Ur. 101 Erstes Blatt 187. Jahrgang Montag, 3. Mai 1937 Lrlcheim täg Md), autz« Sonntags und Feiertags Beilagen: Vie 3Uu|trierte Gießener Familienblättet Heimat im Bild Die Schotte DloMats-Beingsprets: Mil 4 Beilagen RM.i.9S Ohne 3Huftrierte . 1.80 Zustellgebühr .. . - 25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Henrsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Siesten Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen OruL und Verlag: vrühl'jche UntversUStt-vuch- und Steindruckerei R. Lange in Gietzeiu Schristteitung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7 Annahme oon Anzeigen für die Mittagsnummer bis8'/.Uhr des Dormittags Grundpreise für I mm Höhe für Anzeigen oon 22 mm Breite 7 Rpf.. für Text- anzeigen von70mm Breite 50 Rpf..Platzvorschrift nach vorh Dereinbg.25"/„ mehr. ErmShigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf »Familienanzei- gen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Wir leben wieder! Die Tage des Maifestes find vorüber. Die Millionen des schaffenden Deutschland sind an ihre' Werkplätze in Kontor und Fabrik zurückgekehrt, und der Rhythmus ihrer Arbeit scheint noch schneller geworden zu sein. Denn das ist wohl das Beste, was wir von diesem Staatsfeiertag, der zugleich ein Fest ungezwungener Volksgemeinschaft war, mit nach Hanse genommen haben: Daß er uns neue Kraft gab, die Aufgabe zu meistern, vor die jeder einzelne von uns gestellt ist. Der Appell des Führers enthielt keine Richtlinien für bestimmte Sondergebiete unserer Wirtschaft, die wir noch nicht gekannt hätten, er stellte keine neuen Grundsätze politischer oder moralischer Art in den Vordergrund, die wir uns noch nicht zu eigen gemacht hätten. Und doch klang in der Rede des Führers wie überhaupt in dieser ganzen Gemeinschaftsfeier e i n neuer Ton an, ein Ton, der bei den früheren nationalsozialistischen Maifesten bereits hörbar war, der sich aber nun mehr und mehr zur beherrschenden Melodie unseres völkischen Daseins entwickelt. Wir meinen den selbstverständlichen Stolz auf den eigenen Wert, wir meinen das gesunde Selbstbewußtsein, das die Bewährung im Arbeitskampf verleiht, wir meinen die unbefangene Freude, mit der wir den uns zustehenden Anteil an den Schönheiten dieser Welt genießen, wir meinen jenes herrliche Gefühl, das aus dem Jubelruf des Leiters der Deutschen Arbeitsfront sprach: Wir leben wieder! Selten zuvor ist die Empfindung, daß das deutsche Volk nun wirklich wieder auferstanden ist, so deutlich in uns gewesen wie an diesem 1. Mai. Es bedarf keiner verstandesmäßigen Ueberlegung, um das festzustellen. Es bedarf keines Vergleichs mit den Zuständen im Ausland, etwa mit der vom Reichtum eines Weltstaates gesättigten englischen Hauptstadt, wo die Omnibusschaffner das neue Arbeitsjahr durch einen großen Derkehrsstreik feierlich einwoihten, etwa mit der Hauptstadt der französischen Republik, wo millionenschwere rote Gewerkschaftsführer am 1. Mai die Massen zur Demonstration des inneren Unfriedens des Klassenhasses auf die Straße trieben, etwa mit den roten „Hauptstädten" Spaniens, wo man der Bedeutung dieses Frühlingstages durch eine Serie neuer Mordtaten und Menschenjagden gerecht zu werden versuchte, oder etwa mit der Metropole der jüdischen Weltmachtinteressen, mit Moskau, wo unter Reden des Hasses und der Verwünschungen die neuen Rotarmisten als Soldaten der Weltrevolution vereidigt wurden, — mit all diesen Vorgängen, mit keinem Ort und keinem Geschehnis auf der weiten Erde bedarf es eines Vergleiches, um die Ueberlegenheit des sozialistischen Aufbaues im Dritten Reich, um den unvergleichlichen Erfolg unserer vierjährigen Wirtschaftsärbeit zu beweisen. Es genügt dazu der Blick auf die sichtbaren Werke des Verkehrs, der Industrie, der Landwirtschaft, die überall in deutschen Landen entstehen, es genügt, daß jeder sich einmal umsieht im Kreise seiner Mitmenschen, seiner Familie, seines Betriebes, seiner Organisation, es genügt, daß jeder einmal in sich selbst hineinhorcht, um zu erkennen, daß wir alle, du und ich und der Führer und die ganze Nation, nun in Wahrheit er st begonnen haben zu leben. Gelöster aber nicht lockerer, freier, aber nicht disziplinloser, entspannter aber darum nicht leichtfertiger als sonst war die Stimmung, die über den Riesenversammlungen während der Festrede des Führers lagerte. Und der Führer selbst ließ erkennen, daß ihm das Werk der vergangenen vier Jahre froher und glücklicher gemacht hat. Mit einem souveränen Humor ging er über die allzu menschliche Schwäche der Ewig-Gestrigen in unserem Volk wie über die Beschränktheit mancher fremder Politiker hinweg, um dann mit einem umso herzlicheren Appell sein deutsches Volk, seine große deutsche Gefolgschaft zu bitten, auch weiterhin mitzuschaffen an den Aufgaben, die das Schicksal der jetzt lebenden Generation zugewiesen hat. Fürwahr, die alten Anschauungen und Sinndeutungen des Lebens, mit denen sich die Menschen jenseits unserer Grenzpfähle noch herumplagen wie einst bei uns, sind heute in Deutschland versunken und vergessen. Der Führer brauchte sich mit ihnen nicht mehr auseinanderzusetzen, sondern es genügte ihm eine kurze Rundschau auf die umgebende Welt, um den Blick der Nation umso fester und sicherer auf die Zukunft zu lenken. Im unbestreitbaren und unerschütterlichen Besitz einer gemeinsamen Idee, im Angesicht einer unverlierbaren Wehrfreiheit und Arbeitsfreiheit dürfen und sollen wir nun auf jeden Streit der Theorien und Ideologen verzichten, können und sollen wir alle Energien einsetzen für jene praktischen Ziele, die sich aus der naturgegebenen Lage unseres Volkes und feines Raumes, aus der natürlichen Beschaffenheit unseres Bodens und seiner Schütze ergeben. Der Vierjahresplan ist deshalb das SÄchwort für die Arbeitsoffensive der nächsten Jahre. Der Führer hat uns dem Leben dem großen, freien, tätigen, ernsten und fröhlichen Leben wiedergegeben. Nun wollen wir erneut das Leben anpacken, wie es das Schicksal befiehlt. Ev. Reichsaußenminister Frhr. v Neurath nach Nom abgereist. Berlin, 2. Mai. (DNB.) Der > Reichsminister des Auswärtigen, Freiherr dh Neurath, hat seine Reise nach Rom angetreten. In seiner Begleitung befinden sich der Botschaftsrat von Bismarck, die Vortragenden Legationsräte von Kotze und H e i m b u r g sowie der Legatisns- sekretär von M a r ch t h a l e r. Der italienische Botschafter in Berlin, A11 o l i c o, begleitet den Außenminister nach Rom. Zur Verabschiedung hatte sich Staatssekretär von Mackensen mit einigen Oie Wahrheit über Guernica seht sich durch. Französische Journalisten stellen an Ort und Stelle die Schuld der bolschewistischen Mordbrenner an der Zerstörung der Stadt fest. Paris, 2. Mai. (DNB.) Die ungeheure Lügenpropaganda wegen der angeblichen Bombardierung von Guernica durch deutsche Flugzeuge wird nun endlich, auch in der Weltöffentlichkeit durch die wahren Geschehnisse widerlegt. So berichtet das „Echo de Paris" auf Grund einer Besichtigung von Guernica und Durango durch ausländische Pressevertreter, daß die panischen Bolschewisten in Durango vor ihrem Rückzug 54 Personen ermordet haben, darunter vier Priester. Kein einziges Haus ei der Plünderung und der Brandstiftung entgangen. Die Sprengkolonnen der Bolschewisten hüben, wie von den Pressevertretern fest- gestellt werden konnte, bevor sie die Stadt aufge- geben haben, alles in die Luft gesprengt. In Guernica haben die Bolschewisten 8 2 P e r- onen ermordet, darunter ebenfalls mehrere Priester. Ein Sondervertreter der Agentur Havas erwähnt, daß Offiziere des Generalstabes des Generals Mola die ausländischen Journalisten nach Guernica geführt und ihnen die Besichtigung der Trümmer erlaubt haben. Sie haben feststellen können, daß sämtliche Mauerreste keine Spuren von Bomben splittern tragen, daß dagegen aber die Fenster von Rauch und Feuer geschwärzt sind. Die Journalisten hätten überhaupt nirgends Bombeneinschläge feststellen können, wodurch bewiesen wird, daß das Feuer der Stadt nur a u f Brand st iftung zurückgeführt werden könne. Einige Häuser, die aus Eisenbeton errichtet und nicht verbrannt waren, seien völlig mit Benzin und Petroleum begossen worden. Spuren seien noch vorhanden. Bombeneinschlagstrichter aber seien trotz der eingehendsten Untersuchungen durch die Journalisten in der Stadt nicht gefunden worden. Der „Jour" veröffentlicht ein Bild der brennenden Stadt Guernica und meldet unter der dreispaltigen Schlagzeile: „Guernica ist, durch Feuer, nicht durch Bomben zerstört worden". Im Lause ihrer sorgfältigen Besichtigung haben die ausländischen Journalisten weder Spuren noch Einschlagslöcher gefunden. Dagegen haben sie zahlreichen Spuren der von den Bolschewisten angelegten Brandherde entdeckt. Trotz aller Versicherungen aus Bilbao und trotz aller Schilderungen der englischen Presse ist Guernica nicht durch die nationalen Flieger bombardiert, sondern oon den Bolschewisten eingeäschert worden. Auch der Sonderberichterstatter des „Journal", der selbst in Durango und Guernica gewesen ist und die Ruinen eingehend untersucht hat, meldet, daß Guernica nicht durch Flugzeugbomben vernichtet wurde, sondern daß es die Bolschewisten waren, die die „Stadt mit eigener Hand angezündet haben". Von den rund 90 v. H. zerstörten Häusern von Guernica seien überhaupt nur drei oder vier Häuser, die Spuren von Kugeln aufweisen. Der Berichterstatter der aus seinen Kriegserfahrungen bei Arras genau die Wirkung von Flugzeugbomben kennt, hat keinen einzigen Bombentrichter entdecken können. Die von ihm gezählten Trichter seien einwandfrei von Sprengminen verursacht worden, durch die die Bolschewisten die Straßen nach ihrem Abzug unbrauchbare machen wollten Lugen haben kurze Seine. DasReuterbüro mutz sich erneutberichtigen. London, 1. Mai. (DNB.) Reuter meldet aus Bilbao: Es wird amtlich bestätigt, daß am Donnerstag 1500 Deutsche in San Sebastian gelandet seien. Die Bevölkerung fei durch Sirenen gezwungen worden, daß in die Keller zu begeben, um die Landung nicht sehen zu können. Das Deutsche Nachrichtenbüro stellt dazu fest, daß es sich bei dieser „Nachricht" wieder einmal um eine vom Anfang bis zum Ende erlogene Hetzmeldung handelt. Sie ist eine der plumpen Lügen jener internationalen Kriegshetzer-Vereinigung, deren Mitglieder offenbar auch in einigen englischen Zeitungen sitzen. Als ein Zeichen besonderer Niedertracht muß gewertet werden, daß man dieses Lügenprodukt als von einer „amtlichen" Stelle in Bilbao bestätigt in die Welt schickt, das heißt also, man zieht die bolschewistischen Mordbrenner als „amtliche Nack- richtenguelle" heran, um das deutsche Volk wie so oft in letzter Zeit aufs Neue in Übel st er Weise zu verdächtigen. Jeder anständige Mensch wird hier nur sagen können, daß es eine Schande für die zivilisierte Welt ist, daß man diesen schamlosen Brunnenvergiftern noch immer nicht das Handwerk gelegt hat. Ihr Ziel ist klar: Kriegshetze um jeden Preis, Kriegshetze bis zum Aeußersten. Reuter veröffentlicht am 2. Mai das Dementi des DNB. zu der Behauptung, daß 1500Deutsche in San Sebastian gelandet sein. Reuter fügt hinzu, daß der Bericht aus amtlichen baskischen Quellen stamme und von keiner Seite unterstützt worden sei. Man habe die Loyalität Deutschlands in der Einhaltung seiner Verpflichtung, die weitere Entsendung von Freiwilligen zu unterbinden, niemals in irgendwelchen d c r a n t ro o r 11 i tf) e n Greifen außerhalb Spaniens in Frage gestellt. — Das Reu- terbüro stellt damit loyal richtig, was es gestern ohne Prüfung aus einer sehr dunklen Quelle berichtet hat, die schon mehrfach zu erheblichen Beanstandungen Anlaß gab. Oer Kreuzer „Gfpatta" auf eine Mine gelaufen. Salamanca, 2. Mai. (DNB.) Der nationale Sender Salamanca teilt mit, daß der Kreuzer „E s p a n a" im Nebel auf eine Mine auf» gelaufen ist. Trotzdem beherrscht, so heißt es in dem Funkbericht weiter, die nationale Flotte die Küsten des Cantabrischen Meeres und des Mittelländischen Meeres wie bisher. Die nationale Marine habe bisher 50 große Schiffe aufgebrach t, die über 100 Geschütze, über 100 Flugzeuge, Flugzeugmotoren, 100 000 Gewehre, 19 000 Fliegerbomben und 20 000 Schuß Artilleriemunition an Bord hatten. Außerdem habe sie den bolschewistischen Zerstörer „F e r n a n d e z" v e r s en k t und mehrere Küstenwachboote in ihren Besitz gebracht. Oie Maifeiern der Anderen. Berlin, 2. Mai. (DNB.) Während das natio=' nalsozialistische Deutschland am 1. Mai den Nationalen Feiertag des deutschen Volkes im Geiste der Volksgemeinschaft und in Dankbarkeit gegen den Führer allenthalben festlich beging, standen die Maifeiern im Ausland zum Teil noch im Zeichen der Parteizerklüftung und des Klassenhasses. In Frankreich, wo der 1. Mai vor einigen Tagen von der Regierung zum amtlichen Feiertag erklärt wurde, wurde allgemein Arbeitsruhe beobachtet, teils freiwillig, teils durch Streiks. Nach der Mittagsstunde sammelten sich die marxistischen Gewerkschaften zu zwei Zügen, die sich später auf der Place de la Nation trafen und sich gemeinsam nach Vincennes bewegten. Dort hielten die Gewerkschaftsführer I o 'n h a u x und Raynaud Ansprachen, die über die staatlichen Sender verbreitet wurden. Auch in der Provinz fanden überall Maikundgebungen der Gewerkschaften statt, die, soweit bisher bekannt, ohne Zwischenfall abliefen. In London faijfo im Hyde-Park eine Massenversammlung statt, die von den englischen Linksparteien einschließlich der Kommunisten sowie den marxistischen Gewerkschaftlern veranstaltet wurde. Wie zu erwarten, nahmen Hunderte von streikenden Londoner Autobusführern an der Kundgebung teil. Die Kundgeber führten zahlreiche rote Fahnen mit sich, fangen die Internationale und begrüßten die Zuschauer mit erhobener Faust. Es wurden von verschiedenen Rednern Ansprachen gehalten, darunter auch von dem berüchtigten Dean von Canterbury. In Warschau demonstrierten am 1. Mai die marxistischen und jüdischen Parteien durch Umzüge. Im jüdischen Stadtteil kam es zu Zusammenstößen mit kommunistischen Gruppen. Aus der Menge oder auch aus einem Fenster fielen Re- volverschüsse. Fünf Personen sind verwundet worden. Außerdem wurden noch Personen durch Bomben verletzt, die von unbekannter Seite zur Explosion gebracht worden waren. In den größeren Städten Polens kam es zu Zusammenstößen zwischen Sozialdemokraten und Kommunisten bzw. zwischen nationalistischen und jüdisch-marxistischen Verbänden. Die Polizei konnte ernsthafte Ruhestörungen verhindern. Auch in der Tschechoslowakei wurde der 1. Mai mit Umzügen, Kundgebungen und Volks- Versammlungen begangen, auf denen Vertreter der verschiedenen politischen Parteien in tschechischer, slowakischer, deutscher und ungarischer Sprache Reden hielten. Die Versammlungen und Umzüge sind, abgesehen von einigen unbedeutenden Zwischenfällen, die zur Auflösung der betreffenden Versammlungen führten, durchweg störungslos verlaufen. — In Buenos Aires bewarfen marxistische Strolche ein deutsches Geschäft, das zur Feier des Nationalen Feiertages des deuffchen Volkes die Hakenkreuzflagge gehißt hatte, mit Steinen. — In Mexiko mußten die Umzüge der verschiedenen marxistischen Gewerkschaftsverbände sorgfältig getrennt gehalten werden, um Zwischenfälle zu vermeiden. Jüdische Störungsversuche in Wien. Wien, 2. Mai. (DNB.) Die in Wien lebenden Reichsdeutschen hatten anläßlich des Nationalen Feiertages des deutschen Volkes allenthalben von ihrem Recht Gebrauch gemacht, die Hakenkreuzfahne neben der österreichischen Fahne zu zeigen. Die in Wien lebenden Juden versuchten verschiedentlich dagegen zu demonstrieren. Sie hatten aber wenig Erfolg, da die deutsch empfindende Bevölkerung die Fremdstämmigen, über deren Anmaßung ihr immer mehr die Augen aufgehen, sehr energisch in die Schranken verwies. Zu einem bedauerlichen Zwischenfall kam es aber in Grinzing, einem Vorort Wiens. Drei jüdische Studierende und ein jüdischer Arzt versuchten sehr „mutig" im Schutze der Nacht durch die Wohnung des Pförtners in die Räume des Wiener Vertreters des Scherl-Verlages einzubrechen, um die Hakenkreuzfahne zu entfernen. Da es ihnen nicht gelang, in die Wohnung einzudringen, warfen sie mit faustgroßen Steinen die nach der Straße zu gelegenen Fenster ein unter wüsten Beschimpfungen gegen das nationalsozialistische Deutschland. Die Täter konnten festgenommen werden, wurden nach Fesfftellung ihrer Personalien aber wieder entlassen. Die deutsche Gesandtschaft wird selbstver- stündlich die notwendigen Schritte unternehmen, damit derartige jüdische Strolche mehr im Zaum gehalten werden. Oie Reichstagswahlen inZapan. Oas Kabinett Hayashi bleibt im Amt. Herren des Auswärtigen Amtes sowie der italienische Geschäftsträger eingefunden. — Der deuffchen Abordnung gehören auch die Gesandten Stieme und Aschmann an. Oer Bau des deutschen Gymnasiums in Bromberg unterbrochen. Bromberg, 1. Mai. (DNB.) Die Bromberger Stadtverwaltung hat dem Deutschen Schulverein in Bromberg, der ein neues deutsches Gymnasium baut, Weisung gegeben, sofort d e n Bau einzustellen. Wie die „Deutsche Rundschau in Polen" erfährt, soll die Baukommission der Wojwodschaft AbweichungenvondemBau- plan festgestellt haben. Da es sich aber nur um ganz unbedeutende Abweichungen handelt, hofft das Blatt, daß die Bauarbeiten keine längere Unterbrechung erfahren werden. Der Neubau des deutschen Privatgymnasiums in Bromberg soll schon mit Beginn des neuen Schuljahres am 1. September d e r Benutzung über geben werden, da das nach der Fortnahme sämtlicher deutscher Anstalten bisher benutzte Gebäude nicht mehr den Bestimmungen der Schulbehörden genügt. Die Behörden haben nur gestattet, daß diese alte Schule bis zum Schluß des laufenden Schuljahres den Zwecken des deutschen Gymnasiums dienen darf. Tokio, 2."Mai. (DNB.) Das vorläufige Gesamtergebnis der Reichstagswahl zeigt die absolute Mehrheit der M i n s e i t o - und S e i y u k a i, die 178 bzw. 175 Sitze einnimmt. Der Showakei brachte die Wahl 18 Sitze, der Shakaitaishuto 38, während die Kokumindomei 11, die Tohokai 12, die Unabhängige Partei 25 und Splittergruppen 9 Sitze erhielten. Die bisher aus den Großstädten vorliegenden Ergebnisse zeigen eine sehr starke Wahlenthaltung, die auf die Ausschaltung der Wahlkorruption und mangelndes politisches Verständnis nach der Auflösung des Reichstages zurückgeführt wird. In Tokio nahmen ungefähr 40 v. H. der Wahlberechtigten an der Wahl nicht teil, in Osaka waren es sogar 51 v. H., in Kioto 41 v. H. Die Zeitung „Tokio Asahi Schimbun" schreibt von einem Sieg der unabhängigen nationalistischen Gruppen und Der Sozialisten. Eine gründliche Erneuerung des überalterten Parteiwesens, so heißt es weiter, fei das Gebot der Stunde. Das Kabinett Hayashi hat sich entschlossen, imAmtzu bleiben und den neuen Reichstag zur Mitarbeit aufzufotdern. Der Ministerpräsident Hayashi echielt die kafferliche Zustimmung zur Durchführung seines Regierungsprogramms. Politische Kreise betonen besonders, daß die Wehrmacht d i e Regierung Hayashi unterstützen werde. Der Leitgedanke des Programms, auf Grund dessen die Unterstützung durch die Wehrmacht gesichert wurde, ist die Einordnung des gesamten Volkes in die Landesverteidigung im weitesten Sinne. Die stärkste Zusammenfassung und Förderung aller im Volke vorhandenen Kräfte ist dabei vorgesehen. MiMterprcffi- dent Hayashi betonte, daß seine Regierung d i e Mitarbeit des Volkes an ihrem Erneuerungsprogramm erwarte, wobei die sinngemäße Entwicklung und Anwendung der Verfassung entsprechend der Eigenart des japanischen Staatswesens ein erstes Erfordernis fei. Man erwartet, daß sich der Reichstag etwa int August mit Vorschlägen der Regierung zu befassen haben wird, der eine starke unabhängige Staatsführung sicherstellen soll und hierfür wesentliche Aenderungen der Staatsverwaltung, der parlamentarischen Funktionen und des Wahlgesetzes vorsehe. Des deutschen Volkes Maifeier. Oer deutsche NaNonalfeiertaq ein Fest des Friedens und der Freude, der Einheit und Kameradschaft. „Eine gesunde, stolze und männlicheLugend." Oer Führer spricht im Olympia-Stadion zur deutschen Lugend. 120 000 Hitler-Jun aen, Jungoolkpimpfe und BDM.- Mädel vor ihrem Führer aufmarschiert und bereiteten ihm überwältigende Kundgebungen ihrer Treue und Begeisterung. Auf der Führertribüne hatten sich die Ehrengäste eingefunden. Man sah hier fast die gesamte Reichsregierung, die Reichsleiter der NSDAP., die Mitglieder des Diplomatischen Korps, das Führerkorps der Partei, die Generalität der Wehrmacht und die Amtschefs der Reichsjugendführung. Unterhalb der Führertribüne hatten die italienischen G ä st e der Feiern des 1. Mai — die Journalisten, die Führer der Balilla und die Industriellen — in ihrer schwarzen faschistischen Uniform Platz genommen, die von den Teilnehmern der Kundgebung besonders herzlich begrüßt wurden. Das weihevolle Lied „Aufhebt unsere Fahnen", das von der Jugend gemeinsam gesungen wurde, leitete über zu der Rede des Reichsjugendführers. Er führte u. a. aus: Meine Kameraden, meine Kameradinnen! Jugend Adolf Hitlers! „Euer Anblick erfüllt heute unser ganzes deutsches Volk mit einer stolzen Zuversicht, aber diese Zuversicht und das Vertrauen, das die Millionen deutscher Menschen in Euch setzen, meine Kameraden und meine Kameradinnen, es gründet sich nicht auf Eure Zahl. Nicht weil Ihr viele seid, seid Ihr die Hoffnung Deutschlands, sondern Ihr seid die Hoffnungen unseres deutschen Volkes, weil Ihr in Eintracht und Kameradschaft zusammenhaltet. Unter uns stehen heute die fünfzig Kameraden und Kameradinnen, die als d i e besten deutschen Jungarbeiter dieses Jahres sich aus 1,8 Millionen Berufsrvettkämpfern heraus- und emporgearbeitet haben als die Elite, als der Höch st e Adel unserer Jungarbeiterschaft. Wir ehren in ihnen das gesamte deutsche Arbeitertum. Wir ehren in ihn'en den sozialistischen Gedanken unserer Zeit, den wir, in der größten Jugendgemeinschast aller Zeiten verkörpert haben. Wir wollen uns dieser Zeit würdig erweisen und wollen versuchen, des großen Führers wert zu sein, dessen Namen wir in Ehrfurcht und Dankbarkeit tragen dürfen, indem wir auch in aller Zukunft in unseren Reihen lebendig erhalten dieses starke und mitreißende Gefühl der Zusammenge-- hörigkeit und dieses bedingungslose Bekenntnis zur Leistung, zur Arbeit und damit zu unserem deutschen Volk. Die AeichshauWadl im IeMmukk Ein herber taufrischer Maienmorgen! Silbergrau spannt sich die Wolkendecke des Himmels, um nur vorübergehend einem Stückchen Blau oder einem flüchtigen Sonnenstrahl Raum zu geben. Die Reichshauptstadt strahlt heitere Festlichkeit aus. Der einheitlichen, künstlerischen Formgebung der offiziellen Feierstätten und -Plätze, dem repräsentativen eindrucksvollen Fahnenschmuck des Regierungsviertels, der farbenfrohen Gestaltung der Charlottenburger , Chaussee paßt sich würdig die umfassende Ausschmückung aller Stadtteile durch die Bevölkerung an, die sich naturgemäß in den Hauptstraßen der Innenstadt und insbesondere längs der „Via trium- phalis" vom Lustgarten bis zum Reichssportfeld am reichsten entfaltet. Kilometerweit spannen sich die Girlanden. Frisches Birkengrün leuchtet aus Toreinfahrten und Fenstern. Fahnen über Fahnen! Auch die Botschafts- und Gesandtschaftsgebäude haben aus Anlaß des Deutschen Nationalfeiertages die Flaggen ihrer Länder gesetzt. Ueberall grüßen weit sichtbare Spruchbänder mit den Parolen des festlichen Tages: „Achte den Arbeiter, so ehrst Du Dein Volk", Hilf dem Führer helfen" oder Hier marschieren die Träger der Nation!" Da schon im erwachenden Morgen halb Berlin auf den Beinen ist, ist man auch nicht sonderlich verwundert, bereits um 7 Uhr eine große Menschenmenge vor der Reichskanzlei und in der Wilhelmstraße anzutreffen. Kleine Birkenstämme flankieren die Eingänge zur Reichskanzlei und die Auffahrt zum Propagandaministerium, dessen Front wieder stilvoll geschmückt ist. Girlanden aus Tannengrün umwinden das Gitter der alten Reichskanzlei und den Balkon. Bewegung kommt in die Menge, als die SS.-Männer die Feldmützen mit dem Stahlhelm vertauschen, und wenige Minuten später können die Tausende als erste dem Führer ihren Heilaruß entbieten. Schnell war die Wagenkolonne aber schon den Blicken der Menge entzogen. . Wieder stand am Anfang des Nationalen Feiertages des deutschen Volkes die machtvolle Kundgebung der Hitler-Jugend, in diesem Jahr zum ersten Male imOlympiastadionauf dem Reichssportfeld. In prachtvoller Haltung waren Relchsminisier Dr. Goebbels sprach dann zu der Jugend der Reichshauptstadt und durch den Rundfunk zur Jugend Deutschlands. Deutsche Jungen und deutsche Mädchen! Es ist das fünfte Mal im nationalsozialistischen Reich, daß ihr zum 1. Mai ackfmarschiert seid. Das erste Mal standet ihr am 1. Mai 1933 im Lustgarten, und damals sprach zu euch, zur nationalsozialistischen Jugend, zum ersten, aber auch zum letzten. Male der Reichspräsident Generalfeldmarschall von Hindenburg. Es war uns allen, als wollte er damals der Heranwachsenden deutschen Jugend sein letztes Vermächtnis übergeben, das Testament eines Scheidenden an die kommende Generation. Er prägte damals das Wort: Wer befehlen will, muß gehorchen lernen. In diesen vier Jähren nun, ihr Jungen und Mädchen, habt ihrgehorchen gelernt, und uns alle erfüllt es das Herz mit tiefer Freude, wenn wir euch in eurer stolzen Organisation, die als einzige im nationalsozialistischen Reiche den Namen des Führers trägt, vor uns aufmarschiert sehen. Ihr habt das Vermächtnis Hindenburas wahrgemacht: durch Fleiß, Disziplin, Arbeit und Leistung wachst ihr als junge Generation in das Reich der Deutschen, in den Staat Adolf Hitlers hinein. In diesem Sinne seid ihr auch heute hier aufmarschiert und in diesem Sinne verpflichtet ihr euch wieder zu Volk, Bewegung, Staat und Führer, indem ihr zur Eröffnung des Nationalen Feiertages des deutschen Volkes Führer undNation grüßt mit dem Ruf Mwlf Hitler Sieg-Heil!" Begeistert stimmten die 150 000 in das Sieg-Hell auf Deutschland und seinen Führer ein. Jetzt erklingt der Badenweiler Marsch: Der Führer ist da! Ein einziger, unbeschreiblicher Jubelsturm schlägt ihm entgegen, als er, aufrecht in seinem Wagen stehend, langsam durch das Marathontor auf die Laufbahn des Stadions fährt. Als der Führer dann auf der Ehrentribüne erscheint, begrüßt ihn erneut Begeisterung aus hunderttausend jungen Kehlen. Der Reichs,ugendführer erstattet Meldung: „Mein Führer! Ich melde Ihnen die größte Jugendkundgebung der Welt. Ich melde Ihnen den freiwillig vollzogenen Eintritt von 917 445 Jugendlichen im zehnten Lebensjahr am 20. April d.J.l" Nach dem Lied „Nur der Freiheit gehört unser Leben" und erneut minutenlang aufbrausenden Heilrufen nimmt der Führer das Wort. Meine Jugend! Das deutsche Volk, dessen Jugend ihr seid, feiert an diesem 1. Mai seine Auferstehung als Volk. Was viele Jahrhunderte vor uns ersehnt hatten, ist heute Wirklichkeit geworden. Die nationale Einheit, die wir im Laufe dieser Jahrhunderte mit Blut und Opfern erobern muhten, ist für uns mehr als sie vielleicht für manche anderen Völker sein mag, denen sie leichter gegeben wurde. Wir haben um sie gerungen, haben sie erobert, und wir werden sie nun festhalten für alle Zukunft. Und dafür seid ihr, meine deutschen Jungens und Mädchen, die Garanten. Denn diese Zukunft seid ihr. Deshalb haben wir es uns zur Aufgabe gestellt, unserer Jugend den Gei st der Volksgemeinschaft schon frühzeitig einzuimpfen, in dem Alter, in dem die Menschen noch unverbildet und damit unverdorben sind. Damit ihr sie behaltet, seid ihr von uns zusammengefügt, um in den kritischen Jahren des Lebens nicht auseinander zu streben, sondern äußerlich und auch innerlich für immer beieinander zu bleiben. Es gibt nur ein deutsches Volk, und es kann daher auch nur eine deutsche Jugend geben! (Stürmischer Beifall.) Und es kann nur eine deutsche Jugendbewegung geben, weil es nur eine deutsche Jugenderziehung und Jugendbildung gibt! (Brausende Zustimmung.) Und die Wenigen, die vielleicht noch im Innern irgendwie glauben, daß es doch noch einmal gelingen könnte, das deutsche Volk von der Jugend her beginnend wieder auseinander zu bringen, sie werden sich täuschen. Dieses Reich steht, und es baut sich weiter auf auf seiner Jugend! (Tosender Beifall.) Und dieses neue Reich wird seine Jugend niemandem geben, sondern sie selbst in feine Erziehung und in feine Bildung nehmen! (Beifall.) Wir wollen erstens eine gesunde Jugend! Gesund am Körper und gesund in der Seele. Was wächst in unserem Volke heute für ein wunderbares, gradliniges, gesundes Geschlecht heran! Man kann stolz sein, diese neue deutsche Jugend zu sehen. Sie trägt in sich und auf ihren Gesichtern Lebensfreude, Lebenslust und auch Leben s- aesundheit. Und zweitens: Wir wollen eine stolze Jugend! Sie soll nicht mit gebeugten Köpfen durch die Lande schleichen, sondern sie soll stolz darauf sein, Söhne unseres Volkes, Töchter unseres Volkes fein zu dürfen! (Stürmischer Jubel). Und wir wollen drittens eine männliche I u - gend und wir wollen weibliche Mädchen. Wir wollen eine tapfere Jugend. Wir wollen in der Zukunft nicht die Standhaftigkeit des einzelnen Jungen ermessen nach seiner Trinkfestigkeit, sondern nach seiner Wider st andskraft. (Stürmischer Beifall.) Nicht trinkstark sollt ihr werden, sondern schlaghart und scylagfett. Das erfordert die heutige Zeit. Und daher wollen wir diese Jugend schon früh zum Ertragen von kleinen Opfern, von Härten und Strapazen erziehen. Es wird ihr zugute kommen. Sie wird einmal fest im Leben stehen. Und wir wollen weiter diese Jugend offen erziehen, zu keinerlei Heimtücke, zu keiner Hinterhältigkeit. Sie soll lernen, gerade zu stehen und gerade zu gehen und jedem frei und offen ins Angesicht zu blicken. (Tosender Beifall.) Wir wollen keine Duckmäuser, keine Schleicher und keine Kriecher, sondern wir wollen, daß unsere deutsche Jugend einmal ein offenes und gradliniges Geschlecht ergibt. Sie soll in diesem Sinne höchste Kameradschaft pflegen, sie soll schon in ihren jungen Jahre d.i e Treue üben; sie soll aber vor allem eines wissen: Jeder von euch soll in diesem Staat den Marschallstab im Tornister tragen können, politisch und militärisch! Allein jeder, der einmal irgendwo und irgendwie führen will, muh auch gelernt haben, zu gehorchen. (Beifallssturm.) Niemand kann befehlen, der nicht selbst gehorchen gelernt hat. Niemand könnte befehlen, wenn nicht andere ihm gehorchen würden. Es gibt nicht nur einen Stolz des Befehlens, sondern es gibt auch einen Stolz des Gehorsams, des Glückes, sich hinter einen Wann zu stellen! (Langanhaltender Beifall.) Männliche und gesunde Völker werden diesen Gehorsam als etwas Selbstverständliches empfinden. Es ist nichts anderes, als unsere altgermanische Gefolgschaftstreue, die die Hlänner an Einen kettete bis zum letzten Atemzuge. (Stürm. Beifall.) Aber wir wollen auch, daß ihr eine fröhliche und freudi ge Jugend fein sollt. Ihr sollt nicht mit vergrämten Gesichtern herumgehen, sondern ihr sollt lachend in die Welt hineinblicken. Und ihr habt Grund dazu, denn diese Welt, eure Welt, unser Volk, unser Reich: sie sind schöner geworden, als sie je zuvor waren! (Jubelnde Zustimmung.) Und daher sollt ihr auch diese Schönheit kennenlernen. Ihr sollt und ihr müßt Deutschland kennenlernen, damit ihr es so ganz in eure jungen Herzen aufnehmen und es ganz lieben könnt. So sollt ihr sein und so seid ihr! Und der junge Jahrgang, der mit fast einer Million MW 1 W $ Am Morgen des 1. Mai im Olympia-Stadion. — (Schetl-Bilderdienst-M.) / Reichsjugendführer meldet die angetretenen Formationen dem Führer. Knaben und Mädchen jetzt in eure Reihe am 20. April eingerückt ist, auch er wird sich ganz in diese Gemeinschaft hineinleben. Er wird m sie hineinwachsen, und es wird ihm so selbstverständlich sein, daß er nur in ihr allein leben kann. Und er wird aus dieser Gemeinschaft einst entlassen werden in die Organisationen der Partei, in die des praktischen Lebens; und er wird dann einrücken in den Reichsarbeitsdienst und schließlich werden die Männer Soldaten sein und werden damit die letzte Weihe zum Dienst für ihr Volk empfangen. Und so wie Generationen diese Pflichten erfüllt haben, so wird diese Jugend diese Pflichten einst erst recht erfüllen! Sie wird stärker sein als die Jugend der Vergangenheit, denn sie hat schon von Kind auf nichts anderes gelernt als gehorchen, treu fein, anständig, offen, tapfer, mutig, entschlossen, aber auch jung sein. (Jubelnde Kundgebungen.) • Und deshalb wird und muh, fo wie ihr meine lieben Jungen und Mädchen dieses unser Deutschland liebhabt, auch dieses Deutschland euch liebhaben. (Brausender Beifall.) Ihr seid für uns alle der weitaus größte Schah, den es gibt Ihr seid für uns alle das Unterpfand des Glaubens und der Hoffnung für unser Volk. Indem wir euch sehen, haben wir ein unbändiges Vertrauen und eine unermeßliche Zuverficht in die Zukunft unseres Volkes, des Volkes, dessen Jugend ihr seid, dessen lUännet und Frauen ihr einst sein werdet, dem wir alle gehören jetzt und bis an das Ende aller Tage. Und damit bitte ich euch nun, stimmt mit mir ein in unseren deutschen Ruf, den Ruf unserer Bewegung, des nationalsozialistischen Deutschen Reiches: Unser deutsches Volk Sieg-Heil! Die Lieder der Nation rauschen durch den Rundbau. Der Wagen des Führers setzt sich wieder in Bewegung und durchquert langsam die Kampfbahn. Immer wieder grüßt der Führer herzlich zu feiner Jugend hinauf, die feine Fahrt mit unbeschreiblichem Jubel und überschäumender Begeisterung begleitet. Es ist eine einzige Triumph fahrt Adolf Hitlers durch seine Jugend, die stolz darauf ist, daß sie als einzige Organisation des nationalsozialistischen Staates feinen Namen trägt. Oie Festsitzung der Reichskulturkammer Zwischen dem großen Jugendaufmarsch im Olympiastadion und der Riesenkundgebung des gesamten schaffenden Volkes im Lustgarten liegt wie in jedem Jahre die große Festsitzung der Reichskulturkammer im Deutschen Opernhause, in deren Mittelpunkt die Verkündung des nationalen Film- und Buchpreises durch den Präsidenten der Reichskulturkammer, Reichsminister Dr. Goebbels, steht. In der großen Ehrenloge im ersten Rana nimmt der Führer zusammen mit Reichsminister Dr. Goebbels, Reichskriegsminister Generalfeldmar- schall von Blomberg, Reichsorganisattonslei- ter Dr. Ley und dem stellvertretenden Präsidenten der Reichskulturkammer Staatssekretär Funk Platz. In einer anderen Loge sitzt neben dem Jugendführer des Deutschen Reiches der Führer der italienischen Jugend, Staatssekretär Ricci. Im ersten Rang sieht man u. a. zahlreiche Reichsminister und Reichsleiter, die Präsidenten der Einzelkammern in der Reichskulturkammer, die Reichskulturwalter und Mitglieder des Kultursenats sowie Staatssekretäre, Reichsstatthalter und Gauleiter, Offiziere und Führer aller Parteigliederungen sowie Persönlichkeiten des künstlerischen und wissenschaftlichen Lebens. Das Diplomatische Korps ist fast vollzählig erschienen. Die feierlichen Klänge der 3. Leonoren» Ouvertüre von Beethoven, gespielt vom Orchester des Deutschen Opernhauses unter Leitung von Generalmusikdirektor Rother, leiten die Feierstunde ein. Dann bringt Staatsschauspieler Friedrich Kayßler einen länqeken Abschnitt aus der großen Kulturrede des Führers auf dem Parteitag der Freiheit zu Gehör. Das Orchester des Deutschen Opernhauses und der Kittelsche Chor übermittelten unter Leitung von Professor Bruno Kittel das „Heldenrequiem" des jugendlichen Komponisten Gottfried Müller. Dann betritt der Präsident der Reichskulturkammer Reichsminister Dr. Goebbels die Bühne. Reichsmmifier Dr. Goebbels vettündet die Staatspreife. Der Führer habe, fo erklärte Dr. Goebbels einleitend, schon im Jahre 1922 das prophetische Wort vom Arbeiter der Stirn und der Faust geprägt, die sich gegenseitig wieder achten lernen müßten, damit sich aus ihnen der neue Mensch herauskristallisieren könne. Damals gähnte noch zwischen dem Hand- und Kopfarbeiter eine unüberbrückbar scheinende Kluft. „Dieser Zustand ist nun längst überwunden. Wir Deutschen sind unterdes eine geeinte und arbeitende Gemeinschaft geworden. Wir feiern den 1. Mai, der früher dem Klaffenkampf und der Aufspaltung unserer Volksgemeinschaft gewidmet war, heute als nationalen Feiertag der deutschen Arbeit." Dr. Goebbels wies mit Nachdruck darauf hin, daß an einem solchen Tage auch der Künstler nicht fehlen dürfe. Denn feinem Beruf und seiner Berufung nach sei er der erste geistige Arbeiter des Volkes. Er müsse mit dem Volk gehen, denn sein Werk entspringe aus dem tiefest Boden unseres Volkstums und seine Kunst stelle die höchste und edelste Blüte des völkischen Nationalwillens dar. Kunst und Künstler müßten im Volke bleiben und aus dem Geist des Volke heraus schaffen. Dr. Goebbels betonte, daß jede lebende Generation die Aufgabe und Pflicht habe, den Kulturdesitz ihres Volkes in feiner ganzen umfassenden Weite und Bedeutung zu erhalten und ihn ihrer Art und ihrem Wesen gemäß zu vermehren. Niemals dürfe die Vergangenheit Experimentierobjekt für die Geaen- roart fein. Wir, nie wir von dem Glauben erfüllt eien, daß die Ereignisse unserer Zeit einmal Ge- chichte sein und deshalb in den Traditionsbesitz um eres Volkes ausgenommen würden, hätten um so mehr die Pflicht, den Werten der Vergangenheit gegenüber ft ä r f ft e Pietäk zu 1 üben. Nur aus dieser Pietät heraus können wir die Kraft schöpfen, das Erbe, das wir verwalten, weiter zu entwickeln. 3n diesem Zusammenhang nahm Dr. Goebbels gegen kleinliche Versuche gewisser bürgerlicher Betriebsmacher, die deutsche Sprache auf künstlichem Wege und mit ungeeigneten Mitteln zu verbessern, Stellung. Die Sprache werde nicht von Gelehrten erdacht, sondern vom sprechenden Volke und von der ewig in Entwicklung befindlichen Entwicklung gestaltet. Ls sei verfehlt, durch künstlich erdachte Wortbildungen die ewige Entwicklung der Sprache aufhalten zu wollen. Es fei nicht Aufgabe von Gelehrten, über die Reinheit der Sprache zu wachen, sondern Angelegenheit derer, die für die Ration die deutsche Sprache sprechen und die im öffentlichen Gebrauch der Sprache auch die entscheidenden Sprachbildner seien. „Die Grotzen der Ration haben die Sprache immer aus ihrem Geiste heraus gemeistert. Sie waren deutsch im Stil, weil sie auch deutsch in ihrem handeln waren. Unsere heutigen deutschtümelnden Sprachakrobaten vergessen meistens, datz die Deutschheit aus dem Wesen unseres Volkes und nicht aus einer erdachten Theorie abgeleitet werden mutz. Sie übersehen, datz zu allen Zeilen die großen Männer des Volkes seine großen Sprachschöpfer waren, und daß sie die Beispiele einer schönen und starken Sprache in ihren geschichtlichen Dokumenten und nicht etwa in gelehrten Abhandlungen über die Sprache niet)erlegten. Ihrem Sprech- und Schreibstil hat sich immer die Sprache des Volkes nachgebildet, und auch zu unserer Zeit noch formen sie durch ihr öffentliches Dirken den Stil der Sprache, der bleibend sein wird.- Auch die moderne Dichtung dürfe nicht krampfhaft nach einem neuen SM suchen. Denn nicht die äußere Form sei die primäre Voraussetzung der Modernität, sondern der Geist, aus dem heraus die Form geprägt werde. Ms zum heutigen Tage bilde das handwerkliche Können die Voraussetzung für jede große Kunst. Es sei vom Uebel, wenn sich die platte Durchschnittsbegabung auf das Genie berufe, um der Pflicht einer soliden handwerklichen Ausbildung enthoben zu sein. Dr. Goebbels betonte mit Nachdruck, daß man etwas lernen muffe, um etwas zu leisten. Jede Kunst habe ihre technische Seite. Es müsse daher in aller Eindringlichkeit die Forderung erhoben werden, daß unsere neuen Talente, anstatt zu diskutieren, sich ein solides handwerkliches Können aneigneten. Der nationalsozialistische Staat ist der warmherzige Beschützer aller Künste; er will sie fördern, und er hat den Ehrgeiz, ihr großzügiger Mäzen zu sein." Der Goebbels stellte anerkennend fest, daß vier deutsche Filme der letztjährigen Produktion mit den höchsten Prädikaten ausgezeichnet werden' konnten. Es handelte sich um die Filme „Verrät e r", „W enn w i r alle Engel wären", „Der Kaiser von Kalifornien" und „Dei Herrscher". Der Rationale Filmpreis 1936/37 wurde in Auswahl unter diesen vier Spitzenfilmen dem Mitglied des Reichskultursenales, Staatsfchau- fpieler Emil Iannings für feinen Film „Der Herrscher" zuerkannt. Emil Iannings gehöre zu jenen wenigen konsequenten und kompromißlosen künstlerischen Kampfnaturen, die den Mut hätten, ein modernes Zeitthema unbeirrt und sicher anzufassen und mit souveräner Hand formend zu gestalten. Hunderttausende hätten sich durch die mitreißende und erschütternde Menschengestaltung des „Herrschers" auf das Tiefste ergreifen lassen. Besonders lobenswert an diesem Film sei es daß er vor einem modernen Zeitproblem nicht zurückgewichen sei, sondern es in einer unerhört tapferen und angreifenden Weise zu lösen versuchte Der Rationale B uchp reis 1936/37 wurde dem Mitglied des Reichskultursenates SS.-Sturmführer Friedrich Betbge aus Frankfurt a. M. für fein Schauspiel „M a r s ch der Veteranen" zuerkannt. Friedrich Bethge gehört zur Alten Garde der Partei. Als Frontkämpfer wurde er viermal verwundet. Seine preisgekrönte Dichtung „Der Marsch der Veteranen" ist ein hohes Lied preußischer^Zucht und soldatischen Gehorsams. Die einzelnen Szenen haben dichterische Atmosphäre, sie sind getragen von einem außerordentlich plastischen Dialog. Sie verraten die feinste dialektische Geschliffenheit. Der „Marsch der Veteranen" darf als eine erste glückliche Erfüllung der von der nationalsozialistischen Kulturpolitik erhofften Bühnendichtung gelten. Neichsminister Dr. Goebbels schloß seine Rede mit einem Dank and en Führer, der im rastlosen Wirken und ewig neuer Offenbarung seines beflügelten Genius nicht müde geworden sei, die Kunst zum Volke, aber auch das Volk zur Kunst *,u führen. Darum möge er heute die Huldigung aller guten Deutschen entgegennehmen. Die Verkündung der Preisträger, die sich unter der Festversammlüng befanden, wurden mit lautem Beifall ausgenommen Die Dankesworte des Ministers an den Führer rufen lang anhaltende Zustimmung und eine stürmische Huldmung für den Füb- rer hervor. Die Lieder der Deutschen beschließen die Feierstunde, die aufs neue ein Zeugnis dafür ist, daß die Staatsführung des nationalsozialistisch"n Deutschland wie nie ein anderer Staat zuvor sich zur Kultur bekennt und alle Zweige der Kunst und Wissenschaft ihre Förderung angedeihen läßt. Die Giaaispi-eistraqer. Friedrich Bethge und Emil Iannings. Es hat seinen tiefen Sinn, am Tag der Deutschen Arbeit, an einem "Festtag des ganzen Volkes, auch die deutsche Kunst zu ehren, denn sie ist ja nur wirkliche Kunst, wenn sie aus diesem arbeitenden Volk heraus geboren wird, wenn seine Ausgaben die der Kunst werden. Es liegt in der Ehrung dieses Tages eine heilige Verpflichtung für den Künstler: damit dokumentiert sich die Einheit aller Schaffenden, es Aeigt fick am schönsten, daß der Künstler nicht mehr ein Abseitsstehender sein will, sondern daß er seinen Auftrag aus der Gemeinschaft empfängt. In Friedrich Bethge ehrte man einen Dramatiker, der seit Jahren um die neue Gestalt des Dramas ringt, dessen Schaffen seit Jahren der Dichtung gilt, die würdig- ist, Ausdruck unseres Wollens zu werben. Die entscheidenden Impulse empfing.Bethge aus dem Erlebnis des Krieges. Dort wuchs ihm die Idee, zu der er sich in seinem I' i. 1 H 1 U ' . H Ein Blick in die Loge: in der Mitte der Führer, rechts neben ihm Generalfeldmarschall von Blomberg, links Reichsminister Dr. Goebbels, neben ihm Reichsorganisationsleiter Dr. L e y, ferner Reichsleiter Amann und Reichsminister R u st; rechts von Blomberg Staatssekretär Funk, Reichsminister Dr. Frick und Reichsführer-SS. Himmler. (Scherl-Bilderdienst-M.) - Friedrich Bethge. Werk verschrieb und so, wie er sein Leden gestaltete, sollte auch dieses Werk werden. Er sagt selbst, daß die Zukunft des Theaters davon abhänge, wieweit es dem Dichter gelinge, die Einheit zwischen Idee und Leben herzustellen, baß es nicht genüge, eine Vision zu haben, jondern daß das Entscheidende das Erlebnis eines Ethos fei, daß es nicht genüge, dieses Ethos zu predigen, sondern vorzuleben. Erst in den letzten Jahren erfuhr Bethae die Anerkennung, die yym lange schon gebührt hätte. Sein „M arsch der'Veterane" wird nicht umsonst „eines der ersten vollwertigen Dramen des neuen Deutschland" genannt. Bethge verherrlicht in ihm den Geist der soldatischen Disziplin. Nicht der illegale, unsoldatische Legionär ist der Sieger, sondern der von ihm erschossene Hauptmann, und1 es ist hier ähnlich wie in dem Werk Hymmens, „Der Vasall", daß einige Wenige- die Träger des echten soldatischen Geistes werden, daß dieser Geist weiterlebe: bei Bethge in seinem Sergeanten, der berufen ist, die Veteranen in straffer Ordnung zu führen. Es ist gut, zu wissen, welch begeifterte Aufnahme das Drama Bethges bis jetzt bei allen seinen Aufführungen erlebt hat, denn in ihm hat „Soldatentum als Lebens st il" gültigen Ausdruck gefunden. Ebenfalls um wichtige Lebensentscheidungen geht es in dem Schauspiel „Pfarr P e d e r", zu dem Friedrich Bethge die Anregung durch die Erzählung „Höhere Zwecke" erhielt. Bethge eignet die Kunst, in seinen Werken lebensvolle und echte Gestalten vor uns hinzustellcn, ihr Reden ist Bekennen und ihr Handeln ist eine tätige Entscheidung. So kommt auch seiner.Komödie „Die Blutprobe" eine besondere Bedeutung bei. Es geht Bethge bovin nicht um billige Effekte, seine über ollem schwebende Heiterkeit wird aus volk- hoften Quellen gespeist, in seinen Szenen „tummelt sich ein gesundes, kraftstrotzendes Geschlecht". Ein Werk im Rhythmus des Trommelfeuers, des Marschierens und des Räderrollens der unaufhörlichen Zuge an die Front schuf er in seinem (auch in Gießen gespielten) Drama „Reims", dessen Schluß sich zur gewaltigen Hymne echten Soldatentums steigert. Emil Iannings kam schon bei der Gestaltung des im letzten Jahre ausgezeichneten Films „T r a u m u l u s" entscheidende Bedeutung zu. Zum überragenden Darsteller und Filmkünftler erwuchs er in dem Film „Der Herrscher". Es wird kaum einen Menschen geben, der sich der Gewalt dieses Schauspielers, den wir aus der Stumm- Dlmzeit kennen, dann später aus seinem „alten König", in dem neuen Film „Der Herrscher", entziehen kann. Ihm gelingt es, durch die Kraft seiner Sprache und seines seelischen Ausdrucks den Zuschauer die unerhörte Leistung des aus persönlicher Initiative geschaffenen Jndustviewerks erleben zu Emil Iannings. lassen. Hier erleben wir, daß das Werk nicht eine Sache ist, die nur um ihrer selbst willen da wäre, sie wird zu einer Angelegenheit, die das ganze Volk angeht. So entstand in Iannings' Film, in dem er Schauspieler und zugleich künstlerischer Leiter ist, ein Kunstwerk, das, aus der Gegenwart geboren, die Lebensg».setze dieser Gegenwart barstellt und richtungweisend für die Zukunft ist. Erich Langenbucher. Ve>m Führer zu Gail. Die Ehrenabordnungen deutscher Arbeiter, die Sieger im Heichsberufs- weltkampf und die Staawprersträger. Am Nachmittag des Nationalen Feiertages des deutschen Volkes empfing der Führer, wie in jedem Jahre, die 96 Arbeiter, die als Ehren- abordnungen des schaffenden Volkes aus allen Gauen in der Reichshauptstadt weilen, und die 50 Reichssieger und -siegerinnen des Reichsberufs-Wettkampfes der deutschen Jugend im Garten des Hauses des Reichspräsidenten. Als weitere Gäste waren die S t a a t s p r e i s - träger, Staatsschauspieler Emil Iannings und der Dichter Friedrich Bethge, sowie der Regisseur des Films „Der Herrscher", Veit Harlan, anwesend. Der Führer unterhielt sich mit jedem einzelnen der Arbeitergäste über ihren Flug nach Berlin, über ihre Erlebnisse und Eindrücke, aber auch über ihre Arbeit in den Betrieben und die Fragen, die sie hier und da aus ihrem praktischen Betriebsleben an ihn richteten. Jeder Arbeiter hatte dem Führer Bestellungen von seinen Arbeitskameraden, seiner Ortsgruppe oder auch seiner Familie auszurichten. Aus ihren schlichten und einfachen Worten sprach die unendliche Liebe und Treue gerade der ärmsten Volksgenossen zum Führer. Einige Arbeiter stellten sich als Väter vor, für deren elftes oder zwölftes Kind der Führer die Ehrenpatenschaft übernommen hatte. Bei ihnen erkundigte sich der Führer eingehend nach dem Befinden des kleinen Erdenbürgers. Viele der Gäste waren Arbeiter von den Reichsautobahnen, die der Führer eingehend nach dem Stand der Bauarbeiten an ihrer Strecke fragte. Genau so einfach und schlicht wie ihre Worte waren auch die Gaben, die einige Arbeiter dem Führer mitgebracht hatten: Es waren Zeichen ihrer handwerklichen Fertigkeit und kleine Erinnerungsstücke wie etwa Photographien von ihren Familienangehörigen. Ein Textilarbeiter überreichte ein aus deutschen Werkstoffen angefertigtes Kissen, ein Seemaschinist ein kunstvoll aus Eisen gearbeitetes Hoheitszeichen, ein anderer wieder eine wertvolle Schnitzarbeit eines Bergarbeiters. Das originellste Geschenk aber überreichte ein Arbeiter aus der Lüneburger Heide: Einen alten Dachziegel, auf benf die Worte „Hitler Ziegel" eingebrannt waren. Der Ziegel stammte von einem Haus aus der Mitte des vorigen Jahrhunderts und war jetzt bei einem Neubau gefunden worden. Dann schritt der Führer durch die Reihen der Reichssieger und -siegerinnen des Reichsberufs- Wettkarnpfes. Nachdem er dem Schöpfer und Leiter dieses einzigartigen Berufswettstreites der deutschen Jugend, Öbergebietsführer Axmann, mit einem Händedruck für seine Arbeit gedankt hatte, begrüßte er jeden Jungen und jedes Mädel. Mit lochenden Augen und sttahlender Freude standen die Jungen und Mädel vor dem Führer. Er fragte sie nach Beruf und Alter und nach ihren Aufgaben im Reichsberufswettkampf und gab jedem von ihnen die Hand. Der schönste Lohn für diese 50 Jungen und Mädel, die hier als die Auslese von 1,8 Millionen Teilnehmern im Reichsberufswettkampf vor den Führer treten durften. Danach ließ der Führer sie alle, Arbeiter, Jungen und Mädel im Kreis um sich herumtreten und sprach noch einmal herzliche Worte zu ihnen über den Sinn des 1. Mai, als dem Festtag der Volksgemeinschaft. Mit begeisterten Heilrufen dankten die Arbeiter dem Führer für diese unvergeßlichen Stunden. Sie hatten bei gemeinsamem Kaffee und Kuchen und bei froher Musik in den Festräumen des Hauses des Reichspräsidenten noch lange Zeit, miteinander über die Eindrücke dieses großen Augenblickes zu sprechen. Festlicher Abschluß im Lustgatten Während sich nach dem strahlenden Sonnentag die Dämmerung langsam über die Reichshauptstadt senkte, füllte sich die weite Umgebung des Schlosses und des Lustgartens wieder mit vielen Zehntausenden von Menschen, um das nächtliche Schauspiel zu sehen, das den Abschluß des Feiertages der Nation bildete. Von den Firsten des Schlosses und des Alten Museums aus wurde der mächtige Maibaum angesttcchlt; das Gold und die Buntheit seines Dänderwerkes hob sich wie ein glänzendes Gewebe vom dunklen Himmel ab, der den Aufmarschplatz überwölbte. In der Säulenhalle des Museums leuchteten die bunten Freskomalereien in grünlich-hellem Licht auf und gab so dem nächtlichen Festplatz im Lustgarten einen besonders wirkungsvollen Abschluß. Kurz nach 21 Uhr hörte man von der Schlohbrücke her Marschmusik: Die Kolonne des Fackelzuges rückte an! Bald nachdem die Letzten des gewaltigen Zuges einmarschiert waren, tauchte aus dem Dunkel der Toreinfahrt des Schlüterfchen Schloßbaues leuchtendes Rot auf: im Lichte der Scheinwerfer wurden die Fahnen und Standarten zu den großen Freitreppen des Museums gebracht. Der Reichsführer SS. und Chef der deutschen Polizei, Himmler schritt die aufgestellten Formationen ab und führte dann in seiner Rede u. a. aus: Dieser 1. Mai, dieses Frühlingsfest, hat etwas ganz Eigenes in sich. Diese Maifeiern sind Frühlingsfeste, Feste des Friedens und der Freude, Feste der Einheit und Kamerad- ch a f t. Und Feste des Friedens kann man nur eiern, wenn man stark in Wehr und Was- e n ist. Stark in Wehr und Waffen kann man nur ein, wenn bedingungslos Sicherheit im Innern, Friede und Freundschaft und Brüderlichkeit in den Reihen eines Volkes zu Haufe sind. Daß wir dieses Fest des Friedens wieder feiern dürfen, in Wehr und Waffen als ein Volk verdanken wir dem Mann, mit dessen Namen die Jugend am morgen ihre Feier begonnen und mit dessen Namen wir diesen Tag heute wieder schließen. Wir wollen aber diesen Dank nicht nur mit den Lippen und leeren Worten abstatten. Es genügt auch nicht, daß wir bis zum nächsten 1. Mai die Dinge tun, die selbstverständlich sind. Es ist selbstverständlich, daß wir gehorchen, nicht nur weil gehorcht werden muß, sondern ausderTiefe unseres Herzen heraus, willig und gern. Notwendig ist aber noch mehr: Notwendig ist, daß wir alles tun, dem Manne, der um Deutschland und um jeden von uns sorgt, sein Leben zu erleichtern und sein Werk, das Jahrtausende überdauern soll, leichter beenden zu können. Dazu gehört, daß mir immer, jeder an seiner Stelle, mag sie groß oder klein sein, mutig zu unserem Worte st e h e n. Dazu gehört, daß jedem einzelnen von uns das Wohl der Gemeinschaft heilig ist, ob im großen Rahmen der Wirtschaftsführung ober im kleinen, allerkleinsten Rahmen des einzelnen Arbeiters. Heilig sei uns diese Gemeinschaft, die wir bedingungslos schützen und unnachgiebig verteidigen werden, wenn es notwendig ist, einen Schaden für unser Volk, einen Angriff auf ein Lebensrecht ober Lebensgesetz unseres Volkes zu verhüten. Da dürfen und wollen wir niemals und an keinem Platz Barmherzigkeit ober falsches Mitleib kennen. In anberen Fällen aber können wir manches leichter machen, die Einigkeit unseres Volkes noch inniger gestalten. Wir wollen, wenn einer glaubt, da oder dort eine Unvollkommenheit feststellen zu müssen, alle Kraft 'darauf verwenden, mitzuarbeiten, solche Unebenheiten zu beseitigen. Das hilft mehr zu dieser Einigkeit als alles Geschwätz. Und dann wird es Jahrhunderte geben und Millionen von Men^ schen auf dieser Erde, die uns glühend beneiden, daß wir zur Zeit Adolf Hitlers leben, unter ihm dienen durften und daß wir mit ihm dieses deutsches Maifest feiern konnten. Begeistert stimmten die Massen in das vom Reichsführer SS. ausgebrachte Sieg-Heil auf den Führer und Reichskanzler ein. Der Äroße Zapfenstreich und die gemeinsam gelungenen Lieder der Nation schlossen bann bie eindrucksvolle Abenbkundgebung ab. Langsam rückten bie Kolonnen ab, still wurde es bald im weiten Feld des Lustgartens und in der Gegend des Berliner Schlosses, wo im Laufe des Tages so viel Leben und großes Erleben zu finden war. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausqabeort Frankfurt Unter dem Einfluß des Hochdruckgebietes, das feit gestern über der Ostsee liegt, hält bei uns das heitere Wetter an. Die Tagestemperaturen stiegen infolge ' der ungehinderten Sonneneinstrahlung im Laufe des Sonntags vielfach über 20 Grad. Zunächst ist bei abfinfenber Luftbewegung mit der Fortdauer der herrschenden Witterung zu rechnen. Die Tagestemperaturen nehmen im allgemeinen weiter zu, besonders im Süden ist mit der Auswirkung lokaler Wärmegewitter zu rechnen. Aussichten für Dienstag: Meist heiter und nur geringe Bewölkung, Tagestemperaturen häufig über 20 Grad, besonders im Süden ist die Auswirkung lokaler Gewitter zu erwarten, Winde aus Süd bis Oft. Aussichten für Mittwoch: Zunächst noch Fortdauer des ttockenen und vielfach heiteren Wetters. Lufttemperaturen am 2. Mai: mittags 22,2 Grad Celsius, abends 12,9 Grad; am 3. Mai: morgens 12,4 Grad. Maximum 27,5 Grad, Minimum heute nacht 7,9 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 2. Mai: abends 16,7 Grad; am 3. Mai: morgens 11,1 Grad. — Sonnenscheindauer 11,6 Stunden. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr Samstagnachmittag geschlossen. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für bie Bilber: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr Hans Thyriot; für ben übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für ben Inhalt ber Anzeigen: Theobor Kümmel. 2). 21. III 37: 10 496. Druck unb Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- unb Steinbruckerei R Lange, K.-G., sämtlich in Gießen Monatsbezugspreis RM 2,05 einschließlich 25 Pf Zustellgebühr, mit ber Illustrierten 15 Pf. mehr Emzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. April 1937 gültig Die ersten nationalsozialistischen Msterbetriebe. Oer Führer auf der Tagung der Reichsarbeitskammer. Berlin, 30. April. (DNB.) Am Tage vor dem nationalen Feiertag des deutschen Volkes trat die Reichsarbeitskammer im festlich geschmückten Saale des ehen. igen Herrenhauses zusammen. Einem musikalischen orspiel folgte ein Spruch der Werkscharen. Reichso^ nisationsleiter Dr. Ley erinnerte dann daran, das;, als er vor vier Jahren im Auftrage des Führers die Gewerkschaften und die Arbeitgeberverbände übernahm, nur ein einziges großes Chaos vorhanden war. Heute können wir bereits in Deutschland Betriebe zu Musterbetrieben ernennen, d. h. diese Betriebe haben die nationalsozialistischen Forderungen der Bettiebs- aemeinschaft: Kameradschaft, Fleiß und Leistung erfüllt. Diese Betriebe haben gezeigt, daß sie nicht allein gewillt sind, mit dem neuen Deutschland mitzugehen, sondern daß sie es auch konnten. Es genügt nicht, daß man von der Ueberwindung des Klassenkampfes rede, sondern man muß die Gemeinschaft exerzieren und zeigen, wie man Betriebssührer und Gefolgschaft zusammenbringt. Wir können heute stolz behaupten, daß wir nicht von oben nach 'unten etwas aufgebaut haben, sondern daß wir in der breiten Masse der schaffenden Menschen den Gedanken der Betriebsgemeinschast fest verankert haben und daß es gelungen ist, den Betrieb zu einer lebendigen Gemeinschaft zu machen. Dr Ley verwies darauf, was in den vergangenen vier Jahren in Deutschland geschaffen wurde, um den Lebensstandard der schaffenden Menschen zu verbessern. Er erinnerte an die Schaffung großer Siedlungen und Heim- stätten, die Maßnahmen für die Berufs- erziehung, das große Werk „Kraft durch Freude", die Sorge um die Erhaltung der Volksgesundheit, die vielen Einrichtungen hygienislyer Art in den Betrieben und hob besonders die Wichtigkeit des kämpferischen Geistes hervor, der seinen besten Ausdruck in den M u st e r - betrieben finde. Ab heute werde, jährlich wiederkehrend, Betrieb mit Betrieb ringen. Damit erhalte das deutsche Volk ein Fundament, daß noch in 1000 Jahren dieselbe Freude an der Arbeit herrsche wie heute. Der Stabsobmann der NSBO. H u p f a u e r verlas anschließend die Liste der 30 deutschen Betriebe, die vom Führer die Auszeichnung „Nationalsozialistischer Musterbetrieb" erhalten haben. Baden: Staatlicher Fernheiz-, Elektrizi- täts- und Wasserwerke, Karlsruhe. Bayerische Ostmark: Brasil Tabakfabrik Johann Weiß, Landshut (Bayern). Berlin: Berliner Kindl- Brauerei AG., Berlin-Neukölln; Fleischermeister Pg. Herbert Gräbner, Berlin-Lichterfelde; Schult- heiß-Patzenhofer Brauerei AG. (Berliner Betriebe), Berlin NW 49; R. Stock & Co., Spiralbohrer-, Werkzeug- und Maschinenfabrik, Marienfelde. Düsseldorf: Weberei Becker & Bernhardt, Langenfeld (Rheinland); Zwirnerei und Nähfadenfabrit B. Hoogen & Co., Dülken (Rheinland). Halle- Merseburg: Papier- und Pappenfabrik F. M. Weber, Wehlitz bei Schkeuditz. Hamburg: Uhren- und Goldwarenhandel Gerhard Wempe, Hamburg, Kleiner Burgstah 2. Hessen-Rassau: Deutsche Mlchwerke, Zwingenberg (Bergstraße); Portland - Zement- - werke, INainz-Weisenau. Köln-Aachen: Gebr. Stollwerk AG., Köln. Magdeburg-Anhalt: Landwirtschaftlicher Betrieb Schwerdtfeger, Hinzdorf; Schmidt & Sohn, Kakao- und Schokoladefabrkk, Oschersleben; Paul Liepe & Co., Autoreparaturwerkstätte, Magdeburg, Schönebecker Stxaße 106. Pommern: Gut Pennekow, Kreis Schlawe (Pommern). Sachsen: Helios Wirkmaschinen Zubehör G. m. b. H., Hohenstein-Ernstthal; Krauß-Werke, Badewannen- und Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahn AG., Bochum; Bochumer Verein für Guststahlfabrikation AG., Bochum; Lippstädter Eisen- und Metallwerke G. m. b. H., Lippstadt; Schlegel-Scharpenseel-Braue- rei AG., Bochum. Thüringen: Berlin-Suhler Waffen und Fahrzeugfabrik in der Wilhelm-Guft- loff-Stiftung, Suhl. In außerordentlich eindrucksvollen Worten sprach dann der Führer zu den versammelten Männern der deutschen Arbeit über das Wesen der wirtschaftlichen und sozialen Neuordnung, die im nationalsozialistischen Deutschland gegründet ist auf der Einheit und Geschlossenheit des politischen Willens, auf der vernunftgemäßen Erkenntnis der einfachsten volkswirtschaftlichen Grundsätze, und die getragen ist von der Gesinnungs- und Arbeitsgemeinschaft aller Schaffenden in den Bettieben. Der Führer bezeichnete es als den Sinn der Auszeichnungen, daß sie der Anregung für immer weiter dienen sollten, bis es einmal nur noch nationalsozialistische Musterbetriebe in der deutschen Wirtschaft gebe. Daraus werde dem deutschen Arbeitgeber ein ebenso großes Glück erwachsen wie dem deutschen Arbeitnehmer, denn beide würden dann erst immer mehr begreifen, daß sie an einem gewaltigen gemeinsamen Wertarbeiten, jeder nach seiner Fähigkeit, jeder nach seiner Verantwortungsmöglichkeit, nach dem Umfang seines Könnens, seines Wissens und seiner Erfahrung; und sie'würden dann immer mehr verstehen, was aus der gemeinsamen Arbeit aller kommt: das tägliche Brot für die Millionenmassen unseres lieben deutschen Volkes. Nach Abschluß der feierlichen Sitzung der Reichsarbeitskammer begab sich der Führer zu den in einem anderen Zimmer des ehemaligen Herrenhauses versammelten Betriebsführern und Betriebsobleuten und überreichte ihnen die für nationalsozialistische Musterbetriebe bestimmten Fahnen der D A F. mit goldenen Fransen und dem goldenen DAF.-Abzeichen. Kunst und Wissenschaft. medaille für Kunst und Wissenschaft dem Archivar des Goethe- und Schiller-Archivs in Weimar, Prof. Dr. Max Hecker in Weimar. Adolf Bartels, 1862 in Wesselburen geboren, schrieb Schauspiele („Martin Luther"), Geschichts- und Heimatromane („Die Dithmarscher") und wurde ein Vorkämpfer der Heimatkunst und der Literaturgeschichtsschreibung aus rassischer Grundlage. — Prof. Max Hecker, geboren 1870 in Köln, hat sich als Archivar des Goethe- und Schiller-Archivs in Weimar, als Herausgeber des „Jahrbuchs der Goethegesellschaft" und der Briefbände der Weimarer Goethe-Ausgabe, sowie als Verfasser zahlreicher anderer Arbeiten zur deutschen Literatur der klassischen Zeit große Verdienste erworben. Zeitschristen. — Eine neue bunte Moden-Zeitschrist für Kleidung, Wäsche und Handarbeit, die „Neue Mode n w e l t", erscheint im Verlag Ullstein, Berlin. (Preis 80 Pfg.) Das erste Hest enthält über 80 zum großen Teil farbige Modelle für Damen und Kinder, neue Hüte und Frisuren, Handarbeiten, modische Kleinigkeiten und dergleichen. Die „Neue Modenwelt" bringt jedesmal drei Schnitte-Bogen mit allen Modellen, einen Handarbetts- oder Bügel- Bogen und ein buntes Extra-Blatt „Die kleine Zeitung" mit letzten Mode-Neuheiten und unterhaltenden Beittägen. — „Altmodisch ist fein" finden die Engländer. Zu welchen seltsamen Gewohnheiten diese Verehrung führt, zeigt das Mai-Heft der „neuen l i n i e". (Verlag Otto Beyer, Leipzig.) Nicht gerade altmodisch aber dafür wirklich fein ist das Schiff namens Gud-win, eine zünftige See-Pacht, die auch in diesem Jahre wieder verschiedene Hochseefahrten unternimmt. Entzückende bunte Bilder und ein witziger Text führen in den Geist dieser Gemeinschafts-Fahrten ein. — Alfons Paquet hat in Norddeutschland ein Stück vom Süden entdeckt. — Ortega y Gasset und Colin Roß geben ein Bild vom heutigen Spanien. — Ein neues Haus von Breuhaus gibt Anregungen für freies Wohnen. — Eine Schinkel-Zeichnung, die neu entdeckt wurde, wird in einer vorzüglichen Reproduktion zum ersten Male veröffentlicht. — Die Mode zeigt Abendkleider Boleros und Redingotes, Jackenkleider, die sich verwandeln lassen, und neue deutsche Stoffe, reizvoll und artgemäß verarbeitet. [en, Reismühlen und Stärkefabrik, Bremen; Teu- 'olgende Auszeichnungen verliehen: Den Adler- toburger Margarinefabrik, Hilter. Westfalen- s ch i l d des Deutschen Reiches dem Schriftsteller Nord: Dr. Oetker, Bielefeld. Westfalen-Süd:i Prof. Adolf Bartels in Weimar; die Goethe- Adolf Barkels und 2Nax Hecker durch den Führer ausgezeichnet. Der Führer und Reichskanzler hat zum 1. Mai Hausgeräte, Schwarzenberg (wachsen); Leipziger Wollkämmerei, Leipzig C 1. Schleswig-Hol- stein: Gebr. Niemax, Eisenbeton-, Hoch- und Tiefbau, Neumünster (Holstein). Weser-Ems: Bettfedernfabrik Julius Huneke, Osnabrück; Gebr. NielStatt jeder besonderen Anzeige. Pfarrer i. R. Ludwig Georgi wunschgemäß in aller Stille zur letzten Ruhe. 3060 D Auguste Georgi, geb. Strack. Ebersberg über Erbach i. Odenwald, den 1. Mai 1937. 3043 Dl 3037 D Frau Wilhelmine Krämer, geb. Ludwig im Alter von 73 Jahren von uns gegangen. Gießen (Gnauthstrafie 22), den 3. Mai 1937. 3056 D Wilhelm Seipp Im blühenden Alter von 21 Jahren. Leihgestern, den 1. Mai 1937. üoniuni paar 3061 D Jede bessere Parfümerie. 3039 V Ein frisches, schöngebräuntes Aussehen erzielen Sie jetzt auf ganz ein- fache Weise innerhalb 20-30Minuten durch die weiße Vitalis-Creme. • Sie tragen die Vitalis-Creme hauchdünn auf und reiben den Überschuß nach etwa 5 bis 10 Minuten gründlich ab. Innerhalb einer halben Stunde tritt dann die deutlich sichtbare Wirkung ein. • Die Tönung ist nur mit Seife oder Fettefeme und Gesichtswasser zu entfernen ^onst ist sie absolut wetterfest. • Kaufen Sie sich die weiße Plötzlich und unerwartet verschied heute, infolge eines Verkehrsunfalles, unser lieber, hoffnungsvoller Sohn, Bruder, Schwager, Neffe und Pate Heute abend 9.30 Uhr entschlief sanft mein Heber Mann, unser guter Vater, Schwiegervater, Bruder, Schwager und Onkel Heute begleiteten wir meinen lieben Mann, unseren guten Vater Großvater, Bruder und Schwager, den Am 2 Mai ist nach langem, geduldig ertragenem Leiden meine unvergeßliche Frau, unsere treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante in Ihrer Parfümerie, aber nehmen Sie sie nur, wenn Sie auch dieDruck- schrift »Ein schönes Gesicht« mit der genauen Gebrauchsanweisung erhalten. Der Inhalt einer Dose reicht 4 bis 6 Wochen. Familiendrucksachen Verlobungsanzeigen Verm&hlungsanzelgen Geburtsanzeigen bei Brühl, Schulstr. 7 Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Karl Seipp II. Karl Seipp VL nebst allen Angehörigen Für die trat .rnden Hinterbliebenen: Heinrich Krämer Heuchelheim, Atzbach, Fleißbach, den 2. Mai 1937 Die Beerdigung findet Dienstag, den 4. Mai, nachmittags 5 Uhr, vom Trauerhause, Kinzenbacher Straße 17, aus statt Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 5. Mai, nachmittags 3 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt. — Von Beileidsbesuchen bittet man abzusehen. Um teilnehmendes Gedenken bitten die trauernden Hinterbliebenen. In deren Namen: Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Marie Hartmann, geb. Kröck Kukirol • Fa brik, Berlin-Lichterfelde Vitalis-Verkaufsstellen in fließen SM OH Mitot zur Aushilfe ges. Bäckerei und Konditorei Wintterlin. Die Beerdigung findet Dienstag, den 4. Mai 1937, nachmittags 4 Uhr, vom Trauerhause, Klausegasse 8 aus statt Z-4-MM-Wilg. nebst Küche, evtl. 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Aber sie hat nicht verhindern können, daß sich Menschen die eine Sprache sprachen, sich oft jahrhundertelang ei Dazu werden wir unser Volk über Eigensinn oder Dummheit hinweggehen: Biegen oder eines von beiden! (Stürmischer des einzelnen Brechen — Beifall.) Wir Autorität, die Und es ist kein leichtes, es i schweres Schicksal! Denn unsere Lebensprobleme sind schwerer als die anderer Völker. Vielleicht gibt es Völker, die sich den Luxus erlauben können, sich im Innern zu bekriegen, zu hadern, sich die Köpfe em- zuschlagen. Dort, wo die Natur den Menschen alles im Ueberfluß gibt, werden sie vielleicht die notwendige Einheit des Handelns und damit des Willens nicht so hoch einschätzen. Wir Deutsche aber sind von der Natur auf dieser Erde mehr als stiefmütterlich bedacht worden. Ein großes Volk, ein unendlich fähiges Volk, ein fleißiges Volk, ein Volk, das leben will und an das Leben Ansprüche stellen darf, lebt in einem Raum, der viel zu eng und zu begrenzt ist, um selbst bei größtem Fleiß ihm aus Eigenem all das zu geben, was notwendig ist. gendeiner anderen Stelle angegriffen wird. Das gilt auch für alle Kirchen (Stürmische Zustimmung.) Soweit sie stch um ihre reite So ist der Vierjahresplan geboren worden. Aber wo würden wir mit einem solchen Plan hinkommen, wenn nicht hinter ihm eine TNillionenmasse fest zusammengefügter Menschen stände? Dieses gewaltige Werk, das nun vier Jahre lang unser Volk bis in das Innerste erfassen wird, kann nur erfolgreich gelingen durch den geschloffenen Einsatz des ganzen deutschen Volkes, höchste Anstrengungen sind notwendig und höchste Leistungen, um diese Aufgaben durchzuführen. Denn an der Spitze unserer nationalsozialistischen Wirtschaftsführung steht nicht das Wort „Theorie, nicht das Wort „Geld" oder „Kapital", sondern das wort „Produktion-. muß ich verlangen: Auch Du mußt gehorchen können, sonst bist Du niemals würdig oder wert zu befehlen! Das ist die Voraussetzung? (Langanhaltende Beifallsstürme.) “ " erziehen, und Wenn wir an diesem Tage das Fest der deutschen Volksgemeinschaft feiern, dann erhebt sich die Frage, was diesem Volk gemeinsam ist. Das Blut? Jawohl! Aber es hat nicht verhindert, daß sich di.s°s.L°tt Sooft gegenleitig Mn-mb-st-n können nicht dulden, daß diese die Autorität des deutschen Volkes ist, von ir- Denrs wir manchmal ausländische Politiker hören: „Zu was brauchen Sie andere, erweiterte Lebensmöglichkeiten?", dann können wir die Frage an sie zurückstellen: „Warum legen denn dann Sie so großen Wert darauf? Gerade weil dieser Lebenskampf bei uns viel schwerer ist als irgendwo anders, haben wir besondere Konsequenzen aus dieser Tatsache zu ziehen, die unser Schicksal ist. Wir können nicht von Phrasen, von Redensarten und Theorien existieren, sondern nur von dem Ergebnis unserer Arbeit, unserer Fähigkeit und unserer Intelligenz. Dieser schwere Lebenskampf aber wird nicht dadurch leichter geführt, daß jeder seines Weges geht, daß jeder sagt: ich tue, was ich will und was mir gut dünkt. Nein! Wir müssen miteinander leben! Es kann sich keiner von dieser Gemeinschaft ausschließen, weil sich keiner diesem gemeinsamen Schicksal entziehen kann Und aus dieser harten und nüchternen Erkenntnis erhebt sich das zwingende Gebot für unsere deutsche Volksgemeinschaft. Sie ist die Voraussetzung zur praktischen Durchführung unseres Lebenskampfes. Ich brauche nur auf einen kleinen Ausschnitt dieses Lebenskampfes hinzuweisen: Wir Deutsche haben weniger Rohstoffe als die anderen. Es ist nun unsere Aufgabe, uns unter Einsatz aller Möglichkeiten die für die Gütererzeugung fehlenden Rohstoffe zu sichern. Soweit wir das im Austauschver- kehr mit anderen Völkern tun können» ist es gut Soweit dies nicht möglich ist, können wir nicht sagen: es geht nicht! Sondern nun müssen menschlicher Geist und menschlicher Wille sich aufraffen, um aus Eigenem Abhilfe zu schaffen. Wir sind konsequent vorgegangen. Wir haben gewissen Schichten auch die Animosität vor der Handarbeit weggenommen und den Arbeitsdienst einge- führt. Wenn man sich vorstellt, daß jetzt das Bürgersöhnchen von einst den Spaten schultert und im Moor und Bruch mitarbeitet wie jeder andere, dann ist das ein Erziehungswerk, meine Volksgenossen, das wir für alle tun. (Stürmische Zustimmungskundgebung.) Aber wir erziehen auch zum Respektvordergei st igenLei st un g. Wie wir den einen dazu bringen, den Spaten zu respektieren, so den anderen, auch den Zirkel oder die Feder zu achten! Es gibt nur mehr deutsche Volksgenossen und sie werden nur gewertet nach ihrer Leistung. Wenn einer ein Genie ist, dann werde ich ihn sicher nicht Zeit seines Lebens zum Kartoffelgraben ver« wenden, sondern ihn an eine andere Stelle setzen. Das ist ja letzten Endes die Aufgabe unserer Volksgemeinschaft. Was heißt denn Sozialismus und Demokratie? Kann es etwas Schöneres geben als eine Organisation, hieraus einem Volk d i e f ä h i g- sten Köpfe herausholt und an die führenden Stellungen bringt! Ist es nicht wunderbar für jedes Mütterchen in unserem Volk und für jeden Vater zu wissen, daß vielleicht sein Junge weiß Gott was werden kann, wenn er nur das Talent dazu hat! Das ist der höchste Sozialis- mus, den es gibt, weil er der vernünftigste und der klügste ist. Er kommt uns allen zugute! Wir haben uns bemüht, die großen Schranken m Stadt und Land umzulegen. Manchem paßt das nicht. Manche ärgern sich noch heute darüber und versuchen, sich mit lächerlichen kleinen Mitteln dagegen zu wenden. Es war für sie so schön in einer Zeit, in der es nicht eine Fahne gab, sondern wo jeder sein eigenes Fähnchen hatte. Es ist natürlich leichter in einem Verein mit zwanzig Mann eine Rolle zu spielen als in einer großen Volksgemeinschaft. Das sehen wir ein. Aber die Leute folllen lernen, sich unker- zuordnen, denn alle Menschen müssen sich unterordnen. Wir haben uns auch untergeordnet. Fast sechs Jahre lang bin ich Soldat gewesen und habe nie widersprochen, habe stets nur gehorcht, heute hat mich das Schicksal zum Befehlen gebracht. Und von jedem Deutschen Glauben Sie mir, meine Volksgenossen: es kostet mehr Gedankenarbeit, mehr Anstrengung und Konzentration, einen Vierjahresplan aufzustellen und durchzuführen, um unserem Volk die notwendigen Lebensgüter in der Zukunft zu sichern, als etwa die Rotationsmaschinen anlaufen zu lassen, um mehr Papiergeld zu drucken. Es ist sehr einfach, heute vor ein Volk hinzutreten und zü sagen: „Wir erhöhen die Gehälter, die Bezüge und die Löhne" — und dann erhöhen wir morgen die Preise. Und es ist sehr einfach zu sagen: „Wir vermindern die Arbeitszeit, das heißt die Arbeitsleistung und steigern dafür den Lohn." Das ist vielleicht im Augenblick populär. Aber der Zusammenbruch muß kommen, denn der einzelne lebt ja nicht von einem papier- nen Lohn, sondern von der G e s a m ts u m m e d e r Produktion seiner Volksgenossen. Das ist der primärste Grundsatz nationalsozialistischer Wirtschaftspolitik. Erst die Mehrung dieser Produktionsgüter bedeutet Steigerung der Kaufkraft und damit Verbesserung des Lebens. Das umgekehrte Prinzip, das wir heute in der anderen Welt sehen: Preissteigerung, Lohnerhöhung, wieder Preissteigerung, wieder Lohnerhöhung, dann dreifache Preissteigerung und wieder doppelte Lohnerhöhung und dann Geldentwertung und infolge der Geldentwertung neue Lohnerhöhungen und dann erst recht Preissteigerung — das könnten wir auch machen. Glauben Sie: es ist zwar schwerer, unser Prinzip durchzuführen, über es ist sicherer, und es ist auch a n st ä n d i g e r I (Stürmischer Beifall.) Diese Steigerung unserer Produktion zugunsten unseres Volkes, die Notwendigkeit dieser Steigerung ergeben sich schon aus einer einfachen Tatsache: Sechs Millionen Erwerbslose in die Produktion eingliedern, was heißt das anders als für diese nun Verdienenden mehr Güter schaffen, so daß auch sie als Konsumenten an der erhöhten Produktion Anteil nehmen können? Aber wir haben nicht ■ nur erwerbslose Arbeiter in Lohn gebracht, sondern auch die Produktion aller anderen erhöht, um ihrem Lohn damit eine reale Unterlage zu geben. Das ist das ganze Geheimnis der deutschen Wirtschaftsführung und der deutschen Wirtschaftserfolge! Das ist bisher gelungen, und es wird weiter gelingen. Ich bin darüber hinaus der Ueberzeugung, daß unser Volk selbst immer mehr gesunden wird bei Lebensmöglichkeit zu bieten. Man sage nicht, daß diese Aufgaben gelöst wären und nun nichts mehr zu tun übrig bliebe. Das Leben verpflichtet jedeGenera- fion 3 um eigenen Kampf für dieses Leben. Was aber Jahrhunderte an Vorurteilen und an Unvernunft aufgerichtet haben, das kann man nicht in vier Jahren restlos beseitigen. Das geht nicht auf einmal! (Stürmische Zustimmung.) Aber den Willen, damit fertig zu werden, den haben wir und niemals werden wir mit diesem Willen kapitulieren! (Brausende Beifallsstürme.) Und wir fassen unsere Aufgabe auch gründlich an, das werden Sie mir zugeben. Wir haben in diesen vier Jahren Ordnung geschaffen, wir haben dafür gesorgt, daß nicht der Unanständige letzten Endes den Lohn einheimst, sondern daß die Millionen der braven und arbeitenden Massen in Stabt und Land zu ihrem Erfolg kommen konnten. (Stürmische Zustimmungskundgebungen.) Wir haben in Deutschland wirklich gebrochen mit einer Welt von Vorurteilen. Ich sehe von mir ab. Ich bin ja auch ein Kind dieses Volkes und stamme nicht aus irgendeinem Schloß heraus, sondern komme vom Arbeitsplatz. Ich war auch nicht General, sondern ich war Soldat wie Millionen andere (Jubelnde Kundgebungen der Massen.) Es ist etwas Wunderbares, daß bei uns ein Unbekannter aus der Millionenarmee deutscher Menschen, deutscher Arbeiter und Soldaten, an die Spitze des Reiches und der Nation treten konnte! Neben mir stehen deutsche Menschen aus allen Lebensschichten, die heute zur Führung der Nation gehören: ehemalige Landarbeiter als Reichsstatthalter; ehemalige Metallarbeiter sind heute Gauleiter usw. Allerdings nehmen auch ehemalige Bürgerliche und ehemalige Aristokraten in dieser Bewegung ihre Stellung ein. Ls ist uns ganz gleich, woher sie kommen, wenn sie nur zum Ruhen unseres Volkes arbeiten können. Das ist bas Ent- scheibenbe. (Anhaltender Beifallssturm.) Denn wir haben nicht Klassen eingerissen, um neue aufzurichten, sondern wir haben Klassen beseitigt, um bas beutsche Volk in feiner Gesamtheit an ihre Stelle zu sehen. dieser nüchternen, klaren und anständigen, politi- chen und wirtschaftlichen Führung. Ich sage: politischen Führung, denn diese Erfolge sind primär nicht der Wirtschaft zuzu- chreioen, sondern der politischen Führung. Gescheite Wirtschaftler gibt es ja vermutlich auch woanders, und ich glaube nicht, daß die deutschen Wirtschaftler erst seit dem 30. Januar 1933 gescheit geworden ind. Wenn es früher trotzdem nicht ging, dann nur, weil die politische Führung und Gestaltung unseres Volkes gefehlt hat. (Stürmische Zustimmung.) Das ist das Werk der Nationalsozialisti- chen Partei! Und das konnte nur eine Bewegung durchführen, die nicht dem einen und nicht dem anderen verpflichtet ist, die nicht da ist für den Unternehmer und nicht für den Arbeitnehmer, nicht für den Städter und auch nicht für den Bauern, nicht für den Mittelständler und nicht für den Handel, sondern für das deutsche Volk, für diese seine Schicksalsgemeinschaft. (Stürmischer Beifall.) Sie ist keinem untertan, sie dient keinem und gehört keinem einzelnen in diesem Volk. Sie gehört und dient allen! Ihr Ziel ist es, eine starke Gemeinschaft aufzurichten, in der Vernunft und Klugheit regieren, um allen Volksgenossen damit die Der Berliner Lustgarten war an diesem strahlenden ersten Maitag ein Platz der Freude und der Lust, erfüllt mit einer unbeschreiblichen Stimmung, die getragen war von dem stärksten Daseinswillen und von der höchsten Daseinsfreude, die das ganze Volk im nationalsozialistischen Deutschland an diesem schönsten seiner Feiertage erfüllte. Schon um 10 Uhr standen auf dem weiten Platz Kops an Kopf Tausende schaffender deutscher Menschen viele in ihrer typischen Berufskleidung, andere mit den Mützen der Deutschen Arbeitsfront, Arbeiter der Hände und des Kopfes, Männer und Frauen, Jungarbeiter und alte Meister, Betriebssichrer und Gefolgschaft Arm in Arm — e i n S i n n b i l d d e r neuen Einheit und Einigke11, zu denen Adolf Hitler in diesen ersten vier Jahren seiner Regierung das Volk geführt hat. Die 'Fronten von Schlüters Schloßbau und die weite Museumshalle umfassen im Norden und Su- den den mächtigen Raum. Zwischen ihnen ziehen sich an den Längsseiten die mächtigen leuchtenden 'Fahnenwände hin, die die Tribünen zur Dom- und zur Wasserseite hin abschließen. Das Alte Museum mit seinen herrlichen, von der Patina überzogenen Plastiken an der Freitreppe zeigt seine schöne Säulenhalle ohne besonderen Schmuck. Inmitten der Freitreppe ist weit vorgebaut das mit dem Freiheitszeichen der Bewegung an der Stirnseite geschmückte Rednerpodium. Die ersten Blocks der Tribüne auf der Wafserseite find von den Mitgliedern der Reichsregierung und vom Diplomatischen Korps besetzt, auf der Domseite von den Arbeiterabordnungen aus allen Gauen des Deutschen Reiches, den Siegern des Reichsberufswettkampfes und der Presse. Blickpunkt dieses herrlichen Aufmarschfeldes, das mit der ganzen Spalierstraße durch Lautsprecheranlage verbunden ist, ist der 40 Meter hohe Maibaum, von dessen Spitze, von Maien umrahmt und von Hakenkreuzfahnen umkräntt, ein goldenes Hakenkreuz mit ßorbeerreifem geschmückt funkelt. Lustig flattern die bunten Bänder des Maienkranzes im fünften Winde, der bei der fast sommerlichen Wärme erfrischt. Rechts von der Freitreppe des Alten Museums sind Musik- und Trompeterkorps des Heeres und der Luftwaffe aufmarschiert. An der Schloßbrücke sieht man die Ehrenkompanien der Wachtruppe Berlin, des Wachbataillons der Luftwaffe, der Leibstandarde Adolf Hitler. Einen herzlichen Empfang bereiten die im Lustgarten aufmarschierten Abordnungen der zehn Kreise der Deutschen Arbeitsfront den italienischen Balilla-Offizieren, die in ihren schmucken Uniformen mit blauer Schärpe an der Wasserseite Platz genommen haben. Geführt von der Standarte fiorft Wessel, der sich alle Berliner Standarten und Sturmfahnen der Kampfformationen und die Fahnen aller Gliederungen der Bewegung anschließen, nehmen die Standarten unmittelbar um das Podium auf der Freitreppe, die Fahnen aber zwischen den schlanken Säulen und auch auf der inneren Freitreppe des Alten Museums Aufstellung. Festlich durchglüht ihr Rot baf Grau des wuchtigen Baues. Von der Ferne her rauschen die Klänge des Präsentiermarsches. Bewegung kommt in die Massen. Alle erheben sich von ihren Plätzen: Der Führer kommt. An einem Fahnenmast, der an der Seite des Rednerpodiums errichtet ist, steigt die Führerstandarte empor. Die Lieder der Nation klingen auf. Fast übertönt werden sie aber von den brausenden Heilrufen, mit denen der Führer, der zunächst die Front der Ehrenkompanien abschreitet, an der Kundgebungsstätte empfangen wird. Der Jubel wiederholt sich, als der Führer auf der Freitreppe sichtbar wird. Mit Heilrufen empfangen, eröffnet dann der Berliner Gauleiter Dr. G o e b b e l s die Kundgebung. Das Sieg-Heil auf den Führer, mit dem Dr. Goebbels feine kurze Ansprache beschließt, findet ein brausendes und donnerndes Echo, weit über den Lustgarten hinaus pflanzt es sich durch die Reihen der vielen Hunderttausende fort. Reichsorganisationsleiter Dr. Ley gibt nun in mitreißenden Worten dem Ausdruck, was die Millionen deutscher Menschen in allen Teilen des Reiches an diesem Tage und in dieser Stunde empfinden, und dann spricht der Führer zum schaffenden deutschen Volk: Der Führer spricht. Meine deutschen Volksgenossen und -Genossinnen! Deutschland feiert heute wieder den 1. Mai. Mir erinnern uns noch einer Zeit, da an diesem Tage die einen marschierten, die anderen nicht, die einen jubelten und die anderen schimpften, die einen schrien und die anderen Angst hatten, einer Zeit, da dieser Tag nicht den Charakter eines Festes, sondern den einer Demonstration unserer alten politischen Zerrissenheit trug. Daher ging man auch in früheren Jahren diesem 1. Mai mit gemischten Fühlen entgegen, je nach Einstellung und Auffassung. So, glaube ich, ist es bei den anderen Völkern auch jetzt noch. Wir Deutsche find heute in der glücklichen Lage, vor diesem Fest eigentlich nur vor einem einzigen Angst zu haben: nämlich, daß es regnen ober vielleicht sogar schneien könnte (Große Heiterkeit.) Im übrigen gehen wir diesem Fest entgegen mit der Aufgeschlossenheit eines Volkes, das weiß, warum es diesen Tag feiert. Einst war dieser 1. Mai bas große Frühlings fest unseres Volkes gewesen. Jahrhunderte lang! Später wurde dieser Tag zum Symbol des Kampfes unseres Volkes untereinander, heute ist dieser Tag $f aaf sf eierta g, weil wir an ihm die rotebererrungene ober besser, bie zum erstenmal errungene beulscheVolksgemeinschast feiern. Denn es ist etwas Gewaltigeres, ein Volk zu formen, als nur einen Staat aufzii- richten. Staaten kommen unb Staaten vergehen. Völker aber finb für Ewigkeiten geschaffen. Unterer Zeit blieb es vorbehalten, bie Staatsbil- bung bes Deutschen Reiches zu bekrönen burch bie V o l k s ro e r b u n g bet beutschen Ration. nicht verstehen konnten. Sind es unsere gemeinsamen wirtschaftlichen Interessen? Auch die Wirtschaft hat nicht verhindern können, daß gerade in ihr sich die heftigsten Kämpfe austobten. Oder ist es unsere Geschichte? Wir kennen sie! Eine traurige Mär von ewigen Kriegen und Bruderzwisten. Ist es die gemeinsame Religion? Nein, auch in ihr haben wir miteinander gekämpft und gestritten; 30 Jahre lang ist ihreswegen Blut über Blut in unserem Volk geflossen. Es ist auch nicht etwa die gemeinsame Sitte, das gemeinsame Brauchtum. Nein, es ist etwas anderes, was uns zu dieser Gemeinschaft nicht nur führt, sondern zwingt: Es ist, meine deutschen Volksgenossen, u n - f e r gemeinsames Schicksal, dieses zwangsläufige gemeinsame Schicksal, dem sich keiner entziehen kann, unser Lebensschicksal auf dieser Welt! 20 Minuten nach der her Springer durch Verletzung verloren hatten. ßen. schäften Siege von Waldhof und Minden wobei Als einziges Gruppenspiel um die Deutsche Fuß- bis 21.45 Uhr. In Gruppe 1 liegt das Ende zwischen Ober- Der gegen endete 1:0 1: DVD. Berlin — Oberalster Ham- 2: Borussia Carlowitz — Tura Wup- 3: SD. Waldhof — MSV. Hannover. Gruppe bürg. • Gruppe pertal. Gebrauch. 35 000 Zuschauer, unter ihnen einige Tausend deutsche Schlachtenbummler, waren in Zürich Der- dienten Ausgleich. JnGruppeZ liegt das Ende zwischen dem badischen Meister Waldhof und dem Titelverteidiger Hindenburg Minden. Beide treffen am 9. Mai zusammen. am Himmelfahrtstage vorausgesetzt — noch einen Punkt benötigt. Diesmal siegte Waldhof klar mit 14:5 (8:2) in Nürnberg über den „Club , während Minden den schweren Strauß gegen den MSV. Hannover dort doch besser bestand, als man erwartet hatte und 13:11 (3:6) gewann. In Gruppe 2 wird die Partie Carlowitz gegen Wuppertal cm Donnerstag unter Umständen die Vor 60 000 Zuschauern trugen Holland und Belgien in Rotterdam bereits ihre zweite Länderspielbegegnung in diesem Jahr aus. Holland blieb mit 1:0 (1:0) siegreich. Torschütze war der Halblinke Dent. tag zum Vorspiel begegneten, das Oberalster knapper als erwartet 10:7 (5:4) gewann. Königsberg schlug in Kassel den Hessenmeister Bettenhausen, dessen ohnehin nicht sehr gefährlicher Sturm diesmal fast völlig versagte, mit 11:4 (5:2). Die kommenden Spiele. 6. M a i (Himmelfahrt. zige Mannschaft den Gruppensieg des 1. FC. Nürnberg noch gefährden konnten, wurden überraschend geschlagen. Damit ist der „Club" in feiner Gruppe ebenso wie der Hamburger SV. in Gruppe 1 bereits Meister. Die Fortuna-Elf, die mit großen Hoffnungen in der Meisterschaft startete, kann, wenn sie auch das Rückspiel in Köln verliert, noch hinter den VsR. in der Tabelle zurückfallen. Spielplan am 9. Mai. Gruppenspiele zur Deutschen Meisterschaft. Am kommenden Sonntag, 9. Mai, hat der Spielplan der Grupp^ispiele zur Deutschen Fußballmeisterschaft folgendes Aussehen: Gruppe 1: BC. Hartha — Hmdenburg Allen- stein in Hartha. , Gruppe 2: Schalke 04 — Viktoria Stolp in Bochum. Werder Bremen — Hertha-BSC. Berlin in up p e% : Wormatia:Worms — VfB. Stuttgart in Frankfurt a. M. SV. Dessau 05 — SpV. Kassel in Halle. _ .... f Sruppe 4: 1. FC. Nürnberg — Fortuna Düsseldorf in Nürnberg. SV. Waldhof - VfR. Köln in Karlsruhe. Das Internationale Turnier in Rom. Italien gewinnt den Muffolini-Pokal. - Deutschland im Springen um den Königs-Pokal siegreich. Gruppe,.___— , , Hindenburg Minden — 1. FC. Nürnberg. Gruppe 4: TV. Altenstadt — MTSA. Leipzig. VsR. Schwanheim — MSV. Koblenz. Die Handball-Gruppenspiele vor dem Ende MTSA. Leipzig erster Gruppensieger. 20. Fußball-Länderkampf Schweiz Deutschland am Sonntag in Zürich vor rund 35 000 Zuschauern mit dem (0:0)- Sieg der deutschen Mannschaft, die sich diesen Erfolg außerordentlich schwer erkämpfen mußte. Der siegbringende Treffer konnte erst nach fast halbstündiger Spielzeit der zweiten Halbzeit durch K i tz i n g e r erzielt werden. Deutschland hat damit von insgesamt 20 Kämpfen gegen die Schweiz 14 gewonnen, viermal war die Schweiz erfolgreich, während zwei Begegnungen unentschieden verliefen. Die Eidgenos- en hatten den letzten Sieg über Deutschland vor ungefähr elf Jähren, 1926 in München, mit 3:2 davongetragen. die Betriebe zu Mu ft erbetrieben erklärt werden, die zunächst diese vier Leistungsab- Zeichen errungen haben. Der Aufbau des NSFK. Berlin, 30.April. (DNB.) Der Korpsführer des Nationalsozialistischen Fliegerkorps, Generalmajor Christiansen, unterrichtete den Reicks- führer SS., Himmler, den Stabschef der SA., Lutze, und den Korpsführer des NSKK., Hühnlein, von der Uebernahme des Nationalsozialistischen Fliegerkorps. Christiansen umriß seine Aufgabe dahin, daß der Ausbau des NSFK. sich i n eng (ter Anlehnung an d i e Partei und ihre Gliederungen vollziehe und daß seine Verbundenheit mit SA., SS., NSKK. und deren In den Meisterschaftsspielen der vier Gaugruppen zur deutschen Handballmeisterschaft ist die erste Entscheidung gefallen. In der Gruppe 4 wurde die Elf des MSV. Koblenz vom Tabellenführer MTSA. Leipzig mit 13:2 (4:2) Toren klar distanziert. In der zweiten Halbzeit hatten die Mittelrheiner nichts mehr au bestellen. Da außerdem in Frankfurt der VfR. Schwanheim und der TV. Altenstadt mit 6:6 unentschieden spielten, kann Leipzig nicht mehr eingeholt werden und steht als Gruppensieger und Teilnehmer de/Dorschlußrunde fest. Altenstadt führte in Schwanheim bei Halbzeit 3:1, aber sieben Minuten vor Schluß lag Schwanheim 6:3 in Führung. Der Endspurt der Schwaben brachte der Mannschaft den ver- Zum 20. Male traten sich am Sonntag aus dem Platz der Zürcher Graßhoppers die Fußball-Natio- nalmannschaften von Deutschland und der Schweiz zum Länderkampf gegenüber. Seit 1926 konnten die Schweizer keinen Sieg mehr erringen, und nach dem knappen Ergebnis Deutschlands gegen Belgien und dem Schweizer Sieg über Belgien rechnete man in der Schweiz stark mit der Möglichkeit, nach elfjähriger Pause wieder einmal einen Sieg erringen zu können. So fand Deutschland sehr starken Widerstand, und erst nach über einer Stunde Spielzeit fiel der einzige Treffer des Tages, für den diesmal der Schweinfurter Außenläufer Kitzinger oer» antwortlich zeichnete. Wie in den letzten Kämpfen zeigte sich auch diesmal, daß Deutschland über eine kaum zu schlagende Deckung und Abwehr verfügt, daß aber die Frage der deutschen Sturmführung auch weiterhin ein Problem bleibt. Auch der Versuch mit Eckert ist ziemlich fehlgeschlagen, denn der Wormser verstand sich nicht mit S z e p a n, und Noack und machte auch von seinem vielgerühmten Schußvermögen geringen und wenig erfolgreichen giosen Probleme kümmern, kümmert sich der Staat, nicht um sie. Wenn sie versuchen, durch irgendwelche Maßnahmen, Schreiben, Enzykliken usw. sich Rechte | anzumaßen, die nur dem Staat zukommen, werden wir sie zurückdrücken, in die ihnen gebührende aeistlich-seelsorgerische Tätigkeit. (Erneute stürmische Zustimmungskundgebungen.) Es geht auch nicht an, von dieser Seite aus die Moral eines Staates zu kritisieren, wenn man selbst mehr als genug Grund hätte, sich um die eigene Moral zu kümmern. Für die deutsche Staats- und Volksmoral wird schon die deutsche Staatsführung Sorge tragen — das können wir all den Besorgten in und außerhalb I Deutschlands versichern. Denn dieses Volk muß gesund bleiben; mit seiner Gesundheit steht und fällt auch unser eigenes Dasein. Für die auf- wachsende Generation leben wir, für sie sind wir besorgt und sie werden wir behüten und bewahren vor Jedermann. Es mag manchem schmerzlich fein, daß unsere Jugend nicht so zerrissen ist wie einst, daß man sie nicht aufteilen kann in Klassenorganisationen oder auch in Konfessionen usw. I Allein, diese Zeiten sind vorbei! Wir werden dafür sorgen, daß unser junges Geschlecht ein starker Träger der deutschen Zukunft wird. So ist denn dieser 1. Mai der glanzvolle Feiertag der Auferstehung des deutschen Volkes aus seiner Zerrissenheit und Zersplitterung. Es ist der glanzvolle Tag der Aufrichtung einer neuen großen Volksgemeinschaft, die über alles Trennende hinweg Stadt und Land, Arbeiter, Bauern und Intellektuelle zusammenfügt und über allen stehen läßt des Reiches Mehr und Waffen. Was liegt daher näher, als daß wir gerade an diesem Tage uns wieder mit ganzem Herzen zu unserem Volk bekennen. Wir können das Bekenntnis nicht oft genug erneuern, daß wir diesem Volke gehören wollen, daß wir ihm dienen und uns bemühen wollen, uns gegenseitig zu verstehen, daß wir alles Trennende überwinden und so siegen wollen über die dummen Zweifler, die Spötter und ewigen Kritikaster, daß wir vor allem gerade an diesem Tage wieder den Glauben an unser Volk erneuern wollen, die Zuversicht, daß es ein hervorragendes, tüchtiges, fleißiges und anständiges Volk ist, und: daß dieses Volk seine Zukunft haben wird, weil wir es sind, die für diese Zukunft sorgen! Und so kann ich Sie denn, die Sie hier und in dieser Sjunde in ganz Deutschland stehen, nur bitten, aus ganzem Herzen mit mir den alten Ruf auszubringen: Unser deutsches Volk und unser Deutsches Reich — Sieg-Heil! Sonnenfahrt ,«unt> um Frankfurt a. M." Das 26. Straßenrennen „Rund um Frankfurt am Main" gestattete sich am Sonntag bei prächtigem Wetter zu einem ungeahnten Erfolg für den Radsport. In allen Ortschaften und Städten an der 235 Kilometer langen Strecke des Rennens standen die Menschen Kopf bei Kopf, und am Ziel in Frankfurt a. M. harrten Tausende mit fieberhafter Spannung dem Eintreffen der Fahrer entgegen. Als angekündigt wurde, daß sich unter den letzten zehn Berufsfahrern auch der Frankfurter Bruno Roth befinden würde, stieg die Begeisterung auf ihren Höhepunkt. Bruno Roth enttäuschte seine Landsleute nicht und fuhr nach einer Fahrzeit von 6:58:12 Stunden als vielbejubelter Sieger über das Zielband vor H o d e y - Essen, Kijewski-Dortmund, Bautz:Dortmund, Heide-Hannover, Wolke-Berlin, Nickel-Berlin, Hauswald-Chemnitz,, Geyer-Schweinfurt und Funke-Chemnitz. In der A-Älaffe, die dis gleiche 235 Kilometer lange Strecke wie die Berufsfahrer zurücklegte, kam der Schweinfurter Schenk zum Erfolge. Mit über zehn Minuten! öorfprung gewann er das Rennen vor Schmidt- Berlin, E. Schmidt-Dortmund, Hackebeil-Chemnitz und dem jetzt in Chemnitz beheimateten Frankfurter Gänßler. Abschiedsrennen im Kölner Stadtwald. DKW. und 3XSU. teilen sich die Erfolge. Mansfeld (DKW.) Tagesbesler. Viele Male diente die 2,6 Kilometer lange Rund- strecke im Kölner Stadtwald dem Motorsvort als Kampfplatz. In diesem Jahre fand hier bas Abschiedsrennen statt, denn schon 1938 soll die Veranstaltung auf einem neuen Kurs vor sich gehen. Strahlender Sonnenschein lag über der Domstadt, als am Sonntag wohl 100 000 Besucher den Weg in den Stadtwald nahmen, um Zeugen der prächtigen Kämpfe zu fein, die sich Deutschlands beste Motorradfahrer lieferten. Auto-Union-DKW. und NSU. teilten sich in die Erfolge. DKW. errang drei Siege, NSU. zwei Siege. Der schnellste Fahrer war Mansfeld (DKW.), der in der ^-Liter-Klasse mit 120,6 km/st gewann. *Bei den Seitenwagen, deren Lauf um die Hälfte verkürzt wurde, wartete der Schweizer Stärke (NSU.) mit dem einzigen neuen Rekord auf. Er siegte in der großen Klasse mit 105,5 km/st. Leider ereignete sich ein tödlicher Unfall. Der Dortmunder Ausweisfahrer Braun wurde mit feiner 500-ccm-BMW. aus der Bahn getragen. Er stürzte sehr unglücklich und war sofort tot. Die Maschine raste durch die Absperrung und verletzte einige Zuschauer. Italien bei der ^Tour de France". Das sportliche Uebereintommen zwischen Italien und Frankreich ist auch auf die radsportlichen Beziehungen zwischen den beiden Nationen nicht ohne Einfluß geblieben. Advokat Mauro vertrat in Paris zugleich den italienischen Radfahrerverband und überbrachte die Zusage, daß nunmehr doch eine italienische Mannschaft an der Tour de France teilnehmen werde. Die Veranstalter haben daraufhin die Höchstzahl der Ländermannschaften von Frankreich, Belgien, Deutschland und Italien auf zehn festgesetzt, nachdem ursprünglich die Nationalmannschaften aus je zwölf Fahrern bestehen sollten. Kurze Sporlnotizen. 1 Die 1. Hauptrunde um denTschammer« ’ Pokal wurde am Sonntag ausgetragen. In den süddeutschen Gauen blieben die Mannschaften der ! Gauliga durchweg siegreich, dagegen gab es in den ■ übrigen Gauen des Reiches einige Ueberrafchungen. übertraf Alchimist unter Brinkmann die Leistungen dieser beiden Pferde erheblich in der Zeit und setzte sich mit 0 Fehlern und 1:37,6 an die Spitze. Italiens Coppa-Pferd Iudex wartete ebenfalls mit einem fehlerlosen Ritt auf, der Wallach war aber zu langsam und wurde hinter Ronco nur Dritter. Pech hatte Oblt. Brinkmann mit Baron, der schon wie am ersten Tuge an der Mauer stehen blieb und dadurch drei Fehlerpunkte erhielt. Ohne dieses Mißgeschick hätte Brinkmann auch noch den zweiten Platz sicher gehabt, während es so für Baron nur zum fünften Platz reichte. Untere Reiter in Paris. Sofort nach Beendigung des internationalen Reitturniers in Rom begeben sich unsere Reiteroffiziere mit dem Flugzeug nach Paris, wo vom 6. bis 12. Mai anläßlich der Weltausstellung ein großes internationales Turnier durchgeführt wird. Paris nimmt insofern eine Sonderstellung ein, als es sich um ein Hallenturnier handelt, Pferde und Reiter sich also noch einmal an die ganz anders gelagerte Atmosphäre dieser Veranstaltungen gewöhnen müssen. Außer Deutschland und Frankreich sind noch Irland, Rumänien, Oesterreich, Belgien, die Türkei, Holland und die Schweiz vertreten. Die in der Halle nicht gern startenden Italiener werden nicht vertreten fein, so daß es zwischen Deutschland und Italien keine Wiederholung des großen Kampfes von Rom gibt. Das Hauptereignis ist der „Preis der Nationen", der am 11. Mai entschieden wird. Mit acht Pferden und vier aktiven Reitern wird Deutschland in die Ereignisse eingreifen. Nach den Ergebnissen von Rom wurden Alchimist und Baron (Oblt. Brinckmann), Tora und Fridolin (Rittmeister Kurt Hass e), Olaf und Schneekönig (Hpttn. v. B a r n e k o w), sowie Baccarat und Landrat (Rittm. Momm) bestimmt, unsere Farben auf diesem Turnier zu vertreten. Frankreich stützt sich auf feine bewährten Reiter Cpt. Clavs, Cpt. Durand, Lt. de Busnel und Lt. Chevalier. Die deutsche Mannschaft kam in der Besetzung mit dem wieder überragenden Regensburger Riesen Jakob im Tor, mit dem Nürnberger Billmann und dem unverwüstlichen Münzen- berg (Aachen) in der Verteidigung, der Läuferreihe Kupfer (Schweinfurt), Goldbrunner (München) und K i tz i n g e r (Schweinfurt) und dem Angriff Lehner (Augsburg), S z e p a n (Schalke), Eckert (Worms), N o a ck (Hamburg) und U r b a n (Schalke). Die Schweizer nahmen eine Aenderung vor und stellten Springer (Graßhoppers) an Stelle von Guinchard (Servette Genf) als rechten Läufer auf und kamen sonst in der Aufftellung mit: Bizzozero (Lugano); Minelli (Großhoppers), A. Lehmann (Lausanne); Springer (Graßhoppers), Vernati (Graßhoppers), Lörtscher (Servette); Bickel (Graßhoppers), P Aebi (Young Boys), Karoher (Luzern), Tarn Abegglen (Graßhoppers), G. Aebi (Servette Genf). Sonntag, 9. Mai. Gruppe 1: Dberalfter Hamburg — Tuspo Bettenhausen. VfL. Königsberg — DBV. Berlin. Gruppe 3: SV. Waldhof — Hindenburg Minden. MSV. Hannover — 1. FC. Nürnberg. Gruppe 4: MSV. Koblenz — TV. Altenstadt. MTSA. Leipzig — VfR. Schwanheim. Auch der „G\ui" ist Nruppeumeister. VfR. Köln schlägt Fortuna Düsseldorf 2:0 (1:0). Deutschland schlägt die Schweiz 1:0 (0:0) 35000 Zuschauer. — Neuer schweizerischer Rekord. Die deutsche Hockeymeisterschaft begann am Sonntag mit zwei Spielen. VfB. Jena besiegte VfB. Königsberg 2:1 (1:1), während Etuf. Essen über die Uhlenhorster Klipper nach zweimaliger Verlängerung mit 3:2 (2:2, 1:1) die Oberhand behielt. * Deutscher Rugbymeister wurde Linden 97, das am Sonntag in Hannover die RG. Heidelberg im Endkampf mit 32:11 (12:5) besiegte. * Um den Davis-Pokal fanden am Wochenende die ersten Vorrundenspiele statt. Belgien warf überraschend in Budapest Ungarn mit 4:1 aus dem Rennen. Mit dem gleichen Ergebnis siegte in Amsterdam Südafrika über Holland und mit jeweils 3:2 blieben die Schweiz in Montreux über Irland und Neuseeland im Brighton über China erfolgreich. ©porfomf ^Krast durch Freude". Heute folgende Kurse: Allgemeine Körperschule, Gymnasium, Bismarckstraße — nur für PL. der NSDAP. Ortsgruppe „Süd" — 20.15 bis 21.45 Uhr. Fröhliche Gymnastik und Spiele, Halle des Reichsbahnsportvereins, 9.30 bis 1030 Uhr; Lollar, Kantine der Buderus-Werke, 20.30 kameradschaftliche Unterstützung ihm wertvolle Hilfe sein werde. Korpsführer Christiansen hat mit der Führung von Gruppen des NSFK. beauftragt: Major Braun mit der Führung der Gruppe 14, Major v o n B ü l o w mit der Füh- rung der Gruppe 3, Major Sporleder mit der Entscheidung bringen. Führung der Gruppe 6. Die beiden Erstgenannten In Gruppe 1 liegt das Ende zwischen Ober- sind zugleich im Drganifationsftab des Korpsführers. 1 alfter Hamburg und DBV. Berlin, die sich am Sonn- ballmeisterfchaft war in Gruppe 4 das nachzuholende Tennis, Tennisplätze am Schützenhaus, für Treffen zwischen Fortuna Düsseldorf und dem VfR. Männer und Frauen gemeinsam, 18 bis 19 und 19 Köln angesetzt worden. Die Düsseldorfer, die als ein- bis 20 Uhr. Der Führer hat geendet. Sein Sieg-Heil auf das deutsche Volk ist von Millionen in Berlin und von den aber Millionen in den deutschen Gauen ausgenommen worden. Entblößten Hauptes und mit erhobener Rechten singen sie nun die Lieder der fflMih!r6’auf kn Sri Da- 12. International- Reitturnier in Rom er- m^hrinnt unerickütterliche Treue im ^Dienste für reichte am Freitag mit der Entscheidung des Prei- ^kt^Nn^arob^Ergebnis^ist vakbÄgeraufcht b°n P°ka/sein-n'°p°ttlich°n Höhep"nkt°°B°r IsÄwZu- trU±» Ä'"i 7MiL°n haben Tn 'Ä Italienisch-n^W finb ^ch?«im Türkei mit 74 F-Hlerpunkten. Oesterreich und Hol- Leistung, der echte Anerkennung gezollt werden -M/fcow muß. Der Wettbewerb gestaltete sich von vorn- JlCUC herein nur zu einem Zweikampf Italien—Deutsch- der Deutschen Arbeitsfront. Iraschend schlecht a^schnitt und noch dem ersten Durch- Berlin. 2^ai. (DRB) Am S°nntaa fand in .bereite^den fünft». W, «esa^len der Berliner KDF. aus Anlaß der 4. Wiederkehr L Führung vor Deutschland (12), Schweiz des Tages der Uebernahme der Gewerk. = X), Oesterreich (31), Frankreich (32), chal- , cha , ten eine Kundgebung statt auf der Reichs. 1' ,/,/und der Türkei mit 46 = /. Fehler- leiter Br. Ley eine Rede hielt. Was damals ge> ' jchah. wurde unter dem Gesichtspunkt durchgefuhrt, v $ e'in3igartigc Erfolgsserie der deutschen Reiter daß alles geschehen mußte, um für die deutschen bejm Internationalen Turnier in Rom wurde am Arbeitskameraden zu retten was nch retten fortgesetzt. Deutschland legte auch auf roar Die Deutsche Arbe i tsfron t wurde bJ letzte Springen Beschlag und gewann durch Al- mcht zu einer Dachgesellschaft gemacht f°^ern cbimift unter Oblt. Brinkmann den Königssystematisch auf alle Betriebsgememschaften aufge-1 sßofa[ q^IL Brinkmann wurde der Pokal persönlich baut. Die Betriebszelle wurde der Bau- b^ ben Äön|g von Italien und Kaiser von stein der " a t i o n a l s o z i al i st i s ch e n So Äthiopien in der Ehrenloge überreicht. Das Sprin- zlalordnung. Das große Werk „Kraft durch um den Königs-Pokal war nur den besseren greube" fei bebeutenb wertvoller als viele and re Vorbehalten. Ein Feld von 21 Pferden materiellen Leistungen. Wenn man die Bemuhun- Qn ben ^art. Es ging über den Kurs mit gen der DAF. auf den ®eten bes Wohrmngs- 12 ^inberni|jen und 15 Sprüngen. Nur vier fehler- baues der Siedlung, ^^rufserziehung und Volks- Ritte waren zu verzeichnen, nachdem schon gesundhett hmzunehme, so ^oune wan feststellen, ^^dolin mit vier Fehlern eine Zeitlang geführt 'N wie großem Maße: es bei^eut^en arteitsfroiü ^nco und Ernica waren die ersten, dann gelungen ist, den Lebensstandard des ganzen deut-1 > schen Volkes zu heben. Der Reichsorgamsationsleiter kündete dann noch an, daß zum Berufswett- kämpf noch ein Kampf der Gesellen und Meister, später auch der B e t r i e b s f ü h r e r hinzukommen werde. Dann teilte Dr. Ley weiter mit, daß die DAF. drei neue ßeiftungsab- Zeichen geschaffen habe, und zwar für vorbildliche Arbeit auf dem Gebiet der Volksgesundheit, der Siedlung und des Werkes „Kr a ft durch Freud e", so daß mit dem schon bestehenden Leistungsabzeichen für vorbildliche Berufserziehungsarbeit nunmehr vier Leistungsabzeichen der DAF. vorhanden find. Künftig könnten auch nur Die Schweizer verfügten über eine ausgezeichnete Abwehr, in der sich besonders Bizzozero im Tore wiederholt auszeichnete, wenn er aussichtsreiche Gelegenheiten der deutschen Stürmer im letzten Augenblick vereitelte. Dor ihm standen in Minelli und Lehmann zwei ball- und schlag- sichere Verteidiger. Läuferreihe und Angriff der Schweizer waren recht schnell und hatten in V e r - nati und dem• etwas eigensinnigen Bickel die besten Leute. Die körperlich etwas kleinen Schweizer Stürmer waren gegen die starke Abwehr der Deutschen im Nachteil. Der deutsche Sturm war wieder das Schmerzenskind der Mannschaft. S z e - pan stand zwischen Eckert und Lehner nicht auf dem richtigen Poften und wäre vielleicht neben Urband besser zur Geltung gekommen als Noack. Eckert zeigte erst gegen Schluß, was er kann. Lehner und Urban waren immer einsatzbereit, hatten aber diesmal nicht die richttgen Nebenleute. Kitzinger und Münzend e r g waren die besten sammelt Ünd schut-n mtt di-ser Zahl -imn Schwei- f^Mpieler in der an u^ sü- sich fchan über- der Zuschauerrekord. Die Anwesenheit der deutschen ragenden Deckung und Abwehr. Fußballer und Zuschauer hatte in Zürich zu rneh- Das Tor des Tages fiel 20 reren begeisterten (Empfängen geführt, überall wur- Pause durch Kitzinger, der aus 20 Meter ein- den unsere Landsleute herzlich willkommen gehei- schoß, nachdem die Schweizer zwei Minuten vor- „ 1 u'Itorlobttnn riormron nnrrpn Edleres und Schöneres, als seine Kraft den Bestrebungen der Heimatvereine zur Verfügung zu stellen. Anschließend an die Hauptversammlung fand eine Familienzusammenkunft statt. Neben musikalischen Darbietungen der Kapelle Bender erfreute der Gesangverein Hausen unter Leitung von Chormeister Otto Bender (Watzenborn-Steinberg) durch den Dortrag von Heimat- und Volksliedern. Heimatdichter Heß (Leihgestern) und dessen Tochter warteten mit beifällig aufgenommenen Dialektvorträgen auf. Im übrigen trugen gemeinsame Lieder und sonstige Darbietungen wesentlich zur Verschönerung der Veranstaltung bei. Kleine Strafkammer Gießen. Wegen groben Unfugs hatte der Ludwig Boos aus Lauterbach eine Haftstrafe von zwei Wochen erhalten, weil er anläßlich der Beerdigung eines Blockleiters die vor dem Trauerzug her- getragene Ortsgruppenfahne nicht gegrüßt hatte, obwohl er schon von weitem den Trauerzug hatte kommen sehen. Um nicht die Fahne grüßen zu müssen, hatte er sich herumgedreht und dem Zug den Rücken zugekehrt. Als ehemaliger SPD.-Mann hat er scheinbar bis heute noch nicht gelernt, den Hoheitszeichen der Partei die notwendige Achtung und Ehrerbietung zu zollen. Wie der erstinstanzliche Richter betont hatte, gehörte dem Angeklagten eigentlich eine viel höhere Strafe, leider aber gibt das Gesetz keine andere Möglichkeit. Seine eingelegte Berufung mußte unter Kostenbelaftung zurückgewiesen werden. Der A. M. F. hatte einem Arbeitsdienstkameraden zwei Schachteln Zigaretten weggenommen. Von dem Amtsrichter war er in erster Instanz wegen Diebstahls bestraft worden. Gegen dieses Urteil hatte die Staatsanwaltschaft zugunsten des Angeklagten Berufung eingelegt, da die Tat des Angeklagten nur als Mundraub gewertet werden könne. Auch das Berufungsgericht erblickte das Vergehen des Angeklagten Nicht als so schlimm und verurteilte ihn wegen Mundraubs unter Aufhebung des erstinstanzlichen Urteils zu einer Geldstrafe von 10.— R M., die im Uneinbringkichkeitsfalle mit 2 Tagen Haft zu verbüßen sind. Wegen Übertretung der Reichsstraßenverkehrsordnung war der F. Z. aus Büdingen von dem Amtsgericht Büdingen zu einer Geldstrafe von 4 0.— R M. verurteilt worden. Er hatte als Fahrer eines Personenkraftwagens die Vorschriften der Reichsstraßenoerkehrsordnung außer acht gelassen und dadurch in Selters einen Verkehrsunfall Hertz ei geführt, wobei eine in einem anderen Auto sitzettde Frau verletzt worden war. Die Berufungsverhandlung' ergab im Wesentlichen dasselbe tatsächliche Ergebnis, wie in erster Instanz. Die eingelegte Berufung mußte daher unter Kostenbelastung zurückgewresen werden. Der O. R. aus Gießen war von dem Amtsgericht in Gießen wegen groben Unfugs zu einer Haft- strafe von 5 Tagen verurteilt worden, weil er in der Nacht vom 7./8. November 1936 mit einem anderen in einem Haufe „An der Kläranlage" laut gesungen und Spektakel gemacht und diesen Unfug auch noch auf der Straße fortgesetzt haben sollte. Die Bewohner des Hauses und der Straße waren dadurch erheblich in ihrer Nachtruhe gestört worden. Gegen dieses Urteil hatte der Angeklagte Berufung eingelegt. In der Berufungsverhandlung konnte dem Angeklagten nicht nachgewiesen werden, daß er an dem Unfug beteiligt gewefen war. Das Gericht hob daher das Urteil erster Instanz auf und sprach den Angeklagten frei. Amtsgericht Gießen. Vor dem Amtsgericht hatte sich der F. W. aus Krofdorf wegen Körperverletzung und Uebertretung der Reichsftraßen-Verkehrsordnung zu verantworten. Er fuhr mit einem beladenen Lastkraftwagen im angetrunkenen Zustand am 18. Januar 1937 die Licher Straße hinunter und hatte, bedingt durch genossenen Alkohol, die Gewalt über sein Fahrzeug verloren. Da er auch noch zu schnell fuhr, verschob sich die Ladung des Lastkraftwagens. Er fuhr von der linken auf die rechte Straßenseite, dann auf den Bürgersteig, landete schließlich an einem Baum und kam mit seinem Wagen vor der Straßenbahn zum Stehen. Vorher batte er ein vorübergehendes Mädchen gestreift, so daß dieses zu Fall kam und verletzt wurde. Nur auf Grund der Tatsache, daß ein Passant andere Kinder auf die Gefahr aufmerksam gemacht hatte, konnte ein größeres Unglück vermieden werden. In der Hauptoerhandlung war der Angeklagte im wesentlichen geständig. Er gab zu, Schnaps getrunken zu haben. Das Gericht verurteilte den Angeklagten wegen fahrlässiger Körperverletzung in Tateinheit mit einer Uebertretung der Reichsstraßen- Verkehrsordnung zu einer Gefängnisstrafe von acht Wochen. Außerdem wurden dem Angeklagten die Kosten des Verfahrens auferlegt. Verschiedene Bäckermeister aus Gießen hatten in ihren Verkaufsräumen Backwaren feilgeboten, die mit Margarine hergestellt waren, ohne ein entsprechendes Schild auszuhängen. Durch Strafbefehl des Amtsgerichts Gießen waren sie zu einer G e l d - strafe von je 20 Reichsmark verurteilt worden. In der Hauptverhandlung auf ihren Einspruch hin gaben sie an und für sich zu, daß sie keine Schilder ausgehängt hätten, sie wandten aber ein, daß sie dem zuständigen Beamten gleich gesagt hätten, daß die Waren mit Margarine hergestellt seien, und sie glaubten daher nicht verpflichtet zu sein, die Untersuchungskosten zu tragen. Das Gericht verurteilte sie zu der gleichen Strafe wie im Strafbefehl. Die Sache gegen einen weiteren Bäckermeister Im „Deutschen Haus" in Friedberg hielt am gestrigen Sonntag die Oberhessische Viehoersiche- rung ihre diesjährige Generalversammlung ab. Nach dem von Direktor Dr. van Bentheim erstatteten Jahresbericht hat der Geschäftsbetrieb im Jahre 1936 eine weitere Ausdehnung erfahren, er erstreckt sich über den Staat Hessen und 26 angrenzende Kreise. 229 Diehbesitzer sind neu eingetreten. Das Versicherungskapital betrug 3 562 575 Mk., gegen 3 062 770 Mk. im Jahre 1935. An Beiträgen gingen, einschl. Eintrittsgelder und Nebenkosten, ein von Mitgliedern 148 495,03 Mark, Nichtmitgliedern 570,50 Mark, insgesamt 149 065,53 Mark. An die Mitglieder würde eine Rückvergütung von 9835,90 Mark — 7V2 v. H. der Prämie — gezahlt. Versichert waren 4188 Pferde, 917 Rindvieh, 19 Leibesfrüchte, 18 Pferde (Nichtmitglieder). Entschädigt wurden 191 Pferde mit 92 058 Mark, 21 Rinder mit . 7227,50 Mk., 14 Leibesfrüchte mit 1687 Mark. Im ganzen wurden an Entschädigungen ausgezahlt 100 972,50 Mark. Im Durchschnitt wurden die Pferde mit 482 Mark, die Rinder mit 344 Mark entschädigt. Die vom Aufsichtsrat bewilligten Beihilfen an Mitglieder betrugen 1563,86 Mark. Der Reservefonds hat sich auf 66 964,34 Mark erhöht. Das Geschäftsjahr hat mit einem Überschuß von 7181,98 Mark abgeschlossen. Unter Berücksichtigung der Rückvergütung mit insgesamt 9835,90 Mark betragen die für 1936 entstandenen Unkosten im Vergleich zu den 93 ei trägen 22,3 v. H. Direktor Dr. van Bentheim besprach dann noch eingehend die Umwandlung der Anstalt in eine Großversicherung und den Ausbau des Kleinversicherungsgeschäftes, das auch in Zukunft mit Nichtmitgliedern abgeschlossen werden soll. Die Versicherungsanstalt stehe auf gutem Boden und sei wert, daß jedes Mitglied an ihrem weiteren Ausbau mitarbeite. 1 Bauer Heinrich Schneider (Utphe) ergänzte wurde, um weitere Feststellungen zu treffen, abgetrennt. Wiederberufung von Bürgermeister Or. Völsing. A Alsfeld, 30. April. In der jüngsten Sitzung der Ratsherrn wurde die Wiederberufung des seitherigen Bürgermeisters der Stadt Alsftld, Dr. V öl sing, dessen Amtszeit am 1. Dezember 1936 abgelaufen war, worgenommen, nachdem sich die Hessische Landesregierung mit dem Vorschlag des Beauftragten der NSDAP, zur Wiederberufung einverstanden erklärt hatte. Bürgermeister Dr. V ö l s i n g wurde zum hauptamtlichen Bürgermei- fter auf zwölf Jahre ernannt. Er steht bereits feit 27 Jahren an der Spitze der Verwal- tung der Stadt Alsfeld. Unter Mitteilungen gab Bürgermeister Dr. Dölsing bekannt, daß von der Stadtverwaltung beabsichtigt ist, zur Erinnerung an die vor 300 Jahren, am 7. Juni 1637 in dem Gefecht bei Ohmes gegen die Niederhessen gefallenen 26 Alsfelder Bürgersöhnen ein Erinnerungszeichen an der Stelle aufzustellen, an welcher das für die Alsfelder Besatzung unglücklich verlaufene Gefecht zwischen den Orten Angenrod und Ohmes statt- gesunden hat. Der früher an dieser Stelle gestandene Denkstein ist im Laufe der Feldbereinigung Angenrod zerschlagen worden. Die Ratsherren äußerten hierzu den Wunsch, daß die Angelegenheit im Benehmen mit dem Verkehrs- und Derschönerungs- verein, sowie mit dem Geschichts- und Altertumsverein der Stadt Alsfeld durchgeführt werden möchte, was der Vorsitzende jufagte. die Ausführungen des Direktors und rotes darauf hin, daß die Anstalt bei den Bauern als gut« geleitete Versicherung Vertrauen besitze. Nicht verdienen, sondern dem Bauer dienen, sei ihr Ziel. Die Rechnungsablage erstattete Bücherrevisor Jäger (Gießen). Dem Vorstand und Aussichtsrat wurde Entlastung erteilt. Die neuen Satzungen wurden von Rechtsanwalt Schneider (Gießen) üorgetragen. Landwirt L. Hofmann (Lollar) wurde ein« stimmig zum Direktor-Stellvertreter gewählt. Die ausscheidenden Aufsichtsratsmitglieder Gutspächter Hofmann (Hof (Süll), Landwirt Schwalb (A l te n - B u f e ck), Ortsbauernführer Müller (Salzböden) und Bauer Schneider (Utphe) wurden wiedergewählt, Für den zum Direktor-Stellvertreter gewählten Hofmann (Lollar) trat Ortsbauernführer Kalbfleisch (Gleimenhain) in den Aufsichtsrat. An Stelle des freiroiUig zurückgetretenen Aufsichtsratsmitgliedes Philippi (Friedberg-Fauerbach) trat der Bauer Schmidt (Wachenbuchen, Kreis Hanau). Dem allgemeinen geschäftlichen Teil folgte eine rege, fruchtbringende Aussprache. Mit dem Gruß an den Führer schloß Direktor Dr. van Bentheim die Tagung. In der anschließenden Gesamtsitzung des Vorstands und Auftichtsrats wurde Bezirksbauernführer Metzger (Röthges) zum Aufsichtsratsvorsitzenden und Ortsbauernführer Müller (Salzböden) zu feinem Stellvertreter gewählt. Landkreis Gießen. > Li ch, 30. April. Die Gruppe Lich des Volks- buntes für das Deutschtum im Ausland veranstaltete im hiesigen Gemeindesaal einen volksdeutschen Abend. Lehrer S ch n i e r l e sprach über den volksdeutschen Gedanken in Geschichte und Gegenwart sowie die inner- und außendeutschen Aufgaben des VDA. In den Bildern eines.Films von den Siebenbürger Sachsen zeigte sich die kulZahreslagima der Oberhessischen Mehverflchernngsanstali. turschafsende und kulturerhaltende Kraft einer in jahrhundertelangem Kampfe erstarkten Volksgemeinschaft. Aehnliche Veranstaltungen fanden am 24. und 25. April in Steinheim und Trais-Horloff statt. Wirischast. Rhein-Mainische Börse. Mttagsbörfe etwas fester. Frankfurt a. M., 30. April. Der letzte Bör- fentag dieser Woche lag am Aktien- und Rentenmarkt überraschend fest. Die vor dem Ultimo zu beobachtenden Glattstellungen haben aufgehört, teilweise schien bei dem berufsmäßigen Handel etwas Deckungsbedürfnis zu bestehen, doch lagen auch von der Kundschaft einige Aufträge vor. Die letzten Abschlüsse tarnen etwas mehr zur Geltung, ebenso die erhöhten Reichssteuereinnahmen, daneben verwies man auch auf die Erholungen an den internationalen Rohstoffmärkten. Die weiten Abschwächungen an den Auslandsbörsen übten dagegen keinen Einfluß aus, wenngleich sie auch bisher nur rein stimmungsmäßig Beachtung fanden. Am Aktienmarkt überwogen bei leichter Geschäftsbelebung Besserungen von etwa 0,50 bis 1 v. H. Einzelne Spezialpapiere gewannen darüber hinaus bis 2 v. H. Stärker erhöht waren Akkumulatoren Hagen mit 220 (212). Als fest zu nennen sind u. a.: Reichsbank 203 (201), Zellstoff Waldhof 161 (158,50), Bemberg 120,50 (118,75), Conti Gummi 188,25 (186,50), Buderus 132 (130,75), Harpener excl. 3.15 v. H. Dividende 161,50 (163), Schuckert 170,90 (169,75), Siemens 201,50 (200) und Motorenwerke, BMW. 153,75 (152), Daimler 139,25 bis 140,25 (139,13). Etwas erholt waren außerdem Kaliaktten, Aschersleben 119,25 (117,50). IG. Farben lagen mit 169 (168,75) ruhig und wenig verändert. Leicht ermäßigt waren noch Hoesch mit 122,25 (122,65), Betula mit 164,50 (165), Westdeutsche Kaufhof mit 61.75 (62,25). Am R e n t e n m a r f t hat sich die Nachftage weiter gehoben, nachdem die Anleiheabsichten offenbar etwas zurückgestellt wurden. Altbesitzanleihe 125,70 (125,13), Kommunal-Umschuldung 93,85 bis 93,90 (93,60), Städte-Altbesitz 130 (129,50), Reichs- bahn-Vorzugsaktien 127,90 (127,65). Am Pfandbriefmarkt waren lebhafte Nachftage nach Goldpfandbriefen und Kommunal-Obligationen zu verzeichnen, so daß mit weiteren Repartierungen zu rechnen ist. Im Verlaufe verstärkte sich die festere Tendenz, da weitere Käufe des Handels und der Kundschaft erfolgten, während Abgaben kaum vorlagen. Gegen den Anfang traten am Aktienmarkt vielfach weitere Erhöhungen um etwa 0,25 bis 0,50 v. H. ein. Lebhafter Mannesmann mit 126,25 nach 125,65, Deutsche Erdöl mit 153,50 nach 152,65, BMW. mit 155 nach 153,75 und Daimler mit 140,50 nach 139,25. Auch Schiffahrtsaktien wurden bei mäßigen Erhöhungen gefragt. Akkumulatoren noch 1 v. H. höher mit 221, ferner lagen Hanfwerke Füssen auf die HV.-Ausführungen fest mit 107 rat. (104), ebenso Muag mit 151,50 (150,50). Harpener 162 nach 161,50, IG. Farben 169,25 nach 169. Abendbörse ruhig. In Anbetracht der zwettägigen Verkehrspause war das Geschäft an der Abendbörse klein. Die Haltung blieb aber durchaus freundlich, die meisten Kurse notierten gegen den Mittagsschluß unverändert. Gegen den Berliner Schluß ergaben sich geringe Abweichungen von etwa 0,25 bis 0,50 v. H. Mannesmann gingen auf 126,13 (126,65) zurück, etwas höher lagen Buderus mit 133,50 (132,50), BMW. mit 155,50 (155), auch Deutsche Erdöl 0,25 v. H. freundlicher mit 154. Am Einheitsmarkt waren Frankfurter Hof auf die Wiederaufnahme der Dividendenzahlung mit 3 v. H. mit 84 (83) gesucht. Gebr. Fahr gewannen 0,75 v. H. auf 155. Der Rentenmarkt lag still. Kommunal-Umschuldung 93,90. Im Freiverkehr blieben Brennabvr beachtet. 337 ■VYwt (Jiassia-Spruöef 3040.V gibt Lebensfrische u. neuen Mut. Die reichlich gelösten Mineralsalze u. die spritzige Quellkohlensäure spülen die im Winter angesammelten Stoffwechselreste auf milde, natürliche Art aus dem Organismus und beseitigen die Früh- I'ahrsmüdigkeit. Trinken Sie einmal acht Tagelang täglich eine Flasche Hassia-Spru-. del. Beginnen Sie schon morgens nüchtern mit eins bis zwei Glas. Sie werden erstaunt sein, wie viel wohlerSie sich fühlen. V_______ 4 Erhältlich in Hotels, Gastwirtschaften, Kolo nial waren Handlungen, Drogerien u. ä. Niederlageni Gießen: Carl Burhenre, Gnauthslr. 5, Tel. 3169 Grttnberg: Walter Horst, Londorf. Str. 58,Tel. 95 | Verschiedenes] Sariehen 4ft0Mk.a. Privat von selbständig. Handwerker geg. Sicherheit sofort gesucht. Schrift!. Angeb. u. 02267 an o. Gieß. 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Althoff Gerichtlich beeidigter Taxator f. d. Landgerichtsbezirk der Provinz Oberhessen und Versteigerer für die Kreise Gießen, Lauterbach und Schotten. Kinder- Nährmittel Kräuterhaus Jung Gießen [aoseD in der Mänsbn e- Postkarten bei Brühl, Gießen lllllillllllllllllllllllllllll ZweckSBekümpruogon Schwarzarbeit tönnen Arbeit» Aage bete von Handwerkern nur mit Namensnennung 0. unter Borlage besGewerbenachweii« auigeaommeu werden Verlag »esSlebeuerAn^eiaer lllllillllllllllllllllllllllll Bei Katarrh. Husten Asthma wirkt auch In veralteten Fällen der auffallend schleimlösende Kemni- Asthma-Tee harnsäurelösend. Zu haben in allen Aootbeken-Vorrätig IN: 3O58V Pelikan-Avouiere. SllWtzMMlMlMiM nach der Naturschutzverordnung vom 18. März 1936 (RGBl. I Seite 181) und den ergänzenden Bestimmungen, ausführlich erläutert von Professor Dr. W. Weber, o. ö. Prof, der Rechte und Referent im Re.chs- und Preu> ischen Minister um für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung, und Pros. Dr. Walther Schoenichen, ßeiter der Reichsstelle für Naturschutz Gebunden RM. 3,60. Die beiden Verfasser des vor kurzem erschienenen Kommentars «um Reichsnaturschutzgesetz haben hier auf Grund ihrer langjährigen Erfahrungen und ihres weitgehenden Einblicks in das Werden der neuen Natuifchutzverordnung. die nun für das gonge Reich gilt, die Verordnung und alle dazugehörigen b.sher erschienenen Gr- gänzungsbestimmungen nach juristischen, ocrwaltungstechnilchcn, wissenschaftlichen und praktischen Gesichtspunkten ausfuhrl ck erläutert und geben damit jedem eine gründliche Aufklärung, der mit dem Naturschutz, mit der Natur überhaupt, sei es beruflich oder als Liebhaber und Naturfreund in Berührung steht. Nicht nur die amtlichen Stellen, nicht nur Wissenschaftler, Lehrende und Lernende, Tier- und Pflanzenfteunde, nicht nur Erzieher, Richter und Recht-an. walte müs en über die Fragen der Naturschutzes untern d)tei sein, sondern auch botanische Vereine, Naturalien- und Her- barlen.Handlungen und Lehrmittelgeschafte, Präparatoren, Ausstopfer, Pflanzensammler, Schmuckrei- sig-Derkäufer, Kranzbindereien und die mit derüber- wachung der Markte beauftragten Beamten, Feldhüter, Polizeistellen usw. Bestellungen nehmen alle Buchhandlungen entgegen. No öernMlel verleg, W.MlerWe Hier abschneiden f Rüumungsfrist 398 Rauschbrand sehen hat (z. V. eingebautes Bad) mitneymen, wenn nicht vertraglich etwas anderes vereinbart ist. Die Wohnung muß aber dann auf Kosten des Mieters wieder in den Zustand versetzt werden, wie bei Beginn des Mietverhältnisies, z. V. der Mieter muß die durch die Anbringung großer Tafeln in der Wand entstandenen Löcher vermauern lasten. Würde allerdings durch die Wegnahme die Wohnung erheblich beschädigt, z. V. Abreißen eines vom Mieter angebauten Balkons, dann kann der Mieter die Sache ohne Einwilligung des Vermieters nicht wegnehmen, er kann aber Ersatz des Betrages verlangen, um den die Wohnung durch die Einrichtung mehr wert ist. Wird die Wohnung nicht rechtzeitig geräumt, so muß der Vermieter auf Räumung klagen, er kann nicht eigenmächtig den Mieter aus der Wohnung setzen. Das rechtskräftige Urteil wird dann durch den Gerichtsvollzieher vollstreckt, d. h. der Mieter wird vom Gerichtsvollzieher aus der Wohnung gewiesen. Die Sachen des Mieters werden aus der Wohnung entfernt. Wenn bei der Zwangsräumung die Gegenstände des Mieters diesem nicht übergeben werden können, verbring? sie der Gerichtsvollzieher auf Kosten des Mieters in ein Pfand- lokal. Riiumungssrist. Wenn die Räumung einer Wohnung zu dem vom Vermieter verlangten Termin für den Mieter eine unbillige Härte wäre (z. B. die Frau des Mieters steht vor der Entbindung), dann kann im Räumungsprozeß der Mieter eine sogenannte Räumungsfrist verlangen; durch das Gericht wird dann eine Zeit bestimmt, binnen der der Mieter die Wohnung geräumt haben muß. Raupen, Larven des Schmetterlings, von denen einige behaarte Arten beim Menschen Haut- und Augenentzündungen Hervorrufen können. Die Beißzangen der Raupen können der menschlichen Haut nichts anhaben, richten aber Verheerungen in Gärten an. Raupen bekämpft man durch Absammeln von Blättern und Bäumen und Zerstörung der Raupennester. Rausch ist die Bezeichnung für akute Alkoholvergiftung. Welche Mengen Alkohol zum Zustandekommen eines Rausches nötia sind, ist ganz verschieden je nach Alter. Geschlecht, Gewöhnung, körperlicher Versastung. Trinkt man auf leeren Magen Alkohol, so entsteht viel eher ein Rauschzustand, als wenn man vorher ordentlich gegesten hat. Schweb Berauschte lagert man bequem mit erhöhtem Kopf und Oberkörper. Erbrechen durch Druck auf den Magen und Leib zu fördern suchen. Ist der Magen entleert, so kann man schluckweise schwarzen Kaffee geben. Im übrigen laste man den Rausch ruhig ausschlafen. Vgl. Alkoholismus. Trunksucht. Rauschbrand, Infektionskrankheit von Rindern, Schafen und Ziegen, die durch einen Bazillus verursacht wird und meist tödlich verläuft. Eine Ratte im Haus? Dann aber schnell eine Falle aufstellen, damit Sie den Nager loswerden. Wenn Sie das nicht gleich tun, dann „leiden" Ihre Lebensmittelvorräte darunter. Ratten- und auch Mäusefallen bekommen Sie sehr billig bet J. B. Häuser, Gießen, am Oswaldsgarlen, Fernsprecher 2145/2146. v. ^Ws :4;?W G <■; /;*; -;/-■ r •2 L ft 8 ö> q ^cn' * «! w 8 K 8 S' tofo < Sei §§U i8:o 5 = 9 B& l-i“ 3 0 •- * Ü g o ^D'üL Ee ,y°a 6‘ä?S 2 c 5' e e«58». o J u ,. -L.X o E HZeS3 Sä^S*. - ZP- ‘ml! a ! c^r Q E 8s§4' -=s§^g- 'Bug £ c^-o^JS ag8e~ -s’Mf Z^Ae- ‘fr-E-g cc.j hfr-ffi 4- u o m ^y* 51 ^-EL EL (Statt Karlen Oie Verlobung unserer Tochter Dagmar mit Herrn Oiplomland» wirt Frih Schumacher geben wir hiermit bekannt. Fabrikdirektor Wilhelm Hollmann und Frau Dagmar, geb. Osiermcmn Gießen Meine Verlobung mit Fräulein Dagmar Hollmann zeige ich hiermit an Fritz Schumacher Oiplomlandwirt Mal 1937 Lad Lippspringe 3047 D Ihre Verlobung geben bekannt Waltraud Weber Adolf Friedrich Neubecker Wachtmeister, 3. Äatt. Art.-Regt. 36 Gießen, Heffenstraße 16 — Mainz, den 2. Mai 1937 ______________________________3033D Skandal um Dr Vandergruen Komon von Hans Hirthammer. Copyright by Verlag Oskar Meister, Werdau i. S. 31. Fortletzung. (Nachdruck verboten.) „Ach so, darf ich Ihnen meinen Verlobten oor- stellen. Herr Knack! Herr Imhoff. Und das ist Herr Emil Knack, Fleischkonseroen oder so ähnlich, wie war es gleich, Herr Knack?" „Fleischkonserven — und — und — oh, ich will nicht stören, entschuldigen die Herrschaften!" Mary hält den Entfliehenden am Rockzipfel fest. „Sie stören gar nicht, Herr Knack! Wir können ein Stück zusammen gehen, nicht wahr, Bert?" „Warum nicht, ich muß mich sowieso noch bei Herrn Knack wegen des Vorfalls in Leipzig entschuldigen. Sie werden beunruhigt gewesen sein, als Ihre junge Dame plötzlich verschwunden war. Aber sie bat mich so flehentlich, sie mitzunehmen, daß ich mich erweichen ließ." Herr Knack wußte später nicht mehr, wie er die Treppe hinab und ins Freie gekommen war. „Selbstverständlich! Durchaus korrekt, mein Herr, durchaus korrekt!" f „Ihre Braut, höre ich, ja? Ein nettes Madel, man kann Ihnen gratulieren!" „Danke!" knurrt Emil. „Tja, ich — ich habe meinen Wagen hier, wenn Sie gestatten wollen, daß ich mich verabschiede--" „Bitte, bitte, natürlich, lassen Sie sich mcht aushalten, Herr Knack!" „Uebrigens, Fräulein Hauck, ich — hm — ich wollte Grsch aufsuchen, Breite Straße, nicht wahr? Wie war gleich die Nummer?" Mary gibt ihm Auskunft. „Nun, sagen Sre selbst, war meine Methode, den Easanova, den Lustmörder unschädlich zu machen, nicht fabelhaft?" nichts dergleichen hören. Es war nicht notwendig daß du noch einmal zu mir kamst, aber vielleicht ist es gut so. So können wir uns die Hand geben und uns in aller Freundschaft Lebewohl sagen. Ist es dir recht so, Emil?" Es hätte eine anständige Trennung werden können, ohne bitteren Beigeschmack, ohne unfreundliche Worte. Aber Herr Knack, besessen und verblendet von einem Wunschbild, sieht nicht, daß Gisch ihm helfen will, einen guten Abgang zu finden. Er sieht nur, daß alles anders gekommen ist, als er's sich ausgemalt hat und plötzlich — wie es die Art kleiner Menschen ist, wenn sie mit ihrem Latein zu Ende sind — beginnt er zu schimpfen. Er wird häßlich, ausfallend, er schämt sich nicht, ihr sein Wurstpaket vorzuwerfen. 1 Gisch blickt auf ihre Fingernägel und hört sich das Geschrei eine Weile schweigend an. Im Grunde ist sie ihm dankbar, denn wenn er schweigend fortgegangen wäre, hätte er den Stachel begangenen Unrechtes in ihr zurückgelassen. „Bildest dir wohl ein, daß du jetzt auf einmal zu fein für mich geworden bist. Wer ist denn der noble Kavalier, dem du jetzt dein Herz geschenkt hast? Da springt wohl mehr dabei heraus, wie? Das rentiert sich besser. Oder willst du mir etwa einreden, Öa®ifcf) steht auf. „Es ist wohl besser, wenn Sie fetzt gehen, Herr Knack!" Im nächsten Augenblick hat sie das Zimmer verlassen. Sie sieht Else über den Flur gehen und winkt ihr. „Der Herr drinnen will gehen. Bitte, bringen Sie ihn hinaus!" Es bleibt Herrn Knack nichts anderes übrig, als sich von Else an die Haustür führen zu lassen. Wenigstens habe ich's ihr noch gründlich gesagt, denkt er, als er seinen Wagen besteigt. Das wird sie so schnell nicht vergessen. In der gleichen Minute umfängt Gisch mit glücklichen Augen Marias Hals. „Nun bin ich ihn los, endgültig!'Maria, ich könnte Purzelbäumeschlagen!" „Tue es, mein Kind!" sagt Maria. (Fortsetzung folgt!' Gisch ist ein junger, lebendiger Mensch, und es geschieht, daß sie heimlich vor Stefans Schreibtisch steht und ihren verspielten Gedanken nicht mehr Einhalt gebietet. Es geschieht, daß ihre Hände über seine Bücher gleiten, daß ihre Lippen heimlich seinen Namen formen, und daß sie zu nächtlichen Stunden am Fenster steht und sich in den Anblick der flimmernden Himmelssterne verliert... Und nun kommt Emil Knack, ein fremder Mensch, dessen Name ihr kaum mehr eine Erinnerung bedeutet. „ Das Mädchen Else führt Herrn Knack ins Besuchszimmer, ein Empfang, dessen Förmlichkeit ihm offensichtlich unbehaglich ist. Gisch hat sich ein dunkles, langarmeliges Kleid angezogen, eines von Marias Kleidern, und als sie nun ins Zimmer kommt, hätte Emil sie beinahe nicht erkannt, so reif und fraulich sieht sie aus. „Na, da bist du ja!" sagt Emil, und dann hat er bereits den Faden verloren. Don all den Vorwürfen, mit denen er sie bedenken wollte, wird kein einziger ausgesprochen. Gisch setzt sich ihm in einiger Entfernung gegenüber und schaut ihn prüfend an. „Ich nehme an, daß du meinen Brief erhalten hast?" „Ja gewiß, aber ich — schau mal, Gisch, das ist doch Unsinn, was du dort geschrieben hast! Ich verstehe nicht einen Satz! Sieh mal, wir haben uns doch immer so gut verstanden, nie hatten wir einen Streit--V* „Weil ich mich immer zu deiner Meinung bekannt habe, weil ich nie gewagt habe, dir zu widersprechen, auch wenn ich wußte, daß du im Unrecht warst. Ich war dein Geschöpf, dein Spielzeug, mit dem du prahlen und dich sehen lassen wolltest! Oder hast du dich vielleicht ein einziges Mal um meine Dinge, um meine Arbeit, um meine Freuden und Schmerzen gekümmert?" „Aber Gisch — ich begreife nicht, was ist bloß für ein Geist in dich gefahren?" „Der Geist des Aufruhrs, mein Junge! Verstehe mich nicht falsch! Ich mach dir keine Vorwürfe, denn schließlich kannst du so wenig aus deiner Haut, rote wie ich aus der meinen. Ich will aber auch von dir Herr Knack gibt keine Antwort, sondern Gas und entschwindet. „Eine ulkige Nudel!" lacht Bert und nimmt Marys Arm. „Was wollte er denn bei dir?" „Sich beklagen wegen eines gewissen Herrn, den ich allerdings nicht näher kenne, auf den er aber besonders geladen zu sein scheint. — Dort drüben steht ein Fernsprechautomat. Ich will mal rasch Gisch verständigen, damit sie Zeit hat, sich auf den Empfang ihres Emil festlich vorzubereiten. — Gisch, von Fräulein Bandergruen an den Apparat gerufen, legt ratlos die Hand vor den Mund. „Was soll ich bloß machen, Mary? Emil ist imstande und macht mir hier einen Krach!" „Das möchte ich bezweifeln. Er befindet sich augenblicklich nicht gerade in Siegerstimmung. Wenn du dich fest auf die Beine stellst, wirst du sicher mit ihm fertig werden." Der Aufenthalt im Haus des Dr. Dandergruen ist für Gisch Amelung wie ein Aufgenommensem in ein neues friedvolles Zuhause. Sie hat in Maria einen Menschen gefunden, um den sie sich kümmern kann und der sich in gleicher Weise um sie kümmert. Es scheint, als ob Maria ihr vereinsamtes Herz, ihre zurückgedrängten Empfindungen nun gänzlich an dies fremde und doch so nah verwandte Menschenkind verschenken wollte. Vielleicht darum, weil Stefan ihr genommen ist. Nun kann sie dem Mädchen nicht genug von dem Bruder erzählen. Sie zeigt Gisch seine Bücher und seine Sammlungen, gibt ihr Einblick in seine Arbeit, schaut mit ihr die verblichenen Bilder an, die ihn als Säugling, als Kind, als jungen Studenten, als Arbeiter im Bergwerk zeigen. Ahnt sie nicht, daß sie damit eine Flamme schürt, die höher und höher lodern und eines Tages dies junge Menschenherz verzehren wird? Oder will sie es so? Gisch nimmt an allem Anteil, und überall begegnet sie Stefan. Seine Gestalt, sein Tun, sein Denken, seine Größe und seine Schwächen, alles’ wird ihr vertraut, als sei er ihr Bruder, mehr als ihr Bruder. LICHTSPIELHAUS ■ Heute Montag I ein Paramountfilm in deutscherSprache I Statt Karten Willi Weber Berta Weber, geb. Felk Vermählte Gießen (Landgraf-Philipp-Plah 12), im April 1937 __02219 Oie Geburt eines zweiten Zungen zeigen mit dankbarer Freude an Zahnarzt Or. K. Corner und Frau Helene, geb. Weide Großen-Linden, am 29. April 1937. 3042D 2474 V Rechtschreibung 400 Rauscher Rauscher, Federweißer, gärender Most. Rauschgifte sind für den Körper schädliche Stoffe, Die Rausch- und Dämmerzustände mit besondere« Träumen und Gefühlen erzeugen. Besonders gefährlich sind Morphium, Opium und Kokain. Bekämpfung der Rauschgiftsucht ist nur unter ärztlicher Leitung und in einer Anstalt möglich. Rauschgold, Flittergold, dünn geschlagenes Messingblech, mit dem Rüste und anderer Christbaumschmuck vergoldet wird. Bekannt sind die Nürnberger Rauschgoldengel. Räuspern: ein mit kratzendem Geräusch verbundener Versuch, störenden Schleim oder Fremdkörper aus dem Rachen oder dem Schlund nach außen zu befördern. Die häufigste Ursache des Räusperns ist ein Rachenkatarrh H. d.), kommt aber sehr häufig vei nervösen Menschen ohne körperliche Ursache allein aus Aufregung vor (vgl. das Räuspern -von Leuten, die öffentlich reden sollen!). Ravigote, kalte, kräftige Tunke, die mit Essig, Öl, Eidotter und Gewürzen zubereilet wird. Ravioli, italienisches Gericht, mit Fisch oder Fleisch gefüllter Nudelteig, der als Suppeneinlage dient. Reaumur, Wärmegrad bei der Einteilung des Thermometers vom Gefrierpunkt bis zum Siedepunkt in 80 Grad. Rebhuhn, schmackhafter Hühnervögel, rotbraun gesprenkelt, mit grauem Halsfleck. Nur junge Vögel können gebraten werden, ältere werden gekocht oder zu Ragouts und Pasteten verarbeitet. Rebus, lat. Bedeutung „hurdi Dinge dargestellt". Bilderrätsel. Rechenmaschine, Kindersvielzeug, mit bunten Kugeln Die auf Drähte aufgereiht sind ist sehr handlich, um Kindern die Anfangsgründe des Rechnens beizubringen. Verfeinerte Rechenmaschinen werden in kaufmännischen Büros, Banken usw. verwendet. Rechnung. Der Mann muß die Rechnungen für Einkäufe und Bestellungen der Frau, die diese im Rahmen ihrer Schlüsselgewalt gemacht hat (z. B. Rechnung des Bäckers, Milchrechnung. Schuster- und Schneiderrechnung) bezahlen. Die Frau kann um Ausstellung der Rechnung auf den Namen des Mannes ersuchen. S. Mahnung, Schlüstelgewalt. Portoabzug. Rechte bei Ehegatten, s. Ehegatten, Ehe, Ehemann, Ehefrau, Mutter. Rechteck, Viereck mit vier rechten Winkeln, aber nur paarweise gleichlangen Seiten. Rechtschreibung, Orthographie, die Wiedergabe der Sprachlaute nach der amtlichen Festlegung. Wer auf Bildung Wert legt, muß die R. beherrschen. Auch der Erwachsene sollte sich nicht scheuen, vorhandene Lücken durch gelegentliches Wiederholen aus- zufü'llen. Die zweite Mutter 3045 A mit Gladys George, ArlineJudge John Howard Die Geschichte einer Frau, die freiwillig die schweren Pflichten und Opfer einer „zweiten Mutter“ auf sich nimmt und trotz aller Schwierigkeiten und Prüfungen ihrem besseren Selbst und „ihren“ Kindern treu bleibt. Beiprogramm - Fox-Ton-Woche Gloria-Palast SETSUKO HARA die zauberhafte Japanerin, die alle Besucher entzückt, in Dr. Franks Meisterwerk Die Tochter des Samurai 3064a1 Täglich 4.00, 6.00, 8.30 Uhr MMM Am Samstag, dem s. Mai, 16 Uhr, aus der Äurg Gleiberg MtoMlMlIllig zu der hiermit alle Mitglieder emgeladen werden. 3034d Kreisdireltor Or. l.Vors. Probieren Sie unsere SHluwve« Fifchmarinaden 3052A ric sind mild und stets frisch eingelegt 1 Liter-Dose............78 Pf. > Liter-Dose............45 Pf. ^.^o«h,Lrachfo»gev Mciusburg 15, Fernsprecher 3612 ZtvanssvevsteSgevung Dienstag, 4. Mai, nachmittags 2 Uhr,sollen i.Verfteigerungslokal, Wciicutocö 28, bezw. an Ort nnd Stelle (Bekannt«, in ob. Lokal), Nvangsweisegegen soforttgeBar- zablung versteigert werden; 1 Motorrad, 1 Staubsauger mit Zubehör, 2 Teppiche,4 Nähmasch., 1 Eisschrank, 2 Schaufenstereinrichtungen, 2 Spiegel, 3 Schreibmaschinen, Anzugsitoff, 1 Goniometer, 2 Bücher. aouD Schavmann Gerichtsvollzieher in Gießen Wernerwall 33, Ruf 8108 V/ie gut- daß ich Sie hier freffe 1 Sie sind doch Chemiker, Herr Dr. Borgmann — und daher werden Sie mir auch sagen können,warum Fewa in seiner Wirkung so neu und andersartig ist. Ich bin nämlich durch den Fewa-Waschersolg immer wieder so überrascht, daß ich mir schon den £op{ darüber zerbrochen habe, wieso das möglich ist. — Nun, das ist ganz einfach! Fewa ist eine vollkommen neuartige deutsche Erfindung — es wäscht absolut neutral, greift weder Darben noch Gewebe an und schäumt auch im härtesten Master. Daher sagt man auch: Fewa wäscht und pflegt zugleich. Bekanntmachung. Die Erd-, Pflaster- und Ehaussierungsarbeiten zum Ausbau der Straße Am Alten Friedhof sollen auf Grund der Reichsverdingungsordnung für Bauleistungen öffentlich vergeben werden. 3038D Die Verdingungsunterlagen und Angebotsvordrucke sind ab Montag, den 3. Mai 1937, bei uns erhältlich. Die Angebote tznd spätestens zum Eröffnungstermin am Montag, dem 10. Mai 1937, vormittags 10 Uhr, an das Städtische Hoch- und Tiefbauamt, Asterweg Nr. 9, abzugeben, wo die Oeffnung der Angebote erfolgt. ' Zuschlags- und Bindefrist 4 Wochen. Gießen, den 30. April 1937. Städtisches Hoch- und Tiefbauamt. G r a v e r t. KOnstflche Augen fertigen wir naturgetreu für unsere Patienten F.Ad.MüllerSöhne SS WIESBADENS In Gießen: Univ.-Augenklinik,FriedrlchstraßetB, v. 12. bis 14. Mai 1937. Zugelassen bei Kassen u. Behörden. 3035V Warum (Emil? siehst du so gut aus? Weil ich mich nach Gebrauch von Dr. Burchards Blut- u. Darmreinigungs-Perlen wohl fühle! 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