Ur. 102 Erstes Blatt 181. Jahrgang Dienstag, 4. Mai 1957 Erichen^ täglich, außei Sonntage and Feiertags Beilagen Die 3Ilu|tttert» Gießener Familienblättei Heimat im Bild Die Scholl» Monalz.vezugrpretr: Mit 4 ‘Beilagen RM. 1.9b Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr .. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernfprechanfchlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach» richten: Anzeiger Sietzen Postscheckkonto: Zrankfuri am Main 11686 Metzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhefsen Druck und Verlag: vrühl'sche UutverfttSts-vuch' und Steindruckerei R. Lange in Gietzen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstratze 7 Annahme von Anzeigen für die Mtttagsnurnmer bls8‘/.Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rps.. für Text, anzeigen von 70mm Breite 50 Rps..Platzvorschrift nach vorh Dereinbg. 25",0 mehr. Ermäßigte Grundpreife: Stellen--, Vereins», gemein» nützige Anzeigen sowie ein» fpaltige Gelegenheitsanzei» gen 5 Rps, Familienanzei» gen, Bäder», Unterrichts» u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Ein entlarvtes Mrsenmanöver. Wer die Lebenserinnerungen des Gründers der „Time s", Walter, und die der besten Chefredakteure der „Times" kennt, weiß, welches Maß an Opfergeist, Hingabe an den Beruf und Charakterfestigkeit dazu gehörte, diesem Weltblatt den Ruf der Objektivität und eines abgewogenen Urteils zu verschaffen. Wie traurig für eine solche Tradition und für Englands Presse überhaupt, deren reprä- sentioes Schild diese Zeitung ein Jahrhundert lang war, sich jetzt auf Lügenmeldungen ertappe n zu laßen, die die Gewissenhaftigkeit und Ernsthaftigkeit dieser Zeitung mehr als in Frage stellen. Wir können uns auch nicht entsinnen, beim Reuter-Büro in der Nachkriegszeit ähnlich drastische Beispiele von frei erfundenen Meldungen gelesen zu haben wie die des famosen Reuter-Korrespondenten in Bilbao, der die tollsten Dinge aus dem Aermel schüttelt. Ja doch, wir hatten vor 18 Jahren einen Weltkrieg. Wir haben noch nicht vergessen, wessen die englische Presse, auch die seriöse, von Reuter ganz zu schweigen, damals fähig war. Wir wissen, daß Objektivität in dem Lande des Grundsatzes „Right or wrong, my country!" immer nur ein Schleier war, mit dem man seinen Nationalegoismus geschickt tarnte. Aber man tat doch wenigstens in der Nachkriegszeit wieder so, als ob man sich auf seine Zuverlässigkeit und seinen Moralstandpunkt etwas zugute hielte. Wir werden in Zukunft jedenfalls wissen, daß wir jederzeit selbst in der repräsentativsten englischen Zeitung so belogen werden können wie in irgendeinem Revolverblatt der Slums einer angelsächsischen Großstadt. Es herrschte in jenen Tagen, da der Korrespondent der „Times" und der des Reuter-Büros über so ausgezeichnete Ohren und Augen verfügten, ein für die Biskaya überaus typischer Nebel. Dicke Regenschauer peitschten tagelang die steilen Hänge des kantabrischen und baskischen Berglandes. Jeder Flugzeugangriff in einem solchen Wetter im Hochgebirge wäre glatter Irrsinn gewesen. Zu glauben, daß inmitten so dicken Nebels auch nur im entferntesten die Möglichkeit eines Bombenangriffs auf ein Kriegsschiff wie die „E s p a n a" bestanden hätte, kann nur ein Lächeln Hervorrufen. Aber diese Korrespondenten sahen ja noch viel mehr. Ihre scharfen Augen durchdrangen alle Nebelbänke und sahen gleich über hundert Flugzeuge, natürlich deutscher Herkunft, auf einmal. Die Heimatredaktion der „Times", ein Kollegium stolzer, verantwortungsbewußter Journalisten, druckte anstandslos diese freien Erfindungen ihres Korrespondenten ab. Warum? Nun, die große englische Rüstung s - an leihe droht ein Fiasko zu werden. Da muß dem Eifer des britischen Bürgers ein wenig nach- geholfen werden. Man führte darum auch in diesen Tagen in London in Gegenwart des Kriegsministers Duff Cooper und anderer bekannter Politiker und Minister einen Film „The Gap“ (Die Lücke) vor. Dieser Film schildert — wir berichteten schon darüber — sehr eindringlich Schreckensszenen beim Angriff feindlicher Flugzeugaeschwader auf London. Man sagt zwar in diesem Film nicht, woher diese Flieger kämen. Aber die „Times" schildert durch die Feder ihres „Augenzeugen" ja so anschaulich die restlose Zerstörung des spanischen Städtchens G u e r n i c a durch natürlich „deutsche Flieger". Die Schlüsse des englischen Publikums liegen dann nahe. Zeichnet Anleihe, das bedeuten alle diese Manöver der „Times" und des Reuter-Büros. Zeichnet schleunigst Anleihe! Ihr seht ja, wie die bösen Deutschen mit ihren Fliegerbomben das spanische Städtchen zerschmettern. Wenn wir euch auch ein paar Wochen vorher feierlich vom Regierungstisch her versichern ließen, daß die Schlachtschiffe gegen Angriffe aus der Luft ziemlich geschützt seien, so seht ihr doch, daß eine einzige Bombe genügt, um den Schlachtkreuzer „Espana" zu versenken. Zeichnet also Anleihe, um die britische Rüstung zu sichern! Hat jemand etwas dagegen, daß englische Zeitungen zur Zeichnung einer nationalen Anleihe aufrufen? Nein, dreimal nein! Die Engländer mögen rüsten, soweit es ihr Steuersäckel verträgt. Das ist ihre Sache. Aber als Mittel zum Zweck eine Greuel- hetze gegen eine Nation aufzuziehen, die durch den Abschluß des deutsch-englischen Flottenoertrages den bis jetzt einzigen unwiderlegbaren Beweis ihres Willens zur praktischen Rüstungsbegrenzung erbracht hat, das ist eine Infamie. Das ist schlimmer als die Lügenheuchelei der kleinen jüdischen Emigrantenblätter und all jener tausend Stänkerer in der Welt, die bezahlt oder verhetzt ihr Gift in die öffentliche Meinung hineinpumpen, um den Frieden zu gefährden. Denn hier handelt es sich um Blätter von Weltruf und um das amtliche englische Nachrichtenbüro! Die sofortige Nachprüfung der englischen Lügenberichte durch die französische Presse, die gewiß keiner Deutschfreundlichkeit beschuldigt werden kann, zeigt die Unwahrhaftigkeit der englischen Berichte. Wie lange aber, wird ein stolzes Bolk es noch dulden, von einigen verantwortungslosen Politikern derartig mißbraucht zu werden und sich derartig falsch unterrichten zu lassen. Dr. Vo. Die Action Fran? aise" schreibt die fol- genden "erfrischend deutlichen Worte: „Wir haben bereits gesagt, was von der mit großem Lärm weiten der angeblichen Bombardierung Guer» micas künstlich entfachten »Weltemporung zu Lenken ist. Alles war n i ch t s a l s B l u f , L u ge n d Heuchelei. Das Urteil der Journalisten, die Das in Trümmer liegende Guernica besichtigt haben, beweist dies unwiderleglich." Bolschewisten zündeten Guernica an. Französische Journalisten decken die Greuelhehe der „Times" aus. Sin „Augenzeugenbericht" der Times und seine Widerlegung. London, 3. Mai. (DNB.) Am 28. April brachte d i e „Times" unter den Ueberschriften „Die Tragödie von Guernica" — „Stadt durch Luftangriffe zerstört" — „Bericht eines Augenzeugen" — einen Bericht ihres Sonderberichterstatters aus Bilbao, in dem es u. a. hieß: Guernica, die älteste Stadt und das Zentrum der kulturellen Ueberlieferung des Baskenlandes, wurde gestern nachmittag durch einen von den Insurgenten (so bezeichnet „Times" die Kämpfer des nationalen Spaniens) ausgeführten Luftangriff vollständig zerstört. Das Bombardement dieser offenen, weit hinter der Front liegenden Stadt dauerte genau 31/« Stunden. Während dieser Zeit warf eine mächtige, drei deutsche Typen, nämlich Junkers- und Heinkel-Bombenflugzeuge sowie hein- kel-kampfflugzeuge umfassende Luftflotte über der Stadt unaufhörlich Bomben im Gewicht von je 1000 Pfund und darunter und fchähungsweise mehr als 3000 zweipfündige Aluminium-Brandgeschosse ab. Während dies geschah, stießen die über der Witte der Stadt kreisenden Kampfflugzeuge tief herab, um den Teil der Zivilbevölkerung, der im offenen Gelände Zuflucht gesucht hatte, m i t Maschinengewehrfeuer zu bestreichen. Der Montag war der übliche Markttag. Als der Markt voller Menschen war, läuteten die Kirchenglocken aus Anlaß sich nähernder Flugzeuge, und die Bevölkerung suchte in Kellern und Unterständen Schutz. Fünf Minuten später erscheint ein einzelnes deutsches Bombenflugzeug, kreist in geringer Höhe über der Stadt und warf dann sechs schwere, augenscheinlich auf die Eisenbahnstation gezielte Bomben ab. Nach weiteren fünf Minuten kam ein zweites Bombenflugzeug, das die gleiche Anzahl Bomben über der Stadtmitte abwarf. Etwa eine Viertelstunde später kamen drei Junkersflugzeuge an, um das Zerstörungswerk fortzusetzen Das Boiv- bardernent hörte erst mit Einbruch der Dunkelheit auf. Die ganze 7000 Einwohner und 3000 Flüchtlinge zählende Stadt wurde langsam und systematisch in Stücke zermalmt. In einer von der Casa de Juntas abwärts führenden Straße sah ich eine Stelle, an der eine 50 Köpfe starke, fast ausschließlich aus Frauen und Kindern bestehende Gruppe in einem Luftschutzraum unter einer Masse brennender Trümmer eingeschlossen gewesen sein soll. Viele Menschen wurden im offenen Gelände getötet, und die Gesamtzahl der Toten dürste sich auf Hunderte belaufen. Ein bejahrter Priester mit Namen Aronategui wurde durch eine Bombe getötet, als er im Begriff stand, Kinder aus einem brennenden Haus heraus in Sicherheit zu bringen. Die Taktik der Bombenflugzeuge, die diejenigen interessieren dürfte, die sich mit dem Studium der neuen Militärwissenschaften beschäftigen, war folgende: zuerst warfen kleine Gruppen von Flugzeugen über der ganzen Stadt schwere Bomben und Handgranaten ab, wobei ste ganz systematisch ein Gebiet nach dem anderen vornahmen. Dann kamen Kampfflugzeuge, die tief herabstiehen, um diejenigen, die voller Schrecken aus den Unterständen flohen, durch tausendpfündige Bomben, die ein Loch von acht Bieter Tiefe reißen, zu bewerfen und mit Maschinengewehren zu beschießen. Diele Menschen wurden auf der Flucht getötet. Der Zweck dies Vorgehens bestand augenscheinlich darin, die Bevölkerung zu zwingen, wieder unter» irdischen Schutz aufzusuchen, denn jetzt erscheinen sogar bis zu zwölf Bombenflugzeuge gleichzeitig und werfen schwere sowie Brandbomben ab. Die einzigen Gegenmaßnahmen, die die Basken treffen konnten, da sie keine genügende Anzahl von Flugzeugen besitzen, um den Luftflotten der Aufständischen entgegenzutteten, waren solche, die der Heroismus der baskischen Geistlichkeit einleitete. Sie segnete die auf den Knien liegende, aus Sozialisten, Anarchisten, Kommunisten sowie aus den bekenntnistreuen Gläubigen in den zusammenbrechenden Unterständen bestehende Volksmenge und betete für sie. A l s ich Guernica nach Mitternacht betrat, stürzten links und rechts die Häuser zusammen, und es war sogar für die Feuerwehrleute unmöglich, nach dem Zentrum der Stadt vorzudringen. Die Krankenhäuser Josefinas und das Santa-Clara-Nonnen- kloster waren glühende Aschenhaufen: alle Kirchen, mit Ausnahme der Santa-Maria-Kirche, waren vernichtet, und die wenigen noch stehenden Häuser waren zur Vernichtung verdammt. Als ich Guernica heute nachmittag aufs neue besuchte, stand der größte Teil der Stadt noch in Flammen, wahrend neue Feuer ausbrachen. In einem zerstörten Krankenhaus waren etwa dreißig Tote aufgebahrt. Hierzu stellt derSonderberichterstatter von Havas nach einer Besichtigung der Stadt fest: Die ausländischen Journalisten haben feststellen * w W r *%■>«* ,••<>? - Von bolschewistischer Seite waren Meldungen verbreitet worden, daß die an der Bilbao-Front gelegene kleine spanische Stadt Guernica durch Bombenflugzeuge der Nationalisten vor der Einnahme zerstört worden sei. Jetzt trafen die er st en Bilddokumente aus dieser Stadt ein. Jeder, der Gelegenheit hatte, die Wirkung von Fliegerbomben zu beobachten, erkennt, daß derartige Zerstörungen niemals durch Bomben, sondern durch systematische Sprengungen und angelegte Brände erzielt werden können. In diesem Zustand überließen die Bolschewisten den nationalen Truppen die Stadt. — (Scherl-Biloerdienst-M.) können, daß sämtliche Mauerreste keine Spuren von Bombensplittern tragen, daß dagegen aber die Fenster von Rauch und Feuer geschwärzt sind. Die Journalisten hätten überhaupt nirgends Bombeneinschläge feststellen können, wodurch bewiesen wird, daß das Feuer der Stadt nur auf Brandstiftung zurückge führt werden könne. Aus einer weiteren Feststellung der Journalisten ergebe sich die Tatsache, daß einige wenige Häuser, die aus Eisenbeton errichtet und nicht verbrannt waren, völlig mit Benzin und Petroleum begossen worden sind. Spuren der erwähnten Brennstoffe feien noch vorhanden. Bomben - Einschlagstrichler aber seien trotz der eingehendsten Untersuchungen durch die Journalisten in der Stabt nicht gefunden worden. Die in der Stadt gebliebenen Einwohner erklärten, daß die Bolschewi- ften ihr Zerfiorungswerk bereits am Montagabend begonnen hätten. Der Sonderberichterstatter des „Journal", Blaffot, der selbst in Durango und Guernica gewesen ist und die Ruinen eingehend untersucht hat, meldet, daß Guernica nicht durch Flugzeugbomben vernichtet wurde, sondern daß es die Bolschewisten gewesen seien, die „die Stadt mit eigener Hand angezündet haben". Don den rund 90 v. H. zerstörten Häusern von Guernica seien überhaupt nur drei oder vier Häuser, die Spuren von kugeln aufweisen. Der Berichterstatter, der aus seinen Kriegserfahrungen bei Arras genau die Wirkung von Flugzeugbomben kennt, hat keinen einzigen Bombentrichter entdecken können. Die „Neue Zürich er Zeitung" hatte — schon bevor die Ursache der Zerstörung Guernicas feststand — erklärt, daß es nicht leicht zu verstehen sei, warum England so plötzlich über die Zerstörung dieser Stadt einen Entrustungs - sturm tostaffe, während es über die viel größeren Opfer von Badajoz, Madrid und Barcelona sich nicht rührte. Die Ursache werde wohl die fein, daß der Masse der englischen Bevölkerung das Bewußsein der eigenen Gefährdung durch die Schilderung der Bombardierung einer „offenen Stadt" eingehämmert werden falle. Die Entrüstung darüber falle in der Bevölkerung einen starken Abwehrwillen wecken, der der Notwendigkeit der Aufrüstung sehr zustatten komme. Um die Räumung Vilbaos. Franco schlägt eine Sicherheitszone vor. Der Räumungsplan eine bolschewistische Kriegslist. London, 3. Mai. (DNB.) Von zuständiger englischer Seite wird der Eingang einer Note Oer spanischen Nationalregierung bestätigt, in der gegen die geplanten Maßnahmen für Den Abtransport der Zivilbevölkerung aus Bilbao Protest eingelegt wird. Die Note besagt u. a., es sei unzulässig, daß der für zahlreiche Verbrechen gegen das Völkerrecht verantwortliche bolschewistische Anführer der baskischen Provinz die ausländischen Mächte aufforderte, kollektive Maßnahmen gegen d i e Souveränität seines eigenen Landes zu ergreifen. Die Verbringung der Zivilbevölkerung nach ausländischen Staaten sei unnötig, da sie zwischen Bilbao und Santander Zuflucht nehmen könnte, und da ferner eine S i ch e r h e i t s z o n e geschaffen werden könne, wenn das Internationale Rote Kreuz dessen Nichtbenutzung für militärische Zwecke garantiere. General Franco wäre auch bereit, Frauen und Kinder und alte Leute ohne Unterschied der politischen Ansichten mit Ausnahme verbrecherischer Personen in nationalspanisches Gebiet einzulassen. Die nationalspanischen Behörden erklären ferner, daß der Räumungsplan eine Kriegslist der fowjetruffifchen Machthaber in Bilbao fei. Sie wollten sich der Zivilbevölkerung entledigen, um das nationale Eigentum in Bilbao und den anderen Städten zu zerstören. Eine Unterstützung dieses Planes würde der Mittäterschaft bei der zukünftigen Zerstörung von Bilbao gleichkommen. Schließlich wird erklärt, daß die Sicherheit des Hafens und der Zone, in der sich die ausländischen Konsulate befänden, angesichts der militärischen Operationen nicht garantiert werden könnte. England und Frankreich hallen an dem Räumunasplan fest. Paris, 4. Mai. (DNB. Funkspruch.) Die Blätter erklären, daß trotz der ablehnenden Stellungnahme des Generals Franco die englisch-französischen Absichten sich nicht ändern würden. Am Dienstag würden bereits 5 0 0 0 Frauen und Kinder aus Bilbao abbefördert und nach Frankreich und teilweise auch nach England gebracht werden. Zwei französische Schiffe würden zu den englischen Einheiten stoßen, um den Schutz der Zivilbevölkerung zu sichern. Wie es heiße, würden die Flüchtlingstransportschiffe m i t der Roten Kreuzflagge fahren. Das „Echo de Paris" behauptet, daß außer den englischen Handelsschiffen die im Hafen von Bilbao befindlichen Schiffe aller Nationen bei der Abbeförderung mitwirken würden, allerdings unter der Bedingung, daß kein Unterschied etwa aus politischen oder sonstigen Gründen zwischen den verschiedenen Teilen der nichtkämpfenden Bevölkerung gemacht werde. Das Blatt unterstreicht hierbei, daß die Befreiung der Geiseln zunächst noch nicht vorgesehen sei. Ein Vorschlag Isothermeres. patt mit Deutschland und Rückgabe der deutschen Kolonien in Afrika. London, 4. Mai. (DNB. Funkspruch.) Discount Rotherme re fordert in der „Daily Mail" einen englisch-deutschen Pakt unter Rückgabe von Kolonien an Deutschland. Adolf Hitler habe ihm verschiedentlich seine Bereitschaft erklärt, England auf halbem Wege entgegenzukommen. Ein einflußreicher Teil der politischen Meinung Englands begünstige engere deutsch-englische Beziehungen. Die Schwierigkeiten seien auch nicht grundsätzlich. Die hervorragendste sei die der früheren deutschen Kolonien, die jetzt Mandate Englands oder der Dominions seien. Deutsch-Südwestafrika würde man zwar aus jeder Uebereinkunft ausschließen müssen, denn es sei praktisch bereits mit der Südafrikanischen Union verbunden (!), und England könne nicht darüber verfügen. Aber England, Frankreich und Belgien hätten alle an der Verteilung früherer deutscher Kolonien in Mandats- sorm teilgenommen und Stücke des früheren Deutsch-Ostafrika seien an Portugal gegangen. Diese Länder seien sämtlich reich an Kolonien. Es würde sie w e n i g k o st e n, sich in einer neuen und zufriedenstellenden Zuteilung afrikanischen Besitzes an Deutschland zu vereinigen, das nicht notwendigerweise mit den früheren Grenzen deutscher Kolonien übereinzustimmen | brauche. Es wäre Torheit den Frieden Europas weiter dadurch in Gefahr zu bringen, daß man hartnäckig ein Opfer ablehne, das im Vergleich mit den Wohltaten, die es bringen würde, doch so unbedeutend sei. Die Behauptung, daß die Wiederherstellung deut- scher Herrschaft in Ostafrika eine wichtige Ader britischer Em pire-Verbindung zerreißen würde, sei ein leeres Argument. Das sei tatsächlich schon geschehen, und zwar freiwillig, durch die Anerkennung Aegyptens als unabhängiger Staat. Derartige koloniale Zugeständnisse an Deutschland, wie er sie Vorschläge, würden nichts weiter sein, als eine Versicherungsprämie gegen das Risiko eines neuen großen Krie- g e s. Wenn man eigensinnig an den deutschen Kolo- nien festhalte, die niemals britische Kolonien geworden seien, und nur einen verhältnismäßig geringen Wert für England hätten, die aber die Deutschen für sehr wertvoll hielten, dann halte England in Deutschland ein Gefühl des Unrechtes am Leben, das sich eines Tages sicher in aktive Feindschaft verwandeln würde. Für die Beseitiavng eines solchen Risikos sei aber die Rückgabe einiger weniger 100 000 Quadratmeilen afrika- nischen Gebietes nur ein geringer Preis. Oer wahre Charakter Güdwestafrikas. Segen merkwürdige Auffassungen General Hertzogs von den Mandatspflichten der llnionsregierung. London, 3. Mai. (DNB.) General H e r tz o g, der Premierminister der Südafrikanischen Union, der sich aus dem Wege nach England -ur Teilnahme an der Krönungsfeierlichkeit befindet, gab einem Reutervertreter in Madeira eine Erklärung über die Haltung der Union gegenüber dem Deutschtum in Südwest ab. Hertzog gab dabei seiner Hoffnung Ausdruck, daß Deutschland mitarbeiten werde, um das Problem von Südwestafrika zu lösen, und daß mit Hilfe dieser Mitarbeit das Mandat von Südwest schließlich erlöschen und Südwe st afrika ein Teil der Union werde. In Südafrika betrachte man Südwest als einen natürlichen Teil der Union. Was die Zukunft aber auch bringen möge, so beabsichtige die Unions- regierung gegenwärtig noch nicht, das Mandat zu löschen. Sie werde vielmehr ihre Verwaltungsaufgabe bis zum letzten durchführen. Don der Haltung dem Deutschtum gegenüber behauptete Hertzog, daß die Union diesem immer eine freundschaftliche Sympathie entgegengebracht habe, wie das z. B. in der wichtigen Sprachenfrage zutage getreten sei. Die deutsche Sprache sei gleich- berechtigt neben der englischen und „afrikanischen" und würde auch weiter dieses Recht genießen. Die Erklärung des Premierministers der Südafrikanischen Union löst in Deutschland kaum mehr Ueberraschung aus. Den Wunsch nach einer Mit- arbeit Deutschlands zur Lösung des Problems von Suüwestafrika hat schon die llnionsregierung zum Ausdruck gebracht. Trotz bester Aussichten auf eine Einigung zwischen der Administration und der Fäh- rung des Deutschen Bundes, hat sich der Admi- Nlstrator von Südwest, Conradie, berufen gefühlt, bereits 48 Stunden später den Deutschen Bund a l s politischen Verband zu erklären, um damit den Austritt aller nicht naturalisierten Reichsan gehörigen aus dem Bund zu erzwingen, indem sich in Zukunft nur noch solche Deutsche zusammenschließen können, die durch Einbürgerung zugleich britische Untertanen geworden sind. Eine Maßnahme, die nicht nur nicht geeignet ist, das freundschaftliche Zusammenleben der verschiedenen Teile der weißen Bevölkerung zu fördern, sondern einen traurigen Beweis darstellt, wie restlos die Aufgaben verkannt werden, vor die sich das Deutschtum im Mandatgebiet gestellt sieht. Es muß General Hertzog überlassen bleiben, wie er jene Mißbräuche des Mandatgedankens mit der freundschaftlichen Sympathie vereinbaren will, die er soeben erneut dem Deutschtum in Südwest ver- Katholische Geistliche und Ordensangehörige wegen Gittlichkeitsverbrechen vor dem Richter. Lhaos in Sowsettatalom'en. Drastische Schilderungen eines englischen Korrespondenten. London, 4. Mai. (DNB. Funkspruch.) Nach Darstellung eines Sonderberichterstatters des „Daily Telegraph^ herrscht in dem bolschewistischen Katalonien jetzt ein völliges Chaos. Die inneren Kämpfe der miteinander rivalisierenden bolschewistischen Gruppen haben ein solches Ausmaß angenommen, daß ein Oberbolschewist zu den Valencia- Bolschewisten geschickt worden ist, um dort um Truppenverstärkung zu bitten, mit deren Hilfe die Anarchisten zu Boden geschla- gen werden sollen. — Als Beispiel für die Unsicherheit im bolschewistischen Katalonien führt der englische Gewährsmann das Schicksal eines marxistischen Gewerkschaftssekretärs an, dessen Kraftwagen von Anarchisten angehalten worden sei, die den Sekretär nach dem Ausweis fragten. Als dieser darauf seinen Gewerkschaftsausweis vorgezeigt habe, fei er sofort erschossen worden. Aus Rache für diesen Mord hätten die Gewerkschaftler einen Anarchisten erschossen. Das wiederum scheine der Auftakt zu einer allgemeinen Revolte der Anarchisten gegen die bolschewistischen Machthaber in Barcelona gewesen zu sein. Die finanzielle Lage Kataloniens, so heißt es in dem Bericht weiter, sei trostlos. Jede Stadt gebe ihr eigenes Geld aus. Das von den Machthabern in Barcelona geprägte neue Geld habe niemand annehmen wollen, so daß die Bolschewisten sich entschlossen hätten, die Prägung wieder einzustellen, und das alte Geld weiter in Umlauf zu lassen. Zum Schluß schildert der Berichterstatter des „Daily Telegraph", daß die Bolschewisten das ganze Land mit Sowjets überzogen hätten, mit deren Hilfe sie einen ungeheuren Terror ausübten. Straßenkämpfe zwischen den Bolschewisten in Bilbao. Paris, 4. Mai. (DNB. Funkspruch.) lieber die derzeitigen Zustände in Bilbao schreibt der Sonderberichterstatter des „Jour", daß es zwischen den kommunistischen und separatistischen Milizen zu heftigen Straßenkämpfen gekommen sei. Der Bolschewistenhäuptling Aguirre, der sich in der Oeffent- lichkeit nicht mehr zeigen könne, habe Hilferufe nach Madrid und Barcelona gesandt. Fast 3 0 0 Flüchtlinge hätten Bilbao überflutet, so daß in der Nahrungsmittel-Versorgung und in der Beherbergung noch größere Schwierigkeiten eingetreten seien. DerReichsaußeummisterinRom. Rom, 3. Mai. (DNB.) Reichsaußenminister Freiherr von Neurath ist am Montagvor- mittag in der italienischen Hauptstadt eingetroffen. Zu seinem Empfang waren Außenminister Graf Ciano und Propagandaminister Alfieri, Par- teisekrtetär Starace, der Gouverneur und der Präfekt von Rom sowie Botschafter von Hassell und Landesgruppenleiter Ettel erschienen. Der Reichsaußenminister hat am Montagnachmittag in Begleitung von Botschafter von Hassell und des Wehrmachtsattaches im Pantheon an den Grübern der beiden ersten Könige von Italien, Viktor Emanuel II. und Hubertus I., mit Hakenkreuzschleifen geschmückte Lorbeerkränze niedergelegt. Alsdann begab er sich zu dem Siegesdenkmal Vittoriano und anschließend aufs Capitol, um am Grabe des Unbekann- tenSoldaten und am Ehrenmal der. für die faschistische Revolution Gefallenen ebenfalls Kränze, geschmückt mit Hakenkreuzschleifen, niederzulegen. Die erste Unterredung zwischen Freiherrn von Neurath und Mussolini dauerte IV* Stunden. Das Gespräch, dem auch der italienische Außenminister beiwohnte, nahm einen sehr herzlichen Verlauf. Zur Reise Neuraths erklärte „Giornale d'Jtalia", der deutsche Außenminister werde selbstverständlich mit Graf- Ciano die in Berlin begonnene Unterredung sortsetzen. Trotz der gegenteiligen Redensarten seien sich England und Frankreich der Ohnmacht des Völkerbundes bewußt und bemühten sich, einen neuen We st Pakt zustande zu bringen. Aber Belgien habe sich bereits durch seine Neutralitätspolitik von jedem Sy st em der Kol- lektivlei st ungen losgesagt. Dadurch habe es das Westpaktproblem vereinfacht und zugleich in seine wahren Grenzen, d. h. auf die Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich am Rhein, zurückgeführt. Auch in der spanischen Frage stellt „Giornale d'Jtalia" grundsätzliche Uebereinstimmung der deutschen und italienischen Auffassung fest. Weder Deutschland noch Italien suchten in Spanien territoriale oder politische Gewinne, aber sie wollten, daß Spanien vor einer durch das Ausland aufgezwungenen kommunistischen Revolution bewahrt bleibe, die das Ende der spanischen Kultur und eine 'Gefahr für die gesamte europäische Kultur darstellen würden. Durch das Versagen der internationalen Kontrolle und weitere einseitige Begünstigung durch fremde Hilfe arte der spanische Bürgerkrieg, mehr und mehr aus. Die Politik der Regierungen von Rom und Berlin richte sich nach dem Grundsatz, daß i m D o - naudecken nichts ohne Deutschland und Italien getan, versucht oder geduldet werden könne, geschweige denn gegen Italien und Deutschland. Der Versuch, O e st e r r e i ch in ein neues gegen Deutschland und vielleicht auch gegen Italien gerichtetes politisches System einzubeziehen, könne als gescheitert gelten. Zweifellos werde eine U1 cn ,e f c Befriedung in Oesterreich auch zur Befriedung zwischen Deutschland und Oesterreich beitragen. Die Achse Rom—Berlin fei ein Treffpunkt für eine aktive Zusammenarbeit auf dem Boden der gleichartigen Interessen der beiden großen Nationen. Sie wollten aber zugleich auch Änzie- hungskraft und Bindeglied für jene europäische Länder werden, die imstande sind, den neuen G e i st zu verstehen und verantwortungsbewußt an der Verteidigung der höchsten gemeinsamen Kulturgüter Europas mitzuwirken. Traurige Finanzlage der Stadt Paris. Die Vierzig-Stundenwoche bedingt Steuer- und Tariferhöhungen. Paris, 4. Mai. (DNB. Funkspruch.) Die Pariser Stadträte und der Generalrat des Seine-Departements befaßten sich mit dringenden Fragen, wie Einführung der Vierzig-Stundenwoche, Haushaltsplan von Groß-Paris, Erhöhung der Verkehrstarife für Untergrundbahn und Autobus ufw. Bamberg, 29. April. (DNB.) Die Große Strafkammer verurteilte den 58jährigen katholischen Geistlichen Albert Henny, der seit 1926 als Cu- ratus in Burgpreppach tätig gewesen ist, wegen dreier fortgesetzter Verbrechen der Unzucht mit Pflegebefohlenen in Tateinheit mit drei fortgesetzten Verbrechen der Unzucht Mit Kindern sowie wegen eines Verbrechens gegen das Gesetz über die Devisenbewirtschaftung zu Gefängnis von zwei Jahren, ferner zu tausend Reichsmark Geldstrafe. Der Angeklagte hat 1935 drei minderjährige Mädchen, die seiner Pflegepflicht unterstanden, nach der Abnahme der Beichte in der Sakristei der Kirche in Burgpreppach in widerlicher Weise unzüchtig berührt. Als seine Tat ruchbar wurde, hatte er zunächst eine der Geschädigten, eine Doppelwaise, die sich in einem Schwesternheim zur Erziehung befand, zu veranlassen versucht, keine Aussagen über die Tat zu machen. Als seine Bemühungen erfolglos waren, floh er April 1936 nach der Tschechoslowakei und von dort aus nach Rumänien. Er kehrte darauf nach Prag zurück, um nach der Schweiz oder nach Italien zu entkommen, wurde jedoch in Salzburg festgenommen und nach Deutschland aus- geliefert. Der Angeklagte versuchte sein Verhalten mit der Behauptung zu rechtfertigen, daß er wegen verschiedener Unfälle und erheblicher körperlicher Indisposition nicht im Vollbesitz seiner geistigen Zurechnungsfähigkeit gewesen sei. Weinend erzählte er, „daß bei seinen Straftaten der böse Gei st über ihn trurnphiert haben müsse". Der sachverständige Landtzerichtsarzt erkannte ihm auf Grund einer fortschreitenden Arteriosklerose, seines gesteigerten erotischen Gefühls und der Unfälle verminderte Zurechnungsfähigkeit nach § 51, 2 zu. Der Staatsanwalt erklärte, bei dem Zustand, den der Geistliche heute biete, müsse man ich wundern, daß er nicht schon längst aus einem Beruf herausgenommen worden ei. Koblenz, 3. Mai. (DNB.) Dor dem Koblenzer Schwurgericht stand der Ordensbruder G u n d r a m aus der Klosterniederlassung Waldbreitbach der Franziskaner-Genossenschaft wegen vorsätzlicher Körperverletzung mit Todeserfolg. Gundram hatte im März v. I. einen kranken und völlig hilflosen 1 8 jähri - gen Fürsorgezögling in Waldbreitbach in der rohesten und unmenschlichsten Weise mißhandelt und dadurch den Tod dieses Bedauernswerten verursacht. Der Angeklagte will lediglich dem Zögling Albert Stoll, einem vollkommen hilflosen Krüppel, einige sehr kräftige Ohrfeigen (!) gegeben haben. Er muß allerdings zugeben, daß Stoll schon danach zu röcheln begann. Die anderen schweren Verletzungen, die bei der Obduktion der Leiche des Zöglings festgestellt wurden, versucht der Angeklagte damit zu erklären, daß er, als er Stoll zur Badewanne trug, ausgerutscht und der Zögling dabei mit großer Gewalt in die Badewanne gefallen sei. Er habe dann den heftig röchelnden Stoll zu Bett gebracht. Dann sei er selbst zur Ruhe gegangen und habe am folgenden Morgen gehört, daß Stoll tot war: eine Erklärung, die ein Maß von Gleichgültigkeit bewies, das für einen Krankenpfleger immerhin erstaunlich ist. In der Beweisaufnahme wurde festgestellt, daß der angeklagte Bruder Gundram ein charakterlich völlig minderwertiger Mensch ist, der etwa 20 jugendliche Schwerkranke zu versorgen hatte. Ein Franziskanerbruder, der die Nachtwache hatte, erklärte als Zeuge, daß er während der Nacht einen der Kranken jämmerlich wimmern gehört habe. Er habe festgestellt, daß der Kranke aus dem Munde blutete. In diesem Augenblick sei aber ein anderer Kranker sehr unruhig geworden, zu dem er hin- gegangen sei. Als er nach wenigen Minuten wieder zu Stoll zurückgekehrt sei, habe er gesehen, daß dieser bereits tot mar. Die medizinischen Sachverständigen haben bei der Leichenöffnung des zu Tode gequälten Zöglings festgestellt, daß schwere innere Verletzungen die Todesursache gewesen sind. Diese Verletzungen könnten nur durch außerordentlich heftige und andauernde Schläge hervorgerufen worden sein. Die Aussagen des Angeklagten werden durch den anatomischen Befund eindeutig widerlegt, da der Zögling einzig und allein an den Folgen einer sehr rohen und brutalen Behandlung gestorben ist. Das Gericht verurteilte den Angeklagten wegen vorsätzlicher Körperverletzung mit Todeserfolg zu einer Zuchthaus st rase von vier Jahren und fünf Jahren Ehrverlust. Das Gericht betonte, daß es wenige Fälle gebe, in denen eine derartige Scheußlichkeit abzuurteilen fei. Ein armer kranker Jvnge von 18 Jahren fei durch die Mißhandlung des Angeklagten gestorben, die eindeutig als Todesursache festgestellt wurde. Diese Tat sei einer Ge- fühlslosigkeit entsprungen, die kaum noch verstanden werden könne. Bonn, 3. Mai. (DNB.) Dor der Großen Strafkammer hatten sich acht Klosterbrüder der Alexianer Niederlassung in Neuß-Endenich wegen Verbrechens gegen § 175 des Strafgesetzbuches zu verantworten. Bruder Ivo gesteht eine „Liebesnacht" mit dem Bruder ßiberius, in der Nacht nach der Feier des Festes Maria Empfängnis in der St. Josef-Heilanstalt zu Berlin-Weißensee. Bruder Li- berius muß sich auch eines gleichen Verbrechens mit dem Bruder Germanus schuldig bekennen, der eine leitende Stelle in der Neußer Niederlassung hatte. Bruder Wenzeslaus will ein Opfer jenes Amatus fein, der im ersten Alexianer-Prozeß schon als einer der schlimmsten Sittlichkeitsverbrecher entlarvt wurde. Aehnlich scheußliche Dinge gibt Bruder Dorotheus an. Der ehemalige Bruder Johannes, der bereits vor einiger Zeit aus dem Kloster aus- geschieden ist, wird aus der Strafhast vorgeführt, da er in Hagen wegen Unzucht mit Männern, die er nach seinem Klosterleben beging, bestraft wurde. Er wird fick wegen ähnlicher Verbrechen im Alexia- ner-Mutteryaus in Köln-Lindenthal noch zu verantworten haben. Er erklärt, daß er vor dem Eintritt ins Kloster von solchen Dingen nichts gewußt habe (!). Erst im Kloster sei er mit ihnen vertraut geworden. Das Gericht entschied, daß mehrere Fälle verjährt seien, andere wieder unter die Amnestie fielen. Es ergaben sich daher für zwei Angeklagte Freisprüche, zwei erhielten je zehn Monate Gefängnis, Wenzeslaus ein Jahr, drei weitere sieben Monate, 18 Monate und 16 Monate Gefängnis. Zur Flucht insAuslaud verholfen. Koblenz, 3. Mai. (DNB.) Dor der Großen Strafkammer in Koblenz standen der Sekretär der rheinischen Franziskanerprovinz Carl Herge (Pater Gregor), der Geschäftsführer Hellmut Jordan und der Lektor der katholischen Theologie Friedrich R i ck i n g (Pater Ephraim), die des Sittlichkeitsverbrechens beschuldigte Franziskanerpriester begünstigt und ihnen zur Flucht ins Ausland verholfen haben, um sie der Strafverfolgung zu entziehen. Jordan erhielt von Pater Gregor den Auftrag, mit einem Auto in die Heil- und Pflegeanstalt Saffig zu fahren. Von dort sollte er den Pater Gracian, der ein ziemlich bewegtes und verbrecherisches Leben hinter sich hatte, im Auto über d i e Grenze nach Holland bringen. Jordan führte den Auftrag aus. Der Vorsitzende stellt fest, daß Pater Gracian in Werl und anderen Orten minderjährige Kinder, die sich auf einer Wallfahrt befanden, an sich gelockt und in der gemeinsten Art verführt hat. Als fein Treiben zu auffällig wurde, wollten feine Oberen alles vertuschen, indem sie ihn in ein Kirchenhaus steckten, aus dem er in einem Jahr bezeichnenderweise wieder in das Kloster zurückkehrte. Als er auch dann feine Schweinereien weiter fortfetzte, ordnete der Provinzial feine Unterbringung in die Heil- und Pflegeanstalt in Saffig an. Der leitende Arzt dieser Anstalt erklärte als Zeuge, daß Pater Gracian eines Tages die Anstalt verlassen habe. Kurz darauf sei telephonisch von Andernach angerufen worden, daß sich dort ein Pater in der Kutte in ärgerniserregender Weise herumtreibe. Die Anstaltsleitung habe den Pater sofort zurückholen lassen und ihm jeden weiteren Ausgang untersagt, bis er dann plötzlich mit einem fremden Herrn im Auto weggefahren und nicht mehr wiedergekehrt sei. Zu derselben Zeit, als der Angeklagte Jordan den Pater Gracian über die Grenze gebracht hatte, hat er auch dem Franziskanerpater Odilo zur Flucht ins Ausland verhalfen, der wegen Sittlichkeitsoerbrechen mit Gefängnis bestraft worden war. Diese Strafe galt durch die Untersuchungshaft als verbüßt. Der Staatsanwalt hatte jedoch Revision eingelegt. Pater Odilo war von seinem Orden provisorisch in der Heil- und Pflegeanstalt Enzen untergebracht. Jordan fuhr mit einem Auto nach Enzen, besorgte dem Pater Odilo ein Visum nach Holland und fuhr dann mit ihm nach Aachen, von wo aus der Pater d i e Grenze Überschritt. Der Staatsanwalt betonte in seinem Plädoyer, daß den Ordensangehörigen jedes Mittel recht fei, wenn es darauf ankomme, die Schuldigen zu schützen. Man habe Methoden angewandt, die sehr stark an ein Ganoventum erinnerten. Frauen sogenannter „besserer Kreise" hätten sich yicht gescheut, dem schuldigen Priester bei der Flucht Hilfe zu leisten und in einem nachfolgenden Verfahren einen Meineid zu schwören. Das Gericht verurteilte wegen erwiesener Begünstigung von Ordensbrüdern zur Flucht ins Ausland, Pater Gregor zu einem Aahr Gefängnis, Hellmut Jordan zu sechs Monaten Gefängnis und Pater Ephraim zu drei Monaten Gefängnis. Wie der „Petit Parifien" feststellt, beträgt der Pariser Haushaltsunterschuß 1,2 Milliarden Franken. Ein Einführung der Vierzig-Stundenwoche würde nun für das Jähr 1937 eine weitere Z u- nahme der Ausgaben um rund 125 Millionen und für das Jahr 1938 um rund 175 Millionen Franken zur Folge haben. Aus diesen Gründen soll zunächst für die Einwohner von Paris eine Steuererhöhung vorgesehen fein, außerdem kommt eine Erhöhung d e r Verkehrtarife um rund 30 bis 50 v. H. in Frage. Kleine politische Nachrichten. Der Führer und Reichskanzler bittet alle, die im Reich und außerhalb der Grenzen Deutschlands aus Anlaß des Nationalen Feiertages des deutschen Volkes ihn mit Glückwünschen und sonstigen Bekundungen ihrer Treue und Anhänglichkeit erfreut haben, feinen herzlichen Dank auf diesem Wege entgegenzunehmen. * Zum nationalen Feiertag des deutschen Volkes haben dem Führer und Reichskanzler nachstehende Staatsoberhäupter telegraphische Glückwünsche übermittelt: der österreichische Bundespräsident, der Kaiser von Japan, die Könige von Bulgarien und Griechenland, der Reichsverwe- ser des Königreichs Ungarn, der polnische und der türkische Staatspräsident, der Prinzregent von Jugoslawien, der Chef des spanischen Staates General Franco, der König, und der Regentschaftsrat von Aegypten, die Könige von Afghanistan, Albanien und Irak, der Schah von Iran, ebenso die Präsidenten von Argentinien, Cuba, Dominika, El Salvador, Guatemala und Mexiko. Der Reichskanzler hat die Glückwünsche mit Danktelegramm beantwortet. * Der Führer und Reichskanzler hat dem österreichischen Bundespräsidenten zum österreichischen Staatsfeiertag am 1. Mai auf telegraphischem Wege Glückwünsche übersandt. ♦ Der Führer und Reichskanzler hat dem Chef der spanischen Nationalregierung, General Franco, anläßlich des spanischen Nationaltages herzliche Glückwünsche übermittelt. Der Führer und Reichskanzler hat dem Präsident en der Republik Polen aufrichtige Glückwünsche anläßlich des polnischen Konstitutionsfestes übermittelt. * ..Der Führer und Reichskanzler empfing Die auf ihrem Deutschlandbesuch zur Zeit in Ber- lin weilende Delegation italienischer ieI Annerod, 3. Mai. Am gestrigen Sonntag wurde hier die Kleinkinderschule feierlich ein- geweiht und ihrer Bestimmung übergeben. Zahlreiche Volksgenossen, insbesondere Mütter mit ihren Kindern, wohnten der Feier bei. Gesangsvorträge und Reigenaufführungen verschönten die Feierstunde. gfs. Allendorf a. d. Lda., 3. Mai. Am Nationalen Feiertag des deutschen Volkes hatte die Frauenschaft ihre Alten, über 70jährigen, dazu die Kriegerwitwen und die' Eltern Kriegsgefallener eingeladen. Nach kurzer Begrüßung sprach der Ortsgeistliche Pfarrer Andres über den Segen und den Wert der Arbeit. Die Pimpfe und Jungmädel der Oberklasse führten dann ein Spiel auf „Unser Weg", dem alle Besucher mit großer Aufmerksamkeit folgten. Nach gemeinsamer Kaffeepause traten die Jungmädel mit Volkstänzen an; Gedichte und Lieder folgten in bunter Reihe. Zuletzt sprach Schulungsleiter Strack zu den Alten. Der Inhalt seiner Ausführungen war die Frage: Was habt ihr Alten alles dem Führer zu verdanken? Ein 84jähriger dankte der Frauenschaft für die schöne Feier. Das Deutschlandlied beschloß den festlichen Nachmittag. gfs. Kesselbach, 3. Mai. Die Frauenschaft und das Frauenwerk haben gemeinsam einen ansehnlichen Betrag als Spende für die Ehrenliste zum „Dankopfer der Nation" gezeichnet. Es konnten wieder neue Mitglieder für das Deutsche Frauenwerk gewonnen werden. Die Beteiligung an den Pflicht- und Heimabenden ist sehr rege, und es herrscht eine frohe Kameradschaft unter den Frauen. Gegenwärtig wind für die Veranstaltung zum Muttertüg gerüstet. T Watzenborn-Steinberg, 3. Mai. In unserer Kirchengemeinde trifft man eifrig Vorbereitungen für das diesjährige Kirchengefang- v e r e i n s f e st der evangelischen Kirchenchöre des Dekanats Gießen, das am nächsten Sonntag, 9. Mai, hier gefeiert wird. Festgottesdienst und Nachfeier werden in der neuen Volkshalle abgehalten. Sämtliche auswärtige Festteilnehmer sind Gäste der hiesigen Gemeindeglieder. cxD ©b er ft ab t, 3. Mai. Der hiesige Turn- verein „Gut Heil" hielt im Gasthaus „Zum Schwanen" einen D i e t a b e n d ab, bei dem nach den Grußworten des Vereinsführers Koch der Ver- einsdietwart Weisel über das Thema des Abends sprach. Der Redner behandelte eine Reihe bedeutsamer aktueller Fragen der Staats- und Dolksfüh- rung. Die Versammlung beschloß dann noch eine Mai-Waldwanderung sowie einen Autobusausflug zum Flughafen Rhein-Main. Hierauf wurde die Versammlung in üblicher Weise geschlossen. ch L i ch , 3. Mai. Zollsekretär G i e s e l e r von hier wurde nach Mainz versetzt und verabschiedete sich in Liesen Tagen vom Verkehrs - und Verschönerungsverein Lich, in dem er das Amt des Kassenwalters seit Jahren inne hatte. Der Vereinsführer, Lehrer H i l d, richtete an den Scheidenden herzliche Dankes- und Abschiedsworte und überreichte ihm als äußeres Zeichen der Dankbarkeit für seine Verdienste um den Verein und die Stadt Lich ein Bild aus unserer Stadt. Herr Giese l e r, der sich auch auf dem Gebiete des zivilen Luftschutzes um unser Heimatgebiet große Verdienste erworben hat und der auch im Zweigverein Lich des DHC. als eifriger Heimatfreund tätig war, dankte herzlich für die Ehrung. Kreis Büdingen. 0 Nidda, 3. Mai. Gestern gaben sich bie" Fünfzigjährigen des fünf Gemeinden umfassenden Kirchspiels Nidda hier ein Stelldichein. Vom historischen Marktplatz aus zogen sie geschlossen zur altehrwürdigen Stadtkirche, in der Pfarrer Scriba in der Festpredigt eine zu Herzen gehende Ansprache hielt. Nach dem Gottesdienst machte man einen Gang an die Grabstätten von Kameraden und einstigen Lehrern, sowie einen Rundgang durch das Heimatstädtchen, woran fid) ein gemeinsames Mittagsmahl in der „Alten Post^ anschloß. Die offizielle Feier mit Angehörigen und geladenen Gästen wurde durch Ansprachen, Musik- und anderen Unterhaltungsvorträgen unter Austausch von heiteren Erlebnissen aus der Jugendzeit lange ausgedehnt. Don den ursprünglich 24 Knaben und 22 Mädchen des Geburtsjahres 1887 waren 33 erschienen, 7 waren an der Teilnahme gehindert, 6 ruhen bereits in kühler Erde. ch Nidda, 3. Mai. Gestern ereignete sich hier ein M o t o r r a d u n f a l l, der einen schlimmen Ausgang haben konnte. Ein Motorradler aus Ortenberg konnte, vom Karlshof herkommend, auf der Ramstädter Straße die Rechtskurve kurz vor der Abzweigung der Wallernhäuser Straße nicht nehmen, fuhr über die linke Seite der Fahrbahn zum Straßengraben hinunter und, nachdem sich die Maschine einigemal überschlagen hatte, in den dicken Morast der Wiese. Dem Fahrer halfen Spaziergänger, die verschlammte und stark beschädigte Maschine aufs Trockene zu bringen. Der Fahrer kam glücklicherweise mit heiler Haut davon. Ein weiiererprozeß gegenBibelforscher LPD. Frankfurt a. M., 3. Mai. Dor dem Sondergericht begann Montaa der dritte größere Prozeß gegen Bibelforscher. Diesmal handelte es sich um zehn Angeklagte, darunter sechs Frauen, aus Frankfurt, die beschuldigt sind, bis zum Herbst 1936 hier und in anderen Orten des Inlands und Auslands die Bibelforschertätigkeit fortgesetzt zu haben. Das soll zum Teil in Pri- vatwohnungen, zum Teil in einem Wochenendhaus in Dietzenbach geschehen sein. * 2 9. Zuteilung der Bausparkasse Mainz AG. Die Bausparkasse Mainz teilte in der zweiten diesjährigen Zuteilung vom 29. April weitere 104 Verträge mit 1037 500 Mark zu. Damit gelangen in diesem Jahre bereits 224 Bausparverträge mit 2 469 500 Mark zur Zuteilung. Die Ge- samtbereitstellungen dieser Bausparkasse belaufen sich in der Zeit ihres 6V2jährigen Bestehens auf 24 Millionen Mark für 2525 Bausparverträge. Wilhelm Seipp Elisabethe Mohr, geb. Gilben im Alter von 69 Jahren. In tiefem Schmerz: Karl Mohr I. nebst Kindern und Enkel Hausen, Watzenborn, Lich, Sichertshausen, Lollar, den 4. Mai 1937. Gießen, den 3. Mai 1937. Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 5. Mai, nachmittags 3 Uhr in Hausen statt 3078 D 92282 [Verschiedenes! l'üMI'KM.W Ihre Geschäfts- n Gießcn- . Rrim keanhon Donnerstag, G.HIai Drucksachen 92273 02285 Wi^adt, Gießen, den 4 Mai 1937. 3087 D FÜR DEN BODEN Betriebsführung und Gefolgschaft der Firma Poppe Co., Gießener Gummiwarenfabrik Die Beerdigung findet am Freitag, dem 7. Mai, nachmittags 2 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofs aus statt Feinste Fischfilets l/2 kg von 32 Pfennig an Schollen, Seehecht, Merlan ^ISC-HHAUS"’ UX-HAVIJ Gut möbl. Zimmer zu vermiet, y-rss Wernerwall 3. Bohnen Stangen Erbsenreiser Banmniähle Rosennlähle I, Trechsler Steinstr. 73. Tel. 3581 rasch mit den Böden fertig zu werden. Nehmen Sie LOBA mit dem Roben dann haben Sie ein flottes Arbeiten, können sofort nach dem Einwachsen nachpolieren und haben dann einen naß wischbaren Harthochglanz. Sie müssen dann nicht so oft neu einwachsen, sondern können wochenlang den Schmutz feucht aufwischen. Verlangen Sie deshalb Nachruf. Am Sonntag, dem 2. Mai 1937, verschied unsere langjährige Mitarbeiterin Frau Lina Wagenbach, geb. Kreiling aus Alten-Buseck. Wir haben sie als fleißige, pflichtbewußte und zuverlässige Mitarbeiterin, aber auch als treuen und aufrichtigen Menschen kennen gelernt und werden ihr sets ein ehrendes Andenken bewahren. 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Mai, 1 Uhr, meine Rebe Frau, unsere gute Mutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante im Alter von fast 61 Jahren nach geduldig und getrost ertragenem Leiden am Sonntagabend zu sich zu rufen. Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 5. Mai, nachmittags 2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Klara Trautwein, geb. Haupt Wir werden ihn stets als ehrlichen, offenen und zuverlässigen Mitarbeiter in Erinnerung behalten. In der ersten Stunde des 1. Mai verloren wir durch einen tragischen Unfall unseren lieben Arbeitskameraden Betriebsführer und Gefolgschaft der Motorwagen-Verkaufsgesellschaft mb.H. Gießen, Rodheim a. d. B., Lützendorf, Neuyork, Heidelberg, den 2. Mai 1937. Es hat Gott dem Herrn gefallen, meinen lieben Mann, unsern guten Vater und Großvater Herrn Hermann Traut wein Lehrer i. K. IMMER 'V; z:< - k^ BL MW MW :u.;v /-_>• M hrt ng hort» yotit höbe» narsch öabn- tfahrt Frie« Voll- Betei’ :b ei' 3C7O0 iührer SlW mol titun uns fttof« orst. .biahrt aibus tlbv lhof. komm. Ur. (02 Swettes Blatt Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefsen) Dienstag, 4. W (057 des SA.-Sportabzeichens bis ins hohe Alter erhalten bleibt, ermächtige ich den Stabschef der SA., durch Ausführungsbestimmungen den weiteren Besitz des SA. - Sportabzeichen s von der Ableistung bestimmter Wiederholungsübungen abhängig zu machen. Des weiteren erhebe ich das Leistungsbuch des SA.-Sportabzeichens zu einer Urkunde, die Aufschluß gibt über die körperliche Leistungsfähigkeit und charakterlich-weltanschauliche Haltung des Inhabers des SA.-Sportabzeichens. Gez. Adolf Hitler." Kunst und Wissenschaft. 14. Deutscher Deltwirtschaftsiag in Frankfurt. Vom 6. bis 14. Mai findet in Frankfurt die diesjährige Tagung der Deutschen Weltwirtschaftlichen Gesellschaft, der 14. Deutsche Weltwirtschaf t s t a g, statt. Das umfangreiche Arbeitsund Tagungsprogramm, das u. a. Referate von Staatsrat Friedrich Reinhart, Staatssekretär Königs, Prof. Dr. Lüer, Dr. Chr. O. Fi- Mdtge Heimstätten für Deutschlands lugend Für 549 Heime der Hitler-Jugend wurde der Grundstein gelegt. Leipzig, 3. Mai. (DRB.) In 549 Gemeinden Deutschlands waren die Einheiten der Hitler-Jugend angetreten, um feierlich den Grundstein zu ihren Jugendheimen zu legen, die sie der großen Heimbeschaffungsaktion und der freudigen Mitarbeit aller Schichten und Generationen unseres Volkes verdanken. Im Mittelpunkt der Feiern stand die durch Rundfunk übertragene Ansprache des Reichsjugendführers bei der Grundsteinlegung für das Leipziger Jugendheim. 20000 Jun- aen und Mädel waren in Leipzig in dem schönen Auengelände aufmarschiert, wo das neue Heim errichtet wird. Ein Bann-Musikzug der Hitler-Jugend eröffnete die Feier. Zwei Jungsprecher bringen ausgewählte Sätze aus der großen Kulturrede des Führers zum Reichsparteitag 1935 zu Gehör. Worte des Arbeiterdichters Heinrich Lersch „Dröhnend fallen die Hämmer" leiteten zum Hammerspruch des Poliers über. Rach dem Bürgermeister führte der Reichsjugendführer u. a. aus: Mit der Feier der Grundsteinlegung für das Heim der Hitler-Jugend in Leipzig können wir zugleich die Grundsteinlegung von 549 Heimen der Hitler-Jugend begehen, die in allen Teilen des Deutschen Reiches errichtet werden als Symbol der Volksgemeinschaft unserer Jugend. Selbstlos haben alle Generationen unseres Volkes an diesem Werk mitgeschaffen. Diese 549 Heime sind nur der er sie Bauabschnitt dieses Jahres: die Grundsteinlegung vieler hundert weiterer Heime befindet sich in Vorbereitung, und noch ehe dieses Jahr vergangen ist, werden insgesamt 10 0 0 Heimbauten in Angriff genommen werden. Wir haben aufgerufen zu diesem Werk in der Ueberzeugung, daß unsere Jugend solcher Heime bedarf, um in ihrem eigenen jugendlichen Stil leben zu können. Jedes einzelne dieser Heime soll der Jugend zum Bewußtsein bringen, daß sie ein Teil ist der großen Gemeinschaft und der Kameradschaft des deutschen Volkes, das sie früh sich eingliedern muß in den Aufgabenkreis des gesamten deutschen Volkes. Hier ist das ärmste Arbeiterkind genau* 3U Hause wie das Kind wohlhabender Eltern. Hier steht jeder als ein deutscher Junge, der nur gemessen wird an seiner Leistung, seiner Einsatzbereitschaft. So ist jeder Bau, den das nationalsozialistische Deutschland seiner Jugend errichtet zugleich auch ein Monument der Weltanschauung, die diese Jugend erfüllt. Es ist mir ein aufrichtiges Herzensbedürfnis, all den vielen, vielen Gemeinden in Deutschland zu danken, die sich in den Dienst dieser großen Aufgabe gestellt haben. Die Jugend selbst, der diese Heime zu treuen Händen anoertraut werden, kann sich nicht anders würdig erweisen des großen Vertrauens, als daß sie gelobt, jederzeit sich als eine Trägerin jener großen Gedanken zu fühlen, die die Menschen erfüllte, die für sie wirkten und schafften. Sie gelobt, das fortzusetzen, was jene begonnen haben, immer eingedenk zu sein jener großen Grundzüge, die das Fundament des deutschen Freiheitskampfes in der Zeit des Kampfes waren und immer bleiben werden, das Fundament einer in Wahrheit deutschen Bewegung. Mit dem Appell an die Tugenden: Gehorsam, Treue Kameradschaft, weihte der Reichsjugendführer das Leipziger Jugendheim und die 549 anderen Herbergen. Führerehrung und die Lieder der Ration beschlossen die Feierstunde. Gauleiter Svreuaer spricht in MffeWeim. Grundsteinleftung zu IS Heimen der HI. im Gau Hessen-Nassau. NSG. Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger legte den Grundstein zum HJ.-Heim in Rüsselsheim. Gleichzeitig entstehen im Gau Hessen- Nassau noch 16 Heime der deutschen Jugend. Gebietsführer Brandt begrüßte den Gauleiter und zahlreiche Ehrengäste, unter denen man Gau- arbeitsführer F a a tz , SA.-Brigadeführer Lucke, Kreisleiter S t a v i n o g a , Kreisdirektor K l o st ermann , Dr. Fritz Opel und Betriebsführer seines Werkes sah, und sprach seinen Dank und seine Freude aus, daß es hier gelungen ist, den Grundstein zu einem der schönsten Heime im ganzen Gau zu legen. Die Jugend, die in diesen Heimen leben wird, wird durch ihre Arbeit allen danken, die den Bau ermöglichen. Nach kurzen Worten des Bürgermeisters sprach dann Gauleiter Sprenger: Im Gegensatz zu einer vergangenen Zeit, die der Jugend und dem ganzen deutschen Volk aus ihrer Zerrissenheit und dem Mangel einer zielbewußten Führerschaft keine Bauten errichten konnte, hat der Nationalsozialismus in seinem Aufbauprogramm besonders der Jugend gedacht. Wir betrachten es als eine unumgängliche Notwendigkeit, der Hitler- Jugend zur restlosen Verwirklichung ihrer verantwortungsvollen Aufgabe geeignete und würdige Heimstätten zu errichten. Nur dem Führer ist auch dieses Werk zu verdanken, und aus diesem Grund hat Adolf Hitler auch ein Recht zu erklären, daß die Jugend ihm gehört. Wenn heute der Grundstein zu vielen Hunderten von HJ.-Heimen gelegt witd, so wird damit zugleich der Grund st ein zur Ewigkeit des Volkes gelegt, denn das Reich baut sich auf seiner Jugend auf. Damit ist der Hitler-Jugend eine unerhört große Verpflichtung auferlegt, die sie z u r B e s ch e i d e n h e i t, Treue und Pflichterfüllung zwingt. „Und wenn ich diesen Grundstein lege", führte der Gauleiter aus, „so geschieht es mit dem Hinweis auf die Ewigk'eitsbedeutung all unseres Tuns!" Dann unterzeichneten Gauleiter Sprenger, Gebietsführer Brandt und Kreisleiter Stavinoga die Urkunde, die zusammen mit nationalsozialistischen Jugendschriften und anderen Zeitdokumenten in den Grundstein eingemauert wurde. WieDerhollmgsübung für das SA Sportabzeichen. Berlin, 3. Mai. (DNB.) Der Führer hat die folgende Verfügung über den Besitz des SA.-Sportabzeichens und über das Leistungsbuch erlassen: „Durch meine Verfügung vorn 15. Februar 1937 habe ich das SA.-Sportabzeichen als das Mittel für eine kämpferische Schulung des Selbes und für die Pflege des wehrhafte n G e i ft e s in allen Teilen des Volkes bestimmt. Um zu erreichen, daß die Wehrtüchtigkeit der Trager scher, Ministerialdirektor Reichard, Kapitän Dipl. - Jng. Lehmann, Generaldirektor D e - t o e u f (Paris) und Frank C. T i a r k s vom Bankhaus I. H. Schroeder in London Vorsicht, dürfte bei allen, die an den Fragen der Weltwirtschaft Anteil nehmen, lebhaftes Interesse wecken. Mit einer starken Beteiligung aus den Kreisen der Rhein-Mainischen Wirtschaft ist zu rechnen. Neben der eigentlichen Tagungsarbeit werden Studienfahrten und Werksbesichtigungen veranstaltet. U. a. werden die Sektkellerei Kupferberg in Mainz, das Verwaltungsgebäude der JG.-Farbeninduftrie AG. in Frankfurt und die Höchster Farbwerke, die Opelwerke in Rüsselsheim, die Adlerwerke in Frankfurt und die Voigt & Haeffner AG. in Frankfurt a. M. besichtigt. Ferner findet im Rahmen der Frankfurter Tagung ein „Hessischer Abend" — kameradschaftliches Zusammensein mit künstlerischen Darbietungen und Tanz — in Frankfurt statt. Teilnehmerkarten können bei der Industrie- und Handelskammer für das Rhein-Mainische Wirtschaftsgebiet, Frankfurt, abgeholt werden. Geheimrat Professor Dr. 2Ha$ Planck in Riga. Auf Einladung der Herder-Gesellschaft Riga sprach der Präsident der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft, Geheimrat Professor Dr. Max Planck, im vollbesetzten altehrwürdigen Schwarzhäupterhaus über das Thema „Religion und Naturwissenschaft". Der „Das deutsche Antlitz im Gpiegel derZahrhunderte." Gauamtsleiterprof.Or.Kranz,Gießen,zurEröffnung derIrankfurterAusstellung „Die schöne Ausstellung, die am 2. Mai in Frankfurt a. M. unter obigem Namen der Oeftent- lichkeit übergeben wird, soll nicht wegen der eindrucksvollen Bilder oder der Erinnerung an bekannte Köpfe der Geschichte unseres Volkes betrachtet werden. Ihr Sinn ist vielmehr, aus der nationalsozialistischen Ueberzeuguna von der Grundlage aller Kultur in den erblichen Kräften der Rasse, die unwandelbaren und beständigen Blutswerte unseres Volkes durch alle Wechselfälle seiner Geschichte hin deutlich zu machen." So heißt es in dem Vorwort der Reichsleitung des Rassepolitischen Amtes der NSDAP, zu dem Führer durch die Ausstellung. Hier offenbart sich eine außerordentlich eindrucksvolle Darstellung des deutschen Antlitzes durch die vergangenen 2000 Jahre, von den alten Germanen bis zur Gegenwart. Und immer wieder läßt sich in den Gesichtern der gleiche Ausdruck, die gleiche Rasse erkennen, ob man den Bamberger Reiter mit einer markanten Gestalt aus den Reihen der SA. oder den Kopf eines alten Germanen mit einem unserer Helden aus dem Weltkrieg vergleicht. Das Rassenpolitische Amt steht, wie Professor Dr. Kranz vom Rassenpolitischen Amt in. Gießen bei dieser Gelegenheit mitteilte, hinter dieser Ausstellung, denn es sieht seine Hauptaufgabe mit darin, die Volksgenossen immer mehr von dem Wert der Rasse zu überzeugen und sie mit Stolz auf die großen Männer blicken zu lassen, die das deutsche Volk hervorgebracht hat. Das Karmeliterkloster gab einen würdigen Rahmen für die Ausstellung ab, für die man sich schwerlich geeignetere Räume hätte wünschen können. Die Ausstellung umfaßt 23 einzelne Abteilungen, die im allgemeinen mit dem ältesten Bildwerk beginnen und mit dem jüngsten schließen. Alte Germanen, Soldaten, Staatsmänner, Künstler, Aerzte, Kaufleute, Frauen, Bürgermeister und Ratsherren, Dichter, Erzieher, Wissenschaftler, RechtswaUer, Künder des völkischen Gedankens, Naturforscher, Erfinder, Wirtschaftsgründer, Bauern, Kolonialpioniere, Grenz- und Ausländsdeutsche, die Blutzeugen des Nationalsozialismus und Zeitgenossen unbekannten Namens reihen sich in einer Unzahl von Bildern aneinander, und durch alle Antlitze geht der gleiche Zug, hinter jeder Stirn scheint sich Der gleiche Gedanke zu formen, jeder Mund scheint die gleichen Worte formen zu wollen. Die Stadt des Deutschen Handwerks hat den Handwerkern einen besonderen Ehrenplatz eingeräumt, sie sind im Refektorium untergebracht, das selbst ein Beispiel ist bester handwerklicher Kunst. Die Ausstellung ist bis zum 18. Juni geöffnet; es lohnt sich sehr, sie in Augenschein zu nehmen. Im Römer fand die feierliche Eröffnung der Ausstellung durch Oberbürgermeister Staatsrat Dr. Krebs statt. Die Ausstellung solle alle kulturelle Wesensart des deutschen Volkes erkennen und deuten. Der Oberbürgermeister dankte dann allen Mitarbeitern für das Gelingen der Ausstellung, in erster Linie dem Ausstellungsleiter Pg. Steinert und Professor Dr. Kranz, Gießen, vom Raftenpoliti- schen Amt. Professor Dr. Kranz überbrachte die Grüße und Wünsche des Gauleiters und des Leiters des Rassenpolitischen Amtes der NSDAP., Reichsleiter Dr. G r o ß. Er dankte dem Oberbürgermeister für die. Idee und Pg. Steinert für die Gestaltung der Ausstellung. Als 1933 die NSDAP, ans Ruder gekommen fei, sei nicht nur wirtschaftlich und politisch ein Chaos angetroffen worden, sondern auch rassenpolitisch. Während man das wirtschaftliche und politische Chaos bald meistern konnte, bedurfte es und bedarf es noch viel größerer Anstrengungen, um auch auf rassenpolitischem Gebiet das Erbe der Vergangenheit zum Bessern zu wenden. Vor allem galt es, den zahlenmäßigen Schrumpfungsprozeß des deutschen Volkes aufzuhalten und das kranke und artfremde Blut zu bekämpfen, das unseren kulturellen Untergang zu besiegeln drohte. Der Führer griff hier energisch ein. Die rassenpolitische Gesetzgebung wurde an die Spitze aller nationalsozialistischen Kulturtaten gestellt. Sie steht einzig in der Welt da. Wenn auch Juden und deutsche Verräter vom Auslande aus einen erbitterten Kampf gegen diese rassenpolitische Gesetzgebung führen, so mehren sich jetzt doch auch im Auslande die Stimmen, die unserer rassenpolitischen Gesetzgebung große Beachtung schenken und ihre Anwendung auch in ihrem Lande empfehlen. Prof. Kranz gab der Hoffnung Ausdruck, daß der große Rassenwert unseres Volkes und die nationalsozialistische Erziehungsarbeit die glückliche Entscheidung dieses Kampfes bringen werden. Auf die Ausstellung eingehend, betonte er den durch alle Bildnisse und Plastiken gehenden gleichen Ausdruck der nordischen Rasse, ein Ausdruck, der die vergangenen 2000 Jahre überdauerte, ein Ausdruck, des Stolzes, der Kampf- und Opferbereitschaft. — Unter Führung von Pg. Steinert folgte dann ein Rundgang durch die Ausstellung im Karmeliterkloster. Vortrag des deutschen Gelehrten fand in Riga großes Interesse. Unter den zahlreichen Zuhörern bemerkte man neben vielen Deutschen auch zahlreiche Letten, darunter eine Reihe von Professoren der lettländischen Universität. Ferner spricht Professor Planck auf Einladung des Rektors in der Universität über das Thema „Die Bedeutung der Entropie". Der Gelehrte wird vom lettländischen Staatspräsidenten Dr. U I m a n i s empfangen werden. Zu Ehren des Präsidenten der Kaiser-Wilhelm- Gesellschaft veranstaltete der deutsche Gesandte von Schack einen Empfang, zu dem u. a. der lettlän- dische Unterrichtsminister Professor Dr. T e n t e l i s, der Rektor der lettländischen Universität Professor Dr. A u s ch k a p s sowie eine Reihe Professoren der lettländischen Universität und der privaten deutschen Hochschulen und des Herder-Instituts erschienen waren. Aus aller Wett. Auf schreckliche Weife ums Leben gekommen. Im Heidelberger Stadtteil Wieblingen kam ein Arbeitskamerad auf schreckliche Weise ums L e - b e n. Der Arbeiter Kraus bediente in einer dortigen Fabrik einen elektrisch geheizten Kessel, in dem Draht zum Glühen gebracht wird. Aus noch nicht geklärter Ursache muß Kraus in den Ofen g e - stürzt sein, in dem ständig eine Hitze von 800 Grad herrscht. Der bedauernswerte Mann verbrannte vollständig. Die Polizei sucht klarzustellen, ob ein Verschulden von dritter Seite vorliegt. Ein Kind von der Transmission erfaßt und getötet In der Mühle Eschenfelder bei Düppenweiler (Rheinprovinz) geriet die achtjährige Tochter des Arbeiters Engst! er der Transmission zu nahe. Der Riemen erfaßte die Kleider des Kindes und schleuderte es um die Welle, wobei es wiederholt anschlug und schwere Verletzungen erlitt. Die Mühle mußte zum Stillstand gebracht werden, um das Kind aus dem Getriebe zu befreien. Der Arzt konnte nur noch den Tod des Kindes 'feststellen. hundert Jahre Vnchdrnckerei h. Ehr. Sommer. Die Buchdruckerei H. Chr. Sommer in Bad Ems — Limburg — Diez konnte am 1. Mai auf ein lOOjähriges Bestehen zurückblicken. Hundert Jahre war sie an diesem Tage im Besitz der Familie Sommer, von der sie aus kleinen Anfängen zu einem bedeutenden Unternehmen entwickelt worden ist; auch der Verlag der „Lahnzeitung" befindet sich in ihrem Besiß. Der Gründer des Unternehmens, H. Chr. Sommer, stammte aus Oberhessen. Seine Nachfahren haben das von ihm begonnene Werk zu einer im heimischen Wirtschafts- und Kulturleben beachttichen Höhe geführt. Der Präsident der amerikanisch-lutherischen Kirche gestorben. In Columbus (Ohio) starb im Alter von 66 Jahren der Präsident der amerikanisch-lutherischen Kirche in USA. Carl Christian Hein. Pfarrer Hein, der in Wiesbaden geboren und 1884 nach USA. ausgewandert war, stand feit 1931 der größten lutherischen Kirchengemeinschaft der Vereinigten Staaten vor. Wetterbericht des Reichsweiterdienstes. Ausgabeort Frankfurt Unter dem Einfluß des in Nordost liegenden Hochdruckgebietes ist das Wetter über ganz Deutschland noch vielfach aufgeheitert. Jnneichalb der von Osten her zugeführten stark erwärmten Festlandsluft stiegen die Temperaturen vielfach bis zu 25 Grad an. Nur in Süddeutschland, über dem Schwarzwald und dem Jura kam es im Verlaufe des Montag zu Gewittern. Von Westen her dringt nun etwas kühlere Lust vor, die uns zeitweise starke Bewölkungszunahme und gewittrige Störungen bringen wird. Tagestemperaturen etwas geringer als seither. Aussichten für Mittwoch: Vielfach aufgeheitert, aber zeitweise starke Bewölkungszunahme mit gewittrigen Störungen, etwas kühler, schwache Winde aus Süd bis West. Aussichten f ü r Donnerstag: Heiter bis wolkig, nur geringe Niederschlagsneigung. Lufttemperaturen am 3. Mai: mittags 23,0 Grad Celsius, abends 11.8 Grad; am 4. Mai: morgens 10,4 Grad. Maximum 23,5 Grad, Minimum 5,5 Grad. Ein deutscher Orden für ausländische Staatsangehörige. Berlin, 1. Mai. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler hat den „Verdienstorden vom Deutschen Adler" gestiftet. Die Auszeichnung wird ausländischen Staatsangehörigen, die sich um das Deutsche Reich verdient gemacht haben, auf Vorschlag des Reichsministers des Auswärtigen vom Führer und Reichskanzler verliehen werden. Der Orden ist in fünf Gruppen eingeteilt, die als „Großkreuz des Ordens vom Deutschen Adler", „Derdienstkreuz des Ordens vom Deutschen Adler mit dem Stern" Derdienstkreuz 1. Stufe", „Verdienstkreuz 2. Stufe" und „Verdienstkreuz 3. Stufe" bezeichnet sind. Zu diesem Orden tritt noch eine „Deutsche Verdienstmedaille", die zur Ehrung ausländischer Staatsangehöriger für verdienstliche Leistungen bestimmt ist. Das in allen Abstufungen des Verdienstordens wiederkehrende Ordenszeichen ist ein acht- spitziges, weiß emailliertes, golden gefaßtes Kreuz, in dessen Winkeln je ein goldener deutscher Adler mit gesenkten Flügeln auf einem das Hakenkreuz umschließenden Eichenkranz steht; das Band des Ordens ist rot mit weiß-schwarz-weißem Saum. Das Großkreuz (Mitte unseres Bildes) wird an einem breiten, von der rechten Schulter zur linken Hüfte führenden Bande getragen. Zu demselben gehört ein silberner achteckiger Brust stern, der mit dem Ordenszeichen belegt ist und an der linken Seite getragen wird. — Das Verdienst- kreuz mit dem Stern besteht aus dem am Halse zu tragenden Ordenszeichen und einem silbernen sechseckigen Bruststern, das Verdienstkreuz erste Stufe aus dem am Halse zu tragenden Ordenszeichen. Als Verdienstkreuz zwette Stufe wird das Ordenszeichen ohne Band (A n st e ck k r e u z) an der linken Brustseite, das Verdienstkreuz dritte Stufe am Band an der linken Brustseite getragen. — Die Verdien st medaille ist silbern, rund und trägt auf der Vorderseite die Abbildung des Ordenskreuzes. Die Satzung des Ordens bestimmt, daß der Reichsmini st er des Auswärtigen bei außenpolitischen Anlässen das Großkreuz des Ordens trägt. Die Ordenszeichen sind nach den Entwürfen des Professor Richard Klein- München angefertigt. (Scherl-Bilderdienst M.) SJ.'fpori Manchester City stellt sich vor. Der englische Meister Manchester City, der in Deutschland fünf Gastspiele gegen Nachwuchsmannschaften in Duisburg, Wuppertal, Schweinfurt, Berlin und Stuttgart austrägt, beginnt diese Reise am Himmelfahrtstag mit dem Spiel in Duisburg, das von Schiedsrichter B e st (Frankfurt- Höchst) geleitet wird. Die deutsche Elf für dieses erste Spiel der Engländer steht mit Klodt (Schalke 04); Janes (Fortuna Düsseldorf), Schulz (Arminia Hannover); Gellesch (Schalke), Sold (Saarbrücken), Heermann (Waldhof); Eibern (Beuel), Sikfling (Waldhof), Eckert (Worms), Szepan, Urban (beide Schalke 04). Der Wormser Eckert, der beim sonntäglichen Länderspiel gegen die Schweiz die auf ihn gesetzten Erwartungen nicht erfüllen konnte, erhält hier eine zweite Gelegenheit, zu beweisen, was er wirklich kann. Der Schalter Tormann Klodt und der Waldhöfer Heermann erhalten erstmals Gelegenheit, in einem internationalen Treffen sich die Sporen zu verdienen. Im übrigen besteht die Mannschaft nur aus Spielern, die schon wiederholt das Trikot der Nationalmannschaft getragen haben. Der englische Meister ist seit Weihnachten ungeschlagen und wird sicherlich alles daransetzen, seine erste Niederlage nach dieser langen Zeit nicht aüf der Deutschlandreise einzustecken, also sicherlich mehr bieten, als die englischen „Reisemannschaften" wiederholt zeigten. Die deutsche Mannschaft wird sich auf einen schweren Kampf gefaßt machen müssen. Spiele in der Bezirköklaffe. 6. Mai: Naunheim—Sinn. 9. Mai: Sinn — VfB.-R. Gießen; Naunheim — Frohnhausen; Burg — Dillenburg. Die beiden Vereine Naunheim und Sinn haben sich geeinigt, das für den 16. Mai angesetzte Pflichtspiel bereits am 6. Mai (Himmelfahrtstag) auszutragen. Aller Voraussicht nach wird Sinn in Naunheim verlieren. Ihr schwerstes Spiel trägt die Mannschaft des DfB.-R. Gießen in Sinn aus. Auf dortigem Gelände ist schlecht zu gewinnen. Wenn VfB.-R. sich so anstrengt, wie in dem Spiel gegen 1900 Gießen, wird er es packen können. Frohnhausen wird in Naunheim nichts zu bestellen haben. Die Mannschaft der Naunheimer hat wieder eine Formverbesseruklg aufzuweisen. Das Spiel Burg — Dillenburg ist als Lokalspiel zu betrachten, darum ist keine Vorhersage über den Ausgang des Spieles zu treffen. Da aber Dillenburg durch Ausfall einiger Spieler geschwächt ist, so könnte man das Spiel für Burg als gewonnen tippen. Um den Aufstieg zur Bezirksklasse. Die am Sonntag durchgeführten Aufstiegspiele brachten die erwarteten Ergebnisse. Steinberg gewann gegen Offenbach (Dillkreis) 4:0 und Heuchelheim unterlag in Nieder-Girmes mit 1:4. Rieder-Girmes — Heuchelheim 4:1 (2:1). Für beide Mannschaften hatte dieses Spiel die gleiche Bedeutung. In den seitherigen Aufstiegspielen war noch keiner ein Punktgewinn vergönnt, und so galt es, die Frage zu lösen, wer an das Ende der Tabelle kommt. Nieder-Girmes konnte sich durch einen glatten Sieg dieser Gefahr entziehen. Für die Heuchelheimer wird die Sache'nun bedenklich, und wenn nicht bald ein großer Umschwung eintritt, wird es auch in diesem Jahre nichts mit dem Aufstieg werden. Steinberg — Offenbach 4:0 (0:0). Die erste Mannschaft empfing den Kreisklassenmeister der Gruppe Dill zum zweiten Aufstiegspiel. Man war allgemein gespannt auf die Leistungen der Gäste, die in unserer Gegend wohl kaum bekannt waren. Getäuscht hatte man sich nicht, denn die Gäste lieferten einen anständigen, ritterlichen Kampf, und erst in der zweiten Halbzeit konnten die Teutonen mit dein Wind im Rücken ihren Sieg mit 4:0 herstellen, obwohl auch die Gäste zum mindesten das Ehrentor verdient hatten; aber die Verteidigung mit Jung und Schmandt ließ sich mit ihrem bewährten Schlußmann (Happel) nicht schlagen. Bei den Teutonen war wohl, wie auch bei den Gästen, der Sturm der schwächste Mannschaftsteil, denn bei dem Teutonensturm konnten nur O. und K. Haas gut gefallen. Die erste Halbzeit sah man ein abwechselungsreiches Spiel, denn die Einheimischen kämpften gegen den Wind und konnten auch wirklich diesen Kampf bestehen, während in der zweiten Halbzeit die Gäste gegen den Wind und den Ansturm der Einheimischen kämpften, aber nicht bestehen konnten. Das Spiel in seiner Gesamtheit war interessant. Die Gäste hinterließen einen guten Spielabt. des $».1889 Klein-Linden. Eindruck. Verl. *Pkte. Der Stand nach dem 2. Mai. Spiele Gew. Unentfch. Steindorf 3 3 0 0 6:0 Steinberg 2 2 0 0 4:0 Nieder-Girmes 3 1 0 2 2:4 Offenbach 3 1 0 2 2:4 Heuchelheim 3 0 0 3 0:6 Klein-Linden I — Launsbach I 7:2 (3:1). Diese Mannschaften standen sich am Sonntag in Klein-Linden gegenüber. Die Einheimischen konnten einen, auch in dieser Höhe verdienten Sieg erringen. Vom Anstoß an entwickelte sich ein flottes Spiel, bei dem die Gäste ganz aus sich heraus gingen und durch einen überraschenden Schuß die Führung übernahmen. Jetzt fanden sich die Gastgeber besser und Launsbach wurde mehr in seine Hälfte gedrängt. Der Halbrechte erzielte durch schönen Schuß den Ausgleich. Der Mittelstürmer stellte durch zwei weitere Tore das Halbzeitergebnis her. Nach dem Wechsel setzten sich die Klein-Lindener sofort in der Hälfte des Gegners fest. In der Folge konnte der Halblinke durch drei weitere Tore auf 6:1 erhöhen. Dann entschied der Schiedsrichter (aus Launsbach) einen mehk als fraglichen Elfmeterball, verursacht dur chdas Zusammenprallen eines ein- heimischen Verteidigers Mit einem Gästestürmer. Hierdurch kamen die Gäste auf 6:2 heran, doch konnte Klein-Linden wenig später durch seinen Mittelstürmer die alte Differenz wieder herstellen. Fußballabteilung des Turnvereins Alten-Buseck. Alten-Buseck I — Großen-Linden I 4:2. Auf dem Waldsportplatz zu Alten-Buseck standen sich diese Mannschaften im Freundschaftsspiel gegenüber. Trotzdem Alten-Buseck mit Ersatz spielte, konnte es einen sicheren Sieg erzielen. Der Sturm spielte zu zaghaft, sonst hätte der Sieg noch höher ausfallen können. Alten-Buseck hatte Anstoß und konnte auch leicht überlegen werden, was aber vorerst nichts einbrachte. Großen-Linden konnte durch einen schnellen Durchbruch das erste Tor erzielen. Kurz darauf hieß es schon 1:1, als der einheimische linke Verteidiger den Ball aus 40 Meter Entfernung ins Tor schoß. Bis zur Halbzeit mußte sich der Gästehüter noch zweimal geschlagen bekennen. Nun war Alten-Buseck zu siegessicher, und die Gäste verkürzten auf 2. Dann konnte durch eine schöne Kombination durch den linken Flügel der 4. Treffer für die Einheimischen erzielt werden. Außer einigen Ecken konnte nichts mehr erreicht werden. „I6. Teutonia" Watzenborn-Steinberg 2. Mannschaft Wieseck I 1:4 (1:2) 1. Jugend — Offenbach 1. Jugend 5:0. Die erste Mannschaft von Wieseck konnte die zweite Mannschaft auf eigenem Platze mit 4:1 Toren schlagen, obwohl dieses Resultat etwas zu hoch ausgefallen ist. Es.fehlte diesmal der zweiten Garnitur der Teutonen der richtige Mannschaftsgeist und etwas mehr Verständnis zum Zusammenspiel. • Zum Schlüß traten die beiden Jugendmannschaften von Offenbach und Watzenborn-Steirrberg auf den Plan und erfreuten mit schönen Leistungen. Obwohl die Gäste mit 5:0 verloren, war das Spiel zu jeder Zeit abwechselungsreich und von Anfang an interessant. Spielvereinigung 1900 Sieben. 1900 1. Igd. — Großen-Vuseck 1. Igd. 11:0. 1900 2. Igd. — Luftgaukommando 1. Mannsch. 1:0. Beide Jugendmannschaften der Spielvereinigung 1900 waren am Sonntag ganz groß in Fahrt. Nach der Niederlage gegen Union Niederrad raffte sich die neuaufgestellte 1. Jugend der Blauweißen einmal zu einer gewaltigen Leistung auf. Großen- Buseck, die bekanntlich die wohl beste Jugendmannschaft ihrer Gruppe sein dürfte, konnte noch von Glück sagen, daß das Ergebnis nicht noch höher ausfiel. Den Wind als Bundesgenosse begannen die Blauweißen das Spiel. Schon gleich von Anfang an entwickelte sich ein schönes Feldspiel. Die erste Jugend der Spielvereinigung 1900 war dem Gegner glatt in jeder Hinsicht überlegen und verdrängte die Gäste immer wieder in ihre Spielhälfte. Mit schönen Kombinationszügen eröffnete der Sturm der Blauweißen den reichen Torlegen. Mit dem Ergebnis von 5:0 ging es in die Pause. Nach der Halbzeit sah das Spiel allerdings etwas anders aus. Die Gäste wurden gefährlich und bedrängten sogar einige Male das Tor der Blauweißen, um das Ergebnis etwas besser zu gestalten. Aber die Hintermannschaft war auf dem Posten. Kurz vor Schluß gingen die Blauweißen nochmals aus sich h-raus und schossen innerhalb zehn Minuten noch fünf Tore. Am Schlußpfiff mußte der Gegner sich mit 11:0 geschlagen bekennen. Da die erste Handballmannscbaft der Spielvereinigung 1900 nicht vollständig erschienen war, konnte das Spiel gegen das Luft'gaukommando nicht aus- getragen werden. Als Ersatz dafür erlaubten sich die Soldaten einen kleinen Scherz, indem sie die zweite Jugend zu einem Freundschaftsspiel aufforderten. Die Zuschauer, die erschienen waren, sahen einen abwechslungsreichen Kampf. Was die Soldaten teils an Körperstärke voraus hatten, glichen die Blauweißen durch Technik aus. Kurz vor Schluß fiel der Siegestreffer für 1900. DfB.-Reichöbahn Zugendabieilung. Saasen 1. Igd. — VfB.-R. 1. Jqd. 2:4 (0:1). Göbelnrod 1. Igd. — VfB.-R. 3. Igd. 2:6 (1:2). Zum fälligen Rückspiel fuhr die 1. Jugendmann- schaft nach Saasen, traf dort auf einen starken Gegner, der die Gäste zur Hergabe all ihres Könnens zwang. Trotzdem vier Ersatzspieler eingestellt werden mußten, lieferten die Jungens ein schönes Spiel und konnten auch knapp gewinnen. Die 3. Jugend weilte in Göbelnrod bei der neu aufgestellten Jugendmannschaft und konnte durch technisch besseres Spiel gegen die körperlich stärkeren Gastgeber einen sicheren Sieg heraueholen. VfB.-R. 1. Igd. — $pv. Groß-Karben 1. Igd. Am Himmelfahrtstag erwartet die 1. Jugendmannschaft die gleiche des Sportvereins Groß-Karben zu einem Freundschaftsspiel. Die Gäste, die in der Gruppe Friedberg spielen, sind als spielstark bekannt. Fußballklub 1936 Saasen. Die neuaufgestellte zweite Jugend hatte die zweite Jugend von Ettingshausen zu Gast und siegte mit 4:2 Toren. Handball im Kreis Gießen. Die Endspiele der Jugendklasse brachten insofern eine Ueberraschung, als das in Münchholzhausen angesetzte Treffen abgebrochen werden mußte. Man hatte lange Zeit feine Freude an dem schönen und anständigen Spiel der Jugend, bis dann der Abbruch kam. Zu der erwarteten Vorentscheidung ist es unter diesen Umständen nicht gekommen. Beide Mannschaften waren sich in jeder Beziehung gleich (bei Halbzeit stand es 2:2, während es bei Abbruch 4:4 hieß), so daß es müßig ist, sich jetzt über die Aussichten zu äußern. Die Jugendmannschaft des Tv. Londorf wahrte ihren guten Ruf, ohne allerdings an ihre vorsonntägige Leistung heranzukommen. Lützellinden leistete tapferen Widerstand, hätte sogar — nach Torchancen zu urteilen — ein Unentschieden verdient gehabt. Endergebnis 8:6 (4:5) für Londorf. Freundschaftsspiele. To. Lützellinden — Tv. Hörnsheim 13:7. Leider bekamen die zahlreichen Zuschauer nicht das Spiel zu sehen, was man sich unter einem Lokaltreffen versprach. Die Gäste machten einen übermüdeten Eindruck, spielten in allen Teilen sehr zerfahren, waren mit anderen Worten nicht wiederzuerkennen. Anders der Gegner. Lützellinden raffte sich zu einer Leistung auf, die zu berechtigten Hoffnungen Anlaß gibt. Tv. Münchholzhausen — Tuspo Wetzlar-Niedergirmes 15:3. Münchholzhausen raffte sich endlich wieder einmal zu einer Leistung auf, an der auch die bestgemeintesten Angriffe des Gegners, der allerdings ersatzgeschwächt antrat, zerschellen muhten. Skandal um Dr. Vandergruen Roman von Hans Hirthammer. Copyright by Verlag Oskar Meister, Werdau i. S. 32. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) 21. Nach ausgedehnten Nachforschungen ist es Dr. Michaels gelungen, die Quelle ausfindig zu machen, deren sich das französische Nachrichtenbüro bei der Veröffentlichung der für Dr. Vandergruen so ver- hänynisvollen Nachrichten bediente. Die Spur weist so eindeutig auf den Kreis um Jesters, daß unverzüglich einige Beamte mit einem Haftbefehl in die Georgenkirchftraße geschickt werden. Aber die Vögel sind ausgeflogen, wahrscheinlich haben sie rechtzeitig von der drohenden Gefahr Wind bekommen. Werner Michaels sitzt in feinem Arbeitszimmer, als diese Meldung eintrifft. Er kratzt sich ärgerlich den Hals. „Wir hätten schon früher zupacken sollen. Der Referendar hebt seine blauen Augen. „Und wenn wir uns geirrt hätten?" „Dann hätte man sie ja wieder laufen lassen können!" In diesem Augenblick wird ein Blitzgespräch aus Hamburg gemeldet. Dort ist der Schlupfwinkel einer geheimen Organisation entdeckt worden, und eine erste Untersuchung hat ergeben, daß die Fäden dieser Organisation auch nach Berlin reichen. Mehrere überraschend oorgenommene Haussuchungen haben zur Beschlagnahme beträchtlicher Mengen von Opium und Kokain geführt. „Es scheinen da auch Zusammenhänge mit Ihrem Fall Vandergruen zu bestehen. Jedenfalls befinden sich unter den Festgenommenen auch einige Herrschaften aus Berlin. Am besten wäre es, Herr Doktor, wenn Sie selbst mal 'raufkommen würden. Heute um drei Uhr findet ein Verhör statt, vielleicht könnten Sie .es einrichten, hier zu fein!" Dr. Michaels sieht auf die Uhr. „Halb elf! Um elf fährt der „Fliegende Hamburger"! Den kann ich zur Not noch erwischen. Gut, ich komme!" „Nun aber rasch! Packen Sie mir die Akten Vandergruen zusammen! Und — bleiben Sie für alle Fälle heute nachmittag im Dienst, bis ick Sie an« rufe! Man kann nicht wissen. — Ist sonst noch etwas? Ich kann natürlich nicht sagen, wie lange ich in Hamburg ausgehalten werde, möglicherweise mehrere Tage!" Wenige Minuten später saust Dr. Michaels zum Lehrter Bahnhof. — Zehn Minuten vor fünf Uhr kommt endlich der Anruf aus Hamburg. Der Referendar stürzt aufatmend an den Fernsprecher. „Ah, großartig, daß ich Sie noch antreffe, mein junger Freund! Hätte Ihnen soviel Heroismus gar nicht zugetraut. Also schwören Sie: Doktor Vandergruen ist sofort aus der Untersuchungshaft zu entlassen! Eine tolle Geschichte, kann ich Ihnen sagen. Jeffers und Kyltschew sind in Hamburg festgenommen worden. — Wie? — Nein, nein, Vandergruen hat mit der ganzen Sache überhaupt nichts zu tun. Vollkommen schuldlos!" — « Die Frau eines Kollegen von Dr. Vandergruen hat an diesem Tag ein Baby bekommen. Maria wird angeklingelt und flehentlich um ihren Besuch gebeten. „Es kann sein, daß ich über Nacht draußen in Erkner bleibe!" läßt Maria auf einem rasch hingekritzelten Zettel zurück. „Du kannst dich also heute abend mal ganz als Herrin des Hauses fühlen! Laß dir durch Else das Abendbrot besorgen, bevor sie weggeht! Bis morgen nachmittag bin ich dann bestimmt wieder hier!" Uck halb fünf Uhr nachmittags kommt Gisch von der Arbeit und findet den Zettel auf dem Tisch, und ihre erste Empfindung ist ein Gefühl der Angst. Sie verspürt nicht die geringste Freude über ihre Alleinherrschaft. Sie brüht sich Tee auf, liest eine Weile und träumt vor sich hin. Als Else gegangen ist, gibt Gisch der Lockung nach, geruhsam durch die Räume zu schlendern. Sie kommt die Treppe hinab, verweilt da und dort vor einem Bilde, unterhält sich eine Zeitlang im Flüsterton mit der bronzenen Pagode, die neben dem Eingang zum Bibliothekszimmer steht. „Weißt du, ich hab' ihn lieb, sehr lieb. Schau, er ist ein so guter Mensch, und er hat soviel kämpfen müssen, ist immer einsam gewesen. Ob er mich auch einmal ein ganz klein wenig gern haben wird? — Nein, ich glaube es nicht. Ich bin so klein gegen ihn, ein ganz dummes Mädchen, das reine Nichts. Aber, schau, ich möchte ihm alles schenken dürfen, um ihm zu helfen, damit er eine Freude hat. Jetzt lachst du mich aus, jawohl, ich seh es ganz genau, wie sich dein Mund verzieht. Ich laß mich aber durchaus nicht verlachen, verstehst du!" Dann setzt sie ihre Wanderung fort und gelangt schließlich auf Umwegen, die sie sich absichtlich auf» erlegt hat, in Vandergruens Studierzimmer. Oh, sie kann niemand sagen, wie sehr dies nüchterne Gemach mit seinen Bücherregalen ihr vertraut und zu eigen geworden ist, ein Heiligtum! Jetzt kostet sie das Alleinsein völlig aus. Sie durchschreitet den Raum von einer Wand zur andern, blickt durch das Fenster, atmet den schwachen Geruch von Tabakrauch ein, der den Gardinen anhaftet. Nun setzt sie sich in den Schreibttschsessel, stützt den Kopf in die ausgestellten Arme und lächelt glücklich. „Stefan!" flüstert sie unb erschauert, als sie den geliebten Namen von ihrem Munde ausgesprochen hört. „Wenn du da an deinem Schreibtisch sitzest und von der vielen Arbeit müde bist, dann möchte ich hinter dir stehen, meine Hände um dich legen und dir immer wieder das eine Wort ins Öhr flüstern: Ich liebe dich! Ich liebe dich! Wenn du dann aufblickst und meine Hände zu dir nimmst, dann möchte ich deine Augen küssen und meine Wange an die deine legen und dir sagen, wie lieb ich dich habe. Wirst du dann aufstehen und mich in deine Arme nehmen und mir sagen, daß ich immer bei dir bleiben darf...?" Plötzlich horcht Gisch erschreckt auf. Was ist bas? Von draußen nähern sich Schritte, rasche, stürmende Männerschritte. Mein Gott! Das ist — der Doktor. Sie haben ihn freigelassen. Sie möchte aufspringen, jubelnd, aber die Beine versagen ihr den Dienst. Alle Farbe weicht aus ihrem Gesicht. Angst! Angst! Tv. Dutenhofen I — Tv. Wetzlar komb. 6:18. Tv. Dutenhofen Igd. — Tv. Wetzlar Jugend 3:7. Wenn auch Wetzlar verstärkt antrat, so ist trotzdem nicht zu verkennen, daß Dutenhofen im Augenblick nichts mehr von seiner ehemaligen Spielstarke übrigbehalten hat. Kurze Sportnotizen. Die Deutschland-Rundfahrt wird am 20. Juni im Berliner Olympia-Stadion chr Ende finden, wo zu dieser Zeit das Endspiel zur deutschen Fußballmeisterschaft stattfindet. Mar S ch m e l i n g ist mit dem deutschen Schnelldampfer „Bremen" am Montag in Neuyork eingetroffen. Er hat das feste Zutrauen, daß fein Kampf gegen Braddock am 3. Juli zustandekommt und wird schon in den nächsten Tagen mit dem Training beginnen. Zwei neue Mei st er wurden bei der Berufsbox-Veranstaltung im Berliner Sportpalast ermittelt. Der Kölner Esser scklug den Titelträger im Leichtgewicht, Kretzschmar (Dresden), in der neunten Runde k. o. und in der Federgewichtsklasse mußte sich im Kampf um Becks Erbe der Berliner Leo- pold durch Kurt Bernhardt (Leipzig) in der zehn- ten Runde entscheidend geschlagen bekennen. Adolf Heuser gewann gegen den Rumänen Petruscu nach Punkten und Meister Besselmann mußte sich mit einem Unentschieden gegen den Franzosen Candel begnügen. Das „GoldeneRadvon Nürnberg", ein Dauerrennen über eine Stunde, gewann Lohmann mit 68,800 Kilometer vor Lemoine, Umbenhauer, Krewer, Stach und Lauer. Das Kleine Goldene Rad in zwei Läufen zu je 25 Kilometer gewann der Hannoveraner Käb. Neuen Weltrekord lief die amerikanische Olympiasiegerin Helen Stephens bei einem Sportfest in Neuyork. Sie durchlief die 80-Meter-Strecke in 9,3 Sekunden. Den alten Weltrekord hielt die Polin Walasiewicz mit 9,6 Sekunden. Sportamt „Kraft durch Freude". Heute folgende Kurse: Boxen, Schillerschule, Schillersttaße (Schul- saal), 20.30 bis 21.45 Uhr. Allgemeine Körperschule, Schillerschule, Schillerstraße, 20.15 bis 21.45 Uhr. Nur für Angehörige der SS. Fröhliche Gymnastik und Spiele, Lyzeum, Dammstraße 26. 20 bis 21 Uhr. Schwimmen, Volksbad, Seltersweg — für Männer und Frauen gemeinsam — 20 bis 21 Uhr; nur für Frauen: 21 bis 22 Uhr. Reiten, Reitinstitut, Brandplatz. 21 bis 22 Uhr. Üunbfunfprogramm. Mittwoch, 5. Mai: 6 Uhr: Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 8.05: Wetterbericht. 8.10: Gymnastik. 8.30: Werkskonzert. 10: Schulfunk. 11.15: Hausfrau, hör zu! 11.50: Landfunk. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert. 14.10: Beliebte Kapellen und Solisten. 15: Volk und Wirtschaft. 15.15: Dichterstimmen aus Kurhessen. 15.40: „Ich hab' gebaut nach meinem Sinn." 16: Unterhaltungskonzert. 17: Unbekannter Schubert. 17.30: Sport zeitgemäß belauscht. Bei den Segelfliegern. 18: Unser singendes, klingendes Frankfurt. 19 40: Tagesspiegel des Weltwirtschaftstages. 2015: Reichssendung: Stunde der jungen Natton. 20.45: Ach hätt' ich, ach könnt ich, ach wenn es doch wär'. Eine heitere Hörfolge über törichte Wünsche. 22 20: Kamerad wo bist du? 22.30: Kammermusik. 23: Unterhaltungen und Tanzmusik. 24 bis 2: Nachtkonzert. Donnerstag, 6. Mai (Christi Himmelfahrt): 6 Uhr: Bremer Hafenkonzert. 8.05: Gymnastik. 8.45: Morgenmusik. 9: Christliche Morgenfeier. 9.45: „Kleine Rede vom Glück." Von Herbert Scheffler. 10: Konzert. 10.30: Heitere Chorlieder. 11.15: „Von Blumen und Gärten". Funkfolge aus Dichtung und Musik. 12: Mittagskonzert. 14: Ein Strauß oberdeutscher Maienlieder. 14.30: Der Westerwald wird Herr des Wassers. 15: Man sagt wohl in den Maien. 16: Nachmittagskonzert. 18: „Steht ein Kirchlein im Dorf ..." 18.30: Volks- mufik. 19: „Die Herrenpartie". 19.40: Sportspiegel. 19.50 Funkbericht vom Ostpreußenturnier 1937 in Insterburg. 20: Tanz im Maien. 22.15: Sportbericht. 22.30: Unterhaltungsmusik. 24 bis 2: Nachtkonzert. Ob er sich freuen wird, daß sie da ist? Stefan Vandergruen öffnet die Tür. Gisch wagt sich nicht umzusehen. Jetzt —? Jetzt? Jetzt sieht er sie. „Nanu? — Wie kommen Sie — was wollen Sie denn hier?" Die Zornadern schwellen ihm. Sein Unterkiefer schiebt sich vor. Seine Hände ballen sich in der Jackentasche. „Schon wieder hevumschnüffeln? Schon wieder nach Dokumenten suchen?" Es ist Gisch, als hätte ein Fausthieb sie zu Boden gestreckt. Ihre Augen sind entsetzt geweitet, starren in irrsinniger Angst auf den Mann, der diese unfaßbaren Worte sprach. Ihre Wehrlosigkeit stachelt seine Wut noch mehr an. ,,'Raus!" brüllt er. „Sofort 'raus hier oder ich vergreife mich an Ihnen! Noch nicht genug, wie, daß Sie meinen Namen in den Dreck gezogen haben? Noch nicht genug, daß Sie mir fünf Tage Untersuchungshaft einbrocken?" Gisch will reden, sie muß doch reden, der Mann ist ja wahnsinnig geworden! Stefan springt zur Tür und reißt sie auf. „Nun aber wirklich 'raus!" Gisch schreit gellend auf. Er hat sie mit grobem Zugriff am Arm gepackt und zerrt sie neben sich her, durch das Zirner, durch die Diele, sie vermag kaum Schritt zu halten. „Mein Gott, Herr Doktor, bitte, hören Sie —" „Sparen Sie sich Ihre Worte! Ist ja doch alles Lüge! — Und nun machen Sie, daß Sie 'raus- kommen!" Gisch ist oerftummt. Stefan Vandergruen öffnet die Haustür und wartet mit verzerrten Zügen, bis das Mädchen draußen ist. „Und lassen Sie sich nicht mehr hier blicken!" schreit er ihr nach und schlägt die Tür hinter ihr zu. Ein tiefer Atemzug entringt sich seiner Brust. „So, das hätten wir. Da bin ich ja gerade zur rechten Zeit heimgekommen. Hat sich also die Ma- rianbl von dieser abgefeimten Gaunerin noch einmal übertölpeln lassen!" (Fortsetzung folgt!) 5*tWet« Er. W fit*' f®f‘ lE»i W ub , Sir Buchen, A WM" Wtenschnee " Schleier über oe. SDlaienmorg Wui I-i"»' füllen Forst M Da kann kein - Schon oft hot j draußen vollB r es in sich * und ossenein ^er Tag auf-leisen l schenö M.wenn Mnös streicht- L ausruhen lassen u- feinem Schutz- 3” s Jungwild hier he. ^5 die Ente, , ! (Belege, Junghosf bald führt die W ?j)riim heißt es a yorn ins Wachse 6er die „unschul Hund ist jetzt so - Harschschnee den cenöe Wild zu i mit Leichtigkeit. ' versündigt sich ar aber hat das Ki logen. Die Stoß verraten die sch durchs Nest leicht Doch auch den merffamfeit bie Das Leseholzsuche der Schzeil verbc ist ost ein gesährli Mährend so der Mildes bedacht is bleichen Zeit dem hat er erst vor k cntur" gemacht, Nocke noch den V ie außer den gc gilt es beobachte geht die Jagd a beißt es, von all ' lNaulrophäenschau 'Mähe in unteren Uityt niel ab,]utefy !aW bann [tefjt a War. Drum h l machen". Wer ers lr rd vielleicht zu . Erneut hat das gre Mithilfe bei win Jäger, der c «c em aber kein !r nben Wochen t Revier ist. Jun !M und wieoie weil di rrnarherunq aber : !gjefcftj)en Bambe 3ur ©iebenfji Wicfrt tie Blain ? . ™ i>ie [iebenfj ” !i,e' Wj Senf ds 9e®« M Sa* Bis WH* i «lnen ’öoJL’W Vau, banger Ner üi2 ftyrieMs ysubau Nichte r-, di L'S-jÄ Srfai. 6e" tu Ws?*,i Ssf,1Mit X n b(5b>nöet. j Mr g ">rle. ft l^Nzösif^ 5ß » i 'N rn ,l es Hr.102 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesfen) Dienstag,4. Mai (937 OieIagd im Mai. Mit dem Mai ist endlich auch die lang ersehnte Sonne gekommen. Nicht nur der Bauer und der Gärtner warteten schmerzlich auf sie, sondern auch der Jäger. Denn ewiger Regen und immerwährende Nässe sind das, was das Wild schlechter verträgt als den kältesten Winter. Die starken Reh- oerluste, die in einzelnen oberhessischen Revieren bis 2nem Drittel des Bestandes geschätzt werden, sprechen da eine beredte Sprache, und wie es dem ersten Hasensatz gegangen ist, muß erst die Zukunft lehren. Aber jetzt leuchtet die warme Maiensonne über Wald und Flur, läßt die Lärchen und Buchen, die Birken und Eichen in ihrem jungen Grün noch einmal so schön erscheinen, weckt Waldmeister, Maiglöckchen und Sauerklee zum Blühen auf, überschneit die Schwarzdornhecke mit weißem Blütenschnee und breitet des Schaumkrautes zarten Schleier über der Wiese sattes Grün. Im Frühlicht des Maienmorgens ruft der Tauber, lockt der Kuckuck fein Weib, zieht die Gabelweihe ihre Kreise m Aether, und tausend Kehlen kleiner Sänger erlitten Forst und Feld. Da kann kein wahrer Jäger zu Hause bleiben. Schon oft hat er das Wunder miterlebt, das sich draußen vollzieht, und doch muß er immer wieder es in sich aufnehmen mit offenen Augen und Ohren und offenem Herzen, fei es, daß er vor Tau und Tag auf leisen Sohlen pirscht, sei es, daß er lauschend sitzt, wenn die Eule im Dämmerlicht des Abends streicht. Doch nicht mir seine Seele will er rusrühen lassen und laben, sein Wild verlangt nach einem Schutz. In den nächsten Wochen wird sein Jungwild hier heranwachsen. Im Schilfe brütet bereits die Ente, Fasanen und Hühner machen ihr Gelege, Junghäschen liegen versteckt in der Hecke, iiald führt die Ricke ihr Kitz, das Alttier sein Kalb. Drum heißt es auf der Hut sein, denn kaum ist das ?orn ins Wachsen gekommen, da feldert auch wieder die „unschuldige" Mieze, und der streunende Hund ist jetzt so gefährlich wie im Winter, wenn Harschschnee den Böden bedeckt. Er hetzt das tragende Wild zu Schanden und reißt das Jungwild ■nit Leichtigkeit. Wer da die Kugel im Laufe läßt, versündigt sich an feinem Wild. In der alten Kiefer gänge im Leben unseres Wildes sind viel lückenhafter und unsicherer als viele Jäger wissen. Sie zu verbessern und auf Grund neuer Erkenntnisse das Wild zu hegen und zu jagen, ist das Ziel, an dem jeder Jäger mitarbeiten muß. Eine einfache Berechnung des jährlichen Zuwachses an Wild jeder Art und ein Vergleich mit dem tatsächlichen Abschuß läßt ohne weiteres erkennen, daß außerordentlich viel Wild irgendwie zu Grunde gehen muß. Unter den Feinden des Wildes hat die Mähmaschine eine besonders traurige Berühmtheit erlangt. Diele Vorschläge sind schon gemacht worden, die alle darauf abzielten, das Wild zu veranlassen, anstatt sich zu drücken zu flüchten. Nun brachten in den letzten Wochen die Jagdzeitungen zwei verschiedene Arten von Scheucheeinrichtungen, die in der Praxis erprobt und als gut befunden fein sollen. Die Anbringung kann nicht teuer sein. Es wäre wünschenswert, wenn Jäger, die zugleich Landwirte und Bauern sind, selbst einmal bei der bevorstehenden Klee- und Grasmahd den Versuch machen würden, um dann über ihre Erfahrungen zu berichten. Große Mengen von Wildbret, das so elend verkommt, könnte der Volksernährung erhalten werden, wenn eine wirklich gute Lösung gesunden werden könnte. Leider kommt auch viel Jungwild oder kommen brütende Hühner und Fasanen durch die Sense zu Schaden. Oft könnte mit größter Aussicht auf Erfolg noch der Versuch gemacht werden, das Gelege zu retten, selbst wenn es Stunden unbebrütet blieb. Wildhuhneier vertragen ein Erkalten von mehr als 24 Stunden. Am schwierigsten steht es immer mit der Aufzucht nach dem Schlüpfen. Am besten ist es, durch Zwerghennen oder Japan. Seidenbühner brüten zu lassen, die dann die Küken gut führen. Andernfalls ist viel Geduld und Liebe zu den Jungtierchen nötig, wenn sie groß werden sollen. Nicht selten würde es auch möglich fein, durch Ummähen ein Gelege zu retten. Das Ummähen stellt für den Bauer ja immer eine gewisse Erschwerung seiner Arbeit dar, drum sollte jeder Revierinhaber dem, der trotzdem durch sein Handeln das Gelege rettet, eine Belohnung öffentlich ausloben. Gar manches Nest ist dadurch vor der Vernichtung bewahrt geblieben. Dabei fei auch darauf hingewiesen, daß die Rettung dieses Jungwildes durchaus im bäuerlichen Interesse liegt. Junge Rebhühner leben ausschließlich von Insekten. Bei sieben im letzten Jahre aus einer Kette geschossenen Hühnern waren die Kröpfe prall mit Heuschrecken gefüllt. Der Getreideschnellkäfer, dessen Larve als Drahtwurm bekannt ist, wird in Mengen vertilgt. Und über die Tätigkeit des Fasanes auf diesem Gebiet liegen gerade jetzt neue Untersuchungsergebnisse vor. So enthielten die Kröpfe von zwei Fasanen, die vorher auf einem Saatacker nach Nahrung gesucht hatten nicht weniger als 2000 Stück Drahtwürmer im Gesamtgewicht von 205 Gramm! Diese Beobachtung wird durch eingehende in England angestellte Versuche an einer größeren Anzahl von Fasanen bestätigt. Immer stehen die Insekten nebst Larven und die Schnecken ganz obenan. Dann folgen Unkrautsamen und Würmer, in letzter Linie erst Getreidekörner. Diese Feststellungen decken sich vollkommen mit den Beobachtungen, die von dem Verfasser hierzu früher veröffentlicht worden sind. Daraus ergibt sich ganz klar, daß das Dasein eines Bestandes an Hühnern und Fasanen durchaus im Interesse des Bauern selbst liegt. Vielleicht hilft die Erkenntnis mit, den Nestern dieser Tiere die Schönung angedeihen zu lassen, die sie verdienen. Fasanen sind z. T. beliebte Dolierenvögel geworden, wobei der Bezug der Eier gelegentlich aus den Gelegen der freien Wildbahn erfolgt fein soll. Dazu sei nur festgestellt, daß Wegnahme von Eiern jagdbarer Vögel Wilddiebstahl ist und daß Wilddiebstahl mit Gefängnis bestraft wird. Es empfiehlt sich also der Bezug aus einwandfreien Quellen! Hubertus. Aus Der Stadt Gießen. iber hat das Krähenpaar feinen Horst wieder beugen. Die Stoßfedern, die über den Rand ragen, derraten die schwarze Brüterin, die ein Schuß Lurchs Nest leicht samt ihrer Brut unschädlich macht. Doch auch den „Zweibeinen" gilt des Jägers Aufmerksamkeit, die er draußen zu Gesicht bekommt. Das Leseholzsuchen ist mit gutem Grunde jetzt in !er Satzzeit verboten, aber auch der Blumensucher st oft ein gefährlicher Gast im Revier. Mährend so der Waidmann auf den Schutz feines "Bitties bedacht ist, gelten feine Reviergänge zur Zeichen Zeit dem Bestätigen seines Wildes. Zwar at er erst vor kurzem bei der Wildzählung „Jn- icntur" gemacht, aber damals hatten die meisten Söcfe noch den Bast auf dem Gehörn. Heute haben ie außer den ganz geringen alle gefegt, und nun ilt es beobachten; denn wenn der Juni kommt, :c?bt die Jagd auf den roten Bock auf, und dann eißt es, von all dem schlechten Zeug, das, wie die iautrophäenschau zeigte, noch in erschreckend hohem !l?aße in unseren Revieren seine Fährte zieht, mög- ichst viel abzuschießen. Kurz sind nur die Tage azu, dann steht alles in den Feldern und ist unlesbar. Drum heißt es jetzt diese Böcke „fest- nachen". Wer erst im Juni anfängt zu suchen, vird vielleicht zu spät kommen. Erneut hat das Reichsjaadamt die Jägerschaft an frre Mithilfe bei der Wildmarkierung erinnert, kein Jäger, der ein Revier fein eigen nennt, vor o.lem aber fein Berufsiäaer, sollte in den kommenden Wochen ohne Wildmarken sein, wenn er in Revier ist. Jungwild findet man meist nur durch Hfsall, und wieviele günstige Gelegenheiten bleiben ungenutzt, weil die Wildmarke fehlt. Die Wildmarkierung aber liegt im eigensten Interesse des Jägers selbst. Denn unsere Kenntnisse vieler Vor- Schneewittchen auf der Straße. Endlich hatten die Regentage aufgehört, und man sah plötzlich, daß die Kastanien bald blühen wollten, der" Rasen dick und grün war und überall Blumen blühten. Die Sonne schien und lockte die Kinder — es ist eine ganze Anzahl aus unserm und den Nachbarhäusern — auf die Straße. Vor unferm Hause bereitete sich ein Ereignis vor. Ich sah es am aufgeregten Hin- und Herlaufen der Kinder und am gelegentlichen Stehenbleiben der Vorübergehenden. Da eine nahe Straße ausgebessert wurde, war ein kleiner Schuppen für die Arbeiter und Geräte aufgestellt worden. Neue Randsteine lagen bereit. Die Kinder hatten sich nach Schluß der Arbeitszeit darüber hergemacht und einige davon mit vieler Mühe zu einem Viereck hingelegt. In der Mitte stand ein kleiner Kindertisch, mit allerlei Täßchen und Becherlein darauf, auch Löffelchen, und man konnte unschwer erkennen, daß es ein Eßzimmer vorstellen sollte. Ein zweiter Raum enthielt zwei zusammengelegte Randsteine: das Schlafzimmer mit einem Bett, klar! Ich wartete gespannt, was nun käme. Die Kinder blieben eine Weile verschwunden. Nun hörte ich sie wieder: singend zogen sie heran, alle in Kapuzenmäntelchen, eins mit einem Glöckchen daran und mit einem schweren Sack über der Schulter. (Es war zum Glück Ende der Woche und die Klammersäcke wurden wohl nicht von den Müttern gebraucht!) „Wir sind die sieben Zwerge, wir gehen in die Berge, wir klopfen und wir hämmern vom Morgen bis zum Dämmern. Dann gehen wir nach Haus zu einem feinen Schmaus!" fangen die kleinen Kapuzenmännchen. Umständlich warfen sie dann, „zu Hause" angekommen, die Last ab und nahmen am Tisch Platz. Und nun hörte ich die alten, immer neuen Fragen: „Wer hat auf meinem Stühlchen gesessen?" „Wer hat mit meinem Löffelchen gegessen?" Die hohen Zwergenstimmchen zeigten größtes Erstaunen. Vorher hatte sich ein Mädelchen in weißem Kleid, mit prachtvollen schwarzen Zöpfen, auf das allerdings etwas harte Ruhebett gelegt und schlief dort tief und fest, wie sich das nach einem so langen Wandern durch den großen Wald von selbst versteht. Nun wurde sie von den aufgeregten Zwerglein entdeckt, und ein langes Wechselgespräch begann. Es endete schließlich: „Schneewittchen, Königstöchterlein, schlag auf die blauen Aeugelein, laß springen dein Herzlein wohlgemut, sollst bleiben hier in unsrer Hut, im grünen Reich der sieben Berge!" „Wie kann ich euch danken, ihr guten Zwerge?" „Kannst die Wirtschaft uns versehen, wenn wir tags in die Berge gehen!" Dann gingen die Zwerge beruhigt wieder an ihre Arbeit, und Schneewittchen räumte das Geschirr ab: „Morgens im Dämmerschein feg ich das Kämmerlein!" Wie schon die Kinder alles gelernt hatten! Es gab dann viel Beifall von den herbeigerufenen und zufälligen Zuschauern, den die Kinder strahlend hinnahmen. Tagelang hatten sie vorher geübt, ein Mädel führte Regie, und alle Kinder, auch die ftörri« scheu Buben, folgten ihr aufs Wort. „Im Sommer wollen wir ein ganz großes Stück im Garten auf» führen", erzählten sie, „auf das Einüben freuen wir uns schon. Und niemand darf uns dabei helfen!" Die Verse waren von Theodor Storm, wie ich bann sand. Auch über seinem stillen Grabe in Husum fängt es nun an zu grünen und zu blühen, und vielleicht singt ihm eine Amsel ein süßes Lied von einem alten deutschen Volksmärchen, das man auch auf der Straße spielen kann. E. L. St. Vornoiizen Tageskalender für Dienstag. Stadttheater: 20 bis 22.15 Uhr „Der Günstling".— Gloria-Palast, Seltersweg: „Die Tochter des Samurai". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die zweite Mutter". — Oberheffifcher Kunstverein, Turmhaus am Brand: 16 bis 18 Uhr Ausstellung von Gemälden, Aquarellen und Zeichnungen von Lotte Droese. Stadttheater Gießen. Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Heute abend findet die erste Wiederholung der erfolgreichen neuen Oper „Der Günstling" von Rud. Wagner-Regeny und Kaspar Neher statt. Die Erstaufführung hat in Gießen ein sehr lebhaftes Echo gefunden. Musikalische Lettung Kapellmeister Paul Walter. Spielleitung Wo'lfgang Kühne. Leitung der Chöre Kapellmeister Ernst Bräuer. Infolge Beanspruchung des Orchesters in Bad-Nauheim findet, außer der heutigen Vorstellung, nur noch eine Vorstellung dieser Oper am Montag, 10. Mai, statt. Die Mittwoch-Miete vom 12. Mai muß, da das Orchester schon in Bad-Nauheim beansprucht wird, auf Montag, 10. Mai, vorverlegt werden. Die heutige Theater-Vorstellung findet als 29. Vorstellung der Dienstag-Miete statt. Anfang 20 Uhr, Ende 22.15 Uhr. Landschaflsbund Volkstum und Heimat, Ortsring Gießen. Der Bund unternimmt am Himmelfahrtstag eine Wanderung durch den Krofdorfer Forst. Leitung: Heimatforscher E. Praß (Krofdorf). ASD., Ortsgruppe Gießen-Ost. Vetr.: Lebensmittel-Opferring. Die Sammlung wird Dienstag, 4., und Mittwoch, 5. Mai, von der NS.-Frauenfchaft durchgeführt. Die Mitglieder wollen die Pfundpäckchen bereithalten und die Mitgliedskarte zur Eintragung vorlegen. Der Inhalt der Päckchen ist außen sichtbar anzugeben. NSV., Ortsgruppe Mitte. Vetr. Pfundfammlung. Arn Mittwoch, 5. Mai, werden die Spenden (Pfundsammlung) durch die NS.-Frauenschaft eingesammelt. Die Hausfrauen werden gebeten, den Inhalt der Päckchen auf der Umhüllung kenntlich zu machen und die Mitgliedskarten zur Ouittungs» einzeichnung bereitzuhalten. Studenten als Erntehelfer. Ein Aufruf an die Studenten. Auch euch erwartet ein Platz im Vierfahresplan, der gewaltigen Front kämpfender Volksgenossen. Reiht euch ein! Oberschlesien, das Grenzland im Osten, die bayerische Ostmark rufen euch zu Land- und Fabrikdienst, Und dabei überaus gründliche Reinigungskraft, ^Schonung des “Zahnschmelzes, angenehm milderu.erfrischender Geschmack. 50 Pf. öte große Tube, 25 pf. Öie kleine lubß^^ 1A1 Bamberger Bi dwerke. Zur Siebenhundertjahrfeier des Domes. Nicht die Stadt Bamberg allein feiert in diesen lagen die siebenhundertste Wiederkehr ihrer Dvm- weihe, ganz Deutschland feiert mit, denn wenige unserer 'mittelalterlichen Kirchen sind uns Deutschen so ans Herz gewachsen, wenige empfinden wir fo als das steingewordene Sinnbild unserer besten Eigenschaften wie gerade diesen fränkischen Dom an der Regnitz. So wie er heute vor uns steht, ist et ein Werk des Uebergangs von der reifen Ro- mantft zur frühen Gotik. Eine Periode, die starke Mauermassen in ein schmückendes Prachtgewand zu flriben liebte, neigt sich mit ihm ihrem Ende zu, eine andere, deren Eifer mehr der konstruktiven Logik galt, erhebt sich in ihm mit der ganzen Anmat der Jugend. Er ist Spätling und Knospe zu- chich, und vielleicht ist es, neben seiner herrlichen Loge als „Statitkrone", diese glückliche Mischung der (Elemente, die bewirkt, daß wir beim Anblick des Simberger Domes unser Herz höher schlagen fühlen. Hinzu kommt das Bewußtsein einer langen urti stolzen Geschichte. Von ihr berichtet der heutige Dom nichts mehr, aber wir wissen doch, daß er einen Vorgänger hatte in dem frühromanischen Sau, der zusammen mit dem Bistum auf Geheiß Keifer Friedrichs II. im Jahre 1004 begonnen und 1012 geweiht wurde. Zweimal, 1081 und 1185, Lurch Brand beschädigt, aber wiederhergestellt, machte er schließlich nach 1200 einem vollständigen Dubau Platz, dem jetzigen Dom, dessen Bau- I-eichichte sich mit der Regierungszeit des Bauherrn, Uchof Ekberts von Andechs, deckt. Mit der Weihe am 6. Mai 1237 war er in der Gestalt fertig, die mir kennen: mit der noch ganz romanischen östlichen Schauseite des Georgenchors, einem westlichen Quer- fdjiff, dem sich der schon gotische Peterschor an- shließt, und dem doppelten, doch ungleichen Turm- par, das den ruhig ljin gelagerten Bau mächtig rinporhebt. Mehr noch als die Architektur hat feine einzigartige Plastik den Weltruhm des Bamberger Lomes begründet. Drei Statuenportale, die Schran- fen des Georgenchors und die im Innern verstreuen Einzelbildwerke zeugen von ihr. Daß ihre Werkmeister aus dem Westen kamen und Bekanntschaft mit französischer Kathedralskulptur gemacht hatten, ilt sicher) doch ist es für die Beurteilung ihrer Lei- ftung nicht wesentlich. Daß diese Steinmetzen das in Frankreich Erlernte nicht nur in ein unversuchtes Deutsch übertrugen, sondern daß auch der Schüler über den Lehrer hinauswuchs und Werke brf, die an Adel der Form den französischen nicht nachstehen, an Ausdrucksstärke sie dagegen weit übertreffen — das alles ist entscheidend. Bamberg bedeutet in dieser Hinsicht einen Höhepunkt der deutschen, ja der eeuropäischen Plastik. Es ist um einen Grad vornehmer als Naumburg und kräftiger als Straßburg, mindestens wenn man die Figuren der jüngeren Bildhauerwerkstatt, die wohl noch über die Dom weihe hinaus in Bamberg tätig war, betrachtet. Die der älteren Hütte, deren Erscheinen am Bauplatz man um 1210 ansetzt, wurzeln noch im Romanischen, haben noch nicht die freie Schönheit des zweiten Haupttneisters, aber was ihnen darin abgehen mag, ersetzen sie durch die Wucht ihrer Gebärdensprache, die Leidenschaftlichkeit ihres Innenlebens. Wo hat je ein Streitgespräch zwischen Männern eine solche Darstellung gefunden wie an den Georgenchorschranken, wo gottbegeisterte Propheten und Apostel über Glaubensfragen nicht disputieren, sondern mit Blicken und Fingern aufeinander einretien! Das Bogenfeld der Gnadenpforte neben dem Georgenchor ist zahmer, konventioneller, aber dafür gibt es wieder am Gewände des Fürstenportals — bezeichnenderweise handelt es sich auch da um Propheten und Apostel — solche Haudegen, deren innere Glut die Form sprengen zu wollen scheint und denen man es anmerkt, wie schwer es ihnen fällt, sich an einem Portal, das eine gewisse Uniformität der Haltung fordert, in Rech und Glied zu stellen. Erst mit der jüngeren Werkstatt tritt dann der große Meister auf den Plan, der die Rauheiten des Vorgängers überwindet und das Strenge mit dem Zarten harmonisch zu verbinden weiß. Unter feiner Leitung erhielt das Bvgenfeld des Fürsten- portals das herrlich bewegte Relief mit der Darstellung der letzten Dinge sowie die beiden weiblichen Begleitfiguren, die den Triumph der Kirche über den Alten Bund versinnbildlichen, bekamen die Adamspfvrte, die bisher nur einen architektonischen Rahmen hatte, ihren Statuenschmuck in Gestalt des kaiserlichen Stifterpaars, der beiden Heiliaen Petrus und Stephanus und der Eltern des Menschengeschlechts, diese zum ersten Male in einer Großplastik völlig nackt dargestellt — sie alle noch etwas befangen, noch mcht ganz aufgeblüht. Die letzte, noch mögliche Steigerung bringen dann die wohl schon damals im Inneren des Domes aufgestellten Freifiguren, Gestalten von einer Mächtigkeit der inneren und äußeren Form, daß man die Frage, ob auch sie für ein Figurenportal bestimmt waren, verneinen möchte. Maria, eine wahre Königin der Frauen, nach van einer leifen Verhaltenheit des Ausdrucks; ihre Partnerin Elisabeth, eine lodernde Flamme, wissend um ein fernes und ungutes Schicksal, eine Bluts- und Geistverwandte jener germanischen Seherin, die einst dem Drusus drohend entgegentrat; schließlich jener königliche Reiter, der, am Choreingang aufgebaut, aller Namen, die man ihm schon gegeben hat und weiter geben wird, zu spotten scheint, weil er bas Symbol des „ewigen Deutschen" ist, des Trägers einer göttlichen Botschaft, der in der Phantasie unseres Volkes immer neue Formen sucht und findet, sich stets wandelt und doch immer derselbe ist. Noch viel wäre von der Plastik des Domes zu sagen, auch der späteren. An die des dreizehnten Jahrhunderts schließt sich die des vierzehnten an, die in der erschütternden Greisenfigur des Bischofs Friedrich von Hohenlohe ihren Höhepunkt erreicht. Riemenschneiders Kaisergrab bezeichnet den Ausgang des Mittelalters. Ein prachtvolles Denkmal hat sich der Barock in der Kreuz,igungsgruppe des Justus G l e s f e r im Westchor gesetzt. Zu diesen Kostbarkeiten tritt jetzt anläßlich der Jubiläumsfeier der großartige holzgeschnitzte Altar des Veit Stoß, das letzte Werk des Meisters, bisher in der Oberen Pfarrkirche der Stadt, kaum beachtet, aufgestellt. Er wird fortan den Ostchor schmücken und damit die Reihe erlesener Werke der Bildhauerkunst schließen, die den Dom zu Bamberg zu einer Ruhmeshalle der deutschen Kunst macht. Ernst von Niebelschütz. Benedetti ärgert sich über Bismarck. Vor 70 Jahren wurde die deutsche und europäische Oesfentlichkeit durch die Luxemburger Frage schwer beunruhigt. Napoleon wünschte zum Ausgleich für die Erwerbungen, die Preußen 1866 gemacht hatte, das Großherzogtum für sich zu gewinnen, und beinahe wäre es darüber zum Kriege zwischen Preußen und Frankreich gekommen. Die Behandlung der Frage durch Bismarck war ein diplomatisches Meisterstück, dem in der Darstellung des früher in Gießen wirkenden Historikers Professor Dr. Gustav Rvlvff im Maiheft von Velhagen & Kla - sings Monatsheften nachzugehen einen hohen Genuß bereitet. Einen beinahe humoristischen Anstrich hat, wie sich Bismarck dem Drängen des französischen Botschafters Benedetti durch gelegentliche Hinweise auf sein schlechtes Befinden entzieht, und wie dieser ärgerlich nach Hause schreibt: „Seine Krankheit hindert ihn nicht, bei Schnee und Regen auf die Jagd zu gehen, den Verfassungsberatungen vorzusitzen, in den Kammern zu sprechen, Diners zu geben, an der königlichen Tafel zu erscheinen und da eine gute Figur zu machen; sie hindert ihn einzig daran, die Mitglieder des diplomatischen Korps zu empfangen." Bismarck empfand die Be- dettifche Betriebsamkeit als zudringlich und rücksichtslos und sah darin eine charakteristische Eigentümlichkeit der französischen Diplomatie. „Ich bin geneigt", schrieb er, „einen großen Teil der Schuld an seinem Auftreten dem allgemeinen Charakter der französischen Diplomatie, in Verbindung mit der unbewußten Wirkung feiner persönlichen Lebhaftigkeit zuzuschreiben. Die in bezug auf gute Erziehung und Höflichkeit wenig vorteilhafte Veränderung, welche in dem geselligen Verkehr der Franzosen überhaupt in der letzten Generation im Vergleich zu ihren Vorfahren eingetreten ist, hat ihren Einfluß auch aus den diplomatischen Verkehr geäußert. Dazu mögen noch Traditionen und Gewohnheiten des ersten Kaisertums kommen, unter deren Einfluß selbst Talleyrand stand, dessen diplomatisches Auftreten keineswegs immer ein taktvolles war. Es hat sich in der französischen Diplomatie ein schulmeisterlicher überlegener Ton gebildet, der am allerwenigsten gegenwärtig auf dem hiesigen Terrain angebracht ist." Wie wenig, sollte Benedetti ein paar Jahre später auf der Brunnenpromenade zu Ems noch einmal und besonders nachdrücklichst erfahren. 6oMd>ulnad)rid)fen. Dr. Bernhard Neumann, em. ord. Professor für chemische Technologie an der Technischen Hochschule und an der Universität Breslau, vollendete sein 7 0. Lebensjahr. Der Gelehrte (jubilierte sich 1900 an der Technischen Hochschule Darmstadt, wo er 1906 zum ao. Professor ernannt wurde. 1914 folgte Neumann einem Rufe an die Technische Hochschule in Breslau als o. Professor für chemische Technolvgie; in gleicher Eigenschaft wurde er 1914 an die dortige Universität berufen. Professor Neu» mann hat eine große Anzahl von Arbeiten über Ehemie, metallurgische Berechnungen, Theorie und Praxis der Elektrolyse ufro. veröffentlicht. Der ao. Professor Dr. A. F a u st an der Universität Tübingen wurde zum ordentlichen Professor für Philosophie an der Universität Bres - l a u ernannt. Der Führer und Reichskanzler hat den ao. Professor Dr. Hans Bürger-Prinz in Hamburg zum Ordinarius für Psychiatrie und Nervenheilkunde an der Universität Hamburg ernannt. Der bedeutende Heidelberger Anglist Geheimrat Professor Dr. Johannes Hoops hat von der Kalifornischen Staatsuniversität Berkeley bei San Franzisko eine Einladung erhalten, im Sommer 1937 als Gastprofessor dort Vorlesungen und Hebungen aus dem Gebiet der englischen Vhi- lologie zu halten; Geheimrat Hoops wird der Einladung Folge leisten. Am Abend des 1. Mai versammelte sich die Gefolgschaft der Universität Gießen zu ihrer Feier in den Räumen des Studentenhauses. Bei dieser Gelegenheit nahm der Rektor Prof. Dr. Baader im Anschluß an seine Ansprache über die Bedeutung des 1. Mai für unsere Volksgemeinschaft auch die Ehrung von Gefolgschaftsmitgliedern vor, die in diesem Jahre auf eine 40» bzw. 25jährige Tätigkeit an der Universität Gießen in treuer Pflichterfüllung zurückblicken können. 40 Jahre tätig sind: der Operationsgehilfe der Augenklinik Friedrich Becker und die Gartenarbeiterin der Veterinärklinik Maria Hahn; 25 Jahre tätig sind: Professor Dr. von Jaschke, Direktor der Frauenklinik, Wilhelm Leid ne r, Wärter an der Chirurgischen Klinik, Karl M a h n k o p p , Jnstitutsgehilfe am Physikalischen Institut. Der Rektor betonte, die Universität sei stolz auf diese Volksgenossen, die ihr so lange treue Dienste geleistet haben. Entsprechend der Volksverbundenheit der Arbeiter der Stirn und der Faust gab der Rektor weiter die Preisträger der Universität bekannt. Die Aufgabe der Theologischen Fakultät lautet: „Arm und reich im Alten Testament, eine soziologische und cheologische Untersuchung". Die hierzu von cand. theol. Arnulf Kuschte (Gießen) eingereichte Arbeit wurde mit einem vollen Preis bedacht. Die Aufgaben der Philosophischen Fakultät Jubilars und Preisträger der Universität. Jahreshauptversammlung -er Gießener Bienenzüchter. Das Jahr angestrengter züchterischer Arbeit, das für die heimische Bienenzucht wertvolle Anregungen und für den einzelnen reiche Förderunaen bedeutete, wurde mit der Jahreshauptversammlung im „Hotel Hopfeld" beschlossen. Der verdiente Führer der Ortsgruppe Gießen in der Reichsfachgruppe Imker, Bodenbender, begrüßte die Erschienenen und sprach von den vielen Arbeiten, die die nächste Zeit für ihn durch den Besuch verschiedener Fachversammlungen bereithält. Er machte bekannt, daß im Juni der bekannte Imker I h n> (Frankfurt am Main) hier einen Vortrag aus seinem Jmker- leben halten und dabei auch der Landesfachgruppen- zuchtstation auf der Hardt einen Besuch abstatten wird. In einer kurzen Uebersicht erstattete er den Jahresbericht, aus dem u. a. zu entnehmen war, daß das letzte Bienenjahr ein Fehljahr wie schon 1935 war. Wie weit sich die Hoffnungen in diesem Jahre erfüllen werden, ist kaum oorauszu- sehen. Die Völker waren gut durch den Winter gekommen und hatten auch noch reichlich Futter, so daß sie ganz normal in die Brut gelangen konnten. Das schlechte Aprilwetter aber hat sich ungünstig ausgewirkt, so daß erst nach Ablauf einer besseren Periode ein Schluß auf die Zukunft gezogen werden kann. Bisher sind durch das ungünstige Frühjahr die Völker noch schwach, und mit einer Rekord- ernte ist nicht mehr zu rechnen. Rur wenn ein außerordentlich guter Monat 7Nai eintreten würde und die Völker stark auseinandergehen, so daß die Tracht im Juni und Juli noch eingebracht werden kann, dürften einige Hoffnungen zu erwarten fein. Der Ortsgruppenführer berichtete unter Anteilnahme der Versammelten von einem großen Schaden, der seine ausgedehnten Bestände aus unerklärlichen Gründen betroffen und seine züchterische Lebensarbeit vernichtet hat. In seiner langen Züchterpraxis ist ihm kein derartiger Fall bekannt geworden. Im Anschluß an ben Jahresbericht wies Herr Bodenbender auf „Die Arbeit innerhalb des Vierjahresplanes", wie sie den deutschen Imkern aufgetragen worden ist, hin. Das von der Reichssachgruppe veröffentlichte Ziel dieser Bestrebungen ist, in den Jahren 1937 bis 1940 die Zahl der Bienenvölker von 120 000 auf 175 000 zu erhöhen, so daß jeder Züchter nach Möglichkeit seine Bestände um ein Volk mehr als bisher vermehrt und daß darüber hinaus die bisherige Ernte von je 10 Kilo pro Volk auf 12,5 Kilo gesteigert wird. Diese Aufgabe ist an sich im ersten Jahr zu lösen, sie wird aber im zweiten durch die notwendige Erweiterung der Einrichtungen schwieriger, so daß die Reichsfachgruppe für entsprechende Unterstützungen oorgesorgt hat. Es wurde betont, daß es keinen Streit um Rassen und Stämme unter den Bienen gibt, sondern daß jeder aus seinen Beständen das und ihre Preisträaer sind: a) Aus dem Gebiet der Kunstgeschichte: „Auftraggeber und Künstler in der Kunst der deutschen Renaissance". Preisträger: stud. phil. Heinz Schwarzmann (Gießen), b) Aus dem Gebiet der romanischen Philologie: „Bezeichnungen für Armut und Reichtum im Französischen". Preisträger: cand. phil. Hans Späth (Gießen), c) Aus oem Gebiet der Zoologie: „Bau, Entwicklung und Farbenentstehung bei den Schillerzellen der Tintenschnecken". Preisträger: cand. phil. Wilhelm Schäfer (Gießen), d) Aus dem Gebiet der Botanik: „Reue Beiträge zur physikalischen Physiologie der vegetabilischen Protoplasten". Hierzu gingen zwei Preisarbeiten ein. Preisträger sind: cand. rer. nat. Walter Michel (Gießen) und cand. rer. nat. Lisbeth Schorr (Gießen), e) Aus dem Gebiet der Geographie: „Morphogenetische Untersuchungen des Gebietes zwischen Lahn, Sieg und Dill". Preisträger ist: Friedrich Müller (Worms). Alle genannten Preisträger erhielten einen vollen Preis. Der Diezpreis wurde Studienassessor Rudolf W o I;f aus Büdingen für die von ihm vorgelegte Arbeit „Der Stil der Rhetoriqueurs" zuerkannt. In echter Kameradschaft blieb die Gefolgschaft der Universität bis m die frühen Morgenstunden vereint. höchste herauswirtschasten muß. Für diesen edlen Wettstreit um die Spitzenleistungen gibt es Beihilfen für die Belegschaft; anstatt von Barmitteln kann auch Zuchtmaterial gegeben werden. Außerdem werden Brutschränke zu ermäßigtem Preise beschafft. 24 000 Einwabenkästen sind bereits ausgegangen. Weiterhin werden Zuchtversuche zur Erlangung von rotkleeaünstigen Bienen unternommen. Zur Förderung Der Betriebswirtschaften wird eine Aufklä- rungsvropaganda durchgeführt, die durch Vorträge aller Art und auch durch Schmalfilme dem Imker die besten Erfahrungen vermitteln soll. Das Jahr 1937 steht im Zeichen der Wanderung. In Hessen sind ungünstige Wanderungsgebiete, weil sie zu weit abliegen. Es ist die Möglichkeit geboten, in den Schwarzwald und in die Heide zu wandern. Rechnungsführer H ö b e l e r erteilte den Kassenbericht, der Aufschluß über geordnete Kassenoer- hältnisse gab. Die Ortsgruppe Gießen umfaßt etwa 260 Mitglieder mit 1761 Völkern. Nachdem der Ortsgruppenführer dem Rechner Entlastung erteilt und ihm für die umfangreiche Arbeit gedankt hatte, berichtete Bienenwanderobmann Weiß über die Auerbacher Tagung, auf der die Wanderung der Bienenvölker eingehend besprochen wurde. Jeder Imker, der über 40 Völker hat, wird sich an der Wanderung beteiligen müssen. An den Erfahrungen, die Dr. F r e u d e n st e i n an der Bergstraße machte, wurden die Vorteile des Dienenwanderns dargelegt und besonders auf die ertragreichen Ergebnisse solcher Unternehmen nach dem Schwarzwald hingewiesen. Die hessischen Imker sollen außer dem Schwarzwald auch die Heide mit ihren Völkern beweiben. Das wilde Wandern ist natürlich verboten, und nur durch die Organisation werden die Einteilungen vorgenommen. Herr Bodenbender teilte dazu praktische Erfahrungen mit und besprach die Mithilfe der Imker bei der Bekämpfung des Kartoffelkäfers. Er gab einige Anordnungen bekannt, die den Imker vor Verlusten schützen werden. Die außerordentliche Verbreitung dieses Käfers, dessen Weibchen über 3 Millionen Nachkommen erzeugen kann, mahnt zur Vorsicht auch dort, wo er bisher noch nicht angetroffen wurde. Der Obmann für die Bienenbeobachtung, der auch den Lehrstand der Landesfachgruppe an der Hardt betreut, Studienassessor Maul, forderte zu einer kameradschaftlichen Hilfe für den geschädigten Ortsgruppenführer auf, und auf den Vorschlag von N e e b (Naunheim) fanden sich die Imker sofort bereit, ihrem verdienten Führer als Zeichen ihres Dankes für seine so oft bewiesene tatbereite Hilfe durch die Ueberlassung der Erstschwärme seine Belegschaft wieder aufzufüllen. — Bienenweideobmann Pfeiffer (Launsbach) berichtete über ein großes Entgegenkommen der Gemeinde Wißmar, die nicht nur Oedland zur Verfügung gestellt, sondern auch die Anpflanzung von Akazien vorgenommen hat. Im gleichen Sinne sollen überall dort Anregungen gegeben werden, wo noch Oedland anzutreffen ist. zum Kampf für deutsches Volkstum an bedrohten Grenzen! Deutsche Bauern aller Gaue brauchen eure Kräfte, während Tausende ihrer Söhne im Heere Ehrendienste tun. Es gilt, die Ernte, den wertvollen Schatz der Nation, zu bergen! Deutschland und der Führer hoffen auf euch, auf die überlieferte Begeisterung deutscher Studenten für große deutsche Werke! Opfert darum einen Teil eurer Ferien! Mel - bet euch zum Großeinsatz deutscher Studenten in der Erntehilfe! Studenten! Kameraden! Man wartet auf euch! Meldungen bis 10. Mai an das Amt für studentischen Einsatz, Studentenhaus, Zimmer 6, und im Geschäftszimmer der Studentenschaft, Studentenhaus, Zimmer 9. Die Zahrestagung des VH6 Am 22. und 23. Mai hält der Vogelsberger Höhen-Club feine diesjährige (56.) Hauptversammlung auf dem Hohervdskopf ab, mit der die Neu- weihe des erweiterten alten Klubhauses verbunden wird. Am 22. Mai, nachmittags, findet eine Beiratssitzung im Klubhaus statt, der sich ein Begrüßungsabend anschließt. Der Sonntag, 23. Mai, bringt vormittags die Hauptversammlung im neuen Klubhaus, anschließend eine Weihestunde im alten Klubhaus, sodann gemeinsames Mittagessen. Nachmittags findet ein Festzug nach dem Taufstein und Bismarckturm statt, wo eine Kundgebung sich anschließt. Volksfest und Tanz auf dem Hohervdskopf bilden den Ausklang der Tagung. Hundert Jahre Firma Hochstätter in Gießen. Am morgigen 5. Mai kann die Firma Heinrich Hochstätter in Gießen auf ihr hundertjähriges Bestehen zurückblicken. Die Firma wurde am 5. Mai 1837 als Tapeziergefchäft von dem in Darmstadt geborenen Johann Heinrich Hochstätter in dem Haufe Kirchenplatz 15 gegründet und zugleich mit einer Tapeten- und Möbelhandlung verbunden. Das junge Geschäft hatte einen guten Auftakt, denn schon von Anfang an zählte es, wie das heute noch vorhandene erste Geschäftsbuch ausweist, viele erste Familien aus Gießen zu seiner Kundschaft. Der gute Aufschwung des Unternehmens machte im Jahre 1839 dessen Verlegung in ein größeres Haus am Seltersweg erforderlich, aber schon nach wenigen Jahren wurden auch dort die Räume zu klein, so daß sich der Geschäftsinhaber im Jahre 1846 entschließen mußte, das Haus Ecke Schloßgaffe/Brand- platz zu kaufen, das er durch einen Anbau vergrößerte, hier fein Geschäft unterbrachte und zugleich die Herstellung von Tapeten in dem damals üblichen Handdruckoerfahren aufnahm. Ende 1848 verstarb der Gründer der Firma. Inhaber des Geschäfts wurde nunmehr der kaum 19 Jahre alte älteste Sohn, der von seiner Ausbildung im Möbel- und Dekorationsfach in Paris nach Haufe zurückkehrte, um die Leitung des Geschäfts zu übernehmen. In unermüdlicher und zäher Arbeit gelang es chm, trotz mancherlei wirtschaftlicher Schwierigkeiten jener Jahre und der Rückwirkungen der Kriegsjahre 1864, 1866 und 1870/71 das Geschäft in gedeihlicher Weise weiter aufwärts zu entwickeln. Im Jahre 1872 trat sein aus dem Kriege heimgekehrter Bruder Max in das Geschäft ein, das von nun ab unter der Firma H. Hochstätter Söhne als reines Tapetengeschäft weiterge führt wurde. Zur Schaffung neuer Lagerräume wurde im Jahre 1876 das an bas Geschäftshaus angrenzende Grundstück Schloßgasse 16 erworben. Da das Geschäft immer mehr an Ausdehnung gewann, wurde es 1881 in ein Laden- und ein Versandgeschäft getrennt; ersteres führte Heinr. Phil. Hochstätter unter der alten Firmenbezeichnung weiter, das Versandgeschäft übernahm sein Bruder Max unter der Firma H. Hochstätter Söhne. Im Jahre 1907 wurden wegen Erkrankung von Max Hochstätter die beiden Geschäftszweige wieder vereinigt und von da ab als offene Handelsgesellschaft geführt. Die ständige Vergrößerung der Firma machte es im Jahre 1912 erforderlich, an Stelle der alten Häuser am Brandplatz einen Neubau zu errichten, der im Mai 1912 bei der Feier des 75. Bestehens bezogen wurde. Die Jahre des Weltkrieges brachten auch diesem Unternehmen mancherlei Schwierigkeiten, die aber glücklich überwunden wurden. Am 8. Mai 1922 starb nach 63jährigem rastlosen Wirken für das Geschäft Heinr. Phil. Hochstätter im 83. Lebensjahre. Die Leitung des Unternehmens ging nunmehr in die Hände seines Sohnes, des letzigen Firmeninhabers über. Bald nach dem Kriege wurde der Artikel Teppiche hinzugenvmmen, die Verkaufsräume im Haufe an Brandplatz mußten vergrößert werden, um das Tapetengeschäft mit dem Hauptgeschäft zu vereinigen. Aber auch diese Räume genügten schon bald nicht mehr den Erfordernissen des Geschäftsbetriebs, so daß das Geschäft im Juni v. I. aus dem Haufe am Brandplatz, wo es 81 Jahre lang betrieben wurde, in die neuen, größeren Geschäftsräume in der Plockstraße übersiedeln mußte. Anläßlich ihres Jubiläums veranstaltet die Firma in Gemeinschaft mit dem Deutschen Tapeten-Museum in ihren Geschäftsräumen eine Ausstellung von Tapeten aus der Erzeugung der letzten zwei Jahrhunderte. Vortragsabend der Frauenschast Gießen-Ost. Kinderzeichnungen, das war das Thema eines Vortrags mit Lichtbildern, zu dem die Mitglieder der Frauenschaft und des Frauenwerkes Gießen-Ost gebeten wurden. Die schön geschmückte Aula des Gymnasiums war dicht besetzt, als Frau Schön den Abend eröffnete. Musik und Gedichte leiteten über zu dem Vortrag von Fräulein Dr. B o e e r s, die zunächst in einleitenden Worten erklärte, was die Erwachsenen aus der Betrachtung von Kinderzeichnungen lernen könnten. Sie betonte, daß sie nur Zeichnungen brächte, die von Kleinkindern selbständig gefertigt seien oder von Schulkindern, die noch keinen Zeichenunterricht gehabt hätten, denn nur aus diesen Zeichnungen spricht das Wesen des Kindes. Die Blätter zeigten bann die Entwicklungsstufen der kindlichen Zeichnung. Angefangen bei den Kritzeleien des zweijährigen Kin- des, die von den Erwachsenen belacht oder verboten werden, die aber für das Kind schon ein Tun bedeuten, das es erfreut und befriedigt, entstanden nach und nach Formen, die durch die kindliche Einbildungskraft belebt und gedeutet werden. Weitere Bilder zeigten dann schon die bewußte Darstellung von Erde und Himmel, dazwischen Bäume, Blumen, Häuser und Menschen. Am Schluß brachte die Vortragende einige Zeichnungen, aus denen eine unruhige fast gestörte Gemütsverfassung deutlich zu erkennen war, ein Beweis, daß in der Zeichnung sich das ganze Wesen des Kindes ausspricht und verrät. — Die Hörerinnen folgten mit großer Aufmerksamkeit und dankten den fesselnden Ausführungen mit lebhaftem Beifall. Ein Satz aus einer Sonate von Mozart, in klangvollem Zusammenspiel von Frau N e 11 e l b e ck (Violine) und Fräulein H o o s (Klavier) gebracht erfreute die dankbaren Zuhörerinnen und beschloß stimmungsvoll den anregenden Abend. F. K. Vortragsabend der Franenschast Gießen-Süd. lieber das Thema „Die rassenpolitische Lage des deutschen Volkes" sprach in der Frauenschaft Gie- ßen-Süd im großen Saal des Studentenheims Gau- amtsleiter Professor Dr. Kranz. In Vertretung der Leiterin eröffnete Frau Herzog den Abend und begrüßte die zahlreich erschienenen Mitglieder. Nach einem Dorspruch und Gesang begann Professor Dr. Kran§ seine Ausführungen. Er ging von den Zusammenhängen zwischen Rasse und Kultur aus und wies auf die dringende Notwendigkeit quantitativer und qualitativer Bevolkerungs- und Rassenpolitik hin. Er zeigte die Leistungen des Nationalsozialismus zur Lösung dieser Fragen. Die Hebung der Bevölkerungszahl durch Siedlung, Arbeitsbeschaffung und Gewährung von Kinderbeihilfe, die qualitative Verbesserung durch Verhütung erbkranken Nachwuchses und durch das Ehetauglichkeitsgesetz und die Eheberatung. Die Frauen folgten den fesselnden Ausführungen mit reger Aufmerksamkeit und dankten dem Redner durch lebhaften Beifall. Gemeinsamer Gesang schloß den eindrucksvollen Abend. F. K. Lehrgänge im AeichSinütterdienst. In Gießen veranstaltet der Reichsmütterdienst Lehrgänge in Säuglingspflege, Gesundheits- und häusliche Krankenpflege, Kochen und Haushalts- führung, Nähen und Ausbessern und einen Erziehungskursus. Anmeldungen an die Leiterinnen Der Ortsfrauenschosten ober auf der Geschäftsstelle der Kreisfrauenschaft, Frankfurter Straße 1. Gießener Tvochenmorkkpreise. * Gießen, 4. Mai. Auf dem heutigen Wochen markt kosteten: Deutsche feine Molkereibutter, H k^ 1,57 Mark, feine Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60, LandVutter 1,42 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, deutsche, Klasse S 11, Klasse A 10^, Klasse B 10, Klasse C 9%, Klasse D 9, ungezeichnete 8, Enteneier 10 bis 11, Wirsing, % kg 15 bis 20, Weißkraut 12 bis 15, Rotkraut 15 bis 18, gelbe Rüben 20 bis 25, rote Rüben 10 bis 12, Spinat 15 bis 20, Römischkohl 12 bis 15, Unterkohlrabi 8 bis 10, Feldsalat, 50 g 10 bis 12, Vi kg 90 Pf. bis 1,10 Mark, Tomaten 50 bis 60 Pf., Zwiebeln 10 bis 15, Meerrettich 30 bis 60, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Rhabarber 15 bis 18, Kartoffeln, alte, kg 5 Pf., 5 kg 46 Pf., 50 kg 3,80 bis 3,95 Mark, neue, Vi kg 25 Pf., Aepfel 40 bis 60, Zwetfchenhonig 45, Salat, das Stück 15 bis 25, Salatgurken 60 bis 65, Oberkohlrabi, neue, 15 bis 16, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 30, Rettich, alte, 10 bis 15, neue, das Bündel 20 bis 30, Radieschen, das Bündel 10 bis 15 Pf. * ♦♦ Oeffentliche Bücherhalle. Im April wurden 2114 Bände ausaeliehen. Davon kamen auf: Literaturgeschichte 1, Zeitschriften 14, Gedichte und Dramen 21, erzählende Literatur 1302, Jugendschriften 339, Länder- und Völkerkunde 107, Kultur- geschichte 4, Geschichte und Biographien 203, Kunstgeschichte 3, Naturwissenschaft und Technologie 45, Heer- und Seewesen 27, Haus und Landwirtschaft 4, Gesundheitslehre 5, Religion und Philosophie 8, Staatswissenschaft 29, Sprachwissenschaft 2 Bände. Nach auswärts kamen 22 Bände. ** Der erweiterte Frühjahrsfahr- plan der Köln-Düsseldorfer beginnt mit Himmelfahrt. Er wird in der Zeit vom 6. bis 9. Mai durch „Billige Maitage" eingeleitet, an denen alle einfachen Fahrscheine zur freien Rückfahrt berechtigen, sicherlich eine willkommene Gelegenheit, um sich am Einzug des Frühlings am Rhein zu erfreuen. Große Strafkammer Gießen. An Stelle einer an sich verwirkten Gefängnisstrafe von zwei Monaten verurteilte die Große Strafkammer den 32jährigen O. B. aus Schotten wegen fahrlässiger Tötung zu einer Geldstrafe von 2 0 0 R M. Der Angeklagte befuhr in der Nacht vom 2. August 1936 die Landstraße in Richtung Hirzenhain. Auf der Ortsstraße in Merkenfritz standen, von einer Kirchweihe kommend, einige Personen und unterhielten sich. Der Angeklagte fuhr mit erheblicher Geschwindigkeit. Er hätte, als er merkte, daß sich die Passanten etwas eigenartig verhielten, feine Geschwindigkeit erheblich vermindern müssen. Dies wäre ihm durch sofortiges starkes Abbremsen möglich gewesen. Er tat dies aber nicht, sondern nahm lediglich Gas weg und versuchte, nach der Seite hin mit seinem Wagen vorbeizukommen. So kam es, daß er von zwei sich plötzlich aus der Menschengruppe lösenden Personen den 32jährigen Conrad Reutzel anfuhr, der einen schweren Schädelbasisbruch davontruq und, ohne das Bewußtsein wiedererlangt zu haben, in der Klinik an den Folgen dieses Unfalls verstarb. Nach dem Gutachten des Sachverständigen konnte der Angeklagte die fragliche Straße gut übersehen und beleuchten; er hätte vorsichtiger und erheblich langsamer fahren müssen. Da er nicht die nötige Sorgfalt hat walten lassen, die man von jedem Verkehrsteilnehmer verlangen muß, erkannte das Gericht auf die genannte Strafe. Außerdem wurde der Angeklagte mit den Kosten des Verfahrens belastet. Wirtschast. Stahlwerke Höchling-Buderus AG., Wetzlar. Fwd. Die Stahlwerke Röchling-Buderus- A G., Wetzlar, stellt in ihrem Geschäftsbericht für 1936 u. a. fest, daß die seit 1933 ansteigende Entwicklung des Jnlandsgeschäfts sich auch im Jahre 1936 fortgesetzt hat und aus vielen Gebieten der Wirtschaft zu einer guten Beschäftigung der Abnehmer-Betriebe des Unternehmens führte. An den Arbeiten zur Rohstoffbefchaffung hat sich die Gesellschaft im abgelaufenen Jahre mit Erfolg beteiligt. Auch der planmäßigen Weiterentwicklung des Ausfuhrgeschäftes wurde besondere Aufmerksamkeit zu- gewandt. Auf Grund ihrer gut ausgebauten Aus- lands-Verkaufsorganisation gelang es der Gesellschaft auch im vergangenen Jahre, trotz des gestiegenen Jnlandumsatzes den prozentualen Anteil der Ausfuhr auf gleicher Höhe zu halten. Die Betriebsüberschüsse werden mit 11,46 Mill. Reichsmark ausgewiesen. Dazu treten noch 0,07 Millionen RM. außerordentliche Erträge und das Geschäftsjahr nicht betreffende Erträge von 0,33 Millionen RM. Anderseits erforderten Löhne 5,07, soziale Aufwendungen 0,55, Zinsen 0,21, Besitzsteuern 2,23, andere Steuern 0,47 und alle übrigen Aufwendungen 1,44 Mill. RM. Abschreibungen auf Anlagen wurden mit 1,33 Mill. RM. vorgenommen. Andere Abschreibungen und die Erhöhung der Del- credere-Rücklage erforderten 0,27 Mill. RM. Danach ergibt sich einschließlich 148 036 (126 222) RM. Ge- winnvortrag ein Reingewinn von 452 594 RM., aus dem 4 (0) v. H. Dividende ausgeschüttet und 332 594 RM. vorgetragen werden sollen. Bhein-Maiwsche Börse. INittagsbörse fest. Frankfurt a. M., 3. Mai. Obgleich der Auftragseingang aus dem Publikum klein war und das Geschäft an allen Märkten nur langsam in Gang kam, blieb doch die feste Haltung, die sich am Ende der Vorwoche wieder angebahnt hatte, bestehen. Die letzten Dividendenerklärungen wirkten weiterhin anregend, anderseits übten die Ermäßigungen im Salzdetfurth-Konzern kaum noch einen Einfluß aus. Am Aktienmarkt überwogen Befestigungen von 0,50 bis 1,25 v. H. Von Montanwerten blieben Mannesmann mit 126,65 bis 127 (126,13) mehr beachtet, Harpener zogen 1,50 v. H. an auf 164, im übrigen lagen die Kurse etwa 0,50 v. H. hoher, MAGGI Die gelbe Soßenschüsspl im roten Feld, das ist das Kennzeichen für ™(1 Am Re" Mit •• um neu von I ' dem b G Kren Buenos Aires... Brügel Rio de Janeiro.. Polen.......... Sovcnhagen..... Tanzig......... London ........ 6el(ing,oti...... Pans.......... Holland........ Italien......... *0lkstQ, S-Ä 5-g SSZ 5.S« $011 Ren nur Notiz. » Seife repar uiunal-Oblig wannen 0^ wenig vera weiter sest m Anzüge-d ,c Kleidung und Land neuen au^hdhhdl lu lästig, ivnter i.L^q s w Äf höher nut M- Insolgedel auch an 1 Haltung, bnei Kurse vielen wohl gegen Berliner och" fürWnnesnia Stahl -»eiter n farben blieber waren gegen - fragt. Sonst w lin 129,50), W (155), Deutsche frier Stand v M X<'- f I L Trachten neuen haltbaren Stoffen mässigen Preisen • bringt Formen und Land Anzüge — die beliebte Kleidung für Stadt aus zu ■ eßen, efängms. e Troße Schotten d strafe rinnt mit >■ bis 9. 'n denen ahtt be- egenheit, ^ein zu Buderus exkl. 4,5 v. H., Dividende 129,65 (133,50). Bon chemischen Papieren erhöhten sich IG.-Farben auf 169,75 (169,25), Th. Goldschmidt auf 139,50 (138,75), dagegen Deutsche Erdöl 153,50 (154). Elektroaktien lagen ruhig, jedoch bis 0,65 o. H. freundlicher. Deutsch-Atlanten nach Pause 2,25 v. S). niedriger mit 121,25. Bon Motorenaktien Daimler weiter fest mit 141,90 (140,75), BMW. ruhiger mit 155,25 (155,50), von Maschinenaktien Iunghans 134,50 (133,50), Moenus 114 (114,25). Fest lagen erneut Reichsbank mit 204,50 (203), ferner Bem- berg mit 122 (120,50), Zellstoff Aschaffenburg mit 145,40 (144,25), auch Westdeutsche Kaufhof 0,50 v. 5). höher mit 62,65 Am Rentenmarkt wurden Kommunal-Um- schuldung mit 94 (93,90) gefragt, ebenso Städte- Altbesitzanleihen mit 129,75 bis 130, im übrigen war das Geschäft bei voll behaupteten Kursen noch unentwickelt. Bon Renten kamen Altbesitz mit 126,13 (126) zur Notiz. Goldpfandbriefe weiter gefragt und teilweise repartiert oder gestrichen, ebenso einige Kom- munal-Obligationen. Liquidationspfandbriefe gewannen 0,13 bis 0,25 v. 8)., Stadtanleihen waren wenig verändert. Bon Provinzanleihen Oberhessen weiter fest mit 137 (136,50). Abendbörse ruhig. Infolge der schwachen Kundschaftsbeteiligung war auch an der Abendbörse das Geschäft nur klein. Die Haltung blieb aber durchaus freundlich, und die Kurse wiesen nur ganz geringe Abweichungen sowohl gegen den Frankfurter, als auch gegen den Berliner Schluß auf. Etwas Nachfrage erhielt sich für Mannesmann mit 127,40 (127), während Verein. Stahl weiter abbröckelten auf 119,25 (119,50). IG.- Farben blieben mit 170 gut behauptet, Bemberg waren gegen Berlin 0,40 v. H. höher mit 122 gefragt. Sonst notierten u. a.: Buderus 129,25 (Berlin 129,50), Rheinstahl 159 (158,50), BMW. 155,50 (155), Deutsche Erdöl ermäßigten sich auf den Berliner Stand von 152,50 (153,75), Licht und Kraft r: b" 11, -°L Ä* 30 Qrber 15 ’ 46 Pf 25 U l,Qt- dos Aerkohl- ■Ilerie 10 : •oünbe( April Linien ^dichte 'Hgend- > Kultur- Kunst- logie 45, Ortschaft ophie 8, - Bände. Devi 30-April Amtliche Noliecung Geld I Bries' enmarkl Berlii 3 .Mai Amtliche Notierung Geld | Bries 150,25 (150), Holzmann 154,50 (155), Muag 152,50 (152,25), Moenus unv. 114, Schuckert 171,50 (172). Am Rentenmarkt war das Geschäft bei unveränderten Kursen auch nur klein. Kommunal-Umschuldung bewegten sich bei etwa 94,05 bis 94,10, 6proz. JG - Farben 136,75, 4,5proz. Krupp 98,13. Iranksurker Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 4. Mai. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 900 Kälber, 30 Schafe, 5300 Schweine. Es kosteten: Kälber 30 bis 65 Mark, Hämmel 40 bis 50, Schweine 48,50 bis 50,50 Mark. — Marktverlauf: Schweine wurden zugeteilt, Kälber, Hämmel und Schafe lebhaft. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 3. Mai. Während die meisten Weizenmühlen durch die Zuweisungen der Reichsstelle von In- und hauptsächlich Ausland- weizen die Vermahlung ihrer Maikontingente sicher- gestellt erhalten, wird für die näher gelegenen Roggenmühlen vorerst die Vermahlung der eigenen Vorräte in Frage kommen. Nur in einigen Fällen wurde Roggen zugeteilt. Gerste und Hafer ohne Umsatz. Durch die besseren Mehllieferungen bleibt der Mehlmarkt aufgelockert, die Nachfrage nach Weizenmehl aller Typen ist wie bisher lebhaft. Neben Mehl aus Jnlandweizen kommt jetzt Auslandweizenmehl mit den festgesetzten Zuschlägen zur Lieferung. Roggenmehl ist zwar von den Bäckern etwas weniger gefragt, jedoch sucht man die Läger möglichst aufzufüllen. Die neue Type 1150 wird jetzt abgeladen. Rauhfutter wird laufend gefragt, aus Süddeutschland lag etwas Angebot vor. Es notierten (Getreide je Tonne,. alles übrige je 100 Kilogramm) in RM.: Weizen W13 211, W16 214, W 19 218 W 20 220; Roggen R 12 174, R 15 177, R 18 181, R 19 183, Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Futtergerste und Futterhafer nicht notiert. Weizenmehl Type 812 W13 29,80, W16 29,90, W19 29,90, W 20 30,25; Roggenmehl Type 1150 R12 22,45, R15 22,80, — Frankfurt a. M. 30 April 3-Mai Sinnliche Notierung Geld | Brie, Amtliche Notierung Geld I Bries Japan.................... 0,716 0,718 0,715 0,717 Jugoslawien .............. 5,694 5,706 5,694 5,706 Oslo.................... 61,91 62J13 61,71 61,83 48 95 49 05 48,95 49.05 Lissabon.................. 11,19 11,21 11,155 11,175 Stockholm................ 63,47 63,59 63,27 63,39 Schweiz.................. 57,05 57,17 56,91 57,03 Spanien.................. 16,98 17,02 16.98 17,02 Lrag..................... 8 648 8 664 8 646 8,664 Budapest................. Neu York.................. 2,488 2,492 2,488 2,492 Manhlöooo von3bls20v-erhaltensieb8i IldLöllduuU holten Veröffentlichungen einer Anzeigei £ Ganz entzückende Q Sommerkleider Deutsche Druckstoffe Kräusel-Krepp Dirndl-Waschstoffe sind eingetroffen _____________________________ ____________3082 A Mühlenfestpreise ab Mühlenstation. Sojaschrot, Palmkuchen und Erdnußkuchen nicht notiert; Treber 14,— Höchstpreis ab Erzeugerstation; Trockenschnitzel nicht notiert; Heu 5 bis 5,50, dasselbe, drahtgepreßt, 5,40 bis 5,90; Weizen- und Roggenstroh (drahtgepreßt oder gebündelt), 2,40. Tendenz: ruhig. R 15 10,15, R 18 10,40, R18 23,30, R19 23,50, plus 0,50 RM. Fracht- Ausgleich. Weizenfuttermehl 13,60; Weizenkleie W 13 10,75, W 16 10,90, W 19 11,10, W 20 11,20; Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Roggenkleie R 12 9,95, R 19 10,50, — Frankfurt a. M. Berlin Schluß» kurS Schlußk. Abend, börse Schluß» kurs Schlußk Mittags börse Frankfurt a. M. Berlin Schluß» kurs Schlußk. Abendbörse Schluß- kurs Schlußk. Mittag- börse Datum Dalum 30 4. 3.5. 30.4. 3.5. 30.4 3 5. 3.5. 30.4. 5% Deutsche RetchLanleihe v. 1927 4% Deutsche ReichSanl. von 1934 5Vi% Doung-Anleihe von 1930 .. 4>/2% Hessische Volksstaat von 1929 4%% Deutsche Reichspostschatz von 1934 I...................... V/i% Deutsche Reichsbahnschatz von 1936 I.................. Reichsanleihe-Altbesih.......... Oberhessen Provtnz.Anleihe mit Auslos.-Rechten.............. 4Vi% Hess. L andeSbk. Darmstadt Goldpfe. R. 12.............. t>Yi% Hess. Landes-Hyp.-Bank Liqu. Goldpfe............... 4yz% Preutz. Landespfdbr.-Anst. Goldpfe. R. 19.............. , An den »e Gesell, beteiligt des Au-> imteit zu' uten Au^' er Gesell' des gestlk' Anteil der 1,46 0 noch y und von hne 5,0h B**$ Volkstümliche Naturwissenschaft in reichbebilderten, leichtverständlich geschriebenen Werken und in verschiedenen Preislagen bieten unsere Verlagserzeugnisse. 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Schulstr. 7 Baumpfähle Rosenstäbe Latten * Dachpappe Karbolineum HappelS ßo. Kl.Mühlgasse4 u.6 Ruf 3925 nAumAnh Ernst Aßmann 2510V Hitlerwall 7 Oie kluge Hausfrau ergänzt ihren Vorrat mit -Kolonialwaren und -Lebensmitteln wird durch die Einwirkung des Rauches die Benützung des Grundstückes wesentlich beeinträchtigt oder die Zuführung entstcht durch eine nach den örtlichen Verhält- niffen ungewöhnliche Benutzung des Nachbargrundstücks. Rauchen von Zigaretten, Zigarren und Tabak ist für Erwachsene nur dann schädlich, wenn es im Übermaß betrieben und wenn der Rauch ständig in die Lungen ein- geatmet wird. Für Kinder ist Rauchen dagegen sehr schädlich, ebenso für Frauen, besonders während der Schwangerschaft und während des Stillens. Es ist für einen starken Raucher leichter, das Rauchen allmählich emzu- schränken, als es ganz aufzugeben. Alle Mittel, die das Rauchen abgewöhnen sollen, sind in ihrem Erfolg sehr zweifelhaft. Rauchen im Wald. Wer durch verboienes Rauchen oder Anzünden von Feuer, durch ungenügende Beaufsichtigung angezündeten Feuers, durch Fortwerfen brennender oder glimmender Gegenstände, Zigaretten-, Zigarrenstummel. Zündhölzer Wald-, Heide- oder Moorflächen in Brandgefahr bringt, wird mit Gefängnis oder Geldstrafe bestraft. Das Rauchen im Wald ist während der Sommermonate (März mit Oktober) in vielen Gegenden Deutschlands verboten Rauchfleisch, Fleisch, das durch längeres Hängen im Rauch haltbar gemacht ist. Das Fleisch muß vorher gepökelt, gesülzt, sein. Zum Räuchern benutzt man Buchenoder Eichenholz, mit dem man vielfach gleichzeitig Wacholderholz oder -beeren verbrennen läßt, wodurch die Räuckerware einen kräftigen Geschmack erhält. Zum Räuchern benötigt man einen Rauchfang oder eine Räucherkammer. Ebenso wie Fleisch kann man auch Wurstwaren und Fische räuchern. Ein unvollkommener Ersatz des Räucherns ist das Bestreichen des Fleisches mit Holzessig, worauf man es einfach trocknen läßt. Vielfach wird in Fleisch auch Pökel eingespritzt, um das langdauernde Pökeln vor dem Räuchern zu ersparen. So behandeltes Fleisch unterscheidet sich aber wesentlich im Geschmack Räucherwaren. Schinken, Würste müffen kühl in einem trockenen Raum hängen, damit sie nicht beschlagen und Schimmel ansetzen. Im Sommer muß man sie durch einen Leinenbeutel gegen Fliegen und Maden schützen. Räucherfische sind nahrhaft und wohlschmeckend, jedoch nur so lange als sie frisch sind, da Räucherfische überhaupt nicht lange haltbar sind. Die bekanntesten Räucherfische sind Aal, Bückling, Lachshering, Flunder und Sprotten. Räucherkerzen, Mischung von wohlriechenden Harzen, Weihrauch. Ambra und Ölen, die angezündet werden und langsam verbrennen. Der Geruch kann nicht von jedermann vertragen werden und verursacht leicht Kopfschmerzen. Rauchleder, schwarzgefärbtes Sämischleder, aus dem Damenstiefel gefertigt werden. | PQLQST Giessen [ An meine verehrte Kundschaft in Stadt und Fand! Am 5. Mai 1937 kann meine Firma auf ihr ^lOOjähn'ges Bestehen zurückblicken. Es ist mir ein Äedürfnis,aus diesem Anlaß mit aufrichtigem Dank und in treuer Verbundenheit aller derer zu gedenken.die meinen Vorfahren und mir ihr Vertrau und ihre Wertschätzung bekundet haben. Es wird der Stolz meines Hauses (em, dieses Vertrauen auch für die Zukunst zu rechtfertigen. Heinrich Hochstätter Gelegentlich dieses Jubiläums veranstaltet das Deutsche Tapeten- Mufeum in den Räumen meines Geschäftshauses, plockstr.3, eine Ausstellung von Tapeten aus der Erzeugung der letzten zwei Jahrhunderte. Lei der Eröffnung der Ausstellung am 5. Mai, vormittags 11 Uhr, sowie am gleichen Tage nachmittags 16 Uhr wird der Leiter des Deutschen Tapeten-Museums, Herr Direktor Apell, einen Vortrag halten. — Die Schau bleibt unentgeltlich geöffnet am i.und s.Mai von 10-13 und von 15-18 Uhr, Sonntag, den 9. Mai, von 11—13 Uhr. Zum Besuch lade ich herzlich ein! 3066 A Für die uns erwiesenen Aufmerksamkeiten anläßlich unserer Vermählung danken wir herzlichst Karl Becker und Frau Reiskirchen, den 4. Mai 1937. 3083D Der erweiterte Frühjahrs-Fahrplan beginnt Lhristi Simmelfahrt (6. Mi) Ab Mainz täglich 7.45 Uhr bis Köln 9.15 „ „ Köln (Schnellfahrt) 11.00 „ „ Köln 15.30 „ „ Koblenz 19.50 „ „ Rüdesheim (nur werktags) Sonntags außerdem 8.45 Uhr bis Boppard 14.30 „ „ Büdesheim 18.00 „ „ Mannheim 18.30 „ „ Bingen (Abendfahrt) Günstige Rückfahrtgelegenheiten. — Kinder von 6—14 Jahren halbe Fahrpreise. Gruppenermäßigung ab 8 Pers. Vom 4. bis 9. Mai: Billige Mai tage - freie Rückfahrt Köln-Düsseldorfer Agentur 6.L Kayser, Mainz, Ruf 31959 3069 V bei Teipel um nett gut und gesund gekleidet zu sein, das gibt es immer preiswert s I > * Heber Naturschutz und Naturkunde mit den allgemeinverständlichen Büchern des Hugo Bermühler Verlages, Berlin- Lichterfelde. 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Interessenten wollen sich im Versteigerungslokal Melden. 3089D Ranchtopav Rauchtopas, Rauchquarz, Halbedelstein aus grauem oder bräunlichem Bergkristall Rauchvergiftung. Schädigung durch Rauch, z. B. beim Brand eines Zimmers oder Hauses Äußert stch durch Erstickungsanfälle, Atemlähmung, Herzlähmung. Besonders gefährlich, wenn in dem Raum viel Kohlenoxydgas enthalten ist. In raucherfüllten Räumen sofort die Fenster öffnen, naffe Tücher vor Mund und Rase halten, Arzt rufen. Rauchverzehrer, vielfach spielerisch aufgemachte Vorrichtungen, in denen durch eine elektrische Birne parfümiertes Master erwärmt wird, das im Zimmer vorhandenen Tabakrauch aufzieht. Ähnliche Dienste leistet eine Schüstel mit kaltem Master Rauchwaren, Rauchwerk bedeutet Pelzwaren. Das Mort Rauch stammt in diesem Fall aus dem Mittelhochdeutschen und bedeutet behaart'. Räude, Hautkrankheit der Haustiere, namentlich der Hunde, die, wie die Krätze beim Menschen, durch eine kleine Milbe verursacht wird. Hunderäude überträgt stch auch auf den Menschen und macht ärztliche Behandlung notwendig. Hunde, die Räude haben, werden geschoren und acht Tage lang mit einem Schmiermittel eingerieben, das in den Apotheken erhältlich ist. Zeigt sich dann nach einem Bad, daß die Räude noch nicht ganz verschwunden ist, muß die Kur wiederholt werden. Räumung Raufwolle, Schafwolle von toten Tieren. Rauhe Haut im Gesicht oder an den Händen wird mit verdünntem Glyzerin behandelt. Rauhen, Zurichtung von Stoffen mit Kardendisteln in Rauh- und Postiermaschinen. Rauher Hals siehe Rachenkatarrh. Rauhputztapete, tapetenähnlicher Wandanstrich, auf den ferne Holzfasern aufgefpritzt werden. Rauhreif, Eisniederschlag an Bäumen bei starker Abkühlung feuchter Luft, besonders bei Rebel. Raumkunst, die harmonische Gestaltung eines Wohnraumes, seiner Möbel, Teppiche, Fensterbehänge usw. Wenn man nicht sicher ist in geschmackvoller Raumausgestaltung, wende man stch an den Fachmann. Raummeter, ein Kubikmeter geschichtetes Holz, im Gegensatz zum Festmeter, ein Kubikmeter Holzmaste. Räume, s. Dienstvertrag, Gesundheit, Mietvertrag. Räumung von Wohnungen. Der Mieter muß nach Ablauf des Mietverhältnistes die Wohnung räumen (ausziehen) und zwar pünktlich. Wird die Wohnung nicht rechtzeitig geräumt, so kann der Vermieter Ersatz des ihm entstehenden Schadens verlangen (z. B. Mietzins für einen weiteren Monat). Mit dem Mieter muß auch der Untermieter ausziehen. Der Mieter kann Einrichtungen, mit denen er die Wohnung ver- 398 Gut geräuchert werden Fleisch und Wurst in einem Räucherschrank. Er läßt sich überall aufstellen. Fleisch und Wurst sind darin vor Mäusen und anderem Ungeziefer sicher geschützt. Solche Räucherschränke gibt es in vielen Größen sehr preiswert bei 3« V. Häuser, Gießen, am Oswaldsgarten, Fernsprecher 2145/2146. Seiffix gibt es in fünf FarbenI h .£■ bohnert wunderbar, yfi TlY mühelos und ‘yllK spiegelklar!" k die Wohnung slehlme«auch^ Diele entsprechen^ Da5 y „uß immer h' milSeiT«- auch ^unoleum.denn. __m. dieDiele nichtsauberist- Das tagt Frau Schwan: Haarausfall? ftopffd) uppen. ju dünne« Haar? Nehmen Sir Arya-Laya Drennefsel - Haarwasser 9lQtured)ter Auszug au« der Brenn« nesselpflanze. Warum gerade die«? q Weil e« tatsächlich viele Haar« wuch«ersolae erzielte. Flasche 1.76 und 2.S6 RM. im KräuierhausZung,GießenMäuSburg9 Saaikartolieln Hochzuchten: Juli, frühe (krebsfest)? Flava, mittelfrühe (krebstest): Industrie, späte emvstehlt 2992A Samenhaus Heinrich Hahn Bahnhofstr. Telephon 3404. Stadttaschen große Ausführung in hell und dunkel, Stück RM. 1.25 Leder-Röhrig, Gießen Neustadt 43 2935A Neustadt 43 llllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllli Wichtig für Pflanzen- und Tierfreunde! SklMW WM und litten nach der Naturschutzverordnung vorn 18. März 1936 (RGBl. I Seite 181) und den ergänzenden Besttmmungen, aus.- sührlich erläutert von Professor Dr. W. Weber, o. ö. Prof, der Rechte und Resereni im Reichs» und Preußischen Ministerium für Wissenschatt, Erziehung ueb Volksbildung und Prof. Dr. Walther Schoenichen. Leiter der Reichsstelle für Naturschutz. Gebunden RM. 3,60. Die beiden Verfasser des vor kurzem erschienenen Kommentars zum Reichsnatur, schutzgesetz haben hier auf Grund ihrer langjährigen Erfahrungen und ihres weitgehen den Einblicks in das Werden der neuen Ra turschutzverordnung, die nun für das ganze Reich gilt, die Verordnung und alle dazugehörigen bisher erschienenen Ergänzungs- besttmmungen nach juristischen, verwaltungstechnischen, wissenschaftlichen und praktischen Gesichtspunkten ausführlich erläutert und geben damit jedem eine gründliche Aufklärung, der mit dem Naturschutz, mit der Natur überhaupt, sei es beruflich oder als Liebhaber und Naturfreund, in Berührung steht. Nicht nur die amtlichen Stellen, nicht nur Wissenschaftler, Lehrende und Lernend«, Tier- und Pflanzenfreunde, nicht nur Erzieher, Richter und Rechtsanwälte müflen über die Fragen des Naturschutzes unterrichtet sein, sondern auch botanische Vereine, Naturalien» u. Herdarien-Handlunqen und Lehrmittelgeschäfte, Präpara- toren, Ausstopfer, Pflanzensammler,Schmuckreistg.verkäufer, Kranz- bindereien und die mit der Überwachung der Märkte beauftrag en Beamten, Feldhüter, Polizeiftellen usw. - Bestellungen durch alle Buchhandlungen Hugo Bermühler Verlag Berlin-Lichterfelde lllllllllllllllllllllllillllllllllllllllllllllllllllllllllllll Biiiovf Gerichtsvollzieher in Gießen Schillerstr. 5, Telefon 3660. ... probiere einige Dutzend farbiger Anzüge bei Köhler an - alle sitzen, haben das gewisse „etwas“ und sind nicht einmal teuer. Das ist eben die Stärke eines so großen und fortschrittlichen Spezialhauses Auch Kleidung für korpulente und schlanke Herren Sport-, Regen-, Berufs- und Knaben-Kieidung Gießen- Seltersweg 17 Eigene Maßschneiderei für Anzüge und Uniformen _________________________________30»8 A KÖHLER