Nr. 205 Erstes Blatt 187. Jahrgang Zreitag, Z. September 1957 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monatr Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr. . „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernsprechanschlüfse unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Zronlfurt am Main 11688 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsche Univerfitätsdruckerei «.Lange in Sieben. Schristleiiung und Geschäftrftelle: Schulstratze 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittag» Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Iqrt- anzeigen von70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrist nach vorh.Dereinbg.25O/g mehr. 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Aber in den letzten Jahren ist dank großzügiger Gemeinschaftswerbung des Handwerks verlorenes Gelände großenteils zurückgewonnen worden. So bezifferte sich der Ausfuhrumsatz des deutschen Handwerks 1936 auf rund 135 Millionen Mark. Was übrigens handwerksmäßig im Außenhandel für die deutsche Gesamtwirtschaft geleistet werden kann, beweist zum Beispiel die Tatsache, daß das seit jeher außerordentlich exportstarke und exportfreudige Drechslerhandwerk zum Beispiel gerade m diesen Tagen auf der Leipziger Messe einen ganzen Posten Drechslerwaren nach Australien in Auftrag nehmen kann, gegen den die deutsche Volkswirtschaft im Austausch australische Wolle erhält. Auch die Beteiligung des Handwerks an großen Messen des Auslandes, wie beispielsweise in Lemberg, Saloniki, Agram und Belgrad, auf denen die ausgestellten deutschen Handwerkserzeugnisse unmittelbar auf den Bedarf dieser Länder abgestellt sind, unterstreichen den Ausfuhrwillen des deutschen Handwerks. Gestützt wird es in diesem Bestreben durch die Ausfuhrförderstelle des deutschen Handwerks G. m. b. H. sowie neuerdings durch eine Fachzeitschrift „Die Leistung", durch die im Ausland neue Freunde der deutschen Handwerkserzeugnisse geroonnen werden sollen. Aber nicht nur das Ausland muß wieder Verständnis für deutsche Handwerkserzeugnisse finden, sondern auch das Inland. Auch der deutsche Verbraucher hat sich in den Nachkriegsjahren daran Iewöhnt, über dem Angebot von Massenwaren oft enug über das etwas teuere handwerkliche Quali- ttserzeugnis gering zu denken. Die Reichstagungen, ie die Jnnungsverbände der einzelnen Handwerks- weige veranstalten, sind ein ausgezeichnetes Mittel, ie irrigen Anschauungen zu korrigieren. So wird nanch einer, der in dieser Woche von dem Deut- chen Schneidertag in München hörte, 'erwandert sein, festzustellen, daß allein im deut- chen Herrenschneiderhandwerk 800 000 Menschen, Einschließlich der Familienangehörigen, ihr Brot inden, daß der Jahresumsatz des deutschen Herren- -riaßschneiberhanbwerkes allein eine Milliarde im : Jahr ausmacht, daß in dieser Summe allein 300 Millionen Mark enthalten sind, die das deutsche ^rchneiderhandwerk für den Einkauf von Werkstoffen lusgab, und 130 Millionen, die es für Löhne ahlte, nicht zu reden von der Befruchtung des >! Wirtschaftslebens durch die Erweiterung der ' Schneiderbetriebe, durch die Auftragserteilung auf ’ neue Maschinen und kleineres Handwerkszeug und «ufenderlei andere Dinge mehr. Auch der Aufbau Dieses Handwerkszweiges ist von Interesse: 75 v. H. i er Betriebe sind Einmannbetriebe, 25 v. H. beschäftigen Gesellen. Eine stattliche Zahl der Letzt- | Genannten hat bereits wieder beachtlichen Umfang, betriebe mit 39, 50, ja bis 100 Gesellen find heute leine Seltenheit mehr. Namentlich im Rahmen des Jierjahresplanes kommt diesem Handwerk größte Zedeutung zu. Ihm liegt es ob, die neuen Werkstoffe nicht nur bei der Kundschaft gut . kinzuführen, sondern sie so sorgsam und oerständ- lisvoll zu verarbeiten, daß der neue Werkstoff von sch aus zum besten Werbemittel wird. Darüber linaus ist sparsamstes Umgehen mit dem vorhandenen Material, sparsame Verwendung von Stoffmustern, sparsamer Zuschnitt, sorgsamste Behandlung des Materials in der Verarbeitung und Sammlung aller Abfälle gemäß der Aktion „Kampf iem Verderb" Aufgabe und Verpflichtung dieses in seiner Bedeutung oft verkannten Handwerks. * Als am 23 März d. I. die Preisfenkungsoerord- rung für Stickstoff- und Kalidüngung L’fanngegeben wurde, wurde vom Reichsnährstand und den maßgebenden Leitern der Erzeugungs- sHlacht innerhalb des Vierjahresplanes zum Ausdruck gebracht, daß diese Verbilligung zumindest zu einer Absatzsteigerung an Handelsdüngern um etwa 30 v. H. führt. Diese Erwartungen h.iben sich leider, wie die vorliegenden Berichte b*?r deutschen Düngerindustrie zeigen, nur zum Teil erfüllt. Die vor der Tijr stehende Herbstbestel- 0mg wird beweisen, ob die seinerzeitige Preis- slnkungsverordnung von der Landwirtschaft richtig ernannt wird, d. h. ob die Landwirtschaft der Parole folgt: „Steigerung der Erträge um jeden 5reis!" Während der Absatz an Stickstoff- und 5 hosphorsäuredüngemitteln gestiegen i)c, zeigen die Absatzkurven von Kali und Kalk en weniger günstiges Bild. Der Absatz an Stick- sioffdüngemitteln zeigt eine beachtliche Steigerung, an der Ammoniakdünger, Salpeters orten und besonders K a l k st i ck st o f f beteiligt sind. !' en in Au leführl- Die ie den M- M if‘ » aus»« " des Scbon linier fl6« Rai" ein rEL lerlagK- «>L'S ÄMk irjo „ Aoman^ . M°"jnek ul-., !Ro' schluß folgen, keine Piraterie oder irgend etwas Aehnliches im Mittelmeer zu dulden. Die Verstärkung der britischen Flotte in den spanischen Gewässern wird, laut „Daily Expreß", eine Zerstörerflottille, also 9 Schiffe, umfassen. Die Hälfte werde wahrscheinlich aus dem östlichen Mittelmeer und die übrigen von der Heimatflotte herbeigeholt werden. Obwohl England wahrscheinlich eine gewisse Zusammenarbeit mit anderen Mächten annehmen werde, werde sich die Regierung doch in erster Linie a u f den Schutz der britischen Flotte für die englischen Handelsschiffe verlassen. Wie die „Daily Mail" meldet, werden die Befehlshaber der englischen, Schiffe angewiesen werden, eine Suche nach allen im Mittelm eer vorhandenen! U-Booten zu veranstalten und deren Manöver zu beobachten. Neue Anweisungen an die Flotte würden eine erhöhte Wachsamkeit und schnelles Handeln im Falle weiterer Angriffe fordern. Wie der diplomatische Korrespondent des „Daily Herald" meldet, werden alle englischen Kriegsschiffe im Mittelmeer angewiesen, jedes angreifende U-Boot in Zukunft ohne Zögern zu versenken. „Schluß mit der Seeräuberei im Mielmeer!" Jetzt endlich zeigt auch die Times Verständnis für Deutschlands Haltung. London, 3. Sept. (DNB. Funkspruch.) Mehrere Morgenblätter befassen sich mit den Angriffen auf britische Schiffe im Mittelmeer und mit dem Beschluß oer englischen Regierung, ihre Mittelmeerflotte zu verstärken. Die „Time s" weist auf den Angriff gegen den englischen Zerstörer „Ha- aock" hin und erklärt, daß die englische Oeffentlich- keit jetzt mehr Verständnis und Sympathie für das Gefühl haben werde, das in Deutschland geherrscht habe, als das Panzerschiff „Deutschland" vor drei Monaten durch Bomben getroffen und als kurz darauf ein Torpedoangrisf gegen den Kreuzer „Leipzig" gerichtet worden sei. Das Blatt erklärt, daß die Lage im Mittelmeer immer unerträglicher werde. Es sei unerhört, daß die Schiffe aller Nationen, die sämtlich miteinander in Frieden lebten, nicht mehr in der Lage seien, das Mittelmeer, eine der größten Schiffahrtsstraßen der Welt, unbelästigt zu benutzen. Selbst wenn die spanischen Mächte als kriegführende Parteien anerkannt würden, dürften sie nur das Recht haben, die ausländischen Schiffe anzuhalten und zu untersuchen, nicht aber, iezuversenken. Der gegenwärtige Zustand der Seeräuberei lasse nur einen Weg offen, den )ie britische Mittelmeerflotte bereits eingeschlagen habe, nämlich sofortige Gegenangriffe gegen die Piratenschiffe. Diese neue Methode bedeute fein Abweichen von der festgelegten britischen Zolitik und der Unparteilichkeit zwischen den beiden panischen Streitparteien, sondern es handele sich ediglich um eine Maßnahme der Selbst - Verteidigung. Die „M o r n i n g P o st" schreibt, es könne nicht I »gelassen werden, daß eine Hauptader des britt- chen Handels wieder in den Zustand zurückfalle, rt dem sie sich zur Zeit der Seeräuberei und Frei- euterei befunden habe. Allerdings könne man nicht llen zur Zeit im Mittelmeer Handel treibenden Schiffen eine übertriebene Sympathie zuteil werden lassen. Einige von ihnen yätten erst neuer« ’ings b i e Flagge gewechselt, und ihre Zesitzer würden für Den Handel, den sie mit den panischen Parteien trieben, angemessen entschädigt Derben. „Daily Expreß" fordert ebenfalls, daß eine fr ren ge re Unterscheidung zwischen den eigentlichen englischen Handelsschiffen, die recht- mäßig Handel im Mittelmeer treiben und denjenigen Schiffen gezogen werden müsse, die u n - Ur englischer Flagge Valencia mit Kriegsmaterial belieferten. Die englische Flotte sei nicht dazu da, um ausländische Seeleute zu beschützen. Vrilischer Tankdampser von rotem L-Voot versenkt. London, 2. Sept. (DNB.) Wie „Preß Association" meldet, hat die Reederei des britischen Dampfers „Woodford" ein Telegramm erhalten, wonach der Dampfer auf der Fahrt von Barcelona nach Valencia, 18 Meilen von der Küste entfernt, torpediert worden sei. Dabei seien ein Mann getötet und sechs Mann verletzt worden. Der Zwischenfall habe sich zwischen der Inselgruppe Columbretas und der Küste abgespielt. Die „Woodford" ist ein Tanker von 6987 Tonnen. — Wie Reuter nach telephonischer Rücksprache mit dem Kapitän meldet, ist der Dampfer drei Stunden nach der Torpedierung gesunken. Die Mannschaft des Dampfers konnte in Rettungsbooten Benicarlo erreichen. Die Ueberlebenden zählten einschließlich des Kapitäns 32 Mann. Sie berichteten, daß sie am Mittwochmorgen, als sich ihr Schiff 25 Meilen von der Küste entfernt befand, einUnterfeeboot — bekanntlich ein bolschewistisches — gesichtet hatten, das zwei Torpedoschüsse auf den Tanker abgab. Die „Woodford" sei schnell gesunken, während ihre Besatzung in die Rettungsboote flüchtete. Der Angriff auf den „Havock". London, 2. Sept. (DNB.) Angehörige der Besatzung des Zerstörers „H a v o cf", der am Donnerstag wieder in Gibraltar eingelaufen ist, erflärten zu dem Unterseebootsangriff, daß sie die Torpedos hätten anfommen sehen. Die „Havock" habe daraus Zickzackkurs gesteuert und auch Tiefenladungen abgegeben. Gleichzeitig habe der Zerstörer die in der Nähe befindlichen englischen Kriegsschiffe fun- fentelegraphisch von dem Angriff in Kenntnis gesetzt. In einem Umkreis von 10 bis 15 Meilen fei d i e Umgebung abgesucht worden, ohne daß ein Unterseeboot gesichtet werden fonnte. Die Besatzungsmitglieder äußerten die Ansicht, daß das Unterseeboot von den Schüssen getroffen und versenft worden sei, da man furz nach der Beschießung O e l auf der Wasseroberfläche gesehen hätte. Der japanische Reichstag zusammengetreten. Oie finanzielle und wirtschaftliche Sicherung der Kriegführung. T o k i o , 3. Sept. (DNB. Funkspruch.) Die außer- cußerordentliche 72. Sitzung des japanischen Reichs- ttges wurde am Freitagfrüh feierlich eröffnet. Der Reichstag, der ausschließlich im Zeichen des japanisch-chinesischen Konflifts steht, wurde zusarnmen- cerufen, um einen zusätzlichen Haushalt ran zwei Milliarden Hen für die militärischen Operationen in China zu bewilligen und eine Reihe ian friegswirtschaftlichen Sonder- cesetzen zur wirtschaftlichen und finanziellen Durchführung des Kampfes in China anzunehmen. S ie Bewilligung der Zusatzmittel und die Annahme ter Gesetzesvorlagen sind gesichert, da alle politischen Parteien, die Wirtschaft und die Wehr- r acht geschlossen hinter der Regierung stehen. Sine Erk arung Krotas. T o f i o , 2. Sept. (Ostasiendienst des DNB.) Ausländischen Pressevertretern erflärte Außenminister f)i r o t a , sowohl in Nordchina als auch in Schang- bii hätten Provokationen auf chinesischer Seite die Feindseligkeiten heraufbeschwo- rm. Die Ursache sei darin zu suchen, daß die Führer bis heutigen Chinas seit langem den Sinti« Japanisrnus als Werkzeug für ihre politischen Zwecke gefordert hätten. Sie hätten durch ihr Zusammengehen mit dem Kommunismus offen und zielbewußt den Krieg gegen Japan vorbereitet. Besonders kennzeichnend sei der Nichtangriffspakt zwischen China und Sowjetrußland. Japan könne als Bollwerk gigen die kommunistische Bedrohung Ostasiens nicht untätig bleiben. Der chinesisch-japanische Konflikt sei in vollem Gange trotz der Bemühungen Japans, itn zu vermeiden. Japan sei dennoch bereit, bie nach China entsandten Streitkräfte zurückzu- rufen und mit China Freundschaft zu schlie- ß-n, falls die Nankingregierung den Beweis einer grundlegenden Neuorientierung Japan gegenüber erbringe. Bis dahin allerdings fei Japan er tfdjloffen, feine Politik strikt durchzuführen. Schließlich versicherte Hirota, die Rechte dritter .Dächte zu garantieren, wobei er der Hoffnung Ausdruck gab, daß diese Mächte sich solcher Handlungen enthalten würden, die die Feindseligkeiten Dirlängem konnten. Japan kämpfe ausschließlich gi$en die antijapanischen Elemente in China. Die japanische Bevölkerung Hongkongs gefährdet. Tokio, 3. Sept. (Ostasiendienst des DNB. Funk- jp'uch.) Die japanischen Blätter äußern größte Be- (o-gnis über das Schicksal der Japaner in Hongkong. Man erhielt beunruhigende Nachrichten über aggressive Absichten der chinesischen 8r Völker ung Hongkongs, deren feindselige Hal- ling gegen die japanischen Einwohner aufs äußerste gestiegen Ist. Die britischen Behörden der Stadt Hongkong fordern die Japaner auf, ihre Wohnungen zu verlassen, um geschlossen Z u - flucht in Hongkongs Umgebung aufzusuchen, da die Maßregeln der britischen Behörden die Gefährdung von Leben und Eigentum der Japaner Hongkongs nicht verhindern konnten. Die Frauen und Kinder der japanischen Bevölkerung beginnen Hongkong z u räumen, nachdem viele hunderte aufrührerische Chinesen Donnerstag begannen, japanische Geschäfte zu plündern. Wieder ArtillerieMigkett in Schanghai. Schanghai, 3. Sept. (DNB. Funkspruch. Ostasiendienst des DNB.) Mehrere unbemerkt in dem Raum von Putung vorgeschobene chinesischen Batte- rien eröffneten heute plötzlich Feuer auf das japanische Generalkonsulat und in der Nähe gelegene japanische Kriegsschiffe. Damit haben die Chinesen die Gefechtstätigkeit wieder in das Putung-Gebiet vorgetragen, wo seit mehreren Tagen Ruhe herrschte, und die berühmte Sttaße in der Internationalen Niederlassung, der „Bun d", ist jetzt wieder in die unmittelbare Gefahrenzone gerückt. Da die japanischen Kriegsschiffe sofort das Feuer erwiderten entspann sich zugleich ein lebhaftes Artillerie-Gefecht, In dessen späterem Verlauf die chinesischen Batterien oer» stammten. Die javanischen Truppen erstürmten die Shit- z e l i n - F o r t s im Nordwesten von Schanghai. Da sie auch die Wusung-Forts schon seit Tagen beherrschen, konnten sie jetzt zwischen allen Landungsabteilungen der japanischen Armee die Verbindung Herstellen. Damit sind die Voraussetzungen für einen geschlossenen Vormarsch des Landungskorps auf die Eisenbahnlinie Schanghai — N a nking geschaffen worden. Don japanischer Seite wird weiter erklärt, daß sich die T u n g ch l - U n i v e r s 11 a t in japanischem Besitz befinde. Ferner verlautet, daß die Japaner die Stadt P a o s h a n umzingelt haben. Im Yangtsepo-Gebiet werden starke japanische Truppenbewegungen beobachtet. Das Auto einer deutschen Firma in Schanghai beschossen. Schanghai, 2. Sept (Ostasiendienst des DNB,) Drei Angestellte der deutschen Firma Teige & Schroter gerieten auf dem Rückwege von einer Untersuchung des Lagerhauses ihrer Firma im Jangtsepu- Geblet mit ihrem Auto in der Nahe des Honkiu- Parkes zwischen japanische und chinesische Stellun- Kleine Bilder aus Oesterreich. Kampf um Grinzing. — Oer geheimnisvolle Mann von Aurolzmünster. Don unserem A. St-Berichterstatter. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Wien, August 1937. In den Wiener Zeitungen tobt augenblicklich ein Kampf um eine Frage, die auch in der Bevölkerung den weitesten Widerhall gefunden hat. Soll das liebe alte Grinzing, der berühmte Weinort an den Hängen des Kahlenberg, verschwinden ober soll er erhalten bleiben, wie er ist. Seitdem die neu- gebaute Höhenstraße über die Hügel des Wiener Waldes, deren Anfanasstück durch Grinzing läuft, einen ungeheuren Verkehrsaufschwung in den kleinen Weinort gebracht hatte, wurde das Der- kehrsproblem in Grinzing brennende Tagesfrage. Die Straße drängt sich hier eng durch die uralten Weinschenken, und besonders an Sonntagen bilden sich kaum aufzulösende Knäuel von Kraftwagen. Das naheliegendste war natürlich, nun eine Reihe dieser Weinbauernhöfe, besonders jene, die sich allzu dicht an die Straße schieben, niederzureißen. Aber an jedem dieser Häuser hängt ein Stück großer Wiener Erinnerung. In dem einen pflegte Schubert mit feinen Freunden zu sitzen, in dem anderen hat Beethoven unsterbliche Weisen komponiert. Hier wiederum saßen die großen Politiker des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, dort wieder Grillparzer, der einsame, menschenscheue Hofrat des Staatsarchivs und große Dichter. Sollen diese nicht nur allen Wienern, sondern darüber hinaus allen Deutschen teuren Erinnerungsstätten denn wirklich der Spitzhacke verfallen müssen? Die Gemeinde Wien entschloß sich also, ein Preisausschreiben zu erlassen, in dem die Architekten aufgefordert wurden, Pläne zur Lösung des Verkehrsproblems unter Wahrung des geschichtlichen Charakters Grinzings auszuarbeiten. Das Preisausschreiben mißlang, die eingereichten Entwürfe vermochten eben das schier unlösbare Problem nicht zu lösen. Das Bauamt der Gemeinde Wien kündigte ein neues Studium des Problems an. Man glaubte also allgemein, daß die Frage vorläufig verschoben worden sei, als plötzlich vor einigen Tagen Wien von der „Schreckensnachricht" überrascht wurde, daß man mit der Nied er - reihung eines der berühmtesten dieser Alt- Grinzinger Häuser bereits begonnen habe. Ein heimlicher Uebersall also auf das liebe Grinzing? Ein Anfang offenbar, dem in rascher Folge noch zahlreiche dieser Weinschenken folgen sollen. Grinzing in Gefahr! Die Zeitungen rühren sich, aus oem Publikum regnet es Proteste. Ob sie nützen werden? Wien bangt um Grinzing!... Auf dem uralten Schloß Aurolzmünster in Oberösterreich, das heute in einen prächtigen Herrensitz umgewandelt ist, lebt seit Jahrzehnten ein geheimnisvoller Mann: Karl Schappeller, der Erfinder der „Raumkraft". Immer wieder taucht sein Name auf, immer wieder hört man von geheimnisvollen Geldgebern, die bereit sind, seine phantastischen Pläne mit ungeheuren Summen zu unterstützen. Schappeller ist in einem Arrneleute- haus in Aurolzmünster geboren und kam als Lehrbub zu einem Tischlermeister. Später brachte er es zu einem Postbeamten, vis er plötzlich im Jahre 1920 mit seinem Raumkraftplan hervortrat. Er erklärte, einen Apparat erfunden zu haben, der seine unerschöpflichen Kräfte aus dem Erdmagnetismus schöpfe und der gewissermaßen die prak- ttsche Lösung des Perpetuum mobile darstelle. Der Mann wußte seine phantastischen Pläne mit einer solchen suggestiven Kraft vorzutragen, daß es ihm gelang, außerordentliche Geldquellen für die Verwirklichung seiner Idee aufzuschließen. Unter seinen zahlreichen Geldgebern befand sich auch ein Hofstallmeister des ehemaligen deutschen Kaisers. 1925 erwarb Schappeller das Schloß Aurolzmünster, ließ es von den berühmtesten Architekten Oesterreichs zu einem prachtvollen Herrensitz umgestalten und flitzte nun in einer Luxuslimousine an den staunen- oen Dorfbewohnern vorbei, die den kleinen Schappeller noch damals gekannt hatten, als er mit zerschliessenem Anzug und zerfetzten Schuhen von seinem Asyl im Armenleuthaus zu seinem Lehrmeister pilgerte. Jahre vergingen. Auf Schloß Aurolzmünster herrschte immer Betrieb. Aus England und Amerika kamen Besucher, brachten immer wieder Geld, und der Goldstrom nach Aurolzmünster wollte nicht abreißen, obgleich man von dek Verwirklichung des Raumkraftproblems nie etwas Bestimmtes erfuhr. 1929 dann kam ein plötzlicher Zusammenbruch. Einzelne seiner Geldgeber drangen darauf, daß Fachgelehrte die Ideen Schappellers prüfen sollten, und dieser mußte dem Drängen schließlich nachgeben. Der berühmte Wiener Physiker T h i r r i n g begab sich auf das Schloß Aurolzmünster, um es nach einem Tag wieder blitzartig zu verlassen. Sein Urteil war vernichtend. Es schien aleichzeitig auch das Todesurteil Schappellers zu sein, die Geldquellen versiegten. Die Gerichtsvoll st recker erschienen auf dem Schloß und klebten ihre Pfändungsmarken auf die prachtvollen Möbel, auf die kostbaren Antiquitäten, die allüberall die Glaskästen und Tische zierten. Einige Jahre später versuchte Schappeller eine Verzweiflungstat. Er erklärte, daß sich auf dem Grunde des Schlosses das langgesuchte Grad Attilas des Hunnenkönigs befinde, der hier zusammen mit seinem unermeßlichen Goldschatz den ewigen Schlaf tue. Die Verlautbarung zeigte einigermaßen Wirkung. Wieder fanden sich einige Geldgeber, man grub, schaufelte und bohrte, hob Kubikmeter um Kubikmeter Erde aus dem fruchtbaren oberösterreichischen Boden, doch der Schatz blieb ungehoben. Das Ende Schappellers schien unerbittlich zu kommen. Allerdings verstand er es mit großer Geschicklichkeit, die Zwangsversteigerung des Schlosses immer wieder hinauszuschieben. Aber um das Schloß wurde es einsam. Welches Erstaunen ergriff nun die Bewohner von Aurolzmünster, als vor wenigen Tagen ein prächtiger englischer Kraftwagen vor dem Schlosse vorfuhr, ein würdevoller Mann feinem Innern entstieg. Wenige Tage später wurden auf ein Wiener Bankkonto Schappellers 5000 Pfund eingezahlt. Wieder wenige Tage später konnten die Wiener Blätter melden: „Alle Gläubiger Schappellers befriedigt, geheimnisvoller Engländer finanziert neuerdings die Raumkraft". Voll Ehrfurcht blicken die Bewohner von Aurolzmünster wieder auf Schappeller. Wiederum umwittert ihn geheimnisvoller Nimbus. Man beginnt wieder an ihn zu glauben... Nur eine nicht — feine hoch- betagte Mutter hat sich bis heute nicht bewegen lassen, auf das Schloß zu ziehen. Sie wohnt wie ehedem im Armeleutehaus im Dorf Aurolzmünster. gen und wurden von Chinesen mit einem Maschinengewehr beschossen. Dabei wurden der Deutsche Rudolf Berg durch einen Streifschuß am Hinterkopf und einen Beinschuß und der Tschechoslowake Canetti durch zwei Schüsse am Auge und an der Schulter verwundet. H. Roß, der dritte Insasse des Wagens, wurde nicht getroffen. Japanische Soldaten brachten die Verwundeten in das Paulun-Hospital. Lebensgefahr besteht nicht. Deutscher Zunge von spanischen Bolschewisten verschleppt Santander, 2. Sept. (DNB.) Ein deutscher Staatsangehöriger, der vor der bolschewistischen Revolution viele Jahre in Madrid gelebt hat, ist nach dem nationalen Sieg von Santander in diese Stadt gekommen, um seinen 11 j ä h r i - gen Jungen zu suchen, der dort bei Ausbruch des Krieges zur Erholung weilte. Durch die Aussagen von Einwohnern Santanders wurde nun festgestellt, daß die Bolschewisten das Kind auf ihrer Flucht mit nach Asturien verschleppt und es zu schweren Grabenarbeiten gezwungen haben. Balkan-ahrt des NGKK. Berlin, 2. Sept. (DNB.) Das Nationalsozialistische Kraftfahrerkorps veranstaltet vom 18. September bis zum 6. Oktober eine große Tourenfahrt durch Jugoslawien und Bulgarien. Der Hauptzweck dieser Fahrt besteht darin, die alten automobil-touristischen Beziehungen zu diesen beiden Balkanländern, die unter den augenblicklichen Devisenverhältnissen nur sehr schwer ausrechterhalten werden können, nicht abreißen zu lassen. Die Wagenkolonne besteht aus 30 Fahrzeugen sämtlicher deutschen Fabrikate. Sie wird somit einen hervorragenden Ueberblick über Konstruktionstechnik und Leistungsfähigkeit der deutschen Automobilindustrie geben und ein getreues Spiegelbild der heutigen deutschen Kraftfahrt fein. Teilnehmer sind sportbewährte NSKK.-Führer, erfolgreiche deutsche Fahrer und Motorradmeister, Vertreter der Reichsbehörden und Männer der Wirtschaft und der Industrie. Die Fahrtroute führt über Bled, Agram, Esseg, Belgrad, Banja, Niska, Sofia, Skoplje, Pec, Dubrovnik, Serajewo, Banja Luka, Plitvicka und dann über Bled nach München. Die Taqesetappen sind so eingeteilt, daß zwar hohe Anforderungen an Fahrer und Fahrzeug gestellt werden, aber doch genügend Zeit bleibt, Land und Leute kennenzulernen. Kündigungsschutz für Miet- und Pachträume. Berlin, 2. Sept. (DNB.) Durch eine Verordnung über Kündigungsschutz für Miet- und Pachträume vom 28. August 1937 ermächtigt der Beauftragte für den Vierjahresplan, Ministerpräsident Generaloberst Göring, den Reichsjustizminister und den Reichsarbeitsminister, Bestimmungen über Kündigungsschutz zu erlassen, die bestehenden Mieterschutzbestimmungen zu ändern und zu ergänzen sowie die Verwendung von Vertragsformularen für Miet- und Pachträume zu regeln. Damit ist die Möglichkeit gegeben, hemmende gesetzliche Bestimmungen zu beseitigen und unsoziale Geschäftsgebräuche auszumerzen. Desgleichen kann der Mieterschutz auch auf diejenigen Gebiete ausgedehnt werden, bei denen bloße Bestimmungen über die Miethöhe nicht ausreichen. Die Verordnung läßt die Zuständigkeit des Reichskommissars für die Preisbildung unberührt und bedeutet eine Ergänzung feiner Maßnahmen. Sie tritt mit ihrer Verkündigung in Kraft. Meine volitiscke Tiacbridtfen Da in diesem Jahre im September eine Reihe besonders großer nationalpolitisch wichtiger Veranstaltungen stattfinden wird, hat es fich als zweckmäßig erwiesen, das „Fest der deutschen Traube und des Weins" zu verlegen. Es wird nicht, wie ursprünglich bekanntgegeben war, am 25. und 26. September, sondern am 16. und 17. Oktober gefeiert werden. * Wie Gauleiter Bürckel bekannt gibt, scheidet der seitherige Oberbürgermeister der Stadt Saarbrücken, Pg. Dürrfeld, mit dem 3. September infolge feines absteigenden Gesundheitszustandes aus den Diensten der Stadt aus. Das Amt übernimmt Brigadeführer Pg. Schwitzgebel, einer der ältesten und treuesten Helfer des Führers im Gau Saarpfalz und ein bewährter Kamerad und Weggenosse des Gauleiters. * Der Reichs- und preußische Minister des Innern richtete an den Gauleiter Oberpräsident Lohse in Kiel folgendes Telegramm: An Ihrem heutigen Geburtstage gedenke ich Ihrer, lieber Parteigenosse Lohse, mit herzlichen Glückwünschen. Heil Hitler! Ihr Dr. Frick, Reichs- und preußischer Innenminister. * Die Entlassung der in Danzig im Zusammenhang mit den Schulvorfällen verhafteten Polen wird in einer Meldung der Polnischen Tele- graphen-Agentur als eine gewisse Entspannung der Lage begrüßt, obwohl hiermit die Angelegenheit der ^TPALMOLiVE-SEIFEvwa'/z/z/Z«•/?/ verwenden: .4, 324 (jas gibt eine raure Haut, einen zrzr/m leint! Einschulung der angeblich polnischen Kinder in die deutschen Schulen noch nicht erledigt sei. * Die Bank von Frankreich, die am 3. August 1937 eine Diskontermäßigung um 1 v. H. auf 4 v. H. oornahm, hat den Diskontsatz weiter um auf 3% v. H. ermäßigt. ♦ Der Zustand des tschechoslowakischen Altpräsidenten M a s a r y k hat sich leicht gebessert. Infolgedessen ist Ministerpräsident 2)r. Hodza wieder nach Prag zurückaekehrt, Staatspräsident Dr. B e - n e s ch hat seine Reise in die Slowakei verschoben. Der tschechoslowakische Gesandte in Portugal, das bekanntlich die Beziehungen zur Tschechoslowakei abgebrochen hatte, hat am Donnerstag Lissabon verlassen. Gesandter Fiedler hat sich zunächst nach St. Juan - de - Luz (Südfrankreich) begehen. Aus aller Welt. Der Begründer der modernen Olympischen Spiele gestorben. Der Begründer der modernen Olympischen Spiele, Baron Pierre de Coubertin, ist in Genf im Alter von 75 Jahren plötzlich gestorben. Er wurde bei einem Spaziergang im Parc de la Grange von einem Schlaganfall betroffen, der seinem Leben nach einigen Minuten ein Ende machte. Die Leiche wurde in der Kapelle des Friedhofes vvm Plainpalais aufgebahrt. Baron de Coubertin hatte im vorigen Jahr seinen Wohnsitz von Lausanne nach Genf verlegt, um die Vorbereitungen zu den Berliner Olympischen Spielen besser verfolgen zu können. Sein schwankender Gesundheitszustand hatte ihn schon damals verhindert, der Einladung nach Berlin Folge zu leisten. Der Leibarzt des Mikado besuchte Frankfurt a. 2tt. Der Leibarzt Seiner Majestät des Kaisers von Japan, Professor Dr. Makoto Takahashi, weilte in Frankfurt. Nach der Begrüßung im Kurfürstenzimmer des Römers, Eintragung in das Goldene Buch und Besichtigung des Römers, besuchte Professor Takahashi das Städtische Krankenhaus, die ärztliche Untersuchungsstelle für Berufsschüler und die Dietrich-Eckart-Schule, wo der Gast die Schulkinderspeisung kennenlernte. Regstes Interesse bekundete er für die rasse- und erbbiologischen Maßnahmen. Heber alle diese Dinge wird er dem Kaiser eingehend berichten und auch den Austausch von Professoren und den verstärkten Besuch von Japanern in Frankfurt am Main anregen. Folgen kindlichen Skreichholzspielens. Durch die Unvorsichtigkeit eines neun Jahre alten Knaben entstand in Schöneseiffen im Kreis Schleiden (Rheinprooinz) ein Großfeuer, durch das 2 3 Personen obdachlos .wurden. Der Junge hatte leichtsinnigerweise mit Streichhölzern gespielt, wobei eines auf den Heuboden fiel. Im Nu standen die großen Heu- und Getreideoorräte in Flammen. Dem Feuer fielen vier Wohnhäuser, vier Scheunen und mehrere Wirtschaftsgebäude, außerdem die Getreideernte von 23 Morgen, 85 Wagen Heu, zwei Schweine, sowie Hühner zum Opfer. Der Schaden wird airf 100 000 Mark geschätzt. Die Daldbrände in Südfrankreich. Wie man in Bordeaux erzählt, soll ein Bauer im Bezirk von Bordeaux im Wald einen geheimnisvollen Motorradfahrer getroffen haben, der erschreckt die Flucht ergriff. Der Bauer habe den Ort untersucht und neun sorgfältig a n - gelegte Brandherde entdeckt. Die Polizei glaube, hier vor den verbrecherischen Machenschaften einer organisierten Bande zu stehen, zumal kein Tag vergeht, ohne daß nicht von irgendeiner Stelle des Departements eine Brandstelle gemeldet wird. Es sind bereits Halbwüchsige unter dem Verdacht der Brandstiftung festgenommen worden. Der Waldbrand in der Gegend von Ales hat rund 200 Hektar Eichenbestand vernichtet, der Waldbrand in der Gegend von Generac etwa 10 Hektar Olivenhaine. Bei St. Geniös de Magloires stehen ebenfalls 50 Hektar Wald in Flammen. Kinderlähmung auch in Chikago. Die in den nordamerikanischen Zentralstaaten sowie im Staate Ontario in Kanada epidemieartig auftretende Kinderlähmung hatte in Chikago zur Folge, daß die Schulferien, die in dieser Woche zu Ende gehen sollten, auf unbestimmte Zeit verlängert wurden. 42 Schwimmbänder wurden wegen Ansteckungsgefahr geschlossen. Seit Juni sind in Chikago 727 Erkrankungen zu verzeichnen; 29 davon verliefen tödlich. Die Epidemie wird als die schlimmste seit 20 Jahren bezeichnet. Oer Raubüberfatt auf die Sparkasse in Bergen. Der jugendliche Täler als unzurechnungsfähig in eine Heilanstatt gebracht. Frankfurt a. M., 2. Sept. (Lpd.) Der mißglückte Rauboerfuch in der Bergener Nebenstelle der Kreissparkasse Hana u am Vormittag des 25. März hatte damals großes Aufsehen erregt.Kurz nach 9 Uhr stand im Kassenraum der Sparkasse ein junger Mensch, dessen Gesicht durch ein Taschentuch unkenntlich gemacht war, und rief den vier Beamten zu: „Hände hoch, Geld heraus!" Dabei versuchte er, die Beamten durch zwei vorgehaltene Revolver in Schach zu halten. Der Vorsteher der Nebenstelle ließ sich aber nicht bluffen, sondern fragte den Burschen: „Was, Geld willst du haben?" Als dieser als Antwort eine der Waffen auf den Leiter richtete, warf sich der Beamte zu Boden, um, von den Zahltischen gedeckt, zur Tür kriechen und den Räuber von hinten fassen zu können. Als sich der Beamte vor der Tür etwas aufrichtete, um an den Türgriff zu fassen, schoß der Räuber. Die Kugel ging dem Beamten dicht am Kopf vorbei und schlug in die Tür ein. Hierauf verließ der Räuber den Raum und flüchtete auf seinem Rad, nachdem er einen Revolver weggeworfen hatte. Die Polizei nahm sofort in Begleitung des Sparkassenleiters in einem Kraftwagen die Verfolgung auf und holte den Burschen am Bischofsheimer Wald ein. Der Verfolgte konnte wohl noch in eine Schneise eilen, mußte dann aber seine Flucht aufgeben, da er in einen Tümpel geraten war. Dort warf er seinen zweiten Revolver fort und wurde von der Polizei festgenommen. Der Täter entpuppte sich als ein siebzehnjähriger Angestellter aus Fechenheim. Er stand jetzt unter der Anklage des versuchten Raubüberfalles vor dem Jugend-Schöffengericht, wo er die Tat zu gab, ohne eine stichhaltige Erklärung dafür anführen zu können. Der junge Mensch stammt aus einer rechtschaffenen Familie und hat die Schule bis zur Untersekunda besucht. Er war dann als Lehrling bei einer Firma eingetreten und hatte sich 60 Mark gespart, so daß also kein erkennbarer Grund vorlag, um eine so ungeheuerliche Tat zu begehen. Dor dem Untersuchungsrichter hatte er angegeben, daß er viele Kriminalbücher gelesen hätte. Von dem erwarteten Raub habe er sich ein Motorrad kaufen wollen. Seinem Verteidiger und dem ärztlichen Sachverständigen, der ihn auf seinen Geisteszustand untersucht hatte, erzählte der Bursche, daß es sein lang gehegter Wunsch war, Kriminalschriftsteller zu werden, und daß er den Raubversuch unternommen habe, um eine recht realistische Darstellung geben zu können, denn seine bisherigen literarischen Erzeugnisse seien von den Zeitungen immer zurückgesandt worden. Nach dem vom Gerichtsarzt erstatteten Gutachten ist der erblich belastete Angeklagte für seine Tat nicht verantwortlich, denn er leidet an Schizophrenie und ihm steht daher der Schutz des § 51 StGB. zu. In einer Anstalt sei jedoch seine völlige Heilung von der Krankheit möglich, so daß er nach einigen Jahren als völlig wiederhergestellt ein brauchbares Mitglied der menschlichen Gesellschaft werden könne. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft beschloß das Gericht die Unterbringung des Angeklagten in eine Heilanstalt. 3um Tode des französischen Journalisten Boston. LPD. Frankfurt a. M., 2. Sept. Die Justizpressestelle Frankfurt a. M. teilt mit: Wie vor einigen Tagen amtlich bekanntgegeben wurde, ist der französische Journalist Michel B o ss an, der sich als Verfechter der deutsch-französischen Verständigung große Verdienste erworben hat, in der Nacht zum 26. August 1937 auf der Reichsauto, bahn Frankfurt—Darmstadt an der Ausfahrt Frankfurt-Süd bei einem Zusammenstoß mit einem Lastkraftwagen ums Leben gekommen. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft in Frankfurt am Main bestätigen, daß den Fahrer des Lastkraftwagens keinerlei Verschulden an dem bedauerlichen Unglück trifft. B o s s a n fuhr mit einer Geschwindigkeit von 90 bis 100 Kilometerstunden und rannte in dieser Geschwindigkeit von hinten auf den beleuchteten Anhänger des langsam fahrenden Lastzuges auf. Das Eichhörnchen im Friseurladen. Lpd. Bad-Nauheim, 2. Sept. Als gestern nachmittag ein Eichhörnchen auf seinem Spaziergang unter den Bäumen des Bad-Nauheimer Kurparks von einem Hund verfolgt wurde, flüchtete das Tierchen über die Straße in einen offenstehen- den Friseurladen. Die Köpfe der Herren, die gerade durch die Hand des Meisters eine Verschönerung bekamen, fuhren erstaunt herum, als da plötzlich ein braunes Etwas an ihnen vorbei a u f den Spiegeltisch sprang, einige Flaschen herunterwarf und an der Wand hinauflief. Man fing den seltenen Gast ein und schenkte ihm wieder seine Freiheit. Bomben auf friedliche Städie und Menschen! Die Welt ist vom Teufel der Luftrüstung gepackt. In allen Staaten wird die Luftwaffe ins Unermeßliche verstärkt. Bombenflugzeuge stehen in mächtigen Geschwadern zum Angriff auf die Stätten der Zivilbevölkerung bereit. In Spanien, in China, im Wa- ziristan fallen Bomben auf friedliche Städte und Menschen und bringen Tod, Not und Verzweiflung. Nichts belegt eindringlicher die Notwendigkeit eines wohlorganisierten zivilen Luftschutzes als die Ereignisse der letzten Wochen, Monate und Jahre. Wenn erst einmal die Bomben fallen, ist es zu spät, Selbstschutzmaßnahmen vorzubereiten. Deshalb sollte kein Volksgenosse eine Gelegenheit Vorbeigehen lassen, einen Beitrag zu leisten zum Aufbau des zivilen Luftschutzes. Eine einmalige Möglichkeit, mit einer kleinen Opferspende die gemeinnützigen Bestrebungen des Reichsluftschutzbundes zu unterstützen, bietet die Luftschutz-Lotterie, die mit Genehmigung des Reichsinnenministers und des Reichsschatzmeisters der NSDAP, aufgelegt wurde. 0,50 Mark kostet ein Einzellos, 1,— Mark ein Doppellos. Der Reinertrag kommt dem Luftschutz zugute. Ueberbies hat jeder Käufer Aussicht auf einen Gewinn, denn weit über 75 000 Gewinne mit zusammen 200 000 Mark werden ausgeschüttet. Die Ziehung ist am 11. September. Nur wenige Lose sind noch bei den Dienststellen Ides Reichsluftschutzbundes, den Amtsträgern und allen durch Plakate gekennzeichneten Geschäften vorhanden. Wetterbericht des RelcbsMeiterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Die über Nordeuropa hinwegführende Wirbeltätigkeit schwächt sich ab. Ihr Einfluß erstreckt sich bis in die Küstengebiete der Nordsee, während das übrige Deutschland im Zufuhrbereich subtropischer Warmluft liegt und Schönwetter hat. Irgendwie nennenswerte Störungen desselben sind für unser Gebiet vorerst auch unwahrscheinlich. Aussichten für Samstag: Stellenweise Frühnebel, sonst meist heiter und trocken, tagsüber warm, Winde aus vorwiegend südlicher Richtung. Aussichten für Sonntag: Voraussichtlich Fortdauer des Schönwetters. Lufttemperaturen am 2. September: mittags 27,3 Grad Celsius, abends 17,2 Grad; am 3. September: morgens 16,1 Grad. Maximum 27,5 Grad, Minimum heute nacht 13,2 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 2. September: abends 21,6 Grad; am 3. September: morgens 18,3 Grad. — Sonnenscheindauer 9,1 Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen- Theodor Kümmel D 21. VII. 37: 9076. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange. K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugs- preis RM.2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf mehr. Einzeloerkaujs- preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf.» mit der Illustrierten 5 Pf mehr. I Zur Zett iff Preisliste Nr 3 vom 1 Juni 1935 aültig. auf dem Neuen Friedhof. — Zahlreiche Beteiligung erbeten. 5681° Kameradschaft ehemaliger 116er Am 1. September ist unser treuer Kamerad Willi Zimmer Bahnhofstraße 12 aus dem Leben geschieden. BeerdigungSamstag, den 4 Septem ber. 11.30Uhr, Altersvereinigung 1875 — 1925 Unser 2. Vorsitzender Herr Wilhelm Zimmer ist am 1. September 1937 von uns gegangen. — Die Beerdigung findet am Samstag, dem 4. September, vormittags V2I2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. —Um zahlreiche Beteiligung bittet der Vorstand. 5683 D Bekanntmachung. Der Herr Reichsstatthalter in Hessen — Landesregierung Abt. IX (Bauverwaltung) hat mit Verfügung vom 25. Juni 1937 Nr. IX 14 434 den oben- bezeichneten Bebauungsplan und die dazu gehörige Ortsbausatzung genehmigt. Der Plan sowohl wie die Ortsbausatzung liegen bei dem Städtischen Hoch- und Tiefbauamt während der Dienststunden zur Einsicht offen. Gießen, den 1. September 1937. Der Oberbürgermeister. I. V.: Dr. Hamm. Ortsbausahung für das Gebiet zwischen der Eisenbahn Gießen— Fulda, dem Alten Steinbacher Weg und dem Alten Friedhof. Nach vorausgegangener Beratung mit den Rats- Herren wird mit Genehmigung des Reichsstatthalters — Landesregierung — vom 25. Juni 1937 zu Nr. IX 14 434 auf Grund des § 3 der Deutschen Gemeindeordnung vom 30. Januar 1935 der Reichsverordnungen über die Regelung der Bebauung vom 15. Februar 1936 (RGBl. I S. 104) und über Baugestaltung vom 10. November 1936 (RGBl. I S. 938), der Art. 2, 9, 29, 37 und 59 der Allgemeinen Bauordnung vom 30. IV. 1881 und der §§ 3—5. 7, 9, 18 und 78 der Ausführungsverordnung zur Allgemeinen Bauordnung vom 1. II. 1882 folgende Ortsbausatzung erlassen. § 1. Zu Artikel 29 der Allgemeinen Bauordnung. Gewerbebetriebe, die unter § 16 der RGO. fallen, oder die durch Gase, Dämpfe, Gerüche, Rauch, Ruß, Wärme, Staub, Geräusche, Erschütterungen oder ähnliche Einwirkungen Nachteile, Gefahren oder Belästigungen für die Anwohner herbeiführen, sind Vereine n&n, V .Lj,»: -S a ee''eVW,,iie«»*w 3 t Fl j M' .. ;"V<- V iS Gebrauchte Registrierkasse zu verkauf, Liebigstr. 13 H. | Verkäufe 2 schwere luloacln mit fast neuer Bereifung, zirka 80 Ztr. 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Zu Artikel 37 und 59 der Allgemeinen Bauordnung und § 78 der Ausführungsverordnung zur Allgemeinen Bauordnung. Die Langseite der Hauptgebäude und die First- linien der Dächer sollen in der Richtung der Baufluchtlinien liegen. Bei Eckgrundstücken wird die Stellung des Hauses durch das Städtische Hoch- und Tiefbauamt angegeben. Die Entfernung der Gebäude von der Nachbargrenze hat mindestens 4 m zu betragen. Dieser Zwischenraum darf nicht durch Treppen, Erker und dergleichen verringert werden. Die Errichtung von Kraftwagenschuppen ist bereits im Zusammenhang mit der Entwurfsbearbeitung des Wohngebäudes festzulegen. § 5. Zu Artikel 9 und 59 der Allgemeinen Bauordnung und § 18 der Ausführungsverordnung zur Allgemeinen Bauordnung. Die Vorgärten sind gärtnerisch anzulegen. Pergolen, Lauben, Gestelle und ähnliche Zierbauten bedürfen der besonderen Genehmigung. Vorgärten von Eckgrundstücken dürfen nur bis zur Höhe der Einfriedigung bepflanzt werden. Die Einfriedigungen gegen Straßen, Verbindungs- roege und öffentliche Plätze sind gegenseittg einheit- ttch zu gestalten und dürfen nicht höher als 1,20 m über Bürgersteighinterkante sein. § 6. 3u 2IrtiteI 37 und 59 der Allgemeinen Bauordnung und § 78 der Ausführungsverordnung zur Allgemeinen Bauordnung. Die Ausnutzungsziffer der Grundstücke durch die Bebauung darf nicht mehr als 7io und bei Eckgrundstücken nicht mehr als 710 betragen. Die Gebäude müssen in ihren Grundrissen und Ansichten allseitig durchgebildet und architektonisch einwandfrei sein. § 7. Vorstehende Ortsbausatzuna tritt mit dem Tage nach der Veröffentlichung in Kraft. In dem Gebiet dürfen, abgesehen anlagen (Stallgebäuden und Kraftwc nur Gebäude errichtet werden, die ausschließlich zum Wohnen dienen. Außerdem können Gebäude zu- Tüchtige, junge Verkäuferin gelassen werden, die der Bildung, der Erholung, der Krankenpflege oder öffentlichen Versorgungsbetrieben dienen. Doppelhäuser und Wohnhausgruppen sind nicht zugelassen. Die Erbauung von Seiten- und Hintergebäuden zu Wohnzwecken ist untersagt. Für andere Zwecke bedarf sie der besonderen Genehmigung. Laiiljiioge für nachmittags fof. gesucht. 0666D Liebigstratze 66. Tüchtiges MM das dem Haushalt vorstehen kann, per fofort oder 1. Oktober bei höchst. Lohn gesucht. 56710 Willy Dillenburger Lich(D&erbeff.i lüannfaktnrwaren MEIN Mädchen gesucht. 56740 Vorzustellen: BleichstratzeLlp Tiicht., zuverläss. kinderliebes Mädchen über!7J.,s.halb- od.ganztags zum 15.9 ob.l.lOJbei gut.Lohn gesucht Schr.Angeb.urtt. 04345 a.d.G.A. Solides, tüchtig. Mädchen f. Haus u. Küche mit guten Emu» fehlungenper sofort oder 1. Okt. gesucht. 56870 Fran Möbs Schar zensr. 2211 [Vermietungen | 2-Mota]. mit Zentralheiz. an ruhiges Ehepaar oder alleinstehende Person per sofort zu vermieten. 04338 Bnhnho ffr. 65 h. Freundlich Ml. 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September <*>3Z Ur. 205 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Die Fahrt der oberhessischen SA. nach Amnberg 23.32 15. 9.: den Die Marschteilnehmer von Oberhessen sind in 22.38 1.31 dem cmfal- Gießen zum jeweiligen Taus dem Berkaus benutzt das Gloria-Palast (Seltersweg): „Madame Bovary sorgsame Planung und umsichtige Leitung INästereibetriebs ermöglicht es dem EHW., der gegenwärtigen Futtergrundlage durch- 2.50 3.09 3.27 3.53 3.02 3.11 3.30 ernte. Die des auf Friedberg Bad-Nauheim Butzbach Gießen ab 17.57 18.25 18.50 19.12 ab 21.06 23.42 — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): der Herr Minister". auf ge- Die Marschteilnehmer der S A.- B r i g a d e 14 7 Oberhessen treten am 10. September die Fahrt nach Nürnberg zum Reichsparteitag an. Für den Zug ist folgender Fahrplan vorgesehen. 18.21 18.37 18.56 durch 22.23 J Gießen Butzbach Bad-Nauheim Friedberg Aschaffenburg Würzburg Stadt und den Häusern an der Hardt, die Ausschachtungsarbeiten für den großen Stall im Gang. Nach der Straßenseite zu wird derjenige Teil des Baues zu stehen kommen, der im Erdgeschoß die Dämpfküche, die Futterküche und im ersten Obergeschoß die Wohnung des Schweinemeisters enthalten wird. Unmittelbar daran schließt sich dann das eigentliche langgestreckte Stallgebäude für etwa 200 Schweine an. Nach der Inbetriebnahme dieses INästerel- Täglich hören wir in den Straßen von Gießen das bekannte Klingeln der Sammler von Küchenabfällen für die S ch w e i n e m äst e r e i des Ernährungshilfswerks (EHW.) in Gießen, das im Rahmen der Aufgaben der NSV. betrieben wird. Die Männer in dem grauen Arbeitsanzug mit dem grauen Sammelwagen sind allen Volksgenossen zu einer vertrauten Erscheinung des täglichen Lebens geworden. Dank der verständnisvollen, einsatzfreudigen Mitarbeit unserer Gießener Hausfrauen, denen bei dieser Gelegenheit Anerkennung für ihre breitwillige Förderung des guten Werkes des EHW. ausgesprochen sei, können diese Sammler auf ihren Fahrzeugen täglich große Mengen von Futterstoffen für die Schweinemästerei des EHW. zusammenbringen. Waren es vor einigen Monaten, als das EHW. feine Arbeit in Gießen aufnahm, täglich etwa 20 Zentner Küchenabfälle (Kartoffelschalen, Gemüsereste ufro.), so ist diese Abfallmenge aus unfern Gießener Haushaltungen mittlerweile auf rund 40 Zentner täglich gestiegen. Dabei wird bei dieser Abfallsammlung nicht das mit erfaßt, was in den Gaststätten an Küchenabfällen im Spülicht zusammenkommt, denn diese Gasthausabfälle werden vielmehr nach wie vor der von früher her dafür gegebenen Bestimmung zu- fchniltlich in vier Monaten rund 200 Schweine schlachtreif auszumästen. Dieser Vorgang wiederholt sich im Verlaufe eines Jahres dreimal, fo daß also das EHW. in Gießen alljährlich rund 600 ausgemästete Schweine für die Versorgung unserer Volksgemeinschaft zur Verfügung stellen kann. Wenn man bedenkt, daß dieses großartige Arbeitsergebnis fast ausschließlich aus der Verwertung der Küchenabfälle erzielt wird, die früher in allen Haushaltungen in den Mülleimer wanderten, so wird jedermann in überzeugender Weise die große Bedeutung dieses gemeinnützigen Betriebes klar werden, man wird aber auch erkennen, welche ungeheuren Werte in früheren Jahren ungenutzt in den Abfall kamen und dadurch im wahrsten Sinne des Wortes zum Schaden der Volksgemeinschaft verschwendet wurden. Daß damit jetzt Schluß gemacht ist, haben wir alle dem großen Aufbau durch den Vierjahresplan und vor allem dem Führer und seiner Bewegung als Bahnbrecher und Wegweiser zu einer neuen, besseren Zeit zu verdanken. An diesem Werke auch weiterhin mit aller Tatkraft mitzuarbeiten, ist nicht nur Pflicht aller Gebäudes soll der Betrieb des EHW. eine noch breitere Grundlage als bisher stellt werden. Zelten 10—16 der Gruppe Hessen an der Hechen- bergerstraße neben der Gruppe Hochland untergebracht. Der Abmarsch zur Luitpoldarena erfolgt am 12. 9. um 4 Uhr von Lager Langwasser. Hessen marschiert beim Vorbeimarsch vor dem Führer als letzte Gruppe vor der Standarte Feldherrnhalle und der SS. geführt. Die Schweinemästerei, die provisorisch in den Stallungen auf dem Hofgut Heibertshausen bei Daubringen eingerichtet wurde und gegenwärtig dort noch betrieben wird, konnte in den letzten Tagen die er st en ausgemästeten Schweine, annähernd 40,zu Schlacht- z w e ck o n verkaufen. Der Absatz der ausgemästeten Schweine erfolgt durch die Diehoerwer- tungsgenossenschaft in Gießen zum jeweiligen Tagespreis. Den Erlös aus dem Verkauf benutzt das EHW. zum Ankauf neuer Schweine, bei dem stets Läuferschweine erworben werden, da von dieser Grundlage aus die Mästung der Tiere natürlich schneller vonstatten geht. Der Verkauferlös findet weiterhin Verwendung zur Beschaffung von Kraft- futtermitteln, die als Ergänzungsfutter neben den Küchenabfällen an die Schweine gegeben werden, außerdem zur Bestreitung der verhältnismäßig geringen Betriebs- und Derwaltungskoften. Der bisherige provisorische Betrieb der Schweinemästerei soll nunmehr — wie ursprünglich bereits vorgesehen war — in einem eigenen Gebäude des EHW. seinen Platz finden. Nürnberg-Rang.-Bhf. Würzburg Von Nürnberg-Einfahrbahnhof Marsch nach Lager Langwasser. Die durch die Sammlung der Küchenabfälle lende Futtermenge von gegenwärtig 40 Zentnern täglich, wird auch bei dieser Intensivierung des Mastereibetriebes die Hauptfuttergrundlage bilden. Trotzdem wird es, wie bisher schon, auch künftig so sein, daß ein erheblicher Teil der Futtermenge nicht sofort verwendet werden kann, sondern — da auch die überaus freßlustiaen Schweine nicht das ganze Tagesquantum an Futter vertilgen können — ein erheblicher Teil in Silos eingesäuert und als Futter-Reserve bereitgehalten, insbesondere auch zur Verwendung in der etwas abfallärmeren lieber» gangszeit zwischen der alten und der neuen Kartoffel- Volksgenossen, sondern wird ihnen auch im Hin» blick auf derart erfreuliche Ergebnisse, wie sie jetzt bereits im Ernährungs-Hi.lfswerk Gießen zutage treten, ein Anlaß zu besonderer Freude und zu berechtigtem Stolze sein. Neue Ortsbausatzung. Der Oberbürgermeister brinat heute die vom Reichsstatthalter in Hessen —'Landesregierung genehmigte Ortsbausatzung für das Stadtgebiet zwischen der Eisenbahn Gießen—Fulda, dem Alten Steinbacher Weg und dem Alten Friedhof zur öffentlichen Kenntnis. Diese Ortsbausatzung ist mit der Veröffentlichung in Kraft getreten. Rückfahrt am 14.9.: an 600 Mastschweine durch Küchenabfälle Erfreuliche Entwicklung des Ernährungs-Hilfswerks in Gießen. 11.9.: Nürnberg-Einfahrbhf. Hinfahrt am 10.9.: an Aus der Stadl Gießen. Das Lied der Dreschmaschinen. Wieder singen die Dreschmaschinen. Wer kennt nicht ihr Lied, wenn es über der weiten Landschaft liegt! Tief und voll und gleichmäßig tönt es, voller Ruhe und Harmonie ist dieser Maschinengesang. Nichts haftet ihm an von der Unrast und Disharmonie des Lärmes, die wir in unseren Städten so oft empfinden. Scheint es uns nicht so, als wenn das Brummen der Dreschmaschinen genau so zur Natur gehöre wie alle die Laute ihres Lebens, wie das Schreien der Krähen im Spätherbst oder das Geplärr der Frösche im Frühling? Wir denken an das Korn der Erde, das nun vom Felde geborgen ist und seinen Weg zum Brot des Menschen geht. Des Menschen Wege sind oft in die Irre gegangen. Es gab einst eine Zeit — unsere Erinnerung an sie ist noch ganz wach —, da sagte man: Unsere Kühe weiden am La Plata, unser Korn wächst in Manitoba. Und das Korn war eine Handelsware wie Kaffee, wie Parfüms und Photoapparate. Ja, mehr noch: es war ein Spielball der Spekulanten, die sich auf dem Wege vom Acker zum Brotkorb herumtrieben und die Frucht der Erde verschacherten und verschoben. Die Börsen notierten bald hohe, bald niedrige Preise — nicht etwa, um Angebot und Nachfrage zu regulieren, sondern um beim Steigen und Fallen der Preise ihren Gewinn — ober Verlust — einzustreichen. Es sind nicht einmal viele dabei reich geworden, aber das Volk wurde arm, und der Bauer arbeitete von früh bis spät und hatte für seine Arbeit keinen Lohn. In dieser Zeit war auch das Brot, gering geachtet. Sein Vorhandensein schien eine Selbstverständlichkeit; man warf es fort, wenn man glaubte, zuviel davon zu haben. Sein Wert wurde lediglich vom Verkaufspreis bestimmt, den die Spekulanten in ihren Händen hatten. Sein ideeller Wert war gleich Null. Aber als dann in Deutschland der Bauer eines Tages wieder im Mittelpunkt, im Kernpunkt des Volkes stand, weil ein Mann dieses Volkes ihn aus der Mißachtung ins Licht emporgehoben fjatie, da hörte auch das Korn und damit das Brot auf, eine Ware zu sein, mit der sich spekulieren ließ. Da war es das wichtigste aller volkswirtschaftlichen Güter geworden, und einzig bas Volk unb ber Staat hatten nun über seinen Preis zu bestimmen. Damit stieg ber ideelle Wert des Brotes und es würbe roieber bas, was es früher gewesen war: die köstliche, unersetzbare Frucht ber Erbe, ohne bie wir Menschen nicht wären. Eisen unb Holz finb wichtig, Maschinen finb wichtig, Häuser, Brücken unb Eisenbahnen finb wichtig, aber was wären sie, wenn ber Mensch nicht wäre, ber sie nutzt unb ber ohne bas Brot ber Erbe nicht leben kann. Wir Deutschen sinb heute ein Volk, bas sich aus Schmach unb Not roieber zur Höhe emporgearbeitet hat. Aber wir sind auf uns selbst angewiesen, wenn wir bas halten wollen, was wir haben, unb unseren Weg nach oben weitergehen wollen. Wir müssen unsere Kräfte und die Kräfte unserer Erbe kennen, um sie nutzen zu können. Wir müssen bas, was die Natur unb unsere Erbe uns schenkt, auch wie ein Geschenk ansehen, bas man nicht achtlos fort- roirft, säubern mit dankbarem Herzen annimmt unb nutzt. Wir müssen im Brot wieder mehr sehen als ein bloßes Nahrungsmittel, das man ohne weiteres durch andere ersetzen kann, ober als eine Ware, an der möglichst viele mühelos verdienen wollen. Schon immer hat uns das Lied ber Dreschmaschinen seltsam angerührt. Schon immer war es so, baß uns ihr Brummen, bas über bem weiten Laube liegt, lange noch in den Ohren nach- flang wie ein Lieb aus urewiger Zeit. Heute aber finb wir uns vielleicht seiner tiefen Bebeutung bewußter geworben. v. d. R. Dornotizen. Tageskalenber für Freitag. ♦* Unfälle. Eine 24jährige Hausangestellte aus ber Licher Straße zog sich durch einen Unglück- lichen Sturz eine schwere Knieoerletzung zu. — Ein 23jähriger junger Mann, ebenfalls aus der Licher Straße, erlitt bei ber Sportausübung eine schwere Verletzung an btr linken Hanb. — Am gestrigen Donnerstag gegen mittag geriet ein vierjähriger Junge in ber Frankfurter Straße gegen ein Motorrad und mußte, ba er babei verschobene Verletzungen erlitt, sofort in bie Chirurgische Klinik gebracht werben. *♦ Zusammen st oß. Gestern gegen 11 Uhr ereignete sich an ber Alten Bürgermeisterei (an ber Gartenstraße) ein Zusammenstoß zwischen einem Lastkraftzug ber Reichsbahn (ber von ber Frankfurter Straße her gefahren kam) unb einem Personenkraftwagen, ber vom Lubwigsplatz her bie Kreuzung passieren wollte. Glücklicherweise entstand nur Sachschaden. Die beiden Kraftwagen bildeten gerume Zeit ein Verkehrshindernis. Schöffengericht Gießen. Gestern hatte sich der M. F. aus Bad-Nauheim wegen Beleidigung und Körperverletzung vor dem Schöffengericht zu verantworten. Der Angeklagte ist Besitzer eines Gartens, in dem er sich ein Beet mit Blumen angelegt hatte. Eines Tages bemerkte er, daß ein Nachbarssohn sich im Garten zu schaffen machte und das Beet zerstörte. Der Angeklagte mochte aus diesem Grunde der Mutter des Kindes Vorhaltungen und bat sie, dafür Sorge zu tragen, daß dies in Zukunft nicht mehr passiere. Trotzdem wiederholte sich der Vorfall einige Tage später noch einmal. Als der Angeklagte daraufhin erneut bei der Mutter des Kindes vorstellig wurde, kam es zu erregten Auseinandersetzungen, in deren Verlauf er der Frau mit der Hand ins Gesicht schlug. Der Angeklagte gab diesen Vorfall zu, bestritt aber, im Gegensatz zu den Darstellungen der Frau, auf das entschiedenste, sie getreten oder sonst noch beleidigt zu haben. Vielmehr behauptete d?r Angeklagte, die blutunterlaufenen Stellen am Körper der Frau rührten von Mißhandlungen ihres geschiedenen Mannes her. Die Feststellungen ergaben, daß die Zeugin tatsächlich aus diesem Grunde von ihrem Manne geschieden worden ist. Auf Grund dieses Sachverhalts regte der Vorsitzende eine vergleichsweise Erledigung der Sache an. Er gab dem Angeklagten anheim, sich bei der Zeugin zu entschuldigen und eine Buße von fünf RM. an die NSV. zu zahlen. Der Angeklagte erklärte sich mit dieser Regelung einverstanden, worauf die verletzte Ehefrau den Strafantrag zurücknahm. Weiterhin stand der W. Sch. aus Trohe wegen Verstoßes gegen das Branntweinmonopolgesetz vor dem Schöffengericht. Der Angeklagte betreibt in Trohe eine kleine Brennerei, in der ihm gestattet ist, jährlich bis zu drei Hektoliter Weingeist zu brennen. Bei gelegentlichen Kontrollen wurde festgestellt, daß er erheblich mehr Rohmaterialien eingemaischt, ober jedenfalls hochprozentigere Stoffe verarbeitet hatte, als ihm an sich zustanden. Der Angeklagte bestritt entschieben, sich in irgendeiner Weise straffällig gemacht zu haben, gab jeboch die Möglichkeit zu, daß sein geistesschwacher Knecht größere Mengen, als zulässig, verarbeitet habe. Die Unrichtigkeit dieser Behauptung ergab sich schon daraus, daß der Angeklagte, der durch diese Manipulationen die doppelte'Menge Alkohol erzielte, in seinen Büchern nur die normale Menge eintrug. Auf Grund eines nie tiuuuti) . Seit vorigen Montag sind unmittelbar am Glei- ,Mein Sohn, berger Weg an der rechten Straßenseite, etwa aus halber Strecke zwischen den letzten Hausern der „Madame Bovary." Gloria-Palast. Während im Lichtspielhaus Birabeaus politische Komödie vom Herrn Minister über die Leinwand rollt, erscheint im Gloria-Palast ein neuer Film, der ebenfalls auf eine französische Fabel zurückgeht, auf eine sehr andere freilich, unpolitische und unzeitgemäße, nicht witzig, sondern tragisch im Kern der Handlung, aus einer längst historisch gewordenen Welt des vergangenen Jahrhunderts: bie Verfilmung von Flauberts berühmtem Roman „Mabame Bovary". Es ist bie traurige Geschichte vom verfehlten Leben, vom ungestillten Glücks- hunger unb bem schmerzlichen Enbe einer kleinen französischen Provinzlerin. Wir kennen sie aus Flauberts meisterlicher Schilberung, wir finben sie roieber in ben schnell vorüberziehenben Bildern, — aber indem wir bekannten Dingen und Gestalten begegnen, stoßen mir auch wieder auf die alte, oft erörterte Problematik der Verfilmung literarischer Vorlagen, im besonderen des Verhältnisses zwischen Roman und Film als zweier grundsätzlich andersartigen Kunstsormen, der Verwandlung und Auflösung eines epischen Vorganges in eine von Natur aus wesentlich auf optische Mittel angewiesene Darstellung. Hans Neumann schrieb das Manuskript, Erich Ebermayer das Drehbuch; wer allein den äußeren Umfang des Originals von Flau- b e r t betrachtet, wird sich klarmachen, welche Arbeit hier in der Verwandlung für die Kamera zu bewältigen war: der Film mußte sich notwendig auf eine Reihe von Hauptszenen beschränken, er mußte, um den Zusammenhang der Handlung und der inneren Entwicklung zu wahren, verdichten, zusammenziehen, umstellen, verändern, vereinfachen unb zugleich auch ben epischen Ablauf beschleunigen; bas blieb nicht ohne Einfluß auf bie Wirkung einzelner Szenen wie mancher Gestalten, unb es wirb für ben Beschauer nicht ohne Reiz sein, an Hanb bes Buches zu verfolgen, wie das hier nur angedeutete Verhältnis bes Films zum Roman im einzelnen beschaffen ist; abgesehen von solchem, an sich reizvollen Vergleich, würben wir es als eine ber bankbarsten Wirkungen bieses (wie jebes ähnlichen, alsg literarischen) Films betrachten, wenn er ben Beschauer vom Bilb zum Wort, zum Buch, zu Flauberts Roman hin ober zurück führte: eben weil ber Film mit bem Wort — roieberum naturgemäß — sparsam umgehen muß, kann er nur anbeuten ober ahnen lassen, was ber Erzähler, auf seinem eigensten Felbe, sehr eingehend, ganz ungestört unb 3n der Versuchsanstalt für Luftfahrt. Der Besucher der Deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrt in Ablershof bei Berlin empfängt von den phantastischen Konstruktionen des gewaltigen Werkes einen Eindruck, als ob ein Regisseur die Kulissen zu einem Film aufgebaut hätte, der auf einem anderen Planeten spielt. Riesige bizarre Formen stehen vor ihm. und er hört ein Heulen und Rauschen des Luftstrvmes und beobachtet tobende Massen, die an Modellen vorbeifegen, knatternde Umdrehungen von Propellern, kurz, alles verseht ihn in eine nicht alltägliche Welt. Und doch ist alles im einzelnen llar durchdacht und in seiner Anordnung auf die einfachste Formel gebracht; unvorstellbar scheinende Borgänge liegen, wenn man in den Mehstand steigt, in gedruckten Protokollen da. eine komplizierte Waage hat treulich die Versuche ausgezeichnet. Im Beiprogramm: bie neue Ufa-Wochenschau; Oasen-Bilder aus Libyen; ein Vorspann zu „Pat unb Patachon im Parabies." Hans Thyriot. Beschauer ben ßeibensroeg ber kleinen Doktorsfrau in 9)omülle miterleben, ihren Ehrgeiz unb ihre Scheu, ihre Sehnsucht nach Schönheit, Glanz unb großer Welt, ihre Liebe unb ihre bittere Enttäuschung, ihre Angst unb ihre Verzweiflung. — Den Doktor Bovary gibt, was man vielleicht nicht erwartet hätte, Aribert Wäscher: eine vorzügliche Leistung, bie alle Züge bes Urbilbes aufweist, bie ben Mann freilich fast rührenb erscheinen läßt in seiner Hilflosigkeit unb ihm gewisse Sympathien zuwenbet, auf bie jener Charles bei Flaubert kaum Anspruch erheben kann. — Ferbinanb Marian spielt ben Robolphe, in glaubwürdig bestechenber Maske unb Erscheinung, wenn auch Nicht ganz ber primitive, brutale unb kühl berechnenbe Gutsherr, ben per Roman schildert. — Gut unb, wie uns scheint, allenthalben im Sinne Flauberts wirken Werner Scharf als Löon, Alexanber Engel als Homais unb ganz besonders Paul Bildt als ber gerissene unb skrupellose Geschäftsmann L'heureux. Sehr treffenb ferner in episodischen Rollen Katharina B r a u r e n , Olga Limburg, Karl Hellmer, Franz Stein unb Ebuarb v. Winter- ft e i n , an besten (bei Flaubert überflüssiger) Rolle man beispielhaft beobachten kann, welcher Mittel sich bie Transfiguration vom Roman zum Film be= bient. — Dr. Giuseppe Becce schrieb bie Musik; an ber Kamera stand Karl Hasse Im ann, bem bie technisch unb künstlerisch untabelige Photographie zu verbackten ist. — (Terra.) unabgelenkt tun kann unb muß: Voraussetzungen schaffen, eine Vorgeschichte berichten, eine seelische Entwicklung schildern, innere Beziehungen herausarbeiten. * Man wird schon aus dieser kurzen Gegenüberstellung die Grenzen erkennen, die beide Kunstformen trennen, unb bie Schwierigkeiten roürbigen, bie einer Umformung ober Neugestaltung entgegen» stehen. Der Film löst also einzelne, im Gesamtablauf enkscheibenbe Stationen aus bem stetigen Fluß ber Erzählung heraus unb reiht sie als (vielfach nur kurze, meist langsam abgeblendete) Bilder aneinander. Der Regisseur Gerhard Lamprecht hat sich in bie Zeit ber Erzählung zurückversetzt, Kostüm unb Umwelt getreu, mit manchen reizvollen Einzelheiten, nachgebilbet, bie eigentümlich lastenbe, enge unb bumpfe Atmosphäre ber kleinen Provmzstabt aufgespürt unb eingefangen mit ihren bichten, sich vielfältig berührenben unb kreuzenben menschlichen Beziehungen unb Leibenschaften, bieses trübe Gemisch aus muffiger Spießigkeit, Neugier, Klatsch, Geschäftsneib unb Sensationslust, aus Morastchnuf- felei unb erpresserischem Wuchertum — er hat Haupt- unb Nebengestalten im Umriß bem Original nachgebilbet, auch ber kleinen bie große unb glänzenbe Welt, nach ber bie Sehnsucht, ber Ehrgeiz, bie Eitelkeit unb Sinnenfreube ber Frau Emma Bovary verlangen, gegenubergefteUt: m ber von Flaubert ähnlich vorgebilbeden feubalen Ge- ,ellfchasts,z-ne im Hause des Marquis von Ander- villier. Lamprecht hat endlich, was dem Raman (in solcher Sinnsälligkeit) versagt bleiben mußte, mit Geschick durch Symbol- angebeutet was der Erzähler an äußerer und innerer Entwicklung au seine Weile gestaltete; man beachte, welche Rolle die leblosen Dinge, die unpersönlichen Elemente im Filmbild spielen, wie sie die Ereignisse begleiten und akzentuieren: etwa die von der Postkutsche gefallene und in Scherben aus der Straße liegende Amorfigur aus dem Hausrat der Bovarys die Schachpartie, der loten,chadel. der herbstliche Garten im Wind, die Schatten eines Gelanders wie Gitterstäbe vor einem Gefängnis, aus bem es feine Flucht gibt... * Dola Negri spielt die unglückliche Bovary, unb man kann sich gut vorstellen, baß eine solche Erscheinung bem Dichter als Helbin seines Romans vorqeschwebt hat: von einer so zarten unb muben, immer ein wenig schmerzlichen unb melancholisch beschatteten Anmut; bie Negn hat sich empfindsam unb oerftänbnisDoU in bie Figur hineingelebt, sie spielt verhalten unb doch ausdrucksvoll, sie laßt Den Am eindruckvollsten ist. wie eine Schilderung der Anstalt in „Reclams Universum- zeigt, der mächtige Windkanal, der von den Besuchern vielfach als Lindwurm bezeichnet wird, der seinen mächtigen grauschimmernden MetaUeib durch das Gelände windet. Er hat in seinem Inneren zyklopische Ausmaße, so daß Modelle bis zu einer Spannweite von 4,5 Metern untersucht werden können. Solche Untersuchungen sind notwendig, wenn es sich um Klärung der aerodynamischen Verhältnisse an einem Flugzeugrumpf oder in seiner nächsten Bähe handelt, während für die Tragflächen und Tragwerke im allgemeinen das Ausprobieren an kleineren Modellen genügt. Die Luft im Windkanal strömt frei durch den Mehraum und wird in einem einzigen Kanal zurückgeführt. Der reihende Luft- strom wird durch ein gewaltiges Gebläse erzeugt, das aus einem Drehstrommotor mit einer Acht- flügelfchraube besteht, dessen Höchstleistung etwa 2750 PS beträgt und damit die höchste Luftge- schwindigkeit an der Düse Hervorrufen kann. Zur beliebigen Einstellung der Luftgeschwindigkeiten sind die Schraubenblätter des Geblütes verstellbar: die Regelung des Luftstroms ist bis in das kleinste gewünschte Mah möglich. So sind in den Düsen- tammern Schlitze angebracht, durch die die Luft austreten kann; dabei wird die hier dem Strahl entzogene Luftmenge so geregelt, dah die Luftge- fchwindigkeit innerhalb der Mehstrecke die gleiche bleibt. Die Modelle, die untersucht werden sollen, werden an Drähten aufgehängt, und es sind außerordentlich feine Einrichtungen für die Prüfung geschaffen, vor allem eine Sechskomponentenwaage, zu der sechs Drähte laufen und die das Ergebnis von Widerstand. Auftrieb, und „Momenten" bekannt gibt. Der Fluggast von heute hat kein Wagnis mehr vor sich, sondern das Wagnis hatte das Flugzeug vor sich, als es die Prüfung in Adlershof bestehen muhte. Durch die moderne Technik ist die Luft bis ins Kleinste erforfcht, aber es werden immer wieder Reuerungen geschaffen, die neue Fortschritte der Flugkunst bedeuten, und so gibt es immer wieder Aufgaben für dieses Forschungsinstitut zu lösen. vochschulnacbrichten. Lic. Dr. Ernst Benz, außerordentlicher Professor an der Universität Marburg, ist zum Ordinarius daselbst ernannt worden; er hatte schon vorher die freigewordene Professur für Kirchengeschichte in Marburg vertreten. um Aus der engeren Heimat au Marscheinheit des GebietesHeffen-Naffau nähert sich dem Gammellager Fürth. Die Früchte aus Nachbars Garten sollen hierbei unangetastet bleiben. Doch sein Fallobst, das er um- 200 BDM.-MS-el aus -em Obergau Hessen Nassau fahren zum Reichsparteitag. 9.36 Uhr. Ankunft in Bamberg um 13.58 Uhr. Rückfahrt am 12. September ab Bamberg 10.36 Uhr. tun, das Fallobst vor dem Verderb zu schützen? Ganz gewiß! Wer das Recht zu ernten hat, der hat auch dle Pflicht zu ernten! Was der deutsche Boden trägt, muß für den deutschen Menschen verwertet werden. Man braucht deshalb nicht gleich die Forderung zu erheben, die Zäune um die Gärten müßten niedergerissen werden. Aber wie wäre es, wenn der Besitzer des Gartens, der in der Stadt wohnt, einer in der Nähe des Gartens wohnenden Familie die Schlüssel zum Garten überläßt mit dem Recht, alles im Laufe der Woche sich ansammelnde Fallobst aufzusammeln und zu verwerten? Wer dagegen Bedenken hat, kann sich an die NSD. wenden, die dann einer armen Familie die Verwertung des Fallobstes zuweist. Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg. Aus dem württembergischen Obstanbaugebiet kam vor kurzem die Meldung, daß bereits 100 000 Zentner Fallobst der Marmeladeherstellung zugeführt worden sind. Fallobst, das sonst an Straßengräben und Wegrändern umkam, und das Hitler-Jugend und die Bevölkerung in diesem Jahr eifrig aufgesammelt haben! Fallobst ist Ernlegut wie jede andere Frucht, die auf unserem Boden reift. Dir können es uns nicht leisten, etwas verderben zu lassen. Mädels wohlfühlten und sich weltanschaulich die ihnen bevorstehenden großen Aufgaben vorbereiten könnten. In diesen Heimen solle die Jugend aus der Jugend heraus geschult werden zum Wohle von Volk und Vaterland. Die Frage der HJ.-Heim- beschaffung sei deshalb eine Angelegenheit, die die Bürgermeister ganz besonders angehe, und er sei als Bannführer fest davon überzeugt, daß in enger Zusammenarbeit der zuständigen Dienststellen bald in jedem Ort zweckentsprechende Heime gebaut würden, in denen sich die Jugend wohlfühlen werde. Die Früchte aus Nachbars Garten Fallobst ist Erntegut! - Nichts darf umkommen! ZdR. Hat jemand einen Garten, so hat er auch einen Zaun, um ihn herumgemacht, mit Stacheldraht oder ohne, mit Selbstschüssen oder zum mindesten mit einer Warnungstafel. Das ist fein gutes Recht, denn was er gesät und gepflanzt, das will er auch ernten. Die Früchte aus Nachbars Garten gehören niemand anderem als dem Nachbarn selbst. Und wieder kommt nun langsam der Herbst ins Land. Aepfel, Birnen und Pflaumen reifen. Nicht jede Frucht aber bleibt auf dem Baum, bis ihre Reife vollendet ist. Regen, Hagel und Wind schlagen die Früchte oft vorzeitig herunter. Dann liegen sie im Grase, die Aepfel und Birnen, und niemand hebt sie auf. Zwar wer ständig in seinem Garten ist, der wird sich auch um das Fallobst kümmern und es eifrig aufsammeln, um Marmelade, Mus ober Süßmost daraus zu bereiten. Aber wie oft kann man an Grundstücken am Rande der Städte vorbeikommen, auf denen das Fallobst in reichen Mengen am Boden liegt und zu faulen beginnt, ohne daß sich jemand bemüht, es aufzusammeln und zu verwerten. Die Früchte aus Nachbars Garten — und also auch fein Fallobst — sind ja durch den großen Zaun geschützt, sonst könnte man hier leicht Abhilfe schaffen. Warum wird das Obst nicht auf gesammelt?! Oft Lebensfragen der Oorfgemeinschafi Bürgermeister-Versammlung der Kreisabteilung Gießen. NSG. Nachdem die Marscheinheit des Gebietes Hessen-Nassau des Adolf-Hitler-Marsches 1937 am Dienstagmorgen Kitzingen verlassen hatte, wo sie am Montagabend zusammen mit der Marscheinheit Franken auf der Haldurg bei Volkach a. M. einen Kameradschaftsabend verbrachte, marschierte sie ihrem nächsten Tagesziel Marktbibat entgegen. Am Mittwoch führte sie der Weg nach Emskirchen, dem Ort, der für den letzten Ruhe- tag auserwählt war. Strahlender Sonnenschein lag über der Landschaft, durch die sie marschierten. Um 17 Uhr traf die Marscheinheit in Emskirchen ein, wo sie vorn Propagandaleiter im Auftrag des Bürgermeisters begrüßt wurde. Die Bannfahnen fanden vor dem Kriegerdenkmal Aufstellung. Auf chrem Marsch durch Städte und Dörfer wurden die Hitlerjungen wohl am herzlichsten von der Bevölkerung Neustadt-Aich begrüßt. Ueberall m den Straßen standen alt und jung und grüßten die schneidige Marscheinheit Hessen-Nassaus. Alles rannte, als die Märsche unseres Spielmannszuges erklangen. Der Ruhetag in Emskirchen wurde zur Ablegung der sportlichen Hebungen für das HJ.-Leistungs- adzeichen benutzt. Den Geländeprüfungen hatten sich die Marschteilnehmer bereits während der Mittagszeit der vergangenen Tage unterzogen. Mehr und mehr kommen jetzt die einzelnen Marscheinheiten des Reiches zusammen. Ueberall auf den Straßen um Nürnberg und Fürth marschieren die Kolonnen des Adols-Hitler-Marsches. Nur noch 25 Kilometer haben die Fahnenträger des Gebietes Hessen-Nassau zurückzulegen, dann haben sie das erste Ziel, das Sammellager Fürth, erreicht. Am Freitag wird die Marscheinheit in der Burg Farrendach bei Fürth eintreffen, um dann am Samstag im Sammellager Fürth einzumarschieren. Mit dem Eintreffen in Fürth nähert sich der große Augenblick des gewaltigen Marsches der deutschen Jugend, der Vorbeimarsch am Führer. Die Jungen werden ihre Banner emporreißen und sie leuchtenden Auges am Führer vorbeitragen. Mit dem Vorbeimarsch legen sie Zeugnis ab von ihrer Treue und ihrem Glauben. Sie sind die Abgesandten der deutschen Jugend und bekennen sich mit chrem Marsch zum Führer. In wenigen Stunden ist der erste Teilpunkt des einzigartigen Adolf-Hitler-Marsches 1937 erreicht. Nach dem Reichsparteitag wird er nach Landsberg am Le ch weitergeführt. Zum erstenmal werden damit die Strecke Des Adolf-Hitler-Marsches verlängert und die Leistungen der Jungen gesteigert werden. NSG. In diesen Tagen werden die 200 Mädel benachrichtigt, die aus dem Obergau zur Teilnahme am Reichsparteitaa ausgewählt wurden. Für die Mädel ist die Fahrt eine besondere Anerkennung für ihre Arbeit und ihren Einsatz, denn wer möchte nicht am 9. September mit dem Sonderzug nach Bamberg fahren, das, wie im vergangenen Jahr, 5000 Mädel aus dem ganzen Reich beherbergen wird, und teilhaben an dem großen Erlebnis Der Jugendkundgebuna vor dem Führer, sowie der Feierstunde zur Wimpelweihe vor dem alten Bamberger Dom. Wer erinnert sich nicht der überaus herzlichen Gastfreundschaft der Bamberger, die diese Stadt so liebenswert werden ließ! Die in diesem Jahre geplanten Spiel- und Singveranstaltungen der Mädel sollen den Gastgebern eine heitere Gegengabe und den Kameradinnen manche Anregung vermitteln. Der Plan für Bamberg sieht vor: Donnerstag, 9. September: Anreise, abends Be- arüßung durch die Reichsreferentin, Spiele in der Allen Hofhaltung. ausführlichen Sachverständigen - Gutachtens wurde die Schuld des Angeklagten einwandfrei festgestellt. Es ergab sich, daß der Angeklagte durch diese Machenschaften Monopolabgaben in Höhe von 740 RM. hinterzogen hatte. Das Urteil lautete auf sechs Wochen Gefängnis, 2959,40 RM. Gelöst r a f e, 314,40 RM. Werterfatzftrafe. Außerdem wurde die Beschlagnahme des noch vorhandenen Weingeistes in Höhe von 130 Liter und der Fässer angeordnet. Die nächste Anklage wegen schwerer Urkundenfälschung und unerlaubten Hausierens richtete sich gegen den Chinesen Wang Tsong Tsing. Der Angeklagte hatte im Juli 1937 in Lauterbach, ohne im Besitze eines Wandergewerbescheins für 1937 zu sein, hausiert. Um nun in den Besitz einer gesetzlichen Unterlage zu gelangen, fälschte der Angeklagte einen Wandergewerbesteuerzettel des Finanzamtes Schotten, indem er die Jahreszahl 1935 in 1937 ab» änderte, und erweckte damit den Anschein, als ob Freitag, 10. September: Spiele und offenes Singen, Besichtigung der Stadt, abends Weihe der Untergaumimpel auf dem Domplatz. Samstag, 11. September: Kundgebung der Hitler- Jugend im Nürnberger Stadion: fröhlicher Nachmittag der Obergaue in Bamberg. Die Verpflegung ist wieder durch den Hilfszug Bayern gesichert. Für die gesundheitliche Betreuung jedes Obergaues sorgen je fünf Mädel und eine Aerztin. In Bamberg selbst wird eine zentrale ärztliche Bereitschaft, verbunden mit zentraler Meldestelle eingerichtet. Der Fahrplan nach Bamberg und zurück liegt bereits fest. Die Abfahrt erfolgt am 9. September für den Untergau 288 in Rüdesheim 7.05 Uhr; für die Untergaue 80, 87, 117, 118, 253 und den Dbergauftab in Wiesbaden 8.14 Uhr; für alle übrigen Untergaue ab Frankfurt-Süd er tatsächlich wandergewerbeberechtigt sei. Der Angeklagte war bezüglich der Urkundenfälschung ge- ständig, er gab auch zu, diese vorgenommen zu ha- den, um dem Hausiergewerve weiterhin nachzugehen, behauptete jedoch, noch keine Geschäfte getätigt zu haben. Er wurde jedoch durch die Beweisaufnahme überführt. Das Gericht billigte dem Angeklagten, der noch unbestraft ist, mildernde Umstände zu und erkannte wegen der Urkundenfälschung auf eine Gefängnis st rase von vier Monaten und wegen Verstoßes gegen die Gewerbeordnung auf 25 RM. Geldstrafe. Weiterhin wurde gegen I. D. aus Wetter wegen widernatürlicher Unzucht in drei Fällen verhandelt. Die Verhandlung fand unter Ausschluß der Öffentlichkeit statt und ergab die Schuld des Angeklagten. Das Gericht erkannte auf eine Gefängnisstrafe von sechs Monaten. Der Angeklagte nahm das Urteil sofort an. Ganz besonders soll bei Neuanlagen eine vorteil« hafte Anpassung an das Gesamt-Dorfbild erreicht werden. — Ueber die Neuregelung der Obsterfassung sprach bann Herr Heesen vom Gartenbauwirt« schaftsoerband Hessen-Nassau. In einem kurzen Re« ferat gab er den Bürgermeistern einen umfassenden Ueberblick über Sinn und Zweck dieser erstmalig in diesem Jahre durchgeführten Aktion, die sich aus der Notwendigkeit heraus entwickelt habe, einmal einen Ueberblick über das anfallende Obst über« Haupt zu erhalten, andererseits die Marktregelung und die Preisentwicklung besser überwachen zu tonnen. Mit dieser Aufgabe sei der ©artenbauroirt« schaftsverband zusammen mit den örtlichen Stellen Der Bäuerlichen Hauptgenossenschaft Frankfurt a. M. treuhänderisch beauftragt worden. In besonders ein-, gerichteten Ortssammelstellen werde das anfallende Obst erfaßt und dann an den zuständigen Handel weitergeleitet. Etwas schwieriger gestaltet sich die Frage des Kelterobstes. Doch auch hier werde ein Ausweg geschaffen und alle Selbstkelterbetriebe, von denen es in Hessen besonders viele gebe, erhalten die zur Kelterung notwendigen Mengen bis zu 200 Zentner angeliefert. Im übrigen seien die von den Preisbildungsstellen angesetzten Höchstpreise streng einzuhalten. Lediglich die hochwertigen Obstsorten seien an die Festpreise nicht gebunden. Die Aktion „verbilligte Marmelade" werde auch in diesem Jahre großzügig zur Durchführung kommen. Die notwendigen Obstmengen wurden der Marmeladeindustrie bereits zur Verfügung gestellt. Kreisdirektor Lotz und Dr. Heiß berichteten zum Schluß der Tagung über die neuen Verfügungen für den Bau von Arbeiterwohnungen, die Errichtung von weiblichen Arbeitsdienstlagern und die Beschäftigung von Notstandsarbeitern. Nach einer regen Aussprache schloß Bürgermeister Euler die Tagung mit dem Gruß an den Führer. kommt der Besitzer des Gartens nur am Wochen- ende hinaus oder er hat gerade feinen Urlaub an- ....... , . getreten und ist 14 Tage ober drei Wochen fort, kommen läßt oder zu dessen Aufsammeln er selbst Oder der Garten gehört alten Leuten, denen das nicht imstande ist, das soll und muß er auf einem der Bücken Mühe macht. Sollten diese Umstände aber vorgeschlagenen Wege ober auch anberroeitig zur unüberwindlich fein, und könnte man nichts Dagegen 1 Verwertung bringen lassen. Her. Anschließend sprach Gartenbauinspektor Germer über „Dorfverschönerung und Ariedhofskultur". Die Dorfoerschönerungsaktion sei eine Angelegenheit, die heute nicht genug Beachtung und Förderung erfahren könne, zumal im vergangenen materialistischen Zeitalter dem Bauern jegliches 23er» tändnis für Die Gemüts- und Schönheitswerte seiner Ahnen verloren gegangen sei. Mit Dem großen Aufschwung Der Industrie erfolgten auch auf dem Lande starke Eingriffe in das Landschaftsbild. Auch onft fei eine allgemeine Dorf- und Landschaftsver- chandelung im Gange gewesen. Heute habe die Deutsche Arbeitsfront in enger Zusammenarbeit mit dem Reichsnährstand eine Reihe von Muster- börfern geschaffen, hie in ihrer Schlichtheit, Boden- tänbigteit und Anpassung an den Landschaftscharakter jedem Bürgermeister wirkliche Anregungen zur ähnlichen Ausgestaltung seines Dorfes sein könnten. Aber nicht nur in den Baulichkeiten, sondern auch in der Natur, in Bäumen und Blumen müßten die Schönheiten unserer Heimat erhallen werden und sinnfälligen Ausdruck finden. So wie die Hausfrau in gewissen Zeitabschnitten ihre Wohnung gründlich durchstöbere und reinige, so solle auch der Bürgermeister fein Dorf, die Straßen und Häuser einer gründlichen Entrümpelung unterziehen assen. Besonders wichtig sei hierbei, daß die boden- tänhige Eigenart und der natürliche Charakter des einzelnen Dorfes und der Landschaft erhalten bleibe und wenn möglich noch mehr betont werde. Auch die Anlage und Ausgestaltung des Friedhofs spiele in der Dorfoerschönerungsaktion eine besondere Rolle, sei er doch schon seit Jahrhunderten der Gradmesser des Kulturwillens der Ortsbewohner. Welch große Bedeutung die Reichsregierung dieser Frage beimesie, beweise die Tatsache, daß sie eine neue Friedhofsordnung erlassen habe, die besage, daß auch in der Anlage und dem Gesamteindruck eines Friedhofs der Wille der Dorfbewohner zur Volksgemeinschaft zum Ausdruck kommen solle. Nach 23 Zähren Andenken an einenGefallenen überreicht * Leihg est em, 2. Scpt. Ueber den vermißten Ludwig Müller aus Leihgestern, Landwehrmann im ehemaligen Jnf.-Rgt. 116, der feit 15.9. 1914 vermißt wurde, konnte am 26. August 1937 an die Hinterbliebenen folgende Mitteilung gegeben werden: „Bei den auf dem Kampffeld vom Massiges vorgenommenen Aufräumungsarbeiten konnte man die sterblichen Reste des am 15.9.1914 gefallenen Ludwig Müller auffinden. In dem ursprünglichen Grabe wurde unter anderem eine Erkennungsmarke, 3 Dreimarkstücke und 3 Zweimarkstücke vorgefunden." Als letztes und ewiges Andenken wurden die vorerwähnten Gegenstände am 26.8.1937 an die Hinterbliebenen ausgehändigt. Unfälle auf dem Lande. Der 26jährige Arbeiter Heinrich Schmidt aus Niederrab, ber im Abschnitt Reiskirchen ber Reichsautobahn beschäftigt ist, mußte unter Der- dacht auf Schädelbruch in ärztliche Behandlung gebracht werden. — Das vierjährige Töchterchen Hilde des Milchhändlers Gräf in Reiskirchen mußte mit einem Ellenbogenbruch, den sich das Kind beim Spiel zuzog, in Die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht werden. — Der Mau- rerlehrling Adolf Todt aus Wißmar zog sich bei einem Absturz vorn Baugerüst einen Bruch der linken Schulter zu. — Der 23 Jahre alte Knecht Konrad Ziesenis aus Elpenrod mußte unter Verdacht auf innere Verletzungen in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht werden. Außer- dem erlitt er Verletzungen am linken Unterarm. Der Sachbearbeiter für die HJ.-Heimbeschaffung Pg. Müller gab dann einige wissenswerte Anregungen über Die Durchführung Der Heimbauten und forderte die Bürgermeister auf, sich in allen diesbezüglichen Fragen mit Der Bannführung in Verbindung zu setzen. Die BDM.-Untergauführerin Käthe Pfeffer wies anschließend auf die Bedeutung des Mädeldieustes im Deutschen Reichsbund für Leibesübungen hin. Eine große Zahl von Mädeln der Jahrgänge 1916 bis 1920 sei nicht im Bund Deutscher Mädels organisiert. Da die Aufnahme in den BDM. gesperrt sei, wurde im Rahmen des Reichsjugendgesetzes für diese Mädel ein besonderer Sportdienst aeschaffen, an dem sich diese Mädchen beteiligen sollen. Hier sollten die Bürgermeister tatkräftig mithelfen, damit auch das letzte deutsche Mädchen (im Kreise Gießen sind es noch 1647) an den Sportabenden teilnehme und so zur gesunden, einsatzwilligen und selbstbewußten Frau heranwachse. Am Donnerstagvormittag hatten sich Die Bürgermeister Der Kreisabteilung Gießen des Deutschen Gemeindetags fast vollzählig im Saale „Zum kühlen Grund" in Gießen zu einer Arbeitstagung eingefunden. Bürgermeister Euler, Der Vorsitzende der Kreisabteilung, begrüßte die Berufskameraden, besonders die Vertreter der Behörden und der Hitler-Jugend, und berichtete anschließend über einige wichtige interne Verordnungen. Er gab ferner zur Kenntnis, daß Inspektor Jockel vom Kreisamt Gießen mit dieser Versammlung seine Tätigkeit als Schriftführer der Äreisabteilung ausgenommen habe. In längeren Ausführungen sprach anschließend Dannführer Rohrbach über die Aufgaben ber Hitler-Jugend. Er betonte, daß er mit ganz besonderer Freude zu den Bürgermeistern spreche, mit Denen er im Interesse Der HJ.-Heimbeschaffung eine enge Zusammenarbeit erstrebe. Der Bannführer ging auf Die Entwicklung Der HI. aus Den ersten Anfängen heraus ein unD erinnerte an die Einsatzbereitschaft, die das kleine Häuflein dieser Jungens während Der Kampfzeit durch die Tat bewiesen habe. 21 Kameraden hätten ihren Einsatz für das Dritte Reich mit dem Leben bezahlen müssen. Heute sei Die HI. zu einer Der mächtigsten Organisationen geworden, unter deren Fahne rast sieben Millionen Jungen und Mädel stünden. In jeder Stadt und in dem kleinsten Dorf sei der größte Tell der Jugend in der HI. organisiert, und nun sei es die Aufgabe Der Bürgermeister, für diese, ihre Jugend Heime zu schaffen, in denen sich Die Jungens und Landkreis Gießen. ■y Watzenborn-Steinberg, 2. Sept. Der hiesige Allbürgermeister Balthasar Hirz VI. wurde dieser Tage zu Grabe getragen. Achtzehn Jahre, von 1901 bis 1919, amtierte er als Bürgermeister und lenkte Die Geschicke unserer Gemeinde. In seine Amtszeit fallen der Bau des neuen Schulhauses mit seinen geräumigen vier Schulsälen im Jahre 1905, der Bau der Wasserleitung und Kanalisation 1909, sowie die Legung des elektrischen Lichtes im Jahre 1912. Bürgermeister Schäfer widmete am Grabe dem Verewigten einen herzlichen Nachruf. <£ Leihgestern, 3. Sept. Am morgigen Samstag kann der auf dem Neuhof bedienstete Heinrich Winter bei guter Rüstigkeit feinen 81. Geburtstag begehen. Kreis Friedberg. A Münzenberg, 3. Sept. Bei sehr gutem Besuch gelangte in diesen Tagen im Saale des Gaschauses „Zum Löwen" der Tonfilm „Unsterbliche Melodien" durch die G aufilm stelle zur Aufführung. Die Wochenschau orachte u. a. Die Katastrophe Des Luftschiffes „HinDenburg". Kreis Alsfeld. ch Deckenbach, 3. Sept. Der Arbeiter Heinrich S e m m l e r von hier erlitt gestern an feiner Arbeitsstelle im Steinbruch bei Nieder-Ofleiden einen schweren Unfall. Beim Einladen von Pflastersteinen, die über eine Rutsche zur Ginlahe- stelle gelangten, fiel ihm ein schwerer Stein auf den Kopf. Er mußte mit einer erheblichen Kopfverletzung nach erster Behandlung durch den Arzt nach Hause gebracht werden. Der Unfall ift für den Betroffenen um so tragischer, als er bereits im April dieses Jahres einem Unfall zum Opfer fiel. Die IreumJvvten Oetkeh.-3le*epte Dh.Oeikj&is Hackpuli>&i ßackin! 7 / Wirtschaft Sie Zusammenarbeit zwischen HL und DAL. Leistungsschau der Hitler-Jugend bei den AG.-Kampfspielen in Nürnberg. über 80 Runden (400 Kilometer). Die letzten Sieger (damals allerdings noch mit Vorgabeformel) waren Ruesch-Seaman auf Alfa Romeo. Jetzt 208,4 Klm.-Std. im Motorboot. Am Donnerstag verbesserte der Engländer Malcolm Campbell seinen eigenen, erst 24 Stunden alten Weltrekord für Motorboote. Auf dem Lago Maggiore erzielte er über die englische Seemeile (1,8 Kilometer), eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 208,4 Kilometerstunden. Weiterhin wird in Nürnberg der Führer- Zehnkampf ausgetragen. Dieser Mehrkampf dient der körperlichen Auslese und der einheitlichen sportlichen Ausrichtung der HJ.-Führerschaft. Auf Grund der Dorkämpfe treffen in Nürnberg die zehn besten HJ.-Führer in drei Altersstufen, und zwar Gruppe A von 16 bis 17 Jahre, Gruppe B von 18 bis 32 Jahre und Gruppe C von 33 bis 40 Jahre zusammen. Der Führerzehnkampf umfaßt folgende zehn Hebungen der Grundschule: 100 Meter, 1000 Meter, Hochsprung, Weitsprung, Keulenzielwerfen, Keulenweitwerfen, 300 Meter Brustschwimmen, KK.-Schießen (liegend freihändig), KK.- Schießen (liegend aufgelegt), 20 Kilometer Orientierungs-Gepäckmarsch mit 20 Pfund schwerem Gepäck. Der Mannschafts-wehrsporl-Fünfkampf führt die 26 besten Gebietsmannfchaften zu je 10 Hitlerjungen gegeneinander. Er beginnt mit einem Orientierungs-Gepäckmarsch über 20 Kilometer, der mit Aufgaben in Kartenkunde, Zielerkennen, Zielansprache und Entfernungsschätzen verbunden ist. Anschließend müssen zwei Schießbedingungen erfüllt werden, dann geht es ohne Gepäck über eine 200-Meter-Hindernisbahn und den Abschluß bildet ein Keulenzielwerfen auf 35 Meter Entfernung. Zu dieser harten Leistungsprobe sind nur Hitler- fungen, die das 17. Lebensjahr bereits erreicht haben, zugelassen. Der Relchs-Schleßwelkkampf soll den guten Schützen der HI. die Möglichkeit geben, sich in ihrem sportlichen Können im Schießen zu messen. Nach Nürnberg entsendet jedes der 26 Gebiete seine 10 besten Schützen. Die Bedingungen sind 10 Schuß liegend aufgelegt und zehn Schuß liegend freihändig mit der Kleinkaliberbüchse. Vier Merredes-Benz in England. Die Einladungen, die an die deutschen Rennwagenfirmen wegen der Teilnahme am Großen Preis oo n D on in atonp ark (2. Oktober) ergangen waren, sind nicht ohne Widerhall geblieben. Mercedes-Benz wird sich, wie nunmehr bekannt wird, mit vier Rennwagen beteiligen, die von Caracciola, o. Brauchitsch, Lang und Seaman gesteuert werden. Die ersten drei Fahrer bestreiten gleichzeitig den Mannschaftswettbewerb. Ersatzfahrer ist Kautz. Das Rennen führt 0,65 v. H. fester. Don Elektrowerten schwächten sich Liebt und Kraft auf 155,50 (156,75) ab, während Laymeyer auf 132,25 bis 132,50 (131,50) anzogen, Gesfürel mit 161,25 bis 161 behauptet. Im einzelnen setzten Hupag mit 83,50 (84), Reichsbank mit 213,25 (213,50), BMW. mit 158,75 (159,50), Westdeutsche Kaufhof mit 61 (60,65) und Zement Heidelberg mit 170,25 (170) ein. Am Rentenmarkt bestand einige Nachfrage für Kommunal-Umschuldung bei 94,80 bis 94,85 (94,70), auch Wiederaufbauzuschläge etwas fester mit 80,75 (80,50). Reichsaltbesitz nicht ganz gehalten mit 127,65 (127,75). In der zweiten Börsenstunde schrumpfte am Aktienmarkt das an und für sich kleine Geschäft noch weiter zusammen, zweite Notierungen erfolgten kaum, wiewohl die Gesamthaltung weiter etwas schwächer war. Besonders am Montanmarkt bröckelten die Kurse weiter ab. Verein. Stahl kamen mit 120,50 (121,50) zur Erstnotiz und galten später etwa 120,25, dagegen lagen Buderus Eisen 1 v. H. höher mit 130,50, fest waren ferner Jul. Berger mit 144 (142,75) und Eßlinger Maschinen wurden mit 123,50 (122) bei 60 v. H. Zuteilung notiert. Weiter gedrückt waren Bemberg mit 154,75 bis 153,50 (156), sonst wiesen die im Verlauf notierten Papiere nur geringe Schwankungen auf. Von Renten erhöhten sich Reichsbahn-VA. auf 127,90 (127,65), späte Schuldbuchforderungen auf 99,13 (99), Rhein. Städte-Altbesitz wurden mit 131,90 umgesetzt. Goldpfandbriefe, Kommunal-Obli- gationen und Stadtanleihen lagen unverändert; Liguidationspfandbriefe unterlagen Schwankungen bis zu 0,40 v. H., auch Industrie-Obligationen waren ungleichmäßig. Im Freiverkehr wurden außer den bereits anfangs erwähnten Werten genannt: Adlerwerke Kleyer 116,40 bis 118,40, Wayß & Freytag 150,50 Die Industrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 709: Das Auslandgeschäft auf der Leipziger Herbstmesse. — 710: Wertbriefdienst aus Griechenland nach Deutschland. — 711: Berichtigung Zur französischen Zolltarifänderung für Hüte, Hut- stumpen und Platten aus Wolle, Baumwolle, Seide u. dgl. — 712: Umsatzsteuerumrechnungskurse für August 1937. — 713: Frachtbegünstigter Stückgutversand im deutsch-tschechoslowakischen Verkehr. — 714: Umrechnungskurse der Reichsbahn. — 715: Proforma-Rechnungen und Bescheinigungen, die Ausführer französischer Waren nach Deutschland vor Absendung dieser Waren den deutschen Käufern zuzustellen haben. Mein-Mainische Börse. INittagsbörse kaum behauptet. Frankfurt a. M., 2. Sept. Bei gegen gestern wesentlich verminderten Umsätzen lag der Aktienmarkt vorwiegend etwas leichter. Der Ordereingang war nur klein, so daß auch die Unternehmungslust des Handels eine Abschwächung erfahren hat, wie überhaupt sich wieder eine stärkere Zurückhaltung verbreitet hat. Der Freiverkehr hatte wieder einzelne Spezialbewegungen, von größeren Abschlüssen wurde aber nichts bekannt. Gesucht waren vor allem Ufa Film mit etwa 74,50 bis 75 (70,75), wobei wieder einmal Dividendenhoffnungen mitsprachen. Sodann blieben Verein. Pinsel Nürnberg beachtet bei 77,50 (75). Der Montanmarkt zeigte meist nur knapp gehaltene Kurse, Hoesch lagen 0,13 v. H. höher mit 128,65. JG.-Farben konnten sich trotz des günstigen Quartalsberichtes nur knapp behaupten mit 167 (167,25). Maschinen- aktien lagen vorwiegend etwas schwächer, Rheinmetall 158 (159,25), Moenus 129 (129,75), Demag 153,75 (154,25), gesucht blieben jedoch Eßlinger mit etwa 123 bis 124 (122), auch Uhren Junghans Insgesamt werden 380 Leichtathleten und 220 Schwimmer, die auf Grund der Ausscheidungskämpfe ermittelt wurden, antreten. Der Reichs-Sportwetlkampf. Der Mannfchaftsmehrkampf des Deutschen Jungvolkes und der Hitler-Jugend erfaßt 26 HJ.-Mann- schaften zu je 10 Hitlerjungen und 26 DJ.-Mann- schaften zu je zehn Pimpfen. Die Uebungen für das Jungvolk sind 60-Meter-Lauf, Weitsprung und Schlagball-Weitwerfen, für die Hitler-Jugend 100- Meter-Lauf, Weitsprung und Keulenweitwerfen. Der Aufbau erfolgte von den Fähnlein- und Ge folgschaftswettkämpfen, über die Bann- und Jung- bann-Wettkämpfe bis zu den Gebietskämpfen, nach denen nun die besten Mannschaften feststehen. Der Chef des Amtes für Leibesübungen der Reichsjugendführung, Gebietsführer Dr. Schlünder, gewährte dem Mitarbeiter des DNB.-Sport- dienftes eine Unterredung, in der vor allem die Zusammenarbeit zwischen HI. und dem Reichsbund für Leibesübungen behandelt wurde. Gebietsführer Dr. Schlünder ftihrte u. a. aus: Der Reichssportführer von Tschammer und Osten ist zugleich Beauftragter für die Leibeserziehung in der HI., und diese Personalunion bestimmt die Zusammenarbeit zwischen HI. und Reichsbund. Der Leiter des Hauptreferats Leistungssport im Amt für Leibesübungen der RIF., Bannführer Seidemann, ist gleichzeitig Jugendwart des DRL. und somit also zuständig für den gesamten Leistungssport der deutschen Jugend. Praktisch ist damit Die Führung im Leistungssport auf die HI. überae- gangen und die in der Spitze durchgeführte Personalunion wirkt sich bis in die untersten Gliederungen aus. Die Wechselbeziehung bewirkt weiterhin, daß durch die HI. die Nachwuchsfrage für den deutschen Sport bestens gelöst ist. lieber die zur Förderung des Leistungssports geplanten Maßnahmen befragt, gibt Dr. Schlünder bekannt, daß am 1. Oktober vorn Reichssportführer im Rahmen der Gesamtausbildung der HI. 26 Gebietssportlehrer eingesetzt werden. Den Sportlehrern ist die Ausgabe gestellt, die Landjugend mehr als zuvor für den Sport zu gewinnen und entsprechende Schulungsarbeit zu leisten. Die Kampfspiele der HI. in Nürnberg werden einen umfassenden Ausschnitt aus der Arbeit an der Leibeserziehung der nationalsozialistischen Jugend ! zeigen und den in jeder Beziehung schönen Erfolg Der praktischen Zusammenarbeit bestätigen. Die sportliche Leistungsschau des Nachwuchses erstreckt sich erstmals auf die Deutschen Jugend-Meisterschaften in der Leicht- »athletik und im Schwimmen. Im nächsten Jahr werden weitere Titelkämpfe, vor allem im Fuß- lball, Handball, im Boxen und im Geräteturnen, hinzukommen. Schon bei den Ausscheidungen in den Gefolgschaften, den Bann- und Gebietssvort- feften gab es ausgezeichnete Leistungen, so day bei den Endkämpfen in Nürnberg mit hervorragenden Ergebnissen gerechnet werden kann. So blieben im 100-Meter-Lauf 38 Jungen unter 11,6 Sekunden, im Weitsprung erzielten 34 Weiten von über 6,20 Meter und im Keulenwerfen mußte die Leistungsgrenze sogar von 60 auf 68 Meter heraufgesetzt «werden, und dennoch blieben immer noch 27 End- lampfteilnehmer übrig. Nicht anders ist es bei den Schwimmern. Die 100-Meter-Kraulstrecke bewältigten 45 Hitlerjungen in weniger als 1:10 Minuten unb 42 setzten sich für die Entscheidung im 100« Meter-Brustschwimmen durch. bis 152,50, Großalmerode Thon 1 v. H. schwächer mit 115,50 bis 117,50, Dingler 93,75, Elsass. Bad. Wolle 84 und Verein. Fränk. Schuh 77,50. Tagesgeld weiterhin 3,25 v. H. Abendbörse zurückhaltend. Im Abendbörsenverkehr hat sich die schon mittags herrschende Zurückhaltung noch verstärkt. Auf den meisten Märkten kamen die Kurse nominell zur Notiz, soweit Abschlüsse erfolgten, hatten sie nur kleinsten Umfang. Die Kurse wichen im ganzen nur ganz geringfügig ab. wobei am Montanmarkt leichte Rückgänge überwogen. Buderus 130 (130,50), Klöckner 138,50 (138,75), Rheinstahl 158,50 (158,75), Verein. Stahl 120,25 (120,50), Mannesmann unv. 125, ebenso Harpener 173. Etwas niedriger lagen ferner Rheinmetall mit 158 (158,50), Demag mit 153,50 (153,75) und Hapag mit 83 (83,50), auch Farben-Jnduftrie mit 166,90 (167) nicht ganz gehalten. Höher lagen Deutsche Linoleum mit 170,50 (169,50), Holzmann mit 154 (153,50) und Licht und Kraft mit 155,75. Von Einheitswerten ermäßigten sich Kalter Brauerei auf 66,13 (66,75), Schantung nach Pause auf 135,25 (136), anderseits stiegen Faber & Schleicher auf 112 (111). Renten lagen geschäftslos, 4^proz. Krupp nach Pause 99 (99,50). Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 2. Sept. Auftrieb: Rinder 1029 (gegen 1077 am letzten Donnerstagsmarkt), darunter 141 (198) Ochsen, 159 (142) Bullen, 515 (537) Kühe, 214 (200) Färsen. Kälber 778 (660), Hämmel und Schafe 146 (157), Schweine 333 (178). Notiert wurden je 50 Kilogramm Lebendgewicht in Mark: Ochsen a) 42 bis 45 (am 26. August 43 bis 45), b) 37 bis 41 (37 bis 41), c) — (36). Bullen a) 41 bis 43 (40 bis 43), b) 37 bis 39 (35 bis 39), c) 34 (31 bis 34). Kühe a) 41 bis 43 (41 bis 43), b) 36 bis 39 (35 bis 39), c) 30 bis 33 (28 bis 33), d) 24 bis 25 (20 bis 25). Färsen a) 41 bis 44 (43 bis 44), b) 39 bis 40 (38 bis 40), c) — (32 bis 35). Kälber andere a) 62 bis 65 (63 bis 65), b) 55 bis 59 (55 bis 59), c) 44 bis 50 (47 bis 50), d) 35 bis 50 (36 bis 40). Häm- mel b2) 46 bis 51 (48 bis 52). Schafe a) 40 bis 46 (44 bis 47), b) 30 bis 35 (39 bis 43), d) 15 bis 20 (—). Schweine a) 57 (57), bl) 57 (57), b2) 57 (57), c) 56 (56), d) 53 (53). Sauen gl) 57 (57), g2) 55 (55). Marktoerlauf: Rinder, Kälber und Schweine zugeteilt. Hämmel und Schafe langsam. Fleischgroßmarkt. Angebot: 791 (611) Viertel Rindfleisch, 625 (503) halbe Schweine, 152 (130) ganze Kälber, 94 (65) ganze Hämmel, 64 (94) Kleinvieh. Notiert wurden je 50 Kilogramm in Mark: Ochsenfleisch a) 80. Bullenfleisch a) 77. Kuh- fleisch a) 77, b) 65, c) 54. Färsenfleisch a) 80, b) 69. Kalbfleisch a) 85 bis 97, b) 75 bis 80. Ham- melfleisch b) 90 bis 98 (90 bis 95). Schweinefleisch b) 73. Fettwaren. Roher Speck unter 7 Zentimeter 78, Flomen 80 Mark je 50 Kilogramm. Marktverlauf: Lebhaft. Schweinemarkt in Friedberg. Friedberg, 2. Sept. Bei einem Auftrieb von 418 Ferkeln und nach lebhaftem Handel wurden folgende Preise gezahlt: Ferkel bis 6 Wochen 8 bis 10 Mark, 6 bis 8 Wochen alte 10 bis 15 Mark, 8 bis 12 Wochen alte 15 bis 26 Mark. Nundflinkproyramm Samstag, 4. September. 6 Uhr: Choral; Morgenspruch; Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Bäderkonzert. 10: Schulfunk. 10.30: Hausfrau, hör zu! 11.45: Deutsche Scholle. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Hinein ins Vergnügen. 15.15: Volk und Wirtschaft. 15.30: Sie alle bindet ein heiliges Band. 16: Froher Funk für alt und jung. 18: Zeitgeschehen im Funk. 19: Blasmusik. 19.45: Nümberg-Echo. 20: Nachrichten. 20.10: Es singt und klingt der Rhein. 22: Nachrichten. 22.30: Wir tanzen ly den Sonntag. 24 bis 1: Nachtkonzert. Daium *Vi Kvlswerke und Chemische Fabrik 7 a. zn. Devisenmarkt . 6 0,6 . 9 10 *y. ,. 0 14 . 6 . 0 . 8 . 5 . 7 . 6 12 GV» 4 . 5 . 9 10 6 .. 7 7 6 7 . 6 . 0 »'/- 3 yt .. 8 ,. 6 .. 6 Lahmeyer................ Mainkrasl................. Mannesmann Mansselder Bergbau Metallgeiellschasr Orenstein & Koppel........ Rheinische Braunkohle...... Rheinische Elektro.......... Rheinstahlwerke............ Rdeinisch-Westsälische Elektro Rütgerswerke ............. Salzdetfurth Kalt.......... Schlickert & (So.......... Schultheis Patzenhofer Siemens & Halske......... Süddeutsche Zucker Bereinigte Stahlwerke Westdeutsche Kaufhof....... Westeregeln Alkali Zellstoff Waldhof Otavt Minen.............. AccumulatoreN'Fabrik.... Aschaffenburg Zellstoff.... Bemberg............... Bekula......... Buderus Eisen........... (Sement Heidelberg....... Cement Karlstadt........ Conti Gummi........... Daimler Motoren Dessauer Gas ........... Deutsche Erdöl.......... Deutsche Gold- und Silber Deutsche Linoleum....... Elektrische Lieferungen.... Elektrische Licht und Kraft. I. G. Farben-Jnduftrie ... Felten & Guilleaume Gesfürel.............. Th. Goldschmidt......... Gritzner Maschinen....... Harpener............... Hoesch Eisen Philipp Holzmann....... Ilse Bergbau Ilse Genüsse............ Kali Aschersleben Klöcknerwerke ........... . 6 .. 4 4 yt .. 7 . 6 ,. 0 . 12 ,. 6 .. 6 .. 6 . 7 ,. 6 .. 7 Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe Der zuletzt veschlosienen Dividende an. Retchsbankdiskont 4 o H., Lombardzinsfuß 5 v H Frankfurt a. M. Berlin Schluß- kurS Schluß!. Abend- börie Schluß- kurs Schluß! Mittag dürfe Darum 1.9. 2-9. 1.9. 2-9. ( 5% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 101,5 101,5 101,5 101,5 ■% Deutsche Reichsanl. von 1934 99,13 99,25 99,13 99,25 iy2% Deutsche Reichsschatzanwei- sungen von 1935 . .......... — _ — — i <%% Deutsche RetchSschatzanwei- sungen von 1935, 11. Folge ... 99,3 99,3 99,3 99,3 iy3% Deutsche Reichsschatzanweisungen von 1936, 111. Folge .. 99 99 99 99 syt% Doung Anleihe von 1930 .. 105 105 105,13 104,9 U%% Höllische Bollsstaat von 1929 100,25 100,25 100,25 100,25 uy2% Deutsche Reichspostschatz von 1934 1...................... _ 100,3 100,5 100,5 ty2% Deutsche Reichsbahnschatz von 1936 I.................. 99,65 99,65 99,65 99,65 fleichsanleihe-Mtbesitz.......... 127,75 127,65 127,75 127,6 Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten............. 136,75 136,75 _ _ uy2% Hess. Lan deSbk. Darmstadl Goldpfe. R. 12.............. 99,5 99,5 _ _ H4% Hess. LandeS-HyP.-Ban! Liqu. Goldpfe............... 101,5 101,5 _ _ *>^2% Preuß. Landespfdbr.-Anst. Goldpfe. R. 19.............. 99,5 99,5 — Preuß. Gold-Komm. R. 20 98,75 98,75 98,75 — u%% Darmstädter Komm.-Lan- desbank R. 6................ 98.5 98,5 — Deutsche Komm.-Sammel-Anleihe Auslos.-Rechte 1............. 133.85 133,75 134,1 134 '!&% Franks. Hyp. Goldpfe. R. 15 99,75 99,75 99,75 99,75 wy»% Franks. Hyp. Gold-Komm. Obi. 2 8................. 98,5 98,5 — — 5«H% Franks. Hyp. Liquidation Goldpfe........ 101,5 101,65 _ _ '•&% Rheinische Hyp. Liquidation Goldpfe........... 101,5 101,9 101,75 101,75 Cieuergutschein-BerrechnungSkurs 111,1 111,1 111,2 — n.®. für Verkehrswesen .... 6% 127,5 128 127,65 127,65 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 — 47,5 — Hamburg-Amerika Paket......0 Norddeutscher Lloyd..........o 84 83 84,5 83,5 90,4 93 90,75 89,75 Deutsche Reichsbahn Borz.-Akt. 7 127,65 127,9 127,75 127,9 Tetchsbank................. 12 213,5 213,25 213 I 213 Berliner Handelsgesellschaft . 6% 135,5 135.4 tomnierz- und Privat-Bank ... 5 118,65 118,65 118,65 1 118.65 deutsche Diskonto............. 124 124 ri | 124 Dre6bne( Bank............... 105 105 105 105 Frankfurt a. M. Berlin Schluß- kurs Schluß!. Abend börie Schlußkurs Schluß! 1 Mittag- | börse 1.9. 2-9. 1.9. 2 9. 1 — 228 228,75 228 I 150 151,5 150,75 152,25 156 153,5 156,5 153,5 168 168 168,5 168,25 I 129,5 130 130 130 170 170,25 — — - I —— ■ I» ■ - 190,4 190 190,5 190 145,75 145,25 145,25 144,9 — — 123 123,65 153,75 154 154 154 267 267 — —— 169 170,5 168,5 171 133,75 132,5 132,9 132,5 156,75 155,75 156,5 155,65 167,25 166,9 167,4 166,9 139,75 139,25 139,75 139,5 161 161 160,75 160,5 148 148 148 148 52,75 53,65 54,5 53,65 173 173 173,25 173 128,5 128,65 128 127,9 153,5 154 153,75 153,9 — — 172,25 139,75 139 139,25 139,4 119,5 —— 119,5 119,65 139 138,5 138,5 138,25 166,5 166 131,5 132,5 132,25 132,5 95 95 — — 125,13 125 125 124,75 157,25 157 158 157,25 156,5 157,5 — 156,9 — — 118,5 117,75 231 230,5 231 230,25 —— —- 131,5 158,75 158,5 159,4 158,25 132,25 132 132 131,65 153 152,75 153 152,9 163,5 163 163,5 163 177,5 178 178 178 95,5 95,75 — — 219,25 219 206 205,5 206 — 121,5 120,25 120,5 120,13 60,65 61 61,13 60,9 118 118,5 118,5 162.4 162,25 161,75 161,75 35,5 36 35,5 36 1 .September 2-September Amtliche Rvlierung Geir | Brus AmiiicheRoiiemns Geld I Brie, Japan.................... 0,721 5,694 62,15 48,95 11.23 63,76 57,17 16,98 8,666 2,492 0,723 5,706 62,27 49,05 11,25 63,88 57,29 17,02 8.684 2,496 0,721 5,694 62,15 48,95 11,23 63,76 57,21 16,98 8,666 2,492 0,723 5,706 62,27 49,05 11,25 63,88 57,33 17,02 8,684 2,496 1 Oslo.................... Prag..................... Budapest................. Neuvork.................. 1. September 2. September Amll'che Roiierune Geil | 'Br-'l Amtliche Rolieruns, Geir 1 Briet d-uenoa Aires............. 0,750 41,96 0,159 47,00 55,21 47,00 12,365 5,47 9,311 137,32 13,09 0,754 42,04 0,161 47,10 55,33 47,10 12,395 5,48 9,329 137,60 13,11 0,750 41,94 0,159 47,00 55,21 47,00 12,365 5,47 9,306 137,36 13,09 0,754 42,02 0,161 47,10 55,33 47,10 12,395 5,48 9,324 137,64 13,11 (rüffel................... siio de Janeiro............ ! ölen.................... Ivpenhagen............... Ranzig.................. London .................. 4slsiugsorS................ H>oris.................... Holland .................. Zralien................... Hier abschneiden! Hausfriedensbruch 191 Haushaltsgegenstande sie beleidigt, ihr Ansehen und ihre Autorität bei den Kindern und Hausangestellten untergräbt, indem er Anordnungen der Hausfrau ohne zwingenden Grund und ihr Ansehen in herabsetzender Weise umstößt. Siehe Ehefrau, Schlüsielgewalt, Arbeit, Wirtschaftsgeld, Nadelgeld, Taschengeld. Hausfriedensbruch begeht, wer in fremde Wohnungen, Geschäftsräume oder befriedigtes Besitztum (eingezäunte Gärten Hof- raum usw.) widerrechtlich eindringt oder wer auf Aufforderung sich nicht alsbald entfernt. Der getrennt lebende Ehegatte begeht Hausfriedensbruch, wenn er die Wohnung des anderen ohne desien Willen betritt. Hausfriedensbruch begeht auch der Vermieter (Hausherr), der ohne Erlaubnis des Mieters in dessen Wohnung eindringt, selbst wenn der Mieter die Wohnung nach Kündigung nicht räumt; das gleiche gilt für den Untermieter. Keinen Hausfriedensbruch begeht der Gerichtsvollzieher, der die Wohnung gegen den Willen des Inhabers in dienstlicher Angelegenheit zum Zwecke der Pfändung betritt. Der Freund der Hausangestellten begeht Hausfriedensbruch, wenn er die Wohnung der Herrschaft (dazu gehört auch die Kammer der Hausangestellten) betritt, obwohl er weiß, daß die Herrschaft es nicht erlaubt. Siehe auch Hausrecht. Hausgehilfinnen. Die Hausgehilfinnen (Köchinnen, Zofen) sind von der Entrichtung der Arbeits- lofenversicherungsbeiträge und Arbeitslosenhilfe befreit, die Beiträge für die Invalidenversicherung sind seit 1933 herabgesetzt. außerdem wird Arbeit- aebern, die eine Hausgehilfin halten, eine Ermäßigung der Einkommensteuer gewahrt. Als Hausgehilfinnen gelten aber nur die Hausangestellten, die in die häusliche Gemeinschaft ausgenommen sind, nicht also Zugeherinnen, Putzfrauen, Waschfrauen usw. Erzieherinnen, Hauslehrerinnen usw. gelten nicht als Hausgehilfinnen. Haushalt. Leben die Ehegatten getrennt und ist einer von ihnen zum (Setrenntieben berechtigt, so muß Der Mann der Frau die zu einer abgesonderten Haushaltführung nötigen Gegenstände herausgeben (f. Getrenntleben). — In einem jüdischen Haushalt dürfen weibliche deutsche Staatsangehörige vor vollendetem 45. Lebensjahr nicht beschäftigt werden. Jüdisch ist ein Haushalt, wenn ein jüdischer Mann (über 16 Jahre) Haushaltsvorstand ist ober der Hausgemeinschaft angehört. Zuwiderhandlungen gegen diese Vorschriften werden bestraft. Haushaltsgegenstände, die der Mann an Stelle der von der Frau eingebrachten, nicht mehr vorhandenen oder wertlos gewordenen Stücke anschafst, werden eingebrachtes Gut der Frau. Die Frau kann nach der Scheidung diese Stücke also vom Mann herausverlangen. Fehlt in Ihrer Küche etwas? Was auch an Haushaltgeräten zu ergänzen oder zu erneuern ist — bei Häuser bekommen Sie es. Denn Häuser hat eine große Auswahl unb führt bei niederen Preisen eine gute Qualität. Wenn also in Ihrer Küche etwas fehlt, dann gehen auch Sie zu J. V. f) auf er, Gießen, am Oswaldsgarten, Fernsprecher 2145/2146. MMWWMU! Roman von Bernhard Lonzer. Urheberrechtsschutz: Arthur Moewig, Romanoertrieb, Berlin SW 68. 6. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) „Ich begreife natürlich, daß Sie sich nicht gern daran erinnern", fuhr sie im gleichen Ton fort. „Aber Sie hätten es doch tun sollen, bevor Sie etwas als Unfug erklärten, was Sie selber einmal begangen haben. Und nun bliebe mir wohl nur noch übrig, dieselbe harmlose Frage zu stellen, die Sie vorhin an mich gerichtet haben: Sind Sie mir böse? Aber Sie brauchen mir gar nicht darauf zu antworten. Ich weiß auch so, welche Gefühle Sie mir dafür entgegenbringen, daß ich diese für einen Stefan v. Achenbach sehr peinlichen Erinnerungen heraufbeschworen habe." Mit offenkundiger Genugtuung lehnte sie sich zurück. Suse Vollrath hatte ihr entsetzt zugehört. Sie streifte Stefans Gesicht mit einem raschen Blick. Dann wandte sie sich ihrem Gatten zu. „Das ist ja ein starkes Stück!" sagte sie empört. „Es geht doch nichts über Takt und guten Geschmack!" - Stefan hatte sich vollkommen in der Gewalt. Nur sein Gesicht war einen Schein finsterer geworden. Er wandte sich Senta knapp zu. „Sie erlauben, daß ich trotzdem eine Antwort auf Ihre Frage gebe: Nein, ich bin Ihnen nicht böse! Im Gegenteil — ich bin Ihnen sogar dankbar dafür, daß Sie mir Gelegenheit gegeben haben, Sie von einer Seite kennenzulernen, die ich nur mit Rücksicht darauf, daß Sie Dame sind, nicht näher charakterisieren will..." Senta lächelte spöttisch. ' „Hübsch gesagt! Nun wissen wir wenigstens, was wir voneinander zu halten haben. Glücklicherweise ist die Tafel zu Ende — es wird Zeit, daß man in andere Luft kommt!" Stefan atmete auf, als jetzt wirklich die Tafel 'aufgehoben wurde. In den anstoßenden Zimmern wurde Mokka und Likör gereicht. Die Herren rauchten. Dann begann im Festsaal der Tanz. Auch Stefan war es, als ob er mit einem Male „in andere Luft" gekommen fei. Mit einem Lächeln beobachtete er, wie Senta sich von Lingner umschwärmen ließ. Er war ihr für ihre Taktlosigkeit, mit der sie ihren wahren Charakter deutlich zu erkennen gegeben hatte, wirklich in gewissem Sinne dankbar. Er brauchte sich ja nun keine Dorwürfe mehr zu machen, daß er ihre Hoffnungen hatte enttäuschen müssen. Und dann war das noch etwas anderes. Eine Taktlosigkeit war und blieb die Anspielung auf Gloria Rettners Treubruch natürlich, aber diese nur zu deutliche Anspielung hatte Stefan nicht mehr treffen können, wie er mit einem Gefühl der Ueberraschung und der Dankbarkeit jetzt noch einmal nachträglich feststellte. Die Erinnerung an Gloria Rettner löste wirklich nur noch Verachtung in ihm aus. Und auch diesem Gefühl der Verachtung war der bittere Stachel genommen. Ein Beweis, daß die Angelegenheit tatsächlich abgetan und erledigt war. Endgültig abgetan und erledigt! War das nicht Grund genug, sich frei und zufrieden zu fühlen? Stefan stand während eines Walzers neben Sufes Stuhl. Er schien den Tanzenden zuzusehen, doch plötzlich zog ein nachdenklicher Schatten über sein offenes Gesicht. Suse hatte ihn beobachtet. „Nanu, Stefan...? Wolken auf der Sttrn?" sah sie forschend zu ihm auf. „Hast du dir durch die Taktlosigkeit Sentas wirklich die Laune verderben lassen?" Er riß sich zusammen. „Keine Spur! Im Gegenteil!" „Wirklich...?" „Wirklich!" Sie zögerte, schien mit irgendeinem Entschluß zu ringen. Dann griff sie plötzlich nach feiner Hand. „Komm mal her, mein Junge... Wir haben uns von Jugend auf immer prachtvoll verstanden. Du weißt, daß ich immer durch dick und dünn mit dir gegangen bin. Das stimmt doch, nicht wahr?" „Jawohl, Suse. Du bist mir immer ein prächtiger Kamerad gewesen." „Lieb von dir, daß du mir das sagst. Und — sieh mal — da möchte ich dich gern mal etwas fragen... Ich weiß nur nicht, ob ich es darf, ob es überhaupt gut ist..." Er begegnete ihrem seltsam forschenden Blick und lächelte ernst auf sie herab. „Nun —?" „Wenn die Frage dir unangenehm sein sollte — wenn keiner dich danach fragen darf — ich darf es, Stefan, ja ...?" Er behielt sein Lächeln bei. „Du darfst es, Suse." Ihre Stimme war erfüllt von einer unbegreiflichen inneren Spannung. „Sag' mal, Stefan, die Geschichte damals — mit Gloria Rettner — hängt dir das wirklich nicht mehr an...? Bist du innerlich wirklich ganz darüber hinweg...?" Es war nicht nur Sorge, die er aus ihrem Blick las. Es war da noch etwas anderes, was er nicht verstand. „Es ist gut, daß wir mal davon sprechen", entgegnete er. „Du kannst ganz unbesorgt sein — ich bin darüber hinweg, vollkommen!" Etwas Helles, beinahe Strahlendes löste sich aus ihrem Blick. Mit festem Druck umschloß ihre Hand die feine. „Wie. ich mich freue, Stefan! Du ahnst gar nicht, wie sehr ich mich freue! Und ich hatte schon gedacht — weil ich vorhin die Wolken auf deiner Stirn sah..." Er lächelte wieder. „Ach so... Das waren im Augenblick nur so etwas wie berufliche Sorgen. Meine Assistentin will nämlich heiraten und ^möchte so bald wie möglich gehen. Ich muß mich schleunigst um Ersatz kümmern." Suse hatte seine Hand losgelassen. Sie ließ sich wieder zurücksinken und sah vor sich nieder, um sich nicht durch ihren Blick zu verraten, der tiefe Freude und eine jähe Hoffnung widerspiegelte. „Das ist allerdings unangenehm. Aber — warte mal — ja, vielleicht kann ich dir da helfen... Wir reden in den nächsten Tagen noch darüber, vorläufig ist es ja nur so ein Gedanke." Das hatte ganz gleichgültig geklungen. Aber Suse wußte, was sie wollte. Und sie war fest entschlossen, die Gelegenheit unter allen Umständen zu benutzen und ein bißchen Schicksal zu spielen. Vielleicht wurde nun doch noch alles gut...! Die Stunden verrannen. Die Stimmung stieg. Seinen Höhepunkt erreichte das Fest aber, als Schönburg in vorgerückter Stunde Sentas Verlobung mit Lingner verkündete. Sehr überraschend kam das nach dem bisherigen Verlauf des Abends ja nicht mehr, und so löste das Ereignis denn allseitige Befriedigung aus. Spät erst trennte man sich. „Also, Stefan, ich kümmere mich um die Sache", sagte Suse, als sie sich von ihm verabschiedete. Er mußte sich erst besinnen. „Ach so... Na ja. Aber laß nur bald etwas hören, sonst muß ich selbst sehen." „Uebermorgen bin ich wieder da", versprach sie mit merkwürdig glänzenden Augen. Wagen auf Wagen rollte davon. Wenig später erloschen die Lichter im Schloß. Fest und traumlos schlief Stefan bis in den hellen Morgen. 3. Blaßleuchtende Herbstsonne stand schräg über dem hohen, dunklen Bergwald. Sie ließ das gelichtete Blattwerk der Bäume zu bezaubernd buntem Farbenspiel aufblühen. Welkes Laub raschelte um die Füße der beiden Männer, die eben von der Höhe herabstiegen. Die braune, graugefleckte Hündin neben ihnen peitschte die dürren Blätter mit wirbelnder Rute zu raschelnden Wolken auf. Es roch nach Herbst und Feuchte. Ganz in der Ferne röhrte ein paarmal kurz ein einsamer Hirsch durch den Vormittag, als müßte er dem Gegner des kommenden Abends schon jetzt den Kampf ansagen. Wolfgang v. Achenbach trat mit dem alten Re- oierförster jetzt durch die hohe, schwergefügte Mauer, die den Park vom Walde abschloß Sie kamen von Revier 5, in dem der Sturm, der vor einigen Tagen gewütet hatte, erhebliche Verwüstungen angerichtet hatte. Noch fand die Sonne auch den Weg in den alten, wundervollen Park, der schon manches Glück und vielleicht auch manches Leid gesehen haben mochte. Aber die alte Ruine in der Mitte des Parks erreichte sie nicht mehr. Hier hatte vor Jahrhunderten ein Pavillon gestanden. Jetzt war nur noch ein Fensterbogen übrig, einsam, leer und geborsten. Im Sommer rankten sich blühende Wildrosen um den grauen, verwitterten Stein, aber in diesen Herbsttagen hielt ihn nur blattloses, braunes Gerank umklammert. Fortsetzung folgt. Habe mich als Arzt und Geburtshelfer niedergelassen Dr. med. Ringshausen An der Johanneskirche 6 part., Fernruf 2938 Sprechstunden: Täglich 8—10 Uhr vormittags, 2—4 Uhr nachmittags (außer Samstag nachmittag) Zu allen Kassen zugelassen 5672D Städte-Achter Gieben-Wetzlar Sonntag, 5. Sept. 1937 Vl nachmittags 4.30 Uhr, wird % auf der Lahn der Städte- achter ausgefahren. — Start am Felsen, Ziel am Bootshaus des Ruderklubs „Hassia“ Ab 15 Uhr Auffahrt der Rudervereine Gießen und Wetzlar mit anschließenden Ruder- Wettkämpfen. Konzert auf dem Platze! Eintritt frei Eintritt frei Der Regatta-Ausschuß des Wetzlarer Ruderklubs 1880 e.V. 5682 D KOFFER große Auswahl bei 628sA Leder-Röhrte Gießen 43 Neustadt 43 Briefumschläge bei Brühl, Gießen Kameradschaft ehemaliger Freikorps-Kämpfer Samstag, d en 4. Sept., 20.30 Uhr, find, im Andres, Sonnen str., ein Kameradsflialts-Abend statt. — Ausgabe von Ehrenurkunden. - Ehern. Freikorps- kämpf. (auch Nichtmitglieder) sind herzlich eingeladen. 6665D Aquarium Walltorstraß e 5 6678d SiiSer Apfelmolt BaW-teMeo Samstag, 4. Sept.: Feldhohn miltalNU- 5676D Haushaltsmaschinen 192 Hausmittel Haushaltsmaschinen sind nur lohnend, wenn ihr Preis und ihre Betriebskosten in einem richtigen Verhältnis zur Arbeitsersparnis stehen. Ein elektrisches Bügeleisen und ein Staubfänger werden sich immer lohnen, eine Bohnermaschine dagegen nur, wenn es sich um viele Räume mit großer Bodenfläche handelt. Haushaltungsschulen, die entweder private oder städtische Anstalten sind, bilden junge Mädchen in allen hauswirtschaftlichen Arbeiten aus und lehren vielfach nebenher noch Säuglingspflege, Buchführung, Kurzschrift und Maschinenschreiben. Ihr Besuch ist zu empfehlen. tausbaltswaage ist in jedem aushalt unentbehrlich. Am praktischsten sind die neuen Tellerwaagen mit Feder, die Gewichte überflüsiig machen. Haushaltungsbuch ist für den Überblick der Hausfrau über ihre Ausgaben unbedingt notwendig. Praktisch eingerichtete Haushaltsbücher gibt es zu kaufen. Mit etwas Überlegung rann sich die Hausfrau jedoch ein fgewöhnliches Heft nach ihren be- onderen Bedürfnissen einrichten. In jungen Haushalten erleichtert das H. das Eingewöhnen der jungen Frau in die neuen finanziellen Wirtschaftsverhältnisse Hauskauf. Vor dem Kauf das Haus mit einem Fachmann genau besichtigen. Den baulichen Zustand, die Beschaffenheit des Zubehörs und der Einrichtungen (Heizungen!) genau prüfen bzw. prüfen lasten (Hausschwamm!). Ist ein gekauftes Haus vom Hausschwamm befallen, so kann der Käufer den Kauf rückgängig machen, wenn er den Fehler beim Abschluß des Kaufvertrages nicht kennt oder wenn der Verkäufer das Fehlen des Hausschwammes ausdrücklich zugesichert oder das Vorhandensein arglistig verschwiegen hat. Man lasse sich auf alle Fälle im notariellen Kaufvertrag die Freiheit des Hauses vom Hausschwamm garantieren. Bei H. durch Einsichtnahme ins Grundbuch vorher die aenaue Belastung des Hauses (Hypotheken, Grund- schulden, Rentenschulden, Dienstbarkeiten), ferner die sonstigen Grundstückslasten (Straßenverstellungskosten, Anliegerkosten usw.) feststellen und im Preis berücksichtigen. Ebenso die Zeit der Fälligkeit der Belastungen. Hauslehrer sind Privatlehrer, die in die häuslichen Gemeinschaft einer Familie ausgenommen sind. Sie bedürfen einer staatlichen Unterrichtserlaubnis. Wenn 'keine Kündigungsfrist ausgemacht ist, kann Hauslehrern nur unter Einhaltung einer Frist von 6 Wochen auf Schluß des Kalendervierteljahres (31. März, 30. Juni, 30. September, 31. Dezember) gekündigt werden. Siehe Dienstvertrag, Kündigung. Hausmarke, ein besonderes Zeichen, mit dem früher der Hausherr fein Haus und seine Habe kennzeichnete. Hausmittel, Heilmittel, deren Gebrauch im Volksglauben un- Anerkannt Möbel sehr vorteilhaft kauft! Ich zeige Täglich frischen süßen 5652D Apfelmost Wichtige Neuerscheinungl GIESSEN SELTERSWEG 81 (Sine Offenbarung für jeden Tierfreund! MlMWMWM GewlnnaoSzug Ohne Gewähr Nachdruck verboten 140 Seiten mit 100 Abbildungen, in Leinen geb. NM. 3.60. Ongo Wider Verlag. Berlin EiWelöe ön der heutigen NachmittagSziehung wurden gezogen 23. Ziehungstag 2. September 1937 117381 Vn der heutigen DormkttagSziehung wurden gezogen 142375 164127 17965 78184 121099 417 3293 5669 11327 8197 12044 16479 27008 71188 75031 82537 140 Gewinne zu 300 RM 141357 143822 146511 180 Gewinne zu 300 RM Im Gewinnrade zu fe 6 i e ssen - Sch u I str. 6 G i essen - Sch u I str. 6 JNHABER - CARL HEINZ SCHLÜTER 85445 184495 262125 306160 108665 226669 278909 336786 139424 236482 290971 363691 160591 211442 246519 289740 324887 365663 395569 130188 209415 246732 285497 325287 397106 80616 178212 240495 296216 369800 90514 195815 218695 258195 277640 358296 147491 204383 222949 265607 281118 378636 149706 205001 226930 268056 319873 380459 166094 208715 228107 268423 324024 387894 121304 155293 161490 189665 221019 248318 294802 311930 326777 341394 390089 151108 236510 295007 365478 156903 184029 241830 277256 323462 364572 393550 129057 193070 235588 272613 316326 374499 141754 225383 255357 285928 336794 143156 226202 265707 289267 341658 81509 147391 228533 269925 290347 342014 127191 149298 169213 239079 274283 308336 341022 388587 123589 175701 228736 272393 297742 362962 56487 171595 331649 122717 155830 163377 193496 229294 248422 295359 312184 329316 353472 139332 156551 164038 195261 231641 255392 299797 318210 329653 360027 104840 140695 166951 168531 198726 242740 263986 302485 318588 338656 373054 112091 144016 157166 171757 199444 243342 266244 307750 321336 338920 375438 119619 150847 158389 183100 200663 245569 279912 307903 326341 339225 383860 ■ 164092 235002 252236 294615 336040 368651 397707 148022 167015 237830 253158 303186 340583 387132 388810 10607 35477 28406 133468 142182 114124 236391 279168 353191 82726 135762 150123 174232 239343 277127 308422 345653 392849 170398 175433 211034 215787 236173 248513 271661 275004 340934 349029 393560 397390 60008 65229 65275 71756 75332 77886 90471 92895 96359 103961 126812----- 994 2109 3896 5336 10 Gewinne zu 3000 RM. 178406 188345 10 Gewinne zu 2000 RM. 390909 395681 5. Klaffe 49. Preußisch-Süddeutsche (275. Preuß.) Klaffen-Lotterie •uuuuuu, z ZU le 500000, 2 ZU je 50000, 4 zu le 30000, 8 zu le 20000, 26 zu je 10000, 50 zu je 5000, 5(öu6 non Bflnmen olleren nach der Naturschutzverordnung vom 18. März 1936 (RGBl. I Seite 181) und den ergänzenden Bestimmungen, aus- sührlich erläutert von Professor Dr. W. Weber, o. ö. Prof, der Rechte und Referent im Reichs- und Preußischen Ministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung, und Prof. Dr. Walther Schoenichen, Letter der Reichsstelle für Naturschutz. Gebunden RM. 3,60. Bestellungen durch alle Buchhandlungen f)ugo8ermühierBerlag.Beriin-£iiliierf iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii in einer Zusammenstellung, die Ihnen ein getreues Bild der kommenden Modelinie gibt. Es wird mir ein Vergnügen sein. Sie von der Kleidsamkeitund Schönheit der neuen Formen zu überzeugen und wiederum zu beweisen, wie wenig es kostet, mit der Mode Schritt zu halten in Kleidung von 94 Gewinne zu 500 RM. _. 31302 39164 41069 54571 - - - .... - .--------- 4735 6691 14638 22199 23324 24758 24983 27892 37429 46879 49998 Anrw-IQ RROQQ RRO7R 71 HC.Q 11306 21722 22029 23509 25250 25278 27241 31275 35620 36579 37628 47109 57094 69816 63766 74513 76763 77968 82952 90294 91442 104057 ------ ------ ----* - - - - ’ ------ Auf jede gezogene Rümmer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II 44 Gewinne zu 1000 RM. 18099 45836 67618 67704 74661 120746 133278 157121 203014 230000 268907 292466 329509 Geschäftsdrucksachen Rechnungen Briefbiatter Briefumschlag» Postkarten Geschaftskarten bei Brühl, Schulstr.7 MÄNTEL - COMPLETS KOSTÜME »KLEIDER FÜR DEN HERBST I In leder Gießener Buchhandlung erhältlich. 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Heiderich Bleichste. 14 Daselbst kann auch gekeltert werden