Donnerstag, H-Abrnar Mi 18 Z. Jahrgang Auf Befehl Moskaus für die Aufrüstung Frankreichs V III | I | ▼ Die Wehrpoliiik des französischen Kommunismus d< Die Wehrdebatte in der französischen Kammer Hubertus. iefeen »ste—die (Scherl-Bilderdienst-M.) das es einmal k" jeginnend: Wagner, streße 41, dtersweg, 564Ö Italien unv die Türkei. Das Ergebnis der Mailänder Zusammenkunft. Don Oberstleutnant a. O. Bleyhoeffer. Der Bolschewismus bedroht in gleicher Weise wie Europa auch die ostasiatische Welt, namentlich China und Japan. Letzteres hat sich mit Deutschland zum gemeinsamen Kampf gegen diese Gefahr verbunden. China würde zweifellos diesem Bunde beitreten, wenn es nicht andere Differenzen von Japan trennten. Es ist vom Bolschewismus am weiften ge» fährdet, wegen feiner langen mit Rußland gemeinsamen Grenze und wegen der schlechten wirtschaftlichen Lage seiner Bevölkerung, die für den bolschewistischen Bazillus einen guten Nährboden darstellt. Japan, das isoliert auf seinen Inseln liegt, auch von vornherein eine energische daher erfolgreiche Abwehrstellung gegen die Invasion einge» nommen hat, ist weniger gefährdet, zumal es sich in dem Staate Mandschukuo auf dem Festlande ein Desinfektionsgebiet gegen den Krankheitstra- ger geschaffen hat. Nach Abschluß des deutsch-japanischen Abkommens ist Moskau von der Aeußeren Mongolei aus in Richtung auf die Innere Mongolei und die chinesische Nord-Westprovinzen Schensi-Schansi zur Offensive übergegangen und hat den in dieser Gegend sitzenden chinesischen Kommunisten den Befehl zum Angriff gegeben. Infolgedessen fühlt sich auch Japan in seinen bedeutenden Interessen in diesem Teile Chinas bedroht. Hier liegt daher der augenblickliche Wetter winkel in Ostasien, wo chinesische, japanische und sowjetrussische Interessen aufeinander stoßen. Verkauf eststücke Saison an- ohne Einmischung von internationalen Organen von der Art des Völkerbundes, ohne Bezugnahme auf nebelhafte Gedankengänge und äußere Garantien gelungen fei. In der Frage der M e e r e n g e n fei zwar keine Entscheidung getroffen worden, aber es habe ein von großem Verständnis getragener Gedankenaustausch stattgefunden. Die Mailänder Zusammenkunft sei kein Abschluß, sondern eine Wied eran- knüpfung , im Rahmen der italienischen Außenpolitik stelle sie doch einen moralischen und diplomatischen Erfolg dar. Auf dem internationalen Feld bedeute sie einen neuen Faktorder Sicherheit und der Stabilität, nichts anderes, aber dies fei schon viel. [jd gegen die Regierung Blum, die durch den Pakt m: Moskau eine Unterstützung der Kommunisten ericlten hat, die aus politischen Gründen von einem Dl der Kammer und von der französischen Oef- fe:tlichkett geradezu als eine Gefahr betrachtet mb. innen der eim dkspreisen ibenräume 733 D ÄH wichtigen Frage der Regierung ihr Vertrauen ver- ( weigert. Das „Echo d e P a r i s" betont, daß die Oppo- | fition der Rechtsgruppen sich gegen die Regie- , rung Blum gerichtet habe und nicht gegen d e n K r i e g s m i n i st e r. Die Landesverteidigung sei von der allgemeinen Politik und vor allem von der Finanzpolitik untrennbar. Die Regierung Blum aber könne niemals die für die Zukunft ihres Landes besorgten Franzosen beruhigen. Auch der „Ma- tin" und der „Figaro" ironisieren die Haltung der Kommunisten und nennen diese plötzlich an den Tag gelegte „Vaterlandsliebe" der Kommunisten einen „vorgetäuscbten Loyalismus". Denn kürzlich habe es noch bei ihnen geheißen: „Das wahre Vaterland eines Proleten ist in Sowjetrußland!" ÄMalsozMten kehren derVoWrontdenMcken. Paris, 4. Febr. (DNB. Funkspruch.) Die Volksfront scheint sich nicht mehr der ungetrübten Zuneigung all ihrer Anhänger zu erfreuen. Die Vorstände der Radikalsozialistischen Partei und der Radikalsozialistischen Jugend im Departement Allier (obere Loire), haben beschlossen, erst „an dem Tage wieder ihren Platz in der Volksfront einzunehmen, an dem die Sozialisten die republikanische Disziplin wieder achten". Die Radikalsozialisten von La Rochelle haben die Partei aufgefordert, eine klare Haltung gegenüber der Volksfrontbewegung einzunehmen. Die Parteileitung möge ebenfalls beschließen, ob die Verbindung mit einer Partei der äußersten Linken, die von Moskau abhänge, weiter aufrechterhalten werden soll. Die Radikalsozialisten von La Rochelle würden vorläufig vermeiden, durch Redner oder Abordnungen an Volksfront-Kundgebungen mitzuwirken, an denen sich Kommunisten beteiligen. ten/W als Deutschland vollständig entwaffnet war, bleibt nichts anderes als der Ausfluß eines tiefen Mißtrauens gegen Deutschland, das nach den wiederholten Erklärungen des Führers überhaupt keine Streitpunkte mit Frankreich hat. Die Wiederkehr des Militärbündnisses mit Moskau zeugt dieselben Wirkungen wie die des französischen Borkriegsbündnisses. rt- pariser pressestimmen. Paris, 3. Febr. (DNB.) Die Pariser Presse beschäftigt sich mit dem Abschluß der Wehraus- spräche in der Kammer. Die Blätter der Volksfront bezeichnen es als einen Erfolg der Regierung Blum, daß die Dertrauensentfchließung eine Mehrheit von 413 gegen 124 erbrachte, machen jedoch gleichzeitig ihrem Unmut über die nationale Opposition Luft, die der Regierung das Vertrauen versagt hat — wenngleich sie es an sich dem Kriegsminister Daladier eingeräumt haben würde. Die radikalsozialistische „Republique" stellt resigniert fest, daß ein solcher Tag, der für die Welt em Beweis eines einmütigen, starken und für den Fall der Not entschlossenen Frankreichs hätte bringen müssen, in der Kammer ein Bild der Uneinigkeit gezeigt habe. Die Tatsache, daß die kommuni st ischenAb- geordneten im Hinblick auf den Pakt Paris— Moskau plötzlich vorbehaltlos für eine verstärkte Aufrüstung Frankreichs eingetreten sind, gibt der „Humanite" keine leichte Nuß zu knacken Das Blatt der Komintern, dessen anti-militaristische und unnationale Einstellung sprichwörtlich war, muß sich nun große Mühe geben, seinen Lesern den Stellungswechsel zu begründen. Dabei greift es hysterisch zu dem Kinderschreck der , Hitler-Gefahr". Die Kommunistische Partei Frankreichs habe die kollektive Sicherheit organisieren und gleichzeitig Frankreich eine starke Armee geben wollen, die Rechtsparteien jedoch hätten in dieser lebens- »nschaft riebenen Wer* nsere Verlas; iblick in die Ä SStf ichterfelde Wie ist es zu der Anhäufung von kommunistischen Kräften in dieser Gegend gekommen? In den Jahren 1930 und 1934 hatte T s ch i a n g k a i s ch e k die Kommunisten in Mittelchina geschlagen. In gewaltigem Zuge, „wie ihn die chinesische Geschichte noch nicht gesehen", zogen sie quer durch China nach der Provinz S e t s ch u a n und ein Teil weiter nach Westen, der andere nach Norden in die Provinzen K a n s u und S ch e n s i, und dieses sind die augenblicklichen Unruhestifter in Nordchina. Sie haben auch die Japaner auf den Plan gerufen durch die Parole: „Quer durch Schansi gegen die Japaner". Dieser Vorstoß mißlang: die Kommunisten mußten auch Schensi aufgeben und zogen sich in die westlich von dieser Provinz gelegene Gegend zurück, von wo aus sie, mit ihren Moskauer Gesinnungsgenossen in Tuchfühlung, der Zentralregierung das Leben schwer machen. Ausgerechnet in diesem vom Kommunismus aufgewühlte Gebiet begab sich der chinesische Führer Tschiangkaischek, um in der Nähe von Tsianfu Schwefelbäder zu nehmen. Hier war sein „Freund" Tschanghsueliang Oberkommandierender der antikommunistischen Streitkräfte in Nord-Westchina. Er litt dauernd an Geldknappheit, was die ihm unterstellten Truppen zu spüren bekamen; sie wurden dadurch zusammen mit ihrem Kommandierenden besonders empfänglich für den aus Moskau heranrollenden Rubel und von dem Krankheitserreger infiziert. Dieser hatte Zeit, sich sestzusetzen und zu verbreiten, da die Zentralregierung mit ihrer ganzen Macht im Süden gegen das unbotmäßige Kanton beschäftigt war. Die wei- tere Geschichte der Gefangennahme Tschiangkai- scheks, feiner Befreiung und gemeinsamen Abreise mit seinem zurückgewonnenen „Freunde" ist bekannt. Die Lösung ist typisch chinesisch und kann nur von denen verstanden werden, die einen Einblick in chinesisches Fühlen und Denken gewonnen haben. Die zurückgebliebenen Unterführer und kommunistischen Truppen sind aber keineswegs mit dieser Lösung zufrieden und stehen nach wie vor mit Moskau in einer Front gegen die Nankingregierung: sie bilden eine nicht zu unterschätzende Gefahr, die nach der vollständigen Wiederherstellung des Marschalls beseitigt werden dürfte. Japan steht, wie gesagt, seit langem in energi» scher, erfolgreicher Abwehrstellung gegen den Bolschewismus und versucht in neuerer Zeit auf dem Festlande offensiv gegen ihn vorzugehen. Die Regierung klärt mit allen Mitteln das Volk über den wahren Charakter der kommunistischen Bestrebungen auf und findet auch in den weitesten Kreisen Verständnis. Jnnerpolitische Reformen suchen etwaige bered)tigte Beschwerden einzelner Teile der Bevölkerung zu beseitigen. Die M i l i t ä r p a r t e i steht, wie aus den neuesten Nachrichten ersichtlich, als Gralshüter auf ihrem Posten gegen Uebergriffe der Parteien, im Kampfe gegen die Demokratie, der Vorstufe zum Bolschewismus, mit dessen Hilfe 1923 die erste kommunistische Partei in Japan gegründet wurde. 1924 folgte darauf das Gesetz gegen die Verbreiter „gefährlicher Gedanken". Studenten gründeten 1926 eine der 3. Internationale angeschlossene kommunistische Partei, die unter Führung Moskaus stand. 1928 folgte ein verschärftes Gesetz, das die Todesstrafe für Verbrechen einführte^ „die durch unterirdische Gesellschaften gegen den Staat : gerichtet sind". Massenverhaftungen folgten. Durch ‘ den nationalen Aufschwung der letzten Jahre wurde i den kommunistischen Tendenzen der Boden entzo- > gen. Es fanden Gründungen von nationalen Ar- ■ beiteroereinigungen statt, und es hat den Anschein, als ob der gesunde patriotische Sinn des Japaners ' gegen den kommunistischen Bazillus immunisiert i worden ist. In Japan gibt es keine offizielle kom- i muniftifdje Partei. Beide Staaten, China und Japan, beide für i sich allein find gegen den Bolschewismus und be- ' kämpfen ihn, jeder für sich allein. Im Prinzip find ! sie also einig, uneinig sind sie sich in der Taktik, vb i jeder für sich allein, ober beide im Bunde den Kampf führen sollen. Japan ist für eine gemeinsame Bekämpfung in der Weise, daß es China, das nach Gir Eric Phipps. Die Versetzung des englischen Botschafters Sir Eric Phipps, von Berlin nach Paris, stellt den ersten Fall einer solchen Maßnahme in der Nachkriegszeit dar. Diese Versetzung kann außenpolitisch insofern von großem Nutzen werden, als “ b“ran °°»<> le$ es mihJ Mailand, 3. Febr. (DNB.) lieber die Befpre- i chungen zwischen dem türkischen und dem italienischen Außenminister wurde eine Verlautbarung ausgegeben, in der es heißt: Den Abmachungen von Montreux über das Meerengenproblem und den gegenseitigen Stellungen im östlichen Mittelmeer wurde besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Aus diesem freundschaftlichen Gedankenaustausch hat sich in klarer Weise ergeben, daß Italien und die Türkei durch keinerlei Fragen getrennt werden. Es wurde weiter der Wille und die Nützlichkeit festgestellt, für den Frieden und die Stabilität zusammenzuarbeiten. In diesem Sinne sind die beiden Außenminister übereingekommen, weiter in Verbindung zu bleiben, um die Ergebnisse des Gedankenaustausches praktisch wirksam zu gestalten. * Die Turiner „Gazetta del Popolo" erklärt, Frankreich, England und Sowjetrußland hätten nichts unversucht gelassen, die kemalistische Türkei gegen Italien aufzuhetzen. Frankreich habe dabei ein französisch-sowjetrussisch-türkisches System im Auge gehabt, das den bolschewistischen Streitkräften einen Weg öffnen sollte, der sie im Kriegsfälle an den Rhein führt. England habe neben den Franzosen, Jugoslawen und Griechen auch die Türken und Sowjetrussen zur Belagerung Italiens im Mittelmeer einspannen wollen, während Sowjetrußland diese Gelegenheit habe wahrnehmen wollen, sich gleichzeitig d t e Meerengen zu erschließen und den Faschismus abzuwürgen, nicht ohne die geheime Hoffnung, die Türkei zu „fowjetisieren . Dies alles habe feinen Höhepunkt gefunden in den Mtt- telmeerverträgen non 1935. Aber Italien habe schließlich den Sieg davongetragen, und alle Verdächtigungen, die das türkische Mißtrauen gegen Italien erwecken sollten, seien zusammen^ebrochen. Die Türkei habe aus den verschiedensten Ereignisten erkannt, wo für sie die wahre Gefahr liege: im bolschewistischen Rußland. Deshalb nähere sich die Türkei heute wieder Italien. Das Blatt nennt dann drei Punkte über die nunmehr eine Verständigung herbeigefuhrt werden müsse: 1. Freiheit und Sicherheit für alle, besonders im östlichen Mittelmeer; 2. italienische Anerkennung der Rechte auf den Meerengen, die der Türkei in Montreux zugestanden wurden, mit der einzigen und ausdrücklichen festgarantierten Bedingung, datz sie niemals in den Dienst des bolschewistischen Imperialismus gefüllt werden, und 3. das nicht mehr erträgliche Schicksal der Völker des Schwarzen leeres und des Kaukasus, , der Ukraine, der Krim, Georgiens und Aserbeidschans, die der moskowitische Bolschewismus im Die Zusammenkunft von Mailand, so schreibt der Corriere della Sera", fei der klare Be- ! weis dafür, daß die Regierung von Ankara ihre - Vorurteile gegen Italien vollständig i fallen gelassen habe. Es gelte nun, die seit - 1928 verlorene Zeit wieder emzuholen. Cs, sei zu - begrüßen, daß die Lösung der Fragen des östlichen , Mittelmeeres in einer direkten Aussprache zu zweien oei uie zDegiueuuiic 1,, J0,,1 1 ' <-----". /Üben Uli) i t mit einer Ueberraschung beschlossen worden. Die unbti Sb m m u n i ft e n stimmten auf Moskaus Befehl Freien dcy fr die Regierung Blum, insgesamt erhielt öädjft, leqj D im mit seiner Vorlage für die Landesverteidi- ’!er unb boti : ging 413 Stimmen der Kommunisten, Sozialdemo- o natürli(fM Enten und Radikalsozialisten gegen 124 Stimmen & Rechten bei nicht weniger als 65 Stimment- mmen hciungen. Man könnte ausrechnen, daß etwas über i unb 9V- 1 o. H. die Landesverteidigungsvorlage Blums ab- Dlan läßt es auf der linken Seite nicht an Be- fdKÖrungen der Rechten fehlen, nachdem die soge- nc inte Volksfront die Verteidigung Frankreichs aL ihre vornehmste Aufgabe betrachte, von der Äueigung gegen Moskau und die französischen M»sköwiter abzulassen, um das Bild eines geeinigten Frankreich der Welt darbieten zu können. Man wirft der Rechten vor, die Partel- pcßtik über das Vaterland gestellt zu haben, aber ■ ms ist das Vaterland für die plötzlich so bewilli- giigsfreubigen Kommunisten? Thorez, der in seiner Xnart unqualifizierbare Bolschewistenhäuptling, ht darauf erwidert, das Vaterland des französisch n Proletariats fei d i e Sowjetunion, Krnkreich werde nach dem Willen der Kommuni- ftd zu einer Verfassung gelangen, die der der Twjetunion genau entspricht und das reiche Land zu einer Sektion der moskowitischen Internationale nrchen will. Das ist der Zweck, dafür nehmen die Sbnmuniften den Vorwurf auf sich, ihre vorgebliche Ki egsfeindschaft aufgegeben zu haben. Frankreich sol durch diese Abstimmung noch enger an die Politik Stalins geschmiedet werden. 3n französischen Rechtskreisen hat man sehr wohl er’nnnt, was die Linke und deren treibende Kraft, fcc französische Kommunismus, will. Als der rechts- fkeenbe Abgeordnete d e Ke r illy s peinliche Wahrheiten über die Tätigkeit des französischen Mtfahrtministers Pierre C o t für die Bolsche- Dilen Spaniens veröffentlicht und bekanntgab, daß j ic s neue ft e Kanonenflugzeug Frank- l icichs an Moskau geliefert worden fei, < Ian es zu Lärmszenen und zu einer lahmen Er- , Dilerung Pierre Cots, die einfach bewies, daß die : Sirmürfe de Kerillys zu Recht bestanden. Abge- ! feien von der Frage, wie sich diese Flugzeugliefe- 1 mgen an Spaniens Marxisten und Anarchisten nr: der Nichteinmischung vertragen, die S8üm bekanntlich angeregt hatte, ist doch die gefönte Tendenz der 19-Milliardenvorlage allein g e n Deutschland gerichtet. Daladier, ter Kriegsminister, hat zwar Deutschland nicht er- wchnt, aber die Bereitstellung eines Spezialisten- kv'PS von 15 000 Mann, die Errichtung neuer Pmzerdivisionen und den Ausbau der Maginot- Inie durch eine zweite Befestigungsanlage sowie 6ii Verlängerung der Befestigungsanlagen im Sltrben bis Dünkirchen und im Süden bis Basel, ii< im Norden durch die Neutralitätserklärung Mgiens nötig wurden, hat doch nur den einen Zweck, gegen Deutschland alle Möglichkeiten der Sirteibigung und des eventuellen Angriffs zu er- Wpfen. Dabei wird Bezug genommen auf die -Kitsche Aufrüstung. Aber abgesehen davon, daß iii Franzosen die stärkste Militärmacht des alten hiopa wurden als Deutschland völlig wehrlos war, iit doch das Argument, das besonders von der französischen Generalität gegen Deutschland vorgelocht wurde, höchst einseitig und geschichtsfälschend. i ’3n der „Revue des Deux Mondes" hat General iVeygand die These vertreten, Frankreich sei cb olut friedliebend. Aber Deutschland rüste auf iinD Frankreich müsse folgen. Er fragte: „Kündigt Hufe gewaltige Anstrengung den Krieg von sargen an? Niemand weiß es. Aber die un- zeioöhnliche militärische Stärke, zu der Deutschland -mir bemerkenswerten Opfern und höchster Tatkraft rgt ist, bedeutet, daß Deutschland entschlossen von dieser Stärke Gebrauch zu nach en (!). Es wird dies tun, um das Gewünschte ! m erobern, wenn es zur Verwirklichung seiner Dünsche nicht mehr genügt, die Stärke zu zeigen. Shr wird glauben, daß lediglich das Sicherheits- kb ürfnis einen Friedensstand von mehr als eine Mion Mann notwendig macht? Eine so starke 5ireitmad)t, die ständig von hochgespannten vater- ILdischen Gefühlen beseelt wird, bedeutet stets eine Sifahr." Man könnte dem General Weygand die Frage M legen, ob nicht Frankreichs Millionenheer, l?iie Befestigungsanlagen, feine neuen Panzer- liiifionen nicht minder eine Gefahr bedeuten. & nn General Weygand für Frankreich in Anspruch nimmt, den Frieden zu wollen und Deutschland somatisch des Gegenteils bezichtigt, wahrend ^utschland sich doch nur innerhalb der hochgerüste- i=tn Staaten, zu denen vor allem Frankreich ge- fo-t, mit aller Kraft die notwendige Sicherheit nimmt, die unter demokratischen Phrasen der deut- Ih n Regierung vorenthalten worden war, dann II M die französische Kriegspsychose geradezu ein Hin- ,ietmis für den Weltfrieden schlechthin, und die stan- Üte Aufrüstung Frankreichs, die es schon betrieb, sich um einen Mann handelt, der sowohl Aufblühen des neuen Deutschland, als auch die Richtlinien der deutschen Außenpolitik 3V2 Jahre lang aus nächster Nähe und in ständigem unmittelbarem Gedankenaustausch mit maßgeblichen deutschen Männern studiert hat. Sir Eric Phipps bringt also für den Pariser Posten so eingehende Kenntnisse des nationalsozialistischen Deutschland mit, wie sie vor ihm noch kein britischer Botschafter in Paris gehabt hat. Man darf hoffen, daß sich diese Tatsachen allen kommenden Verhandlungen zum Besten Europas auswirken werden. Sir Eric Phipps war vor seiner Berliner Tätigkeit seit 1928 Gesandter in Wien gewesen. Am 18. Oktober 1933 folgte er dann seinem Vorgänger Sir Horace Rumdöld auf dem Berliner Posten, auf dem er sich große Sympathien erworben hat. Annahme von Anzeigen für Die Mitlagsnummer Klagen: Dl. 3Uu|trtert. A ▲. 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Cs Verfügung 0 rnirb jedes &ele $egj: v überhaupt id)t. feiner Ansicht dazu allein nicht imstande ist, t ti China selbst unterstützt. China weist dieses Ansinnen aus leicht verständlichen Gründen zurück. Es könnte ihm so gehen, wie Goethes Zauberlehrling: „Die ich rief, die Geister, werd' ich nun nicht los." China sagt mit Recht, es sei allein dazu imstande, wenn man ihm nur nicht immer wieder dabei in die Arme fallen würde. Es betrachtet die Ausrottung der Kommunisten an den Landesgrenzen durchaus als eine innere A n - gelegenheit. Es wäre sehr erwünscht, daß die beiden ostasiatischen Großmächte Mittel und Wege finden möchten, sich gegen den gemeinsamen Feind zu vereinigen. Der Bolschewismus in Ostasien hatte vor Jahren zur Zeit Borodins fast ganz China überschwemmt. Damals benutzte diesen Mann der jetzige Regierungschef Tschiangkaifchek, der, nebenbei gesagt, ebenso wie seine hoch bedeutende Frau dem Christentum angehört, als Sprungbrett, um an die Macht zu gelangen. Nachdem der Sprung gelungen, konnte der Mohr gehen. Heute ist die Lage des Bolschewismus in Ostasien so, daß er von China nur die beiden Außenländer, Chinesisch-Turkestan und die Aeußere Mongolei, in seiner Gewalt hat: seine chinesischen Anhänger sind an der Nord-Westgrenze zusammengetrieben worden. Japan ist im allgemeinen frei vom Bolschewismus und hat eine aktive Verteidigung auf dem Festland begonnen. Heue Wirren in Siansu. Ein chinesischer Armeeführer bon Kommunisten ermordet. Schanghai, 3. Febr. (DNB.) Radikale Elemente der ehemaligen Nordostarmee Tschanghsue- liangs in Sianfu, die mit der einlenkenden Haltung ihrer Führung gegenüber Nanking nicht einverstanden sind, forderten am Dienstag die Widerrufung des Rückzugsbefehls auf dem linken Ufer des Wei- Flusses. Sie meuterten, als ihre Forderung ab- gelehnt wurde, und ermordeten den Kommandeur der 6 7. Armee. Kommunistische Elemente rissen die Macht über die Stadt an sich, schlossen die Stadttore und leisteten den Regierungstruppen, die einrücken wollen, Widerstand. Sie fordern außerdem die Rückkehr von Marschall Tschangshueliang. Die Lage in den anderen Bezirken der Provinz S ch e n s i soll sich entspannt haben, nachdem die Truppen Tschanghsueliongs und Banghuchongs allmählich zu den ihnen zugeteilten arnisonen in Marsch gesetzt werden konnten. In Nanking erklärt man, daß die Truppen der Zentralregierung nun entlang der Bahnstrecke nach Sianfu vorrückten. Die Hauptmacht der Regierungstruppen befindet sich noch immer in Nordkansu. Eine bereits in Honan einmarschierte Vorhut ist völlig abgeschnitten worden. Portugal unddieKolonialsrage „Der Führer zerstört das Netz internationaler Intrigen" Lissabon, 4. Febr. (DNB. Funkspruch.) Das offiziöse „Diorio da Manha" behandelt die Kolonialfrage. 'Adolf Hitler, so sagt das Blatt, habe diese so schwierige Frage mit einer bewunderungswürdigen Klarheit nnd Ehrlichkeit behandelt. Jedermann in der Welt wisse heute, was Deutschland für Ansprüche {teile. Die Erklärungen des Führers zerstören das Netz internationaler Intrigen. Das Blatt unterstreicht dann, daß portugiesische Kolonien nicht im Spiel seien und von deutscher Seite keine Gefahr drohe. Die Geste des Führers sei eine wahre Friedenstat gewesen. Trotz dieser Erklärung des Führers und der Verlautbarung der portugiesischen Regierung könnten es jedoch die spanischen Sendestationen der Bolschewisten heute noch nicht unterlassen, gemeinste Verdächtigungen zu verbreiten. „Aber", so schließt Diaro da Manha, „Portugal weiß, wo fein größter Feind steht!" Ruhe und Ordnung im nationalen Spanien. Bemerkenswerte Zuschrift an die Times. London, 4. Febr. (DNB. Funkspruch.) Der konservative Abgeordnete G a z a l e t schildert in einer Zuschrift an die „Times" seine Eindrücke von der Lage im nationalen Spanien. In diesem ganzen Gebiet, so habe er bei einem Besuch festgestellt, herrsche völlige Ordnung und Ruhe. Das Volk sei nicht weniger als die Armee von echter nationaler Begeisterung und von Ergebenheit zu seinem Führer und Retter erfüllt. Nahrungsmittel und Benzin seien reichlich vorhanden. Eine freche Lüge sei es, wenn man behaupte, beide Parteien in Spanien würden die gleichen Greueltaten verüben. Die Schreckenstaten der Bolschewisten gehörten zu einem wohl durchdachten Plan, ihre Gegner zu vernichten und eine Herrschaft des Terrors aufzurichten. Jede Stadt und jedes Dorf, die den Bolschewisten entrissen worden seien, bewiesen die bestialische Grausamkeit der Kommunisten. Die Schrek- tensherrschaft im Gebiet der spanischen Bolschewisten dauere nach wie vor an. General Franco werde siegen, schon allein, weil er ein viel größeres Maß an Gerechtigkeit, Anstand, Mäßigung, Freiheit und Christlichkeit vertrete, als seine Gegner. Bolschewisten unter sich. Heftige Richtnngskämpfe in Madrid. Salamanca, 3. Febr. (DNB.) Der immer schärfer werdende Kampf der einzelnen bolschewistischen Gruppen untereinander geht deutlich aus einem Rundfunkaufruf der anarcho-syndika- listi s ch e n G e w e rk s ch a f t an die Madrider Bevölkerung hervor. Die von den Bolschewisten und ihren anarchistischen Helfershelfern in unsagbares Elend gestürzte Einwohnerschaft wird darin aufgefordert, sich durch die Rede des Bolschewistenhäuptlings Caballero nicht „bestechen" zu lassen. Die „alten Parlamentspolitiker" wollten, daß die Bevölkerung für sie in den Schützengräben kämpfe, während sie sich selbst in Valencia in Sicherheit befänden. Der Aufruf weist weiter darauf hin, daß sich von dem von den bolschewistischen Machthabern eingesetzten „Gern e i n d e r a t", in dem übrigens chaotische Zustande herrschten, 37 der 50 Mitglieder nach Vale n c l a g e f l ü ch t e t und die Madrider Bevölkerung m schwierigster Lage zurückgelassen hätten In den Provinzen Vizcaya, Santander und Asturien soll eine neue „G e me i n s ch a f t s p a r t e i" gegründet werden. Sie soll alle marxistischen Parteien dieser drei Provinzen zusammenfassen. Der Leiter Wissen und Bildung für jeden. Oer Gauleiter rüst zur Unterstützung des Deutschen Volksbildungswerkes in der NG -Gemeinschaft „Kraft durch Freude" aus. Kein Volk von Wellgelkung kann aus einen guten Vildungssland seiner Gesamtheit verzichten. Sich bil- den, heißt, über den politischen Lebenswillen hinaus tiefer einzudringen in das Wesen und die Zusammenhänge aller Lebensgebiete. Durch das Erkennen und Erleben der großen künstlerischen Meisterwerke unseres Volkes wächst der Glaube an seine Unsterblichkeit. Das Deutsche Volksbildungswerk der RS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" hat die Aufgabe, dieses Erleben unserer besten Tradition jedem Volksgenossen zu übermitteln. Jeder soll die Möglichkeit haben, je nach seinen Interessen, seine Anlagen und Fähigkeiten weiterzubitden. 3n Einzelvorträgen, in Lichtbilder- und Filmvorträgen erhält er einen Einblick in die Vergangenheit und einen Ueberblick in die Gegenwart. Durch die Arbeitskreise des Deutschen Volksbildungswerkes kann er seine kunsthandwerklichen und technischen Begabungen im Zeichnen, Malen, Basteln, Modellieren usw. entwickeln. Eine wichtige Aufgabe des Deutschen Dolks- bildungswerkes besteht noch in der Betreuung der Büchereien in Feierabendheimen und Betrieben. 3n den Volksbildungsstätten kann jeder die Mängel seines Wissens ausgleichen und sich eine gründliche Bildung aneignen. Dieses Werk zu unterstützen, ist P f l i ch t eines jedenPolitischenLeiters. 3ch erwarte ins- besondere von den Hoheitsträgern, daß sie das Deutsche Volksbildungswerk der NS.-Gemeinschaft „Krast durch Freude" als ein wichtiges 3n- strument der weltanschaulichen Erziehung erkennen und mit allen Kräften fördern. heit Hitler! Sprenger. Ein Leben im Dienst an Volk und Führer. Gauleiter Bohle am Todestage Wilhelm GustloffS. Berlin, 4. Febr. (DNB.) Zum 4. Februar 1937 erläßt der Leiter der Auslandsorganisation der NSDAP., Gauleiter Bohle folgenden Aufruf: „Ein Jahr ist es her, daß die Kugel eines feigen Juden den Landesgruppenleiter Wilhelm G u st - loff niederftreckte. Ein Jahr ist vergangen feit dem 4. Februar 1936, an dem die Auslandsorganisation und mit ihr das nationalsozialistische Auslandsdeutschtum einen ihrer Allerbesten verlor. Die ruchlose Tat hat bei allen anständigen Menschen tiefste Verabscheuung hervorgerufen. Andere haben geglaubt, diese Tat von dem jüdischen Täter verherrlichen zu müssen. So wurde die Ermordung Wilhelm Gustloffs zu einer klaren Unterscheidung zwischen den anständigen Menschen und den anderen. Als das ganze deutsche Volk mit seinem Führer an der Spitze im letzten Februar den ersten Blutzeugen des nationalsozialistischen Auslandsdeutsch- tumes in seiner Heimatstadt Schwerin zu Grabe trug, glaubten diejenigen, denen das neue Deutschland im Tiefsten verhaßt ist, erstaunt sein zu müssen über d i e Teilnahme einer ganzen Nation an dem Tod eines einzelnen Deutschen draußen. In diesem Moment begriffen erst viele, daß das Dritte Reich feine Volksgemeinschaft auf alle erstreckt, die diesem Reich angehören, und sie sahen darüber hinaus, welches Ansehen ein Mann im neuen Deutschland genießt, der sein Leben fern der Heimat restlos für fein Vaterland eingesetzt hatte, und dessen Leben nur als Dien ft am Volk und Führer bestand. Es war nicht mehr wie in den vorausgegangenen Jahren der Ohnmacht des Reiches; die Schmach, in die Deutschland viele Jahre verfallen war, schien in vielen Menschen in der Welt die Dorftellung hervorgerufen zu haben, daß Deutschland sich nicht um seine Bürger jenseits der Grenzen kümmert. Wilh. Gustloffs Tod hat diese Ansichten, die eine Beleidigung für jeden souveränen Staat darstellen, endgültig beseitigt. Heute weiß man, daß das Reich jedem Bürger den vollen Schutz für Leben und Gut gewährt. In stolzer Trauer gedenken wir auslandsdeutschen Nationalsozialisten heute und ewig unseres gefallenen Kameraden. Wilhelm Gustloff ist Sinnbild geworden für ein Auslandsdeutschtum, das um feine selbstverständlichen Rechte jederzeit friedlich zu kämpfen gewillt ist. Sein Tod hat unsere auslandsdeutschen Volksgenossen zu noch überzeugteren Nationalsozialisten gemacht. Die heilige Verpflichtung, die uns sein Sterben auferlegt, ist uns im Leben für Deutschland d i e große Mahnung. An diesem Jahrestage empfinden wir in herzlicher Verbundenheit mit unserer Parteigenossin Hedwig Gustloff, daß die Ausländsdeutschen in Treue zu Führer und Reich leben können, weil Wilhelm Gustloff für sie sein Leben gab. Ernst Wilhelm Bohle." Die neuen Reichsminister. 1 M ■ M Der neue Reichsverkehrsminister Dr. Julius Dorpmüller. — (Scherl-Archiv.) Der neue Reichspostminister Dr. Ohnesorge. (Scherl-Archiv.) soll Gonzalez Pena werden, einer der Haupträdelsführer der berüchtigten asturischen Revolte des Jahres 1934. Pena hat auch den Millionenraub in der Bank von Oviedo ausgeführt. Dem „roten Paradies" entronnen Paris, 4. Febr. (DNB. Funkspruch.) In Bou- logne trafen an Bord des französischen Torpedo- dootszerstörers „Maille - Beze" 10 spanische Flüchtlinge und 34 Franzosen ein, die aus der Internationalen Brigade an der Madrider Front desertiert waren. Sie hatten den französischen Konsul in Valencia um ihre sofortige Rückbeförderung nach Frankreich gebeten. Die 'meisten trugen noch die Uniform der bolschewistischen Miliz. Die Heimkehrer, die von den Anwerbern getäuscht worden waren, erzählen mit Schaudern Einzelheiten über das Schicksal weiterer unzähliger französischer Landsleute im „Roten Paradies". Viele Franzosen sollen, nachdem sie die Erlebnisse in Madrid wieder zur Vernunft gebracht hätten, täglich das französische Konsulat in Valencia belagern und um ihre Heimbeförderung bitten. Das Konsulat könne jedoch nur sehr selten helfen, da die Unglücklichen meistens keine französischen Personalpapiere mehr besäßen, die ihnen gleich beim Betreten Spaniens von den Bolschewisten abgenommen worden seien. Schwere Tumulte in Tunis Paris, 4. Febr. (DNB. Funkspruch.) In Tunis kam es anläßlich einer Lebensmittelverteilung für bedürftige Eingeborene zu wüsten Radauszenen. Die Eingeborenen, die mit der geringen Menge der jedem Einzelnen zukommenden Lebensmittel unzufrieden waren, stiegen auf die Dächer der Häuser, bewarfen die Polizei mit Steinen und Dachziegeln, bombardierten vorbeifahrende Kraftwagen und Straßenbahnwagen und versuchten Geschäfte in dem Araberviertel Bab Svuika zu plündern. Polizei, Gendarmerie- und Militär konnte die Ruhe bald wieder Herstellen. Zwei Beamte und zahlreiche Eingeborene wurden verletzt. Das Elendsgebiet von Lancashire. London, 4 Februar. (DNB. Funkspruch.) Im Unterhaus wurde ein Antrag eines Abgeordneten der Labour-Party besprochen, der auf die bedauerliche Lage im Jndustriegebiet von Lancashire hinweist und die Regierung aufordert, der dortigen Bevölkerung den notwendigen Lebensunterhalt zu gewähren. In Lancashire müßten allein 67 000 Personen vom Staat oder von der Öffentlichkeit unterstützt werden. Erschreckend groß sei die Kindersterblichkeit. Der Vorstoß fand starken Anklang; die Regierung entkam nur mit knapper Not einer Niederlage, da der Antrag mit nur 7 Stimmen Mehrheit (99 gegen 92) abgelehnt wurde. Mehrarbeit ist zuschlagspstichtig. Eine Mahnung des Reichsarbeitsministeriums. Berlin, 3. Febr. (DNB.) Beim Reichs- arbeitsminifterium und bei den Treuhändern der Arbeit mehren sich in der letzten Zeit die Beschwerden über Nichtzahlung oder unzureichende Zahlung der Mehrarbeitszuschläge. Es besteht deshalb Veranlassung, die Betriebsführer nochmals auf die Rechtslage hinzuweisen. Maßgebend für die Verpflichtung zur Zahlung von Mehrarbeitszuschlägen ist in erster Linie die jeweils gültige Tarifordnung. Ist dort die Frage nicht oder nicht abschließend geregelt, so muß die Arbeitszeitordnung vom 26. Juli 1934 als die gesetzliche Grundlage des Arbeitsrechts herangezogen werden. Für die der Arbeitszeitordnung unterfallenden Gewerbezweige ist grundsätzlich jede über a ch t Stunden am Tage ober 48 Stunden in der Woche (96 Stunden in der Doppelwoche) geleistete Arbeit außer mit dem Stundenlohn noch mit einem besonderen Mehrarbeitszuschlag zu vergüten. Die Verpflichtung zur Zahlung des Mehrarbeitszuschlags entfällt nur in besonderen, vom Gesetz einzeln aufgeführten Fällen, z. B. für Gewerbezweige ober Gruppen von Beschäftigten, bei benen regelmäßig und in erheblichem Umfang Arbeits- bereitschaft vorliegt und bei gewissen Vor - und A b s ch l u ß a r b e i t e n. Ist in der für den Betrieb geltenden Tarifordnung oder in der Betriebsordnung nichts anderes bestimmt oder mangels einer solchen Vorschrift nichts anderes vereinbart, so beträgt der Zuschlag 25 v. H. Nichtbefriedigung begründeter Ansprüche der Gefolgschaftsmitglieder auf Mehrarbeitszuschlag zeitigt für den Betriebsführer die Gefahr einer strafrechtlichen ober ehrengerichtlichen Verfolgung. Die Treuhänder der Arbeit find angewiesen, auf eine ordnungsmäßige Bezahlung der Mehrarbeitszufchläge besonders zu achten. Jeder Betriebsführer tut daher gut daran, sich mit der für feinen Betrieb geltenden Tarifordnung und mit der Arbeitszeitordnung vertraut zu machen, um feinen Verpflichtungen genauestens nachkommen zu können. Freiherr von Eltz-Rübenoch. Der mit der Trennung des Reichspostministeriums vom Reichsverkehrsminifterium aus seinem Amt geschiedene Freiherr von Eltz-Rübenach entstammt dem moselländischen Uradel. Er wurde 1875 in Wahn geboren. Absolvierte das Gymna- fium ift Duisburg, studierte an der Technischen Hoch, schule in Aachen und Charlottenburg Maschinenbau, wurde 1902 Regierungsbauführer bei der Eisenbahndirektion Münster, später Regierungsbaumeister (Presse-Jllustration-Hoffmann-M.) in Hannover. Nach einer Studienreise nach Amerika war er von 1911 bis 1914 technischer Sachverständiger beim Generalkonsulat in Neuyork. Während des Krieges stand er bei Eisenbahnformationen auf dem westlichen Kriegsschauplatz, wurde tenn Reorganisator der bulgarischen Eisenbahnen und von 1917 bis 1919 zum Feldeisenbahnchef int Großen Hauptquartier kommandiert. Nach dem Krieg wurde er Oberbaurat im Preußischen Ministerium für öffentliche Arbeiten, 1924 Präsident der Eisenbahndirektion Karlsruhe. 1932 trat er als Reichsminister für Post und Verkehr in das Kabinett Papen ein, er behielt die Leitung des vereinigten Reichsverkehrs- und Postministeriums auch in der am 30. Januar 1933 vom Führer gebildeten Reichsregierung. Freiher von Eltz-Rübenach hat sich um die Entwicklung des modernen Verkehrsgedankens im nationalsozialistischen Deutschland, die besonders gekennzeichnet war durch den Bau der Reichsautobahnen und bie Ordnung des Verhältnisses zwischen: Auto und Eisenbahn, große Verdienste erworben. Oie Neuordnung des Studententums. Berlin, 2. Febr. Bei der Reichsgrün- bungsfeier der Technischen Hochschule Berlin sprach — nach einem Bericht des „berliner Lokalanzeigers" — als Vertreter der Reichsstudentenführung SA.-Obersturmbannführer Trumpfs über Fragen der Neuordnung des Studententums. Zur Ehrenordnung sagte er, daß die Bestim- mungsmensuren künftig wegfallen würden; für Schlägerfechten habe der Strident, der durch bem Arbeitsdienst gehe und auch im Land- und Fabrik» dienst eingesetzt werde, keine Zeit. Waffe sei der Säbel, Fechtweife die bewegliche Sprungmensur. Schon im kommenden Semester solle das Der» hältnis zu den Altherrenfchaften ge- klärt werden. Die NS. -Studentenkampf' Hilfe solle als große Gesamtorganisation vom Münchener Gauleiter Adolf Wagner einstweilen unter der Bezeichnung „Studentische K a inp s- Hilfe" geführt werden. Bei einer Kundgebung im München würden Adolf Wagner und der Reichsstudentenführer den ehemaligen Korporationen fütr ihre Erziehungsarbeit danken. Kleine politische Nachrichten. Der Führer und Reichskanzler gab ziu Ehren der bei ihm beglaubigten fremden M i s° sionschefs ein Abendessen, an dem sämtliche im Berlin anwesenden Botschafter, Gesandten und Geschäftsträger sowie die Reichsminister, die Oberbefehlshaber des Heeres und der Kriegsmarine, bis Staatssekretäre, mehrere Reichsleiter, der Reichsführer SS., der Stabschef der SA. und der Korpsführer des NSKK. sowie die Generalinspektore» des Straßen- und des Bauwesens mit ihren Damen teilnahmen. * Reichserziehungsminister Rust erschien überraschend zu der mündlichen Reifeprüfung bea realgymnasialen Zuges im Bismarck-Gymnasium in Berlin-Wilmersdorf. Er wohnte der mündlichem Prüfung während ihrer ganzen Dauer mit großen» Interesse bei und griff besonders bei der Prüfung im Geschichtsunterricht auch selbst mit Fragen ein. * Das Hauptamt für Beamte, Fachschaft Reichs» bahnbeamte, veranstaltet in Gemeinschaft md der Reichsbetriebsgemeinschaft Verkehr und öffentliche Betriebe am 4. Februar 1937, auf dem Wil» Helmplatz vor der Reichskanzlei eine Kundgebung, bei der 15000 Eisenbahner vor' dem Führer aufmarschieren werden, um ihm den Dank für die Befreiung der Reichsba^i aus den Fesseln internationaler Verträge und bis Rückführung unter die Hoheit des Reiches namen» der 660 000 deutschen Eisenbahner auszusprechen. * Um anläßlich der Internationalen Ausstellung in Paris die kulturellen B e» Ziehungen zwischen den beteiligten deutschem und französischen Berufsgruppen zu fördern, lM sich unter dem Protektorat des französischen Bot° safters Francois-Poncet in Berlin ei« Ehrenkomitee gebildet, dessen Präsidium bell Vorsitzende der Deutsch-Französischen Gefeilscht e. 23., Prof. Dr. von Arnim, gemeinsam mW den Herren Säuret, Präsident des Vereins btn ausländischen Presse in Berlin, Ministerialdirektoll Nuppel, Reichskommissar für die internationale Ausstellung in Paris, und Prof. Dr. Grimm. Essen, übernommen hat. * Zwischen der deutschen und der litauischen Negierung schweben seit einem Jahre Verhandlungen über die Staatsangehörigkeit mehrerer memelländischer Beamter, i 4 1 ter und Aerzte, denen der litauische @ouoer neur 1935, vor den Wahlen zum Memelländische»' Landtag, die litauische Staatsangehörigkeit und bai' mit die memeliändischen Bürgerrechte entzöge* hatte. Da diese Verhandlungen in einigen Fälle» darunter in dem des ehemaligen Präsidenten dc- memelländischen Direktoriums Dr. Schreibet zu keinem Ergebnis führten, wurde auf Grund der deutsch-litauischen Optionsvertrages vom Jahre 192-J die Schweizerische Bundesregierung um die Er1 nennung eines neutralen Schiedsrich' ter5 gebeten; sie ernannte hierzu den Altbunde» richier Dr Viktor M-rz. Zum Vertreter der Reichsregierung ist der Direktor des Kaiser-Wuhelm- Instituts in Berlin Professor Dr. Bruns bestellt worden. * Der frühere chinesische Ministerpräsident Wang- tschingwei wurde mit der Würde eines Ehrendoktors der U n i v e r s i t ä t H e i d e l- b e r g ausgezeichnet. Der deutsche Botschafter Dr. Trautmann überreichte ihm das Diplom, wobei er darauf hinwies, daß diese Auszeichnung nicht nur dem in Deutschland hochgeachteten Politiker und Staatsmann gelte, sondern zugleich auch die Herzlichkeit der deutsch-chinesischen Freundschaft unterstreiche. Emil Jannings, der seit einigen Tagen in R o m weilt, um die Szenen des neuen Films Vor Sonnenuntergang" vorzubereiten, die in stauen gedreht werden sollen, wurde von Mussolini empfangen. * Nach einer Moskauer Meldung ist auch der G P U. - K o m m i s s a r Woronkin, der in dem berüchtigten Lubianka-Gefängms Dienst tut, verhaftet worden. Woronkin soll dem inzwischen Hingerichteten Pjatakow bei einem Fluchtversuch behilflich gewesen sem, der jedoch von einem Eingeweihten noch vor der Ausführung der GPU. bekanntgegeben worden sei. * tlt<\ W SijJJ orWlm, ■ "d° •msT* Nnc > 2 ■ . Ver t’m 30.^1. e'chs'egierm um die ßr I mkens im r: ' Pfanders»I ; W- ! i lste erworben ^nfcnfyiu! KnchsgrüiV n hochsch, erichtdes^ er der Reich- sührer Jrur: Gtubmtenh- daß die Seb- i mürben; . der durch’ nb= und ffe Wafse fei !■ ■ Sprungmr/ solle das $ii "schäften intentar 'ganiffltion r ner einte . „ IdjcÄcv: Kundgebim Ij- mb der ÄkL 'i rporatwncn • । chrichten anzler gab; remben 911 dem sämtlich! efanbten und 6 ister, die Dte Kriegsmarine,! iter, der Sei: i. und der Son Senerolinspekil? mit ihren erschien üb e p r ü f u n g ■ narck-Gymx e der münbte auer mit grc! bei der Pm mit Frage"' Wegen der infolge der Frankenabwertung ständig steigenden Getreidepreise in Syrien und im Libanon wurde auf einen Stadtrat von Damaskus, der gleichzeitig Getreidegroßhändler ist, ein Revolverattentat verübt, ohne ihn zu treffen. Hierauf entwickelte sich eine Straßenschlacht, die erst durch Polizei beendet werden konnte. Kunst und Wissenschaft. Japanisch-deutsche Zusammenarbeit im Film. In Tokio fand die Uraufführung des ersten Films der japanisch-deutschen Zusammenarbeit statt. „Neue Erde", bei dem der deutsche Regisseur Fanck Regie führte. Unter den 1500 Gästen waren Mitglieder des Kaiserhauses, das gesamte Diplomatische Korps und Vertreter aus Kunst, Wissenschaft und Presse. Der Film ist das Ergebnis einjähriger Zusammenarbeit deutscher und japanischer Künstler. In Ansprachen wurde betont, daß dies der erste gelungene Versuch eines großen japanischen Kulturfilms sei, der dem Auslande wahrheitsgetreu japanische Sitten und Gebräuche vermitteln solle. Der Film schildert das Schicksal eines Japaners, der seine Heimat verläßt und nach achtjähriger Abwesenheit aus Europa nach Japan zurückkehrt und zu seiner Familie und den traditionsreichen Sitten und Gebräuchen zurückfindet. In wunderbaren Bildern sieht der Beschauer altes und neues Japan, reizvolle Landschaften und die uralte Tradition dieses großen Landes. Der Film wird dazu beitragen, viele nicht mehr zutreffende Ansichten über Japan zu ändern. — Der Beifall war Ausdruck für die Anerkennung der Leistung F a n ck s und feiner japanischen und deutschen Mitarbeiter. Die Uraufführung wurde auch zu einem großen Erfolg für die einzige deutsche Schauspielerin, Ruth Eweler, die als Europäerin in diesem rein japanischen Film eine sehr schwierige Aufgabe zu vollbringen hatte. Allgemein wird her- oorgehoben, mit wieviel Verständnis sie ihrer Aufgabe gerecht wurde. — Neben der japanischen Fassung des Films geht.eine deutsche und englische Version ins Ausland. Der erste SA.-Künstler-Lehrgang. Stabschef Lutze besichtigte den ersten S ch u - 'lungslehrgang für SA. - Künstler in Bad Berka. Der Leiter des Kursus, SA.-Standarten- führer Glöckner führte durch die Arbeitsgemein- Ichaften der Maler, Bildhauer und Architekten. 30 -SA.-Männer aus den verschiedenen Künstlerberufen rund aus allen Gauen des Reiches sind zusammen- .gerufen worden. Die Arbeiten haben bewiesen, daß iüer Zweck dieses Lehrganges, den Künstlern das seelische Werkzeug für weiteres Schaffen zu geben, »erreicht werden kann. Wie dem Stabschef von den einzelnen Teilnehmern versichert wurde, bietet die iwochenlange enge Kameradschaft und die damit ver- lbundenen gegenseitigen Austauschgelegenheiten un- Sieahnte Möglichkeiten, das nationalsozialistische Er- ebnis zu würdigen und richtig zu gestalten. Stabs- rhef Lutze betonte, daß es Aufgabe des SA.-Mcm- nes sei, sich um kulturelle und künstlerische Dinge ?zu kümmern. Wie die SA. in der Kampfzeit die sichtbare Trägerin des nationalsozialistischen Erlebnisses gewesen sei, so werde sie in Zukunft au ollen Lebensgebieten bleiben. Aus aller Wett. chMstR-" ©emetnW >rkehr und off 37, auf dem- izleiemeS'. ^bahnet ren werden, n ber Reichs - Verträge und s Reiches njf r auszusprechi ionalenZ- lturellen- 'teiligten de^ i w fördere jftneini®’ ’hes ®#rieIw b inter"* lf6 $r. S-* „t AmE KO eaini*e Achte W in stylt Stiftung für städtische Arbeiter in Aschaffenburg. Am 30. Januar vorigen Jahres konnte Biirger- imeister Dr. Fleischmann (Aschaffenburg) dem Oberbürgermeister und Kreisleiter Wohlgemuth «als Zeichen der Dankbarkeit für die von ihm in Stadt und Kreis geleistete nationalsozialistische Aufbauarbeit eine freiwillige Spende von etwa 600 Mark überreichen. Auch am diesjährigen Jahrestag Der Machtübernahme stellten die Gefolgschaftsmit- zglieder der Stadt dem Oberbürgermeister einen Beitrag von über 800 Mark zur Verfügung. Diese Spenden sollen nun als Grundstock für eine Stif- ßung zum Wohle städtischer Arbeiter und ihrer Familien dienen, denen bei Geburt eines Kindes ein Zuschuß gewährt werden soll. Der älteste SA.-2Nann Deutschlands f. In München verschied der älteste SA.-Mann Deutschlands, Ehrensturmführer Georg M ü n z e l, iim Alter von 9 4 Jahren. Münzet war bis vor ganz kurzer Zeit noch sehr rüstig. Er nahm auch □m letzten Reichsparteitag in Nürnberg teil, wohin er mit einem Flugzeug der Lufthansa befördert worden war. Führende Persönlichkeiten der Partei und des Staates hatten während der sechswöchigen Krankheit Münzels regen Anteil an seinem Befinden genommen. Zwei hundertjährige. Dieser Tage feierte die Witwe Stecker von der Gehleinsmühle bei Simmershofen (Unterfranken) ihren 10 0. Geburtstag. Obgleich ihr im 70. Lebensjahr ein Bein amputiert werden mußte, erfreut sie sich einer guten Gesundheit. — Die älteste Frau der Gemeinde Eisingen bei Würzburg ist Frau Anna Maria Scheder gewesen, die jetzt Z^Monate nach ihrem 100. Geburtstag gestorben ist. 3n Nassau werden Hausinschriften gesammelt. Auf Anregung des Landeshauptmanns W. T r a u- p e l sollen die Städte und Dörfer Nassaus nach alten Hausinschriften durchforscht werden. Die Bevölkerung wurde aufgefordert, ihre Häuser Raststätte für die Reichsautobahn. F < / 2 u An den Reichsautobahnen sollen auch Raststätten errichtet werden. Dieses Modellbild zeigt den Entwurf einer Raststätte von Professor March. Sie soll in der Nähe von Magdeburg entstehen und eine Gaststätte, Werkstätten, Garagen, Tankstelle und Uebernachtungs- räume enthalten. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Deutschlands Heilmittelversorgung. Die wichtigste Aufgabe, die der Apotheker in Deutschland zu erfüllen hat, ist eine zuverlässige Arzneimittelversorgung der gesamten Bevölkerung. Dazu kommt in dieser Zeit der großen wirtschaftlichen Anspannung eine tätige Mitwirkung der gesamten Apothekerschaft bei der Er- orschung und Erarbeitung neuer Heilmittel zwecks Verwendung deutscher Rohstoffe im Rahmen des Vierjahresplanes. Der Beruf des Apothekers erfordert verantwortliche Berufsarbeit der Allgemeinheit gegenüber. Wenn der Apotheker auch allgemein gewerbliche Aufgaben durch den Verkauf von Drogen zu^erledigen hat, so liegt doch noch immer der Schwerpunkt seiner Arbeit auf dem Gebiete der Anfertigung von Arzeneien nach ärztlichen Rezepten. Eine gediegene wissen- chaftliche Ausbildung ist deshalb nach wie vor Voraussetzung für eine den öffentlichen Interessen dienende Tätigkeit in der allgemeinen Arzneimittelversorgung. Die Tätigkeit des Apothekers ist seit der Loslösung von der eigentlichen ärztlichen Heilkunst stets durch besondere gesetzliche Vorschriften gesichert und geregelt worden. Die wirtschaftliche Sonderstellung des Apothekers, die K o n z e s s i o n i e r u n g erhält ihre Berechtigung durch die schwierige verantwortliche Berufsarbeit — wie z. B. den Umgang mit Giften — und durch die Verantwortlichkeit der Allgemeinheit gegenüber. In früheren Jahrhunderten haben die Apotheken ein Arzneimonopol besessen, das erst im 19. Jahrhundert, als verschiedene Apotheker, wie z. B. Schering, mit der indu- triellen Herstellung von Arzneimitteln begannen, durchbrochen worden ist. Damals wurden die harmlosen Drogen im Zeichen der Gewerbefreiheit zum Verkauf auch außerhalb von Apotheken freigegeben. Heute entscheidet in der Praxis meistens der Verwendungszweck, ob bestimmte Heilmittel nur in Apotheken oder auch in Drogerien abgegeben werden dürfen. Die Apotheken müssen aber heute aus wirtschaftlichen Gründen großen Wert darauf legen, daß nicht nur die sogenannten apothekenpflichtigen Artikel, sondern auch die frei verkäuflichen Waren in ihren Betrieben zum Verkauf gelungen. Der Anteil der Rezeptureinnahmen an den Gesamteinnahmen der Apotheken beträgt heute etwa 30 bis 35 v. H., woraus man errechnen kann, daß die wirtschaftliche Rentabilität im wesentlichen von dem Verkauf sonstiger Heilmittel und Drogen abhängig ist. Es ist selbstverständlich, daß im nationalsozialistischen Staat die Interessen von Apotheken, Drogerien und der pharmazeutischen Industrie, für die eine möglichst breite Absatzgrundlage vorhanden sein muß, nach wirtschaftlich gerechten Maßstäben gegeneinander abgewogen werden. Die deutsche Apothekerschaft erstrebt heute eine Fortentwicklung der Arzneimittelgesetzgebung in der Richtung einer Wiederbelebung b e r ’n e = zeptur. Die teilweise Beseitigung der einschränkenden Bedingungen der früheren Notverordnungen, insbesondere die Herabsetzung der Rezeptgebühr aus 25 Pf., ist ein bedeutsamer Schritt auf diesem Wege. Infolgedessen hat sich auch der Umsatz der deutschen Apotheken in den letzten Jahren beträchtlich erhöht Im Jahre 1932 konnten für 280 Millionen Mark umgesetzt werden, 1933 für 350 Millionen Mark und 1935 schätzungsweise bereits für mehr als 400 Millionen Mark. Diese steigende Kurve darf keineswegs zu dem Trugschluß führen, daß der Gesundheitszustand des deutschen Volkes sich verschlechtert hat. Die Dinge liegen vielmehr so, daß durch die Ueberwindung der Arbeitslosigkeit auch die wirtschaftlich schwächeren Bevölkerungsschichten wieder in die Lage versetzt worden sind, auch bei leichteren Erkrankungen Heilmittel in Anspruch zu nehmen. Die Ausbildung des deutschen Apothekers ist in den letzten Jahren neu geregelt worden und dauert heute im ganzen 6 Jahre. Nach dem Reifezeugnis ist eine zweijährige Lehrzeit in einer sogenannten Lehrapotheke durchzumachen. Dann kommt ein Vorexamen und ein Studium von 6 Semestern, das mit dem Staatsexamen abschließt. Nach einer weiteren praktischen Tätigkeit, die ein Jahr dauert und das sogenannte soziale Berufshalbjahr einschließt, ist die eigentliche Berufsausbildung beendet. Ein entscheidender Wert wird heute auf die berufliche Fortbildung des Apothekers gelegt. Diese geschieht durch die Veranstaltungen der Akademie für pharmazeutische Fortbildung. Durch die Akademie werden die Apotheker mit allen Neuerungen der pharmazeutischen Wissenschaft bekannt gemacht. Von den rund 7200 Apotheken, die wir heute in Deutschland haben, sind nur etwa 550 Lehrapotheken. An diese werden natürlich besondere Anforderungen gestellt; sie müssen über die erforderlichen Einrichtungen verfügen, und ihre Inhaber müssen neben anerkannten' Kenntnissen die Gewähr dafür bieten, daß auch die charakterliche Erziehung des Nachwuchses in jeder Hinsicht gepflegt wird. Die Anzahl der Lehrapotheken ändert sich alljährlich nach dem Bedürfnis. Die Bestimmung darüber, welche Apotheke Lehrlinge ausbilden darf, trifft der Reichsminister des Innern auf Vorschlag der Deutschen Apothekerschaft. Während noch vor vier Jahren zirka 1500 Apotheker von den etwa 18 000, die es in Deutschland gibt, ohne Beschäftigung waren, sind heute alle wieder in ihrem Beruf tätig. Rund 50 v. H. aller deutschen Apotheker sind selbständig als Inhaber, Pächter oder Verwalter. Seit dem 1. Oktober 1936 sind die Apotheken, die bis dahin noch im Besitz von Juden waren, auf Grund des früher erlassenen Pachtgesetzes an arische Apotheker verpachtet worden. Heute gibt es etwa 1500 Pachtapotheke n, deren wirtschaftliche Grundlagen gesichert sind. Im ganzen ist durch das Pachtgesetz ein sehr bemerkenswerter wirtschaftlicher Fortschritt durch die Regelung von Pachtzins und Miete erzielt worden. Auf ungefähr 8000 Deutsche kommt heute im ganzen Reichsgebiet etwa eine Apotheke. Dadurch ist eine geordnete Versorgung der gesamten Bevölkerung mit Heilmitteln bei Wahrung der wirtschaftlichen Rentabilität der Apotheken gesichert. Die tätige Mitarbeit, die die deutschen Apotheker im Rahmen des Vierjahresplans leisten, beschränkt sich nicht auf die Forschungsarbeit an den Hochschulen, sondern erfaßt auch den in der Praxis stehenden Berufsangehörigen. Auf dem Gebiete von Deien und Fetten find bereits zahlreiche Versuche angestellt, wodurch es wohl sehr bald möglich sein wird, daß das Erdnuß- und Olivenöl durch heimische vollwertige Stoffe ersetzt werden kann. Blutfaf in einer Belgrader Lehranstatt. In der Mittelschule für Geometer in Belgrad ereignete sich ein aufregender Vorfall. Ein Schüler, der die Anstalt wegen seiner Studienmißerfolge verlassen sollte, stürzte sich in der vollbesetzten Klasse auf seinen Lehrer und brachte ihm mit einem Dolch mehrere lebensgefährliche Stichwunden bei. — In der elektrotechnischen Mittelschule ver- uchte ein Schüler aus dem gleichen Anlaß seinem Klassenlehrer Salzsäure ins Gesicht zu schütten. Der Anschlag mißlang. Der Semestererfolg an den Belgrader Mittelschulen ist in diesem Jahr besonders schlecht, so daß über 30 v. H. der Schuler die Schulen verlassen müssen. Sechs Tale beim Zusammenstoß zweier französischer Marineflugzeuge. Zwei Marineflugzeuge des französischen Flugzeugträgers „Bearn" stießen bei einem Nachtflug in Senegal zusammen. Die Besatzungen der beiden Flugzeuge, sechs Mann, kamen dabei ums Leben. Wieviel essen die Berliner? Es gibt etwa 3 Millionen landwirtschaftliche Betriebe in unserem 67-Millionen-Volk und 4 Millionen Berliner! Das bedeutet, daß jeder landwirtschaftliche Betrieb gewissermaßen allein schon für einen Berliner die Nahrung mitzuschaffen hat. Diese 4 Millionen Berliner verbrauchen jährlich eine ganz stattliche Menge von Nahrungsmitteln. Mit kleinen Größen darf man nicht erst rechnen. 525 Millionen Kilogramm Kartoffeln, 300 Millionen Kilogramm Fleisch, 154 Millionen Kilogramm Gemüse verzehren die Ber- linen jährlich allein zum Mittag- und Abendessen. 216 Millionen Brote, 50 Millionen Kilogramm Butter, 19 Millionen Kilogramm Käse müssen ebenfalls herbeigeschafft werden, nicht zu vergessen 349 Millionen Liter Milch und 800 Millionen Stück Eier. Auch andere Nahrungsmittel wie Zucker, Schmalz, Hülsenfrüchte, Obst usw. werden in Millionengrößen verbraucht. So groß sich diese Zahlen vielleicht anhören, auf den Kopf der Bevölkerung umgerechnet, ergeben sie nicht etwa, daß der Berliner übermäßig viel und gut ißt, der Bedarf so vieler Menschen summiert sich nur. Wenn Berlin in seinem großen Stadtbezirk auch noch etwas Landwirtschaft betreibt, einige Güter besitzt, mehr als 100 000 Berliner einen Kleingarten besitzen, ist die Reichshauptstadt natürlich doch in erster Linie auf d i e Zufuhr von außerhalb angewiesen. Berlin ist schließlich nicht nur der größte Verbraucher, sondern damit auch gleichzeitig der größte Abnehmer für die Erzeugnisse unserer Landwirtschaft. Bei jeder Spende fönt die Glocke. Auf dem Königsplatz in Leipzig wurde für das WHW. eine große Olympia-Glocke aufgestellt. Beim Einwurf jeder Spende schlägt die Glocke an und spricht durch ihren Mund den Dank der Volksgenossen aus. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Mit der lebhaften, vom Atlantik ausgehenden und über Nordeuropa hinwegführenden Wirbeltätigkeit setzt sich auch die Ueberflutung des europäischen Festlandes mit milder Meeresluft fort. Die einzelnen Störungsgebiete bringen dabei vornehmlich den nördlichen Teilen Deutschlands Regenfälle, während unser Gebiet leichte Unbeständigkeit, aber nicht durchweg unfreundliches Wetter zeigt. Die Gesamtlage erfährt vorerst wenig Aenderung. auf derartige Inschriften und historisch^interessante Zeichen wie Wappen, Jahreszahlen, ntemmetzzel- chen, Hausmarken und -spräche zu untersuchen und die Funde zu melden. Der Verein für Naliauische Altertumskunde und Geschichte ist mit der Sammlung dieser Inschriften beauftrag! ropröen und wird das Ergebnis dieser ersten planmäßigen Bestandsaufnahme veröffentlichen. Später sollen auch die Inschriften an Kirchen, Kapellen, Bildstöcken usw. gesammelt werden. Roch kein Abflauen der Grippe in England. Die Grippeepidemie in England will noch immer nicht abflauen. In der letzten Woche hat die Grippe in den wichtigsten Städten des Landes 115 5 Todesopfer gegen 1137 in der vorhergehenden Woche gefordert. Eisenbahnräuber Fritz Schüller hingerichtet. In Breslau wurde Fritz Schüller hin gerichtet, der vom Sondergericht wegen Mordes und Verbrechen gegen § 1 des Gesetzes zur Gewährleistung des Rechtsfriedens zweimal z u m T o d e verurteilt worden ist. Schüller hat — abgesehen von zahlreichen schweren Diebstählen — 1932 in Löwen (Kreis Brieg) bei einem mit mehreren seiner Bruder verübten räuberischen Ueberfall auf eine Kolonialwarengroßhandlung den Kaufmann Adolf Ludwig ermordet und 1935 ebenfalls mit dreien seiner Brüder bei der Blockstelle Rothwasser m Schlesien einen Eilzug angehalten und unter Abgabe zahlreicher Schüsse auf die Bahnbeamten aus dem Postwagen des Zuges 51000 RM. geraubt — Die beteiligten Brüder Hermann und Willy Schüller find am 1. Juli 1936, als sie sich ihrer polizeilichen Festnahme durch Abgabe scharfer Schüsse zu widersetzen suchten, im Feuerwechsel erscho s- s e n worden. Erich Schüller hat am 12. Dez. 1936 seinem Leben durch Selbstmord ein Ende gemacht. Wieder ein Fall von Lynchjustiz in USA. In Headland (Alabama) stürmten bewaffnete Bauern das Stadtgefängnis und bemächtigten sich eines 18jährigen Negers, der der Vergewaltigung eines weißen Mädchens beschuldigt wurde. Wenige Stunden später fanden Polizeibeamte die L e i ch e des Negers, von zahlreichen Schüssen durchlöchert, an einem Baum hängen. Ein neuer Fall von Wenschenenlführung in Amerika. Gegenwärtig beschäftigt die amerikanische Oeffent- lichkeit ein 'neuer Entführungsfall, der ebenso ruchlos wie die vorhergehenden durchgeführt worden ist. Das Opfer ist der 67jährige Kreisarzt Dr. David aus Willow Springs (Missouri), der nach Erhalt eines telephonischen Hilferufes einem unbekannten Mann gefolgt und seitdem verschwunden war. Zwei Tage später erhielt die Familte eine Forderung über 5000 Dollar Lösegeld. Verzweifelte Versuche, mit den Entführern in Verbindung zu treten, um das Geld zu zahlen, mißlangen. Jetzt verhaftete die Polizei den Entführer. Er geleitete sie zu einer einsamen Waldstelle, wo er die kugeldurchlöcherte Leiche des Arztes versteckt hatte. Die Polizei brachte den erst 20jährigen Mörder schnellstens in ein unbekanntes Gefängnis, um ihn vor der Lynchwut der sich zusammenrottenden Menge zu schützen. Aussichten für Freitag: Vielfach dunstiges, sonst gelegentlich aufheiterndes und überwiegend bewölktes Wetter, strichweise auch Regen, bei südwestlichen Winden für die Jahreszeit mild. Aussichten für Samstag: Bei Luftzufuhr aus Süd bis West ziemlich mild und zu leichten Regenfällen geneigt. Lufttemperaturen am 3. Februar: mittags 7,9 Grad Celsius, abends 1,1 Grad; am 4. Februar: morgens 2,8 Grad. Maximum 8,1 Grad, Minimum heute nacht 0 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 3. Februar: abends 0,1 Grad; am 4. Februar: morgens 0,1 Grad. — Sonnenscheindauer 2,3 Stunden. Wintersport-Wetterbericht. Schwarzwald. Feldberg: Heiter, 0 Grad, 80 cm Gesamtschneehöhe, Sportmöglichkeiten gut. Alpen. Schneefernerhaus: Heiter, —4 Grad, 350 cm Gesamtschneehöhe, Pulverschnee, Ski gut, Rodeln mäßig. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. XII. 36: 11 250. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts- Buch» und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Jllusttierten 15 Pf. mehr. Emzeloerkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig, Universitätsprofessor em. Geheimer Medizinalrat im Alter von 66 Jahren. Dr. med. et phil. Robert Sommer im 73. Lebensjahre. Die trauernden Angehörigen 772 D 763 D 754 D Kriegerkameradschani874Gießen Marktplatz 19. 0579 765 D Lang-Göns, Osthofen, Frankfurt, den 3. Februar 1937. Die Beerdigung findet am Freitag, dem 5. Februar, nachmittags um 1.30 Uhr statt. 767 D 500 g 1.60 125 g 40 Plockwurst Zervelatwurst 50 125 g 764D Beunde 33 der Försterei Baumgarten: 33 125 g 500 g 1.40 35 125 g . 500 g 64 125 g 16 500 g 64 125 g 16 Halbfettschmelzkäse, 20% Fett i. T. Heuchelheim, Großen-Linden, den 4. Februar 1937. DeutscheVollheringe Stück 23,20 ^-Liter-Dose 44 766 D Bratheringe in Burgundersoße.... Vr Klub-Dose 758 A ■ u AM-MME Die Beerdigung findet Donnerstag, den 4. Februar, 16 Uhr, vom Trauerhause. Bachstraße 64, aus statt. 1-Liter-Dose 1-Liter-Dose 1-Liter-Dose Dose Dose Dose Dose Dose Alle Kameraden werden seiner stets ehrend gedenken. Die Führerschaft. 76 62 76 24 38 38 32 38 36 Bratheringe in Burgundersoße ... Bratheringe nach Hausfrauen-Art Fettheringe in Tomatensoße .... Fettheringe in Sahnecreme..... Fettheringe in Cumberlandsoße.. Die Klinik hat in dem Heimgegangenen den verdienstvollen ehemaligen Leiter verloren, der ihr fast vier Jahrzehnte vorstand. Darüber hinaus ist sie ihm für das bis zuletzt währende warme Interesse an der alten Wirkungsstätte dankbar verbunden. Der Entschlafene wird uns allen unvergeßlich sein. Gießen, Baden-Baden, Bad-Schwartau, den 3. Februar 1937. Hitler wall 31 Einspaltige Kleinanzeigen werden zum ermäßigten Grundpreis von 5 Pf. für die Millimeterzeile veröffentlicht Am 3. Februar starb nach kurzem Leiden unsere liebe gute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Urgroßmutter und Tante Rollmops Bismarckheringe Bratheringe....... Geleeheringe .... 500 g 2 — 500 g 1.32 Gestern nachmittag entschlief sanft nach kurzem Kranksein unser lieber unvergeßlicher Bruder, Onkel und Schwager Geschäftsdrucksachen Rechnungen Briefblätter Briefumschläge Postkarten Geschäfts karten bei Brühl, Schulstr.7 Emmenthaler O. Rinde Vollfettkäse, 45% Fett i. T. Schweizerkäse .... vollfett, 45 % Fett i. T. Limburger m. Rinde ... Halbfettkäse, 20% Fett i. T. Limburger o. Rinde. . . . Am 2. Februar wurde unser lieber Kamerad Unteroffizier MartinWindemuth allzufrüh zur großen Armee abgerufen. Wir verlieren in ihm einen lieben, treuen und hilfsbereiten Kameraden, der uns in steter Erinnerung bleiben wird. Gießen (Krofdorfer Straße 37), Groß-Auheim, Hersfeld, Lieh, Kassel, Bischoffen, den 4. Februar 1937. Otto Schomber. Wieseck, den 4. Februar 1937. Im Namen aller Hinterbliebenen: Christoph Wagner. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Frau Marie Dem, geb. Spies Karl Bopf und Frau Anna, geb. Dem Wilhelm Dem und Frau Kath., geb, Schaum Pfarrer Letzing und Frau Emmy, geb. Bopf Hedwig Bopf, Albert und Helmut Dem Fräulein 42 Jahre, sucht Stelle in frauenlosem Haushalt. Gute Behandlg. Bedingung, geht auch aufs Land. Schrift!. Angeb. unt. 0578 an den Gießen. Anzeig. Die Unteroffiziere der 2./I.-R. 116 Gießen. Die Beisetzung findet am Freitag, dem 5. Februar, nachmittags 4 Uhr auf dem Neuen Friedhof statt Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgang unserer lieben Entschlafenen sowie für die trostreichen Worte des Herrn Dekan Sattler sagen wir allen auf diesem Wege unseren besten Dank. Im N. d. trauernden Hinterbliebenen: Direktor und Gefolgschaft der Psychiatrischen und Nervenklinik Gießen Die Beerdigung findet Samstag, den 6. Februar, vormittags 11 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Große 3-Zinjnierwohnung Badezim., Küche und Zubehör z. 1. April o. früher zu vermieten. Schr. Anfr. unt. 780Dand.G.A. Nachruf! Am 30. Januar 1937 verschied plötzlich unser langjähriges Mitglied Kamerad Christian Heßler Tüchtig., ehrlich.' Mädchen für tagsüber ge- sucht.Schriftliche Anfragen unter 778D a. d. G.A. Am 2. Februar entschlief nach kurzem, schwerem Leiden der frühere Direktor unserer Klinik Herr Geh. Medizinalrat Prof. Dr. med. et phil. Robert Sommer Am 3. Februar entschlief nach kurzer Krankheit unser lieber Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Wilhelm Bebling im 81. Lebensjahr. Die trauernden Hinterbliebenen. Am 3. Februar, 8.45 Uhr, verschied plötzlich und unerwartet meine liebe Frau, unsere treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Friederike Wagner, geb. Franz Holzversteigerungen I. 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Geschieht dies nicht, dann können die Stromgelder noch innerhalb der nächsten 8 Tage und die Gasaelder noch innerhalb 10 Tagen ohne Kosten an die Kasse der Städtischen Betriebe, Gießen, ©arten» straße 3, oder auf Postscheckkonto Frankfurt a. M. Nr. 27707 gezahlt werden. Bei Ueberschreiten der Zahlungstermine müssen die Beitreibungskosten berechnet werden. 755A Vorn 16. Februar 1937 ab wird die Strom- und Gaslieferung bei allen Abnehmern gesperrt, die die Strom- und Gasgelder für Dezember 1936 einschließlich kosten noch nicht entrichtet haben. Gießen, den 2. Februar 1937. Direktion der Städtischen Betriebe. Derbffangen Stück: Kl. la—3b Fichte 205; Reisslängen Stück: Kl. la—4 Fichte 678. Scheiter rm: Buche A 223, B 20, Eiche A 33, B 74, Esche A 9. Knüppel rm: Buche A 13, Eiche A 12, Esche A 10, Erle usw. A 61. Abfallholz rm: Buche und Eiche 10. Anbruchholz rm: Buche usw. 12; Reiserknüppel rm: Eiche und Esche 27; Sfangenreifig Dellen: Buche 2580, Eiche 1480; Aslreisig Wellen: Buche 5420, Eiche und Esche 700; Slockholz rm: Buche 12, Eiche 4. II. Donnerslag, den 11. d. IN., 9 Uhr, im Gasthaus „Zur Krone" in Leihgestern aus den Forstorten Töpferkaute 15, Schinderskopf 16, 21, Rehhecke 18, 52, 66, Rabenpfuhl 49, 68, Altgehegt 50 der Försterei Leihgestern: Ruhrollen rm: Eiche 24,5 (1,25 und 2,50 m lg.). Scheiter rm: Buche A 20, Eiche A 78, B 39, Kiefer usw. A 27; Knüppel rm: Buche 3, Eiche 6, Kiefer usw. 50; Abfallholz rm: Eiche 4; Anbruchholz rm: Buche usw. 2; Reiserknüppel rm: Kiefer 53, Fichte 2; Sfangenreifig Wellen: Buche 820, Eiche 480, Aspe 100; Aslreisig Wellen: Buche 3180, Eiche 7190, Fichte 1630; Schlagreisig Wellen (taxiert): Kiefer 350, Fichte 150; Stöcke rm: Eiche 27,8. Die blau unterstrichenen Nummern kommen nicht zur Versteigerung. Vorherige Besichtigung des Holzes wird empfohlen. Personen, die aus dem Jahre 1935 und früher mit Domanialgefällen im Rückstand sind, werden vom Mitbieten ausgeschlossen. Diejenigen, die noch Rückstände aus 1936 haben, können die Abfuhrscheine nur gegen Barzahlung erhalten. Die nächste Versteigerung findet voraussichtlich Donnerstag, den 18. d. M., in Watzenborn statt. Gießen, den 3. Februar 1937. Hessisches Forstamt Schiffenberg. Nicolaus. Alleinsteh. Beamter sucht als Dauermieter möbl. Zimmer zum1.3.Schriftl. Preisang.u.0573 an d. Gieß. An;. Stellenangebote] Möget für Zeitschriften vorerst stundenweise, spät, voll- beschäftigt,sofort gesucht. Schriftl. Angeb. mit Angabe seitb .Tätig- ; reit unt. 0585 an den Gießen.Anz. l/2= oder 3/«= Tagesmädchen zum 15. Februar oder 1. März gesucht. Schriftl. Angebote unter 0583 an d.Gieß. Anzeiger erbet. Ehrliches 773D Mädchen gesucht. Zu erfragen in d. Geschäftsstelle des Gießen. Anzeig. Limousine gebraucht zu kaufen gesucht Zu erfrag, in der Geschäftsstelle d. Gieß. Anz. 0577 Gut erhaltener Ausziehtisch und Bett zu kauf, gesucht. Schriftliche An« geböte unt. 0582 an den Gießener Anzeiger erbet. Gut erhalt, w. I. MlMsi zu kaufen gesucht. Schr. Angeb. u. 0584 an d. G. A. | Empfehlungen] ■i-Warzen alle lämg.Haare, Cebernecten; Pickel,Sommer» spross, usw. entf. u. Gar. I. immer Frau B. Gnldeu lnh.s.1935Fr.W.Henkel SprechN.Freitag Gießen, Alicen- straße 40 p. 9—7 ührdnrehoehend. Nr.21 Zweites Blatt Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)Donnerstag, 4.Zebruar M7 MeAiissichlmsör Freiwillige der Luftwaffe. Von Major (E.) Adler, Meichsiustfahrtminlsterium). I. Vielseitig wie die Luftwaffe ist, sind auch die D i e n st l a u f b a h n e n, die sich dem Freiwilligen eröffnen und vielfältig die Möglichkeiten für den nach Ableistung der Dienstzeit zu wählenden Zivilberuf. Der Freiwillige findet entsprechend der Wahl seiner Dienstlaufbahn nicht nur eine Förderung und Weiterbildung der vor der Dienstzeit erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten, sondern er kann sich darüber hinaus durch Besuch von Fachschulen und anderen Lehranstalten besondere Kenntnisse und damit die Anwartschaft für seinen künftigen Lebensberuf erwerben. Schließlich ist der Dienst bei der Luftwaffe für den jungen Soldaten so lehr- und abwechslungsreich wie kaum anderswo. Bei den Laufbahnen der Fliegertruppe ist zunächst zu unterscheiden zwischen „fliegendem Personal", „Flugzeugpersonal" und dem „allgemeinen Personal". Zum fliegenden Personal gehören: Flugzeugführer, Hilfsbeobachter und Fliegerschützen (Bordfunker und Bordmechaniker). Diese Dienstzweige stellen besonders hohe Anforderungen an die Gesundheit und kräftige körperliche Verfassung des Bewerbers emerjeits und Charaktereigenschaften wie Mut, Ausdauer und geistige Beweglichkeit anderseits. Ferner sind technische Kenntnisse erwünscht. Als Bordfunker kommen besonders in Frage: Zivilfunker, technische Angestellte und Arbeiter der Funkindustrie, Feinmechaniker; als Bordmechaniker: Motorenschlosser, Maschinenschlosser, Maschinenbauer. Nach der militärischen Grundausbildung erhalten die Flugzeugführer ihre Sonderausbildung auf Flugzeugführerschulen, die Hilfsbeobachter auf Beobachterschulen, die Bordfunker bei der Luftnachrichtentruppe und auf der Luftnachrichtenschule, die Bordmechaniker auf der Flieger- technischen Schule. Sobald die Sonderausbildung abgeschlossen ist, werden die Angehörigen des fliegenden Personals zu den Staffeln versetzt und erhalten nach Bewährung das Tätigkeitsabzeichen als Flugzeugführer beziehungsweise Füegerschütze. Der Dienst bei den Staffeln bezweckt die Festigung und Förderung der in der Sonderausbildung erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten. Militärischer Dienst auf dem Boden, theoretische Weiterbildung und praktischer Flugdienst gehen dabei Hand in Hand. Für das fliegende Personal besteht nach Ableistung der zwölfjährigen Dienstzeit Aussicht auf Anstellung bei den Luftverkehrsgesellschaften, der Luftfahrtindustrie oder im Flugsicherungsdienst. Abgesehen davon kann durch Besuch von Fachschulen im 11. und 12. Dienstjahr die Erweiterung vorhandener beruflicher Kenntnisse erreicht und die Anwartschaft auf eine Anstellung als Beamter erworben werden. . Zum Flugzeugpersonal gehören: Flugzeugmechaniker, Fluqmotorenschlosser, Flugzeughandwerker, Flugzeugrüstpersonal, Flugzeugfunkpersonal, Flugzeugbildpersonal. Für diese Laufbahnen eignen sich nicht nurFacharbeitermitabgeschlos- senerBerufsausbildung (Gesellenprüfung), sondern die betreffenden Soldaten finden auch wahrend ihrer Dienstzeit eine wertvolle Förderung für ihren Zivilberuf. Es kommen also z. B. als Flugzeugmechaniker in Frage, Mechaniker, Feinmechaniker, Instrumentenmacher, Uhrmacher, aber auch Maschinenschlosser und Maschinenbauer. Als Flugmotorenschlosser sind wertvoll: Motorenschlosser, Maschinenschlosser, Maschinenbauer. Dagegen werden als Flugzeughandwerker gebraucht: Schlosser aller Art, Klempner (Spengler und Flaschner), Kupferschmiede, Tischler (Schreiner), Sattler (Tapezierer, Polsterer), Maler (Lackierer), Feinmechaniker, Uhrmacher, Elektriker (Elektroinstallateure und Elektromonteure). Ins Flugzeugrüst personal gehören: Büchsenmacher, Schlosser, Elektriker, Mechaniker. Das Flugzeugpersonal ergänzt sich aus: Funktechnikern, Elektrikern, Elektrotechnikern, Elektromechanikern. Das Flugzeugbildpersonal ist die Laufbahn für: Photographen, Kartographen, technische Zeichner, Vermessungstechniker, Feinmechaniker. Nach Abschluß der militärischen Grundausbildung leisten die Angehörigen des Flugpersonals unter fachmännischer Anleitung in ihren Sondergebieten technischen Dienst in Verbänden (Staffeln), Schulen und Fliegerhorstwerften, mit Ausnahmen der Flugmotorenschlosser, Flugzeugfeinmechaniker und Flugzeugelektriker, die zunächst für ein Jahr zur Fliegertechnischen Schule kommandiert werden. Technisch und militärisch besonders geeignete Soldaten, die für die Unteroffiziers-Laufbahn ausersehen sind, können ein zweites Jahr zur Fliegertechnischen Schule kommandiert werden zur Teilnahme an einem Unteroffiziers-Lehrgang, der mit einer schriftlichen und einer praktischen Prüfung schließt. Besonders bewährte Unteroffiziere können im fünften Dienstjahr nochmals zu einem Feldwebel-Lehrgang an der Fliegertechnischen Schule einberufen werden, der sechs Monate dauert und mit der technischen Oberfeldwebelprüfung schließt. Das Flugzeugfunkpersonal erhält seine militärische und fachliche Ausbildung bei der Lustnachrichtentruppe, um dann nach einem Lehrgang von sechs Monaten Dauer auf der Lustnachrichtenschule die Flugzeugfunkerprüfung abzulegen. Die Förderung technisch und militärisch geeigneter Flugzeugfunker geschieht gegebenenfalls in weiteren Lehrgängen. — Das Flugzeug- bildperfonal erhält nach der militärischen Grundausbildung die Fachausbildung in den Bildstellen der Staffeln oder Schulen. Im zweiten ober dritten Dienstjahr folgt eine mehrmonatige Sonderausbildung auf einer Fachschule. Besonders bewährte Unteroffiziere können an einem Bildfeldwebel-Lehrgang teilnehmen, dessen erfolgreicher Abschluß die Voraussetzung für die Beförderung zum Flugzeugbildfeldwebel oder Flugzeugbildoberfeldwebel bildet Das „allgemeine Personal" der Fliegertruppe setzt sich zusammen aus: Bekleidungs- oerwalter, Geräteverwalter, Rechnungsführer, Ver- Fasching! SOOOOKostümezumAussuchen! Rokoko wieder stark gefragt. — Der $ilm Hilst auf die Sprünge. Von unserem Sonderberichterstatter. Von unserem Sonderberichterstatter. Mit Dienstag, dem 9. Februar, erreicht die Faschingszeit in Deutschland ihren Höhepunkt. In der folgenden Schilderung erleben wir einen Gang durch eines der ältesten und größten Berliner Maskenverleihunternehmen. Wem Prinz Karneval eine Einladung ins Haus flattern läßt, der fragt sich vor allem: was ziehe ich an? Jeder möchte sich feinen Anlagen entsprechend verkleiden, „einmal eine große Dame sein" ist für viele schöne Frauen, für manches junge Ding die Parole für die Kostümierung. Wie sie sich verwirklichen läßt, konnten wir uns in einem der ältesten Berliner Maskenverleihgeschäfte erzählen lassen, und fürwahr, als sich die hohen Wandschränke öffneten, da staunten wir nicht nur über die Fülle der Gesichte, wir gaben auch zu, daß kein Traum hier unerfüllt bleiben konnte. Wie uns die Enkelin des Gründers dieses interessanten Geschäftes erzählte, stehen hier oft die bekanntesten Filmstars und lassen sich anprobieren, Maß nehmen, verwandeln. „Was am meisten gefragt ist", meinte die Inhaberin. „Bei uns wird am meisten das große Rokoko- oder Biedermeierkostüm verlangt. Sie erhalten zahllose Prämiierungen, die die Trägerinnen unserer Reifröcke immer nach Hause bringen, wir haben kaum ein Rokokokostüm, das nicht schon mehrere Preise bekommen hätte." Mich wundert das keinen Augenblick, als sie mir die herrlichen Roben aus kostbaren Seiden- und Samtstoffen in den prächtigsten Farben zeigt. „Wir haben einen Grund st ock von etwa 30000 Kostümen. Und jedes Jahr zum Fasching kommen allein 90 bis 100 neue Kostüme — meist historische — dazu, die wir dann nach dem Fasching in den Filmverleih mit übernehmen." „Was haben die Kundinnen denn sonst noch für Vorlieben, außer dem Reifrock?" „Neuerdings hat es der Cul de Paris ihnen wieder mal angetan. Der Film regt überhaupt die Phantasie anscheinend sehr an, neulich, z. B. wollten sie alle plötzlich mit Kosakenstiefelchen und Pelz- kasaks und hohen Mützen gehen, da war gerade PolaNegri in einem Film als Altrussin heraus- gefommen, und das hatte gewirkt! Außerdem können wir Ihnen hier jede Volkstracht beinahe der ganzen Welt originalecht zusammenstellen. Hier oben sehen Sie z. B. altdeutsche Sachen." Sie weist in das obere Stockwerk eines Schrankes, da hängen Samte und Brokate in alten, schö- nen Farben, die an die Meister des Mittelalters mahnen. Ein anderer Schrankflügel öffnet sich, schon fluten leuchtende Kaskaden von Farben herunter, hier hängen schwergestickte ungarische und polnische Trachten. Daneben ist der Schrank mit den Phantasiekostümen. „Die gehen heute nicht mehr so gut, das macht, weil viele sich heute ein Phantasiekostüm selbst zusammenstoppeln. Bei den Damen ist es oft so: Sie kommen her und wollen ,ganz billig und bescheiden^ gehen, und dann ziehen sie schließlich mit einer Staatsrobe ä la Pompadour selig davon. Es gibt ja auch manche, die haben keine Ahnung, was sie sich leisten können, ich denke da an eine, die hatte, milde gesagt, eine Walkürenfigur" — sie beschreibt mit den Armen einen beträchtlichen Umfang — „und wissen Sie, was die sich durchaus für ein Kostüm leihen wollte? Gottlob paßte es ihr nachher nicht, aber ausreden lassen wollte sie es sich um keinen Preis!" Mit einer Stange holt uns die Inhaberin aus dem Phantasieschrank ein schillerndes Schuppengewand, passend für eine Kundry oder Papagena, es reicht vom Herzen bis knapp zum halben Schenkel. Wir lachen beide, als wir uns die stattliche Schöne also verkleidet vvrstellen. „Und wie steht es mit dem starken G e - schlecht? Verleihen Sie heute beispielsweise nach Ritterrüstungen, wie ich sie vorn am Eingang auf hohem Roß bewundert habe?" „Ganz selten! Die Männer wollen meistens möglichst leichte Sachen haben. Auch als Cowboy gehen sie gerne, obgleich das schon nicht mehr so leicht ist, wegen der vielen Ledersachen. Pierrvt und Pierrette sind vollkommen aus der Mode gekommen. Da hat sich der weiße Domino besser gehalten. Bei Frauen sind nach wie vor Hosenrollen auch sehr beliebt und bei den Männern übrigens noch die Spanier, das steht eigentlich jedem. Zu uns kommen Stamm kundinnen, die heute Großmütter sind und ihre Enkelin zu uns bringen, um sie zum Fasching einzukleiden, und die dann oft gern das Kleid wiedersehen möchten, in dem sie einmal glücklich gewesen sind." Es liegt ein eigener Reiz im Anblick dieser alten Sachen, die an verklungene Tage erinnern. Oder ist es der Klang der rauschenden Feste, der in ihren Falten hängen geblieben ist und aus ihnen wieder emporfteigt, wenn eine Hand sie vom Bügel nimmt? Dr. B u r e s ch. maltungspersonal, Kraftfahrpersonal, Truppennach- richtenpersonal, Musikern, Feuerwerkern, Waffen- personal, Sanitätspersonal und Anwärtern für dis Beamten- (Einheit-) Laufbahn. Die Bekleidungsverwalter ergänzen sich aus Soldaten, die praktische Vorkenntnisse aus ihrem Zivilberuf (zum Beispiel Textil-, Lederindustrie, Schneideroder Schuhmacherhandwerk) mitbringen. Die Ausbildung geschieht bei einer Verwaltung und beim Luftwaffenbekleidungsamt. Als Gerätverwal- t e r für allgemeines Gerät, Fliegersondergerät und Unterkunftsgerät eignen sich schreibgewandte Soldaten aus praktischen Berufen (Tischler, Schreiner usw.). Gerätverwalter für Waffen und Gasschutzgerät können Soldaten werden, die Schlosser sind oder ähnliche Berufe haben, und die ihre Ausbildung bekommen bei der Verwaltung, in einer Waffenmeisterei, in einer Gasschutzstelle. Gerätverwalter für Kraftfahrzeuge ergänzen sich aus Kraftfahrern, die eine entsprechende Ausbildung auf der Kraftfahrschule der Luftwaffe erhalten. Als Gerätverwalter für Luftnachrichtengerät nimmt man Soldaten der Luftnachrichtentruppe, die für die Verwaltung und Instandhaltung des Nachrichtengeräts geeignet sind, also Feinmechaniker, Mechaniker sind. Sie werden auf der Luftnachrichtenschule ausgebildet. (Schluß folgt.) Die „Goldene jRofe" für Königin (k lena y ' - Am 3.März wird der Papst die „Goldene Rosesegnen, um sie der Königin Elena von Italien aus Anlaß ihres 40jährigen Ehejubiläums mit König Victor Emanuel überreichen zu lassen. Diese Rose ist eines der seltensten Geschenke des Papstes. Bisher erhielten sie nur die ehemalige Königin Vikto'ria von Spanien und Königinmutter Elisabeth von Belgien. — (Associated-Preß-M.) Die Jagd nach dem Namenszug. Drei Anekdoten aus England. Der Schmetterling. Der englisch-amerikanische Maler W h i st l e r war dafür bekannt, daß er statt seines Namenszuges lieber einen Schmetterling unter seine Bilder setzte, so wie auch Spitzweg lieber einen Wecken statt seiner Unterschrift hinzupinseln pflegte. Aber Whistlers Schmetterling galt nicht nur unter seinen künstlerischen Urkunden, sondern auch unter seinen bürgerlichen. Ein Namenszug von seiner Hand auf einem Schriftstück war geradezu eine Seltenheit. Eines Tages nun meldete sich ein Herr bei ihm und präsentierte eine kleine Schuldforderung. Der Meister zögerte keinen Augenblick, schrieb großartig einen Scheck über die geringe Summe aus und setzte seinen Schmetterling darunter. „Verzeihung", sagte der Herr darauf, „aber diesen Scheck wird man mir nicht einlösen " „So?" fuhr der Maler airf, „warum?" „Weil es nicht üblich ist, einen Schmetterling, oder was das hier sein soll, als Unterschrift zu geben." „Dieser Schmetterling, mein Herr, oder was das da sein soll, gilt mehr, als wenn Sie zehn Namen hätten und auf einen Scheck setzten!" „Bei der Bank von England schwerlich, Herr Whistler!" lieber diese Unkenntnis seines Spleens und seiner Popularität ergrimmte der Künstler derartig, daß er den Scheck zerriß, dann aber plötzlich einen neuen ausfüllte und mit höhnischer Miene richtig und voll unterschrieb. „So", sagte er, „nun wollen wir einmal sehen, worauf die Bank von England mehr gibt: Auf diese elenden Buchstaben oder auf mein Zeichen." Er entließ den eigensinnigen Herrn und malte sich im Stillen schon aus, wie ihm der Bankdirektor mitteilen würde, daß man einen Mann verhaftet hätte, der einen Scheck des großen Meisters fälschte und dazu noch erzdumm, indem er statt des bekannten Schmetterlings den sehr ungewöhnlichen Namenszug James Mc Neil! Wistler setzte. Aber er wartete vergebens. Statt dessen erfuhr er ein paar Tage später, daß ein Autogrammjäger eine ganz seltene Whistler-Unterschrift auf einem kleinen Scheck zu einer hohen Summe angeboten und auch losgeschla- gen hatte. D i e Marmeladefabrik. Es ist keiner so schlau, daß er nicht noch einen Schlaueren fände. Auch der Dramatiker Bernard Shaw hat das eines Tages erleben müssen. Mit welchen Gefühlen, ist unbekannt, aber die Geschichte verlief fv: Kenneth C. Mac Donnald fahndete schon seit langen nach einem Autogramm von G. B. S. Er hätte es für einen Dollar von dem geschäftstüchtigen Schriftsteller kaufen können, aber das verstieß ganz gegen Kenneth Mac Donnalds Sammelmethode und Sportgeist auf diesem Gebiete. Er teilte das zunächst brav und bieder Bernard Shaw mit, aber der wollte ebenfalls nicht von seinen Grundsätzen abgehen und ließ den Sammler überhaupt ohne Antwort. Also mußte die List helfen. Eines Tages bekam Shaw einen Brief von einem Unbekannten, der ihm höflich ansagte, daß er sich entschlossen hätte, eine Marmeladefabrik zu eröffnen und den Kopf des berühmten und geehrten Schriftstellers als Reklame auf die Packung zu nehmen. Shaw möchte doch nun so freundlich sein und ihm ein paar nette Worte schreiben. Shaw setzte sich sofort an seinen Schreibtisch und schrieb: „Wenn Sie es wagen sollten, ihre Absicht zu verwirklichen, so werde ich mit allen mir zu Gebote stehenden Mitteln gegen Sie einschreiten. B. Shaw." _ , f Die Verwarnung erreichte ihr Ziel, aber auch Kenneth C. Mac Donnald hatte das seine erreicht. Er besaß ein Autogramm Bernard Shaws, ohne dafür einen Dollar be$ai)tt zu haben. Kleiner Kriminalfall um Wallace. Zu Edgar Wallace kam eines Tages das Hausmädchen ins Zimmer gestürzt und meldete.entsetzt, daß ein Herr von Scotland Yard den Schriftsteller zu sprechen wünsche. r , In seinen Romanen und Bühnenstücken ließ Wallace ja die Männer von Scotland Yard zu Dutzenden auftreten, aber so in der Wirklichkeit und ohne seine Aufforderung, was konnte da los fein? Der Herr von Scotland Yard wurde also hereingebeten, sagt höflich „Guten Abend Sir", und, nachdem er von dem berühmten Kriminalschnftsteller ein Papier ausgebreitet hatte: „Schauen Sie sich das doch bitte einmal an, Mister Wallace!" Mister Wallace las, zunächst mit Schreibmaschine vorgeschrieben: An das Warenhaus Selfndge & Co. Ich bitte, dem Ueberbringer dieses eine Kollektion Pelzmäntel zur Auswahl für mich mitzugeben. Dann folgte, mit Feder und Tinte geschrieben, der Name des bekannten Schriftstellers Edgar Wallace. „Das ist eine plumpe Fälschung", sagte Wallace, „haben Sie den Mann?" „Selbstverständlich", sagte der andere kurz. „Wurden Sie zu seiner schnelleren Ueberführung bitte hier Ihren richtigen Namenszug hersetzen? „Mit Vergnügen", erwiderte Wallace. „Ich bin Ihnen sehr verbunden", sagte der andere und verabschiedete sich. Wallace soll aufrichtig gelacht haben, als ihm dieses Erlebnis später als Husarenstück eines Autogrammjägers erklärt wurde, der in seinem Club gewettet hatte, dem Meister des Kriminalromans mit seinen eigenen Waffen ein Schnippchen zu schlagen. Dr. Wolfgang Kockjy. Die Sprache der Zungen. Von 3. Graul. Neben Familie und Schule wirken die Kameraden auf die Sprache des Jungen ein. Dieser Einfluß ist durch die Hitler-Jugend ganz besonders verstärkt worden. Hier wird ein neuer Sprachzustand geschaffen. Die Jungen reden bei ihren Zusammenkünften, wo immer sie unter sich sind, wie ihnen der Schnabel gewachsen ist. Da gewinnen sie die Freude am Sprechen wieder, und mancher, der in der Schule den Mund kaum auftut, kann hier fließend reden. So wächst eine natürliche, unverbildete Sprache heran. Ueberblitft man das gesamte sprachliche Leben in der Jugend, so kann man unschwer drei Kreise unterscheiden, die sich mitunter überschneiden. Da gibt es die Sprache der Befehle und Verordnungen. Sie richtet sich nach der der Wehrmacht, bemüht sich also, möglichst knapp und klar zu sein; die Umgangssprache ist allen Führern und Gefährten gemeinsam; und bei besonderen Anlässen gilt eine gehobene Umgangssprache. In früheren Jahren zeigte die Schülersprache eine große Ähnlichkeit mit der Studentensprache, als noch der Student dem Pennäler als Ziel vorschwebte. Vorbild für den Jungmann von heute ist nicht mehr der Student, sondern der Soldat. Und so finden wir denn auch in der Sprache der Jungen manchen Widerhall der Soldatensprache. Die Einführung der allgemeinen Dienstpflicht hat diese Entwicklung natürlich noch begünstigt. Das allen alten und jungen Soldaten bekannte „Affenfett" erfreut sich größerer Beliebtheit als die „Fußlappen" (Weißkohl), die der „Küchenbulle" nicht zu oft kochen darf. Die „Knochen" muß man zusammen- oder auseinanderreißen. Jede Bewegung muß „zackig" ausgeführt werden, fönst gibt's einen „Anpfiff". Zum Appell müssen die Sachen „gewienert" sein. Beim Dienst werden die Jungen manchmal mit Ordnungsübungen „geschliffen". „Mann!", sagt ein Pimpf zum andern, „hat der uns aber durchgedreht." Dieses „Mann!" kann alles mögliche ausdrücken: Staunen, Bewunderung, Tadel, Vorwurf. Neben den Ausdrücken aus der Soldatensprache finden wir Wendungen aus der Kaufmannssprache (geht in Ordnung, prima), aus der Kundensprache (Kiste, verpfeifen), aus der Technik (haut uffn Zeiger, Omme rot einschalten, d. h. rot werden), aus dem Sport (hinein, flachrennen, d. h. robben). Der fremdsprachige Anteil ist sehr gering. Von dem englischen to tram (eine Straßenbahn in Betrieb setzen oder damit fahren) stammt offenbar der Ausdruck „ein Auto tremmen", d. h. anhalten. Die Jugend zeigt im geringen Gebrauch von Fremdwörtern einen bemerkenswert feinen Sinn. Sie gibt ihnen eine minderwertige Bedeutung: „Organisieren" ist heimliches Wegnehmen; waren Besucher im Lager, so muß nach ihrem Weggang natürlich erst die „Zivilisation" (weggeworfenes Papier) auf- gesammelt werden. Sonst wird ein deutsches Wort an die Stells des fremden gesetzt. Hier ist die Führung der HI. mit gutem Beispiel vorangegangen. In der Benennung der Gliederungen sind alte deutsche Wörter zu neuem Leben erweckt. Darüber hinaus wird — der Jugend natürlich unbewußt — altes Sprachgut aus dem Schatz der Volkssprache wieder her- Doroeholt. Einen blondgefärbten Lockenkopf nennt man eine „schäumende Omme". Der Sprachkundige erkennt in diesem Wort ein altdeutsches ome, das Spreu oder bildlich „nichts" bedeutet. Man vermutet also Spreu in solch einem „plötzlich erblondeten" Kopf. , Schlauchen" heißt aus billige Art sich etwas verschaffen und geht zurück auf altdeutsches slüchen, d. h. schlingen, schlucken. Für begriffsstutzig gibt es unter anderem den Ausdruck „angezerbst", was offenbar mit dem altdeutschen zirben (im Kreise herumdrehen) zusammenhängt. In anderer Weise bereichert die HI. die Sprache durch Neubildungen (z. B. Pimpf oder Knöch, das ist der Junge, der die Pimpfenprobe noch nicht bestanden hat) ober durch Bedeutungsänderungen. Hierfür ein Beispiel, das auch die Treffsicherheit der Sprache zeigt: Wenn jemand „angibt", also sein Licht zu sehr leuchten läßt, ruft man ihm zu: abblenden! Witz und Humor darf natürlich in einer Sprache, die Ausdruck deutscher Jugend ist, nicht fehlen. Damit hilft man sich über beschwerlichen Dienst hinweg: man spielt Häschen in der Grube (Hüpfen in Kniebeuge) und treibt praktische Erdkunde (hinlegen). 9JL-$poit Die Schwimmeisterschaslen der WversitÄ Gießen ein- Medizinische Punkte; 2. Fachschaft, Wirtschaft Datum Devl Berlin — Frankfurt 0.2IL enmarkt 0,752 42,04 0,153 47,14 54,49 47,14 12,21 5,385 11,62 136,44 13,11 0.752 42.05 0.153 47,14 54,53 47,14 12,22 5,39 11,62 136,50 13,11 12 0 3 0 8 1 7 6 9 11 . 6 4 5 Lahmeyer.......... Matnkraft........... Mannesmann....... Mansfelder Bergbau . Metallgesellschaft..... Orenstein & Koppel .. Rheinische Braunkohle Rheinische Elektro.... Rheinstahlwerke...... .. 6 . 1 .. 3 6>/2 . 0 12 . 6 . 6 Japan...... Jugoslawien Oslo....... Wien Lissabon.... Stockholm .. Schweiz.... Spanien.... Prag....... Budapest ... Neuyork 0,748 41,96 0,151 47,04 54,39 47,04 12,18 5,375 11,60 136,16 13,09 Accumulatoren-Fabri! AKU=$hinftfeibe..... Aschaffenburg Zellstoff Bemberg........... Bekula Buderus Eisen Cement Heidelberg ... Gement Karlstadt .... Chade A.-C.......... Conti Gummi Daimler Motoren.... Dessauer Gas....... Deutsche Erdöl werden. Entgegenstehende Anordnungen der deinen Landesbehörden werden aufgehoben. Deutsche Skimeisterschasten in Altenberg. Buenos Arres . Brüssel Rio de Janeiro Polen........ Kopenhagen... Danzig....... London Helsingfors.... Paris........ Holland Italien Lpd. Lahnfrachten 1936 um 50 v. H. er- höht. Die Dezember-Frachtzahlen der Lahnschifffahrt verzeichneten infolge der mehrfachen Hochwasser, die die Schiffahrt zum Erliegen brachten, einen Rückgang gegenüber November 1936 um etwas über 5000 Tonnen. Verfrachtet wurden reichlich 14 000 Tonnen. Insgesamt erlebte aber 1936 der Frachtverkehr auf der Lahn eine 50 v. H. betragende Erhöhung. Es wurden 1936 = 182 512 Tonnen Güter auf der Lahn befördert, gegen 126 434 Tonnen in 1935. Für das Fahr 1937 rechnet man mit einer weiteren kräftigen Aufwärtsentwicklung der Lahnschiffahrt, die auch jetzt wieder neuen Schiffsraum in Dienst gestellt hat. Rhein-Maimsche Börse. Mllagsbörse weiter abbröckelnd. Frankfurt a. M., 3. Febr. Da die Zurückhaltung des Publikums fortbestand und es dadurch auch der Kulisse an Unternehmungslust mangelte, lag die Börse auch heute wieder außerordentlich still. Am Aktienmarkt war die Kursbildung nicht ganz einheitlich, überwiegend setzten sich aber bei weiterer Schrumpfung des Geschäfts Abbröckelungen fort. FG.-Farben gingen nach unverändertem Beginn um 0,40 v. H. auf 170 zurück. Am Montanmarkt verloren Rheinstahl 1, Hoesch und Verein. Stahl je 0,75 v. H., Harpener und Klöckner je 0,25 v. H., Buderus blieben mit 119,50 behauptet. Bon Elektrowerten ermäßigten sich Siemens auf 199,75 (201), Gesfürel auf 146 (147), AEG., Mainkraft und Elektr. Lieferungen blieben gehalten. Etwas Interesse erhielt sich nach Maschinen- und Motorenwerten bei Besserungen von 0,25 bis 0,50 v. 5)., nur Moe- Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. 0,748 41,97 0,151 47,04 54,43 47,04 12,19 5,38 11,60 136,22 13,09 Kraulstaffel war die Medizinische Fachschaft der Kulturwissenschaftlichen Fachschaft überlegen und kam mit einer Bahnlänge Vorsprung zum Sieg. Beim Springen, das aus zwei Pflicht- und drei Kürfpvingen bestand, zeigte Ritters Haufen große technische Fertigkeiten. Pitzen schien gesundheitlich nicht ganz aus der Höhe. — Zwischen den Wettbewerben wurden Pflichtübungen im Rettungsschwimmen, ein „WasserMugby"-Spiel, das 1:0 ausging und sehr ergötzliche Szenen lieferte, sowie humoristische Einlagen geboten. Die Ergebnisse: Brustschwimmen, Studenten (6 Bahnen): 1. Sbresny, 1:31,5 Min.; 2. Rittershausen, 1:36,5 Min.; 3. Bell, 1:49 Minuten. — Studentinnen (3 Bahnen): 1. Weyl, 54:03, durch Handschlag gewon- Aus dem Gießener Handelsregister. In das Gießener Handelsregister Abt. A wurde eingetragen: Erloschen sind: die Firmen Jakob Heilbronner, Gießen; Fritz A. Nennstiel, Gießen; Bruno Büttner, Zigarren- und Tabakfabrik. Gießen; Städtisches Gaswerk, Gießen; Ludwig Günther, Gießen; Karl Haas jr., Gießen. — Die Firma Jakob Hammerschlag, Treis a. d. Lda., ist von Amts wegen gelöscht worden. — Firma Willi Will, Lang- Göns, Inhaber ist der Kaufmann Willi Will in Lang-Göns. — Bei der Firma S. Joseph in Gießen: Das Geschäft und die Firma sind mit Wirkung vom 1. Oktober 1936 an mit allen Aktiven und Passiven und mit dem Recht der Fortführung der Firmabezeichnung an den Kaufmann Paul Schnook in Gießen übergegangen. Dieser führt das Geschäft unter der seitherigen Firma fort. Die Prokura der Jenny Joseph Wwe., geb. Joseph, in Gießen, ist erloschen. Der Paul Schnook Ehefrau Lotte, geb. Joseph, und der Fräulein Jenny Joseph, beide in Gießen, ist Prokura erteilt derart, daß jede derselben zur Verttetung der Firma allein berechtigt ist. — Das Erlöschen der Firma D. Kaminka in Gießen soll von Amts wegen eingetragen werden. Die Industrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 78: Ablieferung von entleerten und gebrauchten Säcken. — 79: Ueberwachungsftelle für unedle Metalle. Verlängerung der Frist für das Inkrafttreten des Veräußerungs- und Lieferoerbo- tes gemäß § 3 der Anordnung 38 vom 23. Oktober 1936, betr. Verwendung von unedlen Metallen im Bauwesen, und gemäß § 3 der Anordnung 39 vom 23. Oktober 1936 betr. Verwendung von unedlen Metallen im Maschinenbau und auf verwandten Gebieten. — 80: Rückgabe von Leihgefäßen. — 81: Sonderheft „Antikomintern", Stückpreis 40 Pf., Bestellungen umgehend bei der Kammer aufgeben. — 82: Ueberwachungsftelle für unedle Metalle. Ausfuhroerbrauchsscheine für Weißblech. — 83: Festsetzung der neuen rumänischen Einfuhrkontingente. — 84: Umsatzsteuerumrechnungssätze aus Reichsmark für Monat Januar 1937^ — 85: Ergänzung der Gebührenordnung der Ueberwachungsftelle für Seide, Kunstseide und Zellwolle. — 86: Anordnung — S 1 — der Ueberwachungsftelle für Seide, Kunstseide und Zellwolle (Einkaufsregelung für Seide). nus bröckelten 0,75 v. H. ab auf 109. Im einzelnen eröffneten Hapaa 0,25, Westdeutsche Kaufhof 0,13 und Zellstoff Aschaffenburg 0,50 v. H. leichter, Reichsbank lagen mit 188 unverändert. Der Rentenmarkt hatte ebenfalls nur sehr kleines Geschäft bei wenig veränderten Kursen. Altbesitzanleihe 120,20 (120,25), Kommunal-Umschul- dung 91,05, späte Schuldbuchforderungen 98,65, Wiederaufbauzuschläge 76,65. Zertif. Dollar-Bonds bei kleinem Geschäft unverändert, 6proz. Preußen 68,25, do. e^proj. 68,75. Städte-Altbesitzanleihen blieben für größere Beträge zu 120,50 gefragt. Im Verlaufe blieb die Kursentwicklung am Aktienmarkt ungleichmäßig und das Geschäft weiterhin sehr klein. Zweite Notierungen hatten u. a. Hoesch mit 118 nach 117,75, BMW. mit 144,50 nach 144,40, Daimler mit 128,75 nach 129,25, Eß- linger Maschinen mit 109 nach 109,50, Reichsbank nen; 2. Kipper, 54:03 Sekunden. Kraulschwimmen, Studenten: 1. Köhler, 33:01; 2. Lang, 36:02; 3. Groß, 36:07. Mehrkampf (Kraulen, 1. Sprung, Tauchen): 1. Grund, 5 Punkte; 2. Pitzen, 6 Punkte. B r u ft ft a f f e l (4 Mannschaften): 1. Kultur- wissenschaftliche Fachschaft, 1:54,4; 2. Reue gesetzliche Regelung im deutschen Pferdesport. Durch Verordnung des Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft und des Reichsministers des Inneren vom 26. Januar 1937 sind die Oberste Behörde für Vollblutzucht und -rennen, die Oberste Behörde für Traberzucht und -rennen und die Oberste Behörde für die Prüfungen der Warm- und Kaltblutpferde mit der Förderung und einheitlichen Regelung der öffentlichen Leistungsprüfungen von Pferden beauftragt. Diese Behörden haben die Aufgabe, auf ihrem Gebiet alle Maßnahmen zu treffen, die zur Erreichung der genannten Zwecke erforderlich sind. Damit ist klar zum Ausdruck gebracht, daß alle öffentlichen Leistungsprüfungen von Pferden in Deutschland der Aufsicht der hierfür zuständigen Obersten Behörden unterstellt sind. Die drei Obersten Behörden erhalten die Stellung von öffentlich-rechtlichen Körperschaften. Durch die Verordnung vom 26. Januar 1937 erhalten diese Behörden nunmehr auch ihre gesetzliche Grundlage. Die Ausgaben, Zusammensetzung, gesetzliche Vertretung und Geschäftsführung der drei Obersten Behörden regeln Satzungen, die der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft erläßt. Auch das Recht der Genehmigung von Renn- und Turnierordnungen von feiten des Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft ist in dieser Verordnung ausdrücklich festgelegt. Reue Richtlinien für Straßenrennen. In einem besonderen Runderlaß gibt der Reichsführer SS. und Chef der deutschen Polizei Richtlinien für die Genehmigung von radsportlichen Veranstaltungen auf öffentlichen Straßen bekannt, die im Einvernehmen mit dem Reichssportamt festgelegt wurden. Nach diesen Richtlinien wird künftig einheitlich die polizeiliche Genehmigung für radsportliche Veranstaltungen im ganzen Reich erteilt darf fordert Schiedsrichter an). Ettingshausen gegen Großen-Buseck (Dietz, Geilshausen). Heuchelheim 2. gegen Lollar 2. (Erb, Daubringen). Staufenberg gegen Spieloereinigung 1900 3. (Lotz, Launsbach). VfB.-Reichsbahn 4. — Wiefeck (Einhäuser, Gießen). Die erstgenannten Vereine sind Platzverein und haben den Schiedsrichter sowie den Gegner rechtzeitig über den Spielbeginn zu benachrichtigen. Hermann Kirchner, Jugendgruppenleiter. Sportamt „Kraft durch Sreube". Heute folgende Kurse: Fröhliche Gymnastik und Spiele (nur für Frauen): Lyzeum, Dammstraße 26, 18.30 bis 19.30, 20 bis 21 und 21 bis 22 Uhr. Reiten (für Männer und Frauen gemeinsam): Reitinftitut, Brandplatz, 21 bis 22 Uhr. Deutsche Gold- und Silber .... 9 Deutsche Linoleum.......... 10 Elektrische Lieferungen 6 Elektrische Licht und Kraft 7 I. G. Farben-Jndustrie.......7 Felten & Guilleaume 6 Gesfürel.................... 6 Th. Goldschmidt 6 Grihner Maschinen 0 Harpener................. 2*/2 Hoesch Eisen 3J4 Philipp Holzmann 6 Ilse Bergbau................ 6 Ilse Genüsse 6 Kalt Aschersleben 5 Klöcknerwerke 4*/2 Kokswerke und Chemische Fabrik 6 Rheinisch-Westfälische Elektro .. 6 Rütgerswerke ............... 6 Salzdetfurth Kalt 7*4 Schlickert L Co............... 6 Schultheis Patzenhofer 4 Siemens & Halske...........8 Süddeutsche Zucker 10 Vereinigte Stahlwerke 3J4 Westdeutsche Kaufhof 0 Westeregeln Alkali............5 Zellstoff Waldhof 6 Otavi Minen...............0,6 Gestern abend wurden im Städtischen Volksbad die Schimmwettkämpfe der Universität Gießen aus- getragen, zu denen sich auch der Rektor und einige Dozenten und der Führer der Studentenschaft eingefunden hatten. Die Beteiligung an den einzelnen Disziplinen war rege. Großes Interesse fanden die Schwimmwettbewerbe, die abwechselungsreiche Kämpfe boten. Im Brustschwimmen der Studenten über sechs Bahnen wurden gute Zeiten erzielt. Sbresny gewann mit einigem Vorsprung vor Rittershausen. Das Brustschwimmen der Studentinnen sicherte sich Frl. Weyl durch Handschlag vor Frl. Kipper, die auf gleicher Höhe lag. Der Mehrkampf bestand aus Tauchen, Springen und Kraulschwimmen, bei denen auch Haltung und Start berücksichtigt wurden. Hierbei plazierte sich Grund vor P i tz e n. Spannend waren auch die Kämpfe im Kraulschwimmen, bei denen Köhler trotz besserem Start seiner Partner noch m der ersten Bahn die Führung an sich riß und mit einem Vorsprung gewann. Bei der Brust staffel über 4 mal 2 Bahnen konnte sich die Kulturwissenschaftliche Fachschaft erfolgreich durchsetzen, die nur in der Medizinischen Fachschaft ernste Konkurrenten hatte. Die Agrarwissenschaftliche Fachschaft und der SA.- Sturm 46/116 wurden leicht überholt. In der 307 Teilnehmer und 25 Staffeln haben gemeldet. Die diesjährigen deutschen Skimeisterschaften in Altenberg fanden wiederum ein Rekord-Nennungsergebnis in sämtlichen Konkurrenzen. So haben für das Ski-Marathon, die schwerste Prüfung auf Skiern über 50 Kilometer, nicht weniger als 81 Läufer ihre Nennung abgegeben. Die Kombination Lang- und Sprunglauf ist mit 90 Teilnehmern ebenfalls recht stark besetzt, während sich für den Spezial-Sprunglauf 34 Springer eingetragen haben. Die Höchstziffer finden wir aber im Spezial-Langlauf; denn hier sind es 102 Teilnehmer, die um den Sieg streiten. Selbstverständlich ist in allen Konkurrenzen die Spitzenklasse vertreten, so daß auf Grund der in diesem Jahre gezeigten Leistungen mit einem ausgeglichenen Kampf zu rechnen ist. Insgesamt sind es also 307 Läufer und Springer, die vom 9. bis 14. Februar den Kampf aufnehmen werden. Ueberaus groß ist auch die Zahl der gemeldeten Staffeln. 25 Vereinsstaffeln werden auf der 4 X 10 Kilometer langen Strecke um die Meisterwürde antreten. Deutscher Sieg in Zell am See. Akademische Well-Ivinlerfpiele — Langlauf. Mit einem in diesem Ausmaß nicht erwarteten deutschen Erfolge endete der Langlauf der Akademischen Welt-Winterspiele. Ein deutscher Student, Eduard Büchel, gewann den schweren Wettbewerb in 1:21:22 Std. vor dem Norweger Hegg- st a d, und auch auf dem dritten Platz endete mit Taver Kraisy ein Deutscher. Von unseren dreizehn teilnehmenden Studenten befanden sich fünf unter den zehn Ersten. Oie Ergebnisse der Saalspori- ineifterschasten des Bezirks Gießen. Bei den Saalsportmeisterschaften des Bezirks Gießen, über deren Verlauf wir gestern bereits berichteten, wurden folgende Ergebnisse festgestellt: Zweier-Radball, Klasse A: Bezirksmeister Feiling-W. Bender (Krofdorf); 2. Nolte-Hagner (Niedergirmes); 3. Schäfer-Wacker (Wiefeck); 4. 1. Mannschaft von RV. Schwalbe Aßlar. — Klasse 8: 1. Leicht-Bender, RV. „Teutonia" Krofdorf; 2. 1. Mannschaft von RV. „Vorwärts" Anspach; 3. 2. Mannschaft von RV. „Schwalbe" Aßlar. Jugend-Radball: 1. Sieger Roll-Schäfer, RV. 1930 Wetzlar-Niedergirmes; 2. Bork-Fr. Bender, „Teutonia" Krofdorf; 3. Schnabel-Oswald, RV. 1900 Wiefeck; 4. 3. Jugendmannschaft von Krofdorf. Einer-Kun st fahren: Bezirksmeister Ott II., Neuhof i. T. 202 Punkte. Zweier - Kunstfahren: Bezirksmeister Ott II. und Renz, Neuhof i. T. 189 Punkte. Achter-Kunstfahren: Bezirksmeister Anspach i. T. 276 Punkte. Sechser-Schulreigen: 1. Sieger Niedergirmes 183 Punkte. Einer-Jugend-Kunstfahren: 1. Sieger Engel, Niedergirmes 195 Punkte; 2. Hagner, Niedergirmes 181 Punkte. Zweier-Jugend-Kunstfahren: 1. Sieger Engel-Hagner, Niedergirmes 173 Punkte. VfB.-Reichsbahn Gießen. Jugendfutzbatt. VfV.-R. 1. Jugend — Herborn 1. Jugend 8:1. Die erste Jugend konnte ihre im Vorspiel erlittene Niederlage wieder qutmachen. Sie beherrschte jederzeit das Feld und diktierte das Spielgeschehen. Außer ihrem Eifer hatten die Gäste den Gießenern nichts gleichwertiges entgegenzusetzen. Auch die dritte Jugend konnte einen 5:1-Sieg gegen bie zweite von Herborn erringen. Auch sie Ijatte ihrem Gegner in Spielauffassung vieles voraus. ORL. Zachamt 2, Fußball. Jugendgruppe Gießen. Spieloereinigung 1900 1. Jgd. — Klein-Linden 1. Jgd. (Schiedsrichter wird von 1900 angefordert) VfB.-Reichsbahn 1. Jgd. — Leihgestern 1. Jgd. (Luh, Allendorf). Großen-Linden 2. — Lich (Weinandt, Leihgestern). Garbenteich — Steinbach (Happel, Steinberg). Daubringen — Alten-Buseck (Eckhardt, Staufenberg). Krofdorf — Heuchelheim (Krof- Fachschaft, 1:57,2 Minuten. Springen: Rittershausen, 76,7 Pitzen, 60 Punkte. K r a u l ft a f f e l: 1. Medizinische 1:03,4; 2. 1:12,5 Minuten. mit 186,50 nach 188, Aschaffenburger Zellstoff mit 136,75 nach 135,50. Stärkere Veränderungen zum Vortag wiesen auf: Kali Aschersleben 140 (143), Zellstoff Waldhof 157 (159), Conti Gummi 172 (173,25), Rhein. Braunkohlen 227 (225). Erhöhun. gen von 0,25 bis 0,50 v. H. hatten Rheag, RWE., Cement Heidelberg, Jul. Berger, AG. für Verkehrs- wesen. Gesucht blieben Junghans zu 127 nach 126. Am Kassamarkt war eine Reihe von Industrie- papieren lebhaft gesucht und mangels Angebots gestrichen Geld. Von Bankaktten Pfälz. Hyp. 2 v. H. höher. Abendbörse behauptet. An der Abendbörse herrschte auf allen Marktgebieten zwar starke Geschäftslosigkeit, die Haltung konnte sich jedoch behaupten, und die meisten Kurse kamen gegen den Mittag unverändert zur Notiz. Gebr. Junghans lagen nochmals 1 v. H. höher mit 128, während Conti Gummi auf 171,75 (172,75) nachgaben. Gefragt blieben auch BMW. zu 144,75 (144,50). Im Frewerkehr wurden Pokorny vergeblich mit 132 (zuletzt 128,50) gesucht, auch Torpedo- Werke gefragt mit 120 bis 122. Der Rentenmarkt lag still und unverändert. Etwas Umsatz hatten einige Ausländsanleihen bei behaupteten Kursen. U. a. notierten: 6 v. H. IG. Farben 133,50, 4V- v. H. Krupp 96, Reichsbahn-Vorzugsaktien 125,50, 4 v. H. Ungarn Kronenrente 0,85, 5 v. H. Rumänen 6,20, 4 v. H. Rumänen 5,17V», 5 v. H. Innere Mexikaner 9,50, Commerzbank 114, DD.-Bank 117, Franks. Hyp. Bank 104, Buderus 119,50, Hoesch 118,50, Ilse Genuß 149, Mannesmann 118,65, Rheinstahl 150,25, Verein. Stahl 117,65, BMW. 144,75, Bekula 168, Conti Gummi 171,75, Deutsche Erdöl 148,50, Scheideanstalt 267,50. Frankfurter Getreidebörse F r a n f f u r t a. M., 3. Febr. Am Getreidegroß, markt blieb es bei den bisher geringen Umsätzen. Das Angebot von Brotgetreide aus Hessen-Nassau war weiter klein, auch aus Norddeutschland, Kurhessen und Thüringen erfolgten nur kleine Anlieferungen. Die Nachfrage nach Roggen ist weniger dringend, da die Mühlen Vorräte an Mahlgut und auch an Mehl besitzen. Futtergetreide blieb mangels Angebots ohne Geschäft. Auch in Futtermit- teln waren die Umsätze aus dem gleichen Grunde minimal. Lebhafte Nachfrage erhält sich unverändert für Weizenmehl. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in Mark: Weizen W 13 211, W 16 214, W19 218, W 20 220, Roggen R 12 174, R 15 177, R18 181, R19 183 Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Futtergerste —, Futterhafer —, Weizenmehl Type 812 W 13 29,15, W16 29,25, W19 29,25, W20 29,60, Roggenmehl Type 997 R12 22,45, R15 22,80, R18 23,30, R19 23,50 plus 0,50 Mark Frachtausgleich. Weizenfuttermehl 13,60. Weizenkleie W13 10,75, W16 10,90, W 19 11,10, W 20 11,20, Roggenkleie R 12 9,95, R15 10,15, R 18 10,40, R19 10,50 Müh- lenfeftpreife ab Mühlenstation. So ya schrot —, Palmkuchen —, Erdnußkuchen —, Treber 14,00 Höchstpreis ab Erzeugerstation, Trockenschnitzel —, Heu 5,00 bis 5,50, do. drahtgepreßt 5,40 bis 5,90, Weizen- und Roggenstroh drahtgepreßt oder gebündelt 2,40. Tendenz: ruhig. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 4. Febr. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 80 Rinder (darunter 7 Bullen, 67 Kühe, 6 Färsen), 849 Kälber, 93 Schafe, 628 Schweine. Es kosteten: Rinder: Bullen 40 bis 43 Mk., Kühe 18 bis 43. Färsen (Kalbinnen) 44, Kälber (Sonderklasse) 30 bis 65, Lämmer und Hämmel 34 bis 48, .Schafe 25 bis 39, Schweine 48,5 bis 52,5 Mk. — Marktverkauf: Rinder und Schweine wurden zugeteilt, Kälber mittelmäßig, Hämmel und Schafe ruhig. Kurze Sportnotizen. Beim Berliner Reitturnier interessierte am Mittwvchnachmittaa in erster Linie die große Dressurprüfung für Berufsreiter. Sieger wurde Fritz Stecken auf „Donner" und „Waldkater" vor Richard Wätjen auf „Burgsdorff" und „Lindbergh". Die Kraftfahrzeug-Winterprüfung begann am Mittwoch mit der Langstreckenfahrt, die in Dresden, Erfurt, Frankfurt a. M., Hildesheim, Köln, Nürnberg und Stuttgart gestartet wurde. Die Teilnehmer haben Zwangspausen einzulegen in Ansbach, Regensburg bzw. Augsburg und fahren von dort am 4. Februar nach Garmisch, wo die Zuverlässigkeitsfahrt gestartet wird. * Vierzehn Nationen, und zwar außer Deutschland noch Frankreich, Tschechoslowakei, Luxemburg, Belgien, Jugoslawien, Schweiz, Portugal, Norwegen, Freistaat Irland, Finnland, .Litauen, Polen und USA., haben zur Fußball- s Weltmeisterschaft 1938 ihre Meldungen abgegeben. Datum 5% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 6*/2% Young-Anleihe von 1930 .. 4*/2% Hessische Volksstaat von 1929 4*/2% Deutsche Reichspostschatz von 1934 L ..................... 4y2% Deutsche Reichsbahnschatz von 1936 l.................. Reichsanlethe-Altbesitz.......... Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten.............. 4y2% Hess. Lau desbk. Darmstadt Goldpse. R. 12 5y2% Hess. Landes-Hyp.-Ban! Liqu. Goldpse............... 4*/2% Preuß. Landespsdbr.-Anst. Goldpse. R. 19.............. 4*/2% Preuß. Gold-Komm. R. 20 4*/2% Darmstädter Komm.-Lan- desbankR. 6................ Deutsche Komm.-Sammel-Anlethe Auslos.-Rechte I.............. 4y2% Franks. Hyp. Goldpse. R. 15 4’/2% Franks. Hyp. Gold-Komm. Obl. 2 3.................... 5y2% Franks. Hyp. Liquidation Goldpse..................... 5y2% Rheinische Hyp. Liquidation Goldpse..................... Steuergutschein-Berrechnungskurs 5% Goldmexikaner von 1899 .... 4% Oesterreichische Goldrente.... £2% Oesterreichische Stlberrente. 4*/2 Ungarn Staats von 1913 .... 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 5% Rumänen von 1903......... 4*/2% Rumänen Gold von 1913.. 4% Einheits-Rumänen......... 4% Türken Bagdad I........... 4% Türken Bagdad II 2*ä% I. Anatolier.............. A.G. für Verkehrswesen 6 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Hamburg-Amerika Paket......0 Norddeutscher Lloyd..........0 Deutsche Reichsbahn Vorz.-Akt. 7 Reichsbanl 12 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 Commerz- und Privat-Bank ... 4 Deutsche Diskonto............4 Dresdner Bank.............. 1 Frankfurt a. M. Berlin Schlußkurs Schluß!. Abend- börse Schluß- kurs Schluß!. Mittagbörse 2.2. 3.2. 2-2. 3.2. _ _ 205 203,5 — 52,25 —— 52 136 136,75 136 136 107,5 107 106,5 106,5 168,25 168 168,75 168,5 119,5 119,5 119,75 119,5 161 161,5 — — 227 __ 227 227 173,75 171,75 173 172,75 129,25 128,75 129,13 128 — — 117,25 118,13 148,5 148,5 148,5 148,65 267,5 267,5 — —- 169,75 169 169,75 169 137 136,75 137 136,5 152,25 152,5 152 152,4 170,4 170 170,4 170,13 141,5 140,75 141,65 140,75 147 145,5 146,75 146 131 130,75 130,75 130,5 42 42,25 42 42,5 155,5 155,25 155,75 155 118,5 118,5 118,5 142,5 118,5 142,5 142,5 142,5 149 149 149,5 149,5 143 140 139 141 126,5 126,25 126,65 126,25 — — 143,25 143 125,25 124,65 125,75 125 95 95 — 118,9 118,65 118,9 118,4 161,25 160,5 161 160,75 151,5 150,75 153 151 — —— 90,25 89,5 — 227 — 227,75 136,75 137,25 137,5 137,5 151 150,25 151,25 150 132,9 133 132,65 133,25 145 144,75 144,75 144,25 184 — 184 183 163 163,4 163,5 163 —— — 98 97,13 201 199,75 201 200,5 203 203 203 203 118 117,65 117,9 117,5 56,65 56,5 56,65 56,4 138,25 137 137 137 159 157 158,5 156,5 23,75 23,9 23,65 23,75 Frankfurt a. M. Berlin Schluß- kurs Schluß!. Abendbörse Schluß- kurs Schluß! Mittagbörse 2.2. 3.2. 2-2. 32. 101,4 101,13 101,13 101 98,25 98,13 98,13 98,13 102,75 102,75 102,8 102,8 99,5 99,5 99,5 99,5 100 100,13 100,4 100,25 98,5 98,5 98,5 98,5 120,25 120,13 120,13 120,13 131,5 131,5 — — 97,75 97,7« — 97,75 101,75 101,5 — — 98 98 98 98 96 96 96 96 94,9 94,9 — — 127,13 127 127,25 127 98 98 98 98 95,75 95,75 — — 101,5 101,5 — — 101,65 101,9 101,65 101,75 110,25 110,25 110,3 110,4 5,65 8,25 5,65 8,25 — —— 14,5 15,1 1,3 — 1,25 1,35 5,25 5,25 5,15 — 5,75 5,95 5,75 5,95 — 5,1 5 5,1 —— 6,2 6,3 6,3 9,3 —— 9,4 9,4 4,9 5,175 5 5,13 — —— — — — .— _ —— 19,75 — 19,75 19,75 126 126,5 125,75 126,65 — — 43 42 17,75 17,5 17,75 17,65 18,13 18,13 17,9 17,9 125,5 125,5 125,65 125,65 188 186,5 187,75 186 129,75 131 130,25 130,5 114 114 114 114 117 117 117 117 106,9 106,9 106,9 106,9 2. Februar 3. Februar Amtliche Notierung Geld | Brief Amtliche Notierung Geld | Brief 2. Februar 3. Februar Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Bnef Geld Brief 0,706 0,708 0,706 0.708 5,694 5,706 5,694 5,706 61,21 61,33 61,26 61,38 48,95 49,05 48,95 49,95 11,06 11,08 11,07 11,09 62,80 62,92 62,85 62,97 56,90 57,02 56,90 57,02 17,48 17,52 17,48 17,52 8,656 8,674 8,656 8,674 — II ■ ■ew 2,488 2,492 2,488 2,492 Nr. 29 Drittes Blatt Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Donnerstag, 4. Zebruar 1957 Aus der Provinziathauptstadt. Brennende Steine. Nur wenige Tage noch und man wird uns überall auf den Straßen und Plätzen zierlichen, blanken Bernsteinschmuck in der Form kleiner Eichenblättchen und vierblättrigen Klees anbieten. Es sind die Februar-Abzeichen des Deutschen Winterhilfswerks. Millionen Hände werden nach dem Bernstein greifen, von dem die Sage zu berichten wußte, daß in ihm geheimnisvolle Kräfte schlummern. Bor Krankheiten sollen die goldgelben Bernsteine ebenso schützen, wie vor Dämonen und vor dem „bösen Blick". So kann es nicht verwundern, daß dieser Wunderstein vor vielen tausend Jahren schon begehrt war. Aber nicht nur die Angst und der Aberglauben werden bei der Verbreitung des Bernsteins eine Rolle gespielt haben. Auch die Freude und der Wille, sich zu schmücken, förderte den Absatz des „nordischen Goldes". Denn dieses „Gold" wurde nur im Norden, an der Nordsee- und Ostseeküste Germaniens, dem Meere abgerungen. Diese Bernsteingewinnung hat unseren Ahnen einst viel Reichtum gebracht. Denn sie tauschten gegen Bernstein Kupfer ein, das aus Ungarn, aus den Alpenvorländern und aus Spanien kam, aber auch Zinn, das vom Süden und vom Westen her aus Irland eingeführt wurde. Kupfer und Zinn waren zur Herstellung der Bronze für Waffen, Geräte und Gefäße unerläßlich. Ein ganzes Zeitalter wurde nach diesem wertvollen Stoff das „Bronzezeitalter" genannt. Erstaunlich ist, welche hohe Kunst der Verarbeitung von Bernsteinschmuck unsere Vorfahren schon besaßen! Beim Baggern im Haff der Kurischen Nehrung hat man große Bernsteinschätze gefunden. Man sand röhrenförmige Perlen, durchbohrte Knöpfe, Anhänger, die wie kleine Aexte oder Beile, wie Schiffchen, Linsen und Scheiben geformt waren. Auch menschliche Figuren und Köpfe, Nachbildungen von Pferden und Bären, schnitt man schon damals vor 4000 Jahren aus Bernstein. Bei Laesten in Dänemark fand man ein Holzgesäß mit etwa 4000 bearbeiteten Bernsteinstückchen, die ein Gewicht von 8,5 Kilogramm besaßen. Diesen Bernsteinfund schätzt man sogar auf ein Alter von 5000 Jahren. Wie erwähnt, fanden diese kunstvoll geschnittenen Bernsteinschmuckstücke, aber auch roher Bernstein Absatz bis nach England, Frankreich, bis nach der Schweiz und Italien. Dort sand man ein Grab, dessen Boden mit Bernsteinperlen ausgelegt war. Zur Zeit der römischen Kaiser war in Italien der Bernstein so „gefragt", daß ein Ritter einen Handelszug ausrüstete, mit ihm nach dem Samland (Ostpreußen) zog und reiche Beute heimführte. Unter ihr befand sich, wie der Geschichtsschreiber Plinius überliefert hat, ein Stück Bernstein, das 13 Pfund wog. Die Bewohner der Insel Helgoland besaßen so viel Bernstein, daß sie es zum Unterhalten des — Feuers benützten! Denn das ist ja das seltsame an diesen Bernsteinen, daß sie brennen, wenn man sie ins Feuer hält. Heute werden die „brennenden Steine" nur noch an der Küste Ostpreußens gewonnen. Dort sind auch 14 Millionen Bernsteinabzeichen aus 6 Millionen Baggereimern Rohstein gewonnen und von fleißigen, geschickten Händen geformt worden. Die geheime Kraft des Bernsteins wird sich am 6. und 7. Februar abermals dartun, indem er vielen, vielen deutschen Volksgenossen Freude und Hilfe bringt und somit deutsche Volksgemeinschaft sichtbar macht. Dornotizen. Tageskalender für Donnerstag. Gloria-Palast, Seltersweg: „Der Jäger von Fall". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Spiel an Bord". — Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde: 20.15 Uhr: Lichtbilderoortrag von Dr. Poser (Göttingen), in der Neuen Aula über „Grönland und Spitzbergen". Karneval im Sladttheater Gießen. Aus dem Büro des Gießener Stadttheaters wird uns geschrieben: Auch in diesem Jahre steht der Spielplan der kommenden Tage ganz im Zeichen des Prinzen Karneval. Eröffnet wird das Programm der letzten Karnevalstage am Sonntag, 7. Februar, mit einer lustigen Morgenfeier „Eine Stunde Schmunzeln". Der Intendant Hermann Schultze-Griesheim hat das soeben vollendete neue Spiel des bekannten Autors Heinz Erfolge derHI. -Heimbeschaffungsaktion im Gau Hessen-Nassau. Die Gemeinden als vorbildliche Helfer. NSG. Die Hitlerjugend hat auch im Gau Hessen-' Nassau nicht vergebens die Werbetrommel gerührt, um die Öffentlichkeit auf die dringende Notwendigkeit der Erstellung würdiger Heime aufmerksam zu machen. Die Gliederungen der Partei und die Gemeinden haben sich mit ganzer Kraft an die Lösung der Heimbeschaffungsfrage herangemacht. Man hat nichts unversucht gelassen, um den Bau von Schu- lungs- und Erziehungsstätten der HI. sicherzustellen und so die Heimnot endgültig zu bannen. Der Bann 81/186 (Frankfurt), der von 80 notwendigen Räumen nur 20 besitzt, meldet ein durch Umbau aus einem Herrschaftshaus gewonnenes HJ.-Heim, die Planung und den Bauanfang eines großen Gebäudes in Höchst, und das Werden von vier großen Heimen durch Umgestaltung in der Martin-Luther-, Franke-, Varrentrapp- und Radilo- schule in Rödelheim. Der Bann 115 (Darmstadt) weist ein neues schmuckes HJ.-Heim vor, das aus einem ehemaligen Kasino hervorgegangen ist und 19 HJ.-Scharheime bietet. Der Bann 80 (Wiesbaden) hat es durch weitere Ausgestaltung seines Biebricher Heimes erreicht, daß nun neben Schulungsräumen auch eine Reihe geschmackvoller Heimräume zur Verfügung steht. Der Bann 288 (Niederwald) kann vom Neubau schöner Heime in Rüdesheim, Oberlahnstein, Kiedrich, Kamp, Bad Schmalbach, Johannisberg, Niederlahnstein, Eltville, Hattenheim, Hallgarten und Kestert berichten. Der Bann 2 5 3 (Lahntal) hat bereits die Errichtung von Heimen in Limburg (in Verbindung mit der Bann- und Jungbanndienststelle), in Kam- berg, in Diez (Lahn), Niederbrechen und Balduinstein sichergestellt. Auch der Bann 303 (E s ch e n b u r g) meldet die finanzielle Deckung von Heimen in Dillenburg, Bicken und Beilstein. Aus dem Westerwald berichtet der Bann 87 (Unterwesterwald) den endgültigen Bau von ausgezeichneten Heimen in Hachenburg, Höhr- Grenzhausen, Deesen, Marienberg und Montabaur. Aus dem Odenwald teilt der Bann 249 (Odenwald) mit, daß die Gemeinden Lindenfels, Waldmichelbach, Fürth, Biblis und Lampertheim den Bau geschmackvoller Heime beschlossen und schon in Angriff genommen haben. Das Heim in Lindenfels verspricht ein Bau von ganz besonderer Note zu werden. Es enthält eine Ehrenhalle zum Gedenken der für die nationalsozialistische Idee gefallenen Hitlerjungen Christian Crößmann und Peter Frieß. Lauterbach, Alsfeld und Schotten im B a n n 3 0 4 (Vogelsberg) haben den Bau von allen Dienstansprüchen genügenden HI.-Heimen beschlossen. Und immer neue Gemeinden, wie Bad Homburg, Kelkheim, Rodheim, Somborn, Ernsthofen, reihen sich an. Schon sind die ersten Arbeiten an den HJ.- Heimen in Seckbach, Mengerskirchen, Dörnigheim, Auerbach und Schönberg begonnen worden, so daß mit ihrer Indienststellung bald gerechnet werden kann. Es reicht noch nicht aus! Wie groß aber auch die bisherigen Erfolge sind, so muß doch gesagt werden, daß im Verhältnis zur ungeheuren Zahl der unter der Führung der HI. stehenden Jugendlichen noch viel, viel mehr Heime erstellt werden müssen. Darum trommeln wir weiter: Schafft uns Heime! Häufig fehlt es auch an der Inneneinrichtung. Da fehlt es an Heimmöbeln, Tischen, Stühlen, Schränken, Lampen, Regalen und Oefen; hier vermißt man noch Gerätschaften und Werkzeuge für den Werkunterricht, ganz zu schweigen von den Radioapparaten, die unerläßlich sind für den Ge- meinschaftsempsang zur „Stunde der jungen Nation", der Morgenfeier und des „Rufs der Jugend". Darum geht auch der Ruf weiter: „Zum heim die schöne Einrichtung!" Stea uwe it „Diogenes" oder „Das Urteil nach dem Augenschein" zur Uraufführung erworben. — Es wirken mit: Diogenes, der mit dem Hund und mit dem Faß: Victor von Gfchrneidler; Philomele, die mit der Eifersucht: Inge Birkmann; Eugenia, die mit dem Ring: Rose Stirl; Axax, der in der Klemme: Peter Schorn; Terxes, der Hund aus Wolle, Lumpen und Draht; Eine Wurstpelle; eine Tonne, eine Lupe, etwas Ungeziefer: im Gefolge des Diogenes. — Bühnenbild: Karl Löffler. Die in eigener Werkstatt hergestellten Kostüme sind angefertigt nach Entwürfen von Sophie Buchner, ausgeführt von Willi E n d r i ch. — Paul Nieren sagt den zweiten lustigen Teil des Vormittags an, in dem Hans Geißler, Wilhelm Greif, die Ballettmeisterin Irmgard Zenner und die Tanzgruppe mitwirken. Kapellmeister Ernst Bräuer hat die musikalische Leitung, Günter Winkel die Gesamtleitung des Vormittags. In Anbetracht der Bedeutung des Tages wurden die Eintrittspreise um ein Geringes erhöht. Für unsere Platzmieter ist der Eintritt wie üblich frei. Die Platzmieter werden gebeten, die Eintrittskarten an der Tageskasse abzuholen, da die Nachfrage für Karten stark eingesetzt hat. Anfang der Morgenoeranstaltung 11.30 Uhr, Ende 12.30 Uhr. Am Abend findet ein „Großer lustiger Abend" statt. Claire W a l d o f f parodiert, singt, lacht und unsere Mitglieder machen mit. Paul Nieren, der die Gesamtleitung des Abends hat, hat sich ferner die Mitarbeit sämtlicher Kapellmeister, Regisseure, technischer Vorstände, aller Mitglieder der Oper, Operette, des Schauspiels, aller Örchestermitglieder, der Tanzgruppe und des gesamten Chorpersonals gesichert. In einem bunten Reigen, der auf Frohsinn und Fasching eingestellt ist, rollt in wechsel- voller Aufeinanderfolge Musik, Gesang, Humor, Tanz, Wort und Lied ab. Anfang des lustigen Abends 19 Uhr, Ende 21 Uhr. Am Dienstag, 9. Februar, findet ein „Großer bunter Faschingsabend" statt. „Kampf dem Verdruß" nennt Paul Nieren, der für die Gesamtleitung des Abends verantwortlich zeichnet, diesen lustigen Faschingsquerschnitt. Gesang, Tanz, Humor und Ueberraschung wechseln ab. Sämtliche Mitglieder des Stadttheaters und „das Publikum" sind Mitwirkende. Um Mißverständnissen entgegenzutreten und Irrtümer aufzuklären, wird schon jetzt darauf hingewiesen, daß es in der Absicht des Theaters und in der Stimmung des Abends liegt, wenn möglichst viele Theaterbesucher bereits im Kostüm im Theater erscheinen, um den farbenprächtigen und bunten Eindruck des Abends zu erhöhen und die Stimmung allein durch äußere Beigaben zu heben. Anfang 20.11 Uhr, Ende 22.30 Uhr. NSV., Ortsgruppe Mitte. Vetr.: Kohlenabrechnung am 5. Februar. Die Kohlenhändler werden ersucht, die Kohlenscheine der Serie D am Freitag, 5. Februar, um 20.30 Uhr, auf unserer Geschäftsstelle (Zigarrenhaus Möser), Eingang Löwengasse, einzureichen. Es wird hiermit darauf hingewiesen, daß die Rückseite der Kohlenscheine außer der Unterschrift des Händlers auch die Unterschrift des Empfängers, dessen Wohnung, Straße und Hausnummer und die genaue Bezeichnung der Kohlensorte, tragen muß. Nach dem 5. Februar eingereichte Scheine sind wertlos. Winterhilfswerk 1936/37 Ortsgruppe Gießen-Süd. Kohlenabrechnung. Die Kohlenhändler werden aufgefordert, die in Zahlung genommenen Kohlengutscheine der „Serie D" am Freitag, 5 Februar, von 20 Uhr bis 21 Uhr auf unserer Geschäftsstelle, Crednerstraße 24, einzureichen. Später eingereichte Gutscheine werden nicht mehr angenommen. Hitler-Jugend Bann 116 Gießen. Bett. Iugendfilmsiunde. Die zweite Jugendfilmstunde des Bannes findet am 7. Februar, morgens 11 Uhr, im Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, statt. Es läuft der Film „Der Reiter von Deutsch-Ostafrika." Es nehmen alle Einheiten einschl. Jungvolk und BDM. daran teil. Die bereits erhaltenen Karten werden von den Ein« heilen vor Beginn der Vorstellung abgerechnet. Deutsche Arbeitsfront. Belr.: Schaufenster-Wettbewerb. An dieser Stelle sei nochmals darauf hingewiesen, daß die Anmeldefrist zur Teilnahme am diesjährigen Schaufenster-Wettbewerb am 6. Februar abläuft. Bis zu diesem Zeitpunkt werden noch Anmeldungen bei dem Kreis-Jugendwalter, oder der Kreisbetriebsgemeinschaft Handel in der Deutschen Arbeitsfront, Schanzenstraße 18, zu Gießen angenommen. Dieser Leistungswettbewerb findet im Rahmen des 4. Reichsberufswettkampfes der deutschen Jugend vom 28. Februar bis 6. März statt. Die Schaufenster müssen bis zum Sonntag, 28. Februar, mittags 12 Uhr, hergerichtet sein und sind auf die Dauer der Wettbewerbswoche so zu belassen. Heil Hitler! Kreisbetr.-Gemeinschaft Handel: Heyd Kreisjugendwalter der DAF. gez.: Seipp. Zungmädel herhören! Zungmävel erzählen im Bundfunk! „Jungmädel, was hast du erlebt?" Unter diesem Motto führen die Jungmädel mit den deutschen Reichssendern in der Zeit vom 26.1. bis 20. 2. einen großen Rundfunkwettbewerb durch. Bei dem Wettbewerb ist folgende Preisaufgabe gestellt: Jedes Jungmädel soll das schönste Erlebnis, das es in feinem Jungmädeldienst hatte, in Form einer kleinen Erzählung niederschreiben. Dies soll kein Schulaufsatz werden, sondern der Bericht soll so frisch, lebendig und natürlich sein, wie die Jung- mädel selber sind. Was die einzelnen erzählen wollen, ist ihnen vollkommen freigestellt. Die eine hat vielleicht schon den Führer gesehen, und dieser Augenblick ist ihr zum Erlebnis geworden. Eine andere hat einmal einen ganz besonders starken Eindruck bei einer Feierstunde an der Fahne oder am Lagerfeuer von unserer Kameradschaft bekommen, der ihr gezeigt hat, daß unsere Mädelgemeinschaft etwas Großes und Verpflichtendes ist. Oder war nicht einmal ein lustiger Abschiedsabend im Lager mit einem quitschfidelen Lagerzirkus das Schönste und Froheste, was das Mädel erlebte? Oder war es auf Fahrt durch deutsches Land? — So wird jedes IM. sein schönstes Erlebnis bis zum 2 0. Februar an den Reichssender Frankfurt a. M., Eschersheimer Landstraße 33, einsenden. Dort werden die besten Berichte ausgewählt, und die betreffenden Jungmädel dürfen dann innerhalb der Reichssendung ihr schönstes Erlebnis am Funk vorlesen oder erzählen. Die Einsendungen müssen den Namen, die genaue Anschrift und das Alter des Jungmädels, außerdem Nummer und Name der zuständigen IM.-Gruppe enthalten. „Nun zeige jeder, was er kann, los und ran!" Die öcutfdie Rrbeitdfront 7^ vn.3.=Gemeinf(hah „firaft durch Freude" Amt Feierabend. Vorstellung am 13. Februar im Gießener Stadttheater. Am Samstag, 13. Febr., bringen wir als 11. Sondervorstellung im Stadttheater Gießen das spannende, zeitgemäße Schauspiel „Wasser für Canitoga" von Georg Turner. Die Eintrittspreise betragen 70 und 90 Pfennig. Hinein ins bunte Masken« treiben mit vollem Sprung. N. B. (Wenn der Schaumwein knallt, springt cs sich noch ein« mal so gut!) SCHAUMWEIN Wunder der Wintererde. Don WiN Scheller. Allenthalben spürt die Welt, daß die Sonne begonnen hat, ihrem Licht ein längeres Verweilen am Himmel — der des Nachts mit weißem Mond und taufend Sternen über frostglitzernden Gärten steht — tagsüber zu erlauben. Noch ist die Sicht, Hügelketten und Waldkuppen entgegen, leicht verschleiert, aber die Bläue durchdringt schon das Grau der kalten Zeit, und die Wege ins Land hinein, die frühmorgens, erstarrt, weiß vom Reif schimmern, sind weich geworden um Mittag, und der Wanderer hält sich an ihrem Rand, wo die fahle Grasnarbe den Schritt ein wenig sichert. Das Schweinen, das von der Blässe des Waldes und von der Leere der Aecker ausgeht, hat etwas Feierliches — es ist, als wäre alles ringsum zu einem ungebauten doch geträumten Dorn geworden, in dem sogleich die heilige Handlung beginnen wird. Nun, da der Pfad sich senkt, steigt der Acker hoch, und der Blick des Menschen staunt über die dunkle, in leichten Wellen bergan sich hebende, braune Fläche hin, die, von regelmäßigen Furchen durchzogen, dennoch als ein Gebilde erscheint, in dem kein kleinster Teil einem anderen gleicht. Gebirgsketten türmen sich hinter- und nebeneinander von Tälern getrennt, und ein Erinnern blüht auf wie der erste Anblick der Karte eines Gestirns, auf dem auch aus dem scheinbar Regelmäßigen der Gliederung eine unendliche Vielfalt redete, damals. Stumm indessen ist solche Sprache, sie kennt keine Lautlehre und keine Grammatik, aber in dieser Stummheit des aufgebrochenen Ackers wuchert mehr, als Menschenworte fassen: aus der tiefen urhaften Ruhe der Wintererde, die das Bewußtsein des Wandernden wie der Schlaf einer überirdischen Gewalt umspinnt, spricht ein Geheimnis, das, würde es laut, in solchem Donnern sich verkündete, daß, wer es vernähme, nichts mehr hören könnte hinfur. Darum schweigt die Erde, weil der Mensch nicht gemacht ist, ihre Stimme zu ertragen: er wittert ihre Wunder eben im Vorübergehen, und er tut gut, nicht zu lange stehen zu bleiben und über die Weite des Ackers zu schauen — an dessen oberen Ende ganz fern wie ein zerbrechliches Spielzeug eine Egge aufragt, die Zinken seitwärts gespreizt —, denn es könnte ihm sonst begegnen, daß er nachher den Zugang suchen mühte zu der kleinen, engen Welt, aus der er kam. Der Acker in seiner nackten wortlosen Fülle der Nacht ist, hat er einmal den Blick gefangen, so groß, daß alles andere zu versinken anhebt: ein Zauber wirkt in ihm, seit der erste Mensch die Scholle brach, und was die Alten aus geworfenen Stäben ahnten — keiner deutete je es ganz —, lebt in ihm fort, zeitlos, um einst im frühen Herbst, aus dem Goldgewog des Aehrengefilds zu rauschen, ein unvergängliches Lied, wie Gott es fingen, leise vor sich hin/summen mag über der reifenden Welt. Das Geheimnis der Wiederkehr ist es, das den Menschen, so er im Winter übers Land geht, aus dem weiten Schweigen der dunklen Erde anraunt. Er spürt in der Bewegung seines Herzens, wie ein Ungeheueres und Ungeformtes aus den Gründen und Abgründen der Ackerfurchen aufsteigt, das eher war, als die Welt wurde, und nun ihn umwebt, der hier von ungefähr vorüberschreitet, und wie es ihn anzieht und im Gefühl eines geheimnisvollen Zusammenhanges und Jneinandersems dem zu entrücken trachtet, was sonst als Wirklichkeit um ihn ist: und so kommt es, daß er, von der Bewegung seines Herzens fast geängstigt, weiterwandert und beinahe froh ist, zu bemerken, wie aus dem Nachbarfeld grüne Spitzen schon sich ans Licht trauen und einen leichten Flor über den braunen Untergrund gesponnen haben. Ja, und nun werden im Widerhall des nahenden Waldes menschliche Stimmen laut, ihr wirres Rufen tönt lärmfroh von der Freude am zarten Grün hier und dort und an dem Blau, das über der Welt sich wölbt, und, aufgeschreckt von solchem Einbruch in die Winterstille, bricht ein Hase, hellbraun und grau, zwischen den Schollen auf und hoppelt in langen Sätzen davon, duckt sich auf einmal und ist verschwunden. Dort drüben aber, wo das erste Grün besonders kräftig aus dem Boden zu treiben scheint, sammelt sich mit ausgelassenem Krächzen eine schwarze Schar großer Vögel, die nun auf dem lenzlichen Geviert spazieren gehen oder zusammenhocken wie zu Beginn eines wichtigen Palavers. Ja, die Sonne, das merken sie alle, die Pflanzenkeime, die Vögel und die Menschen, verweilt jetzt schon ein wenig länger am Himmel droben, und ein Blick nur, der — noch einmal — aufmerksam Abschied nehmend über den dunklen Acker schweift, erkennt, daß die Erdschollen, wo sie nordwärts eine Fläche bieten, noch immer weißlich schimmern, angehaucht vom Frost der Winternacht mit weißem Mond und tausend Sternen. Konsultation auf dem Postamt. Wenn man sich Mühe gibt, wird man sich vorstellen können, daß auch eine Postangestellte, die an einem Schalter Briefmarken verkauft, einmal — ganz privat — magenkrank werden kann und zum Arzt geht. Aber es ist nun einmal so, daß man geneigt ist, einen Menschen, der hinter einem Schalter sitzt, für ein Wesen anzusehen, das so menschliche Dinge gar nicht antasten können ... Jedenfalls weiß ich, daß ich es ganz und gar erstaunlch fand, was ich neulich vor einem Postschalter erlebte ... Ein Herr trat an den Nebenschalter links von mir, verlangte zwei Briefmarken zu 12 und sagte dann wie nebenbei: „Nun, wie geht's Ihnen denn? Besser? Zeigen Sie mal Ihre Zunge." Die Dame hinter dem Schalter, also angesprochen, — offenbar doch von ihrem Arzt, der hier Briefmarken kaufen kam — die Dame erschrak nicht weniger als ich. „Aber, Herr Doktor", lächelte sie, und gab ihm die zwei Briefmarken zu 12, „hier kann ich Ihnen doch nicht meine Zunge zeigen!" Er nahm die Briefmarken. „Ach", sagte er, „nun zeigen Sie schon!" Und siehe da, — es war niemand außer mir (und dem Arzt) auf dem Postamt — schwupp, kam ihr die Zunge zum Mund herausgefahren und hielt. „Na, sehen Sie", sagte der Arzt, „sieht doch tadellos aus" — und hatte im Handumdrehen an ihrer Zunge, die sie brav heraushielt, seine Briefmarken angefeuchtet. Wie der Blitz war das gegangen. Und erst, als die Schrecksekunde vorüber war, die solchen Taten zu folgen pflegt, konnten wir alle drei ein Gelächter lachen, wie es postamtliche Räume sonst wohl selten hören mögen. Christian Bock. Zeitschriften. — „DieKun ft", Monatshefte für Malerei, Plastik und Wohnkultur. 38. Jahrgang, Nr. 5/Februar 1937. Verlag F. Bruckmann A.-G., München. Auch das neue Februarheft bringt eine Fülle interessanter Aufsätze mit ausgezeichneten Bildreproduktionen. Besondere Aufmerksamkeit verdient die farbige Bildtafel „Die Kranzwinderin" von Friedrich Georg Kersting, ferner die ganzseitigen Abbildungen „Die schöne Straßburgerin" von Nicolas de Largil- liere, „Bronzestandbilder vom Grabmal des Kaisers Maximilian I. in der Hofkirche zu Innsbruck" und das Kunstwerk des Monats „Ritter, Mittel- rheinisch, um 1405". Der erste Artikel ist Friedrich Wasmann, dem Nazarener gewidmet. Es folgen: „Fritz Klimfch, neuere Werke"; eine selbstkritische Betrachtung „Zu meinen Bildern" von dem Maler Ernst Haider und eine Abhandlung über den Zeichner und Maler Rudolf Cammisar/Reizvoll ist auch die Wiedergabe von Teilstücken eines neuent- deckten Bildes von Hieronymus Bosch „Das jüngste Gericht". Der zweite Teil des Heftes über moderne Wohnkultur und Kunsthandwerk bringt einen besonders interessanten Artikel über „Das japanische Wohnhaus und die moderne Architektur" von Han- Eckstein mit vielen selten gesehenen Abbildungen. Es folgen die Veröffentlichungen „Ein Wohnhaus am Waldrand von Architektin Lux Guyer, Zürich" von Eduard Vriner, „Neue Schmiedekunst" voO Michael Birkenbihl und „Kleines Landhaus eines Architekten". Ein umfassender Nachrichtenteil beschließt das reichhaltige Heft. Wehrdienst auf, da trotz der gegenwärtigen günstigen Ausnahmebestimmungen für Tierärzte Meldungen zum freiwilligen Wehrdienst mit dem Ziel der Anstellung als Deterinäroffizier des Beurlaubten- ftandes bisher nicht in dem Maße erfolgt sind, wie es zur Gewinnung eines ausreichenden Stammes von geeigneten Deterinäroffizieren notwendig ist. Zachschastsabend der Ortsfachschast Gießen in der NGKOW. Am gestrigen Mittwochabend fand unter der Leitung des Ortsfachschaftsleiters B r i o l a die Monatsoersammlung der Fachschaft statt. Besprochen wurde u. a. die Lehrlingsausbildung und die Berufsausbildung in der Fachschaft. Dann wurden einige Auswirkungen des Pierjahresplanes, die die Werbung betreffen, erläutert. Mit dem Gruß an den Führer wurde der Abend beschlossen. Gießener Wochenmarktpreife. * Gießen, 4. Febr. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: D. f. Molkereibutter, % kg 1,57 Mk., f. Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60, Landbutter 1,42 Mk., Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, deutsche Klasse A 13, Klasse B 12, ungezeichnete 10, Wirsing XA kg 10 bis 15, Weißkraut 10, Rotkraut 10 bis 12, gelbe Rüben 8 bis 12, rote Rüben 8 bis 10, Spinat 30, Unterkohlrabi 6 bis 10, Grünkohl 12 bis 15, Rosenkohl 25 bis 30, Feldsalat, Vio kg 10 bis 12, % kg 80 bis 90, Tomaten 60, Zwiebeln 8 bis 10, Meerrettich 30 bis 60, Schwarzwurzeln 30 bis 35, Kartoffeln, kg 5 Pf., 5 kg 44 Pf., 50 kg 3,50 bis 3,70 Mk., Aepfel, kg 15 bis 20 Pf., Tafeläpfel 25 bis 40, Birnen 15 bis 25 Pf., Hähne 1 bis 1,10 Mk., Suppenhühner 80 bis 90 Pf., Tauben, das Stück 50, Blumenkohl 30 bis 60, Endivien 10 bis 25, Lauch 5 bis 8, Sellerie 10 bis 40, Rettich 5 bis 15 Pf. ** D i e Polizei ft unde zuFa st nacht aufgehoben. Anläßlich der diesjährigen Fastnacht ist die Polizeistunde in allen Gemeinden des Kreises an den Tagen Samstag, 6. Februar bis Dienstag, 9. Februar, allgemein aufgehoben. ♦* Die Bezahlung der rückständigen Strom- und Gasgelder betrifft eine Bekanntmachung der Direktion der städtischen Betriebe in unserem heutigen Anzeigenteil, auf die besonders hingewiesen sei. ** Reifeprüfung an der Oberreal- schule. Unter dem Vorsitz von Oberstudiendirektor Leonhard wurde am Dienstag die Reifeprüfung der Oberprima der hiesigen Oberrealschule durchgeführt. Sämtliche Teilnehmer, 11 Knaben und 7 Mädchen, bestanden die Prüfung. Ein Prüfling hatte bereits im Herbst 1936 mit dem Reifezeugnis die Schule verlassen, um als Offiziersanwärter in das Heer einzutreten. ** Vogelschwärme ziehen nordwärts. Am gestrigen Mittwoch zwischen 7.50 und 8.00 Uhr flog ein großer Schwarm Pögel, viele Tausend an der Zahl, in der Richtung von Süden nach Norden, in geringer Höhe über unsere Stadt. Die Pögel waren etwas größer als Sperlinge und flogen in geschlossenen Haufen. Ob es vielleicht nordische Vögel waren, die sich jetzt schon wieder nach ihrer nordischen Heimat begeben wollen? ** Der Reichssender Frankfurt mit seinem Aufnahmewagen in Gießen. Der Reichssender Frankfurt weilte gestern und vorgestern mit seinem Aufnahmewagen in unserer Stadt. Kurze Aufnahmen wurden von dem Künstler- und Pressefest gemacht, ferner wurde eine Unterhaltung bei dem Fischessen der Gießener Studentenschaft am gestrigen Mittwoch mittag ausgenommen. Am gestrigen Vormittag besuchte der Rundfunk noch Bürgermeister Prof. Dr. Hamm und ließ sich über Städtebau und Planungsaufgaben der heutigen Stadt unterrichten. ** Brennholz-Versteigerungspreise. Bei den letzten Brennholzversteigerungen der Stadt Gießen wurden folgende Durchschnittspreise erzielt: Buchenscheiter A 11 RM., Hainbuchenscheiter A 8,50 RM., Eichenscheiter A 7 bis 8 RM., Buchenknüppel A 8,50, Buchenknüppel B 7 RM.; Eichenknüppel A 5, Eichenknüppel B 4 RM. Buchenreiser 2. Klasse 14 RM. je 100 Wellen, Buchenreiser 3. Kl. 13 RM. je 100 Wellen. Buchenstöcke 5,50 RM., Eichenstöcke 5 RM. je Raummeter. Gießener Studenten veranstalten gemeinsames Fischessen. Die Reichsstudentenführung hatte gemeinsam mit dem Reichsstudentenwerk für den 3. Februar den einzelnen Studentenschaften ein gemeinsames Fischessen angeordnet. Wie an allen Hoch- und Fachschulen des Reiches, fo war auch die Gießener Studentenschaft dieser Anordnung gefolgt und hat sich tatkräftig bei der Werbung für den Mehrverbrauch an Fischen eingeschaltet. Das Gießener Studentenwerk hat seine jahrelange Erfahrung auf dem Gebiete der Organisation solcher Gemeinschaftsoeranstaltungen eingesetzt und zum größten Teil zum Wohlgelingen dieser Kundgebung am gestrigen Tage mit beigetragen. In der Empfangshalle des Studentenhauses waren die einzelnen Fischgerichte ausgestellt, und jeder konnte sich nach seinem Geschmack das Essen aussuchen. Unter Zuhilfenahme von farbigen Karten, Tafeln und Pfeilen fand dann auch jeder Essenteilnehmer schnellstens seinen Tisch. Kurz nach Mittag setzte, wie erwartet, ein starker Zustrom in das Studentenhaus ein, und in kurzer Zeit saßen Dozenten, Studenten und Studentinnen, Vertreter von Partei, Staat und Wehrmacht, sowie zahlreiche weitere Gäste in fröhlicher Unterhaltung beim Essen. Studentenführer Frank begrüßte und sprach dann kurz über den Sinn des Fischtages der Studenten. Stiefmütterlich sei in den vergangenen Jahren der Fisch behandelt worden. Dieser Tag des Fischessens solle Ansporn sein und zugleich das Gefallen an dieser für unser Volk so wichtigen Nahrung allgemein wecken. Auch die Studenten wollten an einem solchen Tage zeigen, daß sie mittun an dem Werke des Führers, nicht nur durch Worte, sondern auch durch die Tat. Auf gefährlichstem Vorposten und im härtesten Lebenskämpfe ständen die Männer der deutscyen Fischerei, sei es bei der Küsten-, Binnen- oder Hochseefischerei. In ihrem Berufe könnten sie keine Schätze sammeln, sie wüßten nur, daß sie eine große Aufgabe zu erfüllen hätten. Heute gelte es, in jeder Hinsicht durchzuhalten, und wenn es erforderlich sei, auf diesem Wege einen oder zwei Fischtage einzuführen, so wollten alle in der nötigen Einsicht und Erkenntnis, daß es nur zum Wohle des ganzen Volkes ist, gerne und willig mittun. Jeder müsse einsehen lernen und verstehen, daß das tatsächlich Aufgaben und Probleme von ökonomisch ungeheurer Bedeutung seien. Wenn man sich die Verbrauchsziffern anderer Länder ansehe, so müsse man staunen, in wie weitem Maße diese ihre Lebensbedürfnisse auf den Fischverbrauch eingestellt hätten. So verbrauche z. B. England 24 Kilogramm, Japan 70 und Deutschland bisher nur 14 Kilogramm Fisch auf den Kopf der Bevölkerung im Jahre. Für die Zukunft laute die Parole: Eßt mehr Fisch!, denn er sei nicht nur gesund, weil er viel Eiweiß enthalte, sondern man spare dadurch Fleisch, weiter sei ein Mehrverbrauch erforderlich, um damit die Verwirklichung der Ziele, die durch den Dierjahresplan, die Sicherung der Ernährungsfreiheit des deutschen Volkes, gesteckt worden seien, tatkräftig zu fördern. pg. Wagner überbrachte anschließend die Grüße des am Erscheinen verhinderten Kreisleiters und unterstrich in kurzen Worten nochmals die Notwendigkeit dieser Werbung. Im deutschen Volke müsse das Verständnis dafür geweckt werden, jede Möglichkeit der Ernährung auszunützen. Voraussetzung für die politische Freiheit sei die Nahrungsfreiheit eines Volkes. Gerade das deutsche Volk habe am eigenen Leibe schon verspüren müssen, was es bedeute, wenn die Ernährung nicht sichergestellt sei. Aus diesem Wissen heraus sei die Erzeugungsschlacht durchgeführt worden und werde auch jetzt wieder ein neuer Plan durchgeführt. Bei dem Fisch gelte es zunächst, manches Vorurteil zu beseitigen und mit der Gleichgültigkeit aufzuräumen. Es sei nicht unwichtig, ob die einzelne Familie einmal oder zweimal in der Woche Fisch esse, denn keine Tat sei so gering, wenn es gelte, die Freiheit des Volkes zu sichern. Auch der Reichssender Frankfurt war ie Straßen der Stadt zu dem Hause des neuen Schultheißen, wo die Feier bis zu den frühen Morgenstunden fortgesetzt wurde. Bei der Blasiusgesellschaft handelt es^ich um einen alten deutschen genossenschaftlichen Verband, eine sogenannte „Markgenossenschaft", die eine Gemeinschaft von Familien zu gemeinsamem Besitz und gemeinsamer Nutzung von unveräußerlichem Grund und Poden ist. Sie führt ihren Ursprung auf den Untergang des Dorfes Baumkirchen und die Uebersiedlung feiner Äe- wohner nach Laubach zurück und kann auf eine mehr als 500jährige Tradition zurückblicken, die sich in ihrer ursprünglichen Form bis auf den heutigen Tag erhalten hat. Ratsherrensihung in Alsfeld. A Alsfeld, 1. Februar. In der jüngsten Sitzung der Ratsherren gelangte die Rechnung der Stadt-, Hospital- und Armenkasse vom Rechnungsjahr 1935 nebst den Rechnungen der städttschen Betriebe zur Vorlage. Die Hauptrechnung der Stadt schließt in der Abteilung für den Betrieb in Einnahme mit 525 026,62 RM., in Ausgabe mit 449 263,03 RM. ab, so daß sich ein Rechnungsrest von 75763,59 R M. ergibt., In der Abteilung für das Vermögen betragen die Einnahmen 53 267,31 RM., die Ausgaben 47 955,70 RM., fo daß hier der Rechnungsrest 5311,61 RM. beträgt. Die Einnahmen des Rj. 1935 aus dem Schlachthof belaufen sich auf 33211,69 RM., die Ausgaben auf 27 888,56 RM., so daß sich ein Restnungsrest von 53.23,13 RM. ergibt. Die Einnahmen aus dem städtischen Wasserwerk ergaben 49 706,49 RM., die Ausgaben betrugen 48 677,09 RM. unter Einrechnung des für den allkampf dieses Augenblicks ihm am Gesicht abzulesen sein mußte. Er konnte nicht sehen, daß sogar in dem kalt beobachtenden Blick dieses Herrn Kühlmann eine Spur menschlichen Mitgefühls aufzudämmern begann ... Ein oder zwei Minuten vergingen in einem gespannten Schweigen, in dem man nur einmal ganz von fern aus dem Park her eine Kinderstimme aufklingen hörte ... Dann ließ Alland plötzlich die Hand sinken, sie zitterte so stark, daß er kaum den Bleistift halten konnte, den er eben ergriffen hatte. Mit einer seltsam gebrochenen Stimme, den Blick an Kühlmann vorbei ins Leere gerichtet, sagte er endlich: „Ich will es dieses eine Mal noch tun, ich werde Sie operieren. Aber ich nehme kein Honorar dafür. Ich tue es, um meine Frau und mein Kind zu retten. Es ist das letztemal. Morgen früh um neun Uhr kann die Operation stattfinden." Herr Kühlman nickte ein wenig betreten, und murmelte im Hinausgehen irgend etwas, das beinahe wie eine Entschuldigung klang. Die Tür fiel ins Schloß. „Noch mal, Mutti — mach noch mal böser Bär!" Wohl ein dutzendmal hatte Evelyn sich auf Karins dringenden Wunsch das Eisbärfell über den Kopf gezogen, um dann unter drohendem Gebrumm auf allen vieren um den Tisch herumzukriechen, was die Kleine immer wieder in einen Taumel des Entzückens versetzte. Sie jauchzte und schrie vor Vergnügen, daß man es im ganzen Hause hörte und Schwester Hanni vergebens zur Ruhe mahnte. Evelyn war schon ganz erschöpft von der wilden Jagd, die das lebhafte Kind mit ihr anstellte. Da hörte sie Karin plötzlich in die Händchen klatschen und „Äati" rufen. „Vati muß mitspielen! Vati soll auch den Bär jagen!" Die junge Frau fiel einen Augenblick aus ihrer Tierrolle und streckte lachend den arg zerzausten Kopf unter dem Bärenfell hervor. Aber das Lachen verging ihr sofort, als sie Alland ins Gesicht sah» der eben ins Zimmer getreten war und mit leidendem Ausdruck auf die drollige Szene starrte, als bereite ihm der Anblick einen körperlichen Schmerz. (Fortsetzung folgt!) eines H I. - ö l s i n g einen Deutsches Volk, dein Ehrenschild ist das Winter- Hilfswerk! Die 5. Reichsstrahensammlung am 6. und 7. Februar soll wiederum ein einmütiges Bekenntnis zum Führer sein. lung ihren Abschluß. u. Klein-Linden, 3. Febr. An den beiden letzten Sonntagen hielt der S ch ü tz e n k l u b „R o - land" in seinem Bereinslokal, dem Turnerheim, ein SaalpreisschieAen ab. An einem Kameradschaftsabend am verflossenen Sonntag vereinigten sich die Mitglieder des Vereins mit ihren Familienangehörigen. Vereinsführer Wilhelm Erle nahm dabei die Ehrung zweier verdienter Vereinskameraden vor, die in diesem Jahre auf eine 25- jährige ununterbrochene Mitgliedschaft zurückblicken können; er überreichte beiden Jubilaren, Heinrich Mag old sen. und Wilhelm Luh, die silberne Jubiläumsplakette und würdigte in kurzen Worten die Treue der Geehrten. Er kam dann auf den Wiederaufbau unseres Vaterlandes zu sprechen und erneuerte das Gelöbnis der Treue zu Führer und Volk. Beim Gesang von Schützen- und Jägerliedern und bei Frohsinn verlief der Abend in bester Stimmung. Die Sieger des Preisschießens waren: 1. Adam Gießler, 2. August Weller, 3. Heinrich Keu- del, 4. Gottfried Benderoth, 5. Wilhelm Erle, 6. Wilhelm Germer, 7. Ernst Glaum, 8. Konrad Keu- del, 9 Willi Müller, 10. Albert Klein, 11. Hans Volk, 12. Keidel (Gießen), 13. Wilhelm Pfaff, 14. Karl Politz. r. A Beuern, 3. Febr. Der hiesige Turnver - e i n hielt im Lokal Ranft feine Jahresversammlung ab. Der stellv. Dereinsführer Gustav Wall- b o t erstattete den Jahresbericht, dem zu entnehmen war, daß der Verein im abgelaufenen Jahre schone Erfolge zu verzeichnen hatte. Der Kassenbericht wurde in Ordnung befunden. Dem Rechner wurde Entlastung erteilt. Der Vorstand blieb in seiner bisherigen Zusammensetzung bestehen. 4 Allertshausen, 4. Febr. Am morgigen 5. Februar kann die ä l t e ft e Frau unseres Dorfes, Witwe Anna Kathanne Hör mann, ihren 85. Geburtstag begehen. Die Frau, die seit 14 Jahren Witwe ist, sieht acht Enkel und zwölf Urenkel um sich. ~ # Ettingshausen, 3. Febr. Zum allgemeinen Bedauern legte der seitherige Chorleiter der hiesigen Sängeroereiniguna „Go n-- cordia-Liederkranz" Lehrer Wilhelm Erb stünden. In einer Eingabe der Kreisdienststelle der NS.- Gemeinschaft „Kraft durch Freude" an den Bürgermeister der Stadt, setzt sich diese nachdrücklich für eine Erweiterung der Anlagen in den Erlen ein. Landkreis Gießen. X Wiese ck, 4. Febr. Unsere Mitbürger, der Schmied und Landwirt Georg Bi er au und Ehefrau Elisabethe, geb. Naumann, können am 6. Febr. ihr Goldenes Ehejubiläum begehen. — Nachdem sie am 8. Januar 1931 mit ihrem jetzt vor fünf Jahren verstorbenen Ehegatten Johs. Rudolph Tätigkeit als Chorkeiter je eine Ehrenurkunde. An- läßlich ihrer 25jährigen Mitgliedschaft wurden Joh. Georg Drücket, Wilhelm Häuser, Ludwig Pfaff, Georg Burk, Karl Reitz und Heinrich Schäfer zu Ehrenmitgliedern ernannt und jeder mit einer entsprechenden Urkunde bedacht. Der zweite Teil des Abends wurde ausgefüllt mit einem von Mitgliedern flott gespielten Theaterstück nsf. H o lzh e im, 4. Febr. Die Frauen schäft hatte ihre Mitglieder und die Ortsbäuerinnen zu einem Vortragsabend eingeladen, bei dem Fräulein Harter von der Bäuerlichen Werkschule über den Gartenbau sprach. Sie hab hervor, daß die richtige Bepflanzung, Pflege, Düngung und restlose Ausnutzung des Gartens zu den Pflichten der Frau m der Erzeugungsschlacht gehört. Der Ertrag des Gartens kann durch Abwechslung in der Bebauung und durch sorgsame Ausnutzung gesteigert werden. Der Abend war sehr gut besucht und bot den Frauen manche praktische Anregung. oo Eberstadt, 3. Febr. Im Saal der alten Schule fand dieser Tage eine Dortragsver- anstaltung statt. Der Abend brachte Filmvor- führungen, zu denen Diplom-Landwirt E v e l t und Landwirtschaftsrat Dr. Nagel aufschlußreiche Erläuterungen gaben. Die Redner beschäftigten sich in erster Linie mit mancherlei Möglichkeiten der Erzeugungssteigerung. Eine lebhafte Aussprache schloß sich an. Der landwirtschaftliche Ortsfachberater dankte zum Schluß den beiden Rednern. — Im Saale der neuen Schule fand ferner ein Vortragsabend statt, der zahlreiche Frauen aus dem Orte vereinigte. Die Kreisfrauenschaftsleiterin Frau W r e d e - Gießen sprach über die Ziele und Aufgaben des Deutschen Frauenwerkes. Demnächst fol- len in unserem Orte regelmäßig Vorträge über Mütterschulung abgehalten werden nsf. Inheiden, 4. Febr. Im Parteiheim fand am Sonntagabend die Abschlußfeier des K o ch - lehrgangs, den der Reichsmütterdienst hier veranstaltete, statt. Die 43 Kursteilnehmerinnen hatten Verwandte und Freunde mitgebracht, so daß über hundert Gäste den Saal füllten. D:e Wanderlehrerin Fräulein Hechler sprach kurz über den Zweck der Mütterschulung und verteilte die Be- Reinigungen für lückenlosen Besuch der Abende. Pg. Reitz hielt dann eine eindrucksvolle Rede und forderte alle Frauen auf, mit ganzer Kraft mitzu- ■ helfen am Gelingen des Vierjahresplanes. Die Teilnehmerinnen hatten kleine Gedichte in hessischer . Mundart über den Verlauf des Lehrgangs verfaßt, ■ und so verging bei gemeinsamen Gesang in froher Volksgemeinschaft der Abend nur zu schnell. Kreis Friedberg. = Münzenberg, 3. Febr. Die Gaufilmstelle der NSDAP, veranstaltete im vollbesetzten Saal des Gausthauses „Zum Löwen" einen Filmabend, der nach kurzer Begrüßung durch Ober- truppführer Krafft von Ortsgruppenleiter M e tz° g e r mit einer Ansprache eingeleitet wurde. Im Mittelpunkt des Abends stand der Film „Die ewige Wache". Mit großem Interesse wurde auch der Film „Schmeling — ein deutscher Sieg" ausgenommen. kurzen Worten den Zweck des Abends dar. Der Chor des Vereins brachte verschiedene Lieder zu Gehör, die sehr beifällig aufgenommen wurden. Eine Hauskapelle füllte die Paufen mit guter Musik. Humoristische Vorträge trugen weiterhin zur Unterhaltung bei. Großen-Linden, 3. Febr. Der hiesige Turnverein hatte seine Mitglieder mit Angehörigen am Samstag zu einem Familienabend eingeladen Die geräumige Turnhalle war bis auf den letzten Platz besetzt. Die Darbietungen, die unter dem Zeichen „Einst und Jetzt" standen, lösten oft große Heiterkeit aus und brachten die Besucher bald in die beste Stimmung. Den Turnbrüdern Hch. Bopf, Karl Faber, Ldw. Schaum, Alb. Volk, Ldw. Volk, Wilh. Volk, Will). Weinandt und Wilh Wenzel wurde die silberne Ehrennadel für 25jährige Mitgliedschaft vom Vereinsführer Dr. Römer feierlich überreicht. Tanz und gesellige Unterhaltung beendeten die wohlgelungene Feier. y Watzenborn-Steinberg, 4. Febr. Der Gesangverein „Harmonie" hatte am Sonntagabend zu feinem Winterfest in das Vereins- lokal „Zur Ludwigshöhe" eingeladen. Nach der Einleitung durch die Kapelle Burger und mit dem Sängergruß begrüßte Dereinsführer Ludwig Schäfer VIII. die zahlreichen Besucher. Chore und Musikstücke wechselten dann im ersten Teil des Abends miteinander ab. Im Laufe des Abends überreichte der Dereinsführer dem früheren Dirigenten Ludwig Schäfer (Garbenteich), ebenso dem jetzigen Dirigenten Georg B u r g e r für 25jahrlge sein Amt wegen Arbeitsüberlastung nieder. Lehrer Erb hat stets, auch in wirtschaftlich schlechten Zeiten des Vereins, in selbstloser Hingabe sein musikalisches Können in den Dienst des Vereins gestellt. Unter feiner Führung konnte der Chor mehrere schöne Konzertabende veranstalten. Nach einem früheren mißglückten Einigungsversuch gelang es vor allem Lehrer Erb, die beiden ehemals getrennten Vereine „Liederkranz" und „Concordia" zusammenzuführen. In ihren gesanglichen Leistungen steht die Sängervereinigung auf beachtlicher Höhe. Aus dem Wertungssingen in Wetterfeld bot der Verein durch den Vortrag zweier schwieriger Chöre eine beachtenswerte Leistung. Als Nachfolger wurde Chorleiter Lenz (Dillingen) gewonnen. < Nieder-Bessingen, 4. Febr. Der neuernannte 1. Beigeordnete, Landwirt Gustav Sack, wurde dieser Tage in sein Amt eingeführt. Das Amt hatte bisher Landwirt Ernst Pein II. inne. * Nieder-Bessingen 3. Febr. Der hiesige Gemischte Chor hielt dieser Tage seinen Familienabend ab. Vereinsführer Bürgermeister Maul hieß die Teilnehmer willkommen und legte in gemeinen Finanzbedarf ab geführten Betrages, so daß ein Rechnungsrest von 1029,40 RM. verbleibt, der in liquidierten Ausständen besteht. Wie der Vorsitzende dabei ausführte, sind die Finanz- oerhältnisse der Stadt geordnet, rückständige Zahlungsoerpflichtuugen bestehen nicht. Hinsichtlich des Abschlusses für das noch laufende Rj. 1936 ist voraussichtlich ungefähr mit dem gleichen Ergebnis zu rechnen. Aus der Stiftung des Prof. Dr. Martin Koder aus Washington, eines geborenen Alsfelders, die insgesamt laut Vermächtnis 10 000 Dollar beträgt, gingen im Rj. 1935 abfchläg- lR 6000 Dollar ein, die mit einem Gegenwert von 14 955,52 RM. verzinslich angelegt sind. Im Rj. 1936 gingen weitere 3000 Dollar ein. Bemerkungen au den einzelnen Rechnungen wurden von feiten der Ratsherren nicht geltend gemacht. Sie wurden nebst den zugehörigen Kredit- und Niederschlagsverzeichnissen genehmigt. Zu der Frage der Erbauung Reimes gab Bürgenn-1st-r Dr B Ueberblick über die seither m der Angelegenheit unternommenen vorbereitenden Maßnahmen. Darnach liegen bereits Pläne des Stadtbauamts mit einem Kostenaufwand von rund 20 000 RM. vor. lieber die Finanzierung des Neubaues liegen bestimmte Pläne noch nicht vor. Voraussichtlich wird sich die Stadt mit der Hälfte der Baukosten beteiligen Die Pläne werden zunächst den zuständigen Parteistellen in Berlin zur Begutachtung vorgelegt. Die Ratsherren vertraten einmütig die Ansicht, daß die Notwendigkeit zur Errichtung eines ausreichenden HJ.-Heims vorliege. Der Vorsitzende verkündete feine dementsprechende Entschließung. Unter Mitteilungen gab der Vorsitzende bekannt, daß der Ratsherr Fabrikant Rockel sein Amt infolge starker geschäftlicher Inanspruchnahme niedergelegt habe. Das Gesuch wurde genehmigt. Zu der im Zusammenhang mit der Erbauung der Reichsautobahn von der Provinzialdirektton Oberhessen beantragten Geradelegung der Lauterbacher Straße mit der Endorfer Straße (Reichsstraße 254) hat nach Mitteilung des Bürgermeisters der Generalinspektor für das deutsche Straßenwesen entschieden, daß in Anbetracht der gesetzlich festgelegten Verpflichtung der Stadt Alsfeld zur kostenlosen und lastenfreien Bereitstellung des für den Straßenbau benötigten Geländes eine Uebernahme der Grunderwerbskosten durch das Reich nicht möglich fei. Die Landesregierung hat erklärt, daß dem Land Hessen Mittel zur Unterstützung der Stadt hierfür nicht zur Verfügung ihr 60jähriges Ehejubiläum hat feiern können, verstarb gestern Frau Katharina Rudolph, geborene Heibertshausen, im hohen Alter von fast 90 Jahren. Beide stammten aus dem benachbarten Daubringen. d) Heuchelheim, 3. Febr. Der hiesige Turnverein hielt dieser Tage feine Jahreshauptversammlung ab. Vereinsführer O. Rinn erstattete den Jahresbericht, der erkennen ließ, daß das vergangene Jahr an turnerischen Veranstaltungen sehr reich gewesen ist. Der Verein hat sich an vielen Veranstaltungen aktiv beteiligt und konnte dabei sehr erfolgreich fein. Das Jahr 1936 hat dem Verein einen Zugang von 31 Mitgliedern gebracht. Die 5 verstorbenen Mitglieder wurden in der üblichen Weise geehrt. Der Rechner Ernst R e u s ch l i n g erstattete den Kassenbericht, der in Einnahme 2951 RM. und in Ausgabe 2695 RM. verzeichnete. Kamerad K. Weber wurde zum Turnwart, Kamerad Will zum Zeugwart verpflichtet. Mit einem Ausblick auf das Jahr 1937 fand die Verfamm- und jetzt auf* er gewöhnlich billige Fernsprecher 2096 und 4276 740 A GLORIA Vergleich 543 Verfälschung weitergeführt 774 D TEXTI LHRU S HAUS DER GUTENj Die Praxis des verstorbenen Herrn Zahnarzt Dr. Haubach wird von mir bis auf weiteres Heute Donnerstag Premiere Verchromt — rostet nicht. Bedenken Sie nur einmal, wie leicht sich verchromte Gerate reinigen lassen: einfaches Abspülen und Abtrocknen genügt. Allerlei Geräte gibt es davon schon. Schöpfkellen, Schaumlöffel und auch viele Tischgeräte. Alles wird Ihnen gern gezeigt bei J. B. Häuser, Gießen, am Oswaldsgarten, Fernsprecher 2145/2146. Dr. Michel An der Johanneskirche 6 Hier abschneioen! Photo/Kino Kreozplatz 9 Wichtig für Lehrer und Schüler! Wichtige Neuerscheinung! 5Won Wien Heren und den ergänzenden Bestimmungen, ausführlich erläutert von Professor Dr. W. Weber, o. L. Prof, der Rechte und Referen' im Reicks- und Preubischen Mimster^ fur Wissenschaft, Erzi^ungundDolksbldung, und Prof. Dr. Walther Schoenlchen, Leiter der Reichsstelle für Naturschutz. Gebunden RM. 3,60. Bestellungen durch alle Buchhandlungen 0ugo Betmüöier Betlag.Eetiin-£Wti. 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Verfälschung von Lebensrnitteln siehe unter Nahrungsmittelsäl- schung. Verfolgungswahn ist die Einbildung Geisteskranker, von Feinden verfolgt zu werden, Opfer von Verschwörungen zu sein. Manchmal glauben sie auch, durch Elektrizität durch Maschinen usw. beeinflußt und geschädigt zu werden. Kommt bei oen verschiedensten Geisteskrankheiten vor, V. bei Schizophrenie, bei Me- : ancholie, auch bei Alkoholpsycho- ei). Unterbringung in eine An- talf ist das einzig Vernünftige. Geringe Grade von Verfolgungswahn sind Verfolgungsfurcht, die sich in steter Angst äußert. Die Leute glauben immer, etwas versäumt oder nicht richtig gemacht zu haben und leben in der steten Meinung, sie werden deshalb scheel angesehen unb verachtet. Bei derartigen Fällen wendet man sich am besten immer an den Nervenarzt. Vergällung, die Unbrauchbarmachung mm menschlichen Genuß wie bei Alkohol zu Vrennspiri- tus oder bei Salz zu Viehsalz. Vergiftung, bei den geringsten Anreichen für Vergiftung sofort einen Arzt rufen. Eigenmächtige Handlungen möglichst unterlassen, da oft mehr Schaden als Nutzen angerichtet wird. Man beschränke sich auf äußere Hilfeleistung (gute Lagerung des Kranken, Fenster öffnen bei Gasvergiftung usw.). Auf keinen Fall beseitige man etwa gefundene Gläschen oder Tablettenröhrchen. Aus derartigen Anzeichen kann der Arzt die besten Schlüsse ziehen auf die Art der Vergiftung. Vgl. auch unter den einzelnen Vergiftungsarten. Vergilbte weiße Stoffe werden wieder weiß, wenn man sie feucht macht und in einem geschloßenen Raum oder Behälter Schwefeldämpfen aussetzt und nachher plättet. Vergißmeinnicht wächst in sonnigen Wiesen, wird im Garten als zweijährige Frühlingsblume gezogen. Samen im Juni säen, später auspflanzen und draußen überwintern. Bestimmte niedrige Sorten werden als Alpenpflanzen im Steingarten ob. als Zier- beet- und Balkonpflanzen gezogen. Höhere Sorten bienen auch zum Schnitt Blüten zu Kränzchen gebunden, halten längere Zeit, wenn sie auf feuchtem Teller liegen. Vergleich. Einen Vergleich kann man in einem Prozeß jeberzeil bis zum Erlaß des Urteils abschließen. Am besten ist es. wenn man schon in der Eüteverhand- lung einen Vergleich schließt, weil man auf diese Weise bedeutende Kosten erspart. Ein Sprichwort sagt: ..Ein magerer Ve'- PALAST Giessen An! den ninnvollen Ausgleich von „Licht und Schatten" kommt es an. Wer absolut sicher knipsen will, der benutzt einen der technisch hervorragenden elektrischen Belichtung sm ess er, auf den en man die Belichtungszeit einfach abliest. Ich empfehle Ihnen einige: Ombrux............Mk. 24.50 Picoskop........... Elektr. Baby.......Mk. 3b- Sixtus..............Mk.38.- Helios Mk. 4l. Geschäfts-Drucksachen Briefblätter Briefumschläge bei Brühl, Schulstraße 7 Geschäftskarter Reste 60Jahre Freiwillige Feuerwehr Lich Hotel Schütz Lachen! 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Fastnacht-Dienstag: Fasching in allen Bäumen. 2 Kapellen Am Dienstagabend Eintritt nur gegen Ver- Sonntag,7. Februar,11.30-12.30 Uhr „Eine Stunde Schmunzeln“ Uraufführung: „Diogenes“ oder: Das Urteil nach dem Augenschein von Heinz Steguw eit Preise 0.25, 0.50, 0.75 RM. bedeutenden Aufgabenkreis erhielt die Wehr durch den zu immer größerer Bedeutung gelangten Luftschutz. Die meisten Angriffsübungen der Wehr wer- Universitäts-Cafg-Restaurant Plockstraße 5, Telephon 2398 Mehr Freude an der Natur durch Bermühler-Bücher! Rosenmontag: Nachmittags 3*/2 Uhr Kinder-Kostümfest, Kinder-Tänie Rosenmontag: Abends 20.11 Uhr Karnevalistischer Abend Buntes Programm unter Mitwirkung von Künstlern des Stadttheaters. Anschließend Tanz 0qb WrilNmLcuWciü JNHABERl CARL HEINZ SCHLÜTE? GIESSEN Kreuzplatz 1 und Kreuzplatz 15 ___________________________________________777 WINTER SCHLUSS «VERKAUF Donnerstag, Freitag, Sonnabend! Feinste Fischfilets V2 kg von 40^> an Marktstraße 23 Tel. 2417 Fastnacht-Dienstag großes Faschingstreiben in sämtlichen Räumen des Gesell schaftsvereins (Club) Eintritt nur gegen Vorzeigen der Verzehrskarte ä RM. 4.-r. MstOt in den letzten 3 Tagen im Winter-Schluß-Verkauf gessen würde. In vorbildlicher Weise wurden die Opfer des Krieges geehrt. Bereits im zweiten Jahre nach dem Kriege ließ man eine Ehrentafel für die gefallenen Mitglieder anfertigen und am Gerätehaus anbringen, ihre Enthüllung erfolgte am 21. November 1920. Verschiedene Mitglieder, die infolge Kriegsbe- schädigung nicht mehr aktiv als Feuerwehrmann tätig sein konnten, wurden zu Ehrenmitgliedern ernannt und zwar; Jakob Schmidt, Christian Fischer und Christoph H e ß. 1923 wurde durch den Vorstand unter Mitwirkung der Bürgermeisterei eine Freiwillige Sanitätskolonne, die am 30. Oktober 1934 in das Deutsche Rote Kreuz überging, gegründet und der Wehr ungegliedert. 1925 gründete die Wehr eine eigene Musikkapelle. Die Kosten der Instrumente beliefen sich auf 1350 Mark. 500 Mark wurden aufgebracht durch freiwillige Spenden der Einwohnerschaft,- weitere 500 Mark gab Brauereibesitzer Heinrich Jhring schenkungsweise, den Rest von 350 Mark übernahm die Stadt Lich. Von besonderer Bedeutung für die Wehr war die 50-Jahrfeier, die am 26. und 27. Juni 1926 begangen wurde. Ständig war und ist die Wehr bestrebt, ihre Schlagfertigkeit zur Brand- und Schadenbekämpfung zu erhöhen. Ihre Ausrüstung wurde immer weiter vervollkommnet. 1934 konnte ihr größter Wunsch, eine Motorspritze zu beschaffen, verwirklicht werden. Die Mittel hierfür wurden durch eine Sammlung und großherzige Spenden aufgebracht. Heute wetteifert die Wehr in ihren Leistungen mit Beiprogramm: „Spezialarzt für Alles" und Fox-Ton-Woche 757 A Tagt 4, 6, 8.30, Sonntags 3, 5.30, 8.30 den in der Annahme vorausgegangener Fliegerangriffe durchgeführt. Ihre höchste Auszeichnung erhielt die Wehr im vergangenen Jahre durch die Anerkennung als Feuerlöschpolizei. Zur Zeit besteht die Wehr aus 107 aktiven Feuerwehrmännern, fünf Feuerwehrmännern der Altersabteilung und 180 fördernden Mitgliedern. Die Kommandanten der Wehr waren: K. Schön (1876 bis 1888), Keck (1888 bis 1891), P. Märle (1891 bis 1894), E. Zimmer (1894 bis 1906), Ehr. Vater (1906 bis 1912), Ehr. Albohn (1912 bis 1919 und 1930 bis 1935), PH. H. Findt (1920 bis 1930), Chr. Zimmer (derzeitiger Wehrführer seit März 1935). Rundfunkprogramm. Freitag, 5. Februar. 6 Uhr: Choral, Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Kurz vor Karneval. 10: Schulfunk. 11: Hausfrau, hör zu! 11.30: Landfunk. 11.45: Sozialdienst. 12: Die Werkpause des Reichssenders Köln. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Dem Opernfreun'd (XXXVI). 15: Volk und Wirtschaft. Unser Außenhandel paßt sich an! 15.15: „Winterliches Kurhessenland." Ein Vortrag von Friedrich Grebe. 15.30: Da lacht der Bauer. 16: Zum Kaffee- stün'dchen. 17.30: Rund um die „Grüne Woche Berlin 1937". 17.45: Ein Bries kommt aus Brasilien! Skizze. 18: Musik zum Feierabend. 19: Geisterbesuch auf dem Schwarzwald. Eine Hörfolge von Spuk und allerhand gruseligen Geschichten. 19.40: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.10: Konzert. 22: Nachrichten Dienstag »Großer bunter Faschings-Abend“ Preise von den 9. Februar , „ _. . Ä _ __ _ __ 2o.ii-22.3o uhr Kampf dem Verdruß 0-60-3.00 rm. 760 D rat gleichzeitig, bis auf weiteres jährlich 100 Mark für die Reinigung und Instandhaltung dieser Spritze zur Verfügung zu stellen. Außerdem bewilligte der Stadtoorstand im gleichen Jahre 90 Mark zur Schaffung einer „Vorrichtung im Rathaushof zum Aufhängen und Trocknen der Hanfschläuche". Unermüdlich arbeitete die Wehr weiter an der Vervollkommnung ihrer Ausrüstung. Die Beschaffung der Uniformen, Helme und sonstiger kleinerer Ausrüstungsgegenstände war eine schwere Aufgabe; sie wurde aber gelöst. Ferner wurden 1878 ein Gerätschaftswagen und ein Leiterkarren angeschafft. Den nächsten bedeutenden Zuwachs an Geräten erhielt die Wehr erst im Jahre 1905 durch die Anschaffung einer modernen mechanischen Leiter, an der Jahreswende 1921/22 wurde eine Feuerspritze neuester Bauart von der Firma Magirus (Ulm) zum Preise von 20 000 Papiermark beschafft. 1924 erhielt die mechanische Leiter eine gummierte Schlauchleitung, während 1925 ein neuer Hydrantenwagen hinzukam. Die Anschaffungen seit 1905 wurden durch die Stadtverwaltung oorgenommen. Die Brandversicherungskammer leistete Beiträge bis zu einem Drittel der Anschaffungskosten. Am 16. Mai 1897 beging die Wehr die Feier ihres 20jährigen Bestehens in großem Maßstab unter Beteiligung zahlreicher auswärtiger Vereine. In ähnlicher Weise wurde 1902 das 25jährige Bestehen festlich begangen. Am 26. Juni 1904 wurde in Lich der Oberhessische Feuerwehrtag abgehalten. Don besonderer Weihe war das Fest des 30jähri- gen Bestehens am 2. September 1906 auf dem Hardtberg; bei dieser Gelegenheit wurde die prachtvolle Standarte des Vereins, ein Geschenk des Fürsten Karl zu Solms-Hohensolms-Lich, feierlich geweiht. Am 10. August 1907 wurde das neue Feuer- Elche zwischen Meer und Memel von fDtartitt Aahies Insgesamt 120 Seiten mit 82 hervorragenden Naturaufnahmen des Verfassers auf 56 Kunstdrucktafeln. In Leinen gebunden RM. 3,60. Bestellungen nehmen olle Buchhandlungen und der Verlag entgegen. Hugo Bermühler Verlag Berlin-Lichterfelde 2) Lich, 3. Febr. Am Samstagabend beging die hiesige Freiwillige Feuerwehr in der Turnhalle in schlichter Weife die Feier ihres 60- jährigen Bestehens. Vor sechs Jahrzehnten bestanden hier nur der Kriegerverein, der Gesangverein „Cäcilia", der Turnverein und der Kirchengesangverein. Das Jahr 1876 ist das Geburtsjahr der Freiwilligen Feuerwehr Lich. Als Gründungstag wird von den Vereinsgründern der 31. Dezember 1876 angegeben. Die Bewegung zur Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr hatte ihren Ursprung im hiesigen Turnverein. Es war ein schöner Anfang, den die Freiwillige Feuerwehr Lich hatte: 48 Namen zählt das Verzeichnis der Gründer. Es dauerte nicht lange, da war die Zahl von 60 Mitgliedern erreicht und überschritten (1881 waren es 62, 1886 = 68 Mitglieder). Der erste Vor st and hatte folgende Zusammensetzung: 1. Kommandant Karl Schön, Bau- inspektor; 2. Kommandant Alexander Sartorius, Kaufmann; Schriftführer K. Wimmenauer, Forstrat; Rechner Heinrich Zimmer VII.; Beisitzer Bürgermeister Jhring, Johs. Jhring, Georg Förster, Johann Kämmerer, Stephan Oßwald, Heinrich Keck, Karl Schwenk und Wilhelm Langsdorf. Zur Zeit der Gründung der Wehr befanden sich die Feuerwehrgeräte noch im Erdgeschoß des Rathauses. Bei der Gründung waren drei Spritzen vorhanden. Der neugegründeten Wehr waren diese Geräte nicht ausreichend. Ihrer eifrigen Tätigkeit verdankte sie im Jahre 1877 die Anschaffung einer neueren modernen Spritze, der „Abprotzspritze". Diese Spritze kostete 1810 Mark; der Staat leistete zu den Anschaffungskosten einen Zuschuß von 500 Mark, während die Stadt den Rest bezahlte. Mit der Bewilligung dieses Betrages beschloß der Gemeinde- die Bezahlung in Unkenntnis der Verjährung erfolgte. Die Verjährungsfrist läuft nicht, solange die Leistung gestundet ist oder der Gläubiger durch Stillstand der Rechtspflege (z. V. während einer Revolution) innerhalb der letzten 6 Monate der Verjährungsfrist in der Verfolgung seiner Ansprüche gehindert ist. Bei Ansprüchen zwischen Ehegatten läuft die Frist nicht, solange die Ehe besteht, das gleiche gilt für Ansprüche zwischen Eltern und Kindern während der Minderjährigkeit der letzteren u. zwischen Vormund und'Mündel solange das Vormundschaftsverhältnis dauert. — Die Verjährung wird unterbrochen durch Anerkennung des Anspruchs seitens der Schuldner (z. V. durch Teilzahlung, Zinszahlung, Sicherheitsleistung) oder durch Erhebung der Klage; ferner durch Zustellung eines Zahlungsbefehls, Antrag auf Güte-Verhandlung, Anmeldung im Konkursoder Vergleichsverfahren usw. Die Verjährungsfrist beginnt dann neu zu laufen. Ein Mahnschreiben (auch eingeschriebener Brief) unterbricht die Verjährung nicht. Siehe Entbindungskosten, Schadensersatz, Scheidung, Aussteuer. Verjüngung. Sehr wenige Menschen wollen alt werden, ewige Jugend ist eine Märchensehnsucht. Daher ist immer wieder versucht worden, durch Mittel irgendwelcher Art das Altern binauszuschieben. Ganz äußerliche Mittel sind Pudern, Schminken, Haarfärben usw. Großes Aufsehen ha- Vergoldeu i gleich ist besser als ein fetter Prozeß". Aus einem während des Prozesses oder in der Güte- Verhandlung geschlossenen Vergleich kann genau so vollstreckt werden wie aus einem Urteil. Vergolden, Ueberziehen von Holz oder Metall mit Gold. Man verwendet dazu Goldpulver oder Blattgold, Rauschgold, das auch zum Vergolden von Nüssen verwendet wird. Verjährung. Die regelmäßige Verjährungsfrist beträgt dreißig Jahre. In zwei Jahren verjähren die Forderungen der Kaufleute, Fabrikanten, Handwerker usw. wegen Lieferung von Waren. Ausführung von Arbeiten und dergl.; ferner die Forderungen des Dienstpersonals, der Angestellten wegen ihrer Lohn- oder Gehaltsforderungen, die Forderungen der Erziehungsanstalten und Lehrer wegen Pensionsgeld, Schulgeld, der Aerzte, Hebammen usw. wegen ihrer Honorare, der Rechtsanwälte, Notare und Gerichtsvollzieher wegen ihrer Gebühren usw.; der Mietzins für bewegliche Sachen (nicht für Wohnungen); in vier Jahren verjähren die Rückstände von Miet- und Pachtzins, von sonstigen Zinsen mit Einschluß der Tilgungsraten, die rückständigen Unterhaltsbeiträgc, Ruhegehalt, Renten usw. Die Verjährung hat die Wirkung, daß der Schuldner die verjährten Beträge nicht mehr zu zahlen braucht, wenn er sie aber bezahlt, kann er sie nicht mehr zurückfordern, auch wenn { I J Feinseife Hautcreme I X I Rasierseife Parfüm Welcher Invalide vermillt s. Fahrrad Auskunft: 0574 Lahnstraste 21 v. Heirat? Fräulein, 28 I., mit vollständiger Möbel-u.Wäsche- Ausstattung, möchteHerrn bis 40 Jahre in sich. Stellung kennen lernen.Zuschrift. mit Bild, welche zurückgesandt werden, unter 0580 and.Gieß. Anzeiger erbet. Familiendrucksachen Verlobungsanzeigen Vermählungsanzelgen Geburtsanzeigen bei Brühl, Schulstr.? Spiel an Bari“ Besetzung: Victor de Kowa, Alfred Abel Susi Lanner, Carsta Löck Hubert v. Meyerinck, J. Tiedtke wchrgerMehW Sm ObeklSr, Vas Such yellke noflTjWf vSsten WLyren rweryepens. Einen^ weiteren diesem Zwecke dient, seiner Bestimmung übergeben. Die Zeit bis zum Ausbruch des Weltkrieges verlief ohne besondere Ereignisse. Zahlreiche Liebesgabensendungen wurden während des Krieges ins Feld geschickt; für Weihnachten wurde dieser Versand in besonderer Weise organisiert, damit keiner ver-