Nr. 281 Erstes Blatt 187. Jahrgang Donnerstag, 2. Dezember l()57 ir|d)emi tügltch. außer Sonntags und Feiertags Beilagen. Dte Illustrierte Gieyener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monatt Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illusttierte e 1.80 Zustellgebühr w -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Hernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach* richten- Anzeiger Sieben Postscheckkonto: Zrontsurt am Main 11686 Sietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen _____ Druck und Verlag: vrühlsche Univerfitatsdruckerei R. Lange in Stehen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Zchulftrahe 7 Annahme von Anzeigen fiU die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für l mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breit- 7 Nps.. für Text* anzeigen von 70mm Breite 50Rpf.,Piatzvorsckrift nach vorh. Dereinbg.25°/st mehr. Lrmähigte Grundpreise: Stellen;, Vereins«, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Npf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Die englische presse. Von unserem Abg -Berichterstatter. London, Dezember 1937. Der rüpelhafte Ton und die plumpen Drohungen einiger nordamerikanischer Gewerkschaftsbonzen haben den Herzog von Windsor bewogen, seine Studienreise nach den Vereinigten Staaten, dem Heimatland seiner Frau, aufzugeben. Einige wenige englische Blätter, von denen der größte Teil den Standpunkt der Opposition vertritt, haben bedauernd die Achseln gezuckt und die Meinung vertreten, „daß der Herzog schlecht beraten gewesen sei, seinen Freund, den Wirtschaftsberater Charles B e d a u x mit nach USA. zu nehmen und vorher das verhaßte Nazi-Deutschland besucht zu haben". Die überwiegende. Mehrheit der Presse hat geschwiegen. Niemand fand ein Wort des Verständnisses für ein Mitglied des englischen Königshauses, dessen tiefes soziales Mitgefühl noch vor einem Jahre in überschwänglichen Worten gepriesen wurde. Die Zeitungen schwiegen weiter, als ein Schweizer Blatt schrieb, „England müsse Baldwin ewig dankbar dafür sein, daß er es von einem solchen König befreit habe." Wir kritisieren diese Haltung keineswegs; Kritik steht uns ja auch gar nicht zu. Es ist Sache der britischen Oesfentlichkeit, sich mit dieser peinlichen Affäre abzufinden. Wir greifen den Tatbestand lediglich deshalb auf, um auf Zusammenhänge hinzuweisen, in die hineinzuleuchten es sich von einem höheren politischen Interesse aus lohnt. Der Tatbestand ist folgender: Man mag zu der publizistischen Arbeit, die von der englischen Presse geleistet wird, stehen wie man will — und von deutscher Seite aus besteht gewiß mancherlei berechtigter Grund zur Klage —, eines wird man nicht übersehen dürfen, daß nämlich die englische Presse trotz mancher Scheuklappen, trotz mancher Voreingenommenheiten und Vorurteilen, trotz schließlich auch des oft schlecht gestillten Nach- richtenhungers — größtenteils bemüht ist, „fair p 1 a y“ zu üben. Diese Feststellung gilt gewiß nicht allgemein. Wo aber ein Blatt die Linie des „fair play“ allzu sehr verläßt und in reine Tendenzmache verfällt, schadet es sich selbst. Denn der Engländer ist nicht auf ein „Leib- und Magenblatt" eingeschworen, sondern bildet sich sein Urteil, soweit er dazu überhaupt der Zeitung bedarf, aus der aufmerksamen Lektüre mehrerer Blätter. Er steht außerdem der Zeitungsäußerung heute stärker denn je mit unverhohlenem Mißtrauen gegenüber. Wäre das nicht der Fall, so wäre es heute — um nur ein Beispiel herauszugreifen — um das Verständnis des einzelnen Briten gegenüber Deutschland noch schlechter bestellt. Welches sind nun d i e Quellen, aus denen der britische Journalist und damit der Leser seine politische Meinung schöpft? Da wären in erster Linie die großen englischen Nachrichtenagenturen zu nennen: das Reuter-Büro, die ausschließlich auf Großbritannien beschränkte, halboffiziöse Preß Association und eine Reihe kleinerer Unternehmungen wie Exchange Telegraph und Central New. Den großen Blättern („Times", „Daily Telegraph", „Morning Post", „Manchester Guardian", „Daily Mail" usw.) steht selbstverständlich ein Stab von eigenen Korrespondenten zur Verfügung. Hier erhebt sich aber bereits die Frage — das Gleiche gilt natürlich auch für die Agenturkorrespondenten —, ob diese ihre Informationen aus erster H a n d schöpfen oder nicht. Wo liegen aber, so müssen wir weiter fragen, die Nachrichtenquellen der Korre- fpöhbenten? Einmal bei den amtlichen Stellen des Landes, in denen der betreffende Korrespondent arbeitet, also bei den verschiedenen P r e s s e st e l - l e n der Ministerien und Behörden. Ist der einzelne Korrespondent in der Lage, sich persönliches Vertrauen zu erwerben, und beweist er, daß ihm etwas daran liegt, die Beziehungen zwischen seiner Heimat und seinem Gastland zu fördern, so werden auch die amtlichen Quellen ergiebiger sein. Die zweite wichtige Jnformationsmöglichkeit ist die Mission seines Heimat st aates, aber auch die anderer Staaten, soweit es der Korrespondent versteht, sich dort Freunde zu erwerben. Die dritte Informationsquelle ist die „Nachrichten- börse", der — nicht immer auf absoluter Gegenseitigkeit beruhende — Meldungsaustausch zwischen „Kollegen". Jedes Handbuch der Massenpsychologie kann Auskunft darüber erteilen, welche Form solche „Austausch"meldungen, wenn sie von Mund zu Mund und dann weiter von Telephon zu Telephon qehen, anzunehmen pflegen. Damit kommen wir zu dem oft trüben Kapitel der bezahlten und unbezahlten Agentenmeldung-en. Denn es ist ja vollkommen klar, daß alle sogenannten „Greuel- nachrichten" nur auf Informationen beruhen können, die dem Korrespondenten entweder von Leuten zugeleitet wurden, die bewußt durch die Verbreitung von falschen Nachrichten der Führung des Staates, dem sie angehören, Schaden zufügen wollen, oder von Personen, die aus der Verbreitung von Informationen ein Geschäft machen. Was geschieht nun mit den Meldungen in den Redaktionen? Mit Ausnahme der „Times" «und einiger weniger Provinzzeitungen steigt der Wert einer Meldung mit dem Grade der in ihr enthaltenen „Senfatio n". Der Korrespondent ist also der begehrteste, der sein Blatt am schnellsten mit sensationellem Stoff bedient, wobei die Frage Der Zuverlässigkeit erst in zweiter Linie steht. Die »nglische Presse hat sich in den letzten Jahrzehnten n einem Ausmaß amerikanisiert, daß sie heute bereits aus Nachrichtenhunger sich nicht allein auf hre Ausländskorrespondenten und die Meldungen Der englischen Agenturen verläßt, sondern in weitem Umfang Meldungen der großen a m e r i k a n i - chea Nachrichtenbüros heranzieht. Nun Lebensfreude macht unser Volk tüchtig für den Lebenskampf. Neichspropagandaminister Dr. Goebbels spricht in einer Massenversammlung in Münster. M ü n ft e r , 1. Dez. (DNB.) In der Münsterland- halle, die eine erwartungsvoll gestimmte Menge schon lange vor Beginn Kopf an Kopf bis auf den letzten Platz füllte, sprach Reichsminister Dr. Goebbels über die politischen Fragen der Gegenwart. Der Nationalsozialismus, so sagte er, habe eine Brücke geschlagen von der Führung der Nation zur Nation selbst. Und diese Brücke sei die Partei. Er berufe sich nicht immer in überheblicher Weise auf den Herrgott persönlich als vielmehr auf die Kraft, die der göttliche Wille ihm gegeben habe. Und in der Hebung und durch den Einsatz dieser Kraft habe der Nationalsozialismus seine Erfolge errungen. Der Minister wandte sich mit geißelnder Ironie gegen jene kleinen Nörgler und zwergenhaften Stänkerer, die den aufbauenden Elementen im Wege stehen, ohne von den politischen und wirtschaftlichen Dingen wahrhaft etwas zu verstehen und ohne überhaupt zu berücksichtigen, daß sechs Millionen Menschen in Arbeit gebracht wurden, die deutsche Produktion wieder zur Blüte gelangte, die Armee und der Arbeitsdienst aufgebaut wurden uflt> Deutschland in einem relativ kurzen Zeitraum seine Ehre und feine Achtung in der Welt wiederherstellte und befestigte. Wir sind gegen den Strom geschwommen und haben uns nicht der sogenannten öffentlichen Meinung gebeugt. Wir betreiben unsere Politik i m unmittelbaren Zusammenhang mit dem Volke. Für uns ist die Politik die Kunst der Volksführung. Man hält uns vor, daß wir in unseren Versammlungen immer dasselbe sagen. Wir weisen aber dagegen darauf hin, daß auch auf religiösem Gebiet Kardinäle, Erzbischöfe und Pfarrer seit 2000 Jahren immer dasselbe sagen und diese Tatsache mit Stolz unterstreichen. Ebensowenig kann aber der Nationalsozialismus sich, ändern. Unsere Weltanschauung bleibt, wie f i e i st, denn sie ist Wahrheit. Man kann sie nicht umbilden; die Wahrheit ist immer eindeutig und gleichbleibend." Der Minister wies daraus hin, daß das deutsche Volk durch die Verhältnisse gezwungen fei, sparsam zu leben, aber d i e Not mache erfinderisch in des Mortes bester Bedeutung, und sie mache das deutsche Volk für den Lebenskampf tüchtiger als Nationen, die in lleberfluß und Reichtum leben. Der soziale Lebensstandard des deutschen Volkes stehe immer noch höher als der vieler anderer Völker. Es habe das tägliche Brot schätzen gelernt und verteile es mit sozialistischem Gerechtigkeitssinn. An dem, was Deutschland besitze, nehme in Wirklichkeit die ganze Nation teil. Kultur und Bildung seien nicht mehr das Vorrecht der Besitzenden. Das Volk werde mit allen Schätzen des nationalen Lebens in lebendige Verbindung ge- bracht. Wir teilen nicht nur das Leid, sondern auch die Freude mit unserem Volk, und in diesem Teilen beruht eigentlich der innige und herzliche Kontakt zwischen Führung und Nation. Dir haben dem Volke wieder einen neuen Lebensimpuls gegeben, haben ihm den Minderwertigkeilskomplex aberzogen. Es hat wieder gelernt, auf die eigene Kraft zu vertrauen. Die geballte Kraft der Ration ein Mchtsaktor in der WelWitik. Es ist selbstverständlich, daß ein Volk, das in kritischer Zeit in jo heroischer Weise feine Pflicht erfüllt hat, auch ein Anrecht auf Lebensfreude besitzt. Deshalb haben wir die Lebensfreude, die die Kraft zur täglichen Pflichterfüllung gibt, organisiert. Man hat uns in diesem Zusammenhang angegriffen. Es stehe nicht in Übereinstimmung mit den christlichen Lehren, daß man die Lebensfreude aus vollem Herzen bejaht Man möchte unseren Knaben und Mädchen die Turnkleidung mit dem Zentimetermaß nachmessen, um festzustellen, ob das noch moralisch sei oder nicht. Kann man es uns verdenken, daß wir uns gegen diese muffigen Moralinprediger zur Wehr setzen, daß wir es uns verbitten, Morallehren von Instanzen und Konventikeln in Empfang zu nehmen, die allen Grund hätten, vor der eigenen Tür zu kehren? Stürmischer Beifall unterbrach den Minister, als er weiter ausführte, daß die zuständigen kirchlichen In st an z en von den Uebeltätern in ihren Reihen nicht abgerückt seien, sondern daß sie sie vielfach hätten abrücken lassen. Wir brauchen unsere christliche Gesinnung nicht noch unter Beweis zu stellen. Die Gesinnung der praktischen Nächstenliebe ist durch Taten so erhärtet, daß sie keiner Ueberprüfung bedarf. Das Volk hat an theologischen Haarspaltereien kein Interesse, sondern mertet allein christliche Taten. Wir wünschen und dulden nicht, daß die Nation sich um Theorien willen zerspaltet. Wir werden jedem Versuch, die deutsche Einigung und Einigkeit zu stören, mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln W i d e r st a n d l e i ft e n. (Stürmischer, minutenlanger' Beifall.) Aus der Erkenntnis heraus, daß ein Volk noch immer nur dann die Nerven verloren habe, wenn die Führung die Nerven verlor, bewies Dr. Goebbels die Notwendigkeil, die innere Einheit des Volkes und der Führung nicht durch Ueberfchähung zeitbedingter Probleme schwächen zu lassen. Eine Nation von 68 Millionen werde sich in der Wett immer behaupten, wenn sie einig ist. Sie werde aber immer unterliegen, wenn sie sich in verschiedene Meinungslager zerspalten läßt. Nur wenn man die geballte Kraft unserer Nation in die Waagschale werfe, könne unser Volk als Machtfaktor in der Wett bestehen. „Wir wollen nicht für alle Ewigkeit ein Volk der. Träumer und Phantasten bleiben. Wir wollen ein Volk werden, das auch dieses irdische Leben zu beherrschen und zu organisieren versteht." Dr. Goebbels wandte sich weiter gegen den Vorwurf, Deutschland isoliere sich durch diese Politik von der Welt. Jedes Volk isoliere sich naturgemäß zunächst in dem Augenblick, in dem es an« fange, den Zustand der Schwäche und Ohnmacht zu überwinden. Es gewinne aber sofort wieder Freunde, wenn es stark und mächtig geworden sei. Das hätten wir gerade in der letzten Zeit erfahren. Der Weltfeind Bolschewismus erkenne, daß ihm nicht mehr ein wehrloses Deutschland gegenüberstehe, sondern eine Machtkonstellation aus drei jungen Völkern, die nicht geneigt seien, sich von ihm überrennen zu lassen. Deutschland hat den Bolschewismus nicht durch den Widerstand der Konfessionen überwunden, sondern durch die tiefe Erkenntnis, die der Nationalsozialismus ihm brachte, und durch die Volkskraft, die die nationalsozialistische Bewegung organisierte. Dr. Goebbels sprach zum Schluß von der schweren Last der Verantwortung, die auf dem Führet während der letzten Jahre geruht habe und heute noch ruhe. Vom Werk und Handeln dieses Mannes gehe ein Strom von Kraft und Segen aus. Es sei wohl auch ein höherer Wille gewesen, daß es so kam, denn Gott offenbare sich immer in feinen Menschen und in ihren Taten. In der sicheren Hand des Führers fühle sich die Nation geborgen. Der Führer verkörpere die nationale Hoffnung und den nationalen Glauben. Mit den Worten: „Führer, befiehl, wir folgen!" schloß Dr. Goebbels feine Rede unter stürmischen Beifallskundgebungen. wissen wir aber, daß diese Büros zum großen Teil nicht nur in größerem Maße der jüdischen Geldkontrolle unterliegen, sondern ihren Mitarbeiterstab aus Männern rekrutieren, die, zum Teil selbst jüdischer Abstammung, jene salonbolschewistischen Neigungen pflegen, durch die sich amerikanische Intellektuelle dem nach ihren Vorstellungen „geistigen" Europa anzugleichen versuchen. Ein Prototyp jenes amerikanischen Intellektualismus ist zum Beispiel Ernest H e m m i n g w a y , der Verfasser eines der schönsten Kriegsbücher in englischer Sprache, der heute in Filmen und Berichten für die Bolschewisten in Spanien die Reklametrommel rührt. Männer vom geistigen Typus^eines Hemmingway vertreten meist in London, Berlin und Paris die großen amerikanischen Nachrichtenagenturen: United Preß, Associated Preß und International News Service. Die Berichte werden dann in London gesammelt und von dort aus nach Amerika weitergeleitet. Da nun eine Reihe von großen englischen Blättern im direkten Nachrichtenaustausch mit den amerikanischen Agenturen stehen, so findet auf diese Weise eine indirekte Beeinflussung der Londoner Presse durch Amerika statt. Die Dinge sind heute bereits so weit, daß die englischen Journalisten und Korrespondenten sich den Vorwurf gefallen lassen müssen, an „Geistigkeit" hinter Amerika zurückzustehen. Jeder, der mit dem Zeitungswesen vertraut ist, weiß, daß sich Aufsätze sehr oft auf Berichte und Informationen aufbauen, die dem Artikelschreiber aus den verschiedensten Quellen zugehen. Es kann also nicht Wunder nehmen, daß auch die sogenannten diplomatischen Korrespondenten der Londoner Blätter ihre Meinung nicht nur auf der Grundlage von Informationen bilden, die sie in England selbst erhalten, sondern auch auf der Grundlage von Berichten, die ihnen aus dem Ausland zugehen. Man wird zum Beispiel immer wieder entdecken können, daß die Weisheiten, die die Außenpolitikerin des Pariser „O e u v r e" verzapft, sich nach wenigen Tagen im „Daily Hera! d", dem Organ der englischen Arbeiterpartei, und im liberalen „News C h r o n i c l e" wiederfinden. Das gleiche gilt für Berichte der großen amerikanischen Nachrichtenagenturen. Bei der Konstruktion des britischen Pressewesens kommt noch dazu, daß in den seltensten Fällen der auswärtige Korrespondent in Form von Artikeln zu schwebenden Fragen Stellung nimmt, sondern diese Stellungnahme seiner Redaktion überläßt. Was seine Redaktion aber von ihm verlangt, sind, wie wir bereits ausqeführt haben, in erster Linie Meldungen und nochmals Meldungen. Die berichterstatterische Tätigkeit des Korrespondenten ist somit in den Hintergrund gedrängt worden; nicht selten zum Schaden der Beziehungen zwischen zwei Ländern; denn es ist ja klar, daß der an Ort und Stelle ansässige Korrespondent die Dinge besser und klarer zu beurteilen versteht, als der Redakteur, der auf Grund von allen möglichen Berichten und Informationen Stellung zu nehmen sucht. Wir haben auf diese Zusammenhänge hingewiesen, weil ihre Kenntnis notwendig ist, um ein richtiges Urteil gegenüber Vorgängen zu gewinnen, wie sie beispielsweise die dummen Erfindungen des „Evening Standard" über den Besuch Lord Halifax darstellen. Daß sich die englische Presse mit solchen Manöoern, wie sie der „Evening Standard" veranstaltet hat, auf die Dauer selbst schadet, ist eine Sorge, mit der sie sich selbst abzufinden hat. Aber nicht hingenommen werden kann die Tatsache, daß für den Schaden, den Ignoranten oder Giftmischer anrichten, die Völker bezahlen sollen. Japanischer Protest in Hongkong. G-gen chinesische Umtriebe in der britischen Kronkolonie. Tokio, 1. Dez. (DNB.) Großes Aufsehen erregt in Tokio die Meldung, daß der japanische Generalkonsul in Hongkong im britischen Generalgouvernement auf die an ti japanische Tätigkeit dort anwesender Mitglieder derNan- king-Regierung aufmerksam gemacht habe. Er habe erklärt, daß das „weitere Dulden politischer Umtriebe chinesischer Regierungsmitglieder gegen Japan möglicherweise zu einer Verwicklung Hongkongs in die Auseinandersetzung zwischen Japan und China führen konnte." Der Schritt des japanischen Generalkonsuls in Hongkong wird ausdrücklich als eine „W a r n u n g" bezeichnet. Der Generalkonsul habe gefordert, daß alle in Hongkong feststellbaren Umtriebe gegen Japan völlig zu unterdrücken seien. * Hongkong, ursprünglich eine wüste Insel an der Südküste Chinas, wurde 1841 den Engländern abgetreten und ist britische Kronkolonie, die auch das 1898 auf 99 Jahre von England pachtweise erworbene „Neue Territorium" auf dem Festland mit der Stadt Kaulun umfaßt. Die Kolonie zählte 1934 fast eine Million Einwohner, davon sind 98 v. H. Chinesen, Die Hauptstadt Viktoria hat 410 000 Einwohner und war vor den chinesischen Bürgerkriegen, die dem Handel Hongkongs schweren Schaden zugefügt haben, mit 38,7 Millionen Tonnen Gesamtschiffsverkehr, der zweitgrößte Hafen der Welt. Viktoria ist auch Sitz des Vizeadmirals der britischen Flottenstation für China. Mit Kanton, der Hauptstadt des südlichen Chinas, steht Hongkong in Eisen* bahnverkehr. Diese wenigen Angaben kennzeichnen hinreichend die Bedeutung Hongkongs für die Stellung des Britischen Reiches in Ostasien und dementsprechend auch für die britisch-japanischen Beziehungen. Oie fremden Mächte 'und die Zollverwaltung Schanghais. London, l.Dez. (DNB.) Wie Außenminister Eden im Unterhaus erklärte, hat „auf die Zeitungsberichte über bestimmte Absichten der japanischen Militärbehörden in Schanghai hin" die britische Regierung die japanische Regierung daran erinnert, daß die chinesische Seezollverwaltung internationale Interessen berühre und daß die britische Regierung erwarte, daß sie befragt werde, bevor irgendwelche Beschlüsse über Abänderungen im Zolldienst gefaßt würden. Dem englischen Schritt hätten sich die Vereinigten Staaten und Frankreich angeschlossen. Ueber die Zollfrage in Schanghai werden zwischen britischen und japanischen Vertretern Verhandlungen geführt, auf die Versicherung hin, daß die japanische Regierung die Interessen der ausländischen Mächte achten werde. Anerkennung Nationalspaniens durch Japan. Tokio, 1. Dez. (DNB.) Im Auswärtigen Amt fand der Austausch der Dokumente zwischen Außenminister Hirota und dem nationalspanischen Geschäftsträger del Castillo statt. Damit ist die Aner* Der nationalsozialistische Staat sichert die Gewissens- und Glaubensfreiheit des Einzelnen. Eine neue Rede des Reichsministers Kerrl in Hagen. Hagen, 1. Dez. (DNB.) Reichsminister Kerrl sprach am Dienstagabend in der Stadthalle zu Hagen über „Weltanschauung und Religionen . Der Minister erklärte: So wenig nach der nationalsozialistischen Weltanschauung Nationalismus und Sozialismus einander widersprechen, so wenig sei dies auch mit Religion und Weltanschauung der Fall. Weltanschauung und Religion laufen darin zusammen, daß sie die Summe der Versuche des Menschen darstellen, sich klar zu werden über die Frage nach seinem richtigen Handeln. Nur von der Politik her kann Öle wahre Freiheit des Menschen werden. Der Führer lehrte uns in einer Zeit der Verzweiflung und des allgemeinen Niederbruches: „Ihr müßt eure Pflicht tun! Ihr müßt eurem Wissen gemäß handeln, das aus eurem Blute spricht, das Gott in eure Adern gegossen hat." In unserem Blute selbst liegt das Gewissen. Gott hat den Hinweis versenkt in das Blut, daß alle, die eines Blutes sind, zusammengehören und zusammenwachsen zu einem großen Organismus einer einzigen Volksgemeinschaft. Der Führer hat den Gewissensbegriff sozialistisch gemacht und gesagt: „Wir müssen den Befehl Gottes erfüllen durch unser Tun und unser Handeln. Werdet positive Christen der Tat!" Der Minister erklärte dann, daß es nicht seine Aufgabe sei, zu richten, wer in richtiger Weise die Bibel auslege, sondern einzig und allein darüber zu wachen, daß die Einigkeit des deutschen Volkes erhalten bleibe. Den Konfessionen stehe er als Staatsmann völlig neutral gegenüber. Unter dem lebhaften Beifall der Zuhörer stellte der Minister aber eindeutig fest: Zn die staatliche Rechtsfindung und Rechtsübung hat sich keine Kirche hineinzumischen. Dies alles gehört ausschließlich in die Hände des Staates. Dem nationalsozialistischen Staat gehe es ausschließlich um die Gewissens- und Glaubensfreiheit des einzelnen. Keiner solle darin beschränkt werden, sich seine Konfession auszufuchen. Die nationalsozialistische Partei und auch der Staat verträten den Standpunkt eines positiven Lhristentumes, ohne sich irgendwie an ein einzelnes Bekenntnis zu binden; aber sie forderten gleichzeitig die Freiheit für alle religiösen Bekenntnisse, soweit sie nicht den Bestand des Staates gefährden oder das Zttorat- gefühl der germanischen Rasse beeinträchtigen. „Diese Freiheit aber wollen und müssen wir gewähren, damit endlich ein Drang unseres Volkes nach religiöser Freiheit erfüllt, gerechtfertigt und abgeschlossen wird." kein echter Nationalsozialist dürfe es mit der Religion leichtfertig nehmen. Echter Nationalsozialist sei nur, wer die Tatsache der Bindung an Gott erkenne und wisse, daß Gottes Befehl in seinem Gewissen und Blut walte. „Der Nationalsozialismus erklärt, daß derjenige, der diese Bindung leugnet, minderwertig ist und nicht zu uns gehört. Aber der nationalsozialistische Staat denkt nicht daran,irgendeine Konfession zu einer Staatskirche zu machen, auch nicht die Deutsche Glaubensbewegung. Jedermann kann sein Bekenntnis wählen nach seinem eigenen Herzen. Wir verlangen aber, daß er sich der Achtung befleißigt vor dem, was demanderen heilig ist. Wer dieses Gebot der Achtung und Ehrfurcht verletzt, ist kein echter Nationalsozialist." Nochmals hob Minister Kerrl hervor, daß das Ziel der nationalsozialistischen Kirchenpolitik die völlige Gleich st ellung der verschiedenen Religionsgemeinschaften untereinander sei. Die Zurückführung dieser Gemeinschaften auf die Opfer ihrer Gläubigen sei nicht als plötzliche Entziehung der hohen Staatszuschüsse zu verstehen. Es solle nur langsam und sicher die Entwicklung auf die Erreichung des Zieles eingestellt werden, das unbedingt erreicht werden müsse. Diese Maßnahmen erfolgten aus keinerlei Haß gegenüber den Kirchen, wie überhaupt jeder über die ernste und ehrliche Auffassung des Ministers sich habe ein Bild machen können, der mit ihm über diese Fragen einmal gesprochen habe. Die Bekenntnisfront Halle sich früher für die „Stunde der Erbauung" bei ihm bedankt, die er, der Minister, in einem Vortrag geschenkt habe. Um so unverständlicher sei es aber, daß später einer ihrer Hauptführer böswillige Unterstellungen in Flugschriften verbreitet habe. Dieses Verhalten beweise nur, wie die christliche Liebe nicht immer dort am besten bestellt sei, wo man sie fortgesetzt im Munde führe. Der Minister erklärte: „Es liegt mir völlig fern, in Bausch und Bogen abzuurteilen. Ich erkenne an, daß viele Seelsorger mit uns gekämpft und uns mit allen Mitteln unterstützt haben. Ich weiß, daß z. B. die ,Deutschen Christen' völlig positiv zum nationalsozialistischen Staate stehen. Ich muß aber gleichzeitig erklären, daß ich nicht daran denke, etwa eine deutsche christliche Staatskirche herzustellen. Der Staat hat nur eines im Sinn: die völlige Sicher st ellung der religiösen Freiheit. Ich werde mit der deutschen Volksgemeinschaft dieses Ziel erreichen. Eine Anzahl von Seelsorgern und Predigern beider Konfessionen habe dem Staat für seine Bemühungen entschiedenen Dank abgeftattet; aufs Ganze gesehen sei dies leider aber nicht der Fall aewesen. Sogleich nach Uebernahme seines Amtes habe er, der Minister, Auftrag gegeben, alle Strafanträge gegen Geistliche zu sammeln. Die Summe der Anzeigen genüge; es sei eine geradezu erschreckende Zahl! In keinem anderen Stande gibt es einen so unerhört hohen Prozentsatz von Verfahren. Oie Sittlichkeitsprozesse seien noch nicht abgeschlossen. Nach Angabe des für diese Straftaten zuständigen Justizministeriums handele es sich dabei um folgende Zahlen: Verurteilt wurden 45 Priester, 176 Ordensbrüder und -fchwestern, 21 Angestellte usw., zusammen 242. Verfahren find noch anhängig gegen 93 Priester, 744 Ordensbrüder und -schwestern und 118 Angestellte usw., zusammen 955; Verfahren wurden eingestellt oder es erfolgte Freisprechung in Verfahren gegen 29 Priester, 127 Ordensbrüder und -schwestern, 32 Angestellte usw., zusammen 188, Es sei klar, stellte der Minister fest, daß hier nicht mehr von Einzelfällen gesprochen werden könne. Die Zahl der Ordensangeyörigen in Deutschland habe 1935 etwa 16 200 männliche Ordensmitglieder in etwa 660 Niederlassungen betragen und etwa 102 000 weibliche Ordensmitglieder in 7990 Niederlassungen, bedeute also, daß einer Zahl von 16 000 männlichen Ordensangehörigen etwa 8000 Prozesse (Sittlichkeitsverbrechen und -vergehen, Devisenoerbrechen und -vergehen. Vergehen gegen das Heimtückegesetz, Kanzelmißbrauch, Vergehen gegen das Flaggengesetz, Vergehen gegen das Sammlungs« gesetz usw.) gegenüberstanden. Bedauerlich sei, daß die kirchliche Aufsicht nicht selbst genügend eingegriffen habe. Der Minister betonte, daß er nicht dogmatisch zu urteilen habe, daß aber nach dem Leben, den Worten und den Taten Christi, wie sie nach dem Evangelium der Beurteilung offen liegen, diese nicht den Lehren des Nationalsozialismus widersprechen. Es ei aber bedauerlich, daß viele kirchliche Vertreter len Nationalsozialismus so wenig verstünden und ür feine Anhänger die kirchliche Türe zu Gott abzuschließen versucht hätten, statt ihrer Predigt der Liebe gemäß zu handeln. Der Staat werde dort mit starker Faust für unbedingte Ordnung sorgen, wo die Religion mißbraucht wird, um die Volksgemeinschaft zu stören oder zu zersetzen. Anter langanhallendem Beifall schloß der IHi- nisler: „Das Volk kennt seinen Führer. Jeder einzelne mag immer wieder in sich hineingehen und sich sagen: Wie herrlich ist es doch, in dieser großen Zeit leben zu dürfen. Nur eines macht das Leben schön, die Pflicht zu erfüllen, in die Gott uns gestellt hat. Wir wollen daran gehen, ein Reich zu bauen, das noch nicht Wirklichkeit ist, das aber durch unser Tun und Leben Wirklichkeit werden soll. Gott tebt noch und offenbart sich immer aufs neue in den Menschen, die seines Geistes voll sind. Auch heute noch sind Wunder möglich, in den Stunden der Not errettet und erwählt der Allmächtige; viele sind berufen, aber wenige nur auserwählt. Spätere Geschlechter werden uns beneiden um das, was wir erleben und miterleben durften. Jeder hat die Freiheit, feine Pflicht zu tun und der Stimme Gottes in seiner Brust zu folgen, der ihm sagt: Verstehe die Vergangenheit, erfasse die Gegenwart, hilf an der Zukunft des deutschen Volkes zu bauen und wirke dann mit, daß das Reich fest steht, daß es bleibt, das du dein Deutschland nennst, dein Deutschland über alles!" Die pflicht gegen Gott. Reichsminister Kerrl hat seiner Fuldaer Rede eine ähnliche in Hagen folgen lassen. Sie hat gewisse Ergänzungen gebracht, sie bildet aber in ihren wesentlichen Teilen erneut eine Unterstreichung der nationalsozialistischen Grundsätze auf religiösem und weltanschaulichem Gebiet. Völlige Sicherung der Glaubensfreiheit ist der eine Eckpfeiler der nationalsozialistischen Politik, positives Christentum der Tat der andere Pfeiler. Wenn Reichsminister Kerrl in Hagen etwas ausführlicher wurde und in eine Debatte mit den Männern eintrat, die das Wort Gottes auslegen, dabei aber oft Gegensätzlichkeiten zwischen der christlichen Religion und der nationalsozialistischen Weltanschauung zu konstruieren suchen, so waren seine Feststellungen nötig, um klarzulegen, daß es derartige Gegensätzlichkeiten überhaupt nicht gibt. Religion ist — so sagte er —, daß wir wissen was wir tun. Auf die Tat kommt es also an. Wer aber die Tat mit der Vernunft in Einklang bringt, der kann nicht anders als den Bahnen folgen, die uns Gott vorgezeichnet hat. Dazu gehört die Erhaltung der Art, der Rasse und der Nation. Jedes Volkes Gabe ist eine göttliche Verpflichtung, die da lautet, fo zu handeln, wie es das Blut in unseren Adern fordert. Dieses Blut verlangt aber Erhaltung unserer Rasse und Behauptung unserer Nation, wie es jeden Deutschen von jeher anhielt, der göttlichen Vorsehung zu gehorchen, die unser Volk schuf, ihr aufrecht und ehrfürchtig zu dienen und damit im Sinne positiven Christentums zu leben. Wahres Christentum wird vom Nationalsozialisten tagtäglich geübt. Es zeichnet sich durch die Tat aus, die auf Erhaltung und Stärkung der Schöpfung Gottes, zu der auch unsere Nation gehört, hinausläust. D. S. Oer Chef der Präsidialkanzlei Or. Meißner zumStaatsminister ernannt Vertin, 1. Dez. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler hat verfügt, daß der Staatssekretär und Ehef der Präsidialkanzlei in Zukunft die Amtsbezeichnung „Staats- Minister und Ehef der Präsidialkanzlei des Führers und Reichskanzlers" führt und im Range den Reichsministern g l e i ch st e h t. Auf Grund dieses Erlasses hat der Führer und Reichskanzler den Staatssekretär Dr. Meißner zum Staatsmini st er ernannt. fennung Nationalspaniens durch Japan de jure vollzogen. Auch die Regierung Mandschukuos hat beschlossen, Nationalspanien de jure anzuer- fennen. Das japanische Auswärtige Amt erklärte, General Franco bekämpfe das durch die Komintern aufgehetzte bolschewistische Spanien. Die Bedeutung der Anerkennung sei auch darin zu sehen, daß hierdurch die engen Beziehungen zwischen Deutschland, Italien und Japan erneut bewiesen worden seien. Frankreichs Aufrüstung. 4,2 Milliarden für neue Lieferungen. Paris, 2: Dezember. (DNB. Funkspruch.) Im Heeresausschuß der Kammer gab Kriegsminister D a l a d i e r der Hoffnung Ausdruck, daß die für 1938 vorgesehenen französischen Heeres- und Rüstungskredite den Bedürfnissen voll entsprechen. Er würde jedoch zusätzliche Kredite beantragen, falls sich herausstelle, daß die Kredite nicht ausreichen sollten. Daladier bezifferte die Ausgaben für neue Rüstungsbauten und -Lieferungen im Jahre 1937 auf 4,2 Milliarden. Er habe von feiner Besichtigungsreife an die französische Nordost- gren.^e einen ermutigenden Gesamteindruck mitgebracht. Vor dem Marineausschuß der Kammer erstattete Kriegsmarineminister C a m p i n ch i über die Durchführung des Flottenbauproaramms Bericht. Das erste 35 000 - Tonnen - Linienschiff „3 e a n Bart" sei zu 55 v. H. fertig und werde 1939 in den Dienst gestellt werden können, das zweite „Richelieu" werde im kommenden Jahre bereit sein. Der Bau von Unterseebooten wickele sich befriedigend ab. Sämtliche neuen Kriegsschiffe, zuerst der Kreuzer „Straßburg", würden mit den neuesten Einrichtungen, vor allem mit Flugabwehrgeschützen, die sogar gegen Kriegsschiffe mit Erfolg angewandt werden können, ausgestattet. Auch auf den alten großen Kriegsschiffen werde Flakartillerie eingebaut Oie Frontkämpfer tragen die Fahne des Friedens. Paris, 2. Dez. (DNB. Funkspruch.) Die französische Regierung hat dem internationalen Ausschuß der ehemaligen Frontkämpfer ein Bankett gegeben, an dem der Vorsitzende der französischen Frontkämpfergruppe, D e 5 b o n s, den Friedenswillen der französischen Frontkämpfer betonte, die ebenso wie im Krieg auch im Frieden ihre Pflicht tun wollten. Der Reichskriegsopferführer Oberlindober erklärte: „Wir tragen h i e Fahne eines ehrlichen aufrichtigen Friedens, an den wir glauben." — Der Vorsitzende der italienischen Gruppe, Delcroix, der amtsführende Vorsitzende des Internationalen Ausschusses, betonte in leidenschaftlichen Ausführungen den heiligen Kampf um den Frieden, den die ehemaligen Soldaten als die Arbeiter des Friedens besonders würdigen könnten. „3m Kriege bestand die Tragödie der Tapferkeit, heute ist die Tragödie der Geduld gegeben; aber es gibt keine Tapferkeit ohne Geduld." — Im Namen der französischen Regierung sprach Unterstaatssekretär d e Te s s a n , der im Weltkrieg als Unteroffizier gedient hat, für einen gerechten, ehrenhaften und sicheren Frieden, für den sich auch die französische Regierung, die zahlreiche Frontkämpfer zähle, einsetze. polnische Wirtschastspläne. Warschau, 1. Dez. (DNB.) Im Sejm erklärte Vizeministerpräfident Kwiatkowski zum Voranschlag für den Staatshaushalt 1938/39, daß sich die Wirtschaftslage erheblich gebessert habe. Eine Abwertung der polnischen Währung sei heute nicht mehr möglich. Der Ausbau des Gdin- gener Hafens als Umschlagsstelle für den seewärtigen Handel werde fortgesetzt werden. Der Ausbau des'neuen zentralen Jndu- striebezirkes um Sandomir leite eine Entwicklung ein, die 1941 von einem zweiten Plan abgelöst werden solle, der das Gebiet der Fküsse Bug, San, Dnjepr mit ßemberg als Mittelpunkt umfassen werde. Die Westgebiete würden vor allem durch den Bau des Kanals Warthe-Goplosee-Netze berücksichtigt werden, der die Warthe mit der Weichsel und der Ostsee verbinde und die künstliche Grenze der früheren Teilgebiete beseitige. Bären in freier Wildbahn. Von 6. Weigel-Rößler. Wenn man als passionierter Hochwildjäger durch eine Reihe von mehr als einem Dutzend von Jahren die einsamen Bergwälder und Hochtäler der Großen und Waldkarpathen, des Transsylvanischen Hochgebirges und des Balkans durchstreift hat, dann ist ein Zusammentreffen mit dem größten Vertreter unseres europäischen Raubwildes beinahe unvermeidlich. Man hat mich wiederholt gefragt, ob der braune Bär gefährlich fei. Ich habe dazu nie anders antworten können als auch heute: „Der Bär ist bei aller seiner Kraft und Schnelligkeit, deren letztere man ihm als Laie schlechthin kaum zutraut, ein gutmütiger und harmloser Geselle, solange man ihn ungestört seine Fährte ruhig ziehen läßt, nicht reizt und gar verwundet. Sieht er sich aber verfolgt, von Hunden gehetzt oder ohne jedweden Ausweg gänzlich in die Enge getrieben, so ist er ein unglaublich mutiger und dem Menschen ein körperlich weit- überlegener Gegner. Ich halte es für ausgeschlossen, sich einem angreifenden Bären durch die Flucht entziehen zu können. Der sonst so langsam und schwerfällig erscheinende plumpe Koloß entwickelt in feinem weitausgreifenden Paßgange ein ganz erstaunliches Tempo! Ich bin Gott sei Dank weder bei überraschenden Begegnungen mit ihm, noch auf feiner Jagd in Verlegenheit gewesen, mit ihm um die Wette zu laufen. Dafür aber habe ich es mir zweimal gefallen lassen müssen, von Bären nach absolut tödlichen Schüssen noch angenommen zu werden. Daß es bfei der Jagd auf dieses wehrhafte, starke Raubwild ohne gefahrenvolle Wagnisse und n?rven° prickelnde Augenblicke nicht immer abgeht, ist selbst- verständlich. Wohl sind mir im Süden fast jährlich Einzelfälle bekannt geworden, in denen der Bär den Jäger übel zurichtete, wie auch ein einziges bedauerliches Ereignis, bei dem der offenbar gereizte Bär von zwei beerensuchenden Kindern ein Mädchen zerriß — im allgemeinen und besonderen aber gehört jenes Ammenmärchen natürlich in die Fabel, wonach er ohne weiteres angreife und den niedergeschlagenen Menschen etwa gar auffrefje. Von jenen Begegnungen will ich nachfolgend etwas erzählen, die für beide Teile Harm- und schmerzlos verliefen. Im Herbst 1922 stieg ich im Fogaraser Gebirge nach einer erfolglosen Pürsche auf Gamswild verspätet talwärts, um die klejne, einsame Blockhütte drunten im Winkel zweier zusammenlaufender Hochtäler zu erreichen. Die Nacht hatte mich auf halbem Wege überrascht. Rechts Almwiese, links hochstämmiger Fichtenwald. Der Schweißhund lief einige Schritte vor mir, retirierte plötzlich mit eingezogener Rute und verkroch sich hinter meinen Beinen. Gleich darauf ertönte aus nächster Nähe des Hochwaldes, dessen Stämme ich vor Dunkelheit schon nicht mehr zu unterscheiden vermochte, ein tiefes Brummen. Ich wußte augen- blicks, woran ich war, riß den Mannlich-Schönauer von der Schulter und machte mich schußfertig So stand id) minutenlang. Der Hund verhielt sich zum Gluck ruhig und ich vernahm, wie der Braune nach mehrmaligem Brummen tappend ins Dunkel weiterzog — der Deutlichkeit aller hörbaren Laute nach, recht unangenehm nahe von mir. Es wäre wohl ein ungleicher Kampf geworden, bei dem das erste Frühlicht da oben wohl eher einen „kranken Mannals einen erlegten Bären beschienen hätte. Ein andermal. Heiß lag die Sonne auf steilen grauen Felsen über der Waldregion, an denen ich gerade mehr klebte, als ich schritt. Auf einem kaum meterbreiten Rande fußte ich vorsichtig an der Felswand schräg talwärts, um hinunter zum Hochwalde zu gelangen. Linksseitig mauersteil aufstrebendes Gestein, rechter Hand 80 bis 100 Meter tief bis zur Waldsohle senkrecht abfallender Fels. Nach einer Wendung des schmalen Bandes um eine breite Felsnase erblickte ich etwa 30 Meter vor mir einen gemächlich auf mich zuschreitenden, sehr feisten Bären, der offensichtlich ganz ahnungslos fürbaß zog. „Nicht schießen!" war mein erster Gedanke, denn die Entfernung war viel zu gering. Trotzdem flog für alle Fälle die treue, zuverlässige Büchse an die Backe. Ich drückte mich hart an ditz Felswand. Inzwischen aber hatte Meister Petz Wind von mir bekommen, richtete sich etwa 20 Meter vor mir auf und verhasste. Brummend zog er die Witterung durch den Windfang und blinzelte mich überrascht aus seinen kleinen Lichtern an. Unwillig und lauernd stand er übermannshoch auf den hinteren Pranken erhoben und wankte, stetig Wind von vory. und hoch aus der Luft saugend, mir noch zwei, drei unsichere Schritte entgegen. Es war ein prächtiger Anblick und ein ebenso drolliges Bild, den langzottigen, braunen Koloß so unschlüssig wenige Meter vor mir zu sehen, wenn es nicht zugleich auch für mich eine absolut hilflose und heikle Situation bedeutet hätte. So maßen wir uns eine unendlich lange Minute Auge in Auge, bis es dem anderen endlich einfiel, niederzugehen, sich halb zur Seite zu drehen und leise vor sich hin zu brummen. Dann warf er sich herum und zog in eiligem, langen Paßgang ab. Mehr konnte ich dann nicht sehen. Vorspringender Fels verdeckte mir die weiteren Geschehnisse. Im Vorwinter des Jahres 1929 machte ich bei frischem Matschschnee zur Mittagszeit einen Rundgang im Reviere Sv. P. in den Großen Karpathen, das Bären als Standwild beherbergte. Mit dem Heger war ich schon ziemlich hoch gestiegen. Als wir im Begriffe standen, eine kleine Bergwiefe zu überqueren, wechselte eine alte Bärin über die Wiesenfläche. Mitten im Paßgange wurde sie sofort hoch und stellte sich uns. Wir waren beide schlecht bewaffnet. Ich trug ein kleinkalibriges Kugelgewehr und dazu nicht das eigene — und der Heger nur eine Schonzeitflinte. Auch hier mußte der Schuß im Laufe bleiben; wir standen zu kurz. Nach unschlüssigen, pendelartigen Bewegungen ging die alte Tante endlich nieder und zog höchst unvergnüglich brummend eilig zu Holze. Der Revierherr selbst, in dessen Kastell manch schöne Bärendecke an den Wänden hing, sah sich vor Jahren in diesem Bergwalde auf einmal drei Bären, einer Bärin mit zwei erwachsenen Jungen gegenüber. Er schoß nicht, weil er gleichfalls auf ZU kurze Distanz beinahe mitten unter sie geraten war. i Unglücksfälle unerschrockener Berufsjäger im Kampfe mit Bären wiederholen sich in diesen ßän= öern jährlich, und ich entsinne mich einer Reihe oon Fällen, die die Einlieferung der Schwerverletzten ins Krankenhaus zur Folge hatten Allein — die Manner dieser Gebirge sind w^karg, bescheiden und stumm und nur selten ein: I bringt eine Kunde aus ihren stillen Tälern zu uns. Romantische Laufbahn eines zaristischen Offiziers. In den Kreisen der russischen Emigranten, die in den baltischen Ländern leben, wird das romantische Schicksal eines früheren Offiziers im Zarenheer lebhaft erörtert, der in den ersten Jahren nach der Auswanderung sein Leben als Landarbeiter fristen mußte, und von dem man jetzt erfahren hat, daß er eine sehr einflußreiche Persönlichkeit am Hofe von Iran geworden ist. Im Jahre 1900 waren einige junge Kosakenoffiziere, unter ihnen der Leutnant Milovanski, von der russischen Regierung nach Teheran geschickt worden, um die persischen Truppen auszubilden. Unter den persischen Soldaten, die Milovanski zur Verfügung gestellt wurden, befand sich Risa Pechlevi, ein sehr begabter junger Mann, der unter der Anleitung des russischen Offiziers in wenigen Jahren sich zu einem ausgezeichneten Soldaten entwickelte. Auf Vorschlag Milovanskis wurde Risa in die Offiziersschule von Teheran geschickt. Im Jahre 1905 trennten sich der russische Offizier und sein persischer Schützling, weil jener nach Moskau zurückgerufen worden war. Als die bolschewistische Revolution ausgebrochen war, wanderte Milovanski nach Bulgarien aus, als Landarbeiter gekleidet, und verdiente für sich und seine Familie mühselig sein Brot. Eines Tages las der frühere Offizier eine Zeitung und fand darin die Nachricht, daß der Schah von Iran Risa Pech- levi war, niemand anderes als sein früherer Schübling, der in der Zwischenzeit eine außerordentliche Laufbahn im persischen Heer zurückgelegt hatte, Oberbefehlshaber des Heeres, dann Kriegsminister, dann Regieruntzsoberhaupt und schließlich 1925 Schah von Iran geworden war. Milovanski entschloß sich, einen Brief an seinen früheren Schütz« ling zu schreiben, und nach einiger Zeit kam in der Tat aus Teheran ein Brief °mit der Unterschrift des Schahs an den früheren Offizier, mit der Einladung, nach Iran zu kommen; ein Anweisung in Dollar lag bei. Milovanski ist heute in Teheran, und es heißt, daß er am Hofe des Schahs eine einflußreiche Persönlichkeit ist; nachdem er persischer Bürger geworden ist, heißt er nicht mehr Milovanski, sondern Mokadan Verba, und er leitet den Mailiche» Marstall, _____ NGV. und WHW. erziehen zur Volksgemeinschaft. Ein eindrucksvoller Leisiungsbericht für den Gau Heffen-Naffau. Auf einer Pressekonferenz im „Haus des Amtes für Volkswohlfahrt" in Darmstadt gab Gauamtsleiter Haug in eindrucksvollen Darlegungen einen Ueberblick über die von der NSV. und dem WHW. im Gau Hessen-Nassau bisher geleistete Arbeit. Die Arbeit der NS.-Volkswohlfahrt und des Winterhilfswerkes stelle die Volksgemeinschaft in den Mittelpunkt unseres Handelns. Die Nation als unser Auftraggeber kenne keine Fürsorge der Klassen und keine der Konfessionen, sondern nur die Fürsorgearbeit am ganzen Volke selbst. Die Familie als die kleinste Gemeinschaft der Nation stehe im Vordergrund unserer Fürsorge. Während die öffentliche Fürsorge eine an Gesetze und Verordnungen gebundene Pflichtaufgabe mit aus dem Steueraufkommen erzielten Leistungen des Staates und der Gemeinde sei, arbeite die freie nationalsozialistische Wohlfahrtspflege allein nach den durch unsere Weltanschauung geschaffenen Richtlinien. Sie werde daher auch im wesentlichen getragen von freiwilligen, ehrenamtlichen Kräften. Ihre Leistungen seien z u s ä tz - l i ch und würden aufgebracht aus den freiwilligen Opfern des ganzen Volkes. Träger der NS.-Volks- wohlfahrt sei ü a s Volk s e l b st, das durch mehr als 7 Millionen Mitglieder der NSV. und VA Millionen freiwilliger Helfer und Helferinnen ihre sozialistische Erfüllung garantiere. Das Winter- h i l f s w e r k wäre nie möglich gewesen durch Verordnungen und Steuern. Nur der Einsatz der Volksgemeinschaft habe den Erfolg des WHW. gebracht. Wenn es zu Anfang galt, Hunger und Kälte zu bannen, so weite sich heute das Winterhilfswerk immer mehr aus zur planmäßigen nationalsozialistischen Vorsorge am Volke selbst. „Wir geben unsere Hilfe", so erklärte der Gau- amtsleiter Haug weiter, „an den Hilfsbedürftigen nicht als Almosen. Wir wissen auch, daß das Recht an die Volksgemeinschaft nicht größer fein kann, als d i e Pflicht dieser gegenüber. Aus diesen Grundsätzen heraus betreiben wir die Arbeit der NSV. und des WHW. auch als E r z i e h u n g s- mittelzurVolksgemeinschaft. In tagtäglicher Erziehung zum Opfer, in dieser freudigen Bereitschaft für das große Ganze, nicht nur in den Ziffern der Leistungen, liegt die ausschlaggebende Bedeutung des Winterhilfswerks. lieber die wirtschaftliche Bedeutung des Winterhilfswerkes machte Gauamtsleiter Haug folgende Angaben: Die Ausgabe der Kohlenmengen im Gau Hessen-Nassau im Rahmen des WHW. beträgt durchschnittlich 1850 000 Zentner; das sind 943 Cisenbahnwaggons, welche 200 Güterzügen mit je 50 Waggons entsprechen. Die ausgegebenen Kartoffelmengen belaufen sich auf 85187 Doppelzentner; dies entspricht ungefähr 12 Güterzügen mit je 50 Waggons. Für Lebensmittel und Nahrungsmittel werden im WHW. durchschnittlich im Gau Hessen-Nassau 3 Millionen Reichsmark ausgegeben. Für Bekleidungsstücke gibt der Gau Hessen-Nassau durchschnittlich 2,5 Millionen Reichsmark aus. Durch die Einkäufe des WHW. und der NSV. bei den See-Fischereien konnte eine wesentliche Hebung des Fischereigewerbes durchgeführt werden. — Dem Handwerk der Elfenbein-Schnitzerei im Kreis Erbach wurde in jedem Jahre durch Herstellung eines WHW.-Abzeichens wesentlich geholfen. Im vergangenen Jahre konnte der Offenbacher Lederindustrie die Herstellung eines Abzeichens übertragen werden. Der Spielwarenindustrie sind wieder Aufträge in Höhe von 40 Millionen Mark zu-> gewiesen worden. Dem Handwerk wurde die Herstellung von Betten, Babykörben, Matratzen übertragen. Die Arbeit der NSV. werde ständig von der Massenbetreuung entfernt und zur intensiven F ü r- sorgedes Einzelfalles umgestellt. Im Reich feien 424 000 Hilfsstellen Mutter und Kind eingerichtet, der Gau Hessen-Nassau habe 1088. In der Müttererholungsfürsorge sei unser Gau vorbildlich. Auch 300 Kindergärten seien geschaffen worden und eine Anzahl Kindererholungsheime. Die Jugenderholungspflege, die Kinderlandverschickung, die Zeltlageraktion der HI. sowie die BDM.-Som- merlager, die Durchführung der Hitler-Freiplatz- spende, die Amtswaltererholung der NSV.-Helfer, die allgemeine Heilverschickung, das Tuberkulose- Hilfswerk der NSV. und die NSV.-Küchen in Mainz, Offenbach, Frankfurt und Darmstadt seien weitere Aufgabengebiete der NSV.-Volkswohlfahrt. Dem Aufbau der NS.-Schwesternschaft werde alle Beachtung zugewandt. Im R h ö n - Notstandsgebiet des Kreises Schlüchtern werden durch die NSV. fünf Gemeinschaftshäuser erbaut, in denen Schwesternstationen und Kindergärten als Dauereinrichtungen erstellt werden. Zum Schluß kam Gauamtsleiter Haug noch auf die NSV.-Jugendhilfe und die Arbeit der NSV. in der Gerichtshilfe, Gefangenen- und Entlaffenenfürsorge, sowie das Ernährungshilfswerk zu sprechen. Der Gauleiter lasse der NSV. jedmögliche Förderung angedeihen. Zahlreiche Einrichtungen und Maßnahmen verdankten nur seiner Initiative ihr Dasein. Das Kinderheim Rimdidim. Eine vorbildliche Stätte zur Wiederher stelluug körperbehinderter Knaben. Im Anschluß an die Pressekonferenz fuhren die Pressevertreter in Autobussen durch den vorderen Odenwald zum Rimdidim. Zu Fuß ging es von Meßbach aus durch den Wald hinauf zu dem in etwa 500 Meter Höhe burgartig angelegten Knabenübungslager, von wo man einen schönen Fernblick genießt. In dem Heim, das 60 Knaben aufnehmen kann, werden insbesondere.körperlich behinderte und krankheitsansä l l i ge Knaben zur vollen Wiederherstellung ihrer Leistungsfähigkeit durchgebildet, wozu in der sechswöchigen Kur eine lebhafte körperliche Betätigung unter Leitung zweier Sportlehrer dient. Ein Blick in den Turnsaal zeigte, mit welcher Begeisterung und Kameradschaft die Jungen dort oben beisammen sind, und welche Freude ihnen gerade die körperliche Bewegung in frischer Luft macht. Die praktische und saubere Einrichtung des Hauses fand besondere Anerkennung. Im Speisesaal, wo auf den weißgedeckten Tischen die Adventskerzen brannten, dankte Gaupresseamtsleiter Uckermann dem Ireisleiter der NSV. Hanse für die Eindrücke bei der Besichtigung. In Zukunft würden öfter derartige Besichtigungen von Parteieinrichtungen im Gau stattfinden, da ja der unmittelbare Eindruck mehr überzeuge als alle Worte. Man dürfe aber bei den Besichtigungen die Unmenge der Kleinarbeit nicht vergessen, die unsichtbar hinter jedem dieser Werke stehe. Neue Offensive des Reichsnährstandes. Der Reichsbauernführer spricht zum Landvolk am 12. Dezember. Berlin, 1. Dez. (DNB.) Im Hinblick auf die Maul- und Klauenseuche hat der Reichsbauernfüh- rer angeordnet, daß der Reichsbauerntag in diesem Jahr nicht stattfindet. Er wird daher am Sonntag, 12. Dezember, von 11.30 Uhr bis 12 Uhr über alle deutschen Sender aus der Reichsbauernstadt Goslar eine Rede an das deutsche Landvolk halten, in der er die Parolen für den kommenden Abschnitt der Erzeugungsschlacht und die Aufgaben der Ernährungswirtschaft im Jahre 1938 bekanntgeben wird. Dabei wird Reichsbauernfiihrer Darre alle grundsätzlichen aktuellen Probleme der Agrarpolitik und Ernährungswirtschaft behandeln, die heute das Landvolk bei der Durchführung der Erzeugungsschlacht in der Praxis bewegen. Der Reichsbauernführer wird sich an alle Bauern, Landwirte, Landfrauen, Landarbeiter und die im Rahmen der Ernährungswirtschaft tätigen Deutschen wenden. Der Zeitpunkt der Reichssendung ist so gewählt, daß jeder die Ansprache hören kann. Es ist Ehrenpflicht des ganzen deutschen Landvolkes, sich zu der festgelegten Zeit vor den Lautsprechern zusammenzufinden. Der Aufbau des weiblichen Arbeitsdienstes Berlin, 1. Dez. (DNB.) Auf einer Arbeitstagung der Bezirksführerinnen und Gruppenführerinnen des Arbeitsdienstes der weiblichen Jugend in der Reichsschule am Ueberfee über die Verstärkung des weiblichen Arbeitsdienstes erklärte Reichsarbeitsführer Hier!, der Einsatz neuer Lager solle entweder eine politische Begründung haben in Gegenden, in denen es auf die Stützung des Volkstums oder auf die weltanschauliche Erziehung besonders ankomme, oder die wirtschaftliche Lage des betreffenden Gebietes müsse die Mithilfe der Arbeitsmaiden besonders wünschenswert erscheinen lassen. Dabei betonte der Reichsarbeitsführer noch einmal den ausschließlichen Einsatz auf dem Lande. Beim Führerin- nennachwuchs dürsten die Anforderungen auch in der Aufbauzeit niemals zurückgeschraubt werden. Das Vorhandensein einer genügend großen Anzahl guter Führerinnen sei die Grundvoraussetzung für den Ausbau. Diese Frage müsse Sache aller Frauen werben. Landdienst ist Ehrendienst am Volke. Was müssen Jugend und Ettern vom Landdienst der HZ. wissen? In diesen Tagen wendet sich der Land- di en st der Hitler-Jugend wieder an die deutsche Jugend mit dem Aufruf zum Eintritt in diesen Dienst am deutschen Boden. Was Jugend und Elternschaft über die Einstellung in den Landdienst und dessen Einrichtung wissen müssen, soll im folgenden gesagt werden. Wer kann sich melden? Jeder junge Deutsche im Alter von 14 bis 25 Jahren, ganz gleich, ob er Mitglied irgendeiner Gliederung der nationalsozialistischen Bewegung ist ober sticht, finbet Aufnahme im Landdienst. Die Voraussetzungen dazu sind natürlich Gesundheit an Körper und Geist, ein guter Wille und Gemeinschaftssinn. Bei Einstellung wird daher ein ärztliches Gutachten und ein polizeiliches Führungszeugnis verlangt. Wie erfolgt die Anmeldung? Der Bewerber wendet sich am besten mittels einer Postkarte an die Sozialabteilung des zuständigen Gebietes der Hitler-Jugend; es nehmen jedoch sämtliche unteren Dienststellen der HI. und BDM.-Ein- heiten die Anmeldungen entgegen. Der Bewerber bekommt hierauf den eigentlichen Anmelde- und Verpflichtungsschein mit den Vordrucken für die polizeilichen, ärztlichen und arbeitsamtlichen Eintragungen zugestellt. Dieser Schein muß, nachdem er restlos ausgefüllt wurde, an die zuständige Gebietsführung der HI. eingesandt werden. Wie erfolgt d i e (Einberufung und bie Abreise? Die (Einberufung des Anaemel- deten erfolgt durch das zuständige Gebiet hauptsächlich in den Monaten Januar bis April. Der Einberufungsschein berechtigt zu 50prozentiger Fahrpreisermäßigung. Hat der (Einberufene noch kein halbes Jahr in der Landwirtschaft verbracht ober sinb bie Eltern ober deren gesetzlicher Vertreter wegen ihrer schlechten sozialen Lage vom zuständii- gen Arbeitsamt als unterstützungswürbig festgestellt, so werben die Anreisekosten zur Landdienstgruppe vom Arbeitsamt bezahlt. Sind beide Fälle nicht gegeben und können die Eltern trotzdem das Fahrgeld nicht aufbringen, so wird es in Ausnahmefällen vom zuständigen Gebiet der HI. ausgelegt und muß von dem Betreffenden während feiner Arbeitszeit in kleinen Beträgen rückerstattet werden. Die arbeitsrechtliche Vermittlung muß aber in jedem Fall durch das Arbeitsamt erfolgen. W o wird der Landdienstler eingesetzt? Die Haupteinsatzgebiete des Landdienstes befinden sich in folgenden Landesbauernschaften: Ostpreußen, Pommern, Mecklenburg, Kurmark, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Niedersachsen. Auch in sämtlichen anderen Gauen des Reiches find Landdienstgruppen eingesetzt. Als Betriebsgruppe gilt eine Landdiensteinheit von 5 bis 50 Arbeitskräften in einem einzigen Betrieb. Die Gruppe bildet innerhalb eines Betriebes eine eigene Gemeinschaft, ist in einem eigenen Heim untergebracht und verpflegt sich selbständig. Die Führung der Gruppe hat ein fachlich und charakterlich zuverlässiger HI.-Führer; er trägt die volle Verantwortung für Ordnung, Haltung und Arbeitsleistung seiner Gruppe. Dies einerseits dem Betriebsführer, andererseits der Hitler-Jugend gegenüber. Ihm steht in Gruppen von über zehn Mann, für jede weiteren zehn Mann je ein Unterführer zur Seite. Die Küche besorgt eine Wirt- schaftsleiterin, der ab 15 Mann eine Helferin bei« gegeben ist. Als Dorfgruppe gilt eine Landdiensteinheit, die geschlossen in einem Bauerndorf eingesetzt wird. Die Gruppenangehörigen arbeiten bei den einzelnen Bauern. Die Unterkunft erfolgt nur in einem Ge- I meinschaftsheim. Die Verpflegung übernimmt in jedem Fall der Bauer für seine Arbeitskraft selbst. Wie ist die Arbeitund das Leben aus dem Lande? Der Landdienstgruppenführer teilt die Arbeit ein nach Können und körperlicher Leistungsfähigkeit des einzelnen. Durch den Gemeinschaftsgeist in der Gruppe ist es möglich, die arbeitsschwächeren Kameraden durch die der stärkeren auszugleichen; vom Betriebs führ er wird die Leistung der ganzen Gruppe bewertet. Die Einrichtung eines allgemeinen Sparsystems erzieht die Landdienstler zur Achtung vor dem durch die Arbeit verdienten Geldwert und führt zu einer gesunden, sozialen Verwendung desselben. Die Landarbeit ist entgegen allen Vorstellungen der Städter im allgemeinen nicht viel anstrengender als die Arbeit in der Stadt. Die der Natur angeglichene Arbeitseinteilung und das mit ihr verbundene Leben gibt jedem einzelnen ein gesundes und geordnetes Dasein, das in mancher Hinsicht vielseitiger und abwechslungsreicher ist als in vielen städtischen Berufen. Das Dorfleben ist durchaus nicht langweilig und eintönig. Die Technik ist schon so weit, daß wir alle errungenen Kulturgüter, wie Film und Rundfunk, genau so auf dem Lande genießen können wie in der Stadt. Außerdem wird die Dorfgemeinschaft lebendiger gestaltet durch die Arbeit der Bewegung und besonders der Hitler-Jugend. Was ist das Ergebnis? Im Landdienst wächst eine Jugend heran, die gesund ist an Leib und Seele. Der Gruppeneinsatz des Landdienstes ist daher eine der beften Arbeits - und (Er« ziehungsgemeinschaften verdeutschen Jugend geworden. Er ist darüber hinaus die einzige und geeignetste Form der Rückkehr stäbti- scher Jugend auf das Land. In der Landdienstgruppe wird dem Jugendlichen der Rückhalt gegeben, der notwendig ist, damit er sich unter Leitung eines erfahrenen Führers allmählich und vollkommen an das neue Leben und die andersartige Arbeit gewöhnen kann. Dem auf dem Lande verbleibenden Landdienstler stehen viele Berufsmöglichkeiten offen, die ihm eine gut soziale Existenz sichern. Und für diejenigen Landdienstler, die wieder zurückkehren in die Stadt, ist die Zeit, die sie im Bauernhof verbracht haben, für ihre persönliche Entwicklung in körperlicher und charakterlicher Beziehung von großem Wert; die Jugend erweist sich damit selbst und der Gemeinschaft einen großen Dienst. Der Soldatische Vortraosdienff. Erste Veranstaltung in Berlin. Berlin, 1. Dez. (DNB.) Mit einer Kundgebung „Soldat und Dichter" trat der neu- geschaffene Soldatische Vortragsdienst in der Krolloper vor die Öffentlichkeit. Der stellvertretende Leiter der Schrifttumsabteilung des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda, Regierungsrat Schlecht, betonte, daß. der Soldat öes’ Dritten Reiches nicht nur wissen müsse, wofür er die Waffen führen lerne, sondern daß er auch bis ins Letzte durchdrungen sein müsse von dem Glauben an die deutsche Aufgabe unserer Zeit. Erst die Einheit der Waffenträger und der geistigen Kämpfer stelle die Unzerstörbarkeit, der soldatischen Kraft und des soldatischen Willens unserer Nation sicher. Die Tätigkeit des Soldatischen Vortragsdienstes sei dieser Aufgabe gewidmet. Es komme darauf an, Dichterlesungen und Vorträge aus der soldatischen Dichtung, aber auch aus schriftstellerischen Arbeitsgebieten, die für die Wehrverbände von besonderer Bedeutung seien, zu bringen. Im Vordergrund der Programmgestaltung stünden Dichtungen und Tatsachenberichte über das Erlebnis des Weltkrieges, aber auch Zeugnisse der unversiegbaren Kraft unserer Nation, bie zum neuen Ausbruch geführt haben. Dann schilberte ber Bundesführer des Soldatenbundes, General der Infanterie a. D. Freiherr ©eutter von Lotzen, wie es zu allen Zeiten und in allen Völkern Dichter gab, die den Krieg besungen hätten. Der Soldatische Vortragsdienst habe die schöne Aufgabe, diese Werke in den Reihen der alten und jungen Soldaten durchzusetzen. Unter dem Beifall des bis auf den letzten Platz gefüllten Hauses lasen dann die Dichter Heinrich E ck m a n n, Richard E u r i n g e r und Otto Pau st. Entlastung der HZ. vom nicht-planmäßigen Dienst. Berlin, 1. Dez. Der Reichsjugendführer hat u. a. folgendes verfügt: „Der Winter- b i e n ft p I a n sieht für bie HI. einen derartigen Diensteinsatz vor, baß bie Beteiligung an a n - b e r e n Veranstaltungen (Spalierbildung bei (Empfängen, Beteiligung an Kunbgedungen ber Partei unb bes Staates usw.) unter Berücksichtigung unseres reichhaltigen Winterbienstplanes und der notwendigen Forderungen der Gesundheitsführung der deutschen Jugend auf ein Min - destrnaß beschränkt werden muß. Die HI. beteiligt sich daher mit ihren Untergliederungen (HI., Sozialismus, das kann nichts anderes sein als eine Verpflichtung, nicht nur an das eigene Zch zu denken, sondern vor sich die großen Aufgaben der Gemeinschaft zu sehen und ihnen gemäß zu handeln. (Aus t>er Rede des Führers zur Eröffnung des WHW. 1937/38) DI., BDM. und IM.) außerhalb des planmäßigen HJ.-Dienstes nur an der Sammlung für das WHW. (17. bis 19. Dezember 1937) und an der Volksweihnacht. Bei Veranstaltungen der Partei und des Staates, an denen die Teilnahme von HJ.-Einheiten erwünscht ist, wird im Bereich der Ortsgruppen auf Anforderung des Ortsgruppenleiters die Genehmigung durch den Bannführer im Einvernehmen mit dem Kreisleiter, im Bereich der Kreise auf Anforderung des Kreisleiters die Genehmigung durch den Gebietsführer im Einvernehmen mit dem Gauleiter erteilt. Diese Verfügung tritt sofort in Kraft. Ich mache die gesamte Führerschaft der Hitler-Jugend für die Einhaltung dieses Befehls besonders verantwortlich und betone nochmals, daß nur in den aHernot« wendigsten Ausnahmefällen Genehmigungsanträge an die vorgesetzten Dienststellen zu richten sind. Wechsel der Gaustudentenführung. NSG. Am Freitag wird im Rahmen einer Kund- gebung des Gauverbandes Hessen-Nassau der N S.- Studencenkampfhilfe der bisherige (Bau« studentenführer Conrad, der vom Gauleiter zum Gaukulturwart der NSDAP, berufen wurde, verabschiedet und der neue Gaustudentenführer Karlheinz Kugelmann vom Reichsstatthalter und Gauleiter Sprenger in sein Amt einge- führt. Kugelmann besuchte das Realgymnasium in Wiesbaden und studierte an der Universität Frankfurt. Im Februar 1937 bestand er das Referendar- examen. In der NSDAP., der SA. und dem NSDStB. ist er seit Sommer 1930 tätig. Anfang 1937 wurde er von Gaustudentenführer Conrad als Leiter des Amtes NS.-Studentenkampfhilfe in der Gaustudentenführung Hessen-Nassau berufen. Schwarzsenden und Schwarzhören. Das neue Reichsgesetz gegen die Errichtung von Schwarzsendern sieht Zuchthausstrafen wegen unerlaubten Besitzes und unerlaubter Benutzung von Funksendern vor. Der Sinn dieser Strafverschärfung ist klar: „Schwarzsender" können zu einer 'Gefahr für Volk unb Staat werben, wenn sie z. B. zur Verbreitung staatsgefähr- benber Nachrichten benutzt werben. So hat bei ben letzten Massenhaussuchungen in Frankreich bie Er- funbung bes Standortes zahlreicher unbekannter Sender eine Rolle gespielt. Auch bie kommunistische Wühlarbeit' sucht sich mit Vorliebe berartiger Mittel zu bebienen. In Deutschland wird dagegen mit aller Schärfe vorgegangen, wie das neue Gesetz beweist. Etwas anderes ist natürlich die Benutzung von nicht angemeldetem Empfangsgerät, das sog. Schwarzhören. Es ift selbstverständlich auch strafbar und wird mit Geldstrafe, in Wiederholungsfällen auch mit Gefängnis bestraft; mit dem Betrieb von Schwarzsendern hat es aber nichts zu tun. Erweiterung der Zeüstoffbasis. Berlin, 1. Dez. (DNB.) Oberregierungsrat Dr. Kienitz vom Holzforschungsinstitut in Eberswalde sprach vor Vertretern bes Rohstoffamts, der Forstbehörden, der Zellstoffwissenschaft und -indu- ftrie in einem Vortrag über seine Forschungen auf dem Gebiete des Aufschlusses geringwertiger Buchenholzsorten, die bisher entweder ins Brennholz gewandert find ober nur für Zwecke geringster Ansprüche verwenbet werben konnten. Dr. Kienitz hat ben alkalischen Ausschluß für Buchenholz berart entwickelt, baß nun mit dem Bau einer Versuchsanlage begonnen werben kann. Im alkalischen Verfahren erhält man in einem Für alle Temperaturen des Winterhalbjahrs (von +15° bis — | Das berühmte 1 Winter-Oel! Arbeitsprozeß den reinen und splitterfreien Stoff, wie er für die Weiterverarbeitung unerläßlich ist. Volksfronipläne in Prag. Moskaus Instruktion für die tschechischen Kommunisten. Warschau, 1. Dez. (DLB.) Die Polnische Tele- graph-nagentur lenkt die Aufmerksamkeit auf einen Versuch der tschechischen Kommuni st en, sich in die Regierungskoalition einzuschleichen, um dadurch sozusagen „salonfähig" zu werden und wie in den „Volksfronten" anderer Länder ohne Störung durch die Polizei ihr Zersetzungswerk fortführen zu können. In Prag soll auf Veranlassung der Moskauer Komintern-Zentrale eine Versammlung der bolschewistischen Oberbonzen in der Tschechoslowakei stattgefunden haben, in der die Aenderung der kommunistischen Taktik besprochen wurde. Als Hauptziel sei ganz offen die Einführung des Sowjetsystems in der Tschechoslowakei bezeichnet worden. Den tschechischen Kommunisten seien folgende Richtlinien gegeben worden: 1. Eintritt in die Regierung unter Ausnutzung der bolschewistischenfreundlichen Einstellung eines Teils der marxistischen Parteien: 2. Schaffung einer „Volksfron t". Der Abgesandte der Moskauer Komintern-Zentrale gab Anweisungen für die Verstärkung der Wühlarbeit in der tschechischen Armee und empfahl Spaltung und Zersetzung der tschechischslowakischen bürgerlichen Parteien. Hierbei will man besonders die Personen als Aushängeschild benutzen, die dem Komitee zur Feier des Jahrestages der bolschewistischen Oktoberrevolution in der Tschechoslowakei angehörten. Die veiden letzten evangelischen Geistlichen Gowjetrußlands verhastet. Moskau, 1. Dez. (DNB.) Aus Leningrad wird gemeldet, daß die beiden letzten evangelischen Geistlichen in der Sowjetunion, die deutschen Pastoren R e i ch a r t, Vater und Sohn, von der GPU. verhaftet worden sind. Während bis zur bolschewistischen Revolution auf dem heutigen Gebiet der Sowjetunion 192 evangelische Pfarrer im Amte waren, ist heute für die etwa 1% Millionen zählende protestantische Bevölkerung der Sowjetunion (darunter sind ungefähr 1,2 Millionen Deutschstämmige) kein einziger protestantischer Geist- kicher mehr vorhanden. Nicht nur die protestantischen deutschen, sondern auch ihre lettischen, estnischen und finnischen Glaubensgenossen haben ihre sämtlichen Pfarrer verloren. Bereits vor einem Jahre waren Pastor Streck in Moskau, Pastor Vogel in Odessa und der lettische Pastor Miklas in Leningrad verbannt worden. Praxis der Mmderheitenpolitik in Ostoberschlesien. Leider gibt es in Polen verschiedene Stellen, die die Abmachungen ihrer Regierung in bezug auf die Behandlung der deutschen Volksgruppe mißachten. So schreibt z. B. der „Oberschlesische Kurier": Trotz der deutsch-polnischen Minderheitserklärung, die über die Staatsverfassung hinaus allen fremdstämmigen Staatsangehörigen, ohne Unterschied ihrer Volkszugehörigkeit, das Recht auf Arbeit zusichert, hat erst in der vergangenen Woche wieder die Verwaltung der Königshütte (Pilsudskihütte) in Chorzow zehn deutschen Fabrikarbeitern das Arbeitsverhältnis gekündigt. Es sind durchweg kinderreiche Familienväter, die bereits Jahrzehnte zur Zufriedenheit in der Hütte gearbeitet haben. Wie wir weiter hören, sind in O ft - O b e r s ch l e- sien deutsche Weihnachtsveranstal- Jungen verboten worden. Damit dokumentiert der Wojewode Grazynski, der dieses Verbot veranlaßt haben soll, seine regierungsfemdliche Einstellung. Er hat auch die Amtsenthebung von Pastor Koderisch (Schwientochlowitz) veranlaßt, die erste auf Grund des neuen Kirchengesetzes in Oberschlesien. Sicherlich haben die Zentralbehörden eine rücksichtsvollere Anwendung des Gesetzes geplant, zumal sich Pastor Koderisch einer besonderen Beliebtheit in seiner Gemeinde erfreut haben soll. Meine politische Nachrichten. Der Führer besuchte mit seiner Begleitung das Metropol-Theater in Berlin, in dem zur Zeit die Ausstattungsoperette „Maske in Blau" aufgeführt wird. * Der Führer und Reichskanzler empfing den von Berlin scheidenden kaiserlich japanischen Botschafter Graf Mushakoji zur persönlichen Verabschiedung, ferner den auf einer Europareise befindlichen ehemaligen japanischen Kultusminister Jchiro Hatoyama, Mitglied des Unterhauses, und den zu Studienzwecken in Deutschland weilenden japanischen Wirtschaftler Admiral a. D. Dr. Takuo G o d o , früheren Wirtschaftsminister. * Ueber das Befinden General Ludendorffs ist am Mittwochabend folgender Bericht ausgegeben worden: „Das Befinden General Ludendorffs ist zur Zeit unverändert. An dem Ernst der Lage hat sich dementsprechend n i ch t s geändert." Auf Einladung der Deutsch-Schwedischen Gesellschaft wird Reichsminister Dr. Frick am Samstag in Stockholm einen Vortrag über die deutsch- schwedischen Beziehungen und das neue Deutschland halten. Vor dem Vortrag ist ein Empfang durch König Gustaf vorgesehen. Als Nachfolger des verstorbenen Chefs der Heeresbeamtenabteilung im Reichskriegsministerium, des Heeresintendanten Lau, ist Heeresintendant Wandersleben, bisher Korpsintendant des III. Armeekorps, getreten. Zum Gruppenintendanten 1 ist der bisher dem Reichskriegsministerium angehörende Ministerialrat Reich ernannt worden und zum Gruppen- i n t e n d a n t 4 der bisherige Korpsintendant Dr. Pelin beim V. Armeekorps. * Der Präsident der Deutsch-Englischen Gesellschaft, der Herzog von Sachsen « Coburg und Gotha stattete der Königinmutter Mary von England einen Besuch ab. Der südslawische Ministerpräsident Stojadino- witsch wird am Sonntag in Rom eintreffen und bis zum 9. Dezember bleiben. Vor den Besprechungen wird der jugoslawische Gast an den Königsgräbern im Pantheon, am Grabmal des Unbekannten Soldaten und am Ehrenmal der gefallenen Faschisten Kränze niederlegen. Dom italienischen Regierungschef wird im Palazzo Venezia ein Essen mit anschließendem Empfang gegeben werden. * Die australische Bundesregierung hat beschlossen, wegen der Erdbebengefahr die Hauptstadt des Neuguinea - Mandatsgebietes von R a b a u l nach einem anderen Ort, wahrscheinlich nach Salamaua, zu verlegen. Aus aller Wett. Vom Schachwellmeisterschaftskampf. Die 23. Partie im Schachweltmeisterschaftskampf Euwe —Aljechin in Rotterdam endete nach 50 Zügen remis. Der Stand lautet mithin: Aljechin 13*72, Euwe 9*/2 Punkte. Alpenvereinsfchuhhaus eingeäschert. Das erst vor kurzem erbaute Schutzhaus der Alpenvereinssektion Neuland München in Jnneral- pach im Unterinntal wurde ein Raub der Flammen. Die Branhursache konnte noch nicht festgestellt werden. Dem Feuer fiel das ganze Haus mit allen feinen Einrichtungen zum Opfer. Italienische Flieger verbessern Rekorde. Vom Flughafen Guidonia aus unternahmen italienische Flieger erfolgreiche Rekordversuche. Die Piloten B a c u l a und d ' A m b r o s i s verbesserten auf einer dreimotorigen Maschine mit 2000 Kilogramm Nutzlast den erst seit zehn Tagen bestehenden Geschwindigkeits - Klassenrekord von Oberst B i s e o und Leutnant Bruno Mussolini über 1000 Kilometer von 430,622 auf 444,115 km/st. Auf einer Maschine mit 5000 Kilogramm Nutzlast erreichten Lucchini-Tivegna über eine Strecke von 1000 Kilometer einen Stundendurchschnitt von 401,965 Kilometer. Rätselhafter lleberfall auf eine Familie. In der Einöde Aumühle bei Nassenfels (Mittelfranken) wurde ein schweres Verbrechen verübt. Als das Ehepaar Hollinger und ihre Hausangestellte sich im Wohnzimmer befanden — der Sohn hatte eben das Zimmer verlassen — wurde plötzlich durch das Fenster ein Schuß auf sie abgefeuert, der jedoch fehlaing. Während die Bewohner aus dem Zimmer flüchteten, krachten weitere sieben Revolverschüsse durch das Fen st er ins Zimmer, die das Ehepaar und die Hausangestellte trafen. Die Hausgehilfin, ein 13jähriges Mädchen, wurde in den Unterleib getroffen und erlitt schwere Verletzungen. Obwohl sofort die Ueberführung ins Krankenhaus nach Eichstädt veranlaßt wurde, ist das Mädchen dort nach einer Operation und einer Blutübertragung seinen Verletzungen erlegen. Das Ehepaar Hollinger kam mit verhältnismäßig leichten Verletzungen davon, obwohl beide von je drei Schüssen getroffen wurden. Die Staatsanwaltschaft Eichstädt und die Mordkommission aus Nürnberg haben sofort die Ermittlungen ausgenommen. Von dem Täter fehlt vorerst noch jede Spur. Das Wespennest im Schlafzimmer. Im Schlafzimemr einer Wohnung in Trier brach vor einigen Tagen die Decke an einer Stelle durch; durch die Oeffnung kamen ab und zu Wespen geflogen. Die Insassen der Wohnung wehrten die lästigen Besucher zunächst mit Fliegenklappen ab. Als die Belästigung kein Ende nahm, ließen sie die Decke untersuchen. Dabei stellte sich heraus, daß sich ein Wespennest darin befand. Um die unerwünschten Mitbewohner zu beseitigen, mußte die ganze Decke abgebrochen werden. Unter dem Verdacht des Giftmords verhaftet. Vor mehreren Monaten wurde die Verhaftung eines Ehepaares in Rheinbach bei Bonn bekannt, das in dem dringenden Verdacht steht, den ersten Mann der Frau durch Gift umgebracht zu haben. Die Leiche des bereits 1929 gestorbenen Mannes wurde ausgegraben, und eine Untersuchung der Leichenteile ergab einwandftei das Vorhandensein des gleichen Giftes, das in den Giftmordprozessen gegen die Angeklagten B r o d e s s e r und Frau Johannesberg in Bonn, sowie gegen die Frau Vogel aus Mainz eine verhängnisvolle Rolle gespielt hatte. Die Berichte über diese Prozesse hatten Verwandte des Verstorbenen in ihrem Verdacht bestärkt, daß dieser durch Gift ums Leben gebracht worden sei. Auf Anzeige bei der Bonner Staatsanwaltschaft wurde das Ehepaar verhaftet, das jedoch jede Schuld abstritt. Vor kurzem hat nun die Staatsanwaltschaft den inzwischen wieder freigelas- senen Ehemann erneut verhaftet. Den Bemühungen der Landeskriminalpolizei war es gelungen, eindeutig nachzuweisen, daß sich zur Zeit der Tat das betreffende Gift in dem Haushalt befand, dem damals schon der jetzt verhaftete zweite Mann angehörte. Trotz dieser neuen Belastung haben die Ehegatten bis jetzt kein Geständnis abgelegt. Das kinderreichste Dorf Deutschlands. Der etwa 2000 Einwohner zählende Ort Freisen bei Baumholder (Rheinprovinz) ist nach den statistischen Feststellungen der kinderreichste Ort Deutschlands. Der größte Teil der Einwohner hat eine Kinderzahl von mehr als vier. Wetterbericht des Reichsweiterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Bei noch anhaltendem Luftdruckfall liegt ganz Mitteleuropa im Bereiche milderen Wetters. Eine zunächst in der Höhe einsetzende leichte Abkühlung wird uns Schauerwetter bringen, bei dem die Be« wölkung zum Aufbruch kommt. Aussichten für Freitag: Wechselnd be* wölktes Wetter mit teilweise kräftigen Regen- schauern, bei stetig auffrischenden Winden zunächst noch mild. Aussichten für (Samstag: Noch unbe- ständiges Wetter, zu Regenschauern geneigt. Lufttemperaturen am 1. Dezember: mittags 3,9 Grad Celsius, abends 4,3 Grad; am 2. Dezember: morgens 5,5 Grad. Maximum 4,5 Grad, Minimum heute nacht 3,9 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 1. Dezember: abends 3,5 Grad; am 2. Dezember: morgens 3,9 Grad. — Niederschläge 1,4 mm. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum- schein Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr Fr W. Lange; für Feuilleton: Dr Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschem. Anzeigenleiter: Hans Beck Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D A X. 37: 10 031. Druck und Verlaa: Brühlsche Universitätsdruckeret R. Lange, K -G.. sämtlich in Gießen Monatsbezugs- preis RM 2,05 einschließlich 25 Pf Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf mehr Einzelverkaufs- preis 10 Pf und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf mehr. ■Rur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig im 67. Lebensjahre. Die trauernden Hinterbliebenen, Wieseck, den 1. Dezember 1937« 7917 D Kinzenbach, Kaulstoß, Rodheim/B., den 2. 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November 1937 fällig gewesene Holzgeld für das in den Waldungen der Stadt Gießen gesteigerte Holz ist bis zum 10. Dezember 1937 an uns zu bezahlen, andernfalls die Beitreibung gegen die Schuldner auf ihre Kosten eingeleitet wird. Gießen, den 1. Dezember 1937. 7911C Stadtkasse Gießen. bis 20 Jahren, gesucht. 7919D Hch. Kettler Kondil. u. Cafä, (Vermietungen I HeUÜQU-UJOtino 2 möblierte ilniiohiinonlin WäS Zimmer ■» 4-jimm.-iDonn. Baderaum und und Küche ver - II. W MMl Mäusburg 15 'Huf 3612 empfiehlt 7918 a Seefische in I. Qualität StvellM im Ausschnitt... ML 45 H 8aöeiiau-3ilei ..Matte M" 500 g 45 H Msch-Mi..MatteM". 500 g 45^ Eeöenöe Karoten Auslllchlne-Angevot. 500 L90H Harmonium gebr., sehr gut erh., ohne Notenkenntnisse sofort spielbar, verkauft billig l 7788 D straube* Harmoniumbau Sich. | Kaufgesuche | Haus mit 4-5-Zinnn.- Wohnung zu kaufen gesucht. Schr.Angeb.unt. 05876 a. d. G. A. 1 komplett. Bett 1 gebr. Bohlen- Badeofen a. gut. Jarnilie zulkau- fen gesucht. Schriftl. 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"U Rui 2251 Ein schönes Weihnachtsgeschenk/ Biber in Deutschland Don Professor Dr. Gustav Hinz« 75 Seit. m. 9 Textabbildungen u. 62 Abbildung, auf Kunstdrucktafeln nach Natururkunden des deutsch. Biberoaters Amtmann Behr Herausgegeben von der Reichsstelle für Naturschutz, Berlin 3n Leinen gebunden RM. 3,00 Wie Wisent und Elch, so gehört auch der Biber zu jenen Tierarten, die einst in Deutschlands (Bauen weit verbreitet waren, aber durch das unnachsichtige Eingreifen de» Menschen mehr und mehr der Vernichtung anheimfielen. Es gehört heute zu den wichtigsten Ausgaben allcrIreunde unserer heimischen Tierwelt, dieses seltsame Nagetier vor dem Aussterben zu schützen und die wenigen in Deutschland noch vorhandenen Biber p erhalten und zu hegen. Ein hervorragender Kenner gibt hier in trefflichen Schilderung«* und herrlichen Natururkunden ein snschml- liches Lebensbild vom deutschen Di: er. Hugo Bermühler Verlag Berltn-LichterfeU>M Nr. 78I Zweites Statt Kietzener Anzeiger (Aenerat-Anzeiger für Oberheffen) Donnerstag, 2. Dezember,Q57 Weihnachisbücher für unsere Kinder. Vilderbücher. — Scholz' Bilderlesebücher: Son- nenscheinchens erste Reise. Von Clara Hepner. Bilder von Lore Friedrich-Gronau. Vier M ä r l e i n. Von Friedrich Rückert. Bilder von Else Wenz-Vietor. Hans. Eine Tiergeschichte für Kinder von Ernst Zahn. Bilder von Eugen Oßwald. Jeder Band 28 Seiten, mit neun farbigen Vollbildern und vielen Textzeichnungen, 1,25 Mark. Verlag Jos. Scholz, Mainz. — (490, 495, 496) — Gut trifft Clara Hepner in „Sonnenscheinchens erster Reise" den Ton, der unsere 5- bis 9jährigen anspricht. Keinen Augenblick wirkt ihr frischer Stil gemacht. Die Erzählung ist voll von Lust und Scherz, so daß die Jugend, ob sie selbst liest oder ob ihr vorgelesen wird, ganz bei der Sache ist. Die vielen, meist auch farbigen Zeichnungen atmen dieselbe ansprechende Fröhlichkeit wie die Erzählung. Durch Else Wenz-Vietor haben die lustigen Märlein Rückerts die rechte Illustration gefunden. Wie frisch und gesund weiß sie das Büblein einzufangen, das überall mitgenommen hat sein wollen! Wie warmherzig macht sie die lebenswahre Tragik des Bäumleins, das andere Blätter hat gewollt, lebendig. Ernst Zahn, der Meister deutscher Prosa, schenkt unserer Jugend ein fröhliches Buch. Seine Begabung, das Lebendige anschaulich vor Augen zu stellen, verpflichtet ihn ja geradezu, sie -ümnal auch in den Dienst des deutschen Jugendschrifttums zu stellen. Diese Fuchsgeschichte, so einfach und selbstverständlich sie dargestellt ist, prägt sich unauslöschlich dem Kinderherzen ein. Die Bilder von Eugen Oßwald machen die ganze Sommermorgenpracht samt der Tierwelt, die sie belebt, sichtbar. Wie Hans von Neugier erfüllt am Waldrand sitzt, wie der Hahn im Stall feine Hühner weckt, wie Packs, der Hofhund, in der Hütte döst, das kann dem Kindergemüt niemand besser nahebringen als Eugen Oßwald. — Don Tieren groß und klein. Vers- geschichten von Thilo Zimmerscheid, mit Bildern von Alfred R o l o f f. Ausgabe auf Papier. In deutscher oder lateinischer Druckschrift. Scholz' Künstler-Bilderbücher (Das Deutsche Bilderbuch) 1,50 Mark. Auf Pappe, in deutscher oder lateinischer Druckschrift, 1,65 Mark. Verlag Jos. Scholz, Mainz. — (492) — Daß die beste Künstlerhand gerade noch gut genug ist, um unserer Jugend ihre Umwelt näher zu bringen, und daß alle technischen Möglichkeiten für die Wiedergabe und Ausstattung einzusetzen sind, dafür ist dieses Bilderbuch, für unsere Kinder vom 3. Lebensjahr ab bestimmt, ein sichtbares Beispiel. Doll Leben und voll Humor sind die Einzelbilder und die Verse in Sütterlinschrift dazu. — Ball der Tiere. Eine altbekannte Reimgeschichte mit neuen Bildern von Fritz Baumgarten. Scholz' Künstler-Bilderbücher. (Das Deutsche Bilderbuch.) Dasselbe in Antiquaschrift Hlw. je 2,50 Reichsmark. Verlag Jos. Scholz, Mainz. — 493 — Welcher Erwachsene schmunzelt nicht, und welches Kind lacht nicht hell auf, wenn sie Baugartens Bilder zu den altbeliebten Versen betrachten? — wenn die quicklebendigen Meisen ihre Schnäbelchen sperren, der Igel sein Schnuppernäschen in die Luft reckt, das Reh uns scheu anäugt, und der Karpfen in Filzpantoffeln aus den Fluten steigt. — Rolf fährt nach Amerika. Eine wundersame Zeppelinfahrt. Von Doris Lautenschlager. Scholz'Künstler-Bilderbücber. (Das Deutsche Bilderbuch.) In Leporello, auf Dappe, kart. 2,50 Reichsmark. Verlag Jos. Scholz. Mainz. — 494 — „Unser Zeppelin" ruft die deutsche Jugend, wenn das Luftschiff in seiner königlichen Sicherheit über unsere Heimat fliegt. Die Sehnsucht, mit ihm zu fliegen, begleitet ihn über Land und Meer, und so ist unseren Kleinen gewiß auch dieses Aufstellbilderbuch herzlich willkommen. Neuartig ist, daß das Luftschiff, formgerecht ausgestanzt, über die von Doris Lautenschlager sehr kindertümlich und ausdrucksvoll gemalten, fröhlich bevölkerten Landschaften in Wirklichkeit hingleiten kann. Die Be- gleitverse der Künstlerin treffen dazu den rechten Ton. Vom dritten bis vierten Lebensjahr an macht das Buch Spaß und Freude. Mdcheu-WKer. — Grete W e st e ck e r: Grita. Geschichte eines kleinen Mädchens. Mit 18 Federzeichnungen und Einbandbild von Prof. Fritz Loehr. Halbleinen 2,50 RM. Hermann Schaffstein-Verlag in Köln. — (432) — Grita lebt mit zwei älteren Geschwistern ein Leben voll bunter Träume. Ihr liebster Gespiele ist ein kleiner Terrier, der nach dem Umzug in die „Engelstiege" mit Grita durch ihr Königreich tollt, einen großen, wilden Garten mit Bäumen, Hecken und einem Gartenhäuschen. Lustige Spiele mit Freundinnen wechseln mit Erlebnissen in der Schule, mit frohen Festen und kleinen Sorgen. Die kleine, besinnliche Grita erlebt alles, was in Haus und Schule und in Ferientagen auf dem Lande geschieht, frohen Sinnes und zugleich nachdenklich. — Herthas seltsame Reise. Eine Traumfahrt durch Süddeutschland. Erzählt von Helene Raff 186 Seiten. Mit vielen Textbildern von Julius Junghans. Leinen 3,80 Mark. Franckh'sche Verlagshandlung, Stuttgart. — (414) — Das ist die Traumreise, die ein vierzehnjähriges Mädel kreuz und quer durch ihre süddeutsche Heimat führt. So lernt sie den Schwarzwald und das Badner Land, die Pfalz und Franken, Bayern und Schwaben kennen, das Land und die Schätze und Kräfte feines Boden, die Menschen und ihre Arbeit, die Sagen und die Geschichte der einzelnen Gaue. Und wer möchte bei solch unterhaltsamer, anregender Fahrt nicht mit dabei sein? Das Buch ist liebevoll ausgestattet, denn es will Schönheit und Zauber der Heimat schildern, die sich erst dem voll erschließen, dem die Landschaft vom Leben der Menschen, die in Vergangenheit und Gegenwart zu ihr gehören, zu erzählen weiß. — Zügel lang — Pferde loben? Ein Reitbuch für Mädchen von Irmgard Spangen- b e r g. Mit .Kleinen Hilfen" am Schluß des Bandes und vielen Textbildern von Willn Widmann und 8 Tafelbildern. Leinen 4,80 Mark. 194 Seiten. Franckh'sche Verlagshandlung, Stuttgart. — (418) — Es ist eine Welt für sich, so eine Reitschule. Von dieser Welt erzählt Irmgard Spangenberg in ihrem Reitbuch für Mädchen. Sie erzählt von Pferden, von den Freuden und den kleinen Leiden des Reitenlernens, vom ersten Ausritt, vom Turnier, von der Reitjagd und der Hohen Schule. Und Geschichten von allerlei Pferden, von ihrer Leistung und ihrer Treue in der Reitschule und im Kriege, von ihrem Leben und ihrer Arbeit beim Bauern, beim Soldaten und beim Zirkus. Ein reichhaltiger Anhang bringt „Kleine Hilfen". Die vielen Zeichnungen im Text und die Bilder auf den Einschalttafeln sind nicht nur auf eine gefällige Weise unterhaltsam, sie belehren auch und verdeutlichen die mancherlei Ratschläge des Werkes. Ein hübsches Geschenk für junge Mädchen, die an Pferden und am Reiten Freude' haben. — Clara Höhrath: Bund der Fünf. Ein Geheimbuch in Briefen für junge Mädchen. 160 Seiten. Mit 40 Textbildern von Maria Grengg. Ganzleinen mit farbigem Schutzumschlag 3,60 RM. Herold-Verlag G. m. b. H., Stuttgart-W. — 365 — Vier Mädels und ein Junge haben sich verbündet zu Schutz und Trutz und in treuer Kameradschaft. Alles Unrecht, das ihnen über den Weg läuft. wollen sie bekämpfen, helfend eingreifen, wo sie Not sehen, überall als rechte Rebellen gegen alles Falsche, Böse und Halbe ankämpfen. — Da sie sich in verschiedenen Städten aufhälten, erzählen sie einander im Rundbrief ihre Erlebnisse. Da gibt es allerlei zum Lachen, wenn die lebhafte drollige Liselotte von all ihren Erlebnissen in der Großstadt München erzählt. Nicht immer aber geht es so heiter zu; es muß auch gearbeitet und gekämpft werden, und manche Fragen treten an sie heran und werden mit den Kameraden erörtert. Da muß der zielbewußte Hans um seine Musik kämpfen und, leiden, da findet sich die zarte, geigenspielende Inge aus der Schwärmerei zu klarer Lebensfreudigkeit, da verirrt sich schließlich die leidenschaftliche, ehrgeizige Gabi auf ihrem Weg zum Schauspielerberuf in schlimme Wirrnisse, aus denen sie die energische, kraftvolle Marlene gerade noch retten kann. — Diese Briefe der Fünf berichten von Kameradschaft, Einsatzfreudigkeit und Lebenshoffnung und spiegeln eine frohe und zugleich ernsthafte Jugend, an der jeder seine Freude haben kann. Helden und Abenteuer. — Hansgeorg Buchholtz: Der kleine Jorg atz. Geschichte eines ostpreußischen Jungen aus dem Jahre 1410. Mit 16 Federzeichnungen, drei Kartenskizzen und Einbandbild von Professor Edmund Schaefer. Halbleinen 2,20 Mark. Hermann Schaffstein Verlag, Köln. — (435) — Das Jahr 1410 stellt sich uns dar in dem Schicksalstag von Tannenberg, an dem die Kraft des deutschen Ordens verging. Aber was mit jenem schwarzen Tag der deutschen Ostgeschichte einhergegangen sein muß an menschlichen Schicksalen, steht uns ferner. Dor der ritterlichen Gestalt Jungingens, vor den Kämpfen der Panzerreiter bei Tannenberg und der einsamen Größe Heinrich von Plauens ist das damalige Leben des Landes in seinen einzelnen Menschen da droben im Osten fast ganz für uns versunken. Der kleine Jorgatz will es uns wieder lebendig machen. 1410 bringt den ersten Tatarensturm über Ostpreußen. Jorgatz, ein Junge von 14 Jahren, entgeht der Gefangenschaft mit knapper Not und flieht durch das brennende Land. Er erlebt den Untergang des Städtchens Gilgenburg. Er ist bei Tannenberg dabei und in Marienburg. Was ihm widerfährt, das mögen Tausende damals erlebt haben. — Pablo. Eine Erzählung aus dem mittelalterlichen Spanien. Erdacht und geschrieben von einer Schulklasse unter Leitung und herausgegeben von Rudolf Steinmetz. 78 Seiten. Mit Bildern von Hans Sauerbruch. Halbleinen 1,85 Mark. Franckh'sche Derlagshandlung, Stuttgart. — (410) — Eine fesselnde Jungenerzählung, ein Buch der Treue und Kameradschaft und zugleich ein reizvoller Versuch, denn dieses Buch haben Jungen für Jungen geschrieben. Ihr Lehrer, Rudolf Steinmetz, hat sie zu dieser Gemeinschaftsarbeit angeleitet, und so ist ein Buch entstanden, das ganz echt in Sprache und Stil, in jungenhaftem Erleben und Denken, zu seinen jungen Lesern spricht. Hier wird erzählt, wie der leibeigene Hütejunge Pabls sich für den unmündigen Sohn des Burgherrn von Guadaira einsetzt, ihn in das sichere Bergversteck bringt, sich unter Entbehrungen und schwersten Gefahren bis zum Cid, dem Schützer und Retter der Bedrängten, durchschlägt und wie die verräterischen „Freunde" Carlos' in schwerem Kampfe geschlagen und verjagt werden. — Klaus-Peters Kampf im Busch von Neuguinea. Von Heinz Waterboer. 175 Seiten. Mit 4 bunten Tafeln und vielen Textbildern. Leinen 4,80 Mark. Franckh'sche Verlagshandlung, Stuttgart. — (416) — Die spannende Erzählung schildert Leben und Abenteuer eines deutschen Farmers in Neuguinea. Man bekommt dabei einen Einblick in die Aufgaben, die das Leben in den Kolonien mit'sich bringt und erfährt viel von Sitten und Gebräuchen der Eingeborenen. Im Mittelpunkt steht das Erleben des vierzehnjährigen Farmersohnes Klaus-Peter, der mit den eingeborenen Kameraden im Urwald dem ungewissen Schicksal seines Vaters nachspürt und in Mühen, Abenteuern und Gefahr sich männlich bewährt. Heinz Waterboer hat aus eingehender Kenntnis von Land und Leuten Neuguineas dieses Buch für die Jugend geschrieben. — Hans Gäfgen: Blücher. Mit Bildern von G. Ulrich. Halbleinen 1,60 RM. K. Thienemanns Verlag, Stuttgart. — 522 — Die Jugend des Soldatensohns, feine militärische Laufbahn vom preußischen Kornett bis zum Generalfeldmarschall, all die Schlachten und Kämpfe um Deutschlands Wiederaufstieg erleben wir durch diese packenden Schilderungen begeistert mit und erkennen, wie Blücher sich seinen Ehrennamen „Marschall Vorwärts" verdiente. Blüchers Begegnung mit Königin Luise, der Rheinübergang bei Caub, die Völkerschlacht bei Leipzig sind Höhepunkte auf des großen Soldaten Lebensweg, der uns auch durch gute Zeichnungen eingeprägt wird. Durch die weite Welt. — Was ein rechterJunge i st, der hat feine Freude an dem feinen Jungenbuch „Durch d i e weite W e l t". (Franckh'sche Verlagshandlung, Stuttgart. Bd. 1p: 5,60 Mark. — 420—). Was hier in Geschichten erzählt, was aus dem Leben und Schaffen von Männern der Gegenwart und der Geschichte berichtet, aus Natur und Welt, Technik und Sport geschildert wird, bietet jedem Jungen Beschäftigung und Unterhaltung für Wochen und Monate, das nützt ihm heute und fürs Leben, das kann er in allen ^Teilen wirklich begreifen. Denn dieses Buch ist geschaffen von jungen Menschen, die offen und handgreiflich zu ihren jungen Kameraden sprechen. Es hat über 400 Bilder, eine große vielfarbige Schautafel und zeigt auf dem bunten Vorsatzpapier die internationalen Marine - Signale. Rätsel, Bastelaufgaben, Scherze und ein großes Preisausschreiben mit vielen wertvollen Gewinnen bilden einen besonderen Reiz für die jungen Leser. — Auf guter Fahrt. Ein Jahrbuch für unsere Jungem 3. Folge. (Unterhaltung und Lebenskunde — Technik — Sport und Spiel — Natur — Heimat und Volk.) 384 Seiten Lexikonformat, 6 farbige Bilder, über 250 Photos und Zeichnungen. In Seinen 6 RM. Verlag Kösel & Pustet, München. — (330) — Ein zackiges Buch, mit dem was los ist! Man merkt es gleich auf den ersten Blick, wenn man die neun großen Abschnitte mit den 113 Erzählungen, Aufsätzen, Lehrbeispielen und farbigen Karten betrachtet, daß da Leute an dem neuen Buch mitgearbeitet haben, die die Seele des deutschen Jungen kennen, und wissen, was er heute will. Ob wir nun die abenteuerlichen Erzählungen „Auf Bärenjagd in Ostsibirien", „Bob? Abenteuer mit einem Hai" lesen, ob wir in „Heimat und Ferne" vom Rhein bis zum Kongo fahren, eine Winternacht auf der Lokomotive mitmachen, den Watzmann erklettern, die deutschen Brüder an der Hohen Tatra besuchen, ob wir m „Natur und Technik", in „Wehrmacht und Weltkrieg" den ersten Bordfunker erzählen hören, dem Taucher in die atemberaubende Gefahr folgen, Feldpostbriefe des Weltkrieges lesen, mit unserer Wehrmacht ins Manöver ziehen, ob wir in „Sport und Spiel" mit Boot und Zelt auf große Fahrt gehen, zwischen Werkstatt und Start bei den Rennfahrern helfen, am Rettungsschwimmen teilnehmen, Briefmarken sammeln, — überall ist der Junge gleich gefesselt. Wie jedes Jahr warten auch mit diesem Buche wieder wertvolle Preise wie: Faltboot, Fahrrad, Ziehharmonika, Photoapparat, Feldstecher, Marschkompaß, Faustball, Metallbaukasten auf die Sieger im Leistungswettbewerb. Für Eltern ein schönes Geschenk an den Jungen. — Herold - Knabenbuch. Herausgegeben von Dr. Fritz N o t h a r d t. Ein neuzeitlicher Sammelband mit vielen interessanten Beiträgen von Rudolf Caracciola, Sven Hedin, Wolf Hirth, Willy ' Merkl, Jos. Jul. Schätz u. a. Großoktav. 160 S. Mit acht ganzseitigen Kunstbeilagen nach Lichtbildern. Ganzleinen mit farbigem Schutzumschlag 3,60 Reichsmark. Herold-Verlag G. m. b. H , Stutt- gart-W. — (363) — Dieser reichhaltige und zeitgemäße Sammelband enthält alles, was das Herz eines echten Jungen begeistern kann. Ob er Sven Hedin auf abenteuerlichen Wegen durch die große Wüste zwischen China und Sinkiang begleitet oder ob er mit dem mutigen Führer der großen Nanga- Parbat-Expedition, Willy Merkl und seinen Begleitern im zähen Kampf um die Bezwingung eines der höchsten Berggipfel der Erde ringt, mit Wolf Hirth, dem bekannten Segelflieger, durch die Lüfte segelt oder sich von Caracciola dessen erste Begegnung mit dem Auto in Form eines übermütigen Jungenstreichs erzählen läßt, niemals wird er sich langweilen. Dies ist nur ein kleiner Ausschnitt aus der Fülle des Stoffes, der durch acht interessante und seltene ganzseitige Tafeln nuch Lichtbildaufnahmen bereichert wird. — Ein Seekadett reist um die Welt. Nach Tagebuchaufzeichnungen erzählt von P e k a ° s o. 179 Seiten. Mit vielen Zeichnungen und Photo- bildern auf Kunstdrucktafeln. Seinen 4,80 Mark. Franckh'sche Verlagshandlung, Stuttgart. — (415) — Rund um die ganze Welt zu reisen — wo ist der Junge, der sich das nicht wünschte? Wie einem Jungen, der als Seekadett auf einem der stolzen deutschen Kriegsschiffe dient, dieser Traum in Erfüllung geht, was er sieht und erlebt unterwegs, auf den Ozeanen, in fernen Sündern, bei Sandsleuten und (Eingeborenen in fremden Sündern, davon erzühlt dieses Buch. Was erzühlt wird, ist nicht erfunden, sondern wahrheitsgetreu nach den Tagebuchaufzeichnungen eines Seekadetten ausgeschrieben. Und so, wie der Schreiber dieses Tagebuches die Ereignisse und Erlebnisse seiner Weltreise für sich festgehalten hat, so wird all das für den Sefer dieses Buches unmittelbar lebendig: Der Abschied, die Kanarischen Inseln, die Aequatortaufe, Afrika, Nie- derlündisch-Jndien und Japan, der Stille Ozean, Kalifornien, Panamakanal und Spanien. — (Ein Buch von der neuen Kriegsmarine. Herausgegeben von Korvettenkapitün Alfred Wolf. 175 Seiten. Mit zahlreichen Bildern. Seinen 4,80 Mark. Franckh'sche Verlagshandlung, Stuttgart. — (417) — Dieses Buch gibt ein Gesamtbild von den Ausgaben und dem Seben unserer Kriegsmarine. Man erführt daraus alles über die Gliederung der Marine, über die deutschen Schiffe der verschiedenen Typen, über Ausbildung, Aussichten und Berufsmöglichkeiten, die die Marine bietet. Es erzühlt Heiteres aus dem Seben an Bord, im Heimathafen und von großer Fahrt. So recht ein Buch, um in Jugend und Voft Begeisterung, Siebe und Verständnis für die Kriegsmarine zu wecken und zu vertiefen. Der Herausgeber hat es verstanden, als Mitarbeiter lauter Marineoffiziere zu gewinnen, die aus eigenem (Erleben und aus genauester Kenntnis alles echt zu schildern, zu er- zühlen und in den sachlichen Angaben zuverlüssig, dem neuesten Stand der Entwicklung.entsprechend darzustellen wissen. Für die Bebilderung des Buches wurden die neuesten und besonders interessante Aufnahmen aus dem Archiv des Reichskriegsminifte- riums zur Verfügung gestellt. An der Schwelle des Lebens. — Marie Hamsun: Ola Sangerud in der Stadt. Erzählung. Berechtigte Uedertragung aus dem Norwegischen von I. Sandmeier und S. Angermann. Mit vier farbigen Vollbildern und 47 schwarzen Federzeichnungen von Hermann Pezold und G. A. Friedrichson. 170 Seiten. Seinen 3,80 RM. Verlag Albert Sangen/Georg Müller, i München, 1937. — (384) — Die fröhliche Schar der Sangerudkinder, von denen Marie Hamsun mehr als einmal schon mit mütterlicher Siebe und । Würme erzühlt hat, gehört seit langem zu den I Freunden der deutschen Jugend. In dem neuen Buche ist fast noch alles wie einst: die Sangerudkinder hüten noch immer droben auf der Alm ihre Kühe und Ziegen, schweifen durch die Wülder, bestehen mit Sandstreichern und Zigeunern wilde Abenteuer und berauschen sich an den Geheimnissen ihrer verschwiegenen Höhle, in der sie vergrabene Schütze entdecken. Nur Ola ist fortgezogen in die große Stadt, um den Kampf mit dem Seben aufzunehmen. Er geht nun zur Schule, zeigt, was er kann, und besteht schließlich als bester die Prüfung. So schlügt er sich, von neuen Freunden umgeben, und im Rausche seiner Freiheit die Freuden und Schmerzen der ersten Siebe kostend, wacker und aller Ehren wert durchs Dasein. Das schönste für ihn aber sind die Ferien, wenn er wieder nach Hause kommt und von den Geschwistern mit vertrauter Herzlichkeit begrüßt wird. Durch die hübschen Zeichnungen und bunten Bilder wird dieses Reich der Kindheit und Jugend neu und lebendig wie einst. — Die Jungen auf Metso 1 a. Ein Sandleben in Finnland. Von John William Nylon- der. 149 Seiten. Mit Bildern von H. Jlgenfritz. Seinen 3,80 Mark. Franckh'sche Verlagshandlung, Stuttgart. — (412) — Jolle und Olle wachsen hoch in Finnland auf, wo der Hof Metsola inmitten großer Wülder steht. Was die beiden Jungen zusamm/n mit ihrem Freund aus der Stadt erleben im Jahreslauf, das erzühlt dieses Buch allen Jungen, die bald gut Freund mit ihren finnischen Kameraden sein und sie um ihr schönes und freies Seben in Feld und Wald beneiden werden. Selten ist das Seben auf des Sande so anziehend und so echt dargestellt worden, wie in diesem Buch des finnischen Seefahrers und Freiheitskümpfers, der darin feiner Siebe zum Sande der tausend Seen Ausdruck gibt. — Jungen werden Flieger. Erzühlt aus einem Fllegerleben. Von Fritz S t a m c r. 196 Seiten. Mit vielen Textbildern von W. Goertzen und 8 Einschalttafeln. Seinen 4,80 Mark. Franckh'sche Verlagshandlung, Stuttgart. — (413) — Kerls waren bas, die damals vor dem Kriege sich der Fliegerei verschrieben, ihre erftei Flugmodelle gebaut und erprobt haben; Kerls, die sich als Sechzehnjährige kriegsfreiwillig meldeten, die mit ihren Wandervogel-Idealen in den Schützengrüben zu Münnern wurden ..., die aus Verzweiflung über den Kriegsausgang sich zur Gemeinschaftsarbeit der Segelfliegerei auf der Wasserkuppe durchrangen. Der Verfasser ist als einer unserer besten Segelflieger bekannt. Er hat in dieses Buch wohl auch vieles von seinem eigenen Seben mithineinverwoben. Dis Franckh'sche Verlagshandlung hat ihm außer vielen Textbildern eine Reihe von Tafelbildern beigegeben, die interessante Aufnahmen aus der Frühzeit der Fllegerei zeigen. M'rchen und GeMichien. — Grimms Mürchen. Ein Mürchen-Sesebuch in ganz großer Sütterlinschrift mit 16 farbigen Vollbildern von Brünhild Schlütter, enthaltend die Mürchen Dornröschen und Froschkönig. Scholz' Künstler - Bilderbücher (Das Deutsche Bilderbuch) Hlw. 2,25 Mark. Verlag Jos. Scholz, Mainz. — (491) — Mit fraulicher Hingabe an den Stofs und gepflegter Gestaltungskraft lückt Brünhild Schlütter unsere uns so vertrauten Mürchengestalten im Stils unserer Zeit lebendig werden. Die klare Sinien- führung und der zarte Duft der Farbtönung klingen zu wahrer Märchenstimmung zusammen. Nicht weniger als 16 farbige Vollbilder, viele Randzeichnungen und die vorbildlich gezogene Sütterlinschrift machen das Bilderbuch zu einem willkommenen Geschenk für unsere Abcschützen. — Paul Alverdes: Das Münnlein Mittentzwei. Ein Mürchen für Kinder. Mit 22 farbigen Bildern von Beatrice Braun-Fock. Gebunden 2,80 Mark. Verlag Albert Sangen/Georg Müller, München. — (332) — In diesem schönen Mürchen hat Paul Alverdes seiner reichen Phantasie Tür und Tor geöffnet und mit feinen heiteren Einfüllen ein echtes Kinderbuch geschaffen, dessen entzückende Einfalt die Herzen im Sturm erobern wird, zumal es alt und jung durch die bunte Fülle lustiger Bilder erfreut, mit Denen Beatrice Braun- Fock dieses Büchlein geschmückt hat. Es erzühlt von den munteren kleinen Burschen Wolf und Jan, denen beim Anblick ihrer zertrümmerten Spielsachen die Trünen kommen. Sie wissen, wie schlimm es um sie bestellt ist, wenn der Knecht Rupprecht ihre zerstörten Herrlichkeiten entdeckt. Aber die Trommel Zumperleinpumm und bas Fähnlein Alle- hau helfen ihnen, das Männlein Mittentzwei, dessen böser Zauber ihre Schätze zerbrochen hatte, zu besiegen. Trommelnd und die Fahne schwingend marschieren die beiden Büblein zu mitternächtiger Stunde hinaus in den dunklen Wald vor des Zauberers Haus und alles Spielzeug marschiert mit, dem der Bösewicht jemals ein Seid angetan. Als das Männlein des bunten Zuges ansichtig wird, da hätten es die Schmerzen beinahe mitten entzwei gerissen. Es gelobt, alles wieder heil zu machen und Wolf und Jan leben seitdem mit ft)rem Spielzeug wieder glücklich und in schönstem Frieden. — Das goldene Geschichtenbuch. Herausgegeben von Frida Schanz und Ilse Manz. 150 Seiten. Mit sechs farbigen Vollbildern von Paul Seuteritz. In Ganzleinen oder Goldfolie ge- bunben mit farbigem Schutzumschlag 3,60 RM. Neuausgabe 1937. Herold-Verlag G. m. b. H., Stuttgart-W. — 367 — Diese elf Erzählungen finb ein ausgezeichneter Sefeftoff für Kinder in ben ersten Schuljahren. Frida Schanz stattet sie mit ihrem warmherzigen Humor und sicherem Blick für das bem Kinbe am stärksten Interessierende aus. Seben» big unb flott geschrieben sind sie zusammen mit ben eingestreuten echt kindertümlichen Kurzgeschichten von Ilse Manz so recht geeignet, die Herzen der Buben und Mädel zu erfreuen. Kunst und Wissenschaft. Lieber zwei Millionen Besucher sahen die Ausstellung „Entartete Kunst". München, 1. Dez. (DNB.) Mit dem 30. November hat die Ausstellung „Entartete Kun st" ihre Räume geschlossen. In 20 Wochen haben über 2 Millionen deutsche und ausländische Besucher diese Schreckenskammer einer wüsten Kunstoernarrung besichtigt. Das Ergebnis hat kürzlich ein belgischer Besucher in einem Antwerpener Blatt kurz und bündig in die Worte zusammengefaßt „Man muß Hitler dankbar sein." Die Ausstellung, die eine vernichtende Abrechnung des neuen Deutschland mit jenen Kreisen war, die mehr als ein Jahrzehnt lang in frecher Anmaßung diese zweifelhaften Machwerke dem deutschen Volk als „Kunst" aufzwingen wollten, hat überall die erwartete Wirkung gehabt. Wer nur ein einziges Mal inmitten der Scharen von deutschen Volksgenossen und von interessierten Ausländern durch die Räume der „Entarteten Kunst" gegangen ist, konnte feststellen, mit welcher Verständnislosigkeit der geistig gesunde Mensch diesen Erzeugnissen einer kranken Phantasie und einer destruktiven Geisteshaltung gegenübersteht. Die große Reinigungskur des deutschen Kulturlebens von den Ueberresten einer dekadenten Epoche hat aber nicht nur den vollsten Beifall breitester Kreise des Volkes, sondern auch die rückhaltlose Zustimmung der bedeutendsten deutschen Künstler und Kenner gefunden, so daß die große Wende auf dem Gebiet der Malerei und Plastik, die durch die „große deutsche Kunstausstellung 1937" im Haus der Deutschen Kilnst stabilisiert wurde, in ihrer Auswirkung für die Zukunft durch 'keine irgendwie gearteten Hemmungen mehr beeinträchtigt werden wird. Die Gründung der Tobis Filmkunst G. nu b. H. Um die für die Zukunft einer selbständigen deutschen Filmindustrie wichtigen Patent- und £136113= fragen intensiver bearbeiten zu formen, l)at Die Tobis Tonbild-Syndikats AG., Berlin ihre Pro- duktions-, Verleih- und Vertriebsinteressen an die neugeschaffene Tobis F i l m k u n st G. m. b. H. übertragen. Diese Gesellschaft wird die künstlerischen und wirtschaftlichen Aufgaben der Herstellung und des Vertriebes der Tobis-Filme im In- und Ausland durchführen. Den Vorstand der Tobis Filmkunst G. m. b. H. bilden die Herren Paul Lehmann, der neben den betrieblichen Aufgaben die Gesamtleitung der Gesellschaft inne hat, Gustav B e r l 0 g e r , der den Verleih betreut, Hans H. Z e r l e t t und Franz V 0 g e l, die die künstlerischen und wirtschaftlichen Fragen der Filmproduktion bearbeiten. Den Aufsichtsrat bilden die Herren Generaldirektor Dr. Hans Henkel als Vorsitzender, Staatsschauspieler Emil Jannings als stellvertretender Vorsitzender, Bankdirektor Heinrich Post, Oberregierungsrat a. D. Arnold Raether, Regisseur Willi F 0 r st in Wien, Staatsschauspieler Veit Harlan. Der Kunstausschuß setzt sich zusammen aus den Herren: Staatsschauspieler Emil Jannings als Vorsitzender, Regisseur Willi Forst, Staatsschauspieler Veit Harlan, Oberregierungsrat a. D. Arnold Raether. ö.J.Jporf l^eichssporilehrerC ristmanninGiehen Den Bemühungen des Gaufachamtes XII, Leichtathletik, ist es gelungen, Reichssportlehrer Sepp Christ mann in dieser Woche, zu einigen Nachmittagskursen für Spitzenkönner in den Wurfübun- aen im Gaugebiet Hessen zu verpflichten. Obwohl Christmann als Sportlehrer verhältnismäßig spat heroorgetreten ist, gilt er heute als einer der tüchtigsten Unterweiser, die der Deutsche Reichsbund für Leibesübungen zur Verfügung hat. Und das besonders für sein Spezialgebiet, das Hammerwerfen. Unsere Hammerwurf-Erfolge bei den letzten Olympischen Spielen wären ohne Christmanns zielbewußte Vorbereitungsarbeit undenkbar gewesen. Für Gießen und Umgebung findet der Lehrgang am heutigen Donnerstag auf dem Universitätssportplatz statt.- Christmann wird sich in Anbetracht der Kürze der Zeit nur mit einigen Spitzenkönnern befassen können, die Arbeit des Reichssportlehrers zu verfolgen, dürfte jedoch allen Sportwarten zu empfehlen fein. Tagung der Rad ahrer des Bezirks G eßen. Der Bezirk Gießen im Gau XII (Nordhessen) des Deutschen Radfahrer-Verbandes versammelte sich zu seinem Bezirkstag in Friedberg. Bereits am Samstag hatten sich die Mitglieder des Bezirksführerrings mit den Friedberger Sportkameraden zu einem wohlgelungenen Kameradschaftsabend eingefunden. Der Sonntagvormittag war einer Sitzung des Bezirksführerings vorbehalten, während der eigentliche Bezirkstag nachmittags eröffnet wurde. Bezirks- wart Bitten darf gab einen ausführlichen Bericht über das vergangene Sportjahr 1936'37 und nahm anschließend die Verteilung der Preise für Rennen, Saalsport und Wanderfahren vor. Lange Zeit nahm nun die Besprechung des Sportprogramms für das nächste Jahr in Anspruch. An größeren Veranstaltungen sind das Bezirks-Som- merfest am 2. und 3. Juli 1938 in Aßlar, und das 40. Stiftungsfest am 9. und 10. Juli des RV. Anspach, besonders erwähnenswert. Bei diesen beiden Veranstaltungen werden Wettkämpfe in sämtlichen Radsportarten ausaetragen. Die Bezirksmeisterschaften im Saalsport werden voraussichtlich am 23. Januar in Steinfurth, und die Gaumeisterschaften am 27. März in Wölfersheim, ausgetragen. Die größte rennsportliche Veranstaltung wird das reichsoffene Straßenrennen „Der große Straßenpreis von Gießen" sein. Bezirkswart Bittendorf wies die Vereine darauf hin, daß der Opfertaq der Radfahrer am 12. und 13. Februar 1938 stattfindet. K^mvfe bet tzußkall-lkauliaa Spielverein Kassel — Borussia Fulda; FC. Hanau 93 — SC. 03 Kassel; Hessen Hersfeld — VfB. Groß-Auheim; Germania Fulda — BC. Sport Kassel. Der Meister Spo. Kassel zeigt im Gau Hessen doch die reifste Leistung, wenn er auch noch nicht die vorjährige Schlagkraft wiedererreicht hat Borussia Fulda versagte ein paarmal gerade dann, wenn es darauf ankam und mit dieser Unbeständigkeit sind natürlich keine höheren Ehren zu erreichen. Am Sonntag wäre von den Borussen eine Sonder- lei stung notwendig, wenn gegen den Spielverein ein erfolgreiches Spiel gelingen soll. — Der FC. Hanau 93, der bisher ebenfalls mit wechselndem Erfolg kämpfte, müßte eigentlich gegen den SC. 03 Kassel schon allein dank seiner hervorragenden Abwehr das bessere Ende haben. Hessen Hersfeld wird setost auf eigenem Gelände gegen den VfB. Groß- Auheim, der am letzten Sonntag im Kampf gegen den Spv. Kassel viel Pech hatte, einen schweren Stand haben, und Germania Fulda traut man gegen (Sport Kassel schon den ersten Sieg zu, denn der Neuling hat seine besten Leistungen bisher nur zu Hause gezeigt. Fußbll Termine der Rückrunden. In den nächsten Tagen können die einzelnen Spielgruppen mit den Begegnungen der Rückrunde beginnen. Wir veröffentlichen nachstehend und in Abständen die Termine der einzelnen Klassen und Gruppen. 1. Kreisklasse, Gruppe Gießen A. 12.12. Wieseck — VfB.; SA. I — Altenbuseck; Großen-Buseck — Rüddingshausen. 19.12. Rodheim — SA. I (Vorspiel); VfB. gegen Rüddingshausen; Alten-Buseck — Wieseck; Heuchelheim I — Lollar II • 2.1. Wieseck — Heuchelheim; SA. — Großen- Buseck, (Vorspiel); Lollar II — Rüddingshausen; Klein-Linden — Alten-Buseck. 9.1. Klein-Linden — DfB.-R. ; Rüddingshausen gegen Rodheim; Alten-Buseck — Heuchelheim; Großen-Buseck — Wieseck; Lollar II gegen SA. 16.1. VfB.-R. — Heuchelheim; Klein-Linden gegen SA.; Rüddingshausen — Wieseck; Lollar II gegen Alten-Buseck; Rodheim — Großen- Buseck. 23.1. Großen - Buseck — VfB.-R.; Heuchelheim gegen Klein-Linden; Rodheim — Lollar II; Alten-Buseck — Rüddingshausen; Wieseck gegen SA. 30.1. SA. — Rodheim; Wieseck — Lollar II; Großen-Buseck — Klein-Linden; Rüddingshausen — Heuchelheim. 6.2. Großen-Buseck — SA.; Heuchelheim — Rodheim; Klein-Linden -r- Wieseck; DfB.-R. gegen Lollar II. 13.2. SA. — VfB.-R.; Alten-Buseck — Großen- Buseck; Lollar II — Klein-Linden; Wieseck gegen Rodheim. 20.2. Heuchelheim — SA.; Rüddingshausen gegen Klein-Linden; Rodheim — Alten-Buseck; Lollar II — Großen-Buseck; Wieseck gegen DfB.-R. 27. 2. DfB.-R. — Alten-Buseck; SA. — Rüddingshausen; Großen-Buseck — Heuchelheim; Klein- Linden — Rodheim. 6.3. Rüddingshausen — Großen-Buseck; Rodheim gegen VfB.-R. OieIugend-pflichispieledesGonntagS. Butzbach — Hungen; Großen-Linden — Muschen- heim; Staufenberg — VfB.-Reichsbahn IV; VfB.- Reichsbahn — Rodheim; Krofdorf — Leihgestern; Lich — Steinbach; Ettingshausen — Garbenteich; Saasen — Alten-Buseck; Lollar — Großen-Buseck; VfB.-Reichsbahn II — Großen-Linden II. Ob sich der Tabellenzweite in Butzbach durchsetzen kann, bleibt abzuwarten. Großen-Linden hat auf eigenem Platz Muschenheim zu Gast und wird dem Gegner keine Chance lassen. In Staufenberg sind die Platzbesitzer als Sieger zu erwarten. VfB.- Reichsbahn erwartet Rodheim und hat die besseren Aussichten auf den Sieg. In Krofdorf wird Leihgestern schwer kämpfen müssen. Das Lokalderby in Lich sieht die Gäste in Front. Garbenteich wird sich mächtig anstrengen müssen, um den Platzbesitzern das Nachsehen zu geben. In Saasen werden die Platzherren den Sieger stellen. Der Spielausgang in Lollar ist offen. Den Gießener Grünweißen sollte der Sieg gegen Großen-Linden nicht zu nehmen sein. Lokalkompf in Großen-Buseck. FL. Großen-Buseck — Allen-Buseck 2:0. Am Sonntag trugen ine ersten Mannschaften von Großen-Buseck und von Alten-Buseck das fällige Verbandsspiel aus. Eine stattliche Zuschauermenge fand sich dazu ein. Beide Mannschaften traten in stärkster Besetzung an. Großen-Buseck bestritt den Kampf mit Koch; Brück, Schäfer; Eisenacher, Harbach II., Dambrnann; Henß, Harbach L, Balser und Wagner. Der Kampf, der sich nach Alten-Busecks Anstoß entwickelte, war so interessant, wie man ihn selten auf dem Großen-Busecker Sportplatz sah. Leider hatte der Schiedsrichter bereits in der ersten Minute einen Elfmeterball für Großen-Buseck zu verhängen, den Henß allerdings verschoß. Dann wanderte der Ball tadellos von Mann zu Mann. Insbesondere die Einheimischen taten sich dabei hervor. Jedoch es fehlte am schußgewaltigen Sturm. Auch die Gäste kamen gut ins Spiel, brachten gute Kombinationen vor das Großen-Busecker Tor, scheiterten aber immer an der Hintermannschaft. Aber auch der Alten-Busecker Torhüter war nicht zu schlagen. Torlos ging es in die Pause. Nach der Pause legten sich die Gäste mächtig ins Zeug, aber eine gute Kombination aus der einheimischen Hintermannschaft überraschte sie. Eine schöne Vorlage wurde von Henß in vollem Lauf verlängert und führte zum Führungstor für Großen-Buseck. Für die Folge war aber die Gästehintermannschaft sehr auf der Hut und ließ keine weiteren Erfolge zu. Erst ein schöner Flachschuß von Harbach II brachte das Endergebnis. Die Gäste stellten daraufhin um, konnten aber am Ergebnis nichts mehr ändern. Enqland-Tschechoslowakei 5:4. Viel besser als erwartet schlug sich die tschechische Fußballelf in ihrem Kampf gegen England am Mittwoch in London. Vor 46 000 Zuschauern zwangen die Tschechen ihren großen Gegner zur Aufbietung aller Kräfte und gaben sich schließlich erst in der letzten Minute 4:5 geschlagen, nachdem die Briten bei der Pause 3:2 geführt hatten. Kurze Sportuotizen. Oxford und Cambridge, Englands berühmte Universitäten, lieferten sich einen leichtathletischen Staffelkampf, den Oxford mit 4:3 Siegen gewann. Trotz ungünstiger Witterung gab es in drei Staffeln neue Hochschulrekorde. Oxford verdankte die Siege in erster Linie seinem überragenden Sprinter Pennington. Die deutschen Meisterschaften im Einzelfechten werden vom 21. bis 24. April in Hannover durchgeführt, während die Mannschaftsmeisterschaften vom 27. bis 30. Oktober in Leipzig ober Berlin zur Entscheidung gelangen. Ungarns Studenten-Schwimmer waren am Dienstagabend in Rotterdam erfolgreich. Dr. Csik siegte über 100 Meter Kraul in 59 Sek. und Lengyel war über 100 Meter Rücken in 1:16,8 Min. erfolgreich. Die Holländerin Kint war schneller als die Männer, sie gewann die 100 Meter Rücken in 1:16 Min. Das Wasserballspiel gewannen die Ungarn mit 3:2 gegen eine Auswahl von Südholland. Wirtschaft. Festsetzung von Schlachtgeflügelpreisen. Lpd. In einer Bekanntmachung des Reichsstatthalters in Hessen — Landesregierung — über die Festsetzung von Schlachtgeflügelpreisen vom Großhandel an den Einzelhandel und für die Abgabe durch den Einzelhandel werden für die Abgabe von Schlachtgeflügel im Einzelhandel (Ladengeschäfte und sonstige Kleinverkaufsstellen einschl. des Wochenmarktverkehrs) folgende Verbraucherhöchstpreise estgesetzt: für Hühner mit Darm 1.— Mk. je* V2 kg, ür Hühner ohne Darm ausl. 1,05 Mk., für Hähne mit Darm 1,10 Mk., für Hähne ohne Darm 1,15 Mk., für deutsche Hähne 1,25 Mk. je 1/2 kg. In Gemeinden, in denen bisher der ortsübliche Preis sich unter den vorstehenden Preisen bildete, verbleibt es bei diesem; eine Heraufsetzung, auf die Preise dieser Bekanntmachung ist nicht statthaft. Diese Anordnung tritt mit sofortiger Wirkung in Kraft. Vor- ätzliche oder fahrlässige Zuwiderhandlungen sind unter Strafe gestellt. Gleichzeitig wird die Bekanntmachung vom 30. Dezember 1936 über die Klein- handelsyöchstpreise für Geflügel außer Kraft gesetzt. Rhein-Mainische Börse. ANllagsbörse etwas freundlicher. Frankfurt a. M., 1. Dez. Die Zurückhaltung der Bankenkundschaft hielt im allgemeinen an. Da aber anderseits die letzttägigen Verkäufe kaum noch vorlagen, konnte sich die Haltung am Aktienmarkt etwas ferundlicher gestalten. Die Umsätze blieben freilich auf allen Gebieten sehr klein. Im Durchschnitt überwogen gegen die Abendbörse Bos- erungen von 0,50 bis 1 v. H., die ober nach den ersten Kursen nicht überall voll behauptet werden konnten, da weitere Nachfrage ausblieb: Von Montanwerken notierten Rheinstahl mit 143,50 bis 143 (142,50), Mannesmann mit 116,13 (115,75), Verein. Stahl mit 113 (112,50), Rhein. Braunkohlen mit 232,25 (231,50), dagegen Hoesch mit 117 (117,50). Mafchinenakkien lagen unregelmäßig. Während Rheinmet^ll nach Pause 1,40 v. H. gewannen auf 143,90 und Daimler 0,25 v. H. anzogen auf 134,50, gaben Demag auf 143,25 (144) und Moenus auf 117,50 (118fr nach. Chemische Werte waren behauptet. JG.-Farben 155,75, Rütgerswerke 147,25, ebenso von Elektrowerten Betula mit 168, wogegen RWE. 0,75 v. H. anzogen auf 128,50. Im einzelnen notierten Reichsbank mit 207 (206,50), Zellstoff Waldhof mit 148,25 (147,25), Kemberg mit 139,75 (139), Berger Tiefbau mit 148,90 (148,50), dagegen Verein. Deutsche Metall mit 163 (164). Am Rentenmarkt erhielt sich weiterhin Nachfrage, zu größeren Umsätzen kam es ober auch hier nicht. Altbesitzanleihe nicht ganz gehalten mit 131,25 (131,40). Kornrnunal-Urnschuldung eine Tönung freundlicher mit 94,95 bis 95,00, im übrigen nannte man die letzten Kurse. Von Goldpfandbrie- en wurden Bad. Komm. Landesbank auf 100 99,75) erhöht, die übrigen blieben ebenso wie Kommunal - Obligationen unverändert. Liquidations- pfanbbriefe lagen uneinheitlich bei Schwankungen bis 0,25 v. H. Stadtanleihen tarnen meist behauptet zur Notiz, 4,50 v. H. Wiesbaden 98,95 (99). Im Freiverkehr bröckelten Kommunal-Umschuldung auf 94,95 ab. Im Verlaufe war die Haltung des Aktienmarktes eher etwas schwächer, da verschiedentlich Angebot herauskam. Die Umsätze blieben weiterhin gering. JG.-Farben ermäßigten sich auf 155,25 nach 155,75, auch an den übrigen Gebieten nannte man die Kurse im gleichen Ausmaß niedriger, es kamen nur wenig Zweitnotierungen zustande. Don erst im Verlauf notierten Werten lagen Aschaffenburger Zellstoff 2 v. H. niedriger mit 140, auch sonst ergaben sich vielfach Rückgänge von 0,25 bis 0,75 0. H., höher waren u. a. Goldschmidt mit 139,50 (138,50) und Deutsche Linoleum mit 161,50 (160,50), während Kaliwerte behauptet blieben. Mbenbbörfe behauptet. Der Auftragseingang hielt sich in engsten Grenzen, infolgedessen hatte auch das Geschäft nur sehr kleinen Umfang, zumal da die Zurückhaltung unvermindert fortbestand. Indessen konnten sich die Kurse von kleinen Abweichungen nach beiden Richtungen abgesehen zumeist behaupten. Kleine Erhöhungen wiesen u. a. Buderus mit 121 (120,50), JG.-Farben mit 155,25 (155), Goldschmidt mit 139,75 (139,50) und Holzmann mit 151,50 (151,25) auf. Anderseits bröckelten u. a. etwas ab: Hoesch 116,75 (117), Mannesmann 116 (116,13), Adlerwerke 109,50 (110), MAN 127,50 (128), Kemberg 139,25 (139,50), De- mag 143 (143,25), Deutsche Erdöl 142,75 (143,25), Elektr. Lieferungen 129,50 (130), Gesfürel 143,75 (144) und ^Schlickert 169 (169,50). Von den unverändert zur Notiz gekommenen Werten wären zu nennen: Rheinstahl 143, Verein. Stahl 112,25, Conti Gummi 186,65, Scheideanstalt 255, Licht und Kraft 150,50, VDM. 163, Hapag 79,50. Auch an den Rentenmärkten war die Umsatztätigkeit bescheiden, da der vorhandenen Nachfrage meist das passende Angebot fehlte. Gefragt blieben besonders unnotierte Industrie-Obligationen. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 1. Dez. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in RM.: Weizen W 13 209 (gegen 206 am 29. 11.), W 16 212 (209)? W 19 216 (213), W 20 218 (215). Roggen R12 193 (191), R15 196 (194), R 18 200 (198), R 19 202 (200). Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Futtergerste —, Futterhafer —. Weizenmehl Type 812 W 13 29,20 (29,10), W16 29,30 (29,20), W19 29,30 (29,20), W 20 29,65 (29,55), Roggenmehl Type 1150 R 12 22,45, R 15 22,80, R 18 23,30, R 19 23,50. Weizenfuttermehl 13,60. Weizenkleie W13 10,75, W16 10,90, W19 11,10, W20 11,20, Roggenkleie R12 9,95, R 15 10,15, R18 10,40, R 19 10,50 Mühlen- festpreise ab Mühlenstation. Soyaschrot —, Palmkuchen —, Erdnußkuchen —, Treber getr. 14,00 Höchstpreis ab Erzeugerstation, Trockenschnitzel —, Heu gebündelt 7,20 (6,90 bis 7,20), Heu draht- gepreßt —, Weizen- und Roggenstroh —. Tendenz ruhig. Frankfurter Schtachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 2. Dez. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 1408 Rinder (211 Ochsen, 164 Kutten, 795 Kühe, 238 Färsen), 571 Kälber, 30 Hümmel, 49 Schafe, 381 Schweine. Es kosteten: Rinder: Ochsen 35 bis 45 Mark, Kutten 34 bis 43, Kühe 20 bis 43, Färsen (Kalbinnen) 35 bis 44, Kälber 35 bis 65, Hümmel 25 bis 45, Schafe 15 bis 37, Schweine 50 bis 54 Mark. — Marktverlauf: Külber und Schweine zu- geteilt, Hümmel und Schafe ruhig. Kurszettel der BerÜner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe Der zuletzt veschlosfenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 v H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Frankfurt a. M. Berlin Frankfurt a. M. Berlin Schluß- kurs Schluhk. Abendbörse Schluß» kurs Schluß! Mittagbörse Schluß» kurs Schlußk. Abend- börse Schluß- kurs S»lußk. Mittag» börse Datum 30.11. 1.12. 30.11. 112. Dalum 30.11. 1.12. 30.11. 1.12. 6% Deutsche Retchsanlethe v. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 *y2% Deutsche Relchsschatzanwei» 101,7 99,75 99,7 99 105,9 100,6 99,75 131,4 99,75 101,65 99,75 99 98,9 134,55 99,75 99 101,75 102,13 111,3 M 80 82,13 129,65 206,5 118,25 122,5 113,75 101,7 99,75 99,7 99 105,75 100,25 100,6 99,75 131 99,75 101,65 98,9 134,65 99,75 99 101,6 102 111,3 131 79,5 81,75 129,75 207 118,25 122,25 113,65 101,7 99,75 99,7 99 105,5 100,8 99,75 131,5 134,9 100 102,13 111,4 131,4 80,5 82,5 129,9 . 207 134,25 118,25 122,5 113,75 101,7 99,5 99,7 99 105,75 100,25 100,8 99,75 131 99 134,8 100 102 1314 80,5 81,75 129,9 | 206,5 I 134,25 i 118,25 1 122,25 113,65 Accumulatoren-Fabrik.......14 Aschaffenburg Zellstoff........6 Bemberg...................0 Bekula.....................8 Buderus Eisen...............5 Gement Heidelberg...........7 Gement Karlstadt ............6 Conti Gummi.............. 12 Daimler Motoren..........6 y2 Dessauer Gas...............4 Deutsche Erdöl..............6 Deutsche Gold- und Silber .... 9 Deutsche Linoleum..........10 Elektrische Lieferungen........6 Elektrische Licht und Kraft..... 7 I. G. Farben-Jndusttie.......7 Felten & Guilleaume.........6 142 139 168 121 167 185 134,25 142,9 255 160,5 130,5 150,25 155,75 129,25 - 144 138,5 175,25 117,5 151,13 134,25 118,25 121 127,75 95,75 115,75 160,25 145 231,5 142,5 127,75 147,25 178 169,75 112,5 57,9 118,25 147,25 30 140 139,25 168 121 167 186,65 134,5 142,75 255 161,5 129,5 150,5 155,25 129,25 143,75 139,75 174,5 116,75 151,5 135 118 120,5 127,75 95,75 116 160,5 144,5 232,25 143 128,5 147,25 177,5 169 112,25 58 118,25 148,25 29,75 141 139 168 120,5 184,25 134 118,65 143 131 150,75 155,5 128,75 144 139 48,75 175,5 117,5 151,75 134,65 118,25 121 154,5 127,9 115,65 161,25 144,5 106 231,4 127,75 142,75 128 146,5 177,5 169,5 94,65 201,25 112,5 58 118,25 147 29,9 224,9 141 139,5 168,25 121,25 186,5 134,65 118,75 143,25 161,5 130 150,75 155 .28,5 143,75 139,5 174,5 116,5 <51,75 160 135,13 118,25 120,25 154,5 128 116 161,13 144,5 106,25 231,5 127,5 143 128 146,75 177,5 169 94,9 200,4 205 112,25 57,75 118 147,75 29,75 Ly-"//Deutsche Relchsschatzanwei jungen von 1935, II. Folge ... e Geir Brie, Geir 1 _ Buenos Aires............. 0.728 0 732 0 727 Janan . _____....______ 0,722 0,723 Brüssel................... 42.19 3ugo(lnmiMt .............. 5 694 5JO0 Rio de Janeiro............ g !3q 62 34 Holen.................... 47,00 49’05 Kopenhagen............... 55 31 11 265 Danzig................... 47,00 (§to(ff)olTn • * 63 94 London................... 12^39 12.42 Schweiz.................. 57,43 HelsingforS................ Paris.................... 5,48 8,427 5,49 5^475 M85 Spanien.................. tßrrtg..........___tt.«1, 15^23 15^27 15^23 15,27 8 734 Holland .................. 137,90 138,18 137,77 138,05 Budapest................. Italien................... 13,09 13,11 13,09 13,11 Neuyork.................. 2,481 2,485 2,481 2,485 ttr.281 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Donnerstag, 2. Dezember (957 Aus der Stadt Gießen. Klimatologische Eigenheiten des Dezember. In der meteorologischen Rechnungsweise zählt der Dezember als der erste Wintermonat. In der astronomischen Rechnungsform beginnt der Winter erst am 21. Dezember. Das letztere Datum hat mit den Wetterverhältnissen auf dem Erdball nichts zu tun, es ist auf bestimmte, allgemein bekannte Sternkonstellationen abgestellt. Aber die Wetterform in der Erdatmosphäre kümmert sich in keiner Weise um die astronomischen Vorgänge im weiten Weltenraum. Wenn der Dezember ins Land zieht, haben wir meistens bereits einige Kostproben des Winters gehabt. Unser Klima neigt namentlich in den letzten Jahrzehnten zu mehr oder weniger ausgeprägten Frühwinterperioden, die gewöhnlich im November sich einstellen. In diesem Jahre sind die winterlichen Wetterlagen — allerdings nur schwach ausgeprägt — zum Teil in der ersten Dekade des November, zum Teil in der dritten Dekade eingetreten. Fast allgemein ist der erste Schnee im November gefallen, wobei die norddeutschen, ostdeutschen und süddeutschen Landgebiete bereits für einige Tage eine zusammenhängende Schneedecke erhielten. Im Westen des Reiches ist es dagegen bis auf die Gebirgslagen bei Plackschnee geblieben, der größte Teil des Rheinlandes hat noch keinen Schnee beobachtet. Der Dezember als erster Wintermonat bringt in allen Jahren — Ausnahmen sind in diesem Falle ganz selten — den wirklich ersten stärkeren Frost, verbunden mit Schnee. Diese Schnee- und Frvst- periode stellt sich für gewöhnlich in der ersten Monatshälfte, also vor dem 15. Dezember ein, findet in der Zeit vom 10. bis 20. Dezember ihren Höchstpunkt, um schneller dann wieder abzuschwächen. Aus dieser Abschwächung der winterlichen Kraft entstehen die bekannten Wärmewellen und Tauwetterperioden gerade um die Weihnachtszeit. Es ist eine eigenartige Erscheinung unseres mitteleuropäischen Dezemberklimas, daß es in dem letzten Monatsdrittel einen starken Wettersturz bringt, der die vorherige winterliche Pracht gerade während der Festtage zum Schmelzen bringt. Wenn man auch hier nicht von einer unbedingt eintreffenden Regel sprechen kann — in 20 von 100 Fällen haben wir auch weiße Weihnachten — so ist doch im allgemeinen die pessimistische Stimmung für das Weihnachtswetter berechtigt, jedenfalls in der nordwestdeutschen Landeshälfte. Wir sagten, daß der Dezember die ersten strengeren Fröste bringt. Man versteht darunter Tiefstwerte von 10 bis 15 Grad unter Null, die vorzugsweise im deutschen Osten, oder auf der bayerischen Hochebene zu erwarten sind, im Westen des Reiches rafft sich der Dezemberfrost nur selten zu Kältegraden von mehr als 10 empor. Eine interessante und durchaus noch offen stehende Frage ist, ob der kommende Dezember schneereich wird. Nach den Feststellungen der meteorologischen Statistiken in den letzten Monaten, gerechnet ab September, verzeichnen wir in den meisten Teilen Mitteleuropas, insbesondere in West-, Nord-, Mittel- und Ostdeutschland eine Niederschlagsarmut, die auf die Sommerperiode Übertragen eine katastrophale Dürre hervorgerufen hätte. In den letzten Wochen ist durchschnittlich nur ein Achtel der normal zu erwartenden Niederschläge eingetreten. Dementsprechend verzeichnen ja auch die Flüsse und Talsperren einen ungewöhnlich niedrigen Wasserstand, der sich im nächsten Sommer bedenklich auswirken könnte, wenn bis dahin keine umfassende Zunahme der Niederschlagstätigkeit eintritt. Diese Armut an Niederschlägen wirkt sich natürlich auch auf die Wünsche nach ausreichender Schneelage in den Bergen aus, die man für die kommenden Wochen erwartet. Auch die bisherigen Schneemengen in den Bergen sind erheblich unter dem Normalmaß geblieben. Wir sehen, daß der beginnende Dezember gerade in diesem Jahr mancherlei interessante und saisonwirtschaftlich wichtige Fragen völlig offen läßt. „Tag -er Nationalen Solidarität." 3um 4. Dezember. Der kommende Samstag ist der „Tag der Nationalen Solidarität". Zum vierten Male nehmen an diesem Ehrentag des neuen Deutschland wieder Minister, Reichs- und Gauleiter, Führer der Partei und ihrer Gliederungen, Staatsbeamte, leitende Persönlichkeiten der Wirtschaft, Kunst und Wissenschaft, Männer der Presse usw., die Sammelbüchse in die Hand, um denjenigen zu dienen, die aus eigener Kraft die Not des Winters nicht bannen können. Dienst an diesen Volksgenossen ist Dienst am Volke, ist wahre Solidarität. Die Leistungen des Winterhilfswerks find gewaltig, sie find in der Welt beispiellos. Die Aufgaben, die das Winterhilfswerk zu erfüllen hat, find außerordentlich groß. Es soll je nicht nur die Not unter den Aermsten der Armen notdürftig behoben, sondern es soll wirklich geholfen werden, fo daß auch diese Volksgenossen fühlen, daß sie wertvolle und nicht lästige Glieder der großen deutschen Volksgemeinschaft sind, daß sie dasselbe Recht auf das Leben wie alle anderen haben. Die Anforderungen, die sich aus dieser nationalsozialistischen Grundeinstellung für das Winterhilfswerk ergeben, sind riesengroß. CEs ist deshalb Pflicht jedes deutschen Volksgenossen, am „Tag der Nationalen Solidarität" seine Solidarität durch die Tat zu beweisen und zu opfern. Die Ergebnisse der vergangenen Jahre am „Tag der Nationalen Solidarität" waren stolze Zeugen für die deutsche Volksgemeinschaft: das Ergebnis dieses Jahres soll ein herrlicher Sieg des Opfers werden, um der Welt zu beweisen — die das deutsche Winterhilfswerk wie ein unfaßbares Wunder bestaunt, wenn sie es auch nicht immer eingesteht —, daß die Kraft und Stärke dieser deutschen Volksgemeinschaft noch größer geworden ist. Wer am 4. Dezember nicht nur spendet, sondern wirklich opfert, der hilft nicht nur seinen armen Volksgenossen, sondern der hilft Deutschland auch im Urteil der Welt. Denkt daran, ihr deutschen IHänner, ihr deutschen Frauen am „Tag der Nationalen Solidarität"! Enge Zusammenarbeit zwischen Medizinstudentin und BDM. NSG. In Gießen fand eine Besprechung zwischen der Obergauführerin des BDM. und den Medizinstudentinnen der Universität Gießen statt, in der die Möglichkeiten und Form einer engen Z u - fammenarbeit zwischen Medizinstu- bentin und BDM. geklärt wurden. Als Erfolg dieser Zusammenkunft konnte bereits ein Plan aufgestellt werden, nach dem Arbeitsgemeinschaften gegründet werden und eine ständige Zusammenarbeit gewährleistet ist. Ein Treffen der Frankfurter Studentinnen wird folgen. Damit ist die Mitarbeit der Medizinerinnen im BDM. für den Gau Hessen-Nassau als erstem im Reich positiv eingeleitet. Mit der Führung der Sonder- gruppe Gießen wurde Dr. Elsbeth Kalbfleisch, Gießen, mit der Führung der Frankfurter Gruppe die stellvertretende Obergauärztin, Dr. Waltraud Kittel, Frankfurt, beauftragt. Die Zusammenfassung der Medizinstudentinnen an den Universitäten zu BDM. - Arbeitsgemeinschaften verfolgt das Ziel, die Studentinnen von vornherein mit den Aufgaben der ärztlichen Führung gesunder Mädel vertraut zu machen. Der in Verbindung mit der Obergauärztin ausgearbeitete Dienstplan sieht vor, daß die ersten drei Semester, die ja bereits der ANST. verpflichtet sind, vom BDM. nicht beansprucht werden, während die folgenden Semester ihre besonderen Aufgaben erhalten. Semester 4 und 5 nehmen monatlich teil 1. an einem Heimabend einer BDM.-Einheit, 2. an einer B D M. - F a h r t oder Wochenendschulung und 3. zweimal an einer besonderen A r - b e i t s g e m e i n s ch a f t, die sich mit rassepolitischen und rassehygienischen Fragen befaßt und von einer BDM.-Führerin geleitet wird. Vom 6. bis 11. Semester widmen sich die Studentinnen zweimal monatlich praktischer Betreuungsarbeit bei Untersuchungen, Ausbildung von UD.-Mädel (Unfall-Dienst-Mädel). Sie überwachen die Uebungen für das BDM. - Lei- stungsabzeichen und stehen in allen Gefundheits- fragen der aktiven Führerin beratend und helfend zur Seite. Auf Mädelschulungen und im Lager, die sie einmal monatlich besuchen, lernen sie den Gesundheitszustand und die Leistungsfähigkeit der Mädel beurteilen und werden an alle die Fragen herangeführt, die für die Gesundheitsführung der Mädel von Bedeutung sind, z. B. die ärztliche Einstellung zum Dienst, zu Sport und Fahrt, ja zu allen Fragen der Lebenshaltung überhaupt. Besonders zu erwähnen ist noch, daß sich dieser Dienst nicht nur auf die Semesterzeit erstreckt, sondern daß die Studentin auch während der Ferien mit der BDM.-Einheit ihres Heimatortes Verbindung aufnimmt und sich besonders um die Betreuung der Sommerlager und Großfahrten kümmert. Während das Medizinftudium die Studentin immer wieder an die kranken Menschen heransührt, stellt die Arbeit i m B D M. sie bewußt in den Dien ft des Gesunden. Gesunderhaltung und Gesundheitsförderung der Jugend ist die große Aufgabe, an der sie mitarbeiten darf und soll. Als Kamerad zur Kameradin wird sie frühzeitig hinein- geftellt in die junge Gemeinschaft, um an ihren Forderungen in das Volk von morgen hineinzuwachsen. BDM.- u. ZM.-Untergau 116, Gießen Dienstbefehl! Betr.: IM. - Gruppenführerinnen- Besprechung. Die Besprechung der IM.-Gruppenführerinnen am Freitagabend beginnt um 19 Uhr auf der Dienststelle. Betr.: Tag der Nationalen Solidarität. Am Tag der Nationalen Solidarität sammeln reichseinheitlich die Mädel- und Jungmädel- Gruppenführerinnen in ihren Gruppenstandorten. Die Gruppenführerinnen setzen sich mit ihren Ortsgruppenleitern in Verbindung. Achtung Jungmädel! Am Samstag, 4. Dezember, sammeln alle Jungmädel im Reich Kinderspielzeug. Die Jungmädelstandortführerinnen fetzen sich mit ihren Orts- gruppenroaltern der NSV. in Verbindung, damit die Sammlung klappt. Jungmädel! Es darf kein Haus vergessen werden! Sammelt mit demselben Eifer und derselben Freude, wie bei der Kinderwäschesammlung! Bis zum Mittwoch, 8. Dezember, machen die Gruppenführerinnen einen Bericht über die Sammlung! Die Gießener Jungmädel treten wie das letzte Mal um 14.45 Uhr am Brandplatz zum Sammeln an. Betr.: Jungmädelfchulung. Zur Jungmädelfchulung ist noch nachzutragen, daß die Führerinnen, die konfirmiert find, vom Kirchgang im Heimatort beurlaubt find und am Schulungsort in die Kirche gehen können. Betr.: Mädelschulung. Die 3. Winter-Wochenendschulung für Mädelführerinnen ist am 5. Dezember. Die Schulungen beginnen in allen bereits bekannten Schulungsorten um 8 Uhr und enden zwischen 17 und 18 Uhr. Nlädel und Iungmädel. Betr.: Fragebogen für Heimbeschaffung. Von folgenden Gruppen fehlen immer noch aus- gefüllte Fragebogen: M.-Gruppe 2/116 und JM.- Gruppen 1 und 3/116, von den Landgruppen 6, 7, 8, 10, 11, 12, 13, 15, 17 und 18/116. Die Frage- gegen spröde Rau f " Allabendlich mit Nivea-Creme die Haut geschmeidig machen. Dann trotzt sie Wind und Wet- bogen sind entweder zu den Mädel- oder Jungmädelgruppenführerinnen gelangt. Setzt euch deshalb miteinander in Verbindung. Betr.: Sportrundschreiben. Es stehen immer noch eine ganze Menge Antworten aus, und zwar von den Mädel-Gruppen 1, 3, 4, 5, 7, 8, 10, 11, 12, 13, 14, 16, 18 und 19/116, und von den Jungmädel-Gruppen 1, 4, 5, 6, 7, 8, 10, 11, 13, 14, 15, 16, 17, 18 und 19/116. Ich mahne die Gruppen zum letzten Male an, die Angelegenheit sofort zu erledigen. liornofwen. Tageskalender für Donnerstag. Gloria-Palast, Seltersweg: „Mädchen für alles". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Warschauer Zitadelle". — Stadtkirche. 20 Uhr Leipziger Soloquartett. — Goethe-Bund und Kaufmännischer Verein: 20 Uhr Neue Aula Vortragsabend „Svend Fleuron". — Leistungsschau der Volksschulen des Kreises Gießen in der Turnhalle der Neuen Pestalozzischule. Weihnachtsliedersingen in der Stadtkirche. Das Leipziger Soloquartett für Kirchengesang — Leitung Professor Röthig — wird am heutigen Donnerstag, 2. Dezember, in der Stadtkirche Weihnachtslieder fingen. Vortrag in der Wirtschaftsgruppe Einzelhandel. Die Kreisgruppe Gießen der Wirtfchaftsgruppe Einzelhandel macht darauf aufmerksam, daß am morgigen Freitagabend im Hotel Schütz ein Vortrag über „Buchführung, Jahresabschluß, Steuererklärung" stattfindet. WHW., Ortsgruppe Gießen-7!orb. Betr.: Kohlenabrechnung. Die Kohlenhändler werden aufgefordert, die in Zahlung genommenen Kohlengutscheine (Serie C) bis spätestens Samstag, 4. Dezember, auf der Geschäftsstelle, Walltorstraße 38, einzureichen. Später eingehende Kohlengutscheinr können nicht mehr angenommen werden. Die Gutscheine müssen auf der Rückseite mit dem Stempel ober Unterschrift der Kohlenhändler und der Unterschrift, Straße und Hausnummer des Hilfsbedürftigen verfehen fein. WHW. Ortsgruppe G eßen-Mitte. Betr.: Kohlenabrechnung am 3. Dezember. Die Kohlenhändler werden ersucht, die Kohlenscheine der Serie B diesmal am Freitag, 3. D e- jember, 20.30 Uhr, auf unserer Geschäftsstelle (Zigarrenhaus Moeser, Eingang ßöroengaffe) ein- Abenteuer im Rebel. Von Alexander Keller. Diese Geschichte erzählte mir Ingenieur Win- decker. Das Mädchen Karin fuhr eines Tages langsam und vorsichtig durch den Nebel, der seit den frühen Morgenstunden über der Stadt lag, und hatte das dumme Gefühl, durch einen Wattebausch zu gleiten, aus dem Wesen und Dinge schemengleich heraustraten, um gleich darauf, wie van einer Riesenhand weggefegt, wieder zu verschwinden. Karin warf einen besorgten Blick auf die Uhr — es war elf —, dazu hatte sie noch einige Besorgungen und einen Besuch im Hotel (Dina Wansloy, eine* Freundin von auswärts, war angekommen). Der Besuch wurde abgekürzt mit Rücksicht auf die Sechzig-Kilometer-Fahrt zu Tante Agathe ... rasch einige hastige Zärtlichkeiten, ein flüchtiger Händedruck, und Karin eilte die Treppe des Hotels hinab ... Gerade als sie die Halle erreichte, schritt ein gutgekleideter, jüngerer Herr durch die Drehtür und warf einen überraschten Blick auf das Mädchen, das stehen geblieben war, um die Stulpen anzuziehen; er ging dann nach oben, blieb aber auf halber Treppe wieder stehen und rief einen Boy, dem er einen Auftrag gab — nicht ohne den Blick auf Karin geheftet zu halten. Es wurde wohlwollend aus den Augenwinkeln vermerkt. Der Boy flitzte vorbei, grinsend, und die Drehtür wirbelte herum, wobei 'sie müde Seufzer ausstieß. Eine Minute später sprang Karin hinter den Volant und ließ den Anlasser anlaufen; sie schlug den Kragen ihrer Jacke hoch, schaltete ein, und der Wagen setzte sich in Bewegung wie ein schleichendes Tier — Nase voran ... Scheußliches Fahren. Die Verkehrsschutzleutt schienen plötzlich alle an den verkehrtesten Orten zu stehen, und die Häuser verkrochen sich hinter wallenden Schleiern. Links war jetzt das Grammophon-Haus, nicht zu verkennen am Lautsprecher, der Tag und Nacht arbeitete ... dann kam die Kreuzung, mehr gefühlt als gesehen, dann ein kleiner Bogen ... und endlich die lange, gerade Straße, die an schönen Tagen irgendwo an die Wolken lief. Kann wußte, daß die Straße zu dieser Tageszeit wenig oder fast gar nicht befahren war und ließ den Wagen laufen. Die Büsche, hinter denen kleine Häuser lagen, fegten vorbei, und der Motor begann zu fingen, hoch und schallend, und fraß die Straße. Etwas stimmte nicht. Karin sah in den Rücken- Ispiegel, er war angelaufen— sie wandte sich um: hundert Schritte hinter ihr jagte ein großer, schwerer Wagen einher, und der Fahrer hinterm Rad, vermummt wie ein alter Turnierritter, schien aufgeregt zu sein; er gestikulierte und schrie ... So ist das nun mal nicht, dachte Karin ein wenig erheitert; aber solche Dinge kamen vor, wenn Mädchen allein über die Straße fahren. Sie gab Gas — viel Gas. Da vorn irgendwo begann der Wald — dann mußte eine Brücke kommen; der Wagen, einmal losgelassen, stürzte in den Nebel.. Karin warf einen scheuen Blick zurück — der Mann jagte noch immer hinter ihr her. Minuten später war er noch immer da. Jetzt sprang der Wald auf — der Mann verfolgte sie unentwegt, und Karin begann nachdenklich zu werden. Der Nebel, der Wald, die einsame Gegend und der sie verfolgende Mann waren nur zu geeignet, ihrem Selbstvertrauen einen Stoß zu versetzen. Und sie holte aus dem Wagen heraus, was nur herauszuholen war; auf zwanzig Kilometer in der Runde gab es weder Häuser noch Menschen. Wieder ein Blick zurück — er kam noch immer hinter ihr her, und wenn man seine Gesten und Schreie ernst nahm, waren seine Absichten sicher die übelsten. Einen Augenblick schwankte Karin: auf der geraden Straße konnte er sie, versagte sie auch nur einen Augenblick — sicher einholen und stellen — blieb nur eines übrig, auszuweichen. Hundert dumme Geschichten von Ueberfällen auf der Landstraße flitzten ihr durch den Kopf ... da war jetzt die Brücke, die vorbeidonnerte ... aber irgendwo weiter vorn mußte ein Weg nach rechts abbiegen, und ohne zu denken, rieß Karin das Lenkrad nach rechts und stürmte — auf zwei Rödern die Biegung nehmend — in den feutchten, schweigenden Wald. Sicher war der Verfolger jetzt an der Kreuzung vorbeigeschossen, und ehe er wenden konnte, war sie tief im Nebel und in Sicherheit ... nur weiter ... immer weiter ... einmal rechts, dann wieder links ... es war eine tolle Fahrt, und dann — blieb ihr fast das Herz stehen. Eine Hupe schrie hinter ihr, und der fremde Wagen streckte seine große Kühlerfigur aus dem Nebel. Karin stoppte, fest entschlossen, im entscheidenden Augenblick aus dem Wagen zu springen und zu flüchten ... Ehe sie aber mit zitternden Fingern die Tür aufttoßen konnte, schoß der andere Wagen heran — der Marrn sprang mit einem Satz heraus und riß die Kappe ab; es war der Herr aus der Halle ... Karin sank zurück, hob beide Hände, hatte aber nicht mehr die Kraft zu schreien ... Da sagte eine ruhige, höfliche Stimme „Dem Himmel sei Dank, daß ich Sie erreicht habe ..." Karin schlug die Augen auf ... die Situation war neu — wenn auch grotesk. Als reine Liebeswerbung konnte man — bei allem Wohlwollen — die Angelegenheit doch nicht ruhig hinnehmen ... so sagte sie: „Und — warum ... sind Sie mir nachgefahren .". . „Weil", sagte der Fremde wohlwollend, „der Boy im Hotel meine Tasche statt in meinen in Ihren Wagen gelegt hat und ich um vier eine wichtige Konferenz habe ..." „Natürlich haben sie später geheiratet", schloß Ingenieur Windecker seine Erzählung, „solche Dinge gehen ja fast immer so aus — aber so eine Geschichte kann wirklich nur im Nebel passieren ..." Peinliche Lleberraschnng am Bücherkarren. Von Christian Vock. Ich rode gern in Bücherkarren, die irgendwo an Straßenecken stehen, und ganz besonders gern unter den Kästen, wo „jedes Buch nur 30 Pfennige!" kostet. Olle Schulgrammatiken gibt es da, französische Lehrbücher, Romane, die längst vergangen und vergessen sind, gelb gewordene Essaybände und Praktische Ratschläge für die Ehe, alles bunt kariert durcheinander. Vor so einem Kasten stand ich und klappte ein Buch nach dem anderen um, las einen Titel, klappte wieder um, las, klappte — und da war dann plötzlich ein Buch, das ich kannte, eins, das ich sehr gut kannte, denn dieses Buch war mein Buch. Nein, nicht daß es mein Eigentum gewesen wäre, aber das Buch war von mir. Vor Drei, vier Jahren hatte ich dieses Buch geschrieben — nun lag es hier. „Nur 30 Pfennige" stand darüber. Ja, wenn es noch über dem einzeln ausgestellten Buch gestanden hätte: „Nur 30 Pfennige!" ich hätte stolz darauf fein können — aber fo? So, wie es dalag, unter vierzig anderen Büchern, unter Schulgrammatiken und alten medizinischen Klamotten? Nur so in den Dreißig-Pfennigkasten geschmissen: Kauft, Leute, kauft! Jede Klamotte nur 30 Pfennig! Der Buchhändler, dem der Bücherkarren gehörte, mochte gesehen haben, wie fasziniert ich da vor einem Buche stand, und kam näher geschlendert. „Nun, mein Herr", fing er an, „etwas gefunden?" Ich greife, wie er mich fragt, nach dem Buche in der Kiste, nach meinem Buch: „Was ist das für ein Buch", sage ich, „— hier in dieser Kiste?" Aber er merkt offenbar den Vorwurf in meiner Frage gar nicht und denkt, ich will das Buch von ihm erwerben. ______ „Ja", sagt er und schlenkert so mit den Armen, „weiß nicht. Hat mir mal jemand gebracht." Ich stehe da und betrachte mein Buch und sage nichts. Und der Buchhändler legt mein Schweigen auf feine Art aus. „Also — sagen wir schon 25 Pfennig — na?" Ich wackle etwas mit dem Kopf, als wäre mir das noch zu teuer. Aber dann möchte ich nun doch mal hören, was man so in Buchhändlerkreisen von mir hält. „Sagen Sie", fange ich an, „wer hat denn das geschrieben? Was ist das für einer?" Er sieht mich an, dann das Buch in meiner Hand, er beugt sich herunter, um Titel und Verfasser zu lesen, und schüttelt mit dem Kopf und sagt: „Ich weiß es leider nicht, mein Herr — keine Ahnung." „So", sage ich, „aha! — Aber ich weiß es." „Sie wissen es?" „Ja", erkläre ich und tippe gewichtig mit dem Zeigefinger auf den Buchdeckel, „30 Pfennig ist gar kein Preis für das Buch. Das Buch ist viel zu billig!" „Zu billig?" wundert er sich. „Sagen Sie zu billig? Nicht zu teuer?" „Nein — zu billig!" „Ach!" Er ist völlig verblüfft, und ich setze meine Aufklärung in einem gelehrten bibliophilen Ton fort: „Das Buch hat einen viel höheren Wert — ich sage Ihnen das nur aus purer Menschenfreundlichkeit, weil ich nicht will, daß Sie den wirklichen Wert des Buches so unterschätzen, und irgendein Käufer Sie übervorteilt, wenn er das Buch für 30 Pfennig kauft." „Oh", sagt der Buchhändler und freut sich, „das ist außerordentlich liebenswürdig von Ihnen, daß Sie mich darauf aufmerksam machen, das ist sehr freundlich." „Na ja", winke ich lässig ab, „ich sah es ja nur ganz zufällig, und ich kann es nicht sehen, daß ein wertvolles Buch so verschleudert wird." „Ich danke Ihnen, mein Herr, ich danke. Aber was glauben Sie", fragte er mich dann, „wieviel man dafür verlangen müßte?" „Ja, rate ich ihm", stellen Sie es ruhig da oben in die Zweimarkreihe hin. Soviel ist es jedenfalls wert." Er nimmt das Buch, betrachtet es noch einmal und stellt es dann feierlich nach oben hin. Ich grüße obenhin und gehe. Ich bin im Wert gestiegen vor mir und anderen, ich bin eins höher gerückt und stehe auf dem Brett der besseren Herrschaften unter dem Schild: „Jedes Buch in dieser Reihe 2 Mark." zureichen. Es wird hiermit darauf hingewiesen, daß die Rückseite der Kohlenscheine außer der Unterschrift des Händlers auch die Unterschrift des Empfängers, dessen Wohnung, Straße und Hausnummer und die genaue Bezeichnung der Kohlenforte tragen muß. Nach dem 3. Dezember eingereichte Scheine sind wertlos. Hitler-Lugend Bann 116 Gießen. Befr.: HJ.-Arbeilsgemeinschaft. Zur HJ.-Arbeitsgemeinschaft haben am kommenden Freitag, 3. Dezember, alle Unterbannführer, Gefolgschaftsführer, Stellenleiter und Mitarbeiter des Bannes 116 um 20.20 Uhr am Heim der Marine-G«fotgschaft, Roonstraße 22, anzutreten. Befr.: Das 16. Deutsche Turn- und Sportfest 1938 in Breslau. Ein Film- und Werbevortrag für das 16. Deutsche Turn- und Sportfest 1938 in Breslau findet am kommenden Sonntag, 5. Dezember, um 11 Uhr, im Gloria-Palast Gießen statt. Eintrittskarten zum Preise von 0,25 Mark sind bei dem Kreiskassenwart des DRfL. Kreisamt 8 (Gießen), Peter Ritsert, Gießen, Wiesenstraße 2, erhältlich. Betr.: Unterbannschulungen. Am kommenden Sonntag, 5. Dezember, findet eine Schulung der Führerschaft des Unterbannes 1/116 in Gießen statt. Die Schulung der Führerschaft des Unterbannes V/116 findet am gleichen Tag in Klein-Linden statt. Unterbann V/116. Betr.: Unterbannschulung. Die nächste Unterbannschulung des Unterbannes V/116 findet am kommenden Sonntag, 5. Dezember, mit Beginn 8 Uhr, im HJ.-Heim in Klein-Linden statt. An ihr nehmen teil die Gefolgschaftsführer, Mitarbeiter der Gefolgschaften, Schar- und Kameradschaftsführer der Gefolgschaften 5/116, 13/116, 14/116 und 15/116. Mitzubringen sind Liederbücher, Schreibzeug und Turnzeug. Standort Klein-Linden sorgt für das Vorhandensein von Hand- und Medi- zinoällen. Hitler-Jugend, Iungbann 116. Betr.: Das 16. Deutsche Turn- und Sportfest 1938 in Breslau. Ein Film- und Werbevortrag für das 16. Deutsche Turn- und Sportfest 1938 in Breslau findet am kommenden Sonntag, 5. Dezember, um 11 Uhr, im Gloria - Palast (Seltersweg) statt. 'Eintrittskarten zum Preise von 0,25 Mark sind bei dem Kreiskassenwart des DRfL. Kreisamt 8 (Gießen), Peter Ritsert, Gießen, Wiesenstraße 2, erhältlich. Betr.: H Z.-Arbeilsgemeinschaft Zur HI.-Arbeitsgemeinschaft haben am kommenden Freitag, 3. Dezember, alle Stammführer, Fähnleinführer und Stellenleiter des Jungbannes 116 um 20.20 Uhr am Heim der Marinegefolgschaft, Roonstraße 22, anzutreten. NS. Rechtswahrekbuni), Kreisgruppe Gießen. Am kommenden Freitag, 3. Dezember, 20 Uhr, spricht im Hotel „Hindenburg" in Gießen der Universitäts-Professor Pg. Dr. Bley über das Thema „Oswald Spengler und der Nationalsozialismus." Es wird erwartet, daß alle Bundeskameraden an diesem Abend erscheinen. Auch die Angehörigen sind herzlich eingeladen. Trauer feier derLandSmannschast derHeffen in Berlin NSG. Im Zeichen der Trauer über das furchtbare Geschick der hessischen GroßherzogSfamilie stand der Heimatabend, den die Landsmannschaft der Hessen in Berlin dieser Tage veranstaltete. Eine kleine Ausstellung von Bildern aus dem Familienleben des Großherzogs rief bei den zahlreichen Berliner Hessen die Erinnerung an das beliebte Großherzogspaar wach. In seiner Ansprache schllderte Dereinsführer Schäfer das entsetzliche Unglück und streifte das tragische Geschick, das Großherzog Ernst Ludwig in seinem Lebensgang beschieden war. Die Versammlung ehrte die Heimgegangenen. Im zweiten Teile des Abends hielt der Ehrenvorsitzende der Landsmannschaft, Professor Dr. Maurer, einen Vortrag über die Kämpfe des hessischen Regiments Groß- und Erbprinz (später J.-R. 118) vor 125 Jahren in Spanien bei Badajoz. Urgroßvater und Großonkel des Redners standen als Offiziere bei diesem Regiment „Hessen". Er konnte daher interessante Einzelheiten anschaulich schildern. Freiwillige für das Heer zum Herbst 1938. Freiwillige, die im Herbst 1938 in das Heer eintreten wollen, müssen bis zum 5. Januar 1938 sich bei dem gewählten Truppenteil melden. Nach dem 5. Januar 1938 werden Freiwilligenmeldungen nur noch für 1939 angenommen. Die für die einzelnen Wohnsitze der Bewerber zuständigen Truppenteile können bei den Wehrmeldeämtern bzw. Wehrbezirkskommandos erfragt werden. Auf Anforderung geben diese auch Merkblätter für den Eintritt als Freiwilliger in das Heer aus. Bei Annahme als Freiwilliger wird die Einziehung zum Reichsarbeitsdienst im Frühjahr 1938 behördlicherseits veranlaßt; besondere Schritte des Bewerbers sind hierzu nicht erforderlich. „Von Nord-Luzon zum Sulu-Archipels Lin wirtschaftswissenschaftlicher Vortragsabend. Trotz der Verdunkelungsübung am Dienstag war der Vortragsabend der Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde, der von Universitäts-Professor Dr. Klute in der Aula des Gymnasiums eröffnet wurde, gut besucht. Dozent Dr. A. Kolb aus Leipzig hielt einen wirtschaftswissenschaftlichen Vortrag über das Thema „Von Nord-Luzon zum Sulu-Archipel", der von zahlreichen Lichtbildern und einem Filmstreifen unterstützt war. An Hand einer Landkarte erläuterte der Vortragende die politische Bedeutung der von Nord-Luzon zum Sulu-Archipel sich hinstreckenden Inselgruppe, die als die im Großen Ozean liegenden Philippinen besser bekannt sind. Er zeigte ihre geographische Lage und stellte sie hinsichtlich ihrer geopolitischen, kulturpolitischen und wirtschaftlichen Beschaffenheit als die Brücke zwischen Ost- und Nordasien in den Vordergrund seiner Betrachtungen. In vielen Bildern vermittelte er die Kenntnis der Frauen und Mütter in der Leistungsschau der Volksschulen. In der Woche der Leistungsschau der Volksschulen in der Pestalozzischule in Gießen war der Dienstagnachmittag den Frauen und Müttern vorbehalten. Kreisschulrat Nebeling hob m feinen Begrüßungsworten hervor, daß die Leistungsschau den Eltern, die ja das Schulleben nur aus ihrer eignen Schülerzeit oder aus kleinen Berichten ihrer Kinder kennen, die Schule zeigen will, wie sie heute l,t'2Iuf der Bühne des großen Turnsaals sah man dann eine Klasse der Jüngsten aufgebaut. Lehrer Reich von der Schillerschule hielt eine muntere Schulstunde mit ’ den kleinen Mädchen, die ohne Scheu die Finger streckten und in großer Lebendigkeit dem Unterricht folgten. Rede und Antwort wechselten in schneller Folge, Spiel und Ernst gingen, dem Kinde unbewußt, Hand in Hand. Da wurde buchstabiert und abgeteilt, an die große Wandtafel geschrieben und gemalt. Der Nikolaus mit Sack und Rute, Häschen und Kätzchen erschienen aus Papier geschnitten; sie wurden in einzelne Buchstaben zerlegt und groß geschrieben. Die Mütter freuten sich über die muntere Schulstunde, in der das Lernen zur Freude wird. Dann sprach Fräulein G ö r l a ch von der Goetheschule über „Nationalsozialistische Mädchenerziehung." Die Rednerin führte u. a. aus, daß die Erziehung der Mädchen als ein Teil der großen nationalsozialistischen Erziehungsarbeit zum deut- schen Menschen betrachtet werden muß. Körper, Geist und Seele müssen gepflegt und gebildet werden. Turnen, Sport und Gymnastik sind zu üben, um einen gesunden Organismus zu erzielen. Ergänzt wird die körperliche Ertüchtigung durch Wandern und durch den zeitweiligen Aufenthalt in Landschulheimen. Auch für die Lehrerin gibt es nichts Schöneres, als losgelöst von aller Beschwerde hinaus in die Natur zu wandern und einmal ganz Kamerad zu sein. In den Oberklassen ergibt sich in der Naturkunde die Gelegenheit, über Körperpflege und Hygiene, anschließend über Rassenkunde, Vererbungslehre und Sippenforschung zu sprechen. Im Geschichtsunterricht sollen auch den Mädchen die deutschen Helden- und Heldinnengestalten nahegebracht werden. Aus Sagen und Märchen wird die deutsche Seele ihnen entgeqentreten, und sie werden das Wesen des deutschen Mannes und die Art der deutschen Frau daraus erkennen. So wird die deutsche Jugend auch die Gegenwart recht zu erleben verstehen und empfinden, daß es eine unendlich große und reiche Zeit ist, in der wir leben und berufen sind, mitzuarbeiten in unserem Volke. Hier muß der Erzieher das beste Beispiel geben, um die Kräfte des Herzens zu wecken, die uns befähigen, zu opfern und bereit zu sein zum Einsatz unseres ganzen Menschen für unser Vaterland. Nach den mit Beifall aufgenommenen Ausführungen von Görlach stimmten die größeren Mädchen ihre Chorlieder an und erfreuten mit ihrem wohlklingenden Gesang. Die Frauen gingen dann durch die Ausstellung und betrachteten die Schülerarbeiten auf den verschiedensten Gebieten. Das meiste Interesse erregten natürlich die Handarbeiten der Mädchen. Unter dem Leitwort: „Als künftige Hausfrau und Mutter soll jedes Mädchen nähen, stricken, häkeln und flicken können" lagen in bunter Auswahl sauber gearbeitete Gegenstände und bewiesen die Geschicklichkeit der Schülerinnen. Kunstvolle Stickereien in Schützer Art, geflochtene Bastsachen und gewebte Kissen und Kleidungsstücke konnten auch höheren Ansprüchen genügen. Ein Tisch zeigte Neues aus Altem und bewies, daß hier immer wieder neue Anregung gegeben werden kann, um nichts umkommen zu lassen. Mit großer Liebe und Freude waren für unsere Ausländsdeutschen die vielen Sachen, Wäsche und Kleider hergestellt worden, die auch in diesem Jahre wieder hinauswandern sollen zu unfern Brüdern und Schwestern jenseits der Grenzen, so wie im Jahre 1936 die Volksschulen der Stadt und des Kreises Gießen 2500 Kleidungsstücke der Sudetendeutschen Nothilfe gespendet hatten. Auch für die Winterhilfe war manches gearbeitet worden. Bodenbeschaffenheit dieser Inselgruppe, die nach dem Großen Ozean zu stark gebirgig und nach der Chinesischen Südsee ebener und stärker vom Wasser durchdrungen ist. Von etwa 14 Millionen Menschen bevölkert, in erster Linie Malaien, haben die Philippinen den Amerikanern als starker Stützpunkt gedient. In nächster Zeit sollen die Philippinen ihre Selbständigkeit erhalten. Die Hauptproduktion dieser Inselgruppe ist Reis. Das dazu außerordentlich geeignete Land besitzt viele Plantagen, und der Handel mit Reis gibt den Ländern fein Gepräge. Daneben werden Hanf, Tabak, Kokosöl und Kopra, Zucker, auch Eisen produziert. Zur Ergänzung wird Salz aus dem Meere gewonnen. Neben dem Reis wird aber auch Mais angebaut. Durch den Tabak hat sich das Land von feiner wirtschaftlichen Abhängigkeit freimachen können. Die Amerikaner haben in erster Linie das Sttaßennetz ausgebaut. So kann man nun neben den einheimischen leichten Fuhrwerken die modernsten Kraftwagen antreffen. Der Export und der dadurch erzielte Reichtum haben den größeren Städten ein eigenes Gepräge gegeben. So sieht man neben den leichten Holzbauten der Einheimischen große Bauwerke in amerikanischem Stil. Durch die Jnsellage hat auch die Schiffahrt eine besondere Bedeutung. Die Wasserarme sind reichlich für Handel und Verkehr ausgenützt. Neben den Amerikanern sind auch Japaner auf den Inseln anzutreffen. Auch deutsche Kaufleute haben sich dort niedergelassen. Der Film ließ die schönen Landschaften erkennen und bot einen interessanten Einblick in das Leben und Treiben auf dieser Inselgruppe. Gießener Wochenmarktpreise. * Gießen, 2. Dez. Auf dem heutigen Wochen- markt kosteten: Deutsche feine Molkereibutter, % kg 1,57 Mark, feine Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 5 bis 10, Eier, deutsche, Klasse B 11, ausländische 12, Wirsing, % kg 8 bis 12, Weißkraut 5 bis 6, Rotkraut 7 bis 12, gelbe Rüben 8 bis 9, Karotten 8 bis 12, rote Rüben 8 bis 10, Spinat 15 bis 22, Unterkohlrabi 6 bis 8, Grünkohl 15, Rysenkohl 20 bis 25, Feldsalat, Vio 10, Tomaten, % kg 15 bis 20, Zwiebeln 8 bis 9, Meerrettich 30 dis 60, Schwarz» wurzeln 25 dis 40, Kürbis 5 bis 6, Kartoffeln, % kg 4 Pf., 5 kg 40 Pf., 50 kg 1. Sorte 3,45 Mark, 2. Sorte 3,25 3. Sorte 3 Mark, Aepfel, Vi kg 10 bis 20 PH. Birnen 10 bis 20, Nüsse 45 bis 50 Pf., Hähne 1 bis 1,10 Mark, Suppenhühner 80 bis 90 Pf., Gänse 90 Pf. bis 1 Mark, erstklassige 1 bis 1,10 Mark, Blumenkohl, das Stück 10 bis 50 Pf., Endivien 8 bis 12, Lauch 5 bis 8, Sellerie 10 bis 30, Rettich 5 bis 15, Radieschen, das Bündel 8 bis 10 Pf. * ** Schulperfonalie. In Den Ruhestand ver- fetzt wurde nach Erreichung der Altersgrenze der Lehrer Ludwig Allendörferin Homberg (Ohm). ** Die Bekämpfung d e r Schnaken- plage muß vom Dezember bis Februar mindestens einmal monatlich gründlich erfolgen. Das städtische Hoch- und Tiefbauamt wendet sich heute mit einer entsprechenden Aufforderung an die Grund-' ftütfseigentümer. ** Umstellung auf Dreh- bzw. Wechselstrom. Das städtische Elektrizitätswerk beabsichtigt, in den Häusern des Men Rödger Meaee Nr. 10 bis 26, der Georg Phittpp-Gail-Straße, der Grünberger Straße 1, der Kaiserallee Nr. 28 bis 143, der Karl-Vogt-Straße, der Landmannstraße, der Licher Straße Nr. 5 bis 59 und der Wolfstraße Nr. 19 bis 31 in etwa fünf Monaten die Strom- SCHWARZKOPF Das ist ein lästiges Übel, sehr oft mit starker Schuppenbildung verbunden 1 Hb- । hilfe ist leicht: pflegen Sie Haar und Kopfhaut regelmäßig so, daß kein Alkali und keine Kalk- ! seife im Haar Zurückbleiben, also mit Gesenkte Preise: Schwarzkopf Schaumpon 18 Pf. — „Extra-Mild“ und „Blond“ 27 Pf. lieferung von dem bisherigen Gleichstrom auf Dreh« bzw. Wechselstrom umzustellen. Die Kosten der Aen- derung bis zum Kabelendverschluß werden von dem Werk übernommen, alle übrigen Kosten haben die Anwohner zu tragen. ** Sterbefälle in Gießen. Es verstorben in der Zeit vom 16. bis 30. November: 17.: Hatz, Margarethe, geb. Guckelsberger, Wwe., 57 I. alt, Krofdorser Straße 1; Rühl, Marie, geb. Haun, Wwe., 77 I., Ebelstraße 20. 19.: Rein, Marie, geb. Spies, 37 I., Schiffenberger Weg 35; Eichmann, Ottilie, geb. Neumann, Wwe., 65 I., Ederstraße 1. 20.: Zülch, Lina, geb. Haubach, 77 I., Ludwigstr. 33; (Buntrum, August, Eisendreher, 63 I., Asterweg 70. 23.: Engelhardt, Karl, Kaufmann, 30 I., Großer Steinweg 18; Holzapfel, Amalie, Klavierlehrerin, 70 I., Frankfurter Straße 12. 25.: Schneider, Ka- rola, geb. Christ, 35 I., Stephanstraße 32; Währum, Karl, Bankangestellter i. R., 68 I., Stephanstr. 32; Bende, Emma, geb. Schönhals, 54 I., Crednerstr. 34. 27.: Sauerland, Karl, Hauptlehrer i. R., 69 I-, (Brünberger Straße 79; Schreier, Willi, ohne Berus, 19 I., Bahnhofstraße 65; Schnabel, Elise, geb. Sier, 73 I., Wilhelmstraße 46. 28.: Walter, Hans, o. B., 49 I., (Brünberger Straße 85. 29.: Steber, Konrad, Schuhmachermeister, 54 I., Ludwigstraße 14. 30.: Löbsack, Dorothea, geb. Wild, Wwe., 77 I., Lindenplatz 1. ^Runbfunfprogramm Freitag, 3. Dezember. 6 Uhr: Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Musik am Morgen. 10: Schulfunk. 10.30: Hausfrau, hör zu! 10.45: Mutter turnt und spielt mit dem Kind: Halli, hallo ... 11.40: Deutsche Scholle. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten, auch aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Dem Opernfreund. Heitere Bühne. 15: Volk und Wirtschaft. 16: Nachmittagskonzert. 18: Zeitgeschehen im Funk. 19: Nachrichten. 19.10: Alte und neue Tanzmusik. 20.15: Kleine Sächelchen in Klang und Wort. 21.15: Freitagskonzert der Museums-Gesellschaft. 22: Nachrichten, aud) aus dem Sendebezirk. 22.15: Weihnachtliche Bücherecke. 22.30: Tanzmusik. 24 bis 1: Nachtkonzert. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstagnach- mittag geschlossen Blondine seht sich durch Roman von Hans-Joachim Zreiherrn von Reihenstein (Copyright by Carl Ouncker 38 Fortsetzung (Nachdruck verboten.) Lüdtke faßte noch einmal zusammen: „Die jeht nur mit einem, der Geld hat. Was brauchte Herr Engemann sich denn sonst umzubringen, wenn sie ihn nich so ville gekostet hätte? Am allerletzten Abend hat er sie noch beschworen, er müßte sie sehen. Ich habe bet Jespräch janz deutlich an- jehört. Fragen Sie se doch danach! Weil er nischt mehr jehabt hat, hat se'n den Abend kaltschnäuzig abjehängt. Und da saß er da mit feine Schulden und ohne Jeliebte. Und am nächsten Morgen is ja denn richtig bet Unglück jeschehen. Fragen Sie se man ruhig nach mir, Herr Doktor! Sie weeß genau, bet ick im Bilde bin! — Und denn noch eens: wo hat son besseres Dienstmädchen das Jeld her, um hier uffzutreten? Man kann doch nich jlooben, daß ihre Mutter, die Masseuse, ihr das jibt" „Was ist ihre Mutter?" Es waren die ersten Worte, die Doktor Schrader herausbrachte. „Masseuse, Herr Doktor. Eine janz gewöhnliche Frau. Det wird bas feine Frollein Ihnen nicht er- Iählt haben. Aber fragen Se unsere Frau Pro- esfor. Die kennt sie. Bei Frau Molny kam se a auch. Und denn hat de Tochter sich injeschlichen und een Verhältnis mit den Herrn anjefangen. Jetzt hat sie sich bei Frau Molny wieda an» jeschmust. Vielleicht is das ’n letzter Rest von Anstand. Jeb' ich ja zu. Nu sieht sie, wat sie an« jerichtet hat." Doktor Schrader biß sich auf die Lippen. „Machen Sie den Wagen fertig, Lüdtke! Wir fahren sofort nach Haus." Nachdem Lüdtke fort war, wanderte Schrader in seinem Zimmer hin und her. Er ging mit sich selber hart ins Gericht. Er brauchte vor sich doch nicht überrascht zu tun. Er wußte es doch längst. Er hatte sie doch selbst mit diesem Engemann am späten Abend von irgendwoher zurückbraujen sehen. Er hatte sich doch selbst betrügen wollen, indem er sich einredete, daß es ein Zufall war. Je höher wir einen Menschen stellen, desto tiefer ist fein Sturz, wenn sein Bild in uns wankt. Nein, das mit der Masseusen-Mutter hatte sie ihm wirklich nicht erzählt. Warum nicht? Das war doch ein ganz ehrenwerter Beruf. Es übte ihn zum Beispiel die Witwe eines bedeutenden Arztes aus. Diese Dame empfahl er wegen ihrer Tüchtigkeit gern seinen Pattenten. Da war doch nichts Ehrenrühriges dran. Aber es ihm zu verschweigen, während sie in jeder Sekunde auf feinen Heiratsantrag gefaßt sein mußte, war schlau und durchtrieben. Und wovon war sie wirklich hier und in diesen Kleidern? Und ihre Freundin Greta? Die war noch besser als sie. Die ging nach Gefühl. Diese hier ging nur nach Geld. Wenn er sie damals statt zu einer Tasse Kaffee zu einem teuren Abendessen eingeladen hätte, wäre wahrscheinlich alles anders gekommen. Wie kann man glauben, daß ein Mädchen einen immer wieder anlockt und immer wieder tugendhaft abwimmelt, wenn sie nicht ihren Plan dabei hat. Die ging zielsicher aufs Heiraten aus. Den Verdacht hatte er schon einmal gehabt. Was hatte sie überhaupt in solchem Hotel zu suchen, als Hausangestellte und Tochter einer Masseuse? Das grenzte schon an Hochstapelei. Sie wollte sich einen reichen Mann kapern, das war alles. Nicht von fern kam Schrader der Gedanke, daß Blondine annehmen könne, er wisse so gut wie sein Chef, wie Frau Lambertz, Frau Molny und andere, wer ihre Mutter wäre Lückenlos reihte sich Beweis an Beweis: Greta Schade. Die Tasse Kaffee. Der Spaziergang im Tiergarten und das Abhängen des billigen Bewerbers. Daß die Molny gut von ihr sprach, wollte gar nichts besagen. Die Nächstbeteiligten wissen ja immer am wenigsten, was um sie her vorgeht. Von der Engemannschon Sache hatte man in der Klinik gemunkelt, als sie dort lag. Ein unangenehmer Mensch war ihm dieser „Doktor" immer gewesen. Daß er bis über beide Ohren in Schulden steckte und zur rechten Zeit gestorben war, das hatte er damals schon gehört. Und auf dieses Lausejungen hinterlassene (Beliebte mußte er als seriöser Mensch reinfallen. Doktor Schrader ging wieder hinunter und führte Blondine aus der Halle in bas leere Lesezimmer. Und dort begann er: „Kennen Sie den Chauffeur Lüdtke?" Sie war von seinem merkwürdigen Benehmen sehr überrascht. Außerdem weckte Lüdtkes Namen schlimme Erinnerungen in ihr. Sie stutzte. Er bemerkte es. „Kennen Sie ihn?" fragte er nochmals scharf. „Natürlich", sagte Blondine. „Sind Sie, während Sie bei Frau Molny waren, mit deren Mann allein spazierengefahren?" Blondine wurde sehr rot. „Ja", sagte sie leise. „Hat er Sie auch noch hinter dem Rücken seiner Frau angerufen, nachdem Sie nicht mehr dort im Hause waren?" Blondine sprang auf. „Wie kommen Sie dazu, mich in diesem Ton zu verhören? Ehe ich Ihnen auch nur noch eine Frage beantworte, will ich wissen, was Sie von mir wollen." ,Lch will von Ihnen wissen, ob Frau Molnys Mann" — er betonte es schneidend — „Sie noch am Abend vor dem Autounglück angerufen und beschworen hat, ihn zu treffen?" Blondine, abwechselnd glühend rot und blaß vor Schreck und Scham, sagte leise: „Ich erinnere mich dieses Gesprächs genau. Denn es war an Frau Diehls Geburtstag. Sie selbst und ein paar andere Damen saßen neben mir beim Kaffee, während ich sprach." Ihre hilflose Stimme und ihr Erschrecken rührte ihn. Er hatte dos Gefühl: sie spricht die Wahrheit, sie hot nichts zu verbergen. Blondine rettete fast die Lage, indem sie ihre Augen bittend zu ihm aufschlug. Versteh mich doch! stand deutlich darin zu lesen. Du kannst es doch. Unsinn. Alles Berechnung. Nicht weich werden! machte er sich selber Mut. Dies Mädel war in allen Derführungskünsten bewandert. Dos hatte er ja eben erst gehört. Er vermied es, ihren bittenden Augen zu begegnen. Und dann schleuderte er ihr alles entgegen, was er wußte. Blondine hatte sich nicht wieder gesetzt. Sie ließ ihn reden und antwortete mit keiner Silbe. Denn was sollte sie auf die wahnsinnigen Schlüsse antworten, die man aus Tatsachen zog, mit denen sie gar nichts oder nur sehr wenig zu tun gehabt hatte. Sie zog sich in die Nähe der Tür zurück. Keulenschläge waren seine Worte. Aus jedem einzelnen klang die Enttäuschung eines Mannes, der ein Mädchen geliebt und hochgehalten hat und der vor den Trümmern seiner Ideale steht. Er wußte selbst nicht, daß er ihr jetzt im Zorn mehr von seinen Gefühlen verriet, als er vorsichtigerweise bisher getan hatte. Blondine stand verängstigt an der Tür. Mit einem letzten, kräftigen Satz warf er ihr seine Verachtung entgegen. Blondine schlug die Tür hinter sich zu. Frau Hertel nahm am Sonntagmorgen die Post aus dem Türbriefkasten. Es war ein Brief an Blondine dabei. Sie kannte die Handschrift, gewollt groß und etwas manieriert. Eine elegante Handschrift. Das konnte nur Greta Schade sein. Frau Hertel überlegte, ob sie ihrer Tochter diesen Brief nachsenden sollte oder nicht. Blondine hatte gestern eine Karte geschrieben. Mit Vergnügen betrachtete sie immer wieder die schöne Photographie der winterlichen Harzlandschaft mit dem Hotel, in dem ihre Tochter wohnte. Da schlug die Flurklingel an. Meta kam, um Frau Hertel etwas zu fragen. Frau Siedel war am Telephon und wollte gern wissen, ob sie sie heute zu irgendeiner Zeit besuchen könne. „Ich komme selbst mal rüber. Meta." Und dann bat sie Frau Ilse Siebel, geborene Gehrke, ihr doch ja heute zum Kaffee das Vergnügen zu machen. Nachdem sie verabredet war, ging sie sofort in die Küche, um einen Kuchen zu backen. Die kleine Ilse futterte gern. Sie wußte auch, was gut schmeckte. Als die junge Frau Siebel dann auf dem Sofa vor dem Mahagonitisch saß, sagte sie: „Frau Hertel, wenn ich ehrlich bin, so gut hat es mit lange nicht geschmeckt. Wir kochen keinen reinen Bohnenkaffee, das ist zu teuer. Und selbst* gebackenen Kuchen habe ich auch lange nicht mehr gegessen." — Fortsetzung folgt Aus der engeren Heimat Not bricht Eisen! Aber härter als Eisen ist unser gemeinsamer Wille. Er meistert die Not durch die helfende Tat! (ireichspreffechef Or. Dietrich zum WHW.) Kreis Wehlar. LPD. Wetzlar, 30. Nov. Der im benachbarten Aßlar am Freitag von einem Lastzug gegen eine Hauswand gequetschte Einwohner Peter Würz ist im Krankenhaus Ehringshausen an den Folgen des Unfalls g e ft o r b e n. ch Wißmar, 1. Dez. Bei der hier abgehaltenen Treibjagd wurden 45 Hasen zur Strecke ge- bracht. — Jagdaufseher Schwalm fand in einem Pflanzgarten im Gemeindewald einen verende» ten kapitalen Hirsch. — Die Kriegerkameradschaft führt bei Gastwirt Reh ein Preisschießen durch, das mehrere Sonntage in Anspruch nehmen wird. + Krofdorf - Gleiberg, 30. Nov. Im 81. Lebensjahr verstarb unser Mitbürger Philipp Schmidt, der bis 1934 lange Jahre als Küster der evangelischen Kirchengemeinde gewirkt hat. Ein stattlicher Trauerzug entbot dem Verstorbenen die letzte Ehre, darunter alte Kameraden von der Garde, in derem Augusta-Regiment er seiner Militärpflicht genügte. Mit ehrenden Worten legten die Vertreter der Gardekameradschaft Wetzlar, der ehemaligen Garde-Auausta-Kameraden und der Gardekamera« den von Krofdorf Kränke nieder. ch Rodheim a. d. Bieber, 1. Dez. Die N S.« Frauenschaft und der B D M. konnten dieser Tage mit einem geselligen Beisammensein einen Kochkursus beschließen. — Der hiesige B D M. sammelte Kleider und Wäsche für das Winter» h i l f s w e r k und erzielte dabei ein gutes Ergebnis. ch Bieber, 1. Dez. In unserem Orte wurde ein von der NS.-Frauenschaft veranstalteter Koch» k u r s u s mit einer Schlußfeier beendet. Die Teilnehmerinnen verbrachten einige unterhaltsame Stunden. Kirche und Schule. Landkreis Gießen. )—( Lang-Göns, 30. Nov. Eine Feierstunde seltener Art wurde den Besuchern unserer Kirche am Sonntagabend bereitet. Das Leipziger Solo-Quartett für Kirchengesang (unter Leitung von Dr. Kurt laut) gab ein Konzer t. Alle zwölf Gesänge waren ausgesucht für die Weihnachtszeit. Voll Ergriffenheit lauschten die Besucher dem herrlichen Gesang. Die Kirche war überfüllt. Der Ortsgeistlicke betonte in seinem Schlußwort, daß an diesem Abend eine mit Schätzen gefüllte Truhe geöffnet worden fei, aus der nur Edelsteine und Kostbarkeiten geleuchtet hätten. = Holzheim, 1. Dez. In der hiesigen Kirche hielt Inspektor V o l k m a n n von der Zelt-Misston einen Lichtbilder-Vortrag über Astronomie, der auf die vielen Besucher einen tiefen Eindruck machte. Die Kollekte war für die Zelt- Mission bestimmt. OO Klein-Linden, 30. Nov. Am Sonntagabend gab das Solo-Qartett des Professors Röthig (Leipzig) in unserer Kirche ein G e« sangskonzert. Das Quartett, bestehend aus Zwei Männer- und zwei Frauenstimmen, sang beste Perlen der älteren deutschen Kirchenmusik und bot mit seinen Darbietungen allen Freunden kirchlicher Musik einen erlesenen Kunstgenuß. Der Abend erfreute sich eines gutes Besuches. Mehr Maisanbau. Heue Reichsaktion der NSV. Fwd. Das Hauptamt für Dolkswohlfahrt hat schon in diesem Jahre im Rahmen des Ernährungshilfswerks an verschiedenen Stellen versuchsweise den Anbau von Mais durchgeführt. Dabei wurden gute Ergebnisse erzielt, so daß im kommenden Jahre eine allgemeine Reichsmaisaktion in Angriff, genommen werden kann. Es wird damit der Zweck verfolgt, brachliegende Landflächen, soweit sie nicht zum Nutzen der bäuerlichen Wirtschaft herangezogen werden können, mit Mais $u bebauen, um das Ernährungshilfswerk mit zusätzlichen Futtermitteln zu versorgen. Für den Maisanbau sollen besonders herangezogen werden: unbebaute und nicht genützte gemeindeeigene und andere öffentliche Grundstücke, Schulgärten, Haus-, Zier- und Vorgärten, ungenützte Grundstücke von Privatpersonen, Gesellschaften und Anstalten usw., ungenützte Landflächen der Mütter- und Kindererholungsheime und andere Einrichtungen der NSV. Selbst Flächen von wenigen Quadratmeter kommen bereits für den Maisanbau in Frage. Die Aemter für Volkswohlfahrt in den Gauen sind bereits aufgefordert worden, die notwendigen organisatorischen Maßnahmen zu treffen, um den Umfang der im kommenden Jahre für die Mais- aktion zur Verfügung stehenden Landflächen im Gau festzustellen, die Bodenbearbeitung, Bestellung und Pflege der bereitgestellten Landflächen durch Eigentümer, freiwillige Helfer und Schuljugend zu regeln. Schließlich werden sie dafür sorgen, daß die bereitgestellten Flächen in diesem Jahre ungepflügt und nach Möglichkeit gedüngt werden. Das Ernährungshilfswerk wird zur gegebenen Zeit das Saatgut unentgeltlich zur Verfügung stellen. Don einem Lastauto angefahren. Auf der Landstraße Großen-Buseck—Rödgen streifte am gestrigen Mittwochnachmittag ein Last- auto aus Gießen, das von Großen-Buseck in Richtung Rödgen fuhr, beim Ueberholen einer in der aleichen Richtung fahrenden Radfahrergruppe den 9 Jahre alten Willy Arnold aus Rödgen, der dadurch mit seinem Fahrrad stürzte. Der bedauerns' werte Junge mußte mit einer Gehirnerschütterung, Hautabschürfungen und einem Bluterguß im linken Ellenbogen nach Hause gebracht werden. Die Ermittelungen sind im Gange. Landkreis Gießen. gfs. Rödgen, 1.Dez. Unsere Frauenschaft hatte die Freude, die Kreisfrauenschaftsleiterin Frau W r e d e begrüßen zu können. Frau W r e d e sprach über die Arbeit im Deutschen Frauenwerk. Sie schilderte sehr eindrucksvoll die Aufgaben der einzelnen Arbeitsgruppen, die auf jedem weiblichen Gebiet Anregung und neue Gedanken übermitteln. Der Abend war sehr gut besucht. Lebhafter Beifall dankte der Vortragenden. Lieder und Gedichte bereicherten die Feierstunde. gfs. Mainzlar, 1. Dez. Die hiesige Frauenschaft veranstaltete einen hauswirtschaftlichen Abend, bei dem Frau Schäfer aus Gießen über wichtige Fragen der heimatlichen Wirtschaft und im besonderen über zeitgemäßes Backen zu Weihnachten sprach. Frau Schäfer hatte Rezepte und Kostproben mitgebracht, die gut ausprobiert sind und bei allen großen Anklang fanden. Der Abend war Film löste große Freude und Beifall aus. Außerdem wurde ein Kulturfilm über den Deutschlandsender gezeigt. + Obbornhofen, 1. Dez. Die hiesigen Landwirte lassen gegenwärtig mit Hilfe der Dämpfvor- richtung eines Dreschmaschinenbesitzers große Mengen Kartoffeln eindämpfen. Kreis Ariedberg. > Münzenberg, 1. Dez. „Kraft durch Freude" veranstaltete im Gasthaus „Zum Löwen" einen Bunten Abend, bei dem eine neugegründete KdF.-Kapelle aus Gambach ausgezeichnet konzertierte und außerdem die „Fünf Sorgenbrecher" vom Frankfurter Rundfunk mit zahlreichen unterhaltsamen Darbietungen aufwarteten. Die Veranstaltung war sehr gut besucht. — Die Ortsgruppe Gambach der NS. -Frauenschaft und das Deutsche Frauenwerk hielten im Gasthaus „Zum Löwen" unter Leitung von Frau Kammer (Gambach) einen Werbeabend für das Frauenwerk ab. Nach Begrüßung durch Stützpunktleiter Metzger sprach die Kreisfrauenschaftsleiterin Frau W r e d e (Gießen) über Zwecke und Ziele der Arbeit im Deutschen Frauenwerk. Kreis Schotten. § Laubach, 30. Nov. Dieser Tage war die gesagte Belegschaft der hiesigen Eisengießerei Philipp Römheld im „Solmser Hof" zusammengekommen, um einigen Arbeitsjubilaren eine besondere Ehrung zuteil werden zu lassen. Zunächst dankte der Betriebsführer Dipl.-Ina. Ph. Rom- Held in bewegten Worten den drei Jubilaren, Wilhelm Kröll, Peter Rink und Wilhelm Lind, sämtlich aus Gonterskirchen, die 50, 30 und 25 Jahre im Dienste der Eisengießerei stehen. Besonders ehrte er den Arbeitskameraden Wilhelm Kröll, der jetzt ein halbes Jahrhundert mit vorbildlicher Treue und Arbeitsfreuüigkeit in der Eisengießerei tätig ist. Sodann überreichte das Mitglied der Industrie- und Handelskammer Friedberg Willy Michel jedem Jubilar eine Ehrenurkunde und beglückwünschte sie zu chrem Arbeitsjubiläum. Weiteryin wurden ihnen durch den Kreisobmann der DAF. Schneck (Büdingen) und Ortsgruppenleiter Braun ebenfalls herzliche Glückwünsche überbracht. Die Feier bewies, daß Betriebssichrer und Gefolgschaft in echter Kameradschaft zusammenstehen. Anläßlich der Arbeitsjubiläen spendete der Betriebsführer einen namhaften Bettag dem Winterhilfswerk. Kreis Alsfeld. —Homberg, 1. Dez. Aus Anlaß des Jahrestages der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" fand in der Stadthalle ein großes Operetten- Konzert, ausgeführt vom Frankfurter Konzert- Orchester, statt. Ferner wirkten die Sopranistin H. Schmitt und der Tenor Otto N o t h a ck e r mit. Die Vortragsfolge brachte Werke bedeutender Meister. Die Darbietungen wurden mit großem Beifall ausgenommen. — Der Bahnhofsvorsteher i. R. Georg Erbe konnte dieser Tage im Kreise seiner Familie in körperlicher und geistiger Frische seinen 8 0. Geburtstag feiern. Dem Jubilar, oer sich als Ehrenmitglied des Wanderoereins noch an allen Wanderungen beteiligen kann, wurden zahlreiche Glückwünsche zuteil. Auch wir gratulieren! —Höingen-Deckenbach, 1. Dez. Zur Gewinnung von Bauholz wird seit Herbst v. I. eine etwa 200 Morgen große Fläche Wald abgetrieben. Gegenwärtig ist ein Dampfpflug an der Arbeit, um das Land in brauchbares Ackerland umzuwandeln. Dieser Tage trafen zwei weitere Maschinen mit dreischarigen Pflügen hier ein. Das gewonnene Neuland wird den Landwirten von Höingen und Deckenbach zur Verfügung gestellt. recht gut besucht, ein Zeichen, daß die Frauen für Anregungen dieser Art immer wieder dankbar sind. Saubringen, 1. Dez. Der 30jährige Landwirt Heinrich Walter von hier geriet unter einen umstürzenden, mit Stroh beladenen Wagen und erlitt dabei eine erhebliche Brustquetsch un g. Der Verunglückte mußte in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht werden. gfe. Daubringen, 1. Dezember. Die hie- ftge Frauenschaft versammelte sich zu einem Vortragsabend, bei dem Frau Hum- m e l aus Gießen über unsere Kolonien sprach. Die Rednerin verstand es, das Leben unserer Kolonial- deutschen eindrucksvoll zu schildern, so daß die Frauen mit lebhafter Aufmerksamkeit folgten. Gemeinsame Lieder verschonten den Abend, der sehr gut besucht war. gfs. Londorf, 1. Dez. Im Deutschen Frauenwerk in der Abteilung Grenzland-Ausland sprach Fräulein Schwabe über „Das Deutschtum in Brasilien". Die Rednerin wußte das Leben unserer Ausländsdeutschen in der Fremde eindrucksvoll zu schildern und manche wissenswerte Aufklärung zu geben. 78 Frauen besuchten den Abend und folgten den Ausführungen mit reger Teilnahme. Gemeinsamer Gesang paßte zu der Stimmung des Abends. gfs. Kesselbach, 30. Nov. Zu einer schlichten Feier vereinten sich die Teilnehmerinnen am Lehrgang im Nähen und Flicken, den hier der Reichsmütterdienst veranstaltete. Die Leiterin des Lehrgangs hatte es verstanden, alle Teilnehmerinnen zu interessieren und sie in ihrer Arbeit zu fordern. ch Saasen, 1. Dez. In den staatlichen Waldungen sind die Holzhauerarbeiten in vollem Gange. Gs konnten in diesem Jahre nur zwei Rotten zusammengestellt werden. Kleinlandwirte haben die Arbeit übernommen. Es sollen 2000 Festmeter Holz geschlagen werden. <5 Garbenteich, 1. Dez. Im Saalbau Lotz fand eine Kundgebung der NSDAP, statt, die außerordentlich stark besucht war. Der stellvertretende Kreisleiter, Pg. Holländer (Gießen), sprach über die deutsche Innen- und Außenpolitik und fand mit seinen Ausführungen lebhaft interessierte Zuhörer. Die Kundgebung wurde von Darbietungen der hiesigen Musikkapelle Schäfer umrahmt. ch: Allendorf (Lahn), 1. Dez. In einer öf. fentlichen Versammlung der hiesigen Zelle der NSDAP, sprach Pg. Kühne (Frankfurt a. M.) über die Innen- und Außenpolitik des Dritten Reiches. Die Ausführungen des Redners wurden mit großer Aufmerksamkeit verfolgt. Zellenleiter Lenz schloß den Abend in üblicher Weise. — Bei der Treibjagd wurden 41 Hasen, 1 Fuchs und 1 Rebhuhn in der hiesigen Gemarkung erlegt. s. Lang-Gons, 1. Dez. Auch in unserer Gemeinde haben zahlreiche Bauern und Landwirte zur Aufbewahrung ihrer Futtervorräte Silos erbaut. Dadurch ist es möglich, daß die großen Kartoffelmengen besonders vorteilhaft verwendet werden können. Von der Milchgenossenschaft wurde ein Apparat zum Eindämpfen der Kartoffeln angeschafft, der von Hof zu Hof fährt und die Vorräte fertig für die Lagerung in den Silos macht. — Durch die Schulkinder wurden am letzten Samstag Altmaterial, Metalle usw. zu Gunsten des WHW. gesammelt. Es kam eine schone Menge zusammen. — Am Montagabend wurde von der G a u f i l m st e l l e der Film „Der Vogelhändler" vorgeführt. Der Besuch war sehr gut. Der heitere Lebkuchen-Nikolause Stück 10, 5, 3 hiiiiiiiuiiiihiiiiiiiiriiiihiniiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiin.iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii 125 g 125 g 125 g 125 g 125 g 125 g 125 g 125 g 18 19 23 25 23 23 28 30 125 g 16 125 g 19 Lebkuchen-Mischung Spekulatius Anisgebäck Persipan-Kartoffeln... Nürnberger Mischung Hagener Mischung ... Kringel-Mischung .... Brezel-Mischung Anisplätzchen Weihnachts-Gebäck.. Elisen-Lebkuchen .... Kranzfeigen .......... Walnüsse ....125g 35z .... 500 g 32 500 g 52, 40 7913 Odenwäld. Lebkuchen-Herzen stück 25,10. 5 Basler Lebkuchen Paket 40, 25,15.10 Delikateß-Lebkuchen ..........Paket 25 Lebkuchen-Herzen Paket 20,10 Sarotti-Lebkuchen-Herzen m.Schok., Paket 50 Lebkuchen-Herzen, -Brezeln, -Sterne mit Schokolade Paket 25 LlllIllimimillllLmiLlimilllllitiniHUiiiiiininiiiinniniiiHiiiniiiniiiiiiniiiiitniii AM-MME Bürstenwaren Türvorlagen Ausklopfer Wäscheleinen Bohner - Reparaturen gut und billig bei Wilh. Leichtweis Sonnenstrafee 18 MO( Das Weihnachtsbuch für Jungen und Mädel! Mit offenen Augen Drei Jungen und ein Müdel entdecken ihre Waldheimat Don Werner Siebold 135 Seiten Text und 8 Kunstdrucktafeln Leinen RM. 2,85 Wir glauben, daß diese Geschichte jungen Lesern und Leserinnen viel Freude machen und eine Fülle von Anregungen bieten wird. Die klaren und schönen Aufnahmen, die dem Buche beigegeben sind,vertiefen und beteiligen den Eindruck der Lektüre < uf eine vorbildlich anschauliche Weise. Wer etwa um ein Weih, nachtbgeschenk für seinen Jungen verlegen ift,; wird mit Siebolds Buch bestimmt das Richtige treffen. Gießener Anzeiger Hugo Bermühler Verlag Berlin-Lichterfelde Daswünschichmirl Recht so! Leichter soll es die Hausfrau im neuen Jahr haben. Schenken Sie also arbeitsparende Küchenmaschinen. Brotschneidemaschine, Reibemaschine, Fleischhacker, Teigrührmaschine, Wandkaffeemühle, Waagen, Staubsauger. Lassen Sie sich beraten im bekannten Fachgeschäft J.B.Häuser Gießen, a.Oswaldsgarten Fernruf Nr. 2145-2146 7882 A Werbe-Drucksachen I liefert Brühl'sche Druckerei MKtzVS«ASV M tW Hitttlt! durch Km'mANM-A'Mw Hier ab schneiden! Auster Wohnungseinrichtung oder der hiezu erforderliche Geldbetrag. Auster, leicht verdauliche, nahrhafte Meermuschel, die meist roh, aber auch überbacken genosien wird. Die Schalen werden mit einem Austernmesser geöffnet und dabei der Schließmuskel des Tieres durchschnitten. Nachdem man den „Bart", die Kiemen der Auster, entfernt hat, beträufelt man sie mit Zitrone und schlürft sie aus der Schale. Tote Austern, die offene Schalen haben, verursachen Vergiftungserscheinungen. Austrocknen feuchter oder neuer Raume wird durch Lüften und Heizen erzielt. Ein Überhitzen ist nicht zweckmäßig. Auswartsgang, Zeichen für Knickfuß. Behandlung mit orthopädi- schenMaßnahrnen, Schuheinlagen. Auswahlsendung. Erhält man eine Auswahlsendung auf vorherige Bestellung, so braucht man kein Stück davon abnehmen, wenn man sich zur Abnahme nicht verpflichtet hat: man muß aber die Sendung sorgfältig behandeln und auf eigene Kosten wieder zurücksenden. Die Stücke der Auswahlsendung kann man anprobieren, darf sie aber nicht länger benützen, sie auch nicht im Hause tragen, sonst muß man sie behalten und bezahlen. S. unbestellte Sendungen. Ausweis. Als Ausweis über eine Person genügt zuweilen ein an die. eigene Adresie gerichteter Brief oder die Mitgliedskarte eines Vereins usw. Stets genügt als Ausweis ein Reisepaß, Post- ausweis (50 Rpf.) n. dergl. 39__________________Autosuggestion Auswringen, die Entfernung des Wasiers aus der Wäsche durch eine Wringmaschine, die das Wäschestück auspreßt, oder eine Zentrifuge, die das Wasier herausschleudert. 3u starkes Auswringen beschädigt die Stoffe, Wolle und Seide sollen daher nur gut ausgedrückt werden. Auswurf (Sputum) kann Hinweis geben auf die Art der Erkrankung der Atmungsorgane. Bei Rachenkatarrh reinschleimig, bei Bronchialkatarrh schleimig- eitrig, bei Lungentuberkulose eitrig, oft mit Blut untermischt, bei Lungenentzündung rostfarben. Dem Arzt zeigen (aufheben in Speiglas mit Wasier), der aus der Art, ev. nach mikroskopischer Untersuchung, die Diagnose stellt. Nicht hinunterschlucken, stets aushusten. Rücksicht auf die Mitmenschen nehmen und sorgen, daß nicht die Krankheitskeime im Auswurf auf andere übertragen werden. Auszehrung, allmähliches, aber stetiges Sinken des Körpergewichtes und der Körperkräfte, bes. bei Tuberkulose. Krebs, s. dort. Vgl. Abmagerung, Schwindsucht. Auszug, s. Räumung, Umzug. Auszugmehl, als 0 oder 00 Mehl gekennzeichnet, ist nur zu 30 v. H. ausgemahlen, also die kleiefreie- ste, reinste Mehlsorte. Es fehlt ihm jedoch an Mineralsalzen, die für die Ernährung notwendig sind. Es empfiehlt sich daher, Aus- zugmehl nur für feine Backwaren zu verwenden. Autosuggestion, durch eigenen Millen hervorgerufene Konzen» Wäsche auswringen... ist eine schwere Arbeit. Besonders sind es dabei die großen Stücke, wie Bettbezüge, Laken usw. Und gerade im Winter ist ein gutes Auswringen notwendig, damit die Wäsche schneller trocknet. Machen Sie sich diese Arbeit durch eine Waschepresse leichter. Häuser zeigt Ihnen die Richtige. J. B. Hauser, Gießen, am Oswaldsgarlen, Fernsprecher 2145/2146. Aus -en Gießener Gerichtssälen. Große Strafkammer Gießen. Der 5). Sch. aus Wetzlar hatte sich wegen fahrlässiger Tötung vor der Großen Strafkammer zu verantworten. Der Angeklagte, der in Wetzlar ein Cafe betreibt, hatte in der Nacht zum 1. Mai d. I. Mitglieder einer Kapelle, die bei ihm zum Tanze auigespielt hatte, mit seinem Wagen nach Gießen gefahren, damit sie um 1.30 Uhr den Nachtschnellzug noch erreichten. Kurz nach 1 Uhr hatte er die Ecke Frankfurter Straße - Liebigstraße erreicht und schickte sich an, nach links in die Liebigstraße, Richtung Bahnhof, einzubiegen. Er fuhr dabei aber nicht den in der Reichsstraßenverkehrsordnung vorgeschriebenen großen Rechtsbogen, sondern hielt etwa die Mitte der Straße ein, nachdem er sich erst vergewissert hatte, daß in der Liebigstraße kein anderer Verkehrsteilnehmer war. Als er sich in der Kurve befand, fuhr ein aus dem Seltersweg die Frankfurter Straße heraufkommender Motorradfahrer mit voller Geschwindigkeit seitlich auf seinen Wagen auf. hierbei wurde der Fahrer durch die dolchartigen Glassplitter der zertrümmerten Fensterscheibe des Wagens an der Halsschlagader verletzt, so daß der Tod infolge Verblutens in wenigen Minuten eintrat, während der Soziusfahrer mit geringfügigen Verletzungen daoonkam. Der Angeklagte war, wie festgestellt wurde, mit einer Geschwindigkeit von etwa 25 Kilometer gefahren, während der Motorradfahrer eine erheblich größere Geschwindigkeit hatte. In der Hauptverhandlung bestritt der Angeklagte die Schuld an dem Zusammenstoß. Er wandte ein, der Motorradfahrer sei noch so weit entfernt gewesen, daß er bequem noch vorher die Kurve habe nehmen können. Infolgedessen sei er auch nicht verpflichtet gewesen, den an sich vorfabrtsberechtigten Motorradfahrer erst oorbeizulassen. Die Frage des Dorfahrtsrechtes sei nur bann von Bedeutung, wenn beide Fahrzeuge sich gleichzeitig dem Schnittpunkt näherten. Dies sei jedoch hier nicht der Fall gewesen. Er habe sich auch für berechtigt gehalten, die Mitte der Fahrbahn beim Durchfahren der Kurve einzuhalten, da er sich erst vergewissert habe, daß sich in der Liebigstraße kein Verkehrshindernis befand. Im übrigen sei es fahrtechnisch äußerst schwierig, diese Kurve in einem weiten Rechtsbogen zu nehmen, mit Rücksicht darauf, daß dort die Straßenbahnschienen sind und die Straße in dieser Richtung sehr stark abfällt. Demgegenüber betonte der Vertreter der Anklagebehörde, daß den Angeklagten in zweifacher Hinsicht ein Verschulden treffe, und zwar einmal, daß er die Kurve zu sehr geschnitten, zum anderen, daß er das Vorfahrtsrecht des Getöteten nicht beachtet habe. Schon allein aus der Tatsache, daß es überhaupt zu einem Zusammenstoß gekommen sei, gehe hervor, daß der Verletzte nicht soweit entfernt gewesen sein könne, wie es der Angeklagte darstelle. Das Verhalten des Angeklagten sei daher ursächlich an dem Zusammenstoß, denn wenn er den Vorfahrtsberechtigten erst vorbeigelassen hatte, wäre der Unfall nicht passiert. Allerdings vertrat auch der Staatsanwalt die Ansicht, daß der Getötete mindestens in gleichem Maße an dem Unfall Schuld trage, und er beantragte daher unter Zubilligung mildernder Umstände eine Geldstrafe von 300. Reichsmark. Das Gericht schloß sich im wesentlichen diesen Erwägungen an und verurteilte den Angeklagten, der noch nicht vorbestraft ist, zu einer Geldstrafe von 250.— RM. Sodann wurde die Berufung des O. K. aus Wenings, der von dem Schöffengericht wegen gemeinschaftlichen schweren Diebstahls zu einer Gefängnisstrafe von drei Monaten verurteilt worden war, verhandelt. Der Angeklagte war Anfang Februar d. I. spät abends mit einem jüngeren Komplicen in ein offenstehendes Haus in Wenings eingedrungen. Dort fand man u. a. zwei Fahrräder, die der andere Täter, der inzwischen vom Jugendgericht abgeurteilt worden ist, wegtrug und in einer Scheune verbarg. Der Angeklagte behauptete, daß er auf keinen'Fall für sich ein Rad Ijabe stehlen wollen, sondern lediglich dem anderen geholfen habe. Er habe auch gar kein Interesse an dem Erwerb eines Rades gehabt, da er, sowie seine sämtlichen Brüder bereits im Besitz von Fahrrädern seien. In der Beweisaufnahme mußte der damals noch jugendliche Mittäter, der als Zeuge vernommen wurde, zugeben, daß er die Triebfeder des Ganzen gewesen sei und auch ein Rad für sich habe behalten wollen. Da die Einlassungen des Angeklagten nicht zu widerlegen waren, kam das Gericht zur Verneinung der Mittäterschaft des Angeklagten und nahm lediglich Beihilfe zu dem schweren Diebstahl des andern an. Infolgedessen konnte das Gericht unter die für den Einbruchsdiebstahl gesetzlich vorgeschriebene Mindeststrafe von drei Monaten heruntergehen und erkannte unter Zubilligung mildernder Umstände anstelle einer verwirkten Gefängnisstrafe von 6 Wochen auf eine Geld- ft r a f e von 12 0.— R M. Amtsgericht Gießen. Unter der Anklage des Diebstahls hatte sich der gerade 18 Jahre alte W. S. aus Gladenbach vor dem Amtsgericht zu verantworten. Der Angeklagte hatte in Wieseck im Hofe einer Gastwirtschaft ein Fahrrad entwendet, mit dem er nach Gießen fuhr. Hier bekam er es wahrscheinlich mit der Angst zu tun und ließ es in der Nähe des Güterbahnhoss herrenlos liegen. Er hatte zunächst vor, mit dem Rad eine größere Tour zu unternehmen. Bekannte des Bestohlenen hatten ihn beobachtet, so daß die Sache sehr schnell aufgeklärt werden konnte. Der Angeklagte war in vollem Umfange geständig. Mit Rücksicht hierauf, sowie auf seine Jugend und Unvorbestraftheit sah das Gericht von einer Freiheitsstrafe ab und erkannte auf eine Geldstrafe von 7 0.— R M. Weiterhin hatte sich der W. D. aus Birklar wegen fahrlässiger Körperverletzung vor dem Amtsgericht zu verantworten. Der Angeklagte hatte durch Strafbefehl eine Gefängnisstrafe von sechs Wochen erhalten, gegen den er Einspruch einlegte. Folgender Tatbestand lag zugrunde: Der Angeklagte war an einem Sonntag im Juli d. I. mit seinem Motorrad, auf dem sich noch ein Soziusfahrer befand, auf einer Spazierfahrt von Lich nach Großen-Buseck begriffen. Um dorthin zu gelangen, mußte er hinter Reiskirchen von der Hauptverkehrsstraße nach links abbiegen. In dem gleichen Augenblick, in dem der Angeklagte die Linkskurve fuhr, prallte ein unmittelbar hinter ihm fahrender Personenwagen, der sich gerade zum Ueberholen anschickte, mit ihm zusammen. Der Angeklagte wurde zu Boden geschleudert, trug jedoch keine nennenswerte Verletzungen davon. Der Personenwagen raste infolge des Zusammenpralls auf einen an der Ecke befindlichen Grenzstein, der etwa 60 Zentimeter tief im Boden steckte, und rasierte diesen glatt ab. Der Wagen überschlug sich sodann und stürzte die etwa 4 Meter hohe Böschung hinab. Sämtliche drei Insassen erlitten teilweise recht schwere Verletzungen. In der gestrigen Hauptoerhandlung wandte der Angeklagte zur Begründung seines Einspruchs ein, er habe vorschriftsmäßig durch Herausstrecken seines Armes die Aenderung der Fahrtrichtung angedeutet. Dies habe er schon um deswillen getan, um einem etwa 100 Meter hinter ihm fahrenden zweiten Motorradfahrer, der ebenfalls nach Großen- Buseck wollte, jedoch vollkommen ortsunkundig war, Bescheid zu geben. Von dem unmittelbar hinter ihm herfahrenden Personenwagen habe er überhaupt nichts bemerkt. Der Soziusfahrer des Angeklagten konnte nur bekunden, daß er sich nach dem hinter ihm fahrenden Personenwagen umgedreht habe. Als er wieder in Fahrtrichtung blickte, habe er gesehen, daß der Angeklagte seinen linken Arm wieder einzog. Demgegenüber bekundeten die drei Insassen des Autos, daß sie von einem Herausstrecken des Armes nichts gemerkt hätten. Auf Grund der Beweisaufnahme kam das Gericht zu der Ueberzeu- gung, daß der Angeklagte mit größter Wahrscheinlichkeit seinen Arm nicht herausgestreckt habe. Wenn er dies jedoch getan habe, so sei dies zu schnell geschehen, als daß es die hinter ihm fahrenden Verkehrsteilnehmer hätten beobachten können. Mit Rücksicht auf die von dem Angeklagten verursachten schweren Verletzungen der drei Insassen des Wagens kam das Gericht zu einer wesentlichen Erhöhung der im Strafbefehl erkannten Strafe und erkannte auf drei Monate Gesän'gnis. Büchertisch. — Heinrich Grimm: Der letzte Ketzer. Roman. Leinen 3,75 Mark. Strecker & Schröder, Verlag, Stuttgart. —(402)— Dieser Roman führt den Leser in die Zeit der Glaubenskämpfe des Dreißigjährigen Krieges. Kaspar Finsterer, der Hofbauer in der Oberpfalz, kämpft trotzig um seinen lutherischen Glauben und um die heimatliche Scholle. Trotz aller Quälereien der Jesuiten und des Preßreiters Tobias Flamberg hält er durch und wird so der letzte Ketzer. Von der Gewalt dieses Glaubens und dieser Haltung wird selbst der rohe Preßreiter überwunden. Durch sein persönliches Eintreten beim Kurfürsten von Bayern erreicht er für den Bauern Glaubensfreiheit und rettet ihm Haus und Hof. — Hermann Claudius: Meister Bertram van Mynden. Ein hansisch Tagebuch um MCCCC. Mit 8 Wiedergaben von Werken des Meisters Bertram auf Tafeln. 116 Seiten. Leinen 4,80 Mark. Verlag Albert Langen-Georg Müller, München, 1937. — (404) — In der Sprache vergangener Jahrhunderte läßt Hermann Claudius den Meister niederdeutscher Gotik die Chronik seines Lebens aufzeichnen. Die Tagebuchblätter setzen ein mit der Reise nach Hamburg, wo sich der Meister mit seinem Gretelin niederläßt, und wo er in der gemeinsamen Seligkeit über das erste Kind seine ersten Aufträge ausführt, die seinen Namen in den nordischen Landern bald bekannt und berühmt machen. Den schweren Schicksalsschlag, der ihnen nach kurzer Zeit das Peterle, die einzige Freude ihres Lebens, wieder entreißt, überwindet er durch Arbeit. In späteren Jahren begibt er sich nach einer Erkrankung, die ihn bis auf den Tod niederwarf, zu einer Wallfahrt nach Rom, auf der ihm Bar- schäft und Wanderlust schon in Innsbruck ausgehen. Jubelnd nach Hause zurückgekehrt, empfindet er noch einmal des Lebens Seligkeit, als sein Gretelin sich abermals gesegneten Leibes fühlt. Aber dem höchsten Glück folgt jäh der niederschmetternde Schlag: die Frau gibt einem Mädchen das Leben, sie selbst erleidet den Tod. Damit ist das Glück seines Lebens dahin. — Acht Wiedergaben nach ausgesuchten Werken des Meisters ergänzen aufs schönste dieses ergreifende Denkmal deutschen Künst- lertums und Familienlebens. — Octave Aubry: Maria Walewska. Ein Roman um Napoleons geheime Liebe. Preis Kartoniert 3,80 Mark, in Seinen geb. 4,80 Mark. Franckh'sche Verlagshandluna, Stuttgart. — (426) — Als Napoleon-Biograph hat sich Octave Aubry einen Namen gemacht. Gestützt auf bisher kaum bekannte Tatsachen und nur wenigen zugängliche Quellen hat er diesen Roman der Liebe Napoleons zu der schönen polnischen Gräfin Maria Walewska, geschrieben. Von Napoleons Einzug in Warschau 1807 an begleitet Maria Walewska, ihre Gegenwart oder ihr Bild, den Kaiser auf allen Unternehmungen. Gegen den Haß Josephines, gegen die Stellung Marie-Louises hielt Maria Walewska stand. Sie war es, die nur als Frau den Menschen Napoleon geliebt hat, die an der Seite des Weltbeherrschers keinen andern Wunsch, keinen andern Ehrgeiz kannte als den, der Liebe zu dienen, die als einzige Frau auch in der Verbannung zu ihm hielt. Octave Aubry hat es verstanden, in dem fesselnd geschriebenen Roman ein lebensvolles Zeitbild zu geben, in dem das Schicksal einer schönen Frau warme Anteilnahme finden wird. — Erich Wolsrom: Das Bauernhaus im Magdeburger Land. Erschienen in „Magdeburger Kultur- und Wirtschaftsleben", Heft 13: heraus- gegeben von der Stadt Magdeburg. Preis 1,10 Reichsmark. — 489 üb titln Hpöpr NarlT Wm Einzelhändler! ■ UHU llvJJÜl IIUVIIL Der Vortrag über „Buchführung, Jahresabschluß GLORIn Der Vortrag über „Buchführung, Jahresabschluß IA/C D R E DRUCKSACHEN Vw Eä IX lö G Brühl'sche Druckerei 40 7910 A Spielleitung: FRITZ PETER BUCH | Beiprogramm und Fox-Ton-Woche Nonhläoca von3bis20v-H-erha,tenSiebeiwleder" ndLnidSuU holten Veröffentlichungen einer Anzeigei Färberei Braubach & Fischer Seltersweg 63 Wir färben und reinigen Teppiche Sonder-Veranstaltung vom Spezial Filmhaus Homberg, Berlin Fritz Rasp Olga Tschechowa Hilde von Stolz Herbert Hübner Wolfgang Liebeneiner RussischeTänze und Chor: Dr. Swerkoffs Gesangs-Symphoniker Quartett Popoff 7920a Ein ABC-Film der Tobis mit: Lucie Höflich - Werner Hinz Viktoria v. Ballasko - Agnes Straub - Paul Hartmann Manfred Volz Gießen Marktstraße 27 KleineAnzetgen im Gießener Anzeiger werden von Toujenden beachtet und geleieu. Achtung! Beachten Sie bitte den genauen Namen und Adresse. 2 Säulen, eine Schaufensterpassage sind die äußeren Merkmale Ihrer guten Einkaufsstätte. 05259 Barnen Mäntel Mantel „B?eiberg 14.75 Mantel „Vellberg 21.75 Mantel „Staufenberg 24.75 Mantel „Schiffenberg 29.75 Mantel „Arnsburg** 32.— Mantel „Badenburg** 42.- Freitag, 3. Dezember, und Samstag, 4. Dezember Beginn 23 Uhr Außergewöhnliche Spätvorführung :i PR LR ST Giessen Bekanntmachung. Nach der Polizeiverordnung, betr. Bekämpfung dex Schnakenplage, vom 28. November 1911 hat jeder Grundstückseigentümer die Keller sowie andere Räume, in denen erfahrungsgemäß Schnaken zu überwintern pflegen, mindestens einmal in den Monaten Dezember bis Februar gründlich auszubrennen oder, wo dies aus feuerpolizeilichen Gründen nicht möglich ist, auszuräuchern. 7912C An alle Grundstückseigentümer ergeht daher die Aufforderung, im Interesse der allgemeinen Volkswohlfahrt die Schnakenbekämpfung durchzuführen. Wir bitten, den von uns mit der Nachprüfung beauftragten Personen das Betreten der in Frage kommenden Räume zu gestatten. Gießen, den 1. Degember 1937. Städtisches Hoch- und Tiefbauamt. G r a v e r t, und Steuererklärung" findet am Freitag, dem3.Dezember,20tlhr im Hotel Schlitz, Gießen (Bahnhofstraße) statt. Alle Mitglieder sind herzlichst eingeladen. 7916 D Wirlschastsgruppe Einzelhandel, Kreiser. Gießen Volkstümliche Naturwissenschaft in reichbebilderten, leichtverständlich geschriebenen Werken und in verschiedenen Preislagen bieten unsere Verlagserzeugnisse. Sie vermitteln einen tiefen Einblick in die Geheimnisse des Naturgeschehens und damitdurch erweitertes Wissen erhöhte Freude an den vielfältigen Schönheiten der Natur. - Verlangen Sie Prospekte und auch Probehefteder Zeitschrift „Der Naturforscher“ Hugo Bermühler Verlag . Berlin-Lichterfelde [Lichtspielhaus! Heute Donnerstag Erstaufführung! Babette, weibl. Vorname, abgeleitet von Barbara Dabuschen, leichter Pantoffel ohne Absatz. Das Wort kommt aus dem Türkischen. Baby (Mehrz. Sabies), entbehrliches englisches Wort für Kleinkind. Backapparate,Back- undBratöfen, deren Hitze geregelt werden kann. Meist sino solche Backöfen in moderne Herde eingebaut. Gas oder elektrisch. Backe, ein Teil des Gesichtes. Ee- schwollene B. ein Zeichen für irgendeine Entzündung im Bereich der Zähne, meist Wurzelhautentzündung oder Zahnbeinentzündung. Abhilfe durch den Zahnarzt. Inzwischen Umschläge mit heißem Kamillentee und Mund- fpülungen. Auch bei Mumps (s. b.) geschwollene Backe. Backfisch. Bezeichnung für ein noch nicht voll erwachsenes Mädchen. Die Herkunft bes Wortes ist umstritten. Backformen, ursprünglich einfache Küchenformen aus Weißblech, die Azalee tration auf bestimmte Vorstellungen, von Cous. einem Schweizer Arzt, als Heilverfahren ausgebildet („Es geht mir von Tag zu Tag besser und besser"). Bei ernsteren seelischen Störungen ohne jeden Wert, unter Umständen sogar schädlich. Azalee (Alpenrose), als Topfund Freilandpslanze bekannt, leicht zu reinigen sind. Neuerdings gibt es solche aus feuerfestem Glas. Seit einiger Zeit sind auch Backformen erhältlich, in denen man auf offener Flamme backen kann, so daß sie den Backofen entbehrlich machen. Backhitze nennt man die richtige Hitze, die erforderlich ist, um einen Kuchen auszubacken. Hat man kein Thermometer im Backofen, so kann man einen Papierstreifen hineinlegen. Wenn er bräunt, ohne zu verkohlen, ist die Hitze richtig. Ist die Oberhitze zu groß, legt man ein Blatt Pergameni- papier über die Backform, ist sie zu gering, stellt man die Backform auf einen Ziegelstein. Backpulver, Treibmittelersatz für Hefe, Chemikalien, aus denen sich beim Erhitzen Kohlensäure frei macht, die den Teig hochtreibt und lockert. Backpulver, die man kauft, werden nach Vorschrift verwendet. Sonst nimmt man Hirschhornsalz für Kleingebäck oder eine Mischung von doppeltkohlensaurem Natron mit Weinstein für Kuchen. Backvulverkuchen muß sofort in den Ofen, er darf nicht Bekanntmachung. Die Straßenbauarbeiten für den weiteren Ausbau der Werrastraße und Schottstraße sollen auf Grund der Reichsverdingungsordnung für Bauleistungen vergeben werden. 7915D Die Vordrucke sind ab Sonnabend, den 4. Dezember 1937, bei uns erhältlich. Die Angebote sind spätestens Donnerstag, den S. Dezember 1937 vormittags 10 Uhr an das Städtische Hoch- und Tiefbauamt, Asterweg Nr. 9, abzugeben, wo die Oeffnung der Angebote im Beisein der erschienenen Anbieter erfolgt. Zuschlags- und Bindefrist 4 Wochen. Gießen, den 1. Dezember 1937. Städtisches Hoch- und Tiefbauamt. G r a v e r t. Ein erregender Film aus den Tagen des polnischen Freiheitskampfes gegen die russische Bedrückung. — Im Mittelpunkt steht die dramatische Figur eines polnischen Studenten, der als Führer des Aufstandes zu gewaltigen Opfern sich zwingt, um die Freiheit des Vaterlandes zu erkämpfen. Backpulver blüht um die Osterzeit. Wird nach der Blüte verpflanzt, steht im Sommer halbschattig im Freien. Öfters spritzen, ab Äugust sonniger stellen, damit die neu- gebildeten Triebspitzen ausreifen, ^m Winter in kühlen Raum bringen. Wenn sich die Knospen zeigen, warm stellen; Spritzen verhindert Knospenabwurf. Inhaber A. Jughard Telephon 3689 gegr. 1884 Marktstr. 16 Fachgeschäft für Leibbinden, Bruchbänder und Plattfufe-Einlagen in eigenenWerkstätten v Fachleuten hergestellt Lieferant aller Krankenkassen / Damentieifiennne! 7914 D