Nr. 2 Erstes Blatt Erscheint täglich, autzer Sonntags und Feiertags Beilagen*. Die Illustrierte Gießener Familienblättet Heimat im Bild - Die Scholle Dlonats«Be3ugsprei$: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte e 1.80 Zustellgebühr.. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Sranffurt am Main 11686 187. Jahrgang Montag, 4-Januar 1937 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhefsen Druck und Verlag: vrühl'sche Universitäts-Such- und Steindruckerei R.Lange in Giehen. Schristleitung und SeschSstsftelle: Schulsträhe 1 Annahme von Anzeigen für die Mitlagsnummer bis8'/.UHr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Textanzeigen von 70mm Breite 50Rpf.,Plahvorschrift nach vorh.Dereinbg.25°/„ mehr. Lrmahigte Grundpreise: Stellen-, Vereins», gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf, Familienanzeigen, Bäder», Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Das englisch-italienische Mllelmeer-Abkommen veröffentlicht. Rom, 2. Ian. (DNB.) Die Unterzeichnung des italienisch-englischen Mittelmeer - Gentleman-Agreements ist Samstag mittag im Palazzo Chigi vom italienischen Außenminister Grafen Ciano und dem englischen Botschafter Sir Eric Drummond vorgenommen worden. Das Abkommen hat folgenden Wortlaut: Die britische Regierung und die italienische Regierung, geleitet von dem Wunsch, im Interesse des allgemeinen Friedens und der Sicherheit in wachsendem Maße zur Besserung der Beziehungen zwischen sich und zwischen allen Wittelmeermächten beizutragen, und entschlossen, die Rechte und Interessen dieser Mächte zu achten, erkennen an, daß die Freiheit der Einfahrt in das, der Ausfahrt aus und der Durchfahrt durch das Mittelmeer ein lebenswichtiges Interesse sowohl für die verschiedenen Teile des Britischen Reiches als auch für Italien darstellt und daß diese Interessen in keiner Weise unvereinbar sind, lehnen jedes Bestreben ab, den status quo abzuändern oder, soweit sie selbst betroffen sind, diesen abgeändert zu sehen, insoweit sich dieser auf die nationale Oberhoheit über Gebiete im Bereich des Mitlelmeeres bezieht; verpflichten sich, die gegenseitigen Rechte und Interessen in dem genannten Gebiet zu achten; verpflichten sich, ihr Bestes zu tun, um alle Betätigung zu entmutigen, die zu einer Schädigung der guten Beziehungen führen könnte, die durch die gegenwärtige Erklärung befestigt (konsolidiert) werden sollen. Diese Erklärung ist dazu bestimmt, die Friedensziele zu fördern, und richtet sich gegen keine andere Macht. Der Status quo im westlichen Mittelmeer. Die Unversehrtheit des spanischen Besitzstandes garantiert. Vor dieser gemeinsamen Verlautbarung, die am 2. Januar in Rom unterzeichnet wurde, wurden in Rom zwischen dem britischen Botschafter und dem italienischen Außenminister zwei Noten ausgetauscht, die folgenden Wortlaut haben: a) Rote des britischen Botschafters an den italienischen Außenminister: „Exzellenz! Der Königlich Italienischen Regierung ist es vielleicht bekannt, daß der Außenminister am 16. Dezember im Unterhaus gefragt worden ist, ob er die genauen Bedingungender Garantien auf den Tische des Hauses legen würde, die die britische Regierung durch die italienische Regierung bezüglich der Besetzung der Balearischen Inseln durch italienische Staatsangehörige erhalten hätte. Auf diese Frage hat Herr Eden geantwortet, daß die Versicherungen, auf die Bezug genommen wurde, mündlich gegeben worden sind. Er fuhr fort, daß der britische Geschäftsträger in Rom in Verfolg ihm gegebener Anweisungen den italienischen Außenminister am 12. Dezember davon unterrichtet habe, daß „jede Aenderung des Status quo im westlichen Mi11elmeer für die britische Regierung eine Angelegenheit größter Sorge sein würde." Herr Eden fuhr fort, daß der italienische Außenminister, als er diese Mitteilung zur Kenntnis genommen habe, Herrn Ingram (dem, britischen Geschäftsträger) versichert habe, daß die italienische Regierung weder vor noch seit der Revolution in Spanien irgendwelche Verhandlungen mit General Franco ausgenommen habe, durch die der Status quo im westlichen Mi11elmeer geändert werden würde, noch würde sie irgendwelche Verhandlungen dieser- Art in Zukunft aufnehmen. Diese Zusicherungen, so fügte der Außenminister hinzu, feien später spontan dem britischen Marineattache in Rom durch den italienischen Marineminister bestätigt worden. Der italienische Botschafter in London fyabe verschiedentlich dem britischen Außenminister ähnliche Zusicherungen gegeben. Angesichts dieser Zusicherungen nimmt die britische Regierung an, daß, soweit Italien betroffen ist, die gegenwärtigen Gebiete Spaniens unter allen Umständen intakt und unverändert, unversehrt bleiben sollen. Sie würde jedoch dankbar sein, wenn Euer Exzellenz einen Weg finden würden, um formell das Zutreffen dieser Annahme zu bestätigen, und lch habe infolgedessen die Ehre, anzufragen, ob Euer Exzellenz mir eine solche Bestätigung geben könnten. Mit dem Ausdruck ... usw." b) Brief des Grafen Eiano an den britischen Botschafter: „Euer Exzellenz!" Ich habe die Ehre, den Empfang der Note Euerer Exzellenz vom heutigen Tage zu bestätigen, in der Sie meine Aufmerksamkeit auf eine im Unterhaus am 16. Dezember vorigen Jahres gestellte Frage lenken sowie auf die Antwort, die Herr Eden bezüglich Zusicherungen gegeben hat, die mündlich von der Königlich Italienischen Regierung in Bezug auf den Status quo im westlichen Mittelmeer gegeben wurde. Sie erinnerten mich daran, daß bei der Kenntnisnahme der Miteilung des britischen Geschäftsträgers Ingram am 12. Dezember ich Ihnen versichert habe, daß die italienische Regierung weder vor noch seit Beginn der Revolution in Spanien irgendwelche Verhandlungen mit General Franco ausgenommen hat, durch die der Status quo im westlichen Mittelmeer abgeändert würde, und daß sie auch nicht in Zukunft irgendwelche solche Verhandlungen aufnehmen würde. Ich habe infolgedessen keine Schwierigkeit, im Namen der Königlich Italienischen Regierung zu bestätigen, daß die Annahme der britischen Negierung zutreffend ist, nämlich daß, soweit Italien betroffen ist, das gegenwärtige Gebiet Spaniens unter allen Umständen in» takt und unverändert, unversehrt erhalten bleiben soll. Mit dem Ausdruck unserer vorzüglichen Hochachtung ... usw. Eden hofft auf Zusammenarbeit mit Italien. London, 2. Jan. (DNB.) Der englische Botschafter hat dem italienischen Außenminister im Auftrage des englischen Außenministers dessen Genugtuung über den Abschluß des englischen italienischen Gentlemen Agreement ausgesprochen. Er hat hinzugefügt, Ede hoffe, daß diese Verständigung eine weitere Zusammenarbeit zwischen den beiden Regierungen für die Sache des Friedens und der internationalen Sicherheit einleiten werde. Graf Ciano hat für diese freundliche Mitteilung gedankt. Er hat Sir Eric Drummond gebeten, Eden davon zu unterrichten, daß diese Genugtuung und diese Voraussetzungen von der faschistischen Regierung in vollem Umfange geteilt werden. Triumph des Realismus und der Verminst. Oie Londoner presse zum englisch-italienischen Mittelmeer-Abkommen. London, 4. Jan. (DNB. Funkspruch.) Das englisch-italienische Mittelmeerabkommen wird von der Mehrzahl der Londoner Blätter freundlich begrüßt. Der „Daily Telegraph" erklärt, die Verpflichtung, die gegenwärtige Lage in allen Teilen des Mittelmeeres aufrechtzuerhalten, müsse die Besorgnisse über die italienische Politik zerstreuen. Englands Interesse im Mittelmeer bestehe lediglich in dem Wunsch nach Bewegungsfreiheit seiner Schiffahrt. Das Uebereinfommen habe zunächst einige Mißverständnisse beseitigt, die dem ersten Schritt zur europäischen Befriedung hindernd im Wege gestanden hätten. Durch seine Unterzeichnung sei Italien jetzt vielleicht imstande zu erwägen, ob es noch länger seine Unterschrift unter Urkunden wie das Flottenabkommen und die türkische Wasserstraßen-Vereinbarung zurückhalten wolle. Italiens Versicherung, daß es in Spanien keinen ehrgeizigen Plan verfolge, müsse dazu beitragen, die Verhandlungen zu fördern, die im Hinblick aus die gefährlichen Zwischenfälle täglich dringender würden. Die „Times" meint, die Mittelmeer-Spannung, die jetzt endlich beseitigt sei, sei n i ch t britischen Ursprungs gewesen. Niemals sei das britische Reich in auswärtigen Angelegenheiten einiger gewesen, als im Oktober 1935. Der Völkerbund sei für das britische Reich eine unerläßliche Realität, weil er die Garantie für ein gemeinsames Prinzip sei. In den kommenden Jahren müsse daran gedacht werden, daß ein starkes geeinigtes Reich nicht weniger unerläßlich für den Völkerbund sei. Reue Auttat au Reichsdeutschem. Als Opfer einer Zustizkomödie schuldlos ermordet. Salamanca. 2. Ian. (DRB.) Erst jetzt wird aus zuverlässiger Quelle bekannt, daß Ende Rovem- ber der Reichsdeutsche Lothar Guedde von den roten Machthabern in Bilbao in einem Scheinverfahren zum Tode verurteilt und erschossen wurde. Begründet wurde diese ungeheuerliche Maßnahme damit, daß Guedde der Organisation der spanischen Falange a n g e h ö r t habe. Rach Berichten von Augenzeugen ging der Deutsche heldenhaft in den Tod. Bei der Erschießung erhob er den rechten Arm zum deutschen Gruß und rief: „Heil Hitler! Es lebe Deutschland! Es lebe Spanien!" Die Erschießung kann nur als ein feiger Mord bezeichnet werden. pariser Presselügen. Lieble Derdrehungskunststücke der „liberfe Berlin, 3. Jan. (DNB.) Die französische Zeitung „Liberte" hat sich einen geradezu u n - glaublichen Fall böswilliger Bericht- erstattung und wissentlicher Falschmeldung geleistet. Sie gibt in ihrer Samstag» ausgabe in Fettdruck folgendes angebliche Zitat aus der „Berliner B ö r f e n z e i t u n g" wieder: „Es ist eine Schande, mit ansehen zu muffen, wie in Spanien ein Thälmann-Bataillon, das sich aus deutschen Emigranten zusammen- setzt gegen Soldaten der Reichswehr kämpft". Tatsächlich hat ein solcher Satz nie in der „Börsenzeitung" gestanden. Die „Liberte" knüpft an obiges Falschzitat einen gehässigen Kommentar, in dem es u. a. heißt: „Schau, schau, bisher sprach man vorsichtigerweise von deutschen Freiwilligen in Uniform, die Franco zu Hilfe geschickt werden. Der Schleier ist gelüftet. Diejenigen, die noch zweifeln, brauchen sich nur noch zu verneigen. Die Reichswehr ist offiziell in Spanien vertreten". Von der „Berliner Börsenzeitung" ist, wie bereits gesagt, und wie sich unschwer von jedem gutwilligen Leser feststellen läßt, nie ein derartiger Satz veröffentlicht worden. Lediglich zweimal war bisher in der „Börsenzeitung" von dem „Thälmann-Bataillon" die Rede, und zwar beide Male in dem Leitartikel der Nr. 606 vom 28. Dezember 1936 unter der Ueberschrist „Die spanische Unter der Ueberschrist „Eine glückliche Wiederver- eiyigung" schreibt die konservative „Morning V o st", daß es in der diplomatischen Geschichte der letzten Jahre wenige Ereignisse gebe, die so vorbehaltlos gewürdigt zu werden verdienten wie das englisch-italienische Abkommen. Kein anderer Faktor habe so sehr in der gegenwärtigen Notlage in der internationalen Politik beigetragen, wie dieViel - heit der Pakte, deren fromme Formen und großartige Phraseologien lediglich Argwohn und Feindschaft zwischen den Nationen hervorgerusen hätten. Das vorliegende Abkommen gehöre nicht zu diesen Pakten. Es sei e i n Triumph des Realismus und der Vernunft. Einer der am meisten befriedigenden Gesichtspunkte des Abkommens sei der Austausch der Versicherungen über Spanien. Die „Daily Mail" stellt fest, daß das politische Vertrauen zwischen England und Italien wieder erstanden sei, eine Tatsache, die einen weit größeren Wert habe, als viele der lebhaft propagierten Völkerbundspakte der letzten Jahre. Niemals wieder dürfe sich England durch den Völkerbund einen alten Freund zum Feind machen lassen. — Die liberale „News Chrvnicle" und der „Daily 5) er al d", das Blatt der Labvur-Party, äußern sich völlig abweichend von den übrigen Blättern und sprechen von angeblichen italienischen „Freiwilligen-Transporten" nach Spanien, um ihre ablehnende Haltung zu begründen. Diese neue Schandtat der roten Horden reiht sich den Verbrechen an, die bolschewistische Schurken in der Nähe von Barcelona vor einigen Monaten an völlig unschuldigen Reichsdeutschen begangen haben, die auf der Flucht aus dem vom roten Terror heim- gesuchten Katalonien von roten Bestien aufgegriffen und vor einem Revolutionstribunal hingeschlachtet wurden. Aehnlich hat nun auch der rote Mod in Bilbao einen in ihre Hand gefallenen Reichsdeutschen „verurteilt", um durch seine Ermordung sich an dem nationalsozialistischen Deutschland zu rächen für die unermüdliche Aufklärungsarbeit, die es im Dienste des europäischen Friedens leistet, wenn es den Bolschewismus und sein Greuelregi- ment immer wieder vor der Welt bloßstellt. // Frage", die Reichswehr bzw. die ÄeutscheWehr- m a ch t ist selbstverständlich von der „Börsenzeitung" niemals in irgendeinem Zusammenhang mit der Spanien-Frage genannt worden. Um es vor jedermann deutlich klarzustellen, in welchem Zusammenhang von dem „Thälmann-Bataillon" die Rede war, veröffentlichen wir nachstehend die beiden Sätze des obengenannten Artikels, die sich darauf beziehen: „Die „Internationale Brigade", das „Bataillon Thälmann", die bei Jrun und San Sebastian geschlagenen roten Milizen, sind nicht durch die Luft an die Madrider Front gekommen, sondern im großen und ganzen mit Hilfe französischer Durchreisevisen". — Und an anderer Stelle heißt es: „Wo ein .Bataillon Thälmann* mit Waffen in der Hand auftrifft, wo die ganze Saar - Emigration auftaucht und Spanien als Ausfallfestung gegen das nationalsozialistische Deutschland auszubauen versucht, wo schließlich handgreifliche Uebergriffe gegen Leben und Eigentum deutscher Staatsbürger begangen werden, da hat das Reich legitime Interessen zu schützen, denn diesen Elementen geht es in Spanien ebensowenig um Spanien wie an der Saar um die Saar." * Diese Klarstellung ist ein neuer Beweis dafür, wie in Pariser Redaktionen gearbeitet wird. Nichts ist diesen Herren albern genug, keine Fälschung ist ihnen zu hirnverbrannt, um sie nicht dem nationalsozialistischen Deutschland anzuhängen. Es mag für das kritiklose Publikum Pariser Boulevardblätter recht lehrreich sein, daß hier einmal die berufsmäßigen Brunnenvergifter auf frischer Tat ertappt und ihre schmutzigen Verdrehungskunststücke festgenagelt werden konnten. Juden werben für Spanien. Die kommunistische Partei finanziert die Spanienreise slowakischer „Freiwilliger". Preßburg, 3. Jan. (DNB.) Von der tschechoslowakischen Gendarmerie wurde der Jude Simon I z a k o v i tz aus Suchy in das Preßburger Kreisgericht eingeliefert, weil er Werbungen für die spanische „Volksfront" in der Slowakei durchgeführt hat. Wie der „Slovenski Denik", das Blatt des tschechoslowakischen Minis.erpräsidenten, hierzu erfährt, kamen vor einigen Tagen zwei der durch Jzakovitz Geworbenen, der Bruder des Verhafteten und Joseph Engel aus Tyrnau, von ihrer Spanienreise wieder in die Heimat zurück. Beide hatten bei ihrer Abreise vom Preßburger Sekretariatder Kom- munistischen Partei Geld für ihre Reise nach Prag erhalten, wo sie in der Schriftleitung des kommunistischen Blattes „Rude Pravo" weitere je 15 0 0 tschechische Kronen für die Reise nach Spanien bekamen. Sie reisten dann bis nach Paris, wo ihnen Vermittler der Roten die tschechoslowakischen Pässe abnehmen und ihnen E r s a tz p ä s s e geben wollten. Engel und Jzakovitz wurden aber ängstlich und b e - schlossen wieder heimzukehren. — Nach ihren Angaben sind bereits zahlreiche Arbeitslose aus der Slowakei für Spanien angeworben worden und auch abgereift. Von der Gendarmerie wurde festgestellt, daß von der Behörde in Tyrnau eine ungewöhnlich große Anzahl von Reisepässen ausgestellt worden ist. Auch in Böhmen wurden weitere rote Werbenester festgestellt. So wurden in Pisek ein gewisser Pertlicek, der Angestellte des Kommunistischen Sekretariats Joseph Culik, Anton Benda und ferner Franz Wolvoda verhaftet. Es wird ihnen auf Grund des Ergebnisses von Hausdurchsuchungen zur Last gelegt, junge Männer, m e i ft g e» diente Soldaten, aus Pisek und den Nachbarorten für die Roten in Spanien angeworben zu haben. Die Angeworbenen sollten als Zweck der Reise angeben, daß sie z u einem Fußballspiel nach Frankreich reifen wollten. Einer dieser Geworbenen kam durch Oesterreich bis an die Schweizer Grenze, wo er von Zollbeam - t e n gewarnt wurde und darauf wieder zurück- kehrte. VelaWer Diplomat von roten Horden ermordet. Brüssel, 4. Jan. (DNB.) Die „Libre Belgi- gue" veröffentlicht Aussehen erregende Einzelheiten über den Tod des belgischen Diplomaten Baron Jacques de Borchgrave der in Ausübung seiner Tätigkeit als Erster Sekretär der belgischen Botschaft in Madrid von den roten Horden ermordet worden ist. Aus den Einzelheiten, die das Blatt mitteilt, ergibt sich einwandfrei, daß der belgische Diplomat auf die scheußlich st e Weise ermordet worden ist. Der Körper, der erst nach unendlich langwierigen und schwierigen Bemühungen unter Mitwirkung von Beauftragten der belgischen Regierung in der Gemeinde Fuentearal im Norden von Madrid aufgefunden wurde, wgr bis zur Unkenntlichkeit d e r ft ü m m e 11. Ausweispapiere waren nicht mehr vorhanden. Als einzigen Anhaltspunkt für die Identifizierung fand man in dem Anzuq des Ermordeten den Namen der belgischen Firma, von der der Anzug stammte. Der Ermordete war der Sohn des belgischen Botschafters beim Heiligen Stuhl. llnerbörie Lüaen baskischer ZoWewMn. Paris, 3. Jan. (DNB,) Das Pariser Informationsbüro der baskischen „Regierung" veröffentlicht die nachstehende Verlautbarung: „Die baskische Regierung hat im Einverständnis mit der Regierung der Republik den Regierungen der befreundeten Länder mitgeteilt, daß sie ihren Seestreitkräften Anweisung gegeben habe, die energischsten Mittel anzuwenden, um den Schutz der Handelsschiffe in den baskischen Ge» wässern sicherzustellen. Sie hat den gleichen Regierungen ebenfalls mitgeteilt, daß mehrere Einheiten der deutschen Kriegsmarine sich augenblicklich im Hafen von Guetaria befänden. Die baskische Regierung wird nicht die geringste Verletzung des internationalen Rechtes in bezug auf die Seeschiffahrt dulden." Hierzu erfahren wir von zuständiger Seite: 1. Deutsche Kriegsschiffe befinden sich nicht im Hafen von Guetaria. 2. Erst das völkerrechtswidrige Anhalten des deutschen Dampfers „Palos" weit außerhalb der Hoheitsgewässer und seine Beschlagnahme hat die deutschen Gegenmaßnahmen ausge» lost. Wenn auch der Dampfer selbst inzwischen auf Forderung des Kreuzers „Königsberg" wieder frei* gegeben wurde, so verweigern die r o tx?n Machthaber in Bilbao doch bis jetzt die Freilassung des widerrechtlich zurück- behaltenen Passagiers sowie eines Teiles der Ladung des Dampfers. e n t m e n 1 die Gefahr zu beseitigen; daher beharrt auf eine chronische für den Frie- d i e auf Paris hofft aus ein ähnliches Abkommen Zu eutig- seine Italien seiner Die An- lippische lippische gespielte und des dem Detmold-Lied ihm zu Ehren gespielt wird, nähme, das Lippe-Detmold-Lied sei die Nationalhymne, ist falsch. Ls gebe keine Nationalhymne. Das in Holland fo viel Amsterdam 2. Jan. (DJIB.) Das Allgemeine Niederländische Pressebüro verbreitet eine Verlautbarung. in der es heißt: Es bestehe Anlaß, folgendes milzuteilen: Prinz Bernhard zur Lippe-Biefter- feld wünscht es nicht, daß das sogenannte Lippe- an Versuchen fehlen lassen, um das Abkommen zum Scheitern zu bringen. Die angestrebte Beteiligung Frankreichs war unmöglich. weil die französische Politik voll Widersprüchen und Zweideutigkeiten ist, die in der spanischen Frage zur Mitverantwortung und Mitschuld geführt haben." Es liege in der gemeinsamen Hoffnung Jtaliens und Englands, daß das gentlemen Agreement eine Wiederaufnahme der aktiven Zusammenarbeit der Völker gestatte, die durch die Ereignisse in Spanien, die sich im Herzen des Mittelmeeres abspielen, auf eine so harte Probe gestellt werden. „Nach unserer Ansicht müssen Stellungnahmen und Grundsätze im Lichte einer Wirklichkeit überprüft werden, die der b o l - schewistischen Drohung Rechnung trägt, sich am Ufer dieses Meeres festzusehen. Die üblichen Redensarten genügen nicht, um Wie der Haag von Unbekannten die Hakenkreuzflagge. die anläßlich der bevorstehenden Hochzeitsfeierlichkeiten am Schulgebäude gesetzt war, d e t worden. Im Gegensatz zu den ihm nicht vergessen, daß eines der hauptsächlichsten Elemente für das Zustandekommen des Mittelmeerabkommens das gute Einvernehmen der englischen und der italienischen Regierung i n der Spanienfrage gewesen sei. Mit Frankreich dagegen bestehe eine solche Identität der Anschauungen nicht. Was man aber schon heute in der Nichteinmaschüngsfrage Haltung." Die „Gazetta del Popolo" meint, italienisch-englische Spannung wäre die in Uebersee stationierten Maschinen insgesamt 40 Frontlinienflugzeuge zu erhöhen. Oer chinesische Nordwesten den Kommunisten ausgeliefert? erteilten Anweisungen hatte der Hausmeister der Schule die Flagge am Abend nicht eingeholt. Am Neujahrstage wurde das Fehlen der Flagge vom Rektor der Schule bemerkt und festgestellt, daß die Flaggenschnur durchschnitten worden war. Es wurde eine polizeiliche Untersuchung eingeleitet, in deren Verlauf in der Nähe des Schulgebäudes der Flaggensaum gefunden wurde. Der holländische Außenminister hat dem deutschen Gesandten gegenüber sein Bedauern darüber ausgesprochen. Der Haager Polizeipräsident hat für sämtliche Hakenkreuzflaggen im Haag besondere polizeiliche Bewachung angeordnet. Ferner ist von den holländischen Behörden eine gerichtliche Äußenseiterposition beizubehalten. Verstärkung der britischen Lustgeschwader. London, 4. Jan. (DNB. Funkspruch.) „Daily Telegraph" berichtet, ist die Zahl P e i p i n g, 2. Jan. (DNB.) Es wird immer offensichtlicher, daß der Nordwesten den Kommuni st en praktisch ausgeliefert worden zu sein scheint. Nachdem der Gouverneur der Provinz Schensi, S ch a o - L i tz e , Sianfu verlassen hat und mit seiner Familie nach Loyang übergesiedelt ist, ist die Verbindung mit Sianfu wieder abgeschnitten. In Peiping erwartet man die baldige Besetzung Sianfus durch Teile derRotenArm e.e. Durch einen zuverlässigen nichtchinesischen Augenzeugen ist einwandfrei festgestellt worden, daß in Sianfu sowjetrussische Agenten offene Propaganda treiben. Eine amerikanische Kommunistin läßt über den dortigen Rundfunksender antifaschi- tische Propagandareden vom Stapel. Es ist fest- gestellt worden, daß chinesische Offiziere, die aus Kansi kamen, an ihren Mützen Abzeichen mit Hammer und Sichel trugen. Der Nordwesten ist zum größten Teil bereits von den Truppen der Zentralregierung geräumt worden. das neue Jahr und baldige Genesung übermitteln lassen. Außerdem erhielt der Führer Glückwünsche vom König von Afghanistan und dem Schah von Iran, denen er drahtlich dafür gedankt hat. mende Jahr verabschiedet werden, bevor letzte Stunde des alten Jahres geschlagen hat. Es stellte sich heraus, daß diese Vorschrift diesmal unmöglich zu erfüllen war. Doch die routinierten Parlamentarier wußten sich zu helfen ... Als die Meinungsverschiedenheiten zwischen Kammer und Senat über einzelne Artikel des Haushaltsvoranschlages für 1937 und der Steuerreform- Vorlage immer noch nicht beigelegt waren, als es schließlich am Silvesterabend klar wurde, daß man noch langwierige Nachtsitzungen vor sich habe, da wurden kurz entschlossen um Mitternacht in beiden Häusern des Parlaments die Uhren gestoppt, um so der Form des Gesetzes Genüge zu leisten und noch im „alten Jahr" die Arbeiten abzuschließen. Und als schließlich am 2. Januar um 1.30 Uhr nachts die Abstimmungen über den Haushaltsplan nach zwölfmaligem hin und her beendet waren, da zeigte der Kalender immer noch den 31. Dezember 1936. Diese fromme Selbsttäuschung ist kennzeichnend für das französische Denken und für die französische Politik. Wie der Medizinmann eines Negerstammes im dunkelsten Afrika den Himmel und die Gläubigen mit seinem Regenzauber betrügt, so verfährt der französische Parlamentarier mit Chronos. Er läßt die Sonne und alle Gestirne stille stehen, er läßt die Welt untergehen, wenn nur die selbstgesetzte Form nicht verletzt wird. Er wird den Versailler Vertrag und die Genfer Satzung noch als Grundlagen der europäischen Ordnung betrachten, wenn von diesen Dokumenten kaum noch der Name übrig geblieben ist, er würde von „Nichteinmischung" noch sprechen, wenn ganze Marxistenheere mit fliegenden Fahnen über die Grenze nach Spanien einrücken, er würde die De- sagen könne, sei, daß vom Tage an, wo London und Rom in Spanien eine gemeinsame Politik hätten, es Frankreich schwer sein dürfte, den Europas äußerst gefährlich geworden infolge der Lage in Spanien, die alles andere als klar fei wegen der zweideutigen Politik Frankreichs und der aufwieglerischen Tätigkeit Sowjetrußlands. In dem Abkommen mit England liege nichts, was andere Staaten beunruhigen, und nichts, was die Teilnahme anderer gerechtfertigt hätte. „Frankreich suchte zuerst am Abkommen teilzunehmen und es nachher zu sabotieren. Aber beides ist ihm nicht gelungen, weil Italien und England nicht eine Abenteuerpolitik betreiben wie Frankreich im In- und Auslande unter dem Einfluß Moskaus, sondern als solidarisches Ziel die Erhaltung des Friedens verfolgen." Nach dem offiziösen „Popolo d'Jtalia" liegt die Hauptsache des Abkommens in der gegenseitigen Achtung der Interessen der beiden Länder im Mittelmeer. Sie beständen in der Notwendigkeit der freien Durchfährt in diesem Meere, das zu chren Imperien führe. Das Abkommen habe auch einen allgemeinen politischen Wert, weil es die europäische Lage befestige und eine wesentliche Voraussetzung für eine umfassende und gründliche Klärung bilde und für eine allgemeine Stabilisierung der politischen Lage des Kontinents. Auf Grund dieses Charakters verleihe das Abkommen dem herzlichen Einvernehmen der italienisch-deutschen Zusammenarbeit größeren Wert und Wirksamkeit. Die Achse Rom-Berlin stütze sich jetzt auch auf das Mittelmeerabkommen zwischen den beiden Großmächten, die in diesem Meere die größten und unmittelbarsten Interessen besäßen. Prinz Bernhard zur Lippe erklärt. Oer Prinz fühlt nunmehr als holländischer Staatsbürger holländisch. — OaS Spielen fremder Nationalhymnen unterbleibt. Die Sette der Unfälle in ben I j wurde im neuen dem ffluge oon SBirgii teug her SBunbesarmee nb. Ts mürbe 40 2Jlei /rrfriimmert und verlassen waren tot. — slugzeug der Dundesar am Flugfeld von Lon Pilot rettete sich hur, brennende FluaDg s Dabei wurden Drei Kii Fauler Zauber. Nach dem Buchstaben des Gesetzes muß in F r a n k re i ch jeder Staatshaushalt für das kam- Italienische Bedenken. Rom, 3. Jan. (DNB.) Zu der Möglichkeit einer italienisch-französischen Annäherung meint der Pariser Korrespondent des „Popolo di Rom a", daß die Hindernisse, die es zu überwinden gelte, doch nicht reine Prestigefragen find. Die Gegensätze zwischen Italien und Frankreich seien aus Grund der verschiedenen Einstellung zur Spa- Lippe-Delmold-Lied sei vielmehr mit dem holländischen Lied „Piet Hein" zu vergleichen. D a d e r Prinz die holländische Staatsbürgerschaft erworben habe und auch holländisch fühle, fei bei allen Gelegenheiten ausschließlich die holländische Nationalhymne zu spielen. Vom Spielen fremder Nationalhymnen sei daher a b z u s e h e n." Das Mittelmeer-Abkommen in römischem Licht. Oie Vertikalachse Nom—Berlin bleibt unverändert. Flugzeuge der einzelnen Geschwader aus organisatorischen Gründen zum Teil beträchtlich vermehrt worden. In einigen Fällen ist eine Erhöhung bis z u 50 v. h. vorgenommen worden. In Zukunft werden beispielsweise die Kampfgeschwader aus 14 Maschinen und sämtliche Bombengeschwader aus 12 Maschinen bestehen. Die durchschnittliche zahlenmäßige Stärke der Marinefluggeschwader ist von vier auf sechs erhöht worden. Zwei Hauptgründe werden für diese Aenderung angegeben, Ersparnisse in der Verwaltung und die Möglichkeit, bei der Durchführung besonderer Operationen auch kleine Untereinheiten verwenden zu können. Die Zahl der in England stationierten Frontlinienflugzeuge soll im Laufe der nächsten Zeit a u f 17 5 0 erhöht werden. Die Zahl der Marineflugzeuge soll verdoppelt und ihre Stärke auf 440 Maschinen gebracht werden. Es ist ferner geplant. Nach dieser im Auftrage des Prinzen zur Lippe- Biesterfeld durch das Allgemeine Niederländische Pressebüro herausgegebenen Erklärung erübrigt sich jeder weitere Kommentar. Neue Entweihung der Hakenkreuzflagge im Haag. Haag, 2. Jan. (DNB.) In der Silvesternacht ist von der deutschen Byland-Schule im mokratie noch rühmen, wenn selbst die rote Fahne statt der Trikolore auf den französischen Staatsgebäuden flattert. Für den normalen Menschenverstand aber ist es nicht leicht, die Politik als Zauberei "■ begreifen. Ev. Untersuchung des Flaggenzwischenfalles bei der Bylandschule angeordnet worden. Der Regierungs- Pressedienst fordert die holländischen Zeitungen auf, folgende Notiz in den Blättern zu veröffentlichen: In Zusammenhang mit der Beflaggung anläßlich der Hochzeitsfeierlichkeiten besteht Veranlassung darauf hinzuweisen, daß die hier wohnhaften Reichsdeutschen, wenn sie als Aeußerung ihrer Freude über die Hochzeit der Prinzessin Juliana mit einem Prinzen deutschen Blutes d i e Hakenkreuzflagge zeigen, damit die offi - zielle Flagge des Deutschen Reiches gebrauchen und daher im Rahmen der holländischen Gesetze handeln, hierüber kann kein Zweifel bestehen. Es muß erwartet werden, daß jeder, welcher politischen Richtung er auch immer anhängen möge, die offizielle Flagge des Freundes- und Nachbarlandes, die zu Ehren unsere Prinzessin gezeigt wird, achten wird. Das nationale Holland. A m st e r d a m , 3. Jan. (DNB.) „h e t N a t i o - naleDagblad" schreibt: „Wir würden gern die Stimmen der niederländischen Zeitungen hören, wenn man etwa in Deutschland anstatt der amtlichen holländischen Flaggen örtliche holländische Flaggen, etwa die Flagge des Haag oder andere solcher Flaggen, bei ähnlichen Gelegenheiten zeigen würde. Dann würde gewiß keine holländische Zeitung von „Uebertreibung des Vorfalles", wie das jetzt der Fall sei, sprechen. Der „Telegraaf" wisse noch zu berichten, die Hakenkreuzflagge sei in Holland nicht volkstümlich. Das sei nicht wahr. Die Hakenkreuzflagge sei nur bei Marxisten und bei den Leitern der politischen Parteien nicht volkstümlich. „Wir bezweifeln", so schließt das Blatt, „ob man dem Prinzen Bernhard, der wirklich außergewöhnlich herzlich in Holland empfangen wurde, einen Dienst dadurch erweist, wenn man die Flagge und die Nationalflagge seines früheren Vaterlandes auf diese Weise her'absetzt. Daß der Flaggenzwischenfall vorläufig noch nicht beendet ist, wird durch die Erregung und die Empörung gekennzeichnet, die durch diese Zwischenfälle in Deutschland aus- gelöst worden sind. Es ist vielleicht ein Glück, daß diese Entladung jetzt gekommen ist. Es war die höchste Zeit, daß hier reiner Tisch gemacht wurde, um den Marxisten und Parteibonzen ihr unsauberes Handwerk zu legen." nienfrage doch größer. Solange Frankreichs Stellung in dieser Frage auf einer Zweid feit beruhe, sei es schwer, das Mißverständnis zwischen Rom und Paris auszuschalten. Man dürfe Rom, 3. Jan. (DNB.) Im Mittelpunkt der italienischen Sonntagspresse steht das günstige Echo, das das italienisch-englische gentlemen Agreement im Auslande gefunden hat. Sofern dabei in Pans und London die Einleitung von Verhandlungen zum Abschluß einer englisch-sranzösi sch- italienischen Abmachung angeschnitten wird, verhält sich die italienische Presse vollkommen zurückhaltend. Andererseits wird unterstrichen, daß die „V e r t i k a l a ck s e Rom-Berlin" unverändertweiterbesteht. So schreibt „Mes- sagero", daß die oon Italien mit anderen Staaten, in erster Linie mit Deutschland getroffenen Vereinbarungen von dem gentlemen Agreement in keiner Weise abgeschwächt würden. Die Achse Rom-Berlin bleibe vielmehr in ihrer ganzen schöpferischen Antriebskraft erhalten. Sie ermögliche jede Mitarbeit anderer Staaten, wenn ihre Politik vom gleichen Geist getragen sei, der die italienisch-deutsche Derständgung erfülle. Man könne sogar sagen, daß die italienisch-englische Verständigung zu einem sehr wirksamen Instrument für die europäische Befriedung werden könne. Das halbamtliche „Voce d'Jtalia" sieht in dem gentlemen Agreement ein schätzenswertes Dokument der Realpolitik, mit dem jedoch durchaus keine gemeinsame Front einer aktiven Politik gebildet werde, die die italienisch-deutsche Verständigung auszeichne. Mit dem gentlemen Agreement werde vor allem eine Marschrichtung hergestellt und ein Ausgangspunkt für die Entwicklung einer allgemeinen stetigen Zusammenarbeit Englands und Italiens zunächst in dem Mittelmeerproblem und dann in den europäischen Fragen geschaffen. Das Blatt ist der Ansicht, daß die Interessen Englands und Italiens mehr als je eine Grundlage der Solidarität und Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern bilden. Beide Länder seien von dem Gefühl einer großen internationalen Verantwortung und von dem Willen der Zusammenarbeit in den konstruktiven Aufgaben geleitet. Die allgemeinen Linien ihrer Außenpolitik seien übereinstimmend auf die europäische Ordnung abgestellt. D?r „Saniere della Sera" schreibt, es handele sich nicht um die Rückkehr zum Alten, sondern um die Schaffung von Neuem. Unsere Be- z i e h u ngen z u Deutschland bleiben unverändert. Die neuen italienisch-englischen Beziehungen bilden sogar einen ernsten Beitrag zu dem allgemeinen Frieden, bei dem die italienisch-deutsche Freundschaft den feste- ft e n Pfeiler darstellt. T*e „Slampa" betont: „Die Achse Rom-Berlin wird von dem gentlemen Agreement keineswegs berührt, weil sie nie als ein Angriffsblock gedacht war, sondern als eine Orienlie- rtmgslinie im europäischen Durcheinander. Frankreich Hal es nicht an Hinterlist und Paris, 3. Jan. (DNB.) Zum englisch-italienischen Abkommen hat Außenminister D e l b o s folgende Erklärung gegeben: „Ich freue mich, die Regierungen von Großbritannien und Italien einig zu sehen, den freundschaftlichen Charakter ihrer Beziehungen zu bekunden. Die Verständigung dieser beiden europäischen Mächte, die mit Frankreich durch freundschaftliche Tradition und gemeinsames Interesse verbunden sind, wird von uns als ein Element der Ordnung im Mittelmeer und allgemein als ein Faktor zur Aufrechterhaltung des Friedens angesehen. Die französische Regierung ist der Entwicklung des Meinungsaustausches, der zu dem Abkommen geführt hat, mit größtem Interesse gefolgt. Sie ist vom Londoner Kabinett über die Vorbereitung und über den Abschluß dieser kürzlichen Verhandlungen unterrichtet worden, wie auch über ihren Gegenstand und den wesentlichen Inhalt. Die französische Regierung kann sich daher in voller Kenntnis der Angelegenheit den Sympathiebezeugungen anschließen, die die Unterzeichnung des römischen Abkommens in ganz Europa Hervorrufen dürfte." * Die Pariser Sonntagspresse spricht die Hoffnung aus, daß jetzt auch zwischen Frankreich und Italien entsprechende Verhandlungen beginnen mögen. Das „Journal des D^bats" bedauert, daß Frankreich nicht s o f o r t an dem Abkommen hat teilnehmen können. Damit Frankreich vollen Nutzen aus dem englisch-italienischen Abkommen ziehen könne, müsse die französische Regierung auch fähig sein, eine entsprechende Politik zu betreiben. Es sei also zunächst erforderlich, daß sie sich der Vormundschaft der Kommuni st en und der Moskauer Agenten entziehe. , Die Italiener würden keinen bolschewistischen oder anarchistischen Staat in Spanien dulden, und sie hätten ganz recht. Auch England stehe jetzt einer : solchen Ausbreitung des Bolschewismus feindlich : gegenüber. Solange die französische Außenpolitik i unter dem Einfluß der Marxisten und Kommunisten : stehe, werde sie wie bisher verschwommen ' und wenig zielbewußt sein. Innen- und Außenpolitik hingen eng zusammen. Solange keine Ordnung im Innern des Landes herrsche, werde : auch keine gute Diplomatie möglich sein. Der „Temps" betont, die Unterzeichnung des Abkommens bedeute nicht, daß Italien nun völlig zu der Politik zurückkehre, die es vor dem italienischen Kriege Frankreich und England gegenüber geführt habe. Immerhin schaffe dieses Abkommen neue Grundlagen f ü r eine aktive Z u - , Die 6uty nach Den ac pnber im Felsengebi Wenges blieb bisher Verwegener Rai Tine echlköpsige ®ai verwegenen Raubül Neuyorker Kaufhaus 2 Tiraße und der 7. A Daus oon Kunden ange Etliche Ausgange; 'l Wdilen, die mit M Wenpistolen bewaffn Sollten und die Kun! "Än A"terraum, * Smekntäften au „T1 IW Hebt «tat. Sie Beute bet, £ 'rl( l)> Vertonb 2 Frauen, die 'Jt fdjnell genug nach! [J .Revolverkolben ve *®rter Sauber £ freuen bei der 3 borden war. von raVb9$ r einen ne yriig. Ein r111 $Q| ■ dem ^Jon- Sohn eMr?°?.rauber ab Mattia«? der ®n! 'n da-S-Gm, ' e,"en ®eiä""mer LtÄ 1929 J b, <5ea 1 iWei ki SB?6-9^ n? f ^rtet 6es £ Kunst und Wissenschaft. Mellon schenkt seinen Kunstbesih dem amerikanischen Volke. Präsident Roosevelt veröffentlicht einen Briefwechsel mit dem Milliardär Andrew Mellon, dem früheren amerikanischen Botschafter in London und ehemaligen Schatzamtssekretär, aus dem heroorgeht, daß dieser seine Gemäldesammlung, eine der wertvollsten und nach Ansicht der Kunstkenner vielseitigsten Prioatsammlungen der Welt, dem amerikanischen Volke scheu- k en will. Mellon hat sich erboten, in Washington nach bereits fertiagefteUten Plänen des bekannten amerikanischen Architekten John Russell Pope eine Gemäldegalerie auf eigene Kosten errichten zu lassen, die seine Sammlung beherbergen und später weitere Gemälde erwerben soll, um Washington eines Tages, wie der Stifter hofft, zu einer großen Kunststadt zu machen. Die Kosten der Galerie, die den Namen „Nationale Kunstgalerie" erhalten soll, werden auf 8 bis 9 Millionen Dollar geschätzt. Einige der Meisterwerke aus der Mellonschen Sammlung stammen aus der Eremitage-Galerie, die die Sowjetregierung an Mellon verkaufte; barunter befindet sich Van Eycks „Mariä Verkündigung". Die Sammlung enthält ferner mehrere Bilder von Raphael, darunter die „Madonna aus dem Haufe Alba", für die Mellon 1 166 000 Dollar bezahlt hat. Der Gesamtwert der Sammlung 3. Sobald diese Verletzung der deutschen Hoheitsrechte durch Uebergabe des Passagiers und des genannten Teiles der Ladung an den deutschen Kreuzer wieder gutgemacht ist, wird auch die Freigabe des vorläufig aufgebrachten spanischen Dampfers „Aragon" und die E i n ft e 11 u n g weiterer Gegenmaßnahmen von deutscher Seite erfolgen. Weitere deutsche Gegenmaßnahmen gegen dasvölkerrechtswidrigeVerhalten der spanischen Bolschewisten. Berlin, 2. San. (DNB.) In Verfolg der Maß- nahmen, die von den deutschen Kriegsschiffen w e - ge» der völkerrechtswidrigen Zurückbehaltung eines Passagiers und eines Dank des Führers für die Neujahrswünsche. Berlin, 2. Januar. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler hat anläßlich der Jahreswende wiederum eine Fülle von Glückwünschen aus allen Bevölkerungskreisen und allen Teilen des Reiches sowie oon deutschen Volksgenossen jenseits der Grenzen und von Freunden Deutschlands aus )er ganzen Welt erhalten, die ihn herzlich er- reut haben. Da es dem Führer und Reichskanz- er bei der großen Zahl der Kundgebungen nicht nöglich ist, allen denen, die in diesen Tagen seiner reundlichst gedacht haben, einzeln zu danken, bittet er, seinen Dank und die Erwiderung der Neujahrswünsche auf diesem Wege entgegenzunehmen. Neujahrswünsche zwischen dem Führer und fremden Staatsoberhäuptern. Berlin, 2. Jan. (DNB.) Zum Neujahrstage hat eine Reihe fremder Staatsoberhäupter in der hergebrachten Weise mit dem Führer und Reichskanzler auf drahtlichem Wege Neujahrsglückwünsche ausgetauscht. Ein solcher Telegrammwechsel fand tatt mit den Königen von Bulgarien, Dänemark, England, Griechenland, Italien, Norwegen, Rumänien und Schweden, dem Prinzregenten von Jugoslawien, dem österreichischen Bundespräsidenten, dem Staatspräsidenten der Tschechoslowakei, dem Reichsoerweser des Königreiches Ungarn und dem Chef der spanischen Nationalregierung General Franco. Ferner hat der Führer und Reichskanzler der in Deutschland weilenden Königin von Italien seine Glückwünsche zum Jahreswechsel übersandt und dem erkrankten Papst seine und der Reichsregierung besten Wünsche für «i fei? *8 eAwa$ kstz-'S ’n der y ' flUf t gn einer A'rjch in d 0 ere'gU Bei de ll««1“ tam es 3' Jahre alte der der. , schwer sKs Aaubliiord in N (®UIÄ 23 31 m01b .„iMtaltenS11 i* „übte 41 ertoll» K ““- Asinahwe eines ju Mörder des arn i^hohenschöppi^ bel raubt ausgesundenen Iichausseurs Erich § hir Berliner Kriminal 6 handelt sich um Stollen werf, der M Vorstrafen wegen libi verbüßt hat. In Mordwaffe mit a art bestritt zuerst hc mußte sich MM. i mn. Durch leichtsinnig Der lat sein Geld dm ■ [en, einen Droschken» jiojj auf einem einfa Hegeholz, um ihn betrug 40 Mark. wieder schwere 1 Teiles der Ladung des von roten spanischen Seestreitkräften außerhalb der Hoheitsgewässer aufgebrachten deutschen Dampfers „P a l o s" ergriffen wurden, hat der Kreuzer „Königsberg" am 1. Januar 1937 Den spanischen Dampfer „S o t o n" zum Stoppen auf- gefordert. Da der Dampfer dieser Aufforderung nicht nachkam, feuerte der Kreuzer zuerst zwei blinde, und als diese keinen Erfolg hatten, einige scharfe Schüsse in die Nähe des Dampfers. Der Dampfer kam bei dem Versuch des Entkommens vor dem Hafen oon Santona auf Grund und wurde von der Besatzung freiwillig verlassen. Die Besatzung wurde von einem spanischen Fischerboot an Land gebracht. Kreuzer „Königsberg" hat seinen Marsch weiter fortgesetzt. Besatzungsangehörige des Dampfers „Soton" befinden sich nicht an Bord des Kreuzers. fammenarbeit Italiens mit England Frankreich im Hinblick auf die Erhaltung Friedens. — Das „Echo de Paris" erkennt _____ Abkommen einen vor allem psychologischen Wert zu. Englischer- und französischerseits habe man den Duce überzeugen wollen, daß er seiner Politik eine andere Grundlage neben konnte als die Freundschaft Adolf Hitlers (!!). Trotzdem trage das faschistische Italien sein enges Einvernehmen mit Deutschland zur Schau. — Das „Oeuvre" erklärt, Frankreich werde sich aufrichtig bemühen, sobald als möglich mit der italienischen Regierung über ein ähnliches Abkommen zu verhandeln.' Wahrscheinlich werde es dabei auf viel größere Schwierigkeiten stoßen als England. — Die „Action Franxaise" erklärt, durch Unterzeichnung des Abkommens mit Italien baue England feine Politik auf den Sieg der nationalen Bewegung in Spanien auf. Die Schaffung einer katalanischen Sowjetrepublik würde den Status quo im westlichen Mittelmeer ändern, und das wolle England ebensowenig wie Italien. ,“nSs. e? auf r°ffent=* welcher 1 ^öge, ^chbor- tnirö. ‘Mio, en gern 1 Horen, ;er amt» indische andere l ij’flen ondische 5 > wie ° wisse Jei in >br. Die and bei t vviks. -ob man gewöhn. e- einen gge und 'des auf kwischen- d durch Zeichnet, nd aus- ui, daß war die gemacht 'Zen ihr ermitteln iwiinsche nd dem afür ge- muß in ras kom- or die es ge- ^6 tiefe ar. Loch ) zu beb zwischen es Sjaus» erreform* i, als es daß man habe, da n beiden stoppt, u leisten bzuschlie« 1.30 Uhr Haltsplan mren, da Dezember zeichnend mzösische stammes e Gläu- verfähtt nos. Er eben, er istgeletzte en Der- ng noch ung be- i kaum ■ würde in ganze der die die > e Fahne Uaatsge- schenver- Zauberei Ev. st. sitz >n Bries' ellon, in Lo"' ius dem samm- sicht der en der sch-"' jn nach >n ame' Galerie- .... hnp beträgt etwa 19 Millionen Dollar (rund 48 Millionen Mark). Präsident Roosevelt hat die Stiftung angenommen, deren endgültige Rechtsgültigkeit nur noch von der Ratifizierung durch den Kongreß abhängt. Aus aller Welt. Außenpolitische Jahresbilanz 1936 Rückblick und Ausblick unserer Ausländskorrespondenten. in Amerika. Flugzeug- des Dezember So stürzte auf betrug 40 Mark. Wieder schwere Flugzeugunfälle Die Kette der amerikanischen Unfälle in den letzten Wochen kurmärkische Dragoner hat mit dem heißen Gefühl der Schmach im Herzen sich damals nicht entschließen können, dieses der Feindwillkür preisgegebene Gebiet zu betreten. Als aber am 7. März 1936 unser Führer den Einmarsch der deutschen Truppen in das Rheinland befahl, entstand in den zutiefst dankbaren und freudigen Herzen der Frontkämpfer dieses kurmärkischen Dragoner-Regiments der Wille, der Befreiungstat Adolf Hitlers ihren Dank durch einen Regiments-Appell an dem Denkmal ihrer gefallenen Kameraden auf dem Eckartsberg abzustatten, Ohne die Möglichkeit zu haben, sich an jeden Angehörigen des Regiments direkt zu wenden, meldeten sich im Anschluß an einen kurzen Aufruf viele Hunderte alter kurmärkischer Dragoner, um an diesem Regiments-Appell im befreiten Breisach in der Zeit vom 8. bis 10. Mai 1937 teilzunehmen. Es ist selbstverständlich, daß gerade der deutsche Frontsoldat die großen Befreiungstaten des Führers besonders stark und persönlich empfindet, und rührende Briefe der Dankbarkeit und Freude, aber auch der Anhänglichkeit an ihr altes Regiment geben Zeugnis von der Tiefe und Eindringlichkeit dieses Gefühls, mit dem alte kurmärkische Dragoner den Aufruf beantworteten. Dieses Beispiel echten Frontsoldatengeistes läßt sich selbstverständlich auf alle Weltkriegsformationen anwenden. Wir nehmen es aber zum Anlaß, um unfererfeit zu einem Gelingen dieses Appells beizutragen, indem wir dem Wunsche des Regiments nachkommen und alle ehemaligen Angehörigen des kurmärkischen Dragoner- Regiments Nr. 14, die sich bisher noch nicht gemeldet haben, auffordern, ihre genaue Anschrift nebst Angaben des Jahrganges und der Schwadron, in der' sie gedient haben, baldigst mitzuteilen an Rittmeister a. D. Duevelius, Erfurt, Hohenzollernstr. 16. Weiterbericht des Reichsrvelkerdienstes. Ausgabeort Frankfurt Die vom Atlantik ausgehende lebhafte Wirbeltätigkeit fetzt sich fort und erfährt wieder eine neue Verstärkung. Da fortgesetzt feuchte Meeresluft mi lebhaften südwestlichen bis westlichen Winden au das europäische Festland verfrachtet werden, bleibt das für die Jahreszeit viel zu milde und unbeständige Wetter erhalten. . Aussichten für Dienstag: Bei lebhaften südwestlichen bis westlichen Winden Fortdauer der unbeständigen und milden Witterung mit Nieder- ^Au^ssichten für Mittwoch: Bei Luftzufuhr aus West unbeständig mit Regenfällen. Lufttemperaturen am 3. Januar: mittags 8,8 Grad Celsius abends 8,5 Grad; am 4. Januar: morgens 8,5 Grad. Maximum 9 Grad, Minimum heute nacht 7 9 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 3' Januar: abends 5 Grad, am 4. Januar: morgens 5,5 Grad Celsius. — Niederschläge 0,3 mm. wurde im neuen Jahre fortgesetzt. dem Fluge von Virginien nach Alabama ein Flugzeug der Bundesarmee mit drei Offizieren an Bord ab. Es wurde 40 Meilen östlich von Birmingham zertrümmert und verbrannt aufgefunden. Die Insassen waren tot. — Ferner geriet ein Bornben- Großfeuer in einem Erziehungsheim. In dem großen Wirtschaftsgebäude des Erziehungsheimes „Wilhelmspflege" in Plieningen bei Stuttgart brach Feuer aus, das sich schnell aus- breitete und an den Futter- und Kohlenoorräten reiche Nahrung fand. Trotz tatkräftigem Eingreifen der örtlichen Wehr konnte das Gebäude nicht mehr gerettet werden. Es ist bis auf die Grundmauern niedergebrannt. Dabei wurden auch die landwirtschaftlichen und sonstigen Geräte vernichtet und auch, soweit bis jetzt feststeht, ein Teil des Federviehs und der Schweine. Das Großvieh konnte in Sicherheit gebracht werden. Als die Wehren ! aus Stuttgart und Vaihingen am Platze erschienen, hatte das Feuer bereits auf den Dachstuhl des Schulgebäudes übergegriffen und bedrohte auch das Wohngebäude, in dem die etwa 80 Knaben und Mädchen des Heimes untergebracht find. Endlich gelang es, das Feuer einzukreisen. Bei der Herstellung von Feuerwerkskörpern getötet. In einer Hütte auf dem Feldberg im Schwarzwald ereignete sich in der Silvesternacht ein schweres Unglück. Bei der Herstellung von Feuerwerkskörpern kam es zu einer Explosion, bei der der 22 Jahre alte Freiburger Student Otto Schreiber so schwer verletzt wurde, daß er später in der Freiburger Klinik st a r b. Die Hütte wurde stark beschädigt. Einige Freunde des Verunglückten tarnen mit dem Schrecken davon. Raubmord in der Reujahrsnacht. Am letzten Tage des alten Jahres wurde in Leut- kirch (Württbg.) die 85 Jahre alte Frau Kreszenzia Rösle von dem 23 Jahre alten Anton Greiß ermordet. Greiß hatte nach Geld gesucht und war dabei von der alten Frau überrascht worden. Greiß erdrosselte sie, raubte 47 Mark und fuhr am Abend nach Ravensburg, wo er bereits am Neujahrsmorgen verhaftet wurde. Von dem geraubten Geld hatte «r nur einen kleinen Teil verbraucht. Festnahme eines jugendlichen Raubmörders. Der Mörder des am zweiten Weihnachtsfeiertag in Hohenschöpping bei Welten erschossenen und beraubt aufgefundenen 31jährigen Berliner Droschkenchauffeurs Erich Hegeholz konnte jetzt von der Berliner Kriminalpolizei festgenommen werden. Es handelt sich um den 22 Jahre alten Heinz Stollen werk, der trotz seiner Jugend bereits acht Vorstrafen wegen Diebstahls und anderer Delikte verbüßt hüt. In seiner Tasche fand man noch die Mordwaffe mit acht Schuß geladen. Stollenwerk bestritt zuerst hartnäckig die Tat. Aber er mutzte sich schließlich zu einem Geständnis bequemen. Durch leichtsinnigen Lebenswandel hatte er vor der Tat sein Geld durchgebracht und dann beschlossen, einen Droschkenchauffeur auszurauben. Er erschoß auf einem einsamen Waldweg den Chauffeur H e g e h 0 l z, um ihn auszuplündern. Seine Beute Das Aufbauwerk der Türkei. Don unserem M.E.B.-Äerichterskaiier. Das Jahr 1936 war ein fortlaufender Beweis für die große Bedeutung, die der Türkei durch ihre geographische Lage in der internationalen Politik zukommt. Die völkischen, wirtschaftlichen und geb tigen Kraftquellen der Türkei liegen in Asien; ihre sprunghaft fortschreitende Verwestlichung zeigt jedoch das Bemühen, als europäische Macht gewertet zu werden. Mit einem Fuß steht die Türkei auch in Europa und läßt es sich angelegen sein, den Zusammenhalt mit ihren westlichen Nachbarn in der Balkanente nte zu pflegen, der jedoch Bulgarien noch immer nicht angehört. Durch die Balkanentente und deren Mitgliedstaaten Rumänien und Jugoslawien, die gleichzeitig zur Kleinen Entente gehören, ist die Türkei auch den mitteleuropäischen Geschehnissen nähergerückt. Ganz besonders aber ist die Türkei an den Ereignissen interessiert, die sich im Raume des Mittelmeeres abspielen, denn sie sitzt an einer der wichtigsten Meerengen dieses schicksalschweren Gewässers, das zudem rund 1400 Kilometer der westlichen und südlichen türkischen Küsten bespült. Der italienische Sieg über Abessinien war für die Türken eine Enttäuschung. Sie führte zwangsläufig zur Wiederanknüpfung betont freundschaftlicher Beziehungen zu England. Vom britischen Imperium glaubt man nichts mehr befürchten zu müssen — das Anwachsen des Römischen Reiches in den Randgebieten des Mittelmeeres birgt dagegen nach türkischer Auffassung Zukunftsgefahren, die auch die Sicherheit der Türkei betreffen. Die Spannungen im Mittelmeer gaben der Türkei den Anlaß, endgültig die Meerengenfrage anzuschneiden und sie auch zur eigenen restlosen Zufriedenheit zu regeln. Das neue Meerengenabkommen von Montreux, das der Türkei die ungeschmälerte Wehrhoheit über die Dardanellen zurückgab, ist einer der großen diplomatischen Siege des kemalistischen Regimes. Er war allerdings hauptsächlich dadurch möglich, daß die übrigen Mächte dem Revisionsbegehren der Türkei unter allen Umständen nachgeben mußten. Eine Ablehnung hätte sicherlich ein eigenmächtiges Vorgehen der Türkei zur Folge gehabt und wäre ein ein neuer Beweis baf>- gewesen, daß sich eine Revision auf diplomatischem Verhandlungswege nicht erzielen läßt. So ist die Türkei im Grunde auch Nutznießerin der Rheinlandbefreiung geworden, wenngleich derartige Gedankengänge von ihr niemals anerkannt wurden. Für den Zwang Englands, heute im Mittelmeer Zugeständnisse machen zu müssen, spricht die nachgiebige Haltung der englischen Unterhändler in Montreux. Viel reservierter verhielten sich die Sowjetrussen, auch gegenüber den Türken. Manches spricht dafür, daß nach der Regelung der Meerengenfrage in türkischem Sinne und nach der Befestigung der Meerengen die Türkei sich nicht mehr so sehr auf die russische Rückendeckung angewiesen fühlen wird. Der auffallend herzliche Empfang, der seinerzeit Eduard VIII. bei seinem Istanbuler Besuch bereitet wurde, weist jedenfalls darauf hin, wie sehr die Türkei entschlossen ist, der Freundschaft zu Sowjetrußland ein gleichwertiges Gegengewicht in einer türkisch-englischen Freundschaft entgegenzusetzen. Der Untermauerung dieser Freundschaft galt ein mit großem Gepränge durchgeführter slugzeug der Bundesarmee kurz nach seinem Start am Flugfeld von Lang Island in Brand. Der Pilot rettete sich durch Fallschirmabsprung. Das brennende Flugzeug stürzte auf ein Wohnhaus. Dabei wurden drei Kinder schwer verletzt. — Die Suche nach den acht Insassen des am 15. Dezember im Felsengebirge abgestürzten Passagierflugzeuges blieb bisher ergebnislos. Verwegener Raubüberfall in Reuyork. Eine achtköpfige Gangsterbande unternahm einen verwegenen Raubüberfall auf das bekannte Neuyorker Kaufhaus Barneys an der Ecke der 17. Straße und der 7. Avenue. Während das Kaufhaus von Kunden angefüllt war, besetzte die Bande sämtliche Ausgänge; der Anführer und mehrere Banditen, die mit Maschinengewehren und Maschinenpistolen bewaffnet waren, trieben die Angestellten und die Kunden, insgesamt 90 Personen, in einen Hinterraum, raubten die Geldschränke und Juwelenkästen aus und verschwanden unerkannt. Der ganze Ueberfall dauerte nur acht Minuten. Die Beute betrug 4 0 0 0 0 Dollar. Die Polizei konnte nicht herbeigerufen werden, da die Räuber die Telephondrähte durchschnitten hatten. Mehrere Frauen, die den Befehlen der Gangster nicht schnell genug nachkamen, wurden durch Schläge mit Revoloerkolben verletzt. Die Polizei fand später einen der Räuber tot auf. der offenbar von seinen Spießgesellen bei der Verteilung der Beute erschossen worden war. Ein neuer Fall von Kindesentführung in USA. Die amerikanische Öffentlichkeit ist in großer Erregung über einen neuen Fall von Kindesraub, der sich in Tacoma im Staate Washington zutrug. Ein Riesenaufgebot von Staatspolizei und Bundesjustizbeamten ist Tag und Nacht unterwegs, um das entführte Kind, den zehn Jahre alten Charles M a 11 f 0 n , Sohn eines wohlhabenden Arztes, dem Kindesräuber abzujagen. Die Ermittlungen ergaben, daß der Kindesräuber in das Haus Dr. Mattsons gewaltsam eingedrungen war und sich in das Kinderzimmer begab, wo Charles mit seinen Geschwistern schlief. Die Kinder waren über das Eindringen des Burschen so verstört, daß sie es nicht wagten, um Hilfe zu rufen, zumal er sie auch mit einer Waffe bedrohte. Er durchsuchte das Zimmer erst noch nach Geld und verschwand dann mit dem zehn Jahre alten Knaben. Aus einem zurück- gelassenen Zettel verlangte er für die Rückgabe des Kindes 28 000 Dollar Lösegeld. — Die Polizei hatte sich anfangs sehr abwartend verhalten, da man annahm, daß sich der Verbrecher noch einmal mit den Eltern wegen des Lösegeldes in Verbindung setzen würde. Beispielhafte Kameradschaft der ehemaligen kurmärkifchen Dragoner. Im Jahre 1929 weihten b i e Angehörigen des ehemaligen kurmärkischen Drago- ner-Reglments Nr. 14 auf dem EckartsLerge bei Breisach ein schönes Denkmal zu Ehren der Gefallenen ihres Regiments. Schmerzlich empfanden es damals diese alten Soldaten der unbesiegten deutschen Weltkriegsarmee, daß die Stätte ihrer feierlichen Zusammenkunft in einem Gebiet des Reiches lag, das durch das Versailler Diktat als „entmilitarisierte Zone" nicht mehr unter der Staatshoheit des Reiches stand. So mancher alte türkischer Flottenbesuch in Malta und im Piräus. Der Türkei kommt es in ihrem staatlich geleiteten wirtschaftlichen und kulturellen Aufbau zugute, daß sie innerpolitiscke Auseinandersetzungen nicht kennt. Zwar hat Ankara ein Parlament, in dem auch einige „unabhängige" Abgeordnete von Staats wegen sitzen — im übrigen aber ist allein der Wille des Führers der Nation, Kemal Atatürk, maßgebend. So allein ist es zu erklären, wenn das wirtschaftliche Aufbauprogramm, die mit Hochdruck betriebene militärische Rüstung, die kulturelle Erneuerung immer neue Erfolge bringen. Viel trägt dazu auch das ausgeprägte Gefühl für Disziplin und Unterordnung bei, das dem Türken innewohnt. Die letzten Wochen des Jahres brachten der Türkei einen Konflikt mit dem unlängst mit der Selbständigkeit bedachten syrischen Nachbarstaat und damit auch mit Frankreich. Im nordsyrischen „Sandschak" von Alexandrette lebt eine türkische Minderheit von 300 000 Seelen, der Frankreich bisher auf Grund eines mit Ankara 1921 geschloffenen Abkommens Sonderrechte eingeräumt hatte. Syrien erkennt nun diese Rechte nicht mehr an. Die französische Regierung hat den Völker« bunb als Schlichter angerufen, womit sich die Türkei einverstanden erklärt hat. Die Stimmung in der Türkei ist sehr erregt. Die Zeitungen betonen, daß das strittige Grenzgebiet wieder zur Türkei geschlagen werden müsse; im Parlament von Ankara kam es zu heftigen Ausfällen gegen die französische Politik. Es läßt sich nicht absehen, was geschieht, wenn der Schiedsspruch des Völkerbundes lange auf sich warten läßt, denn der „Sandschak" wurde in der Türkei seit 1921 als eine Art „Jrredenta- gebiet" betrachtet. — Die Beziehungen der Türkei zum Deutschen Reich sind durch den regen Austausch wirtschaftlicher Güter bedingt, wobei Deutschland als Abnehmer der türkischen Agrarerzeugnisse nicht nur in der türkischen Handelsbilanz, sondern auch im wirtschaftlichen Aufbau der Türkei eine hervorragende Rolle einnimmt. Der Besuch des Reichsbankpräfidenten Dr. Schacht in Ankara wird zur weiteren Vertiefung der Handelsbeziehungen beitragen. polen: Unter dem neuen Marschall. Von unserem W. E>t-Berichterstaiier. Die Wahrung des Erbes Josef Pilsudfkis, die Erfüllung des Testaments des großen Marschalls — das klang aus den Schatten des Jahres 1935 hinein ins Jahr 1936 als Grundaufgabe, die sich der Staatspräsident, der Generalinspekteur als Nachfolger Pilfudskis in der Führung der Armee, die Regierung und die alten Mitkämpfer des Marschalls gemeinsam stellten. Innenpolitisch wie außenpolitisch zieht sich die Sorge und das Mühen um die Erhaltung des Lebenswerks des Neugründers des polnischen Staates als Leitgedanke durch das Geschehen des abgelaufenen Jahres. Die Wallfahrten zur Grabkapelle im Krakauer Wawelschloß, die immer wieder zum verwaisten Schloß Belvedere schweifenden Gedanken sind nicht äußere Formen der Ehrfurcht vor dem großen Toten, sondern bekunden den inneren Wunsch, nicht nur zu erhalten, was er geschaffen, sondern in seinem (Seifte seine Arbeit sortzusühren. Als sich im Mai der Todestag des Ersten Marschalls von Polen jährte, mußte sich General R y d z- S m i g l y, der nach dem Willen Josef Pilsudfkis das Erbe feines militärischen Amtes übernommen hatte, entschließen, auch ein gut Teil der politischen Verantwortlichkeit auf sich zu nehmen, die der Marschall getragen hatte. General Rydz-Smigly nahm entscheidenden Einfluß auf die politische Entwicklung, indem er gemeinsam mit dem Staatspräsidenten eine Regierung der starken Hand schuf, die im Sinne der früheren vom Marschall bestimmten Kabinette eine feste Führung über allen Lärm der politischen Parteien hinweg sicherte, die eine neue Zeit für ihr Treiben und ihren Machthunger gekommen glaubten. Kurz darauf richtete General Rydz-Smigly den Appell zur Sammlung aller Gutgesinnten an die Öffentlichkeit, der zu einer Zusammenfassung aller positiven Kräfte in einem neuen „Regierungslager" führen soll, aller Elemente, die bereit sind, der Staatsführung in ihrer Arbeit an der Erhaltung und Förderung des Pilsudskischen Staates dienlich zu helfen. Sorgfältige Vorarbeiten für die Organisation dieser Bewegung, auf die künftig die Staatsarbeit sich stützen soll, haben lange Monate erfordert. Die letzten Tage des abgelaufenen oder der Anfang des komomenden Jahres sollen die neue notwendige Organisation erstehen lassen, die der Regierung Rückhalt in den Massen schafft, die zur Erleichterung der Last der Führenden den festen Unterbau einer geeinten Gefolgschaft zu sichern sucht. Die Erziehung der Nation zu disziplinierter Arbeit an Gedeih und Größe des Staates, ihre Erziehung zu soldatischen Tugenden, engste Verbindung zwischen Volk und Armee, Pflege des Wehraedankens und Stärkung der Wehrfähigkeit, — Losungen, die Rydz-Smigly seiner Arbeit voranstellt, sind Losungen Pilsudskischen Geistes. Mit der innenpolitischen Führung in diesem Geiste wuchs dem engen Mitarbeiter und Nachfolger des Ersten Marschalls auch die entscheidende Stimme für das außenpolitische Geschehen zu. Viel wird in den letzten Monaten orakelt um die von Rydz-Smigly angestrebte und erreichte Wiederbelebung des polnisch-französischen Bündnisses, um die Reisen des Außenministers Beck nach Paris und London und um die Auffrischung des Bündnisses mit Rumänien. Manche Kreise sehen einen neuen Stern der Hoffnung aufgehen, daß Polen sich wiederum wie in der Zeit vor Pilsudski den Linien der französischen Politik ein- und unterordnen wird. Sie übersehen die ihnen unbequeme Tatsache, daß der Außenminister Oberst V e ck in seiner Politik sorgsam den vom Marschall Pilsudski vorgezeichneten Grundlinien folgt und die ihnen noch unbequemere Tatsache, daß der neue Marschall und Oberst Beck eine einheitliche und gleiche Zielsetzung der polnischen Außenpolitik haben, daß auch auf diesem wichtigsten Abschnitte staatlichen Geschehens das Testament des großen Marschalls gewahrt wird und sein Erbe in guten Händen liegt. Hier abschneiden! 4- Zuname 597 Zwangsvollstreckung sollte es nur auf ärztliche Verordnung angewendet werden. Mildere Zugpflaster sind z. V. das Senfpflaster oder das Capsicumpflaster. welche gegen Entzündungen und Rheumatismus angewendet werden. Zuname, soviel wie Beiname oder Familienname. Zunft, in früheren Zeiten Vereinigung von Handwerkern eines bestimmten Gewerbes. Die Bräuche der alten Zünfte haben sich vielfach erhalten und werden heute wieder gepflegt. Zunge, ein Organ der Mundhöhle, besteht aus einer Reihe von Muskelfasern, welche in verschiedener Richtung verlaufen. Die Zunge ist sehr wichtig zur Sprachbildung, zum Kauen und zum Schlucken. Zungenbelag kommt bei verschiedenen Krankheiten vor. Aus der Art des Zungenbelages kann der Arzt Schlüffe ziehen auf die Art >er Erkrankung. Bräunlicher Belag ist charakteristisch für Typhus eine rötliche Zunge mit erhabenen Papillen (Himbeerzunge) dicker weißlicher Belag kommt bei allen Magen- und Darmerkrankungen vor. ebenso bei Erkrankungen der Halsorgane. Zurückbehaltungsrecht.Wer einem anderen zu einer Leistung verpflichtet ist, kann diese verweigern, bis der andere Teil die ihm obliegende Leistung erbringt. So kann z. V. der Schuhmacher die reparierten Schuhe zurückbehalten, bis der Lohn bezahlt ist. Ebenso kann der Vermieter eingebrachte Sachen des Mieters zurückhalten. bis die Miete entrichtet ist. Ein Z. besteht nicht, wenn es ausdrücklich vorher durch Vereinbarung ausgeschloffen wurde oder wenn sich dies nach Treu und Glauben oder nach der Art des Schuldverhältniffes ergibt. Zustimmung, s. Einwilligung. Genehmigung, eingebrachtes Gut, Gesamtgut, Kindesvermögen, gesetzlicher Vertreter, Ehe, Ehebruch. Ehehindernis, Bekenntnis Vormund, Schuldner, Minderjährige. Zuwaage, Beilage, gesetzlich gestattete Beifügung von Knochen oder schlecht verkäuflichenFleisch- teilen beim Kauf knochenlosen Fleisches. Die Zuwaage darf ein Fünftel des Gewichtes nicht überschreiten. Zwangserziehung, f. Fürsorgeerziehung. Zwangshaft. Die Z. kann an- geordnet werden gegen einen Schuldner, der zum Offenbarungseid geladen ist, aber unberechtigterweise die Leistung des Offenbarungseides verweigert. Ebenso kann Z. angeordnet werden gegen einen Zeugen, der das Zeugnis verweigert, ohne dazu berechtigt zu sein. Zwangsjacke, Mittel, um Geisteskranke an Gewalttätigkeiten zu hindern. Die Zwangsjacke besteht aus einer Jacke mit sehr langen Ärmeln, die auf dem Rücken zusammengebunden werden. Zwangsvollstreckung ist nur möglich auf Grund eines Vollstrek- fungstitels (rechtskräftiges Urteil. vollstreckbarer Zahlungsbe- Kohlen von Fischer Gießen, Alicenstraße 42—44, Telefon 3172 und 3176 Was heißt„Iapan"„,Kuji", „Nagasaki"? Don unserem Il.W.'Äerichierstaiier. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Tokio, Ende Dezember 1936. Wer die Zeitung auch außerhalb des Fortsetzungsromans und des örtlichen Teils lieft, stößt häufig auf japanische Namen. Mancher mag sich wohl schon einmal gefragt haben, was diese Worte eigentlich bedeuten mögen. So wollen wir denn einen kleinen Streifzug durch dieses Gebiet unternehmen und zusehen, wie der Japaner sein Land und seine Stabte benennt. Da ist zunächst der Name „I a p a n" selbst. Das Wort stammt aus dem Chinesischen und bedeutet in seiner ursprünglichen Gestalt (die etwa dschipen gelautet haben mag „Land des Sonnenaufgangs" oder „Land der aufgehenden Sonne", was von China aus gesehen mit den Tatsachen übereinftimmt. Das ist allgemein bekannt: weniger bekannt ist jedoch, daß die Japaner dieses Wort selbst gar nicht gebrauchen. Sie nennen ihr Land „Nippo n" oder „Nihon", zwei Worte, die nach den Lautgesetzen der japanischen Sprache in engstem Zusammenhang miteinander stehen. Merkwürdig ist dabei nun der Umstand, daß dieses Wort Nihon oder Nippon nichts anderes darftellt als die umgemodelte japanische Aussprache der gleichen chinesischen Schriftzeichen, von denen her auch das Wort Japan gekommen ist. Wenn wir die Benennung „Land des Sonnenaufgangs" etwas weniger dichterisch fassen und auf feine wahre Bedeutung hin prüfen, so ergibt sich der einfache Sinn „Oftland, Ostreich" — ein Name, der uns ja als Landesbezeichnung aus dem Worte „Oesterreich" ganz vertraut und geläufig ist. Dabei mag noch folgendes erwähnt werden: weite japanische Kreise schätzen diesen Namen Nippon als einen chinesischen gar nicht und möchten lieber die alte Bezeichnung „OysahimaZ sprich oh-ya-schima) verwendet wissen; dies Wort würde übersetzt vielleicht als „Land der großen acht Inseln" wiederzugeben sein. Außerdem wird gelegentlich noch ein anderer Name angewendet, der ursprünglich nur für die südwest-japanische Landschaft galt, der aber heute vielfach dichterisch als Bezeichnung für bas ganze Land verwendet wird. Das ist das Wort „Yamat o". In seiner Bedeutung nicht ganz geklärt, kann es etwa Bergland oder auch Bergtor heißen. Aehnliche Namen sind uns ja auch nicht fremd. Die Namen der Hauptinseln sind auch leicht erklärt. „H o n f h u", bas ist die größte Insel, bedeutet weiter nichts als Hauptland oder Hauptinsel. Nördlich davon liegt „H o k ka id o", das ist die Insel des „Nordmeerweges". Noch weiter nördlich von Hokkaido schließt sich die Inselkette der Kurilen an, auf japanisch „Chishim a". Dies Wort soll „Tausend Inseln" heißen. So viele sind es zwar nicht gerade, aber es ist immerhin eine beträchtliche Menge kleiner Inseln und Inselchen vorhanden. Im Südwesten haben wir „Shikok u" und „Kyush u", die beide benannt nach ihrer heute nicht mehr gültigen mittelalterlichen politischen Unterteilung. So ließe sich Shikoku vielleicht als „Dier- länber" übersetzen, während Kyushu am besten als „Neungau" sich wiedergeben ließe. Den äußersten Süden des langen japanischen Reiches bildet die von den Portugiesen vor drei Jahrhunderten „Jlha Formosa" (b. i. die „Schöne") genannte Insel. Die Japaner verwenden diesen Namen nicht, sondern sie nennen die Insel mit ihrem chinesischen Namen „T a i w a n", was sich am besten durch „Terrassen"- oder „Tafelbucht" übertragen läßt. Der letzte große Reichsteil ist Korea. Dies Land heißt japanisch „Chose n" (sprich Tschohssen) und bedeutet „Land der Morgenfrische". Es ist wohl pud) eine chinesische Benennung, die weiter nichts als die östliche Richtung zum Ausdruck bringen soll. Nach dieser Erläuterung der Namen des Landes und seiner wesentlichsten Teile sollen noch die Namen einiger der bekannteren Städte auf ihren Sinn geprüft werden. Die Hauptstadt des Reiches ist Tokio. Das Wort bedeutet frei wiedergegeben „Kaiserstadt im Osten". Früher gab es nämlich noch eine „Kaiserstadt des Westens" genannte Stadt des Namens „Saikyo" (to-Ost, sai-West, kyo-Haupt- staüt). Das war das heutige Kyoto in Westjapan. Das Wort bedeutet nichts anderes als „Kaiserliche Hauptstadt", obwohl Kyoto heute nicht mehr Residenzstadt ist, sondern nur noch der Krönungsort der japanischen Kaiser. Nahe bei Kyoto liegt das riesige Handels- und Industriezentrum Japans, die Dier- millionenstadt Osaka. Das Wort bedeutet „Großer Hügel". Noch ein wenig weiter nach Westen ließt das bekannte Kobe, früher nur ein winziges Fischerdörfchen vor der eigentlichen Provinzialhaupt- stadt Hyogo, heute eine Stadt mit fast einer Million Einwohner. Kode bedeutet nach den chinesischen Schriftzeichen, mit denen das Wort geschrieben wird, „Haus der Götter", oder eigentlich „Tor der Götter". Das Wort Hyogo ist nicht leicht wie- Üerzugeben, am besten durch „Waffenfpeicher". Andere bekannte Städte sind z. B. Nagoya. Das bedeutet „Berühmtes altes Haus", von vielen auf das hochragende mittelalterliche Schloß bezogen, welches die Stadt überschaut, und dessen echt goldene Zierate am Dach dem Reisenden schon von ferne im Sonnenglanze entgegenfunkeln. Da ist weiterhin Yokohama, der Hafen von Tokio, aber selbst eine Stadt von etwa dreiviertel Millionen Der erste Monat des neuen Jahres bietet dem Sternfreund reiche Beobachtungsmöglichkeiten. Wenn man am südwestlichen Horizont die Dämmerung den Abendhimmel rötet, wird der Blick gebannt durch einen Stern von fast unwahrscheinlicher Helligkeit. Es ist Venus, die als Abendstern mit noch wachsendem Glanze den südwestlichen Himmel schmückt. Der Planet nähert sich gegenwärtig der Erde, sein Abstand verringert sich im Laufe des Januar von 142 Millionen auf 110 Millionen Kilometer, womit eine weitere Helligkeitszunahme verbunden ist, obwohl die erleuchtete Venusscheibe allmählich schmäler wird. Venus erreicht die hundertfache Helligkeit eines Sternes erster Größe, ihre photometrische Größe (Helligkeit) ist daher minus 4. Im Fernrohr bietet Venus Ende Januar einen ähnlichen Umriß wie der Mond im ersten Viertel: nur dis rechte, der Sonne zugekehrte Hälfte ihrer Scheibe ist beleuchtet. Keiner der großen Planeten kommt uns so nahe wie Venus. Trotzdem wissen wir kaum mehr von diesem Weltkörper, als daß er an Größe, Dichte und Masse der Erde sehr nahe kommt, aber von einer undurchdringlichen lückenlosen Wolkenhülle umgeben ist, die jeden Einblick auf die feste Oberfläche des Planeten verhindert. Neuere spektroskopische Untersuchungen haben ergeben, daß die Atmosphäre sehr reich an Kohlensäure ist, die vermutlich von starken vulkanischen Ausbrüchen herrührt. Der Wolkenhülle verdankt Venus ihre große Helligkeit. Nicht weniger als 58 v. H. des auffallenden Sonnenlichtes werden von der Wolkendecke der Venus zurückgestrahlt, während beispielsweise die aus dunklen vulkanischen Gesteinen bestehende Oberfläche unseres Mondes nur 10 v. H. des Sonnenlichtes zurückwirst. Die überaus gleichmäßige Wolkendecke der Venus läßt darauf schließen, daß der Planet nicht der Sonne stets dieselbe Seite zukehrt, Einwohnern. Das Wort bedeutet etwa „Seitlicher Strand". Ein allbekannter Name ist noch Naga- s a k i, dessen Name „Langes Vorgebirge" bedeutet — und am anderen Ende des Reiches die Stadt Hakodate, deren Namen man mit „Schachtel- haus" übersetzen könnte. Der wohl am meisten bekannte Ortsname Japans ist der des Fuji. Die Japaner sagen entweder „Fuji-san" oder „Fuji-no-yama", was beides dasselbe, nämlich Fujiberg, bedeutet; niemals aber gebrauchen sie die in (Europa bekannt gewordene Form Fujijarna. Das Wort selbst wird heute mit zwei chinesischen Schriftzeichen geschrieben, deren lieber* setzung „Herr der Reichtumsfülle" ergeben würde, also eine glückverheißende Benennung. An sich ist es wohl ein Wort aus der Sprache der Ainu (Japans Urbevölkerung, die heute dem Aussterben nahe ist) und soll nichts anderes besagen als etwa „Feuerberg". Der größte wohlbekannte Binnensee des Landes ist der B i w a - s e e bei Kyoto. Er verdankt seinen Namen seiner Gestalt, die der japanischen Biwa ähnelt, ein Musikinstrument, welches wohl am besten unserer Mandoline vergleichbar ist. Oft in Büchern genannt ist noch der „Juro- s h i w o", die warme Strömung, die an Japans Küsten entlangstreicht. Der Name kommt von der tiefblauen Färbung und würde übersetzt ungefähr „Dunkler Flutstrom" lauten. Wenn man sich also beim Lesen von Büchern oder Zeitungen die kleine Mühe macht, der Bedeutung fremder Ortsnamen nachzugehen, dann erscheinen uns Tokio, Japan und so weiter plötzlich nicht mehr als schwer zu verstehende, japanische Worte, sondern als wertvolle Bereicherung unserer geographischen oder geschichtlichen Vorstellungen über „Yamato". wie der italienische Astronom Schiaparelli glaubte, sondern daß die Umdrehungsdauer höchstens einige Tage beträgt. Am 16. Januar bildet Venus mit der in ihrer Nähe stehenden Mondsichel eine besonders schöne Konstellation. In den frühen Abendstunden ist am Südwesthimmel auch noch der Saturn im Sternbild der Fische sichtbar. Er geht Anfang Januar gegen 22 Uhr, Ende des Monats bereits um 20 Uhr, unter. Im übrigen kann von den Planeten mit' bloßem Auge nur noch der Mars beobachtet werden, der in der zweiten Hälfte der Nacht am Osthimmel als rötlicher Stern erster Größe leuchtet und aus dem Sternbild Jungfrau in das der Waage wandert. Seine (Entfernung nimmt im Januar rasch ab von 248 Millionen auf 201 Millionen Kilometer, seine Helligkeit dementsprechend zu. Am abendlichen Fixsternhimmel finden wir die prächtigen Wintersternbilder in günstiger Stellung. Das schönste und großartigste, der Orion, steht um 22 Uhr hoch am Südhimmel. Unter den drei in einer geraden Linie stehenden Gürtelsternen erkennen wir in klaren Nächten deutlich einen breiten Lichtfleck, den Orionnebel. Es ist eine riesige kosmische Staubwolke von äußerst geringer Dichte, deren Abstand man auf 500 Lichtjahre schätzt bei einem Durchmesser von wenigstens 10 Lichtjahren (ein Lichtjahr = 10 Billionen Kilometer). Auch die hellen Orionsterne stehen in einer (Entfernung von 200 bis 500 Lichtjahren. In der Verlängerung der Gürtelsterne des Orion nach links unten sehen wir Sirius, den Hauptstern des Großen Hundes und hellsten aller Fixsterne. Sein bläulich weißes Licht funkelt wie ein Diamant in der frostklaren Winternacht. Der von dem ägyptischen Gott Osiris abgeleitete Name des Hundssterns bedeutet nichts anderes als der Funkelnde. Den Aegyptern bedeutete der erste beobachtete Frühaufgang des Sirius im Sommer un mittelbar vor Sonnenaufgang das Kommen bet Nilflut. Aus dem alljährlich beobachteten Früh- aufgang des Sirius konnten die Aegypter zuerj, die Länge des Jahres zu 365V« Tagen bestimmen Mit dem Frühaufgang des Sirius begann in Aegypten das neue Jahr. Auch wir können heute mit gewissem Recht Sirius als den Neujahrs st e r n bezeichnen. Denn wenn in der Silvester, nacht zwölf Schläge der Turmuhr das neue Iaht künden, steht Sirius genau im Meridian, in feinet höchsten Stellung am Südhimmel. Sirius ist bet nächste von allen in Mitteleuropa sichtbaren hellen Fixsternen. Sein Abstand beträgt neun Lichtjahre ober bas 550 OOOfache der (Entfernung der Sonne von der Erde. Bei einer Oberflächentemperatur von 10 000 bis 11 000 Grad strahlt Sirius 27mal fottiel Licht aus wie unsere Sonne. Er hat außerdem einen lichtschwachen Begleiter, der sich mit dem Hauptstern in 50 Jahren in stark elliptischer Bahn um den gemeinsamen Schwerpunkt bewegt. Schräg links über dem Sirius finden wir feinen Nachbarn im Weltenraum, den Prokyon im Kleinen Hund, der von uns IOV2 Lichtjahre, von Sirius aber nur vier Lichtjahre entfernt ist. Zwischen Prokyon und Orion können wir bas silberne Band der M i l ch st r a ß e verfolgen durch die Sternbilder Zwillinge, Stier, Fuhrmann, Perseus, Kassiopeia, Kepheus bis zum Schwan, dessen Hauptstern Deneb nahe dem nordwestlichen Horizont blinkt. Besvn bers lohnend ist es, das Sternbild des Stieres mit dem rötlichen Aldebaran und den beiden Stern. Haufen der H y a d e n und P l e j a d e n durch ein Feldglas zu betrachten. Von der hoch im Zenit stehenden gelblichen Kapella im Fuhrmann ge langen wir über den Perseus zur Andromeda. Diese Sternreihe bildet die Fortsetzung des großen Pegasusquadrats, das schon stark nach Westen gerückt ist. In der Andromeda suchen wir uns mit Hilfe eines Fernglases den berühmten A n b r 0 mebanebel aus. Der matte Lichtfleck rührt van einem fernen Sternsystem her, das schätzungsweise 2000 Millionen Sonnen umfaßt und 900 000 Lichtjahre entfernt ift. Es ist unserem Milchstraßensystem an Große vergleichbar, denn sein Durchmesser beträgt über 50 000 Lichtjahre. Unter der Andromeda leiten die beiden kleinen Sternbilder Dreieck und Widder über zum Walfisch, an den sich links der (Eribanus anschließt. Im Osten sinb die beiden Tierkreisbilber Krebs und Großer Lowe mit Regulus auf gestiegen. Um ben Polarstern am Nord- himmel gruppieren sich bie bekannten Sternbilder bes Großen unb Kleinen Bären und des Drachen. Der große Himmelswagen steht jetzt östlich vom Pol und rollt mit nach unten gerichteter Deichsel rückwärts nach oben. Die (Erbe befindet sich am 1. Januar in Sonnennähe. Der Abstanb beträgt dann 147 Millionen Kilometer gegenüber 152 Millionen Kilometer im Juli. Im Laufe des Januar nimmt die Tageslänge schon merklich zu, doch macht sich die Zunahme zunächst nur nachmittags bemerkbar. Die Lichtgestalten bes Mondes fallen auf folgende Tage: 4. Januar letztes Viertel, 12. Neumond, 19. erstes Viertel, 26. Vollmond.__________ Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bi» 1230 Uhr. 16 bis 17 Uhr Samslagnafr mittag geschlossen. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für ben übrigen Teil: i. D. H. L. Neuner. Anzeigen- leitet: Hans Beck. Verantwortlich für ben Inhalt dec Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. XI. 36: 11 000. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts- Buch- unb Steinbruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit ber Illustrierten 15 Ps. mehr. Einzeloerkaufspreis 10 Pf. unb Samstags 15 Pf., mit ber Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. Der Sternenhimmel im Januar. Venus und Sirius, die hellsten Sterne am Winterhimmel. Zwecke« BOB Zwetfchgemvasier fehl, Arrest, einstweilige Dersu- gung) oder auf Grund einer vollstreckbaren Urkunde (gerichtlicher Vergleich, vollstreckbare Notariatsurkunde). Zw. in bewegliche Sachen und Forderungen, Gehalt, Mietzins. Hypothek ufax) erfolgt durch Pfändung, in Grundstücke durch Eintragung einer Zwangshypothek, durch Zwangsversteigerung oder Zwangsoer- waltung. — Der Antrag auf Zw ist bei der Geschäftsstelle des Amtsgerichtes zu stellen, s. Gerichtsvollzieher. Pfändung. Zwecken, andere Bezeichnung für Reißnägel, aber auch für Tape- ziernägel und Schuhnägel. Zweigspitzendürre kann bei Bäumen und Sträuchern verschiedene Ursachen haben: oft ist Kali- und Kalkmange! des Bodens schuld; bei Straßenbäumen können auch Leuchgasausströmungen Z. bewirken. Zweites Gesicht, die nach dem Volksglauben bei wenigen Menschen vorhandene Gabe, Unglücksfälle, Brände, Todesfälle nfw vorauszusehen. Zwerchfell ist der Muskels der Brust- und Bauchhöhle voneman- der trennt. Bei der Einatmung geht das Zwerchfell nach unten, bei der Ausatmung nach oben. Dadurch wird der Brustkorb erweitert und wieder verengert. Jnfolgedesien ist das Zwerchfell ein sehr wichtiger Atemmuskel. Bei Tuberkulose der Lunge wird manchmal der Nero durchtrennt, der die Bewegungen des Zwerchfells veranlaßt. Auf diese Weise mirb eine Ruhigstellung der einen Lungenseite erzielt. Bei überfülltem Darm, besonders wenn sehr viel Darmgase vorhanden find, wird das Zwerchfell nach oben geschoben. Damit drückt es auf das Herz und macht oft sehr unangenehme Herzstörungen, die mit nächtlichen Ängstzustän- den verbunden find. Es ist daher zweckmäßig, kurz vor dem Schla- fengehen keine großen Mahlzeiten mehr einzunehmen. Zwerg, Liliputaner, keine besondere Menschenrasse, sondern Menschen, die infolge von Wachstumsstörungen klein geblieben find. 2« der Sage find Zwerge kleine Erdgeister, die sich auf kunstvolle Schmiedearbeiten verstehen und den Mensche« meist gut gesonnen find. Zwergpfl«yen, besondere Zucht- form von Mlanzen, die oft durch Stecklingvermehrung unb Veredlung erreicht wird. Zwerggehvlze eignen sich für Steingärten. Zwergobst, auch Spalierbaum und Formobst genannt, wird durch Veredlung auf geeignete schwach-wachsende Pflanzen erreicht. Zwetschge, kann überall gezogen werden, da sie wenig Ansprüche an den Boden stellt. Frucht dient auch als Kuchenbelag, zu Kompott- und Musbereitung; siehe Pflaume. Zwetschgenwasser, meist aus sogenannten Kirschpflaumen, d. h. kleinen, blauen Pflaumen, hergestellter Branntwein. Beim Awetschgen-Effen ist jeder gern unb gleich babei; aber bevor es soweit ist, hat die Hausfrau manche Arbeit: Beim Entkernen hilft ihr ber praktische Zwetschgenentkerner, zum Einmachen nimmt sie ben neuzeitlichen Einkochapparat unb bie in allen Großen vorrätigen Einmachgläser von 3- D. Häuser, Gießen, am Oswaldsgarken, Fernsprecher 2145/2146. Heute abend 20 Uhr 36d Becherschießen Schtttxen-Ver- elaBMene.V. SeseWostsürAv ll völkettllvde Donnerstag, den 7. Januar, abends 8.15 Uhr, Neue Aula: Lichtbildervortrag 47d Max Zunge, Chile Sechs Forschungsreisen nach Westpaiagonien Verdunklung! Hierfür empfehlen wir Papier, Pappe, Lichtmanschetten Wiederverkäufer wollen Muster und Preise verlangen. 40 d /. Weinert K. G. Gießen, Neuen weg 9, Tel. 3615 ml (/>! ’v> lui NI m stahl- RflHan SdilaMm. Kinderbette. LlJU Holz- DKIWII Stahifeder-ujtnflae«a*te anafle-TeUihig. Ketel, trat EiaenmöbtifehrikSehl/Th. Stvaugsvevttekgevung Dienstag, 5. Jan. 1937, ab 2 Uhr nachm., sollen im Versteigerunas- lokal, Neuenweg 28, bzw. an Ort «.Stelle (Bekanntg. in ob.Lokal) zwangsweise geg. sofortige Barzahlung versteigert werden: Laus-, Laden- u. Büromöbel aller Art, 4Oefen, 4Herde, 2 Vervielfäl- tigungsavvarate, 3 Schreibmasch., 2 Spiegel, 2 Radios, 1 Schneider- nähmaschine, 1 Kredenz, 1 Schlafzimmerbild, 1 Schaufensterausstel- lungseinrichtung, 1 Staubsauger, 1 Nähmaschine, 1 Teppich, Anzugsund Kleiderstoffe. 38d Bestimmt werden versteigert: 1 Ladeneinrichtung, mehrere Flurgarderoben, 1 Dipl.-Schreibtisch, Dam.-Hanbschuhe u. Handtaschen. Scharmann, Gerichtsvollzieher in Gießen, Wernerwall 33, Tel. 3108 W i M ,1- Zu beziehen durch jede Gießener Buchhandlung oder direkt vom fl! K i N- W Ä. Gerhard und G. Wolff: Waldweben Dar Heimatbuch vom deutschen Walde. Mit 150 Naturaufnahmen und aufschlußreichem Einführung»^ text über die Lebensgemeinschaft de» deutschen Walde». In Leinen NM. 4.80 Martin Kakie»: Elche zwischen Tleer unb Stemel. Mit 120 Seiten und 82 hervorragenden Naturaufnahmen u. span, nendem Text. In Leinen NM. 8.60 M M Karl Otto Bartel»: Belauschtes Leben Kleine Kreatur in Wasser, Dusch und Halm. Ein Führer zu beglückendem Naturerleben mit 164 Naturaufnahmen und ausführlichem Text. In Leinen RM. 4.80 i i XW Dr. Werner Fischel: Tiere mit Gefühl unb Derstanb. Mit 144 Selten und 100 Textabbildungen. (Eine allgemeinverständlich« kleine Tierseelenkunde. In Leinen RM. 3.60 M W K K W Ä M Bermühler-Vücher find Bücher für Naturfreunde und Wanderer M Hugo BermühlerVerlag, Berlin-Lichterfelde W H S NLBNWUUWUWWWNUMMNWUS 44 Dogeiarten singen jetzt zu jeder Jahre», zeit, denn da», was sie im Frühling kündeten, ist V naturgetreu festgehalten auf den Schallplatten zu Gefiederte MeistersSnger Da» erste Lehr- und tzilfrbuch zur Beobachtung und Bestimmung der heimischen Dogelwelt. — Mit Unterstützung de» Reichsbunde» für Vogelschutz e. Stuttgart, herausgegeben von Dr. O. Heinroth. Do» erst« Buch enthält die Lebensgeschichten, die Bilder, die Rufe und Gesänge von 25, bie soeben erschienene „Neue Folge" von 19 weiteren Vogelarien. Jedes Werk besieht au» einem hanblichen Textband in Taschenbuch- grüße, der in klarer Uebersicht alle wichtigen biologischen Angaben, die Kennzeichnung der Vogel- sänge, die Erläuterung der Schallplattenaufnahmen und zahlreiche Bilder auf einfarbigen und bunten Kunstdrucktafeln enthält, bret Schallplatten (25 cm Durchmesser), hergestellt von der Earl Lind- ström A. ®., mit Dogelstimmen nach Aufnahmen au» freier Natur, einem praktischen Schutzkasten, in dem Textbuch und Schallplatten sicher vor Beschädigung aufbewahtt werden können. Preise unb Begugsbebingungen: Jedes Werk ist nur ge> schlossen verkäuflich. Schallplatten werden einzeln nicht abgegeben. Der Preis jede» Werkes beträgt RM. 19.— Nr. 2 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Montag, 4.Zanuar M7 Aus der Provinzialhauptstadt. Im Winter schauen mich alle an! Mein Freund hat sich ein kleines Einfamilienhaus gebaut. Er hat auch meinen Rat befolgt und sich m dem behaglichen Wohnzimmer einen Kachelofen einbauen lassen. Die Wände sind mit dunkelbraunem Holz bekleidet, und in der Mitte der Wand — nicht in irgend einer Ecke — steht stolz und behäbig der dunkle, glänzende Ofen. Zu beiden Seiten schließen sich bequeme Ofenbänke an, die weich ausgepolstert würben. Der Ofen brennt Tag und Nacht. Es ist ein Allesbrenner. Die Wärme, die er auj-strahlt, ist so mild und gleichmäßig, daß wir ihn ruhig anfassen können. Ich freue mich immer auf die stillen Stunden, die wir in diesem schönen Zimmer verplaudern können. Wenn es draußen so recht stürmt, wenn der Wind durch die kahlen Bäume jagt und an den Fensterläden rüttelt, dann sitzt es ffdj mollig in der Nähe des warmen Ofens. Und gern erinnern wir uns an die Jugendzeit, in der in unserm Elternhaus der alte, eiserne Ofen das Zimmer wärmte. Er stand noch auf vier Beinen und hatte gar viele Türchen, denn die Mutter wollte doch auch darin einiges kochen. Damals wurde nur Holz gebrannt. Wie schön war es dann, wenn die Abenddärnerung hereinbrach und das Zimmer ganz dunkel wurde. Durch die kleinen Löcher im Ofen- türchen aber leuchteten die Flammen und sandten ihren goldnen Schein in die Stube. Wir saßen ganz still und horchten auf das leise Knacken des brennenden Holzes. Im Ofen aber brieten die dunklen Maatäpfel! Der Duft erfüllte das ganze Zimmer. Oder wenn wir vom Eise, von der Schneeballschlacht heimkamen, ganz durchfroren, mit roten Nasen und roten Fingern! Wie kuschelten wir uns dann in die Nähe des geliebten Ofens. Er war doch ein rechter Zauberer, dieser alte Ofen, wenn er auch manchmal etwas rauchte und Nisse bekam. So steht der alte Ofen wie ein lieber Kindertraum in unserer Erinnerung. Die schönsten Stunden verbrachten wir in seiner Nähe, wenn wir unsere Bilderbücher betrachten, da wir Häuser mit unserem Baukasten bauten. Wenn gar am Abend die Großmutter anfing, von fernen, vergangenen Zeiten zu erzählen, dann war der Ofen der Mittelpunkt des Hauses. Hier saß die ganze Familie und lauschte. „Im Winter schauen mich alle an." — So hieß doch wohl das Rätsel, das wir als Kinder in unserm Lesebuch fanden? „Im Sommer schaut mich niemand an, im Winter schauen mich alle an!" Ja, unsere liebe Oefen! Sie füllen die Räume, mit wohliger Wärme, sie begrüßen uns, wenn wir durchnäßt und durchfroren nach Haufe kommen. Aber danken wir ihnen auch und denken wir an diese unsere besten Freunde im Winter? Behandeln wir sie als Freunde? Werden wir nicht ärgerlich, wenn so ein Ofen etwas müde wird und Rauch ausstößt? Und dabei sind wir doch selber schuld. Wir haben vergessen, daß auch die Oefen gepflegt werden müssen. Wir dürfen nicht immer nur Taten von den andern verlangen, wir müssen auch selber was tun. So ist es im Leben. So ist es bei unferm Ofen. Denken mir manchmal daran! Ein Ofen muß auch manchmal cusge- putzt und gereinigt werden. Dann erst wird er uns während des langen Winters ein guter und zuverlässiger Freund sein. M. N. Dornotizen. Tageskalender für Montag. Gloria-Palast, Seltersweg: „Die Julika." — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die Jugendsünde." Ortsgruppe Gießen-Süd. Kohlenscheinabrechnung. Die Kohlenhändler werden aufgefordert, die in Zahlung genommenen Kohlengutscheine, Serie C, am Dienstag, 5. Januar 1937, von 19.30 bis 20.30 Uhr auf unserer Geschäftsstelle, Crednerstraße 24, Kameraden im Dienste des Mnierhilsswerks. Ergebnis: über 4000 Mark in der Stadt Gießen. H 1 *> Das vergangene Wochenende brachte die vierte Reichsstraßensammlung des WHW. 1936/37, die wiederum ein schöner Ausdruck deutscher Opferbereitschaft und Opfergemeinschaft wurde. Kaum ein Volksgenosse in unserer Stadt ließ vergeblich bitten, wenn er das Zeichen der Sammlung, die Rose, noch nicht trug, und viele fanden sich mehrmals bereit, in den Geldbeutel zu greifen, wenn ihnen Freunde und Bekannte die Sammelbüchse entgegenhielten. So begegnete man am Samstagabend kaum jemanden mehr, der nicht die schöne Rose am Mantel trug. Unter Volk ist im wahrsten Sinne des Wortes (Aufnahme: Pfaff, Gießen.) zur Opfergemeinschaft geworden. Das galt am Samstag und am Sonntag nicht nur für diejenigen, die den Sammlern die Büchsen füllen halfen, sondern auch für jene, die sich willig bereitfanden, Stunde um Stunde der Sammelarbeit zu opfern. Die Kameraden aus den Reihen der SA., der Marine-SA., des NSKK. und der SS. wurden in ihrer Bemühung um ein gutes Ergebnis ihrer Sammlung zu einer wahrhaft verschworenen Gemeinschaft. Vom Brigadeführer oder Standartenführer bis zum SA.-Mann stand jeder im Dienste der Sammlung. Ehrensache, daß jeder der Sammler zunächst einmal selbst seine beiden Groschen in die Büchse warf! Außerdem: in der Büchse mußte ja überhaupt erst einmal Geld klingeln — Am Standarten-Gebäude, an der Senckenbergstraße, herrschte zum Beginn der Sammlung, am Samstag um 15.30 Uhr, ein Leben wie vor einem Bienenstock im Hochsommer. Nach allen Richtungen zogen je zwei Kameraden im braunen Tuch aus, dahin, wo sie hofften, bas beste Sammelergebnis zu erzielen. Am Kreuzplatz gab es am Samstagnachmittag ein Platzkonzert des Musikzuges der SA.-Standarte, das viele Zuhörer fand und den Sammlern viel Möglichkeit brachte, die spendenden Volksgenossen mit der Rose auszuzeichnen. Am Samstagnachmittag war das Wetter der Sammlung außerordentlich günstig, denn viele Einwohner unserer Stadt waren bei Einkäufen unterwegs. Am Sonntag hatten es die Sammler schwieriger, denn das wenig schöne, regnerische Wetter ließ nicht viel Lust zum sonntäglichen Spaziergang aufkommen. Immerhin, die Kameraden wußten sich zu helfen und haben sicherlich alle ihre Abzeichen abgesetzt. In den Wohnungen und in den Gaststätten wurden die Volksgenossen aufgesucht, in Straßenbahnen wurde gesammelt, im Bahnhof standen die Kameraden mit den Sammelbüchsen, ja, selbst auf den Bahnsteigen gingen sie an den haltenden, durchweg vollbesetzten Schnellzügen entlang und verkauften dabei noch manche Rose. Manches Scherzwort flog dabei hin und her. Dank der eifrigen Bemühung, dank aber vor allem der Opferbereitschaft der Bevölkerung hatte die Sammlung ein sehr erfreuliches Ergebnis. Der Sammelertrag belief sich auf über 4000 Mark, eine Summe, die einen weiteren schönen Beitrag der Bevölkerung unserer Stadt für die großen Aufgaben des Winterhilfswerkes darstellt. einzureichen. Später eingereichte Gutscheine werden nicht mehr angenommen. NGD., Ortsgruppe Mitte. Kohlenabrechnung am 5. Januar 1937. Die Kohlenhändler werden ersucht, die Kohlen- scheine der Serie C am Dienstag, 5. Januar 1937, 20.30 Uhr, auf unserer neuen Geschäftsstelle (Zigarrenhaus Moeser), Eingang Löwengasse, einzureichen. Es wird hiermit darauf hingewiesen, daß die Rückseite der Kohlenscheine außer der Unterschrift des Händlers auch die Unterschrift des Empfängers und die genaue Bezeichnung der Kohlensorte tragen muß. Nach dem 5. Januar 1937 eingereichte Scheine sind wertlos. NSDAV. — Amt für Bolkswohlfahrt. Ortsgruppe Gießeu-Mitte. Pfundsammlung. Arn Mittwoch, 6. Januar 1937, werden die Spenden (Pfundsammlung) durch die NS.-Frauenschaft eingesammelt. Die Hausfrauen werden gebeten, den Inhalt der Päckchen auf der Umhüllung kenntlich zu machen und die Mitgliedskarten zur Quittungseinzeichnung bereitzuhalten. Die Pfundsammlung erstreckt sich während der Dauer des WHW. wieder auf alle Volksgenossen. 7lGD., Ortsgruppe Gießeu-Ost. Delr.: LebensmiltelOpferring. Die Sammlung wirb Dienstag, 5. unb Mittwoch, 6. Januar, von der NS.-Frauenschaft durchgeiührt. Die Mitglieder wollen die Pfundpäckchen bereithalten unb bie Mitgliedskarte zur Eintragung vorlegen. Der Inhalt der Päckchen ist außen sichtbar anzugeben. Es wird gebeten, daß sich außer den Mitgliedern auch diejenigen Volksgenossen beteiligen, die in der Lage sind, das WHW. zu fördern. * Belr.: Kohlenversorgung. Die Kohlenhändler werden aufgefordert, die in Zahlung genommenen Kohlengutscheine bis zum 5. Januar, täglich in der Zeit von 17 bis 19 Uhr, auf der Geschäftsstelle, Kaiserallee 52, gegen eine Wertquittung umzutauschen. Später eingereichte Kohlengutscheine können nicht mehr in Zahlung genommen werden. Kreisfilmstelle. Der Groß-Tonfilm „Der höhere Befehl" und „lag der Freiheit — Unsere Wehrmacht" wird von der Gau-Filmstelle Hessen-Nassau an folgenden Terminen und Orten vorgeführt: Sonntag, 3. Januar in Großen-Buseck, nachmittags und abends; Montag, 4. Januar in Reiskirchen, nachmittags und abends; Dienstag, 5. Januar in Londorf, nachmittags und abends; Mittwoch, 6. Januar in Allendorf, nachmittags und abends; Donnerstag, 7. Januar in Treis, nachmittags und abends; Freitag, 8. Januar in Steinbach, nachmittags und abends; Samstag, 9. Januar in Heuchelheim, nachmittags und abends; Sonntag, 10. Januar in Großen-Linden, nachmittags und abends; Montag, 11. Januar in Holzheim, nachmittags und abends; Dienstag, 12. Januar, in Gambach, nachmittags und abends; Mittwoch, 13. Januar in Wohnbach; Donnerstag, 14. Januar in Steinfurt; Freitag, 15. Januar in Beienheim; Samstag, 16. Januar in Dorheim, nachmittags und abends; Sonntag, 17. Januar in Wölfersheim, nachmittags und abends; Montag, 18. Januar in Reichelsheim. Den Film „Der höhere Befehl" zeichnen eine aufrüttelnde, dramatische Handlung, die von Leben, Liebe, Taten und Kampf eines aufrechten Deutschen in Zeiten bitterster vaterländischer Not erzählt, und eine schöpferisch gestaltende Jnszenierungskunst, die Wucht und Spannung, Tragik und Heroismus, packende Milieuschilderung und überwältigende Dramatik zur Auslösung bringt, aus. — Ein Film vom Kampf des starken Herzens, von Triumph der unwandelbaren Treue und vom Sieg des ewigen Deutschtums. llniversitätsprofeffor i. 2R. £»r. med. Hans Koeppe 70 Jahre. Am heutigen Montag kann der frühere Direktor der Universitäts-Kinderklinik, Universitätsprofessor Dr. Hans Koeppe, Alicestraße 6 wohnhaft, seinen 70. Geburtstag begehen. Der sowohl als Praktiker wie als Wissenschaftler bekannte Gelehrte hat sich besonders durch eine nach ihm benannte Säuglingsnahrung große Verdienste erworben. Er begann seine Laufbahn als praktischer Arzt zuerst in Darmstadt und später in Gießen. Nach mehreren längeren Studienreisen habilitierte er sich in Gießen, wo er 1907 außerordentlicher Professor wurde. 1910 wurde er ärztlicher Leiter der Zenttale für Mutter- und Säuglingsfürsorge in- Hessen. Außer zahlreichen praktischen Laboratoriumsarbeiten hat er eine große Anzahl wissenschaftlicher Arbeiten auf den Gebieten der Kinderheilkunde und Säuglingsfürsorge herausgegeben. Baltikum- und ffreikorpskämpfer im Kyffhäuserbund. Feierliche Uebernahme der Ortsgruppe Gießen. Die Uebernahme des Bundes ehem. Baltikum- und Freikorpskämpfer, Ortsgruppe Gießen, in den Reichskriegerbund „Kyffhäuser" fand am Samstagabend im „Bayerischen Hof" statt. Kameradschaftsführer Paul Euler begrüßte hierzu den Kreis- verbandsführer des Kyffhäuserbundes, Kam. Ober» veterinärrat Dr. Monnard und dessen Führer-- stab. In einer von soldatischem Geist beseelten Ansprache fand der Kreisverbandsführer mannhafte Worte der Anerkennung für die letzten Soldaten Hainer Maria Hilfe: „Die weiße Fürstin." Uraufführung im Gietzcner Stadttheater. Vor zehn Jahren, am 29. Dezember 1926, ist Rainer Maria Rilke in Muzot gestorben. Wenn wir seiner jetzt gedenken, so werben wirb bie inneren Abstänbe so wenig übersehen wollen, bie uns von diesem Dichter heute trennen, wie wir bie ungeheure Ausstrahlung leugnen können, die von Rilkes Werk bei seinen Lebzeiten und nach seinem Tode ausgegangen ist in die Breite wie fortwirkend in die Tiefe. Es würde zu weit führen und kann in diesem Zusammenhang nicht die Aufgabe sein, Rilkes menschliche und dichterische Erscheinung, die wir vielleicht erst heute (nach dem Erscheinen seiner Briefe) vollkommen zu übersehen vermögen, in ihrer adligen und unvergleichbaren Einmaligkeit zu würdigen. Kein Zweifel, daß sich unser Stadttheater ein ehrenvolles Verdienst damit erworben hat, seine achte sonntägliche Morgenveranstaltung als eine Gedenkstunde für Rilke auszugestalten und sem Andenken durch die Uraufführung der „Weißen Fürstin" zu ehren. Intendant Schultze - Griesheim sprach zu Beginn Worte des Gedenkens und der Einführung. Es fei nicht die kalendarische Zufälligkeit der zehnten Wiederkehr von Rilkes Todestag, so sagte er unter anberm, über das Wesen und Werk des Dichters in dieser Zeit nachzudenken; in Zeiten großen kulturellen Umbruchs wie ber unfern fei bie Dichtung nie schlecht daran gewesen, doch fehle in solchen Zeiten oft die Muße, sich in Das dichterische Werk zu versenken. Das Endziel aller solcher Zeiten bleibe stets, eine neue Kultur und eine neue Veredlung des Lebens zu schassen; darum gelte es, sich auf das echte und ewige dichterische Wort zu besinnen und es zu bewahren. Rilkes Wort fei ganz schwingende, tönende See e, ein Hauch gewordenes Göttliches; sein Werk lei ganz deutsch im Sinne einer Erziehung des Herzens. Die Veröffentlichung der Briefbände nach |eu nem Tode lasse erkennen, daß Rilkes menschnche Erscheinung gleichberechtigt und gleich gewichtig neben seiner llVirkung als Dichter vor uns stehe. Or habe den unveräußerlichen, zeitlosen Wert des Dichterischen sehr klar erkannt, habe den Begriff der Kunst erhöht und ihren religiösen Ursprung betont i'Dies wurde durch die Verlesung von Briesstellen über die Kunst, über Rodin, über Rilkes eigenes Empfinden und Schaffen verdeutlicht.) In der strengen Zucht seines einsamen Lebens sei er, ganz deutsch, ein Hüter der Tradition gewesen: das Erbe ber Geschichte war in ihm so lebenbig wie die Vision des ewigen Reiches der Deutschen. Aus einem Brief über den im Kriege gefallenen Bernhard v. d. Marwitz spricht deutsch die Sorge um die Zukunft unseres Volkes und bie Einsicht in bie bebeut- fame Aufgabe ber deutschen Jugend bei der Gestaltung unseres neuen Lebensbildes. In der „Weißen Fürstin", um bas Jahr 1900 entstanden, spreche schon, obwohl sie mehr Gedicht als Drama sei, das Wesentliche Rilkes sich aus, — in der Reinheit der Sprache, in der Fülle der Bilder; und auch das dunkle Grauen der Generation an der Jahrhundertwende vor den kommenden Jahrzehnten sei darin lebendig. — Der Intendant schloß mit dem Wunsche, diese Morgenfeier möge, wie die vorausgegangenen, dazu beitragen, der echten Dichtung und der echten Theaterkunst eine verschworene Gemeinde zu bilden. * „Die weiße Fürstin", „eine Szene am Meer", ist eines von Rilkes Jugendwerken. In der vorbildlichen Gesamtausgabe des Insel-Verlages erscheint es im ersten Bande, unmittelbar hinter den ersten und den frühen Gedichtsammlungen; es ist Rilkes einziger dramatischer Versuch, in der Tat mehr Lyrik als Drama, ein Stück reiner Dichtung, gleichsam nur zufällig in szenischem Gewände ver- leiblicht, ein sehr feines, sehr zartes Gespinst aus Traum und Phantasie. Es ist uns wertvoll und wichtig nicht so sehr um seiner selbst willen denn als Vorstufe, als ein Keim, in dem freilich, wenn nicht der ganze spätere Rilke, der berühmte, geliebte und weithin wirkende, so doch entscheidende und unverwechselbare Züge seines Wesens und Werkes bereits in einer erstaunlichen Reinheit enthalten und vorgebildet sind: das lyrische Grundelement zunächst und vor allem, die klare und betörende Musik der Sprache der Adel des reinen, dichterischen Wortes, bie Fülle unb ber Reichtum ber Silber und Gedanken; es ist barin auch das ganze Weltgesuhl der dichterischen Generation um die Jahrhundertwende eingefangen, die neuromantische Lebensferne die Flucht in die unerschütterbare Welt der Kunst ber Phantasie und des Traumes, wie wir sie aus ähnlichen, bekannter und berühmter gewordenen Szenen jener Zeit kennen. (Die Verse der Fürstin: „Bedenk, ist irgend Leben mehr erlebt als deiner Träume Bilder..." sind höchst charakteristisch nicht nur für Rilke, fondern für die Entt stebunqszeit dieses Frühwerkes überhaupt.) Auch sonst klingen allenthalben Elemente und Leitmotive des späteren Werkes an; schon hier wird jene un- veraänqliche Weise von Liebe und Tod intoniert, bie bann im „Kornett" Weltberühmtheit erlangte; Liebe und Tob sind schon hier, „am Meer", im stillen Park ber italienischen Spätrenaissance, die beiben Pole, um welche Gespräch, seelische Entwicklung unb bramatische Bewegung kreisen — noch ohne die innere Spannung freilich, ohne die verzehrende Leidenschaft des Herzens, die das unsterbliche Abenteuer des ritterlichen Fähnrichs bewegt: alles ist hier verhalten, stilisiert, nach innen getrieben, maßvoll und sparsam in Gebärde und Ausdruck, mehr Andeutung als Wirklichkeit, und immer auch in jenem Symbolismus verfangen und verschleiert, der wiederum nicht nur für Rilkes frühe Dichtung kennzeichnend war. Auch von der stummen und doch so eindringlich spürbaren Magie und Beseelung der leblosen Dinge ist schon hier etwas zu empfinden, die im späteren Werk so hellsichtig erschlossen wurde; endlich auch eine Ahnung von dem erschütternden Ringen um Gott, das sich in immer neuen, immer kühneren Bildern Ausdruck und Ausbruch erzwang, wenn wir hier etwa die Schilderung der Betenden in der Kathedrale von Sarzana vernehmen: . Sie aber schrien, es war, als zöge Gott sie an dem obern Ende der langen Stimmen wie an langem Haar ..." * Indem wir so im Frühwerk Wurzeln und Keimzellen des späteren zu erkennen oder anzudeuten versuchen, glauben wir den Sinn der Uraufführung reiner und klarer umreißen zu können, als mit einer „Inhaltsangabe", die hier noch unzulänglicher bleiben müßte, als sie es sonst schon zu sein pflegt. Diese Renaissancefürstin, still und schön und reif, die sich an der Seite eines strengen und ungeliebten Gemahls „aufspart" in gesammeltem Gefühl für den erträumten (Beliebten, wartend auf bie Erfüllung unb auf bas Wunberbare wie jene nor- bische Nora; ihre zarte, junge Schwester, bie aus ber behüteten unb unerschlossenen Welt fürstlicher Einsamkeit bem wirklichen, dem „erlebten" Leben zudrängt; der Bote aus der andern Welt, aus der Außenwelt (den wir aus vielen Dramen der gleichen Zeit kennen), mit dem bie Realität unb bas (Brauen einer nahen Wirklichkeit in ben behüteten Bezirk einbrechen; bie schmerzliche Melancholie bes Abschiedes und Ausklangs, der die vorübergleitende Erscheinung des erhofften Ankömmlings in der Gestalt der beiden Maskenmänner und Todesboten auf eine unwiderrufliche Weife ins Gegenteil verkehrt und verdoppelt —: dies alles sind nur bie Sinnbilber einer längst untergegangenen Zeit, die doch noch immer zu uns herüberleuchtet — über Jahrzehnte hinweg, welche bas Antlitz ber Welt von (Brunb auf verwcmbelt haben. — * Jntenbant Schultze-Griesheim gab ber kleinen Dichtung selbst bie stille, noble Bühnenform, bereu sie bebarf. Er hat bie fast naturalistisch genauen Anweisungen Rilkes auf ein anbeutendes Maß Hurückgeführt und in einem Bilde (Entwurf: Karl Löffler) bewahrt, das ein wenig von der Stimmung der Feuerbach'fchen „Iphigenie" in sich ausgenommen zu haben schien. Dem äußern Rahmen entsprach die imiere Haltung der Aufführung; die Spielleitung, mit eindringender Liebe und behutsamer Sorgfalt am Werk, war sich, wie jedermann empfinden mußte, bewußt, wie sehr hier alles auf sprachliche Durchdringung und Beseelung ankam, auf gehaltene Gebärde, maßvollen Ausdruck, Sparsamkeit im rein Schauspielerischen. (Die Wirkung wird sich gerade hier für alle vertieft haben, welche die Szene zuvor gelesen hatten; den andern sei dies nachträglich empfohlen.) Fräulein B i r f m a n n verband in ihrer Darstellung alle Elemente, die man von der Trägerin der Titelrolle verlangen muß: die stille, frauenhafte Würde der Haltung, Verinnerlichung und Beseelung des Ausdrucks, Musikalität und Gliederung im Sprachlichen — und über allem jene leise Transparenz der Erscheinung, welche die Herkunft dieser Gestalt aus den Grenzbezirken zwischen Phantasie und Wirklichkeit ins Bewußtsein bringt. Fräulein Krause als Manna Lara traf sowohl den Ton verhaltener schwesterlicher Zärtlichkeit und Hingabe als auch das Wesen des mit noch unklarem Gefühl nach dem großen Erlebnis sich sehnenden Mädchens. Herr Schorn als Bote gab, sprachlich zuchtvoll» verhalten, eine farbige, persönlich bewegte Schilderung der Stätten des Todes. — Noch in keiner der bisherigen Morgenfeiern war das Theater so gut besucht wie gestern; die Zuhörer dankten mit großem Beifall. Es wäre erfreulich, wenn die verschworene Gemeinde, von der vor der Aufführung die Rede mar, auch in Zukunft so zahlreich versammelt wäre. Thyriot. Zeitschriften. — Von einer großen Pariser Luftschutzübung, bei der nicht alles vor sich ging, wie es hätte gehen müssen, erzählt ein interessanter Bildbericht im neuen Heft der „S i r e n e", der illustrierten Zeitschrift des Reichsluftschutzbundes. Weitere Bildberichte zeigen die „Luft-Infanterie" (Fallschirm-Ab- springer) bei großen Massenübungen, Tarnung tt» Tierreich, einen deutschen Fliegerhorst und die Rettung einer amerikanischen Stadt durch „Bomben- Angriffe". des großen Krieges und bie ersten Soldaten des neuen Deutschlands. Im Reichskriegerbund werden nun die alten Frei- korpskämpfcr jetzt in die große Front der alten Soldaten eingereiht, damit auch sie unter einheit- stcher Führung zu den Zielen marschieren, die ihnen Adolf Hitler gewiesen hat. Als Kameradschaft der Freikorpskämpfer im großen Bund, sollen sie sich in ihrem Kampfgeist üben und schulen, für den Augenblick, in dem der Führer auch sie einmal rufen wird. Nachdem sie eingereiht sind, wird ihnen auch ihre alte Fahne wiedergegeben werden, damit sie auch nach außen hin ihre Eigenart zeigen können. Die Ueberreichung der Anerkennungsurkunden für ihren Einsatz für Deutschland soll später in feierlicher Form erfolgen. Mit dem Treuegelöbnis zum Führer vollzog der Kreisverbandsführer die Uebernähme in den Kyffhäuserbund und Kameradschaftsführer Paul Euler sagte dem Kreisoerbandsführer und dem Reichsführer treue Gefolgschaft aller Kameraden zu. Nachdem Kam. Weber auf die großen Ziele, an denen die Kameraden nun Mitarbeiten können, hingewiesen, Kam. Gond- n e r als Schießreferent der Kameradschaft über die Zusammenarbeit mit dem Kyffhäuserbund gesprochen hatte und Kam. Euler organisatorische Fragen besprochen hatte, gab Kam. M o n n a r d die Richtlinien für die weitere Arbeit an. Er sicherte der Kameradschaft eigene Zusammenkünfte zu, forderte sie auf, bei Kyffhäuserveranstaltungen mitzumarschieren, gab ihnen die Erlaubnis, die Farben und Abzeichen des Kyffhäusevbundes zu tragen und sicherte ihnen die Teilnahme an den Wohl- sahrtseinrichtungen des Reichskriegerbundes zu. Gleichzeitig gab er bekannt, daß der bisherige Kameradschaftsführer Euler aus Gesundheitsrücksichten von der Führung zurückgetretcn sei und der Kreisoerbandsführer ernannte Kam. PostaMtent Fritz A u d e r e r zum Kameradschaftsführer. Kam. Kostorz sprach dem Kreisverbandsführer den Dank für die Anerkennung der ehem. Freikorpskämpfer aus und dankte auch dem scheidenden Kameradschaftsführer Paul Euler dafür, daß er unter persönlichen Opfern die Fahne der Freikorpskämpfer aufrecht getragen hat. Kreispropagandaleiter des Kyffhäuferbundes Köhres forderte zur Werbung aller ehem. Kameraden für die neuen Ziele auf und ernannte Kam. Osman-Bey zu seinem Stellvertreter innerhalb der neuen Kameradschaft. Der Kreisverbandsführer würdigte die Verdienste des Kam. Euler um die Kameradschaft und deren Ueberführung. In einer schwungvollen Ansprache gab dann Kam. Weißenstein der Ueberzeugung für die Ueberführung Ausdruck und schilderte Erinnerungen aus der'Freikorpszeit. Beim Gesänge alter Lieder und beim Austausch von gemeinsamen Erlebnissen blieben die Kameraden noch einige Zeit zusammen. ** Eine Fünfundsiebzigjährige. In körperlicher und geistiger Frische konnte am Samstag, 2. Januar, Frau Marie Dechert, Lähn- straße 3, ihren 75. Geburtstag feiern. ** Oeffentliche Bü-cherhalle. Im Dezember wurden 2080 Bände ausgeliehen. Davon kamen auf: Zeitschriften 37, Gedichte und Dramen 24, erzählende Literatur 1218, Jugendschriften 360, Länder- und Völkerkunde 135, Kulturgeschichte 2, Geschichte und Biographien 231, Kunstgeschichte 5, Naturwissenschaft und Technologie 30, Heer- und Seewesen 17, Haus- und Landwirtschaft 1, Gesundheitslehre 2, Religion und Philosophie 6, Staatswissenschaft 10, Sport 2 Bände. Nach auswärts kamen 12 Bände. NunSfunkprogramm. Mittwoch, 6. Januar. 6 Uhr: Choral, Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Werkskonzert. 11: Hausfrau, hör zu! 11.30: Gaunachrichten. 11.40: Landfunk. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. Musikalische Kurzweil. 13: Nachrichten, auch aus dem Sendebezirk. 13.15: Mit- taqskonzert II. 14: Nachrichten. 14.10: Die schöne Stimme (XXXI). Elisabeth Ohms. 15: Volk und Wirtschaft. 16: Kammermusik. 16.30: Unterhaltungsmusik. 17.30: Oberwesel am Rhein, die alte Winzer- und Schifferstadt. Hörbild. 18: Unser singendes, klingendes Frankfurt! 19.45: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.15: Stunde der jungen Nation. „Oesterreich, Volk und Land". 20.45: Tanzende Flocken. Eine lustige Uebertragung aus Herrn und Frau Holles Winterreisebüro. 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk, Sportbericht. 22.30: Chormusik. Familienfeier der erblindeten Krieger. In bewundernswerter Kameradschaftlichkeit feierten auch in diesem Jahre wieder die im Bezirk Gießen der Fachabteilung Bund erblindeter Krieger zusammengeschlossenen alten Soldaten mit ihren Angehörigen ihre Weihnachts-Familienfeier in Gießen. Aus Oberhessen und dem Lahngebiet waren sie gern dem Rufe ihres verdienten Landes- und Bezirksobmanns I. Kranz aus Friedberg gefolgt, um bei klingenden Weisen der Kapelle Daubertshäu- s e r, bei ausgezeichneten Chorgesängen und mit einer Fülle freundlicher Ansprachen erlebnisreiche Stunden zu verbringen. Bezirksobmann Kranz begrüßte vor allem die tapferen Kameradenfrauen, die sie so sicher durch ihr dunkles Leben führen, die Kinder und viele Behördenoertreter als Gäste. Besonderen Dank sprach er dem Kameraden Franz Adam, Gießen, dafür aus, daß er ihnen im letzten Augenblick noch die Durchführung dieser Zusammenkunft ermöglichte. In herzlicher Weise sprach er von dem Weihnachtsfest, das auch die Familie der erblindeten Krieger im Gemeinschaftsgeist umschließt und zu dem er allen die besten Wünsche aussprach. Dann gedachte er des verstorbenen Kameraden Karl Sandrock und ganz besonders des so schmerzlich vermißten Kameraden Georg Vogel, der seinen Kameraden neun Weihnachtsfeiern von bleibender Erinnerung bereitet hatte und nun zur großen Armee abberufen wurde. Er würdigte in Dankbarkeit die Hilfsbereitschaft und Aufopferung dieses Helfers der blinden Kameraden und fand anerkennende Wor^e für den Frontgeist und die Herzensgüte dieses Freundes und Kameraden. Der dem Bund der erblindeten Krieger als Ehrenmitglied angehörende Bauersche Gesangverein bereitete den Kameraden durch einige schöne Männerchöre wieder besondere Freude. Einige aufmunternde Worte sprach der Gauamtsleiter und Gauobmann der NSKOV., Kamerad Ziegler, zu den Kameradenfrauen und den Kameraden, denen er die stolzen Erfolge des Führers im letzten Jahr in die Erinnerung rief und ihnen alle Fürsorge und Verbundenheit auch in der Zukunft versicherte. Er bestärkte sie in dem Glauben an die Zukunft des Reiches, für die sie das größte Opfer gebracht haben und ermunterte sie zu neuem Mut und tapferem Aush-arren auf ihrem beschwerlichen Lebensweg. Auch Bürgermeister Professor Dr. Hamm ließ es sich nicht entgehen, wie alljährlich mit den Kameraden einige frohe Stunden zu verbringen und ihnen die besten Wünsche der Stadt Gießen zu übermitteln. Er erzählte ihnen von den Tagen stolzer Freude der alten Garnisonstadt über die Wiederaufrichtung des ruhmreichen 116er Regimentes. Wenn 1938 die große Jubiläumsfeier abgehalten wird, dann sollen auch die erblindeten Kameraden unter den Ehrengästen nicht fehlen. Landesinspektor Arnold von der Hauptfürsorgestelle Wiesbaden überbrachte die herzlichsten Grüße und Wünsche des Landeshauptmannes und seiner Dienststelle und gab Aufschluß über neue Fürsorgemaßnahmen. Für das Versorgungsamt Gießen übermittelte Amtsoorstand, Regierungsrat Klahr, Grüße und Wünsche. Von den Hauptfürsorgeämtern Kassel und Darmstadt waren herzlich gehaltene Schreiben eingegangen. Ein vom erblindeten Kameraden Biedenkopf aus Grünberg verfaßtes und vorgetragenes Gedicht über das Weihnachtserleben des Blinden und ein gemeinsam gesungenes Weihnachtslied leitete über zur Bescherung der Kinder, za denen der Nikolaus kam. Eine Kaffeetafel bereitete besondere Freude. Den Dank an alle freundlichen Spender, die Mitwirkenden und Helfer kleidete Bezirksobmann Kranz in schöne Worte. Bei den munteren Weisen der Kapelle Daubertshäuser, Gedichtvorträgen des Kam. G e r l a ch, Vetzberg, und Klaviervorträgen eines erblindeten Schülers des Bezirksobmannes und des Sohnes des Kameraden Biedenkopf, blieben die alten Krieger mit ihren Angehörigen noch fröhlich beieinander. Die Kameraden Kranz und Steinmüller brachten zusammen mit Herrn Daubertshäuser (Violine) einige Marsch- und Volksweisen zu Gehör. OieLagd im Januar. Das Kalenderjahr ging zu Ende, das Jagdjahr läuft weiter. Aber auch es hat seinen Höhepunkt überschritten, und der Jagdschein zeigt wieder viele schwarze Felder: Schonzeit! Die Zeit der Ernte ist vorüber, die Zeit der Hege und Pflege setzt verstärkt ein, um die Grundlage für das kommende Jahr zu sichern. Im Rotwildrevier wird der Abschuß an Hirschen und Kahlwild im Hartung zu Ende geführt. Auch das Damwild hat noch Schußzeit. Dem Schwarzwild kommt der abnorme Winteroerlauf zunutze, der die Hoffnung des Jägers auf Schnee bis jetzt nicht erfüllt hat. So fehlt die Möglichkeit zum Spüren und Festmachen der Sauen, und alles Jagen ist in seinem Erfolg in stärkstem Maße vom Zufall abhängig. Hoffen wir, daß es nicht so bleibt und der Januar das bringt, was der Dezember mit seinem Frühjahrswetter versagte. Die Schußzeit des Rehwildes ging zu Ende. Auch des Hafen schwere Zeit neigt sich ihrem Ende zu. Die erste Hälfte des Monats wird die letzten Treibjagden bringen, und dann heißt es wieder „Hahn in Ruh!" Die Hasenjagd hat die im Spätsommer auf sie gesetzten Hoffnungen nicht erfüllt, weil offenbar die Verluste durch Krankheiten größer waren als viele Jäger wußten. Nur wenige Reviere haben normale oder gar darüber liegende Strecken erzielt. Um so mehr wird es nötig sein, im kommenden Frühjahr durch geeignete Maßnahmen Mümmelmann zu helfen, daß er ungestört seine Sippe wieder heranziehen kann. Während das Rebhuhn ja schon wieder den Schutz des Gesetzes genießt, hat der Fasan noch bis zur Monatsmitte Schubzeit. Ringeltauben, Schnepfen und Bekassinen, dazu wilde Gänse sind dem Jäger noch zum Abschuß freigegeben, die Wildente dagegen hat wieder Schonzeit. So tritt die Jagd auf Nutzwild immer mehr zurück, und der Januar verdient im Jägerkalender den Namen: Raubwildmond. Zwar kann von unserem einheimischen Naubwild der Dachs, in dessen Bau sich bald Junge finden, nicht mehr besagt werden, dafür ist die beste Zeit zum Besagen von Fuchs, Edel- und Steinmarder, Iltis und Hermelin gekommen. Die Möglichkeiten, den roten Schelm aus Malepartus zur Strecke zu bringen, sind so mannigfaltig, daß der Jäger, den die Jagdleidenschaft wirklich erfüllt, an seiner Jagd viel und mannigfache Freude hoben kann. Es ist zwar etwas mühsamer als früher, der Fang mit dem Tellereisen, dafür in seinem Erfog, vom Standpunkte des Jägers aus gesehen, viel befriedigender. Jetzt kommt die Zeit, wo der Erdhund wieder zur Geltung kommt. Denn die Rollzeit des Fuchses beginnt, und oft stecken dann zwei, drei und mehr Füchse in dem Bau, den die Fähe annahm. Wenn sie dann vor Waldmann oder Erda, vor dem Dackel oder dem schneidigen Fox, „springen" und im Schüsse Rad schlagen, dann ist das wahre Waidmannsfreude, die der Fänger nie empfinden kann. Wer fein Revier kennt, weiß auch, wo seine Füchse über Tag stecken und wo ihr Paß ist. Den Fuchs dann beim Drücken zu schießen, ist oft leichter als einen Hasen. Wer den Reiz einer hellen Schneenacht schon einmal auf sich wirken ließ, wenn er im Schneehemd den Fuchs mit des Hasen Todesklage, der Hasenquäke, oder mit dem Mausepfeifchen oder dem Fieplaut des Kitzes sich vors Rohr holte, der sehnt solche Nächte herbei, die von einzigartigem Reize sind. Wer Geduld hot, kann dazu am Bau oder am Wechsel passen. Kurz, es gibt Wege genug, den Fuchs kurz zu halten, wenn sie nur beschritten werden. Daneben gibt es natürlich auch Fallen, denen die Nachteile des Tellereisens nicht anhaften und die Reinecke sofort tödlich fangen. Bei der Mäuseplage, die zur Zeit im Walde herrscht und viele Kulturen ernstlich gefährdet, mag der Fuchs ein willkommener Helfer sein. Er ist ja nicht nur der vielgelästerte Hühner- und Gänsedieb, als den ihn das kleine Kind schon kennen lernt, sondern einer unserer allerbesten Mäusejäger. Wir Menschen neigen nur dazu,' beim Tier und vor allem beim Raubtier nur den Schatten zu sehen und das Licht zu verkennen. Der I Jäger wird trotzdem bestrebt fein, den Fuchsbestand kurz zu halten, weil er für fein Niederwild fürchtet 1 und auch dem Hühnerbesitzer helfen will, obwohl Vas fremde Gesicht. ORomon von Goren. 7. Fortsetzung. (Nachdruck verboten!) Pfui, wie gräßlich? Ina zog schaudernd die Schultern hoch. Immer tiefer grübelte sie sich in eine fieberische Erregtheit hinein, die sie noch lang nach Mitternacht wach hielt. Immer wieder verglich sie im Geist die Züge des Geliebten mit diesem unbekannten Gesicht, das sich ihrem Gedächtnis unauslöschbar eingeprägt hatte. Wer war der Mensch, der sich zu dieser fremden Maske Gestalt und Gebärden Richard Stubensands geliehen hatte? Sie mußte den Mann wiederfinden, muhte — und wenn sie ganz Zürich nach ihm ablaufen sollte! Einmal mußte er ihr wieder in den Weg kommen. Und dann sollte er ihr nicht mehr entwischen, nicht eher, als bis sie diesem unheimlichen Rätsel auf die Spur gekommen war. * Als Dr. Alland das Gebäude der Hauptpolizei betrat, empfand er ein beklemmendes Unbehagen. Bei dem Pförtner holte er sich Auskunft. Langsam und, wie jetzt meistens, tief in Gedanken stieg er die Treppen hinauf. Unglaublich, wie viele Leute offenbar irgendwie mit der Polizei au tun hatten! Und alle trugen dabei eine etwas sorgenvoll gedrückte Miene zur Schau, als wären sie nicht ganz sicher, ob man sie auch ohne weiteres wieder aus diesem Gebäude fortlassen würde. „Zimmer 146 bis 168" zeigte ein Pfeil rechts an der Wand, dort, wo ein etwas schmalerer Seitengang von dem breiten Hauptkorridor abbog. Wieder Türen und vor jeder ein paar wartende Leute, sorgenvoll gelangweilt. Endlich Nr. 157. Alland hatte Glück, gerade hier gab es keine Wartenden, er konnte, „ohne anzuklopfen", wie die Aufschrift an der Tür empfahl, eintreten. Die Abgrenzung zwischen dem Allerheiligsten des Büros und dem für das Publikum bestimmten Vorhof, eine ziemlich hohe Holzbarriere, war offenbar gerade frisch gestrichen und wirkte in ihrem hellen Grün beinahe wie ein Gartenzaun. Auch der Beamte, der sich dahinter soeben von seinem Schreibtisch erhob, hatte etwas angenehm Freundliches, wie Alland feststellte. Die Schweizer sind eben doch im Grunde ein Hirtenvolk, selbst die Polizisten sehen noch aus, als ob sie nur mit Kuh- herden zu tun hätten und nicht mit der so viel zweifelhafteren Menschenherde — spann Alland seinen Gedanken weiter, während der Beamte in seinem kehligen Deutsch ihm nähere Erläuterungen über die umständliche Prozedur erteilte, die zur Erneuerung des Führerscheins gehörte. „Nehmen Sie inzwischen Platz, bis ich den Akt herausgesucht habe", schloß der Beamte seine Rede und machte eine Kopfbewegung nach der Bank hin, die an der Wand entlang lief. Aber Alland hatte eine Abneigung gegen das harte Bänkchen, er zog es vor, die „Wandzeitung" zu studieren, die hier wie in allen Polizeibüros der Welt eine ziemlich ab-- wechslungsreiche Lektüre bot. Da waren allerhand Bekanntmachungen in umständlichem Amtsdeutsch, aber es gab sozusagen auch ein Feuilleton, sogar ein illustriertes. Aha — „der Mord in der Akazienstraße" — mit minutiöser Schilderung aller Details. Sogar das Beil mit den Blutflecken war photographiert, ebenso wie die übrigens auffallend häßliche Handtasche des Opfers. Das große rote Plakat beherrschte die ganze Wand. Wie hieß der Mann? „Jo la Terreur...?" Aha, irgendein französischer Gauner, aber offenbar eine Art internationaler Berühmtheit, wenn hier sogar sein Steckbrief, freilich schon ein alter Steckbrief, aushing. Eine anständige Liste von Verbrechen, die der Mann auf dem Kerbholz hatte! Aha, sogar zur Deportation verurteilt — 1929 aus Guyana entflohen. In diesen französischen Bagnos scheint es geradezu Reisebüros zu geben, jedes Jahr brechen ein paar hundert Sträflinge aus. Aber jedenfalls sind sie vorher genau gemessen, photographiert, daktyloskopiert usw. — daher auch die genaue Personalbeschreibung. Wie ist das...? Auf der linken Stirnseite ein blaurotes, erhabenes Muttermal von vier Zentimeter Durchmesser? Auf der Brust eine Tätowierung, darstellend eine Frauengestalt mit der Inschrift.. . Wie — wie war das? Ein Muttermal — eine Tätowierung...! Alland fühlt, wie ihm das Blut in den Kopf schießt und sein Blick sich verdunkelt. Aber er muß sehen, wo ist das Bild? Da, dieser glattgeschorene Sträflingskopf von vorn, von rechts, von links — nein, nie gesehen —- ein fremdes Gesicht. Gott sei Dank! Aber dieser Blick, der dem Beschauer entgegendroht ... Alland sucht verzweifelt in seiner Erinnerung, um sich das Bild eines Mannes zu vergegenwärtigen, der diesen Blick gehabt hat. Unwillkürlich schließt er die Lider. Als er sie wieder öffnet und fein Auge von neuem auf den Steckbrief fällt, glaubt er zu träumen. Ist das eine Halluzination? Das Bild, das er sucht — da ist es ja! Da in her unteren Ecke des Plakats — dieser gepflegte, elegante Herr, dem eine flach hereinge- rämmte Haarwelle über die linke Stirnseite fällt—, das muß er fein. Freilich, das Bild ist ohne Bart und wirkt viel jugendlicher. Aber doch — wie heißt es: „Ausgenommen im Moment feiner Verhaftung im September 1928. Der Gesuchte führte damals den Namen Jean Monno." Die Buchstaben beginnen plötzlich vor Allands Augen zu tanzen, werden riesengroß, kommen auf ihn zu wie im Kino — wie im Kino neulich das Wort „Ende" —, riesengroß: Jean Monno — das ist das Ende! Das ist das Ende für mich — für Evelyn ... Für Evelyn —? Mein Gott, darum also? Jetzt erst verstehe ich! Verzeih, verzeih, Evelyn — wie konnte ich an dir zweifeln! Nie mehr, nie mehr ... Du bist mir wiedergeschenkt, Gott sei Dank! Nicht steht mehr Ä uns ... Aber das dort — diese furchtbare 3, die da aus der Vergangenheit auftaucht — das ist das Ende für uns. Für uns beide ... Alland fühlt sich taumeln. Die Knie geben nach, wie ein Blinder tastet er nach der Bank ... Der Beamte, der eben von seinem Aktenschrank zum Schreibtisch zurückkehrt, sucht einen Moment vergeblich mit dem Blick nach dem Herrn Doktor. Weggegangen ...? Er beugt sich etwas über die Barriere vor und sieht plötzlich dort in der Ecke einen Ohnmächtigen auf der Bank lehnen, die Augen geschlossen, das Gesicht vor Blässe fast grünlich. Mit unerschütterlicher Ruhe wendet sich der Beamte ab, geht zur Wasserleitung und kommt gleich darauf mit einem Glas in der Hand durch den grünen Gartenzaun. Faßt den Zusammengesunkenen derb, aber hilfsbereit an der Schulter und hält ihm mit der anderen Hand das Glas an die Sippen, das Alland automatisch in kurzen, hastigen Schlucken leert ... dieser durch sein sorgloses Herumlaufenlassen der Hühner meist selbst an den Verlusten schuld ist. Eine stärkere Bejagung des Fuchses ist auch deswegen gerade in unserer Gegend erwünscht, weil ein hot er Prozentsatz räudig ist und gerade in der Rollzeit die Weiterverbreitung besonders begünstigt wird. Kommt es doch zur Zeit vor, daß die gesamte Fuchsstrecke einer Jagd verbrannt ober vergraben werben muß, weil die Füchse unoerroertbar sind. In diesem Zusammenhänge seien sowohl die Besitzer von Erdhunden wie von Vorstehhunden darauf hin- gewiesen, daß sie ihre Hunde nach der Arbeit im Bau ober nach dem Bringen eines Fuchses unbe- bingt waschen und mit einem Desinfektionsmittel behandeln müssen, weil die Fuchsräude auf den Hund übertragen werden kann. Ihre Beseitigung ist mühevoll und langwierig, drum ist Vorbeuge am Platze' Das große oder Hermelinwiesel, einer unserer größten Feinde der Niederjagd, ein Räuber von Eiern und Jungwild, dessen Zahl von den Jägern meist gewaltig unterschätzt wird, wird am zweckmäßigsten in den heute ganz billig zu habenden Kastenfallen gefangen. Ein einziges Wiesel, das noch weiß ist, deckt die Anschaffungskosten von 2 bis 3 Fallen! Don diesen Fangmöglichkeiten wird zum Schaden der Niederjagd viel zu wenig Gebrauch gemacht. In der Zeit, wo es draußen an Deckung fehlt, ist das Wild den Räubern aus der Luft natürlich stärker ausgesetzt. Ein einziges Sperberweibchen kann eine Kette Hühner ganz aufreiben. Daneben kommt für den Abschuß noch der wesentlich weniger vertretene Habicht in Frage. Auch der Mäusebussard kann wie fein rauhfüßiger Vetter bis zum 31. März besagt werden, wenn er irgendwo sich unliebsam an Fasanen- ober Hühnerfütterungen bemerkbar macht. Seine große Bebeutung als Mäusejäger soll der Jäger dabei aber nicht aus dem Auge verlieren. Denn an der Mäusefrage sind nicht nur Bauer und Förster direkt interessiert, sondern indirekt auch der Jäger. Denn fehlen die natürlichen Mäusefeinde, so greift der Mensch zum Gift. Durch unvorsichtiges Auslegen von Mäufeaift wird aber mehr Wild vernichtet als den Mäusejägern zum Opfer fällt. Es muß leider die Feststellung gemacht werden, daß beim Auslegen von Giftweizen u. ä. z. T. ganz unverantwortlich leichtsinnig verfahren wird und daß die gesetzlichen Vorschriften dafür keine Beachtung finden. Die Jäger haben vielfach keine Ahnung davon, was sich da draußen abfpielt und wohin z. B. ihre Fasanen gekommen sind. Hier gibt es nur rücksichtslose Strafanzeige, wenn auf einem Acker offenes Auslegen des Giftes festgestellt wird, und wird Wild verendet gefunden und Vergiftung einwandfrei nachgewiesen, dann Schadenersatz. Das hilft am besten, daß es dahin kommt, daß einer auf die Interessen des anderen Rücksicht nimmt. Hubertus. Der Umgang am Heiligen-Orei-KönigStag. Ein vergessener heimatlicher Brauch. Von dem einst geübten reichen Brauchtum unserer Vorfahren ist heute verhältnismäßig wenig noch im Schwange. Vieles ruht vollständig im Schoße der Vergessenheit, manches kennen wir nur aus schriftlicher oder mündlicher Ueberlieferung. Die landschaftlich, ja dörflich verschiedenen bzw. in Abarten vorkommenden Bräuche haben sich naturgemäß am besten in den vorn Verkehr weniger berührten Gegenden erhalten (z. B. Odenwald), und sie gewähren uns mit ihren überaus sinnreichen Erscheinungen einen Einblick in das natur- und oft religionsgebundene Geistes- und Gemütsleben der Ahnen. Man sagt nicht mit Unrecht, die Franzosenjahre am Anfang des vorigen Jahrhunderts hätten in unserer Hermat ein groß Stück deutsches Brauchtum zerstört. Es ist in der Tat so, daß damals unsere von „Aufklärung" besessenen westlichen Nachbarn bei ihrem Hiersein die vorhandenen Bräuche mitgenommen haben, wie es in einer familiengeschichtlichen Chronik heißt. Ein solcher bis dahin geübte- Brauch war z. B. der „Umgang" der Heiligen Drei Könige am Vorabend des 6. Januar in Krofdorf. Der die Polizeigewalt des Orts- und Polizeidieners und des Nachtwächters in sich vereinigende Spießmann mit seinem langen Spieß als einzige Waffe, ein Schöffe und noch ein dritter im Bunde zogen, der Ueberlieferung getreu, an jenem Abend durchs Dorf von Tür zu Tür fürbaß, ehrfürchtig empfangen von alt und jung. Angetan waren sie mit weißen Hemden aus grobem selbst- Langsarn bekommt sein Gesicht wieder etwas Farbe. Er sucht nach seinem Taschentuch und wischt sich die mit seinem Schweiß betaute Stirn. „Entschuldigen Sie — hat weiter nichts zu sagen. Wahrscheinlich ein Grippeanfall. Hab' es schon gestern gespürt." Er schaut krampfhaft lächelnd in das unbewegliche, aber freundliche Gesicht des Beamten, der die Besserung in Allands Befinden befriedigt feststellt und bann etwas von der Zentralheizung murmelt, die heute zum erstenmal und natürlich wieder viel zu stark funktioniert. Dann drängt sich ein Berufsgedanke vor. „Sie haben doch nicht öfter solche Schwächeanfälle, Herr Doktor? Ich meine nur wegen des Führerscheins." Aber Alland steht schon wieder auf den Beinen und bewegt sich, wenn auch mit etwas angestrengter Sicherheit, der Tür zu. „Keine Sorge, Herr Kommissar, ich bin sonst gesund wie ein Fisch. Aber jetzt muß ich mich eben mal hinlegen und meine Grippe ausbrüten. Ich komme dann nächster Tage wieder vorbei. Nein, danke, einen Taxi brauche ich nicht, ich habe meinen Wagen unten — mit dem Chauffeur", setzt er lächelnd hinzu, als er die besorgte Miene des Beamten sieht. Und dann steht er schon auf dem Korridor und geht, sehr gerade aufgerichtet, einen langen dunklen Gang entlang, dessen Ende nicht abzusehen ist... * Alland wußte selbst nicht genau, wie er nach Hause gekommen war. Ein Glück, daß seit gestern der Chauffeur von seinem Urlaub zurück ist, sonst wäre es ohne Unfall kaum abgegangen — dachte er beim Aussteigen. Wie im Dämmerschlaf stieg er langsam die linoleumbelegten Treppen der Klinik empor. Er fühlte sich noch immer betäubt und geblendet durch diese blitzartig grelle Erleuchtung, die mit unerbittlicher Scheinwerferhelle die unheimlichen, ihm selber unbekannten Hintergründe seines Lebens aus dem Dunkel gerissen hatte und allem Geschehen plötzlich eine neue Deutung gab, bet Gegenwart so gut wie der Vergangenheit. Ja —» auch der Vergangenheit ...! (Fortsetzung folgt I) gewebten Linnen, zackige, güldne Kronen trugen sie auf dem Haupte. So kamen sie von Weihnachten her und sangen vor jeglichem Hause: „Ein Kind ist uns geboren, ein Sohn ist uns gegeben!", während der eine bedeutsam einen großen Stern auf einer Lanze trua, die Mitgesellen aber auf Schwertern Würste und Speck und in vorsorglich weiten Taschen Eier und Obst. Jeder also begrüßte Familienvater bot ihnen ein Geschenk. Noch lange, als der Brauch außer Hebung gekommen war, wurde in einem bestimmten Hause der letzte Stern der Heiligen Drei Köniae aufbewahrt und mit ihm die Erinnerung an feine Bedeutung. Aber heute wüßte niemand im Dorfe mehr davon, wenn es nicht ein aufgefundenes altes Schriftstück schwarz auf weiß verraten würde. Flammentod einer Greisin. Lpd. Bad Homburg, 3.Jan. In einem hiesigen Stift gerieten die Kleider der 80jährigenWitwe Schmidt in Brand. Offenbar war die Frau, ohne es zu merken, dem Feuer zu nahe gekommen. Eine Schwester der Anstalt eilte sofort zu Hilfe und erstickte die Flammen. Die bedauernswerte Greisin hatte jedoch schon so schwere Brandwunden erlitten, daß sie kurz nach der Einlieferung ins Krankenhaus starb. Neue Segelflughalle auf der Hirzenhainer Höhe. Lpd. Dillenburg, 3. Jan. Ein Mangel, der in den letzten Jahren bei großen segelfliegerischen Veranstaltungen auf der Hirzenhainer Höhe in Erscheinung trat, war das Fehlen einer ausreichenden Unterbringungsmöglichkeit für die teilnehmenden Maschinen. Er wurde nunmehr dadurch behoben, daß die Fliegerortsgruppe Frankfurt eine große Flugzeughalle errichten ließ, die mit einer Flächengröße von nahezu 1000 Quadratmeter für die Aufnahme von 30 Maschinen Platz bietet Oberheffen. Stallbrand in Rabertshausen. Zwei Rinder umgekommen. * Rabertshausen, 4. Jan. Am gestrigen Sonntag, gegen 18 Uhr, wurde unser Dorf durch Feueralarm beunruhigt. Im Anwesen des Bauern Reichardt war Feuer ausgebrochen. Die Ortsfeuerwehr erschien sofort an der Brandstelle und vermochte den Brand auf seinen Herd zu beschränken. Dem Feuer fiel der Stoll zum Opfer. Leider kamen dabei auch zwei Rinder um, die nicht mehr gerettet werden konnten. Zur Hilfeleistung bei der Bekämpfung des Brandes war auch die Kreismotorspritze von Gießen, die Feuerwehren von Hungen und Nidda herbeigerufen worden, sie brauchte jedoch nicht mehr in Tätigkeit zu treten. Die Ermittlungen über die Brandursache sind im Gange. Neugründung des Gesangvereins „Sängerlust" Oaubringen. = Saubringen, 4.Jan. Im reich geschmückten Saale der Gastwirtschaft Schäfer zu Saubringen fanden sich die ehemaligen Mitglieder des Gesangvereins „Sängerlust" zum Zweck der Neugründung des Vereins Zusammen. Sangesbruder Wilh. O pt per eröffnete den Abend mit einem kurzen Rückblick auf die Vereinsgeschichte und begrüßte alle Erschienenen, sowie Kreisführer Müller, Schu- lungs- und Propagandaleiter Pflüger, als Vertreter der Partei, und Bürgermeister Seines als Vertreter der Gemeinde Saubringen. Kreisführer Müller nahm dann die Neugründung des Gesangvereins „Sängerlust" vor und überreichte dem neugewählten Vereinsführer einen Fahnenwimpel in den Farben des Sritten Reiches und führte in feiner Ansprache u. a. folgendes aus: Sangesbrüder, nachdem Sie nach dreijähriger Pause wieder imstande sind, das deutsche Lied zu fördern und zu pflegen, hoffe ich, daß nun künftig die „Sängerlust" ein eifriges Glied des Deutschen Sängerbundes werden möge. Lassen Sie den Hakenkreuzwimpel an Ihrer künftigen Fahne wehen und seien Sie sich eingedenk der hohen Aufgaben und Verpflichtungen, die Sie mit diesem neuen Symbol übernommen haben. Nicht nur die Pflege des Liedes fei ihre fernere Aufgabe, sondern auch die Pflege der Kameradschaft und der Volksgemeinschaft. Nur im Sinne der Volksgemeinschaft in der Gemeinde selbst, wie im ganzen Vaterlande könne heute ein Verein zur Blüte gelangen. Nachdem der Verein neu gegründet war, wurde vom Kreisführer der Vorstand bestimmt, der sich aus fcipi Sangesbrüdern Wilh. D p p e r (Vereins- sühr.er), Karl Deibel (dessen Stellvertreter), Karl O p p e r (Kassierer), Wilhelm Schleenbecker (Schriftführer), Wilh. Schwalb, Hch. Carle, Hch. Wagenbach, Adam Stein (Beisitzer) und Wilh. Büttner (als Notenverwalter) zufammen- setzt. Sodann richtete Pg. Pflüger das Wort an die Mitglieder der „Sängerlust" und wies dabei auf die erhöhten Pflichten im neuen Deutschland hin und gab der Hoffnung Ausdruck, daß nunmehr einer wahren Volksverbundenheit innerhalb der Gemeinde nichts mehr im Wege stünde. Als einen günstigen Umstand begrüßte er, daß den nun in Saubringen bestehenden zwei Männergesangverei- nen der gemeinsame Chorleiter Schreiner das Gepräge gebe und zwar hinsichtlich der musikalischen wie auch der volksgemeinschaftlichen Führung. Weiter gab er der Hoffnung Ausdruck, daß, wenn die Partei aus irgendeinem Anlaß die Sänger Daub- ringens aufrufe, auch die Sängerluft in vorderster Linie stehen werbe. Ser Redner schloß seine Ausführungen mit dem Treuegelöbnis zu Führer und Reich. Bürgermeister Seines begrüßte im Namen der Gemeinde Saubringen die Sänger der „Sän- aerlust" und versprach ihnen Unterstützung in jeder Ansicht zum Wohle der Gemeinde und nicht zuletzt auch zum Wohle des ganzen deutschen Volkes. Nachdem Pg. Büdding, als politischer Hoheitsträger noch mahnende Worte an die Versammelten richtete, versprach der neugewählte Dereinsführer, den Verein streng nach den Zielen des Seutschen Sängerbundes und der Partei zu führen und forderte seine Sänger auf, von nun an wieder fleißig die Singstunden zu besuchen und die „Sängerlust" zur Pflegestätte des Seutschen Liedes werden zu lassen. In dem sich anschließenden gemütlichen Zusammensein zeigte der neue Verein durch den Vortrag einiger Lieder, daß in ihm noch die Liebe zum Liede wohnt, und echter Sängergeist herrscht. Erst spät nach Mitternacht trennten sich die Mitglieder in dem Bewußtsein, wieder das Schönste, das deutsche Lied, zur Pflege erhalten zu haben. CanDFreis Gießen. + Heuchelheim, 1. Jan. Als Gastspiel des Gießener Stadttheaters ging am Neujahrstage Lehars Operette „Der Zarewitsch" über die Bretter der heimischen Bühne der Turnhalle. Die Turnhalle war voll besetzt. Die Aufführung hatte einen vollen Erfolg, und die Besucher geizten nicht mit ihrem Beifall. Sie Aufführung wurde in der gleichen Ausstattung wie im Stadttheater Gießen aufgeführt. "Y Watzenborn-Steinberg, 3. Jan. Jrn fast vollendeten 94. Lebensjahr verstarb am Samstag der älteste Mitbürger unserer Gemeinde, Johannes Burk VII. Er diente in der 6. Kompanie im 116er Regiment. Der jetzt Verstorbene hatte sich am Feldzug 1866 und 1870/71 beteiligt Der Krie- geroerein wirb seinen Kameraden und letzten Veteranen von 1866 mit militärischen Ehren zu Grabe tragen. Y" Watzenborn-Steinberg, 4. Jan. Der Sanitätszug Watzenborn-Steinberg vom Roten Kreuz hielt am Samstag im Saale „Zur Krone" seine diesjährige Familienfeier ab. Zugführer Karl Burger II. eröffnete die Feier, begrüßte alle Erschienenen recht herzlich, insbesondere die anwesenden Gäste aus Gießen und Leihgestern und übergab Zugarzt Dr. med. Fadel das Wort zum Vortrag. In seinen Ausführungen brachte er die Bedeutung des edlen Werkes zum Ausdruck. Es folgte ein Vorspruch, gesprochen von Frl. Marie Pfaff. Bürgermeister Schäfer sprach über den Aufbau der Sanitätskolonne in unserer Gemeinde, forderte die Mithilfe und Unterstützung der Einwohner und den Beitritt zur Kolonne zum weiteren Aufbau des Sanitätszuges. Er schloß mit „Sieg Heil!" auf unseren Führer. Der Gesangverein „Jugendfreund" unter Leitung von A. Schleuse (Steinbach) erfreute die Zuhörer mit dem 23ortrag einiger schöner Volkslieder und trug zur Verschönerung des Abends bei. Zwei Theaterstück, von Mitgliedern des Sanitätszuges aufgeführt, fanden reichen Beifall. Die Darstellung von lebenden Bildern und ein von Kamerad Heinrich Degen vorgetragenes Gedicht bildeten den Abschluß der wohlgelungenen Familienfeier. Die Musik wurde von der Kapelle Robert Häuser bestritten. ch L i ch , 4. Jan. Nach altem ortskirchlichem Brauch wird in den Neujahrsgottesdiensten eine kurze kirchliche Statistik des vergangenen Jahres verlesen. Danach wurden im Jahre 1936 64 Kinder getauft (davon die Hälfte im städtischen Krankenhaus), 51 Kinder konfirmiert, 20 Paare getraut und 37 Gemeindeglieder beerdigt. Die drei ältesten der beerdigten Gemeindeglieder werden jedesmal besonders verlesen. Es waren: Friedrich Steeg (86 Jahre alt), Heinrich Walter (84 Jahre alt) und Luise Katharine Fischer (83 Jahre alt). — Am- 30. Dezember konnten die Eheleute Johann Ludwig Alles und Anna Maria, geb. Sommer, goldene Hochzeit feiern. Die kirchliche Feier und Einseg- nuna fand in Anwesenheit eines Vertreters des Kirchenoorstandes durch den zuständigen Geistlichen statt, der im Anschluß an die Feier dem Jubelpaar im Auftrag der Landeskirche, bzw. des Propstes von Oberhessen, ein Gedenkblatt und für die evangelische Kirchengemeinde eine Rudols-Schäfer-Bilder- bibel überreichte. Am Abend ließen es sich die Posaunenchöre der Kirchengemeinde und der landeskirchlichen Gemeinschaft sowie der Gemische Chor nicht nehmen, dem Jubelpaar ein Ständchen zu bringen. + Lauter, 2. Jan. Im hiesigen Standes- amtsregister wurden im abgelaufenen Jahre folgende Eintragungen vorgenommen: sechs Todesfälle, sechs Eheschließungen und acht Geburten (vier Knaben und vier Mädchen); außerdem erblickte noch ein Mädchen von Eltern aus unserer Gemeinde im Schwesternhaus zu Gießen das Licht der Welt. Kreis Schotten. + Eichelsborf, 3. Jan. Der Männerge- sangverein „Eintrach t", E i ch e l s d o r f beging im Rahmen eines Theaterabends die Feier feines 60jährigen Bestehens. Flotte Weisen der Kapelle Klaus und gut oorgetragene Chöre des Vereins umrahmten zwei von jungen Vereinsmitgliedern aufgeführte Theaterstücke. Der Vereins- walter Rudolf Repp gab einen Abriß aus der Dereinsgeschichte. Bereits im Jahre 1852 gründete Schulverwalter Bach hier einen Männergesangver- eln, der sich beim Weggange des Gründers im Jahre 1858 wieder auflöste. Im Herbst 1876 erstand unter der Leitung von Lehrer D ö l l der Gesangverein „Eintracht". Zwei der Mitbegründer — Karl N a - gel und Johannes Heun — gehören heute noch dem Verein als Ehrenmitglieder an. Stets hat sich der 23erein, der besonders in den letzten Jahrzehnten unter der Leitung seines Chormeisters Adolf Rau Hervorragendes leistete, in den Dienst der Gemeinde gestellt und viele Veranstaltungen verschönt. Der Verein ließ es sich immer angelegen sein, in der Pflege des deutschen Liedes Kulturarbeit zu leisten. Kreis Bübingen. A Bleichenbach, 2. Jan. In diesem Jahre sind es 100 Jahre, daß mit den 23 e r m e f • sungsarbeiten der Provinzial st raße von Büdingen nachNidda begonnen wurde. Die Erbauung der Straße geschah durch den hessischen Staat in den Jahren 1838 bis 1843. Die Gemeinden, durch welche die Straße geführt wurde, mußten innerhalb der Gemarkung das erforderliche Gelände stellen und die zum Bauen notwendigen Materialien liefern. Aus hiesiger Gemeindekasie wurden für Materialien usw. 8 00 0 Gulden verausgabt. Kreis Wetzlar * Hochelheim, 2. Jan. Im Alter von fast 95 Jahren verschied am heutigen Samstag der älteste Einwohner und letzte Altveteran unserer Gemeinde, der Landwirt und Gemeindevorsteher a. D. Johannes S ch i e f e r st e i n. Wirtschaft. * Buderus'sche Eisenwerke, Wetzlar. Von der Mitteldeutschen Creditbank Niederlassung der Commerz- und Privatbank AG., Frankfurt a. M., der Deutschen Bank und Sisconto-Gesellschaft Filiale Frankfurt a. M. und der Dresdner Bank in Frankfurt a. M. ist bei der Zulassungsstelle an der Börse zu Frankfurt a. M. Antrag auf Zulassung von 3 Mill. RM. auf den Inhaber lautende Aktien der Buderus'schen Eisenwerke in Wetzlar zum Handel und zur Notierung an der Frankfurter Börse eingereicht worden. Bei der beantragten Zulassung handelt es sich um frühere Dorratsaktien von Buderus, die bei dem Erwerb des Hessen- Nassauischen Hüttenverein GmbH, durch die Buderus'schen Eisenwerke umgetauscht wurden. Rhein-Mainische Börse. Nliklgsbörse: Tendenz ruhig. Frankfurt a. M., 2. Jan. Die erste Börse im neuen Jahr begann mit sehr stillem Geschäft, was in der Hauptsache mit der technischen Lage begründete. Der Ordereingang der Kundschaft war sehr schwach, daneben fehlten Limiterneuerungen, so daß der berufsmäßige Handel keine Anregung sah und sich völlig abwartend verhielt. Die wenigen zunächst am Aktienmarkt zur Notiz gekommenen Papiere wiesen nur geringe Veränderungen auf, neigten aber im Verlaufe infolge der Geschäftsstille leicht nach unten. Von Montan- werten setzten Hoesch mit 120,50 (120,25), Marisfelder mit uno. 160 und Verein. Stahl mit 121,13 bis 120,50 (121,50) ein. IG.-Farben lagen mit 173,50 (173,25) gut behauptet, Scheideanstalt gaben 1 v. H. auf 273 nach. Von Elektrowerten eröffneten AEG. 0,13, Lahmeyer 0,50 und Schuckert 0,25 v. H. höher, fest lagen Felten mit plus 2 v. H. Im einzelnen zogen Daimler Motoren 0,75 v. H., Moe- nus Maschinen 0,25, Feldmühle Papier 0,25 v. H. an, während Zellstoff Waldhof auf 161,50 (163,25), Reichsbank auf 186 (186,75) und Rheinmetall-Borsig auf 154 (154,50) nachließen. Westdeutsche Kaufhof blieben mit 56 behauptet. Der R e n t e n m a r ft lag besonders ruhig, die Haltung war aber freundlich, da offenbar Anlagekäufe aus den Zinsscheinfälligkeiten Dorgenommen wurden. Reichsbahn-VA. ex 3,5 v. H, Abschlagsdividende 124,75 (127,75), Altbesitz 117,75 (117,50). Kommunal-Umschuldung wurden in kleinen Posten mit 89,95 umgesetzt. Im Verlaufe unterlagen die Kurse bei anhaltend kleinen Umsätzen leichten Schwankungen. Nachdem vereinzelt noch leichte Rückgänge von etwa 0,25 v. H. eingetreten waren, ergaben sich später Erholungen von etwa 0,25 bis 0,75 v. H. IG.-Farben allerdings noch auf 173 bis 173,25 ermäßigt nach 173,50. Verein. Stahlwerke 121,13 nach 120,50, Hoesch 120 bis 120,50 nach 120,50, fest waren Daimler mit 123,50 bis 124,50 nach 122,75. Die erst später notierten Werte wiesen nur geringe Veränderungen auf, waren aber meist mäßig höher, nur MAN. gaben 1 v. H. nach auf 115, höher gefragt waren RWE. mit 134,75 (134,13). Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 4. Jan. (Dorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 791 Rinder (130 Ochsen, 110 Bullen, 426 Kühe, 125 Färsen), 307 Kälber, 112 Schafe, 3346 Schweine. Es kosteten: Rinder: Ochsen 36 bis 45 Mk., Bullen 35 bis 43. Kühe 20 bis 43, Färsen (Kalbinnen) 35 bis 44; Kälber (Sonderklasse) 25 bis 65, Lämmer und Hämmel 35 bis 50, Schweine 50V- bis 52Vz Mark. — Marktverkauf: Rinder und Schweine zu- geteilt, Kälber mittelmäßig, Hämmel und Schafe ruhig. 9Ji.