187. Jahrgang Eichener Anzeiger Das Ergebnis der Belgrader Konferenz v roßen e r fönen und Familien richten müsse. Die Erfahrung habe gelehrt, daß die Gefahr einer neuen Krise drohe, wenn die Erzeugung von Dauerwaren die Erzeugung von Derbrauchswaren übersteige. Dieser Zustand sei jetzt eingetreten. Die ar V:' " Negierungskäufe von Stahl, — und Zement für den Bau von Brücken und großen Gebäuden, sowie die überraschend hohen B e - stellungen amerikanischen Stahls für Nüstungszwecke — besonders durch England — hätten eine Konjunktur in der Douer- industrie erzeugt, die von der Industrie zu übertriebenen Preis st eigerungen ausgenutzt worden sei. Die Preissteigerungen betrugen teilweise, besonders bei Stahl und Kupfer, das 2'/-- f a ch e dessen, was die Arbeitgeber an Mehrausgaben für Lohnerhöhungen aufzubringen haben. Die jetzigen Nohftoffpreife in Metallen stellten teilweise einen 5 0 v. ch. - Reingewinn für die Unternehmer dar. Die Bundesregierung habe keineswegs die Absicht, diese Entwicklung weitertreiben zu lassen. Sie werde sich daher auf die Ausführung von Arbeiten beschränken, die der großen Masse der Verbraucher zugute kommen und deren Kaufkraft stärken. zurückge stellt wurde, der den Ausbau des Paktes der kleinen Entente zu einem allgemeinen militärischen Veisiantisabkommen vorsah. Die Zurückstellung erfolgte anscheinend auf den Einwand Jugoslawiens, das keine Neigung zeigte, durch dieses Abkommen in die unter der maßgeblichen Beteiligung der Sowjetunion zustande gekommenen Bündnisverträge eingeschaltet zu werden. Der Bericht über den Stand der vom tschechoslowakischen Ministerpräsidenten Dr. hodza in die Wege geleiteten Donauoaumverhand- l u n g e n wurde zur Kenntnis genommen. In der Habsburger Frage wurde neuerlich die grundsätzliche Ablehnung jeder R e- stouration betont, lieber die Beziehungen der drei Staaten zu Ungarn stellten die Außenminister fest, daß eine politische Fühlungnahme mit Budapest nur von der Kleinen Entente als Gesamtheit erfolgen solle, havas meldet, daß die Frage der Gleichberechtigung Ungarns und der Wiederauf- rüftung Ungarns geprüft worden fei. Im Interesse der Zusammenarbeit zwischen den Donauslaaten scheine es, behauptet havas, daß die Kleine (Entente bereit sei, Ungarn eine grundsätzliche Anerkennung dieser Gleichheit Belgrad, 2. April. (DNB.) Nach Abschluß der Beratungen der drei Außenminister der Kleinen Entente am Freitagabend wurde von dem tschechoslowakischen Außenminister Dr. Krofta der Presse ein elf Punkte umfassendes Kommunique bekannt- gegeben, in dem es heißt, die drei Außenminister eien zu der Schlußfolgerung gekommen, daß die internationale Lage eine gewisse Besserung aufweise. Auch die noch bestehenden Probleme könnten im Geiste der Zusammenarbeit gelöst werden. Sowohl hinsichtlich der allgemeinen Grundsätze der Außenpolitik der drei Staaten als auch hinsichtlich Nutznießer der Aufrüstung. 50prozentige Konjunkturgewinne in den Bereinigten Staaten. Washington, 2. April. (DNB.) Präsident Roosevelt machte der Presse davon Mitteilung, daß die Bundesregierung die Materialkäufe für Großbauten einstellen und alle ihre Kräfte auf die Arbeitsbeschaffung für einen weiten Kreis der notleidenden Einzelper- der Pariser Vorortverträge, die ja erst die Existenz der drei Mächte der Kleinen Entente in ihrem heutigen Umfang begründet haben, der festeste Kitt dieses Bündnisses. Aber er allein wird auf die Dauer kaum genügen, den Zusammenhalt zu sichern. Diese Erkenntnis ist wohl bei allen drei Partnern vorhanden. Während Jugoslawiens leitender Staatsmann bereits gehandelt hat, sind Rumänien und die Tschechoslowakei Über unverbindliche Fühlungnahmen nicht herausgekommen. Der rumänische Ministerpräsident Tatarescu war soeben in Prag, sein tschechoslowakischer Kollege hodza auf der Fahrt zum Semmering in Wien. Man sucht mit Oesterreich sowohl wie mit Ungarn in Berührung zu kommen, aber schon das Militärbündnis der Tschechoslowakei mit der Sowjetunion und die wachsende Inanspruchnahme des tschechoslowakischen Raumes als künftiges Aufmarschgebiet der Roten Armee erweist sich, von anderen Disse- renzen und Unklarheiten abgesehen, als kaum überbrückbares Hemmnis für jede Annäherung an zwei Länder, die den Marxismus bereits gründlich am eigenen Leibe kennen gelernt haben. Es ift auch bezeichnend für die innere Unaufrichtigkeit dieser Bemühungen, daß Frankreich sie nach Kräften fördert, gleichzeitig aber darauf aus ist, das Militärbündnis, das es bislang nur mit der Tschechoslowakei allein unterhält, nun auch durch Beistandspakte mit den beiden andern Partnern der Kleinen Entente zu ergänzen. durch gewisse gleichwertige Sicherheitsgarantien zu gewähren. Gedrückte Stimmung in Paris Paris, 3. April. (DNB. Funkspruch.) Zu den Besprechungen der Kleinen Entente in Belgrad stellen mit einer gewissen Resignation verschiedene Blätter fest, daß ihre bösen Vorahnungen von den Tatsachen selbst nur bestätigt worden seien. Die zentrifugalen Kräfte innerhalb der Kleinen Entente seien in der Uebermacht, meint „Echo de Paris". Frankreich habe die drei Staaten der Kleinen Entente aufgefordert, untereinander einen gegenseitigen Beistandspakt zu schließen gegen jedweden Angreifer. Diesen Vorschlag habe man zwar nicht vollkommen zurückgewiesen, aber doch auf unbestimmte Zeit beiseite geschoben. „Temps" meint, wenn man ehrlich sein wolle, müsse man sagen, daß der gestrige Tag für Frankreich und seinen Einfluß in Mitteleuropa und auf dem Balkan recht dunkel gewesen sei. Er sei eine Folge der allzu wenig energischen Politik, die Paris seit Jahren geführt habe. Frankreich habe es seinerzeit verabsäumt, entsprechend dem Drängen Titulescus mit Belgrad und Bukarest die nun von Paris selbst gewünschten Beistandspakte mit den Staaten der Kleinen Entente abzuschließen. Belgrad habe nun mit der gleichen Münze heimgezahlt, wie es einstmals Frankreich | getan. Dunkelheit, Schweigen und Tod. Stalins Terrorherrschast bedeutet die Rückkehr Rußlands zu den Zeiten Iwans des Schrecklichen. Die Organisation des Systemstier Sicherheit müsse alle Gebiete Europas umfassen, in denen sich die Frage der Sicherheit stelle. Die drei Staaten der kleinen Entente seien weiterhin gegen jeben ideologischen internationalen Konflikt und lehnten es ab, der einen ober anberen Front beizutreten, bie sich allenfalls bilben könnte. Sie seien überzeugt, baß bas innere Regime unabhängiger Staaten gegenseitig geachtet werben muh. Die p a k t e I u g o s l a w i e n s mit Bulgarien sowie mit Italien seien mit Besriebi- gung zur Kenntnis genommen in ber Ueber- zeugung, bah biefe Pakte wirksam zur Stärkung bes Friebens beifragen bürsten. Es verstehe sich von selbst, bah sie in keiner weise bie Verpflichtungen berührten, bie zwischen den Staaten ber Kleinen (Entente beffünben. Dr. Krofta betonte, daß die Kleine Entente eine lebendige Wirklichkeit darstelle. Sie beruhe auf den natürlichen Grundlagen der Geschichte und Tradition der drei Völker. Der rumänische Außenminister Antonescu führte aus, die drei Minister hätten neuerlich die völlige Uebereinstimmung der Gesichtspunkte ihrer Regierungen festgestellt. Die Kleine Entente entspreche geschichtlichen und geopolitischen Notwendigkeiten. Der italienisch-jugoslawische Pakt teile ein wertvolles Unterpfand für die Erhaltung des Friedens in diesem Teile Europas dar, weshalb seine Schöpfer die volle Zustimmung verdienten. In politischen Kreisen verlautet, bah ber tschechoslowakisch-französische Plan Vickers kann den Hüstungs- anforderungen nicht entsprechen. London, 2.April. (DNB.) Auf der Jahresversammlung der englischen Rüstungsfirma Vickers Ltd. teilte der Vorsitzende General Sir Herbert Lawrence mit, daß sich die Belegschaft seit dein Jahre 1934 bis zum März 1937 von 35 955 auf 64 068 erhöht, also beinahe verdoppelt hat. Die Regierung habe große Aufträge für die fünf neuen Typen von Flugbooten und ß a n b ■ flugzeugen erteilt, die die Firma konstruiert habe. In den Schiffswerften der Firma befänden sich 21 Kriegsschiffe und Handelsschiffe, darunter das neue Großkampfschiff „König Georg V." im Bau. Die Geschütz- und Montierwerke seien mit der Bestückung von Kriegsschiffen voll beschäftigt. Trotz der großen Ausdehnung der Produktion sei die Vickers-Gruppe nicht in der Lage, die „ungewöhnlichen Rüstungsanforderungen" restlos zu erfüllen. Die Firma habe daher die Regierung bei der Unterbringung von Aufträgen bei a n d e r en Firmen, die normalerweise nicht mit Rüstungen beschäftigt sind, unterstützt. Die Lebensm ttelknappheit in England. London, 3. April. (DNB. Funkspruch.) Die „Daily Mail" teilt mit, daß im Parlament eine Reihe von Anfragen über die Versorgung mit Lebensrnitteln im Kriegsfall vorliegt. Die Tatsache, daß im Augenblick die Lebensmitteloor- räte in England außerordentlich knapp seien und die Reserve an Weizenmehl nur f ü r etwa 17 Tage reiche, habe das ganze Land beunruhigt. Der konservative landwirtschaftliche Ausschuß werde daher auf die Minister einen Druck ausüben, die Lebensmittelversorgung im Zusammenhang mit den Verteidigungsmaßnahmen für den Ernstfall sicherzustellen. England hofft auf Wirtschaftsabkommen mit den Vereinigten Staaten. London, 3. April. (DNB. Funkspruch.) In tied englischen Presse wird die Möglichkeit erörtert, ob die Vereinigten Staaten beabsichtigten, neue Ab« rüstungsverhandlungen in Gang zu brim gen. „Times" hält dies im Augenblick für um wahrscheinlich. Anders hingegen beurteilt mack die Möglichkeit eines Wirtschaftsabkom» mens zwischen den Vereinigten Staaten und Eng» land. Das Blatt sagt, daß Handelsminister Runci* m a n s Unterredungen in Washington den Weg für Verhandlungen über ein englisch-amerikanisches Der Gedanke, die Einzelvertrage Frankreichs mit den drei Mächten der Kleinen Entente, von denen, wie gesagt, nur der Vertrag mit der Tschecho- floroafei militärische Absprachen enthalt, durch em gemeinsames Schutz- und Trutzbundms zu ersetzen entspringt einem Vorschlag des Eawietmarschall- Tuchatschewski. der bei seinem Pariser Be- such im Frühsommer vorigen Jahres den franzosi- chen Generalen erklärt hat, daß das sow,etrussisch- ranzösische Militärbündnis nur bann seine volle Wirksam, eit entfalten könne, wenn es durch Abmachungen der Generalstäbe Frankreichs und der drei Mächte der Kleinen Entente ergänzt werde, die eine enge militärische Zusammenarbeit verbürgten. Frankreich forderte als ersten Schritt dazu den Abschluß eines für jeden europäischen Konflikt geltenden Militärbündnisses der Kleinen Entente- Mächte unter sich, aber trotz aller tschechischen Bemühungen in Belgrad und Bukarest scheint es bislang noch n.cht dazu gekommen zu fein. Vermutlich wird dies das Hauptthema der Belgrader Konferenz gewesen fein, aber es kann auch kaum einem Zweifel unterliegen, daß sich Frankreichs Aussichten, einen solchen Vertrag, der die drei Mächte der Klemen der Art ihres gemeinsamen Vorgehens sei eine öllige Uebereinstimmung erreicht worden. Die aufrichtige Freundschaft und Interessengemeinschaft der Kleinen Entente bestimmten auch genau den Rahmen, innerhalb dessen die drei Staaten bereit seien, ihre politischen und wirtschaftlichen Beziehungen zu den anderen Staaten, in erster Linie zu ihren Nachbarn, zu erweitern. herbeigeführt haben würde. Es verdient auch Beachtung, welche erfreulichen inner- und außenpolitischen Wechselwirkungen Jugoslawiens Politik der zweiseitigen Verträge für sich buchen kann. Während durch das Freundschaftsabkommen mit Bulgarien die so lange zwischen beiden südslawischen Völkern stehende mazedonische Frage aus der überhitzten Atmosphäre ständiger Grenzkämpfe und Verschwörungen in ein ruhigeres Fahrwasser gegenseitiger verständnisvoller Zusammenarbeit gebracht wurde, hat der Vertrag mit Italien durch seine bedeutsamen Zusagen für bie künftige Behandlung ber innerhalb ber italienischen Staatsgrenzen lebenben, mehr als 3OOOOO Köpfe zählenden slowenischen Minderheit der Belgrader Regierung einen starken innerpolitischen Rückhalt an den Slowenen gegeben, während die bislang gelegentlich nach Ungarn hinüberschielende kroatische Opposition (man entsinnt sich der nach dem Attentat auf König Alexander bedrohlich sich zu- spitzenden Spannung zwischen Belgrad und Budapest in der Frage der kroatischen Emigration) durch den jugoslawisch-italienischen Vertrag ihre Hoffnung auf eine Restauration der Habsburger dahinschwinden sieht. Denn in diesem Punkt der ent- chiedenen Abwehr aller Restaurationsbestrebungen des Hauses Habsburg-Bourbon, sei es in Ungarn oder in Oesterreich, sind sich die Staaten der Kleinen Entente auch fernerhin völlig einig und darüber wird wohl auch in den Verhandlungen -»wischen Graf Ciano und Stojadinowitsch Klarheit geschaffen worden sein. Auf Ungarns Verhältnis zu Südflawien kann diese Klarstellung nur günstig wirken. Wenn man auch vorerst noch m Budapest die Aussöhnung der Adria-Nachbarn mit gemischten Gefühlen betrachten mag, denn die ungarischen Wünsche nach Revision des Friedensdiktats von Trianon hatten bislang an dem für unversöhnlich gehaltenen Gegensatz zwischen Italien und Jugoslawien als dem tatsächlichen Nachfogerder Habs burgischen Donaumonarchie an der Adria und aus dem Balkan ihre stärkste Nahrung gefunden, f wftd der Ostervertrag von Belgrad moglicherwei e auch den Weg ebnen zu einem u"9arifch-lugoslawi- schen Ausgleich, der den Interessen beider Volker ^S^weit'ist es freilich noch lange nicht und des- lich kein bolschewistisches System mehr geben. Zu dieser ständigen Opposition geselle sich noch d i e persönliche, die die grausame Diktatur des „Zaren Stalins" herausgefordert habe. Diese schrecke weder vor Gift noch vor Mord zurück, und nur sie meine Stalin in Wahrheit, wenn er das bolschewistische System vor dem „Trotzkismus" verteidige. Rußland sei zu den Zeiten Iwans des Schrecklichen zurückgekehrt. Die Herrschaft Nikolaus II. fei ein wahrhaftiges Eden im Verl)ältnis zu der augenblicklichen Lage in Sowjetrußland gewesen. Damals hätten ein Tolstoi und ein Gorki frei schreiben dürfen. 80 o. H. bes russischen Grund und Bodens seien in Händen ber Bauern gewesen. 12 000 Volksschulen habe es zu biefer Zeit in Rußlanb mehr gegeben als jetzt. Heute herrsche über bem weiten russischen Land nur Dunkelheit, Schweigen und Tod. Paris, 3.April. (DNB. Funkspruch.) Im „Figaro" beschäftigt sich Wladimir d ' O r m e s s o n mit der Rede Stalins vom 3. März. Diese Rede beweise, daß sich die Sowjetunion in einer außerordentlichen Krise befinde. Wenn man Stalins Worten glauben sollte, so müßte ganz Sowjetrußland voll von „Trotzkisten" stecken, die Sabotage trieben, spionierten, Anschläge verübten und das ganze Staatsgefüge unterwühlten. Stalin aber, der selbst einen Teil seines Lebens als Saboteur, als Spion, als Attentäter zugebracht habe, wolle diese Leute heute ausrotten. Es sei nicht glaubhaft, daß die Sowjetunion in Wirklichkeit durch die „Trotzkisten" gefährdet sei. Die Wahrheit sei, daß es in Sowjet- rußlanb stets eine ungeheure Opposition gegeben habe. Wenn nur jeder hundertste Russe an die Wahlurne treten dürfte, so würde es wahrschein- Bewegung im Güdofien Die Konferenz des Ständigen Rats der Kleinen Entente in Belgrad findet das größte Interesse der politischen Welt, wenn auch ber tschechoslowakische Außenminister Krofta um jeder Enttäuschung vorzubeugen, davor gewarnt hat, von der Konferenz irgendwelche sensationelle Beschlüsse zu erwarten. Sie sind wohl schon deswegen nicht zu erwarten, weil in wesentlichen Punkten der Tagesordnung die Auffassungen der drei Teilnehmer der Konferenz, des tschechoslowakischen Außenministers Krofta, des rumänischen Außenministers A n - t o n e 5 c u und des jugoslawischen Ministerpräsidenten Stojadinowitsch weit auseinandergehen. Trotzdem wäre es höchst unvorsichtig und voreilig, von einer Lockerung ober gar schon von einem Zerfall des Bündnisses der Kleinen Entente sprechen zu wollen. Jugoslawien, dessen „politischer Vertrag" mit Italien bie Lage auf bem Balkan unter eine neue Perspektive aestellt hat, benkt nicht daran, seine alten Freundschaften der neuen Kombination zu opfern, und in Rom ist etwas derartiges auch niemals erwartet worden. Das geht sowohl aus dem Wortlaut des italienisch-juboslawischen Oster- vertrags hervor, wie aus den Erläuterungen, die die beiden Unterzeichner des Abkommens ihm mit auf den Weg gegeben haben. Aber die Tatsache dieses Vertragsabschlusses ist nach der Bereinigung des Verhältnisses zu Bulgarien ein erneuter Beweis dafür, wie dank der innerpolitischen Festigung des Regimes und einer besonders günstigen außenpolitischen Konstellation sich die Stellung Jugoslawiens innerhalb der Kleinen Entente wie des Balkanbundes gestärkt hat. Belgrad ist heute vielleicht als Angelpunkt der Politik im Donauraum an die Stelle von Prag getreten. Während die Tschechoslowakei durch ihr Militärbündnis mit der Sowjetunion sich einseitig band und damit die eigene Handlungsfreiheit in bedenklichem Maße beschränkte, hat Südslawien durch seine Aussöhnung mit Bulgarien und nun durch den Vertrag mit Italien, der die Adria als politische Reibungsflächen der beiden Uferstaaten künftighin ausschaltet, für sich eine Bewegungsfreiheit gewonnen, die ihm in der zukünftigen Politik der Kleinen Entente und des Balkanbundes eine bestimmende Rolle zu spielen erlauben wird. Man wird Jugoslawiens Außenpolitik und seine neugewonnene Stellung mit der Polens vergleichen können, das durch sein Abkommen mit Deuischland unter Aufrechterhaltung der traditionellen Freundschaft zu Frankreich und des Nichtangriffspakts mit Sowjetruhland und neuerlicher Wiederaufnahme der engeren Beziehungen zu Rumänien sich die Freiheit unabhängiger, nur ben eigenen Interessen dienender Entschlüsse hat wahren können. Die von Deutschland immer wieder empfohlene Politik zweiseitiger Verträge als tauglichstes Mittel zur Bereinigung nachbarlicher Verhältnisse, die Polen mit so sichtbarem Erfolg für sich zu nützen verstand, hat nun auch in Belgrad über ben vornehmlich von der französischen und englischen Diplomatie immer wieder in ben Vordergrund geschobenen verschwommenen Gedanken eines allgemeinen Sicherheitspaktes triumphiert. Dafür war gewiß auch die Erkenntnis maßgebend, daß einmal ohne Ausräumung der zwischen Nachbarn schwebenden Mißverständnisse jeder allgemeine Pakt der wichtigsten inneren Voraussetzung entbehrt, und daß zum anderen em solcher Pakt durch die Politik dritter Staaten die Gefahr von Verwicklungen mit sich bringt, die das nationale Interesse an sich nicht notwendigerweise halb ist vorerst die Abneigung gegen jede Revision I Entente als mehr oder weniger willenlose Werk- •!... ■ VI II T 1 I 17 | für Anz-.g-n oon 22 mm lllonars-vezugsprelr: W EH M Bfl MMU M B B MBB WF B B I Br B Breite 7 Rpf.. für Text- Mit 4 Beilagen RM. 1.95 w M HL M B B B B B BA B B B anzeigen oon 70 mm Breite Ohne Illustrierte 1.80 ■ W ml B B 50Rpf.,Platzvorschrift nach Zustellgebühr.. , -25 ▼ ■ M B B ▼ M W ▼ B| oorh Dereinbg.25V mehr. LT V ttrmäfjtgte ®run&pretfe: infolge höherer Gewalt < < M Stellen-, Vereins-, gemein- SS General-Anzeiger sur Sberhessen votticbeckkonto- behördliche Anzeigen 6 Rpf. zranfturt am Main 11686 vruck und Verlag: vrühl'sche UniversttatS'Vuch- und Zteindruckerei R. Lange in Sieben. Schristieitung und Geschastrftelle: Zchulftrahe 7 Mengenabschlüsse staffel ö Handelsabkommen geebnet hätten. „Daily Expreß" hält den Abschluß eines solchen Abkommens schon für sicher. Der erste Schritt werde ein Handel s- a b f o m ni e n mit niedrigen Zolltarifen sein. Es bestehe auf beiden Seiten der ehrliche Wunsch, daß dieses Abkommen zu einer politischen Verständigung führen solle. Richtfest der Zeppelin-Siedlung. Das Heim der Belegschaft des Flug- und Luftschiffhafens Rhein-Main. LPD. Frankfurt a. M., 2 April. In der Siedlung, die in der Nähe des Flug- und Luftschiffhafens Rhein-Main auf einem etwa 6,5 Hektar großen Gelände für die Angehörigen der Deutschen Zeppelin-Reederei erstellt wird, konnte das Richtfest begangen werden. Der erste Bauabschnitt umfaßt 92 Wohnungseinheiten, meist Einfamilienhäuser mit je 600 bis 1000 Quadratmeter Gartenanteil. Die Siedlung liegt etwa 1 Kilometer vom Luftschiffhafen entfernt, damit das Luftschiffpersonal wegen der teilweise nächtlichen Starts und Landungen der Luftschiffe jederzeit auf dem Luftschiffhafen zur Verfügung steht. Nach der Flaggenhissung begrüßte Kapitän Carl C h r i st i a n s e n die Ehrengäste. Oberstleutnant H a r t.o g vom Luftamt Frankfurt überbrachte die herzlichen Glückwünsche des Reichsministers der Luftfahrt. Gauleiter Sprenger dankte allen, die mitgeholfen haben am Bau dieser Siedlung. Die Manner, die besonders während der besseren Jahreszeit dauernd auf Fahrt begriffen seien und die manchmal nur 24 Stunden, manchmal auch weniger oder mehr zu Hause sein können, müßten für diese Zeit Heimstätten haben, in denen sie Erholung und Stärkung ihrer Nerven und Körperkräfte finden. In diesen 92 Häusern seien wirkliche Familienwohnungen herauszubringen, die diesen Anforderungen genügen müßten. Auch die Gefolgschaften der Lufthansa und des Zollamts sollten hier untergebracht werden, so daß die große Gemeinschaft, die drüben im Hafen die Luftschiffe und die Flugzeuge betreue, in dieser Siedlung wiederum als große Gemeinschaft, untergebracht werde. Der Gauleiter gab bekannt, daß er dieser Siedlung den Namen „Zeppelin- Heim" gegeben habe und nahm dann die Grundsteinlegung zu dem Gemeinschaftshaus des Zeppelin-Heims vor. Mit dem Wunsche, daß dieses Haus der nationalsozialistischen Weltanschauung unseres Führers Adolf Hitler jetzt und in ferner Zukunft dienen möge, vollzog er die drei Hammerschläge. Dann sprach ein Zimmermann den Richtspruch, während der Richtkranz am Mast emporstieg. Kreisleiter Walther (Offenbach) übernahm die Siedlung in die Obhut des Kreises Offenbach, der diesem jüngsten Kind des Kreises eine besonders pflegliche Behandlung angedeihen lassen werde. Aufgaben der RGB. Berlin, 2. April. (DNB.) In einem Abendlehrgang für die Mitglieder der NSV. sprach Hauptamtsleiter Hilgen feld über die Pegriffe nationalsozialistischer Wohlfahrtspflege. Er erklärte, daß sich die Arbeit der NSV. nicht auf eine Generation beschränkt, sondern auf die kommenden Geschlechter des Volkes gerichtet ist. Ihre Planung, die auf die Ewigkeit ausgerichtet sein muß, wird nicht, wie die frühere private und kirchliche Wohlfahrtspflege nach partikularistifchen Grundsätzen aufgestellt. Hilgenfeld wies nach, daß in den 17 Jahren von 1919 bis 1935 nicht weniger als 1 310 000 Kinder, die irn Säuglingsalter starben, hätten am Leben erhalten bleiben können, wenn die frühere Wohlfahrtspflege ihre Aufgabe richtig erkannt hätte, daß nämlich die Arbeit an der Quelle des Lebens beginnen müsse. Die Arbeit der NSV. sei im wesentlichen eine Erziehungsarbeit, nämlich aus den Menschen alle seine physischen und psychischen Kräfte herauszuholen und diese Kräfte freizumachen, damit der einzelne sich im Lebenskampf behaupten könne. Die NSV. müsse im Prinzip die Form behalten, die sie gegenwärtig habe. Immer werde es eine Aufgabe des Nationalsozialismus fein, die Menschen im Dienst und im Opfer bereitzuhalten. In dem WHW. der Zukunft werde sich die Arbeit immer mehr der Erhaltung unserer Volkskraft durch Arbeit an den Wurzeln der Nation zuwenden. Im kommenden Sommer werde die NSV. sich vor allem dem weiteren Ausbau des Hilfswerkes Mutter und Kind widmen. Die Fürsorge für die Mütter solle verbessert und die M ü t t e r Verschickung weiter gesteigert werden. Dann werde sich die Arbeit in immer stärkerem Maße der Fürsorge am Kleinkind zuwenden. Die Arbeit der Hilfs- und Beratungsstellen werde verbessert, die Zahl der Fürsorgeschwägerinnen und Schwestern, die zu praktischer Arbeit in die Familie geschickt werden, müsse erhöht werden. Das Tuberkulosehilfswerk werde weiter ausgebaut. Kein Mensch in Deutschland brauche heute mehr Sorgen zu haben, woher er die hohen Kosten einer Tuberkuloseverschickung nehme. Durch zielbewußte Arbeit werde voraussichtliche die Zahl der Tuberkulosekranken in zehn bis zwanzig Jahren auf die Hälfte, in weiteren zehn bis zwanzig Jahren auf ein Viertel herabgedrückt werden können. Baupläne Groß-Hamburos. Hamburg, 3. April. (DNB.) Senator Ahrens läßt im „Hamburger Tageblatt" ein Bild des neuen Groß-Hamburg, wie es nach der Durchführung der geplanten großen Aufgaben sich darbieten wird, erstehen. Am Anfang steht die deutsche Aufgabe Hamburgs: Tor des Reiches nach Uebersee zu sein. Die Einfahrt in den Hafen prägt im Fremden den ersten Eindruck vom neuen Deutschland. Die Größe und Würde des Reiches muß in diesem Bilde offenbar werden. Das ist der Sinn der neuen Elb- u f e r g e st a l t u n g.Die neue Elb-Hochbrücke und die neue Ueberseeanlage sind die Kernstücke dieser Umgestaltung. Zwischen zwei gewaltigen Türmen wird sich die Brücke in der Gegend des Altonaer Rathauses über den Strom schwingen. Ihre lichte Durchfahrtshöhe wird so groß sein, daß selbst die größten Ueberseedampfer ohne Rücksicht auf die Tide hindurchfahren können. Die neue Ueberseeanlage wird sich etwa 700 Meter elbabwärts ziehen. Das Wasser vor der langen Kaimauer wird auf eine Tiefe gebracht werden, die für die größten Seeschiffe das Anlegen gestattet. Auf dem Pier werden sich die Abfertigungsgebäude erheben. Gekrönt sein wird die ganze Anlage von einem turmartigen Hochhaus mit beherrschendem Blick über die Stätten hamburgischen Schaffens. Elbabwärts wird sich an diese Ueberseebrücke die modernisierte Fischmarktanlage des jetzigen Altonaer Hafens anschließen. Eine wichtige Neuschöpfung wird ferner die hochliegende Elbverkehrsstraße barstellen. Der Staat wird sich weiter der Frage der Sanierung alter Stadtviertel in weit größerem Maße als bisher annehmen. Der Ausbau der Hansischen Universität und der Bau eines Stadions find weitere Forderungen des wissenschaftlichen und sportlichen Lebens. Das Stadion wird in jenem Gebiet errichtet werden, das heute den Stadtpark trägt, ohne daß dem Stadtpark von feinem Charakter als Volkserholungsstätte etwas genommen wird. Sechs Seehelden werden geehrt. Berlin, 2. April. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler hat für die Zerstörer „Z 11" bis „Z 16" folgende Namen befohlen: „Z 11" Bernd von Arnim, Kapitänleutnant, Kom- Lpd. Frankfurt am Main, 2. April. Die Deutsche Kolonialausstellung wird am Sonntag im Bachsaal feierlich eröffnet. Beim Betreten der Ausstellung grüßt uns ein Photo des Führers, flankiert von den Reichsfarben. Unter den Bildern der K o l o n i a l p i o n i e r e im Ehrenraum bemerkt man auch den Vater des Reichsluftfahrtministers Dr. Heinrich G ö r i n g, der der erste Reichskommissar in Deutsch-Südwest-Afrika war. Besonders zu erwähnen ist noch die Büste des größten deutschen Kolonialpioniers, Dr. Carl P e - t e r s, die vor der alten Kolonialflagge einen Ehrenplatz gefunden hat. Eine Reihe von Vitrinen enthält eine reichhaltige und interessante Kolonial- Dokumentenschau, so Verträge mit den Eingeborenen, Schutzbriefe des Reiches. Von hier gelangt der Besucher in einen Raum, der eine eindringliche Darstellung darüber bringt, „Warum wir Kolonien brauche n". In der Mitte des Raumes sieht man ein Höhenschichtenrelief von Afrika, an dem man die gesunde klimatische Lage unserer Kolonien feststellen kann. In diesem Raum ist auch eine Sonderschau der Frankfurter Stadtbibliothek untergebracht, die das deutsche Schrifttum, das über den kolonialen Gedanken und die deutschen Kolonien bis 1918 erschien, in übersichtlicher Form aufzeigt. In zwei weiteren Räumen wird die geschichtliche Bedeutung Deutschlands als Kolonialvolk an Hand von guten Tafeln und Bildern aufgezeigt und auf die großen Leistungen der deutschen Schutz- truppe hingewiesen. Für sie wurde ein besonderer Ehrenplatz errichtet. Mandant „G 42", gefallen am 21. April 1917 bei der 3. Torpedobootsflottille in Flandern. „Z 12" Erich Giese, Kapitänleutnant, Kommandant „S 20 , Flottille Flandern, gefallen am 5. Juni 1917 bei einem Vorstoß in den englischen Kanal. „Z 13" Erich Koellner, Kapitänleutnant, Chef der 8. Minensuch-Halbflottille, gefallen am 20. April 1918 in der Nordsee beim Flottenoorstoß nach Norden. „Z 14" F r i e d ri ch Ihn, Kapitänleutnant, Kommandant „S 35", 9. Torpedobootsflottille, gefallen in der Skagerrakschlacht. „Z 15" Erich Steinbrinck, Kapitänleutnant, Kommandant „V 29", 9. Torpedobootsflottille, gefallen in der Skagerrakschlacht. „Z 16" Friedrich Eckoldt, Kapitänleutnant, Kommandant „V 48", 3. Torpedobootsflottille, gefallen in der Skagerrakschlacht. In der Abteilung „Kolonialwirtschaft und Heimat" sind die einzelnen Kolonialprodukte wie Baumwolle, Sisal, Ramie, Kaffee, Kakao, Gewürze, Oelfrüchte, Hölzer, Mineralien usw. in ihrer Entwicklung von der Pflanze bis zum Fertigfabrikat gezeigt. Sogar ein echter Gummibaum ist aufgestellt, an dem die Gewinnung des Gummis mit Messer und Zopfbecher bargestellt ist. — Dem Verkehr nach und in den deutschen Kolonien ist die anschließende Abteilung gewidmet. Auch eine Sammlung der Münzen und des Papiergeldes aus den Kolonien ist zu sehen. Die nächste Abteilung gibt einen Einblick in die heutige Tätigkeit in unseren Kolonien. Die VereinigungKameruner Pflanzungen beweist, daß auch unter fremder Schutzherrschaft deutsche Pflanzungen gedeihen. 100 000 Hektar umfaßt der deutsche PflanzungÄe- sitz in Kamerun. In der darauf folgenden Abteilung wird von der JG.-Farbenindustrie Deutschlands Kampf gegen die Tropenkrankheiten gezeigt. — Vier weitere Abteilungen geben einen Einblick in das Leben der Eingeborenen und der Tierwelt der deutschen Kolonien. Charakteristische Photos, ethnographische Gegenstände und Gehörne füllen neben Modellen diese Abteilungen. Anschließend führt der Weg zu den Darstellungen der Kolonialarbeit in der Heimat. Sodann zeigt der Reichskolonial b und die ihm obliegenden Aufgaben charitativer und kultureller Art. Den Schluß bildet eine Ausstellung der Kolonial- Literatur und ein echtes Expeditionszelt. Die Wände dieses Raumes, in dem das Zelt aufgeschlagen wurde, zeigen die von Professor Frobe- n i u s entdeckten Felszeichnungen. den nationalen Truppen übergegangen. An der B a s k e n f r o n t stürmten Einheiten des Heeres und der Requetes den über 1500 Meter hohen Berg G o r b e a nordwestlich von Vittoria. Die neugewonnene Stellung ist nur 25 Kilometer von Bilbao entfernt. Die Bolschewisten leisteten den von Südosten und Südwesten in zwei Marschgruppen vorstoßenden nationalen Truppen nur geringen Widerstand. Wichtige bolschewistische Stellungen an der Hauptstraße Vittoria— Bilbao geraten durch die Eroberung des Gorbea in die Zange der von allen Seiten konzentrisch auf Bilbao vordringenden Nationalen. Das schwierige Gelände stellte hohe Anforderungen an die Truppen, die nach mehrstündigem nächtlichem Fußmarsch die Bergstellungen der Bolschewisten erreichten. An der Madrid-Front ist bei Cuesta de Per- dices ein bolschewistischer Angriffsversuch abgewie- sen worden. Die S Ü d a r m e e hat an der Cordoba- Front und im Frontabschnitt Orgiva ebenfalls Angriffe der Bolschewisten zurückgeschlagen. Wirtschaftliche Erschließung Lettlands Riga, 2. April. (DNB.) Ministerpräsident Dr. Ulmanis hielt vor den Leitern der vom Staat ins Leben gerufenen Wirtschaftsunternehmungen eine Rede über die planmäßige Ausnutzung der Bodenschätze Lettlands. Er wies daraufhin, daß das durchschnittliche Einkommen, auf den Kopf der Bevölkerung gerechnet, in Deutschland etwa das Dreifache betrage als in Lettland. Wenn man die Grenze Ostpreußens Überschreite, nehme es wunder, wie hübsch dort alles aussieht. Das fei möglich, weil dort das Volkseinkommen wesentlich höher fei. Wenn das durchschnittliche Volkseinkommen aber so niedrig liege wie in Lettland, dann sei es bedeutend schwerer, ähnliches zu leisten. Planmäßig müßten im ganzen Lande Ziegel und Kalk erzeugt werden, um dadurch Holz frei zu machen. In der Verwaltung der neuen Unternehmungen würden die Letten natürlich die Mehrzahl bilden. Es fei jedoch nicht daran zu denken, nur eine Wirtfchastsgruvve heranzuziehen. Die Aktien würden in kleinen Stücken zu je 100 Lat unter alle Bevölkerungsfchichten verteilt werden. „Wirtschastsankurbelung" im Z-ichen der Volke front. Paris. 2. April. lDNB.) Der ..Elsässer" schreibt unter der UÜberschrift „Die Wirtschaft wird tangefurbelf" u. a.: Die Streiks vom letzten Juni bis Ende Dezember 1936 kosteten Frankreich die nette Summe von 4 V2 Milliarden Franken. Die Zahl der Streikenden belief sich auf sechs Millionen mit einer durchschnittlichen Streikdauer von zehn Tagen. Legt man einen Durchschnitts- stundenlohn von 5 Franken zugrunde, dann ergibt sich ein Verlust von 2 400 000 000 allein an verlorenen Arbeitsstunden. Dazu kommen die Verluste an leicht verderbliche Waren sowie die Aufträge, die wegen der Streiks an das Ausland gegeben werden mußten. Das macht nach ganz vorsichtiger Schätzung alles zusammen einen Verlust von 4V2 Milliarden aus, die für ganz Frankreich verloren gingen. „Nur ruhig so weiter ,gekurbelt' und gewirtschaftet", schließt der Erlässer sarkastisch. Zrispekt°orwfl"a Mussolinis über Rom, 2. April. (DNB.) Am Vorabend des 14. Jahrestages der Gründung der Luftwaffe, die in Rom in Anwesenheit des Königs und des Duce unter Teilnahme von 8000 Fliegern feierlich begannen wird, hat Mussolini mit seinem breimotorigen Flugzeug einen dreiein - halbstündigen Jnspektionsflug ausgeführt, bei dem er die Fluganlagen von Siena, Florenz, Pistoia und Pisa in geringer Höhe berührte und auch über den Städten einige Runden flog. Mussolini, der feit vielen Jahren ein leidenschaftlicher Flieger ist und vor einigen Monaten auch das Patent eines Kampffliegers erworben hat, wollte mit diesem Flug dem ganzen Lande feine starke Verbundenheit mit der Luftwaffe zeigen. Kleine voliiische Nachrichten. Der Reichsminister des Innern hat im Einvernehmen mit dem Reichsschatzmeister der NSDAP., der Hitlerjugend und dem Reichsverband für Deutsche Jugendherbergen am 17. und 18. April eine Haus- und Straßensammlung genehmigt. * Der Reichskriegsminister und Oberbefehlshaber der Wehrmacht, Generalfeldmarschall von Blomberg, hat sich nach München begeben, um am 3. April 1937 die Kriegsschule München zu besichtigen. * Die nach dem Gesetz zur Ordnung der nationalen Arbeit bestellten Treuhänder der Arbeit sind vielfach mit ähnlich benannten Stellen der Wirtschaft verwechselt worden. Um die Stellung der Treuhänder der Arbeit als Reichsbehörden zu betonen, führen sie ab 1. April die Amtsbezeichnung Reichstreuhänder der Arbeit. ♦ Dem zum Senatspräsidenten im Reichsdienst ernannten Ministerialrat Schäfer im Reichsfinanzministerium und dem zum Senatspräsidenten im Reichsdienst ernannten Reichsfinanzrat Dr. Hübschmann sind die Stellen eines Senatspräsi- benten beim Reichsfinanzhof übertragen worden. Eine Proklamation der fübamerikanifchen Unionsregierung enthält weitreichende Maßnahmen hinsichtlich der politischen Betätigung i m Mandatsgebiet Südwestafrika (früher Deutsch-Südwest). Allen Einwohnern mit A u s - nähme der britischen Staatsangehörigen ist verboten, sich in irgendeiner Weise an ber Tätigkeit öffentlicher Körperschaften ober politischer Organisationen in dem Mandatsgebiet zu beteiligen. * Gegen ben Wiener Vertreter ber Essener „N a t i 0 n a l z e i t u n g" ist wegen angeblicher Verbreitung deunruhigenber Gerüchte bie' staats- anwaltschaftliche Voruntersuchung eingeleitet worben. Aus bem gleichen Grunde wurde auch ein Verfahren gegen die Wiener Vertreterin der D A Z. anhängig gemacht. Der Presfebeirat ber deutschen Gesandschaft ist bei der Leitung des Bundespresse« dienstes vorstellig geworden. Wann tritt die Grenzkontrolle für Spanien in Kraft? Es wirb bald Zeit, Wetten abzuschließen, ob bie vollständige Kontrolle der spanischen Küsten und Grenzen überhaupt einmal in Kraft treten wird. Eben hören wir von einer e r - neuten Verschiebung des Inkrafttretens ber Kontrolle auf ben 10. April. Vielleicht entsinnen wir uns noch, daß bereits am 20. März die Kontrolleure ihre Posten bezogen haben sollten. Wir sehen zwar in den illustrierten Zeitungen und Zeitschriften Photos der höchst eleganten Wohnwagen britischer Offiziere an der portugiesischen Grenze. Wir hören einiges über den Andrang holländischer Offiziere der Handelsschiffahrt für die gutbezahlten und sehr interessanten Kontrollposten in den Häfen und auf hoher See. Ein findiger Reporter hat sogar schon angeblich den Kommandeur der Kontrollorganisation an der Pyrenäengrenze in Frankreich entdeckt. Allein, eine Schwalbe macht keinen Sommer. Im Londoner Nichteinmischungsausschuß fehlt den Sowjets und ihren Mitspielern ständig ein neuer Punkt über dem i, der die Kontrollakten an ber Inkraftsetzung hindert. Indessen strömen die französischen und sowjetistischen Freiwilligen munter auf tausend geraden und ungeraden Wegen ins rote Spanien, dampfen die Sowjetschiffe zu Dutzenden an ben türkischen Hafenkontrollbooten vorbei durch bie Dardanellen, um so viel Kriegsmaterial und Freiwillige wie nur irgend möglich den roten Gewalthabern zuzuschanzen. Ein Spielchen, an bem Auguren ihre Freube finben könnten, das aber Zehntausenden von Spaniern unnütz das Leben kostet. Eine neue Valencia-Aoie. Paris wünscht die Entspannung nicht zu stören. Paris, 2. April. (DNB.) Die Bolschewisten von Valencia haben am Donnerstag gleichzeitig in Paris und London eine Note überreichen lassen, in der behauptet wird, daß Italien den Grundsatz der Nichteinmischung verletzt habe. In Paris scheint dieser Vorstoß nicht ben in Valencia erhofften Anklang zu finben. „Petit Parisien" erklärt, die Note enthalte nichts Neues. Valencia wolle offensichtlich bie Regierungen von Paris und London dazu bewegen, die Angelegenheit vor ben Völker- bunbsrat zu bringen. Das aber liege nicht in ben Absichten ber französischen Regierung. Im Gegensatz bazu haben die Erklärungen des italienischen Propagandaministers Alfieri in französischen Kreisen einen guten Eindruck gemacht. Seine Versicherungen hinsichtlich der Nichteinmischung in Spanien haben Zufriedenheit in Paris ausgelöst. Man spricht jetzt von einer wirklichen Entspannung in Europa. nationale G folge an der baskischen ftronf. Salamanca, 3. April (DNB. Funkspruch.) Der nationale Heeresbericht meldet, daß die Truppen ber 6. Division an ber Santanber-Front bei Lolilla eine bebeutenbe Stellung erobert und ben Bolschewisten Verluste beigebracht haben. 28 Milizmänner sind zum Teil mit Waffen zu „Gebt mir vierIahreZeit." Oie grotze Berliner Beichsausstellung im Werden. Berlin, 2. April. (DNB.) Die große Reichsausstellung „Gebt mir vier Jahre Zeit!" (29. April bis 20. Juni in Berlin) wird sich auch in ihrer architektonischen Gestaltung von allen bisherigen Ausstellungen unterscheiden. Die Riesenhalle I wird einen festlich-repräsentativen Charakter erhalten. Ein gewaltiges Forum nimmt den Eintretenden auf. Vor ihm spannt sich das mächtige Hauptrund einer geschlossenen architektonischen Anlage von 120 Meter Länge! Eine sich über die ganze Breite ber Rundung ausdehnende Treppe vermag Tausende von Personen aufzunehmen. Hier versammeln sich bei der Eröffnung am 29. April bie Träger ber nationalsozialistischen Idee; dort können auch bei anderen feierlichen Anlässen die Massen Ausstellung nehmen. Oas Buch der Geschichte. Die Stufen der Treppe führen zu den Sockeln der vor dem Halbrund aufgestellten Postamente. Jedes hat eine Höhe von zehn Metern und bildet ein aufgestelltes riesenhaftes Buch, dessen Tafeln, wie von unsichtbarer Hand bewegt, u m g e b l ä t = tert werden. Auf ben Tafeln wird in Bildern zusammengefaßt, was in ber Ausstellung im Einzelnen gezeigt werben soll. Musik und Wort verstärken die Wirkung dieser Darstellung. In der Halle II werden an der einen Breitseite dreieckig vorspringende hängende Wände eingezogen, die ber Halle ihre Gliederung in die vier großen Sachgruppen: deutsche Arbeit, deutscher Sozialismus, deutsche Kultur und deutsche Politik geben. An ben hängenden Wänden werden außen Photos den Neuaufbau auf allen Gebieten umreißen, während auf der Innenseite statistische Darstellungen gezeigt werden, die die Schau ber Gegenstände ergänzen. Die Nachbildung der großen Mangsall - Brücke der Reichsautobahnstrecke München—Landesgrenze, eine der schönsten der Welt, gibt der Halle einen besonderen Reiz. Auf ihren Pfeilern ruhend wird sie naturgetreu nachgeahmt und nimmt einen großen Teil der Breitwand der Halle ein. Eine an der gleichen Breitseite erbaute Treppe mit Unterbrechungen gewährt dem Besucher einen großartigen Ueberblick. Unter sich hat er das lebendige Bild der Halle, über sich die Brücke und um sich an den 20 Meter hohen Seitenwänden eindrucksvolle Aufnahmen. Sie stellen den Führer inmitten der arbeitenden Menschen bar und zeigen symbolisch, wie bie friebliche Arbeit des neuen Dier- jahresplanes sich jetzt unter dem Schutz ber Wehrmacht vollzieht. Die Treppe führt zu ben auf ber Gallerie untergebrachten Sonderfchauen ber Berufsphotographen, Bildberichterstatter und Amateure. Alle Bilder sind dem Thema der Ausstellung am gepaßt. Der Raum zwischen Halle I und II wird sich in ein Kino für f a ft 2000 Besucher verwandeln, in dem ein auf ben Ausstellungsplan zugeschnittener Film in der Art einer Wochenschau lebendig durch bie letzten vier Jahre führt. Auf dem Freigelände am Funkturm empfängt den Besucher das fröhliche Leben und Treiben der HI., die sich dort mit beim „Haus ber I u- g e n b" ein vorbildliches Heim schafft. Hier finden wir ferner ein Arbeitsdienstlager, bas kleine St ab ion vor ben Terrassen wirb ber Schauplatz von KbF.-Veranstaltungen und sportlichen Vorführungen sein, zu benen ber Reichsbund für Leibesübungen sämtliche deutschen Olympiasieger nach Berlin ziehen wird. Der wirtschaftliche Teil nimmt bie übrigen Hallen des Ausstellungsgeländes in Anspruch. Hier werden bie mit Photo, Druck und Reproduktion zusammenhängenden Wirtschafts-, Fachgruppen und Firmen ihre Erzeugnisse zeigen. Warum wir Kolonien brauchen. Ein Gang durch die Frankfurter Kolonialausstellung. mngen aus« Kunst und Wissenschaft Das erste Bildtelegramm: Aufräumungsarbeiten an der Uyglücksstätte. — (Scherl-M.) kleine Raucher-Ups Aus aller Welt 43/37 ? fj4.NDE yenueßt rtvcüt. Am Freitagmorgen ereignete sich in der Nähe der Londoner Vorstadt Vattersea Park ein schwerer Zugzufammenstotz, der bisher acht Tote, darunter eine Frau, und 30 bis 50 Verletzte gefordert hat. Ein Zug, der den Viclorla-Vahnhof verlassen hatte, stieß mit einem Vorortzug zusammen, der von Llapham Junction, einem wichtigen Kreuzungspunkt außerhalb Londons, kam. Mehrere Wagen wurden aus den Geleisen gehoben und zer- kümmert Ein Teil des Zuges geriet in Brand. Mit großer Muhe konnten die Verwundeten und Toten aus den Trümmern der Wagen herausgeholt werden. Das Eisenbahnunglück hat um so größeres Aufsehen erregt, als sich schon am Donnerstag ein Zugzusammenstoß auf der Londoner Vorortbahn ereignet hat. Der Unfall war glimpflich abgelaufen und hatte keine Opfer gefordert Die Aufräumungsarbeiten gestalten sich außerordentlich schwierig: die Zahl der Toten kann sich weiter erhöhen. Die geborgenen Leichen sind furchtbar verstümmelt. Bisher konnten erst zwei von ihnen indentifiziert werden. Oberst a. D. Immanuel 80 Jahre alt. Am 9. April kann der in Wiesbaden wohnende, in weiten Kreisen bekannte und geschätzte Oberst a. D. Friedrich Immanuel seinen 80. Geburtstag begehen. Der Jubilar, in Frankfurt am Main geboren, hat neben seinem Wirken als militärischer Lehrer und Jugenderzieher eine fruchtbare Tätigkeit als Militärschriftsteller entfaltet. Bereits vor dem Weltkrieg veröffentlichte er u. a. mehrere grundlegende Arbeiten über Taktik. Nach dem Kriege führte er in Wort und Schrift einen zähen Kampf gegen die Lüge von der deutschen Kriegsschuld. Große Briefmarkenausstellung in Kassel. Am 22. und 23. Mai d. I. findet der diesjährige Reichsbundestag sowie der 4 3. Philatelisten- t a g in der Kasseler Stadthalle statt. Aus Anlaß dieser Tagungen wird eine hervorragende Briefmarkenschau „Kurhessen-Thüringen" stattfinden. An beiden Tagen wird in der Stadthalle ein Sonderpostamt eingerichtet, das mit Sonderstempeln ausgerüstet ist. Lom Reichsbund der Philatelisten und vom Landesverband Thüringen werden drei Son- derpostkarten ausgegeben. über „Deutsche Austauschwerkstoffe". Prof. Bürgel wies u. a. darauf hin, die neuen deutschen Werkstoffe seien heute bereits so hoch entwickelt, daß sie unbedenklich und ohne Güteminderung an Stelle der bisher benutzten devisenpflichtigen Werkstoffe benutzt werden könnten. Einen fesselnden Vortrag über das Thema „Zellwolle — Wolle" hielt Oberstudiendirektor K l i n g s ö h r. Er schilderte die Versorgungslage der Welt und Deutschlands mit Textilrohstoffen vor und nach dem Kriege, um dann die außerordentliche Aufwärtsentwicklung auf dem Gebiet der Zellwolle, die er als eine auf eine kurze Faser gebrachte Kunstseide bezeichnete, herauszustellen. Abschließend betonte er, daß das Problem der Versorgung Deutschlands mit Textilrohstoffen gelöst sei, wenn die Industrie lerne, den neuen Rohstoff richtig zu verarbeiten, und wenn die große Zahl der Verbraucher Vertrauen zeige. Der Deutsche Verein zur Förderung des mathematischen und naturwissenschaftlichen Unterrichts e. D. ist in das Reichssachgebiet für Mathematik und Naturwissenschaft des NSLB. übergegangen. In der Schlußsitzung gab Professor Dr. Gehrts (Berlin) einen Einblick in den heutigen Stand des Fernsehens. nähme zu rechnen ist. Auch für die Folge setzt sich die Zufuhr milderer Meeresluft fort, so daß mit dem Auftreten einzelner Regenfälle, aber nicht durchweg unbeständigem Wetter zu rechnen ist. Aussichten für Sonntag: Veränderlich mit zeitweiliger Aufheiterung, aber noch einzelnen Regenfällen, Temperaturen um etwa 10 Grad, Winde aus meist südlichen Richtungen. .Aussichten für Montag: Fortdauer der milden und leicht unbeständigen Witterung, aber nicht durchweg unfreundlich. Lufttemperaturen am 2. April: mittags 15,4 Grad Celsius, abends 10,3 Grad; am 3. April: morgens 9,5 Grad. Maximum 15,8 Grad, Minimum heute nacht 1,3 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 2. April: abends 9,8 Grad; am 3. April: morgens 7,4 Grad. — Sonnenscheindauer 3,6 Stunden. Rom und der vorangegangene Besuch der Avan- guaröia in Berlin haben dieses Verhältnis auch nach außen stark unterstrichen. Allerdings ist Italien weniger ein Wanderland als es Deutschland von jeher war. Sicherlich läßt sich aber gerade auf dem Wege der Wanderung eine noch engere Verbindung Herstellen. Italien besitzt ja kein Jugend- herbergsnetz in unserem Sinne, dagegen eine ständig wachsende Zahl glänzend eingerichteter Heime der Balilla. Die devisehtechnischen Schwierigkeiten wirken sich naturgemäß auch auf die Auslandreise- und Wanderungsmöglichkeiten der HI. aus. Es gibt nur noch Am schwersten von der Sitzstreikwelle, insofern als wirtschaftliche Auswirkungen in Frage kommen, wird der Detroit-Lansing-Di strikt im Staate Michigan betroffen, wo verhältnismäßig kleine Gruppen von Sitzstreikern etwa 90 500 Arbeiter in den Chrysler-, Hudson- und Reo-Automo- bilwerken zur Untätigkeit zwangen. C h i k a g 0 war während der letzten paar Tage der Schauplatz von nahezu sechzig Sitzstreiks, die 20 000 Männer und Frauen einschließlich Kraftdroschkenfahrer betrafen. Im Anderson-Distrikt im Staate Indiana mußte die Indiana- Eisenbahn und die Straßenbahn den Dienst infolge eines Streiks von Angestellten und in den elektrischen Kraftwerken und Werkstätten einstellen. Der Philadelphia-Distrikt wird von 23 Streiks betroffen, die 16 500 Arbeiter und Arbeiterinnen berühren. Von dieser Zahl entfallen zwei Drittel auf den Generalstreik in den Strumpffabriken im Reading-Distrikt. Obwohl der Gouverneur von New Jersey, Hoffmann, kürzlich erklärte, daß Sitzstreiks in seinem Staate nicht geduldet werden würden, sind dort drei Streiks dieser Art ausgebrochen. Bei allen Streiks in den verschiedensten Landesteilen bilden Lohnerhöhungen, kürzere Arbeitsstunden und Gewerkschaftsanerkennung die Hauptforderungen der Ausständigen. Wenn auch zahlreiche Ausstände nur von kurzer Dauer sind, so ist der Umstand, daß immer neue, wenn auch oft nur kleinere Streiks erklärt werden, doch ein wirtschaftlich störender Faktor, welcher bereits an b e n amerikanischen Effektenbörsen infolge der durch ihn gezeigten Ungewißheit der wirtschaftlichen Entwicklung in der nächsten Zukunft, sich wiederholt in Kursverlusten widergespiegelt hat. Augenblicklich ist ein Ende der Sitzstreikwelle noch nicht | abzusehen. ___ Der Tod in der Lawine. Auf dem Wege zur Samoa-Hütte bei Dent im Oetztal wurde eine aus drei Männern bestehende Rettungsmannschaft, die einem verunglückten Engländer Hilfe bringen wollte, von einer Lawine überrascht. Während der Hüttenwirt aus Dent noch rechtzeitig zur Seite springen konnte, wurden seine Begleiter aus Heiligkreuz unter den Schneemassen begraben. Einer vom Wirt herbeigeholten Rettungskolonne war es bis jetzt nicht möglich, die Verschütteten aus den Schneemassen zu befreien, so daß man mit ihrem Tode rechnen muß. Schottischer Fischkutter an der isländischen Küste gescheitert. Der Fischkutter „Loch Morar" aus Aberdeen ist vor der Küste Islands gescheitert. Wegen der schweren See war es noch nicht möglich, an das Schiff heranzukommen. Es wird befürchtet, daß die gesamte Besatzung in den Fluten umgek 0 m - men ist. Autobus-Unfall in London. Während die Londoner Abendblätter noch unter riesigen Überschriften das schreckliche Eisenbahnunglück bei Battersea Park schildern, ereignete sich am Piccadilly-Zirkus ein neuer Unfall. Auf dem schlüpfrigen Pflaster kam ein Autobus ins Schleudern und stieß gegen eine Verkehrsampel. Neun Insassen wurden verletzt, davon zwei schwer. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt Begünstigt durch die derzeitige Luftdruckverteilung — hoher Druck im Nordosten, tiefer Druck über Westeuropa — hat sich über Deutschland eine Zufuhr milder Meeresluft eingestellt. Im Verein mit Sonneneinstrahlung ließ sie am Freitag bei uns die Temperaturen über 15 Grad ansteigen, brachte aber auch bereits leichte Unbeständigkeit, mit deren Zuläßt die neue deutsche Jugend nichts unversucht, um in einen engen Kontakt mit der Jugend anderer Länder zu gelangen, bzw. alte Verbind" ^-------- zubauen und durch Aufklärung und gute Kamerad- schäft die Verständigung und den Friedensgeist zu fördern, der nirgendwo leichter auf einen fruchtbaren Boden fällt als gerade unter der politisch noch nicht festgelegten Jugend der Völker. Dr. Vo. Ein Greuelnachrichten-Fabrikant verurteilt. Die Große Srafkammer in Danzig verurteilte den polnischen Staatsangehörigen Konrad Rusch- kowski zu zwei Jahren Gefängnis, da er durch seine Tätigkeit für einen ausländischen Nachrichtendienst die Interessen des Danziger Staates in schwerster Weise geschädigt hat. Wie der Staatsanwalt hervorhob, hatte Ruschkowski u. a. auch die Verbreitung erlogener Greuelnachrichten in Danzig in der ausländischen Presse veranlaßt. Das Gitzstreikfiebsr in USA Von unserem E.K.-Äerichierstarier. Jugend der Völker. Durch Kameradschaft der Jugend zur Verständigung der Völker. Schweres Eisenbahnunglück bei London 8 Tote, zahlreiche Verletzte beim Zusammenstoß zweier Borortzüge. geschvß gliedert sich in die Ehrenhalle, drei Ausstellungsschiffe, weiter in den Verwaltungsflügel und schließlich in den Trakt für Wirtschaftsräurne. Im Obergeschoß sind weitere Ausstellungsräume untergebracht. Das „Haus der Deutschen Kunst" ist mit den modernsten technischen Errungenschaften ausgestattet. Die Tagung der Mathematiker und Naturwissenschaftler in Nordhausen. Im weiteren Verlauf der Reichstagung des Deutschen Vereins zur Förderung des mathematischen und naturwissenschaftlichen Unterrichts e. V. in Nordhausen, hielt Prof. Dipl.-Jng. Bürgel einen Vortrag werden von diesem Treffen her ihren Ausgang nehmen und dazu beitragen, in den Köpfen der englischen Jugend ein wahres Bild vom neuen Deutschland und seiner Jugend zu formen. Die Statistiken des Jugendherbergsverbandes weisen eine immer größere Zahl von U e b e r n a ch- tunaen ausländischer Jugendlicher auf. Vor allem die englische Jugend sehen wir zahlreich vertreten. Sie hat den alten Reise- und Wandertrieb der Eltern geerbt und sieht m dem vorbildlichen deutschen Jugendherbergsnetz eine wundervolle Gelegenheit, billig Deutschland kennen zu lernen und immer mit gleichaltrigen Kameraden zusammen zu sein. Trotz aller Hetze und Greuelpro- paganda wirkt dieser direkte Austausch von Erfahrungen stärker als bedrucktes Papier Deutsche Schuler und Schülerinnen, die aus England zuruck- kehren, können immer wieder diesen Eindruck be- Während der Ostertage und der nachfolgenden Woche fand am Rhein entlang ein Treffen zwischen HI., PDM. und 670 Schuljungen und Mädchen der englischen School Journey Association statt. Diese englische Schülerreise-Organisation, die seit 1911 alljährlich Tausende von englischen Kindern nicht nur nach Europa, sondern vor allem auf weiten monatelangen Seereisen für ein lächerliches Geld auch nach den Dominions sendet, ist eine Vereinigung von über 30 großen englischen Anstalten, der auch viele Stipendien und Stiftungen zur Verfügung stehen. Sie hat im vergangenen Jahr 60 000 englische Schulkinder in kleinen und großen Gruppen durch England, Europa und die Welt reifen lassen. 670 von ihnen besuchten in diesem Frühjahr unter Führung von Lehrern und Lehrerinnen das Rheinland. Die HI. hatte ihnen 140 sprachkundige Führer und Führerinnen xur Verfügung gestellt und für eine mustergültige Organisation der Unterbringung und Führung Sorge getragen. Die englischen Kinder, 'm Alter von 11 bis 16 Jahren die sich aus allen Standen zusammensetzten, kamen auch mit den deutschen gleichaltrigen Kameraden an den Abenden in den Heimen unserer Jugend und auf vielen Sonde^r- anftaltungen im kleinen und großen Kreise zu am- men. Es hat sich bald ein inniger Kontakt zwischen den 140 Führern und der englischen Jugend herausgebildet, die eifersüchtig darüber wachk' Führer zu behalten. Viele Hundert Briefwechsel Oie Berliner Chirurgen-Tagung. Am dritten Verhandlungstag der Gesellschaft ü r Chirurgie in Berlin fand die Vitamin- orschung mit ihren letzten Ergebnissen volle Wür- ngung. Prof. Fromme (Dresden) sprach in seinem Hauptreferat „Die Bedeutung der Vitamine ür die Chirurgie" über die bisher bekannten Vitamine A bis K und gab einen Ueberblick auf ihre zur Zeit bekannten chemischen Eigenschaften und ihren strukturellen Aufbau, sowie über ihr Vorkommen in der Natur, ihre giftigen Wirkungen und Ausfallserscheinungen. ' Es mag wohl an der unzulänglichen Organisation und der weniger stark ausgeprägten Wanderlust der französischen Jugend liegen daß ein ähnlich guter Kontakt bisher mit Frankreich nicht in dem Ausmaße hergestellt werden konnte, wie er angesichts der so engen Beziehungen beider Lander zueinander denkbar wäre. Mit der italienischen Jugend bestehen naturgemäß die stärksten Verständigungsmöglichkeiten. Die gegenseitigen Besuche geschlossener Gruppen, der offizielle Empfang der deutschen HJ.-Gruppe durch Mussolini in Der Redner ging auf das Verhältnis der Vitamine zu chirurgischen Erkrankungen und ihrer Behandlung ein. Vitamin A, das einen Schutzfaktor für die Haut und teilweise für die Schleimhäute enthält, gewinnt Bedeutung bei der Behandlung von schlecht heilenden Wunden und bei der Bildung von neuem Hautgewebe. Wichtig für den Chirurgen sind auch Vitamin D, bei dessen Mangel die bekannte Rachitis entsteht, und das Vitamin C, dessen Mangel den mit Hautblutungen auftretenden Skorbut erzeugt. Vitamin D hat besondere Bedeutung für die lokale Wundbehandlung Vitamin C ist für die Behandlung von Magen- und Darmkrankheiten sowie bei Knochentuberkulose wichtig. Weiterhin betonte der Vortragende die Notwendigkeit, bei längerem Krankenhausaufenthalt dem Patienten eine ausreichende vitaminhaltige Kost zu bieten. Professor Schneider (Freiburg) hat zwei verschiedene Formen von Vitamin-E-Mangelkrankheiten festgestellt, eine leichte und eine schwere, die mit Veränderungen des Vitamin A im Blut einhergeht. Professor Kirschner (Leipzig) gab neue Ergebnisse über die Funktion der Gallenwege und der Gallenblase, die er an Hand von Röntgenaufnahmen während einiger Operationen gewonnen hatte, bekannt. Fischer (Münster) berichtete über experimentell erzeugte Entzündungen an der Gallenblase beim Tier. Prof. Bernhard (Gießen) legte die Wechselwirkungen zwischen den Erkrankungen der Gallenwege und der Bauchspeicheldrüse dar. Viele Kranke'kommen bei Gallenerkrankungen zu spät, so daß bereits die Bauchspeicheldrüse in Mitleidenschaft gezogen ist. Viele operative Mißerfolge sind darauf zurückzuführen. Auch viele Nacherkrankungen der Leber sind durch zu langes Hinauszögern von feiten des Patienten verursacht. Das „Haus der Deutschen Kunst" vor der Vollendung. Das „Haus der Deutschen Kunst" in München ist nun in seiner äußerlichen Gestalt fertig. Die größte Länge des Bauwerkes beträgt 175 Meter, die Breite 80 Meter, die Höhe 15,5 Meter. Jeder ßängsfront ist ein Säulenportikus mit 22 Säulen und zwei Eckpfeilern vorgelagert. Die Fassaden weisen die edelsten Baustoffe auf. Auch im Innern ist das Gebäude bis auf einige Verputz- unb Aufräumungsarbeiten fertiggestellt. Die Eröffnung mit der Großen Kunstausstellung findet vom 16. bis 18. Juli statt. Insgesamt sind 1500 Kunstwerke zur Ausstellung zugelassen. Das Erd- Der Zusammenstoß, der sich a u f e i n e r Brücke ereignete, war so gewaltig, daß mehrere Reisende aus den Wagen herausgeschleudert wurden. Beide Züge waren elektrische Vorortzüge, die aus verschiedenen Richtungen nach dem Londoner Victoria-Bahnhof fuhren. Der erste hatte vor einem Signal, das die Strecke für ihn sperrte, gehalten. Dabei fuhr die Maschine des zweiten Zuges in feine hinteren Wagen hinein. Zwei von den letzteren unö die beiden vordersten Wagen des fahrenden Zuges wurden vollkommen zertrümmert. Das Feuer, das ausbrach, führte zu einer Panik in den übrigen Wagen. Glücklicherweise gelang es, nach kurzer Zeit die Flammen zu löschen. Nur der Geistesgegenwart mehrerer Reisenden ist es zu danken, daß ein noch größeres Unglück verhindert wurde. Sie sprangen sofort nach dem Zusammenstoß- aus dem Zuge, rannten einem, aus dem Victoria-Bahnhof herkommenden Schnellzug entgegen und veranlaßten ihn durch Zeichen zum Halten, da er sonst in die Trümmer hineingefahren wäre. (Die " Soll man « £ Zigaretten.sonst g Inicht r frische Ta-j I bricht der Ge- I |bak und der g ^in- g schmack würzige I |trächtig*.^ hat ja Gär=CovaS M@1 Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum» schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigen» leiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. II 37: 10 933. Druck- und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. Neuy 0 rk, März 1937. Seit Monaten vergeht kaum ein Tag, an dem nicht mehrere größere oder kleinere Streikbewegungen, besonders Sitzstreikerklärungen, zu verzeichnen sind, und fast täglich muß die Presse den Streikentwicklungen einen größeren Raum widmen. Wenn auch die immer mehr um sich greifende Streikbewegung alle Landesteile, Großstädte wie Kleinstädte, ersaßt hat, so ergibt eine Untersuchung der Streiklage, daß der Hauptherd des Streikfiebers sich auf die Bundesstaaten Michigan, Illinois, Indiana beschränkt. Die Stadt Neu- york, der größte industrielle Mittelpunkt und wahrscheinlich auch die stärkste Gewerkschafts-Stadt des Landes, scheint am wenigsten berührt zu sein. Abgesehen von einigen wenigen Sitzstreik- Kundgebungen, an denen weniger als 500 Arbeiter und Arbeiterinnen beteiligt waren, ist der Wirtschaftsfrieden im Neuyorker Stadtgebiet seit dem kürzlich beendeten, längeren Seemanns-Ausstand, der von der Seemannsgewerkschaft als solcher niemals anerkannt worden war, durch keine Arbeiter- wirren größeren Umfanges gestört worden. Im Neuyorker Stadtgebiet bestehen Hunderte von größeren und kleineren Arbeitergewerkschaften, die eine Gesamtmitgliederzahl von über 700 000 haben, die aber in allen wichtigen Industriezweigen mit den Arbeitgebern auf Grund von Kollektiv-Lohn- verhandlungsoerträgen Zusammenarbeiten. Infolgedessen hat sich die Sitzstreikepidemie in keinem der wichtigeren Industriezweige der Großstadt Neuyork geäußert. Auch andere Großstädte an der Atlantikküste, wie Boston, blieben von größeren Arbeiterwirren verschont. San Franzisko, das kürzlich der Mittelpunkt eines großen Hafenarbeiterstreiks war, blieb von der jetzigen landesweiten Streikwelle, abgesehen von einigen kleineren Arbeitskonflikten, völlig befreit. relativ begrenzte Möglichkeiten für große Auslandsfahrten. Die Reichsjugendführung ist darum doppelt bemüht, durch sorgsame Auslese der Jugend, umfassende Vorbereitung und Organisation die bescheidenen Mittel gründlich auszunutzen. Umgekehrt Unsere Jugend soll gesund erhalten werden! Stellt der NSV. Freiplähe zur Verfügung! VMIapllmr iicta G.A. Sturm 9/51 Röhr Marburger Straße 67 Gießen Schöne Pferde Moltkestraße 6 2291 D Gartenkies aller Art prompt und billig C.Rübsamen Fernsprecher 36 5 9 222ßD bei * 2340 A Verkäufe ""| | Empfehlungen] Sonntag, 4. Avril, den , vorm. Eeötlino [Vermietungen] bar. 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Die starke Beanspruchung des deutschen Kapitalmarktes zwang bereits seit Versiegen der Kapitalzufuhr aus dem Ausland zu einer gewissen Rationierung. Immerhin bildete die Bautätigkeit als eines der arbeitsintensivsten Gebiete der Wirtschaft einen wichtigen Teil der Arbeitsbeschaffung, die den Inhalt des ersten deutschen Dierjahresplanes ausmachte. Ministerpräsident Göring hat als Beauftragter des (zweiten) Vierjahresplanes unter den vordringlichen Arbeiten, die in der Zeit von 1936 bis 1940 zu leisten sein werden, den Arbeitersiedlung s b a u ausdrücklich genannt. Daneben wird noch der Volkswohnungsbau, nämlich die Errichtung von gesundheitlich einwandfreien Stockwerkbauten, eine Rolle spielen. Die übrige private Wohnungsbautätigkeit wird stark eingeschränkt werden müssen. Die Vorkehrungen hierfür sind bereits in den ersten Verordnungen geschaffen worden, die General Göring Anfang November 1936 erließ. Die vierte Verordnung zur Durchführung des Vierjahresplans behandelt „die Sicherstellung der Arbeitskräfte und des Bedarfs an Baustoffen für staats- und wirtschaftspolitisch bedeutsame Bauvorhaben". Durch diese Verordnung werden alle privaten und öffentlichen Hoch-und Tiefbauvorhaben für anzeigepflichtig erklärt. Die Unbedenklichkeitserklärung der Baupolizei genügt also nicht mehr; es muß "eine Genehmigung des zuständigen Arbeitsamts hinzutreten, ehe ein Bauvorhaben in Angriff genommen werden kann. Die deutsche Baupolitik befindet sich in einem Uebergangsstadium, die engere Arbeitsbeschaffung, die den ersten Vierjahresplan ausgemacht hatte, ist vorüber. An die Stelle von Ueberfluß an Arbeitskräften ist auf einigen wichtigen Gebieten ein Mangel getreten. Zu den laufenden Bauvorhaben ist ein außerordentlicher Bedarf hinzugetreten, insbesondere der Bau von Kasernen für das neue Volksheer, von Wohnungen für die Familien der Offiziere und Unteroffiziere, für neue Produktionsanlagen und für verschiedene öffentliche Zwecke. Während die Bautätigkeit früher so gut wie ausschließlich in privaten Händen lag, ist sie jetzt in hohem Maß verstaatlicht oder doch staatlich beeinflußt worden. Die private Bautätigkeit hat Jahrzehnte lang den Bau von Groß- und Mittelwohnungen bevorzugt. Als das durchschnittliche Volkseinkommen fant nahm die Nachfrage nach solchen Wohnungen ab und der Staat mußte einspringen, um die Umwandlung unvermietbarer Großwohnungen in Kleinwohnungen zu erleichtern. Aber auch die von den Gemeinden vorgenommenen oder geförderten Wohnungsbauten halten einer strepgen Kritik nicht stand. Die errichteten Wohnungen waren meist zu teuer und daher für die Masse der Arbeiter unerschwinglich. Im Bericht des Reichsverbandes Deutscher Heimstätten für 1936 wird mit berechtigtem Selbstgefühl verzeichnet, daß fast zwei Drittel der durchgeführten Wohnungseinheiten Objekte mit einem monatlichen Mietzins von weniger als 30 Mark darstellten. Wenn die UebergangszeU, in der wir auch auf dem Gebiet der Lohnbemessung stehen, überwunden sein wird so wird man für Arbeiterwohnungen, besonders' wenn sich damit etwas gärtnerische Eigenerzeuguna verbindet, einen monatlichen Mietssatz von 40 Mark als tragbar ansehen können, — wenigstens für kopfreiche Familien. Als der Nationalsozialismus vor vier Jahren neue Gesichtspunkte für den Wohnungsbau aufstellte: die Standortfrage unter dem Gesichtspunkt der Sicherheit und die Bedürfnisfrage unter dem Gesichtspunkt der Werkzugehörig- keit und der D a u e r b e f ch ä f t i g u n g , war ein gewaltiger ungedeckter Wohnungsbedarf angesammelt. Unter den früheren Regierungen hat ein staatlicher Einfluß auf den Wohnungsbau von höheren nationalwirtschaftlichen Erwägungen gefehlt. Die Gemeinden siedelten die in ihrem Zuständigkeitsbereich vorhandenen Wohnungslosen meist an, ohne Rücksicht darauf, ob für die so seßhaft Gemachten die Gewähr einer Dauerbeschäftigung bestand. Als Folge davon gibt es in zahlreichen großen Städten örtlich und verkehrspolitisch verfehlte Siedlungen, deren Einwohner weite Wege zu ihren Arbeitsstätten zurückzulegen haben. Nach eingehenden Berechnungen wird in den nächsten Jahren außerhalb des laufenden, durch die Volksvermehrung hervorgerufenen Wohnungsbed.arfs ein aufgestauter, bisher unbefriedigt gebliebener Wohnungsbedarf von einigen hunderttausend Wohnungen zu decken sein. Auf diese Berechnungen gründet sich auch die Versicherung, daß es in absehbarer Zeit keinen Mangel an großen nationalen Bauvorhaben geben wird. Das entscheidende Wort werden aber schließlich doch zwei weitere Umstände sprechen: die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung und als Folge davon die Gestaltung des Arbeitereinkommens und der Dauerzustand der Bevölkerungszunahme. Selbst wenn uns menschenmordende Katastrophen erspart bleiben, wird es sich erst erweisen müssen, ob die Geburtenzahl in Deutschland den durch die Ehestandsdarlehen erreichten hohen Stand beyalten und vielleicht noch überbieten werden. Wohnungsbau über den tatsächlich bestehenden Bedarf hinaus gehört zu dem volkswirtschaftlich verfehltesten Aufwand, der sich überhaupt denken läßt. Bei einem Presseempfang, den die Leitung des Reichsverbands Deutscher Heimstätten bei der Veröffentlichung seines Jahresberichts veranstaltete, erwähnte der' Leiter des Reichsoerbandes Dr. Wagner eine an ihn gerichtete Frage: warum eigentlich alle, die je ein Eigenheim a u f eigenes Risiko gebaut haben, erklärten: einmal und nicht wieder. — Zweifellos bereitet die Flut von Anzeigen, Anträgen, Sonderaufwendungen usw. die vorgenommen werden müssen, viel Mühe und Kosten. Wer ein Haus baut, ist in der Regel Neuling auf diesem Gebiet und übersieht nicht das, was an Vorbereitungen für das Bauvorhaben erforderlich ist. Es ist die Regel, daß sich nicht eigentlich aus falscher Kalkulation des Bauvorhabens selber, sondern aus Nichtberücksichtigung entlegener Ausgaben und Verpflichtungen eine erhebliche Überschreitung des Voranschlags ergibt, die nachher die wirtschaftliche Rechnung über den Hausen wirft. Für den Bereich, in dem die Heimstätten zuständig sind, haben sie sich den Beinamen „Anwälte des Wohnungsbaus" erworben, — zweifellos ein Ehrentitel. Verschiedentlich haben führende Männer der Politik und der Bauwirtschaft — unter ihnen Ministerpräsident Göring im vorigen Jahr —, gefordert, daß die Formalitäten vereinfacht und verbilligt werden möchten. Solange die Verhältnisse zu einer scharfen Einschränkung der privaten Bautätigkeit zwingen, ist dies nicht besonders dringlich. Auch wird man für die besonderen Fälle des privaten Wohnungsbaus, die staatlich nicht nur geduldet, sondern ausdrücklich gewünscht werden, nämlich den Bau von Landarbeitersiedlungen —, nicht nur die langfristigen Baudarlehen und für die bis 1. November erstellten Wohnungen einen verlorenen Zuschuß von weiteren 1800 Mark gewähren, sondern den bäuerlichen Bauherrn auch bei der Erledigung der Förmlichkeiten in jeder Weise die Wege ebenen. Der Sektor, den die Heimstätten als Treuhänder für Staat, Bauherrn und Baugewerbe bearbeiten, ist noch nicht sehr groß: 10 v. H. der gesamten Wohnungsproduktion des Jahres 1936 und 26 v. H. des von der öffentlichen Hand geförderten Wohnstättenbaus. Für das Jahr 1937 wird eine Steigerung dieser Ziffern erwartet. So dringend auch viele der in Angriff genommenen Bauvorhaben sind, so wichtig ist es doch, in die Entwicklung möglichste Stetigkeit hineinzubringen. Wenn jetzt ein Teil der öffentlichen Bauvorhaben (für staatliche, Gemeinde- und Parteizwecke) zurückgestellt oder doch verlangsamt werden muß, und wenn der private Eigenheimbau zeitweilig fast ganz aufhören wird, so ist das für die Betroffenen gewiß ein Opfer; dafür wird aber eine Reserve an Bauvorhaben angesammelt, die mobil gemacht werden kann, wenn die vordringlichen Bauten erledigt sein werden. Es wäre keine glückliche Entwicklung, wenn die Zahl der Facharbeiter im Baugewerbe in diesen Jahren dringenden Bedarfs so zunähme, daß in Zeiten verminderter Beschäftigungsmöglichkeit eine Massenarbeitslosigkeit einrisse, wie sie diese Berufsart schon einmal durchlebt hat. Dienst an der Volksgesundheit. Oer Kampf der Behörden gegen Krankheit und Seuchen. Von Hans Der Begriff der „Behörde" hat für sehr viele Menschen einen unangenehmen Beigeschmack, bei ihnen hat sich aus vergangenen Zeiten die Vorstellung festgesetzt, daß Behörden/ wenn sie schon anfangen zu „kämpfen", in erster Linie ge g e n e inan d e r kämpfen. Ein Spottvogel hat gesagt, daß neun Zehntel der Arbeit einer Behörde im Kampfe gegen das Nebenzimmer draufgehe! Das ist zum Glück in einem Staat, der alle Kräfte zusammenfaßt und in den Dienst höchster Ziele der Volkwer- dung' stellt, nicht mehr möglich. Und wo sich noch Reste davon finden, da ist man daran, schleunigst mit chnen aufzuräumen. Wie sehr sich der neue Geist durchgesetzt hat, erleben wir mit am schönsten auf dem Gebiete der Volksgesundheit. Da vergeht kaum eine Woche, ohne daß wir von neuen Wegen hören, die die Behörden beschreiten, um unserem Volke das kostbarste Gut, das es hat, seine Gesundheit zu erhalten oder, wo sie fehlt, zu erwerben. Im Reichsgefundheitsamt und besonders im Reichsausschuß für Volks- gefundheitsdienft stehen Hunderte von Gelehrten und Forschern, von Männern der Praxis und Organisatoren im Dienste der Bekämpfung aller dem Volke gefährlichen Krankheiten und Seuchen. Der Reichsausschuß hat sich eine Anzahl von Unterausschüssen angegliedert, so zur Bekämpfung des Krüppeltums, der Tuberkulose, des Krebses, der Rauschgifte, welche letztere als Hartmann. so verheerend angesehen werden, daß man eine eigene Unterabteilung zur Bekämpfung des Alkohol i s m u s eingerichtet hat. Diese Ausschüsse stehen nun nicht, wie der eingefleischte Behördenfeind vermuten möchte, auf dem Papier, sondern sie sind durch ein über ganz Deutschland gespanntes Netz von Dienststellen rührig am Werke, um auf ihrem Gebiete auch das Letzte an Menschen, Kräften, Vorbeugungsmaßnahmen, Wissenschaftlicher Forschung zu mobilisieren, so daß alles in einer Einheitsfront des Kampfes zusammenwirkt. Wir wählen aus den^ riesigen Bereich dieses behördlichen Kampfes gegen Krankheit und Seuchen einige Beispiele aus, die für jeden Mann und jede Frau im deutschen Volke sichtbar machen, wie Großes da geleistet wird. Eine glückliche Vereinigung von vorsichtig-wissenschaftlicher Behandlung und scharfem Durchgreifen im praktischen Leben des Volkes zeigt sich zunächst bei der Rauschgiftbekämpfung. Sie ist durch den Reichsausschuß vor ganz kurzer Zeit der Oefsentlichkeit bekannt geworden, und sie hat dabei ihre Ziele nicht nur hochgesteckt, sondern auch scharf formuliert. Der nicht gesundheitlich notwendige Gebrauch von Kokain, Morphium und ähnlichen Suchtmitteln und die mißbräuchliche Verwendung der . Massenkonsumgüter des Alkohols und Nikotins sollen | bekämpft werden, und zwar mit dem Ziele der Ausrottung. Es hat sich herausgestellt, daß die Volksgesundheit hier in ein Gefahrenfeld erster Ordnung geraten ist. Die Schlafmittel, die gewohnheitsmäßig gebraucht werden, anstatt daß man durch körperliche Betätigung, durch Umstellung der Ernährung oder auf seelischem Wege die Schlaflosigkeit zu bekämpfen versucht, sind eine Quelle von Unrast und Nervosität, und es bedarf der zusam- mengefaßten Kraft der Gesundheitsärzte, Jugendführer und vor allem auch der Familien, um hier den Schaden abzudämmen. Wie steht es mit dem Alkohol? Man hat errechnet, daß es in Deutschland etwa 300 000 Alka- holgefährdete gibt, das sind also Menschen, die in Gefahr sind durch undisziplinierten Mißbrauch des Alkohols, also durch einen Mangel an Selbstbeherrschung, sich und ihre Familie gesundheitlich und seelisch zu schädigen und vielleicht an den Rand des Abgrundes zu bringen. Darüber hinaus besteht die Wahrscheinlichkeit — die Wissenschaft ist sich noch nicht völlig schlüssig darüber, — daß auch das Erbgut geschädigt, also der Keim vergiftet wird, so daß ein unglückliches Geschlecht von schwerbelasteten Nachkommen entstehen muß. Daher hat ja auch das Gesetz über die Unfruchtbarmachung schädlichen Keimgutes bestimmt, daß schwere Alkoholiker sterilisiert werden dürfen. Es kommt, wie die Wissenschaft festgestellt hat, bei den Alkoholschädigungen darauf an, den Kampf möglichst frühzeitig aufzunehmen, weil sonst schwere Dauerschädigungen auftreten Es ist nun wichtig und jeder Volksgenosse sollte es wissen, daß ein System von Maßnahmen ausgearbeitet wurde, das dazu dient, die Gefährdeten möglichst gesund zu machen. Es halfen dabei drei Jnftanzengruppen zusammen: an Behörden das Gesundheitsamt, das Wohlfahrtsamt, die Polizeiverwaltung, die Träger der Gemeinschaftsaufgaben der Sozialversicherung, Schulen, Kirchen, Krankenhäuser, Strafanstalten usw.; ferner a l s Partei- Instanzen die Aemter für Volksgesundheit, die Aemter für Volkswohlfahrt, der NSD.-Aerztebund, die NS.-Frauenschaft, die HI., SS., SA., NSKK., der Arbeitsdienst und die DAF.; an karitativen Körperschaften das Rote Kreuz, die Innere Mission, die Caritas. Die große Aufgabe, die dem deutschen Volke hier gestellt ist, ist die diese Fülle von Möglchkeiten nicht zu einem leerlaufenden Mechanismus werden zu lassen, sondern um der großen Verantwortung willen mit dem kleinsten Aufwand von behördlicher Arbeit (Akten, Beratungen, Ent- scheidungen) eine möglichst hohe Wirkung zu erzielen. Dann kann es geschehen, daß entscheidende Wirkungen in bezug auf die Gesundung des deutschen Volkes und damit für seine Zukunft erzielt werden. Da der Staat des neuen Deutschland vor keiner Aufgabe Halt macht, befassen sich die Forscher jetzt auch mit der schädlichen Nachwirkung des übermäßigen, rauschgiftähnlich wirkenden Nikotin- genusses. Wir sind jetzt so weit volksgemeinschaftlich erzogen, daß wir zwar niemandem seine harmlosen Genüsse nehmen wollen, daß wir aber da, wo Gefahr für das Volk droht, unerbittlich sind und daß die Behörden sich da wachsam und als der getreue Eckart des Volkes walten. Einer der führenden Männer bei der organisierten behördlichen Suchtmittelbekämpfung hat kürzlich den Sinn und das Ziel der Maßnahmen so zusammengefaßt: „Planvolle Verwendung öffentlicher Mittel; kompromißlose Erfassung der unheilbaren und uneinsichtigen Suchtkranken; Stützung der Heil- und Besserbaren und die Gewährung ausreichenden Schutzes an gefährdete Familienmitglieder — kurz, die Erfüllung nationaler und sozialer Verpflichtungen gegenüber dem Valksganzen." Wir haben bisher nur die Arbeit eines Ausschusses innerhalb der weitverzweigten Arbeit des Reichsausschusses für Volksgesundheitsdienst behan- »Urquell deres das zum Schluß der Mahlzeit. Wenn diese zu Ende ging, küßten die Kinder Vater und Mutter die Hand und sagten gesegnete Mahlzeit. Bei Tische ging es nie schweigsam zu, denn Leutnant Lagerlöf ließ die Unterhaltung durchaus nicht ins, Stocken geraten. Es war merkwürdig, wie er immer wieder einen neuen Gesprächsstoff fand. Und wenn er auch auf seinem Morgenspaziergang nichts anderes erlebt hatte, als vielleicht eine Begegnung mit einem alten Weibe, so konnte er daraus doch eine ganz große Geschichte machen. Don zwei bis drei Uhr sollten die Kinder wieder im Freien sein, aber oft kamen sie schon vor zwei Uhr atemlos dahergelaufen, um mit ihren Aufgaben fertig zu werden, ehe der Nachmittagsunterricht begann. Von zwei bis vier Uhr faßen sie am Schultisch, und nach vier Uhr lernten sie gleich die Aufgaben für den nächsten Tag. Aber länger als bis fünf Uhr durften sie mit dem Lernen nicht fortmachen. Im Saal war geheizt, und auf dem aufgeschlagenen Spieltisch waren Butter und Brot und Gläser zum Trinken hergerichtet. Diese Stunde war für die Kinder em besonderes Vergnügen! Sie saßen oder lagen vor dem Ofen, in dem das Feuer knisterte und loderte, und aßen ihr Butterbrot. Dabei plauderten sie ei - riq und heckten allerlei Pläne aus. Dies war eigentlich die einzige Zeit am Tage, die ihnen ganz allem 0e®enn die letzte ©tut im Ofen erloschen mar, wurde auf dem runden Tisch vor dem Sofa bie Lampe angezündet. Jetzt war Frau Lagerlos die Unterrichtgebende, und sie lehrte ihre kleinen Mädchen nähen und häkeln und Strumpfe stricken. Sie befaß auch eine Ausgabe von H. C. Andersens Märchen, und wenn die Kinder recht fleißig gewesen waren, dann erzählte oder las s,e ihnen zur Belohnung das Märchen vom Reisekameraden oder vom Feuerzeug oder von den wilden Schwanen vor. In dem Buche roaren aud) miete rounber. schone lustige Silber, unb bas Betrachten b.eser Bilder roar' für bie Kinder ein fast ebenso großes Vergnügen wie das Erzählenhören. Um acht Uhr gab es Abendbrot, und jetzt erst erschstn auch Leutnant Lagerlöf. Bis dahin hatte er drunten im Kontor gesessen und in seine großen Rechenbücher geschrieben. Und nun endlich durfte man sich nach diesem so sehr abreitsreichen und streng emgetellten Tage gehen lassen. Die Kinder durften ihre Arbei en weglegen. der Leutnant ließ sich im Schaukelstuhl nieder und erzählte lustige Bubenstreiche. Lieder der Kindheit. Von Selma Lagerlöf. Morgens um halb sieben Uhr zündete das Kindermädchen auf Marbacka in der Kinderstube em lustiges Feuer im Ofen an, und um sieben Uhr mußten die Kinder aus den Betten heraus und sich an- kleiden. Wenn sie dann so ungefähr um halb acht Uhr fertig und die Betten in aller Eile gemacht waren, wurde aus der Küche ein Auftragebrett herem- gebracht, auf dem sich die Teller voll Morgensuppe mit Sahnerosen darauf, sowie große Butterbrote aus Hartbrot befanden. Das war die erste Mahlzeit des Tages. Bis acht saßen die Kinder dann an einem großen schwarzen Tisch, der am Fenster stand, und gingen ihre Aufgaben durch. Sie blieben da noch immer im Kinderzimmer, das auch als Schulstube dienen mußte, weil kein andrer Raum zu diesem Zweck zur Verfügung stand. Sobald es acht Uhr schlug, klappten die Kinder ihre Bücher zu, die Ueberkleider wurden angezogen, und es ging hinaus in den dämmerigen Wintermorgen. Wie das Wetter war, danach wurde gar nicht gefragt; sie eilten nur hinaus, um nachzu- ehen, ob das Eis auf dem Teich zum Schlittschuhlaufen tauge, ober ob das Schlittenfahren in der Allee nicht' noch besser gehe, ober, wenn sich keine anbre Zerstreuung barbot, in ben Stall hinunterzugehen, um nach ben Kaninchen zu sehen unb mit dem Schäferhund herumzutollen. Kurz vor neun Uhr gab es Frühstück, bas aus Eiern ober Pfannkuchen ober aus gebackenen He- ringen mit gedämpften Kartoffeln oder aus Blut- pudding mit Speck oder Tunke beftand^B-im Frühstück fetzte man sich nicht um den Dich. Man ging hin hielte sich der Reihe nach [em Essen, steh sich dann an kleinen Tischchen nieder und ah. was man auf dem Teller hatte. . Um neun Uhr muhte das Frühstuck vollendet fein, und dann begann der Unterricht. Dazu ging man wieder hinaus in die Kinderstube, und nun wurde an dem großen schrparzen Tisch gelesen, geschrieben und gerechnet, bis mittags .prost Uhr Die kleinen Mädchen lernten nicht mehr bei Herrn Ty berg, runden Tisch im „Saal". Eines der kleinen Mädchen sprach das Tischgebet vor dem Essen, ein an- Bisweilen, und das war das schönste von allem, setzte er sich auch an das alte Klavier und schlug einige Akkorde an. „Kommt, Kinder, kommt!" rief er. „Jetzt fingen wir Bellman!" Da ließen sich die kleinen Mädchen nicht zweimal bitten. Sofort waren sie bei ihm, und dann kam mit Lust und Liebe der Dichter Bellman an die Reihe. Immer wurde mit dem alten „Noak" und „Joakim aus Babylon" angefangen. Dann kamen andre von seinen Liedern dran, wie „Vater Moritz" und „Mutter, pa Tuppen" sowie „der Tanzmeister Mollberg und seine betrüblichen Erlebnisse in dem Rostocker Keller". Leutnant Lagerlöf saß am Klavier, schlug kräftig die Tasten zur' Begleitung und sang halblaut mit, um Takt und Melodie aufrechtzuerhalten. Und die kleinen Kinder stimmten aus vollem Halse mit ein. Sie sangen, daß es durch das ganze Haus schallte. Ja, da war Leben und Bewegung! Das war lustig nach dem arbeitsvollen Tage! Sie verstanden zwar nicht viel von dem, was sie fangen, aber die Melodien erwärmten und weckten ihre schlummernden Lebensgeister. Ach, wie schön es klang, wenn „Ulla tanzte in Engageanter Flor und Franser", oder wenn Fredman sang: „Noch weiter als der Süd vom Nord Liegt mir der nächste Tag noch fort!" Und hätten sie denn anders als lustig fein können, wenn der beständig unglückselige Mollberg in den Bottich hineinsprang, in dem die Stockfische der Schankwirtin in der Salzlake lagen, oder wenn die Festtorte bei der großen Bootfahrt dick mit Zucker und Zimt und Anchovis bestreut erschien? Aber das beste war doch wohl, daß die Kinder nach Herzenslust fingen durften, solange sie wollten. Der Leutnant ließ sie gewähren, er unterbrach sie nie und tadelte auch nicht. Niemals unterbrach er sie, um sie daran zu erinnern, daß es so etwas wie Modulation und Zusammenklang gebe. Sie waren auch fest überzeugt, baß sie Bellman richtig fangen, gerabe so wie er gesungen werben sollte. Noch lange, lange, ja ihr ganzes Leben lang, ist ben Marbackaer Kinbern bie Liebe zu ben Bell- man-Liebern tief im Herzen tebenbig geblieben. Sie lieben biefe Lieber nicht nur wegen ihrer Fröhlichkeit, ihrer Wehmut unb ihrer einschmeichelnben Schönheit, unb ebensowenig ihrer selbst wegen, sondern darum, weil der leiseste Ton der Bellmanschen Laute in ihrer Erinnerung die nie versiegende Zärtlichkeit wachruft, die ihre Kindheit so glücklich gemacht hatte. Ein uraltes Lehrbuch der Medizin. Als das „Goldene Buch der Medizin" wird von den chinesischen Aerzten ein Werk angesehen, von dem man annimmt, daß es wahrscheinlich in der Zeit des Kaisers Huang-Ti, im 3. vorchristlichen Jahrtausend, entstanden ist. In diesem Werk „Huang-Ti-Nei-Ching" werden, wie in der Frankfurter Wochenschrift „Die Umschau" berichtet wird, in Fragen des Kaisers und Antworten seines Ministers Mi-Po die damaligen Vorstellungen über Anatomie, Physiologie, über Krankheiten und ihre Behandlung wiedergegeben. Sie sind stark mit reli» giöfen, philosophischen und astrologischen Anschauungen durchsetzt. Danach müssen aber von den chinesischen Aerzten schon vor Jahrtausenden Sektionen menschlicher Leichen vorgenommen worden sein, wie die richtigen Angaben über die Größe des menschlichen Verdauungskanals, bie nur durch Sektionen gewonnen sein können, beweisen. Im Gegensatz bazu lehnen bie chinesischen Aerzte heute vielfach bie Leichenöffnung als etwas Unmögliches unb Grausames ab. Schon in jener alten Zeit warf ber Kaiser Huang-Ti bie Frage auf, warum bie Menschen in früheren Zeiten länger lebten als heute, bas heißt vor etwa 4600 Jahren, wo sie schon in ben fünfziger Jahren an Altersschwäche stürben. Der Minister gibt barauf bie Antwort, baß sich bie Alter ber Natur besser angepaßt unb regelmäßiger gelebt hätten. In bem alten Werk wirb auch ber Blutkreislauf beschrieben unb habet bie Leber als Quelle ber Denktätigkeit bezeichnet; außerbem stellt es bie Leber als Speicherungsorgan bes Blutes hin unb kennt bamit eine ihrer Funktionen, bie uns erst burch bie Forschung ber letzten Jahre erperi- mentell gesichert ist; benn wir wissen jetzt, daß der Blutspeicher der Leber bei verstärktem Blutbedarf, so nach starkem Blutverlust und bei körperlicher Anstrengung, Blut in den menschlichen Kreislauf schickt. Auch die Vererbung von Geisteskrankheiten war den chinesischen Aerzten schon vor über 4000 Jahren bekannt. öocbfdiulnacbricbkn. Dem ao. Professor Dr. Ludwig Wolff an der Universität Göttingen ist unter Ernennung zum Ordinarius ber Lehrstuhl für beutsche Philologie an ber Universität Marburg übertragen worben. Dem o. Professor Dr. Otto Streck in Beil i n ist in gleicher Diensteigenschaft der Lehrstuhl für Wasserbau an der Technischen Hochschule München übertragen worden. Das einer n sich jetz 20000 mit ein Die Sp ten bet sind in ihnen z allen $ gewicht vorragi Zur gebühr ergebet Preise so sind Eine koreani ter, an richtet: meister Magen Europa den Ra hier sei der 150 W si aus sei er bei liche F' seine ri portion^ ihren 5 riesigen größter wirb, l 2,59 M Beü bersier ter mc eine ■ wurde wann licht" weise' stand fand wanr fen. einige x* rasch ' manne1 anben. Jeder! das A mehr c 0 x« arotze ^eichasiea<»l. Lind wohin mit dem Geld? Der Verteidiger der Feste Doyen. ett Vom 1. April 1 9 3 7 ab dürfen Sieget in., uem früheren Reichsadler oder einem Landeswappen auch in Begleitung oder Verbindung mit anderen Zeichen und Sinnbildern nicht mehr geführt werden. Unser Bild zeigt das große Reichssiegel, das bei feierlichen Beurkundungen verwendet wird. (Scherl-Bilderdienft-M.) V. A. In dem Aufsatz „Kleiner Aktionär, 1 was nun?" zeigten wir, daß und warum die kleinen und mittleren Sparer in Zukunft vom Aktienerwerb ferngehalten werden. Die Frage ist nun, was diese Sparerkreise, die ja zahlenmäßig das stärkste Kontingent der deutschen Sparer bilden, mit ihrem Gelde anfan- g e n, und wo sie es anlegen sollen. Wohin mit dem Geld, wenn man nicht in den Aktienmarkt steigen kann? Wenn wir im folgenden über die Anlage von Ersparnissen sprechen, so geschieht es nicht, um für eine bestimmte Geldanlage Spezialpropaganda zu machen, sondern wir wollen nur die verschiedenen Möglichkeiten der Geldanlage aufzeigen, die der kleine Sparer vielfach in ihrer Gesamtheit nicht übersieht oder an die er nicht denkt. Welche der verschiedenen Möglichkeiten er wählt, ist seine Sache. Der Sparer darf und soll an sich denken und diejenige Geldanlage wählen, die seinen Bedürfnissen und Wünschen am meisten entspricht. Dies zu entscheiden ist im Einzelfall allerdings nicht immer leicht. Zwar ist der Sparer heute durch die rücksichtslose Säuberungsaktion des nationalsozialistischen Staates jeder'Sorge um die Sicherheit seines Geldes enthoben: wo er es also anlegt, ist in Hinsicht auf die Sicherheit ganz gleich, da aber wohl jeder Sparer nicht nur das Ziel hat, einen bestimmten Betrag allein um des Betrages willen auf die „hohe Kante" zu legen, sondern bei dem Sparen auch schon den späteren Verwendungszweck im Auge hat, so wird er meist von vornherein die Geldanlage auswählen, die diesen Zweck möglichst mitberücksichtigt. Der überwiegende Teil des Volkes spart ja fürs Alter und für unvorhergesehene Krankheitsfälle: er spart für die Aussteuer der Kinder, die Kosten der Lehre usw. Diesem Sparerkreis wird in der Regel weniger daran liegen, die letzten erreichbaren 0,25 v. H. an Zinsen aus ihrer Sparanlage herauszuwirtschaften, ihm liegt vielmehr an einer mühelosen Verwaltung, an einer bequemen Einzahlungsmöglichkeit und der sofortigen oder kurzfristigen Greifbarkeit des Geldes. Dieser Kreis von Sparern wird in den überwiegenden Fällen mit seinem Gelde zur Sparkasse gehen, sei es zu den Kassen der Städte und Landkreise, sei es zu den Banken, die zum Sparkassenbetrieb zugelassen sind. Wie stark diese Form der Geldanlage in Anspruch genommen wird, sehen wir am besten daran, daß wir Ende 1936 bei den deutschen Sparkassen aus rund 34 Millionen Sparkassenkonten einen Gesamteinlagebestand von fast 17 Milliarden Reichsmark hatten, wovon im Verlaufe des Jahres 1936 allein 1,1 Milliarde RM. hinzugekommen waren. Daß mit der Geldanlageform auch der große volkswirtschaftliche Zweck erreicht wird, nämlich die langfristige Finanzierung unserer Arbeitsbeschaf- fungsmaßnähmen und der Wehrhaftmachung unseres Volkes, sehen wir allein daran, daß die Sparkassen Ende 1936 rund 4,25 Milliarden RM. an Wertpapieren besaßen, zu überwiegendem Teile Reichsanleihen. Was hier auf dem Umweg über die Sparkasse vom Sparer erreicht wird, nämlich die Beteiligung an dieser großen volkswirtschaftlichen Finanzie- rungsaufgabe, kann er auch auf direktem Wege durch den unmittelbaren Erwerb von Reich s- und Staatsanleihen fördern. Daß viele Sparer im Laufe des letzten Jahres dazu übergegangen sind, haben wir an dem großen Publikumserfolg 8er Reichsanleihen gesehen. Rund zwei Milliarden RM. öffentliche Anleihen (1,5 Milliarden RM. vom Reich und 0,5 Milliarden RM. von der Reichsbahn) sind im letzten Jahre dem Publikum angeboten und restlos ausgenommen worden. Eine erstaunliche Leistung, auch wenn sich unter den Zeichnern eine erhebliche Zahl reicher Leute befunden haben mag. Die Reichs- und Länderanleihen kennt ja heute wohl jeder Volksgenosse. Etwas schwieriger ist nun aber schon die nächste Form der Kapitalsanlage. Das sind die von den Bodenkreditanstalten ausgegebenen Wertpapiere, also die Hypothekenpfandbriefe (zur Beschaffung von Hypothekengeldern) und die Kommunalobligationen. Als vor 99 Jahren die Brüder Eugen und Adolf Schneider aus ihrer saarländischen Heimat nach Frankreich übersiedelten, um im burgundischen Dorfe C r e u s o t eine alte Kanonengießerei aus der Zeit des Sonnenkönigs zu kaufen, hatten sie keine Ahnung, daß sie damit den Grundstein zu einer Weltwaffenschmiede legten. Eugens Enkel Euaen Schneider-Creusot ist heute Chef eines Hauses, dessen fabelhafter Machtbereich weit größer ist als jener, den in der Mitte des vorigen Jahrhunderts das Bankhaus Rothschild besaß. Der Sechzigjährige leitet einen Konzern, der in Frankreich 320 Betriebe und im Ausland 182 Tochtergesellschaften umfaßt. Der Aufschwung der Firma Schneider begann zwanzig Jahre nach der Gründung im Krimkriege. Doch erst nach dem Sturz des dritten Napoleon erhielt die Wasfenfabrik Schneider & Co. ein Staatsmonopol für alle Waffen- und Munitionslreserung an die französische Armee. Die Ausbreitung zum Weltkonzern kam mit dem russisch-japanischen Kriege zu Beginn unseres Jahrhunderts. Da besaß die Firma Schneider-Creusot bereits in Bindung mit den russischen Puttlow-Werken eine eigene Schiffswerft in Reval, nachdem sie zur Erzeugung von Schiffsgeschützen übergegangen war. Alle Balkanstaaten und viele Ueberseeoölker wurden ihre ständigen Kunden. Den Höhepunkt brachten der Weltkrieg und die Nachkriegszeit. Schneider-Creusot trat an die Spitze des größten französischen Jndustriekonzerns, des Comite des Forges, des wirtschaftspolitischen Zweckverbands aller französischen Hüttenbesitzer. Im Ausland wurde als wichtigste Tochtergesellschaft in der neugegründeten tschechoslowakischen Republik das Pilsener Skoda-Werk angegliedert, das in der versunkenen Donaumonarchie die führende Kanonenfabrik gewesen war. Im dritten Weltkriegsjahr entstand in Neuyork die American Industrial Developement Corporation, eine Finan- zierungs- und Verwaltungsgesellschaft im Dienste der europäischen und überseeischen Belange der Firma Schneider-Creusot. Zwei Jahre nach dem Weltkriege gründete sie die Europäische Jndustrie- und Finanz-Union und brachte darunter verfehle- Die Waffenschmiede der Von Arthur von ORifta. beit, und jeder wird den Eindruck haben, daß l ier eine Fülle von Kräften am Werke ist und die rech' ten Männer am rechten Ort eingesetzt werden. Das gleiche gilt nun für die anderen Bereiche, von denen wir die Krebsbekämpfung erwähnen wollen. Hier hat man es für zweckmäßig gehalten, die mehr wissenschaftliche Tätigkeit im Reichsausschuß f ü r Krebsbekämpfung zu sammeln unter der Leitung des Münchener Professors Borst, während die Reichsarbeitsgemeinschaft für Krebsbekämpfung unter der Leitung oes Ministerialdirektors Frey vom Reichsinnenministerium die organisatorischen Maßnahmen in der Hand hat. Beide arbeiten natürlich auis engste zusammen. Es ist auf dem Gebiete des Krebses, w'.e neulich in aller Öffentlichkeit ausgesprochen wurde, so, daß die Wissenschaft rastlos nach neuen Entdeckungen sucht, daß aber, ehe solche wieder zum Segen der Menschheit kommen, durch organisatorische Maßnahmen unendlich viel getan werden kann, da sich alle Forscher darüber einig sind, daß der frühzeitig erkannte Krebs fast immer heilbar ist. Durch Reihenuntersuchungen und ähnliche behördliche Maßnahmen kann man so manches Menschenleben für die Familie und die Volksgemeinschaft retten. Nicht anders ist es mit der Tub e r f ulose. Der Kongreß der Amts- und Tuberkuloseärzte, der vor einigen Monaten in Warnemünde stattfand, hat gezeigt, daß man auch hier nicht rastet, noch ruht. Die neuesten und wirksamsten Desinfektionsmittel, die Betreuung der einmal als tuberkulös Erkannten, die Erfassung der noch nicht als solche Erkannten sind die großen Aufgaben, die man unermüdlich verfolgt. Die Reihenuntersuchungen, wie sie beim Militär, bei der DAF. und sonst mehr und mehr durchgeführt werden, sind da eine gute Methode; denn man findet nicht nur die Behandlungsbedürftigen heraus, sondern man beruhigt auch die Gesunden, die vielleicht an ihrer Gesundheit gezweifelt hatten. Die große und schöne Aufgabe, die die Lebensoersicherungsgesellschaften durch die Reihenuntersuchungen aller ihrer Versicherten in gewissen Zeitabstänöen im Dienste der Volksgemeinschaft (und nicht nur in ihrem eigenen Interesse) miterfüllen, sind da zu erwähnen. Hat es sich bei der bisherigen Betrachtung um die Erfassung der kranken und verseuchten Volksschichten und ihre Gesundung gehandelt, so darf nun noch die Rede sein von der vorbeugenderziehlichen Arbeit der Behörden im Dienst der Volksgesundheit. Das geschieht vor allem durch das Reichsgesundheitsamt, das menschliche wie tierische Krankheiten gleicherweise untersucht. Es ist nicht nur für den Arzt, sondern für jeden bedeutsam zu wissen, welche Krankheiten als so volksverderblich angesehen werden, daß sie meldepflichtig sind, weil man sie unbedingt statistisch erfassen muß und daraus dann wissenschaftliche und volkshygienische Schlüsse ziehen kann. Es sind: Fleckfieber, Aussatz, Pocken, Rückfallfieber, Diphtherie, Scharlach, übertragbare Genickstarre, übertragbare Kinderlähmung, Unterleibstyphus, Paratyphus, Fleisch-, Fisch- und Wurstvergiftung, übertragbare Ruhr, Bißverletzung durch tolle oder tollwutverdächtige Tiere, Tollwut, Milzbrand, Trichinose, Kindbettfieber, fieberhafte Fehlgeburt und Körnerkrankheit (ägyptische Augenkrankheit), Tuberkulose der Atemorgane, epidemische Gehirnentzündung. Diese Krankheiten also sehen die Behörden als besonders gefährlich für die Volksgesundheit an — wobei sie selbstverständlich auch den anderen Seuchen (wie Grippe, Masern u. a.) ständig ihr Augenmerk widmen. Ein anderes Beispiel vorsichtiger behördlicher Arbeit — mir greifen wiederum aus Hunderten ein einziges heraus — ist die Feststellung der zum Färben von Lebensrnitteln zugelasienen Farbstoffe (auf der ganzen Erde 14 organische und 61 Teerfarbstoffe), deren Kenntnis für die Fabriken nötig ist. Diese „Bilder" aus der gesundheitlichen Arbeit der Behörden mögen Anlaß für uns fein, sie sorgsam und mit innerer Anteilnahme zu verfolgen. Wir haben Gegenden in Deutschland ror ' 8olks genossen mit diesen Wertpapieren allgemein Bescheid wissen, weil dort von den Psandbriefinstitu- ten und den Stadtschaften eine ausreichende Aufklärungsarbeit in der Presse, durch Anzeigen usw. betrieben worden ist. Das ist Sachsen und das sind große Teile Süddeutschlands. Hier könnte man auch an die allgemeine Einführung des Kleinpfandbriefes denken, der in Stücke bis zu 50 RM. aufgeteilt ist und eine besonders angenehme Form des Sparens in Wertpapieren darftellt. Was man für Aktien heute ablehnt, die kleine Rückzahlung, das hat hier beim Pfandbrief seinen Sinn. Und nun zu den mehr zweckgebundeneren Geldanlagen. Hier sind in erster Linie die Genossenschaftskassen zu erwähnen, die dem Gewerbe und der Landwirtschaft direkt dienen und auf dem kürzesten Wege die Spareinlagen als Kredit wieder zur Verfügung stellen sollen und können. Es ist selbstverständlich, daß bei dem beschränkten Kreis der zur Genossenschaft gehörigen Mitglieder und bei dem besonderen Vertrauensverhältnis, das zwischen ihnen besteht, eine ganz eigene Art des Sparens und der Kreditgewährung entwickelt werden konnte, die sich sehr segensreich für Landwirtschaft und Gewerbe ausgewirkt hat. Eine andere Form der zweckgebundenen Geldanlage ist das Sparen für ein Eigenheim. Diese Aufgabe sollten ja die Bausparkassen erfüllen. Leider haben wir traurige Erfahrungen mit dieser Form des Sparens machen müssen, es ist bekannt, wieviel Bausparkassen nach 1932 stillgelegt werden mußten Wir wollen nun aber nicht das Kind mit dem Bade ausschütten, denn wir haben auch große Bausparkassen behalten, die absolut gesund sind und die Tausenden von Sparern auf verhältnismäßig bequeme Weise zu einem Eigenheim verhalfen haben. Da aber die von diesen Kassen geleistete Arbeit nur einen verhältnismäßig kleinen Umfang hat, die Wohnungsnot und das Bedürfnis, ein Eigenheim ober eine Kleinsiedlung zu bekommen, aber sehr erheblich ist, so mußte nach 1933 unter Führung des Reiches doch schneller und intensiver geholfen werden, als es eine Bausparkasse tun kann. Hier haben nun in den vergangenen Jahren die „Deutschen H e i m ft ä 11 e n", also die Organe der staatlichen Wohnungs- und Siedlungspolitik eingegriffen und von 1933 bis 1936 über lOOOOO Kleinsiedlungen, Volkswohnungen, Landarbeiterwohnungen usw. gebaut, bei denen der Siedler mit verhältnismäßig kleinem Eigenkapital für den Anfang beteiligt und der Rest von den Heimstätten als privates Hypothekenkapital, als Staatszuschüsse, Jndustriegelder, Sparkassengelder usw. besorgt wurde. Demjenigen also, der für eine Kleinsiedlung sparen will, wäre zu empfehlen, sich nach der- Hohe des notwendigen Eigenheimkapitals zu erkundigen und diesen Betrag dann im Laufe der Jahre in einer der oben genannten Sparformen anzusammeln, denn die Heimstätte ist für die Ansammlung des notwendigen eigenen Anfangskapitals selbst keine Sparkasse, sie unterscheidet sich also darin von der Bausparkasse. Zum Schluß — wir bitten, dieses „zum Schluß" nicht etwa als den Ausdruck einer Rangfolge aufzufassen, also eines Werturteils darüber, ob es sich um eine wichtige ober weniger wichtige Form des Sparens hanbelt — möchten wir bie Lebensversicherungen nennen. Um einen wie wichtigen unb von vielen Volksgenossen bevozugten Zweig ber Sparkapitalbildung es sich hier handelt, sehen'wir schon daran, daß die jährlichen Prämieneinnahmen der Lebensversicherungen 1936 die enorme Summe von 940 Millionen Reichsmark erreicht haben. „Enorme Summe" sagen wir, aber die kommenden Jahre werden beweisen, daß noch viel höhere Bettäge in Lebensversicherungen angelegt werden, da Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern (den Betrag auf die Summe der einzelnen Lebensversicherungen umgerechnet) erst in einem gewissen Anfangsstadium steht, das mit der Zunahme des Volkseinkommens und des nationalen Reichtums bald anderen Völkern folgen dürfte. Nun, kleiner Sparer, gehe hin und laß dich beraten! Am 3. April begeht in voller Rüstigkeit Generalmajor a. D. B u f f e im Kreise seiner Familie seinen 80. Geburtstag. Es wird ihm an diesem Tage an zahlreichen Glückwünschen aus ber Reihe der Kampfkameraden des alten Heeres und der neuen deutschen Wehrmacht nicht fehlen. Sein heldenhaftes Standhalten im August 1914 vor den heranflutenden Russenheeren sichert ihm ein dauerndes Gedenken in der Geschichte des Weltkrieges. Die kleine Feste Boy en bei Lötzen in Ostpreußen trägt ihren Namen nach dem preußischen General und Kriegsminister Hermann von Doyen, der sich um die Neubildung des preußischen Heeres nach den Befreiungskriegen verdient gemacht hat. Sie war seinerzeit zur Verteidigung der masurischen Seensperre errichtet worden. Als die Armeen des Zaren in den ersten Wochen des Weltkrieges in Ostpreußen einrückten, stießen sie zunächst nur auf schwache deutsche Truppenteile, die sich kämpfend vor der gewaltigen Uebermacht zurückzogen und an den masurischen Seen eine erste Abwehrlinie bildeten. Der Kommandant des einzigen befestigten Platzes in diesem Seengebiet, der Feste Doyen, Oberstleutnant Busse, erhielt von dem Oberbefehlshaber der ostpreußischen Streitkräfte den Befehl, die Feste unbedingt sechs bis acht Wochen zu verteidigen, dann werde man sie wieder befreien können. Es gelang Busse vorzüglich, die Russen über seine geringe Truppenzahl — er verfügte nur über rund 4000 Mann — die ganze Zeit der Belagerung hindurch zu täuschen. Nachdem die Russen die Einschließung der Feste durchgeführt hatten, forderten sie den Kommandanten schriftlich auf, sich zu ergeben. Dieser erklärte, bie Feste werbe nur als Trümmerhaufen übergeben werben. Die kleine beutsche Besatzungsmacht begnügt sich nicht nur mit ber Verteibigung, sonbern unternahm zahlreiche Ausfälle, bie burch das Gelänbe begünstigt würben unb bie Russen davon abhielten, ihrerseits zu einem energischen Angriff gegen die verhältnismäßig schwachen Festungswerke vorzugehen. Es gelang so dem Kommandanten, starke Kräfte der Russen festzuhalten, ein weiteres Vordringen zu verhindern, bis — inzwischen war Hindenburg zum Oberbefehlshaber ber deutschen Truppen im Osten ernannt worden — der vernichtende Schlag bei Tannenberg erfolgte. bene Stahlwerke, Zechen, Werften, Banken und Zeitungen unter ihr Dach. Das stellt in Frankreich unb auswärts große Kapitalkräfte unb einflußreiche Pressestimmen in ben Hilfsbienst von Schneider- Creusot, besonders da sich darunter die Pariser Unionbank befindet, durch bie alle Finanztransaktionen ber französischen Regierung gehen. Damit schlug Schneiber-Creusot enbgüüig nach langem unb hartem Wettkampf bie beiben anberen französischen Rüstungskonzerne aus bem Felde, — bie D e - W e n b e l - Gruppe unb bie Hütten- und Stahlkompanie. Beide sind nun in ihren Marschrouten stark an die Richtung gebunden, die ihnen der große Kanonenkönig in Creusot erteilt... Die modernsten Artilleriewaffen werden in den schwedischen B o f o r s - W e r k e n hergestellt. Ihr Besitzer war einst bis an das Ende des vergangenen Jahrhunderts Alfred Nobel, ber bas Dynamit erfand und eine Friedenpreisstiftung hinterließ. Die Bofors-Werke liegen im naturschönsten Teile Schwedens, im Län Oerebro der westlichen Provinz Värmland. Dort bergen sie sich halb versteckt zwischen den mächtigen Wäldern gewaltiger Hochlandsflächen in einem Moor- und Vinnenfeegebiet in Bofors am Möckelnfee. Man kennt dieses romantische Stück Erde aus den Schilderungen feiner Heimatdichterin Selma Sager» löf. In den Werkstätten und Laboratorien wird gründlich jede artilleristische Erfahrung zu Land, zu Wasser unb in ber Lust vermerkt, ergrünbet unb nachgeprüft. Ein Stab erprobter Fachleute mit Kriegs- und Friedenserfahrung arbeitet ftänbig an ber Verbesserung aller Mobelle und Konstruktionen. Jebes neuerbachte Muster, jebe neue Erkenntnis findet hier ihren praktischen Niederschlag. Die moberne Artilleriewissenschaft verlangt Höchstleistungen in ber Lebensbauer ber Rohre, in ber Genauigkeit ber Zielvorrichtungen, im möglichst kleinsten Gewicht bes ganzen Geschützes, in ber größten Minutenschußzahl unb in ber geringsten Bebienungsmannschaft. Aus diese Grundsätze ist Bofors eingestellt. Seine Mä- rine- unb Manövrier-Artillerie verbinbet größte Leistungsfähigkeit mit bem geringsten Materialverbrauch. Aus bem Zurüstungswerk jebes Geschützes wirb sorgfältig alles weggearbeitet, was nur das das kombinierte Haars tärkungswasser Entrupal; ■■■ ß I ■ HFRh Jk ■ stärkt auch den Haarwuchs, beseitigt I gibt den Haaren die ehemalige Farbe wieder. * ■■ O I I H * Koplschuppen und Haarausfall. I Fehlfarben ausgeschlossenI ■■ ■ I ■■ EL 4,80 M. — In Fachgeschäften. Prospekte kostenlos durch: Drogerie Winterhoff, Kreuzplatz 10. ieeV Gewicht belastet, ohne für bie Widerstandskraft bes Baustoffs notwenbig zu sein. Für bie Luftabwehr baut Bofors Batterien, bereu Beobachtungsoffizier von ber Erbe aus ober aus einem Flugzeug elektrisch beliebig viele Abwehrkanonen in großer Raumverteilung leiten kann, bereu Schrapuellseuer auf ben fliegenden Gegner gesammelt wird. In der U-Boot-Bestuckuug hält Bofors mit bem rostfreien Stahl schwebischer Herkunft jeden Rekord gegen Schneider-Creusot. Eine Sonderabteilung der Bofors-Werke ist friedlichen Zwecken gewidmet. Sie erzeugt Harpuuierkauoueu für die Wal- und Robbenjagd. In Großbritannien führt in der Rüstungsindustrie die Vickers-Arm st rong - Limited. Ihr Ursprung lag in einem kleinen Eisenwerk, das Vickers in der britischen Stahlgegend Sheffield vor mehr als 100 Jahren begründete. Durch zunehmende Kriegslieferungen und Neugründungen in Kanada, Italien, Spanien und Japan erreichte die Firma Vickers gegen die letzte Jahrhundertwende ein machtvolles Ansehen, das im Weltkrieg auf einen schwindelnd hohen Gipfel stieg. Sechs Jahre nach dem Weltkrieg erfolgte der Zusammenschluß mit den Armstrong-Werken, der nächststarken britischen Konkurrenz. Der Gründer der Armstrong- Withworth-Werke bei Newcastle in Tyne war Sir William Armstrong, der als Ingenieur in der Mitte des vorigen Jahrhunderts durch seine bahnbrechenden Geschützkonstrukttonen namentlich im Schisfs- artillerieweseu eine Berühmtheit war. In Belgien steht an der Spitze der Rüstungsindustrie die alte Firma John C o ck e r i 11, die sich unter den staatlichen Bergwerken in Seraiug sur Meuse bei Lüttich deckt. Vor 130 Jahren errichtete dort der Engländer William Eockerill eine Maschinenfabrik, zu der er und seine Nachso'qer Bergwerke in Belgien, Frankreich und Deutschland erwarben. Williams Sohn John Cockerill erzeugte Roheisen und Rohstahl selbst, um es in Wa'zw-o- dukte zu verwandeln, bis er schließlich auf die Sn struktion von Artillerie-Gerät überging. Damil entstand die Weltfirma John Cockerill. Sie besitzt beire ein Kapital von 200 Millionen Franken, ausgedehnte Kohlen- und Erzgruben in Belgien. Frankreich und Luxemburg, zahlreiche Hochöfen, St^l- werke, Gießereien, Walzwerke. Maschinenbau- unb Artilleriewerkstätten sowie eine eigene Schiftswe ft in Hoboken bei Antwerpen. Ihre Lieferungen erstrecken sich hauptsächlich auf Belgien, Frankreich, Spanien und Polen. Belgien hat noch einen zweiten großen Rüstungskonzern an seiner national ten Kriegswaffenfabrik in Herstal bei Lüttich. Vor etwa 50 Jahren errichtet, erlangte sie Weltbedeutung, als sie durch Erwerbung der Patente des Amerikaners Browning gegen Ende des vorigen Jahrhunderts die ersten Selbftladepi- stolen erzeugte. Durch Schweizer Kapitalzuschuß wurde die Fabrikation auf Selbstladegewehre verschiedener Systeme ausgedehnt. Das Werk umfaßt gegenwärtig Zweigbetriebe in allen Teilen Belgiens. In den Vereinigten Staaten von Nordamerika regieren in der Rüstungsindustrie die Herren Baruch und Morgenthau. Sie kontrollieren mit einem runden Halbtausend Betrieben die größte Rüstungsindustrie der Welt. Hand in Hand mit ihnen arbeiten die Betlehern-Stahlge- sellschast von Charles Schwab, der Mor» gan-Trust und all die Betriebe, die aus der Erbschaft nach dem schottisch-amerikanischen Stahlkönig Carnegie entstanden sind. Hier vereinigt sich eine unermeßliche politische Macht in den Händen weniger Männer, was den Detroiter Autokönig Henry Ford zu dem Ausrufe veranlaßte, daß auf der ganzen Welt eigentlich kaum hundert Menschen wirklich kriegslustig sind, nämlich die Chefs der Rüstungsindustrien. Sinfl 25, freute 4,3 M.6ifrafe. ZdR. Jede vorwärtsstrebende Generation versucht, weiter zu kommen als frühere. Auf manchen Gebieten wird uns heute das Erreichen dieses Zieles aber sehr schwer gemacht, nämlich wo es gilt. Zerstörtes wieder aufzubauen. Was Jahrzehnte systematisch zugrunde gehen ließen, läßt sich nicht in wenigen Jahren wieder aufbauen oder in seiner früheren Leistungsfähigkeit sogar noch übertreffen. Heute können wir es uns kaum noch vorstellen, daß wir Anfang der 70er Jahre des vorigen * Jahrhunderts 25 Millionen Schafe befaßen und , 1870 40 000 Tonnen Rohwolle selbst e r- । zeugen konnten. 1913, also etwa 40 Jahre : später, war der Schafbestand auf rund 5 Mil- i Honen gesunken und die Wollerzeugung dement- . sprechend auf 8800 Tonnen. Bis 1933 war der - Schafbestand schließlich auf 3,3 Millionen Tiere zu- ! sammengeschrumpft. Inzwischen haben wir ihn we- : nigftens um 1 Million Tiere wieder vergrößern - können. Mit anderen Ländern können wir uns > allerdings heute noch nicht wieder messen. Frank- [ reich besitzt 9,6 Millionen Schafe, G r o ß b r i - f t a n n i e n 24,9 Millionen, auch Italien, I u» - goslawien, Griechenland, Bulgarien usw. ver- - fügen über einen größeren Schafbestand als Deutsch- - land. Eine ausgedehnte Schafhaltung ist für uns als > einen der größten Wollverbraucher der Welt unbe- , dingt erforderlich und — auch erreichbar. !™ 111 'M Segen graue Maare Auf Wunsch erleichterte Zahlungsbedingungen! Preise Wir sind Großeinkäufer in unseren Artikeln. Wer unsere Preise kennt, weiß, wie leistungsfähig wir sind. FRANKFURT^LIEBFRAUEHSTR.1-3 Ehestandsdarlehen Wappen anderen t werden. I'egel, ‘Oet wird. Rüstung-' 16 Limited, lwerk, das effield vor cch zuneh- Öungen in reichte die nbertwenbe ilttrieg auf >echs Jahre mmenschluß tarken bri- Srmffrong« e war Sir i der Mitte chnbrechen- m Echiffs- •’Ä»11' ’fraff des istabwehr gsoffizier ieug eiet. ' großer pnellseuer b- In der rostsreien rb geaen , der Bo» et. Tie er« d Robben» Slhase. ?"Ä l°h> NftiSk Muffen. "Ä vorigen e. 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F.-Lehmann, München. — (60) — Der Verfasser, ehemaliger Marineoffizier, ist durch zahlreiche Schriften über den Seekrieg bekannt geworden. Er kennt England, Englands Lebensart und Lebensauffassung von vielen Besuchen her. Mit sei- ven englischen Freunden hat er in manch vertraulichem Gespräch das deutsch-englische Verhältnis erörtert, von dessen Gestaltung so unendlich viel abhängt für den Frieden der Welt. Er weiß viele Ursachen des gegenseitigen Mißverstehens und sucht uns aus dem britischen Volkscharakter, aus der geschichtlichen Entwicklung des britischen Empire und seinen politischen Bedingtheiten zu erläutern, warum der Engländer nicht so ist, wie wir ihn gerne sehen möchten und warum er so viele uns selbstverständliche politische Grundauffassungen nicht begreifen will, weil sie seiner Natur widersprechen oder ihm für seine politische Linie unbequem und störend zu sein scheinen. Das alles wird nicht etwa lehrhaft vorgetragen, sondern frisch und lebhaft aus Alltagsgesprächen mit englischen Bekannten entwickelt, wobei noch manches bezeichnende Licht fällt auf englisches Leben, das ohne die innige Verbundenheit mit der englischen Landschaft nicht zu denken ist. Die vielen interessanten Bilder ergänzen diesen Blick in den englischen Alltag, der vielleicht mehr zum gegenseitigen Verständnis beider Völker beizutragen vermag, als politische Darlegungen. Friedrich W. Lange. SOIahre in der Gummibranche. Ein Jubiläum besonderer Art kann am 4. April 1937 Herr Wilhelm Ley, Oberwerkmeister in der Firma Poppe & Co., Gießen, Fabrik technischer Gummiwaren, begehen. 50 Jahre ununterbrochener Tätigkeit in der Gummibranche schließen eine Fülle von Arbeit, aber auch den Entwicklungsgang eines so jungen Geschäftszweiges, wie es die Fabrikation technischer Gummiwaren darstellt, in sich. Am 4. April 1887 trat der Jubilar in die damalige Vereinigte Berlin- Franfkurter Gummiwarenfabrik Gelnhausen ein. Von 1894 bis 1895 war er in den Rheinischen Gummi- und Zelluloidwerken in Mannheim tätig und ging dann wieder in die V. B F. G., Werk Gelnhausen. Nach dem großen Brande der Gelnhäuser Firma im Oktober 1899 mußte er bis zum Wiederaufbau einige Monate in die Zweigfirma nach Crottau in Böhmen (heute Tschechoslowakei). Seit Oktober 1911 ist Herr Ley in der Firma Poppe & Co., Gießen, tätig, und er konnte vor wenigen Monaten mit einigen anderen Arbeitskameraden sein Jubiläum der 25jährigen Tätigkeit in dieser Firmg feiern. Den Entwicklungsgang der Einkochringe hat er von den kleinsten Anfängen bis zur heutigen Millionenherstellung miterlebt. Der Jubilar erfreut sich allgemeiner Beliebtheit bei dem Betriebsführer, seinen Vorgesetzten und der gesamten Belegschaft. Mit seiner Rüstigkeit und seinem guten Humor kann er noch viele Jähre seinen Dienst versehen. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. . Samstag, den 3. April. Gießen. Zohanneskirche. 14 Uhr: Beichte für die Konfirmanden der Johannes- und Militärgemeinde und Angehörige. — Kapelle des Alten Friedhofs. 17: Beichte für die Konfirmandinnen der Luthergemeinde und Angehörige. Sonntag, den 4. April. Gießen. Stadtkirche. 9.30 Uhr: Pfr. Trapp; 11: Kinderkirche für die Markusgemeinde; Pfr. Trapp; 18: siehe Johanneskirche. — Iohanneskirche. 9.30: Pfr. Ausfeld; Konfirmation der Kinder aus der Johannes- und Militärgemeinde; Feier des hl. Abendmahls; 18: Pfarrassistent Banaert. Bibelbesprechstunde fällt aus. — Kapelle des Alten Friedhofs. 9.30: Pfarrvikar Weckerling; Konfirmation der Konfirmandinnen der Luthergemeinde; Feier des hl. Abendmahls. — Pelruskapelle (Wetzlarer Weg 59). 9.30: Pfarrassistent Bangert; 10.45: Kindergottesdienst für die Petrusgemeinde. — Wieseck. 9.30: Beichte; 10: Gottesdienst, anschl. Feier des hl. Abendmahls, Kollekte; 15: Bibelstunde. — Albach. 9: Gottesdienst mit Abendmahl I, anschl. Schulanfängerandacht, Kollekte. — Steinbach. 11: Gottesdienst und Schulanfängerandacht, Kollekte. — Rödgen. 13.15: Gottesdienst, Kreistagung der Frauenhllfe. — Annerod. 20: Gottesdienst. — Heuchelheim. 10: Hauptgottesdienst; 11: Beichte und Abendmahl für die 40- bis 50jährigen; 13: erste Christenlehre; 14: Abc - Schützen - Gottesdienst. — Kirchberg. 10: Gottesdienst; 14: Schulanfängergottesdienst. — Klein-Linden. 9: Gottesdienst, Christenlehre für die weibliche Jugend, Kollekte; 10.15: Kindergottesdienst; 13: Schulanfängergottesdienst. — Watzenborn-Steinberg. 13: Gottesdienst mit Einführung der Erstlingsschulkinder. — Garbenteich. 10: Schulanfängergottesdienst. — Hausen. 13: Schulanfängergottesdienst. — Lich. 9.30: Gottesdienst. — Langsdorf. 11: Hauptgottesdienst; 13.30: Kindergottesdienst; 19.30: musikal. Passions- und Osterfeier. — Bettenhausen. 8.45: Jugendgottes- dlenst; 9.36: Hallptaottesdlenst. — Münzenberg. 10.30: Gottesdienst, Kollekte. — Trais-Wünzenberg. 8.30: Gottesdienst, Kollekte. — Mufchenheim. 13.30: Gottesdienst. — Hungen. 10: Gottesdienst und Eröffnung der Christenlehre; 13.30: Schulanfängergottesdienst. — Harbach. 9.30: Gottesdienst mit Feier des hl. Abendmahls f. d. Verheirateten, Kollekte. — Beltershain. 12.30: Gottesdienst mit Feier des hl. Abendmahls für die Alten, Kollekte. — Göbelnrod. 14.30: Gottesdienst, Kollekte. Donnerstag, den 8. April. Fohannesfaal. 20 Uhr: Lichtbildervortrag über» Blindenmission im Orient. Evangelische Stadtmission (Christliche Gemeinschaft innerhalb der Landeskirche), Löberstraße 14. Sonntag, den 4. April. 8.30 Uhr: Morgenaichacht; 13.30: Sonntagsschule; 15: Gemeinschaftsstunde (nur für Mitglieder); 16: Soldaten-Bibelstunde; 20.15: Evan- gelisationsvortrag. — Mittwoch, den 7. April. 20.30: Bibelstunde. Gemeinschaft innerhalb der Kirche (Landeskirchliche Gemeinschaft), Gutenbergstraße 9. Sonntag, den 4. April. 20.30 Uhr: Evangelisationsstunde. — Mittwoch, den 7. April. 20.30: Bibelstunde. — Donnerstag, den 8. April. 20.30 Uhr: Jugendbundstunde. Neuaposlolifche Gemeinden, Händelstraße 1, Eder- straße 13. Sonntag, den 4. April. 9.30 Uhr: Gottesdienst; 16: Gottesdienst. — Mittwoch, den 7. April. 20.30 Uhr: Gottesdienst. Katholische Gemeinden. Samstag, 3. April. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. — Lich. 6 und 8 Uhr: Beichte. Sonntag, 4. April, Weißer Sonntag. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe, Kommunion der Männer; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt. Feier der ersten hl. Kommunion der Kinder; 11.15: Messe; 15: Weihe der Erstkommumkanten an die Gottesmutter; Andacht mit Segen. — hun- gen. 8: Hochamt mit Predigt. — Lich. 7: Austeilung der hl. Kommunion; 9: Hochamt, Erstkommunion und Schulentlassungsfeier; 14: Taufgelübde, Weihe und Andacht. — Ridda. 8.15: Hochamt mit Predigt. Montag, 5. April Gießen. 8 Uhr: Dankamt. — Lich. 8: Dankamt. Oeffentlicher Sonntagsdienst. Polizei: Telefon 2751, nur in dringende« . Notfällen Telefon 01. Feuerwache: Telefon 2244/45, Notruf Telefon 02. Hauptpostamt: Beschränkter Schalterdienst 8 bis 21 Uhr. Stadtpostamt: Für Schließfachabholer - bis 13 Uhr. Sanitätskolonne: Telefon 2500. Falls behandelnder Arzt nicht zu erreichen: Arzt: Frau Dr. Marx. Z ach n a r z t: Dr. Geyer. Apotheke: Neue Apotheke. Autohilfe: Rufnummer 04 beim Postamt Gießen. Gertrud Dippel Wilhelm Best geben ihre Verlobung bekannt Gießen, den 4. April 1937 Äahnhofstraße 12 Steinstraße 52 ________________________________________________________________________01676 Zur gefälligen Beachtung! Die Unterzeichnete gibt hierdurch bekannt, daß sie das von ihrem Manne lange Jahre hindurch Bahnhofstr. 53 betriebene Geschäft mit Unterstützung ihres Schwiegervaters unverändert weiterführen wird und bittet, das dem Verstorbenen entgegengebrachte Vertrauen auch ihr bewahren zu wollen. Marie Noll, geb. Fuhr in Firma „Kreuz-Drogerie“ August Noll 2274 D Schnittlauch Schock Schnittlauch, Zwiebelgewächs, ausdauernde Gewürzpflanze, die auf feuchtem humosen Boden, der Kalk enthält, am besten gedeiht. Durch Teilung im Herbst verpflanzen; das reiche Zurückschneiden der Vlattröhren erfordert Dunggaben. Durch Rußbeimischung wird dunkelgrüne Färbung erzielt. In Töpfe gepflanzt an warmem Standort erzielt man Wintervorrat. Schnittmuster sind fertig käufliche Muster zum Selbstschneidern, man bekommt sie in allen Größen. Man beachte aber alle Hinweise, da sonst das anzufertigende Stück nicht sitzen kann. Will man von einem großen Schnittmusterbogen, der heute fast allen Frauenzeitschriften beiliegt, ein Muster kopieren, so geschieht das mit einem Kopierrädchen auf ein Stück Papier, das man unterlegt und nachher in der punktierten Linie ausschneidet. Bei allen Schnittmustern müssen die Säume zugegeben werden. Schnittwaren, Bänder, Spitzen usw., die beim Kauf mit der Schere vom Meter abgeschnitten werden. Schnittwunden sind glattrandige durch Verletzungen mit einem scharfkantigen Instrument oder mit Glas entstandene Wunden Größere und tiefergehende Wunden müssen unbedingt vom Arzt behandelt, unter Umständen genäht werden. Bei Schnittwunden an den Fingern können leicht Sehnen verletzt werden, die aber durch Zusammennähen gut heilen können. Man wasche die Wunden nicht aus, betupfe sie höchstens mit Jodtinktur und lege einen Notverband an. Keine blutstillende Watte verwenden, da dann der Arzt nur Mühe hat, die zu- iammengeklebte Watte wieder zu entfernen. Bei kleinen Schnittwunden genügt Betupfen mit Jodtinktur und ein Verband mit sterilem Verbandmull. Schnitzel bestehen aus Kalb- oder Schweinefleischscheiben, die entweder unpaniert oder paniert, d. h. in Ei und geriebenen Semmeln gewälzL gebraten werden. Man unterscheidet die verschiedensten Arten von Schnitzeln, Paprikaschn. wird mit Paprika zubereitet, Schnitzel a la Holstein mit Gemüsen und Obst, das allbekannte Wienerschn. ist paniert, wird aber trocken, d. h. ohne Sauce oder gebräunter Butter, nur mit Salat gereicht, man gibt dazu eine Scheibe Zitrone. Schnupfen ist eine Schleimhautentzündung oer Nase infolge von Erkältungen oder Einatmung reizender Stoffe. Das Allgemeinbefinden ist bei Schnupfen gestört. Manche Infektions-Krankheiten beginnen mit Schnupfen, z. V. Masern, Keuchhusten, Grippe, epidemische Kinderlähmung. Schnur, altes deutsches Wort für Schwiegertochter. In manchen Gegenden auch Bezeichnung für einen stärkeren Bindfaden. Schock, alte Maßeinheit für 60 Stück, bei Eiern, heute noch vielfach gebräuchlich. Schock, eine plötzliche Hemmung oder Lähmung auf körperlichem Kohlen von Fischer Gießen, Alicenstraße 42—44, Telefon 3172 und 3176 Kopf hoch, liebes Kindl FäIs junges Mädchen litt idP auch öfter unter Nervenschwäche u. Blutarmut - aber deshalb den Kopf hängen lassen? Wozu gibt’s heute die berühmte, nervenstärkende, bluterneuernde Dop- pelherz-Kur, der so viele Mädchen und Frauen Gesundheit u. blühendes Aussehen verdanken! Morgens, mittags und abends ein Gläs- vdien Doppelfers.! J DOPPELHERZ Fabriknien FtrericM von der Fahrfchule EP m Frankfurter Straße 36, Ecke ■ E dUCl Friedrichstraße,Teleph.3349 Gründliche Fahrausbildung f.alle Klaffen Ca. 250 * Milchkühe und Rinder, hochtragend oder frischmelk., auf der 97. Milchviehversteigerung in 2273V AüMM L $$$♦, Stadt. Ausstellungshallen am Dienstag, dem 6. 2lvril 1937, mittags 12 Uhr. Obligatorische Untersuchung auf Bazillus-Bang. 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Z. 16 (E) l.-R. 116. 2305 D Selters wes: 63 Tp pfon 2037 verbunden mit Anfertigen aller Kleidung, beginnen wieder Marie Gack ©oeteeftrafte 31 Neue Zuschneide Lehrkurje Sanitäre Anlagen Heizungen.Reparaturen nur bei Withoff ASCHE-URNEN L. Schmidt, Grabmäler Neuer Friedhof Kaiserallee12 Telefon 3736 1305 D Wunderbar so ein Ä-Wehrheim Polsterwerkstätte - Löberstraße 17 _______ ________2328 A ■ k I Sonnengebräuntes Aussehen ohneSonne Die ein ,hn22 «'nejebräunies Sommerfrischen- frisches, sonne 8 pi,alis.Cr=m= XX auf um- reiben den Überschuß deutlich sichtbar. Die I ^Haßs Oeme ■ Gebrauchsanweisung zu jed I Kukirol-Fabrik. Berlin- Neisesparkarte und Zoftresreisepro- gramm der NSV.,.Kraft durch sreude Vitalis-Verkaufsstellen in Gießen: Jede bessere Parfümerie. 2315v Kr.ZZ vierter Blatt_____________ Siebener Anzeiger (Geiieral-Aiizeiger für GberWen) Samstag, Z.AprII IM Llmzugssorgen leicht gemach». Tage des Wohnungswechsels.-Möbelwagen überall.—Helfer der Hausfrau. Wichtige Vorarbeit: Porzellan wird verpackt. Umzug! Das bedeutet Revolution im Reiche der Hausfrau und ist schlimmer als Großreinemachen. Umzug bedeutet — nach üblicher Meinung — für die Hausfrau eine Fülle der Arbeit, der Unruhe, der Sorge, bedeutet heftige Störungen der gewohnten Ordnung und Umstellung auf neue Verhältnisse, auf andere Räume und hot mancherlei Umständlichkeiten im Gefolge immer dann, wenn es nicht nur aus einer Straße in die andere geht, sondern besonders dann, wenn mit Kind und Kegel in eine andere Stadt umgezogen werden soll. Die Hausfrau ist gefühlsmäßig gegen Umzug, und nur ein Umstand kann sie trösten und ihre Energien vervielfachen: wenn die neue Wohnung schöner, sonniger, geräumiger und vielleicht gar billiger ist! Aber was dem einen die Eule ist, das ist dem anderen die Nachtigall! Dem Möbeltransport-Unternehmer kann gar nicht genug umgezogen werden, ja, er wartet geradezu darauf, daß die Leute umziehen. Solche Volksgenossen, die 40 oder gar 50 Jahre lang unverrückbar fest in einer Wohnung vor Anker gegangen sind, erfreuen sich nicht seiner F - I Möbelversand im Eisenbahnwaggon. Zuneigung. Gegenwärtig werden die Möbeltrans- port-Unternehmungen allerdings nicht über mangelnde Beschäftigung zu klagen haben Die Woche um den ersten April bringt immer Großkampftage. Spater im Jahr — zu Anfang Oktober — ist noch- mols große Umzugszeit, aber auch zu Anfang Januar und zu Beginn des Sommermonats Juli gibt es Umzüge zu bewerkstelligen. Gerade in diesen Tagen des April also sind wieder viele Möbelwagen unterwegs, und ihre großen Flächen rufen Namen in das Straßenbild, die Namen der Unternehmer und Städtenamen aus allen deutschen Gauen. Da liest man Hamburg, Leipzig, München oder Kottbus — aber, kurios! — wenn man die Möbeltransporteure fragen würde, ob tatsächlich die Möbel nun aus Hamburg oder Leipzig kommen, dann würden sie vielleicht lachen und sagen: „Nee! Aus Freiburg i. Br. und nicht aus Hamburg; * - p W F ■ Mit vielgeübter Technik wird der Schrank getragen, oder „Nicht aus Leipzig, sondern aus Trier!" Wo mag da des Rätsels Lösung stecken? Jeder Möbeltransport-Unternehmer, aber auch fast jeder Möbeltransporteur, kann Aufschluß geben. Die Sache ist folgendermaßen: Die Möbeltransport- Unternehmungen sind alle in einer Fachschaft zu- sammenaeschlossen und pflegen dabei eine geradezu ideale Zusammenarbeit. Jeder kann jedermanns Wagen verwenden! Sie tauschen gegenseitig ihre Wagen aus! Angenommen, eine unserer hiesigen Firmen bringt die Möbel eines hiesigen Professors, der in München ein Lehramt übernommen hat, nach München. Für den Rücktransport des leeren Wagens wäre ein stattlicher Betrag aufzuwenden, mit dem der Umziehende belastet werden müßte. Der Leer-Rücktransport wird aber vermieden. Er wird deshalb in einer in kurzen Abständen erscheinenden „Wagenliste" (von der Reichsfachschaft herausgegeben) ausgeschrieben, und wenn nun ein Münchener Spediteur einen Transport nach Frankfurt, Gießen oder Marburg (oder nach einem beliebigen Ort in der Nähe von Gießen) zu bewerkstelligen hat, so wird er sich des Wagens bedienen können, in dem die Möbel des Professors nach München gebracht worden waren. Die Frachtgebühren (Reichsbahn) für den leeren Wagen sind sehr niedrig, wenn die Strecke unter 100 Kilometer Entfernung beträgt. So kann es also sein, daß die Wagen der Gießener Spediteure in ostpreußischen Städten rollen, an der Wasserkante oder am Bodensee. Von den etwa 30 großen Möbelwagen, mit denen die Gießener Unternehmen ihre Transporte bestreiten, ist immer eine stattliche Anzahl unterwegs; daß einmal alle im Stall des Besitzers stehen, kommt kaum vor. Selbstverständlich verfügen die hiesigen Möbeltransport-Unternehmen ebenso über auswärtige Wagen, wie überall im Reiche über die Gießener Wagen verfügt werden kann. Das Möbeltransportwesen ist im Laufe der Zeit schon so weit ausgebaut worden, daß sich die Hausfrau keine Sorge um ihren Umzug zu machen braucht. Erstens kann man sich schon einmal den Packer ins Haus bestellen, der alles Glas und Porzellan nach vieljähriger Erfahrung in besondere mitgebrachte Kisten packt, daß es kaum Scherben geben kann. Und wenn dann am anderen Morgen der Möbelwagen vor der Tür steht, schon um 6 Uhr, dann beginnen die kräftigen Männer ihr Werk, die seit Jahrzehnten geschult und durch Erfahrung gewitzigt, Stück für Stück der Möbel von noch so hohen Stockwerken unbeschadet auf die Straße in den Wagen bringen. Unbeschädigt immer dann, wenn es der Schreinermeister mit den Ausmaßen des Möbelstückes nicht allzu monumental beabsichtigt hat, oder wenn der Baumeister eines vergangenen Jahrhunderts in sündhaftem Unverstand nicht eine Treppe gebaut hat, die auch den geduldigsten Möbeltransporteur zur Verzweiflung bringt. Unvorstellbar und nicht auszumalen, wenn ein solcher Möbeltransporteur und ein solcher Baumeister noch aneinandergeraten könnten! Allerdings sind die Möbelträger in den älteren Teilen unserer Stadt Kummer gewöhnt und es bleibt ihnen wahrhaftig und, menschlich verständlich, häufig nichts anderes übrig, als sich zum Frühstück mit einer Flasche Bier zu trösten. Die meisten umziehenden Volksgenossen lassen es deshalb in der Erkenntnis dieser Sachlage an einer Flasche Bier und einigen Zigaretten nicht fehlen. Es beruhigt beide Teile! Außerdem erhält jeweils die Gruppe der Möbelträger ihr „Metergeld" (früher „Trinkgeld" genannt), das ihnen nach alter eingebürgerter Sitte gerne zugebilligt wird, da ja gerade der Möbeltransporteur bei seiner Arbeit viel seiner eigenen Kleidung zerreißt und sie immer wieder ersetzen muß. Unter den Möbeltransporteuren in unserer Stadt gibt es manchen, der schon seit 25 und 30 Jahren sein Brot auf diese sicherlich nicht leichte Art verdient. Sie sind ihren Unternehmern alte treue, zuverlässige Helfer; unter ihnen ist manche ehrliche Haut, auf die man sich sorglos verlassen kann. Die Firmen wissen, was sie an solchen Mitarbeitern haben! Sie wissen auch, daß der Ruf des Unternehmers nicht zuletzt von jenen abhängt, die unermüdlich mit schweren Lasten treppauf und treppab steigen. Diana und der Möbeltransporteur. Mit solchen Schätzen wird besonders sorgfältig umgegangen. (Aufnahmen |6J: Neuner, Gießener Anzeiger.) stab wäre sonst allzu ungenau! Uebrigens kommt im Umfang der Umzüge eine aufschlußreiche Zeiterscheinung zum Ausdruck: die „großen" Umzüge von zwanzig und mehr Meter werden immer seltener. Die gegenwärtig heiratende Generation kommt mit weitaus weniger Einrichtungsgegenständen aus, als es der Generation vorher möglich erschien. Die Umzüge der jüngeren Generation bewegen sich zwischen fünf und zehn Meter. Wenn auch der Großteil der körperlichen Arbeit Wenn alles vorher eingehend besprochen worden ist, von der Hausfrau mit dem Spediteur, vom Unternehmer mit seinen Helfern, dann rollt ein Umzug wie am Schnürchen. Wer heute z. B. von der Grünberger Straße in die Frankfurter Straße ziehen will, morgens bei guter Zeit aufsteht, kann am Abend in der fix und fertig eingerichteten neuen Wohnung zu Bette gehen, ohne von seinem Umzug sonderlich viel bemerkt zu haben. Dabei ist es gleichgültig, ob es sich um einen Fünf-Meter- oder um einen Zwanzig-Meter- Umzug handelt. Die Möbel - Transportunternehmungen rechnen nämlich nach Wagenmetern! Nicht etwa nach so- und soviel Zimmer- Einrichtungen! Der MaßFlügeltransport: Hier müssen dis Männer ihr ganzes Können beweisen. Spiegel, Bilder und Uhren werden gesondert untergebracht. 1 GIESS Skandal um Dr.Vandergruen Boman von Hans Hirthammer. Copyright by Verlag Oskar Meister, Werdau i. S. 7. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) 6. Als Dr. Vandergruen dann so unversehens dieser von Grund auf verwandelten, bezaubernd aussehenden Gisch gegenübersteht, kann er vor Verblüffung zunächst feine Worte finden. Er zählt gewiß nicht zu der Sorte von Männern, die wegen einem Paar hübscher Augen das Gleichgewicht verlieren. Nem, sowas kann ihm nicht gefährlich werden. Vielleicht hätte damals, als er in der Tiefe um Leib und Leben kämpfte, eine kommen müssen, eine, die sich mit allen Fasern ihres Seins ihm zum Beistand gegeben hätte, keine Fordernde, sondern eine bedingungslos sich Verschenkende. Es ist ihm manches blanke Gesicht vor die Augen gekommen und hat ihn verlangend ange- lächelt, manch lockendes Wort ist an sein Ohr gedrungen. Aber da ist er schon zu sehr verhärtet gewesen, hingereckt seinem Ziel, ein strenger Steuermann seines Schiffes. Und das Leben ist an ihm vorbeigesprüht. Er muß jedoch, wenn auch widerwillig, anerkennen daß dieses junge Mädchen hier etwas Besonderes darstellt. Keineswegs eine Schönheit, bewahre, aber eine Frische und Anmut, nicht übel anzuschauen! Mit dieser Feststellung scheint die Angelegenheit für ihn erledigt. Er nimmt Platz Maria schenkt Kaffee ein, schön, man wird also dieses Frühstück über sich ergehen lassen. Gischt sitzt wie auf Kohlen Der Herr mochte sie ja am liebsten hinauswerfen, das merkt man ihm an. Erst hat er sie zwar angestarrt als wäre sie ein Mondkalb, aber jetzt ist sie überhaupt nicht mehr für ihn da. ... ... Auch wegen der Arheitsversaumnis macht |ie sich Vorwürfe. Das Fräulein hat zwar vorhin angerufen, in dieser Hinsicht ist nichts zu befürchten, aber welch ein Leichtsinn, welch ein Frevel, mir nichts dir nichts einen vollen Tagelohn hopsgehen zu lassen, noch dazu, wo man alles versuchen müßte, den Geldverlust wieder einzubringen. „Sie greifen ja gar nicht zu, Fräulein Amelung!" wundert sich Maria. „Und ein Gesicht machen Sie, Gottegott, so viel Sorgen?" Lachend türmt sie einen beträchtlichen Berg von Kuchenstücken auf Gischs Teller. „So, das muß gegessen werden!" Gisch nickt ergeben, und das sieht so komisch aus, daß Dr. Vandergruen unversehens zu grinsen anfängt. „Meine Schwester scheint Ihnen allerhand Fähigkeiten in dieser Hinsicht zuzutrauen. Werden Sie's denn schaffen?" Gisch richtet einen hilfesuchenden Blick auf Maria, dann nickt sie ein mutiges Ja. Nun muß Stefan aber wirklich losplatzen, er kann sich nicht helfen. Und da so etwas auf Gisch immer ansteckend wirkt, lacht sie mitunter mit. Sonderbar, Dr. Vandergruen empfindet plötzlich eine recht behagliche Laune. Unsinn, denkt er, das Kind ist genau besehen gar nicht übel, warum hat man sich eigentlich geärgert? „Sie können von Glück reden, Fräulein, daß meine Schwester heute nacht dazwischenkam. Ich hätte Sie wirtlich erbarmungslos fortgejagt!" Gisch senkt den Kopf. „Ja", meint sie, „das wäre ja wohl auch verständlich und durchaus tn Ordnung gewesen." _ , , „Will ich jetzt, da ich Sie bei Tageslicht sehe, keineswegs mehr behaupten. Sie sind ein ganz entzückendes junges Mädchen!" Maria wendet überrascht den Blick zu ihm. Oyo, denkt sie, sieh mal an! Gisch aber lächelt, und dies Lächeln geht dem Mann irgendwie ans Herz. So lächeln kleine Mädchen, wenn man sie lobt, weil sie tn der Schule fleißig waren. Weiß sie denn noch nichts von galanten Redensarten? Hat noch niemand zu ihr gesagt: „Du bist ein entzückendes Mädel!?" „Nun muß ich meiner Schwester dankbar fein, daß sie mich hinderte, einen groben Mißgriff zu begehen. Ich hoffe, daß Sie meine unfreundlichen Worte vergessen werden." „Ach, es war gar nicht so schlimm Wissen Sie, in der Fabrik werde ich auch manchmal ordentlich angepfiffen. Wenn man das immer gleich tragisch nehmen wollte, pah!" Dieses „Pah!" am Schluß gibt den Ausschlag. Sogar Maria bekommt ein heftiges Zucken um die Mundwinkel. Von Stefan gar nicht zu reden, es ist eine Explosion geradezu, er kann sich nicht mehr halten. Dieses „Pah!" wird sich einbürgern im Hause, Stefan Vandergruen wird es immer gebrauchen, wenn es gilt, das Bewußtsein erhabener Ueberlegenheit kundzutun. („Man will mir wegen dieser Geschichte mit dem japanischen Geheimtext meine Laufbahn vernichten, pah!") Jetzt lachst du noch darüber, Stefan Vandergruen, aber vielleicht wirst du dieses „Pah!" einmal bitter nötig brauchen können. Gisch kann sich nicht recht vorstellen, warum ihre Worte solche Heiterkeit erregen. Es sind eben komische Leute, die über alles lachen müssen, denkt sie. Und wendet sich mit großem Ernst der Vertilgung ihres Kuchens zu. Dr Vandergruen beginnt von dem gestrigen Abend zu berichten. „Ein heißer Kampf! Wenn es um die Vorteile Japans geht, kann Otfuki direkt ekelhaft werden. Uebrigens habe ich ihm von diesem Text erzählt, eine kurze Andeutung allerdings bloß. Er will mir bei der Übersetzung behilflich sein." Maria macht ein sehr ernstes Gesicht „Ich weiß nicht, Stefan, mir ist, als ob du dich da in eine etwas unheimliche Geschichte eingelassen hättest. Hoffentlich erwächst dir kein Unheil daraus!" „Aber Mädel, du phantasierst ja! Unheil, pah!" Er hat den Tonfall von Gisch genau getroffen, und nun lachen sie alle drei. „Im Gegenteil!" fährt Stefan fort. „Du wirst dich vermutlich auf durchaus angenehme Überraschungen gefaßt machen müssen. Ich will dir noch nichts weiter verraten, jedenfalls war Direktor Kerstens äußerst liebenswürdig, wir haben eine Flasche Wein mitsammen getrunken und uns sehr angeregt unterhalten." „Nun, das ist ja wirklich--" Mitten im Satz hält sie inne und sieht verwundert auf Fräulein Amelung, die auf einmal bleich und verstört auf ihrem Stuhl sitzt. „Was haben Sie denn? Ist Ihnen nicht gut?" Vielleicht hat sie wirklich zu viel Kuchen gegessen, denkt sich Stefan. Wer's nicht gewohnt ist--? Nun, mit dem Kuchen hat das nichts zu tun. Sondern die beiden Dunkelmänner sind ihr eingefallen, die in dieser Nacht ihr soviel Schreck einjagten, und deren spukhaftes Erscheinen jetzt ein höchst geheimnisvolle Bedeutung gewinnt. Sicher waren das gar keine gewöhnlichen Einbrecher, sondern ihr Tun hing irgendwie mit den Dingen zusammen, von denen das Fräulein gesprochen hat. Ganz nahegerückt, ganz gegenwärtig sind wieder die Geschehnisse. Wie das Auto in die Straße einbiegt und eine Strecke vom Haus entfernt hält, wie die beiden Kerle auf sie zukommen. „Sie gehören zu Koltschew, erraten?" Dieser Satz ist gerade wegen seiner scheinbaren Sinnlosigkeit fest in ihrem Gedächtnis hasten geblieben, und auch die gräßliche Fratze des Mongolen wird sie nicht mehr verscheuchen können. Und jetzt hört sie da von einem geheimnisvollen Schriftstück, das sich anscheinend im Besitz des Doktors befindet und dessen Dasein dem Fräulein Angst einflößt. Da bestehen Zusammenhänge, ganz sicher. Den beiden Nachtschwärmern ging es um dieses Schriftstück. Wer aber ist dieser Koltschew, mit dessen Namen man sie selbst. Gisch Amelung, in Verbindung brachte? Sie möchte brennend gern den Doktor fragen, ob ihm der Name Koltschew bekannt ist. Aber sie bringt kein Wort über die Lippen, ihre Zunge ist von Angst gelähmt. „Wenn Sie sagen jemand', wir Sie machen kaputt." Und der Mann sah nicht nach einem Spaßvogel aus. Sie weiß- wenn sie ein Wort nur sagt, dann wird sie rettungslos in dieses Schicksal hineingezogen, dann muß sie ihre Rolle üvemehmen. Aber — ist sie denn nicht schon in das Netzwerk geraten? Zappelt sie nicht schon? Ja, sie fühlt es als sei's ein dumpfer, lähmender Traum: es ist etwas geschehen etwas, was sie noch nicht fassen kann, eine Nacht hat ihre Abgründe vor ihr aufgerissen und ihrem Dasein eine andere Bahn beschrieben. Als Marias besorgte Frage an ihr Ohr klingt, reißt sie die schweifenden Gedanken zusammen. „Mir fehlt wirklich nichts Es ist bloß — ich habe — es ist dies hier alles so neu für mich." Nein, sie kann nicht davon sprechen, vor ihrem Blick schattet drohend ein fratzenhaftes Gesicht. mehr und mehr von den geschulten Kräften der Möbeltransport-Unternehmungen bestritten wird, so bedeutet das nicht, daß etwa der Hausfrau, die ja in erster Linie mitverantwortlich ist, alle Arbeit erspart bliebe. Vielmehr kann sie in ihrem Reiche und wo es um ihre Sache geht, Feldherr sein und von ihrer Geschicklichkeit wird es mit abhängen, daß unnütze Wege vermieden werden, Möbel nicht unnötig hin- und hergerückt werden, wenn sie sich im Geiste die neue Wohnung schon eingerichtet hat, bevor der Möbelwagen anrollt. Außerdem gibt es ja noch für mancherlei andere Dinge zu sorgen, Da müssen E-Werk und Gaswerk benachrichtigt werden, da ist die Wohnungsummeldung zu vollziehen und der Dekorateur zu bestellen, der die Gardinen anzumachen hat und noch so vieles andere. Schließlich aber findet auch der größte Umzug sein Ende, der Wagen ist leer, die Türen knallen zu und die Wagen rollen vom Schauplatz einer eifrigen Tätigkeit ab. In der neuen Wohnung finden sich die Dinge zu neuer Ordnung und der Tag gewinnt wieder allmählich den so viel geschmähten und doch immer wieder auch so beruhigenden Charakter des Alltags. Wenn dann die Rechnung des Spediteurs kommt, dann sind die Umzugsorgen längst verebbt und der Hausherr greift in' die Tasche — nicht sonderlich ungehalten, weil er ja vorher längst zu wissen bekam, was der Umzug kosten wird. Wenn er sich bei Bezahlung der Rechnung vor Augen hält, wie das gewesen wäre, wenn er sein Klavier höchst selbst drei Stockwerke hoch hätte transportieren sollen, dann verliert auch diese letzte Szene des Umzugschauspiels viel von ihrer Bitterkeit. — N. SJl.-fpoit kleberreichung des OT.-Ehrenbriefes an Guntrum-Gchlih. Am zweiten Osterfeiertäg fand in der Turnhalle in Schlitz die feierliche Ueberreichung des Ehrenbriefes der Deutschen Turnerschaft an Bruchdruckereibesitzer und Zeitungsoerleger Christian Guntrum statt. Kreisüietwart Schilling (Bachrain) sprach bei der'Ueberreichung Worte des Dankes und der Anerkennung. Der Ortsgruppenleiter und Bürgermeister der Stadt Schlitz überbrachte die Glückwünsche der Stadt. Ehrenobergauturnwart Wilhelm Will (Gießen) gratulierte im Namen des früheren Turngaues Hessen. Der frühere erste Bezirksturn- wart B a st i a n (Alsfeld) gratulierte im Namen des früheren 4. Bezirks des Turngaues Hessen, den Turnkamerad Guntrum viele Jahre vorbildlich verwaltete. Die Aufstiegspiele zur Bezirksklaffe. An den diesjährigen Aufttiegspielen zur Bezirksklasse nehmen folgende Vereine teil: FC. Teutonia Steinberg als Meister der Gruppe Gießen A; Sportverein 1920 Heuchelheim als Meister der Gruppe Gießen B; SC. 03 Wetzlar-Nieder-Girmes als Meister der Gruppe Wetzlar A; Turn- und Spielverein Steindorf als Meister der Gruppe Wetzlar B und der Meister der Dillgruppe, der morgen festgestellt wird. Für den morgigen Sonntag wurden folgende Festsetzungen oorgenommen: Heuchelheim — Steinberg (Gutmann, Wetzlar), Steindorf — Nieder-Girmes (Post, Wieseck). Bei beiden Treffen halten wir die besuchenden Vereine für die voraussichtlichen Sieger, da sie über die größere Spielerfahrung verfügen. Die weiteren Termine sind: 11. April: Steinberg — Steindorf; Dillsieger — Heuchelheim. 18. April: Nieder-Girmes — Steinberg; Steindorf — Dillsieger. 25. April: Heuchelheim — Steindorf; Dillsieger — Nieder-Girmes. 2. Mai: Steinberg — Dillsieger; Nieder-Girmes — Heuchelheim. 9. Mai: Steindorf — Steinberg; Heuchelheim — Dillsieger. 23. Mai: Steinberg — Heuchelheim; Nieder-Girmes — Steinüorf. 30. Mai: Heuchelheim — Nieder-Girmes; Dillsieger — Steinberg. 7. Juni: Nieder-Girmes — Dillsieger; Steindorf — Heuchelheim. 13. Juni: Steinberg — Nieder-Girmes; Dillsieger — Steindors. Epielvereinigung 1900 Gießen. Naunheim — 1900. Die Pokalspiele erfahren am Sonntag mit der dritten Zwischenrunde ihre Fortführung. Neben dem Spiel Burg — Frohnhausen ist es das erneute Zusammentreffen der Blau-Weißen mit dem Turn- und Sportverein Naunheim, welches in näherer Umgebung das meiste Interesse auslöst. Der Sieger dieses Treffens gelangt nämlich in die Hauptrunde, wo die Gauligavereine erstmals in die Kämpfe eingreifen. Die Frage nach dem Ausgang ist, wie es bei den Begegnungen immer der Fall ist, ziemlich offen. Selbst der überzeugende Sieg der Blau- Weißen bei dem letzten Verbandsspiel ist kein Grund, die Gießener erneut als Sieger zu erwarten. Denn diesmal findet das Spiel in Naunheim statt, was für die Naunheimer schon ein gewisses Plus bedeutet und zum anderen müssen die Blau-Weißen für Mank, der dienstlich verhindert ist, und für Heuser, der zum Arbeitsdienst einrückt, Neueinstellungen vornehmen, wobei abzuwarten bleibt, ob die Spielberechtigung für Löbsack II. rechtzeitig eintrifft. Bis jetzt ist die Aufstellung mit Rahn; Zeiler, Lippert; Erhard, Heilmann, Lehrmund; Schellhaas, Ranft, Löbsack I., Sack, Garth vorgesehen. Die Hintermannschaft dürfte durch die Zurücknahme von Heilmann noch etwas verbessert worden sein. Die einzige Frage wird wohl sein, wie sich der rechte Flügel anlassen wird und wie es Garth versteht, sich durchzusetzen, denn die Gastgeber werden in erster Linie aus die Bewachung von Sack und Löbsack ihr Hauptaugenmerk richten. BfB.-Michsbahn Gießen. Sportfreunde Wetzlar I — VfB.R. Liga. Da das angesetzte Verbandsspiel gegen Dillenburg infolge Spielverbotes wegen des Hallenhandballturniers abgeblasen wurde, unternimmt die Ligamannschaft eine Reise nach Wetzlar, um im Freundschaftskampf gegen die Sportfreunde anzutreten. Dieses Spiel gilt als Probespiel für die noch ausstehenden Verbandsspiele, die alle noch gewonnen werden müssen, um die Mannschaft vor dem drohenden Abstieg zu bewahren. Der morgige Gegner steht an zweiter Stelle der Gruppe Wetzlar und hat durch Zugang von guten Spielern sehr an Spielstärke gewonnen. Die Wetzlarer lieferten schon immer sehr spannende Spiele, die nur mit knappem Torergebnis ausgingen. Die Grünweißen haben hier also Gelegenheit zu beweisen, daß der Sieg gegen Teutonia Hausen kein Zufall war. Sportfreunde Wetzlar II — VfB. R. II. Auch die Reserve tritt auf den Plan; Gegner ist die gleiche Mannschaft der Sportfreunde. Bei diesem Spiel ist eine Vorhersage sehr schwer, da über die Spielstärke der Gastgeber nichts bekannt ist. Rodheim 1. Jugend — VfB.-R. 1. Jugend: Nach ihren hohen Siegen in Ems und Nassau sollte es der 1. Jugend gelingen, auch diesen Gegner klar zu schlagen. VfB.-R. 2. Jugend — DfR. Lich 1. Jugend: Beide Jugendmannschaften standen sich schon öfters im Punktekampf gegenüber, meistens waren die Grün- weißen die Sieger. , FC.Teutonia" Wakenborn-Steinberg Auf eigenem Platze empfängt die 2. Mannschaft der Teutonen die 1. Mannschaft vom Spv. Grü- ningen zum letzten Verbandsspiel. Beide Mannschaften lieferten sich schon von jeher spannende Kämpfe, bei denen überwiegend die Teutonen knapper Sieger blieben. Da nun diesmal die Einheimischen durch Einrücken verschiedener Spieler zum Arbeitsdienst sehr geschwächt sind, kann der Gästemannschaft ein Sieg glücken, der jedoch auch unter diesen Umständen nicht leicht erfochten werden sollte. Fußball im Turnverein Großen-Linden Großen nden I — VC. Sinn Liga 1:4 (1:2). Der BC. Sinn hat die Erwartungen, die man auf ihn gesetzt hat, erfüllt. Die Gäste zeigten ein Spiel, wie man es in Großen-Linden lange nicht mehr gesehen hat. Vorher spielten die 2. Mannschaften beider Vereine. Die Gäste hatten das Spiel anscheinend zu leicht genommen und mußten eine verdiente 5:4- Niederlage hinnehmen. Am 1. Feiertag weilte die 1. Jugend in Wetzlar- Niedergirmes und konnte hier einen schönen und überlegenen 5:1-Sieg landen. Am 2. Feiertag weilte der Kreismeister Wetzlar 05 in Großen-Linden. Die Wetzlarer, die am 1. Feiertag in Leihgestern 3:2 siegten, wurden in Großen-Linden nach einem überaus spannenden Kampf mit 1:0 geschlagen. Kurze Eportnotizen. Die 1. Mannschaft empfängt am nächsten Sonntag die gleiche des FSpv. Steinbach zum fälligen Verbandsspiel. Wer in diesem Spiel gewinnt, ist nicht vorherzusagen, da sich hier zwei gleichstarke Mannschaften gegenüberstehen. Heute abend: Start zum Halten-Handball. Die Veranstalter des Hallen-Handball-Tumiers waren, das kann man heute ruhig sagen, diesmal mit gemischten Gefühlen zu Werke gegangen. Denn nachdem nun das Hallenturnier einmal eine Unterbrechung erfahren hatte, glaubte man, in der Öffentlichkeit nicht mehr das nötige Jneresse $u finden. Als dann gar nach Ablauf der Meldefrist noch keine Zusagen eingegangen waren, schien alles verloren. — Das änderte sich allerdings äußerst rasch. Innerhalb weniger Tage war die Durchführung sichergestellt und noch laufend kamen die Meldungen. Gerade diese Tatsache aber bewies aufs neue, daß die Gießener Veranstaltung nicht mehr fortzudenken ist und daß sie heute nicht nur im Kreis Gießen, sondern darüber hinaus im ganzen Gau 12 Klang und Namen hat. Es ist nur schade, daß die räumlichen Verhältnisse eine Miteinbeziehung der Kasseler und Hanauer Mannschaften nicht zulassen. Aber nicht nur rein zahlenmäßig und nach diesen Gesichtspunkten wird der Fachmann die morgige Veranstaltung beurteilen. Für ihn gilt es in erster Linie festzustellen, wie es mit der Qualität der teilnehmenden Mannschaften bestellt ist und wie die sportliche und spielerische Auswertung sein wird. Gerade in dieser Beziehung aber dürften bei der diesjährigen Besetzung keine Wünsche offenbleiben. Es fehlt in keiner Gruppe auch nur eine Mannschaft, die beispielsweise im Feldhandball eine Rolle spielt. Daneben aber sind sämtliche Hallenspezialisten ohne Ausnahme vertreten. Da ist der Tv. Wetzlar, der auf Grund seiner Trainingsmöglichkeit auch in diesem Jahre wieder in großer Form sein wird; der To. Lützellinden mit seiner zwar ersatzgeschwächten, aber trotzdem ausgezeichneten Hallenmannschaft; der Tv. Hörnsheim, der über ausgesuchtes Material verfügt und der auch in der Halle nichts zu fürchten hat. Schließlich ist auch die Sp.V. 1900 ein Gegner, mit dem man rechnen muß, obwohl es kaum möglich sein wird, eine Mannschaft aufzustellen, die in Bezug auf Spielstärke an die der Vorjahre heranreicht. Nicht zuletzt wissen wir in dem Tv. Kirch- Göns einen Gegner zu schätzen, der in den abgelaufenen Jahren immer gut gefallen konnte und der auch diesmal wieder Chancen hat. Ob die übrigen Teilnehmer — die beiden Standortmannschaften können hier nicht berücksichtigt werden, weil über ihre Spielstärke nichts bekannt ist — Aussichten haben, in die engere Wahl zu kommen, hängt davon ab, wie sie sich in der Halle zurechtfinden. Bei der Vielzahl der Teilnehmer in der zweiten Klasse ist es natürlich noch schwieriger, eine Voraussage zu treffen. Aussichten, Turniersieger zu werden, haben sicher: Luftgaukommando, Holzheim, Wetzlar II, Roth und vielleicht noch Wohnbach. Bei allen übrigen Mannschaften wird, soweit es sich wenigstens übersehen läßt, die Erfahrung noch nicht ausreichen, um in die Entscheidung mitbestimmend einzugreifen. Trotz alledem soll nicht gesagt werden, daß sie sich deshalb auch nicht anzustrengen brauchen. Schließlich wird für viele das eingelegte Damenspiel eine Erscheinung sein, die bei uns "neu ist und der man sicher auch das nötige Interesse entgegenbringen wird. Schüler beim Gießener Handball-Turnier. Auf dem Hallenhandball-Turnier werden auch die Jüngsten zu Worte kommen. Zwei Mannschaften der Pestalozzischule Gießen, die in diesem Jahre ganz überlegen die Kreismeisterschaft der Schulen gewann, stehen sich am Sonntagnachmittag in einem Propagandaspiel gegenüber. Die Zuschauer werden ein technisch schönes Spiel zu sehen bekommen. Wirtschaft. Oie Eparkaffeneinlagen im Februar. DHD. Die Spareinlagen bet den deutschen Sparkassen haben sich im Februar 1937 äußerst günstig entwickelt. Insgesamt haben sie sich um 179,0 Millionen Mark auf 14 756,4 Millionen Mark erhöht. Von dem Einlagenzuwachs entfallen 105,4 Millionen Mark auf den Einzaylungsüberschuh, 65,8 Millionen Mark auf Zinsgutschriften und 7,8 Millionen Mark auf sonstige Buchungsvorgänge. Der Einzahlungsüberschuß ist bedeutend größer als im Februar 1936 (78,9 Millionen Mark) und nur wenig geringer als im Januar 1937 (107,4 Millionen Mark), obwohl faisonmäßig mit einer Abnahme gegenüber dem Vormonat um rund 40 v. H. gerechnet werden mußte. Die bei Ausschaltung der Saisonschwankungen feststellbare Zunahme des Einzahlungsüberschusses ist allerdings zum größten Teil nur buchungstechnisch bedingt: Da der letzte Tag des Januar auf einen Sonntag fiel und auch am 30. Januar, einem Samstag und nationalen Feiertag, bei den Sparkassen ebenso wie in anderen Betrieben nur beschränkt gearbeitet wurde, ist anscheinend eine Reihe von Umsätzen (sowohl auf der Haben- als auch auf der Sollseite), die sonst am Ultimo verbucht werden, erst am 1. Februar durch die Bücher gegangen. Hierauf deutet wenigstens der verhältnismäßig geringe Rückgang der Umsätze im Februar und die verhältnismäßig geringe Erhöhung der Umsätze im Januar gegenüber dem Vormonat hin. Immerhin ist aber auch die Spartätigkeit zweifellos größer gewesen als im Jahre 1936. Für Januar und Februar zusammen errechnet sich ein höherer Einzahlungsüberschuß als im Vorjahr, und zwar bei niedrigeren Einzahlun- aen, aber noch stärker zurückgegangenen Auszahlungen. Bei den Zinsgutschriften handelt es sich wohl ausschließlich noch um die Jahreszinsen für 1936, die erst im Berichtsmonat den Sparern gutgeschrieben worden sind. Neben den Spareinlagen sind auch die Depositen-, Giro- und Kontokorrenteinlagen Der Sparkassen, Girokassen und Kommunalbanken über den saisonüblichen Umfang hinaus gefHegen. Insgesamt haben sich diese Einlagen nämlich um 115,4 Millionen Mark auf 2502,7 Millionen Mark erhöht; unter Ausschaltung der Umbuchungen in den Sparverkehr und der nicht durch den reinen Zahlungsverkehr bedingten Veränderungen berechnet sich der Einlagenzuwachs sogar auf 122,8 Millionen Mark gegenüber 92,2 Millionen Mark im Februar 1936 und nur 66,4 Millionen Mark im Februar 1935. Die außergewöhnlich starke Zunahme dieser Einlagen, die nun schon seit geraumer Zeit anhält, findet in dem Kreditorenzufluß bei den Kreditbanken ihre Paralelle. Faßt man die Spareinlagen und die Depositen-, Giro- und Kontokorrenteinlagen der Anstalten im Unterbau der deutschen Sparkassenorganisation zusammen, so sind die Gesamteinlagen um 294,4 Millionen Mark auf 17 259 Millionen Mark gestiegen. Ohne die Zinsgutschriften und die sonstigen nicht durch den reinen Zahlungsverkehr bedingten Veränderungen beläuft sich der gesamte Einlagenzugang auf 228,2 Millionen Mark gegenüber 171,1 Millionen Mark im Februar 1936 und 211,5 Millionen Mark im Februar 1935. Dieser hohe Einlagenzuwachs ist bisher nur in den Jahren 1928 und 1929 übertroffen worden. Ichein-Mainisthe Börse. Renten fest, auch Aktien im Verlaufe höher. Frankfurt a. M., 2. April. Der Auftragseingang am Frankfurter Markt war nur klein, lediglich für Renten erhielt sich angesichts der flüssigen Geldmarktlage weiteres Kaufinteresse, jedoch ging davon auf die Aktienmärkte bisher nur wenig Anregung aus. Die vorliegenden Aufträge betrafen überwiegend die Kaufseite, so daß kleine Erhöhungen in der Mehrzahl waren. Von Montanwerten gewannen Mannesmann 0,65 v. H., Ilse Genuß 0,75 v. H., die übrigen Papiere etwa 0,25 v. H-, Verein. Stahl durch den Abschluß der Deutschen Edelstahlwerke nicht stärker beeinflußt. Chemieaktien notierten voll behauptet, Scheideanstalt 0,50 v. H. anziehend auf 258,50. Von Elektropapieren, die vorwiegend 0,13 bis 0,25 v. H. freundlicher lagen, waren Gesfürel wesentlich ruhiger und mit 147,25 (147,50) nicht ganz behauptet. Motorenwerte lagen uneinheitlich, BMW. 138,50 (137,50), aber Daimler 126 (126,75). Maschinenaktien lagen unverändert, Muag und Rheinmetall je 0,25 v. H. abbröckelnd. Im einzelnen zogen Reichsbank auf 197 (196,25), Westdeutsche Kaufhof von unverändert 60 auf 60,25 und Hanfwerke Füssen auf 97,25 (97) an, während an den übrigen Marktgebieten Erstnvtierungen fehlten. Am Rentenmarkt erhöhten sich Altbesitz auf 121,50 (121,25), Reichsbahn-VA. auf 126,40 (126,25). Kvmmunal-Umschuldung mit 92,25 und Städte-Alt- besitzanleihen mit 124,75 sowie die 5prozentigen unnotierten Industrie-Anleihen mit etwa 102 bis 102,25 lagen unverändert. Am Pfandbriefmarkt blieb die Nachfrage zu meist unveränderten, teilweise 0,25 v. H. anziehenden Kursen lebhaft. Im Verlaufe wurde der Aktienmarkt fester, wobei einige Spezialbewegungen und die feste Haltung des Kassarentenmarktes etwas anregten. Im Vordergrund standen Motorenwerte, Daimler bei größeren Umsätzen 127,50 bis 128 nach 126, BMW. 139 bis 139,50 nach 138,50, im Freiverkehr Adlerwerke Kleyer lebhaft mit 108,25 bis 111,25 (108), am Einheitsmarkt Motoren Darmstadt 110 (107,50). Auch an den übrigen Marktgebieten ergaben sich z. T. Besserungen um 0,25 bis 0,50 v. H. gegen den Anfang. Von später notierten Papieren zogen Zement Heidelberg auf 165,75 (164,75), Bekula auf 166 (165), Kali Westeregeln auf 123,75 (123) an, dagegen u. a. Verkehrswesen 129,50 (130,50), Bem- berg 113,13 (113,50). Die variablen Rentenmärkte lagen ruhig und behauptet. Am Pfandbriefmarkt war die Nachfrage nach Goldpfandbriefen so lebhaft, daß teilweise repartiert werden mußte. Je 0,25 v. H. gewannen Rhein. Hyp. und Meininger Hyp. auf 99 bzw. 98,75, von Kommunal-Obligationen Rheinische 97 (96,75), Nass. Landesbank Wiesbaden 96,75 (96,50), von Liquidattonspfandbriefen Franks. Hyp.- Bank 101,50 (101,25), die übrigen notierten unverändert. Von Industrie-Obligationen stiegen 1951er Verein. Stahl auf 97,65 (97,40), 5 v. H. Eisenbahn- Rentenbank auf 99 (98,75), 5 v. H. Eisenbahn-Bank auf 87,50 (87). Oberhessen Provinz 133,25 (132,75). Abendbörfe gut behauptet. Die Abendbörse konnte die mittags erzielten Kursbesserungen gut behaupten. Mangels Aufträge war das Geschäft sehr klein. Einige günstige Nachrichten wurden beachtet, so der Abschluß von Harpener und Strohstoff Dresden, ein größerer Auslandsauftrag für verschiedene Elektro- und Baufirmen und die weitere Steigerung der Spareinlagen. Am Rentenmarkt war die Nachfrage reger, Kommunal- Umschuldung wurden zu 92,35 (92,25), Reichsbahn- DA. zu 126,50 (126,40) gesucht. Von Stadtanleihen zogen Frankfurter 0,25 v. H. an auf 96,50 bzw. 96 und Heidelberger gewannen 0,50 v. H. auf 95,75. 11. a. wurden notiert: 5 v. H. Verein. Stahl 101,50, Reichsbahn-VA. 126,50, 4,50 v. H. Heidelberg 95,75, 4,50 (7) v. H. Frankfurt 96,50, 4,50 (6) v. H. Frankfurt 96, 4,50 v. H. Mainz 97. Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Frankfurt a. M. Berlin FraRfurt a. M. Berlin Schluß- kurs Schluß!. Wendbörse Schluß- fürs Schluß! Mittagbörse Schluß- kurs Schlußk. Wendbörse Schluß- kurs Schluß!. Mittag- börse Datum 14. 2.4 1.4. 2.4. Datum 1.4. 2.4. 1-4- 24. 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 5yz% Doung-Anleihe von 1930 .. 4*/2% Heskische Volksstaat von 1929 4%% Deutsche Retchspostschatz von 1934 I...................... 101,25 99 103,5 99,65 100,4 98,5 121,25 98,5 101 97 95,75 128,4 99 96,75 101,25 101,25 110,4 130 16,13 16,65 126,25 196,25 116,75 120 103 101,25 99 103,5 99,65 98,5 121,5 133,25 98,75 100,8 98,5 97 95,75 128,4 99 96,75 101,5 101,25 110,4 129,5 16,25 16,65 126,5 197 116,9 120 103 Devise 101,25 99 103,5 99,65 100,75 98,5 121,4 98,5 97 128,6 99 101,13 110,65 130 16,13 16,5 126,13 196,9 125 116,75 120 103 nmark 101,4 99 103,5 100,75 98,5 121,4 97 128,75 99 101 110,65 129,75 44,25 16,5 16,75 126,4 196,75 125 116,9 120 103 Verlir Accumulatoren-Fabrik.......*12 ä KV-Kunstseide.............0 Aschaffenburg Zellstoff........3 Bemberg...................0 Bekula.....................8 Buderus Eisen...............4 Gement Heidelberg...........7 Gement Karlstadt............6 Ghade A.-C..................9 Gonti Gummi.............. 11 Daimler Motoren............ 5 Dessauer Gas................ 4 Deutsche Erdöl..............5 Deutsche Gold- und Silber .... 9 Deutsche Linoleum.......... 10 ElektAsche Lieferungen........6 Elektrische Licht und Kraft.....7 I. G. Farben-Jndustrie.......7 Felten & Guilleaume.........6 Gesfürel.................... 6 Th. Goldschmidt.............5 Gritzner Maschinen........... 0 Harpener................. 2% Hoesch Eisen............... 3% Philipp Holzmann........... 6 Ilse Bergbau................6 Ilse Genüsse................6 Kali Aschersleben............ 5 Klöcknerwerke............. 4’/2 Kokswerke und Ehemische Fabrik 6 Lahmeyer.................. 6 Mainkraft...................4 Mannesmann............... 3 Mansfelder Bergbau.......6y2 Metallgesellschaft.............5 Orenstein & Koppel..........o Rheinische Braunkohle....... 12 Rheinische Elektro............ ß Rheinstahlwerke.............. 6 Rheinisch-Westfälische Elektro .. 6 Rütgerswerke ............... ß Salzdetfurth Kali.......... ?y2 Schuckert & Go............... ß Schultheis Patzenhofer........4 Siemens & Halske........... 8 Süddeutsche Zucker.......... 10 yereinigte Stahlwerke...... 3y2 Westdeutsche Kaufhof.........0 Westeregeln Alkali............5 Zellstoff Waldhof............ 6 Otavi Minen...............0.6 — Frankfurt a. M. 210 136 113,5 165 123,75 164,75 194,5 126,75 144 258 '170 131,9 147,25 166 139 147,5 132,5 43 156,25 117,75 146 146 124 123,25 123,13 93,9 118 155,75 153,5 133,25 157 129,25 144,5 168 164,24 193 200 115,4 60 123 157,5 33 135,5 113 166 124,5 166 194 127,75 144,75 258,5 170 131,5 147,5 166 139 147,5 132,65 42,25 157,5 118,25 146,75 146,75 125 123,5 123 93,65 118,75 154,25 230,5 157,25 129,25 145,5 170 164,25 193,25 200 115,75 60 123,75 158 32,65 209,5 113 165,75 123,25 195 126,9 112,25 143,75 170 131,5 147,25 166,25 139,25 146,9 132,25 42,9 156,25 117,75 146 145,75 124 123,13 144 123,13 118 156-4 152 91 231,75 133 157 128,75 144,75 169,25 164,25 95,65 193 200 115,25 59,5 123 157,75 32,75 209,5 135 112,9 166,5 124 194 128 112,25 144,25 170 131,75 147,25 166 147,5 132,75 42 157,25 117,9 146 146,25 125 123,25 144,75 123,5 118,9 156,5 154,75 91,5 230 133 157 128,65 145,4 169,25 164,25 95,13 193,5 200 115,5 59,65 124,13 158,25 32,65 4%% Deutsche Reichsbahnschatz von 1936 I.................. Reichsanleihe-Altbesitz.......... Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten.............. 4yt% Hess. Landesbk. Darmstadt Goldpfe. R. 12.............. 5 y2% Hess. Landes-Hyp.-Bank Liqu. Goldpfe............... 4y2% Preuß. Landespfdbr.-Anst. Goldpfe. R. 19.............. 4y2% Preuß. Gold-Komm. R. 20 4*/2% Darmstädter Komm.-Lan- desbank R. 6................ Deutsche Komm.-Sammel-Anleihe Auslos.-Rechte I.............. 4y2% Frankf^Hyp. Goldpfe. R. 15 4’/2% Franks. Hyp. Gold-Komm. Obl. 2 3.................... 5y2% Franks. Hyp. Liquidation Goldpfe..................... 5%% Rheinische Hyp. Liquidation Goldpfe..................... Steuergütschein-Verrechnungskurs 5% Goldmexikaner von 1899 .... 4% Oesterreichische Goldrente.... 4,2% Oesterreichische Stlberrente. 4% Ungarn Staats von 1913 .... 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 5% Rumänen von 1903......... 4*/2% Rumänen Gold von 1913.. 4% Ein heits-Rumänen......... 4% Türken Bagdad I.......«... 4% Türken Bagdad II.......... 2 y4% I. Anatolier.............. A.G. für Verkehrswesen......6 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Hamburg-Amerika Paket......0 Norddeutscher Lloyd..........0 Deutsche Reichsbahn Borz.-Akt. 7 Reichsbanl................. 12 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 Commerz- und Privat-Bank... 4 Deutsche Diskonto............4 Dresdner Bank..............4 1 .April 2.April 1 .April 2-April Amtliche? Geld Dotierung Brief Amtliche Geld Kotierung Bries Amtliche * Geld Kotierung Bries Amiliche Notierung Geld | Bries Buenos Aires............. 0,749 0,753 0,750 0,754 Japan.................... 0,709 0,711 0,708 0,710 Brüssel................... 41,90 41,98 41,90 41,98 Jugoslawien .............. 5,694 5,706 5,694 5,706 Rio de Janeiro............ 0,143 0,155 0,143 0,155 Oslo ................... 61,17 61,29 61,17 61,29 Polen.................... 47,04 47,14 47,04 47,14 Wien..................... 48,95 49,05 48,95 49,05 Kopenhagen............... 54,35 54,45 54,35 54,45 Lissabon.................. 11,055 11,075 11,055 ,1 ,075 Danzig................... 47,04 47,14 47,04 47,14 Stockholm ................ 62,75 62,87 62,75 62,87 London................... 12,17 12,20 12,17 12,20 Schweiz.................. 56,67 56,79 56,68 56,80 Helsingfors................ 5,38 5,39 5,38 5,39 Spanien.................. 16,98 17,02 16,98 17,02 Paris.................... 11 ,445 11,465 11,44 11,46 Prag..................... 8,656 8,674 8,656 8,674 Holland.................. 136,19 136,47 136,19 136,47 Budapest................. Italien................... 13,09 13,11 13,09 13,11 Neuyor!.................. 2,488 2,492 2,488 2,492 Aus Natur und Technik. Schildkröten als Raubtiere. Von Annie Irancs-Harrar Sie glauben, daß Schildkröten so nette, freundliche, gemütliche Geschöpfe sind, nicht wahr, so eine Art Spießbürger der Tierwelt, ein bißchen stumpfsinnig, ausgiebig langweilig, aber jedenfalls bescheiden ein kleines behagliches Nebendasein führend. Aber Sie irren sich mit dieser Ansicht, glauben Sie mir! Sie denken nur an die friedliche europäische Kavettschildkröte, die da unten von den Sonneninseln des griechischen Archipels stammt oder — falls sie vielleicht Aquarienfreund sein sollten — an die ganz winzige, mitteleuropäische Sumpfschildkröte, die wirklich ein harmloses Ding ist, ein Einsiedler unserer Moore, sehr verborgen, übrigens heute auch schon fast ausgerottet. Alles übrige Schildkrötenvolk sahen sie nur in Tiergärten, und da saß es, obzwar von verschiedener Farbe und Gestalt, aber doch ganz gleichmäßig träge und gottergeben wintersüber bei einer cheizpflanze oder ging __ nein, watschelte, denn gehen kann man diese Art Fortbewegung wirklich nicht nennen — auf irgend einem Grasfleck umher. So wie das etwa die großen Schildkröten im Stellinger Tierpark zu tun pflegen, die unter den steinernen, dramatisch aufgebauten Urwaldriesen, die chagenbeck dort geschaffen hat, so gelassen herummarschieren und in einem kleinen Teichlein auch schwimmen, als wären sie ganz und durchaus unter ihresgleichen. Aber das alles ist, wie gesagt, nur die europäische Anschauung von der Sache, und die rührt zumeist daher daß sie eben keine richtige Anschauung ist. Das erstemal machte ich mir über die Lebensweise dieser Schwergepanzerten Gedanken, als wir den Stillen Ozean querten und ziemlich nahe an den Galapagos-Jnseln vorbeikamen. Man weiß, daß die Galapaaos - was schon der Emgeborenen- nomen betont der, soviel man vermutet, „<5d}tlb- krLinsel" Meißen soll - ein Paradies für alle (geschönte dieser Art bedeutet oder doch wenigstens ^nmal bedeutet hat. Sie sanden dort alles, was sie Wasser und Energie. Von Dr. Vogelfänger, Arbeitsgemeinschaft für Raumforschung an der Universität Gießen. Vielseitig sind die Beziehungen zwischen den Aufgabengebieten von Wasser und Energie, doch werden leider die zahlreichen Berührungspunkte oft zu eng gesehen. Daß heute unsere Energiewirtschaft z. T. auf der Nutzung potentieller Energie aus dem Kreislauf des Wassers aufbaut, ist allgemein bekannt. Etwa 10 v. H. unseres derzeitigen Verbrauchs an elektrischer Arbeit gehen auf den Strom aus Wasserkraftanlagen zurück. Doch der Anteil ist noch wesentlich steigerungsfähig, und es bestände die Möglichkeit bis zu 50 v. H. der gegenwärtigen Erzeugung zu erreichen, wenn wir an den Ausbau unserer mittleren Wasserkräfte herangingen und im Zuge einer einheitlichen Wasserwirtschaft auch dem Talsperrenbau kleinerer Ausmaße mehr unsere Aufmerksamkeit schenkten. Solch enge Beziehungen erlauben gelegentlich sogar die Umkehrung des Einsatzes von Energie und Wasser, denn auch die Energiewirtschaft kann manches für unsere künftige Wasserwirtschaft tun. Heute schon ist z. B. eine erwähnenswerte Erscheinung, daß bei dem Ausbau von Kanälen für unsere Binnenschiffahrt gleichzeitig eine Nutzung der eingebauten Stau- und Schleusenanlagen zur Krafterzeugung erreicht wird. Die Kanalisierungen des Mains, des Neckars, der Lahn usw. sind auf eine ' olche, gesamtwirtschaftlich verbreiterte Basis ge- tellt worden. Eine andere Form verbundener Ziele teilt z. B. die Niedrigwasserregulierung von Weser, Elbe, Oder dar, die durch das gleiche Talsperrenwasser gefördert wird, welches vorher in den eingefügten Speicherkraftwerken seine potentielle Energie an elektrische Generatoren abgegeben hat. Die Talsperren an der Saale (Bleiloch 215 Millionen Kubikmeter), der Eder (Hemfurth 202 Millionen Kubikmeter), der Neiße (Ottmachau 143 Millionen Kubikmeter), der Mohne (Günne 134 Millionen Kubikmeter) usw. erfüllen heute solche grundlegenden Doppelbestimmungen, wozu dann noch abwechselnd Trinkwasserversorgung, Hochwasserschutz, Bewässerung usw. als sonstige Talsperrenaufgaben treten. Für solche Zwecke bedarf es aber nicht immer so großer Anlagen, wie sie die angeführten darstellen. Zur Einflußnahme auf den natürlichen Was- ablauf der Lahn z. B. würden kleinere Talsperren, die sich günstig allenthalben an den wichtigsten Zubringern anlegen lassen, in heute möglicher Zusammenschaltung wesentlich dazu beitragen können, daß die im Verhältnis 1 :250 im ganzen Einzugsgebiet auftretenden Schwankungen in der Wasserführung beherrscht werden. Wasser- und Energiewirtschaft stehen hier vor einer gemeinsamen Aufgabe, was ihre künftige Lösung stützen wird. Daß dieser kostbare Stoff, das Wasser, so vielseitige Aufgaben zu erfüllen vermag und in der engsten Beziehung zur menschlichen Kultur überhaupt schon immer gestanden hat, wird vielfach gering geachtet. Ja, ohne die segnende Tätigkeit des Wassers wäre überhaupt ein Leben auf dieser Erde undenkbar. Wo das „Blut der Erde" fehlt, ist Wüste, und wo es durch die Schuld des Menschen nicht die richtige Verteilung, Speicherung, Verwendung usw., mit einem Worte Bewirtschaftung erfährt, wird Armut und Niedergang der Leichtsinnigen die Folge und Bedürfnislosigkeit ihre einzige Zuflucht sein. Wie kunstvoll waren doch schon die Wasserbauten der Alten, noch erkennbar an ihren heutigen Trümmern. Aber auch die anderen Auswirkungen des eingetretenen Verfalles stehen uns vor Augen. Wo sind die Kulturen Nordafrikas, Arabiens, Kleinasiens, Griechenlands, Spaniens usw. geblieben? Wie erschreckend weit ist die Verkarstung der unbewaldeten Berge Italiens fortgeschritten, die heute der grüßten Anstrengungen ihrer Bewohner bedürfen, die sich erst jetzt wieder der Bauten ihrer Vorfahren erinnern! Dagegen stützten sich doch die ältesten Kulturen des Ostens seit je beim Anbau ihres Hauptnahrungsmittels, des Reifes, auf eine kunstvolle Wasserwirtschaft. Auch wir könnten hierin etwas mehr tun, wenn wir auch nicht dem dringendsten Feuchtigkeitsmangel ausgesetzt sind und uns die Sonne nur zeitweilig ausdörrt. Aber wir leben auf einem sehr engen Raum. Zunächst müssen wir also unsere einfachste Lebensgrundlage, die Nahrungsfreiheit, zu stärken suchen. Aber bitte, mit entwickelten gesetzlichen und technisch-wirtschaftlichen Einrichtungen, entsprechend unserem gut entwickelten Bedarf. Mit den alten Bewässerungseinrichtungen und ihren Gerechtsamen, die aus den Anfängen der Wiesenkultur stammen und die Wassernutzung lediglich zwischen den Müllern, bzw. Gewerben, und der Landwirtschaft aufteilten, ist es heute nicht mehr getan. Wir müssen uns daran gewöhnen, unser Ackerland in Zukunft wie einen Garten zu behandeln. Die heutigen kultur- und wasserbaulichen Anlagen zur Leitung, Speicherung, Grundwasserregulierung, Bewässerung, Berieselung, Beregnung, Entwässerung usw. müssen dazu mehr zum Einsatz von Energie greifen, um mittels technischer Einrichtungen, wie Pumpen, Röhren, Wehren, Schleusen, Schöpf- und Hebewerken usw. die natürlichen Mängel im zeitlichen Wasseranfall und in der na- kürlichen Höhenlage mehr und mehr auszugleichen. Also auch von dieser Seite aus ist unsere Ernährungslage weiterhin zu sichern. Bereits an den Kulturarbeiten des Arbeitsdienstes lassen sich die praktischen Erfolge einer geordne -- t e n Wasserwirtschaft der Zukunft erkennen. Im Ried z. B. (Rhein-Neckar-Niederungsgebiet südwestlich Darmstadt) gelang es schon für unsere engere Heimat 1300 Hektar ertragreichen Bodens zu aewinnen, der zur Gründung des neuen Erb- höfeoorfes „Riedrobe" geführt hat. Ein energiewirtschaftlicher Einsatz zur Wasserhaltung ist dabei unumgänglich, aber durch die hohe Verteilungsfähigkeit elektrischer Arbeit bis zur kleinsten Bedarfsstelle hin gut zu lösen. In der Umkehrung des wasserwirtschaftlichen Einsatzes wird eine einfache Wiesen bewässern n g mit entsprechenden technischen Einrichtungen und dem Einsatz von Energie die seitherigen Erträge bis zu 100 v. H. steigern können. Noch wirkungsvoller sind die soa. Beregnungsein- richt un g en, die bis dreifache Ernten zeitigen lassen. Zwar sind die Anlagen hierzu auch etwas umständlicher und ihr Einsatz in erster Linie von den übrigen Wachstumsbedingunaen natürlicher Art, wie Temperatur, Sonneneinstrahlung, Wind, Luft und natürlicher Feuchtigkeit ufw., wie vor allem dem günstigen Zusammenwirken des Anbaus mit der Bodenart und ihrem Wasserbedarf abhängig. Bei einfacher Bewässerung genügt unter normalen Verhältnissen zur Vermeidung absoluter Austrocknung bei uns im Durchschnitt schon ein Liter Wasser pro Hektar und Sekunde. Doch wir sind gezwungen, einen erhöhten Ertrag, genauer ein Mehrfaches, wie unsere kurzsichtigen Nachbarn auf beschränktem Raum zu erwirtschaften und dazu eine moderne Wasserwirtschaft anzubahnen, die sich der Energie richtig zu bedienen weiß. So müssen wir nach und nach zu einer düngenden Bewässerung kommen, wenn sie auch ein Vielfaches der üblichen Wassermengen erfordert. Wird unsere Landwirtschaft damit in die Lage versetzt, nur 10 v. H. ertragreicher arbeiten zu können, dann haben wir genau, wie durch die bekannten Kulturarbeiten anderer Art friedlich eine neue Provinz in der Größe von 10 v. H. unseres bebauten Bodens erobert. Deshalb wollen wir die Dinge weiter sehen und aus dem Leben der Völker lernen, daß man die Natur zwingen muß, wenn man sich unter den Menschen behaupten will. „Sofort, sofort!" - „ 3n der Iernschreibzentrale der „Sofort, sofort!" steht über dem Briefbogen, der soeben in eine rote Mappe fällt. Und darunter: „An alle Sender, Sedeleitungen." Nach dieser roten Mappe greift hastig ein Bote und eilt über Paternosteraufzüge und Treppen in das Kellergeschoß des Berliner Funkhauses. Dort befindet sich zwischen betriebsamen Werkstätten und stillen Magazinen ein kleiner Raum, in dem es mit Ausnahme weniger Nachtstunden unaufhörlich leise tickt und klappert. Es ist die Fernschreibzen- träte der Reichs - Rundfunk - Gesellschaft. Eben werden die vier bis fünfmal täglich übermittelten Nachrichten des „Drahtlosen Dienstes" durchgegeben. Aber die „Sofort, sofort'.-Mitteilung" unterbricht sogar diese wichtigen Meldungen. Und fast im gleichen Augenblick, in dem die notwendige Programmänderung der bereits laufenden Reichssendung in Berlin beschlossen wurde, halten sämtliche Sendeleitungen des Reiches sie auch schon schwarz auf weiß in Händen. Die Notwendigkeit eines Fernschreibnetzes hat sich für den deutschen Rundfunk schon bald ergeben. Mit der Zahl der Sender und mit den sich stetig mehrenden und bereichernden Programmen wuchs der Aufgabenkreis der Sendeleitungen gewaltig an. Die unvermeidlichen Programmänderungen, die oft erst im letzten Augenblick bedrohlich auftauchen, die Uebertragungen und Einschaltungen der anderen deutschen Sender, und nicht zuletzt die Reichssendungen, ließen sich mit Ferngesprächen und Telegrammen schließlich einfach nicht mehr befriedigend vorbereiten. Das kostete zuviel Zeit und gab außerdem noch mancherlei Anlaß zu Mißverständnissen aller Art. Aber auch die Schonung der ohnedies schon vielfach überlasteten und gehetzten Rundfunkangestellten spielte eine gewisse Rolle. Funkarbeit verbraucht viel Nervensubstanz. Deren möglichste Schonung beeinflußt nicht zuletzt die Wirtschaftlichkeit des gesamten Betriebes. Aus diesen Gründen hat sich der deutsche Rundfunk bereits vor einigen Jahren entschlossen, eine Fernschreibanlage einzurichten. Im Rahmen dieser Anlage befindet sich bei jedem Reichssender ein kombinierter Fernschreibsender und -empfänger, von dem ein besonderes Kabel in die Fernschreibzentrale nach Berlin führt. So hat jeder einzelne Sender die Möglichkeit, durch Vermittlung der Berliner Zentrale mit jedem anderen deutschen Sender unmittelbar zu verkehren. Außerdem besitzt die Berliner Vermittlungsstelle noch eine besondere „Rundfunk - Klinke", bei deren Betätigung sämtliche deutschen Sender gleichzeitig angeschlossen sind und empfangen. brauchten. Dor allem flachen, sonnenglühenden Strand von Korallensand zur Ablage der leder- schaligen Eier, mit denen eine Schildkrötenfrau übrigens nicht sonderlich viele Umstände macht. Sie entledigt sich ihrer und geht davon, denkt meist nicht einmal daran, sie gut zu verbergen. Der junge Nachwuchs, der sich übrigens sofort ins Meer begibt, soll nur selber für sein Fortkommen sorgen. Wie aber sorgt er? Wir haben große „Turtles“ verschiedentlich ein paar hundert Seemeilen weit von jedem Land in der Hochsee schwimmen gesehen. Damit man aber von einem schnellfahrenden Dampfer ein einzelnes Tier im Wasser überhaupt wahrnehmen kann, muß es schon irgendwie besonders groß oder auffällig sein. Die, die wir sahen, waren sämtlich Riesen. Annähernd mannslang, gewaltige Schwimmfüße, ein mächtiger, bugförmig vorgestreckter Kopf. Sie schwammen so leicht wie ein Oelfaß, scheinbar ohne jede Mühe. Was aber essen sie? Um so ungeheuer heranzuwachsen, und sich so viel und ausdauernd zu bewegen, muß man tüchtig essen. Nun, sie fingen sich Fische, Fische und Krabben, sie fingen sie wirklich und ausgiebig. Ihre ganze Abenteuerfahrt im freien Meer war, genau besehen, überhaupt nichts anderes, als ein Jagdzug für den hungrigen Magen. Denn Schildkröten find sämtlich gefräßig und das nicht wenig. Auch diese dicken Bäuche haben ihre Ursachen. Bei anderer Gelegenheit konnten wir uns davon Überzeugen. In Amerika, roo man <°oiel des Sonderbaren und Ungewöhnlichen besitzt gibt es auch eine Schildkrötenfarm, und ich. glaube, es ist dl« einzige der ganzen Welt. Die Sudstaaten sind durch ihre großen Ströme und endlosen Sumpfe sehr reich an diesen mürrischen Einsiedlern. In einem gar nicht großen Fluß in Z-ntralflorida will man allein siebzehn verschiedene Arten beobachtet haben, und ich selbst sah sie dort zu Dutzenden im Wasser rudern oder an den schlammigen Usern auf angetriebenen Baumstämmen sitzen. Die Mehrzahl waren große Tiere, schwefelgrün und schwarzgestrM. Im Wasser gab es Fische, in den sumpfigen Waldern Durch Fernschreiber!" Reichs-Hundfunk-Gesellschast. Der große Vorzug der Fernschreibanlage der Reichs-Runüfunk-Gesellschaft besteht nicht so sehr in einer — allerdings auch bemerkenswerten — Verminderung der Fernsprech- und Telegrammgebühren, als hauptsächlich in der Zeitersparnis, b. b. in der schnellen, unmißverständlichen, sogleich gebrauchsfertigen und gegen jede Einsicht Unberufener geschützten Wiedergabe der Meldungen. Grundsätzlich arbeitet der Fernschreiber w i e ein Telegraph, der elektrische Stromimpulse durch die Leitung vom Sender zum Empfänger schickt. Aeußerlich unterscheidet er sich dabei kaum von einer großen Schreibmaschine. Er wird sogar ebenso einfach bedient. Aber jeder Tastendruck löst bei ihm auch die zugehörige Kombination elektrischer Stromstöße aus, die bei dem oft Hunderte von Kilometern entfernten Empfänger fast gleichzeitig dieselbe Type druckend in Bewegung setzt. Es wirkt immer wieder und wieder eigenartig und verblüffend, wenn man vor einem solchen Fernschreiber steht und nun plötzlich dessen Typenwagen selbsttätig auf- und abzuspringen und zu fahren beginnt und dabei eine soeben in Stuttgart, in Köln oder in Frankfurt getippte Nachricht niederschreibt. Auch die Geschwindigkeit des Fernschreibers entspricht die einer Schreibmaschine. Sie beträgt also etwa 120 Zeichen in der Minute. Durch einen besonderen Schnellsender, bei dem die geschriebenen Buchstaben in ein Papierband gestanzt und dessen Lochzeichen nachher wieder in Buchstaben umgewcmdelt werden, kann jedoch die Geschwindigkeit bis auf 430 Zeichen in der Minute gesteigert werden. Dieser Schnell- ober Maschinensender tritt vor allem dann in Tätigkeit, wenn auf einer Leitung zeitweilig Störungen aufgetreten sind ober wenn sie bauernd besetzt war und die inzwischen schon vorbereiteten Nachrichten nun mit besonderer Beschleunigung nachträglich noch burchgegeben werben müssen. Da eine Fernschreibanlage eine ziemlich komplizierte Apparatur barstellt, finb gelegentliche Störungen fast unvermeiblich. Deshalb wirb die ganze Anlage von Zeit zu Zeit auch immer mieber einmal sorgfältig durchgeprüft. Meist mit ber sogenannten „Versuchsschleife". Das ist ein Satz, ber zwar seltsam klingt, aber bafür nahezu sämtliche Buchstaben bes Alphabets enthält. Er heißt: „Kaufen Sie jebe Woche vier gute bequeme Pelze." Kommt biefer Satz einroanbfrei an. bann find Sender, Leitung und Empfänger in Ordnung und betriebsbereit. Ohne diese wundervolle Einrichtung zu blitzes- schneller Nachrichtenübermittlung ist der an sich schon so komplizierte Rundfunkbetrieb heute gar nicht mehr zu denken. R. M. Schlangen genug und an der vegetabilischen Zukost fehlte es noch weniger. Sie führten also sicher ein für ihre Begriffe höchst angenehmes Leben. Ob die mehreren hundert, die sich in der schon erwähnten Schildkrötenfarm von Savannah im Staate Georgia befanden, auch so zufrieden waren mit ihrem Dasein, weiß ich nicht. Es waren lauter „black Diamond terrapms“, nämlich schwarze Karettschildkröten. Der Besitzer verkaufte sie jung als Glückstiere, und von den Ausgewachsenen erntete er das Schildpatt. Als wir die Farm besuchten, kamen wir gerade zur wöchentlichen Fleischfütterung. Die bestand in einem Doppelzentner — oder waren es noch mehr — kleiner lebender Strandkrabben, die den Insassen der niedrigen Bretterverschläge ohne weitere Umstände aus einem Sack über die Köpfe geschüttet wurden. Und nun begann eine Jagd, wie man sie eigentlich selten erlebt. Die stumpfsinnig herumkauernden Schildkröten wurden mit einem Male lebendig, sie rollten wirklich wie Panzertanks auf Rädern herum, bas blitzschnell Dorqeftrecfte Maul erhaschte mit Sicherheit bie flinken kleinen Krebse, die vor Aufregung nicht wußten, nach welcher Seite sie rennen sollten. In weniger als einer halben Stunde war nicht eine einzige lebende Krabbe mehr vorhanden, und die Sieger fingen an, die zahllosen herumliegenden Beine, Köpfe und Fühler zu fressen — gewissermaßen als Nachtisch. Die schlimmste und unfreundlichste aller amerikanischen „Turtles“ ist aber die große Schnappschildkröte, ein Koloß auf dem Grunde der Ströme, daß sie vermutlich ganz unbeachtet bliebe, wäre sie nicht ein gar so großer Räuber. Dom Wassergeflügel bis zum Fisch bleibt nichts von ihr verschont. In der Nacht ist ihre hauptsächliche Jagdzeit, und sie verursacht durch eine bestimmte Bewegung ihres Rachens einen plötzlichen Strudel, der unfehlbar jeden Schwimmer hineinzieht. Ihre Hornkiefer arbeiten wie Mühlsteine; einen Menschenfinger abzuhacken und zu zermalmen ist ihnen eine Kleinigkeit. Diese Schnappschildkröte, der große „snapper“, ist zudem von äußerst zornmütigem Charakter. In den Du und der Wald. Don H. O. von Bonin-Ponih. Viele Jahrhunderte lebte der Mensch, besonders der nordische Mensch, hauptsächlich von den Erzeugnissen des Waldes. Er lieferte ihm das Holz für Bauten, Waffen und Feuerung, fein jungfräulicher Boden trug den Getreideanbau, das Wild des Waldes spendete dem Menschen Fleisch und Kleidung. In den Hainen wurde den Göttern gedient, unter Bäumen das Thing gehalten. Recht gesprochen und die Zweikämpfe ausgetragen. Vom Wald und seinem Wesen erhielt die damalige Kunst ihren entscheidenden Einfluß. Durch das Holz stand der Wald bis weit in das Mittelalter hinein im Vordergrund des wirtschaftlichen Interesses. Die Sehnsucht des nordischen Menschen nach dem Süden, die Kenntnisse und Erfahrungen, die er in den Mittelmeerländern sammeln konnte, wirkten sich auf die Beziehungen zwischen Mensch und Wald aus. Der Romane war durch jahrtausend- langen Raubbau des Waldes entwöhnt. Er war mit dem Stein verbunden, so daß ihm Wald unheimlich erschien. Es hat ziemlich lange gedauert, bis der nordische Mensch erkannt hatte, daß dieser südliche Einfluß mit seinen Folgen, wie rücksichtslose Ausnutzung der Holzvorräte, unsinnige Rodung von Waldflächen, sehr schädlich werden kann in den klimatischen Verhältnissen der gemäßigten Zone. Das Fehlen des Waldes bedroht das wirtschaftliche Interesse des nordischen Menschen, aber auch den Ausgleich des Klimas und damit die Lebensgestaltung eines ganzen Volkes. Strenge Forstverordnungen, Rodungsoerbote, Wiederauf- forstungsgebote, Bahn- und Schutzwaldungen sorgen jetzt dafür, daß der Wald in seiner bestehenden Form erhalten wird. Noch einmal waren die Beziehungen des Menschen zum Walde stark getrübt, als sich zu Beginn der Neuzeit die Technik auszuwirken begann. Je umfassender ihr Siegeszug, desto stärker wurde der Einfluß des Waldes zurückgedrängt. Der Techniker und Ingenieur, die Schöpfer großer Industrie- werte, wußten mit dem Walde und feinen Rohstoffen nichts anzufangen; Kohle, Eisen und Oel standen im Vordergründe. Um ihren Besitz entbrannten wirtschaftliche Kämpfe und blutige Kriege. Durch Zusammenarbeit der Techniker und Ingenieure auf der einen Seite und ber Waldarbeiter und Forstleute auf der anderen, ist es jetzt gelungen, den Rohstoff Holz in das wirtschaftliche Leben wieder einzugliedern. Holz ist in nächster Zukunft sicherlich neben Kohle und Eisen der wichtigste Rohstoff. In dieser Entwicklung tft Deutschland, das Laboratorium der Welt, durchaus in der Führung. Es wird begünstigt durch feinen Reichtum an Wald und dessen verstreute Lage über das ganze Reichsgebiet. Deutschland hat eine Wald- fläche von 12,7 Millionen Hektar, was etwa 27 v. H. der Gesamtlandesfläche entspricht. Auf seinem Waw- boden erzeugt es jährlich etwa 30 Millionen Kubikmeter Nutzholz, die restlos in der deutschen Wirtschaft als Bau- und Werkholz Verwendung finden, und ungefähr ebensoviel „Brennholz", das keineswegs vollständig und höchst unwirtschaftlich als solches verwertet wird. In der Verwendung dieses Brennholzes liegen die Möglichkeiten für die Volksund Weltwirtschaft, den dringenden Ausgleich zwischen Bedarf und Erzeugung herzustellen, die Technik mit der Natur auszusöhnen. Holz wird heute schon zur Herstellung von Zucker, Spiritus und eiweißhaltiger Futtermittel verwertet. Mit Hilfe des Holzes kann Deutschland ohne weiteres wenigstens 30 v. H. feines Treibstoffbedar- fes durch Holzgas oder Holzbenzin decken. Als Zell- und Faserstoff wird es immer besser aufgeschlossen. An Nährstoffen für den Menschen liefert ein Morgen Wald genau so viel wie ein Morgen guten Weizenbodens, wozu die Anhäufung des Nährstoffkapitals im Walde als Vorteil kommt. Um diesen vielseitigen und wertvollen Roh- und Werkstoff Holz werden niemals Kämpfe oder Kriege entbrennen, denn bei wirtschaftlicher Ausnutzung ist der Wald eine ewig fließende Rohstoffquelle. Aus dieser Erkenntnis heraus haben auch Völker, die Deutschland um ihren Waldreichtum beneiben müssen, begonnen, ihre Oedlandflächen und entwaldeten Gebirge wieder aufzuforsten. Neben dem wirtschaftlichen Interesse spielt dabei die Erkenntnis eine Rolle, daß der Wald wie keine zweite Daseinsform der Natur auf die Lebensgestaltung, Lebensführung und seelische Ausbildung eines Volkes veredelnd wirken kann. Südstaaten ist sie dieserhalb allgemein bekannt, ihre erste Bewegung tft Beißen und ihre letzte vermutlich auch. In einen hinaehaltenen Stock verbeißt sie sich in ihrer Wut so, daß man sie daran tmpor« heben kann. Und obgleich ihre eigentlichen Jagdgründe im Wasser liegen, so bringt sie es auch durchaus fertig, Landtiere anzufallen. Der Süden ist sehr reich an Schlangen, von der harmlosen Wassernatter bis zur giftigen Mokassin und Klapperschlange. Daß den „snapper“ weder die eine noch die andere schreckt, daß er sie ohne weiteres durch Genickbisse tötet, wird allgemein behauptet. Und jedenfalls ist er ein vollgültiger Beweis, daß Schildkröten keineswegs nur harmlose Geschöpfe, sondern echte und rechte Raubtiere fein können. Farbensinn und Flieaertauqlichkeii. Bei der Untersuchung auf Fliegertauglichkeit ist eine strenge Farbenprüfung unerläßlich. Die üblichen Farbenfinnprüfungen für Flieger sind sehr schwierig, und man hat sogar dagegen eingewendet, daß dis in der Praxis vorkommenden Signale ein derartig feines Farberkennungsvermögen gar nicht verlangten, daß es sogar hervorragende Flieger gäbe, die farbuntüchtig wären. Der Oberarzt der'Universitäts- augenklinik in Halle, Dr. Velhagen hat diese Angaben nachgeprüft und kam dabei nach einem Bericht der Frankfurter Wochenschrift „Die Um« schau" zu anderen Schlußfolgerungen. Auf dem dortigen Flugplatz wurden bei völliger Dunkelheit, ohnS Mondschein, fünf farbuntüchtige Personen geprüft Es wurden weiße, grüne und rote Leuchtkugeln ab« geschossen, ferner Signalbomben und Raketen, big 200 Meter hoch fliegen. Dabei machten vier Versuchspersonen über die Hälfte unrichtige Angaben. Nm? der fünfte, der rot-grün°fchwach war, beging keine Fehler. Auch als rote, grüne und weiße Landelichte« zehn Sekunden lang gezeigt wurden, konnten alle farbuntüchtigen Versuchspersonen die Aufgabe nicht lösen; auch der fünfte, der Rot-grün-schwachs, machte schwere Fehler. Also auch in den leichteren Fällen finden sich bie für die Praxis so gefährlichen Der« Wechslungen von Geld und Weiß mit Rot und Grün» Sonnt»«’ London, ijBNS-Regie ^iveitreiche' fische I' Züdlvest^ M Vie Re Siese Rlohnc sozialislis Achtel. M vergehen geb' W Agentur die brififi fih, weiterhin stiilter einer gilt es ferner, gehöriger ein, samsoersp allsländif oberhaupl üigs, irgendeii beamten ein Union, oder politische km derselben erligen Lid c len, machen si trägt 100 pfi nis. Personen, i verurteilt wei nung aus der von unerr Ordnung, vor Kossen werde Drohungen o einslussen, ges 5chliehlich kö schen S(aa bes nttroi litischer beteiligen. von den der Proklan rafö“, bas 1 Zufrieden mi Ansicht dieses "chozialismn geben und tt gegen den Eslohe. 3m grobe Art, Weilianderzu S.S S'S von ElNZE infolge k fiernlP anterSan Anschrift richten- l poß! xranlfurl .MsDeutsch.- ! lechen Ueberm, i y den Kai Mch des ft11!, mürbe S^entn, >■ M bielei 'E>°K Kl * inm beutlj •"»es über I . tt M safe? üiZ Mehr f ÄS, iw,?;*'« m mit «Her“; i'"e Spat S’Ä 5rUnh , Mir ^Ns y »e 'Ne, S'Mii grübeln ?en 3eifpnnen hiAul|tn thnub. u ?"°s, "wen h»t"> Telephon 2486 Zweijährige Handelsklasse für Schulentlassene mit 8jähr. Schulbildung. Ziel: Mittlere Reife (früher Ein j ähr.-Examen genannt). Für Mädchen auch ochen u. Nähen. Schulgeld RM.17.-,keineNebengebühren Ein-u. halbjährige Handelsfachklasse Schulgeld RM. 19- keine Nebengebühren. 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Donnerslag, 8. April, werden im Forstort Klein- Häuserberg versteigert: 2288D rm Scheiter: Buche 377, Eiche 81; Knüppel: Buche 140, Hainbuche 100, Eiche 180, Fichte 50; Slöcke: Buche 36; Reiserknuppel: Buche 44, Eiche 43; Wellen Reisig: Buche 5760. Verschiedene Schlage Buchen-, Eichen- und Fichtenreisig. Stämme: Hainbuchen 1. Kl. 2 St. 0,27 fm; Fichten 2. Kl. 2 St. 0,98 fm. Das unverkaufte Brennholz (Buchen-Wellen, Eichenknüppel u. a.) aus den letzten Holzversteigerungen kommt nochmals zum Ausgebot und wird nicht vorgezeigt. Das Holz ist vorher einzusehen. Spätere Reklamationen werden nicht angenommen. Nähere Auskunft erteilt die Bürgermeisterei. Das Holz im Kleinhäuserberg sitzt in der Hauptsache an chaussierten Wegen bzw. in nächster Nähe von solchen und ist gut abzufahren. Zusammenkunft: 10 Ahr kteinhäuferberg 52, am Erlesrandweg. Lich, den 1. April 1937. Der Bürgermeister: Geil. Demfchvs Sconettiwn Montag, den 5. 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