Nr. 282 Erstes Blatt 187. Jahrgang Zreitag, 3. Dezember |YZ? Lrlchem, täglich, autzer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monats-Bezugspreir: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Jllusttierte . 1.80 Zustellgebühr , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüste unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Siesten Postscheckkonto: grantfurt am Main 11688 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen DruÄ und Verlag: vrühlsche Unlverfitätsdnickerei «.Lange in Stehen. Schristleitung und ScschSftsfteüe: Schulsttahe t Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8ft.Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf.. für Text- anzeigen von 70mm Breite 50 Rpf..Platzvorschrift nach vorh.Vereinbg.25°/a mehr. Lrmützigte Grundpreise: Stellen-. Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Nicht Renten, sondern Kinder sichern die Zukunst unseres Volkes. Erste Verleihung des Ehrenbuches für die kinderreiche Familie. Berlin, 2. Dez. (DNB.) Der Reichsbund der Kinderreichen veranstaltete aus Anlaß der ersten Verleihung des Ehrenbuches für die deutsche kinderreiche Familie an 200 Kinderreiche aus den Reihen seines Ehrenringes und des Landesverbandes Berlin eine Feierstunde. Der Reichsamtsleiter des Rassenpolitischen Amtes der NSDAP., Dr. Groß, überbrachte die Glückwünsche der Partei. Ministerialdirektor Dr. G ü t t übermittelte die Grüße des Reichsministers des Innern. Er stellte die erzieherische Bedeutung des Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses und insbesondere des Ehegesundheits- und Blutschutzgesetzes für das deutsche Volk heraus. Die Erziehung des Volkes zu gesundem Denken und Rassebewußtsein könne sich aber nur dann ungehemmt auswirken, wenn die gesunden Menschen frühzeitig heiraten können und ihnen die Aufzucht von Kindern auch wirtschaftlich ermöglicht wird. Der Redner zeigte, was in dieser Hinsicht schon geschehen ist. Der Erfolg geht hauptsächlich darauf zurück, daß unsere Mütter wieder den Mut haben, weiteren Kindern das Leben zu schenken, daß sie den Glauben an unsere Zukunft wieder gewonnen haben! Aber wir kommen darüber nicht hinweg, daß auch heute noch durch die Geburt weiterer Kinder und so mit jedem Kinde zunehmend die Eltern, die Familie, die übrigen Kinder wirtschaftlich und sozial gegenüber Kinderlosen oder Kinderarmen der gleichen Schicht benachteiligt sind. Das kann nur der begreifen und verstehen, der wirklich mehrere Kinder hat und nun gezwungen ist, z. 23. mit fünf, aber sechs KinderH als Arbeiter oder Angestellter mit demselben Lohn auszukommen wie ein anderer, der unverheiratet oder kinderarm ist. Ilicht Renten sichern die Zukunft des Volkes und die Versorgung im Alter, f o n- dern zahlreiche Kinder. Der nationalsozialistische Staat wird daher hier gründlich Wandel schaffen. Beim letzten Parteitag in Nürnberg hat Staatssekretär Reinhardt verkündet, daß an dem Ausbau der Reichs- familienausgleichskaffe herangegangen werden wird, sobald die Finanz- und Wirk- schaftslage des Reiches dies gestatten. Die schon jetzt gewährten Kinderbeihilfen für Familien mit geringem Einkommen seien daher nur ein Anfang. Der kinderreich ist, der ist auch bereit, zu opfern und zu entsagen; denn er erlebt andererseits auch das Glück und die Freude, die zahlreiche Kinder bereiten, aber wir müssen nun endlich den Mut haben, anzuerkennen, daß die Eltern in jeder Schicht, in jedem Beruf mit jedem Kind, das sie grohzuziehen haben, in Prozenten des Einkommens gerechnet, mehr zum Leben brauchen als andere, die kinderlos oder kinderarm find. Kinder sollen und werden immer ein Opfer bedeuten, aber das Opfer muh tragbar gestaltet werden. Wir Kinderreichen wissen, daß das Leben Kampf bedeutet, und wir wollen diesen den Eltern nicht abnehmen, aber wir wissen auch, dah die Gefahk des Aussterbens unserer besten Familien so groh geworden ist, daß der Staat dieser Entwicklung nicht weiter Zusehen darf. Reichsbundesleiter S t ü w e erklärte: Nach einem Hinweis darauf, daß der Reichsbund der Kinderreichen nur deutschblütige, erbgesunde kinderreiche Familien aufnehme, die ein geordnetes Leben führen, daß das Ehrenbuch geschaffen worden sei, um für alle Zeiten den Begriff des Kinderreichtums zu einem Ehrbegriff zu machen und um in unserem Volke das Bewußtsein dafür zu wecken, daß es nur weiterlebe, wenn es in seiner Gesamtheit wiederum zum Kind-erreick- tum zurückkehre. Hierauf kündeten Fanfaren die Uebergabe der Ehrenbücher durch 400 BDM.-Mädel an die mit dem Ehrenbuch ausgezeichneten Väter und Mütter an, darunter auch an den Reichsstatthalter in Thüringen Gauleiter S a u ck e l. Neue Wege nationalsozialistischer Volkswohlfahrt. Hauptamtsleiter Hilgenfeldt spricht vor Diplomatie und presse. Berlin, 2. Dez. (DNB.) Das Außenpolitische Amt der NSDAP, setzte die Reihe seiner Empfangsabende für die Diplomatie und Presse im Hotel Adlon mit einem Vortrag des Reichsbeauftragten für das Winterhilfswerk, Hauptamtsleiter Hilgenfeldt fort. Die Angehörigen des Diplomatischen Korps, führende Persönlichkeiten aus Partei, Staat, Wehrmacht, sowie die Mitglieder der in- und ausländischen Presse bekundeten ihr Interesse an diesem Vortrag. Aufschlußreiche Lichtbilder aus der Tätigkeit der NSV. und des WHW. bildeten eine willkommene Ergänzung zu den lebendigen Ausführungen des Reichsbeauftragten, der u. a. folgendes ausführte: Bei der Machtübernahme hätten wir in Deutschland eine Säuglingssterblichkeit von 7,9 v. H. gehabt und der Gesamtoerlust in dem Zeitraum von 1919 bis 1935, also in 17 Jahren, betrage nicht weniger als 1310 000 Kinder. Diese Kinder seien nur dadurch gestorben, daß die Mütter nicht wußten, wie sie die Kinder richtig ernähren und pflegen sollten. Der Kampf, der bald nach der Machtübernahme durch die NSV. und den Reichsmütterdienst ausgenommen wurde, zeige heute bereits den Erfolg, daß die Säuglingssterblichkeit im Reichsdurchschnitt auf 6,59 o. H. zurückgegangen ist und dem deutschen Volke 140 000 Jungen und Mädel erhalten geblieben sind. In seinen 194 Mütterschulen und mit seinen 1750 Wanderlehrerinnen wirke der Reichsmütterdienst auf die deutschen Frauen ein durch hauswirtschaftliche, durch erzieherische und durch pflegerische Kurse. 22 048 Hilfsstellen und 1887 Beratungsstellen spannten sich heute netzartig über das ganze Deutsche Reich und ständen den Müttern mit Rat und Tat zur Seite. Kinderwagen, Säuglingskörbe und Säuglingsausstattungen im Gesamtwert von rund 20 Millionen Mark kämen zur Verteilung. Den Müttern diene die NSV. durch ihre Verschickung in Mütter-Erhplungsheime, den Kindern durch örtliche Erholungspflege, durch Kinder-Land- und Heimverschickung. Von größter Wichtigkeit ist die genügende und richtige Ernährung. Dieser Aufgabe dienten die Kinderspeisungen, von denen in den Jahren 1936/37 49 478 837 durchgeführt wurden. Es sei klar, daß die nationalsozialistische Wohlfahrtspflege ihren besonderen Einsatz dort machen müsse, wo die Not am arößten sei. So wurden in erster Linie die Gebiete der Bayerischen Ostmark, der Rhön und Schlesien vorgenommen. Bisher seien von der NSV. 2 2 4 6 neue N S.- Schwestertzstationen errichtet, in 1 275 330 Sprechstundenbesuchen und 7 200 907 Hausbesuchen, insgesamt 2 407 148 Personen von der NS.-Schwesternschaft betreut worden. Der Einsatz der Nationalsozialistischen Dolkswohlfahrtspflege richte sich aber auch auf die Sorge für das Kleinkind, das Kind im vorschulpflichtigen Alter. Im zweiten bis sechsten Lebensjahre erwerbe das Kind die Schäden, die es nachher im Leben belasteten. Dem Kleinkind dienten vor allen Dingen die Ernte- und Dauer-Kindergärten. Bestanden vor der Machtübernahme 8300 Kindergärten im gesamten Reich, so hatte sich die Zahl im Oktober 1937 auf bereits 16 000, also f a st doppelt so oiel, erhöht. Das Tuberkulose Hilfswerk der NSV. schließe die Lücke der Sozialversicherungen. Die Einweisungen, die Ende 1935 rund 1500 betragen hatten, seien im Oktober 1937 auf 14 000 gestiegen. Die neuen Wege, die die NSV. einschlaqe, seien nach der Erkenntnis ausgerichtet, daß Geschichte nicht in Tagen und Jahren gemacht werden kann, daß sie Aufgabe und Arbeit von Generationen ist. Jede Generation wird weiterleben in den Werken, die sie hinterlassen hat. Nicht aus der Schau der Gebundenheit eines Lebens, sondern der Schau der Ewigkeit de,s Volkes erhält Nationalsozialistische Volkswohlfahrtspflege ihre Aufgaben." Deine Spende muß ein Opfer fein. NSG. Am kommenden Samstag findet wieder der „Tag der nationalen Solidarität" statt. An diesem Tage treten die führenden Männer der Partei und ihrer Gliederungen sowie des Staates, namhafte Persönlichkeiten der Kunst, der Wissenschaft, Wirtschaft, der Presse und des Sportes mit der Sammelbüchse an, um die Groschen für das Win- lerhilfswerk des deutschen Volkes zu sammeln und zeigen, daß sie für ihren Nächsten, für die noch notleidenden Volksgenossen jederzeit eintreten. Für fie ist das Sammeln kein schmerzlich empfundenes Opfer, sondern eine selbstverständliche T a t für die Volksgemeinschaft. Als Vorbild wollen Pe vorangehen. Ihr Einsatz für den Kampf gegen Hunger und Kälte ist der sinnfälligste Ausdruck da- ffür, daß nicht Worte, sondern erst die Tat von echter Solidarität zeugt. Die Aktion, die hineingestellt ist in die Vorberei- kungszeit auf das Weihnachtsfest, will mehr sein als bloß eine Sammlung. Die Männer und Frauen, Tun Sie vor allem Ihre pflicht im Gedenken an jene Millionen, die einst ihre pflicht für uns alle getan haben. (Aus der Rede des Führers zur Eröffnung des WHW. 1937/38) Die am Samstag auf Straßen und Plätzen an die Dpferfreubigteit der Volksgenossen appellieren wer- nen, so wie sie früher in den Jahren vor der Machtübernahme um die Herzen der deutschen Menschen warben und kämpften, wollen damit nachdrücklich dokumentieren, daß der Nationalsozialismus keine Schranken des Standes und des Besitzes und keine Klassen kennt. Alle haben wir für den notleiden- !ien Bruder einzustehen, alle sind zuerst zum Oien st für dieGemeinschaftverpflich- e t, die über dem eigenen Ich und seinen Wünschen leht. Das will der „Tag der nationalen Solidari- Ät" allen sagen. Denn, die in wirtschaftlich gesicher- isn Verhältnissen ein frohes Fest vorbereiten und ieiern können, ruft er aber zu: Denkt auch an ! i e M i t b ü r g e r , die für sich und die ihren zu Weihnachten nichts kaufen können. Sollen sie, wenn überall die Lichter an den Christbäumen brennen, traurig in dunkler, kalter Stube sitzen? Sollen iore Kinder, die jetzt auch an den hell erleuchteten Schaufenster stehen und ihre kleinen Wünsche für i®n Weihnachtsmanndanmelden, mit leeren Händen imsgehen? Der „Tag der nationalen Solidarität" sagt uns indringlich: Nein! Wir alle, die es können, wollen ibis mit den Brüdern und Schwestern, die an der tot des Lebens, die traurige Nachkriegsjahre un- isrschuldet über sie brachten, noch tragen, solidarisch irklären. Nicht mit schönen Worten, auch nicht mit einer kleinen Gabe, es muß mehr sein. Der Führer hat Opfer gefordert, nicht Spenden, als r das Winterhilfswerk eröffnete. Jeder Einzelne fll am Samstag dieses Opfer bringen. Nicht an i*m soll einer sein Opfer messen, was er schon «geben hat und was der einzelne vielleicht für sich rrnch an Weihnachtsgaben an bedrängte Nächste aus= tiiilen wird, sondern an dem, was das Winterhilfs- HierE braucht. Wenn daher am Samstag die Sammler auf den Lliraßen und Plätzen an die Volksgenossen heran- heten, dann vergleiche jeder seine Lage mit der b:r anderen Arbeitskameraden und richte danach die fäöhe seines Opfers ein. Nur wenn sich jeder binrd) die Tat mit den hilfsbedürftigen Volks- g>-noffen solidarisch erklärt, wird der „Tag der nationalen Solidarität" das Ziel erreichen, das ihm Nicht nur materiell, sondern auch ideell gestellt ist: 2®izutragen zum Aufbau einer wahren, engen 2plksgemeinschaft. Berlin am ,Taq der nationalen Solidarität" »Göring und Goebbels sammeln wieder Unter den Linden. Berlin, 2. Dez. (DNB.) Auch diesmal werden sicg am „Tag der nationalen Solidarität' alle füh- Irciben Männer des Staates, der Partei und ihrer $ ieberungen, ber Kunst unb Wissenschaft, ber i-effe, ber Wirtschaft und des Sportes an der gro- Straßensammlung des Winterhilfswerkes be- j tätigen. 4 Ministerpräsident Göring und Reichsmmlster, Dv. Goebbels werden auch diesmal wieder in Straße Unter ben Linden vorder Passage ’jilb vor dem Hotel Adlon sammeln. Generaloberst 3«ring wird dann schon vormittags in ber Berlin e r Wertpapierbörse gesammelt haben. ! b» Reichsminister Dr. Lammers, Dr. Ohne- 'c:r g e, Graf Schwerin-Krosigk unb 15s I b t e unb bie Staatsminister Dr. Meißner :rD Dr. Popitz werben ebenfalls wie die Reichs- itber Bouhler, Hier! und Rosenberg miete ihre „Stammplätze" beziehen. Der Stab des Mährers sammelt in der Nähe des Brandenburger Znes. Die Korpsführer des NSFK. und NSKK, ■ i.ii r i ft i a n f e n und Hühnlein, und Reichs- iilrtführer v. Tschammer unb Dften finb im 3: ft en. Der Reichsbauernführer, Reichsminister hirre, sammelt mit seinen engeren Mitarbeitern n Reichsernährungsministerium und im Reichs- :ä,rstanb In der Reichst,auernstodt Goslar. Gauleiter Sprenger eröffnet den Neichsberufswettkampf. NSG. Zur Eröffnung des Reichsberufswettkampfes aller schaffenden Deutschen findet am 11. Dezember indenHeddern- Heimer Kupferwerken in Frankfurt a. M. in der großen Halle des Preßwerkes eine Kundgebung statt. Ganz bewußt ist diese Veranstaltung in diesem Jahre mitten in einen Betrieb gelegt, wo ber Arbeitskarnerab bireft an feinem Arbeitsplatz bleibt. Nach Begrüßungsworten bes Gaubeauftragten für ben Reichsberufswettkampf aller fcfjaffenben Deutschen, Gauberufswalter Stein, gestalten Werkscharmänner eine Feier st unbe „Vo l k an ber Arbei t". Der Gauobmann ber Deutschen Arbeitsfront, Willy Becker, gibt einen Rechenschaftsbericht über ben Reichsberufswettkampf im vergangenen Jahr. Gauleiter unb Reichsstatthalter Sprenger spricht über bie großen Aufgaben unb bie Bebeutung bes Reichsberufswettkampfes aller fchaffenben Deutschen, ber von ber Deutschen Arbeitsfront in bieser Form in diesem Winter zum erstenmal zur Durchführung gelangt. Die Gaukundgebung ist der Auftakt zu einer großen Propagandaaktion. Am 13. Dezember finden in allen Kreisstädten große Appelle statt. Gleichzeitig we ben zahlreiche Betriebsappelle durchgesührt. Meffehtesin derMrtfchasiaus? Der Präsident der Berliner Börse, Staatsrat Friedrich Reinhart, hat in einem Vortrag über die mögliche Leistung der Börsen sich durchaus für den Ausbau der Börse eingesetzt. Reinhart betonte, die Börsenbesucher selbst seien im neuen Staat nicht die eigentlichen Träger der „verwerflichen Finanzspekulationen" und prägte den Satz: „Die Tendenzen der Börse, ein häufiger Gegenstand des Anstoßes, entstehe nicht durch die Geschäfte des berufsmäßigen Handels, sondern alle Bewegungen entstehen im Grunde nur durch die zu bestimmten Zeiten massiert auftretenden Kauf- unb Verkaufsan-- träge bes Publikums; ber berufsmäßige Bör- senhanbel ist nur ber Vollstrecker bes Willens, den die breite Masse des Effekten besitzenden Publikums ihm zudiktiert. Solche Bewegungen seien auch nicht unerwünscht. Der berufsmäßige Handel sei nur in den seltensten Fällen tonangebend für die Tendenz." Gewiß ist aber, daß in den Staaten, die keine staatliche Kontrolle über die Börse ausüben, die Tendenz häufig vom berufsmäßigen Handel gemacht wird. Schließlich sprach Präsident Reinhart noch unbedingt für die Wiedereinführung des Zeitgeschäft s, „um die Funktionsfähigkeit der Börse in ihrem früheren Umfange wiederherzustellen". Aber gerade das Zeitgeschäft an der Börse, ein doppelseitiges Kreditgeschäft, bei dem der Verkäufer die versprochenen Effekten erst zu einem späteren Termin zu liefern, der Käufer sie erst zu einem späteren Termin zu bezahlen braucht, wobei Menge, Zeit, Abwicklungsverfahren ein für allemal feststehen und nur über den Preis eine Verständigung zwischen den Konttahenten erfolgen muß, dieses Zeitgeschäft gehört zu den umstrittensten Kapiteln und die Frage selbst, ob das Zeitgeschäft wieder eingeführt werden soll, ist noch längst nicht spruchreif. Wehrmachtsbauten, Autobahnen, Bau von Fabriken, Arbeiterwohnungen, Kulturbauten und ber Umbau von Berlin, Hamburg, München unb Nürnberg nach ben Richtlinien bes Führers stehen im Mittelpunkt ber großen Aufgaben, bie ber Bau« wirtschaft im Rahmen bes Dierjahresplanes gestellt finb. Sie kann ihnen nur gerecht werben burch eine planvolle Losung ber Arbeiter- unb Materialfragen. In einem Vortrag von ber Forschungsstelle für Sieblungs- unb Wohnungswesen an ber Universität Münster kennzeichnete Generalbirektor Dr. Eugen Vogler (Essen) ben hohen Stanb ber bauwirtschaftlichen Leistung unb mies Wege zu ihrer weiteren Entwicklung unb Steigerung. Von einer eigentlichen Mangellage könne bei wichtigen Baustoffen, wie Bruchsteinen, Ziegelsteinen. Zement unb Kalk, nicht gesprochen werben, ba biefe Jnbustrien zum Teil nur bis zu 70 v. H. ausgenutzt seien. Eine Steigerung ber Erzeugung lasse sich z. B. in der Ziegelinbustrie burch Vereinbarungen mit ber Bau- inbustrie erreichen, bie es ber Ziegelinbustrie ermöglichen, in ben absatzschwachen Wintermonaten auf Lager zu arbeiten. Dr. Vögler erinnerte baran, baß bas Eisen erst vor hunbert Jahren in großem Umfange in bie Bauinbustrie eingebrungen sei, baß man auch vorher schon schöne, zweckvolle unb bauerhafte Bauten errichtet habe. * Auf ber am 2. unb 3. Dezember stattgefundenen Arbeitstagung der deutschen Elektrizitätswirtschaft wurde ein Rechenschaftsbericht über das abgelaufene Jahr gegeben, das mit dem Energiewirtschaftsgesetz im Rahmen des Vierjahresplanes eine Vereinheitlichung erstrebte und eine Fülle von Aufgaben zur Erörterung stellte. Die Stromerzeugung ist von 16,6 Milliarden Kilowattstunden im Jahre 1929, dem letzten Jahr der Scheinkonjunktur, sprunghaft infolge ber Arbeitsbeschaffungsprojekte usw. auf 24,5 Milliarden Kilowattstunden im Jahre 1936 gestiegen, und diese Entwicklung hält noch weiter an. Der Anteil von Wasser unb Braunkohle an der Gesamterzeugung war im Jahre 1936 wesentlich hoher als in ben Jahren vorher. Der Stromverbrauch ist nach Kleinverbrauchern, Mittelverbrauchern und Großabnehmern geteilt, und zwar erhöhte sich die Zahl der städtischen Verbraucher vom Jahre 1932 bis 1936 von 7,96 Millionen auf 10,31 Millionen, die ländlichen Kleinverbraucher stiegen von 3,04 auf 4,07 Millionen. Die Stromabgabe für die ländlichen Kleinverbraucher stieg von 1935 auf 1936 um 17,4 v. H., für die städtischen Kleinverbraucher nur um 8,9 v. H. Die Verbilligung der Strombezugskosten für Kleinabnehmer wird, soweit sie für bie Industrie wirtschaftlich tragbar . ist, mit allen Mitteln erstrebt. Für die Landwirtschaft ist dieses Problem besonders wichtig, da im Zeichen des Landarbeitermangels eine Intensivierung von ber technischen Seite her erfolgen kann und durchaus möglich ist. Die nunmehr veröffentlichten Ergebnisse der Schweinezählung vom 3. September bestätigen den erwarteten und bekannten Rückgang ber Bestände von Sauen und Ferkeln. Nach den Erläuterungen, die der Vorsitzende der Hauptvereinigung der Viehwirtschaft Zu dieser Entwicklung gibt, „entspricht der zu erwartende Nachwuchs bei weitem nicht mehr den Bedarfserfordernissen". Um den ungünstigen Rückwirkungen des abnehmenden Schweinebestandes auf bie Fleischversorgung entgegenzuarbeiten, hat man aber gleichzeitig bekannt- gegeben, daß erstens der Preis für Fett- f ch w e i n e, der vor einem Jahr wegen der Futterknappheit herabgesetzt worden war, vom Januar 1938 ab wieder erhöht wird, und daß zweitens durch den Abschluß von Mastoerträgen in einem besonders großen Ausmaße gewisse Marttlieferungen, dem Versorgungsausgleich dienen können. Im übrigen wird die Erhöhung des Schlachtgewichts des Einzelschweins durch eine Prämie für Dollnus« Mästung es erlauben, Den Erfolg höherer Fleischerzeugung unter vollster Ausnutzung der günstigen Hackfrucht-Futterernte rascher zu erzielen, als es eine Bestandsoermehrung ermöglicht. Es ist sogar zu erwarten, daß durch die Prämie für Mastschweine zwischen dem an sich erwarteten höheren Angebot der ersten Monate des Jahres 1938 und dem befürchteten geringeren Angebot der späteren Monate ein Ausgleich erfolgt, in dem manches Schwein nunmehr noch zwei bis drei Monate bis zur Voll- ausmästungxim Stall bleiben wird. ♦ Das Industrial Conference Board in Washington bat die Gesamtzahl der Arbeitslosen in Amerika für Ende Oktober mit 6 355 000 angegeben und eine Zunahme gegenüber September von fast 300 000 verzeichnet. Die Wirtschaftsdepression in den USA. wirkt sich also auf dem Arbeitsmarkt sehr ungünstig aus, aber dabei dar'., nicht vergessen werden, daß nur ein Teil der Arbeitslosen drüben statistisch erfaßt wird, die Gesamtzahl der Arbeitslosen dürfte sich auf mindestens 10 Millionen belaufen. Das ist ein Fehlschlag aller Projekte, die aus dem Roosevelt-Kreis für die Hebung der Produktion gemacht worden sind. Inzwischen ist die Konjunktur noch weiter abgeschwächt. Ueber- all wird über Betriebsverteuerung und Lohnerhöhungen geklagt, bei sinkenden Produktionsziffern. ,Zron Age" gibt für die laufende Woche den Beschäftigungsgrad der amerikanischen Eisen- und Stahlindustrie auf 30 v. H. ihrer Kapazität an, während diese Industrie noch im Frühjahr und Sommer über große Aufträge verfügte und im Herbst vorigen Jahres einen Beschäftigungsindex von 74,1 o. H. aufwies. Dieser Rückgang um mehr als die Hälfte wird aber auch aus anderen Erwerbszweigen gemeldet. Präsident Roosevelt hat sich nun, um die Wirtschaft wieder „anzukurbeln", mit dem B a u m a r k t beschäftigt und gefordert, daß mehr als bisher das Kapital sich dem Bau von Wohnungen zuwende und die hohen Zinssätze, die durchweg 8 v. H. betragen und zu einer Verteuerung der Mieten beitragen, senke. Ferner will Roosevelt sich mit den Führern der Gas- und Elektrizitätskonzerne in Verbindung setzen, um die Depression zu überwinden helfen. ♦ In wenigen Strichen läßt sich die Lage auf den Rohstoffmärkten etwa mit folgenden Worten charakterisieren: Auf dem Baumwollmarkt sind die Preise ein reichliches Drittel niedi riger als im Vorjahr, jedoch sind die kräftigen Preisabschläge zum Stillstand gekommen. Die Baumwollernte dieses Jahres war überall gut bis sehr gut und hat die reichlichen Borräte noch wesentlich erhöht. Der augenblickliche Stillstand im Preisrückgang ist auf staatliche Eingriffe vor allem in den Vereinigten Staaten zurückzuführen wie Beleihung der Baumwollvorräte und Verringerung der Ernteflächen — Maßnahmen, die allerdings noch nicht gesetzlich beschlossen sind. Dagegen haben sich die Preisrückgänge auf dem (Betreibe* und Metallmarkt weiterhin kräftig fortgesetzt. Vor allem Weizen liegt nach wie vor schwach. Die argentinische Ernte dürste besser werden als erwartet, die australische Ernte wird vielfach als sehr, gut angesprochen. (Auf der südlichen Halbinsel ist der dortige Sommer unser Winter.) Verhältnismäßig beständig sind die M a i s p r e i se, aber ebenfalls nur durch staatliche Einwirkungen, da die Vorräte groß sind. Die Südafrikanische Union hat wegen schlechter Ernte ein Mais-Ausfuhrverbot erlassen, das aber gegenüber den Haupterzeugungsländern nicht allzu schwer ins Gewicht fällt. Trotz der Beanspruchungen der internationalen Aufrüstung haben sich die Lagerhaltungen an Metallen weiterhin vergrößert. Vielfach sind Erzeugungseinschränkungen durchgeführt ober werden beraten. Gegenüber dem Vorjahr ist der Preis von Weizen in Chikago um 23,5, von Mais um 48,2, von Baumwolle in Neuyork um 33,8, von Kupfer in London um 22,6, von Zinn um etwa ebensoviel, von Zink um 9,7 und von Blei um 33,2 v. H. gesunken. Dabei muß scharf im Auge behalten werden, daß die Novemberpreise 1936 noch keinen Höhepunkt darstellten, sondern daß die eigentlichen Haussepreise im März 1937 erzielt wurden: gegenüber diesen Haussepreisen sind die Abschläge in den letzten sieben Monaten noch erheblicher. Mmflemäsideni Göring übernahm dasReichswirWaslsmiMerium Berlin, 2. Dez. (DNB.) Der Beauftragte für den Vierjahresplan, Ministerpräsident Generaloberst Göring, übernahm in diesen Tagen die Leitung des Wirtschaftsmini st eriums. Staatssekretär Posse begrüßte den Ministerpräsidenten namens aller Mitarbeiter des Ministeriums. Der Ministerpräsident anwortete, der Führer habe ihn beauftragt, jene organisatorische und personelle Vereinheitlichung herbeizuführen und die Maßnahmen zu treffen, die für eine sachgemäße Erledigung der dem Beauftragten für den Vierjahresplan und dem Wirtschaftsminister obliegenden Aufgaben Gewähr leisten. Mit herzlichen und anerkennenden Worten gedachte der Ministerpräsident der aufopfernden Arbeit des Reichsbankpräsidenten Dr. Schacht im Wirtschastsministerium und betonte, daß kein Kurswechsel vorgenommen worden sei, sondern vielmehr die Verstärkung der Kraftanspannung durch einheitliche Zusammenlegung. Der Arbeitseinsatz des bisherigen Leiters des Wirtschaftsministeriums sei unerhört gewesen; Reichsbankpräsident Dr. Schacht, der ihm weiter als Freund und Berater zur Seite stehe, werde auch in Zukunft mit großem persönlichem Einsatz kämpfen, das der Wirtschaft vom Führer gestellte Ziel zu erreichen. Der neue Reichswirtschaftsminister Funk werde nach dem 15. Januar 1938 alles tun, um für die Dauer die beste Zusammenarbeit zu gewährleisten. „Dieses Ministerium ist dafür verantwortlich, daß die Wirtschaft mit stärksten Kraft strömen d u r ch p u l st wird. Das Wirtschaftsministerium ist nun das Exekutivorgan für die Durch* sührung des Vier fahr es plan es und er* halt damit feine bisher größte und schönste Auf* gäbe. Es muß die Sorgen der Wirtschaft kennen und ihr helfen. Die deutsche Wirtschaft wiederum muß diesem Ministerium absolutes Vertrauen entgegenbringen und den notwendigen Respekt vor dem Führungswillen zeigen." Nachwort des Reichsjägermeisters zur Internationalen Zaqdausstellung. Der große Erfolg der Internationalen Jagdausstellung wird durch ein Nachwort des Reichsjägermeisters, Ministerpräsidenten Göring, bestätigt: „Die Internationale Jagbausstellung ist für alle Jäger des In- und Auslandes ein einzigartiges, nicht zu überbietendes Erlebnis gewesen. Der ungewöhnlich starke Besuch hat beroiefen, welches Interesse aus allen Kreisen der Bevölkerung dieser internationalen Veranstaltung entgegengebracht wurde. Die vielen ausländischen Gäste haben die beispiellose Leistung der Ausstellung bewundert und haben dabei Gelegenheit gehabt, die Leistungen und Bestrebungen des nationalsozialistischen Deutschland kennenzulernen. In monatelanger mühevollster Arbeit ist diese Ausstellung aufgebaut worden. Ihr Gelingen war nur möglich durch die straffe Organisation und Einsatzbereitschaft aller; der unge- Lonbon, 2. Dez., (DNB.) Das englische Knegs- ministerium gab bekannt, daß von den vier militärischen Mitgliedern des A r m e e r a t e s drei zurücktreten und jüngeren Offizieren Platz machen. Zurücktreten werden Feldmarschall Str Cyrill I. 2 euer eil-, der durch seine Teilnahme an den diesjährigen deutschen Wehrmachtsmanövern auch in Deutschland bekannt geworden ist, Chef des Reichsgeneralstabes, Sir H. H S. K n o x , Generaladjutant der Streitkräfte, sowie Generalleutnant Sir Hugh Elles, Generalfeldzeugmeister. Ihre Nachfolger sind Generalmajor Viscount Gort, Generalmajor C. G. Liddell und Vizeadmiral Sir Marold A. Brown, der Generaldirektor für das Munitionswesen. Die Entscheidung des Kriegsrnini- teriums fetzt das Durchschnittsalter der militärischen Mitglieder des Armeerates von 63 auf 52 Jahre herab. Damit wird in diesem Gremium der Kerngedanke des Planes des 43jährigen Kriegsministers Hore-Belisha zur Verjüngung des höheren Offizierskorps verwirklicht Die „Times" schreibt, daß die Armee unter der Auswirkung einer z u langsamen Beförderung gelitten habe, und daß die weit- Der Jugendführer des Deutschen Reiches, Baldur von Schirach, der in Frankreich anläßlich eines privaten Besuches eine sehr herzliche > Aufnahme and, fetzt in feiner Zeitschrift „Wille und Macht" die von Camille Chautemps begonnene d e ut sch- ranzösische Zwiesprache fort. In seinen Ausführungen heißt es u. a.: Die Annäheruna un* erer beiden Völker ist eine europäische A u f- jabe von so zwingender Notwendigkeit, daß die Jugend keine Zeit zu verlieren hat, um an ihrer Lösung zu arbeiten. Die Worte des Führer« und jener eindrucksvolle Aufruf, den der französische Ministerpräsident Camille Chautemps an unsere Jugend richtete, ermuntern uns junge Deutsche, diese Erkenntnis zu verwirklichen. Wenn ich schon vor meiner Reise nach Frankreich bereit und entschlossen war, alles zu tun, um die junge Generation Deutschlands mit der französischen Jugend in Kontakt zu bringen und für diesen Entschluß in meinem Vaterland die herzliche Zustimmung aller Beoölkerungskreise, vor allem aber die meiner Kampfgefährten in der Führung der NSDAP, gefunden habe, fo bin ich glücklich, in Paris nicht nur nicht enttäuscht, sondern im Gegenteil lebhaft ermutigt worden zu sein. Ich habe unter den Franzosen, mit denen ich gesprochen habe, so viel Aufgeschlossenheit für den Gedanken einer Annäherung der Jugend gefunden, wie ich sie, offen getagt, kaum vermutete. Die Jugend hat das Recht, vielleicht sogar die Pflicht, gleichsam außerhalb der großen Politik, sich mit ihresgleichen über geographische Grenzen und politische Schranken hinweg zu unterhalten. Sie hat nach einem Wort Adolf Hitlers ihre eigene Solidarität. Die deutsche Jugend hat sich jenem Bildungsideal verschrieben, das in Goethe seine ewige und für die ganze Kulturwelt gültige Verkörperung gefunden hat. Nichts entspricht so sehr diesem erzieherischen Ideal als die ständige Bemühung, das Blickfeld des einzelnen zu weiten und ihn in eine harmonische Beziehung z u seiner Umwelt treten zu lassen. Der Besuch fremder Länder ist nach Erlangung der Kenntnis des eigenen Landes das wertvollste erzieherische Element Die Jugend ist der beste Botschafter der Welt, sie ist unbefangen, freimütig und ohne den ewigen Argwohn, von dem die Diplomaten oft nicht zu heilen find, weil er gewissermaßen ihre Berufskrankheit ist. Allerdings darf hinter dem Austausch der Jugend keine propagandi- ahnte Erfolg ist der höchste Lohn für alle Mitarbeiter. Ich danke allen meinen Jägermeistern, den Forstbeamten. den Angehörigen der Deutschen Jä- gerschaft und den Mitarbeitern der Ausstellungsleitung für die geleistete Arbeit. Mein Dank und meine" Anerkennung spreche ich insbesondere dem Oberstjägermeister S ch e r p i n g aus, der sich in hervorragender Weise von den ersten Vorbereitungen an mit seiner ganzen Person in nie ermüdender Tatkraft für die Ausstellung und ihr Gelingen eingesetzt hat. Die gleiche Anerkennung gilt dem Aufbauleiter, Jägermeister L ö b e n b e r g." reichenden Maßnahmen des Kriegsministers neue Hoffnungen bringen könnten, die Öffentlichkeit erhalte dadurch auch die Hoffnung, daß den neuen Derteidigungsproblemen nicht nur mit neuen Maßnahmen gegenüber getreten werde, sondern auch mit neuen physischen und geifügen Kräften, die notwendig seien, um mit der Wiederaufrüstung fertig zu werden. Der „Daily Telegraph" hebt hervor, daß ein derartiger Wechsel im Armeerat seit seinem Bestehen überhaupt beispiellos sei. Das deute natürlich darauf hin, daß der Kriegsminister und viele feiner militärischen Berater ernste Meinungsverschiedenheiten über die Organisation des Armeerates gehabt hätten. Es würde aber ein schlechter Dienst an der Armee sein, wollte man diesen Wechsel im Kriegsministerium als Zeichen einer Krisis in der britischen Armee hinstellen. Tatsächlich handele es sich um die unvermeidliche Folge der Politik, jüngere Offiziere auf höhere Po st en zu bringen, was wiederum durch die „wachsenden Besorgnisse" der Gegenwart feine Berechtigung finde. stische Absicht stehen. Dies würde von vornherein alles verderben. Der einzige Programmpunkt eines von den Nationen organisierten Verkehrs ihrer Jugend untereinander lautet: Gegenseitiges Sichkennenlernen. Das genügt. Die Mißverständnisse zwischen den Völkern beruhen in den meisten Fällen darauf, daß sie sich nie kennengelernt haben. Ich sehe es nun als meine Aufgabe an, zwischen der deutschen und der französischen Jugend e i n Gespräch zustande zu bringen, das von deutscher Seite nicht in schönen Aeußerungen von mir bestehen soll, sondern in stielen persönlichen Unterhaltungen tausender junger Deutscher mit ebenfooielen Franzo - s e n. Wir werden die ersten Tausend dieser französischen Jugend mit der größten Herzlichkeit im Jahre 1938 auf deutschem Boden willkommen heißen. Sie sollen die Schönheit unserer Landschaft und unserer Städte in sich aufnehmen und mit dem deutschen Volk Fühlung gewinnen. Wenn dann deutsche Jugend nach Frankreich fährt, werden viele Bekanntschaften und Freundschaften erneuert werden, die auf der ersten Reise mit jener Unbeschwertheit und seelischen Bereitschaft geknüpft wurden, die der jugendliche Mensch als eine der schönsten Gaben der Natur in sich trägt. Die Toten des großen Krieges starben in der Erfüllung ihrer patriotischen Pflicht und in edler Hingabe an die Idee der Freiheit. Aber Deutsche wie Franzosen waren immer von der Achtung vor dem tapferen Gegner erfüllt. Wenn sich die Toten achteten, sollten die Lebenden versuchen, sich die Hand zu reichen. Wenn die aus dem Kriege heimgekehrten Frontkämpfer der beiden Nationen sogar Kameraden werden formten, warum sollten nicht die Söhne und Enkel Freunde werden? Warum nicht? Jugend von Frankreich: W a - rum nicht? ©er Beichsjugendführer im Irak. Bagdad, 3. Dez. (DNB.) König G h a z i vom Irak gab einen Empfang für Reichsjugendführer Baldur von Schirach, an dem auch Außenminister Tewfik Suweide sowie der deutsche Gesandte Dr. Grobba teilnahmen. Anschließend machte der Reichsjugendführer einen Besuch beim Ministerpräsidenten M a t f a i. Abends war er Gast der deutschen Gesandtschaft. Bei einem Empfang der Deutschen Kolonie hielten Gesandter Dr. Grobba Verjüngung im britischen Armeerat. Zeldmarschall ©everell tritt zurück. Der Mchsjugendsiihrer bei der KZ. in Athen. Anläßlich seines Aufenthaltes in der griechischen Hauptstadt stattete der Jugendführer des Deut chen Reiches auch dem Heim der dortigen HI. in Skaramanga einen Besuch ab. — (Presse-Bild-Zentrale-M.) 8 »Ä ■** OieZugend ist der besteBoischaster der Well Baldur von Schwach an die französische Jugend. WarumsollendieSöhnederFrontkämpferbeiderNationennichtFreunde werden? und der Ortsgruppenleiter von Bagdad, Jordan, Begrüßungsansprachen, die vom Reichsjugendführer herzlich erwidert wurden. — Am Freitag wird Bal* dur von Schirach nach Teheran weiterfliegen. Der Juaendführer des Deutschen Reiches hat die Obergauführerin Jutta Rüdiger zur Reichs- referentin für den BDM. ernannt, nachdem die bisherige Reichsreferentin Frau Trude Bürkner um Entlassung von ihrem Amt ersucht hatte. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Ludendorffs Befinden unverändert. München, 2. Dez. (DNB.) lieber das B e« finden General Ludendorffs ist am Donnerstag um 19.30 Uhr folgender Krankheits* bericht ausgegeben worden: „Keine Aende* rung des Befindens, weder nach der guten noch nach der schlechten Seite". Prof. Kielleuthner, der General Ludendorff in einem Münchener Krankenhaus behandelt, erklärte, er gebe die Hoffnung noch nicht auf. In der Tat erscheint der bisherige Verlauf der Erkrankung insofern ermutigend zu sein, als die sehr gesunde und erstaunlich rüstige Verfassung des immerhin 72jährigen der sehr plötzlich aufgetretenen Erkrankung energisch Widerstand leistete und auch die Operation recht gut überstand. Der Genera! hatte noch in diesem Sommer, wie gewohnt, mehrere Wochen auf seinem Besitztum in Klays bei Mittenwald zugebracht und hatte sich durch tägige vielstündige Wanderungen wieder sehr erfrischt. Am 4. November mußte er sich dann infolge einer schweren Blasenerkrankung operieren lassen. Es war ihm jedoch erfteulicherweise sehr bald möglich, das Bett wieder zu verlassen und im großen ganzen seiner täglichen Beschäftigung nachzugehen. Erst am 27. November verschlechterte sich sein Befinden, es kam zu störenden Blutungen und am 29. November mußte bann eine Bluttransfusion vorgenommen werden. Der General zeigt sich auf feinem Krankenlager von einer bewundernswerten Geüffenh''t; auch der behandelnde Arzt betont, daß man nie ein Wort der Klage von dem Kranken hört. NeichsministerRust zum Beichsberufs- US» M» mit K iS fei Lt. itio * «n iS Meckn M W?. -n der erst sie ßanbgi Mbunden, Men oerj- m SE Mijen ko. m einer E «Die Fr> Mens 160 i-Mnnten * ßu tjentnabe c Wie hervoi Mmkrech die - deutsche M^t mui kon Sii munter ei Mene T # finge' »ne Aussc nve fron xhr erst Maland! 0er r ^aris bvsisi ai 'nach Wl Wotschaste, Aoris beh chrem Wu jju jede .und Jt mud) nid)' c;id)t auf 8,65 sei r WffassUl irrialpolifi Münzten Neuerung l non ialf> wettkampfan den Hoch-und Fachschulen. Berlin, 2. Dez. (DNB.) Reichserziehungsmini* ster Rust hat zum bevorstehenden R e i ch s b e * rufswettkampf der Studierenden erklärt: Die Parole „Wissenschaft" soll für jeden Studenten Ansporn zu höchsten Leistun- gen sein. Ich erwarte daher von jedem Studenten, daß er durch rege und freudige Teilnahme am Reichsberufswettkampf unter Beweis stellt, daß er bereit ist, Aufbauarbeit zum Wohle her Gemeinschaft zu leisten. Dann wird auch dieser Reichsberufswettkampf, in dem praktische Gin- satzfähigkeit, weltanschauliche Klarheit und wissenschaftliche Leistung zugleich erfaßt werden, eindeutig Zeugnis darüber ablegen, daß die politische und wissenschaftliche Ausgabe des deutschen Studenten eine unzertrennliche Einheit bilden." „©reyfuh - der ewige Jude." München, 2. Dez. (DNB.) Im Rahmen der vom Reichsinstitut für Geschichte des neuen Deutschlands in Verbindung mit her Ausstellung „Der ewige Jude" an del Universität München veranstalteten Vortragsreihe sprach Professor Dr. Walter Frank über das Thema „Alfred Dreyfuß — der ewige Jude". An Hand zahlreicher zeitgenössischer Dokumente beleuchtete Dr. Frank die Atmosphäre des Panamaskandals und die Rolle des jüdischen Hauptmanns Dreyfuß im französischen Generalstab. Er stellte den Konflikt zwischen soldatischer Ehrauffassung und jüdischem Händlergeist heraus und bezeichnete Dreyfuß als ein Symbol für bie ewige Fremdheit des Juden unter den Völkern und feinen Freispruch als einen Sieg des internationalen jüdischen Kapitals über das französische Soldatentum. Das alte Deutschland sei unterlegen, weil seinem unpolitischen Soldatentum die politische Führung und Idee fehlte. Erst durch das Zusammentreffen soldatischen Instinkts und schöpferischer politischer Intelligenz und die Gestaltung der Idee von Rasse, Volk und Staat im Deutschland Adolf Hitlers fei das Judentum überwunden worden. Gistmordversuch an Marschall Blücher im T-anssibirienExpreß. Warschau, 2. Dez. (DNB.) Nach einer Meldung des „Expreß Poranny" aus Moskau wurden unlängst sieben Angestellte der Transsibirischen Eisenbahn Mo stau — ©la/ diwostok erschossen, und zwar zwei Schaffner, der Koch unb sein Gehilfe sowie drei Kellner des Speisewagens. Die Erschossenen sollen einen Giftmordanschlag auf ben Chef der Roten Armee im Fernen Osten, Marschall Blücher und seine Umgebung versucht haben. Nach der Einnahme des Mittagessens im Speisewagen seien plötzlich meh rere Personen erkrankt Vier höhere Offiziere feien gestorben. Marschall Blücher selbst habe an dem Mittagessen zufällig nicht teilgenommen. Man habe sofort eine Untersuchung vorgenommen, konnte aber nichts finden, worauf die Vergiftung zurückzuführen sei Jedenfalls habe man das ge; famte Personal des Wagens zum Tode verurteilt und auch erschossen. Hili Weige ■fli erklärt !l 15" ih5 itüßlanh ' »iiulchien J-Iber die' Mcke. Poll ■ Paris Pjtonide" Wvter D i*be f vvorqele Warschau I berechtigt s rm runb bitte, währ 5$ Lelgi flößen. P, nnterna: «Hangen, URlein Nn. , HU @e Hüllt alle Lösche, li« Tü mit) M Gliid Wägen Nächste. M Nun SFt sein J deutsli M jw $ Mte her [' S'föen Wmnng. Minz C 7 SEIFE ' 304 3st.854 RASIER SEIFE 554 Oie Maginot-Linie (B mnyi g des deutschen Rechtsanspruches auf K o - lbesitz hätten die beiden Mächte keine bru- vnheLe Kolonialforderungen Polen vl»rqelegt werden würden. Man werde : en Polens :n hat der die sein von sl>t> n» täiieuni l in a ibv m d ckk nm inte cht eC' 81: int ibet: Here: ehn s ögL Lir nationalspanische Heeresbericht Dotir Donnerstag lautet: Im Abschnitt Jraza an der aiütGl'>c)6ayara-Front vereitelten unsere Truppen einen feichlitzen Angriffsoersuch und fügten dem Gegner zalhleche Verluste zu. Es wurden 22 Gefangene ' ,geWit, sowie 46 Gewehre und» anderes Kriegs- -* 1 •ncttfr'nl erbeutet. D!orchau darauf Hinweisen, daß es durchaus nicht bcrmtigt sei, ryenn Polen mit einer Bevölkerung vlM und 33 Millionen Menschen keine Kolonien höche während kleinere Länder, wie Holland und Belgien, größere Kolonialgebiete bcisöß n. Polen werde eine Zulassung zu jeder irii ter nationalen Kolonial konferenz DÄ gen, die in Zukunft einberufen werden könnte. iner m u M ■ a« leit Weigerung entgegensetzen wollen, aber sie hät- ' ien irklärt, dieses Problem „nicht a l s einzel- wMthten aber eine möglichst baldige Verständigung pleribie Begrenzung der Ausgaben für Rüstungs- ZlS c-. Solnische Kolonialforderunqen? H ris, 3. Dez. (DNB. Funkspruch.) „News Ebrtiide" vermutet, daß dem französischen Außen- irinrer Delbos in Warschau bereits ins einzelne ei # )tr o E n ie5 ins Auge fassen zu können. Frankreich und Ekü^lmd setzten im übrigen ihre Aufrüstung fort, ». f intiabe gegen die Ingenieure der Maginot-Linie. ' 5)iechervorragendsten Generale und Staatsmänner kreichs haben anerkannt, daß diese Befestigun- V gn die — wohl gemerkt! — zur Zeit der , t!le li f cf) e n Abrüstung begonnen und aus- 0 flpiut wurden, Frankreich das höch ste Maß a tio i Sicherheit gewähren. Sowjetoffiziere, . Munter erst vor IV2 Jahren der inzwischen er« .■ s tzv'ene Tuchatschewski, wurden in ihre Geheim- 1 riisse eingeweiht. Tatsächlich ist die Maginot-Linie em Aussall- und Deckungslinie für eine offen« t™ lHeine politische Nachrichten, mit an Jk Führer hat an Gauleiter Weinrich -agstt (Kirsis e l) zu seinem 5 0. Geburtstag folgen« ber ! de!s Vlückwunschtelegramm gerichtet: „Zu Ihrem ! beAicaen 50. Geburtstage nehmen Sie auch meine belcl yeKMsten Grüße entgegen. Ich verbinde sie mit iiibeöj Wunsche, daß es Ihnen noch viele Jahre Der« W'.gäM sein möge, in voller Gesundheit ihre Kraft deins iXUtschen Volke, der Bewegung und somit auch Verfügung zu stellen." — Außerdem über« der Führer Gauleiter Weinrich sein Bild ° y- inr S lberrahmen mit einer persönlich gehaltenen | | 5?r französische Kriegsminister Daladier lad seiner Rückkehr von einer Besuchsreise ^izösischen Ostbefestigungen erklärt, daß i|ql- inot-Linie 19 38 doppelt s 0 ft art '9iii)e, wie 1936. Die Maginot-Linie zieht sich zi- französisch-schweizerischen Grenze bis zur fran« Ssich-belgischen Grenze; sie findet im Norden eine ; op;elte Fortsetzung, einmal durch die unmittelbar ' ng schlossene belgische Festungslinie, dann neuer- durch die Befestigungen, die an der ftanzö- - ichbelgischen Grenze erstellt werden; im Süden, Iso in der Schweiz, ist solange auf den Bundesrat xduckt worden, bis er sich zur Anlage von Sper- iin und Aufstellung entsprechender Wehrformatio- s v französische Stoßarmee, deren furchtbare Ge- f chr erst durch die deutsche Wiederbesetzung des Heilandes 1936 gebannt wurde. B. R. Der französische Außenminister nach Warschau avqereist. ^nris, 2. Dez. (DNB.) Außenminister Dello ist am Donnerstagabend mit dem Nordexpreß i en Warschau abgereift. Der polnische ÄDtchafter in Paris begleitet den Minister. In Pars, betont man, baj^ Frankreich wie England in iliret Wunsche nach einer allgemeinen Entspannung Süll jeher Aussprache mit Deutschland u.n! Italien bereit seien. Sie beabsichtigten QLch nicht, von Deutschland und Italien den Ver- z tijtiauf die Grundsätze ihrer Politik zu verlangen. „ k; ei nicht unmöglich, zwischen den gegensätzlichen 2Z!uFassungen Brücken z u schlagen, um in rlohniitischen Geiste zu der in Europa einmütig er» nLinchten Entspannung zu gelangen." Der Deen entschlossen hat. Nagin 0 t, nach dem diese Befestigung der jimzösischen Ostgrenze genannt ist, wirkte schon -M! bei der Ruhrbesetzung mit und war der Vor« i iTT'jfer für den Ausbau der schon vor dem Kriege 1 rf gegliederten französischen Festungen an der Oft« I reige. Diese Festungen wie Belfort, Epinal, Tonl i.nl Verdun bestehen auch heute noch in teilweise ceirberter Form fort. Sie werden sogar durch Ein- - üss uppen der Maginot-Linie (und zwar in ihrem Z.rifcsn Abschnitt) miteinander verbunden; im vor« jtlöjerten zweiten Abschnitt begleiten die Anlagen L>er Maginot-Linie den Ostabhang der Vogesen und it l=r ersten Linie decken sie den Rhein und dann ite Landgrenze. Die Anlagen sind untereinander i k i^rünben, mit allen Schikanen getarnt, mit Tank- ch- «Mn versehen und so eingerichtet, daß die einzelne, 1 ien Gruppen sich auch dann noch weiter selbst ver« irlnt 1-idizen können, wenn dem angenommenen Feinde e.. «ui iiner Stelle der Durchbruch gelungen ist. Ds Friedensbesatzung besteht aus min« ükftns 160 000 Mann, die durch Einberufung der figr:annten „frontaliers“, der in diesem tiefen tabschnitt wohnhaften Reservisten, mindestens rniuppelt werden können. Der große Festungsbau- rierier Ludwigs XIV., Vauban, war ein Wai- »NZ Chichibu von Japan empfing den nach Qeil!;3amir entsandten Gebietsführer Schulze.. Der -si 0 Püü; begrüßte den Plan eines Jugendaustausches, $ ^wlüvis Gebietsführer Schulze versicherte, daß er fidrnit allen Kräften der Förderung der Beziehun- ge?i fischen der Jugend Deutschlands und Jcipans ^‘Qav. rotobn.-n werde. iun * Vunie Well schwarz aus weiß Gternströme wiederum nur die Lichtriesen dieses Sternstroms, von denen Alkyone die Sonne 600mal an Leuchtkraft übertrifft. Die Plejaden sind viermal so weit entfernt wie die Hyaden und daher scheinbar auf eine engere Himmelsfläche zusammengedrängt. Auch im Sternbild des Perseus bilden zahlreiche Sterne in der Umgebung von Algenib einen Sternstrom, dem ferner noch mehrere hellere Sterne der Kassiopeia und einer im Fuhrmann angehören. Bemerkenswert ist, daß die Sternströme vorwiegend in oder nahe der Milchstraße liegen und auch ihre Bewegungen sich meist in der Ebene der Milchstraße vollziehen. Wir sehen an einem klaren, mondlosen Dezemberabend die Milch straße als ein zartes Lichtband steil im Südoften zwischen Prokyon und Orion aufsteigen und durch die Sternbilder Zwillinge, Stier, Fuhrmann, Perseus, Kassiopeia und Kepheus zum Schwan im Nordwesten ziehen. An ihrem nördlichen Rande strahlt die Wega in der Leier, die sich bereits dem nordwestlichen Horizont nähert, wenn auf der entgegengesetzten Seite Sirius, der funkelnde Hundsstern, erscheint. Beide Sterne haben die gleiche bläulich-weiße Farbe und gehören demselben Spektraltyp an. Aber während Sirius nur neun Lichtjahre entfernt ist, trennen uns von der Wega 27 Lichtjahre. Der scheinbar hellere Sirius besitzt daher in Wirklichkeit nur die halbe Leuchtkraft der Wega. Die Strahlungstemperatur der Oberfläche beider Sterne beträgt rund 11000 Grad. Südlich der Milchstraße schließen sich an den Perseus die vier hellen Sterne der Andromeda und die große, aus einem Quadrat und einem Sechseck bestehende Pegasusfigur an. Den Südhimmel rechts vom Orion erfüllen die Sternbilder Eridanus, Walfisch, Widder, Fische und Wassermann. Bis 18 Uhr ist dicht über dem Südhorizont auch noch der helle Fixstern Fomalhaut zu sehen. Der optisch veränderliche Stern Algol im Perseus, dessen Licht in regelmäßigen Abständen von knapp 69 Stunden durch den umlaufenden Begleiter verdunkelt wird, hat günstig zu beobachtende Lichtminima am 5. Dezember um 23 Uhr, am 8. um 20 Uhr, am 25.Z26. eine halbe Stunde nach Mitternacht, am 28. um 21 Uhr, am 31. um 18 Uhr. Am Nordhimmel ist der Große Bär gegen 22 Uhr aus der tiefen Lage, die er im Oktober und November einnahm, nach rechts emporgewandert. Die Deichsel des Himmelswagens zeigt jetzt nach unten, während der Kleine Bär gleichsam vom Po- tragisch zerklüfteten, „von dem Lastträgeroolk der Indios" bewohnten Mexiko. Er erspäht tief verlagerte Zusammenhänge und schärst den Blick für die Problemstellung der mannigfachen kreuz und quer laufenden politischen Hochspannungen der lateinamerikanischen Welt. Kaum haben wir Zeit gehabt, die Ueberfülle der Gesichte zu verarbeiten, da geht es schon weiter gen Süden, durch die Wunder stiller Urwälder, in denen die „namenlose" Stadt mit ihren versunkenen Tempeln und Palästen träumt, in das Innere Mittelamerikas, von dessen kulturellem Gefüge auch heute noch manche verschwommene Vorstellung herrscht. Wir beschließen die atemberaubende Fahrt am Panamakanal, der militärischen Schlüsselstellung der Vereinigten Staaten im Pazifik, deren ehernes Antlitz als hochpolitisches Fragezeichen in kommende Entwicklungsmöglichkeiten hineinragt. Wie eine Chronik, aber auch wie eine Folge dramatischer Szenen lieft sich Albrecht Janssens hübsch bebildertes Werk „TausendJahre deutscher Walfan g." (Mit 54 Abbildungen. Preis geb. 5 Mk.) Es erzählt von sturm« und meerumbrausten Jagden in den Walgründen der Eismeere. Erschütternd sind die Leiden der Walfangpioniere bei Schiffsuntergängen, im Kampf mit Der" erbarmungslosen Natur und dem gefährlichen Fangobjekt. Aber glücklicherweise fehlen auch die Lichter erheiternder Zwischenfälle nicht. Mit Genugtuung vernehmen wir sodann, wie im neuen Deutschland der Walfang unter Leitung des bewährten Kapitäns Karl Kircheiß neu begründet routbe, daß Berufenen ein ergiebiges Arbeitsfeld und der heimischen Fettversorgung wertvolle Bereicherung winken — nicht zuletzt auch, daß mit der baldigen Einführung schmerzloser elektrischer Tötung der Riesentiere gerechnet werden darf. Noch ein „Reisebuch" möchten wir nennen. Seine „Fahrt" lotet hinab in die Tiefe der Jahrhunderte. „W underliche Schiffe" find die Gefährte. Wir verdanken ihre Bekanntschaft dem Engländer Stanley Rogers und seinem ebenso liebevollen wie meisterlichen Uebersetzer Dr. Max Müller- Iserlohn. (Mit 140 Abbildungen. Preis geb. 4 Mk.) Das ergötzlich bebilderte Buch ist eine kuriose Sammlung von Witzen der Schiffbaugeschichte. Zündend plaudert es von technischen Trugschlüssen und den daraus entstehenden peinlich überraschenden Folgen. Der Leser lacht Tränen, etwa über das flunderförmige Panzerschiff „Popov" oder den danebengelungenen „schlingersicheren Salon" oder die „Kleopatra", deren um einen Obelisken herumgebautes Spantengefüge mit Not und Mühe durch das Mittelmeer hinauf nach London gelotst wurde. Aber hinter diesen wunderlichen Schiffen utid ihrer von manchem Unglück gezeichneten Geschichte steht der wagende, opferwillige und rührende Idealismus der Erfinder und die Gefolgschaftstreue aller, die an feine Erstnderträume geglaubt haben. — Die Einzigartigkeit dieses Buches liegt in der Tatsache, daß hier ein Handbuch geschaffen wurde, von dem es schwer zu entscheiden ist, ob sein fachlicher oder kulturgeschichtlicher Reiz der größere ist. Es veranschaulicht darüber hinaus beispielhaft die dem „Reisebuch" innewohnende Kraft, das Weltgebäude des Lesers um einen neuartigen Ausguck beglückend zu vermehren. L. Zielesch. Der letzte Monat des Jahres läßt am abendlichen Fixsternhimmel die glanzvollen Wintersternbilder voll zur Geltung kommen. Zu Beginn des Monats sehen wir gegen 22 Uhr im Südosten den Orion, das schönste aller Sternbilder, in welchem links oben die rötliche Beteigeuze, rechts unten der weiße Rigel als hellste Sterne strahlen. Drei in einer schrägen Linie stehende Sterne zweiter Gröhe bilden den Gürtel des Orion, und, unter dem mittleren der Gürtelsterne bemerken wir noch mehrere kleinere Lichtpunkte, das Schwertgehänge, in dem als heller Lichtfleck der Orionnebel mit bloßem Auge zu sehen ist. Nehmen wir ein Fernglas, so erscheinen zwischen den hellen Sternen des Orion zahllose kleine und kleinste Lichtpünktchen, die gemäß ihrer Eigenbewegung optisch und physisch zum Orion gehören. Es handelt sich um einen zerstreuten oder offenen Sternhaufen, dessen Mitglieder eine gemeinsame gleichgerichtete Bewegung im Raum besitzen und daher einen Stern st rom bilden. Die sieben hellen Sterne des Orion sind die Lichtriesen in diesem Sternstrom, Der von der Erde 300 bis 500 Lichtjahre entfernt ist und sich mit einer Geschwindigkeit von 21 Kilometer in der Sekunde von uns fortbewegt. Die drei Gürtelsterne im Abstand von rund 400 Lichtjahren besitzen bei einer Oberflächentemperatur von 22 000 Grad die 2000fache Helligkeit unserer Sonne; sie sind die Sonnen auf dem Höhepunkt ihrer Entwicklung. lieber Dem Orion bemerken wir Den Stier mit dem rötlichen Riesenstern Aldebaran, Der von Den weißglitzemDen HyaDen umgeben ist. Im Fernglase fallen befonDers Die beiDen Doppelfteme Theta und Sigma auf. Die HyaDen bilDen ebenfalls einen Sternstrom, eine Gruppe von Sternen mit gemeinsamer Bewegung im Raum, Deren AbstanD von Der ErDe 110 bis 160 Lichtjahre, im Mittel 130 Lichtjahre beträgt. Aldebaran gehört nicht zum Schwarm der Hyaden; er ist nur 57 Lichtjahre entfernt. Ein besonders dankbares Objekt für die Betrachtung mit Dem Fernglas finD Die PlejaDen, vom VolksmunD Siebengestirn ober Henne mit Küchlein genannt, weil sich um Den Hauptstern Alkyone fünf etwas schwächere Sterne scharen. Mit freiem Auge sieht man nämlich gewöhnlich nur sechs Sterne; ein besonDers scharfes Auge erkennt vielleicht sieben bis zehn. Das Fernglas zeigt uns 30 bis 40. In Wirklichkeit aber finD in Den PlejaDen über 200 Sonnen zu gemeinsamer Fahrt Durch Das Weltall vereinigt. Was wir mit bloßem Auge sehen, finD ©er Sternenhimmel im ©ezember Von ©r Erwin Kossmna. Das Reisebuch. Millionen Menschen leben auf Diesem ErDball, Denen ihr gegenseitiges Vorhandensein nicht viel mehr bedeutet als eine völkerkunDliche Tatsache. Was sie trennt, sind Abgründe des Raumes, Der Sprache und Kultur. Millionen gleichzeitig Lebender wissen so wenig voneinander, als bewohnten sie verschiedene Sterne. Und niemals, so scheint es, können sie in irgendeine engere Beziehung zueinander treten, es geschähe Denn ein WunDer. Aber Dieses Wunder geschieht. Ja, es gebiert sich ständig neu und heißt — das R e i s'e b u ch. Sichtbare und unsichtbare Wände nieberlegenb, Länder und Meere überbrückend, führt es mitten hinein in die Jagdgründe des wissenschaftlichen Abenteuers. Schauen wir uns einmal daraufhin die Neuerscheinungen des Verlages F. A. Brockhaus in Leipzig an. Wie ein Leuchtfeuer lockt der Name Sven H e - D i n („D er wandernde S e e"). Während eines Menschenlebens hat der Forscher den Lop-nor, „feinen" See, beobachtet, wie der Arzt die Herztätigkeit eines Kranken. Heute sieht ber Siebzigjährige tief bewegt feine vor vierzig Jahren gestellte Diagnose Wahrheit geworben. Der Lop-nor hat seinen Stanbort oeränbert, ist in sein altes Bett zurückgekehrt. Unb schon überfällt ben ewig Jungen bie strahlenbe Vision einer umwälzenben Szenen- oeränberung. Durch bas Tobesschweigen ber gestorbenen Lanbschaft, vorbei an ber geheimnisvollen Ruinenstabt Lou-lan, hört er den Erobererschritt ber Technik dröhnen. Eisenbahnen rollen, Autos knattern. Der älteste Karawanenweg ber Menschheit, bie berühmte chinesische Seibenstraße, erhält als Binbe- glieb zwischen Pazifik unb Atlantik neue Weltgeltung. — Das Buch klingt aus in ber männlich eblen Freude am Siege ber Jbee, einer Freude, in bie ringsum bie vom Tobe auferstehenbe Natur mit frühlingshaftem Jubel einstimmt. In ben gleichen Erlebniszonen bewegt sich ber unter bem Buchtitel „Karawanen" erschienene (von Gerharb Wilpert übersetzte) Tatsachenbericht von Nils A m - b 0 11, bem astronomischen unb geobätischen Mitarbeiter Sven 5) e b i n s. (Mit 101 Abbilbungen. Preis geb. 8,— Mk.) Dieser Niederschlag erhabener und schauriger Eindrücke, gefahrvoller Begebnisse, verbissenen Herumbalgens mit Widerständen eines vierjährigen Zeitlebens in der asiatischen Wüste hat alle Spannungsreize eines Romans, den das Leben selber schrieb. Es zeigt den sympathischen Verfasser als besessenen Wissenschaftler, guten Kameraden von Mensch und Tier, aber auch als verwegenen Draufgänger, den selbst bei unversehener Berührung mit dem kalten Kitzel der Todesgefahr das Mundwinkelzucken des Humoristen nicht verläßt. Viele seltenen Aufnahmen beleben die Schilderung. Colin Roß ist Dem Liebhaber von Reisebückern zum wohlvertrauten Begriff geworben, lieber seine Erkunbungsfahrt, bie „mit Kinb unb Kegel burch Mexiko zum Panamakanal" geht, berichtet „D e r Balkan Amerika s". (Mit 82 Abbilbungen. Preis geb. 6 Mk.) Hier zieht ein geborener Feuilletonist Die Schriftzüge Der Kulturgeschichte mit Buntstift nach. Auch Roß ist ein Unersättlicher an Reiselust unD Aufnahmebereitschaft. Im Fluge erhascht sein geschulter Blick bas Wesentliche brennenber Re- ligions«, Wirtschafts-, Völker- unb Rassefragen im larftern herabhängt. Zwischen beiden Sternbilbern roinbet sich ber Drache hinburch. Von ben Planeten find Jupiter unb M a r s nach Eintritt ber Dunkelheit tief am Sübwesthim- mel sichtbar; Jupiter jeboch nur noch kurze Zeit, Mars bis 21 Uhr. An ben Abenben bes 6. bis 8. Dezember bilden beibe Planeten mit Der zuneh- menDen MonDsichel eine reizvolle Konstellation. Saturn in Den Fischen bleibt bis Mitternacht über Dem Horizont. Venus ist Morgenstern, nähert sich jeboch immer mehr ber Sonne, so Daß sie nur noch in Der ersten Dezemberhälfte kurz vor Sonnenaufgang sichtbar wirD. Die Sonne erreicht am 22. Dezember, Dem kürzesten Tag Des Jahres, um 7 Uhr Den süDlichsten Punkt ihrer scheinbaren Bahn, womit astronomisch ber Winter beginnt. Die Lichtgestalten bes Mon- Des finb an foigenben Tagen: Neumonb 4., erstes Viertel 11., Vollmonb 17., letztes Viertel 24. Dezember. Aus aller Wett. Wettere Große Preise für Deutschland auf der Weltausstellung. Das Preisgericht Der Pariser Weltausstellung hat bekanntlich 15mal Den GranD Prix für Deutsche Kun st werke verliehen. Außer den bereits bekannten Trägern Der Großen Preise seien nun weitere genannt: Prof. Brinkmann (Bremen), Innenarchitekt Des Deutschen Hauses, die Architekten Otto Renner und Peter Pixis, Innenarchitekt ber Deutschen Abteilung bes Internationalen Pavillons, Otto Schönleber (München), Graphiker, Generalinspektor Dr. Tobt (München), im Deutschen Haus unb im Pavillon du tourisme werben Mobelle unb Bilder der Reichsautobahn gezeigt, Frau Professor Tr 0 0 st für bas Haus der Deutschen Kunst in München, dessen Modell im Deutschen Haus der Ausstellung ausgestellt war. Die 24. Partie im Schachwettmeisterschaftskampf. Die 24. Partie im Schachweltmeisterschaftskampf zwischen Euwe und Aljechin wurde nach vierzig Zügen abgebrochen. Es handelt sich um ein Turmendspiel, in Dem Aljechin wesentlich stärker ist. Die 5. Reichs-Kleintierschau abgesagt. Da Die 5. Reichs-Kleintierschau, bie für Den 14. bis 16. Januar in Leipzig geplant mar, aus Den mit Maul- und Klauenseuche befallenen Gebieten nicht beschickt werden kann, und Da es sich bei Diesen Gebieten geraDe um Die bebeutenDsten Zuchtgegenben handelt, ist der züchterische Wert ber Ausstellung Durch Den Beschickungsausfall so stark beeinträchtigt, Daß Der ReichsnährstanD sich gezwungen gesehen hat, bie 5. Reichs-Kleintierschau a b • 3 u \ a g e n. Hinrichtung eines Mörders und Brandstifters. Am 2. Dezember ist Der 1891 geborene Emil Suhrbeer aus Güstrow hingerichtet wor- Den, Der vom Schwurgericht in Schwerin wegen Mordes in Tateinheit mit schwerer Brand- ft i f t u n g zum Tode und wegen versuchter Notzucht zu 3 Jahren Zuchthaus verurteilt worben war. Suhrbeer hat im Februar 1937 eine 62jährige schwachsinnige Frau burch Anlegung eines Brandes getötet, um bie Entbeckung eines an ihr versuchten Sitlichkeitsverbrechens zu verhinbem. Internationales Tanzturnier in Hannover. In Hannover würbe das Internationale Tanzturnier um den Großen Preis von Deutschland durchgesührt. Die Veranstaltung stand unter der Leitung bes Präsidenten des Reichsverbandes zur Pflege des Gesellschaftstanzes Dipl.-Jng. Büchler. Die Konkurrenzen zeigten hervorragende Leistunaen. In der Sonderklasse siegte diesmal das Paar Lottersberger-Boehm-Bößl (vom Deutschen Casino in München) vor dem Paar Teypel und Frau (Braun-Orangeclub, Wiesbaden) und Saure-Rauchholz (vom Rotweiß- club Berlin). In Der Konkurrenz ber internationalen Klasse, an ber sich auch bie Sieger ber Sonderklassen beteiligten, belegte wiederum das englische Weltmeisterpaar Wells-Sissons den ersten Platz, dem bamit auch der Große Preis von Deutschland zu fiel; zweite wurden Das Paar L 01- tersberger-Boehm-Bößl und Dritte Herr unD Frau Teypel. Weiterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Unsere Witterung bleibt unter bem Einfluß Des über Frankreich gelegenen unD unter Abschwächung nach SüDen ziehenDen Wirbels zunächst noch unbe- ftänDig unb verhältnismäßig mtlb. Der Vorstoß kontinentaler Kaltluftmassen aus Osten, Der über NorD- europa bereits im Gange ist, roirD zu Beginn Der nächsten Woche voraussichtlich auch bei uns einen Witterungsumschwung bringen. Aussichten für Samstag: WechselnD bewölkt, einzelne Schauer, Temperaturen um 5 Grab, Winbe aus Süb bis Sübost. Aussichten für Sonntag: Im einzelnen aufheiternb, aber noch nicht ganz beftänbig, etwas kühler. Lufttemperaturen am 2. Dezember: mittags 7,6 Grab Celsius, abenbs 7,1 Grab; am 3. Dezember: morgens 5,1 Grab. Maximum 7,8 Grab, Minimum heute nacht 4,8 Grab. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 2. Dezember: abenbs 5 Grab: am 3. Dezember: morgens 4,6 Grab. — Nieberfchläge 0,3 mm. nauprjdjriftleiter: Dr Friedrich Wilhelm Lange Stellvertreter des Hauptschristleiters: Ernst Bl umschein Verantwortlich für Politik und für Die BilDer: Dr Fr W Lange; für Feuilleton: Dr Hans Thyriot; für Den übrigen Teil: Ernst Blumschem Anzeigen« leiter Hans Beck Verantwortlich für ben Inhalt ber Anzeigen: Theobor Kümmel D A X 37: 10 031. Druck und Verlag: Brühlsche UniDerfitätsbrurferei R Lange K -G sämtlich in Gießen Monatsbezugspreis RM 2,05 einschließlich 25 Pf Zustellgebühr, mit ber Illustrierten 15 Pf mehr Einzelverkaufs- preis 10 Pf unb Samstags 15 Pf., mit ber Illustrierten 5 Pf mehr "Rur Zeit ist Preisliste Nr 4 vom 1 September 1937 gültig SS® PALMOLIVE M. iWWSM t GIESSEN*MÄUÖßUR GIG 7938 A 7942 A er bringt die schönsten Sachen Inh. Karl Baier, Gießen, Marktstr. 941 I Empfehlungen! Weihnachtsverkaus neue Belte Einkaufszeit! in: UdoppelherzJ Kommen Sie redit bald in das Spezialhaus Frdr.Teipel Bahnhofftraße 47 16 Markt 16 Hillebrandftraße 2 7924 A Stadttheater mit etwas Schönem von BETTE. Aus der Fülle begehrter Festgaben seien besonders hervorgehoben: Auch für Herren und Kinder sehr viel Schönes und Preiswertes Fabriknieder.age: Drogerie Bornemann Bahnhofstr. 17 Probeflaschen auf Wunsch gratis! Damen erfreut man zu Weihnachten an Einzelperson zu vermiet, osss» Einbrodt Neuenweg 38. 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So wandte sich die Geschichtsdarstellung der Generationen vor uns mit besonderer Vorliebe den glänzenden Gestalten und Gestaltern des deutschen mittelalterlichen Imperiums zu, Karl, Otto, den Staufern — allen diesen germanischen Helden, deren Kraft sie mit Notwendigkeit dorthin drängte, wo damals die geschichtlichen Spannungen am stärksten waren, wo die großen, weithin sichtbaren Entscheidungen fielen, wo der Einsatz am schwersten, der Ruhm am höchsten war: ans Mittelmeer, nach Rom. Unsere Zeit dagegen mit ihrem neuen Wissen um die Gesetze wahrer Volkwerdung, um die still wirkenden, aber ewigen Kräfte von Raum und Rasse, von Blut und Boden, blickt mit ehrfürchtiger Liebe auf die Männer, die als erste begriffen, daß das S ch i ck s a l s l a n d des deutschen Volkes nicht der Süden, sondern der Osten sei, und die zuerst die Räume erschlossen, wo das deutsche Schwert, noch mehr aber der Pflug des deutschen Bauern, ein Reich erkämpften, das nach außen hin anfangs zwar weniger glänzend, aber fruchtbarer und dauernder alle wirklichen Volkskräfte zu binden und auszudrücken vermochte. Als die ersten großen Kolonisatoren des Ostens und damit Wegbahner der Zukunft sind von unserer neueren Geschichtsschreibung bisher vor allem zwei Männer gefeiert worden: der Sachse Heinrich I. und der Welfe Heinrich der Löwe. Darüber wurde meistens der Mann übersehen, der zwischen beiden in der Mitte steht, der Erbe des Sachsen und Ahnherr des Welfen: Lothar von Supp- linburg. Auf diesen Kaiser die Aufmerksamkeit gelenkt zu haben, ist das große Verdienst des bei Georg Stilke in Berlin erschienenen Buches „Kaiser Lothar" von Franz Lüdtke. Die ganze Geschichte des deutschen Mittelalters ist ein Gewirr von sich überschneidenden Linien und von polaren Gegensatzkräften, die zueinander bald in einem fruchtbaren Spannungsverhältnis, bald in vernichtendem Kampf standen. Stammesgefühl und Reichsgedanke war einer dieser Gegensätze. Das Stammesgefühl, getragen von den Herzögen, schuf vielgestaltige Lebendigkeit, drohte aber die Einheit zu zerreißen, der Reichsgedanke, im Königtum verkörpert, mußte das Auseinanderstrebende binden, war aber in Gefahr, das organische, natürlich gewachsene Leben der Stämme selber zu zerstören. In den drängenden Ereignissen, wo immer gehandelt, immer das Nächste getan werden mußte, waren es nur die wenigen Ueberragenden, die die Fähigkeit des Planens in großen Zusammenhängen und auf weite Sicht behielten, und selbst bei ihnen wuchsen die Folgen der Taten über ihre Absichten hinaus. Jeder fand ein Erbe der Väter vor, das seine Bahn mitbestimmte, und jeder bereitete in seinen Schritten zugleich den Weg der Enkel. Diese Doppel- und Msttelstellung war für Lothar besonders bezeichnend. Er war als Sechzigjähriger zum König gewählt worden, nach dem Aussterben der Salier, die ebenso wie die Ottonen eine starke Zentralgewalt auf Kosten der Stammesherzöge erstrebt, vielfach die alten Herzogtümer zerschlagen und als Lehen an ihnen ergebene geistliche Fürsten verteilt hatten. Als sächsischer Graf, der allmählich -unter seinesgleichen eine überragende Stellung und die Herzogwurde erreicht hatte, stand Lothar in der Fronde gegen den König. Aber als König war auch er gezwungen, die Reichsmacht zu verteidigen und zu stärken, hauptsächlich gegen den Staufer Friedrich von Schwaben, der als nächster Anwärter auf den Thron bei der Wahl übergongen worden -destage am 4. Dezember. von Puftfomer. war. Um die Königsmacht auf breitem und sicherem Grund verankern, vermählte der' alternde und söhnelose Kaiser seine einzige Tochter und Erbin mit dem Bayernherzog Heinrich dem Stolzen und schuf so durch die Vereinigung der beiden wichtigsten Herzogtümer in einer Hand zum erstenmal eine Hausmacht, die, wäre es ihm gelungen, seinen Eidam als Nachfolger anerkennen zu lassen, wohl stark genug gewesen wäre, das Königtum unangreifbar zu machen. Im übrigen aber legte Lothar durch Belehnung der Askanier mit der Mark Brandenburg, der Wettiner mit der Mark Meißen, der Schauenburger mit der Nordmark statt der alten Stammesherzogtümer den Grund zu einem neuen Landesherrentum, das für viele Jahrhunderte deutscher Geschichte außerordentlich bedeutsam werden sollte. Die von Otto I. eingeschlagene Politik, die Bistümer mit großen weltlichen Lehen auszustatten, hatte die Kirche auf den gefährlichen Weg weltlicher Herrschaft gedrängt, und die kirchliche „Reformbewegung", ursprünglich zum Zwecke der Entwelt- lichung der Kirche begonnen, hatte sogar durch die Lockerung der königlichen Oberhoheit zu einer noch stärkeren Verweltlichung geführt. So bestand zu Lothars Zeiten eine Kirche, die ihrerseits neben den Herzögen zu einer politischen Macht geworden war und sich gerade unter den letzten Saliern oft genug mit den Herzögen gegen den König verbunden hatte. Aber auch hier gelang es Lothar aufs glücklichste, an Stelle des zerstörenden Gegensatzes den fruchtbaren Ausgleich zu finden, indem er im päpstlichen Schisma für jenen Papst das Schwert zog, den Aus den Gießer Schöffengericht Gießen. Gestern hatte sich der W. Sch. aus Gießen wegen Betrugs und schwerer Urkundenfälschung vor dem Schöffengericht zu verantworten. Der Angeklagte war im Marburger Bezirk als Vertreter einer Herdplattenfirma in Hildesheim tätig und unterstand als solcher einem Generalvertreter, der in Gießen seinen Sitz hat. Der Angeklagte hatte seine aufgenommenen Bestellungen an diesen weiterzureichen. Dieser gab sie an die Firma weiter, worauf Lieferung und Auszahlung der Provision erfolgte. Im Januar dieses Jahres hatte der Angeklagte in Marburg mehrere Interessenten aufgesucht, jedoch keinen Auftrag erhalten. Dies hinderte ihn nicht, die Bestellzettel mit dem Namen dieser Leute zu fälschen und einzusenden. Daraufhin wurde ihm die Provision von dem Generalvertreter ausgezahlt. Als der Generalvertreter die angeblich bestellten Platten den „Kunden" aushändigen wollte, kamen die betrügerischen Manipulationen des Angeklagten ans Licht. In der gestrigen Hauptoerhandlung gab der Angeklagte zu, die Unterschriften gefälscht zu haben. Er behauptet jedoch, dies sei auf Anweisung des Generalvertreters erfolgt mit dem Zwecke, diese einzuschicken um sich so in Gießen einen größeren Posten Platten auf Lager legen zu können, weil die Lieferung von der Zentrale fcbr schleppend von- statten gegangen sei. Im gleichen Atemzug behauptete er aber wieder das Gegenteil, nämlich die Bestellzettel sollten vereinbarungsgemäß in Gießen liegen bleiben, bis die Kunden, mit deren Namen er bereits unterzeichnet hatte, fest abgeschlossen hätten. Er habe dem Generalvertreter den ganzen Sachverhalt erzählt und ihn auch gebeten, vorläufig bis zum endgültigen Abschluß von der Auszahlung der Provision Abstand zu nehmen. Daraufhin habe der Generalvertreter auch die Provision einbehalten. Durch die eidliche Aussage des Generalvertreters an Macht fordern und durchsetzen, als ihm notwendig schien. In allen diesen Dingen war Lothars Vorgehen nüchtern und beharrlich, von maßvoller Einschätzung der Wirklichkeit und des Erreichbaren, dabei unbeirrbar zäh im Festhalten des als notwendig Erkannten. Auch vor einem vorübergehenden Zurückweichen und Stellungswechsel schreckte er nicht zurück, wenn es um ein größeres, dahinter liegendes Ziel ging. Dieses höhere Ziel aber war stets die Ostmark, die ihm als sächsischen Fürsten heiliges Vermächtnis war. Auch ihn freilich zwang als König die innere Gesetzmäßigkeit, zweimal über die Alpen zu ziehen, in den Brennpunkt der großen Entscheidungen und sich die Kaiserkrone zu holen. Aber er ließ sich niemals dadurch verleiten, den Schwerpunkt des Reiches nach Süden zu verlagern, sondern stets blieb sein Blick nach Osten gerichtet. Dabei muß die unbestechliche Vornehmheit von Lothars Gesinnung, die persönliche Hoheit seines Wesens ungewöhnlich überzeugend gewesen sein, denn in. keiner der zeitgenössischen Quellen finden wir eine Stimme, die anders als mit tiefster Ehrfurcht und Bewunderung von ihm spricht. Es war ein Unglück für Deutschland, daß diesem Kaiser nur 12 Jahre der Herrschaft gegönnt waren. Nach seinem Tode blieben viele Ansätze, die er gegeben, im Keime stecken. Der Gegensatz zwischen Welfen und Waiblingen, der sich unter seiner Regierung zum erstenmal ankündigt, und den er durch Weisheit, Maß und Festigkeit noch zu überwinden verstanden hatte, sollte das ganze Jahrhundert nach ihm zerreißen. Die bedeutsamste Leistung seines Lebens jedoch, die neue Wendung der deutschen Politik nach dem Osten, sollte von seinem Enkel, Heinrich dem Löwen, glücklich vollendet werden. wurde der Angeklagte jedoch in vollem Umfange überführt. Es wurde insbesondere festgestellt, daß er die Provision für die fingierten Bestellungen erhalten hat. Das Gericht billigte dem Angeklagten mit Rücksicht auf seine bisherige Unbestraftheit mildernde Umstände zu, hielt jedoch anderseits auf Grund des hartnäckigen Leugnens eine exemplarische Strafe am Platze und erkannte wegen fünffacher schwerer Urkundenfälschung in Tateinheit mit Betrug auf eine Gefängnis st rafe von 2 Monaten. * Ebenfalls wegen Betrugs und Urkundenfälschung stand der W. Sch. aus Groß-Mehlra, der schon wiederholt auch einschlägig vorbestraft ist, vor dem Schöffengericht. Dieser vertrieb in der Gegend von Laubach im Mai 1936 für eine auswärtige Firma Staubsauger. Auch er fingierte, um sein bescheidenes Einkommen zu verbessern, mehrere Bestellungen und unterzeichnete sie mit Namen beliebiger Personen, die teilweise überhauvt nicht existierten. Auf diese Weise hat er seine Auftraggeberin um .120 Mark geschädigt. Der Angeklagte war im wesentlichen geständig, behauptete jedoch, noch einen Provisionsanspruch von 70 Mark an seine Firma gehabt zu haben, so daß diese nur um effektiv 50 Mark geschädigt sei. Diese Frage konnte aber dahingestellt bleiben, da die Höhe der Summe für die Strafbarkeit des Angeklagten ohne Bedeutung ist. Mit Rücksicht auf die vielen Vorstrafen lautete das Urteil unter Einbeziehung einer vor kurzem erkannten Gefängnisstrafe von vier Monaten auf insgesamt ein Jahr Gefängnis. * Sodann hatte sich der Rudolf Wintersdorf aus Bad-Nauheim wegen räuberischen Diebstahls usw. zu verantworten. Der Angeklagte, der gerade 18 Jahre alt geworden ist, jedoch schon mit Fürsorgeerziehung und Gefängnis wiederholt Bekanntschaft gemacht hat, fand nach seiner Entlassung aus „Die Warschauer Zitadelle " Lichtspielhaus. Der Freiheitskampf des polnischen Volkes gegen die russische Gewaltherrschaft hat dem deutschen Film wiederholt fruchtbare Anregungen gegeben. Der „Warschauer Zitadelle" liegt eine polnische Quelle zugrunde: schon vor dem Kriege erschien das Schauspiel „Tantem" („Der Andere") der Gabriela Z a p o l s k a, das auch in Deutschland erfolgreich aufgeführt wurde; eine neue Fassung des Stückes von Alfred M ü h r unter dem Titel „Der weiße Adler" hat im vorigen Jahre in Köln seine Feuerprobe bestanden; Mühr hat mit dem Dramatiker und Regisseur Fritz Peter Buch zusammen auch das Manuskript für den Film geschrieben, der in den Grundzügen der Handlung auf das Drama der Zapolska zurückgeht und eine Episode des polnischen Aufstandes im Jahre 1905 gestaltet. Der sogenannte „zehnte Pavillon" der Warschauer Zitadelle war das Gefängnis der nationalgesinnten Polen, zugleich die Keimzelle immer neuer Versuche, das drückende Joch der zaristischen Militärherrschaft abzuschütteln und das Vaterland zu befreien. Was der Fabel und ihrer filmischen Ausführung ihren eigentümlichen Reiz gibt, ist nicht nur das nationale Thema des Freiheitskampfes, des persönlichen Einsatzes und der selbstlosen Aufopferung, sondern vor allem auch die natürliche dramatische Spannung, die sich bei so klar abgegrenzten gegnerischen Fronten aus der Schilderung dieses Krieges im Dunkel ergibt und eigentlich alle Szenen des Filmes von Anfang bis zu Ende beherrscht. Es scheint uns ein Verdienst der sehr geschickten Spielführung von Fritz Peter B u ch zu sein, daß er die Stimmung eingefangen hat und auf den Beschauer zu übertragen vermochte, welche alle Phasen der Episode beherrscht, die eigentümlich lastende und drohende Atmospäre des vom düsteren Bau der Zitadelle beherrschten Schauplatzes: in der Schilderung einer finstern und mißtrauischen Gewaltherrschaft, der Spionagefurcht, des Verhörs, der überraschenden Haussuchungen, der geheimen Zusammenkünfte und Verschwörungen, der Bespitzelung, der ewigen Angst vor Entdeckung, vor Erschießung oder Verschickung nach Sibirien, der offen ausbrechenden Empörung und des gewaltsamen Handstreichs, mit dem ein paar entschlossene Patrioten die bereits nach Sibirien verladenen, gefangenen Landsleute befreien. Dies alles gestaltet der Film mit einer zwingenden, bis zuletzt fesselnden Eind-'nglichkeit, und ‘es schadet nichts, wenn man zugibt, daß die Bearbeiter auch rein theatralisch wirksame Elemente im Aufbau des Ganzen nicht verschmäht haben; man denke etwa an die übrigens ausgezeichnet gemachten Szenen im Tingeltangel, oder an die Eifersuchtsaffäre, die, scheinbar völlig privat, im Verlaufe der Ereignisse ihre Fäden zum politischen Hauptthema hinüberspinnt. Ein nicht unerheblicher Anteil an der unmittelbaren Wirkung des Films ist endlich der sehr feinfühlig zusammengestellten und gegeneinander abgestuften Besetzung zuzuschreiben. Man betrachte etwa die ungewöhnlich interessante Skala der Frauenrollen. Da ist die H ö f l i ch in einer ihrer unübertrefflichen Gestaltungen; sie spielt die Mutter eines polnischen Revolutionärs mit der stillen Würde und der fraulichen Wärme, die mit wenigen Worten vollkommen überzeugend ist. Viktoria von B a l l a s k o ferner, wie ein jüngeres Gegenbild der Höflich, eine junge Liebende und polnische Patrotin, sehr schlicht, gläubig und tapfer. Dann die Straub, äußerlich ganz an jene Kneipenwirtin in den „Weißen Sklaven" erinnernd; aber mit Temperament, weiblichem Scharm und natürlichem Humor macht sie hier aus einer Episodenrolle eine der lebendigsten Figuren in diesem Umkreis, die Matalkowska aus der „Blauen Ampel". Endlich Maria S a z a r i n a , die Tänzerin und Chansonette, die eines Tages ihr Herz entdeckt und verliert; sehr pikant, dennoch nicht ohne das echte Gefühl, das die Figur erst menschlich legitimiert. Von den männlichen Darstellern beherrschen Werner Hinz und Paul Hartmann als die eigentlichen Gegenspieler das Feld. H i n z e n s polnischer Student erinnert auch ein wenig an seine große Rolle in den „Weißen Sklaven", wirkt aber hier in feiner revolutionären Leidenschaft gesammelter, besonnener, verhaltener, sehr sparsam in Geste und Wort. Hartmann gibt den russischen Obersten Kornilofs, den Chef der Abwehrorganisation: man muß sich vorstellen, was für ein berserker- hafter Wüterich aus dieser Figur hätte gemacht werden können, um die noble und menschliche Haltung recht zu würdigen, mit der dieser hervorragende Darsteller feine Ausgabe angreift und durchführt. Hans L e i b e 11 (General Horn), Erich ! Ziegel (Dr. Bogdanski), Claire Winter vom Frankfurter Schauspielhaus sind noch zu nennen, 1 auch Wesener, der früher, in Gießen spielte, in ein paar kurzen Szenen. — (Tobis). ♦ Im Vorproaramm sieht man außer der .Fox- Wochenschau zwei Kulturfilme: Bilder aus Island und eine Werksreportage aus einer Bleistiftfabrik. Hans Thyriot Goethe-Bund. HI. Dichter-Abend: Svend Fleuron. Der dritte der vom Goethe-Bund und dem Kaufmännischen Verein in Verbindung mit der Volksbildungsstätte der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" veranstalteten Dichter-Abende war dem Dänen Svend Fleuron gewidmet. Seine Bücher, die uns in Thema und Stil oft an die Tier- und Jagdschilderungen von Hermann Löns erinnern, sind in Deutschland in ansehnlichen Auflagen verbreitet, und die Erzählungen vom Dackel Schnipp Fidelius Adelzahn, vom Schäferhund Flax Aedilius, von der roten Fuchskoppel, von Schnock, dem Hecht, von Strix, dem Uhu, voll Tillip, dem Buntfprecht, um nur einige zu nennen, haben auch bei uns viele treue Freunde. Vor nicht langer Zeit ist als vorläufig letztes bas zweibändige Werk „Tjo" erschienen, die Geschichte eines Rehbocks. Von den vierbeinigen, geflügelten und geschuppten Helden Fleurons hörten'wir in feinem Dortrage nichts, wohl aber von dem langen, schwierigen und umständlichen Wege, der ihn zu diesen Geschöpfen führte. Fleuron erzählte ganz Persönliches, Erinnerungen aus seinem Leben, aus feinen Anfängen; wie er, der von Hause aus zur militärischen Laufbahn bestimmt war, aus dieser wenig geliebten Karriere ausbrach und der Schriftsteller wurde, der heute über die Grenzen seines Vaterlandes hinaus in hohem Ansehen steht. Fleuron liest mit unüberhörbarem Akzent aus dem Manuskript, langsam, breit und behaglich schildernd und ausmalend, mit liebenswürdigem Humor und freundlicher Selbstironie rückblickend auf seinen Lebensweg und Antwort gebend auf die berühmte und vertrackte ßeferfrage: Wie wurden Sie eigentlich Schriftsteller? Es begann mit der Ankunft einer Hundekiste im vierten Stock der „standesgemäßen" Kopenhagener Wohnung, wo der Artillerieleutnant Fleuron mit seiner jungen Frau wohnte, sein Leben zwischen Kasernendienst, weiten Spaziergängen und abendlichen Tivoli-Besuchen teilte und sich in Sehnsucht nach Natur, nach Feld und Wald und Jagd verzehrte. Das Artillerieschießen war der einzige Dienst, der ihm Freude machte, die Kriegsschule und die Generalstabsklasse waren dem jungen Offizier eine Qual, der statt der Bücher lieber die Wäscheleine seiner kleinen Frau ergriff, um sich der Dressur seines ersten geliebten Hundes zu widmen. Wir erlebten, wie der Artillerist durch die Kriegs- schulprüfungen fommf. wie er aus dem vierten Stock in die Dillenkolonie flüchtet und in Rosen- der letzten Strafhaft in Bad-Nauheim als Ausläufer eine Stelle. Er sollte eines Tages 200 Mark zur Post bringen. Diese ließ er aber in seine Tasche wandern, setzte sich auf die Bahn und brachte die gesamte Summe in verschiedenen Großstädten restlos durch. Zum Schluß war er in Nürnberg bargeldlos. Dort suchte er mit einer Frechheit sondergleichen ein größeres Lokal auf und bestellte sich ein frugales Essen, nebst Rauchwaren und entsprechenden Getränken, die er in aller Gemütsruhe genoß. Es war ihm bald aufgefallen, daß eine Kellnerin ihre Einnahmen in einer Geldbörse im Nebenzimmer aufbewahrte. Unter dem Vorwand, einmal im Fahrplan nachsehen zu wollen, begab er sich in den Nebenraum, nahm das Geld an sich und war bann gerade im Begriff, sich heimlich zu entfernen, als ihn im letzten Augenblick die Kellnerin bemerkte und durch andere Gäste festhalten ließ. Bei der Festnahme setzte er sich erheblich zur Wehr und feuerte u. a. aus einer S chreckschußpistole mehrere Schüsse ab. Die 100 Mark konnten der Kellnerin sofort wieder zurückerstattet werden. Der Angeklagte war im wesentlichen geständig. Das Urteil lautete wegen räuberischen Diebstahls, Betrugs und Urkundenfälschung auf eine ©efamtge- fängnisftrafe von einem Jahr acht Monaten. Außerdem wurde der Gnadenerweis in einer früheren Sache, in der er unter Bewilligung einer Bewährungsfrist vier Monate Gefängnis erhalten hatte, zurückgezogen, so daß der Angeklagte noch zwei Jahre Gefängnis vor sich hat. Drei Monate gelten als durch die Untersuchungshaft verbüßt. Amtsgericht Gießen. Der O. M. aus Watzenborn-Steinberg hatte sich wegen Einbruchdiebstahls vor dem Amtsgericht zu verantworten. Der Angeklagte war am 21. August d. I. in den umzäunten Garten eines Arbeitskollegen in Gießen eingestiegen, hatte dort einen Hasenstall aufgebrochen und zwei Hasen entwendet. Der Angeklagte ist selbst Hasenzüchter und hatte den Bestohlenen einige Tage vorher, allerdings ohne Erfolg, um die Überlassung dieser Hasen gebeten, die er zur Zucht verwenden wollte. In der Hauptverhandlung war der Angeklagte geständig. Er behauptete, an jenem Abend ein paar über den Durst getrunken zu haben. Aus Zorn über die Ablehnung seines Angebotes habe er sich in die fixe Idee verrannt, diese Hasen dennoch zu besitzen. Es sei ihm selbst unerklärlich, wie er dies damals habe tun können. Mit Rücksicht auf fein Geständnis und die Geringfügigkeit der gestohlenen Sachen billigte ihm das Gericht mildernde Umstände zu und erkannte wegen schweren Diebstahls auf vier Monate Gefängnis. Die nächste Anklage gegen die E. R. aus Gießen lautete auf fortgesetzten Betrug. Die Angeklagte, die verheiratet ist, hatte im Mai d. I. Differenzen mit ihrem Ehemann, worauf dieser sie verließ. Da sie angeblich ohne Barmittel dastand, nahm sie die Unterstützung des Wohlfahrtsamtes in Anspruch. Am Montag, dem 6. Dezember, beginnen wir in den Familienblätlern nach Beendigung der Novelle „Oer General" von Albrecht Schaeffer mit dem Abdruck einer neuen großen Erzählung. „Oie Insel der 5 Millionen Pinguine" von Cherry Kearton entführt den Leser auf die liebenswürdigste und heiterste Weise in eine bezaubernde ferne Welt; ein Wunderesiand tut sich vor uns auf, ein Tierparadies, das es vielleicht nur einmal aus der weiten Welt gibt. Oer englische Naturforscher und Wettreisende Kearton hat wie Gulliver unter den Zwergen monatelang allein unter den Pinguinen gehaust, ihr Leben belauscht und beschrieben: das Oasein dieser drolligen und merkwürdig menschenähnlichen Geschöpfe ist mit so viel verstehender Liebe, Naturtreue und Humor geschildert, daß die Geschichte, heiter und rührend zügle ch, wie der spannende Boman eines wunderbaren Abenteuers zu lesen ist. lunb sich der Zucht von Blumen und von Hübnern ergibt, „auf eigenem Grund und Boden", un immer mehr von der Artillerie zur Jagd und zu den bescheidenen Anfängen der Schriftstelleret hinüberwechselt; wie die weiten Streifzüge durch die Natur seine Phantasie beflügeln und anregen, wie er, mit Feder und Kamera, den Weg zur Zeitung findet und da seine journalistische Lehrzeit durchmacht, auf der sich fein späteres Werk gründet und auf baut. Das „Eintagsgeschäft" schasst ihm innerlich Raum und äußerlich die Mittel für die Entfaltung der größeren, wesentlichen Pläne. In einem Hühnerstall entsteht die „Dichterhöhle", ein rechtes Idyll, aber dies Idyll endet nicht nur mit der Beförderung, sondern auch mit der Geburt des ersten Werkes, das den Weg über die dänischen Grenzen fand: „Ein Winter im Jägerhaft". So reihte sich Bild an Bild, heiter, idyllisch, von der Höhe und Reise eines erfüllten Lebens gesehen, aber man spürte doch die Enge, die Schwere und Schwierigkeiten dieser Anfänge, der frühen Jahre, in denen zuletzt die Sehnsucht nach dem „eigentlichen" Leben über alle Hemmungen und Widerstände triumphiert. Mit einem persönlichen Schlußwort an feine Zuhörer und feine Leser, an das neue Deutschland und eine naturverbundene deutsche Jugend schloß Fleuron seinen mit herzlichem Beifall aufgenommenen Vortrag. Hans Thyriot 60d)fd>uinachntf>fen Der frühere Direktor des Hessischen Landesamtes für Wetter- und Gewässerkunde Dr. Georg -©rein konnte sein 50jähriges Doktorjubiläum feiern. In dem von der Hessischen Landesuniversität Gießen überreichten neuen Doktordiplom heißt es: „Dem Herrn Dr. Georg Grein, dem ausgezeichneten akademischen Lehrer und Forscher, dem verdienstvollen Direktor des Hessischen Landesamtes für Wetter- und Gewässerkunde, dem die geographische Wissenschaft zahlreiche ausgezeichnete 'Arbeiten sowohl aus der physischen wie aus der Anthropo-Geographie verdankt, wie besonders die Landeskunde des Großherzogtums Hessen und die Anthropogeographie des Großherzogtums Hessen sowie länderkundliche Arbeiten über Italien, erneuert die Fakultät in dankbarer Anerkennung nach altem Brauch das Diplom." Der Führer und Reichskanzler hat den Dozenten Dr. Ernst Kelter an der Universität Bonn unter Berufung in das Beamtenverhältnis auf Lebenszeit zum ordentlichen Professor ernannt: ihm ist mit Wirkung vom 1. Oktober ab die Professur für Wirtschaftsaeschichte und Wirtschaftsgeographie an der Universität München verliehen worden. 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Gießen III sind verlegt worden, weil die Spieler dieser Mannschaften bei der Kundgebung für das Deutsche Turn- und Sportfest 1938 in Breslau, die am Sonntag hier in Gießen stattfindet, Mitwirken. SA. I — Wieseck I. Am morgigen Sonntag treffen sich auf dem Universitätssportplatz die Mannschaften der SA. und des To. Wieseck. Die 1. Mannschaft der SA. muß einige gute Spieler ersetzen und wird gegen die Wiesecker Turner, die nichts mehr zu verlieren haben, einen schweren Stand haben. Der Ausgang des Spieles ist als offen zu bezeichnen. Die zweite Mannschaft müßte gegen Daubringen auf eigenem Gelände zu einem weiteren Sieg kommen. Lollar II — VfV.-Reichsbahu I. Die erste Mannschaft tritt in Lollar gegen die dortige Reserve zum fähigen Punktespiel an. Wenngleich die Lollarer in der Tabelle keinen guten Platz einnehmen, müssen die Grünweißen doch auf der Hut sein, denn die Platzmannschaft hat sich wieder gefunden und gibt einen starken Gegner ab. VfB.-Reichsbahn II — Großen-Linden. Die Reserve erwartet zum Rückspiel die Spieler aus Großen-Linden. Die Gäste haben es verstanden, sich durch überraschende Ergebnisse den zweiten Tabellenplatz zu erobern und werden auch am Sonntag wieder einen starken Gegner abgeben. Wenn die Grünweißen auch das Vorspiel gewinnen konnten, so ist das doch kein Grund, das Spiel etwa leicht zu nehmen. Hennes Rekorde schon anerkannt. Der Internationale Motorrad - Sportverband (FICM.) hat bereits die 12 Motorrad-Weltrekorde, die Ernst Henne am 28. November 1937 auf der Reichsautobahn bei Frankfurt a. M. aufstellte, bestätigt und in die Liste der Weltbestleistungen ausgenommen. Die genauen Zahlen lauten wie folgt: Ein Kilometer fliegender Start: 279,503 km/st; eine Meile fliegender Start: 272,282 km/st; fünf be' CoU=h niedrig. Ein unverbindlicher Besuch wird Sie davon überzeugen. Brückner&Mund Seltersweg 31 Herren- und Knabenkleidung, Berufskleidung 7931A 3um Besuche von Bäckereien, Kolonialwaren- geschälten und Landwirten Mi8.Wtn ver sofort oder später gesucht. Schr. Angeb. mit Lebenslauf und Lichtbild sowie Gehaltsansprüchen unter 7944V an den Gieß. Anzeig. dkaraktemtU So bezeichnet ein wirklicher Kenner diese neue Zigarre gleich bei der ersten Probe. Milde, aber doch herzhaft und bekömmlich* Dxe/neue Stadt Kilometer fliegender Start: 270,270 km/st; fünf Meilen fliegender Start: 258,229 km/st. Diese Bestleistungen, die Henne auf der 500-ccm- BMW.-Maschine aufstellte, gelten gleichzeitig für die Klassen bis 500 ccm, bis 750 cem und bis 1000 ccm. Am 5. Dezember, 2Vi Uhr im Caf€ Leib 79290 Gemeindetao Gummi 187,25 (186,65). Kaliaktien lagen durchweg bis 1 v. H. niedriger. Der F r e i v e r k e h r war sehr ruhig. Die Kurse blieben auf dem letzten Stand unverändert. Leicht abbröckelnd Ufa auf 70,50 (70,75). — Tagesgeld unv. 2,50 v. H. Abendbörse behauptet. Die Abendbörse war ohne größere Aufträge, dem. entsprechend bewegte sich das Geschäft. Die Grundtendenz war aber weiterhin widerstandsfähig und gegen die Mittagsbörse überwogen kleine Erhöhun- gen um Bruchteile eines Prozentes. Montanaktien blieben voll behauptet, Buderus 120, Mannesmann 115,75, Rheinstahl 142,50, Verein. Stahl 112,25, Deutsche Erdöl 142,75, je 0,25 v. H. höher lagen Harpener mit 174,75 und Kali Aschersleben mit 117,25. Elektropapiere kamen zumeist etwas ge-, bessert, zur Notiz, ELG. 130 (129,50), Schuckert 169,25 (169), Gesfürel 144,25 (144), Betula unver- ändert 168, ebenso Licht & Kraft mit 149. Don chemischen Aktien erhöhten sich IG. Farben auf 155,50 (155,25), Goldschmidt auf 138,75 (138,25), während Scheideanstalt weiter abbröckelten auf 252,50 (253); Bemberg behauptet mit 138. Kleine Abweichungen zeigten außerdem Demag mit 143,25 (143,50), Conti Gummi mit 187 (187,25), Schöffer- hof mjt 198,50 (199); Rheinmetall ermäßigten sich um 1 v. H. auf 142. Unverändert blieben u. a. MAN. mit 126,50, Moenus mit 118, VDM. mit 163, Iunghans mit 125. Am Rentenmarkt wurden Reichsbesitz vor der Ziehung letztmals mit 131,10 (131) notiert. Außerdem gelangten zur Notiz: 5,50 v. H. Franks. Pfandbriefbank Liquid, mit unverändert 101,65, 4,50 v. H. Krupp mit 99,50, 6 0. H. IG. Farben mit 129,40. Im Freiverkehr galten Kommunal-Umschuldung 94,95. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 2. Dez. Auftrieb: Großvieh 1408 (gegen 2267 am 25. Nov.), darunter 211 (282) Ochsen, 164 (179) Bullen, 795 (1411) Kühe, 238 (395) Färsen. Kälber 571 (660), Hämmel und Schafe 79 (218), Schweine 381 (250). Notiert wurden je 50 Kilogramm Lebendgewicht in Mark: Ochsen a) 43 bis 45 (43 bis 45), b) 40 bis 41 (39 bis 41), c) 36 (35 bis 36). Bullen a) 43 (41 bis 43), b) 35 bis 39 (37 bis 39), c) 34 (34), d) 27 (—). Kühe a) 41 bis 43 (40 bis 43), b) 34 bis 39 (34 bis 39), c) 26 bis 33 (26 bis 33), d) 16 bis 25 (18 bis 25). Färsen a) 41 bis 44 (42 bis 44), b) 39 bis 40 (38 bis 40), c) 33 bis 35 (30 bis 35), d) 28 (—). Kälber a) 62 bis 65 (62 bis 65), b) 53 bis 59 (56 bis 59), c) 45 bis 50 (45 bis 50), d) 35 bis 40 (30 bis 40). Hämmel b2) 40 bis 46 (43 bis 46). Schafe a) 30 bis 35 (—), b) 20 bis 28 (22 bis 29), c) — (16 bis 21). Schweine a) 54 (—), bl) 54 (54), b2) 54 (54), c) 53 (53), d) 50 (—). Sauen gl) 54 (54). Marktverkauf: Großvieh, Kälber und Schweine zugeteilt. Hämmel und Schafe mittelmäßig. geben. Alten-Buseck — R0 dheim. Die Alten- Busecker stellen eine gute Kampfmannschaft und haben schon öfter bewiesen, daß sie es dem Gegner schwer machen, Punkte zu holen. Leihgestern I — Steinberg II. Em Lo- kalspiel, bei dem der Sieg erst beim Schlußpfiff feststehen sollte. „ DfB. -Reichsbahn Gießen II — Große n - L i n d e n. Im Vorspiel konnten die VfBer die Großen-Lindener auf eigenem Platze mit 2:4 schlagen. Auch bei diesem Spiel, zumal auf eigenem Platze, werden die VfBer sich keine Punkte nehmen lassen. Lich — Garbenteich. Auch dieses Spiel ist als Lokalspiel zu betrachten. Bei jeder Begegnung wurde bisher heiß um die Punkte gekämpft. 2. krelsklasse. Flensungen — Treis. Die Flensunger haben an Kampfkraft nachgelassen und man rechnet mit einem Sieg der Treiser. ' Oppenrod — Grünberg. Oppenrod ist eine unbeständige Mannschaft, Grünberg hat mehrere B&M-Kleidung ist Ihr bester Fürsprecher, sie bürgt für Qualität, Sitz u.Verarbeitung. gt m I ä a «0 II u. Modell-Anzüge für ganz hohe Ansprüche in großstädtischer IVI A rK All-IVI A HTA I Auswahl - „Aquastrella", „Burberry“ usw. - Derartige kosten: 1 11^1 ITIVAIIIVS RM. 96.- 112.— 128.— 148.— Maß-Anzüge und Maß-Uniformen in höchster Vollendung! Sie verschwieg dabei, daß ihr Mann sie' auch nach der Trennung laufend unterstützte. So erhielt sie vom Wohlfahrtsamt für den Monat Mai 29.— RM. Bargeld und weitere 26.— RM. für die Unterhaltung ihrer Kinder. In der Hauptverhandlung bestritt die Angeklagte, von ihrem Manne nach der Trennung unterstützt worden zu sein. Der Ehemann, der sich Anfang Juni mit der Angeklagten wieder vereinigt hatte, machte bezeichnenderweise in diesem Punkte von seinem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch. Es konnte jedoch durch andere Umstände der Angeklagten nachgewiesen werden, daß sie in der fraglichen Zeit von ihrem Ehemann rund 50.— RM. erhalten hatte. Das Urteil lautete auf vier Wochen Gefängnis. In der Urteilsbegründung geißelte der Vorsitzende mit scharfen Worten das Verhalten der Angeklagten, da sie nachgewiesenermaßen diese betrügerischen Manipulationen nicht aus Not begangen hatte, sondern um ihre nicht geringen persönlichen Ansprüche und Extravaganzen zu befriedigen. , G.A-Sport. Oie Pflichtspiele der Kreisktaffen am Sonntag. 1. kreisklasfe. SA.-Kampfgemeinschaft Gießen I gegen Wieseck I. , r . Lollar II — VfB.-Reichsbahn Gießen I. Heuchelheim — G r 0 ß e n- B u s e ck. Auf dem Heuchelheimer Platz ist nicht gut zu gewinnen. Man rechnet mit einem Sieg der Platzbesitzer. - - - - - *- *■ ** i n g s t) a u f e n. Wirtschaft. Rhein-Mainische Börse, mittags frörfe uneinheitlich. Frankfurt a. M., 2. Dez. Bei weiterhin nur kleinen Umsätzen hatte die Börse am Aktienmarkt keine einheitliche Haltung. Es lagen wohl verschiedentlich mäßige Aufträge der Kundschaft vor, doch erfolgten auch anderseits immer wieder kleine Abgaben, was auf die Unternehmungslust der Berufskreise hemmend wirkt. Die Schwankungen nach beiden Seiten hielten sich zumeist unter 1 v. H. Von chemischen Werten gingen Scheideanstalt etwas mehr zurück auf 253 (255). IG.-Färben brpckelten 0,25 v. H. ab auf 155, Rütgerswerke um 0,90 v. H. auf 146,40, während Metallgesellschaft 0,50 v. H. höher gefragt wurden zu 145. Von Montanwerten kamen vorläufig nur Hoesch mit 116 (116,75), Mannesmann mit 115,65 (116) und Deutsche Erdöl mit 143 (142,75) zur Notiz. Kali Aschersleben senkten sich auf 116,50 bis 117 (118). Elektroaktien wurden stark vernachlässigt. Im einzelnen notierten zunächst Reichsbank mit unv. 207, Bemberg mit 138,50 (139,25), Westdeutsche Kaufhof mit 57,90 (58), Deutscher Eisenhandel mit 146 (146,50) und Moenus Maschinen mit 118 (117,50). Auch der Rentenmarkt eröffnete sehr still bei allerdings voll behaupteten Kursen. Altbesitzanleihe 131, Kommunal-Umschuldung 94,95. Etwas lebhafteres Geschäft vollzog sich in unnotierten Industrie- Obligationen bei unveränderten Kursen. Die Marktlage ist auf dem erreichten Stand nunmehr besser ausgeglichen. Am Pfandbriefmarkt erhielt sich Nachfrage, Rheinische Gold wurden bei unv. 100 mit 50 v. H. rationiert. Liquidationspfandbriefe und Kommunal • Obligationen notierten unverändert. Stadtanleihen und Industrie-Obligationen wiesen leichte Schwankungen auf. Staatspapiere lagen ruhig, Nachfrage verblieb für verschiedene Reichsschatzanweisungen. Dekosama Neubesitz bröckelten auf 31,25 (31,75) ab. Im Verlaufe wurde das Geschäft kaum lebhafter, doch war die Gesamthaltung eher etwas fteund- licher und vielfach horte man 0,25 bis 0,50 v. H. höhere Kurse gegen den Anfang. Weiter erhöht waren Metallgesellschaft mit 145,75 nach 145, während Bemberg auf 138 nach 138,50 zurück ging en. Die später notierten Werte kamen unregelmäßig mit Abweichungen bis 1 v. H. zur Notiz. Aschaffenburger Zellstoff um 1,50 v. H. auf 141,50 erholt, von Anleihestockwerten Südd. Zucker 206 (202), Conti Briefumschläge bei Brühl, Gießen Kohlen Koks 6452 D Briketts Holz Tori Dungkalk H. Glatthaar 8 Sohn Frankfurt. Str. 19 Mühlstraße 18 Tel. 8144 $145. Im ganzen Hause KÖHLER froher Weihnachtsgeist In allen Abteilungen Ist vorgesorgt — überall vorteilhafte Angebote I üs 1115 -helha U A fach"10 M°b ptfd WEIN SPIRITUOSEN Herren-Ulster in sportlich flotten Mustern, mit oder ohne Rückengurt 34.- 42.- 48.- Herren-Ulster in wuchtigen Formen, gediegene Ausstattung, farbenkräftige Abseite 54.- 59.- 68.- 88.- Slipon-Mäntel oder Kugelschlüpfer, in vielartigen Farben und schönen Mustern 36.- 45.- 57.- 76.- Ulster-Paletots die beliebte taillierte Standard-Form, für jede Gelegenheit passend 36.- 48.- 88.- 76.- Sport-Joppen (Stutzer), lebhaft gemusterte Strapazierstoffe mit Futter 24.50 32.- 44.- 58.- Loden-Joppen grau, grün, braun, offen und geschlossen, warm gefüttert 9.75 14.50 19.50 24.50 Sakko-Anzüge den breiten Modestreifen und dunkelgrundigen Dessins, notter Sitz 48.- 56.- 68.- 84.- Sport-Anzüge mit interessanter Rückenverarbeitung langer oder Golfhose 27.- 35.- 44.- 56.- Abend-Anzüge tiefschwarz, mit langen Revers, vorbildlich ausgestattet 64.- 78.- 94.- Haus-Joppen weiche mollige Stoffe, in mannigfaltigen Garnierungen und Farben 9.50 14.75 24.- 29.50 Knaben-Mäntel u. -Anzüge, Wetter- u, Lod.-Mäntel, auch MarkeLodenfrey,bewährte Qualitäten äußerst preiswert, in überrasch. Auswahl Herren-Artikel Krawatten, Schals, Pullover, Strickwesten und vieles andere mehr, wirklich preiswerte Geschenke Nr. ?82 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Zreitag.Z. Dezember IQ57 Militär 1. 2. Z. rt 5 b 9 Schudt, Amtsgerichtsrat; Kirschbaum, Bürodirektor. fr 'n rer I36A 39 Forttetzuna (Nachdruck verboten.) „Wir sind eigentlich schon vor meiner Hochzeit 5 IUI eg j* 1 it n 0 54 ne n M 25 59 28 59 40 „Es war so peinlich, über Geld zu reden, als man verlobt war. Mutter und ich wußten nicht genau, was Walter verdiente." Frau Hertel schüttelte den Kopf. 5o viel weltfremde Feinheit ging über die Hutschnur, dachte sie. Aber die Frau Major hatte sie immer so eintaxiert. „Das zweite Malheur ist", fuhr Ilse, geborene Gehrte, fort, „Walter kannte meine Küche nur aus dem reichen Haushalt, in dem ich in Stellung war. Da konnte ich mit den besten Zutaten kochen und backen. Aber jetzt — Margarine schmeckt eben nicht wie Butter." Sie seufzte. „Wir helfen uns nun, indem wir oft in dem guten Kochbuch lesen, das Walter mir zur Verlobung geschenkt hat." „Kind, da wird man ja erst recht gieprig." „Man muß natürlich vorher schon gegessen haben, sonst geht es nicht. Und zu viel darf man nicht gegessen haben, sonst macht es keinen Spaß mehr. Das hat sich Walter ausprobiert." Frau Hertel ging in die Küche, um das Kaffee- geschirr hinauszubringen. Sie holte etwas Obst. Die hat auch nicht das große Los gezogen, dachte sie. Sie mußte mal von' etwas an'derm sprechen. Bei ihr war Butter Butter, und Schmalz war Schmalz. Und wenn man beides nicht hatte, dann aß man 'ne Stulle mit Pflaumenmus. Für Ersatzmittel war sie nicht zu haben. Sie verstand, daß einer die Kartoffeln mitsamt der Schale futterte, wenn er mußte. Aber nicht, daß man, anstatt zu essen, im Kochbuch schmökerte. Sie stellte das Obst vor Ilse hin. Und nachdem Ilse genommen hatte, zeigte sie ihr den Brief. „Könnte der wohl von Greta Schade sein?" fragte sie. „Sicher, ich kenne die Handschrift genau." „Wissen Sie was von ihr?" „Wenig. Mein Mann mag sie nicht leiden. Er findet, sie sei nicht der richtige Verkehr für mich." Frau Hertel nickte, ohne es zu wissen. Sie fand das auch. Sonntagabend fortgebracht hatte, vom Bahnhof zurückkam, ging ihr nüchterner Toqgenburg vor der Haustür auf und ab. Er hatte sich viel um sie gekümmert, seit Blandine fort war. Auch heute hatte Am Samstag, 4. Dezember, dem „Tag der nationalen Solidarität" sammeln, wie in den vergangenen Jahren, alle führenden Männer der Partei, des Staates und der Wirtschaft für das Winterhilfs- Die Kreiskapelle der ... o ________ von 15 bis 16 Uhr auf dem Bahnhofsplatz. Die SA.-Kapelle der Standarte 116 von 16 bis ! Die gutmütige Ilse schwenkte auf ein anderes Thema über. Frau Hertel aber ließ es keine Ruhe. Noch einmal drehte und beroch sie den eleganten Brief mit der manierierten Handschrift. Und als Ilse ging, stand ihr Entschluß fest. Dieser Wisch konnte nichts enthalten, was die wohlverdiente, paradiesische Ruhe ihrer Tochter erhöhen oder vertiefen konnte. Höchstens etwas, was sie stören würde. Also würde sie ihn ihr nicht schicken. Das stand fest. Nun kämpfte sie noch mit einem zweiten Entschluß: sollte sie ihn bis nach Blandines Heimkehr liegenlassen? tat sie gut, den Brief, der nicht an sie gerichtet war, trotzdem zu öffnen? Vielleicht ging es Greta Schade schlecht. Dann konnte man ihren Brief nicht wochenlang unbeantwortet lassen. Und überhaupt, was sollte sie sich lange damit rumquälen. Das beunruhiate sie nun schon den ganzen Tag. Sie riß den Umschlag auf. Und als sie gelesen hatte, machte sie sich sofort auf den Weg. Sie wußte, aus welchem Ort Greta Schade stammte. Sie wußte, daß ihr Vater dort eine Fabrik besaß. Sie ging zum ersten Bahnhof und erkundigte sich, wann der nächste Zug dorchin führe. । Dann löste sie eine Karte. Und danach ging sie zur lBahnpost und gab ein Telegramm auf: er am Abend freundnachbarlich nach ihr sehen wollen. Als ihm niemand öffnete, sagte er sich, daß Frau Hertel wahrscheinlich nach dem Schluß der Sieben-Uhr-Kinovorstellung zurückkommen würde. Denn wenn die Dame seines Herzens etwas Besonderes vorgehabt hätte, wäre ihm das nicht verborgen geblieben. So war er vor der Haustür auf und ab promeniert Er setzte sie in geziemender Weise davon iri Kenntnis. Dann wartete er. „Nehmen Sie's nicht übel, Herr Schmittte. Aber ich habe eenen Aerjer jehabt, den ich ausschlafen muß." „Das fei ferne, Frau Hertel, daß ich Ihnen etwas ubelnehme", sagte er warm. „Aber kann ich Ihnen irgendwie dienlich sein? Ich stehe mit allen meinen Kräften zu Ihrer Verfügung." „Danke herzlich, Herr Schrnittke. So treue Freundschaft tut ein’n richtig gut." Sie drückte ihm fest die Hand. „Aber heute abend kann ich nid) mehr. Ich trinke een’n Pfefferminztee und sehe zu Bett." Die arme Frau, dachte Herr Schrnittke, als sie schwer und müde vor ihm die Treppe hinaufftieg. Es^ mußte schon doll kommen, bis es die so warf, daß sie den Humor verlor und auf Pfefferminztee abkam. Hoffentlich war es nichts mit der Tochter. Als Frau Hertel am ersten Treppenabsatz angelangt war, drehte sie sich noch einmal um und sagte gutmütig: „Aber woll'n Sie nicht morgen nachmittag ein Täßchen Kaffee mit mir trinken? Denn machen wir ein Plauderstündchen." * Schraders Wagen sauste schon in der Finsternis salab auf Wernigerode zu, während Blandine immer noch in ihrem Hotelzimmer auf der Couch lag und jämmerlich weinte. 17 Uhr am Selterstor. Die Kapelle des HI.-Bannes 116 von 17 bis 18 Uhr am Selterstor, von 18 bis 19 Uhr auf dem Kreuzplatz. I. Bahrihofskammlung. „Äber jute kleine Frau, haben fe denn das nich vorher jewußt?" „Tag der nationalen Solidarität" in Gießen. Es sammeln nur die Politischen Leiter, die Füh- “ der SA., des NSKK. und der ff, und zwar: die Politischen Leiter im Bereich der Ortsgruppe Gießen-Ost, die SA.-Führer im Bereich der Ortsgruppe Gießen-Mitte, die NSKK.-Führer im Bereich der Ortsgruppe Gießen-Süd, die ff - Führer im Bereich der Ortsgruppe Gießen-Nord. Die Sammelbüchsen für die Gaststättensammlung sind um 20 Uhr auf der Dienststelle der NSV., Goethestraße 34, abzuholen und um 23.30 Uhr auf der Bezirkssparkasse wieder abzuliefern. Alle Anfragen bezüglich der Sammlung sind zu richten an die Kreispropagandaleitung, Kreishauptstellenleiter Pg. H e t) m a n n. Dieser ist ab 14 Uhr im Cafe Leib (Fernruf 3792) zu erreichen. ____________Kreisleitung Wetterau der NSDAP. Lüdtke nahm schon am Fuße des Harzes dis Schneeketten von den Rädern ab, als Blandine end- lich aufstand. Sie sah im Spiegel ihr ttänenüber- stromtes Gesicht und ihr zerdrücktes Kleid. Auch ihre Kleider hatte man ihr vorgeworfen! Es gab wohl nichts, woraus man einem armen Mädchen nicht einen Strick drehen konnte. Daß sie zu Haus fast nie ausging, nur sparte, so daß sie sich diese kurze Reise leisten konnte, auch das war ein Verbrechen. Was war eigentlich feine? Auch daß ihre Mutter seit Jahren massierte, um ihr eine anständige Er- 44. Bahnhof st raße - Löwengasser Pauly, Sturmführer; Heep, Rechtsanwalt; Kinzenbach, Rechtsanwalt; Engisch, Rechtsanwalt; Dr. Krüger, Regierungsrat. 45. Frankfurter Straße - Alicenstr.r Hummel, Sturmführer; Hofmeyer, Amtsgerichtsrat: Schultze-Griesheim, Intendant; Becker, Rechtsan. walt; Dr. Möser, Rechtsanwalt; Dr. Fuhr, Reg.« Rat; Kirschbaum, Bürodirektor. IV. Sondersammluna von 16 Mr bis 23. ’O Mr: 1. Die Sammelbüchsen für diese Sammlung sind ebenfalls im Cafe Leib ab 15 Uhr erhältlich und bis 23.30 Uhr auf der Bezirksfparkaffe, Johannis- ftraße, abzuliefern. 2. Einteilung der Sammler: Der Kreisleiter Pg. Backhaus, der Oberbürgermeister Pg. Ritter, die Kreisamtsleiter der Kreisleitung Wetterau, die Ortsgruppenleiter der vier Gießener Ortsgruppen, Oberregierungsrat und Leiter des Finanzamts Gie- ßen, Schmidt. V. (Haststäiiensammlung: Dauer: 20 bis 23.30 Uhr. werk des deutschen Volkes. Auf den größeren Plätzen unserer Stadt werden ........ konzerte durchgeführt. Es spielen: reiskapelle der Kreisleitung Wetterau Dauer: 12 bis 16 Uhr. Sie wird von den Politischen Leitern der OG. Gießen-Süd durchgeführt. II. Haussammlung. Dauer: 14 bis 16 Uhr. Es sammeln die Blockleiter innerhalb ihrer Blocks. USttaßensammlung. Dauer: 16 bis 19.30 Uhr. Richtlinien für die Sammler: 1. Es sammelt jeder nur da, wo er eingeteilt ist. 2. Es sammeln nur diejenigen, die bei der Einteilung aufgeführt sind. 3. Die Sammelbüchsen werden, soweit kein Sonderauftrag gegeben wurde, um 15 Uhr im Cafe Leib abgeholt. 4. Die Sammelbüchsen werden um 19.30 Uhr auf der Bezirksfparkaffe zurückgenommen. Einteilung der Gammler: Straßenkreuzungen: 1. Frankfurter Straße - K l i n i k st r a ß e: Wrede, Direktor; Schmidt, Geschäftsführer; Schmidt, ---Scharführer; Spang, ---Scharführer; Reils, Kaufmann; Dr. Kruse, Direktor; Block, Truppführer; Haas, Univ.-Prof.; Locher, Landgerichtsrat. 2. Frankfurter Straße - Friedrichstraße - Wilhelm st raße: Karl Kraft, Kaufmann; Rumpf, Staatsanwalt; Schultze, Univ.-Prof.; Reinwein, Univ.-Prof.; Lemcke,Truppführer; Schauder, Univ.-Prof.; Leun, Landgerichtsrat; Naumann, ---Scharführer; Süß, ---Scharführer; folgende Mitglieder des Stadttheaters: Forftner, Frickhöffer, Anneliese Garbe, Geiger; Ev. Benderoth, Jung- mädeltruppsührerin. 3. Friedrich st raße - Wetzlarer Weg: Weber, Kreishauptstellenleiter; Dr. Hoffmann, Staatsanwalt; Brüggemann, Univ.-Prof.; Ritzert, Truppführer: Dr. Kalbfleisch, Landqerichtsrat; Bolz, ---Scharführer; Evers, ---Scharführer; Gertrud Hochstätter, Jungmädeltruppführerin. 4. Leihgesterner Weg - L u dw i g st r a ß e: Vogt, Obersturmführer; Strauß, Truppführer; Krause, Univ.-Prof.; Schaeg, Landgerichtsrat; Loth, Kreishauptstellenleiter. 5. Hamm st raße - Gabelsberger st raße ° Horst-Wessel-Wall: Tank, Truppführer; Standfuß, Univ.-Prof.; Dr. Lotz, Reg.-Med.-Rat. 6. B a h n h o f st r a ß e - L i e b i g st r a ß e : Dr. Krämer, Rechtsanwalt u/ib SA.-Truppführer; Vogt, Truppführer; Geiß, Truppführer: Beller, Univ.- Prof.: Klahr, Reg.-Rat; Wilhelmi, ---Untersturmführer; Baltzer, ---Oberscharführer; Dietz, ---Oberscharführer. 7. Frankfurter St r a ß e - Li e b i g st r a ße: Hainbach, Kreishauptstellenleiter; Heß, Truppführer; Rauch, Universitäts-Professor; List, Ober-Regie- rungsrat; Wecker, Regierungsrat; Klöß, ---Oberscharführer; Ruhl, ---Oberscharführer; Wolckewitz, Oberstudiendirektor. 8. Am Hauptpostamt: Käthe Pfeffer, Un- tergau-Führerin: Leonhardt, Oberstudiendirektor und SA.-Truppführer; Göres, Obertruppführer; W. Fischer, Universitäts-Professor; Dr. Trieb, Staatsan- Blandine seht sich durch Vornan von Hans-Joachim Freiherr» von Reihenstein Copyright by Carl Ouncker „Fabrikbesitzer Schade. Ankomme morgen früh neun Uhr. Greta." Erst dann suchte sie das Mädchen in ihrer möblierten Bude auf. „Sie sind be-i mir durch alles durch, Frollein Schade. Erst hab ich Sie bewundert, weil Sie ein schönes, elejantes Mädchen waren! ’ne feine Tochter feiner Eltern. Denn hab ick Ihnen jern gehabt. Wie Sie die Freundin meiner Tochter jeroorben sind. Denn hab ick Ihnen nich mehr verstanden, wie Sie das Leben am janz verkehrten Ende anjepackt haben. Denn" hab ick Ihnen helfen wollen. Und es ging nich. Zuletzt, da hab ick Ihnen nicht mehr leiden können. Und nu so aus der Bahn jeflogen, als Frollein in een Amüsierbetrieb. Da tun Sie mir leid. Aber wenn Sie die Stellung antreten, von der Sie meiner Tochter da schreiben, denn verdienen Sie nischt wie Knallschoten — das kann ich Ihnen sagen. Un daß Sie die bekommen, dafür werd' ich sorgen. Det schwör ich Ihnen zu. Ich sagte Ihnen, Sie tun mir leid. Aber wenn Sie noch zwei Stunden länger hierbleiben, garantier ich für nischt mehr." Sie griff in die Tasche. „Hier is Ihr Billjett nach Hause. In jenau zwei Stunden jetzt Ihr Zug. Die Depesche an Ihre Eltern is schon unterwegs. Ankomme morgen frist, neun Uhr. Greta." Fräulein Schade wollte widersprechen. Frau Hertel machte eine abwehrende Handbewegung. „Jetzt kommen Sie freiwillig nach Hause und können sagen. Sie hätten Heimweh jehabt oder sonst was. Aber wenn Sie nach dem Telegramm nich kommen, denn bin ich verpflichtet, an Ihre Eltern zu schreiben. Denn bin ich verpflichtet, alles aufzuklären. Und denn werd' ich woll die armen Leute sagen müssen, was ihre einzige Tochter in Berlin für einen Lebenswandel führt." „Das dürfen Sie nicht tun!" schrie Greta auf. „Denn dürfen Sie man packen", sagte Frau Hertel. „Ich will Ihnen ferne helfen und bringe Ihnen auf die Bahn. Aber sicher vor mir sind Sie erst, wenn Sie sicher zu Haus sind. Sie sind bei all Ihrer Klugheit zu dumm für Berlin, das is das Unglück." Als Frau Hertel, nachdem sie Greta Schade am walt; Pfeil, ---Oberscharführer; Meckel, ---Scharführer; ferner folgende Mitglieder des Stadttheaters: Greif, Geißler, Elfriede Grell, v. Gschmeid- ler, Emmi Güngerich, Hildegard Jachno. 9. Am Hotel Schütz: Zeller, Oberscharführer; Harfmann, Truppführer; Sch-'mbs, Obertruppführer; Bertram, Universitäts-Professor; Dr. Kiefer, Oberstudienrat; ßeubauer, Reichsbankdirektor; Karle, Vermessungsrat: Gravert, Baurat; Ewald, Ver- waltungsamtmann; Hilde Fink, Mädelgruppenführerin ; Hedi Kuhl, Mädelgruppenführerin: ferner folgende Mitglieder des Stadttheaters: Kühne, Lindt, Markwardt, Maria Martzinger-Karden, Margarete Merian, Else Monnard. 10 Am C a f 6 Amend : Egner, Kreishauptstellenleiter: Ullrich, Kreishauptstellenleiter; Kaus, Kreishauptstellenleiter; Sauer, Truppführer; Grei- lich, Truppführer; Leipold, Sturmführer; Dr. Rudolph, Universitäts-Professor; Bleyer, Bankdirektor: Remane, Reichsbankrat; Kreutzburg, Reichsbankkassierer. 11. 21 m Selterstor und Cafe Hettler: Kranz, Gauamtsleiter; Baader, Rektor der Landes- Universität Gießen; v. Jaschke, Universitäts-Professor; Bley, Universitäts-Professor; Schwarz, Brigadeführer; Münker, Obersturmbannführer; Schmitt, Truppführer; Schäfer, Truppführer; Schütz, Truppführer; Dr. Hamm, Bürgermeister; Vogt, Beigeordneter; folgende Mitglieder des Stadttheaters: Bandis, Bley, Böhlig, Dittmar, Ruth-Ines, Eggemann, Friedel Fornallaz; Frick, RSKK.-Sturmfüh- rer; Knauß, Oberstaatsanwalt; Nicolaus, Beigeordneter; Keller, Schlachthofdirektor. 12. Liebig st raße-Ludwig st raße: Sinne, Obertruppführer; Wagner, Truppführer; Fischer, Truppführer; Dr. Haenchen, Universitäts-Professor; Brückel, Amtsgerichtsrat; Wagner, Reichsbankoberinspektor; Max Bänninger, Geschäftsführer; Dr. Finke, Staatsanwalt; Albin Klein, Verleger; Keitzer, DerwaltungLamtmann; Rothamel, Verwaltungsamtmann. 13. Bleich st raße-Ludwig st raße: Inge Wrede, Mädelgruppenführerin; Luise Fleischmann, Mädelgruppenführerin: Kurz, Obertruppführer; Elfenkahl, Obertruppführer; Vogelsang, Universitäts- Professor; Krausch, Leiter der Goetheschule; Strauch, Rektor; Stroh, Rektor; Lotz, Direktor der städtischen Betriebe. 14. Goethe st raße-Stephan st raße: Elisabeth Schunk, Jungmädeltruppführerin; Margot Bänderoth, Jungmädeltruppführerin; Richter, Obertruppführer; Döll, Obertruppführer: Gmelin, Universitäts-Professor; Karl Bänninger, Betriebsführer: Dr. Friedrich Wilhelm Lange, Hauptschriftleiter des G. A.; Schneuke, Forstsekretär. 15. Bismarck st raße-Stephan st raße: Althaus, Obertruppführer: Jöckel, Oberttuppführer; Frölich, Universitäts-Professor: Zollfranck, Postrat: Dr. Hans Thyriot, Schriftleiter des G. A.. 16. Schiffenberger Weg-Bahnübergang: Fischer, Obertruppführer: Schneider, Truppführer; Dietz, Universitäts-Professor; Mangold, Regierungs-Baurat; Bühler, ---Unterscharführer: Binz, ---Unterscharführer; Ruppel, Gefolgschaftsführer; Berghöfer, Gefolgschaftsführer. 17. Goethe st raße-Ludwig st raße: Papst, Truppführer, Hartmann, Truppführer; Hall, Universitäts-Professor; Elotz, Luftschutzführer: Beyer, ---Unterscharführer; Friedrich, ---Unterscharführer. 18. Bismarck st raße- Ludwig st raße: Arold, Truppführer: Linker, Truppführer; Elze, Universitäts-Professor: Jung, ---Unterscharführer; Schmitt, ---Unterscharführer: Papst, Luftschutz-Obertruppmeister. 19. Ludwigsplatz: Schröder, Truppführer; Pfeil, Truppführer; Hildebrand, Univ.-Professor- Schmidt, Luftschutzobertruppmeister: Stohr, ---Unterscharführer; Wilhelm, ---Unterscharführer; Thier- feldt, Verwaltungs-Oberscharführer; Schneider. Un- terbann-Führer: folgende Mitglieder des Stadttheaters: Müller, Neuhaus, Paschen. 20. Hindenburgwall-Bismarckstraße: Schneller, Oberttuppführer; Kock. Truppführer; Herzog, Univ.-Pros.; . Magold, Obertruppmeister; ser, Truppführer; Lehmann, Universitäts-Professor; Zeltmann, Bankdirektor. 34. Walltor st raße - Asterweg : Bötz, Truppführer; Eermak, Universitäts-Professor; Fischer, Bankdirektor. 35. Kirchenplatz - Lindenplatz: Burk, Obertruppführer; Andree, Universitäts-Professor; Stühler, Kreishandwerksmeister. 36. Neuen Bäue-Sonnenstraße: Gon« ter, Sanitäts-Obertruppführer; Schmidt, Obersturmführer; Gerthsen, Universitäts-Professor; Berthold Kühne, Kaufmann. 37. An der ---Standarte: Leithäuser. Sturmführer; Hartmann, Obersturmführer; Bechert, Universitäts-Professor; Dr. Cngau, Obermedizinalrat; Ernst Blumschein, Schriftleiter des GA.; Nagel, Standartenführer; Heinz Horn, ---Untersturmführer und Altgardist; Eifert, Altgardist; Müller, ---Obersturmbannführer; Nakat, ---Hauptsturmführer. 38. Hitlerwall-Moltkestraße: Schneider, Sturmführer; Walter, Obersturmbannführer; Geppert, Universiäts-Professor; Dr. Oßwald, Medizi« natat; Schäfer, Sturmhauptführer; Kaiser, Altgardift; Behncke, ---Untersturmführer. 39. Kaiserallee - Moltkestraße: Hetz, Sturmführer; Bender, Sturmhauptführer; Vogel, Univ.-Prof.; Kuhlmann, Reg.-Baurat. 40. Licher Straße - Stadt Lich: Geist, Sturmführer; Hermann Reinhold, Univ.-Prof.; Scharrer, Univ.-Prof.; Sussner, Forstmeister; Schober, Forstassessor; Gerlach, Reg.-Baurat. 41. Walltor st raße - Marburger Str.r Schwender, Sturmführer: Gerhard Reinhold, Univ.« Prof.: Mickel, Amtsgerichtsdirektor: Dr. Groeling, Reg.-Rat; Weber, Regierungsrat. 42. Marburger Straße - Wiefecker Weg: Braun, Sturmführer; Bauer, Sturmführer; Grollpfeiffer, Univ.-Prof.; Jöckel, Amtsgerichtsrat; Dr. Hoffmann, Reg.-Rat. 43. Krofdorfer Straße - Rodheimer Straße: Emrich, Obersturmführer; Schmidt, Amtsgerichtsrat; Höning, Reg.-Rat; Zimmer, Rechtsanwalt; Kochs, Rechtsanwalt. Schnickmann, ---Scharführer; Peters, ---Scharführer; Hanke, Unterbann-Führer; Rühl, Unterbann- Führer. 21. HindeNdurgwall - Goethe ft raße: Euler, Oberttuppführer; Gebauer, Truppführer, Feulken, Univ.-Prof.; Wilcke, Reichsbahnoberrat; Silbernagel, ---Unterscharführer; Weerth, Oberscharführer; Körner, Gefolgschaftsführer: folgende Mitglieder des Stadttheaters: Popelka, Helga Retschy, Seitz und Schorn. 22. Seltersweg-Goethe st raße: Liese! Göbel, JM.-Untergauführerin; Becker, Truppführer: Heyder, Truppführer; Riehm, Univ.-Professor; Pirrung, Bankdirektor: Manges, ---Unterscharführer; Krantz, ---Unterscharführer; Wiegand, Stammführer; Moos, Stammführer; folgende Mitglieder des Stadttheaters: L. Schubert-Jüngling, Dr. Schumacher, Rose Stierl, Volck, Walter, Waltz, Weiland, Winfel. 23. Kreuzplatz: Frau Wrede, Kreisfrauen- schaftsleiterin; Müller, Verwaltungstruppführer; Winterhoff, Kaufmann; Seiser, Univ.-Prof.; Ses- sous, Univ.-Prof.; Orth, Ober-Jungzeugführer; Goß, Fähnleinführer; v. Zadow, Stammführer. 24. Johannes st raße - Plackst raße: Walter, Truppführer; v. Foullon, Truvpführer; Pitzen, Univ.-Professor; Dölzing, stellv. Bannführer; Naumann, Gefolgschaftsführer. 25. Schul st raße - Johannes st raße - Neuenweg: Vogler, Truppführer; Raab, Truppführer; Süß, Univ.-Prof.; Dr. Säubert, Amtsgerichtsrat: Heyder, Diplomhandelslehrer; Lutz, Reichs- bahnrat; Koch, Geschäftsführer der OT.; Dr. Lich, Schriftleiter der OT.; Treser, Altgardist. 26. Am Lichtspielhaus, Bahnhof- straße: Schütz, Truppführer; Richter, Truppführer: Glaser, Univ.-Prof.; Antony, Gerichtsassessor; Fritz Schuchardt, Kaufmann: Dr. Arno Schulz, Studienassessor; Niederstrasser, Reichsbahnrat; Poppe, Luftschutzhauptführer: Pfeil, stellv. Studentenführer. 27. Am Gloria-Palast: Hofmann, Trupp- sührer; Rothmann, Sturmbannführer: Mettenheimer, Sturmführer; Glöckner, Univ.-Prof.; Dröll, Gerichtsassessor; Dr. Hans Fröhlich, Syndikus; Thüre, Landgerichtspräsident, Otto Geyer, Geschäftsleiter; Müller, Oberstfeldmeister; Braubach, Lustschutzoberführer; Mattern, Bankdirektor, Bullmann, Gauredner und Altgardift. 28. Bahnhofstraße - Neustadt: ©riebe, Truppführer; Ernst, Truppführer; Heß, Truppführer: Pfähler, Universitäts-Professor; Reinheimer, Gerichtsassessor; Dr. Walter Kirchner, Diplom- Kaufmann; Dr. Brill, Landgerichtsdirektor; Weigel, Feldmeister; Grünewald, Dberbaurat; Wenderoth, Altgardist. 29. Neustadt-Wernerwall: Beinert, Truppführer; Plitt, Sturmführer; Bürkle, Truppführer; Gräfinholt, Truppführer; Stadelmann, Universitäts-Professor^ Herzing, Gerichtsassessor; Dr. Speckhardt, Landgerichtsdirektor; Krabe, Feldmeister; Leinert, Baurat; ferner die NSDStB.-Kameraden cand. phil. Ohlemutz und Adam, Gerichtsreferendar. 30. Am Marktplatz: Henkelmann, Truppführer: Förster, Obersturmführer; Beckmann, Truppführer: Schmitz. Verwaltungstruppführer: Stade, Universitäts-Professor: Schneider, Landgerichtsrat: Angelberger, Oberstudiendirektor: Trümpert, Land- gerichtsrat; Schade, Unterfeldmeister: Groll, Regierungs-Baumeister; Frank, Studentenführer, und cand. med. Lindemeyer. 31. Turnhalle-Oswaldsgarten: Jung, Truppführer: Rietschel, Sanitäts-Truppsührer; Klute, Umversitats-Professor: Murrmann, Gerichtsassessor; Seiler, Oberstudienrat; Heid, Landgerichtsrat; Nier- mann, Reichsbahnoberrat; Enders, Regierungs- Baumeister; August Horn, Altgardist und SÄ.- Sturmsührer. 32. Wernerwall - Asterweg: Leidner, Obertruppführer; Feilung, Truppführer; Wüsten- höfer, Oberstudienrat; Dr. Seid, Landgerichtsrat; Schott, Regierungs-Baumeister; Jensen, Öberzollrat. 33. S ch i l l e r st r a ß e - W ernerwall: Häu- r xjuyicu iiiujiierie - Ziehung zu geben — lächerlich! 6 * Fortsetzung folgt Frau Hertel lachte einmal auf und quittierte so über die gesellschaftliche Liebenswürdigkeit, die gesagt worden war. Sie nötigte der kleinen Frau noch Kaffee und Kuchen auf. Ihr Mann ißt sicher lieber was Herzhaftes." „Doch. Bloß, ich finde, gerade die herzhaften •,, . , »■ -- ■ .......... Sachen sind so teuer. Wir müssen uns so sehr nach ’W wehr so viel zusammengekommen wie früher, der Decke strecken. Wissen Sie, Frau Hertel, ich, ^^^a hatte sich so verändert." denke manchmal, wir hätten vielleicht ein Zimmer1 s "-olaudine hat sie auch nicht mehr gesehen, seit- roeniger nehmen sollen. So, wenn die Miete fort >ie '1$ um Frollein Georgi kümmern mußte, ist und Licht und Gas und Kohlen, dann bleibt Was macht sie denn? Bei wem ist sie? Hier steht fiir das Essen zu wenig übrig." | ^arwIeiTt]e ^Tbreffe draus. „Äber jute kleine Frau, haben se denn das nich > -Walter hat sie mal in der Elektrischen getroffen. Seitdem hat er mir den Verkehr untersagt.." Tannenberg von der russischen Seile gesehen Interessanter Vortrag eines früheren kaiserlich-russischen Generals r. k. Schütz. Stadttheater Gießen. DMeoeiiWeMIWonl sw AtürtWi gafackan nach &ewäJrMe*u 6. gab natürlich dem Oberkommando ein völlig unzutreffendes Bild der Kriegslage mit allen fernen Baum aufstellt. Die Kerzen strahlen darm Heller. Vornotizen. Tageskalender für Freitag. Karten zu 1,— RM. auf der Kreisdienststelle. Samstag, 11. 12., 20 Uhr, „Große KdF.-Miete: Gruppe II: „Uta von Naumburg". Schauspiel. : Karten zu —,90 RM. noch zu haben. Feierabend. । Samstag, 4.12., 20.30 Uhr, im Cafe Leib in Der- 1 bindung mit der NSDAP. Ortsgruppe Nord: Kameradfchaftsabend mit heiterem Programm und Tanz. Deutsches Volksbildungswerk. Freitag, 3.12., 20.15 Uhr, im Hörsaal 34 der Universität: Vortragsreihe „Deutsche Kolonien". Sturmbannführer Heß über Deutsch-Ostafrika. Samstag, 4.12., 20 Uhr: Lichlbildervorträge in: Heuchelheim, Turnhalle: Professor Hummel „Süd- und Ostafrika". Mainzlar, Saal Müller: Professor Dr. Ankel: Vererbungslehre". Lich, Steins Saal: Sturmbannführer Heß: „Unsere Kolonien. Reisen, wandern, Urlaub. Italien-Fahrt vom 18. bis 30. Dezember. Eins Reise nach Genua, Neapel, Palermo, Venedig; besucht werden u. a. Pompeji und Insel Capri. Weihnachten in Italien! Auskunft und Anmeldungen Kreisdienststelle, winterfahrtea. Wir führen 13 Winter-Urlaubsfahrten durch. Alle Einzelheiten im neuen Monatsheft. 79370 Kundfunkkonzelt aus dem Stadttheater Gießen. Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Der Reichssender Frankfurt a. M. überträgt am 9. Dezember ein Konzert des Städtischen Orchesters Gießen aus dem Stadttheater. Das Konzert bringt: Weber: Ouvertüre „Euryanthe", Bizet: „L'Arlö- sienne", Suite Nr. 2, Bolzoni: Minuetto, Lortzmg: Ballettmusik aus „Undine", Weber: „Aufforderung zum Tanz", Nicolai: Ouvertüre „Die lustigen Weiber von Windsor", Hartung: „Fest-Ouvertüre", Johann Strauß: „Aquarellen-Walzer", Czardas aus „Ritter Pasmän" und „Tritsch - trasch - Polka", Millöcker: Melodien aus „Der Bettelstudent". Die Uebertragung beginnt um 12 Uhr und endet um 14 Uhr. Das Leipziger Soloquartett , für Kirchengesang in der Stadtkirche. Daraufhin erhielt die russische 2. Armee unter General S a m s o n o f f den Befehl, aus der Nordwestecke Polens nördlich in Richtung Allenstem vorzugehen, weil die russische Oberleitung unter dem Eindruck' der Rennenkampffschen Darstellung glaubte, die deutschen Truppen in die Zange bekommen zu können. S a m s o n o f f erhob starke Bedenken, vor allem auch, weil der Aufmarsch seiner Armee noch nicht vollendet war und in der Organisation seiner Front noch mancherlei anderes fehlte. Diese schwerwiegenden Einwände fanden jedoch bei her Oberleitung keine Beachtung, Samsonoff mußte marschieren. . Mit Worten höchster Anerkennung sprach der Redner dann von dem großen Wagemut und der genialen Feldherrnkunst der deutschen Oberleitung, also Hindenburgs und Ludendorffs. Besondere Bewunderung zollte er vor allem der Tatsache, itafc vor der Front der ganzen Armee Rennenkampff nur ein einzige deutsche Kavallerie-Division belassen worden war, die von einer tatkräftigen und entschlossenen russischen Führung glatt über den Haufen hätte gerannt werden können, während alle übrigen deutschen Trupepn zu dem großen Schlag bei Tannenberg eingesetzt wurden. Daß Rennenkampff nicht marschierte, erklärte der.Vortragende damit, daß Rennenkampff — die Russen hätten (nach der Erklärung des Redners) natürlich alle deutschen Pläne und Befestigungsanlagen gekannt, wie umgekehrt die Deutschen auch alle diese russischen Pläne in Besitz gehabt hätten — die Festung Königsberg als überaus stark angesehen, auch allerlei Scheu vor der ostpreußischen Seenkette gehabt und sich daher gehütet habe, zwischen Königsberg und den Seen mit der Ungewißheit über die Stärke der Deutschen vorzugehen. Ein persönlicher Gegensatz zwischen Rennenkampff und Samsonoff habe nicht bestanden, denn die beiden hätten sich gar nicht gekannt. In Samsonoffs Führung ist nach den Erklärungen des Vortragenden viel zu viel von oben her hineingeredet worden. An seinen Maßnahmen wurde viel zu häufig genörgelt, so daß er stark erbittert war. Als schwersten Fehler habe er dann, um sich gegen die Plackereien von oben zu schützen, in den entscheidungsvollsten Stunden alle Nach- richtennverbindungen zu den verschiedenen Armeen und vor allem zur Zentralleitung abgebrochen, sich selbst zu Pferd von seinem Hauptquartier nach vorn zu der seiner Ansicht nach entscheidenden Armee begeben wollen, er sei dort' aber überhaupt nicht eingetroffen, weil unterwegs schon wieder ganz andere grundstürzende Aenderungen der Lage ihn in Anspruch genommen hätten. Mittlerweile hätten die Deutschen unter General von Francois ihren Umfassungsmarsch von Westen her in südlicher Richtung und dann mit Eindrehen nach Osten hin energisch fortgesetzt, Neidenburg in Besitz genommen, kräftig weiter nach Osten in Richtung Wille n b e r g vorgestoßen und damit den im Brenn-, punkt kämpfenden, unter schwerstem deutschem Druck stehenden russischen Truppen, samt dem Armee-Oberbefehlshaber Samsonoff und seinem Generalstab, den Rückzug nach Süden verlegt, während gleichzeittg irgendeine andere Ausweichmöglichkeit vor den Deutschen nicht mehr bestanden habe. Samsonoff hat dann in den dichten Wäldern bei Willenberg, nachdem er sich von seinen Generalstabsoffizieren entfernt hatte, durch Erschießen seinem Leben ein Ende gemacht, weil er, wie der Vortragende betonte, nicht mehr ohne Armee vor seinem Zaren habe erscheinen wollen. Der außerordentlich interessante und aufschlußreiche Vortrag, der ein fast unvorstellbares Durch- und Gegeneinander in der russischen oberen Führung offenbarte, fand lebhaften Beifall. Hitler-Lugend, Unterbann 1/116. Zur Wochenendschulung am kommenden Sonntag treten sämtliche Gefolgschaftsführer, Scharführer, Kameradschaftsführer, die gesamte Führerschaft der Sondereinyeiten, die Sportwarte und Gefolg- chaftsmitarbeiter um 8 Uhr an der Dolkshalle an. Vorschriftsmäßige Hitler-Jugend-Sportuniform ist mitzubringen. Während des Sporrs werden Trainingsanzüge getragen. BOM.- u. ZM.-Untergau 116, Gießen. Dienstbefehl! Betr.: V u ch s p e n d e für A u s l a n d s d e u t f ch e. Wie in den vergangenen Jahren, werden auch jetzt wieder Bücher für Ausländsdeutsche gesammelt. Erwünscht sind Bücher grundsätzlicher Art über unsere Bewegung, gute Romane und Anleitungen zur Wertarbeit. Die Mädel- und Jungmädelgruppen schicken bis zum 8. 12. die Bücher an den Untergau ein. Bett.: Mädelführerinnenschulung am 5. Dezember. Antreten in allen Schulungsorten um 8 Uhr vor dem Heim, in Gießen an der Dienststelle des Untergaues. Zu den auswärtigen Schulungen ist unbedingt Turnzeug mitzubringen! Die an den Gießener Schulungen teilnehmen, brauchen kein Turnzeug, dafür aber 0,25 Mark. Bett.: Volkstanzgruppe. Am Freitag, 3. 12., findet in der Turnhalle der Oeffentlichen Handelslehranstalt, Gießen, Werner- wall, pünktlich um 20 Uhr, ein Uebungsabend der BDM.-Volkstanzgruppe statt. Turnschuhe sind unbedingt mitzubringen, andernfalls darf niemand in die Halle. Die Ortsgruppe Gießen des Reichsverbandes Deutscher Offiziere und der Gesellschaftsverem (Klub) hatten zu einem Vortragsabend am gestrigen Donnerstag im großen Saal des Gesellschaftsvereins eingeladen, der um des Themas und um des Redners willen außerordentlichem Interesse begegnete. Es sprach nämlich vor einer Zuhörerschaft, die den großen Saal fast bis zum letzten Plätzchen füllte, der frühere kaiserlich-russische General A. A. Nos- ko ff über das Thema „Tannenberg von der russischen Seite g e s e h e n". Im Kreise der Zuhörerschaft weilten auch viele Offiziere unseres Standorts mit Generalleutnant Oßwald an der Spitze, ferner zahlreiche Militärs aus benachbarten Garnisonen. Nach einleitenden Begrüßungsworten des Vorsitzenden des Gesellschaftsvereins, Bankdirektor Bley er, sprach General N o s k o f f. Er machte zunächst einige Mitteilungen über sich selbst, um dadurch seine Berechtigung, über das Thema des Abends sprechen zu können, darzutun. Er hat als Generalstabshauptmann den russisch-japanischen Krieg mitgemacht und kennt viele höhere russische Führer. Als Generalstabsoberst hatte er im Jahre 1915 die Möglichkeit, das geheime Tannenbergarchio des Zaren durchzufoeschen, ferner empfing er diesbezügliche Mitteilungen von einem maßgebenden Kameraden in hoher militärischer Stellung. Als die schlimmste Wirkung der Schlacht von Tannenberg, die er als eine Katastrophe für die russische Armee bezeichnete, hob er vor allem die Tatsache hervor, daß durch diese furchtbare Niederlage die russischen Soldaten das Gefühl der Minderwertigkeit gegenüber den deutschen Soldaten erhalten hatten, und diese schlimme moralische Wirkung sich nicht wieder verloren habe. An Hand von Lichtbildern machte er sodann mit den höchsten militärischen Führern der russischen Armee in der Zeit von Tannenberg bekannt; vor allem mit dem Höchstkommandierenden Großfürst Nikolai Nikolajewitsch, den er als einen weichen und durchaus nicht kämpferischen Menschen schilderte, als einen Mann, der keinen starken Willen gehabt und auch keine militärische Qualifikation für seinen hohen Posten besessen habe, der in der Stellung des höchsten Armeeführerz sogar vollkommen neu gewesen sei, den er (Redner) aber auch gegen den Vorwurf, ein Deutschenhasser und Kriegshetzer gewesen zu sein, verteidigte und ihn nach dieser Richtung hin als einen nahezu harmlosen Menschen hinzustellen versuchte. Weiter machte er mit dem russischen Generalstabschef Januschkewitsch bekannt, der noch unerfahrener als der Großfürst in der hohen Stelle der Armeeführung gewesen sei und der, nach der Schilderung des Vortragenden, ebenfalls nicht d i e Fähigkeiten gehabt habe, die für die Stellung des Generalstabschefs erforderlich sind. Im ganzen' Stab des Großfürsten sei eigentlich nur ein Mann der richtige und befähigte gewesen, nämlich der Generalquartiermeister Danilow, der aber leider stark bürokrattsch eingestellt gewesen sei. Die Front der Russen gegen Ostpreußen habe im Nordwestctbschnitt der General S h i l i n s k i geführt, ein überaus verschlossener und schweigsamer Mensch, den die russischen Generalstäbler als „den lebenden Leichnam" bezeichneten, die Südwestgruppe der russischen Ostpreußenfront kommandierte der General Iwanow, der nach der Schilderung des Vortta- genden wohl auch nicht auf dem rechten Posten stand. Der Redner skizzierte sodann in großen Strichen die Lage an der Front des Generals Rennenkampff vor der 8. deutschen Armee. Er berichtete dabei u. a., daß er den aus strategischen Gründen durchgeführten Rückzug der Deutschen seinem Oberkommando als. „großen Sieg" und als „Flucht der Deutschen" meldete, die er „siegreich verfolge", während er in Wirklichkeit kaum nachmarschierte und von einer „Flucht" der deutschen Truppen überhaupt keine Rede sein konnte. Diese falsche Meldung Aus der Stadt Gießen. »Bitte, nach den Feiertagen!" Ich hörte den Satz gestern zum erstenmal: „Ach, das wollen wir doch lieber nach den Feiertagen erledigen!" Ich erschrak, ofsengestcmden. So weit find wir schon? So nahe die Weihnacht? So nahe. Wir fassen es schwer. Der Sommer war so wunderschön lang, das Laub färbte sich so spät, wochenlang wehten uns rot, gelb und braun die Blätter um die Ohren, zögernd fielen sie, nie, schien es uns, hatten sie sich schwerer ge- trennt vom Baum und Sttauch. Es blieb mild. Lange, lange. Jetzt aber ist bald Weihnachten. Wir sehen glitzernde Bänder aus silbernem Glimmer. Tannenbäume stehen bald an Häuserfronten, Kinder drücken bereits die Nasen platt an den hundert Herrlichkeiten, wir selber denken an Geschenke und an das alte Wort, daß es besser sei, zu geben, als zu nehmen. Aber das Wort von „Nach den Feiertagen sollten wir jetzt doch noch nicht in den Mund nehmen. Es ist eine Bequemlichkeit. Es ist so unverbindlich zu sagen: „Das könnten wir doch aufschieben bis nach dem Fest, wie?" Aber nach den Feiertagen ärgern wir uns, daß wir soviel, allzu viel aufgeschoben haben. Die Feiertage sollten uns zu gut fern, um uns von Arbeiten und Verpflichtungen zu drücken, indem wir uns selber betrügen. Es ist tausendmal schöner, am Nachmittag des heiligen Abends zu sagen: „Fest, nun komme, ich bin bereit." Die Ruhe ist verdient, das Feiern ist verdient, die schönen und guten Tage stehen als ein leuchtender Lohn. Es ist nichts, glaubt es mir, wenn hinter den Feiertagen die Berge der Erledigungen warten. Aufgeschobene geschäftliche Dinge, private Angelegenheiten, Rechnungen, Steuern, Beiträge. Ich meine, man sollte reinen Tisch machen, ehe man die weiße Decke des Festes ausbreitet und den NS.-Rechtswahrerbund Kreisgruppe Gießen: 20 Uhr .Hotel Hindenburg" Vortrag Prof. Dr. Bley. — Stadttheater: 20 bis 22.45 Uhr „Der Wildschutz . — Gloria-Palast (Seltersweg): „Mädchen für alles". — Spätvorführung 23 Uhr „Lockspitzel Asew". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Warschauer Zitadelle". — Gießener Hochschulgesellschaft: 20 Uhr im großen Hörsal der Universität, Dorttag „Deutschlands Fetttersorgung", Professor Dr. Kaufmann (Münster). — Leistungsschau der Volksschulen des Kreises Gießen in der Turnhalle der Neuen Pestalozzi-Schule. — Wirtschaftsgruppe Einzelhandel, Kreisgruppe Gießen: 20 Uhr Hotel Heute abend Wiederholung der komischen Oper „Der Wildschütz" von Albert Lortzing. Musikalische Leitung Kapellmeister Heinz Markwardt, Spielleitung Hermann Schultze-Griesheim. Die Aufführung findet als 11. Vorstellung der Freitag-Miete statt. Beginn 20/Uhr, Ende 22.45 Uhr. Orgelkonzert in der Stadtkirche. In der hiesigen Stadtkirche findet am Donnerstag, 9. Dezember, 20.15 Uhr, ein Orgelkonzert von Karl Heinz E dert (Berlin) statt. Zur Aufführung gelangen Werke von Buxtehude, Bach, Reger, Mi- cheelsen und freie Improvisationen. WHW., Ortsgruppe Gießen-Nord. Bett.: Kohlenabrechnung. Die Kohlenhändler werden aufgefordert, die in Zahlung genommenen Kohlengutscheine (Serie C) bis spätestens Samstag, 4. Dezember, auf der Geschäftsstelle, Walltorstraße 38, einzureichen. Später eingehende Kohlengutscheine können nicht mehr angenommen werden. Die Gutscheine müssen auf der Rückseite mit dem Stempel oder Unterschrift der Kohlenhändler und der Unterschrift, Straße und Hausnummer des Hilfsbedürftigen versehen sein. WSW. Ortsgruppe Gießen-Mitte. Bett.: Kohlenabrechnung am 3. Dezember. Die Kohlenhändler werden ersucht, die Kohlenscheine der Serie B diesmal am Freitag, 3. D e- 3 e m b e r, 20.30 Uhr, auf unserer Geschäftsstelle (Zigarrenhaus Moeser, Eingang Löwengasse) einzureichen. Es wird hiermit darauf hingewiesen, daß die Rückseite der Kohlenscheine außer der Unterschrift des Händlers auch die Unterschrift des Empfängers, dessen Wohnung, Sttaße und Hausnummer und die genaue Bezeichnung der Kohlensorte tragen muß. Nach dem 3. Dezember eingereichte Scheine sind wertlos. WHW. Ortsgruppe Gießen-Süd. Kohlenabrechnung. Die Kahlenhändler werden aufgefordert, die in Zahlung genommenen Kohlengutscheine der Serie „C" am Freitag, 3. Dezember, um 19.30 Uhr, auf der Geschäftsstelle Crednersttaße 24, einzureichen. Später eingereichte Gutscheine werden nicht mehr angenommen. Es war eine Feierstunde besonderer Art, die der zahlreich erschienenen Gemeinde gestern abend in Der Stadtkirche durch das Leipziger Solo-Quartett (Sopran: Gertrud Kubel, Alt: Maria Schmidt, Tenor: Harald Hansen, Baß: Arnulf Peters) bereitet wurde. In drei Gruppen: „Auf der Weihnachtswarte", „Unterm Weihnachtsstern", „An der Weihnachtskrippe" führten die Lieder vom advent- lichen Warten und Hoffen auf das Weihnacht-licht hin zum Wunder der Heiligen Nacht, da von der Krippe „des Lichtes milder Strahl", „der Sonnen Sonne" hinausleuchtet in alle Welt. Dunkelheit wird licht, banges Harren wandelt sich in unbegreifliche Wirklichkeit, Freude füllt die Herzen und läßt Menschen und Engel fingen von dem Kindlein, dem „Herrn Christ, der unser Heiland ist." Jedes einzelne dieser alten Weihnachtslieder hatte seine besondere Note, unif doch bringen sie alle die gleiche Botschaft. Man weiß nicht, welches einem mehr das Herz ansprach und erstaunen ließ über diese köstlichen Schätze. Wie schmiegte sich das zarte Tongewebe Eccards den Worten Paul Gerhardts an, in „Ich lag in tiefer Todesnacht", so daß in diesem Liede alles in Licht und Lieblichkeit aufleuchtete, kindliche Freude mit tiefsten GedanEen vereint. Da war das königliche „Wie schön leuchtet der Morgenstern", einst von Philipp Nicolai in der Zeit großen Sterbens in Unna (Pest 1598) gedichtet. Ein Menschenherz, beseligt in der Not von der Erfahrung der Liebe Jesu und doch voll Ehrfurcht vor der göttlichen Majestät des „Königs der Ehren", jubelte fein Siegeslied vom ewigen Leben. Zart und innig erklang das alte Weihnachtslied „Es ist ein Ros entsprungen" in dem entzückenden vierstimmigen Satz von Michael Praetorius. Tief verwurzelt in unserem deutschen Volk — der evangelischen und katholischen Kirche in gleicher Weise zu eigen —, scheint nun ' dieses Lied in hellen Strahlen ohne Unterlaß durch die weihnachtliche Winternacht. Und so könnte man nun von jedem einzelnen Lied noch ein Besonderes sagen. Diese drei Lieder mögen mit für die übrigen zeugen. In Rußland hat man im Kampf gegen Christentum und allen Gottesglauben versucht, der großen christlichen Vokalmusik andere, „gottlose" Texte unterzulegen, man möchte die Kunst, aber nicht die Botschaft, die hier in Wort und Weise untrennbar vereint ist. Es war wohl für manchen Besucher des gestrigen Abends, der ja kein Konzert, sondern eine gottesdienstliche Stunde brachte' das tiefe Erlebnis, wie gerade bei unseren echten deutschen Weihnachtsliedern Text und Musik aus der gleichen Quelle strömen, aus der Freude des Herzens, das seines Gottes Barmherzigkeit in dem „Kindelein" erfahren hat als großes Gnadengeschenk. Das kam wohl am stärksten uns zum Bewußtsein in der Schlußkantate „Laßt uns jauchzen, laßt uns freuen" von Johann Sebastian Bach, die mit hinreißendem Jubel in die Gemeinde hineingesungen wurde. (Ergriffen lauschte die große Gemeinde in steigerndem Maße dem wundervollen Zusammenklang der vorzüglich ausgebildeten Stimmen, der auch rein künstlerisch eine große Freude war. Den begnadeten Sängerinnen und Sängern, die ihr Werk taten nicht als „Geschäft", sondern die eine wirkliche Botschaft ausrichteten, gebührt der Gemeinde herzlicher Dank für diese frohe Weihnachtsstunde in vorweihnachtlicher Zeit. Iägerabend des^Iagdkreises Gießen. Der sehr gute Besuch des ersten, von dem Kreisjägermeister des Jagdkreises Gießen ins Leben gerufenen Jägerabends zeigte, wie sehr die Jägerschaft an einer derartigen Einrichtung interessiert ist. Das Reichsjagdgesetz hat so viel gegen früher völlig Neues im Gefolge gehabt, daß es vielen Jägern nicht leicht fällt, sich mit all diesen Dingen so verttaut zu machen, wie dies unbedingt notwendig ist. In dieser Erkenntnis wurde als Hauptthema des Abends durch den Kreisjägermeister selbst das Gebiet der „Wildfolge" behandelt. Hingewiesen wurde ferner auf die öffentlichen Vorlesungen über „Wildkrankheiten", die im neuen Jahr im Veterinär-Pathologischen Institut stattfin- Den werden, auf die Verpflichtung, die Wildabschußmeldungen innerhalb von drei Tagen nach erfolgtem Abschuß zu erstatten- und den Abschuß an Schalenwild zu erfüllen. Die Einrichtung besonderer Wildzählbezirke für die Durchführung der kommenden Wildzählung wurde angekündigt, an : die Verpflichtung zur Winterfütterung erinnert. Dr» ! qanisatorische Maßnahmen zur Förderung der : Zucht und Prüfung des deutschen Gebrauchshundes stehen bevor. Betont wurde ferner, daß Hunde, die bis jetzt nicht als „brauchbar" durch den Kreis- : jägermeister anerkannt sind, also nicht zur Prüfung - vorgeführt wurden, nicht in die Haftpflichtversiche- : rung der Deutschen Jägerschaft eingeschlossen sind. - Ihre Besitzer setzen sich damit der Gefahr einer i unter Umständen erheblichen finanziellen Schädigung aus. Eine rege Aussprache zeigte das Inter NS.-Gemeinschast „Kraft durch Freude". , Theatervorstellungen. Samstag, 4. 12., 20 Uhr, „Große KdF.-Miete' Gruppe I: „Der Wildschütz", Oper. esse der Anwesenden an diesem Abend, der daneben noch der Pflege der Kameradschaft als einer Grundbedingung guter nachbarlicher Verhältnisse dienen soll. Der Verhandlungsstoff der kommenden Abende wird immer rechtzeitig in den amtlichen Verkündigungsblättern der Deutschem Jägerschaft bekanntgegeben werden. Von Wichtigkeit für Nichtjäger, die aber Neigung zum Weidwerk haben, dürfte noch die Mitteilung des Kreisjägermeisters sein, daß im Januar wieder ein Vorbereitungslehrgang für die Jägerprüfung im Mai beginnt, zu dem Meldungen an ihn zu richten sind. Werdet Mitglied der 7IGB! NSG. Der größte Teil aller Volksgenossen im Gau Hessen-Nassau ist längst Mitglied der NS.- Volkswohlfahrt und bringt damit zum Ausdruck, daß er gewillt ist, den Sozialismus, wie ihn der Führer verwirklicht sehen will, zur Tat werden zu lassen. Wer will noch außerhalb des Ringes der Gemeinschaft stehen? Niemand wird sich, nachdem die großen Erfolge nicht mehr wegzudisputieren sind, aus eigensüchtigen Gründen aus den Reihen ausschließen und lieber engherzig feinen Beittag sparen und andere Volksgenossen darben sehen wollen. Die Not im deutschen Volke ist zwar gebannt, doch jeder kann durch unverhofften Zufall einmal in Not geraten. Ihm zu helfen ist die Aufgabe der NSV. Erfülle auch du deine Pflicht und werde Mitglied der NSV.! Neuauflage des amtl. Iernsprechbuches. Die amtlichen Fernsprechbücher für den Reichs- postdirektionsbezirk Frankfurt a. M. und den ehemaligen Reichspostdirektionsbezirk Darmstadt sollen neu aufgelegt werden. Neueinttagungen, Berichtigungen oder Streichungen müssen die Fernsprechteilnehmer d e m Amt, von dem sie ihre Fernsprechrechnung erhalten, möglichst umyehend, spätestens bis zum 31. Dezember 1937 schriftlich mitteilen, wenn sie in der Neuausgabe berücksichtigt werden sollen. Nach dem 31. Dezember 1937 besteht kein Anspruch mehr auf Aufnahme in das Fernsprechbuch oder Berichtigung vorhandener Eintragungen. Bestehende gebührenpflichtige Eintragungen, deren Wegfall oder Aenderung nicht spätestens zum 31. Dezember 1937 beantragt wird, werden in der gleichen Fassung unter Berechnung der bestimmungsmäßigen Gebühr in die neue Auflage übernommen. Kein allgemeines Photographierverbot bei der Reichsbahn. NSG. Obwohl das Photographieren auf der Reise heute Allgemeingut geworden ist, bestehen Zweifel darüber, ob man seinen Apparat auf dem Bahnhof zücken darf, um etwa die Lokomotive zu knipsen, die uns in das ersehnte Ferienland bringen soll. Dem steht kaum etwas im Wege, denn bei der Deutschen Reichsbahn gibt es kein allgemeines Photographier- verbot, und Bahnhöfe mit Zügen und Lokomotiven sind jedermann zugängliche Einrichtungen, die keine Geheimnisse bergen. Eine Anordnung der Deutschen Reichsbahn gibt genau darüber Auskunft, was erlaubt und was unzulässig ist. Darin heißt es: „Allgemein verboten ist das Photographieren auf d e n Teilen des Bahngebietes, die dem öffentlichen Verkehr nicht zugänglich sind. Verboten ist ferner das Photographieren von Verlade-, Oeltank- und Lokomotivbehandlungs- anlagen, sowie von Wasserstationen und Kraftwerken. Sonst ist das Photographieren auf den dem Publikum allgemein zugänglichen Teilen des Bahngebiets nicht verboten. Wird der Betrieb oder Verkehr durch das Photographieren behindert, so geben die Bestimmungen der Eisenbahnenbau- und Be- ttiebsordnung den Bahnpolizeibeamten die Handhabe, das Photographieren auch in solchen Fällen zu untersagen." * ** Sicherung der Fernsprech- und Tele g raphenleitungen beim Baumfällen. In der Zeit des Baumfällens werden an den Straßen und in den Ortschaften die Reichs- Telegraphen- und Fernsprechleitungen durch umstürzende Bäume oder durch herabfallende Aeste häufig beschädigt, weil die Personen, denen das Baumfällen obliegt, in der Regel die zur Sicherung der Telegraphenanlagen gegen Beschädigungen erforderlichen Vorkehrungen überhaupt nicht oder in ungenügendem Maße treffen, und es unterlassen, von den bevorstehenden Arbeiten der nächsten Postanstalt rechtzeitig Mitteilung zu machen. Da auch fahrlässige Beschädigungen der Telegraphenanlagen im § 318 des Reichsstrafgesetzbuches mit Strafe bedroht sind, wird den Baumbesitzern empfohlen, die nächste Postanstalt von der bevorstehenden Baumfällung so zeitig zu benachrichtigen, daß e. F. die Entsendung eines Beamten zur Sicherung der Leitungen veranlaßt werden kann. Lpü. OberschulratDr. BlanknachKob- lenz versetzt. Mit dem 1. Dezember ist Oberschulrat Dr. Blank, der bis zur Machtübernahme in Gießen, dann in der Schulabteilung der hessischen Regierung in Darmstadt, hierauf als Direktor der Landesbibliothek in Darmstadt und feit 1935 in Kassel wirkte, auf seinen Wunsch in gleicher Amtseigenschaft an das Oberpräsidium in Koblenz versetzt worden. An derReichsauiobahn totaufaefunden * Bersrod, 3. Dez. Gestern abend wurde hier in unserer Gemarkung an der Baustelle der Reichsautobahn der ^Betriebsleiter Berg aus Wiesbaden, der bei der Firma B ö d i ck e r an der Reichsautobahn beschäftigt war, tot aufgefunden. Die Todesursache konnte bisher noch nicht endgültig festgestellt werden. Der Verstorbene, der bei Arbeitern und Angestellten sehr beliebt war, hinterläßt Frau und Kind. Landkreis Gießen. '«A Leihgestern, 3. Dez. Mit den Holzhauerarbeiten im hiesigen Gemeindewald wurde dieser Tage begonnen. Es wird die gleiche . Menge wie im Vorjahre, 1700 Festmeter Nutz- und Brennholz, gefällt. — Bei einer in der hiesigen und in der Obersteinberger Feldgemarkung abgehaltenen Treibjagd wurden 99 Hasen zur Strecke gebracht. — Seinen 81. Geburtstag kann am morgigen Samstag der Landwirt Johannes Heß XXL bei guter Gesundheit begehen. Schweinemarkt in Vuhbach. * Butzbach, 3. Dez. Auf dem gestrigen Schweinemarkt waren 231 Ferkel zum Verkauf aufgetrieben. Bei flottem Handel kosteten bis 6 Wochen alte Tiere bis zu 12 Mark, 6 bis 8 Wochen alte 12 bis 15 Mark, und 8 bis 10 Wochen alte Ferkel 15 bis 22 Mark je Stück. Rundfunkprogramm Samstag, 4. Dezember. 6 Uhr: Morgenlied. Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Froher Klang zur Morgenstund. 10: Schulfunk. 10.30: Hausfrau, hör zu! 11.40: Gaunachrichten. 11.45: Deutsche Scholle. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten, auch aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: „Sag, was du auf dem Herzen hast!" 15.15: Volk und Wirtschaft. 15.30: Ein frohes Lied zu rechter Zeit erwecket Lust und Heiterkeit. 16: Großes Doppelkonzert. 18: Zeitgeschehen im Funk. 19: Nachrichten. 19.10: Soldaten — Kameraden! 20: Großes Konzert. 22: Nachrichten, auch aus dem Sendebezirk. 22.30: Wir tanzen in den Sonntag. 24 bis 1: Nachtmusik. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstagnachmittag geschlossen und Handtaschen stets preiswert von 7839a Leier-Röhrig, Gießen, Neustadt 43 Knoblauch-Beeren „Immer junger" enthalten den seit übe» 1000 Jahren bekannten echten bulgar Knoblauch in konzentriert, leicht verdaulicher Form» Bewahrt bei: rterien- verkalkung hohem Blutdruck. Magen-. Darmstörungen. Alterserscheinungen, Stoffwechselbeschwerden. Geschmack- u. geruchlos. Monatspackung t.- M. Zu haben» Drog. Winterhof f, Kreuzplatz 10; Hauptpreislagen Auch ganz wundervolle Stutzer finden Sie bei mir schon für V' W f ■ w O • I fix und fertig für Sie! Welche wichtige Rolle sie spielt, wissen Sie - denn gerade jetzt könnten Sie solch einen Mantel doch gut gebrauchen! Gerade jetzt aber ist die Auswahl in solch herrlichen Mänteln bei mir sehr groß. Er kleidet Sie gut - er ist sehr preiswert! Also - mal ansehen bei SOMMER ■ Ml Qual nimm allemal m Vorbeugend bei Husten, Heiserkeit, Katarrh. Der quälende Hustenreiz wird schnell beseitigt. 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Eine Axt aus Qualitäts-Stahl. Und solche Aexte gibt es bei Häuser. Darum Ihre Axt und alles andere Werkzeug von ). B. Häuser, Gießen, am Oswaldsgarfen, Fernsprecher 2145/2146. sundheitsschädlich ist, wenn in dem Auswurf Krankheitsbazillen enthalten sind. Wenn sich ein Ausspucken nicht vermeiden laßt, benutze man dabei sein Taschentuch. Kinder gewöhnen sich das Ausspucken leicht an. sind durch vernünftige Belehrung jedoch schnell wieder davon abzubringen Ausstattung. Ausstattung ist das was einem Kind zur Selbständig- machung von den Eltern zugewendet wird. z. B. Kapital zur Begründung oder Erhaltung eines Geschäfts, Studiengelder des Sohnes, Heiratsgut der Tochter (Mitgift)^ Zuschuß, den die Tochter nach ihrer Verheiratung erhält (Nadelgeld). Auch die Aussteuer gehört hieher (s. dort). Die Eltern sind zur Gewährung einer Ausstattung nur im Rahmen ihrer Vermögensverhältnisse verpflichtet und auch insoweit besteht nur eine sittliche, keine rechtliche Pflicht. Das Kind kann also seinen Ausstattungsanspruch nicht wirksam einklagen, außer die Eltern haben eine entsprechende Ausstattung versprochen. Ein solches Versprechen muß vor Gericht oder Notar abgegeben werden, wenn eine Ausstattung versprochen wird, die höher sein soll, als es den Vermögensver- hältnisien der Eltern entspricht Insofern unterscheidet sich die Ausstattung von der Aussteuer, s dort. Die Abkömmlinge eines Erbhofbauern haben auch gegen den Anerben einen den Mitteln des Hofes entsprechenden Aus- ftattungsanspruch, wenn sie vom Vater (Erbhofbauern) noch keine 2 £ B A Bemberg-Matesa, 80 cm breit, herrlicher Wäscheartikel, in allen richtigen Farben. . . p. m Bemberg-Faf onnö, 80 cm breit, in sich gemusterte Ware, in sehr schönen Farben, für Bin- Ob„Er“daran denkt? „Sie“ würde sich sehr über schöne moderneTischbestecke freuen. Natürlich müssen sie gut sein, damit sie ein Leben lang halten. 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Die Versicherungssumme wird fällig mit der Verheiratung der Person, auf die die Versicherung genommen ist (meist die Tochter), oder mit Erreichung eines bestimmten Lebensalters. Aussteuer ist die Zuwendung, welche der Tochter im Falle ihrer Verheiratung zur Errichtung des Haushalts zu gewähren ist. Zur Gewährung der Aussteuer ist in erster Linie der Vater, wenn dieser außerstande ist, die Mutter rechtlich verpflichtet. Die Tochter kann die Aussteuer allerdings nur verlangen, wenn sie selbst kein hinreichendes Vermögen zur Beschaffung der Aussteuer hat. Die Eltern brauchen keine Aussteuer zu gewähren, wenn sie durch die Gewährung ihren standesgemäßen Lebensunterhalt gefährden würden. Die Eltern können die Aussteuer außerdem verweigern, wenn die minderjährige Tochter ohne ihre Einwilligung heiratet, wenn die Tochter die Eltern mißhandelt oder sonst ein Verbrechen oder schweres Vergehen gegen sie begangen hat, in der Not die Eltern nicht unterstützt oder gegen den Willen der Eltern einen ehrlosen oder unsittlichen Lebenswandel führt. Hat die Tochter bereits anläßlich einer früheren Heirat eine Aussteuer erhalten, so kann sie eine zweite Aussteuer nicht beanspruchen. Der Aussteueranspruch verjährt in einem Jahr nach Eingehung der Ehe. Als Aussteuer sind zu gewähren Kleider.Wäsche.