Nr.«2? Erstes Blatt 18Z. Jahrgang Zreitag.H.Zuni josz Erschein, «üq «ich. auyo Sonntage and Feiertage Beilagen Dt« JUu|tnert« (Btfhenei Familien blattet Heimat tm Bild Die Scholl» Olonal$«Be$ngspret$: Mil 4 ‘Beilagen ‘RUI 1.9Ö Ohne ^Illustriert« . 1.80 Zustellgebühr . -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt HernsprechanschlUste anter Sammelnummer 2251 Anschnft für Drahtnachrichten Anzeiger Giestev poftscheckionlo: Srantfurt am Main 11686 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vnlck und Verlag: vrühl'sche Univerftläts Buch- und Stetnörucfcret R. Lange in Gietzen. Schriftlettung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7 Annahme von Anzeigen für Oie Mittagsnummer bis 8'/.Uhr des Vormittags ®ninöprct|e für I mm höhe für Anzeigen von 22 mm Brette 7 Rpf., für Text« anzeigen von 70mm Breite 50Rpf..PIatzoorschrift nach vorh Verembg. 25°/o mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen--, Vereins», gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf. Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B General Mola tödlich abgesiürzt. Salamanca, 3.Juni. (DNB.) Der Radiosender Salamanca teilt mit, daß General Emi- I i o Mola, der Führer der Nordarmee, in Erfüllung seiner Pflicht an der Biscaya-Front bei einem Erkundungsflug in ft arten Nebel geraten und abgestürzt ist Der General ist tot, ebenso sein Adjutant, drei Generalstabsoffiziere und die beiden Piloten. Die Beisetzung General Molas erfolgt am Freitag um 12 Uhr, inder Kathedrale von Burgos. Alle führenden Persönlichkeiten von Heer und Staat, sämtliche Staatssekretäre und die diplomatischen Vertreter, darunter der deutsche Botschafter, General Fau - p e l, und der italienische Geschäftsträger, roerben daran teilnehmen General Faubel suchte noch am Donnerstagabend General Franco auf, um ihm persönlich sein Beileid auszusprechen. Der Lnglülksftug. lieber den Tod General Molas gab der nationale Sender von Salamanca folgenden Bericht: Heute morgen wurde der Besuch General Molas im Divisionskommando von Burgos angekündigt und für 10.45 Uhr erwartet. Bald darauf kam die Nachricht, daß an der Straße von 'Qrun nach Madrid ein Flugzeug abgestürzt sei. Mehrere Offiziere fuhren an die bezeichnete Stelle, fanden dort den zertrümmerten Apparat und die herausgeschleuderten Leichen, darunter die des Generals Mola. Die Leichen wurden vom Ortspfarrer eingesegnet und in das Militärhospital von Burgos gebracht. Bauern, die Zeugen des Unfalls waren, berichteten, sie hätten ein Flugzeug in der Richtung auf Burgos fliegen sehen, das plötzlich mit ausgesetztem Motor in umgekehrter Richtung wieder zurückkam und im dichten Nebel verschwand. Sie wollen eine ft arte Explosion gehört haben. Ergänzende Nachrichten besagen, daß das Flugzeug bei der Brujula-Höhe in 900 Meter Höhe in dichten Nebel geriet, der Pilot den Bergen ausweichen und den Weg durch ein Tal nehmen wollte. Dabei scheine er die Orientierung verloren zu haben und an ein^n Felsen angeprallt zu sein. * General Emilio Mola Vidal wurde 1891 im Lande der Pyrenäen geboren. Er entstammt einer bet ältesten und angesehensten Familien bes Bas- kenlanbes. Dem Wunsche seines Vaters folgenb trat er in bie Kabettenschule in Pamplona ein unb würbe bann Offizier in einem Garberegiment. Von früh auf ist er ben politischen Entwicklungen seiner spanischen Heimat unb besonbers am spanischen Kö- nigshof mit großer Anteilnahme gefolgt. 3m Laufe der Zeit kam er so in bas republikanische Lager, ohne aber bas Vertrauen ber Krone zu verlieren. So würbe ihm 1931 von General Verenger bas Kommanbo ber spanischen Polizei als Generalinspekteur übertragen. Nach bem Sturze Alfons XIII. ftanb General Mola zunächst in ber ersten Reihe der führenden Männer Spaniens. Mit der sich ständig mehrenden Linksorientierung des republikanischen Systems entfremdete er sich aber der Regierung, so daß man ihm schließlich eine Kommandostelle über die spanischen Truppen in Marokko übertrug, unb auf biefe Weise kaltgestellt zu haben glaubte. Nachbem eine gemäßigtere Richtung an bas Ruder gekommen war, kehrte General Mola nach Spanien zurück und übernahm bas Oberkommando in Navarra. Als sich General Mola mit dem größten Teil des nationalen Offizierkorps gegen die Machenschaften der Volksfrontregierung sträubte, wurde er am 9. Juli 1936 unter dem Verdach, eine Aufstandsbewegung geplant zu haben, verhaftet. Der General mußte aber, da ihm nichts nachzuweisen mar, bald wieder freigelassen werden. Nur kurze Zeit später landete Franco mit den Kolonialtruppen auf spanischem Boden und erklärte der radikalen Volksfrontregierung und dem mit ihr im Bunde stehenden Bolschewismus den offenen Krieg. General Mola war einer der ersten, die sich an dieSeiteFrancos stellten. Von Pamplona aus erließ er am 17. Juli 1936 seine Kampfansage an die Feinde Spaniens. Zehntausende von Freiwilligen aller Bevölkerungsschichten scharten sich um ihn, fast alle Garnisonen schlossen sich ihm an. Er konnte in wenigen Tagen das ganze Gebiet zwischen der Nordküste, ausgenommen der Küstenstraßen, nach Süden bis 50 Kilometer nördlich von Madrid, nach Osten bis Huesca und nach Westen bis an die portugiesische Grenze erobern. Mola war durch und durch Soldat und Spanier vom Scheitel bis zur Sohle. Als Befehlshaber in Marokko hat er sich größte Verdienste nicht nur militärischer, sondern auch rein organisatorischer und sozialpolitischer Art erworben; von jeher ein großer Verehrer Deutschland, hat er auch militärwissenschaftlich zur Verbreitung deutscher Strategie innerhalb der militärischen Kreise Spaniens mit mehreren Veröffentlichungen wesentlich beigetragen. Neuregelung des nationalspanischen Heereökommanoos. Salamanca, 4.3uni. (DNB.) Nach dem Tode General Molas hat der Staatschef unb Oberste Befehlshaber ber nationalspanischen Streitkräfte, General Franco, sofort eine Neuregelung bes Oberkommanbos verfügt. Die bisher von General Mola geführte Norbarmee wirb in eine Nord- unb eine Zentralarmee unterteilt. Die neue Norbarmee umfaßt bie baskische unb bie kantabrische Provinz und wird geführt von General D a v i l a. Die neue Zentralarmee, die Kastilien und Aragonien umfaßt, wird dem Kommando des Generals S a I i q u e t unterstellt. General Queipo d e Llano bleibt Führer der Süd- armee. 3n Anerkennung der hohen Verdienste bes toten Generals Mola hat General Franco ihm bas Großkreuz bes Drbens von San Ferna n b o , bie höchste Auszeichnung bes spanischen Heeres, verliehen. Gowjelrussische Kampfflieger bombardierten die „Deutschland". Moskau gab den Befehl zum Angriff auf das deutsche Kontrollschiff. p a r i s, 3. Juni. (DNB.) Die polilifch.literarische Wochenzeitung „(3 r i n g o i r e“ beschäftigt sich mit der Bombardierung des Panzerschiffes „Deutschland" und liefert den Beweis dafür, daß es sich nicht um einen gewöhnlichen Zwischenfall, sondern um einen in allen Einzelheiten vorbereiteten, gewollten Angriff gehandelt habe. Das Blatt erklärt, daß die s o w - jetrusfischen Ftugstaffeln in Valencia selbständig seien und nicht dem spanischen Militärkommando unterständen. Den Befehl übe der sowjetrussische Oberst Wassily I i g r o f f aus. Am 28. Mai habe Tigroff aus Moskau ein chiffriertes Telegramm erhallen. Er habe sofort eine Konferenz einberufen, an der 18 sowjetrussische Offiziere teilgenommen hätten. Im Anschluß an diese Konferenz hätten sechs S o w - jekapparate vom Typ „TB 3“ Befehl erhalten, sich für eine Sonderausgabe bereitzuhalten. Am 29. Mai hätten diese Apparate in Gruppen zu je zwei zahlreiche Flüge auf das Meer hin au s gemacht. Das spanische Militärkommando sei hiervon nicht unterrichtet worden. Am Abend des gleichen Tages hätten zwei dieser Apparate dann die „Deutschland" bombardiert. Der erste Apparat habe unter dem Befehl des Oberleutnants Dasily Schmidt gestanden, der zweite unter dem Befehl des Hauptmanns Anton p r i g o r i n e. ♦ Die Enthüllungen ber französischen Zeitung „Gringoire" über bie Hintergründe ber Bvrnbar- bierung bes beutschen Panzerschiffs „Deutschlanb" sinb nicht nur für uns, sondern für die ganze Welt von unerhörter Bedeutung. Wenn wir auch diesem Blatt die Verantwortung für die mitgeteilten Tatsachen überlassen müssen, so haben wir doch immer wieder erlebt, daß gerade diese Zeitung mit ihren Wahrheiten schon manchen Kreisen höchst unbequem geworden ist. Für uns besteht jedenfalls kein Anlaß, diese Informationen anzuzroeist - Nach ber Ankunft bes Panzerschiffes „Deutschlanb" in Gibraltar würben bie bei bem feigen roten Bombenangriff ums Leben gekommenen 23 Matrosen auf bem bärtigen Friebhose beiaefetü Inzwischen hat ber Führer angeorbnet, baß bie Gefallenen heimgeholt unb in beutscher Erbe bestattet werben. Diese ersten Bilbtelegramme zeigen links ben englischen fflfiUDerneur General Sir Charles 5) ar in g ton mit seinem Stabe bei ber letzten Ehrung für bie gefallenen beutschen Matrosen. — Rechts: Englische Matrosen bei ber Uebersührung ber Särge zur Trauerfeier. — (Scherl-Bilberbienst-M.) GeneralseldmarWM von Blomberg m Boms Niegerstadt vom Ge- n a l a m t s. Flugzeug bestieg und einen ausgedehnten Flug über dem Küstengebiet der früheren Pontinischen Sümpfe unternahm. Auch die Besichtigung der Der- suchsunstalt von Guido ni a erweckte das lebhafte Luftkreis III. Es wird ernannt: der Generalmajor Stump ff, Amtschef im Reichsluftfahrt- mlnisterium, zum Chef des General ft abes der Luftwaffe. Es wird beauftragt: der Oberst Ritter von ©reim, Inspektor für Flugsicherheit und Gerät, mit der Wahrnehmung der Ge- ch e n f e l d , Kommandierender General und Befehlshaber im Luftkreis III, von dieser Stellung zurück und steht zur Verfügung des Oberbefehlshabers der Luftwaffe. Es wird befördert zum General der Flieger: der Generalleutnant Kesselring, Amtschef im Reichsluftfahrtmini- fterium, unter gleichzeitiger Ernennung zum Kommandierenden General und Befehlshaber im Verehrung, General Göring. — Er starb im Glauben an fein Volk und seinen Führer Adolf Hitler." Am Samstag Luftsckmhrede Görings. Berlin, 3. Juni. (DNB.) Am Samstag, dem 5. Juni, 20 Uhr, wird der Reichsminister der Luftfahrt und Oberbefehlshaber der Luftfahrt Generaloberst Göring in einer Kundgebung des Reichsluftschutzbundes in der Dietrich-Eckart-Bühne zu Berlin grundlegende Ausführungen zum Luftschutz machen. Die Rede wird über alle deutschen Reichssender mit Ausnahme des Deutschlandsenders verbreitet. Der Luftschutz geht alle Deutschen an. Jeder ist zur Mitarbeit gesetzlich verpflichtet. Jeder sollte sich deshalb auch die Ausführungen Görings anhören. Der Reichsluftschutzbund veranstaltet überall Parallelkundgebungen, wo im Gemeinschaftsempfang die Rede auch von denen gehört werden kann, die kein Rundfunkgerät besitzen. Personalveränderungen bei der Luftwaffe. der Welthandelslage möglich ist. » Wenn die Länder des Oslo-Blocks sich zu diesen Abmachungen verstanden, so taten sie dies gewiß nicht aus einer allzu sorgenlosen Wirtschaftslage heraus. Sie Haden tatsächlich wie jedes Land ihre Sorgen. Dänemark krankt an dem ungenügenden Absatz seiner Agrarprodukte, Holland und Belgien unter den Folgen der Guldenabwertung und ebenfalls mangelnder Absatzmärkte. Die nordländischen Staaten leiden am Ueberfluß. Namentlich in Schweden legt man sich seit geraumer Zeit die Frage vor, wie man die gewaltige Hochkonjunktur bremsen kann. Die führenden Wirtschaftler und zum Teil auch die Politiker vertreten den Standpunkt, daß eine wesentliche Steigerung der Konjunktur kaum mehr möglich und damit der Augenblick des Rückschlages nicht allzu fern ist. Obwohl die schwedischen Produktions- und auch die Außenhandelsziffern ihren Höhepunkt noch nicht voll erreicht haben, hat sich in den letzten Monaten das Tempo etwas zu verlangsamen begonnen. Bedenklich sieht dagegen die Lage auf dem Geld- und Kapitalmarkt aus. Der Geldmarkt steht vollauf im Zeichen sogenannter „Ueber-Flüssiakeit". Banken und Versicherungsgesellschaften wissen kaum mehr, wo sie ihre Gelder nutzbringend anlegen sollen. Sie empfinden die Entgegennahme größerer Einlagen mehr als ein Entgegenkommen dem Kunden gegenüber denn als Geschäft. Die Verzinsung vom täglichen Geld ist auf einen Mindestsatz herabgesunken. Der beste Beweis für die eigenartige Verfassung des schwedischen Geldmarktes ist die Tatsache, daß dem Banknotenumlauf von nicht ganz 800 Millionen Kronen Gold- und Devisenreserven im Betrag von rund zwei Milliarden Kronen gegenüberstehen, mit anderen Worten, der Banknotenumlauf eine f a st dreifache Sicherung seines Wertes hat Deutschen Roten Kreuz und sprach ihm gleichzeitig die Glückwünsche des Führers und Reichskanzlers zu seinem 70. Geburtstag aus. Feldmarschall Mannerheim dankte herzlich für die ihm zuteil gewordene Ehrung. An dem folgenden Frühstück nahmen die Chefs des Heeres, der Flotte, der Luststreitkräfte und des Schutzkorps mit ihren Stabchefs sowie eine Reihe alter Generäle aus dem sinnischen Freiheitskrieg teil. Unter den Gästen befanden sich auch die Vertreter der deutschen Finnlandkämpfer, Generalmajor von F a l k e n h o r st und Fregattenkapitän Engel, die zum Geburtstag des Feldmar- schals aus Deutschland nach Helsinki gekommen sind. Die Luftwaffe gedenkt ihre« erftenGeneralftabschefs Eine Gedächlnisseier für General Weder. Berlin, 3. Juni. (DNB.) Anläßlich der Wiederkehr des Todestages des ersten General- stabschefs der deutschen Luftwaffe, Generalleutnant W e v e r, der am 3. Juni vergangenen Jahres den Fliegertod erlitten hat, fand auf dem Waldfriedhof in Klein-Machnow bei Berlin eine Gedenkfeier statt Nach dem Präludium von Bach, intoniert vom Stabsmusikkorps vom Luftkreis II, hielt Generaloberst Göring eine Ansprache, in der er u .a. ausführte, daß mit General Wever nicht allein der Chef des Generalstabes von uns gegangen fei, sondern jener Kamerad, der von Anfang an mit letztem Einsatz für das Werden unserer jungen Luftwaffe gerungen und gearbeitet hat, ein Mann, an dessen sieghaftem Glauben wir alle immer wieder neue Kraft gewinnen konnten. An dieser stillen Gruft wollen wir geloben, in dem Sinne und in dem Glauben von General Wever weiter zu arbeiten an der Waste, die ihm das Höchste war. Unter den Klängen des Liedes vom guten Kameraden legten Generaloberst Göring und her Commodore des Kampfgeschwaders General Wever Lorbeerkränze nieder Das schlichte Grabmal, von Prof. Haffenrichter geschaffen, trägt die Inschrift: „Die deustche Luftwaffe ihrem ersten Generalstabschef in unvergeßlicher Dankbarkeit und Amerikanisches Presseecho der Koblenzer Prozesse. Washington, 3. Juni. (DNB.) Die „New York Times" bringt einen ausführlichen Bericht ihres zu den Koblenzer Prozeßverhandlungen entsandten Korrespondenten. Dieser hebt u. a. hervor, daß alle Angeklagten geständig waren, daß sie von Anwälten ihrer eigenen Wahl verteidigt wurden, und daß sie in vollerOeffentlichkeitin Anwesenheit der in* und ausländischen Presse und eines Vertreters des Trierer Bischofs aussagten. Die Angeklagten zeigten keine Spur körperlicher oder geistiger „T o r t u r". (Es gibt also leider im Ausland immer noch Kreise, die von der Vorstellung beherrscht sind, in der deutschen Justiz seien die Methoden der Inquisition üblich.) Weiter schreibt der Berichterstatter, daß die Vertreter der Presse persönlich mit den Angeklagten sprechen durften, und daß der Inhalt der Geständnisse unbeschreiblich widerlich und unabdruckbar war. Niemand sei angeklagt oder verurteilt worden, der nicht ein offenes Geständnis abgelegt habe. Rückgang der weißen Hoffe in USA. Los Angeles, 3. Juni. (DNB.) Erneut wird festgestellt, daß die amerikanische Geburtenziffer von Jahr zu Jahr ftetig fällt. 1920 meldete die Statistik eine Geburtenziffer von 23,7 pro Tausend; die letzte Statisttk zeigte 16,9. Die Sud- und Gebirgsstaaten New Mexiko, Utah und Mississippi haben die höchsten Geburtenziffern, während Arizona, New Mexiko und Nevada in der Zahl der Sterbefälle führen. In Arizona und New Mexiko ist wohl in erster Linie die mexikanische Bevölkerung für die hohen Geburten- und gleichzeitig Sterbeziffern verantwortlich, während im Staat Mississippi die starke Negerbe- Dotierung größere Zahlen bewirkt. Los Angeles mit einer Bevölkerung von 1400 000 Menschen hatte im letzten Jahr nur 17 299 Geburten! Der amerikanische Journalist Lee Shippey geißelt die vielen kinderlosen Ehen der angelsächsischen Amerikaner, während sich die Farbigen der Staaten in unheimlicher Weise vermehren. Hirota japanischer Auhenminifter. T o k i o , 3. Juni. (DNB ) Ministerpräsident Prinz Konoe hat den vorjährigen Ministerpräsidenten Hirota auf den Posten des Außenministers berufen. Hirota, der als hervorragender Kenner der sowjetrussischen und chinesischen Verhältnisse gilt, hat als Ministerpräsident im November 1936 das deutsch-japanische Abkommen abgeschlossen. Er ist ein enger Freund Konoes und besitzt das Vertrauen der Armeeführung. Das neugebildete Kabinett wird heute vom Kaiser empfangen und in sein Amt eingeführt. Politische Kreise schätzen das neue Kabinett als stark und dauerhaft ein, obwohl sich in Kreisen der Parteien Enttäuschung über den angeblich zu geringen Einfluß bemerkbar macht. Neuregelung des deutsch-polnischen Eisenbahngrenzverkehrs in Oberschlesien. Warschau, 3. Juni. (DNB.) Da die Bestim- mungen des Genfer Abkommens vom 15. Mai 1922 über den oberschlesischen Eisenbahn- Volksfrontbilanz in Frankreich. Ministerpräsident Blum macht Sozialreform und Aufrüstung für Frankreichs finanzielle Schwierigkeiten verantwortlich. Berlin, 3. Juni. (DNB.) Mit Wirkung l.Juni 1937 tritt her General her Flieger W a- Helsinki, 3. Juni. (DNB.) Der deutsche sandte von Blücher überreichte dem finnischen Feldmarschall Baron Mannerheim das Großkreuz des Ehrenzeichens vom Dieses Bildtelegramm zeigt den Reichskriegsminister zusammen mit dem Kaiser und König Viktor Emanuel (links) und dem Duce (rechts) auf dem Flugplatz. — (Scherl-M.) Steuer auferlegt wurde, während die Kapitalbesitzer, die nicht im Produktionsprozeß tätig sind, also z. B. die Besitzer von großen Aktienpaketen, von der Steuer ungeschoren geblieben wären. Hinzu kam, daß z. B. die Baumwollindustrie in Lancashire erst seit einem Jahr nach sehr trüben Erfahrungen daran gegangen ist, ihre Technik $u modernisieren, und große Kapitalien dafür bereit* stellte, daß der Rationalisierungsprozeß in der englischen Bergbauindustrie seit Jahren große Zuschüsse erfordert. Wenn nun die Gewinne dieser Industrie sofort weggesteuert werden, ohne Rücksicht auf die Deckung der Rationalisierungs- toften, dann wird künftighin natürlich niemand mehr ein Interesse daran haben, sein Geld für solche Zwecke zu verwenden, denn für das eingegangene Risiko würde er noch durch den Steuerfis- tus bestraft. Das sind die Erwägungen, aus denen heraus Englands Wirtschaftler fast einmütig Chamberlains Steuerprojekt a b g e l e h n t haben, der Stimme der Vernunft hat Chamberlain, sich unterwerfen müssen. Allerdings sagt er, für die ausgefallenen 12 Millionen Pfund Sterling Wehrbel- tragssteuern müsse er jetzt 25 Millionen fordern, um das Aufrüstungsprogramm durchführen zu können. Woher diese Verdoppelung kommt und welche Steuern vorgesehen sind, darüber zerbricht sich England jetzt den Kopf. * Zwischen den Oslo-Staaten, d. h. zwischen Belgien, Holland, Schweden, Norwegen, Dänemark und Finnland, ist in diesen Tagen ein neues Abkommen geschlossen worden, das am 1. Juli in Kraft tritt und zunächst für die Dauer eines Jahres Gültigkeit hat. Mit diesem Abkommen wird an Öen ersten, vor sieben Jahren unternommenen Versuch, die Welthandelsschranken abzubauen, ange- tnüpft. Dieser Versuch blieb damals ohne Erfolg. In dem neuen Abkommen ist die ungehinderte Einfuhr für eine Reihe von Waren vereinbart worden. Weiterhin verpflichten sich die Länder, die Kontin- gentspolittk treiben, also Belgien, Luxemburg und Holland, sich von dieser Politik zu lösen und bestimmte Kontingente gegenüber den anderen beteiligten Ländern nicht mehr durchzuführen. Dagegen verpflichten sich die anderen Vertragspartner zu Zollbindungen. Ferner enthält das Abkommen die Bestimmung, daß man sich vor Einführung neuer Handelsverträge miteinander in Verbindung zu setzen habe. Gewiß ist mit diesen Vereinbarungen keineswegs eine umfassende Entspannung des Welthandels angebahnt, aber soviel steht fest, ein erster Schritt auf dem Wege zum Abbau der Handelsbeschränkungen, her ja auch im Sinne her deutschen Wirtschaftspolitik liegt, ist getan. Einige wenige Länder wenigstens finden sich zu Handelserleichterungen bereit, und für alle anderen Staaten steht der Beitritt zu den Abmachungen offen. Er ist sogar, wie von den Mitgliedern des Oslo- Blocks wiederholt betont wurde, erwünscht. Ein Wunsch, her freilich vorerst nur auf dem Papier steht. Die ablehnende Haltung Englands, allen Gruppenbildungen und allen Blöcken gegenüber, die neben dem Empireblock stehen, läßt es zweifelhaft erscheinen, ob aus dem ersten Schritt zur Erleichterung des Welthandels weitere folgen werden. Jedenfalls darf man gespannt fein, ob die Wünsche der britischen Dominien, die soeben in London auf der Reichskonferenz vorgetragen wurden, und die Verhandlungen mit den V e r° einigten Staaten zu einer Auflockerung der sogenannten Ottawa-Abmachungen, d. h. den mit Scmderverteilung ausgestatteten Handelsverkehr zwischen den Dominien und dem Mutterland, führen werden, und damit der Weg für eine Entspannung Paris, 4. Ium. (DNB. Funkspruch.) Am Jahrestag des Regierungsantrittes des Volksfront- kabinetts erklärte Ministerpräsident Blum dem Pariser Vertreter des „Daily Heralb": Vor her Regierungsübernahme sei die französische Wirtschaft seit fünf Jahren immer stärker heruntergekommen. Die Zahl der Arbeitslosen hatte ständig zugenommen, das öffentliche Einkommen dagegen immer mehr abgenommen und die Lasten des Schatzamtes seien immer größer geworden. Der Wahlsieg der Volksfront habe Hoffnungen aufkommen lassen. Diese hätten zu schwer st en sozialen Konflikten führen können. Es fei daher auch nicht erstaunlich, wenn die Regierung bei her Durchführung dieses Werkes nicht immer in der logischsten und vielleicht auch der wirksamsten Reihenfolge vorgegangen sei Blum glaubt eine Wiederbelebung d er W i rt s ch a f t feststellen zu können, die jedoch w e - n i g e r fühlbar sei, als in anderen Ländern. Zur Entschuldigung meinte der Ministerpräsident, daß Frankreich ja eben auf sozialem Gebiet etwas versucht habe, was noch in keinem anderen Land mit Ausnahme von Amerika, versucht worden sei: Man habe mit großen sozialen Refor- Jnteresse des Generalfeldmarschalls, den sowohl die Truppe wie die Belegschaften und die Bevölkerung überall bei seinem Erscheinen herzlich begrüßten. Zu der Besichtigung waren auch die Marschälle B a d o g l i o und de Bono sowie Außenminister Graf Ciano, Minister Alfieri und der Chef der Miliz General Russo erschienen. Nach Abschluß der Besichtigung sand in Guidonia ein Kameradschaftsehen statt. Am Donnerstagnachmittag stattete Generalfeldmarschall von Blomberg Marschall Badoglio, Herzog von Addis Abeba, und dem italienischen Außenminister Graf C i a n o kurze Besuche ab und besichtigte dann die italienische Akademie für Leibesübungen. Abends gab der italienische Regierungschef zu Ehren seines deutschen Gastes ein Essen im Palazzo Venezia, dem ein Empfang in den Räumen des Palazzo folgte. Drei weitere Todesopfer des bolschewistischen Fllegerüberfalls Drei Matrosen der „Deutschland" in Ibiza ihren Verletzungen erlege«. Berlin, 3. Juni. (DNB.) 3m Lazarett von Ibiza sind die Oberheizer Alfred Meyer, Helmut Schubert und Heinz h o l z w a r t h ihren bei dem verbrecherischen bolschewistischen Ueberfall er- erlittenen schweren Verletzungen erlegen. Damit hat sich die Zahl der Todesopfer auf dem Panzerschiff „Deutschland" auf 28 erhöht, heute sind Teile der 3. Torpedobootsslo- lille aus Wilhelmshaven nach den spanischen Gewässern ausgelaufen. Kreuzer „Köln" wird demnächst folgen. Damit ist die Verstärkung der deutschen Seestreitkräfte in den spanischen Gewässern vorläufig abgeschlossen. Englische Vorschläge zurWieder- ausnahme der Kontrolle London, 3. Juni. (DNB.) Im Unterhaus fragte der liberale Abgeordnete M a n d e r den Außenminister, ob er sich an die Signatarmächte des Kellogg-Pattes wegen gemeinsamer Dor- st e l l u n g e n Deutschland gegenüber wenden wolle, da das Bombardement von Almeria einen „Bruch des Kellogg-Paktes" darstelle. Staatssekretär Lord Granborne verneinte die Frage und erklärte, es sei das Ziel der englischen Regie- rung, den Zus ammenbruch der Nichtein- mif chungspolitik zu verhindern und eine ernste Situation abzuwenden, die sich aus einem erneuten Einstrom fremder Staatsangehöriger nach Spanien ergeben müßte. Die Regierung erstrebe die baldige Wiederherstellung der Seeüberwachung an der spanischen Küste. Mit diesem Ziel vor Augen habe die englische Regierung den beteiligten Regierungen Vorschläge zugeleitet, von denen sie hoffe, daß sie angemessene Garantien gegen eine Wiederholung des Zwischenfalles darstellten. Die Regierung hoffe, daß diese Vorschläge alle Regierungen wieder in die Lage versetzen, die Polittk der Nichteinmischung voll aufzunehmen. Sie bemühe sich, so schnell wie möglich Fortschritte mit der Z u r ü ck z i e h u n g ausländischer Kampfteilnehmer in Spanien zu machen. Sie hoffe, daß es in einer Atmosphäre internationaler Zusammenarbeit auch möglich sei, an einem entsprechenden Abkommen mitzuarbeiten. Auch N o r w e g en hat zur Zeit Hochkonjunktur, wenn auch nicht in dem Ausmaße Schwedens. Aber die Sorgen fehlen auch hier nicht. Die Einfuhr hat derart stark zugenommen, daß ihr Wert den der Ausfuhren heute um ein beträchtliches übersteigt, d. h. in her Fachsprache, hie Handelsbilanz ist passiv geworben. Diese Passivität als beun- ruhigenbes Moment zu nehmen, bürste jeboch verfehlt sein. Es hanbelt sich hier vielmehr um ein natürliches Glieb einer Kette. Vorausgegangen ist eine Erhöhung her Einnahmen aus Schiffahrt unb Ausfuhr. Die bann einfetzenbe Belebung her heimischen Jnbustrie hat zu fteigenber Einfuhr von Rohstoffen geführt. Es entspricht gesunber jahr- hunbertealter Erfahrung, baß Länber mit aktiver Zahlungsbilanz eine passive Hanbelsbilanz aufweifen. Der Passivierung her norwegischen Hanbelsbilanz ging ausgleichenb eine Steigerung der Bruttoeinnahmen her Schiffahrt, her Erlöse aus ben Wal-Oelverkäufen unb schließlich aus bem Touristenverkehr voraus Das sinh Erhöhungen, bie einer Steigerung her Einfuhr sozusagen ben Weg bereiteten. Glückwünsche des Führers für Feldmarschail Mannerheim. men begonnen! (Daß gerade die großartige soziale Erneuerung, bie von Blum nicht geleugnete Neu- blüte eines her anderen Länder, nämlich Deutschland, erst ermöglichte, hat der Ministerpräsident anscheinend übersehen.) Blum gestand weiterhin „gewisse finanzielle Schwierigkeiten" ein, was er auf den Vorrang der Sozialreformen vor den Forderungen der Wirtschaft zurückführte. Auch die Zunahme der militärischen L a st e n spreche dabei mit. Frankreich sei gezwungen, heute ungeheure Anstrengungen auf dem Rüstungsgebiet unb gleichzeitig auf sozialem Gebiet zu machen, unb dies alles in einem Land, das in Wirklichkeit noch lange nicht die Ruinen des Weltkrieges ausgebefsert habe, dessen finanzielle Lasten es trage. (?) Außenpolitisch sei das Endziel nach wie vor kollektive Sicherheit durch Schiedsgerichtsbarkeit, gegenseitigen Beistand und allgemeine kontrollierte Abrüstung. Die außenpolitischen Beziehungen Frankreichs zu allen seinen Freunden hätten sich enger gestaltet. Zu Belgien und der Kleinen Entente wie zur Sowjetunion und zu England unterhalte Frankreich heute herzliche Beziehungen. Rom, 3. Juni. (DNB.) Generalfeldmarschall von Blomberg hat am Donnerstag in Begleitung Mussolinis und der Unterstaatssekretäre für Heer, Marine und Luftwaffe ben Militärflughafen Furbara unb die Versuchsanstalt Guidonia besucht. Kurz vor Beginn der Besichtigung von Furbara war unerwartet der König auf dem Flughafen eingetroffen. Nach der Besichtigung wurde unter Einsatz großer Flugzeugverbände ein Fliegerangriff vorgeführt, dessen Thema die Vernichtung einer Flottenbasis und her im Hafen liegenden Schiffs war. Die Kampfhandlung fand die lebhafte Anerkennung des Generalfeldmarschalls, der ein von Mussolini persönlich gesteuertes dreimotoriges a bestieg und einen ausgedehnten Flug Küstengebiet der früheren Pontinischen verkehr am 15. Juli 1937 außer Kraft treten, haben Verhandlungen zwischen der deutschen unb polnischen Regierung über bie zukünftige Neuregelung bes Eisenbahnverkehrs auf ben ober- schlesischen Grenzübergängen stattge- funben. Die oberschlesischen Grenzübergänge werben in bas beutsch-polnische Abkommen über ben gegenseitigen Eisenbahnverkehr unb in bie diesen Verkehr regelnden Tarife ausgenommen. Geschlossen werden nur fünf für den Verkehr weniger bedeutende Uebergänge. Die Zollabfertigung unb Paßprüfung wirb spätestens am 1. Oktober 1937 auf den oberschlesischen Uebergängen „v.. ..... vv. _________________ ... ebenso wie auf den übrigen deutsch-polnischen schäfte des Chefs des Luftwaffenperfo- Grenzübergängen getrennt auf den beiderseitigen Grenzbahnhöfen vorgenommen. Für den bedeutendsten Uebergang Beuthen — Lhvrzow wird jedoch die gemeinsame Zvll- und Paßabfertigung im Personenverkehr bis zum 15. Mai 19 4 0 beibehalten. Es wird geprüft werden, ob mit Rücksicht auf die oberschlesische Wirtschaft im Rahmen des deutsch-polnischen Gütertarifes für die wichtigsten Güter- und Verkehrsbeziehungen von beiden Seiten T a r l f ante i l e zur Verfügung gestellt werden können, die den bisherigen Tarifstand des oberschlesischen Wech- selgütertarifes nach Möglichkeit beizubehalten gestatten. Die Trauung des Herzogs von Windsor. Im Schloß Cande fand am Donnerstagvormittag die bürgerliche und die kirchliche Trauung des Herzogs von Windsor mit Frau Wallis Warfield-Simpson statt. Der Bürgermeister von Monts, Dr. Mercier, der die bürgerliche Trauung vollzog, brachte in einer Ansprache dem Ehepaar seine Glückwünsche zum Ausdruck. Unmittelbar darauf nahm der englische Reverend Jardine im Musikzimmer des Schlosses die kirchliche Trauung vor. Der Herzog und die Herzogin haben abends die Hochzeitsreise nach Oesterreich angetreten. * Frau Wallis Warfield-Simpson entstammt einer angesehenen Familie aus Baltimore (USA.) und war in zweiter Ehe mit dem Kaufmann Simpson verheiratet, von dem sie sich im Oktober 1936 scheiden ließ. Sie hat das letzte halbe Jahr in Frankreich verbracht. Ihren jetzigen Gatten lernte sie bei einem Fest in Kalifornien kennen, das der damalige Prinz von Wales im Jahre 1924 auf einer Amerikareise besuchte. — Der Herzog von Windsor lebte seit seiner Abdankung in Oesterreich. Neue Werkstoffe stoßen vor! Don Dr. Wolfgang Mejer. Ein blinkendes Türschild aus Messing sieht zweifellos hübsch aus, solange es in untadeliger Reinheit erstrahlt. Jede Hausfrau weiß aber ein Lied davon zu singe«, wieviel Zeit und Mühe der Glanz solcher Messingschildchen, Türklinken, Fensterwirbel und dergleichen Dinae verlangt. Ein Türschild aus „Preßmasse^ sieht auch hübsch aus. Und es braucht nicht geputzt zu werden, es verlangt keine Zeit und Mühe für seine Schönheitspflege! Da haben wir gleich ein Beispiel dafür, daß die neuen Werkstoffe, die „Kunstharze", „Preßmassen", die '„Leichtmetalle", die „Zellwolle" und wie sie alle heißen nicht nur einen kümmerlichen Ersatz naturgegebener Rohstoffe in Notzeiten darstellen, sondern hervorragende Schöpfungen unermüdlicher Forscherarbeit, die in vielen Fällen den althergebrachten Naturstoffen überlegen sind! Gewiß, die neuen Werkstoffe sollen augenblicklich in erster Linie dazu dienen, Deutscb- lands Unabhängigkeit auf dem -Gebiete der Roy- stoffversorgung zu sichern. Darum wird im Rahmen, des Dierjahresplanes die Einführung solcher Stoffe, der Ausbau der Kunftstoffindustrie energisch gefördert. Aber an sich sind die Bestrebungen, natür- lick vorkommende Werkstoffe durch bessere und billigere abzulösen, schon ziemlich alt. Schon darum kann der Kunststoff nicht als minderwertiger Ersatz, aus Mangel geboren, gelten! Kein Rohstoffmangel bestand, als vor etwa 70 Jahren das „Zelluloid" — deutsch „Zellhorn" Genannt — auf dem Markt erschien. Weil das Zellhorn biegsamer und zäher als Naturhorn und dazu billig war, vermochte es sich rasch bei der Fabrikation von Kämmen, Schirmgriffen, Fächern und anderen Galanteriewaren an Stelle von Naturhorn und Elfenbein einzuführen. Weitgehender Anwendung des Zelluloids stand allerdings die starke Feuergefährlichkeit dieses aus Schießbaumwolle hervor- gegangenen Erzeugnisses entgegen. Das Z e l l o n dagegen, ein jüngerer Verwandter des Zelluloids, ist kaum brennbar und daher vielseitig zu verwenden. Kein Mensch dachte noch an Weltkrieg und Rohstoffmangel, als vor Jahrzehnten die ersten handlichen Köfferchen aus „Vulkanfiber^ in ernsthaften Wettbewerb teit der gewohnten ledernen Reisetasche traten. Nicht als „Ersatz" für fehlende Ledertaschen, sondern als besonders leichte, yaltbare und vreiswerte Behältnisse haben sich die Koffer aus oem Kunststoff Vulkanfiber durch reiche und knappe Zeiten in der Gunst des Reisepublikums erhalten. Vulkanfiber ist übrigens, wie auch Zellhorn und Zellon, ein Abkömmling des aus Holz oder anderer Pflanzenfaser gewonnenen Zellstoffes, meist noch „Zellulose" genannt. Aus Zellstoff wird Papier gefertigt, daraus unter Einwirkung einer Quellflüssigkeit die Vul kan fiber platte aus mehreren Lagen gepreßt. Schon im Jahre 1872 beobachtete der große deutsche Chemiker Adolf von Baeyer die Entstehung eines harzähnlichen Stoffes aus Phenol (Karbolsäure) und Formaldehyd (Formalin). Praktische Bedeutung erlangte die Entdeckung zunächst nicht, obwohl sich danach eine ganze Reihe von Chemikern mit ihr befaßte. Aber Formaldehyd war damals teuer, und zudem gelang es vorerst nicht, die klebrige Harzmasse in feste, bearbeitbare Form zu überführen. Trotzdem stellt Baeyers Beobachtung einen Markstein in der Geschichte der Werkstoffe dar: Sie ist der Ausganaspunkt für die Entwicklung der „Kunstharze^! L. H. Baekeland fand zu Anfang unseres Jahrhunderts ein Verfahren, das Kunstharz zu härten. In wenigen Minuten läßt sich seither der Kristallisationsoorgang vollziehen, für den die Natur beim Bernstein Jahrmillionen brauchte. Mit der Härtbarkeit war den Kunstharzen ein schier unabsehbares Anwendungsfeld eröffnet. Um dessen (Eroberung durch immer neue Verbesserungen und Bearbeitungsverfahren haben sich besonders deutsche Forschung und Technik verdient gemacht. Ihr Eifer ist wohl begründet. Denn Kunstharze entstehen aus Abkömmlingen der Steinkohle, die unser Heimatboden birgt. Sie vermögen jedoch Stoffe zu verdrängen, die wir zumeist einführen müssen: Elfenbein, Horn, Käsestoff, Knochen, Fischbein, Schildpatt, Perlmutter, Steinnuß, vielfach auch Edelhölzer, Kautschuk und Metalle! Kunstharze spielen heutzutage in Haushalt und Werkstatt, in Technik und Wirtschaft bereits eine so bemerkenswerte Rolle, daß jedermann ihr Wesen ein wenig kennen sollte. Rührt doch das Mißtrauen gegen neue Werkstoffe, das auch im Handwerk ihre Einführung mitunter erschwert, zum guten Teile von der Unkenntnis ihrer Entstehung her. Wie Eisen, Kupfer, Messing, Zinn, Leder, Knochen und sonsttge hergebrachte Werkstoffe gewonnen werden, kann jedem Lehrling anschaulich beigebracht werden. Um die Pülverchen, Platten und Stäbe, in denen sich die Kunststoffe vorstellen, waltet dagegen ein Geheimnis... Also: Kunstharz entsteht durch Erwärmen der Steinkohlenabkömmlinge Phenol (Karbolsäure) oder Kresol und Formaldehyd (Formalin, früher aus Holz gewonnen, heute auch aus Steinkohle). Gewisse Stoffe wirken dabei als „Beschleuniger" mit, wissenschaftlich „Katalysatoren" genannt. Nimmt man an Stelle des Phenols Harnsäure, so erhält man anstatt der Phenolharze sogenannte Aminoharze. Sie eignen sich besonders für zarte Farbtöne. Die Farbstoffe werden den Kunstharzen vor dem Härten zugesetzt. Zur Erhöhung der Widerstandsfähigkeit mischt man dem Kunstharz für viele Zwecke ein Festigkeitsmittel bei, etwa Sägemehl von Hartholz, dazu Fließ- und Härtemittel. Nun kann man in geheizten Stahlformen unter hohem Druck Preßlinge Herstellen, die gleich eine fertige Gestalt haben. So lassen sich ganze Gehäuse für Rundfunkempfänger pressen. Nimmt man statt des Sägemehls andere Faserstoffe, etwa Segeltuchschnitzel, so erhält man außerordentlich widerstandsfähige Kunstharzteile. Aus ihnen werden technische Artikel, wie Lagerschalen und Zahnräder, gefertigt. Sie zeichnen sich nicht nur durch Unempfindlichkeit in rauyem Betriebe, sondern auch durch geräuscharmen Lauf aus. Die Anwendungsmöglichkeiten der mit Hilfe der Kunstharze hergestellten „P r e ß m a s s e n" sind erstaunlich vielseitig. Becher, Butterdosen, Eierbecher, Eierlöffel, Geleedosen, Flaschenstöpsel, Kaffeemühlen, Kaffeesiebe, Konfektdosen, Konfektschalen, Messerbänkchen, Milchkannen, Nähkästen, Pfeffermühlen, Salatbestecke, Salzfäßchen, Serviettenringe, Tabletts, Tassen, Teller, Topf- und Kannenhenkel, Zitronenpressen — das ist nur eine kleine Auswahl aus Preßmassen herstellbarer Haushaltwaren. Oder um nur das Gebiet des Raucherbedarfs zu streifen: Aschenbecher, Feuerzeuge, Kerzenhalter, Pfeifenköpfe, Pfeifenrohre und -Mundstücke, Rauchverzehrer, Streichholzbehälter, Tabaksdosen, Zigarrenkästen und Zigarrenetuis werden sehr hübsch in Preßmasse ausgeführt. Daß Preßstoffe dank ihrer vorzüglichen Isolierfähigkeit und leichten Formbarkeit in der Elektrotechnik einen hervorragenden Platz einnehmen, ist bekannt. Ueber- raschender ist vielleicht die Tatsache, daß sich Buch- elnbände, Bilderrahmen, Flöten und Gewehrschäfte aus Kunstharz-Preßmassen immer mehr bewähren! Für manche dieser Dinge führen sich auch die „S p ri tz gu ß ma s se n" immer mehr ein, die deutsche Technik aus den Grundstoffen Kohle und Wasser gewinnt! Hierher gehört das Polyfttol, dem sich hübsche, leuchtende Farben geben lassen. Wir kennen sie von den Tubenhütchen! Auch die gegen chemische Zerstörung höchst beständigen „Mischpolymerisale" zahlen zu dieser Gruppe. Sie verdrängen Rohre aus Blei im Hausbau, in Molkereien und chemischen Fabriken, sogar im Orgelbau! Vorteilhaft ist, daß solches Rohr sich kleben läßt! Spritzgußmassen werden vielfach in handlichen Formen geliefert. Für den Handwerker ist's eine angenehme Arbeit, wenn er die Schirmgrifte von einem Stab oder die Serviettenringe von einer Röhre abschneiden kann wie Scherben von der Wurst! Kohle, Kalk, Wasser und Luft sind die Grundstoffe des deutschen Kunstgummis „Buna". Wir können heute schon sagen, daß jenes großartige Erzeugnis deutscher Forscherarbeit auch in Zeiten, da Naturgummi reichlich zur Verfügung stehen würde, kaum verschwinden wird. Denn Buna quillt in Benzin und Oel fast gar nicht auf, altert wenig, hält höhere Hitze aus und nutzt sich weniger ab als Naturkautschuk. Mit besonderem Interesse betrachten wir natürlich die neuen Werkstoffe, die unserer Bekleidung dienen. Ein treffendes Beispiel dafür, daß ein Kunststoff sich gegen anfängliches Vorurteil durchzusetzen vermag, lieferte uns in den letzten Jahren d i e Kunstseide. Es ist wenig bekannt, daß die Kunstseidefabrikatton bereits im Jahre 1884 begann. Wenige Jahre sind erst vergangen, seit die Einwände, Kunstseide sei zu kühl oder habe sonsttge Mängel, verstummt sind. Heute wird Kunstseide vom Käufer verlangt. Sie gilt mit Recht als Qualitätserzeugnis. In ähnlicher Weise erleben wir jetzt den Vorstoß der deutschen Zellwolle. Auch sie ist, wie die Kunstseide, ein Abkömmling des aus Holg gewonnenen „Z e 11 ft o f f e s". Der Zellwolle jedoch werden durch einen anderen Spinn- oorgang die Eigenschaften kurzstapeliger Naturfasern, wie Wolle und Baumwolle, gegeben. Daß Zellwolle vortreffliche Stoffe für Anzuge, Decken und andere Zwecke liefert, haben wir auf den letzten Messen und Ausstellungen immer wieder sehen können. Die auaenblicklich in Düsseldorf stattfindende Schau „Schaffendes V o l k" zeigt uns ganz neue Verwendungsmöglichkeiten; beispielsweise Plüsch für Eisenbahnsitzpolster, der mit Hilfe von Zellwolle hergestellt ist. Die Ausstellung „Schaffendes Volk" gibt zum ersten Male einen geschlossenen Ueb erb lick über die deutschen Leistungen auf dem Gebiet der neuen Werkstoffe. Neben den „Kunststoffen" treten vor allem die L e i ch t m e t a l l e als leistungsfähige Austauschstoffe für devisenbelastete Metalle hervor und zeigen sich ihnen in vieler Hinsicht technisch überlegen. Sie eignen sich auch für künstlerische Gestaltung, wie die diesjährige Maiplakette aus deutschem Leichtmetall bewies. Durch eine elektrische Behandlung der Oberfläche in chemischem Bad vermag man übrigens dem Leichtmetall die mannigfaltigsten Tönungen von Gold, Silber bis zu täuschend echtem Kupfer zu geben und jedem Geschmack gerecht zu werden. Schließlich sind es neuartige Legierungen, mit denen die deutsche metallkundliche Forschung Deutschlands Rohstoftlage zu erleichtern bestrebt ist. Hier gilt es, dem aus dem Auslande eingeführten Metall durch entsprechende Mischung höhere Leistung abzuringen oder hochbelastete Stoffe der Legierung gegen billigere auszutauschen. So läßt sich in sehr DasnächsteSeebadderM. Dr. Ley out einer Berliner Kundgebung: Die Deutsche Arbeitsfront der größte Bauunternehmer Deutschlands. Berlin, 3. Juni. (DNB.) Als Auftakt für eine Vortragsreise, die ihn durch mehrere Gaue führen wird, sprach Reichsorganisationsleiter Dr. Ley auf einer Kundgebung der Gauwaltung Berlin der DAF. im Sportpalast vor Berliner Betriebsführern, Vertrauensmännern und Amtswaltern der DAF. Das allerschönste, so sagte er, was das Schicksal einem Menschen geben könne, sei, sich für andere Menschen sorgen zu dürfen. Wer andere Menschen führen wolle, müsse Verständnis für ihre Sorgen und Nöte aufbringen. Zwar könne auch der Nationalsozialismus dem Menschen kein Paradies versprechen und ihm die Sorgen nicht abnehmen, er wolle ihm aber das Gefühl geben, daß sie nicht allein stünden mit ihren Sorgen, sondern daß Millionen die Sorgen des einzelnen Volksgenossen zu den ihren machten. Dieses aus dem wahren Sozialismus kommende Gefühl gebe unerhörte Kraft. Ein Volk vermöge alles, wenn es zusammenstehe, wenn die Gemeinschaft das Schicksal des Einzelnen in ihre starke Hand nehme. Nur aus der Gemeinschaft schöpften wir die Kraft und die Energie, die wir für den friedlichen Daseinskampf brauchten. Da eß nicht genüge, den Menschen allein satt zu machen, gehe die Betreuung des werktätigen Volksgenossen weit über das Materielle hinaus. Auf dem so überaus wichtigen Gebiet der Gesundheitsfürsorge werde angestrebt, die Menschen jedes Jahr einmal untersuchen zu lassen. Mit aller Kraft wende sich die DAF. auch der Schaffung von Wohnungen zu. Das Werk „KdF." spreche für sich selbst. An der Errichtung des auf Rügen entstehenden Seebades feien 1800 Menschen beschäftigt, die noch im Laufe dieses Jahres a u f' 7 0 0 0 köpfe erhöht würden. Das nächste Seebad, das in der Planung bereits fertig fei, komme nach kolberg in Pommern; für das dritte und vierte Bad feien Ostpreußen und die Gegend von kiel - Travemünde in Aussicht genommen. Damit werde die Arbeitsfront in längstens zehn Jahren an der Ostsee über vier große Bäder mit je 2 0 0 0 0 Betten verfügen. Es solle erreicht werden, daß jeder Deutsche in jedem Jahre einmal einen Erholungsaufenthalt nehmen könne. Die DAF. fei heute bereits der größte Bauunternehmerin Deutschland. Das alles verdanke sie nur dem Vertrauen der deutschen Menschen. In Auswirkung des Abkommens zwischen der deutschen und der italienischen Arbeiterorganisation würden vom nächsten Oktober ab die KdF.- Schiffe nach dem Mitkelmeer fahren. Die Schifte würden also im Winter nicht mehr still liegen, sondern deutschen Arbeitern auf Fahrten von Genua, Venedig und Triest aus die Schönheiten des Mittelmeeres und feitler Gestade vermitteln. Der Nationalsozialismus wolle nicht den Luxus bekämpfen, sondern den Lebensstandard der breiten Masse heben. Das Fest Der Lebenöbeiahung. Die Neichstagung „KdF." in Hamburg. Berlin, 3. Juni. (DNB.) Vom 10. bis 13. Juni findet in Hamburg die große Reichstagung „KdF." unter Teilnahme von Dolkstumsgruppen aus allen deutschen Gauen sowie Abordnungen aus 26 ausländischen Nationen statt. Reichsorganisationsleiter Dr. Ley erklärte der Presse, die Reichstagung solle ein Ausdruck des deutschen Willens zur Lebensbejahung sein, im Geiste von Freude und Arbeit träfen sich zahlreiche Nationen, um sich in dem Friedensbekenntnis zur Freude und zum Schönen zu vereinen. Durch dieses Fest der Freude und der Lebensbejahung werde der Welt gezeigt, wie Deutschland seine soziale Aufgabe lösen wolle. „Wir wollen die Lebensfreude des deutschen Volkes in Disziplin und Ordnung in Hamburg offenbaren und dazu laden wir die Welt ein als unsere Gäste." „Musik und Tanz" und „Spiel und Sport" werden ausländische und deutsche Gäste mit der Hamburger Bevölkerung zusammenführen. Für die ausländischen und deutschen Delegierten wird in der Staats» oper ein Festabend veranstaltet. Samstag, 12. Ium, wird eröffnet mit einer Feier der Werkscha - r e n „Freiheit und Freude der Arbeit". Um 10 Uhr spricht Reichsorganisationsleiter Dr. Ley in der Musikhalle. Anschließend wird sich das Exkutiv- komitee für den Weltkongreß für Freizeit und Erholung 1938 in Rom mit den Vorbereitungen zu dieser Tagung beschäftigen. Am Nachmittag werden 4000 Mitglieder von „KdF.", des Reichsbundes für Leibesübungen, des Arbeitsdienstes und der Polizei, der HI. und des BDM. zum „Tag des Sportes" auf zahlreichen Hamburger Sportplätzen Zeugnis von ihrer körperlichen Ertüchtigung ablegen, während am Abend in den Hanseatenhallen eine große Festveranstaltung „Frohes Volk aus aller Welt" stattfindet. Den Schluß des Tages bildet eine Feierstunde der H I. am Bismarck-Denkmal. Im Mittelpunkt des Sonntag steht der große „Festzug des deutschen Volke s". Um 13 Uhr empfängt der Stellvertreter des Führers die ausländischen Delegierten im Rathaussaal. Am Nachmittag findet im Zoo ein „Deutsches Vvlksfe st" statt. Den Abschluß bildet ein Massenkvnzert der Wehrmacht mit einem Riesenfeuerwerk. 600 Mn- glieber aller in Hamburg vertretenen ausländischen SßoIEstumsgruppen werden gemeinsam mit deutschen Arbeitern und Arbeiterinnen eine KdF. - Fahrt nach Norwegen unternehmen als Auftakt für eine anläßlich der Olympischen Spiele von Tokio im Jahre 1940 ebenfalls geplante Gemeinfchaftsfahrt von deutschen und ausländischen Arbeitern. vielen Fällen statt Gold eine Silber-Palladium- Legierung verwenden, etwa für zahnärztliche Zwecke ober für Füllfedern. Die Legierung ist ebenso beständig wie Gold. Sie sieht jedoch silberweiß aus. Eine Tatsache, die manchen vielleicht voreingenommen stimmen kann. Hier tut die Aufklärung not, wie sie unsere Ausstellungen eindrucksvoll betteiben. Gewohnheit darf keine Rolle spielen, wenn das Neue zweckmäßig, preiswert und schön ist — und der deutschen Wirtschaft nützt! Aus aller Wett. Das Reichstreffen des Reichsbundes der Kinderreichen. Das Reichstreffen des Reichsbundes der Kinderreichen in Frankfurt a. M. wickelt sich nach folgendem Programm ab: Samstag, 5. Juni, 16 Uhr, findet eine Tagung des Ehrenrings RDK. im Bürgersaal des Römers statt, bei der Reichsstatthalter (Zauleiter Sauckel und Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger sprechen werden. Um 18 Uhr folgt in der Messehalle ein Amtsträger-Appell, bei dem Reichsbundesleiter Stüroe, Ministerialdirektor Dr. Gütt, Staatssekretär Reinhardt und Reichsamtsleiter Dr. Groß das Wort ergreifen werden. 22 Uhr: Weihestunde „Ewiges Volk" auf dem Römer, gestaltet von Generalarbeitsführer Dr. Decker. Sonntag, 6. Juni, 10 Uhr vormittags: T a - gung der Landesleiter im Volksbildungsheim. Es sprechen: Reichsstatthalter Gauleiter Sauckel und Reichsamtsleiter Dr. Groß. Bei der K u n d g e b u n g auf der Festwiese am Messegelände nachmittags 15 Uhr spricht Reichsminister Dr. Goebbels. Montag, 7. Juni: Facharbeitstagungen im Volksbildungsheim. Reichslreffen der deutschen Volksgesundheitsbewegung. Am 7. und 8. August findet in Düsseldorf das erste Reichstreffen der deutschen Volks- qesundheitsbewegung statt. Ueber 10 000 Teilnehmer werden anwesend sein. Mit dem Reichs- treffen wird eine Ausstellung „Die Auferstehung des Paracelsus" verbunden sein, die diesen großen deutschen Arzt durch die Kunst dem Volke nahebringen soll. Auch bas Schauspiel „Paracelsus" von Martha Sills-Fuchs wirb aufgeführt werben. Bis jetzt über 300 000 Besucher auf der Reichsnährstandsschau. Die Reichsnährstandsschau in München t)at in den ersten vier Tagen fast 3 0 0 0 0 0 B e - s u ch e r angelockt. Reichsbauernführer Darrs empfing die Mitglieder des internationalen Beirates des XI. Milchwirtschaftlichen Weltkongresses, der im August in Berlin ftattfinben wird. Der Reichsernährungsminister gab seiner Freude Ausdruck über die wertvolle Mitarbeit, die der Welt- milchverband bei den Vorbereitungsarbeiten für den kommenden internationalen Milchkongreß ge- leisten hat. Der Vizepräsident des Weltmilchverbandes, der frühere holländische Landwirtschaftsminister Dr. Poshuma dankte herzlich für die Begrüßung und gab der Ueberzeugung Ausdruck, daß der zu erwartende Erfolg des Milchwirtschaftlichen Weltkongresses in erster Linie der Vorarbeit des deutschen Nationalkomitees zu danken sei. Der frühere österreichische Ackerbauminister Landeshauptmann Reith er besuchte mit einer großen Anzahl seiner Mitarbeiter die Reichsnährstandsausstellung und widmete sich besonders den hier gezeigten Problemen des Bergbauerntumes und der der Diehwirtschaft. Der Brand auf dem Dampfer „Oliva". Der in Brand geratene deutsche Frachtdampfer „Oliv a" konnte mit eigener Maschinenkxast seine Fahrt nach Manila fortsetzen. Der zur Hilfeleistung herbeigeeilte Lloyd-Dampfer „Friederun" bleibt in der Nähe. Fünf verletzte Besatzungsmitglieder der „Oliva" sind von dem holländischen Dampfer „Tjikarang" übernommen worden. Der Dampfer „Friederun" hat sieben Verwundete übernommen; diese werden nach Manila gebracht. Die 52köpfige Besatzung kämpft heldenhaft gegen die weitere Ausbreitung des Feuers. Ihr stehen der englische Dampfer „Agamemnon" und der holländische Dampfer „Tjikarang" bet. Zwei Menschen von herabstürzendem Balkon erschlagen. In Paris ereignete sich in einem Boulevardcafä ein Unglücksfall. Ein Balkon des über dem Cafe gelegenen Stockwerkes löste sich von der Hauswand und stürzte in den von Gästen dicht besetzten Vorgarten. Zwei Personen fanden dabei den Tod. Vier weitere mußten mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert werden. Unwetter über Ostttrol. Ueber das 23iügratental in Ostttrol, ein Seitental des Pustertals, ging ein schwerer Wolkenbruch nieder, der mehrere Brücken wegriß und eine große Ueberschwemmung verursachte. In Panzendörf wurden zwei Feuerwehrleute von den Fluten fortgerissen; während einer gerettet werden konnte, kam der andere in den Fluten ums Leben. Zwei Mörder zum Tode verurteilt. Das in Leese (Kreis Nienburg) tagende Schwurgericht Verden verurteilte die Angeklagten Friedrich Wilhelm, Vater und Sohn, wegen Mordes zum Tode sowie wegen gewerbsmäßigen Wilderns zu drei Jahren bzw. zu einem Jahr sechs Monate Zuchthaus. Die beiden übel beleumundeten und mehrfach vorbestraften Verbrecher hatten, als sie von zwei Jagdaufsehern beim Wildern überrascht wurden, kurzerhand die beiden Jagdaufseher durch zwei Schüsse niedergestreckt. Litauisches Dorf durch Feuer zerstört. Die litauische Ortschaft Wewirszany ist von einem Großfeuer betroffen worden, das 350 Häuser, darunter die Pfarrei und das Sägewerk, einäscherte. Eine Kirche, die ebenfalls vom Feuer erfaßt war, konnte gerettet werden. Erst nach stundenlangen Bemühungen gelang eine Eindämmung des Feuers. 500 Personen wurden obdachlos. Der Schaden wird auf über 200 000 RM. geschätzt. Die meisten Häuser waren nicht versichert. Das Feuer hrach aus noch nicht geklärter Ursache im Sägewerk'aus. 1 Stück 324 3 Stück Lawinenopfer geborgen. Die Leiche des deutschen Studenten Max Heß aus Karlsruhe, der im vergangenen Februar im Gebiet des Reschen-Scheidegg in Südtirol von einer Lawine verschüttet worden war, ist erst jetzt, nachdem der Schnee geschmolzen ist, aufgefunden worden. Bei einem schwierigen Aufstieg war der Student damals von einer großen Lawine begraben worden. Die sterblichen Reste wurden in einer Kapelle aufgebahrt. — Bei Cuneo wurden die Leichen von fünf Alpenjägern, die vor vier Monaten Opfer eines Lawinenunglücks geworden waren, aufgefunden. Arbeitswillige von Streikenden belagert. Die Leitung des Stahlwerkes der Republic Steel Corporation in Niles in der Nähe von Youngstown im Staate Ohio, dessen Belegschaft arbeitet, war, da das Werk von Streikenden belagert wird, dazu übergegangen, die Versorgung der Arbeiter mit Lebensmitteln durch Flugzeuge durchführen zu lassen Dies mußte jetzt aufgegeben werden, da die Streikenden die Flugzeuge b e s ch o s - s e n und zwei Maschinen bei der Landung verunglückten. Die Werksleitung droht jetzt, Lebensmittel auf Lastkraftwagen, die schwer bewaffnet werden, durch die Kette der Belagerer fahren zu lassen. 1378 Schießsportanlagen in Hessen-Nassau. Durch die Erhebung über die sportlichen Uebungs- stätten im Deutschen Reich sind auch zum erstenmal die Schießsportanlagen erfaßt worden. Die vom Statistischen Reichsamt bekanntgegebenen Zahlen lassen die starke Verbreitung des Schießsportes in Deutschland (15000 Vereine mit über einer halben Million Mitglieder) erkennen. Insgesamt standen dem Schießsport im Reiche 22 957 Schießsportanlagen zur Verfügung. In Hessen-Nassau waren am Stichtag 1 3 7 8 Schieß- sportanlagen vorhanden mit insgesamt 3230 Schießbahnen, davon 112 für Pistolen, 1745 für Kleinkaliber und 1373 für Großkaliber. Bei Gegenüberstellung der Gesamtzahl der Schießbahnen mit der Wohnbevölkerung entfällt im Reichsdurchschnitt eine Schießbahn auf 1023 Einwohner. In Hessen- Nassau ergab sich eine Dichte von 800 Einwohnern auf eine Schießbahn. Kunst und Wissenschaft. Römische Thermen in Augsburg freigelegt. In Augsburg hat man alte römische Badeanlagen (Thermen) freigelegt, die nach Umfang und Ausstattung zu den größten bisher aufgefundenen Thermen gehören. Die unter Leitung von Dr. Hans Eberlein in Verbindung mit dem Landesamt für Denkmalpflege durchgeführten Grabungen wurden im März begonnen. Die Funde machen es wahrscheinlich, daß man es mit zwei zu verschiedenen Zeiten errichteten Thermen zu tun hat, wobei der erste Thermenbau in das zweite Jahrhundert n. Ehr. fällt. Die bisher freigelegte Anlage gliedert sich in vier große Räume, die etwa drei Meter unter der Erdoberfläche liegen. Sehr gut erhalten find Reste des Estrichs uni) von Heizkacheln. Aufgedeckt wurden ferner die Reste einer zur Entwässerung dienenden Kanalanlage. Man erkennt auch noch Stufen, die zu einer Wanne hinunterführten, und Fußbodenteile, die mit kleinen Ziegelsteinchen parkettartig belegt sind. Der ausgegrabene Thermenbau ist für die geschichtliche Erforschung Augsburgs von größter Wichtigkeit. Reichsfestspiele Heidelberg 1937. Die Reichsfestspiele Heidelberg finden zum vierten Mal seit der Machtübernahme in diesem Jahre vom 20. Juli bis 22. August statt. Wie in den vergangenen Jahren hat der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda, Dr. Goebbels, die Schirmherrschaft übernommen. Der Spielplan umfaßt Kleists „Amphitryon", Shakespeares „Romeo und Julia", Goethes „Götz von Berlichingen" und Paul Ernsts „Pantalon und feine Söhne". Der Tag der deutschen Kunst in München. Vom 16. bis 18. Juli findet in München der Tag der deutschen Kunst 1 9 3 7 statt, verbunden mit der Einweihung des Hauses der deutschen Kunst und der Eröffnung der großen deutschen Kunstausstellung. Am 17. Juli ist die Jahreshauptversammlung des Hauses der deutschen Kunst und die Jahrestagung der Fachgruppen der Reichskammer der bildenden Künste. Außerdem feierlicher Empfang der Reichsregierung. Konzerte berühmter Orchester und Festspiele auf historischen Plätzen der Stadt sind vorgesehen. Der Festzug steht unter dem Motto: Zweitausend Jahre deutsche Kunst. Ein Lehrgang über Landschaftspflege. Die Frage der Landschaftsgestaltung ist heute im Zeichen des Vierjahresplanes besonders dringlich geworden. Gilt es doch eine Lösung zu finden für die Aufgabe, den deutschen Gauen höchste wirtschaftliche Leistung abzugewinnen unter weitgehender Schonung ihrer natürlichen Schönheit und Eigenart. Zur Schulung auf diesem wichtigen Arbeitsgebiete veranstaltet die R e i ch s st e l l e s ü r Naturschutz vom 21. bis 25. Juni in Thüringen und Hessen einen Lehrgang, der unter der Leitung von Garten- und Landschaftsgestalter Meyer - Jungclaussen in Bad Berka bei Weimar steht. In einführenden Vorträgen und auf Geländebesichtigungen soll der Lehrgang die mannigfaltigen Ausgaben der Landschastspflege aufzeigen und die möglichen Wege zu ihrer Lösung weisen. In den Vorträgen sollen u. a. behandelt werden: Der Schutz der Landschaft nach dem Reichsnaturschutzgesetz, Heimatliche Landschaftspflege im Rahmen der Wirtschaft, Landschaftspflege und Baugesinnung, Waldbau und Landschaftsbildung, Dörfliche Siedlung in der Landschaft, Bach- und Flußregelung. Weiterhin sind ein Besuch der Wartburg, Autofahrten und landschaftliche Führungen in der Umgebung von Eisenach und in der Rhön vorgesehen. Anmeldungen nimmt die Reichsstelle für Naturschutz in Berlin-Schöneberg. Grune- waldstraße 6/7, entgegen, wo auch nähere Auskunft erteilt wird. Aus der engeren Heimat. Das Laubacher Lokalfest „Der Ausschuh". □ Laubach, 3. Juni. Unsere Stadt rüstet wieder zum sogenannten „A u s s ch u ß", der vom 6. b i s 8. I u n i zum 397. Male in althergebrachter Weise würdig begangen wird. Das Fest erinnert an den alten Heerbann. Der Ausschuß stellte die „ausgeschossene" (ausgewählte) Mannschaft dar, die regelmäßig eingezogen, in den Waffen geübt und durch den Ausschußhauptmann inspiziert wurde. Bis auf den heutigen Tag hat der Ausschuß, dessen erste urkundliche Erwähnung als „Boxen-Schützen- Gesellschaft" aus dem Jahre 1540 stammt, als Fest echter Volksgemeinschaft seine Urform erhalten. Am Haupttag, dem Montag, stellen sich gegen 9 Uhr die 13 Sektionen (Abteilungen von etwa 30 bis 40 Mann) mit ihren Hauptfuhrern auf dem Marktplatz auf und marschieren in den Schloßhof, wo der Hauptmann — in diesem Jahre ist es der Bäckermeister Heinrich K r e i ck e r II. — dem Grafen zu Solms-Laubach für den als 1. Preis gestifteten Hammel und der Gräfin für die Hammelsgabe (Kleid) dankt. Nach der Erwiderung durch den Grafen fetzt sich der traditionelle Umzug mit Hammel und weiteren 25 Preisen (Gaben), die alle im Festzug mitgeführt werden, durch die Stadt nach dem Festplatz in Bewegung. Anschließend beginnt nach dem gemeinschaftlichen Frühstück das Schießen der einzelnen Sektionen, das bis gegen Abend dauert. Nach der Preisverteilung, die der Hauptmann Dornimmt, wird dem Hammelschützen eine vom Grafen gestiftete Denkmünze überreicht. Am Dienstagvormittag findet Krämer- und Schweinemarkt statt, während der Nachmittag dem fröhlichen Treiben und Spielen der Schuljugend Vorbehalten ist und mit weiterer Volksbelustigung das schöne Heimatfest, das alljährlich auch von vielen auswärts wohnenden Laubachern und Fremden besucht wird, seinen Abschluß findet. Hundert Jahre GchottenerMännerchor x Schotten, 3. Juni. Im Singsaal der Turnhalle fand gestern abend unter Leitung des ersten Sprechers des Turn- und Gesangvereins H. Grandhomme eine Sitzung aller Festausschüsse statt, die für das vom 10. bis 12. Juli stattfindende 100jährige Jubiläum des Schottener Männerchors gebildet wurden. Die Vorsitzenden der einzelnen Ausschüsse erstatteten Bericht über die seitherige Tätigkeit. Ein genauer Voranschlag, der mit 2400 Mark balanciert, ist vom Finanzausschuß aufgestellt, die Eintrittspreise sind fesigelegt, die Juxplätze sind vergeben, die Festwirtschaft wird H. L. Gottwals (Ulfa) übernehmen. Mit der Herstellung des Festplatzes auf dem Bockzahl ist schon begonnen worden. Eine Festschrift wird herausgegeben. Vom Bruderverein in Neu- york werden liebe Gäste kommen. Schon sehr viele Vereine von nah und fern haben ihr Erscheinen zugesagt. Das Fest wird Samstag abend 'mit einem Kommers eröffnet, bei dem der Jubiläumschor wirkungsvolle Lieder, z. T. mit Begleitung der Fest- mufik (Negimentskapelle aus Marburg), zum Vortrag bringt. Am Sonntagfrüh findet am Ehrenmal Gottesdienst statt. Die auswärtigen Vereine treffen ein, werden empfangen, in der Turnhalle findet Probesingen statt. Die große Turnhalle wird bis dahin ein vollkommen neues Gewand erhalten. Mittags schließt sich der große Festzug an, bei dem etwa 20 Festwagen mitfahren, die das deutsche Volkslied verherrlichen. Auf dem Festplatz findet eine Großkundgebung statt, verbunden mit Gruppenfingen. Volksfest, am Montag Kinderfest, schließt sich an. Mit dem Fest soll eine Jubiläumsausstellung im schönen Singsaal des Vereins verbunden werden, die eine Rückschau auf 100 Jahre des Vereins gewährt. Die Vorarbeiten für das Fest gehen eifrig weiter. Landkreis Gießen. £ Wiefeck , 4. Juni. Unsere Mitbürgerin, K a - tharine Heidertshausen wird morgen 89 Jahre alt. Frau Heibertshausen befindet sich körperlich und geistig noch wohlauf. T Lollar, 3. Juni. In einem Elternabend, den die hiesige Volksschule im Saalbau „Zur Linde" veranstaltete, wurde für die Landschul- beimberoegung geworben. Nach einem von Schülern ausgeführten Musikvortrag, einem Lied b?5 Schulchores und Gedichten schilderte Schulleiter Ruckelshausen die Aufgaben des Schullandheims. Liebe und Verständnis für die Heimat, Kameradschaft, Verantwortlichkeit und Verbundenheit mit dem Volkstum, soll ein Landschulaufenthalt vermitteln und so dazu beitragen, den deutschen Menschen zu formen. Ein Film, der den Landschulaufenthalt der Volksschule Großen-Linden in Heppenheim an der Bergstraße zeigte, ergänzte die Ausführungen in eindrucksvoller Weise und ließ den außerordentlichen Nutzen eines solchen Landschulaufenthaltes klar erkennen. Kreis Schotten. # Groß-Eichen, 3. Juni. Die hiesige S p a r- und Darlehenskasse hielt bei Gastwirt Rahn ihre Jahres-Hauptversammlung ab. Der Vorsitzende des Aufsichtsrat Karl Schmidt eröffnete die Versammlung und gedachte der im Weltkrieg und im Kampf um das Dritte Reich gefallenen Helden, ferner wurden vier verstorbene Mitglieder geehrt. Der Direktor der Kasse Ernst Lang erstattete sodann den Geschäftsbericht, dem folgendes entnommen fei: Der Gesamtumsatz betrug im abgelaufenen Geschäftsjahr 340 412,30 Mark gegenüber 295 021,93 Mark im Vorjahre. Erfreulich stark sind die Spareinlagen gesttegen, und zwar um 12 530,15 Mark auf 83 324,83 Mark. Die im Vorjahre ins Leben gerufene Schulsparkasse brachte bis zum Ende des Geschäftsjahres einen Zuwachs von 260 Mark. Im Warenverkehr betrug der Umsatz 541,16 Mark mehr wie im Vorjahre, insgesamt 18 192,41 Mark. Mengenmäßig war eine Steigerung bei den Düngemitteln um 77 Zentner auf 3362 Zentner, beim Saatgut um 34 auf 100 Zentner, bei den Kohlen um 200 auf 1200 festzustellen. Futtermittel erschienen mit 154 Zentner um 60 Zentner weniger als in der Bilanz des Vorjahres. Die Zahlen des Geschäftsberichtes ließen erkennen, daß die Kasse regen Anteil nahm an der Arbeit um die deutsche Nahrungsmittelfreiheit. Im weiteren Verlauf der Versammlung erstattete Rechner Gustav Rahn die Jahresbilanz und gab dazu die notwendigen Erläuterungen. Die Bilanz schließt in Aktiva mit 113 044,70 und in Passiva mit 112 303,38 Mark ab. Der Reingewinn in Hohe von 741,36 Mark wird vorschlagsgemäß verteilt. Die Versammlung erteilte dem Vorstand und dem Aufsichtsrat Entlastung. Die satzungsgemäß ausscheidenden Mitglieder des Vorstandes bzw. des Aufsichtsrates Konrad Knöß II., Karl Merz und Georg Peter I. wurden wiedergewählt. Karl Schombert II. schied aus dem Auffichts- rat aus. An seine Stelle wurde Wilhelm Zimmer in den Aufsichtsrat gewählt. Der seitherige Rechner Gustav Rahn, der in den Prüfungsdienst des Ländlichen^Genossenschaftsverbandes eintritt, schied aus. In einer außerordentlichen Generalversammlung wurde der Landwirt Heinrich Eimer zum Rechner gewählt. Dem seitherigen Rechner wurde für feine aufopfernde Tätigkeit herzlich gedankt. Wetterbericht des Relchswetkerdienftes. Ausgabeort Frankfurt. Die Großwetterlage hat sich umgestaltet. Dabei ziehen vom Ostatlantik fortgesetzt Störungen ostwärts, die mit Zufuhr leichter Meeresluft auch für Deutschland unbeständiges Wetter herbeigeführt haben. Bereits in der Nacht zum Freitag kam es in den nördlicheren Teilen des Reiches zu verbreiteten Regenfällen, während im Süden noch heiteres Hochdruckwetter vorherrscht. Die Unbeftänbigfeii bleibt vorerst auch erhalten, ohne jedoch ausgesprochen unfreundliches Wetter herbeizuführen. Aussichten für Samstag: Im ganzen freundlich und doch zeitweise stärker bewölkt, besonders nach Norden hin auch Regen, bei westlichen Winden nur mäßig warm. Aussichten für Sonntag: Veränderlich mit häufiger Aufheiterung, aber auch einzelnen Regenfällen, mäßig warm. Lufttemperaturen am 3. Juni: mittags 18,3 Grad Celsius, abends 12,3 Grad, am 4. Juni: morgens 14,5 Grad. Maximum 19,1 Grad, Minimum heute nacht 10,8 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 3. Juni: abends 20,7 Grad; am 4. Juni: morgens 17,3 Grad. — Sonnenscheindauer 12 Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm ifange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. IV. 37: 9657. Druck und Verlag: Brühl'fche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Ps. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. so ein lustig - buntes Dirndlkleid. Hübsch auch für Sie — darum wählen Sie bald, viele neue Formen erwarten Sie zu kleinen Preisen bei CÄRLftiOWACK [jNHABER- CARL HEINZ SCHLÜTER] GIESSEN SELTERSWEG 81 ^86? A Vermietungen"! Verkäufe M Srenöe on öec Wut ounD MMlet-Met! LICHTSPIELHAUS Heute Freitag bis Dienstag, 8. Mai 1937. 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Juni, eingeladen Treffpunkt aller Kameraden 10.45 Uhr Kniser- allee bei d.Filiale der Bezirkswar- kasse. Dunkl. Anzug. Erscheinen sämtlich. Alterskameraden gilt als Pflicht! 3909D Ter Kamerad- schartsfiibrer. Samstag, 5. Juni, nm 20.15 Unr KMMMMS- Qhenö T im Burghof. Suche ältere flame als Haushälterin Witwe nicht ausgeschlossen» u für etwas Landwirtschaft. Schriftl. Angeb. u. 02802 an d. Gieff. Anz. Suche f. sof ein Rädchen das selbständ. arbeit. kann. Gute Behandlung zugesichert. O2RO4 'Räh i.Gieff.Anz. WM für Küche und Haus für sofort gesucht. Alt.nicht unter 20 fahren. A. Möbs, Kantine, Bergkaserne. 88840 1880/1930 Samstag, 5. Juni 1937. Kamerad Opsermann. Abmarsch 20 Uhr Lahnbrücke. 028n Schmutz dringt in den Strumpf Darum brauchen Strümpfe ein mild-kräftiges Schmutzlöfen Beim hartnäckigen Schmutz sehen Sie am besten, wie nötig Sie das Einweichen mit dem Schmutzlöser Burnus brauchen. Und Sie spüren, wie Burnus mit seinen besonderen Wirkstoffen Ihnen hilft! Selbst verschwitzte harte Socken und Strümpfe werden bis auf den Grund sauber und weich. Betrachten Sie einmal am anderen Morgen die dunkle Brühe. Man kann den herausgelösten Schmutz mit den Händen fühlen. Die große Lösekraft von Burnus wirkt nur auf den Schmutz. Daher ist Burnus für empfindliche Gewebe, wie zum Beispiel zarte Seidenstrümpfe, besonders zu empfehlen. Probedose nur 15 Pfennig. erspart scharfes Waschen! Nr. l27 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Zreitag, 4. Mi (937 Menschen. Auch wenn es galt, das Antlitz der deutschen Heimat vor bedenkenlosen Eingriffen zu schützen, war Henneberg auf dem Plan. Seinem unermüdlichen Kampf ist es bekanntlich zu danken, daß der Enzianbestand im Osten der Stadt gerettet und unter Naturschutz gestellt werden konnte. Wie der zweite Vorsitzende der Gesellschaft in der letzten Sitzung unter dem lebhaften Beifall der Versammlung mitteilen konnte, hat die Oberhessische Gesellschaft beschlossen, Herrn Professor Henneberg anläßlich seines 70. Geburtstages zu ihrem Ehrenmitglied zu ernennen. Die Mitteilung von dieser höchsten Ehrung, die die Gesellschaft zu vergeben har, wird den Jubilar in Form einer Ehrenurkunde erreichen. Die Oberhessische Gesellschaft spricht Herrn Professor Henneberg dabei ihren Dank und ihre herzlichsten Glückwünsche aus. Sie möchte den Jubilar noch viele Jahre in Rüstigkeit der Freude an der Natur, der Beobachtung und Forschung hingegeben sehen und unter seiner Leitung und Mitarbeit auf dem eingeschlagenen Wege fortschreiten. A. * Der „Gießener Anzeiger" grüßt Prof. Henne- b e r g als einen geschätzten Mitarbeiter, der in den Kriegsjahren als Leiter des Verwundeten-Unter- richts und der Lazarettberatung eine Reihe von Artikeln im „Gießener Anzeiger" veröffentlichte, aber auch nach dem Kriege bis auf den heutigen Tag oft interessante Beiträge für unsere Spalten schrieb. Als treuer Bezieher seit 1895 gehört der Jubilar zu den bewährten Freunden des „Gießener Anzeigers". Dornoiizen. Tageskalender für Freilag. NSLB. Fachschaft Höhere Schule: 16 Uhr in der Oberrealschule Vortrag: „Die Balladendichterin Agnes Miegel". — Gloria-Palast (Seltersweg) „Die göttliche Jette". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße) „Vor Liebe wird gewarnt". — Gleiberg-Verein: 20.15 Uhr Cafe Leib Festabend mit Aufführung „Im Gasthaus zur Spießpforte zu Gleiberg". Fünfziger 1887/1937. Die Alterskameradschaft der Fünfziger 1887/1937,, als Stifterin der Baumallee beiderseits des Skager- rak-Ehrenmals auf dem Platz vor der Neuen Pesta« lozzischule, beteiligt sich am nächsten Sonntagvvrmit« tag an der feierlichen Einweihung des Skagerrak« Platzes. Die Einweihungsfeier beginnt pünktlich um Hitler-Jugend Bann 116 Gießen. Belr.: Reichssportwettkampf der Hitler-Jugend (Gef. 5/116 bis 17/116). 1 Meldungen über Ort und Zeit der Wettkämpft abgeben 2 . Je Gefolgschaft 50 Siegernadeln bei der Ver« waliungsstelle des Bannes 'abholen. 'Bett.: Beurlaubungen am 6. Juni. Am 6. Juni sind alle Beurlaubungen aufgehoben^ Bett.: Reichssportwettkampf der Hitler-Jugend, Unterbann 1/116. Es treten an: Univerfitätssportplah: 8.00 Uhr: TNarinegefolgschaft 1/116, 8.45 Uhr: Gefolgschaft 3/116, 9.45 Uhr: Rachrichtenschar 1/116, Rlotorschar 1/116, Fliegergefolgschaft 1/116. Waldsporlplah: (VfB.-Reichsbahn): 8.00 Uhr: Gefolgschaft 1/116, 8.45 Uhr: Gefolgschaft 4/116, 9.45 Uhr: Gefolgschaft 2/116. Die Gefolgfchaftsführer melden ihre Einheiten dem Leitenden und bleiben für die Dauer des TBett- kampfes bei der Leitung. Für sorgfältiges Ausfüllen der Wettkampflisten ist Sorge zu tragen. Apelle in Sportzeug abhalten. Witzubringen: je Kamerad- Aus der Stadt Gießen Professor Henneberg 70 Jahre alt. Das Ehrenmal auf dem Skagerrak-Platz. Der emeritierte Professor Dr. med. Bruno Henneberg. ehemaliger Direktor des Anatomischen Institutes, begeht am morgigen Samstag 5. Juni, im Harz in der Nähe des Stammgutes der Familie im Kreise der Seinen den 70. Geburtstag. Henneberg entstammt einem alten braunschweigischen Geschlecht, das weit über hundert Jahre Besitzer der braunschweigischen Post war, die den Verkehr zwischen Hamburg und Braunschweig vermittelte Sein Großvater heiratete Lessings Stieftochter Molchen Koenig, wodurch die Familie Beziehungen zu Lessing gewann mit Traditionen, die auch heute noch nicht erloschen sind. Hennebergs Vater war Arzt in Magdeburg. Der Sohn besuchte das Gymnasium vom Kloster Unser Lieben Frauen. Sein Stäatsexamen machte er in Berlin und wurde dort auch zum Dr med. promoviert. Die Promotion (1894) vollzog sich in althergebrachter Feierlichkeit, mit öffentlicher Verteidigung einer Reihe von Thesen. Hennebergs Opponenten waren seine drei jüngeren Brüder, gewiß ein seltenes Vorkommen. Seine akademische Laufbahn hat er in Gießen begonnen und beendet. Nachdem er mehrere Jahre unter Bonnet Assistent und Prosektor gewesen war, habilitierte er sich 1899 unter Strahl, wurde 1904 außerordentlicher Professor und 1920 als Nachfolger Strahls Direktor des Anatomischen Institutes. Oktober 1933 wurde er emeritiert. In seinen wissenschaftlichen Arbeiten hat er sich in erster Linie mit der Entwicklungsgeschichte der Säugetiere und des Menschen befaßt, aber auch mit mikroskopischen Untersuchungen und mit funktionellen Fragen. Eben befindet sich eine große entwicklungsgeschichtliche Monographie im Druck, an der er viele Jahre gemeinsam mit seiner inzwischen verstorbenen Gattin gearbeitet hat. In den letzten zehn Jahren hat er auch eine Anzahl Beobachtungen aus der Biologie und Entomologie veröffentlicht, seinen alten Lieblingsgebieten, die er nebenbei immer gepflegt hat. Denn er war nie reiner Fachgelehrter, und er kennt die Sterne am Himmel so genau, wie die Käfer auf den Blumen und auch Shakespeare so gut wie die griechischen Tempel. Auf weiten Reisen hat er Studien gemacht, und eben erst ist er von einer Mittelmeerfahrt zurückgekehrt, die ebenso seiner Neigung zu den Stätten alter Kultur galt, als naturwissenschaftlichen Beobachtungen. Im Kriege war Henneberg zuerst als Arzt im Lazarett tätig. Später übernahm er in Gießen die Leitung des Verwundeten-Unterrichts und die Regelung der Lazarettberatung. Mancher seiner Helfer wird sich gewiß auch noch an seine Berichterstattung in der Lazarettzeitung und im Gießener Anzeiger erinnern. Wenn Henneberg heute, erfrischt und gestärkt von der südlichen Sonne, seinen 70. Geburtstag in voller Rüstigkeit begeht, so gedenkt seiner ein großer Kreis von Freunden und Schülern mit den herzlichsten Wünschen. E. Am kommenden Sonntag, um 11 Uhr, findet die feierliche Einweihung des Skagerrak-Platzes mit dem Ehrenmal an der Schlageter-Anlage statt. Im Anschluß an diese Einweihung, zu der die gesamte Bevölkerung von Gießen eingeladen ist, wird in der Aula der Pestalozzi-Schule eine Skagerrak- Kunstausstellung mit einem einführenden Vortrag eröffnet werden. Um 12 Uhr folgt ein Vorbeimarsch der an der Feier teilnehmenden Formationen am Skagerrak-Platz. Unsere beiden Bilder (Aufnahmen: Neuner, Gießener Anzeiger) zeigen den Skagerrak-Platz in seiner vor wenigen Tagen vollendeten Gestaltung. Das Bild links stellt die gesamte Anlage des Ehrenmals, von der Schlageter-Anlage her in Richtung Pestalozzi-Schule gesehen, dar, das Bild rechts '.äßt den über die Wasseroberfläche herausragenden Steinsockel erkennen, auf dem der von der Marine- Kameradschaft Gießen gestiftete Lorbeerkranz zu Ehren der am Skagerrak gefallenen deutschen Kameraden angebracht wird. Dieser Kranz wird dauernd dort befestigt sein und als Symbol der Seefahrt gewissermaßen ständig auf dem Wasser schwimmen. der deutschen Wissenschaft so besonders fruchtbar erwiesen hat. Als Ordinarius der Anatomie kannte man ihn vom Präparierboden und aus dem Hörsaal oder sah ihn bei der Arbeit am Mikroskop; in seinen freien Stunden aber traf man ihn oft weit draußen in Gießens Umgebung, wenn er z. B. auf dem Hvhervdskopf der Entwicklung, den Lebens- äußerungen und dem Erbverhalten eines Blattkäfers nachspürte, ober wenn er durch systematische Fütterungsversuche an Hühnern benachbarter Höfe den wahren Wert von Schutz- und Schreckfarben prüfte, die gewissen Insekten zukommen. Selbst der frühbeginnende Tageslauf war von solchen Studien begleitet, wenn Henneberg, über 16 Jahre hinweg, im Sommer den Zeitpunkt beobachtete, an dem die Schwarzdrossel vor Sonnenaufgang mit ihrem Lied beginnt. Nach seiner Emeritierung hat Professor Henneberg sich dann mit ganzer Hingebung diesen naturwissenschaftlichen Studien gewidmet Es ist eine Selbstverständlichkeit geworden, daß er die biologischen Lehrausflüge in die nähere und weitere Umgebung Gießens mitmacht, er begleitet sie als rüstiger Marschierer, als fröhlicher Kamerad der Studenten oder als ihr erfahrener Lehrer, wie es sich gHade gibt. Und wer an sternklaren Abenden noch em wenig vorm Tor spazieren möchte, kann draußen nicht selten Professor Henneberg treffen, Die Oberhesfische Gesellschaft für Natur- und Heilkunde hat allen Anlaß, Herrn Professor Dr. Br. Henneberg, dem 1 Vorsitzenden ihrer naturwissenschaftlichen Abteilung, in Freude und Dankbarkeit zu seinem 70. Geburtstage ihre herzlichsten Glückwünsche auszusprechen. Gehört doch Professor Henneberg seit 1894, also seit über 42 Jahren, der Oberhessischen Gesellschaft als Mitglied an, und zwar den beiden Abteilungen, der medizinischen sowohl, wie der naturwissenschaftlichen. Seine besondere Liebe und unermüdliche Tätigkeit hat Henneberg, der Mediziner, in diesen Jahren besonders der naturwissenschaftlichen Abteilung zugewandt und dadurch in sich die Vereinigung der Naturkunde mit der Medizin verkörpert, die sich in der Geschichte wenn er feinen astronomischen Studien nachgeht. 17% Jahre hat Henneberg dem Vorstand der naturwissenschaftlichen Abteilung angehört, die unter seiner Leitung (er war mit Unterbrechungen zwei Jahre zweiter und 8% Jahre erster Vorsitzender) einen bemerkenswerten Abschnitt ihrer Entwicklung durchgemacht hat. Die Veröffentlichungen der Abteilung sind ein getreues Spiegelbild eines unablässigen Bemühens, die Gesellschaft, anknüpfend an das, was sie in den vergangenen hundert Jahren geleistet hat, zu einer Pflegestätte heimatgebundener Naturfor- schung und zur Vermittlerin der Früchte deutscher Naturwissenschaft zu machen, die Türe zu öffnen zwischen der Gelehrtenstube und dem allen Fragen und Wundern der Natur aufgeschlossenen deutschen Sprache und Schrift in Japan. Von Rudolf Weise, Tokio. Unter den vielen neuen Eindrücken, die beim Betreten japanischen Bodens auf den harmlosen Fremden einstürmen, ist das kraule, scheinbar sinnlose Gewirr der rätselhaften japanischen Schriftzeichen vielleicht der erschütterndste. Vergeblich schaut man in seiner Hilflosigkeit nach den lieben, altgewohnten lateinischen Buchstaben aus, die nur selten als gönnerhaftes Zugeständnis an den „ungebildeten Fremden" zu finden find. Wenn der Fremde in Japan sich feiner Hilflosigkeit bewußt geworden ist, drängt ihn fein Gewissen zu schwerwiegenden Entscheidungen. Entweder wird der ganze Schriftkram geflissentlich übersehen, ist einfach nicht vorhanden, und man bleibt dumm und ungebildet wie bisher — oder aber die Schande, weniger als jeder Dolksfchüler des Landes zu wissen, läßt das erwachende Ehrgefühl nicht ruhen, und man setzt sich hin und fängt an zu büffeln wie ein ABC.-Schütze. Und auf das Erlernen der vier- bis fünftausend Zeichen, die zu jeder höheren Bildung nötig sind, vier bis fünf Jahre seines Lebens zu 'verwenden — auch bei eisernem Fleiß kann man es nicht kürzer machen — dazu gehört schon ungewöhnliche Entschlußkraft. Freilich gibt es auch hier, wie in allen Angelegenheiten des Fernen Ostens, den Mittelweg. Man lernt die Zeichen für „Eingang", „Notausgang" und für andere manchmal dringend benötigte Orte, für „Bier" und „Tabak" und kommt sich dann schon ganz gebildet vor. Die japanische Umgangssprache ist nicht allzu schwer zu erlernen, und da der Durchschnittsjapaner den Ausländer grundsätzlich als nicht eben hochgebildet ansieht, kommt es auf ein paar Sprachfehler mehr oder weniger nicht an. Das rein gehörmäßige Erlernen der japanischen Sttache hat freilich, verglichen mit dem Erlernen anderer Fremdsprachen mit lateinischem Alphabet, den großen Nachteil, daß man das täglich Gehörte nicht durch tägliches Zeitungslesen üben kann, wenn man sich nicht eben auf das Erlernen der Schriftzeichen stürzt. Eine japanische Zeitungsredaktion, deren Blätter jeder Mann auf der Straße lesen kann, gebraucht zum Druck durchschnittlich 2500 Schriftzeichen und ist dem Ausländer ein Buch mit sieben Siegeln. Das erste, was dem Ausländer an der japanischen Sprache auffällt, ist das nach jedem dritten Wort eingefügte Wörtchen „ne", das etwa „nicht?", „nicht wahr?" bedeutet. Manche Japan-Deutsche, die viel und fließend japanisch sprechen streuen, ohne es zu beachten, das Wörtchen „ne" auch in ihre deutsche Umgangssprache ein. Wenn man dem Japaner beim Telefonieren zuhört, durchzieht das „ne" in gleichem Rhythmus das ganze Gespräch. Dieses praktische Wort dient in der japanischen Sprache zur Abteilung endlos inemandergeschachtelter Genitive, die sehr geläufig sind und die Sprache für den Ausländer erleichtern. Es gibt auch andere Erleichterungen in der japanischen Sprache. Es gibt keine Unterscheidung zwischen Ein- und Mehrzahl, keinen Unterschied zwischen den Geschlechtern. Wirklich schwer ist die höfliche Umgangssprache, die für den Bildungsgrad des Japaners maßgebend ist. Der Durchfchnittseurvpäer in Japan spricht, wenn auch fließend, meist wie em Kleinbürger. Formelle Höflichkeit spielt aber im Umgang in Japan eine besonders wichtige Rolle. Die jedem Japaner geläufige Höflichkeitsform verlangt, daß alles, was sich auf den Sprecher bezieht, bescheiden im Wert herabgesetzt wird. Während man von der Frau des Angeredeten als „okusarna" (ehrenwerter Frau Gemahlin) spricht, darf man die eigene Frau nur als „kanai" (die innerhalb des Hauses) oder noch besser als „gufai" (meine dumme Frau), seinen eigenen Sohn nur als „nichtsnutzigen Lausbuben" bezeichnen. Diese Höflichkeitsphrasen sind aber auch im alltäglichen Leben, in der Bahn, in Autobussen geläufig. Man braucht in Japan einen größeren Wortaufwand als in anderen Ländern und unendlich viel Zeit. In Japan muß der Ausländer auf alle Erleichterungen verzichten, die in anderen Fremdsprachen durch international gebrauchte Fremdworte bestehen. Kein Durchschnittsjapaner hat eine Ahnung, wenn man ihn nach „Telephon", .Telegraph", „Station" fragt. Auch für die neuesten technischen Erfindungen hat der Japaner ein japanisches Wort und auch ein eigenes zusammengesetztes Zeichen, wie für Flugzeug, Tanz, Kurzwellenempfänger usw. Außer aus dem Chinesischen sind nur wenige Fremdworte ins Japanische übernommen worden. Aus dem Deutschen z. B., auf Hannes Schneiders Lehrtätigkeit in Japan zurückzuführen, die Fachausdrücke des Schi-Sports, die Worte „Rucksack" und „Hütte". Nicht so einfach ist es mit den japanischen Schriftzeichen. Das japanische Wörterbuch weist 1 5 000 Zeichen auf, oft schwierige zusammengesetzte Zeichen, die alle aus China flammen. Und um die Sache noch verzwickter zu machen, werden die Zeichen, je nach dem Zusammenhang, ganz verschieden ausgesprochen. Manche Zeichen lassen ähnlich wie in der altägyptischen Bilderschrift das Bild des Wortes noch erkennen, wie die Zeichen für Baum, Mund, Zähne usw. Wenn japanische Wissenschaftler miteinander diskutteren und Unklarheit über einen Begriff herrscht, schreiben sie oft das Zeichen für den umstrittenen Begriff mit den Fingern auf die Handfläche, und sofort verstehen es die anderen. Es ist auch bekannt, daß chinesische und japanische Gelehrte mit Hilfe der chinesischen Schriftzeichen, die in beiden Sprachen dieselben Begriffe ausdrücken, ihre wissenschaftlichen Werke austauschen und lesen können, obwohl chinesisch und japanisch sowohl als Sprachfamilie wie auch lautlich grundverschieden sind. Ein Mann, der die 15 00Ö Zeichen des Wörterbuches beherrscht, ist auch unter den gebildetsten Japanern äußerst selten, wenn er nicht gerade ein Sprachwissenschaftler ist. Für die große Masse des japanischen Volkes reicht die Zeit der sechs Schuljahre eben aus, um 1500 Zeichen zu erlernen. Die übrigen, zum Lesen der Presse nötigen Zeichen werden durch den täglichen Umgang gelernt. Im Gegensatz zum Chinesischen hat der Japaner schon seit Jahrhunderten eine Silbenschrift erfunden, mit deren Hilfe er alle Laute feiner Sprache wiedergeben kann Freilich gibt es unter den 15 000 Zeichen des Wörterbuches ungezählte Zeichen, die lautlich ganz gleich ausgesprochen werden, deren Bedeutung erst durch das Einsetzen des chinesischen Zeichens klar wird. Die japanische Silbenschrift, Katakana, umfaßt 48 Silbenzeichen. Dazu benutzt der Japaner noch feine Hiragana-Schrift zum Umschreiben chinesischer Zeichen und für grammatikalische Endungen, so daß im japanischen Schrifttum drei verschiedene Zeichengruppen nebeneinander bestehen. Japanische Schulfibeln und Kinderbücher sind in der Silbenschrift Katakana gedruckt. Diese Silbenzeichen ermöglichen es dem Japaner zu telegraphieren und Schreibmaschine zu schreiben, während der Chinese mit seiner Zeichenschrift die Worte in umständlichster Weise zerlegen muß. In Japan können gewöhnliche Telegramme durch die Silbenschrift gefunkt werden, — für jedes der 48 Silbenzeichen gibt es eine Morsezusammenstellung, wie für unser lateinisches Alphabet. Die primitive japanische Schreibmaschine hat etwa 150 Tasten für Silbenzeichen, Zahlen und die im täglichen Leben immer wiederkehrenden unentbehrlichen chinesischen Zeichen. Es gibt wohl auch komplizierte japanische Schreibmaschinen mit 2000 Zeichen, die mühsam zusammen- gefudjt. werden müssen. Solche Schreibmaschinen werden nur zur Klarheit der Schrift verwendet, eine Zeitersparnis bringen sie nicht Im allgemeinen ist die Verwendung der Schreibmaschine in Japan gering. Alle Manuskripte für die großen Zeitungen werden z. B. mit der Hand geschrieben. Es ist verständlich, daß das Erlernen der schwierigen, einander oft sehr ähnlichen japanischen Schriftzeichen und das Schreiben dieser Zeichen un- wöhnliche Handfertigkeit und Klarheit der Schrift erfordert. In Japan gibt es keine „Handschriftendeuter" und keine „charaktervolle, persönliche Handschrift". einfach, weil niemand sie lesen könnte. Schreiben wird in Japan als Kunst angesehen. Die zeremonielle Schrift wird mit schwarzer Xu» s ch e und Haarpinsel geschrieben, im täglichen Leben und bei kleiner Schrift wird der Füllfederhalter verwendet. Handschriften bilden den höchst- geschätzten Bildschmuck am Ehrenplatz des japanischen Hauses, stehen gleich im Wert wie gemalte Bilder von Künstlerhand. Merkwürdig ist, daß in Japan unter amtliche Dokumente keine Namensunterschrift gegeben wird. Die gültige Unterschrift in Japan ist das persönliche ftempe'lartige Siegel, das zu wichtigen Anlässen mitgebracht wird. Nach dem Ausdruck der japanischen Sprache wird ein Bild „geschrieben" und nicht gemalt. Oft wundert sich der Fremde darüber, daß der japanische Fabrik- und Erdarbeiter auch im Sommer bei der Arbeit weiße Baumwollhandschuhe trägt. Der Grund dafür ist, daß die Hand des Japaners, schon von Natur viel feiner und sensibler als die des Europäers, geschützt werden muß, um die Klarheit der Schrift zu erhalten. Der nach Japan kommende Ausländer fragt regelmäßig: Warum gehen Japan und China nicht wie die Türkei zum lateinischen Alphabet mit 25 Buchstaben über? Eine Umstellung der japanischen Schreibweise auf die lateinische ist jedoch undenkbar. Die Schristzeichen Chinas und Japans sind ureigenstes Kulturgut, das bei der heute immer stärker werdenden Bewegung gegen öie Verwestlichung Japans von der nationalistischen Welle stärker denn je verteidigt wird. Die ganze rassisch bedingte Denkart der ostasiatischen Volker und ihre künstlerische Kultur findet in dieser Zeichenschrift ihren Ausdruck. Wobl bedeutet das Erlernen von nur 1500 Schriftzeichen schon für den Volksschüler eine ungeheure Augen- und Gedächtnisarbeit. Und viel Zeit, die der Schüler in Ländern mit lateinischem Alphabet auf Fachstudium verwenden kann, wird in Japan nur für die Erlernung der Schriftzeichen gebraucht. Die vielen Brillenträger in Japan zeugen von der rein physischen Beanspruchung der Augen durch die oft klein und schlecht gedruckten Schriftzeichen. Die Schriftzeichen Ostasiens sind über einen weit- ausgedehnten Raum der Erde verbreitet, in dem 600 Millionen Menschen leben Die ungeheuren Menschenmassen Chinas, Koreas, der Mandschurei, Tonkings, Annams, der Südjeegebiete, die Japaner und Chinesen in Hawai und den Vereinigten Staaten reden die verschiedensten Sprachen. Und doch ist der geistige und kulturelle Zusammenhalt dieser Völker ohne Rücksicht auf die Sprache, die sie reden, in der Zeichenschrift des Fernen O st e n s , die sie alle verstehen, ausgedrückt. Wer sich aufrafft und in die Tiefe diefer Schriftzeichen einbringt, bekommt einen Einblick in die rätelhafte, geheimnisvoll scheinende Denkweise des japanischen Volkes, versteht etwas vom lächerndem undurchsichtigen Gesicht des Fernen Ostens. schäft eine starke pappe als Unterlage für die Dettkampfliste und ein Bleistift. Vetr.: Reichssporlwettkampf sUnterbann 1/116). Alle Einheitsführer (vom Scharführer aufwärts) und Mitarbeiter haben am 6. Juni, pünktlich 7.45 Uhr, auf dem Universitätssportplatz anzutreten. Die Siegerehrung für alle Gießener Einheiten (Ges. 1/116 bis 5/116 und Sonderformationen) findet am 6. Juni, um 12.30 Uhr, auf dem Universi- tatssportplatz statt. BOM., Llntergau 116, Sieben. Dienstbefehl! Am Samstag, 5. Juni, um 20.15 Uhr, treten sämtliche Gruppen-, Schar- und Schaftsführerinnen des Standortes Gießen und Wieseck am Ludwigs- platz an. Turnzeug ist mitzubringen bzw. unterzuziehen. Am Sonntag, 6. Juni, um 9 Uhr, treten die Handballmannschaften der Gießener Mädelgruppen zum Training und Vorentfcheid für das Untergausportfest am BDM.-Sportplatz (Eulenkopf) an. Der 13. Juni ist von jedem BDM.- und JM.- Mäüel freizuhalten, da zum Untergausportfest jedes Mädel und Jungmädel antreten muß. Vetr.: Deidig-Verglurnfest am 12. und 13. 3uni in Buhbach. Alle Mädel, die an dem Weidig-Bergturnfest in Butzbach teilnehmen, melden sich unverzüglich bei der Gruppenführerin. Pfarrerwechsel in Sieben. Durch Entschließung des Landeskirchenausschusses wurde Pfarrassistent Walter Bangert zu Gießen die mkarische Verwaltung der Reformationsgemeinde zu Darmstadt mit Wirkung vom 16. Mai ab übertragen. Mit Wirkung vom 1. Juni ab wurde Pfarrvikar Walter C o r o i n u s zum Verwalter der Pfarrei Königstädten, Dekanat Groß-Gerau, ernannt. Die Verwaltung der Pfarrassistentenstelle der Gesamtgemeinde zu Gießen wurde mit Wirkung vom gleichen Tage dem Pfarramtskandidaten Walter Paetow zu Rixfeld (Oberhessen) übertragen. Die Matthäusgemeinde zu Gießen wurde mit Pfarrer Karl Schmidt in Alzey besetzt; auf die dortige zweite Pfarrstelle kommt als Verwalter Pfarrverwalter Rudolf D a m e r a u zu Gießen, Matthäusgemeinde. Hundertjahrfeier des Gleiberg-Vereins Am heutigen Freitagabend bringt der Gleiberg- Verein den Auftakt zu seiner Hunüertjahr-Feier in Gestalt eines Festabends in Gießen im Cafe Leib. Der Landschaftsleiter des Landschaftsbundes „Volkstum und Heimat", Ministerialrat Ringshausen, wird eine Ansprache an die Besucher richten. Hierauf wird das von Oberstudiendirektor Philipps (Friedberg) verfaßte Volksspiel „Im Gasthaus zur Spießpforte zu Gleiberg" aufgeführt. Diese Aufführung wird am morgigen Samstag in Krofdorf- Gleiberg ihre Wiederholung finden. Am Sonntag wird die Jubiläumsfeier mit Volksfest auf Burg Gleiberg abschließen. Heichsfachschast Deutscher Werbefachleute NGROW. Man berichtet uns: Am Mittwoch hielt die Re-ichs- fachschaft Deutscher Werbefachleute im „Auerhahn- Bräu" ihre Monatsversammlung ab. Rach Begrüßung durch den Ortsfachgruppenleiter B r i o l a gedachte man der Toten des Panzerschiffes „Deutschland". Hierauf erteilte der Ortsfachgruppenleiter dem Kollegen Schuster, einem Werbefachmann unserer Stadt, das Wort zu einem Vortrag über die von kurzem eröffnete Höhere Reichswerbeschule in Berlin. Der Vortragende, der einen Kurzlehrgang an der Höheren Reichswerbeschule mitgemacht hat, betonte vor allem, daß es Zweck dieser Schule sei, den Werbefachleuten, gleich ob sie Gebrauchswerber, Betriebswerber oder Verkehrswerber sind, eine 100- prozentige Ausbildung zu geben, damit der Werbefachmann den Anforderungen des Staates und der Wirtschaft vollauf gerecht werden könne. Gerade in einem Staate, der ein Propaganda- und Werbeministerium besitze, würden an den Werbesachmann hohe Anforderungen gestellt. Mit Begeisterung sprach Kamerad Schuster von der Kameradschaft in dieser Schule, von dem wirklich nationalsozialistischen Geist, der die Grundlage dieses Werbehauses sei. Er erzählte seinen Kameraden, daß Dozenten aus der Praxis den Lehrplan bestritten. Alarm um Tränengas. Erlebnisse beim Lustschutz-Lehrgang des BOM.-Obergaue NSG. Der viertägige Luftschutzkurs des Obergaues war zu Ende. Wir hatten geübt und gelernt — und wieder geübt und gelernt: Masken auf, Masken ab, Filterwechsel, Fliegerdeckung! Und wer beim Hinlegen nicht hübsch die Nase zur Seite drehte, brachte sie in unangenehme Berührung mit dem „Schnuller", das ist der Filter an der Gasmaske. War die Praxis vorbei, gings gleich wieder zum theoretischen Unterricht. Was haben wir nicht alles kennen gelernt: Fliegerbomben aller Art, die verschiedenen Kampfstoffe und ihre Wirkung, die Organisation des Luftschutzes und vieles andere, was mit dem Luftschutz zusammenhängt. Am schönsten und aufregendsten waren natürlich die praktischen Uebungen, die immer ganz überraschend kamen. Einmal besichtigten wir gerade einen vorbildlich eingerichteten Luftschutzraum und ließen uns von unserem Schulungsleiter alles erklären. Plötzlich knallen Schüsse in den Raum und ehe wir uns recht überlegen, weshalb hier eine Schießerei stattfindet, quellen uns schon die Augen über und „tröppeln" wie ein undichter Wasserhahn. Man hatte Tränengaspatronen in den Raum geschossen. Nun aber raus aus diesen unfreundlichen Gemächern! Kehrt, marsch, Richtung Eingangstür! Ja Kuchen! Die ist von außen zugesperrt! Bleibt nur der Notausgang, aber der ist außen mit Brettern abgedichtet! Das ist für uns aber kein Hindernis! Schnell sind die Bretter abgerissen und mit affenartiger Geschwindigkeit flitzt alles an die frische Luft. Einige Mädel hatten zufällig ihre Gasmasken mit, die konnten sie gleich drinnen aufsstzen und blieben so von dem großen Weinen verschönt. Die interessanteste Uebung hatten wir am Schluß des Lehrganges. Es wurde dabei das geübt, was im Ernstfälle die verschiedenen Hausbewohner (Luftschutzhauswart, Hausfeuerwehr, Laienhelfer) zu tun to. haben. Alte Leute, Frauen und Kinder, überhaupt alles, was nicht zu einer bestimmten Tätigkeit eingeteilt ist, geht, mit Lebensmitteln und Wasser versorgt, in den Schutzraum. Dor dem Schutzraum befindet sich die „Gasschleuse", das ist ein Dorraum, in dem Verwundete und Kampfstoffvergiftete, die von der Straße hereingebracht werden, die erste Hilfe erhalten. Bei unserem Fliegeralarm eilte jeder auf seinen Posten. Da öffnet sich auch schon die Tür der Gasschleuse und „Annemarie" wird hereingetragen. Sie muß einen Gasvergifteten spielen. Schnell werden die „vergifteten Kleider" ausgezogen und ins Wasser gesteckt. Dann wird sie in warme Decken gehüllt und hinaelegt. Es ist viel Betrieb hier unten, aber oben auf dem Dachboden geht es noch ganz anders her! Dort ist das Wirkungsfeld der Hausfeuerwehr. Stellt euch einmal vor, wie wir „Feuerwehrleute" ausgesehen haben, in Schutzanzügen, Gasmasken und Stahlhelm. Unsere vier Feuerwehrleute waren vorerst auf die verschiedenen Stockwerke verteilt, um aufzupassen, ob irgendwie eine Brandbombe einschlägt. Meistens fallen die Brandbomben auf den Dachboden, und dort sitzt „Mimi", unser „Feuerwehrhauptmann", in der Hand das Alarmgerät (eine Bratpfann und ein Kochlöffel). Damit gongt sie jetzt feste, mehr laut als melodisch, um Hilfe herbeizurufen, denn ein Feuerwehrmann (diesmal ein richtiger) hatte an verschiedenen Stellen des Gebälks Brandsätze zur Entzündung gebracht, und für die Hausfeuerwehr gilt es jetzt, diese Brände vorschriftsmäßig zu löschen. Gerade sind wir damit fertig, da heult eine Sirene auf. Der Fliegeralarm ist beendet. Autatmend versammeln wir uns im Schulungsraum und stellen mit Befriedigung fest, daß die Sache prima geklappt hat. Ruth Harbauer. daß man Vorträae höre über die wirtschaftliche Bedeutung der Werbung, Textgestaltung, Wettbewevbs- recht, „Deutsche Werbung", Bedeutung des Films als Werber usw. Besichtigungen, die die Ausführungen der Dozenten unterstreichen sollten — wie 3um Beispiel: Messeausstellung, Funkgebäude, 3n= oustriewerke, Haus der deutschen Presse, Ufa usw. —, seien im Lehrplan festgelegt. Die Reichswerbe- schule, so betonte der Vortragende, sei der Typ des neuen deutschen Lehvinstituts. Zum Schluß seiner Ausführungen gab Herr Schuster der Hoffnung Ausdruck, daß möglichst viele seiner Kollegen diese Schule besuchen möchten, da der Werbesachmann in vorderster Front tätig sein soll am Aufbauwerk unseres Führers. Die Ausführungen wurden mit großem Beifall auf genommen. Nach Erledigung einiger geschäftlicher Angelegenheiten schloß der Ortsfachgruppenleiter die Versammlung in Üblicher Weise. Gießener Frauen auf der Ausstellung „Die Familie"" in Frankfurt. Die Mitglieder der Gießener Frauenschaft und des Frauenwerks unternahmen am Mittwoch eine Fahrt nach Frankfurt, um die Ausstellung zu besichtigen, die auf dem Messegelände vom Reichsausschuß für Volksgesundheit gezeigt wird. Eine Vertreterin der Gaufrauenschaft begrüßte vor der Ausstellungshalle die Teilnehmerinnen und erklärte auf einem Rundgang durch die Säle die verschiedenen Darstellungsgebiete. In den ersten Räumen sieht man in anschaulicher Art alle bevölkerungspolitischen Fragen behandelt, wie die Erb- und Rassenpflege, die Sippenforschung und die (Einrichtung eines Familienarchivs. Hier wird ein Ahnenschrein gezeigt mit Bildern der Vorfahren und ihrer Heimat, mit Wappen und Dokumenten, der in der Familienecke des deutschen Hauses seinen Platz finden soll und bei festlichen Gelegenheiten geöffnet wird. Besondere Aufmerksamkeit verdienten die Darstellungen des Deutschen Frauenwerks, bei dem vor allen Dingest die Leistungen und Bestrebungen des Reichsmütterdienstes umfassend gezeigt wurden. Nachdem in einer Abteilung, die dem Siedlungsgedanken gewidmet ist, ein großes Modell eines Siedlerhauses für die kinderreiche Familie betrachtet wurde, sah man in den folgenden Räumen die praktischen, einfachen Möbel zur Einrichtung einer Wohnküche, eines Kinderzimmers und eines Wohnzimmers. Hier sollte einmal gezeigt werden, wie eine Vollfamilie sich mit beschränktem Wohnraum und bescheidenen Mitteln doch sehr behaglich und praktisch einridjten kann. In den weiteren Räumen zeigten Tabellen und Bilder die Arbeit und die Aufgaben der Gesundheitsämter und der Organisationen der Partei, wie der NSV., der Arbeitsfront, des Amtes „Kraft durch Freude", die alle Hand in Hand wirken, um die Erstarkung der Volksgesundheit zu fördern. In einem Nebensaal wurden Filme vor- Ä. Die Teilnehmerinnen aus Gießen sahen den n* über Krebserkrankungen mit an. Äm Abend kehrten die Frauen heim, befriedigt Über diese Fahrt, die ihr Wissen über wichtige Fragen in angenehmer Weise bereicherte. F. K. * ** Ausgezeichnete Arbeitskameraden. Bei dem Reichswettbewerb für Unfallverhütung in der Eisen- und Metallindustrie, der durch die Reichsbetriebsgemeinschaft „Eisen und Metall" der Deutschen Arbeitsfront durchgeführt wurde, fiel je ein 12. Preis im Werte von 10 Mark auf die Arbeitskameraden Karl Bonn, Großen-Linden, Alte Heerstraßei, bzw. Walter Schmitt, in Firma Röchling-Buderus in Wetzlar. Schöffengericht Gießen. Unter Ausschluß der Oeftentlichkeit wurde der 26 Jahre alte F. V. aus Gießen wegen Vornahme unzüchtiger Handlungen an einem Jugendlichen zu einer Gefängnisstrafe von fünf Monate n, sowie zur Kostentragung verurteilt. Die Strafe fiel deshalb so hoch aus, weil sich der Angeklagte als früherer Jugendführer der Tragweite seiner Handlungen bewußt war. Amtsgericht Gießen. Wegen falscher Anschuldigung wurde der L. L. aus Aubing bei München durch Strafbefehl des Amtsgerichts Gießen zu einer Gefängnisstrafe von einem Monat und der Th. D. aus Aubing bei München wegen Beihilfe hierzu zu zwei Wochen Gefängnis verurteilt. In der Hauptverhandlung auf ihren Einspruch hin wurden die Angeklagten überführt, einen Berufskollegen bei einer Behörde fälschlich angezeigt zu haben, er habe während feiner Tätigkeit in der Bü- dinger Gegend ein Mädchen entführt und an diesem ein Sittlichkeitsverbrechen verübt. Die Beweisaufnahme ergab die Haltlosigkeit der Anzeige. Das seinerzeit auf die Anzeige hin eingeleitete Verfahren wurde eingestellt. Da der Angeklagte L. bereits vorbestraft ist, erkannte das Amtsgericht auf die gleiche Strafe, wie im Strafbefehl. Gegen den noch nicht bestraften Angeklagten D., der den Brief geschrieben und Kenntnis von der Sache hatte, erkannte das Gericht auf eine Geldstrafe in Höhe von 50 Mark, hilfsweise zehn Tage Gefängnis. Außerdem wurden den Angeklagten die Kosten des Verfahrens auferlegt. Wirtschaft. Ishein-Mainische Börse. THittagsbörfe: Gut behauptet. Frankfurt a. M., 3. Juni. Die Börse behauptete ihre feste Grundsttmmung, das Geschäft ist aber im ganzen etwas ruhiger geworden. Nach den scharfen Kurserhöhungen der beiden letzten Tage zeigte sich innerhalb des berufsmäßigen Handels etwas Zurückhaltung und Neigung zu kleinen Abgaben. Das noch vorhandene Publikumsinteresse konnte daher ohne größere Kursausschläge voll befriedigt werden. Am Aktienmarkt war die Kursentwicklung etwas unregelmäßig, die Schwankungen nach beiden Seiten gingen aver kaum über 0,50 bis 1 v. H. hinaus. Fest lagen Conti Gummi mit 190,75 (188), RWE. mit 130,65 (129,50) und Feldmühle Papier mit 150,75 (149,50). Von Montanwerten bröckelten Hoefch und Klöckner je 0,25 v. H. ab, Mannesmann gewannen 0,25 v. H. auf 126,25 und Verein. Stahl notierten mit 123 bis 122,75 (122,50). Chemiewerte eröffneten überwiegend 0,25 bis 0,50 v. H., Deutsche Erdöl 0,75 v. H. leichter, Th. Goldschmidt voll behauptet mit 138,75. Maschinen- und Motorenaktien blieben bei mäßig höheren Kursen gefragt, auch Elektrowerte zogen meist 0,50 bis 0,75 v. H. an. Etwas höher lagen ferner Reichsbank mit 216,25 (215,50), Zement Heidelberg mit 159 (158,50), Westdeutsche Kaufhof mit 63,13 (62,75). Feinmechanik Aetter waren auf den unv. Dividendenvorschlag an- geboten und mit dem Minus-Zeichen versehen, während am Einheitsmarkt Rhenser Mineral weiter gesucht wurden. Renten lagen still. Reichsaltbesitz vor der Ziehung letztmals notiert mit 127,25 (127,40). Reichsbahn-VA. gefragt und 0,40 v. H. höher mit 125,40, Kommunal - Umschuldung mit 94,15 behauptet. 3m Verlaufe blieb die Umfatztätigkeit klein. Dis Kursveränderungen am A k t i e n m a r f t hielten sich in engen Grenzen, es Überwogen kleine Rückgänge. Für einzelne Elektrowerte verblieb etwas Nachfrage bei etwas höheren Kursen. Die erst später zur Notiz gekommenen Werte wiesen auch nur minimale Veränderungen zum Vortag auf. Feinmech. Setter kamen mit 101,50 (106) und Rhenser Mine- ralbrunnen mit 95 (92) zur Notiz. Im Freiverkehr galten Adlerwerke Kleyer anfangs 113,50 bis 115,50, später 112,75 bis 114,75. Neue Wayß & Freytag 150 bis 152 auf die 6pro- Zentige Dividende, Verein. Deutsche Metall 167 bis 169. Tagesgeld unv. 2,50 v. H. Abendbörse: Gut behauptet. An der Abendbörse war das Geschäft in einigen Spezialwerten recht lebhaft, im übrigen erreichte es bei gut behaupteten Kursen keinen besonderen Umfang. Die Tendenz war jedoch allgemein etwas fester, die Frankfurter Schlußkurse wurden größernteils in Anpassung an Berlin überschritten. Lebhafter waren von Maschinenaktien Muag mit 150 bis 150,25 (149,25), von Versorgungswerten Ges- fürel mit 161,50 (161), RWE. mit 132,25 (131,75) und Bekula mit 166 (165,25). Am Montanmarkt lagen Buderus etwas schwächer mit 129 (129,75), die übrigen Werte konnten sich behaupten, Otavi Minen weiter erhöht auf 33,25 (32,90). Chemische Werte lagen still und unverändert, IG.-Farben 167, Scheideanstalt 263, Goldschmidt 138,75. Etwas schwächer in Angleichung an Berlin notierten u. a. AG. für Verkehr mit 126 (127), Deutsche Erdöl mit 158,75 (159,50), Conti Gummi mit 190 (190,75, aber 189,25 in Berlin). Im Freiverkehr waren Auto-Union auf die Vilanzziffern mit 139 (137) beachtet, Adlerwerke unv. 113,75. Am Rentenmarkt wurden Altbesitz vor der Ziehung letztmals mit 127,40 notiert, die Auslosungschance stellte sich auf 1 v. H. Kommunal-Umschuldung unv. 94,15, 6proz. JG.-Farben 135,75, Reichsbahn-VA. 125,40, 5,5- prozentige Franks. Pfandbriefbank Liquid. 100,75. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 3. Juni. Auftrieb: Rinder 864 (gegen 927 am letzten Donnerstags- SoiWMlWI Vornan von Walther Kloepffer Copyright 1936 by August Scherl G. m. b. H.. Berlin. 12 Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Die geduckten kleinen Häuser mit ihren vorspringenden Schindeldächern und dem hölzernen Umlauf blickten ihn vertraut an. Siehst du, der Scheidenwimmer hat aufgestockt! Und der Breit- samer hat sich einen neuen Kamin geleistet! Was es alles Neues gibt! Da und dort stand ein Haus zwischen den alten, das er nicht kannte. Die meisten Anwesen waren verlottert, feucht und hatten die Fensterscheiben mit Pappe geflickt. Es waren zuweilen trostlose Anblicke. Die Schellenberger erkannten ihn, grüßten, fragten, schüttelten die Hand. Man bat ihn, in die Stube zu kommen, und jammerte ihm vor. Die Frau wischte mit der Schürze den Stuhl ab und dann die Augen. Es stand mit Schellenberg nicht, wie es sollte; keinesfalls. Es gab Schulden, es gab junger, und das graue Gespenst der Arbeitslosiq- kett ging um. Fogg hörte überall dieselbe Litanei, grauen, die damals Spielgefährtinnen von ihm gewesen waren, sahen wie Greisinnen aus, faltig bekümmert, überanstrengt. Diele waren unterleibskrank oder schleppten Schwindsucht mit sich herum und husteten sich langsam zu Tode. Aber wer von diesen Kranken noch nicht reif für das Bett mar saß hinterm Klöppelsack und lieh die müden fleißigen Finger spielen. Die Männer aber machten verbissene Mienen und Holzschuhe, Teller, Zündholzdraht und rührend unbeholfene Krippenfiguren etwa eine Kuh oder ein steifbeiniges Lämmchen! Das ging alles noch an, aber die Kinder--! Mein Gott, diese Kinder. Blaß, unterernährt, barfuß mitten im April, große Augen in den kleinen Gesichtem — Fogg krümmte sich vor Scham und dachte: Ich weiß nicht, wer an all dem schuld ist, aber so etwas dürste es nicht geben. Wir haben ja früher auch nicht gerade Torte gegessen, aber bloß diese Brühe, die sie Kaffee heißen, und Kartoffeln unh immer wieder Kartoffeln ... Einmal stieß er auf eine Hütte, windschief, ohne Dach, ohne Fensterscheiben. Man klärte ihn auf, daß der Gürtler Braunmändl im Jahr 32 wegen Mißernte und dem Gerichtsvollzieher sein Anwesen einfach in Stich gelassen habe und zu seiner Tochter in die Stadt gezogen fei. Wenn ein Bauer sich zu dem oerftieg, mußte Mathäi am letzten fein. Daß es so schlimm mit Schellenberg stand, hatte Fogg nicht gewußt. Er setzte sich zerschlagen auf einen leeren Brunnentrog und dachte nach. Konnte man denn gar nichts tun, um diesem Elend zu steuern? Andere Orte im Wald hatten Graphitwerke, Zündholzfabriken, Glasbläsereien ober Porzellan- und Keramikbetriebe. Das alles kam für Schellen berg nicht in Betracht. Was war mit einem Ort zu wollen, der sich aus lauter kleinen Frettern zusammenfetzte, der abgedrosselt war vom Verkehr, ein paar Stunden hinter der böhmischen Grenze lag, der schauderhafte Wege und einen armseligen Boden besaß, der sein Mark, feine Wälder, preis- gegeben hatte und fernab lag von allen größeren Plätzen, wo es Arbeitsmöglichkeiten geben könnte? Fogg hatte in der Bahn die Zeitungen studiert. Da war zu lesen, daß eine Hilfsaktion für die notleidende Ostmark im Gange fei. Nun ja, das war immerhin eine Hoffnung. Aber bis der Segen nach Schellenberg vordrang, hieß es Geduld üben. Besser als dieses tatenlose Hinwarten auf fremde Hilfe wäre Selbstzupacken. Aber wo? Er erwog ein halbes Dutzend Möglichkeiten und verwarf sie wieder als undurchführbar. Er schüttelte unzufrieden den Kops, weil ihm so gar nichts Brauchbares einfallen wollte, erhob sich und nahm sich vor, den Fenz! zu besuchen. • Das kleine Fenzlanwesen lag ein wenig außerhalb des Dorfes gegen das Schloß zu. Nahebei blinkte em Weiher, auf dem Wasserlinsen und Enten schwammen. Einige Buben, barfuß und mit laufender Nase, ärgerten die Enten, indem sie Steinchen nach ihnen warfen. Das Fenzlhaus war komisch gebaut, da ein Vorsprung, dort einer. Das kam von den vielen Anbauten, die wiederum von den vielen Kindern herkamen, deren jedes ein Bett und em paar Kubikmeter eigenen Raum beanspruchte. „Ist der Vater daheim, ihr Buben?" Nachdem sie Fogg genugsam gemustert hatten erklärte der größte: „Mit dem kannst keine Geschäfte machen, der kauft nix, das sag' ich dir gleich. Es waren heute schon ein paar solche da." Fogg lachte. „Ich bin fein Reisender. Ich bin der neue Doktor." „Warum sagst du denn das nicht eher? Dort hinten kommt er." Fogg drehte sich um. Eine himmellange, breitbeinig wankende Gestalt schob sich aus der Richtung Schloßwald herüber. Sie trug einen Baum auf der Schulter, der auf und nieder wippte. Mußte ordentlich schwer fein, die Last. Endlich war der Fenzl in Gesprächsweite. Sein Hemd stand vorn offen, und auf seiner braunen Brust konnte man Zöpfe flechten. Die Sorte Pan und Waldschrat mußte so aus- gesehen haben. „Himmelseiten, daß ist ja der Fogg-Joses! Da legst dich nieder! Gleich hab' ich die Hand frei. Weißt, so eine Buchen hat ein höllisches Gewicht. Und das muß man immer um Mittag machen, weil da der Tutschek beim Essen ist. Los, ihr Kadetten, wißt schon, was!" orgelte er seinen Buben zu, die flink wie junge Dachse den Baum hinter das Haus schleiften, um ihn zu zerkleinern. „Also der Josef! Bist es oder bist es nicht? Und pfeilgrad aus Amerika? Aber jetzt 'rein in die gute Stube; muß dich doch meiner Alten präsentieren. Das heißt, gar so alt ist sie nicht; es ist schon die zweite." „Du bist noch ganz der frühere, Fenzl. Immer Humor, was? Wieviel hast denn fintier?" „Werden so Stücker zwölfe fein. Genau weiß ich's selber nicht. Man verliert allmählich die Uebersicht", lachte der Fenzl. „Das Kleinste ist fünf Monate, der Aelteste wird auf Pfingsten neunzehn." Dem Fenzl seine Vorfahren waren aus dem Österreichischen zugewandert, aus Oedlarn an der Enns. Von ihnen hatte er das Raubvogelgesicht und seine kecken Manieren. Auch sonst stach er von den Eingesessenen ab. Er war redelustig, zu verrückten Streichen aufgelegt und von lockerer Lebensauffassung. Seine Buden waren ein Kapitel für sich. Ueber die Fenzl- bauöe, wie Tutschek die Familie am Dorfweiher gehässig getauft hatte, gingen eine Menge Geschichten um. Nach ihnen wären die Buben die reinsten Teufel gewesen. Einmal hatten sie in einer rabenschwarzen Sturmnacht einen Leiterwagen auf Tut- fdjefs Scheller praktiziert, indem sie 'unter Mühe und Lebensgefahr droben Teil um Teil zusammen- setzten. Ein andermal hatten sie dem Pfarrer, weil er sie in der Predigt zusammenstauchte, das höl-I zerne Oertchen abmontiert und zum Gaudium der Schellenberger aus dem Pfarrgarten auf die Bücht- famer Straße getragen, wo es zweckwidrig die Gegend verschandelte, bis sich der Schreiner und der Mesnerpeter erbarmten und es wieder zurück- transportierteu. Kurz, es schien durchaus nicht geraten, sich ihre Abneigung zuzuziehen. „Da bring ich einen Feldzugskamerad, Sofie. Unfern neuen Doktor. Gib ihm das Pratzerl!" schrie Fenzl beim Eintritt in die Stube. «Mein Mann hat mir schon von Ihnen erzählt", kicherte die rundliche Frau. „Hoffentlich nur Gescheites", lächelte Fogg. „Was den Mannsbildern halt so einfällt, wenn man sie nicht unter der Fuchtel hat." Sie trug ein Kind am Arm, und zwei weitere hingen an ihrem Rockzipfel. Die anderen aber, denn die bis zwölf war noch weit, standen durcheinander, starrten neugierig und verlegen und füllten die mittelgroße Stube in erschreckendem Maße. „Antreten in Linie, marsch, marsch!" kommandierte der Fenzl, und das Chaos formierte sich. „Stillge- standen! So, Josef, jetzt kannst du sie in Ruhe an- schauen; jetzt sind sie ungefährlich." Fogg lachte Tränen und beglückwünschte Fenzl zu diesem militärischen Drill. „Ja mei, was willst? Anders wirst der Bande ja nicht Herr. Sauber gewaschen, was? Wie die Orgelpfeifen. Weggetreten!" Der Haufe verzog sich aus der Stube und belagerte draußen das Fenster. Fenzl nahm ein verstaubtes Rähmchen von der Wand, in dem eine" vergilbte Photographie stak, die die Gruppe Fogg im Quartier zeigte. „Das waren wir einmal, Josef. Schön roar’s doch. Bleibst zum Essen da? Es gibt Kartoffelknödel und Sauerkraut; das Fleisch muß dir halt denken." „Ich dank' dir schön, ein andermal. Heut geht's nicht. Wir treffen uns am Abend in der „Sonne". Wir müssen doch den Einstand feiern. Gel, bu kommst?" „Natürlich komm' ich. Erzählst uns dann von drüben. Wie, ift’s denn bei den Indianern? Haben sie auch saubere Dirndl? So eine Kupferbraune wär' als Abwechselung nicht zuwider, was, Alte?" „Du wirst auch deiner Lebtag nimmer gescheit", brummte Frau Fenzl und ging aus der Stube. Fortsetzung folgt. markt), darunter 134 (153) Ochsen, 134 (147) Bullen, 449 (490) Kühe, 147 (137) Färsen. Kälber 381 (372), Hammel und Schafe 26 (16), Schweine 147 (432). Notiert wurden je 50 Kilogramm Lebendgewicht in Mark: Ochsen a) 43 bis 45 (44 bis 45), b) 39 bis 41 (40 bis 41), c) 36 (35 bis 36). Bullen a) 40 bis 43 (42 bis 43), b) 39 (38 bis 39), c) 34 (32 bis 34). Kühe a) 41 bis 43 (42 bis 43), b) 35 bis 39 (35 bis 39), c) 30 bis 33 (27 bis 33), d) 15 bis 25 (18 bis 25). Färsen a) 42 bis 44 (44), b) 40 (37 bis 40), c) 33 bis 35 (33 bis 35), d) 18 bis 28 (28). Kälber a) 61 bis 65 (60 bis 65), b) 55 bis 59 (55 bis 59), c) 45 bis 50 (45 bis 50), d) 30 bis 40 (35 bis 40). Lämmer und Härnrnel b2) 48 bis 50 (—), c) 43 bis 46 (—). Schafe a) 38 bis 40 (—), b) 30 bis 35 (—). Schweine a) 54 (54), bl) 54 (54), b2) 54 (54), c) 53 (53), d) 50 (50). Sauen gl) 54 (54), g2) 52 (—). Marktverlauf: Großvieh, Kälber und Schweine zugeteilt, Härnrnel und Schafe mittelmäßig. Fleifchgroßmarkt. Angebot: 265 (197) Bier, tel Rindfleisch, 960 (1241) halbe Schweine, 290 (209) ganze Kälber, 7 (10) Härnrnel, 7 (6) Kleinvieh. Notiert wurden je 50 Kilogramm in Mark: Kuhfleisch a) 77, b) 65, c) 54. Färsenfleisch a) 80. Kalbfleisch I 81 bis 95, II 73 bis 80. Hammelfleisch b) 90 bis 95. Schweinefleisch b) 73. Fettwaren. Speck, roh, unter 7 Zentimeter 78, Flomen 80 Mark je 50 Kilogramm. Marktverkauf: lebhaft. Schweinemarkt in Butzbach. * Butzbach, 3. Juni. Auf dem heute hier abgehaltenen Schweinemarkt waren 549 Ferkel zum Verkauf aufgetrieben. Es kosteten vier bis sechs Wochen alte Tiere 10 bis 14 Mark, sechs bis acht Wochen alte 14 bis 20, acht bis zehn Wochen alte 20 bis 25 Mark pro Stück. Bei flottem Handel wurde ausverkauft. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten,Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschloßenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Frankfurt a. M. Berlin Frankfurt a. M. Berlin Schluß- kurs Schluß!. Abendbörse Schluß» kurs Schluß! Mittagbörse Schlußkurs Schluß!. Abend börse Schluß- kurS Schluß!. Mittag» börse Datum 2.6. 3-6. 2.6. 36. Datum 2.6. 3.6. 2.6. 3.6. 5% Deutsche Reichsaulethe v. 1927 4% Deutsche Reichsaul. vou 1934 5y2% Doung-Anlethe vou 1930 .. 4Yi% Hessische Volksstaat vou 1929 4Yi% Deutsche Reichspostschatz vou 1934 I...................... 4%% Deutsche Reichsbahuschatz vou 1936 l.................. Reichsanleihe-Altbesttz.......... Oberhessen Proviuz-Auleihe mit Auslos.-Rechten.............. 4Y2% Hess. Landest!. Darmstadt Goldpfe. R. 12.............. 6 Vz% Hess. Landes-Hyp.-Ban! Liqu. Goldpfe............... 4ya% Preuß. Landespfdbr.-Anst. Goldpfe. R. 19.............. 4Y2% Preuß. Gold-Komm. R. 20 4y2% Darmstädter Komm.-Lan° desbank R. 6................ Deutsche Komm.-Sammel-Auleihe Auslos.-Rechte I.............. 4Yt% Fraulf. Hyp. Goldpfe. R. 15 4y2% Franks. Hyp. Gold-Komm. Obl. 2 3.................... ßy2% Franks. Hyp. Liquidatiou Goldpfe..................... 6%% Rheinische Hyp. Liquidation Goldpfe..................... Steuergutichein-Berrechnungskurs 5% Goldmexikaner von 1899 .... 4% Oesterreichische Goldrente.... 4,2% Oesterreichische Silbenente. 4y2 Ungarn Staats vou 1913 .... 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 6% Rumänen von 1903......... 4/2% Rumänen Gold von 1913.. 4% Einheits-Rumänen......... 4% Türken Bagdad I........... 4% Türken Bagdad II.......... 2 y4% I. Anatolier.............. A.G. für Verkehrswesen......6 Hambürg-Südam. Dampfschiff. 0 Hamburg-Amerika Paket......0 Norddeutscher Lloyd..........0 Deutsche Reichsbahn Vorz.-Akt. 7 Reichsbanl................. 12 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 Commerz- und Privat-Bank... 4 Deutsche Diskonto............4 Dresdner Bank..............4 101,9 99,5 105 99,75 100,6 99,13 127,4 99,25 101 99 97,9 132,4 99,5 98,25 100,75 100,9 110,8 127 18,5 18,75 125 215,5 113,13 118,5 105 101,7 99, 10 99,7 100,7 99,1 127, 99,2 10 9 9 97, 132,1 99, 98,2 100, 100,7 110, 12 18,1 18,7 125, 21 113,2 11 10 Devi 5 5 5 3 4 9 3 5 5 9 । e 101,75 99,5 104,9 101 99,13 127,5 99 98 132,25 99,25 100,9 126,65 46 18,25 18,75 125,13 216,25 130,75 113,13 118,25 105 nmarf 101,9 99,5 104,65 99,75 101 99,13 127,9 99,25 99 98 132,25 99,5 100,9 110,9 125,75 45,75 18,13 18,65 125,25 215 131,25 113,25 119 105 Beritt Accumul atoren-FabrÜ.......12 ä KU-Kunstseide.............0 Aschaffenburg Zellstoff........8 Beinberg...................o Bekula.....................s Buderus Eisen...............4 Gement Heidelberg...........7 Gement Karlstadt............6 Ghade A.-C.................. 9 Gonti Gummi.............. 11 Daimler Motoren............5 Dessauer Gas ...............4 Deutsche Erdöl..............5 Deutsche Gold- und Silber .... 9 Deutsche Linoleum.......... 10 Eleltrische Lieferungen........6 Elektrische Licht und Kraft.....7 I. G. Farben-Jndustrie.......7 Felten & Guilleaume.........6 Gesfürel.................... 6 Th. Goldschmidt.............5 Grihner Maschinen...........0 Harpener.................2% Hoesch Eisen...............3/z Philipp Holzmann........... 6 Ilse Bergbau................6 Ilse Genüsse................6 Kal! Aschersleben............5 Klöcknerwerke.............4*/2 Kokswerke und Chemische Fabrik 6 Lahmeyer.................. 6 Mainkraft................... 4 Mannesmann............... 3 Mansfelder Bergbau.......6y2 Metallgesellschaft......... 5 Orenstein & Koppel..........0 Rheinische Braunkohle.......12 Rheinische Elektro............6 Rheinstahlwerke..............6 Rneinisch-Westfältsche Elektro .. 6 Rütgerswerke ...............6 Salzdetfurth Kali..........7% Schlickert & Go...............6 Schultheis Patzeuhofer........4 Siemens & Halske...........8 Süddeutsche Zucker.......... 10 Bereinigte Stahlwerke......3% Westdeutsche Kaufhof.........0 Westeregeln Alkali............5 Zellstoff Waldhof............6 Otavi Minen...............0,6 — Frankfurt a. ZR. 233 142,5 129,75 165,25 129,25 158,5 170 188 140,75 160,25 264 170,5 135,5 155 168 137 159,5 138,5 167,75 129 151,75 175 143,25 118,13 139 125,5 98,25 126 155 232,25 159 129,5 157 153 176 220 200 122,5 62,75 118 165,5 31,50 233 142,75 129,25 166 129 159,5 169 190 141 158,75 263 170 136 155,75 167 138,4 161,5 138,75 54,9 169,25 128,25 151,9 144,25 118,25 138 125,5 98,25 125,4 155 233 159,75 132,25 158 152 176,5 220 20t 122,25 63 118 167 33,25 233 143,75 130,4 165,5 129,25 189,5 140,25 117,5 160,25 170,75 135,25 155,25 167,65 137,75 159 138 51 167,75 128,5 151,75 143,25 118 139 157,25 125,5 125,25 158,50 154,50 108,75 232,5 158,75 129,25 157,5 155,9 176 97 220,25 202,75 122,25 62,75 118 166,25 31,5 236,5 142,5 129,4 165,75 130 189,25 140,5 116,9 158,75 170 136 155,5 167,13 139 161 138,5 55,25 169,75 128,5 151 75 176 144,25 118,13 137,25 158 127 125,25 159,75 154,5 109,4 233,5 159,75 132 158 152,25 176,5 98,9 221 202,75 122,13 63 118 166 33 2. Juni 3. Juni 2. Juni 3. Juni Amtliche Notierung Geld | Briei Amtliche Notierung Geld | Brie, Amtliche Gelb Notierung Brie> Amiliche Notierung Geld | Brie, Buenos Aires............. Brüssel................... Rio de Janeiro............ Polen.................... Kopenhagen............... Danzig................... London................... HelsingsorS................ Paris.................... Holland.................. Italien................... 0,762 42,09 0,163 47,10 54,95 47,10 12,305 5,44 11,125 137,22 13,09 0,766 42,17 0,165 47,20 55,05 47,20 12,335 5,45 11.145 137,50 13.11 0,761 42,05 0,163 47,10 54,93 47,10 12,30 5,44 11,125 137,36 13,09 0,765 42,13 0,165 47,20 55,03 47,20 12,33 5,45 11,145 137,64 13,11 Japan.................... Jugoslawien .............. Oslo..................... Wien..................... Lissabon.................. Stockholm................ Schweiz.................. Spanien.................. Prag..................... Budapest................. Neuyork.................. 0,716 5,694 61,84 48,95 11,175 63,44 56,99 16,98 8,676 2,495 0,718 5,706 61,96 49,05 11,195 63,56 57,11 17,02 8,694 2,499 0,716 5,694 61,82 48,95 11,17 63,42 57,02 16,98 8,681 2,498 0,718 5,706 61,94 49,05 11,19 63,54 57,14 17,02 8,699 2,502 1 9. gegen IS Division im Handballkampf. Der Handballausscheldungskampf zwischen der 9. und 15. Division um die Korpsmeislerschafi der Wehrmacht, der in diesen Tagen staltfinden sollte, aber abgesagt werden mußte, findet nunmehr auf Anordnung der 9. Division am kommenden Witt- woch, 9. Juni, 16 Uhr, auf dem Waldsportptah des VfB.-Reichsbahn statt. Oer Film als Lehrmittel her Leibesübungen. In Verbindung mit dem Grundschulungs- und Leichtgthletik-Lehrgang in Gießen, der gestern auf dem Sportplatz der Spielvereinigung 1900 abgeschlossen wurde, hielt der Leiter des Lehrganges, Brox, von der Gausportschule Marburg einen abschließenden Filmvortrag, der den Leichtathleten in einer sehr anschaulichen Form die hohe Schule der Leichtathletik in sehr sinnfälligen Beispielen vor Augen führte. Lehrgangsleiter Brox hatte einige Filme mitgebracht, die eine Auswertung des Filmmaterials der Olympischen Spiele zu Lehrgangs- und Unterrichtszwecken darstellten. Man sah in vielen Bildern, insbesondere aber in aufschlußreichen Zeitlupenaufnahmen, die Besten der Welt beim Springen, beim Laufen, im Hammerwerfen, beim Speer- und Diskuswurf und allen anderen leichtathletischen Disziplinen. Die Filme, die auch die großen Geschehnisse und die heftigen Kämpfe bei den Olympischen Spielen in das Gedächtnis zurückriefen, waren den anwesenden Leichtathleten eine hervorragende Quelle der Anschauung, die wohl manchem Anregung dazu geben mag, nach den großen Vorbildern seinen Stil zu verbessern und vielleicht auf diesem Wege zu einer höheren Leistung zu gelangen. Die Filme wurden mit großer Spannung verfolgt. Kreisfachamtsleiter R i ch t b e r g schloß den interessanten Vortragsabend mit herzlichen Worten des Dankes an den Lehrgangsleiter. Die Mannschastsmehrkämpie und Zugendmeisterschasten her £3. Nachdem der BDM. und die Jungmädel am 29. und 30. Mai bereits ihr sportliches Können unter Beweis gestellt haben, treten am kommenden Samstag und Sonntag Hitler-Jugend und Jungvolk zu ihren Wettkämpfen an. „Weltmeister" Braddock nicht erschienen! Die Boxkommission suspendiert ihn. Die Boxkommission des Staates Neuyork hat am Donnerstag nach dem öffentlichen Wiegen von Max Schmeling, zu dem der Weltmeister James Braddock nichterjchien, eine Sitzung abgehalten, die von dem Präsidenten Mc Phelan geleitet wurde. Nach kurzer Beratung gab die Kommission folgenden Beschluß bekannt: „Braddock und sein Wanager Joe Gould werden wegen Nichterscheinens zu je 1000 Dol- lar Geldstrafe verurteilt und auf unbestimmte Zeit suspendiert." Präsident M c P h e l a n gab weiter bekannt, daß alle Boxkommissionen in den Vereinigten Staaten, ganz besonders aber die Kommission des Staates Illinois, die den Kampf zwischen Louis und Braddock am 22. Juni in Chikago veranstalten wird, von diesem Beschluß sofort in Kenntnis gesetzt und um enge Zusammenarbeit mit der Neuyorker Box-Kommission ersucht werden. Weiter erklärte McPhelan, daß Louis für den Fall, daß er gegen Braddock am 22. Juni in Chikago zum Kampf antritt, genau wie Braddock für alle Kämpfe im Staate Neuyork suspendiert wird. Schmeling zur Stelle. Pünktlich um 13 Uhr amerikanischer Zeit erschien Max Schmeling im Hause der Box-Kommission des Staates Neuyork. Wenige Minuten später stand der deutsche Meisterboxer aller Klassen auf der Waage. Die Berichterstatter der großen Zeitungen waren vollzählig zur Stelle, lächelnd hielt der Deutsche dem Kreuzfeuer der Photographen stand. Das Gewicht für Schmeling betrug 196 amerikanische Pfund, das sind etwa 86 Kilogramm. Die Versammlung wartete noch längere Zeit auf den Weltmeister Braddock, der jedoch seine Erklärung wahr machte und nicht erschien. Daraufhin traten die Mitglieder der Box-Kommission zu der sofort einberufenen Sitzung zusammen. Auch Louis in Strafe genommen. Die Box-Kommission des Staates Neuyork hat nachträglich auch den Neger Joe Louis mit 1000 Dollar Geldstrafe belegt. Gleichzeitig sind alle Boxkommissionen der Staaten verständigt worden, daß jeder Boxer, der als Gegner für Braddock in künftigen Kämpfen in Aussicht genommen ist, automatisch für den Staat Neuyork suspendiert ist, solange der Weltmeister nicht seine vertraglichen Pflichten gegen Schmeling erfüllt hat. Der Präsident der Madison Square Garden-Ge- sellschaft, Oberst Kilpatrick, will zu der Angelegenheit erst Stellung nehmen, wenn das Bundesgericht zu der eingebrachten Klage über Verbot des Louis-Braddock-Kampfes in Chikago seine Entscheidung gefällt habe. Das Urteil des Bundesgerichts wird am Freitag in Philadelphia erwartet. Lin englischer Wettmeisterschaftsplan? Auck die Engländer versuchen jetzt, sich in die amerikanischen Boxkomödien einzumischen. So will man — mit amerikanischem Einverständnis — den Kampf Neusel — Farr als Ausscheidung zur Weltmeisterschaft aufziehen und den Sieger dann gegen den Sieger des Kampfes Braddock—Louis stellen. Man wird erwarten dürfen, daß sich Walter Neusel zu einer solchen Sache gegen Max Schmeling nicht hergeben wird. Ministerialrat Mehner zum Fall Braddock. Der Führer des Verbandes Deutscher Faustkämpfer, Ministerialrat Dr. M e tz n e r , hat dem „12 Uhr-Blatt" eine Erklärung abgegeben, in der es u. a. heißt: „Das Verhalten des sogen. „Weltmeisters Braddock" und die Stellungnahme der Neuyorker Kommission zu dem Nichtantreten Braddocks werden für jeden echten Sportsmann unverständlich fein und bedeuten einen schweren Schlag gegen den sportlichen und olympischen Gedanken. Wenn es möglich wird, daß freiwillig abgeschlossene feste Verträge einseitig aus politischen, finanziellen oder sonstigen Gründen zerrissen werden dürfen, und wenn die zuständige oberste Boxbehörde durch eine so^jächer- liche Strafe, wie sie die Neuyorker Boxkommission verhängt hat, solche klaren Vertragsbrüche gewissermaßen sanktioniert, dann bedeutet das das Ende des Sportgedankens." Statt Karten! Karl Müller Unteroffizier/ 14./3nf.cLfai Drlhompsons Grhwan Pulver färWchcheund Hcii&hM I ______________Sd,. V ; Hier abschneiden! Ohnmacht Ohrlocher der Leitung findet. Er hängt von dem Material des Leiters und seinem Querschnitt ab. Die Stromstärke läßt sich in Ampere berechnen, indem man die Voltzahl der Spannung durch die Ohmzahl des Widerstandes teilt. Ohnmacht, vorübergehender Zustand von Bewußtlosigkeit, verursacht eine plötzliche Blutleere im Gehirn. Den Ohnmächtigen waagrecht lagern. Kopf tiefer legen, beengende Kleidungsstücke lösen. Für Zustrom frischer Luft sorgen, wenn möglich den Ohnmächtigen an Salmiakgeist, Kölnischem Wasier riechen lassen. Bei länger andauernder Ohnmacht Arzt rufen, da die Gefahr einer inneren Blutung bestehen kann. Ohrenfluß, Ohrenlaufen, eine meist eitrige, gelegentlich auch blutig aussehende Absonderung aus dem Eehörgang, kann völlig geruchlos, aber auch sehr übelriechend sein. Ohrenfluß findet sich bei Mittelohrentzündungen, vereinzelt auch bei Erkrankungen des Eehörganges. Sofort den Arzt befragen! Ohrenknacken entsteht bei übermäßigem Gähnen, bei dem die Kaumuskeln kräftig angespannt werden. Es ist ungefährlich und verdient keine weitere Beachtung. Ohrensausen besteht aus Rauschen und Brummen, ferner Schaben, Knistern und Gurgeln. Entsteht im Eehörgang selbst. Oft auch Zeichen von Allgemeinerkrankungen wie Bleichsucht, Nervosität, Arterienverkalkung. Bei länger anhaltendem O. den Arzt befragen. Ohrenschmalz, die Absonderung der Talg- und Schmalzdrüsen des Gehörganges ist von gelbbräunlicher bis brauner Beschaffenheit. Es soll nicht ganz aus dem Eehörgang entfernt werden, da ein wenig O. nötig ist, um den Eehörgang geschmeidig zu erhalten. Bildet sich ein Ohrenschmalzpropf, so daß das Gehör beeinträchtigt ist, so muß er vom Arzt entfernt werden. Niemals selbst ausspritzen. Ohrenschmerzen kommen vor bei Erkrankungen des Mittelohres und des Eehörganges, aber auch bei Erkrankungen von Organen, die in der Nähe des Ohres liegen (Zähne, Mandeln, Rachen, Ohrspeicheldrüse usw.). Behandlung: Einträufelung von öl in den Gehörgang. Zu gleicher Zeit heiße Fußbäder. Umschläge auf das Ohr. Arzt befragen. Ohrfurunkel, schmerzhafte Erkrankung der Haarbalgdrüsen im Gehörgang. Wird fast immer durch Bohren mit Fremdkörpern im Gehörgang verursacht. Auflegen von Wattebäuschchen, die in essigsaure Tonerde getaucht sind, feuchte Umschläge oder Leinsamensäckchen auf das Ohr legen. Ichthyolsalbe in den Gehörgang. Ohrlöcher zum Tragen von Ohrringen soll man nie selbst stechen, da bei unsachgemäßem Vorgeben schwere Entzündungen entsteyen können. Am besten läßt man sie vom Arzt und auch vom Juwe- lier stechen. Rosen werden okuliert. Das kann nicht mit einem ^beliebigen Messer gemacht werden. Nein, es gehört ein Okuliermesser dazu. Wo bekommen Sie es? Natürlich auch bei Häuser — gut und preiswert. Wenn Sie also Ihre Rosen veredeln wollen, dann vorher ein Okuliermesser anschaffen von I. V. Häuser, Gießen, am Oswaldsgarlen, Fernsprecher 2145/2146. Der Wettkampf ist die erste große weithin sichtbare Gemeinschaftsarbeit zwischen Hitler-Jugend und Deutschem Reichsbund für Leibesübungen. Die einfach st en Grundlagen für Leichtathletik in Lauf, Sprung und Wurf sind zu erfüllen, wobei jene Jugendlichen, die eine bestimmte Punktzahl (180) erreicht haben, besonders ausgezeichnet werden und eine Siegernadel erhalten. Sie kämpfen aber nicht für sich, sondern für die Mannschaft dadurch, daß die Leistungen innerhalb einer Mannschaft zu Mannschaftsleistungen zusammengefaßt werden, die zur Ermittlung der besten Gefolgschaft und Fähnleinmannschaft führen. Sie erhält eine Ehrenurkunde des Führers und Reichskanzlers. Die Bedeutung des Reichssportwettkampfes der HI. liegt darin, daß sowohl eine Grundschulung aller Jugendlichen als auch eine Forderung der Begabten gewährleistet wird. Seinen tieferen Sinn erhellt die Tatsache der zu Tage tretenden Leistungssteigerung und die weiteren Wettkämpfen erfolgende Auslese der besten Einzelsieger und Mannschaften, die für die Weltgeltung des deutschen Sportes maßgebend werden können. Es kämpfen auf den Bann- und Jungbannsportfesten die ermittelten Siegermannschaften der Gefolgschaften und Fähnlein um den ersten Platz innerhalb des Bannes und Jungbannes. Die besten Mannschaften der Banne und Jungbanne ringen dann auf dem Gebietssportfest um die Teilnahmeberechtigung an den Nationalsozialistischen Kampfspielen' in Nürnberg, an denen sich in diesem Jahre die HI. zum ersten Male in große Maße beteiligt. Hier findet der Reichsentscheid des Sportwettkampfes unter den 25 besten Gefolgschafts- und Fähnleinmannschaften statt. Die siegende Mannschaft wird vom Reichsjugendführer deut Führer vorgestellt. Gruppen- und Dolksschießen des Schühenvereins Gießen. Der Schützenoerein Gießen veranstaltet am kommenden Sonntag auf seinen Ständen ein Gruppen- und Volksschießen, das die Schützen unserer engen Heimat zahlreich vereinigen wird. Zu den Mannschaftsschießen im Kleinkaliber- und Wehrmannschießen sind viele Meldungen eingegangen. Nicht weniger als 40 Mannschaften werden zum Kampf um die Preise antreten. Für das Volksschießen sind über 30 Ehrenpreise vorhanden. In Verbindung mit dem Volks- und Gruppenschießen wird auch ein Städtewettkampf im Wehrmannschießen ausgetra- gen. Die Mannschaft, die unsere Stadt vertritt, setzt sich aus sechs Schützen des Schützenvereins und je zwei Schützen der Schützengesellschaft und des Post- Sportvereins zusammen. Der Städtewettkampf wird als ein Fernwettkampf bestritten, an dem sich viele deutsche Städte beteiligen. Für Zuschauer ist die Möglichkeit gegeben, die Kämpfe zu verfolgen. Handball-Blitzturnier in Gießen. Die Ortsgruppe Gießen des Reichsbundes für Leibesübungen, Fachamt Handball, führt am kommenden Sonntag auf dem Sportplatz der Universität ein Handball-Blitz-Turnier durch. Dieses erste Turnier wird für die Ortsgruppe eine ständige Einrichtung werden. Anschließend an das Gießener Hallen-Handball-Turnier wird jährlich das Fachamt Handball der Ortsgruppe Gießen mit einem Blitz- Turnier in Erscheinung treten. Teilnahmeberechtigt an diesen Turnieren sind nur die Vereine der Ortsgruppe; somit ist durch diese Veranstaltung für die Gießener Handballer in jedem Jahre eine Leistungsprüfung geschaffen. Gespielt wird in drei Gruppen. Der Sieger jeder Gruppe erhält einen schönen Wanderpreis. Aufstiegspiele zur Bezirkskiaffe. Niedergirmes — Offenbach. Skeindorf — Heuchelheim. Bei dem Vorspiel in Offenbach mußten die Nie- dergirmeser eine knappe Niederlage einstecken. Diesmal dürften die Offenbacher das Nachsehen haben. Die Heuchelheimer fahren nach Steindorf und haben keine Aussichten, das Spiel für sich zu entscheiden. Turn- und Sportgemeinde Rodheim o. d. Bieber. Rodheim I — Wommelshausen I 4:0. Die Gäste aus dem Hinterland erwiesen sich als eine kampfkräftige Mannschaft, die den Einheimischen eine gleichwertige Partie lieferten. Trotz der drückenden Hitze begann das Spiel mit beiderseitigen forschen Angriffen. Bei verteiltem Feldspiel konnte Rodheim kürz vor Halbzeit den Führungstreffer erzielen. Die zweite Halbzeit begann vielversprechend für die Gäste, denn sie konnten die Einheimischen zeitweise in die Verteidigung einschnüren. Jedoch war der Rodheimer Hüter allen Situationen gewachsen. Allmählich zeigte es sich, daß die Gäste sich verausgabt hatten und Rodheim konnte noch drei Tore erzielen, während den Gästen selbst das verdiente Ehrentor versagt blieb. Fünf Auto-Un on-LZagen beim Eifel-Bennen. Wie Mercedes-Benz setzt auch die Auto-Union am 13. Juni fünf Rennwagen im Eifelrennen ein. Der Vorjahrssieger Bernd Rosemeyer, der Zweite des Avusrennens Ernst von D e l i u s , Rudolf Hasse, Luigi F a g i o l i und H. P. M ü l- l e r werden die Fahrzeuge steuern. Das ist mit einer Ausnahme das gleiche Aufgebot wie in Tripolis, nur daß für den in Südamerika weilenden Hans Stuck der deutsche Motorradmeister Müller startet, der dabei zum erstenmal im Rennwagen sitzt, nachdem er im vergangenen Jahre noch mit der Halbliter-Maschine der Auto-Union-DKW. in der Eifel Sieger geworden war. Auch bei den Krafträdern ist Auto-Union-DKW. ausgezeichnet vertreten. In der 250er-Klasse erscheinen Walfried Winkler und Petruschke zum Kampf, Mansfeld, Bodmer und Herz starten in der Halbliterklasse und bei den Seitenwagen sind Braun (600 Kubikzentimeter) und der Vorjahrssieger Kahrmann sowie Schumann in der großen Klasse ver« treten. Kurze Sportnotizen. Bei der Mannheimer Regatta am 12. und 13. Juni werden in 29 Rennen 127 Boote mit 525 Ruderern aus 44 Vereinen am Start erscheinen. Durch die Teilnahme der Schweizer Mannschaften Graßhoppers, FC. und Aoiron Romand Zürich und des EN. du Rhin Straßburg erhält die Regatta internationale Bedeutung. Der Reichssportführer hat an Henner Henkel, den Tennissieger von Paris, ein Telegramm gerichtet und ihm Anerkennung und Gratulatton ausgesprochen. Ungarische Handballer werden demnächst Deutschland bereisen. Zunächst macht sich der Landesmeister UTE. Budapest auf den Weg, um in Breslau und Görlitz am 26. und 27. Juni Freundschaftsspiele auszutragen. Zuchthaus undSicherungöverwahrung für einen rückfälligen Betrüger. Lpd. F r a n k f u r t a. M., 3. Juni. Der 29jährige Gustav Dornberger hat schon häufig die Gerichte beschäftigt. Zuletzt verbüßte er eine dreijährige Freiheitsstrafe. Im Oktober kam er aus der Strafanstalt und mietete sich ein Zimmer. Als er die Miete zahlen sollte, tat er so, als habe er einen Zwanzigmarkschein und ließ sich von der Frau 11,30 Mark herausgeben. Er strich das Geld ein und behauptete, den Schein vergessen zu haben, er werde ihn holen. D. kam nicht wieder. Verschiedene Leute betrog er um Geldbeträge, für die er ihnen Fahrräder oder Radioapparate besorgen wollte. Ferner verlegte er sich aus Fahrrad- d i e b st ä h l e. Wegen Rückfallbetrugs in elf und Rückfalldiebstahls in sieben Fällen wurde V. von der Großen Strafkammer zu fünf Jahren Zuchthaus, 110 Mark Geldstrafe, zehn Jahren Ehrverlust und Sicherungsverwahrung verurteilt. i Paket 12 Pf. die neue vorzügliche BLEICH-SODA Unentbehrlich zum Einweichen aller Wäsche. Auch zum Scheuern von Metallen und sämtl. Holzsachen Hersteller: P. Jos. Möbs, Seifenfabriken, Gießen Olivenöl Ohrschmuck 348 3&M-KLEIDUNG llllllllllllllllllllllllllllll Einspaltige Kleinanzeigen werden zum er» mäßigten Grund, preis von 5 pf. fürdieMillimefer. reile veröffentlicht iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii hat viele Vorteile: Ausgesucht gute und schöne Stoffe - Zutaten, Paßform u. Schnitt sind vorbildlich - die Preise für diese Qualitätskleidung, wie immer, sehr niedrig. Bitte, vergleichen Sie selbst. Sakko-und Sport-Anzüge RM.35,42,48,55,65 u.höh. Mäntel aller Art. Leichte Sommerkleidung m reicher Ausw. apeten raoelenlMs Hennfliei Goetbeür.7 Hinter bei Hagebank) Ohrschmuck, Verzierung des Ohrläppchens bei Frauen mit Ringen, Perlen, Gehänge usw. Ohrschmuck muß sorgsam gewählt werden, da lange nicht jeder Schmuck jede Frau kleidet. Lange Ohrgehänge passen z. V. nur zu einem schmalen Gesicht. Bei Ohrringen, die festgeschraubt werden, ist immer darauf zu achten, ob die Verschraubung nicht ausgeleiert ist. Ohrschwindel: Schwindelanfälle, die durch eine Erkrankung des inneren Ohres entstehen, in dem sich das Organ für Eleichgewichts- empfindung befindet. Ohrwurm, braunes Insekt, das seinen Namen zu Unrecht trägt, denn es ist nicht seine Eigenart, in Ohren zu kriechen. Oljrwür- mer sind aber Schädlinge für Blüten, Früchte und Blumenkohl. Man fängt sie, indem man feuchte Lappen auslegt, in denen sie sich sammeln. Okarina, von ital. Eans, seines einem Eänserumpf ähnelndem Aussehens wegen so bezeichnetes Blasinstrument aus Ton, mit mehreren Löchern. Die Okarina ist ein leicht erlernbares Instrument. Okkultismus, lat., Eeheimlehre, die meist unwissenschaftliche Beschäftigung mit ungewiflen, vielfach bestrittenen seelischen Vorgängen. Oktober hat seinen Namen der „Achte" nach dem altrömischen Kalender, in dem er an achter Stelle stand. Der alte deutsche Brückner & Mund Herren- u. Knabenkleidung, Berufskleidung GIESSEN, SELTERSWEG 31 ■__3883 A Heugras-Versteigerung. Die für Donnerstag, den 3. Juni, angesetzte Heu- grasverfieigerung der fiskalischen Wiesen wurde nicht abgehalten und sindet am Samstag, dem 5. Juni, vormittags 9 Uhr, in der Wirtschaft des Georg Sommer 6. in Watzenborn statt. Es kommen zum Ausgebot das Heugras der Schäfer-, Unterwald- und Klosterwiese sowie 6 Lose des Grasgartengeländes am Foriihaus Baumgarten.,Zur Versteigerung sind auch Pächter fiskalischer Wiesen zugelassen. Gleichzeitig kommt noch Holz aus nicht eingelösten Abfuhrscheinen zur Versteigerung. Gießen, den 3. Juni 1937. 3871d Forstamt Schiffenberg. Nicolaus. Name ist Weinmonat oder Eilb- hart. Okulieren, Veredlungsmethode, die besonders bei Rosen angewendet wird. In einen I-förmigen Rindenschnitt der Wildpflanze wird das Edelauge, d. h. die Knospe mit einem Rindenschild eingeschoben und mit feuchtem Bastfaden luftdicht verbunden. Im Mai-Juni aufs treibende und August-September aufs schlafende Auge ausführen. Okzident, lat., der Westen und auch das Abendland, d. h. Europa. Olaf, männl. Vorname germ. Herkunft mit der Bedeutung „Kind Gottes". Oleander, Kübelpflanze, die nur im Sommer im Freien und dann in der Sonne stehen kann. 3m Winter hell und frostfrei stellen. O. wird aus Stecklingen heran- aezogen, die in Flaschen mit Wasser gesteckt, sich bewurzeln. Zum Blühen braucht O. Licht, Wärme und Feuchtigkeit. Oleum, lat., Bezeichnung für rauchende Schwefelsäure. Olga, weibl. Vorname, rusiische Form des germanischen Helga, die Hehre. Oliven, grüne, bittere Früchte des Ölbaumes, die gewöhnlich in Salzwasier eingelegt, gehandelt werden. Man verwendet sie nach Entfernung der Kerne zu pikanten Tunken und Vorspeisen, aber auch zu Cocktails. Olivenöl, aus Olivenfrüchten gepreßtes Dl, das als Speiseöl, zu s Einspaltige | werden zum ermäßigten |x. . . Grundpreis von 5 Pf. für die i Kleinanzeigen MiHlmeterzeile veröffentlicht! fahrbar „ 25.- 20.- 178. 100. Möbelhaus Koos Gießen. Schulstraße 6 25. 60.- 20. 20. 15. 15. Büfett, Dlahag.RM. 40. Trnmeanspiegel ,, 25. 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