Nr. 2C6 Lrstez Blatt 187. Jahrgang Samstag, September |937 Lrlcheml täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monats-Vezugsprels: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr „ -25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Kernsprechanschlüsse unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach- richten Anzeiger Stehen Postscheckkonto: Krontsurt am Main 11686 Sietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsche Univerfitätrdruckerei 8. tauge in Stehen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Schulftrahe 7 An«ahme von Anzeigen ffix die Mittagsnummer bis8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Textanzeigen von 70 mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrist nach vorh. Bereinbg.25°/O mehr. 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Die Zusammenkunft soll und wird dazu dienen, aufs neue die enge ideelle Verwandtschaft und Verbundenheit der gewaltigen revolutionären Bewegungen zu bekunden, die in den beiden Ländern zu einer Neugestaltung des gesamten völkischen und staatlichen Lebens geführt haben. Ml seinem Führer weih sich das ganze imRationalsozialismusgeeintedeut- sche Volk eins in der tief empfundenen Freude, den Duce des faschistischen Italiens demnächst auf deutschem Boden begrüßen zu können. * Der Duce wird dem Führer einen Besuch ab- statten. Zwar ist von dritter Seite her nichts unterlassen worden, um diesen Besuch zu hintertreiben, aber Mussolini hat sich allen Quertreibereien zum Trotz nicht davon abhalten lassen, seine Reisepläne in die Wirklichkeit umzusetzen. Er kommt als der Mann zu uns, der jeder Allianz gegen Deutschland von jeher abhold war und der in derartigen Allianzen noch niemals eine Friedensgarantie sah. Allerdings konnte sich diese Einstellung in der Vergangenheit uns gegenüber nicht so, wie das heute der Fall ist, äußern, denn das Deutschland der Nachkriegszeit befand sich in voller Gärung. Erst als die nationalsozialistische Revolution zum Siege geführt und eine neue politische Realität wurde, konnte Deutschland als politischer Machtfaktor für Italien in Betracht kommen. Die Aehnlichkeit von Formen und Ideen des Nationalsozialismus und des Faschismus ließ das neue Italien die nationalsozialistische Machtübernahme herzlich begrüßen, und als der Führer im Juni 1934 Mussolini in Venedig besuchte, kam die Sympathie des italienischen Volkes temperamentvoll zum Ausdruck. Damals haben beide Staatsmänner erklärt, sie hätten lediglich den Frieden Europas zur Grundlage ihrer Besprechungen gemacht. Sie lehnten jede Koalitionspolitik ab und wollten nur die Gewitterwolken, die am politischen Horizont über Europa aufstiegen, verscheuchen und damit dem Frieden dienen. Ihr Streben sei lediglich darauf gerichtet, eine neue europäische Ordnung und einen Frieden der Gerechtigkeit und der Gleichberechtigung an Stelle der Friedensdiktate heraufzuführen. Die Beziehungen zwischen Deutschland und Italien sind seit 1934 noch herzlicher geworden. Einst hatte das italienische Einigungswerk sich vollziehen können parallel zu Bismarcks Errichtung der nationalen Einheit Deutschlands. Nach dem Siege von Sedan über die Franzosen konnten italienische Truppen den Kirchenstaat besetzen, Rom wurde italienisch, als die letzten französischen Schutztruppen des Papstes abgezogen waren. Die Dreibund- Politik zerbrach im Kriege. Oesterreich hatte den Italienern einen großen Teil der Gebiete angeboten, die sie später durch den Sieg der Entente erhielten, aber der italienische Liberalismus stürzte Italien in den Weltkrieg, ohne ihm die nötige Rückendeckung zu verschaffen. So erhielt Italien keine Kolonien. Bei den Friedensoerträgen wurde es beiseite geschoben. Der Bolschewismus war in dem politisch enttäuschten, sozial in heftigen Spannungen liegenden Italien eine ernste Gefahr geworden, als Mussolinis Schwarzhemden die Marxisten aus den besetzten Fabriken vertrieben und durch den Marsch auf Rom die Macht an sich rissen. Wie in Deutschland durch Adolf Hitler versank der Spuk der Parteien, die Italiener wurden mit einem neuen Geist und neuer Kraft erfüllt, so daß die Nation zum ersten Mal in der Geschichte seit Jahrtausenden wirklich geeint und selbstbewußt wurde. Es ist bezeichnend, daß sich dieses Land alter Mittelmeerkultur zu einem Jmperiumsgedanken bekannte, den es durch die Eroberung Abessiniens und durch Ausbau seiner Machtstellung im Mittelmeer gegen England und dessen zweckbewußte Völkerbundsideologie erfüllte. Rom ist das Kraftzentrum des Südens wie Berlin im erneuerten Deutschland das des Nordens geworden ist Als Mussolini in feiner Mailänder Rede vorn Dezember 1936 das Wort von der politischen Achse Berlin—Rom prägte, stellte er eine Realität fest, die in der gleichen Grundrichtung der beiden Völker verwurzelt ist. Beide Völker wollen sich selbst leben: beide Nationen sind im Bewußtsein ihrer völkischen Kraftfülle erzfeind dem internationalen Bolschewismus, der jede europäische Ordnung und Kultur vernichten will Im Abessinienkrieg hat Deutschland anerkannt, daß das italienische Volk ein Volk ohne Raum und ohne Rohstoffe war und daß sei heiliges Recht auf Siedlungsraum und Rohstoffe nicht geschmälert werden dürfe. Mit Italien kämpft es für die Niederwerfung und Ausrottung des Bolschewismus. Es kämpft für eine Neuordnung Europas und für ein friedvolles Zusammenleben der Völker. Mit anderen Worten: Es verwirft jene Koalitions- Politik, deren Gipfelpunkte die Friedensdiktate mit ihren schreienden Ungerechtigkeiten und der Völkerbund sind, der diese Ungerechtigkeiten schützen soll. Der französische Außenminister Barthou hatte jenen verhängnisvollen Pakt mit dem Bolschewismus geschmiedet, der gegen Deutschland gerichtet war und dessen Folgen ein neuer Weltkrieg gewesen wäre, wie der Weltkrieg 1914 (eine Wurzeln im russisch- französischen Pakt hatte, wenn nicht Deutschland und Italien sich gesunden hätten und ein anderes Ideal, das eines zu einer Zusammenarbeit freier und gleichberechtigter Nationen entschlossenen Europa nachdrücklich vertreten hätten. Gerade in der Zeit da der Bolschewismus die Gefahr eines europäischen Krieges mit allen Mitteln heraufzubeschwören versucht, stehen der Führer und der Duce für eine Neuordnung Europas ein, die diese Gefahr endgültig beseitigen soll. Ihr Werk ist das von Staatsmännern, die ihre Völker mit ganzem Herzen lieben, sie ertüchtigen und ihnen den Frieden sichern wollen. Das deutsche Volk begrüßt aus vollem Herzen den Führer der befreundeten und neu erwachten italienischen Nation, der wie Adolf Hitler bewies, daß nur Männer Geschichte machen. rt Der Schöpfer des neuen Italien. Benito Mussolinis Laufbahn ist fo glanzvoll wie wenige in der Geschichte. Am 29. Juli 1883 ist Mussolini in Dovia in der Romagna als der Sohn eines Dorfschmiedes geboren. Er wuchs in bescheidenen Verhältnissen auf. Nack kurzen Jahren in einem Lehrerseminar wurde der junge Mussolini Hilfslehrer in einem Gymnasium, er beteiligte sich eifrig am politischen Leben, mußte ins Ausland fliehen, hat dort als Maurer gearbeitet und doch den Drang zur Weiterbildung unermüdlich betätigt. Nach der Militärzeit war er in der Heimat Dorfschullehrer, dann sozialistischer Arbeitersekretär, später Redakteur an Parteiblättern. Im Weltkriege vertrat er die schärfste nationale Linie und vollzog die völlige Loslösung von der Internationale. Als Korporal der Bergsaglieri stand er im Feuer und Berlin, 4. Sept. (DNB.) Zu der Meldung über den bevorstehenden Besuch Mussolinis in Deutschland schreibt der „Völkische Beobachter": Deutschland erwartet den Chef der italienischen Regierung, es wird in Mussolini aber auch den Führer und Schöpfer des Faschismus begrüßen und den Mann, der durch eine zielklare Außenpolitik und eine weitschauende innerpolitische Führung das heutige Italien zur st ä r k st e n Mittelmeermacht und zur Trägerin eines kolonialen Kaiserreichs gemacht hat Damit sind die geistig-politischen Umrisse gezeigt, die die Deutschlandreise des Duce haben wird. In ihrem Programm ist vorgesehen, daß Mussolini nicht nur Gelegenheit haben wird, die deutsche Wehrmacht kennenzulernen, sondern ebenso die Organisation der nationalsozialistischen Bewegung und das d e u t s ch e V ol k in seiner Allgemeinheit. Diese drei Punkte des Besuches zeigen deutlich, daß das Verhältnis zwischen Deutschland und Italien durch das Schlagwort von der „Achsenpolitik" nicht allseitig gekennzeichnet wird, lieber die Tagespolitik hinaus haben beide Völker Gemeinsamkeiten, die den deutsch-italieni- scken Beziehungen eine besondere mora- liche Vertiefung geben. Wer die Notwendigkeiten der heutigen europäischen Politik nur in taktischen Schachzügen, im Gegeneinanderausspie^en von Heeresstärken sieht, schaut an den wirklichen Problemen vorbei. Es ist das Kennzeichen unserer Situation, daß die politischen Schwierigkeiten des Taaes mehr denn jeAusdrucke'nergrotzen aeistigen Krise sind. Und hier kommt es auch nur auf die Universalität des Standpunktes an, ob man dieser Krise den Namen Kulturkrise geben will oder soziale Not, völkische Auflösung, Balkanisierung Europas oder Kommunismus. Dies eine jedoch steht fest, daß alle Nationen Europas in irgendeiner Form an diesem Umbruch eines Jahrhunderts leiden, das im Weltkrieg begraben wurde Hier aber müssen die reinen Taktiker des Augen- ist schwer verwundet worden. Nach dem für Italien ungünstigen Frieden gründete Mussolini seine Organisation der Schwarzhemden, trat ins Parlament und machte 1922 den historischen „Marsch nach Rom". Der König ernannte ihn zum Ministerpräsidenten. Er ist im Laufe dieser Jahre der große Erzieher des italienischen Volkes geworden. Mussolini hat seine polittsche Erkenntnis auf den Lehren der Nachkriegszeit aufgebaut. Er erkannte die Unfähigkeit des Marxismus, die Kraft wahrer sozialistischer Gemeinschaft, den Schwung der aufbauenden Revolution. Er verband die Kraft des nationalen Gedankens mit der Opferfähigkeit des echten Sozialismus, er ordnete die Arbeiter in die Schicksalsgemeinschaft der Nation ein. Die große Ueberlieferung des alten Rom fand in ihm den stärksten Förderer und Deuter. Mussolini verwarf den Pazifismus und alle schwächlichen Verfallserscheinungen und stellte jeden Staatsbürger in den Dienst der Gesamtheit. So ward der Duce der Schöpfer des neuen Italien. Die Bauten Roms, die Urbarmachung der Pontinifchen Sümpfe, neue Straßen und Brücken, die Motorisierung des Verkehrs, die Aufforstung weiter Gebiete, die Rückkehr zu Ordnung und Disziplin sind die äußeren Zeichen seiner Regierung. Ein modernes Heer bewies in einem glänzenden Kolonialfeldzug seine Leistungskraft, die Flotte stellt sich in imponierender Stärke dar, im Flugwesen steht Italien mit an der Spitze der Nationen. Die! Eroberung Abessiniens, einer Welt von Gegnern zum Trotz, fand ihre Krönung durch die Ausrufung des neuen Imperiums und die Proklamation des Königs aus dem Hause Savoyen zum Kaiser von Aethiopien. blicks immer ratloser vor Ausgaben stehen, die nur große Charaktere bewältigen können. Die Zeit ist damit vorbei, wo es noch gelingen konnte, die europäischen Fragen von außen her, mit reinen Formänderungen zu lösen. Diese Methode versandete schließlich in den Kommissionen und Ausschüssen des Genfer Völkerbundes, jenes Instituts, das am deutlichsten die Unzulänglichkeit einer reinen außenpolitischen Taktik gegenüber Problemen nachweist, die nicht weniger und nichts anderes als den Neubau Europas fordern. Aus dieser letzten Wurzel politischer Betrachtung entstand die Gemeinsamkeit nationalsozialistischer und faschistischer Politik. Eine Gemeinsamkeit, die ihre Bestätigung eben nicht in taktischen lieber» legungen sieht, sondern in dem tiefen, verantwortlichen Bewußtsein, daß die geistig-moralische Krise Europas, die ihren schärfsten Ausdruck in der Sowjetherrschaft im Osten findet, nur von einem n eu e n Willen und einer neuen Zucht der europäischen Völker überwunden werden kann. In dem Besuch Mussolinis in Deutschland findet die Gemeinsamkeit dieser Haltung, die völkische Verschiedenheiten keineswegs ausschließt, sondern sogar bedingt, einen neuen Ausdruck. Deutschland begrüßt hier den Mann als seinen willkommenen Gast, der mit der Revolution des Faschismus dem Zerfall des Nachkriegseuropas als erster auf italienischem Boden Einhalt gebot. Es begrüßt den Politiker, der als italienischer Ministerpräsident die deutsch-italienischen Beziehungen aufbaute, wie dies von deutscher Seite aus der Führer tat. Dabei erinnert sich Deutschland noch besonders, daß der Duce seinerseits ja Adolf Hitler schon im Juni 1934 auf italienischem Boden begrüßte Die Ereignisse der letzten Jahre haben bewiesen, daß jene erste Fühlungnahme zwischen den zwei Männern nicht ergebnislos war Inzwischen sind die Mittel und Kräfte der beiden Nationen gewachsen, das Ziel aber ist das gleiche geblieben: Das neue Europa1 Sendboten des Friedens Die Woche vor Beginn des Nürnberger Reichsparteitages gehörte der Auslandsorganisation der NSDAP., die in Stuttgart, der Stadt der Ausländsdeutschen, aus allen Teilen der Welt, wo Reichsdeutsche wohnen und ihrem Beruf nachgehen, zusammenkamen, um hier nun aus dem Munde führender Männer des Staates und der Bewegung Ausführungen grundsätzlicher Art über Deutschlands politische und wirtschaftliche Stellung in der Welt und zur Welt entgegenzunehmen. So haben hier in Stuttgart u. a. der Stellvertreter des Führers Reichsminister Rudolf Heß und der Reichsaußenminister Freiherr von Neurath 3U den Ausländsdeutschen gesprochen und aus beiden Reden klang ebenso wie aus den Darlegungen Gauleiter B o h l e s , des Chefs der Auslandsorganisation im Auswärtigen Amt, das Erstaunen wider über den trotz aller unmißverständlichen Klarstellungen böswillig fortgesetzten Verleumdungsfeld- 0ug, dem die Auslandsorganisation der NSDAP, in manchen Ländern, vor allem in England, ausgesetzt ist. Es ist deshalb in Stuttgart noch einmal vor aller Welt von verantwortlicher leitender Stelle der Partei und des Staates mit erfreulicher Deutlichkeit erklärt worden, was die Auslandsorganisation ist, worauf sie ihre Berufung gründet und welche Aufgaben sie hat. Die Auslandsorganisation soll alle reichsdeuffchen Staatsbürger umfassen, die im Auslande wohnen und dort ihrem Beruf nachgehen, sie hat also nichts zu schaffen mit den Volksdeutschen, die wohl deutschen Bluts und deuffcher Abstammung sind und auch meist noch die deutsche Sprache sprechen, aber die fremde Staatsangehörigkeit erworben haben und meist in geschlossenen überwiegend deutschen Siedlungen leben. Die Auslandsorganisation will also die Reichsdeuffchen im Ausland um sich sammeln, ihnen raten und helfen in ihren Sorgen und Noten, sie kulturell betreuen, daß sie ihres Deutschtums bewußt bleiben und vor allen Dingen ihnen das Gefühl geben, daß die Heimat stets hinter ihnen steht in ihrem oft fo schweren Lebenskampf. „Die Heimat vergißt euch draußen nicht, denn ihr seid ein Teil von uns!" so hat in Stuttgart der Stellvertreter des Führers den Ausländsdeutschen zugerufen, selber ein gebürtiger Auslandsdeutscher, dessen Eltern noch heute in der ägyptischen Hafenstadt Alexandrien leben. Aus der engen Verflechtung von Partei und Staat im nationalsozialistischen Reich nimmt die Auslandsorganisation der NSDAP, ihre Berufung her und der Führer und Reichskanzler hat diesen Auftrag noch einmal ausdrücklich unterstrichen, als er den Gauleiter Bohle zum Chef M ' E R M MM KchsM-M;, MM Ministerpräsident Goring bei den Ausländsdeutschen in Stuttgart; rechts Gauleiter Bohle. (Scherl-M.) der Auslandsorganisation im Auswärtigen Amt ernannte und damit auch auf dem Gebiet der Betreuung der Ausländsdeutschen die Verbindung von Partei und Staat herstellte. Aus dem bisher Gesagten geht eindeutig hervor, daß die Auslandsorganisation mit der Betreuung der deuffchen Staatsbürger im Ausland eine Aufgabe übernommen hat, deren Erfüllung auch für alle anderen großen Nationen eine Selbstverständlichkeit i[t. Sie ist ebenso wie die von ihr Betreuten verpflichtet, sich jeder Einmischung in die inneren Verhältnisse des Gastlandes zu enthalten und dessen allgemeine Gesetze peinlich zu beobachten. Die Einsetzung eines Chefs der Auslandsorganisation im Auswärtigen Amt ist, wie Reichsaußenminister Freiherr von Neurath noch einmal ausdrücklich betonte, die beste Gewähr dafür, daß die Tätigkeit der Auslandsorganisation sich überall in den Grenzen hält, die der Minister ihr gesteckt hat. Das allem sollte genügt haben, den lächerlichen Verdächtigungen den Hals zu brechen, mit denen man namentlich in England die Gliederungen der Auslandsorganisation und ihre Angehörigen verfolgt hat. Der Hetze einer gewissen Presse, die ihre falschen Informationen aus Emigrantenkreisen bezogen haben mag, ist es gelungen, der englischen Oeffent- lichkeit ein wahres Zerrbild von der deutschen Auslandsorganisation und ihrer Tätigkeit zu entwerfen. Nur so konnte man in einer gerade jetzt zu Beginn der großen englischen Auftüstung schon hysterisch Deutschland in freudiger Erwartung des Duce. anmutenden Spwnenfurcht in jedem deutschen Hausmädchen eine politische Agentin, in jedem deutschen Kaufmannsgehilfen einen Beauftragten des deutschen Nachnchiendienstes sehen und die Auslandsorganisation als Ganzes nur betrachten als einen Propagandaapparat Deutschlands zur Verbreitung nationalsozialistischen Gedankengutes jenseits der Grenzen. Der Führer selbst hat mehr als einmal mit Nachdruck betont und fein Stellvertreter Rudolf Heß hat es jetzt in Stuttgart wiederholt: Der Nationalsozialismus ist für uns keine Exportware, nein, wir sind eifersüchtig darauf bedacht, ihn für uns zu behalten, weil wir im Nationalsozialismus eine Staats- und Lebensanschauung sehen, die dem deutschen Volkscharakter entspricht, wir aber nicht der Meinung sind, daß etwas, was unserem Volkscharakter angemessen ist, nun auch andern Völkern dienlich sein müsse. Nein, die Auslandsorganisation hat nichts zu verbergen, ihre Tätigkeit liegt vor aller Augen offen da, und jeder vorurteilslose Ausländer ist sehr wohl in der Lage, sich ein zutreffendes Bild zu machen von der zwar umfassenden, aber die Gebote des Gastrechts stets peinlich wahrenden Betreuung der Reichsdeutschen im Ausland durch ihre Organisation. Es gehört schon eine große Portion Böswilligkeit dazu, wenn auch nach den Erklärungen von Stuttgart die „Times" und andere englische Blätter in aller Seelenruhe fortsahren, Zwe7^ und Mißtrauen zu säen, wo freimütige Anerkennung selbstverständlicher und von England stets für sich in Anspruch genommener Rechte den Brückenschlag zur Verständigung zweier großer und stolzer Nationen hätte erleichtern können. Deshalb ist es von besonderer Bedeutung, daß in Stuttgart auch der Mann in einer gewaltigen Kundgebung zu Wort gekommen ist, der auch im Ausland als die rechte Hand des Führers gilt, dem mit der Durchführung des Dierjahresplans die denkbar schwerste Aufgabe gestellt, aber auch das größte Vertrauen geschenkt worden ist: Hermann Göring. Und auch er hat an die Spitze seiner großen, in alle Welt verbreiteten Rede den Friedenswillen Deutschlands gestellt. Wenn man auch heute nicht mehr deutsche Rechte und deutsche Interessen mit Füßen treten darf, ohne mit deutschen Kanonen Bekanntschaft zu machen, so will doch Deutschland den Frieden, solange es ihn in Ehren bewahren kann, weil es ihn braucht zum Aufbau seines nationalsozialistischen Reichs. Und die Ausländsdeutschen sind Sendboten dieses Friedenswillens Sie haben zwar allen Grund, sich auch draußen stolz als Nationalsozialisten zu bekennen, denn da in Deutschland die Nationalsozialistische Partei die alleinige Trägerin des politischen Willens ist, kann auch der Ausländsdeutsche naturgemäß nichts anderes fein, als Nationalsozialist, aber dabei ist er doch weit entfernt, die Quelle der Unruhe zu sein, wie böswillige Presseorgane ihm immer wieder unterstellen. Der Deutsche zeugt auch im Ausland von der nationalsozialistischen Volksgemeinschaft der Heimat. Und wenn er dieser Heimat sich stets würdig erweist, ist er auch ihr bester Fürsprecher im Ausland. Ihm fällt gerade jetzt, wo Deutschland mit aller Kraft um seine Rohstofffreiheit ringt, die große Aufgabe zu, das mißtrauische und skeptische Ausland davon zu überzeugen, daß wir nur aus der Not eine Tugend machen, wenn wir alle unsere Anstrengungen darauf richten, mit Hilfe des Vierjahresplans auch handelspolitisch und wirtschaftlich frei und unabhängig zu werden. Mit Nachdruck hat aber Ministerpräsident Göring es noch einmal betont, daß die wirtschaftliche Autarkie keineswegs unser Ideal ist, wir vielmehr nichts sehnlicher wünschen, als einen regen Warenaustausch mit aller Welt, soweit man uns dazu durch Abnahme unserer Erzeugnisse die Möglichkeit gibt. Für diese wirtschaftlichen Zusammenhänge im Ausland Verständnis zu wecken und. deutscher Qualitätsware den Weg zu ebnen, ist eine lohnende Aufgabe unserer Volksgenossen im Ausland. Dabei richtete Hermann Göring eine eindringliche Mahnung an die deutsche Industrie über gut bezahlten Jnlandsaufträaen niemals die Pflicht zum Export aus dem Auge zu lassen, der allein uns die nötigen Devisen zur Bezahlung der Rohstoff- und Nahrungsmitteleinfuhr bereitstellen kann Und mit allem Nachdruck stellte der Ministerpräsident noch einmal den Grundsatz nationalsozialistischen Wirtschaftsdenkens feinen Hörern vor die Seele, daß alles nur dem Gemeinwohl zu dienen hat und daß wir Sorgen und Mühe auf uns zu nehmen haben, um unserem Volk eine bessere Zukunft au erkämpfen. „Die beste Tat ist das gute Beispiel , das ist ein Wort Hermann Görings, das auch wir alle, die hier in der Heimat an der Front des deutschen Freiheitskampfes stehen, selbst in den kleinen und uns bislang oft so unwesentlich dünkenden Dingen des Alltags beherzigen wollen. Wenn in der kommenden Woche in Nürn- bera der Reichsparteitag zusammentreten wird, so wird von seinen Kundgebungen ein neuer Strom der Kwft, des Mutes, der Ausdauer, des Willens zur Leistung ins Volk hinausgehen und uns alle vorwärtsreißen zu neuer Tat, im Dienst der Zukunft unseres Volkes. Dr. Fr. W. Lange. Weitere Pressestimmen zum Besuch Mussolinis. In der Berliner Börsenzeitung heißt es: Das deutsch-italienische Einverständnis ist in der europäischen Politik ein Faktor geworden, dessen Gewicht bei keiner gesamteuropäischen Entscheidung außer Acht gelassen werden Fann. Die Zusammenarbeit zwischen Berlin und Rom ist um so ersprießlicher, als die an der Spitze der beiden Völker stehenden Staatsmänner von konstruktiven Ideen beseelt sind, deren Fruchtbarkeit sich bei der inneren Aufbauarbeit in ihren Völkern selbst längst bewährt hat und deren positive Wirkung nach außen hin bereits stark und segensreich in Erscheinung getreten ist. Das deutsch- italienische Einverständnis ist ein unvergleichlicher Friedensfaktor dadurch geworden, daß die beiden Führer Deutschlands und Italiens nach der inneren Wiederherstellung ihrer Völker und Staaten sich der Verfolgung des Zieles hingegeben haben, durch Ausräumung von Ungerechtigkeiten, die ihre Länder bedrückten, die allgemeine Atmosphäre von gefährlichen Spannungen zu befreien. Die weitgehende Uebereinftimmung von Weg und Ziel ist keineswegs auf Zufälligkeiten zurückzuführen. Sie ist vielmehr das natürliche Ergebnis eines weitgehenden Gleichklanges der Weltanschauung. Ein besonders sinnfälliger Ausdruck dieser gemeinsamen Einstellung gegenüber den wichtigen Vorgängen des Weltgeschehens ist die Abwehr des Bolschewismus, in der sich die von Hitler und Mussolini geführten Volker aus tiefster innerer Ueberzeugung und aus stärkstem menschlichen Verantwortungsgefühl gefunden haben. Die „Deutsche Allgemeine Zeitung" schreibt u. a.: Die Nachricht, daß Mussolini nach Deutschland kommt, hören wir alle mit besonderer Freude. Einen Staatsbesuch im Ausland hat Mussolini bisher überhaupt nicht gemacht. Sein bevorstehender Besuch beim Führer und Reickskanzler ist also der erste und Deutschland weiß die Ehre dieses Gegenbesuches zu schätzen. Das deutsch-italienische Verhältnis ist in jeder Beziehung mehr als etwa eine politische Interessengemeinschaft. Selbstverständlich ist das Zusammengehen beider Länder ihren politischen Interessen dienlich, wie beide es in bieden Jahren wiederholt erfahren haben. Ader das Verhältnis erschöpft sich nicht in Zweckmäßigkeit. Das zeigt sich besonders in der Bekämpfung des Kommunismus. Gerade auf diesem Gebiet haben die beiden Systeme in eine Ideengemeinschaft hineingeführt, die über alle machtpolitischen Erwägungen hinaus in einem gemeinsamen abendländischen Kulturgefühl wurzelt. Der Faschismus, der in Deutschland eher gewürdigt wurde, als in jedem anderen Land, hat auch uns mit seinen Leistungen über ein Italien belehrt, das viele vorher nicht kannten. Den Mann nun selbst zu sehen, der dies geschaffen hat, das wird den Deutschen überall, wo der Duce auf seiner Reise hinkommt, zu einem bedeutsamen Erlebnis werden. In der „Germania" heißt es schließlich: Das deutsche und das italienische Volk sind in der Vergangenheit wiederholt gemeinsame Wege gegangen, sie haben geschichtlich in enger Berührung gelebt und fast zum gleichen Zeitpunkt ihre nationale Einigung vollzogen. Man mag über die Ähnlichkeiten und Verschiedenheiten der beiden autoritären Regime urteilen wie man will, in den großen Umrissen sind sie sich gleich, in der Art der politischen Willensbildung, in den Methoden ihrer Durchsetzung, in der nationalen und sozialen Grundhaltung und heute auch in den großen außenpolitischen Zielsetzungen. Der politische Himmel ist gegenwärtig umwölkt von ernsten Gefahren, die in Spanien und im Fernen Osten drohen, der Bolschewismus hat hier wie dort seine Hand im Spiel und jeden Tag können unheilvolle Entwicklungen zum Ausbruch kommen. Um so notwendiger ist die wirksame Solidarität befreundeter Länder, die wissen, was sie wollen und die geschlossen hinter ihrer Führung stehen. — Sämtliche Blätter bringen zusammen mit der Meldung und den Kommentaren auf der ersten Seite charakteristische Bilder des Duce. Englische (Stimm »n für eine Zusammenarbeit mit Deutschland London, 4. Sept. (DNB. Funkspruch.) Das Rothermere-Blatt „Daily Mail" setzt sich erneut für eine deutsch-englische Verständigung ein. Warum kommen Deutschland und England nicht zusammen? Welche Kräfte sind an der Arbeit, um die Vereinigung zweier großer Nationen für den Frieden zu verhindern? Einige sagen, daß der Einfluß der „internationalen Finanzleute" gegen dieses große Werk arbeite. Ob das wahr ist oder nicht, es darf nicht zugelassen werden, daß irgendein Hindernis einer sofortigen Aktion im Wege steht. Deutschland will Kolonien zurück haben. Das ist kein unnatürlicher Wunsch für eine Nation von 68 Millionen kraftvollen Menschen und Deutschlands Wünsche verdienen Beachtung. Auf Initiative Englands hin sollten die Mandatsmächte zusammenberufen werden, um Deutschlands Forderungen anzuhören. Wenn sie nicht bereit wären, dieses Problem zu prüfen, müßte England felbft bereit sein, eine Einigung vorzuschlagen. Im Namen des Friedens muß etwas getan werden. In einer Zuschrift an die „Times" setzt sich Lord R e n n e 11 s für ein Vergessen aller Feindseligkeiten und für eine neue europäische Z u - fammenarbeit ein. Der einzige Vorschlag für eine allgemeine Erörterung der europäischen Probleme sei vom Führer ausgegangen. Man müsse endgültig zwischen den früheren Kriegsgegnern jenes Gefühl der Ungleichheit vernichten, das die traurige Erbschaft des Weltkrieges sei. Es dürfe keine Zeit verloren gehen, um in Zusammenarbeit mit anderen Mächten, die dasselbe Ziel vor Augen hätten, die Möglichkeiten einer Verständigung zu untersuchen, die sich auf guten Willen und faire Abmachungen stützen würde. Eine solche Verständigung, auch wenn sie zunächst nur auf eine begrenzte Zahl von Jahren ausgedehnt würde, könnte genügen, um eine neue Menta- lität zu schaffen, die die V e r t e i b i g u n g der w e st 1 i ch e n Zivilisation als ein gemeinfam e s I n t e r e s s e betrachten würde. Auf jeden Fall dürfe sich England nicht mit einer „ßinfsgruppe" europäischer Staaten gleichsetzen, deren Politik in logischer Folge zum Kriege führen würde. Um eine Befriedung des Mittelmeers. Englische Vorschläge für die geplante Konferenz der Mittelmeermächte. London, 4. Sept. (DNB. Funkspruch.) Der für nächste Woche geplanten Konferenz der Mittel- meerrnächte wird in London wachsende Bedeutung beigemessen. Der Konferenzort ist nicht bekannt, doch hält man es für möglich, daß nicht Genf, sondern Montreux ober Lausanne gewählt werben wird. Darüber, sowie über die Frage der einzulabenden Länder und über das Konferenzprogramm finden Besprechungen zwischen England und Frankreich statt. Der französische Geschäftsträger in London, Cambon, sprach am Freitag zweimal bei Außenminister Eden im Foreign Office vor. „Daily Telegraph" und andere Blätter vermuten, daß der englische Hauptvvrschlag dahin gehen werde, einen „U-Boot - Feiertag im Mittelmeer zu erklären, wonach alle Mittelmeermächte aufgefordert werden würden, ihre U-Boote bis auf weiteres in ihren Häfen zurückzuhalten. Jedes U-Boot, das dann im Mittelmeer aufgefunden werde, würde sofort bei Sicht versenkt werden. „Daily Telegraph" betont jedoch, daß diese „energische Losung" offensichtlich politische Schwierigkeiten mit sich bringen würde, wenn keine allgemeine Vereinbarung erzielt werden könnte. Ein weiterer englischer Vorschlag werde voraussichtlich dahin gehen, ein gemeinsames internationales Geleitsystem im Mittelmeer zu schaffen. Man hoffe in London, daß Italien den Besprechungen, die außerhalb der Dölkerbundsarbeit stattfänden, beiwohnen werde. „Daily Expreß" meldet, daß Paris eine Art französisch - englisches Flottenbündnis für ein gemeinsames Vorgehen im Mittelmeer wünsche. Frankreich verknüpfe damit die Hoffnung, daß auf der Mittelmeerkonferenz eine gemeinsame englisch - französische Front gezeigt werden könnte. Die britische Regierung sei jedoch nicht bereit, ihre Entscheidung ZU überstürzen, sie habe den französischen Plan vorläufig mit Vorsicht ausgenommen. London hat die Initiative übernommen. Paris, 4. Sept. (DNB. Funkspruch.) Die Blätter kündigen in Schlagzeilen an, daß zwifchen England und Frankreich über die Konferenz selbst im großen und ganzen bereits eine Einigung erzielt sei. Zwar stellt man fest, daß London die von Paris ergriffene Initiative in die Hand genommen habe, und daß man nun von britischen Vorschlägen zu dieser Konferenz spreche, wahrend die ursprünglichen französischen Vorschläge zu dieser Konferenz fallen gelassen zu sein schienen. Der „Jour" meint, das britische Kabinett wolle sich wahrscheinlich nicht allzu weit hinreißen lassen. Das französische diplomatische Unternehmen sei unzureichend ausgearbeitet gewesen, und London scheine sich nun an die Stelle von Paris setzen zu wollen. „Epoque" betont, die öffentliche Meinung habe die französische Anregung einer Kollektivmaßnahme der Mittelmeermachte gegen das Piratenunwesen mit Freuden aufgegriffen. Man dürfe aber nicht die Schwierigkeiten unterschätzen, die eine praktische Durchführung des Planes mit sich bringen würde. Ungewißheit herrsche insbesondere über die Haltung Italiens. Das bolschewistische Freibeutertum. Aufschlußreiche Dokumente aus roten Archiven. Paris, 3. Sept. (DNB.) Wie der „Jour" berichtet, hat der Bolschewisten-Ausschuß bei feiner Flucht aus Bilbao einen Teil feiner A r - ch i v e zurücklassen müssen. Der nationale General- siab konnte Dokumente von unschätzbarem Wert vorfinden. Der „Jour" veröffentlicht im Faksimile öie Photographie eines Telegramms des „Chef s" der rotspanischen Seestreitkräfte in Den kantabrischen Gewässern. Das Telegramm hat folgenden Wortlaut: „Der Chef der Cantabrischen Seestreitkräfte an °en ÄrtegsfommiHar, Santander. — A n die U-Boote „C2" und „C5" ist der Befehl ge- geben worden, sich in der Nähe von Santona auf Beobachtungsposten zu halten. In dem Fall, daß ein Handelsschiff ober eine Stadt bombardiert werden sollten, werden sie sofort die To r p e ö i e r u nq eines deutschen Schiffes vornehmen. Bilbao, 1. Januar 1937." Ein zweites Telegramm lautet: „Der Chef der Can abrischen Seestreitkräfte an den ,Ehest der WasserfUigzeuge, Santander: Sofort nach Erhalt dieser Mitteilung müssen Sie schnellstens die größtmögliche Zahl von Apparaten vorbereiten. Die Besatzung muß in Malino bleiben und auf Abfluas- orber aber Instruktionen warten, bie auf bem Te- lepbon 1708 gegeben werben. Wir haben Jaqbflua- zeuge, die zum Schutz des Fluges der Wasserflua- zeuge geeignet sind. Wahrscheinliches Ziel wird es ein, über Santona zu fliegen, wobeiderdeut- e Panzerkreuzer bombardiert wer- 9-ini<5aU«6' roenn bie5 nötig fein sollte. Bilbao, u. 1. iyd /. Der »Jour schließt daran die Betrachtung, daß es der Wunsch der Bolschewisten von Valencia war den innerspanischen Konflikt in einen euro - PQJ l o fcHv;' -s Berlin. 3. Sept. (DNB.) Die 114 in Deutschland weilenden Mitglieder der nationalspanischen Jugendbewegung „Falange Espanola Traditiona- lista" trafen in Berlin ein, wo sie bis zum 7. September weilen, um dann zur Teilnahme am Reichsparteitag nach Nürnberg weiterzufahren. Zur Be- grüßuna der Gäste waren neben dem spanischen Botschafter Marchese Mogat und vielen Angehörigen der spanischen Kolonie u. a. der Stellvertreter des Reichsjugendführers. Obergebietsführer Lauterbacher. und Obergebietsführer A x m a n n erschienen. Der Führer der spanischen Jugend Mariano Ranalle schritt die Front der deutschen Ehrenformationen ab, und dann ging es in Omnibussen zum Reichssportseld. Im Olympiastadion wurde in der gedeckten Terrasse ein gemeinsames Mittagsmahl eingenommen und nachmittags legten die spanischen Gäste an den Gräbern von Herbert Norkus und Horst Wessel sowie am Ehrenmal Unter den Linden Kränze nieder. — (Aufn.: Scherl-M.) inhaltlich und auch phototechnisch von tagesgebundenen Reportagetypen und anderen Wochenschauen äußerst angenehm abhob, schließlich lief ein „Deutschland" betitelter 900 Meter langer Farbenfilm über die Leinwand der ein lebendes und lebendiges Bild des Deutschlands unserer Tage bot. Dann kam die Welturaufführung des Ufa-Filmes „P a t r i o t e n", der während des Weltkrieges hinter den französischen Linien spielt. Seine Wirkung auf die Zuschauer war außerordentlich. Kann man mehr sagen, als jener Franzose, der nach Schluß der Vorstellung still hinausging und nur vor sich hinmurmelte: „Ich habe zum ersten Male ein Kunstwerk gesehen, das dem Frieden zwischen unseren beiden Völkern wahrhaft dient." Der Erfolg des Films war überragend. Die anwesenden Hauptdarsteller Matthias Wiemann und Lida B a a r o v a mußten sich immer wieder dem begeisterten Publikum zeigen. llebertragung des Gastspiels der Berliner Staatsoper in Paris. Berlin, 3. Sept. (DNB.) Der Deutschlandsender wird seinen Hörern in der kommenden Woche Ausschnitte aus dem im Rahmen der Deutschen Kulturwoche in Paris durchgeführten Gastspiel der Berliner Staatsoper übermitteln. Für Montag, 6. September, 24 Uhr, ist eine Uebertragung vom 3. Akt des „R o - s e n k a v a l i e r s" in der Besetzung mit Viorica Ursuleac, Tiana Lemnitz, Maria Cebotari, Else Tege- toff, Fritz Krenn, Eugen Fuchs und Erich Zimmermann (musikalische Leitung Clemens Krauß) vorgesehen. Am Samstag, 11. September, um 23 Uhr, folgte eine Aufnahme des 1 Aktes der „W a l k ü r e", die an diesem Tage in Paris unter der Stabführung von Wilhelm Furtwängler mit Maria Müller, Franz Völker, Rudolf Bockelmann und Josef von Manowarda zur Aufführung kommt. Standarte und Fahnen für die Polizei. Verleihung durch den Führer auf dem Hohe Anerkennung des denlschen Filmschaffens. Deutschland gewinnt drei Pokale. Abschluß der Internationalen Filmkunstschau in Venedig. Venedig, 3. Sept (Dm?.) Die 5. Inter- nationale Filmkunst schau fand mit der Verteilung der Preise ihren offiziellen Abschluß. Deutschland erhielt für seine auf der Schau vorgeführten Filme drei Pokale. Als bester Dokumentarfilm wurde der Ufafilm „Mannesmann" mit dem Pokal der Faschistischen Partei ausgezeichnet. Den Volpi-Pokal für die beste schauspielerische Leistung gewann E. Jannings für seine Darstellung der Titelrolle im Tobisfilm „Der Herrscher". Der Pokal des Instituts für Lrziehungskinematographie für den besten wissenschaftlichen Film wurde der Ufa für die Gesamtheit ihrer wissenschaftlichen Filme unter besonderer Berücksichtigung des Films „R o e n t g e n st r a h I e n" zugesprochen. Dem deutschen Kulturfilmschaffen brachte die Filmkunstschau fomif die verdiente Anerkennung ihrer überragenden Stellung auf diesem Gebiet. — Der Präsident der Reichsfilmkammer, Staatsminister a. D. Prof. Dr. L e h n i ch , richtete an Emil Iannings, die Ufa und den Regisseur des Filmes „Mannesmann", Walter Rullmann, herzliche Glückwunschtelegramme. ♦ Der letzte Tag der Internationalen Filmkunst- schau brachte u a die Welturaufführung des Films „Viktoria die Große" der das Leben der englischen Königin schildert; er sticht in seiner Art von allem ab, was man bisher als historischen Film zu sehen bekam. Er ist ein lebendiges Dokument eine Zeitabschnittes und behandelt ungemein fesselnd das Leben der Königin Viktoria, die ihrer Zeitepoche den Stempel ausgeprägt hat. Der Regisseur Herbert Wilcox hat mit diesem Werk neue Wege beschritten Anna Neagle stellt die Frau und Herrscherin von ihrem Regierungsantritt bis in das hohe Alter dar und bewältigt diese schwierige Aufgabe mit Meisterschaft In der Darstellung der Königin und der Personen ihrer Umgebung spiegelt sich die aufsteigende Entwicklung des Britischen Weltreiches. In Anton Walbrock (Adolf W o h l b r Ü ck) steht der Hauptdarstellerin als Prinzgemahl eine durchaus ebenbürtige Erscheinung zur Seite. Durch sein zurückhaltendes Spiel bleibt der Abstand zu der Gestalt der Königin gewahrt. Alle übrigen Mitwirkenden standen ausnahmslos auf höchstem Niveau. Starker Beifall begrüßte die filmkünstlerische Leistung. Die New World l^ictures-Gesellschaft erschien mit einem Farbenfilm „Wings of the Morning", der durch die bezaubernde Gestalt der A n nabe l l a getragen wird Ihr feines und lebensvolles Spiel nimmt die Zuschauer gefangen Nur die Farben des Films fallen in manchen Szenen durch unangenehme Uebertreibung auf Für die gelungene Regie zeichnet Harold S ch u ft e r Mit starkem Beifall wurde der plastische Trickfilm der Ufa „Reinecke Fuchs" ausgenommen, dem man wegen seiner neuartigen Technik — die darstellenden Tiere sind nicht gezeichnet, sondern in Plastilin modelliert — lebhaftes Interesse entgegenbrachte. Feierliche Eröffnung -er deutschen Kulturwoche in Paris. Em Bild künstlerischen Schaffens im neuen Deutschland. Paris, 3. Sept. (DNB.) Der deutsche Botschafter Graf Welczeck gab am Freitagnachmittag anläßlich der deutschen Kulturwoche in Pans einen Empfang in den Räumen der Botschaft, auf der Staatssekretär Funk Gelegenheit nahm, die Presse zu begrüßen Staatssekretär Funk betonte, daß jede moderne Kunst auf den ewigen Werten der Der- gangenheit fußen müsse In Deutschland sei man aher bestrebt, der jungen Generation die Achtung vor den alten Meistern zu vermitteln, nicht zuletzt um sie anzuregen. Zur Zeit versuche man, aus der deutschen Kunst zu entfernen, was nicht echt sei Der Umbau sei noch im Gange, deshalb solle man nicht glauben, daß nichts Neues entstehe. Es gäbe bereits schöne Ansätze für neues großes K u n st s ch a f f e n. Die Menschen, die in der Kunst tätig seien, seien zum Teil jung, der großen Aufgabe aber begeistert ergeben; sie wüßten, daß Kunstführung eine Auf - aabe d e r Staatsführung sei und daß der Künstler eine staatspolitische Ausgabe zu erfüllen habe wie jeder andere, der für die Gemeinschaft arbeitet. Im nationalsozialistischen Deutschland werde mehr für die Kunst getan als je; insbesondere würden bie Kun st schätze dem Volke zugänglich gemacht. Enge wechselseitige Be- * Ziehungen beständen zwischen den Künstlern und der Regierung. Deutschland baut, schafft und lebt, nicht nur in völlig friedlicher Gesinnung der Welt gegenüber, sondern legt auch Wert darauf, in der Kunst die Stellung zu behalten, die es inne hatte Daraus erkläre sich auch das große Interesse Deutschlands für die ausländische Kunst „In Deutschland", so schloß Staatssekretär Funk, zollen alle zu Ihnen als Freunde des Frie- dens und der Kultur sprechen. Die Sprache der Kunst wird am besten verstanden und daher soll statt der oft schwer verständlichen Sprache der Politik jetzt die Sprache der holden Kunst zwischen den französischen und ausländischen Besuchern der deutschen Kulturwoche in Paris vermitteln Der schönste Erfolg der Kulturwoche wäre, wenn sie einen bleibenden Eindruck von dem künstlerischen Schaffen des neuen Deutschland hinterließe " Auf die hervorragenden Kräfte verweisend, die er für die ihm vom Führer übertragene Aufgabe her angezogen habe betonte der Staatssekretär daß mit dieser Veranstaltung das kulturelle Gesicht des neuen Deutschland der Welt gezeigt werden soll. Die Ausstellung gebe ein Bild von dem Leben und Schaffen Deutschlands Der deutsche Beitrag zeige wie das Reich auf allen Gebieten versuche, Neues zu schaffen Die deutsche Kulturwoche bringe nur das 93 e ft e an Filmkunst, Gesang, Oper und Orchester, nicht etwa als kulturpolitische Kundgebung, sondern als em Beweis wie deutsche Kunst in Deutschland gezeigt werde Alle Teilnehmer — es seien ihrer rund 1200 — hätten sich mit Begeisterung für das große Werk im Auslande eingesetzt und mit Hingabe daran gearbeitet in der Erkenntnis, daß Kunst nicht um der Kunst willen bestehe, sondern eine große st a a ts- politische Aufgabe habe So werde die Welt sehen können, daß das deutsche Volk unter Adolf Hitlers Führung der Kunst zu neuen Erfolgen verhelfe und daß Deutschland auf kulturellem Gebiet der alten Tradition nicht nur treugeblieben sei, sondern vfie auch fortsetze Die Weli-tlrauWrmg des Lsa-Mms „Patrioten". Begeisterte Aufnahme in Paris. Paris, 4. Sept. (DNB. Funkspruch.) Arn Freitagabend fand in Paris die Welturaufführung des Ufa-Filmes „Patrioten" statt, und damit die feierliche Eröffnung der de u t- schen Kulturwoche in Pans anläßlich der Internationalen Ausstellung 1937. Zahlreiche deutsche und französische Persönlichkeiten hatten in der Ehrenloge des internationalen Filmtheaters im Ausstellungsgelände unter den Pfeilern des Eiffelturmes Platz genommen. In dem großen dicht besetzten Parkett hatte die Elite der kunstbegeisterten französischen S-i°IIsch°ft. ein Teil ber deutschen K°- (onie bekannte französische Filmkunstler und -Künstlerinnen, sowie die Presse Platz genommen. Das Programm des Gala-Abends des deutschen Films brachte zuerst, gesungen von Heinrich S ch l u s n u s , mit schöner und mächtiger Stimme Hugo Wolfs Lied „Wer in die Ferne will wandern" das von den Zuhörern^mit begeistertem Beifall aufgenommen wurde Sodann wurde eine deutsche Wochenschau vorgeführt, die sich Reichsparteitag. Berlin, 3. Sept. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler hat die Teilnahme größerer Polizeiformationen an dem diesjährigen Reichsparteitag angeordnet und wird zum ersten- mal feit der Machtübernahme persönlich der uniformierten Polizei eine Standarte und für ihre einzelnen Standorte Fahnen verleihen. Die Abordnungen der Ordnungspolizei aus allen deutschen Standorten nehmen Freitag, den 10. September d. I., morgens, in Stärke von ungefähr 3000 Mann, darunter sämtliche Träger des Blutordens und des Goldenen Parteiabzeichens unter Führung des Chefs der Ordnungspolizei, General der Polizei und SS.-Ober- gruppenführer D a I u e g e, auf der Deutfchherrn- wiefe Aufstellung, wo der Führer, begleitet vom Reichsführer SS. und Chef der deutschen Polizei, Heinrich Himmler, die Front abschreiten und der Polizei 23 Standortfahnen übergeben wird. Anschließend nimmt der Führer vor dem Deutschen Hof den Vorbeimarsch der Polizeiformationen ab und wird am Sonntag, den 12. September, im Luitpoldhain beim Aufmarsch der Polizeiformationen die Polizei st andarte weihen. Oie Ehrenordnung der NS.-Gtuden enkanipfhilfe Berlin, 3. Sept. (DNB.) Der Arbeitsausschuß für die Ehrenordnung der Reichsstudentenführung trat unter dem Vorsitz von SA.-Obersturmbannführer Trumpf zusammen, um über eine grundsätzliche Regelung der Ehrenangelegenheiten des Altherrentums zu beraten. An der Sitzung nahmen u. a. teil: Staatssekretär Landfried, SA.-Brigadeführer S o l b r i g , Obergebietsführer Stellrecht und der frühere Führer des Allgemeinen Deutschen Waffenringes, SS.-Sturmbann- führer L a n g h o f f. Die Ehrenordnung des Altherrentums wird sich grundsätzlich von der vom Reichsstudentenführer am 23. Juni 1937 in Heidelberg in Kraft gesetzten Ehrenorbnung des deutschen Studententums nicht unterscheiden. Besonders wird der Grundsatz, daß die Ehre eines jeden Volksgenossen den gleichen Wert hat, auch im Altherrentum maßgeblich sein. In der Ehrenordnung des Altherrentums werden lediglich gewisse Bestimmungen getroffen werden, die durch das Alter der der Ehrenordnung Angehörenden bedingt sind. Den Alten Herren wird bei einem Zweikampf gestattet sein, den alten schweren Säbel zu fechten, auf den sie eingepaukt sind. Aus aller Welt. ■ v G '4"-/, V1 In Lausanne ist Baron Pierre de Coubertin im Alter von 75 Jahren plötzlich einem Schlaganfall erlegen. Der Baron war der Wiedererwecker der Olympischen Spiele, die durch ihn zu der neuen großen Bedeutung kamen. — (Schirner-M.) Generalfeldmarschall von Mackensen bei den Altveteranen. Seit dem 28. August weilen 16 0 Altveteranen, Mitkämpfer aus den deutschen Einiaungs- kriegen 1864, 1866 und 1870/71, auf Einladung des Deutschen Reichskriegerbundes in Bad Ems, wo sie zehn Tage lang Erholung und Kräftigung finden. Diese Zusammenkunft der Altveteranen wird nun, wie der Bundesführer des Deutschen Reichskriegerbundes, SS. - Gruppenführer Oberst a.D. Reinhard, bei einem Fest in Bad Ems mitteilte, alljährlich in Bad Ems stattfinden. In diesem Jahr erleben die Altveteranen eine besondere Freude, da Generalfeldmarschall von Mackensen während mehrerer Tage an ihren kameradschaftlichen Zusammenkünsten teilnimmt. Auf der Fahrt nach Bad Ems stattete der greife Heerführer in Begleitung seiner Gattin und seines Adjutanten der Stadt Fritzlar einen Besuch ab. Nachdem der Generalfeldmarschall die Sehenswürdigkeiten der Stadt besichtigt hatte, fuhr er nach Marburg weiter, wo er den im Ruhestand lebenden General von Schniewinbt besuchte. Dann besichtigte der Generalfeldmarschall das Lonb- grafenschloß und die Elisabethkirche. Die Bevölkerung jubelte dem greifen Heerführer zu und die Kavallerie-Kameradschaft begrüßte ihren Schirmherrn im Vorraum der Elisabethkirche durch eine Abordnung. In Bad Ems wurde Generalfeldmarschall von Mackensen von einer großen Menschenmenge freudig begrüßt. Am Donnerstag nahm der Generalfeldmarschall an einer Feierstunde der Altveteranen auf dem Petersberg tm Siebengebirge teil. SS.-Standartenführer Generalleutnant o. D. Koch feierte die Altveteranen und ihre Verdienste um die deutsche Einigung Bundesführer SS.-Gruppenführer Reinhard gedachte der militärischen Leistungen des Generalfeldmarschalls von Mackensen, der ja auch als junger Offizier an dem Krieg von 1870/71 teilgenommen hat. bei ^loplen cjcn (peumanns (perj-fpilfe unterstützt und regelt die Arbeitskraft Ohres Herzens, heumanns Herz-Hilfe ist unschädlich und aus rein pflanzlichen Heilstoffen zu- sammengeseht.-Iu haben in denttpotheken für R2IL 2.50 die Packung. Sie reicht ca. 1 Monat. Unfall Graf Hagenburgs bei den amerikanischen Kunstflugmeisterschaften. Der deutsche Kunstflieger Graf Hagenburg, der an den amerikanischen K u n st f l u g m e i st erschaffen in Cleoeland teilnahm, hatte einen gefährlich aussehenden Unfall. Er ereignete sich, als Graf Hagenburg rücklings kaum einen Meter über dem Boden mit mindestens 200 Kilometerstunden Geschwindigkeit den Platz entlangflog, ein in Amerika noch nie gesehenes Wagnis. Infolge Lockerung des Sicherheitsgürtels wurde der Pilot in der Kontrolle beeinträchtigt, so daß die Maschine zu tief geriet, schleifte und bann in einer großen Staubwolke in Trümmer ging. Da schon am Vortage der frühere amerikanische Meister M i l e s tödlich abgestürzt war, befürchtete man das Schlimmste. Die Musikkapelle übertönte bie Schrek- kensschreie mit dem Deutschlanblieb, um ben kühnen Deutschen zu ehren, was stehend angehört wurde. Als sich herausstellte, daß Graf Hagenburg wie durch ein Wunder ohne schwere Verletzungen davon gekommen war, und er dies selbst am Mikrophon bekanntgab, bereitete ihm das Publikum eine begeisterte Ovation. Der Deutsche bedauerte lediglich, daß er ein geliehenes Flugzeug ruiniert habe, er wolle aber mit einem anderen weiterfliegen._________________________________________ Neuerscheinungen des Ullstein-Verlages. Der Verlag Ullstein, Berlin, kündigt folgende Neuerscheinungen an: Dr. Juri ©emjenoro: Die Eroberung Sibiriens. Ein Epos menschlicher Leidenschaften. Der Roman eines Landes. Mit 40 Kunstdrucktafeln, 4 Kartenskizzen und einer Ausschlagkarte. — Gustav Schwab: Die schön st en Sagen des klassischen Altertums. Mit 8 Kunstdrucktafeln. — Karl Bartz: VierKameraden. Roman. — Konrad H a e m- merling: Der Mann, der Shakespeare hieß. Roman. — Paul (Sippe r: Freund aller Tiere. Ein Fahrtenbuch voll bunter Abenteuer. Mit 16 Tafeln und 32 Textzeichnungen von Moritz Pathe. — Peter Eckart: Blockadebrecher Marie. Abenteuer-Fahnen des Kapitäns Sörensen im Weltkrieg — Walther von Schoen: Die Hölle von Gallipoli. Der Heldenkampf an ben Darbanellen. — Joachim Reinharb st ein: Feuerbrand in Kärnten. Der Heldenkampf eines Volkes. — Norbert Jacques: Der Feueraffe. Roman — Dr. G. Hä st ermann: Vom ersten Spatenstich zur Gartenlaube. Eine Anleitung für alle Gartenarbeiten. — Dr. G v Knebel: Hund und Katze. Ein praktischer Ratgeber für bas Halten und Pflegen unserer vierbeinigen Haus- freunbe. — Prof. Dr. Eberharb U l b r i ch: Eßbar ober giftig? Ein Ratgeber für Pilzsammler. Mit einer farbigen Wiebergabe von 48 Pilzsorten. Wetterbericht bee Relthsmefferbienftes tiusqnbeort .'Iranffurt Der Durchzug einer Störungsfront brachte auch unserem Gebiet bas Aufkommen leicht unbeftänbigen Wetters, bas in zeitweiser Bewölkungszunahme unb vornehmlich in ber Nacht zum Samstag auch in vereinzeltem Auftreten von gewittrigen Schauern zum Ausbruck kam. Eine burchgreifenbe Wetterumgestaltung ist mit biefer Entwicklung keineswegs oerbunben, vielmehr bleibt Schönwetter auch für bie Folge vorherrschen!). Aussichten für Sonntag: Stellenweise Frühnebel, sonst meist heiter unb trocken, Mittagstemperaturen über 20 Grab, nachts recht frisch, veränberliche Winbe. Aussichten für Montag: Im wesentlichen freunbliches Wetter. Hauptfchriftleiter: Dr Friedrich Wilhelm Longe Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum- schein Verantwortlich für Politik unb für die ’Bilber: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für ben übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigen- (eiter: Hans Beck. Verantwortlich für ben Inhalt ber Anzeigen: Theobor Kümmel. D. A. VIII. 37: 9090. Druck unb Verlag: Bruhlsche Unwersitätsbruckerei R Lange. K.-G., sämtlich in Gießen Monatsbezugspreis RM 2,05 einschließlich 25 Ps Zustellgebühr, mit ber Illustrierten 15 Pf mehr Einzeloerkaufs- preis 10 Pf unb Samstags 15 PI. mit ber Illustrierten 5 Pf mehr Zur Zett Ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Junt 1935 gültig. IWbeWier für Neu- und Altbauten durch [sm^D Büro Kirchner. Bleichstr. 18 Besonders Tnnn|nn Versand n. 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Im Sport gestählt, blüht jungerstarktes Leben, Ein hoher Glaube bindet jung und alt, Ein fetter Wall fchützt einsgewordenes Streben, Ein Eid zwingt uns mit heiliger Gewalt! AM 7. 1W1 V^W ■W> ZWWWW^ . MWWVMl VN KM ^7'- W | § v;. ' ■ MM. M M W < SN******** MMMWM W j ■ : ■■■ . HMM W^^WW ,. W s pW '< MMMWWMM M W M^KKWMA (Sämtliche Aufnahmen Scherl-Bilderdienst-M.) Nürnberg ^937. Don Gurt Dohel Wer die Stadt der Reichsparteitage im Frühsommer erlebte, wer von dem Burgsöller herabschaute auf ihr braunes Dächergewirnmel, auf ihren bunten Markt, auf ihre prächtigen Häuser und Brücken — der atmete die Luft der Jahrhunderte, der sah die Stadt, wie sie uns die größte deutsche Kunst sehen gelehrt hat. Die Reichsstadt, die wahrhaft kaiserliche Stadt, deren Baustil sich von allen anderen altdeutschen Städten abhebt durch seine innere Größe und Würde: dies ist in einem ganz bestimmten Sinne — so empfindet der Besucher — d i e alte „H a u p t st a d t" des Reiches, ihr repräsentativer Mittelpunkt im goldenen Franken, ganz auf die Kraft ihrer Bürger gestellt, eine kleine Welt innerhalb der großen Welt eines mächtigen Reiches. Das ist das E i n st. Und nun das Heute: Da draußen an dem Dutzendteichufer wächst das Reichsparteitag-Gelände, wächst eine neue Welt, repräsentativ für das neue Reich, eine ganz andere Architektur, weit, großräumia, ganz in der Horizontale entwickelt. Sie ist gefchaf- fen, um große Massen festlich ernst $u umfassen, ihnen Raum zur Aufstellung zu bieten, ihnen Stimme und Wort zuzuleiten des einen Mannes, aus dessen Geist dieses neue Nürnberg, dieses neue Reich geboren wurde, Adolf Hitlers. Zwei Welten treffen sich so alljährlich in dieser alten erhabenen Stadt, die in einem besonderen Sinne Heimat der neuen deutschen Idee wurde. Man spürt es fast körperlich, wie die Kraft der Anfchauung des Alten, der alten deutschen Herrlichkeit zeugerisch eindringt in das Neue — wie der Führer gerade hier mit seinen Getreuen Stärkung finden konnte für die immer gewaltiger ausreifende Konzeption des Neuen. Und so wird es einem hier besonders deutlich, wie dieses neue Reich des Nationalsozialismus eine künstlerische Konzeption wurde, wie es aus der alten Kunst unseres deutschen Südens reifte und die neuen soldatischen Tugenden mit dieser Welt der Kunst Altdeutschlands zusammenschmolz — so daß etwas ganz Neues entstand, das nun seinen Ausdruck in den Parteibauten fand. Künstlerisch gesehen sind auch die großen Reichsparteitage. Sie sind festliche Entfaltung einer Idee und Erfüllung einer Form im erhabenen Rahmen. In ihm entfaltet sich das neue Leben sinnvoll zu künstlerischer Gestalt. Das ist das wesentliche an dem neuen Reich, daß es wieder den Willen zur künstlerischen Gestalt aufbrachte, daß es einen Stil formte, der über die Daseinsform des modernen Bürgertums hinausgeht. Der Zerfahrenheit in individualistische Anarchie wird der Wille zur Einheit schöpferisch entgegengestellt. Und da ist das alte Nürnberg wieder eine glänzende Schule: in seinen Bauten erscheint uns die ganze Fülle und Vielfalt der deutschen Schöpferkraft vielseitig und herrlich — und dennoch gebannt in eine Form, die eben künstlerische Gestalt heißt. Diese Gestalt ist in sich immer einheitlich, weil sie Leben ist, organisches Leben aus der Seele des deutschen Menschen geboren. Und das ist ja der tiefste Sinn des Nationalsozialismus, wie ihn uns der Führer schaffend vorlebt. Wir haben in diesem Jahre, das nun seit dem vorigen Reichsparteitage verflossen ist, wiederum erlebt, wie dieses Wachstum sich vollzieht. Mit der zwingenden Notwendigkeit der Natur setzt sich eins ans andere und erfüllt den groß gesteckten Rahmen immer dichter mit neuen Formen. Da ist die ungeheure Arbeit am Vierjahresplan, die wirtschaftlich das große Kunstwerk bereichert, da ist die immer umfassendere Arbeit der Deutschen Arbeitsfront und ihres eigenen „Kunst-Werkes", „Kraft durch Freude", das auf allen Gebieten unseres Arbeitslebens gestaltend eingreift und die Volks- genossen dem großen Kunstwerk, der großen Ganzheit des erfüllten Lebens näherführt. Da ist der „Tag der deutschen Kun st" in München selber, der uns gezeigt hat, wie die engere Wesensbestimmung der bildenden Kunst im nationalsozialistischen Reiche sich nun entwickelt hat. Und gerade bei so einer sammelnden Kunstschau — ebenso wie bei der großartigen Berliner Reichsschau „Gebt mir vier Jayre Zeit" — tritt dann deutlich die o r - ganifche Einheit des Deutschtums wieder hervor, wie es sich nach Stämmen und Gauen gliedert. Das wurde ja erst wieder durch den Nationalsozialismus zum allgemeinen Bewußtsein gebracht. Aber die künstlerische Gestaltungsabsicht geht ja noch tiefer: von der Gemeinschaft in den einzelnen Menschen hinein. Wir erleben die große innere Verwandlung des deutschen Menschen. Aus dem ichsüchtigen Individualisten mit seinen mangels einer wirklichen Volksordnung unbeschnittenen, ungeordneten Trieben, seinen unzähligen Sonder-Weltanschauungen, wird allmählich der an seinem Volksganzen und seiner natürlichen Gliederung sich selber ordnende und sich selber bezwingende und beherrschende deutsche Mensch der Zukunft. Daß diese Neuordnung nicht leicht ist, daß ein „Sich-Bezwingen" überhaupt eine der schwer- sten Dinge für den Menschen ist, darüber braucht nun kein Wort mehr verloren zu werden. Wieder ist das künstlerische Schaffen das gegebene Gleichnis: der Künstler muß es sich — um mit Goethe zu reden — „sauer werden lassen", ehe er das Werk auch nur annähernd vollkommen her- vorbringt. Das künstlerische Werk verlangt Opfer über Opfer. Es verlangt Den Einsatz eines ganzen Lebens und erzieht den echten Künstler zu einem tiefen Ernst allen Erscheinungen des Lebens gegenüber. Wenn nun der deutsche Mensch aus sich seiber eine Art Kunstwerk im Rahmen des großen Ganzen machen soll, so wird er sichs eben auch „sauer werden lassen" müssen. Um ihn darin zu stärken schuf der Führer unsere Feiern, schuf er den Reichsparteitag, wo die am härtesten an dieser Wandlung mitschaffenden Nationalsozialisten durch ihn selber gestärkt werden sollen und wo andererseits der Führer sich wieder Kraft und Vertrauen 311 seiner übermenschlich schweren Aufgabe holt. Aus dem glänzenden Aufmarsch einer politischen Geist, Führung und Organisation der NSDAP, waren vom ersten Tage des Bestehens der Partei an, ebenso wie ihre Kundgebungen und Parteitage von allen übrigen Parteien grundverschieden. Nach dem Willen des Führers war die Partei von Anfang an auf dem Führerprinzip aufgebaut, ihre Versammlungen trugen den Charakter eindrucksvoller Kundgebungen und die Parteitage mit ihren Aufmärschen waren weithin sichtbare Gipfelpunkte der Bewegung. Während sich die Anhänger aller anderen Parteien auf ihren Partei- fongreffen in endlosen Debatten zerzankten, stand hier eine von einem Willen geführte und erfüllte Bewegung als entschlossene Einheit. Das war der sinnfälligste Unterschied zwischen den alten Parteien und der NSDAP.: Die Systemparteien glichen Vereinen. Die NSDAP, aber war Kampfformation, Bewegung. Eine Bewegung aber marschiert. Schon der erste Parteitag der NSDAP., der im Januar 1923 in München stattfand, trug das Gepräge der Bewegung. Die Kolonnen der Kampfformationen marschierten durch München; sie marschierten trotz aller behördlichen Verbote durch die Straßen mit den neuen Hakenkreuzfahnen des Führers, umbraust von den Kampfliedern der aufbrechenden revolutionären Bewegung zum Marsfeld. Das Schwergewicht der Bewegung lag nicht mehr in den Saalkundgebungen. Auf freiem Feld sprach in Sturm und Schnee der Führer und weihte die erste Standarte. Eine Bewegung setzte sich in Marsch. Der Frontsoldat und der politische Kämpfer fanden sich, allen Anfeindungen der Ggner zum Trotz, im Kampf um ein neues Deutschland. Und selbst der 9. November konnte die Bewegung nicht vernichten. Schon im Jahre 1926 sammelte der Führer in Weimar seine kampferprobten Scharen aufs neue, und zu Nürnberg 1927 begann jene Reihe glanzvoller politischer Kundgebungen, die aller Welt den Aufstieg der Bewegung zeigten und von da ab für immer mit der Stadt der Reichspartei- Heerschau wird der innerliche Appell einer Bekenntnisgemeinschaft, einer Erziehungsgemeinfchaft. Erzieher im ganz großen Sinne, Erzieher einer Nation an Der Wende der Zeiten sind Die Versammelten, voll bewußt Der großen Aufgabe, Die Zeit unD Schicksal ihnen Durch Die Person Des Führers stellten. Das gibt Diesem Parteitug, Diesem Treffen Der gesamten Führung Der Nation seine Weihe. Hier wird sich ein Volk seiner schweren Ausgabe unb seiner schicksalbestimmenben Senbung in einer Zei- tenwenbe bewußt, hier erkämpft sich jeder einzelne Beauftragte seine Kraft und seine Härte. Hier weiht der Führer immer wieder neu all die vielen Tausende von Fahnen, unter Denen sich Das Schicksal eines Volkes wanDelte wie nie zuvor. Die Welt steht noch immer zögernD, mißtrauisch unD vielfach böswillig Der wunDerbaren Erscheinung Der Deutschen Auferstehung gegenüber. Das ist an sich nicht besonders verwunderlich, Denn solche Wandlungen erlebt Die Weltgeschichte nicht oft, unD sie müssen Die Unbeteiligten mindestens „befremden". Anders steht es mit Denen, Die nicht guten Willens sind. Aber auf alle Fälle muß sich Die Welt immer intensiver mit Diesem Wunder Der Wanb- lung im deutschen Volke beschäftigen. Mit jener unwägbaren Macht Des Kunstwerkes wirkt Diese neue Gestalt nämlich auch auf Die Welt. Der Deutsche von heute ist eben nicht mehr Der Deutsche von früher. Damit muß sich Die Welt auseinanDersetzen. Und dazu bietet ihr Der Reichsparteitag die beste Gelegenheit. Was hier gesprochen wird, was hier geschieht, Das ist Der gesammelte Wesensausdruck Der deutschen Nation. Nach diesem Treffen ber Partei richtet sich das deutsche Leben mit organischer Notwendigkeit aus. -Das weiß die Welt. Deshalb schaut sie erwartungsvoll — im guten oder im bösen Sinne — auf Die alte ehrwürDige, weltberühmte Reichsstadt, wo in diesen goldenen Septembertagen die deutsche Nation spricht. tage verbunden blieben. Nürnberg wurde zum Symbol der Bewegung, die Reichsparteitage zum glanzvollsten Höhepunkt der Partei. Nach der Machtergreifung ist Nürnberg erst recht die Stadt geworden, in Der Die Parteitage Den mächtigsten AusDruck Der nationalsozialistischen Freiheitsbewegung bilden. Die StaDt Der Reichsparteitage, in Der im Mittel- alter mehr als einmal Die Reichstage Der Deutschen Kaiserzeit abgehalten mürben, ist roteber in ben Mittelpunkt ber Nation getreten. Der Führer hat sie zur Douernben Stätte ber größten nationalsozialistischen Kunbgebungen bes Jahres erwählt, unb in seinem Geiste entstehen neben ber altehrwürbigen Stabt, neben Nürnberg, bas Das Schatzkästlein Des alten Reiches genannt rourDe, Die neuen unvergleichlichen Großbauten bes Reichsparteitagsgelänbes. Anlagen von einem Umfang, einer Schönheit unb Größe sinb bereits geschaffen unb im Werben, wie sie an keiner anderen Stelle bes Reiches wieber- zufinben sinb. Hier ragt in Stein unb Stahl b i e lebenbig geworbene Ibee des Führers in die Jahrhunderte und wird zurPilgerstätte D e r N a t i 0 n. Hier trifft das Dichterwort wie kaum irgendwo zu: Es ist der Geist, ber sich ben Körper baut. Aus Kampf unb Bewegung warb Aufbau unb Dollenbung. Umfassend, wie nie im Leben der Nation, erschütterte ber Kampf um bie Neugestaltung Des Reiches bas ganze beutsche Volk. In seiner gigantischen Dynamik, hervorgerufen unb gelenkt vom Führer, löste er alle Kräfte ber Revolution und des Wiederaufbaues aus. Es gibt kein Lebensgebiet des deutschen Volkes, bas von ber nationalsozialistischen Jbee nicht ergriffen unb völlig umgestaltet worden wäre. Die Reichsparteitage mit ben Proklamationen des Führers, ben Aufmärschen unb Kunbgebungen, die bereits ihre Tradition erlangt haben, sind die äußeren Höhepunkte bes politischen Lebens unserer Nation geworben. Der Führer gibt ihnen Richtung unb Gestalt unb weist ben Weg in bie Zukunft. Aus Kampf und Bewegung ward Aufbau und Vollendung. Don Michsleiier Or. Wilhelm Frick, Reichs- und preußischem Minister des Innern Der Weg in die deutsche Freiheit. Don Re chsleiter Alfted JRofenber Weltanschauung ist nicht nur eine Frage tiefen Denkens, fonbern auch Das Schauen aus Dem Charakter heraus; Denn Die tiefe Ueberzeuguna vom Wert Des Charakters ist Der Mittelpunkt unseres Glaubens unD Fühlens. Erft wenn Diese Ueberzeugung überall Platz gegriffen hat, werben mutigen Entschlüssen auch mutige Taten folgen. Aus biefer Weltanschauung heraus werten wir auch bas Bestehen früherer Zeiten. Es ist nicht so wichtig, ob bie eine Konfession gesiegt hat ober bie anbere. Wichtig ist uns nur, ob bas gesamt- beutsche Wesen gestärkt aus bem Kampfe her- oorging. Wenn wir bas Braunhemb tragen, bann hören wir alle auf, Katholiken unb Protestanten zu fein, bann sinb wir nur Deutsche! Die nationalsozialistische Bewegung hat an bie Spitze ihres Denkens bie Tapferkeit gestellt. Sie roenbet sich gegen jebe Weltanschauung, bie auf bie Angst bes Menschen begrünbet ist. Die Pro- paganba ber Entente im Weltkrieg war z. B. bewußt auf Großzüchtung aller Minderwertigkeitskomplexe des deutschen Volkes aufgebaut. Dem deutschen Volk aber fehlte die große Parallele. Man verteidigt aber nur das, was man für wertvoll hält. Halten wir Deutschland für wertvoll, dann müssen wir auch für Deutschland kämpfen. Wenn man aber einem Volk den Glauben an ben Wert seiner Gegenwart nimmt, so ist es basselbe, als wenn man ihm ben Glauben an bie Größe seiner Vergangenheit zerstört. Deshalb lehnen wir bie Versuche ab, bie uns täglich unsere Minberwertig- keit unb unsere Sünbe vorhalten. Wieviel größer ist es, an Den eigenen Wert zu glauben. Hätten wir, als wir Den Kampf begannen, uns täglich unsere Sünben vorgehalten, wir wären nie Sieger geworben, ja wir hätten biesen Kampf erst gar nicht beginnen bürfen. Unser Stolz aber ist, baß wir biesen Kampf ausgenommen haben, baß Deutschlanb heute zu einer größeren Einheit zu- sammengeschmiebet würbe, als sie je war. Ein Zeitalter geht zu Enbe, eine neue Epoche beginnt. Denn ber Nationalsozialismus ist nicht eine Angelegenheit weniger Jahre, fonbern er trägt in sich ben Glauben an eine große, lange währenbe Sendung in ber beutfchen Geschichte. Wir sinb ber festen Ueberzeugung, baß vieles, was in ber deutschen Vergangenheit gegen fremdes Wesen unb fremde Formen auf ben verschiebensten Gebieten bes Lebens kämpfte, oft vereinzelt scheinbar umsonst gekämpft hat, heute seine Wieberae b u r t im großen Erwachen ber beutfchen Nation feiert. Unb aus biefem Grunbe steht Die nationalsozialistische Bewegung nicht ben heranwachsenben Kräften verschlossen gegenüber, fonbern ganz im Gegenteil; im Gefühl, etwas zu erfüüen, was viele, viele Jahrzehnte beansprucht, schauen bie nationalsozialistischen Führer gerabe hoffenb auf bas heranwachsenbe Geschlecht, um aus ihm jene herauszulesen, bie willens unb fähig sein können, ben fommenben Staat zu stützen unb Dann zu führen, Die deutsche Wissenschaft neu zu gestalten unD Die Deutsche Kunst mit stark pulsie- renbem Leben zu erfüllen. Der Kampf ber Generationen, ber immer fein wirb, hat in unserer Zeit eine anbere Form angenommen. Er ist nicht mehr ein Kampf gegenein- anber, sondern ein gemeinsames Kämpfen mitein* anber unb umeinander. Die Jugend unserer Zeit hat aber damit ebenfalls eine Pflicht übernomni n, so groß, wie sie einem jungen Geschlecht erst im Zeitraum vieler Jahrhunderte zufallen kann. Die Jugend hat die Pflicht, mit der neuen Bewegung zu marschieren, schon früh Anteil zu nehmen am Geschehen des politischen Lebens, und zugleich hat sie die Pflicht, in Schulen und Hochschulen, in. der Urquell Nürnberg, wie Dürer es sah. Zum Beginn des Reicheparieiiages Das Verhältnis Albrecht Dürers zu Nürnberg kennzeichnet wohl am schönsten bas Wort Herman Grimms: „Er war nicht bloß Maler, er war ein Nürnberger Maler". Es greift über bas Inhaltliche feiner Kunst hinaus unb deutet auf bie Art, wie er schuf unb lebte. Darin sprach sich nürnber- gisches Wesen aus. Unb mochte er im Jahre 1506 aus Italien geschrieben haben: „O wie wirb mich nach ber Sonne frieren, hier bin ich ein Herr, daheim ein Schmarotzer!" ... mochte er noch vier Jahre vor seinem Tode an ben Bürgermeister unb Rat Nürnbergs geschrieben haben, baß er ber Stabt mehr umsonst benn um Geld gebient" und während Der dreißig Jahre feines Hierseins in Nürnberg selbst „nicht um fünfhundert Gulden Arbeit gemacht", sondern allen seinen Gewinn von den Fremden habe, — bie Antwort auf bie Frage, wie Dürer Nürnberg sah, muß zuerst boch bamit beantwortet werben, baß er bie Stabt mit großer Liebe betrachtet hat! Aus vielen Darstellungen ber nürndergischen Landschaft, aus vielen Bildnissen, bie er von Männern und Frauen Nürnbergs geschaffen hat, spricht diese Liebe heute noch zu uns. Mit welcher Hingabe hat er auf dem Stich „Hieronymus im Gehaus" (1514) fein eigenes Zimmer in feinem Nürnberger Haus miebergegeben! Welche Wärme, welches Häuslichkeits- unb Geborgenheitsgefühl kommt uns daraus entgegen! Man möchte sagen: Dies war ihm Nürnberg, bie Heimat, bas Vaterland Er war Der Nürnberger Bürger, Der sich hier wie in seiner „Burg" geborgen wußte, — bie Butzenscheiben an ben Fenstern sorgten bafür, baß von draußen nichts anberes als bas Licht einbringen konnte. Unb man wirb biesen Sinn Dürers für bie Häuslichkeit um so höher einzuschätzen haben, als er im Alter von fünfundzwanzig Jahren bereits ben Ausbruch aus Der Stabt und ihren Mauern vollzogen unb bie Landschaft entdeckt hatte. Erst das Jahr 1928 brachte uns die Entdeckung einiger Darstellungen ber Nürnberger Burg auf Dürerfchen Kupferstichen. So hat er im Jahre 1500 auf bem Stich „Das Meerwunder" in der Stadtansicht des Mittelgrundes die Burg in ihrer damaligen Gestalt im Spiegelbild festgehalten. Sie ist van Norden gesehen, ohne den heutigen Basteien- Vorbau, mit allen damals vorhandenen Holz- unb Erkeraufbauten. Van ber entgegengesetzten (süb- lichen) Seite hat er auf bem Stich „Die Mabanna an ber Mauer" (1514) bie Burg, unb roieberum im Spiegelbilb, bargestellt; er sah sie so vom Dachfenster feines Hauses am Tiergärtnertor. Nach biefem Stich ist sie auch heute noch leicht zu erkennen, wäh- renb sie uns auf bem Meerwunder-Stich fremd erscheint. Die manigfaltigsten Veränderungen haben hier inzwischen dazu beigetragen, das architektonische Bild zu klären. Ungefähr um das Jahr 1496 entstand das Aquarell „Nürnberg von Westen". Dürer hat sich damit aus der Stadt begeben, er hat auch seinen Blick zur Hälfte auf die vor der Stadt gelagerte Landschaft geworfen. Da ist die Stadtmauer mit ihren Türmchen unb Türmen, in ber Ferne erscheint bie Burg, seitlich von ihr einer ber vier „runben Türme" Nürnbergs, die damals noch eckig gewesen sind. Aber wo Dürer noch „Landschaft" sah, wo er zwischen spärlichen bäuerlichen Häusern hindurch in Öen Pegnitzgrund und auf die Sandberge der Vorstadt St. Johannis blickte, ist heute die Sicht verbaut von der hinausdrängenden Stadt. Daß Dürer auch in seinen zahlreichen Landschaftsaquarellen eine gewisse nürnbergische Nüchternheit gegenüber dem Tatsächlichen an den Tag gelegt hat, kommt uns heute sehr zustatten. Liebevoll ging er dem objektiven Befund einer Landschaft im einzelnen nach und bog nichts ins Romantische ab. So können wir die aus ber Umgebung Nürnbergs ftammenben Darstellungen tm allgemeinen leicht in ihrer Oertlichkeit bestimmen. Bei ber Ansicht bes Johannisfriebhofs, bes Dorfes Kalchreuth, ber Weidenmühle u. a. hat Dürer selbst bie Bezeichnung angegeben, und es kann über ihre Lage kein Zweifel sein. Anders verhält es sich mit der sog. „Draht- ziehmühle", dem „Weiherhäuschen" und einer Landschaft, die neuerdings als „Fränkische Landschaft" reproduziert wird. Das Aquarell der „Weidenmühle" hat Dürer von ber Hallerwiese aus gemalt, einer alten Anlage an der Pegnitz; eben diese Weidenmühle aber stellt auch Dürers „Drahtziehmühle" dar, freilich von einem anderen Standort gesehen, nämlich von einem der zahlreichen Gartenhäuser der Johannis- Vorstadt, wo damals noch der Blick frei nach den Vorstädten Gostenhof unb St. Leonhard hinüber- ging. •Jie Landschaft, die er zum Vorwurf feines Aquarells „Weiherhäuschen" nahm, hat Dürer auch auf dem Kupferstich „Die Madonna mit ber Meerkatze" (1497) zum Hintergrund genommen. Damit ist uns zugleich die Möglichkeit einer Datierung jenes Aquarells gegeben. Um die in Frage kommende Oertlichkeit festzustellen, wird man sich vermutlich in die weitere Umgebung ber Stabt begeben müssen. Das Dorf „Kalchreuth" malte Dürer von einem Fenster bes bärtigen alten Hallerschlößchens aus unb gab uns bamit ein ausgezeichnetes Beispiel eines Dorfes ber Nürnberger Landschaft. (Kalchreuth liegt etwa zwei Stunden nördlich ber Stabt am Eingang ber Fränkischen Schweiz). Am anderen Morgen mag Dürer benn an ben norbroärts gelegenen Abhang bes Kalchreuther Berges gegangen sein unb bort bie „Fränkische Landschaft" gemalt haben, bie einroanbfrei als bie Schau von Kalchreuth nach Norben, zur Fränkischen Schweiz hin, zu erkennen ist. Man sieht auch barin bie bei Forchheim gelegene „Eyrenburg", einen Berg, ben Dürer auf einem Stich „Die Felbschlange" (1518) in feiner ganzen Ausbehnung zum Hintergrunb genommen hat; in ber Bilbmitte bas biefem vorgelagerte Dorf Kirchehrenbach. Schließlich bliebe noch bie aus bem Jahre 1510 ftammenbe Feberzeichnung zu erwähnen, bie bas unweit Kalchreuth gelegene Dorf He- rolbberg mit Kirche unb Schloß, bem Schloßweiher unb einigen in Bäumen sich versteckenben Häusern barstellt. Damit schließt sich ber Kreis von Dürers nürnbergischen Lanbschaften, bie in ihrer frischen Art eine besondere Bedeutung für die damalige Zeit beanspruchen können. Leuchtende Farbigkeit, verbunden mit sachlicher Auffassung, kennzeichnet diese Aquarellmalerei, der wir noch Stücke wie ben Jungen Hasen ober bas Große Rasenstück zuzählen möchten. Es ist bie naturalistische Wiebergabe eines Künstlers, ber bie Natur unb bie Landschaft eben erst entdeckt hat. Es ist die Ursprünglichkeit unb Unmittelbarfeit bes unverletzten, lebendigen Auges, dem diese Dinge noch nicht zur Gewöhnung wurden. Und es ist der glückliche Realitäts-Sinn des Nürnbergers, dem auch das Kleine bedeutsam und liebenswert sein muß; Albrecht Dürers Kunst, bie in biefem Sinne gewiß eine Nürnberger Kunst gewesen ist. Wilhelm Kunze. German sche Kunst aus der Völkerwanberungszeit. Eine überraschenbe Schau über germanische Kunst in ber Völkerwanberungszeit vermittelt bas Septemberheft von Velhagen & Älafings M o - natsheften. Dr. Fremersborf, Direktor am Wallraf-Richartz-Museum in Köln, veröffentlicht in 29 farbigen Abbildungen eine sehr eindrucksvolle Auswahl von Proben germanischen Kunstgewerbes aus einer nach Tausenden zählenden Sammlung, die der 1934 verstorbene Freiherr Johannes von Diergarbt auf Burg Bornheim bei Bonn in einem langen Leben zusammengebracht hatte. Es ist ber größte Bestanb an Funden ber Völkerwanberungszeit, ben es überhaupt gibt, und zugleich ein burchaus einzigartiger Besitz, hoppelt wertvoll in unseren Tagen, ba mir bemüht sind, unsere bisher recht lückenhaften Anschauungen über bie sog. bunflen Jahrhunberte zwischen bem Enbe bes weströmischen Reiches und ben Tagen Karls bes Großen zu vervollkommnen. Wohl alle abge- bitbeten Stücke stammen aus Gräbern. Gab man boch bamals noch ben Toten all bas mit ins Jenseits, was ihnen im Leben lieb unb teuer war: bem Mann feine Waffen, ber Frau ihren Schmuck. Was man hier in einer selten gesehenen Fülle unb Schönheit betrachten kann, ist allerlei Schmuck, Schuh- schnallen, Schwerter, Gürtelschnallen, Fibeln, auch Flaschen und Becher mit kunstvollen Emailbändern. Zeitschriften. — Die Weitwinkelkamera photographiert Staatsakte, sie hält kilometer- lange Festzüge unb Aufmarschgelände von riesigen Ausmaßen auf einer Platte fest unb gibt auf biefe Weise einen Ueberblirf über bie Festgestaltung bes Dritten Reiches, wie man sie bisher nur im Film erleben konnte. Die Aufnahmen werben im Sep- tember-Heft ber „neuen l i n i e (Verlag Otto Beyer, Leipzig) veröffentlicht, bie anläßlich des Reichsparteitages bie künstlerische Form ber großen Gemeinschaftsfeier umreißen will. — Eine zweite große Veröffentlichung ist der modernen Innenarchitektur gewidmet. Aus schönen farbigen Seiten machen drei Architekten interessante Vorschläge für bie Einrichtung einer mobernen Wohnung. Als vsr- lockenbes Reiselanb wirb Dalmatien in vielen prachtvollen Photos gezeigt. — Novellen unb Erzählungen, luftige Verse unb Zeichnungen bereichern bas schöne Heft, in bem auch bie Bedingungen für ben Erzähler-Preis ber „neuen linie", ber bieses Jahr zum 8. Male ausgeschrieben wirb, veröffentlicht werben. — Der Modeteil bringt bie ersten herbstlichen Straßenkleiber, zeigt Sportkleibung, neue Hüte, Stoffe unb Schmuckformen. ßocbfdiulnacbricbten Am 3. September beging ber Tübinger Kirchenhistoriker Professor D. Dr. Karl Müller seinen 8 5. Geburtstag. Sein Hauptwerk ist die dreibändige Kirchengeschichte; der Erforschung des Zeitalters der Reformation hat er mehrere Untersuchungen gewidmet. Werkstatt und im Büro ihre beruflichen Aufgaben so zu erfüllen, daß sie nicht nur gleichwertig, jon- Dem überlegen den anderen Nationen gegenüber- treten kann Was immer an Widerstreit zwischen Ständen und Berufen an Konfessionen und Interessen das menschliche Leben auch bringen mag, über alles muß das Bewußtsein der deutschen Einheit aller Volksgenossen stehen Unsere Aufgabe lautet, einen starken Staat zu bilden und innerhalb dieses Staates alle Seelenkräfte lebendig zu erhalten und schöpferische Menschen zu fördern, aus dem Gedanken heraus, daß eine Kultur nur dann echt ist, wenn sie bis zum letzten verteidigt wird Wer Geschichte macht, der hat auch das innere Recht, das geschichtlich lieber- fommene nicht mit absoluter Hochachtung und kritikloser Bewunderung zu betrachten, sondern 'zu prüfen, was aus der Geschichte als echt und groß und unverfälscht herübergenommen werden kann, was aber nur Form war, als unwesentlich abzulehnen. Es werden tm Zentrum der deutschen Erziehung die großen Menschen der deutschen Geschichte stehen, die danach zu werten sind, nicht ob sie einem humanistischen oder international-universalistischen Idealbild dienten, sondern mit welcher Kraft und welchen Charakterwerten sie sich zum deutschen Menschen schlechtweg bekannt haben Und zu gleicher Zeit wird eine deutsche Erziehung zeigen müssen, wie sich dieser Gedanke der Ehre immer gepaart hat mit dem Gedanken einer Gewissens- und Forschungsfretheit, wie um den Gedanken der Ehre nicht nur gekämpft worden ist auf den Schlachtfeldern Europas und auf dem Gebiete der Politik, sondern — wie gesagt — auch in allen Gelehrtenstuben und schließ- lich auch in der Seele aller großen Künstler Die Schlacht von Leuthen ist für uns hier ein Beispiel größter Charaktererziehung, wie der Faust oder eine heroische Symphonie Beethovens. Zu gleicher Zeit findet durch diesen Gedanken eine echte Rückkehr zur Natur in einem ganz anderen Sinne statt, als es die Anhänger des Träumers Rousseau oder des chaotischen Tolstoi jemals geahnt hatten. Denn die Rückkehr zur Natur, 3U ihren Gesetzen und ihren Schönheiten, -Die wir beute aus der Sehnsucht des Weltstadtmenschen heraus erleben, ist nicht eine sentimentale Verzückung, 1 andern bedeutet das Neuerleben der beut- chen Landschaft, der deutschen Erde und des putschen damit verbundenen Wesens, es ist ein tiefes Bejahen deshalb auch des deutschen Bauern als des stärksten Trägers dieses Schicksals und als des ewigen Erneuerers des deutschen Blutes bas roieber Die Voraussetzung herstellt zu kraftvoller Verteibigung bes beutschen Bobens Diese Rückkehr zur Natur bebeutet aber auch Anerkennung aller Fähigkeiten bes Leibes, unb neben bie Erziehung bes Charakters stellt sich somit ble Erziehung bes Körpers. Das Turnen unb Der Sport sinb nicht bazu ba, um große Rekorbe zu erzielen, fonbern hervorragenbe Leistungen sollen nur Zeugnis für bie Kraft bes Willens, für bie Schlagfertigkeit bes Geistes unb für bie Zähigkeit ber Nerven liefern. Aus biefem Gesichtspunkt heraus erstrebt bie beutfche Leibeserziehung bewußt nicht etwa Stars unb Welt- reforbe, fonbern bie höchstmöglichen Leistungen geschlossener Körperschaften, nicht also einige krankhaft gezüchtete Außenseiter, fonbern eine große Leistung bes Durchschnittes. Diese Erkenntnis hübet aber gerabe bie Hoffnung, baß eine gesunbe, zusammenwirkenbe Gemeinschaft zugleich auch bie beste Voraussetzung bietet zwar nicht für unnatürliche Ueberzüchtung, wohl aber für ein organisches Hinauswachfen allerstärkster Persönlichkeiten unb Leistungen Die Erziehung bes Leibes ist bie Ergänzung für bie Stählung bes Charakters, für bie Festigung bes Willens beim Anstreben eines sich gesetzten Zieles, unb so vereinen sich Seele unb Leib zu einer einzigen Einheit. Es kann bann entstehen jene organische Ver- bunbenheit, bie einmal in einer freien Epoche nordischer Geschlechter in Hellas für kurze Zeit verwirklicht worden war. Das Geheimnis griechischer Kultur liegt darin, daß nordische Völkerschaften einst sich ein anderes Land unterwarfen und, von einem klaren Schönheitsideal getrieben, Leib und Seele einheitlich gestalten unb erziehen konnten Deshalb ist uns bas alte Griechenlanb nicht ein Beispiel, bas uns irgenbein frembes Volk gegeben hat, bem nachzueifern eine Schanbe ober mit nationaler Würbe nicht vereinbar sei, fonbern bas antike Hellas hat uns bloß gezeigt, wie ein nordisches Volk sich freier gestalten konnte, während anderthalb Jahrtausende deutscher Geschichte bedrückt waren von universalistischen Dogmen unb ben ihnen entsprechenben militärpolitischen Zwangsregimentern. Deshalb ist bie Wiebergevurt ber Antike, bie sich in ben heutigen Seelen bes neuen Deutfchlanbs vollzieht, im tiefen Sinne bie Wiebergeburt auch bes freien germa- mschen Menschen, unb bie einzige, wirklich große Aufgabe für bie nationalsozialistische Bewegung besteht bann, bie Werte bes Charakters zu stählen, bem Forschungstrieb ein bem tiefsten Willen entsprechendes Motiv zu geben, bie biologischen Gesetzlichkeiten bes Lebens zu erforschen unb sich gemeinsam em Schicksal zu gestalten bas ben Naturgesetzen bes Gebens unb ben ewigen Forberungen ber beutschen Rassenseele entspricht Von bieser einen Erkenntnis aus wirb bie nationalsozialistische Ibee fruchtbringenb ausstrahlen können auf alle Gebiete ber Wissenschaft, ber Geschichte und — so hoffen wir — wird auch einmal jene starke seelische Spannung erzeugen, aus der artechte bildende Kunst und Dichtkunst geboren wird. Es ist vielleicht kühn, sich derartige Ziele zu stellen; aber in ber Geschichte ber Völker haben nur wirklich große 3 b e e n bezaubert, unb nur machtvolle Gebauten haben ben Menschen in ihren Bann geschlagen unb sie gezwungen, ihnen zu folgen. Wer nicht wagt, selber Geschichte zu gestalten, ber soll bie Finger von Staatspolitik unb Philosophie lassen. Wer nicht ben festen Willen hat, Menschen innerlich zu formen, ber soll nicht bas Wort ergreifen, um Seelengestalten zu bilben. Wir alle aber fühlen uns, gestählt burch jahrelange Prüfungen unb Kämpfe, stark genug, um uns ganz in ben Dienst des blutgebunbenen Erneuerungs- gebanfens ßu stellen unb auf allen Gebieten jene Menschen bilben 3u helfen, bie im stetigen Bemühen, bie leiblichen unb geistigen Kräfte zu stählen, alle Wiberstänbe zu überroinben unb schließlich bas zu schaffen, was bas Streben vieler Iahrhunberte gewesen ist, einen starken, nach außen gesicherten freien beutschen Staat als Schirmherr unb Schützer einer großen beutschen Dolkskultur, eines in sich ruhenben unb immer roieber lebenbigen beutschen Menschentums. Mit bieten Bekenntnissen unb Erkenntnissen nimmt bie nationalsozialistische Bewegung zweifellos eine große Verantwortung für bie Gestaltung bes beutschen Menschen auf sich, aber sie tut es weil sie von einem großen Glauben an bie Sicherheit ihres Instinktes getragen wirb Unb fo wie ber politische Kamps Gestalt gewonnen hat, so hoffen wir, baß auch ber tommenbe funfelnbe Geisteskampf, bem wir entgegengehen, auch eine weltanschaulich plastische Formung her- oorbringen wirb Wir sinb uns natürlich bewußt, baß bas geistig-kulturelle Leben burch keinerlei Formeln unb Zwangsglaubenssätze im einzelnen bestimmt unb geregelt werben kann Die schöpferische Persönlichkeit wirb immer burch ihre T a t erweisen, was sie richtunggebenb zu leisten vermag Diese Säuberung bes Geistes unb bes Instinktes, bie Unbefangenheit bes Blu - t e s wieberherzustellen, ist vielleicht bie größte Aufgabe, bie bie nationalsozialistische Bewegung sich nun zu stellen hat Ihr zu bienen, fordert ganze Menschen, forbert Mut, forbert gelegentlich auch eine Uebekümmertheit, aber wirb uns auch bas beglürfenbe Bewußtsein geben, auf bieser Erde unsere Pflicht unb Schulbigkeit getan zu haben Vor zehn Zähren. Eine Erinnerung an den ersten Veichsparieitag in Nürnberg. Wieber rüsten sich Hunberttausenbe beutscher Männer unb Frauen unb nicht zuletzt unsere Hitlerjungen zur großen Heerschau bes Nationalsozialismus in Nürnberg. Voll freubiger Erwartung sehen alle, bie an biefem großen Treffen ber Bewegung teilnehmen bürfen, ben fommenben Dingen entgegen, freuen sich, roieber einmal bem Führer unb seinen engsten Mitarbeitern Auge in Auge gegenüberstehen zu können Unb unter benen, bie jetzt bie Vorbereitungen für ben Reichsparteitag treffen, finden wir auch viele Tausende, die vor zehn Jahren den gleichen Weg antraten. Nürnberg 1937 — Nürnberg 1927, Welten trennen diese zehn Jahre, aber ber Geist ber Reichsparteitagsteilnehmer von jetzt unb bamals ist ber gleiche geolieben. — ♦ Es ist im Sommer 1927, als fünfzig ar« beitslofe Berliner SA. -Männer, benen bie Republik kein Brot geben kann, ben Entschluß fassen, z u Fuß nach Nürnberg zu marschieren. Fragt nicht, wie biese fünfzig Getreuen ihre Vorbereitungen trafen wie sie, Die selbst nichts hatten, mit Hilfe von Kameraben, bie ebenso arm waren, boch schließlich alles zusammenbrachten, um biefen Marsch anzutreten. Tag um Tag marschierten sie 25 Kilometer, verteilten unterwegs Zeitungen unb Flugzettel, welche sie in ihren Tornistern hatten, wurden angefpurft und angepöbelt unb angegriffen, setzten sich zur Wehr mit dem fanatischen Glauben von Kämpfern, die wissen, daß sie für eine gerechte Sache streiten Und als sie in ber alten Franken- ftabt eintreffen, ba werben sie, bie bislang stets gewöhnt waren, verhöhnt unb angegriffen zu werben, von einer jubelnben Begeisterung empfangen, bie ihnen Tränen ber Ergriffenheit in bie Augen treten läßt Ueber unb über mit Blumen beberft, beziehen sie ihre Quartiere, im Herzen bie stolze Gewißheit, baß bieser Marsch bes Glaubens unb bes Bekennens boch nicht umsonst gewesen ist. Aber biese fünfzig sinb nur ein kleiner Teil ber Solbaten Aböls Hitlers, welche nach Nürnberg eilten Aus allen Gauen kommen sie. überroinben bie größten Schwierigkeiten, sinb einem Terror ohnegleichen ausgesetzt, lassen sich aber nicht klein kriegen, weil sie wissen, baß ber Führer sich auf sie verläßt, unb weil sie wissen, baß sie bas Vertrauen bes Führers nicht enttäuschen bürfen Ueber vierzig Sonberzüge treffen in Nürnberg ein, weitere Tausenbe haben ben Weg zu Rabe, mit Lastkraftwagen unb in tagelangen Fußmärschen zurückgelegt. Sie alle haben sich burch' geschlagen, müssen burch ein Meer bes Hasses unb ber Feinbschaft, aber bie Gewißheit, ben Führer in Nürnberg — bie meisten von ihnen zum ersten- mal — zu sehen, ließ sie aller Schwierigkeiten Herr werben ♦ Ein Jahr vorher war ber e r ft e Parteitag ber Bewegung nach ber Wiebergrünbung ber Partei veranstaltet worben In Weimar hatte er ftattgefunben, ber Lügenhetze ber Gegner zum Trotz hatte er bie Einigkeit, Geschlossenheit unb ungebrochene Kampfkraft ber Partei gezeigt. War Weimar schon ein Erlebnis, so würbe nun, zwölf Monate später, Nürnberg ein gewaltiges, ein- brucksvolles Bekennen ber in Treue um ben Führer gescharten Kämpfer. „Die Bewegung ist tot!" so schrie es bie gegnerische Presse in Riesenlettern in bie Welt hinaus „Die Bewegung lebt1" — so zeigte es ber Marsch ber Zehntausenden welche burch bas jubelnbe unb begeisterte Nürnberg zogen Don stärkster Einbruckskraft war jener Massenappell ber SA in ber Luitpolb-Arena, ba ber Führer seiner SA neue ©tanbarten verlieh Die SA -Männer, welche hier angetreten waren, wußten, baß noch Jahre vergehen würben, bis ber Sieg errungen ist, aber biese Gewißheit machte sie nur noch härter unb einsatzbereiter, benn sie alle waren bis zum jüngsten SA.-Mann bavon überzeugt unb zutiefst burchbrungen, baß nur, wenn sie siegten, einmal bas Morgenrot einer neuen Zeit über Deutschlanb hereinbrechen würbe In jenen Tagen sinb bie Nürnberger eins geworben mit ihren Gästen Nürnberg, biese beutsche Stabt, zeigte unb bewies an biefem Reichsparteitaq, baß sie für bie Bewegung gewonnen war Fahnen über Fahnen, Girlanben unb Transparente auf allen Straßen unb Plätzen. Taufende stehen an ben Straßenränbern unb grüßen bie Braunhemben mit erhobener Rechten. * Mit Wut unb Ingrimm hat ber Marxismus biefes Bekenntnis einer erwachenden Nation zur Kenntnis genommen Die Vertreter des Systems rüsteten sich, die von Nürnberg Zurückkommenden auf „ihre Art" willkommen zu heißen. Als die rund 700 Berliner SA.-Männer, welche in Nürnberg an der Spitze marschieren durften, mit der Bahn schon nahezu Berlin erreicht haben, wurde der Zug plötzlich in Teltow von der Polizei zum Halten gebracht. Die SA.-Männer, noch im Herzen bas Erlebnis bieser unvergeßlichen Tage in sich tragenb, sahen sich plötzlich roieber in bie rauhe Wirklichkeit zurückversetzt: um sie herum schwer bewaffnete Polizei, welche sie wie eine Horde Verbrecher in Empfang nahm. Die Standarten, die der Führer der Berliner SA. verlieh, wollte man „erobern" Acht Mann waren notwendig, um einem jungen SA -Mann das Fahnentuch, das er unter feinem Braunhemd verborgen hielt, zu entreißen. Für die 700 SA.-Männer standen Lastkraftwagen bereit, unb nun würbe bie Reichshauptstabt Zeugnis eines Bekenntnisses, wie man es in bieser Art bislang noch nicht erlebt hatte. Die 700 fangen auf ber Fahrt zum Polizeipräsibium, fangen bie Lieber ber Bewegung, brachten Heilrufe auf ben Führer aus, sangen unb riefen immer weiter. Diese Fahrt ber 700 ist, wie bamals Dr. Goebbels im „Angriff" schrieb, kein Gefangenentransport, sondern vielmehr ein Zug von Helben gewesen. Selbstverstänb- lich mußte man bie 700 auf bem Polizeipräsibium roieber freilassen, benn es war ihnen nichts nach- gewiesen. Aber einen Erfolg konnte bas System für sich buchen: 74 von ben 700, welche noch bislang in ber glücklichen Lage waren, einen Arbeitsplatz zu haben, büßten ihn ein. Dieser tapferen Männer, bie vor zehn Jahren unter Schwierigkeiten, wie wir sie uns jetzt kaum noch vorstellen können, ben Reichsparteitag rnitgernacht haben, wollen wir gebenden, wenn nun ber Reichsparteitag 1937 feinen Anfang nimmt. Vernunft in Der Wirtschaft. Sir Henry Deterbing ber ben großen ena- lisch-hollänbischen Petroleumkonzern Royal Dutch- Shell zu seiner jetzigen stolzen Höhe entwickelt hat, veröffentlicht in ben „Mitteilungen ber Deutschen Hanbelskammer für bie Nieberlanbe" unter dem Stichwort „Vernunft in der Wirtschaft" eine Kampfepistel, bie sich sehen lassen kann. D i e Golbhortung wirb als em wahnwitziger Unfug charakterisiert unb bie Erzeugungsleistung, bie auf Arbeit beruht, als bie eigentliche Stütze ber Währung angesprochen. Im Grunbe habe Golb nur bie Bebeutung, zu schönen Schmuckstücken verarbeitet zu werben. „In unserer Gesellschaft scheint man jeboch einzig unb allein Golb aus ber Erbe zu holen, um es zu mißbrauchen unb roieber zu verstecken. Man mürbe biese nutzlose Beschäfti- aung noch hinnehmen, so wie man ja auch bie Leistungen von Schwachsinnigen hinnehmen muß, wenn nicht bie ganze arbeitenbe Welt auf biese Weise z u Sklaven gemacht wirb für bas Bestreben einiger Golbanbeter, bie bie Welt nur ausrauben, um eine Ware, woran nur sehr wenige Interesse haben, als teuer zu erhalten, währenb eine ganz kleine Zahl bevorrechtigter Probuktions- hänbler baburch Gewinne genießen, beren Umfang mit jebem vernünftigen Menschenoerstanb Spott treibt. Haben biejenigen, bie von ber Golbmanie besessen sinb, sich wohl mal barüber Rechenschaft gegeben, baß ein riesengroßes Heer von Unzufriedenen dadurch entstanden ist, die selbst keinen wirklichen Begriff von dem Wert haben: Arbeit? Und sind Diese Leute wirklich leichtfertig genug, um an eine Illusion zu glauben, nämlich, daß dieses riesengroße Heer von Unzufriedenen ihnen den stillen Genuß ihres Reichtums lassen würde, wenn sie selbst nichts, ich wiederhole nichts tun als Renten einzukassieren, in Gold zu spekulieren unb an Golb zu glauben? Warum fmbet benn ber ausschließlich destruktive Kommunismus feinen großen Anhang im Lager der Unzufriedenen? Würdest du nicht selbst Kommunist werden, wenn du durch .Stempeln' ein Almosen erhältst, das gerade groß genug ist um nicht zu krepieren?" Deterbing erklärt, baß Deutschlanb arbeite unb dementsprechend Ware habe unb baß man seine Kaufkraft stärken müsse, inbem man ihm Hilfe- Stellung bei ber Beschaffung von Rohstoffen durch Gewährung kolonialer Betätigung geben müsse. Das große Ader ber englischen Presse beantwortet Deterbing wie folgt: „Es will mir scheinen, baß die modernen Politiker und Wirtschaftler nur Opportunsten sind und sehr schlechte Kaufleute, weil sie die Zukunft ihres eigenen Volkes aus dem Auge verlieren." Beizt alles Saatgut mit Solche Auswtnferungs- schaden dürfen heute nicht mehr entstehen UM -14)06 sott man ton l Sic brauchen nicht zu verzweifeln, wenn Ihnen aus dem Spiegel Doppelkinn, dicke Anne und breite Hüften entgegenschauen Sie brauchen auch keine Hungerdiät zu halten, sondern nur den tausendfach bewährten Richtertee zu trinken Das lästige Fett ver» schwindet immer mehr, leicht beschwingt erfreuen Sie sich neuer Schlankheit und lugendfrische Aber bitte nur den diätetischen Dr. ERNST RICHTERS Frühstückskräutertee DieDeuischeArbeiissroni „Übungsstätte Gießen" Fernruf 3275 IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIHIIII Es beginnen folgende Gebrgemeinicbarten bei Neichsbetriebs- Gemeinschaft 17 „Handel" Mitte September 1937 Englisch 1, TI, Buchführung 1, 11, " }; Biakatschrtfi 1, ii, Gebühr RM.8,- Aniänger... . Fortgeschrittene Anfänger..... n fortgeschrittene. « Abschlusitecknik " f.Handel u.Gewerbe „ Anfänger .... X « fortgeschrittene, f „ h n ff er et tr n f. Lehrlinge f. Betriebst. f. Gehilfe 8,— 6,— f. Lehrlinge Es beginnen folgende Lehrgememschaften der „Häuser bei Kurz- ichrift" (Gemeimames Nnterrichtöwerk der Deutschen Arbeitsfront unb der Deuischen Stenografen'chaft» am 13 und 14. Sevt. 1937 Gebühr RM. 8^- „ // 5#—f. Lehrt. Maschinenschreiben 1, Anfänger . 1 Gebühr RM. 10,— 11 vorige, chrittene/ „ „ 8^- f. Lehr! Kurzschrift 1, Berkedrsichrift, Anfänger ,, II, Fortgeich. „ III, Eilschritt-Einführung, „ TV, „ vorige schritt „ Soldaten, die z 8 ihrer 2 »ädrigen Dienstpflicht genügen, be- aalten die Gebühren der Lehrlinye ober sie erdalten, sofern solche nicht vorgesehen sind einen 25°/oigen Nacklasi Anmeldefchluß 11. (September 1937! (Anmeldung must vor Beginn emei Berutserzieyungsmasinabme vorliegen!) Anmeldungen und Beratung he- der Deutschen Arbeitsfront, Kreis- maltung Wetterau, Abt stir Berusserziehung und BetriebSiührung Gießen, Schanzenfttabe is füglich von s i"s l:i und 15 bis 19 Uhr (außer Mittwoch» und SamStagnachnnttag). motD Nächste Anzeige In 3 Togen I Teilnohmebedingungen und Preise In der letzten Anzeige Preisfrage Nr. 1: Warum schont Fewa Fasern und Gewebei F-wo- neutr<*' fev,o en*oU ,fen oegten SS--"-"-'" II ,^y< 5732 D Danksagung. Für die herzliche Anteilnahme beim Hinscheiden unseres unvergeßlichen Entschlafenen Herrn Ludwig Müller II. Bäckermeister für die zahlreichen Blumenspenden und das ehrenvolle Geleit zur letzten Ruhestätte sage ich im Namen aller trauernden Hinterbliebenen herzlichsten Dank. Margarethe Müller, geb. Deibel. Wieseck, den 1. September 1937. Habe mich als Arzt und Geburtshelfer niedergelassen Dr. med. Ringshausen An der Johanneskirche 6 part., Fernruf 2938 Sprechstunden: Täglich 8—10 Uhr vormittags, 2—4 Uhr nachmittags (außer Samstag nachmittag) Zu allen Kassen zugelassen 5672 D M J. -Leiner langjährigen und treuen Kundschaft gebe ich hiermit bekannt, daß mit dem 1. September 1937 mein Geschäft an Herrn Heinrich Alt übergegangen ist. Ich danke bestens für das mir seit 43 Jahren bewiesene Vertrauen und bitte es auch auf meinen Nachfolger übertragen zu wollen. Heinrich Henkel Gastwirtschaft u. Metzgerei, Walltorstrafee 27 Mit dem 1. September habe ich die seither von Herrn Heinrich Henkel betriebene Gastwirtschaft und Metzgerei übernommen. Ich werde stets bemüht sein, meine werte Kundschaft von Gießen und Umgebung in jeglicher Weise zufrieden zu stellen und bitte um geneigten Zuspruch. Der gut bürgerliche Mittagstisch wie seither von 80 Pf. an wird gleichzeitig empfohlen. x Heinrich Alt, Metzgermeister ______________________________________________________________________5771 D Wdmdufg-ZpMc Zum QO.Gcburtstagc fjlnbtnburg» BcrrnncmDolhcfo diklmichirlt foll selbst üiTmir notrgtfim sein! DMf6a14 ru le 2000, 580 zu le 1000, ROO zu k 500, 1790 zu k 300, 39484 ,n 'o 150 NM. Arbeiisvergebung. Grund der Reichsoerdingungsordnung sollen für die Erweiterung der Kraftwagenhalle des Elek- trizitatswerkes die Erd-, ITlauter-, Beton-, Zimmer- und Dachdeckerarbeilen öffentlich vergeben werden. Angebotsvordrucke find bei den Städtischen Be- trleben, Abt. Elektrizitätswerk, Zimmer Nr. 4, erhältlich. 5716A Die Angebote sind verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen bis zum Mittwoch, dem 8. September 1937, um 11 Ußr bei den Städtischen Betrieben, Abt. Elektrizitätswerk Zimmer Nr. 4, einzureichen. Die Zuschlagsfrist beträgt 8 Tage. Gießen, den 3. September 1937. Direktion der Städtischen Betriebe Gießen, Samstag Eröffnung unserergroßen GARDINEN- ■ SCHAUB TEPPICH- UND GARDINENHAUS FRANKFURT, LIEBFRAUENSTRASSE 1-3 «RA MW Sonntag, den F.Sevtember, 20 Uhr: Gottesdienst. Redner: WrerMWMinen Die Pfarrämter 5688 d der Matthäus- ».Luthergemeinde Zur jetzig«] tat Winter-Spinat (bewährte Sorten) Feldsalat oder Nüfechen W inter-Kopf salat Advents-Wirsing Weißkraut 5616 A Rotkraut F rühlings-Z wiebeln empfiehlt zuverlässig u. preiswert Samsnliaus Heinr. Halin Bahnhofstraße. Telephon 3403 Licht und Schatten schaffen ein Sommeralbum! Wollen Sie nicht auch ein schönes Album odereine neuePnototnek? Es ist doch schade, wenn die schönen Erinnerungen so herurn- liegen. Ich zeiae Ihnen die schönen Alben, Photoecken. 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Xfv v*^X- '■.>■••; shf1 KM ft. / L i A................T’i B >1 W Bd Vio4esf^e M - ..- :,z. - ■' ‘..te■ V<; litt #r.j! i Mj MW MEHM . ■ <_ ’^v, ,v ^•*7" . z,^;.../.■/^."a&aaa^^''"' A»»>>« «I ■feLr- ...... - X Fachleute von der Pike auf kaufmännisch und technisch geschult möchten Sie beraten: Baums &Treibig Gießen. Bahnhotsti 26, Fernruf 3700 Ihr Fachgeschäft für Eisenwaren Herde u. Ofen Haus- und Küchengeräte Rudolf Rödiger ohg. Gießen empfiehlt: Badeeinrichtungen in Gas, Kohle und Elektrizität moderne Kühlschränke el. Licht-, Kraft- u Klingelanlagen Rundfunk aller Fabrikate Ur. 206 viertes Blatt Kießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Samstag, 4. September 195? NGV.-Kindergärten im Kreise Wetterau Guter Aufbau im Dienste der Volksgemeinschaft. V ■ i Wohlbehütet machen die Kinder einen Spaziergang durch das Dorf. W e t t e r au derNSDAP (umfassend die Kreise Gießen und Friedberg) in folgenden Orten mit NSV. - Kindergärten zur Betreuung der Kinder oom 3. Lebensjahr bis zum schulpflichtigen Alter, teilweise auch noch für einige weitere Jahre, an den schulfreien Nachmittagen der Kinder bei der Arbeit: Annerod mit 35 Kindern, Bersrod 19, Büdesheim 54, Ettingshausen 38, Geilshausen 38, Göbelnrod 16, Großen- Buseck 70, Langenhain- Ziegenberg 17, Langsdorf 35, Nieder-Weisel51, Nie- der-Wöllstadt 108, Reiskirchens, Södel 40, Steinbach 46, Weitershain 21, Wiefeck 68, Wölfersheim 95. Die Kinder werden von fachlich ausgebildeten u. geprüften Kindergärt- Auswirkungen dieser Kleinkindergärten sehr schnell jedermann bemerkbar wurden und insbesondere die Mütter erkannten, wie wertvoll diese Einrichtung ihnen bei der Erledigung ihrer täglichen Pflichten ist. Daher besteht denn auch kein Zweifel, darüber, daß in all den Orten, in denen der Kindergarten heute noch nur für die Erntezeit besteht, die Umwandlung in eine Dauer-Einrichtung schon in aller Kürze von selbst kommen wird. Unter der Leitung ihrer Kindergärtnerinnen oder Kinderpflegerinnen, denen in manchen Orten mit großer Kinderzahl in den Kindergärten junge Helferinnen zur Seite stehen, werden die Kleinen mit allem beschäftigt, was ein kindliches Gemüt erfreut. Spiel und Kurzweil sind natürlich die Hauptelemente des Tages. Daneben wird den kleinen Kindern aber auch schon der Sinn und das Verständnis für das Leben in der Gemeinschaft vermittelt. um sie dergestalt bereits von klein auf hinzuführen in den Lebens- und Pflichtenkreis, der für eine wahre Volksgemeinschaft die erforderliche Grundlage gibt. Auf diese Weise wird sehr gute Vorarbeit für das spätere Leben der Kinder geleistet, das frei sein soll von Einspännertum, Eigenbrötelei und Absonderung von den Volksgenossen, das vielmehr seinen höheren Zweck und Inhalt durch das Leben und Wirken innerhalb der Gemeinschaft der Volksgenossen erhält. Die Grundlagen hierzu, die im NSV.-Kindergarten gelegt werden, müssen spater ihre Vertiefung finden in der Arbeit im Jungvolk, in der HI., in der SA., im Arbeitsdienst und in der Wehrmacht, um auf diesem ganzen Wege den neuen deutschen Men- Mit Eifer werden Perlen auf bunte Schnüre gefädelt. Bauernarbeit — schwere Arbeit. Täglich vom :ühen Morgen bis zum späten Abend liegt der andmann in den Sielen. Mit ihm schafft seine !rau unermüdlich in Haus, Hof und Feld. Für »ide gibt es bei ihrem Tagewerk kaum eine Zeit rr Ausspannung Besonders die Landfrau ist, wie ran zu sagen pflegt, ständig im Trab Frühmor- ?ns in der Herrgottsfrühe geht's los. Da muß hon gekocht werden für Mensch und Tier. Dann nö vor allem die Kinder, aber auch der Mann nd die Helfer bei der Arbeit mit den Notwendigsten aus dem Haushalt zu versehen. Der Haus- ilt selbst will und muß besorgt werden. Nebenher :uft die Frauenarbeit in den Ställen, in den Hof- 'bäuben, im Garten, oder auf dem Felde. Vielfach uß die reich in Anspruch genommene Frau auch ich den Weg zur Stadt machen um dort auf dem >ochenmarkt Erzeugnisse der bäuerlichen Wirtschaft .»zusetzen und dafür die erforderlichen Dinge für Ls Heim mitzubringen Wo erwachsene Kinder im nuerlichen Haushalt sind, wird zwar für den Mann pb die Frau auf allen Geoieten des Schaffens eine k wisse Erleichterung eintreten Aber bis es dazu iTnmt, müssen die Bauersleute doch einen weiten rid schweren Weg zurücklegen. Nicht von ungefähr s ht man es denn auch dem Bauersmann und der Lnuersfrau an, wie verarbeitet und von der Last Irer Pflichten mitgenommen sie sind Daher sind sie mn auch für alles dankbar, was ihnen eine Er- rchterung auf ihrem Lebenswege bringt. Und be- l'^ders angenehm empfindet es die Landfrau, wenn i eine Entlastung in ihrem Pflichtenkreis nament- ! if) in den Jahren erfährt, da sie neben der Betreu- u g ihrer Heranwachsenden Kinder auch noch zur Mitarbeit in der Wirtschaft gezwungen ist. * In manchen Dörfern unserer engeren Heimat be- st hen zur Erleichterung der Hausfrauen- und Mut- lk-pflichten schon seit manchen Jahren Einrichtun- grn, die der Betreuung der Kinder gewidmet sind. Stoer in sehr vielen Gemeinden war für diese Auf- g: ben bisher noch keine Stätte geschaffen. Hier hat fi£) nun in dankenswerter Weise d'eNS.-Volks- ir o h l f a h r t eingeschaltet. Zunächst hat sie die Bebauung der kleinen Kinder in E c n t e - K i n b e r - gürten in die Wege geleitet, gar bald ist dabei a: er zutage getreten, daß es mit dieser zeitlich be- gLnzten Kinderbetreuung während der Erntewochen ncht getan ist. Immer mehr sind dabei das Der- Irigen der Mütter und die Notwendigkeit festgestellt norden, aus der zunächst für kurze Zeit gedachten § lfsmaßnahme eine Einrichtung für die Dauer zi machen So sind jetzt schon in einer Reihe von Eten NSV. -Kindergärten a l s Dauer» e n r i d) t u n g am Werke, während in einigen aiiieren Dörfern einstweilen noch im Rahmen eines kmte-Kindergartens gearbeitet wird Insgesamt ist lb NSV. gegenwärtig im Bereiche des Kreises KWMvM Roman von Bernhard Lonzer. Urheberrechtsschutz: Urthur Moewig, Romanvertrieb, Berlin SW 68. 6 Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Die Ruine weckte die Erinnerung an eines der irrigsten Kapitel des Schlosses und der Fannie Achenbach. Während des Dreißigjährigen Sieges war ein versprengter Schwedentrupp in las Schloß eingedrungen. Aus irgendwelchen Grünte, hatte man von einer Plünderung abgesehen, mllleicht hatte man sich nicht stark genug dazu ge- siiZlt. Der damalige Schloßherr hatte es an reich- licjier Bewirtung nicht fehlen lassen. Den Abend iarte man im Pavillon verbracht. Der Wem war in Strömen geflossen, so hatten die rauhen Gäste es verlangt. Immer wilder war die Stimmung ge- lvirden. Bis der Anführer des Trupps mit der la-ten, kriegsgewohnten Faust auf den Tisch ge- st agen hatte — er betrachtete es als eine unerträgliche Herausforderung, daß die Schloßherrin ihren nicht „die Ehre äntue", anwesend zu fein. Vtä) er verlangte, daß der Schloßherr sie holen li1 e. Der junge Schloßherr hatte sich aus begreif» kben Gründen geweigert, diesem Verlangen nach- ju ommen. Es war zu einem erregten Wortwechsel im sofort zum Handgemenge gekommen. Der Kcmpf war zu ungleich gewesen — der junge kc»loßherr war unterlegen, war erschlagen worden. !r wildem Taumel hatten die Reiter den Pavillon in Brand gesteckt. Die wehrhafte Mannschaft des kc»losses war sofort zu Hilfe geeilt, keiner der wil- dr Gesellen hatte das Schloß lebend verlassen. !ksr es war doch zu spät gewesen — es war besse- tJ Blut geflossen, ohne daß man es hatte hindern körnen. freute gab nur noch die Ruine Kunde davon. Ja, irti' bis hierher fand die Herbstsonne nicht mehr ter Weg. Lolfgang o. Achenbach fröstelte leicht. Er kühlte, ist der Revieriörster ihn von der Seite ansah. «Wir werden alt, Lohmann", sagte er. ,Nun ", wandte der Förster ein, „die.Jahre Inn man natürlich nicht aufhalten. Ader Sie sind nerinnen betreut, in deren Obhut sie sich täglich von 8 bis 12 Uhr und von 14 bis 18 Uhr, während der Erntewochen auch noch bis länger in den Abend hinein befinden In den NSV.-Kindergärten werden alle erbgefunben Kinder ausgenommen, deren Mütter die Unterbringung ihres Kindes während der Tagesstunden wünschen. Als selbstverständlich gilt dabei die Voraussetzung, daß nicht nur die Hilfe der NSV. in Anspruch genommen wird, sondern die Eltern auch ihre Verpflichtungen gegenüber der Volksgemeinschaft anerkennen und im Rahmen ihrer Möglichkeiten erfüllen. Die Kleinen sind in dem Kindergarten nach jeder Richtung hin gut aufgehoben. Ueberall fühlen sie sich wohl, und auch die Eltern sind mit dieser täglichen Unterkunft ihrer Kleinen zufrieden Interessant ist es, dabei zu hören, daß man in manchen Orten anfänglich für die Einrichtung eines Kindergartens kaum oder überhaupt kein Interesse hatte; auch nicht für eine vorübergehende Einrichtung während der Erntezeit. So zeigte sich beispielweise in Göbelnrod anfangs kein Widerhall für den Vorschlag der NSV., eine solche Einrichtung zu schaffen. Dennoch wurde es probiert, und das Ergebnis war schon nach kurzer Zeit die erfreuliche Tatsache, daß alle Mütter einhellig die dauernde Beibehaltung des Kindergartens wünschten, mit dem sie sehr zufrieden sind. Aehnlich war der Verlauf der Entwicklung in Annerod und in Langsdorf. Es hat sich eben allenthalben gezeigt, daß die segensreichen Die Kindergärtnerin weiß rasch zu trösten. (Aufnahmen |5|: Neuner, Gießener Anzeiger.) schen zu formen, der für die Zukunft unseres Volkes und Vaterlandes gebraucht wird. Die Leiterin des NSV.-Kindergartens steht bei ihrer Arbeit in ständiger Verbindung und in enger Gemeinschaft mit den Eltern der Kinder, aber auch in guter Tuchfühlung mit der örtlichen Leitung der NSV. Wenn der Kindergarten-Leiterin bei ihrem Zusammenwirken mit den Eltern Dinge und Vorgänge bekannt werden, die — beispielsweise — auf dem Gebiete der Gesundheitspflege sowohl im Interesse des Kindes, als auch zum Besten des Elternhauses einer Abänderung zum Besseren bedürfen, fo hat die Kindergärtnerin die Verpflichtung, in erforderlichen Fällen die Hilfeleistung der NSV. herbeizuführen. Dadurch wird also auch vom Elternhause her in wirksamer Weise für die Gesundhaltung des Kindes und für dessen gedeihliches Aufwachsen Sorge getragen, nötigenfalls unter vollem Einsatz der Hilfsmöglichkeiten, die in der NSV. gegeben sind. Dabei wird auch bereits auf das Wohlbefinden der werdenden Mütter durch Bereitstellung von entsprechenden Hilfsmitteln Einfluß genommen, weil sich erwiesen hat, daß auch nach dieser Richtung hin wirksame Vorarbeit für das Gedeihen des Kindes geleistet werden kann. Der NSV.-Kindergarten hat also, wie man sieht, keinen engbegrenzten Wirkungsbereich für seine Leiterin, sondern er umfaßt ein sehr weitgestecktes Tätigkeitsfeld. Die NSV. hat allen Willen und die erforderlichen Möglichkeiten, um auch auf diesem Gebiet für unsere Volksgemeinschaft arbeiten zu können. Sie bedarf dazu aber auch der bereitwilligen Mitarbeit und Förderung durch die G e - meinben nicht minder der opferfreudigen Beihilfe aller Volksgenossen. Wer seinen Dank an den Führer und seine Bereitwilligkeit zur Mitarbeit im Dienste des deutschen Volkes durch die Oft sitzen die Kinder mit der Tante im Kreise und singen. /Lv 1 & GM ck M < V * -%-z- Die Tante ist auch auf der Wippschaukel mit dabei. * />- doch Gott sei Dank noch außerordentlich rüstig, Herr von Achenbach." „Das wohl. Aber es kommt ja gar nicht auf unfereinen an. Ich meine, es muß junges Blut her. Ja, junges Blut, Lohmann!" „Wird ja auch noch werden, Herr v. Achenbach." Wolfgang v. Achenbach schwieg dazu. Als sie aus dem Park traten, sah er einen schnittigen hellgrauen Wagen auf dem Hof stehen. Das war doch Suses Wagen! Was mochte sie denn so schnell wieder herführen? Bon dem breiten Altan am südlichen Flügel des Schlosses winkte fröhlich eine Hand herab. Es war wirklich Suse. Wolfgang d. Achenbach winkte zurück. Er verabschiedete den Förster und begab sich ins Schloß. Der nachdenkliche Zug war von seinem Gesicht verschwunden und hatte einer leisen Erwartung Platz gemacht. Vielleicht brachte Suses Besuch auch gar nichts Besonderes, aber ein gemütliches Plauderstündchen gab es auf jeden Fall. Die resolute und allzeit fröhliche junge Frau brachte immer em bißchen Leben mit. Suse hatte eben das „blaue Zimmer' wieder verlassen, als er die Treppe heraufkam Ein Strom von lebendiger Frische ging von ihr aus. „Ist doch' riesig nett von mir, Onkel Wollgang, daß ich mich nach so langer Zeit mal wieder sehen lasse, nicht wahr?" lachte sie ihn an. Er nahm ihre Hand. „Nach so langer Zeit...? Warte mal - laß mich erst mal nachrechnen... Vorgestern war die Feier Im Morgengrauen haben wir uns getrennt. Das war also gestern früh. Demnach haben wir uns beinahe anderthalb Tage lang nicht gesehen. Das ist allerdings eine sehr lange Zeit. Folglich kann ich mit gutem Gewissen bestätigen: es ist wirklich riesig nett von dir " .. „Na, siehst du! Also waren wir uns wieder mal einig. Wie immer." „Wie immer." „Hoffentlich kann ich das auch sagen, wenn ich wieder gehe..." f . „Na, na...! Hast du etwas Besonderes auf dem Herzen?" _ , . „ „Versteht sich. Ganz schwere Sachen sogar. „Die wir aber doch nicht hier auf dem Korridor verhandeln wollen." „Bewahre! Wir werden uns m deinem Arbeitszimmer vergraben. Geheimsitzung oder jo ..." Er sah ihr an, daß hinter ihren absichtlich etwas gespreizten Worten etwas Ernstes stand. Sie begaben sich also in das Arbeitszimmer, dem die Herbstsonne etwas von dem schweren, ein wenig düsteren Charakter nahm. Wolfgang v. Achenbach drückte Suse sanft in einen der Ledersessel. „So, mach dir's bequem Erlaube mir meine Zigarre, und dann schieß mal los!" Suse wartete, bis er seine Zigarre in Brand gesetzt hatte. Ihre Linke glitt spielerisch über die Lehne des Sessels. „Ich hatte eigentlich nur die Absicht, mal so ein bißchen zu sondieren, weißt du...", begann sie langsam. „Aber vielleicht werde ich auch zu einer grausigen Tat schreiten — eine Verschwörung anzetteln, ein Komplott mit dir schmieden ..." „Na, na...! Und gegen wen soll sich das Komplott richten?" Sie hob die Hand „Nicht so stürmisch, mein Herr! So weit ist es ja noch lange nicht. Ich muß doch erst sehen" „Schön. Warten wir also ab Aber wenn es dir nichts ausmacht, kannst du nun immerhin mit dem eigentlichen Thema beginnen .. „Geht schon los." Sie wurde plötzlich sachlich. „Stefan sprach auf der Geburtstagsfeier davon, daß seine Assistentin heiraten will und daß er Ersatz für sie braucht. Ist dir das bekannt?" „Allerdings —" „Ich wüßte jemanden ..." „Na, und —? Soll ich da raten? Oder den Fürsprecher machen? Das dürfte wohl ein verfehltes Experiment werden. In berufliche Dinge läßt Stefan sich natürlich nicht hineinreden Das find ja schließlich auch seine eigenen Angelegenheiten." „Selbstverständlich. Du hast auch ein bißchen zu schnell gedacht. So meinte ich es ja gar nicht. Ich möchte "nur — ja, es ist nämlich Annelore Hildach " „Ach — die kleine Hildach! Ein sehr sympathisches Mädelchen. Ich habe sie allerdings etwa fünf, sechs Jahre nicht gesehen." „Sie ist ein prachtvolles Menschenkind. Die Verhältnisse zu Hause sind seit dem Tode des Vaters nicht gerade glänzend. Das Vermögen ist nur be- scheiden. Der Bruder hat noch ein paar Semester zu studieren. Kurzum, Annelore möchte irgendeine Stellung annehmen, um der Mutter nicht auch noch auf der Tasche liegen zu müssen." „Hm... Es wäre ihr schon zu gönnen, wenn es glücken würde. Aber wie gesagt, darüber hat Stefan allein zu entscheiden. Sprich doch ruhig mal mit ihm darüber." „Er weiß schon, daß ich mich darum kümmere. Ich hoffe auch, daß er Annelore anstellen wird. Darum handelt es sich hier aber nicht — ich habe etwas anderes auf dem Herzen. Annelore ist ein sehr warmherziger und sehr feinfühliger Mensch. Und sie ist meine Freundin. Grund genug für mich, zu wünschen, daß es ihr in jeder Beziehung gut geht. Sie würde, wie die jetzige Assistentin auch, hier im Schloß wohnen müssen, und da möchte ich nun gern, daß sie in ihren freien Stunden, vor allem an den langen Abenden, nicht so ganz auf sich selbst angewiesen ist. Ich möchte, daß sie gewissermaßen Familienanschluß findet Und darum komme ich erst mal zu dir, Onkel, denn in diesem Punkte bist du ja maßgebend. Und ich hoffe stark, daß Suse Vollrath nicht umsonst gebeten hat!" „So, so...!" lächelte Wolfgang v Achenbach. So, so ...!" „Jawohl, Onkel. Und paß auf, du wirst mir noch mal dankbar sein. Der alte Knabe Wolfgang, wie du immer so schön von dir lagst, wird froh sein, wenn ihm so ein prachtvolles Menschenkind ein bißchen Wärme und Behaglichkeit ins Haus bringt." „So, fo...!" wiederholte Wolfgang v. Achenbach Aber fein Lächeln war mit einem Male seltsam gezwungen geworden. Suse beugte sich zu ihm vor. „Hand aufs Herz, Onkel: Hast du im Stillen nicht schon tausendmal gewünscht, daß dieser alte graue Kasten hier endlich wieder ein bißchen innere Sonne bekommt? Ihr müßt ja hier allesamt ertrinken m dieser Leere und Oede, erfrieren in der Kälte, die durch das ganze Haus weht. Hab' ich nicht recht?" Wolfgang v. Achenbach war ernst geworden „Du hast recht, Suse", bestätigte er. „Nur zu sehr. Leider! Wenn das Engagement perfekt werden sollte — und ich möchte es beinahe wünschen —, dann will ich also gern versuchen, deine Freundin als Haustöchterchen zu betrachten." Fortsetzung folgt Tat bekunden will, der kann es für die NSV. auch auf dem Gebiete des Kindergartens tun und damit beisteuern zum Gelingen eines bedeutsamen Stückes deutscher Aufbauarbeit. B. 3n Kindergarten zu Besuch. Halten wir zunächst einmal Umschau im Kindergarten der NSV. zu Grohen-Buseck. Dieser Kindergarten ist durch verschiedene glückliche Umstände vorbildlich. Wurde doch erst in diesen Tagen das „Haus der Jugend" von Großen-Buseck seiner Bestimmung übergeben. Das geräumige Erdgeschoß wurde dabei dem NSV.-Kindergarten zur Verfügung gestellt. Da ist nun also alles funkelnagelneu! Ein großer Aufenthaltsraum vermag die Kinder aufzunehmen, wenn schlechtes Wetter ist. Bunte Bilder schmücken die Wände. Schöne Tischchen und Stühlchen sind vorhanden, alles sauber und glatt und leicht zu reinigen. In die Wände sind Schränke eingebaut, die große Mengen Spielzeug bergen. Aber wenn die Sonne scheint, kennen die Kinder nur den schönen Grasgarten und — den Sandkasten. Dom Sandkasten sind die Buben überhaupt nicht fortzubringen. Wie gern wird der Sand immer wieder in die massiven Schubkarren und in die kleinen Lastkraftwagen gefüllt, irgendwo hingefahren, ausgeleert und wieder eingeladen. Da werden mit Ausdauer und Begeisterung Burgen und Wälle gebaut. Die Tante muß von Zeit zu Zeit das Werk gebührend bewundern. Sie tut es gern. Die Mädchen backen mit kleinen Formen ausdauernd „Kuchen" aus Sand. Auch hier muß die Tante die hervorragenden Leistungen zu würdigen wissen. Außerdem gibt es auch noch andere Beschäftigungen. Da steht zum Beispiel eine große Wippschaukel, auf der immer einige der kleinen Trabanten herumklettern. Wenn es bei irgendeiner Gelegenheit ein: mal Tränen gibt (und das kann bei 76 Kindern wohl einmal vorkommen), dann ist rasch die Tante zur Hand, tröstet, und bald scheint die Sonne wieder. Oftmals im Laufe des Tages werden Reigenspiele geübt und Kinderlieber gelernt. Dann wieder sitzen sie im Kreise, und die Tante erzählt irgendein Märchen. So ist das Leben in dem Kindergarten voll des Friedens und der kleinen Glückseligkeit. Hin und wieder guckt eine der Mütter auf dem Wege in das Feld über den Zaun, bleibt wohl auch einige Minuten stehen, um zu sehen, was die Kinder (und darunter ihres) machen und geht dann beruhigt weiter —. Diese Beruhigung der Mütter — das ist der tiefere Sinn des Kindergartens... Wie in Großen-Bufeck, fo ist es auch in Ettingshausen. Zwar konnte man dort eine so glückliche Unterbringung, wie in Großen-Buseck, noch nicht schaffen, aber doch steht ein ausreichender Raum zur Verfügung. Im übrigen spielen die Kinder hat sie zu betreuen. Die Turnhalle und der kleiner Platz mit einer Rasenfläche ist für sie eingezäunt und ein Sandkasten ist auch da. Etwa 38 Kinder scharen sich in Ettingshausen täglich um die Kindergärtnerin. Im Kindergarten zu Langsdorf regiert „Tante Henny, eine junge Offenbacherin. Etwa 4o Kinder hat sie zu betreuen. Die Turnhaqe und der Rasenplatz vor der Turnhalle sind das Reich der Kinder. Ein abseitiges Plätzchen in einer Men Gasse. Gerne finden sich in hen Kindergärten der Dörfer unserer Heimat die Kinder jeden Morgen und jeden Mittag bei der „Tante" ein, die zu immer gleicher Zeit durch immer die gleichen Gassen geht und dabei ihre Schäfchen sammelt. Und wenn die Stunden um sind, dann zieht die Kameradschaft der Kleinen wieder durch das Dorf. Dabei wird das Häufchen immer kleiner — eines nach dem anderen gibt der „Tante" die Hand und wendet sich dem elterlichen Hause zu. N. Wandern und Reisen • Bäder und Sommerfrischen Eine Saar-paddelsahtt. Von K. von Baumbach. Im Herbst, wenn die Sonnenstrahlen nicht gar zu glühend mehr aufs Wasser prallen, rüstet der Wasserwanderer zu einer Fahrt aus Saar und Mosel. (Dann ist auch der Wein vom Vorjahr schon auf seine Güte hin zu probieren.) Und so hatten wir uns, zehn Mann hoch, bewährte Fahrtgenossen von Lahn, Werra, Weser, Main und Neckar, darunter (wegen der Kocherei) fünf Frauen, zusammengefunden. Saarlautern war als Anfangspunkt bestimmt; denn dort ist die Kanalisation der Saar mit ihren vielen Wehren und dem Stauwasser zu Ende, und die Fahrt ist unbehindert. Hat man bei der Anfahrt von Frankfurt her durch das an so vielen Landschaftsbildern reiche Nahetal die Wasserscheide nach der Saar $u überschritten, so zeigt sich bald der dem Saargeb,et eigentümliche Landschastscharakter: ausgedehnte Bergwerks- und Schlackenhalden, hochofengewaltige Hüttenwerke und Mengen riesiger Schornsteine werden sichtbar; bei der Station Völklingen erhebt sich das große Röch- lingsche Hüttenwerk, ein überwältigender Anblick. Bei Saarlautern boten die Bogen der großen Fraulauterner Straßenbrücke einen willkommenen Schutz vor Regen; dort schlug man auch die Zelte aus und baute die Boote zusammen. — In Saarlautern selbst strömt der Fluß noch durch die im 18. Jahrhundert von Ludwig XIV. erbauten Fe- stungswerke, und eine Inschrift „Contregard Vau- ban“ erinnert noch an seinen großen Festungsbaumeister, freilich auch an die Zeit schlimmster Ohnmacht des Deutschen Reiches, gegen welches diese Grenzfestung angelegt wurde. — Bald setzt eine flotte Strömung ein; zur Linken zeigt sich ein hoher bewaldeter Berg, und da, am Ufer inmitten herrlicher Parkbäume ein entzückendes Schlößchen aus der Rokokozeit, wie wir später hörten, der Landsitz des Botschafters von Papen. Allmählich rücken die Berge, die blau und verheißungsvoll in der Ferne standen, näher; dort erwartet uns der Durchbruch der Saar durch das Gebirge, und gegen Abend liegt am rechten Ufer vor einem Waldyang, ehe der Fluß zwischen den Bergen verschwindet, eine große Wiese, so recht geschaffen, um die Zelte aufzubauen und abzukochen. Holz lieferte der nahe Wald, und da taten wir „singen, die Lieder Hingen am Eichenhain", und die Funken des Feuers flogen zum bestirnten Himmel, bis einen der kühle Nachtwind in die schützenden Zelte trieb. Nachts aber, welches Trommelgeräusch auf dem Zelt? Das ist Regen, den ein Gewitter mit Blitz und Donner brachte; im Frauenzelt wird Licht gemacht, aber bald beruhigt sich alles, und am Morgen scheint zum erfrischenden Bad wieder die Sonne. Was nun aber die Weiterfabrt brachte, war wohl das Schönste was die an Schönheit nicht arme Saar-Flußlandfchaft bot. Die Saar, gestaut durch die Stufe des Kraftwerks von Mettlach und ruhig gleich einem großen See, auf dem der Wind die Wellen kräuselt, fließt zwischen hoben Bergen dahin; steil steigt der Wald an den Ufern empor, oft unterbrochen durch mächtige Felsen, die gelb sind von Schwefelflechte; kulissenartig schieben sich, immer neu Ausblicke eröffnend und neue Überraschungen bietend die Höhen vor. Zur Linken in einem Taleinschnitt steht ein gastliches Haus, wo andere Wafferfahrer gezeltet haben; dorr muß sich trefflich rasten lassen, und eigentlich paßte jetzt in den Zauber der grüngolden durchbluteten Landschaft ein „Steigbügeltrunk". Frau M. ist ausgestteqen und lustwandelt auf dem schmalen Pfad zwischen Wasser und Berglehne dahin, Brombeeren pflücken! Und alsbald erschallt aus dem Munde der jungen und alten Mannschaft das Brombeerenlied: „Es wollt' ein Mädchen früh auffteh ...", daß das Echo von den Bergwänden widerhallte. Geraume Zeit dauert so die Fahrt; dann kommt das Mettlacher Kraftwerk. Die Stufe ist neun Meter hoch, man muß die Bote mit samt dem Gepäck umtraaen, denn leider sind nicht, wie sonst auf manchen Flüssen, z. B. bei Neckargemünd oder Hann. Münden, kleine Rollwagen vorhanden, auf welchen Boote mit allem Zubehör ohne große Mühe befördert werden können. (Nebenbei: die schlimmste Schinderei hat man bei den Lahnwehren, wenn man sich nicht durchschleusen läßt; der Main hat eigene Schleusen für Sportfahrzeuge, und die Weser — hat gar keine Wehre.) In Mettlach erhebt sich stolz über dem Ufer das zur ehemaligen Abtei gehörige Schloß, in welchem jetzt die weltbekannte Stüngut- fabrit von Dilleroy und Boch untergebracht ist, dort ist auch ein sehr sehenswertes keramisches Museum mit Erzeugnissen aus drei Jahrtausenden aus allen Gegenden der Erde. — Nun aber beginnt eine flotte Strömung mit Wellen, von denen manche auf das Bootsverdeck schlägt; freilich heißt es aufpaffen, wenn sich Schaumzöpfe zeigen, da sind Felsen unter dem Wasser, welche der Weise möglichst meidet! Rechts zieht sich die Bahn durch das enge Tal, und mit frohem Zuruf werden Grüße mit den Rottenarbeitern getauscht. Plötzlich machen die Waldberge großen Weinbergen Platz, die natürlich mit einem wahren Jubelgeheul begrüßt werden, und gegen Abend landet man in bester Stimmung trotz Regens gegenüber von Serritz, das den Namen „bei der Klause" führt. Dies daher, weil sich oberhalb des Tales die Klause, ein Grabdenkmal für den in der Schlacht bei Cröcy im Jahr 1346 gefallenen Böhmenkönig Johann erhebt. In der Wirtschaft ruhte sichs gut in zwei mit Strohsäcken wohl ausgestatteten Räumen, zumal der vom Wirt selbst gebaute Saarwein äußerst süffig war. Denn, wie es im Prinz Rosa Stramin heißt: „Desselbigen Abends wurden gar viele Buteillen getrunken." Saarburg mit oem malerischen Aufbau der Stadt am Berg, burggefrönt, zieht vorbei, dann kommen Weinberge auf Weinberge, die Rebstöcke schnurgerade ausgerichtet, berühmte Lagen wie Ayler Kupp, Ockfen, Scharzhofberg leuchten in der Sonne, dann tauchen in der Ferne die Berge jenseits der Mosel auf. Als ob sie es nicht erwarten könnte, sich mit der Mosel zu vereinigen, so stürmt, einem feurigen Rosse gleich, die Saar dahin. Wie aber die Mosel nahte, erscholl vielstimmiger Jubelge- sang: Die Mosel, die Mosel! — In Trier war der Nachmittag der Besichtigung der herrlichen Kirchen (mit Hilfe von Vorträgen einer Kunststudentin aus dem eigens mitgebrachten Dehio) und der einzigartigen römischen Bauten und Altertümer gewidmet, und daß am Abend in der Dvmschenke natürlich nicht gerade Wasser getrunken wurde, dürfte klar sein. Was sich aber an den nächsten Tagen den Wasserwanderern bot, vom „Aufbäumen" des Admirals selbst auf einem Anker — das Wasser erwies sich beim Aussteigen als etwa 70 Zentimeter tief — bis zu den nicht gerade wenigen „Buteillen" in Trittenheim und Urzig, wo in dem berühmten Gasthaus zum „Urziger Wurzgarten" abends ein Sängerwettstreit sich mit einer Gruppe auch paddelnder Engländer entspann, alle diesen Zauber des herrlichen Stroms mit feinen Waldhöhen, Weinbergen, Burgen und Städtchen, vom ruhig bahingleitenben Boot aus gesehen, das ist fast zu schön, um in Worten geschildert zu werden. Wanderfahrten. 6 A Bieber — Königsberg — Hohensolms — Bubenrod — Dicke Eiche — Haina — Bieber. Vom Bahnhof Bieber (Sonntagstarte) wandern wir, nachdem wir das Dorf durchschritten haben, das liebliche Biebertal entlang an den vier Mühlen vorbei; die letzte, die Obermühle, ist die Geburtsstätte des berühmten Kupferstechers Wille. Auf guter Landstraße steigen wir aufwärts nach Königsberg, wo wir nicht versäumen wollen, den prächtigen Blick von dem alten Gemäuer der Burgruine zu genießen. Bald darauf erreichen wir das Hochliegende Hohensolms. Nach einer Ruhepause gehen wir bis zum Wegweiser die mit alten Linden bestandene Straße zurück und folgen sodann den Telegraphenstangen, die uns auf einem alten Rennweg über eine aussichtsreiche Höhe, später über den bewaldeten Bleidenbera nach Hof Bubenrod führen, der leider feinen Wirtschaftsbetrieb geschlossen hat. Von hier folgen wir gelben Strichen, die uns zu einem altehrwürdigen Naturdenkmal, der Dicken Eiche, leiten. Weiße Striche weisen uns hinab in das anmutige S^walbenbachtal, dem wir bis zur Straße nach Waldgirmes in der Nähe der Grube Morgenstern folgen. Hier wenden wir uns links und kommen auf der wenig belebten Landstraße am Forsthaus Haina, später über Hof Haina nach unserem Ausgangspunkt Bieber zurück. Dauer der Wanderung vier Stunden. Friedelhaufen — Salzbödelal — Fronhausen. Eine hübsche Nachmittatzswanderung, die etwa drei Stunden beansprucht, ist die folgende: Von der Station Friedelhaufen gehen wir über die Lahnbrücke nach dem am Berghang angefchmiegten Odenhausen und dann die Landstraße nach Salzböden. Wir sind nun in dem reizvollen, von bewaldeten Höhenzügen umrahmten Salzbödetal. In der bald darauf erreichten Schmelz ist Gelegenheit zur Einkehr. Schwarze Kreuze führen uns jetzt den Bach aufwärts an der Nauchmühle vorbei bis zur Stein- furtsmühle, wo wir die Zeichen und auch das Tal verlassen und uns rechts wenden. Wir steigen in die Höhe, kommen durch einen Teil von Oberwalgern und auf der hochgelegenen Landstraße, von der man prächtige Blicke über das Lahntal und die Marburger Gegend hat, nach unserem Endziel Fronhausen. Zwischen Ostsee und Aordsee. Von Hans Tinimendo'f An der Nordsee die Friesen, an der Ostsee die Angeln — diese beiden Stämme sind die Eckpfeiler des deutschen Volkstums im Norden, verbunden in der nordfchleswigschen Schicksalsgemeinschaft. Wieviele Deutsche kommen alljährlich an die Nordsee, an die Ostsee, und sehen doch nicht das Land, das meerumfchlungen zwischen den Küsten liegt. Ein Land, so vielgestaltig in seinem Naturcharakter, so mannigfaltig in seinen traditionsstarken Volksteilen! Es ist eine Fahrt nicht ohne Spannung, wenn man von einer Küste zur andern hinüberfährt. Denn die Landschaft wandelt sich zusehends, und in einem ungewissen und zugleich bestimmten Augenblick gewinnt man plötzlich die Witteruna des anderen Meeres. So wesensverschieden das Meer hüben und das Meer drüben ist, fo unterschiedlich wirken diese Meere auch weit ins Land hinein, beherrschen mit ihrem Windatem die Landschaft und deren Menschen. Wer kennt Angeln, diese heiter schwingende Ostseelandschaft, fruchtbares Weizenland, Stammland jener Angeln, die von hier nach England kamen und der Briteninsel ihren Namen liehen? Vielen ist vielleicht nur der Badeort Glücksburg an der Flensburger Förde bekannt mit dem märchenhaften Wasserschloß inmitten der Buchenwälder. Andererseits dürfte wiederum die Schlei wegen des Schlei-Bücklings nicht ganz unbekannt fein. Menn man über das Städtchen Kappeln hinausfährt, aelangt man an den gam schmalen Durchgang der Schlei zum Meer, die selbst nichts anderes ist als eine im Land sich ausdehnende Meeresbucht von rund 40 Kilometer Länge. An ihrem inneren Ende liegt die S^adt Schle s w i g. Und alles, was nördlich dieser „Stabt und der Schlei liegt bis zur Flensburger Förde hinauf, ist die Landschaft Angeln. Nun aber geht's hinein ins Land, das sich hügelig emporwirft und auf feinen Kuvveln Windmühlen in die Himmelsbläue hebt. Man schlängelt sich auf den Knickwegen durchs Land, als ginge es durch einen Irrgarten. Aber es finden selbst. Ueberlandomni- buffe da hindurch. Sobald man einen Ueberblick übers Land gewinnt, sieht man diese charakteristischen Knicks wie grünes Geäder vielverzweigt das Land durchziehen. Und so erscheint diese offene freundschaftliche Landschaft gepflegt wie ein großer Garten. Ihr größter Stolz sind die Bauernhöfe; man findet in Angeln die schönsten alten Bauernhäuser. Sie haben altersdunkle Strohdächer, und darunter blitzen die blanken Scheiben der Spiegelfenster, hinter denen weiße Spitzengardinen den häuslichen Staat der Bewohner verraten. Selten fehlt der Zieraarten vor dem Haus, der geschnittene Hecken und Bäume hat, helle Kieswege, dazu eine weißgestrichene Sitzbank neben der Haustür. Dort findet man sich bei Dunkelwerden noch zu einem kleinen Schnack zusammen. Wahre Meisterstücke der Handwerkskunst sind die stilvoll gearbeiteten Türen, bas eigentliche Schmuckstück des Hauses, ein schöner Willkomm für den Besucher. Meist stammen diese Türen aus der Zeit um 1800. Auch trutzig war dieses Bauerntum. Seht diese alten Dorfkirchen in Angeln! Sie sind von schwerem, wuchtigem Bau, die Türme aus massigen ©ranitquabern mLe Bollwerke aufgeschichtet. Zusammen mit den von starken Steinmauern umfriedeten Kirchhöfen wahren sie immer noch den Eindruck der Unbezwinabarkeit. Man findet solche Kirchen in Munkbrarup, Husby, in Satrup und Sörup. Merkwürdig klingen diese Ortsnamen und man wird finden, daß in ganz Angeln fast alle auf eben die beiden immer wiederkehrenden Endsilben enden. Schon von Flensburg ab westlich ändern sich diese Ortsnamen. Auch der Charakter der Landschaft wird sogleich anders. Das wellige Hügelland Angelns verebbt sehr schnell zur Heidelandschaft der G e e st. Ernst und dunkel ist die Geest mit ihren Wäldery, karg ist der Ackerboden. Die Dörfer werden in dem dünnbesiedelten Land selten. Doch sieht man jetzt allenthalben neue Siedlungsstellen entstehen, für die durch umfangreiche Bodenverbesferungsarbeiten neues Ackerland gewonnen worden ist. Westwärts wandernd verlieren wir bald auch den Wald. Immer flacher wird das Land. Der Horizont rückt weit hinaus, als müßte er schon bis zum Meer drüben, der Nordsee, reichen. Die Marsch beginnt. Flach wie eine Tischplatte breitet sich rings der Boden, Wassergräben teilen ihn in Gevierte, in sogenannte Fennen. Das Vieh liegt auf der Weide. Dazwischen stehen Pferde, regungslos mit vorgestrecktem Kopf, den salzigen Nordseewind in die Nüstern nehmend. Ein freier Atem geht durch die Einsamkeit dieser Landschaft. Weit verstreut und vereinzelt erheben sich die Marschhöfe auf den Warfen, künstlich aufgeschütteten Erdhügeln, auf denen die Friesen ihre Wohnstätten zum Schutze gegen hereinbrechende Sturmfluten bauten. Das fette Marschland dient fast ausschließlich der Diehwirtschaft. Da hat der härter arbeitende Geestbauer zuweilen etwas neidisch herübergeblickt nach der Marsch, „wo de Lüed nix to dohn hebben, amer äten und flapen as bat Veh." Wohl ist die Marsch ein reiches Land, aber der Bauer muß es auch hier mit Umsicht und Hingabe zu nutzen wissen. Er kann freilich stattlichere Häuser bauen, als die in der Geest, und prachtvoll flehen diese Friesenhäuser in der Landschaft. Das Rot der strohgedeckten Ziegelbauten mit weißgestrichenem Tor und Fenstern leuchtet stark aus dem Grün der Marschen, über die die sinkende Sonne einen zauberhaften Goldglanz gebreitet hat. Bis dicht hinter den großen Meeresdeich sind die Häuser herangerückt. Ihre Giebel sind gerade noch hoch genug, daß sie über den Deich auf die freie See hinauslugen können. Das Donnern der Flut wird schon über den Deich herüber vernehmbar; voll eigentümlich erreater Spannung erklimmen wir rasch den Deich und stehen nun im Angesicht des Meeres. Aus der engeren Heimat. Oer Führer als Pate. )—(Ruppertsburg (Kreis Schotten), 3. Sept. Bei dem 12. lebenden Kinde des Volksgenossen Georg Willa dahier übernahm der Füh- ter die Ehrenpaten st eile. Die beglückten Eltern erhielten nun ein Glückwunschschreiben des Führers und ein großes Geldgeschenk. W I y-Relchert-Abend der „K b.S/ * Watzenborn-Steinberg, 4. Sept Wer hätte vor Jahren daran gedacht, daß künstlerische Darbietungen, die durch ihre mit hohen Kosten verbundene Programmgestaltung das alleinige Vorrecht der Großstädte zu sein schienen, auch in die Dörfer des flachen Landes gebracht würden! Der NSG. „K r a f t d u r ch F r e u d e" ist es gelungen, nach dem großen Erfolg her Willy-Reichert- Tournee im ausverkauften Gießener Stadttheater die Künstlertruppe mit dem gleichen Programm für Watzenborn-Steinberg zu verpflichten. Das Gastspiel findet am kommenden Montag in der neuen Dolkshalle statt. Diese Veranstaltung ist ein einmaliges Ereignis nicht nur für Watzenborn- Steinberg selbst, sondern auch für die naheliegen, den Orte Leihgestern, ©rüningen, ©arbenteid), Steinbach und Hausen, von wo zahlreiche Besucher zu diesem Gastspiel kommen werden. Internationale Brie markenschau in Bad-Nauheim. Lpd. Bad-Nauheirn, 3. Sept. Jrn Kurhaus wurde Donnerstag nachmittag eine internationale Briefmarkenschau eröffnet. Kurdirektor Freiherr v. Wechmar überbrachte die Grüße des Gauleiters Reichsstatthalters Sprenger und wünschte der Veranstaltung einen vollen Erfolg. Sie möge den Philatelisten und den Kurgästen eine Ium finmuchm ! anregende Unterhaltung bieten. Mit den Wünschen des Reichsbundes der Philatelisten verband S t o e l e (Berlin) den Dank an die Kurverwaltung als Träger dieser Schau und an die rührigen Briefmarkensammler Bad-Nauheims und Friedbergs. Die Besucher hatten Gelegenheit, eine Reihe hervorragender Sammlungen zu bewundern, zu denen auch viele auswärtige Briefmarkenfreunde Beiträge geleistet hatten. Landkreis Gietzen 8 Alten-Buseck, 4. Sept. Am Mittwoch stürzte ein hiesiges Schulmädchen während des Turnunterrichtes so unglücklich vom Barren, daß es sich Verletzungen am linken Unterarm zuzog. Es wurde nach Gießen in die Klinik überführt, wo eine Untersuchung mit Röntgenaufnahmen ergab, daß es sich glücklicherweise nur um leichtere Prellungen des Armes handelte. Nach Anlegen eines einfachen Verbandes konnte das Mädchen wieder entlassen werden. <£ L e i h g e st e r n, 3. Sept. Der im 64. Lebensjahre stehende Ludwig Häuser II. dahier war gestern einem Landwirt bei der Dreschmaschine behilflich. Beim Mittagessen wurde ihm plötzlich um wohl und er sank tot von seinem Stuhl. Ein Herzschlag hatte dem Leben des arbeitsamen Mannes, der von Beruf Eisendreher war, ein jähes Ende bereitet. Kreis Friedberg. ch Butzbach, 3. Sept. In der letzten Zeit haben sich auf den Hauptverkehrsstraßen innerhalb und außerhalb unserer Stadt eine Anzahl Verkehrsunfälle ereignet. Teilweise war der Sachschaden recht beträchtlich. Erst gestern um 22.30 Uhr erfolgte an der unübersichtlichen Kurve an der Bahnhofstraße ° Weiseler Straße wieder ein Zusammenstoß eines Motorrades mit Beiwagen mit einem Personenkraftwagen. Letzterer konnte bald seine Fahrt fortsetzen. Der Lenker des Motorrades, das betriebsunfähig geworden war, kam mit einer geringen Verletzung im Gesichte davon. — Im Saale des „Deutschen Hauses" hielt das Rote Kreuz und der Alice-Frauenverein die Jahreshauptversammlung ab. Die Vorsitzende, Frau Patz, gab einen längeren Bericht über das verflossene Vereinsjahr. Die Zahl der Mitglieder hat sich im letzten Jahr auf 420 erhöht. Der Vereinsrechner, Rektor Dem, gab einen Ueberblick über die finam zielle Lage, wobei er Vergleiche zu früheren Jahresabschlüssen zog. Nach einem interessanten Lichtbildervortrag des Ausbildungsarztes, Medizinalrat Dr. Zinßer, über „Erste Hilfe bei Unglücksfällen" der mit großem Interesse aufgenommen wurde, verteilte die Vorsitzende an eine größere Anzahl Samariterinnen und Helfer Ehrenurkunden im Auftrage der Reichsleitung des Roten Kreuzes. Nach kameradschaftlichem Beisammensein schloß die Vorsitzende den Abend in der üblichen Weise. Kreis Schotten. )—( Ruppertsburg, 2. Sept. Vom schönsten Wetter begünstigt, unternahm unser Obstbau- verein am vergangenen Sonntag einen Gemarkungsrundgang, der reichlich Gelegenheit bot, den reichen Behang der Obstbäume zu bewundern. Schöner von Boskop, Goldparmäne, Goldrenette von Blenheim, Jakob Lebel usw., also die edlen Standorten, bringen in diesem Herbste große Erträge. Die planmäßige Behandlung und Pflege einiger Baumstücke hat ihrem Besitzer reichsten Lohn gebracht. Die Frage: „Wie kommen wir zu regelmäßigeren Erträgen und Qualitätsobst?" wurde bei diesem Rundgang erörtert. Kreis Wetzlar. ♦ Krofdorf, 4. Sept. Am heutigen Samstag kann Frau Wilhelmine Romer, Gießener Straße 7, in geistiger und körperlicher Frische ihren 8 2. Geburtstag feiern. Tödlicher Sturz m t dem Fahrrad. Lpd. Wetzlar, 3. Sept. An einer abschüssigen und mangelhaften Stelle der Landstraße, dicht vor dem Kreisort B o n b a b e n , stürzte die 15 Jahre alte Marie Neuhaus von Bonbaden so um glücklich mit dem Fahrrad, daß der Tod des Mädchens bald nach dem Sturz noch an der Um fallstelle eintrat. HW -V-; HM /- h *■ i*' ’e^™ » WtkM Bni E L ^■i •. .>» ...'■' ■’■ -'i ;: fe weil Spuren überstandener W DteWäbile Handwagen. ■ Wirtschaft 1(^e Besucher n C Autohilfe: Rufnummer 04 beim Postamt Gießen. 5S8S P'. Note Kreuz j in die 3#e5’ »be, 8^1°) das dc* Her hat ■ Vereins* f über die früheren ^hrer J!« ■ssy unten * » KrE I»I°8 d>- «* Weist. haltend, so daß die Umsätze eng begrenzt waren. Weiteres Angebot lag jedoch nicht vor, obwohl die Mehrzahl der zur Notiz gekommenen Papiere 0,25 bis 0,50 v. H. unter dem Stand der Mittagsbörse lagen. Auf dieser Basis bestand aber Nachfrage. Etwas mehr zurückgesetzt wurden Buderus mit 129 (130) und Lahmeyer kamen nach Pause mit 130 f 132,50) zur Notiz. Mäßige Besserungen hatten Siemens mit 217 (216,50), Mannesmann mit 124,90 ...... ,----------- ~ (124.65), Klöckner mit 138 (137,75). Bis zu 0,50 9.30: Pfr. Ausfeld; 11: Kinderkirche für die Johan- 0. H. niedriger lagen Harpener mit 172, Rheinstahl mit 157,50, Scheioeanstalt mit 267,50, Goldschmidt mit 147,50, AG. für Verkehr mit 127,25 und Ges- unterrichten Sie sich am besten mit den allgemeinverständlichen Büchern de» Lieber Haiurftbllß UnD Amurrulioe Hugo Bermühler Verlages, Be Nn-Lichterfelde. Bitt' verlangen Sie noch beute von Ihrem Gieftener Buchhändler dar ausführlich beb werte Werbeblatt freunde der Natur sind , reunde guter Bucher". UHL Sei ersweg Nr. 67 Telephon Nr. 3170 W I ^Reparaturen .89?d ü afftieg ist Deutschland heute wieder gleichberech- tist unter den Nationen und wie ehedem bereit, mnn es sein muß, seine Ehre und Freiheit bis zürn letzten zu verteidigen. Der bei diesem Wieder- aijistieg gebliebenen Toten der Bewegung zu ge= djiken, war selbstverständliche Ehrenpflicht. Die Gdenkfeier, der im übrigen auch der Kreisführer blwohnte wurde umrahmt von den Vorträgen eher Musikkapelle und mit einem Sieg-Heil auf dki Führer und dem Gesang des Deutschland- und d - Horst-WesselLiedes geschlossen. Nach der Gefallenenehrung ging es in gemein* fdner Wanderung zum Hoherodskopf, wo der A»ichsbund für Leibesübungen fein Hherodskopf-Bergfeft abhielt. Hatte man vorher d; herrlichen Blick von der Herchenhainer Höhe, so zczten sich jetzt Hoherodskopf und Taufstein nach bt anderen Seite. In langsamen Anstieg ging es nof) den Klubhäusern, wo Hochbetrieb herrschte. Der Hltzerodskopf hatte einen ganz großen Tag. Es war eb farbenfrohes Bild, das sich den ankommenden A>Cern darbot. Aber auch sie waren nicht nur als 1 Z.fchauer gekommen. Mit Absicht war die Gefalle- ' mnehrung auf den 29. August gelegt worden. Als ! Mitglied des Reichsbundes für Leibesübungen, dem ajH die Wandervereine angehören, wollte auch der MC. feinen Teil zum Gelingen des Festes bei- tlgen, vor allem aber recht vielen Mitgliedern Ge- : ttl^nheit geben, an dem Bergfest teilzunehmen. Die ; pci der Jugend des VHC. ausgeführten Volkstänze u’öf. *5se% ■ BHCer in diesem mörderischen Ringen das ößte Opfer gebracht, dessen der Mensch überhaupt )iq ist. Eine ansehnliche Zahl sei nicht mehr in Heimat zurückgekehrt und ruhe in fremder Erde, treuester Pflichterfüllung seien fie für Volk und SMerlanö gefallen. Sie mußten sterben, damit Dutschland lebe. Und doch wären ihre Opfer um* m-vMuugfa läuft gebracht worden, wenn nicht 1933 der ein* ©arbenteich fache Gefreite des Weltkrieges Adolf Hitler llho to"r- ' • düs Steuer des deutschen Volkes mit fester Hand h!7umgeworfen hätte. Nach einem einzigartigen * Mi» bid1* J 1 Hausbau Hausarzt. Die heutige Zeit mit ihrem schnellen Tempo hat die Gestalt des eigentlichen Hausarztes, der beinahe mit zur Fa- milie gehörte, fast ganz verdrängt. Doch hat es bestimmt sehr große Vorteile, wenn man einem bestimmten Arzte mit seiner ganzen Familie treu bleibt, denn der Arzt kennt dann die ganze Eigenart seiner Patienten viel besser und wird ihnen, da er ihre Widerstandsfähigkeit kennt, sicher am besten bei allen Erkrankungen helfen können, die nicht un- oedingt fachärztliche (f. d.) Behandlung verlangen Es wird ein gewißes gegenseitiges Vertrauen und Sichkennen hergestellt, das für beide Teile, Arzt und Patient, sicher nur Vorteile hat. Hausbau sollte nie in Auftrag gegeben werden, ohne vorher eingehend die Hausfrau zu hören, die am besten zu beurteilen weiß, ob z. B. die einzelnen Räume praktisch zu einander gelegen sind. Jede Frau hat außerdem besondere Wünsche, die ein Architekt gerne, soweit dies gebt, berücksichtigt Es ist aber notwendig, daß die Frau selbst einen Bauplan lesen lernt, um sich an Hand der Zeichnung eine richtige Vorstellung machen zu können. — Bei Sicherstellung der Kosten die Nebenkosten berücksichtigen (Straßenanliegerkosten), Gebühren, Wasierleitung usw.), genauen Plan erstellen lasten, dem neben einem verbindlichen Kostenvoranschlag eine möglichst eingehende Baubeschreibung beigegeben ist. Vertrag mit dem Dom VHC. Gießen wird uns geschrieben: Die Aiqustwanderung des VHC. führte in den hohen A'gelsberg. Neben dem Wandern galt es diesmal eich Pflichten zu erfüllen. Wie alljährlich, versam- , qte sich die VHC.-Gemeinde aus ganz Hessen an Ehrenmal auf der Herchenhainer Hohe zur Gedenkfeier für die Gefalle n e n. Die dächtnisrede hielt das Mitglied des Gesamtvor- 4 Pont skndes, DHC.-Bruder H i tz aus Gießen Ausgehend Wer diu den schicksalsschweren Tagen des August 1914 - 3 ehfd)e liri) von dem damals geeinten und zu jeöem Em- ■ ne» I bereiten deutschen Volk, kam er über das vier- ibrige Ringen gegen eine Welt von Feinden zum Schmachfrieden von Versailles und dem immer weite: um sich greifenden Zerfall dieses ernst so stolzen 2-utschland. Wie alle Volksschichten, so haben auch —|| --Vertrauenssachei Eine gute Dauerwelle 13 3.LJ ö rW6 I I 6 M kann nur von ereten Fachleuten ausgetührt werden I Kosten), fachmänn. Beratung bei Richard Koch . Gießen Spezlai-ParfUmerie Herren- und Damen-Frlseurmelster DOPPELHERZ Hotel Schütz Gtadttheaterr Gietzen 5729 D zugute kommen. der Humorist, der ganz Deutschland begeistert 20 Schauspiele * Klassische und moderne Dramen, Gesellschaftsstücke, Lustspiele 6 Ovevn n. a. Don Juan,Wildschütz,Boheme. Troubadour, Cavalleria rusticana NS Gemeinschaft„Kraft durch Freude“ 6 Ovevetten Eintrittspreis: RM.1.- u. a. Das kleine Hofkonzert, Nacht in Venedig, Die lustige Witwe. eingeladen. 5C98D Die Geisha Statt Karten Ihre Vermählung geben bekannt Außerdem alle Morgenfeiern u. Gastspiele für Platzmieter zu ermäßigten Preisen I Gießen, Klein-Onden, den 5. September 1937 5725 D 5713D Oie Gießener Staatlichen Lotterieeinnahmen iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiii Großes Winzerfest I 5711 A }°! Tanz-Rheinische Stimmung Hausfrau HausLock 190 Jeden Samstag und Sonntag Tanz Herbst MODESCHAU im Cafö Amend v fe Si, 5722 V .Jl K TS : .. 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Diese Dinge sollen möglichst in einem geschlossenen Schrank beieinander stehen und gut lesbare Aufschriften tragen. Keinesfalls Gebrauchsflaschen (Vier-, Milch-, Selterswasser-, Weinflaschen) für diese Zwecke benutzen! Hausenblase, Fischleim, aus der Schwimmblase des Hausens und Störs gewonnen, dient zum Klären von Wein und Vier sowie zur Bereitung von Gallerten. Die Hausenblase wird zu diesem Zwecke zerschnitten und eingeweicht, Dann gekocht, durchye- siebt und den Speisen, die gelieren sollen, beigemischt. Hausfrau. Die H. hat das Recht und die Pflicht, den ehelichen Haushalt zu leiten, die Kinder zu beaufsichtigen und zu erziehen, die Hausangestellten und sonstigen im Haushalt beschäftigten Personen zu beaufsichtigen, ihnen Weisungen zu erteilen. Beschränkungen dieser Rechte durch den Mann braucht die Hausfrau im allgemeinen nicht zu dulden, insbesondere hat der Mann regelmäßig nicht das Recht, der Frau die Leitung des Hauswesens zu entziehen und es auf jemand anderen 511 übertragen, z. V. auf die Schwiegermutter. Der Mann darf auch nicht Räume und Behältnisse (Schränke usw.) für die Hausfrau abschließen, ausgenommen seine Privatbehältnisse (Schreibtisch!. Die H. hat auch ent Recht auf ein den wirtschaftlichen Verhältnissen der Eheleute angemessenes Wirtschaftsgeld. Soweit die Vermögensverhältnisse der Ehegatten es zulassen, hat die Hausfrau auch Anspruch darauf, daß zu ihrer Unterstützung Hausangestellte angestellt werden. Sie kann auch entsprechende ärztliche Behandlung und Pflege im Falle einer Krankheit verlangen, ebenso die nötige Erholungszeit. Anspruch auf Gehalt für oie Hausfrauentätigkeit hat sie nicht. Im Rahmen ihrer Schlüsselgewalt ist die H. Vertreterin des Mannes; ne übt in Abwesenheit des Mannes auch das Hausrecht aus. — Grobe Verletzungen der Hausfrauen- pflichten können Scheidungsgrund sein, wenn dadurch die Ehe derart zerrüttet wird, daß dem Mann die Fortsetzung der Ehe nicht mehr zugemutet werden kann. Andererseits braucht die H. nicht zu dulden, daß der Mann WoifTcSI Seife m 11 Hautnahrunq nac dm U ftell bisch fertji @ru aus b,un aus sch- rcii am beo dui Mi ren We nen Bo um heb ein sei loi fei ne sei bu 21i bu mi Ei WWimelo MW e. B Sonntag,den 5. Sept. 1937 siflöie- welikaWs Mrburg Mh lur-Gietzen, nachm.2Uhr, auf den Waldständen der Schützengesellschaft 1926. Abends 8 Uhr Siegerehrung im Schützenhaus. Unsre Mitglieder werden hierzu schjffenberg Täglich frischer 5764D Zwetschen- u. Apfelkuchen Süßer Apfelmost Der Omnibus verkehrt täglich: ab Bahnhof Gießen.... 15.25 Uhr ab Selterstor (Gasth. Lamm) 15.27 Uhr ab Ludwigsplatz 15.30 Uhr Feldhobn mit Kraut RM. 2.- Montag, 6.Sept., 20.30 Uhr, In d. Volkshalle fTriumpfi des Jtumairs Witts Reichert ,, I Vogtsche Piivot-Hondelsschuje WIESECK Sonntag, den 5.Sept.1937 TANZ ■ * * ■ 5704 D Zum kühlen Grund Inhaber: Adolf Schepers Sonntag, den 5. September 1937 und Montag, den 6. September Kirmes in Dutenhofen Es ladet ein: Gasthaus z. Gambrinus Fritz Weber 57000 Dort Naiihoim Restaurant n. Pension Ddlrlldmllll Zum Weinberg. Bes.H. Breu Bek. gutes Haus in schönster freier Lage. Volle Pension 4 Mark. (55540 Wald haus Rainmüble““ die idyll. u. gute Sommerfrische. Dir.a.Wald, Wasser, Angelsp., 4 Mahlz., M. 3.-, Prosp. Täglich frischen süßen iskd ÄvßeSmoft Ludwig Kohlermann IV. Inh. L. Heiderich Bleichstr. 14 Daselbst kann auch gekeltertwerden M s::Am Wd/ Als Gast: Staatsopernsänger 5766d RUDOLF G ERLACH Die unerreichte Tanzparodie E.u.W. Biacker vom Wintergarten Berlin Der Instrumental Virtuose Ludwig Bobula auf dem Akkordeon Der Karikaturist Ernst Reinhardt vom Haus Vaterland, Berlin Der Komponist am Flügel Willy Norman von Amerika zurück Der Troubadour Eine lustige Szene mit Elisabeth Amann Häberle u. Pfleiderer Die schwäbischen Originale