Kr.179 Erstes Blatt Mittwoch. 4-August 1937 187. Jahrgang Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Vereinbg.25O/„ mehr. Ermähigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemein« nützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzei- gen 5 Rpf.,Fami!ienanzei- gen, Bäder-,Unterrichts-u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: Vrühlsche Universitättdruckerei R. Lange In Gietzen. Schriftlettung und Geschäftsstelle: Zchulftrahe 7 Erscheint tag lich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte (Bießener Familienblätter Heimat im Bild ■ Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illusttierte „ 1.80 Zustellgebühr. . „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüsse unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach- richten: Anzeiger Stehen Postscheckkonto: Kranlsurt am Main 11686 ziehen. Das Blatt will weiter erfahren haben, daß die Veröffentlichung des Briefwechsels Chamberlains -'Mussolini angeregt worden sei. In diesem Falle würde man feststellen können, daß beide Briefe spontan abgefaßt worden seien. Sie seien einschließlich der Umschläge von den beiden Staatsmännern eigenhändig geschrie- b e n worden und umfaßten jeder vier Seiten. Chamberlain habe seinen Brief am Ende seiner Unterredung mit Grandi geschrieben. Der Brief sei dann von Rom nach Rimini, wo sich Mussolini aufhielt, weiter befördert worden. Der Duce habe sofort seine Antwort niedergeschrieben und sie mit demselben Boten und am selben Tage zuruckgeschickt. Aus diesen Umständen gehe hervor, daß der Briefwechsel sich nicht mit den Einzelheiten der englisch- italienischen Beziehungen befaßt, sondern den Zweck verfolgt habe, e i n e A t m o s p h a r e g e g e n s e l - tigen Vertrauens zu schaffen, in der diese Einzelheiten erörtert werden könnten. Die Besprechungen würden bald auf normalem diplomatischem Wege eröffnet werden, eme Zu- Jn Paris ist die Landestagung der Lehrergewerkschaft eröffnet worden, an der 300 Vertreter der rund 95 000 Mitglieder dieser Organisation teilnehmen. Der Generalsekretär erinnerte an eine Unterredung mit dem Ministerpräsidenten Chautemps, der ihm erklärt habe, daß vor Januar 1938 nicht mit einer Gehaltsaufbesserung als Ausgleich für die fortgesetzt steigenden Lebenshaltungskosten gerechnet werden dürfe. Die Sparpolitik erlaube es der Regierung nicht, vor dem kommenden Jahre neue Kredite zur Verfügung zu stellen. Der Generalsekretär erklärte, es sei unmöglich, die augenblicklichen Gehälter beizubehal- ten, da d i e Preise von Tag zu Tag stie- g e ’n. Die Gewerkschaft werde daher in Zusammenarbeit mit anderen Gewerkschaften so manoverieren, daß sofort bei Wiederzusammentritt der Kammer die Eröffnung neuer Srebite für die Beamtenschaft behandell werden könne. <§m neuer Horizont. Das Schauspiel der europäischen Politik zeigt eine neue Szene und ein neues Bühnenbild: Mussolini und Chamberlain treten in den Vordergrund und unterhalten sich mit freundlichen Worten über die Möglichkeit einer Wiederannäherung zwischen Italien und Großbritannien Die Zuschauer unten im Völkerparkett begrüßen die neue Wendung und nur die bezahlten Störenfriede Moskaus auf den Hinteren Stehplätzen äußern ihr Mißfallen. Noch weiß niemand, wie das Stück ausgehen wird. Die Worte der Sympathie, die zwischen Rom und London hin und her fliegen, sind einstweilen nur Symptome ohne konkreten Inhalt. Die Bemühungen um eine gegenseitige Verständigung und um eine Wiederbelebung des italienisch-englischen Gentlemen-Agreement vom Januar dieses Jahres können auch normalerweise über das Versuchsstadium noch nicht hinausgelangt fein. Denn trotz der schriftlichen Botschaften, die zwischen beiden Regierungshäuptern ausgetauscht wurden, bewahrt man in Rom wie in London einige Zurückhaltung, weil natürlich fest umrissene Pläne und Einzelvorschläge heute — im Augenblick der heftigsten Nichteinmischungskrise — noch verfrüht wären. Immerhin hat sich der politische Himmel Europas etwas aufgehellt, und man kann in großen Zügen die Wetterlage von morgen erkennen. Es ist fein Zufall, daß gerade jetzt, wo das Spiel mit der spanischen Ein- und Ausmischung wieder einmals remis steht, der Versuch gemacht wird, durch zweiseitige Verhandlungen von einer anderen Ecke her einen Ausweg aus der gegenwärtigen Sackgasse zu finden. Der britische Premierminister Neville Chamberlain, der sich sehr viel energischer als sein Vorgänger im Amt in die Führung der außenpolitischen Geschäfte eingeschaltet hat, ist durch seine nüchterne Denkungsart wohl zu der Ansicht aekommen, daß der bisherige Weg der Londoner Ausschußverhandlungen doch zu keiner Lösung der Spanienkrise führen wird. Er mag eingesehen haben, daß die Sowjets doch jede gemeinsame Initiative der europäischen Mächte immer wieder lahm legen werden. Chamberlain will aber d i e europäische Entspannung, weil nach seiner Ueberzeugung das weltpolitische Interesse Englands am besten durch eine friedliche Beilegung der kontinentalen Streitigkeiten gesichert wird. England braucht Ruhe in Europa, wenn es in Ueberfee handeln und verhandeln will Deshalb das Bestreben Chamberlains, die diplomatische Tatkraft der englischen Regierung nicht ganz und gar durch das ewige, nutzlose Hin und Her in den Nichteinmischungsausschüssen absorbieren zu lassen. Daher sein Versuch, durch eine direkte Aussprache mit den europäischen Großmächten, d. h. auch mit Deutschland und Italien, vielleicht zu einer umfassenderen Regelung der europäischen Dinge zu b e h ö r d e einzuholen. Frankreich-Reisende ersparen sich Unannehmlichkeiten an der Grenze, wenn sie sich vor Antritt der Reise bei ihrer zuständigen Paßbehörde oder bei einem Reisebüro über die jeweils erforderlichen Vermerke unterrichten. Haris erhöht die Verkehrstarife. P a r i s, 4. Aug. (DNB. Funkspruch.) Mit Wirkung vom Donnerstag tritt die erwartete Erhöhung b er Transporttarife in Paris in Kraft. Die Teilstrecke für Autobusfahrten wird von 30 auf 40 Centimes und der Preis für die Untergrundbahn in der zweiten Klasse von 80 Centimes auf einen Franken erhöht. Außerdem ist mit Wirkung ab 1. Januar eine weitere Erhöhung des Autobusteilabschnittes um fünf Centimes und des 0-Bahnfahrpreises um 10 Centimes vorgesehen. Die Annäherung zwischen Rom und London Französische Befürchtungen grundlos. Sizilianische Manöver. Es ist eine Eigentümlichkeit der großen Sommerund Herbstmanöoer, die alle Jahre von den europäischen Mächten abgehalten werden, daß sie nicht nur das Interesse der militärischen Fachwelt, sondern auch die politische Phantasie der Völker in starkem Maße beschäftigen. Die Wahl der „Kriegschauplätze" verleitet ja auch sehr leicht zu allen möglichen Kombinationen und Spekulationen, weil natürlicherweise jeder Staat darauf bedacht sein muß, seine militärischen Kräfte dort zu erproben, wo sie für den Ernstfall vielleicht gebraucht werden könnten. Den möglichen Ernstfall aber bestimmt der Gang der internationalen Politik. Trotzdem wäre es falsch, aus der Wahl des Manöverortes aktuelle'politische Schlüsse in jedem Falle zu ziehen. Denn irgendwo müssen ja die Truppen ihre Uebun- gen durchführen, und daß dies abwechselnd in verschiedenen Grenzgebieten geschieht, ist aus allgemeinen Gründen leicht verständlich. Die italienischen Sommermanöver sammenkunft Mussolinis mit Eden würde wahrscheinlich erst im letzten Abschnitt der Verhandlung stattfinden. Was die Absicht Chamberlains betreffe, einen neuen Vertrag an Stelle des Locarno- Paktes abzuschliehen, so sei allen Beteiligten klar gemacht worden, daß England ein solches Abkommen als Verstärkung des Völkerbundes und eine Grundlage für die Aufrechterhaltung des Friedens betrachte. „Daily Mail" hebt besonders die Worte des italienischen Außenministers hervor, daß nach seiner Ansicht ein großer Fortschritt zu einer Säuberung der Athmosphäre und — was viel wichtiger fei — zu einer Beseitigung des gegenseitigen Mißtrauens getan worden sei. Nach Aeuße- rungen Graf Cianos sei es klar, daß die Beziehungen zwischen Italien und England wieder hergestellt werden könnten, wenn England das neue o ft - afrikanische Kolonialreich anerkannt haben würde. — „Morning Post" meldet, Chamberlain habe keinerlei Versprechungen gemacht, die Angelegenheit müsse vom Kabinett erwogen werden, bevor irgendein Entschluß gefaßt werde. Vielleicht werde eine Sondersitzung des Kabinetts im September vor der Abreife Edens nach Genf zur Teilnahme an der Völkerbundsverfammlung statt- finden. Mussolini werde sich nur mit einer uneingeschränkten Erklärung des Völkerbundes begnügen, daß das alte abessinische Makaseireich nicht mehr existiere. Die Italiener seien überzeugt, daß die britische Regierung in der Lage sei, in dieser Frage voranzugehen und daß ihr die anderen Völkerbundsmitglieder Folge leisten würden. Das Blatt erinnert daran, daß alle Beschlüsse in der Aethio- pien-Frage in erster Linie auf englische Initiative hin gefaßt worden seien. — „Daily Expreß" glaubt, daß die britische Regierung nicht die Initiative, ergreifen, sondern darauf warten werde, daß eine andere Nation die Angelegenheit zur Sprache bringen werde. England werde darauf bestehen, daß die Angelegenheit durch einen Kollektiv- beschlußdes Völkerbundes geregelt werde. Das pariser Meresfe. Paris, 4. Aug. (DNB. Funkspruch.) Die Pariser Presse verfolgt weiterhin mit großer Aufmerksamkeit die Besserung der englisch-italienischen Atmosphäre und erblickt darin ein Vorzeichen für die praktische Regelung der rechtlichen Seiten der Eroberung Äthiopiens vor dem Völkerbund. Manche Blätter bedauern es allerdings, daß die englisch-italienische Bereinigung nichtdurchVer- mittlung Frankreichs, sondern selbständig angebahnt wurde. Auch stellen manche Zeitungen ungern fest, daß die französisch-italienische Entspannung nur als Fortsetzung der englisch-italienischen Bemühungen zu erwarten sei, was für Frankreich eine verpaßte Gelegenheit darstelle. Im übrigen legt man in Paris immer wieder Wert darauf, zu versichern, daß durch den neuen englisch-italienischen Kurs derVierer - pakt - Gedanke wieder am Horizont erscheine, aber das englisch-französische Verhältnis in keiner Weise geschmälert werde. So berichtet der Vertreter des „Petit Parisien" aus London, er habe in der dortigen italienischen Botschaft vernommen, daß die römische Regierung nicht beabsichtige, das „Funktionieren" der englisch-französischen Entente zu behindern. Wichtig für Frankreich-Beisende! f. o ofitnuft (DNB.) Bon amtlicher ob'erVnbigem «aU im Sn. §r?nlrChpr Weltausstellung nicht beabsichtigt sein London, 4. Aug. (DNB. Funkspruch.) Die englisch-italienische Annäherung steht auch heute im Mittelpunkt der Betrachtungen der englischen Presse. Einer Erklärung des italienischen Außenministers Grafen Ciano über die englisch-italienischen Beziehungen wird große Bedeutung beigemessen. Don einem Vertreter der italienischen Botschaft in London wurde erklärt, daß Italien entschlossen sei, eine ernstliche Anstrengung zu einer Verständigung zu machen. Nur auf diesem Wege könne ein dauernder europäischer Friede nähergebracht werden. Gleichzeitig bestehe nicht die Absicht, einen Keil in das englisch-französische Verhältnis zu treiben. Italien wisse, daß ein solcher Versuch zwecklos sein würde. Der italienische Vertreter fügte hinzu, daß Italien großen Wert auf eine baldige Anerkennung seiner Herrschaft in Aethiopien lege. „Daily Telegraph" hebt ebenfalls besonders die Worte des italienischen Außenministers hervor, daß die Wiederherstellung freundschaftlicher Beziehungen zwischen England und Italien und die Wiederaufnahme einer herzlichen Zusammenarbeit nicht gegen irgendein Land gerichtet seien und auch nicht gerichtet sein könnten. Vielmehr würde dadurch ein neues Element für die Aufrechterhaltung des Friedens in Europa geschaffen werden. Diese Erklärung Cianos sollte weitgehend zur Beruhigung Frankreichs beitragen, das in den letzten beiden Tagen befürchtet habe, daß die Herstellung engerer Beziehungen zwischen London und Rom zu einer entsprechenden Schwächung der Bande zwischen London und Paris führen könnte. Man habe die Versicherungen abgegeben, daß die Freundschaft zwischen England und Frankreich grundlegend und ständig sei und alle solche Befürchtungen unbegründet seien. Das Blatt weilt dann auf die Aeußerung Graf Cianos hin, daß vie Achse Berlin-Rom durch eine Verständigung zwischen Rom und London nicht berührt werde. Diese Worte seien in London gut aufgenommen worden, man habe betont, daß England ebensowenig eine Schwächung der Achse Berlin-Rom wünsche, als es bereit wäre, eine Verringerung der Zusammenarbeit zwischen London und Paris in Betracht zu Fall will die Volksfront-Regierung, daß etwa der Londoner Nichteinmischungsapparat durch eine Vier- mächtepolitik abgelöst würde. Obgleich sich Die londoner Ausschüsse wiederholt als aktionsunfahig erwiesen haben, will Frankreich diesen Schwebezustand erhalten. Die glatte Ablehnung des engl schen Kompromißplanes durch Sowietrußland hatte i Paris keine andere Wirkung als den Versuch, zwischen Moskau und London 3" 'wermittetn . Hier wird der Sinn der französischen Haltung zur italienisch-englischen Annäherung .offenbar Frankreich, das das Sawj-tbllndni- w.e e.nenKl tz am Bein mit sich schleppt machte d,° B° sch-- w i st e n in die neue Kombination mit tnneiiwrin SÄÄÄ*fSt »S X* Ä? ZZ-s-WM-L miermimsters anzulegen ha. kommen. „ Diese Politik hat nicht nur den Vorzug, statt mit Begriffen und Ideologien mit den realen Gegebenheiten zu rechnen, sondern sie wird in eben dem Maße populär, in dem das Londoner Nichteinmischungsverfahren allenthalben an Volkstümlichkeit verloren hat. Kein normaler Durchfchnittseuropaer findet sich noch in dem komplizierten Apparat der Londoner Nerhandlungstechnik mit seinen Fragebogen und Reihenfolgen zurecht, aber jeher gesunde Menschenverstand begreift, was es Hjenn Deutschland, Italien, England und Frankreich sich Dertraaen. Wenn Chamberlain die Frage eines neuen SB e ft pattes wieder aufgeworfen und den europäischen Kanzleien zum Studium vorgelegt hat, so ist auch das ein Schritt zu neuen größeren Zielen. Es war also eine englische, nicht eine italienische Initiative, die den Gedankenaustausch Mischen dem alten und dem neuen Imperium in die Wege geleitet hat. Sie begann mit der Rede des britischen Außenministers Eden am 19. Juli im Unterl)au5. Eden erklärte damals, daß England entschlossen sei, seine eigenen Interessen zu verteidigen, daß es aber nicht die Absicht habe, die Interessen anderer Lander zu schädigen. Das Mittelmeer sei für England eine Hauptverkehrsader, aber dieser - Verkehrsweg bade Raum für alle. England habe nicht die Absicht, gegen irgendein anderes Land eine Politik des An- griffe oder der Rache zu verfolgen. Das Wort „Ven- betta" gebe es in der englischen Sprache nicht Diese deutlich auf Italien gemünzten Worte wurden m Rom verstanden. Mussolini nutzte die Gunst der Stunde und ließ dem englischen Premier durch Botschafter Grandi eine freundlich gehaltene, mündliche Botschaft ausrichten, worauf dann Chamberlain sein Handschreiben nach Rom schicken ließ, das vom Duce ebenso zuvorkommend beantwortet wurD^ Dies ist gegenwärtig der Stand der Dinge, und man könnte mit den besten Hoffnungen in die Zukunft blicken, wenn es sich bei der ganzen Angelegenheit nur um eine Auseinandersetzung zwischen England und Italien handeln wurde Aber neben Deutschland, das eine neue englisch-italienische Freundschaft herzlich begrüßen wurde,. steh^ al- vierte an allen westeuropäischen unD mmeimeen schen ' Fragen interessierte Macht noch F r a n reich. Eine Teilnahme des Ouai d Orsay an englisch-italienischen Verhandlungen aber scheut fürs erste wegen der schlechten Beziehungen zu^om LÄos"n9 Man & bk itali-nihhen SytN^- thieaußerungen gegenüber Engknd nur sur > Taktik um die engli ch-franzostsche Freunojcy s z ätewwss® ss'-ftSfe Frankreich an großen e P [einer sturen lLomruen kann. Aus keinen dieses Jahres finden in zwei Teilen statt. Sie beginnen in der laufenden Woche im nördlichen Po-Gebiet und werden vom 12. bis 19. August in den Weftprovinzen der Insel Sizilien fortgesetzt. Dabei liegt das Hauptgewicht beim jroeiten Teil der Hebungen. Wenn solchermaßen die italienischen Manöver von Norden nach Süden verlegt worden sind — man erinnere sich der Vorgänge in Tirol vor zwei Jahren —, so ist darin unzweifelhaft auch eine Bestätigung für die Verlagerung des politischen Schwergewichts zu erblicken. Seit dem abessinischen Kriege ist nicht mehr Mitteleuropa, sondern das Mittelmeer der militärische Faktor, auf den sich die italienische Aufmerksamkeit, richtet. Italien liegt fast wie eine Insel im Mittelländischen Meer, und es ist klar, daß seine langgestreckten Küsten einen starken Anreiz für feindliche Luft- und Seeangriffe bieten müssen. Dem entspricht das Thema der sizilianischen Manöver, wobei nicht schwer zu erraten ist, wer der mutmaßliche Gegner im Ernstfälle sein könnte. Wie wenig angebracht es jedoch ist, der Wahl des Manöver- feldes eine aggressive politische Bedeutung zu unter- ■ legen, das zeigt gerade dieser Fall. Während an der sizilianischen Küste die Maschinengewehre den landenden Feind vertreiben sollen, arbeiten die römischen Diplomaten Schriftstücke aus, die einen neuen Freundschaftspakt mit England zum Inhalt haben. Den Manövern in Sizilien liegt folgender Plan zugrunde: Eine angreifende Seemacht — die rote Partei — hat den Widerstand der blauen Partei in einem Seegefecht überwunden und macht nun Landungsverfuche, um in das Innere der Insel einzudringen. Inzwischen haben die blauen Verteidiger jedoch Zeit gefunden, Befestigungs- aibeiten vorzunehmen und starke, teilweise motorisierte Reserven an die Einbruchstelle heranzuführen. Es soll nun erprobt werden, ob es den Blauen gelingt, den Angreifer ins Meer zu treiben. Die Ähnlichkeit dieses Manöverplanes mit der Lage der alliierten Truppen auf der türkischen Halbinsel Gallipoli am Eingang zu den Dardanellen während des Weltkrieges ist frappant. Sie hat auch noch einen zweiten historischen Sinn, denn von Marsala, dem sizilianischen Küstenort aus begann im Jahre 1860 Garibaldi, der Vorkämpfer der italienischen Einigungsbewegung, seine Expeditionsarmee gegen die neapolitanischen Truppen zu führen. Solche und ähnliche Erinnerungen erhöhen natürlicherweise das Interesse der einheimischen Bevölkerung an Dem militärischen Schauspiel, das sich ihnen demnächst bieten wird. Freilich, das äußere Bild der Gefechtshandlungen wird ein ganz anderes fein als früher. Da die Möglichkeit einer überraschenden und un- beobachtenden Landung heute ganz undenkbar ist, werden auf beiden Seiten sehr zahlreiche und gut ausgerüstete Verbände in den Kampf eingreifen. Da anderseits das Gelände in Sizilien sehr unwegsam ist und daher den Einsatz von Großkampfmitteln nur im beschränkten Maße zuläßt, liegt die eigentliche Problemstellung des Manöverplanes darin, wie trotz mangelnder strategischer Aufmarschstraßen eine möglichst große Feuer st ärke an Der Front entwickelt werden kann. Es wiederholt sich also das strategische und taktische Problem des abessinischen Krieges. Und tatsächlich werden die ostafrikanischen Erfahrungen in Sizilien eine bedeutende Rolle spielen. U. a. hat man, um die einzelnen Truppeneinheiten beweglicher zu machen, die Divisionen auf zwei Regimenter nebst Artillerie-Stäben und sonstigem Zubehör vermindert. Außerdem sollen schnelle motorisierte Verbände zeigen, bis zu welchem Grade auch schwere Kampfmittel bei ungünstigem Terrain verwenDbar sind. Es ist bezeichnend, daß erst vor wenigen Wochen von der römischen Regierung fünf Millionen Lire bereitgestellt worden sind, um in dem Teil Siziliens, wo die Manöver stattfinden, den Straßen- und Wegebau zu beschleunigen. Ein weiterer Gesichtsvunkt für die italienische Heeresleitung ist die Kombination von Land-, See- und Luftstreitkräften, deren Zusammenarbeit bei den sizilianischen Manövern geübt und erprobt werden soll. Die Annäherung an einen möglichen Ernstfall ist also bei der ganzen Anlage des Manövers sehr stark, wenn auch Die' Annahme, daß ein feinDliches LanDungskorps sich in Sizilien festsetzen konnte, sehr unwahrscheinlich Hingt. Der Auftakt in Venetien. Unwetter erschwert die Operationen. MailanD, 3. Aug. (DNB.) Die großen Sommermanöver Des italienischen Heeres in Venetien Die hauptsächlich Der Erprobung Der Eilkolon- nen und der Motorbioisionen dienen, sind in vollem Gange Am ersten Manöoertag ist die blaue Motordioision Po in vier Staffeln von Mantua aufgebrochen und bis zur Piave oorgestoßen. In einer Front von 30 Kilometer Breite hat sich eine rote Schnelldivision von den Kornischen Alpen her mit zwei auf Kraftwagen beförderten Infanterieregimentern, einem motorisierten Artillerieregi- ment, zahlreichen Panzerwagen, Flugzeugen und chemischen Kriegsmitteln zur Verteidigung der Linie von den Bergen bis zur Adria in Bewegung gesetzt und droht in die venetianisch-friaulische Ebene oor- zustoßen. Der Zusammenstoß zwischen den beiden Parteien dürfte zwischen den Flüssen Piave und Li- Demo erfolgen Aus dem Generalquartier wird berichtet, daß schwere Regengüsse am ersten Tage und in der darauf folgenden Nacht die rote Partei zwangen, ihren Vormarschplan abzuändern, weil sie durch die hochangeschwollenen Flüsse Cellina und Meduna aufgehalten wurde. Alle Eil-Abteilungen der blauen Partei konnten die Brenta überschreiten, wobei rote Flugzeuge troß der Abwehr durch blaue Jagdflieger mehrere Brentabrücken zerstörten und eine Piavabrücke beschädigten. Beide Parteien konnten trotz der widrigen Witterungsverhältnisse die gesetzten Ziele mit größter Schnelligkeit erreichen. Bei den Manövern sind der italienische Staatssekretär für das Kriegswesen P a r a n t, der Generalstabschef sowie verschiedene hohe Offiziere darunter auch Marschall de Bono anwesend. Ein Lahr autoritäres Griechenland. Erfolgreiche Aufbauarbeit der Regierung Metaxas. Athen, 4. Aug. (DNB.) Anläßlich des ersten Jahrestages der Bildung eines autoritären Staates richtet der Chef der griechischen Regierung, General Metaxas, eine Botschaft an das griechische Volk, in der er die Bedeutung des politischen Umschwungs, der am 4. August 1936 unter der Schirmherrschaft des Königs begann, hervorhebt. Er erinnert an die gefährliche Lage, in der sich Griechenland kurz vor dem Umschwung befand. Furcht und Unsicherheit herrschten vor dem, was der nächste Tag bringen sollte. Die Botschaft verzeichnet die gewaltigen Maßnahmen, die bis heute auf allen Gebieten der Wirtschaft, der Verwaltung, des sozialen Lebens und bei der Neuordnung der Landesverteidigung verwirklicht wurden. „Griechenland wird heute", so heißt es in der Botschaft, „von der Welt geachtet und kann seine Außenpolitik betreiben, die ausschließlich auf Erhaltung des Friedens und der Unversehrtheit des Landes abzielt. Unsere Verbündeten haben Vertrauen zu Griechenland, so daß die Bündnisse heute unerschütterlich sind, denn unsere Verbündeten haben die Gewißheit gewonnen, daß Griechenland einen Machtfaktor darstellt, der in der Lage ist, seine Verpflichtungen zu erfüllen. Unsere Parole heißt: Arbeit, Ordnung und D i s z i p l i n." Am Schluß seiner Botschaft dankt General Metaxas dem Volk für die Unterstützung, die es ihm vom ersten Tag an gewährte und die es ihm weiter gewährt, um das Werk der nationalen Wiedergeburt, das gemeinsam in Angriff genommen wurde, zu einem guten Ende zu führen. ♦ Am 4. August 1936 hatte General Metaxas mit einem Schlage den Hader der Parteien und den politischen Jntriguen ein Ende bereitet, das Parlament aufgelöst und im Namen des Königs das neue Regime begründet. In einer Proklamation wandte er sich „an alle Hellenen, die nach echter Freiheit verlangen und von der Tyrannei der Demagogen und anarchistischen Elemente befreit sein wollen^. Sein Appell an die Bereitschaft aller Volksgenossen, „moralisch und materiell einen Teil ihres selbst dem Wohl des Ganzen zu opfern", fand Widerhall. Ein Jahr energischer Regierungsarbeit ist verflossen. Die besonderen Erfolge auf allen Gebieten so der Arbeits- und Sozialreformen, der öffentlichen Gesundheitspflege, des Handels, der Landwirtschaft, der Finanzen und nicht zuletzt der Wehrorganisation sichern der Regierung Metaxas ein dauerndes Ruhmesblatt. Metaxas stattmänni- sches Handeln hat ohne Blutvergießen das A u f - flammen des Bolschewismus im östlichen Mittelmeer verhindert, in einem Augenblick, als die Wühlarbeit Moskaus und seiner Helfershelfer gerade die spanische Tragödie inszenierte. Mit Griechenland verbindet uns Deutsche gemeinsame Friedenspolitik und ein gegenseitiges, weltanschauliches Verständnis. Besuche führender nationalsozialistischer Politiker, wie der Reichsminister Dr. G o e bb eis und R u st, haben die kulturelle Verbundenheit zwischen dem neuen Deutschland und Hellas bezeugt und die langjährigen gemeinsamen wissenschaftlichen Arbeiten und Forschungen erneut befruchtet. Die rege wirtschaftliche Zusammenarbeit in ihrem besonderem Eingehen auf die beiderseitigen Interessen, ist geeignet, die guten Beziehungen noch weiter zu fördern Meine politische Nachrichten Der Führer und Reichskanzler hat an den Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst Freiherr von Fritsch, anläßlich seines Geburtstages das nachstehende Telegramm gerichtet: „Ihnen, mein lieber Herr Generaloberst, übermittle ich zu Ihrem 57 Geburtstag die herzlichsten Glückwünsche. Ich verbinde hiermit die Hoffnung, daß Sie in Fortführung Ihrer segensreichen Arbeit an der Spitze des Heeres dem Daterlande und mir in Gesundheit erhalten bleiben mögen. Adolf Hitler." Botschafter von Ribbentrop hat London verlassen, um einen längeren Urlaub anzutreten. Mit Wirkung vom 1. August 1937 wurden i n d e r Luftwaffe befördert zu Ober st en (E): die Oberstleutnante (E) Baur de Betaz, Nitzsche, von Hachenburg, Nuber, Hasse, Schütze, von Lattorf, Stötten, Höfert. , ♦ Der Oberbürgermeister von Passau hat nachstehendes Telegramm an den Führer und Reichskanzler gerichtet: „Vor dem Scheiden aus dem Reiche danken die über Passau ausreisenden österreichischen Sänger für die erhebende Gastfreundschaft und senden an Sie, Herr Reichskanzler, ehrerbietige Grüße. Mit deutschem Gruße gez. Moosbacher, Oberbürgermeister von Passau * In Aegypten ist das vierte Kabinett Nahas Pascha gebildet. Neu besetzt wurden die Ministerien für Justiz, Krieg, Landwirdtschaft, Verkehr, Unterricht. Neu geschaffen wurde ein Hygiene-Ministerium Vier bisherige Minister sind nicht wiedergekehrt. Tschechische Brüskierung Deutschlands. Das Verbot der Ausreife fudetendeutscher Kinder ins Reich wird von der tschechischen presse mit dreisten Verdrehungen „begründet". Berlin, 3. Aug. (DNB.) Die deutsche presse hat sich vor einigen Tagen mit unerhörten Vorgängen in der Tschechoslowakei beschäftigt, die nur als eine Brüskierung des Deutschen Reiches aufgefaßt werden können. 3n den sudetendeutschen Gebieten der Tschechoslowakei herrscht eine ungeheure Arbeitslosigkeit. Lin außerordentlich hoher hundert- sah der Sudetendeutschen ist schon seit vielen Jahren erwerbslos. Derartige Bilde rdes Hungers und des Elends wie in den sudetendeutschen Gebieten der Tschechoslowakei sucht man in Europa sonst vergebens. Deutsche Stellen hatten sich bereit erklärt, eine große Zahl von unterernährten sudetendeutschen Kindern in Deutschland einen Erholungsaufenthalt zu gönnen, damit sie wieder zu Kräften kommen. Ihre Ausreife ist von der Regierung der Tschechoslowakei verhindert worden. Auf die Ausführungen der deutschen Zeitungen ist nun eine Stellungnahme der gesamten tschechoslowakischen presse erfolgt, die in Form und Inhalt eine fo weitgehende Ueber- einstimmung aufweist, daß sie vermutlich von offiziöser Seite stammen dürfte. 3n dieser Stellungnahme wird gesagt, daß die Ausreise der sudetendeutschen Kinder nach Deutschland m i t Rücksicht auf die angeblich in Deutschland herrschende Verknappung zahlreicher Lebensmittel nicht hätte genehmigt werden können. (!) So schreibt bas tschechisch-agrarische Abendblatt Vecer: „Die deutschen Kinder aus der Tschechoslowakei brauchen nicht nach Deutschland zu fahren, wo ihnen bei der gebundenen Wirtschaft nicht alle n o t w e n d i g e n L e b e n s m i t t e l zur Erholung zur Verfügung gestellt werden können." (!) Der „Deutsche Sozialdemokrat" schreibt u. a.: „Es ist klar, daß zu einer Bewilligung der Verschickung genaue Angaben über Namen oder mindestens Zahl der Kinder, Herkunft, Art der Auswahl, Bestimmungsort und Art der Versorgung gemacht werden müssen." Das Blatt behaupet weiter, daß diese Voraussetzungen nicht erfüllt worden seien. Es versucht dann, die tschechoslowakischen Manöver dadurch abzubiegen, daß es dem Deutschen Reich unterstellt, daß die Kinder keine Butter bekämen und nur Maisbrot und zur Wiederbelebung altgermanischer Sitten Pferdefleisch. (!) Mit welch lächerlichen Argumenten man sich herauszureden versucht, beweist eine weitere Aeußerung: „Wie berechtigt das Mißtrauen uyserer Behörden gegen die Entsendung von Kindern in das Ausland ist, beweist eine vor einigen Tagen im Teplitz-Schönauer Anzeiger wiedergegebene Nachricht von einem Betriebsunfall, der einem sudetendeutschen Kind bei landwirtschaftlichen Arbeiten in der Schweiz zugestohen ist." Das Organ der Kommunistischen Partei schreibt: „Das Deutsche Reich hat 5000 sudeten- oeutsche Kinder zu einem Ferienaufenthalt eingeladen. Die tschechoslowakische Regierung hat die Ausreisebewilligung verweigert. Dieses Verbot hat unter der sudetendeutschen Bevölkerung viel böses Blut heroorgerufen, weil die Regierung 'n i ch t gleichzeitig alles tat, um f e I b ft eine ausreichende Ferienaktion für die sudetendeutschen Kinder zu organisieren. — Es ist recht merkwürdig, daß das Dritte Reich auslandsdeutschen Kindern einen wirklichen Erholungsaufenthalt zusichert, während es nicht einmal für seine eigenen Kinder Butter und Milch hat." Die „Prager Presse" und andere Regie- rungssorgane antworten auf die deutschen Presse-- stimmen damit, daß sie nachzuweisen versuchen, wiö gut man in der Tschechoslowakei für die sudetendeutschen Kinder sorgt. Das „Prager Tageblatt schreibt dazu: „Die von der deutschen Presse kritisierten Vorgänge werden an informierter tschechoslowakischer Stelle anders dargestellt. Die Tschechoslowakei gestattet derartige Ferienaktionen, sobald sestgestellt worden ist, ob die Kinder nach gesundheitlichen Gesichtspunkten ausgesucht werden, woher sie kommen, und was zwischen dem Bund der Deutschen und den Gastgebern vereinbart wurde. Bei der in Frage stehenden Aktionen hat die Meldung nur in allgemeinen Ausdrücken angeführt, daß es sich um einige tausend 'Kinder handelt. Ein weiterer Grund für das Ausreiseverbot war die Kontingentierung mehrerer Nahrungsmittel in Deutschland. Nur wenn diese reichlich vorhanden wären, hätte eine Aktion zur Hebung der Gesundheit der Kinder Aussicht auf Erfolg/' Die Bunbesleitung des Bundes der Deutschen hat die Behauptung widerlegt, die die „Prager presse" und andere Zeitungen aufgestellt haben. Die Bundesleitung verweist insbesondere auf das Ansuchen, das der Prager Landesbehörde im April d. 3. zugefandt wurde, und aus dem hervorgeht, daß die Kinder in Heimen an der Ostseeküste, in Thüringen usw. unter Aussicht eines eigenen Personals, aus Blifgliebern des Bundes der Deutschen, untergebracht werden sollten. Es wurde gleichzeitig darauf hingewiesen, daß die Heime und Namen der Aufsichtspersonen erst nach Erhalt der behördlichen Genehmigung genannt werden können. Ausdrücklich wurde aber betont, daß nur Kinder von Arbeitslosen, die vorher ärztlich untersucht werden, in die reichsdeutschen Heime geschickt werden sollen, und daß die Auswahl der Kinder insbesondere nicht durch irgendwelche anderen Gründe beeinflußt werden darf. Wiederholt wurde auch den zuständigen Prager Stellen die Zahl von 6000 Kindern genannt und dabei immer wieder ausdrücklich betont, daß es sich um wirklich erholungsbedürftige Kinder handelt. Die Behauptung, baß in Deutschlanb eine große Lebensmittelknappheit herrsche unb bie subetenbeut- schen Kinber deshalb in Deutschlanb nicht bie nötige Pflege haben würben, ist eine so ungeheuerliche Beleibigung bes Deutschen Reiches, baß sie mit äußer st er Schärfe zurückgewiesen werben muß. Die zahlreichen Arbeitslosen in ber Tschechoslowakei würben s i ch glücklich schätzen, wenn sie täglich so viel zu essen hätten wie ber ärmste deutsche Arbeiter. Ein falsches Spiel. „Sechstausend Kinder sind um ihre Ferien gebracht worden." P r a g, 3. Aug. (DNB.) Die „Z e i t", bas Blatt ber Subetenbeutschen Partei Konrab Henleins, kennzeichnet bie Hetzmanöoer ber tschechischen Presse als ein Glieb mehr in ber Kette ber Feinbselig- keiten gegen bas Dritte Reich und bie Subetenbeutschen. Die „Zeit"' schreibt: „Die 6000 Kinber finb um ihre Ferien gebracht worben. Die Gastfreunbschaft Deutschlanbs, bas eine fast selbstverständliche Pflicht leisten wollte, Kinber von bar- benben Volksgenossen aufzunehmen, ist abgewiesen worben mit Begrünbungen, bie keiner Ueder- prüfung stanbhalten können. Der Fall liegt klar. Die Regungen bes Herzens unb bes Menschentums sinb Ewigkeitswerte, sinb Ewigkeitstatsachen. Man hat sie burch Druckerschwärze unter- brücken wollen. Mögen auch bie, bie immer von ber Menschlichkeit predigen, wie bie Ligen ober bie Frauenkongresse, hier schweigen. Die Töne klingen fort, sie rühren an bie Herzen aller, bie bavon Kunbe erhalten. Keine Druckerschwärze unb feine irgenbwie geartete Propaganba wirb bas änbern ober aufhalten können, unb ben falschen Propheten werben biese Stimmen bes Herzens einmal wie bie Posaunen von Jericho in bie Ohren dröhnen, baß man mit Friebe, Freiheit unb Menschlichkeit kein falsches Spiel, mit Ewigkeitswerten keine Propaganba treiben darf." Äas Echo der Berliner presse. Berlin, 4. Aug. (DNB.) Die Berliner Morgenblätter nehmen in energischen Kommentaren zu ben unverschämten Lügen ber tschechischen Presse Stellung, mit benen bas Ausreijeverbvt für sude- tendeutsche Kinber „begrünbet" werben sollte. Der „Völkische Beobachter" schreibt, wenn bie Organe eines Staates, besten treibenbe politische Kräfte bie Existenzgrundlage einer Volksgruppe von breieinhalb Millionen Menschen seit nunmehr fast 20 Jahren mit erschütternbem Erfolg untergraben haben, sich anmaßen, in einer berart be= teibigenben Art eine hilfreich ausgestreckte beutsche Hanb wegzu stoßen, bann enthüllen sie hiermit nur unfreiwillig Zusammenhänge, bie leiber seit langem jebem Einsichtigen klar werben. Trotz aller billigen Beteuerungen erweist sich immer mehr, baß ber Prager Wunsch nach korrekten Beziehungen zum Deutschen Reich eine Rebensart ist, die immer bann vergessen wirb, wenn es sich barum handelt, sie zu verwirklichen Das Tragische bieses Falles ist nur, baß als Opfer ber Prager Politik 6 0 0 0 unterernährte Kinber aus bem subetenbeutschen Gebiet ein weiteres Jahr ohne Aussicht auf Erholung dahinleben müssen. Der „Berliner Lokalanzeiger" weist bie provokatorische Beleibigung für bas Reich zurück, bie in ber zweifellos auf eine offiziöse Anordnung hin von der tschechischen Presse verbreiteten Lügen- melbuna über eine angebliche „Hungersnot" in Deutschland zu erblicken ist. Es ist einmalig, fo schreibt das Blatt, daß ein Stadt, der, wie Prag, das Dreieinhalbmillionenvolk der Sudetendeutschen 3U 44 v. H. unb mehr ohne Arbeit unb Brot Darben läßt, ber,, ohne mit ber Wimper zu zucken, zusieht, wie die Jugenb bieses Großteiles der Staatsbevölkerung verkommt, daß dieser Staat die Möglichkeit einer Hilfe für diese Kinder zer - st ö r t unb dazu noch eine als Lüge erkannte Gemeinheit gegen bas Land vorbringt, das — einfach bem Gebot ber Menschlichkeit gehorchend — die Kinder einlud. Im Reich wird man nicht 1 v. H. jener Zahl an unterernährten Kindern finden, die in der Tschechoslowakei ein besonders trübes Kapitel ausmachen. Im Reich hat auch der Aermste immer noch mehr z u essen als die seit Jahren hungernden Arbeitslosen im Sudetenland. Das Reich hätte den 6000 Kindern dasselbe schöne Ferienleben mit guter Kost, Luft, Unterkunft und Jugendfreude gewährt, das es feinen eigenen Kindern, und zwar feit Jahren, in einem Maße bietet, das bie uneingeschränkte Anerkennung ber Kulturvölker gefunben hat. Die „Berliner B ö r s e n z e i t u n g" stellt einbeutig fest, baß zwischen Berlin unb Prag über bie Verschickung ber subetenbeutschen Kinber zwei Monate lang verhandelt worben ist. Wenn trotzdem bie tschechische Presse bei ihrer Behauptung verharrt, baß bie Prager Stellen von Berlin „nicht genügenb" unterrichtet" worben seien, so baß nichts für bie Verschickung ber subetenbeut- scher Kinber tschechischerseits habe vorbereitet werben können, so werden biese Behauptungen auch burch ihre unverschämte Wiederholung nicht um einen Deut stichhaltiger. Hier liegt offenkundige Böswilligkeit vor, angesichts berer es beinahe zwecklos erscheint, sich mit Prag noch weiter sachlich auseinanberzusetzen. Das tschechische „Argument", nur ber „Nahrungsmittelmangel in Deutschlanb" sei an ber tschechischen Ausreisesperre schulb, ist überhaupt kein Argument, es ist einfach eine reichlich ungehobelte A n p ö b e l e i bes Deutschen Reiches, in welcher Art journalistischer Betätigung bie tschechische Presse ja von jeher groß war. Im „Berliner Tageblatt" heißt es: Was ben Hinweis auf ben Mangel an Lebensrnitteln an- langt, so haben mehr als einmal auch in ber tschechischen Presse Kenner ber Verhältnisse im Reich bas Gegenteil zugeben müssen. Wir glauben, baß bie Tschechen ihre Lage bis auf ben Grunb verkennen, wenn sie glauben, sich solche unglaublichen Heraus- forberungen gegen bas Deutsche Reich leisten zu können. Ganz abgesehen, baß alle Welt weiß, was sie aus ben blühendsten Gewerbebetrieben ber alten Monarchie gemacht haben: einen Wirtschafts- sriebhos mit einer erbrütfenben Arbeitslosenzahl, ber höchsten Selbstmordziffer in ber Welt überhaupt unb Kinbern, von benen in vielen Bezirken nachweislich von 10 8 bis 9 unterernährt sinb. Konsequente Schikanen. Tschechische Polizei verhindert den Grenz- übertritt sudetendentscher Kinder. Eger, 4. Aug. (DNB.) Aus Eger trafen auf bem Bahnhof ber Grenzstabt Asch 31 Kinber aus Plan unb Kuttenplan in Böhmen mit zwei Begleitpersonen ein. Ein in Bayern tätiger Sudentendeutscher aus Kuttenplan hatte für bie Kinber in Rehau in ber Nähe von Hof in ber Bayerischen Ostmark G a st p l ä tz e ausfinbig gemacht. Die beutschen Gasteltern hatten sich bereiterklärt, bie Jungen unb Mädel einige Zeit bei sich aufzunehmen, um ihnen — bie* Kinber sind zum größten Teil unterernährt — eine Ferienerholung zu bieten. Die beiden Begleiter wollten mit den Kindern zum Zollamt gehen, um dort einen Passierschein für den Grenzübertritt zu erwirken. An der Grenze sollten die Kinder dann von ihren Betreuern übernommen und nach Rehau gebracht werden. Der Transport wurde in Asch von der Staatspolizei angehalten. Die Kinder mußten in einem Schulzimmer in Asch übernachten. Nach eintägigem Aufenthalt mußten die enttäuschten Jungen und Mädel wieder in ihre Heimatorte z u r ü ck g e b r a ch t werden, da die tschechoslowakischen Behörden in Asch sich weigerten, die Ausreisebewilligung für bie Kinber zu erteilen. Kieninaer wurde deutscher Schachmeister. Unser Bilb zeigt Kieninger währenb eines Schachspiels mit bem Bunbesleiter bes Großbeutschen Schachbunbes, Regierungsbirektor Zauber. — (Scherl-Bilberbienst-M.) « l << S> WM M W i ■o' ■' n In ber zwölften Runbe um bie Deutsche Schachmeisterschaft gab es einige schnelle Entschei- bungen. Dr. Lachmann gab gegen ben Nürnberger Michel nach 18 Zügen auf. Der Gelsenkirchener Gruft verlor nach schwachem Spiel gegen ben Hamburger Krankt. Heinrich (Lud- wigshafen) überschritt in verlorener Stellung gegen ben Berliner Richter bie Zeit. Unentschieden endete bie Partie Rellstab-Zollner. Der Münchener Kohler verlor nach wechselvollem Spiel gegen ben Norddeutschen Reinharb t. Schmitt (Breslau) gewann gegen Engels (Düsseldorf). Der Kölner Kieninger entschied ein Doppel- turm-Endspiel gegen ben Hamburger Robatz für stch unb behauptete bamit bie Spitze. Die zurück- liegenbe Hängepartie Kieninger gegen Schmitt würbe remis. ?n ber letzten Runbe, aus ber Kieninger (Köln) als Sieger bes Turniers hervorging, gab cs noä) einrna' interessante Auseinandersetzungen. Im Mattangriff siegte ber Nürnberger Michel über ben Hamburger Robatz, währenb Dr. Lach - mann (Pommern) ben Düsselborfer Engels schlug. Der Breslauer Schmitt mußte gegen ben Berliner Re 11stab eine Nieberlage hinnehmen. Der Berliner Richter gewann burch einen Zeitnotfehler von Reinharbt (Hamburg), konnte aber ben Kölner Kieninger nicht mehr einholen. Kieninger entschieb bas Turnier burch einen Sieg über ben Gelsenkirchener E r n st unb hat bamit den Titel des Deutschen Schachmeisters nach Westdeutschland gebracht. Das G e \ a m t e r g e b n i s bes Deutschen Schach- meisterkampfes lautet: Kieninger (Köln) mit 9% Punkten Deutscher Schachmeister. Ihm folgen in der Punkt-Wertung: Richter (Berlin) 9; Rellstab (Berlin) 8/-; Michel (Nürnberg) 8; Kranki (Hamburg), -schmitt (Breslau) unb Reinharbt (Hamburg) je 7Vi\ Zöllner (München) 7; Engels unb Dr. Lach- mann je 6%; Ernst (Gelsenkirchen) 5%; Kohler München) 3%; Robatz (Hamburg) 2^; Heinrich (Lubwigshafen) 2. Londoner Zuckerabkommen da- Belgien Brasilien Cuba Tschechoslowakei Haiti Ungarn Java Portugal Peru Polen Rußland 20 000 metr. Ions 60 000 „ ’ 940 000 „ " Die Londoner Weltzuckerkonfer^n, s'ch Zwl gesetzt, «ine M a r k t ° r d n u n ? au! aus dem Weltzuckermarkt zu erreichen durch F-st. setzung bestimmter Exportquoten, um ' durch aus dem freien Weltzuckermarkt Angebot und Nachträge auszugleichen, und durch V-rpslichtungen der H°up emsuhr,ander, die durch das Abkomm n erfolgte Aufteilung des Weltzuckermarktes nicht ü stören. Durch sehr sorgsaltige Schatzungen wichrend der Konserenz wurde der gegenwärtige Zuckerbedarf auf dem reien Weltmarkt auf unaeführ 3 170 000 tons festgestellt. Die einzelnen Aus Lr- quoten wurden rote folgt festgesetzt: .... 250000 Dominikanische Republik 400 000 Deutschland 120 000 32 000 40 000 1 050 000 30 000 330 000 120 000 230 000 tons 126 500 von 5 000 70 000 20 000 20 000 11500 Englands Lehre aus dem Weltkrieg. Oie Iriedensschlüffe haben enttäuscht. —Oas neue Problem der Zeit. kanntlich hat diese Firma durch ihre unerhört niedrigen Angebote fast sämtliche öffentlichen Bauten im sudetendeutschen Gebiet a n f i ch gebracht, ohne auch nur im geringsten daran zu denken, su denkende Ätsche boden- ständige Arbeiter einzustellen. In letzter Zeit tauchte der Name der Firma auch im Zusammenhang mit einigen schweren Bauunfällen auf, die sich bei der Durchführung der von Nekvasil übernommenen Arbeiten ereigneten. Belgien Deutschland Ungarn Polen Rußland Mit diesem Erlaß erhält Reichsminister Rust als preußischer Minister die notwendigen Vollmachten zur endgültigen Säuberung der Kunstsammlungen innerhalb Preußens. Hier hatte der Minister, soweit Bildersammlungen in Frage kommen, die unmittelbare Verfügungsgewalt bisher nur über die staatlichen Museen. Diese wiesen lediglich im Kronprinzenpalais eine Abteilung moderner Kunst aUss, die Reichsminister Rust im Herbst 1936 schließen ließ. Als erste Maßnahme hatte Reichsminister Rust die Leiter sämtlicher öffentlicher Kunstsammlungen in Preußen sowie der Kun st fachschulen zu einer Besprechung eingeladen, an der auch die Kunstreferentender anderen Länder als Gäste teilnahmen. Reichsminister Rust gab die von ihm bereits getroffenen Maßnahmen bekannt und wies die Richtlinien für die künftige Arbeit, wie sie sich aus den vom Führer und Reichskanzler in München verkündeten Grundsätzen ergeben. Besonders hervorzuheben ist die Ankündigung, daß die Museumsleiter in Lehrgängen künftighin eine einheitliche Ausrichtung erhalten werden und besondere Vorsorge für die Heranbildung eines fachlich und weltanschaulich klaren Nachwuchses auf dem Gebiete des Museumswesens getroffen werden soll. Anschließend besprach der neue Chef des Amtes Volksbildung im Reichserziehungsministerium Dr. Graf von Baudis- s i n mit den Museumsleitern Einzelfragen der praktischen Arbeit. Oie Kunstsammlungen werden gesäubert Einheitliche Ausrichtung der Museumsleiter. hingen versuchte man, die Ausfuhrquoten nach den im letzten Jahre tatsächlich ausgeführten Mengen zu bemessen, was für Deutschland den Verzicht auf eine Ausfuhr bedeutet hätte. Die deutschen Vertreter haben in London diese Zumutung ent- chieden zurückgewiesen und zunächst eine Aus- uhrquote von 140000 tons für Deutschland beansprucht. Diese Ziffer entsprach gegenüber der deutschen Ausfuhrquote im Chad- bourne-Abkommen von 300 000 tons der in dem- elben Verhältnis zusammengeschrumpften Absatzmenge im freien Weltmarkt. Nachdem jedoch P o - l e n, das die gleiche Quote hatte, sich mit einer Herabsetzung einverstanden erklärt hatte, erklärte sich Deutschland im Interesse eines Erfolges der Konferenz mit der Quote von 12 0000 tons einverstanden. Mit dieser Ziffer kann Deutschland zufrieden sein. Es ist zu hoffen, daß die deutsche Zuckerwirtschaft in abfehbarer Zeit dazu kommt, die von den deutschen Vertretern in London durchgesetzte Ausfuhrquote auch tatsächlich in Anspruch zu nehmen. ZdR. darin, nicht die Wett für die Demokratie zu retten, sondern das gleichzeitige Be- stehen von Demokratien und aufo- ritärregierlen Staaten z u ermöglichen. Auch könne man nicht hoffen, daß der Völkerbund in seiner jetzigen, mit Zwangsmaßnahmen ausgerüsteten Form eine universale Koalition werde. Wenn der Völkerbund universal sein solle, so müsse man sich mit einer Körperschaft begnügen, bie, nur beratende, vermittelnde und schiedsrichterliche Funktionen habe. Einer der Gründe, warum die A b - rüstung zusammengebrochen sei, habe ohne Zweifel darin bestanden, daß man zuviel auf e i n = m a l versucht habe. Wenn daher bei einer neuen Gelegenheit weniger versucht werde, könne wahrscheinlich mehr geleistet werden. Aus aller Welt. Eigenartiger Unfall am Stilfser Joch. An der Stilfser-Joch-Straße stürzte ein von einem Ungarn gesteuerter Kraftwagen aus über 200 Meter Höhe in einen Wildbach. Der Fahrer war zuvor aus dem Wagen gestiegen und wollte ihn auf ein schmales Straßenstück schieben, als plötzlich der Motor in Gang kam und den WageN in die Tiefe riß. Die Mutter des Fahrers, die nicht ausgestiegen war, kam in den Fluten des Wildbaches um. Englisches Flugboot zum Ozeanflug gestartet. Das englische Großflugboot „Cambria" verließ am Donnerstagabend Foynes in Irland, um erneut die Ueberquerung des Ozeans zu versuchen. Der gleiche Dersuchsslug nach Neufundland ist vor kurzem von dem britischen Großflugboot „Caledonia" erfolgreich durchgeführt worden. Da (er mit zwei Söhnen im Brunnenschacht erstickt. Ein furchtbares Unglück trug sich in Schönermark bei Neuruppin in der Mark zu. Der 54 Jahre alte Landwirt Ingold war in einen Brunnen herabgestiegen, um eine Reparatur oorzunehrnen. Er wurde bald von den im Schacht befindlichen Gasen betäubt. Sein 21jähriger Sohn Hermann Ingold bemerkte das und stieg dem Vater sofort nach. Aber ehe er fein Rettungswerk vollenden konnte. Berlin, 3. Aug. Bei der Derlechung einer SA.- Sturmfahne an die Belegschaft der Reichsfinanzschule Herrsching am Ammersee (Oberbayern) hielt Staatssekretär Reinhardt eine Rede, in der er auf die Nachwuchsfrage in der Reichsfinanzverwaltung einging und ein „Gesetz zur Förderung der Frühehe" ankündigte. Er jagte, das Reichsfinanzministerium habe vor kurzem als erste große Reichsbehörde die Voraussetzungen für den Eintritt in die gehobene mittlere Beamtenlaufbahn dadurch geändert, daß es a n d i e Stelle der Hochschulreife die Reife für Obersekunda oder das Abschlußzeugnis einer zweijährigen Handelsschule als ausreichend anerkannte. Auch künftig würden Bewerber mit dem Reifezeugnis und mit der Ober- primareife eingestellt werden. An dem für sie vorgesehenen Ausbildungsgang werde nichts geändert. Sie müßten zunächst fünf Monate eine Reichsfinanzschule besuchen, dann die Finanzanwärterprüfung ablegen und würden danach zur praktischen Ausbildung zum Finanzamt und zum Oberfinanzpräsidenten oder zum Zollgrenzdienst geschickt werden. An die praktische Ausbildung solle sich ein fünfmonatiger Schlußlehrgang an einer Beichsfinanzschule anschließen, an dessen Ende d i e Jnspektorprüfung stehen werde. Der Mangel an Nachwuchs habe dazu geführt, die Ober- ekundareife als ausreichend anzuerkennen. Bewerber um die Finanzbeamtenlaufbahn, die nach Erreichen der Obersekunda einer höheren Lehranstalt oder nach Abschluß einer zweijährigen Handelsschule in den Finanz- oder Zolldienst eintreten 3 622 500 metr. tons. Hierbei ist vorgesehen, daß die Tschechoslowakei folgende Z u s a tz q u o t e erhält: Für 1937/38 90 000 tons, für 1938/39 60 000 tons, für 1939/40 25 000 tons. Man sah sich zu diesem Zugeständnis bereit, da die Tschechen ihren Anbau m den letzten Jahren veichältmsmäßig erhöht haben und bei einer Ausfuhrquote von 250 000 tons große Vorräte ansammeln müßten, die den Markt bedrücken würden. Die zusätzlichen Quoten sind als Uebergangsregelung bis zum vorgesehenen Abbau der Erzeugung gedacht. Neben diesen Ausfuhrquoten haben Frankreich und Jugoslawien noch eine sogenannte Reservequote von insgesamt 47 500 tons erhalten. Diese Länder haben keinen Wunsch auf Ausfuhr geäußert, wollten sich aber diese Möglichkeit im Falle unerwarteter Ueber- erzeugung vorbehalten. Die so verteilte Gesamttonnage liegt zwar noch über der geschätzten Absatzmenge auf dem freien Weltmarkt. Durch zwei Umstände hat man jedoch den notwendigen Belangen des Marktes Rechnung tragen können. Bereits jetzt haben die nachfolgenden Länder für das Jahr 1937 auf die nachfolgenden Teilmengen ihrer Ausfuhrquoten verzichtet: richten wissen beträgt das Passioum an die 20 Millionen Tschechenkronen. Die Firma begründet ihre Schwierigkeiten damit, daß der Staat bei ihr Bestellungen auf Staatsbauten für 90 Millionen Tschechenkronen gemacht, das Geld jedoch der Firma nicht ausgezahlt habe. Das Blatt der Sudetendeutschen Partei „Die Zeit" schreibt dazu: Der Name Nekvasil ist nicht gerade dazu angetan, im Sudetendeutschtum angenehme Vorstellungen wachzurufen. Be- Oie Krühehe der Beamten wird gefördert Gtaatsfekretär Neinhardt kündigt ein neues Gesetz an. ferung ihrer Bezüge gegenüber unverheirateten um 53,59 Reichsmark monatlich. Bei Assessoren betrage die Verbesserung im ersten und im zweiten Jahr 85,06 Reichsmark monatlich und bei Anwärtern für den einfachen mittleren Dienst, auf die das Gesetz selbstverständlich ebenfalls Anwendung finde, 36,99 Reichsmark monatlich. Dies erste „Gesetz zur Förderung der Frühehe" trete am 1. April 1937 in Kraft. Der Staatssekretär richtete an die jungen Kameraden, die sich in der Laufbahn für den gehobenen mittleren Dienst befinden, den dringenden Appell, rechtzeitig genug an eine Eheschließung zu denken, damit sie möglichst frühzeitig in Den Genuß der höheren Bezüge kommen. Die Uebertragung einer Planstelle nach Abschluß der Praktikantenzeit wird davon abhängig sein, ob der Beamte verheiratet sei, denn es müsse von einem Volksgenossen, der für die Beamtenlaufbahn zugelassen sei, verlangt werden, daß er frühzeitig heirate, da nach nativnalsvzialistijcher Auffassung der Beamte auch .in der Frage der frühzeitigen Familiengründung allen anderen Volksgenossen ein Vorbild sein müsse. Der Staatssekretär erwähnte auch die Ausdehnung der Kinderbeihilfen, die im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten weitergeführt werde, bis zur Ueberleitung in eine Reichs- familienkasse mit der ein Familienlastenausgleich für alle kinderreichen Familienväter grundsätzlich ohne Rücksicht auf die Höhe des Einkommens herbeigeführt werden soll, der sie der materiellen Sorge um Aufzucht, Erziehung und Berufsausbildung ihrer Kinder weitgehend entheben werde. ZMLLLLLD tons zugestanden worden. tatsächlich Dal D-uflchland nur in Vür biefe in in Anspruch genommen. Die G Deutsch- säääSBsk }>• A Anspruch nahm Niemals deutschen M a r r l in ai ip / Zurückziehen aber bedeutet d>°l°s °°rub°rqeh Endgültigen Deutschlands nom ®e“P!ar£j/®öntid,teit einer Ausfuhr mutzte deutsch-' Zuckerwirtschast aus me- '^^1L-7LtL''beid-rW-.^-°K- en?schieden^"vertrettti, denn -ingang- der Berhand- Unter Abzug dieser Totalmenge tons kommt man auf 3 496 000 tons. Frankreich und Jugoslawien dürsten mit einer an Sicherheit grenzenden Wahrscheinlichkeit keinen Gebrauch von ihrer gemeinsamen Reservequote von 47 500 tons machen. Unter Abzug dieser Tonnage beträgt die eigentliche Gesamtmenge der Grundquote nur noch 3 449 500 tons. Sollte der freie Markt im ersten Jahr nicht zur Aufnahme dieser Menge imstande fein, so ist dem Council für die ersten zwei Jahre das Recht zuge- standen worden, auf Grund einfachen Mehrheitsbeschlusses die sämtlichen Ausfuhrquoten u m 5 v. H. herabzusetzen, das hieße von der Menge von 3 496 000 tons 5 v. H. = 174 800 tons Hierdurch würde sich die Ausfuhrmenge auf 3 274 700 tons ermäßigen. Des ferneren ist jedoch zu erwarten, daß verschiedene Länder noch im Laufe des Jahres einen weiteren Teil ihrer Grundquote auf geben, vielleicht völlig auf Ausfuhr verzichten. Dann wurde die gesamte Ausfuhrmenge ungefähr der Menge entsprechen, die der Konsum im letzten Jahr aus dem freien Markt aufgenommen hat. Das Kapitel 3 des Abkommens enthalt die Verpflichtungen der nicht auf dem freien Weltmarkt Zucker ausführenden Vertragspartner. In Artikel s und 10 sind di- R-cht- und Pflichten dn Vereinigten Staaten und in Verbindung dann! die der Philippinen geregelt worden. Die Vereinigten Staaten haben das Versprechen abgegeben, die ^Vertragsländer in demselben Verhältnis ihrer bisherigen Quoten an dem steigenden Bedarf teil- nebrnen zu lassen. Da die Vereinigten Staaten ledig- lich 26 000 tons zur Zeit" von Außenseitern ewfuy- ren so ist damit für die nächsten fünf Jahre auch der" amerikanische Markt für die Vertragslander als ^I7ß7r t?^7e n hat fich e—3« Stabilisierung seiner Erzeugung aus der bisher g Basis bereit erklärt. Das britische Empire hat sur den freien Markt eine Ausfuhrquote ^5 284 tons erhalten. Bei einer Erhöhung des Bedarf-- innerhalb des britischen Empirewerden Gr^bn an nien Australien und Suda rika sowie dlejenigen Länder des freien Marktes, die ausführen, in dem Verhältnis h ^c5 B Ü r m"a"zi?e x p ° r°N °7e n Burma war früher ^n Lch-ndteil °°n Indien ,°°r -t-°- «»em Monat aus dem Verband des indischen Staa wollten, müßten einen einjährigen „Einfü - gungslehrgang" an einer Reichsfinanzschule durchmachen. Die Kosten dieser Schulung würde die Reichsfinanzverwaltung tragen. Am Schluß des Lehrganges müsse ebenfalls eine Finanzanwärterprüfung abgelegt werden, an die sich die praktische Ausbildung wie bei den Anwärtern mit Hochschulreife anschließe. Der Militärdienst solle dann die Ausbildung unterbrechen, die danach mit einer zweimonatigen praktischen Beschäftigung im Finanzoder Zolldienst und mit einem fünfmonatigen Schlußlehrgang an einer Reichsfinanzschule und der Jnspektorprüfung abgeschlossen werden solle. Der Staatssekretär betonte, daß das Ergebnis der Ausbildung in beiden Fällen das gleiche sein werde, so daß auch die Wertung der künftigen Beamten der Reichsfinanzverwaltung ohne Rücksicht auf ihre Schulbildung erfolgen müßte. Der Staatssekretär teilte ferner mit, daß in den nächsten Tagen ein Gesetz erscheinen werde, das eine Verbesserung der Bezüge derjenigen außerplanmäßigen Beamten bringen werde, die verheiratet sind. Danach würden die jungen Praktikanten und Assessoren, sobald sie verheiratet seien, im ersten und im zweiten Diätendienstjahr die Bezüge der höchsten Dienstaltersstufe der außerplanmäßigen Beamten und vom Beginn des dritten Diätendienstjahres an Bezüge in Höhe der Grundgehälter der ersten Dienstaltersstusc für planmäßige Beamte erhalten. Das bedeute für Beamte, die im ersten oder im zweiten Jahr nach bestandener Jnspektorprüfung heiraten, eine Derbes- Oeberleaungen der „Times". London, 4. Aug. (DNB. Funkspruch.) Der heutige 23. Jahrestag des Eintritts Englands in den Weltkrieg veranlaßt einige Morgen- blätter zu Betrachtungen über die Ergebnisse und Folgen des Weltkrieges. Die „Times" weist auf die Hoffnungen und Wahnvorstellungen hin, die man sich nach Beendigung des Krieges in den Siegerstaaten gemacht habe. So habe man z. B. im ersten Triumph des Sieges geglaubt, daß die Auslandswelt für die Demokratie gerettet worden sei, daß alle befriedigt seien, weil das bei den Siegerstaaten der Fall gewesen sei, und daß alle Länder'in Zukunft Zusammenarbeiten würden. Tatsächllch aber seien die Friedensverträge nicht dazu angetan gewesen, diese Gefühle in den unterliegenden Staaten zu erwecken, die beim Abschluß der Verträge überhaupt nicht zu Worte gekommen seien. Die Friedensver- träge seien nicht in der Lage gewesen, ein neues System der internationalen Beziehungen einzuleiten. Wan habe in den letzten Jahren viel von der .einseitigen Aufkündigung der Vertragsklausel" gehört und gesehen, aber man müsse sich fragen, ob die „einseitige Aufkündigung" nicht eine logische Folge der einseitigen Auferlegung gewesen sei. Seit 1919 seien allgemein Fehler gemacht worden, von England nicht weniger als von anderen Staaten. Aus der einen Seite habe man zu viel Starrheit angewandt, auf der anderen zuviel Gewalt. Wan habe nicht einzusehen vermocht, daß, nachdem der kelloggpakt den Krieg als ein Instrument zur Aenderung bestehender Zustände beseitigen sollte, eine andere Wethode gefunden werden mühte. Ebenso wie die Natur einen hohlraum verabscheue, so verabscheue die politische Natur den Status quo. Wan habe es aufgegeben, zu glauben, daß alle Nationen demokratisch würden. Die Autorität von oben scheine einigen Völkern sicher angepaßt zu fein. Das Problem bestehe jetzt untersuchen. Oie nationatspanische Negierung vom Vatikan anerkannt. Salamanca, 4. Aug. 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Ernstgemeinte Bildofferten sind zu richten unter 5124D an den Gießen. Anzeig. Nr.l79 Zweite; Blatt Mittwoch, 4-August 1957 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oderhessen) Aus dem Reiche der Frau PRAKTISCHE VORSCHLÄGE UNSERES MODEZEICHNERS des Alphabets können iert werden, alle Buchstaben $ „Donnerwetter", sagt fierr Müller und sieht mit mehr Be- als Verwunderung seine junge Frau an. Er will indessen das Prestige des Besserwissers noch nicht so leicht opfern. „Dann müssen aber doch die Hemden viel öfters gebügelt werden." „Bei vernünftigem Wäschevorrat ist das gar nicht nötig. Im übrigen wäre es allerdings kein Schaden, wenn du noch das Geld für zwei bis drei Hemden für dich bewilligen würdest. Man schont seine Wäsche auch durch nicht zu häufiges Tragen, denn die Wäschefaser möchte sich nämlich auch ab und zu ein wenig im Wäscheschrank ausruhen." Herr Müller kann darauf seiner Frau die Anerkennung doch nicht länger versagen. „Also", beschließt er mit der Miene des weisen Hausvaters, „da nach glaubhafter Begründung durch häufiges Waschen an Wäsche gespart wird, kaufen wir jetzt noch zwei Hemden für mich. Da mußt du natürlich dabei sein, dam't wir nicht nur meinen Geschmack, sondern auch deine Waschfragei» gebührend berücksichtigen können. Außerdem aber — und das ist ihm gerade noch rechtzeitig eingefallen — kaufen wir bann gleich die hübsche weiße Bluse, die dir neulich so gut gefiel." „Ach nein", sagt Frau Müller, „wenn schon, dann doch lieber die himmelblaue." Gerta Wendelmuth. Schnittlinien (Passe und Schoß) eingearbeitet. Die Knöpfe sind aus naturfarbenem Holz. Der praktische Mantel für Straße und Sport ist besonders weit geschnitten, seine großen Taschen sind aufgesetzt und wie auch alle Nähte des Mantels breit abgefteppt. Die Aermel sind in der Keule etwas wattiert. Die großen Knöpfe find ebenfalls aus farblich paffendem Holz. H. Wenn die EinkochMer knapp sind. Don Frida Aisth. Für den Vorratsschrank. Jetzt ist die günstigste Zeit für die Hausfrau, Vor- sorge zu treffen für den Winteroorrat, denn G e - mü f e aller Art ist reichlich auf dem Markt zu haben und muß so schnell wie möglich verwertet werden. Der Dorratsschrank, der sich in diesen Wochen füllt, ist der Stolz der Hausfrau. Jedes einzelne Gemüse kann auf so verschiedene Arten haltbar gemacht werden, daß auch im Winter die Ernährungsweise nicht eintönig zu werden braucht. Wir geben heute eine Anzahl von Rezepten für das Einkochen von Bohnen, Gurken und Tomaten. Saure Bohnen: Grüne Schnittbohnen werden sauber gewaschen, abgezogen und fein geschnippelt. Dann mischt man sie mit Salz, rechnet auf 5 Kilogramm Bohnen 100 Gramm, knetet sie in einen Steintopf oder in ein Faß ein. Es muß sich Flüssigkeit bilden, die einige Zentimeter hoch über den Bohnen steht. Diese Bohnen müssen genau wie Sauerkraut etwa 14 Tage lang an mäßig warmem Ort (Küche) gären Während der Zeit bedeckt man sie lose mit einem sauberen Tuch, beschwert sie mit Brett und Stein, nachdem die Gärung vorbei ist und man ein sauberes Mulltuch darüber gebreitet hat. Aufbewahrt werden die Bohnen an kühlem Ort. Bohnenqemüse: Junge grüne Brechbohnen ober zarte Wachsbohnen werben gebrochen, junge durchgenommen werden. Nett ist es auch, wenn Mutter die Stationen abfragt, durch die man auf der Reife gekommen ist. Wer sie am besten behalten hat, bekommt einen Preis. Für die kleineren Kinder hat Mutter ein „Tippel- Kissen" vorbereitet. Aus alten Zeitschriften nimmt man Bilder heraus, die man auf ein Kissen legt. Nun müssen die Kinder mit Stecknadelstichen die Konturen der Zeichnungen und Bilder ausstecken, sie „tippeln", wie man diese Beschäftigung im Rheinland nennt. Hält man die „getippelten" Bilder dann mit der Rückseite gegen das Licht, so treten die Konturen des Bildes deutlich hervor. Mit ausgeschnittenen Figuren aus alten Zeitschriften kann man ein ganzes Theater aufführen, auch Abziehbildchen, die man ja überall für ein paar Pfennige kaufen kann, trösten über die langweiligen Regentage hinweg Bilderbücher find bald besehen und ausgelesen — aber auch dann kann man noch allerlei mit ihnen anfangen: man kann Scharaden stellen, indem man eine Figur aus dem Buch darstellt und die anderen raten läßt, wer es wohl fein soll. Wer richtig geraten hat, darf dann Darsteller sein. „Weiterdichten" ist auch eine schöne Sache — und wer die beste Phantasie dabei entwickelt, der ist der Sieger. Schwieriger ist es schon, ganz kleine Kinder zu beschäftigen. Da ist es immer am besten wenn die Mutter eins der gewohnten Spielzeuge auch mit auf die Reise nimmt. Im fremden Bettchen fühlt sich das Kind gleich heimisch, wenn es den geliebten Teddybär oder das Püppchen in der Nähe hat. Auch für die Eisenbahnfahrt sollte man ein Spielzeug nicht vergessen Wenn man ein wenig nachdenkt und es versteht, auch beim Spiel Phantasie zu entwickeln, dann werden verregnete Ferientage nicht zum Problem für Mütter und Kinder. Alle Kinder sind vernünftigem Zureden zugänglich und sie werden bald begreifen, daß man in der fremden Umgebung nicht so ungeniert „toben" kann wie zu Hause. Aber es gibt ja so viele schöne Spiele — und jeden Tag kann man sich etwas Neues ausdenken! D. K. Für kühle Sommertage zeigen mir heute ein Jackenkleid und einen Mantel aus handgewebter, naturfarbener Schaf - ^Der ^Rock des Jackenkleides ist in vier Bahnen geschnitten, er erhält seine Weite durch eine je hinten und vorne eingelegte Faste. Er 'st wie die Jacke breit abgefteppt. Die Jacke hat einen kleinen Stehbund, die vier Taschen sind den Lud wenn es nun regnet? Ein guter Rat für Kinder in den Sommerferien. (ptd.) Auch in den Ferien kann nicht immer die Sonne scheinen, auch in der schönsten Sommerfrische überzieht sich der Himmel mal mit Wolken, und es regnet in „Bindfäden" Ja, dann ist es für die Mütter nicht immer leicht, die Kinder bei guter Laune zu erhalten Zu Hause ist es etwas anderes, da haben die Kinder ihre gewohnten Spielsachen und sie wissen sich zu beschäftigen, aber in der fremden Umgebung in der Sommerfrische ist das schon schwieriger. Und gerade hier muß besondere Rücksicht genommen werden, d"nn man ist ja im Hotel oder in der Pension nicht allein. In den meisten Fremdenheimen fehlt leider immer noch das besondere Spielzimmer für die Kinder — also bleibt es der Mutter überlassen, die ungeduldige Schar zu beschäftigen „Mutti, was fpielen wir?" Hundertmal ist an diesem Regentag die Frage schon gestellt worden. Die Kinder langweilen sich — also muß Mutter sich schon etwas ausdenken, das alle beschäftigt, und das keinen „Lärm" macht. Schreibspiele sind sehr beliebt, aber man muß sich auch hier neue Themen ausdenken. Wie wäre es, wenn man den Kindern einmal das Thema stellt: „Schreibt mal auf, was Ihr gestern erlebt habt — aber in der Erzählung darf nicht der Buchstabe „r" vorkommen!" Ja, das ist gar nicht so einfach — und es gibt viel Gelächter dabei. Dieses Spiel, das für die größeren Kinder gedacht ist, kann auf hunderterlei Art vari- Diese müssen vorher mit Sodawasser ausgekocht werden und werden dann gefüllt und behandelt, wie die Gläser. Alle Einkochgläser oder Töpfe müssen vor dem Gebrauch einen Tag bis an den Rand mit Soda- oder Jmiwasser gefüllt stehn, auch wenn wir glauben, daß sie ganz sauber sind Die Verderbnis- erreger entwickeln sich nämlich in Feuchtigkeit. Weichen wir die Gläser vorher ein, so vernichtet schon das erste Kochen die Keime. Beim zweiten Kochen dann auch noch die hinterher entwickelten Verderber, und das Kochgut ist wirklich haltbar. Weichen wir aber die Einkochgefäße nicht vorher ein, entsteht die erste Entwicklung der Keime erst, wenn das Kochgut ins Glas kommt, und beim zweiten Kochen vernichten wir erst das, was sonst beim erstenmal getötet wurde Es kann immer sein, daß auch nach dem zweiten Kochen sich dann wieder Keime bilden und die Haltbarkeit ist gefährdet. Wenn der Inhalt der Flaschen in Anbruch genommen werden soll, holen wir ihn mit einer Schlinge von dünnem Draht heraus, das Herausschütteln würde viel zu viel Zeit brauchen. HäusigeWäsche schont dieWWe. Schweißtriefend, bas Jackett über dem Arm, kommt Herr Müller eine Stunde früher als sonst aus dem Büro. In der Hoffnung, endlich in der kühlen Wohnung erleichtert aufatmen zu können, gerät er in eine dampfende Küche, stolpert dabei noch über einen Waschwber, der in letzter Zeit schon öfters unliebsame Zusammenstöße mit seinem Schienbein hatte. Das steigert seine innere Temperatur noch über den Grad, den bereits das Thermometer im Schatten anzeigt. „Was ist jetzt bloß für eine ewige Wascherei , wettert er los. „Da werden ja die Hemden mehr zerwaschen als ^ertragen. Solche sinnlose Verschwendung .. Gut, daß Frau Müller die Ruhe weg hat und nur unmerklich über die Naivität ihres sonst so klugen Gemahls lächelt „Auf dem Schreibtisch vorn liegt Post. Viele Feriengrüße", sagt sie gelassen. „In einer Diertel- tunbe können wir schon essen, babei werbe ich )ann versuchen, mein häufiges Waschen zu recht- fertigen." Die Nachricht von ber Ferienpost lenkt ben erregten Ehemann ab. Er reißt Schlips unb Kragen herunter. Am liebsten mochte er gleich noch Hemd unb Hose ausziehen unb m ben Schlafanzug schlüpfen. Die Urlaubsberichte ber Freunbe unb Bekannten von ber Wasserkante nehmen ihn so gefangen, baß er bas Tischbecken gar nicht bemerkt und erst zweimal zum Essen genötigt werben muß. Die Obstkaltschale ist so recht erfrischenb, bte häufige Wäsche ist ganz vergessen unb bie Gebanken kreisen um bie Urlaubsreife Die junge Frau will aber bie Gelegenheit zu ihrer Rechtfertigung nicht verpassen, befonbers ba ber frische Kragen von heute morgen burchgeschwitzt über ber Schreibftuhllehne hängt unb ber Bürostaub bie Aermel bes Ober» Hemdes auch nicht gerabe ziert. „Zieh' bir bitte morgen roieber ein reines Hemb an", sagt sie, ohne ber ironischen Wirkung zu achten, bie biese Worte zunächst bei ihrem Gatten auslösen. „Wenn man bie Wäsche schonen will ..." Herr Müller ist fassungslos. „Ist bie Frau benn gar nicht zu belehren," benkt er, „so bumm ist sie boch eigentlich nicht" Frau Müller errät natürlich sofort bie Gebanken ihres Mannes unb fängt nun behutsam an: „Wenn bu’s auch nicht glaubst, aber bas barfft bu meiner besseren Kenntnis schon zutrauen Die nur wenig burchgeschwitzte unb nur leicht angestaubte Wäsche ist ohne viel Reiben unb Rubbeln schnell wieder sauber, denn sie wird ja gewissermaßen nur durchgespült und nicht so angegriffen, als wenn die Säuren, die im Schmutz sind, erst lange daran herumnagen." Herr Müller macht große Augen. „Das ist wohl höhere Wäschechemie!" „Etwas Chemie ist sicherlich auch babei', sagt Frau Müller lächelnb. Staub unb Schweiß zerstö- ren nach ben neueren Erfahrungen — unb bie mutz man schon einmal zur Kenntnis nehmen — bie Wäsche stärker, als man ahnt. Wenn ich z. B. das Hemd, welches du jetzt anhast, noch heute abend in lauwarmes Wasser mit etwas enzymhaltigem Einweichmittel stecke und morgen früh, ehe du ins Badezimmer kommst, es einmal in einer guten Seifenbrühe leicht durckgedrückt habe, brauche ich nicht zu rubbeln, das schont meine Hände ebenso wie die Wäsche. Dies Hemd, zehnmal so gewaschen, hat dann nicht so sehr gelitten, als wenn es eine ganze Woche getragen, acht oder vierzehn Tage schmutzig liegen geblieben ist und dann erst förmlich zerkocht werden muß, bis aller Schmutz und alle faserzerstörenden Elemente wieder daraus entfernt nach zwei Tagen noch einmal 30 Minuten. Pilze werden das erstemal nur eine Stunde erhitzt. Alle größeren Früchte, Pflaumen, Birnen, Reme- klauden, Mirabellen, Aprikosen Pfirsiche geben wir in werte Gläser, überbmben sie mit doppeltem Pergamentpapier oder dickem Glaspapier und setzen sie genau so wie die mit Gummiring verschlossenen Gläser in den Apparat. Das Wasser darf nur so hoch stehn, wie die Früchte. Als Einkochtopf kann jeder große Kochtopf dienen. Auf den Boden müssen wir ein dick zusammengelegtes Handtuch legen, denn Glas und Topf darf sich nicht berühren. Als Trennschicht zwischen die einzelnen Gläser stopfen wir ebenfalls zusammengelegte Tücher. Aus den Kochtopf stülpen wir eine Schüssel, geradeso, als wenn wir einen Schinken kochen. Es soll doch alles im Dampf kochen, und ein Deckel ist dazu nicht genug Flaschen bewickeln wir mit Tüchern, ehe sie in den Topf kommen. Haben mir sehr große Gläser, etwa drei Liter Inhalt, müssen wir sie länger der Hitze aussetzen als kleinere. Wir können auch im Waschkessel Steintöpfe statt der Gläser nehmen. Im ersten Eifer, recht viel Winteroorrat zu schaffen, sind wir etwas großzügig im Verbrauch unserer Weck-, Rex-, Bade-, Duplex- oder wie sie alle heißen, unsere lieben fünfen Einkochhilfsglaser, gewesen. In reichlicher Fülle stehen uns die Schatze aus Feld, Wald und Garten zur Verfügung und warten auf ihre Verwendung. Bedrückt sehn wir auf unseren zusammengeschmolzenen Glaservorrat. Wohin mit all dem Segen? Unser armer dünner Geldbeutel stöhnt schon. Es ist aber auch ZU vie auf einmal, was alles aus ihm ^rausgeguetsch werden soll: die Früchte, Gemüse Gewürze der Zucker, die säuern und papierenen Kleinigkeiten unb jetzt auch noch neue Gläser! Ei, es brauchen ja nicht gerade Glaser zu je, in denen die Vorräte ihren Lebensabend m unserer Speisekammer verbringen! Da sind im Keller ch eine ganze Menge leerer Flaschen. Je dünn Hals ist, desto dünner muß auch das sein was wir hineintun. In die allerengsten geben wir durch, aeschlaaenes Aepfelmus, Tomatenmark, kapern Beeren, Holunderbeeren, Wbeeren nmat Erbsen. Ist der Hals weiter verstauen wir dann allerhand Gemüse: gestiftete Gelberuben, oder^Kohü rabt, Spinat, Apfelschmtzel, Kirschen, Himbeer , Brombeeren, zerstückelte Pilze, Schnittbohnen. all gehobelten Krautarten, Trauben auch junge 6 a- chelbeeren, kleine Erdbeeren und Spargelstuckchen wenn es wieder welche gibt Dabet wird « les em paar Minuten vorgekocht, bis es weniger Pl tz braucht dann kann man etnfuUen. Der 5)ais ber Flasche bleibt frei. Die Gemüse füllt man mit klarem Wasser ohne Salz auf. Alle fruchte erhalten Zuckerwasser. Bei säuern Fruchten nimmt man auf einen Liter Wasser 400 Gramm Zucker, i Auch der Sommerhut muß aepfleat werden! „Ach, mit der Sommergarderobe braucht man nicht |o sorgsam umzugehen wie mit beiWmter- garderobe - sie ist lange nicht !° -mpimdlich- Diese Anschauung hort man oster °°n den rtraue n, und man hat es hausig beobachtet, daß die Brauen, die ihren Winterhut nach ,-dem Ausgang wrgsM tig abbürften und ausklopfen - merhut aus den Stander hangen. Hat er das ver “s" zarten weihen oder Hellen Hute w°llen aber besonders gut behandelt werden und es st heute oor allem wichtig, mit sem n M gut^u 3^ gehen, denn auch l°des Kl^ungsn - unb zum Volksvermogen, und Bolksaanze Außer- verschwendet, der «süßlicheres als b^He Sommer- dern gibt es nichts Haß nQ(h dem Tragen Düte, die schon ^n.ge SBo«g bekommen einen grauen oder 3 sich im Sommer haben. Der ^taub überzieht auch 'de7hette7HM Mtt°Ä'°Staub/chichi. die sich e.n- sriht, wenn sie nicht en aber dann . Zuerstha man t« ein Gewitter- eines Tages ,dLIöen die Tropfen auf dem regen — unb ^on öQnb abgelagerte Hut einen häßlichen a) 0 Eriche, die den Hut Staub wird S» e»ner $ut immer nach jedem verdirbt. Hat man gebürstet so schadet ihm der Ausgang sorg a lig dg i l Strohhüte - sie Regen nicht m-> jn _ örü[tt man dürfen allerdings n ch trocknet sie auf ^'ÄtitänL Aber man muh sie immer im S*aamVü^D"rD"l3It'Drr^wei- gleich ein paar feine ’-öiancpen u Kirschen ein paar ausgeknackte Kerne Oben f £ E X wir Gummikapseln, wie wir s unb Preißelbee7en 20 Minute^ei 90 Gemüse erhitzen wir auf , - nur ein= und Spargel aber nur au 80 Ob tm« erftemaI mal sterilisiert, ®emu,L^bßnen «äße aus, bann 1'/, Stunben der vorgejchriebenen ben Kops mit Seibenpapier aus ober zieht ihn auf eine Holzform. Es kommt wohl auch einmal vor, baß man wirklich einen orbentlichen Regenguß abbekommen hat, unb ber Hut ist schlapp geworben, bie Ränber hängen traurig herunter. Nun, man braucht ben Hut nicht gleich fortzuwerfen, man kann ihn gut selb wieder auffrischen. Mit einer Gelatinelösung steift man das schlapp gewordene Stroh, indem man dem Hut die gewünschte Form gibt. Es ist selbstverständlich, daß die Garnitur vorher abgetrennt wird. Verregnete Bänder kann man wieder plätten, verregnete Blumen ersetzt man am besten durch neue. Einen Hut zu steifen, ist nicht so einfach, man muß an einem kleinen Stückchen erst einmal ausprobieren, wieviel Gelatine man braucht. Die Steifung mit einer Zuckerlösung, wie sie unsere Mütter wohl gebrauchten, wird jetzt nicht mehr verwendet, denn der Zucker lost sich in der Sommerhitze leicht auf, und das Stroh wird verklebt. Hüte aus einfachem Stroh und Kinderhüte bringt man mit einer starken Boraxlösung wieder in die richtige Form. Man trägt die Lösung mit einer weichen Bürste auf, nachdem man dem Hut die richtige Form gegeben hat. Der Rand muß gut beschwert werden, damit er sich nicht verzieht. Jede Drogerie hat heutzutage Reinigungsmittel zu verkaufen, die für die verschiedenen Stroharten passend sind. Panamahüte sollen immer ihre schone weiße Farbe behalten, mit QuiUajarinbe wird dies leicht erzielt. Lackierte Hüte von dunklerer Farbe kann man selbst neue lackieren, doch nehme man immer Mattlack dazu, da hierauf die Regentropfen nicht so zu sehen sind. Flecke auf Hutbändern und Blumen können mit Waschbenzin entfernt werden — auch das Schweißleder in Herrenhuten sollte man einmal in der Woche mit Waschbenzin reinigen. Hüte müssen im Sommer immer gelüftet werden, damit sie keinen schlechten Geruch annehmen! 1 Dagma Köhlen Schnittbohnen oder breite Wachsbohnen werden geschnippelt, nachdem sie gut gewaschen und abgezogen sind. Danach werden sie etwa zehn Minuten gedämpft. Man füllt sie in Gläser oder Dosen, bedeckt mit dem Dämpfwasser. Wenn dies nicht ausreicht, fetzt man noch etwas Salzwasser zu. Die Bohnen müssen gut ausgekühlt sein, ehe man sie in Gläser einfüllt. Man sterilisiert 90 Minuten bei 100 Grad. Man kann die Bohnen auch roh einfüllen, muß sie dann aber zweimal sterilisieren. Essiggurken: Kleine zarte grüne Gurken werden sauber abgebürstet und einen Tag in Salzwasser gelegt. Dann trocknet man sie ab und pack/ sie fest in Gläser oder kleine Steintöpfe, schichtet etwas geputztem Meerrettich, Senfkörner, etwas Dill, Estragon, Basilikum, Bohnenkraut, sehr wenig Anis und Borretsch dazwischen und übergießt mit einer Lösung von drei Teilen Weinessig und einem Teil Wasser, die man mit Salz und Zucker abgeschmeckt und aufgekocht hat. Die Lösung muß kalt sein. Nach etwa acht Tagen gießt man von den Gurken die Lösung ab, kocht sie noch einmal auf und füllt sie erkaltet wieder darüber. Sie muß die Gurken gut bedecken. Die Gläser bindet man mit Pergamentpapier oder Zellglas zu, Steintöpfe muß man mit einem Mulltuch, Brett und Stein abdecken, ehe man sie zubindet, damit die Gurken nicht aus der Flüssigkeit herausragen. Die Gurken sind der Größe nach einzumachen. Die kleinsten verwendet man gerne zum Verzieren von belegten Broten, Salaten und Fleischplatten. Gurken mit Gemüse (Mixed Pickles): Man verwendet: 60 kleine Gurken, einen kleinen Kopf Blumenkohl, 3 bis 4 Knollen Kohlrabi, 500 Gramm grüne Bohnen, 500 Gramm Möhren, 250 Gramm Perlzwiebeln (abgezogen), eine Stange Meerrettich (in Würfel geschnitten), 2 Liter Weinessig, 1% Liter Wasser, 125 Gramm Salz, Dill, Estragon, Basilikum, Weinblätter, Senfkörner und statt Pfeffer Bohnenkraut. Die Gurken werden gebürstet, einen Tag in Wasser gelegt und dann abgetrocknet. Das Gemüse putzen, waschen, zerschneiden (Möhren und Kohlrabi mit einem Buntschneidemesser), zehn Minuten vordämpfen und mit Gurken, Zwiebeln, Meerrettich, Kräutern und Gewürzkörnern einschichten. Wasser, Essig und Salz aufkochen, erkaltet darübergeben und den Topf zubinden. Flüssigkeit noch zweimal nach je zwei Tagen aufkochen und erkaltet wieder darübergeben. Man kann die Gurken auch in Gläsern bei 80 Grad etwa 15 Minuten sterilisieren. Ganze, reife Tomaten in Gläsern: Gleichmäßig große und gleichmäßig reife, feste Tomaten werden sauber gewaschen, von der grünen Stelle am Stielansatz befreit und mit einem angespitzten Hölzchen rundherum eingestochen. Dann legt man sie vorsichtig in breite Gläser oder Dosen, bedeckt sie mit Salzwasser. Man rechnet etwa zehn Gramm Salz auf einen Liter Wasser. Man sterilisiert 20 Minuten auf 80 Grad. Man muß aber ganz besonders darauf achten, daß sie sehr langsam zum Kochen kommen und nicht stark kochen, weil sonst die Tomaten nach oben steigen oder sogar platzen. Tomatensalat in Gläsern öder Dose n : Gut ausgereifte feste Tomaten werden in dicke Scheiben geschnitten und in Gläser oder Dosen eingelegt, mit Weinessig und Wasser zu gleichen Teilen übergossen, 15 Minuten bei 80 Grad sterilisiert. Zum Gebrauch macht man sie dann mit Salz, Kräutern, Oel, Buttermilch oder Sauermilch an. Neues für den Büchertisch — Wolfgang Willrich: Säuberung des Kunsttempels. Eine kunstpolitische Kampfschrift im Geiste nordischer Art. Mit 64 Abbildungen. Geh. 5,40 Mark, Leinen 6,40 Mark. I. F. Lehmanns Verlag, München, 1937. — (160) — Der Verfasser, der selbst Maler ist, will mit dieser Kampfschrift denen helfen, „die unter ,Kunst' etwas Edles, Gesundes verstehen", „die im Kunstwerk den Ausdruck überlegenen, wesenhaften Schauens lieben", den „Kämpfern für die Befreiung deutschen Wesens von Schutt und Schmutz und Widergeist"; die Schrift richtet sich gegen alle, „welche das Pathologische als Kennzeichen des Genies ausgeben, Zynismus, Zerfahrenheit, Pikanterie und andere Anzeichen von Entartung für vereinbar mit künstlerischer Dollwertigkeit erachten, den Geist grundsätzlicher Verneinung über Leben und Kunst herrschen lassen möchten ..." Willrich hat mit großem Eifer sein Material gesammelt und den Stoff gesichtet; er behandelt den Kunstbolschewismus und die Kunstanarchie, ihr Wesen und ihren Ursprung ausführlich. Diese mit reichhaltigem Abbildungs- material belegten Abschnitte über die Auswüchse der Verfallszeit und der Bolschewisierung der artgebundenen deutschen Kultur nehmen den breitesten Raum des Buches ein; zum Schluß entwickelt Willrich — wiederum an Hand von Bildbeispielen — die Grundzüge für eine Erneuerung und Gesundung des deutschen Kunstlebens: durch deutsche Aufgaben zum deutschen Stil. Der deutsche Rassegedanke wird hier in seiner Bedeutung für die kommende Kunst eindringlich gewürdigt. — Führer durch die kulturellen Einrichtungen der Stadt Frankfurt am Main. Herausgegeben von Richard Oehler. 156 Seiten mit zahlreichen Abbildungen. Verlag Moritz Diesterweg, Frankfurt am Main. — (135.) — Frankfurt ist reich an Stätten von kulturschöpferischer Bedeutung; man muß sie kennen, um sie auf sich wirken lassen und würdigen zu können. Das vorliegende Werk, herausgegeben von Professor Dr. Oehler, dem Direktor der Städtischen und Universitäts-Bibliotheken in Frankfurt, will den Weg dazu weisen, indem es die Frankfurter Kulturstätten in ihrer geschichtlichen Entwicklung darstellt und in anschaulichen Bildern vor Augen führt. Und zwar haben jeweils die verantwortlichen Leiter der beschriebenen Institute die davon handelnden Texte beigesteuert. So ergab sich ein vielfältiges, buntes Bild vom kulturellen Werden und Wirken der alten Stadt. Die Inhaltsübersicht gliedert den weiträumigen Stoff in einzelne Sachgebiete auf; jeder fin- det schnell, was er sucht, und wird nichts vermissen: vom Goethehaus bis zum Tiergarten, vom Städel bis zum Kochkunstmuseum, von der Universität bis zum Mvdeamt, vom Römerberg als Festspielstätte bis zum China-Institut. Ausstattung, Druck und Bildwiedergaben sind tadellos. Jeder, der Frankfurt wirklich kennenlernen will, wird den Führer mit Vergnügen, Nutzen und vielfacher Anregung zur Hand nehmen. — «Rudolf G. Binding: Der deutsche und der humanistische Gedanke im Angesicht der Zukunft. Rütten & Loening Verlag, Potsdam 1937. — (80.) — Die kleine Schrift enthält den Wortlaut einer Rede, die der Dichter im Dezember 1936 vor der Vereinigung der Freunde des humanistischen Gymnasiums für Berlin und Brandenburg gehalten hat. Die gedankenreiche, in edler Prosa geformte Betrachtung will — „zwei Gedanken großen Ausmaßes" umkreisend — keine Polemik üben, sondern ein Ausblick tun. Das Ziel liegt im Sinne Bindings in einer Synthese nur scheinbar einander widerstrebender geistiger Elemente: „Das deutsche humanistische Gymnasium wird durch seine Bildungskräfte dazu beitragen dürfen, daß er sich heranbilde, der deutsche Mensch in geistiger Ganzheit, langsam und stetig in der Blüte vieler Äugenden. Da sehe es zu. Hier ist sein Ausblick in die Zukunft..." — Friedrich Hussong: Der Tisch der Jahrhunderte. Tischzettel und Tcrfelfreuden der Völker und Zeiten. Mit 8 ganzseitigen Abbildungen und 15 Kunstdrucktafeln. Broschiert 2,50 Mark, Leinen 4 Mark. Brunnen-Verlag, Willi Bischoff, Berlin. — (157) — Ein leichtes Büchlein von leichten Dingen, von Essen und Trinken, von Trinkern und Essern. Und doch eine ernste Arbeit. Friedrich Hussong gibt dem Leser dennoch kein schweres Gericht, sondern leichtes Naschwerk für ein paar Erholungsstunden. Der Leser wird von einem Führer, der den Weg kennt, eingeladen zu einem gastronomischen Bummel durch die Kulturgeschichte des Abendlandes vom Mahl des Achilles bis zum Eintopfsonntag. Wir sehen Könige und Staatsmänner sich beim Mahl zu Verhandlungen um Krieg, Frieden und Völkerschicksale treffen; wir, sehen Adel, Bürger und Bauern sich um den Disch versammeln, Berufsgenossen, Zünfte, Freundes- gesellschaften, Familienkreise und endlich eine ganze Volksgemeinde, und wir entdecken, daß gerade die kleinen Dinge, Abfälle, die wir zwischen dicken, staubigen Aktenbündeln finden, von den zünftigen Geschichtsschreibern meist achtlos liegen gelassen — uns von dem erzählen, „was man den Geist der Zeiten heißt". Aus den preußischen Nachbargebieten. Zwei Scheunen abgebrannt. Lpd. Wetzlar, 2. Aug. Am Sonntag brach in der der Gemeinde Greifenstein gehörenden Schulscheuer Feuer aus, das in kurzer Zeit auch die Pfarrscheuer ergriff Beide Scheunen wurden vernichtet. Ein den Scheunen benachbartes Wohnhaus hatte bereits am oberen Firstbalken Feuer gefangen. Durch den Schneid der Wehren, die von hilfsbereiten Einwohnern unterstützt wurden, gelang es, das Wohnhaus zu retten. Neben dem Verlust der beiden Scheunen ist die Vernichtung zahlreicher Materialien, u. a. zehn Wagen Heu, Holz, Kohlen u. a. "zu beklagen. Die Staatsanwaltschaft hat die Untersuchung der Brandursache ausgenommen. Kind beim Turnen tödlich verunglückt. Lpd. Herborn, 31.Juli. In der Turnhalle in Sinn machte sich ein 1 4 I a h r e altes Mädchen an den Schweberingen zu schaffen, als es aus bisher nicht bekannter Ursache plötzlich zu Boden stürzte und sich so schwer verletzte, daß es auf dem Transport ins Krankenhaus gestorben ist. Der Unglücksfall geschah vor dem eigentlichen Beginn der Turnstunde, obwohl den Kindern wiederholt untersagt worden war, ohne Beaufsichtigung an die Geräte zu gehen. Sin schwerer Zunge festgenommen. Lpd. «Gelnhausen, 2. Aug. Der auf Grund eines polizeilichen Ausschreibens gesuchte Schwerverbrecher Konrad, genannt Kurt Römer aus Hailer, der sich eine Unmenge Diebstähle, Unterschlagungen und Betrügereien hat zuschulden kommen lassen und zweimal in der Fremdenlegion war, konnte im Dorf Wirtheim fe st genommen und der Kriminalpolizei in Hanau zugeführt werden. Kreis Wetzlar. § Lützellinden, 3. Aug. Der Haushaltsplan unserer Gemeinde für 1937 schließt in Einnahme und Ausgabe mit 85 458 RM. ab. An Gemeindesteuern werden erhoben: Grundoermögenssteuer I = 250 v. H., Grundoermögenssteuer II = 250 v. H., Gewerbesteuer nach dem Ertrag und Kapital - 80 v. H., Bürgersteuer — 300 v. H. Bei dem Titel „Straßenwesen" sind Ausgaben in Höhe von 8600 RM. vorgesehen. Es ist beabsichtigt, den Weg in der „Zechweide" einige hundert Meter neu auszubauen. Für die Postautolinie Gießen—Hochelheim ist ein Zuschuß von 130 RM. eingestellt. Für den Bau eines neuen Gemeindebackhauses soll eine Rücklage von 3000 RM. angesammelt werden. Für die Bildung der weiteren Rücklagen (Betriebsmittelrücklage, allgemeine Ausgleichsrückloge, Erneuerungsrücklage für Lichtnetz, Grunderwerbsrücklage) sind rund 5000 RM. vorgesehen. An Grundvermögen besitzt die Gemeinde 243 Hektar Wald und 30 Hektar Kulturland. Die Verschuldung ist gering. (V Hochelheim, 3. August. Aus dem G e • meinde - Haushaltsplan für 1937, der in Einnahmen und Ausgaben auf je 78 850 RM. festgesetzt wurde, ist folgendes zu erwähnen: Die schulischen Verhältnisse erfordern in absehbarer Zeit den Bau eines neuen Schulgebäudes, da das alte etwa 100 Jahre alt, baulich im schlechten Zustande und auch räumlich unzureichend ist. Der in den letzten Jahren angesammelten Schulbaurücklage soll daher im laufenden Rechnungsjahr ein weiterer Betrag von 4000 RM. zugeführt werden. Für laufende Unterhaltung der Gemeindewege ist ein Betrag von 4200 RM. vorgesehen. Als Zuschuß für die Postautolinie Gießen—Hochelheim sind 150 RM. in den Haushaltsplan eingestellt. Die Gemeinde ist von dem im Jahre 1929 durchgeführten Wasserleitungsund Kanalbau noch erheblich mit Schulden belastet. Es verdient Anerkennung, daß die Schuldenlast in den letzten Jahren um mehr als 50 000 RM. heruntergedrückt wurde. Auch im Rj. 1937 soll wieder ein größerer, Schuldbetrag verstärkt getilgt werden. Für die Bildung von Rücklagen (Betriebsmittelrücklage, . allgemeine Ausgleichsrücklage, Erneuerungsrücklagen für Wasserleitung und Lichtnetz und Sonderrücklagen) sind zusammen 6500 RM. vorgesehen. Die Steuersätze für die Gemeindesteuern sind wie folgt festgesetzt: Grundoermögenssteuer I = 325 v. H., Grundvermögenssteuer II = 325 o. H., Gewerbesteuer nach dem Ertrage und K-apital - 120 v. H., Bürgersteuer = 100 v. H. An Grundvermögen besitzt die Gemeinde 172 Hektar Wald und 53 Hektar Kulturland. Beim Rettungsversuch ertrunken. Lpd. Oppenheim, 3. Aug. In Gimbsheim war der 34 Jahre alte Eiserkbahner Karl Oswald mit zwei Mädchen, die aus Bingen bei ihm zu Besuch waren, am Rhein zum Baden. Plötzlich schrie eines der Mädchen um Hilfe. Oswald sprang in den Rhein, um das Mädchen zu retten. Dabei ist er offenbar durch einen Herzschlag selbst ertrunken, während das Mädchen gerettet wurde. Die Leiche Oswalds wurde noch nicht geborgen. — Unsere Reichshauptstadt feiert im August das 700jährige Jubiläum ihres ersten urkundlichen Auftauchens in der Geschichte. Aus diesem Anlaß ist ein ebenso luftiges wie interessantes Büchlein mit dem kuriosen Titel: „Peter Purzelbaums Menagerie Berlin" (kartoniert 2,50 Mark, Brunnen-Verlag Willi Bischoff, Berlin) erschienen. Der bekannte Erzähler plaudert darin höchst amüsant über köstliche Typen und putzige Kruken aller Art, die von 1800 bis 1900 das Berliner Pflaster bevölkerten. Er zeigt nicht nur, wie das Berliner- tum entstanden ist, er gibt auch einen originellen Querschnitt durch das eigenartige Kulturleben dieser einst „großen Kleinstadt", und das in einer Fülle, die den Leser in Erstaunen setzen dürfte. — (158) — H. R. Wehrhahn: „Was wächst und blüht in meinem Garten." Tabellen zum Bestimmen von über 500 wichtigen Gartenpflanzen und Gartenblumen mit Kultur- und Verwendungsangaben mit 40 Abbildungen auf acht Tafeln und 306 Textbildern. Franckh'sche Verlagshandlung, Stuttgart. Kart. 3, in Leinen 3,80 RM. — (145) — In 40 bunten und über 300 einfarbigen Bildern findet mart in dem neuen Kosmos-Naturführer dis Blumen und Sträucher des Gartens mit Angabe der Blütezeit, des Aussehens, mit kurzen Hinweisen, welcher Boden für das Fortkommen günstig, welche Pflege dafür nö.tig ist. Dazu sind in ausführlichen Verwendungslisten Ratschläge gegeben, welche Pflanzen man für besondere Bedürfnisse, für Gärten mit trockenen oder feuchten Böden, mit viel oder wenig Sonne, für Staudenbeete, Steingärten usw. am besten auswählt. Diese Angaben werden vor allem demjenigen Gartenfreund von Nutzen sein, der seinen Garten bepflanzen will oder ergänzen muß. Gartenpflanzen und Blumen sind nach leicht erkennbaren Merkmalen, wie sie dem Gartenliebhaber am ehesten auffallen, geordnet. — Das neue Reichs-Branchen-Fern- sprechbuch mit Reichs-Handelsregi- st e r. — (148) — Erscheint regelmäßig jährlich. Der zu Beginn des Jahres erschienene Fernsprechteil (Band I/II) wird auf Veranlassung des Werberats der deutschen Wirtschaft zu einem Fernsprechteilnehmer-Verzeichnis aller im Handelsregister eingetragenen Firmen umgestaltet. Die Eintragungen werden nach Möglichkeit einem Handelsregisterauszug angeglichen und können außer dem Firmennamen mit genauer Adresse und Rufnummer auch Angaben über die Inhaber, die verantwortlichen Personen, das Gesellschaftskapital usw. enthalten. Der Branchenteil der diesjährigen Ausgabe (Band III/V) enthält die Fernsprechanschlüsse und Postadressen aller Firmen, Gewerbetreibenden und freien Berufe, nach Branchen geordnet, unter mindestens einer Branche (Hauptgeschäftszweig). Die Adressen jeder Branche stehen aus dem ganzen Reichsgebiet übersichtlich zusammen. — Hauptmann (E) Hugo Wiest: Wehr- meldefibel. Die militärischen Wehrmeldepslich- ten mit einem abc-lich geordneten Verzeichnis aller Musterungsbezirke mit den dazugehörigen Wehrmeldestellen nach dem Stand vom 1. April 1937. Verlag „Offene Worte", Berlin W 35. — (136) — Das Büchlein gibt für jeden Wehrmeldepflichtigen alles Wissenswerte aus den zahlreichen Vorschriften und Bestimmungen. Das Verzeichnis der Musterungsbezirke wird auch den Dienststellen willkommen sein, da es oft zeitraubendes Suchen erspart. Wie die Vögel Heimfinden. Das bisher ungeklärte Vermögen der Vögel, auch unter schwierigen Umständen wieder Heimzufinden, ist neuerdings von W. Rüppel untersucht worden, und zwar bei Staren, Rauchschwalben. Wendehälsen, Rotrückenwürgern und Habichten. Man brachte mit dem Flugzeug die mit Farbe gezeichneten Vögel von Berlin nach Bremen, Venedig. Athen, Marseiile, Madrid und anderen Orten und lieh die Tiere sofort nach der Ankunft frei. Die Zahl der zurückkehrenden Tiere war, wie in der Frankfurter Wochenschrift „Die Umschau" berichtet wird, bei den einzelnen Versuchen verschieden groß. Landschaftliche Einflüsse wie Gebirge und Fluf-täler können, wie besonders die Starversuche zeigten, auf den heimkehrenden Vogel eine ablenkende Wirkung ausüben. Die in dem 1800 Kilometer entfernten Athen und dem 1850 Kilometer entfernten Madrid gleichzeitig und unter gleich günstigen Bedingungen . ausgelassenen Vögel trafen auch gleichzeitig in Berlin ein. Bei den Wendehälsen konnte man ein Heimsindeverrnögen feststellen, bei den Rotrücken- toüroern, die vorwiegend bei Aacht wandern, jedoch nur in gerinaem Maße; denn von 12 dieser Vögel keb-rle nur einer zurück. Handelte es fich bei diesen Vögeln nm Zugvögel, so dehnte man durch die Heranziehung von Habichten die Versuche auch auf Standvögel aus, bei denen ein biologisches Bedürfnis dafür, daß sie gut heimfinden können, nicht vorliegt. Man brachte 19 Habichte aus der Lüneburger Heide nach Radolfzell am Bodensee; kein einziges von den Tieren kehrte zurück, dagegen wurden innerhalb von neun Monaten nach der Freilassung drei von ihnen in der Gegend von Radolfzell, in einem Umkreise von 50 Kilometern, erlegt, so daß man bei ihnen das Fehlen einer Sinnesempsindung für die Lage der Heimat annehmen muß. Widerhaken versehene Rückenflosse ebenfalls böse Wunden macht. Es gibt verschiedene Arten, die gefährlichste davon der sogenannte „Rasende Tom", ein kleiner Fisch, dessen Flossen aber beinahe ebenso gefährlich sind wie die der Seeviper. Er ist ungeheuer häufig und darum so lästig, weil dort, wo er einmal angebissen hat. kein anderer Fisch mehr den Köder nimmt. Es bleibt den Fischern, die ihm begegnen, nichts anderes übrig, als die Anker zu lichten und andere Jagdgründe' aufzusuchen. Raubzeug zur See. Der Jäger auch im abgelegensten Revier kann sein Wild leichter vor Raubzeug schützen als der Hochfeefischer seine Netze und ihren Inhalt vor dem Nachstellen der Raubfische. Einer der bekanntesten und gefürchtetsten dieser Seeräuber ist der kleine Tümmler, auch Braunfisch oder Meerschwein genannt, eine Delphinart von ungefähr anderthalb bis zwei Meter Länge, mit stumpfem Kopf, oben braun, an der Unterseite weißlich gefärbt. Er folgt den Heringsschwärmen durch den ganzen nördlichen Atlantik bis ins Mittelmeer hinab, schießt durch die ausgelegten Netze hindurch mit der Gewalt eines Torpedos und gibt dadurch einen noch größeren Teil des Fanges, als er selbst frißt, dem Meere wieder. Der Tümmler richtete die Sardinenfischerei im Golf von Biskaya fast zugrunde, und die französische Regierung sah sich genötigt, Torpedoboote zu seiner Bekämpfung auszusenden, die Hunderte dieser gefährlichen Räuber vernichteten. Reisende, die vom Deck eines großen Ueberseedampfers dem Spiel der Delphine im Wasser zu sah en, waren zwar empört, wenn sie von diesem systematischen Vernichtungsfeldzuge hörten, aber die Fischer, deren Existenz bedroht war, dachten anders darüber. Noch immer, jahraus, jahrein, ist der Tümmler oder Braunfisch der Schrecken der Heringsfischer, und ebenso schweren Schaden fügt er der Lachsfischerei zu. Der Braunfisch und ebenso der Schwertfisch folgt den Lachsen auf ihrer Wanderung die Flüsse hinauf und vernichtet mehr von ihnen, als jemals Menschen verzehren. Ein Räuber, den alle Fischer europäischer Hochseezonen von der Nordsee bis zum Mittelmeer fürchten, ist die sogenannte Seeviper, ein ganz kleiner Fisch, dessen stachlige Rückenflosse aber wie der Giftzahn einer Schlange mit einer Giftdrüse versehen ist. Ein Stich mit dieser dolchscharfen Flosse ist außerordentlich schmerzhaft. Das Fleisch rings um die Wunde läuft dunkelrot an und schwillt beunruhigend, und wenn nicht schnelle Hilfe zur Stelle ist, kann die Wunde gefährlich werden. Im Mittelmeer ist die Seeviver am häufigsten, und in Snanien steht schwere Strafe darauf, den Fisch zum Verkauf zu bringen, ohne zuvor die Rückenflosse abgeschnitten zu haben. Das Fleisch ist jedoch recht wohlschmeckend. Andere gefürchtete Raubfische sind die Stachel- roche und der amerikanische Tintenfisch, dessen mit man dieses eigenartige Verfahren oft bespöttelt; doch hat in den Jahren 1915 und 1916 ein Forscher die alte chinesische Getreidepflanzmethode eingehend nachgprüft, wobei er zu dem Ergebnis kam, daß man es auf diese Weise tatsächlich zu sehr ertragreichen Ernten bringen kann. Eines sehr einfachen Verfahrens bedienen sich die Eingeborenen von Bolivien bei der Getreideernte. Zuerst wird das Korn mit der Sichel geschnitten, worauf es auf freiem Felde noch durch die Hufe von Pferden, die man darauf herumtrampeln läßt gedroschen wird. Stellt sich dann am Nachmittag der alltäglich mit Regelmäßigkeit einfallende Wind ein, so wirft man das Getreide einfach in die Luft, wodurch Spreu und Korn auf dem einfachsten Weg von einander gesondert werden. Auch der Araber macht beim Korndreschen keine großen Umstände. Dor dem Dorf befindet sich gewöhnlich eine ebene Fläche, die man als Tenne benutzt. Auf diese Tenne streut er seine Aehren hin. Hierauf spannt er fein Pferd vor ein Brett, auf das er sich selber stellt, und läßt das Brett, mit seiner eigenen Person be= lüftet, über das Korn hinweggehen. Damit ist sein Korn gedroschen, ohne daß er sich besonders anzu- strengen brauchte. Unsere Getreidearten haben im Laufe der Zeiten gar verschiedene Wandlungen erlebt; denn auch sie ,lLre Verwendung hat die fortschreitende menschliche Kultur in mancher Weise beeinflußt. Unsere germanischen Vorfahren verwendeten beispielsweise noch vielfach den Hafer als Brotkorn und zur Bier- bereitung. Auch Tacitus erwähnt den Hafer als das Biergetreide der Germanen, sagt aber gleichzeitig, daß« auch Weizen zum Bierbrauen benutzt wurde. Als Pferdefutter diente der Hafer damals nur den Germanen, wogegen die Griechen und Romer ihre Pferde mit Gerste, Spelz und Weizen futterten. ° Bei uns Deutschen jedoch ist der Roggen zum wichtigsten Brotkorn geworden, schon deshalb, weil er an Klima und Boden weitaus geringere Anforderungen stellt als der Weizen, mit dem daher auch nur etwa ein Drittel der Bodenfläche bebaut ist, die der Roggen für sich einnimmt. Uebrigens ist der Roggen in der Urgeschichte unserer Pflanzenwelt erst verhältnismäßig spät aufgetaucht; denn während Gerste und Weizen schon längst wuchsen, erschienen Hafer und Roggen erst etwa um die Bronzezeit. Freilich reicht auch das schon an die dreitau end Sabre zurü^ und so hat denn auch der Roggen ein 1 gutes Stück Urgeschichte hinter sich. j Erntesegen. Von M A. v. Lütqendorff. In leuchtender Goldglut liegen die Sonnenstrahlen auf den Getreidefeldern. Immer schwerer senken die Halme ihre körnervollen Aehren, bis eines Tages die Sense ihr rauschendes Lied durch die Felder singt, und die Allmutter Erde mit voller freigebiger Hand zurückgibt, was ihr einst anvertraut worden ist. Erntesegen! Wie ein heiliger, schöner Zauber ist es,, dem immer und überall, wo die goldene Brotfrucht geerntet wird, der Mensch verfallt. Denn es ist fcie Freude am Wohlgelingen seiner Arbeit, die ihn erfüllt und die Ehrfurcht vor der geheimnisvollen, jahrhundertealten Zeugungskraft des Bodens, auf dem er steht. Die Freude am Erntesegen wird uns Menschen auf der Erde denn auch reichlich zuteil und zwar so reichlich, daß kein Monat, ja keine Woche des Jahres vergeht, die nicht an irgend einem Erdenfleck dem Menschen Erntefreuden brächte. Der Januar beschert einem Teil von Süd-Amerika und Australien die Ernte, der Februar und März Ostindien, Oberägypten und Mexiko, der April Kleinasien und Kuba, der Mai Jnnerasien, China und Japan, der Juni den Südstaaten der Union und dem südlichen Europa, der Juli Mitteleuropa, den Oststaaten der Union und den Balkanländern, der August den Nordstaaten der Union und den nordwestlichen Teilen Europas, der September und Oktober Skandinavien, Schottland und Nordrußland. Im November endlich wird in Peru und in Südafrika geerntet, und im Dezember in Birma und Neusüdwales. Es ist wie ein Hohes Lied der Fruchtbarkeit, das aus diesem Erntekreislauf, dessen Segen die ganze Erde umspannt, hervortönt Verschieden, wie die Zeit, in die sie fallen, sind aber auch die Bräuche der Menschen in Nord und Sud, mit denen sie säen und ernten. Die Chinesen haben z. B. noch vielfach ihren alten Brauch beibehalten, immer nur in der Richtung von Norden nach Süden zu pflügen, wie sie denn auch im Gegensatz zu der bei uns herrschenden Sitte die Getreidekörner beim Säen nicht ausstreuen, sondern einsetzen und zwar in für unsere Begriffe sehr weiten Abständen, was dann zur Folge hat, daß sich die Getreidepflanzen durch mehrfache Sprossung zu richtigen Büscheln auswachsen. Um das Wachstum Zu fördern, macht man sich sogar die Arbeit, die Pflanzen zwei- bis dreimal zu häufeln. Früher hat Mittwoch, 4-August 1937 nr.179 Drittes Blatt Gießener Anzeiger lGeneral-Anzeiger für Gberheßen) f Lager und Fahrt-Hort der Kameradschaft1 Die Lehrerbildung in Heften. der .lwcksichule für Lehrerbildung in und stark macht. Sie alle kamen freiwillig ins Lager, und so stehen auch die Urlaubstage unter der ernsten Forderung, eine sich selbst gestellte Leistung zu erfüllen. Allem und ausschließlich die Kameradschaft ist oberste Richtschnur im Ablauf des Tages. Mit 15 oder 20 Kameraden ist der junge Mensch im Zelt vereinigt, mit ihnen schläft und ißt er, mit ihnen hat er Dienst und Freizeit, mit ihnen freut er sich und erlebt das Lager wie er alles mit ihnen teilt. Diese Kameradschaft wird im Lager zur Selbstverständlichkeit. Niemand erwähnt sie groß und doch stehen alle unter ihrem Gebot. Manchmal ist es nicht leicht und kostet Selbstüberwindung, ober die Gemeinschaft siegt und bildet ihre einzelnen Glieder zurecht. Dies geschieht um so leichter, als bei allen — weil sie ja freiwillig kamen — der ehrliche Wille vorhanden ist. Muttersöhnchen werden sich nie wohlfühlen in einem Zeltlager, aber Kerle bie- Darmstadt verbracht haben. Das Wintersemester beginnt am 20. Oktober 1937. Das Studium an der Hochschule für Lehrerbildung ist gebühren rei. Die Meldungen zum Studium für das Lehramt an den höheren Schulen in Hessen sind bis spa estens 15. August 1937 mit den vorgeschnebenen Unterlagen einzureichen. Entrahmte Frischmilch im Handel. ZdR. In einer Anordnung, die der Reichsnährstand durch die Hauptoereinigung der deutschen Milchwirtschaft soeben erlassen hat, wird bestimmt, daß die Molkereien und Milchverteiler die Verbraucher neben der Vollmilch auch mit^entrahmter^ UHL Seilersweg Nr. 67 adjo Telephon Nr. 3170 eparaturen iss7v gen sich selbst zurecht. . Wie im Lager, so ist es auch auf der Fahrt. Vielleicht treten auf einer Fahrt manche unvorhergesehene Dinge in den Weg, manches wird vielleicht schwerer sein, als in einem Lager, das für lange Wochen fest errichtet ist. Aber auch hier wird die Kameradschaft über alle Widerwärtigkeiten und menschliche' Schwächen Sieger bleiben. Einer fuhrt und lenkt den andern und reißt ihn mit. Die Gemeinschaft und d a s E r l e b n t s der Natur geben somit die Grundlage für das Lager und für die Fahrt, die in diesen Wochen im ganzen Gebiet Hessen-Nassau auf dem Höhepunkt angelangt sind. Sorgfältig wurden die Führer aus- qewählt. In eingehender Schulung wurden sie mit den Fragen vertraut gemacht und ihnen die Erfahrungen der letzten Jahre mitgegeben. Sie leiten die körperliche Ertüchtigungsarbeit, die neben dem Ionische Turm" — ein satumisches Sinnbild. Er gibt die Erzählung „Der Dombaumeister", em gleiches Gleichnis. Er veröffentlicht „Vergrelsegeschlch- ten" — Saturn ist der „Herr" der Berge, der Ge- steinsmassen. Don Ponten stammt die wundervolle Erzählung „Der Gletscher" — Saturn kristallisiert, er beherrscht Gletscher und Eis. Der Dichter schrieb das „Römische Idyll", eine Dichtung, in die der Vulkanismus hineinspielt, nicht verwunderlich, weil Pontens Feuerzeichen: Mars kräftig auf das Erd- zeichen Taurus, der das Ruhende, Stoffliche Erd- gebundene darstellt, einwirkt, wie auch der „Berggeist" Saturn. v Zu allen seinen Forschungen, Studien und Erkenntnissen hatte der Dichter weite Reisen notig. Er war in den Mittelmeerländern, auf Spitzbergen, in Persien, Nordafrika, Rußland, Nord- und Südamerika. Denn als die erwähnten Bücher geschrieben waren, überkam ihn ein riesenhafter Stofs. Er zog auf dem Schicksalsweg deutscher Auswanderer, deren Epos er schreibt. Die Romane „Im Wolga- land" und „Die Väter zogen aus", denen fünf weitere Bände folgen sollen, behandeln die Taten, Muhen und Leistungen deutscher Auswanderer und Landbesiedler, deutscher Bauern. Und nun wird es auch verständlich, weshalb dieser unruhige Geist und Landfahrer in seinem Horoskop eine genaue Beziehung zum Problem des Ackerbaues erkennen läß Es ist die Lebensfrage seiner Auswanderer und Farmer. Ein gewaltig ausgeweitetes Thema hat Ponten aufqegriffen, und wie oft und schmerzlich mag er unter dieser von Jahr zu Jahr heran- gewachsenen Last geseufzt haben! Keiner der neue, ren Dichter hat sich eines solchen Riesenstoffes be- ^Är^e'inige flüchtige Streiflicher sollten auf Wesen und Werk Pontens gelenkt werden. Ob er Diele Deutung billigen wird? Sie ist nicht erschöpfend, noch mancherlei wäre zu sagen, zudem entzieht sich das Irrationale, das innere Geheimnis der Persönlichkeit jedem Deuteversuch, auch dem wissenschaft- lichen, der vielleicht diesem Geist näher läge als der astrologische. Zur Astrologie hat er persönlich keinen Zugang, wie überhaupt nicht leicht zu einem spirituellen Gebiet: seine Uranusstellung hält diesen Weg für ihn verschlossen. Um so weiter und ergiebiger steht ihm die Außenwelt offen und das Rie- senreich der Sichtbarkeit und der Materie, die er auf seine ihm eingeborene Weise zur Gestalt wecken t und befreien muß — seien es Steine und Erden, = Landschaften und Berge, Natur und Mensch. Frischmilch zu versorgen haben. Dadurch werden die gewerblichen Betriebe, wie Backereien, Großküchen, und sämtliche Haushaltungen in die Lage versetzt, eytrahmte Frischmilch bei Molkereien und Milchverteilern zu beziehen. Auf Wunsch der Der- braucherschaft führen die Milchoerteiler nunmehr neben der Vollmilch auch entrahmte Frischmilch, die eben o sorgfältig zum Genuß vorbereitet wird, wie die Trinkmilch. Der Vorteil dieser Maßnahme für die Verbraucherschaft besteht darin, daß die preiswerte entrahmte Frischmilch, welche alle Nahrstofte enthält, in ausgedehntem Maße zur Erweiterung der Ernährungsgrundlage in Speisen, wie Suppen, Gemüsen und Backwaren, verwendet werden kann. Es ist damit insbesondere die Möglichkeit gegeben, Milch dort zu verwenden, wo bisher wegen der damit verbundenen Kosten auf Milch verzichtet werden mußte. Die Bereitstellung entrahmter Frisch- milch bedeutet eine Berücksichtigung sozialer Bedürfnisse und gleichzeitig eine Derbesserungsmog- lichkeit für die im Haushalt hergestellten Speisen. Gewaltiger Anstieg der llebernachtungsziffern. NSG. Der Jugendherbergsverband Rhein-Main hatte bereits im letzten Jahr eine große Steigerung der Uebernachtungsziffern in den Jugendherbergen unseres Gaues zu verzeichnen. Daß dieses Ansteigen der Uebernachtungszissern nicht eine einmalige Erscheinung war, zeigt der Stand vom 1. 21 u g u ft dieses Jahres, der mit 280000 Uebernachtungen gegenüber dem Lpd. Im Zuge der Vereinheitlichung der Lehrerbildung im Reich wird für das Land Hessen bestimmt, daß vom Wintersemester 1937 an die hessischen Lehrer und Lehrerinnen an höheren Schulen die beiden ersten Semester ihres mindestens acht- sernestriaen Studiums an der Hochschule für Lehrerbildung in Darmstadt zu studieren haben Vom Wintersemester 1937 an können sich Abiturienten (-innen), die beabsichtigen, später eine Prüfung für das höhere Lehramt in Hessen abzulegen, nicht mehr — einer Universität oder Technischen Hochschule , ,.rr ' Vtn nirkt nnrhpr zwei Se- Als der Steinkauz immer wieder nach seiner Geliebten schrie: Komm mit, komm mit, komm mit! da lag ein kranker Mann in seinem Bette. Seine Verwandten standen besorgt um ihn herum. Einer hörte die Eule rufen. Das ist der Totenvogel! Er ruft dem Kranken immerfort zu: Komm mit, komm mit, komm mit auf den Kirchhof! Wenn der Toten- vog'el schweigen würde, der Kranke würde leben bleiben. Schlagt doch den Satansvogel tot! Alle Eulen müßte man totschlagen, die bringen nur Unheil. Am nächsten Morgen war das Eulenliebespaar tot. Die beiden Steinkauzleichen hatte man an das Scheunentor genagelt Im Mittelalter hat man Hexen verbrannt. Jetzt sind es die Steinkäuze, die „die Toten rufen", die Katzen, die über den Weg laufen, und die Totenuhr die das Lebensende ankündiqt. Wir leben im 20. Jahrhundert, aber die Eulen sind vogelfrei Sie stehen zwar unter Naturschutz, es soll aber selbst Jäger geben, die alles, was vor ihren Schießprügel kommt, herunterschießen. Die Tierausstopfer haben zu tun es werden ihnen viele Eulen gebracht, die sie aus'stvpfen sollen. Dann kommst du arme, aus- gestopfte Eule auf den Bücherschrank. Mause sangst du nun nicht mehr, aber Staub. Im Altertum war die Eule der Vogel der Weisheit. Den Vogel haben die „Naturfreunde" nicht. In Afrika gehen die Jäger immer mehr mit der Filmkamera statt mit dem Schießprügel. G-fegn-t-r Flimmerkasten, diese Kulturleistung versöhnt mich mit jedem Ki-ntopp. Gibt es für unfere che.mat nicht auch einen Ersatz für manche Schießtollheit? p Dornotizen. Schauen und Erleben einen Hauptteil des Dienstes ausmacht. Die deutsche Jugend hat ertannt „daß sie einen ftarfen und gesunden K ö r per haben muß, sie weiß aus ihren Heimabenden, daß nur ein leistungsfähiger Körper Träger eines fähigen Geistes fein kann. Sie weiß, daß äußere yorm und innerer Gehalt sich niemals trennen lassen. Wenn wir also den wertvollen Menschen wollen, so muß sowohl der Körper als auch der Geist gebildet und geformt werden. Die weltanschauliche Schulung vertieft das Erleben des Landes und untermauert das Gefühl der Gemeinschaft mit den Ideen unserer We11 - anschauung. Auf den Fahrten kann sie immer wieder anknüpfen an all die vielen Punkte unserer Heimat, die uns an schöne und an schwere Tage unserer Geschichte erinnern. Aus der stolzen Vergangenheit und aus den Leistungen der Vorfahren wird der Stolz auf sich selbst und die Nation wachsen. Ser Junge fühlt, daß es eine unendliche Ehre ist, die em Volk und diesem Reich anzugehören. Dieses Wissen werden ihm die Heimabende um den Fahnenmast und das lodernde Feuer noch tiefer in die Seele senken und damit den unbändigen Willen wecken, dieser Nation dis zum Letzten zu dienen, denn Dienst ist die große Aufgabe eines Manneslebens. Die wenigen Tage, die der HI. leider für ihre Zeltlager und Fahrten nur zur Verfügung stehen, find unendlich wertvoll für das gesamte Leben unserer Gemeinschaft, denn sie schmieden in dieser kurzen Woche die Jugend zusammen, steht sie nun hinter dem Schraubstock, hinter dem Pflug, oder sitzt sie noch auf der Schulbank, sie begründen teper unö ■ stärker als jeder andere Dienst die Kameradschaft, da ein ganzer Tageslauf dieser Gemeinschaft ge- 1 hört. Und jedes Lager ist ein Schritt weiter zur : Vertiefung und Verwirklichung de r : Idee des ' Führers und seiner für Jahr- 1 tausende gegründeten Weltanschauung. Oie Marine-Gefolgschaft 116 NSG. Wochenlang stehen nun schon die Zeltlager der Hessen-Nassauischen HI. auf den Bergen und in den Tälern unserer schönen Heimat. Zur gleichen Zeit haben Tausende von Jungen auf den „Hessen-Nassau- Fahrten" weite Gegenden des Rhein-Main- Gebietes erwandert, und noch vielen steht diese Fahrt bevor. An den schönsten Stellen unserer Heimat sind die Zeltburgen der HI. aufgeschlagen; in grünen Tälern, von Wäldern umgeben, leuchten die hellen Zelte, oder von Bergkuppen blicken sie weit ins Land hinaus. In dieser Gemeinschaft des Lagers ammeln sich unsre jungen Arbeiter, die einmal für eine Woche die Mauern der Stadt und ihre Werkbank verlassen haben, um sie mit dem disziplinierten und doch freien Lagerleben der HI. zu vertauschen. An die Stelle der Arbeit ist die Freiheit des Urlaubs getreten, und tief nimmt der junge Mensch die Schönheiten der Heimat in sich auf, mit der er in diesen acht Tagen eng und tief verbunden ist. Im Zelt ist er mit den Kameraden seiner Schar und Gefolgschaft zusammen, die irgendwo anders im Betriebe stehen oder noch in der Schule sind, aber sie haben alle nur ein Ziel, haben nur ein Bild vor sich in diesen Tagen: ganz die Kameradschaft zu erleben! Fern von Romantik und Schwärmerei empfindet der Junge die Größe der Natur und ihres ununterbrochenen hinflutenden Lebens, er spürt die Urkraft des Bodens, die den Menschen frei der beiden, durch die zwiespältigen Zwillinge getrennten Kraftfelder — ein Hauptproblem dieses Dichtergeistes, das ihn sein ganzes Leben lang begleitet und gelöst werden muß. Das äußere Leben wird sich nomadenhaft abspielen. Große Reisen zu Wasser und zu Land nach entfernten Weltgegenden müssen angetreten werden. Der Aufenthalt Unterwegs wird häufig im Freien genommen, gleich den Nomaden. Die Reisen dienen nie der Kurzweil, sondern immer nur der Sammlung von Erkenntnissen Daneben läuft, was widerspruchsvoll erscheint, ein starkes Interesse für Angelegenheiten des Ackerbaues. Leidenschaftliche Liebe zur ernsten Forschung ist ausgeprägt, Erkundung der sichtbaren Welt, der Realität, sogar der Erde — wortwörtlich Dem Gestein wird große Aufmerksamkeit zugewandt. Ponten taucht tief in den materiellen Stoff — er muß. Die Last an Stoff, die er sich aufburbet, wächst mit den Jahren, wird immer gewichtiger. Aber er ist hartnäckig, stetig, ausdauernd geduldig und der Arbeit tief ergeben. Es wird 'hm gelingen, die Last an Stoff zu bewältigen Aufschlußreich ist die starke Stellung des Planeten Saturn. Dieser ist ein verdichtendes, kristallisierende^ aber auch verzögerndes Prinzip. Saturn macht Ponten zu dem einsamkeitsliebenden Grübler und Denker, zu einem Kloster-Zellenmenschen, und er ist auch das Sinnbild für Stein, Gebirge, Eis, Kristall und Bauten. Er verleiht große Ausdruckskraft und Plastizität, verzögert aber auch äußere Erfolge, hemmt bis fein Umlauf vollendet ist. Dann treten Erleichterungen ein, Hindernisse und Hemmungen Sterne und Dichter. Von Friedrich Schnack. Don der astrologischen Lehre aus gesehen— und äuß ern wenig von ber Boefi« «“•“‘ * Sternenwelt des Tierfrei es, auch der Flksterne uno Planern die jo wichtig sind für dos Denken als ein Weltkaletdojkop. Der spielende W-lt- nei« drekt es und wie er fein Sternensp.el dreht, fo wechseln auf Erden, wohin für uns alle fernem ltratüen sielen von Augenblick zu Augenblick Bilder" Neue tauchen auf, alte verschwinden. Man kann sich aber auch °°rst-ll-n, di- G°- meinjchast der Gestirne bilde -1 n b i m m 11 \ä) Orchester. Ihre Tone und Schwingungen c regen da- All und wo- sich dann b-sind L Un - Mr einundzwanzig Sternenmufiler formen m-I ^WSaU6n\TDi^n?b^rIObSei sich Wie steht es mit Pontens Werk? Mehrere wissenschaftliche Arbeiten sind im Zeichen Saturns der Erdgestaltung gewidmet, der geologischen Erforschung von Landschaften, die bereits Schule machten: Ponten hat für den Erdaufbau einen begnadeten Blick. Er veröffentlichte: „Griechische Landschaften, eine neue Form der Erdbeschreibung. Ferner: „Luganesische Landschaften , nach den gleichen Gesichtspunkten, die „Forschungsrei|e zu den Strophaden", den griechilchen Felsenmseln. Er. entdeckt eine neue, versteinerte Koralle. In diesen Werken wird der Erdstoff eingehend behandelt und die vom Saturn, dem Herrn der Steine und Versteinerungen, vorgeschriebene Richtung befolgt. Der Planet ist aber auch der Meister der gestalt 1 Steine, der Architektur, der Bauwerke * i schrieb das Werk „Architektur die Nicht gebau wurde" Es behandelt große baumeisterliche Entwürfe Es veröffentlicht die Erzählung „Der baby- im Zeltlager. Die Marine-Gefolgschaft 116 verließ am 24. Juli Gießen und traf nachmittags im Marine-HJ.- Zeltlager Miltenberg mit 64 Mann ein. Das Wetter war herrlich, die Stimung der Jgg. sehr gut. , t Die HI.-Gebietsführung hat das Lager m einer der schönsten Gegenden des Maintales aufgezogen. Miltenberg, ein historisches Städtchen, ist wunderbar gelegen und richtig für unser Lager geeignet. Eingebettet in grüne Wälder und von trotzigen Burgen umrahmt liegt die Perle des Mames. Die Jgg. sind ganz eingenommen von den Schönheiten, die sie da empfingen. Das Lager liegt direkt am Main und ist für die Aufgaben und für die Ausbildung der Marine-Hitler-Jugend sehr geeignet. Den Abschluß der einen Seite bildet das langgestreckte Eßzelt, wahrend es von der anderen Seite won einem Thmgplatz und unseren Fahnen abgeschlossen wird. Sämtliche Marine-Einheiten haben ihre Ruderboote an Ort und Stelle gebracht, die Offenbacher M.-H.-J. hat ihr schwimmendes HI.-Heim. Das Heim birgt in sich die gesamte Verwaltung des Zeltlagers sowie das gesamte Unterrichtsmaterial. Zur weiteren Ausbildung ist noch eine Segeljacht und em Motorboot vorhanden. ______ Vorjahre mit 250 000 ein Anwachsen von 30000 Uebernachtungen zu verzeichnen hat. Für die nächsten Wochen und Monate sind noch zahlreiche Gruppen aus allen Gauen Deutschlands angemeldet, so daß bis zum Ende des Jahres die Besucher- zahl der Jugendherbergen im Gau Hessen-Nasiau noch weit mehr erhöht werden dürfte. * ** Heeresfreiwillige f ü r Herbst 1938 aus der Landwirtschaft. Heeresfreiwillige für Herbst 1938 aus der Landwirtschaft (Bauern und Landwirte, sowie deren Angehörige, soweit sie in der Landwirtschaft tätig sind, Inspektoren, Verwalter, Knechte, landwirtschaftliche Arbeiter und Tagelöhner, Deputanten, landwirtschaftliche Wan- der-(Saison-)Arbeiter, Melker) werden nur im Winterhalbjahr 1937/38 ab 1. 11. 1937 zur Erfüllung der Arbeitsdienstpflicht Herangehen, um sie im Frühjahr und Sommer für die landwirtschajt- lichen Arbeiten verfügbar zu halten. Landwirte, die im Herbst 1938 freiwillig dienen wollen, müssen sich daher bis spätestens 15.9.1937 mit Freiwil- ligenschein bei einem Truppenteil um Annahme als Freiwilliger bewerben. Welche Truppenteile für den einzelnen Bewerber in Frage kommen, kann bei den örtlichen Wehrbezirkskommandos und Wehrmeldeämtern erfragt werden. Später als 15. 9.19^7 für Freiwilligeneinstellung 1938 eingehende Gesuche oon Landwirten dürfen nicht mehr berücksichtigt werden. ~ ** Keine glimmenden Tabakre sie aus demZug werfen! Die Reichsbahn weist auf die Gefährlichkeit der üblen Angewohnheit hin, aus fahrenden Zügen brennende Zigarren- und Zigaret- tenrefte zu werfen. Hierdurch können bei Trockenheit Gras- und Waldbrände entstehen, durch die wertvoller Baumbestand in der Nähe der Böschungen vernichtet wird. Die Reichsbahn bemüht sich, durch Anpflanzungen an den Böschungen das Auge des Reisenden zu erfreuen. Gefährdet daher nicht Gras- und Waldstreifen durch gedankenloses Hinauswerfen von glimmenden Tabakresten aus fahrenden Zugen! ** Erloschene R o 11 a u f s e u ch e. Die im Schweinebestande des Georg Grmert, Gießen, Jahnstraße, Holzhaus B, ausgebrochene Rotlauf- seuche ist erloschen. Die Gehöftsperre ist aufgehoben. ** Unfälle. Durch Sturz mit dem Fahrrad er- ■ litt Frau Maria K1 utkowski, Schottstraße 33, kaltem Verstand bringt man ebensowenig in bas i Geheimnis einer Partitur ein wie in bas bes Horo- i stops. Di- Astrologie, obwohl m>t -mpmlch-n . Erfahrungen arbeiten!), ist keine eigentliche^Wss llhait Sie ist e i n e D e u t e k u n st, wie auch bas Partltur-nle-n. Trugschlüssen rst st- ebenso ausgeseht wie d.e exakte M W* * ** 3b« größte Schwierigkeit liegt in der Vielfalt Der zius deuternöglichkeiten: die oon abergläubigen Dorstel- rLMffMW des Planeten Uranus haben, fon ‘ J» SterftS"dn<,f“Ürwie di- der Musik ein3en6bQÄ^ V-nus und ^'/et;er Ubitölid)t in diesem brauchbar ... Z)i> -W™6 gorm, der Mars die Zusammenhang den Geist de jn a[[en 3eiten Gestaltungskraft. Die Dch ßiebe5erHärungen geben Sternen die scho f gleichsam zum Dank, macht, unb bie Äst' wissen aus Goethes ihre Dichter -^nhlt W H. M jm @elfirn= „Dichtung und Wahrb t TOeIt kam. bild sich für ihn darstellt I m’fcn9. und Le- Es wäre eine fetze moe a19 @runb lbrcr bensbilder bekannter ck) _ eine geologische Sternstunde auszua ecken Klagen lassen sich /TÄ Ä" und »'- 'wd sie m Leben und Werk verwlrkllcht? ^raskop des Dichters Es mag erlaubt fein, Jcn roeiI e5 lapidare Iosef Pont e n J $$ freilich hier nicht der Konstellationen enty st. ^beiten w sehr einzu- Drt, auf fällige Punkte sollen beachtet gehen. Nur emige ff @r9unbträ|te setzen das Gewerben. Zwei mach g , mßn: Merkur und Ve- füge ^Wissenschaft nd^ Kunst" Der Komplex dieser nus -"..^tz'bnicyui . benachbarte Hau- Bild-krast- °°r °> °u Nebeneinander. Der !er. es entsteht -m >-»r-kk- grofce ^'NtchMn'gspu^un? °°L°l. die Synthese der Sternenszene. «sgS niedergeschrieben W°r ^s -.n-^g All- unheilvoller Urklang/ -wi erschüttern? Ent- ob« ■er b . bcr eines wickelt sich der Geist eine y (vrbfchaft ist ange- Dichters? Die Anlage ist , Willen obliegt treten. Der Erziehung. btm. . " ,u l-jten. es. den Stoss zu formen dw Anlagen z Aus Lehm kann I°d°ch k°'n M->rm°r g^m den. Wer nicht ?um F-Mer , 1“^ Anzeichen Kaufmann.Sporen 'st- w H^ch lQ(fen Das sind Nicht jeder versteht, das ^Horost^P^ erIernbar. Dod; ’gib’t Ä'unb schlechte Partiturenleser. Mit Aus der Stadt Gießen. Komm mit, komm mit! Ein kleiner Steinkauz wollte Hochzeit feiern und ging auf die Brautschau. Der Abend und die Nacht sind für Liebesleute reserviert. Der Steinkauz flog schwebend wie ein Schatten abends durch sein Re-' vier. Liebestoll und hochzeitsfreudig rief er immerzu: „Kiwitt, kiwitt, kiwitt, komm mit, komm mit, komm mit." Wie Frauen sind, kokettierte Fräulein Steinkauz noch ein wenig: „Geh weg, geh weg, geh weg, du eitler Geck." Was sich liebt das neckt sich. Ein Mann darf nicht so leicht zu Kreuze kriechen. Darum rief er zurück: „Kiwitt, kiwitt, kiwitt, mit dir bin ich quitt." Wie in den guten und in den schlechten Romanen bekamen sich die beiden Steinkäuze doch noch. Die Menschen machen es ebenso. Erst necken sie sich, betonen, daß sie voneinander nichts wissen wollen, und dann liegen sie sich in den Armen. * Kleine gute Steinkäuze, alle Menschen müßten euch loben. Denn die Menschen teilen die Tiere in nützliche unb schädliche ein. Was dem Herrn der Schöpfung gut tut, das nennt er nützlich, und was ihm mißfällt, das heißt er schädlich. Aber die Steinkäuze, überhaupt alle Eulen, sind wirklich nützlich. Die Gelehrten haben sorgsam unb peinlich bie Gewölle der Eulen untersucht. Es waren fast immer nur Mäuseknochen An den Gewöllen. Die Eulen lauschen nachts auf Mäuse, dann schweben sie lautlos herbei, greifen unb töten bie Maus unb verschlingen den kleinen Nager mit Haut unb Haaren. Die Knochen unb Haare können bie Eulen aber nicht verdauen, sie „käuzen" sie wieder aus. Die Gewölle ha.t ein sorgsamer Forscher gesammelt, tausende hat er auseinanbergepoIEt, und immer wieder nur Mäuseknochen gefunden. In seinem Garten hat er mit den Mäuseknochen eine große Schriftreihe gesetzt: Schützt unsere Eulen! Xageefatenbet für Mllwoch: Gloria-Palast (Seltersweg): „Unter Ausschluß der Öffentlichkeit". —. Deutsche Werkstoff-Ausstellung 20.15 Uhr im^Joha^nessaal: Bibel- und ein^4treibenU?a7^emlIw^nnUC^ie n^' vorher zwei €£ Aus den Gießener Gerichissälen arztstelle. Kreis Alsfeld. Jugendfchriften 281, Lan- l, Geschichte und Biogra- i H.s« Aus der engeren Heimat 4» ' 15 Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Man Lorenz' Augen kehren aus einer anderen nicht, Aber ■ 6 * Deckenbach, 4. Aug. Am kommenden Freitag wird Johannes Keller von hier 79 Jahre alt Nächsten Sonntag kann Peter L i n g e l b a ch II. seinen 74. Geburtstag begehen. Am 15. August kann die Witwe Katharina Maus ihr 75. Lebensjahr vollenden. An surt । ten t W Baye schäft ZuL Dik SA.-- im o zielst, fen ti gen. Jahr tücht die i die Spl Dol pen Lei/ d« in 2 nafii Reici Di gemc 116, Kam Niger Zu se dem große merbi enger und Leibe (14. wird. Trup ftänbl schaue (lern Ansp De Mg digke besül die 9 vettk in de toerbi übun Betä sis e leiste Ang schäft Leibe schon scher trage, oewei N "i flauer °orat Rundfunkprogramm Donnerstag, 5. August. 6 Uhr: Choral. Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Bäderkonzert. 9.30: Hausfrau, hör zu! 9.45: Nachrichten. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Simmel- sammelsurium. 15: Volk und Wirtschaft. 15.15: Für unsere Kinder. 16: A Rucksack! voll. 18: Zeitgeschehen im Funk. 19: Bauerng'sangl — Bauerntanz. 19.50: Gespräch am Abend. 20: Zauber der Stimme. 21: Nachrichten. 21.15: Was meist du dazu? 22: Nachrichten. Wetter- und Sportbericht. 22.30: Volks- und Unterhaltungsmusik. 24 bis 1: Nachtkonzert. Susannes Tochter. Vornan von Hedda Westenberger. Copyright by Carl Duncker, Verlag, Berlins35 phien 184, Naturwissenschaft und Technologie 48, Heer- und Seewesen 23, Haus- und Landwirtschaft 7, Religion und Philosophie 1, Naturwissenschaft 32, Sprachwissenschaft 3, Sport 2, Fremdsprachliches 3 Bände. Nach auswärts kamen 22 Bände. beiir Lei Min ner ' folgre chiede vier sieget fämpr 1. 1 MM Rüder 2. Sie! 11/34, 62l.'I 3m tens die A Mir sechter Sie! Bei bürg, würd' Sch- Erfolc die 3 Dritte 75 M mit 5 mann mit 5 .. - ~ , --------------- Welt zuruck: „Spotte nicht so", sagt er leise. „Und wenn du es kürzer und sachlicher wissen willst: ich bleibe hier, weil ich mich von Sabine nicht gleich wieder losreißen kann." dient. Als sein Nachfolger übernahm am 1. August Dr. Fritz Walter die Leitung des städtischen Krankenhauses. Nach seinem medizinischen Studium war Dr. Walter an der Universitäts-Hautklinik in Gießen, am Homöopathischen Krankenhaus in Stuttgart, in der Chirurgischen Klinik des städtischen Krankenhauses in Frankfurt-Höchst tätig. Seit Dezember 1934 befand er sich am Bürgerhospital, städtischen Krankenhaus in Friedberg in der Ober- 100000 Besucher des Luftschiffes »Graf Zeppelin" in 21 Togen. Frankfurt a. M., 3. Aug. (Lpd.) Welch' großes Interesse die Bevölkerung Frankfurts und die vielen Tausende von Feriengäste aus dem In- und Auslande dem seit dem 9. Juli auf dem Flugplatz Rhein-Main in der Luftschiffhalle untergebrachten Luftschiff „Graf Zeppelin" entgegenbringen, wird am besten durch die Tatsache zum Ausdruck gebracht, daß seit dem 12. Juli — an diesem Tage wurde das Luftschiff zur Besichtigung frei- gegeben — also in 21 Tagen, 1 0 0 0 0 0 Besucher sich in der Luftschiffhalle, eingefunden und das Luftschiff von innen besichtigt haben. Kurz nach 15 Uhr traf heute der 100 000. Besucher am Luftschiff ein. Es handelte sich um einen Gastwirt aus Heidesheim bei Mainz namens Georg Hofmann, der sich mit Frau und Sohn auf einer Ferienreise befindet und diese auch zu einem Besuch auf dem Luftschiffhafen benutzte. (£r wurde durch Ober- ingenieur B e u e r l e von der Zeppelin-Reederei herzlich begrüßt und ihm ein naturgetreues Modell des Luftschiffes „Hindenburg" überreicht. Oberingenieur Beuerle gab der Hoffnung Ausdruck, daß der 200 000. Besucher nicht lange auf sich warten lassen werde. Nicht den Arm aus dem Zugfenster strecken' auf: Zeitschriften 3, Gedichte und Dramen 9, Erzählende Literatur 1133, Jugend sch r ist en 281, Länder- und Völkerkunde 99, „Weiter? — Ja, der zweite Grund ist Sabine. Es ist eben doch ein großer Unterschied, Albert, ob man nur weiß, daß es irgendwo in der Welt'ein Kind gibt, dessen Vater man ist — oder ob einem dieses Kind plötzlich von Angesicht zu Angesicht aegenubertntt. Dann wacht eben doch auf einmal so was wie Befriedigung und Erleichterung in einem auf, weil man nun sieht, daß aus dem eigenen, hundertmal verfluchten und verpfuschten Leben doch noch etwas Gutes, Sinnvolles herausgewachsen ist, verstehst du? Weil man sich nun ein- reden kann, daß das eigene Dasein doch nicht ganz ohne Zweck und Logik ins Nichts verrinnt, verstehst du? wohnhaft, eine Gehirnerschütterung und Verletzung im Gesicht. — Ein 24 Jahre alter Mann trug beim Sport einen Unterschenkelbruch davon. — Infolge Ausgleitens kam eine 29 Jahre alte Hausangestellte so unglücklich zu Fall, daß sie einen Ellenbogenbruch erlitt. Die Verunglückten mußten der Chirurgischen Klinik zugeführt werden. ** Polizeibericht. Don der Kriminalpolizei wird mitgeteilt: Am 27. Juli hat ein Lastkraftwagen, der das Kennzeichen VO hatte, in Dutenhofen einen Vollgummireifen von 0,86 Zentimeter Durchmesser verloren. — In der Nacht zum 18. Juli wurde aus emer Waaenremise ein neuer Autoersatzreifen gestohlen. — Am Vormittag des 19. Juli gegen 10 Uhr wurde auf dem Wege Schützenstraße, Rodheimer Straße, Neustadt zum Tiesenweg eine Geldbörse mit 11,80 Mark, einem goldnen Trauring (333, Inschrift E. T. 9. 6. 1929), zwei Kofferschlüsseln, mehreren Poskscheckquittungen verloren. — Bei einem Uhrmacher wurde eine goldene Herren-Armbanduhr mit Lederarmband, Gehäuse Nr. 23 946, entwendet. — Mittels Einbruchs wurde aus einem Gartenhaus eine Film-Photo-Kodakpose 620 entwendet. Auf dem Apparat befindet sich die Firmenbezeichnung C. T. Wiesbaden. In allen Fällen erbittet die Kriminalpolizei Gießen sachdienliche Angaben. ** Oeffentliche Bücherhalle. Im Juli wurden 1828 Bände ausgeliehen. Davon kamen ihm, weil er dir von früher her bekannt ist. Dieser Mann ist ein Knecht auf dem Hof, wie auf allen Höfen der Umgegend. Nur genießt er vielleicht ein klein wenig mehr Verttauen. Und er heißt Renz. Laut Paß und Arbeitspapieren. Und vielleicht, wenn der Mann namens Renz sich bewährt, kriegt er nach einer Weile ein bißchen mehr Befugnisse und ein bißchen mehr Lohn und eine etwas menschlichere Kammer, als sonst Knechte kriegen. Dann hat er alles, was er von diesem Leben noch erwartet." Lorenz hält ttefatmend inne und sieht Lyk erwartungsvoll an: „Ist das nicht mit ein bißchen gutem Willen ganz einfach? Also überlege nicht mehr so lange, Albert, schlag ein!" Aber Lhk fragt weiter: „Und wir beide, Nick? Du und ich? Wie würden wir uns zueinander stellen?" „Wie Herr und Knecht sich zueinander stellen, Albert. Genau so." „Gut. Und wie stellst du dich zu Sabine? Würde ich mich darauf verlassen können, daß von deiner Seite aus kein unvorsichtiges und zu vertrauliches Wort fällt? Und daß du durchaus die Grenzen einhältst, die zwischen dem Knecht und der Sekretärin des Gutsherrn gegeben sind?" Da steht Lorenz auf, und seine harte Faust fällt lautlos auf den Tisch: „Das — hängt ganz von dir ab, Aloert Lvk! Solange auch du die Grenzen einhältst, die zwischen einem Herrn und seiner Se- kretärin gegeben sind, hast du von mir nichts zu fürchten, so war ich Sabines Vater bin. Genügt dir das?" Lyk lacht rauh auf. „Ein Pakt auf Gegenseitigkeit also — sehr amüsant! Und ziemlich ungewöhnlich zwischen zwei Männern unseres Alters! Uebri- gens tut es mir leid, daß wir nicht früher schon Susanne gegenüber solche Abmachungen getroffen haben ... Aber gut. Falls ich dich also einstelle..." „Du wirst mich einstellen, Albert. Es bleibt dir ja nichts anderes übrig!" Lyk lacht noch einmal laut auf: „So, mir bleibt ,an^eres übrig! Na, Gott erhalte dir deinen Endlichen Glauben. Aber immerhin, insofern hast du recht, als mir im Augenblick deine Anstellung als die bequemste Lösung erscheint." „-voll das heißen, daß du dich schon entschlossen hast, mich einzustellen?" " Watzenbomer angestoßen und fiel um. Es entstand nun eine allgemeine Schlägerei. Die Fensterscheibe des Personenkraftwagens ging dabei in Trümmer. Vier Grüninger hatten sich wegen dieser Schlägerei gestern vor dem Amtsrichter zu verantworten. In sehr umfangreicher Beweisaufnahme — es wurden 20 Zeugen vernommen — konnte aber keine völlige Klärung der Schuldfrage herbeigeführt, insbesondere auch nicht festgestellt werden, daß gerade die vier Grüninger die Urheber des Streites waren. Ferner konnte nicht aufgeklärt werden, wodurch die Fensterscheibe des Autos in Trümmer gegangen war. Der Angeklagte O. B. mußte freigesprochen werden, da ihm eine Teilnahme an der Schlägerei nicht nachgewiesen werden konnte. Die Angeklagten H. M. und E. L., beide aus Grüningen, wurden frei gesprochen, da sie in Notwehr gehandelt hatten. Wegen dieser Schlägerei auf der Straße in Grüningen wurde auch der H. Sch. frei gesprochen, da ihm ebenfalls d-r Notwehrparagraph zugute Farn; er mußte aber, da er später in einer Wirtschaft in Grüningen einen Watzen- borner, der ihn beleidigte, mit der Faust ins Gesicht schlug, was nach Lage der Dinge nicht notwendig gewesen wäre, auf Grund der §§ 233,223 des Strafgesetzbuches bestraft werden. Das Gericht belegte ihn wegen dieser Körperverletzung mit einer Geldstrase d o n 10 Mark, die im Unein- bringlichkeitsfalle mit zwei Tagen Haft zu verbüßen ist. Soweit die Angeklagten freigesprochen wurden, hat die Reichskasse die Kosten zu tragen, im übrigen der Angeklagte Sch. Lyks Stimme tlinat vorsichtig und lauernd: „Ja, das verstehe ich, und nachdem du also durch die Begegnung mit Sabine diese nachträgliche Rechtfertigung für dein Dasein gefunden hast, hindert dich ja nichts mehr, wieder deiner Wege zu gehen." „Meiner Wege zu gehen? Ach, Albert! Du ahnst ja nicht, was nun noch alles da ist, außer diesem Gefühl der eigenen Daseinsberechtigung. Neugier Zum Beispiel, eine unbändige Neugier, wie dieses Geschöpf, das man in die Welt gesetzt hat ver- anlagt ist, wie es atmet, denkt, spricht, sich bewegt! Wie es lacht, und wie es traurig ist, wie es geht und sich bewegt! Urplötzlich hat man nun wieder einen Zusammenhang mit der Welt, es ist da auf einmal wieder ein Faden, durch den man mit allen Dingen des Lebens aufs neue verknüpft ist. hört auf, gleichgültig zu sein." Lyk versucht zu lächeln: „3d) wußte gar daß ein Vater so ein sensibles Wesen ist. Nick, wenn du es sagst..." Lyks helle Augen sind von grausamer Kälte: „Ja. Nur sind die Gründe andere, als du dir einbildest. Aber das macht ja nichts." Lorenz' Gesicht zeigt keinerlei Bewegung: „Nein, das macht nichts. Und wann kann ich eintreten?" „Wann du willst. Morgen, übermorgen .. „Gut. Uebermorgen---Herr Lyk!" Sie liegen auf der Wiese, die Gesichter der Sonne zugewandt, die Arme weit ausgebreitet. „Nun habe ich Ihnen jo viel von mir erzählt", Jagt Michailow, „aber ich weiß noch so gut wie gar nichts von Ihnen, Fräulein Sabine." „Was soll ich auch von mir erzählen? Ich fang' doch erst an zu leben." Michailow wirft seiner Nachbarin einen verstohlenen Blick zu, ohne den Kopf zu bewegen: „Nun, in Ihrem Alter hat man doch schon so dies und das mitgemacht." „Mitgemacht schon, aber es war nichts Interessantes und nichts Erfreuliches. Erft bin ich aufs Lyzeum gegangen und nachher ins Büro. Dann starb meine Mutter, und ich stand allein da. Das ist alles." „Und da war keine Tanzstundenliebe und nichts von heimlichen Rendez-vous und kein guter Freund, öer das langweilige Leben ein bißchen versüßte? Jiem, das glaube ich Ihnen nicht!" „Das können Sie ruhig glauben, Herr Michailow, sagt Sabine ernst und mit einer Stimme, in per Sprödigkeit mitschwingt: „Zum Verlieben hab' ich nie Zeit gehabt. Und auch keinen Mut", vollendet Sabine rasch und schließt nun die Augen, als sei das Gespräch für sie beendet. Eine Weile bleibt es still zwischen den beiden. Dann setzt sich Michailow umständlich auf, so daß er Sabine in das stille, sonnenüberglühte Gesicht sehen kann. „Wieso gehört denn Mut zum Verlieben?" fragt er leise und em wenig amüsiert. „Die Liebe fliegt einem doch zu, man merkt sie gar nicht, auf ein« mal hat sie einen schon ganz und gar erfaßt, man hebt und erweckt Liebe und kann gar nicht mehr anders, selbst wenn man wollte. Ach, ohne Liebe wär' doch das Leben wahrhaftig nichts wert, glauben Sie nicht?" Fortsetzung folgt. gen sein wird, ausländisches Obst zu essen. Als vorzüglich darf die Beerenernte angesprochen werden. Erd- und Himbeeren lieferten reiche Erträge, gleiches kann von der Brombeere erwartet werden, die als Volksnahrungsmittel immer mehr an Bedeutung gewinnt und darum jetzt viel in Gärten angepflanzt wird. Als ein unliebsamer Freund des Beerenobstes erweist sich leider ein Teil unserer Singvögel, die damit zu Schädlingen werden, sobal.d sie an Zahl zu stark zunehmen. Dor allem sind es der Star und die Amsel, welch letztere früher meist nur im Walde anzutreffen war und im Winter in die Dörfer und Städte kam, um ihr Futter zu suchen, heute aber vorwiegend in Gärten und Parkanlagen anzutref- fen ist, wo sie sich auch als Nesträuber betätigt. Dazu kommt noch der Sperling, der ja durch das Vogelschutzgesetz nicht geschützt wird und darum — da er in Massen auftritt — abgeschossen werden kann. Vielfach wird auch das Ueberhandnehmen der geschützten Raubvogelarten beklagt, aber nicht seitens der Gartenbesitzer, sondern von Taubenzüchtern. Ist doch schon beobachtet worden, daß z. B. der Sperber die Tauben vor dem Schlage wegholt. Durch diese Räubereien sind namentlich unsere Brieftaubenzüchter mit ihren zum Teil sehr wertvollen Beständen schon empfindlich geschädigt worden. Kreis Friedberg. A Münzend erg, 3. August. Das 2^jährige Söhnchen des Schlossers Fritz Metzger spielte zusammen mit anderen Kindern im Hof eines Nachbarn und kletterte dabei an einem schräg an die Wand angestellten schwerem Eisengitter hoch. Das Gitter fiel um und begrub den Jungen unter sich. Mit einem Oberschenkelbruch und Bluterguß mußte der bedauernswerte Kleine in das Johanniterkrankenhaus zu Nieder-Weisel gebracht werden. Kreis Schotten. <70 Schotten, 3. Aug. Mit Ablauf des Monats Juli hat der seitherige Chefarzt des städtischen Krankenhauses Dr. Koeniger die Leitung dieses Hauses niedergelegt. Unter schwierigen Verhältnissen hatte er das neuerbaute Krankenhaus im November 1928 übernommen, es einrichten und mit den neuzeitlichen ärztlichen Hilfsmitteln und Apparaten versehen helfen, so daß es allen Anforderungen an ein modernes Krankenhaus entspricht. Zum Segen der Vogelsberg-Bevölkerung war Dr. Kve- Niger bald neun Jahre hier erfolgreich tätig, und er hat sich den Dank vieler Volksgenossen, die bei ihm Heilung und Wiederherstellung fanden, ver- ,9la allen x9e öes öefpei uluqi Äi Nnf S krr über über Die Jeb. N ■ 'M ' Die Industrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 594: Aenderung in den Bestimmungen über den Warenverkehr mit Süd- und Mittelamerika. — 595: Bekanntmachung über die Zuständigkeiten der Ueberwachunasstellen VII für Walle und andere Tierhaare, VIII für Baumwolle, IX für Bauwollgarne und -aewebe, Xa für Seide, Kunstseide und Zellwolle, Xb für Kleidung und verwandte Gebiete, XI für Bastfasern. — 596: Anordnung 29 der Ueberwachungsstelle für Bastfasern. (Regelung des Verkehrs mit Säcken bei der Abgabe von Futtermitteln, Düngemitteln und Saatgut.) — 597: Anordnung 28 der Ueberwachungsstelle für Bastfasern. (Ergänzende Bestimmungen über Abgabe und Verwendung von gebrauchten Säcken.) — 598: Zweite Verordnung über die Regelung der Handelsspannen für Rundfunkempfangsgeräte und Lautsprecher. — 599: Verordnung über Verbraucherhöchstpreise für Hühner- und Enteneier. —' 600: Nachttag Nr. 3 zur Anordnung Nr. 4 der Ueberwachungsstelle für Papier (Papierspäne und Alt,».ipier) vom 5. Februar 1937. (Neue Höchstpreise für Papierspäne und Altpapier.) — 601: Anordnung Nr. 4 der Ueberwachungsstelle für Papier (Papierspäne und Altpapier). — 602: Anordnung 28 der Ueberwachungsstelle für Eisen und Stahl (Lagerbuchführung über den Bestand an Eisenhalbzeug, Walzwerks- und Gießereierzeugnissen). — 603: Sonderschau „Werkstoff Papier" auf der Leipziger Herbstmesse. Gemeinschaftswerbung der Wirtschaftsgruppe Druck und Papierverarbeitung. — 604: Behandlung von Vermögenserttägnissen im Kapitaldienst mit Frankreich. — 605: Der Gesetzentwurf zur Abänderung des niederländischen Zoll- tarifgesetzes von 1934. — 606: Schweizer Gebührentarif Nr. 32 über die Erteilung von Einfuhrbewilligungen. — 607: Umsatzsteuerumrechnungssätze Juli 1937. — 608: Die Richt-Kleinverkaufs- preife für inländisches Obst und Gemüse für die Zeit vom 2. bis 7. August 1937. Große Strafkammer Gießen. Der 27 Jahre alte I. M. aus Friedberg hatte sich wegen eines Sittlichkeitsoerbrechens zu verantworten. Er hatte an einem 7jährigen Mädchen unzüchtige Handlungen oorgenommen. Er wurde zu einer Gefängnisstrafe von zehn Monaten verurteilt. Da der Angeklagte noch nicht vorbestraft ist, sah das Gericht davon ab, ihn in einer Heil- und Pflegeanstalt unterzubringen. 3V2 Monate der Untersuchungshaft wurden dem Angeklagten auf die Strafe angerechnet Im April war der B. D. aus Lauterbach van dem Schöffengericht von der Anklage der fahrlässigen Tötung freigesprochen worden, da ihm eine Schuld an dem Unfall vom 8. November 1936 auf der Straße Lauterbach—Maar, an dessen Folgen ein Motorradfahrer aus Wallenrod gestorben ist, nicht nachgewiesen werden konnte. Gegen diefes Urteil hatte die Staatsanwaltschaft Berufung eingelegt. Die Strafkammer kam zu demselben Ergebnis wie das Schöffengericht und wies demzufolge die eingelegte Berufung zurück. Die Kosten des Berufungsverfahrens hat die Reichskasse zu tragen. Amtsgericht Gießen. 3n der Nacht zum 26. April 1937 waren verschiedene junge Leute von Watzenborn-Steinberg in Holzheim zum Tanze. Schon dort kam es zwischen ihnen und jungen Leuten aus Grüningen zu kleinen Plänkeleien. Auf der Heimfahrt nach Watzenborn- Steinberg mußten sie durch Grüningen fahren. Ein an der Straße stehender Grüninger wurde dabei durch einen auf dem Trittbrett des Autos stehenden Aschaffenburg, 3. Aug. (Lpd.) Bei der Son« dernugsfahrt eines hiesigen Vereins wollte ein Fahrtteilnehmer, ein etwa 35jähriger Einwohner aus Damm, Mitteisende auf Rehe in« nerhalb eines Wildparks bei Darmstadt aufmerksam machen. Dabei streckte er seinen Arm s o - w e i t z u m A b t e i l f e n st e r hinaus, daß er von einem im gleichen Augenblick vorbeisausenden Schnellzug erfaßt und gegen das Fenster des Zugabteils geschleudert wurde. Die Abteilinsassen sahen zu ihrem Entsetzen, daß der Arm des bedauernswerten Mannes schwer verletzt war. Durch den Aufschlag war er anscheinend gebrochen und durch die zerschmetterte Fensterscheibe waren ihm Schnittwunden zugefügt worden. Ins Abteil hereinfliegende Glassplitter verletzten einige Mitreisende leicht. Der Zug wurde durch Ziehen der Notbremse zum Stehen gebracht und der Verletzte in ein Krankenhaus transportiert. Ue6er 400 Kleinwohnungen in Mainz errichtet. Lpd. Mainz, 3. Aug. Jetzt werden die letzten Wohnungen bezugsfertig, die die Stadt Mainz auf Grund ihres Bauprogramms 1936/37 erstellt hat. Es sind 4 0 7 Wohnungen, die mit einem Ge- samtkostenaufrvand von 2,1 Millionen Mark im Sinne der von der Reichsregierung gegebenen Richtlinien gebaut wurden und mit verschwindend geringen Ausnahmen den Charakter von Volks- wohnungen haben. Es handelt sich durchweg um Ein-, Zwei- und Dreizimmerwohnungen mit Küche. 96 von diesen Wohnungen sind durch Umbauten zweier Fabrikgebäude entstanden. Die eigentlichen Neubauten verteilen sich auf Baublocks in verschiedenen Stadtteilen. Hiervon liegen drei in Vororten, zwei weitere weit vorgeschoben am Rand der Stadtkerns. Der Mietpreis für die Ein- bis Zweizimmerwohnung beträgt 28 Mark. Für den Bauplan 1937 find wiederum 5 0 0 Wohnungen vorgesehen und finanziert, so daß mit den Arbeiten in den nächsten Tagen begonnen werden kann. Auch das Sanierungsprogramm der Altstadt wird im Rahmen des Möglichen in Angrift genommen werden. Landkreis Gießen. * Wieseck, 3. Aug. Hier stürzte mit einem Motorrad der 24 Jahre alte Gustav G ö r l a ch aus Holzheim. Mit einer Gehirnerschütterung und Verletzungen am Bein mußte der Mann in die Klinik zu Gießen verbracht werden. + Grünberg, 2. August. Unsere Bahnhofstraße präsentierte sich den ankommenden Fremden seither in keinem guten Lichte. Da man einige Fahre keine Ausbesserungen an ihr oorgenommen hatte, war sie zuletzt in sehr schlechtem Zustande. Vor einiger Zeit ließ man daher die gröbsten Beschädigungen mit Teer und Splitt ausbessern, und gegenwärtig ist man daran, die Straße in ihrer ganzen Ausdehnung mit einer Teerdecke zu über» ziehen. Jedenfalls werden die zahlreichen Autofahrer von und zum Bahnhof diese Erneuerung der Straße begrüßen. + Grünberg, 3. Aug. Am Montag fand eine Besichtigung der Freiwilligen und Pflicht- feuerwehr durch Kreisfeuerwehrführer Bouffier (Gießen) statt. Unter dem Kommando von Wehrleiter Reinhard Haas zeigte die Wehr auf dem Sportplatz Fußexerzieren und Uebungen an den Löschgeräten. Als Abschluß der Uebung erfolgte ein Branoangriff auf ein Anwesen in der Marktgasse. An der Uebung nahmen auch die Sanitätsgruppe und die Samariterinnen vom Roten Kreuz teil. Bei der nachfolgenden Besprechung äußerte sich Kreisfeuerwehrsührer Bouffier sehr anerkennend über die Vorführungen * L a ng - Göns , 3. Aug. Heute mittag ereignete sich hier in der Hauptstraße ein Zusam - m en stoß von drei Kraftwagen. Zum Glück kamen bei dem Unfall Menschen nicht zu Schaden, dagegen wiesen die drei Autos erhebliche Beschädigungen auf. Die Kraftwagen mußten abgeschleppt werden. I Hungen, 3. Aug. Dank der günstigen Witterung konnte die Getreideernte wesentlich gefördert, nicht nur das Getreide gemäht, sondern zu einem erheblichen Teile eingefahren werden, so daß man bald das Brummen der Dreschmaschinen wird vernehmen können. Wenn auch bei der diesjährigen Ernte das Stroh gegen frühere Jahre an Menge im Rückstand bleibt, so kann doch der Körnerertrag im großen und ganzen nicht als ungünstig bezeichnet werden. Dis Obsternte wird anscheinend besser aussallen, als man vor einiger Zeit erwartete. Wohl bleiben manche Obstforten zum Teil etwas zurück, dagegen zeigen andere Obstbäume einen guten, mitunter sogar sehr guten Behang, so daß der Obstliebhaber wohl nicht gezwun- „Du willst dich also deiner Tochter zu erkennen geben?" fragt Lyk erregt. Lorenz lächelt gequält: „Du scheinst davor sehr große Angst zu haben, Albert. Aber ich kann dich beruhigen: ich will mich nicht zu erkennen geben. Wenigstens — vorerst noch nicht." „Aber was willst du denn von ihr?" „Sie sehen, sie sprechen hören, mich gelegentlich mit ihr unterhalten, sie beobachten, wenn sie sicy mit anderen unterhält." Lyk verschränkt langsam die Arme über der Brust: „Hm..." „Ist das zu viel verlangt, Albert?" „Es kommt darauf an, von wem du es verlangst. Nick. Vom Leben an sich ist es gewiß nicht zu viel verlangt. Aber von mir — ja." Lorenz' Augen glühen auf: „Komme ich dir in die Quere? Hast du doch irgendwelche Absichten mit Sabine, bei denen der Vater als Zuschauer unbequem wäre?" Hochmütig antwortet Lyk: „Wenn ich sie hätte, wurde ich sie nicht preisgeben, Nick. Außerdem wäre ich dann mit Sabine schon über alle Berge, meinst du nicht auch?" Lorenz erblaßt. Er senkt die Augen, sein Gesicht sieht nun ganz eingefallen aus. Da Lorenz keine Antwort findet, nimmt Lyk öem Augenblick die Spannung mit den Worten: "Du willst sie also sehen, nur sehen. Nun gut. Und wie willst du das durchführen?" „Indem ich Knecht auf deinem Hofe werde, ganz so wie ich es dir gestern schon vorschlug, als ich noch nichts von Sabine wußte. Und daß ich es dir vorschlug, ehe ich von Sabine wußte, beweist mir wie schicksalhaft das Ganze ist." „Na ja, man kann es ja auch so auslegen. Und abgesehen von diesem — diesem Schicksalhaften- wie denkst du dir denn deine Stellung im Haus vorausgesetzt, daß ich dich wirklich einstelle? Michailow gegenüber und uns gegenüber? Ich habe Sabine nämlich schon erzählt, daß ich dich oon* stuher her kenne; es ging nicht anders, ich mußte ihr irgendsowas erzählen. Sie würde dich sicher mit regem Interesse betrachten und alles, was wir tun... J”05 tun wir denn schon Besonderes, । Albert? Du, der Gutsherr, stellst einen neuen Mann em und bist vielleicht ein bißchen freundlicher zu 1 t t 1 tl it r« 5.' Kreisspieltag des Kreites M Meter t- holungsübungen ablegt und damit beweist, daß nicht dem Zustand einer Erschlaffung verfällt. er t. m 243 Klarinette nne n>ie -ifportf er en ter ii* It ein, n?N Klaoierunter- nur von einer Lehrkraft ertei- aus Elfenbein einem feuchten ernsthaft üben richt soll man wirklich guten len lassen. Klaviertasten wischt man mit i. n ilte: ein« lein, ind Jes’ ieg nit m- nt- •in in anb bis den en iten Inch im nen en. daß ficht ragt irgt ein* na" iehk itbe [an* Die Richtung ist klar: über die Sporttage der SA.-Standarten, über die Sporttage der Gruppen (Tv. Heuchelheim) konnte hier Dritter werden mit einer Zeit von 16,34 Minuten, lieber 110 Meter Hürden ging auch Stahlhut (Heuchelheim) an den Start. Er war leider bei der ersten Hürde etwas Um die Weltmeisterschast der Schützen. Erste goldene Medaille für Deutschland. Die deutschen Schützen bei den Weltmeisterschaften in Helsinki haben schon gleich am ersten Tage von sich reden gemacht. An den Kämpfen um das Meisterschaftsabzeichen beteiligten sich die Deutschen gleich mit großem Erfolg. Im Wettbewerb der Kleinkaliberschützen, 50 Meter stehend, holte sich Karl S t e i g e l m a n n mit 367 Ringen das goldene Meisterschaftsabzeichen, und Erich Spörer erhielt für seine 363 Ringe das silberne zuerkannt. Auch Walter G e h m a n n wurde im Kleinkaliberschießen, 50 Meter liegend, für seine hervorragende Leistung mit 393 Ringen mit dem goldenen Meisterschaftsabzeichen geehrt, während van Oyen mit der finnischen Militärpistole M/23 auf 25 Meter Entfernung mit 283 Ringen das silberne Abzeichen errang. Wettkämpfer des Gaues Hessen die gehegten Erwartungen nicht erfüllten und hinter ihren sonstigen Leistungen zurückblieben. Zn der Mannschaft des Gaues Hessen standen auch einige Wettkämpfer aus Gießen, die jedoch diesmal weniger glücklich abschnitten und zum Teil auch hinter ihren Leistungen zurückblieben. Mieritz (1900) startete im 400-Meter-Lauf, konnte aber in der Zeit von 54,7 Sekunden nur Vierter werden. Bei dem 1500-Me- ter-Lauf reichte es für E. Reidel (Tv. Heuchelheim) leider auch nur für den vierten Platz mit einer Zeit von 4:21,2 Minuten. Auch über 5000 Meter lagen die Bayern unangefochten vorne. Fr. Reidel Beweis dafür. lieber die Reueinteilung der Bezirksklaffe konnten endgültige Angaben noch nicht gemacht werden. Die SA. ist echte Volksgemeinschaft, echter, erprobter und erlebter Nationalsozialismus. Reichswettkämpfe der SA. Berlin 13. bis 15. August 1937. rm ht Selbe ins ige )er Zte es ie« irb en n° IS» int ei» ii- as i US n, ife ffli zr» rei eil zr» aß en ^Welch großer Erfolg durch die Einführungder Leibesübung in der SA. erreicht °>°rd°n >st- kommt fdjon dadurch zum Ausdruck. Millionen deu scher Volksgenossen heut- dos SA.-Sp°rt°bz°'ch°n tragen und damit eine genau umrissene 1 ung beweisen. Der Gedanke mMaften Mannestams Mellt auf dem Weg über die <521. zum Allgemeingut des deutschen Bolfes ltewor^n. dauernde Besitz des Sportabzeichens d-r SA setz^ ooraus, daß jeder Trager des Abzeichens Hier abfchneiden! I Gießener Jtinger in Frankfurt knapp unterlegen. ..Reichsbahn Rot-weitz Franksurl" besiegt „Gießen 93“ 12:9. Die Ringermannschaft des Kraft- und Sportklubs 1893 weilte am Samstag zum Rückkampf gegen genannten Verein (früher Rödelheim). Gießen muhte Ersatz für Emmerich und Klotz einstellen. Dadurch daß Emmerich fehlte, mußte Unteroffizier Vetter und Becker je zwei Klassen aufrücken und waren ihren Gegnern körperlich stark unterlegen. Trotzdem lieferten beide glänzende Kämpfe und Vetter lag bereits in Punktführung als Kampfleiter Pfeifer, Bürgel abpfiff und den Frankfurter zum Sieger erklärte. Es muß aber festgestellt weden, daß Vetter außerhalb der Matte gelegen hat. Dadurch war natürlich der Gesamtsieg der Gießener nicht mehr möglich, da Becker ja gegen den 25 Pfund schwereren Girier kaum gewinnen konnte. 62 Starts zu ZielstreckenMen Großer Tag der „18. Rhön". rnss ann Das ichts unb, Hai' , in hab' ioll' als Ein Blick über die Folge der Wettkämpfe am Sonntagnachmittag im Olympia-Stadion läßt erkennen, in welcher Vielseitigkeit in der SA. Leibesübung betrieben wird: Fußball-Meisterspiel einer Auswahl-Nationalmannschaft gegen eine Auswahlmannschaft der SA., 100-Meter-Lauf (Entscheidung), 400-Meter-Lauf (Entscheidung), Schule der Leibesübungen durch 1000 Mann der SA.-Gruppe Hessen Boroorführungen von 500 Boxern, endend mit zwei Minuten freies Boxen, 400-Meter-Hinder- nislauf im Dienstanzug (Entscheidung), 4X100= Meter-Staffel (Entscheidung). Vorführung: Meldehunde. 2000-Meter-Hindernis-Stasette (Entscheidung). Handballspiel der in den Ausscheidungskampfen ermittelten zwei besten SA.-Handball-Mannschaften. Kugelstoßen (Entscheidung), Speerwurf (Entscheidung), Handgranatenweitwurf (Entscheidung), Vorführung der Reichsführerschule Reiterliche Vorführungen, Schaunummern. Jagdspringen Klasse M. Siegerehrung. Für die aktiven Teilnehmer, wie auch für Die Zuschauer, die in vielen Sonderzügen aus dem ganzen Reich nach Berlin kommen werden du ften die Tage der Reichssportwettkampfe der ^A. Bilder und Eindrücke bringen, die in vieler.Ansicht und lebhaft an die Ereignisse der Olympischen Spiele erinnern werden. aus dem Tritt gekommen und konnte nicht mehr aufholen. Auch hier blieb nur ein dritter Platz, lieber 400 Meter Hürden kam Stahlhut ebenfalls auf den dritten Platz. Zeit: 58,8 Minuten. Stahlhut sicherte sich einen weiteren dritten Platz im Hochsprung mit 1,75 Meter. Herrmann, vom VfB.- Reichsbahn Gießen, startete im Weitsprung und erreichte 6,72 Meter. Den Bayern mußten auch in dieser Konkurrenz die ersten beiden Plätze überlassen bleiben. Im Kugelstoßen konnte Luh (VfB.- Reichsbahn) 13,91 Meter erzielen und tat damit sein Bestes. Der erste Sieger Konrad (Bayern) erreichte allerdings 15,03 Meter. Im Diskuswerfen wurde Luh Dritter mit einer Weite von 40.32 Meter. Er ließ dabei noch Kilo (1900) hinter sich, der diesmal nur 39,89 Meter erreichte und mit den Windverhältnissen überhaupt nicht zurechtkam. Im Speerwurf wurde Herrmann (VfB.-Reichsbahn) vierter Sieger mit einer Leistung von 57,15 Meter, im Hammerwerfen erreichte er mit 43,46 M:t:r ebenfalls nur den vierten Platz. Die Pflichtspielrunde des Fachamtes Handball nahm mit dem Kreisspieltag am vergangenen Sonntag einen vielversprechenden Anfang. Weit über 50 Dereinsvertreter, Uebungsleiter und Schiedsrichter waren erschienen, um sich die notwendigen Jn- truftionen für die kommende Arbeit zu holen. Entgegen der sonstigen Gewohnheit besckritt man von vornherein den Weg der zwanglosen Aussprache, der, wie es sich denn auch herausstellte, zweckmäßig war. Die Fragen, die naturgemäß gerade bei Beginn einer neuen Runde auftauchen, sind so umfangreich und interessant, daß es wichtig genug erschien, sie alle so ausführlich wie möglich zu behandeln Das rege Anteilnehmen der Anwesenden unterstrich diese Tatsache, so daß der Zweck der Zusammenkunft erreicht wurde. Eines der wichttgsten Kapitel war die neue Paßordnung des DRL. Danach fallen für die Folge im Fachamt 4 die alten Spielerpässe fort, während an ihre Stelle die neuen, den Vereinen inzwischen zugegangenen Mitgliedskarten des DRL. treten. Kurz gestreift wurde auch die neue Strafordnung des DRL. und die sich daraus ergebenden Aenderungen für das Fachamt Handball. Für die Jugendlichen ist die Bestimmung neu, daß Senior-Erklärungen nicht mehr ausgesprochen werden dürfen. Dagegen ist es möglich, Senioren, die gerade der Jugend entwachsen sind, für ein weiteres Jahr zurückzuver- setzen. Eine längere interessante Aussprache entspann sich über das Verhältnis zwischen den Vereinen bzw. Mannschaften einerseits und den Gliederungen der Partei (SA., HI. usw.) sowie der Wehrmacht andererseits. Der Vertreter des Gaues Sachbearbeiter Willing, wies an Hand der bestehenden Bestimmungen nach, daß es bei richtiger Anfassung der Dinge zu irgendwelchen Unebenheiten nicht kommen könne und daß bei einigermaßen gutem Willen eine beiden Teilen gerecht werdende Zusammenarbeit möglich sei. Gerade die Tatsache, daß die Standarte 116 und die Sturmbanne 1/116 und III/116 je eine Mannschaft zu s->r neuen Runde gemeldet hätten, feien der beste im ganzen Reich führt der Weg sinngemäß und zielstrebig nach Berlin, zu den Reichssportwettkämpfen der SA., der großen Heerschau der Leibesübungen. Die SA. verfolgte im Laufe des vergangenen Jahres systematisch das Ziel einer körperlichen Ertüchtigung und bewies dabei jene Einsatzbereitschaft, < die sie von der Kampfzeit her auszeichnete. Man hat ! die Begeisterung der Wettkampfteilnehmer bei den ' Sportfesten der Standarten erlebt, Tausende von i Volksgenossen wohnten den Sportfesten der Gruppen bei und konnten sich von dem hervorragenden Leistungsstand überzeugen, der in der SA. in kurzer Zeit erreicht wurde. Die Reichssportwettkämpfe in Berlin sind nun die letzte Etappe vor den großen nationalsozialistischen Kampfspielen während des Reichsparteitages in Nürnberg. Die Kameraden unserer heimischen SA. haben sich gemessen in den Wettkämpfen der SA.-Standarte 116, sie haben sich zum Teil durchgesetzt in den Kämpfen der Gruppe, und wenn 'es auch nur wenigen beschieden sein kann, in Berlin aktiv dabei, zu fein, so muß berücksichtigt werden, daß aus jedem deutschen Gau eben nur die Besten zu diesem großen Wettbewerb antreten können. Im übrigen werden auch zahlreiche Angehörige der SA unserer engeren und weiteren Heimat in Berlin dabei sein und aktiv mitwirken bei der großen „Schule der Leibesübungen", die am Samstag und Sonntag (14. und 15. August) im Olympia-Stadion gezeigt wird. Diese Schule der Leibesübungen bestreitet Die Gruppe Hessen mit tausend Kameraden Selbstverständlich werden auch zahlreiche Kameraden als Zu- chauer dabei sein, sich von den Ereignissen begeistern lassen und die gezeigten Leistungen als einen Ansporn betrachten. 'l .« Der Nationalsozialismus als totale Weltanschauung fordert den ganzen Menschen Er fordert Wendigkeit und Bereitschaft zum Dienst am « Leibesübung aber ist Dienst am Volke! Deshalb sind die Reichssportwettkämpfe der SA. mehr wie Sportwettkämpfe schlechthin, wie auch die Leibesübungen in der SA. mehr sind, wie Selbstzweck. Durch die SA. werden Tausende von Volksgenossen an dic- Le'bes- übungen herangesührt, zu regelmäßiger sportlicher Betätigung angehalten und dadurch auf breiter Va sis eine Arbeit im Dienste der Dolksgesundheit geleistet Darüber hinaus dient die sportliche Vetatt gunq in der SA. der Erhaltung der Wehrberett- Wahrscheinlich wird wie immer der heimische Kreis eine Staffel allein stellen, die sich wie folgt zusam- mensetzt: MTV. Gießen, 1900 Gießen, Lützellinden, Heuchelheim, Hörnsheim, Niedergirmes und Münchholzhausen. Auch über die Einstaffelung der übrigen Klassen lagen mit Rücksicht auf die noch immer eingehenden Neumeldungen endgültige Uebersichten noch nicht vor. Es steht aber zu erhoffen, daß es in dieser Beziehung bald zu einem gewissen Abschluß kommt, damit der Beginn der Spiele, der für den ersten Sonntag im September in Aussicht genommen ist, keine weitere Verzögerung erfährt. Der Kreisfachwart gab an Hand seiner Erfahrungen nähere Richtlinien über die zukünftige Gestaltung der Serienspiele, über das Verhalten der Mannschaften untereinander und über die Pflichten der Teilnehmer selbst. Von den Fachwarten sprach zunächst per Kreis« schiedsrichterobmann über die grundsätzlichen Fragen seines Gebietes. Er wies daraufhin, daß er sich über die Schiedsrichtermeldungen nicht zu beklagen brauche, daß er allerdings erwarten müsse, daß alle gemeldeten Kameraden auch zur Verfü« gung stehen. Aus dem Programm der Reichssporttämpfe. Die Reichswettkämpfe der SA. in Berlin bringen eine Ueberfüüe der Wettkämpfe der verschiedensten Art. Der Freitag (13. August), der erste Tag der Wettkämpfe, bringt die Begegnungen in den Einzeldisziplinen des deutschen Wehrkampfes, die Kurz- und Langstreckenrennen, die Sprung- und Zielübungen usw. im Olympia-Stadion und in den Kampfbahnen des Reichssportfeldes. Im Grünewald treten die Kameraden zum Geländeritt und zur Geländemotorradfahrt für den modernen Fünfkampf an. Die Schützen messen sich an den Schießständen am Wannsee. Der Samstag, 14. August, bringt u. a. den 15-Kilometer-Mannschasts-Gepäck- marsch, den 250-Meter-Hindernislauf, weitere Wettbewerbe der Schützen, Schwimmwettkämpfe, Wettbewerbe der Reiter, Vorkämpfe in den leichtathletischen Disziplinen und auch eine Anzahl Entscheidungen. Zwei Fußballmannschaften zeigen einen Kampf; im Schwimmen fallen Vorentscheidungen und in der Deutschlandhalle treten die Boxer und Gewichtheber an. Am Sonntag starten die Mannschaften zum 20- Kilometer-Gepäckmarsch, zum 4000-Meter-Gelände- lauf für den modernen Fünfkampf, im Schwimmen fallen Entscheidungen. Der Sonntagnachmittag bringt eine Fülle der Ereignisse im weiten Rund des Olympia-Stadions. Nach mehrtägiger Pauje °^°gMll°nd7prU allen Wetterprophezeiungen stch einstell ^^ltung tige sommerliche Witterung em vo ^ionalen hmMMrsriSÄSÄÄ: sitz-rn d-n Kampf auf, und * “„"ter und kreuzten 30 und mehr SegelflugA g Dienstag »e? den weißen Wolken allem d,e am। ®ien"a(l über di- Wafferkuppe in fühl,1$cr(,h7*er^iäenen Die uneinheitlichen und zeitlichs h mj^ten bald Auswindverhältnisse zwangen m ch m>ancttUppe. wieder zur Landung im Bereich der W°ll°r°upp Erst nach zwei 06er gar dre, Starts konnte ma Ein Nagel ist kein Kleiderhaken. An den scharfen Kanten zerreißt schnell ein Kleidungsstück. Schade darum! Einmal einige Kleiderhaken angeschafft, sind die Kleider richtig untergebracht und erleiden keinen Schaden. Es gibt ja schon so billige Kleiderhaken bei 3. B. Häuser, Gießen, am Oswaldsgarlen, Fernsprecher 2145/2146. flöhen gewinnen, di- für Ueberlandstuge geeignet mar n Nach anfänglich kürzeren Flugmeldungen ^lick Ellen log 30 Kilometer und kam über Mückenau hinaus, König Ostpreußen erre.chte Än“S" en von» SÄ^^rn nach dem schwäbischen Segelfluggelande Homberg mit 190 Kilometer Luftlinie em. Die Tagesbestleistung vollbrachte wieder emmat . ft aale der Böblingen bei Statt- aart erlichte und eine Strecke von 210 Kilometer uhprftoa Nach Schwaben tarnen ferner imDoppel- ?JJ ftLfervfeauer&ier, Schmidt (München), ^SN^Lz-dteiner. lTre^n) ?ar1;Sm")nnßui>mig®eimar^2r. Jahnk'e M Dffann Darmstadt). Der Harn- SA. tritt zum Reichssportwettkamps an! Große Tage der Leibesi'b ingen der SA in Berlin. einreichen ober durch die Geschäftsstelle des Amtsgerichts aufnehmen lassen. Der Kläger muß einen Kostenoorschuß bezahlen (s. Gerichtskosten Armenrecht). Klagen wegen Beleidigung werden beim Amtsgericht erhoben, siehe auch Landgericht, Scheidung, Anfechtung, Ehelichkeit. Klarinette, Holzblasinstrument mit dünnem Mundstück und Metallklappen. Klatsch, unfreundliche oder übelwollende Nachrede. Das beste Mittel dagegen ist, sich nicht darum zu kümmern. Klaus, männl. Vorname griech.- slaw. Herkunft mit der Bedeutung „Volkssieger". Abkürzung von Nikolaus. Klavier, Tasteninstrument, wie der Flügel, aber in der Wohnung oorzuziehen. da es weniger Platz einnimmt. Klaviere dürfen nicht nahe an der Wand, am Fenster oder an der Heizung stehen, sie müssen auch vor Zug und großen Temperaturunterschieden geschützt werden. Das Stimmen der Sailen ist wenigstens einmal im Jahre erforderlich. Klavierspiel ist kein „Spiel", das Klavier soll nur von musikalischen Menschen benutzt werden, die Klavierspielen können oder Bantamgewicht Kornmann hatte In dem Frankfurter Zimmermann einen ungemein fampf« starken Gegner und unterlag in 1,15 Min. durch Nackenhebel. Federgewicht: Alois Funk kämpfte m ge- wohnt sicherer Weise und besiegte Deißler (Frankfurt) in 1,10 Minuten durch Kopfschleuder. Leichtgewicht: Pfirsching, Gießen, überrascht Taufmann, Frankfurt, in 3 Min. durch Hüftschwung. Weltergewicht: Eder, Gießen, war gegen Fälzter dauernd im Angriff. Der stärkere Frankfur« ter brachte Eder aber wiederholt in gefährliche Lagen, aus denen er sich aber immer wieder entwand. Fälzter siegt nach 7,10 Min. durch Armzug. Mittelgewicht: Ein ungemein heftiges Treffen. Bach, Frankfurt, hat 20 Pfund mehr Gewicht wie Unteroffizier Vetter, aber Detter erzwang sich durch Untergriff die Führung. In der Bodenrunde unterlief dem Kampfleiter das bereits erwähnte Versehen. Halbschwergewicht: Becker hat als regulärer Weltergewichtler in Erler, Frankfurt, einen der besten Halbschwergewichtler des Kreises Frankfurt zum Gegner. Er kämpft aber ungehindert und brachte Erler durch schnellen Schleudergnff in Gefahr Becker konnte aber dann nicht verhindern, daß ihm nach hartem Widerstand die Brücke eingedrückt wurde. Zeit 4 Min. Schwergewicht: Gaumeister Hansen ließ sich den Sieg nicht nehmen. Er hatte in Heise, Frankfurt, einen guten Gegner. Es gab schone Pa- raden zu sehen und als Hansen in der dritten Minute einen Ueberstürzer durchführte, gab Heise den Kamps auf. Gießener Manne-SA. i beim SA -Gruppensportfest erfolgreich Bei dem SA.-Gruppensportsest in Frankfurt am Main hat auch die Marine-SA. der Gießener Stürme in den Ausscheidungskämpfen erfolgreich abgeschnitten. Es wurden zu fünf verschiedenen Wettkämpfen Männer gemeldet und vierSiege errungen, davon sogar zwei Gruppensieger welche die Gruppe Hessen bei den Endkämpfen in Berlin vertreten werden. 1. Sieaer im 200-Meter-Brustschwimmen SA - Mann Ehrhardt, 12/34. 1. Sieger im 100-Meter- Rückenschwimmen Schars. H o r e y s e ck , 12/34 2. Sieger in der 4X100-Meter-Schwimmstafel Sturm 11/34. 1 4. Sieaer im 100-Meter-Brustschwimmen SA.-Mann Schomder, 12/34. Im Pistolenschießen konnte Rottenführer Mertens, 13/34, einen achtbaren Platz belegen, auch die Fechtmannschaft der Brigade 147, zu der zwei Marine-SA.-Männer gehörten, errang im Säbelfechten einen 3. Preis. GießenerSchützeinMarburgerfolgreich Bei einem großen Volkspreisschießen in Marburg, das unter stattlicher Beteiligung bestritten wurde, konnte sich der Gießener Schütze Georg Schilling (Schützenverein Gießen) mit gutem Erfolg durchsetzen. Beim Kleinkaliberschießen auf die Zwölfer-Ringscheibe wurde er mit 58 Ringen Dritter. Im Schießen mit der Scheibenbüchse auf 75 Meter konnte er 2. Sieger werden und zwar mit 57 Ringen. Auch im Schießen mit der Wehrmannsbüchse gelang es dem Gießener Schützen mit 58 Ringen einen 2. Sieg zu erringen. Gießener Leichtathleten beim Gaukampf Hessen—Bayern. Arn vergangenen Sonntag standen sich in Schweinfurt (wir berichteten bereits kurz darüber) Leichtathleten des Gaues Hessen den Leichtathleten des Gaues Bayern gegenüber. Der Kampf wurde von den Bayern, die mit zu den besten Leichtathletikmannschaften im Reich zählen, ziemlich hoch gewonnen. Zu den Leistungen selbst ist zu sagen, daß einige Bürger Güssefeld brachte sein Segelflugzeug über 160 Kilometer weit nach Heilbronn. Auch Würzburg war als Zielflughafen ^ehr begehrt. Acht Teilnehmer flogen die 80 Kilometer lange Strecke, und zwar: Pomper (Ostpreußen), Philipp (Berlin), Steinig (Breslau), Klug (Hannover), Blech (Breslau), Brömmer (Weimar), Döbber (Nürnberg) und Graf von Treuberg (München). Insgesamt wurden am Dienstag 72 Starts vorgenommen, allein 62 davon waren als Zielstreckenflüge angemeldet. ; Kleider Fensterleder ab oder reinigt sie mit Spiritus. Will man die Taften bleichen, reibt man sie erst mit Benzin, dann mit Wasserstoffsuperoxyd ab. Klebstoffe. Stone mit großer Klebekraft sind Seim für Holz, Mehlkleister für Tapeten, Dextrin und Gummi arabikum für Papier, Wasierglas für Porzel« Ian. Es ist zweckmäßig, fertige Klebestoffe je nach dem Verwendungszweck zu kaufen. Kleefalz. Oxalsäure, dient zum Entfernen von Rost, Rotwein-, und Tintenflecken in Wäscheftük- ken, ist aber giftig und daher nur mit äußerster Vorsicht zu verwenden. An den Händen dürfen keine Wunden sein. Gut nachspülen. Kleider. Kleider, Schmucksachen usw., die zum persönlichen Gebrauch der Frau bestimmt sind, gelten als ihr Eigentum. Der Mann muß der getrennt lebenden Frau ihre Kleider herausgeben. Die Frau kann ihre Klei« der ohne Zustimmung des Mannes verkaufen oder verschenken, Kleider des Mannes jedoch nur mit feiner Zustimmung; die Kleider der Kinder gehören zum sogenannten freien Eigentum der Kinder, an dem der Vater kein Nutznießungsrecht hat, auch wenn die Kinder noch unter der elterlichen Gewalt des Vaters stehen. - Die Frau ist kraft ihrer Schlüsielgewalt berechtigt, Kleider für sich und die Kinder zu kaufen, soweit solche Einkäufe sich im Rahmen der Vermögens- Wirtschaft. Neue Eiererzeugerpreise. Fwd. Für inländische und ausländische Hühnereier und Enteneier sind neue Erzeugerpreise und Großhandelseinkaufspreise festgesetzt worden. Die neuen Preise entsprechen den in den letzten beiden Jahren um die gleiche Zeit eingeführten Preisen. Für die Uebergangszeit sind mit Wirkung vom 1. August 1937 ab für den Ankauf von ungekennzeichneten Hühnereiern beim Erzeuger durch Wiederverkäufer nachstehende Erzeuger-Festpreise für die Gebiete der Eierwirtschaftsoerbände festgesetzt. Es beträgt der Festpreis je Kilogramm im EWV. Hessen-Nassau 1,55 RM., Kurhessen 1,50 NM., Bayern 1,50 NM., Baden 1,54 RM. Saarpfalz 1,60 RM., Württemberg 1,60 RM., Thüringen 1,50 RM. und Rheinland 1,65 RM. Der Preis versteht sich ab Hof des Erzeugers, der stückweise Aufkauf ist nicht gestattet. • Für die deutschen Handels-klasseneier der Gütegruppe 1 treten für die Uebergangszeit mit Wirkung vom 1. August folgende Großhandelseinkaufspreise in Kraft: G1 (vollfrische Eier) S Sonderklasse über 65 Gramm 11,25 Rpf., A große 60 bis 65 Gramm 10,75 Rpf., B mittelgroße 55 bis 60 Gramm 10,25 Rpf., C gewöhnliche 50 bis 55 Gramm 9,50 Rpf. und D kleine 45 bis 50 Gramm 8,75 Rpf. Für die Gütegruppe 2 (frische Eier) sowie für Enteneier in- und ausländischer Herkunft gelten ab 1. August folgende Großhandelseinkaufspreise S Sonderklasse über 65 Gramm 11 Rpf., A große 60 bis 65 Gramm 10,50 Rpf., B mittelgroße 55 bis 60 Gramm 10 Rpf., C gewöhnliche 50 bis 55 Gramm 9,25 Rpf. und D kleine 45 bis 50 Gramm 8,50 Rpf. Für aussortierte (abfallende Ware) von 45 Gramm und darüber 8,75 Rpf., unter 45 Gramm 8 Rpf., für Enteneier von 60 Gramm und darüber 10,50 Rpf., unter 60 Gramm 9,50 Rpf. Die nachstehenden für Kühlhauseier geltenden Großhandelseinkaufspreise werden gleichfalls für konservierte Eier der entsprechenden Gewichtsgruppen mit Wirkung vom 1. August ergänzend festgesetzt: S über 65 Gramm 10 Rpf., A 60 bis 65 Gramm 9,50 Rpf., B 55 bis 60 Gramm 8,75 Rpf., C 50 bis 55 Gramm 8,25 Rpf. und D 45 bis 50 Gramm 7,75 Rpf. Die Preise gelten für solche Umsätze, für die' ein Verteilungsbescheid der Hauptvereinigung oder eines Eierwirtschaftsoerbandes erforderlich ist. Großhandelseinkaufspreise für Handelsklasseneier, aussortierte Eier und Enteneier inländischer Herkunft verstehen sich ab Verladestation, versteuert einschließlich Verpackung und Kennzeichnung. Für Enteneier ausländischer Herkunft, Kühlhauseier und konservierte Eier gilt frachtfrei Empfangsstation. Gegen Zuwiderhandlungen sind hohe Ordnungsstrafen vorgesehen. Eine weitere Anordnung befaßt sich mit dem Großhandelseinkaufspreis für ausländische Hühnereier. Hier gelten für S über 65 Gramm 10,75 Rpf., A 60 bis 65 Gramm 10,25 Rpf., B 55 bis 60 Gramm 9,75 Rpf., C 50 bis 55 Gramm 9 Rpf., D 45 bis 50 Gramm 8,25 Rpf. und für Bulgaren und Polen „original" 9,25 Rpf. Die Preisfestsetzung gilt für verteilungs-bescheidspflichtige Bezüge, frachtfrei Empfangsstation, versteuert, verzollt einschließlich Unterschiedsbetvag, Kennzeichnung und Verpackung. Nindermarkt in Gießen. Auf dem gestrigen Rinder-Nutzviehmarkt in Gießen standen 354 Stück Großvieh, 57 Fresser und 114 Kälber zum Verkauf. Es kosteten: Milchkühe oder hochtragende Kühe 1. Qual. 470 bis 540 Mark, 2. Qual. 300 bis 400 Mark, 3. Qual. 230 bis 290 Mark: Rinder V2—Vstährig 70 bis 170 Mark, 3Ai—2jährig 160 bis 210 Mark, tragend 280 bis 450 Mark: Kälber bis 2 Wochen 20 bis 28 Mark, bis 4 Wochen 30 bis 35 Mark, bis 6 Wochen 35 bis 50 Mark, ausgesuchte Tiere über Notiz. Marktverlauf: Lebhafter, geringer Ueberstand. — Nächster Markt: 17. August. Mein-Mainische Börse. TNitlagsbörse: Aktien meist schwächer. Frankfurt a. M., 3. Aug. An der Börse setzten sich die Entlastungsoerkäufe des berufsmäßigen Handels fort, während Kaufaufträge aus dem Publikum kaum vorlagen. Bei anhaltend hochsommerlicher Geschäftsruhe lag der Aktienmarkt daher vorwiegend schwächer, wobei in einzelnen Werten infolge der Marktenge stärkere Rückgänge eintraten. So verloren am Elektromarkt Lahmeyer bei nicht sehr großem Angebot 4 0. H. auf 127, auch Felten mit 141,75 (143,50) und AEG. mit 133,13 (134) lagen matter. Größere Abgaben, besonders von der Kulisse, erfolgten wieder in Montanwerten, die zumeist 0,50 bis 0,75 v. H. nachgaben, Mannesmann nach behauptetem Beginn ebenfalls leichter mit 126,25 nach 126,75, Hoesch 0,25 v. H. höher mit 126. Für Laurahütte verblieb einige Nachfrage bei etwa 22,65 (22,40). Ueberwiegend schwächer lagen sodann Maschinenaktien bei Ermäßigungen bis zu 1 v. H., nur Eßlinger 0,25 0. H. freundlicher. In der chemischen Gruppe bröckelten IG.-Farben auf 167,75 (168) ab, Deutsche Erdöl unv. 151, Rütgers- werke 0,50 v. H. höher. Von Einzelwerten erfuhren Südd. Zucker bei kleiner Nachfrage eine Steigerung um 5,50 0. H. auf 209,50, etwas gefragt wurden ferner Westdeutsche Kaufhof mit 61 bis 61,25 (60,40) und Deutsche Linoleum mit 167,50 (166,75), während Neichsbank ihren Rückgang um 2,50 v. H. auf 213,50 und Cement Heidelberg um 0,50 v. H. auf 167,50 fortsetzten. Nach den ersten Notierungen bröckelten die Kurse überwiegend weiter etwa ab. Anderseits verblieb Nachfrage' nach Bankaktien. Der Rentenmarkt war dagegen weiter fest, das Geschäft bewegte sich aber zufolge des Materialmangels in engen Grenzen. Bon den variablen Werten Reichsaltbesitz 127,45 (127,25), Kommunal- Umschuldung 94,80 (94,75). Im Verlause bewegte sich das Geschäft weiter in sehr engen Grenzen. Für Aktien bröckelten die Kurse vielfach weiter etwas ab. Verein. Stahl 121,50 nach 121,75, Klöckner 136 nach 136,50, Cement Heidelberg 167 nach 167,50, AG. für Verkehr 129 nach 130 und IG. Farben 167,50 nach 167,75. Don den anfangs festen Werten gaben Südd. Zucker 1 v. H. nach auf 208,50 und Kaufhof 0,50 auf 60,75. Die später zur Notiz gekommenen Papiere gaben meist bis 1 v. H. nach, darüber hinaus verloren Schuckert 2 v. H. auf 177,50, RWE. 1,25 v. H. auf 135,25 und Kali Aschersleben 1,75 v. H. auf 121. Am Einheitsmarkt wurden Hartmann 6- Braun weiter gesucht bei etwa 150 (147), von Großbankaktien OO-Bank 125,50 (125), Commerz 115,75 (115,65). Von variablen Renten blieben Altbesitzanleihe mit 127,40 und Kommunal-Umschuldung mit 94,80 gefragt, Reichsbahn-Vorzugsaktien 127,90 (127,75), dagegen Wiederaufbauzuschläge 81 (81,13). Goldpfändbriefe gesucht und unverändert, von Kommu- nal-Obligationen Nass. Landesbank Wiesbaden 98,65 (98,25), Liquidationspfandbriefe und Stadtanleihen wenig verändert. Im Freiverkehr stellten sich Adlerwerke Kleyer auf 115,75 bis 117,75 und Wayß & Frey- tag auf 148,50 bis 150,50. — Tagesgeld etwas leichter mit 2,75 (3) v. H. Abendbörse behauptet. Die Abendbörse war ruhig, brachte aber keine weiteren Abschwächungert mehr, vielmehr zeigte sich auf dem leicht ermäßigten Stand etwas Kaufnei- gung. Die Gesamtstimmung hat sich zweifellos etwas gehoben, obwohl nennenswerte Umsätze unterblieben und dies auch in den Kursen kaum zum Ausdruck kam. Verein. Stahl waren 0,25 0. H. erholt und auf 121, lagen allerdings 0,25 v. H. unter Frankfurt, ebenso Hoesch mit 125,50, aber 0,25 v. H. über Berlin. Don Maschinenaktien zogen Moenus bei einigen Umsätzen auf 123,50 (123). Etwas tück- läufig waren Laurahütte mit 22 nach 22,40. Die Farbenaktie blieb mit 167 behauptet, auch auf den anderen Marktgebieten notierten die Kurse gegen den Mittagsschlußverkehr meist unverändert. Der Rentenmarkt war unverändert fest, zeigte aber keine Bewegung. Reichsbahn-Dorzugsaktien 0,25 v. H. ermäßigt auf 127,65, auch 4,50 v. H. Krupp nicht ganz gehalten mit 100,25 (100,30), dagegen Farben-Bonds 133,75 (133,50). Kommunal-Umschuldung unv. 94,80. Im Freioerkehr wurden Adlerwerke Kleyer zu unv. 116,75 in kleinen Beträgen umgesetzt. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 3. Aug. Auftrieb: Kälber 494 (gegen 648 am letzten Dienstagsmarkt), Hämmel und Schafe 212 (62), Schweine 3561 (1792). Notiert wurden je 50 Kilogramm Lebendgewicht in Mark: Kälber a) 62 bis 65 (am 27. Juli 60 bis 65), b) 53 bis 59 (53 bis 59), c) 45 bis 50 (42 bis 50), d) 35 bis 40 (30 bis 40). Hämmel b2) 48 bis 50 (48 bis 52), c) — (39 bis 45). Schafe a) 42 bis 45 (38 bis 40), b) 39 bis 40 (30 bis 34). Schweine a) 57 (55,50), bl) 57 (55,50), b2) 57 (55,50), c) 56 (54,50), d) 53 (51,50). Sauen gl) 57 (55,50). Marktoerlauf: Kälber und Schweine zugeteilt, Hämmel und Schafe mittelmäßig. F l e i f ch g r 0 ß m a r k t. Beschickung: 1587 (1104) Viertel Rindfleisch, 83 (241) ganze Kälber, 26 (9) Hämmel, 354 (606) halbe Schweine, 20 (3) Kleinvieh. Notiert wurden je 50 Kilogramm in Mark: Ochsenfleisch a) 80, b) 69. Bullenfleisch a) 77, b) 66. Kuhfleisch a) 77, b) 65, c) 54. Färsenfleisch a) 80, b) 69. Kalbfleisch a) 81 bis 95, (81 bis 96), b) 70 bis 80. Hammelfleisch a) 90 bis 95. Schweinefleisch b) 73. Fettwaren. Roher Speck unter 7 Zentimeter 78, Flomen 80 Mark je 50 Kilogramm Marktverlauf: Lebhaft. Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe Der zuletzt veschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 0 H.. Lombardzinsfuß 5 0 H. Dnmin 6% Deutsche Neichsanieihe v. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 4y2% Deutsche Neichsschatzanwei- sungen von 1935 . ....... 4>/2% Deutsche Reichsschatzanwei- hingen von 1935, II. ftolge ... 4y2'’o Deutsche Reichsichatzanwei- jungen von 1936, III. Folge .. 5%% Doung Anleihe von 1930 .. 4y2% Heskische Volksstaat von 1929 4’/2% Deutsche Reiclispostschatz von 1934 I...................... 4y2% Deutsche Reichsbahnschatz von 1936 I Reichsanleihe-AItbesitz Lberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten ........ 4y2% Hess. Landesbk. Darmstadl Goldpse. R. 12 5%% Hess. Landes-Hyp.-Banl Liqu. Goldpse............... 4*/2% Preus;. Landespsdbr.-Anst. Goldpse. R. 19.............. 4y2% Preuß. Gold-Komm. R. 20 4y2% Darmstädter Komm.-Lan- desbank R. 6................ Deutsche Komm.-Sammel-Anleihe Auslos.-Rechte I.............. 4%% Franks. Hyp. Goldpse. R. 15 ty2% Franks. Hyp. Gold-Komm. Obl. 2 3.................... 5y2% Franks. Hyp. Liquidation Goldpse..................... 5%% Rheinische Hyp. Liquidation Goldpse..................... Steuergutschein-Verrechnungskurs A.G. für Verkehrswesen .... ey, Hamburg-Sudam. Dampfschiff. 0 Hamburg-Amerika Paket......0 Norddeutscher Lloyd..........0 Deütsche Reichsbahn Vorz.-Akt. 7 Reichsbank 12 Berliner Handessgesellschaft . 6 ya Commerz, und Privat-Bank ... 5 Deutsche Diskonto 6 Dresdner Bank..............4 Frankfurt a. M. Berlin Schluß- kurs Schlußk. Abend- böne Schluß- kurs Schluß! Mittag börfe 2-8. 3-8. 2-8. 3.8. 102 101,75 101,75 101,75 99 99 99 99 — — — — 99,75 99,75 99,75 99,75 99 99 99 99 104,5 — 105 105 100,13 100,13 — 100,13 — — 100,8 100,75 — 99,75 99,75 99,75 127,25 127,45 127,3 127,4 — — — — 99,5 — — 99,5 — 101,25 — — — — — 98,75 — 98,75 98,13 98,13 — — 133,65 133,75 134 134 99,75 99,75 99,75 — 98,75 98,75 — — 101,5 101,5 — — 102 102 101,75 102 111,05 111,05 111,2 111,2 130 128,75 129,65 128,75 — —— 47 46,5 93 93 93 93 100 99,13 100 98 127,75 127,65 127,75 127,75 216 214,5 215 214,5 136,25 — 135,75 134,75 115,65 115,75 115,65 115,75 125 125,5 125 125,5 105 105 105 105 Devisenmarkt Berlin Darum Accumulatoren-Fabrik 14 Aschaffenburg Zellstoff 6 Bemberg 0 Betula 8 Buderus Eisen 5 Cement Heidelberg 7 Cement Karlstadt 6 Conti Gummi 12 Daimler Motoren 6’/2 Dessauer Gas 4 Deutschs Erdöl 5 Deutsche Gold- und Silber .... 9 Deutsche Linoleum.......... 10 Elektrische Lieferungen 6 Elektrische Licht und Kraft 7 I. G. Färben-Industrie 7 Fellen & Guilleaume 6 Gec-fürel 7 Th. Goldschmidt 6 Grihner Maschinen 0 Harpener 8'/» Hoesch Eisen 3/2 Philivp Holzmann 8 Ilse Bergbau...... 6 Ilse Genüsse................6 Kali Aschersleben .... 4 Klocknerwerke ...........;. 4’/2 Kokswerke und Chemische Fabrik 7 Lahmeyer.................. 6 Mainkraft 4 Mannesmann 4'/2 Marisfelder Bergbau 7 Metallgeiellschaft............. 6 Orenstein & Kopvel 0 Rheinische Braunkohle 12 Rheinische Elektro............ 6 Nheinstahlwerke..............6 Rheinisch-Westfälische Elektro .. 6 Nütgerswcrke ............... 7 Salzdetfurth Kalt 6 Schuckert & Co............... 7 Schultheis Patzenhofer 4 Siemens & Halske........... 9 Süddeutsche Zucker 10 Vereinigte Stahlwerke 4'/2 Westdeutsche Kaufhof 0 Westeregeln Alkali 4 Zellstoff Walvhos 6 Olavi Minen...............0,6 — Frankfurt a. ZIL Frankfurt a. M. Berlin Schlußkurs Schluß!. Abenv börie Schluß» kurs Schluß!. Mittag, börie 2.8. 3.8. 2-8. 3-8. — —— — — — — 155,5 153 158 157,75 158,25 157,25 167,5 167,5 168 168 131 130 131 130,5 168 166,75 — —* —— » ■ ■ —— 190 189,25 189,5 189,25 143,5 143 143,4 142,75 — — 119,25 119 151 150 151 150 265 265 — —— 166,75 167,5 167 167 136,25 136,5 136,5 137 157,5 156,25 157,5 156,25 168 167 168,13 167 143,5 141,75 — 141,75 157 156 157 156 149,5 149.9 149,25 150 54 54,25 54,5 54,25 179,5 179 180,13 179 125,75 125,5 125,13 125,25 153,75 152,5 154 154 — — — 172 142,5 142,25 142 142,25 122,75 121 122,75 121 137 136 137,75 136,25 — — 162,75 161,75 131 127 130 128,75 96 95,5 — —— 126,65 126,25 126,65 126,25 154 — 154 152,75 — — — 157,75 — — 118,25 118,4 237 — 236,5 236,5 134 — 134 —— 157,25 157 157 157,4 136,5 135,25 135,75 134,4 150 150,5 149,25 150,65 — 164 164,75 165,5 179,5 177,75 179 5 177,75 — — 100 100,13 222 220,5 221,5 221,25 204 208,5 205,25 208,5 122 121 121,9 120,75 60,4 60,75 60,5 61 122,5 120,5 122 65 120,13 167 4 166 167 165 31,13 31,3 32,13 31,13 2.August 3.August Amtliche Nvtierun, Gele | Brief Amtliche Notierung Gele Bries Buenos Aires Brüssel Rio de Janeiro Polen Kopenhagen... Danzig London Helsingfors.... Paris ....... Holland...... Italien 2.August 3.August Amtliche Notierung Amuiche Notierung Gelt Bries Gele Bries Japan.................... 0,718 0,720 0,719 0,721 Jugoslawien .............. 5,694 5,706 5,694 5,706 Oslo.................... 62,24 62,36 62,27 62,39 Wien..................... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon.................. 11.25 11,27 11,25 11,27 Stockholm................ 63,86 63,98 63,89 64,01 Schweiz.................. 57,13 57,25 57,14 57,26 Spanien.................. 16,98 17,02 16,98 17,02 Prag..................... 8,651 8,669 8,651 8,669 Budapest................. — — Leuyork.................. 2,489 2,493 2,488 2,492 0,751 0,755 41,88 41,96 0,167 0,169 47, On 47,10 55,29 55,41 47,00 47,10 12,385 12,415 5,48 5,49 9,326 9,344 137,27 137,55 13,09 13,11 0,752 0,756 41,90 41,98 0,167 0,169 47,00 47,10 55,32 55,44 47,00 47,10 12,39 12,42 5,48 5,49 9,331 9,349 137,26 137,54 13,09 13,11 Kleider 244 Klima Verhältnisse der Ehegatten halten; der Mann muß die Rechnung bezahlen. Kleider, die zum persönlichen Gebrauch bestimmt und für den Schuldner Hu einer angemessenen bescheidenen Lebensführung notwendig sind, können nicht gepfändet werden. Kleidungsstücke der Hausangestellten dürfen bei Beendigung des Dienstverhältnisses wegen Forderungen nicht zurückbehalten werden Siehe Pfändung, Schlüsselgewalt und Kindesvermögen. Kleider behalten ihr gutes Aussehen länger, wenn man sie schonend behandelt, immer über Bügel hängt, vor dem Weghängen auslüftet, ausbürstet. bei Bedarf aufbügelt und jeden Schaden sofort ausbessert Kleiderlaus, Insekt, das als Ungeziefer in den Nähten von Kleidern nistet, sich sehr schnell vermehrt und Krankheitskeime überträgt. Die Wäsche muß ausgekocht und die Kleider müssen desinfiziert werden, am besten durch Backofenhitze. Der Körper wird durch Bäder mit Kresolseife entlaust. Kleie, die beim Ausmahlen des Mehles zurückbleibende Eetrei- dehülle enthält 18 v. H. Eiweiß und 21 v. H. Stärke, sie dient als Viehfutter. Man verwendet sie ferner zu heißen Umschlägen und als Mittel zur Körperpflege, indem man entweder Kleie in einem Beutel dem Badewasser zusetzt oder sogenannte Mandelkleie zum Reinigen des Gesichtes und der Hände benützt. Kleister, durch kochendes Wasser aufgequollene Stärke, wird zum Kleben von Tapeten und zu Buchbinderarbeiten verwendet. Kleistergeruch aus frisch tapezierten Zimmern entfernt man, indem man bei verschlossenen Fenstern und Türen Wacholderbeeren auf Holzkohlen verbrennt. Klematis, s. Waldrebe. Klemmende Türen müssen nachgehobelt werden. Schubladen klemmen manchmal, wenn Möbel nicht gerade stehen. Die klemmenden Stellen reibt man mit trockener Seife ein. Klempner, Spengler, Blechschmied, Handwerker, der in der Hauptsache Blech, Weißblech und Zinkblecharbeiten ausführt, besonders auch die Abflußrohren an Dächern instand setzt. Kleptomanie, ein krankhafter Trieb bei Psychopathen und hysterischen Personen, alles zu stehlen, auch das, was für sie ganz wertlos ist. Klettenwurzelöl, meist rötlich gefärbtes Mandelöl, das zur Haarpflege dient, in der Volksmedizin aber auch zu Einreibungen empfohlen wird Klima, der Witterungscharakter eines bestimmten Gebietes, der u. a. durch Berge Wälder oder die See oft entscheidend bestimmt wird. Für viele Krankheiten wird Klimawechsel vom Arzte verordnet. Klimatische Kurorte können sowohl an der Küste wie im Gebirge liegen. SCHWARZ-WEISS KIMUUZZ die neue vorzügliche BLEICH-SODA Paket 12 Pf. j Unentbehrlich zum Einweichen aller Wäsche. Auch ......................: zum Scheuern von Metallen und sämtl. Holzsachen Hersteller : P. Jos. Möbs, Seifenfabriken, Gießen Hören Sie sich bitte die hervorragende Kapelle Karl Schulze-Lind im Cafe Amend an. Jeden Mittwoch 5 Uhr Tanz-Tee 5123 D Zurück zur Natur! Vertiefung naturkundlichen Wisfens erhöht die Freude an der Natur. 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