanischen Dienststellen zu übernehmen. Pessimismus in London. London, 2. Okt. (DNB.) Die Londoner City bot ein Bild der (Erregung und Ratlosigkeit. Alle Anzeichen einer neuen Frankenkrise spiegelten sich in dem plötzli ’ien Massenangebot französischen Geldes wider. Der Kurs des französischen Franken sank bis auf 152 zum Pfund, während Freitag noch 144,50 Franken für das Pftind bezahlt wurden. Gold wurde für 714 000 Pfund angekauft, für einen Samstag eine noch kaum erreichte Höhe. Insgesamt wurden vergangene Woche für vier Millionen Pfund Gold aüfge'fauft. Auch die Beschlüsse des französischen Kabinetts haben die Stimmung nicht beeinflussen können. So schreibt „Eoening Standard": Wirtschaftlich wie politisch sehe die Lage in Frankreich sehr ungünstig aus. „Sunday Expreß" glaubt prophezeien zu können, daß der Frank im Verhältnis zum Pfund in den nächsten Tagen auf 16 0 bis 175 finken werde. Man erwartet für Montag die Schließung der Pariser Börse, nachdem der Währungsfonds erschöpft sei. Der Frank stehe so niedrig wie noch nie seit elf Jahren. Geschichten aus aller Welt. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten. Froschkonzert im Rundfunk. C. K. Tokio. Die Japaner haben schon verschiedene Ueberra- schungen für ihre Rundfunkhörer gebracht, den Gesang der singenden Mäuse und das Geräusch des wachsenden Grases, und in dieser Reihe künden sie jetzt ein großes Froschkonzert an, das sogar auf englische, amerikanische und deutsche Stationen übertragen werden soll. Es handelt sich um ein Konzert, das von Fröschen veranstaltet wird, die am Flusse Sagani in der Provinz Kanazawa leben und denen große musikalische Fähigkeiten nachgerühmt werden; ihr Quaken soll sich durch eine gewisse melodiöse Form auszeichnen. Ein Boot wird den Ansager an die Stelle im Fluß bringen, an der man die besten Sänger beobachtet, und man wird so nahe wie möglich an sie heranzukommen suchen. Auf ein gegebenes Zeichen beginnt dann die Rund- funfübertragimg, auf die man sehr gespannt ist, obwohl es ironische Kritiker gibt, die behaupten, dieses Konzert werde sich kaum von einem unterscheiden, bei dem moderne Musik auf dem Programm steht. Geheul in der Kalahari. (ku) Johannesburg. Seit vielen Jahren beschäftigen sich die Mitglieder der Südafrikanischen Geographischen Gesellschaft mit dem Problem des „heulenden Sandes" in der Kalahari-Wüste. Man hatte wiederholt mehrfach festgestellt, daß in den Sanddünen ein laufender Hund unter besonderen Umständen einen Lärm machen kann, als ob ein Trommelwirbel geschlagen würde. Der Sand dröhnt sogar bei jedem Fußtritt. Es ist möglich, ein Schnurren und Raunen zu erzeugen, indem man den Finger in den Sand hineinsteckt. Ein anderer Laut wird hervorgerufen, wenn man den Finger wieder herauszieht. Der Präsident der Geographischen Gesellschaft hat nun mit vier Assistenten mehrere Wochen hindurch die Sandbedingungen in den Dünen der Kalahari-Wüste untersucht und ist zu dem Schluß gekommen, daß die Laute dadurch hervorgerufen werden, daß der Sand hauptsächlich aus Quarzkörnern besteht, die zueinander eine ganz bestimmte Lagerung haben und etwa wie bei einem Radiogerät Laute aufnehmen, einander weitergeben, verstärken und so in einer unheimlichen Form harmlose Geräusche hörbar machen, die häufig die Eingeborenen und auch weiße Wüstenwanderer nachts erschreckten. Biertrinken „ans Zeit". C. K. Neuyork. Ein Gasthausbesitzer in Dallas im Staate Texas hat einen merkwürdigen Einfall gehabt. Er hat bekanntgegeben, daß Gäste bei ihm für Bier nach Zeit und nicht nach der Menge bezahlen sollten. Wenn ein Gast die Wirtsstube beritt, so zahlt er an der Kasse einen Dollar und erhält dafür ein Billett, auf dem die genaue Zeit vermerkt ist. Dann wird ihm Bier gebracht, und so oft er es verlangt, erhält er ein neues Maß, bis eine Stunde herum ist. Wenn er will, kann er einen weiteren Dollar bezahlen und von vorn anfangen. Die Neuerung hat eingeschlagen, und die Gaststube ist nie leer. Eine besondere Unterhaltung der Gäste besteht natürlich darin, einander zu beobachten, und sich gegenseitig die Menge der Gläser nachzuzählen, die sie in einer Stunde trinken können. Besonderes Hallo entsteht, wenn ein eingeschlasener Gast geweckt und darauf aufmerksam gemacht wird, daß die Stunde fast um ist und er sich daraufhin sofort noch ein Maß bringen läßt. Die Mumie und die Krähe. C. K. London. Ein geheimnisvoller Vorgang hat sich kürzlich in einem völkerkundlichen Museum in New Barnet in der Grafschaft Hertshire in England abgespielt. Ungefähr vor einem Monat wurde die Mumie eines Hohenpriesters von Amen-Ra, der um 580 v. Ehr. lebte, dem Museum überwiesen. Die Mumie liegt im Erdgeschoß eines Gebäudes, das unter dem Namen „The Cottage“ bekannt ist und dessen Inneres wie eine ägyptische Grabkammer ausgestattet worden ist. Eines Morgens gegen vier Uhr kam eine große schwarze Krähe und fing an, mit ihrem Schnabel gegen ein Giebelfenster des Häuschens zu hämmern, gerade über dem Platz, wo die Mumie liegt. Der Vogel weckte alle Leute ringsum mit feinem Gehämmer auf, das er mit Unterbrechungen bis 8 Uhr fortsetzte, und dieser Vorgang hat sich während der letzten drei Wochen jeden Morgen wiederholt. Manchmal kommt die Krähe auch im Lause des Tages, wenn alles ganz ruhig ist, wieder und scheint verzweifelte Anstrengungen zu machen, durch das Fenster zu gelangen. Der Vogel ist von Dutzenden von Zeugen gesehen worden. Dabei kann man von außen nichts von der Mumie sehen. Das Sonderbarste an der ganzen Sache ist, daß nach dem Glauben der alten Aegypter die Seele eines Toten von Zeit zu Zeit in Gestalt eines Vogels wiederkehrt, um den Körper in seinem Grabe zu besuchen. Einige sind Überzeugt davon, daß die Krähe tatsächlich die Seele des mumifizierten Oberpriesters darstelle. Der Direktor des Museums, I. S. M. Ward, sucht nach einer weniger unheimlichen Erklärung und fordert die Anwohner auf, um eine Erklärung des sonderbaren Verhaltens der Krähe bemüht zu sein. In den letzten Tagen ist der Vogel morgens und abends erschienen und auch noch tagsüber in Zwischenräumen von vier Stunden zurückgekehrt. Mit dem Pfeil, dem Bogen... (—) Aberdeen. Als der englische König kürzlich in Schottland weilte, wurde er von einer Kompanie Bogenschützen begrüßt, die mit ihrem Bogen über der Schulter und einem Köcher mit Pfeilen an der Seite aufmarschierten. Es handelte sich nicht um eine Schautruppe, sondern um Männer, die eine alte schottische Tradition aufrechterhalten. Schottland lieferte nämlich Tausende von Bogen in die ganze Welt. Selbst in China, Siam, im Innern Asiens, in Grönland, — kurz überall dort, wo man noch mit Pfeil und Bogen schießt, werden schottische Bogen und schottische Pfeile verkauft. Es gibt darunter Pfeile, die so scharf sind, wie ein Rasiermesser und deren Flugkraft dadurch noch gesteigert wird, daß an ihrem Ende drei Federn als Propeller wirken. Die Millionenerbschast und der Hosenknopf. (th) Philadelphia. Diese Geschichte spielt nur teilweise in Amerika. Immerhin behauptete um das Jahr 1877 in Frankreich eine gewisse Therese Dauregnac, daß ihr der amerikanische Millionär Robert Henry Crawford ein Vermögen von 20 Millionen Dollar hinterlassen habe. Sie zeigte auch eine Abschrift seines Testamentes vor, und wurde daraufhin in Frankreich eine so berühmte Frau, daß sich der Sohn des Kabinettsministers Humbert sofort mit ihr verhei- | ratete. Man räumte ihr jeden Kredit ein. Sogar die Bank von Frankreich schoß ihr betrüge bis zu elf Millionen Goldfranken vor. Immer wieder behauptete Therese, daß durch ein neues Verfahren die Auszahlung der amerikanischen Millionen und die Oeffnung des Goldsafes hinausgezögert worden feien. Das ging jahrelang in dieser Form weiter. Endlich wurde es einem Kreditgeber zu dumm. Er wollte Klarheit haben über die von ihm ge- gebenen Vorschüsse und über die Millionen des Robert Henry Crawford. Er fuhr nach Amerika und stellte hier fest, daß von einer Erbschaftsaffäre gar nichts bekannt war. Allerdings gab es einen Geld- schrank, der unter dem Namen Crawford bei einer Bank in Philadelphia eingestellt worden war. Durch seine Hartnäckigkeit erreichte jener mißtrauische Franzose die Oeffnung des Safes. Und man fand darin — ein paar alte Zeitungen, eine leere Schmuckkassette und einen alten Hosenknopf. Therese Humbert entfloh nach Spanien, wurde aber ausgeliefert und zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Schöffengericht Gießen. Am Donnerstag hatte sich der H. D. aus Bad- Nauheim, der elfmal, darunter auch einschlägig vorbestraft ist, wegen fortgesetzten Betruges vor dem Schöffengericht zu verantworten. Der Angeklagte machte sich Ende 1935 an einen Bekannten in Bad- Nauheim heran. Diesem erzählte er, er habe gute Beziehungen zu Buchmachern und könnte ihm daher gute Typs für Rennwetten verschaffen. Er verstand es, den Zeugen dahin zu bringen, daß dieser ihm regelmäßig Geld aushändigte und ihn beauftragte, für ihn in Frankfurt zu wetten. Der Zeuge hat jedoch nie einen Gewinn gesehen. Der Angeklagte verstand es, den Zeugen immer wieder hinzuhalten, da das Pferd, auf das er gefetzt habe, unplaciert geblieben fei, und er gebrauchte noch weitere Ausreden. Weiter berechnete er dem Zeugen noch Telephongespräche nach anderen Rennbahnen, sowie sonstige angebliche Auslagen. Er brachte den Zeugen durch diese Manipulationen nach und nach um 300.— RM. In der Hauptverhandlung behauptete der Angeklagte zunächst, das Geld tatsächlich verwettet zu haben, er bequemte sich schließlich dazu, einzugestehen, daß er wenigstens einen Teil der erhaltenen Gelder für sich verbraucht hat. Im übrigen ergab die Beweisaufnahme, daß es sich bei dem Angeklagten um einen cirbeitsfcheuen Menschen Handelt, der sich seinen Lebensunterhalt lieber durch Glücksspiele, Akrobatenkunststücke und dgl., als durch ehrliche Arbeit verdienen will. Da der Angeklagte dem Geschädigten Ersatz angeboten und auch eine kleine Anzahlung bereits geleistet hat, ließ es das Gericht noch einmal bei einer verhältnismäßig geringen Strafe bewenden und erkannte auf eine Gefängnisstrafe von 4 Monaten. * Weiterhin stand der E. D. aus Glashütten wegen fahrlässiger Körperverletzung und Uebertretung der Reichsstraßenverkehrsordnung vor dem Schöffengericht Der Mann befand sich im Frühjahr dieses Jahres geschäftlich in Büdingen. Dort traf er einen Bekannten, mit dem er, wie er selbst zugab, einige Helle trank. Dafür versprach dieser, ihn mit dem Motorrad nach Hause zu fahren. Etwa in der Mitte des Heimweges unterbrach der Führer des Motorrades die Fahrt, um in einem Dorf noch einen Verwandten aufzusuchen. Der Angeklagte stieg dabei von dem Sozius ab und begab sich auf die gegenüberliegende Straßenseite. In diesem Augenblick nahte ein Motorrad, das ebenfalls mit zwei Personen besetzt war. Plötzlich drehte der Angeklagte sich unmotiviert herum und versuchte noch vor dem Motorrad auf die andere Straßenseite zu gelangen. Die Folge davon war, daß er in die Maschine hineinlief. Dabei kamen alle drei zu Fall und zogen sich teilweise schwere Verletzungen zu, von denen allerdings der Angeklagte selbst, der u. a. erneu Beinbruch daoontrug, am meisten betroffen wurde. Der Angeklagte bestritt die Schuld an dem Unfall, er wurde jedoch durch die Beweisaufnahme einwandfrei überführt. Es bleibt bei dem ganzen Verhalten nur die Annahme übrig, daß der Angeklagte unter dem Einfluß von Alkohol stand und nicht recht wußte, was er tat. Mit Rücksicht darauf, daß der Angeklagte schon durch seine erheblichen Verletzungen einen gehörigen Denkzettel erhalten hat, erkannte das Gericht auf eine (9 e I b ft r a f e von 4 0.— RM. * Die nächste Anklage wegen Amtsanmaßung und Nötigung richtete sich gegen den Ph. M. aus Echzell. Dieser war von den Zeugen als ein gutmütiger Mensch geschildert, der im Trünke allerdings zu Gewalttätigkeiten neige. Nachdem der Angeklagte auf der Echzeller Kirmes schwer geladen hatte, hielt er einen auf seinem Fahrrad des Weges kommenden Viehhändler an und zwang diesen mit Gewalt und unter der Vorgabe, er habe Polizeigewalt, zum Absteigen, und verlangte die Aushändigung feines Kontrollbuches. Der Zeuge fiel darauf herein und fuhr, da er sein Buch vergessen hatte, nach Hause, um es zu holen. Nachdem der Angeklagte bei Durchsicht des Buches „nichts zu beanstanden hatte", lieh er den Zeugen weiter fahren. Der Angeklagte war geständig und behauptete, in feiner Trunkenheit habe er einen Streich spielen wollen. Das Gericht hatte jedoch wenig Verständnis für einen derartigen Streich und verurteilte den Mann zu 4 0.— R M. Geldstrafe. Wetterbericht des Reichswelterdienstes, Ausgabeort Frankfurt. Die für die Jahreszeit außerordentlich starke Erwärmung am gestrigen Sonntag, welche durch die Zufuhr subtropischer Warmluft bei gleichzeitiger kräftiger Sonneneinstrahlung bedingt war, begünstigte einen Einbruch kälterer Meeresluft. Dabei kam es in der Nacht zum Montag zu verbreiteten, teilweise gewittrigen Niederschlägen, die stellenweise mehr als 40 Liter Wasser auf den Quadratmeter brachten. Im nachfolgenden Hochdruckgebiet wird sich sehr rasch wieder Besserung durchsetzen, doch deutet die lebhafte Wirbeltätigkeit über dem Atlantik eine Umgestaltung der Großwetterlage an. Aussichten für Dienstag: Stellenweise Frühnebel, sonst meist heiter und trocken, nachts recht frisch, tagsüber mäßig warm, abflauende veränderliche Winde. Aussichten für Mittwoch: Anfänglich noch heiter, voraussichtlich wieder aufkommende Unbeständigkeit. Lufttemperaturen am 3. Oktober: mittags 19,7 Grad Celsius, abends 13,9 Grad, am 4. Oktober: morgens 13,7 Grad. Maximum 20,7 Grad, Minimum heute nacht 13,4 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 3. Oktober: abends 13,8 Grad; am 4. Oktober: morgens 13,7 Grad. — Niederschläge 41,2 mm. — Sonnenscheindauer 2,6 Stunden. Hauptfchriftteiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauvtschriftletters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumfchein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D A. VIII. 37: 9090. Druck urtb Verlag: Briihlsche Unioerfitatsdruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugs- preis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf mehr. Einzeloerkaufs- preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr 3 vom 1 Juni 1935 ofiffia. im Alter von 74 Jahren Aliendorf (Lahn), den 3. Oktober 1937 Die Deutsche Arbeitsfront 6467 D GIESSEN SEUERSWEG 81 6468 A Mietgesuche I Bezirk Oberhessen 1 Deutsche Lebensrettuugs-Gesellschatt Vereine MW Steinweg 14. Unkostenbeitrag 75 Pf. «455Ö 6454 D Brtihl'scha Druckerei, SchuletraBe 7, Anruf 2251 [JNHABER; CARL.HEINZ SCHLÜTERI Geschmackvoll Vornehm Persönlich Anmeldungen sind bis zum Tage der Prämiierung möglich. Prämtierungsplan und Anmelde-Formu- lare sind auf der Bürgermeisterei erhältlich. Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Friedrich Lieh Gieben Mittwoch, 6. Okt. 20 Uhr [ 5456d im Prinz Carl Generalversammlung Vorführung von 2 Skifilmen. Die Beerdigung findet Dienstag, den 5. Oktober, nachm, um 3 Uhr statt ____________________________________________________________________________04912 Diese 3 wesentlichen Eigenschaften der gute» Familien-Drucksache bietet Ihnen In zahlreichen neuzeitlichen Aue* führungearten schnell und zu mäßigen Preise» Lehrgang zur Ausbildung von Rettungsschwimmer Montags von 19-20 Uhr, erstmals am 11. 10. 37 im Stadt. Volksbad. Anmeldungen bis zum 7.10. 37 an den technischen Leiter Franz Sauer, Gießen, Großer Nachruf! Gestern gaben wir unserem lieben Arbeitskameraden und Mitarbeiter Herrn Karl Stoll, Handlungsgehilfe, das letzte Geleit. Nach kurzem Krankenlager wurde er im Alter von nahezu 18 Jahren uns aUzufrüh entrissen. Seine hervorragenden menschlichen Eigenschaften,sein vornehmer Charakter und sein aufrichtiges Wesen, sowie Pflichterfüllung in höchstem Grade, lassen uns seinen Verlust schwer empfinden. Unauslöschbar bleibt uns sein Andenken. 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Aus dem Inhalt: Parade im Frühling-Ein Elchkalb torkelt ins Leben-Im Sommerglühen - Elk, der Schaufler vom Meer — Die hohe Zeit — Der Kapitalschaufler von Helenawerder — Der Starke und der Dolchendige-Auf der Hochdüne-Elche im Schnee. Der Verfasser ist in seiner Heimat bekannt als ein ausgezeichneter Elckkenner. Sein Leben lang hat er dieses urwüchsige Tier der heimischen Landschaft auf der Kurischen Nehrung und im nördlichen Teil der Memelniederung beobachtet und bietet nun aus seiner umfangreichen Lichlbildsammlung die schönsten (Ergeinige seiner jahrzehntelangen Kamerajagd in einer überraschenden Fülle und Vielseitigkeit. Daß er aber nicht nur einer unserer besten Naturlichtbildner, sondern auch ein außergewöhnlich begabter Schrift- steller ist, der seine Erlebnisse spannend und unterhaltsam zu berichten weiß, wird die Freude am Besitz dieses schönen Buches verdoppeln. Alle Jäger und Freunde der Natur müssen dieses schöne Elchbuch besitzen. 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