Samstag, 3. Juli 1931 Nr.152 Erstes Blatt 187. Jahrgang Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Erichen« tttgiid). autzei ÄMBF M ä Annahme von Anzeige« Sonntags and Feiertags JMMWk DU ^f für die Mtttagsnummer Beilagen: Die 3Uu|tnert. Ä A A lk Jk A A A A AA Mk W A A A A A -A. Ak JkA bi»8-/.UHr des Vormittag» «ss IHiAnAitAf •■ä®» lll|l< f>|» IM» Otrlflg: vrühl'lch« u»loerstläls v«ch> und Sldn6rmt«d R.£a«gc In Kletzin. 8chrlfll«llnng nn6 KelchSstsM«: Schnlftratze 1 M«nge.abichi8N°si.fi-ik England und Frankreich lehnen ab 1. 2. Der und hät- Das Ergebnis der Beratungen des Unterausschus- 'es des Nichteinmischungsausschusses läßt sich wie Franco hat die Nacht eines souveränen Staates Mailand, 3. Juli. (DNB. Funkspruch.) Lage in Spanien angepahl ist. Die vorgeschlagenen Maßnahmen würden darüber hinaus folgende Vorteile sichern: 1. Durch Gewährung eines internationalen Rechtszustandes an beide Parteien in Spanien würden die letzteren gegenüber den neutralen Staaten die volle Verantwortung für die Führung des Krieges in der Luft, auf dem Lande und zur See übernehmen. 2. Die Flotlenpatrouille durch die vier Mächte, die gänzlich fehlgeschlagen ist, sowie jedes andere System der Flottenpatrouille würde überflüssig werden. 3. Die schwerwiegenden Lücken, die in dem vorherigen Plan vorhanden waren, würden ausgefchaltel werden, da die Schiffe, die entweder die spanische Flagge oder Flagge nichteuropäischer Länder führen, von den zwei Parteien einer wirksamen Form der Kontrolle unterworfen würden. II. Mik Ausnahme des Patrouillensystems, das, wie bereits aufgeführt wurde, sich als gänzlicher Fehlschlag herausgestellt hat und daher nicht fortgesetzt werden kann, soll das gegenwärtige Ileberwachungssy- ffem, wie es vom Komitee genehmigt wurde, beibehalten werden. Die deutsche und italienische Regierung regen demgemäß an, daß sowohl die lleberwachung der Landgrenze Spaniens, wie auch das System der Ueber- wachung sowohl in den Häfen und durch Beobachter, die sich an Bord der Richteinmischungsschiffe befinden, aufrechterhalten werden sollten. III. Die deutsche und italienische Regierung würden jede weitere Anregung auf diesen Grundlinien begrüßen. sollen. Es wurde beschlossen, daß der deutsch-italienische Vorschlag den Mitgliedern des Nichteinmischungsausschusses unterbreitet wird. 3. Es wurde dem Vorsitzenden des Ausschusses die Vollmacht erteilt, eine weitere Sitzung des Ausschusses zur Fortsetzung der Beratungen konstruktive Vorschläge, die auch Deutschland starke Opfer zumuten, zur Lösung der entstandenen Lage beizutragen. Der deutschitalienische Plan sieht dreierlei vor: A) daß beiden Parteien in Spanien krieg- führendeRechte zugestanden werden sollen, 8) daß der U e b e r w a ch u n g s p l a n , der in der Verpflichtung der Schiffe besteht, Kontrollhäfen anzulaufen und Kontrollbeamte an Bord zu nehmen, fortbesteht, und C) daß die Landkontrolle erhalten bleibt. Bisher gab es zwei Arten der Schiffahrt nach Spanien, die legitime und die illegitime. Die legitime unterwarf sich der Kontrolle und nahm Kontrollbeamte an Bord. Die illegitime Schiffahrt hingegen unterwarf sich keiner Kontolle und betrieb in der Hauptsache den Waffenschmuggel nach Spanien. Diese Lücke soll durch die deutsche-italienischen Vorschläge ausgefüllt werden, da diese illegitime Schiffahrt in Zukunft auf Grund der deutschen Vorschläge unter die Kontrolle der Parteien in Spanien gestellt würde. Das würde zweifellos ein weiterer Schritt Aur Vervollständigung der Nichteinmischung sein, so daß man der Erwartung sein sollte, daß sich alle Mächte der Nichteinmischung mit diesem Schritt einverstanden erklärten. Die englische Behauptung, daß der Vorschlag einseitig sei, ist abzulehnen. Die besonders konstruktive Idee des Vorschlages besteht darin, daß er den beiden kriegführenden Parteien einen b e- sonderen Rechts st and gibt, den sie bisher nicht hatten. Das würde dazu führen, daß nicht nur klare Verhältnisse in spanischen Gewässern entstünden, sondern daß auch beiden Parteien Pflichten auf erlegt würden, da sie nach der Gewährung der Anerkennung als kriegführende Macht sich künftig den Regeln internationalen Rechtes in der Kriegführung unterwerfen müßten. Deutscherseits ist in der Sitzung mehrfach hervor- gehoben worden, daß Deutschland sich nach wie vor für den Grundsatz der Nichteinmischung einsetzt und daß man deutscherseits einen Ausweg aus der entftanbenen Lage herbeizuführen wünsche. Besonders hervorgehoben zu werden verdient ferner die Tatsache, daß der italienische Vertreter in der Sitzung den gleichen Standpunkt vertreten hat. „Popolo d'Jtalia" erklärt, die von Italien Deutschland in London überreichten Vorschläge ten ihre Grundlage in der Gerechtigkeit und könnten eine Ueberwindung der Schwierigkeiten ermöglichen. Man müsse der Regierung Franco und dem von ihr besetzten Gebiet die Eigenschaft eines souveränen Staates zuexkennen; Franco beherrsche 34 Provinzen mit fast 15 Millionen Einwohnern, während die Bolschewisten nur 16 Provinzen mit weniger als acht Millionen Einwohnern hätten. Würde man der National-Regierung die Rechte einer kriegführenden Macht verweigern^, und sie weiter in grotesker Weise als „rebellisch" und „aufwieglerisch" hinstellen, während diese Rechte den in drei Teile zerrissenen und von blutigen Konflikten erschütterten Bezirken der Bolschewistenhäuptlinge von Valencia zuerkannt werden, so wäre dies Oeuisch-iialienische Vorschläge für einewirksame und attseitigeAichteinmischungsvolitik neue konkrete Vorschläge vorzuleaen: I. Alle interessierten Mächte kommen überein, beiden Parteien in Spanien die Rechte einer kriegführenden Macht zuzugestehen. Line solche Entscheidung würde die diplomatische Wirkung haben, daß die Politik der Nichteinmischung gestärkt würde, da tatsächlich allen europäischen Mächten zu ihren Verpflichtungen als Signatarmächte des Richteinmischungsabkommens die Pflichten hinZUge- fügt würden, die n e u t r a l e n S t a a t e n zufallen, und zwar gemäß den Grundsätzen des internationalen Rechts, das der besonderen nächste Woche anzuberaumen. In der Sitzung brachte zunächst Lord Ply- m o u t h die englisch-französischen Vorschläge erneut vor. Hierauf brachte Botschafter von Ribbentrop den deutsch-italienischen Vorschlag ein, der eingehend vom italienischen Botschafter G r a n d i begründet wurde. Lord Plymouth lehnte hierauf im Namen seiner Regierung den deutsch-italienischen Vorschlag a b, und zwar mit der Begründung, daß dieser keine Kontrolle vorsehe und einseitig die Salamanca-Regierung begünstige. Der französische und sowjetrussische Vertreter lehnten den deutsch-italienischen Vorschlag ebenfalls ab, erklärten sich aber bereit, über ihn ihren Regierungen zu berichten. Der französische Vertreter erttärte jedoch bereits, Frankreich sei nicht bereit, die Anerkennung als kriegführende Macht in Spanien zuzugestehen. Der portugiesische Vertreter nahm eine vermittelnde Haltung ein und erklärte sich bereit, den englisch-französischen Vorschlag anzunehmen, falls er allgemein angenommen würde, setzte sich aber gleichzeitig für die Annahme des deutschitalienischen Vorschlages ein. Die Vertreter Belgiens, der Tschechoslowakei und S ch w e - d e n 5 erklärten sich bereit, den englisch-französischen Vorschlag anzunehmen, aber ebenso alle anderen Vorschläge zu prüfen. * Welche Weiterentwicklung die Dinge nehmen werden, läßt sich auf Grund der Ereignisse des heutigen Tages somit noch nicht übersehen. Eine endgültige Entscheidung wird jedenfalls erst in der Vollsitzung des Nichteinmischungsausschusses in der nächsten Woche fallen. Der deutsch-italienische Plan war dazu bestimmt, In einer kritischen Lage durch gänger Vincent Auriol verschlossen, nachdem die frayzösischen Sparer die ersten Proben des Volksfrontexperiments in Gestalt von Streiks und Werksbesetzungen zu kosten bekommen hatten, vielleicht hat Bonnet mehr Glück, es kommt für ihn alles darauf an, durch Mut und Festigkeit das Vertrauen des Volkes, das ihm in großem Maße entgegengebracht wird, zu behalten und zu steigern. Aber die marxistische Hypothek, mit der das Dolksfront- kabinett die französische Wirtschaft belastet hat, wird sich auch weiter auswirken, zuma ja Leon Blum und eine Reihe seiner Ministerkollegen auch im neuen Kabinett Chautemps sitzen und Sozialdemokraten und Kommunisten tm Lande tro^ aller eklatanten Mißerfolge ihrer Sozial- und Wirtschaftspolitik ihren Einfluß behaupten und mit Argusaugen di- Schritte «»"nets verfolgen i-d-r° seit bereit, ihm schort die Freundschast zu kündigen, sobald sie einer Versündigung gegen die marxistische Doktrin auf die Spur kommen sollten. Diese durch die politischen Verhältnisse gebotene Rücksichtnahme wird sich vielleicht nicht allzu hemmend auswirken, solange das Parlament m den Ferien ist und das Ermächtigungsgesetz in Kraft ist, aber zumindest die Kommunisten sind bestimmt nicht gewillt auf die Mittel der politischen Hetze und der wirtschaftlichen Pressionen zu verzichten um die Unruhe in den Arbeitermassen wachzuhalten und sie zu immer neuen Forderungen aufzupeitschen. Hier wird also das Kabinett Chautemps mit um so größeren Schwierigkeiten zu rechnen haben, je meljr es daran gehen sollte, das liebel an der Wurzel aToän'un5 Deutschen nicht .beim Lesen der Variier Berichte das Vokabularium dieser Wah- rungs- und Finanz-, Wirtschafts- und Staatskrisis eltsam bekannt vor? Dämmert es uns, daß wir zose für 100 Franken 63 Kilo Brot oder 255 Kilo Kohlen kaufen, nach der Abwertung jedoch nur noch 43 Kilo Brot oder 208 Kilo Kohlen. Nun beginnt mit der Erhöhung der Bahntarife, dem die städti- schen Werk- und Verkehrstarife bald folgen werden, eine neue Preiswelle, die die Arbeiter mit neuen Lohnforderungen beantworten werden. Die 40- Stundenwoche tut das ihrige, die Produktion, auf der allein der Wohlstand eines Volkes ruht, weiter einzuschränken und die französische Wirtschaft durch Streiks und Aussperrungen nicht zu stetiger Arbeit kommen zu lassen. Alle, die mit der Wirtschaft auf Gedeih und Verderb Zusammenhängen, der Unternehmer wie der Arbeiter, der gewerbliche Mittelstand, die Landwirtschaft und der das ganze französische Volk umfassende Stand des kleinen Sparers, sie alle tragen an den Kosten der marxistischen Experimente Blums und seines Finanzministers, und die wirtschaftlich Schwächsten am meisten, sie werden auf die Dauer sich auch nicht durch soziale „Errungenschaften" trösten lassen, die durch immer neue Preiswellen und einen völligen Verfall der Wirtschaft reichlich aufgehoben werden. Ob das Kabinett Chautemps und fein Finanzminister Bonnet, dem man heute in Frankreich auch von Gegnern der Volksfront großes Vertrauen entgegenbringt, die Kraft aufbringen werden, neben dem Ausgleich des Staatshaushalts und der Währungssanierung auch der französischen Wirtschaft wieder Stetigkeit und Sicherheit zu geben, die sie in den Stand setzt, ohne Beunruhigung durch neue marxistische Experimente die nationale Produktion zu erweitern, um damit die Grundlagen für eine echte Erhöhung des Lebensstandards des schaffenden Volkes zu legen, das ist die Frage, die die nächste Zukunft Frankreichs beantworten muß. Dr. Fr. w. L. alle diese Symptome einer schweren Erkrankung des Volkskörpers schon am eigenen Leibe gespürt haben? Entsinnen wir uns, daß auch wir unter dem Einfluß gleicher marxistischer Doktrinen einmal geglaubt haben, die Grundgesetze wirtschaftlicher Vernunft verachten zu können? Und haben wir es noch im Gedächtnis, daß ähnliche Fieberschauer, wie sie heute Staat und Wirtschaft Frankreichs erbeben machen, erst vor vier Jahren unser eigenes Volk an den Rand des Abgrundes gebracht hatten, und daß es nur die rettende £at Adolf Hitlers war, die Deutschland in letzter Minute wieder emporriß auf die Bahn politischer wie wirtschaftlicher Gesundung? Wie heute in Frankreich, so jagten sich damals auch bei uns Löhne und Preise in tödlichem Kreislauf, mit Steuererhöhungen und Abstrichen an den notwendigsten Staatsaufwendungen suchte man auch bei uns der wachsenden Finanznot beizukommen. Aber es war eine Schraube ohne Ende, die immer mehr die Wirtschaft erlahmen ließ, bis der Führer mit der entschlossenen Inangriffnahme des national- sozialistischen Erneuerungsprogramms die Grundlagen für eine gesunde Wirtschaft schuf und damit auch für eine Sozialpolitik, die dem schaffenden Volk tatsächliche Werte gibt, statt mit der einen Hand durch Steuern und Preiserhöhungen zu nehmen, was die andere Hand durch höhere Löhne und Arbeitszeitverkürzungen gab. Wie sehr in Frankreich die breiten Massen des französischen Volkes es sind, die die Kosten der wirtschafts- und sozialpolitischen Experimente der Volksfront zu tragen haben, sieht man an einigen wenigen Zahlen. Im Mai 1937 ergab sich gegenüber dem Mai vergangenen Jahres beim Brot eine Preissteigerung um 43,5 v. H., beim Fleisch um 28,7 v. H. bei der Bekleidung um 62,7 v. H. Vor dem Amtsantritt Leon Blums konnte sich der Fran- reicht werden wird. Das Parlament hat ja gesagt, die Effektenbörse ist wieder geöffnet worden, aber amtliche Devisennotierungen gibt es bis zur Stunde noch nicht, Bonnet hat den Franken von dem im Dreierabkom- men und Abwertungsgesetz vom 26. September festgelegten untersten Goldpunkt von 43 Milligramm gelöst und will ihn nun frei pendeln lassen, in der Hoffnung, daß der Spekulation die Lust vergeht, auf einen weiteren Kursrückgang zu warten. In dem Augenblick, wo die Frankenbesitzer auf ein Wiederansteigen des Frankenkurses zu setzen, beginnen, ist die Kapitalflucht gestoppt, die in den letzten vier Wochen 7,5 Milliarden Franken betragen hat. Zur strickten Durchführung dieser Methode — und nur dann kann sie gelingen — gehören kaltes Blut und eiserne Nerven, aber, was ebenso wichtig ist, die Erkenntnis, daß die Spekulation, die Herr Blum und Genossen gern zum Hauptschuldiger der Frankenkrise machten, ihre wohlbegründete Ursache in dem äußersten Mißtrauen hatte, das das französische Kapital dem Volksfrontexpebiment entgegenbrachte, mit welchem Recht, das haben ja die letzten Monate wohl auch dem größten Illusionisten gezeigt. Die Kaufkraft bestimmt den inneren Wert des Franken, weder die Spekulation, noch irgendwelche währungspolitische Manipulationen der Regierung, die Kaufkraft aber wird am stärksten beeinflußt durch die Finanz- und Wirtschaftspolitik und das Vertrauen, das das breite Publikum zu ihr hat. So bleibt eine echte Sanierung der Staatsfinanzen das A und O jeden Versuchs zur Rettung des Franken. Der Fehlbetrag im Staatshaushalt betragt nach den Angaben Bonnets in der Kammer bis Ende dieses Jahres 17 Milliarden. Ihm soll durch E r - Höhung der Staatseinnahmen und E i n- (parungen zu Leibe gegangen werden Eine Erhöhung der Einkommensteuer wird in Erwägung gezogen, aber auch, was für die breite Masse des Volkes noch weit einschneidender ist und deshalb von Blum und seinem Finanzminister Vincent Auriol den Volksfrontgenossen nicht zuzumuten gewagt wurde, eine Erhöhung der Verbrauchssteuern sollen von der Einnahmeseite her zum Ausgleich des Staatshaushalts helfen, auf der Ausgabenseite wird man wohl oder übel mit Abstrichen an den Mitteln für öffentliche Arbeitsbeschaffung beginnen, aber wie weit man damit kommt, wenn die ungeheuren zusätzlichen Lasten, die die Einführung der Vierzigstundenwoche und anderer sozialer „Errungenschaften" des Volksftontkabinetts Blum gerade den öffenttichen Betrieben und damit dem Staatssäckel aufgebürdet haben, unvermindert andauern, ist heute schon nicht schwer zu erkennen. Ein weiterer Druck auf den Staatshaushalt geht von der Notwendigkeit zur Verzinsung und Amortisierung der Staatsschuld aus. Ein neuer Vorschuß von 15 Milliarden Franken, um den das neue Kabinett die Dank von Frankreich angegangen hat, ist als Ueberbrückungskredit gedacht, denn in der Staatskasse befanden sich bei Amtsantritt Bonnets nur noch 18 Millionen Franken, die die marxistische Mißwirtschaft seines Vorgängers ubriggelassen hatte. Erhöhungen der Tarife aller Staatsmonopolbetriebe, Eisenbahn, Post und Tabakregie, eine jedem Staatsbürger besonders empfindlich spürbare indirekte Belastung, sollen weiteres Geld schaffen, und schließlich denkt Bonnet auch an neue Anleihen, au5 deren Ertrag die alten verzinst und amortisiert werden sollen. Der Anleihemarkt blieb feinem Vor- Die tzypchek des Marxismus. Frankreichs neues Kabinett Chautemps hat fein Ermächtigungsgesetz erhalten. In der Kammer gaben auch Sozialdemokraten und Kommunisten Chautemps die Vollmachten, die er zur Rettung des Franken und zur Sanierung der Staatsfinanzen verlangt hatte, obwohl sie wissen mußten, daß der wichtigste Mann des Kabinetts, der Finanz- minister Bonnet, seiner Vergangenheit nach wie nach dem von ihm im Parlament entwickelten Programm auch von den sozialen „Errungenschaften" des Volksfrontkabinetts Blum kaum Halt machen wird, wenn es die Lage erfordern sollte, obwohl Sozialdemokraten und Kommunisten von ihrer Aufrechterhaltung ihre Unterstützung des Kabinetts ausdrücklich abhängig gemacht haben. Bonnet hat ja bereits durch seine ersten Maßnahmen nach seiner Rückkehr aus Washington, wo er als französischer Botschafter Einblick in die neue Wirtschaftspolitik Roosevelts hatte nehmen können und nach seiner Berufung zum Finanzminister über die Zukunft des Drei-Mächte-Währungsabkommens in Zusammenhang mit der Frankenkrisis mit dem amerikanischen Schatzamt Besprechungen gepflogen hatte, keinen Zweifel darüber gelassen, wie ernst er die Lage ansah und daß er vor drastischen Mitteln nicht zurückschrecken werde, um sein Programm wenigstens in Gang zu bringen. Die Schließung der Pariser Börse, das Moratorium für Zahlungen in Gold oder ausländischen Zahlungsmitteln vor Zusammentritt des Parlaments machten den Parteien eindeutig klar, was man einzig und allein von ihnen erwartete. Sie haben sich gefügt- und auch der Senat, der Herrn Blum eine Pollmacht versagt hatte, die ihm in Widerspruch zur Verfassung zu stehen schien, hat dem neuen Finanzminister ausdrücklich das Vertrauen ausgesprochen, wie überhaupt Bonnet auf der Rechten mehr anerkennende Worte zu hören bekommen hat, wie aus den Reihen der Volksfrontgenossen, die seine oft und laut kundgemachte Abneigung gegen Blums wirtschafts- und sozialpolitische Experimente nicht vergessen haben und sich ja vielleicht auch schon einen Vers daraus machen können, daß eine Sanierung des Staatshaushalts, die der neue Finanzminister mil Recht für die wichtigste Voraussetzung der Rü^'ehr des Vertrauens zum Franken hält, ohne (Einr-irungen und neue Steuern, beides höchst un- popi* „r im Ohr der Volksfrontanhänger, nicht er« London, 2. Juli. (DNB.) Im Nichteinmischungsausschuß gaben am Freitag der deutsche und der italienische Vertreter folgende Erklärung ab: Die oeutsche und die italienische Regierung haben in den letzten Tagen die tatsächliche Lage der Nichteinmischung in Spanien beraten. Sie sind f e st entschlossen, den Grundsatz der Nichteinmischung aufrecht zu erhalten. Der Vorschlag, der von dem Vorsitzenden in der Erklärung enthalten war, die er im Namen der britischen und der französischen Regierung am Dienstag, dem 29. Juni 1937, abgab, kann von der deutschen und italienischen Re- irierung nicht als eine befriedigende 3 ö f u n g dieser Frage angesehen werden, und iwar aus den Gründen, die bereits auf der vorigen Sitzung bargelegt wovden find. Der Hauptgrund besteht darin, daß das Gleichgewicht in der Behandlung der beiden Parteien in Spanien, das unter dem Viermächteplan gewährleistet war, zugunsten einer Partei in Spanien gestört worden ist. Die beiden Regierungen sind ich der ernsten Schwierigkeiten der Lage bewußt und sind der Ansicht, daß es um so mehr Pflicht aller ist, neue Wege und Methoden zu suchen, um die Nichteinmischung so wirksam wie möglich zu gestalten. Im Hinblick auf dieses Ziel sind sie übereingekommen, diesem Ausschuß folgende vlgt zusammenfafsen: ' Es wurde beschlossen, daß die Vertreter der Regierungen dieses Ausschusses ihren Regierungen über die entstandene Lage berichten nicht ein Beweis für Neutralität, sondern für of-lgesetzt werden, dann müßten sie isoliert werden, fene Parteilichkei t. Die Pyrenäenlinie so lange die übrige Welt ihre größeren und ebenso ege zu wahrer Neutralität dringlichen Angelegenheiten behandeln könne. Das englische Volk glaube, daß die Verteidigung der europäischen Zivilisation gegen irgend einen Gegner nicht auf dem Schlachtfeld, ganz gleich unter welchem Banner, durchzuführen sei, sondern nur durch den Sieg der politischen und wirtschaftlichen Befriedung. „Daily Mail" weist auf die Rolle des sowjet- Japanisch -sowieirusfische Einigung in der Amuttra^e. Moskau, 2. Juli. (DNB.) Einer forojefamf- lichen Verlautbarung zufolge fand am Freitag eine erneute Zusammenkunft zwischen dem japanischen Botschafter S h i g e m i t f u und £ i f - winow-Finkelftei n statt, wobei wieder über die letzten Zwischenfälle auf dem Amur verhandelt wurde. Der japanische Botschaster teilte £itwinow-Finkelstein die Bereitschaft feiner Regierung mit, ihre Kanonenboote von den Amurinseln zurückzuziehen, falls auch die Moskauer Regierung ihre Schiffe und Patrouillen von den Inseln zurückziehe. Ditwinow- Finkelstein erteilte diese Zusage; der Kriegskommissar Woroschilow hat bereits die zu ihrer Ausführung nötigen Weisungen gegeben. Beide Seiten betrachten nunmehr den Status quo auf dem Amur ats wiederhergestellt und erklären sich zu weiteren diplomatischen Verhandlungen über die Zugehörigkeit der Inseln und die Demarkation der Grenzlinie in den betreffenden Gebieten bereit. Das demokratische Mäntelchen. Ein durchsichtiges „Wahlordnungs"- Manöver der Sowjets. Moskau, 2. Juli. (DNB.) Die Blätter ver- öffentlichen das Projekt einer „W ahlordnung", nach der offenbar noch im Laufe dieses Jahres die sogenannte Wahl zum „Obersten Rat der Sowjetunion", der nach der im Dezember 1936 angenommenen neuen Verfassung das bisher bestehende System der Vollzugsausschüsse ablöst, durchgeführt werden soll. Man hat sich also in Moskau entschlossen, im Anschluß an die grauenhaften Erschießungen der letzten Monate wieder die Propaganda für die „Sowjetdemokra-- t i e" auf die Tagesordnung zu setzen. Damit will man offenkundig nach innen und außen hin die Spuren der immer noch weitergehenden Terrorakte verwischen. Weitere Ansprachen. Oberbürgermeister Staatsrat Dr. Krebs betonte, daß es für die Stadt Frankfurt eine hervorragende Auszeichnung fei, zum zweiten Male die große Weltschau des chemischen Apparatewesens in ihren Mauern zu sehen und die hervorragenden Vertreter des In- und Auslandes bei den zahlreichen Veranstaltungen in den nächsten Tagen zu begrüßen. Diplom-Ingenieur Fr. Jäh ne (Frankfurt-Höchst) überbrachte die Grüße des Vereins deutscher Ingenieure. Diese Ausstellung sei eine Grundschule der Jngenieurtechnik in der chemischen Industrie. Ein viel gebrachtes Wort sage: „Die Wissenschaft von heute ist die Technik von morgen". Für solche Spitzenleistungen könne man unter kleiner Abwandlung dieses Wortes sagen: „Die Spitzenleistung von heute ist der große Absatz von morgen". Das gelte besonders in der heutigen Zeit, wo im Zeichen des Vierjahresplanes die chemische Technik zu ganz besonderen Leistungen berufen sei. Die Grüße der Deutschen Arbeitsfront überbrachte Gauobmann Willy Becker. Der deutsche Chemiker und der deutsche Ingenieur seien bei Erfüllung ihrer Aufgaben im Rahmen des Vierjahresplanes nicht nur Denker, sondern auch Gestalter, und der deutsche Arbeiter sei, wenn er die Geistesarbeit des Chemikers und Ingenieurs tief innerlich erfasse, der beste Berater für die großen Aufgaben unseres Volkes. Die DAF. werde nichts unversucht lassen, auch den letzten deutschen Menschen, der schaffend im Werk und im Betrieb stehe, in diese Ausstellung zu führen. Im Namen aller ausländischen Abordnungen sprach M. Jean Gsrard (Paris). Er fühle sich verpflichtet, im Namen aller ausländischer Techniker der ganzen Welt, deren Blicke heute auf die Ausstellung gerichtet seien, den namhaften Anteil zu kennzeichnen, den die Achemas am technischen und industriellen Fortschritt hätten. des Erfolgs". rium angestellten Versuche niemals zum Nutzen der großen Allgemeinheit verwirklichen könnte. Die Halle II zeigt technische Groß-Apparate aus nichtmetallischen Werk st offen: Schamotte Steinzeug, Quarz, Holz, Kautschuk und den neuesten Werkstoff Glas. Bald stehen wir vor gewaltigen meterhohen Säulen und Apparaten, die wie reiner Zucker aussehen, und erfahren, daß es Quarzröhren sind, die geschweißt werden können wie jedes Eisen oder wir stehen vor großen säurefesten Schamottebottichen oder vor großen Apparaten aus den neuen Kunststoffen. Hier finden wir auch zum ersten Male die deutsche Volksgasmaske ausgestellt. Die Halle IIA, die die Ausstellungsgruppe K u n st st o f f e beherbergt, wird die größte Anziehungskraft ausüben. Ausgehend von den deut chen Rohstoffen, Kalk, Kohle, Luft, Wasser und Holz finden wir hier die Maschinen, Apparate und Hilfsmaterialien zur Erzeugung der Kunststoffe, dazu gleichzeitig die im Betrieb befindlichen Apparate zur Verarbeitung und die vielfachen Verwendungsmöglichkeiten der Werkstoffe. In einer besonderen Abteilung finden wir die Werkstoffe im Handwerk. Von Buna über durchsichtige wie Glas aussehende Geigen aus Plexiglas über gepreßte Gehäuse finden wir Dutzende von neuen Stoffen mit hervorragenden Eigenschaften. Auch die Halle IIIA mit der Ausstellungsgruppe deutsche Kunstfäden und Kun st fasern zeigt zunächst den Rohstoff, dann im dauernden Betrieb befindlich die Herstellung der Svinnlösung, das Spinnen des Fadens, die Nachbehandlung und die fertigen Erzeugnisse. Auch hier wieder keine Modelle, sondern Apparate und Einrichtungen, wie sie fene Parteilichkei t. sei niemals verriegelt gewesen und die franzö- sisch-englisch-sowjetrussische Nichteinmischung bestehe nur in der Einbildung. Die siegreichen Truppen Francos hätten Hunderte von Kanonen, Tausende von Maschinengewehren und Zehntausende von Ge- Hinweis auf die Zerstörung des Vertrauens infolge der englisch-französifch-fowjettussischen Politik erhoben werden mußte. Es ist ein noch tolleres Stück, wenn man die Absicht der direkten Begünstigung des Sowjetkrieges in Spanien soweit entschleiert, daß man erklärt, die Aufhebung der Seekontrolle würde infolge der Ueberlegenheit der nationalspanischen Seestreitkräfte dem nationalen Spanien die Möglichkeit geben, sich des bolschewistischen Ansturms mit noch größerem Erfolg als bisher zu erwehren. Man konnte in London und Paris nicht schlechter beraten sein. Demgegenüber war die deutsch-italienische Politik seit dem endgültigen Ausscheiden aus der Kontrolle auf die Fragen abgestellt, ob man wirklich neutral sein will oder nicht. Die Wege dazu haben am Freitag im Nichteinmischungsausschuß ganz konkret Deutschland und Italien gewiesen. Sie" schlagen vor, daß alle interessierten Mächte beiden Parteien in Spanien die Rechte einer kriegführenden Macht zugestehen. Dadurch würde die Nichteinmischung gestärkt, denn alle Mächte des Nichteinmischungsabkommens würden nach Annahme dieses Vorschlages die Pflichten von neutralen Staaten gegenüber Spanien haben. Beide spanische Parteien trügen also die Alleinverantwortunß für die Führung des Krieges, und die Schiffe beider Parteien oder die unter der Flagge nichteuropllischer Länder fahrenden Schiffe würden einer rechtmäßigen Kontrolle unterworfen werden können. Dabei würde mit Ausnahme der Seepatrouillen das Ueberwachungsfystem nicht aufhören, sondern ergänzt werden, denn die deutsche und die italienische Regierung schlagen vor, nicht nur die Landgrenzen zu überwachen, sondern sowohl in den Häfen und durch Beobachter an Bord der Nichteinmischungsschiffe diese Ueberwachung zu verstärken. Die deutschen und die italienischen Vorschläge dienen also dem Prinzip wahrer Neutralität. Sie sind die einzig möglichen, um eine unparteiliche Behandlung der beiden Parteien in Spanien zu sichern. B. R. Frankfurt im Zeichen der Achema VIII. (Sine Lleberschau über die wissenschaftlich-technischen Hilfsmittel des Vierjahresplans wehren englischer, sowjetrussischer und ftanzösischer Herkunft erbeutet und Tausende von Gefangenen dieser drei Nationen gemacht. „Sin toter punkt." Die englische Presse zeigt kein Verständnis. London, 3. Juli. (DNB. Funkspruch.) Die Morgenblätter meinen, daß infolge der Verwerfung des englisch-französischen Kontrollplanes durch Deutschland und Italien einerseits und der Ab- lehnung der deutsch-italienischen Vorschläge durch Frankreich, England und Sowjetrußland andererseits ein toter Punkt erreicht sei. Die Presse zeigt so gut wie kein Verständnis für die deutschen und italienischen Vorschläge, obwohl die Zurückhaltung und Mäßigung anerkannt wird, die Deutschland und Italien an den Tag gelegt hätten. Es wird betont, daß die Lage noch nicht völlig verfahren sei und daß nur auf dem Wege neuer Vorschläge vielleicht noch eine Lösung der Krise gefunden werden könne. Der „Daily Telegraph" schreibt die Lage sei ernst genug, aber es wären immer noch große Möglichkeiten vorhanden, solange die deutsche und italienische Regierung bestätigten, daß sie die Nichteinmischung weiter aufrechterhalten wollten. Die in der deutsch-italienischen Erklärung angeführten Argumente wären unverständlich. England und Frankreich würden Alternatiovor- schlage erwägen, die wirksam und unparteiisch sein würden. Falls keine vollständige Vereinbarung zwischen den Mächten Über Joie vorzunehmende Garantie zustandekomme, dann müsse England gemeinsam mit den anderen Nattonen seine Handlungsfreiheit wieder gewinnen. Die Times" schreibt, daß ein Zusammenbruch der Versuche für die Isolierung des Konfliktes in Spanien gefährliche und unangenehme Möglichkeiten mit sich bringen würde. Die öffentliche Meinung Englands sei zwar mit den bisherigen Ergebnissen unzufrieden, würde aber den Zusammenbruch eines neuen Versuches der internationalen Zusammenarbeit tief bedauern. Mit Ausnahme kleinerer Gruppen habe das englische Volk nur einen Wunsch, nämlich den, den Konflikt auf Spanien beschränkt nnd sobald wie möglich beendet zu sehen. Es glaube nicht, daß irgendeine durch ausländische Hilfe erzwungene Regelung annehmbar oder dauernd sein kövna Wenn die Kämpfe in Spanien fort- Die „Wahlordnung" hält sich in der Form genau an die westeuropäischen Beispiele. Freilich müßten selbst den geflissentlichsten Verkündern der „Sowjetdemokratie" in Westeuropa bei den Bestimmun-- gen über das „Wahlvorschlagsrecht" die Augen über den wahren Charakter der neuen Manöver des bolschewistischen Staates aufgehen, da klipp und klar gesagt wird, daß lediglich die kommuni st ische Partei und ihre Organisationen sowie die ausschließlich von ihr beherrschten Verbände, wie die jungkommuni- tischen Organisationen, die Gewerkschaften usw., das Recht zum Vorschlag eines Kandidaten im Wahlbezirk haben. Jedoch scheint man auch die möglichen Auswirkungen solcher schein- demokrattschen Manöver zu befürchten, denn es wird ausdrücklich bestimmt, daß die amtlichen Wahl- kommissionen Wahlvorschläge der primären Organisationen „ohne weitere Schwierigkeiten" a b l e h- n en können. Besonders bezeichnend ist die Bestimmung, daß in Wahlkreisen, in denen sich w e n i- ger als die Hälfte der wahlberechttgten Bevölkerung an der Wahl beteiligt, Neuwahlen vorgenommen werden müssen. Man rechnet also von vornherein damit, daß das mit dem .Demokratischen Wahlrecht" beglückte Volk sich weiterhin passiv verhalten wird. Mit Gasgranaten gegen nationale Truppen. St. Jean de Luz, 2.Mi. (DNB.) In der Nahe von Cilleruelo de Bricias an der Santander- Front hat die bolschewistische Artillerie 4 0 Gasgranaten abgeschossen, von denen 39 explodierten. Der Blindgänger wurde nach Vitoria gebracht, wo er von Technikern untersucht worden ist. Das Ergebnis der Untersuchung lautete auf Arsengas. Gleichzeitig wurden in Vitoria mehrere vergiftete Soldaten im Hospital eingeliefert. Die Kennzeichen der Arsengasvergiftung ind geschwollene Augen und Lippen und anhaltender Husten. — Ein bolschewistisches Wasser- flugzeug wurde im Luftkampf durch ein nationales Wasserflugzeug vor Palma a b g e s ch o s s e n. Es stürzte ins Wasser. Der tote Pilot und drei ver- letzte Besatzungsmitglieder wurden von einem englischen Schiff aufgenommen. Feindliche Flieger bombardierten u. a. auch Burgos, wo 18 Personen getötet und 21 verletzt wurden. Bis auf zwei waren es nur Frauen und Kinder. Dieses neue Verbrechen der Bolschewisten wird seine gerechte Vergeltung finden. Oie spanische Tennismeisterin von den Bolschewisten eingekerkert. London, 3. Juli. (DNB. Funkspruch.) Sämtliche an den englischen Tennismeisterschaften i n Wimbledon beteiligten Spitzenspieler haben eine Eingabe an das internationale Rote Kreuz unterzeichnet, das sie auf- ordern, sich für die Freilassung der von den panischen Bolschewisten gefangen gehaltenen spa- Nischen Tennismeisterin Pepa Cha- v a r r i einzusetzen. In der Eingabe wird mitgeteilt, daß Pepa Chavarri, die sich niemals 'in biß Politik eingemischt ljabe, in einem Kerker in der Nähe von Madrid festgehalten werde. Eingekerkerte Nationalsozialisten inOesterreich treten in den Hungerstreik. Passau, 2. Juli. (DNB.) Ein Reichsdeutscher, der dieser Tage in Linz (Oesterreich) weilte, kam dort in den Besitz eines Flugblattes, aus dem hervorgeht, daß in der Strafanstalt Gar st en in der Nähe der Stadt Steyr in einer berüchtigten mittelalterlichen Strafanstalt und Folterkammer noch viele Nationalsozialisten schmachten, die das die Gesundheit zermürbende Trommel- euer nun seit 1934 über sich ergehen lassen müssen. Diejenigen Kameraden, die der'Amnestie des Jahres 1936 „nicht tDürbig" waren, werden von dem LPD. Frankfurt a. M., 2. Juni. Am Freitag wurde die Ausstellung für chemisches Apparatewesen, Die Achema VIII, auf dem Festhallengelände zu Frankfurt a. M. eröffnet. Der Vorsitzende der die Achema VIII veranstaltenden „Deutschen Gesellschaft für chemisches Apparatewesen (DECHEMA)", Professor Or. p. Duden dankte dem durch Oberst Loeb vom Amt für deutsche Roh- und Werkstoffe vertretenen Ministerpräsidenten Göring für die Uebernahme der Schirmherrschaft und begrüßte die in großer Zahl erschienenen Gäste, besonders auch die Angehörigen Max Buchners, dessen Jnittative die Ausstellungen für chemisches Apparatewesen in ihrem wissenschaftlich-technischen Typ und in ihrem Ursprung zu danken sind, und dessen Büste zur Ehrung des Gründers der Achema in der Ausstellung Aufstellung gefunden hat. In der Ausstellung habe man eine Gemeinschaftsarbeit des Ingenieurs und des Chemikers zu erblicken. Eine solche sich immer mehr vertiefende Gemeinschaftsarbeit der beiden Berufsgruppen fei ein besonderes Kennzeichen unserer neuzeitlichen Technik. Drei Zielpunkte seien für die Entwickelung des chemischen Apparatebaues charakteristisch: 1. Die Verwendung von neuen Bau- u n d Werkstoffen im Apparatebau, einerlei, ob es sich um veredelte Metalle, veredelte Hölzer, um keramische Stoffe, um neue technische Gewebe oder anderes handelt. 2. Die Vervollkommung und restlose Anwendung Physikalischer Meß- und Prüfmethoden sowohl im Apparatebau selbst wie m der Regelung des Ablaufes chemischer Prozesse. Ein drittes Moment, das den chemischen Apparatebau kennzeichne, seit die Verwirklichung der Forderung „Spare Energie", baue deine Apparate so und führe deine chemischen Prozesse so, daß mit geringstem Energieverbrauch ein hoher Nutzeffekt erzielt wird. Die Ausstellung sei die größte, die bisher veranstaltet wurde. So viel aufgewandte Mühe und Sorgfalt müsse sich weit über die elf Tage hinaus, die die Ausstellung aus technischen Gründen leider nur offen fein könne, auswirken; denn sie fei ein BeitragzumVier- I ah r e splan in der Belebung von chemischer Arbeit und von Export, sie sei ein Beittag in der Schulung des Nachwuchses, der in zahlreichen Studienkursen von fast allen deutschen Hochschulen aus die Ausstellung aufsuchen und studieren werde. Dann übermittelte Oberst Loeb die besten Wünsche des Ministerpräsidenten G ö - ring. Der Vierjahresplan sei eine Angelegenheit, von der Generaloberst Göring einmal sagte, daß er diegroßte, schwierig st e undwichtigste Aufgabe sei, die ihm je in seinem Leben gestellt wurde. Wenn man sich überlege, welche riesige Aufgabe der Führer dem deutschen Volke und insbe- sondere der deutschen Wirtschaft gestellt habe, das deutsche Volk nach außen hin stark und sein Leben im Innern schöner zu gestalten, sehe man, wie diese Aufgabe absolut zielsicher abrolle. So könne es nicht wundernehmen, daß bei dieser großen Beanspruchung der Wirtschaft die bisherigen Grundlagen zu eng werden. Sei Deutschland hinsichtlich der Rohstoffe auch arm, so sei das Volk auf der andern Sette ungeheuer reich: es habe eine fleißige Arbeiterschaft, eine Fülle von Chemikern, Ingenieuren und Wissenschaftlern aller Art, es habe eine Regierungsform, die es gestatte, Dinge, die notwendig seien, durchzusetzen, gegebenenfalls auch gegen Widerstände, und an der Spitze dieser Regierung stehe der Führer, der mehr als einmal in seinem Leben bewiesen habe, daß das Wort „Es geht nicht" für 'hn nicht existiere und der es gewohnt sei, durchzu- Berlin und Rom beantworteten den Bruch des Abkommens vom 12. Juni sowie die Forderung Englands und Frankreichs nach alleiniger Durchführung einer „Kontrolle" mit der Veröffentlichung eines sehr einfachen, praktischen und für alle Beteiligten nützlichen Planes, der bei einigermaßen ehrlichem Willen der Gegenseite zwei Wirkungen gehabt hätte: erstens wäre die als zwecklos erwiesene und von der Gegenseite dauernd Hintergangene See-Kontrolle praktisch überflüssig geworden und zweitens wäre aus der unwürdigen Komödie, zu der die Zusammenarbeit Frankreichs, Sowjettuß- lands und Englands den Grundsatz der Nichteinmischung gemacht hat, nach menschlichem Ermessen eine wirkliche Neutralität geworden. Die Aktton der Gegenseite bestand darin, daß noch vor dem (Eintreffen der deutschen und italienischen Antwort auf jene englisch-französische Forderung diese bisherige Forderung in ein kaum noch umschriebenes Ultimatum verwandelt wurde mit dem einfachen Sinn: entweder Annahme der einseitigen englisch-französischen „Kontrolle" durch Deutschland und Italien — oder Aufgabe des Grundsatzes der Nichteinmischung durch England und Frankreich, dies zugleich begleitet von der offenen Drohung des völlig hemmungslosen Waffen- und „Freiwilligen"-Jmportes nach Rot-Spanien. Diese Aktion wurde bereits einen knappen Tag später, Freitag nachmittag, dadurch auf die Spitze getrieben, daß man in London und Paris unmittelbar nach Bekanntwerden der konstruktiven deutsch- italienischen Vorschläge verbreiten läßt, jene Vorschläge seien von England und Frankreich abgelehnt worden. Beides, sowohl jene vorzeitige Aktion, die die Meinung des Nichteinmischungsausschusses zu präjudizieren versuchte, als auch dieser Nachstoß am Freitagnachmittag, der ebenfalls zur direkten Einwirkung auf den Ausschuß bestimmt war, widerspricht allen üblichen diplomatischen Gepflogenheiten. Es ist schon ein starkes Stück, wenn eine Forderung zum zweite Male in verschärfter Form erhoben wird, nachdem bereits bei ihrer ersten Formulierung die ernstesten Bedenken unter auch sonst bei der Herstellung benutzt werden. Durch eine Literaturschau kommt man zu Halle III und IV, die die technischen Groß-Apparate, Maschinen und Anlagen der chemischen und verwandten Industrien zeigen. Dazu metallische Werkstoffe, Verpackungsmittel und -Maschinen. In fünf Hallen hat die deutsche chemische Technik so eine Schau aufgebaut, die der Ausstellung der Achema VIII wirklich den Titel „Achema des Erfolges" zuerteilt. Schon der Besuch des ersten Tages zeigt, daß die Ausstellung mit größtem Interesse von In und Ausland erwartet wurde. setzen, daß Aufgaben, die er gestellt habe, auch erfüllt würden. Wenn der Führer mehrfach in der Öffentlichkeit zum Ausdruck brachte, der Vierjahresplan müsse durchgeführt werden, so sei das für uns ein absolut bindender Befehl, an dessen Ausführung wir zu arbeiten hätten. Natürlich sei es bei einem solchen Vorhaben, das auch den letzten Volks,- genossen betreffe, notwendig, die Gedanken und die Instrumente zur Durchführung des Vierjahresplanes immer mehr jedem einzelnen vertraut zu machen. In dieser Hinsicht spielten Ausstellungen wie die Achema eine hervorragende Rolle. Gauleiter Sprenger führte aus, daß das rhein-mainische Wirtschaftsgebiet durch seine vielen chemischen und technischen Werke mit dieser Ausstellung außerordentlich stark verbunden sei. Die Mithilfe der Partei sei eine Selbstverständlichkeit, da der Führer die Partei nicht als Selbstzweck gegründet habe, sondern von der Partei verlange, daß sie den. Willen des Führers vorlebt. Dieser Wille ist im Vierjahresplan am sichtbarsten. Die Partei will keine Patente erfinden, aber fie will mit ihrer dynamischen Kraft ausgleichend und fördernd wirken. Schon kaum nqch dem Anlaufen des Vierjahresplanes haben sich gewaltige Erfolge gezeigt. In der Ehrenhalle der Ausstellung finden wir die Namen W ö h l e r und L i e b i g. Ich glaube aber, daß in den folgenden Jahren noch mancher andere deutsche Name bekannt werden wird. Die Notzeit wird in die Geschichte als die Zeit des Schaffens und der unbändigen Kraftentfaltung eingehen. Die Ausstellung hier ist ein Ausdruck unserer Arbeit und ein Bild nationalsozialistischen Geistes, fie wird deshalb auch als höchste Anerkennung die Anerkennung des Volkes finden, da ihr Werk nicht den Interessen des Einzelnen, sondern dem ganzen Volke dient. Die „Achema Wenn ein altes Wort sagt: „Die Wissenschaft von heute ist die Technik von morgen", so wird die Richtigkeit dieses Gedankens durch nichts besser dokumentiert als durch das, was die „Achema VIII", die „Achema des Erfolges" zeigt. Was deutsches Können, die ingenieurtechnische Kunst auf dem Gebiete der chemischen Apparaturen schuf, wie stark alles durch den Willen zum Wiederaufbau der deut- schen Wirtschaft beeinflußt wurde das zeigt die Ueberfüüe des Ausstellungsgutes. 452 Firmen füllen mit ihren neugeschaffenen Maschinen und Apparaten riesige Flächen in den etwa 25 000 Quadratmeter großen Ausstellungshallen. Der Wert des Ausstellungsgutes beläuft sich auf etwa 6 Millionen Mark. In diese Schau gelangt man durch den der Zwppelhalle vorgebauten Vorbau, in der die „2)eut= A Eenhall^ untergebracht ist. Sie schmücken in der Mitte die Büste des Führers und zehn, für jedes 3a$r feit 1923 bis 1932 charakteristische Bilder aus oer nationalsozialistischen Bewegung. Beim Austritt in die Kuppelhalle befindet man sich mitten im überwältigenden (Betriebe der groß- artigeu Schau wissenschaftlicher Laboratorium s a p p ar a t e und Instrumente aus Glas, Porzellan u w der Meß- und Kontrollapparate. Hier fallen sofort ins Auge die Gegenstände aus hochwertigen Edelmetgllen, eine etwg 90 Kilogramm schwere Schlange aus Silber, ein mehrere Quadratmeter großes Netz aus Platin und vieles an- Dere. Die Laboratoriumsapparate wachsen von • * Holle in die Technik hinein und geben ein Bild davon, wie aus dem Laboratorium des Chemikers die große technische Anlage wächst die ohne den Chemiker nichts wäre, wie aber auch der Chemiker ohne den Ingenieur [eine im Laborato- russischen Botschafters hin, der versucht habe, aus der Krise Gewinn zu ziehen und die gesamte Nichteinmischungspolitik zusammenbrech e n zu lassen. In owjetrussischen Kreisen in London glaube man, daß die Auslösung des Nickt- einmischungsausschus es von Vorteil sein würde, da dann die spanischen Bolschewisten mit Waffen und Flugzeugen auf dem Wege über Frankreich beliefert werden könnten. Maisky sei aber fürs erste nicht erfolgreich gewesen. Kunst und Wissenschaft Aus aller Welt den am Oie Wahlen in Irland. London, 3. Juli. (DNB. Funkspruch.) Von Umwandlung der Atome und der Natur der kosmischen Strahlen befassen. Es schlossen sich Gedächtnisreden auf die verstorbenen Mitglieder an. Prof. Nikolai Hartmann würdigte die Lebensarbeit des bedeutenden Philosophen und Psychologen Carl Stumpf, Professor Petersen sprach über die Germanisten Konrad Burd ach und Arthur Hübner, und Professor Rodenwaldt gedachte der bahnbrechenden Forschungen des Archäologen Theodor Wiegand. Berühmte deutsche Orchester und Chöre amTage der deutschen Kunst inMünchen (Reumanns unterstützt und regelt die kirdeitskrast Ihres herzens. Heumanns Herz-Hilfe ist unschädlich und aus rein pflanzlichen Heilstofssn zusammengesetzt. * Zu haben in den Apotheken für NM. 2.50 die Packung. Sie reicht ca. 1 Monat. Aus dem Unglücksschacht sind bisher 20 Tote geborgen worden. Die Bergungsarbeiten muhten wegen der ungeheuren Hitze eingestellt werden. Sie werden wieder ausgenommen, wenn der Schacht ausgebrannt ist. Man glaubt, dah noch nicht alle Verunglückten an das Tageslicht gebracht werden konnten. Die Kroße Deutsche Hundfunk- Ausstetlunq "1937. monarchistisch gesinnten allmächtigen Direktor der Strafanstalt buchstäblich wie räudige Hunde behandelt. Wegen der ständigen grausamen und unerträglichen Behandlung treten sämtliche einge-- kerkerten Nationalsozialisten am 2. Juli in den H u n g e r st r e i k, da sie lieber geschlossen sterben wollen, als sich langsam zu Tode martern zu lassen. In echter Kameradschaft haben sie beschlossen, ein Ende mit Schrecken einem Schrecken ohne Ende vorzuziehen. irischen Landtagswahlen waren Samstagmorgen 22 Ergebnisse bekannt. Es führte die Partei de B a l e r a Fianna Fall mit 13 Sitzen, während die Cosgravesche Oppositionspartei Fine Gael bisher 6 Sitze erhalten hat. Die Unabhängigen haben bisher 2 Sitze, die Labour-Partei einen Sitz erhalten. Unter den wiedergewählten Politikern befinden sich außer de Balera der irische Verteidigungsminister Aiken, der Vizepräsident des Vollzugsausschusses O'Kelly und der Oppositionsführer. Don der gleichzeitig oorgenommenen V o l k s a b - stimmung über die neue Verfassung ' sind bisher drei Ergebnisse bekannt. In Nord- und Süddublin wurde die neue Versaslung mit Mehrheiten von 2000 bzw. 11000 Stimmen angenommen, während sie in der westlichen Provinz Sligo mit einer Mehrheit von 1100 Stimmen obgelehnt wurde. Protestauflösung des Deutschen Bundes in Südwestafrika. Pretoria, 2. Juli. (DNB.) Die Verordnung der Mandatsregierung, durch die d-er „Deutsche Bund" zur politischen Organisation erklärt worden war, hatte den Bund vor die Wah-l gestellt, entweder sich aufzulösen oder die Bundesmitglieder, die nicht Unionsbürger find, zum Austritt aus dem Bund zu veranlassen. In einer namentlichen Abstimmung der Bundesmitglieder stellten sich 84 v. H. einmütig auf den Standpunkt, daß der Deutsche > Bund aus Protest gegen die ungerecht- fertigteMaßnahme der Unionsregierung seine Fahne ehrenvoll einziehen und sich auflösen solle. Der Bundesführer hat demgemäß, ine Auflösung des Bundes angeordnet. Da nach den vorliegenden gesetzlichen Bestimmungen in dem Mandatsgebiet nur solche Personen sich politisch betätigen dürfen, die Unionsbürger sind, werden die Deutschen, die als Doppelstaater diese Bedingung erfüllen, sich z u e i n e r n e u e n d e u t- schen politischenPartei zusammenschliehen. Die Vorbereitungen. zur Gründung dieser Partei sind in Stadt und Land im Gange. Oie Schließung der pariser Aast- stätten in letzter Stunde abgeblasen. P a r i s , 3. Juli. (DNB. Funkspruch.) Die Schließung der Hotels und Gastwirtschaften, die für heute anaesetzt worden war, ist abgeblasen worden. In den späten Nachtstunden ist es gelungen, eine vorläufige Einigung zu erzielen. Die Eim- gungsformel sieht für die Köche eme Arbeitszeit von 50 Stunden und für ine übrige Gefolgschaft von 56 Stunden vor, die auf 5J4 Tage verteilt wird. Für die Dauer der Pariser Weltausstellung kann von dieser Zeiteinteilung abgewichen werden. Mit der Beilegung des Konfliktes im Hotelgewerbe fallt automatisch der Streik der Lebensmittelgeschäfte weg, der als ein Solidaritätsstreik gedacht war. polens Eisenversorgung. Warschau, 3. Juli (DNB. Funkspruch.) Der Ministerrat beschloß, eine besondere Organisation der Hüttenindustrie ins Leben zu rufen, deren Leitung ein Vertrauensmann der Regierung übernehmen soll. Die neue Organisation soll dafür Sorge tragen, daß in der Eisenerzeugung künftighin w eniger ausländische Erze und Schrott verarbeitet werden. Für die gesamte Hüttenindustrie tollen die ausländischen Rohstoffe gerne in- am gekauft werden. Der Zwischenhandel soll weitgehend ausgeschaltet werden. Diese Entschlüsse wurden mit Rücksicht auf die R ü st u n g s p o l l t l k des Staates gefaßt. Schutz gegen Waldbrände. Verhütung und Bekämpfung für das ganze Reich und alle Besitzformen emheitlrch geregelt. Schwere Kesselexplosion in einem Wiesbadener Oelwerk. Am Freitag um 11.30 Uhr ereignete sich in den Wiesbadener Oelwerken Fauth A.-G. eine chwere Kesselexplosion, wobei die Mauern einslürzlen und das Gebäude in Brand geriet. Sämtliche Feuerwehren von Wiesbaden und Umgebung waren an der Brandstätte tätig, ebenso wurde der Arbeitsdienst eingesetzt. Da in dem brennenden Gebäude etwa 3 0 0 0 0 Liter Benzin lagern, konnte an die Bekämpfung des Feuers nur mit größter Vorsicht herangegangen werden. Zur Zeit der Explosion befanden sich insgesamt 25 Belegschaftsmitglieder an ihrer Arbeitsstätte. Es handelte sich um eine Staubexplosion. Der Arbeiter Käpple ist seinen schweren Brandverletzungen erlegen. Außer mehreren Leichtverletzten, bei denen eine Krankenhausaufnahme nicht notig war, mußten ein Arbeiter mit einem Knöchelbruch, ein weiterer Arbeiter mit einer Brandvertehung zweiten Grades und drei Feuerwehrleute mit Rauchvergiftungen ins Krankenhaus eingeliefert werden. Die Untersuchung über die Ursache der Explosion ist noch nicht abgeschlossen. 3n den Rachmittagsstunden gelang es den Brand zu löschen. 3m ganzen sind 15 Personen verletzt worden. DerB rand- f (haben wird auf 100 000 RM. gefchaht. Storungen nennenswerter Art In dem Jabrikationsbetrieb find nicht eingetreten. - 3m Herbst 1921 wurde d.e Jauthfche Jabrik fchon einmal oon einer <£jp ofion heimgefucht. Damals waren sieben Tote und vierzig Verletzte zu beklagen. 27 Todesopfer eines Grubenunglücks in England. In einem Kohlenbergwerk in Chesterton bei Stokeon-Trent entstand am Jreitag aus bisher unbekannten Gründen ein ©tu b enbr an d, der eine Explosion auslöste. Bei einer Zweiten Ex- plo ion haben die meisten Mitglieder der Re tungs- mannfchast den Tod gefunden 3n dieser, die UM Herd der ersten Explosion unterwegs war, befan- ben sich ber Direktor und der stellvertretende Direktor der Grube, sowie zwei Bergwerksinspektoren des englischen Bergbauministeriums. Die Bergungsarbeiten gestalten sich sehr schwierig, da bas Teuer im Stollen noch nicht gelöscht werben konnte. 1 jradi den letzten Mitteilungen hat bas Unglück ms- ■ getarnt 2 1 Tote unb 9 Schwerverletzte ge- - fordert. Leibniz-Tag der preußischen Akademie der Wissenschaften. Dem Gedenken des Begründers der Preußischen Akademie der Wissenschaften, Friedrich Wilhelm Leibniz, war eine öffentliche Sitzung der Akademie in Berlin gewidmet. Dr. Lüders betonte, neben den vielfachen Aufgaben, die von Einzelpersönlichkeiten bearbeitet werden, gebe es zur Zeit 25 große Gemeinschaftsarbeiten, darunter solche auf dem Gebiet der deutschen Literatur, der deutschen Sprache und des deutschen Volkstums. Es folgten die Antrittsreden der im vergangenen Jahre eingetretenen ordentlichen Mitglieder. Professor Windaus-Göttingen, der auf dem Gebiete der physiologischen Chemie tätig ist, schildert die Erforschung der Cholesterine, die u. a. zur Gewinnung des antirachitischen Vitamines und zur synthetischen Darstellung des Lebertrans geführt hat. Seine gegenwärtigen Forschungen beschäftigen sich mit der Behandlung der Krebskrankheit durch chemische Mittel. — Professor Ramdohrs Tätigkeit liegt auf dem Gebiet des Erzbergbaues. Der Untersuchung der Erze und den Problemen der Lagerstättenkunde kommt bei der heutigen wirtschaftspolitischen Lage Deutschlands größte Bedeutung zu. Professor Sauerbruch skizzierte die Bedeutung der klinisch-chirurgischen Medizin für die wissenschaftliche Forschung. Die moderne Medizin dürfe sich nicht allein auf Naturwissenschaft stützen, sondern bedürfe als wesentlicher Ergänzung der allgemeinen Biologie, der Anthropologie, der Psychologie und der Philosophie. Die von ihm entwickelten operativen Methoden haben sich u. a. bei der Behandlung der Lungentuberkulose als erfolgreich erwiesen. Durch zweckmäßige operative Umgestaltung der an einem Amputationsstumpf verbliebenen Muskeln wurde z. B. eine lebende Kraftquelle für eine willkürlich bewegbare künstliche Hand geschaffen. Vielen Kriegsverletzten wurde dadurch die Arbeitsfähigkeit und Lebensfreude wiedergegeben. — Professor Eugen Fischer, Vertreter der Erblehre und Anthropologie an der Berliner Universität, sprach seine Genugtuung darüber aus, daß die Grundlagen seiner Forschungsarbeit sich heute höchster Anerkennung erfreuen. und moderner Gold- und Silberschmiedekunst, historische Dokumente und Bücher, moderne Bücher- einoände, Federzeichnungen und Textilarbeiten aus dem 15. Jahrhundert sowie eine Sammlung rheinischer Gläser und die besten Leistungen aus der Kunschandwerkerschule gezeigt Die amerikanische Wettfliegerin Earhart verschollen? Die amerikanische Weltfliegerin Amelia Earhart ist auf einem Flug über den Stillen Ozean anscheinend zu einer Notwasserung gezwungen gewesen. Sie befand sich mit dem Piloten Fred N o o n a n seit dem 20. Mai auf einem Weltflug, der von Oakland (Kalifornien) über Südamerika, Mittelafrika und Indien geführt hatte. Am 28. Juni waren die Flieger in Lae (Neuguinea) eingetroffen und hatten ihren Flug am Donnerstag nach der 2570 Meilen entfernten Insel Howland fortgesetzt. Bei der amerikanischen Küstenwache in Honolulu trafen Funktelegramme der Flieger ein, nach denen sie nur noch für eine halbe Stunde Brennstoffvorrat hätten, allerdings bereits Land sehen könnten. Ein Küstenwachtschiff, das in Howland stationiert ist, ging sofort in See, auch von Honolulu wurde ein Küstenwachtschiff entsandt. Man befürchtet, daß die Flieger mitten im Ozean in der Nahe der Koralleninsel niedergehen muhten. Für den Notfall hatte die Fliegerin ein Gummiboot und Rettungsgürtel mitgenommen?. 3 Tote, 20 verletzte bei einem Grubenunglück in Recklinghausen. In Recklinghausen ereignete sich auf der Zeche „General Blumenthal III/IV" auf Minus-700-Meter- Sohle im Flöz „Gretchen" eine Explosion. Drei Tote und 2 0 Verletzte sind geborgen. Vermißte befinden sich nicht mehr in der Grube. Die Bergungsarbeiten wurden unter Leitung der Bergbehörde durchgeführt. Der Berghauptmann ist mit der Betriebsführung eingefahren. Drei Tote vom Walfänger „Rau IIP geborgen. Weitere Antrittsreden hielten Prof. Schwyzer, der eine Gesamtdarstellung der griechischen Sprache vom Altertum bis zur Gegenwart verfaßt hat, Prof. Kofchaker, dessen Forschungen sich auf vergleichende Rechtsgeschichte erstrecken, sowie die Physiker Prof. Debye und Prof. Geiger, die sich (wie Prof. Planck, der Präsident der Kaiser-Wilhelm- Gesellschaft, hervorhob) mit dem inneren Bau der Materie, mit den Fragen der Radioaktivität, der Berlin, 2. Juni. (DNB.) Eine neue Verordnung zur Verhütung und Bekämpfung von Wald- bränden bringt eine wesentliche Vereinheitlichung aller Maßnahmen zum Schutze und zum Kampfe gegen die Feuergefahr, die besonders in den Sommermonaten unserem Volksgute, dem Walde, droht. Sie legt die Sicherung der nicht im Eigentum des Reiches ober der Länder stehenden Wald-, Mo o r - u n b Heideflächen gegen Brand den For st a u f - fichtsbehdrden in die Hand unb schafft für ieben Gefahrensbezirk einen Beauftragten, ber die Richtlinien für die Einrichtung unb Ausübung des Feuerwachdienftes feines Bezirks gibt unb ben Einsatz ber Mannschaften im Ernstfälle regelt. Er arbeitet in enger Fühlung mit ben Poll- zeibehörben unb den Leitern ber Feuerwehren unb veranstaltet im Benehmen mit biefen auch Walbbranbübungen. Die Forstauf- sichtsbehörben find in Zukunft auch berechtigt, zur Sicherung ber ihnen übertragenen neuen Aufgaben den Waldeigentümem aufzuerlegen, bestimmte technische Einrichtungen zur Verhütung unb Bekämpfung von Walbbränben zu ernchten. Ist ein Walbbranb ausgebrochen, steht den Beau,- tragten berForstaufsichtsbehörbe bie uneingeschränkte Leitung ber Löscharbeiten zu. Damit ist Die Verhütung unb Bekämpfung von Walbbränben für bas ganze Reich unb alle Besitzformen einheitlich geregelt unb eine um vieles verbesserte Durchschlagskraft aller Maßnahmen, bie es zur Verhütung ober Bekämpfung von Walbbränben gibt, gewährleistet. llebung der Aachrichienlruppen im Teuioburaer Wald. Münster, 2. Juli. (DNB.) Unter der Leitung des Inspekteurs ber Nachrichtentruppen, Oberst i. g. Fellgiebel, findet in ber Gegend des Teutoburger Waldes feit einigen Tagen eine großangelegte Nachrichten - Nahmen - Uebung statt, an der eine Armee mit mehreren Generalkommandos unb unterstellten Divisionen beteiligt sind. Die Hebung nimmt nörblid) des Teutoburger Waldes iyren Ausgang und wird sich durch das WaDgebiet Berlin, 2. Juli. (DNB.) Unter dem Vorsitz des Präsidenten der Reichsrundfunkkammer Hans Krieg! er hat sich für bie vom 30. 3uli bis 8. August ftattfinbenbe Große Deut s ch e ftunbfunf ausftellung 1937 bie Ausstellungsleitung konstituiert. Die Ausstellungsleitung setzt sich zusammen aus dem Präsidenten Hans K r i e g I e r ferner dem Reichsintendanten des Deutschen Rundfunks und Generaldirektor ber Reichsrunbfunkgesellfchaft Dr, G l asme l e r , Direktor Albert Wischet vom Berliner Ausstellungs- unb Messeamt, Generalbirektor Walter Hahnemann für bie Runbfunkinbustrie, Reichskultur- fnator I. L. Günthner für den Runbfunkgroß- hanbel, Karl Thomas für den Rundfunkeinzelhandel. Aus Anlaß der bevorstehenden Großen Deutschen Rundfunkausstellung 1937 wendet sich der Präsident der Reichsrundfunkkammer Hans Änegler mit nachstehendem Aufruf a n bi e Runb fünf» höre r und die am Rundfunk interessierten Volkskreise in Stadt und Land: _ Die Große Deutsche Rundfunkausstellung 1937 wird als bie repräfenta t i v e Le istungs- schau bes nationalsozialistischen R u n b- unkschaffens bas Interesse bes ganzen beut- dien Volkes finden. Sie gibt, wie bie Ausstellungen ber Vorjahre, einen umfaffenben Ueberbhcf über die Leistungen des deutschen Rundfunks tn ben ver- gangenen Monaten und zeigt zugleich die künftige Entwicklung des Rundfunkwesens auf Dabei werden sich bie Rundfunkhörer in Stadt und Land überzeugen können, bah bem Rundfunk unseres nationalsozialistischen Gestaltungswillens ber Aufbruch ins Volk gelungen ist, und daß Rundfunk und Volk heute eine Einheit bilden, in der der Rundfunk ber schöpferische Träger bes gesamten vo ks- gemeinschaftlichen Lebens ist. Die Große Deutsche Runbfunkausstellung 1937 soll b.e Anteilnahme bes deutschen Volkes am Runbfunk steigern unb mit dazu beitragen, baß ber beispiellose Hör er - anftieg seit bem Jahre 1933 weiter anhalt, bis als Ziel ber nationalsozialistischen Runbfunkarbelt auch ber letzte Volksgenosse Runbfunkhorer geworben ist. Wenn bie Massen ber Besucher vom 30. Juli bis 8. August aus allen Gauen unseres Vaterlandes die weiten Ausstellungshallen auf dem Ber- Im Rahmen ber Veranstaltungen des Tages derbeutschen K u n ft in München vom 16. bis 18. Juli finden 10 Großkonzerte auf öffentlichen Plätzen statt. Die ersten Orchester Deutschlands bestreiten unter der Stabführung namhafter deutscher Dirigenten das Programm, das die besten Werke ber deutschen Tondichtung bringt. Auf dem Königlichen Platz spielt bas Hamburgische Philharmonische Staatsorchester unter Leitung von Staatskapellmeister Generalmusikbirektor Eugen I o ch u m bie Neunte Sinfonie von Beethoven. Hierbei wirken ber Lehrergesangverein München, ber Philharmonische Chor sowie Solisten ber Berliner unb Münchener Staatsoper mit. Im Kaiserhof ber Residenz führt bas Leipziger Gewanbhausorchefter unter Generalmusikbirektor Hermann A b e n d r o t h bie Fünfte Sinfonie von Anton Bruckner aus. Eine zweite Bruckner-Aufführung findet am Wittelsbacher Platz statt. Hier bringt das NS.-Reichssinfonleorche- ster, dirigiert von Kapellmeister Franz Adam, Bruckners Vierte Sinfonie in ber Urfassung. Im Alten Hof spielen bie Münchener Philharmoniker Werke von Schubert und Brahms. Die Stabführung hat der Präsident der Reichsmusikkammer Prof. Dr. Peter Raabe. Den besten deutschen A-capella- Chor hört man vom Kölner Männergesangverein am Marienplatz unter der Leitung von Generalmusikdirektor Prof. Eugen Pabst. Am Platz vor der Akademie der bildenden Künste bringt die Liederhalle Karlsruhe unter ihrem Dirigenten Prof. Hugo Rahner Männerchöre zu Gehör. Der Liederkranz Stuttgart unter Kapellmeister Hermann Dettinger tritt am Platz vor der Technischen Hochschule auf. Prof. Jochum hört man mit dem Städtischen Chor Augsburg am Mar-Joseph-Platz. Kärntner Volkslieder singt der Klagenfurter Frauenchor, dirigiert von Prof. Rudolf am Lenbach- Platz. Der Männerchor mit Orchester der Bürgersängerzunft München, geleitet von Dr. Hans Sachse, vervollständigt das Programm mit einem Konzert am Friedensengel. Sämtliche Konzerte find allen Volksgenossen bei freiem Eintritt zugänglich und sollen ihnen zum Tage ber deutschen Kunst eine musikalische Offenbarung be- ■ scheren. in fübwestlicher Richtung bewegen. Bei biefer Hebung treten 1 ebiglich Nachrichtentruppen als Volltruppen in Erscheinung unb Stäbe ber eingesetzten Generalkommandos unb Divisionen. Der Oberbefehlshaber bes Heeres, Generaloberst Freiherr von Fritsch, ber Chef des Generalstabes des Heeres, General ber Artillerie Beck und viele andere Offiziere des Reichskriegsministeriums sowie von ber Luftwaffe bie Befehlshaber der Luftkreise III, IV unb VII und ber Chef bes Generalstabes ber Luftwaffe sowie hohe Offiziere des Reichslustfahrtministeriums nehmen an der Hebung teil. Neichstagung her nationalsozialistischen Hochschullehrer. Alt - Rehse, 2. Juli. (DNB.) In ber Reichs- führerschule ber Deutschen Aerzteschast in A lt- Rehse begann die dritte Reichstagung des N S. - Dozentenbundes. Es sind sämtliche deutschen Dozentensührer mit bem engsten Kreis ihrer Mitarbeiter zusammengerufen. Ferner ist eine größere Anzahl Rektoren deutscher Hochschulen anwesend. Reichsdozentenführer Prof. Schultze (München) kündigte Fachtagungen ber nationalsozialistischen Hochschullehrer ber wichtigsten Wissenschaftsgebiete an, bie noch im Laufe bieses Jahres in ber Hauptstadt ber Bewegung durchgeführt werden sollen. In seinen weiteren Ausführungen nahm er zu ber Frage Stellung, wie weit eine Reform ber Hochschule noch ausreiche, um, ber burch bie nationalsozialistische Bewegung in Gang gesetzten Revolution von Forschung unb Wissenschaft Genüge zu tun. Es sprachen sodann ber Leiter ber Kommission für Wirtschaftspolitik Bernharb Kähler über nationalsozialistische Wirtschaftspolitik unb ber Amtsleiter für Wissenschaft in ber Reichsstudentenführung Dr. Kubach über i „Studentische Arbeit an der Hochschule". Nachdem das Wrack des gesunkenen Walfängers „R a u III" gehoben und am oldenbur gisch en Ufer der Außenweser auf Grund gesetzt worden ist, konnte mit den Auspumparbeiten begonnen werden. Dabei wurden drei Leichen geborgen. Es handelt sich um den Maschinisten Claussen aus Flensburg, ben Maschinenbauer Bergstebt aus Lange (Kreis Wesermünbe) unb ben Steward Richard Moensch aus Wesermünbe. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Das zentraleuropäische Hochbruckgebiet hat seinen Schwerpunkt norböstlich zur östlichen Ostsee ver- lagert. Dabei hat sich sein Einfluß auf bie Witte- rung Deutschlands noch verstärkt, so daß heute früh allgemein heiteres Wetter herrscht. Mit der Zunahme bes bei Irland liegenden Wirbels sind jedoch Störungen des Schönwetters zu erwarten. Aussichten für Sonntag: Zunächst meistens heiter, tagsüber warm, lebhafte östliche unb jübliche Winbe, später stärkere Bewölkung unb gewittrige Schauer. , .... Aussichten für Montag: Im wesentlichen freunblich, aber etwas frischer. Lufttemperaturen am 2. Juli: mittags 24 Grad, am 2. Juli: abenbs 18,2 Grab, am 3. Juli: morgens 16,5 Grab, Maximum 26,4 Grab, Minimum 12 4 Grab Celsius. — Erdtemperaturen m 10 cm Tiefe am 2. Juli: abenbs , 1,2 Grab, am 3. Juli: morgens 17,2 Grab Celsius, Sonnenscheinbauer 8,2 Stunben. _________ Hauptschriftleiter: -Dr Friebrich Wilhelm Lange. Stellvertreter bes Hauptschristleiters: vr Hans Thyriot. Verantwortlich für Politik unb für Die Silber: Vr. Fr W Lange, für Feuilleton: vr Hans Thyriot: für ben übrigen Teil: Ernst Blumschem (beurlaubt). Vertreter: H L Neuner. Anzeigen- (eiter: Hans Beck Verantwortlich iur ben Inhalt der Anzeigen: Theobor Kümmel D A. V 37: 9326. Druck unb Verlag: Brühl'sche Hrüver itats-Buch- unb Steinbruckerei R Lange^ K^G., samtlichin Gießen Monat-bezugspreis RM 2 05 einschließlich 25 Ps Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr Einzeloerkaufspreis 10 Ps unb Samstags 15 Pf., mit ber Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. liner Messestände füllen, dann werden sie zusammen mit den deutschen Reichssenbern, bie ihre volkstümlichsten und besten Programme nach Berlin auf die Rundfunkausstellung bringen, Festtage des Rundfunks erleben, bei denen die Rundfunkkünstler, bie Rundsunktechniker, bie Rundsunk- wirtschast unb die Hörer bie kamerabschaftliche Gemeinschaft bes beutschen Rundfunkschaffens bilden. Der Pavillon ber Hansestadt Köln auf ber pariser Weltausstellung. Der Pavillon ber Hansestabt Köln auf ber Internationalen Ausstellung in Paris würbe am Bor- abenb ber feierlichen Eröffnung burch ben Oberbürgermeister Dr. Schmibt ber französischen unb ber beutschen Presse zugänglich gemacht. Unmittelbar am Sein-Ufer, zu Füßen bes Deutschen Hauses gelegen, wirb ber Kölner Pavillon eine Visitenkarte ber großen westbeutschen Hanbelsstabt sein. Erbauer ist ber westbeutsche Architekt Op gen Oorth, bie Ausführung stammt vom Kölner Stabtarchitekten Müller. Auf Vorschlag bes Oberbürgermeisters hat ber Führer unb Reichskanzler bestimmt, baß Köln als einzige Stabt Deutsch- lanbs bas Recht zu biefer Sonberausstellung haben soll. Nur wenige, aber weltberühmte Kölner Firmen stellen hier aus unb geben Zeugnis von ber inbu- ftriellen Tätigkeit unb von ben Leistungen westdeutscher Kunst unb westbeutschen Kunsthanb- werks. 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' fßnnte e;n Buch der Torheit über sie schrei- Jmmerhin beschaue ich verblüfft das .schulende gibt weder Not noch Krankheit, die sie Ding in meiner Hand. „Nimm es doch wieder wa . Archen verschenken ließe Nahrung ist im soll ich damit anfangen rate ich nachoben Ich ecy unbge|unb ist dieser Balg, wir wis- hebe die Hand und habe Scheu vor diesem häßlichen Ueverjiuv oa, unu u i hebe die Hand und habe Scheu vor den großen Dunghaufen Also ich mit langen Schritten hinzugewatet und meine, das arme Ding sei mausetot. Fällt ihm aber gar nicht ein. Da kiegt's zwar nackt und elend und hat gerade einen allerersten dünnen grauen Stachelflaum am Leib. Aber wie ich's aufhebe und zur Störchin hinaufschelte, denn wir Menschen wollen solch Kindesopfer nicht, da regt sich's schon und — sollt mans glauben — es öffnet die ledernen Lider, hebt den dicken schwarzen Schnabelstumpf, der fast so groß ist wie der Kopf selbst, und schreit, lärmt und beklagt sich fürchterlich. Danach — kaum hat es mir sein Herz ausgeschüttet und sich in der warmen Hand recht eingekuschelt — wirft es aus aller Kraft den Kopf zurück und klappert mit dem winzigen Schnabel: „Wer du auch bist, altes Ungetüm, gib mir au fressen", heißt das Da stehe ich nun ratlos. Die Storchenmutter oben auf dem Nest sieht ohne Unruhe, in feierlicher Unbeweglichkeit zu, was ich mit dem „Dank" beginne. Mitleid habe ich bei allem Zorn. Vielleicht ist's ihr sehr schwer geworden, mir ihr Jahresgeschenk zu senden; sie hat ja nichts Größeres zu geben als das eigene Kind. Wahrscheinlich haben wir Menschen für die Störche aber etwas Ehrfurchtgebieten' biologien" herum. Wir werden feine Ohren haben, um ihren Schritt zu hören. Sie soll schreiben, was sie will, aber als nationalsozialistisch werden wir sie nicht anerkennen können. Wenn wir dies aber auch betonen, so sind wir fern von jeder Kleinlichkeit in der Beurteilung der Geister und Forscher der Vergangenheit. Wir wissen sehr wohl, daß sich in dem Kampf der letzten 150 Jahre eine große Anzahl von Forschern und Den- lezeigt hat, die wir ganz unbedenklich mit kern gezeigt hat, die wir ganz unveoenrncy mir einreihen werden in die Reihe großer Europäer überhaupt oder großer Deutscher im besonderen. Mit neuem sicherem Instinkt werden wir das Zeitbedingte betrachten, das Große und Starke aber gern als fruchtbringend für ein neues Forschen.in unser Leben einfügen. Die zentrale Aufgabe ist eine neue Schau der Welt in Idee und Leben. Dies auch für den Kampf in der Wifsenschaft zu tun, ist unser Schicksal. Wir können ihm nicht entrinnen und wir wollen es auch nicht! Wir bekennen uns kämpfend zum großen Gesetz unserer Zeit, nur so können wir auch seiner würdig sein. O d e r b e t t e s. Wer die Oder bei Ratibor im Ium sieht, verliert fast jede Hochachtung vor diesem auf seinem Mittel- und Unterlauf so betriebsamen Fluß. Hier ist er ein träger Fluß, für die Schiffahrt nicht geeignet. Und doch richtet im Frühjahr und Herbst sein Hochwasser erhebliche Schäden an. Jetzt erhält die Oder ein neues Bett östlich von Ratibor, und der alte Flußlauf wird durch Deiche gesichert. Ein großzügiges Projekt von erheblicher Auswirkung. Abgesehen davon, daß nach Fertigstellung des neuen Laufes jede Hochwaffergefahrbe- eitigt ist, bedeutet die Odermmegung Durchs führung des ersten Teilftückes des geplanten Oder- Donau-Kanals; ist also ein Stück großzügiger Der- kehrspolitik des neuen Reiches. Seit dem ersten Spatenstich im Jahre 1934 gibt sie mehr als taufend Volksgenossen Arbeit; für Ratibor und den üdlichen Zipfel Oberschlesiens hat das Werk formt erhebliche Bedeutung im Rahmen der Arberts- straße. Vor Ratibor muß der Wagen stoppen. Erdarbeiten großen Umfanges werden hier ausgefuhrt. Ueberall Schienen und Loren, überall Baustellen. Ein Werk von höchster wirtschaftlicher und sozialer Bedeutung ist im Entstehen: Die auf einer Strecke von acht Kilometer vorgesehene Umlegung des sen uns kaum zu bergen vor seinem ungeduldigen Lebenszorn. Nein, es ist schon so: ihr „Dank wird es sein. Das sagen auch die Leute aus dem Dors, die mit sehr ernsten Gesichtern hin^ukornrnen. Alle werfen dabei einen Blick zur Störchin auf, die bewegungslos über uns steht; sie hat den Hals zuruckgebogen, läßt den Schnabel auf der Brust ruhen und sieht uns, so scheint es, schmerzlich und gedankenvoll zu. Die Neugierigen sind unterdessen jeher mit einem Rat bereit, und ich höre allen freundlich zu. Wies auch wird, wir haben einen Hausgenossen mehr. Und die Bäuerin hat die Plage mit dem Storchen- kind, während es doch eigentlich umgekehrt sein sollte und die Störchin die Plage haben mußte mit einem kleinen Menschen, der uns fehlt. Vielleicht indes stellt sie uns auf die Probe? Wir wollen uns fleißig mühen, das Kind gut zu halten, das sie uns, pardauz, übers Dach warf — genau uns zuwarf, vor die Füße warf. Als Dank für drei Jahre der Gastlichkeit. Ernst stehen die Nachbarn um uns und besehen sich das Tierchen. Keiner von allen zweifelt an dem Gesetz zwischen Mensch und Tier. Em „Dank ist uns geworden. Der Seemann mit dem „Vorgefühl". denke ich. „ , , , x. Aber jetzt wird meine Hausfrau lebendig. Sie weiß kleine Schnecken und Würmer in der feuchten Gartenerde, befiehlt mich zur Hilfe, obwohl ich doch gerüttelt viel Arbeit habe und versucht dem Stor- chenkindlein aufzuhelfen. Ob s gelingt? Mau sollte es nicht glauben, aber dieser winzige Masterkops, dieser kleine Dickbauch, mit Beinen, die krumm sind als hätte er eben die Englische Krankheit gehabt, erhebt sich, schreit, pickt 6^-6 ^und hat im Nu alles verschlungen, was man ihm vorgesetzt hat. Kaum ist's ihm anzumerken, nur der Kropf ist zu einem Wulst geworden, m dem es ftd) noch zu ringeln scheint' „Er muß auch trinken rat jetzt der erste Beschauer aus dem Dorf, der sich emste"' läuft weg und kommt mit einer Schale Wasser und einem Löffel wieder. Immer, wenn der Knirps den Schnabel aufsperrt, bekommt er einige Tropfen. Und das kleine Scheusal läßt sich umsorgen und verlangt unaufhörlich und herrisch ©peife und Xranf es wirft den Kopf in den Nacken klappert wie ein alter Storch, wenn man s einen Augenblick vergißt, und spritzt vor Gier und Frechheit. Und die Mutter sitzt noch immer oben ?"f dem Nest- rand- es sieht aus, als habe sie, wie die Volks- aae es wissen will, alle Rechte auf dies Kmd au - ' 9 , . .. nfnithirtPm Wvbn veickienkt Ein englischer Seemann, E. Gough, der in der ganzen Welt herumgekommen ist, trat mehrmals aus ihm selber unerklärlichen Gründen von einer schon fest angenommenen Heuer Zurück und blieb dadurch nicht weniger als neunmal vor Katastrophen bewahrt. Er erzählt selbst seine Geschichte in „Pearsons Weekly“. „Ich war einst so erzählt er im Empire-Hotel in Sydney in Australien an- gestellt und hatte große Sehnsucht nach Hause zurückzukommen. Der Manager des Hotels, Mr. Bowden, feine Frau und andere Mitglieder seiner Familie reisten als Passagiere auf der Maratah nach England. Sie erwirkten für mich eine Stellung als überzähliger Steward für die Heimfahrt, und ich war" sehr begeistert darüber. Plötzlich aber konnte ich mich irgendwie von Sydney nicht trennen, von seinem sonnigen Wetter, seinem schonen Strand, seinem Sonntagssport und feiner Gastfreundschaft. Der Manager und seine Frau boten mir besondere Vergünstigungen an, aber umsonst. Ich kam an den Kai, um ihnen Lebewohl zu sagen, aber ich ließ es mir nicht einfallen, daß ich sie nie wiedersehen würde. Das Schiff ging an der südafrikanischen Küste mit Mann und Maus unter. Das Geheimnis dieser Katastrophe ist niemals ge- ^B^d^darauf wurde mir in Neuseeland eine beschaffung. . _ .. Man darf nicht vergessen, daß hier das Dritte Reich ein sehr schweres Erbe angetreten hat. Ratt- bor galt in der Systemzeit als verloren! Em Werk nach dem anderen verließ nach der wahnwitzigen Teilung das Stadtgebiet. Oberflächlich gesehen, war das kein Wunder, denn der einstige Mittelpunkt eines weiten und reichen Gebietes wurde durch die neuen Grenzen von seinen Kraftquellen abgeschnitten— dem landwirtschaftlich reichen Hultschiner Ländchen und den industriell wichtigen Gebieten von Rybnik und Mähren. Aus dem Mittelpunkt wurde äußerste Peripherie; im Gegensatz zum Beuthener Zipfel fehlen hier die Erdschätze. Und doch muß man diese Flucht aus Ratibor als Verrat kennzeichnen, denn sie überließ die treudeutsche und fleißige Bevölkerung einem traurigen Schicksal, das darin am besten zum Ausdruck kommt, daß Ratibor immer unter den Städten mit der höchsten A r b e i t s l o s e n z i f f e r zu finden war. Hier hatte sich eine Massen- und Dauerarbeitslosigkeit gefährlichen Ausmaßes festgesetzt. Selbst das Land wurde davon betroffen, denn der im Kreise Ratibor vornehmlich betriebene und bis zur Teilung durchaus lukrative Gemüsebau sah sich seiner Absatzquellen in Ostoberschlesien beraubt. Daß dieser Stadt eine besondere Förderung zuteil werden mußte, versteht sich, und so ist unter der nationalsozialistischen Regierung die Flucht der Industrie abgestoppt worden, der Ausbau des Straßennetzes, die Oderumlegung und viele andere Pläne, die heute zum größten Teil bereits verwirklicht sind, haben den Puls wieder zum Schlagen gebracht. In Ratibor rauchen wieder Schornsteine, wo vor der Machtübernahme in den Werken zehn und hundert Menschen Brot fanden, sind heute wieder hundert und tausend beschäftigt. Wie falsch ist das Bild, das man sich allgemein vom oberschlesisihen Menschen macht! Man gfoubt, daß er sich gottgefällig in sein Schicksal ergebe. Wir besuchten die Werksgemeinschaft der Zigarrenfabn- ken Reiners. In allen Sälen des großen Betriebes war ein fröhliches Singen aus vielen hundert Frauenkehlen. An den langen Tischen wurde fleißig geschafft; 700 000 Zigarren verlassen in jeder Woche die Fabriken. Dieser große Betrieb wurde 1931 von dem in Konkurs gegangenen Besitzer geschlossen, fast 1000 Menschen wurden brotlos. Vier Jahre blieb dieser Zustand, dann schlossen sich 200 Menschen — Arbeiter und Angestellte der ehemaligen Firma — zusammen und gründeten eine Werks- geme in schäft. Ganz Ratibor — arm und reidj — zeichnete dieser Gemeinschaft, und im Jahre 1935 konnte der Betrieb mit fünf Mann wieder ausgenommen werden. Heute arbeiten in dieser Werksund Gefahrengemeinschaft etwa 550 Volksgenossen, Besitzer des Betriebes ist die Gemeinschaft, und kleinen Greifengesicht des Storchenkükens. Aber die Mutter besteht darauf, daß ich es behalte; sie rührt sich nicht und starrt mich an. Ich bette das kleine Ding also auf den Schilfrand des Daches und winke ihr wieder, ziehe mich zurück und rate nochmal, sie möge sickss wieder holen. Wie gern will ich auf den Dank verzichten. Aber es ist wohl Pflicht, daß ich's annehme. Ich weiß auch genau: Döqel, die von Menschenhänden angefaßt wurden, werden von der Mutter nicht heimgeholt. Und wenn ich's lange liegen lasse, holt's die Katze. Nein ich hab jetzt alle Sorgen um den kleinen Findling auf dem Hals. Heilfroh bin ich, daß meine Hausfrau kommt und sich unter vielen erstaunten Worten über das Findelkind Bericht geben laßt. Ich lege ihr also erleichtert das Storchenkuchlem tn die Hand und möchte wieder an andere Arbeit □eben. Unbeweglich starrt noch immer Störchin vom Nestrand zu mir nieder. Nicht ein Bem hebt sie, wie fie's sonst in der Muße hebt kein Klappern grüßt uns. Wie mag es in ihrem Herzen aussehen, Freiheit der wissenschaftlichen Forschung! Von Veichsleiter Alfred Bosenberg Die heutige Wissenschaft ist fast ausschließlich in Europa entstanden. Das Gebiet zwischen Stockholm und Florenz bezeichnet ungefähr jenes Stück Land, von wo aus fast sämtliche gestaltenden Gedanken und Kämpfe für eine wirkliche Natur- e r f o r f d) u n g ausgegangen sind. Einst wollte man die Rassenkunde nicht als neue Wissenschaft zulassen. Dieselben Kreise wollten uns unsere wissenschaftliche Gewissensfreiheit nehmen, deren politische Herrschaft durch andere Lehren vorbereitet wurde. Die besten Menschen Europas haben sich für diese unsere Wissenfchaft geopfert, und wir als Nationalsozialisten fühlen uns als Nachfolger jener, die dem Forschungswillen die Bahn gebrochen haben. Der Dank. Von Hans Friedrich Blunck Es heißt bei uns im Dorf, daß die Störche die Bauern, bei denen sie zu Gast sind, in jedem Jahr beschenken, und zwar immer im ersten mit einer Hand voll Federn, im zweiten mit Einern Ei, im dritten gar mit einem ihrer Kinder. Den „Dank nennt man die Gaben kurzerhand und erwartet sie als selbstverständlich. Ich habe erst seit zwei Jahren em nistendes Storchenpaar auf meinem Dach und habe noch nicht viel Erfahrung. Allerdings ein Ei hatten sie mir im letzten Jahr zugebracht — auf die Federn davor hatte ich wohl nicht achtgegeben. Gestern ist es mir wirklich und wahrhaftig geschehen: Als ich unterm Dach stand und wieder einmal beträchtlich zum Storchennest hinaufblickte, auf einmal hob Die Mutter sich auf — was glaubt ihr —, hebt eins der zappelnden Jungen im Schnabel hoch und über bau Rand des Nestes. Wie ein grauer Ball rollt es das Rotdach hinab und plumpst, pardauz, auf III*. Ratibor, im Juni. Schnell durcheilt auf guten Straßen der Wagen oberfchlefifches Land. Hindenburg, wie Beuchen Mittelpunkt einer wichtigen Industrie, aber ahne die Tradition der Nachbarstadt und aus einigen Gemeinden durch Zusammenschluß entstanden, ist mit Energie an der Arbeit, ein einheitliches Stadtbild zu schaffen. Gleiwitz zeigt sich als alte und anziehende Stadt, die mit ihren schonen Straßen und den prächtigen Bauten in Mitteldeutschland liegen könnte. Hier entwickelte sich der * Val. die Berichte in Nr. 140 und 146 des Gießener Anzeigers. Die Weltanschauung des 18. Jahrhunderts zergliederte; wir streben nach einer neuen Bindung, nach einer neuen echten Gliederung des Lebens. Diese Philosophie wird nicht von metaphysischen Spekulationen, sondern von einer germanischen Wertlehre ihren Ausgang nehmen. Eine solche nationalsozialistische Philosophie wird einst die Königin der Fakultäten fein. Wir sind der Ueberzeugung, daß die Namen der Forscher und Denker der Vergangenheit genau so durch alle Zeiten klingen wie die Namen der Feldherren und Staatsmänner und Künstler. Manchmal hat eine Forschung scheinbar abseits vom Leden gewirkt, um dann oft ganz unmittelbar wieder zum Leben zurückzukehren. Eine scheinbar nur wissenschaftliche Erforschung der Vererbungsgesetze ist heute revolutionäre Tatsache für Deutschland, ja für die ganze Welt geworden. Deshalb ist es eine Pflicht der Professoren, Lehrer und Studenten, d i e Würde echter Forschung zu verteidigen, den Stolz zu haben, ihr ein Leben ebenso zu weihen, wie ein Staatsmann der Sicherheit seines Volkes. Einst saß die Welt zu Füßen von Humboldt, Ranke und Haeckel. Hunderte neuer Probleme ziehen heute durch die Welt und erfordern Arbeit und ttöfung. Diese Vielheit müßte unsere Studenten geradezu reizen, sich mit aller Leidenschaft zu betätigen. So gibt es viele Fragen, die einer eingehenden Bearbeitung bedürfen: Das Wesen deutscher Naturerforschung, Rassenpsychologie an Stelle der ver- Stellung auf dem ,Pinguin' anaeboten, einem Dampfer der Unions Company. Aber an dem Moraen, an dem ich hätte antreten sollen, verschlief ich und kam zum Kai, als das Schiff fort war. 24 Stunden später war es ein Wrack mit Verlust von vielen Menschenleben. In Melbourne arbeitete ich bei sehr gutem Gehalt als Steward auf der Myrallah', die Passagiere und Fracht beförderte. Ein paarmal hatten wir sehr schlechtes Wetter, und einmal besonders spülte eine schwere See die Kommandobrücke und alles nicht festgemachte Ge- schirr über Bord. Man sagte: ,Ein seetüchtiges Boot!' Aber ich hatte genug. Auf diesem Schiff war ich immer krank, so daß ich nicht einmal meinen Dienst richtig versehen konnte. Bei der nächsten Ankunft in Melbourne sandte ich ein Telegramm an die Firma und bat sie, einen Ersatzmann für mich zu schicken. In weniger als einer Woche herauf war das Schift ein vollkommenes Wrack. Ein andermal war ich in Adelaide, in Südaustralien, als ein Dampfer von der Union Steamfhip Company eintraf mit dem Ziel Neuseeland. Der Koch ging von Bord, seine Stelle wurde mir angeboten, und ich nahm an. Am nächsten Morgen sollte ich anfangen. Statt dessen änderte ich plötzlich wieder meinen Sinn. Am folgenden Tage traf ich einen Agenten auf der Straße, der mir noch einmal em besonders verlockendes Angebot machte und mich in seinem Auto zum Schift fahren wollte. Ich weigerte mich. Das war gegen Weihnachten; zwei Tage vor Weihnachten strandete das Schiff auf Felsen. Dis Mannschaft rettete mit Not ihr nacktes Leben, verlor aber alles Eigentum. Während des Krieges war ich auf der Mords- worth', die zwischen Australien und England verkehrte. Da konnte ich mich mit dem Skipper nicht vertragen, und ich verließ das Schiff in Fremantle. Auf feiner nächsten Ueberfahrt sank es mit der ganzen Besatzung. Ein andermal war ich nach Ian- gerer Arbeitslosigkeit in Sydney auf der ,Mary Patricia' angeheuert, die Kohlen nach Labrador bringen sollte. Freitag früh fing ich an. Am selben Tag hörte ich auf. Ich hatte einen Streit über Den Tageslohn, und am Samstag wurde ich vorübergehend eingefperrt, weil ich angeblich auf Dem Schiftsbüro beleidigende Worte gebraucht hatte. Das wurde später zu meinen Gunsten aufgeklart. Aber inzwischen war die ,Mary Patricia' fort. Sie bekam unterwegs ein Leck, und die Mannschaft konnte sich nur schwimmend unter Zurücklassung von aller Habe ans Land retten. Man sagt, eine Katze hat neun Leben. Ich bin keine Katze, sondern ein gewöhnliches Individuum, das lange Jahre zur See gefahren ist. Ader mein Vorgefühl hat mir neun Leben geschenkt." schwommenen Völkerpsychologie, Darstellung Der Völkerwanderung — auf Grund der Ergebnisse her vorgeschichtlichen Forschung —, das nordische Schönheitsideal und eine neue Philosophie der Kunst, Rassenzersetzung und Untergang Roms, Kampf der Charakterwerke in der europäischen Geschichte. Es ist ein Feld für kühne Geister wie feit 500 Jahren PZir bekennen uns zum Grundsatz der exakten Forschung. Entgegen manchen romantischen Be- Itrebungen wollen wir feststellen, daß das gewissenhafte Experiment es oft verhütet hat, daß die europäische Wissenschaft sich in geistigen Nebeln her Phantasterei verlor. Man hört heute häufig, die „mechanische Epoche" sei vorüber, der „Kausalitätsbegriff" überwunden. Man übersieht dabei, daß das Bekenntnis zur Ursächlichkeit eine Voraussetzung unseres ganzen Lebens und Forschens ftt, ohne die wir überhaupt nicht auszukommen vermögen. Neben bas Bekenntnis zum Experiment tritt also ganz naturnotwendig ein Bekenntnis zur strengen Erkenntniskritik, die sich bewußt ist über das Wesen her Forschung und über das innere Verhältnis zwischen Idee und Experiment. Innere und äußere Gesetzmäßigkeit des Lebens zu erweisen, wird immer Ziel germanischer Wissenschaft bleiben. Wer etwas anoeres will, will nicht Wissenschaft, sondern Zauberei. Wenn es nötig ist, müssen wir uns dazu bereiterklären, Bilder und Theorien fallen zu lassen, wenn sie durch nicht zu leugnende Erfahrungstatsachen widerlegt würden. Diese innere Wahrhaftigkeit steht in tiefem inneren Unterschied zu einer Auffassung, die grundsätzlich der Vernunft und der Wissenschaft nur gestatten wollten, uralte Weltbilder, ungeachtet aller Forschungsergebnisse, zu „beweisen". Hierzu ergibt sich aber eine interessante Wechselbeziehung zwischen Wissenschaft und Weltanschauung. Kopernikus hat einmal ein altes Weltbild gestürzt, die Rassenkunde sprengt heute weitere Bollwerke einer geistigen Vergangenheit, die Vorgeschichte ändert die Richtung der Betrachtungsweise in her Geschichte. Verkehrsmittelpunkt Ostoberschlesiens. Der verläßt bas seit Beuchen fast zusammenhängende Stadtgebiet. Weite Wälder nehmen ihn auf. Von ungeahnter Ausdehnung ist das Waldgebiet Oberschlesiens. Wie verwunschene Flecken liegen ■Rauben und Bodenbach inmitten dieser grünen Pracht. Aber nur wenige Kilometer südlich verläuft die polnische Grenze, immer parallel zur Land- ,_5tcin()äger- Urquell nicht mehr. Wenn wir dies posittv betonen, so müssen wir uns naturgemäß auch gegen alle Verfälschungen zur Wehr setzen. Die universalistische Schule versucht erneut, den lebendigen Menschen nur als ein Produkt einer „Ausgliederung" aus einer abstrakten „Menschheit" darzustellen. Es gibt nicht einen sogenannten „Vorrang des Geistes", sondern die Gestaltung eines bestimmten Menschentums. Eine andere Schule wieder versucht, in der Naturwissenschaft eine sogenannte neue „Stufenleiter" aufzustellen. Als unterste nennt man das Mechanische, dann das Biologische, bann das Psychologische und dann, nach einigem Wenn und Aber, das Theologische. Die Scholastik schleicht auf Gummisohlen oder „Gesellschaftslehren" oder „Meta- Reichsminister Dr. Goebbels empfing am Donnerstagnachmittag in Schwanenwerd^ bei Berlin feine Grenzland im Wiederaufbau. Oie Oder wird umqelegt. - Natibor, eine lebende Stadt. Oberschlesische Schickfalsgemeinschast. Don unseiem W.-Sonderberichterstatter. jeder Neueintretende zeichnet einen kleinen Anteil, der für bestimmte Zeit einen niedrigen Prozentsatz seines Lohnes beträgt. Diese Werksgemeinschast Reiners ist typisch für den Lebens- und Arbeitswillen des Oberschlesiers und insbesondere des Bolksgenossen im Bezirk Ratibor, sie ist ein Vorbild echten.Gemeinschaftsgeistes für alle Volksgenossen im Dritten Reich. Man frage heute die Versailler Verantwortlichen, was sie sich dachten, als sie die Grenze bei Ratibor zogen. Man stelle sich einen Schlauch vor, der 33 Kilometer lang, am Anfang etwa 9 Kilometer und am Ende 1 Kilometer breit ist. Dieser Schlauch verläuft von Ratibor im Nordwesten nach Annaberg an der Oder im Südosten. An der südwestlichen Grenze ist die Tschechoslowakei Nachbar, an der nordöstlichen Polen. Die Tschechoslowakei schluckte vom Kreise Ratibor das Hultschiner Ländchen, Polen das weite Waldgebiet mit Gruben und Elektrizitätswerken. Die polnische Grenze liegt sozusagen vor der Tür von Ratibor, die tschechische verläuft etwa 8 Kilometer entfernt. Man entriß der Stadt das Hinterland, man nahm ihr die Wälder, man schnitt sie von der Kohlen- und Elektrizitätsversorgung ab und zerriß geradezu irrsinnig die Verkehrswege. So irrsinnig, daß heute noch von Schillersdorf im Hultschiner Ländchen nach dem tsckechi- schen Oderberg ein Weg durch den Schlauch führt, der für Deutsche und Tschechen begehbar ist und deshalb „neutraler Weg" heißt, und daß die Bahn vom ostoberschlesischen Loslau nach dem deutschen Annaberg nicht etwa von der deutschen Grenze an deutsch ist, sondern in einem polnischen „Korridor" durch deutsches Gebiet geht. Der Bahndamm ist polnisches Gebiet, die Schranken tragen die polnischen Hoheitszeichen, und die Bahnwärter sind Polen. Die weiten Felder stehen gut. Ueberall sieht man die Bauern am Schaffen. Es ist ihr Boden, und dieser Boden blieb deutsch. (Ein Schlußbericht folgt.) Sport in allen deutschen Betrieben. ME ? ' - MM Reichsortzanisationsleiter Dr. Ley und Reichssportführer v. Tschammer und Osten verkündeten die Einführung des Sports in allen deutschen Betrieben. Eine Kundgebung in einem Werk der AEG. in Berlin gab dem festlichen Akt den Rahmen. Hier sieht man Dr. Ley bei seiner Rede vor vielen tausend Betriebsangehörigen der AEG. (Scherl-Bilderdienst-M.) Geschichten aus aller Welt. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Besuch in Saba. (tr) Aden. Die vier englischen Flieger, die kürzlich von Aden aus in die Wüste hineinflogen, um nach dem alten Saba, nach den im Sand vergrabenen Ruinen einer längst versunkenen Märchenstadt zu suchen, sind inzwischen heil und gesund wieder zurückgekehrt. Sie erbrachten den Beweis, daß aus jenen alten Wegen, die einst die Kamelkarawanen quer durch Arabien durchwanderten, auch heute noch eine Verbindung möglich wäre. Jedenfalls aber bietet das Flugzeug ein bequemes Mittel, um das alte Saba, die Stadt der Königin von Saba, die Stadt der 1000 goldenen Säulen, zu erreichen. Selbstverständlich war dieser Vorstoß in die Wüste ein Wagnis, da jene Ruinen bis heute nicht einwandfrei auf den Karten aufgezeichnet waren und ihre Lage nur aus den Angaben des deutschen Forschers Hans Helfritz und den Einzeichnungen des Engländers Philby hervorging. Ferner wußte man nicht, wie sich die in der Nähe der Ruinen wohnenden Eingeborenen zu einer Landung von Flugzeugen stellen wurden. Man warf also erst einmal lange bunte Bänder ab, um anzukündigen, daß man nur einen friedlichen Besuch plane. Kurze Zeit später beobachteten die Flieger, daß die Bänder auf den Spitzen der Hütten und Häuser fröhlich im Abendwind flatterten. Sie gingen also in der Nähe der Ruinen nieder und wurden hier von einer Schar primitivster Menschen freundlich begrüßt, von denen übrigens die Hälfte durch böse Augenkrankheiten fast blind waren. Während des Aufenthaltes in Saba konnten einige interessante archäologische Feststellungen gemacht werden, die natürlich nur Vorarbeiten sind. Die Archäologen werden erst in Kürze die Forschungsarbeit in diesem noch unerschlossenen „Paradies der Vergangenheit" aufnehmen. Jene vier Flieger waren nur die Schrittmacher auf dem Weg in das Herz des unbekannten Arabien. Wie lange darf ein Ferngespräch dauern? C. K. Kopenhagen. 3n Kopenhagen hatte eine junge Dame einen Herrn wegen mündlicher und tätlicher Beleidigung verklagt. Als ihre Sache vor Gericht erörtert wurde, setzte die Klägerin auseinander, daß der Beklagte sie an einem Arm ergriffen und mit roher Gewalt aus einer öffentlichen Fernsprechzelle herausgezerrt habe, in der sie gerade sprach. Er gab ohne weiteres zu, daß er eine gewisse Gewalt angewandt hätte, aber er brachte eine Reihe von Zeugen herbei, die alle zusammen mehr als 40 Minuten vor der Fernsprechzelle wartend gestanden hatten. Die junge Dame errötete und gestand, sie habe mit ihrem Bräutigam gesprochen, und bei solchem Anlaß waren doch 40 Minuten eigentlich nicht zu viel. Der Richter aber hatte für diese Regungen einer jungen Braut nicht das genügende Verständnis, sondern wies die Klägerin kostenpflichtig ab. Auf der Alm... (ob) Oslo. Ein Osloer Kaufmann machte die Bekanntschaft einer Dame, die ihm außerordentlich zusagte. Er lud sie in ein Cast ein, wo sich die Unterhaltung aufs angenehmste entwickelte. Die Dame vertraute ihm an, daß sie auf den Höhen außerhalb Oslos eine niedliche Berghütte ihr eigen nenne und daß sie bereit sei, die Bekanntschaft dort festlich zu begehen. Der Kaufmann war entzückt, er kaufte Spirituosen in großen Mengen ein und machte sich mit seiner Freundin an den Aufstieg. „Zufällig" fanden sich am Abend noch mehrere Personen in der Hütte ein, und eine allgemeine Trinkerei begann. Sie ging bis zum Nachmittag des nächsten Tages — dann waren die Kräfte des Kaufmanns erschöpft. Als er nach einigen Stunden aufwachte, fand er sich vor der Hütte allein vor. Ein Blick in seine Brieftasche verschlechterte seine trübe Sttrn- mung weiter und ließ seinen Kater Riesenausmaße annehmen: 2300 Kronen waren verschwunden! Die Osloer Polizei spürte sehr schnell die Bande aus, in deren Hände der Kaufmann gefallen war. Außerdem fand sie vor der Hütte unter einem großen Stein vergruben den größten Teil des geraubten Geldes — der Kater des leichtsinnigen Osloers nahm daraushin wieder natürliche Größe an. Was alles gesammelt wird. (dt) Amsterdam. Das Briesmarkensammeln ist ein GeschäftMst eine Industrie geworden, durch die die Postoerwaltungen aller Länder große Summen verdienen. Aber längst ist man über die Briefmarken selbst beim Sammeln hinaus gegangen. Es gibt komische Käuze, die sich Fiskalisten nennen und nur Steuermarken und andere amtliche Klebemarken zusammentragen. Die letzte Neuerung aber ist wohl die Gründung eines Vereins der „Andenkensammler". Diese Sonderlinge beschränken sich auf ganz bestimmte Andenken. Sie kleben Marken zusammen, die einmal irgendwo ausgegeben wurden — ganz gleich, ob es sich nun um eine Sänaerfeier oder um eine Aktion im Kampf gegen die Tuberkulose handelt. Es darf nur kein Wert darauf stehen. Und außerdem müssen die Marken auf der Rückseite gummiert sein. Man druckt Listen und gibt schon Kataloge heraus. Der Verein nennt sich „Regenbogen", hat einen Präsidenten und ein Schriftführeramt. Bildhauer können sich irren. (rt) Paris. Mit Interesse hat man in Paris davon Kenntnis genommen, daß neuerdings ein Offizier festgestellt hat, daß an dem Standbild des Oliver Cromwell vor der Westminster Hall in London die Sporen vollkommen falsch angebracht sind. Das Interesse Frankreichs für derartige Irrtümer ist um so gtö- tzer, als aerobe Frankreich reich ist an derarttgen Fehlern, die auch den besten und talentiertesten Bildhauern unterlaufen können. Da gibt es z. B. in einem öffentlichen Park in Paris ein von der Krittk hoch gelobtes Bildwerk — den Kampf zwischen einem Tiger und einem Krokodil darstellend. Das Krokodil ist so behende in seiner Karnpfeswut, daß es den Kopf völlig verdreht — eine Haltung, die dem Krokodil aus rein anatomischen Gründen gar nicht möglich ist. In Rouen findet man eine Statue Napoleons auf dem Pferde. Dieser Napoleon hält in seiner Hand den berühmten kleinen Hut. Aber der Bildhauer hat den Hut so klein gemacht, daß er nicht einmal auf einen Kinderköpf passen würde. Es handelt sich wirklich nur noch um einen symbolischen Hut. Merkwürdige Mittwochsgesellschaft. (ep) Budapest. Ein merkwürdiger Fall beschäftigte in den letzten Wochen und Monaten die Ortspolizei der kleinen ungarischen Gemeinde Devecser. War doch in der letzten Zeit sehr häufig bald hier, bald da eingebrochen worden, aber immer nur am Mittwoch, in öer Nacht zum Donnerstag. Einmal wurde eine Tabaktrafik ausgeraubt, das andere Mal ein Fleischerladen, kurz, es schien, als werde ganz Willkür-- Camarade! Camarade! oon Br. Paul Rohrbach. Verdun, Ende Juni 1937. Die Weltausstellung in Paris entläßt den Besucher mit einem zwiespältigen, aber auf jeden Fall bedeutenden Eindruck. Es soll eine Ausstellung der Kunst und Technik sein, aber das Land selbst, das die Völker zu sich eingeladen hat, damit sie zeigen, was sie in Kunst und Technik können, ist mit dem Aufbau seiner eigenen Leistungen noch so weit im Rückstand, daß sich über sie im Ganzen kaum schon etwas sagen läßt. Nur die Gäste sind meist fertig, und es ist ihnen, Großen wie Kleinen, nicht schlecht gelungen, Figur zu machen. Ein Versuch, alles zu schildern, wäre unabsehbar, aber einige interessante Urteile aus französischem Munde seien angeführt. Ich sprach mit einem der leitenden französischen Herren und hörte ihn über das Deutsche Haus sagen: „Alles, wovon wir fürchteten, es würde gebracht werden (nämlich direkte Propaganda), ist nicht gebracht, und worauf wir kaum hofften, daß es gebracht werden würde, ist zu unserer Freude da!" In der Tat ist die deutsche Ausstellung so klug auf den französischen, überhaupt auf den fremden Besucher, berechnet und so absolut vornehm auf reine, für sich selbst sprechende Qualitätsleistung hin aufgebaut daß alle Mißgunst sich geschlagen geben muß. Das krasse Gegenteil bietet Sowjetrußland mit seinem aufdringlichen Propagandageschrei, mit mehr als sechzig Bildern von Stalin in Marmor, Bronze, Gips und Farbe, er allein für sich oder in Kolossalgemälden, die ihn als den Beherrscher Rußlands, den „roten Zaren", zeigen. Eine Zeit lang soll bei den Russen ein Buch aufgelegen haben, in das die Besucher ihre Eindrücke einttagen konnten. Die Stimmen waren aber so wenig freundlich — z. B. eine französische: „Babylonische Türme von Statistik, aber jede Zahl falsch" —, daß man das Buch wieder fortgenommen zu haben scheint; jedenfalls habe ich es vergeblich gesucht. Auch die Italiener haben mit kräfttgen Farben gemalt, wenn auch mit mehr Geschmack als die Russen. Auf dem Dach des Deutschen Hauses gibt es ein Restaurant ersten Ranges, und es wird Sttl in der Pariser Gesellschaft, dort oben gegessen zu haben; alle Plätze sind tagelang im voraus vergeben. Der Russenbau, gerade gegenüber, trägt zwei wild vorstürmende Kolossalfiguren, einen Mann mit dem Hammer und eine Frau mit der Sichel. Dazu hört man sagen: „Ein Symbol der Weltrevolution, die alles zusammenschlagen würde, was es hier an Kunst und Technik gibt!" So interessant die Ausstellung ist: es gibt in Frankreich noch Interessanteres, Wichtigeres zu sehen und zu hören, wozu man sich nicht erst in das Gewühl oon Menschen und Bauten vor dem Trocadero-Palais und an den Seine-Ufern zu begeben braucht. Ich fuhr gestern mit einigen deutschen Gefährten in einem Bummelzug („Train Omnibus" sagt der Franzose) von Chalons hierher nach Verdun. Unterwegs entspann sich ein Gespräch mit französischen Mitreisenden. Der eine war ein Wagenbauer, der zweite ein Restaurateur, der dritte ein Eisenbahnbeamter. Eine Bemerkung gab die andere, bis zufällig die Rede daraus kam, daß einer oon uns als deutscher Soldat in den Kämpfen von Verdun verwundet worden war. Kaum war das Wort gefallen, so sprana der Wagenbauer von seinem Sitz auf, faßte mit oeiden Händen die Hand des Deutschen, schüttelte, sie mit einer wahren Leidenschaft und rief dazu immerfort: „Cama- rade, Camarade!“ Und dieser Herzensausbruch kam nicht von einem leicht beweglichen Südiranzo- sen, sondern von einem Manne aus der Normandie, die in Frankreich als die Heimat zäher, kühler, gut rechnender Menschen gilt. Was nun folgte, war oon feiten unserer französischen Reisegefährten ein im Gespräch durcheinanderlaufendes, dem Inhalt nach einhellig zusammenklingendes Bekenntnis: Wir Franzop.m und Deutsche brauchen doch nur zusammenzu si e - h e n, und wir könnten die Herren der Welt sein; nie, nie, nie darf es wieder Krieg zwischen uns geben; es ist übergenug, daß die Väter geblutet haben, unsere Kinder darf kein solches Schicksal mehr treffen! Mir war dies Erlebnis um so eindrucksvoller, als es, abgesehen von der Lebhaftigkeit des Ausdrucks, fast die wörtliche Wiederholung eines Gespräches war, das ich vorher in Paris mit einem Franzosen aus weit höherer sozialer Schicht gehabt hatte, als der, in die unsere Kameraden itn „Train Omnibus" nach Verdun gehörten Hier sind gerade die Hotels überfüllt, weil eine militärische Gedächtnisfeier ftattfinbet. Es hat etwas Mühe gekostet, Unterkunft in einem typisch französischen Provinzgasthof zu finden, aber auch hier weht die Luft freundlichen Entgegenkommens an die deutschen Gäste. Nirgends ist eine Spur von Feindschaft, jedes gute Wort findet eine herzliche Erwiderung. Der Besuch auf den Schlachtfelde r n, in den beiden Forts Vaux und Douaumont, ist erschütternd. Vom Februar 1916 bis zum Januar 1917 sind in den Kämpfen um Verdun auf beiden zusammen etwa eine Million Mann gefallen. Die Gräberfelder mit ihren zahllosen Kreuzen bergen nur einen kleinen Teil dieser Toten. In dem „Dffuatre" (Beinhaus), das als Denkmal der Kämpfe um das Fort Douaumont errichtet worden ist, sieht man durch kleine Glasfenster in ein tief ausgehobenes, hundert Meter langes und zwanzig Meter breites Souterrain hinein, das ganz mit menschlichen Gebeinen, den gesammelten fieber« reften deutscher und französischer Soldaten vollgeschüttet ist. Bekannt und umstritten ist die benachbarte „tranchöe des bayonnettes": ein französischer Schützengraben, der durch ein paar schwere deutsche Volltreffer so zuaeschüttet wurde, daß die ganze darin stehende Mannschaft ihr plötzliches Grab fand. Die noch aus der Erde hervorragenden Bajonette von den Gewehren der Begrabenen bilden ihre einzige Spur. Man hat die Toten in ihrem Grab gelassen und eine schwere steinerne Galerie als Denkmal darüber gebaut. Die rostigen Eifenspitzen sind noch heute wie vor zwanzig Jahren zu sehen. Dazwischen sieht man bescheidene Holzkreuze in die Erde gepflanzt, viele vertrocknete Kränze, und an einer Stelle ein gefülltes Säckchen mit der Aufschrift: Terre de Vendö, Erde aus der Vendee! Ein Elternpaar mag es dem Sohn aus der Heimat auf das Grab gebracht haben. Vor dem Gitter, das den einstigen Graben gegen Zudringliche schützt, war auch das Wort zu hören: Nie wieder! lief) eingebrochen, nur um den bestimmten Termin, den Mittwochabend innezuhalten. Die Polizei konnte sich daher tatsächlich darauf beschränken, nur in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag einen verstärkten Wachdienst einzurichten. Und doch wurde wieder an einem Mittwoch ein Einbruch verübt, und zwar diesmal bei der Sparkasse von Devecser, wo 6000 Pengö gestohlen wurden. Nun bemächtigte sich der Bevölkerung ein gewaltiger Zorn, und man führte einen so lückenlosen Sicherheitsdienst durch, daß es schließlich gelang, der Täter habhaft zu werden. Die Einbrecher waren ein paar junge Burschen, die sich zu einem „Klub" zusammengeschloffen hatten, den sie „Mittwochgesellschaft" nannten und dessen einzige Satzung lautete: an jedem Mittwoch muß ein Einbruch durchgeführt werden. Nachdem die Täter gefaßt wurden, können nunmehr die Einwohner von Devecser auch in der Nacht auf Donnerstag ruhig schlafen. Abenteuer im Nachtlokal. P. Istanbul. Es ist eine alte Erfahrung, daß ein guter Anzug und eine ausländisch klingende Aussprache immer noch die Dinge sind, auf die die Menschen am leichtesten hereinfallen. Diesen Umstand machte sich auch Freund Hikmit zunutze, als er seinen Plan, einmal einen ganz besonders feinen Abend zu verbringen, ausführte. Hikmit suchte ohne einen Pfennig Geld in der Tasche ein elegantes Nachtlokal in Istanbul auf, wo er seines Sonntagsanzuges wegen und im Hinblick auf das schlechte Französisch, das er radebrechte, mit ausgesuchter Höflichkeit behandelt wurde. Bald hatte Hikmit auch Gesellschaft gefunden, denn besonders die in dem Lokal anwesenden Damen wollten sich die Gelegenheit, einen so vornehmen ausländischen Kavalier kennenzulernen, nicht entgehen lassen. Allerdings dauerte die Herrlichkeit nicht lange. Als es zum Zahlen kam, besprachen sich die Damen untereinander mit dem Kellner, was man wohl dem Fremden, den man für sehr reich hielt, anrechnen könne, ohne bei ihm auf allzu großen Widerstand zu stoßen. Schließlich einigte man sich auf 80 Pfund, etwa 160 Mark. Er hatte natürlich die Erörterung über die aufzustellende Rechnung mitangehört und genau verstanden Als man ihm nun mit nicht weniger schlechtem Französisch die Rechnung überreichen wollte, sprang er auf und schrie den verdutzten Kellner in reinstem Türkisch an: „Quatsch ist das alles, seid Ihr denn verrückt? Ich habe nur mal sehen wollen, ob ihr wirklich auf solche Ausländerei hereinfallt. Ich habe keinen Para in der Tasche!" Sprachs und wandt" sich dem Ausgang zu. Allerdings kam er nicht weit, denn draußen empfing ihn ein inzwischen herbeigeholter Polizist. Go wirbt Japan für Tokio 1940. D < a SZ .4 VA. <« I «***-• AZ •0 • > I I Ein in prächtigen Farben gehaltenes Seiden- t ü ch l e i n , das überall in Japan verkauft wird. Bezeichnend ist die Betonung des Schwimmens bei dieser Werbung für die Olympischen Spiele. (Schirner-M.) Neuer Höhenflug-Weltrekord. Der britische Militärflieger Leutnant Adam erreichte mit seiner Bristol 138, die mit einem Pegasus- Spezialmotor ausgerüstet ist, eine neue Weltbestleistung im Höhenflug. Mit 16 440 Meter übertraf er den von dem Italiener P e z z i aufgestellten Rekord um 785 Meter. Adam war mit einem Spezial- Sauerstoffgerät ausgerüstet. (Scherl-Bilderdienst-M.) Wandern und Reisen • Bäder und Sommerfrischen. Reise weg: Frankfurt, Hamburg, Cowes (Insel Wight, London), Plymouth (Devonshire), Glen- garriff (Irische Seen), Hamburg, Frankfurt Gesamtfahrpreis von und bis Frankfurt ab RM 159.- Verlangen Sie sofort kostenlosen Sonderprospekt durch das Reisebüro der HAMBURG-AMERIKA LINIE 8 Frankfurt o. M.,im Hapag-Hausam Kaiserplatz, Fernruf 20421, sowie durch die Hapag - Vertretung in Gießen: Hapag-Relsebüro Inh.: Pani Ahnert Seltersweg Nr.89 44S5v Zweitägige Wanbersahrt im Vogelsberg I Wohnsitz. Wir durchschreiten den prächtigen Park, kommen beim Ausgang auf eine Allee, die wir ent- 1. Die schöne Weserlandschast Von Friedrich Schnack. Blick auf eine Flußschleife bei Höxter in Westfalen. (Scherl-Bilderdienst-M.) IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIU Eine Einladung an ö’eiei Stelle umt Besuch Ihres Hauses führt zu Gästen aus Gießen und Oberbessen I IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIU Hanges? Seltsame Berge dort, sehen aus wie erloschene Vulkane. Sie sind es auch. Da gibt es eine ganze Menge zu denken. Man müßte einmal nachlesen über die geologische Gestaltung seines Landes, auf dem man da so geschäftig und eigentlich ganz ahnungslos herumturnt. Dann die Ruinen, die da auf einen herabschauen. Ja, Donnerwetter, was war da mal los? Man hat's doch wohl gelernt? Laß ihn ruhig heraufsteigen, den ganzen grandiosen Zug der Geschichte deines Volkes! Daneben liehst du wie mit überirdischem Blick, wie die Sonne drüben hinter die brandigen Wolkenbänke hinabloht, und mit aufgewecktem Gefühl tastet deine Seele nach lang gehen, überschreiten zwei Brücken und erreichen bald darauf den Wald. Blaue Kreuze fuhren uns weiter am reizend gelegenen Forsthaus Willina vorbei in stetem Anstieg hinauf zum Sengetsberg, von dessen Kamm sich eine prachoolle Fernsicht nach der kuppenreichen Rhön erschließt. Rach gut zweistündigem Marsche, von Schlitz gerechnet, erreichen wir das lieblich in einem Talkessel gelegene Bad Salzschlirf, wo wir die schönen Kuranlagen besichtigen und uns erholen können. Hinter dem Kurhaus steigen wir hinauf zum schönsten Punkte in der Nähe des Bades, zur Marienlust, wohin uns weiße Striche den Weg zeigen. Diese führen uns weiter über den Söderberg, sodann durch Angersbach hinauf zum 434 Meter hohen Hainig. Don dessen steinernem Turm bietet sich ein herrlicher Rundblick nach der Rhön, dem Thüringer Wald, dem Hessischen Hügelland, dem Knüll und Vogelsberg. Bald darauf erreichen wir unser Endziel, das industriereiche Städtchen Lauterbach. Da die Markierungen der beiden obigen Strecken nicht immer einwandfrei sind, ist die Mitnahme einer guten Karte erfor- gebaut wurde. Sein Korn ist fein, dicht und hart. Da er widerstandsfähig ist, blieben die Kammlinien der Berge vom Biß der Zerstörung verschont und strecken sich lang. Wie schön ist der Tag, wie beglückend der Augenblick! Der Boden ist stark und fruchtbar. Die Dörfer stehen nahe bei ihren Aeckerbreiten und freuen sich des Lichtes. Es sind aneinandergereihte und zusammengewürfelte Siedlungen, ihren Grundriß hat der Zufall gezogen. Wie eine Wolke wächst der Buchenwald der Deisterhöhe in den Himmel. In der Ferne flimmert der Bückeberg, der launisch einer anderen Richtung zustrebt als die südöstlich wandernden Bergnachbarn. Er ist der Berg des Erntedankfestes. * Der Wagen erreicht die Sadt Hameln. Der Name erweckt auf dem Landfremden die Sage von Rattenfänger, der sich grausam an der Bürgerschaft rächte, die ihr Wort nicht hielt. Altes und Neues einen sich hier. Wer das Neue besitzt, freut sich am Alten. Die Stadt ist schön, schmuck, ein wenig aufgeputzt, indem man das Alte betont, pflegt, anmalt und hervorkehrt; aber das wirkt wie feiertäglich und mit Wir fahren mit dem Frühzuge nach Alsfeld, der Perle unter den oberhessischen Städten. Hier besichtigen wir die mancherlei Sehenswürdigkeiten, wie Rathaus, Hochzeitshaus, Weinhaus, Walpurgiskirche usw. und benutzen sodann die Kraftpost, die vom Bahnhof abfährt, nach Lingelbach. Von hier wandern wir zunächst die Landstraße bis zum Wald, wo wir weiße Striche antreffen, die uns in langsamem Anstieg hinauf zum 505 Meter hohen Schloß Herzberg mit einfacher Wirtschaft führen. Oben betrachten wir uns die Schloßkapelle, den Rittersaal, das Burgverließ usw. Die Aussicht von der wohlerhaltenen Burg auf die Rhönberge, den Knüll, den Vogelsberg und die weite Schwalmebene ist entzückend. Weiße liegende Kreuze leiten uns hinab nach Grebenau und von da durch einen ausgedehnten Waldbezirk nach Schlitz, wo wir übernachten. 2. Tag: Schlitz — Sengersberg — Bad Salzschlirf — hainig — Lauterbach. Nach Besichtigung der interessanten Stadt mit ihren verschiedenen Burgen gehen wir über die Bahn und gelangen zur Hallenburg, dem gräflichen Tag: Alsfeld bzw. Lingelbach — Schloß Herzberg — Grebenau — Schlitz. Reisekoffer LM.33. Von Rikolas Knobel Auch der Umgang mit Koffern will gelernt sein. De^ es ist ja nicht so, daß sie sich einfach voll packen lassen und dann freundlich mit auf die Reise gehen. Ein Koffer hat — wie jetzt Tausende feststellen werden — seine Eigenarten. Der, von dem hier eine Großaufnahme wieder- gegeben wird, hieß L. M. 33. Gewiß wird auch er vor seinem Auftreten in der Öffentlichkeit erst all die üblichen Mätzchen gemacht haben: zunächst war der Schlüssel nicht zu finden; dann versagte das Schloß; zuletzt wollte er nicht fassen, was er aufnehmen sollte, und der angewandten Gewalt wich er nur unter Preisgabe eines Scharniers. So trat er ins öffentliche Leben dieser Reisesaison ein. Um es nachdrücklicher zu machen, tat er als fein Herr ihn absetzen wollte, noch einen kleinen Schlenker, der aber genügte, um einen lauten Schrei zu entfesseln. Eine bisher völlig unbeteiligte Frau stieß ihn aus, weil der Koffer L. M. 33 vermittels des Schwunges genau auf ihren Zehen gelandet war. Dadurch zunächst befriedigt, ließ er sich in das Gepäcknetz heben und begnügte sich auch damit, in einer dort von ihm überraschten Handtasche ein Spiegelchen zu zerdrücken. Es wurde erst später bemerkt. Und nachdem auch die übrigen Reisenden in ähnlich glücklicher Fügung ihre Gepäckstücke verstaut hatten, konnte das Abteil Frieden finden. Manche Koffer machen den dummen Scherz, bei Kurven oder Bremsrucken auf die unten Sitzenden Was ist denn da alles drin? Der Fluß, das Tal, die Bäume — was für Bäume? Wie sehen sie aus? In welchem Zustand sind sie? Die Felder — wie sind sie- durch den Winter gekommen? Oder im Sommer? „Wie steht die Frucht?" Was ist das überhaupt für Vieh, das dort weidet? Richtig, wie heißt der Fluß? In welchen anderen mundet er ? Wo kommt er her? Vom Thüringer Wald Da steht bas Bild des Waldes vor dem inneren Auge aut. Oder es steht nichts auf. Das muß dich aber beunruhigen. Du bist doch ein lebendiger Volks- und Zeitgenosse! Weimar! Hast du einmal Weimar besucht? Das muh man wenigstens einmal im Leben getan haben. Hast du einmal den „Faust gesehen. Die Gedanken beginnen zu kommen und zu geyen, und neben dem Zug der Landschaft geht hinter den Augen ein Geisterzug von Selbstprüfung oder von Erinnerung vorbei. , , .. . .na Woraus bestehen eigentlich die Felswände jenes derlich. Wanderzeit an beiden Tagen je 4Vs Stunden. den Meeren und Kontinenten hinüber, in denen sie jetzt aufgeht. Die ersten Sterne brechen durch, bevor du an dein Ziel kommst, und der entfaltete Nachthimmel gibt dir noch einen großartigen Unterricht in Astronomie. Nimm ihn mit! Stürze deinen Geist und die angerührte Ahnung hinein in die unermeßlichen Abgründe! Schließlich siehst du mit stillem Bedauern die Signallichter deiner Station aufglühen. v . Noch nie ist dir eine Fahrt so kurz geworden! Noch nie bist du so aufgeschlossen und hellsichtig gereift, so sehr als Mensch und so wenig als dumpfer Maschinenteil. Gute Fahrt! Besucht vkiilslde Bflöet und SöNMmiMn Gngland-Irland- Fahrt 1937 mH Doppelschrauben - Motorschiff „St Louis“ vom 11. bis 20. August Erholungsuchende finden angenehmen Aufenthalt in Londorf (Rabenau) ringsum Wald st. Wief., sch. Fernsicht, 4 gute u.reich!.Mahlz. zu 3.50 Tel 11 H. Elch. Metzgerei. «.hrD SpanMWhflBoppatö nm........iiiiiiiii.................................... Pension Wirth Bolle Pension 3,00 bis 3,25 Mark. Rheinterrasse —Liegewiese. Bad und WC. im Hause. mgsD genbe Weite. * Dann fahre ich dem Wasser entgegen. Die Flanke des Nesselberges biegt heran, der steinerne Flügel des Süntels dreht sich der Straße zu tm Hmter- arunö streicht der lange Kamm des Deisters. Ein Blick auf die Karte lehrt, daß sich diese schmalen Rücken und Ketten in ein großes Bergsystem em- aliebern da. einer Herde gleich südöstlich zieht, dem Herzynischen Bergland, dessen Mittelgrat non Teutoburger Wald, den Weserbergen, dem Thüringer, Oberpfälzer und Böhmer Wald gebildet wird. UnSer ’ben oberirdischen Landschaften liegen die unterirdischen. Man begreift die oberirdischen nicht halb, wenn man nicht auch die unterirdischen zu erschauen sucht, den Ausbau der Sockel und Grundfesten Vorn Deistersandstein hatte ich schon gehört. Er ist berühmt in der Welt, da aus ihm viele schone Künigsschlösser im Norden und mancher hohe Dom Nervös - Erschöpfte Spezialkuranstalt Hofheim 3 (Taunus) bei Frankfurt am Main. Telefon 214 Mäßige Preise. S.-R. Dr. M. Schulre-Kahleyss, Nervenarzt Buhbach baut Schwimmbad und Sportplätze. — Butzbach, 2. Juli. Bisher hat es in unserer in jeder Beziehung aufftrebenben Stadt an einem Schwimmbad und Sportplatz gefehlt. Aus diesem Grunde hat sich nunmehr die Stadtverwaltung zum Bau der genannten notwendigen Einrichtungen entschlossen und Pläne von Spezialbaumeistern Herstellen lassen. So ist gegenwärtig der Plan und die plastische Darstellung des künftigen Sportfeldes in dem Erker eines hiesigen Geschäftes aus- gestellt. Danach wird das neue Stadion eine Musteranlage werden. Es wird das gesamte Gelände zwischen der Main—Weser-Eisenbahn und dem kleinen Bach, die Schrebergärtenparzellen, umfassen. Für sämtliche neuzeitlichen Sportbetätigungen sind geeignete Plätze vorgesehen. Neben dem Fußballplatz werden Schwimmbecken, eine 400-Meter-Lauf- bahn, Tennisplätze, Turnanlagen für Weit-Hoch» fprung, Kugelstoßen, Rollschuhbahn, Schießstande. Liegewiesen, ein Restaurationsgebäude u. v. a. m. auf dem Sportfeld entstehen. Nach Vollendung der vorgesehenen Einrichtungen dürste zweifellos eine Musteranlage, die unserer Stadt und ihrer Verwaltung alle Ehre macht, geschaffen sein. herabzuspringen. L. M. 33 war offenbar zu geschmackvoll für so alte Witze. Die Großaufnahme feines scheinbar unschuldig stillen Verhaltens hätte vielmehr gezeigt, wie er mit jedem kleinen Fahrt- Schwung sein aufgebogenes Scharnier inniger in einen Strang des Gepäcknetzes verhalte und mit teusticher Kunst an der Unterseite einer gebrochenen Halterippe die gleiche Verklammerung übte. Menschenhände hätten diese doppelte Befestigung kaum bewerkstelligen können. Der Koffer hatte an die 200 Kilometer Zeit und Ruhe und Verborgenheit dazu. Der kurze Aufenthalt in der Station seiner Wahl genügte nicht, um den Eigentümer auch wieder in den Besitz seines Koffers gelangen zu lassen. Der Herr hatte, mit der selbstgefälligen Sicherheit geübter Reisender, erst bei der Einfahrt sein Gepäck ergreifen wollen. Und als er dann den Widerstand merkte, hielt der Zug schon, und die 60 Sekunden Frist begannen zu laufen. Bei 40 verlor er die Nerven; bei 30 halfen schon drei Leute mit, so daß das Scharnier sich neu verhakte; bei 10 schrien zwei Frauen, und als der Zug weiterfuhr, schrie ein Mann, weil seine Frau die Notbremse ziehen wollte. Die nächste Station war weit und alle überdies ermattet. Deshalb redete man erst 'mal, was nun zu tun sei und was hätte getan werden müssen. Hätte der — jetzt ganz verzweifelte Herr — allein ausfteigen fallen? Hätte man nicht einfach die zwei Ma chen des Netzes zerschneiden müssen? lieber diese Probleme entzweite sich das Abteil binnen kurzem gründlich und laut. Schließlich kam der Schaffner, als er die dramatische Geschichte verstanden hatte, griff er kräftig hinauf. Aber L. M. 33 kam ihm mit unschuldigster Willigkeit entgegen. Der Herr Besitzer verbrachte den Rest der aufgenötigten Reisezeit außerhalb des Abteils. Nicht nur deshalb, weil — zur Vorsicht — auf seinem Platze jetzt der Koffer faß; sondern auch wegen der Scherze der zu seinen Ungunsten wieder geeinigten Mitreisenden. Aus dem Fenster. Von Jakob Schaffner. Reisen und reisen ist zweierlei, wie übrigens alles zweierlei ist, je nachdem man es tut. Man kann richttg ober falsch reisen, nicht nur nach dem Kursbuch. Man kann zur rechten Zeit auf der richtigen Station ankommen und ist dabei unausgesetzt falsch gefahren Dagegen könnte es vorkommen, daß einer, dem Gott wirklich will rechte Gunst erweisen, an einen ganz falschen Ort kommt und dennoch gerade richtig gereist ist. Aber das sind die stillen Begnadeten Wir gewöhnlichen Sterblichen müssen uns schon vor allen Dingen an den Fahrplan halten; dann allerdings können wir sehen, was wir außer der Beförderung für unser Geld noch hereinbekommen. Auf größeren Strecken sitzt ja kaum einer da ’.nö läßt nur feinen Körper von der Stelle bringen. Gut, einige schlafen, dann essen sie, darauf schlafen. sie wieder. Das kann angeborene Natur fein, es | kann auch das Verhalten eines überanstrengten Mannes fein, der einmal eine Gelegenheit zum Schlafen wahrnimmt. Welche sagen sich: „Ein Gluck, daß ich endlich einmal zum Lesen komme! und sehen auf der ganzen Reise kaum von ihrem Buch auf. Die wage ich schon gar nicht zu tadeln, zumal ich immer hoffen darf, daß in einem Fall von hundert ein Buch von mir gelesen wird, das sonst ungelesen bliebe; ich aber muß es notgedrungen für wichtig halten, daß ab und zu ein Buch von nur gelesen wird. Also lassen wir diesen netten Fall ebenfalls ungestört, zumal dieser jemand, wenn er wirklich einmal aufblickt, ob er will oder nicht — Landschaft sieht und sie in diesem Fall, oder ich wüßte mich bitter irren, ganz besonders hellsichtig und aufgeschlossen sehen wird, weil ein dichterisches Buch im Gegensatz zum anderen die Landschaft als mithandelnde seelische Macht hat. Und jetzt sind wir mitten in der Frage drin. „Hellsichtig", „ausgeschlossen" und „Landschaft als seelische^ Macht" — damit ist schon alles gesagt. Der erste Grundsatz soll sein: Ueberhaupt nicht in Landschaft sehen, ohne zum Landschaftsschauen oereit zu einem Hauch von Märchenhaftigkeit auf den Be» schauer, dem die Fachwerke, angestrichenen Balken und gekerbten Ecken gefallen. Farbe ermuntert die Sinne. In Hameln findet der Blick viele Bauwunder. Eines davon ist das Rattenfängerhaus, einstiges Heim eines Patriziers, jetzt das Museum des Rattenfängers, des geheimnisvollen Seelenfängers von „Anno 1284 am Sage Johanni et Pauli" — der Pfeifer, ist er etwas anderes als der Tod selber? Noch scheint in Hameln, unter schattigen Giebeln und in engen Gassen, für den tiefsichtigen Blick em Schein aus dem Geisterreich aufzuglimmen. Bei Hameln gewinnt die Weser einen Schwung nach Westen. Die Vorposten des Süntels verstellen ihr den Weg und zwingen sie in gleicher Richtung mit den Bergen zu wandern. Der Berg gibt dem Wasser das Wasser dem Berg das Geleit. Dieser Zwiege'sang der Landschaft spielt reizend, anmutig, lyrisch rein, ohne Herbe oder Leidenschaft. Große Spannungen hat die Natur hier nicht geschaffen. Aber dieses Erdenlied, in dem der Fluß rauscht und der Wald blitzt, wirkt eindringlich und beglückend, fröhlich und heiter lösend auf das Gemüt — es ist eine gesunde, seelenstärkende Weise: im Tal der hm- schweifende Fluß, Wiesen und Dörfer —, unter dem Himmel, der weich und weitgedehnt schimmert, die holde Fülle der Waldungen. Sommer auf Hiddensee, von Werner Schumann. Hiddensee hat nicht die Fülle Rügens, nicht seine Berge und ausgedehnten Waldungen. Es gab eine Zeit, da man vor dem größeren Rügen die kleinere, bescheidene Insel übersah. Erst als Gerhart Haupt» mann sich hier ansiedelte und die nordische Hoheit und herbe Wildheit dieses sturmumbrausten Eilandes pries, wurde es in Künstlerkreisen Mode, einmal auf Hiddensee gewesen zu sein. Hier fand man weder Massenbetrieb noch lärmende Zerstreuungen, weder elektrisches Licht noch Benzingestank. Der schönste Sommertag wurde allein von des überall herbeidrängenden Meeres ewig wechselndem Spiel, vom hellen Schrei der Möwen, dem Silberton der Grillenchöre und den Schafherden bestimmt, die auf den Ebenen der südlichen Jnselhälfte weideten. Heute kommen nicht mehr allein die Maler nnb Schriftsteller hierher. Die zweitausend Einwohner Hiddensees erwarten jährlich einen großen Fremden- ström, der sich auf das anmutig in Wiesen gebettete Fischerdörfchen Neudendorf, auf das betriebsame Ditte nahe der Heidenlandschaft, auf Kloster und Grieben an den Hängen des nördlichen, dornbittch- bewachsenen Hochlandes verteilt. Die Unberührtheit der Natur ist hier groß. Wahres Urwalddickicht findet der einsame Wanderer auf dem Hochland, dessen bis zu 72 Meter ansteigende, schwindelerregende Steilufer jäh ins Meer abstürzen. Wenn der Sturm über den Dornbusch tobt, und die See mächtig gegen die Felsen brandet, ahnt der Einsame in grauer Meeresferne des steingreisen Holger Danske verwittertes Gesicht. Aber die romantische Insel hat auch mildere Setten: saftiges Weideland hinter den Dünen mit behaglich grasenden Kühen, stillen Heidezauber, schafgarbenüberwucherte Wiesen, für gehetzte Menschen der Großstadt recht dazu geschaffen, das Sorgengift eines ganzen Jahres langsam auszuatmen. Staub ist ja hier ganz unbekannt, des überall nahen, hörbaren Meeres Salzdust hat die Kraft, zu reinigen und zu erfrischen. .. r, Wie die Insel heute ist: ein grüner, schmaler Landstreif inmitten des kräftigen Wellenschlags der Ostsee, das starke Gesicht der dänischen Insel Moen zugekehrt, ist sie das ideale Ziel aller Friedenliebenden und Freiheitsuchenden. Sie kennt keine Einengung, keinen gesellschaftlichen Zwang. In ihrer landschaftlichen Mischung und Spannung ist sie em Miniaturbild des vielfältigen Deutschland. Kurhaus Vogelsberg Schotten in Hessen (früheres Lehrerheini). In wundervoll.Lage, direkt am Wald, neuzeitlich mn- gebaut und vergrößert. Heimlicher Aufenthalt für Erholungsuchende. Telephon Nr. 190 4311°. WlMMsW von Margarete Bote Mit 20 Abbildungen nach Zeichnungen von Helene Sarges 62 Seiten. Kartoniert RM. -.90 Ein frohes Ferienbüchlein für alle, die auf der wunderreichen Insel Sylt Erholung und Freude suchen. (Es erzählt von den Schön« heilen dieser Insel mit ihren Dunen, ihrem Wattenmeer und ihrer reichen Tier« und Pflanzenwelt. — Für die Fugend, die ihre Ferien am Nordseestrande verlebt, ist dieses Büchlein ein reizendes Geschenk, ein Führer ür alle, die die Naturschutzbestrebungen auf den Nordseeinseln kennenlernen wollen. Durch jede Buchhandlung zu beziehen. Hugo Vermühler Verlag Berlin-Lichterfelde __ An einem sonnigen Tage fahre ich zum Osterwald, eine dicht bewaldeten Höhe unweit Hannover m dem Landstrich zwischen Seine und Weser. Berge geben einem Land Gewicht. Aber der Osterwald, der einen frühlinghaften Namen hat, und seine dunkelgrünen Nachbarn sind nicht sehr gewichtig. Die Landschaft liegt mild und geweitet. Die Höhen lehnen ihre sanften Rücken an den holden Himmel Auf der Straße kommt mir ein alter Mann entgegen, Der ein Eselsgefpann talabwärts lenkt- Mann und Tier passen in die ruhig atmende Mittagsstunde Aber die Anwesenheit eines Esels verwundert mich. Em Weg heißt „Zur Sennhütte". Das klmgt suddeutsch und paßt wiederum zu dem südlichen Tier. Aus der Höhe hinter mir rauscht blitzender Wald. Wie eine Kappe sitzt er auf dem Scheitel des Berges. Von drüben schaut em anderer Berg. Auch er trägt eine Laubkappe. Das ist der Ith. Zwischen diesen beiden Bergflanken strömt unten das Bauernland ein und aus. Mir scheint es ein wenig einförmig, wie es da ruht in der Sonne nut fernem Schachbrett der Felder, die baumlos sind bis auf die mit Linden bepflanzten Straßen. Notge^gelte Dörfer schimmern im Grund, was in die nüchterne Melodie des kahlen Tals einen fröhlichen Ton fetzt Wo Musik waltet, muß Bewegung, em3eitmaf3 herrfchen Dieses Land unter meinem Blick fo fon-- nig und 'winddurchspielt, von Wolkenschatten lässig durchwandert, offenbart mir plötzlich seinen gehei- , men Takt und Gang. Von Berg zu Berg, vom Ith zum Osterwald geht die Bewegung, ein tiefer voller Atemzua bebt und senkt sich zwischen Erde und : A mm^el und die bewaldeten Berge sind die grünen ■ Lungen' Was bewegt mich so sehr? Nicht das> Em- , Une, nicht das Idyll. Der Raum ist es, der sich vor [ S" auftut, der Sichtkreis, von blauen Hohenzugen umrandet, der große freie Himmel, die ausfchwm- NQPP Preiswerte Sommerstoffe! p. m RM. -.45 im 57. Lebensjahr nach kurzem, schwerem Leiden in die ewige Heimat abgerufen p. m RM. 1.15 1.05 80 cm breit Edel-Muslin 80 cm breit Deutsch-Muslin p. m. RM. 1.45 1.30 1.25 p. m RM. 1.35 Ruttershausen, den 3. Juli 1937 4 p. m RM. 1.80 mann! 4518Ä 4472 D 4519 A 4506 D Kreuzplatz 15 Kreuzplatz 15 Gießen •a Gießen, den 3. Juli 1937 03341 2 h" Otto Jakob, Bäckermeister BEZIRKSSPARKASSE GIESSEN 4505 D 4478 D Neu! Hören ohne Ohr! Ml Irem an öerliohir övlltz BermflOler-Böffiet! 4545 A 80 cm breit WollmUSÜn.. 70 cm breit Wollfillislin .. 95 cm breit Maroc-Druck Am 1 Juli wurde mein lieber, unvergeßlicher Mann, unser treusorgender Vater, mein lieber Sohn, unser guter Bruder, Schwager, Onkel und Pate Eine Wohltat für schwache und kranke Beine: Oberhessens größtes Spezialhaus Eigene Maßschneiderei im Hause Nea! 4471 V ROMPIER GUMMISTRÜMP k 65 cm breit Kleider-Zephir uni Emst Herbst Lehrer zu Ruttershausen JL V JLeiner langjährigen, treuen Kundschaft gebe ich bekannt, daß mit dem 1. Juli mein Geschäft an Herrn Otto Jakob übergegangen ist. Ich danke für das mir seit 32 Jahren bewiesene Vertrauen und bitte es auch auf meinen Nachfolger übertragen zu wollen. p. m RM. 1.95 1.80 1.60 ...... .....p. m RM. 1.30 p. m RM. 1.95 HORN UND SOHN Zu allen Krankenkassen zugelassen Jforl Offner Medizinisches Fachgeschäft Frankfurter Straße 9, Tel. 4191 Fabrikniederlg.: C. Seibel. Frank furter Straße. O.WinterhoH, Kreuzplatz 9/10. Herrn. Elges, Seltersweg 66. Grünberg: Karl Schott u. sämtliche Filialen. Laubach: Solms-Laubacher Drog.Karl Klein. Die Beerdigung findet am Montag, dem 5. Juli, nachmittags 3 Uhr von der Kapelle des Neuen Friedhofes zu Gießen aus statt Bäckerei, Konditorei und Cafe übernommen. Ich werde mich bemühen, die Kundschaft auch weiterhin zufriedenzustellen und bitte um geneigten Zuspruch Mit dem 1. Juli habe ich die seither von Herrn Haas betriebene 80 cm breit Kunstseide-Linosa I 80 cm breit Kunstseide-Krepp solide Ware in schöner Ausmusterung ; Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Heimgang unserer lieben Entschlafenen sowie für die vielen Kranz- und Blumenspenden sagen wir allen auf diesem Wege unseren innigsten Dank Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Heinrich Weller 12. Wieseck, den 3. Juli 1937 Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Heimgang unseres lieben Kindes sowie der trostreichen Worte des Herrn Pfarrers und für die vielen Kranz- und Blumenspenden sagen wir allen auf diesem Wege unseren innigsten Dank Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Familie Karl Faust In tiefer Trauer: Kath. Herbst, geb. Herbst und Angehörige Und für mein La- bor — neben der Sorgfalt — das oberste Gebot! Ich weiß selbst, Z' \j wie gespannt je- /jv yifl.ni .j\ der auf das Er- / rujQ/oKUTlxflu'l gebnis ist. 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Je mehr Glieder einer Gemeinschaft diesen Ernst hegen, je mehr steigern sich Glück und Wert dieses Ganzen. Der Abwandlungen jener Frage gibt es viele: Trug ich heute zur Ichsucht bei? Oder konnte ich einem Menschen helfen, daß er mehr und mehr davon frei komme? War mein Verhalten für andere fo, daß es ihren Glauben und ihre Hoffnung stärkte? Wie auch die Fragen lauten mögen, immer läuft's darauf hinaus: Leben zu verbreiten durch Wesen, Haltung und Tun! Gipfel alles Beitrags bleibt die liebreiche Tat, das Handeln aus dem Nicht-anders- können! Der Herzgrund ist das Entscheidende. Die Unechtheit stirbt an sich selber. Jeder wahre, gute Vorsatz aber wächst wie ein Baum aus trächtiger Erde still und stark durch allen Wechsel hindurch. Die Menschen dünken mich die gefährlichsten, die mit einem Bein im Positiven stehen und mit dem andern im Verneinenden. Sie wechseln die Stellung je nach Bedarf und Vorteil. Auch wissen sie, eine ihrer Taten rühmend heraus zu stellen, während sie unter diesem Deckmantel auf der anderen Seite dies und jenes tun, das dem Sinn des Lebens und dem Adel einer hohen Lebensauffassung zuwiderläuft. Wer Leben verbreiten will, muß zu den hochgemuten, den von aller Weltangst freien Menschen zählen. Die Feindschaft allem Halben gegenüber muß er zu seinem Gesetze erheben. Wohl dem, dessen Leben sich ausweist als ein einziger, schöner Beitrag zum Leben überhaupt und damit auch zu dem seines Volkes. Wo fröhliche, gläubige Berührung mit Gott und Ewigkeit vorhanden ist, tritt von selbst die edelste Verknüpfung mit der Zeit und ihren Aufgaben ein, mit dem, was not tut. Ein zeitgenössischer Schriftsteller schildert, wie er einmal nach Jahren in einer sehr frühen Morgenstunde, ohne daß er Nachricht gab, zu seinem Elternhause zurückkehrt. Wie er vor dem Hause steht, flammt in der Küche Licht auf. Die treue Mutter will Feuer im Herd machen. Und wie sie damit fertig ist, sieht er, wie sie die Hände faltet und betet, vielleicht für ihn, den ferngeglaubten Sohn. Dies Bild der betenden Mutter zwischen Nacht und Morgen trägt er als etwas Unverlierbares, Heiliges in feinem Herzen durch fein ganzes Leben hindurch. Bleibt das nicht das Höchste, unbewußt das Herz eines anderen zu heiligen, es stark und gut zu machen, daß es ein echtes, rechtes Menschenherz werde! Wohl dem, der also tut! Wohl dem, an dem also getan wird! Wer viel hupt, fährt schlecht Lärmbekämpfung««- und Verkehrserziehungswoche Die ganze nächste Woche wird unsere Stadt im Zeichen der Lärmbekämpfung und der Verkehrserziehung stehen. Die Polizei plant einen Großangriff auf das Publikum, das die Straße benutzt. Sie plant diesen Angriff in bestem und wohlmeinendsten Sinne! Die Arbeit der Polizei im Laufe der nächsten Woche will den Verkehr in unserer Stadt ruhiger gestalten helfen und — was ebenso wichtig ist — gefahrloser. Traurige Statistik zuvor.. . Wie sehr notwendig es ist, jedermann erneut zur äußersten Disziplin auf der Straße anzuhalten, geht aus einer Zusammenstellung hervor, die die Gießener Polizei geschaffen hat und in der sie im Einzelnen Über die Derkehrsunfälle in der Zeit vom 1. Oktober 1936 bis 31. März 1937 Bericht erstattet. Diese Zusammenstellung verzeichnet die Unfälle in einzelnen Straßen, die gleichzeitig die Hauptverkehrsstraßen unserer Stadt und zugleich auch sogenannte Verkehrs- oder Todesfällen darstellen. In der L u d- w i g ft r a ß e wurden im erwähnten Zeitabschnitt allein elf Derkehrsunfälle, davon sieben mit Verletzten, gezählt. Die Frankfurter Straße rangiert mit zehn Unfällen (davon drei mit Verletzten) an zweiter Stelle. Im Seltersweg wurden zehn Derkehrsunfälle gezählt, bei denen allerdings Verletzte nicht zu verzeichnen waren. Das dürfte vor allem darauf zurückzuführen sein, daß im Seltersweg wegen des gesteigerten Verkehrs sehr vorsichtig gefahren wird. In der L i ch e r Straße ereigneten sich neun Unfälle. Bei vier Fällen waren Verletzte zu zählen. Die Bahnhofstraße folgt mit acht Verkehrsunfällen an fünfter Stelle. In fünf Fällen waren dabei Verletzte zu behandeln. In der Marburger Straße ereigneten sich sechs Zusammenstöße (drei mit Verletzten). In der R o d- heimer Straße ereigneten sich fünf Unfälle (drei mit Verletzten). Hindenburgwall,Son- nenftrafje und Kais erallee hatten je mer Verkehrsunfälle zu verzeichnen, bei denen es glücklicherweise nur in zwei Fällen zu Personenschäden kam. Kreuzplatz und-L i e b i g st r a ß e waren in je drei Fällen Schauplatz von Derkehrsunfallen. Aus dieser Aufstellung geht hervor, daß es nach wie vor die L u d w i g ft r a ß e ist, die die meisten Opfer an Personen und Material fordert. Für jeden Kraftfahrer und für jeden Fußgänger mag dies eine besondere Warnung sein. Noch eindrucksvoller stellt eine andere Statistik der Polizei die Gefahren des Verkehrs in unserer Stadt dar. Diese zweite Aufstellung gibt eine Jah- resübersicht für 1936. Im ersten Vierteljahr 1936 waren bei 32 Zusammenstößen und 7 anderen Unfällen 20 verletzte Personen zu verzeichnen. Steil // in Gießen. stieg die Kurve für das zweite Vierteljahr an. In der Zeit vom 1. April bis 30. Juni ereigneten sich 77 Zusammenstöße von Fahrzeugen und 20 andere Unfälle. Ergebnis: 3 Tote und 65 verletzte Personen. Im dritten Vierteljahr mußte sich die Polizei mit 41 Zusammenstößen von Fahrzeugen und 19 anderen Unfällen beschäftigen. Hierbei gab es 6 Tote und 48 verletzte Personen. Im vierten Vierteljahr waren 1 Toter und 32 verletzte Personen aus 56 Fahrzeugzusammenstößen und 16 anderen Unfällen zu verzeichnen. Die traurige Statistik schließt für das Jahr 1936 mit folgenden Zahlen ab: 268 Derkehrsunfälle, 10 Tote, 165 verletzte Personen. Leider lautet die neueste Zusammenstellung unserer Polizei für das e r ft e halbe Jahr 1 937 nicht anders, wie die des Vorjahres. Dom 1. Januar bis zum 31. März 1937 waren bei 23 Zusammenstößen von Fahrzeugen und 12 anderen Unfällen 20 verletzte Personen zum Arzt zu bringen und im zweiten Vierteljahr, also vom 1. April bis zum 24 Ium, gab es vier Tote zu beklagen und 42 verletzte Personen zu behandeln. Die Zahl der Unfälle des Verkehrs mit Fahrzeugen betrug 53, andere Unfälle waren 16 zu verzeichnen. Diese Zahlen reden eine deutliche Sprache, eine Sprache, die nicht überhört werden darf. Die Statistik der Polizei ist eine ernste Mahnung! Die Polizei ergreift deshalb die Initiative und ruft erneut zur Derkehrsdisziplm auf. Polizei als Verkehrserzieher. Die Polizei in unserer Stadt wird während der nächsten Woche einen erhöhten Streifendienst durchführen und dabei Verkehrssünder (bewußte oder unbewußte) auf ihr verkehrswidriges Verhalten aufmerksam machen und ihnen die notwendigen Belehrungen erteilen, lieber den erhöhten Streifendienst hinaus wird auch der Lautsprecherwagen an verschiedenen stark belebten Plätzen und Straßenkreuzungen zur Verkehrserziehung eingesetzt. Im Laufe der nächsten Woche werden außerdem Belehrungen der Kinder vorgeführt, die an praktischen Beispielen erkennen sollen, wie man sich auf her Straße, beim Überschreiten von Straßen und Plätzen zu verhalten hat. Darüber hinaus sollen auch durch die Lehrerschaft im Laufe des Unterrichts den Fragen und Notwendigkeiten des Verkehrs einige Stunden gewidmet werden. „3n Gießen wird nicht gehupt!" Die Verkehrserziehungswoche wird gleichzeitig auch eine L ä r m b e k ä m p f u n g s w o ch e fein. Schon jetzt hat die Polizei in den Außenbezirken der Stadt, in den Hauptausfallstraßen Spruch- Willkommgruß des Oberbürgermeisters. Den Teilnehmern an der 100-Jahrfeier der Gießener Realanstalten. Am 3. und 4. Juli können die Giehener Realanstatten auf ein hundertjähriges Wirken in unserer Stadt zurückblicken. Die Stadt Gießen heißt alle Gäste, die aus Anlaß dieser Jubelfeier in ihrer allen Pennälerstadt Gießen weilen, recht herzlich willkommen. Viele schöne Erinnerungen werden bei den ehemaligen Schülern der Oberrealschule und des Realgymnasiums in diesen Tagen wieder wach werden, und manch einer wird seit feiner Schulzeit zum ersten Male wieder Gießen sehen. Möge die Hundertjahrfeier mit dazu beitragen, neue Freunde für Gießen zu gewinnen. Die alte Universitätsstadt grüßt die Gäste und hofft, daß sie sich in Gießens Mauern wohl fühlen werden. heil Hitler! Gez.: Ritter, Oberbürgermeister. bänder spannen lassen, die in klarer Schrift die Worte tragen: „In Gießen wird nicht gehupt". Diese Aufforderung an die Kraftfahrer stellt eine Aufforderung nach zwei Seiten dar! Der Kraftfahrer soll, wenn es sich vermeiden läßt, nicht hupen, d. h. er soll so fahren, daß er nicht in die Zwangslage g-rät, hupen zu müssen. Andererseits richtet sich diese Aufforderung an die Fußgänger, an die Radfahrer und an die Fuhrwerkslenker, die sich so verhalten sollen, daß sie den Kraftfahrer nicht zum Hupen herausfordern. Der Fußgänger muß also die Augen offen halten, wenn er die Straßen überqueren will, er darf sich nicht darauf verlassen, daß der Kraftfahrer schon hupen werde! Die Lärmbekämpfungs- und Verkehrserziehungs- Woche unserer Polizei wird der Erfolg nicht versagt sein, wenn jedermann den selbstverständlichen Forderungen nicht nur in dieser Woche, sondern in aller Zukunft gerecht wird. Die Verkehrserziehunqswoche soll ausschließlich dem Publikum in ihrer Auswirkung zugute kommen, denn es geht nicht an, daß eine Stadt wie Gießen mit seinen 40 000 Einwohnern jährlich zehn ober gar mehr Tote unb Hun- berte von Verletzten aus Verkehrsunfällen zu verzeichnen hat. Unabsehbar ist bas Leib unb bie Not, ber von ben Verkehrsunfällen unmittelbar Betroffenen unb beren Angehörigen. Unb wie häufig lassen sich boch bei einer nur um einiges gesteigerten Aufmerksamkeit Verkehrsunfälle vermeiben! Die Verkehrswoche bient bem großen Ziel, wertvolle Menschenleben in voller Schaffenskraft zu erhalten! Bornotizen. Tageskalender für Samstag. Arbeitstagung ber Reichsbienststelle zur Förderung des Deutschen Schrifttums: 20 Uhr, Studenten- haus Feierstunde. — Gloria-Palast, Seltersweg: „Der' Fall Brenken". — 100-Jahrfeier der Realanstalten: 20 Uhr, Gefellfchaftshaus, Sonnenstraße, Realgymnasium; Caf6 Leib, Walltorstraße, Oberrealschule, Begrüßungsabend. Tageskalender für Sonntag. NSG. „Kraft durch Freude": 8 Uhr Volkshalle, Radwanderung. — Gloria-Palast, Seltersweg: „Der Fall Brenken". — 100-Jahrfeier der Realanstalten: 8.45 Uhr Oberrealschule, 9 Uhr Realgymnasium, Totengedenkfei.ern; 11.15 Uhr Volkshalle, Festakt; 20 Uhr Volkshalle, Familienfeier. — Luthergemeinde: 14.30 Gleiberg, Missionsfest. Missionsfest der Luthergemeinde. Die Luthergemeinde feiert ihr alljährliches Missionsfest diesmal auf dem Gleiberg. Frl. Unruh von der Evangelischen Mohammedaner-Mission in Wiesbaden wird einen Vortrag halten über das Thema: „Auf dem Missionsfeld zwischen Was er und Wüste". Außer dem bewährten Lang-Gonser Posaunenchor, dessen Leiter kürzlich das goldene Dirigentenjubiläum feierte, wird sich der Lutherkir- chenchor an der Ausgestaltung des Festes beteiligen. Auch die Jugend wird das ihre durch einen Sprechchor, einen Chor der Konfirmanden und ein Laienspiel der konfirmierten Jugend („Das Spiel vom Sankt Georg") beitragen. Alle Glieder und Freunde der Luthergemeinde sind herzlich eingeladen. NSSAV. - Amt für Dottswohlfahrt. Ortsgruppe Giehen Rord. Am Montag, 5., Dienstag, 6. und Mittwoch, 7. Juli, wirb im Bereich ber Ortsgruppe Gießen- Norb bie Pfunbsammlung durchgeführt. Die Hausfrauen werben gebeten, bie Pfunbpäckchen bereit zu legen. cebensmittel-Opserring der Ortsgruppe Giehen-Ost. Die Sammlung wirb am Dienstag, 6. unb Mittwoch, 7. Juli, von ber NS.-Frauenfchaft burchge- führt. Die Mitglieber wollen bie Pfunbpäckchen bereit halten unb bie Mitgliebskarten zur Eintragung oorlegen. Der Inhalt ber Päckchen ist außen sichtbar anzugeben. _______ Hausmusikabend des Sin^kreiseee Gießen. Jedermann herzlich willkommen! Der Singkreis Gießen im Arbeitskreis für Hausmusik veranstaltet im Rahmen des Deutschen Volks- bilbungswerkes am Dienstag, 6. Juli, in der Schillerschule einen Musizierabend, der jedermann kostenlos zugänglich ist. Die Folge sieht neben Chorsätzen des 16. Jahrhunderts wertvolle Instrumentalmusik vor, unter anderem ein Deutsches Konzert von Heinrich Schütz für Tenor, zwei ©eigen und Generalbaß unb das prachtvolle Quartett e-moll von G. Ph. Telemann für Flöte, Geiye, Cello und Cembalo. Der ungezwungene hausmusikalische Charakter der Veranstaltung wird besonders dadurch betont, daß ein schlichter, alter Kanon von allen gemeinsam gesungen werben soll. Besonders interessieren dürfte bas stilgerechte alte Instrumentarium, Cembalo, Gamben und Laute. Der Sinn des Hausmusikabends ist ber, für den Augenblick unb darüber hinaus Freube am Hören unb Tun zu vermitteln und sich andererseits dienend in bie große musikalische Tradition unseres deutschen Volkes einzuordnen zugleich als Bekenntnis zu einer Kultur, die für unsere Zeit ber Neuwerdung besonbers bedeutungsvoll und zukunftsweisend ist. Radwanderung: Sonntag, 4. Juli, nach Grünberg — Homberg (Ohm) — Ebsdorfer Grund — Gießen. Abfahrt 8 Uhr, Volkshalle Gießen. 4451D f • Die öeutfdie Rrbcit8froht n:9.=ßcmeinfdiafi „ßraft durch freuöc Deutsches Volksbildungswerk Gießen. Am Dienstag, dem 6. Juli, findet im Zeichensaal der Schillerschule ein Hausmusikabend unseres Sing- kreises statt. Zur Aufführung gelangen Meister des \ r Sdiörmeifsmepf \ wS Fabrik noch nicht decken können, und so hatte die Fabrik die Erlaubnis, sich die nötigen Blätter kommen zu lassen, woher sie wollte. Die Herstellung bezog sich freilich ausschließlich auf Rauch- (auf Pfeifen-) Tabak, denn Zigarre und Zigarette sowie Kau- und Schnupftabak kamen erst sehr viel später. Aber trotzdem wurde schon wenige Jahre nach Errichtung der ersten Tabakfabrik eine Erweiterung des Unternehmens notwendig, und bald wußte der märkische Tabakbau den Bedarf immer reichlicher zufriedenzustellen. Hochschulnackncdten Von ben amtlichen Verpflichtungen wurden entbunden wegen Erreichung ber Altersgrenze: Präses or Dr. Erich Blunck, Ordinarius für Baukunst an der Technischen Hochschule Berlin; Geh. Regierungsrat Professor Dr. Otto Simroth, Ordinarius für Chemie an der Universität Wurzburg. Uckermärker blauer Dunst. Heute haben wir in Deutschland einen Tabakbau, dessen Erzeugnisse sich von dem etwa noch vor einem Menschenalter vielfach verachteten „Uckermärker" Tabak wesentlich unterscheiden. Nachdem durch die Verwendung der Handelsdüngemittel der für die Tabakpflanze verhängnisvolle Stalldünger aus dem Tabakbau beseitigt werden konnte, erzielen wir auch immer bessere Qualitäten aus deutscher Erzeugung. Denn die Tabakpflanze liebt nicht nur die Sonne, sondern auch leichten Boden, und davon haben wir in Deutschland genug. So hat der deutsche Tabakbau auf sonnigen Hügeln der Mark Brandenburg unb bestimmter mit Sanbböben ausgestatteter kleiner Gebiete Sübwestbeutschlanbs wieber feine vollberechtigte Bebeutung erlangt. Die oft 300 Jahre, bie vergangen sind, feit ber Große Kurfürst burch holländische Bauern und Handwerker den Tabakbau in die Mark brachte, umspannen eine recht verschiedenartige Entwicklung. Und manches Stück ist durch diese ersten „Tabaksgarten aus bis dahin wüstem und ungenutztem Gelände gewonnen worden. Man hat es vielfach als eine der unglücklichen Folgen des Dreißigjährigen Krieges angesehen, daß durch die holländischen und anderen fremden Söldner der angeblich gesundheitsschabliche Tabak nach Jnnerdeutschland gebracht worden ist. Aber selbst, wenn der Tabak wirklich so schädlich wäre, wie seine Gegner es behaupten, so wäre doch die Urbarmachung der einstmals „rauften Ländereien bei Spandau, Brandenburg, Rathenow und Werben ein großer Gewinn für die Gesamtheit. In diesen Gebieten nämlich erlaubte im Jahre 1685 der Große Kurfürst den in die Mark gekommenen Franzosen Briden, Pierre Noble und Pierre Allart, den Tabakbau zu betreiben. Nachdem anfänglich zwei Juden sich vom Kurfürsten im Jahre 1676 die Konzession 3ur Anlage einer Tabakfabrik hatten geben las en, ihren Auftrag dann aber nicht ausgefuhrt hatten, war 1681 Christian Martin Boeckel vom Großen Kurfürsten mit der Errichtung einer ''Tabakspinnerei in Berlin beauftragt worden. Er sollte die Kurmark und Hinterpommern mit Tabak versorgen. Bald war die Tabakspinnerei, wie es damals hieß, m der Klosterstraße in Berlin, so gut gut beschäftigt, daß allein für die Arbeitslöhne jährlich 18 000 Taler, eine für die damalige Zeit recht hohe Summe aus- gegeben wurden. Freilich hat in der ersten Ze der märkische Tabakbau den Bedarf der Boeckelschen Zeitschristen. — Die „Jllustrirte Zeitung Leipzig" hat ihre neue Ausgabe dem Hause der Deutschen Kunst gewidmet. Seine kulturelle Bedeutung würdigt A. Heilmeyer in reichbebilderten Ausführungen, fein bauliches Werden schildert Architekt Willy Heß, ebenfalls an Hand umfangreichen Bildmaterials. Dem Architekten, Professor Paul Ludwig Troost, dem Schöpfer des Hauses der Deutschen Kunst, der dessen Vollendung leider nicht mehr erlebte, gilt ein weiterer Beitrag, in bem Dr. Hans Kiener ein lebendiges Bild des Künstlers erstehen — Im Sommerurlaub an der See, in ben Bergen oder in der Zurückgezogenheit des eigenen Heims interessante und unterhaltende Berichte, Plaudereien, Erzählungen zu lesen und, ohne daß man es merkt, dabei sein Englisch und Französisch zu verbessern, dazu bieten die Julinummern von Langenscheids English Monthly Magazine und Le Journal fran^ais Langenscheidt. Beide Nummern sind kurzweilig und fesselnd. Selbst an den heißesten Tagen wird man sie mit Genuß und auch ohne größere Schwierigkeiten lesen, denn alle weniger bekannten Wörter find neben bem Text in Randnoten übersetzt und erläutert. wäre? Aber ich nicke einige Male, und das soll bedeuten, daß ich kühn und froh bin. Vielleicht sind s die Felsen auch nur ausgeftopft. Mehr Blitz unb Donner unb mehr Sturzregen, es ist als bekäme ich Hiebe von bem nahen Echo, es sagt Hunbert! in mir. Gut — ich habe schon von vielen Schlachten gelesen und schon früher einmal im Kugelregen gestanden. Als mich ein Augenblick der Traurigkeit und das Bewußtsein meiner eigenen Nichtigkeit gegenüber all der Gewalt ringsuml überfällt, klage ich und denke: Welch ein Mensch dm ich jetzt, ober bin ich vielleicht abhanben gekommen, bin ich vielleicht überhaupt nicht mehr! Und ich spreche laut und rufe meinen Namen, um zu Horen, ob er noch da ist. Da — ein goldenes Rad schießt vor mir in die Höhe, und der Donner kracht dicht über meinem Haupte, in meinen eigenen Berg. Im gleichen Augenblick fahre ich aus bem Schlafsack unb hinaus aus meinem Versteck. Der Donner rollt weiter, es blitzt wieber und donnert noch wehr, Welten werden mit der Wurzel ausgerissen ... Was habe ich mit all diesem Getöse zu schaffen? Ich mache einen leifen Versuch, ihm entgegenzutreten, halte aber inne, ich bin mitten in dem Großen und sehe ein, wie töricht es ist, sich in ein Handgemenge mit dem Gewitter einzulassen. Ich lehne mich an die Felswand und stehe nicht da und fordere meinen Widersacher herans und schreie ihm nicht entgegen, im Gegenteil, ich mache ihm milchblaue Augen. Unb wenn ich mich letzt ergeben habe, so kann nur em Fels so hart fein. Bitte. Aber ich bestehe burchaus nicht aus Versen unb Rhythmen; glaubst du vielleicht ich will meinen guten Kopf mit solchen Regenbogen aufs Spiel sitzen? Das lügst du. Und ich stehe hier und lehne msih an die Welt, jawohl, und du hältst vielleicht das Blau in meinen Augen für echt ... Da wurde ich selbst vom Blitz getroffen Es war ein Wunder, und es widerfuhr nur. Er lief an meinem linken Ellbogen entlang und versengte den Jackenärmel, der Blitz war sicherlich wie aus Wolle, ein rollendes Knäuel. Ich fühlte eine Hitze, 'ch sah, wie der Boden weiter unten einen lauten Schlag erhielt und aufgeriffen wurde, em Druck preßte mich nieder eine geballte Dunkelheit umfing mich, Dann . donnert es ungeheuerlich, nicht lang unb drohnenb, : fonbern fest unb klar, fchmetternb. i Das Gewitter zog vorüber. Gewitter. Von Knut Hamsun. Es war beschwerlich, vorwärts zu kommen, — gut! Etliche Stunden später befinde ich mich hoch oben, zwischen den Bergen oben, ich muß irre gegangen sein. Was ist das Dunkle dort? Eine u^ls® spitze. Das Dunkle hier? Eine neue Felsspitze. Wir wollen uns hier lagern, wo wir gehen und stehen! Dennoch war eine tiefe Güte und Weichheit über ber milden Nacht. Ich faß im Dunkeln und grub vergessene Erinnerungen aus der Kindheit aus und viele Erlebnisse aus verflossenen Zeiten. Welche Befriedigung ist es boch auch, Gelb in ber Tasche zu haben, selbst wenn man irgenbroo braufeen liegt. In der Nacht wache ich auf, weil es mir unter meinem Felsvorsprung zu warm wird, ich mutz den Schlafsack öffnen, außerdem ist es, als läge mir nod) ein Ton im Ohr, vielleicht habe ich im Schlaf gerufen ober gesungen. Ich bin auf einmal ausgeruht unb lege mich zurecht, um hinauszufehen. Dunkel unb mild, eine fteinftiüe Welt. Ich sehe zu bem etwas helleren Himmel empor unb erblicke rings um mich einen Ring von Bergen, ich bin in einer Stabt von Zinnen, ich liege zu Füßen eines großen Gipfels, der bis zur Unförmigfeit gewaltig ist. Em Wind erhebt sich, und plötzlich dröhnt es weit draußen. Solch ein Wetter! Dann blitzt es, unb gleich darauf rollt der Donner wie eine ungeheure Lawine weit draußen zwischen den Bergen herab. Es ist unvergleichlich, dazuliegen und zuzuhören, unnatürlich herrlich, ein Schauer des Wohlbehagens durchströmt mich, ich werde wie trunken, auf eme seltsame und verrückte Art, wie ich sie noch nie erlebt habe, es äußert sich darin, daß ich lache, ausgelassen und luftig werde. Diele Einfälle kamen mir, Tollheiten fallen mir ein, untermischt mit Augenblicken großer Trauer, so daß ich daliege und schwer atme. Wieder blitzt es, und es donnert näher, es sängt auch zu regnen an, ein Sturzregen, das Echo ist sehr stark, die ganze Natur ist in Aufruhr, ein Tohuwabohu. Ich will die Nacht abschwächen, indem ich ihr ent- geaenfchreie, sonst nimmt sie mir mystisch alle meine Kräfte unb macht mich willenlos. Du wirst sehen, alle diese Felsen sind reine Verschwörungen gegen meine Wanderung, denke ich, riesenhafte gepflanzte Flüche, die mir den Weg versperren. Oder wie, wenn ich einfach in bie Gewerkschaft ber Felsen geraten gung bei uns, wo die Sauen nirgends Standwild Hang bestehe. Geldzustellbeamte lernen was- sind, sondern bei Störungen leicht zum Auswechseln die besonders am Platze. Zremdenverkehrsverein Gießen gibt Rechenschaft 'S' den Fenstern usw. beteiligen. wurde gepflogen. rücksichtsloses Durchgreifen helfen, die Gefahr ein- Hubertus. Die Lag- im Juli 30 Labre Friedberger Stadtarchiv feit, ihrer Geistesgegenwart und ihrem Vertrauen auf sich selbst im waffenlosen Nahkampf vereitelt und die Räuber der Polizei übergeben werden. ** Das Jungholz muß geschont werden. Immer wieder wird von der Forstbehörde die betrübliche Feststellung gemacht, daß die Waldbe- Vortragsabend und Ausflug der Frauenschast Gießen-Mitte. Im „Burggraben" fanden sich dieser Tage gelegentlich der Braunen Messe in der Volkshalle in ist ein für den Jäger abstoßender und Volkswirt- einem besonderen Stand den Besuchern Zweck, Ziel schaftlich höchst bedenklicher Vorgang, wenn die Ge- und Erfolg der Fremdenverkehrswerbung anhand samtfuchsstrecke einer Jagd verbrannt oder vergra- reichen Materials anschaulich vor Augen geführt, ben werden muß, wie das ja im letzten Winter — Der Adreßbuchaustausch mit anderen Städten nicht ganz selten geschehen mußte. Drum kann nur Keidelbeerfenen im Odenwald. LPD. M i ch e l st a d t i. O., 2 Juli. In diesem Jahr ist im Odenwald eine so selten reiche Heidel- beerernte zu verzeichnen, daß alle Hände notwendig sind, um diese Gabe des deutschen Waldes nicht umkommen zu lassen. Aus diesem Grunde wurden vom Schulamt die Nachmittagsunterrichtsstunden der Jugend auf den Vormittag verteilt, damit die Kinder bei der Bergung der Heidelbeerernte. in den Wäldern nachmittags helfen können. Brutzeit des Federwildes neigt sich Ende zu. Als erste sind die I u n g e n t e n So wie der Juni im Zeichen der Jagd auf den roten Bock stand, steht auch im Juli der Rehbock im Mittelpunkt des Jagens. Das Ziel des Juni- abfchusfes möglichst weitgehend durchzuführen, ist in diesem Jahre noch weniger vollkommen erreicht worden als im Vorjahre. Wenn Ende Mai der Roggen schon in Blüte steht und am Junianfang die Heuernte bereits im Gange ist, kann das nicht anders Jein. Drum wird der Jäger alles daran fetzen müssen, im Juli noch möglichst viele von den Abschußböcken auf die Decke zu legen, die ihm zum Abschuß auferlegt worden sind. Wenn auch das Rehwild noch ziemlich heimlich ist, — der Bock tebt in seiner „Feiste" — so ändert sich schon von Mitte Juli ab das Bild. Denn die Blattzeit, die Brunstzeit des Rehwildes, beginnt und bringt den Bock auf die Läufe Sie im Anfang zum Abschuß der „Durchforstungsböcke" auszunutzen, muß das Bestreben des Jägers sein, damit sie sich nicht weiter vererben. Der Abschuß der wenigen guten Böcke, die in diesem Jahre geschossen werden dür- en, soll nicht vor dem 1. August erfolgen, wird aber besser noch weiter hinausgezogen, bis die wertvolle Anlage noch einmal wiederholt vererbt worden ist. Unter dieser Einschränkung braucht die Weidmannsfreude nicht zu leiden. Denn es sind be= reits wieder eine ganze Anzahl hochinteressanter Abschußböcke zur Strecke gekommen, die unter Um- Engerlingen bricht und auch Roggenäcker, auf denen als Vorfrucht Kartoffeln standen, gern aufsucht. So wertvoll diese Wühlarbeit in versckiedener Hinsicht im Walde ist, so unangenehm macht sie sich in Landesteilen mit hoher landwirtschaftlicher Kultur bemerkbar. Die Jägerschaft ist deswegen mit allem Der Fremdenverkehrsverein Gießen brachte in diesen Tagen den Jahresbericht über das vergangene Geschäftsjahr (vom 1. April 1936 bis 31. März 1937) heraus, der einen umfassenden Ueberblick über die Tätigkeit des Vereins gibt. Der Bericht stellt zunächst grundsätzliche Gedanken der Neuorganisatton des Verkehrswesens heraus und umreißt gleichzeitig die gesetzlichen Bestimmungen für das Fremdenverkehrswesen. Außerdem gibt der Bericht Aufschluß über die Aufgaben des Fremdenverkehrsvereins in der Gegenwart. Dem Rechenschaftsbericht sei im übrigen folgendes entnommen: Dem Verein gehörten im Berichtsjahre 266 Mitglieder an. Zu Ende des Geschäftsjahres schieden durch Tod und Kündigung 10 Mitglieder aus, so daß ein Mitgliederbestand von 256 verbleibt. Zu Beginn des neuen Geschäftsjahres traten 33 Personen neu als Mitglieder ein. Das neue Geschäftsjahr beginnt also mit einem Bestand von 298 Mitgliedern. 28 325 Fremde — 38 674 Uebernachtungen. Jrn Kalenderjahr 1936 ist nach der von dem Städtischen Fremdenverkehrsamt geführten Statistik eine Fremdenziffer von 28 325 Personen mit 38 674 Uebernachtungen nachgewiesen worden. Hinzu treten noch 474 Ausländer mit 601 Uebernachtungen. Diese Zahlen ergeben, daß sich im Durchschnitt täglich etwa 80 Fremde in Gießen aufgehalten und übernachtet haben. Auf jeden Fremden entfallen im Durchschnitt rund 1,4 Uebernachtungen. Aus den in der Presse veröffentlichten Zahlen über den Fremdenverkehr im Sommer 1936 ergibt sich, daß Gießen mit seiner Zahl der Fremden in Oberhessen hinter Bad-Nauheim folgt und damit an zweiter Stelle im oberhessischen Fremdenverkehr steht. Neu herausgegeben wurde im Berichtsjahre eine Werbeschrift von Gießen. Der Oberbürgermeister der Stadt Gießen hat in einem Schreiben dem Verein seine Anerkennung für die außerordentlich günstige Beurteilung der neuen Werbeschrift durch den Reichsfremdenverkehrsverband und die dadurch für unsere Stadt geleistete Arbeit ausgesprochen. Die neue Werbeschrift wurde an alle in Frage kommenden Fremdenverkehrseinrichtungen abgesandt. Gemeinsam mit der neuen Schrift wurde ein auf den neuesten Stand gebrachtes Hotelverzeichnis und ein Ratgeber für Gießens Besucher herausgegeben. Veranstaltungen des Vereins. Die für das Geschäftsjahr 1936/37 vorgesehenen beiden Reitturniere, für welche schon Vorbereitungen getroffen waren, mußten infolge Verlegung der Gießener Truppenteile ausfallen. Als Ersatz wurde eine Landungsfahrt des Luftschiffes „Hindenburg" vorgesehen Leider hat sich auch dieser Plan nicht verwirklichen lassen. An dem im Berichtsjahre veranstalteten Blumenschmuckwettbewerb haben sich eine stattliche Anzahl Einwohner beteiligt. Die von der Bewertungskommission mit 1., 2. und 3. Preisen 16. und 17. Jahrhunderts in Chorsätzen und Instrumentalmusik, darunter ein „Deutsches Konzert" von H. Schütz für Tenor, Geigen und Contino. Am Schluß steht ein Quartett e-moll von G. Ph. Telemann (1681 bis 1767) für Flöte, Geige Cello und Cembalo. Beginn 20.15 Uhr. Eintritt frei. 4501D UHL Sellersweg Nr. 67 adiO Telephon Nr. 3170 eparaturen I897D sucher, Spaziergänger, Beeren- und Pilzsucher nicht die notwendige Rücksicht auf die jungen Forstkul- wenn die zuerst aufstehende alte Ente auch als erste uren nehmen. Da das Holz für die deutsche Wirt- ben Schroten eines schießwütigen Schützen zum schäft einen außerordentlich wertvollen Werkstoff Opfer fiel!'Oder war es etwa Absicht, die jungen darstellt muß erwartet werden, daß bie Versorgung führerlos zu machen? Es soll auch derart fur dre Zukunft mcht mutwillig oder fahrlässig be- denkende „Jäger" geben, die allerdings sich damit elntrachtigt wird. Nach den Bestimmungen i)es Dorl weidmännischem Denken weit entfernen! Die Forstgesetzes ist das Betreten von Anpflanzungen, Ente ist, wie die aus freiwilliger Vereinbarung be= Dickungen und Junghölzern verboten und unter ruhenden Hegemaßnahmen in der Kurmark bewie- k m-9 r r®9 mögen daher auch die Beeren- sen haben, für jede Pflege außerordentlich dankbar. amI? crx. sQ1?erix lf^ Kmder, dieser schön wäre es, wenn auch bei uns der immer Vorschrift entsprechend handeln. | geringer werdende Besitz sich wieder steigern würde. Der Jäger hat das nicht allein in der Hand, weil da auch Fragen der Veränderung der Gewässer mit- sprechen. Aber er kann viel dabei mithelfen. In einer Zeit, wo wir einen Kampf gegen den Verderb führen und erfahren, daß 1935 allein in Berlin an bewerteten Anpflanzungen in Blumenkästen, Veran- 500 Zentner Wildbret und Geflügel als verdorben den und Vorgärten, brachten den Wettbewerbs- beschlagnahmt werden mußten, eine Folge unver- teilnehmern Preise in Gestalt von schönen Pflanzen, ständiger Behandlung nach dem Schüsse ober Keramik- und Kristallgegenständen usw Der Verein Schlachten, sei darauf hingewiesen, daß Enten in wird im Geschäftsjahr 1937/38 darauf hinwirken, der Julisonne in ganz kurzer Zeit „grün" werden, daß sich insbesondere die Bewohner der Haupt- Es ist also nötig, sie alsbald auszuz'iehen und gut geschäftsstraßen intensiver an der Ausschmückung des auskühlen zu lassen. Straßenbildes durch Aufstellung von Blumen ständen für den Weidmann viel mehr Reiz haben, ßpi). Friedb - rg, 2. Juli Aus Anlaß des 30= tomHnni*trhinn,r,«h$.hf' M Uber bm Durch- Wrluen Bestehens des Friedberqer Stadtarchivs fchmtt nicht hmaushebt. unb der Stadtbibliothek ernannte der Friedberqer i)at l°'d-r qanz allqeme.n fur Dsfchichtsverein den Gründer und Leiter des Ar- dnb ni.rb b^e buchst, unerfreuliche Folge «-habt, chivs, Professor Ferdinand Dreher, zum Ehren- ^6 w hr .wurdenistas a,-wohnlich. Mitglied. In einer schlichten Feierstunde überreicht- L Sonderheit für Rehkitze zu. Wo bie ker Leiter des Wetterauer Heimatmuseums, Prof. n“? » ? v - Dr. Bl-cher, dem Jubilar eine künstlerisch aus- 7 ^7'ust ist be, der Abfchußfest etzung ^führt- Ehrenurkunde, in der di- Berdiens e Prof, in der Zuwachsberechnung berücksichtigt — ist eine Drehers gebührende Würdiauna finden Büraer- Zurechnung auf den Abschußplan möglich. Nur muß meister Vi/th Hot in Anerkennung ihrer vorbild- al?.&en Kr-,Siagerm->st-r genau f° lichen Arbeit und Förderung der heimatkundlichen ^rmmgerecht erfolgen. w,e b-, einem geschaffenen Forschung Prof. Dreher und Pros. Br. Blecher ge- c,' s rs ... . beten, ihre Namen in das Ehrenbuch der Stadt Im Rot- und Damwildrevier schieben Friedberg einzutragen. die Hirsche noch, um dann gegen Monatsende hm 1 meist mit dem Fegen zu beginnen. Die Alttiere führen ihre Kälber und bedürfen des gleichen Schutzes gegen Störungen durch Mensch und Tier wie Ricke und Kitz. Das Schwarzwild macht sich mancherorts unliebsam bemerkbar, indem es auf Wiesen nach Bom Speisezettel der EHW.-Gchweine Nichts Verwertbares in den Mülleimer! Noch nicht jeder ist sich klar darüber, was in den Mülleimer und was in den Abfallbehälter für das Ernährungshilfswerk gehört. Noch viel zu viel verwertbare Speisereste werden dem Mülleimer überlassen. Das Schwein frißt alle Abfälle von Kartoffeln, ob diese gekocht oder ungekocht sind, mit Salz oder ohne Salz zubereitet wurden. Ebenso verhält es sich mit Gemüse, Obst, Kompott und Salat, Fleisch- und Fischabfällen, Knochen, Eingeweide, Eierschalen, Kaffeesatz, Speisereste auch von Mehlspeisen, Brot- und Backwarenreste aller Art. Vom Geschick der Hausfrau hängt also vieles ab, weshalb besonders an sie die Bitte ergeht, sich den Speisezettel unserer EHW.-Schweine einzupräaen. Die Speisekarte unserer EHW.-Schweme wird, da auch die Natur den Tisch reichhaltiger deckt, immer vielseitiger. Neben Salatgrün und Blättern von Rettig findet man schon Kraut und Kohlrabi und Frühkohl sowie Erbenschoten. Kartoffeln sind jetzt leider häufig angekeimt. Wer es gut meint, kann die Keime nach Möglichkeit von den Abfallkartoffeln entfernen, denn diese Keime sind leider giftig. Auch schwarze, unansehnliche Kartoffeln, wie man sie in dieser Jahreszeit vielfach beim Durchsortieren der Kellerbestände findet, brauchen nicht in den Mülleimer und können ohne weiteres dem Ernährungshilfswerk zugedacht werden. In der Dämpfanlage werden sie unseren Schweinen wieder schmackhaft zubereitet. Sorgfalt und Anteil der Hausfrau an dem Ernährungshilfswerk sichern dessen Erfolg! Wer leichtfertig Abfälle vergeudet oder wegwirft, schadet seinem Nächsten und sich selber. Das EHW. sorgt für nützliche Verwertung im Dienste der Allgemeinheit. (Sparen — auch mit dem Bindfaden! Die größten Sünden beruhen oft auf Kleinigkeiten. Es ist jetzt häusig von dem „Kampf gegen den Verderb" die Rede gewesen — und mit vollem Recht. Was in Küche und Werkstatt, im Haushalt und Büro oft gedankenlos weggeworfen wird, stellt in der Gesamtsumme den Wert vieler Millionen Mark dar. Vor einiger Zeit hat der Leiter der Wirtschaftsgruppe Einzelhandel in einem Aufruf die Aufmerksamkeit darauf gelenkt, daß im Geschäftsverkehr vielfach eine Verschwendung an Packpapier getrieben wird, die sich ganz gut vermeiden laßt. Papier ist ein Erzeugnis des Waldes, und es ift durchaus nicht gleichgültig, ob der Holzertrag au Packmaterial verarbeitet wird oder im Ausfuhrhandel etwas einbringt, um unseren Devisenvorrat etwas zu verbessern. Es ist nun erfreulich, daß diese Anregungen sowohl in den Kreisen des Handels wie bei den Verbrauchern Verständnis gefunden hat. Es wird darauf hingewiesen, daß sehr viel Packpapier durch Verwendung von Tüten überflüssig gemacht werden kann. Wenn die Hausfrau eine Markttasche mitsührt, wird sich zumeist die Verwendung von Bindfaden bei den eingepackten Waren vermeiden lassen. An die Stelle des Bindfadens ist auch vielfach der Klebestreifen getreten. Die Verwendung d-'s Bindfadens läßt sich oft sparsamer gestalten als es vielfach geschieht. Der Großhandel äußert sich dahin, daß das System der Rückaabe von Dauerpack- behaltern (Kisten, Fässer, Blechkästen. Säcke, Juteleinwand usw.) ausgebaut werden müßte. Auch die schärfere Erfassung von Altstoffen wird hier empfohlen. Altes Papier, Pappe, Holzwolle, Lumpen usw. sind wieder wertvolle Rohstoffe für die Papier- und Pappen-Jndustrie und sollten stets gesammelt werden. Das gilt für den Haushalt sowohl wie für jeden Betrieb. Daß Blechbüchsen aufgearbeitet und in veränderter Form wieder neu entstehen, dürfte ebenfalls bekannt sein. Gießener Dochenmarkipreise. * Gießen, 3. Juli. Lluf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: D. f. Molkereibutter, '/- kg 1,57 Mark, feine Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60, Landbutkr 1,42, Matte 20 bis 25 Pf., Auch im neuen Geschäftsjahr wird der Verein be- zuschränken. strebt bleiben, dem Allgemeinnutzen zu dienen. Vor- Und nun zum Dachs. Er ist ein Wild, das zu gesehen ist auch hier die Werbung bei den Berufs- mancherlei interessanten und schönen Beobachtun- und Echolungsrelsenden, die Werbung für den Be- gen Veranlassung gibt. Aber alles mit Maß und such unserer Stadt bei den Einwohnern der nächsten Ziel! Die Dachsbestände, die wir haben sind zu Umgebung durch eigene Veranstaltungen im Früh- hoch; Der Dachs plündert nicht nur Gelege und jagr, Herbst und Winter. reißt Jungwild, sondern er kann auch durch Stechen (Ein R-Ü- und Fahrturni-r wurde bereits am in Wiesen oder durch Weiden des reifenden Hafers 22^ und 23. 9Rai 1937 M't emem fef)r guterf spart- landwirtschaftlich unanqenehm werden. Die Schuß- Iichen und Befuchererfalq durchgesuht-.) Bargesehen des Dachses ist deswegen auch bereits mit dem ist f-rner die Aufstellung -mes großen Stadtplanes h Juli geöffnet worden lder Jagdschein zeigt noch am Bahnhof und die Durchführung eines Blumen, eineii späteren Termin). Auch bis? scheint di- Mah- schmuckwettbewerbes. nung am Platze, die warmen Abende mit genügen- Die finanzielle Lage des Vereins. dem Licht zum Abschuß am Bau zu benutzen. Die finanzielle Lage des Vereins ist gut. Der Mit dem 1. Juli tritt für Hessen eine organisa- Derem verfugte am 1 «pn! 1937 über ein laufen- torische Aenderung im Aufbau der Jagdbehörden des Vermögen von 2877,46 RM. und über ein an» Ln Kratt. Mit der Auflösung der Provinzen wurde gelegtes bzw. m Wertpapieren bestehendes Ver- der Anstoß zu einer Zusammenfassung der beiden mögen von 6806,35 RM.: .zusammen 9683,81 RM. hessischen Jagdgaue zu e i n e m „I a g d g a u L a n d kafe naWu die gesamte Ein- Hessen" gegeben. Gaujägermeister dieses Gaues nähme des Verems dem Gießener Handel und Ge- ;st der Landesjägermeister, die Dienststelle befindet werbe wieder Mftießt. sich in Darmstadt, Neckarstraße 7. Dorthin sind also Der Verein dankt m den abschließenden Ausfuh- Don nun nn ^e Zuschriften usw. zu richten für d e rungen des Berichts allen den .m L^ufe des Ge- ^r Gauiägermeister zuständig ist. Die Dienststelle schaftsjahres in Anspruch genommenen ^ehorden, he5 Gaujäaermeisters für den feitheriaen Jagdgau insHonbere dem Herrn Oberbürgermeister der Oberheffen hat daher am 1. Juli ihre Tätigkeit ein- Stabt Gießen, der Presse, sowie den Mitgliedern gestellt. Unberührt davon bleibt natürlich die des für die erwiesene Unterstützung. Kreisjägermeisters für den Kreis Gießen. Mitglieder der NS.-Frauenschaft und des Frauenwerks Gießen-Mitte zu ihrem Pflichtabend ein. Nach herzlichen Worten der Begrüßung durch die Leiterin Frau Wemper, hielt Pg. Heß einen Vortrag über das Thema: „Die deutsche Frau im Ausland". Seinen Ausführungen gaben verschiedene Lichtbilder eine Veranschaulichung über Leben und Kultur der Deutschen in Südwestafrika. Die Frauen folgten mit lebhaftem Interesse. Der Singkreis erfreute die Hörerinnen mit dem schönen ßieb: „Ewig teure Heimat". Gedichte beschlossen den anregenden Abend. Am Mittwoch veranstaltete die Frauenschaft Gießen-Mitte in vier Autobussen einen Ausflug nach der Rehmühle. Rührige Hände hatten hier bereits die notwendigen Vorbereitungen getroffen, fo daß Frohsinn und Stimmung bald zur Geltung kamen. Leider nur zu rasch vergingen die in echter Gemeinsamkeit verbrachten Stunden. Eine besondere Freude bereitete die Anwesenheit von einigen Frauenschaftsmitgliedern aus Bieber. F. K. Ausgeglichene Finanz- und Kaffenlage der Stadl Gießen. Wie der Oberbürgermeister unserer Stadt bekannt- gibt, ist die Finanz- und Kassenlage unserer Stadt Gießen für das zweite Halbjahr des Rechnungsjahres 1936 als ausgeglichen zu bezeichnen. Bei regelmäßigem Steuereingang konnten sämtliche Ausgabeverpflichtungen erfüllt werden. Die vorhandene Stetigkeit in der Finanzentwicklung hat angehalten. Irgendwelche Erschütterungen, die eventuelle Fehlschläge hätten Hervorrufen können, sind nicht eingetreten. Erzeugerpreise für Speise- und Futterkartoffeln für Juli und August. Lpd. Die Hauptoereinigung der deutschen Kar- toffelwirtschast gibt in ihrer Anordnung vom 30. 6.1937 bekannt, daß die Preise für Speisekartoffeln alter Ernte in der gleichen Höhe wie die für die Monate Mai und Juni festgesetzten, bestehen bleiben. Das gleiche gilt für die festgesetzten Futterkartoffelpreise. Mithin muff sich die Verteilerschaft darüber klar sein, daß jegliche Ueberschreitung der festgesetzten Höchstpreise schärfste Ahndung seitens der zuständigen Preisüberwachungsstelle erfahren wird. ** Oeffentliche Bücherhalle, Jrn Juni wurden 1776 Bände ausgeliehen. Davon kommen auf: Literaturgeschichte 1, Zeitschriften 5, Gedichte und Dramen 13, Erzählende Literatur 1044, Jugendschriften 288, Länder- und Völkerkunde 83, Kulturgeschichte 3, Geschichte und Biographien 210, Naturwissenschaft und Technologie 49, Heer- und Seewesen 28, Haus- und Landwirtschaft 10, Gesundheitslehre 2, Religion und Philosophie 5, Staatswissenschaft 31, Sport 2, Fremdsprachliches 2 Bände. Nach auswärts kamen 21 Bände. ** Der nächste Rindvieh- (Nutzvieh-) Markt findet am Dienstag, 6. Juli, statt. Der nächste Schweinemarkt wird am Mittwoch, 28. Juli, abaehalten. Lpd. Schutz vor lleberanftrengungen. Wie der Gefolgschaftsangehörige seine ganze Kraft in den Dienst des Betriebes stellen muß, muß andererseits auch jede Ueberlastung durch übermäßige Anforderung unterbleiben. Das Landesarbeitsgericht Hamburg hat diesem Grundsatz in einer Entscheidung erneut zum Durchbruch verhalfen. Der Unternehmer sei verpflichtet, die Arbeitskraft seiner Angestellten zu schützen. Auch die Tatsache, daß Angestellte infolge Verarbeitung mit den Nerven zu- sarnrnengebrochen sind, habe in diesem Falle den Unternehmer nicht veranlaßt, Maßnahmen zur Entlastung der Angestellten zu treffen. Diese Festste!-1 Käse, das Stück 4 bis 10, deutsche Eier Klasse S 11, Klasse A IOV2, Klasse B 10, Klasse C 9V-, Klasse D 9, ungezeichnete 8, Wirsing, grün, V2 kg 20 bis 22, Weißkraut 15 bis 18, gelbe Rüben, das Bündel 10 bis 15, rote Rüben, V2 kg 10 bis 12, Spinat 20 bis 25, Römischkohl 10 bis 12, Bohnen, grün 35 bis 40, gelb 40 bis 45, Erbsen 20 bis 30, Tomaten 35 bis 50, Zwiebeln 15, Rhabarber 8 bis 12, Pfifferlinge 45 bis 50, Kartoffeln, alte 5, 5 kg 46 Pf., der Zentner 3,80 bis 4,00 Mark, neue, V2 kg 10 bis 11 Pf., Pfirsiche 45 bis 50, Himbeeren 30 bis 40, Kirschen 30 bis 45, Heidelbeeren 25 bis 32, Stachelbeeren 20 bis 35, Johannisbeeren 18 bis 20, Erdbeeren 40 bis 60, junge Hähne 1,00 bis 1,20 Mark, Suppenhühner 80 bis 90 Pf., Tauben, das Stück 50 bis 70, Blumenkohl 10 bis 60, Salat 8 bis 15, Salatgurken 10 bis 45, Einmachgurken 5 bis 8, Oberkohlrabi 5 bis 10, Rettich 5 bis 15, Radieschen, das Bündel 8 bis 10 Pf. lungen bedingten zwangsläufig die Haftung des Be-I Nachdruck darauf hingewiefen worden, daß sie nichts klagten für die den Angestellten erwachsenen gesund- unterlassen darf, was den Schaden vermindern heitlichen Schäden, soweit diese auf Ueberlastung kann. Das wird an jeder Jagdpächter von sich beruhten und zwischen der Ueberlastung und dem aus schon gern tun. Denn er muß ja den Schaden eingetretenen Schaden ein ursächlicher Zusammen- ersetzen. Daß der Erfolg der sommerlichen Beja- fenlosen Nahkampf. Die im Geldzustelldienst gebracht werden, nur gering fein kann und häu- der Deutschen Reichspost beschäftigten Kräfte sind fig nur ein Zufallserfolg sein wird, ist bekannt räuberischen UeberfäUen besonders ausgesetzt. Die genug. Das verpflichtet aber trotzdem dazu, beni Deutsche Reichspost hat daher der Ausbildung ihrer Schwarzwild die nötige Beachtung zu schenken. An- Beamten, die wie z. B. die Geldzusteller regelmäßig dererseits kann der Jäger erwarten, daß er durch Geld mit sich führen, im wtffenlosen Nahkampf ihre den Grundbesitzer in gewisser Weise, z. B. durch besondere Aufmerksamkeit zugewendet. Für den Scheuchmaßnahmen u. a., unterstützt wird. Daß Bezirk der Reichspostdirektion Frankfurt a. M. ha- man dadurch mit Aussicht auf Erfolg den Schaden ben die Postsportoereine Frankfurt a. M., Wies- verringern kann, ist hinlänglich erprobt und berate- baden, Mainz, Gießen, Offenbach, Darmstadt und sen. Der hier immer vertretene Standpunkt von Worms sowie die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch der Notwendigkeit verständnisvoller Zusammenar- Freude" die Ausbildung der Angehörigen der beit zwischen Bauer und Jäger ist gerade in dieser Deutschen Reichspost in diesex Kampf art übernom- Frage ' ' ' men. Mit besonderem Eifer lernen die Teilnehmer die Abwehr eines Angreifers durch einen richtigen ? Stoß oder Schwinger und die Selbstbefreiung aus -- • _• .. ___- R f einer Umklammerung von vorn oder hinten durch [01?e^ herangewachsen, daß sie vom 16. Juli an Unter, oder Obergriff. Daneben erhalten die Geld- W werden dürfen. Daran fei d,e alliahrl.che zusteller ufw. noch Unterricht im Gebrauch einer ® » ™ 3“9«; getnupft: Schont die Mut- Schußwaffe. Schon wiederholt konnten Raubüber- ^ntel Vielfach sind be. Aufgang der Jagd die lalle auf Geldzusteller dank der sportlichen Aus- ^ungenten nock gar Nicht schußrelf und bedürfen bildung der Beamten, ihrer körperlichen Beweglich. "°ch dringend der Führung. Schlimm ist es dann. DOr Wir oberhessischen Jäger haben in diesem Früh- . jahre Wildverluste durch Würmer erlebt wie lange Finanziell bzw durch kostenlose -ergäbe von nW. Bie finanziellen Einbußen sind z. T. ganz Werbe,chriften, Photos Druckstocken wurden ver. beträchtlich. Unter den Erregern spielte der Leber- kehrswerbende Neranstaltungen von Vereinen und egel eine ungewohnt große Rolle Er wird aber Organisationen usw. miterstutzt. Gemeinsam imt der allfeer durch ‘ben Flußkrebs am besten durch die Helmatoeremigung Sch,fsenberg wurden die Kosten Wj,dente in einer seiner Entwicklungsstufen be- für ble Bedachung der „Theodorsruhe aufgebracht, ^mpst. Die Enten, die jetzt auf gewässerten Wiesen miLber. “»«Iflemeinbe 3ufammen rourbe er- cinf^ oertilgen eine Unmenge solcher Schäd- baß leben Samstagabend oon Gießen um „ fiir' Bieh und Wild. Auch daran wollen wir 23.15 Uhr em Zug m das Lumvatal verkehrt und danken! Ä Und NUN noch etwa- vom Raubwild, gibt, bis zum spaten Abend in unserer Stadt zu verweilen. Aufgestellt wurden im Berichtsjahre wei- Wer mit offenen Augen draußen pirscht, wird tere neue Ruhebänke. Aeltere Bänke wurden Re- feststellen müssen, daß die Fuchsräude noch weit paraturen unterzogen. Am 25. Oktober 1936 wurde verbreitet ist und auch Jungfüchse schon so befallen von dem Verein ein Vortrag des Kapitäns a. 2). bat, daß sie an der kahlen Lunte oder an anderen Schmehl im Lichtspielhaus veranstaltet. — Mit dem Kahlstellen leicht zu erkennen, ist. Wir müssen etwas Städtischen Fremdenoerkehrsamt zusammen wurde dagegen tun, und das kann nur sein: Abschuß! Es Aus der engeren Heimat Ein- Planung, Entstehung und Einrichtungen des Licher Waldschwimmbades. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr. 16 bis 17 Uhr Samstagnach- mittag geschlossen. s. Lang-Göns, 3. Juli. Am 7. Juli können hier die Eheleute Konrad Anton Müller, Metzgermeister, und Katharina, geb. Müller, Obergasse, das Fest der goldenen Hochzeit begehen. Das Jubelpaar erfreut sich noch der besten Gesund- heit. — An demselben Tage, am 7. Juli, kann Frau Pfannenschmidt, Wwe., Schmittgrabenstraße, bei guter körperlicher und geistiger Frische ihren 81. Geburtstag feiern. Kreis Friedberg. Lpd. Bad-Nauheim, 2. Juli. Ein schwerer Verkehrsunfall ereignete sich in der ^ergangenen Nacht an der Ecke Küchler- und Stiftstraße. Gegen 1 Uhr fuhr ein Personenkraftwagen in voller Fahrt über das Geländer an der Ufa und stürzte die vier Meter hohe Böschung hinab. Von den Insassen erlitt eine Frau einen fchwe - ren Schädelbruch. Eine weitere Frau kam mit leichteren Verletzungen davon. Der Fahrer wurde im Gesicht und an der Brust verletzt. Kreis Büdingen. £ Nidda, 3. Juli. Am morgigen Sonntag, 4. Juli, wird unser Mitbürger Jean Vöhl 80 Jahre alt. Er erlernte in Mainz das Gastwirtsgewerbe und war lanae Jahre in seinem Beruf tätig. 15 Jahre war er im Palmengarten au Frankfurt beschäftigt. Der Jubilar erfreut sich bester Ge- surckcheit. <> Usenborn, 3. Juli. Dieser Tage feierte unser Altbürgermeister Müller seinen 80. Geburtstag. Am Abend brachte der Gemischte Chor (unter Leitung seines Dirigenten Vogel) ein Ständchen. Pfarrer Eichner überreichte ihm em Diplom als Anerkennung für 50jährigen Dienst als Kirchenrechner. Bewegt dankte er für die ihm zuteil gewordenen Auszeichnungen. Vorführungen der Gaufilmstelle der NSDAP. im kreis Welterau. Von der Gaufilmstelle Hessen-Nassau der NSDAP, wird im Monat Juli der Tonfilm „Skandal um die Fledermaus" im Kreise Wetterau an folgenden Terminen vorgeführt: 3. Juli in Heuchelheim: 4. Juli in Watzenborn-Steinberg; 9. Juli in Steinbach: 10. Juli in Großen-Buseck: 11. Juli in Grotzen-Linden: 16. Juli in Gambach: 17. Juli in Lang-Göns; 18. Juli in Nieder-Wöllstadt; 30. Juli in Assenheim; 31. Juli in Steinfurt; 1. August in Wölfersheim. Tödlicher Ausgang eines Treppensturzes. + Grünberg, 1.Juli. Die hiesige Gemeinnützige Baugenossenschaft hielt dieser Tage eine außerordentliche Hauptversammlung im Hotel „Wilden Mann" ab. Der Vorsitzende des Vorstands, Uhrmachevmeister Pfeffer sen. erstattete den Tätigkeitsbericht. Gegründet wurde die Genossenschaft im Dezember 1935. Sie hat bis jetzt zwei Wohnhäuser erstellt, davon bereits eins bezogen, das andere ist im Rohbau begriffen. Durch die Verwirklichung des seinerzeit von Bürgermeister Wagner in Aussicht genommenen Planes, das Heegviertel als Baugelände zu erschließen, war es möglich, preiswertes Gelände zu 1,80 bis 2 Mk. pro Quadratmeter zu beschaffen. Durch den Reichsstatthalter — Landesregierung — wurde der Genossenschaft die Gemeinnützigkeit zuer- funnt, was für sie mit steuer- und gebührenrechtlichen Vorteilen verknüpft ist. Der Geschäftsanteil beträgt 150 Mark. Für den Aurütftretenden Schriftführer Herrn. Magel wurde Architekt Balser bestimmt. An die Stelle der ausscheidenden Aufsichtsratsmitglieder Hans König und Willi Jöckel traten Postinspektor Reitz und Zimmer- meister Georg Jakob Haas. Der Vorsitzende des Aufsichtsrates, Kaufmann Karl Schott, schloß die Versammlung mit dem Gruß an den Führer. Landkreis Gießen. = Mainzlar, 3 Juli. Die N S G. „Kraft durch Freude" veranstaltet am kommenden Mittwoch in der großen Werkshalle der Didierwerke eine sogenannte „Werkspause". Es wirken bei der Veranstaltung die Militärkapelle des Infanterie-Regiments 116, der Werksgesangverein, die Werkschar sowie einzelne Kameraden mit. Die Darbietungen werden durch Rundfunk übertragen. + Kesselbach, 3. Juli. Die hiesige Frauenschaft unternahm mit einigen Mitgliedern aus Londorf eine gemeinsame Wanderung nach dem benachbarten Nordeck. Hier konnte die Burg und das darin befindliche Landheim besichtigt werden. Den Frauen wurde viel Anregung geboten. gfs. < Saaten, 2. Juli. In der jüngsten Generalversammlung des hiesigen Gesangvereins „Eintracht" wurde beschlossen, in diesem Jahre einen Ausflug an den Rhein zu unternehmen. Als Reisetag wurde der 11. Juli festgesetzt. Die Fahrt führt über Koblenz nach Rüdesheim und Aßmannshau- fen. — Die Arbeiten am Schieß st and der hiesigen Kriegerkameradschaft schreiten rüstig vorwärts. Fertigstellung und Einweihung der Schießanlage werden bald erfolgen. + Harbach, 3. Juli. Braunfels war das Ziel eines Ausflugs, den die NS.-Frauenschast bei herrlichem Wetter unternahm. In fröhlicher Gemeinschaft wurde zuerst das Schloß besichtigt, dann ging es in den Tiergarten, wo die Frauen sich sehr über das zahme Wild freuten. Der harmonisch verlaufene Ausflug wird allen in bester Erinnerung bleiben. Sfs- ein provisorischer Aus- und Ankleideraum geschaf- en, die aber bald wieder verfielen. Nach der Machtübernahme durch die NSDAP, griff der neue Stadtrat die Schwimmbadfrage wieder auf, und dank der Initiative des Bürgermeisters Geil kam es diesmal mit dem Erbprinzen Dr. Hermann Otto zu Solms-Hohensolms-Lich zu einer Einigung, so daß das Schwimmbad gebaut werden konnte. Es waren größere Erdarbeiten notwendig, auch mußte ein Uferstreifen am Seeufer nach der Gießener Straße zu abgeholzt und eine neue Grünlandanlage geschaffen werden. Die Arbeiten ließ die Stadt Lich ausführen. Sie stellte auch das notwendige Holz. Mit dem Eigentümer des Sees wurden Vereinbarungen getroffen, wonach auf vorerst dreißig Jahre das Baden erlaubt ist. Ein von der Stadt angestellter Bademeister wird Sorge dafür tragen, daß der Badebetrieb geordnet verläuft. Sämtliche Dauarbeiten wurden von hiesigen Geschäftsleuten und Gewerbetreibenden ausgeführt. Das Waldschwimmbad mißt etwa 8000 Quadratmeter Fläche, mithin ein Sechstel des ganzen Teiches, und paßt sich vorzüglich der schönen Landschaft an. Einen besonders reizvollen Anblick gewährt es, wenn man sich von der Gießener Straße aus dem Bad nähert. Der Teich, der auch jetzt noch von Wassergeflügel mancherlei Art belebt ist, hat an seiner Natürlichkeit nichts eingebüßt. Man darf mit Recht behaupten, daß man in weiter Umgebung, von dem Bad im Hillersbachtal abgesehen, ein schöneres Bad nicht vorfindet. Da ein dauernd gleich starker Zufluß das Wasser immer wieder erneuert, so ist es auch in hygienischer Beziehung ein einwandfreies Bad. Damit die Teichpflanzen das Bad nicht verunreinigen, wurde der Baderaum von dem übrigen See durch schwimmende Balken abgetrennt. Die ganze Anlage eignet sich vorzüglich zur Durchführung von Schwimmwettkämpfen. Welch großer Beliebtheit sich das neue Waldschwimmbad erfreut, kann man aus dem gegenwärtig starken Besuch feststellen. Nachdem am 6. Juni das Bad für die Benutzung freigegeben wurde, fanden sich bei günstiger Witterung alltäglich viele Einheimische und Fremde zum Baden em. + Ettingshausen, 2. Juli. Nachdem es sich als notwendig erwiesen hatte, daß das Bett des Aeschersbaches geräumt würde, begann man gestern damit, das Schilf und das übrige Gras an den Rändern abzumähen. Nun soll durch das Herunterlassen der Schleuse eine gründliche Räumung des Bachbettes ermöglicht werden. — In unseren Wäldern sieht man eben zahlreiche Beerensammler herumstreifen. Während die Erdbeeren wegen der großen Trockenheit im allgemeinen sehr Hein geblieben waren, kann man schon jetzt von einer schö- Rundfunkprogramm Sonntag, 4. Juli. 6 Uhr: Hafenkonzert. 8.10: Gymnastik. 8.30: Deutsche Scholle. 8.45: Morgenmusik. 9: Christliche Morgenfeier. 9.45: Bogislav Freiherr von Selchow, Seeoffizier, Freikorpsführer, Dichter und Historiker. 10: Wer Glauben im Herzen hat, der hat die stärkste Kraft der Welt! Es spricht Obergebietsführer Karl Cerff. 10.30: Chorgesang. 11.15: Wir reifen mit Kraft durch Freude. Eine Funkfolge aus Erlebnisberichten. 12: Musik am Mittag. 14: Für unsere Kinder. 14.30: Unter Italiens ewiger Sonne. 15.15: Deutsche Scholle. „Beim Schäfer Heiner auf Bel- lingshöh." Eine ländliche Funkszene. 16: Unterhal- tungskonzert am Nachmittag. 18: Strandkorb Nr. 12—15. Ferienszenen im Wandel der Jahrzehnte. 19.45: Länderkampf im Schwimmen, Deutschland — Frankreich. Wasserballspiel und Abschluß der Wettkämpfe. 19.55: Sportspiegel des Tages. 20: Italienischer Opernaebnd. 22: Nachrichten. 22.10: Nach- richten aus dem Sendebezirk. 22.15: Wir bitten zum Tanz. 24 bis 1: Nachtmusik. Montag, 5. Juli. 6 Uhr: Choral, Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Musik zur Frühstückspause. 10: Schulfunk. 10.30: Hausfrau, hör zu! 11.45: Deutsche Scholle. 12; Schloßkonzert. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Schloßkonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Allerlei von zwei bis drei. 15: Für unsere Kinder. 15.15: Volk und Wirtschaft. 16: Buntes Konzert am Nachmittag. 18: Zeitgeschehen im Funk. 19: Stuttgart spielt auf. 20: Heiteres aus Opern. 21: Nachrichten. 21.15: Ferien, ein luftiges Hörspiel. 22.05: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 22.20: Von der Wasserkuppe (Rhön): Internationaler Rhön-Segelflug-Wettbewerb. Funkbericht. 22.30: Internationale Turnierwoche Jnsterburg- Trakehnen: Jagdspringen M. und SA. 22.45: Nachtmusik und Tanz. 24 bis 1: Nachtkonzert. nen Himbeerernte sprechen. Auch die Brombeersträucher sind reich mit Früchten behangen und versprechen reiche Erträge. * Weickartshain, 1. Juli. Heute feierte die hiesige Zentral-Molkerei Seim ihr 25jähriges Be- stchen. Herr und Frau Seim, gebürtig aus Groß- Eichen, haben im Jahre 1912 die Molkerei von den Gebrüdern Dörr (Weickartshain) erworben. Durch ein tüchtiges Bestreben der Eheleute steht die Molkerei auf beacytlicher Höhe. Während im Weltkrieg 1914/18 der Inhaber an der Westfront stand, ährte Frau Seim (mit Hilfe ihres Bruders Ernst) den Betrieb in vollem Umfange fort. Die Milchzufuhr erfolgt gegenwärtig aus den Ortschaften Klein-Eichen, Lardenbach, Merlau, Flensungen, Stockhausen, Grünberg und Weickartshain. --Steinbach, 1. Juli. Vor einigen Tagen fand hier ein Gartenrundgang statt, und zwar unter Führung einer Lehrerin des Landwirtschaftlichen Instituts Gießen. Am ersten Garten wurde zunächst die vorteilhafte Zweiteilung eines Gartens klargelegt und allgemeine Anweisung über Frühjahrsund Herbstdüngung gegeben. Weiter wurde das Beizen des Gartensaatgutes an verschiedenen Samen gezeigt, und die Vorbehandlung des Saatbeetes. Im nächsten Garten wurden von der Leiterin des Rundgangs und ihren beiden Gehilfinnen Gartengeräte vorgeführt, über vorhandene Gemüseanlagen geurteilt und wo es nötig war, Verbesserungsvorschläge gemacht. Im dritten Garten wurden hauptsächlich Tomaten- und Erdbeeranlagen gezeigt und besprochen, sowie die Neuanlage eines Gewürz- beetes. ch Lich, 1. Juli. Die Sängervereinigung „C ä c i l i a" stellte sich am letzten Sonntag in den Dienst des deutschen Liedes. Um die Mittagsstunden traten die Sänger vor dem Rathaus an, um die Einwohnerschaft mit dem Vortrag einiger Lieder zu erfreuen. Von Chormeister Ernst Jlge geleitet, boten die Sänger bestes deutsches Liedgut dar, was von den vielen Zuhörern mit starkem Beifall belohnt wurde. Am Nachmittag trafen sich die Sänger mit ihren Familien und vielen Sangesfreunden noch einmal auf dem Hardtberg, um wieder für das deutsche Lied zu werben. Sangeskamerad Otto ßinv me r von der Sängervereinigung „Cäcilia" sprach über die hohen Aufgaben des deutschen Liedes und die Arbeit der Gesangvereine. + Bellersheim, 3. Juli. Die hiesige Frauenschaft veranstaltete mit einigen Mitgliedern aus Obbornhofen bei herrlichem Sommerwetter eine Fahrt durch den Taunus zum Rhein. Bis Rüdesheim ging der Ausflug durch herrlichen Wald und bot den Teilnehmerinnen unvergeßliche Eindrücke. gfs- <£ Lich, 2. Juli. Nachdem im Februar dieses Jahres der Stadtvat den weitsichtigen Beschluß gefaßt hatte, im Albacher See ein zeitgemäßes Bad für Schwimmer und Nichtschwimmer zu schaffen, wurde mit großem Fleiß und unter Ausbietung vieler Arbeitskräfte an der Durchführung des Werkes gearbeitet, damit noch in der Badesaison dieses Sommers das Bad fertiggestellt und eingeweiht werden konnte. Die Organisation und die Durchführung der festlichen Einweihung wurde dem ersten Beigeordneten unserer Stadt, Pg. Wahl, übertragen, der mit einem Ausschuß die Vorarbeiten erledigt hat. Die Einweihung, die am morgigen Sonntag vorgenommen wird, wird eingeleitet durch einen Festzug, der sich um 14 Uhr am Bahnhof aufstellen und durch die Stadt zum neuen Schwimmbad bewegen wird. Um 14.45 Uhr wird die feierliche Eröffnung des Bades vollzogen. Die sich anschließenden sportlichen Veranstaltungen wurden von dem Kreisbeauftragten des staatlichen Turn- und Sportamtes, Sauer (Gießen), vorbereitet. Die Stadt Lich stiftete für den Hauptwettkampf, die 4 X 5 0 - Meter- Bruststaffel für Formationen und Vereine, als Wanderpreis einen silbernen Pokal, der eine eingravierte Widmung trägt. Die NSG. „Kraft durch Freude" wird sich mit Vorführungen bei den Einweihungsfeierlichkeiten beteiligen. Schwimmvorfüh- rungen jeglicher Art, Jugendspiele und dergleichen werden den Nachmittag ausfüllen. Ein großes Feuerwerk am späten Abend beschließt das Fest. Es sei noch einiges aus der Geschichte der Entstehung des Bades erwähnt. Der Albacher See, mit nahezu 25 hessischen Morgen Wasseroberfläche, Privateigentum des fürstlichen Hauses, wurde schon um die Jahrhundertwende, trotz des Verbotes, von Schwimmern gern aufgesucht, da die übrigen Badegelegenheiten in der Wetter nicht den Anforderungen der Schwimmer entsprachen. Vor etwa neun Jahren war es dem derzeitigen Bürgermeister Geil gelungen, bei dem Fürsten Reinhard zu Solms- Hohensolms-Lich die Genehmigung zu erwirken, daß der Albacher See zum Baden freigeaeben wurde. Einige Bänke und Stege wurden ausgestellt, auch Lpd. Friedberg, 2. Juli. Ein älterer wohner stürzte dieser Tage in seiner Wohnung die Kellertreppe hinunter und trug schwere Verletzungen am Kopf davon. Der Verunglückte ist jetzt seinen Verletzungen erlegen. W. r-2 ... ob es wohl waschbar ist? Ja, die vielen entzückenden Sachen aus WoUe, Seide, Kunstseide und die neuartigen Mischgewebe sind heute fast alle waschbar 1 Es ist der besondere Vorzug der Persil-Kaltwäsche, daß man auch farbige WoU- und Seidensachen schonend und billig waschen kann. Man sagt mit Recht: Wer kalt wäscht, wäscht schonend 1 Darum für alles, was waschbar ist: die schonende Kaliwäsche mit Persil! Dae Jtel des stilfswerkes „Mutter und fiinö": ein starkes und gesundes deuMes üalh- An unsere Mitglieder! Unsere Mitglieder werden gebeten, in der Zeit vom 5.-17.3uli 1937 ihre Markenkarte, sowie Anteilkarte zwecks Verrechnung d.Vückvergütung in ihrer Derteilungöstelle abzugeben Der Vorstand der Verbrauchergenossenschaft Gießen e. G. m. b. H. 4497D SCHUH-HANSA guten Schuh-Reparatur das Geschäft der nach wie vor Qualitätsarbeit Schuh"lnstandsetzung„HANSA W. & H. v. Soosten u. H. 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Fortsetzung folgt. Vornan von Walther Kloepffer Lipyright 1936 by August Scherl G. m. b. 5)., Berlin. Die Tatsache eines lOOjäbngen Bestehens einer Oiganisation eines Instituts ober irgend einer über guten sich erstreckenden Erscheinungsform unseres uqemein vielfältigen völkischen Lebens könnte leiht zu einer geschichtlichen Rückschau verleiten J)i? erinnernde Rückschau liegt bei solchem Anlaß ntie, ja sie ist häufig genug zweckmäßig, um Ge° ho'te und Formen der Gegenwart verständlich er- feinen zu lassen. Aber diese Rückschau ist an dieser kunst derjenigen jungen Menschen abfjing, die in den Schulsälen saßen. Schwierigkeiten traten aus Raumnöten auf, so daß es nicht immer leicht war, in den oft stark besuchten Klassen den erwünschten Lehrerfolg zu erzielen Aus d^m ersten Schulhaus in der Weibengasse führte der Weg über das Schulhaus in der Gartenftraße (die heutige Bürgermeisterei) in das Haus an der Ludwigstraße und nach der Teilung der Realschule in Oberrealschule und Realgymnasium schließlich auch in das Haus an der Stephanftraße. In mancher Gießener Familie und in den heute älteren ehemaligen Angehörigen der Schulen ist noch der Name des Geheimen Schulrats Rausch in lebendiger Erinnerung, der der letzte Direktor der vereinigten Schulen war, und unter dessen sorgfältiger Vorarbeit die aus vielen Gründen notwendige Trennung durchgeführt wurde. Er hatte die Anstalten fast ein viertel Jahrhundert geleitet und zu einer außerordentlichen Blüte erhoben Die verdiente Anerkennung war ihm nicht versagt geblieben. In der jüngsten Vergangenheit hat es an Erschütterungen nicht gefehlt Der Krieg griff hart ein in die Geschichte der Schule. Die Nachkriegszeit brachte viel Unruhe in die Schulsäle. Viel Wechsel gab es damals in den Lehrkörpern und die Tendenzen der Weimarer Verfassung trugen wenig dazu bei, eine ruhige und sichere Aufbauarbeit leisten zu können. Zwar bringt die Gegenwart der Oberrealschule abermals eine Handlung, indem das Jubelpaar der Schule gleichsam ihr Schlußjahr ist, denn sie wird in ihrer seitherigen Gestalt nicht weiterleben, sondern eingehen in die Form der deutschen Oberschule. Freiwillig und gerne verzichtet die Schule auf ihr Sonderdasein, weil sie weiß, daß die neue Schulform die Weltanschauung des Nationalsozialismus reiner verkörpert und den jungen Menschen zielsicherer bilden wird. Die Schule wird in der Schule des Dritten Reiches eine höhere Auferstehung erleben. Auch für das Realgymnasium bringt der Umbau des deutschen Schulwesens mannigfache Aenderung mit sich. Das Leben an unseren beiden hiesigen Realanstalten ist in seiner Auswertung nach nationalsozialistischen Erziehungsgrundsätzen vielfältig. Körperschulung, Charakterschulung und Geistesschulung sind die Eckpfeiler. Die Schüler der Anstalten stehen den Ereignissen unserer Gegenwart unmittelbar nahe. Sie stehen fast ausschließlich in den Reihen der Hitler-Jugend. Sie nehmen regsten Anteil an unserem völkischen Leben. Sie stehen im Dienste der HI., sie dienen der Sache des VDA., der Sache des Jugendherbergswerkes, sie alle finden sich in der Schule oder — charakteristischer für unsere Zeit — im Schullandheimaufenthalt zu einer verschworenen Kameradschaft. In Exkursionen lernt die Jugend die Heimat und ihre geschichtlichen Besonderheiten kennen; auf groben Ferienfahrten stoßen die Schuler weiter hinaus über die Grenzen der angestammten Heimat. Besuche im Grenzland vertiefen den Blick für unsere völkischen Notwendigkeiten. In der Schule Hheimer Schulrat R a u s ch, der letzte Direktor der vereinigten Anstalten. (Aufnahmen (3) aus Privatbesitz, (2) Neuner. Gießener Anzeiger.) Die Gießener Realan- HlcEten hatten es nicht Wcht in diesem ersten I Schrhundert ihres Beste- | jms. Krisen blieben nicht erpart. Gegen Vorurteile urD offensichtliche Feind- fdaft war anzukämpfen jcton in der ersten Zeit ie> Bestehens der Real- aiftalten, die gegründet icrrbe zu einer Zeit, da iii Stadt erst noch 7000 Cnwohner hatte. Es galt m „Berechtigungen" zu impfen, die für die 6£)ule wichtig waren, Di il davon zum Teil ihre -Bedeutung für die ZuOberstudiendirektor Leonhardt (Leiter der Ober« realfchule). selbst, im Unterricht, steht die Leistung-über allem. ' In charakterlicher Auslese, einer besonderen Forde- ( rung der Schule des Dritten Reiches, scheidet sich die Spreu vom Weizen. Nicht die Fülle des aufgenommenen Wissensstoffs entscheidet über den einzelnen, onbern die Gesamtreife. In würdigen Feiern wer- : den den Schülern der Anstalten immer wieder die . Heroen des kämpferischen Einsatzes und die Heroen deutschen Geistes vor Augen geführt. Neben der Arbeit in der Schule geht für die jüngeren Schuler die Bastelarbeit am Segelflugzeugmodell einher, die die Sinne schärft für besondere Aufgaben der Gegenwart. Durch die Zusammensetzung der Schülerschaft in beiden Anstalten ist übrigens eine glückliche Mischung von Stadt- und Landbevölkerung gegeben. Die Lehrerschaft steht neben dem Schuldienst nicht weniger intensiv im Dienste der Gemeinschaft unseres Volkes. Mancher dient unmittelbar der Partei, steht in den Gliederungen, arbeitet mit in den Fachschaften des NSLB. und mancher Angehöriger des Lehrkörpers der einen oder anderen Schule trat mit viel beamteten Veröffentlichungen wissenschaftlicher Arbeiten hervor. Mehrere Lehrkräfte wirken an der Universität mit. Andere stehen im Musikleben der Stadt und des Kreises. . Die Schulen sind in das Volksganze hmemgestellt, heute mehr denn je, sind aber niemals Standes- schulen, sondern stets Sammelbecken der Jugend aufstrebender Volkskreise gewesen. Die großen nationalen Feiern sehen die Schulgemeinschaften immer wieder in unverbrüchlicher Verbundenheit, die weit über die Schulzeit hinausreicht. Die Vereinigung ehemaliger Angehöriger des Realgymnasiums ist lebendiger Beweis dafür. Zielbewußte Arbeit bestimmt das Wirken der Schulen. Für das Realgymnasium trägt Oberstudiendirektor Angelberger, für die Oberrealschule Oberstudiendirektor Leonhardt die Verantwortung. Daß die beiden ehemals vereinigten und aus der ursprünglich kleinen Realschule hervorgeaange- nen Anstalten trotz der Aufteilung enge freundnachbarliche Beziehungen unterhalten, erweist schon allein die Tatsache der gemeinsamen Durchführung der Jubelfeier. In mancher gemeinsamen Sitzung wurden die Vorbereitungen für die festliche Veranstaltung getroffen und in der harmonischen Durchführung wird die kameradschaftliche Verbundenheit beider Schulen ihre Bestätigung finden. Ihrem Revolver... Zu dumm, daß dieser Tutschek noch immer nicht vernehmungsfähig ist. Kerzinger! Wo stecken Sie denn, Kerzinger r Rufen Sie mir noch einmal den Wachtmeister her, bitte!“ befahl Br. Jung, unterbrach fein Aufuud- abaehen und fetzte sich wieder hinter den-Lisch Mit den Akten Tutschek. Er stützte den Ellbogen auf die Platte und das Kinn in die hohle Hand, den kleinen Anger elegant abgeknickt; er trug wegen der bevorstehenden Abreise bereits seinen faltigen dunklen Mantel und sah, dies zusammengenommen, wie ein Ratsherr der florentinischen Signona aus. Häberlein trat ein und stand vor seinem Vorgesetzten stramm. £ ... „ „Wir müssen Geduld haben, Wachtmeister. ,'Jawohl, Herr Landgerichtsrat." „Eine Inhaftnahme des hiesigen Arztes erscheint mir vorerst nicht angezeigt. Er lauft ja nicht davon Der Verwalter ist nicht transportfähig und braucht Behandlung. Das also auch. Wir wollen erst noch ein bißchen zuwarten und spekulieren. Und Sie werden die Augen aufhalten, verstanden. Wacht meister?" "Jch^schicke vor allem eine zuverlässige Krankenpflegerin ’ die auf den Patienten achtgibt. Wenn Besserung eintritt ober wenn sonst etwas vorfallt, telephoniert ihr." glaube, das wäre alles. Packen Sie zusammen^ Kerzinger", wandte er sich an feinen Schreiber. Verdacht" ist nichts Halbes und nichts Ganzes nickts Greifbares und nichts Abwendbares Und „Verdacht" ist zugleich etwas ungeheuer Betriebsames Lähmendes und Krankendes. „Verdacht ist, Kn tüe ßeute dich scheel und mitleidig ansehen, wenn sie die Köpfe verdrehen, statt zu grüßen, wie Lin die Fürstin Marie Auguste von Hol-wa- Weißensee wenn der Gendarm das Kinn m den Kraaen steckt und eine Amtsmiene macht, wenn man hinter dir herwispert und sich Zeichen macht, wenn dein Anfchen fchwindek. wenn die Praxi- I unter “iefem Zustand, wenn er es ; allerdings, zu dem neuerdings auch Oberstudiendirektor Angelberger (Leiter des Realgymnasiums). Teil auch aus der Hand von Schülern, gestatten einen Einblick in das vielfältige Leben der Sd)u« len. Bildeinschaltungen tun ein übriges, die Fest- chrift zu runden. Selbstverständlich ist in würdig- ter Form auch der gefallenen Helden des Weltkrieges gedacht, die von der Schulbank oder vom Lehrstuhl fort ins Feld der Ehre zogen. Die Feiern des heuttgen Samstags und des morgigen Sonrftags stellen die Oberrealschule und das Realgymnasium unserer Stadt in den Lichtkegel der breitesten Öffentlichkeit. Aus allen Teilen des Landes und des Reiches werden sich ehemalige Schüler einfinben, um ihre herzliche Verbunbenheit mit ben Stätten ihrer Erziehung, aber auch mit ben Lehrkräften zu beweisen, benen mancher boch vieles zu verbauten hat. Die Jubiläumsfeier wirb manche alte Bindung neu erstehen lassen, sie wird die ältesten faßbaren und die jüngsten Semester miteinander vereinigen und ihnen allen wird die Gemeinsamkeit bewußt menten, die aus den Traditionen einer, wenn auch nicht unwandelbaren, so doch nach großer Linie ausgerichteten Erziehung im Verlauf eines ©atu- Iums erwächst N- Für die Jubelfeier wurde übrigens von jeder der Anstalten eine Festschrift herausgegeben, die, entstanden in einer ungemein sorgfältigen Arbeit, alles enthält, was aus der hundertjährigen Geschichte der Gießener Realanstalten als wissenswert betrachtet werden darf. In feinen Schilderungen sind die Charakterbilder kraftvoller Persönlichkeiten gezeichnet, die den beiden Anstalten mit zu ihrer heutigen Bedeutung verhalfen. Lebendige Schilderungen, zum das Mädchen Anna gehörte, war über jeden Zweifel erhaben. Nehmen wir einmal den Fenzl her. Der schwingt Reden in der Graphitgrube, die eitel Zorn und Spott und Hohn sind. „So einen Mann verdächtigen, ihr Schafsköpfe! Die Finger solltet ihr euch abschlecken! Da rackert sich der von früh bis spät ab, kuriert eure Weiber und eure Kinder, tut ich die Plage mit der Grube auf, und dann, zum Dank, bringt ihr ihn in einem Atem mit dem Böhm daher... Das kostet mich nur einen Lacher." Oder den nächsten, den Wirt Kern. Als eine von seinen Töchtern auf den Foga anspielte, hat er ihr eine 'runtergehauen und geschrien: „Laß mich das nicht noch mal hören! Was weißt denn du, du Rotznase!" Der Gsodmair hingegen macht bas alles viel feiner unb ruhiger ab. Er überzeugt bie Zweifler unb bie Schwankenben mit gemäßigten Worten unb erreicht mit biefer Sachlichkeit mehr als bie anberen mit ihrem Gebrüll. Dafür ist er aber auch ber Bürgermeister unb eine Amtsperson. Der Ameifer kann sich biefer Schutz- unb Trutzaktion leiber nicht anschließen; er hat sich auf einem Dienstweg erkältet, liegt seit etlichen Tagen zu Bett, fiebert, schlägt sich mit einer Lungenentzunbung herum unb hat mit sich selbst genug zu tun Bleibt noch bie Anna. Nun, Die hat allen Grunb, nett zu Dr. Fogg zu fein. Aber auch.sie braucht man nicht zu beneiben. Sie wirb wie em Bällchen hin unb her geworfen zwischen Angst vor dem Gericht unb Gewissenspein unb stürmischem Mitleid mit Josi. Sie hat das Kindhafte und Unbefangene abgestreift, sie hat vom Baum der Erkenntnis genascht, und der Blütenstaub ist weg, sie ist stiller geworden und besonnener, und sie hat wieder zu ihrem Beschützer Fogg zurückgefunden Sie sorgt nach Kräften dafür, daß Josi daheim dieser verkorksten Geschichte nicht allzusehr nachhangt; sie plaudert und redet unb fragt unb hat herausge- funben baß solche Manöver noch bas beste Ablenkungsmanöver finb. So forschte sie auch jetzt nach bem Abenbbrot: „Ist mit Tutschek was Neues los?" Sie staunte selber, : wie anftanbslos ihr ber Name jedesmal von ben Lippen glitt. , Der hat seit heute eine neue Pflegerin — aus der Stadt. Dr. Jung hat „sie anscheinenb besorgt. I. Ganz angenehme unb verständige Person. Der Ver- ,.,Also, meine Herren, ich hätte gern so eine Art Lmmundszeugnis von Ihnen. Sie kennen den tzi'sigen Arzt doch sicher recht gut? Wie ist das mit bim?" .Wir kennen ben Josef von Kindsbeinen an, ft rr Untersuchungsrichter", erwiderte der Bürgermeister bedächtig. „Später war er mit uns zweien b Feld. Und sodann haben wir ihn aus Amerika Molt, mehr brauch' ich wohl nicht zu sagen. Der F»gq-Josef ist ein Mannsbild. Wenn er mit dem lutschet was gehabt hätte, würde ers auch emge= sichen. Das ist unsere Meinung." Dr. Jung seufzte, weil diese Untersuchung immer- st im Kreise herumging. Sjatte man endlich einen Punkt, wo man einhaken zu können glaubte, Dann entkräfteten ihn die Leute. Gewiß, nicht von der fjnnb zu weisende Tatsachen belasteten den Arzt, a? er wenn man die Schellenberger hörte, war er i): rmlos wie ein Posaunenengelchen. Dr. Jung jinbierte: „Er und Tutschek sollen nicht gut mit= Manber gestanden fein?" „Möchf wissen, wer mit dem Böhm gut steht, (cmaufte wegwerfend der Kern. Der Untersuchungsrichter stellte noch diese und jene Frage an die beiden, knöpfte sich Fogg noch fnmal kurz vor, um ihn dann nach Hause gehen xx lassen, frühstückte unb hörte privatim ein bißchen m Ort herum, kurz, er tat alles, was ein Richter ir so einem Fall tun kann. Aber bie Sache Tutschek hieb nach wie vor verzwickt unb lag keineswegs sc klar, wie biefer Häberlein in feinem Bericht hm- g stellt hatte. Indizien waren recht schön, gewiß, djier der persönliche Eindruck unb bie Dolksrneinung zc hlten schließlich auch ein wenig. Man benke nur, ein Arzt, ein bei ber Bevölkerung beliebter Mann, ein Felbzugsteilnehrner mit bem E. K. I unb bislang n»ch unbescholten... also, mein lieber Häberlein, \o einfach ist das wirklich nicht mit Ihrer Kugel um) Die Oberrealschule in der Stephanftraße. walter fall hin und wieder schon lichte Augenblicke haben. Zum Reden hat sie ihn allerdings noch nicht bringen können. Na, ich bin ja gespannt, was da herauskommt. Wirst sehen, wir bringen ihn durch. Der Schuß war nicht einmal so gefährlich, aber halt das Eitern hinterher unb bie Blutvergiftung. Pech. Den solltest bu jetzt mal sehen. Der ist schon vom Fleisch gefallen. Bloß Haut unb Knochen noch, aber ein Herz wie Oskar. Sonst könnte er bas gar nicht burchreißen", berichtete Fogg. „Was macht benn bie Grube?" „Denk bir, heute haben wir ein Pfunbsmalheur gehabt. Haut ber Fenzl eine Wafferaber an, unb ber halbe Schacht ersäuft! Die Leute haben werkeln müssen wir die Milben; aber jetzt haben roir’s ge- schafft. Hoffentlich hält bie Verschalung. Der Kern hat uns bie Feuerwehrspritze geliehen, hättest uns sehen sollen." Solcherart waren biefe Gespräche, bie Anna krampfhaft unterhielt wie ein kleines Feuer in einer stürmischen Nacht, wo man alle nasenlang hineinblasen unb frischen Brennstoff nachlegen muß. Fogg hatte einen Maßkrug neben sich unb goß bas vierte Fläschchen hinein; in letzter Zeit brauchte er Alkohol zum Einschlafenkönnen. Bei ber Anna ging es auch so; benn bie war jeben Abenb zum Umsinken mube unb ging ben Weg in ihre Kammer schon im Halbschlaf. Sie machte auch jetzt winzige Augen unb fragte nur noch aus reinem Pflichtbewußtsein: „Du, Josi, was ich schon immer fragen wollte: Erzähl boch mal, wie bu Mutter kennengelernt hast. Aber nicht so hubriwubri, wie bamals in Hamburg, sonbern schön genau unb ausführlich, ja?" „Hm. Gib mal bie Tabakskiste her; benn ich muh mir nämlich eine frische Pfeife stopfen. Also genau willst bu's wissen? Meinetwegen." Unb er berichtete ihr von ber bamaligen Stellung, von Pinsk, von bem Kosakenangriff, von ben Karne- raben. Es gelang ihm, bas alles so plastisch vor bie zuhorchenbe Anna hinzustellen, baß ihr Schlaf verflog. . v /Mutter war so tapfer?" sagte sie mit glanzenben Augen. . „Ich habe noch nie eine so mutige Frau ge* troffen. Unb sie hat viel burchgemacht im Leben. „Ja, unb bann? Nach bem Schützengraben, nach C?lle vielleicht nicht notroenbig! Aus berufenen Federn würbe bie Geschichte ber Gießener Realanstal- te auch in ben Spalten biefer Zeitung schon ein- gc enb bargetan. Unb zu ben Feiern, bie ber heu- 6(2 unb ber morgige Tag bringen wirb, werben ai-rmals berufene Männer in straffer Zusammen- fc ung bie Entwicklung ber Gießener Realanstatten P schilbern wissen. Hält man sich vor Augen, baß bie beiben statt- 1fr en Schulhäuser an ber Lubwigstraße unb an le Stephanftraße all bas, was in Jahrzehnten erungen, erarbeitet, aufgebaut, auf Vergangenem jusenb, in bie Zukunft ausgerichtet, enthalten ist, inn werben auch bem Fernstehenben einige Ge- Infen kommen, bie sich um Dinge bewegen bie sfr ben einzelnen, wie für bie Gesamtheit unseres B lkes so wichttg finb. De Gebauten werden hkgelenkt zu Fragen der Sigenderziehung, die hier, \ijn zu einer „Geschichte k Jugenderziehung" gern: eben finb. zum erstenmal international 9Ji.-$pOTt und Deutsche Rennfahrer in LlGA Kirchliche Nachrichten v. Gramm in Wimbledon ohne Glück Donald Budge Kanada siegt 6:3,6:4,6:2 Autohilfe: Rufnummer 04 beim Postamt Gießen. Sie „Rhön" Dr. Bischoff Europameister der Gtarbootklasse. Reichsluftsportführers, des Aero-Clubs und des Reichsverbandes der deutschen Luftfahrt-Jndustrie winken den Siegern. Reuer Segelflug-Weltrekord. liche Gemeinschaft), Gutenbergstraße 9. Sonntag, 4. Juli. 8.30: Evangelisationsstunde. — Mittwoch, 7. Juli. 8.30: Bibelstunde. — Donnerstag, 8. Juli. 8.30: Jugendbundstunde. Tleuapostolische Gemeinden, Händelstr. 1, Eder- straße 13. Sonntag, 4. Juli. 9.30: Gottesdienst; 16: Gottesdienst. — Mittwoch, 7. Juli. 20.30: Gottes- dienst. Christliche Gemeinde, Zu den Mühlen 2. Sonntag, 4. Juli. 9.45: Erbauungsstunde; 11: Sonntagsschule; 20.30: Evangelisation (Pred. Heck). — Dienstag, 6. Juli. 20.30: Bibel- und Gebetstunde. — Donnerstag, 8. Juli. 20.30: Helferkreis des Kindergottesdienstes. Der Monat der Reife und der Reisen Klimatologischer Bericht über den Luii. Aufgabe, während Budge, völlig unbeschwert spielend, die tollsten Sachen gelangen. Roch ein Spiel, das siebente, holte unser Mann, und das nächste gehörte wieder Budge, der nach zwei Matchbällen den dritten, einen langen Vorhand, in die Ecke jagte, unnehmbar für den Deutschen. 6:2 lautete das Ergebnis des dritten Satzes. Der übliche Ausklang: Unter dem Beifall des Publikums wurden die Gegner des Endkampfes, Donald Budge und Gottfried von Cramm, von der Königinmutter in der Ehrenloge empfangen. katholische Gemeinden. Samstag, den 3. Juli. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichtgelegenheit. Sonntag, den 4. Juli. 7. Sonntag nach Pfingsten. Gießen. 6.30: Beichtgelegenheit; 7: Hl. Messe mit hl. Kommunion der Männer und Jungmänner-, 8: Spendung der hl. Kommunion;^ 9: Feierliches Primizamt des Gießener Pfarrkindes P. Benno Buff mit Festpredigt; 11.15: Hl. Messe; 15: Vesper, danach Austeilung des Primizsegens durch den Neu- priester. — Grünberg. 9.45: Hochamt mit Predigt. — Lich. 7.30: Hochamt mit Predigt; 20: Andacht. — Laubach. 10: Hochamt mit Predigt; 14.30: Christenlehre und Andacht. — TUdda. 8.15: Hochamt mit Predigt. — Schotten. 10.30: Hochamt mit Predigt. — Hungen. 17.30: Vortrag und Andacht. Dienstag, den 6. Juli. Gießen. 20.30: Bibelstunde. Mittwoch, den 7. Juli. Hungen. 6.30: Hl. Messe. veffentlicher Sonntagsdienst. Polizei: Telefon 2751, nur in dringend«! Notfällen Telefon 01. Feuerwache: Telefon 2244/45, Notruf Telefon 02. Hauptpostamt: Beschränkter Schalterdienst 8 bis 21 Uhr. Stadtpostamtr Für Schließfachabholer 1 bis 13 Uhr. Sanitätskolonne: Telefon 2500. Aerztlicher Sonntagsdienst. Falls behandelnder Arzt nicht zu erreichen: Arzt: Frl. Dr. Gürtler. Zahnarzt: Dr. Gonter. Apotheke: Neue Apotheke. Die vierte Europameisterschaft der Starboot-Klasse wurde mit einem prächtigen Erfolg der deutschen Farben abgeschlossen. Der Titel fiel an den Berliner Olympia-Sieger Dr. Peter Bischoff und seinen tüchtigen Vorschotmann Jochen Weise. Auf unserem Bilde sieht man links Dr. Bischoff und rechts Jochen Weise. — (Schirner-M.) In der Reihe der drei Sommermonate Juni, Juli und August genießt der Juli den Vorzug, am reinsten und ausgeprägtesten die sommerliche R-tur wiederzugeben. In klimatologischer Hinsicht hat er eine gewisse Aehnlichkeit mit südländischen Verhältnissen, er erinnert an den Himmel der Subtropen und soll eigentlich die größte Wärme des Jahres bringen. Wenn wir die aus vielen Jahrzehnten errechneten Durchschnittswerte der Temperatur der einzelnen Monate des Jahres verfolgen, finden wir den Juli im Deutschen Reich mit 17,7 bis 19,0 Grad angegeben. Allerdings begrenzt sich der hohe Wert von 19 Grad nur auf einen bestimmten Teil unseres Vaterlandes, und zwar den Südwesten und Westen. Am allerwärmsten in diesem Raum sind die Lundgebiete am Bodensee, längs der Bergstraße, der Rhein-Maingau und das Rheintal abwärts bis nach Düsseldorf. Der Reisende in den Ferienmonaten wird beobachten, sofern er aus kühleren Gegenden Nord- oder Ostdeutschlands kommt, daß in diesem Paradies Deutschlands — als solches kann man die aufgeführten Gebiete hinsichtlich ihrer Naturpracht wohl bezeichnen — eine ganz andere, weichere Luft weht. Mitunter steigert sich diese Wärme der südwestdeutschen Zone zu jener eigenartigen Schwüle, wie man sie in Gewächshäusern findet und wie sie für die subtropischen und tropischen Erdzonen charakteristisch ist. Es ist begreiflich, daß dieser Vorzug des Klnnas uuch in diesen Teilen Deutschlands die Erntc h -r beginnen läßt. Während im übrigen Reich namentlich im äußersten Norden, erst der Spätaugust die allgemeine Zum dritten Male versuchte Gottfried v. Cramm, den stolzen Titel eines Wimbledon-Meisters zu erringen. Nach seinen vergeblichen Bemühungen 1935 und 1936 gegen den Engländer Perry gab man ihm diesmal im Kampf gegen den Amerikaner Donald Budge mehr Aussichten. Doch wieder unterlag der Deutsche. Vor ausverkauften Tribünen siegte der Amerikaner in 65 Minuten über unseren nicht in bester Form befindlichen Meister 6:3, 6:4, 6:2. Dem Spiel wohnten die.Königin-Mutter Mary, Botschafter von Ribbentrop und Frau, sowie Botschafter und Gesandte verschiedener anderer Länder in der Ehrenloge bei. Wie Budge gewann. 2:0 und später 3:2 führte der rothaarige Kali- fornier im ersten Satz, und sofort konnte man sich des Eindrucks nicht erwehren, daß der Deutsche auch diesmal wieder nur „Runnerup", wie die Briten zu dem Zweiten eines Tennismatches sagen, bleiben würde. Cramm hat immer wieder das Pech in Wimbledon, nicht in bester Form einem Gegner aegenüberzustehen, der in hervorragender Verfassung ist, und so war es auch diesmal. Budge konnte einfach alles machen, alles gelang. Aus aussichtsloser Stellung nahm er einmal aus der Rückhand einen Ball, wie ihn Fortuna noch nie hat nehmen lassen. Aus der anderen Seite landeten (Tramms wundervolle Passierschläge nur Millimeter hinter der Linie. Bälle, die Gewinnpunkte zu machen pflegen, konnte der Amerikaner immer noch zurückschlagen. Gramm tarn nach Netzangriffen noch auf 3:3, verschlug dann abermals und mußte seinen Gegner ziehen lassen, der sich den ersten Satz mit 6:3 sicherte. Der Aufschlag unseres Meisters im ersten Spiel des zweiten Satzes verpuffte wirkungslos und trotz eines Doppelfehlers des Amerikaners in dessen Ausgabe ging Budge mit 2:0 in Front. Dann kam Cramm auf 1:2 heran, aber der Kalifornier gewann durch riskante Netzangriffe das vierte Spiel. Aber noch einmal raffte sich Deutschlands Spitzenspieler auf. Der Gewinn seines Aufschlages brachte ihn auf 2:3, und der Centrecourt raste vor Beifall, als er auch die Aufgabe seines Gegners gewann. Ein herrlicher Passierschlag Cramms ließ ihn auch das nächste Spiel gewinnen, so daß er mit 4:3 zum ersten Male führte. Aber der Amerikaner ging bann voll aus sich heraus, machte Punkt auf Punkt und holte sich auch den zweiten Satz mit 6:4. Wieder mußte Gramm seinen ersten Aufschlag auch im dritten Satz abgeben und Budge lag im zweiten Spiel bereits mit 4:0 in Führung, als der Deutsche fünf Punkte hintereinander machte und ausglich. Doch immer ungenauer wurde Gramms Reife bringt, werden hn Rhein-Maingau schon im Laufe des Juli zahlreiche reife Fruchtsorten geerntet. Man kann allerdings nicht sagen, daß bet Juli barnit bem sübwestbeutschen Klima einseitig einen Vorzug beschert. Im Gegenteil liegt bem Nordländer bie gewisse Herbe ber sommerlichen Luft, bas Frische und gemäßigt Warme viel mehr als bie lähmende Schwüle subtropischer Klimaform. Darum findet man gerade im Juli den Zug nach ; Norden, indem sich die Seebäder Überfüllen und allgemein die nord- und mitteldeutschen Reisegebiete bevorzugt werden. Das bezieht sich allerdings nur auf solche Personen, die lediglich aus Reiselust unterwegs sind, während der Erholungsbedürftige selbst' verständlich diejenigen Bäder aufsucht, die ihm zuträglich sind, und in der Hinsicht ist die erwähnte sübwestdeutsche Zone ja überreichlich gesegnet Del Juli ist im übrigen auch derjenige Söminermannt. der den höheren Gebirgskurorten großen Zulauj bringt, denn in diesem Monat ist keine Abkühlung so stark, daß es in größeren Höhen, also in 4uC bis 800 Meter über dem Meeresspiegel für längere Zeit unfreundlich kalt werden könnte. Wir haben absichtlich die klimatologische Seite des Juli näher berührt, weil ber Juli als Hauptreisemonat in ber Hinsicht eine besondere Beachtung finbet. Natürlich oerbinben sich mit ben Klimaverhältnissen zwangsläufig bie meteorologischen Bebin> gungen. Meteorologisch, bas heißt wetterkunblich steht ber Juli im allgemeinen im guten Ruf. Den' noch wäre es sehr unangebracht, barum bem Juli Vorschußlorbeeren zu stiften, denn es hat auch manche Jahre gegeben, — wir erinnern an ba$ ersten Platz kam. Thierbach unb Bautz mürben mit einer größeren Gruppe auf ben 16., Wenbel, Geyer __ Weckerling mit ber nächsten auf ben 31. Platz gesetzt. In ber Gesamtwertung ist Thierbach hinter Kint, Majeraus unb Archambaub auf ben 4. Platz Die Segelfliegerin Inge Wetzel, allgemein unter ihrem Fliegernamen „Ulla" bekannt, stellte an ber samlänbischen Küste an den Steilhängen von Palmnicken einen neuen Weltrekord im Dauersegelflug mit 18 Stunben 31 Minuten auf. Für ihre hervor- ragende Leistung konnte sie bet ihrer Landung ben Glückwunsch des Reichserziehungsministers Rust entgegennehmen. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 4. Juli. 6. Sonntag nach Trinitatis. Gießen. Sladlkirche. 8 Uhr: Pfr. Becker, zugleich Ehristenlehre für die Neukonfirmierten ber Markus- gemeinbe; 9.30: Pfr. Schmibt, Feier bes hl. Abenb- mahls; 11: Kinberkirche für bie Matthäusgemeinbe, Pfr. Schmibt. — Johanneskirche. 8: Pfr. i. R. Kalb- Henn, zugleich Christenlehre für bie Neukonfirmierten ber Johannes- unb Militärgemeinbe; 9.30: Pfr. Bechtolsheimer. Feierliche Eröffnung bes Konfir- manbenunterrichts ber Lukasgemeinbe; 11: Kinberkirche für bie Lukasgemeinbe, Pfr. Bechtolsheimer; 20: Bibelbesprechung im Johannesfaal, Missionar Walther. — Kapelle des Allen Friedhofs. 9.30: Missionsgottesdienst, Pfr. Stein (Frankfurt), zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Luther- gemeinde; 11: Mifsionskinderkirche, Fräulein von Unruh (Wiesbaden); 14.30: Miffionsfest der Luther- gemeinbe auf bem Gleiberg. — Pelruskapelle, Wetzlarer Weg 59. 9.30: Pfr. Trapp. Christenlehre für bie Neukonfirmierten ber Petrusgemeinbe. — Saat der neuen Krippe. 11: Kinderkirche für die Johannes- und Militärgemeinde. — Großen-Vufeck. 10.30: Gottesdienst; 11.30: Christenlehre. — Oppenrod. 13.15: Gottesdienst; 14: Christenlehre. — Steinbach. 9: Gottesdienst. — Atbach 8: Gottesdienst. — Heuchelheim. 10: Hauptgottesdienst; 11: Kindergottesdienst für die 1. Abt.; 13: Kindergottesdienst für die 2. Abt. — Kirchberg. 10: Gottesdienst; 11: Christenlehre für die männliche Jugend; 13.30: Kindergottesdienst. — Lollar. 9: Kindergottesdienst; 13.30: Gottesdienst. — Mainzlar. 10: Gottesdienst; 11: Kindergottesdienst. — Klein-Linden. 9: Eröffnungsgottesdienst für den Konfirmandenunterricht mit Christenlehre für die weibliche Jugend; 20.15: Frauenhilss- abenb. — Garbenteich. 10.15: (Bottesbienft, anschlie- ßenb Christenlehre. — Hausen. 12.30: Gottesbienst. — Llch. 9.15: Beichte; 9.30: Stiftsbechant Kahn, hl. Abenbmahl. — ftieber-Beffingcn. 9.30: Gottesbienst. — Langsdorf. 11: Hauptgottesbienst. — Bettenhausen. 13.30: Hauptgottesbienst. — Münzen- berg. 10.30: Gottesbienst; 13- Christenlehre. — Trais-Münzenberg. 8.30: Gottesdienst mit Christenlehre. — Hungen. 10: Gottesbienst; 11: Kinbergot- tesbienft, Lanbesbischos Lic. Dr. Dietrich. — Watzenborn-Steinberg. 10.30: Hauptgottesbienst; 12.30: Kinbergottesbienst. — Alten-Buseck. 9.30: Gottesbienst; 10.30: Christenlehre. Mittwoch, ben 7. Juli. Gießen. Stadtkirche. 20 Uhr: Abendandacht. Donnerstag, den 8. Juli. Gießen. Johanneskirche. 20: Bibelstunde. Gemeinschaft innerhalb der Kirche (Landeskirch- Unser Funkbild aus Neuyork zeigt den Mercedes-Fahrer C a r a c c i o l a mit dem Grand-Prix-Modell 1937 beim Training auf der Roosevelt-Bahn. Er erzielte eine Durchschnittsgescbwindigkeit von 143,05 Stundenkilometer, eine für die kurvenreiche Bahn hervorragende Leistung. (Scherl.) vorgerückt. Sinn Faustballmeister im Kreis 8. Wenn in der Vorrunde sich Herborn vor Sinn an die Spitze hatte setzen können, so vermochte in ber Rückrunbe Sinn ben Spieß umzubrehen unb bie Meisterschaft boch noch zu erringen. In bem regulären Spiel ber Runbe ging es für Sinn zunächst barum, mit bem Führenben punktgleich zu kommen. In einem besonbers von ber Angriffsreihe sehr sicher geführten Spiel gelang es ihnen, ben Turnv. Herborn knapp zu schlagen. Damit wurde ein Entscheidungsspiel notwendig, für das Sinn durch seinen vorausgegangenen Sieg einen starken moralischen Rückhalt hatte. Das zeigte sich, je weiter das Spiel sortschri'tt. Der Meister unb ber Zweite werben auch bie Spieler zu bem Spiel beim Kreisfest in Dillenburg stellen. Gießener Abendsportfest Am kommenden Mittwochabend treffen auf dem Universitätssportplatz die Gießener Leichtathletikver- eine in einem Abendsportfest aufeinander. Die Veranstaltung, bie in ähnlicher Form in früheren Jahren schon burchgefühtt mürbe, verspricht wieder guten Sport. Da bie Wettbewerbe so ausgewählt sinb, baß gleichzeitig eine Wertung für bie Deutsche Vereinsmeisterschaft 1937 (Klasse d) erfolgt, so wird bas kämpferische Moment verstärkte Betonung finden. Als Vereinsmeisterschaftskonkurrenzen kommen zum Austrag: 200 Meter, 800 Meter, 3000 Meter, Hochsprung, Weitsprung, Speerwerfen, Diskuswer- fen, 4X100-Meter-Staffel. Eingelegt sind: 100 Meter und Kugelstoßen. Vor dem Schwimmländerkampf Deutschland - Frankreich in Darmstadt. LPD. D a r rn st a d t, 2. Juli. Der Schwirnrnlän- bertampf Deutschlanb — Frankreich, ber am Samstag unb Sonntag im Großen Woog in Darmstabt auf ber olympischen ©runblage im Männer- und Frauenschwimmen unb -Springen burchgeführt wirb, finbet starkes Interesse. Ein Teil ber beut- schen Mannschaft ist bereits eingetroffen und hat ein letztes Training aufgenommen. Die französischen Schwimmer werben am Samstagoormittag von ber Stabt unb am Adenb vom Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger in Anwesenheit ber beutschen Mannschaft begrüßt werben. Der Sonntagnachmit- tag bringt ben Abschluß ber Kämpfe. Am Abenb erfolgt bie Siegerehrung, währenb am Woog bas trabitionette Sommernachtfest mit einem Riesenfeuerwerk ftattfinbet. Wiking-Achter im Endlauf. Die Königliche Henley-Regatta ftanb am Freitag im Zeichen ber Vorentscheibungen. Ein pracktvolles Rennen lieferten sich im ersten Zwischenlauf bie Achter von Wiking Berlin unb bes Leanber-Clubs, Englanbs Olympia-Achter. Die Berliner sieaten mit einer Länge unb haben bamit bie Teilnahme am Enblauf um ben Granb Challenge-Pokal, bem wertvollsten Rennen ber berühmten Regatta, erreicht. Thierbach rückt vor. Dritte Etappe der „Tour". Die dritte Etappe der „Tour" führte am Freitag über 161 Kilometer von Charleville nach Metz. Etappensieger wurde der Italiener Generati in 4:13:02 vor dem Franzosen Frechaux und dem Belgier Kint, der damit in der Gesamtwertung auf den Bislang hatte Deutschland nur ganz wenige Wettbewerbe, die bei Nennung nur bes Austragungsortes bem Auslanb eine klare Vorstellung gaben. Seit Jahren aber ließ ein Wort bie Welt aufhorchen unb in biesem Sommer ist „Die Rhön zu einem Begriff geworben, ber überall eine klare Vorstellung erweckt. Waren bie früheren Segelflugwettbewerbe auf ber Wasferkuppe nur beutschen Segelfliegern zugängig, so ist bie vom 4. bis 18. Juli ausge- chriebene Veranstaltung auch vom Auslanb be- chickt, also erstmalig international aufgezogen. In ber Ausschreibung war bie Zahl ber Nennungen für bie nationalen Aero-Clubs auf bis zu fünf Segelflugzeuge beschränkt, unb für jebes Flugzeug konnten nur zwei Flugzeugführer gemelbet werben. Schon 17mal hat bie Rhön bie besten Segelflieger grufen unb jebes Jahr war bie Anteilnahme gewachsen, so baß zuletzt eine Auslese ber Melbungen notwendig würbe. Die sprunghafte Entwicklung im Segelflug hat aber ben Wunsch nach einer internationalen Veranstaltung immer bringenber erscheinen lassen unb Deutschlanb, als bie führenbe Sportnation auf biesem Gebiet, hat sich entschlossen, die diesjährige „Rhön" auch für ausländische Bewerber freizugeben. Der Ruf zur Rhön hat reiche Fruchte getragen, nicht weniger als sieben Nationen haben bereits ihre Meldungen abgegeben und fast alle Länder beschicken den Wettbewerb mit der hochstzulässigen Zahl von fünf Segelflugzeugen. ...... Bei der vierzehntägigen Veranstaltung sind folgende vier Wettbewerbe ausgeschrieben: Strek- kenflüge, Höhenflüge, Dauerflüge und Zi elf lüge mit Rückkehr zur Startstelle. Gewertet wird nach bem erprobten Punktsystem, wobei Segelflieger ohne Leiftungsabzeichen sogar einen zehnprozentigen Punktzuschlag erhalten. Der Aero- Club von Deutschlanb als Veranstalter hat Gelb- preise von Über 10000 Mark ausgesetzt unb wertvolle Ehrenpreise bes Führers unb Reichskanzlers, bes Reichsministers ber Luftfahrt, bes Staatssekretärs im Reichsluftfahrt - Ministerium, des ■ ; Die s- Ci iiahwen öliges für d-e ders W. lett IE „ des üfrerrair Iel S**’ SlbkiiM Tagen? Acisgle" mer "a‘ toi« ” slhemat schlecht ßang ßang * 'diiäis An ; Jamm Ku Die hi; ’JjS. kehr Reiche Leyen Mill, : gen nt -Ser ge 30. 3ur Dcrerroä (innen ! Lorwock 6349 M Spanne Mark. 1 Devisen obgenom ftänbe e Deutsch f /o Deutsch Mut „ungen bi 4%% Deut jungen bi Deut . Mgen bi •St •ÄS ■Ä -ß'1 •st Ä W-°R ftS43- M bie 3n [predjen ttn kräftige S« I en. S IStchSbank 12 a. M. 209,75 131 113,4 118,25 105 Sonn mittags -Dien; - Don rgotte; 210,25 130,5 113,4 118,25 105 211 130,5 113,4 118,25 105 0,755 42,02 0,165 47,10 55,05 47,10 12,33 5,455 137,06 13,09 124,5 19,25 20,5 126,25 0,759 42,10 0,167 47,20 55,17 47,20 12,36 5,465 137,34 13,11 42,11 0,167 47,20 55,17 47,20 12,36 5,465 9,61 137,46 13,11 123 44 19,25 20 126,4 , Edei nst-, 16 Gottes 211 130 113,4 118,25 105 124,13 47 19,4 20,25 126,4 Schluß- kurs von Fett 123,75 19 20,4 126,4 leit, ngften lesse m nner;! )es Pn no Ä per, d en % Predn :bad)t. - Christel lamt ir Predir 14 . 6 . 0 . 8 . 5 >. 7 6 12 6V2 ,. 4 5 9 . 10 6 .. 7 .. 7 .. 6 .. 7 .. 6 .. 0 B'/z 3/z .. 8 .. 6 .. 6 .. 4 4/2 die Inanspruchnahme des Notenbankkredits entsprechend dem zu diesem Zeitpunkt üblichen erhöhten Geldbedarf sehr stark gewesen, doch hält sich die kräftige Entspannung, die in einer Zunahme der gesamten Kapitalanlage der Reichsbank um 864,0 auf 5781,3 Mill. Mark zum Ausdruck kommt, durch- Mast, reichliche Fütterung Tieren, um mehr Fleisch, oder Milch zu gewinnen. lich, daß sich auch im Juli die gewisse Schönwettertendenz des bisherigen Sommers noch behauptet und daß erst zum Spätsommer, vielleicht in Gestalt eines frühen Herbstes, der Himmel sein Gesicht von Grund auf ändert. Einige unfreundliche Spezialitäten hält auch der Juli im Hintergrund: so zum Beispiel eine ausgeprägte Regenperiode, die, nach Statistiken betrachtet, vielfach in der letzten Dekade auftritt. Sie pflegt sich allerdings als „subtropischer Regen" mehr im Süden und Südosten des Reiches auszuwirken, kann aber auch die Witterung des ganzen Reichs beeinflussen. Aber diese Regenperiode ist erfreulicherweise nur zu 60 v. H. wahrscheinlich, während dafür der Hundstagebeginn nach dem 20. Juli weit mehr interessiert. Allerdings sind die Hundstage in den letzten Jahren ausgeblieben, jedenfalls gab es keine „Hundehitze", aber es kann ja sein, daß der Sommer in diesem Jahre mit dieser berühmten Spezialität um so gründlicher aufwartet, als er überhaupt eine Vorliebe zu besonderer Wärme besitzt. de- ustri. 0,754 42,03 0,165 47,10 55,05 47,10 12,33 5,455 9,59 137,18 13,09 ingenbfl ruf Tel» ilterblent bholer l Kurszettel der Berliner und Iranksurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschloßenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 o. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Accumulatoren-Fabrik.... Aschaffenburg Zellstoff.... Bemberg............... Bekula................. Buderus Elsen........... Gement Heidelberg....... Gement Karlstadt........ Gontt Gurnrnt........... Daimler Motoren........ Dessauer Gas ........... Deutsche Erdöl.......... Deutsche Gold- und Silber Deutsche Linoleum....... Elektrische Lieferungen.... Elektrische Licht und Kraft. I. G. Farben-Jndustrie ... Selten & Guilleaume..... Gesfürel................ Th. Goldschmidt......... Gritzner Maschinen....... Harpener............... Hoesch Eisen............. Philipp Holzmann....... Ilse Bergbau............ Ilse Genüsse............ Kali Aschersleben........ Klöcknerwerke ........... i srd «K etm p i K i untei an bei Palni> Mu; hervor' ng her 1 Rus M.) Oie Heichsbank am Halbsahresultimo. DNB. Berlin, 2. Juli. Zum 30. Juni 1937 ist । schon >' (orten t i, d°ß J lieg1,1, mm«* viel nie, Klimas^ l W 1 ■füllen si-W-d [»ine6 2 «in» ?s 5-5 w ter- berliner Handelsgesellschaft . 6/x 'mmerz. und Privat-Bank... 6 putsche Diskonto............ 5 Tcesdner Bank..............4 Kohlen von Fischer Gießen, Alicenstraße 42—44, Telefon 3172 und 3176 Hier abschneiden! Kokswerke und Chemische Fabrik 7 Lahmeyer..................6 Mainkraft................. • 4 Mannesmann............. 4'/2 Mansfelder Bergbau......... 7 Metallgesellschaft............. 6 Orenstein & Koppel..........0 Rheinische Braunkohle....... 12 Rheinische Elektro............6 Rheinstahlwcrke..............6 Rheinisch-Westfälische Elektro .. 6 Rütgerswerke ...............7 Salzdetfurth Kali............ 6 Schuckert & Go............... 7 Schultheis Pahenhofer........4 Siemens & Halske........... 9 Süddeutsche Zucker.......... 10 Vereinigte Stahlwerke......4'/r Westdeutsche Kaufhof......... 0 Westeregeln Alkali............ 4 Zellstoff Waldhos............ 6 Otavi Minen...............0,6 inntaj ittroodi 8. Juli Auch die zweite Börsenstunde brachte keine Aen- derung der Tendenz, ebenso hielt sich das Geschäft in engen Grenzen. Die Kurse schwankten nach beiden Richtungen um etwa 0,25 bis 0,50 v. H., wobei Rückgänge überwogen. Hoesch 124,50 nach 125, Bemberg 139 nach 139,65, Verein. Stahl 118,75 nach 119, Deutsche Erdöl 148,75 bis 149 nach 149. Von päter notierten Werten ermäßigten sich RWE. auf 131,75 (133,65), andererseits stiegen Feinmech. Jet- ter auf 104,75 (103). Am Kassamarkt zogen Faber & Schleicher auf 102 (99) an, ebenso waren Ettlin- ger Spinnerei gesucht. Von Renten bröckelten Altbesitz auf 126,30 nach 126,50, Kommunal-Umschuldung auf 94,15 nach 94,20 und Wiederaufbauzuschläge auf 79,25 (79,40) ab. Nachfrage verblieb für Industrie-Obligationen mit plus 0,25 bis 0,50 v. H., aber 1951er Verein. Stahl 99,65 (99,90). Goldpfandbriefe und Kommu- nal-Obligationen bei Materialmangel unverändert, Liquidationspfandbriefe zumeist 0,13 v. H. fester. Auch Stadtanleihen gewannen überwiegend 0,25 v. H. Im Freiverkehr wurden genannt: Adlerwerke Kleyer 113,75 bis 115,75, Wayh & Freytag 148,50 bis 150,50, DDM. 168,50 bis 170,50, Pokorny 141 bis 143 nach zuletzt 144 bis 146, Frankfurter Handelsbank 60 ex. Dio. — Tagesgeld weiter erleichtert auf 2,50 (2,75) v. H. Abendbörse freundlicher. An der Abendbörse war die Zurückhaltung etwas gelöst, da die Londoner Besprechungen durch den deutsch-italienischen Vorschlag zuversichtlicher beurteilt wurden. Vom Publikum lagen größere Kaufaufträge nicht vor, die Kulisse sah sich aber zu einigen Rückdeckungen veranlaßt, so daß die Haltung im ganzen etwas freundlicher war und gegen den Berliner Schluß überwiegend leichte Kursbesserungen eintreten konnten. Don Montanpapieren erholten sich Vereinigte Stahlwerke auf 119,25 (Berlin 118,75), Klöckner und Mannesmann notierten unv. 137 bzw. 122, ebenso Buderus mit 128. Von Maschinenaktien stiegen MAN. auf 133,75 (133) und Rheinmetall auf 148,75 nach 148 in Berlin, jedoch 149,50 in Frankfurt, Moenus 118,75. In der chemischen Gruppe wurden IG. Farben mit 165,25 (164,90) lebhafter umgesetzt, Goldschmidt 147,50 (147), Scheideanstalt unv. 262. Elektropapiere kamen behauptet zur Notiz, Licht & Kraft 152, Schuckert 169,50, Bekula 164, Gesfürel 150. Im Freiverkehr hatten Adlerwerke Kleyer mit 115 (115,75) etwas Geschäft. Der Rentenmarkt lag ruhig bei behaupteten Kursen, Reichsbahn-Vorzugsaktien 126.40, 6 v. H. IG. Farben 131,50, Kommunal-Umschuldung 94,15 bis 94,20. Frankfurter Obst- und Gemüsemarkt. Frankfurt a. M., 2. Juli. Am Gemüse- markt war das Angebot überwiegend reichlich, gering jedoch von Spinat, Tomaten und Wirsing. Geschäft befriedigend, Preise im ganzen kaum verändert. Für Bohnen etwas rückläufig. Blumenkohl 100 St. 20 bis 60 RM., grüne Bohnen 50 kg 22 bis 30, do. gelbe 25 bis 28, Erbsen 50 kg 20 bis 25, Gurken 100 St. 15 bis 40, Einmachgurken (Kasten) 100 St. 8.00, Karotten 100 Bdl. 5 bis 7, 50 kg 14 bis 15, Kohlrabi 100 St. 4 bis 7, Rettich 100 St. 5 bis 12, Rote Rüben (Bdl) 100 St. 5.00, Kopfsalat 100 St. 5 bis 14, Spinat 18 bis 20, Tomaten 50 kg 38 bis 43, Weißkraut 50 kg 7 bis 8, Wirsing 50 kg 14 bis 15, Zwiebeln mit Schlotten 100 Bdl. 5 bis 7, andere Zwiebeln 8,75 bis 9,50 ital. Am Obstmarkt kam nur noch geringes Angebot von Erdbeeren an den Markt, die Ernte ist so gut wie abgeschlossen. Gute Zufuhren blieben für Johannisbeeren, Himbeeren und Kirschen. In Stachelbeeren und Heidelbeeren waren sie etwas schwächer. Geschäft bei kaum veränderten Preisen lebhaft. Aprikosen 50 kg 33 bis 40 ungar., Bananen, Kiste 12% kg netto, 6,50 Kam., Erdbeeren I 50 kg 40 bis 45, II 32 bis 36, III 28 bis 30, Heidelbeeren 50 kg 30 bis 32, Garten-Himbeeren 35 bis 40, rote Johannisbeeren 16 bis 20, rote Kirschen 25 bis 35, Cienos Aires . krüfsel....... o be Janeiro P'len........ -tpenhagen... Drnzig....... irmdon....... b'istngfors.... Holland *.*.7.7, Jahr 1936 — in denen der Juli an Launenhaftigkeit mit dem April und an Kühle mit dem Mai konkurrieren konnte. Wenn also auch die grundsätzliche Neigung des Juliwetters eine günstige Form besitzt, so ist doch mit verhältnismäßig vielen Ausnahmen zu rechnen und namentlich scheint da der allgemeine Sommercharakter eine wesentliche Rolle für die spezielle Wetterform des Juli zu spielen. In diesem Sommer sind die Ueberlegungen besonders schwierig, weil der Sommer 1937 bis auf den letzten Junitag eigentlich außerhalb der Reihe verlauft. Nicht nur der Mai, sondern auch zwei Drittel des Juni haben an sonstigen Erfahrungen gemessen, überraschend viel schön Wetter und Wärme gebracht. Der Juni brachte zwar in seinem Verlauf eine starke Abkühlung mit viel Regen, aber auch diese fahrplanmäßige „Schafskälte" des Juni war von schönen Tagen durchsetzt. Die Erfahrungsregel von einem Ausgleich in der Natur, indem also auch im Sommer nach vielen schönen Tagen schließlich eine endlose Reihe Regentage folgt, ist durchaus nicht so schematisch anzuwenden, als ob man nun vom Juli Schlechtes erwarten müßte. Es ist sogar wahrschein- Matzliebchen, Vellis, Frühjabrs- blüher im Garten, durch Aussaat im Juni gezogen. Beliebte Kin- derblume. Name kommt von dem alten Brauch, durch das Abzupfen der Blütenblätter das Maß der Liebe zu „messen". Matznehmen, das Festlegen der verschiedenen Körpermaße zur Anfertigung eines Bekleidungsstückes. ' Die wichtigsten Mähe find Oberweite, die über die Brust gemeßen wird, Hüftweite, die über die stärkste Stelle gemeßen wird vordere Länge, erst vom Hals vis zum Gürtel und dann bis zum Rocksaum, hintere Länge ebenso. Die Armellänge mißt man oei leicht gebeugtem Arm erst bis zum Ellenbogen und dann bis zum Handgelenk, die innere Ärmellänge vom Armloch bis zum Handgelenk die Achsel mißt man vom Hals bis zum Ärmeleinsatz. wesentlich unter der diesjährigen Beanspruchung. 3m einzelnen haben die Bestände an Handelswech- el und Schecks um 793,9 auf 5262,0 Mill. Mark, an Lombardforderungen um 10,2 auf 54,6 Mill. Mark und an Reichsschatzwechseln um 59,8 auf 60,8 Mill. Mark zugenommen. Die Bestände an deckungs- ähigen Wertpapieren stellen sich unverändert auf 104,2 Mill. Mark, die an sonstigen Wertpapieren »ei einer geringen Zunahme auf 299,8 Mill. Mark. Die Abnahme der sonstigen Aktiven um 14,0 auf "16,2 Mill. Mark steht mit dem erhöhten Umlauf an Rentenbankscheinen in Verbindung. Eine gewisse Minderung erfährt die starke Anspannung des No- enbanksta'tus durch den Umstand, daß ein erheblicher Teil der beanspruchten Mittel auf Girokonto tehengeblieben ist. Insgesamt haben die Girogut- n oben, um 174,4 auf 880,3 Mill. Mark zugenorn- nen, wobei die öffentlichen Guthaben einen Rückgang aufweisen, während die privaten aus Liqui- iitätsgründen erwartungsgemäß stärker anzogen. Un Reichsbanknoten und Rentenbankscheinen zu- ummen sind 583,5 Millionen Mark in den Ver- !
8tr,Ö9 Bekanntmachung. Der nächste Viehmarkt in Gießet findet statt: Dienstag, den 6. Juli 1937: Rindvieh- (Nutzvieh-) Markt. Auftriebszeit von 7.30 bis 8.30 Uhr vormittags. Sämtliches Vieh wird gegen Maul- und Klauenseuche schutzgeimpft. Für Zuchttiere ist das erforderliche Zeugnis über die Blutuntersuchung (Banginfektion) mitzuführen. 4491C Nächster Schweinemarkt: Mittwoch, 28. Juli 1937. Gießen, den 3. Juli 1937. Der Oberbürgermeister. Ritter. macht, da sich sonst der ganze Fuß verdickt. Maul» und Klauenseuche. Ansteckende Krankheit der Klauentiere (Rinder, Pferde, Schweine, auch Wild), die kenntlich ist an geschwürig zerfallenden Bläschen im Maule, an den Klauen und am Euter. Kann ausnahmsweise auch auf den Menschen übertragen werden, und zwar durch ungekochte Milch, auch durch Butter und Käse. Sie stellt im Gegensatz zu der Mundfäule der Kinder ein schweres Krankheitsbild dar, ist bei Kindern sogar lebensgefährlich. Anzeichen: Hohes Fieber, Bläschen nicht nur im Munde, sondern auch an den Finger- und Zehennägeln, an den Geschlechtsteilen und am After, Brechdurchfall. Vorbeugung: Vorsichtig mit dem Genüsse von roher Milch. Behandlung nur durch den Arzt. Maulbeerbaum, wird auch in Deutschland im Zusammenhang mit der Seidenraupenzucht angepflanzt, da seine Blätter das Futter der Raupen abgeben. Die Aufzucht von Maulbeerbäumen und -sträuchern wird sehr gefördert. Das Holz des Maulbeerbaumes wird zu Drechslerarbeiten verwendet. Maulbeerseide, Bezeichnung für weiße chinesische Seide. Maulesel, Kreuzung von Pferdehengst und Eselstute, Maultier dagegen Kreuzung von Eselheugst und Pferdestute. Maulwurf, kleines Säugetier, dessen Schaden oder Nutzen um- Cin gutes Bett — gesunder Schlaf. “nb. Metallbetten van Hauser sind gut — rtchtig gefedert, stabil ge- baut, leicht zu reinigen. Metallbetten gibt es bei Häuser in nieten arten für Kinder und Erwachsene. Alle sind sie schön, alle sind sie dauerhaft und dabei so preiswert. J. B. Häuser, Gießen, am Oswaldsgarlen, Fernsprecher 2145/2146. Mauersalpeter, Mauersraß, in feuchten Räumen eine das Mauerwerk zerstörende Bildung von Salpetersäure, die sich mit dem vorhandenen Kalk zu Kalksalpeter verbindet. Die Räume müssen gut gelüftet und getrocknet werden. Der Salpeter wird mit Wasser abgebürstet, bis kein Mauerausschlag mehr auftritt. Mauerschwalbe, Mauersegler, meist in den Städten nistende Schwalbenart, die im Gegensatz zur Hausschwalbe eine dunkle Unterseite hat. Mauke, Fußhautentzündung bei Pferden und Rindern, die ärztliche Behandlung notwendig Fatal* V. Miller Gießen, Frankfurter Str. 34, Ruf Nummer 2674 4494 A Wieder ist eines der vielen sich im Bau befindlichen Eigenheime fertiggestellt zu dessen Besichtigung wir am 4. Juli, von 10 bis 18 Uhr, freundlichst einladen Deutschlands größte Bausparkasse Gemeinschaft der Freunde „Wüstenrot“ in Ludwigsburg Bisher für 18000 Eigenheime über 250 Millionen RM. zur Verfügung gestellt Wieseck. Schulstraße 7. 3770 v Tel. 3075. Geschättsdrucksachen Rechnungen Briefbiatter Briefumschlag« Postkarten Geschäfts karten bei Brühl. Schulstr.7 Lorbach bei Äüdinqen Gießen, Frankfurter Str. 94 4. 3uH 1937 Betr.:. Gemeindefinanzstatistik; hier: die Veröffentlichung von Ausweisen über die Einnahmen und Ausgaben der Gemeinden und Gemeindeverbände. 4503C Bekanntmachung. Die Finanz- und Kassenlage der Stadt Gießen für das 2. Halbjahr 1936 Rj. ist als ausgeglichen zu bezeichnen. Bei regelmäßigem Steuereingang konnten sämtliche Ausgabeverpflichtungen erfüQt werden. Die vorhandene Stetigkeit in der Finanzentwicklung hat angehalten, irgendwelche Erschütterungen, die evtl. Fehlbeträge verursachen könnten, sind nicht eingetreten. Gießen, den 1. Juli 1937. Der Oberbürgermeister. Ritter. »SCHWARZ» WEISS Hersteller; P. Jot. HUBS, Seifenfabriken, chemische Abteilung, GIESSEN Die fotopeitozoMei lädt ein zum Missisnsfesl auf dem Gleiberg am Sonntag, dem 4. Juli 1937. Beginn 14.80 Uhr. 4617D Mattieren, das Glanzlosmachen von glänzenden Gegenständen durch Beizen mit Säure oder durch Behandlung mit einem 3 XtfA Am 4 ZA w