M. 28 Erstes Blatt 187. Jahrgang Mittwoch, 3. gebruar 1937 Lrjchetrtt tttgltd), nutzer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die 3Uuftnerte Gießener FamilienblLtter Heimat im Bild Die Scholl« Monatt'vezugspretr: Mit 4 Beilagen NM.L.95 Ohne Illustrierte e 1.80 Zustellgebühr.. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe nnter Lammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Sietze» Postscheckkonto: Zrankfurt am Main 11686 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vruck und Verlag: vrühl'sche U«iverfitSt§»v«ch- und Steindruckerei R. Lange in Gießen. Schristlettung und Geschäftsstelle: Schulstraße 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8»/.Uhr des Dormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rps., für Textanzeigen von 70 mm Breite 50Rpf.,Platzvorschrist nach vorh.Dereinbg.25"/„ mehr. Ermahtgte Grundpreise: Stellen--, Vereins», gemeinnützige Anzeigen sowie ein« spaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf, Familienanzei« gen, Bäder», Unterrichts» u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Wieder getrennte Verkehrsministerien. Oorpmüller zum Veichsverkehrs-, Ohnesorge zum VeichSpostminister ernannt. Berlin, 2. Febr. (DRV.) Aus Anlaß der endgültigen Unterstellung der Deutschen Reichsbahngesellschaft unter die Hoheit der Reichsregierung hat der Führer und Reichskanzler angeordnet, daß die Personalunion in der Leitung des Reichsverkehrsministeriums und des Reichspostministeriums wieder aufgehoben wird und die beiden Ministerien wie früher von je einem Reichsminister verwaltet werden. Zum Reichsverkehrsmini st er hat der Führer und Reichskanzler den Generaldirektor der Deutschen Reichsbahngesellschaft, Dr. Julius Dorpmüller ernannt, der bis zur Durchführung der geplanten Reuorganifation gleichzeitig Generaldirektor der Deutschen Reichsbahngesellschaft bleibt. Zum R e i ch s p o st m l n i st e r hat der Führer und Reichskanzler den Staatssekretär im Reichspostministerium, Dr. Ohnesorge, ernannt. Dem aus seinem Amt ausscheidenden Reichsverkehrsmlnister Freiher von (Llh-Rübenach hat der Führer in einem Schreiben feinen Dank für die geleisteten Dien sie zum Ausdruck gebracht. Mchsverkehrsminister Dr. Dorpmüller. 1869 wurde Julius Dorpmüller als Sohn eines Eisenbahningenieurs zu Elberfeld geboren. Er studierte das Jngenieurbaufach und begann 1893 in Aachen feine Laufbahn bei den Preußischen Staatseisenbahnen. 1907 wurde er zur Uebernahme der Stellung als Leiter des technischen Büros der Schantung-Eisenbahn-Gesellfchaft in Tsingtau, beurlaubt. Als Chefingenieur leitete er den Bau des 700 Kilometer langen Nordabschnittes der Tientsin-Pukow-Bahn, deren Betriebsführung er auch übernahm. Nachdem China 1917 in den Weltkrieg eintrat, entzog er sich der drohenden Internierung durch die Flucht über die Mandschurei, Sibirien und Rußland nach Deutschland. Bei Kriegsende war er im Feldeisenbahndienst tätig. 1919 wurde er Streckendezernent bei der Reichsbahndirektion Stettin und im Dezember Oberbaurat bei der Reichsbahndirektion Essen. Don 1922 bis 1924 leitete er die neuerrichtete Reichsbahndirektion Oppeln und vertrat in Verhandlungen mit Polen die deutschen Interessen. 1924 als Präsident der Eisenbahndirektion nach Essen versetzt, arbeitete er während der Besatzungszeit unter den schwierigsten Verhältnissen und erwarb sich große Anerkennung im Ruhrgebiet. 1925 wurde er Stellvertreter des Generaldirektors der Deutschen Reichsbahn. Im Dezember 1925 zeichnete ihn die Technische Hochschule in Aachen mit der Würde eines Dr.-Jng. e. h. aus. Seit 1926 leitet er als Generaldirektor die Reichsbahn. Bei der Gründung des Unternehmens „Reichsautobahnen" wurde Dorpmüller der Vorsitz des Verwaltungsrates und des Vorstandes des neuen Unternehmens übertragen. Die Verdienste Dr. Dorpmüllers bei der Führung der Deutschen Reichsbahn, des größten Unternehmens der Welt, haben internationale Anerkennung gefunden. In seine Amtszeit als Generaldirektor fiel nach der Inflatton Aufbau und Vereinheitlichung der gesamten Reichsbahn in organisatorischer, technischer und betrieblicher Hinsicht zu dem leistungsfähigsten Unternehmen, das in der Hand des Staates Dienst am Volksganzen leistet. Dabei zeigte sich Dr. Dorpmüller stets als Förderer des Fortschritts. Es sei hierbei nur erinnert an die enge Verbindung der Reichsbahn mit der Lufthansa, an die Motorisierung des Eisenbahnbetriebes und an den Einsatz der Kraftwagen in den Reichsbahnverkehr. Ein besonderes Verdienst erwarb sich Dr. Dorpmüller mit der finanziellen Gesunderhaltung der Reichsbahn trotz aller Schwieriakeiten, die die Nachkriegszeit der deutschen Wirtschaft gebracht hat. So ist es der Persönlichkeit Dr. Dorpmüllers zu verdanken, daß nach der nationalen Erhebung die Deutsche Reichsbahn dem nationalsozialistischen Staat als ein voll leistungsfähiges Unternehmen zur Verfügung gestellt werden konnte, um sogleich tatkräfttg an der Arbeitsbeschaffung und am neuen Aufbau mitwirken zu können. Der Führer zollte der Reichsbahn bei der Jahrhundertfeier der deutschen Eisenbahnen im Dezember 1935 seine besondere Anerkennung. Die höchste Auszeichnung verlieh der Führer ihr aber am 30. Januar 1937, als er sie wieder ganz der Hoheit des Deutschen Reiches zurückgab. ReichSpostmimsierDr.Ohnesorge Wilhelm Ohnesorge wurde 1872 als Sohn eines Telegraphenbeamten in Gräfenhainichen geboren. Schon mit 18 Jahren trat er als Eleve bei der Oberpostdirektion Frankfurt am Main ein. Nachdem er 1897 die höhere Staatsprüfung abgelegt hatte, studierte er Mathematik. 1902 kam er zur Oberpostdirektton Berlin, von der er bei Beginn des Weltkrieges als Referent für das Nachrichtenwesen bei der Obersten Heeresverwaltung abberufen wurde. Bis Kriegsende leitete er die Tel e- graphendirektiondes Großen Hauptquartiers. Dr. Ohnesorge wurde mit dem E i - fernen Kreuz I, und II. Klasse ausgezeichnet. 1919 übernahm er die Leitung der Oberpostdirektion Dortmund. Von dort wurde er 1924 an die Oberpostdirektton Berlin berufen. Als Mann der Technik übernahm er im Jahre 1929 die Leitung des Reichspostzentralamtes Berlin-Tempelhof, bis er am 1. März 1933 als Staatssekretär in das Reichspostministerium berufen wurde. Als alter Gefolgsmann des Führers, der schon im Jahre 1920 der NSDAP, beitrat und die Mit- §liedsnummer 42 führt, gründete er im gleichen ahre die erste Ortsgruppe außerhalb Bayerns in Dortmund. Dr. Ohnesorge hat sich auf dem Gebiet der Technik, vor allem des Fernsprechwesens größte Verdienste erworben, die in der ganzen Welt Anerkennung gefunden haben. Er war Mitglied des Verwaltungsrates der Reichsbahn, des Kuratoriums für Schwingungsforschung, des Ausschusses des Deutschen Museums und Vorstandsmitglied des Vereins Deutscher Ingenieure. Diele Jahre stand er an der Spitze des Verbandes Deutscher Elektrotechniker. Damit gelangt einer der hervorragendsten Kenner der Verkehrstechnik und des Poftwesens an die Spitze der Deutschen Reichspost. L’Italia in cammino. Don Dr. Franz Lüdtke. Wie kein anderes Land Europas hat Italien Fremdherrschaft und Unfreiheit und dadurch lange Zeit eine grenzenlose Parteizerklüftung ertragen nriiffen — fast ein und ein halbes Jahrtausend hindurch. Welch ein Abstieg: vom Imperium, das die alte Welt beherrscht, herabzusinken zu einem Lande, das nur noch Spielball fremder Nationen und Interessen ist! Im 19. Jahrhundert, das bei allen Völkern den Nationalismus zum Siege führt, besitzt das zersplitterte Italien nur eine einzige italienische Regierung, die des Hauses Savoyen. Sonst besehlen Fremde und halten mit dem System Metternichs und den Waffen Frankreichs den Auf- stteg des gequälten, unglücklichen Landes nieder. Man muß sich solche Tatsachen, die dort noch längst nicht vergessen sind, vergegenwärtigen, muß die Geschichte dieses unbarmherzig behandelten Landes kennen, wenn man seine neue Entwicklung verstehen will. Man konnte Italien die Freiheit nehmen, nicht aber die Sehnsucht nach ihr und nicht die treibende, spornende Erinnerung an eine gewaltige Vergangenheit. Das sind Werte, die gerade wir Deutschen — aus eigenem aeschichtlichen Leben heraus — erkennen und anerkennen. Und man konnte ihm auch noch ein anderes nicht nehmen: die Kräfte eines Blutes, das ein volles Jahrtausend lang vom germanischen Raum her beeinflußt und erneuert wurde. Jedes revolutionäre Volk fühlt sich jung — und ist jung. Aus dem scheinbar vergreisenden Italien des 17. und 18. Jahrhunderts erhob sich die „Nuova Italia“ — erwuchs das Zauberwort, das ein neues, junges Geschlecht zum Tatwillen schmiedete: II Risorgimento. So hieß die Zeitschrift des Grafen Cavour, der die Einigung des Landes vorbereitete (wenn auch nicht mehr selbst erlebte) — so hieß der Schlachtruf, der einer ganzen Generation Kraft und Schwung lieh: Wiederauferstehung! Unter der Idee des Risorgimento vollzog sich — bei günstiger Ausnutzung der preußisch- deutschen Siege von 1866 und 1870 — Italiens Einigung. Sie war der erste Schritt. Mit jeweils wechselnd eingestellter Politik ging man dem Ziel entgegen: wirkliche Großmacht zu werden. Das neue Italien ist durchaus Erbe der altrömischen Politik des Realismus. Es bestreitet das auch nicht-, es hat ihr den verpflichtenden Namen des „sacro egoismo“ gegeben. Was sagt Mussolini? „Die Geschichte läßt sich mit Wenn und Aber nicht rückwärts konstruieren; sie hält auf ihren unsterblichen Seiten nur fest, was sich tatsächlich ereignet hat — aber sie geht hinweg über Möglichkeiten und verachtet Hypothesen." Von Cavour, den man den Bismarck Italiens genannt hat, bis Mussolini ist eine gerade, ungebrochene Linie. Italiens große Tatsache ist d a s Mitte l m e e r — sein Schicksal. Nur über das Mittelmeer konnte der Aufstieg erfolgen. So ist C r i s p i s gesamte Polittk auf dieses Meer eingestellt — nicht etwa nur auf die Adria, das Italien mit Selbstverständlichkeit als „mare nostro" betrachtet, Crispi hat Frankreichs Vorgehen in Tunis nie anerkannt, und schon damals Tripolitanien besetzen wollen. Der Dreibund schuf ihm die Sicherung des Erfolges. Doch am Einspruch der Mächte scheiterte der Versuch, um 30 Jahre später bei veränderter Weltlage durchgeführt zu werden. Aber schon in den 80er Jahren kämpfte Italien um Ostafrika, um Abessinien — unglücklich, und unglücklicher noch von seiner Kolonie Eritrea aus in den 90er Jahren. Immer ist es der Gedanke an das Mittelmeer, der Italien treibt, und so erfüllt sich das geopolitische Gesetz, daß Staaten, die an der einen Seite an ein Meer grenzen, dieses auch von der anderen Seite her zu umfassen versuchen. Das Mittelmeer läßt nach dem „Risorgimento" Italien nicht mehr los, der altrömische Mittelmeergedanke hat an politischer Schlagkraft nichts eingebüßt. Trotz der innerpolitischen Kämpfe, die den Staat lange lähmten, blieb der völkische Gedanke kraftvoll am Leben und gab der Außenpolitik die Richtung. Die Bewegung des „Nazionalismo", durch die all- italienischen Kongresse in Rom (1908) und Forli (1912) außerordentlich belebt, gab dem Risorgimento erst die Vollendung. Wohl hatte Italien durch den Weltkrieg an Macht gewonnen, aber für seinen Weiteraufstieg schien es keine weltpolitischen Möglichkeiten mehr zu geben. Im Mittelmeer stand, wie vor dem Kriege, Frankreich im Wege. Italien wurde um seine Hoffnungen betrogen, zudem im Innern durch Demokratie und Bolschewismus ruiniert. Da erwuchs aus dem nationalen Sozialismus und dem Willen des Frontkämpfertums — in Mussolini zusammengefaßt — der Faschismus. Das „Sempre avantt!" des savoyischen Königshauses, unter dem das Risorgimento Wirklichkeit geworden, wurde zur Losung der Nation Als Italien nach Abessinien ging, sprach man von „Abenteuern". Doch man vergaß, daß nach seinen Grundsätzen — und hier lehnt sich Mussolini an den von ihm außerordentlich geschätzten Friedrich Nietzsche an — das „Leben gefährlich" ist. In dem Duce scheint irgend ein Kriegsmann, ein Cäsar römischer Vorzeit neu erstanden; in jeder Phase feiner Entwicklung ist er der Krieger, der Kämpfer. Er „abenteuert" nicht, denn sein Handeln, ob innen-, außen- oder kulturpolitisch, dient der Idee. Italien ist ihm Idee, ganz weit gefaßt, imperialistisch weit! Er will die Macht nur als Grundlage, als Sprungbrett für die Verwirklichung der Idee. Er ist ergriffen von der Sendung der Latinität. Ob er die Pontinifchen Sümpfe austrocknet und Neuland schafft, ob er Jahrtausende zurückgreift und versunkene Kaiserschiffe heben läßt — die Gegenwart und die Vergangenheit verschmelzen in seinem Tun zur Ueberzeitlichkeit der „Idee Italien", der er und der Faschismus auch in neuen kultischen Formen dient. Er wußte, daß Italien seine mittelmeerische Welt- machtpolittk nur mit einem Heer, einer Flotte und einer Eigenindustrie von Rang zu führen imstande sein würde. So schuf er dies alles und sicherte feinem Lande den Erfolg. Er wies feinem erwachten Volk die Linie, die von Cavour und Garibaldi durch Generationen von Politikern, Dichtern, Soldaten, von Gläubigen und Stürmern zu Musso- lini leitet, und die von der Auferstehung, dem Risorgimento, zum endgültigen Emporstieg führen foll, wie der bedeutendste Historiker Italiens, Giovachino Volpe, es in feinem Buch: „Ultalia in cammino“ kündet. „Italien im Gipfelstieg!" Darum wird auch der Duce, wie er wiederholt eindeutig verkündet hat, im Mittelmeer nie ein bolschewistisches Staatswesen anerkennen, das andere Völker zu zerrütten und zu knechten strebt. Das Italien des „in cammino“ lehnt in feinem Bereich den Ungeist des heutigen Moskau ab; es besitzt eine eigenständige Idee, und es weiß, daß nur b e r Dienst an ihr wirklich zum Gipfel führen kann. Der Kommunismus in England. Starke Abwehrbewegung gegen die kommunistische Zersetzungsarbeit. London, 2. Febr (DNB.) In London wurde eine Anti-Kommunistische Ausstellung durch den konservativen Unterhausabgeordneten General Henry Page C r o f t eröffnet. Der Redner beschuldigte die britischen Kommunisten der Zersetzungsarbeit in den drei Waffengattungen, den englischen Werften und Munitionsfabriken. Den Befürworter einer englischen Volksfront, den Abgeordneten der Labour-Party Sir Stafford Cripps, bezeichnet General Croft als einen Verbündeten der Kommunisten. Er fragte die Hörer, ob sie sich der Tatsache bewußt seien, daß der kommumsttsche Flügel der sogenannten Volksfront in England durch große finanzielle Zuwendungen der Stalin- schen Organisation ausgehalten werde? Der Plutokrat Sir Stafford Cripps, der fein gewaltiges „proletarisches Einkommen" von kapitalistischen Kunden beziehe, habe erst kürzlich erklärt, daß mit Hilfe des Klassenkampfes in England eine Revolution angezettelt werden müsse. Die Kommunisten führten Krieg gegen das Gebäude der britischen Gesellschaftsordnung. Seit jeher sei England ein Asyl für die Verfolgten anderer Länder gewesen. Man habe diesen Leuten gestattet, s i ch auf Kosten der britischen Wettbewerber zu bereichern. Aber wenn diese fremden Gäste, nachdem sie das britische Bürgerrecht erworben hätten, in den Rücken derer fallen, die sie gefüttert hätten und sich anschickten, die unreife britische Jugend dem Kommunismus in die Arme zu treiben und sie veranlaßten, ihrer eigenen Rasse gegenüber untreu zu werden, so müsse die Warnung ausgesprochen werden, daß alles seine Grenzen habe. Als Mann mit britischem Blut in den Adern warne er die Kommunisten, das britische Volk werde sie mit Ungestüm von dem Boden Englands vertreiben. Er hoffe, daß es soweit nicht kommen werde, sondern durch die Mobilisierung der öffentlichen Meinung gelinge, auf verfassungsmäßigem Wegs zu zeigen, daß England diese giftigen Bazillen in feiner Mitte nicht dulden wolle. Wachsende Hungersnot in Madrid. London, 3. Febr. (DNB. Funkspruch.) „Daily Expreß" berichtet, in Madrid sehe man Kinder, die sich um schmutzige Abfälle reißen, die man bereits auf die Straße geworfen hatte. Einige Leute essen bereits ihre Katzen. Dafür werde die Bevölkerung mit bolschewistischer Propaganda gefüttert. Drei Lichtspieltheater Madrids seien ausschließlich für Filme reserviert, in denen der sowjetrussische Bolschewismus verherrlicht werde. Am Ende jeder Vorstellung in den Lichtspieltheatern werde die Jnternattonale gespielt. Was ist Wehrpolitik? Von Generalleutnant a. O. von Mehsch. Es ist schlimm, daß man die Titelfrage heute noch öffentlich aufwerfen muß. Man könnte im vierten Jahre des Dritten Reiches meinen und hoffen, daß jeder Volksgenosse diese Frage zu beantworten wüßte. Aber davon ist leider gar keine Rede. Vielmehr ist es Tatsache, daß Millionen, so befragt, die Antwort nicht nur schuldig bleiben, sondern gar nicht ahnen, daß sie damit zugleich die Frage offen lassen, warum mir den Weltkrieg verloren haben! Wir haben ihn militärisch bestanden und sind wehrpolitisch durchgefallen. Wir sind seitdem — oder wir sollten es vielmehr sein — um die eine große, einfache Erfahrung reicher, daß Kriege mit militärischen Mitteln allein nicht mehr gewonnen werden können, sondern auch mit wirtschaftlichen und kulturellen Mitteln geführt werden müssen. Da nun unter Wehrpolittk doch natürlich die Politik verstanden werden muß, mit der sich ein Staat wehrt, so kann das nur eine Politik sein, welche die militärischen und die wirtschaftlichen und die kulturellen Wehrmittel pflegt. Daraus geht klar hervor, daß Wehrpolittk keine fachliche Angelegenheit ist, die sich auf das militärische Gebiet beschränkt, sondern ein politischer Begriff, der sowohl die militärischen als auch die wirtschaftlichen und kulturellen Belange der Nation, insoweit sie irgendwie wehrbrauchbar sind, umfaßt. Daraus folgt weiter, daß Wehrpolitik jeden deutschen Mann und jede deutsche Frau angeht, gleichviel wo sie stehen und was sie tun. Nicht so zwar ist das zu verstehen, daß sich nun jeder Volksgenosse aktiv in die Wehrpolittk der Führung einmischen soll. Wohl aber so, daß jeder und jede Deutsche Verständnis für die wehrpolitischen Notwendigkeiten des Staates und damit der Nation haben muß. Wenn dieses wehrpolitische Verständnis fehlt, wird es auch an verstehender Gefolgschaft fehlen. Es werden sich, ttotz allen Vertrauens, aus wehrpolittschem Unverstand wehrpolittsche Widerstände in Gestalt von Hemmungen und Reibungen ergeben, die nicht auf bösem Willen, sondern auf unzulänglichem Wissen beruhen. Dor allem aber wird es am inneren Anteil des Einzelnen an den wehrpolitischen Schwierigkeiten des Ganzen mangeln, und diese Schwierigkeiten werden nur dann befriedigend gemeistert werden, wenn die wehrpolitischen Zusammenhänge, die zwischen den militärischen, wirtschaftlichen und kulturellen Belangen bestehen, dem Volke schon im Frieden einigermaßen vertraut sind. Das ist leider noch nicht in dem erwünschten Umfange der Fall. Wehrpolitik wird noch immer hie und da für eine Kasernenangelegenheit gehalten. Daß sie aber im Bäckerladen sehr fühlbar werden kann und in der Schulstube leicht faßbar erklärt werden muß, diese Einsicht ist einstweilen noch nicht genügend verbreitet. Recht verbreitet ist aber eine Art von Gleichgültigkeit gegenüber wehrpolitischen Belangen und eine Unwissenheit über wehrpolitische Zusammenhänge, die den ernsten Zukunftsmöglichkeiten unserer Außenlage schwerlich entspricht. Gewiß ist der Führer mit allen erdenklichen Mitteln bemüht, der friedliebenden Nation den Frieden zu erhalten. Gewiß ist das Friedensbedürfnis auch in anderen Völkern ähnlich stark. Gewiß wird der verbrecherische Versuch, Deutschland mit Erfola anzugreifen, immer aussichtsärmer. Allein, die Geschichte weiß leider auch von höchst unvernünftigen Kriegen, von schicksalhaften Völkerprüfungen zu höchst unwillkommener Zeit, von Zusammenstößen in höchst unvorteilhafter Lage, vom Zwange, sich zu wehren, ohne den geringsten Drang zur Waffe zu greifen. Alle diese Sorten, für welche die Völkergeschichte unzählige Beweise kennt, sind nicht mehr nur mit militärischem Können zu meistern. Dazu ist vielmehr ein wehrpolitisch aufgeklärtes Volk vonnöten, das sich mit allen wehrbrauchbaren Faktoren feiner gesamten Wehrkraft in die Waagschale wirft und es nicht der militärischen Wehrmacht allein überläßt, bi* Lasten des Kampfes zu tragen. Um diese wehr- brauchbaren Elemente außerhalb der Wehrmacht wissen; die gegenseitige Abhängigkeit der militärischen, wirtschaftlichen und kulturellen Wehrteilkräfte kennen; wissen, daß die Wirtschaft die Wehrmacht und die Kultur beide in ihrem Widerstandsvermögen stärken kann und stärken muß, — das ist wehrpolitisches Verständnis, und diese Aufgeschlossenheit ist seit dem Weltkriege eine absolut unentbehrliche Voraussetzung erfolgreicher Wehrpolittk geworden. Erst bann wird die militärische Wehrfront die wirtschaftliche und kulturelle Wehrtiefe haben, die nötig ist, um nachhaltigen Widerstand zu leisten. Erst dann wird alle wehrorganisatorische Arbeit den gesamten Volkskörper zum Wehroraan der soldatt- schen Gemeinschaft machen. Erst Dann kann die Wehrpolittk zu dem wehrbrauchbaren Kräftebündel gelangen, in dem, neben dem militärischen Instrumente keine personelle und materielle, keine wirt- schafttiche und kulturelle Teilkraft fehlt. Wir haben diesen einfachen Gedanken schon so. oft in Wort und Schrift ü er treten, daß es uns fast' überflüssig erscheint, ihn zum xten Male zu wiederholen. Aber wir müssen leider immer von neuem feststellen, daß das allgemeine wehrpolittsche Verständnis zum Teil geradezu erschreckend weit hinter den wehrpolitischen Notwendigkeiten der Lage Deutschlands zurück bleibt. Millionen von Volksgenossen werden so refttos von ihrem persönlichen Daseinskampf oder Daseinsinteresse in Anspruch genommen, daß keinerlei Anteilnahme an wehrpolitischen Belangen übrig bleibt, zumal, wenn sie völlig abseits von den eigenen, persönlichen Lebensnotwendigkeiten zu liegen scheinen Aber das scheint eben nur so. Eines Tages wird sich offenbaren, daß Das Deutsche Saus aus -er pariser Weltausstellung Auslande Berlin. 2. Febr. (DKB.) Am 30. Januar 1937 hat der Führer und Reichskanzler zur einheitlichen Betreuung der Reichsdeutschen im Ausland einen Chef der Auslandsorgani s a t i on im Auswärtigen Amt eingesetzt, dem zugleich die Leitung und Bearbeitung aller Angelegenheiten der Reichsdeutschen im Ausland im Geschäftsbereich des Auswärtigen Amtes übertragen wird. Zum Chef der Auslandsorganisation im Auswärtigen Amt wird der Leiter der Auslandsorganisation der RSDAP.. Gauleiter Ernst Wilhelm Bohle ernannt. Er ist dem Reichsminister des Auswärtigen persönlich und unmittelbar u n t e r st e l l t. Sein Geschäftsbereich als Leiter der Auslandsorganisation der RSDAP. und seine Unterstellung als solcher unter den Stellvertreter des Führers bleibt unberührt. Er nimmt an den Sitzungen des Reichskabinetts teil, soweit sein Geschäftsbereich berührt wird. der Landesverteidigung verlangt, die auf vier Jahre verteilt werden sollen. Um die Schlagkraft des Heeres an sich zu stärken, habe er bereits eine leichte Panzer-Division geschaffen, der in allernächster Zeit eine zweite und eine dritte folgen würden. Im Sommer werde er die ersten Versuche mit schweren Panzer-Divisionen machen. Der Kriegsminister sprach sich dann für den Ausbau des vorhandenen Straßennetzes parallel zur Grenze aus sowie für den Bau einiger neuer Zufahrtsstraßen. Frankreich unterhalte augenblicklich ein Heer von 500 000 bis 600 000 Wann, das auch er als zu schwach ansehe. Wan müsse deshalb zum Windesten die Schlagkraft durch W e - chanifierung erhöhen. Das System der Befestigungsanlagen werde er im Korben b i s nach Dünkirchen und im Süden bis nach Bafel verlängern und außerdem die Befestigungsanlagen tiefer staffeln. Auf dem Gebiet des Kriegsmaterials feien die notwendigen Kredite verabschiedet worden, um Tanks, Flakbatterien und Tank-Abwehrge- schühe zu bauen sowie die Studien für die Erzeugung eines einheimischen Brennstoffes fort- zusehen. Nachdem der Kriegsminister unter großem Beifall der Linken die Verstaatlichung der Rüstungswerke von Schneider-Creuzot angekündigt hatte, unterstrich er die Moral des Landheeres. Daladier verwahrte sich gegen das Hineintragen der Politik in das Heer, dessen Aufgabe es nicht sei, sich durch innerpolitische Kämpfe ablenken zu lassen. Auf das materielle Wohl der Soldaten richte er seine besondere Aufmerksamkeit. Das Ganze sei jedoch eine G e l d - im Reich heranzuführen. Unter schwierigsten Verhältnissen ist es der Auslandsorganisation gelungen, den Deutschen draußen fast überall in der Welt in ihren Ortsgruppen und Gemeinschaften ein kleines Stück deutscher Heimat aufzubauen und auch sie teilnehmen zu lassen an den Erlebnissen der letzten Jahre, die der ganzen deutschen Nation frage. Zum Schluß verwahrte sich der Kriegsminister gegen die Ansicht, daß das französische Heer von umstürzlerischen Elementen verseucht sei. — Die Vertrauensabstimmung in der Kammer nach Abschluß der Debatte über die Landesverteidigung ergab 413 Stimmen für die Regierung, gegen 124 Stimmen. 65 Abgeordnete haben sich der Stimme enthalten, 14 waren beurlaubt. Opposition gegen den Russenpakt. Kommunistischer „Generalstab" für Paris. Paris, 2. Februar. (DNB.) Der rechtsstehende Senator Gautherot wies nach, daß die Kommunistische Partei von einer ausländischen Macht geleitet werde und folglich nicht Regierungspartei sein könne. Die kommunistische Gefahr bedrohe auch Frankreich. Die Kommunistische Partei bereite hier einen Gewalt st reich vor gegen die Sicherheit des Staates. Ich habe, so erklärte der Senator, seit acht Tagen Unterlagen über die Organisation der Kommunistischen Partei in der Hand mit den Namen der acht Mitglieder des Ausschus- s e s, der den kommunistischen „Generalstab" für die Leitung der Gesamtoperationen im Gebiet von Paris bilden soll. Als Aufmarschzentren der Bolschewisten seien die kommunistischen Vorstädte vorgesehen. Das bedeute eine offensichtliche Verletzung des französisch-sowjetrussischen Vertrages. Der Quai d'Orsay müsse in Moskau Vorstellungen erheben. Ministerpräsident Blum erklärte, daß die Ordnung nicht gestört und die Freiheit der republikanischen Einrichtungen nicht beeinträchtigt worden sei. Die Regierung sei eine Regierung der Volksfront, zu der die Kommuni st ische Partei gehöre. Sie beabsichtige, dem durch das allgemeine Wahlrecht zustandegekommenen Willen treu zu bleiben. Er sehe nicht die Möglichkeit einer anderen Politik. Der rechtsstehende Senator und Bürgermeister von Versailles, Henri H a y e, erinnerte daran, daß er bereits vor mehreren Monaten den Antrag gestellt habe, den französisch-sowjetrussischen Pakt einer Prüfung zu unterziehen. Die „Times" habe diesen Vertrag als unvereinbar mitder Festi- gung des europäischen Friedens bezeichnet. Friede und Krieg hingen von der Regelung dieser Frage ab. Der deutschsprachige in Straßburg erscheinende „Elsässer" sagt u. a.: Nach einer Richtung sei die Rede Hitlers von besonderer Eindeutigkeit gewesen: In der Ablehnung jedes Paktierens und jeder Berührung mit Moskau und der politischen Umwelt Moskaus. Wir stehen nicht an, zu erklären, daß diese Forderung Hitlers auch eine Forderung zahlreicher Kreise Frankreichs ist. Sie hat Italien, Polen, Ungarn, die Schweiz und die meisten Balkanstaaten auf ihrer öeite. Der Ruf 19 Milliarden für die französische Aufrüstung Starke Mechanisierung. —Frankreichs Luftwaffe. das neue Gesicht gaben. Daß dies stets im Zeichen des strengsten Gebotes der Nichteinmischung in die Verhältnisse des Gastlandes geschehen ist, ist eine bekannte Tatsache. Eine der Folgerungen aus den neuen Funktionen, die die Auslandsorganisation nun erhalten hat, wird es sein, daß die Gesetze, die bisher nur f ü r d i e Parteigenossen draußen wirksam waren, nun als Leitsätze für alle Deutschen im Auslande Geltung haben werden: Nichteinmischung in die politischen Verhältnisse des Gastlandes und aufrichtige Befolgung seiner Gesetze, Bekenntnis zu einem aufrechten und zur Mitarbeit bereiten Deutschtum, rückhaltlose Einfügung in die auslandsdeutsche Volksgemeinschaft. Die Parteigenossen in aller Welt werden in dem Erlaß des Führers eine stolze Anerkennung ihrer jahrelangen Arbeit erblicken dürfen, alle Deutschen draußen aber mögen in dieser bedeutsamen Regelung einen neuen Beweis dafür erblicken, wie sehr die Heimat an sie denkt und für sie sorgt. Das wird denen, die draußen oft Haß und Mißgunst zu spüren bekommen, neue Kraft verleihen, sich als aufrechte Nationalsozialisten zum Deutschland Adolf Hitlers zu bekennen. NSDAP, am Werk gewesen, die Reichsdeutschen im an die nationalsozialistische Entwicklung Einheitliche Betreuung der Reichsdeutschen im Ausland. Gauleiter Bohle gleichzeitig „Chef der Auslands-Organisation im Auswärtigen Amt". In Moskauer politischen Kreisen wird die beschleunigte Abreise von Litwinow-F in» k e l st e i n aus Genf in Zusammenhang mit der Möglichkeit der Verhaftung seiner Frau gebracht, die in engen Beziehungen zu Radek- Sobelsohn und Sokolnikow stand und deren Wohnung seit einiger Zeit ständig beobachtet wird. Andere wollen wissen, daß in die Hände der GPU. Dokumente gelangt seien, die Litwinow-Finkelstein beschuldigen, mehrfach im Auslande Vertrauensleute Trotzki-Bronsteins empfangen zu haben. „Daily Expreß" meldet, daß die 18jährige Tochter Radek-Sobelsohns, Marusia, von der GPU. in der Moskauer Universität verhaftet worden sei. Sie werde beschuldigt, die Studentenschaft gegen das Urteil, das ihren Vater ins Gefängnis schickt, aufgewiegelt zu haben. In verschiedenen Bezirken der Sowjetunion werden umfangreiche Verhaftungen auf dem Lande durch die GPU. durchgeführt in Zu- sammenhang mit Bauernunruhen, die in letzter Zeit infolge des ständig wachsenden Brotmangels, besonders in der Ukraine, ausgebrochen sind. In der Nacht zum 31. Januar hat die GPU. auch zahlreiche Verhaftungen unter der Arbeiterschaft verschiedener Fabrikstädte vorgenommen, um die Unzufriedenheit in dem städtischen Proletariat zu unterdrücken, die auf die schlechten Löhne zurückzuführen ist, die zur Befriedigung der dringendsten Lebensbedürfnisse nicht ausreichen. Nach den Feststellungen der GPU. soll innerhalb der städtischen Arbeiterbevölkerung eine großzügige Werbeaktion gegen das Regime Stalins in Angriff genommen worden sein. fen. Außerdem erfolgte ein großer Teil des Transportes noch auf den zahlreichen Kanälen. Diese Befestigung war ein Wunderwerk deutscher Pionierkunst, ausgestattet nach allen Erfahrungen des bisherigen Schützengrabenkrieges. Rund 100 000 Menschen hatten vier Monate, vom November 1916 bis zum Februar 1917, daran gearbeitet. Die deutsche Front verbrauchte insgesamt 600 Millionen Sandsäcke. 1500 Eisenbahnzuge zu je 50 Waggons waren erforderlich, um das Eisenmaterial für den Unterstandsbau an die Front zu schleppen. Ebenso viele Züge brauchte man für das Heranrollen des Zements für die Betonunterstande. 600 000 Tonnen Stacheldraht wurden geliefert. Im Höhepunkt des Stellungskrieges, Oktober 1916, hatte die deutsche Schützengrabenfront eine Lange von 2200 Kilometer. Dazu kam die österreichisch- ungarische Schützengrabenfront mit 400 Kilometer. Die Windungen, Zickzack-Anlagen, Schulterwehrumgänge sind hierbei ebensowenig mitberücksichtigt wie die Schützengräben, die hinter dem vordersten Graben angelegt worden waren. Elektrische Hindernisse wurden auf deutscher Seite Anfang 1915 vor den Stellungen angelegt. Die Hindernisse waren mit 1000 Volt geladen. Besonders bewährten sich die Starkstromhindernisse in der großen Abwehrschlacht an der Aisne im Frühjahr 1917. Der höchste Schützengraben lag 3909 Meter über dem Meeresspiegel auf dem Ortler. Das höchste Geschütz stand ebenfalls auf dem Ortlergipfel. Dazu schreibt die „Nationalsozialistische Parteikorrespondenz" u. a.: Alle Fragen der Betreuung der Deutschen draußen sind nun in der Heimat in einer Hand vereinigt. Ein neuer Schritt des Zusammenwirkens von Partei und Staat ist auf einem Gebiete unternommen worden, das allen Deutschen am Herzen liegt. Durch die staatlichen Aufgaben und Befugnisse, die der Gauleiter der Auslandsorganisation nunmehr übertragen erhielt, wird erreicht werden, daß die politische Betreuungstätigkeit der Partei sich mit den amtlichen Maßnahmen des Reiches und seiner Vertretung zur fruchtbaren Gesamtleistung im Interesse aller Reichsdeutschen im Auslande vereinigen. Aehnlich wie es bei dem Auftrage des Reiches an die Hitler-Jugend der Fall gewesen ist, so wird auch mit diesem Erlaß des Führers die langjährige und erfolgreichste Arbeit einer Parteieinrichtung durch die Uebertragung staatlicher Funktionen an ihren Leiter gekrönt und die Partei durch eine Erweiterung ihres sachlichen Wirkungskreises ausgezeichnet. Seit 1931 ist die Auslandsorganisation der Moskau, 2. Febr. (DNB.) Der mit größtem Zynismus eingeleitete Propagandafeldzug zeigt immer deutlicher auf, daß sich die Auswirkungen der zahlreichen Sabotageakte immer peinlicher bemerkbar machen und die notorischen Mißstände in der Sowjetwirtschaft bestätigen. Allerdings bedient man sich zur Bemäntelung dieser im Versagen des ganzen Systems begründet liegenden Mißstände wieder des höchst bequemen Mittels, summarisch „Trotzkiste n" verantwortlich zu machen. So schreibt am Dienstag z. B. die „Prawda", es sei erwiesen, daß an der Kostspieligkeit und Rückständigkeit der Kohlenindustrie im Donezbecken und des Kusnetzkerbeckens „trotzkistische Schädlinge" schuld seien. Ferner habe sich herausgestellt, daß der Bau neuer sogenannter „Giganten", — damit sind Jn- dustriekombinate im Ural gemeint — durch „Trotzkisten gehemmt" worden sei. Dabei nennt das Blatt auch neue Namen von „Trotzkisten", wie Marjassin und K o l e g a j e w , die für diesen Schlendrian verantwortlich seien. „Freche Sabotage" habe sich in der Industrie zur Herstellung synthetischen Kautschuks auch der frühere Chef der Hauptverwaltung der Gummiindustrie, B i t - k e r, geleistet, der natürlich — gleichfalls als „Trotzkist" angeprangert wird. Auch im Tr aji s - portwesen seien noch manche „Schädlinge" zu suchen, wie ebenfalls in der chemischen Industrie. Die „Jswestjia" ergänzt diese Lifte noch durch einen Hinweis auf die Metallindustrie, wo die „Trotzkisten" Julin und C h a r i k o w ihr Unwesen trieben. In der Presse werden noch viele weitere Fälle von Entlarvungen sogenannter „Trotzkisten" aufgeführt. Gauleiter Sohle. Gauleiter Bohle wurde als Sohn deutscher Eltern 1903 in Bradford (England) geboren und verbrachte seine Jugend in Kapstadt, wo sein Vater seit 1906 als Universitätsprofessor tätig war. Nachdem Bohle das englische Gymnasium in der Stadt Kapstadt absolviert hatte, kam er im Jahre 1920 nach Deutschland, um an den Universitäten Köln und Berlin und an der Handelshochschule Berlin Staats- und Handelswissenschaften zu studieren. 1923 legte er das Examen als Diplomkaufmann ab. Nach sechsjähriger Tätigkeit als Prokurist im Ex- und Jmporthandel im Rheinland und Hamburg gründete er 1930 in Hamburg eine eigene Großhandelsfirma und trat im November 1931 als ehrenamtlicher Mitarbeiter in die damals in Hamburg gegründete Ausländsabteilung der NSDAP, ein. Seit dem 8. Mai 1933 ist er mit der Leitung der Dienststelle betraut und wurde am 3. Oktober 1933 mit dem Dienftrang eines Gauleiters in den Stab des Stellvertreters des Führers berufen. Die Dienststelle erhielt 1934 die Bezeichnung „Aus- landsorganifation der NSDAP." und wurde im März 1935 von Hamburg nach Berlin verlegt. Am 30. Januar 1937, dem Tage, an dem die gesamte Betreuung der Reichsdeutschen im Auslande in feine Hand gelegt wurde, hat der Führer Gauleiter Bohle das Goldene Parteiabzeichen der NSDAP, verliehen. Paris, 2. Febr. (DNB.) In der Kammer wurde die Aussprache über die Landesverteidigung fortgesetzt. Luftfahrtminister C o t bedauerte, daß man den Wert des französischen Luftheeres herabzusetzen suche. Dieses Luftheer sei eines der stärksten der Welt und werde es bleiben. Das Material sei vorzüglich. Sicher müßten auf gewissen Gebieten noch Anstrengungen gemacht werden, wie beispielsweise hinsichtlich des S ch w e r ö I m o t o r s. Immerhin könne man sagen, daß das Material des französischen Luftheeres allen ausländischen Luftheeren mindestens ebenbürtig fei mit Ausnahme von Sowjetrußland, dessen Material, wie man anerkennen müsse, bes - s e r fei. Seit dem 1. Juni 1936 seien die modernen Apparate um 37 v. H., die Aufrüstung u m 7 0 v. H. erhöht worden. 1938 werde die französische Flugzeugindustrie 60 v. H. mehr Apparate herausbringen als augenblicklich. Man werde die Bombardierungsfähigkeiten im Frühjahr verdoppeln und 1938 vervierfachen. firiegsminifter Daladier erklärte, die Regierung fei immer bereit, jede Maßnahme zu prüfen, die geeignet fei, eine Rüstungsbeschränkung herbeizuführen und einen Krieg zu verhindern. Die Bemühungen gingen darauf hinaus, einen kommenden Krieg f o kurz w i e möglich zu gestalten. In Spanien habe man jedoch erlebt, daß große Hoffnungen, die man auf gewisses Kriegsmaterial gefetzt hatte, sich nicht verwirklicht hätten. Die Befestigungsanlagen sowie ein starkes Landheer nützten nichts, so erklärte er, wenn man nicht die notwendigen Mannschaften habe. Deshalb habe er ein Korps von 15000 Spezialisten sowie die pflicht- mäßige militärische Vorbereitung der Jugend und die Industrie-Mobilisierung gefordert. Er habe einen Kredit von 19 Milliarden Franken für die Bedürfnisse zum gemeinsamen Kampf gegen den Bolschewismus macht sich auch in den kleineren Demokratien West« und Nordeuropas immer mehr vernehmbar. Reue Materialtransporte für die spanischen Bolschewisten. P a r i s, 3. Febr. (DNB. Funkspruch.) „Action Fran^aise" kann erneut mit Nachrichten aufwarten, die beweisen, daß die Belieferung der spanischen Bolschewisten aus Kreisen der französischen Volksfront weiter geht. Am 26. Januar verließen wieder etwa zehn Lastkraftwagen voll beladen Montreuil (eine örtliche Dorstadt von Paris). Die Abfahrt wurde der Gendarmerie von Montreuil vorher gemeldet. Trotzdem wurde sie nicht verhindert. Es konnten sogar am 1. Februar weitere 30 beladene Lastkraftwagen abfahren, deren Nummern genau angegeben wurden. Die Polizei wußte von diesen Transporten, aber sie wollte oder konnte nicht handeln. Die Führer der sowjetrussischen Kriegsflotte. Moskau, 2. Febr. (DNB. Funkspruch.) Entsprechend den weitgehenden Plänen zur Auftüstung Sowjetrußlands zur See sind Umbesetzungen der höchsten Kommando st ellen in der Kriegsflotte erfolgt. Der bisherige Befehlshaber der sowjetrussischen Ostseeflotte Vizeadmiral („Flottenflaggmann zweiten Ranges") Haller wurde zum stellvertretenden Chef der gesamten Seestreitkräfte ernannt. Das Kommando der Ostfeeflotte übernahm an feiner Stelle der Admiral („Flottenflaggmann ersten Ranges") Siwkow. Als Stabschef wurde ihm Fregattenkapitän I f a k o w zugeteilt. Zum Chef der Seekriegsakademie wurde der Admiral Ludri ernannt. Der erst kürzlich zum stellvertretenden Kriegskommiffar beförderte Admiral Orlow bleibt Oberster Chef der gesamten Seestreitkräfte. Gerichtsentscheid gegen den Sitzstreik bei General Motors Flint (Michigan), 2. Febr. (DNB.) Am Dienstag erhielt die General Motors Corporation einen Gerichtsbeschluß zugestellt, der ihr Unterstützung gegen die sogenannten Sitzstreiker gewährt. Der Gerichtsbefehl verbietet es, Streikposten aufzustellen, und weist die Sitzstreiker an, die zwei besetzten Autowerke innerhalb 24 Stunden ZU räumen. Das Gericht erklärt, dies habe mit der Gesetzmäßigkeit von Sitzstreiks nichts zu tun. Es handele sich lediglich um die Eigentumsrechte der Firma. Die Polizei wurde angewiesen, den Sitzstreikern in den Autowerken von diesem Gerichtsbefehl sofort Mitteilung zu machen. Eine Stunde vor dem Entscheid des Gerichtes hatte die Nationalgarde die Straße vor einem Autowerk im Herzen des Streikgebietes geräumt, Auf dem Gelände der Pariser Weltausstellung schreitet der Bau des Deutschen Hauses rüstig vorwärts. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Moskau bereite! den neuen Theaterprozeß vor Oie Trotzkisten sind an allem schuld. Auch Litwinow-Finkelstein hat sich verdächtig gemacht. wehrpolitisches Verständnis für die Existenz der Nation ebenso wichtig ist wie die Lohntüte für den einzelnen Arbeiter. Eines Tages wird jede deutsche Frau die Antwort auf die Frage: Was ist Wehrpolitik?, eine Antwort, die sie vielleicht nie gehört hat, um so deutlicher fühlen. Eines Tages wird vielleicht — was Gott verhüten möge — jedem Deutschen die kriegerische Prüfung von außen her auf- gezwungen werden, die kein vernünftiger Deutscher wünscht. Aber bestanden werden wird sie nur, wenn aus dem Volke ebensoviel wehrpolitisches Verständnis von unten her heraufsteigt, als wehrpolitische Forderungen von oben her an das Volk herantreten Oie größte deutsche Feldbefestigung. Vor 20 Jahren, im Winter 1916/17, wurde an der Westfront die rund 40 Kilometer lange Sieg- fr i e d st e l l u n g geschaffen. Sie kann als Vorläuferin der Maginot-Linie angesprochen werden, obwohl sie nicht mit mehrstöckigen unterirdischen Anlagen und mit schweren Geschützen ausgerüstet war. Sie stellte aber damals ein geradezu gigantisches Befestigungswerk dar. 1250 Eisenbahnzüge waren, wie Otto Riedicke in feinem Buch „W a s brauchte d e r Weltkrieg?" feftgestellt, notwendig, um allein das Baumaterial heranzuschaf- exposfTtoa trTEfcftKTTOWUf Filmromantik und nüchterne" irklichkeit Kriminalrat Gennat über die Arbeit des Berufskriminalisten. einen Lastwagen mit Lautsprecher der Autoarbeiter- qewerkschaft beschlagnahmt und an beiden Straßenenden acht Maschinengewehre aufgestellt. Auch in den Goodyear Werken in Akron (Ohio) ist es zu Arbeitsstreitigkelten gekommen. Etwa 150 Mann traten m den Streik, blieben aber an ihren Arbeitsplätzen. Daraufhin hat die Verwaltung die Belegschaft m Starke von 5000 Köpfen ausgesperrt. Beleuchtungsvorschnften einhalien! Verschärfte Berkehrskontrolle. Berlin, 2. Febr. (DNB.) Der Reichsführer SS und Chef der deutschen Polizei gibt den Polizeibehörden Anweisungen des Relchsverkehrsm,nisters zur Prüfung von Beleuchtungsvorschriften der Kraftfahrzeuge und Fahrräder bekannt: In Eraänzung dieser Anweisungen bestimmt er, daß in schweren Fällen der Zuwiderhandlung die Fahrzeuge bis zur Beseiti- gung der Mängel polizeilich sicherzustel- I e n sind, soweit dies nach Landesrecht zulässig ist. Weiter wendet er sich in aller Schärfe gegen die Rücksichtslosigkeit des sogenannten Abblendens der Scheinwerfer „über Kreuz", das besonders häufig bei Führern von Lastkraftwagen anzutreffen sei. Durch Umstecken der Kabel werde hierbei jeweils nur ein Scheinwerfer, und zwar abwechselnd der linke oder der rechte, abgeblendet. Häufig würden auch für die rechten Scheinwerfer stärkere Glühlampen als zulässig verwendet. Künftig ist gegen Führer von Kraftfahrzeugen, die in so verantwortungsloser Weise andere Verkehrsteilnehmer in Gefahr bringen, mit den schärfsten Mitteln vorzugehen. Die Kraftfahrzeuge find, soweit dies nach Landesrecht zulässig ist, p o - lizeilich sicherzu st eilen, darüber hinaus die verantwortungslosen Krastfahrzeugführer streng zu b e st rasen. Bei den Verkehrskontrollen werden in Zukunft alle Fahrzeuge angehalten werden, deren Führer gegen die Beleuchtungsvorschriften verstoßen. Da die Kontrollen eine unauffällige Beobachtung erfordern, werden hierbei Polizei- beamte in Zivil verwandt werden, die zur unauffälligen Beobachtung den Kraftfahrzeugen ent- aegengeschickt werden. Das Anhalten der Fahrzeuge selbst erfolgt jedoch nur durch Beamte in Uniform. Fast 18 Millionen Bernstein-Abzeichen für die 5. Reichs-Straßensammlung. Berlin, 2. Febr. (DNB.) Wenn am kommenden Samstag und Sonntag die Männer der NSKOV., vom Kyffhäuserbund, Luftschutz, Lustsport und NSD.-Studentenbund Spenden fürs Winter Hilfswerk sammeln, werden fast 18 Millionen Eich- und Kleeblätter zur Verfügung stehen. Diese Schmuckstücke aus „deutschem Gold^ haben Über 10 0 0 ost preußischen Familien Arbeit und Brot gegeben und sollen für jeden Volksgenossen ein Erinnerungszeichen an seine Opferbereitschaft für die Volksgemeinschaft sein. Schon seit Monaten arbeitet die ostpreußische Bernsteinindustrie an dem Abzeichenauftrag für die 5. Reichsstraßensammlung des Winterhilfswerkes. Der erste Auftrag der Reichsführung des WHW. in Höhe von 14 Millionen Bernsteinabzeichen wurde um fast vier Millionen erhöht. Die Schundliteratur der „Detektivromane", bekannt aus den verlogenen Heften gewisser Kolportageunternehmen von einst, und eine gewisse Sorte alberner „Kriminalfilme" der früheren Filmproduktion haben in Publikumskreisen irrige Vorstellungen über Wesen und Arbeit des Kriminalisten entstehen lassen. Nachstehend schildert ein weit über Deutschland hinaus bekannter Fachmann, der Berliner Regierungs- und Kriminalrat G e n n a t, die wirkliche Tätigkeit des Be- _______rufskriminaliste n._______ „Maßgebend für die falsche Auffassung des Publikums", so erklärte Regierungsrat G e n n a t, „war seit Jahrzehnten eine „Detektivliteratur", waren „Detektiv- und Verbrecherfilme", deren Inhalt der eigentlichen Aufgabe eines Kriminalbeamten in keiner Weise gerecht wurden. Man kann sagen, daß fast'die gesamte „Kriminalliteratur" dem Publikum ihre Verbrecher und ihre Detektive in der gleichen „Sherlock-Holmes"-Manier vorführten. Ein toller Kriminalfall wird dargestellt, Kriminalpolizei wird alarmiert, die Beamten, die mit der Aufklärung betreut werden, stehen „fassungslos" vor einem großen Rätsel — bis ein Privatdetektiv auf der Bildfläche erscheint, sich dreimal räuspert, den Tatort besichtigt, einige geheimnisvolle Bewegungen macht, und plötzlich hat fein „Geistesblitz" gezündet; es ist dann nur noch eine Frage von einer bestimmten Zahl von Kapiteln oder Filmmetern, bis der Verbrecher gefaßt ist. Diese „Sherlock-Holmes"-Geschichten haben leider sehr selten etwas mit der Wirklichkeit zu tun; Verbrechen werden nämlich anders geklärt, in einer viel nüchterneren und sachlicheren Arbeit. Der Idealfall, daß ein Verbrechen nur durch theoretisch-wissenschaftliche Ueberlegungen ohne .Mitwirkung zahlreicher Hilfsmittel aufgeklärt werden kann, so ist selten, daß man ihn nicht in Rechnung stellen kann. Vor allem soll das Publikum wissen, die Aufklärung eines Verbrechens ist n i e- tnals ein geistreiches, elegantes Spiel, sondern nur die Folge sehr eingehender Untersuchungen und Ueberlegungen sämtlicher Kombinationen, die möglich -sind. Man kann niemals in unserer Arbeit etwas erzwingen, wofür die Voraussetzungen fehlen; auch unserer Arbeit sind Grenzen gesetzt. Eine der wichtigsten Voraussetzungen für die erfolgreiche Arbeit des Kriminalisten ist seine eigene innere Einstellung zur Sache: Der Beruf des Kriminalkommissars ist kein „Broterwerb", keine „Der- sorgungsmöglichkeit", unser Beruf erfordert oft eine entsagungsvolle Arbeit und den Einsatz des ganzen Menschen. Unser Beruf unterscheidet sich aber auch durch den Umfang, die Art und das Tempo der Arbeit von anderen Berufen; denn diese Dinge werden von den Kriminalisten selbst bestimmt. Die Arbeit ist dann aber auch nicht immer s o interessant, wie das Publikum vielleicht meint. Wollte man alle die Schwierigkeiten, mit denen wir zu kämpfen haben, in einem Buche aufzählen, so würde das Publikum gelangweilt dieses Buch weglegen — und würde eben wieder lieber nach einem „Detek- tioschmöker" greifen, in dem der sogenannte „rote Faden" niemals abreißt, sondern zu den Autors und des Lesers Freude immer hübsch weiter führt, bis der Verbrecher gefaßt ist. Das Fundament unserer Arbeit bei Kapitalverbrechen z. B. ist stets „die Anfangsdia- g n o s e". Es wäre verheerend, wenn unsere Kriminalisten bei einer Alarmierung sofort mit ihren „Kombinationen" beginnen würden, ohne erst einmal den Tatbestand genau festzulegen. Zunächst steht man ja gewöhnlich vor einem Nichts, Der rote Faden von der Tat zum Täter fehlt, der den Sherlock Holmes sonst unbeirrbar zum Ziele führt. Unsere Mordkommissionen haben zunächst nur die eine Aufgabe, die Todesursache zu ermitteln, ob ein Mord wirklich vorliegt, wird sich dann ergeben. Wenn nun aber die Frage „Was liegt eigentlich vor?" geklärt ist, und ein Verbrechen liegt vor, müssen alle, auch die unscheinbarsten Spuren verfolgt werden. Eine geradezu ungeheure Arbeit in der Errechnung unserer Aufgabe muß geleistet werden. Es gilt aus einer^Gleichung mit vielen unbekannten Größen nach und nach alle unbekannten Faktoren festzulegen. Dabei müssen alle mithelfen — alle Personen, die auch nur die geringste Kenntnis von einem der zahlreichen Faktoren haben, müssen festgestellt werden. Das Publikum beeinflußt unsere Arbeit in außergewöhnlichem Maße: die Mitwirkung kann negativ sein, wenn durch fremde Personen der Tatort verändert oder sogar zerstört wird, sie kann und soll positiv sein, indem uns der eine Zeuge in dem Viermillionenvolk Berlins genannt wird, der uns auf der einzig richtigen Spur weiterführt. Ein Beispiel für eine hervorragend positive Mitarbeit gab der Chauffeurmord bei Velten, der ja noch in frischer Erinnerung steht. Nur dadurch, daß das Publikum sich mit großem Eifer an der Aufklärung mitbeteiligte, gelang es, den Mörder nach zweimal 24 Stunden zu entdecken. Immer steht der Täter in irgendwelchen Beziehungen zu anderen Personen — niemals handelt es sich um einen Einsiedler, der nach der Tat vom Erdboden verschluckt wird. Diesen Personenkreis festzustellen, ist das Ziel des Kriminalisten, dessen beste Hilfsmittel die Tagespresse und in letzter Zeit auch der Rundfunk sind. Wir müssen eben den Zeugen finden, der uns den „Tip" gibt — dann können wir unseren abgerissenen roten Faden weiterspinnen und den Täter schließlich finden. Der Kriminalist ist auf die Beobachtungsgabe des Publikums angewiesen. Wie schwach diese Beobachtungsgabe ist, möge jeder selbst beurteilen, der einmal versucht, irgendeine Person aus seinem Bekanntenkreis nach Gesichtsausdruck, Haarfarbe, Kleidung usw. zu beschreiben. Unsere weiteren Ueberlegungen müssen von einer unerbittlichen Strenge und Nüchternheit sein, denn von unseren Ermittlungen können richterliche Entscheidungen über Leben und Tod abhängen. So wird das Publikum verstehen, daß unsere Arbeit kein Gesellschaftsspiel ist, sondern von einem nüchternen Ernst getragen wird, der allein zum Ziel führt. Hat Amerika wieder Hoffnung? Oer schwedische Königsbesuch in Brüssel. Ausbau des Abkommens von Oslo. Brüssel, 2. Febr. (DNB.) Am Dienstagvormittag traf König Gustas V. von Schwe ° den zu einem Staatsbesuch in Brüssel ein. König Leopold III hat sich zum Empfang auf dem Nord- bahnhof eingefunden. Eine unübersehbare Menschenmenge säumte die festlich geschmückten Straßen und bereitete dem Gast einen freundlichen Empfang. Die beiden Könige begaben sich in Staatskarossen, die von einer Schwadron Gardeulanen eskortiert wurden, zum Schloß. Dort hatten sich die Minister und die Präsidenten von Kammer und Senat ein- gefunden. Die belgische Presse widmet dem Besuch des Königs herzliche Begrüßungsartikel. Da sich im Gefolge des Königs aud) der Außenminister Sand- l e r befindet, der mit Außenminister Spaak eine längere Unterredung haben wird, sieht man in Brüssel in dem Staatsbesuch mehr als einen Akt reiner Höflichkeit, Man glaubt, daß die Besprechungen der beiden Außenminister dazu dienen werden, die Möglichkeiten einer engeren Zusammenarbeit der sogenannten neutralen Staaten auf wirtschaftlichem und politischem Gebiet zu untersuchen. Im Schloß veranstaltete der König der Belgier ein großes Galadiner. Bei der Tafel brachte König Leopold einen Trinkspruch aus, in dem er ausführte: Ebenso wie die Schweden erwarten auch wir von den Großmächten vor allem die Aufrecht- erfjalhmg eines Zustandes, der es uns erlaubt, den uns vorn Schicksal vorgezeichneten Weg in Ruhe und Frieden fortzusetzen. In dem Wunsche, ihre wirtschaftlichen Beziehungen noch weiter zu entwickeln, find unsere beiden Länder dem Abkommen von Oslo treu geblieben. Belgien würde sich an die Seite Schwedens stellen, um dieses Abkommen noch zu erweitern und eine Zusammenarbeit im Geist der Unabhängigkeit, der Arbeit und sozialer Wohlfahrt zu begünstigen. In seiner Erwiderung führte König GustafV. aus: Ew. Majestät haben sich in Ihrer ganzen Haltung als würdiger, treuer Dolmetscher des Willens Ihres Volkes bestätigt, sein eigenes unabhängiges Leben zu leben. Ich hoffe, daß gemeinsame' Anstrengungen zu ftuchtbaren Ergebnissen führen werden im Geiste des Osloer Abkommens, das uns auch mit anderen befreundeten Ländern verbindet; eine Uebereinftinunung der Ansichten ist heroor- gegangen aus unserem Glauben an das Grundstatut unserer Staaten, dem Statut der Freiheit und Gesetzlichkeit, und eine unabhängige und weise Politik soll unseren Völkern weiterhin die Wohlfahrt sichern. Kleine politische Nachrichten. Der britische Botschafter in Berlin, der seit August in Berlin ist, ist zum Nachfolger des in wenigen Monaten zurücktretenden Botschafters in Paris, Sir George Clerk, ernannt worden. * Zum Nachfolger des bisherigen schwedischen Gesandten in Berlin, Exz. a f Wirsen, der nach Rom geht, ist der bisherige Staatssekretär im Handelsministerium ernannt worden. As Wirsen hat Schweden seit 1925 in Berlin vertreten. Von Dr. Friedrich Sohn. Die Mefrage. XI. Auf der ganzen Fahrt durch den amerikanischen Kontinent ist uns das Rasseproblem immer wieder mit größter Deutlichkeit entgegengetreten. Ob wir uns in Neuyork vom Strom der Menschen treiben lassen oder ob im Mittelwesten ein Negerjüngling unsere Stiefel mit neuem Glanz versieht, immer wieder hat man das Gefühl, daß die Rassefrage von entscheidender Bedeutung für Nordamerika sein müsse. Will man die Besonderheiten des gesellschaftlichen und politischen Lebens, die vielen Spannungen und Unausgeglichenheiten des neuen Erdteils verstehen, dann kommt man in der Tat nicht daran vorbei, sich auch mit den Elementen zu befassen, aus denen in dem berühmten „Schmelztiegel" her neue amerikanische Mensch geschaffen werden sollte. Die Unausgeglichenheiten Amerikas find nur zum Teil die Folge der überschnellen Entwicklung, sie find weitgehend auch auf die Unterschiedlichkeit der in diesem Raum lebenden Menschen zurückzuführen. Man kann ohne Uebertreibung sagen: Der Schmelztiegel hat nicht das gehalten, was man von ihm erhoffte. Es ist während der letzten fünfzig Jahre nicht gelungen, die Einwanderer, die bis zum Erlaß der Einwanderungsbefchränkungen im Jahr 1923 in wachsendem Umfang aus Ost- und Südeuropa ins Land kamen, in der gewünschten Weise in das amerikanische Leben einzugliedern. Der Schmelztiegel funktionierte nur, solange die Mehrzahl der Einwanderer nordeuropäischer Abkunft war. Er begann zu versagen, als die Unterschiede der neuen Einaewanderten zu den alten Amerikanern so groß wurden, daß sich einer Vermischung und Einschmelzung Schwierigkeiten entgegenstellten. Es entstanden vor allem in den großen Industriezentren zahlreiche Fremdenviertel, deren Bewohner trotz starker äußerlicher Amerikanisierung von den aus anderem Volkstum hervorgegangenen Amerikanern nicht als ihresgleichen empfunden werden. Es spielt also in Nordamerika nicht nur die Frage der Farbigen eine Rolle, sondern auch durch die weiße Bevölkerung laufen Trennungslinien, die sich nur schwer verwischen lassen. Die Einwanderung aus dem ost- und süd europäischen Raum war in den Jahrzehnten vor der staatlichen Regelung der Einwanderung so groß, daß eine Zurückdrängung des angelsächsisch-germanisch bestimmten Amerikanertums im Bereich der Möglichkeit liegt. Hätte man nicht 1923 bei der Festlegung der Einwanderungsquoten Nordeuropa eine Vorzugsstellung eingeräumt, so wäre eine innere Wandlung des Amerikanertums sogar unvermeidlich geworden. Nachdem jetzt der Strom der Einwanderung fast ganz versiegt ist, hängt die rassische Entwicklung Nordamerikas weitgehend von der Geburtenfreudigkeit der einzelnen Volksbestandteile ab. Die Neger, die etwa 10 v. H. der Gesamtbevölkerung in USA. aurmachen, haben sich bisher trotz einer hohen Geburtenziffer nur wenig vermehrt, weil die Sterblichkeit groß war. Gelingt es den Negern, durch Anwendung der modernen Hygiene die Sterblichkeit zu verringern, so können sie ihren Anteil am Gesamtvolk erhöhen. Dies ist heute um so leichter möglich, eis die weiße Bevölkerung durch die Neueinwanderung nur noch unwesentlich verändert wird. Von der weißen Bevölkerung haben die neuen Einwanderer aus Ost- und Südeuropa im Vergleich zu den Amerikanern nord- europäischer Abstammung eine hohe Geburtenziffer. Ein Anhalten dieses Zustandes würde bedeuten, daß der Blutsanteil Nordeuropas mit der Zeit zurückgedrängt wird und daß damit USA. einen a n- beren Charakter erhält. Nun sind aber die Einwanderer der letzten Jahrzehnte in der Hauptsache in den großen Industriezentren sitzengeblieben, sie bilden dort einen wesentlichen Bestandteil des Proletariats. Läßt unter dem Einfluß der unnatürlichen Lebensweise, welche die Zusammenballung in den Industriezentren und Großstädten nun einmel mit sich bringt, die Geburtenfreudigkeit dieser Menschen erheblicht nach, so mag dadurch die sonst zu erwartende Abkehr vom angelsächsisch-germanischen Wesen aufgehalten werden. Die Stärke des älteren Amerikanertums, das uns verwandt ist, ruht jedenfalls mehr a u f dem Lande als in der Stadt. Das ist Grund genug für uns, die amerikanische Landbevölkerung vom Standpunkt der Rasse noch etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Ganz allgemein kann man sagen, daß die landwirtschaftliche Erschließung Nordamerikas im wesentlichen von Menschen nord europäischer Abkunft durchgeführt worden ist. Die gewaltige Leistung, aus einer.Wildnis in unglaublich kurzer Zeit eine der größten landwirtschaftlichen Erzeugungszentren der Welt zu machen, geht im wesentlichen auf das Konto nordeuropäischer Menschen. Die Einwanderer aus Ost- und Südeuropa kamen erst dann, als der Kontinent, soweit er für die landwirtschaftliche Erzeugung geeignet ist, in Besitz genommen war. Sie bildeten die Voraussetzung für die Industrialisierung des neuen Erdteils, die der agrarischen Erschließung auf dem Fuße folgte. Trotz vieler Veränderungen, die durch den schnellen Besitzwechsel und die Vermischung hervorgerufen werden, ist auch heute noch der nordische Blutsanteil auf dem Lande viel stärker als in der Stadt. Das trifft besonders für den landwirtschaftlichen Mittelwesten zu. In den spezialisierten Gemüse- und Obstbetrieben des Ostens und im pazifischen Raum haben allerdings Menschen südeuropäischer Herkunft überall festen Fuß gefaßt. Am Stillen Ozean sind auch die vor dem Einwanderungsverbot hereingekommenen Gelben vielfach im Obstund Gemüsebau anzutreffen. Die Viehwirtschaft und die allgemeine Landwirtschaft ist dagegen vorwiegend eine Angelegenheit von Menschen nord- europäischer Herkunft, die ohne viel Widerstand im älteren Amerikanertum aufgingen. Ganz besondere Verhältnisse herrschen im Süd - o ft e n der Union. Dort wurden durch die Einfuhr der Neger aus Afrika und durch die Gründung der kapitalistischen Baumwollplantagen von vornherein halb koloniale Verhältnisse geschaffen. Das hatte zur Folge, daß die spätere europäische Einwanderung — wenn wir von einigen Ausnahmen absehen — den Süden mied. Man legte keinen Wert darauf, sich in einen Konkurrenzkampf mit dem Neger einzulassen. Auch die sog. Befreiung der 'N e g e r durch den Bürgerkrieg, die das alte Plan- tagensystem in eine von weißen Grundherren beherrschte Teilpächterwirtschaft umwandelte, hat im Grunoe nicht allzuviel geändert. Der Süden blieb im vorigen Jahrhundert ohne den belebenden Zustrom neuer Einwanderer aus Nordeuropa, die im Mittelwesten zusammen mit den rassisch ähnlichen Westwanderern den eigentlichen Typ des Amerikaners herausbildeten. Der alte Süden konnte eine solche Entwicklung nicht mitmachen, die starke Neger- bevölkerung erzwang das Verharren bei mehr aristokratischen Gesellschaftsformen. Trotz des äußerlich gleichmachenden Einflusses der amerikanischen Zivilisation mußten die Unterschiede zwischen Nord und Süd eher größer als kleiner werden. Für die Zukunft besteht die Möglichkeit einer neuen Wandlung des Amerikanertums, wenn nämlich die anders gearteten Einwanderer der letzten Jahrzehnte allmählich in den Volkskörper eingeschmolzen werden. Wie stark das rassische Bild der weißen Bevölkerung sich dadurch verändern wird, hängt von der Geburtenfreudigkeit der einzelnen Volksbestands, teile ab. Von welcher Seite man auch tiefer in die amerikanischen Probleme einzudringen sucht, immer stößt man auf die Rassenfrage, die entscheidend für die Zukunft des Landes sein wird. Kunst und Wissenschaft. Der Maler Richard Hoelscher 70 Jahre all. Der bekannte Darmstädter Maler Prof. Richard Hoelscher feiert am 5. Februar seinen 70. G e - burtstaa. Der Künstler steht in den Reihen der besten deutschen Maler unserer Zeit. Seine große Kunstleistung und sein hervorragendes Verständnis für die hessische Heimat und für den hessischen Menschen zeigte in der Öffentlichkeit zuletzt vor etwa zwei Jahren die umfangreiche Sonderausstellung in den Räumen der Darmstädter Kunsthalle, die zum 50jährigen Künstlerjubiläum zusammengetragen war, einen ausgezeichneten Ueberblicf über das große Können des Künstlers und seine Eigenart bot und eingehende Würdigung und hohe Anerkennung in weiten Kunstkreisen fand. Professor Hoelscher ist in Alsfeld geboren. Seine Heimatstadt hat immer regen Anteil an den Erfolgen und den Anerkennungen, die dem Künstler zuteil wurden, genommen, wie auch der Künstler der Stadt Alsfeld in inniger Heimatliebe zugetan ist. — Wir bringen in der nächsten „Heimat im Bild" eine eingehende Würdigung von Hoelschers künstlerischem Schaffen. Aus aller Welt. Prinz Karneval in Köln. In Köln hat die Herrschaft des Prinzen Karneval begonnen. Am Dienstagabend wurde die Thronbesteigung Hermanns I. unter glänzender Prunkentfaltung und großer Fröhlichkeit mit der offiziellen Proklamation vollzogen. In den Kölner Stadtfarben Rot und Weiß, in Blüten und Grün prangte der Große Saal des Gürzenich. Auf dem Podium wölbte sich ein großartiger Baldachin über dem Thronsessel Seiner Tollität des Prinzen, Ihrer Lieblichkeit der Jungfrau und Seiner Deftigkeit des Köllschen Bauern. Alles, was in Köln Rang und Namen besitzt, hatte sich eingefunden. Die Korps erwiesen Prinz, Bauer und Jungfrau mit lustigen Tänzen Reverenz. Die bekanntesten Kölner Karnevalisten hielten ihre Vorträge. Freude und Heiterkeit herrschte unter dem Narrenvolk, das auf diese althergebrachte Weise den Regierungsantritt des Prinzen Karneval feierte. Anstieg des Fremdenverkehrs. Der Anstieg des Fremdenverkehrs gegenüber dem Vorjahr hat im Dezember 1936 weitere Fortschritte gemacht. In 667 wichtigen Fremdenverkehrsorten des Deutschen Reiches wurden 951000 Fremdenmeldungen und 2,69 Millionen Fremdenübernachtungen gezählt, d. h. 15 und 18. vom Hundert mehr als im Dezember 193 5. Aus dem Ausland sind gegenüber dem Dezember 1935 die Meldungen um 12 v.H. auf 58 145 und die Uebernachtungen um 27 v. H. auf 216 763 gestiegen. Ritt durch Deutschland im Dienst des WhD. Auf ihrem Ritt durch Deutschland traf in Kassel die bekannte Reiterin Frau Friedel Schumann ein, die in diesem Winter einen Distanzritt durch ganz Deutschland durchführt, auf dem sie für das Winter Hilfswerk sammelt. Die Reiterin wurde vom Musikkorps des Artillerie-Regiments und von einem SA.-Reitersturm feierlich eingeholt und zum Rathaus geleitet, wo sie von Stadtrat Harms im Namen der NSV. begrüßt wurde. Frau Schumann wird nach einer Sammlung in den Betrieben und Straßen Kassels ihren Ritt fortsetzen, der sie bis nach Saarbrücken führt, von wo am 31. März die Rückreise angetreten wird. Schwere Sturmverwüstungen an der ligurischen Küste. Der heftige Sturm, der die ganze ligurische Küste in den letzten Tagen heimgesucht hat, hatte in der Gegend von Aldenga neue Verheerungen zur Folge. Dabei wurden mehrere Häuser überschwemmt. Eine Strecke von etwa zwei Kilometer, auf der sich früher blühende Gärten befanden, ist in eine Wüstenei verwandelt worden. In Varazza stürzte durch den Anprall der Wogen eine Mauer ein, wobei ein Arbeiter umsLeben kam. Drei Tote bei einem Gasunglück in Thüringen. In einer der letzten Nächte brach in einer Straße in Mühlhausen (Thür.) aus bisher noch ungeklärter Ursache das Hauptrohr einer Gasleitung. Das ausströmende Gas drang in drei Wohnhäuser. Rettungsmänner drangen in das eine der betroffenen Häuser ein und fanden dort drei Personen schwer gasvergiftet auf. Wiederbelebungsversuche blieben erfolglos. Eine vierte Person wurde in bedenklichem Zustand ins Krankenhaus gebracht. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Mit dem Aufkommen einer ausgesprochenen Westwindwetterlage hat die Ueberflutung des europäischen Festlandes mit feucht-milder Meeresluft weitere Fortschritte gemacht. Da vom Atlantik weitere Störungen heranziehen, bleibt der unbeständige, aber nicht durchweg unfreundliche Witterungscharakter erhalten. Aussichten für Donnerstag: Gelegentlich aufheiternd, doch meist wolkig und zeitweise auch Regen, bei südwestliche» Winden für die Jahreszeit mild. Aussichten für Freitag: Bei Luftzufuhr aus Süd bis West Fortdauer der unbeständigen und milden Witterung, doch nicht durchweg unfreundlich. Lufttemperaturen am 2. Februar: mittags 2,9 Grad; abends 2,2 Grad; am 3. Februar: morgens 2,4 Grad. Maximum 3 Grad, Minimum heute nacht 1,5 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 2. Februar: abends 0,1 Grad; am 3. Februar: morgens 0,1 Grad. Gute Möbel bei Koos Giessen Schulstn 6 Die Erlangung des Reiterscheins 1937. Achtung Lungkeiter! In den Bereichen der Wehrmeldeämter Friedberg, Büdingen, Gießen und Alsfeld finden am Samstag, 6., Sonntag, 7., und Donnerstag, 11. Februar, nachstehende Prüfungen zur Erlangung des Reiterscheines durch den Beauftragten des Reichsinfpekteurs für Reit- und Fahrausbildung statt: Samstag, 6. Februar: 13.00 Uhr: Gießen, Unioerfitäts-Reitinftitut. 15.30 Uhr: Londorf, Turnierplatz. Sonntag, 7. Februar: 9.00 Uhr: Bad Homburg, Reithalle. 11.30 Uhr: Reichelsheim, Reitplatz. 13.30 Uhr: Nidda, Reitplatz. 15.30 Uhr: Oberhörgern, Reitplatz. Donnerstag, 11. Februar: 9.00 Uhr: Schlitz, Reitplatz. 11.30 Uhr: Alsfeld, Reithalle. 14.30 Uhr: Hungen, Reitplatz. 16.00 Uhr: Gedern, Breitenwiefe. Der Beauftragte des Reicksinspekteurs für Reit- und Fahrausbildung bei der SA.-Gruppe Hessen gez. Wehner, SA.-Standartenführer. Richtlinien für die Erlangung des Keiterscheins. 1. Die Prüfungen zur Erlangung des Reiterscheines (kurz „Reiterprüfung" genannt) erfolgen in den Monaten Februar bis April 1937 derart, daß m jedem Meldeamtsbezirk mindestens eine Prüfung abgehalten wird. Außerdem findet im Bereiche jeder Wehrersatzinspektion eine Nachprüfung statt. 2. Zur Prüfung sind nur Mitglieder des Nationalsozialistischen Reiterkorps (NSRK), sowie Ange- hörige der SS.-Reiterei zugelassen. Der Beitritt zum NSRK. muß jedoch unbedingt vor der Anmeldung zur Reiterprüfung erfolgt sein und vor Beginn der Prüfung durch Vorlage eines Mitgliedausweises bestätigt werden. Der Reiterschein, der nur Gütigkeit hat, wenn er im Jahre vor Beginn der aktiven Dienstpflicht erworben ist, wird nur an solche Bewerber ausgegeben, die im Jahre 1921 oder vorher geboren sind. Für die jüngeren Jahrgänge werden besondere „Jugendreiterscheine" ausgegeben, deren Erwerb den gleichen Prüfungsbedingungen unterliegt. Deshalb ist eine möglichst rege Beteiligung an den Reiterprüfungen auch von solchen Reitern durchaus erwünscht, die für die Dienstzeit noch nicht bzw. nicht mehr in Frage kommen. Meldestellen für das NSRK. befinden sich bei den SA.-Reiterstürmen und sämtlichen SA.-Reiter- standarten, sowie bei den übrigen SA.-Einheiten. 3. Der Reiterschein — erworben in dem Jahr vor Beginn der aktiven Dienstpflicht — gewährleistet: 1. Bei freiwilligem Eintritt in das Reichsheer: Einstellung in den selbstgewählten Truppenteil im Rahmen der allgemeinen gesetzlichen und militärischen Bestimmungen. 2. Bei pflichtgemäßer Aushebung: Bevorzugte Einstellung als Reiter und Fahrer. 4. Die Vorbereitung und Durchführung der Prüfungen ist den Beauftragten des Reichsinspekteurs für Reit- und Fahrausbildung bei den SA.-Grup- pen übertragen. .. 5. Die Bekanntgabe von Ort und Zeit der Prüfungen erfolgt durch die Presse, Rundfunk und Plakate. 6. Die Bewerber haben zu den Prüfungen im allgemeinen mit eigenem Pferd zu erscheinen, doch werden für diejenigen Bewerber, denen dieses nicht möglich ist, Pferde durch das NSRK. bereitgehalten. 7. Bei der Prüfung wird verlangt: 1. Reitausbildung: Vorhandensein eines losgelassenen, geschmeidigen Sitzes. Die Hebungen erstrecken sich auf das Reiten ohne und mit Bügel in allen drei Gangarten auf großem Zirkel mit großen Abständen in Arbeitstempos und Mitteltempos, sowie Freiübungen nach Reitervorschrift Ziffer 69 c und d. Springen ist nicht erforderlich. 2. Kenntnisse in der Fachlehre: Kenntnis und Verschnallen der Kreuzleine 22, Handgriffe bei Wendungen und Paraden am Fahrlehrgerät, Kenntnisse der Verkehrsregeln, Verpassen landesüblicher Kummt- und Sielengeschirre. 3. Kenntnisse in der Pferdepflege: Wartung des Pferdes, Fütterungslehre, Sattlung und Zäumung, Einrichtung behelfsmäßiger Stallungen, Pferdeschonung und -Pflege auf dem Marsch. 8. Der Beauftrage des Reichsinspekteurs händigt in unmittelbarem Anschluß an die Prüfungen die Reiterscheine aus. Denjenigen Bewerbern, welche die Prüfung nicht bestanden haben, wird gelegentlich der Nachprüfung (siehe Absatz 1) noch einmal die Gelegenheit gegeben, den Reiterschein zu erwerben. Dies trifft vor allem in den Fällen zu, in denen die theoretischen Kenntnisse in der Fahrlehre oder die Kenntnisse in der Pferdepflege nicht genügen, jedoch nachgeholt werden können. Gewährung von Härtebeihilfen aus Anlaß der Zinsermäßigung. DNB. Einer am 7. Februar 1936 veröffentlichten Verordnung gemäß können bedürftige Personen deutscher Staatsangehörigkeit, die im Jnlande ansässig sind und das Angebot auf Zinsherabsetzung nach den Zinsermäßigungsgesetzen vom 24. Januar und 27. Februar 1935 angenommen haben, unter gewissen Voraussetzungen auf Antrag eine Härtebeihilfe erhalten. Die Bestimmungen der Verordnung vom 7. Februar 1936 sind durch eine am 29. Januar 1937 veröffentlichte Verordnung dahin geändert worden, daß der der Gewährung von Härtebeihilfen zugrunde zu legende Grenzbetrag Gedenket der hungrigen Vögel! (Gesamtbetrag der Einkünfte) für die Beihilfszahlungen ab 1. Juli 1937 von 1200 Reichsmark auf 1500 Reichsmark erhöht worden ist. Die Familien- zuschläge (300 Reichsmark für den Ehegatten, 200 Reichsmark für jedes Kind) bleiben unverändert. Da die Härtebeihilfe jeweils unter Zugrundlegung der Einkünfte im vorangegangenen Kalenderjahr zu gewähren ist, bedeutet die Erhöhung des Grenzbetrages, daß dieses bereits für die Einkünfte im Kalenderjahr 1936 wirksam wird. Es wird noch besonders darauf aufmerksam gemacht, daß die Anträge auf Gewährung der Beihilfe in jedem Jahre innerhalb der festgesetzten Frist (bis zum 28. Februar) zu erneuern sind. Die Anträge auf Gewährung einer Hartebeihilfe in der Zeit vom Juli 1937 bis Juni 1938 zum Ausgleich des Zinsausfalles im Kalenderjahr 1936 sind bis zum 28. Februar 1937 bei dem zuständigen Bezirksfürsorgeverband einzureichen. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der 1 Schriftleitung.) H. 2L in V. Wenden Sie sich zwecks Auskunft an den Obmann der Aerzteschaft von Oberhessen Dr. Kranz, Gießen, Frankfurter Straße 24. Frau t. in G. Falls anzunehmen ist, daß Ihre Nichte heute im Besitze pfändbaren Eigentums ist, erteilen Sie dem Gerichtsvollzieher erneut Psan. dungsauftrag. Der Ehemann haftet, wenn nichts besonderes vereinbart ist, nicht für die Schulden seiner Frau. Ihr Anspruch gegen Ihre Nichte ist durch deren Bestrafung nicht erloschen. Rundfmikprogramm Donnerstag, 4. Februar. 6.00 Uhr: Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause, 7.00: Nachrichten. 8.10: Gym- nastik. 8.30: Ein Morgengruß aus der Westmark. Es grüßt das Trierer Unterhaltungsorchester. 9.30: Nur Koblenz-Trier: Nachrichten. 10.00: Schulfunk. Volksliedsingen. 11.00: Hausfrau, hör zu! 11.30: Landfunk. 11.45: Sozialdienst. 12.00: Musik für Alle! 13.00: Nachrichten: anschließend auch aus dem Sendebezirk. 13.15: Musik für Alle! 14.00: Nachrichten. 14.10: Musikalisches Farbenspiel. 15.00: Volk und Wirtschaft. 15.15: Kinderfunk. 16.00: Unterhaltungskonzert. 17.00: Kleine Instrumentalmusik mit Harfe. 17.30: Was brachten die Zeitschriften des Monats? (Januar). 17.40: Nahe Geschichte und ihre Chronik. 18.00: Von Köln: Blasmusik. 19.00: Un- terhaltungs- und Tanz-Musik. 19.40: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20.00: Nachrichten. 20.05: Carmen; Oper in vier Akten, Text nach Mrimse von H. Meilhac und L. Halevy. 23.30: Tanzmusik. 24 bis 2.00: Nachtkonzert.___________________________ Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bildere Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigen- leiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. XII. 36: 11 25(1 Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts- Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Ptz mehr. Einzeloerkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. S Herr Christian Hehler im Alter von 76 Jahren. Gießen (Marktplatz 19), den 3. Februar 1937. Aste rweg 4 7 741 D 726 D Wilhelmine Häuser Wwe im 79. Lebensjahre. Die trauernden Hinterbliebenen. Gießen (Liebigstraße 15), den 3. Februar 1937. 0567 iiilllllllllllllllllllilllllll Karlheinz im Alter von fast 9 Jahren für immer genommen In tiefer Trauer: 752 D NUSSBRIKETTS C Stadttheater Am 28. Januar entschlief unsere liebe Mutter, Schwiegermutter und Großmutter Die Beerdigung fand auf Wunsch der Entschlafenen in aller Stille statt Nadi kurzer schwerer Krankheit wurde uns unser lieber Sohn, Bruder, Enkel und Neffe Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Elisabeth Heßler, geb. Trinkaus. Verheizen Sie etwos Gutes in Ihrem Herd, dann bleibt um so mehr übrig für etwas Gutes auf dem Herd. Also nicht lange zögern, RUHR-NUSSBRIKETTS für Ihren Küchenherd Die Trauerfeier findet Freitag, den 5. Februar, nachmittags 2 Uhr, in der Kapelle des Neuen Friedhofes statt Oeffenttiche Aufforderung zur Abgabe der Steuererklärung für die Einkommensteuer für das Kalenderjahr 1936 (siehe Anzeige der Finanzämter am 30. Januar 1937). Haushaltes ist, wird zum bald. Eintritt ges. 73vO Auf Wunsch des Verstorbenen fand die Einäscherung in aller Stille statt. Von Beileidsbesuchen bittet man absehen zu wollen. Statt besonderer Anzeige. Nach langem, schwerem Leiden verschied am 30. Januar mein lieber Mann, unser unvergeßlicher Vater, Schwiegervater und Großvater Wer nimmt zirka 10 Zentner Frachtgut diese Woche nach Lauterbach mit? Schr.Angeb.unt. 0561 an d. G.A. 2-Zimmer-tfohog. mit Küche im Zentrum der Stadt zu verm. Baldigst beziehbar. Schr. Anfr. unt. 0557 an den Gießen. Anzeig. 20-22.30 19. Freitag- Miete! Uraufführung Lehrling gesucht Schwank- Operette von Lindt und Diergardt. Mus. Leitung: Hans HampeL Spielleitung: Wolfg. Kühne. Preise von 1.30-4.40 RM. iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimn 3u>e(M25e!6mpnmgoet Schwarzarbeit können «rbeits-Augs- bote von Handwerken» nur mit Namensnennung u. unter Dorlag« desSewerbenachweise« ausgenommen werden. Hll-M auch Silbergeld kauft ständig Erich Beyer Juwelier 7«a Bahnhofstraßei i Telefon 4041. Svez.:vwerbeii. I v. alt. Trauringen 19.30-21.45 Beilerer Tanzabend Hierauf: Die schöne Galaihee Preise von 1.20-4.00 RM. Eintritt gef. 730 Di Oberbürgermeister Ritter. 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Ein vergessener Käse läuft davon, eine Raupe pickt den schönsten Apfel an, die Milchflasche klagt: Mir ist so sauer und so fort. Riesengroß stehen hier die Sünden vergeßlicher oder bequemer Hausfrauen vor ihren Augen. Haben sie diese Unterweisung gesehen, sie werden zu Hause ihren kleinen Bereich mit ganz anderen Augen überprüfen und den Kampf dem Verderb mit ungeahnter Energie aufnehmen. Richten sich diese Belehrungen auch vorzugsweise an die städtischen Hausfrauen, so ist doch auch die Landfrau keineswegs vergessen. Für sie werden technische Hilfsmittel gezeigt, die ihr die übermäßige Arbeitslast, unter der sie vielfach leidet, erleichtern. In 98 o. H. der bäuerlichen Hausbaltungen arbeitet die Bauersfrau täglich 13, 17 und mehr Stunden. Doch — Hilfe wächst heran: ein großes Diorama des weiblichen Arbeitsdienstes zeigt die jungen helfenden Kräfte bei der Arbeit in Feld und Haus. 250 000 Arbeitsmaiden werden in diesem Jahr eingesetzt, um Hilfe zu bringen wo sie nötig ist. Die „Grüne Woche Berlin 1937" ist ein Appell an alle deutschen Frauen: möge er gehört werden. Kreppel-Zack-Fett. Don Snöa Aisch, Äad-Nauheim. Fastnacht ist Volksfest. Ohne Kreppel ist es nicht zu denken. Der dabei so wichtigen Fettbehandlung widmen wir diesmal unsere besondere liebevolle Sorgfalt. Die erste Frage ist: Was für Fett wollen wir nehmen? — Am besten eignen sich Schmalz oder Oel. Auch Tafelfett war viel in Gebrauch. Man kann auch die Sorten mischen. Wer reines Oel verwendet, muß es genau kennen. Niemals darf es grünlich aussehen. Im übrigen ist es ganz gleich, welche Art Oel verwendet wird. Jrn Osten nimmt man vielfach Lein- oder Rapsöl. Wir tun gut, es vor dem Gebrauch auszuglühen. Es wird in einen Kochtopf gegossen, eine rohe geschälte Kartoffel und ein Stück Brot hineingetan, langsam wird es soweit erhitzt, bis das Brot schön braun gebraten ist. Brot und Kartoffel werden herausgenommen. Wir können das Oel jetzt wegstellen Um zu verhindern, daß die Kreppel zu viel Fett trinken und dadurch ihre Leichtigkeit verlieren, geben wir in das kalte Backfett ein paar Eßlöffel Rum. Während des Backens kommt eine große geschälte Kartoffel ins Fett, die durch ihre Feuchtig- keit das allzu schnelle Bräunen des Fetts verhindert. Eine Bäckersfrau, die wegen ihrer Berliner Pfannkuchen berühmt war, legte die fertig gegangenen Kuchen, ehe sie ins heiße Fett kamen, noch ein paar Minuten vors kalte Fenster. Dadurch bekamen sie eine dünne feste Haut, und das Backfett konnte nicht so eindringen. Wenn wir mit Backen fertig sind, gießen wir das Fett noch heiß durch ein feines Sieb, nehmen es sofort vom Herd, lassen es abkühlen, bis es lauwarm ist, gießen eine Tasse warmes Wasser dazu und lassen es vollständig kalt werden. Dann können wir das klare saubere Fett oben abnehmen und für weitere Zwecke aufheben. Den Bodensatz klären wir noch einmal durch ein Tuch, damit alles Schwarze wegbleibt, und geben es an Gemüse. einem praktischen Hauskleid, welches auch mal einen Flecken verträgt, viel ansehnlicher aus als in einem unmodernen Kleid, das mit Staub und Flecken viel häßlicher wirkt. Viel zweckmäßiger wäre es, wenn wir unsere an sich noch guten,'aber unmodernen Kleider der NSV. geben würden. Wenn wir uns selbst die Mühe nicht zu machen brauchen oder wollen, diese unmodernen Kleider zu modernisieren, so gibt es bestimmt noch viele Volksgenossinnen, die es gern tun. Sie nehmen solche Kleider mit Dank entgegen und manche geschickte Hand hat sich mtt solch einer Aen- derung ein hübsches, neues Kleid geschaffen, das ihr über die Jahreszeit hinweghalf. Auf diese Weise sparen wir und helfen viel mehr, als wenn wir unsere Kleider „unzweckmäßig" vertragen. Das Strapazieren im Haushalt halten nur wirklich feste Stoffe gut durch, besonders aber die Waschstoffe. Dadurch sehen wir auch immer sauber und frisch aus und dann sind solche Kleider auch viel hygienischer, besonders wenn wir vor dem Kochtopf stehen. v-L-R- Das drapierte Gewand „Altertum" ünts ist aus gelblichem Krepp Georgette. Sein Rock ist in Sonnenplissees gebrannt. Dem Saum des Schales sind Blätter aus Goldlame aufgenäht, aus Lame sind auch Gürtel, Sandalen, Diadem und Armspangen. Das Ren aiss an ce kleid oben rechts ist aus hellblauem Samt, seine Aermelpuffen und die Blenden am Rocksaum sind aus blauem Krepp- Satin. Haube, Schleier und Halskrause sind aus Silbertüll, die kleinen Filigranknopfe aus Silber. ®ie5rauaufber„@rünenSoii)e" Bon E Schmitt-Hauser Aus flieder- und rosafarben gierenbem Taft ist das Rokokokleid mit den Rüschen aus rosa Tüll und den Garnituren aus lila Samt- und Atlasband. Das Biedermeierkleid ist aus lachsfarbenem Tüll, es wird über einem Unterkleid aus weißer, glänzender Seide getragen. Aus schwarzem Samtband sind seine Garnituren. Der B i e d e r - me ier frack ist aus silbergrauem Wollstoff mit Blenden und Aufschlägen aus dunkelgrauem Krepp- Satin. Der Hut isttzaus grauem Filz. Das Kleid aus der Zeit des C u l de Paris ist aus gelb und schwarz tariertem Taft. Der kleine Hut mit dem schwarzen Schleier ist aus gelbem Stroh. **. paar Vorschläge für ein Kostümfest zeigt heute unsere Modeskizze. Noch keine der Berliner landwirtlchaftl.chen Aus- i stcllungen hat (o sehr die B °.r a n t w-> r tl l ch . keit der Frau als Erzeugerin und Verbrauche- i rin von Nahrungsgütern betont, wie die .Brune i Woche 1937". Ja, sie wird geradezu als der Mittel- . punkt der Schau bezeichnet und ihre Aufgaben im . Volksganzen zweifach dargetan: raste- und kulturpolitisch und wirtschafts- und ernahrungspolitisch. Da die Ausstellung im wesentlichen den Notwendigkeiten des Dierfahresplanes - Leistungs- steiqerunq, Verbrauchslenkung ufw. — gewidmet ist, nimmt naturgemäß auch in der Abteilung, die vor allem die Hausfrau angeht, der ernahrungspoli- tifche Teil gegenüber dem weltanschaulichen den breiteren Raum ein. Die vom Deutschen Frauenwerk betreute Sonder- schau ,D i e s p a r s a m e H a u s f r a u" spricht aus der Praxis für die Praxis. Lustige Wandbilder geben gute Ratschläge: geschrumpfte Kartoffeln in kaltes Wasser gelegt, lassen sich nach kurzer Zeit sparsam schälen ... Ranzige Butter mit Milch oder Salzwasser durchgeknetet wird wieder wohlschmek- kend; in ernsteren Fällen brät man sie aus unter Zusatz von Schwarzbrotkruste und einer Zwiebel — sie ist ein hochwertiges Kochfett. Geknickte Eier sind kein hoffnungsloser Fall — in Essig- ober Salzwasser gekocht, läßt ber Knick nichts auslaufen. So reiht sich ein Küchenkniff, humorvoll illustriert, an den andern und — bas Wichtigste! — sie bleiben im Gebächtnis haften. Eine Vorführungsküche schließt sich an, in ber Meisterinnen ber sparsamen Haushaltsführung ben Besucherinnen jeden Tag etwas Neues vorkochen: „Schmackhafte Brotaufstriche", „Das warme Abenbbrot", „Kartoffeln auf mancherlei Art", „Billige Gemüsegerichte", um nur ein paar Kostproben zu nennen, bie an Ort unb Stelle auch versucht werben. Daß bie sparsame Hausfrau als Mitkämpferin gegen ben Verderb in jeglicher Form sich einreihen muß, wirb burch Wort, Bild unb Plastiken sehr anschaulich gemad)t. Sachgemäße Aufbewahrung von Nahrungsmitteln, restlose Verwertung unb Erhaltung ber Abfälle für bie Tiernahrung müssen nebeneinander hergehen, soll der Zweck erreicht werben: Nahrungsfreiheit bes beutschen Volkes. Wie groß bie Bebeutung sparsamer Haushaltführung ist, wirb burch bie Tatsache beleuchtet, baß 70 v. H. bes gesamten Volksvermögens burch bie Hänbe ber Hausfrauen wan- bern. „Nur eine Scheibe Brot" nennt sich eine Sonberfchau in ber Sonberschau: vertrocknet in jebem ber 17 Millionen Haushalte Deutschlands täglich nur eine Scheibe Brot — erleidet bie deutsche Volkswirtschaft ben Verlust ber gesamten jährlichen Roggenernte Württembergs! Darum: Brot sachgemäß, 'b. h. trocken, kühl und luftig, aufbewahren' Der Brotkasten, von dem viele Hausfrauen glauben, daß er sie vor Brotoerlust schütze, darf nicht in der Nähe des warmen Herdes, sondern muß kühl stehen und muß der Luft Zutritt lasten, soll dos Brot nicht hart oder schimmlig werden. Auch Brotreste geben — das zeigt die Vorfuhr- küche — schmackhafte Gerichte Nichts fortwerfen! mahnt die riesig", von der Decke hängende Waage, bei der die Schale „Verlust durch Verderb" mit der Last von IV2 Milliarden Mark zu Boden sinkt, während die Schale Lebensmitteleinfuhr im vergangenen Jahr mit 1 Milliarde be- Das Hauskleid. VA. Ein wenig beachtetes und doch sehr wichtiges Problem in der Forderung der Stossersparnis ist das Hauskleid. Fast alle Hausfrauen neigen dazu, ihre guten Kleider, die unmodern wurden, im Haufe, b. h. bei ber $auscirbßit aufzutragen. Wie oft können wir beobachten daß selbst Seibenkleibchen biesen Weg gingen, weil sie veraltet" waren. Dabei glauben viele von uns Frauen, baß sie bamit sehr sparsam stnb. Sie finb es aber nicht. Denn wenn wir ganz ehrlich finb, biefe sogenannten guten Kleiber sind im Hause sehr schnell unansehnlich und verbraucht. Es kommt ja auch vielen Hausfrauen weniger darauf an, das Kleid nun schnell abzutragen, sondern sie wollen sich vielmehr selbst beweisen daß iie das Kleid wirklich restlos aufgetragen haben. Das ist ein ganz falscher Standpunkt, womit mir Hausfrauen uns selbst schädigen. Denn erstens ist ein unzweckmäßiges Kleid bei der -ausarbeit meistens hinderlich, erschwert uns unsere Arbeit und behindert bie Arbeitslust. Zweitens sehen wir in Dreiklang des Wohlgeschmacks. Raffinade, Marmelade. Schokolade... Im Rahmen bes Vierjahresplanes unb ber mit ihm oerbunbenen Derbrauchslenkung kommt ben Erzeugnissen ber beutschen Zuckerwirtschaft eine ganz besonbere Bebeutung zu, ist boch ber Zucker als überaus gesundes und wohlschmeckendes Nahrungsmittel geeignet, in weitgehendem Maße Fette zu ersetzen. Um einen aufschlußreichen Einblick in die Produktion und die Vielseittgkeit der deutschen Zuckerwirtschaft und damit in die hohe Bedeutung für die Sicherung der deutschen Volksernährung zu vermitteln, veranstaltete die Prefse- abteilung des Derwaltungsamtes des Reichsbauernführers dieser Tage eine Pressefahrt nach Tangermünde mit einer Besichtigung der dortigen Zuckerraffinerie, sowie der Marmeladen-, Fruchtkonserven- und Schokoladenfabrik. An der Veranstaltung nahm auch der Vorsitzende der Hauptvereinigung der deutschen Zuckerwirtschaft, Gustav Behrens, teil, ber bemerkenswerte Ausführungen übet bie not- wenbige, sinnvolle Steigerung bes beutschen Zuckerverbrauchs machte; es ist nämlich nicht Zweck ber Bebarsslenkung, ben Zuckeroerbrauch um jeden Preis etwa berart zu steigern, baß wir anstatt bes einen Stückchens Zucker zum Tee ober Kaffee nun beren zwei nehmen, fonbern bie sinnvolle Verbrauchssteigerung liegt barin, burch erhöhten Verkehr von Erzeugnissen ber deutschen Zuckerwirtschaft andere Rohzucker bis zur schneeweißen Raffinade zu schil- bern. Der Begriff Zucker hat eine Vielfalt von Sorten unb Arten, bie bie Mannigfalttgkeit ber Geschmacksrichtungen wiberspiegelt: Zucker wirb nicht nur mit bem Munbe, auch mit ben Augen gegessen. Daß Kunsthonig unb Sirup ebenfalls zur Zuckerverarbeitung gehören, unb ber Verbrauch biefer Brataufstrichmittel gleichfalls zu verstärken ist, nur nebenbei. Bei ber Marmelabenherstelluna wirb bas Augenmerk vor allem auf bie verbilligte Marrne - labe gelenkt, beren Herstellung burch bie von ber beutschen Zuckerwirtschaft bereitgestellten Mittel ermöglicht worben ist. Welche Mengen hier vorrätig finb unb auf Verbrauch harren, zeigen bie riesigen Lagerräume, wo sich Fässer auf Fässer türmen. Zusammenarbeit von Gartenbau unb Zuckerwirtschaft auf Grunb ber Marktorbnung ist hier ber Motor ber außerorbenklichen Erzeugungssteigerung. Unb was ben brüten „süßen' Ton bes Dreiklanges, bie Schokolabe, betrifft, beren Bestanbteil Kakao ja nicht ber heimischen Scholle erwächst, so hat auch hier bie beutsche Süßwareninbustrie Maßnahmen getroffen, burch vermehrten Zuckeroerbrauch ber Lage Rechnung zu tragen. Welches Gebiet ber Erzeugung man auch immer betrachtet, aus jedem ist bie hohe Bebeutung bes Zuckers für bie beutsche Vvlksernährung unb Ernährungssicherunb ersichtlich. Der Verbraucher aber wirb biefer Bebeutung gerecht, wenn er sinnvoll ben Zuckeroerbrauch vermehrt. Veseelle Haushattsührung. 23on Hilde Ines. VA. Nie in früheren Jahren hätte man geglaubt, baß bas Amt ber Hausfrau eine solche Bebeutung erlangen könnte wie in unseren Tagen. Es gehörte eben bazu, baß ein junges Mäbchen vor ihrer Eheschließung schlecht unb recht kochen lernte unb sich sonstige hauswirtschaftliche Kenntnisse aneignete, aber ber Beruf ber Hausfrau hatte, man muß es schon sagen, burchaus keinen besonberen Rang. Im Gegenteil, bie außerhalb bes Hauses berufstätige weibliche Jugenb blickte meist mit mehr ober min- ber gemischten Gefühlen, wenn nicht gar mit Geringschätzung auf ihre Bekannten unb Freunbinnen herab, beren Lebenszweck in ber Erfüllung haus- unb küchentechnischer Aufgaben bestaub. Verheiratete sich eine von ben so „Ueberlegenen", buchte sie im Hanbumbrehen ber Schwierigkeiten Herr werben zu können, weil sie meinte, bie Führung eines Haushalts sei sozusagen eine selbsttätige Angelegenheit. Mit frischem Mut unb sehr viel Selbstbewußtsein ging man darum ans Werk, war im Anfang auch zufrieden mit sich und den Ergebnissen der neuen Beschäftigung, aber allmählich, als die Fehler und Mißerfolge sich häuften, die Wirtschaftskasse vorzeittg geräumt war, mußte man wohl oder übel allerlei Mängel eingestehen Mit Neid sah man aus die Frauen, die mit ihren Gerichten immer wieder zu überraschen wußten, die selbst mit beschränkten Mitteln glatt auszukommen verstanden, die ihre Kleidung selber anfertigten unb sie ohne frembe Hilfe in Drbnung hielten, bie nie klagten unb jammerten, weil sie bie Haushaltführung wirklich von Grunb auf beherrschten. Mögen berartige Mißstänbe nun auch burch bie systematische Erfassung unserer Schulentlassenen nicht mehr in bem Maße zutage treten, wie noch vor einigen Jahren, so hat boch biefe Generation im Augenblick eine ber verantwortungsvollsten Aufgaben zu erfüllen. Wie sie ihre Angehörigen ernährt unb pflegt, ist für bie Entwicklung bes ganzen Volkes von ausschlaggebenber Bebeutung. Weil viele dieser Frauen bie Notwenbigkeit einer Belehrung schon selbst richtig erkannt haben, besuchen sie bie Mütterschulungskurse mit Eifer unb Interesse, benn plötzlich wirb ihnen bewußt, wie sehr verbesserungsbebürftig ihre eingefahrenen Geleise sich erweisen, unb sie merken, wie schön es ist, wenn man außer neuen Kochrezepten, Anleitung zum Schneibern, zur Säuglingspflege usw. auch ben tiefen Sinn aller Zusammenhänge in wirtschaftlicher unb seelischer Beziehung zu erfassen vermag. Ja, viel zu wenig finb wir uns noch immer herüber klar, baß selbst bie mechanischste Arbeit einen besonberen Gehalt in sich birgt, wenn wir sie in einen Rahmen fügen, bem nicht nur bas rein Alltägliche anhaftet. Das will also heißen, daß man sie nicht mürrisch ober gleichgültig bewältigt, son- bern baß man ihr irgenbeinen kleinen Reiz abzugewinnen sucht. Solch eine Stimmüng überträgt sich ebenso auf bie Zubereitung ber Mahlzeiten, unwillkürlich gelingt bas Essen vorzüglich unb alle Angehörigen behaupten, baß Mutter sich mal roieber selbst übertroffen habe. Sogar an Tatzen, wenn alles anbere auf ben Tisch kommt, als bie vielgerühmten Leibgerichte, bie stets im Nu verzehrt zu sein pflegen, ivährenb von Kohlsuppe ober Graupenpubding unb bergl. meist ein Rest übrigbleibt. Hier fühlt man sich an ber Ehre gepackt, unb zwar sv, baß man seine ganze Künstlerschaft in bezug auf bas Kochen bareinsetzt, um allein schon burch den in der Luft liegenden Geschmack das Hungergefühl anzureizen. Man würzt also mit der nie zu entbehrenden Liebe und ruht nicht eher, bis man selber vom Wohlgeschmack überzeugt ist, unb siehe ba — von Resten, mit benen man sogar vielleicht gerechnet hat, wirb kaum etwas zu spüren fein. Das Geheimnis besteht nämlich darin, baß auf biefe Weife schon vor bem Essen bie Magensäfte angeregt werben, somit ber Appetit gesteigert unb bie Vertraulichkeit ber Speisen gefördert wirb. Natürlich barf man auch bei Tisch keine ärgerlichen Angelegenheiten erörtern, beispielsweise unangenehme Fragen nach Schularbeiten stellen. Dabiirch werben Kinber verstört, sie essen wenig, unb es ist kein Wunber, wenn ihr Gesunbheitszustanb zu wünschen übrig läßt. Nahrungsmittel, vor allem solche, bie bie beutsche Scholle nicht überreichlich hervorbringt, zu sparen. So erfuhr man z. B. von gelungenen Versuchen bes Bäckerhanbwerks, burch verstärkte Verwenbung von Zucker Fett zu sparen. Aber nicht nur für ben Privatverbraucher, für bie gewerbliche Wirtschaft spielt bie Frage bes verstärkten Zuckerverbrauchs eine große Rolle — feit 1933 hat ber Zuckerverbrauch eine Zunahme von runb 20 v. H. erfahren — fonbern auch für bie beutsche Lanb - wirtschaft hat sie außerorbentliche Wichtigkeit. Die Zuckerrübe ist die Hauptstütze der rübenbauen- ben Betriebe, sie gibt ben größten Ertrag vom Hektar, unb bort, wo eine Fruchtfolge mit Rübenbau möglich ist, fallen bie Brotgetreibeernten bis zu 30 v. H. besser aus als in einer Fruchtfolge ohne Rübenbau. Zucker und Brot stehen also auch erzeugungstechnisch in nahem Zusammenhang. Aber auch die Nebenprodukte der Zuckergewinnung, Rübenschnitzel, Melasse und Futterzucker kommen wie- ber ber Lanbwirtschaft als Viehfu11er zugute; Zucker ersetzt nicht nur Fett bei ber menschlichen Ernährung, Zucker schafft Fett bei ber Viehzucht. Wohl selten läßt sich ber Kreislauf unb bie Wechselwirkung ber Volkswirtschaft so einbeutig erkennen, wie bei ber Zuckergewinnung unb -Verarbeitung. Bei ber Besichtigung ber Fabriken fesselte naturgemäß ber Dreiklang bes Wohlgeschmacks Raf - inabe, Marmelabe, Schokolabe bas Interesse bes Verbrauchers. Unmöglich, in wenigen Worten ben Werbegang bes Zuckers vom gelblichen 9JLtfpoit Ehrenpreis des Führers für das Internationale Neit- und Fahrturnier. Der Führer und Reichskanzler hat für das diesjährige Internationale Reit- und Fcchrturnier einen Ehrenpreis gestiftet. Der Preis, eine von dem vor wenigen Tagen verstorbenen Bildhauer Reinhold Kübart (Berlin) geschaffene Bronzenachbildung des bekannten Trakehner Hengstes „Tempelhüter", ist für den am Samstag, 6. Februar, zum Austrag gelangenden Internationalen Mannschaftswettbewerb" bestimmt. Die Universität Gießen bei den Deutschen Hochschulmeisterschasten. Die bisherigen Ergebnisse im Jahre 1937 sind für die Universität Gießen nicht besonders günstig gewesen. Das Entscheidungsspiel um die Srwwest- deutsche Hochschulmeisterschaft in Frankfurt gegen die dortige Universität wurde mit 12:7 verloren. Schuld trägt u. a. das mangelhafte Zusammenspiel der Gießener Mannschaft. Inzwischen sind auch die Frankfurter gegen die Heidelberger Universität aus dem Rennen geworfen worden. Das Ergebnis von 10:2 für Heidelberg spricht von Klassenunterschied. Dagegen hielt sich die Fußballmannschaft gegen das Polytechnikum Friedberg mit 1:1 besser als erwartet. Ein Sieg von der Höhe des Vorspieles war allerdings nicht mehr zu erreichen. Während in Gießen am 23. Januar die Wald- laufmeistevschaften der Universität Gießen vor sich gingen, bei denen im Einzellauf Weigel mit 20:35 Minuten — bei einer Strecke von 6 Kilometer — und die Kulturwissenschaftliche Fachschaft im Mannschaftslauf Sieger wurden, fiel bei den Deutschen Hochschulmeisterschaften in Breslau am 23. und 24. Januar die Gießener Mannschaft im Geländelauf aus, da ein Läufer wegen Verletzung aufgeben mußte. Im Boxen (Leichtgewicht) hatte der talentierte Krausch (Gießen) das Pech, schon im ersten Kampf dem dreimaligen deutschen Hochschulmeister Krüger (Marburg) gegenüberzustehen. Krausch verlor nach Punkten, läßt aber für die Zukunft erwarten, daß er einen vorzüglichen Kämpfer abgeben wird. Um die Schwimmmeisierschaflen der Universität Gießen. Am heutigen Mittwoch, dem 3. Februar, finden im Städtischen Volksbad die Universitäts- Schwimmei st erschaften statt. Auf der Wettkampffolge stehen folgende Disziplinen: Brustschwimmen, Kraulschwimmen, Springen, Mehrkampf (bestehend aus Kraulen, Tauchen und Springen), Staffeln. Offen sind die Wettkämpfe für alle Angehörigen der Universität Gießen (Dozenten, Studenten und Studentinnen). Bis jetzt sind zahlreiche Meldungen eingelaufen, so starten z. B. im Kraulschwimmen 10 Studenten, für das Brustschwimmen ist ebenfalls die gleiche Anzahl Wettkämpfer gemeldet. In den Staffeln wird es zu erbitterten Kämpfen zwischen den einzelnen Fachschaften kommen. Als Einlage werden gezeigt: Rettungsschwimmen und Wasserball. Hessische Gau-Gerätemeisterschasten in Gießen. Die Gaufachamtsleitung des Fachamtes Turnen im Gau XII Hessen hat beschlossen, die diesjährigen Gau-Gerätemeisterschaften (Einzelmeisterschaften) am 2 1. Februar 1 937 in Gießen in der Turnhalle des Turnverein 1846 durchzuführen. In Verbindung damit findet das Ausscheidungsturnen 'für die deutschen Gerätemeisterschaften statt, die am 18. April in Stuttgart zum Austrag kommen. Bei den Gau-Gerätemeisterschaften wird in zwei Stufen geturnt: in Meisterstufe und Oberstufe. Die Pflichtübungen dafür sind im Gauordnungsblatt des Gaues Hessen bereits ausgeschrieben worden. Am 20. und 21. Februar treten auch die Kreisoberturnwarte des Gaues Hessen in Gießen zu einer Besprechung zusammen. Fußball.Gaukampf Hessen - Niedersachsen. Die beiden Gaumannschaften von Hessen und Niedersachsen haben für Sonntag nach Kassel einen Repräsentativkampf vereinbart, der aus beiden Seiten in stärkster Besetzung bestritten wird. Die Gäste stützen sich fast auf die gleiche Elf, die im Pokalkampf gegen Sachsen nur 1:0 unterlag, so daß Hessen schon' eine gute Leistung aufbringen mutz, um erfolgreich abschneiden zu wollen. ♦ Watzenborn-Steinberg — Garbenteich 22:0. Unserem gestrigen Bericht über das Spiel in Watzenborn-Steinberg gegen die 1. Elf von Garbenteich ist nachzutragen, daß das Ergebnis des Spieles 22:0 Tore lautete. VfB. Ruppertsburg. Ruppertsburg — Klein-Linden 1:2 (0:1). Am Sonntag weilten die Turner aus Klein-Linden beim VfB. Ruppertsburg zum fälligen Der- bandsspiel. Daß beim VfB. nur schwer zu gewinnen ist, mußten die Gäste eindrucksvoll genug wahr- nehmen, denn nur unter dem Aufgebot aller Kraft konnten sie Sieg und Punkte erringen. Ruppertsburg leistete mit nur neun Mann erbitterten Widerstand, bis schließlich kurz vor der Pause Klein- Kinden einen Elfmeter verwandeln konnte. Die VfBer kämpften erbittert weiter, mußten sich aber noch ein Tor gefallen lassen. Dann wurde Ruppertsburg überlegen, konnte aber nur ein Tor erzielen. Der Schiedsrichter leitete zufriedenstellend. Turn- und Sportgemeinde Rodheim a. d. Bieber. Rodheim I — Großen-Buseck I 6:3 (2:1). Großen-Buseck erste Elf weilte am Sonntag zum fälligen Verbandsspiel in Rodheim. Man sah einen scharfen Kampf, der besonders hohe Ansprüche an die Spieler stellte. Rodheim konnte durch Elfmeterball die Führung übernehmen, aber bald darauf glichen die Gäste durch ein Mißverständnis der einheimischen Hintermannschaft, aus. Großen-Buseck wurde gefährlicher und drängte, jedoch Rodheim wehrte sicher ab. Bei einem Vorstoß der Einheimischen konnte der Mittelstürmer abermals die Führung erzwingen. Bis Halbzeit änderte sich nichts mehr. Rach dem Wechsel fand sich Rodheim nicht gleich, während Großen-Buseck gut in Fahrt kam. Zweimal mußte sich Rodheims Torhüter geschlagen bekennen. Dies war wie ein Signal für Rodheim. Rodheim lief zur Hochform auf und konnte in den letzten 15 Minuten noch vier Tore schießen und damit der Meisterschaft ein Stückchen näher rücken. Fußballabteilung des Turnvereins Alien-Buseck. Atten-Vuseck I — Tv. 1846 I 13:1 (7:0). Der Meisterschaftsanwärter Alten-Buseck war beim Tabellenletzten zu Gast und siegte nach überlegenem Spiel verdient. Das Ergebnis könnte noch höher lauten, wenn man im Sturm nicht zu eigennützig gespielt hätte. Wenn Alten-Buseck seine gegenwärtige Form beibehält, wird der Elf der Meistertitel nicht zu nehmen sein. Neusel in London abermals erfolgreich. Petersen vernichtend geschlagen. Zum drittenmal traf am Montagabend der Bochumer Schwergewichtler Walter Reusel in London mit dem früheren britischen Empiremeister Jack Petersen zusammen, und dreimal besiegte der blonde Deutsche den baumlangen Boxer aus der Kohlenstadt Cardiff entscheidend. In der zehnten Runde warfen die Sekundanten Petersens zum Zeichen der Aufgabe ihres vollkommen verteidigungsunfähigen Mannes das Handtuch in den Ring und überließen dem Deutschen den Sieg. Kurze Sportnotizen. Geschwister Paus in holten sich bei den in Seefeld (Tirol) durchgeführten österreichischen Kunstlaufmeisterschaften den Titel im Paarlaufen. Beim Berliner Reitturnier gehörte der Montagnachmittag vornehmlich der SA. und SS. Das Jagdspringen um den „Preis des Stabschefs der SA." holte sich Frhr. von Kottwitz auf „Ziethen" unter 30 Teilnehmern. In den beiden Materialprüfungen siegte der Münchener Reitlehrer Gustav Lange. Bayrischer Mei st er im Mannschaftsringen wurde der AC. Bad Reichenhall, der den Rückkampf gegen Roland Bamberg 7:9 verlor, jedoch im Gesamtergebnis der beiden Kämpfe 17:16 knapp gewann. Die Meisterschaft von Württemberg holte sich wieder der KSV. 95 Stuttgart, der den Rückkampf gegen Untertürkheim 10:6 gewann und im Gesamtergebnis 17:15 siegte. Göta Stockholm trug auf der Heimreise von Garmisch-Partenkirchen ein Eishockeyspiel im Berliner Sportpalast aus und erreichte gegen eine Berliner Auswahlmannschaft ein Unentschieden von 1:1. D i e „Große Grünaue r", eine der bedeutendsten der deutschen Großregatten, wird in diesem Jahre am 19. und 20. Juni ausgetragen. Auf 2 7./2 8. Februar verlegt wurden die am Wochenende in Rottach-Egern vorgesehenen Deutschen Skimeisterschaften in der alpinen Kombination Abfahrt und Torlauf. Um jedoch vor den FJS-Rennen noch eine Startmöglichkeit zu haben, werden unsere Vertreter am Wochenende in Innsbruck an den Start gehen. - Saalsportmeisterschasten in krosdors. Die ausgeschriebenen Wettbewerbe für die Saalsportmeisterschaften des Bezirks Gießen waren so besetzt, das nicht alles an einem Tage bewältigt werden konnte. Die Vorspiele der Klasse B und C fanden deshalb schon am Samstagabend statt. Rach hartem, aber doch sportlich ausgetragenen Spielen standen die Mannschaften von Aßlar, Anspach i. Taunus, Rieder-Girmes und Krofdorf in der Endrunde. Hier konnte dann die Mannschaft von Krofdorf Le ich t-B end er E., die allen Mannschaften weit überlegen war, den ersten Platz belegen. In der K l a s s e C standen sich die Mannschaften von Aßlar und Anspach i. T. gegenüber. Das Spiel konnte die Mannschaft von Aßlar Zehner-De- b u s für sich entscheiden. Am Sonntagmorgen begann die A= und I n - g e n d k l a s s e ihre Vorspiele. Bei diesen mußte manche Mannschaft erkennen, daß die Teilnahme an einer Meisterschaft kein Spaziergang ist. Gleich beim ersten Spiel der A-Klasse standen sich die zwei Mannschaften, die als Meisteranwärter in Betracht kamen, gegenüber. Rieder-Girmes und Krofdorf! Dieses Spiel endete unentschieden. Bei der Jugend hatte auch manche Mannschaft unterliegen müssen, so daß spannende Entscheidungen bevor- standen. In der Jugendendrunde hatten sich die Mannschaften von Rieder-Girmes, Wieseck, Krofdorf 1. und 3., den Kampf zu liefern. Um den 1. und 2. Platz war dann nur noch Rieder-Girmes und Krofdorfs 1. im Kampf, den die große körperliche Ueberlegenheit der Mannschaft von Rieder-Girmes en^chied Anschließend wurde um die Meisterschaft der A-Klasse gekämpft. Auch hier standen sich wieder Rieder-Girmes und Krofdorf , gegenüber. Diesmal kam die Mannschaft von Krofdorf, Feiling-Bender W., schneller in Fahrt und konnte die Meisterschaft für sich entscheiden. Zweite Mannschaft wurde Rolte- Hagner, Rieder-Girmes. Im Kun st fahren und Reigenfahren wurden, mit großem Beifall ausgenommen, gute Leistungen gezeigt. Die neuen Meister im 1er- und 2er-Kunstfahren heißen Ott II. und Renz aus Neuhof i. Taunus. Auch die zwei Jugendkunstfahrer von Nieder- Girmes bewiesen mit ihren Fahrern, daß sie einen guten Lehrmeister haben. Der Verein Anspach im Taunus zeigte erneut mit seinen 8er-Kunstreigen, besetzt mit nur älteren Herren, und seinem 6er-Schul- reigen, das in seinen Reihen das Reigenfahren eine ernste Pflegestätte hat. Der Verein Rieder-Girmes beschloß mit seinen 6er-Jugendreigen die Fülle der Darbietungen. Bei der Siegerehrung, die der Bezirksführer B i t t e n d o r f (Freiendiez) vornahm, sah man noch einmal so recht die Freude an den errungenen Siegen aus allen Augen leuchten. (Die Ergebnisse folgen.) Gporiamt „Sraft durch Freude". Heute folgende Kurse: Allg. Körperschule: Lyzeum, Dammstraße Rr. 26. Rur für PL. der NSDAP., Ortsgruppe Gießen-Nord, 20.15 bis 21.45 Uhr. Wirtschaft. Deutschlands Viehbestand 1936. Fwd. Die Viehzählung am 3.12.1936 hat u. a. gegenüber der Zählung am 3. 12. 1935 folgende Gesamtbestände ergeben: 3,41 (3,39) Mill. Stück Pferde, 20,06 (18,94) Rindvieh, 25,86 (22,83) Schweine, 4,33 (3,93) Schafe, 88,26 (86,08) Hühner und 5,88 (5,47) Mill. Stück Gänse. — Im Vergleich mit der Dezemberzählung 1935 ist bei allen Tierarten eine Aufwärtsentwicklung zu verzeichnen. Jtinöermarff in Gießen. Auf dem gestrigen Rinder-Nutzoiehmarkt in Gieren standen 424 Stück Großvieh, 70 Fresser und 95 Kälber zum Verkauf. Es kosteten Milchkühe oder hochtragende Kühe 1. Qualität 430 bis 530 Mark, 2. Qualität 260 bis 350 Mark, 3. Qualität 180 bis 240 Mark, Rinder, einhalb- bis dreioierteljährig, 90 bis 140 Mark, dreioiertel- bis zweijährig 130 bis 200 Mark, tragend 250 bis 440 Mark, Kälber bis zwei Wochen 18 bis 25 Mark, bis vier Wochen 30 bis 45 Mark, bis sechs Wochen 50 bis 55 Mark. Ausgesuchte Tiere über Notiz. Marktverlauf: Schleppend. Nächster Markt: 16. Februar. * * Neue Zuteilung der Bausparkasse Mainz AG. In der 28.Zuteilung der Bausparkasse Mainz AG. vom 29. Januar wurden 120 Bau- parverträge mit 1 232 000.— RM. zugeteilt. Damit belaufen sich die Gesamtzuteilungen (ohne Zwischenkredite) dieser Bausparkasse in den 6 Jahren ihres Bestehens auf 21 236 000.— RM. Die Gesamtbereit- tellungen einschließlich Zwischenkredite betragen 23 Millionen RM. für 2423 Bausparverträge. Allein auf die letzten beiden Jahre entfallen von den Ge- amtzuteilungen 10,6 Millionen RM. Die Zuteilungsleistung des Jahres 1936 mit 5,7 Millionen RM. hat sich gegenüber dem Jahre 1935 mit 4,9 Millionen RM. um rund 20 v. H. gesteigert. Rhein-Mainische Börse. Miltagsbörse: Aktien nachgebend, Renten freundlich. Frankfurt a. M., 2. Febr. Das Geschäft an den Aktienmärkten hatte auch heute nur sehr kleinen Umfang, da Kundschaftsaufträge wieder fast völlig fehlten. Die Kulisse verblieb mangels Anregungen in ihrer abwartenden Haltung. Es erfolgten überwiegend leichte Abgaben, die bei der star- 'en Geschäftsstille meist kleine Rückgänge herbei- ührten. Am Montanmarkt bröckelten Hoesch 0,75, Nannesmann, Rheinstahl und Verein. Stahl bis 0,50 v. H. ab, schwächer lagen Mansfeld mit 161,25 (163), wogegen Harpener 0,50 v. H. höher einsetzten. IG.-Farben bröckelten nach behauptetem Beginn 0,50 v. H. ab auf 170,50, Metallgesellschaft setzten ihre Abschwächung auf 151,50 (152,50) fort. Von Elektrowerten notierten AEG. mit 39 (39,25), Siemens mit 202 (202,75) und Main kraft mit unv. 95. Maschinen- und Motorenwerte lagen knapp gehalten, Moenus aber 0,50 v. H. höher mit 110. Von Einzelwerten verloren Reichsbank 0,75, Westdeutsche Kaufhof 0,40 v. H. Schiffahrtspapiere lagen unverändert. Am Rentenmarkt bewegte sich das Geschäft zwar ebenfalls in engen Grenzen, die Haltung blieb aber freundlich. Insbesondere am Kassarentenmarkt bestand weitere, wenn auch nicht mehr so lebhafte Publikumsnachfrage. Don variablen Werten ließen Altbesitz und Reichsbahn-VA. je 0,13 v. H. nach auf 120,25 bzw. 125,40, dagegen waren späte Schuldbuchforderungen zu 98,65, Wiederaufbauzuschläge zu 76,65 und Kommunal-Umschuldung zu 91,15 gesucht. Das geringe Geschäft am Aktienmarkt dauerte fort; Veränderungen ergaben sich kaum. Weiter rückläufig waren Verein. Stahl mit 117,90 nach 118,50 und Reichsbank mit 188 nach 188,25. Don später notierten Werten lagen bemerkenswert fest: Scheideanstalt 267,50 (265,50), Jul. Berger 143 (141), Holzmann 142,50 (141,50), auch BMW., Bemberg und Hanfwerke Füssen zogen bis 0,75 v. H. an, dagegen verloren Zellstoff Aschaffenburg 1 v. H. auf 136. Die variablen Renten blieben im Verlaufe unverändert. Von Goldpfandbriefen kamen Nass. Landesbank mit 98,25 (98), do. KO. mit 95,50 (95), die übrigen unverändert zur Notiz. Von Liquidationspfandbriefen stiegen Nass. Landesbank auf 102,25 (102), Hess. Landesbank auf 101,75 (101,25), dagegen gaben Rheinische und Pfälzische auf je 101,40 (102) nach. Stadtanleihen lagen fest bei Erhöhungen von 0,50 bis 0,75 v. H. Am Auslandrentenmarkt waren Silbermexikaner fester, 5proz. 9 (8,25), 3proz. 8,75 (8). Im Freiverkehr wurden genannt: Adlerwerke 101,75 bis 103,75, Neue Wayß & Freytag 132,75 bis 134,75, VDM. 154,50 bis 156,50, Pokorny 128,50 Geld, Growag 93 Geld, Frankfurter Handelsbank 30 Geld und Ufa unv. 67,50. Tagesgeld unv. 2,50 v. H. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 1. Febr. Die Mühlen nehmen, soweit Verladungen von der Landwirtschaft erfolgen, diese unmittelbar vom Handel auf. Die Erfüllung der norddeutschen Abschlüsse erfolgt infolge der Schiffahrtsbehinderung verzögert. Gerste und Hafer blieben ohne Geschäft. In Futtermitteln sind Mühlenabfälle und Melassemischfutter nur schwach angeboten. Weizenmehl bleibt lebhaft gefragt, Roggenmehl hat gutes Konsumgeschäft und ist genügend vorhanden. Rauhfutter hatte ein wenig besseres Geschäft. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in Mark: Weizen W 13 211, w 16 214, W19 218, W 20 220, Roggen R 12 174, R 15 177, R18 181, R19 183 Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete.. Weizenmehl, Type 812, W 13 29,15, W 16 29,25, W19 29,25, w 20 29,60, Roggenmehl, Type 997, R12 22,45, R 15 22,80, R 18 23,30, R 19 23,50 plus 0,50 Mark Frachtausgleich. Weizenfuttermehl 13,60; Weizenkleie 13 10,75, W 16 10,90, W 19 11,10, W 20 11,20; Roggenkleie R 12 9,95, R1510,15, R 18 10,40, R 19 10,50 Mühlenfestpreise ab Mühlenstation; Treber 14,00, Höchstpreis ab Erzeugerstation; Heu 5,00 bis 5,50, do drahtgepreßt 5,40 bis 5,90, Weizen- und Roggenstroh drahtgepreßt oder gebündelt 2,40. Frankfurter Pferdemarkt. Fwd. Frankfurt a. M., 2. Febr. Dem gutbe- suchten Pferdemarkt auf dem Gelände des Landwirtschaftlichen Vereins waren am Dienstag etwa 300 Pferde und eine größere Anzahl Fohlen zugeführt. Es wurde flott gehandelt, wobei schwerste belgische Brauereipferde das Paar bis zu 4000 Mark erbrachten. Ostfriesische mittelschwere Rassen wurden das Paar mit 3000 bis 3400 Mark gehandelt, Hunsrücker Pferde bekam man das Paar für 2000 bis 2400 Mark. Leichtere Pferde guter Beschaffenheit konnte man für 600 bis 800 Mark pro Stück haben. Aeltere und schlechtere Pferde standen nur gering im Preis, zwischen 300 bis 400 Mark, sie waren auch schwer verkäuflich. Für ganz gute Tiere wurden die Spitzenpreise mitunter überschritten. Schlachtpferde kosteten in der ersten Qualität 33 bis 35 Mark, in der zweiten 26 bis 28 Mark pro Zentner Schlachtgewicht. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börfe. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Frankfurt a. M. | Berlin Frankfurt a. M. Berlin Schlußkurs Schlußk. Abendbörse Schluß» kurs Schlußk. Mittagbörse Schluß- kurs Schlußk. Abend- börfe Schlußkurs Schlußk. Mittag. börse Datum 1.2. 2.2. 1.2. 22. Datum 1.2. 2.2. 1.2. 2-2. 5% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 5*4% Doung-Anleihe von 1930 .. 4*/z% Hessische Volksstaat von 1929 4%% Deutsche Reichspostschatz von 1934 I...................... 101 98,25 102,5 99,5 100 98,5 120,4 97,75 101,25 98 96 94,9 127 98 95,75 101,5 102 110,25 8,5 14,65 1,3 5,15 5,75 5 9,3 5,025 19,75 127 18 18,13 125,5 189 130,75 114 117 106,9 101,4 98,25 102,75 99,5 100 98,5 120,25 131,5 97,75 101,75 98 96 94,9 127,13 98 95,75 101,5 101,65 110,25 5,65 1,3 5,25 5,75 9,3 4,9 19,75 126 17,75 18,13 125,5 188 129,75 114 117 106,9 101 98,25 102,8 100,13 98,5 120,4 97,75 98 96 127,4 98 102 110,4 8,5 14,5 1,35 5,15 5,75 5 6,3 9,4 5 19,75 126.5 43,75 17,9 18,13 125,65 188,5 130,25 114 117 106,9 101,13 98,13 102,8 99,5 100,4 98,5 120,13 98 96 127,25 98 101,65 110,3 5,65 14,5 1,25 5,15 5,75 5 6,3 9,4 5 19,75 125,75 43 17,75 17,9 125,65 187,75 130,25 114 117 5106,9 Accumulatoren-Fabrik.......12 ä KV-Kunstseide.............O Aschaffenburg Zellstoff........3 Bemberg...................O Bekula..................... 8 Buderus Eisen............... 4 Cement Heidelberg...........7 Gement Karlstadt............6 Ehade A.-E.................. 9 Conti Gummi.............. 11 Daimler Motoren............5 Dessauer Gas............... 4 Deutsche Erdöl..............5 Deutsche Gold- und Silber .... 9 Deutsche Linoleum.......... 10 Elektrische Lieferungen........ 6 Elektrische Licht und Kraft.....7 I. G. Farben-Jndustrie.......7 Felten & Guilleaume.........6 Gesfürel.................... 6 Th. Goldschmidt......... 5 Grihner Maschinen...........O Harpener................. 2 yz Hoesch Eisen............... 3*/2 Philipp Holzmann...........6 Ilse Bergbau................6 Ilse Genüsse................6 Kali Aschersleben............ 5 Klöcknerwerke............. 4% Kokswerke und Chemische Fabttk 6 Lahmeyer.................. 6 Mainkraft................... 4 Mannesmann............... 3 Mansfelder Bergbau.......6/2 Metallgesellschaft.............5 Orenstein & Koppel..........O Rheinische Braunkohle.......12 Rheinische Elektro............ 6 Nyeinstahlwerke.............. 6 Rheinisch-Westfälische Elektro .. 6 Rütgerswerke ............... 6 Salzdetfurth Kali..........?y2 Schustert L Co...............6 Schultheis Pahenhofer........ 4 Siemens & Halske...........8 Süddeutsche Zucker.......... 10 Vereinigte Stahlwerke......3% Westdeutsche Kaufhof.........O Westeregeln Alkali............5 Zellstoff Waldhof............ 6 L tavt Minen...............0,6 202 52 137 107,5 168 120 161,25 227 171,5 129,5 148,5 265,5 169,75 136,75 153 171 142,5 147 131 41,65 155 119,75 141,5 149 144,75 127,25 124,5 95 119,4 163 152,5 225 136,25 151,25 131,13 144,75 185 163 202,75 203 118,75 57 138 159,75 23,5 136 107,5 168,25 119,5 161 227 173,75 129,25 148,5 267,5 169,75 137 152,25 170,4 141,5 147 131 42 155,5 118,5 142,5 149 143 126,5 125,25 95 118,9 161,25 151,5 136,75 151 132,9 145 184 163 201 203 118 56,65 138,25 159 23,75 203 52 137,25 107,5 168,25 119,75 227 171,5 129 118,75 148 169,75 136,25 152,75 171 142 147,25 130 41,65 155,5 119,25 141 180 149,9 145,25 127 143,5 124,75 119,4 163 153,13 90 228 136,25 151,13 131 144,5 184,75 163,5 98 201,5 118,5 56,5 139,25 159,75 23,4 205 136 106,5 168,75 119,75 227 1291,l! 117,25 148,5 169,75 137 152 170,4 141,65 146,75 130,75 42 155,75 118,5 142,5 149,5 139 126,65 143,25 125,75 118,9 161 153 90,25 137,5 151,25 132,65 144,75 184 163,5 98 201 203 117,9 56,65 137 158,5 23,65 4%% Deutsche Reichsbahnschatz von 1936 I.................. Reichsanleihe-Altbesitz.......... Oberhessen Provinz-Anlethe mit Auslos.-Rechten.............. 4Yi% Hess. L an desbk. Darmstadt Goldpfe. R. 12.............. 5/2% Hess. Landes-Hyp.-Bank Liqu. Goldpfe............... 4*/2% Preuß. Landespfdbr.-Anst. Goldpfe. R. 19.............. 4Vi% Preuß. Gold-Komm. R. 20 4/2% Darmstädter Komm.-Lan- desbankR. 6................ Deutsche Komm.-Sammel-Anleihe Auslos.-Rechte I.............. 4’/2% Franks. Hyp. Goldpfe. R. 15 4/2% Franks. Hhp. Gold-Komm. Obl. 2 3.................... sy2% Franks. Hyp. Liquidation Goldpfe..................... 5y2% Rheinische Hyp. Liquidation Goldpfe..................... Steuergutschein-Verrechnungskurs 5% Goldmexikaner von 1899 .... 4% Oesterreichische Goldrente.... 4,2% Oesterreichische Stlberrente. 4*4 Ungarn Staats von 1913 .... 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 5% Rumänen von 1903......... 4*4% Rumänen Gold von 1913.. 4% Einheits-Rumänen......... 4% Türken Bagdad I........... 4% Türken Bagdad II.......... 2*4% l. Anatolier.............. A.G. für Verkehrswesen......6 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Hamburg-Amerika Paket......O Norddeutscher Lloyd..........O Deutsche Reichsbahn Borz.-Akt. 7 ReichsbanL................. 12 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 Eomme^' und Privat-Bank... 4 Deutsche Diskonto........... 4 Dresdner Bank.............. 4 Devi enmarft Berlin — Frankfurt a. BL 1 .Februar 2 .Februar Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Brief Geld Brief Buenos Aires............. 0,747 0,751 0,748 0,752 Brüssel................... 41,94 42,02 41,96 42,04 Mo de Janeiro............ 0,151 0,153 0,151 0,153 Polen.................... 47,04 47,14 47,04 47,14 Kopenhagen............... 54,36 54,46 54,39 54,49 Danzig................... 47,04 47,14 47,04 47,14 London................... 12,175 12,205 12,18 12,21 HelsingforS................ Paris.................... 5.375 11,60 5,385 11,62 5,375 11,60 5,385 11,62 Holland .................. 136,18 136,46 136,16 136,44 Italien................... 13,09 n ji 13,09 13 jj 1 .Februar 2. Februar Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Brief Geld Bries Japan.................... 0,706 0,708 0,706 0,708 Jugoslawien.............. 5,694 5,706 5,694 5,706 Oslo..................... 61,19 61,33 Wien..................... 48.95 49,05 Lissabon.................. 11,055 11,075 11,'06 11,08 Stockholm ................ 62,77 62,89 62,80 62,92 Schweiz.................. 56,89 57,01 56,90 57,02 Spanien.................. 17,48 17,52 17,48 17,52 Prag..................... 8,651 8,669 8,656 8,674 Budapest................. —• Neuhork.................. 2,488 2,492 2,488 2,492 Rr. 28 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)Mittwoch, 3. Februar ^957 Küpreß — ein großer Erfolg! Das Gießener Faschingsfest der Künstler und der presse. Ja, es war ein schönes Fest! Und wenn wir getrost fortfahren, wie es in dem berühmten Liede heißt — „wieder alles voll gewest!" — Jo soll das durchaus keine bösartige Anspielung sein, und es braucht sich niemand getroffen zu fühlen: es war wirklich alles voll, der ganze Club nämlich, mit dem großen Saal und sämtlichen oberen und unteren Nebenräumen. Sehr voll sogar, aber immerhin haben sich die düsteren Prophezeihungen derer nicht erfüllt, die da verkündeten, es werde kein Stuhl zu kriegen sein und kein Bein auf die Erde kommen. Als wir gegen Vr5 Uhr morgens das Fest verließen, waren noch sehr zahlreiche Beine munter in Bewegung, und wir hatten, alles in allem und ohne der ferneren Entwicklung vorgreifen zu wollen, den Eindruck: dies war der Höhepunkt des Gießener Faschings. * Es haben sich also die miesepetrigen Prophezeihungen etlicher Mißvergnügter mit Nichten erfüllt, und die emsigen Vorbereitungen der letzten Wochen haben die schönsten Früchte getragen. Die Veranstalter des Festes, das Gießener Stadttheater, die bildenden Künstler Oberhessens und die Gießener Presse dürfen mit dem Ergebnis zufrieden sein. Wir haben seit einer ganzen Reihe von Jahren kein derartiges Fest mehr in Gießen erlebt; die stürmische, zuletzt beängstigende Nachfrage nach Eintrittskarten und der glänzende Besuch sind gewiß das beste Zeichen dafür, daß auch bei uns, die wir ja den Karneval nicht gerade gepachtet haben, wie die Landsleute weiter südlich und westlich, ein Bedürfnis nach gut in Szene gesetzten Veranstaltungen solchen Stils besteht. Und wenn sich auch für dieses Jahr keine zweite Auflage ermöglichen läßt, fo scheint es doch geboten, im nächsten Fasching ein neues Fest steigen zu lassen. (Wir wollen uns einstweilen einen passenden Namen dafür ausdenken.) * Die Räume des Gesellschaftsvereins waren von Grund auf einer heiteren und farbenfreudigen Verwandlung unterzogen worden. Der Ausstattungsstab des Stadttheaters hatte Hand in Hand mit der Gießener und der oberhessischen Künstlerschaft Ausgezeichnetes geleistet, um dem Fest einen stilgerechten und sinnvollen Rahmen, einen heiteren und faschingsmäßigen Anstrich zu verleihen. Wir wollen es uns versagen, die Namen aller an der Ausgestaltung der Räume Beteiligten aufzuführen; das würde zu weit gehen, und es soll sich niemand übergangen oder zurückgesetzt fühlen: wer in den letzten Tagen und Wochen vor dem Fest Gelegenheit hatte, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen, und wer gestern abend selber da war und vor Beginn oder in den Tanzpausen treppauf, treppab durch die Säle und Galerien wandelte, einzeln oder auch paarweise, der wird bestätigen, daß hier eine vorbildliche Gemeinschaftsarbeit geleistet worden ist, und daß jeder — vom Theater, von der Kunst, von der Presse — mit unermüdlichem Fleiß und liebevoller Hingabe sein Bestes beigesteuert hat, um den Abend zu einem echten, stimmungsvollen Faschingsfest zu machen. * Der große Saal glich einem weiten, durchbrochenen Zelt in Hellgelb und Orange; wenn von Zeit zu Zeit die Scheinwerfer von oben her farbig wechselnde Lichtgarben über die tanzende, wogende Menge fluten ließen, ergaben sich schlechterdings feenhafte Wirkungen. Die Wände und Emporenbrüstungen waren in einem sozusagen monumentalen Faschingsstil ausgemalt. Es war überhaupt alles bemalt, was irgend zu bemalen war, und wir wollen hoffen, daß die enorme Arbeit, die da so gleichsam improvisatorisch geleistet worden ist (für einen einzigen Abend!) auch gebührend gewürdigt wurde. Von der riesigen, wenn auch unvollendeten Schlammbeißer-Büste im Saal mag nur eben die Rede sein, desgleichen vom prächtigen Thron des Prinzen Karneval. Aber es gab auch eine entzückend ausgestattete Alt-Gießener Kneipe. Es gab, in den Nebensälen und über die Galerien verschwenderisch ausgestreut, eine Porträtgalerie der künstlerischen Prominenz von Gießen (erstaunliche Fülle von Charakterköpfen!). Das Bieberlieschen schlängelte sich in katastrophalen Windungen an der Treppenwand zum ersten Stock hinauf, allwo unter anderm ein wirklich grauslicher und neckischer Guckkasten aufgebaut war; wir wissen nicht einmal, ob in allen Stücken Gebrauch davon gemacht worden ist. Den Theaterstammgast begrüßten allerlei vertraute Szenen und Gestalten an der Wand. Die Presse endlich, auch nicht faul, hatte einen Nebensaal unter die Fuchtel bekommen und den berühmten „Spiegel aus Papier", aber sozusagen historisch und ganz im Zeichen von Herrn Hase, an die Wand gezaubert. Wer Zeitung liest, hat mehr vom Leben: wer es jetzt noch nicht eingesehen hat, dem ist wirklich nicht zu helfen. Schon mehr als eine Stunde vor Beginn waren die Räume von einer lustigen, farbenfrohen und erwartungsvollen Menge gefüllt. Bald nach 21 Uhr ging's ernstlich los. Fanfarenstöße und Herolde. Herr Nieren verkündete mit rheinischem Temperament den Einzug des Prinzen Karneval. Unter den Klängen des beliebten Narrhalla-Marsches erschienen alsbald auch seine Tollität Prinz Ernst August I. (W a l tz), vom Volke stürmisch begrüßt. Oberbürgermeister Ritter überreichte ihm nach Befragung der Untertanen den Schlüssel der Stadt und wünschte, der Narrenprinz möge für Tollheit und Fröhlichkeit Sorge tragen, wie es sich geziemt, denn wir haben heute, mehr denn je zuvor, ein Recht zu feiern. Nächst dem Schlüssel ward dem Prinzen ein Ehrentrunk gereicht. Dann sprach Ernst August selber, dankte für den herzlichen Empfang, dem Stadtoberhaupt aber für übertragene Schlüsselgewalt. Sein Kernspruch lautete: Es lebe die Freude, die Liebe, das Glück! Hiernach begann ein festlicher Reigen; die Presse zog ein, die bildenden Künstler marschierten auf in ihrer schmucken Einheitstracht und überreichten einen Pinsel von beachtlichen Ausmaßen. Oberst Ollendorf (H u b) erschien mit Gefolge und verlas eine Proklamation „an die Schlamm- und andern Beißer". Aus „Prinzessin Nofretete" erschien das ägyptische Ballett, ein prächtiger Anblick im farbigen Licht. Herr Lindt und Frl. F 0 r n a l l a z brachten ihr Duett aus „Zarewitsch", Herr Bley (den wir später mit der Geige im Orchester wirken sahen) und Frl. I a ch n 0 w kamen uns ganz spanisch vor, und das Ballett machte mit der „schönen blauen Donau" den Schluß. Stürmischer Beifall folgte sämtlichen Darbietungen. Nachdem sich Prinz Karneval recht leutselig verabschiedet hatte, um anderweitigen Verpflichtungen (in Heuchelheim?) nachzukommen, begann sich das Faschingsfest dem ersten seiner verschiedenen Höhepunkte zu nähern. * Auch der festlichste Festbericht muß ein Ende haben. Wann Schluß war, vermögen wir leider nicht zu sagen. Als wir zu schreiben anfingen, kamen noch lange nicht die letzten Heimkehrer aus der Sonnenstraße. Haben wir niemanden und nichts vergessen? Die Tombola fand reißenden Absatz; die Tanzkapellen spielten unermüdlich; unter den Kostümen waren eine Anzahl wirklich aparter und origineller Modelle zu bewundern; an der Bar, die von Charleys Tante und ihren selbstlosen Helfern emsig betreut wurde, herrschte meistenteils ein auf- und anregender Hochbetrieb ... * Und wenn der Abend auch materiell seinen guten Zweck erfüllt hat, was wir wünschen und hoffen wollen, dann war es nicht nur ein heiteres und unterhaltsames, sondern auch ein in tieferem Sinne befriedigendes Fest. hth. Der Kreis Schotten tagt. NSG. Schotten, 3. Febr. In der Kreisschule der Deutschen Arbeitsfront in Schotten findet am 7. Februar eine Arbeitstagung des Kreisstabes und sämtlicher Ortsgruppen- und Stützpunktleiter der NSDAP., der Vertreter aller NS.-Organisationen, der Ortswarte und Ortsringleiter des Landschaftsbundes „Volkstum und Heimat" und der Vereinsführer des Kreises statt. M Oberbürgermeister Ritter übergibt Sr. Tollität dem Prinzen Karneval den Schlüssel der Stadt. — (Ausnahme: Neuner, Gießener Anzeiger.) Aus der provinzialhauptstavt. Geheimrat Sommer -f. Am gestrigen Dienstag gegen Abend ist nach kurzem Krankenlager an einer Lungenentzündung der Geheime Medizinalrat Prof. Dr. med. et phil. Robert Sommer, der langjährige frühere Direktor der Universitäts-Nervenklinik, im Alter von 72 Jahren verstorben. Mit Geheimrat Sommer ■v '/ ist eine Persönlichkeit heimgegangen, die durch ihr vielseitiges öffentliches Wirken eine der hervor» ragendsten Erscheinungen unserer Universität und des kommunalen Lebens war. Erst jüngst noch, am 19. Dezember v. I., hatten wir anläßlich seines 72. Geburtstages und der damit verbundenen Verleihung der Ehrenplakette der Stadt Gießen durch den Oberbürgermeister an den hochverdienten Gelehrten und langjährigen Mitarbeiter der Gießener kommunalen Arbeit Gelegenheit, Geheimrat Sommer und sein Wirken zum Besten der deutschen Wissenschaft und zum Nutzen unserer Gießener Bevölkerung zu würdigen. Seit 1. April 1895, also seit nahezu 42 Jahren, weilte er als unermüdlicher Schaffer und in vielseitiger Hinsicht interessierter Mann inmitten der Gießener Bevölkerung. Er war am 19. Dezember 1864 zu Grottkau (Schlesien) geboren, hatte in Freiburg, Leipzig und Berlin studiert und war dann an verschiedenen Universitäten und psychiatrischen Anstalten tätig gewesen, ehe er am 1. April 1895 als Direktor die Leitung der unter seiner starken Einwirkung errichteten Psychiatrischen Klinik der Universität Gießen übernahm, die er bis ,311m 1. November 1933, wo er in den Ruhestand trat, innehatte. Obwohl er aus einer von Gießen weit entfernten Gegend unseres Vaterlandes stammte, ist er durch sein langjähriges Wirken und durch seine tief im oberhessischen Volkstum ruhende Verbundenheit mit all seinem Denken und Fühlen ein Gießener und Oberhesse geworden, dessen Liebe zu Land und Leuten in erster Linie seiner zweiten engeren Heimat galt. Diese Tatsache fand u. a. in vielfältiger Weise ihren sichtbaren Grippe und Erkältungskrankheiten sind Togal-Tabletten ein hervorragend bewährtes Mittel. Togal wirkt bakterientötend und harnsäurelösend! Im Anfangsstadium genommen, kann es den Ausbruch der Grippe verhindern. Erstaunliche Erfolge! Seit über 20 Jahren ärztlich und klinisch erprobt! In allen Apotheken. Preis Mark 1.29. 12,6 Lffh., 0,46 Chin. 74,3 Add. sc. sei. Mond über der Waldschlucht. Von Otto Alscher. Das trostlose Grau des Februartages verlischt völlig und geht in ein gespensterhaftes Schimmern der alten Hartschneedecke über. Je tiefer die Felsschlucht rechts in Schwarz versinkt, um so mehr wächst das fahle Bleichen des Schneehanges links mit dem kurzen Eichenwald darüber empor. Aber dann kommt der Mond, noch hält ihn der Wald hoch oben am Kamm fest, nun löst sich die fahle Scheibe, wird voller, runder und schwebt dann kleiner und fern über der Schlucht. Gerade gegenüber stürzt eine Felswand breit und zerschrammt zum Bachgrund ab. Dort unten fällt das Wasser mit eisigem Klirren über Blöcke, glitzert erstarrt in runden Becken, rinnt schmal weiter und bildet wieder einen kleinen Teich, in dem sich still der Mond spiegelt. Und nichts ist zu vernehmen als dieses helle Klirren des Wassers, das winterliche Singen und Glucksen der Wellen. Ist jedes Leben in dieser Einsamkeit erstorben? Harrt es unter Schnee und Eis, tief in den Spalten der Felsen verkrochen auf ein fernes, kaum erhoffbares Erwachen? Da verdunkelt ein Schatten den breiten Glanz des Mondlichtes. Erst ist es nur ein grauer Fleck, der fern sichtbar wird, dann vergrößert er sich rasch und nun, in geisterhafter Lautlosigkeit, schwebt ein Uhu die Schlucht heran, groß und'deutlich huscht er vorbei, blockt in den Wipfel einer alten Eiche ein, wo er schwarz und reglos gegen den Mond steht. Die Seele der Winternacht hat sich zum ersten Atemzug geregt. Schon kommt ihr zweiter Pulsschlag, lieber ein Schneefeld jenseits gleitet ein schlanker Schatten. Wie eine Welle schwingt er in die Felswand, verhasst auf unsichtbarem Halt, sichert hochaufgerichtet, verschwindet auch schon in einer Runse, ist gleich wieder da, schwebt an der glatten Wand empor, schnellt im Sprung tiefer und verschmilzt mit dem Schatten einer Felsnase. Eine Weile bleibt er unsichtbar, doch plötzlich ist der schlanke Leib des Marders mit dem zierlichen Köpfchen an einer mondbeglänzten Stelle wieder da, wo er reglos verharrt; als erwarte er einen Befehl der Nacht, um feinen Weg fortzusetzen. Kaum ist Weißkehlchen, der Steinmarder, verschwunden, tönt ein Pfiff tief aus der Klamm. Hell und mit einem warmen, frühlingshaften Klang ist der Laut, ihm folgt ein seltsames Kichern und schon durchrinnt ein Fischotter einen der silberglänzenden Tümpel, ein zweiter, stärkerer Otter jagt ihm nach, wieder kichert die Feh im verliebten Spiel und verschwindet unter der metallenen Wasserfläche. Verdutzt hält der Rüde an, schiebt sich eine Steinklippe hinauf, späht aus, um sich mit einem Plumps ins Wasser werfend, der wiederauftauchenden Gefährtin zu folgen. Die Nacht weitet sich immer mehr, je höher der Mond steigt. In regloses, gespanntes Harren versinkt das Waldtal. Links, wo eine Zunge niederer Eichenbuschwald in das Schneefeld vorstößt, hoppelt ein Hase den Gestrüpprand entlang und sucht nach karger Aesung. Doch in ihm ist Unruhe, ist ein erregtes Ahnen, das den Hunger nicht zur Wirkung kommen läßt. Immer wieder reckt er sich zum Kegel auf, knabbert nur flüchtig an Ginster und Brombeerranken und hoppelt endlich, wie einen Entschluß fassend, dem Bache zu. Plötzlich schießt dort aus den Haselsträuchern ein anderer Mümmelmann heraus, fällt über den ersten her, eine kurze Balgerei, dann preschen beide den Hang hinauf und verschwinden im Eichenjungwald. Der Mond steht klein und fern über den Bergen, er legt Unendlichkeit zwischen sich und die winterstarre Wildnis. Und doch beherrscht er sie in seiner bleichen Unwirklichkeit, nur der Schein des Mondes ist es, der diesen Bergen, Wäldern und Felsen ausdrucksvolles Eigenleben gibt. Wie jetzt ganz hoch obend am Berge ein zitterndes Heulen 'erwacht, ist dies wie ein müder Sammelruf der Wildnis zur Abwehr gegen den alles vereisenden Frost. Und da knirscht auch schon der Schnee von eiligem Geläuf, das rasch näher kommt, den Bach überfällt und jenseits in den Eichenwald eintaucht. Plötzlich treten schwarz und gedrungen drei Wölfe in den hellen Mondschein des schneefreien Hanges aus. Einer voran, zwei andere dicht nachdrängend, die massigen Schädel sich zugewandt, mit fletschendem Fang und bösem Knurren. Wie aber die Wölfin einen Augenblick Halt macht und nach ihnen zurückschaut, fallen die zwei Rüden übereinander her, suchen sich zu fassen, unterzukriegen. Tosend kracht der Schnee, klappen die Gebisie — da merken sie, daß die Wölfin weitergeeilt ist, schon im Wald des Steilhanges links verschwunden, sogleich lassen sie voneinander ab, und jagen ihr in langen Sätzen nach. Ist es nicht seltsam, daß gerade in der harten Hungerszeit des Winters die Geschlechter der Tiere ihre hohe Zeit der Vereinigung haben? Geschieht dies nur deshalb, damit das werdende Leben mit dem steigenden Jahr in die Welt eintreten kann? Oder —'hat dies der Wille aller Schöpfung darum so eingerichtet, daß es nur jenen Tieren, die Not und Hunger zu überstehen vermochten, den Kampfbewährten und vom Kampfwillen Durchglühten vorbehalten ist, das kommende Geschlecht zu zeugen ... Wie mit klopfendem Pulsschlag umfängt die Stille der Winternacht die Einsamkeit der Berge. Ein Summen ist über dem Walde, als steigen aus endlosen Tiefen keimende Säfte empor, um einen noch fernen, jäh anbrechenden Tag vorzubereiten. Oder, war dieses geheime Raunen nur der Schwingenschlag des Uhus, der auf einmal wieder da ist, um dunkel und breit schattend zwischen den Felsen durch die Klamm zu schweben, dem Osten zu, der ihn ganz fern aufnimmt? Der Uhu ging den Morgen zu holen ... Zwei Männer und vier Glas Bier. Zwei Männer, nennen wir sie Schulz und Schmidt, begegnen sich auf der Straße. „Nett, daß wir uns mal wieder treffen, alter Freund!" sagt Schulz. „Gehen wir einen Augenblick hier in die Kneipe — ich gebe einen aus für uns beide." „Reizend von dir, daß du einen ausgeben willst!" sagt Schmidt. „Nehme ich mit Dank an!" „Zwei große Hell, Herr Ober!" sagt Schulz. Sie trinken. Sie unterhalten sich. Die Gläser werden allmählich leer. „Na, alter Freund, trinken wir noch einen, weil ’s so nett ist?" sagt Schmidt. „Ich gebe einen aus für uns beide." „Reizend von dir, daß du einen ausgeben willst!" sagt Schulz. „Nehme ich mit Dank an!" „Herr Ober, zwei große Hell!" sagt Schmidt. Sie trinken. Sie unterhalten sich. Die Gläser werden allmählich leer. Sie zahlen. Schulz sagt: „Also ich hatte ein Bier für den Herrn da und eins für mich, Herr Ober." Schmidt sagt: „Und ich hatte eins für den Herrn da und eins für mich, Herr Ober." Dann gehen sie. Dann verabschieden sie sich voneinander. Reizender Mensch, dieser Schulz! denkt Schmidt. Immer spendabel! Muß einen immer gleich einladen! Reizender Mensch, dieser Schmidt, denkt Schulz. Immer freigebig! Muß einen immer gleich traktieren! — Und wenn Schulz und Schmidt jemals auf den Gedanken kommen, daß jeder die zwei Glas Bier, die er getrunken i)at, selber bezahlt hat, dann will ich für meine Person kein Bier mehr im Leben trinken! Joachim Lange. , Schwarze Tiger. Kürzlich ist in dem Wald von Dibrugarh in Assam ein prachtvoller schwarzer Tiger lebendig gefangen worden. Ein solcher Fang ist ein ungeheurer Glücks- fall, der dem Jäger ein kleines Vermögen einbringt. Schwarze Tiger, so schreibt der bekannte englische Zoologe Oliver G. Pike anläßlich dieses Fanges, find noch seltener als weiße Elefanten. In Indien find augenscheinlich nur drei frühere Exemplare festgestellt worden, einer im Jahre 1846, der zweite 1914 und der dritte 1928. Alle wurden in Assam oder Burma gefunden oder gesehen. Zwei von ihnen waren tot, und die Kadaver waren so zerstört, daß es unmöglich war, sie zu erhalten; der dritte wurde verwundet, entkam aber. Die schwarzen Tiger müssen alle ihre List zusammennehmen, um sich den Nachstellungen ihrer Feinde zu entziehen. Der uns bekannte gelb und schwarz gestreifte Tiger ist dem Dschungel wunderbar angepaßt, um sich darin zu verbergen, während der schwarze sich scharf aus seiner Umgebung abhebt. Die Wissenschaft hat als Gegenstück zum Albinismus den Ausdruck Melanismus in der Zoologie eingeführt, beide Erscheinungen kommen bei den wild lebenden Tieren vor. In Indien ist der Melanismus seltener als der Albinismus, aber im tropischen Amerika ist beides bei den Säugetieren verhältnis- mäßig häufig. Der Melanismus wird durch cm außerordentliches Uebermiegen des schwarzen Pigments verursacht, der Albinismus hingegen durch einen Mangel daran. Albinos haben gewöhnlich rosa Augen und sind unfähig, das grelle Sonnenlicht wie ihre normalen Genoffen zu ertragerr. Bei Vögeln ist der Albinismus häufiger als bei Säugetieren. Man darf ihn jedoch nicht mit der gewöhnlichen Veränderung verwechseln, der gewisse Tiere alljährlich zu Beginn des Winters unterliegen. Der Berghase zum Beispiel, der im Sommer braun ist, wird, wenn die Berge voller Schnee liegen, weiß; und ebenso vertauscht das Schneehuhn sein braunes Sommcrgefieber im Winter mit weißem Federschmuck. Das im Sommer bräunliche Hermelin liefert uns im Winter den berühmten weißen Pelz. Der „weiße Elefant" ist ein sehr seltenes, fast sagenhaftes Tier. Ein König von Siam schenkte einst ein Exemplar einem verhaßten Rivalen. Der weiße Elefant gilt im ganzen Orient als heilig und ihn umEommen zu lassen, würde als schweres' Verbrechen angeshen werden. Nun war aber der Appetit dieses Tieres fo ungeheuer, daß der neue Besitzer dadurch zugrunde gerichtet wurde, und der König hatte seine Rache. Ausdruck in den mancherlei heimatgeschichtlichen Forschungen, denen sich Geheimrat Sommer mit Eifer widmete, in seiner außerordentlich regen und von reicher Gedankenfülle geleiteten Mitarbeit an den kommunalen Aufgaben unseres Gemeinwesens in früheren Jahren, nicht minder auch in seiner engen Gemeinschaft mit den Volksgenossen in Stadt und Land und schließlich in verschiedenen Schenkungen und Stiftungen, die er, besonders im Verlaufe der letzten Jahre, schon zu seinen Lebzeiten zur Förderung gemeinnütziger Interessen machte. Durch den reichen ideellen Gehalt seines Lebens und Schaffens war Geheimrat Sommer einer der volkstümlichsten Männer unserer Stadt und der engeren Heimat geworden, dem die Wertschätzung und Verehrung weiter Bevölkerungskreise gehörte. Als Schöpfer und langjähriger Leiter des Liebig- museums, aber auch durch feine Limesforschungen und seine Stiftungen für die Studentenschaft und für die Heimatvereinigung Schiffenberg sind ihm für alle Zeiten sowohl im Kreise der Universität wie auch im Bereiche der Volksaemeinschaft in Stadt und Land bleibende Stätten des ehrenuollen Gedenkens sicher. Heber sein Wirken als Forscher, Klinikleiter und akademischer Lehrer zu urteilen, entzieht sich unserer Zuständigkeit. Wir möchten aber doch an seiner Bahre darauf Hinweisen, daß ihm aus den Kreisen seiner Fachwissenschaft, wie von der akademischen Welt überhaupt in dankbarer Anerkennung seiner wissenschaftlichen Leistungen zahlreiche Ehrungen dargebracht wurden, die u. a. ihren Ausdruck fanden in der Ernennung zum Ehrenvorsitzenden und Ehrenmitglied mehrerer fachwissenschaftlicher Vereinigungen und der Gesellschaft Liebig-Museum. Auf dieser hohen wissenschaftlichen Wertschätzung beruhte auch mit, neben der dankbaren Würdigung für die langjährige kommunale Mitarbeit, die obenerwähnte Verleihung der Ehrenplakette der Stadt Gießen durch den Oberbürgermeister. Wer den Vorzug hatte, den nunmehr Heimgegangenen näher kennenzulernen, und dabei seine ausgezeichneten menschlichen Eigenschaften wahrnehmen konnte, wer sich die allezeit tatfrohe und opferfreudige Einsatzbereitschaft dieses Mannes vergegenwärtigt, seine innige Verbundenheit mit den Volksgenossen aus allen Kreisen kennt, der wird ihm über das Grab hinaus allezeit ein ehrendes Gedenken bewahren, wie auch sein Name und seine Werke unvergänglich mit der Geschichte unserer Universität und unserer Stadt an hervorragender Stelle verbunden sein werden. B. Dornotizen. Tageskalender für Mittwoch. StMtheater: 19.30 bis 21.45 Uhr: „Heiterer Tanzabend" und „Die schöne Galathee". — Gloria- Palast, Seltersweg: „Der lachende Dritte". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Und Du, mein Schatz, fährst mit". — Kneipp-Bewegung: 20 Uhr: Vortrag von Anny Stang im „Bayrischen Hof" über „Entartete Kochkunst, die Ursache vieler Krankheiten". — Bekenntnisgemeinde Gießen: 20.15 Uhr: Vortrag von Pfarrer Karl Jakobi, Frankfurt, im Johannessaal. — 20.15 Uhr: Vortrag von Wilma Hartmann im „Hotel Hindenburg": „Frauen können schlank werden und schlank bleiben". Willi Lenz nach Baden-Baden verpflichtet. Willi Lenz, Erster und Solo-Oboist des Städtischen Orchesters Gießen, wurde in gleicher Eigenschaft an das Kur- und Symphonie - Orchester Baden-Baden verpflichtet. Stadttheater Gießen. Heute abend findet die erste Wiederholung des „Heiteren Tanzabends" und „Die schöne Galathee", Operette von Fr. v. Suppö, statt. Das Programm des „Heiteren Tanzabends" setzt sich aus bunten Tänzen, meistens heiteren Charakters, zusammen. — Die Einstudierung der Tänze und choreographische Leitung liegt in den Händen der Ballettmeisterin Irmgard Zenner. Kapellmeister Ernst Bräuer führt die musikalische Leitung. — Hierauf: „Die schöne Galathee", Operette von Fr.v. Suppe. Die musikalische Leitung führt Kapellmeister Ernst Bräuer. Spielleitung: Paul Wrede. Die Titelrolle singt Ilse Castus. — Die Vorstellung findet als 18. Vorstellung der Mittwoch-Miete statt. Anfang 19.30 Uhr, Ende 21.45 Uhr. Kneipp-Bewegung, Ortsgruppe Gießen. Die Ortsgruppe Gießen der Kneipp-Bewegung veranstaltet am heutigen Mittwoch im Hotel „Bayrischer Hof" einen Vortrag über das Thema: „Entartete Kochkunst, die Ursache vieler Krankheiten". Auf die gestrige Anzeige sei besonders aufmerksam gemacht. Die Winlerhilfswerk-Sammlimg der Studenten am 6. und 7. Februar. Aufruf des Saustudentenführers. NSG. Im Kampf gegen Hunger und Kälte werden die deutschen Studenten am 6. und 7. Februar die 5. Neichsstraßensamrnlung des Winterhilfswerkes 1936/37 durchführen helfen. Die Studenten des Gaues Hessen-Nassau, die ihre Pflicht in den studentischen Kameradschaften und Fachschaften und zugleich in den Gliederungen der Bewegung tun, oder als Angehörige der Stamm- Mannschaften die studentische Erziehungsarbeit durchführen, werden auch in diesem Jahr beweisen, daß die tatsächliche Leistung für die Volksgemeinschaft ihr vornehmster Dienst ist. Wissenschaft und studentische Arbeit treten für zwei Tage zurück und die bekannten Sammelbüchsen des Winterhilfswerkes treten dafür in Aktion! Hoch- und Fachschulstudenten marschieren gemeinsam im Geiste des praktischen Sozialismus! Unter dieser Losung steht der Einsatz der studierenden Jugend für die Aermsten unseres Volkes! Heil Hitler! Conrad, Gaustudentenführer Hessen-Nassau. Deine Kraft deinem Volke! NSG. Es ist dafür gesorgt, daß die Reichsstraßensammlungen des Winterhilfswerkes des deutschen Volkes jedesmal ihre besondere Eigenart haben. Die fünfte Reichsstraßensammlung steht unter dem Merkzeichen: Deine Kraft deinem Volk! Das germanische Gold, der Bernstein, liefert den Stoff zu vier verschiedenen Ausführungen von Abzeichen: für das Eichenblatt mit Eichel, das Blatt mit Stiel, das Kleeblatt mit Stiel und das Kleeblatt mit Knopf. Männer, die durch die Tat ihre Einsatzbereitschaft für unser deutsches Volk bewiesen haben und noch beweisen, sind die Sammler. Vor allem stehen die Mitglieder der N a t i o n a l s o z i a l i st i s ch en Kriegsopferversorgung wieder in der Front der Einsatzbereiten. Sie setzen ihr Opfer, das sie im Weltkrieg so ruhmvoll und selbstlos gegeben haben, durch eine neue Tat der Entschlossenheit fort: sie dienen am 6. und 7. Februar ebenso treu wie dereinst im Weltkrieg. Die größte Kriegstat der Welt findet ihre sinnvolle Ergänzung durch die Bereitschaft, dem größten Friedenswerk der Welt zu dienen. Neben den Männern der Nationalsozialistischen Kriegsopferversorgung steht der Reichskrieger- bunb (Kyffhäuserbund) in gleicher Weise bereit, der großen Sache des Führers zu dienen. Die Nationalsozialistischen Studenten schließen sich an als willige Helfer für das große soziale Geschehen, das Deutschland Kraft und Zukunft verleiht. Luftsport und Luftschutz sind gleichfalls zur Stelle, wenn das Winterhilfswerk zu sozialen Tat ruft. Am 6. und 7. Februar steht im Gau Hessen-Nassau wiederum eine entschlossene Front von Kämpfern gegen die Not des Winters. Am ersten Sonntag des fünften Jahres der nationalsozialistischen Staatsführung ist der Wille der Helfer für das Winterhilfswerk noch größer geworden. Die Spender werden am 6. und 7. Februar ihre nationale Ehre darein fetzen, ihren Dank für den sozialen Frieden, der in Deutschland herrscht, dadurch abzutragen, daß sie ihren notleidenden Brüdern helfen. Das Gefühl des sozialen Anstandes und der sozialen Gerechtigkeit wird das Maß des Opfers bestimmen. NSDAP. - Amt für Dolkswohlfahrt. Ortsgruppe Gießeu-Mitte. Pfundsammlung. Arn Mittwoch, 3. Februar, werden die Spenden (Pfundsammlung) durch die NS.-Frauenschaft ein- gefammelt. Die Hausfrauen werden gebeten, den Inhalt der Päckchen auf der Umhüllung kenntlich zu machen und die Mitgliedskarten zur Quittungs- einzeichnung bereitzuhalten. Die Pfundsammlung erstreckt sich während der Dauer des WHW. wieder auf alle Volksgenossen. Ortsgruppe Gießeu-Nord. Wlnlerhilsswerk 1936/37. Die Kohlenhändler werden aufgefordert, die in Zahlung genommenen Kohlengutscheine (Serie D) bis spätestens Freitag, 5. Februar, 20.30 Uhr, auf unserer Geschäftsstelle, Walltorstraße 38, einzureichen. Später eingehende Gutscheine können nicht mehr angenommen werden. Auf der Rückseite der Gutscheine ist die Art des gelieferten Brennmaterials anzugeben, gleichzeitig müssen die Gutscheine den Stempel oder Namen der Kohlenhändler und die Unterschrift, Wohnung, Straße und Hausnummer des Hilfsbedürftigen tragen. NSV., Ortsgruppe Mitte. Velr.: Kohlenabrechnung am 5. Februar. Die Kohlenhändler werden ersucht, die Kohlenscheine der Serie D am Freitag, 5. Februar, um 20.30 Uhr, auf unserer Geschäftsstelle (Zigarrenhaus Möser), Eingang Löwengasse, einzureichen. Es wird hiermit darauf hingewiesen, daß die Rückseite der Kohlenscheine außer der Unterschrift des Händlers auch die Unterschrift des Empfängers, dessen Wohnung, Straße und Hausnummer und die genaue Bezeichnung der Kohlensorte, tragen muß. Nach dem 5. Februar eingereichte Scheine sind wertlos. Winterhilfswerk 1936/37 Ortsgruppe Gießen-Süd. Kohlenabrechnung. Die Kohlenhändler werden aufgefordert, die in Zahlung genommenen Kohlengutscheine der „Serie D" am Freitag, 5 Februar, von 20 Uhr bis 21 Uhr auf unserer Geschäftsstelle, Crednerstraße 24, einzureichen. Später eingereichte Gutscheine werden nicht mehr angenommen. BDM.- und ZM.-!lntergau 116 Gießen Alle BDM.-Mädel, die jetzt die kaufmännische Gehilfenprüfung ablegen, tragen laut Obergaubefehl am Prüfungstag Kluft. IW.-Splelschar. Alle IM. der IM.-Spielschar treten am Samstag, 6. Februar, um 15 Uhr am Ludwigsplatz an. Sozialstelle. Mädel, die eine kostenlose Ausbildung als NS- Schwefter mitmachen wollen, melden sich sofort bei der Sozialstelle des Untergaus. Die Ausbildung dauert 2 Jahre. Augenblicklich werden auch schon Mädel ab 14 Jahren eingestellt. Die Unlergausührerin. VD7N.-Schwimmableilung. Arn Mittwoch, 3. Februar, beginnt im Volksbad das Training im Rettungsschwimmen. Grund- und Leistungsscheinanwärterinnen melden sich um 18.45 Uhr bei der Schwimmwartin im Dolksbad. JlN.-Schwimmableilung. Ich weife noch einmal darauf hin, daß die Schwimmstunde Dienst ist und nicht unentschuldigt versäumt werden darf. Betr.: Leistungsabzeichen. Montag, 15. Februar, beginnt in der Goethe- schule abends um 8 Uhr ein Sanitätskurs für das Leistungsabzeichen. Alle Anwärterinnen melden sich bis zum 12. Februar am Untergau, Stelle KS. ober sind am 15. Februar in der Goetheschule. Bekr.: Fechlablellung. Mädel, die mitfechten wollen, melden sich bis zum 12. Februar am Untergau, Stelle KS. X Vie deutsche Arbeitsfront fi.5.=bcmeinf(haft „firaft durch freute" Amt: Feierabend. Vorstellung am 13. Februar im Gießener Stadttheater. Am Samstag, 13. Februar, bringen wir als 11. Sondervorstellung im Stadttheater Gießen das spannende, zeitgemäße Schauspiel „Wasser für Canitoga" von Georg Turner. Die Eintrittspreise betragen 70 und 90 Pf. Kartenbestellungen müssen bis zum 6. d. M. auf der Kreisdienststelle eingereicht werden. Aml: Reisen, Wandern und Urlaub. Omnibus fahrt am Rosenmontag nach Mainz. Am diesjährigen Rosenmontag führen wir eine Tagesomnibusfahrt nach Mainz durch, um auch den Arbeitskameraden aus Oberhessen Gelegenheit zu geben, sich den traditionellen Rosenmontags- Zug anzusehen. Der Preis der Fahrt beträgt 4,10 Mark. Anmeldungen werden auf der Kreisdienst- stelle entgegengenommen. Jahresprogramm 1937. Dieses Programm, das alle Reisen des Jahres 1937 enthält, ist zum Preis von 20 Pf. auf der Kreisdienftftelle erhältlich. Aml: Deutsches Volksbildungswerk. Vortrag „Grönland und Spitzbergen" am 4. Februar. Am Donnerstag, 4. d. M., hält Dr. Hans Poser, Göttingen, in der Aula der Universität einen Vortrag „Grönland und Spitzbergen." (Auf Grund eigener Reisen.) Die Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde in Gießen hat uns zu diesem Lichtbildervortrag verbillige Eintrittskarten zum Preis von 40 Pf. zur Verfügung gestellt, die auf der Kreisdienststelle erhältlich sind. Der Vortrag beginnt um 20.15 Uhr. Anfragen des Treuhänders muffen beantwortet werden. LPD. Die Treuhänder der Arbeit sind häufig genötigt, von Betriebsführern oder Gefolgschaftsmitgliedern Auskünfte einzuholen, um sich die erforderlichen Unterlagen für etwa zu ergreifende Maßnahmen zu verschaffen. Das Gesetz zur Ordnung der nationalen Arbeit erklärt es für ehrengerichtlich strafbar, wenn Mitglieder der Betriebsgemeinschaft schriftlichen Anordnungen des Treuhänders hartnäckig zuwiderhandeln. Wie das Ehrengericht Mitteldeutschland erklärt, sind auch schriftliche Anfragen des Treuhänders, in denen er um Auskunft bittet, als Anordnungen in diesem Sinne anzusehen. Wenn solche Anfragen trotz wiederholter Mahnung nicht beantwortet werden, kann eine Bestrafung wegen hartnäckigen Zuwiderhandelns gegen Anordnungen des Treuhänders erfolgen. An der Strafbarkeit ändert dann auch die nachträgliche Beantwortung der Anfrage des Treuhänders nichts mehr. Brötchen-,Milch-,Dutter- und Eierdiebe gefaßt. Die Kriminalabteilung der Polizeidirektion Gießen teilt uns mit: In den letzten Wochen wurden fortgesetzt Brötchen, die von dem Bäcker bei verschlossenen Türen der Kunden in die dazu bereitgestellten Säckchen und andere Behältnisse gelegt werden, gestohlen. Auch aus den Wagen der Milchhändler verschwanden volle Milch- und Sahneflaschen, Butter und Eier. Die Diebstähle wurden vorwiegend im südlichen Stadtteil verübt. Am vergangenen Freitag gelang es der Kriminalpolizei, einen 52 Jahre alten Mann auf frischer Tat zu erwischen. Aber schon am folgenden Morgen wurden aus der gleichen Gegend wieder Diebstähle gemeldet. Gestern früh konnte auch der zweite Dieb, ein 35jähriger Mann do* hier, festgenommen werden, nachdem er vorher einen Fluchtversuch ergebnislos unternommen hatte. 32 Brötchen hatte er bereits im Besitz. Er ist geständig, fast täglich bis zu 50 Brötchen, ebenso die als gestohlen gemeldete Butter, Milch und Eier entwendet zu haben. Bei der Durchsuchung in seiner Wohnung wurden drei halbe Pfund Butter, zwei Flaschen Milch bzw. Sahne und eine Anzahl leere Brötchensäckchen gefunden. Den Eierkorb und den größten Teil der entwendeten Säckchen usw. hat der Dieb gleich nach der Tat verbrannt, damit bei einem Erwischtwerden feine Beweisstücke aufgefunden werden konnten. Kyffhäuser-Kreisverband Gießen. Der Kyffhäuser-Kreisverband Gießen hielt am Sonntagvormittag eine Arbeitstagung im „Bayrischen Hof" ab. Hierzu waren außer dem Beirat von den Unterverbänden deren Führer, Schieß- und Propagandawarte, erschienen. Der Kreisführer, Oberveterinärrat Dr. M o n - narb, begrüßte die Kameraden, gab einen Rück- Ahbewährtes Haus- und Vorbeugungsmittel, auch bei Grippe u. Erkältungen! Karmelitergeist ' Amol ab 80 Rpf. in allen Apotheken und Drogerien, Das fremde Gesicht. JRomon von Laren. 33 Fortsetzung. (Nachdruck verboten!) „Vermutlich aus Verzweiflung darüber, daß sie sechs Jahre lang ihr Herz an einen Verbrecher gehängt hat. Ich konnte ihr leider nicht verschwei- aen, daß Sie damals an dem Tresoreinbruch in der Berliner Handelsbank beteiligt waren. Armes Ding! Und daß nun ausgerechnet sie es sein mußte, die, wenn auch unwissentlich, Sie der Polizei überliefen hat — das hat ihr wohl den Rest gegeben." Er verließ seinen Platz und trat dicht vor Berf- rand hin, der zusammengesunken, ein elendes Bündel Mensch, auf seinem Stuhl hockte. „Rührt Sie das gar nicht, Stubensand? Sie haben doch sicher das Mädel mal gern gehabt. Glauben Sie, daß Sie es wert sind, daß ein braves und unbescholtenes Mädchen wie die Ina Lenk sich Ihretwegen tötet?" Bertrand begann zu zittern, immer heftiger, feine Zähne schlugen hörbar, wie im Schüttelfrost, aufeinander. Und plötzlich fing er an zu schluchzen, zu winseln und zwischen hemmungslosem Geflenne rang es sich stoßweise aus ihm hervor: „Ich bin nicht schuld'. Ich hab' das nicht gewallt — das nicht! Bloß, weil ich Pech gehabt hab' ... Die Ina — ich hätt' sie geheiratet... Ich wollte zu Geld kommen — bloß darum hab' ich's getan. Ich hab' ja auch nur die Pläne gezeichnet für den Stollen — sonst nichts. Aber dann ist es schief gegangen, und wir mußten türmen... Wenn ich dann vicht diesem Monno in die Hände geraten wäre! Der war mein Unglück. Der hat mich ganz zugrunde gerichtet. Wo der hintritt, wächst 'kein Gras mehr." Meixner stand unbeweglich, mit verschränkte Armen, und hörte aufmerksam zu. Nur bei dem Namen Monno machte er eine flüchtige Bewegung, als ob er Bertrand unterbrechen wollte, und kritzelte dann mit dem Bleistift etwas auf den Notizblock. Irgendwo in der ungeheuren Kartothek seines Gedächtnisses war dieser Name bereits gebucht — er wußte nur nicht mehr, in welchem Zusammenhang. Als Bertrand zu sprechen aufgehört hatte, ließ ihm der Kriminalrat keine Zeit mehr, sich von seiner Erschütterung zu erholen. Vorsichtig, Schritt für Schritt pirschte er sich näher an das Geheimnis heran. In weniger als zehn Minuten hatte er aus dem Arrestanten alles herausgefragt, was er noch zu wissen brauchte, damit die Kette von Beweisen und Vermutungen sich schloß. Als er soweit war, verwandelte sich der Inquisitor auf einmal in einen freundlichen Hausherrn, der den völlig Erschöpften mit einer Zigarette und einem Glas Kirschwasser bewirtete. „Zur Stärkung — so!" Mit wohlwollendem Lächeln sah er zu, wie Ber>- rand den Kirsch hinunterstürzte. „Und jetzt schreiben Sie mir noch rasch ein paar Zeilen an Dr. Allanv, damit er sich nicht zu sehr beunruhigt." Bertrand blinzelte ihn verwirrt an. „Ich denke, er hat schon hier angefragt nach mir? Sie haben doch vorhin gesagt.. " „So — hab' ich das?" Der Kriminalrat zuckte die Achseln. „Dann hab' ich mich eben geirrt. Soviel ich weiß, ist noch keine Abgängigkeitsanzeige gemacht worden. Wundert mich auch gar nicht...“ Er legte einen Briefbogen vor Bertrand hin und reichte ihm Tinte und Federhalter. „Und nun schreiben Sie — bloß ein paar Zeilen: daß Sie das Leben in der Klinik satt haben und so weiter. Und daß Sie das übrige schon selbst mit ihrem Freund — wie nennen Sie ihn eigentlich unter Brüdern, Monno oder Gallatin? —, also daß Sie das mit Gallatin selbst ausmachen werden. Gut... Ihre Sachen würden abgeholt, und wegen der Rechnung? Die soll auch an Gallatin geschickt werden, nach — wie war gleich die Adresse? — Genf, Hotel du Lac, nicht wahr?" Er wartete geduldig, bis Berttand mit seinem Brief zu Ende war. Dann nahm er das noch feuchte Blatt an sich, löschte es ab und steckte es eigenhändig in den Umschlag. „Geben Sie das gleich zur Post, Schleh", sagte er zu dem Wachtmeister, nachdem man den Häftling abgeführt hatte. „Außerdem muß sofort ein Haftbefehl erlassen werden gegen einen gewissen Gallatin alias Monno in Genf, Hotel du Lac." Er unterbrach sich plötzlich und schnalzte mit den Fingern. „Teufel, jetzt eben fällt es mir ein. Da muß doch irgendwo noch ein alter Steckbrief fein, der auf den Namen lautet." Schon als der Patient ins Zimmer trat, hatte Alland ein dumpfes Vorgefühl, eine Art warnender Unruhe, empfunden. Dabei sah der Mann in keiner Weise beunruhigend aus. Ein durchschnittliches blauäugiges Gesicht von jenem etwas stumpfen Typus, dem man gerade hier ziemlich oft begegnete. Uebrigens schien der Mann selber auch ein bißchen unsicher, aber das kam ja gerade bei männlichen Patienten ziemlich häufig vor. Außerdem hatte der Anzug entschieden etwas Kleinbürgerliches. Vielleicht irgendein mittlerer Bankbeamter oder dergleichen, jedenfalls war es beftimmt ein recht harmloser Mensch, der da ebenso umständlich in dem Sessel am Schreibtisch Platz nahm. Zu verrückt — bei jedem neuen Patienten gleich einen Schreck zu bekommen...! „Womit kann ich Ihnen helfen?" fragte Alland mit der unpersönlichen Höflichkeit des vielbeschäftigten Arztes. Der andere murmelte zunächst als Antwort: „Mein Name ist Kühlmann", und dabei machte er im Sitzen eine Art ungeschickter Verbeugung, ohne sich jedoch weiter zu äußern. „Nun — und was führt Sie zu mir?" versuchte Alland ihm behilflich zu fein. In dem Gesicht des Herrn Kühlmann ging plötzlich eine merkwürdige Veränderung vor. Die Biederkeit war mit einemmal wie weggewischt, und statt ihrer trat jetzt ein Ausdruck frech-vertraulicher Verschmitztheit hervor. „Ja — wissen Sie, wer mich an Sie verwiesen bat? Sie werden es nicht erraten. Ihr alter Freund Gallatin...!" Kühlmann kniff dabei verschmitzt ein Auge zu, als hätte er einen prachtvollen Witz gemacht. Alland fuhr zurück wie von der Kugel getroffen. „Ich besitze keinen Freund dieses Namens", entgegnete er mit ruhiger, aber etwas gedämpfter Stimme. „Wenn Sie einen früheren Patienten John B. Gallattn meinen sollten ..." „Na, also! Gewiß doch!" Der andere schien außerordentlich amüsiert, er schlug sich dabei vor Begeisterung sogar geräuschvoll auf den Schenkel, was Alland mit einem nervösen Stirnrunzeln beantwortete. Aber Herr Kühlmann war nun schon einmal im Zuge. „Ein reicher Mann, der Mister Gallatin, ein nobler Mann! Da werden Sie ein gutes Geschäft gemacht haben, denke ich ..Kühlmanns vertraulich grinsende Miene schien von einer kleinen Besorgnis beschattet. „Ganz soviel möchte ich ja nun doch nicht anlegen ... Nichts zu sagen", beantwortete er eine ungeduldige Bewegung Allands, „Sie verstehen Ihre Sache, Herr Doktor. — Respekt! Wie Sie den Gallattn umgearbeitet haben — alle Achtung! Den hätte seine eigene Mutter nicht mehr wiedererkannt. Und dabei haben Sie ihn noch direkt schön gemacht, kein Vergleich gegen früher. Ja, sehen Sie" — Herr Kühlmann beugte sich zutraulich lächelnd vor —, „bei mir kommt es ja nun weniger auf die Schönheit an. Ich hab' es bloß satt, immer mit demselben Gesicht herumzulaufen, das jeder kennt ... Na, Sie wissen schon. — Wir können ja offen miteinander reden — unter Männern. Man hat manchmal so kleine Scherereien mit der Polizei und so. Wenn man das vermeiden kann, warum nicht? Langwierig und schmerzhaft ist die Sache ja auch kaum, nicht wahr? Wenigstens wenn man nicht dauernd Kognak säuft wie unser gemeinsamer Freund Bertrand, hahaha ..." Herr Kühlmann schien von unwiderstehlicher Heiterkeit ergriffen und schlug sich wieder geräuschvoll auf den Schenkel. Aber ehe der Arzt noch heftig erwidern konnte, hatte der andere sich schon von seinem Lachanfall erholt und kehrte mit geschäftlicher Miene wieder zum Thema zurück. „Also da wäre denn ja bloß noch der Kostenpunkt zu besprechen. Wie gesagt, schön brauche ich nicht zu fein — bloß ein bißchen anders. Dafür werden Sie mir ja gewiß auch ’nen kleinen Preisnachlaß bewilligen. Schließlich ..." Herr Kühlmann machte eine Pause, in der plötzlich alle Gemütlichkeit aus feinem Ton und Gehauen verschwand, um dann mit ganz veränderter Stimme fortzufahren: „Schließlich könnten wir Sie ja auch bitten, uns solche kleinen Gefälligkeiten umsonst zu erweisen, natürlich — auf ein bißchen gutes Zureden würden Sie uns gewiß nichts abschlagen. Ich weiß schon. Aber" — und jetzt kehrte Kühlmann wieder zu feiner früheren herzhaften Munterkeit zurück — „leben und leben lassen sc^gt unser Freund Gallatin immer. Wir lassen uns nicht lumpen — wir nicht! Also wie roär's mit fünftausend — Franken natürlich, nicht Dollar", setzte er rasch hinzu, ohne die Zustimmung oder Ablehnung seines Gegenübers abzuwarten. (Fortsetzung folgt!) blick über seine bisherige Tätigkeit besprach den Aufbau im Reichskriegerbund und sprach weiter zur bevorstehenden Reichsstraßensammlung, die von dem Reichskriegerbund in Verbindung mit den anderen beteiligten Organisationen am 6. und 7. Febr. durchgeführt wird und Dienst am Volke ist. Er wies ferner darauf hin, daß die geforderten Termine eingehalten werden müssen. Don allen Kameradschafts- sührern erwartet er eine rege, tatkräftige Mitarbeit. Der Sozialreferent, Kamerad Professor Dr. Schmoll, behandelte in seinen Ausführungen das Unterstützungswesen und gab die letzthin vom Landesverband als Unterstützung bewilligten Beträge bekannt. Hierauf sprach der Kreisschießwart, Kamerad Klein über Schützenversicherung und über das für das Winterhilfswerk durchzuführende Opfer- chießen, das auch als Zimmerschießen durchgeführt werden kann. Ferner gab er bekannt, daß der Kreisoerband Gießen im Schießen an fünfter Stelle des Landesverbandes steht. Er bat um rege Mitarbeit der Unterverbandsschießwarte. Als letzter Redner sprach der Propagandaobmann, Kamerad Köhres, über Propagandawesen, für das er Richtlinien zusammengestellt hat. Der Kreisführer dankte allen Rednern für ihre Ausführungen und schloß die anregend verlaufene Tagung in der üblichen Weise. * ** Oe ffentli che Bücherhalle. Im Januar wurden 2311 Bünde ausgetiehen. Davon kamen auf: Literaturgeschichte 2, Zeitschriften 16, Gedichte und Dramen 22, Erzählende Literatur 1363, Jugendschriften 370, Länder- und Völkerkunde 137, Kulturgeschichte 2, Geschichte und Biographien 272, Kunstgeschichte 12, Naturwissenschaft und Technologie 45, Heer- und Seewesen 36, Haus- und Landwirtschaft 7, Gesundheitslehre 1, Religion und Philosophie 1, Staatswissenschaft 23, Sport 2 Bände. Nach auswärts kamen 22 Bände. Amtsgericht Gießen. Der minderjährige E. W. aus Gießen befuhr am 18. August 1936, gegen 20.50 Uhr mit einem Personenkraftwagen in angeheitertem Zustande die Senckenbergstraße in Gießen. Da er sich bei her' Angetrunkenheit nicht sicher im Verkehr bewegen konnte, verursachte er einen Verkehrsunfall. Er fuhr mit dem Personenkraftwagen gegen eine Mauer. Durch Strafbefehl wurde er wegen Uebertretung der Reichsstraßenverkehrsordnung zu einer Haftstrafe von einer Woche verurteilt. In der Verhandlung, auf seinen Einspruch hin, wurde er im Sinne der Anklage überführt. Das Gericht verwarf den Einspruch des Angeklagten und belastete ihn mit den weiter entstandenen Kosten des Verfahrens. Das Gericht betonte in seiner Urteilsbegründung, daß in diesem Falle nicht auf eine Geldstrafe erkannt werden konnte, da sich die Fälle des Fahrens in angetrunkenem Zustande in Gießen häuften und das Gericht mit allen ihm zu Gebote stehenden Mitteln zum Schutze der anderen Verkehrsteilnehmer mit exemplarischen Strafen vorgehen müsse. Große Strafkammer Gießen. Die Große Strafkammer hatte sich in ihrer gestrigen Sitzung mit dem 51jährigen, in Frankfurt a. M. wohnhaften K. N. wegen fahrlässiger Tötung zu befassen. Im August vorigen Jahres hatte der Angeklagte durch Fahrlässigkeit den Tod eines Menschen verursacht. Er wollte mit seinem Wagen in der Steigung bei der Bergkaserne in Friedberg einen Dreschmaschinenzug überholen. Da die Straße an der betreffenden Stelle 6,90 Meter breit ist, die Dreschmaschine aber schon 2,70 Meter und der Wagen 1,40 Meter breit war, so blieb nur noch sehr geringer Raum übrig. Dies mußte der Angeklagte erkennen und auch die den Tatort passierenden Radfahrer gesehen haben. Einer der Radfahrer kam zu Fall und starb an den Verletzungen. Auf Grund der sehr eingehenden Beweisaufnahme stellte sich einerseits das Verschulden des Angeklagten heraus, zum andern aber auch das Verschulden eines im Termin vernommenen Zeugen. Wenn sich auch das Verhalten des Angeklagten als eine erhebliche Fahrlässigkeit darstellte, so hielt dos Gericht doch in Anbetracht des Mitverschuldens eines anderen Verkehrsteilnehmers eine Geld st rase von 600 R e i ch s m a r k als ausreichende Sühne für das Vergehen des Angeklagten. Oberheffen. Oer letzte Wiesecker Sandmann 80 Jahre alt. £ Wieseck, 3. Febr. Wer kennt ihn noch, den Wiesecker Sandmann, wie er Ende des vergangenen Jahrhunderts im weiten Umkreis bis Westerwald und Marburg und zur Wetterau herumzog, um seinen „echten weißen Wissicher Saand" anzubieten. Wurde doch dieses Wiesecker Naturprodukt damals von jeder Hausfrau benötigt. Entweder wurde er als Streusand für den Fußboden gebraucht, oder er land Verwendung zum Abreiben der Haushaltgeschirre, wie zum Blitz- und Blankmachen von allerhand Gegenständen, wozu heute Industrie- und chemische Erzeugnisse dienen. Waren es um dis Jahrhundertwende noch einige Familien, die durch diesen Verkauf ihren Erwerb fanden, so ist es jetzt nur noch unser beliebter Mitbürger Christian Reuter, der am morgigen Donnerstag, 4. Februar, achtzig Jahre alt wird. Bereits als Junge fuhr er den Sand mit seinen Eltern nach Lich, Butzbach und in die Wetterau. Noch sieht man ihn jede Woche einmal mit seinem Handwagen in unsere Nachbarstadt Gießen, wo er seine Kunden mit dem „echten weißen Witzich?r Saand" beliefert. Der alte Herr, der geistig und körperlich noch sehr rege ist, erzählt oft und gern von seinen Erlebnissen und denen seiner Berufsfreunde auf den Sandfahrten in der weiteren Umgebung. Aber nicht allein auf diesem Gebiet war Christian Reuter bekannt, auch in seiner Heimatgemeinde hat er segensreich gewirkt. Das heimische Genossenschaftswesen hatte in ihm einen großen Förderer. Dem Landwirtschaftlichen Konsumverein gehörte er von der Gründung an als Auftichtsrat und fast 40 Jahre als Vorstandsmitglied an. Der Aufschwung dieses Unternehmens ist seinem Weitblick mit zu verdanken. Opfer der Arbeit. LPD. Friedberg, 2. Febr. Im Tagebaubetrieb der He frag wurde der Arbeiter Max Josef B l e s s e r von herabfallenden Erdbrocken so schwer an der Wirbelsäule getroffen, daß der Tod auf der Stelle eintrat. Blesser war Vater von zwei Kindern. Landkreis Gießen. a Klein-Linden, 1. Febr. Im Gasthaus „Zur Burg" hielt die Kriegerkameradschaft am Sonntagnachmittag ihre Generalversammlung ab. Kameradschaftsführer Friedrich S ch i m - m e l eröffnete mit herzlichen Begrüßungsworten an die Mitglieder und den der Versammlung beiwohnenden Ortsgruppenleiter die gut besuchte Jahrestagung. Dor Eintritt in die Tagesordnung gedachte er in ehrenden Worten des im letzten Jahre verstorbenen Kameraden Wilhelm Jung XL, dessen Andenken in üblicher Weise geehrt wurde. Kameradschaftsführer Schimmel erstattete hierauf den Jahresbericht. Der Kassenbericht wurde von dem Kassenwart Valentin Kehl vorgetragen: er zeigte in Einnahme 812,14 Mark, denen 626,29 Mark in Ausgabe gegenüberstehen, so daß ein Rechnungsüberschuß von 185,85 Mark verbleibt. Die Rechnung war von den Kameraden Heinrich M a g o l d und Friedrich Lenz geprüft und für richtig befunden worden. Der Kameradschaftsführer sprach dem Kassenwart Dank und Anerkennung für die mustergültige Rechnungsführung aus. Sodann wurde bekanntgegeben, daß die Sammlung für das Winterhilfswerk am 6. und 7. Februar gemeinsam von der hiesigen Kriegerkameradschaft, der NSKOV. und dem Reichsluftschutzbund oorgenommen wird, lieber das Schießwesen innerhalb der Kameradschaft berichtete Schießleiter Gottfried B e n d e r o t h. Er bat die Kameraden, sich mehr als bisher am Schießsport zu beteiligen. Auch dem Schießleiter wurde der Dank der Versammlung ausgesprochen. Ortsgruppenleiter Dr. Crößmann wüdigte in einer Ansprache die Aufgaben der Kriegerkameradschaften und bat die Kameraden, im besonderen den Arbeiten der nationalsozialistischen Jugendorganisationen ihre Unterstützung zuteil werden zu lassen. Mit dem Gruß an den Führer wurde die Versammlung geschlossen. OO Klein-Linden, 2. Febr. Mit dem verflossenen Sonntag schied Herr Karl Rinn nach mehr als dreißigjähriger Tätigkeit als Kirchendiener aus den Diensten unserer evangelischen Kirchengemeinde. Im Gottesdienst sprach der Vorsitzende des Kirchenvorstandes, Pfarrer König, dem scheidenden Kirchendiener den Dank aus für die Treue und Gewissenhaftigkeit, mit denen er drei Jahrzehnte lang sein Amt versehen hat. Als äußeres Zeichen der Dankbarkeit wurde Herrn Rinn durch Pfarrer König ein Gedenkspruch überreicht, der die Inschrift trägt: „Ich will euch tragen bis ins Alter und bis ihr grau werdet." Nur ungern sehen alle Kirchengemeindeglieder den pflichtbewußten und treuen Diener, der wegen seines hohen Alters sein Amt niederlegte, scheiden. Während seiner Amtstätigkeit hat Herr Rinn unter elf Pfarrern in Diensten gestanden und bei rund 970 Taufen und 500 Trauungen mitgewirkt. 570 Gemeindegliedern läutete er zu Grabe. Als Nachfolger wurde Ernst Pfaff, Lahnstraße, durch den Kirchenvorstand berufen. Pfarrer König machte den neuen Kirchendiener auf die Schwierigkeiten seines Amtes, innerhalb und außerhalb seines Dienstes aufmerksam und wünschte ihm Segen in seiner neuen Arbeit. <£ Leihgestern, 2. Febr. Die hiesige K r i e - gerkameradschaft hielt am Samstag einen Familienabend im „Löwen" ab. Beim Vortrag von Gedichten, gemeinsam gesungenen Liedern, bei lebenden Bildern und der Aufführung eines Schauspiels ging der Abend schnell vorbei. Um das Gelingen dieser Aufführung, bei der alle Mitwirken- don ihr Bestes gaben, hat sich Kamerad Held besonders verdient gemacht. Eine besondere Note erhielt der Abend durch die Anwesenheit einer Abordnung der 6. Kompanie des Infanterie-Regiments 116 in Gießen unter Führung eines Offiziers. Auch der Kreisschießwart Kamerad Klein, Gießen, beehrte die Kameradschaft mit seinem Besuch. Nachdem der offizielle Teil in üblicher Weise geschlossen war, blieben alle noch in echter Volksgemeinschaft beisammen. < Holzheim, 2. Febr. Der hiesige Turnverein hielt seine Generalversammlung im Vereinslokal ab. Vereinsführer Heinrich Grieb III. gedachte zunächst des verstorbenen Mitgliedes H. M. Kuhl. Den Geschäftsbericht erstattete Schriftwart Zeiß, den Kassenbericht gab K. Reitz und über die sportlichen Erfolge sprach K. Buß. Dem Ge- samtoorstand wurde Entlastung erteilt. Anschließend wurde E. Zeiß einstimmig zum Vereinsführer bestimmt, der sogleich folgende Kameraden zu seinen Mitarbeitern ernannte: Heinrich Grieb, stellvertretender Vereinsführer; K. Müll, Oberturnwart; W. Glaum, Schriftführer; K. Reitz, Kassenwart; Gg. Sames, Dietwart; E. Jung, Werbewart, und K. Buß, Spielwart. — Bei der ersten Holzversteigerung wurden hohe Preise erzielt. Für Buche nscheithvlz wurden 28 Mk., für Buchenknüppel 18 Mk., für Buchenstöcke bis zu 22 Mk. und für Buchenwellen 11 Mk. je 2 Raummeter bezahlt. <> Garbenteich, 2. Febr. Der hiesige Ge- s a n g o e r e i n „Viktoria" hielt in seinem 23er- einslokal eine kameradschaftliche Winteroer- anstaltung ab. Der Saal war überfüllt. 23er- einsführer Ludwig Stein gedachte einleitend der seit Jahresfrist steigenden Leistungen des Chores, dankte dem Chorleiter Sommer (Watzenborn) für seine Arbeit und den Sängern für ihren Eifer. Im weiteren Verlaufe des Abends sang der Chor Kompositionen bekannter deutscher Liedschöpfer vom einfachen Volkslied bis zum großen Chorwerk. Die Darbietungen ließen erkennen, daß der Verein eine wertvolle Pflegestätte deutschen Liedgutes darstellt. Eine zum Teil aus Mitgliedern zusammengestellte Kapelle unterhielt während der Pausen mit guter Musik. Der Abend brachte außerdem die Aufführung eines Volksstückes mit Gesang. = Steinbach, 2. Febr. Der O b st - und Gartenbauverein hielt am Sonntag seine Jahres-Generalversammlung im „Ritter" ab. Der Vorsitzende Balthasar Jakob Haas begrüßte die zahlreich erschienenen Mitglieder. Zunächst wurde der Kassenbericht durch den Rechner Wilhelm N e e b erstattet. Die Rechnung, die mit einem günstigen Kassenvorrat abschließt, wurde für richtig befunden, dem Rechner und dem übrigen Vorstand wurde hierauf Entlastung erteilt. Der Verein hat 78 Mitglieder, wie im Vorjahr. Die neu angeschaffte Süßmostglocke wurde im ersten Jahr gut benützt, und das Spritzen der Bäume für Mitglieder und auch Nichtmitglieder durchgeführt. Hierauf wurden die neuen Satzungen des Vereins bekanntgegeben, sodann erfolgte die Ernennung des Vorstandes. Der Ortsbauernführer Heinrich Ludwig Balser ernannte den seitherigen Vorsitzenden, dessen gute Amtsführung anerkannt wurde, wieder zum Vorsitzenden. Dieser berief als 2. Vorsitzenden Heinrich Atzbach, als Beisitzer Altbürgermeister Jakob Krämer und als Rechner und Schriftführer Wilhelm N e e b , so daß der alte Vorstand auch im neuen Jahr den Verein leitet. Unter „Verschiedenes" wurden Fragen besprochen, die im Zusammenhang mit dem Dierjahresplan stehen. Ferner wurde auf Anregung des Vorsitzenden eine Besichtigung des Musterobstgutes Konradsdorf und der fürstlichen Obstanlage in Ortenberg für den Herbst beschlossen. Die Versammlung fand in der Üblichen Weise ihren Abschluß. # M-ainzlar, 2. Febr. Der Schreiner Ludwig Fuchs von hier, beschäftigt bei den hiesigen Didierwerken, konnte auf eine 25jährige Dien ft- zeit im Werk zurückblicken. * Harbach, 2. Febr. Dieser Tage hielt der hiesige Obst- und Gartenbauverein feine erste Generalversammlung ab. Der Dereinsführer dankte zunächst allen Mitgliedern für die im ersten Jahre geleistete Arbeit und dankte ferner dem Bürgermeister für die Beihilfe zur Beschaffung der Spritze. Der Vereinsführer erläuterte ferner die Zwecke und Ziele des Obst- und Gartenbauvereins und dessen Bedeutung gerade in der Gegenwart. In weiteren Darlegungen' beschäftigte sich der Redner mit Fragen des Vogel- und des Naturschutzes. Der Rechner des Vereins konnte sodann mitteilen, daß der Verein bei einer Einnahme von 640 Mark und einer Ausgabe von 510 Mark einen Ueberschuß von 130 Mark zu verzeichnen habe. Ferner teilte er noch mit, daß im vergangenen Jahre in der Gemeinde Harbach insgesamt 2 600 Bäume gespritzt worden seien. Erfreulicherweise sei noch eine Anzahl Bauern dem Verein beigetreten. Mit einem „Sieg- Heil!" auf den Führer fand die Versammlung ihren Abschluß. Q] Queckborn, 2. Febr. Am Sonntag hielt der hiesige Gesangverein sein Wintervergnü- gen im Saale von Görnert ab. Ein schöner Dreiakter und ein Lustspiel in einem Akt wurden aufgeführt. Der Gesangverein trug einige Chöre vor, u. a. in Vereinigung mit dem Mandolinenklub den Donauwalzer. Dirigent Nicolai (Großen-Buseck) hatte die Darbietungen sehr gut eingeübt, so daß BersorgeDeiliKiild und Deine Familie durch Ad. schluß einerIamilienversicherung bei der größten Gegenseitigkeits- Anstalt -es Kontinents. 3n VruNchl-md eingefüfrrt feit 1866 Schweizerische Lebensversicherung-- und Rentenanfialt Bezirksdirektion Frankfurt, Schillerplatz 7, Telefon 22416 233 V Familien-Drucksachen Verlobungsanzeigen Vermähtungaanzelgen I bei BrühhSchulstraßeT Geburtsanzeigen Nur noch einige Tage dauert der Räumungs- Konkurs-Ausverkauf der Firma Lang & Wiederstein Gießen, Mäusburg Nr. 14 in Glas und Porzellan L. Althoff, Konkursverwalter ________________________________________________________________747 D Quälender Husten chronische Verschleimung, Luftröhrenkatarrh, hartnäckige Bronchitis mit Auswurf, Asthma wurden mit Or. Äoether.Tabletten auch in alten Fällen erfolgreich bekämpft. Bewährtes unschädliches, kräuterhaltiges Spezialmittel. Enthält 7 erprobte Wirkstoffe. 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Die heute angepriesenen Derjün- gungsmittel sind meistens Extrakte aus Keimdrüsen. Die Erfolge sind aber alle sehr zweifelhaft. Am vernünftigsten ist es, von Jugend an durch eine vernünftige Lebensweise sich den Körper jung und elastisch zu erhalten suchen. Verkalkung der Adern, Adernverkalkung, Arterienverkalkung, ist die Krankheit des hohen Alters. Manche Leute bekommen früher Arterienverkalkung, manche haben in ihrem hohen Alter noch keine Anzeichen dafür. Alle Adern des menschlichen Körpers können verkalken. Bei Verkalkung der Adern im Gehirn tritt Kopfschmerz auf, Schwindelgefühl. Verkalken die sog. Kranzgefäße des Herzens, so kommt es zu schweren Krampfanfällen, sog. Angina pectoris, bei Verkalkung kleiner Schlagadern an den Gliedern kann der sog. Altersbrand entstehen; auch eine besondere Art des Hinkens mit Schmerzen in den Beinen ist eine Folge der Arterienverkalkung. Vorbeugung gegen vorzeitige Ar- terienverkalkuna ist naturgemäße vernünftige Lebensweise, Meiden von Alkohol und Nikotin. Ist bereits Arterienverkalkung vorhanden, so ist eine ruhige, gleichmäßige Lebensweise unter Vermeidung aller Aufregungen, Enthaltsamkeit von Alkohol und Nikotin geboten. Kuren in Bad Tölz, Bad Wiessee ober dergleichen sind zu empfehlen, doch hole man darüber zuerst ärztlichen Rat ein. Verkehr, ehelicher. Bei allen Zweifeln wende man sich vertrauensvoll an einen Arzt oder an eine Eheberatungsstelle. Durch die guten Ratschläge von Nachbarn und dergleichen wird man oft erst recht verwirrt. Solche Ratschläge sind meist recht gut gemeint, aber es fehlt das rechte Verständnis. Verweigerung des ehelichen Verkehrs ist übrigens ein Scheidungsgrund. Verkehr mif dem Kinde. Der geschiedene oder getrennt lebende Elternteil, dem die Sorge für die Person des Kindes nicht zusteht, hat Anspruch auf persönlichen Verkehr mit dem Kinde. Bei Streit regelt den Verkehr das Vormundschaftsgericht. (Siehe Sorgerecht.) Der uneheliche Vater hat keinen Anspruch auf Verkehr mit seinem unehelichen Kind. Verlegenheit entsteht durch oft unbewußte Hemmungen, durch Minderwertigkeitsgefühle, und ist oft mit Erröten verbunden. Man versuche, durch Stärkung des Selbstbewußtseins diesen Mangel zu beheben. Verletzung siehe Wunden. Färberei Braubach & Fischer Seltersweg 63 Kampf dem Verderb durch Färben und Reinigen Ihrer Garderobe 1' OieLagd im Februar. Die Deh> 723 D 5 Bauerscher Gesangverein e.V Giefeen MA\S)KIEN*IBA\1L!L am Büfett erhältlich 732Ö Achtung! Herhören! .Das gibt’s nur einmal F‘ Vercenhmg ^chen (| im Winter-Schluß-Verkauf Um freundl. Besuch bittet B. Otto-Walster Ausgabe der Verzehrkarten ä Reichsmark 2.- Familiendrucksachen VerlobungsanzelQen Vermählungsanzeigen Geburtsanzeigen bei BrUhl, Schulstr.? Klavierunterricht Natalie Hoos, staatl, geprüft Danziger Straße 5. Telefon 3839 ;Sni3 eil Ma I i-^acht, Samstag, den 6. Februar 1937, abends 20" Uhr, in sämtlichen Räumen des Gesellschaftsvereins Karten-Vorverkauf: Für Mitglieder bei Germer L Wagner, Neuenweg. Für Nichtmitglieder bei Fritz Lotz, Bahnhostraße 41, H. Detree, Lieber Straße 45, Klenker L Dunkel, Seltersweg, Blumengeschäft Weber, Seltersweg. 564d »Ein Ereignis des Rhein-Mainischen Karnevals« Karten im Vorverkauf 3.00 RM: Hapag-Reisebüro und Musikhaus Challier üer Abend zu etnem vollen Erfolg wurde. Unser Gesangverein hat in letzter Zeit sehr viel Zuwachs, besonders von Jugendlichen, erfahren, ein Zeichen dafür, daß die Jugend dem Gesang wieder zugetan ist. Der Abend war gut gelungen, da alle Mitwirkenden mit großem Eifer bei der Sache waren. ch Lauter, 3. Febr. Am morgigen Donnerstag feiern Karl Schmidt III. und seine Ehefrau Emma, geb. Reidt, das Fest der Silbernen Hochzeit. L i ch , 3. Febr. Am morgigen Donnerstag, 4. Febr., kann Frau Anna Elisabeth Heller, geb. Müller, in voller geistiger und körperlicher Frische ihren 8 0. Geburtstag feiern. Ihr Ehemann, Ortsbürger Philipp Reinhard Heller IV., konnte am 17. Januar bereits sein 90. Lebensjahr vollenden. Am 28. Dezember vergangenen Jahres konnte das hochbetagte Ehepaar auf eine 57jährige Ehezeit zvrückblicken. Möge es ihm vergönnt sein, in wenigen Jahren bei bester Gesundheit seine diamantene Hochzeit feiern zu können. Kreis Alsfeld. § Kirtorf, 2. Febr. Dieser Tage feierte der Schmerbrennermeister Georg Jung in geistiger und körperlicher Frische seinen 7 8. Geburtstag. Schon nach seiner Schulentlassung lernte er bei seinem Vater das Schmerbrennerhandwerk, das er bis heute aufrechterhalten hat. Sein Verdienst war es, daß sein Schmerofen — der einzige in Deutschland — unter Denkmalsschutz gestellt wurde. Sein Handwerk führte der hochbetaate Mann stets mit großem Fleiß und großer Liebe aus. Bekannt war er überall dadurch, weil er seine Ware unmittelbar an den Verbraucher brachte. Er durchreiste mit seinem Schubkarren und seinem Teerfaß ganz Oberhessen und war überall unter dem Namen „Schmerschorsch" bekannt. — Dieser Tage fand in der hiesigen Kirche ein Lichtbildervortrag über deutsche Missionsarbeit statt. Nach einer einleitenden Ansprache von Pfarrer Stritter sprach Missionar Gerl ach an Hand von Lichtbildern über das Wesen und die Aufgaben der Mission in fremden Erdteilen und Ländern. Am darauffolgenden Tage fand der Licht- bildervortrag auch für die Schule statt. — In unserer Gemarkung traten in jüngster Zeit wieder Schwarzkittel auf. Es gelang bei einer Jagd einem Forstassessor eines der Wildschweine zu erlegen. — Bei der Roggensammlung für das Winterhilfswerk wurden in unserer Gemeinde etwa 40 Zentner Getreide aufgebracht. Sitzt Ihre Brille noch richtig? Zögern kann vielverderben! Gehen Sie zu Optiker Magnus Kassenlieferant Seltersweg 33 i*n™ H jaW1-. , ärdrion nch As niMch Ih gegen di 5 Moskau halten hat, 51 der Ka illichkeit ( rb. 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Hier zog die Ricke mit ihren beiden Kitzen zur Brombeeräsung hin, dort haben Rehe nach Eicheln, die im Laub unter Schnee verstreut liegen, geschlagen, der Ginsterbusch wurde von Mümmelmann zerbissen und da, wo rote Spritzer den Schnee um das Mauseloch färben, steht Reineckes Perlenschnur. Viel Mäusenahrung hat er dieses Jahr, und der Förster ist ihm dankbar, daß er ihm hilft, die grauen Nager kleinkriegen, die überall in den Laubholzkulturen die dann weitergeholzt durch die hohen Fichten. An der Marder hat dort der Mäusejagd obgelegen und ist dann weitergebolzt durch die hohen Fichten. An der Hecke, wo Heublumen für es geschüttet sind, steht eines Hühnervolkes Geläuf, und die Fasanen haben überall im Laubholz nach Aesung gesucht. Da hat der Habicht auf sie Jagd gemacht, und von dem schönen, bunten Hahn ist wenig übrig geblieben. Auch sonst ist nicht alles erfreulich, was das Jägerauge sieht. Was tut die Katze fernab von Dorf und Hof hier im Walde, die dort den Steig entlang schnürt? Und die Hundespur, die kreuz und quer durch den Bestand zieht, ist eine dringende Warnung, auf der Hut zu sein. Schon schwankt das Wetter hin und her, und statt des Schnees wird bald Regen kommen, der dann mit einer Eiskruste den Schnee zu Harsch werden läßt. Armes Wild! Dann brechen die Läufe ein, werden wieder herausgezogen, um wieder einzubrechen. Und dabei schneidet das scharfe Eis durch die Decke der Läufe, und roter Schweiß färbt des Wildes Fährte. Das aber haben Fuchs und Hund bald los, daß hier leichte Beute zu machen ist. Meisterhaft hat uns das Hermann Löns in seiner Fuchsgeschichte vom „Alten vom Berg" geschildert, der Hund aber ist dem Fuchs darin noch weit überlegen. Wer es fertigbringt, in dieser Notzeit seinen Hund frei herumstromern zu lassen, versündigt sich an unserem Wilde. Wenn der Weidmann so mit offenen Augen durch sein Revier, seine Welt, pirscht, dann steht nicht das Jagen im Vordergrund seines Denkens, sondern die Frage nach dem Ergehen und dem Schutze seines Wildes. Zu Jagen selbst gibt es nicht mehr viel. Alles Samstag, den 6. Februar 1937, im märchenhaften Faschingspalast mit nie gesehenen Dekorationen Bad-Nauheimer Kurhaus-Maskenball Volkstümliche Naturwissenschaft in reichbebilderten, leichtverständlich geschriebenen Werken und in verschiedenen Preislagen bieten unsere Verlagserzeugnisse. Sie vermitteln einen tiefen Einblick in die Geheimnisse des Naturgeschehens und damitdurch erweitertes Wissen erhöhte Freude an den vielfälti- gen Schönheiten der Natur. - Verlangen Sie Prospekte und auch Probehefte der Zeitschrift „Der Naturforscher“ Hugo Bermühler Verlag ■ Berlin-Lichterfelde Schalenwild mit Ausnahme der Sauen hat Schonzeit. Solange Schnee liegt, werden sie weiter bejagt werden. Der weiße Leithund, auf den man in Revieren mit Schwarzwild so sehr wartete, ist gar manchem Schwarzkittel zum Verräter und zum Verderben geworden. Gegen Monatsende sondern sich die Bachen von der Rotte ab, um sich einen Platz zu suchen, wo sie zu Beginn des März ihre Wochenstube einrichten können. Im Rotwildrevier beginnen die Hirsche mit dem Abwerfen des Geweihes. Der R e h b o ck dagegen ist schon mitten im Neuaufbau seines Kopfschmuckes drin. Prahlend trägt gar mancher brave Bock heute schon ein gut verecktes Gehörn, das im Bast besonders stark zu wirken pflegt. Der Jäger wird jede Gelegenheit dazu benutzen, in den kommenden Wochen sich seine Böcke genau anzusehen und versuchen, sich ein Bild über sie zu machen. Vor allem muß er die Tatsache, daß jetzt sein Rehwild in starken Wintersprüngen zusammensteht, dazu benutzen, um es zu zählen und das Zahlenverhältnis zwischen beiden Geschlechtern festzustellen. Denn damit schafft er eine wesentliche Voraussetzung für den künftigen Abschußplan. Während in Grimbarts Burg schon Jung- dächse sind und das Gesetz deswegen den Dachs schützt, ist die Ranz des Fuchses noch im Gange. Das ist die rechte Zeit, um mit dem Teckel oder Fox die Baue abzusuchen und den Fuchs zu sprengen. Hat der Jäger Weidmannsheil, erwischt er die ganze Hochzeitsgesellschaft und macht gute Strecke, wenn er eine saubere Flinte schießt. Die Schußzeit der Marder ging wieder zu Ende, nur Iltis und Wiesel sind frei. Gegen Monatsende pflegen die Hühner ketten, wenn das Wetter milder geworden ist, sich schon in Paaren zu zerstreuen, und dann beginnt die rechte Zeit, um den jungen Vorstehhund einzuarbeiten für eine seiner schönsten Arbeiten. Für Fasanen ist nun die beste Zeit zum Aussetzen gekommen. Es wäre zu wünschen, daß immer mehr Reviere dazu übergingen, sich einen gewissen Fasanenbesatz zu schaffen, anstatt gelegentlich nur mal den einen oder anderen zugewanderten Hahn zu schießen. Auch in Revieren mit einem bereits vorhandenen Besatz ist es zweckmäßig, von Zeit zu Zeit einen stärkeren Abschuß von Hähnen, und Hennen durchzuführen und dafür dann neue, mit anderer Blutführung einzusetzen. Hörten 6pi Iftn5 neu Reichs a !• om es zu Biberuntj Ökrmurfe Wn von. riungen an mit der s bekai Momfe Teni 1911 gen D- tötr Sriegsir Mhnt, aber Alps von Wnzerdioisil imiie durch Verpfändung. Eine wirksame Verpfändung einer Sache liegt nur dann vor, wenn die Sache dem Gläubiger übergeben oder wenn ein Dritter die Sache in Besitz hat, dem Gläubiger der Herausgabeanspruch abgetreten wird. Forderungen können durch Abtretung verpfändet werden (Mitteilung an den sog. Drittschuldner). Gehalt kann nur bis zu einer bestimmten Höhe verpfändet werden (s. Pfändung). Unterhalts-Ansprüche können überhaupt nicht verpfändet werden. Die Frau kann eine zum eingebrachten Gut gehörige Sache oder ein Recht nur mit Zustimmung des Mannes verpfänden. Verrenkung, Luxation, ijt die Verschiebung zweier durch Gelenk verbundener Knochenenden aus ihrer normalen Stellung. Meist geht sie mit Band- und Kapsel- zerreikungen einher. Die Verrenkung kann angeboren sein (angeborene Hüftgelenksluxation) ob. durch Unfall entstanden sein. Häufig sind Luxationen des Oberarmes im Schultergelenk. Luxationen können aber auch infolge einer Eelenkkrankheit entstanden sein. Auf jeden Fall rufe man immer einen Arzt und verschlimmere nicht die Luxation durch Einrenkunasversuche, Luxationen sind viel seltener als Knochenbrüche. Anzeichen sind Unbeweglichkeit des Gelenkes Schmerzen, später Schwellung. Bei der angeborenen Hüftgelenksverren- kuna haben die Kinder einen watschelnden Gang. Möglichst frühzeitige ärztliche Behandlung kann auch hier Hilfe schaffen. Ißnoen-6- ANWWß abzugeb. Bestell. erb.wirv.Postk. od.an d.Bierver- lagMichel,Wall- torstr.71,T.2479 Dampisägewfk Lollar B. Nuhn A. 6., Lollar iiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiii Nachlässe von3 big 20 v. S. erhalten Sie bet wiederholten Auf« nahmen einer Anzeige iiiiiiiiiiiiiiiiiiininiiiiii I 3w£te-Ta£e| 1 Unser S-oß«^ gßc Preisvorteile 1 nach wie vor gr Gcbr. Seelbach | Giefeen / Seltersweg^ Asiens nöl geger Weidigung yiNen. Dq Auf Franzose ?F°PQiourt v N das Nachen "'W wurde L$n der ,ss Eeytzan'd «absolut irie iniri ^Qntr Me genjQi ^kgen IHtvohnljche 2? ^Mer-kl Verlöbnis Verlöbnis ist das zwischen einem Mann und einer Frau ernstlich gegebene Versprechen, sich zu heiraten Anzeige, Wechseln von Ring usw. sind nicht erforderlich. Minderjährige können nur mit Genehmigung ihres gesetzlichen Vertreters ein rechtswirksames Verlöbnis eingehen. Ungültig ist ein Verlöbnis während bestehender Ehe. Aus dem Verlöbnis kann nicht auf Eingehung der Ehe geklagt werden. Siehe Entlobung. Berlobungsgeschenke zu machen, ist üblich, aber nicht unbedingt erforderlich. Verwandte und Freunde schenken zweckmäßig praktische Gegenstände. Verlobungsringe zu tragen, ist Sitte, aber gesetzlich nicht vorgeschrieben. Wenn Verlobungsringe getragen werden, so kauft sie der Bräutigam. Vermehrung der Pflanzen geschieht auf geschlechtlichem Wege durch Samen, ungeschlechtlich durch Ableger, Ausläufer, Stecklinge, Teilung und Veredelung (s. einzelne Arten). Samenvermehrung ergibt kräftige Pflanzen. Getreue Arterhaltung erfolgt durch vegetative--ungeschlechtliche Vermehrung. Vermögen siehe Ehevertrag, Kindesvermögen. Vernickeln, das Ueberziehen von Metallen mit Nickel auf galvanischem Wege ob. durch Aufwalzen. Veronika, weibl. Vorname griechischer Herkunft mit der Bedeutung „die Siegbringerin", Abk.: Vroni. Wenn das Wetter milder wird» pflegt im FebrucU bereits die Waldschnepfe zu streichen. Dch! Wettlauf um die „Erste" hat leider meist bewirkt, daß diese früh streichenden Schnepfen abgeschosseg wurden, obwohl es überwinternde „LagerschnepfeN^ waren, die auch bei uns gebrütet hätten. Kennet wir doch Schnepfengelege aus unserer Gegend, schon bebrütet wurden, als die nordischen Zua, schnepfen noch auf dem Durchzug waren. MÄ diesen „Ersten" wurde also der heimischen JaM kein Gefallen getan. Was vor dem 10. März bsj uns geschossen wird, ist mit größter Wahrscheinliche feit solch einheimisches Wild. Meist begann in den letzten Jahren der wirkliche Zug noch wesentlich später. Die Waldschnepfe aber richtet unseren Blick schon wieder vorwärts in den Lenz, wenn es wieder ans fängt zu grünen und zu blühen. Und doch stehey wir noch mitten im Winter. Zunächst muß es Jägers Aufgabe sein, seinem Wild über die nächsten Wochen hinwegzuhelfen, wenn es seiner Hilfe bedarf. Dann heißt es Eicheln und Kastanien hinaus« bringen und schütten, wo sie vom Schnee nicht oetl weht werden. Gutes Grummet und Kleeheu, Hafer!» und Erbsenstroh sind auch willkommen und werdtzH weit verteilt in kleinen Raufen oder unter Schirrm fichten u. ä. gereicht. Wo sich das Wild daran gett wöhnt hat, etwas zu finden, nimmt es auch leicht das Lecksalz an, das wir ihm bieten, um es wider! standsfähiger zu machen gegen Gesundheitsstörung gen, die im Frühjahr gern austreten. Bannt de» Frost das Wasser im Boden, liefern Rüben urif Kartoffeln die nötige Wassermenge. Es ist unbeS deutlich, wenn durch das Liegen im Freien das Wasser auch in ihnen fror. Wo Heide wächst, Icaf sie der Rechen frei, während das Beil hier und dorr Weichholz schlägt und damit dem Wild natürliche und gute Aesung gibt. Heublumen, auf dem Heuboden zufammengerechk. schütten wir hier und dort unter Hecken und Büschs ober unter Schutzdächer für Hühner und Fasanen» Die Futterbeschaffung für Fasanen ist z. Zt. nicht ganz leicht, um so mehr muß der Jäger dahinten her sein, solche Futtermittel zu verwerten, die sonst nicht gebraucht werden, während wertvollere deß Tier- und. Geflügelhaltung überlassen bleiben. Es» kommt darauf an, was dem Jäger zur Verfügung steht und das Revier selbst bietet. Danach wird jedes Revier seinen eigenen Weg gehen. Viele Wegj führen zum Ziel, die Hauptsache ist, daß überhaupt etwas geschieht. Hege aber ist Jägerpflicht. 1 Hubertus. i; mit einer | 0®«”?.' Hör, a>n «ich: ■'Mü Am Samstag, dem 6. Februar, 20,01 Uhr beginnend: Grofeer öffentlicher Maskenball in sämtlichen, festlich ausgestatteten Räumen der Turnhalle Heuchelheim Bekannt große Aufmachung bei niedr. Volkspreisen Eintritt 80 Pfennig für sämtliche Haupt- und Nebenräume 733 D Sess.vorlröge über Wlogie Nahrung und Ernährung 4. Vortrag am Sonntag, dem 7. Februar 1937, um 11V2 Uhr pünktlich im Physiologischen Institut, Friedrichstraße 24 Prof. Dr. Bürker. 734b Restabschnitte, Restpaare, Reststücke die sich während der Saison angesammelt haben ganz besonders billig! Der Verkauf beginnt am Donnerstag dem 4. Februar