Kr.257 Erstes Blatt Orna und Verlag: vrSHIsche Univerfitätsdruckerei R.cin diesem Augenblick sah sie etwas ... hat, wurde als Oberstaatsanwalt im Bezirk Neuyork wiedergewählt. Die preffe Mittler zwischen Staatsführung und Volk Bad Neuenahr, 2. Noo. (LPD.) Im Rahmen der Kulturwoche des Westmarkgaues Koblenz- Trier fand in Bad Neuenahr eine Sonder- tagung der Reichspressekammer Gau Koblenz-Trier statt, auf der der Stabsleiter der Reichspressekammer Rienhardt hervorhob, daß die Bindung an das Allgemeinwohl in keiner Weise etwa das Ende der Pressefreiheit bedeute. Denn Freiheit sei nicht gleichbedeutend mit Zügellosigkeit. Die deutsche Presse sei keine Staatspresse, sondern eine Volkspresse. Jede Zeitung brauche daher ihr eigenes Gesicht und müsse ihren ganzen Ehrgeiz darein setzen, t nr Volke verwurzelt zu sein. Daß bei all dieser Mannigfaltigkeit die Einheit des nationalsozialistischen Wollens gewahrt bleibt, dafür habe die Standes- gemeinschaft zu sorgen. Pressemann sein heiße Kämpfer und Fahnenträger der Gesinnung sein. Die Presse könne propagandistisch nur dann wirken, wenn sie in ihrem ganzen Tun und Lassen nationalsozialistische Gesichtspunkte ausstrahle. Weiter betonte der Redner die Notwendigkeit der verständnisvollen Zusammenarbeit der Schriftleiter und Verleger. Der Verleger dürfe nicht ausschließlich kaufmännisch sein, er müsse auch die kulturellen und erzieherischen Aufgaben der Zeitung kennen. Der Schriftleiter müsse auch für die wirtschaftlichen Grundlagen der Zeitung Verständnis haben. Der Pressemann müsse stets in engster Fühlungnahme mit feinem Leser- Jn de» dunklen Ecke zwischen Geldschrank und Wand kauerte eine Gestalt, und eine zweite Gestalt duckte sich in den Schatten des Schreibtisches. Ruhe! Um Gotteswillen — nur nicht schreien jetzt, fuhr es ihr durch den Kopf Trotzdem stieß sie einen schwachen Schrei aus und flüchtete in den Vorraum. Als sie sich umwandte, sah sie hinter sich einen kleinen breitschultrigen Kerl mit bösartig funkelnden Augen auftauchen. In dieser Sekunde öffnete sich plötzlich die äußere Tür, und Erich spazierte herein. „Lotte", sagte er ziemlich kleinlaut, „ich konnte es einfach nicht länger ausljalten; Ich —" Er brach unvermittelt ab und blickte überrascht auf den breitschultrigen Herrn hinter Lotte, der ihn genau so überrascht ansah. Was nun folgte, ging sehr schnell. Erstens gehörte Erich einem Sportverein an. Zweitens war er eine Zeitlang Boxchampion dieses Klubs gewesen. Drittens war er nicht schwer von Begriff, und viertens liebte, er Lotte. Das alles wirkte zusammen. Er fackelte nicht lange. Er sprang vor und schoß einen kunstgerechten Uppercut ab. Der Mann kippte um, ohne einen Laut von sich zu geben. Lotte war so erstarrt, daß sie nicht sprechen konnte. Sie deutete nur stumm auf Die Tür ihres Arbeitszimmers. Erich verstand. Er schmetterte blitzschnell die Tür zu, drehte den Schlüssel herum und stellte sich mit dem Rücken dagegen. „So!" sagte er. „Und nun lauf rasch hinunter und alarmiere das Uebersallkommando. An der Ecke ist eine Fernsprechstelle. Beeil' dich, bitte." Als Lotte nach ein paar Minuten mit einigen Polizeibeamten wieder ins Zimmer trat, saß der Breitschultrige noch etwas benommen auf dem Fußboden und rieb sich das Kinn. „Sieh da — ein alter Bekannter!" sagte einer der Polizisten gedehnt. „Diesmal allein?" Erich wies stumm auf die verschlossene Tür. Zwei Beamte verschwanden in Lottes Zimmer und kehrten gleich darauf mit einem anderen Mann Zurück, der zusammen mit dem ersten hinunter zum Wagen gebracht wurde. „Wenn ich nicht irre", wandte sich der Führer des Überfallkommandos an Lotte und Erich, ..haben Sie eine Belohnung zu erwarten. Ich vermute. Sie werden sich das Geld teilen, wie!" kreis stehen und ihm das Verständnis für die nationalsozialistischen Maßnahmen vermitteln. Oberregierungsrat Fritsche vom Reichspropagandaministerium betonte die Bedeutung eines guten deutschen Nachrichtendienstes und stellte fest, daß die deutsche Presse im nationalsozialistischen Staat ernster und wahrhafter gewor - d e n ist. Sie habe immer Vermittler zwischen Führung und Volk zu sein. Daher müsse sie stets den Dingen auf den Grund gehen und sich vor allem vor der'Phrase hüten. Eine verlorene Schlacht. In dem fortdauernden, raffiniert geführten Der- leumdungskrieg gegen den Nationalsozialismus hat das Weltjudentum eine entscheidende Schlappe erlitten. Der im Berner Prozeß erfolgte Frei« sprach betrifft zwar nur zwei brave Schweizer „ Bürger, die sich auf Antrag der dortigen Mischen Kultusgemeinde vor dem Gericht wegen angeblicher Uebertretung des Schund» u n b Schmutzgefetzes zu verantworten hatten, aber in Wirklichkeit wollte hier das Judentum den neuen deutschen Staat auf die Anklagebank setzen. Es wollte durch ein neutrales Gericht und durch ein neutrales Urteil eine Handhabe bekommen« um überall in der Welt den antijüdischen Abwehrkampf Deutschlands als ungesetzlich und unmoralisch verleumden zu können. Indem man vor dem Forum eines schweizerischen Gerichtes versuchte, die angebliche Unechtheit der von den Angeklagten verbreiteten „Protokolle der Weisen von Zion" nachzuweisen, glaubte man die gesamte deutsche Propaganda und das Dritte Reich diffamieren zu können. Denn mag die Niederschrift der Zionsprotokolle nun echt oder unecht sein, das Bild, das sie vom Treiben des internationalen Judentums entwirft, wird jedenfalls tagtäglich durch hundert Erfahrungen bestätigt." Um sich von dem Vorwurf einer geheimen Weltherrschaft über die unterworfenen Volker zu entlasten, um zugleich ein Hetzmittel gegen das erwachte Deutschland in die Hand zu bekommen, inszenierten die Juden den Prozeß gegen die Zionsprotokolle Wie diese Entlastungs- Offensive zuerst erfolgreich vorgetragen und dann in zweiter Instanz zum Scheitern gebracht wurde, das ist, in allen Einzelheiten der Urteilsbegründung des Berner Gerichtes zu entnehmen. Was aber dem schweizerischen Richterspruch seine politische Bedeutung verleiht, bas ist bie Wirkung, bie von ihm auf die Gesamthaltung des Weltjudentums ausgehen wird. Zwar versucht die meist unter jüdischem Einfluß stehende Weltpresse nun, die in Bern erlittene Niederlage möglichst mit Stillschweigen zu übergehen und den Prozeß als eine Bagatelle hinzustellen. Aber gerade dieses große Schweigen enthält das Eingeständnis der verlorenen Schlacht. Denn noch während des ersten Rechtsganges haben Die JuDen eine unverfrorene Hetze gegen das Dritte Reich entfacht, haben sie von einem gewaltigen Siege über Deutschland gespro- chen. Da sie nun kleinlaut und still geworden sind, können wir mit Recht von einem deutschen Siege über die internationale Judenclique sprechen. Man darf diesen Berner Prozeß nicht als einen Einzelfall für sich betrachten, sondern man muß ihn als ein Glied in der langen Kette jüdischer Der- leumdungsklagen ansehen, die schon während der Vorkriegszeit, dann im Weltkrieg, während des Zwischenreiches und erst recht nach der Machtergreifung gegen Deutschland gerichtet wurden. Die Juden sind sich der starken propagandistischen Wirkung, die durch geschickte Ausnutzung von Gerichts- urteilen auf die breiten Massen ausgeübt werden kann, stets bewußt gewesen. Sie haben deshalb immer wieder versucht, Prozesse aufzuziehen, welche die Weltmeinung in ihrem Sinne beeinflussen könnten. Man denke nur an den Harden-Prozeß vor dem Kriege, man denke an Die Gräuelhetze und Spionageprozesse 1914 bis 1918, man Denke an Die Kriegsverbrecherprozesse, in Denen Der deutsche Gegner als Verbrecher schlechthin abgestempelt wurde, man erinnere sich der Fememord-Prozesse. Man denke auch an die Komödie der Schauprozesse in Paris und London, die ein Gegengewicht gegen den deutschen Reichstagsbrand-Prozeß bilden sollten, an den Kairoer Judenprozeß und alle die anderen Gerichtsverfahren, die feit 1933 rund um Deutschland vom Stapel gelassen wurden und die samt und sonders mit einer jüdischen Niederlage endeten. Der Berner Prozeß sollte nun die Scharte auswetzen, aber vor der Uebestechlichkeit der Schweizer Justiz, die einen Mißbrauch der Gerichte und Gesetze nicht zuließ, ist das jüdische Manöver gescheitert. Trotz Die beiden guckten sich einige Augenblicke lang an. „Vermutlich", sagte Erich schließlich, „werden mir es beisammen lassen und doch teilen." Der Beamte schmunzelte. „Aha — verstehe", sagte er und machte kehrt. Als sie hinter ihm die Treppe hinunter gingen, beugte sich Lotte plötzlich zu Erich hinüber. „Wie halt Du nur ahnen können, daß ich in Gefahr roar?;' hauchte sie. Erich wurde ein wenig rot. „Eigentlich", murmelte er, „eigentlich wollte ich dir nur entgegengehen, um auf Der Treppe einen Kuß zu erwischen. Auf Der Straße ist das immer so eine Sache ..." Der Beamte vor ihnen drehte sich nicht um. Und das war gut so. Die Entstehung des Briefumschlages. Um 1850 lebte in Brighton in England ein Buchhändler namens Brewer, der zugleich mit Schrerb- waren handelte und im Schaufenster feines Ladens Papier stoßweise auszulegen pflegte. Alle Formate, vom größten bis zum kleinsten, waren vertreten. Den Sechzehntelbogen schnitt er sogar noch in Kartenform, um die Reihe dieser Papierstöße zu vervollkommnen. Infolgedessen erhielt er starken Zuspruch, besonders von Damen, bei Denen Die kleinen und kleinsten Formate schnell beliebt wurden. Doch nun entstand bald die Schwierigkeit, wie man die auf solches Papier geschriebenen Briefe adressieren könnte, und Brewer kam Darauf, Einschlagpapiere herzustellen; zu ihrer Anfertigung bediente er sich metallener Platten verschiedenster Größe, nach Denen er Die Umschläge ausschnitt. Diese Umschläge fanden Anklang, und bald kamen Aufträge von allen Seiten. Der Bedarf stieg so rasch, daß er Den Bestellungen kaum nachzukommen vermochte und nun alle Briefumschläge bei der Firma Dobbs & Co. in London für sich herstellen ließ. So entstand aus einer Spielerei der Damen ein für die gesamte briefschreibende Welt wichtiger und nützlicher Artikel, und so wurde ein Industriezweig geschasfen, der Tausenden von Menschen Gelegenheit gibt, sich ihren Lebensunterhalt zu verdienen. U . -s "2^", :*w 4 i >>■ i M7N i >?-.>■» - ft W' „w- «7 ■ X ■ /•• Mk:,'x’ I ■ / : iistn^W aller Vertujchungskünste wird auch die Weltosfent- Das Grabmal für Generaloberst von Seeül dieser Umstand, der das Weltjudentum zwingt, seine verleumderische Hetze gegen das deutsche Volk ein- zuschrönken. H. Evers. Kleine politische Nachrichten Der Stellvertreter des Führers traf in Palermo ein. Am Vormittag wurde eine Fahrt zu den geschichtlich interessanten Statten unternommen. Den Abschluß bildete ein Besuch des Domes von Palermo mit den Gräbern der Hohenstaufen-Kaiser. Der Zerstörer „Fulmine" brachte die deutschen Gäste an der Küste Siziliens entlang durch die Straße von Messina nach Taormina. Unter den Klänaen des Liedes vom guten Kameraden legte der Oberbefehlshaber des Heeres einen Kran; an dem Grabdenkmal nieder General der Berlin, 2. Nov. (DNB.) Auf dem alten In- validenfriedhof in der Scharnhorst-Straße, der zahlreiche Gräber von Männern birgt, deren Namen in der preußischen Geschichte einen hellen Klang haben, wurde ein von der Reichsregierung errichtetes Grabmal für den am 27. Dezember 1936 verstorbenen Generaloberst a. D. v. Seeckt mit einer schlichten soldatischen Feier enthüllt. Neben der Gemahlin sah man die einzige Schwester des verewigten Generaloberst, Gräfin Rothkirch, die Letzte ihres Geschlechtes. Ferner zahlreiche hohe Offiziere der Wehrmacht. Nach einem Choral des Musikkorps des Jnf.-Rgts. 67 übergab der Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst Freiherr von Fritsch, namens der Reichsregierung das Grabmal der Witwe und der Familie von Seeckt zu treuen Händen In feiner Ansprache führte der Generaloberst u. a. aus: ,U e b e r Gröber v o r - wärts" — das ist das Wort, das Generaloberst von Seeckt uns zunef, als er von uns Abschied nahm, damals im Herbst 1926, als er gezwungen wurde, sein Werk, das von ihm geschaffene Reichsheer zu verlassen. — „lieber Gräber vorwärts" — sind die Worte, die uns — ein ewiger Mahnruf — von dem Grabmal dieses unvergeßlichen großen Soldaten und Mannes entgegenleuchten dem Grabmal. das heute das dankbare Vaterland seinem großen Sohne weiht, fern Leben und Werk späteren Geschlechtern zu künden. — Die Worte zu befolgen, sei uns Gesetz! Sie zu bewahren, ist uns Soldaten, denen die Persönlichkeit und das Wirken des Generalobersten von Seeckt noch persönliches Erlebnis wurde, aber auch tiefinnere Herzenspflicht. Barmat in Amsterdam verhaftet. Amsterdam, 2. Nov. (DNB.) Auf Ersuchen der belgischen Staatsanwaltschaft wurde der berüchtigte jüdische Schieber Julius Barmat durch die holländische Fremdenpolizei in feiner Amsterdamer Wohnung verhaftet. Die in Belgien geführten Prozesse im Zusammenhang mit den Bankrotten der Norder-Bank und des Bankhauses Goldzieher & Pensa haben bisher eindeutig die Schuld des Finanzjuden Barmat an unzähligen Betrügereien, Buchfälschungen und Unterschlagungen ans Tageslicht gebracht Barmat verstand es, von Amsterdam aus die durch ihn beeinflußten belgischen Banken zu leiten, ohne belgischen Boden zu betreten, da gegen ihn ein belgischer Ausweisungsbefehl vorlag. Durch den betrügerischen Zusammenbruch der belgischen Barmat-Banken sind unzählige kleine belgische Einleger geschädigt worden. Vor einer Amnestie in Danzig. Danzig, 2. Nov. (DNB.) Der Danziger Gauleiter F o r st e r teilte in mehreren überfüllten Versammlungen mit, daß eine Verordnung erlassen werde, derzufolge jede Neugründung von Parteien verboten werde. Wenn Wahlen in Danzig kommen würden, dann würde es im Danziger Dolkstag nur Braunhemden geben, und als einzige Zivilisten würden nur die Polen vertreten sein. Nach der Auflösung des Zentrums wollten die National- foztalisten in Danzig einen dicken Strich unter alles machen, was gewesen ist. Es werde daher ein A m- nestiegesetz verabschiedet werden. Ferner ein Staatsjugendgesetz, sowie eine weitere innere Angleichung Danzigs an die im Reich bestehenden Gesetze. Es werde bald eine Zeit kommen, dann werde die Flagge des Dritten Reiches auch die Staatsfahne der Freien Stadt Danzig fein. Der Präsident der R e i ch s p o st d i r e k t i o n Kassel, Dr. Boas, ist nach Erreichung der Alters- grenze in den Ruhestand getreten. Zu seinem Nachfolger ist der Abteilungsdirektor L o h m e y e r von der Reichspostdirektion Frankfurt a. M ernannt worden. ♦ Der Kronprinz und die Kronprinzessin von Däne m a r k trafen in Berlin ein. Der Besuch gut hauptsächlich der Internationalen Iagdausstellung. Nach Berichten aus Paraguay hat das in Asuncion, der Hauptstadt Paraguays, liegende Regiment gemeutert. Der Regierung soll es gelungen sein, Herr der Lage zu bleiben Nach einem anderen Bericht ist das Schicksal der Regierung noch ungewiß. Oberbefehlshabers der Wehrmacht, Reichskriegs- minifter Generalfeldmarfchall von Blomberg. Mit dem Regimentsmarfch des Jnf.-Rgts 67 schloß die Gedenkfeier. Das Grabmal, ein großer Sarkophag, >st eine Schöpfung des Bildhauers Major der Landwehr a. D. Damm a n n. Auf einer Bronzeplatte öie den ganzen Steinblock bedeckt, sieht man unter mit Lorbeer geschmückten gekreuzten Degen die Worte des verewigten Generalobersten „lieber Gräber vorwärts". Neben dem Familienwappen trägt die Platte nur den Namen, das Geburts- und Todesdatum des Toten. (Aufnahme: Scherl-Bilder- dienst-M.) Kunst und Wissenschaft. Hanns Johst und Hermann Abendroth auf der Gaukullurwoche. NSG. Die Gaukulturwoche des Gaues Hessen-Nassau, die vom 13. bis 21 November stattfindet, soll nicht nur dem hohen Stand künstlerischen Schaffens im Rhein-Mam-Gebiet erkennen, sondern auch die großen Künstler des Reiches zu Worte kommen lassen. Hanns I o h st, der Präsident der Reichsschrifttumskammer, liest an einem Abend, der von der NSG. „Kraft durch Freude" in Gemeinschaft mit der Landesleitung der Reichsschrifttumskammer veranstaltet wird, aus eigenen Werken. Der Abend, der im Bürgersaal des Römers in Frankfurt stattfindet, wird vom Lenzewski-Ouartett musikalisch umrahmt. furt a. M. geboren. Nach dem Besuch des Gymnasiums war er erst Buchhändler, dann studierte er in München Musik. 1903 bis 1904 wirkte er als musikalischer Leiter des Münchener Orchestervereins. 1905 bis 1911 war Abendroth Kapell- meister am Stadttheater in Lübeck, 1911 städtischer Musikdirektor in Essen; vier Jahre später wurde er al9^ Nachfolger Fritz Steinbachs zum Direktor des Kölner Konservatoriums ernannt. 1918 wurde Abendroth Generalmusikdirektor der Stadt Köln, 1919 Professor, 1922 bis 1923 Dirigent der Sin- fonie-Konzerte der Berliner Staatsoper. Dann folgte Berufung nach Leipzig zum Leiter des be- rühmten Gewandhaus-Orchesters. Aus aller Wett. Explosion in einem kalkowiher Stahlwerk. Im Stahlwerk der Königshütte in Kattowitz ereignete sich eine schwere Explosion. Aus bis- her ungeklärter Ursache flog in der Hochofenanlage ein Generator in die Luft. Drei Arbeiter mußten mit schweren Brandwunden ins Krankenhaus gebracht werden; der Zustand eines Verum glückten ist hoffnungslos. Von den umherfliegenden Eisenteilen, die bis auf die Straße geschleudert wurden, wurden vier an der Unglücksstelle vor- übergehende Passanten verletzt. An vielen Häusern, Huttengebäuden und Geschäften drückte der Luft- druck die Fensterscheiben ein. Im Werk selbst ent- stand ein beträchtlicher Sachschaden. Bauernhof eingeäschert. — Besiher verbrannt. Aus bisher noch unbekannter Ursache brach in einem Bauernhaus in Steinhübel bei Seiffen (Sachsen) ein Großfeuer aus. Trotz der sofor- . tigen Hilfsmaßnahmen der Nachbarwehren konnte von dem auf einer Anhöhe gelegenen Gehöft nichts • gerettet werden, da es unmöglich war, genügend Wasser herbei^uschaffen. Der Besitzer, der noch einmal in das brennende Gebäude zurückgeeilt war, kam in den Flammen um. Zum Schutze des nahen Waldes wurde der Arbeitsdienst erfolgreich eingesetzt. Schweres Eisenbahnunglück bei Rio de Janeiro. In der Nähe von Rio de Janeiro ereignete sich erneut ein schweres Eisenbahnunglück. Ein Güterzug fuhr mit einem vollbesetzten Sonderzug mit Grünhemden, die von einer Versammlung in der Hauptstadt zurückkamen, zusammen, wobei zahl- reiche Fahrgäste getötet oder verletzt wurden. Nähere Einzelheiten fehlen noch, doch spricht man von 15 Toten und ungefähr 70 Schwerverletzten. Auf der gleichen Strecke hatte sich vor zwei Tagen bereits ein folgenschweres Eisenbahnunglück ereignet. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeork Frankfurt. Mit dem fortgesetzten Luftdruckanstieg über dem Festland und Westeuropa hat sich eine gleichförmige Luftdruckoerteilung eingestellt. In ihrem Bereich Zeigt die Witterung auch bei uns einen trägen Ablauf' Auftreten gelegentlicher Aufheiterungen hinter meist diesigem und wolkigem Wetter. Wenn auch eine durchgreifende Umgestaltung vorerst unwahr- chemlich ist, so wird doch die Neigung zu gelegentlichen Aufheiterungen wieder zunehmen. Aussichten für Donnerstag: Besonders morgens dunstig oder neblig, sonst wolkig bis auf- heiternd und im allgemeinen trocken. Temperaturen wenig geändert, Winde meist aus Ost. Lufttemperaturen am 2. November: mittags 12,7 Grad Celsius, abends 10,8 Grad; am 3. November: morgens 9 Grad. Maximum 12,9 Grad, Minimum heute nacht 8 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 2. November: abends 10,4 Grad; am 3. November: morgens 9 Grad Celsius. Der Leiter der Fachschaft Musikerzieher, Prof. Hermann Abendroth, leitet das große Festkonzert „Deutsche Meister" der Gau- R v kulturwoche Abendroth. der sich als Interpret unfe- oem Grabdenkmal nieder General derI rer Klassiker und Romantiker besonderen Rist er- Artillene, Keitel, überbrachte einen Kranz des >worben hat, wurde am 19. Januar 1883 mFrank- Wußten Sie, daß es das gibt? Dies war Anstalt des Kontinents. 20.00-22.00Uhr Außer Miete! 1. Orchester- Familiendrucksachen Verlobungsanzelgen Vermählungsanzeigen Geburtsanzeigen bei Brühl. 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Wie die bewegenden Geistesmächte, repräsentiert in ihren großen Persönlichkeiten und kleineren Mitläufern, aus dem Dunkel der Vergangenheit lebendig und elastisch hervortreten, wie sie das Schicksal vor unseren schärfer sehenden Augen noch einmal zum Kamps um das Reich führt, das haben wir bereits im „Kaiser und Herzog" bewundernd miterlebt, wo Hohenstaufen und Welfen, Römlinge und Deutsche aufeinandertrafen, das erfahren wir nun auch in diesem Buch Über das beginnende Reformationszeitalter, wo wiederum auf Kosten einer erneuerten Reichseinheit innerdeutscher Zank und außerdeutsche Macht- polltik ihre Triumphe feiern. Alle Hoffnungen, die sich stützen auf religiöse Glaubenskämpfer wie Luther, auf gelehrte Zauderer wie Erasmus und Me- lanchthon, auf politische Geister wie Hutten und Sickingen, auf revolutionäre Bauern führe r wie Berlichingen, Florian Geyer, Thomas Münzer, oder gar auf Kaiser und Fürsten als Vertreter der alten Reichsordnung, alle diese Hoffnungen müssen begraben werden. Sie scheitern an der völligen Plan- und Zusammenharrglosigkeit der getrennt handelnden Erneuerer, die jeder für sich nicht stark genug sind, in diesem glückverheißenden Augenblick, da das Mittelalter zerfällt und das Volk zur totalen Revolution drängt, das Steuer der Weltgeschichte auf deutschen Kurs zu drehen. Auf der Schwelle der Neuzeit stehen als Sieger über die Reichsidee die Geldmacht Fuggers, die Hausmacht Habsburgs und die Kirchenmacht Roms. Heinrich Evers. ohne Deutschland" ... und neben diesen bekannten und erlauchten erscheinen immer wieder namenlose und unberühmte Gestalten, aus alter und neuer Zeit, von denen nicht mehr zu sagen wäre, als daß auch in ihnen ein Teil unseres Volkes sichtbar wird, ein Stück ewigen deutschen Wesens sich spiegelt. Die Gestalten Friedrichs des Großen und der 'Königin Luise sind in diesem Buche wohl am eindringlichsten und einläßlichsten beschworen. Die Szenen „Der.große Fritz im Kriege", „Luise im Osten" und „Friedrich Staps" gehören zu den lange unvergeßlichen: sie werden auch für den, der etwa gelegentlich stilistische Einwendungen vorzubringen hätte, zu den Meisterleistungen dichterischer Geschichtsschreibung zählen. Das Buch ist übrigens auch deswegen, sehr bemerkenswert, weil es lehrreiche Einblicke gewährt in Molos Arbeitsweise und künstlerische Entwicklung, indem es zum Teil Vorarbeiten und erste Niederschriften zu selbständigen Werken enthält, die inzwischen, manche seit langem, in endgültiger Form vorliegen, wie die Fridericus- Trilogie, die Romane um Schiller, Luther, List und Eugenio von Savoy. Gerade wer diese Bücher kennt und liebt, wird mit Genuß und Gewinn in dem neuen Bande lesen und ihn neben jenen andern in seiner Bücherei nicht missen wollen. Wer aber noch gar nichts oder nur weniges von Molo kennen sollte, dem könnte man kaum ein Buch nennen, das unmittelbarer und vielfältiger in seine dichterische Welt einzuführen geeignet wäre. — Einige der im „Endlosen Zuge" zusammengefaßten Erzählungen haben wir unseren Lesern bereits in der Unterhal- — Walter von Molo: Der endlose Zug. Gestalten und Bilder im Schritt der Jahrhunderte. 392 Seiten. Holle & Co., Verlag, Berlin. — (387) — lieber dieses Buch, in welchem Walter von Molo Teile aus den seit langem vergriffenen Bänden „Im Schritt der Jahrhunderte" und „Im Zwielicht der Zeit" in endgültiger Fassung mit neuen und noch ungedruckten Arbeiten vereinigt hat, ist als Motto gesetzt der berühmte Hölderlin- Vers „Lebe droben, o Vaterland, und zähle nicht die Toten! Dir ist, Liebes, nicht einer zu viel gefallen." Kaum ein Wort könnte schöner und sinnvoller stehen über einer langen Reihe von Bildern und Gestalten, die den endlosen Zug des deutschen Volkes und des deutsches Geistes durch die Weltgeschichte beschwört: hier ist ein vielfarbiges, großartiges, oft erschütterndes, ein an Stimmen und Figuren reiches Panorama alter und neuer Geschichte unseres Volkes, aus unumstößlichen historischen Gegebenheiten und dichterischer Phantasie zu einem Gesamtbilde von visionärer Eindringlichkeit geformt. Der „endlose Zug" beginnt in germanischer Frühzeit und reicht bis in unsere Gegenwart hinein. Die einzelnen, oft nur kleinen Abschnitte wirken auf den Leser wie Kapitel aus dem „Roman meines Volkes", wie Molo früher den Schlußband der Fridericus-Trilogie begrenzend genannt hatte: inzwischen hat sich der Blick geweitet und auf das Ganze gerichtet, und das „Volk" der Befreiungskriege erscheint in diesem größeren Zusammenhänge nur als eine, freilich mit ungeheurer Verpflichtung beladene Generation. Zwischen den äußersten Polen, mit denen der Zug der Gestalten und Bilder sich begrenzt, entfaltet sich eine Fülle lebendigen, gelebten Lebens im geschichtlichen Raume der Nation: da sind die Szenen vom Kreuzritterzuge und vor der Sendlinger Bauernschlacht, das Augsburger Religionsgespräch und der Totentanz der Helfensteiner 1526, Friedrich im Siebenjährigen Kriege, Schiller in Jena, Nostitzens Erzählung vom Tode Louis Ferdinands, Friedrich Wilhelm HL, Königin Luise, Stein, Blücher, Scharn- — Werner Beumelburg: Reich und Rom. Aus dem Zeitalter der Reformation. Gerhard Stalling Verlag, Oldenburg i. O. (Berlin), Ganzleinen 7,60 RM. — (368) — Aus der Reihe der „Bücher vom Reich" legt uns Beumelburg ein neues großes Werk in die Hand. Es ist ja keine fortlaufende Nacherzählung der deutschen Reichsgeschichte, die hier in zahllosen lehrhaften und dickleibigen Bänden versucht wird — solcher Aufgabe würde irgendein Handbuch oder Nachschlagewerk genügen — sondern es scheint die Absicht Beumel- burgs zu sein, mit dichterischen Mitteln und doch mit historischer Treue nur jene Episoden unserer Nationalgeschichte zu beschreiben, in denen die geschichtsbildenden Kräfte, miteinander oder gegeneinander wirkend, aufs Positive ober aufs Negative gerichtet, um die Reichsidee mit besonderer Stärke kreisen. Es sind die entscheidenden Wendepunkte, die tiefsten Gefahrenzonen und höchsten Hoffnungsgipfel der deutschen Reichsgeschichte, an denen sich die Erzählkunst Beumelburgs erprobt. Und wir wissen, daß dies Nationalepos notwendigerweise tragischer Natur sein muß. Was aber solches Wissen, das auch der Verstand als Ergebnis einer historischen Untersuchung liefern könnte, uns zum Resultat heißen Gefühlserlebens werden läßt und damit doppelt und dreifach in unserem Gedächtnis befestigt, das ist die unnachahmliche Art, in der Beumelburg die Zeiten zum Sprechen bringt, statt über sie zu sprechen. Schlicht und einfach, ohne stelzendes Pathos und ohne gesuchten Effekt, aber voll verborgener, glühender Kraft in den zuchtvoll geformten Sätzen schreitet die Erzählung in diesen Büchern fort und entwickelt die Dinge nach den ihnen innewohnenden Gesetzen. Die Verhaltenheit horst, Napoleon und Zar Alexander von Rußland, I handelt wird, der unglücklich-geniale Friedrich List, „ein Deutscher' — Walter Görlitz: Georg V., 25 Jahre englische Politik. Mit 15 Bildtafeln. Preis in feinen geb. 7 Mark. Verlag Quelle & Meyer, Leipzig. — (282) — Es ist kein geringes Unterfangen, kaum zwei Jahre nach dem Tode König Georgs V. eine Darstellung seines Lebens und seiner Zeit zu versuchen. Der Versuch wird für einen deutschen Geschichtsschreiber dadurch noch delikater, daß es nötig wird, kaum vergessene Zeiten in allen Details heraufzubeschwören, an die man in Deutschland und England nur mit Erbitterung zu denken vermag und in denen auch König Georg, der sich trotz seiner Abstammung von rem deutschen Großeltern ganz und ausschließlich als Engländer fühlte und für deutsches We,en niemals Verständnis aufgebracht hatte, den auch mit feinem Vetter, Kaiser Wilhelm H„ niemals em wärmeres Verhältnis verbunden hat, eine pointiert deutschsemü- liche Stellung einzunehmen sich veranlaßt suhlte, die lediglich durch seinen guten Geschmack und seine durch und durch vornehme Gesinnung gedampft wurde. König Georg hat vor dem Weltkrieg sich auch stets als Vollstrecker des außenpolitischen Testaments seines Vaters betrachtet, er hat wie sein Vater alles getan, was an ihm lag um d e Bindungen zu Frankreich und Rußland so eng wie möglich zu gestalten, und er hat den Zusammens oß mit Deutschland kommen sehen, wenn er ihn auch nicht gewünscht haben mag. Aber Georg war nicht wie sein Vater die treibende Kraft beiber ® - ftaltung der außenpolitischen Dinge Seme Starke sag in seinem zum Ausgleich neigenden Charakter, der ihm vorwiegend in . der inneren Politik die große Aufgabe mustergültig losen ließ, seinem Volk in Zeiten schwerster sozialer Spannum gen die Anpassung seiner Regierungssormen an bie neränberten Z-it->erhi>ltnisse ->hn- w-sentl.ch- äeiTberung ihrer ®runbtenben.;en zu erleichtern. So lient d-r Schwerpunkt bet Wirkung b.eser nach nffpn Seiten hin vermittelnden, aber doch ftnmer bt? SM0Mt. bi« Irnbitinn, bas englische Wesen : .o inbcn Persönlichkeit bes Königs WtUch und hier erreichte chung dieses Planes beginnt nun dieses gewalttätige Spiel, das die ehedem unberührte Schönheit dieser Landschaft zerstört, ihre Menschen vernichtet oder der Heimat beraubt und alles in den Abgrund reißt, nur das ,Werk' nicht, das mit Blut, Not und Tränen erkaust wird und um dessentwillen die grausame Verwüstung geschieht. Es ist ein Spiel um den höchsten Einsatz, hüben wie drüben: denn der es spielt, nimmt die Gefahr auf sich, inmitten der italienischen Irredentisten Unruhe und Verwirrung zu stiften, um ihre drohenden Anschläge zu vereiteln. Ein Getriebener ist er, von niemandem geliebt, aber von allen gehaßt. Er wächst, von feiner Tat besessen, über sich selbst hinaus, entfremdet sich seinem alten Geschlecht und wird sich zuletzt selber fremd, er verrät alles, was ihn an die Menschen- weit bindet und gibt, weil er der Kraft des Opfers vertraut, sein Leben, seine Vergangenheit und seine Zukunft preis für den Gewinn dieses einen Werkes. Wie er diese Tat vollbringt, wie sie ihn allmählich umklammert und wie sie immer erschreckender von ihm Besitz ergreift, bis sein Inneres in völliger Umnachtung erlischt, diese erregenden seelischen Dor- gänge liegen vor aller Augen hier offen, von einem Dichter geschaut. — Otto Wirz, Rebellion der Liebe. Roman. Leinen 3,20 RM. Eugen Rentsch Verlag, Leipzig. — (401) — Eine Liebeserzählung, in der Zwei Menschen, ein Artillerieoberst und ein ganz junges Mädchen nach einem einzigen langen, gemeinsamen Sommertag, verbracht an den Ufern eines Schweizersees, an dem sie miteinander über alle Dinge zwischen Himmel und Erde reden können, sich endgültig zusammenfinden. Der Reiz des Buches liegt in der zarten Gestalt des Mädchens, einer jungen Seele, voller Begeisterung für die Welt des Geistigen, tiefsinnig, 'spottlustig, voller Leidenschaft für Logik und Philosophie und doch jung und lebendig, altklug und rührend zugleich, wie sie der reife Mann mit dem Blick der Liebe erfaßt, versteht und mit einem kleinen Spott über sich selber anbetet der Sonderstellungen ihrer Völker geschaffen hatte, zerbrach der liebereifer und die Hast ihres reform- wütigen Sohnes Joseph II., der durch die Ueber- fpannung des zentralistischen Prinzips in wenigen Jahren verdarb, was die große Mutter schrittweise aufgebaut hatte. Die eigentlich „schicksalsbildende Zeit" in der Geschichte Oesterreichs ist die Aera des Kaisers Franz I. und Metternichs. Kampf gegen den Zeitgeist drinnen und draußen, Zauderpolitik und Finanzmisere schufen eine Situation, in der sich alles gegen das System stellte, das den Staat während eines halben Jahrhunderts verkörperte und ihn zu völligem Stagnieren verurteilte, während draußen in der Welt die folgenschwersten Wandlungen auf allen Lebensgebieten vor sich gingen. Ist dies gleichsam bas Vorspiel des Buches, so liegt sein Hauptakzent auf der sehr eingehenden und aufschlußreichen Darstellung des Zeitalters Franz Josephs, in dem sich Oesterreichs. Tragödie vollendete. Pessimismus aus Grundsatz, Leichtfertigkeit und Willkür wurden charakteristische Züge einer Regierung, die sich aus dem Dilemma, führen zu sollen, ohne den Entschluß dazu zu finden, nicht anders zu retten wußte, als daß sie die Nationen gegeneinander ausspielte, wobei die Deutschen, das einzige Volk mit ausgeprägter Staatsgesinnung, den brutal vorgebrachten Forderungen der Tschechen und Polen, Ungarn und Serben meist geopfert wurden, ohne indessen deren Wünsche jemals ganz befriedigen und sie dadurch zu festen Säulen der Monarchie machen zu können. Schwäche und Halbheit, das ewige „Zu spät" begleiteten Oesterreichs innere und auswärtige Politik auf dem Wege zu Zusammenbruch und Weltkrieg. So ist Bibls Buch, das in ungewöhnlich reichem Maße zeitgenössische Quellen anführt, um zu zeigen, wie sehr in allen Epochen dieses verhängnisvollen Schicksalsablaufes die Kritik der Gutgesinnten versucht hat, sich Geltung zu verschaffen, ein düsteres Bild vom Versagen der zur Führung berufenen Männer vor einer gewaltigen Aufgabe, der sie bei manchen Ansätzen und manchen großen Leistungen im einzelnen doch aufs Ganze gesehen nicht anders beizukommen verstanden hatten, als mit dem Rezept des „Fortwurstelns", das den Grafen Taaffe zum berüchtig-! ten Symbol eines ganzen Systems gemacht hat. Fr. w. Lange. Fr. W. Lange. — Viktor Bibl: Die Tragödie Oester- r e i ch s. Verlag Johannes Günther in Leipzig und Wien. — (243) — Dies Buch behandelt nach dem Vorwort des Verfassers, des auch im Reich bekannten und hoch geschätzten Historikers der Wiener Universität, die Leidensgeschichte des Ostmarkdeutschen, der vor tausend Jahren aus seinem Vaterland gezogen, jahrhundertelang der Träger des habsburgischen Völkerreiches gewesen ist, um nach dessen Zerschlagung durch die Feindmächte des Weltkrieges für die dem alten Oesterreich angelasteten Sünden büßen zu müssen. Das Buch spürt den tiefen Ursachen der Auflösung des Habsburgerreiches nach, dessen tragische Funktion es war, die Völker zu zerreißen, denn seine Grenzen schnitten überall mitten durch lebendige Nationalgebiete hindurch. Das Fehlen einer Staatsidee, der Mangel an innerer Einheit wurde die Krankheit der Donaumonarchie. Mit dem Tode Maximilians begann die Tragödie Oesterreichs, es wuchs aus Deutschland hinaus, ohne als österreichischer Staat eine innere Fertigung zu gelangen. Der Ratschlag des Prinzen Eugen, der durch die Verheiratung der letzten Habsburgerin Maria Theresia mit dem bayrischen Thronfolger Oesterreich für alle Zeiten in Deutschland verankern wollte, wurde von Karl VI. verworfen. Maria Theresias große Tat wurde die Hebung der ' Kraftquellen der Monarchie, ihre Umge- zu einem modernen Staatswesen. Aber in weiser Mäßigung und kluger Schonung Neue Gedichte. — Anton Schnack: Die Flaschenpost. Ein Gedichtbuch. 97 Seiten. Geb. 2,80 RM. Paul List Verlag, Leipzig. — (309^ — Anton Schnack ist den Lesern des Feuilletons und der Unterhaltungsbeilage aus vielen Beiträgen seit Jahren befannt Einige seiner Bücher haben wir früher schon besprochen; dieses neue, „Die Flaschenpost" überschrieben, ist eine Sammlung von Gedichten, in denen sich Schnacks lyrische Grundhaltung noch deutlicher, ungebundener, freier in der schweifenden Phantasie abzeichnet als in den meisten seiner Prosastücke, von denen das „Kleine Lesebuch" eine feine Probe gibt. Die Gedichte, die man hier lieft, sind zum großen Teil nicht das, was man musikalisch nennen könnte, sie leben nicht aus dem Wohllaut einer schönen, klingenden Form, und der Leser wird bald bemerken, wie sorglos und unbekümmert Reim und Rhythmus oft behandelt sind. Dennoch kann niemand leugnen, hier einer reinen und unverfälschten Lyrik zu begegnen. Die Sammlung gliedert sich in vier Abschnitte: Jugendlegende — Buch der Familienbilder — Weltfahrt — Heimkehr: der Aufbau ist folgerichtig und innerlich begründet: das Ganze rundet sich so, die vier Gedichtkreise gehen gleichsam ineinander über, und der Ausklang weist ganz selbstverständlich auf den Anfang zurück. Sehr klar sind die beiden großen Lebens- und Erlebnisräume umschrieben, aus denen jedes dieser Gedichte ohne Ausnahme gespeist wird: die mainfränkische Heimat und die weite, große, abenteuerliche Welt; zwischen diesen beiden Polen, die sich wechselseitig bedingen, entfaltet sich der ganze lyrische Reichtum'des Buches. Kaum anderswo ist der Glanz und Zauber der fränkischen Landschaft so stark beschworen. Man begreift die un« löslichen Bindungen, die den Mann dieser geliebten Heimat zugehörig machen, und merkwürdigerweise auch die romantische Unruhe des Blutes, das von der Ferne und Weite der Welt immer aufs neue in goldene Abenteuer verlockt und verstrickt wird. Es find in diesem Gedichtbuch Kostbarkeiten zu finden, die man lange nicht vergißt; einige feien genannt: „Der Flur- und Weinschütz", „Der ein Reiter war", „Die Flaschenpost des Kolumbus", „Der mit Konradin geritten ist", „Dem Main gewidmet" und „Verteidigung der Gedichte". Hans Thyriot Deutsche Erzähler. GeorgBritting: Derbetränzte Wei- her. Erzählungen. 107 Seiten. Biegsam gebunden 2,20 Mark. Verlag Albert Langen/Georg Müller, München 1937. — (347) — Den Lesern der Unter- baltungsbeilage und des Feuilletons wird Georg Britting als Novellist und als Lyriker nicht unbekannt sein; von den Erzählungen dieses Bandes sind beispielsweise „Der bekränzte Weiher" und „Der Sturz in die Wolfsschlucht" bei uns erschienen. Aus den sechs Geschichten, die das schnkale, schmucke Buch vereinigt, formt sich das Bild des Erzählers Britting in ausgeprägter Eigenart. Besonders charak- teristisch erscheint uns das bodenständig-bayerische Element, das sich weder im Sprachlich-Stilistischen, noch im Stofflich-Gegenständlichen und in den Schauplätzen verleugnen kann und will. Sehr eigentümlich und kaum verwechselbar ist Brittings Erzählweise, die sich oft durch eine barock anmutende Sprach- und Bildfülle auszeichnet, die ausmalend und dennoch zugleich vortreibend wirkt. Im Thema sind die sechs Erzählungen ganz verschieden und wirken auch verschieden auf den Leser ein: teils mehr beschreibend, schildernd, rückerinnernd, teils mit jenem Besondern, dem Einmaligen einer Begebenheit ober eines Erlebnisses, das zur echten Novelle gehört; dabei kann der äußere Anlaß, das „erregende Ele- ment" gering und unscheinbar sein: man spürt, dies scheint wesentlich, hinter dem Alltäglichen immer bas Ungewöhnliche, die Seelenkräfte, das Schicksal- hafte und Metaphysische, bas eine Begebenheit erst des Erzählens wert macht unb im Dichterischen beglaubigt. Hans Thyriot. — Franz Turnier, „Der Ausführe n b e". Roman. Preis in Leinen gebunden RM. 5,50. Albert Langen/Georg Müller, Verlag, Mün- chen. — (347) — „Der Äusführende" ist der bewaffnete Mensch', ber einen gegebenen Auftrag ausführt, ohne um Sein oder Nichtsein zu fragen. Er erhält zwei Jahre vor Ausbruch des Weltkrieges den Befehl, an der italienischen Grenze ein Festungswerk zu bauen. Unb mit ber Verwirk»- DerdeutscheSoldatimWelttneg. hn"7i»"S erdeutsche Soldat." Briefe aus dem Weltkrieg. Vermächtnis. Herausgegeben von Rudolf Hoffmann. Mit einem Geleitwort des Reichskriegsministers Generalfeldmarschall von Blomberg. In Leinen gebunden 4,80 Mark. Verlag Albert Langen-Georg Müller, München. — (275)_ Was aus diesem Buche mit mahnender Kraft zu uns spricht, ist die Stimme aller deutschen Frontsoldaten aus allen Schichten, Ständen unb Stämmen, die Stimme aller berer, bie ihr Hoffen unb Glauben unb ihre Bereitschaft zur Tat so schlicht vor uns ausbreiten, baß wir vermeinen, bas Leben selber komme zu Wort unb uns vor diesem Vermächtnis in tiefer Ehrfurcht beugen. Die Tugenden des deutschen Soldaten, deren die ganze Welt mit Achtung und Bewunderung, aber auch heimlicher Furcht gedenkt, hier erstrahlen sie aufs neue im hellsten Glanze: die Liebe und Treue zum Vaterland, die selbstlose ufrb freiwillige Hingabe zum Opfer, ber Adel des Dienens und die Zucht der Kameradschaft, verwegene Tapferkeit und unerschrockener Mut — bas ist bas Bilb echten deutschen Soldatentums, wie es sich im Weltkrieg an allen Fronten gezeigt hat. Schweigend erfüllten die Frontkämpfer ihre Pflicht unb wuchsen dabei über sich selbst hinaus in ihrem Kämpfen und Glauben Welche Erschütterung geht nicht von den Briesen jener aus, die sich über bas Schicksal unseres Volkes Rechenschaft geben und fest darauf vertrauen, baß ihr Tod den Weg bahnt zu einem Wiedererstarken der kommenden Geschlechter, zu einem neuen, kampfbereiten Leben und zu einer neuen deutschen Welt Sie haben ihr Leben dem Vaterlande geopfert, aber ihr Geist lebt und wird als Vermächtnis in uns weiterwirken für eine größere Zukunft. Die Briefe, die sie uns hinterlassen haben, seien bewahrt als ein Werk, bas Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft verbindet und darum seinen Platz hat unter den unsterblichen Büchern des deutschen Volkes. — Alexander Langsdorfs: Flucht aus Frankreich. Kriegserlebnisse eines jungen Soldaten. Mit 27 Zeichnungen von Heinz R a e b i - ger und einem Vorwort von Reichsführer Hein- rich Himmler. 168 Seiten. Seinen 3,50 RM. Verlag Albert Langen / Georg Müller, München, 1937. — (286.) — Dieser Bericht ist in seiner männlichen Haltung ein echtes Zeugnis deutschen Soldatentums; aus ihm spricht der Geist der deutschen Jugend, die sich auch in feindlicher Gewalt zu ihrem Vaterland bekannte und nur von dem einen Willen beseelt war, die Freiheit wiederzugewinnen zur! Rückkehr an die deutsche Front. Als junger Kriegsfreiwilliger geriet Langsdorff 1916 in französische Gefangenschaft. Kaum ins Lager eingeliefert, schmiedete er alle erdenklichen Pläne zur Flucht, die er Zug um Zug in die £at umsetzte. Die ersten vier Fluchtversuche scheiterten zwor, ja, der erste lieferte ihn dem französischen Kriegsgericht aus und hätte beinahe zu seinem Tode geführt. Erst als er das fünfte Mal ausbrach, konnte er sich, vom Glück begünstigt, in die Heimat durchschlagen. Was er in diesen zwei Jahren erlebt hat, ist in seinem wirklichen Verlaus gefährlicher und abenteuerlicher als es die beste Abenteurergeschichte auch nur entfernt erfinden kann. Das Buch wird mit seinen frischen, den Geist dieser Taten widerspiegelnden Zeichnungen, bie Heinz Raebiger beigesteuert hat, vor allem ber deutschen Jugend ein Vorbild geben. — W i r jagen deutsche U-Boote. Von Admiral Campbell. Uebersetzt und bearbeitet von E. Freiherrn v. Spiegel. 233 Seiten und 31 dokumentarische Photos. Leinen 2,85 Mark. C. Bertelsmann, Verlag, Gütersloh. — (292) — Don der Tätigkeit der berüchtigten U-Bootfallen während des Weltkrieges erzählt dieses Buch des englischen Admirals. Als der deutsche U-Bootkrieg England fast auf die Knie zwang, hat Campbell die Abwehrwaffe der U-Bootfalle vervollkommnet und selbst wirksam angewandt. Aber Campbell ist stets ein ritterlicher Gegner gewesen, ber endlich doch seinen Meister gefunden hat. Des Krieges Haß und Leidenschaften zwischen zwei großen Völkern sind ausgelöscht; Frhr. v. Spiegel, der einst selbst zu den „Reingefallenen" gehörte, hat diesen Erlebnisbericht eines schneidigen Gegners auch uns Deutschen in flotter Uebersetzung zugänglich gemacht. poM und Geschichte. AeueMnterhilss Postwertzeichen ab 4.Aovember t'4 TDintrrhilfsrocrkj z* 1 r^^Wtntrrhilfsro er k TÖintrrhilfsrorrk Die Reichspost gibt auch in diesem Jahre zugunsten des Winterhilfswerks wieder Sonderpostwertzeichen heraus, die nach dem Entwurf des Künstlers von Axter-Heudtlaß eine Reihe schöner Schiffsbilder zeigen. Dabei handelt es sich um Freimarken zu 3 Rpf. (Rettungsboote der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger), 4 Rpf. (Feuerschiff „Elbe"), 5 Rpf. (Fischer an der Kurischen Nehrung), 6 Rpf. (,-,Kraft-durch-Freude"-Dampfer vor Madeira), 8 Rpf. (Segelschiff), 12 Rpf. (Dampfer „Tannenberg" des Seedienstes Ostpreußen vor Pillau), 15 Rpf. (Fährschiff Warnemünde—Gjedser), 25 Rpf. (Dampfer „Hamburg" der Hapag) und. 40 Rpf. (Dampfer „Bremen" des Norddeutschen Lloyd). Zu dem Nennwert des Postwertzeichens wird wieder ein Zuschlag erhoben, der auf der Freimarke angegeben ist und dem Winterhilfswerk zugeführt wird. Als Freigebühr gilt nur die im Markenbild angegebene große Zahl. — (Scherl-Bilderdienst-M.) §JL-'Sport Stand der Spiele der Bezirksklasse. Spiele Gew. Unentsch. Verl. Pkte. Wetzlar 6 6 0 0 12:0 Burg 7 5 1 1 11:3 Bissenberg 6 . 3 2 1 8:4 1900 6 2 4 0 8:4 Sinn 6 3 1 2 7:5 Steinberg 5 2 1 2 5:5 Naunheim 5 1 2 2 4:6 Frohnhausen 6 1 1 4 3:9 Butzbach 6 1 1 4 3:9 Steindorf 5 0 2 3 2:8 Lollar 6 0 1 5 1:11 Iuhball-Erqebnisse der Kreisklassen. Atten-Buseck I — Klein-Linden I 4:1 (1:1). Am Sonntag weilte die 1. Mannschaft von Klein- Linden in Alten-Buseck, um das fällige Verbandsspiel auszutragen. Vor einer großen Zuschauermenge wurde das Spiel fair durchgefübrt. Beide Mannschaften bestritten dieses Spiel mit einigen Ersatzleuten. Die Gäste gingen nach einer Viertelstunde, indem sie aus einem Gedränge heraus ent- fchlossen einschießen konnten, in Führung. Die Mannschaft der Alten-Busecker konnte erst kurz vor Halbzeit ausgleichen und war einigemale vom Pech verfolgt, denn einerseits war es die Latte, die Erfolge verhinderte und anderseits war es der Tormann der Gäste, der die sichersten Schüsse zunichte machen konnte. Erst in der zweiten Halbzeit, nachdem die hiesige Mannschaft eine kleine Umstellung vornahm, änderte sich das Spielgeschehen und der beste Mann auf dem Platze mußte sich noch dreimal geschlagen bekennen. Der Mannschaft von Klein-Linden gebührt für ihre schöne Spielweise ein Gesamtlob. Geilshausen I — Flensungen-lNücke I 5:1. In Geilshausen trat Flensungen-Mücke zum fälligen Verbandsspiel an. Flensungen mußte in die Mannschaft vier Ersatzspieler einstellen, während Geilshausen in stärkster Aufstellung spielte. Geilshausen kam in der ersten Halbzeit zu drei Toren, die hätten vermieden werden können. Der Sturm der Flensunger kombinierte gut, es fehlte jedoch am sicheren Torschuß. In der zweiten Hälfte spielten die Gäste nur mit zehn Mann und Geilshausen erzielte noch zwei weitere Tore. DfB.R. 1. Jugend — Krofdorf 1. Jugend 2:0 (1:0). Die 1. Jugend von VfB.-R. empfing die gleiche aus Krofdorf zum fälligen Pflichtspiel auf dem Waldsportplatz. Die Grünweißen erfochten einen weiteren Sieg, und führen nun die Tabelle mit fünf Punkten Vorsprung an. Der Sieg wurde schwerer erkämpft, als man angenommen hatte. Die Gäste entpuppten sich als eine sehr gefährliche Elf. Watzenborn-Steinberg II — Garbenleich I 1:0 (0:0). Beide Mannschaften standen ziemlich punktgleich, und die Spielstärke ist nicht sehr verschieden. Schon aus diesem Grunde sah man dem Treffen mit Spannung entgegen. Man rechnete allgemein mit einem Sieg der Gäste, denn bei den Gastgebern mußten verschiedene Ersatzleute eingestellt werden. Die Mannschaft der Teutonen schlug sich aber gut. Die erste Halbzeit, die ausgeglichen war, hätte beide Mannschaften zu Toren kommen lassen, aber die Hintermannschaften waren auf beiden Seiten die besten Mannschaftsteile. In der zweiten Halbzeit erzielte der Linksaußen Jung den Führungstreffer für feine Mannschaft. Dann hatten allerdings die Gäste etwas mehr vom Spiel, brachten es aber nicht fertig, der zäh kämpfenden zweiten Elf der Teutonen einen Gegentreffer beizubringen. Handball für das WHW. Der Deutsche Reichsbund für Leibesübungen steht alljährlich mit in vorderster Front, wenn es gilt, für das Winterhilfswerk zu kämpfen und zu opfern! Alle feine Gliederungen setzen sich für den Erfolg dieser Aktion ein und treten in Stadt und Land mit Veranstaltungen an die Oeffentlichkeit, deren Ergebnis restlos dem WHW. zur Verfügung gestellt wird. Wie in den vergangenen Jahren wird auch diesmal wieder das Fachamt Handball den Auftakt dieser Veranstaltungen übernehmen und am Sonntag. 7. November, in die Front der Organisationen eintreten, die aktiv für das große Hilfswerk der deutschen Volksgemeinschaft wirken. Eine umfangreiche Spielfolge wird vorbereitet, alle Hand- ballmannschaften treten in Tätigkeit, auf allen Sportplätzen in den hessischen Städten und Gemeinden wird gespielt. Für den Kreis 8 sind folgende Begegnungen vorgesehen: Tuspo W.-Niedergirmes — Tv. Wetzlar; To. Dutenhofen — Tv. Heuchelheim; To. Münchholzhausen — To. Groß-Rechtenbach; To. Lützellinden gegen MSV. III. AR. 9 „Barbara" Gießen; Tv. Hausen — Mtv. Gießen; To. Holzheim — SA.- Standarte 116 Gießen; Allendorf (Lahn) — ©21. = Standarte I. 33; To. Lang-Göns — To. Lich; To. Dornholzhausen— Tv. Nauborn; Tv. Hörnsheim gegen Tv. Grüningen; To. Wißmar — Spvgg. 1900 Gießen kombiniert; Atzbach — To. Wetzlar 2.; Ruttershausen — Tv. 1846 Gießen; To. Beuern Jugend — Mto. Gießen 1. Jugend; Tv. Hochelheim Jugend — Tv. Lützellinden Jugend. Gießen - pflegestätte für Vaskettball. Seit einigen Wochen wird in der Turnhalle des! VfB.-Reichsbahn eifrig geübt. Und zwar ein Spiel, das man bisher auf den Sportplätzen unserer Stadt noch wenig gesehen hat: Baskettball! Der Gau-| obmann für Baskettball im Gau Hessen, Turnlehrer | Mohr (Gießen) hatte zur Beteiligung an einem i Kursus für Baskettball aufgefordert und seine Einladung war nicht ungehört verhallt. Aus den Leibes-! Übung treibenden Vereinen unserer Stadt hatten sich zahlreiche Interessenten gemeldet und es wurde möglich, zwei Kurse mit insgesamt etwa 50 Teilnehmern (bzw. Teilnehmerinnen) zu veranstalten. Die Lehrgangsarbeit wurde sofort mit aller Energie ausgenommen und nach einer einleitenden und kurzen theoretischen Erläuterung des Spieles wurde gleich zu seiner praktischen Ausübung geschritten. Jeweils Montags und Mittwochs fanden und finden Uebungsstunden statt. Am Montag findet sich die männliche Jugend ein und am Mittwoch sind es Mädchen in verschiedenen Altersstufen, die das Daskettspiel erlernen wollen und erstaunlich schnell erlernen. Der Leiter der Kurse, Turnlehrer Mohr, läßt das Spiel auf recht einfache Art lernen. Es kommt nicht darauf an, daß die Kursusteilnehmer in mühevollem Studium sich mit den internationalen Regeln vertraut machen, die, wenn man sie liest, recht kompliziert erscheinen, vielmehr wird den Jungen und Mädchen der Ball sehr bald in die Hand gegeben und sie stürmen gerne damit los. An den Verstößen, die während des Spieles gegen die Regeln vorkommen, werden die Regeln allmählich 'sehr eindeutig zur Kenntnis gebracht. Mit dem Ball darf nicht gelaufen werden, der Ball muß im Dribbeln vorgettagen werden, immer wieder zur Erde geworfen und wieder gefangen werden, es soll möglichst viel abgegeben werden, niemals darf auf die Hand des Gegners geschlagen werden, der Freiwurf darf m jeder Form ausgeführt werden, der Ball soll in das hoch vor einer Bretterwand angebrachte Netz geworfen werden — das ist das Ziel der Endeffekt, der Erfolg! Und das lernt sich schnell und ohne vieles Regeln büffeln! Interessant, dem Uebungsbetrieb einmal zuzusehen. Die auffassungsfähigen Jungen und Mädchen erfassen schnell den Sinn der Sache und schon spielen sie mit starkem Einsatz. Schon jetzt, nach etwa sechs Kursusabenden, kann der Leiter des Lehrgangs erkennen, wer besonders befähigt ist und vielleicht für die demnächst zu bildenden Mannschaften in Frage kommen kann. Erste Aufgabe ist dann die, an einem Turnier, das in absehbarer Zeit in Darmstadt stattfindet, teilzunehmen. Es sei in diesem Zusammenhang darauf hingewiesen, daß sich das Baskettballspiel auch in Deutschland mehr und mehr Freunde erwirbt. Bei einem Turnier in Bad Kreuznach standen sich eine deutsche und eine französische Mannschaft gegenüber. Interessant die Tatsache, daß die Bad Kreuznacher Mannschaft die französische Mannschaft (in Frankreich wird bereits seit zehn Jahren Baskettball gespielt), zu schlagen vermochte. Es ist erfreulich, daß dieses Spiel auch in unserer Stadt eine Pflegestätte findet. Manchem jungen Sportler, dem vielleicht das Fußball- oder Handballspiel nicht das vermittelt, was er sich erhofft, kann durch das Daskrttballspiel eine Erfüllung seiner sportlichen Wünsche finden. Große Erfolge 6er deutschen Freistilringer. Am vergangenen Wochenende wurden in Nürnberg die Europameisterschaften der Freistilringer in allen Gewichtsklassen ausgetragen Gegen starke internationale Konkurrenz konnten sich die deutschen Teilnehmer über Erwarten gut durchsetzen und nicht weniger denn vier Meisterschaftstitel erringen. Die Kämpfe gingen über mehrere Runden und brachten hartnäckige Begegnungen. Brendel (Nürnberg) konnte im Bantamgewicht den Sieger stellen, Nettesheim (Köln) sicherte sich den Sieg im Leichtgewicht, Schäfer (Ludwigshafen) kam zum Siege im Weltergewicht und Hornfischer (Nürnberg) sicherte sich im Schwergewicht den großen Erfolg. Mit vier Gold- und einer Silbermedaille hat sich Deutschland an die Spitze der europäischen Nationen im Freistilringen gestellt und damit einen Erfolg errungen, auf den die deutschen Ringer stolz sein können. Der Preis der Nationen fiel Deutschland mit 14 Punkten zu. Dahinter belegten die Schweden mit 10 und die Ungarn mit 7 Punkten den zweiten bzw. dritten Platz. Wirtschaft. Bhein-Mainische Börse. TNiktagsbörse Aktien weiter schwach. Frankfurt a. M., 2. Noo. Die Rückbildung der Kurse am Aktienmarkt setzte sich fort, da erneut Angebot herauskam, während sich die Zurückhaltung eher noch verstärkt hat. Es sollen wieder Verkäufe für ausländische Rechnung erfolgt sein, dagegen mangelte es an jeglicher Kaufneigung. Bei sehr stillem Geschäft kam es zu den ersten Notterungen zu durchschnittlichen Rückgängen von 0,50 bis 1 v. H. Stärker abgeschwächt waren von Anleihestockwerten Reichsbank mit 204 (207), ferner verloren Zellstoff Waldhof 2,40 v. H. auf 144,40, Rheinmetall-Maschinen 2,75 v. H. auf 141 und Moenus Maschinen 2,50 v. H. auf 118. Von Montanaktien gingen Hoesch auf 122 (123,25) Vereinigte Stahl auf 112,50 (113,40), Klöckner auf 120 (120,75), Buderus und Mannesmann bis 0,40 v. H. zurück, lediglich Rheinstahl lagen 0,50 v. H. höher mit 145,75. IG.-Farben stellten sich auf 155,50 (156,13), Scheideanstalt auf 257 bis 256,50 (257,50), Metallgefellschaft auf 147,25 (148,25), Bemberg auf 139,65 (140,50). Am Elektromarkt betrugen die Rückgänge etwa 1 bis 1,50 v. H., nur AEG. konnten sich auf dem ermäßigten Stand von 118 behaupten. Im einzelnen kamen Adlerwerke Kleyer 1 v. H., Westdeutsche Kaufhof, Daimler, Demag und Cement Heidelberg je 0,50 v. H. schwächer zur Notiz. Der Rentenmarkt lag sehr still. Kommunal- Umschuldung blieben mit 94,70 bis 94,75 behauptet, auch sonst nannte man zumeist wenig veränderte Kurse. Weiteres Interesse verblieb in Pfandbriefen. Während Goldpfandbriefe und Kom- munal-Obligationen unverändert blieben, zogen'Liquidationspfandbriefe durchweg 0,13 bis 0,25 v. H. an. Stadtanleihen lagen unverändert. Jndustrie- Obligattonen notterten teilweise 0,25 bis 0,50 v. H. höher. Reichsanleihealtbesitz kamen mit 129 (129,13) zur Notiz. Im Verlaufe war der Aktienmarkt auf Deckungen und kleine Rückkäufe teilweise mäßig erholt, größere Unternehmungslust stellte sich jedoch noch nicht ein, ebenso waren die Umsätze gering. Etwas gebessert waren u. a. IG.-Farben mit 156 nach 155,50, Verein. Stahl mit 113 nach 112,50, Hoesch mit 122,50 nach 122, Reichsbank etwa 204,75 nach 204. Bemberg gingen weiter zurück auf 138,50 bis 139 nach 139,65. Von später notierten Werten gaben Conti Gummi, Junghans, MAN. und RWE. je 1,50 v. H. nach, nach Pause notierten Kali Salzdetfurth mit 158 (160) und Feldmühle Papier mit 136 (138). Der Einheitsmarkt lag überwiegend schwächer. Großbankaktien verloren bis 0,50 v. H., Dresdner Bank erstmals niedriger mit 114,25 (114,75). Im Freiverkehr wurden genannt: Dingler 84,50 bis 85,50, Wayß & Freytag 142 bis 144, Katz & Klumpp 103 bis 104, Elsäsi. Wolle 80, Rastatter Waggon 54, Ufa 69,25. Tagesgeld unverändert 2,50 v. H. Abendbörse still und behauptet. Die Abendbörse war ohne Anregung und nahm daher durchweg sehr stillen Verlauf. Den meisten zur Nottz gekommenen Papieren lag kein Umsatz zugrunde, doch konnten sich die Kurse auf dem Mittagsstand vorwiegend voll behaupten. Etwas erholt waren Gesfürel auf 146,40 (145,50), Conti Gummi auf 187 (186) und Goldschmidt auf 139,25 (138,50). Montanaktien zogen meist um Prozentbruchteile an, Buderus 119,50, Klöckner 120,25, Rheinstahl 145,25, Verein. Stahl 113,13, Hoesch 122,50, Mannesmann jedoch noch 0,25 v. H. leichter mit 114,75. An den übrigen Marktgebieten lagen die Kurse unverändert. Wir nennen u. a.: IG. Farben 156,25, Scheideanstalt 256,50, Bemberg 139, Daimler 134, Demag 142,50, Licht und Kraft 146,50, Elektr. Lieferungen 129, Schuckert 162, Holzmann 149,75, Moenus 118, Rheinmetall 141 und Junghans 124,50. Am Einheitsmarkt kamen Gebr. Fahr nach Pause mit 150 (151,50) zur Notiz, Großbankaktien waren behauptet. An den Rentenmärkten herrschte Geschäftsstille bei behaupteten Kursen. Von Industrie-Obligationen notierten 6 v. H. IG. Farben 129, 4V2 v. H. Krupp 99,50, 5 v. H. AEG.-RM.- Dbligationen 102,65 (102,75). Im Freiverkehr nannte man Kvmmunal-Umschuldung unverändert 94,70 bis 94,75 und 4 o. H. Rentenbank-Ablösungsscheine mit 93,13. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 2. Noo. Auftrieb: Kälber 554 (gegen 686 am letzten Dienstagsmarkt vom 26.10.), Hümmel und Schafe 194 (310), Schweine 5683 (4800). Notiert wurden je 50 kg Lebendgewicht in Mark: Kälber andere a) 63 bis 65 (63 bis 65), b) 55 bis 59 (55 bis 59), c) 43 bis 50 (46 bis 50), d) 35 bis 40 (35 bis 40). Hümmel b2) 39 bis 46 (41 bis 48), c) 36 bis 38 (34 bis 40). Schafe a) 24 bis 40 (30 bis 40), b) 16 bis 22 (20 bis 26).. Schweine a) 55 (55), bl) 55 (55), b2) 55 (55), c) 54 (54), d) 51 (51). Sauen gl) 55 (55), g2) 53 (53). Marktoerlauf: Kälber und Schweine zugeteilt. Hämmel und Schafe schleppend. Frankfurter Obst- und Gemüfemarkt. Frankfurt a. M., 2. Nov. Am Gemüse» markt hielten die starken Zufuhren an, während der Verkauf auch nach dem Monatswechsel kaum eine stärkere Belebung zeigte und im allgemeinen langsam war. Die Preise haben sich kaum geändert, weiter etwas rückläufig sind jedoch Rosenkohl und Spinat. Hierfür wurden je 50 kg in Mark erlöst: Rosenkohl 16 bis 20 (16 bis 23), Spinat 5 bis 8 (6 bis 10). Sonst notierten u. a.: Blumenkohl 100 St. 15 bis 35, Eskarol 100 St. 6 bis 15, Feldsalat 50 kg 20 bis 30, Rotkraut 50 kg 4,50 bis 6,00, Kopfsalat 100 St. 6 bis 10, Weißkraut 50 kg 2 40 bis 4,00, Wirsing 50 kg 4 bis 7, Karotten 50 kg 6 bis 7, Tomaten (Haus) 50 kg 20 bis 25, do. Freiland 12 bis 15, Sellerie 100 St. mit Kraut je nach Größe 8 bis 40, Zwiebeln 50 kg 5,50 bis 6,00. Der O b st m a r k t verzeichnet immer noch starke Zufuhren von Aepfeln, insbesondere aus Württemberg lag sehr reichliches Angebot von Schüttelware vor. Dagegen ging das Angebot von Birnen weiter zurück, so daß Tafelware nicht immer zur vollen Bedarfsdeckung ausreichte. In beiden Früchten hat sich das Geschäft wesentlich gebessert. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlosienen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 v H., Lombardzinsfuß 5 o. H. Frankfurt a. M. Berlin Schluß- kurs Schlußk. Abend- börse Schluß- kurs Schluß! Mittagbörse Datum L11. 2.11. 1.11. 211. 5% Deutsche Reichsanlethe v. 1927 101,65 101,65 101,6 101,6 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 *y2% Deutsche Reichsschatzanwet- 99,3 99,3 99,13 99,13 fungen von 1935 ............ iy2% Deutsche Reichsschatzanwet- — Jungen von 1935, II. fiolge ... 4y,% Deutsche Reichsschatzanwet- 99,4 99,4 99,4 99,4 jungen von 1936, 111. Folge .. 99 99 99 99 6%% Dc>ung Anleihe von 1930 .. 105,25 105,13 104,9 104,9 4y2% Hessische Volksstaat von 1929 4’/2% Deutsche Reichsposlschatz von — 100,25 — — 1931 I...................... 4y2% Deutsche Reichsbahnschatz 100,4 100,4 100,5 100,5 von 1936 I.................. 99,65 99,65 99,65 99,65 129,13 Reichsanleihe-Altbesitz.......... Oberhessen Provinz-Anleihe mit 129,13 129 129,25 Auslos.-Rechten.............. , Amu d)e Meir Notierung Brn> Buenos Aires............. 0,736 42,09 0,138 47,00 55,12 47,00 12,345 5,46 8,392 137,50 13,09 0,740 42.17 0,140 47,10 55,24 47,10 12,375 5,47 8,408 137,78 13,11 0,736 42,10 0,137 47,00 55,10 47,00 12,34 5,455 8,392 137,50 13,09 0,740 42,18 0,139 47,10 Brüssel................... Rio de Janeiro............ ßolen.................... Kopenhagen............... Danzig................... London................... 55,22 47,10 HelsingforS................ 12,37 Poris.................... 5,465 Holland.................. 8,408 137,78 13,11 Italien................... 1 .November 2 .November Amtliche Notierung Am ucheNvlwiung Gett Bn.-! Gett | iB ne, Japan.................... 0,719 0,721 0,719 0,721 Jugoslawien .............. 5,694 5.703 5,694 5,706 Oslo .............. 62,04 62,16 62,02 62,14 Wien..................... 48,95 49,05 11,235 63,77 48,95 11,21 63,63 49,05 11,23 63,75 Stockholm................ 63,65 Schweiz.................. 57,52 57,64 57,44 57,56 Spanien................ 15,48 15,52 15,48 15,52 Prag..................... 8,701 8,719 8,696 8,714 Budapest................. — —— Neuyork.................. 2,488 2,492 2,488 2,492 ltt.257 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheflen)Mittwoch, 3. November (937 r ii 16 75 Schwurgericht in Gießen. Am gestrigen zweiten Tage der saufenden Schwurgerichtsperiode hatte sich der 26jährige Ernst Karl aus Nieder-Gemünden wegen Körperverletzung mit tödlichem Ausgang zu verantworten. Der Anklage lag folgender Tatbestand zugrunde: Am 31. Juli d. I. fand in Niedergemünden ein Dorfgemeinschaftsabend statt, an dem auch der Angeklagte Karl, sowie der verletzte gleichalterige Krug teilnahmen. Nach Schluß des offiziellen Teiles blieb eine Gruppe von Ortseinwohnern, darunter auch die beiden, eine Weile am Büfett stehen. Während der verletzte Krug und ein Zeuge sich um einen Kameraden bemühten, der etwas über den Durst getrunken hatten, und diesen nach Hause brachten, begab sich der Angeklagte mit noch zwei weiteren Zeugen in die Küche der Wirtschaft, wo sie sich mit der Tochter des Inhabers eine Weile unterhielten. Da dieses Mädchen offensichtlich dem einen Zeugen zugetan war, während sich der Angeklagte ebenfalls um sie bemühte, suchte er schon hier einen Streit vom Zaune zu brechen. Es entspann sich ein längerer Disput, der auch nach dem Verlassen des Lokals fortgesetzt, jedoch schließlich beigelegt wurde. Zn diesem Augenblick kam der verletzte Krug mit den anderen Zeugen, die inzwischen den Betrunkenen nach Hause gebracht hatten, zurück und gesellten sich zu den auf der Straße Stehenden. Der Angeklagte suchte nun ein anderes Objekt, um sein Mütchen zu kühlen, und glaubte, in dem Verletzten die geeignete Person gefunden zu haben. Mit der Behauptung, Krug habe ihn bei dem Zeugen schlecht gemacht, -packte er diesen und stieß ihn mehrmals mit den Händen am Oberkörper. Obwohl an der Behauptung des Angeklagten kein wahres Wort war, verhielt sich der Krug zunächst passiv und verbat sich lediglich die Handlungsweise des Angeklagten. Er wies insbesondere darauf hin, daß es zu einer Auseinandersetzung nicht der geeignete Zeitpunkt sei, und erbot sich, dem Angeklagten am nächsten Tage, wenn beide nüchtern seien, Rede und Antwort zu stehen. Dabei betonte er noch, er habe auch nichts dagegen, daß diese Auseinandersetzung mit Messern vor sich gehen solle. Hierauf erwiderte der Angeklagte, er habe es nicht nötig, ein Messer zu Hilfe zu nehmen, da er sich ganz allein auf die Kraft seiner Fäuste verlassen könne. Trotzdem ließ er von seinen tätlichen Belästigungen nicht ab, so daß Krug sich genötigt sah, ihm einen Schlag ins Gesicht zu versetzen, der den Angeklagten zu Boden streckte. Dieser sprang nun wutschnaubend auf, zog sein Messer und brachte Krug einen Stich in der Schlüsselbeingegend bei. Trotz seiner Verletzung wehrte sich Krug heftig, und es kam zu einer Rauferei, die sich noch ein Stück Weges in Richtung der Wohnung des verletzten Krug hinzog. Schließlich ließen die beiden voneinander ab, und der Verletzte begab sich in seine Wohnung, wo er noch in derselben Nacht verstarb. Der Stich hatte einen Nebenast der Hauptschlagader getroffen, so daß der Tod infolge Verblutens eintrat. Der Angeklagte lief nunmehr ebenfalls in seine Wohnung. Er traf dabei noch einen der Zeugen, dem er zurief, er solle abhauen. Zu Hause angekommen, ließ ihm sein Gewissen keine Ruhe, und er weckte seinen Bruder, dem er den Vorfall erzählte. Die beiden gingen nun gemeinschaftlich nochmals zu der Wohnung des Krug. Als sie hier laute Schreie vernahmen, kehrten sie wieder um und legten sich zu Bett. Am anderen Morgen wurde der Angeklagte aus dem Bett heraus von der Polizei verhaftet. Er zeigte hierbei ein recht renitentes Wesen. Auch als man ihn der Leiche gegenüberstellte, machte dies augenscheinlich keinen großen Eindruck auf den Angeklagten. Dieser Sachverhalt wurde durch die sehr umfangreiche Beweisaufnahme festgestellt. Der Vertreter der Anklagebehörde bezeichnete den Angeklagten als restlos überführt. Er ging davon aus, daß Krug, als er dem Angeklagten den Schlag versetzte, in Notwehr gegenüber den Angriffen des Angeklagten gehandelt habe. Es stehe somit fest, daß der von Krug geführte Schlag nicht rechtswidrig sei, so daß der Angeklagte seinerseits nicht Notwehr für sich in Anspruch nehmen könne. Im übrigen deutete er die Möglichkeit an, daß der Angeklagte sich unter Umständen sogar eines Totschlags schuldig gemacht hätte, da dieser nach der Tat dritten Personen gegenüber Ausdrücke wie „Kaltmachen" und „Abschlachten" gebraucht habe. Da er von den Zeugen als rücksichtsloser Mensch geschildert wurde, der unter Einfluß von Alkohol lehr leicht zu Exzessen neigt, und auch nach der Tat keine Reue, sondern im Gegenteil große Gefühlsroheit zeigte, hielt der Staatsanwalt mildernde Umstände für nicht am Platze und beantragte eine Gefängnisstrafe von 4 Jahren. Der Verteidiger vertrat den Standpunkt, daß der erste Vorfall abgeschlossen gewesen sei, so daß sich der von Krug geführte Schlag als neue Angriffshandlung darstelle. Gegen diesen Angriff habe sich der Angeklagte in Notwehr befunden, zum mindesten habe er der Meinung sein können, daß er hier in Notwehr handele. Wenn das Gericht jedoch zu dem Ergebnis käme, daß der Angeklagte schuldig im Sinne der Anklage sei, so bat er, dem Angeklagten seine begreifliche Erregung, in die er infolge des schmerzhaften Niederschlages geraten sei, zugutezuhalten und ihm im weitesten Maße mildernde Umstände zuzubilligen. Auf Grund des Sachverhaltes schloß sich das Gericht im wesentlichen dem Standpunkt der Anklagebehörde an und erkannte wegen Körperverletzung mit Todeserfolg auf eine Gefängnisstrafe von drei Jahren und 6 Monaten, wovon drei Monate durch die Untersuchungshaft als verbüßt gelten. Aus der Stadl Giehen. Astronomie im Handumdrehen. Nicht jeder von uns weiß mit der Astronomie so Bescheid, wie er es gern möchte. Zwar hat wohl jeder von uns in feinem Bekanntenkreis irgend jemanden, der einer wandelnden Sternwarte gleicht, aber — wer mag dauernd Fragen stellen? Also muß man zusehen, auf eigene Faust klug zu werden. Doch wie? Da ist zum Beispiel der Tierkreis, von dem man oft etwas gehört hat, von dem man aber nicht recht weiß, wo er sich befindet, und was es mit feinen geheimnisvollen Zeichen auf sich hat. Schneller als gedacht — gewissermaßen im Handumdrehen — werden wir alle 12 Zeichen des Tierkreises kennenlernen, als da sind: Widder, Stier, Zwillinge, Krebs, Löwe, Jungfrau: Waage, Skorpion, schütze; Steinbock, Wassermann und Fische. Die ersten drei Zeichen sind die Frühlingszeichen (April, Mai, Juni), die folgenden drei sind die Sommerzeichen (Juli, August, September); die nächsten drei sind die Herbstzeichen (Oktober, November, Dezember); und endlich die letzten drei Zeichen sind die Winterzeichen (Januar, Februar, März). Auch wie diese Zeichen aussehen, werden wir erfahren, denn ihre Bilder schmücken die Monatsabzeichen der zweiten Reichsstraßensammlung, die am 6. und 7. November für das Deutsche Winterhilfswerk stattsind et. Kennen wir so Namen und Bilder des Tierkreises, so wissen wir aber noch nicht, wo er liegt. Nun, der Tierkreis ist nichts anderes als ein gedachter Gürtel um den Himmel beiderseits der scheinbaren jährlichen Sonnenbahn (Ekliptik). In diesem gedachten Gürtel bewegen sich Sonne, Mond und die großen Planeten, und in ihm stehen auch in gleich weitem Abstand die auf- und absteigenden Zeichen des Tierkreises. Indessen nicht nur die Sinnbilder des Tierkreises befinden sich auf den Novembet-Abzeichen des Winterhilfswerks, sondern jedes einzelne Abzeichen ist auch noch mit einem bunten, glitzernden Edelstein geschmückt. Es sind jene schönen Edelsteine, von denen wir nur die Namen Achat, Topas, Amethyst nennen, wie sie in Jdar-Oberstein schon seit Jahrhunderten geschliffen und bearbeitet werden. Welch ein sinnvolles Beieinander stellen diese November-Abzeichen dar! Kann es ein geheimnisvolleres Bündnis geben, als dieses zwischen Edelstein und Tierkreis, in dem Himmel und Erde zu einem seltsamen Einklang verschmelzen? Ein kurzes Wort noch über das Metall, aus dem diese November-Abzeichen geformt sind. Es trägt den Namen „Elektron". Was ist nun wieder Elektron? Nichts anderes als eine Legierung von Magnesium und Aluminium. Da in dieser auf elek- trolythischem Wege hergestellten Legierung mehr als 80 v. H. Magnesium enthalten ist, so ist dieses Metall noch leichter als Aluminium. Dank eines besonderen Spritzoerfahrens mit Nickellack erhält das kreisrunde Elektron-Abzeichen einen zarten matten Schimmer, der es zu einem begehrenswerten Schmuckstück macht. So haben wir also, fast ohne es zu merken, weit mehr als Astronomie im Handumdrehen erfahren. Bleibt nur noch übrig, daß wir uns nicht lange besinnen, wenn uns am kommenden Samstag und Sonntag die Männer der SA., ff und des NSKK. diese schmucken Abzeichen anbieten, uns dieser „Tierkreise" zu bemächtigen, die, weil sie eben lehrreich, schmuck und wohlfahrtsfördernd sind, ganz bestimmt — im Handumdrehen Millionen Abnehmer finden werden. Dornoiizen. Tageskalender für Mittwoch. Stadttheater: 19.30 bis 22.30 Uhr: „Eine Nacht in Venedig". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Husaren heraus". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die Wildnis stirbt", Hans Schomburgk spricht persönlich. — Oberhessischer Kunstverein: 17 bis 18 Uhr letzter Tag der Ausstellung im Turmhaus am Brandplatz. — Institut für Leibesübungen und Skiklub Gießen: 20 Uhr Neue Aula der Universität Filmvortrag „Das Hohelied der weißen Kunst". Sladtthealer Gießen. Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Heute abend Wiederholung der Operette „Eine Nacht in Venedig", von Johann Strauß. Musikalische Leitung Joachim Popelka, Spielleitung Karl-Ludwig Lindt. Einstudierung der Tänze und choreographische Leitg. Irmgard Zenner. 6. Vorstellung der Mittwoch-Miete. Anfang 19.30 Uhr, Ende 22.30 Uhr. Hitler-Jugend. Marinegef. 1/116. Mittwoch, 3. November, Antreten im Dienstanzug um 20 Uhr in der Schanzenstraße zum Besuche des Afrikafilmes. Geld mitbringen. HMMliWMMlM NSG. „Kraft durch Freude". Volksbildungssiätte Gießen. Im Laufe dieser und der nächsten Woche beginnen die folgenden Vortragsreihen: 7167D 1. D i e deutschen Kolonien. Professor Dr. Klute: Die deutschen Kolonien besonders in ihrer wirtschaftlichen und geopolitischen Bedeutung". Beginn: Donnerstag, 4. November 1937, 20 Uhr, Geographisches Institut, Brandplatz 4. 2. Die Vorgeschichte der hessischen Heimat. Dr. Jorns: Einführung in die Vorgeschichte. Beginn: Freitag, 5. November 1937, 20 Uhr, im Oberhessischen Museum, Brandplatz 2. 3. Volksdeutsche Arbeit. Beginn: Mittwoch, 10. November, in einem Hörsaal der Universität. Nähere Mitteilungen erfolgen in der Presse. Theatervorstellung. Am Sonnabenb, dem 6. November 1937, 20 Uhr, „Große KdF.-Miete", Gruppe I (3. Vorst.): „Ufa von Naumburg." Schauspiel in 3 Akten von Felix Dhünen. Eintrittspreis —,90 RM., Karten sind noch im Vorverkauf auf der Kreisdienststelle, Schanzenstrahe 18, und durch die Betriebswarte erhältlich. 7181V Winlerurlaubsfahrlen 1937/38. Die „Kraft-durch-Freude"-Fahrten im Winterhalbjahr 1937/38 sind in dem soeben erschienenen Monatsheft der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" bekanntgegeben. Das Heft ist bei den Kreisdienststellen Gießen und Wetzlar und durch alle Warte der NS.-Gemeinschast „Kraft durch Freude" für nur 10 Pfennig erhältlich. 7180V WHW. Ortsgruppe Süd. Kohlenabrechnung. Die Kohlenhändler werden aufgeforbert, die in Zahlung genommenen Kohlengutscheine der Serie „A" am Donnerstag, 4. November, von 19.30 Uhr bis 20.30 Uhr auf der Geschäftsstelle, Crednerstraße Nr. 24, einzureichen. Später eingereichte Gutscheine werden nicht mehr angenommen. \ Bund Deutscher Mädel. rNäbelgruppe 3/116. Diensfbefehlk Der heutige Guppenappell fällt aus. Er findet Freitag, 5. November, statt. Am Donnerstag tritt um 19.30 Uhr die Singschar im Heim an. Der Heimabend für Schar 4 fällt aus. Der Volkstanz am Freitag wird 8 Tage veschoben. Schärfere Maßnahmen der Preisüberwachungsstelle Hessen. Lpd. Nachdem das Gesetz zur Durchführung des Vierjahresplanes, Bestellung eines Reichskommissars für die Preisbildung unb die auf der Grundlage dieses Gesetzes erlassenen Verordnungen fast ein Jahr in Geltung sind, kann erwartet werden, daß die Bestimmungen auf dem Gebiet der Preis- RU H L Seliersweg Nr. 67 adiO Telephon Nr. 3170 eparaturen l897D bildung und Preisüberwachung genügend bekannt sind und beachtet werden. Die Stelle für die Preisbildung bei der Hessischen Landesregierung sah sich deshalb veranlaßt, die Kreisämter und Pvlizei- birettionen anzuweisen, die Preisüberwachung in schärferem Maße als seither zu handhaben. Verkäufer und Käufer, die bei ihren Geschäften den zulässigen Preis überschreiten, haben für die Folge hohe Strafen zu erwarten. Es ist Pflicht jedes einzelnen Volksgenossen, sich vor Abschluß von Kaufverträgen aller Art über den zulässigen Preis zu vergewissern. Soweit besondere Preise nicht festgesetzt, oder Ausnahmen nicht zugelassen sind, dürfen nach der Verordnung über das Verbot von Preiserhöhungen vom 26. November 1936 (Reichsgesetzblatt I, Seite 955) die am 17. Oktober 1936 gültigen Preise nicht überschritten werden. Von der Universität. Von der Pressestelle der Universität Gießen wird uns mitgeteilt: Der vrdentl. Professor für innere und gerichtliche Veterinärmedizin an unserer Universität Dr. Hein- reich Jakob ist von der holländischen Gesellschaft Kundgebung zur Woche des deutschen VucheS. Heinrich Zillich liest im Goethe-Bund. Der Oberbürgermeister der Stadt Gießen, Goethe- Bund und Kaufmännischer Verein, und der örtliche Arbeitsausschuß zur Buchwoche hatten für gestern abend zu einer Kundgebung aus Anlaß der Woche des deutschen Buches 1937 in die Neue Aula eingeladen. Der festlich geschmückte Raum war stark besucht. Oberbürgermeister N119 ter ergriff zu Beginn das Wort zu einer kurzen Ansprache, in der u. a. etwa folgendes ausführte: Von der Reichsregierung sei wieder wie im vorigen Jahre zur Woche des deutschen Buches aufgerufen worden, die heute auch in unserer Stadt eröffnet werden solle. Die Reichsregierung lege mit dieser Veranstaltung, die sich über das gesamte Reichsgebiet erstreckt, besonderen Wert darauf, das ganze Volk daran zu erinnern, sich mit dem Buche als dem Mittler deutschen Geistesgutes zu beschäftigen Und wir können uns heute auch wieder mit gutem Gewissen damit beschäftigen, denn heute herrsche wieder Ordnung und Sauberkeit auf Dem deutschen Büchermärkte — ich Gegensatz zu Nachbarländern, in denen, wie früher bei uns, Schmutz unb Kitsch feilgeboten werde. Heute könne man m"eber mit SBertrauen in jebe deutsche Buchhandlung binein-eden Di- Z-nlur, di- au-, Anweisung der Reichs? g erung ausgeübt werde, frage, nur danach, ob ein Buch der Volksgemeinschaft diene und ge- eigne" sei den deutschen Menschen zu bilden und /u heben So finden wir heute unendlich vieles auf dem Büchermarkt, was uns für unf-r ganzes B^n°^"hL^dchüfr,0 der sich ,-Ibst kein Buch kau,en kann, - ns Am Geschenk erhält - zumal tn der b-W b-giNN-rwen Weihnachtszeit. Auch diese Krel - d-- Volkes mu^ ten mit den schöpferischen Kräften der Na Berührung gebracht werden. Dies sei eine ber ♦ Q.trifh der früher schon einmal im Goethe- Bm,d gelten hat und in diesem Jahre für feinen Roman „Zwischen Grenzen und Zeiten" mit dem Literaturpreise der Stadt Berlin ausgezeichnet wurde, las — mit einer dunkel gefärbten, männlich festen Stimme, die den großen Raum mühelos füllte — zunächst eine Novelle „Die gefangene Eiche". Die Erzählung beginnt mit einer ruhigen, ganz epischen Schilderung des mächtigen Baumes, der Achse und Mittelpunkt der bäuerlich-heimatlichen Landschaft bildet; allmählich gewinnt dieses Stück Natur lebendige und schicksalhafte Beziehung zur menschlichen Umwelt: es erhebt sich innerhalb einer kleinen Dorfgemeinschaft ein mit wachsender Erbitterung geführter Streit nicht sowohl um den Baum selbst, als vielmehr um den Boden, auf den er seinen Schattenkreis wirst, zwölf Meter im Geviert. Um diesen Boden geht der Kampf, der Baum wird zum Streitobjekt, an dem die Geister sich scheiden. Der junge Bauer, dem der Grund nach dem Gesetz gehört, verteidigt seinen Besitz mit verbissener Zähigkeit gegen die Eingesessenen, die wiederum den Zugewanderten bekämpfen und mit Haß verfolgen als einen Fremden, der sich ihrem ungeschriebenen Gesetz nicht fügen will. Die Erzählung, die so gelassen begann, steigert sich dramatisch in der Schilderung des nächtlichen Kampfes um den Baum, der von seinem Besitzer zur befestigten Stellung ausgebaut und zuletzt mit dem Gewehr, aus der Krone heraus, verteidigt wird. Der Tod des greifen Führers der Bauern und der Tod des Besitzers enden den Streit; nun ist der Baum endlich aus feiner unnatürlichen Gefangenschaft erlöst. — Nach einer kleinen Pause las Zillich zwei Gedichte, von denen das erste sich innerlich sinnvoll an'die Novelle anschloß, in schwerblütigen Versen den Jahreskreis bäuerlichen Lebens beschwörend. Das zweite, „Komme, was da will", hat einer Lyriksammlung Zillichs den Namen gegeben, ein stilles, befriedetes, männliches Gedicht, ruhend in einem tiefen, unerschütterlichen Heimatgefühl. Den Ausklang der Vorlesung bildeten zwei Abschnitte aus dem Roman „Zwischen Grenzen und Zeiten", in dem sich, über einen weiten Zeitraum verteilt und mancherlei Schauplätze umgreifend, der Untergang Oesterreichs im Erlebnis junger Menschen Siebenbürgens spiegelt. (Eine Probe daraus hatten wir unfern Lesern bereits im Feuilleton mitgeteilt.) Der erste der beiden Ausschnitte spielt vor dem Kriege in Siebenbürgen, führt in die Kinderzeit des Dichters zurück, beschreibt Landschaft und Menschen einer andern Heimat im fremden Lande und gipfelt in der halb rührenden, halb heiteren Schilderung eines Weihnachtsfestes in Siebenbürgen, zu dem der Vater feinem kleinen Sohn einen Esel beschert und einen rumänischen Hirten als Nikolaus an den deutschen Christbaum führt. Der zweite Ausschnitt war eine Episode aus dem Kriegsjahre 1916 in (Siebenbürgen, beim Einzug deutscher Truppen in die Stadt Schäßburg. Dies war ein unerhörtes Erlebnis, und es sammelt sich im Roman in der Gestalt eines alten mannhaften Siebenbürgers, der beim Einzug der Deutschen eine Leitung legt von seinen Weinfässern im Keller auf die Straße hinaus und die Vorüberziehenden Mann für Mann, soweit sein Schlauch reicht, so primitiv wie köstlich bewirtet und tränkt. Die wiederum zugleich komische und rührende Szene mit dem Leopoldsorden schloß die Episode ab. * Reicher Beifall der aufmerksamen Hörerschaft galt dem Dichter. Im Namen des Goethe-Bundes sprach Dr. Irautmann ein Schlußwort, in dem er den Dank an den Dichter, den Herrn Oberbürgermeister, die zahlreich erschienenen Besucher und an die Veranstalter des Abends abstattete. Der erste Dichterabend und der Beginn der Buchwoche seien nicht zufällig miteinander verbunden; jedermann müsse sich bewußt sein, daß auch das von Dr. Goebbels verkündete kulturfördernde Unternehmen der Buchwoche in Deutschland vom Führer inspiriert sei. Mit einem dreifachen Sieg-Heil auf den Führer wurde die Kundgebung geschlossen. Hans Thyriot. Oer kleinste Kalender. Bald kommt wieder die Zeit, in der der deutsche Verlagsbuchhandel mit Hunderten von neuen Kalendern für das Jahr 1938 auf dem Markt erscheint. An alles ist dabei gedacht, jeder Bedarf ist berücksichtigt, nur in einem haben die Urgroßväter ihre heutigen Nachfahren übertroffen: sie brachten Kalender heraus, die zu den kleinsten Büchern überhaupt gehören. Eine solche winzige Spielerei wird in einer Anzeige vom Jahre 1817 angekündigt, die im „Grundgescheuten Antiquarius" erschien. Die Leipziger Buchhandlung von Th. Seeger kündigte zum Preise von 36 Kreuzern einen „Almanach für das Jahr 1818" mit sechs Vignetten an. Von dem Büchlein heißt es: „Dieser außerordentlich kleine Almanach ist mit einer Stahlfeder auf Kreide gezeichnet und enthält außer den Namenstagen das Alter der größten und der bedeutenderen Regenten." Dann folgt die Angabe, daß der Almanach 14X11 Millimeter groß ist, in das heutige Maß umgerechnet, und „ungeachtet auf jeder Seite 16 Zeilen stehen, fo ist die Schrift deutlich zu lesen. Ein allegorischer Umschlag und goldener Schnitt zieren das kleine Buch, welches als Bijou häufig in Gold gefaßt ist und bei Damen einer freundlichen Aufnahme sich zu erfreuen hat." Zeitschristen. — „Ser Naturforscher", vereint mit „Natur und Technik", Hugo Bermühler Verlag, Berlin- Lichterfelde. Das November-Heft bringt wieder eine Anzahl Aufsätze aus den verschiedensten naturwissenschaftlichen Gebieten von ersten Sachverständigen und ist mit herrlichen Naturaufnahmen bebildert. Professor Dr. Bischof schrieb zu ausgezeichneten Aufnahmen von Ernst Krause einen Aussatz über Schneckengehäuse als Bienenwohnungen. Dr. habil. Steiniger veröffentlicht seine Forschungen über tierische Hypnose, Sichdrücken und Abwehrhandlungen von Vögeln und führt mit treffenden Aufnahmen in das Gebiet der Tierseelenkunde ein. Dr. Günther Becker berichtet von Beobachtungen über die Brutpflege der Kamptozoen, unterstützt von guten mikroskopischen Aufnahmen. In das Gebiet der Chemie führt ein leichtverständlicher Aufsatz von Professor Winderlich über Fluor und feine Verbindungen, der gute Aufschlüsse über das noch wenig bekannte Element gibt. Zwei Aufsätze, die auch hinsichtlich des Bierjahresplanes Beachtung verdienen: Dr.-Jng. Conrad Herrmann berichtet von der Herstellung der Kunstseide und der Zellwolle. Professor Dr. Boas behandelt „Dürre und Hochleistungselemente". Dr. Dietrich schreibt über: „Bewegung und Herkunft des Golfstromwassers". Kleine Beiträge aus allen Gebieten, Forschungsergebnisse, Anregungen zur Naturbeobachtung (Sternschau im November), die Bücherschau, die Uebersicht über die Neuerscheinungen und die beliebte Preisfrage schließen das Heft ab. — Das zweite Heft der Kulturschrift des Westmarkgaues, „Der Grenzgau Koblenz- Trier", herausgegeben von der Gauleitung, Propagandaamt, Nationaloerlag G. m. b. H., Gauverlag der NSDAP. Koblenz-Trier, ist erschienen: ein stattlicher, gut aufgemachter Band, ist mit zahlreichen, vorzüglich wiedergegebenen Bildern. „Vertiefung des Heimatgefühls und Stärkung des Stolzes, der Nation Adolf Hitlers anzugehören", sind, nach dem Vorwort des (Bauleiters Gustav Simon, die Ziele der Kulturschrift im (Baugebiet. Aus dem reichen Inhalt seien genannt die Beiträge über Schloß Bürresheim in der Eifel, über Heinrich Lersch, über das Bauernhaus in der Eifel und das Volk an der Mosel, über die Dichtertagung in Oberwesel und über das Siedlungswerk im Westmarkgau. v I sie von den Wirtschaftsbüchern aufblickte, sah sie auf die Baumkronen alter Grunewaldgärten. Es klopfte, und Lucienne Molny trat ein. „Störe ich, Fräulein Hertel? Was treiben Sie Schönes?" „Ich mache die Monatsabrechnungen." „Heute, am Sonntag? Sie sollten sich ausruhen." Lucienne beugte sich über die Wirtschaftsbücher, die offen auf dem Schreibtisch lagen. Ihre Augen wanderten über seltsame Zahlenreihen. „Das ist hier alles unten aufaddiert wie bei andern Leuten auch", sagte sie. „Aber was bedeuten die Zahlen, die Sie hier am Rand haben?" „Das sind die Tagesausgaben zusammengerechnet." „Das ist ja interessant — unsere Tagesausgaben? Können Sie mir das mal erklären?" „Gern." Blandine schob einen Sessel heran. Lucienne ließ sich nieder. „Die senkrechten Kolonnen bedeuten die Ausgaben, wie sie täglich weiterlaufen. Hier zum Beispiel die Spalte Bedienung'. Da sind zuerst Gehälter der Leute, ihre Krankenkassen usw. Dann kommt jeden Montag die Waschfrau dazu, in jeder Woche einmal das Plätten, die Ausbesserin, der Fensterputzer und kleine Dienste, die der Portierfrau bezahlt werden. Hier die Kolonne .Kleine Anschaffungen'." „Schreiben Sie das wirklich alles auf?" fragte Lucienne. „Ganz genau." „Das ist hübsch. Denn wissen Sie, damit verplempere ich am meisten Geld. Und nachher weiß ich nie, wo es hingekommen ist. Fabelhaft, wie ordentlich das alles bei Ihnen ist", sagte Lucienne. „Was hat das hier zu bedeuten?" „Das sind Zeitungen und Zeitschriften. Das hier ist alles, was mit der Heizung zusammenhängt. Und hier die Verpflegung. Die einzelnen Posten dafür sind in meinem kleinen Wirtschaftsbuch verzeichnet. Da ist es." „Das interessiert mich wirklich", sagte Lucienne Molny. „Haben Sie vielleicht eine Zigarette?" „Leider nein." Blandine ging zur Tür und läutete. „Welche Sorte soll Else bringen?" „Bitte auch Streichhölzer und einen Aschenbecher", sagte sie zu dem Mädchen. „Gar keinen Aschenbecher im Zimmer? Rauchen Sie nie9" „Ich bin noch nicht auf den Gedanken gekommen." „Dann müssen Sie sehr glücklich sein." Blandine sah sie fragend an. Lucienne fuhr sich mit ihrer berühmt schönen Hand über Stirn und Schläfe. „Schon gut", lächelte sie dann. „Aber erklären Sie mir bitte weiter. Das ist mir alles ganz neu." „Hier unten sehen Sie, wieviel ich im ganzen Monat für die einzelnen Nahrungsmittel, für Kochgas, Strom üsw. ausgegeben habe." „Sie geben nicht viel aus, das wollte ich Ihnen schon immer sagen." „Vielleicht kommt das, weil ich mir Rechenschaft über jede Ausgabe ablege." „Dielleicht", sagte Lucienne. „Aber ich glaube, da sprechen auch noch einige andere Ihrer Eigenschaften mit. Sie machen mir das Haus sehr behaglich, Fräulein Hertel." „Ich danke Ihnen, gnädige Frau. Aber Ihr Haus i st behaglich." ,Zch habe es mir einmal so eingerichtet", sagte Lucienne nachdenklich. „Aber ich habe ja viel zuwenig Zeit, mich darum zu kümmern. Und das ist auch der Grund, weshalb ich heute, am Sonntag, bei Ihnen eindringe. Ich habe in der, Woche keine Zeit, in Ruhe mit Ihnen zu sprechen. Es liegt mir etwas auf: wir müssen eine Gesellschaft geben, ein richtiges Festessen, wissen Sie. Klein und intim, aber erstklassige Speisen und Getränke, Tischdekorationen, Blumen, alles muß stimmen. Haben Sie schon einmal so etwas hergerichtet?" Blandine errötete vor Freude und Verlegenheit. „Im Institut haben wir dergleichen eingehend geübt. Aber natürlich nicht ganz in dem Stil, der hier im Hause nötig ist. Aber da ich die Grundbegriffe kenne —" „Sie können jede Hilfe haben. Es hängt viel für mich davon ab, daß der Abend gelingt. Sie sagen mir, was der Traiteur Ihnen liefern soll." „Was dachten gnädige Frau zu geben?" „Ich habe mir das bisher so überlegt: Austern und Kaviar im Eisblock. Dann geben wir eine richtige hausgemachte Ochsenschwanzsuppe. Das ist etwas Kräftiges nach den Vorspeisen, und das essen Herren immer gern. Wir müssen Rücksicht darauf nehmen, daß das, was wir selber kochen, nicht so allerweltsmäßig ist. Die Herren sind Deutschamerikaner, die sind' im । Esien die besten Patrioten. Es muß heimatlich schmecken." 1 „Deutschamerikaner, die so empfangen werden sollten — interessant", dachte Blandine Hertel. ,Lch bin einmal, als ich nach Hollywood fuhr, bei einem Neuyorker Bankier eingeladen gewesen. Da gab es nichts wie Kieler Sprotten, Holsteiner Schinken, Beelitzer Spargel, Harzer Käse und baye- rischen Rettich. Ich wunderte mich über das frugale Essen, bis man mir sagte, daß das alles, zusammen mit dem Kulmbacher Bier, zu meinen Ehren mit dem Zeppelin herübergekommen wäre. Also, Kindchen, da müssen Sie sich gute, deutsche Futteralien ausdenken, die die Herren lange nicht gegessen haben. ' Generaldirektor Stone kommt gerade von einer Weltreise zurück. Da will er nichts haben, was er in London, in Singapore oder bei Shepherds neben den Pyramiden ebensogut hätte essen können." „Pommerscher Gänsebraten mit Kartoffelklößen und Rotkohl. Geht das?" „Na, sehen Sie, Blandinchen, da kommen wir der Sache schon näher." „Ich habe eine sehr gute Adresse. Ich lasse die Gänse direkt aus Pommern kommen. Wie viele werden wir brauchen?" „Rechnen.Sie für neun bis zehn Personen. In bezug auf die Tischdetoration Überlegen Sie sich in Ruhe etwas Besonderes, ebenfalls gediegen und kräftig. Kein Spitzentifchtuch, kein zu zartes Milieu. Wissen Sie, mehr Erntefest als Brautdiner." „Vielleicht ein grobes Leinentischtuch und das weiße, derbe Geschirr?" „Ganz richtig." Else kam und meldete, daß Herr Doktor die gnädige Frau suche. Sein Wagen stehe unten zur Abfahrt bereit. „Ich muß gehen. Wegen der Weine roerb, ich mit meinem Mann sprechen. Also überlegen Sie sich alles noch schön." Sie drückte Blandine die Hand. „Cyril Benkoff kommt übrigens auch. Tas interessiert doch jedes junge Mädchen, nicht?" Sie lächelte und ging. Einaehüllt in den Duft, den Lucienne im Zimmer zurückließ, träumte Blandine in ihrem weichen, seidenen Sessel. „Cyril, der schönste und leidenschaftlichste Filmheld —- ein Fest, das man für ihn rüstete Amerikaner, die von einer Weltreise kamen. „Das Leben!" dachte Blandine. „Jetzt kommt das Leben'" Fortsetzung folgt. für Tierheilkunde (Maatschappij voor Dieraenees- kunde) wegen seiner bedeutenden wissenschaftlichen Arbeiten zum korrespondierenden Mitglied ernannt worden. Die Jlefruten komme«. Guter Jahresabschluß der Verbrauchergenossenschaft Gießen. Arn heutigen Mittwoch und am morgigen Donnerstag treffen die Rekruten für unser Infanterie- Regiment 116 und unsere 111. Abteilung Artillerie- Regiment 9 ein. Ein kleiner Teil der Rekruten ist im Laufe des heutigen Vormittags schon angekom men. Im Laufe des heutigen und des morgigen Nachmittags werden mit mehreren Zügen nuyr oder minder große Trupps Rekruten eintreffen, die in geschlossenen Marschkolonnen vom Bahnhof zu den Kasernen geführt werden. Am 13. November, 11 Uhr, werden die jungen Soldaten auf dem Trieb in feierlicher Weise vereidigt werden. Die Rekruten - Vereidigung wird wiederum, wie auch im Vorjahre, mit großer militärischer Feierlichkeit erfolgen. Vo ksbildungsstätte Gießen. Die Volksbildungsstätte Gießen in der NSG. „Kraft durch Freude" hat mit dem Vortrag von Prof. Grühl am 21. Oktober ihre Winterarbeit erfolgreich begonnen. Sie weist noch einmal besonders auf die in diesem Winter ftattfinöetiöen Vortragsreihen hin, die im November ihren Anfang nehmen. Besonders aktuell ist die Vortragsreihe „Die deutschen Kolonien". lieber die Bedeutung dieser Vorträge heute noch Worte zu verlieren, erübrigt sich wohl, hat doch jetzt erst der italienische Staatschef Mussolini in seiner Rede am 15. Jahrestag des Marsches auf Rom gesagt: „Es ist notwendig, daß ein großes Volk wie Das deutsche Volk den Platz wieder erhält, der ihm gebührt und den es an der Sonne Afrikas inne hatte". „Wir fordern Land und Boden (Kolonien) zur Ernährung unseres Volkes und zur Ansiedlung unseres Bevölkerungsüberschusies", heißt die Forderung, die im Punkt 3 des Programms der NSDAP, erhoben wird. Schon aus Gründen der nationalen Ehre erwartet Deutschland von der Welt die Rückgabe seiner Kolonien, die mit reiner Hand erworben und mit deutscher Arbeit und mit deutschem Fleiß und Blut erschlossen wurden. Deutschland braucht seine Kolonien als Rohstoffgebiete, zur Selbstversorgung seiner Wirtschaft, als Absatzgebiete für die Erzeugnisse seiner Industrie und als Arbeitsfeld für den Arbeiter der Stirn und der Faust. Es werden nur beste Sachkenner zu Wort kommen, die unsere Kolonien z. T. aus eigener, langjähriger Erfahrung kennen. Zunächst beschäftigen sich drei Vorträge mit der wirtschaftlichen und geopolitischen Bedeutung unserer Kolonien, eine Führung durch die Kolonialabteilung des Völkerkundemuseums wird sich anschliehen. Es folgen Bilder und Erlebnisschilderungen aus sämtlichen ehemaligen deutschen Besitzungen; an drei Abenden wird die volkswirtschaftliche Bedeutung der Kulturpflanzen in den Kolonien behandelt, eine Kolonialausstellung wird die Vortraasreihe schließen, die im ganzen zehn Abende in Ansvruch nimmt. Nähere Einzelheiten sind aus dem Arbeitsplan ersichtlich, der auf der Geschäftsstelle Schanzenstraße 18 kostenlos erhältlich ist. Dort werden auch die Anmeldungen entgegengenommen. Gleichzeitig macht die Dolksbildungsstätte Gießen auf die anderen Vortragsreihen aufmerksam, die ebenfalls interessante Gebiete behandeln: „Die Vorgeschichte der hessischen Heimat" mit Führungen durch das Oberhessische Museum, „Volksdeutsche Arbeit" mit Vorträgen über das Deutschtum im Ausland und „Lebendiges Theater", Vorträge, die in die Arbeit der Bühnenkünstler einführen. Die Vortragsreihe „Die deutschen Kolonien" beginnt Donnerstag, 4. November, 20 Uhr, im Geographischen Institut (Hörsaal), Brandplatz 4. Zeit und Ort der anderen Vortragsreihen werden in der Tagespresse noch bekanntgegeben. H. O. Verlängerung der Konzessionssperre in Hessen. Lpd. Auf Grund des § 21 Absatz 2 des Gaststättengesetzes hat der Reichsstatthalter in Hessen — Landesregierung — mit sofortiger Wirkung angeordnet, daß bis zum 31.'Oktober 1940 im Lande Hessen Erlaubnisse für neu zu errichtende Gast- und Schankwirtschaften grundsätzlich nicht erteilt und bestehende Schankerlaubnisse auf nicht zugelassene Ar- die Bekämpfuung der Schlafkrankheit verdient machte, fah man bei feiner Arbeit in den Tropen. Mit großem Interesse folgte man ferner den Bildern von der ältesten Form der Eifengewinnung durch die Eingeborenen, wie sie heute nicht mehr anzutreffen ist. Mit leisem Schauer sah man die Bilder, die die kultischen Tanzfeste der Eingeborenen zeigten und die die ungeheure Kluft wissen ließen, die zwischen den Menschen des afrikanischen und des europäischen Kulturkreises gähnt. Der zweite Teil des Filmes zeigte Afrika aus jenen Perspektiven, die das Auto und das Flugzeug dem Forscher erschließen. Auch in diesem Teile begegnete man immer wieder den Eingeborenen, ihren Sitten und Gebräuchen, erlebte immer wieder in Bildern die Landschaft und die Tierwelt, der der Afrikaforfcher nut der Kamera nachgegangen war. Man folgte im Geiste den Wildpfaden der Antilopen, der Strauße, der Nashörner und der Giraffen, geriet in die Dorados der Vögel an Flüssen und Seen und folgte den Beutezügen des Löwen. Die Filmbilder führten auch heran an den Lebensraum der Elefanten in Steppe und undurchdringlichen Busch. Den Abschluß des Filmes bildeten Aufnahmen, die vom Flugzeug aus erkennen ließen, wie Afrikas riesiger Raum für die Mittel der modernen Technik kleiner und kleiner wird und europäische Zivilisation dem dunklen Erdteil immer mehr ihren Stempel aufzudrücken versucht. Hauptversammlung der Herrenschneider-Innung. Die Herrenschneider-Innung für den Kreis Gießen hielt im „Burghof" eine Hauptversammlung ab. Obermeister Ernst Hartmann (Gießen) wies in seinen Eröffnungsworten auf die Bedeutung Die Verbrauchergenossenschaft Gießen hatte für den vorigen Sonntag in das Katholische Vereinshaus zur 3 6. Vertreter - Versammlung eingeladen. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats, Heinrich Schneider, gedachte zunächst der verstorbenen 68 Genossenschafter, deren Andenken in üblicher Weise geehrt wurde. Sodann erstattete der Vorsitzende des Vorstandes, Paul Schenk, den Jahresbericht. Die Gießener Verbrauchergenossenschaft sei in der glücklichen Lage, wieder einen guten Abschluß vorlegen zu können. Er gab der Hoffnung Ausdruck, daß die Entwicklung der Genossenschaft auch weiterhin eine gute sein möchte. Der Gesamtumsatz, der im Vorjahre 1 683 526,34 R211. betrug, stieg um 75 509,65 Reichsmark auf 1 759 035,99 R2N.» das ist um 4,5 v. h. Die Bäckerei brachte einen Umsatz von Reichsmark 175 052,99, gegen RM. 153 763,39 im Vorjahre; das bedeutet eine Steigerung um RM. 21 289,60. Der Umsatz der Brenn st offabtei- lung war zufriedenstellend. Die Kaffeerösterei setzte im Geschäftsjahr 51028 RM. um. Im Grundbesitz ist eine Veränderung nicht eingetreten; die Genossenschaft hat 14 bebaute und ein unbebautes Grundstück. Der Einlagebestand der Sparabteilung betrug am 30. Juni d. I. noch 121 055,25 RM., 34 570,19 RM. wurden aus eigener Kraft zurückbezahlt. An Steuern zahlte die Genossenschaft 6u426 RM. Die Zahl der Berate i I u n g s ft e 11 e n ist mit 37 die gleiche des Vorjahres geblieben. Der Personalbestand beläuft sich auf 94 Personen, gegenüber 83 im Vorjahre; es sind 48 männliche und 46 weibliche Ge- folgschaftsmitglieder beschäftigt. Die Zahl der Mitglieder belief sich am 1. Juli 1936 auf 8900, ' der Zugang betrug im Geschäftsjahr 1936/37 gleich 335, der Abgang insgesamt 1590 Mitglieder. Eine Anzahl Mitglieder mußte ausgeschlossen wer-' den, weil sie die Einrichtungen der Genossenschaft zu wenig, oder nicht in Anspruch nahmen. Die normale Mitgliederbewegung war günstig. In der Erläuterung der G e w i n n- u n b Uer- lustrechnung wies der Vortragende besonders daraus hin, daß es im abgelaufenen Geschäftsjahr erstmalig wieder gelungen sei, die volle Rückvergütung aus eigener Kraft zu erwirtschaften und darüber hinaus den Verlustvortrag in Höhe von 39 761,59 R2N. bis auf einen Rest von 3 959,34 KHL zu beseitigen. Der Jahresbericht wurde von der Vertreter-Versammlung mit großer Genugtuung ausgenommen. Vorstandsmitglied Storck erläuterte dann die Bilanz und gab an Hand des umfangreichen Zahlenmaterials ein aufschlußreiches Bild von der günstigen Lage der Genossenschaft. Vor allem wurde hervorgehoben, daß alle gesetzlichen Rücklagen, die Rückvergütungen, wie auch die gesetzlichen Abschreibungen und die Ausgleichung des Verlustvortrages aus eigener Kraft und ohne Zuschuß der Zentrale möglich wurde. Aufsichtsratsmitglied Brückmann erstattete den Revisionsbericht des Südwestdeutfchen Verbandes der Verbrauchergenossenschaften, in dem darauf hingewiefen wurde, daß zu keinerlei Beschwerden Anlaß gegeben sei, daß die Führung der Genossenschaft ausgezeichnet gearbeitet und gewirtschaftet t)abe und die Lage der Genossenschaft sehr günstig sei. Der Aufsichtsratsvorsitzende Heinrich Schneider gab die Stellungnahme des Auffichtsrates zum Revifionsbericht bekannt, außerdem einen lieber» blick über die reibungslose Zusammenarbeit von Vorstand und Aufsichtsrat. Dem Vorstand und dem Aufsichtsrat wurde von der Vertreter-Versammlung einmütig Entlastung erteilt. Vorstandsmitglied Storck erläuterte im weiteren Verlaufe der Versammlung einige Satzungsänderungen, die von der Versammlung gutgeheißen wurden. Die satzungsgemäß aus- scheidenden Mitglieder des Aufsichtsrates Heinrich Schneider, Brückmann und Kuhl wurden in ihren Aemtern erneut bestätigt. Mit richtungweisenden Worten und hoffnungsvollem Ausblick in die Zukunft schloß Aufsichtsratsvorsitzender Schneider die Versammlung. ten von Getränken nicht ausgedehnt werden dürfen. Ausnahmen dürfen nur in ganz' besonders gelagerten Fällen von den Kreisämtern zugelaffen werden. „Die Wildnis flirfct." Afrikaforscher Hans Schomburgk spricht. Das Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, wartete gestern mit einer nicht alltäglichen Filmvorführung und Filmvortragsveranstaltung auf. Unter dem Titel „Die Wildnis stirbt" sah man interessante Bilder und hörte dazu den Afrikaforfcher Hans Schorn- bürgt, der durch seine Afrika-Forschungsreisen bekannt ist. In wirksamer Gegenüberstellung erlebte man Afrika „Einst" und „Jetzt", d. h. vor und nach dem Weltkriege. Eingangs schilderte der Forscher, der von der Bühne zu den Besuchern sprach, das Zustandekommen seines Filmes und wies auf die Einmaligkeit einer Reihe von Bildern hin, die heute aufzunehmen unmöglich fei. Der Film fei auch nicht der Film einer Expedition, sondern eine Zusammenfassung der Ergebnisse vieler Reisen. Insbesondere dürfe der erste Teil des Films als ein Kulturdokument erscheinen, da er Bilder zeige, die in die früheste Zeit deutscher Kolonisationsbestrebungen führten. Der zweite Teil bringe die Entwicklung nach dem Weltkriege und die weitere Erforschung Afrikas mit modernen Verkehrsmitteln. Mit großem Interesse folgte man dann dem Film, der von Schomburgk in vielen Einzelheiten erläutert wurde. Man fah im Bilde die ersten deutschen Pioniere der Kolonisation in Afrika, wje Lüderitz, Peters, Barth, Wißmann, Großherzog von Mecklenburg, Lettow-Vorbeck usw., und ah gleichzeitig Bilder von dem Aufbau der beut» chen Schutztruppe. Auch den bekannten Wissen- chaftler Robert Koch, der sich in hohem Maße um der Herrenschneiderarbeit innerhalb des Vierjahresplanes hin, die in erster Linie in der Verarbeitung der neuen Werkstoffe bestehe. Durch neue Zu- schneideformen und Verarbeitung müsse jeder einzelne den an den Maßschneider gestellten Anforderungen gerecht werden. Die führenden Stellen haben durch die Erlaubnis des „Gütezeichens" dem Schneiderhandwerk eine große Auszeichnung verliehen. Bezirksinnungsmeister A l l g e i e r (Frankfurt am Main) hielt sodann einen längeren Vortrag. Für den Herrenschneider heiße es, so führte er u. a. aus, sich von übernommenen Anschauungen freizumachen und seine Arbeit einheitlich so auszurichten, wie sie der Volkswirtschaft diene und sich in den Vierjahresplan einfüge. Der Schneider könne bei der Befreiung von ausländischer Einfuhr mit- wirken. Durch Fachabende und Schulungen werde auch dem Schneider in praktischer Weise zur Hand gegangen. Die' bedeutendste Frage hierbei sei die Einführung des „Gütezeichens". Im Schneiderhandwerk lasse sich nicht ein Mindestpreis einführen, weil die Arbeit des Schneiders dem Objekt Mensch gelte, der ganz verschieden sei. Nur der Kunde, der diese Grundbedingungen erkenne, werde die Arbeit des Schneiders zu würdigen wissen und roerbe der Maßarbeit treu bleiben. Die Bedingungen für die Führung des „Gütezeichens" feien streng, aber sie müßten die Arbeit in ein richtiges Verhältnis zum Preis bringen. Zu den fachlichen Voraussetzungen zähle u. a. die Fähigkeit der Kalkulation, Kenntnis der Werkstoffe und die einwandfreie Arbeit. An Hand der fachlichen Voraussetzungen für die Erringung des „Gütezeichens" zeigte der Bezirksinnungsmerster auch viele Kleinaufgaben, die jeder Schneidermeister in Zukunft zu meistern hat. In erster Linie empfahl er die Beachtung der Mode und die Befolgung der Anregungen des Reichsmodeamtes. Ein großer Teil der Schneider müsse durch Ergänzungskurse den Zuschnitt lernen, der jetzt von allen gefordert werde. In einem großangelegten Lichtbildervortrag über die Modetagung in München zeigte der Bezirksinnungsmeister bann noch viele Musterfchnitte und gab Anregungen für die künftige Arbeit. Obermeister Hartmann gab einige Richtlinien für die zukünftige Winterarbeit in der Innung und machte auf den nächsten Zuschneiderkursus aufmerksam. Als nächstes Ziel sei die Durchführung von Derarbeitungskursen vorgesehen. ** Strom- und Gasgelber fällig. Die Direktion der städtischen Betriebe macht darauf aufmerksam, daß die Strom- und Gasgelder grundsätzlich bei der Ablesung durch den Erheber zu bezahlen sind. Bei Zahlungsverzögerungen über 8 bzw. 10 Tage hinaus entstehen den Strom- und Gasabnehmern Beitreibungskosten. ** Gefolgschaftsfeier der Bahnmeisterei I Gießen. Man berichtet uns: Die Gefolgschaft der Bahnmeisterei I Gießen veranstaltete am Samstag im „Schipkapaß" einen gut besuchten Kameradschaftsabend. Außer den durch Dienst und Krankheit verhinderten waren alle Kameraden erschienen. Gefolgschaftsführer, Reichsbahn-Oberinspektor Kaiser begrüßte die Arbeits- kameraden und ermahnte in seiner kurzen Ansprache zu steter treuer Kameradschaft, wie sie die schwere Arbeit der Bahnunterhaltung und -erneuerung immer wieder fordere. Eine vorzügliche Hauskavelle wartete mit guter Musik auf. Humoristische Vorträge und gemeinsame Gesänge trugen außerdem zur Verschönerung des Abends bei. Besonderer Dank gebührte dem Kameraden O p p e r, der durch seine Vorträge viel Freude auslöste. ** Unfälle. Ein 23jähriger Pferdepfleger aus der Licher Straße erlitt durch den Hufschlag eines Pferdes erhebliche Verletzungen am Unterleib. — 3n der Nähe des Güterbahnhofes stürzte ein junges Mädchen vom Fahrrad und erlitt eine Gehirnerschütterung. — Ein 23jähriger junger Mann zog ftch beim Sport einen Bruch des linken Unterschenkels zu. — Ein 56jähriger Schreinermeister aus Kassel erlitt bei einem Verkehrsunfall in der Frankfurter Straße einige Rippenbrüche. — Der in einem hiesigen Betrieb beschäftigte Gießereiarbeiter Wilhelm Pfeiffer erlitt einen Unfall. Durch flüs- figes Eisen erlitt er erhebliche Brandwunden am Unken Fuß und mußte von der Sanitätskolonne vom Deutschen Roten Kreuz in die Chirurgische Klinik gebracht werden. Aandine setz' sich durch JRomon von Hans «Joachim Freiherr» von Reitzenstein Copyright by Carl Ouncker 15 Fortsetzung (Nachdruck verboten.) „Sie meinen Blandine? Sie ist ja wirklich sehr nett. Aber man kann doch nichts Vernünftiges mit ihr unternehmen. Sie ist zu spießig erzoHen." Greta zog versonnen an ihrer Zigarette und stieß den Rauch mit einem leisen Seufzer wieder aus. „Ach, wissen Sie, das ist ein hoffnungsloser Fall. Sie hat so eine altmodische Mutter, die immer mit gezücktem Segen dasteht." Schrader lächelte und reichte Greta die gewünschte Adresse. „Danke", sagte sie und steckte sie in ihr Strau- ßenledertäschchen. „Dafür werde ich Ihnen auch meine Telephonnummer geben." Wahrend sie eine Besuchskarte beschrieb, fügte sie hinzu: „Wir brauchen doch nicht auf Kapps Rückkehr zu warten. Rufen Sie mich einmal an. Dann trinken wir eine Tasse Tee zusammen." Es schien ihr noch ein Gedanke zu kommen: „Vielleicht hole ich Fräulein Hertel auch dazu." „Weiß Fräulein Hertel, daß Sie hier sind?" fragte Schrader in einem Zwiespalt der Empfindungen. Greta stand auf. „Ach, immer Fräulein Hertel!" sagte sie unwillig. „Natürlich weiß sie nichts davon." „Also verlegen Sie meine Adresse nicht und besuchen Sie mich einmal zum Tee. Es m".ß ja wohl nicht zu vieren sein?" Sie lachte ihn kokett an und stand sehr hübsch und sehr elegant nor ihm. Treibern dachte er noch einmal an Blandine und fragte: „Aber zu dreien?" „Das werden wir dann sehen. Wie sagen die Engländer? Two is Company, three is nonsense.“ Schrader sah ihr kopfschüttelnd nach, als sie gegangen war. „Ein hübsches, aber ganz verdrehtes Frauenzimmer", dachte er. * Blandine Hertel saß in dem kleinen, runden Erkervorbau ihres Zimmers am Schreibtisch. Wenn (hattentaW^ Giessen )ßdhnbofsti:31 Metz« §<««-« a« oee Matur | Reinige Nur« Asrm»A«r-A«qsr Dein Blut! C. Röhr & Co I Drogerie Kreuzplatz 101 Bahnhofstraße 44 7173A KlemeAnzeigen m Gießener Anzeiger werben von Tauienden beachtet unb gelejea. Die Trockenbettung für das Kleinkind liefert preiswert Matratzen, Kolter Steppdecken Roßhaarkissen mit Zweistärken-Gläsern zum gleichzeitigen Sehen In NAHE und FERNE ohne lästigen Brillenwechsel bietetdem Benutzervorteile, die als Wohltat empfunden werden. 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So soll die Bahnhofstraße, die auch von der Reichsbahnoerwaltung umgestaltet und verschönert wird, baldmöglichst eine Decke erhalten; im Hopfengarten, der von der Fürstlichen Verwaltung erworben wurde, besonders am Rondell und Wall sind unter Mitwirkung von Fachleuten gärtnerische Anlagen geplant, in denen auch dasNeeb- Denkmal aufgestellt werden wird; die Bürgersteige werden in den nächsten Jahren gründlich erneuert; die Wetter wird nach Abschluß der Verhandlungen mit der Fürstlichen Verwaltung entschlammt und entkrautet; im Waldschwimmbad werden ein neues Becken für Nichtschwimmer bzw. Anfangsschwimmer, ein neuer Sprungturm, 45 Einzelzellen für bzw. Auskleidung, sowie ein Erfrischungsraum gebaut; auch ein zweiter Wanderpreis für das jährlich zu feiernde Schwimmfest soll gestiftet werden. Die Gießener Straße wird voraussichtlich eine Fahrbahn von etwa neun Meter erhalten. Am Postamt soll eine von der Bezirkssparkasse in Aussicht gestellte aestiftete Uhr angebracht werden. Stadtassistent Hamd gab aus den Verhandlungen des Landesfremdenverkehrsverbanües, die kürzlich in Nidda stattgefunden haben, die für Lich wichtigen Punkte bekannt, insbesondere, daß unsere Stadt als Erholungsort eingestuft worden ist. Lehrer Schnier le zeigte mit Unterstützung von Lehrer Nickel sowohl im Schmalfilm als auch im stehenden Lichtbild eine große Anzahl von Blumen- und Pflanzenaufnahmen, sowie von Blumenschmuckwettbewerben in einigen oberhessischen Städtchen (Büdingen, Gedern u. a.). Ein solcher Blumenschmuckwettbewerb war in diesem Jahre auch hier wieder durchgeführt worden und hatte viele Preisträger gefunden. Die Preise, die in Blumenstöcken und sonstigen praktischen Gegenständen bestanden, kamen durch eine Verlosung zur Verteilung und erweckten bei allen große Freude. Mit dem Sieg-Heil auf Führer und Vaterland wurde die Versammlung geschlossen. Bäuerin sucht HWelerio f. Konzertzither. Näheres in der Geschäftsstelle d. Greß. 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Sein Aufenthaltsort konnte allerdings noch nicht festgestellt werden. —I-7 Lich, 2. Nov. Gestern übend sand bei Gastwirt August Hisgen die diesjährige Hauptversammlung des Verkehrsvereins Lich statt. Der verdienstvolle Vereinsführer, Lehrer Hilü, stellte den Abend unter das Wort des Führers „Mitarbeit am Fremdenverkehr ist Dienst am Vaterland". Noch einleitenden Bemerkungen über die allgemeine Steigerung des Fremdenverkehrs in Deutschland (über 200 0. H.) konnte er feststellen, daß auch in Lich der Fremdenverkehr eine immer größere Steigerung erfahre. So wiesen die Gasthauser unserer Stadt im Jahre 1900 eine Belegzisfer von 200 Fremden mit 200 Uebernachtungen auf, während allein im Jahre 1937 bis jetzt 1228 Fremde mit 2500 Uebernachtungen festgestellt wurden. Auch Ausländer aus Amerika, England, Holland und Oesterreich zählten zu diesen Gästen. Der Jahresbericht konnte ferner von einer Fülle von Arbeiten berichten, die zur Hebung des Fremdenverkehrs und zur Verschönerung des Stadtbildes durchgeführt wurden, oder in Aussicht genommen sind. So wurde ein neuer Prospekt unserer Stadt herausgegeben, der als Titelbild unser neues Waldschwimmbad zeigt. Zwei künstlerisch einwandfreie Wegweiser (Schnitzwerk) wurden gestiftet. Das Gefallenendenkmal erhielt neue Blumenkasten. Der Eckplatz an der Bahnhofstraße soll sobald als möglich eine schöne Gartenanlage erhalten. Es besteht Aussicht, daß das Museum im nächsten Jahre einen würdigen Raum für seine Sachen bekommt. 155 Mitglieder gehören dem Verein an. Im Vorstand traten durch Wegzug und Jn- ruhestandsvevsetzung verschiedene Veränderungen ein; so wurde Bürgermeister i. R. Walz Rechner, Lehrer Schnier le Schriftführer, die Reichsbahn ist durch Bahnhofsvorsteher Nothnagel und die DAF. durch Maschinist Trechsler im Vorstand vertreten. Bürgermeister Geil, dem der Vereinsführer für die wertvolle Unterstützung seitens der Stadt dankte, berichtete über den Stand verschiedener Arbeiten, die für die nächste Zeit in Aussicht ge- # Mainzlar, 1.Nov. Im Saale von Müller fand ein Schulungsabend der NSDAP, statt, _ der stark besucht war. Ortsaruppenleiter Pflüger gab eine Reihe von Anordnungen bekannt. Anschließend sprach Kreisamtsleiter Heß über das Thema „Volkstum und Raum". Der Redner erntete reichen Beifall. — Im Wäldchen am Hainbuch wurde unter Leitung von Förster B 0 n k e nach D ä ch s e n gegraben. Sechs Dächse wurden zur Strecke gebracht. Auch ein Fuchs wurde erlegt. gfs. Burkhardsfelden, 2. Nov. Der Reichsmütterdienst im Deutschen F r a u e n w e r k beendete hier einen Lehrgang in Gesundheitsfürsorge und häuslicher Krankenpflege. Zu einer frohen Abschlußfeier kamen die 37 Teilnehmerinnen mit zahlreichen Gästen im Saal von Hinter zusammen. Die zur bevorstehenden Verdunkelung Zugelassene Verdunkelungs-Stoffe in verschiedenen Farben, 130 und 160 cm breit das Meter von Mk. 2.00 an, stets vorrätig MemMgen IdselWWU MellWWN GeiMleall.M empfiehlt Karl Schmidt _ (Sieben [7161D Löberstraße 19. An-und Verhaut von Lumven, Eisen, Pavier Flaschen u. alle Metalle. Jede Bestellung wird abgeholt. 0209f H. Schneider Neuenweg 6 Telephon 3187 Hier abschneiden! Dumpfe Luft Durchliegen (Er darf nicht fehlenk Der Durchschlag erfüllt viele gute Dienste im Haushalt. Außer den altbekannten Durchschlagen aus Emaille gibt es auch die modernen Passiersiebe Sie sind sehr praktisch. Auch das bekommen Sie bei Hauser und sogar sehr preiswert. V. Häuser, Gießen, am Oswaldsgarlen, Fernsprecher 2145/2146. Zwangsvollstreckung.nicht verurteilt werden, wenn die Frau wegen Schulden verklagt ist, die sie nach der Eheschließung ohne die erforderliche Zustimmung des Mannes gemacht hat, oder die aus dem Vorbehaltsgut der Frau stammen ((. a. Vorbehaltsgut. eheliches Eüterrecht). Dumpfe Luft entfernt man aus Wohnräumen, indem man die Fußböden mit Lysolwasser aufwischt oder Schwefelfäden verbrennt. Auf einen Eimer Wasser nimmt man einen Eßlöffel Lysol Duralumin, eine Mischung von Aluminium und Kupfer, die besonders leicht und dennoch fest ist. Duralumin wird deshalb für Flugzeuge und Kraftwagen verwendet. Durchbruch der Zähne, auch Zahnen der Kinder genannt, geht häufig mit Störungen des Allgemeinbefindens einher. Soll in einer bestimmten Reihenfolge vor sich gehen. Vgl. Milchzähne. Durchfall (Diarrhöe), häufige Entleerung dünner, mehr oder weniger flüssiger Stühle, bedingt durch beschleunigte Peristaltik (Darmbewegung zur Austreibung der Kotmasien) infolge von Darmkrankheiten, bes. Darmkatarrh, nervösen und reflektorischen Einflüssen. Bei Mitbeteiligung des Magens Übelkeit und Erbrechen. Abführmittel einneh- men, kein Stopfmittel, Bettruhe warme Umschläge, ungezuckerier Tee, dann Reis- oder Haferschleim. Erst allmählicher Übergang zu leichter gemischter Kost. Hülsenfrüchte (Erbsen, Linsen) noch längere Zeit meiden. Manchmal folgt auf den Durchfall Verstopfung. Behandlung am besten mit Einlauf. Infolge des großen Wasserverlustes bei Durchfällen Durstgefühl, Trockenheit im Munde. Da Durchfall ein Anfangssymptom schwerer Erkrankungen sein kann (Ruhr, Cholera, Typhus, auch Zuckerkrankheit und Basedow können mit chron. Durchfällen einhergehen), ist es zweckmäßig, in allen irgendwie unklaren Fällen den Arzt zu fragen. Durchfälle können auch bei nervösen Menschen die Folge von Aufregungen sein. Durchlauferhitzer, Kohle-, Gas- oder elektrische Öfen, in deren Rohrschlangen sich Wasser beim Durchlaufen sehr schnell erhitzt. Die Anlage ersetzt eine Warmwasserversorgung. Durchliegen, Decubitus, Druckbrand, Druckgeschwür, Wundliegen, das Wundliegen der Kranken bei mangelhafter Eewebs- ernährung, verursacht durch geistig oder örtlich bedingte Empfindungslosigkeit, Benetzen mit Harn, Aufliegen auf harter, nicht glatter Unterlage usw. Die Geschwüre entstehen an den Stellen, an welchen die geschwächten Kranken aufliegen. Peinlichste Pflege nötig. Betten aus Lujt- oder Wasserkissen, Faltenbildung im Bettlaken und in der Bettwäsche durch öfteres Elattstrei- chen verhindern. Sauberkeit. Die Behandlung mit Salben, Puder usw. überlasse man der ärztlichen Anordnung. Aus der engeren Heimat. Aus demHaushaltsplanderStadtLich. Wie die Stadtverwaltung in Halts?i" bekanntgab, ist der 7 PzJyr das Rechnungsjahr haVift ß4nn°l9t ^gesetzt: im ordentlichen Haus- mJjJ11 Annahmen und Ausgaben auf je 403 698,25 -UcarE, nn außerordentlichen Haushalt in Einnah- men und Ausgaben auf je 99 067,42 Mark. Die ; r? t?6 r bie Gemeindesteuern wurden wie * festgesetzt: Grundsteuer von Gebäuden und 4l),8 Pf. für je 100 Mark Steuerwert, Grundsteuer von land- und forstwirtschaftlich oder Snrtnerisch genutzten Grundbesitz 60,8 Pf. für je 1. Mark Steuerwerk. Bei der Gewerbesteuer belauft sich der Hebesatz auf 319 Pf. für je 100 Mark Steuerwerk. Die Sondergebäudesteuer beträgt für le 1 Mark des staatlichen Sondergebäudesteuersolls von den Steuerwerken a) bis 7000 Mark 54 9 Nf b) über 7000 Mark 47,93 Pfennig. An Bürqersteuer werden 250 v. H. des Reichssatzes erhoben, die inzwischen durch Gemeinderatsbeschluß für das °(nhr 1938 auf 500 v. H. der Reichssätze erhöht werden mußten mit Rücksicht auf zu erwartende Mehrausgaben. Letztere sind nötig zur Bildung von Rück- lagen, neuen Aufgaben und zur Lastenverteiluna zwischen Land und Gemeinden. Die Filialstem»? wurde auf 382 v. H. der gemeindlichen Gewerbesteuer festgesetzt. Die Steuersätze fanden die Genehmigung des Kreisamts Gießen. 9 Unfälle auf dem Lande. Ein Einwohner von G r ü n b e r g zog sich durch einen Sturz vom Rade einen Bruch der rechten Schulter zu. - Der 16jährige Schlosserlehrling Werner Rtehn in Lollar wurde durch den Schrotschuß eines unvorsichtigen Schützen erheblich verletzt. — Bei einem Fußballspiel in Butzbach wurde der 16 Jahre alte Reinhold G l a u m aus Großen-Linden durch einen Ellenbogenstoß ttt den Unterleib schwer verletzt. Der bedauernswerte junge Mann mußte sofort in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht werden. Er liegt da auf operativem Wege die Milz entfernt werden mußte schwer darnieder. — Das 7jährige Söhnchen Heinz des Webers Stein von Ruppertenrod wurde von einem Auto angefahren und mußte mit einer schweren Kopfwunde in ärztliche Behandlung gebracht werden — Der Zgjährige Bauer Karl Konrad aus Bellersheim zog sich einen «ruch des rechten Oberarmes zu. Sämtliche Ver- unglückten wurden zur Behandlung in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht. Landkreis Gießen. 00 Klein-Linden, 1. Nov. Hier sprach im Saale ^Zur deutschen Eiche" ^001^5^611611. walter C. L. Schmidt (Gießen) über die Organisation der Deutschen Arbeitsfront und den Segen der DAF. für die Volksgemeinschaft, namentlich auf oem Gebiet der Volksgesundheit, der Berufser- Zlehung und der Betreuung der Volksgenossen. 8. L a n g - G ö n s , 1. Nov. Am vorigen Freitag Zeigte die G a u f i l m st e l l e in der Turnhalle den Mim „Der Kurier des Zaren". Die Vorführung sand bei der zahlreich erschienenen Zuschauerschaft lebhaften Beifall. — Am Sonntagnachmittag uurzte in unserem Dorf an einer Wegkreuzung, -urcf) die Glätte des Pflasters bedingt, ein Motorradfahrer. Er kam mit dem Schrecken davon, doch wurde die Maschine stark beschädigt. — Das gute Wetter der letzten Wochen hat viel dazu beigetragen, daß fast sämtliche Feldarbeiten erledigt wer- oeu konnten. Der Stand des Wintergetreides ist vorzüglich. Auf den Kleeäckern bringen die sich zahlreich vermehrenden Feldmäuse Schaden. Die Landwirte sind gezwungen, Giftweizen zu legen, um die schädlichen Nager zu vermindern. Gegen den Frostspanner wurden an sämtlichen Apfel- und Birnbäumen der Gemarkung Klebegürtel angebracht. — Der Obst- und Gartenbauver- e i n hat vor kurzem einen Süßmostapparak ange- Masst' der allen Einwohnern gegen eine geringe Gebühr zur Verfügung steht. Die Herstellung von Süßmost, auch in kleineren Mengen, gelingt vortrefflich. -Steinbach, 2. Nov. Gestern wurden die alten Leute unserer Gemeinde, die über 65 Jahre alt sind, durch die Dorfschelle eingeladen, sich Zu einer Freifahrt auf der Reichsautobahn anzumelden. Die Firma Amstutz, Bad Homburg, die die Arbeiten beim Bau der Reichsautobahn »durch unsere Gemarkung vorgenommen hatte, lud dazu ein. wg. Großen-Buseck, 1. Nov. Infolge der lebhaften Bautätigkeit in der Wilhelm- st r a ß e während der letzten Jahre sah sich die Gemeindeverwaltung genötigt, diese Straße um ein erhebliches Stück zu verlängern und auszubauen. Die Straße erhält gegenwärtig einen festen Fahrdamm und zwei Bürgersteige, nachdem vor einiger Zeit Kanalisation und Wasserleitung gelegt worden waren. — Bei der in den Hinteren Waldungen des Jagdpächters Rinn & Clo 0 s durchgeführten Treibjagd wurden 39 Hasen, 5 Füchse, 1 Fasan und 1 Schnepfe erlegt. wg. Großen-Buseck, 2. Nov. Bei einem Gang durch unsere Gemarkung kann man sich davon überzeugen, daß für die Pflege der Obst- bäume wieder viel getan wird. Die Obstbäume werden gegenwärtig gesäubert und mit Leimringen versehen. Auch wird die Erde unter den Bäumen im Umkreis bis zu 2 Meter umgegraben und gedüngt. Die vorbildliche Baumpflege wird sich sicherlich bezahlt machen. Wärme bedeutet .....Gesundheit! Gar vielerlei, das an kalten Wintertagen dem Schutz gegen Kälte dient, treffen Sie jetzt bei uns in der richtigen Auswahl an. So zum Beispiel: Reise-Decken zu 11.90 13.50 14.75 20.50 Schlaf-Decken zu 4.90 5.90 6.75 7^90 Franz Vogt & Co. X Gießen 6924 A »R Seltersweg 44, Ruf 2464 O Die Schreibfaulheit ist eine weitverbreitete Krankheit, die man am besten mit einer Mercedes Selekta Kleinschreibmaschine kuriert. Denn viele meiden den Umgang mit Bleistift und Feder nur darum, weil sie ihre eigene Handschrift nicht schön genug finden. Also „nehmen Sie Mercedes Selekta"! Erhältlich bei i Solide gearbeitet und aus gutem Material hergestellt sind die Wasch- und Scheuerbürsten, Schrubber, Schuh- und Kleiderbürsten, Bohner, Handfeger, Besen, Teppichbürsten von Z J. B. Häuser ä Gießen,a.Oswaldsgarlen \VÄ Fernruf Nr. 2145-2146 6650 A giessen*m;$u<5BURg icr 7169 A 1Brille h hier * Grünberg, 2. Nov. An der Wegegabelung Grünberg — Mücke — Weickartshain wurde in der Nacht zum Montag der Arbeiter Karl Hainbach aus Lauter bewußtlos neben seinem Motorrad auf der Landstraße liegend aufgefunden. Der bedauernswerte Mann war auf der Heimfahrt mit der Maschine g e st ü r z t. Er wurde mit erheblichen Verletzung^ nach seiner Wohnung verbracht. A Holzheim, 1. Nov. Im Saale von Same s fand ein Mitgliederappell der Zelle Holzheim der NSDAP, statt. Ortsgruppen; leiter und Bürgermeister Buß von Gambach sprach über das Thema „Die Weltanschauung des Nationalsozialismus". Der Vortrag wurde mit lebhaftem Beifall ausgenommen. Einige gemeinsam gesungene Lieder verschönten den Abend. CO Eberstadt, 1. Nov. Die hiesige Kriegerkameradschaft hielt bei guter Beteiligung ein Preisschießen ob, an dem sich die alten Soldaten besonders.lebhaft beteiligten. Folgende Ergebnisse wurden erzielt: 1. Heinrich Görlach XI. 69 R.; 2. Erwin Löbrich, Paul Görlach 69 R.: 3. Erwin Löbrich 67 R-: 4. Hugo Müller 67 R.; 5. Karl Reitschmidt 67 R.; 6. Karl Kiefer 66 R.; 7. Richard Eich 66 R.; 8. Heinrich Wehrum 63 R.; 9. Philipp Herbert 63 R.; 10. Adam Engel 62 R.: 11. Karl Ruß 62 R.; 12. Hermann Buß 57 R.; 13. August Schneider 55 R.: 14. Heinrich Fischer 54 Ringe. Die Kriegerkameradschaft beschloß, in Gemeinschaft mit dem Unteroerband Ober-Hörgern sich an einer Gemeinschaftsfahrt nach dem Kyff- häuser zu beteiligen. cxd Langsdorf, 1. Nov. Gestern beging die hiesige Gemeinde die 400-Jahrfeier des Evangeliums in Langsdorf. Der Einladung zu diesem Jubiläum waren die hiesigen und die auswärtigen Langsdorfer sowie viele Evangelische der benachbarten Gemeinden in so großer Zahl gefolgt, daß eine Versammlung von etwa 700 Erwachsenen unsere geräumige Kirche füllte. Unser Bläserchor hatte sich wieder in den Dienst der Feier gestellt, ließ auch nach dem Festgottesdienst sei«« Klänge von der Höhe der Glockenstube im Kirchturm herab erschallen. Der Kirchenchor belebte die Veranstaltung durch die Darbietung des von Lehrer Held mann eingeübten Feldliedes Gustav Adolfs „Verzage nicht, du Häuflein klein". In der Festpredigt knüpfte Pfarrer Metzler (Kirchberg) an den Lutherpsalm 46 an und zeigte die Kräfte reformatorischen Glaubens auf, denen die Erben die Treue zu halten hätten. Der Langsdorfer Pfarrer begründete in geschichtlicher Predigt den Termin dieser Jubelfeier. Aus archivalischen Studien war heroorgegangen, daß Langsdorf im Jahre 1537 ein evangelisches Dorf war. Fast 30 Jahre lang kämpfte die Gemeinde um ihr Luthertum in einem Zweifrontenkrieg, indem die eine Front gegen die staatliche und kirchliche Obrigkeit, die Grafen von Solms- Braunfels und Solms-Lich, gerichtet war, die bis 1554 bzw. 1561 der alten Kirche starr archingen. Die zweite Front war gegen da- sektiererische Schwärmertum der Wiedertäufer gerichtet, die in unserer Gegend eine eifrige Propaganda entfalteten. Der lange Kampf wurde gesegnet, indem der evangelische Glaube in die Tiefe de.r Dorfseele ein- ging. Die Teilnahme an der Feier sowie die große Aufmerksamkeit, mit der die Gemeinde dem Verlaus folgte, bewiesen, daß noch heute in den Gegenwärtigen der Geist der Väter von vor 400 Jahren sehr lebendig ist. Kreis Wehlar. > Rod heim a. d. Bieber, 1. Nov. Im Saale von Schlierbach fand ein Winzerfest statt, zu dem sich die Jugend von Rodheim zahlreich eingefunden hatte. Die KdF.-Kapelle spielte fleißig zum Tanze auf. ch Wißmar, 1. Nov. Im Garten des Landwirts H. Wagner an der Ruttershausener Straße stcht gegenwärtig ein Apfelbaum in voller B l ü t e. Außerdem wurden dieser Tage im Walde reife Himbeeren gepflückt. — Bei einer Treibjagd in unserer Gemarkung wurden 14 Hasen und 2 Fasane geschossen. Nundfunkprogramm Donnerstag, 4. November. 6 Uhr: Morgenlied. Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Werkskonzert. 10: Schulfunk. 10.30: Hausfrau, hör zu! 11.40: Deutsche Scholle. ,12: Platzkonzert. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Aus der Wunschkiste des Gaues Koblenz-Trier. 15: Volk und Wirtschaft. 15.15: Für unsere Kinder. 16: Fröhliche Weisen von Mosel und Rhein. 18: Zeitgeschehen im Funk. 19: Nachrichten. 19.10: Unterhaltungskonzert. 20: Festkonzert. 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 22.30: Volks- und Unterhaltungsmusit. 24 bis 1: Nachtkonzert. Auf Vorschlag des Reichsforstmeisters Generaloberst Göring hat der Führer und Reichskanzler den braunschweigischen Staatsminister Friedrich Alpers zum Generalforstmeister und Staatssekretär im Reichsforstamt ernannt. — (Scherl-M.) 90 br. ab Mtr. Krepp-83*'”’ in wunder voll farb.-Sortim. TaHeVeFnAbeXrb. dervollen au ^tr 85 ......... 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